Morgenausgabe Nr. 419 Ä211 46.Zahrgang tSg�cBOl«»»,. xintA« U«9L ör Darauf jal)U>ot, IZalldfju,«IZ St «n'chtteßlich 60 Pfg. PofttfituNz»-»»� H PI» SoftbedtDjebülj?««. Siuloik» •bonitrmcnx t— St»r» Stonat r« ,«or»»r«»' ir14 bombardiert das Schaufenster unseres Berlages, das in Trümmer ging. Zu spät herbeieilende Polizei griff aus Mitzverständnis-- einig« Parteigenossen und brachte sie zur Wache!! Wir können die Aktivität der r-chten wie der linken Radau- Helden, die sich abwechselnd, ober mit dem gleichen Eifer gegen die Fensterscheiben unseres Berlages richtet, nur als«ine Ehrung betrachten. ohne Ausnahmegerichte ausgekommen sei. England gedenk« an der Polittk, Palästina zu einer Heimat st ätte der Juden zu machen, festzuhalten. Stresemann bemerkte, daß ihm von der englischen Regierung der Bericht der Studienkommijsion zugegangen sei, die sich mit der Frage der Derwaltungsreform in ganz O st a f r i k a beschäftigen sollte. Er betonte, dah keinerlei Verschmelzung stenya»(des früheren Deulsch-Oslasrlkas) mli anderen Soloniakgebiclen in Frage käme. Er erwarte, daß die Mandatskommission eingehend die Vorschläge der englischen Regierung prüfen werde, ob sich die in Aussicht ge- nommenen Äerwaitungsmoßnahmen mit der S e l b st ä n d l g t e i t des Mandatsgebietes unter der Kontrolle des Bölkerbundes verein- boren liehen, henderson erklärte daraufhin, daß die englische Re» gierung noch keinen Entscheid über die Verwaltungsrefann in Ostafrika gefällt habe und daß sie der Mandatskommission nach dem Beschluß hierüber ihr« Entscheidung zuleiten werde. In der Dollversammlund am Sonnabend, 16 Uhr, wird Stresemann über die deutsch« DAkerbundspolitik und der«ng- lisch« Handelsminister Graham über die Anregungen der britischen Arbeiterpartei zum Abbau der Zollmauern sprechen. Am Nachmittag findet die Gr u n d st e: n l e g u n g des neuen Völker- bundsgebäudes statt. HendersonS Palästinabericht. Genf. 6. September.(Eigenbericht.) In der Ratssitzung mochte Henderson folgende konkrete Angaben über den Verlauf der blutigen Ereignisse in Palästina: „Die Unruhen begonnen in Jerusalem am 16. August, und der erste Berlust an Menschen geschah am folgenden Tage. Am 23. for- derte die Verwaltung Militärverstäriiingen van außerhalb. In der Nacht vom 23. zum 24. griffen die Unruhen auf die Orte außerhalb Jerusalem» über. Meine letzte Information datiert vom 31. August. An diesem Tage betrug die Zahl der Opfer: getötet 83 Mohammedaner. 4 Christen, 109 luden: verwundet und im Hospital 122 Mohammedaner, 10 Christen, 183 Juden. Es kann gesagt werden, daß die Unruhen im a l l g e- meinen beendet sind, wenn auch noch nicht überoll voll« Ordnung herrscht. Die britische Regierung gedenkt nicht das Mandat Poläftma abzugeben oder von der durch die Bolfour-Erktärung von 1917 vorgezeichneten Politik der Errichtung eines jüdischen Rottonal- heim» in Palästina abzugehen* Die Hehe als Nährboden. Äombenattentale und Äombenfchwindel. Schlag auf Schlag reiht sich Bombenattentat an Bomben- attentat. Zwischen den einzelnen Handlungen besteht Zweifel- los ein innerer Zusammenhang, aber noch ist es nicht ge- lungen, der geheimnisvollen Verschwörergruppe auf die Spur zu kommen. Wie immer, so ist auch hier Dunkel und Un» klarheit der beste Nährboden für phantastische Lügen und Schwindeleien der Hetzpresse. Man muß sich einmal erinnern, wie es nach dem Erz- berger-, Scheidemann- und R a t h e n a u- Atten- taten war. solange die Täter nicht ermittelt waren. Da log die dcutschnationale Vresie das Blaue vom Himmel herunter. So behauptete sie z. B., Erzberger sei von Kommunisten umgebracht worden. Nach dem Blausäure-Attentat auf Scheide- mann schrieb die„Pommersche Tagespost*(deutschnational): Scheidemann habe das angebliche Attentat auf sich aus Re- klamesucht selber inszeniert. Einen sehr bezeichnenden� Schwindel vollführte die..Deutsche Zeitung": Sie veröffent- sichte am 23. Juni 1922 das Schreiben eines Arbeiters L. Nietzsche aus Leipzig, der seinen eigenen Schwestersohn in diesem Schreiben bezichtigte, als Angehöriger der USP. das Attentat auf Scheidemann verübt und dafür von unabhän- giger sozialdemokratischer und israeiitist':r �:ite 406 000 M. Belohnung erhalten zu haben! Der Brief war von A bis Z gefälscht! Sein angeblü' er Verfasser existierte nicht. Einige Wochen später stellten sich die O E.- M i t- glieder Hustert und Oehlschläger alz die wirk» lichen Attentäter heraus. In genau der gleichen Weise versuchen jetzt gewisse Rerbtsblätter die Spuren der Bombenaitentäter zu ver- wischen. Wenn die nationalsozialistische Presie aus Geheiß Hitlers jetzt täglich schreiben muß. daß die Bombenattentate von. der Polizei selber verübt würden und wenn Hitler sogar e'me Belohnung von 10 000 Mark auf den Nachweis dieser Behauptung aussetzt, so liegt das genau auf der gleichen Linie wie die Behauptung der„Pommerschen Tages- post* von ehemals, daß Scheidemann das Blausäureattentat gegen sich selber inszeniert habe. Hinter so viel Demagogie darf das kommunistische Spiegelbild der Nationalsozialisten nich� zurückbleiben. Be- bauptet der„Bölkische Beobachter", daß die Polizei die Bombenattentate verübe, um die nationalistischen Unschulds- lämmer zu verdächtigen, so behauptet die„Rote Fahne", daß die Polizei absichtlich die Täter nicht enrritele. weil sie mit den Nationalsozialisten unter einer Decke stecke. Man sieht: ein ungeklärter Tatbestand läßt! sich nach beiden Seiten hin auslegen und a u s l ü g e n. Der Dema- aogie sinb keine Grenzen gesetzt. Es fragt sich nur, wie dumm die Leute sein müssen, die das Eine oder das Andere glauben Um den wirklichen Zusammenhang zu sehen, bedarf es keiner besonderen Kombinationsgabe: die Bomben- attentate sind ganz organisch Herausaewachsen aus den fortgesetzten und immer mehr gesteigerten Terrorakten der nationalsozialistisch verhetzten hol- steinischen Landvoltgruppen. Mit verprügelten Gerichts- Vollziehern, mit Ueberfällen auf Finanzämter hat es an- gefangen, mit Klamauk vor Gefängnissen und Angriffen auf die Polizei sich fortgesetzt, und in den Dnnamitanschlägen steigert sich die Aktion abermals. Oder vielmehr: gewisse Drahtzieher und Hintermänner suchen mit diesen Gewaltmitteln eine schon halb erloschene und verloren« Sache künstlich zu beleben. Ob die Attentäter nationalistisch organisiert sind, ob sie vorsichtshalber vor Verübung der Taten aus ihren Organisationen austraten, das«spielt dabei eine ganz geringfügige Rolle: die geistige Gesinnung, der diese Taten entspringen, ist vollkommen eindeutig. Man braucht freilich nicht über diese Taten nervös zu werden, wenn auch die bisherigen Mißerfolge der Polizei- lichen Nachfors6)ungsarbeiten alles andere als erfreulich sind. Derartige Attentate sind kein Zeichen für die Stärke, sondern nur Symptome der S ch w ä ch e und der A u s s i ch t s- l o s i g k e: t einer Bewegung. Die Spektakelina6)er von Landvolk und Hakenkreuz haben sich politisch in eine Sack- gösse verrannt. Sie haben einen Teil der ländlichen Be- völkerung wohl gegen den Staat aufgehetzt, sie haben ihn zu allerhand sinnlosen Verzweiflungstaten aufgestachelt.— aber sie haben nicht im mindesten ihrer Gefolgschaft wirtschaftlich helfen können. Der Bauer aber ist im Grunde seiner Seele eine kühl rechnende Natur. Ist der Spektakel vorüber, so fragt er sich: was hat es eigentlich genützt? Und wenn er sieht, daß es nicht nur nicht genützt, sondern nur geschadet, nur Strafen und Bekanntschaft mit Polizetknüppeln ein- gebracht hat. so kühlt seine Begeisterung rasch ab. Deswegen die immer verkrampfteren, die immer knalligeren Mittel, um die Bewegung im Schwung zu halten. In den bisherigen Bombenattentaten steckt ja ein gut Teil Hysterie: die meisten von ihnen sind in der Art inszeniert wie der bekannte Selbst- Mordversuch der hysterischen alten Jungfer, die den Gashahn erst aufdreht, nachdem sie vorher telephonisch die Leute alarmiert hat, die ihn rechtzestig wieder zudrehen werden. Der Appetit ist freilich mit dem Essen gekommen, und Nur noch 3 Ratstagungen im Lahr Henderson über Palastina mii her Zunak>me her Vombenattentate läßt sich auch eine Steigerung ihrer Gefährlichkeit feststellen. Bei den letzten muß man menigstens einen Eventualdolus der Täter dahin annehmen, daß sie auch die Vernichtung von Menschenleben mit ins Auge gefaßt, sich jedenfalls durch die Möglichkeit nicht von der Tat haben abhalten lassen. Auf jeden Fall erwartet die Täter nach dem Sprengstoffgefetz eine außerordentlich hohe Strafe. Das werden sis wohl auch missen und sich in diesem Bewußtsein durch olle Mittel des Terrors— die ja von der O. E. und den Fememorden her noch genügend bekannt find— gegen Verrat aus den eigenen Reihen ge- sichert haben. Hinzu kommt, daß die Rechtsparteien innerlich m't den Tätern sympathisieren. Sie be� streiten das zwar, aber man muß nur einmal lesen, mit welch hämischem Behagen die Rechtspresse jeden Mißerfolg der Polizei notiert, mit welcher Entrüstung sie sich beschwert. imnn irgend ein Unbeteiligter durch eine Haussuchung be- lästigt wird. Die Rechtsvresse will angeblich, daß die Poli« zei die Töter ermittelt. Aber wehe der armen Polizei, wenn sie bei einen? mecklenburgischen Gutsbesitzer, den sein eigener Angestellter der Mittäterschaft beschuldigt hat, eine ergebnis» lose Haussuchung vornimmt und dabei z. B. die Betten zu durchsuchen wagt! Das Geschrei der Rechtspresse über ein durchsuchtes Kinderbett zeigt, daß sie in Wirklichkeit mit ihrer Sympathie auf leiten der Attentäter steht, sie deckt und ihr Entkommen begünstigt. Ebenso ist es ein plumper Trick, wenn die Hitler- Partei jetzt ausdrücklich ihren Anhängern die Teilnahme an Sprengstoffattentaten verbietet. Derartige Taten ent- stehen ebensowenig auf ausdrücklichen Befehl einer Partei, wie sie durch Verbot gehindert werden. Sie entstehen aus der gesamten Temperatur ihrer Hetze und Agitation. Man braucht nur im„Völkischen Beobachter" nachzulesen, wie etwa Herr Goebbels am Schluß seiner Versammlungen sein« Anhängerschaft durch Rache schwüre anfeuert:„Wir wollen die Ketten brechen— wir wollen die Schande rächen, hoch die nationale Revolution?",— um sich ein Bild machen zu können, w i e solche Hetze auf unreife und pathologische Gemüter wirkt, zu welcher Art von Taten sie aufstachelt. Die Bombenattentate sind eine ernste Mahnung, der skrupellosen Demagogie mit allen Mitteln der sachlichen und vernünftigen Aufklärung entgegenzutreten. Kriegerische Ansprache Rykows. Oer neue Weltkrieg kommt!... Schuhsragen für Klaggendlebe. Kurze Antwort auf kleine Frage. 0 Än den Ostseebädern werden häufig Flaggen in den ?�e!chsfarden gestohlen. Eine.Kleine Anfrage" der Recht». Parteien im Preußifchen Landtage lenkt die Aufmerksamkeit darauf, daß solch« Diebstähle auch im Badeort Ahrenshoop in Pommern vorgekommen stirb. Ader r. i ch t d e r Diebstahl der Reichstlaggc empört die Fragesteller, sondern«ine angebliche Aeußervng de? zuständigen Landrats, er werde, wenn die Dieberei nicht cruthör«. einmal das Reichsbanner zu einem Demonstrationszug ver- anlassen. Wegen dieser angeblichen Acußerung fühlten sich die Patent- Patrioten beunruhigt. Deshold„fragte n" sie den Innenminister, ob«r die Haltung des Landrats billig« und eventuell gleichen Schutz tu? das Abhandenkommen der alten Koiserfahnen zusagen wolle. Der Minister hat jetzt knapp und klar geantwortet, daß die Be- haupkung über die fraglich« Aeußervng des Landrats frei er- funden fei. Damit erledigt sich die neugierige Fragerei. Cr fchwänzi fast immer! Statisiisches über Qerrn Huaenbergs parlamentarische „Tätigkeit"'. .Herr Hugenberg hat feine Passivität und Abstinenz im parlamentarischen Kampf um den Dame». Plan mit einigen Bcr- lezenheitsausreden zu entschuldigen versucht. Seitdem schweigt er. Insbesondere ist er die Antwort auf unsere Frage schuldig geblieben, warum er bei der Abstimmung über das Entwaffnung»- g e s e tz vor zwei Sohren gefehlt Hot. Wenn es ein Gefetz gibt, auf das der Ausdruck..B e r s k l a v u n g s g e f e tz" mit einem gewifleo Recht angewendet werdbn kann, so ist«z diese» Gefetz, dos Deutsch- land von anderen Mächten mifgezwungen worden ist, die an die eigene Entwaffimng nicht denken. Die deutschnotionale Reichs- lagefraktion hat aber als Regierungspartei, die sie damals mar, diesem„Dersklavungsgesetz" ungespalten zugestimmt, und Herr Hugenberg hat seine Stimme dagegen nicht erhoben, er war wieder eiremal nicht da. Od«r auch damals„nicht als Nörgler erscheinen" wallte oder db er wieder einmal«in« Herzattocke hott«, bleibe dahingestellt, Vielleicht hängt sein Fernsein nur mit seiner allgemeinen Ausfossuieg von der Erfüllung parlamenwrifcher Pflichten zusammen, die es ihm erlaubt, zumeist nicht da zu sein. Während der dritten Wahlperiode, vom Dezember l924 bis zum März 19SS fanden insgesamt tlö Reichsiagsplcnarsitzungen statt. Sn 98 Sitzungen wurde namentlich abgestimmt. Herr Hugenberg hat es vorgezogen. 52 dieser namentlichen Abstimmungen fernzubleiben. Er war weder„krank" nach„beurlaubt" noch„entschuldigt". So entzog er sich der Abstimmung über die entscheidenden Mißtrauens- antrage gegen das zweite Kabinett Luther(wegen der Flaggen- verordniings und gegen die Bürgerblockregierung, die Perlängsrung de« Rrpublikschutzgefttzes: da» Schund- und Schmiitzgesetz(wahr- scheinlich aus Rückficht auf feine„Nachtausgabe"), das Ardeitsge- richtsgefetz, die Arbeitszeitnotverordnung: das Arbeitslofenvcrsiche- rungsgrfetz, da» neue Befoldungsgefetz, den Etat 1928— um nur die wichtigsten zu nennen. Vielleicht macht er es in der scharf.« Opposition gegen tue setzige Regierung anders? Aber nein. Zm neuen Reichstag fanden bisher in ZS Sitzungen namentliche Abstimmungen stall. Herr hugenberg war nur in lZ anwesend. Seit ZSZll hat er niemals auch nur ein Wart im Reichsiagsplenum gesagt. Vergebens sucht man Hugenberg» Rainen auch nur in einem der!?4 Reichstagsausschüsse. Er hat mit seinem eigenen„Ausschuß" für da» geadelte Volksbegehren wahrscheinlich genug zu tum. Snde» wollen wir gerechterweise neben dem Negativen auch das Positive nicht vergeflen. Es gibt auch Abstimmungen, an denen .Hugenberg teilgenommen Hot— darunter eine über die Wahl- pslicht Da hat er d a f ü r gestimmt! Herr Hilgenberg will also die Wähler gesetzlich zur Erfüllung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten zwingen, für die Gewählten aber nimmt er das Recht in Anspruch, sich den Pflichten, die sie al« Wohlwcrdcr freiwillig übernommen haben, nach Belieben zu entziehen. ?,uzugeb b an kell stall, bei welchem der vorfitzende des Ra.'e» der Volks- kommistare. Rykom. die neuen Offiziere begrüßte. Zn dieser Rehe nahm Rykom Bezug auf die aktuellen polilischen Ereignisie und erinnerte daran, daß nach dem Weltkriege das revolulionäre Proletariat die roten Jahnen siegreich entrollt habe. Weiter sagte Rykom:„Seht erhebt sich not der Welt die Gefahr eine» neuen Weltkriege«. Es ist nicht möglich, schon fetzt den Zeitpunkt feines Beginns genau vorauszusagen. Niemand hätte ' gedacht, daß die erste Kriegsdrohung von feilen Chinas ausgehen würde. Es ist möglich, daß unser Konflikt mit Etzin« günstig bei- gelegt wird, das nimmt aber die Jrage der Kriegsgefahr nicht von der Tagesordnung. Es ist die Aufgabe de» gesamten Wellprole- tariots und der renolutionäreu Zugend. aus dem Kampf gegen einen aufflammenden imperialistischen Krieg den Kampf um die Diktatur des praletariats zu machen." Rykom ermahnte die neuernonnten Offiziere der Roten Armee, sorgfältig olle Neue- rungen der Kriegswissenschast und der militärischen Tech- n i k im Aurlande im Auge zu beHallen und zu studieren, keine Erfindung zum Zweck der Kriegeführung dürfe unbemerkt bleiben. »Wenn diese Aufgabe gui gelöst wird, so ist die Zeit nicht weit, in welcher mir hinsichtlich der Sriegstüchtigkeit unserer Armee das Ausland einholen und überholen werden." Neue Beschuldigungen Moskaus gegen Nanking. Aus Oftsibirien einlaufende Nochrichten darüber, daß. unge- achtet der von chinesischer Seite ausgegangenen Anregung zu Bcr- Handlungen chinesische Truppe» an die S«vjetg?«ze Amwe porlieri werden(z. B. die Kl. Division noch LogranÄ chnaza), fühveps dazu, daß die Lage hier wieder pessimistischer beurteilt wirttz Da» Ausbleiben einer chinesischen Antwort aus den Moskauer Br«« schlag einer teilweiien Abänderung der geplanten Deklaration üb« die Regelung des Konflikts trägt ebenfalls zu einer solchen Besorg, vis bei. Dieser gab auch Litwönow heute in einem Interviems Ausdruck: er bedauerte das zögernde D-rhalten der chinesischen Ro» gierung, wodurch der Verdacht emsuPen könne, daß es China mit seinen friedlichen Vorschlägen nicht ernst se,. O.'e Behandlung der verhafihkte« Kommunisten. Mukdeu. 6. September. 1 Stach einer amtlichen(chinesischen) Erklärung befinden sich 1114 Kommunisten, darunter 71 Frauen, in eViem Gefangenenlager nördlich des Flusies Sungori. Jef�pr Gefangene erhält täglich Z Pfund Brot. Gemüse. Zucker und Te-Z. Em Krankenhaus ist im Lager. Die Gefangenen werden gut behandelt. Ihre Verwandten und Freund« dürfen ihnen Lebensmittel und Kleider bringen, jedoch sind Gespräche und Kuptrespondenz untersagt. Di« 1114 Fälle werden van n e irm Richtern in- dioiduell(!?) behandelt. Wegen der großen Zähl de? Gefan- gcnen wird die Erledigung der Prozesse eine gewrsse Zelt in Anspruch nehmen. Zwei Russen, Leiter des telegraphischen und des telepbo- nlschen Dienstes der Ostchinesischen Bahn, wurden unter der An« schuldigung v e r h a s t e t, Nachrichten über militärische Angelegen- hellen von Eharbin nach Chobarowsk gefunkt zu haben. Alisliesening von Wschkaiiis gefordett? Eine unmögliche Zumutung. kowno, k. September. Dem„M e m« le r Dampsboot" wird aus Kowno ge° drahtet: Die Meldung über die Verhaftung Pletschkotis' und seiner fünf Kompliren hat in Kowno großes Aufsehen erregt. Der Verhaftung wird insofern große Bedeutung beigemessen, als man bei den fcäzs Personen zahlreich« Gewehre und Sprengstoffe ze- iunden hat. Auch in hiesigen maßgebenden politischen Kreisen wird die Ansicht oertreten, daß Plelfchkaitis gegen Woldmoras bei seiner Rückkehr aus Genf ein Attentat ausführen wollt«. Heber die Verhaftung Pletfchkallis' wurde Woldemaras in Genf von Kowno aus informiert. Im Außenministerium«erden über diese Ange- legenheit die Anweisungen von Woldemaras erwartet. Welche Schritte die litauische Regierung in dieser Angelegenheit bei der deutschen Regierung unternehmen wird, ist noch nicht bekannt, wie ober verlautet, wird die litauische Regierung die Auslieferung Pletschkaitis' von Deutschland verlangen, obgleich zwischen Litauen und Deutschland eine Konvention über die Aus- lieferung politischer Verbrecher nicht besteht. Hier wird jedoch daraus hingewiesen, daß es sich bei Pletschkaitis um einen k r i m i- n e l l e n, aber nicht politischen Verbrecher handelt. Präsident S meto na. der seit Wochen in Polangen zur Kur weilte, ist heute früh nach Kowno Zurückgekehrt. » Eine Auslieferung von Pletschkaitis und Genossen durch Deutschland an Litauen, kommt überhaupt nicht in Frage. Abgesehen davon, daß es noch gar keinen deutsch-litauischen Auslieferungsvertrag gibt, so ist die Be- hauptung, daß Pletschkaitis kein politischer, sondern ein krimi- neller Verbrecher sei. unhaltbar und geradezu grotesk. Eine Auslieferung an die litauischen Behörden käme einer Aus» lieferung an den Scharfrichter gleich. Dazu darf und' wird sich die Reichsregierungnicht hergeben. Die Rechtslag« ist so klar, daß die litauische Regierung gut täte, einen so aus« sichtslosen Antrag überhaupt nicht zu stellen, der für sie nm; mit einer Blamage enden kann. Die Aussagen der Verhafteten. Stallupönen, 6. September, i Di« van Assessar Krieger- Stallupönen geführte Unten« suchung hat ergeben, daß es sich bei dem Führer der verhaftctent litauischen Band« tatsächlich um den bekannten Pletschkaitis handelt. Es wurden Photographien, ein Paß und Briefe bei ihn» gesunden, die seine Identllät einwandfrei ergaben. Pletschkaitis wich allen Fragen, die sich auf Woldemaras beziehen konnten, sehr geschickt au». Die Verhafteten gäben an. sie hätten sich lediglich nach Litauen begeben wollen, um von ihren Verwandten Geld zuq Reise nach Ueberse« zu erbitten. Da die polnische Grenz» noch Litauen gesperrt sei, so hätten sie den Umweg über Deutschland gemacht. Die Waffen führten sie mit sich, weil auf ihren Kopj eine hohe Belohnung gesetzt ist und weil sie sich«inqf Festnahme mll Waffengewalt entziehen wollten. j Die vorgefundenen Waffen und Gewehr« sind umgearbektete«Hm malige Karabiner de, Modell» 98. die Handgranaten sind franzäs fischen Ursprung», im übrigen handelt es sich um amerik»« nische Fabrikate. Es ist anzunehmen, daß die Anklag« sehr bald erhoben«eestotz wird und zwar aus Grund des Paragraphen 8 des Sprenge st o f f g e f e tz e s. Die weitere Untersuchung ist dem Landgericht vichj dem Oberstaatsampall in Jnsterburg übergeben worden. Die(Saisonarbeiierfrage. Sin Vorschlag zur Lösung. Zu dem besonders schwierigen Problem der Saison- arbeitslosenfnrsorgc erhalten wir als Diskussionsbeitrag die folge»de Zuschrift: Aus dem„Vorwärts"-Bericht über die Abstimmungen des Reichstagsausschusses über die Arbellslosenversicherung geht hervor, daß in der Saisonardeitslosensürsorge weder die Regierungsvorlage noch irgendein Antrag eine Mehrheit finden konnte. Diese» Ab- stimnntngsergebnis sollte veranlassen, zu prüfen, ob bi« Jüsher g<- machten Vorschläge nun wirklich der Weisheit letzter Schluß sein nrüsien. Für die Saisonarbeft besteht bereits seft einem Jahr eine Sonderregelung, und man will auch bei der jetzigen Reform wiederum Sonderbestimmungen treffen. Es wird wohl mit Recht darauf verwiesen, daß die regelmäßig wiederkehrende Saisonarbells- lasigkell die Versicherung und damit auch alle Versicherten weientlich stärker belastet als die ollgemeine kansiinkturelle Erwerbslosigkeit. Bei solchen Betrachtungen wird sicherlich stark übertrieben, denn auch die Bauarbeiter sind in ihrer Beschäftigung neben Jahreszeiten auch von den Voraussetzungen der Kanjunttur abhängig. Es ist auch nicht richtig, allgemein van den hohen Bauarbeiterlöhnen zu sprechen. Immerhin macht da» Argument starken Eindruck, daß die Gruppe der Saisonarbeiter für die übrigen Versicherten ein be> sonders stark belastendes Risiko darstellt und daß manche schlecht bezahlte Lrbeitergrupp« mit dazu beisteuern muß, die Unter- stütziingen für hoch entlohnte Saisonarbeiter mit chren Beriiche- rungsbefträgen zu ermöglichen. Jedenfalls bedeuten doch olle bisherigen Borschläge für die Sonderregelung bei berufsublicher Arbeitslosigkeit eine Einschränkung der Unter st ützunggleistungen, die mit dem besonderen Versicherungsrisiko dieser Virufsgruppen begründet wird. Es ist deshalb vielleicht doch richtig, hier offen von dem er- höhten Risiko zu sprechen. Wir wissen ja. daß auch� in Sowjetruß. land eine Sonderregelung für die Saitonarbeiter besteht. Ob e» aber richtig ist, die Sonderregelung durch Sonderbestim- inunqen in den U n t e r st Ü tz u n g s l- i st u n g e n durchzuführen, ist eine andere Frage. Man könnt« sich denken, daß bei gleichen Unterstützungsleisttingen von den Saisonarbeitergruppen ein besonderer Risikozuschlag vom Beitrag erhoben wirb. Für den Fall der Arbeitslosigkeit ist eine eingeschränkte Unterstützung harter zu er- tragen als eine der wirklichen Arbeitslosigkeitsgefohr entsprechende Abstufung des Beitrags während der Dauer der Beschäftigung. Vom Standpunkt des Arbeiters aus ist gang bestimmt der Beitvagn« Zuschlag vorzuziehen. Wenn zum Beispiel durch eine Sonderreg« lung der Saisonarbeitslosenunterstützung insgesamt 20 Millioney Mark Ersparnisse erzielt werden, so wird diese Summe bei eines besonderen Gestaltung der Unterstützungssätze oalt und ganz von den Arbeitern getragen werden müssen, und zwar i>t einer Zeit, in der sie der sozialen Hilse bedürftig find. Würde may aber beispielsweise dieselbe Summe durch einen Beitragszuschlag für die Saisonberufe ausbringen, so hätten die Arbeitgebetz die Hälfte und die Arbeiter die andere Hälfte, also nur 10 MNi lionen, aufzudringen. - Da heute schon eine Sondersürsorge bei berussübliche«: Arbeits» losigfeit besteht, also das besonder« Risiko dieser Berufe vom Gesetz» gebe? anerkannt ist, so sollt« man prüfen, ob es nicht zweckend» sprechender wäre, einen Ausgleich statt durch Leistungsminderung durch Beitragserhöhung herbeizuführen. Für eine solche Regelung hätten wohl die Saisonarbeiter wie all« übrigen volle» Verständnis Siedlung von Landarbeiiern. Beschlüsse des Beichswirtschastsrats. Der Ausschuh für Siedlung»- und Wohnungswesen im Va» läusigen Reichswirtschyftsrat stimmte dem Entwurf eines Gesetze» über Zuschüsse aus Reichsmitteln für die Ansiede« lung von Landarbeitern zu. Der Gesetzentwurf sieht voy daß Land- und Forstarbeitern und ländlichen Handwerkern, die Ha die Begründung landwirtschaftlicher Kleinbetriebe Darlehen ouß neljftien müssen, aus Reichsmitteln Zufchüsse zu den Zins- und Till gungsleistungen gewährt werden können. Diese Zuschüsse sollen in der Regel nur erfolgen, wenn das A» Wesen als Reichsheimstätte oder dergleichen ausgegeben wird. Dä Darlehen für die Zuschüsse sollen in Roten tilgbar sein und müsse» aus den Grundstücken sichergestellt«erben. Die Zuschüsse zu de» Zins- und Tilgimgsleistungen können für ein« Zell bis zu lll Jahre» gegeben werden. Sie sollen in der Regel in den ersten sechs Jahre» fünf vom Hundert her Darlehen-schuld nicht übersteigen und dan» sortlniisend so sinken, daß sie im zehnten Jahre nicht mehr als ein» vom Hundert der Darlehensschuld betragen. In jedem Falle muß der Schuldner selbst noch Zinsen und Tili gungsratsn in Höh« von zusammen wenigstens vier vom Hundert der Darlehensfchuld jährlich aufzubringen haben. Der Reichsarbeftsi minister hat mit Zustimmung des Reichsrats die zur AusfühnuH dieses Gesetzes erforderlich« Bestimmungen erlagen. Saisonaröeiier! .Diese Saisonarbeiter soMea endlich aufhören, Arbeitslosenunterstühung zu fordern. Durch dos viele Geschrei werden die Leute schließlich noch auf Sie Frage gestoßen, wofür wir eigentlich dasganzeZahr über Pension beziehend Briaad, der Held der Rechten. Die Linkspresse ernüchtert. Kitler mit Hilgenberg. Gegen die Deutschnationalen. Der„Völlische Beobachter" Adolf Hitlers druckt den Huzen- berg-Brief an Hergt ob unter der tleberschrift: �Hugenberg über die Dawes-Deutschnationalen. Freiheit und Ehre für einige«ilberlinze verkauft" und bemerkt do?u: Dieser Brief Hugenbergs bedeutet einen furchtbaren schlag ins Ge ficht der Deutschnaiivnalen Volks« gartet, denn den cO Prozent Jasagern uwrt» unverblümt vor« gejporfen, Ehre und Freiheit Deutschlands schmählich ner. schachert zu habeir. Die Nationolsozialistsn find also entschlossen, den Brief Hugen- bergs als Waffe gegen die Deutschnotionalcn zu vermenbcn. 6i« waren auch Esel, wenn fic es nicht täten. Don Koblenz nach Wiesbaden. Zlheiulandkommifsion will in verkleinertem Maßstabe übersiedeln. Wiesbaden. S. September.(Eigenbericht.) Es scheint nunmehr beschlossen zu sein, daß die Int er- alliierte Rheinlandkommission für die letzten Monate der Besotzungszeit von Koblenz nach Wiesbaden über- siedeln wird. Die Zahl der Beamten der Interalliierten Rhein« landkommiiiian wird allerdings van 200 auf 50 Beamte herabgesetzt werden. Den abzubauenden Personen ist bereits größtenteils gekündigt worden. Für Wiesboden ist der noch ver- bleibend« Rest der Besatzungszeit wenig angenehm und gerade im Hinblick auf die Zukunft der Bäderstadt eine schwere Enttäuschung, besonders, da mit der Interalliierten Rheinlondkommiffion zu gleicher Zeit eine, wenn auch geringe militärische Wache in Wiesbaden verbleiben soll. Kroaiien unier der Oikiaiur. Alle Einwohner über'IS Jahre müssen sich bei der Polizei melden! Agram. 0. September.(Eigenbericht.) Auf Anordnung der Zagrcber(Agramer) Polizeidirektion hoben sich vom 5. September ob sämtliche über 18 Jahr« alten Ein-- wohner beiderlei Geschlechts mit einem Personalausweis zu versehen. Di« Ausstellung der Ausweise erfolgt nach vorheriger persönlicher Meldung auf der Polizeidirektion. Gleichzeitig muß jeder Antragsteller zwei Photographien einreichen. Die Polizeidirektion begründet diese außergewöhnliche Maß- nähme mit der Ausrede, es feien in letzter Zeit viele Zweifel- hafte Personen mit gefälschten Ausweis«» ang«- troffen worden. In Wahrheit werfen die neuesten polizeilichen An- ordnung«» in Zagreb ein grelles Licht aui die Zustände unter der Diktatur, ganz besonders auf die Berhältnisie in Kroatien. Di« Registrierung der Bevölkerung. Personalausweise, das alles erinnert an die besetzten Gebiete in und nach der Kriegszeit. So haben sich nur fremde Befatzungsmächje gegen eine gegen sie wenig günstig gesinnte Bevölkerung bisher verhalten, und wenn sich jetzt bereits die Belgrader Gewaltliaber gegenüber der eigenen Bevölke- rang zu den rigorosesten Mitteln der Kriegszeit versteifen, so deutet da» gerade nicht auf ein großes Sicherheitsgefichl hin. Mit B e- . lagerungs zustand dürste auch das heutig« Perhöltiüs zwischen Kroaten und Diktatur in Zagreb und Belgrad am besten gekennzeichnet sein. Grenzzwischenfall mit Bulgarien. Sofia. 6. September.(Eigenbericht.) Bulgarisch« Blätter berichten einen neue« ernsten Zwischenfall an der südslawischen Grenze bei T r e a. vor- gestern nacht drangen zehn serbische Grenzsoldaten so- wie bulgarische Emigranten unter Führung eine» serbischen Ossi- zier» auf bulgarisches Territorium, umzingelte« den bulgarischen Posten bei Pelatschniza und überschütteten das Wachhan, mit Ge- wehrfeuer und Handgranaten. Die Bulgaren er- widerten das Feuer, wobei sie Notsignal« für das nahe Dorf und den Rachbarpostea abgaben. Als aus vetatschniza die durch »Schtlichc Schösse alarmierte Orlswehr heranrückte, wichen die ser- bischen Angreifer zurück. Bei den Bulgaren wurde ein Soldat ver- wandet und das wachhavs schwer beschädigt. Di« Serbe« lehnen eine von der bulgarischen Grenzbehörde verlangte Untersuchung ab. Dandervelde über die palästmaunruhen Die Sünden der englischen Behörden. Der Vorsitzende der Arbeiterinternotiona!« und frühere belgische Außenminister Emile Vandervelde hat an den Führer der belgischen Zionisten Jean Fischer ein Schreiben gerichtet, welches im wesentlichen lautet: „Während wir die Opfer der arabischen Angriff« beklagen und Maßnahmen orgreifen, um den Flüchtlingen zu helfen, mühen mir nach den Ursachen forschen, die das jüdische Rationalheim in die heutige trogische Situation gebracht haben. Europa hat die moralische Verpflichtung über- nommen. erstens allen Bewohnern Palästinas Schutz ihrer materiellen, moralischen und religiösen Inten sie» zu gewähren, zweitens Sicherheit allen Einwohnern de» Lande», insbesondere den Juden zu garantieren. Aufgabe des Völkerbünde» wird es nun sein, zu untersuchen, ob die Mandatarmacht ihre pben gekennzeichnete Verpflichtung erfüllt hat. Es fei absurd, fährt Vandervelde in seinem Schreiben fort, der Ardeiterregie. r u n g, die erst einig« Wochen an der Macht ist, Bonvürf« zu machen. Es wäre ungerecht, nicht anerkennen zu wollen, daß die Handlungsweise der britischen Regierung für ihre Aufrichtigkeit in ihrer Beziehung zum Rationolheim zeugt, die Valiour- Deklaration zu neripirklichen. Andererseits darf man die Augen nicht verschlteßen vor der Tatsache, daß die lokale Verwaltung in der Klage, mousr-AngelegenlTeit versagt hat. Wenn die Dinge ein« kritische Wendung genommen haben, so ist dies auf die Schwäche und die proarabische Parlestlchkeit der Verwaltung sowie auf das Fehlen von Maßnohmen zur Abwenvunz der Kata- straphe zurückzuführen. Ich zweifle nicht, schließt Vandervelde, daß die Regierung Macdonald, die«ine starke Sympathie für den Zio- nismus an den Tag legt, diejenigen zur Verantwortung ziehen wird, die sich der Schwäche. Kurzsichtigkeit und Unfähigkeit schuldig gemacht haben. Ml» Pressechef der tschechoslowakischen Gesandschasl In V«rtia wirkt wieder Herr Professor K u t s ch« r a, der schon N« ersten sieben Jahre des Bestehens dieser Gesandtschait an ihr tätig war. Paris, 6. September.(Eigenbericht.) Dem Enthusiasmus, zu dem Briond am Donnerstag in Genf sein Auditorium hingerissen hat. ist zumindest in den französischen Linkstreisen sehr schnell die Ernüchterung gefolgt. Nach dem„P o p u l a i r e" und der lmtsradiknlen„R- p u b l i q u e". dein Organ der Dolodier und Montigny, läßt auch der„S vir" am Freitag keinen Zweifel darüber, wie sehr Briand die Hoffnungen enttäuscht hat, mit denen dos demokratische Frankreich sein« große Programmrede erwartet hatte. Die Begeisterung, in der sich Blätter wie der„Ouotidien", die„Volonte" und andere Organ« der bürger- lichen Linken geiaven, oermag nicht darüber hinwegzutäuschen, daß man selbst in diesen Kreisen mehr erwartet hotte. Der"RatTon a l c�B'lock.dessen Ehes Bkiand seit dem Rück- tritt Poineores geworden ist, stand auch jetzt wieder hinter ihm, wie er bereits im Haag seinen Schotten aus olle seine Entscheidungen geworfen hotte. Die gesamt« Rechtspress« in Frankreich jubelt, und sie hat«in Recht dazu. Sie, die nie aufgehört hat, die Politik des Friedens und der Verständigung mit den Mitteln der Verhetzung zu bekämpfen, stellt Briand heute das Zeugnis aus, daß er„sich endlich für die richtige Methode entschieden und Frankreich mit Kraft und Entschiedenheit verteidigt hat". Sollt« es Briond, dem Mann von Locarno, bei solchem Lob, dos ihm sogar das„Echo de Paris" spendet, nicht sonderbar zumute werden? Was er über sein panevropäisches Programm gesogt hat, war verschwommen, unklar und zu nichts verpflichtend. Dos Schwergewicht seiner Au»- sührungen ober lag in der versteckten Polemik gegen Mac- donold» kühne Reformide e n. Dem Idealismus des eng- lischen Premierministers, der den Völkerbund mit neuem Geist er- füllen, ihn auf der Grundlage der völligen Gleichheit oller Völker zum Hort des Friedens und der Wohlfahrt der Länder machen will, hat Briand am Donnerstag wiederum die viel enger begrenzt« egoistisch« französische Konzeption entgegengestellt, die in der Genfer Einrichtung nur das Instrument zur Sicherung des Status quo zur Wahrung der eigenen Interessen Frankreichs und ssiner Bundesgenossen sehen will. Er fordert die Organisation des Sanklionskrieges, wo Mocdonald die Unter- piscator-Bühne. »Der Kaufmann von Berlin" von Mehring. Mit ungeheurem technischen Aufwände wurde das erste Stück ausgeführt, das Piscator bei der Wiedereröffnung feines Theaters zu bieten hat. Nach der Pause, die erst gegen 11 Uhr nachts statt. fand, war es noch nicht entschieden, ob dos ganz« System Piscators einen Sieg oder eine klägliche Niederlage erlitten hatte. Man mar sich aber darüber einig, daß der erste Teil eines sehr schwachen, fast kindischen Stückes vorübergegangen war, ohne daß sich dos Talent des sonst so talentvollen Walter Mehring auch auf der Bühne dewährt hatte. Der Spektakel kam zum Schluß, als«ine Soldatenleiche unter Absingen eines Couplets auf den Mistkarren geworfen wurde. Die Zuichouer traktierten sich mit Schimpfworten:„Halt die Schnauze! Du stinkst!" Einige verließen das Theater, indem sie dröhnend die Partcttüren zusäflei'derten. Dan» beruhigt« man sich wieder, und die Opponenten verzichteten auf den Widerstand. Ein Beifallschor, der rhythmisch, wie einexerziert, Lrann klatschte, rief Piscator, den Dichter Walter Mehring und die Schauspieler vor die Rampe. M. H. Lessing-Theater. „Etzankali" von Friedrich Wolf. Die Aufführung der„Gruppe junger Schauspieler" zeichnet sich vorerst durch ihre Regte cu», die dem heikten Thema durchaus gerecht wurde. Die guten Leistungen der Schauspieler vor- halfen dem Stück zun: verdienten großen Erfolg. Es ist sehr danken«- wert, daß Profesior Satten bu-rg jungen Schauspielern wie diesen da« Tor seines Theaters öfsnete. v. S M. 1 i I { I | d r ü ck u n z des Krieges schlechthin in Uebereinstimmung mit dem schließlich auch Frankreichs Unterschrift tragenden Kellsgg.Pakt will. Er verschanzt sich hinter die angeblich noch immer nicht aus- reichend geschützte Sicherheit Frankreichs, wenn die englisch« Arbeiterregierung von der Abrüstung spricht. Gewiß, der fron- zösische Ministerpräsident Hot es auf der anderen Seite verstanden, dem Friedenswillen und der Perständigungsbereitschast de? fron- zösischen Volkes überzeugend Ausdruck zu geben Aber Worte genügen heute nicht mehr. In seiner Politik, in seinen Taten ist Briand heute der Gefangene jener Mehrheit, die er sich selbst ye- wählt hat und die in Wirklichkeit mte eine Minderheit des fron- zösischen Volkes repräsentiert. Wenn im Herbst das französische Parlament wieder zusammentritt, wird Briand sich entscheide» müssen. Er hat in der Zwischenzeit selbst ersabren, daß es vn- möglich ist, eine Politik internationaler Verständigung mit einer Koalition zu betreiben, in der Parteien der Reaktion und de« Nationalismus vorherrschen. Genfer Rundfunkreden der Reichsiogsabgeordneien An Stelle Stresemann?, der am Freitag abend im Genfer Rundfunk eine Red« holten sollte, die er absagen mußte, sprachen die vier parlententarischen Mitglieder der deutschen Völkerbunds- delegation, n. Rheinbaben, Dr. Koos, D r. Breitscheia und K o ch< W e s e r. Der Volksparteiler stellte eine gewisse Erleichterung für die deutsche Delegation insosern fest, alz viele der Fragen, die sonst die Deutschen angehen, durch die Haoger Kanserenz erledigt fiten, Der Zentrumsführer warnte vor einer allzu leichten Skepsis gegenüber dem Völkerbund, der der„Dater und Hüter des Friedens� sei, und er pries den neuen Geist, den die britische Arbeiter« rcgicrung in Genf eingeflößt hob«. Der Demokrat ver» breitete sich hauptsächlich über die Minderheitenfrage und die Notwendigkeit einer stärkeren Bölkerbund-kontrolle im Interesse der Minderheiten. Genosse Breitsche,d betonte, daß die wirtschaftlichen Fragen auf dieser Tagung des Völkerbundes ein« größere Roll« spielen als in den früheren Jahren. So habe Macdonald die Erklärung abgegeben, daß die enalifchc Regierung mit ganzem Herzen mithelfen wolle, um die wirtschaftliche Freiheit zu fördern, und B r i a n d hat die Notwendigkeit der Wirtschaft» lichen A b r ü st u n g in den Mittelpunkt seiner großen Rede ge- stellt. Anscheinend ichwsbe dem jranzösischen Ministerpräsidenten eine engere Verbindung der europäischen Staaten auch auf wirtschostlichem Gebiet vor. Positive Borschlöge habe er allerdings nicht gemacht. Der belgische Delegtert« habe vorgeschlagen, die Staaten sollten sich durch«in Abkommen oerpslichten, die Zolltarife nicht weiter zu erhöhen. Den Grund dafür, daß die unrtschostlichen Fragen diesmal einen so großen Raum einnehmen, ficht Bw'tscheid darin, daß die Empfehlungen der Weltwirtschistskonfereiz auf dem Papier geblieben seien. Die Staaten hätten ihre Zölle nicht abgebaut, sondern erhöht. E» sei deshalb begreiflich, daß man angesichts dieses Mißerfolges der Welt« wirtschoftskanferenz mit um so größerem Eifer an die Wirtschaft- lichen Probleme herangehe. Auf den ersten Blick könnt« ein K p I» liktio-Vertrag, nach dem die Zölle nicht erhöht werden dürfen, bestechen. Aber es sei zu bedenken, daß dann all« Staaten mit hohen Zöllen gegenüber den anderen im Vorteil sein würde». Zum Schluß betonte Dr. Breitscheiö. daß Deutschland«nem ver, i, ünftigen Zusammenwirken der europäischen Staaten auf wirtschaftlichem Gebiet sympathisch gegenüberstehe, voraus- gesetzt, daß damit kein Zollkrieg gegen dl« Vereinig» t e n Staaten verbunden sei. Er sprach die Hoffnung au?, daß die wirtschaftliche Abrüstung nicht den Schneckengang gehen möge, den w-r an der mi l i t ä r i s ch e n kennen. Ausnahme der Beratungen des Strafrechtsausschusies. Dar Vor- sitzende des Strasrechteausschusics des Reichstages, Professor Dr. Kahl, hol die nächste Sitzung auf den ,24 September anberaumt. Die durch die parlamentarische Sommerpause unterbrochene Beratung des Entwurfs eines neuen Reichsstrafgesetzbuches soll fort- gesetzt werden. Erfolgreiches Kampfjahr. Starker Aufstieg im AOGB. trotz Aussperrungen und Arbettslostgkeii. Soeb«n ist im Verlag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschasts- bundes das Jahrbuch 1328 erschienen, das über die Tätigkeit, die Kämpse und die Einrichtungen der dem ADG3T ongsschossenen Gewerkschaften ausführlich Auskunft gibt. Es ist bezeichnend für den außerordentlichen Fortschritt, den die freien Gewerkschaften seit dem Krieg« gemacht haben, daß das Jahrbuch des ADGB. sich nicht etwa beschränkt auf die Angaben über die Entwicklung der Verbände, ihre Kämpfe und ihre Forde- rungen in sozialpolitischer Beziehung. Das Jahrbuch gibt einen Ueberblick über die Entwicklung der Wirtschaft, behandelt ausführlich die Fragen des Arbeitsmarktes, geht auf die sozialpolitische Ent- wicklung«in und bespricht im einzelnen die wesentlichen politischen Fragen, die im abgelaufenen Jahr zur Debatte standen. Selbstver- ständlich nahmen dabei die Fragen der Sozialpolitik einen beson- deren Raum«in. Auch die Bildungsbestrebungen werden besonders behandelt. Außer über die Entwicklung der Gewerkschaften berichtet dag Jahrbuch noch besonders über die Entwicklung der Unter- riehmungen, die von den Gewerkschaften ins Leben gerufen wurden, wie die Sozialen Baubetriebe, die Dewog, die Arbeiterbank, dt« Bolksfürsorge usw. Wir müssen uns nach dieser vollständigen Inhaltsangabe darauf beschränken, aufzuzeigen, in welchem Umfang« die Gewerkschaften im abgelaufenen Jahr sich entwickelt haben und kurz die Kämpf« und deren Ergebnisse registrieren. Obwohl dos Jahr 1928 eine stark« Versteifung auf dem Arbeitsmorkt gebracht hat, was sich in der Regel durch einen Stillstand oder eine Abnahme der Mitgliederzahl der Gewerk- sckfasten ausdruckt, haben die dem ADGB. angeschlossenen freien Gewerkschaften das Jahr 1928 mit einer ozißerordentlich starken Mitgli�ierzunahme abgeschlossen. Von 4 415 673 Ende 1927 stieg die Mitgliederzahl aus 4 866 925 End- 1928. Nahezu«in« halbe Million— genau 451 253— haben die freien Gewerkschaften im Jahre 1928 an Mitgliedern gewonnen. Gegen zehn Verbände von mehr als ItXI tXAl Mitgliedern lin Jahre 1927 weist das Jahr 1928 deren zwölf auf. Die stärkste Mitglieder. zunähme, sowohl absolut wie relativ, weist der Metallarbeiter- verband ans mit 128472 Mitgliedern. Am Jahresschluß hatte et mit 944 310 Mitglied« nr fast die Million erreicht. Auch die F i n a n z v c r h ä l t n i s s e der Verbände haben sich außerordentlich gebessert. Die Gesamteinnahmen der Der- bände stiegen von 182,3 Millionen im Jahre 1927 auf 221,7 Millionen Im Zahre 1928. Die Ausgaben sind noch stärker gestiegen. Gegenüber einer Gesamtausgabe van 129.5 Millionen im Jahre 1927 betrug die Gesamtausgabe 189,4 Millionen im Jahre 1928. Die Einnahmen stiegen also um 22, die Ausgaben um 46 Proz. Unter den Einnahmen betragen die aus Beiträgen der Mitglieder allein 204 870 952 Mark. Bis auf ein« Ausnahme haben sämtliche Verbände einen erheb- lichen Ueberschuß an Einnahmen. Mit Recht sagt darüber das Jahrbuch:/' „Sogar der Metallarbciterverband, dessen Gesamt- '-"ausgaben infolge der heftigen Arbeitskämpse einen Betrag von 47,4 Millionen erreichten, hat dos Berichtsjahr mit einem Heber- s ch u ß an Einnahmen von 1,6 Millionen abgeschlossen: Der Traum der Unternehmer, die Kassen der Gewerkschaften durch rücksichts- lose Aussperrung und Provozierung von Streiks zu sprengen, blieb unerfüllt.' Bezeichnend für diesen gescheiterten Versuch der Unternehmer ist es, daß die Ausgaben für A r b e i t s k ä m p f e von rund 11 Mil- lionen im Jahre 1927 auf rund 32 Millionen im Jahre 1928 ge- stiegen sind. Trotz dieser außerordentlichen Steigerung haben d'e Gewerkschaften im Vorjahre n u r e i n S i e b e n t« i ihrer Einnahmen für Arbeitskämpse aufwenden müssen. Für Arbeitslosen- unter st ützung wurden rund 28 Millionen, für Kranken- Unterstützung 24 Millionen, für Jnvalidenunter- st ü tz u n g 3 Millionen, für Sterbefallunterstützung 3.3 Millionen, sür das Vcrbandsorgan 7.6 Millionen, für andere Bildungszwccke zs.2 Millionen, für Umzugs- und Notfallunterstützung 2,7 Millionen ausgegeben. Außerordentlich umfangreich waren die Kämpfe im Jahre 1928. Trotz der verschlechterten Arbei'smarktlage blieb die Zahl der an den Bewegungen beteiligten Personen nur verhältnismäßig wenig zurück Himer der Zahl von 1927. Im Jahre 1928 waren an den Bewegungen beteiligt 11 537 386 Persoven. An erster Stelle stehen wieder die Metallarbeiter mit 2 314 455, ihnen folgen— und das ist besonders hervorzuheben— die Landarbeiter mit 2 123 110, die Bergarbeiter mit 1 156 042, die Textilarbeiter mit 1 113 702 beteiligten Personen. In diesen Zahlen sind die Kämpfe der Metallarbeiter des R» h r g e b i e t s und der Werftarbeiter noch nicht enthalten, obwohl d�efe Kämpfe am Jahresschluß bereits beendet waren. Ohne Arbeitseinstellung verliefen die Bewegungen für 10 960 239 Personen. Rechnet man die zwei bereits erwähnten Kämpf« der Metallarbeiter hinzu, so betrug die Zahl der bei Ar- beitseinstellungen beteiligten Personen rund 8 50 0 00. Unterscheidet man zwischen Angriffs- und Abwehrbewegungen. dann haben die Angriffsbewegungen das entschiedene Uebcrgewicht. An ihnen waren ll 433 954 Personen beteiligt. Die Lohn- bewegungen machten darunter gleichfalls den überwiegend größten Prozentsatz aus, und zwar 91 Proz. der Bewegungen mit 78,5 Proz. der Beteiligten, während 3,9 Proz. der Bewegungen mit 3,6 Proz. der Beteiligten außer der Lohnerhöhung auch die Verkürzung der Arbeitszeit zur Ursache hatten. Bei den Abwehrbewegungen war dagegen der Prozentsatz, der die Arbeitszeit betrifft, ein wesentlich höherer. Ausgesperrt wurden rund 525 000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Aussperrungen haben an Umfang wie an Härte zugenommen. Immerhin betrugen die Ausgaben der Gewerkschaften zur Unter- stützung der Ausgesperrten mit 12 Millionen nur einen b e s ch e i- denen Bruchtei l ihrer Einnahmen. Aus dieser Tatsache allein ergibt sich schon, wie falsch die Rechnung der Unternehmer ist, die Gewerkschaften durch Aussperrungen schachmatt zu setzen. Rur noch emig« wenig« Zahlen über das Er g e b n i s der Be- wegungen. Es wurden erreicht Lohnerhöhungen für 6 970173 männliche Personen 19 655888 M. pro Woche, im Durch- schnitt 2,82 M. Für 1 880 401 weibliche Personen 3 290 702 M. pro Woche, im Durchschnitt 1,75 M. Hinzu kommen noch die a b g e- 'wehrten Lohnkürzungen. Arbeitszeitverkür- z u n g e n wurden erreicht für 856 363 Personen mit 2 172 289 Stun- den pro Woche. Wir müssen uns auf ine Wiedergabe dieser wemgen Zahlen beschränken. Diese Zahlen allein zeigen, daß es den freien Gewerk- schoften gelungen ist, trotz der abgleitenden Konjunktur, trotz der Aussperrungstaktik der Unternehmer außerordentlich starke Fortschritte zu machen. „Revolutionäre Baudelegierie." Ttiederkirchner als Ooppeimörder. Wie vorauszusehen war, ist der„allgemeine Streik', den Niederkirchner angeordnet hat,«ine allgemeine Pleite ge- worden. Um diese Pleite zu verschleiern, wurde mit der üblichen Regie eine„Baudelegiertenkanserenz' zu Donnerstag nach Boekcrs Festsälen einberufen. Obwohl die Statisten, die die KPD. für solche Fälle in Reserve hat, vollzählig versammelt waren, spricht selbst die„Rote Fahne' nur von einer„außerordentlich gut be- suchten Konferenz'. Tatsächlich hatten sich etwa 250 Personen eingefunden, unter denen auch einige wirtlich Baudelegierte waren. Der Bericht der„Roten Fahne' sagt, daß„nach ausgiebiger Diskussion' eine Entschließung angenommen worden ist. Aus begreiflichen Gründen balanciert dos Bolschewiftenblatt mit obso- lutem Stillschweigen über den Inhalt der ausgiebigen Diskussion hinweg. Die Diskussion war«ine Katzbalgerei zwischen den„revolu- tionären Spaltern', von denen sich jeder für wichtiger und revolu- tionärer hält als der andere. Schließlich blieben noch etwa 100 Personen im Saal, wovon etwa zwei Drittel der kommunistischen Entschließung zustimmten. Die Entschließung behauptet, daß der%>ild« Streik des Nieder- kirchner für den Siebenstundentag von größter Bedeutung fei. Was aber fordert Niederkirchncr in puncto Arbeitszeit? Keineswegs den Siebenstundentag, sondern die bereits bestehend« -Stundenwoche. Die„revolutionären" Rohrleger haben den Unternehmern einen Vertrag vorgelegt, der weiter die verruchten Schlichtungs- i n st a n z« n vorsieht. Das letzt« Wort bei Streitigkeiten hoben nicht die Vertreter der Organisationen, sondern das Arbeits- g e r i ch t. Kein Wort, daß die Rohrleger sich das Recht vor- behalten, jeden Augenblick in Streik zu treten. Um mit den revolutionären Redensarten der KPD. zu sprechen, auch Nieder- kirchner will die Rohrleger auf etwa 1 Jahr an Händen und Füßen fesseln. Der Vertrag läßt die Akkordarbeit ausdrücklich zu. In derselben Rummer der„Roten Fahne' kann man aber in dicken Lettern lesen: Akkord ist Döppelmord. Niederkirchner wird also als D o p p« l m ö r d e r gebrandmorkt. Wenn die 70 Aoudelegicrtcn, die an dem Beschluß mitwirkten, für die„proletarische Klassensolidarität' für die„durch die gemein- sam« Klassensolidorität verbunden« Arbeiterschaft' aufrufen, so haben sie hoffentlich daran gedacht, daß die Rohrleger sich„refor- mistisch' binden wollen und dadurch etwaig« geplante Aktionen der linken Kommunisten unmöglich gemacht werden. Etablieren sich die„linken Kommunisten' als selbständige Organisation, dann werden auch Niederkirchner, Raedel und Konsorten an der Spitze einer„sozialfaschistischen Sireikbrechergarde" stehen. Der Beschluß, daß die Bauarbeiter auf allen Baustellen ein« Lohnerhöhung von 20 bis 30 Pfennigen fordern sollen, bedeutet gar nichts. Er ist nur blöde, besonders in einem Augenblick, wo der Ziegelsteinmangel den Baumarkt außerordentlich einschränkt. Fast täglich müssen Beleg- schasten wegen Materialmangels aussetzen. Die Bauarbeiter kennen den kommunistischen Dreh aus den Jahren 1922/23. Sie bedanken sich für eine Wiederholung und werden alles daran setzen, ihre Organisation einig und geschlossen zu erholten. Sie werden den„gewählten Kampfausschuß', der in der Versammlung überhaupt nicht gewählt wurde, sowie den kommunistischen Betriebsräteausschuh unter sich lassen. Sie werden die Taschen zuknöpfen und keinen Pfennig für die Gcwerkschaftsspalter übrig haben. Lohnbewegung der Gastwirisgehilfen. Die Forderungen zum neuen Lohntarif. Da der feit 15. Mai 1928 für das Goftwirtsgewerbe Groß- Berlins beftelfende L o h n t a r i f vom Zentralvcrband der Hotel-, Restaurant- und Cafeangeftellten gekündigt worden ist, hatte der Verband Freitag drei öffentliche Versammlungen nach dem Hacke- schen Hof einberufen, die anläßlich der verschiedenartigen Arbeits- zeit vormittags, nachmittags und nachts stattfanden und sämtlich gut besucht waren. Wie der Borsitzende des Zweigvereins Berlins, Genosse Saar, unter allseitiger Zustimmung In der Nachmittagsverjommlung aus- führte, haben gerade die gastwirtschaftlichcn Unternehmer alle Ur- fache, in bezug auf die Lohnhöhe mit gutem Beispiel voranzu- gehen und solche Löhne zu bezahlen, die die Arbeiter und An- gestellten überhaupt erst in die Loge versetze», Gastwirtschaften und Vergnügungsstätten aufzusuchen. Der Verband fordert also für die Arbeitnehmer im Gastwirtsgewerbe«ine stärkere Beteiligung am Gewinne der Unternehmungen. Er stellt aber nur solche Forde» rungen, die für das Gewerbe durchaus trogbar sind, und zwar eine Lohnerhöhung von 6 Mark pro Woche oder 26 Mark pro Monat für alle gastwirtschaftlichen Arbeitnehmer. Borweg soll jedoch sür das Bedienungspersonal der Garantielohn aus 230 bzw. 260 Mark pro Monat gebracht werden, um für die Kellner den An- reiz wegfallen zu lassen, durch längere Arbeitszeit das Einkommen erhöhen zu müssen. Der Referent ließ keinen Zweifel daran, daß nur die Mitglieder des Zentralverbandes über die Durchführung der Lohnbewegung bestimmen werden. Wer also mit beschließen will, möge sich noch vor dem 1. Oktober dem Verband« anschließen. In der lebhaften Diskussion ernteten einige kommunistisch? Red- ner nur den wohlverdienten He'.terkeitserfolg. In seinem Schluß- wort verstand es aber der Referent, die Stimmung der Versammlung wleder auf diejenige Höhe zu bringen, die dem Ernste der Situation entspricht, so daß der Zentralverband der Hotel-, Restaurant, und Cafeanqestellten den Verlauf der Versammlungen als vollen Er- folg buchen kann._ Verlangeries Tarifabkommen. In der Bekleidungsindustrie. Das Tarifabkommen in der Bekleidungsindustrie, das seinerzeit auf Grund des Weimarer Schiedsspruchs abgeschlossen wurde und am 30. September abläuft, bleibt, wie der.Konfektio- när' mitteilt, auf Grund eines zwischen dem Zentralverband der Herren- und Knabenkleiderfabrikanten und dem Bekleidungsarbiter- verband getroffenen Uebereinkommen bis zum 30. April 1930 in seiner bisherigen Form in Kraft. Das Uebereinkommen beziehe sich auf das gesamte Reichsgebiet und bedeute die Deseitiglmg der Gefahr eines neuen Lohnkonflikts in der Bekleidungsindustrie. Arbeitslose Bauarbeiter! Geht nicht zur Moselkaaaliflerung! Di« Baugewerkschaft Trier de» Deutschen Paugewerksbunde» berichtet, daß die zuständigen Gewerkschaften sich der kämp- senden Bauarbeiter von der Moselkanilisation gngenommen hohen. Sämtliche Baustellen der Moselkanalisierung liegen brach. Alle Ar- beiter sind in ihr« Heimat zurückgekehrt. Auch die Maschinisten und Heizer sind abgereist. Als Grundlag« für die Derhandlungen zwischen den Unter. nehmerverbänden und den Gewerkschaften werden die vertraglich ge- regelten Arbeitsbedingungen für die Reparottonsarbeiten in Süd- frankreich betrachtet. Für den Fall, daß die Unternehmer Streikbrecher anzuwerben versuchen, werde» die Bauarbeiter ersucht, die austretenden Werber sofort zur Anzeige zu bringen. Da» Werben von Arbeitern in Deutschland für die Moselkanalisierung ist oerboten und wird straf- rechtlich verfolgt.' Kein Bauarbeiter darf sich als Streikbrecher anwerben lassen. Die streikenden Bauarbeiter müssen sich an ihre Vertrauens- leute wenden und mit ihren Gewerkschaften in Verbindung bleiben! Ehemalige Arbeilerinnen und Arbeiter der Airma Herm. her- dcgen, Adlershos, die am 11. und 12. Februar d. I. wegen Kälie nicht arbeiten konnten, können den Restlohn bei der Firma ein- fordern! Der Betriebsrat. W«cht»»«. Veel-�-betried«. I N III„»«.». I II IN! es Montaa. izic Uhr, b« Schmitt. Luckenwalder Strebt, wichtiat Ver. -i lomnilmtg cKtt Partcigcnosstn. Der F-»kti.e»»erfte»d! Kb�reieGewerkfchafts-Iuqenö Verlin. btuit, 19 Uhr. S?rtch,chort>r»bt im Aug-ndht'm dt. Dtutschtn tthrÄ-i'ndts.(SnfitlL'ftr«4-25.«uffiot»# B, xt.— Achtun»! M«rg->, »ffift her Arbtit" in der(tirojjfioMunfl Britz, ffttfftn um 13 Uhr;n btt Cchulberaikt Botchimcr Sin«.— Dit Juatndeusfitnung im 9em;tffchoft4. Haus. Citeeluftr 24—25. Seal II und III, ist qtäffntt cm Sonnlo«, fcem 8. Scetcrabtr, somit mochcnlego von 17—22 Uhr. Am Sonntez. dem 15. St?» ttrnötr. von 10—14 Uhr. Iuaendaruppe des Zentralverbandes der Anaestellten. 'vrji Stut«. Connahtnd, Spitt und Sport auf htm Sportplatz Lumbold!- Hein ah 18 Uhr. Ltroniwortlich Mt Politik: Richard Perastt-»! Wirtscheft: S. ftltagtlhtsci. Stv.rkschastkdtwrgung: 5. Sitintt! ötmOcton: tt. Ioho Lchitowaki: tofalt. und Sonstlftto: Wolttr Troion: Aiust.qtn: Th.»locht! sämtlich in Berlin Ltriaq: Porwaris-Vtrlaz®. m. b. L. Berti». Druck: Lorwärto-Bnchdrucktrt« und Sulagoanftalt Paul Sing« u. Co.. Btrlin SW. 88. Lindtnstratzt 3, Lierzn 1 Beilage and.Unterdaltuna»od Wisse»-. Wir empfehlen LUX Seifenflocken, zur schonenden Reinigung feiner Wäsche u-Kleidürig-�o sagt- *~ SUNUCHT GESELLSCHAFT A.C. MANNHEIM J 0 Nr. 419* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 7. September 1929 Auf der Spur der Bombenattentäter. Ein verdächtiger Motorradfahrer.— Mitbürger Heist den Behörden! Zu dem neuen Bombenattentat in Liineburg teilt der Berliner Polizeipräfident mit: Ter Anschlag aus das Regierungsgebäude in Lüneburg ist allem An- schein nach von den gleichen Personen begangen, denen die früheren Attentate zur Last zu legen sind. Die bis- herigen Feststellungen lenken den Verdacht auf ciucn Motorradfahrer, der sich in der Attentats- nacht(vom 3. zum S. September) um etwa 3?� Uhr bei Artlenburg hat über die Elbe sehen lasien. um— nach seinen Angaben— die Fahrt nach Toltau und Berlin svrtzusehen. Ter Fahrer benutzte ein Motorrad mit Soziussitz. Marke Zündapp mit dem Erkennungszeichen I. 5. Von der fünfstelligen Zahl sollen die beiden ersten Ziffern„11..." sein. Die Wahrnehmungen sind deshalb ; beachtenswert, weil auch bei dem e r st e n Lüneburger Sprengstoffattentat am 1. August ISLS ein Motorradfahrer den Verdacht auf sich gelenkt hat. Weiter ist mitzuteilen, daß man unter den zahlr'eichen Trümmern und Gesteinsbrocken einige Rädchen und Uhrfedern ge- funden hat, die zweifellos aus dem Weckerwerk der benutzten Höllenmaschine stammen. Die Vorderwand des Regierung?- gcbäudes ist stark beschädigt, dos ganze Mauerwerk weist Risse und Sprünge auf, die tragende pfeilerartige Seitenwand zum Torweg hat einen von unten bis oben durchgehenden feinen Riß. Das Kellergewölbe ist v o l l st ä n d i g z e r st ö r t worden. Der Schaden war erst in seiner ganzen Größe zu ersehen, als man den wüsten Trümmerhaufen fortgeräumt hatte. Durch die Explosion sind die elektrischen Drähte sowie die Röhren der Wasserleitung und Zentralheizung auseinandergerissen worden. Dadurch ist unter den Akten ein bisher noch nicht abzu- sä, ätzender Schaden entstanden. Es handelt sich zum Teil um alle, sehr wertvolle Akten und Zeichnungen, die für die wasterrechr- lichcn Verhältnisse des Bezirks urkundliche Bedeutung haben. Ein großer Teil dieser Akten ist durch das Master stark beschädigt worden. Im übrigen sind die Akten so durcheinandergeworfen und in sich zerrissen, daß mehrere geschulte Beamte viele Monate zu tun haben werden, um auch nur einigermaßen die Akten übersichtlich zu ordllen. Es hoben sich viele Personen gemeldet, die verdächtige Personen und Autos beobachtet haben wollen. Zwei Frauen bekunden, daß sie zur Zeit der Explosion ein« große Frauensperson über den Markt hätten kommen sehen, die » U' ter dem Mantel?in Gepäckstück in der Art einer Margarinekiste ii getragen habe. Man nimmt an, daß es sich um einen verkleideten Mann handelt.. In Lüneburg waren bereits in den letzten Tagen Gerüchte von einem bevorstehenden neuen Anschlag in Umlauf. Höhere Beamte holten anonyme Drohbriefe mit der Ankündigung erneuter Attentate erhalten. Die Landstraßen werden überall scharf kontrolliert, wobei namentlich den Kraftwagen erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ganz besonders streng ist die Kontrolle an d en E l b- ü b e r g ä n g cn. In Lüneburg sind bereits viele Personen, die sich zur Zeit der Explosion in der Nähe des Tatortes befunden hatten, vernommen worden. Außer den Berliner Kriminalbeamten ist auch der Hamburger Polizeipräsident Dr. Campe in Lüneburg ein- getroffen. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, daß die bei dem Anschlag verwendete Höllenmaschine in genau derselben Art zu- sammengestellt war wie bei den früheren Anschlägen. Für die Ermittlung der Täter wird eine hohe Belohnung ausgesetzt werden. Der Regierungspräsident Dr. H e r b st, der unserer Partei angehört und im Oktober 1928 als Nachfolger des Regierungspräsidenten Lüdemann nach Lüneburg berufen worden ist, gab Presse- Vertretern weitere Erklärungen über den Anschlag ab. Danach hat er sich um 11 Uhr abends in sein unmittelbar üher dem gefährdeten Toreingang liegendes Schlafzimmer zur Ruhe begeben. Durch die heftige Detonation sei er geweckt worden. Er habe sofort der Abteilung l A. des Berliner Polizeipräsidiums tele- phonisch Bericht erstattet und Spezialb oamte angefordert. Man nimmt an, daß die Bombe gegen 20 Uhr abends gelegt worden ist, da der Hund um diese Zeit stark gebellt habe. Dem gegenüber stehen Angaben von Leuten, die um 24 Uhr ein ver- dächtiges Auto gesehen haben wollen, das mit abgeblendeten Lichtern in schneller Fahrt davongefahren fei Das Alte stürzt... Mit dem Bau der neuen unterirdischen Toilettenanstalt in Neukölln, an der Gabelung der Berg- und Richard- straße, hat dies« spitze Ecke endlich eine freundliche Abrundung erhalten. Wer jene Gegend von früher her kennt, wird wiflen. Ecke Berg* und Ricbardstra&e(Neukölln} daß mehrere Jahrzehnte, seit 1880, auf derselben.Stelle eine hohe Säule mit einem Adler auf der Spitze stand, die ganz und gar nicht in das Stadtbild paßte. Jenes Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71, aus privaten Mitteln errichtet, wurde iin Jahr« 1916 bereits nach dem Hertzbergplatz versetzt, wo es heute in- mitten der Grünanlagen nicht mehr ganz so kahl wirkt, wie ehedem. Die Bedürfnisanstalt für Frauen und Männer ist nach neuzeitlichem Stil erbaut und auch demenstprechend eingerichtet. Darüber be- findet sich eine Normaluhr, und was besonders im- Brennpunkt des Verkehrs freudig begrüßt worden ist, ein Telephonhäuschen, das der ganzen Anlage erst den ruhigen Abschluß gibt. Di« Nachforschungen nach den Sprengstoffottentätern werden in- sofern unter einheitlicher Leitung vorgenommen, als sich Kriminal- polizeirat W a i tz e l von der Landeskriminalpolizei nach Lüne- bürg begeben hat, wo in Zusammenarbeit mit den örtlichen Polizei- behörden all« Fäden der Untersuchung zusammenlaufen.' Die Unter- fuchung gegen die Täter des Reichstogsanfchloges wird mit unvermindertem Eifer fortgeführt. Der Fund im Tiergarten, wo man bekanntlich einen Pappkarton mit Uhrteilen gefunden hätte, hat sich bereits durch die Ermittlungen der Kriminalpolizei als harmlos herausgestellt. Die Kriminalpolizei will die Herkunft derjenigen Uhrteile, die man von der Höllenmaschine des Reichstags beschlagnahmt hat, durch die Mitarbeit des Uhrmacher- gewerbes feststellen lasten. Man hat sich bereits mit einer großen Uhrenfabrik in Süddeutschland in Verbindung gesetzt, die t»er- artig« Wecker herstellt, und ferner soll in dem Organ des Deut- fchen Uhrmachcrbundcs ein Aufruf der Kriminalpolizei ver- öffentlicht werden, um fo möglicherweise die Käufer dieser Uhren zu j ermitteln.' i Das Gesamtgutachten über die Höllenmaschinen wird vor- aussichtlich am Montag nächster Woche vom Chemisch-Tech- nischen Reichsamt erstattet werden. Die Sachverständigen des Polizeipräsidiums haben bisher festgestellt, daß es sich bei dem Sprengmittel allem Anschein nach um Schwarzpulvcr handelt. -10 OOO Mark Belohnung! Lüneburg, 6. September. Der Regierungspräsident Tr. Herbst hat für die Ermittlung und Ergreifung der Urheber des Lüne- bürg er Bombenattentats eine Belohnung vonlOOOOMar? ausgesetzt. Di« für die Aufklärung der frühere« Attentate ausgesetzten Belohnungen laufen ebenfalls weiter. Die anhabenden Bombenanschläge auf öffentliche Gebäude hoben in der Bevölkerung mit Recht Beunruhigung hervorgerufen. Es heißt, wie immer, wenn von den Radikalen rechts oder links Unfug angestiftet wird oder Verbrechen begangen werden, d! e Nerven bewahren. Aber auch eine andere Mahming ist notwendig: Haltet die Ohren aus! Achtet auf Verdächtige in den Gaststätten! Achtet auf Verdächtige beim Friseur! Achtet auf Verdächtige auf der Straße! Achtet auf Ver- dächtige m der Elektrischen, in der Untergrundbahn! Dys- ist keine. Schyüfjelej, das ist die Erfüllung einer einfachen.Staats- bürgerp.f licht.-?'» Jeder Republikaner schämt sich dem Auslande gegenüber der Verbrechen, die in den letzten Wochen begangen wurden. Jeder Republikaner hat die verdammte Pflicht und Schuldig- keit, zu seinem Teile an de? Vernichtung dieser Attentatsseuche mitzuhelfen. Wenn er sich einmal irrt und der Polizei Belangloses mitteilt, so schadet das nichts. D'e Kriminalkommistare sind dazu da, die Spreu vom Weizen zu sondern. Aber das kleinste Korn kann von Nutzen sein und zur Feststellung der Verbrecher führen. von A.M.FPeY- Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-G, Berlin „Ueberhaupt, Sjeir Stabsarzt,"— er pflanzt sich breit hin—„bei aller Anerkennung der wackeren Absichten: ich trage Bedenken, ob es gut ist, dem Frontsoldaten solchen An- flug von Luxus zu bieten, wie er hier geboten wird. Der Unterschied zwischen dem Graben und dieser Räsierstube: macht er glucklich— oder macht er nur unzufrieden?" Lipp läßt die Frage offen. Man kann ruhig annehmen, daß sie rhetorisch gemeint ist. Aber Funk wundert sich doch über den Gesichtsäusdruck des Stabsarztes, der es nur zu einer Art von müdem Grimm bringt. Kein drohendes Platzen vor Wut mehr, wie früher in solcher Lag«. Der Divisionsarzt steht schon vor seinem Wagen— da erinnert er sich der Latrinen. Doch hoffentlich getrennte für Darmkranke und Darmgesunde, wie? Er holt sie nach und lobt sie. Nur: Sparsamkeit ist ausgezeichnet, Sparsamkeit ist lebensnotwendig, ist kriegsnotwendig, aber mit dem Chlor- kalk brauche man nicht so geizig umzugehen. Dies Des- inficiens— nicht wahr— jederzeit in genügender Menge er- hältlich über die Kommandanturen! Dann fährt er ab. Lipp bleibt, auch als das Herrschast- liche Auto knatternd und schlammspritzend entschwunden ist. unheimlich ruhig. � m � Funk spürt jetzt deutlich, daß irgend ettpas Besonderes auf d-m Wege ist..„„.. Lipp sagt langsam in die Luft, wie zu einem Schemen: „Du hast mich das letztemal gesehen, mein Lieber— naa, das vorletztemal. Denn"— wendet er sich lauter an seinen Be- gleiter—„das letztemal wird mich dieser Herr sehen, wenn ich kterrus sage, was bald geschehen soll. Funk, wir machen die Eingabe noch heute. Ich melde mich krank. Ich bttt Sie — glatte Sache, bei meinen Zahnverhältnissen. Ich geh. ich geh' sofort. Sie sollen meinetwegen eine Aushilfe hertun. bis der richtige Nachfolger bestellt ist. Eh' es das Reg'ment van danpen re'ßt, also, solange wir noch in Möricourt sind. will ich die Sache erledigt wissen.— Hätt' er mir nicht mein Rasierftüberl geschmäht, der unvernünftig« Trottel— wer weiß, ich Hott' mir's vielleicht noch einmal überlegt und weitergemacht. Aber so! Ist das der Dank für den auf- reibenden Dienst? Ich trag' mich ja, Funk, offen gestanden schon seit Wochen mit dem Plan. Mich dünkt beim Himmel, ich Hab' meinen Kopf lang genug hingehalten." Funk ist zumut, alsßthaue er in die Zukunft wie in eine schöne Landschaft. Trotzdem— tut ihm der Gedanke an Trennung von diesem Manne leid, so sehr oerwächst man durch Gewohnheit selbst mit einem Untier. ,�Herr Stabsarzt haben ganz recht," bestärkt er Lipp.„Was wäre hier noch weiter für Sie zu holen." „Den Krieg Hab' ich weg." „Und die sämtlichen erreichbaren Orden auch." Lipp ist gar nicht böse, er geht auf den Ton ein.„Genug bemalte Bauernteller," ergänzt er zynisch. „— und einen großmächtigen Schmalztiegel ohne Boden," schließt Funk, den die Freude ganz leicht und töricht macht. Das aber ist beinahe zu viel an Laune. Bemaust worden zu sein und als der Dumme dazustehen, hat er immer noch nicht verschmerzt. Er sagt von oben herab:„Ich wünsche Ihnen nur, daß mein Nachfolger Sie ähnlich Verständnis- voll behandelt, wie ich es stets getan habe, Funk." 27. Anfänge von Auflösung machen sich bemerkbar. Die seelische Seite hes DurchHaltens gerät ins Schwanken bei den Führern. Körperlich haben sie ja niemals Grund gehabt und hoben auch weiterhin keinen, über Dezimierung zu klagen. Aber das Gemüt, die Neugierde, die Abenteurersucht, die Freude, Held und in der Heimat bewundert zu sein— sie werden dezimiert. Zudem: nicht nur bei Lipp— es ist bei vielen an äußeren Ehren erreicht, was erreicht werden kann. Man geht ab. Man geht nicht ganz ab von der Bühne, man bleibt im Kostüm, man setzt sich in die Garderobe oder ins Konversationszimmer, hält feinen Schwatz, macht ein Spiel- chen— und vor allem: bezieht die Gage weiter. Das bedingt einen immer hurtigeren Wechsel derer, die draußen stehen. Bald nach Lipp geht auch der Kommandeur, Herr von Pummer. In einer seltsamen JBeise hat seine Tanzleidenschaft zugenommen, und gleichen Schritt hält feine Leidenschaft zum Alhohol. Das Regiment ist eines Tages Hals über Kopf weg- geprellt worden von M�ricourt durch den unerforschlichen Finger des großen Hin- und Herschiebers der Masten. Es ist an irgendeinem Platz gelandet, der ein Sprungbrett sein soll zum Satz in den großen Frühjahrstrubel hinein, aber es geschieht vorläufig nichts, die junge Sonne ist da, blaue warme Tage strahlen, mächtig bricht saftiges Grün aus einer so gutartigen duldsamen Erde, daß man sich verwundert fragt, wie lange man sie noch mißhandeln darf, ehe sie es ganz aufgibt, um Anerkennung und Frieden zu bitten. An diesem Platz, auf der Dorfstraße, unter den Klängen der Regimentskapelle, vor angesammelter Mannschaft tanzt Oberstleutnant von Pummer. Er hat Geburtstag, die Musik spielt vor dem Haus, in dem das Kasino eingerichtet ist, seit Stunden: auch der Hannes hat es gut, die Feldküchen kochen die Suppe ein wenig fetter, und in den Kantinen werden ein paar Fäßchen Bier ausgeschenkt. Da kommt Pummer— die Herren sitzen nach dem Sekt bei Kaffee und Schnaps— auf den Einfall, sich bei der tapse- ren Kapelle für die Unermüdlichkeit persönlich zu bedanken. Er federt aus dem Haufe in kleinen eleganten Bögen, dt- nicht ganz beabsichtigt sind, die zerknitterte Feldmütze im Genick, in der schwerberingten Linken die Reitgerte. Hinter ihm her kommt verfinstert, dennoch lächelnd, wie der Freuden- tag es verlangt, fo daß aus dem ganzen eine greinende Miene wird, er— der Adjutant, wie ein verkapptes Kinder- fräulein, das den ungezogenen Wildfang am liebsten haschte und ins Stäbchen zurücktransportierte. In noch größerem Abstand folgen die übrigen Herren vom Stab und die zum Essen geladenen drei Bataillonskommandeure nebst den beiden Feldgeistlichen der Division. Pummer, hochroten Kopfes, mit freundlich blitzenden Augen, sagt abgehackt, dennoch weich und verschliffen, mit sanft stolpernder Zunge, was er seinen lieben Musikern zu jagen hat. Der Kapellmeister nimmt lustvoll erregt die Bot- schaft entgegen und fragt gehorsamst, was er nun auf. be- sonderen Wunsch des Herrn Oberstleutnants spielen solle. Der verlangt den Donauwalzer und beginnt sich schon im voraus in den Hüften zu wiegen. Bald wiegt er sich nach den Takten, und immer hin- gegebener.„Herr Oberstleutnant—" raunt ihm der Ad- jutant zu, als er vorbeichafsiert— aber„nix da!" schreit der Alte ganz laut und eigensinnig und trudelt weiter. Es kommt über ihn die Freude, sich zu produzieren. Er sieht die Mannschaft, mit der er sowieso stets auf gutem Fuße lebt, hochachtungsvoll lächelnd, er sieht die Herren Offiziere leise betreten, das empfindet er schon noch, aber er will ihnen zeigen, daß er weiß, was ,er tut und wer er ist, und daß alles harmlos verläuft— er sieht vor allem die krampfhaft heitere Essigmiene des Adjutanten— dieses Menschen, der, das hat er immer schon gefühlt, ihn unterdrückt, und dem er heute wenigstens beibringen wird, daß er tanzen will, wie und wo und solange es ihm beliebt, "■Jißti SortfttMg jolgtt TOr■"J?... Tausend Lahre Brandenburg. Rede Geverings im Dachaus. Brandenburg, die tausendjährige Stadt, prangt im Lestschmuck. Zln den haussronlen hängen Girlanden, von den Dächern wehen Fahnen, die blauweihgrüne der Stadt, die s ch w a r z. rotgoldene der deutschen Republik, dazwischen auch einige schwarzweihrole aus verflossener Zeit. Die Stadt ist stark besucht von Gästen, die in den Tagen vom K. bis S. September an der Jubelfeier teilnehmen wollen. Gestern begann die Feier mit einer Festsitzung der städti- schen Körperschaften im Festsaal des Altstädtischen Rathauses. An ihr nahmen Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats, Vertreter der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadt und viele Männer und Frauen aus der Einwohnerschaft teil. Reichsinnenminister S e v e r i n g war gekommen, der Stadt Brandenburg die Glückwünsche der Reichsregierung zu bringen. Di« Spitzen der städtischen Behörden bewillkommneten ihn und geleiteten ihn zum Altstädtischen Rßthaus, dessen Räume festlich geschmückt waren. Musik und ein Vobspruch leiteten die Feier ein. Dann be- grüßt« Oberbürgermeister Genosse Dr. Fresdorf die Festtetl- nehmer. Er erinnerte daran, daß die nun tausendjährige Stadt Brandenburg als«ine urdeutsche Siedlung seit langem im Mittel« punkt deutscher Geschichte gestanden hat und eine Vorkämpferin deut- scher Kultur im Osten gewesen ist. Er wies hin auf die Wandlung Brandenburgs vom LandstSdtchen zur Industriestadt, in der anfäng- lich die Tuchindustrie blühte, heute aber die Metallindustrie vor« herrscht. Er gedacht« der wirtschaftlichen Röte unserer Zeit, unter denen die ArbeiterbevölkeruNg schwer leidet, und teilte mit, daß die Stadtbehörden eine Jubiläum sgabe von 50 000 M. zur Linderung des drückendsten Mangels beschlossen Hab«. Der Oberbürgermeister betonte, daß Brandenburg sich verbunden fühlt mit dem jungen Volksstaat und sich freudig zu ihm bekennt. Dann nahm Minister Genosse Severing das Wort und be- glückwünschte im Namen der Reichsregierung die Stadt Branden- bürg, zu deren Jubelfeier er als R e i ch s k o m m u n a l m i n i st e r gekommen sei. Severing knüpste an die chaager Verhandlungen an und hob hervor, welch günstige Wirkungen auch für die Gemein» den von ihrem Ergebnis zu erwarten seien. Einstweilen seien frei- lich das Reich, die Länder und die Gemeinden noch zu den größten Anstrengungen genötigt. Er oersprach, in dem Kampf um den Finanzausgleich sich dafür einzusetzen, daß bei der Ver- teilung der Steuererträge die Städte nicht zu kurz kominen. Auch betonte er die Notwendigkeit einer Herabsetzung der Real- steuern. In scharfen Worten wandte er sich gegen die versuche, durch Terrorakte aus die Reichsreglerung einzuwirken. Sie wisse, was sie den Erwerbsständen schuldig sei, aber gegenüber den Terror« akten werde sie nicht die Nerven verlieren und sich nicht von ihrem Wege abbringen lassen. Es sprach dann noch Stadtverordnetenvorsteher Genosse Pölitz, der auf die Bedeutung der s ch a f f e n d e n Arbeit für Branden- burgs Entwicklung und für die Zukunft de» deutschen Volkes hin- wies. Mit dem Gesang eines Schülerchors endete die Feier. Oer Weißenberg-Rummel. »Chefredakleur" Kursowsky als Angeklagter. wegen öffentlicher Beleidigung des Superintendenten k r i e b e l aus Forst wurde heute vormittag der hcilmagne. lisenr und �Chefredakteur- des Weißenberg-Organs.Der weiße Berg-, Franz kurfowsky, vor dem Schössengcrich« Berlin-Llchterselde zu einer Geldstrafe von 500 M. oder 25 Tagen Gefängnis verurteilt. Kursowsky hatte im„Wethen Berg- zwei Artikel veröfsentlicht, in denen der Superintendent ffriebel aus das gröbste beleidigt wor- den war, denn die Beröfsentlichung strotzte von Ausdrücken, wie „Verleumder-,„Ehrabschneider-,„ObergottesmamT usw. Kur» sowsky, der der Vorsitzende der sogenannten„Evangelisch-Johanni- : schen Kirche nach der Offenbarung des St. Johannes«. V.- ist, betonte zu der Anklage, daß es sich bei den beiden inkriminierten Artikeln um eine Erwiderung auf ein« Veröffentlichung einer Bei- läge des„Forster Tageblattes- handele, für die Superintendent Kriebel, der ick diesem Verfahren als Nebenkläger zugelassen wurde, verantwortlich zeichnete. Hierin war über«in«'P r o t e st o e r» sammlung in. Forst gegen die Weißenberg-Gemeinde berichtet und auf die Prophezeiungen Weißenbergs hingewiesen worden, wo- nach der Pfarrer in Forst zu einem bestimmten Zeitpunkt st e r b e n und die dortige Kirche in den Besitz der Weißenberg-Anhänger kommen sollt«. Dies« Prophezeiung war jedoch nicht eingetroffen und in dem Bericht wurde ferner gesagt, daß ■ die Aerzte der Irrenanstalt Dalldorf bezeugen könnten, daß sie viele Personen hätten aufnehmen müssen, die durch Weißenbergs Einflüsse irrsinnig geworden seien. Dieser letzte Satz habe ihn, den Angeklagten, veranlaßt, die Artikel gegen Kriebel zu schreiben. Nach Verlesung der gesamten Vcröffent- lichungen des„Forster Tageblattes- und des„Weißen Berges-, aus denen hervorging, daß zwischen der Evangelischen Kirche und den Weißenberg-Anhängern ein hartnäckiger Kampf entbrannt war, wurde auf die weitere Beweisausnahm« verzichtet und der Staatsanwalt beantragte wegen der vorliegenden formalen Be- leidigungen schwerster Art S 0 0 M. G e l d st r a f e. Kursowsky, dessen Anhänger die Zuhörerbänke einnahmen, be- � schränkte seine Verteidigung lediglich darauf, daß er auf Grund der . Forster Vorgänge sein« Aeußerungen nicht als beleidigend ansehe. Der Vorsitzende bedeutete ihm, daß das Gericht kein Kirchen- j konzil sei, das über die Berechtigung der Lehr« entscheiden könnte. Das Gericht schloß sich dem Strafantrag der Staatsanwalt- fchaft an und betonte In der Begründung, daß der Angeklagte in Anschauungen befangen sei, durch die ihm das objektive Maß � abhanden gekommen wäre. Er habe zwar in Wahrnehmung berech- tigter Interessen gehandelt, aber das zulässig« Maß durch fortgesetzte 1 schwerste Beleidigungen erheblich überschritten. „August-Bebel-Hof" in Araunschweig. Ein neuer Großwohnblock der Oewog. Braunschweig. 0. September.(Eigenbericht.) - Hier erfolgte die feierliche Grundsteinlegung zu einem Wohn« block mit 500 Wohnungen» den die„D e w o g-, die freigewerk- i fchaftliche Wohnungsfürsorgesellschaft, errichtet. Die Anregung ging vom sozialdemokratischen Minister Dr. Jasper aus. Die Wohnsiedlung wird mit Zentralheizung, Zentralwäscherei und ande- ren technischen Errungenschaften ausgestattet: Kinderspielplätze, Grünanlagen usw. werden den Reiz des architektonisch schönen Werkes erhöhen. Die Wohnungen selbst sollen in jeder Hinsicht Oualitätswohnungen werden. Die örtliche Leitung der„D e w o g- * hat beschlossen, ihr Werk„Au g u st- B e b e l- H o s- zu nennen. Außerdem wird bald ein Wohnblock vollendet, der von der Bau- genossenschaft der Kriegsbeschädigten errichtet wird und nach dem bekannten Braunschweiger Sozialistenführer Wilhelm Bracke benannt wird, der 1870 wegen seiner Stellungnahme gegen die Annexion Elsaß-Lothringens mit dem Parteiausschuh nach Lätzen geschleppt wurde. Berlin ehrt Moses Mendelssohn. Oberbürgermeister B ö ß veröffentlicht in der„C V.- Z e i- tu n g- unter der Ueberschrist„Berlin dankt seinem großen Bürger" diese Kundgebung aus Anlaß der 200. Wieder- kehr de» Geburtstages Moses Mendelssohns am S. September 1S2S: „Berlin ehrt in Moses Mendelssohn den Mitbürger, den Deutschen und den Philosophen. Mendelssohn hat, was er von Berlin empfan- gen, mit der Verschwendung einer reichen und vornehmen Natur zurückgegeben, nicht einem Stand oder einer Klasse, sondern der ganzen Stadt. Besonders warm hat er sich für die soziale und poli- tische Gleichberechtigung der jüdischen Mitbürger eingesetzt. Der Jude Mendelssohn war ein e ch t« r D« u t s ch e r. Er wollte deutsch sein; er schrieb deutsch und nahm nach deutscher Art einen Familien- namen an. Er hat trotzdem sein Judentum nie verleugnet. Er wollte aber nicht, daß der Jude ein Kosmopolit sei. Lessing, der protestantische Pastorensohn, hat in Moses Mendelssohn, dem Sohn eines jüdischen Kantors, eine„Ehre seiner Nation" gesehen. Mendelssohn ist der weitestwirkende deutsch« Derkünder der Philo» sophie eines Leibniz und Wolfs gewesen. Wie Mendelssohn Wirt- schaftler, Philosoph und Künstler zugleich war, so sind auch seine Nachkommen tüchtige Wirtschaftler und hochbegabte Künstler. Viele tüchtige Berliner Bürger und Bürgerinnen sind aus dem Geschlechte des Moses Mendelssohn hervorgegangen. Die Stadt Berlin gedenkt mit Dankbarkeit ihres großen Sohnes anläßlich der 200jährigen Wiederkehr seines Geburtstages." Oer unerbittliche Paragraph. Zuchthaus, irohdem der Staatsanwalt Freispruch beantragte Zwei Telegramme, deren Formulare später bei ihm ge- sunden wurden, ohne daß er das enssprecheade Geld der Post abgerechnet hatte, brachten dem OberpostfekretSr Gustav Sch. die Anklage des Amtsverbrechen» ein. Obgleich der Siaalsanwal« Freisprach beantragte, da er in dem vorgehen des Angeklagten k e l a M o t i a für ein« Straftat sah, verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen Amlsverbrechen» und Betruges zu einem Jahre Zuchthaus.« Sch., der seit 26 Jahren im Staatsdienst war, schied mit dem Titel eine» Leutnants au» dem Heeresdienst und kam zur Post. Seit neun Jahren war er als Schalt e r b ea mte r auf dem Postamt S. 14 tätig. Im Januar 1929 nahm er zwei Luxustele» gramme über je 2,55 M. an. Nachdem er sie zur Beförderung weitergegeben hatte, nahm er später die Formulare an sich Bei her Kontroll« erklärte er seinem Vorgesetzten, daß die Telegramme irrtümlich in die Listen eingetragen und gar nicht ausgeliefert worden waren. Fünf Wochen später wurde eines anderen Verdachtes wegen, der sich spüler als haltlos herausstellte, eine Haussuchung bei ihm vorgenommen, und man fand in einer Manteltasche die beiden Formular«. Außerdem wurde er verdächtigt, ein« 15-Pfennig-Marke von einem Brief gestohlen und einen Einschreibe- brief unterdrückt zu haben. In der Verhandlung beantragte der Verteidiger die Einstellung de» Verfahrens wegen Ge- ringfügigkeit, da der Post nur ein Schoden von 5,25 M. entstanden sei. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt, da die Anklage auf ein Verbrechen lautete, und das Gericht nur Verfahren wegen Der- g e h e n s einzustellen berechtigt ist. Der Angeklagte bestritt, sich strafbar gemocht zu haben. Dispache mit den Telegrammen wäre eine Verkettung von Irrtümern� und unglücklichen Zufällen. Er hätte sie an sich genommen, da er damals sürchtet«, einen Irr- tum begangen zu haben und hätte sie wohl nur aus Zerstreutheit bei sich behalten. Der Staatsanwalt beantragte die Freisprechung von der schweren Anklage, da den, Angeklagten, der in durchaus geordneten Verhältnissen lebt, jedes Motiv fehlle, durch solche Machenschaft die Post um einen so geringen Betrag zu schädigen. Amtsgerichtsrat Wesenberg erklärt« in der Urteilsbegrün- düng, daß ihm die Auffassung der Staatsanwaltschaft völlig u n- verständlich sei. Der Ansicht des Gerichts noch wäre der sub- jektive und objektive Tatbestand des 8 319(Urtundenunterdrückung eines Beamten) erfüllt. Das Gericht oerkenne nicht, daß es sich um einen minimalen Betrag handele, andererseits müsse die Inte- grität des Beamten st andes unbedingt gewahrt bleiben. wenn es sich um noch so geringfügige Berfehlungen handele. Da die Mmdeststmfe von einem Jahre Zuchthaus auch dem Gericht un- geheuer hart erscheint, werde es ein Gesuch um Bewährungs- frist bei dem Gnadenbeauftragten befürworten. Die Kommunalwahleu und die Frauen. Der 7. Kreis Charlottenburg eröffnet« seine Wahlagi- tation mit einem öffentlichen Frauenabend in Ahlerts Festsälen. Das Referat hatte die Genossin Bohm-Schuch über- nommen, die es ganz vorzüglich verstand, den trotz der glühenden Hitze aufmerksam zuhörenden Frauen die Bedeutung der Kam- m u n a l w a h l e n für die Frauen und die bisherige Arbelt der SPD. in den Kommunen klarzulegen. Die äußerst gut besuchte Ver- sammlung wurde vom Jugend- und Frauenchor„Harmonie"- Ehorlottenburg, Rezitationen von Martha John und Liedern zur Laute von H u b e r verschönt. Die Versammlung, die die Frauen für den Kommunalwahlkampf aufrief, zeigte, daß der 17. November einen vollen Sieg für unsere Partei bringen muß. Die Frauen werden im eigensten Interesse kräftig dabei mithelfen. Neueröffnung einer Sparkasse»Nebenstelle in Reinickendorf. Die Sparkasse der Stadt Berlin hat in Berlin-Reinickendors, Herbststraße 14, eine Nebenstelle eingerichtet und mit deren Der- woltung den Zigarrenhändler Karl Böhnigk betraut. Die Neben- stell« nimmt Einzahlungen von 1 Mark an auf all« Sparbücher der Sparkasse der Stadt Berlin entgegen und fertigt neue Sparbücher aus. „Menschenleben in Gefahr!" Gefährlicher Fabrikbrand in Charlottenburg. Am Freitag nachmittag gegen 17 vllhr wurde dick Feuerwehr nach der Wiebestraße 12/20 in fihar» lollenburg gerufen, wo in einem Fabrikgebäude— aus dem früheren Gelände der Waffen- und wunilionsfabriken—i ein gefährliches Feuer entstanden war. In einen, etwa 1000 Quadratmeter großen Keller hat dort die bekannte Berliner Kaffeefirma Mokka Efti ihre Lager- und Derpackungsräum«. Aus noch ungeklärter Ursache brach hier Feuer aus. Di« Flammen fanden an den leicht brennbaren Materialien überaus reiche Nahrung und in wenigen Minuten standen sämtliche Abteilungen des Kellers in Flammen. Zwei Angestellte, die in einem Neben» räum weilten, war der Weg durch die Flammen abgeschnitten, und nur dem rechtzeitigen Eintreffen der Feuerwehr war es zu verdanken, daß beide, die durch Einwirkung der Rauchgase bereits bewußtlos am Boden lagen, gerettet werden konnten.» Feuerwehrsamariter nahmen Wiederbelebungsversuche mit Sauer- stoff vor, die glücklicherweise schon nach kurzer Zeit von Erfolg waren. Es mußten neun Schlauchleitungen größten Kalibers gelegt werden, um das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und ein Uebergreifen aus die da rüber liege»den Stock- werke zu verhindern. Ungeheure Wassermengen wurden in den brenenden Keller geschleudert. Das Wasser hatte nahezu«ine Höhe von H Meter erreicht: nur so war es möglich, die Brandnester, die sich immer wieder zeigten, zu ersticken. Noch um 21 Uhr waren drei Züge der Feuerwehr mit den Ablöschungs- und Aufräumungs- arbeiten an der Brandstelle beschäftigt. Einige Zeit später trafen mehrere Züge ein, die die erschöpften Mannschaften, die unter stavker Hitze und dem Qualm sehr zu leiden hatten, ablösten. Der Schoden ficht zifternmäßig noch nicht fest, ist aber nach einer vorläufigen Schätzung sehr erhchlich. Di« Entstehungs» Ursache konnte bis zur Stunde noch nicht ermittelt werden. Im Verlauf« der Löscharbeiten erkrankten mehrere Feuer- wehrbeamte unter der Einwirkung der Rauchgase. Am schwersten wurde Brandmeister Grollmus und die Feuerwehr- leut« K o r k o w, sowie M a tz k« von der Zugwach« 8 mitgenommen. Die Erkrankten wurden von Feuersamaritern behandelt und muhten später in ihre Wohnungen gebracht werden. Die Beamten sind für die nächsten Tage dienstunfähig. Explosion auf einem Gut. Mehrere Schwerverlehie. Gestern nachmittag ereignete sich bei Erntearbeitea auf dem Gut Tiesensee in der Näh« von Leuen berg an der wriezever Sleiobahafirecke ein schwer» Explosionsunglück. Ein« Lokomobile explodierte wahrscheinlich infolge unsach- gemäßer Bedienung. und mehrere Arbeiter und Arbeite- rinnen, die in unmittelbarer Nähe beschäftigt waren, wurden von umherfliegenden Eisenteilen gekrofsen und schwer verlehk. Mehrere der Verunglückten wurden in da» nächstgelegeue Srankeahau» übergeführt, von der Polizei ist sofort ein« Untersuchung über die Ursache der Explosion eingeleitet Raubüberfall im D-Zug. Oer Täter entkommen. Söln, 6. September. 1 Gestern obeni» wurde der Reisende Hermann Könitzer, Generalvertreter einer Leipziger Firma, im V-Aug Köln—, Aachen zwischen Buir und Düren überfallen. Ein junger Mann bedrohte ihn kurz vor der Station Buir im Abteil 2. Klasse mit einem Revolver und suchte von ihm Geld zu erhalten. Da der Reisend« heftigen Widerstand leistete, wurde die Ab- ficht de» Verbrechers vereitelt. Er sprang aus dem fahrenden Aug« und entwich in den nahen Wald. Die Verfolgung des Täters wurde vom Reichsbahu-Ueberwachungsdienst mit fünf Po- lizeihunden sofort aufgenommen und von der Gendarmerie und der Ortspolizei unterstützt. Die ganze Nacht hindurch wurde der angrenzend« Wald durchsucht, bisher ohne Ergebnis. Oeuifchlandreise des„Graf Zeppelin". Am Mittwoch, dem 11. September, wird das Luftschiff„Graf Zeppelin" bei günstiger Wetterlage eine etwa 18stündigc Passa- gierfahrt in das Industriereoier antreten. Vielleicht wird „Graf Zeppelin" feine Fahrt aber auch noch mehr nach dem Norden Deutschlands ausdehnen. Nähere Auskünfte über die Fahrt erteilt die Hamburg- Amerika-Linie. Da» Luftschiff kann bis einschließlich Sonntag, den 8. September, besichtigt werden, postaushelfer Schwert aus der Hast entlassen. Der Postaushelfer Schwert aus Nowawes, dcr am vorigen Sonnabend die Hausbesitzerin und Witwe Groß er- schössen hat, wurde dem vernehmenden Potsdamer Richter vor- geführt. Schwert blieb bei der Angabe, daß er die Frau aus Fahrlässigkeit erschossen hat. Da eine Voruntersuchung für fahrlässig« Tötung nicht erforderlich ist, wurde Schwert aus de? Haft entlassen. Der Mörder deS Rechnungsrates Vcndt verhaftet. Die Tiroler Landespolizei hat den 21jährigen tschechischen Staats- angehörigen Alfred K r ö l l e r unter dem Verdacht verhaftet, am 11. August in der Nähe der Darmstädter Hütte den Rechnungsrat V e n d t aus Berlin ermordet zu haben. Kröller ist von Beruf Schneider und war aus der tschechoslowakischen Armee desertiert. Er stellt die Tat wohl in Abrede, doch gilt er als überführt. Seine Auslieferung wird beantragt. Verunglückte Kommuniftenparade in Neukölln. Di« KPD. hatte für Freitogabend eine große Straßen« demonftratian in ihrer„Hochburg" Neukölln angesogt. Zu diesem Vergnügen erschien nur ein« klägliche Zahl van Jün- gern Moskau». Mir viel Geräusch versuchten sie über ihre zahlen» mäßige Schwäch« zu täuschen. Die Passanten in den Hauptstraheg nahmen von dieser Kundgebung gar keine Notiz. Treplow. Sternwarte. Mit dem großen Fernrohr kann täglich von 2 Uhr nachmittags an-unächst die Sonne mit ihren Fl-ckcn oder ein Fixstern beobachtet werden. Vom 6. bis 16. wir!» der Mond ab 7 Uhr bis Untergang gezeigt. Führungen durch dos astronomisch« Museum täglich von 2 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends. Wie wir unsere Kinder erziehen. Mustergarten einer weltlichen Schule. Kürzlich fand auf D«ranlassung des Kreisvorstairdes eine Bc- sichtigung des Schulgarten» der 34. weltlichen Schule im Bezirk Lichtenberg statt. Der Schulgarten in seiner heutigen Gestalt zeigt, wie mustergültig eine Anlage durch zielbewußte, unermüdlich« und liebevolle Arbeit gefördert werden kann. Als die Schule vor 2)4 Jahren unter Leitung des Genossen Schulz daran- ging, sich einen Schulgarten anzulegen, fand sie das 3S<)lZ Quadrat- meter große Gelände an der Ruschestraße als einen hügligen und mit allerlei Gerümpel übersäten Schuttablageplotz vor. Nach Erledigung der gröbsten Arbeit ging man daran, zuerst einen G e- räteschuppen mit Werkstatt und Klosetts für Knaben und Madchen zu bauen. Es folgte dann in Kürz« der Bau eines Pa- villons, einer großen Laub« mit vorgebauter Veranda, die Anlage «ine« Spielplatzes und schließlich eines Sandkastens für die kleineren Kinder. Bemerkenswert ist, daß mit Ausnahme der Fun- damente und der Gerüste sämtliche Bau-, Maler- und Jnnenaus- stattungsarbeiten von den Schülern und Schülerinnen der oberen Klaffen selbst ausgeführt worden sind. Die Kosten für die Anlage des Schulgartens sind zum Teil aus Mitteln des Schulverfuchs- fonds der Stadt Berlin und aus laufenden Etatsmitteln der Schule .zur Verfügung gestellt worden.. Im Gegensatz zu den städtischen Schulgärten, die ausschließlich reinen botanischen Unterrichtszwecken dienen, liegt die befon- dere Bedeutung dieses Schulgartens darin, den Kindern plan- mäßige und rationelle Kleingartenbewirtschaf- t u n g zu lehren. Die Kinder können für den elterlichen Haushalt Früchte und Gemüse zu ganz geringen Preisen erwerben. Weiter werden im Frühjahr auch an die Eltern der Kinder junge Pflanzen für eigene Gärten abgegeben. Die Einnahmen aus dem Berkauf werden für die laufende Unterhaltung und zum weiteren Ausbau des Gartens verwandt, außerdem werden alljährlich 100 M. an die Wanderkasie der Schul« abgeführt. Neben der Gartenarbeit kommt aber auch der Unterricht nicht zu kurz. Hier im Freien, im Angesicht des lebendigen Wachs- tum» der Natur, wird biologischer Unterricht erteilt. Da sämtliche Garten- und Wirtschaftsarbeiten von den Kindern selbst ausgeführt werden, ist es nötig, Ruhestunden durchzuführen, um sie nicht zu überanstrengen. Leider ober fehlen dafür noch die unbedingt nötigen Liegestühle.. Sonst kann zusammenfassend gesagt werden, daß der Schulgarten der 34.(weltlichen) Schul« dank der verständigen und freudigen Mitarbeit parteigenössischer Lehrer in jeder Beziehung ein« hervorragende, von gutem sozialen Geist getragene Einrichtung darstellt. Aus der Partei. Zehn Jahre«.Volkswacht� in Trier. Dieser Tag« konnte die..Volkswacht', die sozialdemokratische Tageszeitung im schwarzen Regierungsbezirk Trier, auf ein zehn- jähriges Bestehen zurückblicken. Kurz nach der Revolution ins Leben «rufen, hatte die Zeitung während der Zeit ihres Bestehens die chwersten politischen Kämpfe durchzuführen. Der Regierungsbezirk Trier ist ein Stützpunkt der deutschen Zentrumspartei. Die separatistische Bewegung im Rheinland konnte sich bis zuletzt gerade im Regierungsbezirk Trier halten. Vorwiegend war es die sozial demokratische Arbe...... gefüher hat. So u___. zeck d«» Separatismus dadurch stillgelegt, daß man die Maschinen eiterfchaft, die den Kamps gegen diel« Bewegung äher hat. So wurde der Betrieb der„DoIl»»acht.�4tkch«'Müte> zerstörte, den Betriebsleiter und die maßgebenden Arbeiter und An- gestellten des Betriebes verhaftete sowie den leitenden Redakteur durch die Besatzung ausweisen ließ. Dazu kam, daß die wirtschaftliche Lage der Arbeiterschaft der Westgrenzgebiete durch die Verschlechte- rungen der allgemeinen Verhältnisse, die sich durch die Errichtung neuer Zollgrenzen nach Frankreich und Luxemburg ergaben, schwer zu leiden hatte. Das erste Jahrzehnt der„Volkswacht" bedeutete daher noch jeder Richtung Arbeit und Kampf. Eine Festausgaöe feiert die bisherigen Erfolge, der sich, wie wir hoffen, noch viele andere anschließen werden. Die deutschen Sozialdemokraken Polens halten am 5. Oktober in Lodz eine Tagung ab. Geplant ist dabei der Zusammenschluß der Parteigruppen in Oftoberschlesien, in Tesche n- Schlesien und Kongreß- polen. Es soll eine einheitliche Partei mit dem Namen„Deutsche Sozialistische Arbeiterpartei in Polen" gegründet werden. parteinachrichten sürGroß-Berlin Swsendunzea fät diese Rubrik sind Berlin SB SS. Lindenitraße 3. stets»» da» B«tlrl»s»kret«rta> 2. Hai, z Treppen recht«, i» richten. 2t. Treis BeiniSendsrf. Montaa, 9. Septtmici. 19 Uhr, im kleinen SiiNtna». kaal de» Rathause» Wittenau. Sidung de» Treisvorstand«, mit den tld» tetlunasleitern. Morgen, Sonntag. S. September: 3. Abi. siamilieaausllna»ach BicheUbe-ae, Lata!.Reich»«« rten". Trett»»»tt 9 Ahr Bahnhof Zannowihb rücke. Rotbrücke. Teilnehmerprei» 5« Bf.«in- fchliehlich Taffe« und jsahraeld.«arten sind beim Buirtoführer»n haben. Zrauenveransialtung. 123a. Bdt. Ta»l»dorf-SSd. Montau.». Leptemder. gemeinsame Besichtiaung de» Botanischen Garten» in Dahlem. Treffpunkt 9 Uhr an der Omnibu». Saltestelle tlauIsdorf-Süd. Lindensirahe. Rachhüsler treffen sich 10 Uhr am Hochbahnhof Warschauer Brücke. Znngsozialisten. Srnpp« Roelöl». Heut«, Sonnabend. Treffpunkt nur ftadrt nach siNrsten. wald« um 13 Uhr Rinubahnhof Rcukölln. Gruppe Friedrichshain. Heute, Sonnabend, treffen wir un«»ur isahrt noch Mirftenwalde, pünktlich 17 Uhr, vor dem Borwärtoaebäude, Lindenstr. 3. Aeltcre Genossen und Mitglieder der ETI. sind eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Grosi-Verlin. Trei» Beddlnq. Heute kommen alle Seifer. die sich ,um«rbeitodieuft h«. reit«rklürt haben, um Isish Uhr in die.BorwSrt»"�pedition Nüllerstrage Ecke Utrechter Etrasic. Trei,«reu, Hera. Wir treffen un»»ur Teilnahme am„ssest her Arbeit" in Brih am Sonntag, dem S. September. Gruppen Stidwast und Berg mau»- ftrasie 1414 Uhr laicht 1514 Uhr) Jugendheim Tiorckstr. U. Gruppen Süden, Wassert« rsi rohe. Beiher Strohe,»Zrliher Straf,», IS Uhr) Iugendhrim Briher Strasi«. Braogelftrah« 15 Uhr luicht Geburtstage, Jubiläen usw. 79.«dt. Schö»iberg. Unsere« Genosse» Zohan» Gr»»»». Gehlrrftr. U, ,»w 70.»eburtotag die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation I. Abt. Den Mitgliedern nur Nachricht, dasi unser« Genossin Hedwig Bitter» ling, ,zion»kirchstr. 53, verstorhrn ist. Ehre ihrem Andenken. Die Beerdigung hat berrito statlgefunden._ welkerdericht der Ssseaklichen mellerdienststelle Berlin und Umgegend lNachdr. verb.) Teils beiler. lcilg wolkig, abcr noch kühl, kein« wesentlichen Niederschläge, etwas abstauende nordwestliche Winde.— Jür veutlchland: Auch im Süden kühler, im Nordosten noch ziemlich windig, sonst langsame Beruhigung, aber zumeist ohne Tcmperaturänderwtg. Leider wurde die Stresemann-Rede auf Sonnabend oerlegt. Die Hörer bekamen wenigstens eine Ersatzübertragung aus Senf, die ober akustisch nicht so günstig war wie sonst solche Uebertragungen. Wir haben aus New Jork, San Franziska und Buenos Aires schon besser gehört als aus dem im Verhältnis dazu noch beinahe uns benachbarten Genf. An diese Uebersee-Uebertragungen erinnerte uns in seinem interessanten Vortrag„Deutschland spricht mit U e b e r s e e" Han? W. P r i b i n, der sowohl über die techni- schen wie auch über die politischen und wirtschastspolitischen Zu- sammenhänge auf diesem Gebiete sprach.— Zum Wochenende wur- den wir diesmal durch Studienrat Dr. Nägler„In da» Land der Seen und Wälder", in die Gegend von gürftenberg, Streich und Feldberg, gefichrt. Der Lortragend« gab sehr anregende Schilderungen und dazu ein« ganze Reihe praktischer Vorschläge. Er wies noch besonder» aus die schönen, vielstündigen Dampferfahrten hin, die in diesem Gebiet möglich sind. Mit den Interviews scho-nt man allmählich auf den Holzweg zu geraten. Diese Darbietungen nehmen immer mehr den Charakter von Reklameveranstaltungen an. Wenn zwei Boxer, die sich morgen gegenübertreten sollen, zusammen — noch dazu mit dem Unternehmer dieser Boxveranstaltung— inter- viewt werden, wobei dieser Unternehmer ausdrücklich auf seine billigen Eintrittspreise und das Interesse, das man in Amerika diesem Sport entgegenbringt, hinweisen darf, so kann da? als jach- licher Vortrag wirklich nicht mehr gewertet werden. Tes. SozialistischeArbetterjugendGr.-Verlin GInsenduvaen für tieft JtuMt nur an bat Z»senbsekreiorlat Bcriln<51368. �wdensstot« 3 Z» Rohmen de» Zuge-htagr«»» 15. Septemhrr soll ein Propagandalouf 5urnmlung um 18 Uhr in der Soiiä- liste«. Sck«. Änschlieh-nd stahrt auch für Genossen, dl« nicht gunttionäee sind. SS». Breozlauer Bern: Heim Danziaer Str. 02. Baracke III, Mitalieder. Versammlung. Aeußerft wichtig« Tagesordnung. IReuwahIen de« Borstande». Birogramm.) Bünktliche» Erscheinen ist Pilicht. Werbe bezirk Beste»! Iugrndtaa in Nauen. Treffpunkt für alle Gruvvsn heute, 1SZ4 Uhr, Bahnhof Zungfernheite. Morgen, Sonntag. S. September: Dahle« lRote iZalken)»»d dors»14 Uhr Bahnhof?' beteiligen uns an dem lich 0s4 Uhr Bahnhof Mariendorf. Vorträge, Vereine und Versammlungen. £%» Reichsbanner„Schwarz Rot-Gold". HWM Geschäftsstelle:«erlin 6. 14, Sebastianstr. 37/38, Huf 1 St. Sonvabend. 7. September. Tiergarten. 4. Stiftungsfest de» Toni. MAm- bourkorps im Gafe Gärtner, Bahnhof Belcvue. Beginn 20 Uhc. Eintritt l M. Gäste willkommen.— S»»»taa. 3. September. Tiergarte». Iungbanner. Pflichtantreten zur Autofahrt nach isinow.Hecgermühle u>it 614 Uhr am Kleinen Tiergarten lBrotbeutel). B»at»». 604 Uhr Antreten auf dem Maritplab, Breite Straste.»ur Pslichtveranslaltung nach zinow.Heegermilhle. Erscheinen in Bundeskleidung Pflicht. R»f«»thal. stahrt nach ssinow-Seegermühl». Treffpunkt 714 Uhr am Tirchplag. Pflichweranstaltun«. Kedding. 614 Uhr Antreten bei Hillmann, Nazarethkirchstrahe, nicht wie irr. tllmlich angegeben 714 Uhr. Rrinickendorf.vft lKameradschaft). Autofahrt nach Heegermühle. Treffpunkt 604 Uhr hei Tiehne. Residenzstr. 0. Pflicht» Veranstaltung. Wildau. 14 Uhr grofse» Bolisfeft im Alten Schühenhau, Wedhorn. Um reg« Beteiligung der benachbarten Ortsverein« wird gebeten. — Montag, 9. September. Mitte. Iungbanner. 20 Uhr Jugendheim Tieck. ftraKe. Vortrag des Tameroden Rohsiopff!.Der Sturmvogel und seine stiele". Die älteren Kameraden sind eingeladen. Kreuzberg. Jugend l. 20 Uhr Jugend- beim Porckstr. ll,.Zimmer 5, Heimabend. Steglist lKameradschaft). 20 Uhr bei Schult, Birkbuschstr. 90, gesellig«» Beisammensein mit Damen. Arbeiter.Samckrtter.Bunb E.»., Kolonne Berlin. Sistungen haben am Montaa. dem 9. Eeptemder! gickiteniera: Lokal Seivke, Tronprinzenftr. 47.— Reukölln: Lokal Schilling, Kirchhoffte. 4l. Weisienfee: Lokal Stärk«, Ehar» lottenburger Sir..0. Schöneberg: Lokal Rosentbol. Ebcrsstr. 66.— Köoenick: Lolal Stivoekobl, Schönerlinder Str. 5.— Am Dienchag, dem 10. September: Treptow: Schul« Graest» Eck« Wildenbruchstraste.— Mitte: Schule Gipsstr. 2g,. — iZriedrichshain: Lokal Busch. Tilsiter Str. Z7.— Hrrmsdors: Turnhalle Roon- strafte.—«reuzbcra: Am Urban, Ecke Planus«! 6.— Am Donnerstag. dem 12. September: Pankow: Jugendheim Kifsingenstraste.— Tirrggrten: Bredow. Wiclefstrasir. bei Lausch..-- Gharlottenburg: Jugendheim Rosinen. strafte 4.— Am streitag. deni 13. September: Reinickendorf: Lokal Motter. Eichdornstr. 94.— Slrglist: Lokal Schmidt, Lichterfrlde. Roonstr. 30.— Ain Montag, dem 16. September: Bohnsdorf: Lokal Heimann, Waltersdorfer Strafte 100 Tvpi ographilche, Orchester. _________________________ stoden ikreitaa um 26 Uhr in Reukölln. Her. «annstr. 199, Restaurant Sängerheim. Uebungsabend. Direktion Erich Gut- »eit. Musizierende Buchdrucker lBIattfpieler) lederzeit willkommen. Dt! ftredungen sind rein ideelt. sie Be. Gemischter Ehor der freie» Schwimmer Th«rlotte»b»«a 1904. llehungsabend« seden Dienstag. 20 Uhr, hei Huder, Tegeler Weg 97. Sangesfreudige Damen und Herren herzlich williomwen._ Ureivellgi»!, Gemeinde. Sonnt««, 11 Uhr. Papvelalle, 15, Vortrag de, Herrn V. Rogal:»Da» Weltbild unserer Ahnen". Harmonium: Brautraub au» »Peer Gnnt" lGrieg). Gäste willkommen. Bbotogememlchast im To»rs stenoerei»»Di« Naturfreunde", Jugendheim de» Osten», Grofte stranksurier Str. 16 lnahe Koppenstraftr). Montag. 20 Uhr, Vortrag mit Lichtbildern: 4Lin>enfUhrnn» und Aufbau de» Bilde»". Referent: Dr. Warstat. Eintritt frei. Gäste willkommen. Arbciter.VbstiMenten.Bund, Gruvve Kreuzber». Am Sonnabend, dem 9. S«»- tember, 20 Ulir. findet in unserer eigenen..Alkoholfreien ä-aststätte" am Marhclnekevlaft 3— 4 ein..Bunter Abend" statt, wozu olle Mitglieder und Gäste eingeladen sind. Referent: Genosse Kirschstein. Drteskasten der Redaktion. A. E. 35. Wir werden die Angelegenbeit an der»ustänhjgen Stelle zur Sprache bringen, selbstverständlich ohne Angabe Ihre» Namen». r.Iürspakk'»«rsche»lt! i�Hänomog ein Lugus-C J:..Tz.-tSpZ0bil-. uuv.£i, am WWWWWWWWW�W J JM»»t». im �unapark hat von Modells erworl Lunapori au�>«stegt und wird dem Sieget im Preisbewerb fahrbereit agv'- Sonntagabend übergeben. «ad La-terderg im Har». E« dürfte allgemein zu begrüften fein, daft. die stleckenotollegien einftiminig beschlossen haben, die Kurtape ab 1. September um 56 Pro,, zu ermäfttgen. 10 000 Mark auch für sie hat die„Deuische Grammaphon-Aktienges'llschast" ieftt mit kiiitNi Preisausschreiben beroiigeftellt, da» o» keinerlei Kauk- bedingungen geknüpst ist— icderniann kann sich beteiligen! Alle» Nähere ist aus dem Eeptemberheit der illustrierten Monaiszeitichriki..Die Stimme seine» Herrn" ersichtlich, die von jeder offiziellen Verkaufsstelle der..Deutschen Grammophon. Aktiengesellkchaft" aern an Interessente» abgegeben wird. Mit ihren spannende» hochinteressanten Beiträgen und einer kleine» Musikaeschichie al» Soiidcrbcilagt wird die..Stimme" auch sonst jedem feinsinnige» Menschen wertvolle Anregungen geben. Gewlllllanizug i. Klasse ZZ. Pnutzisch-Süddeulscht Klasien-Lotterie. Ln der Bormillagsziehung wurde« Gewin»« über 150 M. gezogen Z «s 2 Ve-pfv»« z» 75000 TBL 376418 Suutau ,» 6000 20. 30733 Sewin»« i« 3000 M. 6882 295593 •ewiiM 1» 2000 9S. 226904 244819 389914 »«*»*« l» lOOORL 29320 41697 66816 84880 86407 91833 V9334 137602 185988 183928 185541>99085 199134 223523 226820 227437 287040 260484 289770 302882 306888 336388 349991 397801 98 SeBtn»»*1 600 Dt. 500 5176 11992 14787 28763 46747 65092 88340 90408 107271 119081 120586 136291 181293 183832 165965 156258 163269 163978 171420 176592 189649 203616 220171 229170 229381 245360 255529 256029 258312 280609 285336 296985 313116 919305 325859 331211 331337 338388 342261 347048 380637 354604 368896 361038 383402 377935 387744 399444 276«-Winne»u 300 M. 3031 73S3 7524 82-13 11084 12319 15617 171 06 22658 26314 97779 33005 33329 34207 34546 38856 39422 44315 48147 46753 47265 47345 48238 49281 83271 60851 61630 86417 70490 78573 79000 85587 89893 90576 110307 118109 116866 123182 126213 126637 128781 129871 130525 137978 143641 146146 147088 147680 183759 184257 184757 155330 157633 161151 162964 165179 169209 169263 180147 180349 186110 191244 191703 194932 195475 197950 201309 201816 202620 205937 206845 209058 213701 215418 219684 221923 226769 231863 232159 232190 233212 235449 240166 240447 240739 245681 260099 253167 264234 271508 273415 276388 276634 278989 286350 239115 306350 307342 311856 313779 319063 320610 325851 326505 3285-18 328799 330941 396663 337419 83911117 34W21 341082 34 7876 348173 349345 350333 35 1894 361024 861766 362665 363258 364279 386768 367526 368152 369461 373063 37.3823 375680 380852 381284 389475 390990 392050 993747 396726 397407 399618 So der Nachmstiagbziehung wurden Gewinn» über 1S0 M. gezogen 4 Gotoinn» m I 6 Stmltuu zn i I«L 205078 279908 95781 173858 819940 - mt____ 4 Dewiuoo zu 2000 WL 212053 300591 50•»£>« n 1000 M. 21403 40758 66224 79626 SZZ1Z 121334 138819 146393 184788 206748 221088 280122 28 516303 842048--- J 886278 � > 134«rtwtn«» Z00«. 106 14119 19107 18936 33664 45005 87581 59921 61449 81899 83008 67220 71166 72868 79130 86902 88098 88805 93184 96285 96892 100572 103176 105062 117499 117552 123247 194010 125751 134530 148923 181018 163428 164184162253 163291 164188 1?3722 176167 188280 192548 193578 194439207084 209000 2I92SO 212303 223065 224792 229402 246287 249579 252430 388920 392654 394984 3m Gewinnrade verblieb«: IS zu je 10000, 0«, in mit 1000, 614|U i« 600, S42 zu 2 Prämien zu je 500000, je 6000. 38|n je 3000, 60 zu je 800� "'— 800 M. Jedes Wort 12 Pf. Da» fettgedruckte Wort 25 Pf.(iu- lässig zwei fettgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wort(fett) 15 Pf., jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Bachstaben zShlen doppelt. Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bisd'/aOhr nachmittags In der Haupt- expedltion des Vorwärt«, Berlin SW, LindenstraOe 5,»bgegeben werden. Dletelbe Iii von morgen» ä1/, Uhr bis nehm. 5Uhr ununterbrochen gefifhtet Verkäufe Linelenm.«ziilal, Toloniestrafte».» «ettenoerkaul! Reu« 12.50! 15.— l IS�ü! Prachtvolle 25,—! 27�0! Bauern. betten 2»,—! ZZ.—! Inlette! spottbillig und gut! Teine Lombardware. Leih» hau». Brunnen strafte<7 Bcttsedcrn.Reiniguug! nach neuestem Snstem bei Entnahme von Tedern! In. leite! gratis! Bettfedern! Bitten! Steppdecken! Nissen I sehr billig! Neu eröffnet! Bettenhaus, Länbsdirqer- strafte 12.' t!c>->?tsiuiitj5!.lucftr, V/ftdrsie usw Wenig getrogene Iackettauzüge: nach beendeter Auktion kommen jeftt zu Spott. preisen aus den feinsten Maftwcrk. Üätten Ulster, Paletots. Tracks. Smo- king-Anzüg- zum Berkauf. Gelegen. heit-käufe In neuer Scrrengarderobe. Leibhau» Rofenthaler Tor. Linicnstraftc 30Z/204, Ecke Nofenthaler Strafte. Keine Lombardware._________» Wenn van MiiMMI __ illenmäntel.. kings. Gthrocka». Gehpelze getrogen,«avaliergarberodt llionären.«er, ton, Anwälten. Zabelhast billig, Preis«. Empfehle Taillenmäntel, Paletot». Track». Smo. --- Hosen, Eelegenfteitekäufe in neuer _________ Weitester Weg lohnend. Lothringerstraft« 5«, 1 Treppe. Relen. Sarderode. Lothringerst. »Haler Platz. Wenig getrogene, teil» aus Seih« g«. urhettet». erstklassig, Iackettanzüg«. sfrack. »U getragen, Gelegenheitokäuse in H-rrcn. unh Domenpelzen. Lkihhau» Lowick!, Prln. zenstrafte 105, eine Treppe. Kein« Lombardware.» verleih hocheleganter Gesellschaft». Anzüge. Leihhau» Lowicki, Prinzen. straft« 105. venia getragen« Frackanzüge. Smo. kinganzüge. GehrackUnKg«, Jackett- anzüge. Gummimäntel, Cutawananzüg«. ____ rdinemäntel. Eovertroatpaletat». iede Figur possend. Spoiialit' gnzllge spottbillig. Gest ssend. Spezialität: Bauch» '»astaanzüge olcnthälrr. werden verliehen. Halpern. strafte 4, l. Etage. Möbel Miibriküus-e merl« Kredit und bar »abeldazee. grofte Auawadl. klein« Preisel Beispiel«: Schlaszimmer 455. Speisezimmer»41. Herrciizimmcr 200. Spiegelschränk« Uli. Anrichleküchen 75. Kleiderschränke 48. Holzbcitstrllcn 48. Cbailelangue» 28 Mctallbcste» 10. Auslegrmatraften 10. Sonstige Möbel entsprechende Preis«. Teilzahlung auischlagfrel. Wachenratcn Mcnaisraten. Kleine Anzahlungen. Kaiia-Rabaiie bi» zehn Prozent. Kredit, bi« zwei Jahre. Mäftiae Zinsen. Haupt. geschäst Sieglift. Tchloftitrofte 107: 2. Gr. schäit Neulölln. Hermannplaft 7: 8. Gr- lchält Bellc.Allianee, Strafte 95. Unter- grundbahn! 4. Tüchenabteilung: Reu- kölln. Hermannplaft 4: 5. SeschSlt neu eröffnet Kottbusser Straft» Nr 2Z. gm Tor_________* Pateutmetrafteu.P eimifsima". Metall. betten. Auflegematillften. Ehaiislangue». Walter, Stargarderstrofte achtzehn. Kein Laden._ Mahagoni, gebraucht, Kleiderschrank. Bertiko, Spiegel, Spiegelschränk. Sofa, tisch. Miiller. B'v-allianrcslraft- 90. u. Slebel-Tamerliag.«astanienällee»«. Nuftbaum-Waschkommoden, englrsch« Bett. stellen. Rachitische. Ri-s-nauswahl Plüschsoia». Spattpreis». I-HIungs. erleichterung._ Wochenendbcttcn, komplett 24.— Pappelalle» nur 12: Pankow. Schmidf. straft, l.____ Boch»»«nd.EbaileI»ngue» H/~. 30�—, 85,—. Pappe lalle« nur 12; Pankow. SchMiHtstraft, L.______.* .Mus-ikiiftstrumefite Gebrauchte LualltStspIanos. Wochen. raten. Monatsraten. Herer. Prinzen« strafte neunzig.__ Ohne Anzahlung. Piano«, gebrancht und neu. Garantieschein. Thür. Kott» busser Tamm 64. 1(am Sermarnivwft). Lintpieno». Überaus vreiswerr. Piano- kobrit Link. Brnniie» straft»»5- Plan», 175.—. 209,—, 225.-. 250.-. 27a,—, 425,—, gebrauchte, arofte Aus. wähl in neuen: tangjllhrlg« Garantie. Screr. Brunnenstraft« 191. 1 Treppe. Rosenthaler Plaft.____ Teilzahlung.' «rammophan». Ohne Anzahlung. Bg. quem« Teilzahlung. Erstklasssge Appa» rate. Billig. Erosa«, Turmstraft« 70.__ Baudouion». Lange, llhlig, wcltbe. rühmt. Fabriklager, Fabrikpreise. Teil» zahlungen. kleine Anzahlung. Musik. weigel. Adalbertstrafte 91.' Fahrräder Gebraucht« Fahrräder, gröftte Au». wähl.>5.—. 20.—. 25.—. 50.—. 35.—. Machnow. Weinmeisterstraft« 14. Tetizahlung. kulant, Bedingungen. Fabrikpreise, nur Oualitllfsräder. Fahr- radban..Wima". Ackerstrasie dreiftia. Freilausräber 80,—, Salbrenuec, Rennmaschinen. Trau». Gräfte Frank» furterstrafte 52. Diamonträdee. Sörickerädcr. Wlttler» räder. Teilzahlung zu«assapreisen. Barzahlung noch billiger. Schlawe. WcinmerftcrstraKe viem «-brauchte Fahrräber billig. Turm. straft- 70. Ohne Anzahlung. Erltklassta« Fahr- räder. Fünfjähria« Garantie. Graft. berliner Fohrrabnrrtrieb. Turmftr. M. � armidstUcksvorkSufo| gelegen, Lehnift, Laudparzellen 1108,—, schön kleine Anzahlung, ä. Paul, am Bahnhof sBootshaus)._ Lanbparzcllen 1100.—, schön a, legen, kleine Anzahlung. Kiwitt. Oranienburg, Berliner Allee 30-35(Berlaufsbureau). Kaufgesuche stahngebisse. Platinadiälle, Lötzinn. Blei, Lueckstlbet. Silberschmelze, Gold. schmelzerei Cliriftionat, Köveuickrr- strafte 89 lSaltestell« Adalbert strafte)." Fahugebisse, Edelmelallbruch. Quick. silber. Kinn, Blei. Sllberschmelz» Ehristionat. Kövenickerstrafte 20, Mon« teusselltrasie).' msmss Tüchtig« Fensterstreicher lSpezia: listen) gesucht. Birkler u. Thomer, Ehar- lottrndurg, Trummestrqft« 60._ Pufterkolann« verlangt Baugeschätt Meckel, Prenzlauerpramenade 1S1». ftkllevsiisMj \ fhuln In Vorviiti{ Perfekle Presserinnen auf Batteriekohlen stellt sofort ein: R.SaebsG.m. b. H. Batteriefabrik Berlin SO 16, Neanderstr- 4. Okonom-lhepaar zwecks Bewirtschaftung eines neuerrichteten, größeren Heimes in nächster Nähe Berlins für sofort gesucht. Erfahrung im Hotel- und Restaurationsbetrieb, sowie in der Küche muß nachgewiesen werden.— Bewerbungen mit näheren Angaben unter„Z, 21" an die Expedition des„Vorwärts", Berlin SW. 68r Lindenstraße 3, erbeten. Zusammenschlüsse im Ulm. Gozialpoliiische Kolgen des Llfa-Emelka-Abkommens. Daß in j>en letzten Xogsn, wie schon im„Vorwärts" mitgeteilt, der chugenbergsche Ufa-Konzern und die Emelka-Gesellschaft� Ver- Handlungen über eine Art Interessengemeinschaft geführt haben und nunmehr ein gemeinsames Vorgehen im Jilmgeschäft beabsichtigen, ist charakteristisch nicht nur sür die gegenwärtige Lage der Filmindustrie in Deutschland, sondern inder ganzen Welt. Es ist kein Aufall, daß gerade jetzt auch aus dem Ausland Meldungen über ähnliche Zusammenschlüsse und Interessengemeinschaftsverträg« zwischen großen Filmproduzenten kommen. Wir zählen kurz einig« dieser Vorgänge auf: Frankreich: Hier sind in den letzten Wochen zwei große Fusionen zu verzeichnen. Erstens haben sich die Etablissements L' A u b e r t im Juli mit der F r a n c o- F i l m- Gesellfchast zu> sonnnengeschlossen und eine neue Dachgesellschaft mit dem Namen Aubert-Franco-Film gegründet: der neue Konzern»erfügt über ein« umfangreiche Filmproduktion, besitzt etwa S0 eigene Spieltheater und plant die Aufnahme der Herstellung sprechen- der Filme. Zweitens fusionierte sich die auch in Deutschland bekannte Pathä-Cinema- Gefellschaft mit der Gesellschaft Rapid- Film, wobei ein über 45 große Kinotheater verfügender Pro- duktions- und Dheaterkonzern entstand, der ebenfalls beabsichtigt, Sprechfilme und ebenso die zur Vorführung von Sprechfilmen er- forderlichen Apparate herzustellen. England: Zwischen den beiden großen Film- und Kino- cheaterkonzernen Gaumont British Film Corporation und British International Films Ltd. ist eine engere Zusammenarbeit seit«inigen Monaten angebahnt. Vereinigte Staaten: Vor kurzem wurde zwischen dem Weltkonzern Paramount Famous Lasky Corporation und der First National Pictures Company ein Inter- essengemeinfchaftsvertrag abgeschlossen. Die letztgenannt« Firma wird von dem Konzern Warner Brothers, dessen Namen auch die deutschen Kinobesucher kennen, kontrolliert. Das ilebereinkommen dieser beiden Trusts bedeutet die Schaffung einer einheittichen starken Front nicht nur im Film- und Tonfilmgeschäft, sondern bezweckt auch die Betreibung von Rundfunksendern und ist eine Konkurrenzmahnahm« gegen die Radio Corporation of America, die größte amerikanische Funtapparate- und Radio- Gesellschaft, hisiter der die General Electric Company steht. In Deutschland geht die Zusammenschlußbewegung im Filmkapital teilweise in Form einer Anlehnung an amerikanische Konzerne vor sich. So schloß sich vor einigen Monaten die Ratio- n a l- F i l m° A.-G. an den Interessenkreis des Warner Brothers- Konzsrns an: die T e r r a- F i lm- A.-G.(I. G. Farbenindustrie A.-G.) schloß vor einiger Zeit einen Interessengemeinfchastsvertrag mit einem anderen amerikanischen Konzern: United Artists. Die Änläsis zu diesen Vertragsabschlüssen und Fusionen mögen im ein- zelnen verschieden gelegen haben, doch drückt sich in ihnen überall der erschwerte Konkurrenzkampf ün Filmgeschäft aus, insbesondere das unaufhaltsame Vordringen des Tonfilms. Bezeichnend für die internationale Lage des„stummen Films" ist auch der Rückgang sowohl der Filmher st«llung wie Such der Filmausfuhr. Der a m e ri kä lt i sch e Fi l m export ging z. B. von 75 Millionen Dollar 1927 auf 70 Millionen Dollar 1928' zurück. In den Vereinigten Staaten bezeichnet« man als Ur- fache dlkfer'seit Jahren erstmals sich zeigenden Ausftchrverminderuitg teilweise die rasche Ausbreitung des Tonfilms, durch die die Zukunfisoussichten des stummen Films recht unübersichtlich geworden seien. In Deutschland liegen die Ding« angesichts der Kapitalknappheit ..im Filmgewerbe, die sich infolge der großen Ausgaben für die Aufnahme der Tonfilmherstellung und die Ausstattung der Kinotheater mit Sprechfilmopparaten noch verschärft hat, besonders schwierig. Vom Ufa-Konzern ist z. B. bekannt, daß er für mehrere Millionen Mark neue Tonfilm-Ateliers errichtet. Hierzu kommt ferner eine erhebliche finanzielle Belastung dadurch, daß die Ufa wie alle anderen großen Filmproduzenten zugleich Theater konzern ist. Sowohl die Kosten für die Mo- dernisierung der Theater, sür die Aufstellung von Wiedergabe- Apparaten für Tonfilme, ferner für neue Theatererwerdungen oder -bauten gehen ebenfalls in die Millionen. Zurzeit entstehen z. B. teils durch Kauf, teils durch Neubauten neue Ufa-Theater in Frank- fürt am Main, Hamburg, Stettin, Stuttgart, Hamm, Erfurt usw., ebenso in Genf, Lausanne und Budapest. Je kapitalschwächer die Firmen sind, um so weniger sind sie natürlich dem mit immer größeren Kosten verknüpften Konkurrenz- kämpf gewachsen, so daß insbesondere die Zahl der kleineren Filmproduzenlen rasch abgenommen hat. In Deutschland arbeiteten 1927 noch 95 Filmgesellschaften. 1928 schmolz ihre Zahl auf 69 zusammen. Auch die Zahl der hergestellten Spielfilme ging in Deutschland von 242 im Jahre 1927 auf 224 im Jahre 1928 zurück. Dies ist in kurzen Zügen national und international der Rahmen für dt« gerade in der letzten Zeit sich häufenden Zusammenschlüsse im Film, insbesondere auch für die Vereinbarung der Ufa und der Cmelka. Im August schloß die E m e l k a einen Ver- trag mit dem Tonbildsyndikat(Tobis) ob, der die Ausstattund von zunächst 22 Kinotheatern des Emelkakonzerns mit Tonfilmapparaten vorsteht. Einige Monate vorher(April 1929) hat die Ufa einen Vertrag mit der K l a n g f i l m g e s e l l s ch a f t abgeschlossen, der sich auf gemeinsame Arbeit in der Tonfilmherstellung und Aus- stattung einer Anzahl Ufa-Theater mit Tonfilmapparoten bezieht. Die Emelka-Gesellschaft, von der ein Aktienpaket auch beim Deut- s ch e n Reich liegt,«in anderes bei einer englischen Filmgruppe, hatte die Absicht, sich enger an eine finanzstarke amerikanische Film- gruppe(William Fox) anzuschließen: es war bereits über die Abgabe eines Aktienpakets an diesen Konzern' verhandelt worden. Man darf wohl annehmen, daß durch die Vereinbarung mit der Ufa diese Ueberfremdung unnötig geworden ist. Dies ist im übrigen weniger das Verdienst des Hugenberg-Konzerns, sondern auf die Tatsache zurückzuführen, daß das Reich als Aktienbesitzer ein Ein- spruchsrecht gegen Uebersremdungserscheinungen bei der Emelka hat. Der Sinn des Ufa-Emelka-Vertrages ist, die gegenseitige Kankurrenz beim Bezug ausländischer Filme auszu- schalten, beim Filmverleih unnötige Konkurrenz zu vermeiden, auch im Theaterbetrieb den Filmen des Vertragspartners eine Vor- zugsstellung zu geben. Gehen bereits diese Vereinbarungen recht weit, so ist ein weiteres von der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" mitgeteiltes Uebeveinkommen geeignet, vor allem bei dem Film- und Sinopersoual beunruhigend zu wirken:„In Tariffragen und Personalangelegenheiten beabsichtigt man gleichfalls ein solidarisches Vorgehen. Beispielsweise denkt man daran, den Wettlauf um prominente Filmschauspieler zu meiden und die Tarife für Musiker sowie für technisches und kaufmännisches Per- f o n a l im Einvernehmen beider Unternehmungen zu gestalten." Da sich die gemeinsame Front also nicht nur gegen dos Ausland, auch nicht nur gegen die hohen Gagen der„Prominenten" richtet, sondern auch gegen die Gehälter der minderbelohnten Ange- st e l l t e n, Darsteller, Musiker usw. richtet, so muß man, da ja auch das Reich zu den Aktienbesitzern und Finanzierern der Emelka ge- hört, die Frage auswerfen, ob tatsächlich die öffentliche Hand ihre Mitwirkung zu einer so ausgesprochenen unsozialen Vereinbgrung hergibt. Insbesondere die Lag«.her„.Kino- musiker ist durch das Eindringen des Tonfilms und solchen Orchester- ersatzes wie z. B. die Kinoorgeln der amerikanischen Firma Wurlitzer an sich schon schwierig genug geworden. Die Rolle des Ufa-Konzerns in der deutschen Filmwirtschaft wird im allgemeinen etwas überschätzt. Neben der Ufa, die im letzten Jahre 17 größere Filme herausbrachte, arbeiten die D e f u (1928: 12 Filme), die Aafa und die Orpiid mit je 10 Filmen, außerdem 10 Firmen, die je 5 bis 9 Filme herstellten. Die Emelka produzierte 10 Filme. Durch den jetzigen Ufa-Emelka-Vertrag wird ober immerhin eine die anderen Gesellschaften weit überragende Gruppe geschaffen. Die Oeffentlichkeit, insbesondere die große Masse der Kino- besucher, hat also doppelten Anlaß, die weitere Machtentfaltung des Hugenberg-Scherl-Usa-Konz«rns mit größter Aufmerksamkeit zu verfolgen.—()• Die Metallwirtschast. Neue Attacke auf den Kupferpreis.(Schwiengkeiien im Zinttariefl. Nachdem der Kupfertaumel mit allen seinen üblen Folgen für die Metallverarbeiter seit Mitte April vorüber ist, hat sich d e r A b- scrtz speziell in Europa von Monat zu Monat verschlechtert. Entsprechend der Entwicklung des Geschäftes hat das inter- nationale Kupferkartell feinen Verkaufspreis nach und nach von 24,37 auf 13,30 Cents je amerikanisches Pfund herab- setzen müssen. Auch dieser Preis ist bei einem Selbstkostensotz von 6 bis 8 Cent je Pfund noch übermäßig hoch und sichert besonders den größeren und rationell arbeitenden Kupferminen Gewinne von 100 Proz. und darüber. Von diesem Preisstand wich das Kartell nicht, obwohl die Vor- röte immer größer wurden und in Amerika zu Anfang August mit ungefähr 340 000 Tonnen einen gewissen Rekord aufwiesen. Diese Tatsachen rütteln ober kaum an dem festen Fundament des �Kupferkarkells, und nach den Rekord- Profiten im vergangenen Winter sind die Kupferkönige ohne weiteres in der Loge, längere Zeit eine Flaute durchzuhalten. Es scheint aber, als ob man nur mit Hilfe von künstlichen Mitteln den Preisstand halten konnte, denn seit Ausgang des Frühjahrs sahen sich die großen Gruppen in den Vereinigten Staaten gezwungen, plötzlich die Produktion einzu- s ch r ä n ke n. Nach den Berechnungen des amerikanischen Bureaus für Metallstatistik betrug die Welterzeugung in amerikanischen Tonnen 1928 1,884 Millionen gegenüber 1,682 Millionen im. Jahre 1927. Nach dem Ertrag der ersten Monat« des laufenden Jahres wäre wahrscheinlich für 1929 ein Stand von mehr al» 2 Millionen Tonnen erreicht worden, denn die Welt- Erzeugung betrug im März 193 000 Tonnen, im April über 196 000 und im Mai 193 000 Tonnen. Für Juni wird aber nur ein« Produktion von 174 500 Tonnen und sür Juli von 174 600 Tonnen angegeben. Die Einschränkung ist also ziemlich beträchtlich und kann bei der Einstellung dcs internationalen Kartell-, natürlich mit Rücksicht auf das bevorstehende Wintcrgesä/ift wieder zu demselben Preistauwel führen, den man mit all feinen Begleiterscheinungen während der Wintermonate erlebt hat und der die deutsche Außenhandelsbilanz in starkem Maße belastet«. Deutsch- land ist, wie die meisten europäischen Industrieländer, von den ausländischen Kupferlieferungen vollkommen abhängig. Es hatte 1913 eine Einfuhr von 225 000 Tonnen, 1927 von 231 000. 1928 von 227 000 und in der ersten Hälfte des lausenden Jahres von rund 108 800 Tonnen. Die deutsche Erzeugung, und zwar diejenige aus der direkten Erzveredelung ohne Rücksicht auf die eingeführten Erze betrug im Jahr« 1928 24 000 Tonnen. Bei dem großen Berbrauch. den Deutschland hat, bleibt die Abhängigkeit von den ausländischen Kupferlieferungen immer sehr groß und Preissteigerungen wie während der Wintermonate sind daher eine erhebliche Belastung für die genannte Volkswirtschaft. Das Zintge schüft hat sich berints seit Frühjahr 1929 von Monat zu Monat verschlechtert und die Verhälnisse sind augenblicklich so, daß es infolg« der starken Uebererzeugung dem europäischen Kartell nicht mehr möglich ist, den Preis zu holten, den man seinerzeit als den Mindestpreis für Europa ange- sehen hat. Genannt wurde damals eine Basis von 27 Pfund Ster- ling je englische Tonn« von 1016 Kilo. Zurzeit kostet die War« an der Londoner Börse ungefähr nur 24% Pfund Sterling. Das ist ein ganz erheblicher Preisunterschied, und es ist anzunehmen, daß sich Zink im Laufe der nächsten Zeit noch welter verbilligen wird, da die Vorräte neuerdings auch in Amerika ziemlich ange- schwollen sind. Bis vor ungesohr sechs Wochen bestand zwischen dem amerikan-ischen und dem europäischen Markt ein großer Gegen- sotz, da der Absatz in den Vereinigten Staaten so gut war, daß von Monat zu Monat trotz gesteigerter Leistungen der Hütten und der Erzbergwerke die Bestände zusammenschmolzen. Seit Ende Juli hat sich das zum ersten Male geändert und die statistischen Bureaus weifen bei ihren Monotsbilanzen größere Vorräte bei geringerer Erzeugung aus. Diele Entw'ck'nng bedeutet auch einen verschärften Wettbemeib der Amerika-! ner gegenüber den im Kartell zusammengeschlossenen europäischen Produzenten, zu denen auch die deutsche Zinkindustri« gehört. Die zusehende Verschlechterung des Absatzes und die Gefahr einer Kon- kurrenz durch die teilweise bevorzugte amerikanische Industrie hat dann schließlich auch das Brüsseler Kartell veranlaßt, ganz plötzlich statt der früher beschlossenen Lockerung der Produk- ttons ei n sch r ä n k u n g eine Verschärfung vorzunehmen und für den Monat August eine Quote von 10 Proz.sestzusetzen. Wegen dieses Beschlusses und auch wegen anderer interner Dinge bestanden ja schon lange gewisse Differenzen, insbesondere zwischen der bel- gischen und der polnischen Zinkindustri e. Die polnisch« Zinkindustrie wollte sich überhaupt nicht der verschärften Produktionseinschränkung anschließen. Nach den jetzt bekanntgegebenen Ziffern für das erste Halbjahr 1929 ist ober die polnische Rohzinkerzeugung doch ge- ringer geworden, denn sie betrug nur rund 66 700 Tonnen gegen- über 68 500 Tonnen in derselben Zeit des vergangenen Jahres. Recht eigentümlich scheint uns aber die Haltung der deutschen Zinkindustrie zu sein. Diese produzierte im Jahre 1927 84 000 Tonnen und im Jahre 1928 über 98 000 Tonnen. Von einer Ver- ringerung der Erzeugung aber kann wohl bi- einschließlich Juli nicht die Rede sein, denn in diesem Monat wurden sogar mit rund 9100 Tonnen etwa 100 Tonnen mehr produziert als im Juni. Wie sich die Produttion im laufenden Monat entwickeln wird, kann man noch nicht übersehen. Es wird interessant sein, zu untersuchen, ob von deutscher Seite der Kartellbeschluß eingehalten wird. Rosig sehen die Dinge bei dem Zinkkartell nicht aus, und der Zusammenschluß hat bisher nicht den Erfolg gebracht, den die Mitglieder von ihm erwartet haben. Es ist möglich, daß unter dem Druck der Verhältnisse manchmal Produzententartelle das Gegen- teil von dem bringen, was man erhofft. Man sieht, daß es in der Metallrohstosfbewegung ohne die Beteiligung der Amerikaner nicht möglich ist, wirklich konsequente Beschlüsse durchzuführen. Br. Haltlose Gerüchte. Angebliche Wesenverluste der Arbeiterbank. Im Zusainmenhang mit dem Skandal bei der Frankfurter All- gemeinen Versicherung sind jetzt von komiministischer Seite G c- rüchte über Ricsenverluste der Arbeiterbank in die Welt gesetzt worden Diese Verluste sollen aus Geschäften mit der Allgemeinen Betriebskredit A.-G., einer Tochtergesell- schast des Frankfurter Versicherungskonzerns, entstanden sein. Wie wir hierzu von der Arbeiterbank erfahren, sind diese Ge- rüchte maßlos aufgebauscht und entsprechen keinesfalls den Tatsachen. So bestanden zwischen der Arbeiterbant und der früheren Frank- furter Allgemeinen direkte Geschästsbeziehungen überhaupt nicht, so daß auch keine Rede davon sein kann, daß die Arbeiter- dank durch die schweren Verluste des Frankfurter Konzerns in Mit- leidenschaft gezogen worden sei. Auch die Geschäftsbeziehungen der Arbeiterbank mit der All- gemeinen Betriebskredit A.-G. bestanden lediglich darin, daß die Arbeiterbank dieser Gesellschaft einen Kredit gewährt hatte. Dieser Kredit der Arbeiterbank ist dreifach gesichert. Einmal durch sogenannte gewöhnliche Sicherungen, sodann durch S p e z i a l- sicherungen(eine verschärfte Form der Kreditsicherung) und .drittens durch Bürgschaften der Frankfurter Allgemeinen. Diese von dem Frankfurter Konzern gegebene Bürgschaft ist dic einzige Geschäftsverbindung, die zwischen Arbeiterbank und der Frankfurter Allgemeinen indirekt besteht. Abgesehen davon, daß der von der Arbeiterbank in diesem Falle gewährte Kredit im Verhältnis zum Geschästsumfang der Bank überhaupt keilte fftolle spielt: ist es g e r a öiezu. fr i vol) jetzt schmi von Verlusten aus diesem Kreditgeschäft zu sprechen. Di« Verhänd- lungen über den Status der Allgemeinen Betriebskredit A.-G. haben noch gar nicht begonnen, und das kommunistische Geschrei über den Verlust der Arbeiterbank von einer Million ent- behrt daher jeder Grundlage. Di« Arbeiterbank wirtschaftet mit Arbsitergeldern. Sie sst daher verpflichtet,' ein« äußerst vo'rsichtig« Geschäfts- Politik zu treiben. Diese Vorsicht kommt auch in dem genannten Kreditgeschäft durch die dreifache Sicherung zum Ausdruck. Wenn im übrigen einmal aus einem Geschäft ein Verlust sogar bis zu einer Million entstehen sollte, so ist die Arbeiterbank heut« bereits so stark, daß auch ein solcher Fall für die Arbeiterschaft nicht den geringsten Grund zur Unruhe bieten würde. Oer Papst an der Börse. Seine Heiligkeit spekuliert. Das Finanzabkommen zwischen dem italienischen Staat und dem Vatikan ist für den letzteren ein Bombengeschäft ge- wesen. Auf Grund dieses Abkommens hat der Papst eine M i l- liarde Lire in Sckyildverschreibungen des italienischen Staates und außerdem 750 Millionen Lire in bar erhalten. Er hat sich dabei nur verpflichten müssen, diese bei der italienischen Staatsbank hinterlegten 750 Millionen nur in monatlichen Raten von je 40 Millionen(!!) abzuheben. Aber auch diese Monatsraten sind nicht ohne. Da aus dem Barguthaben bei der italienischen Staatsbank der Papst Halbjahreszinsen in Höhe von 25 Millionen Lire erhält, kann der Vatikan augenblicklich über Geldklemme wirklich nicht klagen. Di« letzten ausgezahlten 65 Millionen sind, wie wir hören, zu einem großen Teil in Effekten angelegt worden, und zwar nicht nur in italienischen, sondern auch in Wertpapieren anderer Länder. Unter anderem sind auch amerikanische und pol- nische Papiere angekauft worden. Da es in der katholischen Ethiklehre auch eine Rich- tung gibt, welche die Spekulation verdammt, so entbehrt diese geschäftstüchtige Anlagepolitrk des Papstes nicht eines gewissen pikontenReizes. Gute Geschäftsentwicklung bei der Meißner Ofen- und Por- rellansabrik. Aus dem veröffentlichten Börsenprospekt der Meißner Qfen- und Porzellanfabrik, die sür 1928 eine Dividende von 11 P r o z..auszahlen konnte, wird die rasche Entwicklung des Unternehmens ersichtlich. So betrugen die Umsätze dieser Gesellschaft 1926 erst 6,6 Millionen und stiegen dann in den letzten beiden Iahren auf 8,7 und 9,8 Millionen Mark. Der Umsatz ist also in den letzten drei Iahren um rund 5 0 Proz. erweitert worden Da zurzeit Austräe« sür mehrere Monate vorliegen: so wird für das lausende Geschäftsjahr bei dem Unternehmen mit dem gleich hohen Gewinnabschluß zu rechnen sein. Arbeitsabkommen Borsig-humboldt. Um ihre Fabrikatton und den Vertrieb von Kältemaschinen wirtschaftlicher zu gestalten, hoben die A. B o r s i g G. m. b. H., T« g e l, und die Maschinenbauanstait Humboldt, Köln-Kalk,«in Arbeitsabkommen getroffen. Uober die Form des Zusammengehens ist noch nichts bekannt. Dem fiihrei'ten(internnttonolen) Kon.«rn der Kälteindustrie, der Ge- s e I l s ch a f t iiir Linde? ffi■ s m a f ch i n e n, dürfte in der netzen Gründung eine verschärfte Konkurrenz erstehen. Sonnabend 7. September 1929 Unterhaltung unö AAlffen Vellage des Vorwärts Zrku 3)er&ifcher und das Der alte Giovanni Tuba hole schon in früher Jugend das Fest- land um des Meeres willen im Stiche gelassen. Diese weite, blau« Fläche, die bald still und zärtlich blickt wie ein sanftes Mädchen, bald wild und gärend stürmt wie das«ntzündet« Herz eines leiden- schaftlichen Weibe-: diese Wüste, die eine Welt von sonnenlosen Geschöpfen in ihrem Schöße birgt, während sie droben im lebend!- gen, goldenen Licht nur strahlende Schönheit und bestrickenden Glanz gebiert, dieses arglistig« Meer, das ewig etwas Märchenhaftes vor- gaukelt und unwiderstehlich in seine Fernen lockt, hat viele schon dem steinigen, stummen Festlandc entrissen, das ständig befruchten- des Naß vom Himmel und schöpferisch« Arbeit vom Menschen ver- langt und ach so wenig Freude und Lust dafür schenkt. Noch als Knabe hotte Tuba bei der Arbeit im Weinberge, der von grauen Mauern geschützt, zwischen Feigen- und Olivcnbäumen, im dunklen Grün der Apfelsinen und im Gewirr der Granaten, am Abhang des Berges sich hinzog, inmitten der grellen Sonnen- strahlen, der dampfenden Erde und der heiß duftenden Blumen, mit geweiteten Nüstern auf das blaue Meer hinausgestarrt. Er blickte dorthin wie ein Mensch, unter dessen Füßen der Bechen schwand: die salzig« Luft umnebelte ihm die Sinne, er wurde zerstreut, faul und ungehorsam, wie alle, die vom Meere umstrickt und in die Ferne gelockt werden, wie alle, die mit großer Seele das Meer lieb ge- wannen haben.... An Feiertagen, in der ersten Morgenfrühe, wenn die Sonne noch nicht hinter den Bergen bei Sorrento ganz emporgestiegen und der Himmel rosig angehaucht war wie eine Pfirstchblüte, jagte Tuba, zerzaust wie ein Schäferhund, wie ein Bündel knochenloser, elastischer Muscheln von Stein zu Stein springend, mit Fischangeln aus dem Rücken, den Berg hinunter, dem Meere zu. Mit seinem breiten. sommersprossigen Gesicht lachte er ihm von weitem entgegen, wenn durch den süßen Atem der erwachenden Blüten das scharfe Aroma, das leise Rauschen der Wellen zu ihm drang, die dort unten gegen da- Ufcrgestein schlugen und wie Nymphen lockten. Run hängt er über dem Rand des rötlichgrau«n Felsens, bau- melt init den bronzefarbenen Beinen über dem Abhang und senkt die pslaumgroßen, schwarzen Augen in das durchsichtig« grüne Nah. Welch wunderbare Welt, schöner als alle Märchen, sieht er durch lieses flüssige Glas! Goldigroten Seetang sieht er auf dem Meeres- gründe, Zwilchen Felsenriffen, die mit Teppichen bedeckt scheinen, und aus dem wirren Gesträuch des Seetangs schwimmen bunt- farbige Violen, dies« lebenden Blüten des Meeres, empor, wie trunken kommt der Barsch hervor, mit stumpfen Aeugietn, fein ge- zeichnrter Nase und einem blauen Fleck auf dem Bauch«: Goldfische jagen vorüber, kleine schwarze Fischlein, lustige Teufelchen durch- sckneiden die Wogen, und gleich silbernem Geschirr glänzen die Meerbrassen und andere Schönheiten der Tiefe— wer kennt ihre Zahl— in der Sonne, sie sind alle schlank und durchtrieben und bevor sie den Wurm am Angelhaken schlucken, zwicken und rupsen sie ihn mit ihren kleinen Zähnchen von allen Seiten. Wie Vögel in der Luft schwimmen Flohkrebse in diesem hellen, sonnigen Wasser umher. Einsiedlerkrebs« kriechen auf den Felsen- ri'scn. ihre buntgeschmückten Behausungen hinter sich herschleppend: langsam bewegen sich die blutroten Meeressterne fort: stumm schau- kein die Glocken der lilablauen Medusen: hier und da streckt sich der bösartige, mit scharfen Zähnen versehene Kopf einer Muräne zwi- scheu dem Gestein hervor: ein bunter, rotgesprcnkelter Schlangen- leib r'ngelt sich, gleichsam eine Hexe im Märchen, auf dem Felsen: »och furchtbarer und grausiger aber ist da- Bild, wenn plötzlich ein arohcr Seepolyp wie ein schmutziger Lappen auftaucht und einem Raubvogel ähnlich sich auf einen Punkt hinstürzt: daneben schwimmt in gemächlichem Tempo«in« Laguste, ihre lange« Bartfäden be- wegend. Noch eine Unzahl anderer Wunder lebt in diesem durch- sichtigen Wasser, unter einem Himmel, ebenso klar, aber noch viel öd«r als das Meer. Die See aber otmet w'««in lebendiges Wesen, gemessen hebt und senkt sich ihre Brust. Die grünen, wcißgekrönten Wellen schla- gen gegen den Felsen, sie spielen, plätschern und wollen bis an die herabhängenden Beine des Burschen hinausspringen: zuweilen ge- lingt es ihnen. Tuba zuckt zusammen, lächelt, und die Wellen lachen. Ein Sonnenstrahl senkt sich tief, di« Brust der Wellen durchschnei. dend, in da» Wasser hinein und bildet«inen hellglänzenden Licht- trichter. Die Seele schläft und träumt hier«inen süßen Traum: sie denkt nicht, sie wünscht nichts, sie nimmt nur stumm und freudig alles ringsum in sich auf: auch in ihr wagen lichtdurchtränkt« Wellen auf und ab, und allumfassend ist sie schrankenlos frei wie das Meer. So brachte Tuba feine Feiertag« zu, später zag es ihn aber auch an Werktagen hinaus, denn wenn der Mensch sein Herz an das Meer verschenkt, wird«r selbst zu einem Teilchen von ihm. Schließlich überließ Tuba sein Stückchen Land dem Bruder und zog mit einer Schar Genossen, deren Sinn gleichfalls in die Fern« ging, an die Küsten Siziliens, um dort Korallensi scheret. zu treiben. Es ist«ine schwer«, aber herrlich« Arbeit, man läuft zehnmal täglich Gefahr zu ertrinken, aber wieviel Schönes sieht man auch, wenn man aus den blauen Wellen das schwarze Netz emporzieht, halb- kreisförmig, mit eisernen Spitzen am Rande, in dem sich, wie Ge- danken im Schädel, Lebewesen mannigfachster Form und Farbe regen und, das begehrte Geschenk des Meeres, die rosigen Veräste- lungen oder kostbaren Korallen emporragen. So ward für immer dem Festland« ein Mensch entrissen, den das Meer in sein« Fesseln geschlagen hatte. Auch die Frauen liebte er nur wie im Traume, kurz und wortlos, denn er wußte nur dar- über zu sprechen, was ihm wohl vertraut war— über Fische und Korallen, über das Spiel der Wellen und die Tücken de- Windes, über die großen Schiffe, die in weit«, unbekannte Fernen hinaus- zogen. Er war sanftmütig auf dem Festlande, ging vorsichtig und argwöhnisch umher, war den Menschen gegenüber stumm wie«in Fisch, betrachtete alles mit den scharfen Augen des Fisches, der ge- wohnt ist, verräterische Tiefen vor sich zu sehen und ihnen zu miß- trauen. Auf dem Meere jedoch zeichnete er sich durch eine stille Heiterkeit aus, er war aufmerksam zu den Kameraden und flink wie ein Delphin. Wie geschickt aber auch der Mensch sein Leben ausgewählt hat, es währt nicht länger als einige Jahrzehnte. Als der mit Salzwasser durchtränkte Tuba die Achtzig überschritten hatte, gehorchten ihm die Anne nicht mehr— sie waren von Rheumatismus gelähmt und hatten genug gearbeitet? Die gekrümmten Beine hielten kaum den gebückten Körper aufrecht. Traurig betrat der verwitterte Greis seine Insel und stieg den Berg hinauf, zu der Hütte seine- Bruders, zu dessen Kindern und Enkeln, die viel zu arm waren, um gut zu sein. Jetzt konnte der alte Tuba ihnen nicht mehr wie früher schmackhaft« Fssche zum Geschenk bringen, diese Zeit war nun vorbei. Dem Alten fiel der Aufenthalt unter diesen Leuten immer schwerer, die allzu aufmerksam jeden Bissen Brot zählen, den er mit seiner krummen braunen Tatze in den zahnlosen Mund schob. Bald sah er ein, daß er hier überflüssig war. Trübsal ergriff ihn, sein Herz zog sich in unbekannter Traucru zusammen, noch tiefer gruben sich Falten in seine Haut ein, und in den Knochen sagte sich ein fremder Schmerz an. Tagelang, vom Morgen bis zum Abend, saß er auf den Steinen vor dem Eingang der Hütte und blickte mit seinen alten Augen auf das leuchtende Meer hinaus, wo sein Leben zerschmolzen war, auf dieses blaue, funkelnde Meer, schön wie ein Traum. Fern von ihm lag das Meer, und schwer war es für den Alten, zur Küste hinabzusteigen. Aber eines Tages faßte er den Entschluß und kroch in den stillen Abendstunden wie eine zertretene Eidechse über die scharfen Steine zum Meer hinab. Als er die Wellen er- reichte, begrüßten sie ihn mit vertrautem Gemurmel— freundlicher als die Menschen— und schlugen plätschernd an das Ufergestein. Der Alte sank auf die Knie, blickte hinauf zum Himmel und in die weite Ferne, betete kurz und wortlos für die Menschen, die ihm sämtlich fremd geblieben waren, zog seine zerfetzten Kleider aus, die nie zu ihm gepaßt, schüttelte den grauen Kopf, ging ins Wasser hinein und schwamm, die Augen zum Himmel gerichtet, in die Ferne. wo der dunkelblaue Himmel-vorhang den schwarzen Samt der Mcercswellcn berührte und die Sterne so niedrig hingen, daß man sie scheinbar mit den Händen ergreifen konnte. In stillen Sommernächten ist das Meer so ruh-g wie die Seele eines Kindes, das von den Spielen des Tages srmütet ist, kaum atmend schlummert es und sieht gewiß wunderbare Traumbilder vorüberziehen. Schwimmt man rechts in dem schweren warmen Wasser, springen blaue Funken unter den Händen empor, ein blauer Flammenkreis breitet sich ringsum aus, und die Seele des Menschen schmilzt langsam in diesem Feuer, das sanft und zart ist wie ein Märchen der Mutter. r« u. Ende geg. 10 Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Leontfne Segen Direktion Dr. Robert Klein Ceutsehes laDMIer- Theater Täglich 8l i Uhr Die andere Seite von R C Sherrill Regie. HeinrHilpert Bustav Härtung Renaissance-Theater IUeber 80 Meli 7% Ubr Die heilige Flamme v/S�SjSeSSSn�Kr�oI� »Wnplett C 1. 0801«. 288»»4 Herdenheciisb. 8 TJglieh 8', Uhr Zwei Krawattee von Georg Kaiser Musik: Miischa SpOliansky Regie: Porster Larrinaga Theat. fl. Westens Täglich gl« Uhr Sonntag 4 u. 8',« Fraaa Lebars Welterfolg! Fncderihe Lotte Carola Willi Thuhis Telephon$teinpiau u93l u-»121 Norden 10846 Gruppe fuBgcr SdiaoepieleT Tlgiich SU« Uhr cyanhali # 218 von FrleOri« Voll Ttisai.8iiRsn».Tu Kottbussar Str. 6 Tigl. iUhr auch Sannt ib.» U. I nachm. lütte' sanfter Das WgBbW-SaijUW ■JBLi auf der Großen Deutschen Funkaussteliung stand TOe 71» 8i und 82 8-Röhren-Superheterodyn-Rahmen- empfänger„Neutrohet W 1" Wedwelstroingeheizte Röhren und eingebautes Netzanodengerät. Al*o voller Netzbetrieb. Keine Hoch-, Behelfs- oder Zimmerantenne. Jederzeit sofort betriebsbereit. Das Vollkommenste auf diesem Gebiete. 3- Röhren- Schirmgitter- Netzempfänger„De Te We 34" Direkter Anschluß an das Liditnetz. Ein wirklicher Fernempfänger. Infolge hoher Endleistung(5 Watt Anodenleistung) und Oegentaktschaltung auch als Kraftverstärker vorzüglich geeignet. 6-Röhren-Kurzwellen-Superhetgerät„Type K 6" Wellenberefdi 10 bis 100 Meter ohne Auswechselung der Spulen. Erprobte Reichweite 20 000 km, Kraftverstärker„De Te We KV 3" Kombiniertes Netzanschluß-, Verstärker- und Radio- Gerät. Akustische Leistung Z Watt. Lautsprecher„Arion 300" Hochwertiges Präzfsionssystem mit vollkommen entlastetem Anker. Ein vollendetes Musikinstrument. DEUTSCHE TELEPHONWERKE U. KABELINDUSTRIE A. G BERLIN SO. 36 TSIeftmksnRianz Tl|l. t DnMI. S ml 8'/- Ukr laitanati KW llmre bcscb Preliü WtcüuUgi i nr W Ff. Iii I Hark TW- 1'/;» l»wt. ilkf 1 U> 4 Hirt Original• Raatelll aavr. Tigl. S u. 8» Sannt. 2. Sa 8" | Alex. E. 4. 8066 INTERNAT. VARIETE Winter � CjorrGn� 8 Bür.»mir. 2819. RaniBm«taoBi lntaniat, Virlctö* Jmmr an, iannar jit Sonnakaad u. Sanatag Ja 2 Vsrxfellangen 5" und 8 Uhr. s*' kleine Preise. Berliner Ii KK-TriO Nmukölln. MM Lahsstr.74/7i» CASINO-THEATER Lothringer Sirage 97. Ttgllch 8% Uhr Oer»Mi« Erflnniingi-Scmager Wem MIM Müin Mann! Dazu ein erstkl. banter Teil. Für unsere Leser Gutschein 10 r- 1—4 Personen Fauteuil nur IL» M, Sessel 1.7» M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang&8Ö M. DER IfetEÜ IM DUNKEL ■.«ctlrt gis■tNBrcfNüOhxvhsu.üüiSEi iitusiaiirnfve«.. LUDWiS WOLFF' Mit CONRAD NASEL-üF&F.'TtED.N'-BCO': iT.fT'V! MlrBOBOLOWYN«AYtB .r.««LCiM C«,.fZnMDI �. Kleines Theat. Merkur 7624 Täglich 8% Uhr Naxldalbert Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN Im „Vorwirtg- und trotzdem nbiniftn Clubleute UJNdllttdtt Stahlbau .a Wohnung und Workraum' Wohnhäuser u Siedlungen in Skihlskeleä: SiaMrahmen-tiSiaMhautixiia/e'ise. Gnßgeschossbauien wie lihhnhausblocks. Schulen, l/rofitefthäuser, Geschößs- u. Jnausiriebaufen,[aper ulluhlhäuser undderql in StahlsheleHbauw&se. Hallenbauien aus Stahl. Groß- und ISIeinganagen aus Stahl. Straßen-und Bsenbahnbrücken, Verladeeinnichtungen aus Stahl. Siahlwasserbaulen, Behälter, Bunker, Törme, Mösle aus Stahl. StahlkonslruMonen für jeden sonstigen Verwendungszweck Uinos und Theater, Aufstockungen, Umbauten usw. ,M Deutscher Stahl bau-Verband. Berlin. SFahlwerks-Verband ArQ. Düsseldorf Vorzüge: 1. festiqkeit: ZStandsicherheil 5 Raumerspapnis, 4. Leichtigkeit 5. Schnelles Bauen 5. Methodische Bauorqanisation 7. Umbaufähiqkeit 8. Haltbarkeit 9. Schutz gegen FeuersqeFahr IQJsoiierfäHiqkeit 11. Moderne Bebau unqsform 12.Durchgehende Bauzeit ISHyqiene H.WirVschafilivhkeH KomSdlenhAU« Täglich 8V« Uhr (Mys Tante mit Cnrt Bot». LustspIeibtBS Friedrich str. 236 Bergmann 2922 Täglich 8% Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank wmwch-wM Thuatar m dar maiggritzar StnBe S>/< Uhr BHBltei«nie ptrlas Planetarimn >»BB»» am Zoo w VrÖBB. Jaxkiasltaia Skib B.5 BarbarossaSS7S Iffl« Uhr Mertat- abaadaam Starnea- Igi/« Uhr Bit an die Sraazaa dar Walt 201/4 Uhr Rätasl das StamenllcBtes Tigl- außer Montags o. Mittw. Erwachs. 1 Mk, Kinder»0 PI Mittw.: Erwachsene 50 PL Kinder 2» Pf UHlttRllSI-.ItdStt- ».RsklimemiTliev Segen NachAhmung gesetzl. gesch. fertigt seit 45 Jahr als Spezialität. Conrad NOiier Leipzig- ScUfceL'düz LMÜ R Soooati.nd Wocbenende in Wien Di« DllllUllUltiH Sgilll» Nl Wiener Walzer Heurigen• SchSnken Grosses fooerwert Bonotac In KtnoiDU-rnisbcHirb wrd 1 Huto verschenkt aelchshallen-Theatap Abend»|T]»«an tag nachm.|T| Das gr. Fesi-Programm der Klefllner sanier N#chniitt»g» halbe Preise, ebenfalls das volle Fest Programpil \d Dönhoff-Brettl Varleti— Taar Foiknor 3aJnessc!iau nnuiu Diesiien1929 WW IM-OWobet Rose- Theater, Grobe Fraiürforter ttr. 197. Täglich 8.1» Uhr Dar Kieme Kuppler Bekanntes Pariser Lustspiel in 9 Bildern. Regie: Paul Rose• Gartenbohne 5.30 Uhl: Die scheldungsrelse Moderne Operette in 3 Akten Regie: Hans Rose Ab 9. September täglich 8-1» Uhr; Die wauer von Gerbart Hauptmann Regie: Paul Rose Sommer-Qarten-Theater Berliner Freier N SS, Kast-Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 fiattsplgl Butsl Gegr. Eretgi Linn WimBr Bin« Operette von Johann StrauS Dazu der grobe VartetefalL Anfang Konzert 4 Uhr. Burleske u. Variete S.SO. Opentte 8 DU. Kennen zi Karlshorst Sonnabend, den 7. September nachmittags 3 Uhr, Helden-GedüditnlsreDoei. Trianon-Tti�r Dir.itaTslOier Stein Täglich SV« Uhr Dm kämmt doeh alle Tage vor luatsp.». Sven Nsargare Johannes Riemann. VIlmav.Aknay, Mas Landa.Lotte Klinder Metropol-Th. Tägl. SV« Uhr Sonntags 4 u. 8V< Blauimn Opercne von Oiten b ach Grefe Finklcr» Hann« V/ilhelm dsiii! 1 WM Metallarbeiter-VeM Vervaituncssteile Berlin Todeaanzeigen Den Wifgiiedern*uc Nachricht, bag unser Ztallege. ber Echioflcr «ervert»ege�sia geb. 7. März 1908. am i. ceptentbet oeftotben iß. Sie Seecbtouna findet am Sann. obenb, bem 7 Seotember, 15 Uhr. von bet Leichenhalle des Friebhofs In der Boxhagener Slrahe aus fiolt. Am 5. September starb unser Kallrae ber Wickler � Heinrich Horn geb. 4. vft-der 1889. Sie Einäscherung findet am Montan bem 9. September. 17 V, Uhr. im R.-c- ntatociuB» iSetichtflrafje(tott, Ehra ihrem Anbeuten'. Rege Beteiligung erwguet VI« Ortanarwaifuug.