Morgenausgabe Sonnabend tmM a A A � W 31 w 1929 D�MMM M�zAi � »tnlchlleßlich«OPIg.Postzntling».«»»� WZ l! JBBi M W M Lk B Hl BB KW W B // BT 12 5 fö- VoftbefleDgebübrfn. Smlanbi» �SBm fP�H HZ Hl W) BW WD W» WW DD WD----// «tonnfmern 6.— ÜÄ. D« SSonot, K�fH WD DD DD DD DW �D WW DD DD WJ WI DA j X»I,«»»,», 1,1,««°npa,e!llk,ssl> WWWD Ii WW DD �D �D DD WD DD �D DU �D— DB t 10 Pfennig,««riom-�u, * 1 DD �D DD �D! WUl WU DW �D DD �D„Klein« Antigen' da- lenz-. M D I M, ML D Di1 D fHDi pSÄ�ÄasA™ ÄSsaT?Esi! HUlB- A\ /■ lhr«»!Ä« SraVit-unf yl�B�gLl Jä�n"� s�TOom""rtÄ�S Unifrholtuno'uiiö ä�kät�*4 9£.*4*4* f*\*4*4 tk � geil? so Pfennig, gemilienanzelgen Zeil» fesssW VvUAbßM särüÄKTSÄ Jenteawvsmt der GoziawemskvattsOen Vartei DeutkchNmdS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoss WS— 297� Tclegramm-Adr: Sozialdemokrat Berlin. London, so. August.(Eigenbericht.) Tchatzkanzler S» o w d e n betont in einem Interview mit dem Berichterstatter des„Daily Herald", daß die Annahme des Doung-Planes eine Reihe bitterer Nach- Wirkungen des Krieges beseitigen werde. Ter Plan biete Deutschland und seineu Gläubiger« gleicherweise b e- deutende Borteile. Einer der grvftten Vorteile für Deutschland sei der Wegfall jeglicher aus» ländischeu Kontrolle der deutscheu Finanzen und der deutschen Wirtschaft; man könne berechtigte Hoffnung auf eine Besserung der wirtschaftlichen Konjunktur in Deutschland sehen. Henderson beruhigt Frankreich. V. 5ak. Haag. 30. Angust.(Eigenbericht.) Außenminister Henderson gab vor seiner Abreise «ach Genf eine Erklärung ab. in der er den Behauptun- gen scharf entgegentritt, wonach die englisch-französischen Beziehungen künftig weniger vertrauensvoll und herzlich fein würde« als zuvor. Tie Erklärung sagt: Man dürfe aus der Tatsache, daß man im Haag sehr offen gesprochen habe, nicht schließen, daß die Beziehungen zwischen den Regierungen beider Länder kühler geworden seien. Cr kbnne in feinem eigenen und im Namen aller seiner Kollegen von der Arbeiteregierung ohne Alienahme erklären, daß sie den Wunsch habr«, ihre Politik aus die � engste internationale Zusammenarbeit mit den anderen Regierungen der well zu gründen. Dies sei aber nur möglich und erfolgversprechend, wenn die allgemeinen Beziehungen zwischen den Regierungen aus O s s e n- heit, Bertraue« und Herzlichkeit beruhten. Solche Beziehungen wünsche England mit jeder Nation zu unterhalten, aber vor allem mit seinem nächsten Nachbarn Frankreich, dessen Berdienste um die westliche Zivilisation die Engländer gebührend anerkennen. Eng- land vergesse nicht, daß es durch Frankreich mit dem Kontinent ver- Kunden sei und daß beide Länder in der ganzen Welt gemein- s a m e Interessen haben. Henderson zollt dann der Arbeit Vriand« hohe Anerkennung. Wenn Europa die Krisis der Nachkriegszeit überwinde, so sei das nicht zuletzt ein Berdienst B r i a n d s. Er, Henderson, betrachte das Werk vom Haag, besonders die gemeinsam beschlossene Rhein- landräumung, nur als den Beginn der Zusammenarbeit mit Frankreich und hoffe, daß diese Zusammenarbeit in Genf fort- gesetzt werde.„Ich hoffe auch, so fügte er hinzu, daß wir gemeinsam mit den französischen Kollegen ebenso wie mit den Vertretern aller mit uns befreundeten Staaten zusammenwirken werden, um die all- seitig« Annahme der obligatorischen Schieds- gerichtsbarkeit zu sichern sowie des allgemeinen Ab- rüstungsvertrages den abzuschließen wir uns verpflichtet haben, endlich, um aus dem Dölkerbund die lebendige Macht zu machen, die er sein sollt«. Nur so werden wir die Nationen von den erdrückenden Lasten, unter denen sie seufzen, und von den Gefahren, unter denen sie leben, befreien können." Briands Erfolg. Paris, 30. August.(Eigenbericht.) Das glückliche Ende der Haager Konferenz wird auch in Frankreich mit einen. Ausatmen der Erleichterung begrüßt. Di« Kritik der Rechtspresse an Briauds Konzessionen kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß selbst Reaktionäre heilfroh über das Zustande koinmen des Youitg-Planes sind. Die Opfer, die Frankreich durch die Annahme der englischen Forderungen bringt, belaufen sich auf noch nicht zwei Prozent dessen, was es von Deutschland zu erwarten hat und so groß auch hier noch immer die Verärgerung über den persönlichen Erfolg Snowdens und mit ihm der englischen Arbeiterregierung ist. so gibt es doch nicht e i n Blatts das Briand darüber ernsthafte Vorwürfe zu machen wagte. Die Rechtspresse bezeichnet vriand» Zusage der vorzeitigen Räumung als die„unseligste Frucht der verhängnisvollen Politik von Locarno und prophezeit für den Augenblick, da die letzten französischen Sol- daten das Rheinland verlassen haben, die schlimmsten Folgen dieser .unverantwortlichen Schwäche". Auf der Linken herrscht restlose Genugtuung darüber, daß die endliche Bereinigung der Rheinland- frage, dos Haupthindernis sür eine konsequente Fortführung der deutsch-französischen Verständigung, aus dem Wege geräumt»st. Jedenfalls wird BriaNd weder in der Reparatwns- noch in der Räumungsfroge mit ernsthaftem Widerstand zu rechnen haben. In Vorwäris-Verlag G.m.b.H. der Kammer, die nicht vor dem Herbst zusammentreten wird, ist Briand, der sich durch die befriedigende Lösung der Rheinland- frage die Stimmen der Linken wiedergenommen haben dürste, einer Mehrheit von mindestens 400 Stimmen sicher. Nach feinen im Haag gemachten Ausführungen schem das Parlament, das sonst seine Ferien bis in den November hinein auszudehnen pfleg!, in diesem Jahre wesentlich früher zusammenberufen zu wallen, um die Ratip- kation der Haager Bereinbarun-gen zu beschleunigen. Er dürfte dabei aber auf einige Sch-wi«r>gkeüen stoßen, da am 20. Oktober der Senat gewählt wird und bis zu diesem Termin die Mitglieder der beiden Kämmen, durch die Wahlkampagne in Anspruch genommen sein werden. Macdonald besucht Briand. pari?, 30. August.(Eigenbericht.) Ministerpräsident Macdonald wird sich Sonnabend aus der Reise nach Gens in Paris aufhatten, um mit Briand über die Ergebnisse vom Haag und die Genfer Tagesordnung zu be- raten. Keine öffentliche Schlußfihung. Haag. 30. August. In der heutigen Nachmittagssitzung des Finanzkomitees wurde der Beschluß gefaßt, daß von der Abhaltung einer ösfentlichcn Schluß- sitzung der Konferenz abgesehen werden soll und vielmehr die auf morgen anberaumte Sitzung des Finanziomitees in eine nicht- öffentliche Plenarsitzung übergeleitet werden soll. Ihr Beginn ist für IlLO Uhr in Aussicht genommen, er hängt jedoch davon ab, ab das Finanzkomilee dann seine Arbeit endgültig beendet haben wird.- Das Finanzkömitee hat u. a. die Einsetzung eines besonderen Finanzausschusses für die Ueberleitung der Dawes- Organisation auf die Internationale B a n k sowie eines Iuristenousschusses für die Regelung der zahlreichen Rechts- fragen beschlossen. Die Diskussion, an der sich deutscherseits die Reichsminister Dr. Curtius und Dr. Hilferding beteiligten, war sehr lebhaft. Ihr Fortgang war dadurch erschwert, daß noch ver. schieden« neue Texte vorgelegt wurdeii. von denen eine Anzahl Delegationen bisher keine Kenntnis hatten. Da sich die Arbeiten sehr in die Länge gezogen hatten, wurde beschlossen, daß das Finanz- komitee morgen«ormiktagslO Uhr wieder zusammentritt. Bis dahin soll der endgültige Text des Schlußprotokolls fertiggestellt sein. Zu seiner Herstellung trat heute abend 9.30 Uhr ein besonderer Iuristenausschuß zusammen. V. Sch. Haag. 30. August.(Eigenbericht.) Am Freitagnachmittag arbeiteten die Finonzminister, ihre Sach- verständigen und die Juristen an der Fertigstellung jener Doku- mente, durch die die Annahme des Noung-Planes in der Schlußsitzung am Sonnabeird festgestellt werden soll. Es gab bei der Formulierung dieser Abmachungen noch allerhand juristische und technische Schwierigkeiten. Endlich haben die Hauptgläubiger noch Scherereien mit den Vertretern der kleinen Mächte, die sie VA Wochen lang wie Luft behandelt und nun vor vollendete Tat- fachen gestellt haben. Sie müssen ihnen bei der interalliierten Schuldenregelung entsprechende Kompensationen für die Kürzung ihrer Einnahmen aus den deutschen Zahlungen gewähren. Die feste Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich, über die Soarfrage zu verhandeln, um zu einer endgültigen Regelung möglichst bald zu gelangen, ist am Freitag in Briefen zwischen beiden Delegationen ausgetauscht worden. Tommy zieht ab. Coudon. 30. August. Wie dos Kriegsamt ankündigt, wird der Abzug der Rheinarmee am 14. September d. I. beginnen und binnen drei Monaten beendet sein. Der Rücktransport der Truppen werde über Ostendc- Dover erfolgen, der der Tiere über Antwerpen— Harwich. Die Kämpfe in Palästina. Kairo über London, 30. August.(Eigenbericht.) Durch die Intervention britischer Matrosen ist ein geplanter arabischer Ueberfall auf Gaza in letzter Minute vereitelt worden. Banden von Arabern hatten angeblich die Stadt umstellt, um von allen Seiten einzudringen und zu plündern. Als ein Panzerzug mit britischen Seeleuten eintraf, zogen sich die Araber zurück. Etwa 20 Kilometer nördlich von Haifa in Acre ist es zu neuen Zwischenfällen gekommen, die zum Einsatz von Truppen führten. Die britischen Truppen haben überdies eine Straf- e x p e d i t i o n in die Dörfer Surbaher und Lifta unternommen und von den Arobern geraubte Güter zurückgeholt. Zwölf Araber wurden getötet. Ein Angriff der Araber auf die jüdische Sied- lung Sofat in der Nähe Tiberius führte zur Tötung von sechs Juden.— Falsch ist das Gerücht, daß der französische Konsul w Jerusalem getötet worden sei. Postscheckkonto: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr 65. Diskonlo-Gesellschast, Depositcnkasie Lindenstr. S. Vom Haag nach Genf. Weltfchiedsvertrag und Pan-Europa. Geschichtliche Situationen kehren ähnlich wieder. Das gilt von der Innen- wie von der Außenpolitik. Bor fünf Iahren führten in Deutschland die Nationalisten die gleichen Argumente gegen den Dawes-Plan ins Feld, die sie heute gegen den Uoung-Plan gebrauchen. Damals siegte die ge- sunde Vernunft der Volksmehrheit: es ist auch diesmal gewiß, daß sich gegen Deutschnationale und Kommunisten eine Mehrheit für Räumung und für Kürzung der Repara- tionen einsetzen wird. Für die europäische Politik gilt das gleiche. Als vor fünf Iahren die Dawes-Konferenz in London abgeschlossen und die Teilnehmer— damals noch ohne Deutsch- land— nach Genf gefahren waren, führte ihre Initiative zu der Abfassung jenes noch berühmten„Genfer Protokolls", das dann für Jahre hinaus im Mittelpunkt der Friedens- diskusfion stand und noch heute mitwirkt. Auch diesmal fahren die Führer der Reparationsländer wieder nach Genf: Briand ist schon unterwegs, Macdonald fährt morgen. Mitglieder der deutschen Delegation sind zum Teil schon auf dem Wege. Nachdem die Haager Reparationskonferenz außerhalb des Völkerbundes die Nachkriegsprobleme wieder zum Teil gelöst hat, ist es wahrscheinlich, daß die zehnte, am Montag be- ginnende Vollversammlung des Völkerbundes den Bau des Weltfriedens wieder ein Stockwerk höher treiben wird. Briand hat bereits angekündigt, er werde in der Richtung der Vereinigten Staaten von Europa vorstoßen: von Macdonald und Henderson steht zu erwarten, daß sie sich für die Senkung der Zollschranken und für die General- alte aussprechen werden. Die Generalakte stellen einen Weltfchiedsvertrag dar, wie er in dürftigen Anfängen gerade jetzt vor dreißig Iahren, auf der 1. Haager Friedenskonferenz zum erstenmal zwischen den Regierungen vereinbart wurde. Damals, 1899, als die großen Militärmonarchien die Einschränkung ihres Nechtes auf den Krieg sabotierten und die Arbeiter-� klasse noch nirgends außenpolitische Macht hatte, beschränkte sich' das„Haager Abkommen zur friedlichen Erledigung inter- nationaler Streitigkeiten" auf platonische Wünsche in der Form, daß es bei Streitfällen—„soweit dies die U m- stänbe gestatten"— die Vermittlung einer befreundeten Macht oder bei Rechtsstreitigkeiten—„soweit dies die Umstünde gestalteten—" ein Schiedsgericht einsetzen wollte, so daß 1914 die Serie der Kriegserklärungen zwar das Gewissen der Menschheit, aber keineswegs das Völkerrecht ver- gewaltigte. Seit dem Sturz der Militärmächte und mit dem politischen Aufstieg der friedlich schaffenden Massen ist das freilich in mancher Hinfickt anders geworden. Seit zehn Iahren sieht die Satzung des Vlökerbundes vor, daß vor Aus- bruch eines Krieges unter allen Umständen der Ver- such einer Einigung gemacht werden muß: wer sich darauf nicht einläßt, würde klares Recht verletzen und sich als An- greiser selbst infamieren. Seit dem Kriegsverzichtvertrag, der vor fünf Wochen endgültig in Kraft trat, ist auch diese Lücke geschlossen. Aber wenn auch der Appell an die Waffen unter dem Völkerrecht der neuen Zeit einen Rechtsbruch darstellen würde und Konflikte nicht mehr auf diese barbarische Art beendet werden sollen: noch mögen Konflikte weiter- schwelen und die Beziehungen der Völker vergiften: noch ist keine Vorsorge dafür getroffen, daß Konflikte durch«inen Schiedsspruch unter allen Umständen aus der Welt geschafft und erledigt werden. Es war das Verdienst des Genfer Protokolls van 19K(, daß es diesen Rcchtsgedanken, der übrigens schon im Erfurter Programm von 1891 enthalten ist, zum erstenmal in der Form eines internationalen Vertragsentwurfes verdeutlichte. Seine Grundlinien find nicht wieder aus dem öffentlichen Bewußtsein verschwunden— gescheitert ist es nur deshalb, weil mit ihm Sanktionen verknüpft waren, die einen Welt- krieg zur Verhinderung eines Kleinkrieges hatten entfesseln können. Die„Generalakte" von 1928 stellt die Erneue- rung des Genfer Protokolls, aber ohne die Sanktionen dar. Sie trägt diesen Namen„Generalakte", weil sie entstanden ist aus mehreren SpezialVerträgen, die in dem Sicherheitsausfchuß der Vorbereitenden Abrüftungs- kommifsion ausgearbeitet waren. Sie zerfällt in vier Kapitel: Kapitel 1 sieht für Streitigkeiten jeder Art ein Vergleichs- verfahren vor. Im Kapitel 2 wird bestimmt, daß für Rechts- streitigkeiten ein Schiedsgericht oder der Weltgerichtshof zuständig sein soll. Das dritte Kapitel unterwirft politische Streitigkeiten nach Scheitern eines Vergleichsverfahrens einem Schiedsgericht aus fünf Personen als letzter Instanz. Dieses Verfahren würde dann auch auf h a n- delspolitifche Streitigkeiten anzuwenden fein. So weit, so gut: crber wie so oft bei den Genfer Vertragsentwürfen werden auch hier die besten Grundsätze durch Vorbehalte entwertet. So können die Staats- männer in Genf zwar ein Lippenbekenntnis zur S ch i e d s- Pflicht ablegen, im gleichen Augenblick aber, wo sie es aussprechen, können— im Rahmen von Kapitel 4— ihre Füllfederhalter gerade d i e Streitigkeiten von der Schieds- Pflicht ausnehmen, für die sie besondere Bedeutung hätte: Die Vorteile des �oung-plans. Gnowden erhofft Wirtsthastsbefferung für Deutschland. Arbeitslose u Die Stimme de Die„Gewteckschaftszeüurtg''. bo» Organ des Allgemeinen Deut» schen Bewerksiyaftsbundes, beschäftigt sich in einem Leitaufsotz mit dem Problem t�r Arbeitslosenversicherung von der politischen Seite her. Der unvlPsländige Gesetzentwurf, so wird hier ausgeführt. ist ein dokumentier rschcs Merkmal ungelöster Spannungen, zugleich aber auch des im Kabinett herrschenden Verständigungswtllens, der hoffentlich für die Parteien ein nachahmenswertes Beispiel bleiben wird. Trotz der oer ständigen Haltung der Regie- r u n g ist ein unverbrüchlicher Koalitionswillen nicht vorhanden, vielmehr hat der Zwang des Augenblicks zu einer Haltung geführt. durch die«ine Krise vermieden wird. Für die Ingangsetzung des Doung-Planes ist die Sozialdemokratie unentbehrlich, und so besteht ein objektiver Zwang zur Koalition. Besonders für das Zentrum wäre es ein Wagnis, den Abbau durchzusetzen mittels der Sprengung der bestehenden und der Bildung einer anderen Regierungsmehrheit, die nur durch den Eintritt der Deutschnationalen in das Kabinett herzustellen wäre. Bei der Lage, die nach einem solchen Regierungswechsel, vollzogen unter der Losung der radikalen Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung, entstehen würde, dürfte das Zentnim lange Zeit hindurch es nicht zu einem Wahlkampf kommen lasten und wäre dann gezwungen, jedem Druck der Deutsch- nationalen nachzugeben. Der Aussatz kommt zu diesen Schlußfolgerungen: „Somit hat— auch wenn wir absehen von den notwendigen Rücksichten auf die Rcparationsverharchlungen— unter den bürger. lichen Parteien der gegenwärtigen Regierungsmehrheit im Augen- blick der bevorstehenden Entscheidung zum mindesten das Zentrum nicht die Walst zwischen einer Koalition mit der Sozialdemokratie oder den Deutschnationalen. Sondern es bleibt ihm nur die Wahl zwischen einer Reform der Arbeitslosenversicherung in den von den Gewerkschaften gezogenen Grenzen mit der Sozial- d e m o k r a t i e und einer schweren Erschütterung des Bestandes der eigenen Macht an der Seite der Deutschnationalen. Das wird, hoffen wir, gleichfalls dahin wirken, daß die Haltung der bürgerlichen Teilhaber an der Großen Koalition fernerhin be- stimmt sein wird von Erwägungen weitblickender politischer Ein- ficht- » Im Sozialdemokratischen Pressedienst verösfeMicht Genost« A u f h ä u s e r einen Artikel, in dem er Korrekturen der Ausschuß- beschlüsse erster Lesung fordert. Diese Beschlüste, die sich gegen die vorhandenen Mißbräuche wenden, müßten noch geändert wer- den, soweit in ihnen Härten enthalten sind. Jetzt gehe es um die nd Koalition. Gewertfchasten. Frage, ob über die Abstellung der Mißstände hknau? die ÄS Rechtsanspruch versprochenen Unterstützungssätze abgebaut werden dürfen. Die Kürzung soll so erfolgen, daß nur der die vollen Sätze erhält, der 52 Wochen in Beschäftigung gestanden hat. Dadurch würde die Arbeitslosenversicherung i« zwei Grup- pen geteilt, und nur diejenigen härten noch einen versicherunzs- mäßigen Rechtsanspruch, die zuvor ein Jahr in Arbeit gestanden hätten. Für alle anderen würde die Versicherung auf«in« Für- sarge unter st ützung herabgedrückt. Diejenigen, die unver- schuldet häufiger arbeitslos werden, würden dafür noch bestraft wer- den. Dos würde besonders die Aelteren treflen, die kaum noch Ar- beit finden und daher gezwungen sind, jode noch so kurzfristige Be- schäftigung anzunehmen. Di- Folge müßte auch ein« Aendenmg des Beitragssystems sein, denn hohe Beiträge könnton nicht beibehalten werden, wenn die Gegenleistungen erst abgebaut sind. Dann drvhe ober auch Anwendung dieses Prinzips auf die Kranken» Unterstützung, so daß der, der häufig krank ist, weniger Unter» stützung erholten würde. Für die Unternehmer wäre ein Anreiz gegeben, chre Belegschaften möglichst kurzfristig zu beschäftigen, um Sozialbeiträge einzusparen. Angesichts der hohen Bedeutung diese» Streitpunktes wird die Sozialdemokratie ihren bisherigen ablehnenden Standpunkt nicht aufgeben können. Auch bei der Neuregelung der Eaisonarbeiterunter- stützung wird st« sozial« Härten ablehnen müssen. Es kann stch nur darum handeln, an Stelle der Sondersürsorge die Saisonarbeiter wieder in die Versicherung einzugliedern und einen gerechten so- zialen Ausgleich zu gewährleisten. Dabei ist zu beachten, inwieweit im Baugewerbe neben der saisonmäßigen auch eine allgemeine kon- junkturelle Arbeitslosigkeit besteht. Genosse Aufhäuser schließt: »In den ersten Tagen des September muß bei dem Wieder- zusammentritt des Sozialen Ausschusses zunächst innerhalb der an der Regierung beteiligten Parteien die Entscheidung über den hier besprochenen Hauptstreitpunkt fallen. Der Zentrums- Partei, die sich ihre endgültige Stellungnahme bis zu der auf den 31. August nach Freiburg i. Breisgau«inberufenen Fraktionssitzung vorbehalten hat, ist bei der Lösung der Schlüsselfrag« der ganzen Versicherungsresorm eine hohe Verantwortung in die Hände gelegt. Von ihrer Haltung ist die Möglichkeit einer etwa gegebenen Mehr- heitsbildung gegen die Sozialdemokratie abhängig. Abbau der allgemeinen Versicherungsleistungen oder nicht? Diese Frage wind im Brennpunkt auch der bevorstehenden politischen Ent- scheidungen stehen müssen." so z. B. allgemeine über Dings, d'.s dad �ö'ksr» recht ongeblich oder herkömmlicherweise alz innere Antje- legenheiten bezeichnet, oder Einzelsragen— wie die Revision von Grenzen—. die mit einem solchen Vorbehalt jeder inter» nationalen Diskussion oder Entscheidung entzogen werden sollen. Es haben, angesiäzts der schwebenden Reparationskämpfe im vergangenen Jahr, bisher nur ganz wenige Regierungen Stellung zu der Gcneralakte genommen: die von Schweden. Norwegen und Holland: alle drei haben sich gegen das Kapitel 3— Schiedspflicht bei Jnteresienkonflikten— er» liärt. Die britische Arbeiterpartei hat in ihrem Wahl- Programm den Beitritt zu- der Generalakte gefordert. Die Llrbeiterregierung hat seitdem die Dominien um ihre Auf- fassung ersucht und wird voraussichtlich in einigen Monaten den Beitritt erklären können. In Frankreich hat man für die Propagierung der Gencralakte neben der Vielzahl der schon bestehenden Friedensorganisationen sogar einen besondcrsn Verein gegründet. Die Mehrheit des auswärtigen Kammer- ousschuffes hat gegenüber dem Auswärtigen Amt den mög- lichst vorbehaltlosen Beitritt zur Generalakte gefordert. Deutschland hat insofern bereits die Generalakte erfüllt, als es als einziger Grogstaat den Beitritt zur Schiedspflicht des Weltgerichtshofes ratifizierte: mit Recht wird es in Genf die anderen Großmächte zur Nachfolge auffordern können. Dar- über hinaus würde Deutschland die Führung in der Schieds- gerichtsbarkeit behalten, wenn es sich gegen die Borbehalte und für die Schiedspflicht des Kapitel 3 ausspricht und diese Haltung mit seiner Unterschrift bekräftigt. Nur dann ist einigermaßen Gewähr dafür geleistet, daß die zu er- wartende allgemeine Akklamation der Generalakte nicht bloß erfolgt, um die Vorbehalte in einem Tonfilm wohl- lautender Phrasen untergehen zu lassen. Die gleiche Gefahr, daß Genf erhabene Prinzipien statt praktischer Taten produzieren wird, droht auch bei dem zweiten großen Gegenstand der kommenden Völkerbunds- lagung: dem Problem der Vereinigten Staaten von Europa. Wird schon bei der bloßen Sicherung des Weltfriedens jeder Fußbreit Souveränität erbittert umkämpft, so ist das um so mehr der Fall bei Fragen, die in die wirtschaftliche Autonomie der Staaten eingreifen. Es sind zwar durch die Abkommen der letzten Jahre— zur Vermeidung von Doppelbesteuerung, gegen die Aus- und Einfuhrbeschränkungen, gegen den ganzen„administrativen Protektonismus— gewisse Fortschritte gemacht worden, aber die Langsamkeit, mit der sie erfolgen, sind eine Warnung vor Illusionen. Es handelt sich hierbei ja nicht nur um die iraditionelle Zerklüftung des europäischen Kontinents in Staatsgebiete mit eigener Wirtschaftspolitik. Ueber die bloße Trägheit des Denkens hinaus sind überall mächtige Wirt- fchafrskreise an der Erhaltung der bestehenden Zustände ökonomisch interessiert. Diese Zustände sind um so schwerer ziz ändern und das Interesse der Allgemeinheit ist gegenüber den Einzelintercsscn um so schwerer durchzusetzen, als überall die„Staaten" gegenüber der..Wirtschaft" verhältnismäßig schwach sind. Die Vereinigten Staaten von Eurmia, die seit 1924 eine Programmforderung der deutschen Sozialdemo- kratie find, werden nur in dem gleichen Maße verwirklicht, in dem der demokratische Staat sich überhaupt gegenüber der Wirtschast durchsetzt. So ist von der Völkerbundsversammlung 1929 in Hinblick auf die wirtscbaftliche Vereinigung Europas an unmittel- baren Ergebnissen nichts zu erwarten. Sie wird aber ihre rsschjchtliche Aufgabe erfüllen, wenn zum erstenmal im internationalen Parlament- das Problem aufgeworfen und seine Lösung durch eine Aussprache vorbereitet' wirst. Zeitgemäße Erinnerung. Die„Vaterländischen" wollten vom„Feindbund" 1.3 Milliarden jährlich. In Josef Wirths„Deutsche Republik" veröffentlicht A. K u n tz e m ü l l e r zeitgemäße Erinnerungen. Er erzählt, wie im Sommer 1917 unter den Soldaten im Felde amtlich cme Flugschrift des„vaterländischen Unterrichts" gegen den Scheidemann-Frieden verbreitet wurde. Dieser Friede ohne Entschädigungen, so hieß es dort, würde für Deutschland , einen Frieden der S ch u l d k n e ch t�s ch a f t" bedeuten. Aber der Frieden„muß uns eine Kriegsentschädigung in Gold, Nahrungsmitteln, Produktions- Mitteln und Schiffen bringen". Was die Annektionen betreffe, dürfe man sich keinesfalls mit Litauen und jdurland zufrieden geben, es müsse auch die„Angliederung" Belgiens und der besetzten Gebiete Frankreichs verlangt werden. Und nun die Frage der Finanzen.„Die Lasten trägt der Feind!" Selbstverständlich. Doch hören wir die Einzelheiten:„Iin Falle eines uns günstigen Friedens haben die Feind« zu be- zahlen: a) die Kriegskosten einschließlich der Aufwendimgen der Bundesstaaten»nd Gemeinden 120 Milliarden Mark: h) die Renten»nd Riistungsmisgaben auf ungefähr vierzig Jahre 45 Milliarden Mark: c) die Kalanialschäden 5 Milliarden Mark: d) die Verluste der Privatwirtschaft 30 Milliarden Mark-, zusammen 200 Milliarden Mark, was einer AnnnikSi van dreizehn Milliarden Mark entspricht. Da diese Narrenrechnung trog, und Deutschland, wie es bei einer Fortführung des Krieges bis zur Entscheidung gar nicht anders sein konnte, im Kampfe gegen die ganze Welt unterlag, haben sich unsere Nationalisten zur sozialistischen Forderung des Friedens ohne Entschädigungen und zur An- nullierung sämtlicher Kriegsschulden bekehrt. Sie sind jetzt sittlich tief entrüstet, daß dieses Ziel noch nicht erreicht ist, und geben— der Sozialdemokratie die Schuld daran! Die Oeuischnationalen in Paris. ticitie Erklärung Hugenbergss. Der Vorsitzende der Deutschnationalen, Herr H u g e n- berg, erläßt folgende Erklärung: Die Linkspresse bringt, gestützt auf Mitteilungen der„Ratianal- liberalcn Correspondenz" und auf angebliche autori- < a t i o e französische Aeußerungen, die Nachricht,„die deutschen Nationalisten hätten sich bereits Mühe gegeben, der fron- züsischen Regierung klar zu machen, daß sie, falls sie ans Ruder läinen, die gegenwärtige deutsche Außenpolitik nicht ändern würden". Aus dem Zusammenhang ergibt sich, daß mit den deutschen Ratio. nnlisten die Deutschnatianale Volkspartei gemeint sein soll. Di« auf- gestellte Behauptung ist unwahr. Für die Deutschnotionole Volks- Partei hat bisher keinerlei Veranlassung vorgelegen, sich gegenüber irgendeiner amtlichen französischen Stell« über die politisch« Haltung einer künftigen deutschen Rechtsregierung auszusprechen. Es ist auch seitens der Deutschnotionalen Vnlkspartei niemand der Auftrag oder die Ermächtigung erteilt, irgendwelche Schitt« zu tun, die ihnen Anlaß zu obiger Behauptung geben könnten. Da die Noch- richt offenbar dazu dienen soll, die berechtigten Angriff« der Deutschnationalen Volkspartei gegen Methode und Ergebnisse der Strefe- mond-Breitscheidschen Außenpolitik als zwiespältig n n d n n- aufrichtig hinzustellen, muß sie als eine böswillige Der- leumdung bezeichnet werden. Die autoritative französische Aeußerung ist ein« von der „Franks. Zeitung" wiedergegebene Mitteilung B r i a n d s. daß deutsche Nationalisten in Paris erklärt hätten, im Falle ihres Eintritts in die Regierung würde eine Aenderung der deutschen Außenpolitik nicht erfolgen. Ob diese Erklärung und von wem sie abgegeben worden ist, wissen wir nicht; sie scheint uns aber überflüssig, weil sie nur S e l b st v e r- st ä n d l i ch e s besagt. Oder hatte sich an der deutschen Außenpolitik etwas geändert, als die Deutschnationalen in der Regierung waren? Sind sie draußen, reißen sie den Mund meterweit auf, haben sie aber auch nur die Aussicht hinein- zukommen, so machen sie mit. Zwiespältigkeit und Unauf- richtigkeit ist und bleibt das Kennzeichen deutfchnationaler Politik. Konflikt Wirth-Kaas. Gs wird doch nicht schlimm werden? Wie sich au« der„Srnna-rtia"(Nr. 402) ergibt, befindet sich Dr. Wirth in der für ihn»als Minister wie als Politiker der ZeiUrumspartei" unange nehmen Lage, daß über die Locarno- Kommission zwei grundverschieden« Rechtsauffossungen bestehen. Der Jurist des Auswärtigen Amtes Dr. Gaus ist der Meinung, die bisher lm Locarno. Vertrag vorgesehen so Kommissioneb halten von jeher das Recht gehabt, sich auch mit dem entmilitarisierten Gebiet zu beschästigeu: es sei ein Vorzug, daß die Anrufung dieser Kommissionen möglich sei, statt den Völkerbundsrat unmittelbar da- mit zu befassen. Der Zentnnnsvorsitzende, Prälat und Professor des Kircheiirechts K a a s, hingegen bestreitet das und erklärt, daß diese Locarno-Kominissionen dazu nicht da feien, infolgedessen die in Genf erfolgte ausdrückliche Einschaltung dieser Kommissionen «ine Art neugeschaffenes Innestigationsverfnhren bedeute. Wirth bezeichnet diesen Streit als den Streit zweier Juristen, den er nicht lösen könne... Es wird mitgeteilt, daß auf einer Zcntrumssitzung in Freiburg. zu der Dr. Wirth vom Haag bereits unterwegs ist, dies« Aus- einandersetzung noch eine Rolle spielen werde. Wir wollen hoffen, daß nicht erst die Einsetzung eines Schi«dsgc«ichte» den Streit zwischen dem Minister uird den: Vorsitzenden der Zentrumsfraktion schlichte» muß. Vielleicht könnten sich die um juristische Farnru» lierungcn streitenden Geister als Politiker auf die Fest- stell» ng einigen, daß bisher niemals ein Verstoß gegen die Enbnilitarisicrungsbestimmungen vorgekommen und vor irgendeine internationale Instanz gebrocht worden ist; ebenso ist auch in Zu- kunft nichts cinfacher. als das zu vermeiden: indem nämlich wie bisher peinlich darauf geachtet wird, daß solche Verstöße gegen die EntMilitarisierung nicht vorkonnnen; dann erfolgt nämlich auch keine Anrufung des Völkerbundes oder einer Kommission. Wenn sich die Politiker in den aneinandergeratenen Juristen wieder durchsein, wird diese Feststellung eines einfachen Tatbestandes wohl gPiiugen, um zwischen ihnen die Versöhnung— auch ohne> Feststellungs- und Vcrsöhnuiigskommiffiou— zustandczubringen. Bach der Räumung van Kable«, wird dort Staatspolizei«in- geführt. Präsident soll Landtagsabg. Kleinmeyer(Soz.) werden. Besaßungsjustiz! Sin Führe? der Arbeiiersportter verurkeitt. Landau. 30. August." Bor dem Mlitärpolizeigericht Landau war angeklagt wegen beleidigender Haltung gegen die Besatzung«nacht der Dmsitzend« der Freien Turn- und Arbeiterbewegu« Lrckuoigshajen. der Krankenkassenkoatrolleur Jakob Krag äv« SichytZgshafen..D.,r Anklage log ein Bericht des franzöUchen OfftMrS der RcheinchMe an der Brück« Ludwigshafen-Mannheim zugrunde, wonach«n 23. Juki 1929 auf der Rückfahrt von Nürnberg Tolmhwer eines Transportes von etwa 1500 pfälzische« Lrdeitersportlern vor der französischen Rhnnwoch« an der Rheinbrück« in Lodwtgshosev b e- leidigende Ausdrücke gegen Besatzungsongehörige gebraucht und die Fäuste unter DeowEnschungen gegen bU französische Wache erhoben hatten. Krug erklärt«, daß an all diesen Be- hauptungen nicht» Wahr«» sei. Auf der Brück« hätte» dt« jungen Turner aus Freud« über ihr« Heimkehr in die Pfalz Mit Dächern und Händen den Passanten zugewinkt. Der deutsch« Polizeihaupt. Wachtmeister Schmidt sagt ebenso aus. Der franzSsffche Offizier blieb jedoch bei seiner Aussage. Staatsanwalt Od« nahm seinen einzigen Belastungszeugen gegen die Aussagen der deutschen Zeugen in Schutz, gab aber die Möglichkeit«tne» Mißverständ- n i s s« s zu. Verteidiger Dr. Führ fordert« Freisprach, da ein „Beweis" für«ine beleidigend« Haltung nicht erbracht fet. Da» Gr- richt ging weit über den staatsamvalffchaMchen Antrag hinaus und verurteilte Krug zu acht Tage« Gefängnis and 70 M. Geldstrafe. 3, j._ J. Russische Alarmmeldung. Angebliche Brutalitäten der Shinesen. Utosfcm. 30. August.(Sowjetagentur.) Meldungen an» der Mandschurei zufolg« wurde» in Tschal- ainar vier Sowjetbürger hingerichtet, weil ste zufällig die Drahtverhau« berührt hatten. Die Ausländer in Chorbin sind über die Behandlung der»er- Hofteten Sowjetbürger durch die chinesischen Behörden entrüstet. Di« Verhafteten sind in fanitätswidrigen Unterkünften untergebracht und werden von Epidemien heimgesucht. TschiangkaifchekS Leibgarde entlassen! Schanghai Über Barls, 30. August.(Havas) Unter der Leibgarde Tschiangkaischeks ist eine Verschwörung aufgedeckt worden, die von einem Beauftragten Fengjusiang; angezettelt war. Zwei Mitglieder der Leibgarde sollen in der Ab- sicht, den Präsidenten Tschiangkasschek zu ermorden, in sein Schlaf- zimmer eingedrungen sein, sich aber wieder zurückgezogen haben, als sie ihn nicht schlafend fanden. Mord auf der Bühne. Eine Kolakeniat Moskau. 30. August.(Ost-Expreß.) Auf offener Bühne ist vor einer größeren Zuschauermenge im Dorf M u s ch k o w o der Leiter der dortigen kommunistischen Jugend- organisation Petrenko ermordet worden. Die Tat geschah wich- rend einer Liebhaberaufführung, wöbet Petrenko entsprechend der Handlung des aufgeführten Dramas erschossen werden mußte. Die sowjetfeindliche Bauerngruppe des Dorfes hatte«s nun ver- standen, den zur Verwendung kommenden Revalner mit Icharsen Patronen anstatt mit Platzpatronen laden zu lassen und Petrenko wurde von einem der Mitspieler, der völlig ahnungslos war. auf diese Weise getötet. Di« Anstifter des Komplotts sind livt' Zuchthaus von 2 bis S Jahren bestraft worden. Zuzug zum Schuhbund. Mahnung zur Besonnenheit. Wien. 30. August. lCigeubericht.) 3n ein« erweiterten Sitzung de» Bundesvorstandes des Re. puklikonischen Schuhbundes referierte Dr. Deutsch über die poNtifche Loge und die nächsten Ausgaben. Deutsch gedachte zunächst der Toten von St. Lorenzen und mies dann daraus hin, daß die Putschisten im Lager der fjeimwehren einen immer grötzcren Einfluß gewonnen hätten.?m Augenblick wären sie vielleicht etwas«nüchtert, ab« man müsse damit rechnen, daß sie schon in den nächsten Wochen wied« zu neuen Streichen ausholen. So wenig d« Schuhbund Zusammenstöße suche, bleibe ihm in d« gegenwärtigen SituaNon nichts übrig. als aus jede Eventualität vorbereitet zu sein. Dem Schutzbund seien seit St. Lorenzeo viele Tausende neuer Mitglieder zugeströmt. Zetzt gelte es vor allem kaltes Blut zu bewahren und besoud«? darauf zu achten, daß nicht durch 21 n. befonnenheiten einzeln« den Gegn«n ein Vorwand zu ..Aktionen" g-geben w«de. Sozialdemokratischer Parteisekretär verhastet. Wien. 30. August.(Eigenbericht.) In K a p s e n b« r g bei Graz wurde der sozialdemokratische Parteisekretär Tösch unter dem Verdacht der schweren Körperverletzung verhaftet. Er wird von fünf Heimat- schützlern beschuldigt, in St Lorenzen geschossen zu haben. Ein Heimwehrmann behauptet sogar, Tösch habe den Schuß abgegeben, der einen Schutzbündler zu Tode getroffen hat. Diese Beschuldigungen sind absolut erlogen. Tösch hatte keinen Revolver bei sich und stand in der Nähe des sozioldetnokratifchen Landtagsabgeordneten Walisch, der bestätigt, daß Tösch keinen Schuß abgefeuert hat. Die Verhaftung ist um so merkwürdig«, als die Heimatbündler, die den Hebers all auf die sozialdemokratisch« Versammlung unternommen und geschossen haben, bisher nicht unter Anklag« stehen. Hintermänner des Nombenkampses. Oer Krieg um Neumünster. Aus Neumünster(Holstein) wird uns geschrieben: Inmitten einer bestellten Demonstration zu Ehren des ans dem Gefängnis entlassenen H a m p k« n s- Tetenbüll führten die völkischen„Candoolk'-Leute ihre Sensenfahne mit. Bei dem Versuch, die Demonstration aufzulösen und die Fahne zu beschlagnahmen, kam es zu Tätlichkeiten mit der Polizei, in deren Verlaus der Sensenfahnenträger verletzt wurde. Mit der verunglückten Demonstration war aber noch nicht die Reklamesucht der Landvolkfllhrer erledigt. Sie proklamierten den Boykott der Stadt und schlugen schließlich Friedensbedingungen vor, die die.Kriegsentschädigung" zur Abwechslung einmal von dem Sieger forderten: die B c- seitigung des sozialdemokratischen Bürger- meisters, Rente für den Fahnenträger, bore 10 000 Mark, weitere Reparationen und die Erfüllung ähnlicher Scherze und mehr wurden verlangt. Der Regierungspräsident, der die beteiligten Feinde zu einer Besprechung einlud, erhielt eine Absage, in der er,„der bochoerehrte tapsere Volksgenosse" als der hervorragendste Vertreter des„jüdischen Aussaugungssystems" bezeichnet wurde, dessen ..Diener dem wertschosfenden Steuerzahler mit dem Gummiknüppel den. bläuen Orden der Republik oerleih«". In dem Brief heißt es weiter, daß der„Regierungspräsident samt seiner Nlique überhaupt nicht für das Landvolk existiere" und„nicht mit Verhandeln, sondern mit seinem Verschwinden am besten diene". Di« unt«zeichn«ten Landvolksührer nannten sich unter- schriftlich„Die Ritter des Gummiknüppelordens zum blauen Fleck". Dieser.-Humor" ist zwar etwas eckig, aber drastisch. Solange er indessen getrocknete Tinte blieb, mochte es noch hingehen, weimgleich cz besser gewesen wäre, von vornherein ebenso ruhig und ziel- bewußt wie energisch dem doch immerhin kleinen Häuflein der Völkischen den nötigen Respekt vor dem Staatsganzen beizubringen. So richtig es ist, daß allzu scharf schartig macht, so richtig ist«s. daß Verhandlungswille dort als Schwäche ausgelegt wird, wo die Feit zum Verhandeln längst vorüber ist. Die eigentliche Antwort Oer Völkischen auf den Vorschlag des Re- gierungspräsidenten war jedoch nicht die Absage der„Ritter des Gummiknüppels", sondern die Höllenmaschine im Hause des Regierungsviz« Präsidenten Grimpe in Schleswig. Rur durch einen Aufall blieb diesesmeil ein Unglück vermieden. Als Urheber kommen zweifellos dieselben Kreis« und Personen in Frage, die hinter den bisherigen Attentatsversuchen in Schleswig-Holstein stehen. Parteipolitisch gesehen ist die Landvolkbewegung nicht stark. Sie hat einige Rester an der abgelegenen Westküste, wa sich die Hitler-Iünger sestgesetzt haben und van wo a>is«sse dann und mann ibr« Streiszüg« unternehmen. Ihre Herrschaft nersuehen sie mit allen Mitteln festzuhalten und der Bauer und Kleinstädter, auch wenn er nicht völkisch denkt, ist in der Regel viel zu phlegmatisch, als daß«r den Versammlungslöwen mit der nötigen Entschlossenheit ent- gegentritt. Wie wenig die nölkische Bewegung in Schleswig-Holstein in Wahrheit bedeutet, werden die kommenden Provinzial- und Gememdewahlen im November am besten zeigen. Indessen befreit diese Tatsach« die behördlichen Organ« nicht von der Pflicht, auch von sich aus jene Maßnahmen zu treffen, die den festen Willen zur Energie verspüren lassen. Maßregelungen der P o l i z« i o r g a n e, wie jetzt in Neumünster, erreichen das Ziel nicht, sondern verstärken die Auffassung der Hitler» Leute, daß sie einen schwachen Gegner ungestraft verhöhnen dürsen. Admiral Tipliii. Das Nevowt'onsschiff.»Forte4'. Port os Spam, im August.(E'genhericht.) Wenn es nicht wieder einmal um den deutschen Nomen ginge, könnt« dos Abenteuer des Dampfers Falke, der nach seiner revolutionäen Irrfahrt noch Venezuela endlich in den hiesigen Hasen eingelaufen ist, als lächerlich und im gewissen Sinne operettenhaft betrachtet werden. Die Vernehmung des Kapitäns und der Mannschaft durch die britischen Hafenbehörden baben Tatsaehen ergeben, über die man in- mitten des 20. Jahrhunderts nur verwundert den Kops schütteln kann. Kapitän T i p l i t t, ein Mann, aus dem man nicht recht klug werden kann, ob«r zum Narren geholten worden ist oder die venezulanischen Revolutionäre zum Narren gehalten hat, erklärte, daß sein Schiff die Farben der neuen revolutionären Regierung (die noch keine» Fuß in ihr Land gesetzt hatte und nur aus '22 an Bord befindlichen Revolutionären bestand) geführt hätte. Westert Erklärungen brachten die erstaunliche Tatsache zutage, daß der Kapttän, al»« der neuen revolutionären Regierukig den Treueid geleistet hast«, zum ersten und gleichzeitig einzigen Admiral Geieilie Keile- doppelte Keile. (Stahlhelm und Hakenkreuz sitzen zusammen im Vorstand des Hugenbcrgschen Volksbegehren«.) Polen liquidiert weiter. Zugleich muß es Widerrechilichkeit zugeben. W a r s ch a n. 30. August. Zm polnischen Regi«ungsanzelg« werden zwei sogenannte 3. Liqnldalionsbeschlüsse veröffentlicht, wonach das Eigentum in den Besitz des polnischen Staate» übergeht. Es handelt sich l. um das der Familie von Oerhen gehörige Rittergut Pempowo (3066 Hektar) und 2. um den klein grundbesitzsr Paul Fritz. Marlschen. kr. wirsih. Die Räumungssrist beträgt im ersten Fall einen Monat, im zweiten vierzehn Tage. Im Falle des Ritterguts: Pernpowo im Kreise Gostyn, das einen Umfang von 3066 Hektar hat, Besitz des Herrn v. Oertzen ist und mit seinem gesamten lebenden und toten Inwentar in dos Eigentum des polnischen Staates übergeht, ist die Höbe der Eist- schädigung auf 6 969 000 Zloty festgesetzt. Einen Monat nach Uebergabe des Gutes an den neuen Besitzer muß der bisherige Eigentümer feinen Besitz verlassen. Für das Hausgrundstllck des Paul Fritz in Mratfchen, be- trögt die Entschädigung 1000 Zloty. Gegen diese Entschädigung werden jedoch 1176,65 Zloty Liquidotionskosten aufgerechnet, so daß das Grundstück tatsächlich ohne jede Gegenleistung in den Besitz des polnischen Staates übergeht. Die Schuld von l76,65 Zloty wird dem Enteigneten erlassen. Die nächste Nunun« des Gesetzblattes veröffentlicht obermol? sechs Beschlüsse des Liquidationskomitees in Posen vom 23. August. Es handelt sich hi« um sechs kleinere städtische Objekt« im Werte zwischen 3000 und 6000 Zloty. Es sind dies: ein Objekt in Usch, eines in Teinpelburg, in Wollstein, Podgorz, Schweiz und Ezyzyhow. Zehn Tage nach Uebernohme der betreffenden Bc- sitze durch die Neuerwerber müssen die alten Besitzer die Grundstücke verlassen. 360 Liquidationen als widerrechtlich anerkannt! Gens, 30. August.(Eigenbericht.) Im Dölkerbundssekretariat wurde am Freitag abend zwischen Polen und Deutschland ein Abkommen über die Regelung der oberschlesischen Enteignungen unterzeichnet. Polen hatte rund 40 000 Hektar Boden von Personen enteignet, die als deutschgesnnt bekannt waren, aber auf Grund des Wiener deutsch-polnischen Abkommens 1924 Anspruch aus die polnische Staatsangehörigkeit machten, lieber 365 besonders krasse Fälle ist unter der Leitung des Präsidenten des gemischten ober- schlesischen Schiedsgerichtes in Paris verhandelt worden: In 154 Fällen wurde den Enteigneten die polnischen Stoatsbürgerrecht« zuerkannt und dies« Liquidationen für unzulässig erklärt. 40 Fälle betrajen juristische Personen, wie Genossenschaften usw: sie werden laut dem Abkommen dem Haager Gerichtshof überwiesen. Die rechlichen Fälle, z. B. alle die. bei denen Frau und Mann in Gütergemeinschaft leben, aber nur einer von ihnen die polnische Staatsangehörigkeit fordern kann, müssen ab 1. Dezember d. I. von einer deistsch-polnischen Kammission geprüft werden. Dieser Kommission kayn Deutschland bis zum 1. Oktober noch weitere Fälle melden. Die bis zum j. April 1030 ftrsttig bleibenden Fäll« werden dem Haoger Gerichtshof überwiesen. Fast alle Liquidationen, deren kostenlose Rückgängigmachung Polen bisher zugestehen mußte, waren Ansang 1926 von Polen Deutsehland gemeldet worden mit dem Anerbieten, die Liquidation gegen Entschädigung durch Deutschland rückgängig zu machen. Venezuelas«rnanut worden war und davon in feierlichster Weise Kenntnis vor seiner Mannschaft genommen hatte. Mit fliegenden Revolutionsflaggen fuhr dos Schiff in den Hosen von C u m a n a ein und begann seine Revolutionäre mit Munition und Waffen auszuladen. So weit war olles programmäßig und ganz der Tradition lateinamerikanischer Revolutionen angepaßt. Aber im Handumdrehen wurde die Geschichte ernsthaft, als die Regieryngs- truppen den Kampf aufnahmen und auch das Schift beschossen, wobei der dritte Ofsizier des„Falke" getötet wurde. Nach zweistündigem Kampfe zog„Admiral" Tiplitt vor, den Hafen mit großer Eile zu verlassen und nach Grenada zu fahren, wo er den Rest seiner Munitionsladung und seiner revolutionären Ueberbleibsel an Land setzte. Unter anderem Nomen kam das Schiff dann hierher. wo ober die Behörden dank der Radiowarnungen der venezulanischen Regierung rasch herausfanden, wer sich hinter dem Namen„Anzo Ategui" versteckte. Jeder Verkehr zwischen Schiff und Hafen wurde sofort verboten, Lieferung von Vorröten und Kohle an dos Schiff streng untersagt, und augenblicklich kann kein Mensch sagen, was aus dem Schiffe werden wird. Der deutsche Generalkonsul hat in längeren Vernehmungen d« Schisfsossiziere und der Mannschaft feststellen können, daß der Kapitän die Leute mit der Pistole in der Hand gezwungen hatte, seine Befehle ouszuführen. Die Leute er- klärten, mit dem Kapitän nicht mehr auszufahren. Aber, Herr prasideni! Wie steht es mit der Toleranz? I. Aus dein Freiburger Katholikentag sprach Reichskanzler o. D. Marx am Donnerstag unter heftigen Angriffen auf die welt- liche Schule über„Neuzeitliche Schulfragen". Marx bedauerte unter anderem, daß es bisher nicht gelungen sei, die Bestimmungen der Reichsversassung über das Schulwesen in vollem Umfange zur Durchführung zu bringen. In Preußen habe man neuerdings die Kinder, die auf Grund der Weimarer Berfas sung noch der Erklärung ihrer Eltern am Religionsunterricht nicht teilnehmen sollen, in sogenannten Sa m m e l s ch u l e n vereinigt. Diese Regelung hkoe im Laufe der Zeit zu immer größer werdenden Trianon-Theater. „Das kommt doch alle Tage vor.4' Eine Schriststellerehe geht infolge mehrerer Seitensprünge des Mannes auseinander und im dritten Akt auf unwahrscheinliche Weis« wieder zusammen. Dos bemerkenswert nichtssagend« und alt- modische Lustspiel(von Sven N««rgard) führt Johannes Rieman« zu«tnem freundlichen Erfolg. Dgr. Schwierigkeiten geführt. Infolgedessen könnten die deutschen kalho- liken vielleicht schon in nah« Zukunft vor die schwersten Entscheidungen gestellt werden. Dann ab er geHees umsGanze und dann werde die Kampfparole lauten: Hi« christliche und konfessionelle Schule, hie weltliche und religionslose Schule. II. Am Freitag sprach der Präsident des Katholiken- i a g e s in der ersten öffentlichen Versammlung nach der üblichen Huldigung des Papstes der preußischen Stoatsregierun g Donk aus doftir, daß sie durch Abschluß des Kirchenvertroges„sür Preußen auf weitem Gebiete die Gefahr st ö r e n d e r Kon-' s l i k te mit der kätholisehen Kirche«ich damit auch den katholischen Staatsangehörigen auf absehbare Zeit ausgeschlossen" habe. Dann beschwerte er sich über gehässig« konfessionelle Angriffe gegen die Katholiken und fügte hinzu:„Es sind noch niemals lan-' fessionelle Angriffe auf Katholikentagen erfolgt!" III. Der Präsident, der diese Rede hielt und diese Toleranz predigte, war derselbe Dr. Wilhelm Marx, der tags Zstvar so heftige Angriffe auf die weltliche Schule richtet« und„schwerste Entscheidungen der Katholiken" schon für die nächste Zeit ankündigt«. Aber, Herr Präsident! Wie verträgt sich das eine mit dem andern? Soll die Duldsamkeit nur gegen Katholiken gelten, nicht ober für solche, die anderer Weltanschauung sind? Siecherei in Weißensee. Halenkreuzler die Täter. Inder Parkstraße in Meißensce iste» gesi«n abend nach Schluß ciner kommunistischen Versammlung zu schweren Zu- sammenslößen zwischen Kommunisien und hakenkreuzlern gekommen. Diese, zum größten Teil schwer bewaffnet, drangen aus ihre Gegner ein und zwei Kommunisten«litten schwere Stichver- lchungen; sie wurden von der Polizei ins HJeißense« Kranken- hau» gebracht. V« Täter, von dem festgestellt werden konnte, daß er d« Hitler-Partei angehört, konnte s e st g c n o m m en werden. Ein Rationalsozialist soll leichte Verletzungen erlitten haben. Bei der gestrigen Vemonstrotion d« Kommunisten am Molken- markt wurde ein Kommunist, der aus einen Passanten ein zu- schlagen versuchte, festgenommen. Genosse Paul Löbe befindet sich seit einigen Tagen in Mergentheim wegen seines Gallenleidens zur Kur. Beunruhigende G-rückite. die von der Notwendigkeit einer Operation sprachen, haben sich«rsreulicherweise als unbegründet herausgestellt. vle Interparlamentarisch« Union wird auf Einladimg der Arbettevportei 19S0\n London tagen. Arbeitsmarktpolitik! produkiivitat und Arbeitslosigkeit. Während rm SozlakpoNtischen Ausschuß des Reichstags der aus- sichtslos« Versuch gemacht wird, mit dem Rcchenstift den Arbeitsmarkt auszugleichen, leben Millionen, die arbeitslos waren, sind, und sein werden, unter dem Alpdruck der Arbeitslosigkeit. Fast täglich be- kommen wir Zuschriften, die davon Zeugnis ablegen und meist gut- gemeinte Vorschläge zur Abstellung der Arbeitslosigkeit enthalten. Die Arbeitslosigkeit ist nicht„ein Ding an sich", ist nicht ein« „nersicherungstechnisch" zu lösend« Frag«. Sie ist verbunden mit der Gesamtwirtschast und kann nicht..ersaßt" werden. wenn man die Gesamtwirtschast außer Acht läßt. Sie kann bei einer ruckständigen Produktionstechnik sehr gering sein— wie das während der ersten Nachkriegsjahre in Deutschland der Fall war— ohne daß deshalb der Produktionsstand ein— im Vergleich zu anderen Industrieländern— hoher ist. Sie kann sehr hoch sein— wie seit Anfang 1928 in Deutschland— während gleichzeitig Produktion und Produktivität stark gestiegen sind. Groß« Arbeits- losigteit ist also nicht notwendig ein Zeichen niedergehender Konstruk- tur, sondern des fehlenden Gleichgewichts zwischen Produktivität, Kaufkraft und Arbeitszeit. Deshalb führen all« Vorschläge, die nicht aus die Herstellung dieses Gleichgewichts abzielen, auf Abwege oder in eine Sackgasse. Die Ausschaltung der Arbeitslosen aus der Arbeitslosenversicherung au» Rücksicht auf die öffenllichen Finanzen überweist die Ausgefchal- teten der Wohlfahrtspsleg«, führt also gerade zur Belastung der Lsfentlichen Finanzen. Daß das Reich nicht einfach den Ländern und Gemeinden neu« Losten auferlegen kann, ohne sich um die Auf- bringung der Mittel zu kümmeinr, liegt auf der Hand. Es ist eine grobe Selbsttäuschung, wenn man glaubt, die Gemeinden und Länder könnten und würden aus eigenen Mitteln die durch die so- genannte Reform der Arbeitslosenversicherung geplant« Belastung der Wohlfahrtspflege tragen. Ganz unzulänglich, wirtschaftlich und sozial überholt sind die Vorschläge, die daraus hinausgehen, die Frauenarbeit— besonders die Arbeit der oerheirateten Frau— durch Männerarbelt zu erfeßen. Im Zeitalter der Gleichberechtigung der Frau kann man diese Gleichberechtigung nicht politisch begrenzen. Man kann der Frau auch nicht die schlechtbezahlten Arbeiten vorbehalten. Und die Ausschaltung der oerheirateten Frau, deren Mann ein aus- kämmliches Einkommen hat—«in dehnbarer, schwer abzugrenzender Begriff— würde der großen Masse der Arbeitslosen, d. h. den Saisonarbeitern und den Ungelernten gar nichts nützen. Ganz ab- gesehen davon, daß heute das Arbeitseinkommen die einzig« Aus- steuer der großen Masse der Frauen ist. ohne das eine Eheschließung r- man denke nur an die Kosten einer Neuwohnung und der dazu gehörigen Einrichtung— in Frag« gestellt wäre. Wollte man nach dieser Richtung ein« Regelung vornehmen, dann würde man ent- weder unerträgliche Zuständ« schassen, oder zu einem so geringen Ergebnis kommen, das weder den Aufwand lohnt, noch«ine irge:td. wie ernsthaft fühlbare Erleichterung auf dem Arbeitsmarkt brächte. Die gegenwärtig« Arbeitslosigkeit in Deutschloiüz ist im wesent- lichen ein« Folge d«s Krieges und der R a t i o n a l i s i e- rung. Soweit das Baugewerbe in Betrocht kommt, ist es in der Hauptsache eine Kriegsfolge. Di« fehlenden Wohnungen können nicht im ausreichenden Maße gebaut werden, well das bescheiden verzinste Sparkapital infolg« des Krieges noch nicht so aufgefüllt ist, um den Vaumarkt ausreichnend und billig zu finanzieren. Und die Hauszinssteuer wird zum guten Teil anderweitig oerbraucht. Aber auch beim Baugewerbe, das die Geschäftslage vieler Gewerbe- zweige beeinflußt, spielt die Rationalisierung ein« nicht geringe Rclle bei der AusschaUung der Arbeller. Zu dem mangelnden Wohnungs- bau kommen die mangelnden öffentlichen Bauten, die ein« Frage der öffentlichen Finonzwirtschaft sind. Di« Rationalisierung hat die Produktionsleistung des Arbeiters und Angestellten ganz erheblich gesteigert, im Durchschnitt vielleicht verdoppelt. Dazu kommt eine Umschichtung, die Ersetzung der er- fahrenen, gelernten Arbeitskräfte durch jüngere, ungelernt«, oft weib- liche. Die Kauftraft, also das Einkomm«n der großen Massen müßt« ganz außerordentlich gesteigert werden, wenn für die gesteigert« Pro- duktivität«in entsprechender Absatz geschaffen werden soll. Das ist aber ein viel zu langsamer Prozeß, der dem technischen Fortschritt nur im wellen Abstand nachhinkt. Deshalb muß zur Ergänzung die viel leichter und schneller durchzuführend« Der- kürzung der Arbeitszeit Helsen, die Arbellslosen wieder in die Pro- duktion einzureihen. Eine von der Gesellschaft bestimmte Arbeitsmarktpolitik tut not. Sie muß dos Problem von allen Sellen anpacken: Stärkung der öffentlichen Finanzen zur Förderung der öffenllichen Arbeiten und des Wohnungsbaus; Konjunkturousgleich bei Der- gebung öffentlicher Aufträge; Verkürzung der Arbeitszeit entsprechend der Produktiollät, Beselligung der Ueberstunden und schärfstes Vor- gehen gegen Uebertretungen der Arbellszeitbestimmungen, Förderung der gewerkschaftlichen Lohnpolitik. Auch wenn ein« solch« Arbeitsmorktpolitik betrieben wird, werden die Zellen von mehr oder weniger großer Arbeitslosigkeit nicht völlig verschwinden. Aber verschwinden wird die Arbeitslosigkeit als Alpdruck der Schaffenden, als schwere Belastung der öffentlichen Finanzen und der Wirtschaft. An diefreienGewerkschasterBerlinö An die Rohrleger und Helfer! Di« Spalter der Rohrlegerbranche Niederkirchner, Kohn und Komp. bestreiken einen Tell der Berliner Betriebe. Wi« Niederkirchner offen ausgesprochen Hot. richtet sich seine Unternehmung weniger gegen die Unternehmsrorganisation, sondern vor allem gegen den Deutschen Metallarbeiteroerband. Der Deutsche Metallarbellerverband hat vor«inigen Monaten einen Tarifvertrog mll dem Arbeitgeberverband der Zentral- Heizungsindustrie. Gas- und Wasserleitungsfachmänner und des Klempnergewerbes zu Berlin abgeschlossen. Dieser Vertrag hat sowohl im Lohn wie in den sozialen Bestimmungen Verbesserungen gebrocht, die von der Verwaltung in Verbindung mit Niederkirchner verhandelt wurden, ein Vertrag, der sich durchaus sehen lassen kann. Fast ein st immig wurde van den Kollegen Rohrlegern und Helfern die dem Deutschen Metallarbeiter- Verband treu geblieben sind, das Verhandlungsergebnis a n» genommen. In freier Vereinbarung wnrde der Lohn in der Spitze in der Zell vom 1. Juni 1929 bis 30. September 1929 u m 7 P f. pro Stunde und vom 1. Oktober bis 31. Mörz 1930 um weitere 4 Pf. pro Stunde erhöht. Danach beträgt der Stunden- lohn für einen Rohrleger vom 1. Juni 1929 ab 1,66 M. pro Stund«, vom 1. Oktober 1929 ab 1,70 M. pro Stunde. Daneben sind nicht zu unterschätzende Verbesserungen des M a n t e l t a r i f s«rziest worden. Unter Beachtung dieser Tatsache wird die freigewerkschaftlich organisierte Arbellerschaft Verlins oerstehen, daß der Deutsche Metallarbeiterverband und seine Mitglieder zu dem Tarifvcr- trog siehe« und zu seinen Bedingungen arbeiten. Niemand darf glauben, daß zugunsten des Spallers Nisderkirchner und seiner Ge> treuen der Deutsche Metallarbeiteroerband tarifbrüchig wer- den wird. wir stehen zu dem Tarif. weil er die G r u n d l a g« bildet für die weiter« Hebung der wirt- schofllichen und kullurellen Interessen der Rohrleger und Helfer Berlins. Eine Organisation von der Größe des Deutschen Metallarbeller- Verbandes, der im Deutschen Reich mehr als 900 000 Mitglieder zähll— die Verwaltungsstelle Berlin zähll davon fast 90 000 Mitglieder— wird weller darauf sehen müssen, daß sie ihrer Macht«nt, sprechend auch ernst genommen wird. Seinen Einfluß nicht nur auf die Lohnverhältnisle der Rohrleger und Helfer, sondern auch der sonstigen Metallarbeiter würde der Deutsche Metallarbeiterverband untergraben, wenn er Riederkirchner und seinen Anhang ruhig schalten und walten lassen wollte. Wenn die„Vereinigung der Rohrleger" uns den schärfsten Kampf angesagt hat. so nehmen wir diese Kampfansage nicht tragisch. Gleichartige Geschehnisse wiederholen sich oftmals im Leben! Auch Niederkirchner hat seinen Vorgänger gehabt in der Berliner Berwallungsstelle. 1906 hat W i e s e n t h a l ebenfalls die Rohr- leger und Helfer gespollen. Damals wie jetzt die gleichen Beschimpfungen und Verleumdungen gegen den Deutschen Metallarbeiterverband und sein« Führer. Sehr schnell hat sich Wiesenthal unmöglich gemacht. Auch Riederkirchner wird durch Beschreiten des gleichen Weges früher oder später bei der Arbeiter- schpft erledigt sein. Der Streit der„Riederkirchner-Vereinigung" zeigt schon jetzt die größten Schwächen. Die„Vereinigung" hat bekanntgegeben, daß in der ersten Woche keine Streikunter st ützung gezahlt wird. Unterstützungen sollen gezahlt werden„nach Maßgabe der vorhandenen Gelder". Welch dehnbarer Begriff!— Die Mittel zur Führung des Streiks sollen durch Sammellisten aufgebracht werden, vi« in Arbeit stehenden Rohrley«? und Heller sollen ver- pflichtet sein,>knen oder mehrere Stundenlöhne abzuführen. kein Arbeller in d« Metallindustrie und kein Rohrleg« und helf« ist verpflichtet, irgendeinen Stundenlohn abzuführeo. Die organisierten Rohrleger und Helfer, denen es unmöglich gemacht wird, ihre Arbeit fortzusetzen, werden vom Deutschen Metallarbeiterverband unterstützt. Riederkirchner ist aber auch in diesem Kampf seinen bisher ge- heiligten Traditionen untreu geworden. Früher wurden die Führer des Deutschen Metallarbeiterverbandes und der anderen freien Ge> werkschoften als„Beiräte r" beschimpft, wenn nicht ein Streit aus der ganzen Linie erfolgte. Es wurde verlangt, daß er möglichst auf da» ganze Indu st riegebiet ausgedehnt würde. Riederkirchner hat aber„aus streitstrategischen Gründen" nicht alle Betriebe der Zentralheizungsindustrie, Gas- und Wasser- leitungsfachmänner und des Klempnergewerbes zu Berlin zum Kampf aufgerufen. Heut« kann schon festgestellt werden, daß gnade die Velriebe, in denen die größten Schrei« der Sommn- nisten sitze», ihre Arbeit fortsetzen und ruhig die anderen für sich streiten lasten. Also mit der Parole:„Jeder Kampf muß auf der brestesten Grund- läge geführt werden", scheint es, wenn die Kommunisten einen Kamps führen, vorbei zu sein. Auch die von den Kommunisten so oft gepriesene Demo- k r a t i e wird In diesem Streit nicht angewendet. Bei den Betrieben, die sich zurzest im Streit befinden, hat eine geheim« Ab- stimmung meistens nicht stattgefunden. Selbst in den Betrieben, wo eine geheime Abstimmung stattgefunden hat, und sich die Mehrarbeit der Arbeiter für Fortsetzung der Arbeit erklärte, wurden die Arbeiter usiter dem größten Terror von der Arbeit ferngehalten. Wir appellieren deshalb an die freigewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft— und besonders an die Bauorbeiter—, daß sie den im Deutschen Metallorbeilerverbood organisierten Kollegen auf den Baustellen keine Schwi«igke>ten bereiten. Sie hoben die Pflicht als freigewerkschaftlich organisiert« Kollegen, uns«« Kollegen gegen den Terror der Kommunisten in Schutz zu nebmen. Sie achten ihren Tarifvertrag; wir wünschen für unsere Kollegen das gleiche. Di« im Deutschen Metollarbeiterverband organisierten Rohrleger und Helfer sind keine Streik- b r e ch e r, wie fortgesetzt behauptet wird. Aus diesem Grunde muß ihnen der Schutz eines jeden an- ständig denkenden Kollegen zur Seite st ehe«. Di« Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Verwaltungsstelle Berlin. Hilfe für pirmafens. Eine Initiative im Reichsarbeitsministkrium. Das Reichsministerium für die besetzten Gebiete Ist vom Reiche- arbeitsministerium gebeten worden, wegen der außerordentlichen Belastung der Stadt Pirmasens auf dem Gebiete der össent- lichen Fürsorge mfolg« der Riesenarbeits-osigteit in der S ch u h i n d u st r i« mit Bayern in Fühlung zu treten. Die Zu- lassung weiterer Berufe des Pirmasenser Gebiets zur Krisensürsorgc wird zurzeit im Reichsarbeitsministerium«wagen. Hoffentlich folgen den Erwägungen bald Taten. Zum Sirei? bei Tema. Ohne Zustimmung und Wissen des OMV. Seit einigen Wochen streiken die Arbester der Firma Torna, ohne die Sanktion des Deutschen Metallarbeiterverbondes zu haben. Die Vorgeschichte des Streiks ist kurz folgend«: Nach Abschluß des Lohnabkommens zwischen dem Deutschen Metallarbeiterverband und dem Verband Berliner Metallindustrieller auf Grund des Schiedsspruchs des Schlichtungsausschusses entstanden Differenzen über die Durchführung des Vertrages. Diese Dffferenzen wurden in längeren Verhandlungen teils direkt mst den Firmen, teils mit dem VBMJ. geordnet. Auch über die Firma T« r n a wurde nn VBMJ. verhandelt. Es kam zu einer Verständigung, jedoch wurde zur Ausräumung einzelner Fragen vereinbart, daß die weiteren Verhandlungen im Betrieb selbst statffinden sollen. Ehe diese Verhandlungen noch begonnen werden konmen, hatten die Arbeter auf Anordnung der KPD., ohne ihre Organisation davon zu verständigen, die Arbeit niedergelegt. Unter dielen Umständen konnte der Deutsche Metollarbeiterverband dem Streik die Sanktion nicht geben. Darüber erzählt nun die„Rote Fahne" eine lange Räuber- geschichte, wobei auch Genosse U r i ch, wie das so üblich ist, persönlich angegriffen wird. Im übrigen war Genoste Urich zurzeit des Aus« bruchs des Streiks gar nicht in Berlin. Vorgehen der Tapezierer. Oer berliner Lohntarif gekündigt! In der Mitgliederversammlung der Topeziererbronch« am 23. August wurde eingehend über di« Kündigung des Lohntarifs be- raten. Der Branchenleit« Hohls berichtete über di« Gründe, die bis- her gegen eine Kündigung sprachen. Bei Ablauf des Abkommens— 31. Mörz 1929— lagen die Verhältnisse auf dem Arbeits markt so schlecht, daß eine Forderung auf Erhöhung der Löhne kein beson- deres Resultat versprach. Deshalb ließ man das alte Abkommen weiter laufen. Nachdem die Derhältnisie sich nunmehr gebestert haben, so daß einzeln« Unterbranchen nicht nur befriedigend, son- der« sogar gut zu wn hoben, empfahl die Bronchenleitung die Kün- digung des Abkommens zum IS. September. In der Debatte wurde gesagt, die Kündigung hätte schon früher vorgenommen werden müssen, da die Lebenshaltung eine dauernd« Steigerung erfahren hat. In seinem Schlußwort betont« Hohl», daß der Verband zwar alle organisatorischen Vorberestungen für eil« erfolgreiche Lohn- bewegung getroffen habe, daß aber trotzdem die Kollegenschost sich der Situation bewußt sein und alles dazu tun müsse, um die Or- ganisattonsleitung zu unterstützen. Die Kündigung wurde hier- auf einmütig beschlossen. Osten berichtete dann vom 7. Internationalen Kongreß der Holzarbeiter. Die Tapezier« sind der Internationalen Union an« geschlossen. Die internationale Verpilechtung ist stark geworden. Ueber ein« Million Mitglieder in 30 Verbänden verteilen sich auf 26 Län- der in vier Erdteilen. Der B«icht fand die beifällige Ausnahme der außerordentlich stark besuchten Versammlung. Ein erfundenes Geheimschreiben. Die Verleumder triumphiereo zu früh. Di«„Rote Fahne" veröffentlichte am 23. Juli«in angebliche» Geheimschreiben des Zentrolvorstandes des Lederarbesterver- Höndes an seine Verbandsangestellten, in dem diesen Anweisungen erteilt werden, wie sie die„Säuberung der Zahlstelle Berlin" von den Kommunisten vornehmen sollen. Dieses Schreiben war, wie im „Vorwärts" bereits festgenagelt wurde, von A bis Z erlogen. Der Zentralvorstand des Lederarbeiterverbandes wollt« zunächst durch eine Beleidigungsklage gegen den verantwortlichen Redakteur der„Roten Fahne" die Verlogenheit der kommunistischen Bericht- erstattung an den Pranger stellen, hat aber das Sühneverfahren auf juristischen Rat hin rückgängig gemacht, weil er sich über die Zweck- losigteit dieses Vorgehens klar wurde. De„Rote Fahne" teilt die!- Tatsach« ihren Lesern gestern unter der Ueberschrift:„Die Spalter des Lederarbeiterverbandes gestellt", mst und knüpft an die Mittei- lung die Schlußfolgerung, daß damit der Beweis erbracht sei. welches schlechte Gewissen die„Bureaukraten" des Lederarbeiterver- bände» hätten. Sie verschweigt aber, daß ihr der Lederarbeiter- verband auf Grund des§ 11 des Pressegesetzes eine Berichtigung zugesandt hat, deren Veröffentlichung von ihr bis jetzt jedoch nicht erfolgte. Die„Rote Fahne" hat etwas zu früh di« Angelegenheit als„er- ledigt" gemeldet. Sie wird noch Gelegenheit haben, vor Gericht den Beweis für ihre schmutzigen Behauptungen gegen den Derbandsvor» sitzenden des Lederarbeiteroerbandes schuldig zu bleiben. «»chtrockcr! lt.««,1,1(«»cht. nnb SAhWotb«»«,); Stinnto« JO Uhr. Bcrsannnlun« im D«rlincr«lubbau«. OHrnfttoftf. Di« Srbeltsmarttlase im Scwkrbc«rfvrdert da« Ersthein«n aller Mitglirdrr. �reieGewertschafts-Iuqend Berlin. Nibwa«. Dr,.denfahrt! Di» DestbetrSa« fih dl« Dresdenladrt lind umarhcat in dcr Ius-nd«nt«ilc«in�uablen. Iuaendaruppe Zentralverbandes der Anaestellten. Heute, Cannabend. Spiel und Sport auf btm Sportplatz im Humboldt- bain ab 18 Ubr. Verantwortlich wr Politit: Richard Berasteia: Wirtschaft: S. RliagelhLfer: Gevarkschaftsbewegung: Steiner; Feuilleton: Dr. Iah» Schitowakl: Lokales und Sonftiaes Kritz Sarstadt: Anaewen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Berlaa: Vorwärte-Derlag(5. m b. H. Berlin Druck: VorwSrts.Bu6)druckerei und Berlaasanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstrane». Hierzu eine Beilage... Unterhaltung und Wissen" und„Zugend-vorwäria". SaBiserg Bs» BerBink Eines der ältesten Einheitspreis-ünterneiimen Deutschlands, das bisher in den Städten Köln. Leipzig, Dresden, München, Hannover, Essen, Frankfurt a. NL. Nürnberg. Stuttgart, Wiesbaden Verkaufsstellen unterhielt, eröffnet beute am 31. August seine eista Filiale in Berlin. Königstr. 25- 26. Salberg bringt in nmr drei Ein- heitspreislagem(1.— M, 3— M., 6.— M.» die letzten Nenheiten in Geschenk- u. Bedarfsartikeln, Gala.iterie. Lcderwaren, Bijouterie und leistet durch Zentraloinkauf für 13 eigene Geschäite Unübertreffliches. Ein Besuch der Geschäftsräume der Finna ist unbedingt lohnend. Jlr. 407* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 31. August 1929 Tinige Minuten von Neustadt an der Dosse(Berlin— Hamburger Bahn) entfernt liegt das Dorf K a m p e h l. Ein Eifersuchtsdrama, daß sich hier vor ungefähr 2S0 Iahren zwischen einem Junker und einem Schäfer abgespielt haben soll, macht den Ort zum Ziel vieler Wanderer, die die Mark Brandenburg nicht nur landschaftlich, sondern auch geschichtlich kennenlernen wollen. In einem kleinen Anbau an der Nordseite der Dorfkirch« liegt der vollkommen mumifiziert« Leichnam des Kornetts(Fahnen- junker) Christian Friedrich von Kalebutz, der nach einer alten Urkunde angeklagt war, den Schäfer P i ck e r aus Bückwitz, der eine Herde Schafe durch des Kalebutzen Feld getrieben hatte, erschlagen zu haben. Die Familie Kalebutz oder Kahl- butz, beide Schreiborten sind in alten Büchern zu finden, war von 1524 bis 1783 im Besitz der beiden Rittersitze Kampehl, und es diente der Anbau an der Kirche der Familie als Grabkapelle. Um sich nun von dem Verdacht des Mordes zu reinigen, man erzählt« sich, daß der Junker der Braut des Schäfers nachstellte, soll der Kornett von Kalebutz unter Eid ausgesagt, daß er den Schäfer nicht erschlagen habe. Zur Bekräftigung des Eides soll er hinzu- gefügt haben, daß er nie verwesen wolle, wenn er der Täter wäre. Tatsächlich bewiesen ist durch eine Urkunde aus dem Jahre 1690, daß ein Totschlagsprozeß oerhandelt wurde, und es werden in der Urkunde der Name des Schäfers und der des Kalebutz erwähnt. Bei einer Renovierung der Kirche im Jahre 1794 über- gab man die Särge aus der Grabtapelle der Erde, öffnete sie jedoch noch einmal. Es stellte sich dabei heraus, daß. alle Leichname, b i s auf den des Kornetts Christian Friedrich von Kalebutz, vollkommen verwest waren. Das Auffinden dieser sich selbst mumi- fizierten Leiche trregte großes Aufsehen, da die übrigen verwesten Leichen der Grabtapelle auf gleiche Art beigesetzt worden sind. Namhafte Mediziner haben sich bemüht, die Ursache der Erhaltung de» Leichnams zu erforschen. Die Abbildung läßt am unteren Rande im Brustkasten der Mumie ein« Oeffnung sehen, die bei einer Untersuchung hergestellt Die Dorfkirche in Kampehl, von. AMRisy. Copyright HW dy Gustav Kiepenheuer Verlag A-Q., Berlin Die Gäste tanzen miteinander— in einer Luft, die man mit dem Hirschfänger in graue Wollenpäckchen zerteilen könnte, so geladen ist sie von Zigarrenrauch. Bierdunst, Punschqualm und Kanonenofenhitze. Sie drehen sich und singen: .Laben wir auch nicht viel gemacht, So haben wir doch den Tag vollbracht. Leckt uns am Arsch, ihr Sorgen! Auf Wiedersehen, morgen!" Es ist schon reichlich Morgen, als man sich trennt. Und da sind auch die Sorgen wieder. Funl hätte sich längst gerne niedergelegt, aber er muß aufbleiben, um den Herren in die Mäntel zu helfen. Uebriaens wären ihm die Augen zuge- fallen, hätte der beizende Rauch sie nickt offen gehalten. Er denkt daran, daß sich's kaum mehr lohnt, mit Schlafen an- zufangen, denn der Achtuhrrapport steht sozusagen vor der winterdunklen Tür. Um sieben muh er beginnen, ihn zu- sammenzustellen. Jetzt ist«s fünf... Das sind kleine Sorgen. Größere uberfallen Msrtcourt in dem Augenblick, da die Artilleristen endlich unterwegs sind, und der letzte Mensch im Ort sich ausstreckt. Unter plötzlich losbrechendem Geschützdonner, dessen Eisenhaael aber nicht nach Märicourt hineinfällt, gelangt die Nachricht hierher, der Engländer habe einen Gasangriff unternommen. Der Wind steht von der vorderen Linie auf Meiter zu zechen. Der Genuß dgp Alkohols scheint bei Schneider verheerend zu wirken. Er sprang plötzlich auf einen Stuhl, sang das Ehrhardt-Lied und schimpfte auf die„Iudenrepublik". Ein Teil der Gäste verließ, um einem Streit aus dem Wege zu gehen, das Lo'al. Unter ihnen befand sich mich Ministerialdirektor Dr. Falck und Polizeiobersekretär Rab«. Auch diese beiden wurden mit Schimpfworten überfallen, so daß schließlich Ministerialdirektor Dr. Falck die Polizei herbeirief, die d4n Unruhe, stifter festnahm. Vor Gericht konnte sich der Angeklagt« angeblich aus mchts«ehr besinnen: scheinbar bereut er selbst sein« Tat. Auch in seiner Aus- sage entschuldigte er sich immer wieder damit, daß er an dem be- mußten Abend sinnlos betrunken gewesen wäre und s i ch selbst seiner Tat schäme. Das Republikschutzgefetz sieht an sich nur Gesängnisstraf« vor. Mit Rücksicht darauf, daß der An, geklagte selbst empfand, daß sein Verhalten ungehörig war.«rkannte 3tm� Mimn tfildet- Qutscnfm, Zun�- Bilder, das neue bejubelie Gammel« Objekt Zunlz- Gutscheine sind so gut wie bares Geld! Zunkz- Qualitäten auch weiterhin aus gewohnter Höhe __ � Mtte verlangen Sie kostenlos in den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen und srastai kr Sitm R-Zuntz jel-Mpe.«e NruMrU. Das veue�untz-Bilder-Gutschein, System hos Gericht auf!S0 Mark Geldstrafe a» Stelle der ver» wirkten Straf« von einem Monat-Gefängnis und auf je 75 M. Geld» straf« für die persönlichen Beleidigungen der beiden genannten Be- amten. Den beleidigten Nebenklägern wurde die Befugnis zu» gesprochen, das Urteil zu publizieren. Empfang Eckeners bei Hoover. Zeppelin-Possagiere über de« Flug. New Zort. 30. August. Clm Laufe des Donnerstag nachmittag stattete Dr. Eckener dem Präsidenten choover in Washington seinen Besuch ab. Präsident ch o o o« r gab seiner Bewunderung über die Leistung des„Graf Zeppelin" Ausdruck. Dr. Eckener habe dem Flug- wesen einen großen Dienst geleistet.„Der Erfolg ist", fo fuhr Hoover fort,„den hervorragenden Wissens cha st- lichen und technischen Fähigkeiten des deutschen Boll es zuzuschreiben. Sie haben den Menschengeist zu er» »eutem Vertrauen in den menschlichen Fortschritt emporgehoben." Dr. Eckener erwiderte:„cherr Präsident! Wir sind stolz auf diese Anerkennung. Diese Leistung konnte nur durch die großzügige fjilfe der Vereinigten Staaten erzielt werden". Dr. Eckener sprach dann noch einig« Worte in deutscher Sprach« ins Mikrophon und verabschiedete sich dann vom Präsidenten. Di« Passagier« des„Graf Zeppelin" erklärten, die land- schaftlich schönste und denkwürdigst« Strecke sei das amerikanische Festland gewesen. Alle sind sich einig darüber, daß nichts von dem, was sie in Sibirien gesehen hätten, mit den Panoramen vergleichbar sei, die sie zwischen Los Angeles und Lakehurst erblickt hätten. Die Passagiere schilderten dann die plötzlichen Temperaturunterschiede, denen sie zwischen Sibirien und Japan ausgesetzt waren. In der lllacht vor dem Ver- lassen Sibiriens war die Temperatur kaum über dem Gefrierpunkte, am nächsten Tage dagegen über Japan wurden 3? Grad Celsius gemessen, und auch in Tokio herrschte drückende Hitze. Niemals seien sie, so betonten die Passagiere, der Szenerie müde geworden, da die große Höhe stets ein« weite Uebersicht erlaubt« und die große Geschwindigkeit des Luftschiffes stets in wenigen Minuten einen neuen Anblick eröffnete. Dr. Megias, der Arzt des Königs von Spanien, sandte dem König Alsonso mehrmals täglich Funk- telegramme. Dr. Megias erklärte, am meisten habe der Gedanke auf ihn Eindruck gemacht, daß Spanien auf einem Fluge vertreten sei, der sicher in den Annalen der Geschichte«inen ebenso hi st arischen Platz einnehmen werde, wie zwei ander« historische spanische Expeditionen, nämlich Columbus' Fahrt nach Amerika und Verrazanos Entdeckungsreise. Commander Rosendahl erklärt«, der Weltslug sei nicht ohne Aufregung, aber wunderbar gewesen: er habe seine Erwartungen «bertroffen. Der Zeppelin-Passagier Leers erklärte, der ganze Flug sei so wunderbar gewesen, daß es unmöglich sei, besonders interessante Teile herauszugreifen. Nur über dem Stillen Ozean sei der Flug etwas eintönig gewesen. Putobus in die Tiefe gestürzt. 16 Marokkaner getötet. Wie der„Matin" aus Orau lMarokko) meldet, ist gestern nachmittag in der Gegend von Tlamccn ein voll- besetzter Autobus umgeschlagen und in eine tiefe Ichlucht gestürzt. Bisher wurde» 16 Tote und fünf» zehn Verletzte, alle eingeborene Marokko» n e r, die sich nach Udsehde begebe« wollten, festgestellt. Das städtischr Bau- und Wohnungswesen in der Zeit vom 1. April 1924 bis 3 1. Mörz 1928 behandelt das soeben er. schicken« Heft 6 des Verwaltungsberichts der Stadt Berlin� 1924 bis 1927. Berichtet wird über die Baupolizei und Straße«bau polizei, die Tiesbauverwaltung, die Hochbauverwaltung, das Siedl ungs» und Wohnungswesen einschließlich Park- und Bestatiungswesen, die Feuerlüschverwaltung und die Feuersozietät. Gerade die Tiesbauvcrwaliung mit ihrem vielseitigen Arbeitsgebiet läßt den Aufbau und die Wiederbelebung sowohl der öffentlichen als auch der privaten Wirtschaft in der Berichtsgest noch de» schweren Zkriegs- und Inflatwnsjahr«n erkennen. Eniosse V.«ackwlh. der kürzlich als Pfarrer an der Phllipp-Melanchthon- Kitchc in Neukölln ewqesflhrt wurde, sprich« am Montag, dem 2. September. abends 8 Ubr. im kleinen Gemeindelaal, Hertastratze S, über daS Thema: .Die Stellung der religiösen Sozialisten zu den .Sorgen der Kirche". Eintritt frei, freie Aussprache, jedermann ist eingeladen. parteinachnchien fürGroß-Verlin Einkendm.gen für diese R»brU find »« r I> u E« 6S, Linde astratze 3, an da» Bezirlesetretariat -Hol. 2 Treppen«cht», zu richte», Oie Freie Turnerschast Groß-Rerlin, der größte bundeslreue Zenlraloerein für volkstümlichen Sport ver- oustaltet heule. Sonnabend. Zt. August, und Sonnlag. l. September. ein großes Zubiläumssporifest anläßlich seines zehnjährigen Bestehens. Das gesamte Poslsladion, Lehrter Str„ steht den Gästen zur Verfügung. Die Festansprachen werden vom sireisvorsihenden, Genossen Reicherl. und vom Reichstagsabgeordneten Franz Süastler gehalten. Die FTGB. stelli sich bei allen Festen stets gern zur ver- fügung und bitten wir, die Interessante Veranstaltung im Poststadion zu unterstützen. Ksirsorger? Fürsorgerinnen! Govnobend. 31. Bi-axst,«»fichtig»», ktt«rdeiterlo laute Riib«S Uhr aar der Schule Bergmannstr. Kl.-» Krnpp« Süden: 10H Uhr not der Schule Dieffenbachstrntze. � Kruppe Wasser« tarstratzc: 10>4 Uhr am alten Treffpunkt. Platz am Planufer, Alerandrwen- strotze.— Kruppen Wranqelftratze. Kärlitzer Stratze. Brit-er Straße: 1v'.4 Uhr vor dem Jugendheim Britzer S'ratzc. Nachzügler sind ll Uhr Hahenstaufenvlatz. Kruppe Südost: Sonntag. 1. Sep'emder. beteiligen wir uns an dem Waid» fest des Kreises. Wir treifen uns nm Istcg utzr Jugendheim Britzer Stratze. Eltern sind herzlichst eingeladen.— Achtnng!. Jetzt nach den sserien kommen dia drei Gruppen des Südostens wieder regelmätzia zusammen: Montag» und Mist« wachs lk— 19 Uhr körlitzer Str. 51: Dienstags und Danners'ags 17—10 Uhr Jugendheim Wrangelstr. 128: Montags und Sonnabends 1k— 19 Uhr Jugend- heim Britzer Stratze: Donnerstags bei gutem Weiter nach der Treptower Spiel» wiese. Wir bitten d e Eltern, ihre Binder wieder regelmätzia zu schicken, Bezirk Prenzlouet Berg. Kruppe Viktor Adler: Dienstag, 3. September, IZlh Uhr. K-lfersitzung. Niederscköuhanseu: Senn'ag, 21. September. Motorschiffausflug nach Biegen» hals. Abfahrt 8 Uhr Spittelmarkt. Die Binder fahren um 7 Uhr oout ssriedensplotz ad. Baffeekochen. Baden, Spiese. Barten sind nicht mehr erhält» lich.— Montag. 2. September, 18 Uhr. Sprechchorprode. SchSneberg.Friedengn, Rot« Talke»: Fahrt nach Wannte«. Trefspunkt heute, Sonnabend, 17 Uhr, am Bhf. Schönedeea.— Iungsattcn: Sonntag, 1. Sep- temdcr. Fahrt ins Rutetol. Treffen 7 Uhr Baiscr-Wilhelm-PIatz. Rückkehr gegen 29 Uhr. Krei» Eharkottenburg: Die Einäscherung der Mutter unserer Friedel War» muth findet am Montag, 2. September, im Brematarium Wilmersdorf um 13 Uhr statt. Wir treffen uns pünktlich 12 Uhr am Wilhclmsplatz. Geburlstage. Jubiläen usw. Unseren» lieben t». Abt. Schlosser die herzlichsten Glückwünsche. unserer Mitte zu sehen Kamps- Grllnthaler Str. 75, zu sei und Wegge nassen 0 t t a nem heutigen 5». SeSurtatagc Wir hassen, ihn»ach recht lang« so wellerbcricht der öffentlichen wellerdleaststeUe Berlin und Umgegend iNachdr. verb( Meist heiter und sebr warm, etwas Gewitterneigung.— Zur Deutschland: Im ganzen Reiche Fortbestand des hochsommerlich warme» WctterS, im Westen auflommende Gewitterneigung. „'atz. 2.,''.--*4 i' Sr> �. s- V /S!'7zrsl' �-P, S'._.■-_____ Mlet �imen c � hab�- des ■sSs CS-;r£ �6000 t.,.lbl am �:\n den •MpeoS«� che& iPoVa��adeo. ei***1 �erSstev&er 00 Airgs che �e" iokte r\ n4e�aS� Vitv •iA Wahle Adler .All' .(Z.siOH* - Leiste Gleiches! Deutscher Export nach Amerika. Böse Aussichten durch Aufstockung der Zottmauern. Nach der gswalllgen kapitalistischen Verflechtung zwischen Europa uab Amerika im letzten Jahrzehnt konnte man hoffen, daß die Ber- dnigten Staaken ihre bisherige radikale Abschnürungspolitik gegen die ausländische Konkurrenz aufgeben würden. Das Gegenteil aber ist«ingetreten. Die neue Tarifreform. die jetzt zur Distussion steht, sieht eine derart rücksichtslose Aufstockung der Zoll mauern in Nordamerika vor, daß die bisherigen Zollsätze dagegen ein Kinderspiel waren. Dabei marschierten die Vereinigten Staaten mit chren Schutz- zollen schon fetzt an der Spitze der Welt. Di« durchschnittliche Zoll- b« l a st u n g der gesamten zollpflichtigen Einfuhr wurde für USA. im Jahre 1926 mit 3 9 Proz. errechnet. Die Zölle Amerikas für industrielle chalbstoffe und chdbsertigwaren bewegen sich zwischen 30 und 50 Proz. des Wertes, und die Industriewaren der Verfeincrungsindustrie sind sogar jetzt schon mit Zöllen von 50 bis 70 Proz. ihres wertes belastet, die bei den Holbluxuswaren und Luxusgütern bis zu 9 0 Proz. und darüber steigen. In weichem Maße sich dieses Zoll Niveau noch weiter erhöhen wird, läßt sich noch nicht jagen, da das Schicksal der amerikanischen Zollvorlag« noch immer nicht f«stst-ht. Der deutsche Export nach den Dereinigten Staaten hat sich trotz der durch die Zollhöhe gegebenen Schwierigkeiten immerhin in den letzten Jahren aufwärt» entwickeln können. Die De- samtousfuhr ist seit 1925 von rund 600 Millionen auf rund 800 Mil- lionen gestiegen, die industrielle Ausfuhr hat sich von rund 520 Millionen auf rund 670 Millionen, also um rund 150 Mil- lionen erhöht. Die deutsche Jndustrieausfuhr zeigt heut« nach den Exportziffern des Jahres 1928 in ihrer Zusammenstellung folgendes Vild: Deutschland» Export nach USA. im Jahre 1928. in Millionen M. Gesamtexport............. 796 hiervon: Chemikalien und Düngemittel....... 140,7 Textilwaren............. 131,8 Eelle und Pelzwaren.......... 61,4 eder und Lederwaren......... 41,5 Keramische Erzeugnisse......... 42h Großeisenindustrie........... 37,5 Papier und Papierwaren........ 37,4 Maschinen.............. 29h Spielwaren............. 24h Kleineisemvaren............ 25,8 Sonstige Metallwaren......... 14,2 Optische Waren und Uhren........ 10,7 Di« hier ausgeführten Industrien exportierten für rund 600 Mil- lionen Mart Waren nach USA-, bestritten also den größten Teil des deutschen Industrreexports und fast 80 Proz. der gesamte» deutschen Warenausfuhr nach den Dereinigten Staaten. Das Charakteristische des deutschen Amerikaexports liegt darin, daß die Großindustrien, von der chemischen Industrie abgesehen, nicht in so hohem Maß« an der Ge- samtousfuhr beteiligt sind wie beim Export nach den anderen Indu- strieländern. Dagegen sind die Industrien mittleren Umfangs, die Waren sehr hohen Arbeitswertes herstellen und häufig als die eigentlichen„Exportindusttiev� bezeichnet werden, ganz besonders stark an der deutsehen Amerikaausfuhr betelligt. Die deutsche Aus- fuhr nach Amerika setzt sich, wenn man von dem Export cm chemi- schen Stoffen und Düngemitteln obsieht. vorwiegend aus Waren der Verfeinerungs- und Luxusindustrie zusammen. Diese Industrien sind es auch, die in den letzten Iahren immerhin wieder gewiss« Fortschritte aus dem amerikanischen Markt erzielen konnten, so daß dieser für einzeln« Jndusttiegruppen heute wieder ein« e n t« scheidend« Noll« spielt. Don der deutschen Ausfuhr an Porzellanwaren und Lederwaren geht z. B. etwa ein Fünftel nach den Vereinigten Staaten. Wichtig ist der amerikanische Markt auch für einige Zweige der Textilindustrie. So ist USA. heute noch immer der Hauptabnehmer für die hochwertigen deutschen Leinerzeugniss« und für die sächsische Handschuhindustri«. Diese exportierte im Jahre 1928 24 Millionen Paar Handschuhe nach Amerika. Man kann ohne Uebertterbung sagen, daß für diese Exporttnbustrien die Erhaltung und Ausdehnung des Exports nach USA. geradezu eine Existenzfrage ist. Es ist daher verständlich, wenn diese Industriegruppen die ame- rikanischen Zollpläne mit stärkstem Argwohn verfolgen. Wenn man die Auswirtungen der amerikanischen Tarifreform cuf den deutschen Industrieexport feststellen will, so muß man von den Aorschlägen auf Zollerhöhung ausgehen, wie sie vom Senat unlängst beschlossen wurden. Verschont von Zollerhöhungen werden nach dem Zolltarif, wie er im Entwurf jetzt vorliegt, vor allem der Haupllell der deutschen Pa p ierind u stri«, ein Teil derBaum- wollwaren. sowie der Spielwaren, ferner kalihaltlge wie stickstoffhaltige Düngemittel und auch Anilinfarben. Auf diese beiden letztgenannten Warengruppen entfallen etwa zwei Drütel der g e- samten Ausfuhr der deutschen chemischen und Düngemittel- industrie. Die sonstige deutsch« Chemieauefuhr, insbesondere an Schwerchemikalien, wird dagegen stark durch die neue Zollerhöhung betroffen. Als Kuriosum sei erwähnt, daß der amerikanische Zoll- tarif für synthetischesGummi, dessen Herstellung sich bisher noch im Derfuchsstadium befindet, bereits einen hohen Zollsatz festlegt. Bedeutend empfindlicher als die chemische Industrie wird jedoch die Texkil-, Lad er- und Keramikgruppe betroffen: Bei den Textilwaren sind, um nur die für den deutschen Export wichtigsten zu nennen, Zollheraufsetzungen für Baumwoll» und Misch- g e w» b e vorgesehen, ferner für wollene Strumpf- und Mrkwaren sowie für Leinen- und Tischwäsche. Zollerhöhungen, die vom Parla. ment auch für baumwollene Wirkwaren, insbesondere Hand- schuhe, den bedeutsamsten deutschen Exportartikel in der Textilgruppe, vorgesehen waren, sind vom Senat abgelehnt worden. Für Leder, von dem bisher nur die feineren Sorten mit einem Zoll in Höhe von 20 Proz. belegt waren, werden durchgehend Zölle in Höhe von 12M bis 30 Proz. festgelegt, und für einfache Lederwaren wurde der Zoll auf 35 Proz., für feine Lederwaren auf 50 Proz. heraufgesetzt. Zu den ohnehin schon außerordentlich hohen Porzellanzöllen von S0 bis 70 Proz. des wertes gelangt noch ein Zusatzzoll in Höhe von 40 Pf. pro Dutzend, wodurch besonders die Einfuhr an Elektroporzellan abgedrosselt wird. Zölle auf Glas und Glaswaren werden durchschnittlich um etwa ein Drittel erhöht, so daß z. B. der M i n d e st z o l l für Tafelglas von nun an 50 Proz. vom Wert betragen würde. Auch für viele ander« deutsch« Exportgüter, wie für Metallwaren, Uhren, optische Instru- ment«, Schmuckwaren, Bleististe u. a. werden die ZWe heroufge» schraubt. Auch der Hauptposten der deutschen Maschinenausfuhr, Textilmaschinen, werden mit einem Wertzoll von 40 Proz. belastet. Insgesamt werden etwa 40 Proz. der deutschen Industrie- ausfuhr nach USA. von den neuen Belastungen betroffen. Für einzelne deutsche Exportgüter ist die Einfuhrdrosselung so«in- schneidend, daß«in weiterer Wettbewerb in Amerika aus- sichtslos erscheint: andere werden vielleicht auch noch nach Er- höhung der Zölle auf dem amerikanischen Markt konkurrieren können. Die amerikanischen Zollerhöhungsabsichten haben einen Swrm der Entrüstung' in der ganzen Welt hervorgerufen. In Washington sind von 38 Staaten Proteste eingelaufen, darunter auch eine deutsch« Note, die sich insbesondere gegen die Zollerhöhungen für Chemikalien, Textil- und Lederwaren wendet. Wenn von europäischen Inter- effentenkreisen gegen Amerika einge geschlossene europäischeAb- wehrfront propagiert wird und die Versagung der Meistbe» günstigung und notfalls auch ein Boykott amerita- nischer Waren vorgeschlagen wird, so scheint uns das ollerding? ein äußerst gefährliches Spiel. Die kapitalistische Ueb ermach: Amerikas und die Abhängigkeit Europas vom amerikanischen Kapital- zufluß ist heute so groß, daß in einem derartigen Kampf Europa gegenwärtig sehr schlecht abschneiden würde. Man muß auch die Grenzen, die dem europäischen Absatz in Amerika gezogen sind, richtig einschätzen und nicht, wie e? von«inigen europäischen Freihandelskreisen geschieht, alles Heil für die europäische Wirtschaft und die Ueberwindung der europäischen Schwierigketten von einer Beseitigung der amerikanischen Zoll- Karrieren erwarten. Wenn die europäische Wirtschaft in zweierlei Hinsicht das amerikanische Beispiel nachahmt, und einmal durch eine systematische Politik der Lohnerhöhungen die Massenkaufkrast steigert und zweitens durch Niedereißung der innereuropäischen Zollschranken ein«inheitlichc? großes Wirtschaftsgebiet schafft, dann kann es in seinem europäischen Absatz ein Vielfaches von dem wiedergewinnen, was es in Amerika verloren hat. Allerdings haben die Vereinigten Staaten mit ihrer rigorosen Tarifvorlage der Schutzzollreaktion in der ganzen Welt Wasser auf die Mühlen gegossen und dem Gedanken des internatio- nalen Zollobbaues einen schweren Schlag versetzt. Wie steht die Konjunktur? Neue Ltniersuchung des Instituts für Konjunkturforschung. Das Institut fürKonjunkturforschung, das viertel- jährlich seine Untersuchungen über den Stand und die Aussichten der Wirtschaftslage veröffentlicht, hat mit seinen letzten Prophezeiungen rechtviel Pech gehabt. Wir erinnern daran, daß in dem letzten Bierteijahrsbericht, der Ende Mai veröffentlicht wurde, keine Besse- rung der Wirtschaftslage in Deutschland, sondern«her noch eine ZunahmederSchwierigkeitenprophezeit wurde. Nach den schlechten Erfahrungen, die das Konjunkturinstitut mit seinen Zukunftsdcutungen gemacht hat, verzichtet es diesmal auf irgendwelche Prophezeiungen über die Entwicklung der Wirtschafts- läge in Deutschland, sondern beschränkt sich auf«ine F e st- siellung der Tatsachen. In seiner Wirtschaftsdiagnose weist das Instttut auf die st a r k e Verknappung des Geld- und Kapitalmarktes in den Frühjahrs- monaten hin. Inzwischen sind die Zinssätze am Geldmarkt leicht gesunken. Die R e i ch s b a n k hat ihre Deckungsrejerven wieder auffüllen können, jedoch sei ein« nachhalttge Erleichterung nicht ein- getreten und der Kapitalmarkt bleibe unergiebig. Obwohl in diesem Zusammenhang der Inlandsabsatz gehemmt sei, wird betont, daß Produktion und Beschäftigungsgrad sich auf zlem- lich hoher Stufe halten. In wichtigen Produktionsmittel- Industrien schafft guter Auslandsabsatz(Maschinen) gegenwärtig und wohl auch in nächster Zeit einen gewissen Ausgleich. Beeinträchtigt ist die gewerbliche Bautätigkeit, die in der Ausfuhr kein Ventil findet. Dasselbe gilt von den Konsumgüter-In- dustrien. Jedoch behaupten dies« sich, zumal übermäßige Lager- bestände kaum noch vorhanden sind. Im übrigen werde der Arbeits. markt immer noch durch Saisontendenzen gestützt. Da die deutsche valkswirtichaftliche Produktion fürs erste durch die gespannte Lage des Kopttalmarktes gehemmt bleibt, ist ihre Kon- junktur gegenwärtig in besonders hohem Grade vom Auslandskapital abhäpgig.. Nach der weltwirtschaftlichen Lage glaubt dos Instttut nicht, daß an den ausländischen Kapttalmarkt allzugroße Erwartungen geknüpft werden könnten, wenngleich der Ab- schluß der Reparationsverhandlungen einen gewissen Antrieb geben könnte. Wenn auch das Institut diesmal die Dinge nicht wie das letztemol schwarz in schwarz malt, so schein! es uns doch in der Bewertung der Tatsachen allzu vorsichtig und ängstlich zu sein. Wenn das Instttut auf den h o h e n S t a n d der industriellen Produttion hinweist, deren Index im Durchschnitt der Monat« Mai bis Juli auf 123,8 gegen 122,3 von Februar bis April(1924 bis 1926— 100) gestiegen war, so läßt sich dieser erfreulich hohe Stand der Produktton doch kaum mtt der Aufarbeitung von Rückständen erklären, wie dies das Institut macht. Dies mag wohl auf das Baugewerbe, nicht aber auf die übrige Industrie zutreffen. Die kräftige Belebung in den Schlüsselindustrien Kohle und Eisen wird auch vom Instttul hervorgehoben, jedoch werden keine weiteren Folgerungen für ein Uebergreifen dieser Konjunktur auf die anderen Wirtschaftszweige gezogen. Dielmehr wird betont, daß die Spannungsoerhält- nisse in der deutschen Wirtschaft keine Voraussetzungen für«inen allgemeinen Konjunkturaufschwung bilden. Diese Annahme unterschätzt unseres Erachtens die Möglichkeiten, die sich für den deutschen Kapitalmarkt nach der Annahme des Poung Planes durch den Zustrom ausländischer Kapitalien ergeben. So ist es doch ein« erwiesene Tatsache, daß im Frühjahr nicht allein der Kapttalstrom aus den Vereinigten Staaten, die selbst unter starker Verknappung ihres Geld- und Kapitalmarktes litten, ausgeblieben ist, sondern auch aus den Ländern, die wohl Kapitalien zu oer- geben hatten, sich aber durch das starke Moment der Unsicherheit infolg« der schleppenden Pariser Reparattonsverhandlungen abschrecken ließen. Außerdem ist zweifellos die Spann« zwischen Kapitalbedarf und Ka pi t a lb i l d ung in Deutsch l a n d in den letzten Iahren geringer geworden, was bei der gegen wärtigen, noch nicht konjunkturmäßigen Beanspruchung des deutschen Kapitalmarktes nicht außer Acht gelassen werden kann. Selbftver ständlich bleibt Deutschland nach wie vor auf Auslandskapital onge wiesen, dessen Zustrom nach dem positiven Abschluß der Haager Der Handlungen unserer Ansicht nach eine weitaus stärker« Belebung der deutschen Konjunktur zur Folge haben dürste, als dies vom Institut für Konjunkturforschung angenommen wird. Neue Attacke der Baumwollherren. Oer Staat soll helfen.- Her mlt Zöllen und Subventionen. Die Baumwollindustriellen haben in den letzten Tagen ihre Forderung nach Subventionen und erhöhten Zöl- len bei den Regierungsstellen vorgebracht. Da sie im Reichswirt- schaftsministerium recht gute Freunde sitzen haben, scheinen wir am Vorabend einer neuen industriellen Stützungsaktion größten Stils zu stehen. Jedenfalls rechnet die Vaumwollindustrie mit einer weit- gehenden Erfüllung ihrer Wünsche. Dazu erfährt der„Sozialdemokratische Presse- dien st", daß vorerstmals eine Kommission nach Schlesien gegangen ist, um, wie es heißt, die Verhältnisse der schlesischen Baumwollindustriellen an Ort und Stelle nachzuprüfen. Die schlesischen Baum- wollindustriellen selbst haben seit längerem Maßnahmen getroffen. um dl« Notwendigkeit und die Dringlichkett der Stützungsaktion nach- zuweisen. So verweigert der D i e r i g- K o n z e r n die Zahlung der Tariflöhne. Andere Firmen haben die Stillegung ihrer Werke angekündigt. Die schlesische Kommission wird also schon etwas zu sehen bekommen. Die Regie klappt. Wir wollen nicht behaupten, daß es der schlesischen Baumwoll- industtie glänzend geht. Aber der Baumwollindustrie in der ganzen Well geht es nicht hervorragend. Für die schlesische Industrie kommt hinzu, daß sie wichtige Märkte im Osten, z. B. Ostpreußen, verloren hat und daß es ihr in innerhalb zehn Iahren nicht gelungen ist, diese Absatzgebiete zurückzugewinnen. Dadurch entsteht die Frage, ob h i e r etwa« mit Subventionen und Zöllen getan ist. Wir sind der Auffassung, daß bei der übergroßen Bequemlichkeit und bei der Schlafmützigkeit der schlesischen Textil- industriellen auch Zölle und Subventionen keine Hilfe bringen können. Hier sollen mal wieder Millionen unnütz vertan werden. Inwieweit ist die Offensive der schlesischen Textilindustrie über- Haupt eine Unterstützung der von einigen Laumwollspinnern im Westen erhobenen Forderungen, die im deutsch-französischen Han- delsoertrag festgelegte Zollregelung zu revidieren? Auch diese Frage muß geklärt werden. Wie wir wissen, haben sich die besten Baum- Wollspinnereien im Westen auf feinere Garne umgestellt, womit sie besser taten, als wen» sie sich mtt Zoll- und Suboentionsforderungen unter die Fittiche der nicht eben geliebten Regierung geflüchtet hätten. Wir möchten in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, daß die Baumwollindustrie im Rahmen der Textilindusttie während der letzten Jahre, soweit aus den Geschäftsberichten ersichtlich ist, die hoch st en Gewinne erzielte. Auch die Aktienkurse stehen, ver- glichen mit anderen Industriezweigen, nicht ungünstig Das schließt nicht aus, daß eine Reihe von Baumwollspinnereien not- leidend ist Und zu kämpfen hat. Es handelt sich um solche Firmen, die sich im Lause von 10 Iahren nickst umzustellen vermochten. E» handelt sich meistens um jeuc Unternehmungen, die die besten Beziehungen zu der alten wilhelminischen Armee unterhielten und als heereslleferauleu eine Monopolstellung einnahmen. Sie wußten genau, was sie zu liefern hatten, brauchten nicht zu mustern. brauchten keine Propaganda und bekamen aus die Stunde ihr Geld Da» ist alles anders geworden. Diese ehemaligen Monopol- betriebe sind seit Jahr und Tag in den wütenden Kon- turrenztampf gestellt und sind technisch und organisatoriisck, nicht gerüstet. Was man in 10 Jahren versäumte, soll die Regierung jetzt mit Subventionen nachholen. Wir sehen nicht ein, daß man dafür Staatsgelder oerwendet. Die Umstellung könnte auch mit Subventionen nicht vollzogen werden. Tut der Bater Staat seinc Hand dennoch auf, so müssen die Summen, auch im volkswirtschast- lichen Sinn«, als verloren betrachtet werden. 5,2 Milliarden Gemeindeschulden. Die Schulden der deutschen Kommunen werden vom Stattstischen Reichsamt mit 5775 Millionen Mark angegeben. Aus den Kopf der deutschen Bevölkerung entfallen dem nach rund 95 Mark Gemeindeschulden gegenüber einer Reichsschuld van 117 Mark und einer Länderschuld von etwa 26 Mark. Di« Ge- meindeschulden stellen etwa 40Proz. der gesamten offen t- lichen Schulden in Deutschland dar. Di« Neuvcrschuldunz beträgt etwa 80 Proz., und hiervon wiederum betrögt die Verschul- dung an das Ausland nur 11,7 Proz. hohen, ollern-Belegschasl In Düsseldorf prokestierl gegen Still- legung. Die Lokomotivsabrik H o h e n z o l l c r n A.. G. in Düsseldorf hat, wie wir mitteilten, kürzlich mit dem Krupp- Konzern in Essen einen Vertrag abgeschlossen, wonach der Loko- motivbau der Hohenzollcrn an Krupp übergehl. Da dieser Vertrag jedoch nur einen Ouotenverkauf darstellt, das heißt, Krupp nur den Anteil der Hohenzollern am alten Lokomotioverbond kauft,»ich! aber die Betriebe der Gefellschaft, hat die Hohenzollern A.- derung an der Donau stehen, aber diese Naablandschaft ist schon ihr Gebiet. Die kleinen spitzen Silberwellen des jungen Flusses eilen zu ihr hin. Der Zug gleitet schneller als der blanke Fluß, dessen Wellen In kleinen Sprüngen mit dem Zuge um die Wette zu eilen scheinen. Bon Zeit zu Zeit ergießt sich der Fluß über ein glattes Wehr. Der schäumende Gischt hält ihn auf. Es dauert eine Weile, bis sich die Wellen wieder aufraffen und weiterspringen. Bon Zeit zu Zeit verschwindet der Fluß im Bogen hinter Gras und Gebüsch. Dann kommt er hinter einer Mühle oder im Gewirr eines Dorfes wieder zum Vorschein und zerrt vor lauter Eiser die Angelschnur eines frühzeitigen Anglers auf altsilberner Holzbrücke ganz schräg. Weih schäumend schießt er auf die Schienenstrecke zu, jede Well« erfüllt von Eifer und Zuversicht, den Wettlaus doch noch zu gewinnen. Und wenn der Zug einmal hält, springt der Fluß hurtig davon. In der weiten Aue, manchmal bis an die roten Dächer in Grünes gebettet, liegen Dörfer mit weiße» Zwiebelturmkirchen vor flachen blauen Bergen. In der Morgensonne glänzt die Landschaft hell und durchsichtig. Im Gange des Zuges, über die schwankenden Plattformen zwischen den Wagen balanzieren die übernächtigen Fahrgäste kleine Tabletts mit Kaffee, den der bayerische Wärter in der Kochnische des Schlafwagens bereitet. Schwandorf— Lichtwark schildert« entzückt das bayerische Städt» chen. Wir haben gerade Zeit, in den gegenüberstehenden Zug ein- zusteigen. Dann rollen beide Züge gleichzeitig weiter, der Schnellzug nach Regensburg und München, der unferige nach Cham und Furth im Wald. Die Strecke durchschneidet das Bodenwöhver Becken, eine sandige Kiestrrtheide mit eingelassenen Teichspiegeln. Dann öffnet sich dos grün« Talbecken von Eham. Durch breit« Diesen- auen fließt der Regen, nicht der vom Himmel, sondern der Fluß des Derses: Altmühl. Raab und Regen... In Cham bleibt eine knappe Stunde Zeit für«inen Spaziergang in die Stadt. Am Schalter, an dem wir die Karten für die Weiter» fahrt nach Kötzting lösen müssen, erleben wir eine kleine bayerische Szene. Ein steinaltes Mütterlein und ein Wäldler stehen am Schalter. In einer Minute soll der Zug nach Furth abgehen. Aber der blaue Schalterbeamte erledigt seelenruhig seine Hantierung. Die Ungeduld der beiden beschwichtigt er gelassen und tröstend: Glei' hamm'r's.* Und noch einmal, unerschütterlich und voller Zuversicht:„Glei' hamm'r'sl* Dann erst wendet er sich dem Schalter zu mit dem sanften Vorwurf:„Raa, wos is? Erfcht war loa Mensch da, und jetzt pressierts!* Das war kein Scherz. Der Mann hinterm Schalter drückte nur fein Erstaunen aus über soviel unnütze Be- schwer, und der Wäldler und das Mütterchen nahmen die Fahr. karten und den Ausspruch hin, beide sichllich benommen von der widernatürlichen Eile, zu der sie der Fahrplan zwang. Aber der Zug stand noch da, die Lokomotive schnaufte in oller Gemütsruhe, während der Zeiger der Stationsuhr gelassen noch eine und noch eine Minute zu der schon vorhandenen Verspätung hinzuzählte. In das holprige Städtchen guckt man nur eben mal hinein. Es ist zwischen zwei Zügen ein beschaulicher Blick ins Bayerische. Hinter einer schweren Tür öffnet sich das Innere der Kirch« St. Jakob wie ein Barocktheater in Weiß und Gold und Malerei. Weiße Stukkatur, Altäre in Gold, die Kanzel in Gold, dunkelrote, grüne, blau«, brennend rote, weiße, karminrote Kirchenfahnen über braunem Schnitzgestühl. Halbwelk« Birken rascheln im Chor über rotem Samt. Em herber Duft nach Birken und Weihrauch schwebt im Schiff, ein Duft wie nach einem Fest: der Rutengeruch läßt aber auch an brennende Geißelungen denken. In den engen Gassen um die steilwandige Kirche, um den Markt hantiert der Alltag. Vor grauen Mauern leuchten die Gurkenberge der Marktfrauen. Bon hohen Bretterstapeln streicht der üppig« Duft des frischen Holzes,.mit dem das Städtchen Handel treibt. Im Durchblick glänzt der helle Fluß im Grünen. Dom Redemptoristen- kloster bimmelt eine Glocke. Ochsengespanne lenken durch enge. sollende Gassen. Ein Christus hängt am Kreuz. Und über alles sprengt die Sonne den weißen Glanz eines viel ferneren Südens. Von Cham nach Kötzting fährt die Bahn am Regen auswärts durch ein« erquickende Landschaft. Lockere Hügelgruppen ziehen lau und grün am Tale hin. Der Regen windet sich zwischen flachen Ufern durch saftige Wiesen, auf denen Hahnenfuß, Glockenblumen und Kuckucksnelken als lockere, buttergelbe, blauviolett« und kormin- rote Teppich« vor der blaulasierten Ferne prangen. Cham bleibt noch lange farbenblank am Flusse sichtbar. Und immer wieder leuchten weiße Kirchen mit Zwiebeltürmen in der Landschaft, in die die Chamb. das Flüßchen, das in Cham in den Regen mündet, ihren Namen mehrfach verstreut hat: Chammünster, Chameregg, Cha- merau. Der Zug nimmt sich Zeit. In Runding. Chamerau. Millach. Blaibach, Pulling— überall wird �rst ein Weilchen rangiert, denn es ist zugleich«in Güterzug. Und überall riecht es nach frischen Bretterstapeln. Wasserglanz, Holzduft und Wiefenfrische— das sind die Elemente dieser Landschaft. Bei Pulling fließen der Weiße und der Schwarze Regen zu- sammen. Am Weißen Regen liegt Kötzting,«in Marktflecken auf grünem Hügel mit steigenden und fallenden Steingassen. Am recht- winkligen Knick der steilsten Straße steht ein helles Rathäusel mit einer länglichen Zwiebelkuppel und einem Glockenblumendachel dar- über, auf dem der schiefe Blitzableiter wie der Stiel der Glocken- blume sitzt, lieber Schweizerdöcher weg ragt hoch und blau der Kaitersberg. Die Kirche steht auf einer Grasbastei. Durch die allen offenen Türen weht Sommerluft. Unten rmischt und glänzt der Fluß um altes Mühlenholzwerk und frische Bretterstöß«. In Fa- briken werden die Heidelbeeren des bayerischen Waldes eingekocht; im Spätsommer sammell sich hier Tag für Tag die Pilzernte zum Export. Im Gasthaus am schrägen Markt läßt man sich die erste bayerische Mahlzeit schmecken: Rahmsuppe mit Brotschinken, Lamm- schlegel mit Kartoffelnudeln in Rahmsauc«. Und dann ist es noch lange nicht Zeit, zum Bahnhof zu gehen. Unten am Regen sitzt man lange, sieht auf das wiegende, blitzende Wasser, auf violette Salbeiwälder, hinter denen der hohe blaugrüne Kaitersberg steht, schläft«in, wacht wieder auf, sieht auf die Uhr— der Zug geht immer noch nicht. Dann aber, als man schon eine Viertelstunde im Wagen sitzt, legt die Lokomotive auf die Minute mit Energie los— um erst noch 20 Minuten lang mit dem ganzen Zuge zu rangieren. Und so geht es Station um Station— überall wird erst ein Weilchen ran- giert. Ohne all« Nervosität. Die Bahnbeamten mit ihren hell- bläuen Mützen stehen an den Gleisen und schauen zu— jeder eine Verkörperung des Wortes: Glei' hamm'r's. Man rastet, indem man reist. Die Lokalbahn Kötzting— Lam fährt nur zweimal am Tag, da- für aber gründlich. Und jedesmal, wenn ein Weg die Schienen kreuzt, langt der Lokomotivführer nach dem Klöppelriemen der Glocke, die außen an der Lokomotive hängt. Sie klingt wie eine Schiffsglocke, und bei ihrem Geläut schauen die gelben Kühe auf den hängenden Wiesen auf, käuen, schütteln behaglich die guten Köpfe und schicken dem läutenden Züglc das irdene Geläut ihrer Herden- glocken nach. Walte SSeUerHröm: TOcUtalS dich f Das Ideal früherer Generationen zeichnete sich mehr durch Füll« als durch Beweglichkeit aus. Das hat mir manchen Kummer eingebracht.„ Als ich noch ein Junge war, war ich nämlich sehr mager. Meine Kameraden nannten mich„Das Gerippe", und das erste Mädchen, das ich liebte, zog sich jedesmal erschrocken zurück, wenn sie mich sah. Ich habe später von ihrer Freundin gehört, daß sie glaubte, ich könnt« ihr vielleicht weh tun, wenn ich ihr zu nahe käme. Natürlich hörte ich sofort auf, dieses Mädchen zu lleben, denn per- sönliche Beleidigungen habe ich nie vertragen können. Als ich einige zwanzig Jahre war, hörte ich indessen auf, moger zu sein. Ich wurde plötzlich in ein paar Iahren dicker, und mein Gewicht stieg von 6t) Kilogramm aus 70, auf 80, auf 90 Kilogramm. Da hielt ich erschrocken inne. Ich«ntdeckte nämlich, daß es im höchsten Grade lästig ist, fett zu sein. Außer daß es, woran ich früher nie gedacht hätte, lächerlich wirkt. Eines Tages, als ich auf der Straß« ging, hörte ich ein Individuum van wahrscheinlich sehr tiefer Ungebildetheit zu seinem Genossen über mich sagen: „Sieh dir bloß die Masse bleiches Fett an!" Und dann sah mich der Genosse an und erwidert«: „Ja, der sieht zum Piepen aus!" Ich begann, mir die Sache zu überlegen. Und ich fand, daß dick« Leute immer lächerlicher aussehen als dünne dito. Ein dünner Mensch kann zwar lächerlich wirken und dadurch die Leute zum Lachen bringen, qtzer i» diesem Kapitel.kann:§r ni« mit einem dicken wetteifern. Ein dünner.Komiker,.iy einem Possentheater amüsiert wähl die Zuschauer, aber gewöhnlich nicht nur durch sein« Magerkeit. Er muß«ln paar Extratricks haben, ntft denen er sein« Magerkeit aufrechterhäll. Ein« piepsig« Stimme ist gut, und wenn ihm außerdem Gelegenheit gegeben ist, in Unterhosen aufzutreten, so ist sein Erfolg für den Abend sicher. Aber mit einem dicken Komiker sst es ganz anders. Er hat stets Erfolg. Es ist ganz gleich, was für eine Stimm« er Hot und wie er gekleidet ist. Die Zuschauer fangen an zu lachen, sobald sie ihn sehen. Man lacht über seint Korpulety, denn etwas Drolligere» als einen dicken Komiker gibt es nicht. Die dicken Komiker selber sind indessen nicht so fröhlich. Als Menschen sind sie gewöhnlich sehr trübselig und melancholisch. Einer von ihnen, den ich kenne, und der nux im Privatleben Komiker ist, klingelte vor ein paar Tagen bei mir an und erzählte. daß er sich zwischen 8 und 8 Uhr erschießen würde. Natürlich hat er«s nicht getan, denn er ist nicht nur dick, sondern auch feige. Aber ich komm« auf mich selber zurück. Als ich es bis auf 92 Kilogramm gebracht und entdeckt hatte, daß ich nicht mehr einer Elektrischen nachlaufen oder ein« Treppe steigen konnte, ohne Sehnsucht noch einem Sofa und einem Glos Bier zu verspüren, beschloß ich, mager zu werden. Noch einer anstrengenden Kur, deren Rezept ich aber nicht ohne weiteres preisgebe, gelang es mir auch, wie alles, wos ich mir energisch vornehme. Ich sank wieder auf 6Z Kilogramm. Und da bin ich jetzt. Und ich fühle, daß das ongnehmer ist als mit 92 Kilogramm. Zwar friert man«in bißchen mehr als sonst, besonders im Winter, aber dagegen schwitzt man im Sommer weniger. Wärme ist etwa» für uns Magere. Wenn man dagegen einen dicken Mann oder eine dick« Frau sieht, wenn es warm wird! Einem Dicken kann kein größers Leid zugefügt werden als ZS Grad Celsius im Schatten. Aber dann wir Magere in unserer Luft! Trocken und fröhlich. Und für jeden Spaß mit den Dicken zu haben. Kennnen Sie die alle Geschichte: Der Ehemann:„Meine Frau wiegt 80 Kilogramm. Sie nimmt jedes Jahr in Karlsbad 10 Kilogramm ab,— in acht Jahren bin ich sie los! Hahaha!" Was für eine traurige Ehe! Wie unheimlich für beide Teile! Für den, der verschwindet, und den. der wartet. Acht lang« Jahre! Ich wage nicht, daran zu denken. Ich kenne«in anderes Ehepaar, bei dem die Frau sehr dick sst. Zwei Landungsbrücken für kleiner« Dampfer, drei Dez>malwogen und ein Parkettstuhl in einem Theater sind unter ihr zusammen- gebrochen. Ich war dabei, als der Partellstuhl zerbrach. Es war in einer Posse. Mtten im ersten Zlkt, und dabei war dos Stück nicht besonders amüsant. Aber die achte Replik des 15. Auftritts war so komisch, daß die dicke Dame plötzlich so auflachte, daß der Stuhl zerbrach. Die Dam« sank gerade hinunter und saß auf dem Fuß- boden. Und da blieb sie im Dunkeln sitzen. Um sie wieder in die Höh« zu bringen, wäre«ine Dampfwinde nötig gewesen. Sie saß ganz still und guckte unter dos Parkett. Sie sah«ine Menge Beine und Füße von Herren und Damen. Nie in chrem Leben halle sie so...viel? Beine, und Füße glrichzeftig gesehen.. Und fa verschiedest�..Einzelne hotten Löcher, ür den Strümpfen- und die meisten schiefe Absätze, Ein Herr, der vielleicht Hühneraugen hatte. hott« sich den. einen Stiefel ausgezogen. Das sah zu komisch aus! Wenn es die dicke Dame gewagt hätte, so würde sie gelacht hoben. Aber sie dachte: dann bricht vielleicht der Fußboden durch, und ich falle in den Keller hinunter. Der Mann der dicken Dame war durch das langweilige Stück derart in Anspruch genommen, daß er nicht merkte, daß seine Frau verschwand. Er ging so selten ins Theater, daß er jeden Sog buchstäblich verschlang. In der Pause wurde das Licht eingeschaltet, und die dicke Dame starb aus Scham und Schande, mitten im Parkett, zwischen eleganten Herren und Damen, aus dem Fußboden zu sitzen. Wie traurig war ihr Schicksal! Natürlich gibt es auch Geschichten von dünnen Leuten. Aber die sind nicht so komisch. Ich kann mich eigentlich nur auf eine bc- sinnen. Don Sarah Bernhardt. In einer französischen Zeitung stand: „Ein gedeckter Mietswagen fuhr beim Theater vor. Aus dem Wagen stieg nichts. Das war Sarah Bernhardt." Diese Geschichte ist sehr boshaft und außerdem nicht wahr. Denn ich habe Sarah Bernhardt selbst gesehen, und sie war erheb, lich mehr als nichts. Geistig und körperlich. Uebrigens ist es so leicht, üb«r Körperschwächen der Menschen zu spötteln. Ich habe mal von einem Neger gehört, der so große Füße hatte, daß er sich die Hosen über den Kopf anziehen mußte... Aber wir wollen lieber zu ernsteren Dingen übergehen. q Uhr An» treten»um Ausmarsch nach Briefelang Bhf. Putlihstroße. Noch. zügler Sonntag. 1. September, 1% Uhr, Lehrter Bahnhof. Reukölln-Brih: Der langjährige Kam. Adolf Bester von der 4. Kamcradtüioft ist am 27. August verstorben. Trouerfeier 14 llhr Krematorium Baumschulenmeg. Rege Teil- nähme erwünscht. Pankow sOrtzncoeinl: 20 Uhr Bcikliiqunq der Kameraden an der ffahnennagclung des Reichsbnndcs der Kriegsbcfchodigien und Krieger- Hinterbliebenen im Restaurant Sanssouci. Berlin-Nordend. Erscheinen Pflicht. Die Kameraden des Tambourkorns erscheine« in Bundcskleidung. Sounkaz« l Seplemuer. 14 llhr. Treffcu der Agmeraden im Schüssenhaus m Schildow. Pflichtveranstaltung.— Montag. 2. September. Mitte: 50 Uhr Iungbanne- Iugendheim Ticckstraße. Bunter Abend. Prenzlauer Berg: 20 Uhr Kamerad- fchafts» und Zugführer bei Burg, ffriedrichshai», Iungbanner und Echussfporr. ler: 12 lz llhr Versammlung bei Kromphardt. Paul-Singer-Str. 49. Wichtige Tagesordnung.— Kreuzberg, Jugend I: 20 Uhr Jugendheim Porckstr. lt.. Zimmer 5, Referat Kam. SallNgr«: Oesterreich» Wehr- und Schussorgani. fation".— Stegliss iDrtsncrcin): Kameraden, die an der ffahrt nach Grossen. Hain am 21. und 22. September teilnehmen wollen, melden sich mit Zahlung von 8 M. ffahrgeld bis 10. September bei Kam. Arnfen. Birkbufchstr. 9.— Mitte. Iungbanner: Wanderfahrt noch dem Rildnissfee. Treffpunkt Sonnabends 31. August. 18 Uhr. Stcttiner Bahnhof. »rbeiier-Abstinenten-Bund, Bezirksgruppe Sreuzberg, Marhsinekeplass 3-4. Am Sonnabend, 31. August. 20 Uhr. findet in unserer eigene-.Alkoholfreien Gaststätte"-in Marheinekeplass 3—4 eine außerordentliche Ritglicdervcrsamm. lung statt. Referent Genosse Soheisel. ff-eircliqiös« Gemeinde. Sonntag. 11 Uhr. Poppelale« 13. Bortrag de, Herrn A. Domden:.Optimismus und Pesssmismus". Verein für Einheitslurzlchrift Neukölln. Dienstag und ffreitaa, 20— 25 Uhr, Ankänaer-, fforlgefchrittene., Rebefchrift-Lehrgänge, Kaifer-ffriedrich-Realgnmi'.a. ssum. Neukölln. Kaiser-ffriedrich-Str. 208. Rcichsbund d-e striegsbeschädigte»,»riegsteil nehme«»nd«rzegerhintce- blicbenen. Bez. Zentrum. ZIlontag. 2. September, 20 Uhr, findet im Rosen. thaler Hos. Rosenthalcr Str. 12. dir Monatspersammlung swtt. Tagesordnung: Wahl der Delegierten zum Gautag.— Ortsgrnppc Nordost 4: Mitgliedervcr. fommlung am Diensloa, 3. September. 20 llhr. in den Unions-ffeftsalen. Greifswalder Etr. 222. Berliner Sspcranto-Derband. Dienstag. 3. September. 2nV> Uhr. im Eafö Iostn. Potsdanler Plah. Vortrag des Herrn E. Lindemann über„ffabiola von Kardinal Diefemann". (! Theater, Lichtspiele usw. 20 Uhr Treibjagd Winfer ★ Garten* 6 Uhr» Zeotr. 281B» Baadin erlBDDl iBtimt. Viriiti» Immer neu, immer gut Zonnsbanö». Sonntag Je 2 Vcrttellungen 3-° und S Uhr. z« kleine Preise. Gustav Härtung Renaissance-Theater ff ieflcrDgglnn Sonotag. I. Sepl. 11* Ohr Die heilige Flamme Barb. 928« Heute letzter Tag! orK-Mwikaniuiw steeaiiem nm. Ab morgen I Or Igla a I'Rast eil 1 usw. Haut« 2 Voratallongaa S d- Uta Uhr.—■ Uhr ermSBigte Pr. Tägl. S u. 8» SonnLS.Ia. 8" | Alan. E, 4. 8066 [INTERNAT. VARIETE Morgen Premiere III Sonnabend, 31. Angnst nachmittags Z'/, Uhr zm präzise Sie drei Musketiere ■■II Bin Spiel ans romantischer Zelt ton Schanzer n. Wslltck IIB Rasch und unerwartet infolge Herzschlag Ist meine treue Lcbcnsgefähriin, unsere gute Mutter und Großmutter Frau Ida Slüdden von uns genommen worden. Um stille Teilnahme in ihrem namenlosen Sehmen Wtten Daniel StOckle» Georg 8 10 eklen Marie Stttcklen, gib, Plalf Heinz Siüeltlen, Manfred Slfldtlea, als Enkel Berlln-LIchterfelde, den 29. August 1929 Die Einäscherung findet am Montag, dem 2. September 1929, 11 Vi Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 100-103, statt. v.W.S.Maugbam. Stcie:(iusl. Härtung in der PramierenDasetzang MB C 1,0901 und 2583/84. CASINO-THEATER Lothringer Strnhe 37. TSglleh 8<;< Uhr Oer neue Eroftnungs-sctiieger Wem gslrärl mein Mann Dazu ein erstkl. bunter Teil. Für unsere Leser. Guttchein fflr 1—4 Personen Fanteuil nur ÜS M� Sessel 1.75 M-, Sonstige Preise: Parkett u. Rang OBO M Rose- Theater, Grofte Frankfurter Str. 1 31. Täglich 8.15 Uhr. Der kleine Kuppler Lustspiel i.3Akt.v.Armontu.Qerbidon Gartenbohne 5-30 Uhr Konzert und bunter Teil 8.15 Uhr Die Scheidungsreise ... ff(rtM Sie Uaanaai das Bott-ntattn Verlangen Sie kostenlose Zusendung der Abonnements-Bedingungen Gewbmauszng 5. Klais« ZZ. Preltbilch-EiiddeAlsche Klasseu-Lotirrie. Ohne Gewähr Nachdruck verbvie» Auf febe gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Kewinue gefallen, und zwar fe einer auf die Los« gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und II Lb. Ziehungstag SO. August 1929 8n der Vonnitlagszlehung wurden Gewinnt über 150 M. gezogen s Gewinn, zn 7S000e 76000, 2 zu je 50000, 80 zu 101)00, 80 zu je 6000, 122 zu je 8000. 222 zu je 2000, 670 1000. 1530 zu je 500, 8504 zu je 800 M. ' zu je zu je Mit Mnsik von gestern und hente von Ralph Bena'tzk» Maslkal. Leitg.: Ernst Hauke) Choreographie: Prot. Heinrich Urinier Alfred lerger Max Hansen Siegfried fimo Göta Ljungberg Trnde Hesterberg Trude Lieske Paul Wegener Paul Morgan Joseph Schmidt La Jana Marianne Winkelslern Iwan Orlik Kits Lenz, Rose Lichtonitsin, Else R««al, Mai Schreck Kurt Mlkutskl, Fritz Bergar. Robby Hanka Corpi de Ballett I Harmonika Vagabounds i Sängerchlr« Gesamtaosslaitung Prof. Ernsi Slera Technische Einrichtung: Franz Oworsky Regie: Erik Eh arell Vorrerkauf(10—6 ununterbrochen) hat begonnen Vorverkaufauch im Pavillon der Reinhard tb(ihnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhiandstraße Bismarck 448/449 Oentsdies Mei Norden 12310 Ende gegen 11 Die Flederm&as Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt Musik. Einrichtung E. W. Komgold. Ausstatte. L. Kainet D.I. SO, Kammerspiele D.I. Norden 12310 7>b. Ende geg. 10 U. Heute zum 1. Male Der üiiwiäersleliiielie Komödie von Paul Gdraldy und Robert Spitzer Deutsch von Berta Zuckerkand!. Regie; Gustaf Gründgens BOhenbilder; Ernst Schütte J Sommer-Garten-Theater Berliner Prater • N 38, Kast-Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 £ Sasupld Gostd Beer. Grete! Llllso Wiener Blut Operette von Johann Strauß Dazu der große VarielEieiL Anfang Konzert 4 IMr. Burleske a. Varietd 5.30. Operetle 8 Ulli. •eeeeeeeee»—— eeee VolKsbiUtne limtei amSülowilati ab l. September Täglich 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regie; Karl Heinz Martin Die Komödie 1 BIsmck.2414/7516 ÖViU-p Ende geg. 10 Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Leonline Sagan Barnowsky-fiDlinen Theater In dar KBniggrStzer Straße RV« Uhr lüUle«onahmno Riva I en Komödienhaus SVi Uhr Charleys Tante mit Curt Dole. Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SV« Uhr Max Adalbert In Clubleute Direktion Dr. Robert Klein Deutsches ISustler- Thealer Täglich 8>/« Uhr Die andere Sette von R C Sherriff Regie; HeinzHUpen Berliner Wer Dienstag, 3. Sept. T/a Uhr Uraaffflhrung Krawiitten von Georg Kaiser Jt Musik: Mischa Spoliansky Regie: Förster Larrinaga mmmwwmwwww Sonnabend u. Sonntag~ 2 FESTTAGE a. RHEIN Grosses Festprogramm Brillant-Feuerwerk „Zu Stolzenfels am Rhein*'. ......................... Reichshallen-Theater Abend[T] Sonntag Nathm.[T| Stettiner Sänger Nachmittags halbe Preise I Montag» den 2. September 1771-Jahr-Feier der > I sigiilnar Sänger Dönhoff- Brettl: Varlcii Konzert Tanz Plfinetartam — am Zoo—■ y»rBng. Joadiirasthaler StrcBf B.5 Barbarossa 557$ löVi Uhr Sternbilder des Sommers IS1/« Ii. Von Pol zu Po' am Sternenhimmel 20»/. Uhr Der Qlutbaü der Sonne Tägl, außer Montags u. Mittw. Erwachs- 1 Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 PL Kinder 25 Pf. Q'Jittongs-.RffbsK o.Reklamemarken gegen Nachahmung gesetzt, gesch. fertigt seit 45 Jahr als Spezialität. Conrad Malier Leipzig- Schkeuditz Trianon-Tfi.�r Dir. leoWalltierSlEln Täglich 8', Uhr Dts kommt doch alle Tage vor Lmtzp. v. Sven Neergard Johannes Riemann, Vilma t. Aknay, Max Landa, Lotte Klindcr Lastsplelhaos Heute ä Uhr Premiere Grand Hotel Lustspiel von P. Frank T&eat. ö. Westens Täglich 8'/« Uhr Sonntag 4 u. SV« Franz Leharj Wclterfolg! FriederiHe Lotte Carola Hanns Wilhelm Telephon Steinplatz 0931 u. 5121 OsQtsdier Metallarbeiter' VerbaDd Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen. Drn Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mechaniker Max Kendziora Herzleiden ge- am 27, August an starben ist. Die Beerdigung findet am Sonn» abend, dem 31. August. nachmittags 2Vj Uhr. von der Leichenhalle bes Humboldt-Kirchhofes in Reinickendorf aus statt._ Am 29. August starb unser Kollege, der Optiker Oskar Ehrig geb. L November 1886. Di« Beerdigung findet am Montag. dem 2. September, nachm. 1'/, llhr. von der Leichenhall« des Gemeinde- Kirchhofe« in Neukölln. Rudower Straße, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ocfaoermaltaag. Oonkfagnog ffttt die herzlich« Teilnahm« heim Hinscheiden meines lieben Mannes. unseres guten Baters. Schwieger- und Großnater«, sagen wir allen Freunden und Bekonnten, dem Ehe! und Per» sonal der Firma Zelt; Lande, dem Bezirksamt Prenzlauer Berg, den Kollegen de« Kd.A und der AfA., den Parleigenossen der SPD., fomie den Mietern des Hoeises unfern wärmsten Dank. Besonderen Dank den Rednern am Sarg« des Ber» ftorbenen. Marie Fenn. geh. Krentz Alberi Penn and Frnn and Kinder Erich Penn and Frnn Felda, Erna, Gretdien Penn, als Töchter Lessing-Theater Norden 10846 Gruppe yanger Scbanspieler Täglich 8 Vi Uhr losef lakaioink). Drama Von Eleonora Kalkowska Metropol-Th. Tägl.SViUht Sonntags 4 u. 8Ve Blanbfirl Operette von Olkenbach Grete Finkler, SUeber- Walter TDBai.amKottD.ror Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr auet Sonnt. nachm. 3 0. 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