BERLIN Sonnerstag 29. August 1929 10 Pf. Nr. 404 B201 46. Jahrgang. erschelattSglich austerGonntaz«. Zugleich Abendautgabe de«.Vorwärts'. Bejugsprei« beide Autgaben SS Pf. pro Woche. Z.soM. pro Monat. Redaktion und T�reditivn; Berlin SW 68. Lindenstr.» Ani«isen»r«i Jerusalem beherrschenden Bergen eingenistet hätten. am Mittwoch morgen durch britische Truppen, die von Panzerwagen und Flugzeugen unterslühl wurden, ausgeräuchert worden feien. Biete Araber hätten sich ergeben, hundert andere feien ge- flohen und dabei durch niedrig fliegende britische Flugzeuge mit Maschinengewehrseuer niedergestreckt worden. Da, ganze Gebiet sei von loten Beduinen übersät gewesn. Die genaue Zahl der Toten bei diesem Kampfe, dem schwersten, der überhaupt bisher während der Unruhen stattgefunden habe, fei noch nicht bekannt. Lyndon gibt die Kämpfe zu. London. 29. August. Das Kolonialamt gab heute abend folgenden Bericht aus: Es ist keine besondere Veränderung in der Lage in Palästina zu oerzeichnen. Jerusalem, Jaffa und Haifa sind ruhig. Unruhen in der Umgegend von Haifa wurden von einer Landungsabteilung des Schlachtschiffes„Barham" unterdrückt. Flugzeuge beobachteten das Unvuhegebiet und feuerten auf Trupps von Arabern in der Umgebung von Haifa, Ramleh und dem Hügelland um Jerusalem. Vorgestern abend wurden wiederholt Angriffe gegen Veit Alpha, sechs Kilometer westlich Beisan, von einer Abteilung trans- jordanischer Grenztruppen erfolgreich abgeschlagen. Die Telephonleitungen von Jerusalem nach Nazareth, Haifa und Tiberias sind durchschnitten worden. Die Lage im Transjordanland ist normal. Jüdische Protestkundgebung in Lodz. Warschau, 29. August. Die Protestkundgebungen des Judentums gegen die Vorfälle In Palästina dauern an. Gestern veranstalteten die Juden in Lodz einen großen P r o t e st u m Z u g, an dem sich etwa 59 999 Per- sonen beteiligten. � Eine zionistische Abordnung übergab dann dem englischen Vizekonsul in Lodz«ine Entschließung. Di« Lodzer Juden sandten außerdem noch Telegramme an d«n Völkerbund und an die englische Regierung, in denen Schutz für die Juden in Palästina gefordert wird. 1 5 Tote in Buir. Köln, 29. August. Wie wir erfahren, ist die Gattin des estnischen Generalstabs. offiziers Mayer, die bei dem Eisenbahnunglück in Buir schwer verletzt worden war, heule früh gestorben. Damit hat sich die Zahl der Toten ans 1 5 erhöht. Das Großfeuer am Kurfürstendamm hat leider zwei Todesopfer gefordert: Tie Feuerwehrbeamte« Klemm und Pfeiffer sind heute im Verlauf d«S vor- mittags ihren schweren Verletzungen erlegen» die sie bei dem Großfeuer erlitten haben. heute früh, kurz nach S Ahr. ist der erst 24 Jahre alle Feuer. wehrmann Kurl Klemm, der bei feinen Ellern in der Wald. straße 23 in Moabit wohnte, im St.-hildegard.Krankenhaus ge- starben. Alle Bemühungen der Aerzte, den jungen Menschen zu rekten, waren vergeblich. Er stand erst seil dem 8. April des Jahres im Feuerwehrdienst. Mittags lief die Nachricht ein. daß auch Brandmeister Pfeiffer im Schöneberger Krankenhau» seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Gestern nachmittag mußten dem Unglücklichen gleich nach seiner Ausnahme beide Leine amputiert werden. Der Zustand verfchiimmerle sich von Stunde zu Stunde und heule mitlag wurde Pfeiffer von seinen Qualen durch den Tod erlöst. Brandmeister Pfeiffer stand im 48. Leben». fahre und hinterläßt eine Frau und zwei unmündige Kinder. Das Befinden des gleichfalls schwerverletzten Oberfeuerwehr- nmniies Christel, der im Wilmersdorfer Krankenhaus, m der Achenbachstraße, daniederliegt, ist nach wie vor sehr e r n st. Weiterhin haben Aufnahme gefunden: im Urbankra�kenhous Feuer- wehrmaml Kindler, in der Achenbachstraße Brandmeister Raschdorf,. Oberfeuerwehrmann S ch i f f m o n n, Feuerwehr- inann T o p p e l und im Westendkrankenhaus die Oberfeuerwehr- Männer T h i n i u s und K r a a tz. Der Zustand der letztgenannten ist leidlich und gibt bisher zu Besorgnissen keinen Anlaß. Außer- dem haben vier weitere Feuerwehrleute Brandoerletzungen erlitten, so daß sie für die nächste Zelt dien st unfähig sind. Nach Anlegung von Notverbänden tonnten sie in ihre Wohnungen entlassen werden. Zwei Tote, sieben Schwer- und 4 Leichtverlehle, das ist die traurige Bilanz de» gestrigen Großfeuer». Der Oberbürgermeister läßt sich laufend Über den Zustand der Verletzten unterrichten und Hot den Verunglückten und den An- gehörigen der tödlich Verletzten seine Teilnahme aussprechen lassen. Oberbürgermeister Böß als Inhaber der städtischen Baupolizei« gemalt hatte sich außerdem heut« mittag in Begleitung de» Berliner Oberbranddirektors G e m p p über die Ursach« des ver- heerenden Großfeuers und besonders des Deckeneinsturze,, auf den die beiden Todesfälle zurückzuführen sind, an Ort und Stell« informiert. Die Untersuchung brachte das überraschend« Ergebnis, daß bei dem Ausbau der Dachgejchoßwohnung des Schauspielers Gerasch von der Bauleitung mit der größten Fahrlässigkeil vorgegangen ist. Eine Brandmauer wurde einfach durchbrochen, und daraus erklärt sich auch die rasend« Ausbreitung des Feuers. Außerdem befand sich zwischen der Wohnungsdecke und dem Dach«in etwa ein Meter hoher Hohlraum, in dem sich die Flammen ungehjndert nach beiden Seiten ausdehnen konnten. Hinzu kommt die überaus reiche Möblierung der Wohnung, in der das Feuer viel Nahrung fand. Di« Ursache des Deckeneinsturzes ist, wie einwandfrei ermittelt werden konnte, auf eine fehlerhafte Dachkonstruktion zurückzuführen. Die Polizei ist zurzeit noch mit weiteren Ermitte- lungen beschäftigt. Die Aufräumungsarbeiten, an denen sich fünf Löfchzüg« de- teiligten, wurden gestern kurz vor Wtternacht unterbrochen. Ein Ablösungszug ruckt« an und Übernahm die Brandwache. Seit heute früh find wieder mehrere Züge an der Brandstell«, die dos Ziel vieler Schaulustiger ist, mit den weiteren Aufräumungsarbeilen beschäftigt. Der Schauplatz des gestrigen Großfeuers ist durch Schutzpolizei noch immer im weiten Umkreis« abgesperrt. * Die Berliner Bevölkerung wird mit besonderer Anteil- n a h m« von dem Tode der beiden Feuerwehrleute Kenntnis nehmen. Zwei tapfere Männer, die in einem Beruf tätig waren, der ebensoviel Aufopferung wie Mut erfordert, haben in diesem edlen Be- ruf ihr Leben für Rettung und Schutz ihrer Mitmenschen lassen müssen. Hoffentlich werden die sechs Feuerwehrleute, die noch in den Krankenhäusern liegen, recht bald ohne dauernde gesund- heitlicheSchädigung zu ihren Familien zurückkehren können. Die Golidan'täi geschändet. Drei Mann brechen einen Streit. Sechs Wochen lang standen die Glasschleifer und Polierer der Firma Röder, Meyer u. C o. in Hohenschönhausen im Streik, weil drei von ihren Kollegen gemaßregelt worden waren. Die Firma macht« all« Anstrengungen, um die Plätze der Streitenden mit„Arbeitswilligen" zu besetzen. Die gelbnationale Vermittlungsstelle in der Brandenburgstraße suchte auch in diesem Falle der bestreikten Firma beizuspringen. Allein mit den Raiiß- reißern, die sie der Firma schickt«, war nichts anzufangen, da sie eher alles ander« waren als Facharbeiter. Unter diesen Umständen wäre die Firma bald zu Berhand- lungen mit dem Fabrikarbeiteroerband gezwungen gewesen, wenn sie ihren Betrieb nicht einstellen wollt«. Di« Sache der Streikenden stand gut. Die Firma ober wollte noch nicht nach- geben und versuchte als letztes Mittel, einen Keil in die> Reihen der Streikenden zu treiben, indem sie einzelnen von ihnen ein Schreiben zuschickte, mit der Aufforderung, die Arbeit wieder aufzunehmen. So aussichtslos dieser verzweiselle Auswegsversuch auch schien, er führt« zum Ziel. Drei Streikende ließen sich breitschiagen und sielen um, ihren Kollegen in den Rücken. Heinrich Krahn. Acker- straße 133, Karl Franz, Georgenkirchstr. 84 und Willi C o m o s, Warschauer Straße 45 nahmen die Arbeit wieder auf. ohne sich mit der Streikleitung in Verbindung zu setzen. Ein paar Tage noch und der Streik war gewonnen. Nun aber mußten die etwa 39 Slreikenoen den Streik als er- folglos aufheben, weil-aus ihren eigenen Reihen drei Mann fahnenflüchtig wurden. Ein abschreckendes Beispiel! Wieder ein Justizirrtum? llm �2'/« Lahr Zuchthaus Aus Hamburg wird berichtet, daß man dort im Begrijf steht, einen Prozeß zum Wiederaufleben zu bringen, durch den, wenn nicht alle Anzeichen trügen, ein Justizirrtum berichtigt und ein zu 12 Jahren 3 Monaten Zuchthaus verurteilter Mann namens Horders endlich zu einer milderen Strafe verurteilt oder freigesprochen werden dürfte. Härders war im Jahre 1325 wegen Raubes und Einbruch- diebstohls oerurteilt worden, obwohl er behauptete, zu der fraglichen Zeit nicht an der betreffenden Einbruchsstelle, sondern in einem Hofe gewesen zu sein. Jetzt ist ein neuer Zeuge gefunden worden, durch den die Beweisführung, die dem Urteil zugriindeliegt, u m- geworfen werden dürfte. Härders hatte bereits im Jahre 132k cm Wiederaufnahmeverfahren durchgesetzt, erreichte jedoch nichts. Damals wurde die Strafe bestätigt. Heute steht fest, daß der damlige Hauptbelaftungszeuge A l b r e ch t, in dessen Wohnung Härders eingebrochen haben soll, vor und während der Tat schwer betrunken war. Seit dem eigentlichen Lorfall ist er geisteskrank. Ein Bankdirektor zu Gefängnis verurteilt. (Blaß, 29. August. Der frühere Direktor N e g l i n s k i vom Münflerberger Lank- verein, der durch eine über feine Verhältnisse gehende Lebensführung vc.leitet worden war. sich auf Spekulationen einzulassen, hatte seine Verluste aus Mitteln des Vereins gedeckt. An seinen Spekulationen hatten sich auch ein Kassierer, der Aarsitzende des Aufstchtsrots. der sich zu Anfang des Jahres das Leben genommen hat, und ein Bankkunde beteiligt. Das Er- weitertc Schöffengericht in Glatz verurteilte Reglinski zu ein Jahr sechs Monate Gefängnis, 2000 M. Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust und den Mitangeklagten, Bankkassierer Oer Held (Detannilich drückte stck» Hugenberg vor 5 Jahren bei der Abstimmung über die Dawes-Sesehe.) — und dann kommt die Etappe, die hat die größte Klappe! (Soldatenlied) Schneider, zu sechs Wochen Gefängnis und 100 M. Geld- strafe. Reglinski wurde aus Antrag seines Verteidigers vorläufig aus der Haft entlassen. Kampf den �undfunkstörungen. Di« Klagen über Störuirgen beim Rundsunkempfang sind so laut geworden, daß sich einige Stellen genötigt sehen, nach Abhilfe zu suchen. Auf der diesjährigen Funkausstellung zeigt nicht nur di« Reichspost die Entstehung, Verhütung und Bekämpfung von Rundfunk st örungen. Auch der A r b« i t e r. R a d i o- Bund Deutschlands, der vor wenigen Wochen in fast allen Berliner Bezirken regelmäßig Sprechstunden zur Auskunfterteilung eingerichtet hat. verwertet seine hier gemochten Ersahrungen. Die Beseitigung der Störungen oder mindestens deren Verminderung ist mehr eine gesetzgeberisch« als eine technische Angelegen- h- i t. Die wesentlichsten Störungen lassen sich heute bereits aus- reichend beheben. Die Abhilfemittel werden aber, was Voraus- segung ist, von Herstellern und Benutzern Störung erzeugender Geräte nicht zur Anwendung gebracht, weil dies« Vorsichtsmaß- nahmen von ihnen weder noch dem geltenden F u n k r e ch t, noch nach dem zivilen und dem Strafrecht mit genügender Erfolgsaus- ficht verlangt werden kann. Obwohl der Hörer die Verpflichtung zur Zahlung der Gebühren übernimmt, hat er„keinen Anspruch auf eine gute und störungs- freie Ucbermittlung" Dieser Paragraph, der einen Selbstschutz der Reichspost gegen die Hörer darstellt, muß schleunigst einer anderen Vorschrift Platz machen, die geeignet ist. dem Hörer die Rechte zu verschaffen, die er als Käufer voraussetzt. Der Arbeiter-Radio-Bund.Deutschlands, Geschäftsstelle Berlin SW. kl, Porkstr. 14, fordert deshalb Bestimmungen, nach denen die Rundfunkteilnehmer das Recht auf einen möglichst einwand- freien Empfang der Sendedarbietungen haben! die vorsätzlichen Störungen des Rundsunkempfangs verboten werden, Störungen durch elektnsche Anlagen, soweit die» möglich ist, vom Störer beseitigt bzw. vermindert werden müssen, Rundfunkstörungen verursachende elektrisch« Geräte soweit al» möglich störungsfrei hergestellt und vertrieben werden müssen. Aus der Funtausstellung hat der Arbeiter-Radio-Bund in Koje 398 Listen ausgelegt, in die sich alle von Störungen geplag- ten Hörer eintragen sollen, um die Forderungen nach gesetzgebe- rischen Maßnahmen zu unterstützen. Hier wird gleichzeitig kosten- los« Auskunst über die technischen Abhilfemaßnahmen gegeben. Wetter für Berlin: Weiterhin warm, zeilweise schwül, ziemlich heiter, mäßige Südwestwinde.— Aür Deutschland: Ueberall be- ständiges und noch sommerlich warmes Wetter. Wo Wilhelm in »on Max In der Ardenncnstadt Spa erleichtern sich die Ant- wcrpener Diamantenhändler und die Lütticher Vergwerksdirektoren und Amsterdamer Tabatmagnaten von Rheumatismus und Darm. foulheit. Es sind gediegene Leute mit dauerhaften Edel- und Gallen- steinen. Dorum hegen sie auch noch heute eine tiefe Zuneigung zu jenem Doorner Hohcnzollernwilhelm, obwohl er sie einige Jahre lang daran hinderte, an dem Roulettetisch von Spa ihre Bankdepots zu verspielen. Der Potentat hat sich nämlich im Lande von Spa außerordentlich beliebt gemacht. Wird seine Un- sterblichkeit vielfach bestritten, so ist sie ihm doch bei den Bewohnern und künftigen Kurgästen von Spa gesichert. Er ließ nämlich im Lande allen Kupferdraht requirieren. Er requirierte auch, wi« es zu seinen Standespflichten gehörte, zu seiner Annehmlichkeit das schönste Schloß in den Bergen. Das heißt, es wurde dem Besitzer einfach mitgeteilt, daß er nichts mehr auf seinem Gut zu suchen habe. Die Hohenzollernökonomi« gebot eben, daß ein alter Grundsatz um- geändert werde. Nach dem Hohenzollernwilhelm bedeutete Eigen- tum nicht Diebstahl, sondern umgekehrt. Diebstahl Eigentum. So wurde er also Schloßeigentümer in den Ardemien, und er ließ seinen Besitz durch 50 Telephone mit der ganzen ihm parierenden Krjegs- weit verbinden. Und di« Telephone führten auch zu dem Märchen- haftesten Bombenunterstand, der in jenen eisernen Jahren gebaut wurde. ZU diesem Unterstand unternimmt noch heute alles, was in Spa sein Gewicht und sein Geld loswerden will, tagtäglich Pilgerfahrten. Die Kutscher und die Chauffeure halten dich auf der Straße an: „Wollen Sie zum Schloß des Kaisers?"—„Zum Schloß des Kaisers?"— Ja, obwohl der rechtmäßige Friedensbesitzer dort heut« wieder seine Freunde und Rennpferde beherbergt, ist dos Schloß immer noch das Schloß des Kaisers geblieben. Di« Leute, die sonst das Maul weit aufreißen, werden still, wenn sie den einst kaiserlich gestreuten Kies des Parks betreten. Dos liegt nun einmal in der Natur des neugierigen Pöbels, mag er nun oben oder unten Hausen. Wo ein Kaiser ehemals hauste, vermutet man besondere Geister, und sogar besonderen Geist. Besonders aus den Rentiers ist dieses Vorurteil schwer aus- zurotten. Sie brauchen nicht nur Entfettungskur«», sondern auch ihre bekömmliche Dosis Byzantinismus. Sie müssen etwas zum Beglotzen haben, und sei es auch nur dieser Keller, in den Wilhelm hinunterstieg, um zu beweisen, daß er als vorsichtiger Landesvater gesonnen war, den unvorsichtigen Heldentod seinem teuren Volke zu überlassen. Di« Großen und di» Kleinen ergötzen sich in der Bewunderung und Andacht. Die Aleinen sind an sich tapfere Kerlchen. Sie gehören oft zu den Boy-Scouts, das heißt. jenen Wandervögeln, die kürzlich aus Belgien, Frankreich und Eng- lond zusammenkamen, um von dem Prinzen von Wales begrüßt zu werden. 50 000 Wandervögel versammelten sich da. Man be- reitet« dem Prinzen einen rauschenden Empfang. Man stellte für �Meine(Schwester und ich." Atrium. Nach einem Bühnenwerk ist dieser Film gearbeitet, der mal wieder das abgeklapperte höfische Milieu zeigt, für das eigentlich nur urteilslos« Backsische und verschlafene Bürger schwärmen. Doch die schelmisch« Mady Christians ist di« Prinzessin, die kein« Ahnengalerie, sondern einen Mann heiraten will. Und die schließ- lich, als schwarzes, aber glückliches Schaf in den Armen des Bibliothekars Dr. Müller ihr Filmend« sindct. Der Regisseur Manfr«dNoo war früher mal ein« bedeutend« Filmhossnung. Der ganz große Wurf ist ihm bislang nicht g«. lungen, aber manchmal schasst er recht nette Sachen, so diesmal«in allerltebstes, harmloses Lustspiel. Er hat viel« glänzende Einsäll« und unter seiner umsichtigen Leitung kommt Mady Christians an ihren Welterfolg im„Walzertraum" heran. Ei« ist so drollig, so charmant, daß sie im Nu der Liebling oller Luschmier ist. Gleichzeitig gefallen ihre beiden Partner, und zwar Jack Trever als der vornehm« junge Mann und I g o S Y m als der zurückhaltende Ltebhaber. Dies« stets etwas gedrückt« Stimmung weiß er vor- trefflich zum Ausdruck zu bringen und bei Jack Trever ist vor lauter Wohl«rzog«nheit«rfreulicherweise das Herz nicht mit einer Eisschicht umgeben. Hans Iunkermann ist unnachahmlich wie immer, wenn er ein«n sürstlichen Trottel darstellt. Carl Huszar(Puffy) ist ein famos« Komiker, dem es aber nicht nur auf di« komische Wirkung ankommt, sondern der in jeder Situation«in Mensch bleibt. Tilla Garden fällt bös« ob. Zudem machte der Kameromann den Fehler, ihr« Hände zu photogrophieren. Der Premierenerfolg war ein ganz großer und der Beifall überaus herzlich.«- d. Zwei Oetettivfilme. „Oer Hund von Aaskerville'- Eapitol. ConanDoyles bekanntester Sherlock-Holmcs-Roman ist jetzt zum zweitenmal verfilmt worden, und zwar von demselben Re- gisseur, von Richard Owald. Früher spielten Ernst Reicher und Friedrich Kühne di« Hauptrollen. Jetzt wartet Oswald mit einer ganz neuen Besetzung auf. Die Geschichte von dem Geisterhund, der den Lords von Basker. ville durch sein Erscheinen den Tod bringt, di« Geschichte«ines genialen Verbrecher«, läßt sich kaum restlos ins Filmische übertragen. Trotz guter Photographie und sehr guter Regie gelingt e« nicht, die düstere Stimmung einer Moorlandschast, die Conan Doyle virtuos wiederzugeben vermag, im Bild« zu gestalten. Oswald gibt vielleicht «in Zuviel an Nebel und Rauchentwicklung auf der Heide, und er gibt auch«in Zuviel an weiten, prunthaften Hallen, die dieses mittelalterlich« Schloß nicht kennt. So entsteht am Anfang, wenn zum erstenmal von dem Geisterhund gesprochen wird, nicht di« ge- drückte Stimmung, die ängstlich« Spannung, zu der«ine andere Dekoration beitragen würde. Ehemal« war der Film konzentriert, heute gehl er in» Breite. Hinzu kommt, daß die Schauspieler über Durchschnittsleistungen nicht hinauskommen mit einer einzigen Ausnahme. Und diese ist Fritz R a s p. der dem Verbrecher die harmlos« Miene eines iveltentrückten Zoologen' verleiht. Ein trankhafter, getriebener Mensch, der Ver. brecher ist, weil er«s seiner ganzen Veranlagung nach sein muß. Sherlock Holmes wird In dem Schauspiel B l a ck w e l l s aus England importiert. Mit d«r Rolle de» Meisterdetektios ist nicht viel anzufangen. Ihre Umrisse liegen zu fest. Sherlock Holmes ist bereits zu einem Mythos geworden, an dem ttm vorwitziger den Keller stieg. Hochvv ihn einen kostbaren Lehnstuhl auf. Nachdem das hoheitsoolle Gejäß diesen Stuhl geehrt, nachdem auch Seine Königliche Hoheit vvn per Jugend Abschied genommen hatte, entstand nun unter 50000 internationalen Wandervögeln ein stürmischer Taumel der byzantinischen Ausregung. Man beschloß feierlich, jeder Wandervogel habe sich für den Bruchteil einer Sekunde auf den prinzlich berührten Ehrenstuhl niederzulassen. Ge- sagt, getan. Sechs Stunden lang streistcn ehrfürchtig 500 00 llntertonengesäßc diesen Sessel. Keiyer durfte etwa lange verweilen, um sich eine besondere Freude zu schaffen. Es war be- stimmt, daß jeder nur init dem Rand seines bürgerlichen Popos. sagen wir mit der bürgerlich zulässigen Mindestfläche, dos Ehre». möbel berühre. Diese Jungen werden einmal wie die Alten sein, die heute in Ehrfurcht vor Wilhelms Mauseloch ersterben. E» sei denn, auch die bürgerliche Jugend macht in der Zukunft eine Entbyzani. sierungskur durch. Dann kriecht man in den linterstand. Man braucht gar nicht zu kriechen. Es war nämlich ein sehr komfortabler Unterstand, das Luxuriöseste, was sich in dem Genre fabrizieren ließ. Die ondachis. vollen Besucher sind darum zufrieden, daß auch im Krieg dem Kaiser gegeben wurde, was des Kaisers war. Zu«elcher Nation sie auch gehören mögen, sie lauschen mit Behagen, daß eine deutsch« Genie- trupp««in halbes Jahr lang schuftete, um das kaiserliche Leben gegen die Fliegerbomben zu sichern. Der Keller in dem Ardennenschloß war ein genial erdachtes Mauseloch für einen Imperator. Alles war sehr wohnlich ausgestattet, mit Teppichen an den Steinwandcn und auf dem Fußboden, mit hellem elektrischen Licht. Ein Ventilator, ein Meisterstück der Ingenieure, sorgte dafür, daß Seiner Majestät der Atem nicht ausgehe. Der erlauchte Höhlenbewohner konnte von verschiedenen Seiten hineinschlüpfen und aus ebenso verschiedenen Seiten wieder hinausschlüpfen, wenn das Alarmsignal gegeben wurde. Dos Signal wurde übrigens nur ein einziges Mal gegeben, so um die Wende 1318, als der Kaiser sich schon zu Tode gesiegt hatte und sein« Koffer heimlich vorbereitete, um in niederländischen Fleischtöpfen sein mageres Auswandereressen zu schmoren. Die Pilger zu dem Kaiserteller sind entzückt. Nur durch strenges Verbot sind sie dadon abzuhalten, auf die polierten Eteinwändc ihren Ehrennamen und womöglich noch ihre Bankiontonummer zu kritzeln. Sie beeilen sich, ihren Verwandten und Freunden auf An- sichtskarten das große Erlebnis zu schildern. Rur ungern nehmen sie Abschied von dem kaiserlichen Mauseloch. Sie vergaßen allen Dreck des Krieges, olles Blut und Leben, das zerstört wurde. Sie wollen aber nicht das kaiserliche Mauseloch vergessen. Sprudelkur und Massage schlagen ihnen besser an, weil sie das Mauseloch gesehen haben. Ob' deutsch, ob flämisch, ob emigrantenrussisch oder aus Persien, sie hängen immer noch an dem Alte», sofern sie über aus- reichende Renten und genügend Zeit verfügen. Schauspieler rütteln darf. Die Frauen begnügen sich mit dem hüb- schen, typssch-englischen Aussehen, und Lioio Pavanelli hat diesmal überhaupt kein Gesicht. »- „Oie letzte Warnung"- LlT. Kurfürstendamm Wie gesagt,„Der Hund von Baskerville" ist zu breit aus- gesponnen. Wie konzentriert ein Kriminalsilm sein kann, zeigen da. gegen die Amerikaner in„Die letzte Warnung". Der Re- gisseur Paul L e n i läßt di�-Handlung in einem rasenden Tempo ablaufen und oersteht es ebenfalls, den Szenen einen Anstrich des Unheimlichen zu geben. Die ganze Anlage des Films erinnert aller. dings an ein großes Vorbild, an das„Phantom der Oper" mit Lon Ehaney. In jedem Kriminalfilm enttäuscht die Auflösung.„Die letzte Warnung" und„Der Hund von Baskerville" bedeuten keine Aus. nahme.� Aber bei den Amerikanern ist das ganze Sujet viel un> glaubwürdiger als in dem deutschen Film. Vorzüge dagegen die große Gestaltungskrast der amerikanischen Schauspieler. Selbst die kleinsten Rollen find bis ins feinste Detail durchgearbeitet. Es ist eine Gestaltung, die ins Grotesk« geht, und dies ist die beste Lösung für olle kriminalistischen Angelegenheiten. Man nimmt heute noch diese Sujets, die sowieso das Unglaub- lich« streifen, zu ernst. Man steht heute im Zeichen des Abenteurer- Und Detektiofilms, des Abenteurer- und Detektivromans. Es ist gelungen, in der Literatur auf diesem Gebiet Befriedigendes zu schaffen. Der Film dagegen wartet nach auf diese Erfüllung. F. S. Herbstpremieren im Re-che. In der kommenden Spielzeit sind für den Monat Oktober an Uraufführungen auf deutschen Bühnen u. a. folgende Werk« in Auesicht genommen: Im Münchener Residenztheater und d«m Weimarer Ratlonaltheater„Gesellschaft für Menschenrechte" von Franz Theodor Esotor; im Kieler und Braun schwel gar Stadttheater„Iud Süß" von Ashley Dukes nach dem gleich- namigen Roman von Lion Feuchtwanger: am Breslauer Lobe- Theater„Marius" von P a g n o l und am Bremer Stadttheater „Napoleon auf St. Helena" von dem Kölner Heinz St« gu weit. ' Amerikanische Unterstützung für Sven Hedin. Der in Schweden gebürtige Ehikagoer Bantdirektor Apple ton in Chikogo stellte Sven Hedin 25 000 Dollars zur Derfügung, wodurch dieser in der Lage ist, sein« Expedition auf Teile von Turkestan auszudehnen, deren Erforschung ursprünglich im Expeditionsprogramm nicht vorgesehen waren. Parodie auf Ziemarque. In dem Berliner Verlag Paul Stegeman» erscheint von dem bekannten Philosophen Dr. S. Friedländer, der unter dem Pseudonym M y n o n a schreibt, ein« Remarque-Parodte unter dem Titel:„Hat Erich Maria Remorqu« wirtlich gelebt?" Jlntetstökirng von voltebücherelev. Sin« Unterstützung von 80000 Bünden lVolt«- und Jugcndschriite«) stellt di«»e'-lllchaft im Volksbildung fverlin NW 40, Lüneburger Str. LI) aus der von ihr Mtawlteten Stiert. Stiftung unbemittelten Bolttbüchereien, die Mitglied der Sesellichaft find, unentgeltlich zur Verfügung. v-rantwortl. fttr die Redoktion:«oligang««war», Serlln: RnMiatn: rh.«Uie, Berlin. Seriös: Setwätta Verlag®.«. b. te., Setlm. Druck: Von» ort» Sud). drucke ret unk vtrlsgoanftolt Paul cinttet&«o.. Berlin SB«. Siutenlteat, I Die Hauptgewinne sind durch Fettdruck hervorgehoben.— Die Abholung der Gewinne kann täglich in der Zeit von 14 MSturmvogel-Bureau"| Zentral-FIughafen, Tempelhof, gegen Abgabe des Gewinn-Loses erfolgen. bis 18 Uhr im 9 10 501 583 1-533 1,585 2119 2181 2541 2559 3723 3783 4218 4238 4680 4717 5163 5258 6304 6310 6772 6780 7312 7323 7637 7644 8151 8198 8781 8849 9263 9267 9784 9819 10 091 10 10 723 10 765 (Oljnc DewiHr-1 65 121 124 187 293 308 416 454 458 466 478 613 621 963 1012 1092 1334 1374 1408 1442 1601 1617 1664 1670 1801 1872 1942 2020 2111 2193 2200 2220 2323 2373 2431 2449 2514 2920 2932 3079 3109 3376 3467 3507 3596 3670 3903 3906 3973 4018 4070 4076 4094 4214 4291 4257 4302 4343 4417 4456 4490 4928 4776 5411 6375 6825 7324 7651 8333 8936 9274 9989. 4856 5500 6427 6919 7327 7780 8382 8977 9289 4865 5600 6522 6978 7002 5041 5729 5942 6533 6554 7337 7868 8407 8991 9440 7353 7907 8582 7005 7364 7931 8599 9143 9156 9461, 9518 5098 6024 6572 7092 7379 7935 8631 9159 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Tel. Hb. 2246 Gastspiel Gaste) Beer, Grete! lllleo Wiener dlnt Operette von Johann StrauB Dazu der protze VarielGteil. Anfang Konzert 4 ÖSr. Burleske a. Varietl S.30. Operelte 8 OBr. CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. Täglich SV< Uhr Oer neue Erotfnungs- Schlager Wem llkkött mein Mann! Dazu ein erstkl. bunter Teil. Fflr unsere Lesen Ontschein fOr 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 AL, Sonstige Preise: Parkett u. Rang0.80-M Reichshallen-Theater Abend[Ö] Sonntag Nadim.[T] Stettiner Singer Nachmittags halbe Preise! Montag, den 2. September 771-Jahr-Feier der Stettiner Singer Dönhoff- Brettl: Variete Konzert Tanz KONZmmEEEE'TANZ-PALAST'MBARETT-BAQ FOIEDßlCHSTQASSE96• AM BAHNHOF' Rose- Thealer, Grotze Frankfurter Slr.lS2. 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Merkur 1624 Täglich 8Vi Uhr über 1000 X Max Adalbert in Clubleuie Max Landa, Ferry Sik'a, Ellen Frank, Thea), o. Westens Täglich 8>/, Uhr Sonntag 4 u. 8'., Franz Lebars Welt erfolg! Friederike Lotte Carola Hanns Wilhelm Telephon Steinplatz 0931 u. 5121 Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Ifinsller- Theater Barbarossa 3937 Heute Vh Uhr Dtsch. Uraufführ. Die andere Seite von R' C Sherriff Regie: HeinzHilpert Berliner Theater Dönhoff 170 Dienstag, 3. Sept. 71/j Uhr Uraulführung Zwei Kiawatlen von Georg Kaiser Musik; Mischa Spoiiansky Regie: Forster Larrinaga Luslspielhaus Täglich 8>,s Uhr Du wirst mich heiraten! Rundfunkhörer halbe Preise. Sport-Stestaurant CanlianslraBe(Sxer) Alfred OspaUhl August Krauss i Bln.-Tempelhof 1 Germamatir.143 _ TcL: SQdring 3961 Spczial-Bauausführungen: Drahtputz-, Zug- und Bildhauerarbeiten föeiloge Donnerstag, 29. August 1929 Sa-Mpad SfiÄbiuiQaße Jß*]/otu>ils4l Klaffe« auf Fahrt Diesseits unb jenseits öer Problematik der Schulausflüge Di« Schulwanderung war nicht immer so eng verwachsen mit d«m gesamten Unterrichtsbctrieb, wie sie es heute ist oder wenigstens sein sollte. Nicht selten war es«in einziger Tag im Jahr«, den man wohl oder übel dem Bewegung-- und Spielbedürsnis der Jugend opferte. Und nicht immer war er der eigentlichen Wand«rung gc- widmet. Es war eben«in lustiger Tag, an welchem man sich nach Kräften austobte, und als Kennzeichen solcher Noturheimsuchung schleppte man wahre Berge von Laub und Blüten in die Stadt zurück, frei nach dem Liede vom einsamen Wanderer: Eine Lüneburger Heide am Hute, den Neuenburger Urwald in der Hand... Heute ist die Schulwanderung«in Unterrichtsmittel, das in seiner Bedeutung gar nicht überschätzt werden kann, und dos neben der untsrrichtlichcn vor allem die gesundheitliche und die ästhetische Seite zu ihrem Recht kommen läßt. Statt daß man die Natur in Bildern, Modellen und Präparaten in das Klassenzimmer holt, sucht man die Dinge selber auf und müht sich wandernd um sie, genau wie bastelnd um technische Dinge. Erwandern hat man sinnvoll diese Art des Aufnehmens neuer Anschauungen und Erkenntnisse genannt. Und darin liegt eine Mahnung, die über den Rohmen der Schul« hinaus Gültigkeit hat: Auch im Zeitalter des Motors sollte man alle Landstraßen und Feldwege seiner engeren Heimat einmal unter die Sohlen geimmmen haben. Nun soll die Schulwanderung ganz gewiß keine sozu- sogen ambulante Unterrichts st unde sein: 1000 Schritte laufen, dann das Ganz« holt! Mal eben herhören: Das, was ihr hier seht, usw. Nichts langweiliger als das, nichts geeigneter, den Schülern das Wandern zu verekeln. Man lernt so vieles beiwege- lang: man trinkt nachhaltiger aus Durst, als wenn es einem ein« geflößt wird'. Ueberhaupt darf man ruhig daraus oertrauen, daß das einseitig beeindruckte Stadtkind die Eindrück« des Draußen in sich hincinsaugt wie der Durstige das Wasser. Das Kapitel Durst, ein« der brennendsten Fragen auf Klassen- fahrten. Wer sich vom Wirtshaus unabhängig gemocht hat, erlebt bei seiner Wondergnippe alle Stadien des Wasserverlangcns: Vom Genuß des Flaschcninhalts, in welchein die ersten selbstgesangenen Kaulquappen schwimmen, und denen man dos Lebenselemcnt Schluck für Schluck entzieht, bis zum genießerischen Prüsen des Wassers der ländlichen Ziehbrunnen, der Bäche und Quellen. Wie von selber verdichten sich bei solchen Gelegenheiten die Beoboch- tungcn über Bodenart und Wasser zu klareren Erkennt- nisscn, die sich noch erweitern, wenn man am Abend in der Herberge aus dem abgebürsteten Schmutz, Schlamm und Sand der Stiefel eine wahr« Musterkorte der Bodenformen herstellt. Weit ergiebiger als die kleinen Tagesausflüge � sind die größeren Klofsenfahrten, die sich über Mehrere Tage erstrecken unb/nchtig vorbereitet, den Arbeitswillen der Klasse zum Erwerb von Fähigkeiten und Kenntnissen in viel stärkerem Maße Heraussordern. Es ist ganz erstaunlich, wie viele der sonst säuber- lich gefächerten Unterrichtsgebiet« sich mühelos in den Dienst einer solchen Wanderfahrt stellen und von neuen, lebcnspraktischen Seiten betrachten lassen. Geographie, Geschichte, Rechnen, Zeichnen und Basteln bleiben nicht auf Lehrbuch und grau« Theorie beschränkt, sondern tragen die lebendigen Züge von Wald»und Burg, von Eisenbahn und Bergwerk. Stellen wir einmal die unterrichtlichen Einzelausgaben zu- sammen, die bei solcher Gelegenheit ollen Ernstes in Angrisf zu nehmen sind: Errechnung der Reisekosten: dazu als Hilfsmittel Landkarte und Fahrplan. Abschätzung der Herbergs- und Zchrungs- k o st e n. Maßnahmen sür die Geldbeschaffung. Grund- satz: Alle für«inen, einer für alle. Aufführungen und Beranstal- tungen vor Schule und Elternschaft. Das Programm ergibt sich mühelos aus dem Charakter des Fohrtzieles, Hcidedichtungcn, Berg- sagen, Ritterspiele, Industriedichtung. Bastelarbeiten: Die Ausgaben, die eine bevorstehende Fahrt für den Arbeitsunterricht bietet, sind so vielseitig, daß die verschiedensten Kräfte und Gruppen vollauf damit beschostigt werden können: Karten- und Landschastszeichner, Bossiercr und Modellic'rer. Kleingerissenes Zeitungspapier, in Leimwasser gekocht, ergibt ein plastisches Material, womit sich landschaftliche Reliefdarstellungen vorzüglich ausführen und in jedem Farbton anstreichen lassen. Eine Ausstellung solcher selbstgefertigtcn Modelle bildet sür die oben- erwähnten Elternabende«ine sinnvolle Ergänzung. Waren Fahrplan und Atlas bei der Vorbereitung die uncnt- behrlichcn Lehrbücher, so tritt während der Wanderung die General st abskarte in ihre Rechte. Sic zu lesen und mit Sicherheit zu gebrauchen ist eine Notwendigkeit und eine Ehre zu- gleich, wenn es sich darum handelt, die Gruppe einem vorgesteckten Ziele zuzuführen. Die Anlegung eines Fahrtenbuches, dos in zeichnerisch und farblich geschmückter Umrahmung die Reiseberichte aufnimmt und von Jahr zu Jahr sich weitersüllt, vermag auch dem manchmal recht unbeliebten Aufsotzunlcrricht neue Anregungen und Ziel« zu geben. Dies ist vielleicht der schönste Erfolg aller Schul« fahrten: Alles Ferne wird faßbar, Landschaft, Be- völkerung, Industrie, Zahlen und Theorien werden aus Schemen zu greifbaren Wirklichkeiten: der feindliche Gegensatz Schule und Leben entspannt sich. Der Wander- trieb, der Tatendrang erwacht, Schwierigkeiten, die sich zu Bergen türmen, schrumpfen zusammen, sowie man ihnen nur richtig zu Leibe geht. Ein wenig Rechen- kunst.ein wenig Karten st udium, ein wenig Kam«- radschaftlichkeit: dazu der gehörige Unterneh- mungsgeist zu Fuß, mit dem Rad, mit der Bahn, mit dem Paddelboot... und die Welt ist dein! Carl Dsntr. Volkshochschule HarriSleeselö Von M. Simon, M. d. L. Der Schlußtag der Besichtigungsfahrt Dänemarks trug uns im Omnibus durch das teilweise fruchtbarere Westjütland(an der Grenz« von Marsch- und Geestland) in vielstündiger Fahrt bis nach Nord- schleswig in das an Dänemark abgetretene Gebiet. Man spricht dänisch in den Krügen der Marktflecken, in denen wir kurze Einkehr hielten, man sieht nur dänische Zeitungen, doch versicherte der uns begleitende dänische Landarbeiterführer sreimütig in der abgetretenen Dithmarsch, daß verschiedene Ortschasten starke Prozentsätze von Deutschsprechenden enthielten. Der dänische Staat plant nicht weit von der Grenze und längs derselben überdies eine umfangreich« Neusiedlung. Der Grenzllbertritt bei Harrislee erfolgte bei strömen- dem Regen, dänische wie deutsche Zollbeamte erledigten in zuvor- kommendster Weise die notwendigen Formalitäten, und der dänische Omnibus trug uns noch unter das schützende Dach der deutschen (Arbeiter-) Volkshochschule Harrislee, 20 Minuten von der deutsch-dänischen Grenze. Was will Harrisleefeld? Ausgehend von der Tatsache, daß die Arbeiterschaft im Sinne der Reichsverfassung positive Aufgaben in der Gesetzgebung, Staats- und Selbstverwaltung, in der Wirtschaft und in der Rechts- onwendung zu erfüllen hat, will die Volkshochschule Harrisleefeld jüngere Arbeiter und Angestellte sähig machen für die praktisch« Ausübung solcher Funktionen innerhalb ihrer politischen, gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisationen und in öffentlichen Körperschaften. Dies Ziel soll nicht durch ideolo- g i s ch« Beeinflussung, sondern durch positive wissen- schaftliche Einführung in die Technik der Gesetz- gebung und Verwaltung, in die Beobachtung der sozialökonomischen Zufammei, hänge, in die Praxis des sozialen Rechts und in die i n t e r n a t i o- natcn Verträge erreicht werden. Die Methode ist: Arbeitsgemcinschaftliches Verfahren auf iisttioidualisierender Grundlag«. Material liefert die mit den besten wissenschaftlichen Handbüchern, Nachschlagewerken und Quellen- schriften ausgestattete Bibliothek, dazu Zeitschriften und Zeitungen. Regelmäßige Unterricht-prokokoll«, Wochenberichte, schrifliche Ar- beiten, graphische Darstellungen. Der Gesamtunterricht ist sür alle verbindlich.* Der Lehrplan umfaßt: a) Grundkurs(Dauer 5 Monate) 1. Politische und wirtschaftliche Erdkunde mit Uebun- gen im kartographischen und statistischen Zeichnen. 2 Std. 2. Politische und wirtschaftliche Geschichte der Neuzeit 2„ 3..Hauptfragen der internationalen Politik und der deutschen Außenpolitik. Einführung in dos Bölkcr- recht..»....«»»»».»»».2 � 4. Die wichtigsten Staats- und Gefellschaftstheorien nach Quellenschriften, Geschichte und Programme der politischen Parteien, bes. die politische, gewerk- schaftliche und genossenschaftliche Arbeiterbewegung 2., Z. Versassungsrccht des Decrtfchen Reiches im Vergleich mit den wichtigsten Bersossungen des Auslandes. Berfassungsproblem«........... 2 ,. 6. Bcrwaltungsrecht einschl. Selbstverwaltung. Aufbau der Berwalwng in Reich, Staat und Gemeinde. Berwaltungspröbleme........... 2„ 7. Arbeitsrecht und-gerichtsbarkeit, Internat. Arbeits- recht................. 2„ 8. Einführung In. die Wirtschastswisicnfchaft mit wirt- fchaftsstatistischen Uebungcn......... 2„ a) Wirts chaflscheoric nach Quellenschriften(Smith, Ricardcm, Marx, Böhm-Bawerk, Schumpetcr Cassel u. a.)............. 2„ b) Wirtschaftsorganisation und-Politik, Problem« der Wirtschaftsdemokratie........ 2., !). Turnen, Sport und Gesang......... 4„ 10. Freiwillige Arbeitszirkel aus den Hauptgebieten. Englisch. b) Oberkursus(Dauer 5 Monate) 1. Anleitung zu selbständigen schriftlichen Arbeiten aus den Gebieten der Außen- und Innenpolitik, der Wirtfchaststheoric und-Politik und des Arbeitsrechts. mit individueller Beratung. 2. Seminaristische liebungen zur gemeinsamen Besprechung und Auswertung der von den einzelnen gelieferten Arbeiten............ 4., 3. Juristische Uebungen im Anschluß an bestimmte Fragestellungen aus dem bürgerlichen Recht und dem Arbeitsrecht............. 2., 4. Stilkritifche Uebung«n im Zufamenhang mit denz Zeitschriften- und Zeitungsarchiv. Besprechung journalistischer Versuche......... 2., 5. Englischer Sprachunterricht, hauptsächlich Ueber- setzungsübungen und grammatische Grundbegriffe. Lektüre von Mastermann:„Ilov Englanä is governed*............... 6 ,, 6. Turnen, Sport und Gesang......... 4„ Di« Aufnahmebedingungen sind: Arbeit«? und Angestellte im Alter von 18 bis 30 Jahren aus Grund eines Gesuchs mit Lebenslauf und Empfehlung durch öffent- lichc Vertrauenspersonen. Unterhaltsbestrog einschl. Unterricht für einen Kurs 300 M.. auf Zlntrag werden Freiftell«« ganz oder teil- weise gewährt. Die Zulassung zum Oberkurs fetzt in der Regel die erfolgreiche Absolvierung des Grundkurs norqus. Wir fanden bei unserer Besichtigung der Volkshochschule Harris- leefeld das vorstehende Programm in Verwirklichung, und es war eine Freude, fünf schlichte Besucher des Oberturs über die Arbeits- Methoden und Arbeitsziele selbst berichten zu hören. Ich glaube, daß auch die Dänen beim Besuch dieser Schule noch manches zulernen werden.__ Schüler in Paris Wir haben gelegentlich von dem großzügigen Unternehmen ge- sprachen, das die Stadt Berlin im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt gegründet hat, um tüchtigen Berliner Schülern einen vom 12. Juli bis 24. August währenden Aufenthall jn Frankreich(in Aoovon und St. Omer) zu ermöglichen. Di« letzt« Woche ihrer- erfolgreichen Ferienzeit verbrachten die Jungen in Poris, wie auch umgekehrt die jungen französischen Schüler, die unter der Leitung von Studienrot Dr. E. Schwarz sür die gleiche Zeit in Birkcnwerder untergebracht waren, zum Schluß die Gäste der Stadl Berlin gewesen sind. Es soll im Folgenden kurz versucht werden, zu zeigei, was die Stadt Paris ihren jungen deutschen Gästen in den wenigen Tagen ihres Aufenthaltes geboten hat. Am 17. August wurde Sacre-Coeur besichtigt, dessen Dom« und Türme von nahezu allen Teilen der Innenstadt sichtbar sind, jenes weihe Gebäude, das die Hügel von Montmartre krönt. Anschließend daran fand der Besuch von Notre-Dame de Paris statt, jener berühmten Pariser Kathedrale, die ja auch dem Führer d«r sranzösischen Romantiker, Victor Hugo, die Grund- ftinnming zu seinem berühmten Roman„Notre-Dame de Paris" gegeben hat. Das Innere von Notre-Dame hat die Form eines großen lateinischen Kreuzes. Um die fünf Schisse reihen sich sieben- uirddreißig Kapellen. Das Hauptschiff ist nahezu IbO Meter hoch Aeußerlich zeigt das Gebäude, dos ein Meisterwerk gotischer Kunst genannt werden, kann, trotz der ungeheuren Baumassen eine überaus klare und harmonische Gliederung. Am Nachmittag des gleichen Tages wurde dos Conservatoire des Acts et Metiers besucht, der Direktor des Museums übernahm selbst die Führung durch die ein- zelnen Räume. Schließlich fand noch die Besichtigung der Redaktion bzw. der Arbeitsräum« des„Petit P a r i s i e n" statt. Am 18. August wurde der Bormittag einem Besuch des L o u v r e gewidmet. Unter der sachverständigen und überaus inter- essanten Führung des Sekretärs der Direktion des Museums, Herrn S ch o m m e r, sahen unsere Schüler auf eigenen Wunsch die Bild- werke der fvanzösischen Kunst, nur ewige wenige noch aus der Reih« der Meisterwerke Italiens und Spaniens. Am 19. August fand eine Fahrt aus den Eiffelturm statt, von dem aus man trotz der nicht gerade günstigen Witterung das Panorama der Stadt auf sich wirken lassen tonnte. Am Nachmittag machte man einen Rundgang durch die Automobilsabrit Renault. Der 20. August brachte den Besuch des Dome des Invali- des, in dem die jungen deutschen Schüler am Grabe Napoleons einen guten Teil französischer Geschichte vor ihrem Auge vorüber- ziehen ließen. Diese Exkursion in die Geschichte fand eine Erweite- rimg am 21. August, wo die Schlösser von St. Gcrmain. Versailles und Malmaison gewissermaßen die Illustration zu den Höhepunkten der sranzösischen Geschichte bildeten. Am 22. August war Empfang im Rathaus zu Paris durch den Conseilier municipal, Herrn F o u r e s. In einer herz- lichen Ansprache hieß er die Berliner willkommen, betonte die Not- wendigkeit der Annäherung beider Nationen und gab seiner Freud« darüber Ausdruck, daß der Anfang dazu durch diesen von den Städten Bertin und Paris ins Wrk gesetzten Austausch der Schüler gemacht worden sei. Herr T r ü m p e n e r, der am hiesigen Kölln. Gymnasium tätig ist, sowie der Schüler Scholz von der Königstädt. Oberrealschule- antworteten im Namen des koz-er scolaire franco- aliemand zu Berlin. Nachmittags wurden die gesamten Räume und Maschinenanlagen der illustrierten Zeitschrift„Illustration" und das Warenhaus der„G o I e r tc s L a f a y e t t e" besichtigt. Am letzten Tage hotte die Deutsche Botschaft die jungen Landslcute zu sich gebeten. Sodann fand ein Empfang im f r a n- zösischen Unterrichtsministerium statt. Der zuständige Ministerialdirektor, der in seinen Einleitungsworten darauf hinwies, daß er selbst in Heidelberg, Berlin und München studiert habe, de- grüßte die Berliner mit großer Herzlichkeit. Herr Dr. Rosen. meyer vom Kölln. Gymnasium sowie der Schüler B r u n d vom Französ. Gymnasium antworteten diesmal im Austrag« des ioyer scolaire. Um 3 Uhr nachmittags bildete sodann ein festlicher Empfang im französischen A u ß e n m i n i st e r i u m den Abschluß des Poriser Ausentholtes. Herr Martz begrüßte die Schüler im Auf- trage des Ministers Briand. Auch aus seinen Worten klang die Sehnsucht nach dringend notwendiger Annäherung der beiden großen Nationen und schließlich der Wunsch zur endgültigen Versöhnung. In entsprechendem Sinne entgegneten Herr Dr. Henke und der Obersekundaner Bolle von der Kantschule in Karlshorst. Die Worte des Letzteren riefen bei dem stellvertretenden Minister und dem ihn begleitenden Herren deshalb besondere Freude hervor, weil der Schüler der jüngste der Gnippe des koxer scolaire ist. Am 23. August um 17.30 Uhr fuhr man in der Richtung Straß» bürg der Heimat entgegen. Herr Direktor D e l e st r ö e von der neuen Pariser Zeitung, der den Pariser Aufenthalt im Auftrag« des Quai d'Orfay bzw. der Stadt Paris musterhaft organisiert hatte, begleitete die jungen Berliner zum Ostbahnhof. Er nahm von allen herzlichen Abschied. Hochbeglückt war er, als die Schüler ihm für die sachgemäße und geschickte Führung durch Paris— und nicht zuletzt für di« hervorragende Verpflegung im College Chaptat auf dem Boulevard des Batignolles dankten. Am Sonnabend, dem 24. August, gegen 16 Uhr, ist die Schüler. gruppe auf dem Anhalter Bahnhof eingetroffen. Unter den vielen Bätern und Müttern, die ihre Schutzbefohlenen empfingen, sah man u. a. Herrn Oberstudiendirektor Dr. Siegfried Ka wera u, den man infolge der von chm persönlich im vorigen Jahr unternommenen Bemühungen um den Schüleraustausch als den geistigen Vater der ioxer. Bestrebungen bezeichnen kann, sowie Herrn Studienrat Dr Ernst Schwarz, der von der Stadt Berlin mll der Organi- sation dieser Frage beauftragt worden ist. Noch alledem, was die Schüler und die Lehrer, die sie begleitet hoben, erzählen, kann er die Einrichtung der deutsch-französischen Ferienschulen in Birten- werder, die er ja selbst leitet«, sowie in Aoallon und St. Omer als ersten Erfolg in der nicht leichten Arbeit um den städtischen Schüler- austausch buchen. Möge dieses glückliche erste Ergebnis der Stadt Berlin, der in erster Linie unser Dank gilt, und auch ihrem Beauf- lragten, Herrn Dr. Schwarz, ein Ansporn dasür sein, daß eine rege Erweiterung des foyer scolaire franco-anemand stattfinde, eine Erweiterung auch in der Hinficht, daß sie nicht allein auf Frankreich beschränkt bleib«! (5. Fortsetzung� Heinrich war froh: Die Wege trennten ihn von der Alten: sie fuhr den Wiesensteg hinüber zum Niederdorf. Hier«rtanntc er wieder einmal, wie der Menschen Urteil zu- meist vom eigenen Nutzen oder Schoden abhängt. Denn hätte die Hosfmann an Stelle ihrer vier Mädel vier Jungen, würde es be- stimmt anders ausfallen. Heinrich fuhr erschrocken aus seinen Gedanken. Er blickte sich um, dann schaute er hinauf zur großen Eiche, die schon Jahrhunderte lang an der Neuhofer Feldgemarkung Grenzwache hielt. Aber immer wieder rief's seinen Namen in oller Nähe. Plötzlich sprang's lachend hinterm dicken Stamm hervor. Gleich mit beiden Händen crtoßtc Otto Heinrichs Recht«. Ein Weilchen blickten sich die Brüder fest in die Augen, dann lochten sie laut auf vor Freude. Ein eifriges Frage, und Antwortspiel begann. So lieb hatten sich beide noch nie unterhalten wie heut«. In der Stube war niemand. Otto sprang hinaus. Alles er- schien Heinrich so eng und klein. Die Türklinken, die Fensterbretter: an die Stubendecke konnte er mir der Hand reichen: olles kam ihm so niedrig vor, und«s deuchtet ihm. als ob er um Kopfeslänge ge- wachsen sei. Hannchen kam hereingestürmt. Sie umhalste ihren Bruder und wirbelte mit ihm. herum vor Freude. Sie war auf ein halbes Stündchen a'l�gekniffen vom Schloßhose, wo sie als Äüchenmädchen in Stillung war. „Nu biste mir doch durchgeschlüpft." Die Mutter setzt« den Korb mit weißem Stubensand vor sich nieder und drückte ihren großen Jungen herzlich an sich.„An d' zehnmal Hab' ich zur großen Eich« nüber g'sehn. Nu is aber recht gutt, daß d' hier bist." „Grüß'ch Gott, mei Jung! Sieh einer an, rot« Backen!" Voter Schwarzboch trat mit einem halbfertigen Rechenbalken in der Hand aus dem Schuppen herein in die Stube. Die roten Backen waren ihm ein Zeichen von Heinrichs Wohlergehen und daß ihm sein Handwerk zusagte. Er legte das Rechenholz aufs Fensterbrett und reichte seinem Jungen beide Händ« zum Gruß. Hannchen konnte ihren Bruder gar nicht genug betrachten.„Wie a richtiger Stadthcrr, mit Schl'ps und Spazierstöckchcn. Kannst auch schon vornehm sprechen?" „Besser als du!" gab Otto zur Antwort, wobei er Heinrich zur Tür hinauszog, um ihm 5)of und Stall zu zeigen. Freudig winselnd bäumte sich der alt« Ami an der Kette hoch. Sanft streichelte ihm Heinrich Kopf und Rücken, wobei der Hund treuen Blickes freundlich knurrend mit ihm zu reden begann. Auch die schwarz- und weißgefleckte Katze kam unterm ScheuneMor hervor- gekrochen und rieb,«in wenig neidisch, den Kopf an Heinrichs Beinen, bis«r auch ihr kosend übers Fell strich, was Ami heute gutlaunig übersah. Das Vieh muhte einen leisen Gruß, als er in die Stalltür trat. Die alte Blässe leckte ihm die Hand, während er sich an ihren warmen Hals lehnte. Auch all die anderen streckten ihm sehnlich die Köpse entgegen, und jedem mußt« er einige liebreiche Worte sagen, es am Kinn krauen und das Fell streicheln. Diese stumme. aufrichtige Freundschaft tat ihm wohl. Aus aller Augen sprach solch wahre Freude des Wiedersehens, daß er sich gar nicht trennen konnte und sich immer noch einmal an den Hals der Blässe und Blüte hängte. Als Otto ihn endlich gewaltsam hinauszog, wandten olle ihr« Köpfe und muhten ihm wehmütig nach. Am Nachmittag drängte Otto zu einem Spaziergong ins Dorf. Schon alle hatten'noch Heinrich gefragt, nun sollten sie ihn auch selber sehen. Stolz schritt Otto neben seinem zwei Iahra älteren Bruder einher. Mit einem Schwärm Schulkameraden ließen sie sich auf Grundtebouers Bauholz nieder. Auch«ine Schar Mädchen kam herbei und reichten Heinrich die Hand.„Immer schwätz weiter Heini." Die kleine Hoffmannlcne rasftc ihr Kleid hoch und setzte sich neben den Erzähler. „Nun gib man recht acht, machst morgen einen Schulaufsatz noch meinem Geschwätz." „Aber, Heini! Die ist doch Michaeli konfirmiert," bemerkte Großbauers Berta. „Hach, der feine Herr, hat uns in der Fremde schon ganz ver- gessen," sagte Lene muckiert. „Alte Schnattergänse, seid endlich mal ruhig!" fuhr Otto da- zwischen. All« lauschten nun andächtig. Wie auch der Heinrich alles zu schildern verstand: Ja— und der katholische Pfarrer wandle mit seinen Ministranten in der Stadt umher, wie Jesus mit seinen Jüngern. Und eine wundertuende Mutter Gottes fei auch in Deutsch. Wartenberg. Dann führte er die Hörer in den alten Kirchtum, wo da» mächtige Orgelwerk durch den alten Balkentreter in Gang gebracht wurde. Bald war er bei dem zweihundert Jahre alten Uhrwerk äuge- langt, das kaum in Grundkebauers Stube Platz habe und dessen Ziffernblätter dem Haupttor am Schloßhos« glichen. Dann schlich er mit ihnen den geheimen Gang entlang und hinunter zum heiligen Grab«, wo daneben die drei heiligen Kirchenväter lagen, die In der Nacht vor Heil'gen Dreikönige im Turm herumgeistern. Alle hingen förmlich an Heinrichs Munde. Nein, soviel heil'ge Geschichten, die sollte auch ihre Mutter an- hören. Und in einer Pause zog Großbauers Berta den Erzähler mit sich ins Haus, wo er bei Kaffee und Kuchen noch einmal haar. klein von all den heil'gen Dingen berichten mußte... Am anderen Morgen strich Mutter Schwarzbach immer noch mal a» Heinrichs Jacke herunter und band ihm da» Halstuch manier. lich um. Immer wieder ermahnte sie ihn zum Gehorsam, und er möge sich ja vor schlechter Gesellschaft hüten. Endlich, als das Guts« glöcklein bimmelt«, gab sie ihn frei. Am Altschouer Wege kam ihm Hannchen«ntgegengesaust. In aller Eile sagte sie ihm Lebewohl. Und noch einmal winkte sie im Daoonrennen, ehe sie in den Schloßhos einbog. Heinrich suchte da, heiße Drängen in seinen Augen zu über« winden, denn vor ihm fuhren etliche Ochsengespann«, die er über« holen mußt«. Gern wäre er unerkannt oorbeigeschlüpst. Er grüßte eilends. „Na, wann kimmst denn mal wieder?" Heinrich wandt« sich um und reicht« dem Meis« Fried die Hand. „Kannst nu schon an Tisch mach'n?— Nö, kannst noch nich?— Na ja, bist noch zu klein, langst knapp auf die Hobelbank." Heinrich sah hinauf an den kräftigen Jungen, der nur ein Jahr älter war als er. „Wärst lieber bei uns g'blieb'n. Hie hat es keine Not nich," fuhr der andere fort.„Deine Mutter will halt an fein'n Herrn aus dir mach'n, freilich.— Warst ja auch gestern bei Großbauers zum Kaffee, hihihi..." „Ich hob keine Zeit, Fried, muß eilen," sagte Heinrich mit leichtem Händedruck. „Mit Goot!— Mit Goot!" riefen die anderen Knechte dem Borbeieilenden nach. Hühott, hühott, Peitschcnknipsen, Fragen und Antworten hörte Heinrich noch eine Weile hinter sich. Am Bahnübergang wandt« er sich um und sandte noch einen langen Blick zurück aus seine Heimat... Heiße Tränen perlten über seine Wangen. Die Stadt griff nach ihm und zog ihn wieder an sich... Heinrichs Borbild. Der alte Joseph war vor zwei Wochen auf und davon gegangen,- nachdem er seinen letzten Heller auf der Herberge vertrunken hatte. Ein junger, froher Bursche nahm nun dessen Platz ein. Schlesien war des Neuen Heimat. Ueber Prag. Wien war er nach der Schweiz und ein Stück ins Italienische hineingewandcrt. Am Rhein herunter, über Hamburg nach Berlin: dann zog es ihn wieder nach seiner bergigen Heimat, dem schlesischen Vorgebirge, zurück. Weil er sein Handwerk gut oerstand, ließ ihm Meister Timm freie Hand. „Warte man." sagte er eines Tages zu Heinrich,„ich werde dir sA>on Helsen, damit du auch endlich von der Tischlerei was begreifst. Denn nach der Art deines Meisters wirst du ein Bastler, aber kein Tischler." Und neue Ordnung brachte er in das Ganze. Früh Punkt sechs gings an die Arbeit und abends Schlag sieben war Schluß. Rasch half er Heinrich beim Aufräumen, so daß diesem nach der Besorgung von Küche und Haus immer noch ein Stündchen freie Zeit veblieb. Solch kameradschaftlich Wesen gab Heinrich neu« Lust zur Arbeit. Ungeheißen sprang er dem Jakob zur Hand. Bei dem gab es kein Lamentieren und Fluchen, kein unsicheres Hasten und Rennen. Jeden Hobelstoß, jeden Hammerschlag führte er mit Vorbedacht aus. Willig fügte sich ein Stück ans andere: und von Stunde zu Stunde fonnte sich die Arbeit zu einem Möbel, wie es seinem Schöpfer im Geiste vorschwebte. In aller Frühe mußte heute der Meister zu einem weiten Ge- schästsgang aufbrechen.„Sag dem Jakob, die Wiege fürs Lehrer- malchen ist sehr eilig," gab er Heinrich auf, als dieser ihm die ge- wichsten Stiefel ans Bett bracht«.„Vor Sonnenuntergang werd' ich nicht zurück sein. Helf ihm bei der Arbeit, soviel du kannst." Froh trat Heinrich in die Werkstatt. Gleich sperrte er die Fenster in ganzer Breite auf und ließ die Morgensonnc voll herein. Star und Amsel grüßten von Wachc-Bäckers Gartenzoun herüber. Aber gleich schössen beide herab und verspeisten einige Spazier- gänger, die sich soeben aus dem taufrischen Grase hervorwagtcn, um ihre noch erstarrten Glieder in warmer Sonne behaglich zu strecken. Ein Sperlingschwarm flog vom Bäckerhof« aus und ließ sich geräusch- voll auf den blühenden Apfelbaum nieder. Wonach Bäcker-Iulcs mehlbestaubter Kopf hinterm Bretterzaun hoch schoß.„Lang- schläfer!" rief Iule herüber, streckte seine Rechte seitwärts dem Hintertor zu, zeichnete einen Bogen in die Luft und verschwand. Harmlos für sich hinpfeifend schlenderte Heinrich über den Hof zum Hintertor hinaus. Der Scheunenweg war noch menschenleer. Bor einem dicken Weidenleib am Rohrbach stand er still, spähte nach allen Seiten und griff an der aufgeplatzten Stelle hinein, schob eine gefüllte Tüte hinter den Schürplatz und ging zurück zur Werkstatt. Wohlgefällig betrachtet er die knusprigen Semmeln und biß gierig hinein. Den Rest verwahrte er im Schubkasten seiner Hobelbank. Nun kam auch der Jakob aus der Schlafkammer lzerunter, wusch sich Brust und Kopf mit kaltem Wasser und schaute ein Weilchen zum sonnigen Fenster hinaus. Und als der Sechsuhrpfiff der nahen Stärkefabrik ertönt«, ging es lustig singend an die Arbeit. „Wirf die 5iolznägel beiseite und hilf mir, dann schaffen wir Frau Malchens Wiege fertig, ehe der Alte heimkehrt," sagte Jakob. „Doch erst wollen wir dein Werkzeug schärfen." Heinrich hielt inne mit dem Drehen am Schleifstein.„Der Meister will, ich soll meine Eisen auf dem Rutscher schärfen." „I was! Das tat man vor hundert Jahren, als der Drehstein nach nicht erfunden war. Im übrigen sorge dich nicht, sondern tue das, was ich dir sage. Ich werde auch alles verantworten." Bold lagen Heinrichs Werkzeuge da, mit schlanken Fasen, wie an Rasiermessern. Und mit wenigen Zügen über den Strcichstein brachte der Jakob den feinsten Schnitt zuwege. „Schau." Er zupfte ein Haar von.Heinrichs Kopfe und schnitt es freistehend durch. ,(Fortsetzung folgt.) FÜR DEN KLEINGÄRTNER. iwiuuiiiiiiinuiinuiuiuiiiuiiuMniiiiiiiiiiMiiumuiiiuiuiiiimiiimiiiiiniiuiiiiiiiiiiiiiiniinwiiiiiuiiiuiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiinmiii:iiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiJiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiimin Die flerbstkohlaussaat. Neben der Heranzucht von Frühgemüse durch heizbare Glaskul- turen gibt es noch einen Weg, Weiß, und Wirsingkohl möglichst früh aus den Markt zu bringen. Dort, wo zumeist mild« Winter herrschen, im westlichen und südlichen Deutschland, sät man Ende August, Anfang September aus und pikiert nach dem Erscheinen des dritten Blattes auf 10 Zentimeter Entfernung. Im Oktober wird dann ausgepflanzt, so daß vor Eintritt der größeren Kälte Anwachsen stattfindet. Diese Methode ist für unser östliches Gebiet nur in Ausnahmefällen anwendbar: man muß sich schon größere Mühe geben, die das Durchwintern der, wie oben beschrieben, ausgesäten und pikierten Iungpflanzen im kalten K a st e n erfordert. Bei Eintrit der Winterkälte muß dieser durch Fensterauflegcn und Bedecken mit Strohmotten geschützt werden. Ist aber im Winter wärmeres Wetter, so muß gelüftet werden, da- mit di« Pflanzen abgehärtet werden. Vor allem mutz darauf ge- sehen werden, winterlichen Sonnenstrahlen keinen Zutritt zu ge- statten: durch zeitweise» Saftoufstieg und anschließende Wachstums- stockung wird das„Schießen" der überwinterten Kohlpflanzen her- vorgerufen. Um das im Spätherbst oft nicht gerade angenehme Pikieren im Freien zu vermeiden, gibt es zwei Wege: Man sät so vorsichtig resp. verdünnt, daß die Sämlinge im Saatbeet stehen- bleiben können und hinreichend Raum zum Wurzelmachen erhalten, oder man topsi die Sämling« ein in den kleinen Tontops oder ent- sprechenden Papptopf und stellt diese Töpfe dann in das leere Mist- beet usw. Zu beachten ist, daß zwischen Pflanze und Glas ein ziemlich großer Raum bleibt, damit die Erwärmung von Decken und Glas durch die Sonnenstrahlen nicht bis zu den Pflanzen ge. langt. Frischer Mist oder Düngung hat natürlich zu unterbleiben. Wer Glasfenfter hat und die Mühe nicht scheut, sollte«inen Versuch mit dieser Frühgemüse-Anzucht machen: gerade im späten Frühjahr, wenn der Spargel und die Erbsen für die wohlhabenden Klassen Abwechselung im Speisezettel geben, wird namentlich der Wirsing. kohl auch für derbere Ernährung willkommen sein. Des Kohlrabi, der als erstes Volksfrühgemüse austritt, ist man Ende Mai, Anfang Juni, wo man den Kohl ernten kann, bereits einigermaßen über- drüfsig geworden. Uebrigens sei noch bemerkt, daß Kohlrabi auf Donnerstag, 29. August. Berlin. 16.00 Verkehrsunfille(Amts- und Landrichter Werner Klefiel). 16.30 Novelle. verlaUt und gelesen von Dr. Langhelnrlch-Anthos. 17.00 Unlerhaltungsmusik. Anschlieficnd Mitteilungen des Arbeitsamtes Berlin-Mitte. 18.50 Marguerite Perras als..Madame Butterfly"(Bildfunk). 19.00 Die chemische Industrie in der Volks- und Weltwirtschaft(Qeneral- dlrektor Dr. Pittrkowski). 19,35 Das Reouislt der Bühne(Cmii Pirchan). 19.50 Aus der Stidtlscbeq Oper Charlottenburg:„Madame Butterfly". Nach den Abendmeldungei bis 0.30: Tanimnsik(Welntraub-Syncopators). Wahrend der Paus« Bildfunk. Königswusierhauseu. 16.00 Gertrud CloS und Dr. Bruno Klopfer: Musik und Gymnastik des Kleinkindes. 16.30 Artnr Sllgergleit, Einleitung; Tran» Konrad Hoefert, Raaitation: Der- Rundfunk in der Dichtung. 18.00 Dr. Theodor Heuß; Friedrich Naumann gum 10. Todestaga. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Dir. Memied: Rationallserung der landwirtschaftlichen Betriebe. 19.20 Dr. med. Schindler: Individualpsychologie und Psvchoanalvse In der Praxis. 20.00 Orchesierkonzert, diese Weife zu„versrühen" nicht möglich ist, er würde„schießen", da er wiederholtes Verpflanzen nicht verträgt. Als Sorten für diese Winterkultur seien genannt: Weißkohl: Erfurter früher, Dithntarscher, Ruhm von Enkhuyfrn: Wirsingkohl: Eisenkopf und Kitzinger. Es sind dies Frühsorten. Gurkensortierung. Nach dem Obst hat man auch die Gurken„standardisiert"— sie werden vor der Ablieferung an den Handel einer Sortierung unterzogen, di« die minder gute Ware ausscheidet. Wenigstens in L i e g n i tz, einem der Hauptsige der Gurkenanzucht. Daß dieses Bestreben, in letzter' Linie dem Publikum zu nützen, wenn auch naturgemäß der Wunsch da ist, für die sortierte Ware einen höheren Preis zu erzielen, von der Konkurrenz mit scheelen Augen angesehen wird, erscheint unfaßbar, wird aber durch eine jüngste Veröffentlichung im offiziell«» Verbandsblatt der beut- schen Gärtner bestätigt. Es zeigt sich immer von neuem, daß die bequemen oder auf dem alten Standpunkt:„Für den Städter ist das Schlechteste gut genug!" stehenden Element« den wahren Hin- derungsgrund für den schnellsten Aufstieg der deutschen Land- und Gartenbauwirtschäft bilden. Sache des Kleinsiedlers wird 6s sein, einmal durch eigenes Beispiel vorbildlich zu wirken, dann aber auch durch aufklärende Arbeit in den Vereinigungen für den Sieg ratio- nellen Denkens und— Handelns einzutreten. Die Pumpe im hause. Die Wassernot des letzten Winters muß uns lehren, für die Siche- rung des unentbehrlichen nassen Elements das Größtmögliche aufzu- wenden. Wenn ganze Dörfer und alle Häuser einer langen Straß« wachen- und monatelang aus einen Brunnen angewiesen waren, ist ein solcher Zustand eine Kalamität schlimmster Art: man denke nur an die Gefahr, die der kleinste Stubenbrand für Dutzende von An- wesen hervorbringt. Der bei minus 34 Grad im Betrieb gebliebene Brunnen war ein solcher, der sich im Hause befand, wo von der Küche aus«in Rohr senkrecht nach unten ging, das natürlich. da es im Keller offen lag, so geschützt werden tonnte, daß ein Einfrieren der Leitung unmöglich war. Für Siedler und Lauben- kolonisten, die sich anbauen, sollte darin«in Fingerzeig liegen, auf alle Fäll« vor dem Bau einen solchen Brunnen herzustellen, der auch für das anliegende Land von Bedeutung fein wird. Da im Keller aus dem dort befindlichen, senkrecht in die Erde gehenden, gemauerten Schacht ein Schöpfen möglich ist. Sollte das Grundstück groß genug sein, um einen zweiidn Brunnen am anderen Ende des Terrains zu rechtfertigen, so wird die doppelt« Ausgabe doch dem Besitzer die Gewähr geben, daß er gegen alle Wechselfälle der Witterung geschützt ist. Aber auch in vorhandene Baulichkeiten kann man nachträglich einem solchen Hausbrunnen einbauen— sicher zur großen Freude der Hausfrau, der die unangenehmen wintcr- lichen Gänge zum Hofbrunnen erspart bleiben. Wie die Gemüse heißen. In den verschiedenen Landesterlen haben die meisten Gemüse- arten eigene Namen. Wir geben hier eine Zusammenstellung: Bleichzichorie— Ehicor«: Blumenkohl— Karfiol. Erbsen Echo- ten, Wicken: Feldsalat c= Rapunzen, Rabinschen, Schasmäulchen: Grünkohl— Krauskohl. Winterkrauskohl. Winterkohl. Braunkohl, Blätterkohl: Kohlrabi=: Oberkohlrabi, Glastohlrabi: Kohlrüben := Erdkohlrabi, Wruken. Steckrüben: Lauch— Porree: Mangold --- Beißkohl, römischer Kohl: Mohrrüden Möhren, Spcisemöhrcn (rote und gelbe), gelbe Rüben. Pferdsmöhren: Puffbohnen— Saubohnen. dicke Bohnen: Rosenkohl-c Sprossenkrhl: Rote Rüben — rote Beete, Salatrüben: Rotkohl~ Rotkraut, Blaukohl, roter Kopfkohl: Stoppelrüben— Wasserrüben, Herbstrüben; Weißkohl -- Weißkraut, Kraut, Krautkohl, Kopfkohl, Kappus: Wirsingkohl — Savoyerkohl, Börskohl, Adventskohl: Zwiebeln= Bollen, Zipollen. U�ljGfiur�Q//Zlkl Nürnberg in Berlin. Der Sport beim Fest der FTGB. Um es gleich vorweg zu sagen: Bei einwandfreier Bahn und „Nürnberg-Wetter" wird man die besten je von Arbeitersportlerei erreichten Zeiten beim Jubiläumssportfest der Freien Turnerschaft Groß-Berlin im Poststadium erleben� 51ein sportlich interessierter Arbeiter sollte darum auf dem„Sport- feit des Jahres" schien. Feuerbach, chamburg, Stettin, Berlin! Nur diese vier Namen allein bedeuten eine Wiederholung der Endläufe in ollen Bundes- meisterschaftsstaffeln. Berlin wird die besten 1l>v-Meter»Läuser des Arbeiter-Turn» und Sportbundes begrüß«»! Mit W«ller(Feuer- dach), cheldt und Wienicke(Berlin), Traxel(FTGB.) ist die 11-Se- kundengrenze bedroht. Das Nürnberger viermal i-Meter- Duell Feuerbach— Athletik-Sportklub erfährt sein« Neuauflage. FTGB.— Ostring ist stark im Kommen und wird, wie die beiden anderen, seinen Mann stehen. Es dürfte diese Staffel di« härteste des Tages und die schnellste seit Bestehen des Bundes werden. Feuerbach kann unter 44 Sekunden laufen. Die Berliner werden sich auf alle Fälle bemühen, bei ihnen zu bleibei. In Nürnberg mußte ASC. durch Stabverlust die Waffen strecken. Bis ins Ziel hinein wurde beim Vundesfest um die S ch w e d e n- ft a f f e l gekämpft. ASC. revanchiert« sich in Nürnberg für den Verlust der 4Xl0l> und behielt mit einigen Zehntelsekunden die Oberhand. Feuerbach, Homburg und Stettin werden bestimmt für ein Tempo sorgen, daß die vom ASC. gehaltene Bundeslciswng er- säsiittern läßt. Berlin muß hier alles hergeben, um seinen Platz dem Reich gegenüber würdig zu verteidigen. Ein selten schönes Renne» war in Nürnberg die ZXlllv-Meter-Stafette, Stettin hielt hierin die Bundeshöchstleistung. Leider waren die Stehiner beim Bundesfest etwas abgekämpft und konnten nicht zur vollen Ent- saltung ihres Könnens kommen. Hamburg behielt»die Oberhand. ASC. wird mit seiner leistungsfähigsten Mannschast antreten, auch FTGB. macht alles mobil. Also auch in dieser Staffel ist eine Wiederholung der Bundesnieisterschaft zu sehen. Erst der letzte Läufer kann den Sieg sicherstellen. 3000 Meter wird der Kampf dauern und nur Zehntelsekunden werden die Schluhleute trennen. In allen anderen Wettbewerben ein ähnliches Bild. Q u a l i- tativ steht das FTGB.- Fe st also auf einer in Ber- lin von A r b e i te r sp o r t l e rn noch nie gezeigten Höhe. Wer in Nürnberg war, hat somit Gelegenheit,„Nürnberg in Berlin" zu sehen. Das Fest beginnt Sonnabend, 3l. August, um 16 Uhr: Sonntag, 1. September, um 14 Uhr. Erntritt für beide Tage 1 Mark._ Boxen als Volkssport. Ein Kampfabend in Tegel. Die neugegründete B o xa b te i lü n g der„Freien Sport- Vereinigung Tegel 1899"(Mitglied des Arbeiter-Turn. und Sport. bundcs und des AABD.) veronstalfet morgen, Freitag, in der Turn- halle der Humboldt-Schule Tegel, Graf-Roedern-Korso, ihren ersten öffentlichen Training- und Boxtampfabend. In den Schaukämpfen starten im Fliegengewicht Bischoff und Seefeld, im Federgewicht Fehrs gegen Gärtner, sämtlich von Tegel. In den Kämpfen mit Entscheidung treffen sich im Fliegengewicht: Jakob II-Alt-Wedding. Laverenz-Tegel. Leichtgewicht: Jakob I-Alt> Wedding. Gast-Tegel. Weltergewicht: Gaiskow-Alt-Wcdding, Wolter- Tegel. Schwergewicht: Kräglow-Lichtcnberg.Fridrichsfelde, Virus- Tegel. Ringrichter Peter-Lichtenberg. Vor den Kämpfen finden Trainingsoorführungen, Seilspringen, Keulenschwingen, Boxen am Sandsock, Maisbirne und Doppelendball statt Die Veranstaltung beginnt um Vj20 Uhr. Parteigenossen, Gewerkschafter und Inter- essenten des Arbeitersports find herzlich willkommen.— Die Box- abteilung der Freien Sportvereinigung Tegel 1899 beginnt am 1. September mit einem sechswöchigen Vorbereitungs- k u r s u s. Anmeldungen werden in den Uebungsstunden, bei F. Lange, Tegel, Veifftr. 25, und bei O. Höhne, Tegel, Charlotten- burger Straße 1s. angenommen. Binclrücke eines Rekordfliegers bei 560 Kilometer Geschwindigkeit. Der englische Schneider-Pokal-Flieger Lt. W a g h o r n plaudert in einer Londoner Tageszeitung über seine Eindrücke und Empfin- düngen bei seinen Flügen, in denen er Geschwindigkeiten von mehr als S6<) Stundenkilometer.erzielt hat.„Es ist sehr amü- sant," erzählt er,„in der Ferne«inen Ort auftauchen zu sehen, den man wenige Sekunden später schon überflogen hat. Unangenehm ist es, wenn maß mit voller Geschwindigkeit in eine Kurve geht. Man glaubt plötzlich blind geworden zu sein. Aber dieses Gefühl verschwindet, sobald die Biegung vorbei und die Wirkung der Zentri- fugalkraft aufgehört hat. Auch die Gerüche und Ausdünstungen von Motor und Brennstoff machen sich von Zeit zu Zeit sehr störend be- merkbar. Di« Handhabung der Steueranlage ist trotz der hohen Geschwindigkeit nicht allzu schwierig, man kann sogar das Steuer- rad mit einer Hand halten. Ich kann nicht sagen, daß mir bei diesem rasenden Tempo irgendwie schlecht wurde, im Gegenteil, ich empfand den Flug als ein Vergnügen, wenn auch etwas fensatio- neller Art. Im übrigen fühlen wir Piloten uns vollkommen sicher, denn wir wissen, daß uns schnellfahrende Motorboote folgen, di« Aerzte, Tragbahren, Verbandszeug an Bord haben �und uns sofort aus dem Wasser ziehen, falls wir eine Panne oder einen Unfall haben." Ueber die zuletzt geäußerte Anschauung kann man geteilter Meinung sein, denn erst der kürzliche Unfall des Italieners Haupt- mann Motta hat gezeigt, daß es beim Absturz, kaum eine Rettung gibt. Zudem dürften die Motorboote kaum den zehnten Teil der Flugzeuggeschwindigkeit haben. Kegatta-Vorschau der Herbstwetifahrten des FSV. Di« beiden kommenden Sonntage— der 1. und 8. September— werden die letzten diesjährigen Kampftage der freien Segler fein. Wie aus den vorliegender« Regattaprogrammen ersichtlich, zeigen die einzelnen Klassen«ine ganz ungewöhnlich hohe Besetzung. Wenn auch im allgemeinen zu den H c r b st r e g a t t e n alles verfügbare Material der Vereine ins Rennen geschickt wird, so bedeuten trotzdem die diesjährigen Meldungen einen Rekord. Allein die Gruppe Ost hat es fertiggebracht, 137 Boote aller Klassen zu den Wettfahrten zu melden: in der Gruppe West sind es 63, so daß die stattliche Zahl von rund 223 Booten sich dem Starter stellen wird. Gegenüber den vorjährigen Herbstwettsahrten, die eine Beteiligung von 136 Booten zu verzeichnen hatten, bedeutet das«ine außerordentlich« Steigerung. Ein beachtlicher Erfolg! Start und Ziel ist an beiden Wettfohrtagen um 11 Uhr für die Gruppe Ost bei der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau und für die Gruppe West beim Wassersportverein„Nordstern"(in der Nähe von Wilhelmsruh-Spandau). Die stärksten Felder stellen wieder die 26- und 13-Ouadratmeter-Rennjollen mit je 36 Booten in beiden Gruppen. Besonders bei den 26crn hat die Zunahme im ganzen Sommer angehalten, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß diese Klasse die schnellsten Boote l>«roorbringt und es nun ein- mal so ist, daß jeder ein schnelles Boot haben möchte. Als letzter Zugang ist in Gruppe West der erfolgreiche„Whleborn II" zu melden, den sich die Tourensegler-Vereinigung Tegel aus Lübeck mitgebracht hat. Das Boot ist ein Selbstbau von 1926 und war bei schwerem Wetter auch i«och in diesem Jahre trotz schärffter Kon- kurrenz überlegen. Es wird in Berlin Gelegenheit haben, zu be- weisen, ob die Theorie richtig ist, daß„Länge läuft", da er noch ein Vertreter der kurzen Bootstypen ist(7,36 Meter), während die Neu- bauten dieses Jahres bis über 9 Meter hinausgingen. In Gruppe Oft erscheint bei den Nationalen Binnenjollen die „Nibelung" wieder, die besonders erfolgreich war. Leider hat sie in ihrer Klasse nur zwei Konkurrenten. Aber trotzdem geht auch der Kampf hauptfächlich gegen die Renn-Zwanziger, da dies« beiden Klassen— Nationale Binnenjollen und 26-Quadratm«ter-Renn- sollen— schon stets im Kampf um die absolute Schnelligkeit stehen. Man darf auf diese Kämpfe gespant sein.— Die 15-Quadrat- meter- Wanderjollen treten in beiden Gruppen zusammen mit 22 Booten an. Dies« Klasse erfreut sich bei allen Segleroerbänden einer ausgesprochenen Beliebtheit und wird auch beim Freien Segler-Derband als das Jdealboot in der Jollenklasse angesehen. In der Zeit ihres vierjährigen Bestehens kann der FSV. bereits 166 Boote registrieren, eine Zahl, die prozentual von keiner anderen Seglerorganisation erreicht wird. Neben den heißen Kämpfen, die sich in dieser Klasse abspielen werden, gilt das Hauptaugenmerk ihrer Schnelligkeit gegenüber den IS-Ouadratmeter-Rennjollen, da sie diesen trotz ihrer bedeutend schwereren Bauart fast gar nicht nach- standen. Das gleiche gilt auch von den kleinen l6 wissen zu schärfen und ihn aus eventuell entstehende Gefahren hin- zuweisen. Es kommt nur daraus an, w i e dieser Unterricht erteilt wird. Wir sind mit dem heutigen Ausbildungssystem keinesfalls einverstanden und wünschen, daß es aus den vielen taufenden ge- werblichen und Betriebsfahrschulcn mehr in eine Hand(Kommunal- oder Landesfahrschulen) gelegt wird. Hier könnte der technisch- theoretische Unterricht und die Prüfung inehr individuell gchand- habt werden. Leute mit Borkenntnissen, wie technische Ingenieure, Monteure, Motorenschlosser u>sw. könnten, wie es auch heute schon zum Teil der Fall ist, von diesen Prüfungen ausscheiden. Laien aber, die vom Fahrzeug kein« Ahnung haben, müßten schon über die notwendigsten technischen Fragen unterrichtet und geprüft werden. Herr Vieregg meint, durch das ausgebaute Netz von Reparatur- Werkstätten und Garagen sowie die Möglichkeit, allerorts Hilfe- leiftung herbeirufen zu können, ist heut« kaum jemand bei Betriebs- störungen auf sich selbst angewiesen, so daß umfassende Kenntnisse des Fahrzeugs und feiner wichtigen Teile nicht mehr vorausgesetzt werden brauchen. Soweit nur Reparaturen in Frag« kommen, niag das zutreff«». Aber je mehr umfassende Kenntnisse vom Fahrzeug «in Fahrer besitzt, desto weniger wird es zu Betriebsstörungen und dadurch zu Unfällen kommen. Nur wenn ein Fahrer die mechanischen Zusammenhänge des Fahrzeugs nicht genügend kennen gelernt hat. wird er durch falsche Beurteilung und Bedienung Menschen in Gc- fahr bringen und erst Reparaturen veranlassen. Wenn Herr Vieregg' anders Länder als gutes Beispiel gegen die deutschen Prüflings- maßnahmen anführt, so können wir darauf verweisen, daß die internationalen Konferenzen derBcrufs traft- fahrer in Paris Und London einstimmig beschlossen haben, dafür «inzutr«ten, daß schärferePrüfungsmaßnahmen in allen Ländern-e ingeführt werden sollen. Das Strafsystem, daß bei Eintritt von Unfällen, oft wegen Unkenntnis seines Fahrzeuges, in Amerika und England gehandhabt wird, kann für uns Deutsche nicht vorbildlich sein. Wir erwarten von den Behörden vorbeugende, aber nicht strafende Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen. Herr Vi«regg glaubt wohl selbst nicht, daß durch die Lockerung des Prüfungssyst«ms der Absatz von Kraftfahrzeugen in Deutschland noch mehr gefördert werden könnte, als das in den letzten Jahren geschehen ist. Die riesige Zunohnie der Kraftfahrzeuge im Deutschen Reiche ist der beste Beweis dafür, daß sich außer einigen sehr be- quemen Herren kein Mensch an der Art der Erlangung des Führer- schein? gestoßen hat. Wenn es aber in Deutschland gegenüber Amerika und England noch eine große Anzahl Menschen gibt, die sich noch kein Automobil beschaffen tonnten, so lag das bisher nickst an der theoretischen Prüfung zur Erlangung des Führerscheins, sondern vielmehr an den traurigen wirffchaftlichen Verhältnissen der deutschen Arbeiter- schaft. Zahlt den deutschen Arbeitern amerikanische Löhne, dann w«rden in Deutschland bald entsprechend soviel Automobile laufen wie in Amerika. Von den übrigen angeführten Ländern sehen wir, daß sich dort der Automobilismus trotz des lockeren Prüfungs- syst«ms nicht schneller entwickelt als in Deutschland. Z-urifte»«»!»„Die Raturlr«u»d«", Zenirulc«ic». Abt. Ch-rlott-nbum: ffreitag, Z«. Auaust, 20 Uhr, Eprccstr.;10.(Scoloqischcr Vortraq.— Abt. SiidoN: ssreita«, 30. August, 20 Ulir, Briger Etr. 27. cheschöftlichcg.— Abt. Treptow: Freitag.»0. Auaust, 20 Uhr. Elscnstr. 3. Literoturqrschichllichcs.— Abt. Rc». ISB«: Freitag, 30. August, 20 Uhr. Flughafrnstr. 68. Bortrag:„Erste Hilfe bci Unglücksfällen".— Abt. Wrbding: Frrilaq, 30. August, 20 Ullr, Sreslr 8t®»v. trag:„Bon gtofict Fahrt".— Bhotoaemoinschast: Montag, 2. Septrmbtr, 20 Uhr, lbrohe Frankfurter Etr. IIb. Bortrag:„Die Pholograpliic im Dienst- dro Natnrschuhra.— Abt. Brist! Montag, 2. Ccplcinbcr, 20 Uhr. Ehannec. straft« 48. Borlrag. ZT»»., Bezirk Rorbriag, Kacke,sp>«l«r. �r-iiag, 30.«uqust, 20 Uhr. bci Boht, Dänrn- Eck- EchSuflirft-r Straft-, B«rfaminlnn«. Training dcr?ra»cn j-stt Donnerstag» von 13—20 Uhr und dcr Jugend, und Männcrabtcilnng greitags»on 18—20 Uhr auf dem Ercriierpiast EchLnhaufer All--. FTGB-Jubiläums-Sportfest Sonnabend, 31. August: 16 Uhr: Kinder- und Jugend- Vorführungen anschließend Abendfeier. Sonntag, 1. September: 8 Uhr morgens: Vorkümpfe.— 13.30 Uhr: Einmarsch aller Teilnehmer. Begrüßung: Kreisvorsitxender Reichert und Reichstagsabgeordneter Künstler. Leichtathletische Wettkämpfe— Spiele aller Arten ia.4S Uhn Handball i FTOB- Mannschaft gegan Bernburgl 15.00 Uhn Schwimm.WattkOmpfa mit b a st e r B a sa t s u n g I 17.15 Uhrt FuSball t PTOB> MannschaK gagan L 0 b a c k I Auswärtige Teilnehmer unter anderem aus: Fauerbach, Stattin, Hannover, Hamburg, Zelts, Oessau, Limbach, Leipxig, Zwickau, Rathenow, Brandenburg, Magdeburg und viele OroB-Barllnar Brudarverelne! Festabzeichen für beide Tage: Erwachsene 1.- Mk., Jugendliche 0.50 Mk. bei allen Funktionären erhältlich. Freie Turnerschaft Groß-Berlin e.V. Mitgl. I. Arb.-Turn- u. Sport-Bund, I.Kreis.— QeschSftsstelle: Berlin HO. 18, Llchtanberger Str. 3(Landsbg. Platz)— Königstadi 3656 T � dkfMfte-Jlnseiger � föeziwfo Jlorden~Csten. Wochenende- Auf!- Hinaus! vorher: LandsgemeSndehaus Berlin-Mitte, Neue Schönhauser Str. S Berlin-Spandau, Potsdamer Str. 38-39 Gas-Apparate jeder Art auf Teilzahlg. in 10 Monatsraten zu den Beding. d.BerlinerStädL Gaswerke Richard Luwe Keibeistraße 12|g.f.68 E 3 Königstadt 5403 E 2 Kupfergrab. 44. Bandagist Lange Krank enartlkel Bandagen orthopädische Apparate medizinische Gerätschaften Lieferant für Behärden und Krankenkassen Eigene Fabrikation(127 Fernruf: Humboldt 1904 BERLIN N 54, BRUNNENSTRASSE 166 Wangrin& Butz Elektr. 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