Morgenausgabe Nr. 405 A 204 46. Jahrgang nMtraai« 85 7t,(uufll« ues. n» um«}s5l5a>, P°ftd»,u, Ol St «>»tchl!«ßllch<0 Stz-Doftz-ikunz».»>» » Vl8 Postdeftellgedühre». »inmtmnt Dt«o Stsnat Sa.Barvfiitf*«Ich««»achnitt� »ch jaelmaL 6onntag« rat Sioit»»« kl« Sbcnbouftgokeii für BtrlTi unk I« fiank«! mH ktn XU«.D« üktnk" SBuftrt«rt» Bellogrn.Oofl ikaaagafctn für) unk I» flank«!«u btm XU« 'Ik«uk" SBufm«rt» B«log«n.BoU nb 3«tt* unb.aink«rft«unk*. Fern« .UnterkaUung unk Wilsen',.grauen- (Hmni«*.XechnU".Blick w ki« BiicherweU' unk.Sug,nk.Bar»8rtO' Berliner Vowsblatt Freitag 30. August«29 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Sic«tHtkum««*»naar«(n«jftu M Btoadg. JUfiamo.tU« k— Reich». «ort„SUetnt Snwto«n' kc» jtttfl«- druck», Btact 15 Bfenniq(zulissl, zw« seUigkrnckl» Warle).|tbt« weitere wo« tl Psennia. KieBengeluch» ka««rft« war« 16 Pfennig,|tkt« wettere San 10 Bfnnig. San« Ob« 15 Buchstaken »äklen für zw« San«. BrbtUsmard IchH# 6A �Tfantkl« »an!>/,»U 17 llk«. Jentvalorgan der Sozialdemokratifwe« DeuNOKmdS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 gernsprecher: Dönhoff 292— 297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokral Setlm. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. KS. Dislonto-Gesellschast, Deposttenkaste Lindenstr. Z. Oer Erfolg vom Haag. Erleichterung der deutschen Lasten.— Räumung des besehten Gebiets.— Ende der Entente. Die �aager Konferenz geht heute zu Ende. Sie schließt mit einem dreifachen Ergebnis: r 1. Der Joung-Plantritt— vorbehaltlich der Rati- fizierung durch die Parlamente— ab 1. September i n Kraft. 8. Das besetzte Gebiet wird geräumt. Die Räumung wird Mitte September beginnen und späte- stens am 36. Juni n. I. beendet fein. 3. Durch die Initiative der Arbeiterregierung hat sich das Verhältnis zwischen England und Frankreich funda- mental geändert. DieEntentehatzubestehen aufgehört. Gegenüber diesem dreifachen Ergebnis ist die Bedeutung gewisser Nebenfragen, über die großer Lärm gewesen ist, nahezu gleich Null. In der Frage der F e st st e l l u n g s- und Versöhnungstommission hat übrigens Deutschland einen vollständigen Sieg erzielt: es bleibt einfach bei dem bestehenden Rechtszustand. Was die umstrittenen 3 6 6 Millionen betrifft, so kann heute gesagt werden, daß der Poung-Plan in diesem Punkte nicht zugunsten Deutschlands spricht, so daß hier von vornherein ein bescheide- ner Teilerfolg das Höchstmaß des Erreichbaren war. Von etwas größerer Bedeutung ist die„U mgruppierung" der geschützten und der ungeschützten Beträge. Die deutsche Delegation hat sich damit einverstanden erklärt, daß Deutschland den Betrag, der unter allen Umständen regel- mähig zu zahlen ist, in den ersten zwanzig Jahren um 42 Mil- lionen erhöht, wofür vom anderen Teil der Zahlungen eine entsprechende Summe wegfällt und der unter allen Umständen zu zahlende Betrag nach 20 Jahren entsprechend verkürzt wird. Eine etwas komplizierte, aber nicht lebenswichtige Angelegenheit— an ihr die Konferenz scheitern zu lassen, wäre namenlose Torheit gewesen. Der Poung-Plan wird in Kraft treten. Dadurch werden lästige, mit der Souveränität Deutschlands schwer zu vereinbarende Kontrollen beseitigt— ein Ergebnis. das gerade von„nationalen" Kreisen eigentlich aufs freudigste begrüßt werden müßte. Die deutschen Zahlen werden um 360 bis 700 Millionen jährlich herabgesetzt. Der zu zahlende Iahresbetrag— im Durchschnitt der nächsten 37 Jahre an 2 Milliarden jährlich, in den folgenden 22 Jahren um einige hundert Millionen weniger— ist zweifellos eine schwere Belastung. Sie ist eine Folge des Krieges gegen die ganze Welt, in den uns das Kaiserreick geführt hatte. Nachdem aber eine Regelung erfolgt ist. die nach mensch- licher Voraussicht sobald nicht abgeändert werden kann, hat alles Geschrei über die schwere Last und alles U e b e r- treiben ihrer Bedeutung seinen Sinn verloren. Die Behauptung, daß Deutschland unter dieser Last zusammen» brechen müsse, ist unwahr. Wer sie aufstellt, schädigt den Kredit des Reiches und der deutschen Wirtschaft und nützt gar nichts. Denn eine Möglichkeit, durch Klagen und Bankerott» ankündigungen die Verhandlungen zu beeinflusien und den zu zahlenden Betrag herabzudrücken, existiert nicht mehr. Bankerottankündigungen sind nichts als wirtschaftlicher Lan- desverrat zu deutschnationalen Parteizwccken. Steigerung der Leistungen und damit Erträglichmachung der Lasten durch eine gesunde Wirtschaftspolitik ist wahrhaft nationale Tat. Steigerung der Leistungen bedeutet auch die Möglichkeit, die Lage der Arbeiterklasse weiter zu heben. Die Behauptung gewisser Unternehmerkreise, der Doung-Plan sei nur durch Herabdrücken der Löhne erfüllbar, ist eine Zwecklüge zugunsten des Klassenkampfes von oben. Die Finanzlage des Reiches wird durch das Inkrafttreten des Poung-Planes erleichtert— aber nicht leicht. Weitschweifende Steuersenkungspläne der besitzenden Kreise werden unerfüllbar bleiben. Die Erfüllung der so- zialen Pflichten des Reiches geht vor. Hier ergeben sich engste Zusammenhänge mit dem gegenwärtigen Kampf um die Arbeitslosenversicherung. Damit ist schon in flüchtigen Strichen angedeutet, wie die Sozialdemokratische Partei den jetzt beginnenden Kamps um die Auswirkungen des Young-Planes nach innen zu führen haben wird. Es wird nicht zu vermeiden fein, daß dabei die Gegensätze innerhalb der bestehenden Regierungs- kaalition scharf aufeinanderplatzen. Als letzte Auskunft bleckt der Appell an die Wähler. Die Befreiung des besetzten Gebiets vier- einhalb Jahre vor dem Endtermin des Friedensvertrags bleibt die Großtat, die die gegenwärtige deutsche Reichs- rogierung gemeinsam mit der englischen Arbeiterregierung vollbringt. Wäre es einer deutschnationalen Regierung ge- lungen, dieses Ergebnis zu erreichen, so würde die Rechts- presse heute dazu auffordern, ihr zu Ehren Fahnen herauszustecken und die Kirchenglocken zu läuten. Weil aber eine Regierung mit vier Sozialdemokraten und dem ver- haßten Außenminister Stresemann diesen großen Erfolg errungen hat, wird sie sich im Verkleinern, Herunterreißen und Beschmutzen üben, wie sie es bisher getan hat. Doch was ist dieses verächtliche Geschwätz gegen die dröhnende Sprache der Tatsachen! Das deutsche Volk sieht, daß g e- räumt wird, und es sieht, daß es diesen Akt der n a t i o- nalen Befreiung der Politik verdankt, die die Sozialdemokratie seit zehn Jahren konsequent ver- treten hat, nicht aber den Deutschnationalen, die am Wege stehey und schimpfen. Und zum dritten— Snowdens symbolische Hand- lung: Die Entente von 1914 eristiert nicht mehr. Was noch an Resten des englisch-französtschen Kriegsbündnisses gegen Deutschland bestand, ist liquidiert. Das von Macdonald, Henderson und Snowden geführte britische Weltreich steht unparteiisch neben Deutschland und Frankreich. Der französische Nationalismus findet jenseits des Kanals keinen Verbündeten mehr, sondern einen Gegner. Die Deutsche Republik aber wird jenseits der Nordsee keinen Gegner, son- dern einen Freund finden, wenn sie auf den Wegen der Völkerverständigung, der Demokratie und des Sozialismus vorwärtsschreitet. Auf Deutschland und Frankreich wirkt Eng- land durch seine neue außenpolitische Stellung nicht trennend, sondern verbindend. Es zeigt ihnen die Notwendigkeit, die letzten Ueberreste einer blutigen Zeit weit hinter sich zu werfen und auf neuen Wegen gemeinsam einer besseren Zukunft zuzustreben. Herr B r i a n d will in Genf das Problem der Vereinigten Staaten von Europa zur Sprache bringen. Für seine Lösung sind keine Formeln entscheidend, sondern die politischen Machtverhältnisse. An dem Tage, an dem, wie in England die Arbeiterpartei, in Deutschland die Sozialdemokratie, in Frankreich die Sozia- listische Partei entscheidenden Einfluß haben werden, an diesem Tage werden die Vereinigten Staaten Europas auf- hören, eine Utopie zu sein, der Grund zu ihnen wird gelegt sein. Was die Haager Konferenz an Verworrenheiten und Unerfreulichkeiten im einzelnen gebracht hat, wird man bald vergessen. Ihr Ergebnis eröffnet einen neuen Abschnitt der europäischen Geschichte, in dem den sozialistischen Parteien der einzelnen Länder und ihrer weltweiten Zusammenfassung, der Sozialistischen Arbeiterinternationale, große Aufgaben gestellt sind. Gehen wir mutig daran, sie zu erfüllen! Räumungsbeginn— Mitte September! Haag. 29. August. Zu der heukigeu Sitzung de» politischen Ausschusses wurde die Einigung über die Räumung erzielt. Mit der Räumung wird Mitte September begonnen: die zweite Zone wird inner- halb dreier Monate von den englischen, belgischen und französischen Truppen geräumt sein. Mit der Räumung der drillen Zone wird sofort mil der Ratifizierung de» TJvung-Planes durch das deutsche und französische Parlament begonnen. Die Räumung soll spätestens innerhalb von acht Monaten von diesem Termin ab. spätestens jedoch Ende ISZv beendet sein. Keine neue Kommission' Zu der Arage der Kommission für die Behandlung voa Visse- renzen über die Auslegung der Artikel 42 und 43 des versailler Jetzt erst wird Frieden! Reisen Sie glücklich, meine Herren' Ich werde mich stets freuen, Sie in Zivil wiederzusehend d. fj- ober Vorgänge In den gerSvmicn und enkmMari. fifrlen Gebielen des Rheinlandes Ist ebenfalls eine Verständigung erfolg». Dabei wird scstgestclll. daß keinerlei Veueinrich- l u n g für die Behandlung dieser Frage geschaffen wird, daß auch die bestehende keinerlei Aenderung ersähr», daß vielmehr die durch den coearno- Verl rag geschaffenen Organe der deulsch-sranzöflschen und der deulscb- belgischen Vergleichskommission mii unverändertem Verfahren und unveränderten Befugnissen für solche Slreilfälle z u- ständig bleiben. Auch ein Zusammenwirken der beiden bestehenden Kommissionen, der dcuksch-belglschen und der deuksch-französi- schen kommt nicht in Frage. Es steht überdies beiden Teilen frei. den Völkerbundsrat anzurufen, dessen Befugnisse nach Artikel ZIZ de» versailler Vertrag» ebenfalls unverändert bleiben. Besahungskosien geteilt! Was 60 Millionen übersteigt, zahlen öie anderen. V. Seh. Haag, 29. August. In den Finanzfragen ist am Donnerstag zwischen Deutschland und den GlLubigermächten eine endgültige Einigung dahin erzielt worden, daß bis zum 1. Sep' tember eine gemeinsame Kasse für die Vesatzungs» kosten gegründet wird, in di« Deutschland SV Millionen zahlen wird. Die Besatzungsmächte sollen insgesamt ebenfalls SV Millionen zahlen. Wenn die Kosten die Summe von SV Millionen überschreite« sollten, werde» die Besatzungsmächte die Differenz ans. bringen. Die öffenilich« Schlußsihuug der Konferenz wird erst am Sonnabend stattfinden, weil am Freilag elne ganze Reihe von Besprechungen stattfinden müssen, nm die Dokumente, in denen die Vereinbarungen und da» Vorgchen bis zur Zukraflfeßung des Joung-Plane, festgelegt werden sollen, auszufertigen. Außerdem muffen die Hauptgläubiger noch mit den kleinen Mächten, deren Rechte auf dem urfprüngNcheu Houng-Zlfan sie abgeändert haben, in» reine kommen Saarverhandlungen werden beginnen. Pari». 29. August.(Eigenbericht.) Zu der über die Räumung erfolgten Einigung wird den Blättern gemeldet, daß Briand in einer formellen Erklärung vor der Kam- Mission die Zusage gegeben hat, daß Frankreich in der Durchführung der gegebenen Vereinbarung den gleichen guten Willen und die gleiche Verständigungsbereitschaft an den Tag legen werde, wie in den Verhandlungen selbst. Die französische Regierung verpflichte sich, da» Parlament sofort nach seinem wiederzusammenkrill im Oktober mit allen für die Liquidierung des Kriege» notwendigen vorlagen zu besoffen. Es liege ferner keineswegs in der Absicht der französischen Regie« rung, in bezug auf die Einhaltung der Artikel 4? und 43 des Friedensvertrages eine Kontrolle auszuüben, die die deutsche Empfindlichkeit verletzen könne. Briand schloß seine Erklärung— nach den vorliegenden Meldungen— mit der Feststellung, daß Europa heute einen neuen großen Schritt auf dem Wege zum Frieden gemacht habe. Alle Beteiligten hätten dafür Opfer bringen müssen, so daß es weher Sieger noch Besiegt« gebe. Nach dem ,.T.« m p s" werden Briand»nd Strefemann noch vor Abschluß der Konferenz die Verhandlungen über dt« Rückgabe de» Saargebietes durch einen Rolenanstavsch einleiten. F« den Noten werde zunächst festgestellt, daß die Saarfrag« ein« durchaus deutsch-französifche Angelegenheit sei, di« die anderen Kon« jcrenzteilnehmer nicht berühre. Dagegen erklärten sich sowohl die deutsche wie auch die französische Regierung bereit, die VerHand- lungen über diese Frage unverzüglich zu eröffnen und sie einer Lösung entgcgenzuführen, die in gleicher Weise den Jnter- essen Deutschlands und Frankreichs, wie auch denen der Bevölkerung des Saargebietes Rechnung trage. Wie die Einigung geschaffen wurde. Haag, 29. August.(Eigenbericht.) Die Haag er Konferenz ist gerettet und geglückt! Das ist das Endergebnis, das schon heute vorweg genommen werden kann, obwohl die formelle Einigung in den Finanzfragen noch nicht restlos erreicht ist und obwohl überhaupt das offizielle Ergebnis vielleicht erst am Sonnabend in einer feierlichen und öffentlichen Schlußsitzung verkündet werden wird. Es ist. wie mich von der deutschen Delegation mit besonderer Eindringlichkeit und Dankbar- keit betont wird, vor allem da» verdienst de, sozialistischen Außenminister» Groß. brilannien» Artur hendersou, des bisherigen Vorsitzenden der Sozialistischen Arbeiter-Jnternotio- nale, wenn die politischen Probleme, insbesondere die Rheinland- röumung bereits heute entschieden werden konnten. Wer Artur Hendersou kennt, weiß, daß er bei schwierigen Diskussionen zunächst geduldig und vermittelnd den Meinungsstreit ausfechten laßt, aber im kritischen Augenblick(zumal, wenn er abreisen muß) die Zügel on sich reißt und mit rücksichtsloser Energie ein Ergebnis zu erzwingen versteht. So Hot er es auch als Vorsitzender der Poll- tischen Kommission im Haag getan. Er wollte am Freitag noch Genf abreisen, um an der Tagung des Völkerbundsrotes"teilzu- � nehme». Noch immer versuchte aber Briand die Entscheidung über die Rhcinlandräumuug bis nach der restlosen Einigung über den Ponng-Plan hinauszuschieben. Nun war aber am Donnerz- tag mittag der Kampf nm die künftigen Bcsohungskosten als letzter Streitpnukt in der finanziellen Regelung noch nicht beendet. Dennoch bestand henderson darauf, daß die politische Kommission schon setzt ihr« Ar« besten beende und die Einigung Über Röumungstermine und Ber- gleichst oui Mission schon heute der Welt oerkündet. So gestaltete sich um die Mittagssinnde die Sitzung der sechs einladenden Mächte zu einer abschließenden Sitzung der politischen Kommission, in her henderson die Ergebnisse der privaten Verhandlungen der letzten Tage sormulierte und als offiziellen Schlußbcricht der politischen Kommission erstattete. Diese Ergbenisse sind siir alle, ober nicht zuletzt für Deutschland, wesentlich günstiger und erfreulicher. • als es die fruchtlosen Besprechungen der vier Außenminister in den ersten zwei Wochen befürchten ließen. Es wird vor allein das Berdlenst der englischen Arbeiterregier ung und ihre? Außenministers henderson bleiben, daß sie in Erfüllung ihres Wahloersprechens sowie der großen 5)osfnu?!g?n, die die inierualionaic Arbeiterklasse aus sie gesetzt bat, das Ziel der schnellen und restlosen Räumung mit eiserner Energie im Haag verfolgt und erreicht hat. hendersons Erklärung. Dausm und© Getreidehandelsmonopol i Die ehemaligen Zentralmächt« haben tzn Weltkrieg offen zu- geben müssen, daß sie ihre Völker nicht au» dem eigenen Wirsschosts- gebiet ernähren können. Dieselben kaiserlichen Regierungen, für die sonst der Wille der Agrarier oberstes Gebot mar. hoben die Einfuhr- zolle auf Lebensmittel auf, um ihr« Einfuhr anzuregen. Es lag an der höheren Macht der Blockade, wenn di« Einfuhr viel.zu gering blisb. Di« Not der Nachkriegszeit erzwang jahrelange Fortdauer der Einfuhrzollfreiheit, bis schließlich die unleugbar schlechte Situation der inländischen Landwirte infolge der stark gesunkenen Weltmarkt- preis« für Getreide die Wiedereinführung der Getreidczöll« herbei- führte. In Deutschösterreich gelang e» der Sozialdemokratie gleitend« Zölle durchzusetzen, d!« sich der Differenz zwischen In- lond- und Weltmarktpreis anpaßten. Seither hat die bürgerliche Mehrheit des Nationolrats diese Zölle in ihrem Sinn geändert und erhöht. Die Massen der Verbraucher müssen mehr bezahlen, ohne daß dannn der Ackerbau besser rentierte. Nun hat der christlich- sozial« Landwirtschaftsminister Födermayer im Kabinett einen alten Vorschlag der Sozialdemokraten aufgenommen und d!« Einführung des staatlichen Geireidehandelsmonopol» vorge- schlagen. Der private Getreidehandel soll ausgeschaltet, dem Land- wirt ein günstigerer Preis bezahlt werden, ohne daß die Konsn- meinten über Gebühr delastet werden. Eine Verwaltung, aus Ber- tretern der Erzeuger, der Verbraucher und der Regierung bestehend, fall diesen Grundsatz durchführen. Ob dieser Plan ausgearbeitet, ob er Gesetz und wie er aussehen wird, ist heut« noch unbekannt. In einer Bauernversammlung der Marchseldgemeinden nordöstlich von Wien, einberufen zur Bericht- erstottung christlichsozialer Abgeordneter, die einen schweren Stand hatten, sprach in der Diskussion auch der sozialdemokratisch« Bürger- meister des Tagungsortes, Genosse W i d m a y« r- Deutsch-Wagram, unter lautloser Still«. Widmayer besprach in längeren Ausführungen das sozial- demokratische Agrarprogramm und dessen Forderung nach der Einführung des Getreidehandelsmonopols. Dos Problem, wie der Landwirtschaft zu helfen ist, kann nicht mit der özefoe gegen die Sozialdemokraten gelöst werden, sondern besteht einzig und allein darin, die Produzenten und die Konsumenten zusammenzu- führen und alles zu beseitigen, was sich an Schmarotzern und Profitmachern zwischen sie drängt. Zluf der einen Seit« bekommt der Bauer für sein K ö r n d l sehr wenig und findet oft keine Käufer, während die Konsumenten für Mehl und Brot ungeheure Preise zahlen müssen. Wenn man die ungeheure Spannung zwischen den Getreidepreisen, wie sie der produzierende Bauer bekommt, und den Mehl- und Brotpreisen, wie sie der konsumierende Städter be- zahlen muß, zum Teil den Produzenten, zum Teil den Konsumenten zugute kommen ließe, wäre beiden geHolsen. Dos gilt auch bei der Milch und ebenso beim Wein wie bei allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Also nicht cheimwohrhetze kann dem Bauernstand helfen i ihm kann nur geHolsen werden, wenn man endlich das Brot des Dolkes. das die Bauern im Schweiß« ihres Angesichts dem Boden abringen, der Spekulation»- und Profitwut. der Börsenspekulanten entzieht. Au» diesem Grund« verlangen die Sozialdemokraten schon seit vier Sahren in ihrem Agrarprogramm daß England j e d«« s a l l» räumen werde, auch wenn die Finanz- konferenz scheitern würde, hat ihre Wirkung auf die Franzosen schließlich nicht oerfehlt, zumal die Belgier, durch das deutsch- belgisch« Mochtobkommcn angenehm berührt, ebenfalls auf Briand drückten, so daß sich Frankreich der Gefahr einer politischen Zsoliernng bewußt wurde. Es wird ein Ruhmesblatt in der Geschichte der englischen Arbeiterpartei und damit der gesamten sozialistischen Internationale sein, daß die frühere Räumung der besetzten deutschen Gebiete unter britischer Führung und unter britischem Druck hier im fjoag he- schlössen werden konnte, und zwar bevor noch der i>Punkt auf die grundsätzliche finanzielle Einigung gesetzt war. D i x R ä u- mungstermine sind zwar nicht ideal, besonders was die Franzosen betrifft, aber es besteht immer nock, die Aussicht, daß sie in der Praxis vorverlegt werden. Auch über di« Vergleichs- konnnission ist eine Einigung erzielt morden, die nicht nur vom deutschen Standpunkt, sondern auch vom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes zu begrüßen ist. Da, Schreckgespenst einer permanenten kontroll- und Schnüfsel- Kommtssion, das von gewissen deutschen Politikern on die Wanh gemalt wurde, und was vielleicht ursprünglich auch da» Ziel einflußreicher sranzö- sischer Kreise war, ist etwas geworden, was man mit der Bezeich. nung abtun könnte:„Im Westen nicht. Neu es!" Denn es ist in Wikklichkeit nichts Neues geschaffen worden, es wurde lediglich bestätigt, daß die bereit» durch den Ldearno-Dertrag g e- s ch a s s« n e n deutsch-belgischen und deutsch-französischen Schieds- kommissionen für Fragen der EntMilitarisierung de» Rheinlandes (Art. 42 und 43 des Versailler Vertrages) zuständig sind. Das waren sie noch Auffassung matzgebender, auch deutscher Juristen, schon früher. Ebenso ist durch die unablässigen Bemühungen Dr. Wirths festgestellt worden, daß Deutschland dennoch von sich aus jederzeit das Recht behalten würde, in solchen Streitfragen an den Bölkerbimdsrat direkt zu appellieren. Da» war selbstnerständ- lich schon seit jeher der Fall, aber Dr. Wirth wollte diese völkerrechtliche Binsenwahrheit nicht glauben und kämpfte wie ein Löwe für die Bestätigung dieser bereits vor- handenen Selbswersiönblichkeiten. Er hat auf der ganzen Linie pesiegt! GrgeSin's wird gefeiert. V. Seh. ksaag, 29. August.(Eigenbericht.) Henderson als Vorsitzender der Politischen Kommission er- läuterte seinen Bericht über dt« Einigung mit einer Red«, die eigent- lich jür die Vollsitzung der Konferenz bestimmt war, an der er jedoch nicht mehr teilnehmen wird, weil er bereits am Freitag nach Genf abreist. Es wurde deshalb beschlossen. HI- Rede sofort zu ver- öffentlichen. Henderson führte aus: „Die Konferenz wird es mir nicht oerüdeln, wenn ich einige Erläuterungen zu der Aufgabe mache, die uns gestellt war. Die Fragen, mit denen wir befaßt waren, sind vielleicht nicht so kam- pliziert gewesen, wie jene, mit denen der Finanzausschuß betraut war. Aber ich woge zu behaupten, daß sie von einer vnqeheuren Vlchtiqkeil für die Versöhnvng der Völker Europas und für jene große Verständigung Zwilchen den Nationen waren, von der auf die Dauer der Frieden abhängen wird. Der erste Teil unserer Arbeit und zugleich der schwerste betraf dt« Räumung de, Rheinland e». Es galt di« Grundlagen zu finden, szialdsmokratie. i Oeutfchösterreich geplant. die Einführung eines Getreidehandelsmonopols. Ihr Antrag wurde aber von den Christllchsozialen und Bauernbündlern bekämpst und niederoe stimmt. Die Sozialdemokraten sind überzeugt, daß di« Not der Landwirtschaft auch die Bouernsührer im Parlament zwingen wird, den von den Sozialdemokraten seit vier Jahren in ihrem Agrarprogramm vorgezeichnetcn Weg zu gehen. Auch setzt kann der Not und der Krise in der Landwirtschast nicht durch Zoll- erhöhungen oder durch Mehlzölle, sondern nur durch die Einführung eines Getreidehandelsmonopols abgeholfen werden. Widmayer wurde, wiederholt von stürmischer Zustimmung unterbrochen. Nach ihm sprachen eine Reihe Bauern im Sinn« der Ausführungen Widmayer» und forderten die Einfülirung eines Ge- treidemonopols. Ein Bauer aus Seyring erklärte, daß er dos sozialdemokratische Agrarprogramm studiert habe und für gut besind«, und daß damit einmal aufgeräumt werden müsse, richtige Meinungen von Sozialdemokraten nur deshalb als jchlecht zu be- zeichnen, well es eine sozialdemokratische Forderung sei. Die Bauern haben die Heimwehrhetze satt. Nach der Versammlung umgab«in« große Gruppe Bauern den Bürgermeister Widmayer, um ihm zu erklären, daß stc mit dem Ge- treidemonopol und mit den Forderungen des sozialdemokratischen Aqrarprogramms vollständig einverstanden sind, daß sie die Heimwehrhetz« satt Hoben und in ihren Dörfern nur Ruh« wünschen. Sie wollen sich nicht bereichern, sondern nur einen Getreidepreis erreichen, der ihren Gestehungskosten entspricht und der den Getreidebau sichert. Ein Schachzug der Ehristlich-Sozialen. Wien. 29. August.(Eigenbericht.) Der niederS st«rreichische Bauernbund, eine christlich-soziale Organisation mit 1l)W> Mitgliedern hat sich der Heimwehr angeschlossen. Di«„Arbeiter-Zeitung" schreibt dazu, daß di« Christlich-Sozialen offenbar die Heimwehr auf dem Lande für sich erobern wollen. Aus Bemerkungen der christlich-sozialen„Reichspost" geht hervor, daß es sich für di« christlich-soziale Organisation darum handelt, für die in zwei Monaten im Niederösterreich fälligen Gemeindewahlen die Stimmen der Heimwehrleute zu gewinnen. Wieder eine tödliche Stecherei. � Wien. 28. August.' In einem Park der Stadt Melk in Niederöstcrreich kam eS zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Heimwehrleuten und Sozialdemokraten, wobei der Heimwehrmann Leopold Günther durch einen Stich mit einem Stilett lebensgefährlich ver- letzt wurde. Als Täter wurde der angebliche Sozialdemokrat Leopold Baumgärtner verhaftet. Die Heimwehr alarmierte ihre Leute, wobei«in Heimwehrmann mit seinem Motorrad so uns glücklich stürzte, daß er lebensgefährlich verletzt liegen bliebe auf denen die Besetzung deutschen Bodens durch bewaffnete Streit- kräft« anderer Nationen beendet werden konnte. Es log uns sehr viel daran, daß in dieser Frag« die drei Besetzungsnmcht« gemeinsonr handeln, soweit dies möglich war. daß die RäumUng in der möglichst kürzesten Frist vollendet und dabei Methoden angewandt werden. die eine möglichst rasche, glatt« und von Mißverständnissen freie Durchführung gestatten. Wir mußten natürlich berücksichtigen, daß die abzutransportierenden Truppen sehr zahlreich sind, wir mußten entsprechende und ordnungsmäßig« Vorkehrungen für ein« Operation ans sehr breiter Grundlag« treffen und mit, mußten endlich di« schwierigen Mittenmgsvcrhältnisse berücksichtigen� die im Winier eintreten können. Auf der Suche nach den Vereinbarungen mußten wir manch« ernste Hindernisse überwinden. Die Besetzung eines fremden Gebietes durch große Truppenmossen während eines Zeitraumes von zehn Jahren mußte Problem« auswerfen, die außerordentlich schwierig waren. Ich freu« mich, sogen zu können, daß wir Schwierigkesten über- wunden und Lösungen erzielt haben, von denen ich glaube, daß sie im allgemeinen alle beteiligten Regierungen und Völker befriedigen werden. Ich bitte Sie zu bedenken, was wir alles geleistet haben. vi« Räumung wird unverzüglich beginne», heute in zwei Wochen werden die Truppen bereits in Bewegung sein. Endlich, und das ist vielleicht das wichtigste, sind wir in der Loa«! zu sagen, daß wenn die allgemeine Vereinbarung, welche diese Kon- serenz beschließen wird, durch die beteiligten Regierungen unter. zeichnet und so schnell wie wir hoffen ratifiziert sein wird, die Räumung bis zu ihrem Schlußpunkt innerhalb eines ver, kürzten Zeitraumes durchgefiihrt sein wird. Neber dis Liquidierung der Besahung-tostcn hat die Erfahrung gelehrt, daß die Arkeit der Nachprüfung und Festsetzung der Schodensersatzansprüche und dergleichen eine lehr langwierig« Angelegenlzest ist. Daher sehen unsere Ver- «inharungen vor, und zwar im gemeinsamen Jnterelie einer Beschleunigung der Räumung, daß solche Schadensersatz. ansprüche zu streichen sind." Briand dankt« Henderson für den Takt, den er fcei der Lösung der schwierigen Aufgaben bewiesen habe, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Werk der Ratifizierung von all-n beteiligten Mächten so schnell als möglich durchgeführt werde. Reichsaußenminister Dr. Strefemann beglückwü nichts Henderson ebenfalls zu dem vollendeten Werk und dankte' Briand sür di« Versicherung, daß die Rheinlandröumung so schnell wie irgend möglich durchgeführt werden solle. Zeppelin vernichiei Bauprogramm. Amerikanische Befestigungen überflü.sig, San Francisko, 29. August. Frank James, der Vorsitzende de? Unterhauskomitces für Militärwesen, d»r sich auf einer Jnspektionstaur der V?rt«!digungs» werke an der Poessle-Küsie befindet, erklärte, der?Vcif>e-Flug des „Greif Zeppelin" sei eine Entwicklung, die der Kongreg bei der Fest, legung des Fünsjahr-Bauproarammes für die Armee nicht vorher. sehen konnte. Er empfehle die Aufgabe des Fünfjahr- Programme», da es durch die letzten Entwicklungen im Flugwesen veraltet fei. Snowdens Tat. Sein Kampf im Haag und das Lrteil der Ttot'on. (Von unserem Londoner Korrespondenten.) Ucber die Bedeutung de? Auftretens Snowdens im .tsaag wird noch viel gestritten werden. Unser Londoner Korrespondent, der sie im englischen Lichte zeigt, wird sich damit gewiß den Dank unserer Leser erwerben. Redaktion des„Vorwärts". Der internationale Pressechorus, der den Kampf des britischen Schatzkanzlers Philipp Snowden im Haag kegleitete und, insbesondere Frankreich, vielfach in persön- liche Verdächtigungen aueartete, hat von drei Dingen Zeugnis abgelegt: daß ein Eroßleil des Auslands die innerpolitische Stimmung Großbritanniens nicht kennt, daß es den Charakter der Arbeiterpartei falsch einschätzt, und daß es nicht weiß, wer Philipp Snowden ist. Snowdens Kamps und schließlicher Sieg ist nur möglich geworden, weil eine inncrpolitische Situation und die besonderen Eigenschaften dieses Mannes sich getroffen haben. Sein Triumph, von dem im Augenblick alle Gassen Großbritanniens widerhallen, ist deshalb nicht der Triumph eines Demagogen, der den Beifall heimst, um den er gebuhlt hat; hier war vielmehr die einmalige, wahr- scheinlich nie wiederkehrende Stunde in seinem Leben ge- kommen, da sein Puls im Takte der gesamten Nation zu schlagen vermochte. Philipp Snowdens Kampf war nur möglich, well er mit seinen Forderungen ein Stichwort gab, das zündend wirkte, wie keine politische Parole seit den dunklen Fahren des Krieges. Wohl hatte die Nation feit Iahren immer wieder gefühlt, daß sie von ihren alten Alliierten bei allen inter- nationalen Abkommen ausgebeutet und mißbraucht worden sei— aber die Kriegsphräse steckte den konservativen und liberalen Staatsmännern der Nachkriegszeit— mit der ein- zigen Ausnahme Lord C u r z o n s— noch zu tief im Blute. Noch schien es selbstverständlicher, daß ein britischer Staats- mann Frankreich,„wie eine Frau liebte"— Sir Austen Chamberlain hat sich zu solcher Liebe bekannt— als daß Großbritannien unparteiisch und unvarteilich im Rate der europäischen Völker saß. Einmal schien Chamberlain das Ge- micht solcher Notwendigkeit zu fühlen, als er den Vertrag von Locarno schloß, freilich um sich dann nur noch um so nach- drücklicher Frankreich in die Arme zu werfen. Snowdens Parole im Haag befreite, wie mit einem Zaubcrschlag, all das. unterdrückte Ressentiment, die unbewußte Verärgerung über das Vasallentum gegenüber Frankreich. Plötzlich war sich Großbritannien der Unwürdigkeit eines Zustandes bewußt, den es ein Jahrzehnt lang getragen. Eine Nation fühlte, daß ihr draußen, vor aller Welt, die Zunge gelöst worden war. Daher die beinahe hysterische Begeisterung mit der London Sn.omdcns schärfste Worte im Haag ausnahm. Daher jene scheinbare Gleichgültigkeit um das Schicksal der Gesomtkonferenz. Was Snowden tat, war an sich weder gut noch schlecht, weder chauvinistisch noch anti-international, weder sozialistisch noch anti-sozialistisch: es war ein A k t britischerSelb st Verteidigung. Aber dieser Akt ist, weit yber sich hinauswachsend, zu einem historischen Ereignis geworden. Die Entente ist über ihn endgültig gestürzt, und itzroßbritannien ist zum ersten Male seit betnalie zwanzig •Iahreb wieder frei, frei, sowohl Frankreichs als Deutchlands Freund zu sein. Heute, wo wir den Ereignissen noch zu nahe stehen, mag die Fülle der Details, dos Auf und Nieder der jüngsten Wochen, mögen die eigenen Opfer und die dramati- scheu Wendungen den Sinn dessen, was geschehen ist, noch nerschleiern.?lber ein späteres Jahrzehnt durfte diesen sym- bolischen Sinn der Ereignisse im Haag erkennen und auch begreifen, wie eminent international, wie eminent p a z i f i st hsch Snowden gehandelt hat, als er den Hagel von Vorwürfen und Schmähungen aus Frankreich und Italien und den schleckt angebrachten Vorhaltungen in gewissen dema- krytischen deutschen Blättern mit eisernem Willen seine Ucber- zeugung geacnübcrgestellt hat. D'e nicht angelsächsische Welt scheint im Anfang geglaubt zu haben, daß Philipp Snowden bluffe. Sie konnte das nur tun, weil sie die Stärke der innerpolitischen Meinung in Groß- britaiinien. die hinter Snowden stand, unterschätzte und es auch wohl für unmöglich hielt, daß iroendeine Ration der Erde so geschlossen einen sozialistischen Staatsmann zu unterstützen nermöchtc. Sic konnte das nur, weil sie diesen Lancoshire- mann selbst nicht kannte. Sie wußte nichts von jenem Snowden, der durch dreißig Jahre öffentlichen Wirkens«ins iteberzsugungstreue hindurchgerettet hat. wie sie im zeit- gsnössilchcn Europa selten geworden ist. Wußte nichts von zenem Snowden, der im Kriege sich— mit nur ganz wenigen Gefährten— gegen«ine entfesselte Welt gestellt Kaite, bereit, lieber im buchstäblichen Sinne gesteinigt zu werden, als sich zu einem Kriege zu bekennen, den er ver- neinte. Die französische Presse sprach van seiner Applaussucht, von seiner Rivolitat gegenüber Macdonald, unierschab chm hundertfältig schmutzige Motive des versönlichen Kampfes um die Führung der Arbeiterpartei. Wie scklecht hat sie diesen Mann und seine Partei gekannt Kein Politiker, dem nicht das Herz höher schlüge, wenn er sich eins mit der Mehrbeit seiner Nation wüßte. Auch Snowden hat gewiß, beglückt, das Echo begrüßt, das er daheim gefunden Hot. Aber seine Haltung während des Krieges beweist, daß«r der letzte wäre, der um des Beifalls willen, nur um einen Fingerbreit wiche. lind seine Rivalität gegenüber Macdonald? Schon Mac- donalds dauernde moralische Unterstützung seines Schatzkanz- lers beweist, daß der Ministerpräsident selbst solche Anschuldi. gungen als verächtliche Manöver von Menschen mit klein- lichen Motiven richtig einschätzte. Wer den Schatzkanzler kennt, der weiß, daß das schwere Schicksal, das Snowden zum Krüppel, sein Leben zu einem dauernden Kampfe gegen die Beschwerden eines invaliden Körpers werden ließ, in ihm längst den Verzicht auf die höchste Würde mr Staat und in leiner Partei zur Selbstverständlichkeit gemacht hat. Snow- dens höchster Ehrgeiz im Leben ist. einerSachezu dienen, sein persönlicher Ehrgeiz, so groß er immer sein mag, tritt dahinter zurück. Aber selbst wenn man den Sinn des Kampfes, den Snowden im Haag geführt hat. anders beurteilt, als dies hier der Fall ist, wird man eines niemals übersehen können: Snowden hat mit seinem jüngsten Kampf und Sieg seiner Partei und damit der Sache der Arbeiterichost einen Prestige- zuwochs gebracht, eine Popularität verschafft, wie sie in diesem Ausmaße noch keine sozialistische Partei der Welt besessen hat. Das ist ein Kapital, von dem sie leben, mit dem sie, Opfer fordernd, an die Nation herantreten kann. Die Arbeiterpartei hat eine Leistung vollbracht, die sie vor der gesamten Nation legitimiert. Ei« hat bewiesen, daß sie und ihr« Vertreter im Verleumdung zu Wahlzweckeu. Hakenkreuzlenscher Wahlfchwmdel bestrafi. Aus Thüringen wird uns geschrieben: Am Tage vor den letzten Gemcindewahlen in H i r s ch b e r g (Saale) erschien im dortigen Blättchen anonym ein Artikel, in dem unter allerlei hämischen Bemerkungen über sozialdemokrati- ! ch e Arbeitgeber und über Theorie und Praxis der Sozial- demokratic die völlig frei erfundene Behauptung ausgestellt wurde, der örtliche Führer der Partei, Müller, zahle den Arbeiterinnen besonders schlechte Löhn«,«r führe den Sozialismus nur im Munde. Der für diesen Schwindel verantwortliche Redakteur gab, als Müller ihm die Beleidigungsklage androhte,«inen chirschbergcr Nationalsozialisten, den Gcometer Günther als Der- sasser des Schmähartikels an. Diesen lud Müller vor den Schiedsmann. Günther konnte die Nerfasserschaft in bezog aus den Artikel nicht abstreiten: er gab aber die bezeichnend« Erklärung ab, e s werde ja vor seder Wahl geschwindelt, die National. sozialisten hätten der Sozialdemokratischen Partei durch den Artikel ein Mandat abnehmen wollen, und das sei geglückt! Infolge dieser„Entschuldigung" ging da» Verjähren weller. Im Termin vor dem Amtsgericht Hirschberg am 2ch August fand sich der mutige Nationalsozialist zunächst bereit, in der Press« zu erklären, daß er sich davon überzeugt habe, un- richtige Behauptungen aufgestellt zu haben. Er wollte sogar sein Bedauern darüber aussprechen und die Beleidigung zurücknehmen. Als der Kläger Müller ober auch verlangt«, daß Günther 50 M. in die Wohlfahrtskass« der Ge- meinde Hirschberg zahlen und die Kosten des Verfahrens über- nehmen solle, lehnte der Angeklagt« das ab und die Sache mußt« verhandelt rverden. Nunmehr stellte Günther sich wieder auf den Standpunkt, daß| er„nur die Wahrheit" gesagt habe! Aber sein Wahrheits- beweis mißglückte vollkommen. Nicht nur, daß ihn seine eigenen Zeugen im Stich ließen, auch das Gutachten eines Sach- verständigen fiel zu seinen Ungunsten aus. Dieser mußte sogar zu- geben, daß Genosse Müller besonders hohe Löhne gezahlt hat. Auf Grund dieser Beweisaufnahme beantragt« Genosse Dr. Kurt Rosenfeld als Vertreter des Klägers die Bestrafung des Angeklagten, da dieser in nicht mehr zu überbietender Leichtfertigkeit völlig unwahre Behauptungen in die Presse gebracht habe. Er habe nicht einmal den Mut gehabt, seinen Namen zu unterschreiben, und er Hab« noch dazu mit seinem Wahl- schwindet die Wählerschaft beeinflussen wollen, damit sogar Erfolg gehabt. Das Gericht folgt« diesen Ausführungen. Es stellte ausdnicklich fest, daß der vom Angeklagten angetretene Beweis völlig mißlungen sei und verurteilte den Angeklagten zu einer Geld st rase von 89 Mark, zur Der- össentlichung des Urteils in zwei Zeitungen und zur Trogung sämtlicher Kosten. Eben waren die Worte des amtierenden Richters verklungen, da— t j ch i n g l j ch i n g ta ro dum b u m— zog draußen ein kleines Häuflein Nationalsozialisten mll einer Musikkapelle auf, um den„Sieger" zu begrüßen. Sieger war aber nicht der National. sozialist. sondern der Sozialdemokrat! Aus dem Siegesmarsch wurde«in Trauermarsch, und mit gesenkten Kopsen zogen die Notionolsaziolisten ab. Noch ein Ha?enkreuzler verurteilt. In einer öffentlichen Dersantinlung in Pasernalk am 10. Jarwor 1929 hatte der Redakteur Ulrich Hennann Berg aus Neubrandeuburg sich folgende Bemerkung in seiner Rede erlaubt: JOie heutig« Staatsform kann ich nur als eine korrupte und verseuchte Republik bezeichnen" Wegen dieses Tatbestandes stellte die Republikanisch« De» schwerdestelle Berlin bei dem Oberstaatsanwalt in Stettin Straf» antrag, uich nunmehr hat das Schösfengericht in Stettin«u» 24. August Berg zu einer Gefängnisstrafe von«ine» Monat verurteilt. Der Staatsanwalt hotte drei Monat« Ge» fängnis beantragt. „Hiilers Versailles." Oer große Adolf»berichtigt". Dar einigen Tagen gaben wir unter der Ueberschrist„Hitler» Versailles" die Mitteilung der„Voss. Ztg." wieder, wonach Hitler ein Ultimatum Hugenbergs wegen Einstellung seiner„sozialistischen" Agitation habe einstecken müssen. Dazu schreibt uns Hitler jetzt durch einen Münchener Rechtsanwalt eine lange Berichtigung, in der er alle Mitteilungen der„Voss. Ztg." über die Angelegenheit als„von Anfang bis Ende frei erfunden bezeichnet. Hugenberg habe weder ein Ultimatum an ihn gerichtet noch mit Entziehung der Subventio- nen gedroht. Auch Kirdorf habe keinen Brief an Hitler geschrieben, in dem die Einstellung der„joziolistischen und antikapitalistischen" Tendenzen der Hitler-Partei gefordert werde. Nach dieser Erklärung hat Hitler mit seinen„sozialistischen und anükapitalistischen" Tendenzen sich also ganz freiwillig der großkapitalistischen Porteigruppicrung um 5)ugenb«rg ange» schlössen. Das ist immerhin etwas! Rate der Völker es mit den besten Männern der anderen Nationen aufnehmen können, daß sie mutiger, kraftvoller und entschlossener zu wirken vermögen, als konservative und libe- rale Staatsmänner, die feit Jahrzehnten für sich das Monopol der Herrschaft in Anspruch genommen haben. Di« Arbeiter- Partei bat damit, was in angelsächsischen Ländern unendlich wichtig ist. die Phantasie der Nation gepackt und damit die Saat für eine Wirksamkeit zugunsten der Arbeiterpartei gelegt, wie es noch vor wenigen Monaten undenkbar schien. Nie- mand, wie immer er Snowdens Haltung im Haag beurteilen mag, wird sagen dürfen, daß dies wenig sei, daß es nicht der Müh« wert gewesen sei, um eines solchen Preises viel zu wagen und nieles einzusetzen. Gnowden spricht zu ganz England. Haag. 29. August. Am Mantag wird Snowden nach seiner Rückkehr aus dem Haag vor dem englischen Rundfunk eine Rede über die Haoger Konferenz und die Rolle der englischen Delegation auf der Haoger Konferenz holten. Die Rede wird auch durch„Daventry Experimental" aus- gcfandt. Der Zeitpunkt wird noch näher bekanntgegeben werden. Snowden will keinen Empfang. London. 29. August.(Eigenbericht.) Den englischen Schatzkanzler Snowden, dem bei seiner Rückkehr nach London ein festlicher Empfang bereitet werden soll, hat seine Freunde brieflich und telegraphisch gebeten, davon Abstand zu nehmen. Er wolle in ruhiger und würdiger Weise heimkehren. 500 Tote in Palästina. Oie Opfer des Bürgerkrieges.- Oas Land gebrandschatzt. Jerusalem, 29. August.(Eigenbericht.) Am Donnerstag waren kein« blutigen Zusammen» si ö ß e zu verzeichnen. Die Brandstiftungen auf dem Lande hatten dagegen unvermindert an. Allein in der Umgebung von Haifa wird der durch Brandstiftungen in den landwirtschaftlichen Betrieben hervorgerufene Schaden auf über eine Willion Mark geschätzt. Die Zahl der bei den Zusammenstößen zu ner. zeichnenden Todesopfer ist nach den neuesten Meldungen viel hoher als anfänglich angegeben wurde und wird jetzt auf 400 Araber und lOg Juden beziffert. Arn Donnerstag traf«in eng. lifches Flugzeugmutterschiff in Haifa ein. El ist eine Massen- demonsttotton der englischen Militärs lieger�geplani. Straferpedition in der Lust. London. 29. August.(Eigenbericht.) Av» Jerusolcw wttd gemeldet, daß die britischen Behörde n nunmehr genügend Herr der Lage sind, um dl« Osfensine gegen die Unruhestisler zu ergreisen. Ein militärisches Flugzeuggefchwader unternahm am Donnerstag eine Straf- «tspedition nach Schirbal. deren Bewohner für die Plünderungen und Brandstiftungen in Talpioth, der Gartenstadt Jerusalem», verantwortlich gemocht werden. Da» Arabcrdorf wurde noch glaubwükdigen Meldungen von der Luft herunterheftiges Moschin«ngewehrfcuer gesetzt. Außerdem wurden 50 bewaffnete Bewohner de» Dorfe» durch britische Zasanteri« nach einem Bajonetitamps gesangeu genommen. Zu Jerusalem und Haifa hoben britische Kriegsgerichte ihre Tätigkeit gegen die für die Unruhen houptverantworllichen bereits aufgenommen. Ein deulsch.poluischcr Luslsahrtnertraq ist uirtcrzeichnel worden. Cr schalst di« Rechtsgrundlage(iir Einrichtung und Betrieb von Lustverkehrslinien zwischen Deutschland und Polen, besondere zwischen Berlin und Warschau, worüber nach der Ratifizierung ver. handelt wird. Danach werden zivile Luftfahrzeuge zuin Ueberflietzen des anderftaatlichen Gebiets einer besonderen Genehmigung mcht wehr bedürfe«. Gtreiigegenstand: Oer Sowjeirubel. Darum der Kampf in der KpO.! Au» der kommunistischen Opposiliou verlautet, daß die Zer- würsnisse in der KPV.-Leitung zwischen Bemmele-Zleumau» und Thälmann aus kassendifserenzen zurückzuführe« sind. Thälmann. der bi» zum Kamburger Wittorf-Skandoi im ver- gongeneu herbst ziemlich unumschränkt über die Moskauer Geldsendungen verfügen konnte, soll nach wie nor über Rotterdam solche Gelder noch Hamburg erhalten haben, von diesen Geldsendungen hat die KPD.-L c i t u n g offiziell keine Kennt- n i» erhalten, ebensowenig über ihre Vcrwendvng. obwohl Thälmann? Nebenbuhler wiederholt Ausschluß über die angeblich illegalen Zwecke gefordert habe. Cs wird weiter behauptet, daß die für Thälmanns Fraktion aus dem Ausland unter allen möglichen Deckname« gekommenen Summen unkontrollierbar feien. Der Kampf der Remmele-Neumann geht darum, die Geld- sendungen für ihre polltischen Zwecke zu erhalten und Thälmann von den Stalinschcn Zuwendungen völlig auszuschalten. Kommunist vom Reichsgericht verurteilt. Leipzig, 29. August.' Der Ferienstrofscnat des Reichsgerichts verhandelte gegen den Maurer B l u d a u aus Königsberg in Ostpreußen, der als„Zer- setzimgsfunktionär" der KPD. wegen Vorbereitung zum Hochverrat und einem Vergehen gegen das Rcpublikschutzgesctz ange- klagt war. Eine im Januar d. I. bei ihm vorgenommene Haus» suchung hatte erhebliches belastendes Material zutag« gefördert, darunter über 20 Exemplare von inzwischen beschlagnahmten, für. die Reichswehr und Schutzpolizei bestimmten Zersetzung sschriften. Der Ferieiistrofsenat erkonnte auf sechs Monate Festungs- hast und läO Mark Geldstrafe. Die Geldstrafe und sieben Monate gelten als durch die Unlerstichiingshaft verbüßt. Würdige Oenkmalsweihe, Ohne Stahlhelm und Kaisersahne. In R h e i n s b e r g ist ein Denkmal für die Todesopfer de» Weltkrieges eingeweiht morden. Di« Kirchenglocken läuteten ein« halbe Stunde. Pastor Sprengel hielt Gottesdienst ab und zum Schluß die Weiherede. Daraus übernahm der sozialdemokratische Bürgermeister Zentgrof das Denkmal in di« Obhut der Stadt: er schloß seine Ansprach« mit dem einzig passenden Wort:„Nie wieder Krieg!", das am ehesten geeignet ist, den wieder auf- gebrochenen Schmerz der Hinterbliebenen der Todesopfer zu stillen., Das Denkwal. zeigt de» Reichsadler mit Krone, Schwert und Todessockel: so erinnert es, wer für den Massenmord mitverantwortlich war und unter welchen Schlogworten die Soldaten in den Tod getrieben wurden. Da der Magistrot nicht gestattet hatte, daß neben den toten Zeichen der versunkenen Monarchie auch noch durch Kaiser- sahnen der Anschein erzeugt werde, als lebte st« weiter und als könnte sie ja wiederkommen, blieben die Stahlhelmcr samt einem Pfarrer Böhm der Gesallcnen-Chrung fern. So wurde di« Feier nicht durch Anwesenheit von Leuten entwürdigt, die wieder Krieg haben mochten, in dem die Arbxitsmenschen geschlachtet werden, das Volk daheim verhungert, aber die„Edelsten der Nation" in der Etappe schlemmen. „Die andere Seile." Deutsches Künfilcr-Theoter. Di« deutsche Uraufführung von R. C. Sherriff?„Die� a n d e r e S e i t«in gesellschaftliches Ereignis, wurde vom Publi- kum mit lebhaftem Wohlwollen aufgenommen. Es ist anzunehmen, daß diese Anerkennung mehr den schauspielerischen Leistungen als dem Stück gegasten hat. o. S.— M. WERTHEIM Leipziger Sir.(Versand-Abi) Rosenthaler Str. Morftzplatz KOnlgstraße Preise tfir Freitag n. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgab« rorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt ßehensmittel Obsi u. Gemüse E�-*.Kodi8pfel»-» 0.10 E�- n. Kochbirncn 0.1Z Aprlkoseapflanmea O.ZO Weintrauben ftnna 0�8 Pfirsiche»'•«w 0.Z6 0.36 Bananen... rwn<, o.3S Tomaten Pfund 0.10 0.15 Zum Einmachen Schmor- o. Einleg e-Gnrken 3 Ptend 0.10 Mohren m 0.05 Rot- u. Weißkohl 0.07 Senfgnrkcn 0.07 0.14 Zwiebeln.. ZPftud 0.15 Kartoftcln piü'd 0.3Z 0.38 Preißeibeeren.. 5 mm 0.75 Blaue Pflaumen 5 n»« 0.85 Frisches Fleisch Wursiwaren . Pfand .PW nu nd frtem, M> tu»PM. �fand Backartncel Olympia-Mehl 0.36 0.60 e£m tMt 1.S5 Raohreif-Mehl.............. S-ptand-BraM 1.45 Karioifelmchl m 0.19 Sultaninen»•«. 0.38 Kalbskamm u.'Brust Kalbsnlerenbratcn... Kalbskeule Rinderkamm u.'Brust?>««- Querrippe O.SO Gulasch m. Sdunorflcisdh°"'�Z 1.10 Ä KoaSibCCf alt Knochen....... Pfnnd Gehacktes pm. 0.80 Liesen p«l Schweinebauch m pm Schweinekamm*- SJ�efun. pm Kaller«a»(««m......... pw-d 0.96 1.00 1.10 0.85 0.95 1.30 1.10 0.85 1.24 1.28 1.44 Dampfwarst Pfund 0.90 Leberwurst HaoTrü�l.25 Sülz- u. Rotwurst 1.10 Mettwurst STÄ 1.45 Filetwurst.. Pfund 1.65 Schinkcnpolnf sehe 1.65 Feine Leberwurst 1.85 Teewurst. Pfund 1.85 Zcrvclat u.Salami. Holsteiner, Piund Aaöj Speck mÄ 165 i.iil.30 Schinkcnspcck»._ 1 Pfund-Slück X.J.3 Könlgstr. Rosenthaler Str.. Moritzplatzt Speck wurst. Pfund 1.05 BcrL Mettwurst Pfd. 1.20 Bierwurst.. Pwid 1.10 Käse u. Fette Maispuder.. Pfand 0.Z9 Mandeln ms Z.10 Z.SO Kokosnuß. swanpdt 0.5Z Vanillinzudteroat o.ZO Rosinen Pfund o.4Z 0.55 Korinthen Pfd. 0.6Z 0.68 Zitronat•...pm 1.68 Backpulver 5»Mi 0.30 Kalbsschnitzel........ pm 2.20 Frische Rinderzungen pm 1.15 Prima aafriarflelscb Rinderkamm u. Brust.. Puddingpulver Puddingpulver Vanin».■. Mandelgesehnack... Pfand 0.40 Krachmandel-Padd. 0.90 Hammel dicke Rippe*- Brati Pluad Rote Grütze pm 0.55 Puddingpulver ächokolaurn- Geschmack 0.6Z Saucen-Pulver_.. Vanille-Geschmack. Pfand W.OZ Schokoladen-Speise, mit gehackten Mandeln. Pld. 1.00 Mondel-Rodm-Padd. 1.10 Konserven 41 Dom Junge Erbsen. 0.20 Junge Erbsen»*»"• faw 1.50 Gemiicht. Gemüse n oc mtiielfeln t.tO U.OO Brechbohnen_ Junge O.SO U.Ovp Karotten geacfmlllan 0.42 Pflaumen... 0.68 Konfitüre in Eimern «i Deee Saure Kirschen. 1.08 Ananas«Sdielben..tSLO Kalif. Aprikosen..1.55 KaliL Fruchtsalat 1.80 Senfgurken 1.80 Erdnußöl 1* LNar-Doea 0�4 Gelsardinen v. iciadd. 0.45 zu billigen Preisen 0.80 0.88 Hammelrucken.........pm 0.95 Geflügel u. Wild Suppenhuhner u.-Hähne™ 0.90» Tauben(ma.........sack w« 0.80» Junge Gänse....... pm** 1.05» Junge Brathühner...sack 1.18« Fische Makrelen a>m-izn>«a........ pfnd 0.15 Seelachs aha* Kaff, t—** PUcSa, Phind 0.17 Schellfisdie........ pm 0.22 0.35 Kabeljau oh",to*«— 5m 0.24 0.35 Goldbars Rahmkäse«aufan. ai 0.22 Limburger Allg, halbfaU 0�58 /oWafr 0.90 Edamer_ Ä_ nnt. ha h e». Pid" 65 voüfch 0.98 Stcinbuschcr halbletl, Hd. 0.68 voIHell 0.90 Holländer halbiett, Pld. 0.68 voOfell 0,98 Margarine.. PM 0.50 Kokoslcit... 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Benzlt-Uabertoda(25 Pf.) zum Elnwalchaa Benzlt-Salta(4a Pf.) zum Anwatehan üanzIt-Uebarsaifa(SO Pf.) zum Abkoohea FOr Wolla, Saida und bunte Witeha Banzlt-Uaberselte(59 PL) n, © Ubersoda ... B-CLS» venaU AktlengesellsehNtt, verlln WN7 ?!r. 405» 4«. Jahrgang �1. Freitag, 30. Augusts 929 auffüllend. Davor ist da« höher liegend« Wasser spiegelglatt, aott Zeit ja Zeit weht der Wind ein« dünne Schicht Straßenstaub dar- über. Ein toter Fisch schaukelt sacht« hin und her, alle Angler würden traurig werden, so groß ist er. Ein Rudel kleinerer, dunkler Fisch« zerrt an einem aufgeweichten Stück Brot herum,. hinten kommt noch ein Apfel angeschwemmt und ein Fetzen Papier. Ts riecht nach Teer und Tang. Di« Schleus« in Woltersdorf ist alt und unmodern. Richt, well an ihrem Gemäuer so viel Spinnweben hängen, die find schnell ausgespannt, sondern weil alles so primitiv und unberührt ist von zeitgemäßer Technik. Zwei Männer stemmen langiam die Schleusen- wre auf und zu, winden langsam die Bräckenklappen hinauf und herunter, rennen von einem End« zum anderen und haben nach einer halben Stund« glücklich eine Zille geschleust. Nur die tleinen Schifferhunde mögen sich darüber freuen, wenn sie stundenlang vor der Schleuse liegen:«in Stück Zucker oder Brot nach dem anderen prasselt auf das Deck, aber flink müssen sie sein, um das hüpfend« Stück zu fangen, sonst verkriecht sich der Zucker zwischen Bund- staken und Deckplanken. Der Geber sind viele da, von früh bis spät wird die hoch über die Schleuse hinweggeführte Fußgänger- brück« von einer dichten Schar Menschen besetzt gehalten. Für den Großstadtmenschen scheint überhaupt das Schleusen ein erhebendes Schauspiel zu sein. Ein ganzer Derein, der nach Erkner marschierte, blieb mit den anderen stehen, und well einzelnen Brüdern die Zeit denn doch zu lang wurde, begleitet« die Kapelle das Schleusen mit Die alte Woltersdorfer Schleuse In der engen, düsteren Schis fertneip« neben der Woltersdorfer Schleuse hat sich ein Hakenkreuzler durch freigebige Bierspenden einen geduldigen Zuhörerkreis zu- sammengeholt. An die Wand gelehnt stehen in der Reihenfolge, wie sie kamen, ein Kohlenhändler, ein Zeitungsmann,«in Schiffseigner und dessen Bootsmann. Bor ihnen, auf die Theke gestützt, der völkssche Prediger. Auf seine beiden Handrücken sind groß« Sterne tätowiert, drei Schneidezähne fehlen ihm und zu einem faden- scheinigen Pfeffer- und salzfarbenen Jackett trägt er ausgebeulte, gestreifte Hosen. Seine Kopfbedeckung besteht aus einer tief in« Gesicht gezogenen Ballonmütze, lediglich der modern« Kragen mit dem geschickt geknoteten Linder heben et« wenig sein Aeuhere». Er erzählt seine Litanei so hölzern, wie alle, die überzeugungs- los irgendwo ausgefangene Schlagwort« wiedertauen. Auch die vier Arbettsmänner merken da», man sieht es an ihren ungläubigen Gesichtern, auf die sich«in leises, verschmitztes Lächeln gelegt hat. Manchmal möchten sie den Kopf schütteln. Als der seltsam« Prediger von den Juden langsam bei den Steuern angelangt war, brach der Bootsmann da» Schweigen der langmütigen Zuhörer und warf einen einzigen Satz dazwischen:„Ra, du hast doch dein Leben noch keen« Steuern bezahlt/ Das genügte, die ganze Kneipe lachte und der Hakenkreuzler wußte fünf Minuten lang nicht, wie er sein« Walze weiter abwickeln sollte. Er half sich, indem er noch ein« Lag« bestellte und schließlich meint« er. schon recht ärgerlich:„Wir müssen eben den Bersailler Vertrag umstoßen, dann kriegen wir auch in Deutschland andere Zustände/ Da sagt ganz trocken der Zei- tungsmann:„Iut, hol'n her, den Vertrag, denn stoßen wir'n um/ Jetzt brüllt« die ganze.Kneipe vor Lachen, befreiend, erfrischend, und inmitten de» Trubels stand der Hitlerjüngling wie ein begossener Pudel. „Komm, Oskar, wir stich gleich dran zum Schleusen, der Finow- mäßige sst eben durch.' Mit diesen'Worten verließen die beiden Schiffer die Kneipe, um über die Hängebrücke hinweg und längs des schmalen Treidelwegs zu ihrem tief mit Kaltsand- steinen beladenen Kahn zu kommen. Mittags waren sie vom S t i e n i tz f««, wo die Kalksandsteinmdustrie zu Hause ist, abge- fahren: die Ladung ist nach Berlin bestimmt. Zweimal in jeder Die moderne große Schleuse bei Machnow. Woche fahren sie dies« Tour hin und zurück, für tausend Steine beträgt der Frachtsatz ungefähr sieben Mark. Wenn alles gut geht, können sie mit einer wöchentlichen Einnahm« von achtzig bis hundert Mark rechnen, eine Summ«, die hoch erscheint, aber in der Binnenschisfahrt verdient sein will. So mutz der Schiffer selbst die Steine ein- und auskarren und um dies« Arbeit zu schaffen, meist die Hilfe seiner Frau in Anspruch nehmen. Abgesehen davon, daß die Arbeit kurz nach Sonnenaufgang beginnt und erst kurz vor Sonnenuntergang endet, nur in der glühenden Mittagshitze gönnt man sich einige Ruhe. Und dann die Hauptfache: es muß überhaupt erst Fracht da fein. Di« Stein- Verschiffungen aus den Riidersdorfer Gewässern sind gebunden an die Anforderungen des Groß-Berliner Baumarktes, stockt es hier mit der Bautätigkeit, dann liegt auch die Schiffahrt brach. Bor dem Kriege hatten viele Schiffer in Woltersdorf ihren ständigen Wohnsitz, heute sind ganze vier Mann übrig geblieben, alle anderen sind abgewandert. Jetzt ist Oskar an der Reihe. Hinter den geschlossenen Schleusen- flügeln rauschen die Wnsserstrudel, ganz langsam das Becken wieder den Klängen des ergreifenden Liedes:.Lieh die Latschen au», mach dir Töpfe draus.../ Es hat allen sehr gefallen. Längst ist die Sonne hinter Erkner verschwunden, am Himmel blinken vereinzelt ein paar Stern« und warten, bis der Mond auf- geht. Er kündet sein Kommen mit einem blassen Schein am Hori- zont an, bis er kuvferrvt über den tteffchwarzen Wäldern der Löcknitz emporsteigt, umhüllt von einem blauen Wolkenfchleier. Eh« man sich sott gesehen hat, ist er eine hell«, gelb« Scheibe geworden, die sich im Flakensee zitternd spiegelt. Es wird immer noch geschleust. Gerade öffnen sich die Schleusentore, man hört Motore anspringen und sieht, wie zwei Motorboot« in die Vollmondnacht hinausfahren; hoch schlagen die Bugwellen. Doch gleich v-ivd Feierabend sein, der letzte Kahn eines Schleppzuges ist noch durchzubringen. Rur nebenan in der ehemaligen Mühle wird es nicht still, hier rumpeln unaufhörlich die Räder eines bescheidenen Kraftwerk», das Wolters- dorf mit Licht verforgt. Di« verwitterte Mühle und die verräuchert« Kneip«, sie beide werden sterben müssen, wenn man der Waltersdorfer Schleuse«in neues Bett gräbt. A.M, Frey- Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-O� Berlin Aber die Hasenleichen(trotz allem ist immer Krieg, sagt sich Funk, als er das Wort denkt) erscheinen schön braun ge- braten auf der weißgedeckten Tafel. Ein Fäßchen Bier, aus der Kantine heschafft, hat Lipps Bursche in der Küche angezapft. Madatpe hat einen Berg Blaukraut hergestellt, samt Kartoffelpüree. Das Fest kann beginnen. Funk sitzt am Ende der Tafel, zur Seite des jüngsten Leutnants. Er hat sich drücken wollen, aber der Stabsarzt hat das nicht geduldet. Sein Funk muß dabei fein. Er verlangt es in einem Gemisch von Gutmütig- keit und Herrschsucht. Funk fühlt sich gar nicht wohl. Er ist der einzige Nicht- offizier. Der junge Leutnant neben ihm weiß nicht, was er reden soll. Wie zu einem Kameraden kann er nicht sprechen, wie zu einem Untergebenen will er nicht. Viele Blicke streifen Funks Brust: sie ist gänzlick nackt, aber jeder der Herren, die da sitzen, hat bereits das eiserne Kreuz erster. Funk schweigt und sehnt sich fort._ Der junge Leutnant sagt:„Daß Sie bei der Sanitat bleiben! Da kommen Sie doch nicht vom Fleck— so ganz ohne medizinische Semester. Sie mit Ihrer Borbildung könnten Offiziersaspirant werden/ Lipp hat die Worte gehört. Er kommt Funk zu Hilfe— uneigennützig? Oder fürchtet er, sein Schreiber könne sich des Leutnants Borhaltungen zu Herzen nehmen? Er lacht: „Lassen Sie mir den Funk in Ruhe. Der ist unentbehrlich. Eine Perle. Wissen Sie. wie er schon genannt wird beim Regiment: der Herr> Stabsarzt/ Funk staunt, daß Lipp diese Bezeichnung weiß. Wie sehr sie gegen Lipp selbst geht, scheint der nicht zu ahnen. Die Soldaten spotten:„Den Staberl könnten wir leicht einsparen. Du machst die Sache besser ohne ihn, als mit ihm." „Ein ungekrönter König/ meckert Lipp. ,Lum Wohl, Funk/ Und er hebt sein Bierglas. Heute trinkt er, mit- gerissen, emporgehoben von der Ehre, die ihm widerfährt. Er kippt später sogar Schnapsgläser. Er sagt:„Hinterm feld- grauen Rock schlägt ein treues Herz, was Funk? Wir haben manchen Strauß gemeinsam durchgefochten. Um nichts geht es weniger als um äußere Ehren und äußeres Kleid"— seine geschmeidge Brust wölbt, vielleicht wider Willen, den neuen Orden vor—„es tun viele Leute von geistigem Rang heute einsachsten Dienst in der großen deutschen Armee. Funk, ich benutze die Stunde, um Ihnen zu danken für Ihre Leistungen. Sie mögen Ihnen nicht immer leicht gefallen sein, gesellschaftlich stehen Sie gleich mit uns, die wir hier versammelt sind, militärisch stehen sie weit— ich meine, müssen Sie sich nolons voIenB eben unterordnen/ Lipp ist nicht mehr ganz nüchtern. Ist er sich seiner Taktlosigkeit bewußt? Offenbar nicht. Der Ton, in dem er die kleine Rede gehalten hat, ist herzlich. Ohne Zweifel wollte er in besten Absichten hinweisen auf seinen treuen Mit- arbeiter. Funk muß daran denken, daß er diesen Menschen ein» mal hat niederschießen wollen. Er bereut den damaligen Affekt gar nicht. Wenn dieser Mensch jetzt tot umfiele— er zweifelt nicht, daß ein Gefühl von Genugtuung in ihm zur Herrschaft käme. Nach der Red« entsteht eine Pause, in der die Herren sich räuspern und Bier schlucken. Dann erhebt sich der Batterie- chef und sagt äußerst getrogen:„Meine Herren, nur zwei Worte. Der Herr Stabsarzt hat von der deutschen Armee gesprochen. Ihn und sie wollen wir hochleben lassen. Der Herr Stabsarzt und die große deutsche Armee: hurra, hurra, hurra!" Auch Funk muß das Seidel in die Höhe stemmen, aber es stößt niemand mit ihm an.— Lipp und die Armeen sämtlicher Länder— so würgt er an seiner Scham— sie passen glänzend zusammen. Der feierliche Dunst, den der Batteriechef erzeugt hat und durch den unterstrichen wird, wie vorzüglich das doch beim Heer ist, daß gesellschaftliche Gleichordnung— von der menschlichen gar nicht zu sprechen— einfach ausgewischt wird und militärische Rangordnung restlos an ihre Stelle tritt— der trübe Dunst verflüchtigt sich schnell, und es tritt heitere Trunkenheit an feinen Platz. Marguerite hat sich dauernd irgendeines der Herren zu erwehren, die sich in erstaunlicher Weise verlaufen und nach der Hoftür suchen, um auszutreten. Funk überrascht sogar den Stabsarzt selbst, wie er in der Küche mit Madame aus Schnapsgläschen Schmollis trinkt, wie er sie beschmatzt unter breitem Gekecker, mit seinen Faunslippen mitten auf ihren roten Mund. Di« Stimmung unter den Offizieren wird immer be- schwingte?. Das Harmonium wird aufgeklappt, und Reis- ling, der stabsärztliche Bursche, muß mit bierverklebten Fingern Walzer zu spielen versuchen. Es gelingt in einer seltsam quäkenden, stolpernden, hinter dem eigenen Rhythmus gleichsam herhinkender Weis«. Reisling ist von Beruf Kaffee- hausmusiker,«in weltgewandter Bayer, ist in Paris gewesen und spricht im haarsträubenden Münchener Idiom französisch — bei einem kühnen Wortreichtum, der den de» Stabsarztes ausgiebig übertrifft. Marguerite soll tanzen— als einzig« Dam« de« Hauses. Sie schüttelt den blonden hochroten Kopf. Sie wispert Lipp zu: höchstens mit Reisling und Funk. „Weshalb nur mit ihnen?" fragt stirnrunzelnd der Stabsarzt. „Das sind meine Kameraden/ sagt sie. Die Herren Offiziere sind—" „Feinde?" fragt Lipp lauernd. von," bestreitet sie, doch unglaubwürdig im Ton. „Die sind zu vornehm für eine Dienerin." Sie lächelt Funk hilfesuchend zu. In diesem Augenblick ist sie beinahe schön. In diesem Augenblick ist Funks Nei- gung zu ihr recht und er liebt sie. Er möchte schützend vor sie treten. Es wird deutlich, daß sie den Offizier haßt, ihn empfindet als Räuber ihres Landes, Bedrücker, Sklaven- Halter— und den einfachen Soldaten als Opfer. Als Opfer ebensosehr, wie ihr Mann Opftr des Krieges geworden ist. Volk und Volt— sie Haffen«inander nie, sie hassen einander unsicher nur d i« fünf Minuten, in denen es gelungen ist, sie zu verblenden und aufzuhetzen. „Das geht nicht, Madame/ sagt Lipp unwirsch,„daß Sie mit den beiden Soldaten tanzen und nicht mit meinen Gästen, den Offizieren. Dann müssen Sie verzichten." „Gern," sagt sie liebenswürdig,„volontidremsnt,"— und huscht zurück in ihr« Küche. (Fortsetzung folgt.) Klach vollendetem Weltflug. 3)ie Xandung des Xuftfchiffes in Xahehurft. Latehurst, 29. August. Um 7.30 Uhr(1.30 Uhr nachmittags MEZ.) war der Bug des..Graf Zeppelin" in der Halle. Die Bodenmann- fchaft arbeitete musterhaft. Schritt für Schritt schob sich der Riefenleib des Luftschiffes in die Halle. Um 7.50 Uhr (1.50 Uhr nachmittags MEZ.) war das Luftschiff in der Hülle untergebracht. vi« 5lugzeil von Cos Angel» nach Lakehurst betrug 51 Stunden und SS Minuten und überbietet alle bieherlgen Rekorde. Al» vr. Eikener die Führergondel verlieh, wurden ihm von der Menge stürmische Ovatlonen dargebracht. Oer Empfang in New �orf. Rem Jork, 29. August. Trotz der frühen Stund«, zu der das Luftschiff»Graf Zeppelin" New Dort pafstert«— es war 7 Uhr 02 morgen, nach New Vorter Sommerzeit, al» es gesichtet wurde—, hatten sich Tausend« von jubelnden Zuschauern auf den Straßen und an allen Stellen eingefunden, die einen günstigen Ausblick verhießen. Das Lustschiff überquerte den Hudson unterhalb des Stadtteil» Man- hattan und flog dann, geleitet von etwa einem Dutzend Flugzeuge und begrüßt vom Sirenengeheul der Fahrzeuge im Hafen, nord- wärts. Nach etwa fünf Minuten kehrte es um und entschwand in Richtung Lakehurst im Morgendunst. Or. Eckener fliegt nach Washington. New Jork.§S. August. Dr. Eckener wird sich am heutigen Donnerstagnochmittag im Flugzeug nach Washington begeben, um dem Präsidenten H o o v e r seinen Besuch abzustatten. Oer Glückwunsch des Reiches. Reichsverkehrsminister Dr. Stegerwald richtet« anläßlich der Landung des„Gras Zeppelin" in Lakehurst folgendes Telegramm an Dr. Eckener:„Nach glücklicher Ueberquerung des nordamerikanifchen Festlandes haben Sie die nördlich« Erdhalbkugel in einzig dastehendem Fluge umkreist. Zu diesem großen Erfolg spreche ich Ihnen und Ihren Gefährten wiederum herz- liche Glückwünsche aus. Das deutsche Volk erwartet mit Begeisterung die Beendigung der Fahrt und ihre Rückkehr in die Heimat. Gott mit Ihnen I" Ein Begrüßungsschreiben HooverS. Lakehurst. 29. August. Der amerikanische Unterstaatssekretär für das Flugwesen, Maceracken, überreichte nach der Landung Dr. Eckener«in Schreiben de» Präsidenten Hoover, in dem es». a. heißt: .Es bildet für mich und mein« Mitbürger eine große Genugtuung, Sie, die Besatzung und die Pasiagiere des.Graf Zeppelin" nach der Vollendung de» denkwürdigen Weltfluges willkommen zu heißen. Der Weltflug war ein großes Ereignis, das den Geist und das Jnteresie aller Männer und Frauen auf» neue angeregt hat. Das deutsche Volk ist zu diesem Beweis ieiner Förderung der Flugkunst zu beglückwünschen." Sonnabend Heimfahri nach Oeu�schland. Lakehurst, 29. August.(Eigenbericht.) Die Fahr! nach Friedrichshofen ist für Saun abend angesetzt.»Gras Zeppelin" trilk den Start unter Führung des Kopi- täns Lehmann an, da Eckener wegen wichtiger Verhandlungen über die vitdung einer international« ni Zeppelin- Luftverkehrsgesellschaft noch Ii Zagt In New Jork bleibt. Göbbels„Angriff". Oer Redakteur wegen Beleidigung zu Gefängnis verurtetti. Vor der zweite» großen Fecieustraskammer de, Land- gcricht» II unter dem Vorsitz von Londgerichtsrat Dr. Reu- hau» hotte sich am Donnerstag der Z2jähr>ge Redakteur Dagobert Dürr von der nationalsozialistischen Zeltung.Der Angriff" wegea öffentlicher veleldigung de» polizeiolze- Präsidenten Dr. weiß zu veraatwortea. Der Strafantrag war von Dr. Weiß gestellt worden wegen B«> letdigungen, die in den sechs Nummern des.Angriff" vom 19. und ZI. Oktober, 28. November und 3. Dezember 1927 sowie vom 16. Januar und 19. März 1928 enthalten waren. Dürr war vom erweiterten Schöffengericht Berlin-Schöneberg am 28. April 1928 zu drei Wochen Gefängn z verurteilt worden. Wegen der vier beleidigenden Nummern au» dem Jahre 192? war da» Ver- fahren eingestellt wanden, weil diese Beleidigungen durch das A m- nestiegesetz erledigt seien. Das Reichsgericht hatte da« Urteil aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung zurückverwiesen, indem es ausführte: Wenn die vier Artikel aus dem Jahre 1927 mit den zwei Artikeln aus dem Jahre 1928«in« fortgesetzte Handlung bilden, dann konnten sie nicht amnestiert werden. Deshalb mußte die Ferienstrafkammer auch die vier Arttkel aus 1927 mit verlefen und seiner Entscheidung mit zugrunde legen. In den Artikeln war Dr. Weiß als.Isidor" oder„3 s i d o r ch e n" bezeichnet, während er in Wirklichkeit Bern- h a r d mit Vornamen heißt, was der Angeklagte auch wußte. Ferner war Dr. Weiß als.unartiger Ben gel",.Esel" und.Ar- beiterschlächter" bezeichnet, und es war behauptet worden, er röche nach Hund, mid Hunde röchen nach Knoblauch. Mit einem Wort gesagt: E» handelt« sich um völkische Unstätigkeiten. Der Staatsanwall Dr. Ebel beantragte vier Wochen Ge- füngni«, während der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Richter bat, » eventuell bei den drei Wochen Gefängnis zu belassen. Es sei zu berücksichtigen, daß.nicht verbrecherisch«, sondern ideale Motive. nämlich der Kampf zweier verschiedener Weltanschauungen" Dürr bewogen hätten, und daß im politischen Kampfe der Schutz des§ 193 zugebilligt werden wüst«. Allerding» eine sonderbare Form, eine.Weltanschauung" zu venretenl. Nach anderthalbstündiger Beraiung wurde folgende» Urteil verkündet: Der Angeklagte Dürr wird wegen sortgesetzter Beleidigung. teilweis« in Tateinhell mit übler Nachrede, za zwei Monaten Gefängnis verurteilt: dem Beleidigten Polizeioizepräsident Dr. Weiß wird die Publikationsbefugni» im redaktionellen Teil de»„Angriff" auf Kosten de» Angeklagten zugesprochen. In der Begründung wurde unter anderem hervorgehoben, daß der Kampf des Angeklagten gegen Dr. Weiß nicht sachlich ge- führt worden sei, sondern daß er ihn wegen seine« jüdischen Her- kommen» diskreditieren und verächrlich zu machen oersucht habe. Alle beleidigenden Artikel beruhten auf einem ein- heitlichen Vorsatz und stellten sich daher als fortgesetzte Hand- l u n g dar. Darum konnte aus die vor dem 1. Januar 1928 er- schienenen Artikel die Amnestie keine Anwendung finden. Eine Geldstrafe war nicht am Platze, da zu berücksichtigen war, daß e» sich um Angriffe handelte, dl« in ganz besonder» gehässiger Form geführt worden sind gegen einen Beamten, der ein« große Verant- w o r t u n g auf dem Gebiet« der Staatsverwaltung hat. und daß diese Angriffe Monate hindurch fortgesetzt worden sind. Brand auf einem spanischen ZerstSrer. Kiel. 29. August. Auf dem im Verband der spanischen Zerstörerflotille heute vormittag hier eingelaufenen spanischen Hochseezerstörer.Vela»co" brach kurz vor 12 Uhr mittag« au» noch unbekannter Ursache in einem Oelbunker Feuer au». Da» in der Nähe befindliche Feuer- wehrlöschboot der städtischen Feuerwehr trat sofort in Tätigkeit, und wenige Minuten nach 12 Uhr trafen auch Löschzüge der Feuerwehr zur Bekämpfung des Brandes ein. Gegen 12 Uhr 30 war der Brand gelöscht. Gin unheimlicher Gast. Nächtliche lleberfälle auf Frauen in Neukölln. Seil einige» Monate»»ritt i» Ikenkölla«in Unheimlich«! nächtlicher Besucher aus. dessen man trotz alle« vemühuagen noch nicht hat habhaft werden könne». Die Nachforschungen nach Ihm werden auch dadurch erschwert, daß niemand eine genaue Beschreibung gebe» und so aus sein« Spur führen kano. Der erste Fall ereignete sich End« Februar d. I. in der Herzberg st raß« in Neukölln. Dann ließ der nächtlich« Ein- dringling sich Wochen lang nicht fehen, bis er Anfang Juni von neuem auftauchte und in der gleichen Nacht Inder Teu- pitzer und Niemetz st raße zwei Frauen tn Schrecken versetzt«. Seine letzten Streiche fallen in das Ende diese» Monats, und ereigneten sich in der Weser-, der Berliner und Donau st roß«. Nach dem ganzen Vorgehen kann es sich nur um einen anormal veranlagten Menschen handeln Er muß aber auch über«ine geradezu erstaunliche Ortskenntnis verfügen. Heber die Verteilung der Schlafräum« muß er sich vorher unterrichiet hoben. In Wohnungen, in denen das Ehepaar in ge- trennten Zimmern schläft, ist er unter Vermeidung de. Schlaf- zimmere des Mannes in die Stube der Frau eingedrungen. In einem Falle muß er gewußt haben, daß die Angehörtgen eines Mädchen» im anderen Zimmer schliefen. Er sperrte die Tür ab und oerhindert« so. daß er überrascht und gefaßt wurde, als das Mädchen mit einem Aufschrei erwachte. Zu schweren SitlNchkeitsverbrecheu hol sich der Unbekannte zum Glück noch nie hinreihen lassen, er hat sich bisher mit leichten Berührungen begnügt. Nur in zwei Fällen sind kleine, kaum nennenswerte Diebereien von dem Eindringling verübt worden. Einmal stahl er 2 M, ein ander- mal eine He m d h o f e. Auch der Diebstahl dieses Wäschestückes deutet auf den krankhaften Zug frnes Treiben». All« bisher zur Kenntnis der Kriminalpolizei gekommenen Fälle sind jetzt zu. jammengefaßt und zur weiteren Bearbeitung dem Kriminalkommissar Strew« bei der Dienststelle E. I des Polizeipräsidiums übergeben worden. Die heimgesuchten Frauen, dl« natürgemäß in der Dämmerung den Eindringling nicht genau gesehen haben, stimmen in zwei Punk- ten seiner Beschreibung jedoch überein. Alle schildern ihn als etwa 1,60 bis 1.63 Meter groß, also von mittlerer Gestalt, und erwähnen, daß sein Haar ganz hellblond und lang war. Klugzeugutnkiick in Ffankreich. pari», 29. August.(Eigenbericht.) Aus dem Flugplatz Montpellier Ist heute nach« ein Aero- plan im Augenblick der Landung in Trümmer gegangen. Die beiden Piloten wurden auf der Stelle g r l ö I« I. Sine mörderische Schönbeiierfönigin. Mexiko. 29. August. »Miß Mexiko> 929", die Mexiko aus dem Schänheis». wetlbewerb tn Galvestone vertreten hat. erschoß gestern ihren Gatten. General v i d a l, nachdem sie in de« Zeitung gelesen hatte, daß dl« erste Gattin des General« gegen ihre« Mann klage wegen Bigamie erhoben Halle. Die Klägerin beschuldigt den General, daß er ste mit seinen beiden löchlern ohne alle Mlilrl sitzengelassen habe.»MIß Mexiko", die stch kurz nach dem Schänhellswektbemerb verheiralct Halle. Halle von dem vorleben Ihres Gallen, der eine angesehene -efellfchafl'iche Stellung In Mexiko einnahm, keine Ahnung. Zlach dem Morde unternahm sie einen Selbstmordversuch. Serüsteinsturz in Spandau. Gestern nachmittag stürzte aus einem N« u b a u tn Spandau. An der Kappe 19, ein L e i t« r g e r ü st. da« um einen Schornstein errichtet war, unter großem Krach zusammen. Zwei Maurer, die auf dem Gerüst beschäftigt waren, der 20Iährige Helmuth Schäfer, Am Markt 11 wohnhaft. u�> der Zlsährige Rudolf Paul, Hafenmarkt 24, wurden mit in die Tiefe ge- rissen und schwerverletzt. Di« Verunglückten fanden im Städtischen Krankenhaus Spandau Aufnahm«. Gin ungetreuer Hairsverwalter? Der beim Amtsgericht Berlin-Wedding mit Zwangsverwaltungen beauftragte Häuferoerwaller Max Schütz ist gestern zu einem Kausgelderhebungstermin in einer Zwangsverwaltungssache nicht erschienen. Da der Verdacht besteht, daß Schütz sich der Unterschlagung und der Untreue schuldig gemachi hat und flüchtig geworden ist, hat die Staatsanwaltschaft III die Er- öffnung der Voruntersuchung und den Erlaß eine» Hast- besehls beim Untersuchungsrichter des Landgerichts III beantragt. Schütz ist als Zwangsverwalter au» sämtlichen Sachen, die er be- arbeitet hat, vom Amtsgericht Berlin-Wedding sofort entlassen worden.' All-verlln. Die nächste Führung durch die vergessenen Winkel de» ältesten Berlins veranstaltet das Bezirksamt Schön, erg unter der Leitung des Schriftstellers Georg Bamberger am Sonntag, dem 1. September d. I. Treffpunkt: 10% Uhr auf dem Spittelmarkt, Ausgang Untergrundbahn. Teilnahme 30 Pfennig. RABATT N IN MARKEN iuckEr ausgeschlossen UBER 1000 FILIALEN Zm Spiegel der Statistik. Die deutschen Hochschulen. va» Stallfllsch» Retchsam» veröfseuMch« eine staNstisch« Ueber- stchi»VI« Sludterende« au den deutschen Hoch» schuleu Im Sommersemester tSZS". die wertvolle Ein» blicke in die Entwicklung des deutschen Hochschulstudium» gestattet. Oie Giudentenzahl seit-191-1 um die Hälfte gestiegen! Die Zahl der an den deutschen Hochschulen Studierenden ist seit der Vorkriegszeit und noch stSrker in der Nachkriegszeit, trotz der durch Gebietsabtretungen verminderten Einwohnerzahl, ständig ge- wachsen. Zum überwiegenden Teil ist diese Erscheinung die Folge des in der gesamten deutschen Schul» und Hochschulbildung Herr» schcnden ,.B« r e ch t i g u n g s z w a n g e s", der auch von bürger» lichen Schulmännern als pädagogisch unsinnig erkannten Verpflich» tung, die Befähigung zum Studium oder zu irgendeiner leitenden Stellung durch ein behördlich abgestempeltes Zeugnis nachzuweisen. Jede dieser„Berechtigungen" erfordert Geld und in den meisten Fällen auch eine engherzig vorgeschriebene Zeit der Beschäftigung mit dem betrefscnden Wissensgebiet. Di« Hauptfunktion dieses reaktionären Berechtigungsunwesens ist die Ausschliehung der sozial schlecht gestellten Schichten, besonders der Arbeiterschaft, von der „höheren" und.chohen" Bildung. Er erzeugt aus der anderen Seit« in den sozialen Zwischenschichten de» sogenannten Mittelstandes, denen unter schweren Opfern mit Hilfe der völlig ungenügenden Ein» richtungen zur„Studentenhilfe" die Finanzierung eines Studium» gerade noch möglich wird,«inen„Berechtigungswahn", den Glauben, nur mit amtlich abgestempeltem Befähigungsnachweis könne man „etwas werden". Ein reaktionäres akademische»„Standesbewuht» sein" wird von dem noch immer reaktionär besetzten Lehrkörper der Hochschulen und den die Mehrheit der Studenten beherrschenden „Korporationen" gezüchtet, obgleich die Masie der Akademiker heute nicht mehr zu der erhofften„standesgemäßen" Stellung gelangt. Trotz de» Zwanges zu vielfach durchaus proletarischer Lebensführung hält sich die Masie der ftandesbewußten Akademiker für bester als der ungebildet»„Pöbel". Die meisten von ihnen sind auch nur schlecht bezahlte Lohnsklaven. Die Zahl der auf den deutschen Hochschulen Swdierenden betrug im Sommersemester ISA 1 1 Z 3 l 5. Ohne Berücksichtigung der sehr weitgehenden Veränderungen in der Zahl der deutschen Hoch- schulen war die Zahl der Studierenden aus deutschen wisienschaft. lichen Hochschulen(ohne Kunsthochschulen) im Sommersemester 1911 72 175. im Sommersemester 1925(erste« vergleichbore» Jahr der Nachkriegszeit) 88113, im SoemnersemesterlllSö 93 901 tm Eoen- mersemester 1926 101 436, im Sommersemester 1928 112 315. Setzt man die Zahlen von 1911 gleich 100, so ergibt sich für 1925 die Verhältniszahl 123,6, für 1928 155,6. Die Gesamtzahl der Studieren- den hat also seit der Vorkriegszeit um mehr al» dt« Hälfte zugenommen! Die Nachkrieg»« ckwickbmg p> llb erblicken, gestatten Me auf 1925 gleich 100 bezogenen verhältmszahten. Für 1926 beträgt diese Zahl 105,6, für 192? 114,1, für 1928 126,3. Seit 1925 hat also allein die Zahl der Studierenden um m e h r a l» e i n V i e r t e l zugenommen. Daß der Zustrom zu de« Hochschulen sich noch mit jedem Jahr« verstärkt, beweist der ständig steigend« Anteil der Studenten, die im ersten Semester studieren, an der Gesamtstudentenzahl. Dieser Anteil betrug im Sommersemester 1928 21,3 Proz., d. h. mehr als ein Fünftel aller Studierenden. Oie Zahl der studierenden Krauen seit �9� verfünffacht! Di« Zahl der weiblichen Studierenden ist in weit stärkerem Maße als. die Gesamtzahl der Studierenden gestiegen! da, ist nur der spezielle Ausdruck der allgemeinen modernen gesellschaftlichen Entwicklung, die die Frau in immer weiterem Maße der Hauswirt- schaft und in den oberen Schichten des Bürgertums dem unproduk- tiven Nichtstun entzieht und in das Erwerbsleben hineindrängt. In den akademischen Berufen ist dieser Prozeß noch lange nicht abgeschlosien, denn trotz der großen Steigerung de» Anteil» der Frauen am Hochschulstudium erreichte dieser bis jetzt nur etwas mehr als ein Zehntel der Gesamtzahl aller Studierenden. Die Zahl der weiblichen Studierenden betrug noch im Sommersemester 1911 in ganz Deutschland nur 2590 gleich 3,6 Proz. aller Studierenden, sie verdreifachte sich bis zum Sommersemester 1925, wo e» 7606 weibliche Studierend«, gleich 8,6 Proz. aller Studierenden gab. Im Sommersemester 1928 war st« aus 13 087, gleich 11,7 Proz. oller Studierenden angewachsen. Setzt man zum Vergleich die Zahl der weiblichen Studierenden im Sommersemester 1911 gleich 100, so ergeben sich für die Sommer- semester 1925 und 1928 Vergleichsgiffern von 293,6 bzw. 489,1, d. h. die Zahl der weiblichen Studierenden hat sich seit 1911 f a st verfünffacht. Diese Entwicklung nahm in den Nachkriegsjahren ein beschleunigtes Tempo an. Oie Ausländer auf deutschen Hochschulen. Auf deutschen Hochschulen studierten im Sommersemester 1928 6541 Ausländer gleich 5,8 Proz. aller Studierenden. Unter ihnen waren 3198 oder 48,9 Proz. mit deutscher Muttersprache. Unter den studierenden Ausländern standen zahlenmäßig an erster Stelle die Rumänen mit 580 gleich 8,9 Proz. der Gesamtzahl: ihnen folgten die Polen mit 524 gleich 8 Proz., die Bulgaren mit 448 gleich 6,9 Proz., die Danziger mit 430 gleich 6,6 Proz., die Oesterreicher mit 388 gleich 5,9 Proz. und die Tschechoslowaken mit 370 gleich 5.7 Proz. Oos deutsche Berechtigungsunwesen. Zeigt sich am deutlichsten in der Statistik über die Lorbildung der deutschen Studierenden. Nur 8,1 Proz. der deutschen Studieren- den gelangten zum Hochschulstudium ohne Vorschrift»- mäßig« Reifeprüfung, d. h. durch Ersatzreiseprüfung, Seminarabgangszeugnisse, Begabtenprüfung usw. Der Durchgang durch diese sehr engen Pforten, durch die man der Verpflichtung zur ordnungsmäßigen Bescheinigung der vorgeschriebenen„sittlichen und geistigen Reife" entschlüpfen kann, wird noch erschwert durch die außerordentlich strengen Bestimmungen der sogenannten„Begabten- auslese" ohne Aditurium. Aber die ordnungsmäßig« Bescheinigung der„sittlichen und geistigen Reife" ist nicht nur ein pädagogischer Unsinn, sondern auch ein sehr ernsthafte» materielle« Bollwerk des kapitalistischen Bildungsprivilegs. Denn die Erlangung des Abiw- riumszeugnisies ist mit für Arbeitereltern in den meisten Fällen unerschwinglichen Kosten und mit einem langjährigen Verdienstaus- fall der erwerbsfähigen Kinder oerdunden. Nur 2 Prozent der Studenten sind Arbeiterkinder! In wie geringem Maß« da» Bildungsmonopol des Bürgertums heut« noch trotz oller für Begabte geschaffenen„Vergünstigungen" durchbrochen ist, zeigt die Tatsache, daß nur 2 Proz. aller Studierenden, 2006 Studenten. Kinder von Arbeiter- eitern sind. Der Anteil der Kinder von Priootangesteklten in nicht leitender Stellung beträgt 7,1 Proz., der der Kinder von unteren Beamten 1,7 Proz., der Kinder von mittleren und Neinen Landwirten 4,4 Proz. Den größten Anteil von allen Studierenden stellen die Kinder von mittleren Beamten mit 27.7 Proz., ihnen folgen dt« Kinder von Handel- und Gewerbetreibenden mit 24 L Proz. von den Eltern dieser Studenten gehören allerding» nur 23,6 Proz. der eigentlichen besitzenden Klasie an(Kinder von Fabrikdirektoren und-besttzern, Direktoren von Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung), während 53,7 Proz. Kinder von selbstän- digen Handwerkern und Kieingewerdetreibelchen sind. E» folgen die Kinder von höheren Beamten mit 14,2 Proz., von Angehörigen freier Berufe mit 8 Proz. und von Privat- angestellten in leitender Stellung mit 5,2 Proz. Die letzteren kann man wahrscheinlich noch zum größten Teil zum eigentlichen Bürger- tum rechnen. Es bestätigt sich also die fest langem gemacht« Beobachtung, daß die übergroß« Mehrzahl der Studierenden, nämlich rundöOProz., dem„besseren" Mittelstand in seinen verschiedenen gesell- schastlichen Zwischenschichten zwischen den beiden großen Klasien der modernen Gesellschaft entstammt. Ihre gesellschaftliche Funktion er- füllen diese Schichten als notwendige, wisienschaftlich und technisch g«schütte Funktionäre im Gesamtprozeß der noch«nmer vom Bürgertum beherrschten Gesellschaft. Aus dieser Tatsache sind die heftigen Bemühungen der politischen und sozialen Reaktion um die Erhaltung der reaktionären Gesinnung der Studentenschast zu erklären und die Bemühungen, die Studenten gesinnungsmähig von der übergroßen Masie de» Volkes zu isolieren, um sie vor der Erkenntnis zu be- wahren, daß die Zukunft der Wissenschaft und ihre wahre Freiheit von allen gesellschaftlichen und politischen Fesseln In den Händen der die Macht im Staate erringenden Arbeiterschaft liegt. Bis heute sind die mit allen möglichen Mitteln geförderten Bestrebungen der Reaktion noch immer von Erfolg geblieben, denn wenn auch die Zahl der Studenten, die in wahrer Erkenntnis ihrer sozialen Lage und der Interessen der Wissenschaft, der sie dienen, sich dem Sozialis- mus anschließen, ständig wächst, so wird doch die übergroß« Mehr- zahl der Studenten noch immer von der Reaktion im Schlepptau geführt. Oos bevorzugte Studium ist auf den Universitäten noch wie vor das der Rechts- und Staatswissenschaften mit 27,6 Proz. aller Studierenden: allerdings hat in den letzten Jahren bereits ein Rückgang dieses Studiums zugunsten der auf den Lehrberuf vorbereitenden Fächer und der allgemeinen Medizin stattgefunden. Der Lehrberuf gibt augenblicklich eine bessere Aussicht auf Versorgung. In zweiter Stelle steht die Allgemeine Medizin mit 14,3 Proz., ihr folgen Neue Sprachen mit 14,3 Proz., Mathematik und Dersichcrungsmathematik mit 6,3 Proz., Germanistik mit 5, Volkswirtschaftslehre mit 4,2 Proz., evangelische Theologie mit 4,2 Proz.(>)'. Als Kuriosum ist zu erwähnen, daß sich die Zahl der katholisch- theologischen Hochschulen(Priesterseminare usw.) von 1911 mit 7 aus 11 im Jahre 1928 vermehrt hat. Die Zahl der dort Studieren- den ist von 663 in ständiger Zunahme auf 1463 gestiegen, hat sich also mehr al» verdoppelt. Die gleiche Erscheinung zeigt sich bei der Gesamtzahl der Theologiestudenten auf den Universitäten. Das ist zum großen Teil dadurch verursacht, daß das Studium der Theologie die sicherste Aussicht auf Versorgung bietet und weitaus am billigsten ist, weil den theologischen Fakultäten und Priesterseminaren die meisten Stiftungen und Stipendien, die meisten Freistellen und Gelder für Studiumserleichterungen von kirchlicher und privater Seite zufließen. Die Wahl der Studienfächer gestaltet sich bei den Frauen ganz ander» al» bei den männlichen Studenten. Ihr bevorzugtes Fach scheint evangelisch« Religionslehr« zu sein, wo sie 43,4 Proz. aller Studierenden stellen. Ueber dem Durchschnitt oer- treten sind die Frauen bei fast allen Fächern, die aus den Lehrer- beruf vorbereiten und Aussichten auf staatliche Anstellung bieten. Di« Reihensolg« ist: 39,7 Proz. bei Neuen Sprachen, 34,1 Proz, bei Germanistik, 33,7 Proz. bei Kunst, Kunstgeschichte und Archäologie, 33,1 Proz. bei Biologie, 29,8 Proz. bei Geographie, 29,2 Proz. bei Naturwissenschasten(Chemie, Biologie, Geographie), 26,8 Proz. bei Pharmazie(Heilmittelkunde), 23,9 Proz. bei Geschichte. Jnteresiant ist die Studienwahl der„A r b e i t e r st u d e n t e n". Von ihnen entfällt der höchste Anteil mit 312 Studierenden aus die Recht»- und Staatswissenschaften. Da» ist wahrsche'n- sich daraus zurückzuführen, daß die Mehrzahl der Arbeiterstudent«! republikanisch gesinnt ist und dem steigenden Bedarf an zuverlässigen republikanischen Verwaltungsbeamten folgt. An zweiter Stelle steht aber katholische Theologie mit 195 studierenden Arbeiterkindern! In diesem Studienfach stellen die Studenten, die der Arbeüerttasie entstammen, 10,5 Proz. aller Studierenden, während ihr Anteil an die Studentenzahl aller Unwersttäten 2 Proz. beträgt. Dazu kommen noch 136 Arbeit«rkunder auf tatholisch-theologischen Akademien. Vermutlich wird das durch die bereits erwähnten Ursachen bewirkt. In der Reihenfolge erscheinen weiter die aus den Lehrerberus vorbereitenden Fächer: Mathematik mit 177, Neu« Sprachen mit 150, Philosophie und Pädagogik mit. 115 Arbeiter- swdenten. Auf den Technischen Hochschulen überwiegt die Be- teiligung an den direkt praktisch verwertbaren Fächern. An der Spitz» steht Maschineningenieurwesen mit 29,2 Proz. aller Studierenden, e» folgen mit 19 Proz. Elektrotechnik, 11,4 Proz. Bauingenieurwesen, 8,9 Proz. Architektur, 8 Proz. Chemie, während alle übrigen Fächer sehr geringe Beteiligung ausweisen. Die weiblichen Swdenten sind auf den Technischen Hoch- schulen nur sehr schwach(mit 2,3 Proz.) vertreten. Die wenigen Studenten der Technischen Hochschulen, die Kinder von Arbeiter tltern sind(mir 1.2 Proz.), bevorzugen praktische. leicht verwertbare Swdienfächer. ■SBSSSBBKi ■■■■MUMKäBI iäuna Herme ktnstliek« S«U«, h Parbm...... t Q vM« .141 Hermete-Seidenflorstrümpfe 1 haltbares Gewebe, gut reratlrkt, moderne Perbea,..US s' r tt 1.95 3.65 1.75 2.95 i d e .4« H e r m e t a-B embergse •xtra fein« Auafühnm� in modernen Herbstfarben Hermeta-Seiden florsocken moderne Jaquardmuster, in reicher Auswahl...... 12S Hermeta- Damen-Handschuhe kflnitllche Seide mit eleganter Aesatattung, tat farbig, weU und schwars..................... 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Ohsi und Gemüse Ananas««wc«»....tu.«— 0.8 Edelpfirsiche...... w« 0.28 Kur-Trauben w=-____ m 0.23 Eß- u. Koch-Äpfel s pu. 0.33 Preiselbeeren....... 5«i 0.63 Tomaten x. i»lis--«....i,-l. 0.40 Kartoffeln......... iopfa. 0.33 Kongiiüven SaureDropsu.Maihl.Pfi. 0.48 Milch-Bonbon...... pm. 0.6S Pfefferminz-— pk 0.68 Gelee- Früchte.ph 0.93 Sandgebäck.......... p/i 0.93 Herrenkringel....... wi 0.93 Kokosmakronen____ w 0.93 Konserven Wursisvuren Blut- u. Leberwurst m 0.30 Brühwurst....... fh.<�u 0.93 Dampfwurst....ttum 0.9S Sülzwurst........... pr 0.93 BcrL Mettwurst..... rti 0.98 Leberwurst Ha�-Artpm.tfi.-iO Wiener Würstchen ph 4 43 Fleischumrst........ pu 4.28 Jagdwurst............ nw. 4.28 Schinkenpolnische..pu 4.33 StreichmettvjurstBXXr;$± 4,35 Zervelat- u. Salami pu 4.63 Plockwurst b,,u««w pji 4.63 Teewurst v**........ pr 4.83 Cervelat Bramuti.«........ pja 2.20 Schinken tAoAi........ pr 2.40 Konserven Delikatessen Senfheringe......... sa. 0.40 Matjes-Filet...... zsia. 0.23 Club-Sardinen...... d. 0.30 Seelachs/, rv 2.93 Buiier und Käse Süßrahm-Butter'""'"Zu. 4.98 Tafelbutter moi ttuA�n.pr 4.32 Tafelmargarine fm*u pr 0.30 Schweizer Käse �ftfpR 4.35 Tilsiter rs* Pfi 20% pu 0.68 Edamer«•/. pr•.»« 20* pja 0.30 Harzer-Käse.. r pxa-pa«. 0.42 Spinat..............«4 ix 0.30 Bohnen Bna-u-SA�m-«.xx 0.62 Wachsbohnen jnn«..'/.o- 0.38 Sellerie<* s-xa«......>,. d. 4.00 Heidelbeeren'!'� 0.50 Ananas.............'/.rx 4.20 Erdbeeren..........>?. v-. 4.65 Geflügel Um Wild Junge Hähnchen.. st*. 4.33 Junge Tauben.... stA™ 0,30 Junge Mastenten— pr 4.25 Mastsupp enhühner.pu 4.20 Mastgänse oA«imiAw man 0.95 Rehblätter........... pr 4.25 Hirschblätter........ pr 4.05 ZungsoziaNskea. Gruppe Weddina-Gesundbrunnen: Die Gruppe beteiligt sich heut« restlos an der Kreismitgliebervcrsainmlung des Z. Kreises. Der Gruppenabend fällt aus. Gruppe Schöneberg: Heute, Kreitag, 20 Uhr. im Jugendheim Houptstr. IS, Echroadenlandisimmer, politische Aussprache. Anmeldungen ,ur Agltationsfahrt nach jfiirstennxllde müssen unverzüglich vorgenommen werden. Geburlslage, Jubiläen usw. Strasse<—5:„Die Deutsche Verfassung".— ssharlottenbnrg-SlG: chetm Södel. straß« 2:»Erziehung zur Gemeinschaft".— Lichterseld«: Heim Albrechtstr. 11»: „Unser Kamps gegen den Krieg".— Martendorf: Dorfftr. 7(Alte Schule): .Konkordate".— Köpenick: Heim Dahlwiher Straße:„Das politische Leben Deutschlands in der Karikatur".— Treptow: Seim Elsenstr. Z:„Geroeri. schaften".— Westen I und II: Treffen zur Eprechchorprobe 18?� Uhr Vohnhof Bülowstraße.— Lichtenberg.Rord:»Der junge Arbeiter in der Gewerkschaft".— Weißcnfe«: Diskusstonsabend:„Klassenkampf".— Dahlem<9i. F.): Das Baden fällt heute aus— Kallplaß l: fiunktionärstßung bei der Genofstn Hcnn» Schuster, Diedenhosencr Str. 1. um 20 Uhr. Der Festausschuß kommt um IS Uhr ebenfalls dort zusammen.__ Werbezirk Reinickendorf: Werbebezirksvortrag:»Di« Aufgaben der EAZ. im Jugendheim Reinickendorf-Ost. � Werbcbeziri Neukölln: Ueben zum Sprechchor heute im Heim Kanuer Straße. Wcrbebezirk Tiergarten: Eprechchorprobe in der Echulauta Daldenserstr. ZV, pünktlich lg'/. Uhr. � � Werbebezirk Prenzlauer Berg: Unsere Treffahrt am Sonntag geht nach dem Mühlcnbcckcr See sSüdspißc), Waldweg von Rühlcnbeck. Di« Gruppen treffen daselbst am Sonntag spätestens um 10)4 Uhr ein. Treffpunkt der Radfahrer Sonntag S Uhr Schönhauser Allee Eck- Danziger Straße sRvrmaluhr). Musik- instrumentc uird Sportgeräte mitbringen. Vorträge, Vereine undVersammlnngen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold'. Geschäftsstelle: Berlin S. II. Sebastianstr. 37/38. Hof i Tr. Areitag, 30. August, isriedrichshain, Kameradfcksatt Büsching: 10)4 Uhr .X süigversammlung des 3. Kuqes bei Bartusch, ssriedenstr. 88. Referat. Kameradschaft Memcl: 19)4 Uhr Kam-radschaftsvcrsammlung bei Hcntschel, Memeler Str. 13. Erscheinen Pflicht. Pankow sOrtsverein): Alle Sportler und Inngbanner ab 18 Uhr auf dem Andreas-Hofer-Plaß. Anschließrnd 2« Uhr wichtige Versammlung bei Kober, Prinz-Heinrich- Ecke Berliner Straße.— Sonnabend, 31. August. Friedrichshain, Kameradschaft Warschau: Kamerade», die an der ssahrt nach Icserih teilnehmen, treffen sich im Lokal von Sahn. S:mon.Dach-Etr. S. um 14% Uhr. Nachzügler Etettincr Bahnhof um 1S)4 Uhr. Kreuzberg, Jugend I: Zeltfahrt zum Eummtsr See. Treffpnnkt 17)4 Uhr Etettincr Borortbahnhof. Neutölln-Briß: Der langjährige Kamerod Adolf Bester von der 4. Kameradschaft ist am 27. August verstorben. Trauerfcier 14 Uhr Krematorium Laumschulenwcg. Rege Teilnahme erwünscht.— 4. Stiftungsfest des Neuköllner Tambourkorps im Saalbau Lasenheide, früher Kliem. Eintritt 1 M. Rege Beteiligung von allen Kameradschaften erwünscht. Treptow tKamcradschaft): 20 Uhr bei Kaiser, Graeß. Ecke Lohmühlcnstraße, Kamerad- schaftsversammlung. Tiergarten, Inngbanner: 20% llhr Antreten zum Aus- marsch nach Brieselang Bahnhof Putlißstraße. Nachzügler Sonntag, I. Septem. der. 7% Uhr. Lehrter Bahnhof. Pankow tOrtsverein): 20 Uhr Beteiligung der Kameraden an der ssahncnnagelung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhintcrbliebenen im Restaurant Sanssouci, Berlin-Nordend. Er- scheinen Pflicht. Die Kameraden des Tambourkorps erscheinen in Bundes- kleidnng. Sonntag, 1. September, Treffen der Kameraden im Schüßenhaus Schildow. Pflichtoeranstaltung. Nenenhagcn.Koppegarteu.Birkenftein: 20>4 Uhr Mitgliederversammlung im Schwei, crhäuschen, Hoppegarten.Gartcnstadt. Wich. tige Tagesordnung.— Köpenick(Ortsverein): Sonntag, 1. September, Abfahrt 13 Uhr vom Bahnhof Köpenick mit(sahnen nach(sriedrichshagen zum Bolksfest in Bundesklcidung. Nachrichtendienst benachrichtigt die Kameraden.— Prenz. lauer Berg: Am 8. September(fahrt mit Auto nach(sinvw. Treffen K'4 Uhr vor dem Altersheim. Meldung hierzu bis 2. September bei den Kamerad. schaftsführern._ Reichskartell Republik. Sportplaf, Friedrich« selbe: Sonntag.' 1. September. laat Berabredung schießen von 9—12 Uhr die Ortsrxrstn« Lichtenderg und Treptow, von 12—17 Uhr die Ortsvereine Mitte und(friedrichshain. Dlc folgenden Tage bis(sreitag bleiben den genannten Ortsvereinen gleichfalls vorbehalten. «eeeinigung der Freund« von Religion und VZNerfrieden. Pfarrer Bleicr spricht am Sonntag, 1. September. 18 Uhr, im Rahmen einer religiösen(seier. stunde in der Trinitatiskirche, Eharlottenbur«. Karl-August-Plaß, über dos Thema„Christentum und Bodenreform". Sonntag, 8. September, findet de- leßle Ausflug nach der Iungfernheide statt. Treffpunkt 13 Uhr am Kabelwerk Gartenfelde, Endhaltestelle der Straßenbahn 64. Pfarrer Bleier wird eine kurze Ansprach« im Wolde halten. Esperanto. Gesellschaft Ebarlottenbnrg. Montag, 2. September,» Uhr, Konditoret Wolter. Eharlottenburg, Bizmarckstr. 114(Knie), Klubzimmer. Unterhaltunqsobent. Reichsbu'd der Kriegsbeschädigten, Krieg sleilnehm«»nb Sriegerhintrr. bliebenen, Ortsgruppe Oberspre«. Versammlung Dienstag. I. September, 20 Uhr, int„Einsiedler". Johannisthal. Sterndamm. Thema:»Aus der höheren Schule der Gegenwart". Referent Studienrat Krause. Erscheinen NN cht. Berantwortlich kstr Politik: Richard vernsteia: Wirtschaft: G. KNugelhiser; Eeoarkschaftsbewegnng: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowoki: Lokale» und Sonstiges: Frit Karftädt: Anzeigen: Td. Glocke: sämtlich tn Berlin. Berlag: Borwärts-Perlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 88, Lindenstrasse 8. »''>» ,d ,b,r»r,'«w'T"!- r— parieinachn'chten/�� fürGroß-Nerlin «tafendnnge» fstr diese RubrU sind stet» an da» B«t>rr»sekretart-t »rrlin SW«8, Lindenstraße 3. 2. Hof, 2 Treppen recht», zn richten. Sterbetafel der Groß'Berliner Partei» Organisation 17. Abt. Am 27. August verstarb unser lieber Genosse Mar Kind- ziora, Sparrstr. ll. Ehre feinem Andenlcnl Beerdigung am Eonnabend, 31.August. 14!4 Uhr, auf dem Humboldt-Friedhof in Reinickendorf, Humboldt. »S. Abt. Rentölln. 69. Bezirk: Unsere Genossin Frieda Sasierowski ist am Mon'og srllh verstorben. Ehre ihrem Andenkenl Beerdigung heute, Freitag. 30. August, l4>4 Uhr, auf dem Städtischen Friedhof Mariendorfer Weg. Rege Beteiligung erwartet der Vorstand. 99. Abt. Briß-Bnckow. Am 27. August verstarb unser lieber Genosse Adolf Bester. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Sonnabend, 31. August, 14 Uhr, im Krematorium Baumfchulcnweg. Rege Beteiligung wird erwartet. SozialjstischeArbeiterjllßeNdSr.-Verlin Ginsendungen fit: diese Rubrik nur an da« Zugendselretariat Berlin GW66. llwoenstraße b Achtung I Im Rahmen de, Iugendtag«, am 15. September soll ein Propa- ndalauf durch ten Wetding durchgeführt werden. Genossen(gute Läufer) sich im Iugendsekretariat melden. heute, Zreitag. 1g� llhr: Aelouaplaß: Schule Elisabethkirchstr. 19:»Unser Wandern".— Kölluifcher Part: Heim Waisen str. 18: Mitgliederverfammlung.— Rofent Haler Borft-dt: Schule Elisobethkirckstr. 19:„Arbeiterjugend u::d Arbcitersporrich— Ientrum: Heim Landsberger Str. 50:„August Bebel".— Arnswalder Plag: Heim Rasten- burger Ecke Wehlauer Straße:„Entftehnng der Erde".— Kclwhglßplaß: Heim Danziger Str. 62:„Darf die Jugend Polltik treiben?"— Kumannplaß: Heim Scherendcrgstr. 7:„Biidungsarbeit der Partei".— Rordost: Leim Dan»:ger Straße 62, Baracke 3:„Wozu Republilschußgeseh".— Wöriher Plag: Heim Kastanienallee 82:„Die Kirche in der Karikatur".— Baltenplaji: Heim Tilsiter ganball können Leider litt die Uebertrngung von Puccinis„Madame B u t t e r f l y" aus der Städtischen Oper unter technischen U n z u- längiichkeiten und einigen recht empfindlichen Störungen. Aber trotz dieser Mängel bedeutete die Uebertragung einen großen Genuß, nicht zuletzt durch die stimmlich prachtvolle Butterfly der Marguerite P e r r a s.— Emil P i r ch a n erzählte etwas von der Welt hinter den Kulissen, von den Requisiten. In ihnen ist die Weltgeschichte des Theaters verstaut, sind Jahrhunderte festgehalten, nie gesehene Dinge sichtbar gemacht. Himmel und Hölle, der erste Mensch und der Mensch in fünftausend Jahren sind dem Re- quisiteur keine Geheimnisie. Pirchan plauderte überaus int er- e s s a n t und heiter über sein Thema.— Einen ausschlußreichen Bortrag üher die Reform der Arbeitslosenoersiche- rung hielt Ministerialdirektor Geheimrat Dr. We igelt. Er gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Arbeitslosenversicherung und den bisherigen Stand der Verhandlungen zu ihrer Neuregelung. Tes. 1. Kreis Mitte. Montaa, 2. September, 20 Ilbr, bei Dobrohlaw. Swine. münder Str. II. erweiterte Kreisvorftandosißung. H. Krei, Schöncbeeg. Heute, Freitag. 30. August, 19 Uhr, im Neue« Rat. haus, Rudolf-Wilde-Plaß, Fimmer 144, Fraktwnsstßung mit dem engeren Kieisvorstand.— Die Arbeiter.Samariter.Kolonn«, Bezirk Schöneberg, per- anstaltet am 1. und 8. September ein- Sammlung. Genossinnen und Genossen, die an der Sammlung teilnehmen wollen, werden gebeten, ssch am Sonnabend, 31. August, und Sonnabend, 7. September, 20 Uhr, im Lokal Rofenthol, Ebersstr. 66, einzufinden. 17. Krei» Lichtenberg. Sonntag, I. September, Besichtigung de» Schulgarten» der 34.(weltlichen) Volksschule. Genosse Wqlter Schulz spricht Ubrr die Bedeutung der Schulgärten. Dos Ebert-Manz-Ouartett singt. Treffpunkt 11 Ubr Normannen- Ecke Ruschestraße. Di« Parteiabteilungen werden um »ollzähfige Beteiligung ersucht. heule. Freitag, den 30. August: 32. Abt. Achtung, Gruppenführer! Folgend« Anzahl««Nossen müssen beute abend bestimmt um 19 Ubr mit Schreibzeug bei Kromphardt. Paul�inger. Straße 49, erscheinen. Me beschlossen, stellt Gruppe Wartmann 7 Ge- nosse», Gruppe Fiedtkau 6, Gruppe Träder 4, Gruppe Büngel 8, Gruppe BuckMann 5. Gruppe Mcner 2. Di- Gruppenführer werden gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß all« Genossinnen und Genossen pünktlich er- scheinen.» 131. Abt. Riederschäubaufeu. Di« Arbeitsgemeinschaft jungte Sozialisten»er. eint sich nm 2« Übe im Lokal«reib. Bismaeckplah Eck« Linbenftraße, zu einem Bunten Abend. Wie bitten nm«echt rege BeieUiguug.— All« Genossinnen und Genossen beteiligen sich mit ihren Angehörigen am Eon». abend, 81. August, im Lokal Sanssouci, Niederschönhousen, an der Fahnen- nagelung und dem Sommernachtsball des R-ichsbnnde» der Kriegsbefchädig- ten. Alle Fahnen müssen zur Stelle fein. Eintritt 75 Pf. Morgen. Sonnabend, 31. August: M. Abt. Ab 18)4 Uhr Abrechnung bat Keller, FÜrstenstr. 1. Alle Bezirks» fllhrer müssen erscheinen. Sonntag, den 1. September: ilt. Abt. Sämtlich« Genossinnen und Genossen beteiligen sich am Kreiswaldfest. Treffpunkt zum gemeinsamen Abmarsch mit Musik und Fahnen um 11 llhr am Hohcnstoufenplaß(Seite Boppstraß«) nach Kolonie.Waldesgrund", * dortseldst Kaffeelochen, Spielen für alt und jung mit Preisverteilung unter Beteiligung der Kindcrfreunde, SAI„ Sportler. Auch erwerbslose Parteigenossen der Abteilung werden gebeten, mit ihren Familien mitzu- kommen. Nachzügler mit Linie 95 bis Sonnenallee, Ecke Baumschnlenftraße, dort über die Brücke in 2 Minuten zur Kolonie„Waldesgrund" und gleich. namigen Lokal. 42. Abt. All« Genossinnen und Genossen treffen sich zum Waldfest 10)4 llhr bei Wiersdorfs, Urbanstr. 6. W. Abt. Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich am Waldfest de» Kreise» in der Königsbeide, Restaurant.Waldesgrund". Treffpunkt 11 llhr am Hohenstoufenplaß. All. Abt. Treptow. Besichtigung der Städtischen Wasserwerk« am Müggelsee. Treffpunkt 8 llhr am Bahnhof Treptow oder 86i llhr vor dem Eingang. tK. Abt. Köpenick. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, am Bolks- fest der Abteilung 109(Friedrichshagen) im Lokal Kurpark,«bendort, teil- zunehmen. Treffpunkt zum Umzug 18)4 Uhr vor dem Wagner-Lnzeum, Bruno-Wille. Ecke Rahnsdorfer Straße. Abmarsch 14 llhr. Ab 14)4 llhr ans dem Festplaß, Kurpark. WL Abt. Friedrichetelde. Die Genossinnen und Genossen, die am Sonntag an dem Volksfest in Friedrichshagen teilnehmen, treffen sich zur gemeinsamen Hinfahrt um 12)4 llhr am Bahnhof Lichtenberg.Fricdrichsfelde. Zahlreiche Beteiligung sehr erwünscht. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 7. Kr«t» Ehaelottenbnrg. Freitag,»6. August, 19)4 Uhr, i» Rathaus, Zimmer 140. Aktenbesprechung.»orher: Thema: �sugentgertchtshilfe". Erstklassiges Frisch-Flelsch aus eigener Groß-Schlächterei iaaBnaBMgwaa?naB�Mi?frf:«amgaMH«w«HMs«gam.......«ll— II in.......... Hill................... 7tr. 405* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 30. August 4 929 Amerikas Elekirofeldzug. Aette Stühpunkie in atter Welt. Der Trobentngszug der Electric Bond and Sbar« Company, der größten amerikanischen Finanzierungsgesellschasi für Elektrizitätsunternehmungen, geht unaufhaltsam weiter. In Südamerika hat diese Gesellschaft ein Gebiet nach dem andern erobert, und auch im Fernen Osten sowie in Europa festen Fuß gefaßt. Von besonderer Wichtigkeit ist seit einiger Zeit ihre Zusammenarbeit mit der größten europäischen Finanzierungsgesell- schaft dieser Art. der Sofina in Brüssel. Als im vergangenen Jahr Dann!« Heineman, der Chef der Sosina, nach den Vereinigten Staaten fuhr, verhandelte er dort einige Wochen lang mit amerikanischen Bankiers und den Direktoren der Electric Bond and Share und deren größter Untergesellschost. Als dann Ende vergangenen Jahres die Sofina neu organisiert wurde und ihr Kapstal erheblich vergrößerte, beteiligten sich neben zahllosen andern Gesellschaften au» aller Herren Länder auch neu« amerikanische Firmen hieran, die insgesamt 18 Proz. de» Sofino-Kapstal» übernahmen. Hierunter befanden sich die Electric Bond and Share Company sowie die International General Electric Company, die ausländisch« Dachgesellschast des großen amerikanischen Elektrokonzerns, der ja heut« auch in Deutschland (Kapitalbetestigung an der AEG und an der Osram) nicht mehr unbekannt ist. Die andern sieben amerikanischen Teilhaber sind Banken, die diesen beiden Geselschaften nahestehen. Diese Mitwirkung an der Sapllalerhöhung der Sofina war das erste sichtbare Zeichen eine» Zusammengehens der größten ameri- kanische» mit der größten europäischen Elektro- Zlnanzierung». gesellschaft. Inzwischen ist offenbar die Verbindung zwischen dieser ameri- kanischen Gruppe und dem Heineman-Konzern noch viel enger ge- worden: sic sind, wie kürzlich eine große amerikanische Fmanzzeit- schrift feststellt«,„s o freundschaftlich geworden, daß ein« Verschmelzung(der Sofina mit der amerikanischen Fiironzierungsgrupp«(American and Foreign Power Co.) nicht unmöglich wäre, sofern da» E n t w i ck lu n g s p r o- gramm jeder der beiden Gruppen etwas besser abgegrenzt würde". Bei kneser Intereffenabgrenzung, die offenbar bereits in vollstem Gange ist, handelt es sich in erster Linie um Südamerika, bisher der Hauptdomäne der Electric Bond and Share. Di« größte süd- amerikanische Elektrizitätsgesellschaft ist aber die C h a d e— ehedem die Deutsch. Ueberseeische E l« k t r i z i t ä t» g« s e l l- schaft, die 1920 spanisch wurde—, an der die Sofina stark be- teiligt ist. Andere Kapitalbeteiligte der Chade sind die ebenfalls von der Sofina kontrollierte Sidro-Gesellschoft sowie die Züricher Elektrobank. Vor«inigen Wochen wurde bekannt, daß die Elektric Bond and Share auch ihrerseits ein Aktienpaket der Chade erworben Hab«. Die Eingliederung dieser Gesellschaft, die in Buenos Aires ein» der größten Kraftwerke der Welt besitzt, in den Interessenbereich der Amerikaner hat also bereit» ihren Anfang genommen. Eine bedeutend« Neugründung des Sofino-Konzern» war vor noch nicht zwei Wochen die Bildung der Canadian Inter- national Light and Power Investment L td., einer kanadischen Finanzierungsgesellschaft, die Beteiligungen an Elektrizi- tätsgesellschasten in Südamerika und in Europa(Frankreich) er- werben will. Auch an dieser Gründung waren interessanterweise neben belgischen auch einige amerikanische Banken beteiligt, außerdem übrigens auch einige deutsch«. Es waren durchweg Firmen, die auch schon Ende 1928 bei der Kapitalerhöhung der Sofina mit- gewirkt hatten. Wir finden da z. B. die Bant Dillon, Read u. C o. sowie die International Manhattan Company, die zum Interessenkreis des Finanzhauses Kuhn, Loeb u. Co. gehört. Beteiligt ist auch das Hamburger Bankhaus Warburg u. C o., dos ebenfalls in engsten Beziehungen zur Kuhn-Loeb-Gruppe steht. Inzwischen scheinen füe Amerikaner einen weiteren großen südamerikanischen Konzern aufsaugen zu wollen, die B r a z i l i a n Traction, Light and Power Company, ein« Gesell- schaft, die bisher von englischem, französischem und kanadischem Kapital beherrscht wird. Zwar sind bisher die Meldungen einer amerikanischen Kapitalbeteiligung wie üblich stets dementiert worden, aber die Telephonanlogen, über die die Brasilianische Gesell- schaft verfügt«, sind bereits in amerikanische Hände übergegangen: sie wurden von der Electric Bond and Share sowie dem Nachrichten- Weltkonzern, der Internattonal Telephone and Telegraph Corp. übernommen. Es handelte sich um ein Telephonnetz von mehr al» 7000 Kilometer Ueberlandleitungen und rund 90 000 angeschlossenen Telephonapparaten. Die immer enger« amerikanisch-europäische Zusammenarbeit auf dem Clektrizitätsgebiet, das ununterbrochene Bordnngen der Amerikaner schafft auch weltpolitisch neue Situativ- ne n. Denn durch diese Eroberungen schafft sich dos amerikanische Kapital sichere Einfluß- und Absatzgebiete, ahne daß es dabei die Formen des alten Kalonialimperialismus nötig hätte. Zugleich sichert sich damit die amerikanische Elektroindustrie, die hinter den Finanzierungsgesellschaften steht, in immer größerem Umfang dauernde Absaßmärkte. Tatsächlich zeigt denn auch dl« amerikanische Ausfuhr von elektrotechnischen Erzeugnissen immer neue Rekordziffern. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden aus den Vereinigten Staaten elektrotechnische Erzeugnisse im Werte von über 59 Millionen Dollar ausgeführt gegenüber etwa lll Mil- lionen Dollar in den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres. Rund der vierte Teil dieses Exports geht noch Mexiko, Kuba und den südamerikanischen Ländern. Angesichts dieser gewaltigen Machtausdehnung bleibt den deutschen Konzernen, wie die Kapitalbeteiligung der General Electric an der AEG. zeigt, nichts anderes übrig, als ein« engere Anlehnung an die amerikanischen Konzerne, falls sie am Welt- geschäft beteiligt bleiben wollen. In dieser Hinsicht ist es inter- essant, daß man, wie vor kurzem eine französische Nachrichtenagentur mitteilte, in amerikanischen Finanzkreisen der Meinung ist, daß diese Beteiligung an der AEG. „nitr das Vorspiel für ein« Reihe ähnlicher Transaktionen sei" und daß in kurzer Zeit auch der Eiemens-Konzern eine ähn- liche Maßnahme verkünden werde. Sollte dies richtig sein, so würde es sich um die W e st i n g h o u s e Electric and Manu- sacturing Comp, handeln, einen großen Elektrokonzern, zu dem Siemens fest einigen Jahren engst« Beziehungen pflegt. Jedenfalls zeigen diese Vorgänge in der internationalen Elektrizitäts- Wirtschaft, daß das amerikanische Kapital auf diesem Gebiet zu einem ganz großen und gut vorbereiteten Schlage ausholt.— h. Das neue Porzellankartell. Erste Tat ist Heraufschrauben der preise. Di« Porzellanfobrikanten haben»die � stillen Stunden und die Muße der Leipziger Messe dazu benutzt, ihr Preiskartell unter Dach und Fach zu bringen. Es handett sich bei' diesen Vor- gärigen um ein« sehr merkwürdige Blüte der Rotwnalisienings- Politik. In der Industrie für G e schi r r p o rz« l l a n«, um die es sich in diesem Fall« handelt, liegen die Dinge so, daß sich die Unter- nehmer schon seit Monaten mit dem Gedanken einer Produttions- drosielung tragen. Es gelang in langwierigen Verhandlungen, etwa 80 Proz. der Industrie unter einen Hut zu bringen. Jedoch hat man mit der Ausführung der Pläne bisher immer noch zurückgehalten, weil die starke tschechische Konkurrenz an einem Kartellobkommen mit ihren deutschen Kollegen immer noch ein Haar in der Suppe gefunden hatte. Jetzt ist man sich jedoch derZustimmung der Tschechen so gut wie sicher, und die deutschen Unternehmer haben daher die Kontingentierung der Produktion beschlossen. Wie weit diese Kon- tingentierung, d. h. Produkttonsdrosselung durchgeführt werden soll, ist noch nicht recht klar, dagegen waren sich die Unternehmer über die jetzt durchgeführte Preiserhöhung für Geschirr- Porzellan um 10 Proz. sofort im klaren. Daß die Porzellonindustrie ihre augenblickliche Ueberproduktton einschränken und den Absatzmöglichkeiten anpassen will, mag ver- nünftig sein. Geradezu verbohrt aber ist es, bei den schon unerfreulichen Absatzverhältnissen die Preise herauszuschrauben, was selbstverständlich die. Kauflust der Verbraucher- schaft noch mehr dämpfen wird. Die Leidtragenden dieser engsttrnigen Politik der Unternehmer werden natürlich wieder die Belegschaft n in der Porzellanindustrie sein. Wir haben gegen- wärtig etwa 7S Geschirrporzellanbetriebe in Deutschland mil einer Gesamtbelegschaft von etwa 2S 000 Mann. Die Arbeitslosigkeit in diesem Industriezweig umfaßt zurzeit etwa 3000 Personen. liegt also verhältnismäßig hoch. Dazu kommen noch weitere 3000 Kurzarbeiter. Natürlich wird die rigorose Preispolitik des neuen Kartells die Arbeitslosigkeit in dieser Industrie noch st e i- gern. So sieht die Arbeitsmarktpolitik unserer Unternehmer aus, die sich seit Monaten bemühen, den Arbeitslosen auch noch die kümmerlichen Unterstützungsgelder zu entziehen. Dabei liegt für eine Preissteigerung absolut kein Grund vor. Die so oft von den Unternehmern ins Feld geführte Lohner. höhung sieht so aus, daß am 1. Mai d. I. für 30 Proz. der Beleg- schaften die Löhne in dem gewaltigen Ausmaß von 1 bis 3 Pf. her- aufgesetzt wurden. Hinter dieser rigorosen Preispolittk scheint uns vielmehr die Absicht verborgen zu sein, den um mehrere Millionen zurückgegangenen Export wieder aufzupäppeln. Die Unternehmer und ihr Kartell werden also versuchen, ihre Waren auf dem Auslandsmarkt rücksichtslos zu verschleudern, um sich sodann von den einheimischen Verbrouchermassen kalt- lächelnd die Zeche bezahlen zu lassen. Gesundung im Waggonbau. Auch bei der Hannoverschen Waggonfabrik geht es wieder aufwärts. Di« Hawa Hannoversche Waggonfabrik A.-G., verteilt zwar für das jetzt abgeschlossene Geschäftsjahr 1928/29 keine Dividende, jedoch zeigt dieser Abschluß, wie schon der vorjährige, daß der Gesundungsprozeß bei diesem Unternehmen sehr rasch fort- schreitet. Die Gesellschaft gehörte mit zu den ersten bedeutenderen Waggonfabriken in Deutschland, die in der schweren Krise 1925/26 zusammenbrachen. Schon 1925 konnte die Aufrechterhal- tung der Betriebe nur durch das bereitwillige Einsprin- gen der Stadt Hannover und durch langfristige Stundung der hohen Bankschulden durchgeführt werden. Die Sanierung der Gesellschaft wurde durch grundlegende Umstellung der Betriebe sowie durch Zusammenlegung des Kapitals durchgeführt. Echan in den beiden Vorjahren konnte die Hawa nach Tilgung ihrer Berlustc steigende Gewinne ausweisen. Im letzten Betriebs- jähr erhöhte sich der Rohgewinn von 1,1 aus 1.2 Millionen, während die U n k o st e n weiterhin von 920 000 auf 890 0000 Mark gesenkt werden konnten. Daß in gut durchrationalisierten Be- trieben die Mehrleistungen der Belegschaft Lohn- erhöhu ngen vollkommen wettmachen, ja sogar eine Unkostensenkung trotz Lohnerhöhung durchführbar ist, zeigt das Bei- spiel bei dieser Gesellschaft einwandfrei. So konnte das Unternehmen in den letzten vier 3ahrcn seine Unkosten von 3.5 Millionen auf 0,89 Millionen im letzten Jahr, also um rund 75 Proz. verringern. Der ausgwiesene Reingewinn von rund 253 700 M. hat sich gegenüber dem letzten Jahr mehr als verdoppelt. Dieser Reingewinn entspricht einer Dividende von 7 Proz. aus das Kapital von 3,75 Millionen Mark. Die Verwaltung zieht es aber vor, keine Dividende zu verteilen und 150 000 M. aus dem Reingewinn in die R e s e r v e n zu st e ck e n. Der Rest wird auf neue.Geminnrechnung vorgetragen. Der Geschäftsbericht erwähnt, daß, abgesehen von der Auftrags- streckung der Reichsbahn, der Auftragseingang im Auslands- und im freien Inlandsgefchäst durchaus befriedigend war. Die Be- l e g s ch a f t konnte infolgedessen gegenüber dem letzten Jahr wesent- lich v e r st ä r k t werden. Da der gegenwärtige Auftragsbestand weit höher ist als im Sommer vorigen Jahres, kann mit einer vollen Beschäftigung des Unternehmens auf Monate hinaus ge- rechnet werden. Elektrogewinne und Tarifpolitik. Zum Abschluß der Hamburger Elektrizitätswerke. Dos große gemischt-wirtschaflliche Elektrounternehmen. die Hamburger Elektrizitätswerke A.-G., deren Aktien sich größtenteils im Besitze des Hamburger Staates befinden, weisen wieder einen glänzenden Abschluß für das letzte Betriebs- jähr aus. Der Rohgewinn der Gesellschaft stieg von 45,7 aus 51,7 Millionen, also um rund 13 Proz., während sich demgegenüber d i e Unkosten nur unwesentlich von 11,1 auf 11,7 Millionen erhöhten. Der S t r o m a b s a tz des Unternehmens wuchs im letzten Jahr um rund 17 Proz. Der Anlagewert wuchs infolge der umfangreichen Neuanlagen der Gesellschaft weiterhin erheblich von 155 auf 175 Millionen. Obwohl der Reingewinn trotz erheblich herausgeschraubter Abschreibungen auf die Betriebsanlagen um rund 3 auf 18,1 Mill. gestiegen ist, bleibt die Dividend« mit 10 Proz. unverändert. Gegenwärtig ist das Unternehmen mit dem Ausbau einer großen Fernheizanlage beschäftigt, die nach ihrer Fertigstellung dos größte Fernheizwerk Europas darstellt. Bei diesem Glanzabschluß der Hamburger Elektrizitätsmerke Unsvi's Herbst- Neuheiten vereinigen gute Qualitäten— moderne Fassons— niedrige Preise! Wetterkleidung B«(l«rBeFarben6S.— 45.— 36� Sakko- Anzüge bu......«s.-«.- 5000 Sport- Anzüge.. 4500 Sport- Anzüge wert«);,..«s« 55" Einsegnungs- Anzüge 33 00 Feinste Maßschneiderei/ Deutsche und Englische Stoffel Uebergangs-Ulster...75.-ao.-4500 Paletots............. 75.— ao.— SO00 Uebergangsmäntel& Dunen«. w. 30°° Knaben-Pyjacks Groß« 0/2 iz- 7jo 525 Lederjacken Kbwan nnd brenn 125.— 05.— 7 5 H) fOr Herren und Damen Windjacken...... iz- 750 Gummimäntel.......20.- 15.- II00 Lodenmäntel........... 24.- 1 9°° Trenchcoats........ 45.-a3.-2900 Kombinationen 1200 BAER SOHN \ ö mufc auf tu« berechtig!« Kritik der veffentlichteit an der Torifpolitik dieses Unteniehmenz erinnert werden. Di« Ge> selischast d«loftet die Lichtverbrauchcr in Homberg mit«incm Satz nc>n 4F> Pfennig je Kilowatt stunde, gehört also mit zu den teuersten Stromverkaufern in Deutschland. Bei den ousge- sprachen günstigen Voraussetzungen für die Stromerzeugung und den Stroinobsotz in Hamburg sollte die Gesellschaft baldmöglichst im Interesse der Allgemeinheit eine gründliche Rcmfion ihrer Tarifpolitik vornahmen. Konsumumsatz im Sommer. Weiterhin erhöhter WerteljahrSumsoh je Mitglied. Nach de? Vierteljahresstatistik der deutschen Konsumgenossen- schoften, für die 592 Vereine berichteten, ist die Mitglieder» zahl im zweiten Vierteljahr 1929 leicht von 2,87 Millionen auf 2/81 Millionen zurückgegangen. Damit hat sich der Zugang im ersten Vierteljahr dieses Jahres wieder fast ausgeglichen. Der Erlös aus eigener Verteilung weist gleichfalls einen kleinen Rückgang auf, was mit der ungünstigen Lag« der letzten Wochentage in> Juni und der Verschiebung des Osterfestes in das erst« Vierteljahr zusammenhängt. Er ging von 283,4 auf 288,8 Millionen zurück. Dagegen ist der Dierteljahresumsatz je Mitglied weiterhin gestiegen. Er betrug 101,82 Mar? gegen 190,50 Mark im ersten Vierteljahr und 94,89 Mark im zweiten Vierteljahr 1928. lieber dem Durchschnitt des Zentral« Verbandes standen der n o rd w est d e u t fch e Verband mit 110,83 Mark, der rheinisch-westfälische mit 119,95 Mark, sowie der söchslschs Verband mit 129,27 Mark. Der Umsatz der Konsumgenossenschaften bei der G r o ß e i n- kaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine betrug 190,0 gegen 114,5 Millionen im ersten Vierteljahr 1929 und 90,8 Millionen in dem entsprechenden Dorjahrsquartal. Sehr er- löblich war das Wachsen der Spareinlagen, die sich van 323,8 aus 341,5 Millionen, also um 17,0 Millionen erhöhten. Am stärksten war der Zuwachs im sächsischen Verbände mit 4,0 Mil- lioncn Mark. Die Spareinlagen bei den Konsumgenossenschaften. die End« 1924 erst rund 49 Millionen betrugen, haben sich also seitdem um das Siebenfache erhöht. Aeue Aktion des Margarinetrusts. Auch Seife unk» Glyzerin werden vertrustel. Der Weltmargarinetrust Jürgens van den Bergh Hot jetzt zu einem ganz großen Schlage ausgeholt. Es ist ihm gelungen, bei dem führenden englischen Seisenkonzern, der L e v c r Bros. Co., der auch in Amerika eine sehr starke Stellung besitzt, beherrschenden Einfluß zu gewinnen und damit einen sehr einträglichen Geschäftszweig in die Hand zu bekommen, der zudem mit seinem riesigen Margarine- und Fcttgcschäft in engstem Zusammenhang steht. Die etwas zwangsweise durchgeführte.Interessengemeinschaft" mit der deutsch- tschechischen Schichtgrupp«, über die wir vor Monaten bereits berichteten, konnte bereits als Auftakt zu dem jetzigen Generalangriff auf das Weltseifengeschäft angesehen werden. Der internationale Margarinetrust, der ein fast lückenloses Monopol für seine Erzeugnisse in der ganzen Welt besitzt und mit fast unglaublicher Hartnäckigkeit die letzten noch selb- ständigen Unternehmungen aufsaugt, hat sich mit seiner letzten ?lktion aus«in Geschäft geworfen, das zu den profitreichsten seiner Art gehört. Nach dem letzten Gewinnausweis des Lever-Dros.-Kon. zern« hat dieses Unternehmen bei einem um rund 299 999 Tonnen auf 2,? Millionen Tonnen gestiegenen Absatz einen Gesamt- umfotz non 1,5 Milliarden Reichsmark erzielt. Der Rein- gewinn de? gesamten Konzerns einschließlich der ausländischen Tochterunternehmungen belief sich im letzten Jahr auf über ?99 Millionen Gold mark. Das Seifengeschäft bringt also Profite, nach denen sich manche andere Industrie alle zehn Finger lecken würde. Dem Morgarinetrust bringt die Durchführung der Interessengemeinschojt mit dem englischen Seifenkonzern jedenfalls «inen ungeheuren Mnchtzuwochs. Oeutfch-sranzösifche Fühlungnahme. Eine Berichtigung. W'r hotten in Nr. 385 des„Vorwärts" vom 18. August in einem Artikel unter obiger Ucberschrist unter anderem ausgeführt, daß der sranzösische Konzern, die Etablissements Grammont, zwei deutsch« Unternehmungen, die L ü d e n s ch e i d e r Metall- merke und die Vereinigten Elektrotechnischen Fabriken Busch u. Iaeger in Lüdenscheid kontrolliert. Hierzu wird uns van dem Konsul Gumpel, dem Auisichtsratsvorsitzenden der Lüdenscheider Metall- merk«, mitgeteilt, daß diese Feststellung nicht den Tatsachen entspricht. Die Mehrheit der Vereinigten Elektrotechnischen Fa- buken Busch u. Iaeger befindet sich im Besitz der Lüdenscheider Metallwerke, deren Mehrheit wiederum von der Hannoverschen In- dustrie-A.-G. beherrscht wird. Die Etablissements Grammont oder ihnen nahestehende Gesellschaften seien an dieser Gesellschaft über- » Haupt nicht beteiligt. Dagegen trifft zu, daß zwischen diesen beiden deutschen und der französischen Gruppe eine enge Zusammenarbeit besteht, da die d e u t s ch e n Unternehmungen insgesamt mit 49 Proz. an der SociM Grammont beteiligt sind. Glühbtrnen-Offensivs in Italien. Es ist erst wenige Wochen ber, daß die deutsche O»ram G mb H.. die mindestens drei Vieri«! der deutschen Glühbirnen. Herstellung beherrscht, sich noch enger als vorher an die amerika- nifche General Electric Companii angelehnt lhU. Dieser amerikanische Konzern übernahm fast 17 Proz. des Osram- Kapitals und zahlte dafür annähernd 49 Millionen Mark. Die General Electric Hot jedoch nicht den ganzen Kaufpreis m bar bezahlt, fondern teilweise in Form der Abtretung von Bc- teiligungen. So besaß sie z. B. 88 Proz. des Aktienkapitals der Italienischen Glühbirnengesellschaft Societä Electrica Cen- trale in Parma. Diese 88prozentige Kapitalbeteiligung ist jetzt an die Osram übergegangen. Nunmehr wird bekannt, daß die Osram gemeinsam mit dam holländischen Phikip». Konzern und einer großen ungarischen Gesellschaft(Vereinigt« Glühlampen- und Elektrizitäts-A.-G.) alle anderen italienischen Glüh»' birnengesellschaften von Bedeutung auskaufen. Diese drei Konzerne(Osram, Philips und die ungarische Ges«llschast> sind zugleich die Hauptsührcr des internationalen Glühbirnenkortclls, das feit Ende 1924 besteht und seinen Sitz in Genf hat. An allen drei Gesellschaften ist die General Electric jetzt stark beteiligt. Flugzeug-Rohrbach in Amerika. Wie wir hören, ist jetzt in Amerika eine F l u g b o a t s o b r i k mit einem Kapital von 8 Mil- lionen Mark gegründet worden, die sich ausschließlich mit dem Bau von Röhrda ch-Metalljlugbooten befassen wird. Dieser Flugboottyp hat in letzter Zeit in der Oessentlichkeit durch seine gute Bewährung bei der Prüfung aus Seetüchtigkeit Aussehen erregte Vom kommunistischen Theater. Die Erwerbslosen spielen nicht mehr mit. Seit ihrem Bestehen sucht die KPD. au« der Rot der Erwerbslosen parteipolitisches Kapital zu schlagen. Der Erwerbslose greift nach wachen- und monatelangem vergeblichen Bemühen, wieder in Arbeit zu kommen, nach jedem Strohhalm. Wenn alles nichts hilft, sollte nicht etwa doch der Er- werbsloscn-Ausschuß der KPD. helfen können? Die E r f a h r u n g hat jedoch den Erwerbslosen gezeigt, daß die SPD. zu allerletzt imstande ist. der Not der Erwerbslosen zu steuern, ihnen Arbeit zu verschossen. Die kommunistischen Erwerbs- lasen-Ausschüss« können wohl den Erwerbslosen, die ihrer Agitation auf den Leim gehen, Schimpfreden gegen die SPD. bieten und dementsprechend« längliche Resolutionen, irgend- welche praktische Hilfe kann und will ihnen die KPD. nicht bieten. Sie ist gegen jede„reformistische" Maßnahme zur Der- besierung der Lage der Erwerbslosen. Ihr kann Not und Elend nicht groß genug sein, sie gebraucht sie zur Ausschlachtung für ihre Parteiagitation. lieber die Rolle der KPD. bei der Beratung über die Der- schlechterung der Crwerbslosenoersicherung wird noch das Nötige zu sagen sein. Heut« sei lediglich an einem Beispiel gezeigt, daß die Erwerbslosen von der KPD. nicht» mehr wissen wollen, daß sie deren Theater auf Kosten ihrer Notlage nicht mehr mitmachen, weil sie das frevle Spiel durchschaut haben, das mit der Not der Er- werbslosen Schindluder treibt. Der anonyme„Crwerbslosen-Ausschuß 0. Bezirk" hatte mit gelben Zetteln zum gestrigen Donnerstag um 14 Uhr zu einer Erwerbslosenversammlung nach dem„Alexandriner" eingeladen mit Paul G e h l m a n n als Referent. „Unter st ützungsabbau droht! Die Hungerpeitsche wird von der Koalitionsregierung geschwungen. Selbstmord ist die Lo- sung der Kapitalisten für euch. Wollt ihr das?" hieß es auf dem gelben Handzettel. Trotz dieser„zugkräftigen" Einleitung zog die Einladung nicht. Der Wirt des Lokals hatte bei der Bestellung des Dersamm« lungsraumes statt 14 Uhr 4 Uhr als Versammlungsbeginn v?r. standen und wollte den Raum auch nicht früher hergeben. Dabei staute sich draußen um ein Viertel nach 14 Uhr die Masse der aus 51 Männern und S Frauen bestehenden Erwerbslosen, die der Einladung gefolgt waren. Der Veranstalter rief diese Schar im Hausflur zusammen und oerkündete, man wolle dem Wirt nicht in den A.... krauchen und die Versammlung auf nächste Woche vertagen. Propaganda dafür werde genügend gemacht werden. Ein über dies« k o m m u- nistisch« Pleite etwas verstimmter Kommunist bemerkte dazu: „Wenn nicht mehr kommen als heut«, denn is et schon besser, wir halten Zar keen« Versammlung ab." Und dieses Fiasko in einem Moment, wo infolge der Be> ratungen über die Abbaupläne gegen die Erwerbslosenver- sicherung das Interesse nicht nur der jetzt zufälligen Erwerbslosen. sondern aller Arbeiter, die nicht davor sicher sind, heule oder morgen arbeitslos zu werden, oufs hoch sie ge- spannt i st! Allein die organisierten erwerbslosen Arbeiter wissen sehr wohl, daß besondere Erwerbslosenvevsammlungen zur Abwehr der Ver- schlechterungspläne nutzlos sind. Die Erwerbslosen müssen in Gemeinschaft mit den Arbeitenden ihre Stimme in Partei und Gewerk- schaft erheben, nicht in der KPD., sondern in der S o z i a l d e m o- k r a t i s ch« n Partei, die sich bereits auf ihrem Magdeburger Parteitag gegen die Pläne der Sozialreaktion gewandt hat und in enger Verbindung mit den Gewerkschaften den Kampf gegen diese Pläne führt. Daß unsere erwerbslosen Genossen auf die„Aktionen" der kam- munistischen Erwerbslasenausschüsse nicht oder doch nicht mehr hoveinsollen, ist nicht verwunderlich. Aber daß selbst die vnorgan'.. sierten, angeblich mil der KPD. sympathisierenden Erwerbslosen, sich nicht länger mehr als Slalisteu für das kommunistische Affentheater mißbrauchen lassen wollen, das ist eine recht beachtenswerte und erfreuliche Erscheinung. Der Verlag Rudolf Moffe. llnd seine Angeflellten. Aus Angestclltentreisen wird uns geschrieben: Die Lag« der Angestellten tm Berliner Zeltung sye werbe war von jeher nicht günstig. Sie verschlechterte sich jedoch nach mehr, als im Jahrs 1925 der?lrbeitgeberoerbend des Berliner Zeitungsgewerbes. den Tarifvertrag kundigte. Ein gegen den Widerstand des Arbeitgeberverbandes ergangener S ch i e d s s p r u ch des Schlich- tungsausschusses wurde nicht mehr für verbindlich erklärt. Unter den Verlageanstalten, die diesen tariflosen Zu- stand.zum Nachteil ihrer Angestellten weiidtich ausnutzten, steht an erster Stelle der Verlag Rudolf Mass«. Die Gehälter, dir die Firma ihren Angestellten bietet, bewegen sich in den meisten ihrer Adteilungen zwischen 199 und 139 Mark. Diese Ge- hälter werden keineswegs nur jüngeren und unverheirateten An- gestellten gezahlt, sondern auch einer großen Anzahl van älteren Angestellten, die Frau»nd Kinder zu ernähren haben und deren Gehalt sich seit mehrjähriger, oft jahrzehntelanger Beschäftigung im Betriebe keineswegs gebessert hat. Die Spitzengehälter in den meisten Abteilungen, an denen prozentual mir ganz wenige Ilngestellle beteiligt sind, belaufen sich aus 189 bis 299 Mark. Datei ist jedoch eine ungefähr zwanzigjährige, häusig noch längere Dienst, zeit Voraussetzung und Qualnätsarbeit, für die< n a n d e r e n Betrieben und in Gebieten, für die ein Tarifvertrag de- steht, weit höhere GeHölter gezahlt werden., Daneben existiert bei Rudols Mass« ein ausgezeichnet funktionierendes„Nachrichten"-Syst em. Auch die- geringst« nicht reglementmäßige Aeußerung irgendemes Angestellten ist bestimmt innerhalb weniger Minuten der Geschäftslcitung hinter- bracht, die sich nicht scheut, die Zubringung solcher Nachrichten von Kollegen gegen Kollegen zu dulden. Der Betrieb Rudolf Mosse begnügt sich aber nicht damit, dl« Di« Firma stellten von ihrem ierline? Tageblatt" die Ausführungen des Leiter« des Statistischen Amte» der Stadt Berlin. Dr. Buchner. in denen da» vierwöchentlich« E x.i st e v z- Minimum für eine Familie auf mindestens 290 Mark beziffert wurde. Der Verlag zeigt daher Entgegenkommen, bchem er gsgen eine lächerlich geringe Bezahlung seinen Angestellten„Heimarbeit". anbietet. Wollen die Angestellten sich auch mir einigermaßen erhil. ten, dann sind sie gezwungen, solche schlechtbezahlte Hehnarfieit mit nach Hause.zu nehmen und oft spät bis in die Nacht daran zu arbei- ten. Was brauchen sie„Freizeit?" Di« Firma wich natürlich de- streiten, bezüglich der Heimarbelt einen Zwang auszuüben. Sic kann jedoch nicht bestreiten,>daß dos in jeder Beziehung u n z u- reichende Gehalt, das sie dem Gros ihrer Angestellten.zahl'. zum stärksten und unerbittlichsten Zwang« wird, und daß sie dadurch eine Umgehung des Arbeitszeitgesetzes erzielt. So ist es dann erklärlich, daß Forderungen der An- gestellten um einen Vorschuß oder um eine Gehaltsaujbeslening die stereotype Antwort der Abteilungsleiter— es können die ein- zelnen Namen dieser Herren genannt werden— erhalten:„Mache n sie doch Hausarbeit! � Sa sieht es bei Rudolf Masse au»I Es mag daran erinnert werden, daß ein« gesetzliche Angestelltenvertretung feit Anfang 1924 nicht mehr besteht. Damals kaufte man die Angestelltenräte aus. Herr Dr. Kästner, der seinerzeitige Syndikus erklärte vor dem Schlichtuugsausfchuß, bei diesem Auskouf der An- gestelltenräte habe es sich um ein Geschäft- gehandelt so, als ob man einen Sack Bohnen kauft bzw. verkauft. Damals wurden Reu- mahlen der?lng«stelltenv«rtretung dadurch ver- hindert, daß die aufgestellten Kandidaten, bevor sie den Kündigungsschutz genossen, sofort entlassen wurden. Die da- durch erzielte Einschüchterung der Angestellten wirkt auch heute noch nach. Die Firma Rudolf Mass« soll ssH ober über den Ernst der Situation nicht täuschen. Alle Unterdruckungsmaßnahmen gegenüber den Angestellten können es nicht verhindern, daß die Einsicht unter den Ange st eilten reist, baß nur eine feste freigewert- schaftliche Organisation im Zeniralverband der Ange- stellten in der Loge sein kann, ihrer Ausbeutung erfolgreich zu begegnen. BILLIGER KAPFEE! Hamburger Mischung,-»et«. krestig Mb. 5,60 Hausmarßtt. iehe bsttebte HavShattsorte Mk. 5,00 lluSuahm». sr-iSAvert na* boch gnt Wik. 2,40 - Sagrcfcai bis psm 1 4. Smiembn?:- ?««« b««! iieiiqelnniaii! KAFFEEfGESC H'A'FT Der pfandfreie Lohnantetl. Stenern und Sozialbeiträge nicht pfandfrei! Das Neichsarbeitsgericht hat in der Frage, ob der pfandfreie Lohnbetrag als Brutto- oder Nettolohn aufzufassen ist, eine interessant« Entscheidung gefällt. Bekanntlich beträgt der psandfreic Lohnanteil, der unter allen llmständen auch dann zur Auszahlung gelangen muß, wenn dem Arbeitgeber vom Gläubiger seines An- gestellten oder Arbeiters ein PfSndungsbeschluß zugegangen ist, bei Monatsgehältern lSS M., beim Wochenlohn 45 M.. bei Tagelohn 7.50 M. Für alle Lohn- und Gehaltsklassen, die über dieser Grenze liegen, bleibt außerdem ein Drittel des Mehrbetrages frei. Der in allen drei Arbeitsgerichtsinstanzen durchgeführte Streit ging darum, daß der Arbeitgber einem Gläubiger seines Angestellten Zahlungen bis zu dieser Grenze geleistet hatte und von dem pfondfreicn Lohnbetrag Steuern sowie Versiche- rungsbeiträge abzog. Der Kläger verlangte vom Arbeitgeber Zahlung des Difsenenzbetragc� wurde aber in ollen drei Instanzen mit seinen Ansprüchen angewiesen. Das Reichsarbeitsgericht bezeichnet die Sozialoersicherungsbeiträge und die steuern als Aufwendungen, die der Lohnempfänger ebenso wie jeder andere Staatsbürger, soweit er nicht aus gesetz- lichen Gründen davon befreit ist, machen muß. Wenn der Lohn- «mpsanger in einem geordneten Staatswesen lebt, dessen Schutz er im allgemeinen, für Krankheit und Invalidität im besonderen in Anspruch nimmt, sind die Aufwendungen genau so notwendig, wie die Ausgaben für Kleidung, Nahrung und Wohnung, so lange der Staat ihm diesen Schutz ohne Erhebung von Steuern und Beiträgen nicht bieten kann. Bestünde z. B. kein Krankenversicherungszwang, so müßte der Lohnempfänger in Krankheilsfällen den Arzt und die Arzneien Zweifelsfrei aus seinem Lohneinkommen bezahlen. Gegen diese Auffassung wendet sich in der Zeitschrift„Recht- sprechung in Arbeitssachen" Ministerialrat Dr. Jonas aus dem Reichsarbeitsministerium, weil seiner Meinung nach dos Reichs- orbcitsgericht davon absah, stch mit den für die gegenteilige Ansicht sprechenden Gründen auseinanderzusetzen. Er kritisiert unter anderm den Vergleich zwischen zwangläufigen Ausgaben für Steuern und Sozialversicherung einerseits, für W o h- nung und Ernährung andererseits: auch der Hauswirt und der Krämer könnten genötigt sein, wegen der laufenden Miete oder wegen der Lebensmittellieferungen mit Zwangsvollstreckung gegen den Arbeiter vorzugel)en! obwohl ihre Forderung ganz zweifelsfrei durch Leistungen für den täglichen Bedarf entstanden ist, wird der piandsreie Lohnbetrag ihrem Zugriff entzogen. Hilde Walter. Oer Konflikt bei den Reparationsarveiten. Das Reichsarbeitsministerium will eingreifen. Zu unserer Notiz im„Vorwärts" vom Donnerstag erfahren wir, daß man sich im Reichsarbeitsministerium mit der Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Reparationsarbester ein- gehend beschäftigt. Wie wir bereits mitgeteilt haben, fanden wieder- holt Verhandlungen statt, ohne aber zu einem posiriven Ergebnis zu führen. Angesichts der Streikgesahr der Reparationsarbeiter wird im Reichsarbeitsministerium die Frag« geprüft, ob und inwieweit durch Einleitung eines Schlichtungsverfahrens der Streik- gefahr begegnet werden könne. Jedenfalls wird es gut sein, daß man im Reichsarbestsministe- rium die Einleitung des Schlichtungsverfahrens nicht zu sehr ver> zögert, da«in Streik der Reparationsarbester in mehrfacher Hinsicht unangenehme Folgen haben könnte. Aus dem rusflschen Gewerkschastsleben. »Säuberung" im Gemeindearbeiterverband. Der Zentralvorswnid des russischen Gemeindeavbeitervelbandes mußte sich in seiner kürzlich abgehaltenen Plenartagung mit den aufsehenerregenden Verfallserscheinungen im Verband be- schästigen. Den unmittelbaren Anlaß zu den Beratungen im Plenum gaben die Vorgänge in der Landesverwaltung des Per- bandes in Usbekistan: das Uebel hat aber sichtlich keinen be- schränkt lokalen Charakter. In der Plenartagung kamen folgend« Dinge zur Sprache: ,D>ie verantwortlichen» Funktionär« de» Verbände» in Usbe- kistan mtt dem stellvertretenden Vorsitzenden des Landesvorstandes und dem Leiter der Tarifabteilung an der Spitze machten a n g« b- lich« Dienstreisen nach Taschkent, wo sie Orgien und Saufgelage veranstalteten. Unter Ausnutzung ihrer Vor- gesetztenstellung nötigten sie Arbeiterinnen zum Beischlaf. In der Organisation herrschten Netterwirtschaft, Hehlerei auf Gegen- seitigkeit, Unterdrückung der gewerkschaftlichen Selbsikrillk. Ein« Kontroll« der Tätigkeit der gewähtten Derbandsorgane durch die Massen hat es nicht gegeben. Die oberste Derbandsfpitze war von den Massen losgelöst. Die verantwortlichen Verbandsbeamten wurden ohne Befragung der Mitgliedschaft ausgesucht. Aus gewert- schafttichen Posten hat man Hochstapler gefunden... Dieser Skandal war dem Zentralvorstand des Gemeinde- arbeiterverbandes bereits im März 1929 zur Kenntnis gelangt. Der Zentralvorstand vertuschte die Angelegen- heil. Ratmanow, der Sekretär des Zentralverbandes, hat auf der Lanbestagung des Verbandes für Usbekistan nicht nur daraus ver- zichtet, die Aufmerksamkeit der Tagung aus die Korruption im Ver. band hinzulenken, sondern hat auch noch selbst- d« n Delegierten den Mund verboten, die die Mißstände innerhalb der Organ! sation auszudecken versuchten. Die einzige Rechtfertigung des Genossen Ratmanow war die, daß er die Linie des Zeniraloorstandes durch- iihrte. Aber— um so schlimmer sür de» Zeniralvorstand. Bei der Wiedergab« der Korruptionsvorgönge in der Verbandsorganisation in Usbekistan wies Grnoljc Reschetkow, der neue Vorsitzende des Zeniraloorstandes, die Teilnehmer der Plenartagung darauf hin, daß die Affäre von Usbe- kistan nur«in Glied in der Kette der skandalösen Bor fälle sei, die sich im Gemeindaarbcitcrverband in den letzten anderthalb Jahren abgespielt hätten. Genosse Reschetkow erinnerte an Ode s s a, wo«ine Anzahl von Gewerkschosts- und Wirtschastsfunktionären mit dem Verbands- Vorsitzenden an der Spitze die Atmosphäre einer absoluten Zersetzung und proicktionswlrtschast geschaffen hatte, wo die„Führer" sich fortgesetzt betranken, erwcrvs lose Frauen zum Beischlaf nötigten usw. Genosse Reschettow er- innert« auch an Kursk. Smolensk, Poltawo und Win- niza, wo Unwirischastlichkest, Sausgelage, Verfolgungen der Kritik übenden Arbeiter und Loslösung des Berbandrs von den Mosten zu verzeichnen waren. Alle dies« Skandal« zogen sich monatelang hin. Der Zeniralvorstand wollte sie nicht aufdecken und verstand sie nicht aus- zudecken."(„Trud" vom 13. August.) Die Plenartagung des Zentralvorstandes hat eine energische „S ä u b« r u n g" des Präsidiums des Zentrolvorstondes(d. h. nach deutschen Begriffen des eigentlichen Verbandsvorstandes) vorgenom- wen und eine Reihe führender Posten im Verband« neu besetzt. Achtstundentag in(£hma. Aber erst ab 1. Januar 1932! Peking, 29. August. Die Nankingregierung hat beschlossen, in der chinesischen Republik am 1. Januar 1932 den Achtstundentag in sämtlichen Betrieben einzuführen. Die chinesische Regierung wird«in Sondergesctz ans, arbeiten. -!> So sehr man versucht ist, die vorsichtig« Terminiestsetzung des chinesischen.Achtstundentages zu glossieren, so wenig Anlaß besteht dazu. Wir können nur hoffen, daß bis dahin dos Washingtoner Abkommen von der deutschen und der rngtischen Regierung ratifiziert ist. Bei Gallenstein« und Leberleiden Magen- und Darmerkrankungen, chronischer hartnäckiger Stuhkverstopfung und ihren üblen Folgen, Gelbsucht,.Hämorrhoiden, Wucherungen und Geschwülsten hat sich„ N h m p h o e l d" feit Jahren glänzend bewährt. Keine chemischen Tabletten. sondern auf wissenschaftlicher Grundlage hergestelltes organ. Präparat, dem pflanzliche Äestandteil« mit fpez. Wirkungen beigegeben sind. Zahlreiche hervorragende Anerkennungen. Preis der Packung 5,50 Mark, Speziallec 1,50 Mark. Erhältlich in allen Apotheken, bestimmt Belle-Alliance-Apotheke, SW. kl. Belle- ANiauce�traßc. Alleinherstcller: Nymphosan A.-G., Starnberg a. See. »'/, Uhr Barb. 9266 « crtg.-ameriuaise&a«uoeilsr* am. «aiuuBand 2 Varstalluns«n B u. B'h Uhr.—» Uhr ermäBitttc Hr. t*ti MM Ein Spiil aus romantischer Zelt von Schanzer u. Weüsch Mit Musik von gestern und heute von Ralph Benatzky Musikalische Leitung: Ernst Hauke Choreographie: Prof. Heinrich KrBiler Alfred Jerger Max Hansen Siegfried Arno Göta LJundberg Trude Hesterberg Trude Lieske Paul Wegener Paul Morgan Joseph Schmidt La Dana Marianne Winkeistern Iwan Orllk Kite Lenz. Rcss Lichtenstein, Eise Reral, Max Schreck. Kurt Mikulski. Fritz Bersar. Robby Hanke Corps de Ballet. Harmonika Vasabounds Sängerchöre GwamtaussMoRg Prof. Ernrt Stern Techn. Einrichtung; Franz Dworsky Betic etil m Vorterllau?[13-8 unantererödieo) hat begonnen Rose- Theairr, Grobe Frankfurter Sir. 132. Täglich 8.15 Uhr: Der Kieme Kuppler Lustspiel 1. 3Akt. v. Armont u.Gerbidon Gartenbohne 5.30 Uhr Konxert und bunter T«ll 8.15 Uhr Die scheidungsreise TtrCcs Sit AfioBncm dts Bou-ThtDlrn Verlangen Sie kostenlose Zusendung der Abonnements-Bedingungen Gustav Hortung Renaissance«Theater WisdctijBQinn Sonntag. I. StgL TA. UrH Die heitiae Flamme 1 v.W.b.MauRham. Dniii;(iust. 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Beginn der aen�n Spielzeit Sonnabend, den 31. Aajgnsi CASINO-THEATER Loihriatfer Strafe 37. Tftglich SV« Uhr Oer neue Eroflnungs- Schlager Wem geMrt mein Mann! Dazu ein erstkl. bunter Teil. FBr unsere Leser Gutschein für t—* Personen Fauteuil nur 1.25 M, Sessel 1.75 M- Sonstige Preise: Parkett u. Rang 080 M AHEFTER Rolchshallun-Thuatur Abend[T] Sonntag Nachm.[ 3| SteRiner SSnger Nachmittags halbe Preise! Montag, den». September „ nTnl-Jslir-Feler der IfüfSlettlner Singer l€■ Obntioff- Brettl: Varl clä Konxert Tanz Vorverkauf auch Im Pavillon der Reinhard tbühnen Kurförstendamm, tcke UblandstroCe Bismarck 4t&4-47 MnU D.I. Norden 12 3)3 SU, Ende gegen it Die FlederMGS Musik v. Job. Siran». Regie Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. W. Kornsold. Ausstang L. Kainer Kammerspieie V.l. Norden 12310 F.röffnung der Winter Spielzeit Sonnabend, 31. Aua. ?-- Uhr ßlicn. EnteRBtnng Der önwiilersleliiielie Komödie von Paul Oeraldy und Robert Spitzer Die Komödie II Rlsmck.2414/7516 IV« U., Ende geg. 10 Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie; LeoRtlnc Sagau SarBSwskj-BBJiaeD Thootsr in dar KIHtljsritzor Stroäo Täglich 5V, Uhr Rivalen Komddlenhaua Täglich Ph Uhr Bodizeitsreise mit Esoro Ateuader TReai.anKolUi.Tor Kottbnsser Str. 6 fägl.(Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U. eue- samier wie immer Bfofi« CrlolBt um Lootatärme Direktion Dr. Roberl Klein Dealsebes tOnslier- Theater Täglich 8V. Uhr Die aoOere Seite von R C Sherrilt Regie;HclnzHllperi Serliaer TBeattr Dienstag, X Sept. Vit Uhr UranffOhrang Zwei Krawal» von Oeorg Kaiser Musik; Mischa Spoliansky Regie: Forster Larrinaga Trianon-Tli�r Dir.itDWmsr Ji»in Erältwuns-TnrtUHo Beute. irdllaortUhf Das käinml doth alle Tage ver luttop. r. Sven»awjirl Johannes Rlrmabn, Vilm» T.Aknav, Max Landt, Lotte Kllnder Lessing-Theater Norden 10840 Gruppe fnager Scbenopleler Täglich 8V, Uhr lakabovskt-OratB« Von Eleonora Kalkowska Metropol-Th. Tägl. 8 Vi Uht Sonntags t u. S'.i Blaubarl Üpercttü von Offenbach Grclc Flnklcr, SHcber• W alter lastspieltiaas Täglich 8lfy Uhr Du wlrsi mich helrateni Rundfunkhörer halbe Preise. Teilstreif auf der Bletfcharleygrube. RaSowi�. S.«ugust. Aus der Bleischarleygrub« der Siesche- Aktiengesellschaft ist erneut »in Streik ausgebrochen. Nachdem bereit» vor einigen Tagen die gesamte Belegschaft wegen Nichtbewilligung der geforderten Sprozentigen Erhöhung der Akkord. löhn« in den Streik getreten war. Der Streik war damals sofort beendet worden, da die Verwaltung versprochen hatte, in Verhandlungen über dies« Frag« einzutreten/ Diese führten jedoch zu keinem Ergebnis. Ein Teil der Untertage-Belegfchaft. und zwar gegen 400 Mann, haben darauf ihre Arbeit nieder- gelegt._ Beschlüsse der Keram-Znternaiionale. Di« Entschließung der Aeram-Jnternntionas« zur Verschmelzung»frage, die auf dem Ztopenhagener Kongreß angenommen wurde, hat folgenden Wortlaut:„Der b. Kongreß der Internationalen Föderation der Keramarbeiter de- auftrogt da» international« Komitee, die Zweckmäßigkeit und die erforderlichen Voraussetzungen einer Verschmelzung mit den inter» nationalen Vereinigungen der Glas» und der Fabrikorbeiter— oder auch nur mit einer dieser Vereinigungen— baldigst«ingehend zu erörtern und gegebenenfalls mit de» Leitungen dieser internationalen Vereinigungen Beratungen zur Vorbereitung einer Zu> lammenlegung herbeizuführen. Dem nächsten Kongreß ist über die Angelegenheit zu berichten." Neben der Derschmelzungsfrag« wurde» in Kopenhagen auch die Berichte der einzelnen Lander über eine Statistik, in der die Zahl und Gliederung der in der keramischen Industrie Be- lchöftigten sowie deren Löhn« untersucht werden, eingehend be- sprachen. Das Ergebnis der Erhebung soll nach den erforderlichen Ergänzungen zum Zweck der internationalen Vergleichbarkeit und Verwendbarkeit in den Landessprachen der der Föderation ange- hörenden Gruppen übersetzt und ausgetauscht werden. Auf dem Kongreß wurden dann noch sozialpolitisch« Angelegenheiten be- handelt, vor allem Anregungen über die Festsetzung einer Höchst- temperatur beim Ausnehmen der Brennöfen, über wirksamere Arbeitsaufsicht und über die Entschädigung bei Bleierkrankungen und Silikose. Da« hier ange- schnitten« Thema, das aus Mangel an Zeit nicht erschöpfend erörtert werden konnte, wird mit Rücksicht aus seine Wichtigkeit den nächsten Kongreß beschäftigen müssen. Mia««, Ocwm, SIckI»a»»st»aßeI Leute. 1SH Ubr. im Lokal Tickin- W aengraße 7S, wichiige ssraktion-versammluna der SPD.�Senogea. voll. »ilbligen Besuch erwartet Der graltioaeooesta»». Berbaad der Malee. Heute, greitaa, liM Uhr, im Berliner Gewcrk. schaftshauo, Engelufer 24—20, Saal 4, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1,„Unser Jt-mof um die«rbeitslosenverllchiruns".«eferent«ollege Ott» Schi-mann. 2. Diskussion und Verschiedene». Die Krauen der Mitglieder sind au dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Verband»buch legitimierti Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritts .�reteGewertfchaftS'ZugendNerlin. I Heute, ffreitag, 19V4 Uhr. tagen die Erupv-n:«o-Sri»«: Iuaendhci« Schul« Konnendurger Str. 20. gahrtenbe richte.— Eharlottenburq: Jugendheim Spreestr. 20. Da, Jugendheim ist g-fchloll-n. Wir baden im Teufelsse«.— Hermanaplad! Zugendheim Sairderstt. N, Ecke Hobrechtstrauc. Bunter Abend.— Süden, Südwesten: Sruppcnheim Wassertorstr. 0. vorn varterre. ZIcue Spiel«. Di« Spandauer Eportschlller kommen.— Baun». schnlenweg: Jugendheim Ernftstr. 15. Leiterer Abend.— Wir smelen ad 18 Uhr: Südosten: Sportplatz Am Urban. Oftlrei«: Wr k>a»en im Kluhbad stlingenberg. f Iuaendaruppe desZtniralverbandes der Angestellten Leute. Kreitag. finden folgend»«eranstalwngen statt: Panto-�ZIiedee. ichinhansen: Jugendheim Eijrschstr. 14(gt. Zimmer). Lustige» Monat». ende.— Ob«spree: Jugendheim Laufen«? Str. 2. Vortrag: Deutsch» Zieichzverfassung. Referent Sein» Manv.-«Spenick: Jugendheim«rünaucr Straße 5! Zimmer 2). Handballtralning. Treffpunkt um 20 Uhr am Bahnhof «öpenick- Südwest: Jugendheim des Ottsbureau,� Belle.AUiance.ste. 7— 10. Südwest: Jugendheim____________ Heimabend.— Spiel und Spott: Bolkspari NGkolln ab 18 Uhr. Bremer Str. ab 18 Uhr. Treptower Park, Wieset, ab 20 Uhr. Spielpia» »dergtdt man nur dem Daidwe,« de, Deutfchen Mustkeroerbande». Berlin, stom» mandantenftr 62, St Dönhoff 2277-7» SeschSftszeit t— 5 Sonntag, 10— 1 Uh«. Auf Wunsch: Vertreterbesuch GemSf» Möhren KoklrQben. Weisskohi Rotkohl nehmen........... Neue Kartoffeln. „.MmtJlt «.10 k K .10 Kn« 32 Pt 0 Kmü 20 Kl Ob» EstapM.. Essbirnen QoMwcIn Pfirsiche„ ...Km« ItK n..rtn4 IS K. kdi<3S rt .rtau 26, SS rt Kur-Veintraoben...... jtmtMn Preisseibeeren S Rad 4>9Pt Pflaumen...«k� 48» Bananen....�k»« 95k Tomaten ;«w. M: FK Käse und Fette camembert t»»«••••••«MW 4 TttsKer anOM Edamer HoBlndcr< .Km« 98k >,..»>»„»w4 7Sk LAi�ioxmlilS Stetabncher~m**..„.rta4 95pt Harfarine Kokosfett Wurstwaren Solz« SQlzwunt.. Dampfwunl Housm.-Leberwunf Speckwunl Berliner Mcttwurd FeHer Speck. Fleisch wunl..«� agdwurst eliwurstB.- Fell» Ubtrwurd Zervelatwurst Salami.......... Schinkenwurst Teewurst....... Kalbslcberwurst Maussdiinkcn... Kolonialwaren Italienischer Reit.„«.... km« 26k Palna-Rels...... Karolinen Reis Wclzengrless Haferflodien. Eierbandnudeln�. Eiermakkeroni� Bohnen»»■•.....M. Erbsen»ou»rte...M..< Vlktorla-Erbsen.... Malzkoffee.......i-KuMad 38k Q erste od. Roggen 22k Ka(leeMÄ'V?aÄl,90». 30k Kn« 38k Raa« 25k Kn« 24k ___ Pt«n4 40pt �..Knä 48k M..Kn« 28pt ...Kn« 32k IM.Rn<30pL Konserven � Erbsen................ 70k _ Erbsen■ommi 78k ige Erbsen» Xn 93k Junge Erbsen«w m> 1,45 (olscrsthoien 1.65 Qemlschtes QemOsente�. 1.50 Spinat aek 55k Äpfelmus M....«.......rf!?u.. 75k Stachelbeeren 95k Preisselbecrcn 1.20 . 1.40 Sßsik Irschen Sauerkirschen an tum K Orbis Aprikosen Ananas» i >•••#*•»•••*•••••< «M««»e MO � 78rt Zweifrucht* rnarrneladenim-i ,48« Konfitüren Sdiokolade.____ i m,&8k Katzenzungen?�25K�T50K Paradie$praltnen..M..KMtn 90k Kokosmakronen...�. JtaA 95k Blocksdiokolade W__ »NM Koehm ud B<*«a..M....Ku< 83k Milchkaramellen..... HiKna« 45k Sahnetoffees 95k Slreuuelkugeln....... iiKn« 48k Bonbonmisdiung...... rtu« 45k Eisbonbons.............Kn«65K VollmildvKrokeiten.... Bau» 25k Creme-Schokolade 4*» wo f 85k GeHägel und Wild Gänse...............Kn« Tn95K*D 1 Enten........Kn« m 1»20u| Suppenhühner.. Kn« m 90k« 1 RehbWtter....... Kn«»»» 1 ,20»» f RegOUt............................................ Pfn«»n35K.n Vita-Fruchf-Suppen »n» nimm Xtjlkotm, nnlekm, Wimn, «•ptda«. W»Utnab«vlitKls.«ebr»mctu- ÄSSrÄäZSKlK) 2.00 Diabetiker-Brot nok Dr. 8»aitn»r her«»» teilt Roggenbrot.............»tuad 45pk. Weizenbrot............. ettek 50k Sehr biMge Meine vom VN»«!» I Ulm 85h im StiduDeerveli tum 85 k 4t ao lobaultbeervels 85k j BbelipL Veluveti «eze .Itar 1 1 Ut< %*. IHttrtMUr$ätr»t»tt»e«d»e>. 83 tVfireiriinrltawfff»«...,>_■ tmarlMMMlmr ll*»l.... /li SL■ iKESKSSKS::) 9" ftlMriltortawa-rMtaat» «nUttt. �risaEÄri 23 MschrtNeffch ........Kn« 76k ........ Ptn« 96P1 Keftskoflun«m» Kalbmlerennntteti»ti» a»»n» Kn« 105 Kalbakevleii Mi l Kn«»«*»■», t—m Um tmut................... KndVIO n»MW»..... KMdU« kee ea.-eiafl.Kn4tM RCckcnfett btsttati«» BakvaeK PK 1,04 EU b«iii»i,««pak»u...Pfnd 78pl Schwelnerlppcn gnpdkelt....... Ptnd 114 Sdunerfleucb um tmum.....Ptnd iso SchabetlelKb...................Ptn« 130 HaPceneter r»m0nt.„......... ptndiso Senpeafleiscb......... Ptn« n»76K»» HammatvorderfleUch Ptn« mllSu Oulauh leaijokt................ ptn« 110 Keuier Kemm bD« gmi—...Kn« 144 KelbsKhiiltzel.............. Und Z.M Kelbsrouled« twiK».XmA, pm.1M MnOefteber................ Knd Mk UndeniiasM»n s«kin«, Pfnd mk SefrkrM» Schmorn«Uch»ka« Inetm.... Qulascb....................... SuppenHeltcfe......... 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HERNAHM TIETZ Liipzlger Str. ♦ Uixandcrplab$ ftaokfortcr IHM» WIliBwsdorfcf Str.$ fisilB-UIiaace-Str.$ Kettboser Du»$ BnuuMStr. t lodriasstr. Nr. 406-» 46. Jahrgang Freitag, 30. August �929 .'ii>tt>.'»tW �nrexpzngr undt ITannn hat Merlin keine ftofenausslellung? Daß der Berliner ein Blumenfreund ist, beweisen die an fast jedem Hause sich vorfindenden Balkon�ärten, beweisen die liebe- voll gepflegten Laubenbeete und beweist auch die groß« Jachl der Blumengeschäft« und Blumenverkaufsstände aus Ströhen und Plähen. Und an Blumenpracht der öffentlichen Anlagen steht Berlin zweifellos an der Spitze der deutschen Städte. Wenig Wert wird aber auf Blumenausstellungen gelegt und gerade sie wären gleichfalls außerordentlich geeignet, den Ruf Berlins als Weltstadt in alle Welt zu tragen. Wie schön wäre im Sommer ein« Rosenausstellung, die nicht nur Prachtexemplare, son- dern auch Neuheiten zeigen könnte. Jede Jahreszeit hat ihr« Blumen, die den übrigen den Rang ablaufen: Alpenveilchen, Tulpen, Dahlien, Chrysanthemen: die verschiedenen Variationen in Farbe und Form sind zahlreich genug, um jeweilig eine in sich geschlossen« und doch abwechslungsreiche Ausstellung zu sichern. Äsörperschasten, die vor der Arbeit der Vorbereitung solcher Ausstellungen nicht zurückschrecken, hat Berlin genügend aufzuweisen. Wäre es nicht möglich, daß die Berliner noch im H e r b st dieses Jahres außer der traditionellen Rachausausstellung einige andere wertvolle Blumen- ausstellungen begrüßen könnten? Achtel auf die Mrolbehäller der Schulkinder. Oft kommen jetzt die Schuttinder heim, ohne ihr Frühstück gegessen zu hoben. Die Mutter sollte dann nicht sosort schelten, son- dern nach der Ursache sorschen. Sie wird bemerken, daß der Aluminiumbrotbüchs« oft ein säuerlicher Geruch entströmt, auch das Einschlagpapier riecht vielfach dumpseg. Jeder Brotrest, der am Papier oder am Innern des Behälters haften bleibt, entwickelt während der warmen Jahreszeit eine Säure, die sich in unappetitlichster Weis« dem Inhalt mitteilt und so den Sindern das Essen der Schnitten verübelt. Wenn es dann aus Hunger doch gegessen wird, treten oft Verdauungsstörun- gen ein. vi« Blech- und Aluminiumdosen müssen daher p« i n- l ichst sauber gehatten werden. Da» Papier muß öfters «rneuert werden, hier ist Sparsamkeit am falschen Platze. Allwöchentlich einmal müssen die Behälter mit Sodawasser aus- gewaschen und gut ausgetrocknet werden. Die Frühstückskörbchen müssen geöffnet, täglich an der Luft hängen. Die Kinder selbst gewöhne man daran, nach der Heimkehr aus der Schule ihre Brot- behäller in der Küche abzugeben, damit sie dort entleert und gesäubert werden. Die Mutter vermeide auch während der heißen Tage, den Kindern leicht säuernde Sachen mitzugeben. Wurst und Butter zwischen den Brotscheiben säuern jetzt sehr leicht; lieber nur ein Butterbrot ohne Belag, dafür etwas Obst. Hoffentlich erleben wir bald annehmbar« Preise auf dem Obst- markt, so daß wir unseren Kindern statt Wurstbelag Obst mit- geben können. Sine Forderung der Stygiene. Im südlichen Teil Berlins, insbesondere in der llmgegeni» des Flughafens sind Bedürsnisanstalten eine große Sellenheit, obgleich gerade dort«ine dringende Notwendigkeit vorliegt. Be- sonders an den Sonntagen mit flugfportlichen Veranstal- t u n g e n macht sich das Fehlen der kleinen„Häuschen" oft sehr unangenehm bemerkbar. Di« einzige Toilette, die den vielen Taufen- den von Zaungästen des Flughafens zur Verfügung steht, ist ein im südlichen Teil des Volksparks Hasenheide gelegene, die aber nicht einmal eine Kanalisation aufzuweisen hat. Bei dem zeitweise starken Andrang herrschen dort oft unerträglich« Zu- stände. Es wäre schr gut, wenn sich der Magistrat bzw. das Bezirksamt mit diesem Oertchen beschäftigten und für baldig« Aende- rungen sorgen würden. Dabei dürften sie daran denken, daß die zahl- losen Zaungäste des Flughafens die Aufstellung einiger neuer Häuschen durchaus rechtfertigen. mehr Walurfchuls. Zu Ihrem Artikel im„Abend" vom 9. Juli:„Naturschutz nötiger denn je" möchte ich noch das Parzellierunwesen brand- marken. Es ist heute bald so weit, daß alle schönen Gebiete in der Umgebung Berlins umzäunt sind. In allen Vor- orten tanzen die Grundstücksmakler um Käufer herum und preisen Parzellen in schönster Gegend an. Es wird höchste Zeit, daß man diese Naturverschandelungen nicht nur nicht genehmigt, sondern ver- bietet. Abgesehen von der Beeinträchtigung der schönen Landschaft. muß das den Ausflügler, der sozial eingestellt ist, auch noch erbittern, weil durch diese Parzellierungen der breiten Masse die schönsten Naturgebiete entrissen werden. Es ist unbedingte Pflicht des Staates, gegen diesen Unfug einzuschreiten. Die Deutsche Zunkausstettung. Heute Eröffnung am Kaiserdamm. In den Tagen vom 30. August bis zum 8. September beher- bergen die Ausstellungshallen am Kaiserdomm wieder die Große Deutsche Funkaus st«llung. Es ist die sechste ihrer Art, und, entsprechend der Verbreitung des Rundfunks und der gewachsenen Industrie, ist sie gegenüber der ersten Ausstellung vor sechs Jahren ungleich größer und umfangreicher. Bei der gestrigen Pressebestchtigung präsentierte sich die Ausstellung nicht nur in der traditionellen Funkhclle, sondern auch in den neugebauten Hallen, so daß jetzt zweieinhalbmal soviel Ausstellungsfläch« vorhanden ist wie früher. Die Funkgcräteindustrie ist natürlich wieder restlos mit ihren Erzeugnissen vertreten. Auffällig ist die starke Abkehr von Akku- m u l a t o r und Anodenbatterie und die technische Ausge- staltung des Netzanschlußgerätes. Der Rundfunkempsänger soll seinen Apparat so einfach in Betrieb setzen können, wie er etwa eine elektrisch« Lampe einschaltet: das ist das Prinzip der Herstellerfirmen. Die Vielröhrenapparate sind ver- schwunden, die neue Schirmgitterröhre gestattet, mit viel weniger Röhren auszukommen. Großes Interesse wird bei allen Besuchern ein« Bildfunksendeanlag« der Reichspost, die in Betrieb ist, finden. Di« neue Halle V gibt die früher vermißte Gelegenheit, Sendedarbietungen der Funkstunde vor etwa 2999 ZuHörem zu bringen. Die Eröffnung der Ausstellung findet heut«, Freitag vormittag, in Gegenwart des Reichspostministers Schätze! und des Ober- bürgermeisters B L ß statt.___ Kinderfest des Jugendamtes Neukölln. Das Bezirksjugendamt hatte wie vor zwei Jahren olle Waisenpfleglinge aus Storkow und Umgegend mit ihren Pflegecllern und den betreffenden Waisenpflegern sowie Mit- glieder des Verwaltungsausschusses des Jugendamts nach Storkow ins Schlltzenhaus zu einem K i n d e r f e st eingeladen. Der Ge- danke, der seinerzeit beim ersten Kindersest die Grundlage bildete: Persönliche Beziehungen und Verbundenheit zwischen allen Kindern, den Pflegeeltern, den Lehrmeistern, den Waisenpflegern, dem Jugendamt und allen sonst beteiligten Stellen herzustellen und zu vertiefen, hat überall Verständnis und Unterstützung ge- sunden. Fast alle Pfleglinge und Schulentlassenen waren er- schienen, und die z a h l r e i ch e Beteiligung der Pflegeeltern war besonders erfreulich und bedeutungsvoll. Auch Kinder aus dem Neuköllner Kinderpslegeheim hatten sich eingefunden, um das Fest mitzuerleben und ein Wiedersehen mit denen zu feiern, die in Familienpslege gekommen waren. Der Dezernent des Bezirks-Wohlfahrts- und Jugendamtes Neukölln. Stadtrat Schneider, begrüßte die Erschienenen und dankte allen, die die Arbeit und Fürsorge des Jugendamtes so tat- kräftig unterstützen. Musik, Wettkämpfe und Spiele ließen die Stunden nur zu schnell vorübereilen. Bei der Verlosung gab es nur Gewinne, und jeder Pflegling.konnte ein schönes A n- denken mit nach Hause nehmen. Verkehrsunglück in Köpenick. Eine Person getötet, zwei weitere schwer verletzt. Gestern oachmillag ereignete sich in Köpenick an der Ecke Friedrichshagener und Lahnhosstrahe ein schweres Verkehrs- Unglück. Kurz nach 16 Uhr wollten mehrere Passanten, daruMer zwei' Frauen und ein Kind, an der Straßenkreuzung deiz Fahrdamm überschreiten. In diesem Augenblick bog ein in schneller Fahrt da- herkommendes Privatauto in die Bahnhofstraßc ein und raste in die Menschengruppe. Die beiden Frauen und das Kind wurden überfahren und schwer oerletzt. Die Verunglückten, eine 71jährige Frau Helma Moses aus der Levetzowstrahe 17, eine 35jährige Frau Erna Hab tan aus der Wejerstraße 15 und ihr neunjähriger Sohn Günther, wurden durch Rettungswagen der Feuerwehr ins Köpenicker Kreiskrankenhaus gebracht. Di« greise Frau Moses ist dort bald nach der Cinlieferung an den Folgen innerer Verletzungen gestorben: das Befinden der Frau Habian ist ernst. * Vor dem Hause Wichertstraße 7 wurde gestern der 15jährige Schüler Heinz Groella aus der Schivelbeiner Straße i4 beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Lastauto zu Boden geworfen und überfahren. Der Junge wurde zur naheliegenden Rettungsstelle 6 gebracht, wo der Arzt jedoch nur noch den T o d feststellen konnte. Neue Kunstwerke in den Bezirken. Di« Deputation für K u n st und B i l d u n g s w c s e n hat im Einvernehmen mit den zuständigen Bezirksämtern die Aufstellung der folgenden für die Stadt Berlin erworbenen Kunstwerke zur Ausschmückung städtischer Plätze und Parkanlagen beschlossen: Im Bezirk Reinickendorf soll auf einem Vorsprung im Wasserbecken des Staudengartens der Schäserseeanlag« die vom Prof. Ernst Seger erworbene Bronzeplastik„Badende" auf- gestellt werden. Die„W asserkrugträgerin" von Bildhauer Ernst F r e e s e, ebnfalls eine Bronzeplastik, wird im Sportpark Neukölln ihren ständigen Platz erhalten. Die„Jagende Nymphe" von Prof. Walter Schott, die eine Zeitlang auf dem Pariser Platz aufgestellt war, wird nunmehr ihren Platz auf einer freien Rasenfläche im Humboldth»in in der Nähe der Gustav- Meyer-Allee finden. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine Vor- läge zugeleitet, in der die Versammlung gebeten wird, dem Beschluß der Kunstdeputation beizutreten. Großes Baumsterben in Zohannisihal. Siedler klagen gegen die Eharlottenburger Wasserwerke. Uns wird geschrieben: In Johannisthal befindet sich direkt an der K ö n i g s h e i d e eine Zweigstation der Charlottenburger Industrie- und Wasserwerke A.-G. Diese haben nun neben den seit Iahren in der Nähe der Späthschen Baumschulen befindlichen Tiefbrunnen im Jahre 1926 auf dem Breiten Fenn an der Kaiserstraße neue Ties- brunnen von 28 bis 39 Meter Tiefe angelegt, deren Vrunnenfilter bereits 16 bis 16 Meter unter der Erdoberfläche beginnen. Bevor die Wasserwerke angelegt wurden, war das Breite Fenn, welches sich bis nach Rudow hinzog und vom Kannegraben durchflössen wurde, ein breiter Su m p f st r e i s e n. Durch die Wasserwerke und durch den Bau des Teltowkanals wurde der Wasserspiegel um 1,89 Meter abgesenkt und das Breite Fenn tr o ck e n gelegt. Nach Fertig- stellung der neuen Tiefbrunnen an der Kaiserstraße senkte sich der Grundwasserspiegel auf dem Gelände der Ost b a h n s i e d l u n g zwischen der Kaiserstraße und Görlitzer Bahn um weitere 4 bis 5 Meter. Zunächst wirkte sich die Absenkung auf die in der Siedlung befindlichen Pumpen aus, deren Saugrohre dementsprechend ver- längert werden mußten. Bald aber verloren die auf dem Gelände befindlichen Laub- und Obstbäume ihr Laub und starben ab, trotz- dem man durch reichliches Wossergeben ein Absterben zu verhindern suchte. Die Ostbahnersiedlung strengte gegen die Wasser- werke einen S ch a d e n e r s a tz p r o z e ß an, der in der ersten In- stanz gewonnen wurde. Seit einem halben Jahre macht sich nun auch das Absterben der Bäume aus dem Gelände der S t e r n d a-m m- und Holzhaus- siedlung zwischen dem Sterndamm und dem Breiten Fenn be- merkbar. In der kürzlich abgehaltenen Generaloersammlung der Siedlungsgemeinschaft(Wirtschaftsgenossenschaft) der Sterndamm- siedlung. Johannisthal, E. G. m. b. H., bei der die Vertreter des Bezirksamts Treptow, der Parteien der umliegenden Siedlungs- gesellschaften und als fachmännischer Begutachter der Gartenbau- direktor P o e n i ck e- Karlshorst zugegen waren, wurde beschlossen, gleichfalls gegen die Wasserwerke auf dem Klagewege vorzu- gehen. Der großen Allgemeinheit könnte nun die Sache ziemlich gleich- gültig bleiben, wenn nicht durch die Tiefbrunnen der letzte kleine Rest eines sonst so herrlichen Waldes, der K ö n i g s h e i d e, be- droht wäre. Auch hier machen sich Spuren derNernichtung bemerkbar und noch ein Sommer, dann werden auch hier die Bäume dahinsterben. Roch kann der Wald gerettet werden, wenn man schnellstens eingreift. Sonst wird auch der letzte Wald im südöst- liehen Berlin verloren sein. Die Typhuserkrankungen in Lichienberg Oer Krankheitsherd nicht ermittelt Die Typhuserkrankungen in der Frankfurter Allee haben glücklicherweise keine weitere Ausbreitung erfahren. Leider ist es trotz zahlreicher Untersuchungen bisher nicht gelungen, den Krankheitserreger zu entdecken. Von dem Inhaber der Molkerei Frankfurter Allee 329 wird uns hierzu noch folgendes geschrieben: „Die Typhussälle in der Frankfurter Alle« haben auf mein«: Molkerei den schwerwiegenden Verdacht gelenkt, daß hier der Krankheitsherd zu suchen sei. Da,gl möchte ich erklären, daß diese Verdächtigungen grundlos und bisher durch nichts bewiesen sind. Das Melkpersonal und meine Familie sind genau untersucht morden. Außer der regelmäßigen vorgeschriebenen Prüfungen der Milch sind erneut Proben entnomnien worden, doch steht das Ergebnis der Untersuchung noch aus. Es kann meines Trachtens aber nur negativ ausiallen, denn ich Hab« «inen täglichen Umsatz von 159 Litern Milch, so daß täglich, wie mit Bestimmtheit anzunehmen ist, mindestens ebensoviel« Menschen davon genießen. Die Krankheitsfälle müßten demnach einen viel größeren Umfang haben. Außerdem befindet sich unter den Erkrankten ein Kind, das, wie mir von der Muttsr versichert wurde, überhaupt keine Milch trinkt, und aus diesem Grunde gelangt auch selten Milch in diesen Haushal:." Wir wir weiter erfahren, beklagen sich die Bewohner über d?« schlechte Beschaffenheit des Trinkwassers. Durch den U-Bahn- bau sollen angeblich wiederholt Abstellungen des Wasserleitungs- netzes vorgenommen werden. Jedesmal nach dem Wiedereinsetzen der Wasserzufuhren läuft aus den Hähnen zuerst stark bräunlich gefärbtes Wasser, das erst nach und nach wieder klar wird. Die Bewohner haben darum den Verdacht, daß der Krank- heitserreger vielleicht im Trinkwasser enthalten war. » Von der Berliner Milthlleferungsgesellschaft m. b. H. wird uns mitgeteilt, daß sie etwa 4999 Milchhandelsgeschäst« versorgt. Dauernd« Anfragen der Kundschaft, aus denen die Beunruhigung der Bevölkerung über die Typhusfälle spricht, veranlaßt die Gesell- schaft, darauf hinzuweisen, daß sämtliche durch die Meierei-Zentrale in den Verkehr gebrachte Milch der Kontrolle des Haupt- gesundheitsamtes der Stadt Berlin untersteht und nur in pasteurisiertem Zustande in den Handel gebracht wird. Freiballon-Aufstieg in Tempelhof. Am Sonntag, dem 1. September, findet in Tempelkos um 15.39 Uhr Füllung und Ausstieg der Freiballone des Berliner Vereins für Luftschisfahrt,„Leipziger Messe",„Graf Zeppelin" und„Stradola" statt. Die Ballone werden durch 40 Automobile verfolgt. Die Ballone müssen innerhalb drei Stunden gelandet sein und dürfen in dieser Zeit nur eine Strecke von 75 Kilometer zurückgelegt haben. Um 17 Uhr sindei der Ausstieg einer Mongolfiere(Halbballon) mit anschließendem Fall- schirmabsprung statt. In den Pausen werden Passagier- rundflüge über Berlin zum ermäßigten Preise von je 6 M. ausgeführt. Um 29.39 Uhr wird ein großes Höhenfeuerwerk abgebrannt. Verbessert die Bauvorschristen! Lehren des Brandes am Kurfürstendamm. Tie vraadtatostroph« am turfflefKii- öamm, die für dl« Berliner Feuerwehr mit schwersten Opfer« a« Lebe« und Gefundheil ihrer ilagehörigen«er- bundea war. ho» bei dem gestrigen Lokaltermin den Beweis erbracht, daß auf dem Gebiet der Baukonzeffioaen für die Zukunft unbedingt«ine Wandlung eintreten mub. wenn derartige Satastrophe» sich nicht HSnsiger wiederhole« sollen. Branddirektor Podziech, der zu der Untersuchungs. kommifston gehörte, steht auf dem Standpunkt, daß die Dach« konftruktion unbedingt als fehlerhaft zu betrachten ist, wenn auch dem Architekten«in direkter Vorwurf nicht gemacht werden kann. Der Ausbau des Daches für die Wohnung des chofburgfchauspielers(Berasch ist von den Baubehörden zwar ge- n e h m i g t worden, aber man hat, wie das in Troh-Berlin leider feit Jahrzehnten der Fall ist, die Feuerwehr nicht um Rat gefragt, ob von ihrem Standpunkt au» etwa ernste Einwendungen zu machen feien. Bei den zahllosen Brandkatastrophen, die Berlin in den lehten Jahren zu oerzeichnen hatte, mußte immer und immer wieder festgestellt werden, daß bei der Genehmigung von Bau- konzesstonen lediglich die Aufsichtsbehörden, niemal» aber dt« Feuerwehr gehört wird, die doch selbstverständlich auf ihrem ureigenen Gebiet über ganz ander« Ersahrungen verfügt, als etwa«in« rein« Verwaltungsbehörde. Di« Feuerwehr Hütte z« der vachkonstruktio« im Haufe Sur. fürstendamm 178, wie Branddirektor Podziech erklärt, niemal» ihre Zustimmung gegeben, denn vom feuerwehrtechnifchen Standpunkt mußte die Verwendung von 10 Meter langen, frei aufliegende« Holzbalken, die von vornherein überlastet waren. «in« groß« Gefahr für die darunterliegend« Wohnung und im Braadsall— wie es ja auch geschehen ist— für die Feuerwehr- leute bedeuten. Wäre die Konstruktion aus Eisenbeton hergestellt worden, so hätte stch da» ganze Unglück vermeiden lassen. Di« Feuer- wehr steht überhaupt auf dem Standpunkt, daß bei allen Neu- bauten, aber auch bei allen Hausumbauten da» Boden- g e s ch o ß von der darunierliegenden Wohnung durch ein« Eisen- betondeck« getrennt werden sollt« Diese Bauausführung ist zwar etwas teurer, aber st« bietet, nach Ansicht der Fachleute, u n- geheure Vorteil«. Einmal ist bei der Verwendung von Eisenbeton eine E i n st u r z m ö g l i ch t e i t fast ganz ausgeschlossen, selbst wenn noch so groß« Wastermassen, deren Gewicht von den Architekten fast immer unterschätzt wird, in den Brandherd geschleudert werden. Eine Brandstelle über einer Beton- decke sei stets schneller und leichter zu isolieren, sie biete den Feuerwehrleuten«in« sicher« Bast» für ihr« lebensgefährlich« und harte Arbeit, und schließlich schütz« sie oll« darunter gelegenen Wohnungen in bester Weis« gegen das Durchlaufen des Wasser», das mitunter Einrichtungen fast«benso gründlich verwüste, als es da» Feuer tu«. Leider haben die Aufsichtsbehörden stch bisher noch immer nicht entschließen können, grundlegend bei der Prüfung von Bauplänen die Feuerwehr heranzuziehen. Nachdem seht jedoch die Berliner Wehr so schwer« Opfer bei einem nicht einmal allzu großen Brand hat bringen müsfeu. erscheint es dringend geboten, daß«um schnellsten» mit dem bisherige« System Schluß mache, und daß die Feuerwehr in Zukunft ihre Zustimmung z« Neubauten und Umbaute« zu gebe« habe. Nur dann werden stch auch die Opfer verringern lassen, die leider die Berliner Feuerwehr in den letzten Jahren Im Dienst« der Allgemeinheit zu oerzeichnen hatte. Das Feuerwehrfest abgesagt. Da» für den kommenden Sonntag im Lunapart geplant» Fest zugunsten de» Wohlfahrtsfonds der Berliner Feuerwehr ist in Anbetracht de» schweren Unglücks auf einen späteren Termin verschoben worden. Schon gelöste Karten behalten ihr« Gültigkeit. Hastbefehle... Aus der Praxis des Schnellgerichts. Zwei kurz« Verhandlungen. Di« erst«. Auf der Anklagebank ein« Dreiundzwonzigjährige mit ganz unentwickelten, kindlichen Ge- sichtszügen. Sie hat im Warenhaus einer Dame das Portemonnaie au» der Handtasche zu nehmen versucht. Jetzt steht sie da, gibt ein- silbig« Antworten, schaut vor sich, als oerstünde sie nicht, was vor sich geht und erzählt, daß sie hin und wieder Herrenbekanntschasten gemacht hat. Der Richter stellt aus den Akten fest, daß die Ange- klagt« bereits entmündigt ist. Der Vormund ist anwesend. Der Richter beschließt die Sache zu vertagen, damit die Angeklagte aus ihren Geisteszustand untersucht werden könne. Cr erläßt einen Haftbefehl und ist im Begriff, die nächste Sache auszurufen. In diesem Augenblick erhebt sich der Vormund und bittet, das junge Mädchen zu den Pflegeettern zu entlassen. Ihr Mündel, sagt sie— der Vormund ist eine Frau—, habe vier Jahre in der Irrenanstalt Buch zugebracht und sei vo« dort auogerissen. Die Angeklagte erklärt sich bereit, bei ihren Pflegeeltern zu wohnen. Der Richter hebt seinen eben erst erlassenen Haftbefehl auf. Der Zuhörer wundert sich aber: Hätte dieser alte erfahrene Richter, der ja im allgemeinen so menschlich verhandelt, in diesem Falle nicht besser getan, vor Ver- tagung der Sache und v o r Erlaß de» Haftbefehls den Vormund zu befragen?... Eine andere Verhandlung.... Der andere nicht weniger erfahrene Amtsgerichtsrat. Bor ihm steht ein unvorbestrafter arbeits- loser junger Bursche. Die Tat. deren er angeklagt ist, Ist bestimmt sehr verwerflich. In der Nacht auf dem Sonntag der Derfassungs- feier hielt vor einem Lokal In der Alexandrinenstraß« ein mit Blumen und zwei schwarzrotgoldenen Fahnen geschmücktes Auto. Als der junge Besitzer des Wagens einige Zeit später nach dem Rechten sehen wollte, fehlten Blumen und Fahnen. Den Strauß fand er im Flur auf dem Boden liegen, die Fahnen lugten aus den Hosentaschen zweier junger Leute, die herumstanden Der Autobesttzer stellte die Burschen zur Rede, nahm ihnen die Fahnen ab. holte die Polizei «nd lieh«inen derselben verhaften— der ander« war ver- Bei Rheuma, Gicht, Ischias... und Kopsjchmerzen, Erkältungskrankheiten und Grippe haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Ueber SlWO notariell beglaubigt» ärztliche Gutachten! Davon mehrere hundert Berichte, in denen neben prompter Wirkung besonders die Unschädlichkeit de» Togal hervorgehoben wird. Togal scheidet die Harnsäure aus! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt In all. Apoth. Mk. 1.40. v,«» CK in. 12,6 Lith. 74,3 Acld. acct tal. ad. 100 Amyl. schwunden. Der Staatsanwalt beantragt« wegen Diebstahl 5 Tage Gefängnis. Der junge Bursche erklärte, daß wohl der andere die Fahne herausgerissen haben müßte und er sie auf dem Boden ge- funden Hab«. Wie käme er überhaupt dazu,«ine Fahne zu stehlen: wegen einer derartigen Lappalie solle er in» Gesängnis? Er fei unbestraft, jetzt werde seine Ehr« befleckt. Al» der Richter dem An- trage gemäß da» Urteil spricht, wehrt er stch energisch. Er fragt: „Was soll ich nun machen/ steht ganz ratlos da, bittet um eine Geld- strafe, um Bewährungsfrist und behält sich die Erklärung vor. Der Richter erläßt Hastbefehl. Der junge Mensch hätte also bis zur neuen Verhandlung, obgleich er nur zu S Tagen verurteilt wurde, einige Wochen zu sitzen gehabt. Er will aber sosort seine Freiheit wieder haben: er weiß, der Haftbefehl wird im selben Augenblick ausgehoben und die Bewährungsfrist ausgesprochen, wenn er sich mit dem Urteil zufrieden gibt. Er läßt stch also nochmal» vor- führen und nimmt die Straf« an. Er erhält Bewährungs- frist und ryird aus der Haft entlassen. Der Haftbefehl war in diesem Fall« nicht mehr und nicht weniger al» ein P r e s s i.o n s mit t.e l. Die Stattsktk de» Schnellrichters wird ihn aber in der Rubrik: auf Berufung verzichtet— buchen. Der junge Mensch wußte, weshalb er nicht wegen Diebstahl verurteilt werden wollte. Hatte er die Fahne abgerissen?— An und für sich eine üble Tat, aber nicht in der Absicht der rechtswidrigen Aneignung. Dann war's aber nicht Diebstahl, sondern grober Unfug. Wegen dieser Uebertretung verurteilt zu werden, ist doch etwas anderes als wegen eine» Diebstahls. Entwendet der junge Mensch nächstens irgendein« Kleinigkeit aus Not, so ist es bereits der zweite Dieb- stahl: und entwendet er ein zweites Mal au» Not, selbst da» Ge- ringst« unter Zerstörung einer Glasscheibe, so ist«» schwerer Diebstahl im Rückfall. Di« Mindeststrafe, die darauf steht. beträgt ein Jahr Gefängnis. Der junge Mensch wußte, weshalb er sich seiner Haut wehrte! Der Haftbefehl hatte ihn aber kirre gemacht. Ja. die Haftbefehl« de» Schnellrichter» sind«in Kapitel für sich. Mitunter ein recht trauriges... Die Zustizpressestelle Berlin schreibt uns:„In Nr. 3S3 des„Vor- tvörts* vom 23. August 1929 ist ein Bericht über die Hauptverhand- lung gegen K u r z a w a vor dem Schöffengericht Lichtenberg er- schienen. Dem Angeklagten Kurzawa ist nicht zur Last gelegt,«in Testament gefälscht, sondern von einem gefälschten Testament in Kenntnis der Fälschung Gebrauch gemacht zu haben. Da» Gericht ist zur Verurteilung gekommen nicht aus Grund eines Gutachten« eines Schriftsachoerständigen. sondern aus Grund anderer Indizien/ Zwei alt« Leser de».tVmörts*, die Sbeleut« Richard und FranziSta Jung. Berlin-ReuIZlln. Schöneweider Dir. 17, seiern am Sonntag, dem 1. September, da» Fest der Silbernen Hochzeit. Herzliche Glalkwünlche! Lmmenhof-Spende. Der„ZmmenHos", da» verusserziehungsheim der Arbeitenvohl- fahrt, ist vo« einem Vrandunglück betrofjen worden! E» ist et« Glück im Unglück, daß Menschenleben nicht z« be- Nage« sind! Abert— Di« Versicherungssumme reicht nicht au», um aa die Stelle de» MAadervollen Gebäudes» dessen kulturwert kaum erseht werden kann, einen schlichten, modernen Zweckbau zu er- richten.— Soll nun deshalb die aufbauende geistige Arbeit eines Jahrzehnts, soll der dahinter stehende Idealismus, die zur Tai ge- wordene Liebe der Arbeiterwohlsahr» an den Kindern der Arbeiter- Nasse vergeblich gewesen sein? Nein! Die Aufgabe de».Immen- Hofs", die Erziehung junger Menschen zu körperlicher, geistiger und seelischer Gesundheit und zur Verussreise darf nicht unterbrochen werden. Darum wird der Betrieb mit allen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln weitergeführt. Es muß sofort wieder aus- gebaut werden. Die Arbeil der Sozialdemokratie gilt in erster Linie den Aermsten und Bedrängten. Die aus dem.Jmmenhos" betreuten Kinder kommen alle au» dem Proletariat. wir appellieren an da» so oft bewährte SolldarltStsgesühl der Arbeiterschaft, helft un»l Jeder Betrag, auch der kleinste, ist uns willkommen. Spenden sind einzuzahlen für: Hauptausschuß für Arbeilerwohl- fahrt e.V. Berlin Sw. öl, Velle-Alliance-Plah& Sontonummer 5982, Postscheckamt Berlin.„Jmmenhof. Spende". hauplousschuß für A r b e i t e r w o h l s a h r t. Marie Juchacz. Eröffnung der Autobuslinie SS. Am Montag, 2. September, wird die AutobusNme 23, Lichterfelde-Ost sKaiserplatz)— G r u n e wa ld(Roseneck), eröffnet. Die Lim« führt von Lichterfelde-Ost(Kaiserplatz) durch die Heinersdorfer Straß«, Hindenburgdamm, Wilhelm-, Moltke-, Enzian-, Limonen-, Altenstetnstraß«, Podbielski- und Rheinbabenallee nach Grunewald(Roseneck)._ Wetterbericht der öffentlichen welterbienststelle verlln ond Umgegend (Nachdr.»erb.) Teil» heiter, teil» wolkig, trocken bei wenig veränderten Temperaturen.— Für Veutschland: Im ganzen Reicht Fortbestand de» beständigen Wetter», vereinzelt Neigung zu örtlichem Gewitterregen. Sewtnnauszog „ 8. Klasse 33, preußisch-Süddeutlch« Klassen-Lotterie. Dn der Vonnittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen S».Biim. im 60000 SB. 282003 4».Bilm, m 5000 M. 75038 144908 8®«bi»*« ia 3000 M. 2938 1 7099 27266 342746 12««vi»», ea 2000 OL 126499 137334 209711 330330 341830 396341 64»«tan. n 1000 9B. 3334 3846 13141 20300 31631 43637 193442 128079 184681 194334 909860 909919 206969 231860 237612 930627 243638 285376 394896 300724 312447 327968 347134 360327 378938 387595 396598 62»«via« m 500 OL 4391 10264 18943 23522 49043 43910 64147 88935 61938 62208 68099 73688 75463 8666« 91071 98614 101842 109699 113466-144986 145880 146646 165634 170327 172604 186604 202949 223773 224622 237361 249212 263067 256513 288677 308805 333508 346774 347201 367406 364171 369481 376581 380041 389620 399475 399982 212»Mvtaa*»» ,300«. 1478 4904 8811 8914 7893 9934 11782 18929 16024 23840 26568 31960 40900 44974 47676 60022 61189 62092 62972 63128 64658 69498 71900 74021 76768 76639 80413 87823 88069 90648 91764 93692 103117 103666 104666 108544 114291 114581 118881 116994 121246 122484 126706 130028 130603138735 160738 181434 156622 156461 166799 167286 168393 169017 181241 171607 171742 179628 181833 191932 194514 194772 206770 206404 207489 209799 216826 220963 228908 230544 235658 236824 239938 240277 254327 256115 2556.35 261408 262211 271024 271078 275905 276740 281297 283462 283467 304643 306910 311059 813008 317626 318786 319780 320612 340561 343101 348376 361739 366716 363676 36416? 366528 376370 386138 393420 394260 Vn der Nachmlttogsziehung wurden Gewinn« über löst M. gezogen . i 26000«. 38678 2».Btim« ,u 6000 M. 78579 2»miaa* p, 3000 M. 242539 6»cBiaa, ia 2000 M. 25317 38229 230224 282976 46».Binn. ia 1 000 78. 22811 30425 42806 56046 71096 76692 76328 77848 101286 166175 170789 170810 198278 207663 210660 225085 227627 241952 274108 275021 334265 393590 396048 68»«Binn. n 600 m. 8278 14263 21646 26851 27163 30398 61839 66214 68215 58890 60123 80657 87719 112686 1 18613 126535 132429 132789 162355 181729 216395 219266 222406 237273 268725 304163 810361 325649 326912 330439 375234 377429 380656 388602 186».Binn.»a 300 911. 4534 6259 1 1580 20448 26717 32448 38203 47369 49656 58047 89018 70457 7S48I 82883 91478 91983 92369 103609 103963 109071 I 10971 112081 124425 128137 128692 129585 134996 137562 140963 142746 144464 146416 160168 163661 164619 166245 165067 159647 159982 168514 173358 180424 181882 182742 186135 187596 187702 189455 189841 192778 195698 197193212814 214941 216893 217529 218149 224091 229347 234720 235462 236314 242459 243939 248761 268774 283953 271721»72828 275714 277945 286297 286683 301500 303192 303298 309597 318454 322669 328648 335906 338964 340351 343079 345350 345683 346098 346647 348690 392738 354971 361439 373905 Im Gewinnrade oerblieben: 2 Prämien zu s» BOOOOO, 2 Gewinne zu je btXKKXl. 4 zu je 7VlXXi. 2 zu je fMWOO, 82 zu je l»*«. 44 zu je BOX). 13« zu je SIX», 350 zu je 2000, 646 zu je 1000, 1706 zu je 500. 8084 zu je 800 M. Besuchen Sie während der Deutschen Funkausstellung den Jeder Besucher nimmt an der Verlosung einer kompletten„Paladin" Netzanschluß- etnpfangsanlage und der täglichen Verlosung von. zwei Philips-Lautsprechern teil PH ILO PS MVILLON Direkt am ü-Bahnhof Kaiserdamm PALADIN 20 der moderne Netzanschlußempfänger, wird vorgeführt Vertrieb: Oeulteba PHILIPS G.sallechtfl m. b. H.. Berlin W 35 Nereteller- C. LORENZ A.-6.. Berlin. Tempelhef Kreitag 30. August 1929 Unterhaltung und Aussen Deilage des Vorwärts Max monu: Del doppelte lllflenjch Di« Arbeit stöhnt in den Fabriken: dumpf grollt es auf aus der Fabrikfeele, Menschen find bitter und bissig— die Sonn« ist den Gezwungenen k«in« Sonne mehr, all«s Schöne der Sielt wirkt auf di« bitteren Seelen wie ewig verbotene Frucht— Haß springt auf, mischt sich in den Schwung der Maschinen, wirbelt � um die Zorn« sachse— revolutionäre Stimmung qualmt aus jedem Fabrik- fchlot. Um die weihen Herrenhäuser der Schlotgrasen blühen Dahlien und Rosen und späte Nelken— aber auch das Feuerkraut der Revolte umblüht jede Fabrikantenvilla— ihr Reichen, nxhe euch!, wenn die Fruchtschoten der Reooltepslanzen aufspringen— wenn— wenn— wenn—. Doch der Reiche lacht sich eins: Presse, Waffe und Uneinigkeit werden den Prol«ieng«ist schon in Zaum halten: Wir waren di« Herren, wir bleitxn die Herr«nl Dem armen Menschen aber will die Sehnsucht auf Freiheit und Gleich- heit nicht schweigen: immer bleibt der arme Mensch— der doppelt« Mensch: einmal: der Fabrikbezwungene: tagüber— doch abends, wenn der Wind seine silbern« Freiheitsslöt« an die frischen Lippen setzt: dann: ja, dann wacht im Herzen des arm«n TOaniws d«r andere Mensch aus— der Werkbefreite, der Sichstarksühlende, der Liebesbereit«, der Schenkenwollend«, d«r Gütig«, Freundlich« und Edle. Denn edel ist immer der tiefere Grund der Arbeiterseele, mag die kapitalistisch« Form der Arbeit die Seele des Arbeiters oer- bittern— di« Arbeit selbst gibt jeder— aber auch wirklich jeder Menschenseele: tiefen Adel! Das ist das Große an der Arbeit selbst. Feierabend. Di« Fabriken speien ihr« Sklaven au«. Die Warenhäuser entlassen ihre tausend Mädchen, arme klein« Der- käuserinnen: Röschen, die frühe entblättern, oft schon als Knospen verwelken: die gar nicht erst richtig zur Blüte kommen. Und di« Kleiderfabriken entleeren sich, di« blassen Schneiderinnen eilen mit kleinen Prinzessinnensühchen in die Vorstädte der Metropol«: hin in die Armenmannsquartiere— die allerdings schon di« Lust der Felder, Wälder und Wiesen atmen. Die Vororte der Städte sind di« sich zur Mutter Natur streckenden Hände der Städte. Die Arbeiter und die Arbeiterinnen sind frei: Feierabend! O hohes Wort, o reiches Wort, o Zauberwort: Feierabend! Feierabend: du bist der Schlüssel zum Herzen des anderen Arbeits- menschen. Feierabend: du öffnest di« Freud«! Speisen wir schnell unser Nachtmahl— und dann im Galopp hinaus: ins Freie, vor die Stadt, hin zur Sportwies«, hin zu den Bäumen— die in ihren Llitterkronen köstlich« Märchen und einen reichen Lieder- schätz bergen: Zaubermeister Wind rührt in den Wipfel» der Bäum« und schon singen die Bäume— und schon erzählen die Bäum« — di« Ardeiterseele ist es, di« den Pflanzen und den Windeskräften immer am nächsten ist, ja: so ist es, wenn auch der gefühlsscheu« Mund de« Arbeiters das nicht ausspricht. Das Groß« ist immer schweigsam! Nun ist der Abend da: der Abend in vollem Glanz: der Abend mit seinem rotgoldenen Sonnenhaar, der Abend mit seinem sanften Lächeln— der schon leise die Hand ausstreckt: um aus der violetten Sammetschatulle der Nacht das blitzende Geschmeide der Stern« herauszunehmen—. Ja. der Abend ist da nun treiben wir Sport! Hirsche und Reh« rennen über den Rasen, an Recks und Barren wirbeln weihe Glieder— wie schäumendes Wassergefälle ist das. Andere Freund« pressen Körper an Körper: die Ringer. Andere wi«der lassen di« lederbewehrten Fäuste wie Hämmer auf dem Amboh tanzen: die Boxer. Her, Mädels: seid ihr nicht Amazonen? Seid ihr, abendbefreit« Proletinnen--- nicht wie Athena, die griechische Göttin der Anmut und Kraft? Ihr Mädels, jawohl: ihr seid wie Athena, wi« Amazonen seid ihr: weit schleudert ihr dl« schlanken Eschenspeere— und eure Pserd« sind flinke Luststuten: hierhin— dorthin fliegt ihr im Lauf, eure roten Röcklein flattern wi« di« roten Banner der Revolte. Schön ist das alles— der doppelt« Mensch zeigt sein schöneres Antlitz, Freiheit umschmückt seine Stirne— tragen dies« Stirnen nicht Erntekränze? Kränze aus rotbraunen«Weizenähren? Jarvohl, so Ist es: Jeder Arbeits- tag ist nicht nur ein SS«tag— sondern«in Erntetag zugleich. Do g««rnt«t wird, ist«s dort nicht schön? Ja: immer! immer! Immer! Die Sonn« setzt sich auf den Rand des Horizonts— mit rosigen Wolkenhänden bedeckt Freundin Sonn« ihr müdes Antlitz: dann rutscht sie ganz sacht« in ihr lilaseldenes Bett«— die Nacht ist da: di« Nacht, mit ihrem blitzenden Reichtum an Sternengold. Die Nacht schmückt unser« Spottmädels. Di« Nacht gibt unser«« Sportburschen härter« Fäuste— eigen« Fäuste. Und«igen« Gedanken, eigenen Willen gibt die Nacht den freien Spottlern. Im Schatten der Nacht reisten noch immer die größeren Gedanken. All« grohen Ideen sind schattengeboren— um als neuer« Sonnen ihre erreichten Tage zu Überlichten., Di« Nacht endigt das Spottspiel— nun aber beginnt nach dem Spiel der Ernst! Hin in die Verbandslokale, hin zu den Hallen des politischen Kampfes. Der doppelte Mensch kämpft um— eine! — Freiheit. Fott mtt dem Doppeltum. kein« Doppelheib— sondern Einheit des Menschen: nicht den zwiespältigen Menschen— den des Tageszwanges und den des freien Abends— dieses hier wollen wir: Frei I«in in Arbeit, Erholung und Liebe: Frei in Staat, Wittfchast und Kommune! Freier Verband, rot« Politik, oernünf- tiger Spott, Voltsgesang und Wissen! Das ist es, um was wir doppelt« Menschen ringen und kämpfen: alles— um den grohen, sozialen Menschen vorzubereiten— der heute schon, im Schatten der Nächte, seine Ideenarm« um den gesamten Erdball streckt. DI« Muskeln wachsen— und die Ideen reifen: alle» In allem, Menschen: wir haben Grund zur Freud«. Erntet heut« schon das Gold der Stern«! SEeHunlerjchied und 3)alumsfcheide Von Los Angeles im Osten der Dereinigten Staaten von Amettka wurde am Montag bald nach IS Uhr die Nachttcht ver- breitet, dah das Luftschiff„Gras Zeppelin* im Dunkel der Nacht über der Stadt eingetroffen sei und über dem Flugplatz kreuze, weil Dr. Eckener die Hell« der Morgendämmerung für die Landung ab- matten wolle. In Lettin herrscht« heller Sonnenschein, während dl« funkenden amerikanischen Sender in tiefster Dunkelheit lagen. Dadurch wurde man lebhaft an die Zeitunterschied« verschiedener Ort« erinnett, di« von der Kugelgestalt der Erde herrühren. Denn die Sonne, unser großer Zeitregler, kann nicht gleichzeitig über ver- schiedenen Längenkreisen im Mittag stehen: hat sie bei uns ihren höchsten Stand erreicht, ist es bei uns also 12 Uhr, so hat sie östlich von uns diesen Stand schon Überschritten, westlich dagegen noch nicht erreicht, östlich von uns ist es schon später, westlich dagegen noch früher. Das fühtt w bezug auf die Zeitrechnung zu merkwürdigen Eigentümlichkeiten. Fährt man nach Osten, wie es„Graf Zeppelin* diesmal getan hat, so kommt man in Gegenden, wo die Zeit schon weiter vorgeschritten ist, bei der Reise nach Westen dagegen in solche, wo noch frühere Tageszeit herrscht. Hat man den halben Erd- umfang umfahren, so beträgt dieser Zeitunterschied bereits 12 voll« Stunden. Haben wir hier z. B. 12 Uhr, so zahlt man nach dem halben Erdumfang In östlicher Richtung schon 24 Uhr oder Mitter- nacht, in westlicher Richtung erst 0 Uhr. also auch Mitternacht. Nach dem halben Erdumfang in östlicher und westlicher Richtung trifft man aber auf denselben Punkt der Erdoberfläche, der also je nachdem man von der einen oder anderen Seite zu ihm kommt, 24 Uhr oder 0 Uhr hat. d. h. einen Zeitunterschied von 24 Stunden oder einem vollen Tage. Das kann als Haarspalterei erscheinen, da ja um 0 Uhr und 24 Uhr in gleicher Weise Mitternacht ist und die Sonn« an einem bestimmten Ott zu irgendeinem Zeitpunkt eben nur eine ganz be- stimmte Stellung haben kann. Und doch ist es nicht bedeutungslos, wenn wir auch das Datum beachten. Haben wir hier z. B. d«n 27. August 12 Uhr, so ist«s In der Entfernung des halben Erd- umfanges oder 180 Grad östlich von uns schon Mitternacht des 27. August und an demselben Ort westlich von uns gezählt erst ü Uhr des 27. August oder Mitternacht des 28. August. Es gibt also längs eines Meridians oder einer Mittagslini« liegend« Orte, bei denen man gleichzeitig Dienstag oder Montag zählen kann, j« nach- dem man sich nach dem Datum der westlich oder östlich gelegenen Orte richtet. Der Reisende muß dies« Tatsache wohl beachten, wenn «r nicht ganz konfus werden soll. Nach allgemeiner Uebereinkunft richtet sich di« Weltzeit nach der Mittagslinie oder dem Meridian von Greenwich, der dl« Zahl 0 erhalten hat, die sogenannte Datumsschekd« ist also durch den 180. Längengrad gegeben. Ueberschreitet man ihn, wie es diesmal Dr. Eckener getan hat, von Westen kommend In der Richtung nach Osten, etwa Montag, den 2K. August um 3 Uhr, so zählt man plötzlich »rst Sonntag, den 25. August 3 Uhr und durchlebt den �25. August zum zweiten Male. Würde man ihn aber von Osten kommend in der Richtung nach Westen überschreiten, so müßte man einen Tag ausfallen lassen, statt Montag um 3 Uhr plötzlich schon Dienstag 3 Uhr zählen. Ostasien ist gegen Westamerika daher im Datum immer schon«inen Tag voraus. Da der 180. Längengrad zum größten Teil durch den unbe» pwhnten Stillen Ozean geht, fühtt dies zu keinen Schwierigkeiten, wenn nur die See- und Luftfahrer beim Ueberschreiten des Längen- grobes auf die Aenderung des Datums achtgeben. Aus praktischen Gründen ist die Datumsscheid« übrigens nicht genau durch den 180. Längengrad geführt, sondern im Norden weicht sie erst in einem östlichen, dann in einem westlichen Bogen von ihm ab, well sonst die Inselgruppe der Aleuten verschiedenes Datum hätte und der östlichste Teil der zu Asten gehörenden Tschuktschen Halbinsel amerikanisches statt des asiatischen Datums hätte, und Im Süden ist die Scheide ebenfalls in einem nach Osten abweichenden Bogen vom Langengrad geführt, um einigen Inselgruppen, die in wirtschaftlichem Verkehr mit Australien stehen, das dort herrschend« Datum zu sichern. In Jules Bernes bekannter„Reise um di« Welt In 80 Tagen* hat der Held des Romans, Herr Phileas Fogg, der auch nach Osten gereist ist, auf diese Ersparnis von einem Tag« beim Ueberschreiten der Datumsscheide nicht geachtet, hat daher sein« Wette schon ver- loren gegeben, als er Im letzten Moment erfährt, daß«r doch noch rechtzeitig In London eingetroffen ist. Auch bei kürzeren Reisen von einem Land ins ander« muß man die Uhren bald vor- oder zurückstellen, je nachdem man die Landes- grenze in der Richtung nach Osten oder Westen überschreit«!. Dr. Bruno Borchardt. Ollo Ziefe: ANpp JÖTU lieber Iupp Jörn, dem schrotigen Bauernsohn, der durch viel« Jahre in der kleinen Sägemühle seines von hohen Tannenwäldern umrauschten Dorfes sich abschuftete, dabei ein grober, ungeschliffener Kerl war, der mehr mit seinen derben Körperkrästen als mit klugen Watten sich Geltung bei seinen Mitmenschen verschafft hatte, gingen tolle Gerücht» umher. Er hatte nämlich eines Tages einfach seinen Koffer gepackt und war ohne jeden Abschied und ohne Zielangabe sortgerelst. Man munkelte nun, daß di« sein«, vornehm« Dame, di« da im letzten Sommer im Nachbarhaus« gewohnt hatte. Irgendwie in Beziehung zu diesem wirtlich rätselhaften Fall stände. Und so kreisten also die pikantesten Geschichten von Mann zu Mann. Es ist überflüssig, hier den Schleier zu heben und den seit- samen, menschlichen Lebencforderungen nachzuspüren Nur soviel sei verraten, daß wirklich besagter Iupp Jörn mit Hilf» allerlei rasfinietter, weltstädtischer Dressurmethoden zu einem Menschen u«- gewandelt wurde, der seinem nach Maß gearbeiteten Anzug keine Schande machte. Dazu konnte er ein Dutzend der geläufig geworde- nen Phrasen, die wirklich für den Gebrauch in alltäglich sonntäglich öden Kreisen ausreichen, herunterleiern und in Verbindung mit seiner stämmigen Schmeling-Natur tatsächlich so einen kleinen Held des Tages darstellen. Er fuhr auch Auto. Natilrlichl Irgendwer zahlt« auch di« je- wellig fälligen Strafgelder. Und so wäre er bestimmt einer der normal verbumnselten, bewahre nicht unnützen Nichtstuer geworden Im Format des echten deutschen Spießbürgers. Cr empfand auch keinerlei moralische Bedenken über die eigenartig« Rolle. Das wäre ja auch lächerlich gewesen, weil doch jeder Mensch zu allererst ein Anrecht aus das Leben hat. Und warum soll ein« Frau standes- gemäßer Herkunft nicht über den kleinen Umweg einer nichtstandes- gemäßen Liebschaft doch das Glück finden? Nein, bestimmt, der Pfarrer seines Dorfes, würde Sünde zischeln, wenn er alles wüßte, dacht« Iupp wohl zuweilen— und lächelte erhaben in sich hinein. Aber es gibt nun einmal nach einem weisen Weltgesetz keinen Niederfall ohne neue Erhebung, wie mngekehtt immer Aussteigen ein späteres Zusammensinken zur Fslge hat. An dieser einsachsten, aber so wenig bekannten Lebenssorniel, zerbrach dann auch ganz folgerichtig eines Tages die Wunderwelt des Iupp Jörn. Er war nämlich mit seiner Dame in einem eleganten Sechs- sitzer auch nach Hamburg gekommen, zumesst der Abwechslung wegen, di« nun jed«r Mensch schließlich dann und wann einmal braucht. Und Hamburg ist immerhin ein« moderne Hafenstadt mit sehr feudalen Hotels und einem weltberühmten Alsterpavillon auf dem Iungfernstieg, wo man sehr unterhaltsam Kaffee trinken kann. Und als nun Iupp Jörn seinen Wagen mit vieler Eleganz dort herumsteuerte, übersah er, daß quer vor ihm«in Langholz- fuhrwerk austaucht« und plötzlich etwas unsanft seine Schutzscheibe wegrasiett«. Gerade wollte Iupp Jörn aufbrausen, Schupo oder sonst Entrüstetes über dies« Unzivlllsiertheit rufen, als der würzige Geruch frischen Tannenholzes seltsam süßlich in seiner Nase hochstieg. „Donnerwetter, das ist mal Ware,* sprach er fast autvmattjch vor sich hin, dabei wohl etwas stark aus seiner Roll« als Gentleman fallend. Und kein Aufschrei und keine folgende Ohnmacht seines geschminkten Liebchens hinter ihm im Lederpolster vermochten seine Erregung zu dämmen. Er sprang vom Steuer weg, lief zu den sich aufbäumenden Pferden des Holzfuhrwerks und manöveriett« mit kräftigen„Hüs* und„Hotts* geschickt das Gespann in die Straßenrichtung«in. „Ach was, hau ab,* sagte er dann zu dem eifrig protokollieren- den Schupomann, lud dann die von einem Nervenchock geknickte Dame In ein ganz gewöhnliches Mietsauto und ließ sie ins Kranken- haus befördern. Dann schlenderte er ins Hotel zurück, packte seine Sachen, jedoch nur das Notwendigst«, in einen Koffer— natürlich viel Geld, und verschwand nach St. Pauli in die allergewöhnlichsten Kneipen und trank und sang mit reudigen Weibern und gellen Matrosen. Nein, Iupp Jörn kehrte nicht als reumütiges Schaf w seinen waldumrauschten Heimatsott zurück. Lächerlich überhaupt dieser Gedanke-~ Es war nicht schwer, zwei leichtsinnige Obermaats zu finden, die ihn In der Nacht auf ein Schssf schmuggelten, das am Morgen Kurs nach Brasilien nahm. Als er dann Europa nur noch als einen schmalen, dunklen Stttch am östlichen Himmel sah, spuckte er in di« Hände und ttef wieder mit seiner unkultivierten, echten Sprache:„Das ist Europa—- es ist zum Kotzen I* Obwohl er wohl eigentlich genauer damit meinte: daß doch jeder Mensch so etwas wie eine Seele im Leib« h-tt! Qraf A * Der Nam« des Grafen A r c o, der am heutigen Tage KV Jahre alt wird, ist mit der Entwickluntzder Flugtechn! k eng verbunden. Arco begann aus diesem Gebiete der Technik zu einer Zeit zu arbeiten, als noch weniger Ertenntnisse und Erfahrungen vorhanden waren. Durch seinen Lehrer an der Technischen Hoch- schule in Berlin, den Professor Slady, kam er zur draht- losen Telegraphie, an deren Ausbau«r«inen so hervorragenden Anteil genommen hat, daß sein Name heute tn der ganzen Welt bekannt ist. Slaby hatte an den Versuchen mitgewirkt, die Mar- coni an der englischen Wst« aus Beranlassung des englischen Telegraph« ndirektors Percy unternommen hatte. Durch dieses Er- lebnls wurde Slaby selbst dazu veranlaßt, sich eingehend mit der praktischen Anwendung der von Heinrich Hertz«ntdeckten elettro- magnetischen Wellen zu beschäftigen. Gemeinsam mit Arco ent- wickelte der das Funtfystem Slaby-Arco, das von der AEG. zur Auswertung angenommen wurde. Zu glelcher Zeit hatte die Firma Siemens u. Halsk« das Funksystcm des Professors Braun er- worden. Daraus ergab sich ein erbitterter Wettstreit der beiden Firmen, der schließlich durch di« Schaffung der Telefunten-Gesell- schast beigelegt wurde. Bei der Gründung dieser Gesellschaft übernahm Gras Arro die technisch« Lestung. Klar erkannt« er u. a. die Vorzug« des Lösch- funk«ns«nders, den Max Wien gebaut hatte. Großes Interesse widmete er der Hochfrequenzmaschin«- Man versteht darunter eine Dynamomaschine, die entweder durch eine große An- zahl von Polen in Berbindung mtt hohen Drchzissern des Rotors die für di« Funktechnik notwendigen hohen Schwingungszahlen des elektrischen Stromes erzeugt oder aber zunächst eine Grund- schwingung liefert, die durch ander« Mittel auherhalHder Maschin« aus die gewünscht« hohe Schwingungszahl gebracht wird. Arco kon- struierte eine Hochfrequenzmaschine, die 1S00 Umdrehungen in der Minute macht« und 8000 Schwingungen in der Sekunde liefert«. Dieser Strom wurde dann Frequenzwandlern zugeführt und auf 48 000 Schwingungen in der Sekunde gebrackst. DI« Großfunkstation Nauen ist mit diesen Hochsrequenzmaschinen ausgerüstet. Die größte Hochfrequenzmaschin« dieser Att hat ein« Leitung von 650 Kilowatt und arbeitet in der größten Funkstation der Weit, in N a g o y a in Japan. Für diese Schöpfung wurde Arco von der Universität Straßburg mit dem Ehrendottortttel ausgezeichnet. Arco» Hauptverdienst liegt jedoch dattn, daß«r es verstanden hat, seiner Gesellschaft bewöhtte Mitarbeiter zu sichern. Durch die Zusammenarbeit oller dieser Kräfte ist der Weltruf der„Teiesunken* geschassen ulid bis zum heutigen Tage erhalten geblieben. So ist Arcos Name heute gleich dem Marconis innig verbunden mit dem Werden der Flugtechnik. IVillx Möbus. Ein Rationalmnfeum der Reger. Einflußreiche Neger in den Vereinigten Staaten haben sich zusammengetan, um die Errichtung eines Nationalmuseums für das Negertum durchzusetzen. Man hat bereits eine große Summe ausgebracht. Das Museum soll gegen- über der Harvard-Universität errichtet werden. Außerdem sollen «in« Lesehalle für 4000 Personen, eine Bibliothek und«ine Kunst- Jnlle gebaut werden, die den Einfluß der Neger auf Literatur, Kunst, Sissenschaft und Erfindung klarlegen sollen. Der kattosselerniekranz. In einigen Eegenden, so besonders in Westfalen, wird, wie bei der Getreideernte, auch bei der Kattosfel- ernte ein Erntekranz ausgeputzt. Dieser Kartosselerntetranz hat sedoch«ine ganz andere Zusammensetzung als der Erntekranz bei der Getreideernte. Er besteht nicht aus Halmen, sondern aus Dornen, Kartofseln lind Blumen. Man windet einen Kranz au? Dornen und besteckt die Dornen über und über mit kleinen Knriosscln. Dazwischen kommen auch Blumen vom Felde. Dieser Kartoffel- «rntekranz wird unter allerlei Sprüchen der Gutsbesitzerin überrei�l, wofür diese dann den Kartofselschmaus zu geben hat. Deulsdier Metallarbeiter' VerbaDd Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen. Den Mitgliedern tue Nachricht, daß unser Kollege, der Gürtler Karl Grothe geb. 20, Inni 1888, am 2t. August gestorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 80. August,>t Uhr. oon der Leichenhalle des Stfidtischen Kirch- Hofes in Buch aus statt. Am 27. August starb unser Kollege, der Schlosser l'keodorft'SllHnx geb. 29. September 1876. Die Einäscherung findet am Man- tag, dem 2. September. 1t Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Ehre ihrem Andenteni Rege Beteiligung wird erwartet. vi« Ortsnerwallung. kinlieltsverdsoll d.Elgenbabner Deutschlands. Ortsverv. Berlin Wir erfüllen die traurige Pfiicht, der Mitgliedschaft denTod unserer Kollegin L,uise Krause mitzuteilen. Sie ist«in Opfer des arogen Eisenbahnunfalls bei Köln- Buir, bei welchem sie in Ausübung ihres Berufs das Leben lasten mußte. Ehr« ihrem Andenken I Die Beerdigung findet am Sonn- abend, dem 81. August 1929, nach- mittags 8 Uhr, auf dem Friedhos Wagnerplaß in Lichtenberg statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Orf� Verwaltung Canffagong Für die herzliche Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Manne», unseres guten Baters, sagen wir allen Freunden und Bekannten, ferner den Kollegen der Jaloustebranche, der Ortsoerwaltung des Deutschen Holz- arbeiterverbandes und den Genoffen der 19. Adtlg. der SPD. unseren innigsten Dank. kenn Bett?(zrzctkowskt geb. Peltz nnd Kinder Stettiner Straß- 53. Gesunden Schlaf iSDä ftig e. M er.veg verschafft bei tangerer Hw WZ 3*2687. Man achte auf den ges. gesch Hamen. Zu haben In Apotheken und Drogerien. Wo nicht erhältlich, w eisen wirVerkaufsslellen nach ßtio Stumpf A.-G., Chemnitz. LEIPZIGER STD. ALEXANDER PL. PRANKFUDTED ALLEQ.WILMEDSDODPED STD. BELLE ALLIANCE STD. KQTTBUSED DAMM. BRUNNEN STD. ANDREAS STE> wenig getrogene, teils auk Seid« ge- Verkäufe � Tapeten. Szlllat. Koloniestraße»_ Zeiß-Zlon, Gelegenheitskäuse. und an. dere Markcnkameras, Prismengläser spottbillig, aus Versteigerungen stam. mend. Photo-Täuber, An der Span- dauer Drücke 8 lVahnhof Börse).' Belslstsllunzzztgellrf Märke usw 10 Saisou-Ausoerkanfstage bei Stein Beginn 19. August: so viel Vorrat. Posten Iünglingsanzllge 9,—! 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