BERLIN Dienstag 27. August 1929 10 Pf. Nr. 400 B199 46. Lahrgang. erfchetat««glich«,«er Zugleich Abendausgabe de«.DorwSrtt'. Be»ugspreis beide Sosgabeu SS Pf. reo Woche,»,60 M. reo Monat. «edattioa uud Expedition; BerlinSWSs.Livdenßr.» SfuUaaigajße Jßb ,�Jof0af4b* uteigeoprettiDie einspaltige Nonpareweleil� 80 Pf., Reklameieile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. »stscheckkout»: Vorwärts-Verlag G. m. b.H.» Berlin Nr.»7öZ6. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bis 2g? auswealos! Alle- außer Deutschland— verlangen Schluß. Zehn Zahre flllnifferpräfidenk in Anhatt. Der Reichskanzler hat namens der Reichsregieruna dem Ministerpräsidenten Deisl. der heute auf eine zehnjährige Tätigkeit als Ministerpräsident des Freistaates Anhalt zurückblicken kann, telegraphisch seine herz- lichsten Glückwünsche übermittelt. Auch der preußisch- Minister. Präsident hat dem anhaltischen Ministerpräsidenten Deist anlaßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Tages seines Regierungsantritts ein Glückwunschtelegramm gesandt. 2m Lcningrader Hosen verhastel wurde ein litauischer Schiffs» jnaschinilt. Der Dampfer verließ Leningrad ohne den Maschinisten. es war dem Kapitän nicht gelungen, die Ursache der Verhaftung zu erfahren. V.?ci,. Haag, 27. August.(Eigenbericht.) Heute vormittag 10Mt Uhr hat Briaud an Jaspar. als dem Präfidenten der Haager Konferenz, einen Brief ge- richtet, der lautet: „Unter den gegenwärtige» Umständen scheint mir» daß der einzig vernünftige Entschluß darin be» steht, die sechs einladenden Mächte zu einer dringende» Sihung einzuberufen, nm eine Situation zu beenden, die nunmehr ausweglos erscheint. Für meinen Teil würhe ich es als einen großen Vorteil ansehen, wenn die Zusammenkunft bereits heute nachmittag, t» Uhr, stattfinden würde." Zur selben Stunde richteten die italienische und die belgische Delegation an Jaspar ähnliche Briefe und schlugen 5 Uhr als Zeitpunkt vor. Fast gleichzeitig traf ebenfalls Sir Maurice H a n k e h, der Generalsekretär dzr Konferenz, bei Jaspar ein, um im Austrage S n o w- d e n s die Einberufung sowohl einer Zusammenkunft der sechs einladenden Mächte für heute nachmittag li'-s Uhr wie einer abschließenden öffentlichen Plenar- sitzung für Mittwoch vormittag zu beantragen. Jaspar beschloß daraufhin, die Sitzung der sechs einladenden Mächte für S Uhr nachmittags einzuberufen und die Ent» icheidung über die Abhaltung einer öffentlichen Plenar- sitzung diesen sechs Mächten zu überlassen. Inzwischen sind die vier Außenminister um 12 Uhr unter dem Vorsitz hcndersons zusammengetreten. Briand hat vor dieser Sitzung den französischen Journalisten angekündigt, daß er bcan- tragen würde, daß man angesichts des bevorttehenden Mißersolges der Finanzkonferenz nunmehr auch die politischen VerHand- lungen über den Komplex dex Räumungsfrage abbreche und da- bei feststelle, wie weit sie bereits gediehen sei, um sie dann später an dem Punkt, wo sie stehengeblieben sind, wieder aufzu- nehmen. Briand will insbesondere die grundsätzlich« Einigung über die Vergleichskommisiion registrieren lassen. Dagegen dürste sich Deutschland entschieden sträuben, weil es stets erklärt hat, daß diese Einigung über die Kommission völlig unabhängig ist von befriedigenden Zusagen Frankreichs hinsichtlich der Räumung-- tcrmine. Aus gewissen Wendungen im Schreiben Briand? wird von ver- schiedenen Seiten die Schlußfolgerung gezogen, daß noch immer«ine kleine Aussicht besteht, den Abbruch zu vermelden. So weist man darauf hin, daß Briand nur davon spricht, daß die Situation ausweglos erscheint(und nicht: ist). In der Nachmittagssitzung der sechs Mächte wird sich zeigen, ob man etwa einen letzten P r e s s i o n s v e r s u ch auf die deutsche Delegation unternehmen will, damit sie ihre bisher nicht eingeholte Zustimmung zu den Deutschland betreffenden Punkten des letzten Angebots der Alliierten erteilt. Ein Vertrauensmann Briands soll um �»12 Uhr bei Stresemann gewesen sein, um in diesem Sinn« zu sondieren. Nach den bisherigen Erklärungen der deutschen Delegation ist aber nicht anzunehmen. daß Deutschland in letzter Stunde diesem Druck nachgeben wird. Kurz vor 142 Uhr war die Sitzung der vier Außenminister zu Ende. Als einziger gab Dr. W i r t h den Journalisten folgende. vielleicht allzu geistreich« Erklärung ab: „Die zur letzten Anprob« sertigen politischen Gewänder sind an den Nagel gehängt worden, bis die finanzielle Frage ent- schieden wird." Daraus darf man wohl schließen, daß, entsprechend den An» kündic-ungen Briands. die p o l i t i s ch e n B e r a t u n g e n bis zur Entscheidung über das Schicksal des Young-Plans abgebrochen worden sind Inwieweit er bei dieser Gelegenheit die Registrierung der grundsätzlichen Einigkeit über die Vergleichskommission erreicht hat, bleibt noch abzuwarten. Der Religionskrieg in Palästina. Tote.— Aeue Araberangriffe.— England sendet Truppen. London, 27. August. Die Zahl der bei den verschiedenen Sämpsen zwischen Juden und Arabern getöteten Personen wird inoffiziell aus 120 bis 150 angegeben. Infolge der von den englischen Behörden zu Be- ginn der Unruhen verhängten Zensur über Pressetelegramme fehlt es an zuverlässigen Meldungen. Ein gestern abend Herauegegebenes Kommunique des Kolonialamles in London beschränkt sich aus eine Darstellung der bisherigen Kämpfe, macht aber keine zuverlässigen Angaben über die Zahl der Toten und Berlehlen. In den gestrigen Nachmittags- und Abendstunden sind wiederholt Angrisse von den Arobern unternommen worden, die aber in der Mehrzahl der Fälle abgeschlagen wurden. Auch ist es gestern abend zu einem ganz unerwarteten und plötzlichen Angriff der Araber aus die Uegierungsgebäud« von Z a s f a gekommen, der aber von der englischen Polizei abgeschlagen wurde. Fünf Angreifer blieben tot aus dem Platze, während 30 verwundet wurden. Ein Zug, der englische Truppen von Haifa bringen sollte, wurde von den Arabern angegriffen, wobei es den Angreifern gelang, eine Anzahl britischer Soldaten zu entwaffnen. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt zurzeit noch nicht vor. Von Kairo sind gestern weitere Truppen mit Panzerwagen und Artillerie nach Palästina abgegangen. Wie Central News melden, wird die gesamte 4. englische Zerstörerflottille, bestehend aus acht Zerstörern und drei Schaluppen, in Perestschaft gehalten, um jeden Augenblick in See zu gehen. Das Flligzeugmutterschijf„Eagle", das Schlachtschiff„Sovereign" und zwei weitere Zerstörer sollen sich heute, nach Palästina begeben. Lüdisch-amerikanischer Massenprotest. New Park, 27. August.(Eigenbericht.) Am Montag abend demonstrierten 2V 000 jüdisch-ameri- konische Staatsbürger, darunter zahlreiche Kriegsteilnehmer, gegen die Vorkommnisse in Polästina. Die Demonstranten zogen vor das britische Konsulat, wo von den einzelnen Rednern gegen England und dessen Verwaltung in Palästina— die zum Regieren in Palästina unfähig sei— schärfster Protest erhoben Vom englisch- französischen Kriegsschauplatz. wurde. Andere Demonstranten entsandten zum New-Porker Obere bürgermeister Delegationen, mit dem Ersuchen, aktive chilfse; maßnahmen zur Unterstützung der Juden in Palästina«ine zuleiten. Die Exekutive der amerikanischen Zionisten hat bejchlossen,., große Hilfsfonds zur Unterstützung der notleidenden und gee schädigten Juden in Palästina bereitzustellen. Massenmorde der Araber. London, 27. August. 1 Der„Daili) Expreß" veröffentlicht als einziges Blatt Ken Be« richt eines nach Jerusalem entsandten Sonderberichterstatters, der folgende Darstellung von den wichtigsten Ereignisien gibt: Die bis«. her blutigste Tragödie ereignet« sich in der kleinen jüdischen Ansied-. lung Hebron, wo 73 Juden in ihren Behausungen hingen' mordet wurden, darunter 30 jüdische Studenten und 12 amerika- nische jüdische Studenten. Eine Gruppe Araber sei am Sonnabend plötzlich in Hebron eingebrochen. Allein m einem Haus hätten die Araber 18 Personen, i darunter den Direktor der Anglo-Palästina-Bank, seine Frau und seine beiden Kinder, sowie die Schwiegereltern ermordet. In Jaffa sei das britische Hauptquartier angerissen worden. Dabei habe' es 15 Tote und 35 Verletzte gegeben. In anderen Berichten werden � die Verlustziffern wie folgt angegeben: 45 Juden getötet, 80 Juden schwer verletzt, 8 Moslems getötet, 10 Moslems schwer verletzt. 450 Juden in Hebron sind zeitweilig in Polizeibaracken untergebracht worden. Nach einem„Timcs"-Bericht sind in Tel Aviv 200 britische Sol- doten stationiert worden. Daneben seien 70 jüdische Zivilisten vorüber- gehend als Polizisten eingestellt. Heber die Stadt sei das Kriegsrccht»er- hängt worden, nachdem es zu neuen Zusammenstößen gekommen sei, als die Moslems nach der Beerdigung ihrer Toten demonstrierten.] Die Polizei habe daraufhin das Feuer eröffnet, wobei 0 Moslems getötet worden seien. Der Stadtrat von Jerusalem hat am Montag nachmittag sol- gende Mitteilung verösfentlicht: In diesem Augenblick(15 llhr) unternehmen die Araber einen Angriff auf Mahne Pehudah und auf Shaaray hesed. Die Zahl der getöteten Juden muß im ganze» mindestens zwischen 120 und 150 betragen. Um 19 Uhr verössent- lichte der Stadtrat eine zweite Mitteilung, die besagt: In jedem Augenblick unternehmen die Araber neue Angriffe in verschiedenen Bezirken. In Tel Aviv wurden fünf Juden getötet. Di« Regierung hat Hindernisse zur Verteidigung errichtet. Die Araber bereiten sich in allen Teilen des Landes auf neue Angriffe vor. Wechselt Macdonald den Oberkommissar? Prag, 27. August. Der fest Sonnabend in Prag weilende ehemalig« Ober» kommisiar von Palästina, Sir Herbert Samuel, ist vom eng» lffchen Ministerpräsidenten telephonisch ersucht worden, u n o e r- z ü g l i ch nach London zurückzukehren. Mchiliches Autounglück in Köpenick. Oer Mitfahrer getötet. In der vergangenen Nacht ereignete sich aus der INüggelheimer C h a n s s e e in Köpenick ein folgen- schweres Autounglück, bei dem eine Person ge» tötet wurde. Gegen 2,30 Uhr befand sich das G e s ch ä f t s a u t o einer Köpenicker Firma auf dem Wege zur Garage. Wahrscheinlich insolge zu hoher Fahrtgeschwindigkeit raste das Auto gegen einen Prellstein, überschlug sich mehrmals und wurde völlig zertrümmert. Der Zöjährig« Mitfahrer Paul M e i n b« r g aus der Elisabeth- straße 22 in Köpenick wurde so schw» verletzt, daß er auf dem Transport zum Köpenicker Kreiskronkenhaus gestorben ist. Der Führer des Wogens ist wie durch ein Wundkr mit geringfügigen Berletzungcn davongekommen. Die Leiche des tödlich Verunglückten wurde beschlagnahmt. Das Autowrack wurde später abgeschleppt. Schutz den Saisonarbeitern! Oer Protest der Berliner Bauarbeiter. Tragödie des Alkohols. Oer Tod des Arbeiters Noack. Der geheimnisvolle Tod des SOsährigen Georg Iloack, der gestern abend, wie wir berichteten, am Aenster- kreuz in seiner Wohnung, waßmannstratze ZZ. erhängt auf- gefunden wurde, beschäftigt seht in erhöhtem Zilahe die Berliner Mordkommission. Es besteht noch wie vor der dringende verdacht, daß Noack eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Der verschwundene Hausfreund, der ZZjährige Alex Z y l i n s k i, wurde bis in die spät« Nacht hinein von der Kriminalpolizei gesucht. Gegen IVh' Uhr wurde Z. in einem Lokal am Strausberger Platz völlig betrunken angetroffen. Er ließ sich ohne Widerstand festnehmen und wurde nach dem Präsidium gebracht. Bei seiner Vernehmung gab er an, aus Posen zu stammen. Er habe Medizin studiert und wollte seine Apotheterprüsung ablegen. Während des Krieges, der seinem Studium ein Ende setzte, war er Reserveoffizier. Er geriet bald auf die schiefe Bahn, und seine Familie sagte sich von ihm los. Vor etwa sechs Jahren führte ihn der Alkohol mit Frau Jtoad zusammen, und aus einer flüchtigen Bekanntschast entwickelte sich bald ein engeres Verhältnis. Zylinski war zuletzt in einem Theaterbureau im Westen beschäftigt, wo er durch Kartenaustragen 40 M. wöchentlich verdiente. Noack hatte Arbeit in einer Papierfabrik, und sein Lohn betrug gleichfalls etwa 40 M. Beide gaben davon SO M. für di« Wirtschaft ab. Der größte Teil des Geldes wurde jedoch in Alkohol umgesetzt. Der Freundschaft, die sich zwischen Zylinski und Frau Noack entwickelte, sah Noack untätig za. Dos Paar nahm das einzige Bett in der unsauberen ungepflegten Stube in Anspruch, für den Ehemann wurde aus Lumpen unter dem Fenster ein notdürftiges Lager zurechtgemacht, auf dem er seit Iahren schlief. Am letzten Sonntag war das Trio zusaminen ausgegangen, suchte eine ganze Reihe von Lokalen auf und kam erst morgens um 0 Uhr stark betrunken nach jfKmse. Noack, der bald hätte zur Arbeitsstelle aufbrechen müssen, weigerte sich, zu gehen.» Es kam zu einem heftigen Streit zwischen ihm und der Frau, in dessen Verlauf er ein« Lampe nach ihr warf. Zylinski schlichtete den Streit, und um 6 Uhr verließen alle wieder das Haus,»m das Trinken fortzusetzen. Erst gegen 12 Uhr mittags kamen sie zurück. Die Frau legte sich nun ins Bett, Noack bezog sei» jämmerliches Lager, und Zylinski setzt« sich mit einem Buch an den Tisch. Er bleibt nach wie vor bei seiner Behauptung, daß er von dem Selbstmord de» Noack nichts gemerkt habe. Als der Tote aufgefunden worden war, ging Zylinski fort, um, wie er der Frau gesagt hatte, Geld zu besorgen. Von dem Arbeit- geber in Eharlottenburg erhielt er30M. Unterwegs kehrt« er wieder in Lokalen ein und hatte, als man ihn spät nachts aufgriff, schon wieder einen Teil des Geldes für Schnaps und Bier ausgegeben. Im Hause hielten ihn die Leute alle für den Bruder der Frau, von dem eigentlichen Ver- haltnis wußte niemand. Der alte Noack, der verwachsen war, hatte sich, wie die Besichtigung ergab, mit einem Bindfaden erhängt. Dieser war an einem Bettpfosten befestigt und diente zusammen mit einer angebundenen Zeitung der Katze als Spielzeug. Noack hotte den Bindfaden gelöst und sich damit aufgeknüpft. Sein Kopf war nur wenig vom Fußboden entfernts Die Leiche des Noack wird wahrscheinlich im Laufe des Nach- nnttags von Prof. Dr. Strauch obduziert werden. Am Halse des Toten wurden Nämlich Strangulationsmale festgestellt, die eine genaue g-richtsärztliche Untersuchung not- wendig erscheinen lassen. Tod der Alten. Sie schieden gemeinsam aus dem Leben. Erst gestern mußten wir von dem Freitod eines b e- tagten Ehepaares berichten. Eine ähnliche er. s ch ü t t e r n d e Tragödie hat sich in der vergangenen Nacht in der Sächsischen Straße 44 in Witmers- d 0 r s abgespielt. Heute früh lief auf dem Polizeirevier in der Wilhelinsaue ein Brief ein, in dem der 71jährige Kaufmann Heinrich Schneider aus der Sächsischen Straße mitteilt«, daß er mit seiner um sieben Jahre jüngeren Frau Fernande im gegenseitige» Einoerständ- ni» aus dem Leben scheiden werde. Sein Vermögen habe er in der Inflation restlos eingebüßl, und alle Möglichkeiten, sich eine neue Existenz zu schaffen, seien sehlgeschlagen. Wie aus dem weiteren Inhalt des Briefes hervorging, hat sich das greise Ehepaar schon längere Zeit mit Selbstmordgedanken getragen.— Kriminalbeamte des Reviers eilten sofort nach der Sächsischen Straße. Wie im Briefe noch angedeutet war, lag der Wohnungsschlüssel unter der Fußmatte. An der Tür fanden die Beamten einen Zettel an- geheftet mll den Worten:„Vorsicht! Gasgesahr! Kein Licht machen! Schnell Haupthahn zudrehen!" In der Küche wurden die alten Leute dann tot ausgefunden, sie hatten ihre im Brief angekündigte Absicht wahr gemacht. Bezeichnend für die Denkungsart des alten Ehepaares ist, daß sie, obwohl sie selbst mit dem Leben abgeschlosien hatten, noch an di« übrigen Hausbewohner dachten und nicht versäumten, ihnen eine Warnung wegen der Gasgefahr zu geben. 4- Zu der Tragödie erfahren wir kvrz vor Redaktionsschluß, daß es der Feuerwehr nach stundenlangen Bemühungen ge- lungen ist. Frau Schneider in» Leben zurückzu- rufen. Sie fand im wilmersdorfer krankenhau» Aufnahme. Russisches Flugzeug ins Meer gestürzt. Sowno, 27. August. Das auf der Strecke Moskau— Baku verkehrende Passagier- f lug zeug ist bei Sotschi in» Meer gestürzt, wobei drei Per. sonen. darunter der Kommandeur der kaukasischen Roten Armee. Fabriciuv, tödlich verunglückten. Der Flugzeugsührer und die übrigen Mitreisenden konnten gerettet werden. vMv voller Iaht vertan hat die Völkerbundkommission zur Aus- ■ r eines Kontrollsystems für Waffenherftellung. Belgien hotte "!! mg einer neuen Kriegsmaterialliste gefordert, jetzt hat die rmmijsion sie nach Jahresfrist zur Kenntnis genommen und es lt— die alle Liste! Ueber den Kampf um die Arbeitslosenversicherung sprach gestern abend im Gewerkschaftshaus vor den Funktionären der Baugewerk- schaft Berlin des Deutschen Baugewerksbundes der Ver- treter des Bundesvorstandes des ADGB., Spliedt. Er ver- breitete sich zunächst über die Borgefchtchte dieses Kampfes, die Ur- fachen der Finanzkalamität der Reichsanstalt und über die Beschlüsse des Sachverständigenausschusses, die auf der Annahme von 1,1 Will. tnirchschnittlicher Arbeitsloser beruhen. Bei der Besprechung der Abbauoorschläge wandte sich Spliedt besonders denen zu, die sich auf die Saisonarbeiter beziehen und die die Versammelten begreiflicherweise am meisten interessier- ten. Sehr beachtlich ist zum Beispiel der Vorschlag in dem ver- langt wird, daß die Unterstützung für die Arbeiter, deren Wohnort «in anderer ist, als der Arbeitsort, entsprechend der Lohnhöhe ihres Berufes am Wohnort— auch wenn es eine Dorfgemeinde ist— gewährt werden soll. Gegen diesen Plan, der aus einer völligen Verkennung der Verhältnisse in den Saisonberufen entstanden ist, werden sich die Gewerkschaften und die Partei energisch zur Wehr setzen. Ein ganz besonders wichtiges Kapitel in dem Kampf um die Arbeitslosenversicherung ist die beabsichtigte Neuregelung der Saisonarbelkerunterstühung. Alle diese Vorschläge basieren auf der völligen Ver- k e n n u n g der augenblicklichen und zukünftige» Verhältnisse aus dem Arbeitsmarkt. Es ist dabei nicht berücksichtigt worden die tatsächliche Zahl der durchschnittlichen Arbeitelosen, ferner die bald in Erscheinung tretende Auswirkung des Geburtenrllck- ganges während des Krieges unk» auch nicht die dringend notwendige Arbeitszeitverkürzung. Fest steht jedenfalls, daß, u m Schlimmeres zu verhüten, eine Sonderregelung für die Saisonarbeiter gefunden werden muß. Die dem Reichstag vorliegenden Anträge können von den Ge- werkschaften und der Partei nicht gebilligt werden. Die Gewerk- schaftsvertreter find jedoch bereit, einer Regelung zuzustimmen, wo- nach für die Unter st ützung der Saisonarbeiter während der Zeit der berufs üblichen Arbeitslosigkeit all- gemein die Sätze der K vi s e n f ü r s 0 r g e maßgebend sein sollen, jedoch unter Fortfall der Bedürftigkeitsprüfung. ..G r a f Z e p p e l i n" ist heute vormittag um st Uhr 16 Minuten mitteleuropäische Zeit vom Flug- Platz in Los Angeles nach Lakehurst- dem Endziel der vierten und letzten Etappe der Weltreise, gestartet. Oer Start. N e w Z 0 r k, 27. August. Trotz der mitternächtlichen Stunde— 9 Uhr vormittags mitteleuropäischer Zeit ist in Los Angele» 12 Uhr Miller- nacht— hatte sich zum S t a r l des„Graf Zeppelin" eine schier u n- übersehbare Menschenmenge eingesunden. Alle Zufahrtslraßen waren mit Automobilen, Kraftsahrrädern und sonstigen Fahrzeugen verstopft. Eine Zeitlang sah es so aus, als sollte sich der Start noch längere Zeit ver- zögern, um so mehr, al» au» Tursoa im Staate Arizona Gewitter stürme gemeldet wurden. Kurz nach Mitternacht Ortszelt wurde dann das Luftschiff zur Mitte de» Flugfeldes ge- gezogen und die Spitze nach Osten, der Ziel- ri ch t u n g. gedreht. Nur mit Mühe konnten die Wachmannschaften die immer wieder herandrän- genden Zuschauermengen zurückhalten. Als sich dann gegen 12,1ö Uhr Ortszeil das Lustschiss langsam erhob, kannte die Begeisterung der Menge keine Grenzen. Nach dem Aufstieg. Los Angeles. 27. August. Der Zeppelin verschwand sehr bald im Dunkel des östlichen Horizonts. Die Verspätung bei der Abfahrt erklärt sich daraus, daß die Post und die Passagiere erst mit beträchtlicher Ver. spätung den Flugplatz erreiche« tonnten, da die Landstraßen kilometerweir von den Automobilen derer v e r st 0 p f t waren, die den Abslug miterleben wollten. Für die Nachfüllung des Luftschiffs mit Be- triebsstoff sind von einem Chemiekonzern West- virginiens 1000 Kubikfuß einer Mischung van Natur- und Kunstgas gestiftet worden. Die Flugroute. Los Angeles, 27. August. Die wetlerverhällnisse haben anscheinend Aenderuugen der beabsichtigten Flugroute des „Zeppelin" aus dem Wege nach E l P a s 0 ratsam erscheinen lassen. Es wird jetzt geplant, über den San-Gorgoni-Paß nach Imperial Valley zu steuern.! dann über Puma in Arizona entlang der an Mexiko stoßenden Grenze Arizonas durch Neu- Mexiko El Paso zu erreichen, wo. gutes Wetter vorausgesetzt, das Luslschlss neun Stunden nach dem Abflug von Los Angeles eintreffen soll. Die Passazierlisie umsagt 17 Personen, da die drei Japane-, die von kasumigaura mitgefahren sind, das Schiff vtrl~!'-n Statt ihrer wird Leutnant Settle an Bord kommen. pressestimmen. Paris, 27. August. Zum ,Zeppelin"-Flug Iezxzn— Amerika schreibt„M a t i n", der als einziges französisches Blatt einen eigenen Koliespandenten an Bord hat:„Auch die zweite Etappe des Fluges um die Welt ist so wie die erste prachtvoll zurückgelegt worden." Das Lmtsblatt Das bedeutet zwar für die Arbeiter der drei höchsten Unter- stützungskasien eine Kürzung der Unterstützung, ist ober gegenüber den unannehmbaren Vorschlägen der Regierungsoorläge Sine ge- rechtere Regelung. Daß dieser Vorschlag den Bauarbeitern nicht genehm ist, ist menschlich durchaus begreiflich. Aber so wie die Ver- Hältnisse zurzeit liegen, sehen die Gewerkschaften keinen ande- ren Weg. um die weitergehenden verschlechlerungsanträge zu Fall zu bringen. die jetzt dem Sozialen Aussehuß des Reichstages vorliegen und die in kurzer Zeit den Reichstag beschüstigen werden. Die Gewerkschaften und die Partei sind bereit, den durch die klimatischen Der- hältniffe Deutschlands und die starke Wanderbewegnng bedingten Verhältnissen in den Saisongewerben Rechnung zu tragen und einer erträglichen Sonderregelung für die Saisonarbeiter zuzustimmen. Solchen Verschlechterungsanträgen aber, wie sie jetzt zur Debatte stehen, werden die Gewerkschaften und die Partei auf keinen Fall ihre Zustimmung gebe'!, möge kommen, was da wolle. Die Ge- werkschaften und die Partei sind bereit, offensichtliche Mißstände in der Arbeitslosenversicherung beseitigen zu helfen. Einem allgemeinen Abbau der Arbeitslosenversicherung werden sie aber den schärfsten Widerstand entgegensetzen. .Die Debatte, in der sich einige kommunistische Redner völlig deplazierte Angriffe gegen die Sozialdemokratie und die Gewerk- schoftsführer erlaubten, ließ klar erkennen, daß die Berliner Bauarbeiter in ihrer Mehrheit auch gegen die Vor» schlage sind, die Spliedt der Versammlung unterbreitete. Spliedt betonte in seinem Schlußwort, daß die verantwort- lichen Gewerkschaftsführer grundsätzlich der gleichen Auffassung sind, daß sie sich aber nach reislieher Erwägung zu dem Vorschlag ent- schlössen hätten, um größere Gefahren abzuwehren. Die Versammlung, die infolge dek planmäßigen Störungsversuche einiger Kommunisten sehr unruhig verlief, stimmte nach länge- rer Aussprache mit großer Mehrheit der Entschlie«- ß u n g zu, die der Bundesvorstand des ADGB. in seiner Tagung am 30. und ZI. Juli gefaßt hat, in der die Borschläge des Sachverständigenausschusses als unannehmbar bezeichnet werden. „O e u 0 r e" steht diesen neuen Flug als nicht weiter erstaunlich an, da beim„Zeppelin" jede Tat normal erschein«.„Peuple" sagt: „Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll bei dieser wundervollen Tat. di« Unerschrockenheit und Kaltblütigkeit der Lust- schifser oder den technischen Wert des Luftschifses. das den wieder- holten Angrisfen der Element« standgehalten hat. Was di« Fahrt noch erstaunlicher erscheinen läßt, ist die Sicherheit, mit der sie durchgeführt wurde. Die Fahrt wird«Ine der aussehen- erregendsten Beweise für das sein, was menschlich« Energie ver- wirklichen kann."„Amie du Peuple" spricht davon, daß Dr. Eckener eine neue, sehr hervorragend« Tat vollbrachte. London, 27. August. „Morning Post" sagt in einem Leitartikel:„Jules Verne ist in den Schatten gestellt worden. In der verhältnismäßig kurzen, i aber ereignisreichen Geschichte der Luftfahrt ist durch den Flug de» „Gros Zeppelin" ein« neue hervorragend« Leistung zu verzeichnen." Ein Zwischenfall. Los Angeles, 27. August. Beim Slarl des„Graf Zeppelin" kam es zu einem Zwischenfall, da die Schwanzflosse kurz nach dem Aussteigen eine elektrische hochspannungslellung streisle. Als man im Luslschifs bemerkte, daß der Aufstieg sich nicht rasch genug voll- zog. wurde eine ziemliche Menge Proviant In Gestalt von vollen Konservenbüchsen, Tee und Gemüsen über Bord geworfen. Die Radio Eorporolion 0 f America hat eine' droht- lose M i l k e I l u n g de? Luflschisses oufaesangcn. wonach die Be- schädigüngca, die das Hängenbleiben an der Lellung verursachte. nur unbedeutend sind, und nicht die Absicht besteht, die Fahrt deshalb zu unterbrechen. Auf der Fahrt nach Lakehurst. „Graf Zeppelin" startete heute morgen. Zwei denken- einer nimmt. Von Ricardo. „Man kann darüber durchaus gele!tter Meinung sein, wenn Sie gestatten!" „Natürlich kann man das, selbstverständlich, aber ich für meinen Teil halte es schlankweg für blödsinnig, verzeihen Sie!" „Nun ja, aber wo bleibt die Ehrlichkeit?" „Ehrlichkeit?.. chahaha, Ehrlichkeit ist auch so eine Sache für Lohnempfänger. Wenn Si»'en Bankkonto von 1 WK) 000 Mark aufwärts haben, denn ham Sc's nicht nötig, ehrlich zu fein. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber wenn ehrlich ani längsten währt, wie das Sprichwort sagt, dann müßten ja die großen Jndustrieritter noch vor ihrer Geburt sterben, nich... Sehen Sie mal beispielsweise den jungen Stinnes, nicht..." „Na, das ist ja wall was anderes, denk' ich, wir sprechen doch efrade davon, was Sie tun würden, wenn Sie auf der Srraße'ne Brieftasche mit einer Million Mark finden würden." „Ich? Komische Frage, rinn inne Tasch', und keinen Menschen nichts gesagt und denn gelebt, gelebt jag' ich Ihnen... da wär' das Ende von weg!" „Hm, ich weiß nicht, nein, ich würde die Million aufs Fund- bureau bringen, und von dem Jinderlohn könnte ich auch ganz schön leben, mein Gewissen ließe mich ruhig schlafen." „Wat Horn Sc?'en Gewissen? Was is das denn nu wieder? Gewissen stellt sich nur ein, wenn einer hinter Ihnen her ist mit Zuchthaus oder Gefängnis. Ham Se schon mal gehört, daß einem Kriegsgeneral dos Gewissen schlüge, weil er ein Regiment Landes- kinder aus Bierlaune in den Tod gejagt hat? Schlägt Krupp oder Stinnes das Gewissen? Nee, das Gewissen stellt sich nur ein, wenn Sic hinter jeder Ecke einen Kriminalbeamten vermuten.. „Nu machen Se aber halblang! Ich bin anständiger Leute Kind..." „Das sind andere auch und klauen deshalb doch, und andere sind unanständiger Leute Kind und dennoch— oder gerade deshalb— sehr pasiable Menschenkinder." „Ach, reden Sie nicht..." Die beiden Herren, die diesen Dialog führten, sitzen im Cafe und sehen aus wie Leute, denen solche längst gelösten Probleme noch Kopfzerbrechen machen. Der Mann mit der überlieferten „sittlichen und gefestigten Moral" will gerade antworten, da bemerkt er, daß am Nebentisch jemand einen Regenschirm stehen gelassen hat. Es ist ein schöner neuer Regenschirm. Er muß schon lange dort sein verlassenes Dasein fristen, denn die Herren sitzen bereits «ine geraum« Zeit, und der Tisch war schon bei ihrem Eintrete» unbesetzt. „Sehen Sie, ein herrenloser Schirm!" „TZa. ich könnte ihn gebrauchen." „Ich auch!" „Nehmen Sie ihn mal zunächst unbemerkt rüber, so gut! Was tun wir nun?". „Abgeben, an den Geschäftsführer abgeben." „Lächerlich, ich möchte ihn eigentlich nehmen, aber..." „Dann kann ich ihn auch behalten." „Sie? Ich denke, Sie sind ein Vorkämpfer für Ehrlichkeit." „Ach was,'s ist doch nur ein Schirm." Während die beiden Herren noch streiten, ruft in der Ecke ein dicker Mann mit feistrotem Gesicht nach dem Ober und bezahlt feine Zeche, dann erhebt er sich schwerfällig und kommt aus die beiden Streitenden zugestopft. „Ach, die Herren hoben meinen Schirm in Verwahrung ge- Kommen, danke vielmals, ich faß vorhin am Nebsntisch mit einem Bekannten, vielen Dank, weine Hrren, guten Tag." Er greift den Schirm und geht, die beiden mit verdutzten und verlegenen Gesichtern zurücklassend. „Ob der unseren Streit gehört hat?" meint der«ine kleinlaut. „Hm, unangenehm, vielleicht kennt er uns." Während die beiden noch sorgenvoll flüstern, kommt ein kleines verhutzeltes Männlein im schwarzen abgetragenen Gchrock ins Caf6 getrippelt, und zwar schnurstracks auf die beiden Herren zu. „Berzeihn Sie," sagt das Männlein mit zitternder Stimm«, haben Sie nicht hier am Nebentisch meinen Regenschirm stehen sehen? Eine braune Krücke und ganz neu." „Ja, mit dem ist eben ein dicker, großer Herr losgezogen." ,£ Gott, o Gott," wimmerte das Männlöin,„nun gehe ich all- Jahre vielleicht einmal ins Cafe von wegen der Musik, und gleich muß mir der neue Schirm... O Gott, o Gott, und Cousin« Trudchen hat ihn mir gestern zum Geburtstag geschenkt, weil mein alter schon zweiundzwanzig Jahre gedient und so voller Löcher ist. Ja, ja, man soll in der bösen Welt vorsichtiger sein, ich werde mal zur Polizei gehen, entschuldigen Sie die Belästigung und vielen Dank. Auf Wiedersehen, meine Herren." Das Mädchen trippelt leise wimmernd davon, und die beiden Herren bleiben schweigend und nachdenklich sitzkn. „Sie. ich hab's," sagt plötzlich der ander« und seufzt,„er hat meine Moral, aber das Bankkonto gibt ihm die Sicherheit und Frechheit des Auftretens, während ich nur die große Fresse Hab« und bei einem Regenschirm schon schwankend werde. Genau wie Sie mit Ihrer Bibelmoral nach der anderen Seite hin. Na, egal, wer hat, der nimmt, und wer nischt hat, muß geben und darf sich nachher die Nase wischen, so paradox es klingen mag," und traurig setzte er hinzu,„aber das ganze Leben ist ja paradox..." „Ja, ja," seufzte der andere,„und nun wollen wir gehen." Schminken. Bemerkungen zu der jüngsten Wissenschaft. „Alles will gelernt sein," sagt Professor Lötz von der kos- metijchsn Universität und hält in der Schmintatademie. Schützen- s: r a ß e. seine Kollegs und praktischen Vorführungen. Vor allem ist dieses Lehrfach natürlich für die Jünger Thalien?, die Leute von Bühne und Film, gedacht. Da sitzen Jünglinge und Mägdelein, letztere in den verschiedensten Altersklassen-, angefangen von der„-.veet seventten" bis hinaus zum forschen Rasseweib, das mit eiserner Energie überschüssige Fett- oder Hautmassen von der Bildfläche verdrängt. Die Szenerie ist die einer Theatergarderobe; jeder sitzt vor seinem Toilettentisch, vor sich den großen Spiegel, von Bühnen- und Rampenlicht umstrahlt und salbt, pudert und streicht. Da sitzt eine zartrosa gewängelte Nedda, und dort ein rotwangiges, pslaster- beklebtes Rokokodämchen, hier«in smartes Girl, und dort die mon- däne Frau. Zuerst noch Diktat, dann selbständig aus der eigenen Is main wird„gelernt" die Visage fachmännisch zu kolorieren. Das .Handwerkszeug wandert von Hand zu Hand.„Bitte das Rosenrot Nr. 52"— hoffentlich müssen die vorhergehenden 51 Farbnuancen nicht im Kopse haften bleiben.„Wo ist das Aspasia-Puder?" tönt es aus d«m süßen Munde einer Filmdiva in epe.„Bitte, darf ich mich vorstellen? Dr. Mabusel" Mit diesen Worten tritt ein junger Mann, das Gesicht mit einer graugrünen Kleistermasss dick beschmiert. die Nase kunstvoll gebuckelt, vor das Auditorium. Alles beglück- wünscht ihn zu seiner Fleißaufgabe, findet es fabelhaft.„Achtung, Aufnahme!" Ein paar Photographen kurbeln ein Zipfelchen Wochenschau. Es gibt Kurse für Schüler und für Fachmänner(Friseure). In drei Wochen soll man all dies«„geschminkte Lüge" noch Ansicht des Dozenten intus haben. Bei manchem geht's rascher, und manch« lernen es wieder nie. Die Schminkkunst für den Film geht, seitdem es den pan- chromatischen Bildstreifen gibt, neu- Wege. Keine Leichenblässe mit Karnickelaugen und nachtschwarzen Augenhöhlen mehr. Das ganze Gesicht kriegt«ine mit Wasser durchfeuchtete Glasur in verschieden ge- tönlcm Gelb; vom zarten Zitronat der lieblichen Maid angefangen. bis zum knalligen Ocker des wettergebräunten Sportsmannes. Lippen und Augenbrauen werden In ein- und derselben Farbe, alt- rot oder braun, bloß in den ursprünglichen Konturen nachgezogen. Lebemänner und Tattergreise bekommen in Zukunft kein oielverästel- tes Gesichtslineament mehr, es gibt nur noch zwei Repräsentanten der höheren Dezennien: Dürre Klappermänner mit eingefallener Visage und Dickwänste mit Doppelkinn, Pausbacken und Tränensack. Nr. l kriegt an den Längsseiten der Wangen weiß aufgetragen, Nr.? in Pen Mulden scharfe Striche. Man plant aber auch die fachmännische Beratung der privaten Frauenwelt. Es soll gelehrt werden, wie man sich für die Straße und wie für die Gesellschaft schminkt. Das ist vielleicht nicht einmal so überflüssig. Wenn schon durchaus geschminkt sein muß, dann wenigstens mit einigem Verständnis. Leider werden ja die, die es am wenigsten verst-hen und mit ihrer Kriegsbemalung unser« armen Augen stündlich quälen, den wenigsten Lerntrieb verspüren! Cl K. 3m Klugbooi rund um Afrika. llfa-pavillon, Nollendorsplah. 37100 Kilometer legt der Fllmbeschauer mit dem berühmten englischen Flieger Alan Tob ham im Flugboot zurück. Die an Erlebnissen reiche Reise wird in Rochester angetreten und führt über Südsrankreich„ach dem Mittelmeer, wo die„Singapore" Schiffbruch erleidet. Ihr wird bei heftigem Sturm ein Schwimmer weggerissen und«ine Tragfläche zertrümmert. Und ungewollt sen» sationelle Bilder bietet das Flugboot in Seenot. Nachdem das Flugboot repariert, geht's weiter gen Afrika. Wir sehen die uns aus der Geschichte, von der Geographiestund« her und aus diversen Filmen wohlbekannten Städte und Landschaften nun aus der Bogel- Perspektive. Benghasis Häusermeer schaut aus, als seien leuchtende Würfel in einem Sandmeer methodisch verstreut. Wir sehen den Nil und die Pyramiden von oben, wir gucken m den Dittoriasee und in den Nilstaudamm bei Assuon hinein, wir schaukeln über Wüsten, Tabakplantagen und Urwäldern. An Land machen wir bei einer Stippvisite die Vekanntschast interessanter Negervölker und bemerken zugleich, das England sehr selbstbewußt das größte kolonisierende Volk der Welt ist. Es läßt Neger für seine Interessen zu Soldaten drillen, es baut Häfen, um Handel treiben zu können und es schickt ein Flugboot los, um schnelle Derbindungsmöglich. ketten zu schaffen. Doch die Reise war wunderschön und E. R. B o n n e t ist ein guter Photograph, der Gewolltes und Zufälliges gleich gut sieht und daher zum interessanten Bildübermiitler dieses Langstrecken- fluges wird.'«. b. „Mädchen am Kreuz". Tstania-palast. Nachdem„Das Weib am Kreuz"«in Geschäftsfilm wurde, blieb uns„Dos Mädchen am Kreuz" natürlich nicht erspart. Es hat ein ganz unmögliches Filmmonuskript, das von einem Buch- agenten, seiner zweiten Frau, seiner Tochter, deren Verlobten und von einem verkommenen Menschen handelt. Papa ist stets nichts- ahnend, Mama ist«ine Dirne nitt vornehmen Manieren, und das Töchterchen gefällt als liebreizend« Studentin. Der Verlobt« muß andauernd die Ausgelassenheit der Studenten verkörpern, und der verkommen« Mensch hat sich nur in Smnenlust zu betätigen. Als er die Studentin vergewaltigt hat, benimmt sich diese riesig dumm, geht schließlich ins Wasser und stirbt nach ihrer Errettung aus dem nassen Element wunderschön In den Armen von Papa und dem Per- lobten. Diese Sterbeszene ist entschieden das Beste am ganzen Film. Es ist nur schade, daß sie nicht gleich zu Anfang liegt, dann wäre dem Publikum doch die Langeweile und der nur schwer verhaltene Grimm erspart geblieben, den dieses Machwerk auslöste. Es ist völlig im Stil des Filnis vor zwanzig Jahren gespielt. Das Re- gisseurehepaar I. und L. Fleck benimmt sich so unbeholfen wie noch nie. Selbst der blutigst« Laie fühlt sich verpflichtet, ihm wohl- meinende Ratschläge zu erteilen. C v e l y n H 0 l t Ist die zur Trauer- weide erstarrte lichtblonde Studentin. Sie muß mal bald nach einer anderen Schattierung suchen, denn ihre holde Mädchenhaftigkeit hat man sich schon gründlichst übergesehen. Der Film endete inst einer Plänkelei im Publikum. Die ruhig- gebliebenen Zuschauer bezweifelten bei den Unruhigen die gute Er- ziehung, und die Unruhigen verzweifelten bei den Ruhigen am guten Geschmack._ g, OurchschmitSalter des Europäers. Aus einir Statistik über da«! Durchschnittsaster des europäischen Menschen im Laufe der Jahrhundert« geht u. o. hervor, daß in der Mitte des 16. und 17. Jahrhunderts das Durchschnittsaller mit 30 Jahren anzusetzen ist: an der Wende des 16. und 17. Jahr- Hunderts überhaupt nur noch mit 20 Jahren. Zu Beginn des IS. Jahrhunderts betrug es bereits 35 Jahre, im Jahre 1870 er- reichte der europäische Mensch durchschnittlich ein Aller von k0 Jahren. Bar dem Weltkriege betrug das Durchschnittsalter 50 Jahre, während nach den neuesten Feststellungen das Durch- schmtisalter aus 60 Jahre gestiegen ist. so daß also das Lebens- alter des europäischen Menschen sich in etwa drei Jahrhunderten verdreifacht hat. Vor dem Lotteriegebäude. Von Nathan Gurdus. Bor dem Gebäude der Staatslotterie im jüdischen Teil Warschaus stehen am Ziehungstag schon von 6 Uhr grau« gebeugte Gestalten, ärmlich gekleidet, trotzdem erst um 8 Uhr morgens ein noch verschlafener Beamter erscheint und an der Tür die Gewinn- liste aufhängt. Immer wieder seh' ich dieses Bild. Nachdem die Liste durch- flogen wird, wenden sich die grauen Gestalten ab. Nie Ist jemand von ihnen der Glückliche. Auch heute gehe ich an ihnen vorbei. Die Zeichnungslist« ist noch nicht draußen. Aber schon lange stehen die graubärtigen Männer, Handwerker, Lastträger, und alte Frauen in zerrissene Tücher gewickelt, zitternd vor Regen und Kälte, da. Man sieht gleich, es sind Leute, die sich das Geld für das Los vom Munde absparen und nun hier aus das goldene Glück warten. Ihre Augen leuchten noch voll Hoffnung. Jede Minute ziehen sie die Los« aus den Taschen. Immer wieder lesen sie die Nummern auf ihren Losen. Erregt« Debatten. Was wird man machen, wenn... Ich trete an Moifche den Träger heraus. „Na, was werden Sie machen, wenn Sie gewinnen?" „Wenn ich gewinn, fahr' ich nach Marienbad. Meine Frau ist so krank, und Marienbad hat geholfen", sagt er seufzend. Jetzt wird es immer stiller, gleich muß die Tabelle draußen sein. Alles zittert. Eine alt« Frau steht da, sie weint und betet die ganze Zeit. Da, der Beamte mit der Liste erscheint. Alle stürzen vor... Zahlen werde» durchflogen. Einige Minuten dauert die Aufregung. dann wenden sich die grauen Gestallen resigniert ab. Still, noch gebückter gehen sie weiter. Sie sind nun auch um die Hoffnung ärmer. All« sind weg. Nur die alte Frau steht noch da, und weini immer noch. Ich glaube, si« kann mit ihren alten Augen die Liste nicht erkennen. Ich will ihr behilflich sein und frage:„Welche Nummer haben Sie?"„Nummer?" fragt sie verwundert.„Welche Losnummer haben Sie?" frag ich nun.„Was für ein Los? Ich Hab kein Los", antwortet sie.„Ja, wie wollen Sie dann gewinnen?"„Wenn Gott wird Helsen, vielleicht doch. Bei Gott ist olles möglich!" sagt sie und weint und betet weiter. Grau liegt die Straße. Lastträger schleppen wieder ihre Lasten. Bettler bitten um Brot. Verschlossen, finster, unfreundlich steht das Lotteriegebäude da. Mittags lese ich in der Zeitung:„Das groß« Los gewann dies- mal der Gutsbesitzer S." Moischele wird mit seiner kranken Frau nicht nach Marienbad fahren... Eine neue Berliner Freilichtbühne. Die Berliner Magistratsdeputation für Kunst und Bildung wird auf dem Sportplatz Köpenick Freilichtaufsührungen vorbereiten. Als erste Aufführung ist Grillparzers„Des Meeres und der Liebe Wellen" unter der Regie von Albert Bsrthold vorgesehen. Die Rollen werden von namhaften Berliner Künstlern besetzt sein. Neue Bühnenwerke. Der bekannte Romanschriftsteller Ludwig Wolfs hat zu- sammen mit Max Mohr ein Schauspiel vollendet unter dem Titel „S m a r r a". das im Bllhnenvertrieb Felix Bloch Erben zur Ver- sendung gelangt.— Im gleichen Vertrieb ist auch der neue Stephan Zweig, die Tragikomödie„Das Lamm des Armen" erschienen.— Unter der deutschen Uebersetzung von S i l- V a r a ist jetzt das englische.Heimkehrerstück von Robin Milla„Gewitter in der Luft" erschienen. Sie Wiener Bolksoper als Sprechtheater. Ungeachtet der noch immer herrschenden Theatertrise in Wien wird trotzdem In der kommenden Saison eine neue Sprech- bühne wieder erösfnet werden, und zwar wird die bisher geschlossene Bolksoper als„Neues Wiener Schauspielhaus" als Sprechbühne geführt werden. Die Direktion liegt in den Händen von Jacob Fcldhammer und des Regisseurs Dr. Ludwig Prsmin- g e r, der bisher am Frankfurter Schauspielhaus tätig war. Die Bühne will das moderne deutsche Drama pflegen und wird vor- auesichtlich mit Gerhart Hauptmanns„Florian Geyer" eröffnet werden. Wiener Gastspiel der Com�die Fran�aise. Im Lauf« des Winters soll die Comädie Franyaise im Burg- theater In Wien eine Serie von Vorstellungen geben. Die Ver- träge hierüber sind bereits mit der Direktion des Burgtheaters ab- geschlossen.__ Eine Volksbühne für Budapest. In dieser Saison wird Budapest um ein neues Theatsr be- reichert werden,„Das Theater auf dem Bethlen-Platz". Das Theater soll auf einer Abonnementsorganisation aufgebaut werden und wird namhafte Subventionen auch der Stadt Budapest er- halten, um die Preise der Plätze möglichst niedrig zu halten. Im Programm des Theaters ist die Pflege der ungarischen und aus- ländischen Klassiker vorgesehen. Deutsches Hörspiel im italienischen Rundfunk. Am Sender Rom gelangt das Hörspiel„Der Clown wider Willen" von Konrad Maril zur italienischen Urauf- sührung. Es ist dies das erste deutsche Hörspiel, dos von einer italienischen Radiostation gesendet wird. Eine vorbildliche literarische Bereinigung. In Spani»n wurde eine literarische Gesellschaft gegründet. welche den Nvmen„Das beste Buch des Monats" kragt. Eine aus ersten spanischen Schriftstellern, Mitgliedern der Gesellschaft zu- sammengestellte Kommission sucht jeweils das im letzten Monat er- schienen« beste Buch heraus und empfiehlt es den Mitgliedern der Gesellschaft. Die spanischen Verleger schätzen diese Propaganda so hoch, daß sie sich bereit erklärt haben, dieses Buch jedem d« Gesell- schoft angehörigen Bezieher zum Berlegerpreis zu liefern. vi- Ausgabe ber INilgliedstarlen der voiksbützne S. 0 hat Segonnen Da die Aulstihiungen bereits mit dem l. September beginnen, enrpsteblt cS sich, die Karlen raschesten» abzuholen. Anmeldungen neuer Milglieder tSnnen nur noch in beschränkter Zahl-nigegengenommen«erden, da-w- erheblich« Anzahl der vorgesehene» Abteilungen bereit» gefüllt ist. Von der berliner Veamien-Vereinignng. Opposition gegen die Ganierungsbeschlüsse. Die Ende Juni erfolgte Zahlungseinstellung der Berliner Beamtenoercinigung, in der 8000 Beamte zur gegenseitigen Hilfe Spareinlagen sammelten, hält begreiflicherweise� große Teile der Mitglieder immer noch in Aufregung. Bekanntlich sind durch Kreditgewährungen an Fabriken und Großgüter min- destens 2 Millionen Mark von den Einlagen bedroht. Eine Ver- fommlung der Gläubiger hat nun beschlossen, nachdem man mit 600 000 bis 700 000 Mark die Sanierung glaubt durchführen zu können, durch eine Satzungsänderung die Haftsummen aller Mit- glieder auf 150 Mark zu erhöhen, die auch sofort eingezahlt wsrdcn sollen. Gegen diese Beschlüsse wendet sich eine Anzahl von ZNilgliedern mit der Behauptung, die Vertrauensleute seien einseitig beein- slußt und die Opposition sei bei einer beschließenden Versamm- lung unterdrückt worden. Wir«rhatten nun von einem Vertrauensmann der Ver- liner Beamten-Vereinigung eine Zuschrift, in der die immerhin merkwürdige Behauptung enthalten ist, daß diesem oppositionellen Vertrauensmann ein Vorstandsamt versprochen worden fei, wenn er seine Opposition einstelle. Weiter wird behauptet, daß beim Ver- gleichsrichter bereits alle Mitglieder, ohne Rücksicht auf die noch nicht genehmigte Satzungsänderung, als Schuldner namhaft ge- macht worden find, die ein kleineres Guthaben als 150 Mark haben. Die beantragte Eröffnung des Vergleichsverfahrens müsse ab- gelehnl werden, weil die gesetzlichen Voraussetzungen für dieses Verfahren nicht erfüllt seien. Wir sind nicht in der Loge, angesichts der bei der Beamten- Vereinigung bestehenden Verhältnisse die Richtigkeit dieser Angaben zu prüfen. Der große Kreis der Beteiligten rechtfertigt aber einen Hinweis auf diese Behauptungen, die. für die Beteiligten auch materiell von Bedeutung sein können. Elsasser Landestheater. Von Auionomisten, Veakiionären und Moskowitern. Straßburg. 26. August.(Eigenbericht.) Im Elsaß ist politisch immer„etwas los". Ist das in diesem dauernd brodelnden Suppenkessel«in Wunder? Da ist zunächst der neueste„Fall Zabern*. In einer schönen Vogesenstadt eröffnet der elsässische Unterstaatssekretär O b e r k i r ch eine Handwerker-Ausstellung. Bei der offiziellen Feier fehlt der autonomistische Abg. D a h l e t. Kurze Zeit später, bei dem darauffolgenden Bankett ist er da, aber jetzt fehlen der Herr Unterstaatssekretär, der Sous-Prefet(Verwaltungschef des Kreises), der Bürgermeister und noch ein paar Halboffiziclle. Warum? Die Regierungsleute wollten mit dem Zaberner Abge- ordneten, der in scharfer Fehde mit der Regierung steht, nicht an einem Tisch sitzen. In den Tagen vor der Eröjfnung bearbeitete der Unterpräfekt die Honoratioren, sich der Geste der Regierung an- zuschließen. Der Erfolg war minimal. Rur wenige solidarisierten sich mit der Regierung, die zahlreich anwesenden Parla- mcntarier blieben da, unter ihnen solche, die die Gegner- schaft zur Regierung durchaus nicht zum Prinzip erhoben haben. Der bolschewistisch« Strahburger Bürgermeister H u e b e r will sich bei der demnächst erfolgenden Eröffnung der 4. Strahburger Mustermesse mit der Regierung nicht an«inen Tisch setzen. Er hat dekretiert, daß die Gemeindeverwaltung dieser Feier fernbleibt. Das war aber nicht nach dem Sinn seines ersten Beigeordneten, des klerikalen Abg. Michael Walter, der bei dieser Gelegen- heit wieder einmal zur Abwechslung auf dem nationalen statt auf dem autonomistischen Bein tanzen und die ossizielle Rede halten will. Wem braucht man heute noch zu erzählen von den moralischen Verheerungen, die nach dem Kriege die berüchtigten Eommissions de Triog«(S ch n ü s f e l k o m m i s s i o n) angerichtet haben? Zwei Ereignisse riefen das in den letzten Tagen in Erinnerung. Der autonomistische Abg. Stürme! fragte bei der Regierung an, ob und wann die Opfer dieser eigenartigen„Gerichtsbarkeit" endlich zur Genugtuung und Entschädigung känien. Die Regierung antwortete, sie sei materiell nicht in der Lage, der- artiges ins Auge fassen zu können. Das zweite Erinnerungszeichen an jene Periode der Denun- ziotionen ist der Tod des früheren Mülhauser Apothekers Keil, den man nach dem Waffenstillstand auf Denunziation aus seiner Apotheke hinausgeworfen hat, um sie— entschädigungslos l— einem anderen zu geben. Der Mann hat festher einen erfolglosen Kampf um sein Recht geführt, bis ihn kürzlich der Tod dahinraffte. * Angesichts der Verschleppung der Amnestie schlägt Dahlet in seinem Blatte vor, es möge nun durch die Rückkehr eines weiteren im Abwesenheitsverfahren Verurteilten, im Aus- lande weilenden Autonomisten ein neuer Komplottprozeß inszeniert werden Pfarrer Hirtzel oder Professor Schmidlin aus Münster in Westfalep soll„der nächste" sein, der der Regierung eine Nuß zu knacken gibt. « Di« autonomistische Landespartei hat bis jetzt ein Halbwochen. blatt, den„Volkswille", die Fortschrittspartei ein Wochenblatt, die „Freie Zeitung". Beide Parteien wollen nun ein« Tageszeitung gründen— jede für sich. Man hat sich nicht auf ein gemeinsames Blatt einigen können. Führerneid und Führerkonkurrenz spielen dabei«ine mindestens ebenso große Rolle wie Prinzipien- fragen. -» Eine Epidemie des gegenseitigen Hinauswerfens und der gegen- festigen Parteioerdammung grassierte bis zum Ferienbeginn im Bolschewistenlager. Als Antwort auf den Ausschluß von M o u re r und S ch r e ck l c r durch Poris haben die Strahburger die ganze Kohorte der Zentraletreuen ausgeschlossen. Daraufhin wieder hat die Metzer Regionalleitung den Strahburger Bürgermeister H u e b e r und seinen Beigeordneten Haas mit dem Bannstrahl bedacht. In diesem Blitzeschleudern von beiden Seiten ist mit dem Ferienbeginn«ine Pause eingetreten. Man will vorläusig seine Ruhe haben. Nachher kann es ja wieder losgehen. Ist's nötig zu jagen, daß diese Olympier- Maskerade nicht gerade zur Hebung des Prestiges der Moskauer Filiolkirche im Elsaß bei- trägt und mancher Arbeiter dadurch zur Selbstbesinnung geführt wird? Wetter für Berlin und Umgebung: Weitere Erwärmung bei noch meist heiterem Himmel, südöstliche Winde.— Für Deutschland: Im größten Teil des Reiches beständiges, sonniges Wetter mit weiter ansteigenden Temperaturen. Nur im Südwesten etwas Ge- witterneigung. Oer preßburger Glowakenprozeß. Parteiführer Hlinka als Zeuge. Preßburg(Bratislava), 26. Augusb. In dem Dauerprozeß gegen den Abg. Dr. T u k a(flowak. Vp.) wegen versuchter Losreißung der Slowakei wurde der Führer dieser Partei Wg. Psarrer Andreas Hlinka als Zeuge verhört. Er weiß nichts von einer antistaatlichen Tätigkeit Dr. Tukas. Dr. Tuka habe ohne sein, des Parteichefs Wissen, niemals einen ernsteren Schrtt unternommen und sei das disziplinierteste Mitglied der Partei gewesen. Hlinka ist überzeugt, daß dieser Prozeß von den Feinden Tukas angestiftet wurde. Es fei dies nicht ein Prozeß gegen Dr. Tuka, sondern ein Prozeß zur Zertrümmerung der autonomistischen Volks- * partei. Eigentlich wollte man ihn(Hlinka selbst) auf die Anklagebank setzen. Hlinka erklärt, in den Wandelgängen des Parlaments sei 1326 von der Möglichkeit eines Linksputfches und von der Notwendigkeit ge- sprachen worden, die Ordnung aufrechtzuerhalten, was als ein geheimer Beschluß der Regierung angesehen werden konme. Die Polizei habe auch mit den tschechoslowakischen Faschisten etwas versucht.(!) Im übrigen habe Hlinka auf Erbringung eines B e- weises für den Vaterlandsverrot Tukas 1323 einen Preis von 100 000 Kronen ausgesetzt, doch habe sich niemand gemeldet. Bei Sitzungsbeginn teilte der Vorsitzende mit. daß die tschecho- slowakische sozialdemokratische Partei und die tschechoslowa- tische nationalistisch« Partei in einer Eingabe ihre Berestschast erklärt hätten, zu bezeugen, daß ihnen von Vorbereitungen zu einem Links- putsch nichts bekannt fei. * Das Autonomieverlangen der Slowaken gründet sich auch auf einen historischen Ausspruch. Als M a s a r y k im Weltkrieg die finanzielle, womöglich auch militärische Unterstützung der Slowaken in Nordamerika für den Kampf um die Selbständigkeit der Tschecho- slowakei erbat, hat er ihnen auf einem Kongreß in Pittsburg Ver- sprechungen gemacht, die die Zusage der Selbstregierung enthalten sollen. Oas Opfer der Gtaaisangestellten. Wegen der Arbeitslosennot in Mexiko. Mexiko-Eiiy, 24. August.(Eigenbericht.) Die mexikanische Bundesregierung hat anläßlich des ständig wachsenden Arbeitslosenproblems beschlossen, öffent- licho Fonds zu schaffen, aus denen die Arbeitslos«� unter- stützt werden sollen. Inzwischen hat Präsident Portes Eil eine Ver- fügung erlassen, nach der von ollen Regierungsangestellten und Heeresangehörigen im laufenden Jahre die Gehälter von zwei Tagen«inzubehalten sind, soweit sie nicht unter einem täglichen Mindesteinkommen von 5 Peso- liegen. Außerdem werden aus Regierungsgeldern beträchtliche Summen für die Arbeitslosenfonds bereitgestellt werden. Die Regierung oerspricht sich von diesen Maßnahmen eine weitgehende Er- leichterung der wirtschaftlichen Lage der mexikanischen Arbeits- losen, deren Zahl auf mindestens 300 000 Personen ge- schätzt wird. Kampf um die Fünftagewoche. New.Jork, 27. August.(Eigenbericht.)� Am Freitag haben 6000 New-Dorker Tapezierer und A n st r e i ch c r beschlossen, am Sonnabend wegen Lohndisse- renzen in den Streik zu treten. Sie fordern eine Arbeitszeit von 5 Tagen in der Woche und eine Entschädigung von 13 Dollar 15 Cent pro Tag gegenüber einem Tagesverdienst von 12 Dollar bisher. Die Forderungen der Malergehilfen sind von einem großen Teil der Unternehmer bereits angenommen worden, so daß 11 000 organisierte Tapezierer und Anstreicher sich dem Streik nicht anzuschließen brauchen. Verantwortl.«llr die Redaktion: Woliqang Schwär,. Berlin; Anzeigen: TI>.«Slocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag Qi. in. b. 6., Berlin. Druck: Vorwärls B.ck- druckerei und Lerlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SM 68, Linder. ftraße 3. Hierzu 1 Beilage. Theater, Lichtspiele usw. m Staats-Oper Unter ck. Linden Staais-Oper Arn Pl.d.Republ. WMm! Staat). Sebiller-' Dienstag, 27. 8. Stadt. Oper Bismarckstr. 20 Uhr Turnus I Sly Staat!. Sdiauspli. am Gendarmenmarkt üesöiIfuseD! beater, Cbaritb. Geschlossen. aVs Uhr Barb. 9256 « orlg.-ameeiKanische Reueiiers usw. Tägl. 5 u. 613 Sonnt. 2. So 8" | Alex. E. 4. 8066 | INTERNAT. VARIETE CAS i NO-THEATER Lothringer Strafe 57. Tflglich SV« Uhr Der neue Erotinungs-Schlager Wem BBltörl mein Mannl Dazu ein erstkl. bunter Teil. Für unsere Leser: Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 Sessel 1.75 M.. Sonstige Preise; Parkett u. Rang 0.80 M. Vorverkaufauch im Pavillon der Rein- hardtbühnen. Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448,449 fleclHbet Ibeater D.I. Norden 12 310 SU-, Ende gegen II Die Flederntans Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstatte. L. Kainer Kammerspiele D.I. Norden 12310 Eröffnung der Winterspielzeit Sonnabend, 31. Aug. 71,5 Uhr Dtsch. DranllBAnuia Der Dnwiilerstebliebe Komödie von Paul Göraldy und Robert Spitzer Die Komödie Ii Bismck.2414/7516 SViU-, Ende geg. 10 Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Leomine Sagau luslspielhaus Täglich 8Va Uhr Du wirst mich heiraten! Rundfunkhörer halbe Preise. Metropol-Th. Tägl. 8'/« Uhr Sonntags 4 u. 8xli Blau&arl Operette von Offen bach Grefe Finkler, Stieber- Walter Heute Einlritt 50 Pfennig Kinder frei Gr. Feuerwerk! Rose- Thealer, Gro�e Frankfurter Str. 132. Täglich 8.15 Uhr: Oer kleine Kuppler Lustspiel i.SAkt. v.Armont u.Gerbidon Gartenbühne 5.30 Uhr Konzerl und bunter Teil 8.15 Uhr Die Scheidungsreise Verden Sie Ahonoent des Bose-TDealers Verlangen Sie kostenlose Zusendung der Abonnements-Bedingungen Reichshalien-Theater Abend[T] Sonntag Nachm.| z[ Stettiner Singer Nachmittags halbe Preise! Montag, den 2. September Festvorstellani xor Q-laBr- leler der sieltlner Slnoer �Önhioff- Brettl: Variete Konzert Tanz Direktion Dr. Robert Klein Dealscbes Jflnstler- Theater Barbarossa 3937 Donnerstag, 29. Aug. 71,2 Uhr Dtsch. Uraufführ. Die andere Seite von R C Sherriff Regie: HeinzHilpert Berliner Ibeater Dönhoff 170 Dienstag, 3. Sept. Tä Uhr Uraaftührung Zwei KiawaiteD von Georg Kaiser Musik: Mischa Spoliansky Regie: Forster Larrinaga Barnowsky- Bahnen Theater in der XOniggrStzer StraBe Täglich SVt Uhr Riva I en Komödienhaus Täglich 8Va Uhr Hocbzeilsreiie mit Gsoro Alexander »»•••••ooe«— Sommer-Garten-Theater Berliner Prater N 58. KasL-Allee 7-9. Tel. Hb. 224t Gdsispisl finsiel Beel, Crciel LUIsn Wiener Blut Operette von Johann StrauB Dazu der grolle Varlefäleti. Anfang Konzert 4 IHN. Burleske u. Variete 5.30. Operette 8 tibi. leden Oonnerstaa croDer Votksmc. [ed. Mittw. Klnderlest o. Verl et»II II Lessing Theater Norden 10846 Gruppe fanger Schauspieler Täglich SV* Uhr loses lakobowski- Drama Von Eleonora Kalkowska Planetarium am Zoo■— '/arliin. ioadümsthaler SiriBi B.5 Barbarossa 5578 lö1/« Uhr Sternbilder des Sommers IS1/* U. Von Pol zu Pol am Sternenhimmel 20*'« Uhr Oer Qluthaii der Sonne u. �iittw. Erwachs. 1 Mk.. Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 PL Kinder 25 Pf Theat. ö. Westens Täglich SV* Uhr Sonntag 4 u. 81/* Franz Lchars Wcllcrtolg- Friederitte Lotte Carola Hanns Wilhelm Telephon Steinplatz 0931 u- 5121 Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8Vi Uhr über 1000 X Max Adalbert in Ciubleute Max Landa, Ferry Sik a, Ellen Frank. Tbeat.amKatis.ici Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr i auc Sonn. !?» nachm. 3 L'. H EUte- |W Sänger " wie immer der oroOe Erlolg i cn�tose Lachsiüfina Berliner HUi-lTrlO Maukölln. W lehnstr. 74/7S 1- Besonder« w'«"k»«nistnddl« ." Kleinen Anzeige» in der Qesamt-Aatlare ktf■:».( des Vorwärts und trotzdem DllllSJ Beilage Dienstag, 27. August 1929 VprMmZ StuUauigaße Jei ib�OoSÜ Tssberkulose und Eine Erklärung von Prof. Dr. Sauerbruch Prof. F. Soucrbruch verbreitet in der medizinischen Fachpresse folgende Erklärung: Ein in der Berliner medizinischen Gesellschaft gehaltener Vortrag am 3. Juli über Diätbehandlung der Tuberkulose hat durch die Press« eine Verbreitung und Auswirkung erfahren, zu der ich Stellung nehmen muß. Die Ausführungen jenes Abends begannen mit kurzer Wieder- gäbe der Entwicklung der allgemeinen Diätbehandlung unserer Klinik. Eingehend wurde die von G e r s o n angegebene Kostform erörtert und ihr großer Wert für die Tuberkulosebekämpfung betont. cherrmannsdorser hat dann durch anschauliche Bilder und Vorführung von Tuberkulosekranken die bisherigen Ergebnisse seiner mühevollen vieriährigen Arbeit erläutert. Er konnte zeigen, wie bis dahin unheilbare Lupuskranke ohne Zuhilfenahme anderer Mittel, lediglich durch Umstellung ihrer Ernährung, gehellt worden sind, ein« Tatsache, die einige Wochen vorher von der Gießener Haut- klinik in einer Arbeit der Münchener medizinischen Wochenschristt und bei einer Sitzung im Reichsgesundheitsamt in vollem Umsang bestätigt worden war. Fast gleiche Erfolge konnten bei schweren fistelnden Knochen- und Gelenkiuberkulosen vorgeführt werden. Wesentlich vorsichti- ger wurden die Ergebnisse bei der Lungentuberkulose be- sprachen. Ich betonte, wie häufig bei dieser, nach Ursprung und Verlauf so wechselvollen Krankheit Ueberraschungen guten und schlechten Sinnes vorkonime» und schwierig darum ein kritisches Urteil ist. Freilich sahen wir so auffallende Besserungen, daß auch hier der Diätbehandlung ein großer Einfluß zugesprochen werden mußte. Oesfentliche Berichterstattung aller Vorträge der Berliner medi- zinischen Gesellschaft ist seit langem Tradition. Sie ist bei bedeu- tungsoollen Mitteilungen berechtigt, wenn sie sich dabei auf sachliche Wiedergabe beschränkt. Die ersten Berichie in den Zeitungen haben sich durchaus in diesein Rahmen gehalten. Allmählich wurde aber das Tatsächlich« zur Sensation. Die schwoll lawinenartig an und blieb nicht einmal frei von tendenziöser Aufmachung. Mit allen Fachgenossen bedauern wir diese Ent- g l e i s u n g e n, die der Sache und unserem Stande nur schaden können. Noch beklagenswerter ober ist, daß viele Schwerkranke in «inseiliger Ueberschätzung dieser Uebertreibungen zu dem Glauben kommen mußten, das Behandlungsproblem der Tuberkulose sei gelöst. Es ist zu befürchten, daß Enttäuschungen, die nach einer so kritiklosen Darstellung nicht ausbleiben werden, zur Ablehnung eines hosfnungsvollen und aussichtsreichen Verfahrens führen. An der überraschenden Wirkung zweckmäßiger Ernährung bei der Tuberkulose kann nach den vorliegenden Erfahrungen ganz gewiß nicht gezweifelt werden. Nachprüfungen sind erforderlich, müsien aber systematisch in genügendem Ausmaße durchgeführt werden. Mißglückter Versuch Die Apotheke als Kulturfilm Die Herstellung von Kulturfilmen muß als ein wichtiges Mittel der Volksbildung in jeder Beziehung gefördert werden. Nirgends ist die Aufnahmefähigkeit der Masjen für Belehrung so bereitwillig wie im Kino. Aus diesem Grunde konnte auch die Absicht des deutschen Apothekervereins, einen eigenen Kulturfilm über die deutsche Apotheke zu schassen, als Auftiärungsmittel will- kommen geheißen werden, wenn er den Anfordetungen, die man an einen objektiven Kulturfilm zu stellen hat, entsprochen hätte. Der Film aber, der am Mittwoch einem besonders geladenen Publikum in den Kamnierlichtspielen am Potsdamer Platz zum erstenmal vor- geführt wurde, hat unsere Erwartungen in jeder Beziehung enttäuscht. Er war, um es gleich zu sagen, kein Kulturfilm, sondern ein ten- denziöser Propagandafilm der Apothekenbesitzer. Der Film ist nach dem Manuskript eines Dr. Meyer her- gestellt, die Ausnahmen wurden zumeist in der Roten Apochek« und im pharmazeutischen und botanischen Institut der Berliner Universität hergestellt. Ein Kulturfilm muß— soll er das breite Publikum wirklich fesseln—, der trockenen Tatsachenauszählung aus dem Weg« gehen und die Materie in unterhaltender, leicht faßlicher Form dem Der- ständnis des Zuschauers nahcbrigncn Der Kulturfilm, der doch mit einem sachlich uniformierten Publikum zu rechnen hat, soll den belehrenden Zweck mit unterhaltenden Mitteln erzielen. Diesen Grundsatz haben die Hersteller des Apothekenfilmes nicht beachtet. Lose wurden einzelne Details aus dem Apothekenbetrieb aneinander gereiht, ohne jeden Zusammenhang, denn die„Rahmenhandlung" be- schränkt« sich daraus, daß ein Apotheker einen Besucher durch seine Apotheke führt und die jeweils notwendigen Erklärungen abgibt. Richtiger wäre es gewesen, das Interesse des Zuschauers durch eine in die Form eines dramatischen Konfliktes gekleidete, spannende Spielhandlung wachzurufen. Innerhalb dieser unterhaltenden Hand- lung hätte sich der lehrhaste Zweck des Filmes besser erreichen lassen. Ist nun der Apothekenfilin ein Kulturfilm? Gezeig: werden alte Apothekengebäude, Abbildungen uralter, verstaubter, allerdings noch heute geltender Privilegien, die dem Zuschauer einen Begriff vondemmittelalterlichenRechtszustandimApothe- k e n w e s e n geben— was die Apothekenbesitzer bekanntlich in Ab- rede stellen. In loser Folg« werden die verschiedenen Apotheken- räume vorgeführt, an der Hand der Herstellung eines Arzneimittels aus einer Droge wird die notwendige Gewissenhaftigkeit bei der Herstellung von Arzneien betont— selbstverständliche Dinge, die dem Zuschauer nichts Neues sagen. Es wird der Betrieb einer Apotheke geschildert. Nicht geschildert wird leider, wie der Apohe k ernachwuchs trotz feiner jahrelangen Vorbildung unter den heutigen Verhältnissen frühestens mit 50 Jahren, also an der Schwelle des Greisenalters, sich wirtschaftlich selbständig machen kann, wie er während seiner größten geistigen und körperlichen Leistungssähigkeit van dem Erwerb einer eigenen Apotheke aus- geschlossen ist, ein Zustand, der in keinem anderen Berus seineS- gleichen findet und der zum Teil durch das hartnäckige Festhalten der Apolhekenbesitzer an ihren alten Privilegien verursach: wurde. Nicht gezeigt wurde die Reformbedürftigkeit de» Apothekcnwcsens überhaupt. Der Film läßt einen, wenn auch nur oberflächlichen Blick in jenen Teil des heutigen Apochekenwejens mn. der dl« Apothete als Ansteckung, Allgemeinschäden, Berufskrankheit Programmatisches zum Taberkuloseprohlem Unter die Berufskrankheiten rechnet nach den neuesten Bestimmungen auch die Tuberkulose, die seit der Entdeckung der Tuberkelbazillen eine Infektionskrankheit darstellt. Die Tuber. kulose nimmt unter den Infektionskrankheiten dadurch eine be- sondere Stellung cm, daß die Ansteckung allein nicht notwendiger- weise zur Erkrankung führt. Die Infektion mit Tuberkelbazillen ist zu trennen von der Erkrankung an Tuberkulose. In den Kulturländern nehmen fast alle Menschen in den ersten beiden Lebensjahrzehnten Tuberkelbazillen in ihren Körper auf, ohne es zu bemerken und ohne zu erkranken. Die Infektion ist durch den positiven Ausfall einer nach dem eben verstorbenen Wiener Arzt« Pirquet genannten Hautprobe nachweisbar, bedeutet aber nicht tuberkulöse Erkrankung. Dielmehr wirb mit dieser Tuberkelbazillenansteckung eine gewisse Widerstandskraft gegen die tuberkulös« Erkrankung erworben. In 75 Proz. aller an irgend- welchen Krankheiten Verstorbener findet man die abgeheilten tuber- kulösen Herde im Körper, die niemals besondere Krankheitserschei- nungen gemacht haben. Zur Erkrankung an Tuberkulose, z. B. zur Lungenschwindsucht als der häufigsten Form der tuber» kulösen Erkrankung kommt es erst, wenn der Organismus durch vorangegangene Krankheiten, durch Unterernährung. Ueber- arbeitung, Kummer und Sorgen, mangelnde körperliche und seelische Erholung usw. geschwächt ist. Dos haben wir alle im Kriege und in der Inflation erlebt. Warum ist die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle an Tuber- kulose in Deutschland während der Zeit von 1915 bis 1323 so enorm angestiegen? Weil die Tuberkelbazillen sich plötzlich so ver- mehrt haben und so viele Neuansteckungen an Tuberkulose vorge- kommen sind? Keineswegs! Sondern weil das Elend über das Land kam, weil die in so großer Zahl frisch an Tuberkulose Er- krankten unter entsetzlichen Lebensbedingungen, von denen die katastrophale Unterernährung die Hauptrolle spielte,«in Aufflackern der in der Kindheit erworbenen, schlummernden Krankheitsherde erlebt haben. Weshalb kennt Amerika heut« so wenig Tuber« kulose, daß z. B. dort viel mehr Menschen an Lungenentzündung als an Tuberkulose sterben und daß die Kindertuberkulose so gut wie unbekannt ist? Weil es in Amerika so viel weniger Tuberkel- bazillen gibt? Sicherlich nicht! Sondern weil es dem Lande wirk- schoftlich gut geht und das Lebensniveau der Arbeiter dort ungleich höher ist als bei uns, so daß sie nicht in Gefahr kommen, durch Schwächung des Körpers tuberkulös zu werden. Warum sind in den Kriegsjahren so sehr viel mehr Kranken- pflegepersonen in den Berliner Krankenhäusern an Tuberkulose erkrankt als in den Iahren vor und nach dem Kriege? Weil sie mehr tuberkulöse Patienten zu pflegen hatten und so viel häufiger angesteckt wurden? Keineswegs! Denn ich habe nachweisen können, daß das. Pflegepersonal auf ollen Kranken- stationen in genau dem gleichen Prozentsatz an Tuberkulose ertrankt ist, also bei der Pfleg« von Nichttubertulösen ebenso häufig wie bei der Pflege von Schwindsüchtigen. Warum? Weil das gesamte Pflegepersonal unter dem alten Regime elende Existenz- und Berufsbedingungen mit zehn- und zwölfstündiger Arbeits- zeit bei häufigen und langen Nachtwachen hatte und dabei jämmer- lich bezahlt wurde, so daß von innen heraus ein Ausbrechen der tuberkulösen Kindheitsherde mit nachfolgender tuberkulöser Er- krankung die Folg« war. Man sollte meinen, daß das grausige Massenexperiment des Krieges und der Inflation die ungeheure Bedeutung des sozialen Momentes für dos Zustandekommen der Ertrankung an Tuber- kulose zur Geniige erwiesen hat. Aber leider wird auch heute noch vielfach die Ansteckung in den Vordergrund gestellt und das soziale Elend zu wenig bewertet. Gewiß kommt zuweilen auch beim er- wachsenen Menschen unter ungünstigen Lebensbedingungen eine tuberkulöse Erkrankung durch wiederholte Aufnahme von Tuberkel- bazillen von außen her vor. z. B. bei Eheleuten, besonders wenn die Tuberkulose des die Ansteckung vermittelnden Mannes bzw. der Frau nicht bekannt ist und jahrelang bei unzureichenden Wohnungsoerhältnissen eine innig« Gemeinschaft besteht. Das sind Ausnahmen. Den Charakter der Volksseuche, der„Proletarier- krankheit", erhält die Tuberkulose erst durch die sozialen Umstände, die die Entstehung und den Verlauf der tuberkulösen Erkrankung entscheidend bestimmen. Eine so oerbreitete und im Volke wurzelnde chronische Infektionskrankheit wie die Tuberkulose wird nichr durch ein paar, an sich sehr nützliche Heilstättenkuren geheilt, wenn ihre Insassen in elende Berussoerhältnisse zurückkehren und mangels aus- reichender Existenzbedingungen unter Unterernährung und Woh. nungsnot zu leiden haben. Die Erkenntnis von dem überragenden Einfluß der sozialen Struktur für die Erkrankung, den Verlauf, die Sterblichkeit und Verbreitung der Tuberkulose muß bei der Frag« der Anerken- n u n g einer tuberkulösen Erkrankung als Berufskrankheit in gebührendem Maße berücksichtigt werden. Es besteht die Gefahr, daß die Tuberkulose trotz ihrer Sonderstellung in gleichem Maße wie ander« akut« Infektionskrankheiten bewertet wird. Die schema, tische Anwendung der für die meisten Infektionskrankheiten gültigen Grundsätze bei der Tuberkulose würde mit den Erfahrungen über die Entstehung der chronischen Schwindsucht nicht in Einklang stehen. Mit anderen Worten: es wäre falsch, für die Aner- kennung einer tuberkulösen Erkrankung als Berufskrankheit d! e Bedingung einer Ansteckung im Beruf zur Boraus- setzung zu machen und die sozialen Bedingtheiten außer acht zu lassen. Es kommt nicht darauf an, nachzuweisen, haß bei den tuber- kulös Erkrankten eine berufliche Jnfektionsmöglichkeit oder Wahr- scheinlichkeit gegeben war, denn die Erwachsenen sind praktisch alle tuberkulös infiziert. Ausschlaggebend sollte vielmehr für die Prüfung der Frage sein, oh der Betroffene in seinem Betriebe unter Arbeits- und Berussbedingungen tätig war, die mit mehr oder weniger großer wahrscheinlichkeil seine natürliche Widerstandskraft so erheblich geschwächt haben, daß ein Aufbrechen der tuberkulösen Kindheit». Herde die Folge war. Werden die Betriebs- und Löhnverhältnisse nicht berücksichtigt, würden zweifellos zu Unrecht diejenigen benachteiligt, die ihre frische tuberkulös« Erkrankung nur auf die sie auslösenden beruf- lichen Allgemeinschädigungen, nicht aber auf den Nach- weis einer von außen kommenden Ansteckung zurückzuführen in der Lage sind. Wenn die Verordnung vom Jahre 1923 die Aner- kennung einer Berufskrankheit auch bei der Tuberkulose Zwangs» mäßig vom Nachweis einer beruflichen Infektion abhängig machen will, entsteht für die begutachtenden Aerzte der Zwang zu einem Nachweise, den sie nach ihrer Ueberzeugung und nach der Kenntnis über die Entstehung der Schwindsucht der Erwachsenen gar nicht führen wollen und gar nicht führen können. Ein praktischer Fall zur Illustration des Gesagten: Ein in einem großen Krankenhause tätiger Chirurg erkrankt nach fünf- jähriger Tätigkeit an einer Lungentuberkulose. Der Arzt hatte aufreibenden Dien st im Operationssaal, in dem er auch häufige Nachtarbeit verrichten mußte. Es kam wiederholt vor, daß der Arzt vom warmen Operationssaal durchs Frei« auf seine Kran- kenstation gehen mußte, so daß er in den fünf Iah reu häufig an Erkältungskrankheiten litt. Auf der chirurgischen Station hatte er einige wenige Krank« mit Knochen- und Gelenktuberkulose zu be- handeln. Sämtliche begutachtenden Aerzte haben sich auf den Standpunkt gestellt, daß eine Berufskrankheit vor- läge, da der Assistenzarzt durch U eberarbeit ung. Nacht- arbeit, beruflich bedingt« Erkältungskrankheiten so geschädigt wurde, daß schließlich eine tuberkulöse Lungencrkrankung die Folge war. Auf das Drängen der Aufsichtsbehörde hasten einige der begutachtenden Zlerzte auf die Möglichkeit einer Ansteckung bei dem Arzte durch die Behandlung einiger Patienten mit Knochen- und Gelenktuberkulose hingewiesen. Ich hatte in meinem Gutachten demgegenüber betont, daß es beinahe grotesk wäre, annehmen zu wollen, daß ein Arzt sich bei der Behandlung einiger Patienten mit äußerer Tuberkulose durch Schmierinsektion eine Lungentuberkulose erwerben soll. Dagegen ist es sehr wohl denkbar, daß der auf- reibende Dienst im Krankenhause, die Ueberarbeitung im unregel- mäßigen Operationsdienst, die Nachtarbeit und die beruflich� be- dingten Erkältungskrankheiten die Kräfte des Arztes überstiegen und seinen natürlichen Durchseuchungswiderstand durchbrochen haben, so daß die nach fünf Jahren aufgetretene Lungentuberkulose als Berusskrankhit auszufassen ist. Den Nachweis oder die wesentliche Wahrscheinlichkeit ein«« Ansteckung als eine notwendige Voraussehung der Anerkennung al« Berufskrankheit zu fordern, ist bei der Tuberkulose abwegig. Es erscheint notwendig, darauf mit allem Nachdruck hinzuweisen und die Höherbewertung der beruflichen, sozialen und hygienischen Um- stände zu verlangen. Erfährt die Verordnung des Reichsarbeits, Ministers nicht diese mit allen praktischen Erfahrungen über die Entstehung der Tuberkulose in Einklang stehende Auslegung, be- deutet sie für die Bewertung der Tuberkulose als Berusskrankheit keinen sozialen Fortschritt. Dr. Zadek. Abgabestelle fertiger arzneilicher Spezialitäten zeigt, von denen angeblich bereits 20000 im Handel sind, und von denen jede Apotheke 1000 bis 5000, je nach ihrer Größe führen muß. Ueber diesen wunden Punkt des heutigen Apothekenwesens geht das Manuskript rasch hinweg. Gerade hier hätte länger verweilt werden müssen, wollte man. der Oeffentlichkeit ein wirNich objektives Bild der heutigen Apotheke geben, die nur noch zum geringen Test Arznei- zubereitunzs- und-herftellungsstätt« ist. Statt dessen wird dem Publikum ein Bild der Apotheke gezeigt, wie sie sein sollte, wie sie vereinzelt in Deutschland vorhanden ist, aber nicht, wie sie im Durch- schnitt wirklich ist. Der Film, Her dem Fachmann, also dem Apotheker und Arzt, nichts Neues gibt, ist von keinerlei Bedeutung für die Oeffentlichkeit, denn er stellt die Apotheke dar, wie sie nach dem Wunsch führender Apotheker gestaltet sein sollte— ein Musterbetrieb!— nicht ober wie sie in Wirklichkeit ist. Er ist ein an Handlung und Ideen armer Werbefilm— beileibe kein Kulturfilm— und dürfte kaum imstande sein, den vielfach unberechtigten Vorurteilen in den breiten Bevölke- rungskreisen gegen den volksgesundheitlich bedeutsamen Apotheker- stand entgegenzutreten. Der Achtung und Wertschätzung der Be- völkerung wird der heutige Apothekerstand nur dann wieder teil- haftig werden, wenn es ihm gelingt, die Apotheke wieder zur Arznei- bereiwngsstätte zu machen, die sie einmal gewesen ist, und die Vorurteile zu beseitigen, die an die alten königlich privilegierten Apocheken und an die überalteten Betriebsformen anknüpfen, die den angestellten Apotheker zwingen, den größten und besten Teil des Lebeos m fremde« Diensten zu verbriage«. B. Mediena, Der Magen als Film Neue Wege der Krankheitserkennung! Im Dezember vorigen Jahres wurde Alexander Valero, ein Sträfling von Sing Sing, der wegen Mordes eine lebenslängliche Strafe verbüßte, dem leitenden Arzt der Strafanstalt vorgeführt zwecks Ausprobierung eines neuen, oussehenerregenden Apparates, dem G a st r o- P h o t o r, mit den man im Zeitraum von einer Sekunde 10 Magenaufnahmen machen kann: 16 winzig kleine empfindliche Filmphotos werden auf einmal stereoskopisch belichtet. Zum genauen Studium werden hernach erheblich« Vergrößerungen hergestellt. Den Wert der neuen Erfindung sehen die Spezialisten darin, daß der Apparat, der ein genaues Bild der Magenschleimhäute ver- mittelt, eine etwa notwendig« Operation zum Zweck der Diagnose» stellung erspart. Die Unsicherheit in der Feststellung, ob es sich um ein harmloses Magen geschwür oder einen b e. ginnenden Krebs handelt, wird durch derartige Ausnahmen wesentlich verringert, so daß man gegebenenfalls zu einer rechtzeitigen Operation, die ja allein beim Krebs Erfolg verspricht, schreiten kann. Auch in Deutschland haben wir auf dem Wege der photo- graphischen Diagnostik einen wichtigen Fortschritt zu verzeichnen. Kürzlich zeigte Pros. S t u tz i n in der.Linotechnischen Gesellschaft" kinomatographische Aufnahmen von lichtdicht- Fortsetzung«ruf der uächsteu Seite.) (3. Fortsetzung.) SeWem durfte er ihr heim Läuten nicht mehr helfen, jedoch necken tat sie ihn immer, trafen sie sich im Turm. Er hätte sich nicht versäumen sollen, denn es finsterte heut schon mächtig hinter den dicken Mauern. Polternd stieg«r höher. Auf der ersten Plattform horchte er ins Dunkel. Die Uhr tickt«, daß es im glten(Behält nochklang. Fledermäuse huschten durchs offen« Lid hinaus ins Freie.— Unsinn— was gibt's hier zu fürchten, dachte er und klappte eilends die Treppen hinauf. Jedoch an der Uhrkammer lauschte er wieder. Ein Räuspern und Zischeln kam aus allen Ecken. Geräuschvoll schloß er die Tür auf und suchte den Spuk zu übertäuben! jedoch ein Flottern, Quieken und drohendes Guhguhu setzt« über ihm im Glockenstuhl ein. Aengstlich warf er die Kammer- tür hinter sich ins Schloß.— Ach was— Tauben, Eulen und Fleder- mause sind es... Zitternd tastet er im Finstern nach der Kurbel. Der schwere Granitblock kam knarrend dey Gewichtschacht heraus- gewinselt. Ganz vorsichtig mußte er winden, denn gar leicht sprang das Seil vom ausgeleierten Klobenrad. Und für Meister Timm gab's argen Verdruß versagte die Uhr Er fühlte sich am Gestell nach porn zum Gehwerk.— Der Gemeindediener hatte heut mittag angesagt, die Uhr gehe sechs Minuten noch— Heinrich tastet an einem kleineu Zahnrad sechs Zacken ab und dreht es vorwärts. Auch die fünfundzwanzig Pfund schwere Kugel am Schwenker zog er zwei Millimeter höher. Wje verfolgt saust« er dann die ersten Treppen hinunter. Indes auf der mittelsten Plattform, wo noch schwaches Dämmerlicht durch die Lider fiel, hielt er mne.—- Ach was— FeigheitI— was gibt's hier zu fürchten. Ganz solch ging er weiter und begann zu pfeifen. Doch an der Balkcnkammer stockt« er wieder. Starker Weihrauch- geruch quoll aus dem finsteren Gange, der zum Orgelchor führte und links durch eine schmale Treppe mit dem heiligen Grabe, dos unter der Kirche lag, verbunden war. Schon am hellichten Tage war er hier erschreckt zusammengefahren, wenn der alte Balkentreter im Halbdunkel auf seinem Trittbrett auf und nieder geisterte. Leis nahm er seine Holzpantinen in die Hand und schlich sacht mit weit geöffneten Augen vorüber. Fast warf er die Zwischentür, die zum kleinen Außenturm führte, hinter sich ins Schloß. Befreit atmete er die reine Luft, die trockenen Schnee zu den Gucklöchern hereinwehte, als er die Wendeltrepp« hinabstieg. In dicke Kleider gehüllte Menschen schlüpften wie schwarze Tropfen durch Settentüren in die matterleuchtete Kirche zur Abend- messe. Am Markthrunnen stand der Bäcker-Jule neben semen Wasser- können.„Mensch, wo bleibst du heut?" fuhr er Heinrich an und langte zwei Salzbrote hinterm Schürzlatz hervor, wobei er nach allen Seiten blickte.„Laß nicht sehen!" warnte er, als Heinrich gierig hineinbiß.„Hast du denn keine Furcht, so spät da hinaufzugehen?" ..Lch Furcht? Por was denn?" „Du weißt nicht, daß es jetzt im Turm umgeht?" „Hqch, wer das glaubt." Heinrich lachte gepreßt. „Nun hört's aber auf. Dabei ist's Stadtgespräch." Iule er- eiferte sich.„Frag doch Gärtners Karl. Dessen Vater ist Nacht- Wächter; vergangene Nacht hat er den Kirchendiener Heinze gerufen, und beide haben gesehen, wie drei Lichtgestalten vom Glockenstuhl auf den Dachfirst ni oderschwebten und hinunter in die Sakristei stiegen. Vor zweihundert Iahren sind doch drei heil'g« Kirchenfürsten unter der Kirche begraben worden. Di« versammeln sich nun alle Jahre am Tage der Heil'gen drei Könige in der Geisterstunde oben im Glockeustuhl." ..Hoch. Falle!" Heinrich wehrte ungläubig mit der Hand ab. „iPcr kann fie denn im Finstern sehen?" „Du Dummer. Di« leuchten doch wie Schwefel." Vom Turm meldete das Biertelwert«ine volle Stunde. Was, schon acht? Heinrich zählte erregt die GlockenscWge des Boll, werts: neun— zehn— elf Mein Gott, zwölfmal lchlägt die Uhr? Was soll das heißen?— Mit kurzem Gruß wandte er sich zum Gehen, unsicher über die Störung der Uhr nachsinnend. „Vergiß nicht, Heini!" Die Meisterin rief aus der Küche, auf die leeren Wasscrkannen weisend, als Heinrich gleich zur Werkstatt wollte. Da scheinen doch geheim« Kräfte am Werte zu sein, dachte .Heinrich, als er vom Marktbrunnen zum finsteren Turm hinauf- schaute, wo durch den Glockenstuhl der Schneesturm heulte. Auch Iule trug noch Wasser zum Teigmachen.„Wirst ho oben noch manches erleben: die lassen sich von keinem verspotten. Viel- leicht leuchten heut in der Geisterstunde alle pier Ziffernhkätter wie Sonnen über die Stadt beim Vollgeläute der Glocken." Dabei drückte der Bäcker den Schwengel, als hielte er solche Wunder für ganz selbstverständlich. Heinrich ging mit seinen Kannen still davon. (Fortsetzung von:„Der Magen als Film".) abgeschlossenen Körperhöhlen. Schon lange kennt man den Blasenspicgel, der 1879 von Ritze erfuirden. es uns ermöglicht, in das Innere der Blase hineinzusehen. Als man dann dazu überging, das Instrument mit dem Objektiv einer photographischen Kamera zu verbinden konnte man zunächst nur einen Querschnitt durch das Geschehen geben. Erst der Gedanke Stutzins, an Stell« der ge- wöhnlichen die Filmphotographis treten zu lassen, verband die Bor- züge beider Methoden. Jetzt können wir sowohl Bewegungen, also lebendiges Geschehen registrieren, und wir können es gleichzeitig festhalten und so dem Augenblick Dauer verleihen. Mit fast erschreckender Deutlichkeit sieht man im Filin die Be- wegungsoorgänge, die sich in der menschlichen Harnblase abspielen: der Rhythmus, der sich bei den perfchiedenen Krankheitslidern in charakteristischer Weise verändert, ist bei der Beuvteikung eines Falles vor größter Wichtigkeit. Neben dex rein wissenschaitlichen hat die Meihode noch ein« wichtige lehrhast« Bedeutung: Während man nämlich früher uur wenige Studenten in den Blasenspiegel hineinsehen lassen konnte, und selbst das bei der Empfindlichkeit kranker Wasen nur mit Schwierigkeit, kann man jetzt das Innere der Was« von einer un- begrenzten Zahl von Zuschauen, auf der weißen Wand d«r Film- keinwand ausbreiten. Ein neues Prinzip ist gefunden morden: in lichtdicht- abgeschlossenen Körperhöhlen Bewegungsvorgänge direkt aufzunehmen. Die Methode ist nicht aus die Blase beschränkt, diese bildete nur den zufälligen Auggairgspunkt., Dr. Lily Hcrzbcrg. � T Der alle Joseph war schlecht gelaunt, wie immer, wenn Geld- tasche und Schnapsflasche leer waren.„Wo bleibst du. Bengel", brauste er aus, als Heinrich in die Werkstatt trat.„Genau so ver- bummelt wie der alt«: In der Stadt rumschwänzen, auf de» Kirch- türm klettern, um die Meisterin rumscharwenzeln: und der Joseph arbeitet— der arbeitet für olle!— Ja. Und die alte Schreckschraub« weiß heut auch wieder nicht, wann für einen zünftigen Gesellen Abendbrotzeit ist." So giftete der Geselle, während Heinrich die Türenhölzer am Ofen anwärmte. Als in des Meisters Ecke die Uhren in allen Tonarten die achte Stunde verkündeten, rief auch die Meisterin durch die Tür zum Abendessen. Nun klopfte unh flucht« der Joseph und sprang essrig um die Bank, als die Alte näher trat, die Lampe pom Ständer nahm und zu der schwierigen Arbeit leuchtete.„Paß auf Esel!" fuhr er Heinrich an, als er ihm den unrechten Leimtiegel zureicht«.„Denkst nur immer ans Fressen, aber wo es herkommt, danach fragst du nicht!" Di« Meisterin half mit der freien Hand so gut es ging, damit die Arbeit warn, zusanmienkominen sollte.„Nur nicht gleich so ungeduldig, Joseph, er ist ja ein williger Junge." „Der willig? Angst hat er. Was er anfaßt, ist schon ver- pfuscht. Eh' aus dem ein Tischler wird, werd' ich Millionär." Die Meisterin lachte.„Na, na, Joseph. Dann schlagen Sie man zuerst Ihre Schnapsslafch« kaput, sonst arbeiten Sie am Ende noch mal bei Meister Heinrich Schworzbach als Geselle." „Meister Schwarzbach? Ja, gewiß! Kein Kunststück, wenn ihm sein Vater das nötig« Geld dazu gibt", erwiderte Joseph höhnisch. Die Meisterin winkte beruhigend.„Ich will ja nur damit sagen: Nehm' Sie dem Jungen nicht den Glauben an sich selber. Denn die frühreifen Aepfel sind nicht die besten. Gut Werk hat Weile." Endlich war die Arbeit für heute erledigt. Der Vorsprumg. den Heinrich beim Kartofselpellen orreichte, ging beim Essen wieder verloren, denn der Gesell« biß in den Hering, wie in ein Stück Kuchen: er sondierte weder Haut noch Gräten ab. .Käß dir Zeit", sagte die Meisterin freundlich, als Joseph fertig war und dem„Stift" ungeduldig zusah, wie er jede Gräte ausschied.„Wirst mir nach dem Aufräumen wieder«in bißchen vorlesen? Weißt doch: wir sind mit„Hermann und Dorothea" noch nicht zu Ende. Der Meister ist heut« im Stadtrat. Und Sie kommen auch mit herein, Joseph. In der Werkstatt ist es zu kalt", sagte Frau Rös'l freundlich. 'Ein kräftiger Trunk beim Herbergswirt wäre dem lieber gc- wesen. Doch solch mütterliche Aufforderung wollte er nicht in den Wind schlagen. Er griff nach der Flasche im Zeugrahmen und jag schmatzend die letzten Tropfen heraus.„Geh, hol mir einen. Vater Langmut soll anschreiben. Sonntag zahl ich." Heinrich kniete im Spänehaufen und suchte nach Holzabfällen und Werkzeug.„Langmut ist heut im Stadtrat, und die Wirtin schreibt nicht mehr an", erwidert« er dem Joseph, den er für die Falschheit, die ihn vorhin in Staunen versetzt hatte, büßen lassen wollte. „Dann sag ihr, wenn sie nicht will, kriegt sie auch den alten Rest nicht bezahlt." „Das sag ich nicht." „Feiger Bengel!" Der Alte stand ratlos, grollend neben der leeren Flasche.„Aus so'nen Bauernklatz soll man nun was machen.— Nicht mal zum Branntweinholen taugt er." Nach längerem Schweigen begann er«in wenig freundluher: „Sag, neulich liefertest du Spazierstöck« bei Oberamtmonns ab: da gibt es doch impier was. he?" „Ja, einen Böhm." „Wieviel hast« denn noch?" „Zwei Böhm im ganzen." „Das ist ja großartig, mein Junge" Joseph öffnete die Kellerklappe und begann die Späne hinunter- zuschieben.„Dann geh. Bring gleich fürs Ganze, die Flasche voll. dann Hab ich für morgen auch was. Sonntag zahl ich dirs mit Zinsen zurück." Heinrich blickte auf. Wie wohl ihm die warmen Worte taten.— Und was wunder, behilflich war ihm der Alte sogar? Gleich schwand sein Groll, der in ihm rumori halt«. Geachtet, geehrt fühlt« er sich fönnlich durch solch bittenden Ton. Er nahm die Flasche und ging. Und lieh nun gor ein Mäßchen Preißelbeersaft beimengen, was des Josephs Sonntagsschnaps war. „Immer fachte, sachte, Heini. Die Zeichen beachten!" ermahnte die Meisterin den Leser, der nun am Tisch unter der großen Lampe saß. Jedoch dos verrückt« Schlagen der Stadtuhr beunruhigte Heinrich jede Viertelstunde, obwohl er sich keinerlei Schuld bewußt war. Erst nach und nach schlug der Lesestoff sein« Gedanken in Fesseln. Währenddessen blätterte Joseph in einem alten Jahrgang„Ueber Land und Meer" die Bilder betrachtend. Doch in immer kürzeren Abständen huschte er hinüber zur Werkstatt. „Na, Alter, Sie sind ja heut so unruhig, als ob Sie Ihre Braut erwarten." Di« Meisterin drohte dem Wiedereintretenden scherzhaft, rückte ihren Polsterstuhl tiefer in die Osenecke und nahm die spinnende Katze aus den Schoß. „Ja— jawohl. Meisterin— ganz richtig— ja. Die sitzt auf meiner Hobelbank— ja ja, da sitzt sie— meine Braut.— 0, mein Gott, mein Gott, wenn ich daran denke!" Heinrich unterbrach sich im Lesen und horcht« auf. tFortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. mitlMiiiiiilimiinimiimiiiiiiiiiiininiiiiiiiHiiiiiininniniuuiutuiniiimiiiiiimuniiinniiiiuiuuiiiuuiiiiniiiiuiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiuiiiiiiiiiuiiiuiiuiiimmiiiiiiiiiiiiuiiiiiiinnniiiimninuw Eierkuchen in Kanada. Hätte ich nicht einen Bärenhuvger gehabt, jene Eierkuchen damals hätte ich bestimmt nicht gegessen. Ich war wieder einmal blindlings drauf losgegangen, immer an den Schienen der kanadischen Rockymountain-Bahn vorwärts. Dreizehn Mellen sei es bis zur nächsten Verproviantierungsmöglichkeit, hatte ich verstanden, aber die Sache stimmte nicht. Ich tapste in der Dunkelheit von Schwelle zu Schwelle oder auch daneben und stolpert« über die verflixten Steine. Hin unö wieder trat ich auf etwas Weiches, irgendein totes Bieh, das beim Sprung über das Gleis von der saufenden Amerika- Maschine envischt und zerquetscht worden war. Ich schielt« links und rechts in dos undurchdringlich« Dunkel des kanadischen Bergwaldes und setzte stundenlang totmüde mechanisch ein Bein vor das andere. Auf einmal leuchtet ein Licht auf. Um Gottes willen, wenn nun doch ganz unfahrplanmäßig ein Zug käme? Jck> könnte nicht ausweichen: höchstens mich mit den Händen an der Böschung hakten und mit den Beinen über dem Abgrund strampeln. Mir war alles wurst: ich war viel zu hungrig. Also ruhig draus zu, auf das Licht. Und da stieg Eierkuchendust in meine Nase. Im Bahnarbeiterbretterverschlag neben den Schienen stand im Feuergeprassel ein nackter Chinese und warf vergnügt mit der Pfanne Eierkuchen in die Luft. Hier, bitte, das Rezept für sein« Eierkuchen: Man nehme eine schmutzige alte rostige leere Konservenbüchs«, fülle sie halb mit feinstem, pikant mit Kohlenstaub untermischtem Weizenmehl. Dazu gibt man einen halben Eßlöffel poll schauder- hasten chemischen Backpulvers und verrührt es mit etwas übrig- gebliebenem Waschwasser. Dann würzt man das Ganze durch eine Dienstag, 27. August Berlin. (6.60 Stunde reit Büchern. Neu* russische Erzähler.(Are Mikrophon: Alexander Stein.) 16.30 Orchesierkanzerl. Pir.: Bruns Seidler-Winkler, n, a. Mozart: Divertissement D-Dur; Haydn: Oxlord-Sinfonie: Bizet; Kinderspiele, Suite; Olasunow: Mazurka«p. 18: Liszt; Unearische Rhapsodie Nr. I Od). (Berliner Funkorchester.) MittiSilangen des Arbeltsamte» Berlin-Mitte. 19.00 Dr. Erwin Michel i..Funkausstellung Berlin 19211". 19.23 Znm Interview der Woche(Bildtunk). 19.35„Das Interview der Woche."* 28.00 Konzert dos Berliner Lehrer-Gesangvereins. Dif.r Prof. Hqgo Rodel. 21.30 Sf.üsten-Konzeri. 1. Debussy; Aus der„Saite, bergunasnue"(Marianne Kprand». Flügel),?. Gasella; a) Cavatine und Gavotte aus der„Serenade"; b) PrSlndhtm nnd SIziliantseher Tann ans„La giara"(Konzertmeister Frant von Sapanowski. Violine, nnd Marlanne Kuranda, Klavier). An»cIi|I«lfnd Presse-Umschau des Draht lesen Dienstes. Am Mikrophon: Dr. doset Räuscher. Nsch den Abesdmeldnngen Bildfunk. KBnlgswnsteihanaen. 16 00 Irmgard Mexerr Aus dem Leben der Berthold-Olfo-Schule. 16.30 Dr. Harald Branp; Der Essav. 17.00 Naehrnittagskonzert von Leipzig. 18.00 Mcrsmatth: VelKsIiedanatysen. 18.30 Fraurösjscti für Fortgeschrittene. 18.65 Dr. Rudolf Pechel: Mecklenburg und die M eckten tturfer. ?0.d0 Von KSlnr Abendmusik. 21.00„Qrshens" von Rudolf Leonhard. Prise Salz vermittels der Finger, mit denen man sich zuvor die triefende Nase wischt. Will man die„Hot Cakes", das kanadische Nationalfrühstück, besonders fein herstellen, so saugt der Chinese aus einer angebohrten Büchse Konservenmilch die nötige Quantität und spuckt sie zu dem übrigen. Man backe nun die Eierkuchen im übriggebliebenen Bratenfett. übergieße sie mit einer klebrigen braunen Sirupmasse und überreiche sie mit dem liebenswürdigsten Lächeln Asiens einem ausgehungerten Globetrotter als Gastgeschenk. Ich aß mit Freuden ein halbes Dutzend dieser dustenden Back- puloerkuchen und schlief den Rest der Nacht wie der Wolf mit den Rumpelsteinen im Bauch in einem leeren Kohlenwogen, der aus einem toten Gleis stand. d.h. Wetterwarte am Südpol. Der amerikanische Südpolflieger Wilkins kündigt in der New- Borker Presse die Errichtung einer großen Wetterstation im Süd- polgebiet an, die von einer Reihe wissenschaftlicher und wirtschafl- licher Organisationen der Neuen Welt finanziert werden soll. Die Aussichten dieser Wetterwarte werden sehr optimistisch beurteilt. Wilkins glaubt nämlich, mit dieser Station in der Lage zu sein, Wetterprognosen für sieben Jahre geben zu können. Insbesondere soll dadurch der Landwirtschaft geholfen werden, da durch die Station Anbaufläche und Fruchtfolge, namenllich für die Weizenländer der Welt, wissenschaftlich beraten wird. Flucht aus Rußland. Der aus Rußland abgegangen« Sonderzug mit 882 schwedischen Kolonisten, die in die Heimat zurückkehren, ist über Rumänien an der ungarischen Grenze eingetrossen. Es handelt sich um die Nach- kommen jener schwedischen Kolonisten, die vor 150 Jahren am User des Asowschen Meeres eins Kolonie bildeten. Sie wurden durch die jetzigen Berhältnisse gezwungen, wieder in ihre alte Heimai zurückzukehren. Der Sonderzug wurde von dem ungarischen Roten Kreuz empfangen, und die Insassen wurden bewirtet. In der Hauptstadt wird den Schweden ein besonders festlicher Empfang bereitet werden. Die Siebenschläferin. Im Jahr« 1922 oerfiel die damals 10 Jahr« aste Tatjana Diaghew in Moskau in einen lethargischen Schlaf. Sie wurde seitdem in einem Hospital unter ärztlicher Aufsicht künstlich ernährt und gedieh körperlich nahezu normal. Seit einigen Monaten reagiert das Mädchen schwach aus äußer« Einslüsse. Bor wenigen Tagen fieberte fie stark. Als das Fieber nachließ, gab sie deutliche Zeichen, daß si« sprechen wolle. Gespannt sammelten sich Aerzie und Krankenschwestern um ihr Bett und sie sprach unter sichtlicher Anstrengung die schwerwiegenden Worte:„Ich möchte gern Kartoffeln essen." Seltsame Filmgestalten. Im amtlichen Teil des„Deutschen Reichsanzeigers und Preußi- schen Staatsanzeigers" ist zu lesen: „Auf Antrag des preußischen Ministeriums des Innern ist die Zulassung des folgenden TeUe» des Bildstreifens:„Gehetzte Frauen" (zugelassen von der Filmoberprüfstelle Berlin unter Prüf- nummer TM und von der Filmprüfstelle Berlin unter Prüf- nummer 16 524) widerrufen worden. In Akt II|, Darstellung des T h e a t e r a r z t e s, Se- samtlänge 88,76 Meter. Zugelassen ist in Akt III die Szene der Tänzerin mit sieben Meter Ausschnitt.",,, Neue Boote im FSV. Vom Sportenthusiasmus der Arbeiterseglcr. 2kr Hähepufikt des schöne» Segelsports ist überschritten, der Sommer geht zur Rüste. Ssm l.»nd 8. Septeniber sinken die Herb st Wettfahrten im Freien Segler-Verband stgtt. Es ist daher angebracht, rückschauend das Bootsmaterial zu betrachten, um das sich der FSV. in diesem Jahr bereichert hat. Es mutet eigentümlich an, wen» in Kreisen der Zlrbeitersegler Boote gngeschasft werden, deren Preis bis in die Tausende geht, doch de- deutet diese hohe Gcldauzgabc für den Bootseigner den Lebenszweck. Das ist Tatsache, wenn das auch für manchen höchst unwahrscheinlich klinge» mag. Nun, wer den schönen Wassersport oder auch den Segelsport kennt, wird schon eher verstehen, wie man für solche» „Luxus" soviel Geld wegwerfe» kann. Doch gemach! Der eine sieht seineu Lebenszweck erfüllt, wenn er ein Stückchen Land sein eigen nennt, der ander« fühlt sich glücklich, wenn er in jeder freien Minute auf seinem Angelkahn„stippen" kann: der Dritte läßt sein Leben(nur symbolisch) für ein Motorrad, und was es noch mehr Sachen gibt, die für joden das Leben— nach seiner Ansicht lebenswert niachen. Im übrigen: Es sind nur wenige, die sich ein größeres Fahrzeug leisten können, lieberwiegend in der Zahl sind bei den Arbeiterseglern die kleinen Zollen. die neun Zehntel des Bootsmateriols im FSB. ausmachen, lind wie viele von diesen sind dazu noch im Selbst bau entstanden! Ganz abgesehen davon, daß viele Bootsbauer Mitglied im FSB. find und sich ihre Boote selber bauen, ist die Zahl der Laien nicht gering, die sich«in Boot zusammenzimmern! Sie sind bei weitem nicht die schlechtesten. Wer so ein Fahrzeug auf dem Wasser sieht, denkt nicht daran, mit wieviel Liebe es betreut wird und wieviel Schweißtropfen an ihm haftßn. Hin nur einige kleine Punkte herauszugreifen, die dos ungeheure Stück Arbeit auch nur ahnen lassen, seien angeführt)). B. bei einem Segelboot von 7 Meter Länge bei einer größte» Breite von ungefähr 1,80 Meter: Aus jeder Seite müssen zehn Planten tadellos auseinandergepaßt werden, auf jeder Seite 7t> Rippen sauber in Abständen von 1l) Zentinieter aus- biegen, diese 140 Rippen abnieten, d. h. etwa 3000 Nieten kunst- gerecht versenken, mit Scheiben versehen, Niete abkneifen, sauber einen 5lopf aussetzen! Dos kostet sauren Schweiß! Nicht zu sprechen vom Deck und von der Takelage, vom Schwert und vom Ruder. Ist es da ein Wunder, wenn sich zwei Mann vielleicht in Jahresfrist bei allabendlicher Arbeit ein solches Kleinod geschaffen haben, daß sie dieses hüten wie ihren Augapfel und es als ihr Gut betrachten. Drum sind auch gerade die kleinen Boote der Stolz der freien Segler, um so mehr, wenn sie aus eigener Kraft entstanden sind. Und wer einmal eiyen riesigen Kasten mit hochfeudaler Einrichtung, mit Bootsleuten, WC. usw. auf dem Wasser herumschwimmen sieht und daneben ein« winzige Nußschale, der wird mitfühlen, wessen cherz höher schlägt im Kampf mit Wind und Wellen! Es sind nicht die gesamten Zugänge an Boatsmaterial. die durch ein« Umfrage erfaßt werden konnten, doch lassen die folgenden Auf- Zählungen erkennen, daß es rüstig vorwärtsgeht und sogar auch der M v t o r b v o t p a r k sich vergrößert. Was den Kreis Berlin an- betrifft, so haben sich die Neubauten in den Wettfahrten schon ihr erste» Rennen geliefert. Ganz hervorragend ist jetzt die 20-Ouadrqtmeter- Rennklasse mit Neubauten besetzt. Besonders«in Selbstbau von 8,60 Meter Läng« konnte auch als Vertreter seiner Klasse in Lübeck «in Rennen gewinnen. Die IS-Juadratmeter-Iollenkreuzer haben zu Psingsten in Brandenburg Gelegenheit gehabt, ihre guten Eigen- schaften zu zeigen, haben aber wohl nicht das gehalten, was man von ihnen an Schnelligkeit erwartet hat. Wir lassen nun die Berliner vereine folgen, die ihre Neuanfchoffungen bekanntgegeben haben: Wassersport-Verein 1921 E. V. schießt wohl mit einem 7S-2uodratme'ter-Kreuz«r in der Größe den Vogel ab. Der erste 75« im FSA. Dazu kommt noch ein 8-Meter-Autoboot. Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau meldet eine IZ-Liuadratineter-Wanderjolle und zwei 10-!Zuadrat- meter-Wanderjollen. Alle drei Boote wurden auf der Werft de» Sportgenossen Rutsch ausgeführt, der auch die Riss« gezeichnet hat: dazu kommt noch ein 6-Met«r-Motorboot. Fraternitas hat eine schnelle 20-Ouadratineter-Rennjolle in d«„Rakete" erhalten, gezeichnet von Drewitz, velbstbau. S c g e l c l u b 1908 ist stolz auf seine zwei neuen 20« Rennjpllen, wovon„Bum-Bum" bereits durch seine Siege überrascht«. Konstrukteur der Boote ist Lehman». Die Riederschpneweidcr haben«inen ZOer als Neueingang zu verzeichnen(L 26„Leichtsinn"), desgleichen eine 20-Ltuadrotmeter- Flosse. L 26 scheint seiner Konkurrenz voll lind ganz gewachsen zu sein. SC. 1919 konnte eine lO-Quadratnieter-Tourenjolle neu ein- tragen. Das Boot ist im S e l b st b a u hergestellt. SC. A e o l u s wartet»nt einem neuen Motorboot auf. Die Iollensegler nennen eine 15-Ouadratmeter-Rennjolle„Rheingold" als Neubau. Konstrukteur Lorenz. Bon den M ü g g e l s e e r n kommt Nachricht über Neuanschaffung eines 25-Ouadratmeter-Flossenkielers, ferner als Neubauten zwei Schachtmotorboote. Die Rahnsdorfer hoben Neubauten: eine 20-!Zuadi:gtmet«r-Wanderjolle: außerdem eine lö-Quadratmeter-Wanderjolls sowie ein kleines Motorboot. Die Tourenkegler Tegeler haben sich auf die Iollenkreu.z«? ge- stürzt: ein 20-Quadratn>et«r- und drei lö-yuadratineter-Jollenkreuzer konnten sie als Neubauten registrieren. Konstrukteur der Boote ist Retzlasf. Außerdem auch«ine 20-Quadratmet«r-Rennjoll« ,.D 90", die von fabelhafter Länge ist und dos Unglück hqtte, gleich am ersten Tage zu kentern, aber bei den Regatten noch nicht so recht zur Geltung kam. Wand«rsegler Pichelswerder: Zwei 15-Quadratnn!ter.Jollenkr«uzcr. Riß Retzlasf. augenblicklich im Bau auf der Werft von Zfchau, Groß-Wusterwitz bei Brandenburg o, d. ch.;«ine Nationale Joll«, gebaut 1925 bei Sonnenschmidt. Spandau: eine lö-Ouadratmeter-Halbrennjolle, 1926 gebaut bei Zschau. Groß-Wusterwitz bei Brgfndeichurg. bisher im DS.-Bund: ein Autoboot, 8??., lS26 gebaut bei Berkholz u. Gärsch, Friedrichs- Hagen. Ueber die Neubauten des SV. S t ö h e n s e e haben wir hereits im„Abend- berichtet:-.s sind vier Ausgleichsjollen, zu denen in neu«ster Zeil noch eine 15-Quadratmeter.Wonderjlllle hinzu- aekommen ist. D« Rerein Spandauer Iollensegler ist im Selbst bau von Booten führend. Bereits 1925 brachte er sechs Neubauten unier Mithilfe der Technischen Kpinmission des FSV. heraus: in diesem Jahre sind es wieder drei, die durch außerordentlich sorgsällig« Arbeit auffallen. Der Wasssrsportosrein Welle kann fünf Segelboote sowie zwei Paddelboote ylß Neu- anschajsung buchen. Was die auswärtigen Bereine des FSV. nnbetrisst, so stehen diese in keiner Weis« den Berlinern nach. Die Hamburger melden «inen starken Zuwachs ihrer Flotte durch Neubau, Ilmbau, Ausnahme neuer Mitglieder mit Booten, sowie Ankauf. Aus Stapel liegen folgende Boote: 1. ein Jollenkreuzer mit 25 Quadratmeter Segel- fläche, 2. derselbe Jollenkreuzer wird im S e l b st b a u zwe'er Sport- genossen hergestellt. Neu erworben wurden ein Jollenkreuzer mit Motor, 35 Quadratmeter Segel, ein Kielschwertkreuzer. 30 Quadrat- meter Segel, ein Spitzgattkreuz«: ferner eine 20-Ouodratmeter- Rcnnjollc und eine 20-Duadratmeter-Elbjolle. Die Lübecker .Hanseaten hoben zwei 20-Quadratm«ter-Rennjollen nach neuesten Rissen im Selbstbau hergestellt. Da sie bei den diesjährigen Weit- fahrten auf dem Ratzeburger See bei Lübeck nicht zur Geltung kamen, sollen im Winter wieder drei neue Boote gebaut werden! Die Freien Segler Hemelingen melde»: zwei 7-Meter-Motorboote, eine 6-Meter-Weserjolle, zwei 4-Met«r-Ruder- boote. Aus Königsberg wird die Anschaffung eines 40-Quadrat- meter-Kreu.zers bekannt. Die Brandenburger stellen eine neue IS-Quadratmeter-Wanderjolle Als Selb st bau kommt noch hinzu ein 71'--Meter-Motorboot(Wellenbinder) mit 60 LL. Bei den Freien Seglern Reiherstieg kommen durch Selbst- bau hinzu: ein 2ö-Ouadratineter-Jollenkreuz«r und eine 10-Qua- dratmeter-Wanderjolle.'Angekauft wurde eine 15-Quqdrot�netcr- Wonderjolle. Die Motorboote erhielten drei Zugänge. In kurzen Umrissen bietet diese Statistik ein Bild von dem ständigen Wachsen der Arbeiterseglerschast, das gefördert wird durch Einigkeit, Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß der Frese Segler-Verband nach wie vor als oallwertiges Glied der Zentral- kommjsston für Arbeitersport und Körperpflege angehört. „Solidarität" in Wannsee. Bahnrennen der Arbeiterradfahrer. Die Bahnrennen, die die bundesiieue Ortsgruppe Wann- see he» Arbeifer-Rad, und Krgftfahrcrbundes„Solidarität" am Sonntag auf der Radrennbahn in Wannse« zum Austrag brachten, nahmen einen guten Verlauf. In stattlicher Zahl waren die bundestreuen Rennfahrer ongetrcten, so daß sogar das 20-Kilometer> Punktefahren in zwei Läufe geieilt werden mußte. Daß sehr gutes Fahr«rmaterifll vorhanden ist, haben am trefsendsten der Wilmers- dorfer Nitschk«, der zwei Rennen gewinnen konnte, sowie Erwin Schwarz-Lichtersclde, der de» zweiten Lauf de? M-Kilometer? Rennens nach Hause fuhr, bewiesen. Besonders im 20-Kilometer- Rennen haben beide ihr hohes Können unter Beweis gestellt, viel- versprechend ist ab« auch die Fahrweise des jungen Eharlotten, burgers Bruno Liepner, der i» den drei Läufen des Jugendfahrens seine Konkurrenten überlegen abfertigte. Im Fliegerrennen, das in vier Vorläufen und drei Entscheidungsläufen ausgefahren wurde, konnte sich im Endsauf der Ersten Nitschke-Wilmersdors vor Erwin Uhleman» und Werner Reichenbach placieren, den Endlauf der Zweijen gewann der Wi'.° mersdorser Gendrich vor Hans Rübekohl und Ungar. Den Endlaus der Dritte» gewann gleichsglls d«r Wilmersdorfsr Paut Zimmermann vor Mahlow-Caputh und Robert Uhlemann: somit hol Wilmersdorf alle drei Entscheidungsläufe auf sein Konto gebracht. Das Mann- schaftsverfolgungsrennen ergab im ersten Lauf Berlin als Sieger über Charlottenburg, im zweit«» Lauf mußte allerdings Wilmersdors«ine Niederlage einstecken gegen die Lichterselder Mann- schaft.so daß im Entscheidungslauf Lichterfelde und Berlin sich trafen. den die Berliner Mannschaft Köllner, Prause, Toepsex pur sehr knapp gewann. Im Ausscheidungsfahren gab Fred Floerke-Berlin seinen Rivalen Paul Reinholz und Walter Bogda das Nachsehen, die er in dieser Reihenfolge schlug. Im ersten Lqus des 20- Kilo- meter-Punttefahrens zeigte sich Nitschke-Wilmersdors pon seiner besten Seite, denn er kannte olle Wertungen gewinnen, hart bedrangt von tzeits, Hans Reichenhoch uub Bagdo. Da? zweit« 20-Kilometer-Punktefohren holte sich erwartungsgemäß der Lichter- fclder Erwin Schwarz. Bei den Iugendrennsn über drei, fünf und zehn Runden konnte der Favorit Wothe gegen seinen Bereins- genossen Liepner nicht aufkommen, dieser belegte alle drei ersten Plätze vor Wothe, Reinholz und Kirchherr. Das Ergebnis dieser Prüsungsrennen im Bahnrennen ist für die Bundestreuen durchaus zufriedenstellend, denn es Hot sich gezeigt, daß nicht nur die schon bekannten Fahrer aus der Rennbahn etwas können, auch unter den neu eingetretenen Mitgliedern sind sehr gute Arbeiterrennsahrer vorhanden. ItadsportUcheg Allerlei. Mit der 26. Wiederholung der populären Fernfahrt„R und um Berlin" war diesmal die„M cisterschastvon Deutsch- lond" im Straßenfahren verbunden. Die Berufssahrer fehlten: Noch immer ist der Friede zwischen BDR. und Industrie nicht hergestellt! 46 Fahrer versammelten sich am Start bei Pichelsdorf und wurden um 6 Uhr 45 Minuten auf die 242 Kilometer lange Reife geschickt. Die Teilnehmer am Rennen„Rund um Berlin"— insgesamt 218 Mann— starteten in der Zeit von 5 Uhr 40 Minuten bis 6 Uhr 10 Minuten und hatten die gleiche Strecke zurückzulegen. Beide Rennen endeten mit einem großen Erfolge für den Ber- liner R. A. Zlrminsus. Einmal holte sich Rubolf Risch die Meisterschaft von Deutschland in 7: 08: 55, während sein Klub- tamerqd Paul Puttkammer„Rund um Berlin" in 7: 20: 29 ge- mann. Die Alterssahrer starteten in Erkner zur Fahrt über 100 Kilo- meter, die G. Schulze-Trebbin in 2:59:12 als Sieger sah.— Die Bundesfernsahrt„Rund um h a n n o o e r" sah 60 Fahrer am Start. In der Klasse I über 190 KilotNft« wurde Hodcy-Essen in 5: 50: 27 Sieger. Bei den Altersfahrern, deren Strecke über 120 Kilometer ging, sicherte sich O. Lehrmonn-Premen den ersten Platz in 4:35:00.— Die B D R B.- L a h n m e i st e r sch„ f t e n übe« 1 und 10 Kilometer wurden aus der Frankfurter Stodionbahn zum Austräg gebrocht. Beide Meisterschaften gewann der Frank- furter Becht.— Zur U n i o n? in e i st e r s ch o s t von Berlin, die aus der 100-Kilom«ter-R«nnstrecke Naucn-�Kyritz und zurück er, mittelt wurde, traten 11 Monnschasten an.»RE. Opel(Tallmanii, Thumhgch. Lipkow, Zaiser,.fjoat und Goerte) wurde Meister in 2: 38: 1. BRE. Fedia siegte im Kampf um die I u g e n d m« i st e r- schafjt Aber ZO Kilomef« in 4:23:30.— Das Kriterium der Berufs-Ttraßenfährer wurde auf einer 2Zmaf zu durch- fahrenden 4,5 Kilometer langen Strecke bei Genf zum Austrag ge- bracht. Die beiden Deutschen Remald und Geyer vermochten sich gegen die schwere Konkurrenz nicht durchzusetzen und gaben qusi In den Wertungen, die in jeder Runde styUfonden, Ichnits Pie, monterl-Jtalien am besten gb. Er beendete das 100 Kilometer lange Nennen in 2: 47: 50 und besetzte mit 81 Punkten den ersten Platz. �ARBEITER. TUSSBALL Städtemannschafi Berlin-Brandenburg 1: 2 Am Sonntag stand eine Städtemannschaft Berlins derjenigen Brandenburgs gegenüber. Vor Halbzeit war das Spiel ausge- glichen. Beide Hintermannschaften arbeiteten mit Eiser, so daß die erste Spielhälste torlos ausging. In der zweiten Spielhälsie fällt nach 17 Minuten das erste Tor sür Berlin. Nach weiteren 10 Minu- te» gelingt jedoch den Brandenburgern der Ausgleich und zwei Mi- nuten später sogar das siegbringende zweit« Tor. Bis zum Abpfiff durch den Unparteiischen ergibt sich keine Aenderung. SchUiß 2:1 für Brandenburg. Eckenoerhältnis 7: 2 für Berlin. Die Mehrkämpfe in Köpenick. Arbeitersportler leisten vorzügliches. Bei guter Beteiligung fanden am Sonntag zum fünften Mais die Mehrkämpfe des 1. Kreises im A.-T. und Sp.-B. auf dem Eiche-Sportplatz in Köpenick statt. Die Organisation klappte wieder vorzüglich, die Leistungen waren zum Teil sehr gut. Bei den 100-Meter-Läufen für Jugendlich« erreichte Hennig-Moadir 12 Sekunden, zwei Läuser weitere 12,1 Sekunden. Die Frauen brauchten sür diese Strecke 14 Sekunden. Im Kugelstoßen sür Frauen erreichte Rau-Wedding 8,36 Meter, im Weitspringen der Frauen H. Duering-Köpenick 4,49 Meter. Beim 1ö00-Meler-Laus brachie es Stuewe-ASC. auf 4:4l,8 Minuten. Das Hochspringen der Frauen war eine Angelegenheit der Köpenicker Frauen. H. Hirsch iprang 1,35 Meter, während M. Schwarzmichel 1,30 Meter erreicht«. Doch die b e st e n Leistungen des Tages bracht« das Speer- werfen. Hier warf der Jugendliche Willi Paul von Eiche-Köpcnick 58,46 Meter und Hahn-Rüdersdorf 50,26 Meter. Auch bei den Frauen brachte es Oertel-Weddjng auf 31,66 Meter und Schulz-ASC. auf 31,30 Meter. Den Siebenkampf der Jugendlichen gewann Eiche- Köpenick überlegen mit 742 Punkten. Dann folgten 2. ASC. mit 686, 3. Ostring mit 681, 4. Schöneberg mit 645, 5. Brandenburg mit 621, 6. Wedding mit 584, 7. Ostring II mit 569, 8. Wedding II mit 541, 9. ASC. II mit 519, 10. Eiche-Köpenick II mit 488 Punkten. Bei den Frauen siegte Wedding I mit 599 Punkten, 2. ASC. mit 539, 3. Eiche-Köpenick mit 512, 4. Ostring mit 466, 5. Wedding II mit 419. 6. Schöneberg mit 382, 7. Eiche-Köpenick sl mit 369, 8. Wedding III mit 359, 9. Schöneberg II mit 293, 10. ASC. II mit 255 Punkten. Der Fünskamps der Iungmädchen unter 16 Jahren wurde von Eiche- Köpenick mit 308 Punkten gewonnen. Im Fünfkampf für Jugend- liche unter 16 Jahren siegte Brandenburg mit 401 Punkten, 2. Eiche. Köpenick mit 375, 3. ASC. mit 277, 4. Schöneberg mit 268 und 5. Brandenburg II mit 220 Punkten. Arheiterathleten auf Reisen. Städteringkampf Leipzig— Berlin. Artisten in Sachsen. Einer Einladung der Krastfportabteilung„Vorwärts" folgend, weilten die Ringer von Lichtenberg-Friedrichsfelde 04 in Leipzig. Nachdem das Heroorragende Sportprogramm abgewickelt war, be- traten, stürmisch begrüßt, beide Mannschaften die Matte. Der Kamps- verlauf zeigte, daß die Leipziger Ringer wirklich etwas können, denn erst der letzte Kamps im Halbschwergewicht brachte Berlin den knappen Sieg. Die Einzeigänge ergaben folgende Resultate: Der Fliegengewichtler Werner ist in beiden Gängen den Ber- lmern überlegen und holt für seinen Verein die 4 Punkte. Böntum- gewicht: Zwei Ringer, Technik und Kraft gepaart, bringen in beiden Gängen prächtige Momente. Den ersten Gong gewinnt der Bor- liner knapp vor der Zeit. Zweiter Gang unentschieden. Im Feder- gewicht ergab es zwei leichte Siege durch Willi Binger-Berlin. Der beste Leichtgewichtler Temler(6. Kreis) zeigte sich seinem Berliner Gegner überlegen und siegle beide Mole. Recht hartnäckig wurde im Lcichtmitlclgewicht gekämpft. Hier gelang es P. Binder über-. raschend, den starken Leipziger Vorwärismann im ersten Gang auf die Schultern zu bringen. Zweiter Gang unentschieden. Kreclom im Halbschwergewicht gab sich die größte Mühe, die Punkte für Berlin zu holen, es gelang ihm erst im zweiten Gang und zwar kurz vor Ablqus der Zeit. Der erste Gang endete unentschieden. Schwer gewicht wurde vo» beiden Seiten nicht gestellt. Mit dem knappen Resultat von 13: 11 sük Lichtenberg-Friedrichsfelde endete der inter- esiantc Stödtekomps, der sür den AABD. sicher werbend verlaufen ist. Ebenfalls zum Wochenende veranstaltete die Artisten-Sparte de» 6. Kreises(Sachsen) ihren alljährlich stattfindenden Kreis- Ll r t i st e n w e t t st x e i t in M i t t w e i d a. Der Umfang und die Erledigung des Programms war ein Erfolg, wie ihn Mittweida bis- her nach nicht erlebt hat: schon lange vor Beginn war der Sqol, der 1200 Personen säht, bis auf den letzten Platz gefüllt. Einzelne Nummern der aus Leipzig, Chemnitz, Dresden-Oelsnitz und Dresden angetretenen Arbeiterathleten hervorzuheben, hieße die Wirkyng des Ganzen abschwächen. Die ersten Preisträger waren: The originals Riwalds, Reck-Borron-Akt(Leipzig) mit 461:, Punkten. 3 Lombertos, Equilibriftischer Akt(Leipzig) 40'/« Punkte. 3 Remarkus, Gla- diatoren(Schkeuditz) 38 Punkte. 3 Willings, Leiter-Akt(Dresden) 37 Punkte. Kurt Hoffmann, Schlangenmensch(Oelsnitz) 353;) Punkte. Am Sonntag fand die A r t i st e n v e r s a m m l u n g des 6. Kreises statt, auf der über den Aufbau der Artistensparte des Bundes gesprochen murde. Sln der Kreisleitung wurde keine Kritik geübt. Im Anschluß daran trafen sich die Ringer, Heber und Bor.'r zu einer Sportveranstaltung. Die Darbietungen der 300 Sportler fanden reichen Beifall. Ein Film vom Arbeitersport. Das Arbeitersportkartell Friedrichshain veranstaltet Mittwoch, 4 September, 1914 Uhr, in den Andreas-Festfälen, Andrcasstr. 21, einen F i l m a b e n d. Es rollt der Film vom 2. Deutschen Arbeiter- Turn- und Sportfest in Nürnberg, außerdem der vom Bezirkeamt Friedrichshain hergestellte Film:„Aus dem Alltag empor!" Un- kostenbeitrog 0,50 Mark. Um 17 Uhr Vorstellung für Kinder und Erwerbslose. Eintritt 10 Pf. Kartenausgal� Dienstag, 27., van 19 bis 21 Uhr, aus dem Spgxtplatz Ost, Laskerstraße, und Mittwoch, 28., auf dem Sportplatz grisdrichshain, ITGS-Generolprobe zur Zehnjghrseier Mittwoch, 28. August. im Friedrichshqin. Männer und Jugend treten um 18>.« Uhr an, grauen um 19 Uhr. Pi? jetzt oerkausl« Plaketten sind unter asten Umständen am Mittwoch aus dem Sportplatz Friedrichshain an Möller abzurechnen. Schlußabrechnung Sonngbend abend im Post« stadion. Spätere Rückgab« geht zu Lasten der Bezirke. Auf der Bükl-Arena veranstaltet am Dienstag, 27. August, die Ortsgruppe Berlin der Rennfohrer-Vereinigung ein Zwei-Stunden Mannschoitsrcnnon mit erstklalsiger Besetzung. An dem Rennen werden 16 Paare teilnehmen, u. g. Ehmer-Kroschel, Miethe-Buschen- Hagen. Tietz-Dorn, Lehmqnn-Wissel, Krüger-Funpa. Außerdem finden Flieger- und Tandemrennen stgtt, I» dem Fliegerrennen soll sestgesteM werden, wer zurzekt der schnellste Berliner Fahr- ist. Beginn der Rennen 20 Uhr. Die„roten Pioniere". Myriaden von Wanzen. „Roic Pioniere" sind in Snwjetrußland dos, was in Deutschiand Rote Falken und Sozialistische Arbeiterjugend sind.'Die russische „komunistische Jugend" entspricht den deutschen I u n g s o z i a- liste ii. Natürlich ist man bemüht, soviel Kinder wie möglich in die roten Pioniergruppen einzureihen Im Sommer leben sie teil- weise in Zeltlagern, spielen, wie es Kinder auch sonst tun und werden u. a. zu verschiedenen militärischen Uebungen zu- gezogen. Auch Jugendtage gibt es in Rußland. Gerade im Augen- blick finden sie statt. Vergleicht man aber diese sowjetrussischcn Jugendtage mit den deutschen sozialistischen Jugcndtagen, so merkt man sofort den Unterschied. Während ste hier organisatorisch auf der Höhe sind und in vorzüglicher Stimmung verlaufen, weil sie auf der Selbsttätigkeit der Jugend fußen, nehmen sie dort trotz aller behördlichen Bemühungen einen ganz kläg- l i ch c n Verlauf. Wochenlang las man in den Sowjetzeitungen Aufrufe an die Betriebe, die Gewerkschaften und die Parteiorganisationen, alles aufzubieten, damit die Jugendtage mit Erfolg gekrönt würden. Jmnier wieder stieß man auf Klagen über die Uninteressiertheit der Erwachsenen. Und als dann die Jugendtage zustande kamen, da erlitten viele von ihnen vollkommenes Fiasko. So klagt z. B. die„Prawda", daß nicht bloß auf dem Ural, sondern auch in Samara, Wladimir, Twer, Kasan, Perm, ja selbst in Lenin- grad und in Moskau die führenden Organisostonen keine Ahnung von deni bevorstehenden Jugendtag hotten. Mitunter wußten die Pioniere nicht, was eigentlich los ist. Die Pioniere in Twer ant- warteten z. B. auf die. Frage, ob sie wüßten, was ein Jugendtag isti Ja. der Lehrer hat gesagt, daß dos so gewissermaßen eine Vereinigung von Schülern sei. Der allgemeine tatarische Jugendtag begann mit einem Protest gegen das„seelenlose Verhalten" der Institutionen. Die „Prawda" erzählt, wie 500 Kinder nicht nur bei Tag, sondern auch nachts vergeblich durch die Straßen Kasans wanderten aus der Suche nach Unterkunst. Die elementarsten Forderungen der Hygiene ließ man außer acht. Die Kinder wurden untergebracht zu vier Mann auf Betten ohne Wäsche, in unglaublichem Schmutz.„?tach schlaflosen Nächten auf dem Dampfer", schreibt die„Prawda der Pioniere",„standen die Pioniere fünf Stunden lang vor geschlossenen Türen. Hinterher fanden sie schwarze, staubige Fußböden, stickige Luft und Myriaden van Wan- z c n. Sie konnten sich vor dem Ungeziefer nicht anders retten als durch Flucht auf die Straße." , Das Zentralorgan der russischen Gewerkschaften„Trud" schildert den Verlauf des Bezirksjugendtags in Kiew. Am ersten Tage demonstrierten Tausende von Kindern verschiedener Nationalitäten die Einigkeit der Völker der Sowjetunion. Dann begann aber ein wirres Durcheinander. D.'.s Programm wurde plötzlich abgeändert, es fehlte der Raun, für die Arbeit der Delegierten, die endlosen Diskussionen wurden de» jungen Leuten derart über, daß sie einfach auf und davon gingen. Das war noch nicht das schlimmste. „Empörend aber", sagt das Blatt,„ist, daß die Kinder den ganzen Tag hungern mußten. Man hatte versprochen, den Delegierten Mittagessen zu gebe». In Wirklichkeit bekamen sie aber kein-. Die hungrigen Pioniere oer- langten, daß man sie in die Stadt zurückbefördere oder ihnen Geld für die Tram gebe. Sie erhielten aber keins und verließen deshalb demonstratio den Jugendtag." In M o s k a u aber hielten die Roten Pioniere unter Leitung Worojchilows militärisch« Uebungen ab! Es wäre ei» Irrtum zu glauben, daß nur die Jugendtage so schlecht organisiert sind. Selbst unter gewöhnlichen Bedingungen verläuft das Leben der Pioniere recht eigenartig— se'bst im Zentrum des sowjetrussischen Lebens, in Moskau. So befand sich laut der„Kommunistischen Iugendprawda" Nr. 138 in der Nähe von Moskau in einer landwirtschaftlichen Kommune ein Lager der Noten Pioniere. Wie ging es da aber zu? Die ganze Woche über wurde nicht gekocht, die Hauptnahrung bestand aus Kaffee und Milch. Schließlich«rkrankten 15 Kinder an einer Vergiftung. Die Pioniere wohnten in höchst ungyg'enischen Behausungen. Ueberall ist Schmutz, im ganzen Lager gab es kein einziges Waschbecken. So mußten die Kinder sich im schmutzigen Teich waschen, natürlich liefen sie dreckig umher. Die empörten Eltern verlangten, daß man das Lager aufhebe. Es mögen auch andere Pionierlager in Rußland existieren, aber daß die Sowjetpresse selbst die geschilderten Zustände aufzeigen darf, zeigt deutlich, w i e schlimm es im allgemeinen bestellt sein muß._ „Revolutionärer" Bericht. „Wie kläglich und erbärmlich das sogenannte Gewertschafts- fest in Treptow, das ja nicht einmal ein Gewerkschaftsfest war, sondern ein spießbürgerlicher Kaffecklatsch ohne die Spur demon- strativen Auftretens, organisiert von Gewcrkfchastsspaltcrn und Streikbrechern!" Unter der besonderen Ueberschrift:„Das Fiasko der Spalter in Treptow" wird aus dem Gewerkschaftsfest ein katastrophales Fiasko. Nämlich so:„Der kleinbürgerliche Kaffeeklatsch, der in Treptow vorgesehen war, hatte die Massen der aktiven Gewerk- schafter so vor den Kopf gestoßen, daß sie es vorzogen, dieser spieß- bürgcrlchen Veranstaltung fernzubleiben." „Wehmütig" war im„Abend" berichtet worden, daß die Ge- werkschaftsgenossen, die mit ihren Familienangehörigen um 3 Uhr Achtung! Rohrleger und Keifen Alle am Streik bezw. Aussperrung beleiliglen Rohrleger und Helfer, die im Deutschen Rlelallarbeiler-verband organisiert sind, treffen sich morgen, ZU i t t w o ch, am 28. August, 10 Uhr vorm., im ZZerbandshaus des DZNV., Sitzungssaal. DIe Orlsverwallung. noch einen Platz beim Wasser suchten, kein Glück mehr damit hatten. Der Beginn der Veranstaltungen wird„revolutionär" mit der Kassen- eröffnung gleichgesetzt, um aus dieser„wehmütigen" Bemerkung konimunistischen Honig zu saugen. Wir leugnen nicht, daß beim Gewerkschaftsfest am Nachmittag Kaffee getr unken wurde. Ob in Moskau um diese Tageszeit »iildere oder schärfer« Flüssigkeiten getrunken werden, da� Kaffee- trinken als reformistisch verpönt oder' gar als spießbürgerlich ver- boten ist, darüber ist in den Ekkibriefen nich'S zu linden. „Die Massen der aktiven Gewerkschafter" der kommunistischen Opposition hatten von der Zentrale den Befehl«rhal- ten, dem Gewerkschaftsfest fernzubleiben, mußten es also „vorziehen" dorthin zu gehen, wohin sie abkommandiert waren. Das ist in Treptow sehr angenehm aufgefallen. Unsere Genossen, die am Sonntag beim Gewerkschafts- Berichterstattung mit uns zur Tagesordnung übergehen. fest waren, werden über diese lächerliche und gemeine Art der Organisation des Sozialismus. Das Septemberhest der„Gesellschaft". Im Mittelpunkt des Heftes stehen Gedanken über die Organi- sation der Demokratie und des Sozialismus. In einer aufrüttelnden Betrachtung enthüllt Decker die realen, ideologischen und psycho- logischen Motive, welche die„Offenbarungen der Tat" heute zu einem Feldgeschrei der reaktionären und zwischenkapitalistischen Schichten machen. Mit einer Würdigung des Buches von Heller über den Faschismus verbindet er«inen eindringlichen Appell an alle Sozialisten, sich des Fortschritts in der Realität des Sozialismus bewußt zu werden. Ein wahrhaft zeitgemäßer Aufruf zum Sozialisinus! Er wird würdig vorbereitet durch eine höchst fesselnde Studie Hamburgers über die nicht genug zu würdigende preußische Verwaltungsreform, welche ein neues Stück Demokratie im Grundriß zu schaffen unternimmt. Möchten durch Hamburgers Aufsatz recht viele Genossen von der politischen Bedeutung dieser'Neuorganisation der Verwaltung gepackt werden. Ebenso be- kommt Deckers Aufsatz noch mehr Plastik vor dem Aufsatz von „Jtalo Tedesco", der den Anteil der italienischen sozialistischen Partei am Entstehen des Faschismus durch Vcrzichtauf Teilnahme an der Demokratie und am Parlamentarismus schildert. Ebenso stützt' der Aufsatz von Kehr über das soziale System der Reaktion in Preußen unter dem Ministerium Puttkamer Deckers Dar- stellung. Kehr schildert in glänzender Weise«in Gesamtbild der Realität und Ideologie der deutschen Bourgeoisie 1880/90 im großen Schwung einer soziologisch kühnen Gesamtkonzeption. Da- neben steht die feine und eindringliche Schilderung Delbrücks von Rosenberg. E o l m gibt eine scharssinnige und glänzend formu- lierte Studie zu Manns Buch über die deutsche Finanzwirtschaft, welche besonders anregend und wertvoll ist. S ch ü ck unterrichtet über südamerikanische Arbeiterbewegung. Dankbar darf man den Aufsatz von T ö n n i e s über Partei und Staat verzeichnen, eine Gab« des Verfassers von„Gemeinschaft und Gesellschaft" als Ant- wort und Auseinandersetzung mit Radbruchs Aufsatz im Augustheft. Hoffentlich führen doch östers die Beiträge in der„Gesellschaft" zur Diskussion._ Ein bestialisches Verbrechen. Mordversuch und Brandstiftung. Aus Agathenburg im kreise Stade wird gemeldet: Ein 33 Zahre alter Joses Hähne und ein 24 Jahre alter Kuno Feder er. die aus Plauen stammen, schlichen sich abends in die Schlaskaminer der 26 Jahre alten Anna ZV utile, die in einem Tagelöhnerhaus in Agathenburg wohnt. Als das Mädchen zu Bett gehen wollte, fielen die Männer über sie her. zogen sie aus f- s s e l t e n sie, steckten ihr als Knebel einen Schwamm in den Mund und flüchteten dann, nachdem sie das Häuschen in Brand gesteckt hatten. Es gelang zum Glück dem Mädchen, auf allen Vieren aus dem brennenden Raum? herauszukommen, sie hat aber schwere Brandwunden davon- getragen. Hähne ist bereits f« st genommen, nach Federer wird noch gesucht. Da er sich noch im Januar d. I. in Berlin aufgehalten hat, so forscht man auch hier nach ihm. Cr ist 1,75 Meter groß und hager und hat blondes Haar. Bei sich führt er einen Paß auf den Namen„Franz Jordan"._ Wackere Tat berliner Bergsteiger. Der Schweizer Bergführer Wilhelm Graß aus Pontresina! stürzte mit dem Kaufmann Burgauer aus Zürich beim Abstieg von der Diavolezza in eine ziemlich tiefe Spalte des Morterotsch- gletschers. Sie hatten den großen Eisbruch des sehr zerklüfteten Gletschers ohne Seil betreten und waren dabei auf einer abschüssigen Eisbrücke ausgeglitten. Drei Berliner Bergsteiger, die in der Nähe waren, der Amtmann Fritz Krause, der Stadtamtmann Rente und Stadtoberarchitekt Schumann befreiten in langer mühevoller Arbeit die Verunglückten aus ihrem eisigen Grabe. Beide Abgestürzte lebten, waren aber verletzt. PROGRAMM für die Zeit vom 27. bis 29. August KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zelt vom 27. bis 29. August ©lOlQ. Potsdamer Strafe 35 Der schwarze Domiao mit Harry Licdtkc Vorsicht! Verräter I 5 Akte Rheinstrage 14 K&Viche) Durchs Brandenburger Tor mit Fritz Katnpcr» Der fliegende Cowboy mit Hool Gibson Odeon, Potsdamer Str. 75 Die Dame in Schwarz m. Liane Haid Auf der Recpcrbahn nachts um »21 Turmstrage 12 Der Narr seiner Liebe mit Dolly Davit Das Ladcnmädel m. Mary Pickford Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet' Pvtsclllas Fahrt ins Glück Wasser hat Balken mit Basier Kcaton Alhambra Begf a�ShVäU Schöneherg, Hauptstr. 30 Fridcrlcus Rex mit Otto Gebühr III. u. IV. Teil in einer Vorstellung Bfihnenscfaao Titania(uf, salcneberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6J0 Uhr SQndenfall mit Vera SdtmlterlOv Der neue Weltmeister mit Fairbanks j___ Welt-Kino Ait-Moabit 99 Fat W Chariottanburg Schlüter-Theater Schlüte rstr. 17 W. 7 u. 9.15 U, S. ab 3 U. Submarine Sündig und süg mit Anny Ondra Atrium Beba-Palast Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Beginn 7, 9.15, Sonntags auch 15 Uhr Heute letzter Tag: Mutterliebe mit Benny Porten Ab Morgen; Meine Schwester und ich! mit Mady Chiistians ■«fallt»■ Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsm uthsstr. Uraufführung; Haddien am Krenz Auf der Bühne: 3 Bnrlcyt— Daring Bros W LUhterfeSde-West> Hi I i Wochentags ftJO. 9 Uhr WL,* Stg. z. 7, 9 U. Stg. 3 U. J.-V. Hindenburgdamm 58a Pflldit and Liebe mit M. Wang Der Maharadidia r, Domelanlen mit Menfoa G_._ Sflstwsten> Film-Paiasi Kammersäle Teltower Str. 1—4 Beginn 6 U. Sflndcnfall mit Vera Sdunifcrlöw Der nene Weltmeister mit Fairbanks W Harlandort W Vf Ä_ I 4 Mariendorter na-JLl Lichtspiele Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Jug.-V. Flacht In die Fremdenlegion mit Hans Stfive Seine größte Ucbe Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 6.15 Uhr, Stg. ab 4.30 Uhr Der heilige Berg mit Lent Riefenstahl. Herzog Hans'l mit Xenla Desni Filmeck Beginn: Skaiitzer Straße, am Oörlitzer Bahnhof Des großen Erfolges weg. verläng.: Der sensationelle Tonfilm: Submarine Gate BQhnensdtau Urania- Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Stg. 2.45, 5. 7, 9 Uhr Stunde der Entscheidung mit Talmadge Das Ladenmfidel mit Pickford Bühncnscfaau W Nciikölli j Primus-Palast Hermannplatz Schttlzl eure Töchter Mahnruf an alle Eltern der Welt Hauptrolle: Helene Förster Auf der Bühne: Lafol Szendy. Parodie am Flügel Adonos, der Jongleor. [ Nicderschäne' Elysium GiÄU) Hasselwerderstraße 17 Tragödie der Liebe m. E. Jannings Beide Teile Groche VarictAschao >_ � Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 205—210 Tragödie der Liebe m. E. Jannings Beide Teile in einer Vorstellung. Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Tempo— Tempo m. Luc. Albcrtinl u. Fritz Kampers Bühne; Negro Harmony Singers Original-Neger-Jazzband Beginn der ersten Vorstellungen Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Norden Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Erstaufführung Osten: Der Narr seiner Liebe Reiter der Rache Grobe B&hncnschan Concordia-Palast Andreasstraße 54 Ein kieinerVorschnS a. d. Seligkeit mit D. Gratia Der Wlcfater des Glücks Bühnenschaa Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Möblierte Zimmer (Der sturmfreie Junggeselle) Glück bei Frauen Bühnenschaa W Frledrlchzfeld« H Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 Pflicht und Liebe mit Ramon Novarro Das verschwundene Testament mit Aidlni W Nordosten „Elysium" Prenzlauer Allee 58— Film und Bühne Des groß. Erfolges weg. verlängert! Der große Tonil Im: Sahmarine Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Der Teufelsreporter mit Eddi Polo Die Dame in Schwarz Auf der Bühne; Egon Piton Collosseum Film- und Bühnenschaa Schönhauser Allee 123 W. 6.30 U. S. ab 4 U. Die verschwundene Frau m. M, Kid Filmstadt Hollywood Bühnenschaa_ Alhambra Müllerstraße.'Ecke Seestraße Die Schmugglcrbraut von Mallorca mit Jcnnvfugo. Bühne: Die große Scnin-Glazerolf Schau<16 Mitwirkende) Fortuna-T ageskino Müllerstraße 12c Beg. 10 U. vorm. Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Wclt- oroduklioD__ Mctro-Palast Chausseestraße 30 Revolntion der Jagend Die Regln» entsfoefater m. B. Baltoar Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U., Stg. 5 U. Stg. 3 U. jugendv. Die Verführerin mit Lissi Arna Verröter Beiprogramm „Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Der gr. Zille-Film: Die da unten Sturmangriff Bfihnenschau Vincta-Kino Vmetaplatz 3, Ecke Wolliner Straße Die Sieh zehn|4hr Igen mit Grete Mosheim. Der weihe Wildling. g Reinickendorf-Ost � Bürgergarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 Verstörktes Orchester Konfetti In den Hgndcn der Polizei mit Lon Choney Gesundbrunnen «Alhambra" Badstraße 58 Lotte Neu mann auf der Bühne und im Film: Ergebt rechts- sie gebt links— Ma eiste u. d. Javanerin. Bühnenschaa Balls chmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Sündenfall mit Vera Schmlterlöw Nachtbesach am Geheimtrcsor GroHe Bühnenschaa Humboldt-Theater Badstraße 16 Alraune mit Brigitte Helm Die Flucht über die Grenze Grobe Bühnenschaa Kristall-Palast. Prinzenallec 1—6 Die Sdimugglcrbraui von Malorc« Beiprogramm GroHe Bühnenschaa Palast-Theater Breite Straße 21 a La Bohime mit Lllian Qlsh, lohn Gilbert Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Die Regimen Isfothi er mit Betty Battoar Der Draafgönger mit 5yd Chaplin Bühnenschaa M Niddgrschanhautew � Film-Palast Blankenburger Straße 4 Grobstadtschmetterling vte Wochenendbtaal