Morgenausgabe Nr. 423 A 213 46.Iahrgang Wöche«Mch SSPf, monatlich 5.S0 M. vn voran» zahlbar. Voftdezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg.Postzeiwng»-"-2» 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»- abonnemem 6.— M. pro Monat. De?.vorwärts' erscheint wochentSg. vch zweimal. Sonntag» und Montag, einmal, die Abendausgaben für Berlin «nd im Handel mit dem Titel.Der Abend'. Illustrierte Beilagen.Dolk «nd Zeit' und.Kinderfreusd'. Ferner .Unterhaltung und Wissen'..Frauen. Kimme'..Technik'..Blick in die Bücherwelt' und.Iugend-Lorwart»' Vevttnev Vottsbiait Dienstag TO. September 1929 Groß-Äerlin Zdf. Auswärts 4S Z)f. Die«» n t p a I t> g« TkokTparerllezeN, 80 Pfennig. Betlame'�eUe a.-- Reich». mark.„Kleme Antigen' da»'enge. druckte Work 25 Pfennig lzulassig zwei s�tgedruckte Worte),»edes weiter» Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erst» Wort 15 Pfennig, jedes weitere Won tv Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeit»morA Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil» 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt- «eschüft Lindenstraße S. wochentäglich von 8V« bi» 17 Uhr. Jenteatoegan der Gozialdemokrattschen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: DZiihoss 292—207. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 SZK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr W. Dikkonto-Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstr. 3. Briands paneuropa-Krühstück. Wirischastsfragen im Völkerbund. TV. Schw. Genf., 9. September.(Eigenbericht.) Es sind heute sieben Tage vergangen, seit Macdonald die Hoffnung aussprach, daß" die diesjährige Völkerbunds- Versammlung die Fakultativklausel-Versammlung werden möge. Die Initiative der britischen Arbeiterregierung chat bereits zur Folge gehabt, daß dieser Wunsch sich erfüllte: Sämtliche europäischen Großstaaten haben die Schieds- f»flicht des Weltgerichtshofes angenommen oder werden sie n wenigen Tagen annehmen. Damit gilt wenigstens für Europa der Weltfchiedsvertrag für Rechtsstreitigkeiten. Die Pflicht, sich einer unparteiischen Instanz zu unterwerfen, ist europäisches Gemeingut geworden. Was die Autokratien und Militärmonarchien zu tun bisher immer verweigerten, hat der Druck und die Initiative der Arbeiterbewegung zu- standegebracht. Es ist kein Zufall, daß in dem gleichen Augenblick, wo die Friedenssicherungen verstärkt werden, die Wirtschaft zum erstenmal im Vordergrund der Völkerbundsdebatten steht. Der heutige Tag stand ganz vorwiegend im Zeichen der Wirtschaft. Zum erstenmal sahen die Delegierten sich vor Ausführungen, die auf den Kern der Dinge in der inter- nationalen Ordnung des wirtschaftlichen Lebens gerichtet waren: Strefemann und Graham vor der Versamm- lung und Brians vor den Gästen seines europäischen Frühstücks waren es, die die Wirtschaft zum erstenmal in einer Äölkerbundsversammlung in den Vordergrund des politischen Bewußtseins zogen. ' Stresemanns Rede— die überall mit Ausnahme einiger deutscher Kritiker als ausgezeichnet beurteilt und von Mitgliedern der Delegationen ehemals feindlicher Staaten ols die beste diesmal in Genf gehaltene Rede überhaupt be- zeichnet wurde, und die die Stellung Deutschlands im Rate und in der Versammlung der Völker noch stärker gemacht hat— war insofern den Darlegungen Briands ähnlich, als von beiden das Endziel einer wirtschaftlichen Einigung Europas aufgestellt wurde. Strefemann tat es. indem er unter großem Beifall die M i t t e l a l t e r l i ch k e i t der heutigen Zustände geißelte, Briand, indem er in Umrissen seinen Plan einer europäischen Einigung skizzierte, die ihm nicht als eine besondere Organisation neben oder außerhalb des Völkerbundes, sondern als eine Art Vertrags- werk wie das von Locarno vorschwebt. Gegenüber dieser auch von Vertretern anderer kontinental-europäischen Staa- ten angewandten politischen Denkweise, das Endziel aufzu- stellen und dann den Weg dahin zu suchen, unterschieden sich die Ausführungen des englischen Handelsministers, des Arbeiterführers Graham dadurch, daß sie völlig aus praktische Aufgaben eingestellt waren, die u n m i t t e l- bar gelöst werden können und müssen. Trotz dieser verschie- denen Denkweise zwischen England und dem Kontinent aber war an dem heutigen Tag wie schon regelmäßig seit An- fang dieser Tagung wieder von neuem zu beobachten, daß die Vertreter Deutschlands, Englands und Frankreichs in den allgemeinen Problemen mehr als jemals bevor an einem Strang in der gleichen Richtung ziehen, wenn sie auch an verschiedenen Stellen anfasien. Je mehr sich die Auswirkun- gen der Haager Konferenz durchsetzen, um so schneller wird dieses Zusammenwirken zwischen Deutschland, England und Frankreich in Genf die europäische Einigung verwirklichen. Äriand soll ein Memorandum ausarbeiten. Genf. 9. September.(Eigenbericht.) Am Montag mittag fand beim französischen Ministerpräsidenten Vriand die erste Fühlungnahme der Außenminister oder hauptdetegierten der europäischen Staaten über eine euro- päische Znsammenarbeit statt. Briand hotte die ver- treter von 27 Staaten zu einem Frühstück geladen, bei dem er auseinandersetzte, daß er das wirtschaftliche und soziale Gebiet als diejenigen ansehe, aus denen eine nähere europäische Zusammenarbeit und besondere europäische Ueberein- kommen möglich seien. Eine ganze Reihe der eingeladenen Außenminister, darunter Slresemaan und henderson. sprachen sich im Prinzip für die vriandschen Pläne au». wobei Stresemann wie henderson nochmals betonten, daß diese Zusammenarbeit in keiner weise gegen Richtbeteiligle gerichtet sein dürfe. Sehr interessant war ein« Erklärung de» jugoslawischen Außenministers, der forderte, daß die Zusammenarbeit auch zu einer politischen Vereinigung führen müsse und verlangte, daß Pari» al, der Ort gewähl« werde, an dem die Arbeit für die Bildung einer europäischen Einheit konzentriert werden solle. Vriand versprach den anwesenden Außenministern ihnen in einem Memorandum sewe Pläne im einzelnen zu erläutern, damit man bei der nächsten Bölkerbundsversammluog die Angelegenheit weiter verfolgen könne. Am Montagabend empfing Briand die internationale Presse, die aus dos Versprechen hin. mehr über die p a n e u r o- päischen Pläne zu hören, vollzählig erschienen war. Er be- gnügt« sich jedoch damit, ein verhältnismäßig nichtssagend«, Bulletin über das Frühstück zu verlesen. Auf Befragen er- klärte Briand noch, daß der europäische Zusammenschluß auf keinen Fall eine Sonderaktion gegen den Völkerbund darstellen solle. Man könne sich denken, daß eine Reihe von Verträgen, ahn- lich wie die Locorno-Verträge, abgeschlossen würdeni Auf ein« andere Frage, wie er zur Hinzuziehung Rußlands stehe, antwortete Briand ausweichend, daß man ja gar nicht wisse, ob Rußland an solchen Bildungen teilnehmen wolle, und daß die Schwierigkeiten schon ohne Rußlands Mitwirken sehr groß seien. Weliwirtschastsprogramm der Arbeiterregierung. Genf, S. September.(Eigenbericht.) Unter den Reden, die die Montagssigungen der Völkerbunds- Versammlung brachten, oerdient größte Beachtung das w i r t- schaftliche Völkerbundsprogramm, das jne englische Arbeiterregierung durch den Mund des Handelsministers Graham vortragen ließ. Auch hier werden Forderungen von größter Trag- weite gestellt, die zweifellos von vorwärtstreibendem Einfluß auf die Wirtschaftsarbeiten des Bölkerbundes sein werden. Graham sprach einleitend von dem Völkerbundsabkommen über eine Vereinhcit- lichung der S t o t i st i k, deren Ausbau und Durchführung«r als notwendig« Grundlage für den Abschluß wirtschaftlicher Ueber- einkommen bezeichnete. Er beklagte dann die Tatsach«, daß der Völkerbund seit 1920 45 Abkommen ausgearbeitet habe, von denen ober 22 noch Immer nur auf dem Papier ständen. Graham sprach dann eingehend über die K o h l e n s i t u a t i o n. Er schilderte den Ausschwung der Kohlenindustrie vom Jahre 1865 bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Damals sei die Rachsrage noch Kohle in jedem Jahr um mindestens 4 Proz. gewachsen. Seit den 16 Jahren von 1913 bis heut« dagegen sei diese Nochfrage im ganzen nur um 4 Proz. gestiegen. Dos Wirtschaftskomitee habe zur Hebung der Kohlenindustrie verschiedene Vorschläge gemacht, zu denen die Versammlung Stellung nehmen solle Graham empfiehlt als den Punkt, in dein am leichtesten Fortschritte zu erzielen sind, internationale Richtlinien betreffend Löhne, Arbeitszeit»nd andere Arbeitsbedingungen, und rät. dem Wirtschaftsausschuß der Versammlung eine Resolution vorzuschlagen, wonach sobald als möglich eine Konferenz ein- zuberusen ist, die sich im besonderen mit den Arbeits- beding ungen im Kohlenbergbau beschäftigt. Das werde das Perständnis für die europäischen Kohlenschwierigkeiten erhöhen und ermöglichen, Millionen Menschen, die in der Kohlenindustrie beschäftigt sind, Hoffnung und M u t einzuflößen. Graham schilderte dann weiter die indem Bericht des Wirtfchasts- ausschusses enthaltenen Bergarbeitervorschläge über ein interna io nales Kohlenamt, bestehend aus Vertretern der Regierungen, der Kohlengrubenbesitzer, der Bergarbeiter und Konsumenten sowie das Verbot aller künstlichen Mittel zur Belebung des nationalen Bergbaues. Er betont, daß der Lösung des europäischen Kohlenproblems um«inen guten Schritt näher zu kommen sei, wenn man sich auf diese drei Linien, Vereinheitlichung des Kohlenbergbaues, internationales Kohlenaml und Ablehnung der künstlichen nationalen Produktionssteigerung geeinigt hätte. Zu den Vorschlägen von Briand und Stresemann über einen europäischen Wirtschaftsblock äußerte sich Graham zu- rückhaltend. Er zisht Vorschläge der Weltwirtschastskonferenz auf Herstellung eines freien Warenverkehrs vor. Der erste Schritt zur Verbesierung der europäischen Wirtschaftsverhältniss« sei die Herstellung de» freien Handels. Graham schlug vor, daß die europäischen Staaten übereinkommen, ihr« Zollsätze in den nächsten zwei Jahren nicht zu erhöhen. Dies« Zeit solle benutzt werden, um durch Untersuchungen und Berhand- lungen die Möglichkeit von Zollherabsetzungen, von interstaatlichen Bereinbarungen über gewisse Warengruppen und ähnliches festzustellen. Er betonte, daß die englische Arbeiterregierung jede Form von Zollschutz ablehne und warnte vor der Aus- fassung, daß Europa infolge der Ueberlastung durch Schulden an einer Ueberprvduktion leide. Es bestände in Wirklichkeit ein großer ungestillter Warenhunger bei den Massen. Es gelte nur, den Absatz der Waren nicht zu behindern und, wo es angebracht fei, durch Warenübereinkommen zu fördern. (Weitere Meldungen auf der dritten Seite.) Explosion in Rotterdam. Bisher 10 Tote fefigestellt. Amsterdam.». September. heut« brach auf dem euglischen Tankschiff„V i m e i r a" im Hafen vou Rotterdam infolge einer Explosion ein Brand ans. von den etwa S0 an Bord befindlichen A r b e i- kern stürzten sich viele ins Wasser. Soweit bisher feststeht. find zehn Tote zu verzeichnen. Haag und Internationale. Kritische Bemerkungen. Von Lmilo Vandorveldo. Die Haager Konferenz ist so gut ausgegangen, wie man nach der heutigen politischen Lage Europas erwarten konnte. Es ist interessant, ihre Ergebnisse mit den früheren Resolu- tionen der SAI. zu vergleichen und auf diese Weise den Weg zu ermessen, der in den letzten zehn Jahren unter dem ge- bieterischen und wachsenden Druck des Sozialismus zurück- gelegt wurde. Während ich diese Zeilen schreibe, liegen vor mir die R e s o l u t i o n e n der internationalen Kongresse und Konfe- renzen, deren neuerliche Veröffentlichung nützlich wäre, da sie inzwischen geradezu prophetische' Bedeutung er- langt haben. Schon 1922 haben die in Frankfurt versammelten deutschen, englischen, belgischen, französischen und italienischen Sozialisten ihre gemeinsame Stellung zu den im Haag be- handelten Fragen, d. h. die S ch u l d e n. die R e p a r a t i o- n e n und die besetzten Gebiete festgelegt. Seither sind, in chronologischer Reihenfolge, Resolutionen vom rsten Kongreß der SAI. in Hamburg(1923), von der vom ersten Kongreß der SAI. und des JGB. in A m st e r- dam(1924), von der Vierländerkonferenz— Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien— in Luxemburg (1926) beschloffen worden. Aber im Grunde genommen lassen sich alle diese Resolu- tionen in ihren Hauptpunkten auf den ursprünglichen Frank- furter Text zurückführen, d. h.: 1. Die allgemeine Streichung der interalliierten Kriegs- schulden. 2. Di« Annullierung der Deutschland in bezug auf die Kriegs- Pensionen im Widerspruch zu Wilsons vierzehn Punkten auf- gebürdeten Lasten: die endgültige Festsetzung der von Deutschland noch geschuldeten Summe aus einen Betrag, der in seinem Gegen- wartswert den wirklichen Betrag der materiellen Reparationen darstellt; Annahme eines Reparationssystems von Natural- und Arbeitsleistungen innerhalb der Grenzen seiner Anwendungsmöglichkeit. 3. Endgültiger Verzicht auf die Gewaltpolitik und auf Gebietsbesetzungen als unerläßliche Voraussetzung der Wiederherstellung normaler und vertrauensvoller Beziehungen zwischen allen Nationen und der Sicherung einer langen Periode der Ruh« und des Friedens für die ganze Welt. Das war die einstimmig festgelegte Politik, die die Inter- nationale unentwegt verfolgt hat. . Welches war nun die Einstellung der Konferenz gegen- über diesem Programm, wo neben den Vertretern des faschi- stischen Maulheldentums oder der sich auf wider- spenstige und feindliche Zentrums- und Rechtsmehrheiten stützenden Regierungen die Delegierten des Deutschen Reiches, dessen Reichskanzler Hermann Müller ist, und Groß- britanniens mit einer einheitlichen sozialistischen Re- gierüng saßen? In dem letzten Punkt, der immer mehr zur Hauptforde- rung der Sozialisten wurde— die Rheinland- r ä u m u n g,— darf die SAI.«inen vollständigen Sieg buchen. Diejenigen, die nach dem Worte des Radi- kalen B e r g« r y sich verzweifelt an die„Trümmer einer loten Politik" klammerten, haben nacheinander die Ruhr auf- geben, die Kölner Zone räumen, die Uebereinkommen von Locarno ratifizieren müssen, die den Weg zu einer neuen Politik eröffneten, anerkennen müssen, daß die Fortführung der militärischen Besetzungen zugleich unnötig, kostspielig und für die Befriedung Europas gefährlich war. Run ist das Ende da. Die letzten belgischen und englischen Soldaten werden am 1. Dezember den Rhein verlassen haben. Die 66 066 fran- zösischen Garnisontruppen werden spätestens am 36. Juni 1936 wieder in ihrer Heimat fein. Deutschland wird in wenigen Monaten seine volle völkerrechtliche Gleichberechtigung wieder erlangt haben. Und jeder- mann gibt sich Rechenschaft darüber, daß dieses für die An- Näherung der Völker grundlegende Ergebnis vor allem der entschiedenen Haltung der englischen Arbeiterregierung, die von allen Sektionen der SAI. in den anderen Ländern unterstützt wurde, zu verdanken ist. Dagegen wäre es unrichtig, zu behaupten, daß die SAI. im Haag in bezug auf den zweiten Punkt— die Reparationen— einen Sieg errungen habe. Sicherlich darf man hoffen, daß der Voung-Plan, welchen Wert er auch haben mag, wenigstens den Vorzug hat, eine endgültige Re- gelung zu sein, wenn solche Regelungen auf lange Sicht überhaupt je endgültig sein können. Andererseits kann festgestellt werden, daß sogar diejenigen, die das deutsche Angebot(106 Milliarden Eoldmark) in Versailles ablehnten und der Frankfurter Resolution vorwarfen, die Reparations- anspräche Frankreichs und Belgiens zu opfern, heute ge- zwungen sind, sich mit weit weniger zu begnügen. Aber in zwei Punkten, deren Bedeutung übrigens nicht überschätzt werden soll, scheint es nicht möglich, in"Ab- > rede zu stellen, daß die Haager Üebereinkommeu von den Der innere Dawes-Pakt. Die ertappten Lügner. Resolutionen der Internationale wesentlich ab- weichen. Die Frankfurter Resolution empfiehlt die S a ch l i e f e- r u n p c n„innerhalb der Grenzen ihrer Anwcndungsmog- lichkeit". Graham und S n o w d c n haben hingegen oer- langt und erreicht, daß die Sachlieferungcn soweit als mög- lich herabgesetzt werden. Die Resolution von Frankfurt(und von Hamburg) ver- langt die Annullierung der K r i e g s p e n s i o n e n. Snowden hat im Haag mit einer Anstrengung, die in keinem Verhältnis zur Wichtigkeit der Sache erscheinen konnte, dafür gekämpft, daß der„Verteilungsschlüssel von Spa" aufrecht- erhalten bleibe. Nun war aber dieser Verteilungsschlüssel auf die Tatsache gestützt, daß England, das kaum direkte Schäden erlitten hat, unter dem Titel der Kriegspensionen bei der Aufteilung beteiligt wurde. Uebrigens liegt es mir ferne, wenn ich diese Betrach- tungen oder besser Feststellungen mache, zu verkennen, daß die Wortführer der britischen Regierung zur Unterstützung ihrer Ansprüche wichtige Argumente anführen konnten. Was zunächst die Sachleistungen betrifft, so empfiehlt sie die Frankfurter Resolution nur„innerhalb der Grenzen ihrer Anwendungsmöglichkeit". Was ist nun berechtigter als die Sorge von Graham und Snowden, die auch ihre zer- störten Gebiete, durch die Arbeitslosigkeit zerstört, haben, zu oermeiden, daß eine übermäßige Anwendung der Sachliefe- rungen die Lage des so hart geprüften englischen Proletariats noch mehr erschwere. Andererseits gebietet hinsichtlich der Aufteilung der von Deutschland zu leistenden Zahlungen die elementarste Gerech- ngteit anzuerkennen, daß die Resolutionen von Frankfurt und Hamburg gleichzeitig mit der Forderung der Herabsetzung der Reparationen auf die direkten Schäden die„a l l g e- meine Annullierung der gegenseitigen Schulden und Guthaben" verlangten. Während sich nun die Vereinigten Staaten— wo die SAJ. nur einen sehr beschränkten Einfluß ausübt— weigerten, ihre Guthaben zu streichen, und sich be- gnügten, sie in verschiedenen Ausmaßen herabzusetzen, hat England, das ungeheure Kriegsausgaben hatte und eine Schuld an die Vereinigten Staaten hat, die es fast zur Gänze bezahlen muß, sich in der Balfour-Erklärung verpflichtet, weder von seinen Alliierten noch von Deutschland auch nur einen Penny mehr zu verlangen, als es selbst an die Ver- einigten Staaten zu bezahlen habe. �„Man möge alle Schulden annullieren, wie es in Frankfurt verlangt wurde— sagte einmal Macdonald— ich bin vollständig damit einverstanden, aber da diese all- gemeine Annullierung nicht vollzogen ist und solange die Balfour-Erklärung aufrechterhalten bleibt, weigere ich mich, die Lasten des englischen Steuerzahlers noch zu erhöhen, die in der Hauptsache doch stets auf die Arbeiter abgewälzt werden." Niemand wird bestreiten, daß diese Gründe wenigstens einer erneuten Prüfung würdig sind. Wenn sie im Haag zu drei Vierteln anerkannt wurden, so nicht oder doch nicht allein aus dem Grunde, weil Snowden so energisch war. Ich zweifle jedenfalls nicht daran, daß sie gleichfalls und im glei- chen Ausmaß anerkannt worden wären, wenn sie die Inter- nationale vorher beraten hätte. Das Unglück ist, daß dem nicht so war; daß die Er- klärungen Snowdens(der allerdings aus seinen Absichten nie ein Gehestnnis gemacht hatte) für viele eine Ueberräfchung bedeuteten� daß deshalb in den sozialistischen Kreisen während einiger Tage UnruheundUnsichcrheit herrschte; daß man erlebt hat, daß einerseits B r a i l s f o r d, Leon Blum und i ch selbst und andererseits M o d i g l i a n i, der„D a i l y H e r a l d", der„V o r w ä r t s" und die„A r b e i t e r- Z e i- t u n g" verschiedene Ansichten äußerten. Gewiß nichts sehr Ernstes. Der Zwifchfall— denn es war nur ein Zwischenfall im Vergleich zu den anderen ent- scheidenden Fragen, die im Haag erörtert wurden— hat keine andere Unannehmlichkeit gehabt, als einigen etwas ner- vöfen Sozialisten ein paar schlaflose Nächte zu bereiten und denjenigen unserer Gegner, die stets bereit sind, den Bantrott der Internationale zu verkünden, ein dankbares Thema zu liefern. Alles in allem ist schließlich gut ausgegangen, und wir hätten keinen Anlaß, etwas zu bedauern, wenn die Er- fahrungen der letzten Wochen dazu führen, daß die der TAI. angeschlossenen Parteien, und im besonderen die großen Parteien der SAJ., es sich in der Zukunft angelegen sein ließen, dieEinheitihrerAktionso weit wie mög- lich zu steigern, wenn es sich darum handelt, Probleme zu lösen, bei denen nach dem Wort von O t t o B a u c r die nationalen Interessen dem allgemeinen Interesse des inter- nationalen Proletariats untergeordnet werden müssen. Es ist selbstverständlich, daß unsere Kongresse, die nur in ziemlich langen Zwischenräumen zusammentreten können, lediglich die großen Richtlinien unserer gemeinsamen Politik festlegen können. Aber es steht der Exekutive und gegebenenfalls der er- weiterten Exekutive als einer Art engeren Kongreß zu, diese Politik den Umständen anzupassen: und um diese Anpassung wirksam zu gestalten, müßten die verschiedenen Sektionen der SAJ. Sorge tragen, durch Delegierte vertreten zu sein, die wirklich repräsentativ sind und die durch ihr Man- dat und auch durch ihre Persönlichkeit die nötige Autorität und Verantwortlichkeit haben, um die Partei, die sie in die Exekutive entsendet, zu verpflichten. Dies trifft hauptsächlich für diejenigen sozialistischen Par- teien zu, deren hervorragendste Führer, falls sie in die Regie- runa berufen werden, nach unseren Statuten ersetzt werden müssen und nicht ohne großen Schaden in„nicht entsprechen- der" Art und Weise ersetzt werden können. Was endlich die administrative Kommission anbetrifft, die keine politischen Rechte hat, der aber die heikle und schwierige Aufgabe zukommt, über die Durchführung der von den politischen Organen der SAJ. angenommenen Reso- lutionen zu wachen, ist es uns während der Krise im Haag klarer als je zum Bewußtsein gekommen, wie sehr eine enge Bindung und möglichst häufige persönliche Fühlungnahme zwischen ihren Mitgliedern wünschenswert wäre. Aber dies find interne Fragen, die besser im Bureau oder der Exekutive in geschlossenem Kreise diskutiert werden können. Ich wollte durch diese Feststellungen nur zeigen, daß ungeachtet der Schwierigkeiten und Hindernisse, deren Trag- weite niemand besser kennt als wir, die Aktion der Inter- nationale sich entwickelt und bedeutende Ergebnisse zeitigt, daß aber ihre Politik um so mehr Erfolg haben wird, je mehr es ihr gelingt, ihre nationalen Sektionen zur Verteidigung der gemeinsamen Interessen des internationalen Proletariats enger zusammenzuschließen. I. Richtig ist die schon längst bekannte Tatsach«, daß schon vor dem Brief der Deutschen Dolkspartei nicht nur Vertreter der Deutschen Dolkspartei, sondern auch solche des Zentrums aus eigener Initiative mündlich an die Deutschnational« Reichstagsfraktion das Anerbieten überbracht haben, sie im Falle der Annahm« des Dawcs-Ploncs an der Regierung zu beteiligen, und daß über diese Anerbietungen dabei auch gesprochen worden ist. Unwahr ist die Darstellung des..vorwärts", daß aus Grund dieser Anerbietungen irgendein Abkommen ge- schloffen worden fei. weder in offener noch in versteckter Form, weder über die Köpfe der Führer hinweg noch mit deren Zustimmung. „Mitteilungen der Deutschnatioaalen Volkspartei". vom 7, September II. Wenn eine Verpflichtung ohne ausdrückliche Zeitbestim- mung übernommen ist, so ist st« sofort ZU erfüllen. Dies ist nicht nur im 8 271 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestätigt, und die der Natur der Sache entsprechenden Rechtsregeln gelten, wie di« höchsten deutschen Gerichte, auch das Oberverwaltungsgencht (Cntsch. 9, 53; 11, 364; 13, 179; 16, 339), ständig angenommen haben, auch für die Verhaltnisse des össentlichen Rechts, sondern ist auch in dem den Gesetzgebungen der zivilisierten Staaten zugrunde liegenden römischen Rechte anerkannt. Denn in der 1. 213 pr. Dig. 39,16„öc vcrborum signilicotione"(„über die Bedeutung der Worte") ist hervorgehoben:„Ein ohne jede Nebenbestimmung abgegebenes Versprechen hat sowohl die Begründung als auch die sofortige Fälligkeit zur Folge",(libi pur« quiz»tipulotus kuerit, et cessit et veuit dies) und in d«r 1. 14 Dig. SO, 17 de regtilis juris(„über die Rechtsregeln") ist betont:„In allen Verhältnissen, welchen eine Zeitbestimmung nicht beigefügt ist, ist di« Verpflichtung eine sofortige."(In Omnibus obligotiomdus, in quibus dies non ponitur, praesentc die debetur.) Deshalb gilt der Satz:„<)uc>d Zehn Jahre(5t Germain. Das Schicksal Oeutschösterreichs. Heute vor zehn Jahren hat die Regierung der Republik Deutschösterreich das Friedensdiktat unterschreiben müssen. Ihr brauchte man den Frieden ebenso wenig zu diktieren wie dem Deutschen Reich, als dessen Glied sie sich in ihrer Verfassung erklärt«, denn von dem Krieg des versunkenen alten Regimes hatten beide genug. Das genügte den Siegern nicht. Konnte man freilich aus den verstümmelten, aus- gebluteten und vom Hungsrelend geschüttelten Republiken Deutschösterreich und Restungarn keine Goldmilliarden herauspresten, so ließ man sie doch auf jede andere Weise für ihre Monarchen und deren Kriegspolitik büßen— so durch den Zwang, den alten Rainen zu behalten und durch Entziehung des feierlich verkündeten Selbst- beftimmungsrechts, dessen Ausdruck sogar aus der deutsch- österreichischen Verfassung gestrichen werden mußte. In der Wiener„Arbeiter-Zeitung" widmet der Kanzler des Unterzeichnungskabinetts. Genosse Dr. Karl Renner, dem tragischen Ereignis eine ausführliche Betrachtung, die mit den Sätzen schließ!: Wenn damals Clcmenccou in einer Auiwallung unerklär- licher Sympathie für Oesterreich oder erwachenden Gewissens ob angetanen Unrechts im letzten Augenblick die Verfügung traf, daß, während di« Oefterreicher unterzeichnen, ausnahmsweise keine sine die debetur, statirn debetur"(was ohne Zeitbestimmung goe schuldet wird, ist sofort zu leisten), überall als ein so selbstverftänd- licher Grundsatz, wie ein Kongruenzsatz in der Mathematik: Kc n Schuldner, der' verurteilt ist, l000 Mark zu zahlen, glaubt, daß er erst dann zu zahlen brauche, wenn es ihm paßt. Die sofortige Erfüllung des von der Regierung gegebenen Versprechens war auch von beiden Vertragsteilen gemeint. Denn die geforderte Zustimmung zu den Dawes» Gesehen sollte und mußte von dem betreffenden Teil Ire nationalen Partei sofort erfolgen und«rsolgte sofort: dieser Leistung war die vertragsmäßige Gegenleistung gegenübergestellt, welche daher in gleicher Meise, nicht ober nur so zu erfolgen hatte, wie es der Regierung in unbestimmter Zeil passen oder gelegen sein werde. Geh. Znskizral Dr. Theodor w o l f f in der„kreuz, citung" vom 22. September 1S24. III. Zm Austrage de» Vorstandes der Reichstagsfraktion der Deut- sche« Volkspartei gaben gestern mitlag die Reichslagsabgeordnelfn Dr. Zapf und Dr. Curtius dem Reichskanzler Kenntnis von der Entschließung des Vorstandes über die Erueileruug des Reich s- kabinetls durch die Einbeziehung der Dcutfchnatlonolen Volkspariei in die Regierung. Der Reichskanzler nahm die Rlilteilnngen der Herren entgegen und erklärte ihnen, daß es nach den bekannten Vereinbarungen mit der Reichstags- fraktion der Deutfchnationalen Volkspartei vom 23. August ohnedies seine Absicht gewesen wäre, noch vor wiederzusammcnlritt des Reichstags von sich aus Verhandlungen über eine etwaige Regierungsumbildung aufzunehmen und daß er bei dieser 2»uiiuji bleibe. Amtliche Meldung vom 25. September 1324. Kanonenschüsse abgefeuert werde», so habe ich dieses Unter- bleiben einer militärischen Demonstration in meinem Sinne als günstiges Vorzeichen für Oesterreich angevommen: U n b« w a f s- n c t, ohne Militarismus, ohne Kricg-gerät soll die junge Republik in der Welt bestehen, ihr Recht er- kämpfen und im Einverständnis besser unterrichieter Völker in die Gemeinschaft ihres Mutteroolkcs zurück- kehren. Weder die österreidstche Sozialdemokratie noch Land und Volk von Oesterreich haben es.zu bedauern, daß wir gezeichnet haben. Und wie sehr auch im Augenblick einzelne Kreise unseres Volkes, von einem entgleisten Staatsmann irregeführt, von kurz- sichtiger iselbsisucht kapitalistischer Kreise verblendet, mit einem Ge- folge von Narren und Verbrechern gegen die Demokratie an die brutal« Gewalt der Wassen appellieren, wir hoffen auch das zu überwinden durch die Kraft der Arbeiterklasse! Vor uns steht nach wie vor, wenn auch unter geänderten Bedingungen, die d ei» fache Ausgab«: die politische Demokrat'« zu behaup'en, die national« Einheit zu verwirklichen und das Re-ch der f o- zial-n Gerechtigkeit, zu gründen! In dem Bekenntnis zu diesem dreifachen Ziel wissen sich. alle Sozialdemokraten der Deutschen Republik eins mit ihren Brüdern und Schwestern in Deutschösterreich. Sozialdemokratische Ministerbcsprechungen. Die Re ch-min ster Severing, Wissel! und5)ilferdtitg sind in Buden-B ü en «ingetrosfen, wo sie mit dem Reichskanzler ein« Besprechung hoben werden. Moskaus Beschwerde abgewiesen. Ltnkonirollierbare Greuelmeldungen als Ltnterlagen. In Beantwortung der rus fischen Verbalnot« vom 7. d. M., in der die Sowjetregierung über Gewalttätigkeiten gegen Sowjetbürger in Ehina und die geringen Erfolg« der von den deutschen Konsuln in China ergriffenen Schutzmaßnahmen Klage führt, hat der deutsche Botschafter in Moskau im Austrage de» Auswärtigen Amts dem Außenkommissariot ein« Verbalnote folgenden Inhalts überreicht: Das Auswärtige Amt hätte den wesentlichen Inhalt der Verbal- not« gemäß den Wünschen der Sowjetregierung der deutschen Gr- sandtschaft in Peking zur weiteren Veranlassung gedrqhtct. Das Auswärtige Amt müßte aber zugleich darauf hinweisen, daß die An- griffe gegen die Tätigkeit der deutschen Konsulate in der Ausübung des Schutzes der Sowjetbürger dos Auswärtige Amt sehr befremdet haben, um so mehr al» diese Anwürfe sich aus in keiner Weise nachgeprüft« allgemeine Behauptung stützten und di« Sowjetregierung es für richtig befunden Hab«, ihre di« Vorwürfe enthaltende Verbalnote sofort zu veröffentlichen. Wie der Sowjetregierung bekannt sei, habe die Deutsch« Regierung wegen des Schutzes der Sowjetangehorigen den Personalbestand ihrer Konsulate in Nordchina oerstärkt. Aus den auch der Sowjetregierung bekannten Berichten der deutschen Konsulate gehe hervor, daß diese sich im Rahmen des Erreichbaren mit aller Kraft erfolg- reich für die Interessen der Sowjetbürger eingesetzt lzaben. So hätten z. B. nach einem Bericht des deutschen Konsulats in Ehorbin vom 7. September die vom deutschen Generalkonsul nach einem per- sönliehen Besuch des neuen Konzentrationslagers erhobenen Vpr. stellungen bewirkt, daß die gegenwärtigen Zustände des Lageks, in welchem sich 968 Personen, darunter 38 Frauen, befänden, ins- besondere die Versorgung mit Nahrung und Kleidung sowie zwei- maliger wöchentlicher Besuch der Verwandtschaft zufriedenstellend geregelt seien und Klagen nicht mehr bekannt würden. Die Vorstellungen zwecks Verbesserung der unzulänglichen sanitären Einrichtungen und der Ar.ztoersorgung würden sortgesetzt und ent- sprechende Maßnahmen seien chinesischerseits zugesagt morden. Da» Auswärtige Amt sei der Ansicht, daß die Schutzmaßnahmen der deutschen Konsuln in Ehina sich vielleicht noch wirksamer ge> stalten ließen, wenn die Sowjetregierung Veranlassung nähme, diejenigen Persönlichkeiten, van denen sie ihre Informationen beziehe, anzuweisen, daß sie ihre Nachrichten zunächst unmittelbar den deutschen Könsulaten zugehen ließen. Das Auswärtige Amt bäte ferner, di« in der Verbalnote angeführten Nachrichten über angebe liche Hinrichtung von Dutzenden von Sowjetbürgern, Ver- schwinden.zahlreicher Personen und Auffindung kopsloser Lerchen durch Angabe aller Einzelheiten, insbesondere möglichst auch der Namen der verschwundenen Personen zu ergänzen. da ohne postkioe linierlagen Schritte der deutschen Behörde« ergebnislos verlausen müßten. Ileber die von der Taß-Agentur am?6. August gemeldete Auffindung von sechs Leichen»on Sowjetbürgern habe das deutsche Kbnsickak iN Thabbin. entsprechend der Bitte der Sowjet- vügierung, bei der chinesischen Regierung Nachforschungen an- gestellt uni» von dem chinesischen Gouverneur die offiziell� Zusicherung erhalten, daß die Nachricht eine Er« findung sei. Der deutsche Konsul in Eharbin habe seiner Drahtmeldovg hinzugefügt, daß ein Eharbiner Vertreter der Taß-Agentur nicht auszvsinden sei, und daß er bitten müsie. von Moskau au» den laß- Vertreter nachdrücklich vor Verbreitung falscher Rachrichten zu warnen. Die Deutsche Gesandtschost in Peking sei zu einem eingehenhest Drahtbericht über die Lage der Sowjetbürger in China aus- gefordert worden;«in höherer Beamter des Deutschen Konsulats in Eharbin Hobe sich inzwischen zu einer Informationsreise per- s ö n l i ch nach Mandsthuria begeben. Das Auswärtige Amt möchte der Sowjetunion im Interesse der sriedlichen Regelung der bestehenden Differenzen anheimgeben, das Eintreffen dieses Bericht» abzuwarten, ehe sie sich zit Repressalien entschließe. wodurch die gegenwärtig.zwischen der Sowjetunion und China bestehend« Spannung nur verschärft werden könnte. Bomben- und Artilleriebeschießung eines Grenzortes London, 9. September. Wie Reuter aus Tokio über die Lage an der chinesisch- russischen Grenze meldet, soll gestern Pogranitschnaya von s o w j e t- russischen Flugzeugen mit Bomben belegt worden sein. Der Bahnhof und die angrenzenden Häuler seien in F l a m- m e n ausgegangen. Die Bevölkerung habe sich in die Keller ge- flüchtet, es seien jedoä) viele Opser zu vcrzeidznen. Wie es in den Meldungen weiter heißt, wird der Ort neuerdings auch von Artillerie beschossen und brennt an mehreren Stellen. Amerikas Riesenskandal. Zldmirale durch Behauptungen Shearer schwer belastet. Washington, g. September. I» amtliche» Kreisen hat die Behauptnng Thearers, das, vier amerikanische Admirale seine Tätig. keit als Propagandist für eine Verstärknng der Flotte unter st übt hätte», große Llufregnng verursacht. Shearer behauptete weiter, er habe dazu beigetragen, die Dreierkonferenz für die Abrüstung zur See in h>ens 1SS7 zu einem Mißerfolg zu fuhren, indem er das amtliche Material benutzte, das Offiziere des Alach' richtendienstes der Vereinigten Staate» ihm zukomme» ließen. Senator B o r a h verlangte vor dem Marine» ansschuß des Senats eine Untersuchung über diese Be hauptnngen. und Präsident Hoover gab zu verstehe», daß eine noch eingehendere Untersuchung nötig wäre. Hamkens wieder angeklagt. Die Steoerfireikhetze des Landvolkführers.- Oer Ihehoer Bauernprozeß. Zlttona. 9. September Neuerdings hat die Staatsanwaltschaft in Kiel gegen den wegen des gleichen Delikts bereits vorbestraften Landoolkführer chof besitzer Wilhelm chamkens» Tetenbüll nochmals Anklage wegen Aufreizung zum Steuerstreik erhoben./ Im Itzehoer Bauern-Prozeß, in dem gegen Z7 chol. fteincr Bauern die Anklage wegen Aufruhrs erhoben war und der mit der Freisprechung des größeren Teiles der Angeklagten endete, hat die Staatsanwaltschaft ihre gegen das gesamt« Urteil eingelegt« Berufung zurückgenommen. Ueber die von den verurteilten Angeklagten eingelegte Be rufung soll in der allernächsten Zeit von dem Landgericht in Altona entschieden werden. Hitler-Akiiviiäi. Mit Mordhehe und lleberfälltt». In chirfchberg in Schlesien erscheint als Ableger des„Völkischen Beobachter' ein Lokalblatt der Nationalsozialisten unter der Firma „Hirschberger Beobachter'. Berantworttich dafür zeichnet der no> tionalsozialistische Mechaniker Paul Frank«, der sich in Nr. 11 folgende Drohung gegen den Reichstagsabgeordneten Buchwitz, sozialdemokratischer Bezirksparteisekretär für Niederschlesien, leistet: Einmal wird das Volk erwachen und der Tag ist nicht mehr fern. Dann werden Eure Anhänger von Euch Rechenschaft for- dern, dann sieh auch Du. Genosse Smhwih. daß Du die schwarz- rokgelben Grenzpfähle weit hiuter Dir läßt, sonst dürste eine hohe Siefer in der Görliher Heide bestimmt für Dich gewachsen sein.' Buchw'tz hat dieser politischen Mordhetze wegen Strafantrag gestellt. Kurz nach Erscheinen der erwähnten Nummer des Blattes wurden in der Nacht zum Sonnabend der Redakteur und der Expedient unseres Parteiblattes in Hirschberg von zwei Hakenkreuz- lern überfallen. Di« Angreifer zogen jedoch den kürzeren. Auf der Polizeiwache wurden außerdem ihre Nomen festgestellt und ste haben noch ein gerichtliches Nachspiel zu gewärtigen. tv.:.- Schwere kommunistische Niederlage. Die Arbeiter wollen nichts mehr von der KpO. wissen. Stuttgart. 9. September.(Eigenbericht.) Einen Beweis für die völlig« Zersetzung der kommu- nistischen Bewegung in Württemberg, wie er schlüssiger kaum geführt werden kann, lieferte der Ausgang der Orts- Vorsteher. Wahlen in Laihingen a. S-, einer Dorortsgemeinde von Stuttgart, die nicht nur selbst der Ätz sehr großer und lebens- kräftiger industrieller Unternehmungen ist. sondern aus der auch zahlreiche Arbeiter in Stuttgart ihre Beschäftigung finden. Die Kommunistische Partei hatte in der Person des Londtagsabgeord- neten Fischer einen eigenen Kandidaten inisgestellt und lebhaft für ihn agitiert. Das Ergebnis war, daß Fischer von den insgesamt abgegebenen 3729 Stimmen ganze 12(in Buchstaben zwölf) erhielt, während der von der Sozialdemokratie unterstützt« Kan- didot Heller mit 2412, also mit Zweidrittel-Mehrheit, gewählt wurde. Auf einen bürgerlichen Bewerber entfielen 1269 Stimmen. Um den „Erfolg" der kommunistischen Kandidatur richtig werten zu können, muß man in Betracht ziehen, daß die Kommunistische Partei bei den Wahlen im Mai vorigen Jahres noch 641 Stimmen in Vaihingen erzielt hatte._ Nrockdorff-�anßau. 3u seinem ersten Todestag. Heute vor einem Jahre starb, ziemlich unerwartet, während eines Urlaubes in Berlin, der erste deutsche Botschafter in der Sowjetunion, Graf Ulrich Brockdorff. Rantzau. Gerade in diesen Tagen ist ein« Biographie dieses deutschen Diplomaten bei Reimar hobbing erschienen, verfaßt von Dr. Edgar Stern- Rubarth. Wenn auch dieses Werk, das wohl nicht zuletzt sür den adligen Kreis bestimmt ist, aus dem Brockdorff-Rantzau stammt, manche einleitende Kapitel genealogischen und ähnlichen Inhaltes enthält, die für die Allgemeinheit von geringem Interesse sind, so ist diese Biographie sür den Politiker schlechthin interesiant:«imnol, weil Brockdärff-Rantzau«ine führende historisch« Persönlichkeit in einem wichtigen Abschnitt der deutschen Geschichte war, und außer- dem, weil seine Entwicklung, besonders in den letzten zehn Jahren. für viele ein Rätsel blieb. Dieses Rätsel wird durch den Biographen in durchaus logischer Werse gelöst: der kaiserlich« Diplomat, der intellekmell über den Durchschnitt begabt war. hat die Unfähigkeit des Regime» und die Schwäche seines Oberhauptes frühzeitig erkannt, während ihm gerade die Kriegsjahre in Kopenhagen die Erkenntnis der wertvollen Kraft« vcrmitlelien, die in den Tiefen des deutschen Volkes ruhten: so erklärt sich seine Bereitwilligkeit, dem Rufe der sozialdcmo- k ra tischen Volksbeauitrogten zu folgen und als erster Außen- minister der deutschen Republik zu dienen. Allein schon diese Tat sichert seinem Rpmen den Dank de, demokratischen Deutschland in der Zukunft. Der Dersasier der Bio- graphie Brockdorss-Rantzaus hat den starken republikanischen Charaktcrzug im Leben' und Wirten Brockdorss-Rantzaus seit der Flucht des letzt«» Kaisers an verschiedenen Stellen bewußt unter- strichen. Besonders erschütternd ist die Schilderung der letzten Stunden des SSjöhrigen. der mit vollem Bewußtsein seines nahenden Endes starb und sich bis zuletzt mit seinem Zwillings- bruder über politische Probleme ebenso gleichmütig unterhielt, wie Ober das große Rätsel seines bevorstehenden Sprungs ins Jenseits. Petrus Hergt. Und ehe der Hahn krähte, hotte Herr Hergt dreimal abgeschworen, daß er jemals vier Minifierfitze gegen 49 Ia-Stimmen für den Oawes-Plan ausgehandelt hatte? Ratswahl in Genf. Polen wiedergewählt, Jugoslawien und Peru neueingeireten. Genf. 9. September.(Eigenbericht.) Die Ersatzwahl der drei ausscheidend«» nichtständigen Ratsmitglieder ergab am Montag die Wiederwahl Polens mit S0 Stimmen und die Wahl Jugoslawiens und Perus mit 42 bzw. Zü Stimmen. 22 Stimmen entfielen auf Norwegen. Die Wahl von Polen, Jugoslawien und Peru war von vornherein zu erwarten. Ausgeschieden waren in diesem Zahre Rumänien. E h i l e und Polen, doch war Polen seinerzeit für wiederwählbar erklärt worden. Für Rumänien ist nun ein anderer Staat der kleinen Entente eingetreten und für Ehile ein anderer südamerikanischer Staat. Der vSlkerbnndsrat setzt sich nach diesem Wahlergebnis zusammen aus den ständigen Mitgliedern Deutschland. England. Frankreich. Japan, Italien und den nichtständigen Mitgliedern Polen. Peru, Persien. Kuba, Venezuela. Jugoslawien. Kanada. Finnland und Spanien. Weitere Beitrittserklärungen zur Fakultativklausel. Genf. 9. September.(Eigenbericht.) Außer dem deutschen Außenminister und dem englischen chandelsminister hatten in den Montagssitzüngen des Völkerbundes die Vertreter der T s che choslowakei(Benesch),- Italiens (Scialoja), Portugals(Pasconcelles)»nd der Schweiz (Motta) das Wort. Auch sie beschäftigten sich mit den großen politischen Ereignissen der letzten Zeit. Sie begrüßten das Ergebnis der chaoger Konferenz und nahmen zu den Problemen des Völker- bundes, und hier namentlich zu der Frage der Schiedsgerichtsbarkeit und zu den wirtschofttichen Arbeiten vom Standpunkt ihrer Länder Stellung. Der Vertreter Italiens und der Vertreter der Tschechoslowakei erklärten den Beitritt ihres Landes zur Fakultativklausel. Italien hat allerdings bei seiner Unier- schrift, die am Montag vormittag im Völkerbundessekretariat schon vollzogen wurde, in einer längeren Erklärung den Wirtungsbereich der Haager Rechtsprechung st a r k« i n g e s ch i ä n k t. Es behielt sich u. a. vor, diplomatische Wege oder die Intervention des Völkerbunds- rotes in Anspruch zu nehmen, bevor es ein« Angelegenheit vor das internationale Gericht im Haag bringt. «Segenfähe im britischen Kabinett. London. 9. September.(Eigenbericht.) Die erste Bollsitzung des englischen Kabinetts seit Rück- kehr der Minister aus dem Haag und aus Genf soll ziemlich stürmisch verlaufen sein. Gewisse Gegensätze, namentlich in außenpolitischen Fragen, die sich in den letzten Tagen in der Presse deutlich wiederspiegelten, dürften auch im heutigen Kabinettsrat auf- einandergeplatzt sein. Es handelt sich dabei um die Zustimmung des Außenministers H e n d e r j o n zu dem in Genf vorgebrachten Plan«imx finanzielle» Unicrstüftung angegrifje- n-ec Staaten durch die Großmächte:)« Kriegssalle. Ein beträchtlicher Teil der englischen öffentlichen Meinung steht in hellem Auf- rühr gegen diesen Borschlag, der als„Finanzierung von Kriegen a n de r e r L« u t e" bezeichnet wird. Daß diese Oppo- sition ollmählich im Kabinett zu einer offenen Spaltung geführt habe, wie ein Teil der Presse in sensationeller Form behauptet, wird offiziell ausdrücklich dementiert. Achtzig Millionen verpulvert. Früchte deutschnationaler Mißwirtschast bei I�aiffeisen. Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtag», der die Kreditgewährung der Preußenkasse an die Raisfeisen- und Landbundgenossenschoften nachzuprüfen hat. tritt am 18. September, ziemlich einen Monat vor Wiederbeginn der Plenar- Verhandlungen des Landtags, zu einer längeren Sitzungsperiode zu- sammen. Zunächst wird der Präsident der Zentralgenosienschastskasse, Dr. Klepper, als Auskunftsperson gehört werden. Präsident Klepper hat in mühevoller Arbeit zusammen mit dem neuen Bor- stand der Rastfeisenbank deren Sanierung durchgeführt, zu der allerdings die Preußenkasse einen außerordentlichen großen Ueber- b rückungskredit zu sthr kulanten Bedingungen hergeben muhte. Welchen Augiasstall der alte Borstond der Raiffeisen-Bank, bestehend aus den Herren Dietrich. Prenzlau(deutsch- nationaler Reichstagsabgeordneter), Seelmonn- Eggebert(deutschnationaler Londtagsabgeord- neter) und Schwarz bei ihrem erzwungenen Abgang hinter- lasten hatte, dos geht au» folgender Aufstellung hervor. über deren Ziffern feit dem 14. Juli 192S zwischen der Preußischen Zentrolgenostenschaslskoste«nd der Leitung der Raisseistn- Bank grundsätzliche llebereinflimmung herrsch«: z) Aus Geschäften der Raiffeisenbank vor der 1926— 27er Reorganisation ergibt sich im Fall« der Liquidation ein G e s a m t v e r l u st von rund. 48,4 Mill M. b) Die von dritter Seit« zu deckenden Berluste einiger Warenan st alten(Berlin, Breslau, Danzig, und Schwerin) betragen mindestens. 7,6 Mill. M. c) Die Liquidationskosten der Raiff- eisenbonk werden sich schätzungsweise stellen auf. 4,0 Mill. M. ä> Außer den Beträgen zu» bi« c ist das allgemeine londwirtschastlichc Kre- d i t r i s i k o der Raiffeisenbank zu berücksichtigen. Di« Preußische Zentralgenostenschastskasse schätzt dieses Risiko auf bi» zu...,..... 29 Mill. M. Zusammen: 80 Mill. M. Wo» die Schätzung unter ck anbetrifft, so haben sich bei der Durchführung des Liquidationsoertrag«» Verlust«, die unter das all- gemeine landwirtschaftliche Kreditrisiko fallen, bereit» in hähe von rund 7 Millionen Mark ergeben, so daß ein Totolverlust von 67 Mit- lianen Mark bereits jetzt mit absoluter Sicherheit feststeht. Doch ist leider kaum zu zweifeln, daß- sich diese Summ« bis zum Betrag der oben genannten Schätzung im Laufe der weiteren Liquidation noch erhöhen wird. Die einzelnen Einleger, Sparer und Anteil» eigner der Raisseisen-Genossenschasten haben freilich trotz dieser enormen Verluste für ihre Guthaben nichts zu furchten, da der preußische Staat— aus seiner bekannten marxistischen Agrar- fcindlichkeit heraus!— nicht nur durch sein Eingreisen die Fort- führung der Genossenschaften sichergestellt, sondern auch den einzelnen Raisseisen-Genossenschasten wie deren persönlich haftenden Mitgliedern die übernommenen Bürgschaften sür die Schuldenlast der Raisseisen-Bonk an» der deutschnationalen Mißwirtschofts- periode großmütig ertasten Holl Wofür er den Dank des Landvolks mit schwarzen S«nseiff«rl)nen, 5)öllenmoschinen und Hetzreden abgestattet erhält. Von Interesse dürfte sein, daß der„Borwärts" bereits am 31. Juli 1925 in seinem Wirtschostsieil auf die Berlustgeschäfle der Raiffeisen- Bank mit dem Konzern des berüchtigten Spekulanten Rieb« hin- gewiesen hat. Die deutschnationalen Vorstandsmitglieder btt Raiffeisen-Bank haben damals mit eherner Stirn alle» a b g e» stritten und die deutschnationale Presse hat ihren Lesern den Tat- bestand einfach unterschlagen. Denn sie hatte ja damals ausschließ- lich in Barmat-Skandal zu machen und deshalb für die 60.Million«n-Berlustgeschälte der Dietrich-Prenzlau und Seelmann-Eggobert mit den Spekulanten Uralzeff, Riebe, Schubbe usw. kein Organ. Oer Frankfurier Versicherungsstandal. Eröffnung der Voruntersuchung gegen die Oiretioren. Franksurl a. 211., 9. September.(Eigenbericht) Die Justizpresiestelle tcitt mit, daß aus Antrag der Staats- ampalffchost am 9. September gegen die bisherigen Direktoren der Frankfurter Allgemeinen Bersichcrungs- Aktiengesellschaft, Philipp Becker und Dr. Kersch- bäum, sowie die bisherigen Direktoren der Südwestideuffchen Bank, Siegfried Sauerbrey und Bruno Fuchs, die Voruntersuchung eröffnet worden ist. Decker»nd Kcrschbaum werden an- geschuidigt, als Borstandsmitglieder der„Favag" absichtlich zum Nochteil der Gesellschast gehandelt und in ihren Usberstchten und Darstellungen über den Vermögensstand der Gesellschaft die Berhältnisic unwahr dargestellt bzw. verschleiert zu haben. Sowjetbetriebe militarisiert. Gewertschasten und Parieizellen ausgeschaltet«— Einheitliche Vesehlsgewalt. Moskau, S. September. Der Verordnung des Zentralkomitees der Kommunistischen Par- tri über Maßnahmen zur Verbesserung der Produktionsleitung kommt größte wirtschaftliche und politische Bedeutung zu. Die Derord- nung stellt eine entschiedene Abkehr von den traditionellen Bestrebungen de? Sowjetsystems dar, den breiten Massen der Ar- beiterschost weitgehenden Einfluß mif die Leitung und Organisation der Betriebe einzuräumen. Zugleich bedeutet sie in dieser wich- tigen Frage eine Abkehr von dein bisherigen S t a l i n s ch c n Lm k s k u r s. Das Zentralkomitee stellt fest, daß die fehlende Trennung zwi- fchen den Funktionen der Fabrikorganisationen(Direktion, Fabrik- fomitee und Partei zelle) und die Einmischung der Partei- und Gc- werkschastsorganisotionen in die Tätigkeit der Direktion die Arbeit der Unternehmungen ungünstig beeinflussen. Zur Festi- gung der Arbeitsdisziplin und Hebung der Arbeitsleistung wird die ganze Berantwortung für die Arbeit des Unternehmens dem Fabrikdirektor auferlegt, der weitgehende Vollmachten er. hält. Die Fabrikdirektion ernennt das gesamte Personal, ihre An- meisüngen sind bindend für die Arbeiter, unabhängig von ihrer Stellung in der Partei und den Gewerkschaften. Parteizcllen und Gewerkschaften haben bei Ernennungen und Entlassungen nur das Beschwerderecht bei den übergeordneten Organen, ohne daß dadurch die Durchführung der Anordnungen der Direktion auf- gehalten wird. Die Gewerkschaften und Parteizellcn haben„s i ch jeder Einmischung in die Fabrikleitung zu ent- halten". Wenn auch in der Verordnung immer wieder die Bedeutung der Parteizellen und Gewerkschaften hervorgehoben wird, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß durch die neuen Maßnahmen der Ein- fluß dieser Organisationen auf die Fabrikleitung so gut wie ganz ausgeschaltet wird. Di« Unzufriedenheit in der Arbeiterschaft und die Gegensätze zwischen Partei- und Gewerkschaftszellen einerseits und den Arbeitermassen andererseits werden voraussichtlich weiter verschärst werden. Wenn jetzt den Parteizellen und Gewerkschasts- Organisationen vorgeschrieben wird, mit besonderem Takt eine Atmo- sphäre des Zusammenarbeitens aller Teile des Fabritorganismus herzustellen, wenn sie ganz besonders angewiesen werden, die Ar- bcsterschaft„davon.zu überzeugen, daß die von den Fabrikleitungen vorgenommenen Maßnahmen zur Festigung der Disziplin und He- bung der Produktivität Maßnahmen sind, die den Richtlinien der Kommunistischen Partei und der Sowjetgewalt entsprechen, und zwar zum Wohl der Arbeiterschaft und zur Stärkung der proletarischen Diktatur", so ergibt sich totsächlich für die Parteizellen und die Ge- wertschaften fast die Rolle von Handlangern und Stim- mungsmachern f ü r die Direktoren. Dies« erholten „einheitliche Befehlsgewalt", ein der Sprache der Roten Armee entnommener Ausdruck, dessen Anwendung ollein schon erroten läßt, wie scharf setzt die Zügel angezogen werden sollen. Aus dem Jahrbuch des AOGV. Tariflöhne.— Bildungsarbeit.— Mitarbeit der Frau. In Ergänzung der Besprechung des Jahrbuchs 19R des ADGB. r Beranstoltunq um 20 Uhr in der Echuiaula üriedensir. 31. Vorher Demonstration. Treffen UM 19 Uhr auf dem Baltenplatz. Besucht die Ausstelluna im Gewerkschaitohau», Enqeluser 24—25, Eaal II und III. Geöffnet: Wochentag» von 17—22 Uhr; Eonntag, 15. September, von 10—14 Uhr. Iuaendaruppe pesZentrolverbandeS der Anstestelsten. Leute. Dienstag, finden folgende Beranfialtungen statt: Slordweft: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Vortrag!.Smnnastik und Sprech» chor". Referent fsritz Weigelt.— Spiel und Sport, Sportplatz Sumdoldlhain ab 18 Uhr: Stadtwadd Köpenick ab 20'4 Uhr. Treffpunkt 20 Uhr am Bahnho'. Verantwortlich Mr Politik: Richard Bernstein: Wirtschaft: G. Kliitgelhöler: Gcrerkschattsbewegung, I Steinet: geuilleto»: De. John Tckikewski: Lokale» und Sonstiges: Walter Trojan: An, eigen: Th. Glocke: fömtlich in Berlin. Verlag: Vorwarts-Verlag G. m. d. H.. Berlin Druck: Vorwörts-Buchdruckeret und Vcriagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08. Lindenstraße 8. Lier,» 1 Beilage»nd.Unterhalinna nnd Kiffen- Erhalten Sie sich Ihne feine Leibwäsche wie neu«e TmscWfait SEIFENFLQCKEN �raten�en.. GRtlNFELD CORDS.GRU MACH und viele andere führende Wäschegeschäfte im ganzen Reich SUNUCHT GES. A.G.MANNHQM Nr. 423* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 40. September 4929 Es sind die gleichen Täter! Das Guiachien über die Gprengstoffanschlage. Das Gutachte« der Chemisch-Techuischen Neichsanstalt über die letzte« Sprengstoff. anschlage ist nunmehr bei der Polizei eingegangen. Das Gutachten spricht sich dahin aus, dah bei dem An- schlag am Vau des Regierungspräsidenten in SchleS. w i g die gleichen Materialien verwendet worden sind, wie bei dem ersten Anschlag in LLnebnrg. Vor allrm waren die Margarinekisten und die Blech. b ü ch s e n in beiden Fällen genau gleich. Die S p r e n g st o s f- l a d u n g war 3,g Kilogramm schwer. Der Sprengstofs ist ein Dergwerkssprengstosf vom Typ des Ammonit 2, der aus Trinitroto- luol, Naphthalin, Ammonsalpeter und Holzmehl zusammengesetzt ist. Zur Zündung des Sprengstofses war eine Sprengkapsel Nummer 8 verwendet worden, sür die ein behelfsmäßiger Glüh- zünder hergerichtet worden war. Der Zündsatz war, wie bei den in Lüneburg aufgefundenen Sprengkörpern, Streichhölzern ab- genommen. Die Stromquelle bestand wiederum aus drei Taschenlampenbatterien. Die zum selbstkäligen Schließen des Stromkreises bestimmte Uhr unterscheidet sich in keiner Weise von der beim Anschlag in Lüneburg vorgesundenen Uhr. Lei dem Sprengstossanschlag aus das Reichstagsgcbäude in Berlin ist offensichtlich ein nicht brisanter, schwarzpulverartiger Sprengstofs verwendet worden. jedoch hat sich auch hier die gleiche Zündvorrichtung mit dem gleichen Uhrwerk, wie bei den anderen Anschlägen vorgefunden. Bei dem letzten Attentat auf das Regisrungsgebäude in Lüne- bürg ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein brisanter Spreng- st o f f oerwendet worden, der durch eine Sprengkapsel zur Explosion 3)m Jugend Stammhaus Stübesahl. Hirschberg, 9. September. Arn Sonnabend und Sonntag fand die feierliche Weihe der Jugend» Herberge„R ü b e z a h l� am Spindlerpaß statt. Dieses Haus in 12M Meter höhe durch seine gün- ftige Lage weithin sichtbar, unmittel- bar an der tschechoslowakischen Grenze gelegen, wurde mit einem Kostenauf. wand von 409l1 Mark in kaum einem Jahre erbaut; seine vier Stock- werke bieten etwa 3l><1 Jugend- wanderern Unterkunft und Ver- pflegung. Nach dem feierlichen Akt der Schlüsselübergab« an den Regierungs- Präsidenten hielt Reichsminister des Innern Eeoering die Weihe- ansprach«, in der er zunächst die Grüße und Glückwünsch« der Reichs- regierung zum Ausdruck brachte. Er sagte u. a., daß das Haus der ganzen deutsche« Jugend gehören solle. Der durch die Landflucht einem großen Teil der Bevölkerung erwachsende g«- sundheitliche Schaden könne durch die Stadtsiedelungen nicht beseitigt werden. Di« Parole rnüsse lauten: heraus aus den Städten, m der Freizeil! heraus aufs Land! Henaus in die Wälder! heraus ins Gebirge! In dieses Haus sollen nicht nur Katholiken und Evangelisch«, nicht nur Deutfchnationole und Sozialdemokraten kommen, sondern er hoffe, daß die Jugend aller Schattierungen, aller Konfessionen und politischen Richtungen frei von jeder Unduldsamkeit und Anmaßung hier Erholung des Geistes und des Leibes finden werde. Gerade der Umstand, daß das Haus un- mittelbar au der Grenze stehe, zeig« die Einigkeit und die Ge- schlosienhest des deutschen Belkes. Das sei aber kein Wort gegen unsere Nachbarn. Im Gegenteil. Daß die tschechoslowaki- sch« Republik keine Schwierigkeiten gemacht habe, die Baumaterialien über chr Gebiet heranschaffen zu lassen, das sei wohl der beste Beweis dafür, daß die Regierung in Prag die Errichtung dieses Haufes als die Errichtung eines Gebäudes der Ruhe und des Friedens ansieht. Ich hoffe, so sägte Minister Severing, daß die Zeiten vorüber sind, wo wir einander bearg- wöhnten, wo an der Grenz« Mauern errichtet wurden. Nur eine gesunde Jugend kann, so schloß der Redner, die wunderbaren Dinge vollbringen, die notwendig sind, damit Deutschland in Verhältnis- mäßig kurzer Zeit wieder den Platz erringt, auf den es durch sein« kulturellen und geistigen Leistungen innerhalb der Welt Anspruch hat. Mit dem Minister stimmten die Anwesenden in ein dreifaches hoch auf das deutsche Boll und die deutsche Republik ein. hierauf ergriff der preußische Wohlfahrtsminister Hirt- siefer das Wort. Er dankte allen Persönlichkeiten, die sich um die Errichtung des Jugendkammhauses verdient gemacht und so der Jugend ein wertvolles Geschenk gegeben haben. gebracht worden ist. Auch in diesem Falle wurde zweifellos ein Uhrwerk zur selbsttätigen Auslösung der Explosion verwendet. Die vorgefundenen Rückstände des Sprengstoffes lassen keine näheren Schlußfolgerungen aus die Zusammensetzung des Spreng- stoffes zu. Zu den Meldungen eines hugenberg-vlattes. daß von der Abteilung IA eine große Suchaktion nach dem vombcnattentäter im Norden Berlins unternommen worden ist, erfahren wir, daß es sich lediglich um eine verhältnismäßig kleinere Recherche im Rahmen der Untersuchungen gehandelt hat. Bei der Abteilung IA der Kriminalpolizei hat sich nämlich ein Sprengmeister aus Hohenschönhausen gemeldet, dem vor einiger Zeit etwa 20 Pfund Sprengstoff g e st o h l e n worden sind Die Kommissare Dr. Braschwitz und Mühlsriedel haben diesen Sprengmeister noch gestern nachmittag vernommen, um nach Möglichkeit festzustellen, wer die Diebe dieses Sprengstoffes sein können und ob sie etwa einem Personenkreis nahestehen, der der Beteiligung an den Sprengstoffattentaten verdächtig ist. wie aus den Aussagen des vernommenen Sprengmeisters hervor- geht, schein« mit den Sprengstossen. die zum Ausroden von Stubben benutzt wurden, ziemlich leichtfertig umgegangen zu sein. Der Sprengmeister und einige früher bei der Firma beschäftigte Arbeiter wurden aus hohenncucndorf herangeholt. Einer von ihnen gab auf die Frage, ob er irgendwelche Sprengstoffe in seiner Woh- nnung habe, an, daß sich in seinem Besitz eine Rolle alter Z ü n d- schnür befinde. Die Rolle wurde sofort herbeigeschafft; es ergab sich aber sogleich, daß bei dem Attentat auf den Reichstag eine ganz andere Art von Lunte Verwendung gefunden hat. Wie weiter er- mittel! wurde, sind wiederHoll erhebliche Quantitäten des hochexplosiblen Sprengstoffes abhanden gekommen, ohne daß man sich besondere Gedanken darüber machte, wer ihn an sich gebrachi und zu welchem Zweck man es fortgenommen habe. Obgleich, wie die Polizei mit Bestimmtheit annimmt, die gestern vernommenen Leute mit der Attentatsassäre nicht das geringste zu tun haben, liegt es doch im allgemeinen Interesse, zu erfahren, wie leichtsinnig in manchen Betriebe« mit hochwertigen Explosivstoffen umgegangen wird. Es sind gestern abend noch mehrere Beamte unterwegs gewesen, um auf Grund einiger vertraulicher Mitteilungen über Spreng- stoffentwendungen Feststellungen und Beobachtungen zu machen, über deren Ergebnis bis zur Stunde noch nichts b c- k a n n t geworden ist. Die zweite falsche Gelbstbezichtigung. Frankfurt a. M., 9. September. Bei der Staatsanwallschaft erschien am Montag die Frau des vor einigen Tagen auf Grund der Selbstbezichtigung festgenommenen Josef hett, der angab, den Bombenanschlag auf das Reichstagsge- bäude in Berlin mit ausgeführt zu haben. Aus den Bekundungen hat sich ergeben, daß hett zur Zeit des Bombenattentats nicht in Berlin, sondern in Frankfurt gewesen ist, so daß die Sclbstbe- Fichttgung sich als haltlos herausgestellt hat. Kommunist wegen Sprengstoffdiebstahis verhastet? Eine Nachrichtenagentur bringt eine Meldung aus Mainz, wonach die Polizei im benachbarten Gonsenheim den Führer der dortigen kommunistischen Parteigruppe verhaftet habe, nachdem in seiner Behausung eine große Menge Spreng- st o f f mit Zündschnur und Sprengkapsel» vorgefunden war. Arbeiterjugend im Rundfunk.„25 Jahre Arbeiterjugend- bewegung" lautet das Thema, über das im Rahmen der Festwoche der sozialistischen Arbeiterjugend heute, 16 Uhr, der Genosse Max Peters, früherer Sekretär der Zentralstelle sür die arbeitende Jugend, im Berliner Rundfunk spricht. A~] Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A-G., Berlin Die Nachricht vom Untergang Mericourts lief über irgendein Lazarett. Dort traten ja Angehörige vieler Ver- bände zusammen. So kam es, daß Kameraden von Funk, die später zur Truppe zurückkehrten, in Berührung geraten waren mit jenen, die damals abgelöst hatten. Der Ortskommandant hatte sein Ende gefunden unten in einem seiner möblierten und ausstaffierten Kellergemächer. Vielleicht im Trinkstüberl, darin er die Luke, die hart überm Erdboden ins Freie führte, mit buntem Glas hatte versehen lassen, wodurch sie so anheimelnd Aehnlichkeit bekam mit den Butzenscheiben im„Rodensteiner" oder im„Wilden Jäger" daheim. Durch diese Luke ist der Donner herein- gefegt und hat den feisten Leutnant zerrissen. Möglich, daß sein letzter Gedanke war: nun erwischt es mich wieder, und ich bin immer noch nicht dekoriert! Auch Marguerite Lacroix ist den Heldentod gestorben. Sie und ihre Mutter. Aber die kleine Tochter, die Iosefine, lebt. Wird sie all die Jahre überstehen— und derart überstehen. daß nicht verlorengeht, wer sie eigentlich ist? Wird sie sich mit ihrem Vater, dem Sous-okkider von der Genietruppe, einst zusammenfinden? Denn Funk ist nun überzeugt, daß dieser Vater den Krieg überleben wird. Irgendeinen Sinn muß der Tod Margueritens doch haben— ja,' sie ist einfach an Stelle ihres Mannes verschlungen wor- den. Er kann verkünden: meine Frau ist gefallen— und sagt damit ganz etwas anderes, als gemeinhin gesagt ist. wenn behauptet wird, eine Frau sei gefallen. Wodurch für Funk auch diese Wendung sich enthüllt als verschämter Schwindel, als ein Ausbiegen vor der Wahrheit. Wer ge- fallen ist, steht— er müßte schon besonderes Unglück hoben — wieder auf. Die Gefallenen aber in den jahrelangen Schlächtereien sind, richtig benannt, nichts anderes als Er- mordete. Selbst der sanftere Ausdruck„Getötete" wäre un- genau. Zu Millionen Gemordete— bei einwandfreiem Tatbestand, da keineswegs Ueberlegung und Vorsatz gefehlt haben, Leben zu vernichten. Wenn man, um der Wahrheit zu helfen, übereinkäme, nie mehr von Gefallenen, immer von Ermordeten zu reden — das könnte vielleicht die Neigung zum Kriegführen aus- rotten, denkt Funk. Das sind Hoffnungen, die höchstens einer kommenden Zeit weisere und reinere Tage verschaffen. Für jetzt entdeckt er eine Aussicht, den Krieg beendigt zu sehen, in einem Schreiben, das der Chef des Feldsanitätswesens„streng ge- heim" an das Heer seiner Militärärzte versendet. Eine Aus- ficht, ungeheuerlich und verheißend zugleich. Der Geheimbericht spricht davon, beim Gegner seien Pestfälle aufgetreten. Wie weit die Meldungen ernst zu nehmen seien, lasse sich vorerst nicht ermessen. Größte Vor- sicht sei jedenfalls geboten, und Aufmerksamkeit den Truppen- ärzten hiermit zur äußersten Pflicht gemacht. Ob es sich um Beulenpest oder um die schlimmere Lungenpest handele, stehe noch dahin. Jedenfalls fei auf die Ratte als die bekannte Vermittlerin des Bazillus besonders zu achten. Nicht weniger auf etwaige verdächtige Krankheitserscheinungen beim Front- soldaten.— Es sei anzunehmen, daß die indischen Kolonial- truppen die Krankheit eingeschleppt hätten, und sei zu er- warten, daß sie gegebenenfalls von Graben zu Graben springen werde. Als Funk den Bericht las, war lein erster Gedanke: hier ist— soll man sagen: wenn wir Glück haben?— das Ende des Krieges! Denn so verbissen die Gegner ineinander sind, derart entmenscht werden sie nicht sein, daß sie sich weiter zerfleischen, während die gewaltigste aller Seuchen ihre Armeen überfällt. Ausreichende Hilfe in solchem Krieg gegen den Krieg könnte nur die Rotte gewähren. Ja— sie war in unge- heuren Heerscharen vorhanden. Man hatte sie groß und mächtig werden lassen wie die Laus. Wenn die Pest da war, wenn die englischen Grabenratten sie beherbergten— dann war es zu spät, um gegen die deutsche Graben-, Ope- rationsgebiets- und Etappenratte vorzugehen. Denn ihrer lebten zu viele. Sie würden schnell für Ausbreitung der Pest forgen. Funk wundert sich selbst, in welch triumphierenden, ja zyniseben Worten er die Sache bei sich überlegt. Er findet diese Worte, um sick> zu verhehlen, mit welcher Inbrunst ei? darauf rechnet, die Ratte in solch toller Weise als Friedens- bringerin ansprechen zu dürfen. Er sieht sie vor sich mit dem Oelzweig zwischen den Nogezähnen— er sieht sie pfeifend umherhuschen, sie pfeift:„Ich bring euch, was noch fehlt! Ich bringe den letzten Schrecken: ich bringe buchstäblich das Ende." Er hätte gern mit der Mannschaft über die Aussicht auf jene große Wendung gesprochen und erfahren, wie sie's aufnehmen: ob sie solches herbeizusehnen wagen könnten. Aber er war ja angewiesen, den Mund zu halten, und be- folgte den Befehl, nicht sicher, welche Wirkungen er andern- falls tue. Vielleicht lebten die Soldaten nachher noch ver- zweifelter dahin, als sie so schon vegetierten. Er beobachtete die Aerzte. denen er das Schriftstück aus- zuhändigen hatte. Der neue Regimentsarzt, Huckl Josef, las diesmal aufmerksam, was er, wenn sich's um bureauksatische Anordnungen drehte, beileibe nicht tat, und brummte:„Oh Herrgott! Unserer Mannschaft ist doch wahrhaftig das Da- sein schon sauer genug gemacht. Funk, da müsfen wir aber vorbeugend tun, was sich nur tun läßt. Eine Verringerung der Truppe muß möglichst vermieden werden. Je kleiner der Bestand wird, um so schwerer haben's die Uebrigbleiben- den. Ersatz aus der Heimat taugt nicht viel, die schicken uns die Zusammengeflickten, die nicht mehr mögen, und die jungen Bürscherl, die noch nicht recht mögen, die das In- dianerspielen gerade hinter sich haben. Die tauglichsten Leut' sind immer noch, die schon lang im Graben leben. Sie müssen wir zusammenhalten.— Diese Engländer mit ihrem indischen Gschwerl! Das ist doch überhaupt einfach eine Gemeinheit, Kolonialtruppen, Braune, Gelbe, Schwarze, Malaien und Menschenfresser und was noch alles auf uns loszulassen." Er war ehrlich erbost. Funk sah sofort ein: seine ver- ruchten Gedankengänge durfte er hier nicht freilegen, er wäre unmöglich verstanden worden. Er sagte:„Glauben Herr Oberarzt, daß die Deutschen, wenn sie Kolonialtruppen in den Krieg werfen könnten, davor zurückschrecken würden?" „Bestimmt. Solcher Skrupellosigkeiten sind nur die Herren Franzosen und Engländer fähig. Sie lassen europäi- sche Kulturgüter durch afrikanische Barbaren vernichten. Wollen das erste Volk Europas: uns, mit Hilfe von Kanni- balen austilgen. Pfui Teufel." „Als die Griechen sich der Perser erwehren mußten, sprachen sie auch von Barbaren. Es hat sich aber doch her- ausgestellt, daß die Bezeichnung einer— einer hochmütigen Kurzsichtigkeit entsprang. Die Deutschen, wenn sie— sagen wir: gegen Spahis kämpfen, haben keine geistig minderwcrti- gen Gegner vor sich. Und wo— verzeihen Sie, Herr Ober- arzt— sind überhaupt minderwertige Gegner, wenn es sich um das Primitivste dreht, was man tun kann: einander kaputt machen."(Fortsetzung folei) Bezirkskonferenz der Freidenker. Die Opposition hat sich selbst ausgeschlossen. In der Bezirkskonferenz des Verbandes für Freiden- k e r und F e u e r b e ft a t t u n g im Rathaus Neukölln zeigte der Vorsitzende Fritz Schmidt in der Erstattung des Geschäftsberichts dl« Schwierigkeiten auf, die der Entfaltung einer Propaganda im Wege ftehem Man konnte keine öffentlichen Diskuffionsverfamm- langen veranstalten, weil die Opposition sie mißbraucht, um sie für die Ziele und Absichten der KPD. auszunutzen. Die Werbetätigkeit des Verbandes im letzten Vierteljahr des Vorjahres zeitigte 2197 Kirchenaustritte, doch wenn die Opposition diese Tätigkeit nicht bewußt gestört hätte, so hätte der Erfolg noch größer sein können. Schon während des Berichts des Vorsitzenden machte sich starke Erregung bei den im Verband ver- bliebenen KPD.-Mitgliedern bemerkbar. Bevor es zur Abstimmung über eine Mißtrauenserklärung kam, bot sich ihnen der Vorwand, geschlossen die Versammlung zu verlassen. Aus dem Kassenbericht ist zu entnehmen, daß vier Fünftel der Einnahmen für kulturpolitische Ausgaben verwendet rvurden. Dem Kassierer wurde En l l a st u n g erteilt. Krakeel gegen Karsen. Weil er jugendliche Verschwörer nicht dulden will. Atit welcher unglaublicher Unverschämtheit die Kommunisten versuchen, die Erfolge sozialistischer Schulpolitik im Rahmen der kommenden Arbeit der Sozialdeinokratie herunterzureißen, beweisen die jüngsten Schimpfereien des Stadtverordneten Kommu- nisten Lange, mit denen unsere Genossen, der Oberstudiendirektor Karsen von der Ausbauschule und vom Kaiser-Friedrich- Gymnasimn und der<-ladtrat Genosse L o e m c n st c i n in Reu- kölln überschüttet werden. Was hat sich nun ereignet? Wir werden auf Grund genauer Angaben berichten: Die Schülerschaft der Arbeiter» Abiturientenkurse nahm in ihrer Schulgemeinde zu einer kommunistischen Schulzeitung Stellung. Durch die Bezeichnung „Organ der Schüler am Kaiser-Friedrich-Gymnasium und Käthe- Kollwitz-Schulc* wollte man den Anschein erwecken, als.ob es sich um«in offizielles Organ der Schülerschaft handele. Herr Gvhlk«, M. d. R., zeichnete verantwortlich. In uiwerschämter Weise wurden bierin Schulereignisse entstellt wiedergegeben. Nach Angaben dieser Zeitung soll Dr. Kausen den Arbeiter-Abiturienten die Essenräume entzogen und so diesen Schülern das Mittagessen unmöglich gemacht haben. Die Arbeiterkursistcn st eilten einmütig die Verlogenheit dieses Artikels fest und gaben ihrem Willen in folgender Entschließung Ausdruck:„Das„Rote Schulecho', das sich als Organ der Schüler am K.-F.-R. bezeichnet, versucht den Anschein zu erwecken, das Organ der gesamten Schülerschaft zu sein. Die Schulgemeinde der Arbeiterkurs« am 28. August 1929 lehnt es ab, zu kommunistischen Zwecken mißbrauchr zu werden.' Hierbei erfolgte dos nach der„Roten Fahne' angebliche Eintreten de» Teil, nehmers der Abiturientenkurse für eine.Kritikberechtigung der Schüler an der Schule". Danach stand der junge Mann aus und erklärte:„5ch bin zwar nicht der Artikclschreiber und kenne den Verfasser auch nicht, aber auch dann, wenn er mir bekannt war«, würde ich ihn nicht nennen..Ich freue mich, daß meine Genossen so gut« konspirat.ioe Arbeit geleistet habe n." Nachdem der Schüler dies bekundet hatte, erfolgte die münd- liche Enlaffungserklärung in Gegenwart sämtlicher Test. nehmer der Arbeiter-Abiturientenkurse. Raubmord in Eberswalde. Ein Kapitaloerbrechen wurde am Montag in den späten Nach- Mittagsstunden in Eberswalde entdeckt. Dort wurde in ihrem Zigarrenladen in der Viktoriastraße 25 di« Witwe Ellebrand«r- mordet' aufgefunden. Der noch unbekannte Täter, der alle Ve- hättnisse durchwühlt hat, erbeutete mehrere hundert Mark. Die Staatsanwaltschaft Prenzlau hat um Entsendung eines Berliner Kriminaliften ersucht. Selbstmord eines Arztes. Gesten: nachmittag spielte sich im Hause Goethestraße 18 in Eharlottenburg ein aufregender Vorfall ab. Bei einer Fa- nnlie•im Vorderhaus wohnte dort ein 27jähriger ukrainischer Staats- ongehöriger Dr. med. Georg K r i s ch e w i tz zur Untermiete. Gestern am späten Nachmittag verließ K. sein Zimmer und begab fich un- bemerkt zur Bodentreppe hinauf, von wo er sich au» dem Ilurfenster auf den Hof hinabstürzte. Der Selbstmörder war auf der Stelle tot. Der Grund zu dem Verzweiflungsschritt konnte noch nicht geklärt werden. Bertehrsstörung durch Kurzschlusi. Durch einen eigenartigen Unfall wurde gestern abend der Strahenbahnverkehr in Steglitz empfindlich gestört. Vor dem Hause Albrechtstrahe 117 brach plötzlich der Bügel eines Straßen- bahnwagens. Der Bügel verfing sich in der Oberleitung, die zerriß und auf den Fahrdomm stürzte. Dadurch entstand in dem Umschalter eines Straßenbahnmastes infolge Kurzschluß«n Kabel- brand. Unter starker Rauchentwicklung schlugen mehrere Flammen hervor. Die Feuerwehr wurde gerufen und nach kurzer Zeit gelang es, den Brand zu ersticken. Der gefährdete Straßenabschnitt mußte sofort gesperrt und die Oberleitung stromlos gemacht werden. Der Schaden tonnte durch einen Hilfsgerätewagen der Straßenbahn noch einstündiger Arbeit behoben werden. Der Straßenbahnbetrieb ruhte von 17.49 bis 18.45 Uhr. Der Straßenbahnwagen winde später abgeschleppt. Dachstuhlbrand in der Sprcugelstrasie. Die Feuerwehr wurde gestern abend um 29.39 Uhr nach der Sprengel st raße S alarmiert, wo im D a ch st u h l des Vorderhauses aus unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen war. Die Flammen wurden mit vier Schlauchleitungen bekämpft. Die Lösch- und Aufräumungsarbeiten dauerten bis gegen Mitternacht. Das Reichsbanner beim Sturmvogel. Unsere Freunde vom Reichsbanner aus dem Bezirk Kreuzberg waren am Sonntag Gäste der Lufthansa und des Sturmvogels, des Flugverbandes der Werktätigen. Mit Fahnen und Musik rückten die Kameraden ein. Dr. Sauer- heim er von der Lufthansa begrüßte sie mit herzlichen Worten., Dann zeigten ihnen'die auf dem Flugplatz, in der Lufthansa und beim Sturmvogel Tätigen alles Sehenswerte. 12 Freiflüge boten den Reichsbannerleuten Gelegenheit, Berlin von oben zu de- trachte! Ei»st»da»ge» für dlrs« Rubrik sind «,rli» S« 63, Lindrnstrabr 3, parieinachrichten für Groß-Berlin strt»»» du» Betiri»s«krrt-rtat i. Hof, 2 Zrrppru»cht», zu richte». Z. Krei» Weddin«.»«»tu«. 16. September, 19'/j IIb«, i» der Schulaula«rüntbaler Ttrahe. Nreismitulieberncriamml»»«. Vortrag: R .Was wir für unsere Zoacnd taten". Referent Stadtrat jtulisch. 4.»wi» Prenzlauer Berg. Die Dnnonstration am 22. September in Spandau fällt aus. 13.»rei» Tcmpelbof. Conntaa, 15. September, 10 Uhr. veranstaltet das Br- zirksamt Tempeldof eine tzlldruna durch den Botanischen Sarien.»ästen- bciiraq iK Bf. Borhcrige Anmelduna bi» 10. September im Schulbureau, Tempelbof. Dorfftr. 17, Zimmer 4. Die Teilnahme ist zu empfehlen.— Oll» Stiniher. 14.»reis Reukölln. Donnersiaq, 12. September, IS Uhr, ab Reuterplatz Werbedemonstrotion der SBI. Schluhkundaebuna auf dem Sertzbersvlatz. Die Genoistnnen und Genossen werden zur Teilnahm« auf«eford«rt. 17.»Ml, Lichtenberg. Mit'woch. 11. September, bereit» schon um 17 Adr. im Rathaus, Zimmer 36, Sitzung der Bezirkzverordneten und Bürger- deputierten. iL.»Mio Weihenie«: Heute, Dtenstaa. 10. Sevtember. ISiä Uhr,!m Rathau», Zimmer 21, siraktionssttzung. Die Mitglieder de» Ausschüsse» für da» höhere Schulwesen sind ebcnsalls dazu eingeladen. Ig.»Mi». Am Dien»Ioa. tO. September, 19U Uhr. Versammlung der SPD., Sltrrnbeirätr und sozialistisch«» Lehrer im Rothou» Wittenau, grosser Saal. Referent Stadtschulrat Rodahi. Thema:»Berliner Schulwesen". heule. Dienstag. 10. September. 31. Abt. Heut, beteiligen sich all« Mitglieder an der Demonstration der ©315. Antreten um 18', 4 Uhr Arnmoalder Platz. «. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Zung, Dreibundsir. u. Bvrtrag: „Wohnungsnot und Micterschutzgcsctz". Referent Landgerichtodireitvr Ernst Rüben.__ 69. Abi. Wilmersdorf. 20 Uhr bei»ulko. Lauenburger Str. 21, Mitglieder- Versammlung. Bortrag:..Nommunalpolitisches aus Wilmersdorf". Referent Stadtrat Georg Oppel....... 85. Abt. Tempeldof. 20 Uhr Zablabrnd». 2. und 5. Bezirk: Pommer»», na. Berliner Str. 100.«andidatrnaufstellung. 6. Bezirk: Lokal Uhlemann, Ringbahn. Ecke Germoniaftrosse. 198. Abt.»öpeuick. Achtung! Di« Mitgliederversammlung findet nicht am Mittwoch. II. September, sondern beMit» beute, Dienstag, 19. September. um 19U Udr. im Stadtiheater, ssriedrichstr. 6, statt. Bortrag:„Die Stodi- verordnetenwahlen am 17. Rovemhcr". Referent Mar Tolkzdorf. Auf» stellung der»anbidaien. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen. Mittwoch. II. September. I.>tt. 1914 Uhr im Sackefchen Kok, Rosentdaler Str. 40— 11, Aufstellung der »anbiboten. z. Abt. 20 Uhr bei Ohngemach.«ommandantenstr. 89, Bartrag: �kommunale Wirischoki-fragen". Referrnt Stadtrat August Schmäht. 3. Ab«. 1914 Uhr im Saal I de,»ewerrsch-ftskaulcs. Engelufer 24— 2S, Bor. trag:„Städtische Wohlfahrt», und Jugendarbeit". Aufstellung der»and,- 4. Abt. 1914 Uhr bei Stommel, Reue ssriedrichftr. I, Aufstellung der»anki. datrn. Dahl der Delegierten zur«reiooertreterversammlung und zu» Bezirksvarteitag.___ S. Abt. 1914 Uhr im Rofrnthalrr Kol. Rolenthaler Str. 11—12. Aufstellung der»andidaten._..... i. Abt. 1914 Uhr bei Dietrich. Brunnensir. 34. Aufstellung der«andidaten. Wahl von Delegierten.__. 7. Abt. 1914 Uhr im Berein�eim de» Rorden»,«artenftr. 6.»ortrag:„Em Auflchnitt au, der Berliner»ommunalpolitik". Referent Apgusi Rie- mann. Stellungnahme zur Wahl._„..._. 8. Abt. 1914 Uhr Zahlabend«. Lokal Matschke.»urfitrsienstr. III.»ortrag: „Der Young.Plan". Refereniin Genossin Mener. Lokal Mever, Lützow- strasse 7, Vortrag:»Die politisch« Lage". Referrnt Genosse Straihmann. Lokal Seiler. Sieinmetzstr. 29. B-rtrag:„Die politisch« Lage".. Referent Sermann Wäger. Lokal Rickert. Steinmetzstr. 38». Boriraa:»Die Spreng, staffattentaie". Referent Genosse Dilllnaer. Lokal Leulchner, Elssdol». strasse 5, Bortrag:„Die politische Lag«. Referent Michael Kirschberg. 9.»tt. 19>4 Uhr tm«riushof, Pcrleberger Str. 29,»ortrag:„Die kam. Menden Wahlen". Referentin Stadtverordnete Liobeth Kübner.Riedger. 1». Abt. 20 Uhr im E-f« Gärtner, am Bahnhof Bellevu«, Vortrag:„Der »ampf»m die Arbeitslosenversicherung". Referent Theodor»otzur. Wahl der Delegierten. Vorschläge zur K-ndidatenaufstellung._. IL Abt. 1914 Uhr bei Berger, Levrtzowstr. 21:„Die kommenden Wahlen". »ondidatenanistellung. 12.«dt. 1914 Uhr bei Nachtigall. Beuss-lsir. 32. Reuwahl der»««»Vertreter. «andidatenaufstellung._ 13.»it. 1914 Uhr im Blauen Saal de« Patzenhofer, Turmstr. 25. Borirag: „Der»ampf um die Arbeitslosenverstcherung". Referent«urt Keinig, M. d. R.»andidatenaufstellung. Wahl der Delegierten zum»reiiver. 14.«btC19S Uhr bei«Otticha IT, Putbusser Str. 24; Stark, Putdusser Str. 14; Schulz, Graunstr. 41. 13. Abt. 1914 Uhr bei Dabm, Bineiaplatz 7, Borirag:„Die Boik»bllhn«»nd die Arbeiterschaft". Referent Dr. Löwenb-rg. Bei«urkowski. ileldstr. 3. Vortrag:.?vrkehr»sraaen". Referent Stadtverordneter»lose. 1». Abt. I9'4 Uhr bei Döhltng. Brunnenstr. 79. Leuschner, Ackersir. 110. Tabrensteiner, Reue Kochllr. 8.....-...... 17. Abt. 1914 Udr bei Eckardt. Müllerstr. 163. Schreiber, Triiistr 63. Pimolskn. Tegeler Str. 24.«linge, Sellerstr. 14. Schwiderowskv. Trist. strasse 48. 18. Abt. 1»'4 Uhr Zahlabende ,n den bekannten Lokalen. 19. Abt. 1914 Uhr. Bezirk 805. 806: Kennig, Pankstr. 59. Bezirk 809.«10: Schrrvel, Grünthaler Str. 18. Bezirk 811:»rodzinski. Grünthaler Str. 14. Bezirk 814, 817, 818: Schuchardt, Ehristiant-sti. 11«. Bezirk 815,»16: Sass, Grünthaler Str. 63. Bezirk 820: Slelfen. Prinzenalle« 37. 29.«dt. 1914 Uhr bei Bontke, Schulftr. 74. Machalcit. Drontheimei Str. 4. Tillgner,»oloniestr. 42. 21. Abt. 20 Uhr Zablobende in den bekannten Lokalen. 22. Abt. 20 Uhr Zahlabende bei Barisch, Fehmarnstr. Ii Losch««. Ani. wrrpener Sir. 9; Borkawski, Brüsseler Str. 43: Senkel. Utrechter Str. 19: Senns, Müllerstr. 26.. 23. Abt. 1914 Uhr Zahlabenb« mit der Tagesordnung:„Die bevorstehenden Kommunalwahlen". Lewandomsk!, Seestr. 104: Grunewald,»ameruner Strasse 19: Gutlchow. Transvaalstr. 29? Tietze. Borfnssir, 9: Mollnau, Müllerstr. 62»: K»m,, Otaviftr. 37. Referenten die Senossen«rause, Lösche, Blaschzik, Pfeiffer,»reienbrink,»ühne. 24. Abt. 19'4 Uhr ausserordentliche Mitgliederversammlung an Siellr der Zahlabende in der Schuiaula, Ehristburger Str. 7. Tagesordnung:„Die bevorstehenden»ommunolwahlen". Referent Stadtverordneter Adolf Döhnert. Kandidatenaufstellung, gutritt nur grgen Vorzeigen de» Mit. gliedsduches. 25. Abt. 1914 Uhr im»leinen Saal de, Saaldau ffriedrichshain. Am ssriedrichshain, Borirag:.Unser« Arbeit im Stobtparlament". Referent Stadtverordneter Mar«reuziger. Stellungnahme zur»andidatenauf. stellung. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 26. Abt. 20 Ubr bei BeinNch, Weissen burger Str. 1. Vorschläge zur»anbi. datenaufstellung. Achtung! Die Funktionäre iMffen sich bereit, um 1914 Uhr ebendort. 27. Abt. Achtung! Di« Zablabende fallen am Mittwoch, 11. September, au». Dafür Donnerstag, 12. Sepiember, Miigiiederversammluna in den Schön. hauser Festsälen, Schönhauser Allee 129. Bortraq: Die Arbeit der SPD. in der Eiadigemeinde Berlin". Referent Stadtverordneter Hermann Amderg. Aufstellung der Bezirkoverordneten. Mitgliedsbuch legitimiert. 28. Abt. Igr- Uhr in den Bervlino. Festsälen, Ech«nhails-r Aller 29, Portrag: „Die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen". Referent Bezirksverord. neter«Orbis. Kandidatenaufstellung. Verschiedene«. Di« Bezirltführer 29. Abt." u?r'im Altersheim. Danziger Str. 62. Tagesordnung:„Die Kommunalwahlen".»andidaienaufstellung. Referent Georg Maderhoiz. M. d. L. 39. Abt. Achtung! 1914 Uhr-»ssrrordeutllch« Miig'iederversemiuluus i» de» «astuo.Frftsäle«, Pappeloller 15. Aufsteluug der»onbiboten. 31. Abt. 1914 Uhr in der Schulaula, Schönfliesser Sir. 7, Vortrag:„Unsere Arbeit in der Bezirksverordnetenversammlung. Referentin Ella Kay. Aufstellung der»andidaten. 32. Abt. Genosse Polchow ist von den Ferien zurück. Abrechnungen wieder Friebrickwfelder Str. 21. Zahlabende um 191, Uhr. Gruppe Fiedtkau bei Kromphardt, Paul-Einger-Str. 49. Gruppe Buchmann: Drescher, Stra. lauer Platz 5. Gruppe Worimann: Schmidt. Fruchtstr. 86». Referent we. nosse Winkelmann.„UnfiM»ommunalpolitik." Gruppe Meyer: Lokal Markusstr. 16. Sruppe Tröder: Haberland, Andreasstr. 79. 33. Abt. lg>4 Uhr Zahlabende bei Hahn, Simon.Lach.Str. 9. Wertolla, Sohenlobestr. 3. Koffmann, Markgrafendmnm Ecke Stralauer Allee. 34. Abt. 1S>4 Uhr Zahlabende. Gruppe Eomeniusläle und krugmann haben einen gemeinsamen ZaMabenb im Lokal Neumann, Gubener Str. 45. Portrag de, Genossen Solo Koppe. Die übrigen Zablabende tagen wie bisher Eadiner Str. 11. Borirag de» Genossen Rechtsanwalt Dr. Theodor Tichauer. RoiMntener Str. 7, Bortrog des Senossen Paul Bernstein. Die Bezirksfildrrr werden nochmal» drinqend gebeten, einzuladen. 35. Abt. 1914 Uhr Zahlabend« bei Otto, Rigaer Str. 85: Bomb«. Boigt. strasse 25; Guczkowlli. Schreinerstr. 38: Schule. Dawartterstr. 20. 36. Abt. 19U Uhr. 1. Gruppe: Büsch, Tllslier Str. 27. 2. Gruppe: Korn. Zornborfer Eirasse Ecke Löwestrasse. 3. und 4. Gruppe: Wittschuh. Petero- burger Str. 5. 37. Abt. 1914 Uhr. 1. Bezirk: Zepke, Sberinstr. 7. 2. und 8. Bezirk: Jerasch. Edertystr. 10. 4., 5., 6. Bezirk: Raschle. Matiernstr. 14. 38. Abt. 1914 Uhr Zahlabende. Bezirk 154: Lokal Blawert. Weberstr. 24». Borirag de» Genossen Fritz Weigcl Uder:„Der Sozialismu» in der Ge. meinde". 39. Abt. 20 Uhr Im Baugewerk»hau«, Grossbeerenftr. 96. Borirag:„Unsere Jugendbewegung." Rel»rent Erich Ollenbauer. 39». Abt. Z-hlworgeu. Früh 5 Uhr im Lok»l„Zum Möhre»". Ierusalemer Strasse 9, Vortrag:„Die Kämpfe um den Pouug.Plau." RefeM»» Emil Barth. 4i. Abt. 20 Übe Zahlabende in den bekannten Grupveniokalen. 12. Abt. 19', Ubr bei Buhr. Blücherstr. 88: Braun, Baerwaldftr. 1: Koehlke, Bergmannstr. 99: Seehaat. Willibald. Alexi«.Str. 5: Thiel, Zossener Str. 1 Ecke Baruthcr Strasse: Wiersdorfs, Urbanstr. ö. 43. Abt. 1914 Uhr Zahlabende. Bez. 123 u. 124 bei Tlbrechi. Urbanstr. Bez. 125 bei Christen, Fichieltr. 24. Bez. 126 u. 127 bei Bruhn, Sraefa- strasse 41. Bez. 128 u. 129 bei Frankcnhauier, Iahnstr. 15. Bez. 180 bei Albrecht, Urbanstr. 29. Bez. 13l bei Wolter. Bö-khstr. 49. Bez. 132 der Krepp, Planufcr 75176. Bez. 133 bei Wendler Nachs., Diefsenbachstr. 54. Bez.>34 bei Wolf, Groefeslr. 26. Bez. 135 u. 136 bei Bogt, Boppstr. 8, Bez. 137 u. 138 bei Klose, Böckhstr. St. 44. Abt. 1914 Uhr in der Schulaula, Mariannensir. 47, Borirag:„Die Arbcid der Sozialdemokratie in der Kommune." Referent Stodtocrordncier Rem- hold Eichberq. 45. Abt. 1914 Uhr bei Minnig, Lausitzcr Str. 4-). Referent Genosse Allmer. Penski, Ratiborstraße Ecke Wiener Straße. Referent Genosse Srewert» Matschenz, Förster Str. 9. Referent Willi Marske, Wienziers, Reichen« berger Str. 104. Referent Genosse Grün.„Stellungnahme zur Äommu» nalwahl." 49. Abt. 1914 Uhr bei Sichholz, Euvrystr. 23, Vortrag:..Sozialistische Kultur. aufgaben in Staat und Gemeinde." Refereniin Irma Fcchcnbach. Lokal Wauentin, Görlitzer Str. 72, Bortrag:„Berlin vor den Wahlen. Rcse» rent Stadtarzi Dr. Georg Löwenstein. � 47. Abt. 1»>4 Uhr Iahlabende. Lokal Siedentopf, Muslauer Str. 35. Bor. trag:„Die kommenden Wahlen." Referent Eduard gachcrt, M. d. L. 48.«dt. 19', Uhr in Sli-sinqs Festsälen, Wasscrtorstr. 68, Borirag:„Vom Werde» der deutschen Republik." Referent Dr. Mar Schütte. Sh-elottenburg. 51. Abt. 19 Uhr im Wohlsahri-l-al, KönigiU.Slv-beth. Strasse. Vortragt„Unsere Arbeit in Berlin". Referent Stadtrat Ernst Reuter,«äste ss-b elugelaben.-- 52. Abt. 20 Uhr bei Krassehl. Kaiserin. Augusta.?>ve« 81 Ecke Sömmeringstrasse, Bvrtrag:„Der Kampf um die Arbeitslosenversicherung". Referent Richard Meier.— 53. Abt. 1914 Uhr Zahlabende. 1., 2. Bezirk: Schweikert. Erasmusstr. 2, Vortragt„Verkehrs. Politik der Stadt Berlin". Referent Wilhelm Schmidt. 3., 4. Bezirk: Lur. Suttenstr. 26, Vortrag: Kommuno>politisä,es aus Eharlottenburg". Referent Stodtrat«arm. 5., 6. Bezirk: Hamer, Sickingenstr. 55, Bor. trag:„Das Arbeitslosenversicherunasgesetz". Referent Genosse Wygasch.— 55. Abt. 20 Uhr bei Reimer. Wilmersdorfcr Str. 21, Vortrag:„Die städtischen Werke Sross-Berlins4 Uhr Zohlabcnde in folgenden Lokalen: 1. Be. zirk bei Kenrnist. Eraf-Roedern-Allee: 2.. 5., 10. und 11. Bezirk bei Roch. Haus, Relldenzstr. 100: 7., 8. und 9. Bezirk bei Strinbach, Schillcrvromc- nade<8: 12. und 14. Bezirk: Lansastr. 3: 10. und 10. Bezirk bei Neu- mann. Provinzstrahe und 17. und 21. Bezirk bei Brückner, Provinzstrahe. Di« Bezirksführcr laden zu den Zahlabenden ein. 137. Abt. Rsinickenbarf-Weft. 20 Uhr im Volkshaus Rcinickendarf'Wcst, Schorn, weberstv 114, Vortrag:„Berlin vor den Kommunalwahlen". Rcfcrcnt Carl Liikr. M. d. R. 138. Abt. Sermsdoif. Oeffentliche Versammlung im Lokal Ludwig«- MZ lust, Bismarck- Ecke Albrcchtftrahc. Vortrag:»10 Jahre Berliner Kam- x-j Mi munalpolitit". Acfcrcut Friedrich Schlegel. Wir bitten um recht rege W M Beteiligung. � 139.?Ibt. Tegel. 20 Uhr im Alte» Krug, Sauvtstr. 14. Borirog:„Siädtififce Werke im Epie�I der Parteien". Referent Siadioerordnetcr Schäfer. Vorbereitungen zur Komnninalwahl. Verschiedene». 140. Abt. Borügwalde. 19'/, Uhr bei Woitschach, Eruststr. 1, Bortrag:„Drr Angriff aus das Arbeitslosinversichcrungsgrsest". Referent Wilhelm R ostolk. Partcianeelegenhciten. 140:: Abt. Wittcrau. 20 Uhr im Lokal Schulz, am Nordbahnhof. Vortrag:„Der ! ampf um die Ardcitsloscnvcrftcherung". Rcfcrcnt Dr. Kurt Löwen- stein, M. d. R. 141. Abt. Rdsenthal und Siiederschönhausen-Wlst. 20 Uhr bei Sofsmann. Krou- Prinzen. Ecke Edelwcihstrahe, gemeinsamer.Zahlabend. Vortrag:„Die Kulturpolitik der Stadt Berlin". Referent Georg Raible. 143. Abt. Waidmanusluft. 20 Uhr bei Schmischke, Waidmannstr. i. Bortrag: „Der Kampf um die Arbeitslosenperficherung". Referent Willi Morgonsk». Wildau. Zahlabend um 20 Uhr im Lokal Kuhle, Wildau. Aufstellung der Kandidaten zur Semeindewahl. Vortrag des Genossen Wilh. Krüger. Frauenoeranskaitungen. 7. Kreis Eharlottenburq. Donnerstag, 12. September. Führung durch die a?el)ag-Siedlunq in Zeblendorf. Treffpunkt 14 Uhr U-Bhf. Thielplat,. 33.?'bt. Die Genossinnen treffen flch �ur Besichtigunq der Gehag.Siedlung in schien dorf am Donnerstag, 12. September, 12% Uhr am Hochbhf. War. schauer Brücke 136. Abt. Reinickcndorl.Ost. Heute, Dienstag, 10. September. 10 Ubr, Ve» fichtigung der Ausstellung der Berliner Tischlcrsckiule, Etrasimannstc. 6. Treffpunkt 8% Uhr Ecftiihenhaus und Seebad oder 9% Ilhr Bernauer Strafte, sonst 10 Uhr Straftmann strafte.— Donnerstag, 12. September, 20 Uhr. Lindauer Strafte, ssunktionärinnensiftung. 1?y. Abt. Tegel. Die �unktionärinnen treffen sich am Msttrvock vor dem .�oh labend um 19 Uhr im„Alten Krug". Donnerstag. 12. September, bc- tciligen sich die Genossinnen zahlreich an der Besichtigung des Gehaa- Siedlung in Zchlendorf. Treffpunkt 12 Uhr an der Endhaltestelle Tegel. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg: Wir beteiligen uns geschlossen an der 20-Iahr.Fcier der TAI. in der Aula des Rcform-Gnmnassums. Vorkaue 10. Gruppe Tempclhos-Maricndori: Seute, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim Grrmaniastr. 4—6, Vortrag:„Kcllcktiv-Arbcitsrccht". Rcfcrcnt Otio Bürge. Meister. Gruppe Friedrichshai»: Seute, Dienstag, 10. September, beteiligen wir uns an der Demonstration der SAJ. Tresspunkt 19 Uhr Baltcnplast. 25JahreAriielterjugendiiewegung ffandäebai�en In den BezfrKen Heule Dienstag; Krenzberg und Mitte: 19>4 Uhr, in der Schulaula Kochstr. 13. Udilenberg: lO'Ä Uhr, in der Schulaula Parkaue. Tiergarten ned Westen: 19 Uhr im Kl. Tiergarten anschl. Demonstration. Prenzlauer Perg, Wci�ensee nnd Pankow: 19 Uhr, Demonstration ab Arnswalder Platz, Schlußkundgebung Arnimplatz. Osten nnd Frledrtchihain: 20 Uhr, Schulaula, Fricdcnstr. 31, vorher Demonstration. Trelfpunkl 19 Uhr, Baltcnpiatz. Am Donnerstag, dem 12. September:* Wedding und Reinickendorf: Treffpunkt zur Demonstration IS1/» Uhr, Brunnenplatz, anschl. Kundgebung im Humboldthain. Trepiow und Köpenick: 19 4: Uhr, Stadttheater, Köpenick, Wilhetmplatr, Menkßlln: Treffpunkt zur Demonstration mit anschl. Kundgebung 19 Uhr. Rcuterpiatz. Arbellerlodend im RundiunK Heute 16 Uhr spricht Stadtrat Peters über„25 Jahre Arbeitcrjugendbcwegung". Sie AasstellDng..25 Jahre Arbeiteiliiäendbeweginui" im Oewerkschaflshaus, Berlin SO, Engeluter 24/25, geöffnet täglich 17—22 Uhr, am Sonntag, den 15. September, 10—14 Uhr. Eintritt frei. Arbeiksgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-BerLn. Zentrale. Besucht die Ausstellung im Gewcrkschaftshaus, Eugelufer. Bis Sonnabend. 14. September, täglich von 17—22 Uhr geöffnet. Kreis Tempelhof. Mittwoch, 11. September, 16 Uht», gemeinsames Spielen aller Gruppen auf dem Sportplatz am Neuen Park� Eingang Manteffelstraftc. Kreis �ricdrichshain. Alle Talken beteiligen sich am Dienstag. 10. Eeptc.".i- der. an der Demonstration der SAJ. um 19 Uhr Baltei'platz. Donnerstag, 12. September. 20 Uhr. Kreishelfersitzung. Diestelmeperstrafte. Kreis Kreutberg. Mittwoä), 11. September. 19� Uhr, Kreishelfersitzung im Jugendheim Aritzer Strafte. Wichtige Tagesordnung. Jeder Helfer nmft erscheinen! Geburistage. Jubiläen ujw. 47. Abt. Unserem Genossen Otto Heetberg, Muskauer Str. 2V, mm Tage der Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 198. Abt. Köpenick. Unser Genosse Karl Krohn, Böttcherstr. 2, ist am Mittwoch. 4. September, im Alter von 65 Iabren verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung bat bereits stattgefunden. 'i i i SozialistlscheArbejterjugendGr.-Verlin j Ginsendungcn für diese lltubrtt nur an da« Zugendsekretartal I Jcelin SW 68. Ondeustraße Z Im Rahmen des Ingendtaqes am 15. September soll ein Bropagandalauf durch den Medding durchgeführt werden. Genossen(gute Läuscr) Idiinen sich im Iugendsckrctartat meldeu. heule. Dienstag. 19y2 Uhr: Brunnenplah: 244. weltliche Schule, Pauk- Ecke Wicscnstraße: Tagespost. Itsch« Fragen.— Arnswalder Platz: Zur Demonstratioit Rotc-Falken-Trad,!,— Arbeitsgemeinschaft der Roten Falken Arnswalder Platz: Wir treffen uns um 180g Uhr vor dem„Elnfium", Danzigcr Straße Ecke Prenzlauer Allee, und gchcu gemeinsam zur Kundgebung�— Schöncberg II: Seim Sauptstr, 10: Zelt- logcrbcfprcchung,— Schönebera III: Seim Sauvtstr, 10:„Tagcsfragcn".— Dahlem, Rote Falten: Nvrdfchulc, Potsdamer Sir, 6; Arbcitsqcincinsdnift(2): „Die Grundformen der Wirlschasi".— Steglitz: Leim Albrcchlstr, 47:„20 Jahre SAJ,"— Zehlendorf: Nordsdiule, Potsdamer Str, 5—7:„Die Grundformen der Wirtschaft",— Niederschänewetd«: Schule Berliner Str, 31:„Wie steht der Sozialist zur Republik".— Scemsdors: Seim Roonstraßc: Informativ nsäbend. — Kaulsdorf: Schule Adolfstr, 25—2«:„20.Iahr.Feier der SSI?,"— Rcinickc:.. darf-vft: Seim Ltndaucr Straße:„Die Bedeutung imscrer Zcitfdtrisk",— Britz I und N: Wir beteiligen uns an der W,-B,.Mitgliedcrversa>nmIung. Treffpunkt 19 Uhr Raihans,— Rcnkälln VI: Statt der angesetzten Werkle. demonstratton beteiligen wir uns geschlossen an der Werbebezirksmitglicdcr- uersammlnng in der Wal!cr.Rathcnau«ödtulc.— Zentrum: Treffpunkt zpr 25.Iahr.Knndqebttng in der Schuir Kochstr, 13 um 18'i Uhr am Alexanderplctz, „Radio-Web". 4- Werbebezirk Kreazberg: Oeffentliche Kundgebung um Wi Uhr in der Aula des Kaifer-Friedrich-Realgiimiiassums, Kochstr, 13, Werbebezirk ReulMn: Werbcbczirksmitgliederverfammlung in der Waltor» Rathenau-Sdiulc, Boddinstraße, Thema:„Neue Erziehungsaufgaben". Referent' Dr, Kurt Lowenstein, Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt, Tambourloep» Prenzlauer Bergt Das Tambourkorvs spielt heute zur Demonstration im Bezirk, Wir treffen uns 19'iL Uhr Arnswalder Platz zum Fackelzug, Pllnktlick>es Erscheinen ist Pflicht, tRotc-Folken-Tracht,) Werbebezirk Prenzlauer Bergt Seute findet ans Anlaß der 25.Iahr.Fcicv ein Fackelzug mit der Partei des 4.,»reifes und den anderen nahestehenden proletarischen Organisationen durch unseren Ort statt. Der Treffpunkt ist 19>,s Uhr Arnswaldcr Platz. Der Fackelzug endet auf dcni Arnimplotz mit gleidizcitigcr Edilußkundgcbung, Redner Genosse G. Madcrholz, M. d, L. Fackeln sind itodt am Treffpunkt Arnswaldcr Platz zu haben, Wcrbcbezirt Pank»»: Wir beteiligen uns an der Kundgebung des Werbe. bczirks Prenzlauer Berg, Treffpunkt 18 Uhr Mühlen. Ecke Berliner Straße fkleincs Häuschen), Werbebezirk Tiergarten: Heute, 19 Uhr, gemeinsam mit dem Werbebczkrl Westen, der FTSB, und den Sportlern, Kundgebung am Kleinen Tiergarten. Ansprache des Genossen E, Ollcnhauer, anschließend Fackelzug. Fackeln am Treffpunkt. Hiisvsi'ksirf s; Dittmar-Möbel Molkenmarkt 6 Zahlungserleichterung TSUGIt&ZBQIfifftB' bIO Lü Xhealer, Cichispiele usw. -J--- C-L- Dfl. t VotJten. 5 und 8V2 Ott laikarusi 125t IlBtete«euen Preise: WoeteDlsgi 5 Uhr 50 Pf. bis 3 Mirk Tflgt. tV2 e. Sonnt. 5 Übt 1 tls 8 Harlt Origrlnal- Raatelll«stv. | Tägl. S> u. a» fcnnl.J.O ti 8U _| AI«». E. 4. 8066 �INTERNAT. VARIETE CASINO-THEATER Lothringer Straße 37. Täglich SV: Uhr Der neue srötfnungs- Schiacer Wb»si oRliörl mein Mann! Dazu ein erstkl. bunter Teil. För unsere Leser: Cutschein für 1—4 Personen Fauteull nur 1.25 Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkelt u. Rang 0B0 M. Kose- Theater. GrotzeFraafclorlerStT.lSZ. Bestellkasse; Alexander 34!2 Täglich 8.15 Uhr: Die Weber von Qerharl Hanplmann Regie; Paul Rose CarteabObne 8.15 Uhi; Die Scheidungspeise Moderne Operette in 3 Akten Regte: Hans Rose Sonntag, den 15. Sept., nachm. 2.30 U- Die erste Kardienvorstellnng SoeewlttdieniuiiKlie siebeaZw�e VolKsHttluie finaterainSSIowDlati Täglich 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regie: Karl Heinz Martin Sfaafl.Sdiill6r-Tli. 8 Uhr 2*2=5 Siaaisauer am Plan cer kcouoiih 8 Uhr Die nedermaDs Piscslor- Bühne S'lt Uhr DerKaufmann von Berlin Vorverkauf auch im Pavillon der Reinhard tbühnen. Kurfürstendamm. Ecke Uhlandstraßc Bismarck 448/449 DßütSÖIES mm D.I. Norden 12310 SU- Ende gegen II Die Fledermans Musik v.Joh.StrauO. Regie- Max Reinhardt Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Hamraersplele D.I. Norden 12 310 S'i«, Ende gegen lO'ä Oer Dnwhlepstetilielie Komödie von Gdraidy und Spitzer Regie: Gustaf Gründgens Sie KomMie II Bismck.2414/7516 SV: U, Ende geg. 10 EreucSSscs Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Leontine Sagan Ssrnowsky-Eühnsn Theater in der KSniggrätzer 5 trabe 8Vt Uhr Dannlb&I ante portas Komödienhau» Täglich SV« Uhr CSafieys Tante mit Carl Bot«. GROSSES SCHAUSPIELHAUS tägl. 8 Uhr SBlw&lfetfm Direktion Dr. Robert Kiel» Deutsches lünstler-Tbealer Täglich 8V« Uhr Dia andere Seite von R. C. Sherriff Regie: HeinzHilpert Esflinsf lüeater Täglich 8'.'« Uhr Siawatleo von Georg Kaiser Musik: Mischa Spoliansky ~ gie: Larr Regie: Forster Larrinaga Kleines Ttieat. Merkur 1624 Täglich SV« Uhr Max Adalbert In Clubleule Trianon-Tii.Mäkr Täglich SV« Uhr D«riir.losispitlei1tilg Das hammt doch alle Tage vor Johannes Riemann, Vilma v. Aknay, Max Landa, Lotte Kllnder Lesslng-TliEatEr Norden 10846 Grnppe Junger Sdiempieler Täglich 8V« Uhr Cyankali I 218 von Fiiedrim Woll Dienstag, 19. September nachmittags 3 Uhr TDest.amRoiib.Tor Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U. EiilC' sanier Das Soplembcr-SUilgiidr' Froiiraroml Mein Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! 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Beamte sollen sich nach den Beschlüssen desGewerksehaItslton5»re9ses, derGenossonschaftstage, des Allgemeinen freien Angestelltenbundes und dos Allgemeinen Deutsohen Beamtenbundes nur versichern bei dem eigenen Unternehmen, der VolKsiilrsorge Gewerksdiaftlidi-aenossensdiafll. verstdierangs- Aktieneeseiisdiaii Auskunft erteilen bezw. Material versenden kostenlos die Kechnnngsstelle Berlin, KitterstraBe 126, oder der Vorstand der Volksfiirsorge in Hamburgs, An der Aistor 58/59. Berthold Bodeutsch, Mariendorf, Ringstr. 86, A. III: Rechnungstelie 28; Rudolf Meißner, Cöpenick, Kurfürstenallee 13, ptr.: Rst 66; Otto Schmidt, Lichtenberg, Hubertusstr. Ia, v. 1: Rst 70; Theodor Scnmattek, Reinlckendori- West, Straße 20, Haus 12: Rst. 80; Otto Metting, Bernau bei Berlin, Lohmühlenstraße 5 Rst 84. Rst 390; Paul Henicke, Spandau, Weißenburger Straße 32, ptr. Metropol-Th. Tägl. 8V« Uhr Sonntags 4 u. 8V« Blaubarf Operette von Offenbach Grete Finkler, Hanns Wilhelm Lnstsplelhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 292» Täglich SV« Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank TDeal. D.Westens Täglich 8V« Uhr Sonntag 4 u. 8'.« Franz Lebars Welieriolgl Friedeilke Lotte C a'r o I a Heinz Rogland Telephon Steinplatz 0931 u. 5121 DeDtsdier IWafbEitgr-VerW Verwaltungsstelle Berlin Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter .A-doIf Göhr geb. 4, Januar 1674, am 1. September gestorben ist. Ferner starb am 2, Eeplcmbcr unser! Kollege, der Schlosser Lorenz Gleich geb. am 29. November 1892. Die Ocfsoecioalfung. Die Beisetzungen haben bereits statt»| gefunden. Ehre Ihrem Andeuten Am Sonntag, dem 6. September, verschied infolge einer Blinddarm- operation unser« gute Mutter. Schwieger- und Großmutter Marie Bicknase geb. Reinhardt. In tiefer Trauer Die Hlnierbliebenen. Die Einäfchcrung findet am Don- nerstag, dem 12. September- 18 Uhr, im Krematorium Ecrichtstraße statt. Ingenieurschule Bad SulzajThür. Höhere Tcchn. Lehranstalt, Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobil- und Flugtechnik, Gas- und Wassertechnik, Chemie. Programm frei ■ Die Absolventen erhalten das Zeugnis der mlttl. Reife| Ein Geheimnis? IM Ü St PI 0 B"£ Das Neue KrafftI Man kennt heute nor noch '„Okasa"(nach Gehelmrat Dr. med. Lahnsen). einzig dastehend© hochwertige Sexual-Kräftigungemittel(sexuelle Neurasthenie.) Notariell beglaubigte Anerkennungen von zahlreichen Aerzten und tausende Dankschreiben dankbarer Vernrancher beweisen die einzig dastehende Wirkung! Trotzdem gibt es noch Zweifler! Wir versenden daher nochmals, ohne jede Absenderangate, 30 000 Prob«packung*n umsonst. Soeben ist neae Broschüre erschienen. In neuer, gediegenster Ansstattang! 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Andererseils aber bilden sie gegenüber der arabischen Bevölkerung mit 750 000 Seelen allein in Palästina nur eine schwache Minderheit, die bei der rein arabischen bzw. mohammedanischen Bevölkerung der angrenzenden Länder den Charakter einer „kleinen jüdischen Insel im arabischen Zlleer" gewinnt.• Die soziale Struktur der Bevölkerung hat sich im letzten Jahrzehnt scharf verändert. Bezeichnete man Palästina vor 1914 als ein„Greiseriland*, da dort das reifere Alter überwog, so ist heute genau das Gegenteil eingetreten. Die natürliche Zu- nahm« der palästinensischen Juden ist recht hoch. Sie betrug z.B. in den Jahren 1923 bis 1927 13 593 Seelen.(Man oergleiche damit die oben angeführten Einwanderungszahlen.) Man nimmt an, daß auf 10 000 Juden in Palästina durchschnittlich 351 Geburten ent- fallen. Die Araber weisen freilich ein« noch höhere Geburten- ziffer auf, doch ist die autzerordentlich hohe Sterblichkeit zu berück- sichtigen, die in manchen Iahren fast zwei Drittel der Geburten erreicht. Was nun die soziale Struktur der jüdischen Bevölkerung anbetrifft, so entfällt etwa«in Fünftel der Erwerbstätigen auf die Landwirtschaft. Die Zahl der jüdischen ländlichen Siedlungen in Palästina betrug 1901: 17, 1922 73, 1927: 104. Die Bevölkerung dieser Siedlungen betrug 1901: 4750 Menschen, 1914: 12 000, 1922: 17 262, 1927: 30 500 Menschen. Einschränkend muß bemerkt werden, daß in den Zahlen der ländlichen Bevölkerung offenbar auch die in den Dörfern und Siedlungen lebenden Handwerter, Lehrer usw. mit einbegriffen sind. Die Berufsschichtung kann im übrigen durch Zahlen oeranschau- licht werden, die dem Bericht der Zionistischen Exekution an den 15. Kongreß entnommen sind, und aus denen ersichtlich wird, in welchen Berufen sich die jüdische Einwanderung des Jahres 1926 in Palästina verankert hat: Landwirtschaft 20,6 Proz., gelernte Arbeiter 47.7 Proz.. ungelernte Arbeiter 10,1 Proz.. Kaufleute 8,2 Proz., freie Berufe 13,3 Proz.(hiervon Lehrer und Kindergärtnerinnen 2,5 Proz., Schüler 3,6 Proz.!). Daß diese Zahlen indessen nicht ganz der Berufsschichtung der Gesamtbevölke- rung entsprechen, ergibt sich daraus, daß der bekannte Abgeordnet« der Labour-Party, Colone! I. Wedgwood, in seinem Buche„TKe Seventh Dominion" die Gesamtzahl der jüdischen Arbeiter in Palä- stina auf Grund einer 1926 vorgenommenen Zählung mit 32 500 angibt, was einem Prozentsatz von etwa 20 Proz. der jüdischen Gesamtbevölkerung gleichkommt. Hiervon waren in der Landwirtschaft beschäftigt 8000 Arbeiter, in der Bauindustrie 6500, in der Holz- und Möbelindustrie 2000, in der Metallindustrie 2000, in sonstigen Industrieunternehmungen 4000, im Transport 1000, auf Eisenbahnen und in Häfen 1500, verschieden« 1000. Interessant ist hierbei, daß von der Gesamtzahl 32 500 nicht weniger als 11 500 Frauen waren. Im übrigen sind in dies« Zahl auch 3000 Handwerker und 1500 Angestellte einbegriffen. Es gab in Palästina noch vor wenigen Jahren eine große Arbeitslosigkeit, die mit der starken Wirtschaftskrise von 1926—27 zusammenhängt, welche ihrerseits m zionistischen Kreisen ate die Folge der vorangehenden starken Einwanderurktz aufgefaßt wurde. Die Arbeitslosigkeit erreichte zuweilen ein Drittel der Ge- samtarbeiterschast. Seit dem Jahre 1928 beginnt die Wirtschaftskrise abzuflauen, die Einwanderung, die 1925 36 933 Menschen(vor allem aus dem von der Inflation betroffenen Polen) und 1926 14 656 Menschen betrug, sinkt 1927 auf 2713, 1928 aus 2400 herab; der Warenexport hebt sich freilich schon 1927 auf 1,89 Millionen engl. Pfund(1926: 1,30 Mill. Pfund), der Arbeits- markt besserte sich, und heute ist die Lage so, daß zum großen Teil geradezu Arbeite rmangel herrscht. Die jüdischen Arbeiter Palästinas sind durchweg gut organisiert. Es bestehen in der Hauptsache drei Parteien: 1. Hapoel Hazair(d. h. „Der jung« Arbeiter"), der sich an die Richtung der sog.„Einigkeit" anschließt, welche nicht auf dem Boden des Klassen- kämpfe s, sondern des konstruktiven Sozialismus steht und die Schaffung entsprechender wirtschaftlicher Produktionseinrichwngen schon im gegenwärtigen Palästina anstrebt; 2.„Achduch Haawadah" (d. h.„Einheit der Arbeit"), anschließend an den rechten Flügel der marxistisch orientierten„Arbeiter von Zion" und der 3. die linken Poale Zion. Alle die drei Parteien sind indessen in der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisalion zusammen- geschlossen und gehen zumeist in den praktischen Aufbaufragen zusammen. Die praktische konstruktive Einstellung der palästinensisch-jüdischen Arbeiter äußert sich auch in der Schaffung von Gilden oder Pro- duktivgenossenschaften der Arbeiter, deren bekannteste die städtische Baugenossenschaft ist. Auf dem Lande, in den kleinen Siedlungen, nimmt die Produktivgenosienschaft leicht einen t o m- munistischen Anstrich an. Die gemeinschaftliche Benutzung der Produktionsmittel, die gemeinschaftliche Kinder- erzieh ung usw. erklärt sich aber durch die äußerste Primi- tivitätder Lebensbedingungen, unter denen z. B. ein« der Trockenlegung von Sümpfen sich widmende Siedlung mitten in einer Einöde leben muh. Der allgemeinen Arbeiterorganisation angegliedert ist eine zentral« Krankenkasse und Konsumgenossen- s ch a f t. Die Genossenschast der Landarbeiter leistet Hilfe bei Ar- beiteransiedl�ng. Die Kulturkommission organisiert an allen Plätzen Abendkurs« zur Erlernung der hebräischen Sprach« und der Landes- künde Palästinas. Kurz, die jüdische Arbeiterschaft ist ein überaus nichtiger Faktor des wirtschaftlichen und kulturellen Aufbaus des jüdischen Palästina. Aber darüber hinaus hat ihr ökonomischer Kampf auch die Lage des arabischen Arbeiters ver- bessert, dessen Lohn fast verdoppelt wunde. Diese Gemein- samkeit der wirtschaftlichen und sozialen Interessen betrachtet der Labour-Abgeordnete Wedgwood als die Gewähr eines Friedens zwischen Juden und Arabern, während er in den Beduinen sowie in den arobischen Intellektuellen(in letzteren aus Konkurrenz- gründen die gegebenen Feinde der jüdischen Einwanderer erblickt.„Der jüdische Landwirt und Arbeiter sind die besten Ber- mittler zwischen den beiden Völkern", schrieb auch Ramsay Mac- donald in seiner 1924 erschienenen Schrift„In Palästina. Altes und Neues". Leider haben die jüngsten Ereignisse gezeigt, daß blinder Nationalhaß die Oberhand über wirtschaftliche Vernunft und Klassensolidarilät davongetragen hat. Aber wie charakteristisch ist es doch, daß selbst das Organ der jüdischen Kommunisten in der Sowjet- union,„Emeß", anläßlich der Unruhen in Palästina erklärte, es sympathisiere zwar mit den Zielen der arabischen Nationa- listen, vermöge aber ihre„Methoden" nicht zu billigen! E. Hurwicr. Tariferhöhung derZieichsbahn abgelehnt Die Entscheidung des Reichsverkehrsministers. Der Antrag der Reichsbahnverwaltung auf eine neue Er- höhung der Eisenbahntarife ist jetzt vom Reichsverkehrs- minister abgelehnt worden. Diese erfreuliche Entscheidung des Reichsverkehrsministers stützt sich auf die inzwischen«ingetreten« und noch anhaltende günstige Verkehrs- und Ein- n a h m e e n t w i ck l u n g bei der Reichsbahn. Die Deutsche Reichsbahn hatte, wie beim Publikum und bei den in Mitleidenschaft gezogenen Wirtschoftskreisen noch gut in Erinnerung sein dürfte, erst im September vorigen Jahres ein« e r- hebliche Heraufsetzung ihrer Tarife vorgenommen. Auch der Antrag der Reichsbahnoerwaltung auf Erhöhung der Personen- und Gütertarife im vergangenen Jahre war von der Regierung abgelehnt, in letzter Instanz aber von dem Reichsbahn- g o r i ch t zugebilligt worden. Die Deutsche Reichsbahn stützt sich diesmal bei ihrem neuen Antrag auf den starken Einnahme- vcrlust infolge der langen Frostperiode im Winter, sowie aus im April durchgeführte Lohnerhöhung. Wir haben bereits des öfteren darauf hingewiesen, daß die Verluste des Winters durch den starken Verkehrsaufschwung seit Ende März mehr als ausgeglichen sind. Auch kann bei dem durchaus günstigen Vertehrsstand der Reichs- bahn den ganzen Sommer über die Reichsbahn nicht im Ernst be- haupten wollen, daß die Lohnerhöhung vom April in vollem Um- fang eine zusätzliche Belastung darstelle, denn in den letzten vier Monaten sind erheblich höhere Einnahmen in ihre Kassen ge- flössen als im vergangenen Jahr. Um so mehr ist die Entscheidung des Reichsverkehrsministers zu begrüßen, wodurch eine neu« Be- l a st u n g des Publikums und der Wirtschaft verhindert wird. Wachsende Zinnp�oituklion. Die Wcltzinnproduktion zeigt von Monat zu Monat steigend« Ziffern; der Juli übertraf mit 16 134 Tonnen den Monatsdurchschnitt des ersten Halbjahres 1929 von 15 946 Tonnen, der beträchtlich über den Durchschnitts- Ziffern von 1928 liegt. Hauptzinnproduzent ist Asien (Malayische Staaten) mit 10 731 Tonnen im Juli; es folgen Amerika mit 3900 Tonnen, Afrika mit 878 Tonnen, Europa mit 425 Tonnen und ülustralien mit 200 Tonnen. Sparkassen und Arbeiterbanken. Die Sparkassentagung in Königsberg. Gestern hat der Sparkassentag 1929 unter Beteiligung von Vertretern aus allen Teilen des Deutschen Reiches in Königs- berg begonnen. Präsident Dr. Kleiner, der den Verbandsbericht erstattete, betonte, daß seit der Kieler Sparkassentagung die Rück- kehr der Sparkassen zur normalen Geschästspolitik durchgeführt worden fei. Die inzwischen getroffenen Vereinbarungen zwischen öffentlichen und privaten Kreditinstituten hätten sich durchaus be- währt. Die Banken hätten kürzlich den Versuch unternommen, d i e M ü n d e l s i ch e r h e i t, eine bisher völlig unangefochtene Position der Sparkasien, zu erschüttern. Für die Sparkasien sei die Mündel- sicherheit ein ganz wesentlicher Bestand ihrer Tätigkeit und eine selbstverständliche Auswirkung ihrer Sicherheit und ihres gemeinnützigen Charakters. Zu der Frage des Kommunalkredites bemerkte der Redner, daß die von verschiedenen Seiten erhobenen Bedenken gegen die Beratungsstellen für Auslandsanleihen beim Reichsfinanzministerium in dem Bericht des Enqueteausschusses weit- gehend ihre Bestätigung gefunden hätten. Dies« zwangsmäßige Regulierung der Anleihewirtschast der öffentlichen Hand sollte sobald wie möglich durch eine freiwillige ersetzt werden. Zum Schluß befaßte sich Präsident Kleiner mit den Beziehungen zwischen Spar- lassen und Arbeitnehmerschaft. Die Sparkassen fänden sich mit der Gründung eigener Banken durch die Arbeitnehmerschost ab. Formen der Zusammenarbeit seien, im Hinblick auf gleich- lautende wirtschaftspolitisch« Ziele durchaus denkbar. Diese Zu- sammenarbeit könnte sowohl für die beiden Gruppen wie auch für die Volkswirtschast nur ersprießlich sein. Diese Ausführungen wurden noch durch einen anderen Referen- ten, Dr. Engelhard, unterstrichen. In seinem Referat„Arbeit- nehmerschast und Sparkassen" wies der Redner auf ein Zusammen- gehen von Sparkassen und den Spezialbanken der Arbeitnehmerschaft auf dem Gebiete des Geldverkehrs und Kommunal- kredites hin. Durch die Anlehnung an die mächtige Sparkassen- und Giroorganisation würde eine solche lose Gemeinschaft auch für die Geldanstalten der Arbeitnehmerschost manchen Borteil bringen. — Wir kommen auf den Sparkassentag in Königsberg noch aus- führlich zurück. Die Entwicklung im Berliner Konsum. Auch im Sommer Mitgliederzugang und llmsahsseigerung. Der Konsumgenossenschaft Berlin und� Um- g e g e n d schlössen sich im August 2849 Haushaltungen an. Für den Schluß des Monats ergibt sich ein Bestand von 176634 Mit- gliedern. Der Gesamtumsatz im August belief sich aus 6,41 Millionen Mark, ist also gegenüber dem August 1928 um 1,57 Millionen oder um 32,6 Proz. gestiegen. Besondere Fortschritte wurden bei den Fleischabgabe st ellen erzielt, deren Umsatz sich gegen- über August 1928 verdoppeln konnte. Besonders erfreulich ist die regere Anteilnahme der einzelnen Konsummitglieder, deren Durch schnittsums atz je Kopf von 32,14 M. auf 36,31 M., also um mehr als 12 Proz., stieg. Auch die Sparkasseneinrichtung des Konsums nahm an dem allgemeinen Ausstieg teil und es konnten fast 3300 neue Sparkonten errichtet werden. Der E i n l a g e b e st a n d ist um 1,4 auf 37,6 Millionen Mark gewachsen. An neuen Warenabgabe st ellen sind im August dem Verkehr übergeben worden: eine Lebensmittelabgabestelle in Lichtenberg-Friedrichsfelde, Miquelstraße 52, und drei Fleifchabgabestellen: Staaken- Gartenstadt, Am Markt 15; Weißensee, Buschallee Ecke Gartenstrahe; Berlin N., Rhinomer Straße 5. Vor dem Ende des Vraujahres. Wie werden die Gewinne der Arauereien sein? Die überwiegende Anzahl der deutschen Brauereien schließt ihr Geschäftsjahr am 30. September ab. Das letzte Betriebs- jähr hat infolge der elementaren Kälte- und Hitze- wellen ziemlich starke Schwankungen erlebt. Während in der langen Frostperiode im Winter die P r o- duktion recht erheblich sank, bracht« der Sommer eine ganz überraschende Erhöhung des Bierausstoßss. Es kann also mindestens mit dem gleich guten Ergebnis wie im letzten Jahre gerechnet werden. Das bedeutet, daß die Brauereien auch in dem Beiriebsjahr 1928/29 wieder Rekordgewinne erzielt haben und Dividenden ausschütten können, mit denen kein anderer Industriezweig mitkommen kann. Sinkende Kaufkrast Nußiands? Die Maschineneinfuhr stark zurückgegangen. Die Zahl«« über Rußlands Außenhandel in d«r Zeit vom Oktober 1928 bis zum Mai 1929, die von der russischen Zoll- statistik bekanntgegeben werden,, zeigen einen überraschenden Rückgang der Maschineneinfuhr gegenüber d«m Vorjahr. Die Gesamteinfuhr von Maschinen undApparaten ging von 56 000 Tonnen im Werte von 126,5 Million«« Mark in der Zeit von Oktober bis Mai 1927/28 auf 42 800 Tonnen im Werte von 103,5 Millionen Mark zurück, wobei die E i n f u h r a u s D e» t s ch- l a n d bei einem Rückgang von 90 auf 59,2 Millionen Mark deson- ders stark beeinträchtigt wurd«. Maschinenteile wurden nur in Höbe von 6200 Tonnen oder 28 Millionen Mark gegen 10 600 Tonnen oder 38,2 Millionen Mark im Vorjahr«ingesührt. Besonders stark war der Einsuhrrückgang bei Elektrizitätsmoschi- n e n; es wurden nur 9500 Tonnen im Werte von 44 Millionen Mark gegenüber 17 800 Tonnen im Werte von 67,5 Millionen Mark eingeführt. Auch dieser Rückgang geht beinahe restlos zu Losten Deutschlands, während England hier wie auch bei Maschinenteilen sein« verhältnismäßig gering« Einfuhr erhöhen konnte. Die Einfuhr von Eisen- und Stahlwaren ging um ein Drittel, von 70,3 auf 41,7 Millionen Mark zurück: die Einfuhr aus Deutschland mit 21 Millionen Mark beträgt nicht einmal di« Hälfte des Vorjahres mit 46,9 Millionen Mark; prozentual noch stärker ist allerdings der Rückgang der Einfuhr aus den Vereinigten Staaten. Daß die russisch« Wirtschaftspolitik ihre Hauptausgabc zurzeit in der Förderung der Landwirtschaft sucht, zeigt di« Tatsache, daß allein die Kategorie der Landmaschinen eine, und zwar bedeutend, gestiegene Einfuhr aufzuweisen hat. Es wurden 1928/29 27 200 Tonnen im Werte von 29,3 Millionen Mark gegenüber 14 900 Tonnen im Werte von 16,3 Millionen Mark im Jahre 1927/28 eingeführt. Die Einfuhr aus Landmaschinen aus Deutschland hat sich m e h r als verdoppelt, sie stieg von 4,3 Millionen Mark auf 10,8 Millionen Mark; die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten stieg um 50 Proz., während die geringfügig« englische noch weiter zurückging. Im ganzen eröffnet diese Statistik trübe Aus- sichten für die im Frühjahrsplan vorgesehene baldige Versorgung der nissischen Wirtschast mit Produktionsmitteln. Schulze-Delitzsch-Genossenschaften in Stuttgart. In dieses Tagen hielt der Deutsche Genossenschaftsverband(Schulze- Delitzsch) seine 66. Jahrestagung in Stuttgart ab. Der Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums, der sich in seinem Referat unter anderem mit der Konsum- und A b sa tz f i na n z i e ru n g be- faßte, warnte vor einer Forcierung dieses Geschäftszweiges. Das schwere Risiko bei der Absatzfmanzicrung könne leicht zu empfind- lichen Rückschlägen führen und, volkswirtschaftlich gesehen, seien die Nachteile der Absatzfinanzierung weitaus größer als ihr Vorteile. Neue Kaufkraft werde durch diese Methode keinesfalls ge- schaffen, sondern nur vorgetäuscht.— Bei der Entwicklung des Kreditgeschäftes sst bemerkenswert, daß im letzten Jahr die Ziffern von 1910 wieder erreicht, also in vier Jahren die Entwicklung von 35 Jahren nochgeholt werden konnte. Die anvertrauten fremden Gelder haben zum ersten Male wieder die Milliardengrenze überschritten. Nicht so einheitlich ist dagegen die Entwicklung der Warengenossenschaften gewesen, wenn auch gegenüber der Vor- kriegszeit ein überraschendes Wachstum festzustellen ist. So ist die Zahl von 1913 tns 1928 von 400 aus 1700 und der Mitgliederbestand von 33 000 auf 175 000 gestiegen. Der Umsatz er- höhte sich in der gleichen Zeit von 91 auf 873 Millionen. Weilerhin guter Vroduktionsstand bei Glanzstosf. Der starke Kurseinbruch bei den Glanzftoffattien hat auch zu Gerüchten über ein erhebliches Nachlassen der Beschäftigung bei diesem größten deuffchen Kunstseidekonzern geführt. Diese Gerüchte entsprechen, wie wir erfahren, nicht den Tatsachen. Im Gegenteil weisen die letzten drei Monate Juni- August Rekord zissern in der Produktion aus, ohne daß dabei etwa die Lagerbestände an- gewachsen wären. In den Werken des Glanzstoffkonzerns sind nicht einmal Betriebseinschränkungen saisonmäßiger Art, wie sie bei anderen Kiinsffeidesabrilen zu beobachten waren, vorgenommen worden. Auch in der ersten Septemberwoche konnte der hohe Produktions st and aufrechterhalten werden. BEYSiB »> �2:.». Unterhaltung und AVissen Siruno Schönlank: II€>1 1 lölT | Die Pickelhaube. Kaum v«rläßt man den Hauptbahnhof, spring«» einem die ?vick«lhaub«n der Münchener Schutzleute in die Augen. Die Haupt- siadt Bayerns benxihrt die altpreußische Tradition. Welch ein Kampf spielte sich hier früher ab, als di« bayerischen Helmraupen den Pickelhauben weichen mußten. Jetzt, Ironie der Geschichte, tragen sie hier als Protest gegen die Saupreußen blinkende Blitz- ableiter. Doch nur manch« Schutzleute versuchen anfangs ein wenig zu schnarren, es gelingt ihnen nicht, und sie oerfallen glücklicherweise bald in die bayerische Tonart,«ine Mischung von Gutmütigkeit und Grobheit. Nur einer der Berkehrsschutzleut« war überpreußisch im wilhelminischen Sinne. Statt auf meine Frage nach einer Straße mir wenigstens die Richtung zu zeigen, schnarrte er mich an, daß das gegen feine Instruktion ginge. Der hatte den Pickelhaube»- lcmplex, doch bei den anderen wirkten sie wie ein« Maskerode in dieser barock- und renaissancefrohen Stadt. Jinmer wieder wirken die schönen Straßen und Plötze wie ein Wunder, die der baubesessene König Ludwig I. trotz seiner murren- den München«? aus dem Boden erstehen ließ. Er trieb Städtebau- Politik auf lange Sicht, fein herrlicher Königsplatz stand lange in- initten unbebauter Fläche zum Gelächter der Pfahlbürger da. Erstaunlich, wie wundervoll immer wieder Durchblicke nach der Frauenkirch« oder anderen Monumenwlbaute" bei der Anlag« ge- schaffen wurden. Ludwig I. war Baarspekulant und verstand es auch vortrefflich, das Parlament zu hintergehen, um nur ja bauen •u können. Die bewilligten Mittel für Monti«rung und Armierung der bayerischen Arme« wurden zu Siegestoren und Triumphstraßen, lie bis heut« keine Motten angefressen haben, was man von den Monture» von Anno Toback nicht sagsn kann. So lebt die Fremdenindustrie dieser Stadt von den in schöne Blätz« und Bauten verwandelten?Kontur«n und Waffen und di« Pickelhauben wirken wie ein Witz in der Veschwingtheit ihrer Straßen. Sonntag im(Englischen Garten. München ist eine srontme Stadt, doch der bayerische Katholizismus weiß die volle Maß(ein Liter!), den Radi, Leberkäs und Weißwürste gleich gut j" schätzen. Die Menschen hier haben einen bäuerischen Lebensapgetit, sie sind bei aller reaktionären Ge- sinnung, die st« sich gern einreden möchten, gut demokratisch im menschlichen Sinne. Die Klassenunterschiede verwischen sich nicht i ur an den Biertischen, sondern auch auf der Straße, der Straßen- bahn, wo ich mehr al- einen Pfarrer sich fröhlich mit den Mit- (chrenden über Esse» und Trinken umerhaiten hörte. Einer s himpite kräftig auf die riesigen Gehälter von Schacht und den l. isenbahndircktoren. Kein Wunder, daß das Bahnfahren so immer t.'urer würde. Er fund allgemeinen Beifall, auch meinen. Weih- rauch in der Kirche. Zigarren- und Pfeifenqualm und Bierdunst in den großen Bierhaüen, wo sich jeder ungeniert sein Trumm Fleisch mitbringen darf. Doch die schonen Sonntag« sind Volksfest« im Freien, wenn man die Biergörten mit dazu rechnet. In der frischen Schönheit des Englischen Gartens ergehen sich die Münchener und landen dann zumeist a>n chinesischen Turm, wo sie mit großer Beharrlich- i'it Natur, SöU"k. Bier und Wurst genießen. Di« landschaftliche Schönheit'wirl> nicht mit auf die Preise aufgeschlagen, der Berliner Nepp ist nur>» einigen Lokalen zu Hause, wohin es die zieht, die un- bedingt gen«�pt werden wollen. Schmetternd« Blasmusik einer lärmfrohen Menge, die Geigen und Kiorindttcn draußen verschmSht, bringt dos Blut ein wenig in Wallung, doch bleibt der Münchener auf seinen vier Buchstaben s tzen. denn das hegend« Getue der Berliner ist ihm ein Greuel. Auf den Parkwegen gingen sonntagsfrohe Menschen auf und ob, die d-n Feiertag heiligten. Doch auch Ochsen gingen darauf, die hier in der Höhenluft ein ganz anderes Tempo einlegen als in den Niederungen des Nordens. Doch di« Ochsen heiligten nicht den Feiertag, so gern sie vielleichk gewollt hätten, denn sie zogen Wagen Heus nicht Bieres, das am heiligen Sonntag eingefahren wurde. Die weiten Parkwiesen waren voll von fleißigen Männlein und Weiblein, di« hosfenllich zum Sonntagstarif Heu machten und auf- luden. Wo-s sagt Kardinal Faulhaber dazu, was sagen die Heuer und H?u«r>>>nen und vor allem die Ochsen?! Es steht zwar etwas geschrieben von einem Ochsen im Neuen Nestament, d«n man auch am Sabbat aus dem Brunnen ziehen dürf«. doch daß die Ochsen am Sonntag ziehen soll««, nicht?! München ist«ine fromm« Stadt. Doch ihr lebendiger bäuerischer Sinn, den sie sich trotz der fast siebenhunderttausend Einwohner erhalten hat, feiert und nützt di« liebe Sonne auch, wen» st« gerade scheint, denn der liebe Gott reißt ihr ja schließlich nicht aus. Die Spieluhr. Punkt elf Uhr ist der Platz vor dem Rathaus schwarz von Menschen, freilich zumeist von Exoten und Fremdlingen wie Berlinern und Sachsen und amerikanischen Misses Bery Rice und Wonderful. Was für wundersam« Gestalten sind dabei mit Eispickeln und genagelten Bergschuhen und krachledernen Lederbüxen. Eine Aus- »istung zur Besteigung der Jungfrau und anderer Bergdamen, i-och wozu sie damit den Münchener Asphalt unsicher machen, mag der Himmel wissen. Die Glocke schlägt elf Uhr. Alles starri gespannt hinauf. Die Gratisoorstellung beginnt. Herolde erscheinen mit Musikgeschmetter. Zwei Ritter machen die erste Runde. Bei der zweiten bricht einer auf seiner Rosinant« zusammen, vom Speer getroffen. Mit diesem Knockout ist das Turnier zu Ende. Dann tanzen«in« Etage tiefer unten die Scheffler oder Böttcher ihren Schefflertanz. Die Böttcher hatten gut tanzen, denn in dieser bierfrohen Stadt waren sie das stärkst« Handwerk. Die Erwachsenen schauen wie große Kinder hinauf und können sich nicht satt sehen und zu ihrer großen Freude dauert das ver- kehrsstörende Freitheoter an«ine Viertelstunde. Wer gern« schadenfroh lacht, kommt am besten«rst um 12 Uhr. Dann ist zwar nichts los. aber unzählig« Fremde schauen hinauf und warten auf das VerHollen des zwölften Glockenschlags. Doch vergebens gucken si« sich die holden Guckäuglcin aus, die Herren Ritter und Scheffler rippeln und rühren sich nicht. Die Münchener lassen sie ruhig stehen und starren»nd sagen ihnen höchstens beim Weggehen, daß sich das Wunder nur um elf Uhr abspielt. Oie geschändete Weißwurst. Der Frühschoppen gehört noch für manche Münchener zur Morgenandacht des Leibes. Handfeste Kellnerinnen, hochachtbare und unsentimeniale Bierheben, bringen Maße schäumenden Bieres. Ich faß mit einem waschechten Münchcner zusammen und der er- zählte mir Biergeschichten. Vo» ein paar Sachsen, die im Hofbräuhaus ihre Kaffee- Maschine aufgestellt hätten und hochkant rausgeflogen wären. Doch da war ein heimlicher Stich gegen mich dabei, ab«r eine ander« Geschichte wurde mir hinterher verbürgt, die ich zur Warnung weiter erzählen möchte. Ein führender Genofle aus einer mesiererzeugenden Stadt besuchte mit seiner Frau und einem nicht unbekannten Münchener Genossen dos Matthöserbräu. Die Frau bestellte sich Weißwürste. Das war gut. Doch sie bestellte sich auch Sauerkraut dazu. Das war nicht gut. Die Kellnerin überhörte es zartfühlend, denn Weiß- würste mit Sauerkraut waren ihr eine undenkbar« Vorstell und ungefähr wie Salat mit Petroleum angemacht. Doch Frauenwille ist zäh. Nach zehnmaliger Aufforderung und Ausruf««:„Ich will aber mein Sauerkraut!" brachte die Kellnerin verächtlich den Sauerkohl. Das war schließlich noch ein« Willensprobe und sie stellt« ein gutes Zeugnis für preußische Beharrlichkeit. Ab«r was nun geschah, München, verhülle dein Haupt, ist grauenhaft! Si« nahm den Sauerkohl und wickelte ihn um die armen unschuldigen Weißwürste. Der Münchener Genosse wurde blaß und bläsier, doch als sie die Würstchen gar zum Mund« führte, hielt«r die Schändung nicht länger aus. Er stand schroff auf und ging davon mit den klassischen Worten:„Pfui D«ifi, mit euch muß ma sich ja schama!" Das deutsche Museum. Herrlich sind die Mllnchener Museen und Galerien, überreich' an Kunstschätzcn seine barocken und gotischen Kirchen. Museen aber gibt es schließlich überall, doch da» deutsche Rhsfeiim mit seinen reichen technischen Wundern nur einmal in der Welt. Es ist ein hohes Lied der Arbeit und der Technik, man möchte wochenlang in München weilen, um nur halbwegs alles von seine» technischen Wundern in sich auszunehmen. Die Geschichte der Menschheit in allen Zweigen ihrer technischen Entwicklung ist hier lebendiges Geschehen geworden. Redewendungen, wie„3m Tretrad gehen", werden hier blut- voll« Wirklichkeit, bekommen wieder ihren ursprünglichen Sinn. Man geht in der nachgebildeten alten Bergwerksanlage selber mit im Tretrad und wird so zur mechanischen Kraft für das Schöpfen von Wasser. Wie schauerlich, denkt man, war es damals, ununterbrochen das Tretrad zu drehe», immer wieder und immer wieder. Doch da fällt einem das laufende Band ein, die ständig gleichen Handgriffe von Millionen und abermals Millionen von Arbeitern und Arbeiterinnen, und man ist erschüttert, wie wenig sich im Grunde geändert hat trotz des Sieges der Technik, wie sehr der Mensch noch sich selber befreien muß. Und in diese Industriali- sierung wird auch München immer mehr hineingetrieben, denn das Walchenseewerk mit seiner schier unerschöpflichen elektrischen Kraft reiht diese Stadt immer mehr ein in den Rhythmus der Neuzeit, und wird auch ihr« Arbcitskämpf« mit der wachsenden Arbeiter- armee immer mehr verschärfen. Qefährliche Sinnesläulchung Iteshalh Slieger aus den Wolken abflür&en Bor«inigen Tagen stürzt« bei Fulda ein Passagierfluggeug im Nebel ab und zwar unter ganz ähnlichen Umständen, wie vor zwei Monaten das tschechische Passagierflugzeug bei Eitershagen: Der Pilot hatte im Nebel die Orientierung verloren. Diese Un- glücksfälle lenken das Interesse notwendig auf eine Erscheinung, die— heute infolge der verbesserten Apparate gottlob sehr selten geworden— im hohen Grade merkwürdig ist: daß nämlich ge- lcgentlich Flieger in Wolken und dichtem Nebel das Gleichgewicht verlieren können. Dies« Ursache vieler Flugunglück« ist in Ilicgerkreisen wohl bekannt uni» gefürchtet. Gerät eine Maschine in dichten Nebel und kann der Flieger sich nicht an einem Instrument, wie sie bis- her nur in die großen Verkehrsmaschinen eingebaut werden, jeder- zeit über seine Gleichgewichtslage orientieren, so kann es«hm leicht passieren, daß er mit auf den Kopf gestelltem Apparat buchstäb- lich aus den Wolken fällt. Es ist sogar schon vorgekommen, daß Flieger aus dem Rücken fliegend, mit dem Kopf nach unten einen Wolkenflug beendeten,.so sehr geht unter Umständen in dichtem Nebel Richtungssinn und Gleichgewichtsgefühl verloren. Diese merk- würdige Erscheinung, deren Ursache lange unerkannt blieb, hat besonders in früheren Jahren vielen Fliegern das Leben gekostet und selbst heute, wo durch Verwendung geeigneter Apparate, welche die Eigenschaften der Kreiselachse, immer dieselbe Richtung beizubehalten, ausnutzen, der Wolkenflug gefahrloser geworden ist, vermeiden chn vor allem die Verkehrsstieger nach Möglichkeit. Das sonderbare Phänomen ist jetzt von der Wissenschaft auf- geklärt worden, es liegt in gewissen Lebensgewohnheiten begründet. Das Orientierungsvermögen ist nämlich nur dann sicher, wenn die verschiedenen Sinnesorgane eine bestimmte Lage zueinander haben. So hängt das Vermögen, eine bestimmt« Richtung einzuhalten, und das Gleichgewichtsgefühl von der Normallage des Kopfes ab. Solange dieser zu der Schulterlini««in« bestimmte, durch die Nor- malstellung des täglichen Lebens beim Stehen und Gehen vor- gezeichnete Lage einnimmt, können wir uns über die Grundrich- tungen auch bei geschlossenen Augen zuverlässig orientieren. Die geringst« Aendenrng der Kopfhaltung aber, etwa durch Drehen oder Reigen, hat schon Richtung?- und Gleichgewichtsschwierigkeiten zur Folge, die bei stärkerer Veränderung der Kopslagc so weü gehen können, daß man sich schließlich sogar über die Lage seiner eigenen Gliedmaßen täuscht. Ein einfaches Experiment zeigt dos: Man versilche mit geschlossenen Augen und seitwärts gedrehtem Kopf aus einem ebenen Wege geradeaus zu gehen; es ist das unmöglich, man wird immer seitwärts von der Geraden abweichen. Oder man strecke bei geschlossenen Augen den linken Arm wage- recht seitwärts aus und neige auch den Kopf seitwärts, man hat dann deutlich das Gefühl, als ob auch der Arm sich ein wenig nach unten bewegt habe. Auch jeder Schwinrmer kann an sich die Er- sahrung machen, daß man sich bei Seitwendung des Kopfes über die Schwimmrichtung täuscht. Wenn sich der Schwimmer seinen Empfindungen überläßt, so kann er nicht anders als in der Kopf- richtung schwimmen. Erst wenn er sich der falschen Richtung be- wüßt wird, kann er die Bewegungen so einrichten, daß er doch das beabsichtigte Ziel erreicht. Tiere reagieren noch überraschender auf solche Kopfdrehungen als der Mensch, d. h. sie verfallen denselben Täuschungen, nur noch viel krasser. Verbindet man z. B. einem Hunde die Augen, nachdem man seinen Kopf in einem Gerüst seitlich gedreht«inge- spannt hat, so weicht er beim Laufen in der Kopfrichtung von der Geraden ab. Selbst wenn man ihm die Augen offen läßt, kann er nicht in gerader Richtung laufen, sondern bewegt sich ständig im Kreise herum. Dabei versucht er wohl die Augen seitwärts zu drehen um sie wieder in Mittellage zum Körper zu bringen, er ist jedoch trotzdem nicht imstande, geradeaus zu laufen. Ueberlößt man ihn sich selbst, so dreht er sich in immer enger werdenden Spiralen 3- bis 4mal, bis er schließlich umfällt. Für Gleichgewichtsgefühl und Richtungssinn des Tieres spielen also die Augen offenbar nicht die gleiche Rolle wie beim Menschen, der sehr wohl bei offenen Augen auch mit seitwärtsgedrehtem Kopf in gerader Richtung laufen kann. Wie die gefürchtetcn Sinnestäuschungen der Flieger beim Wollenflug zustand« kommen, läßt sich aus dem Gesagten leicht erkennen. In dichtem Wolkennebel, der oft kaum mehr als einen halben Meter rechts und links von den Tragflächen erkennen läßt, hat der Flieger keine Möglichkeit, sich nach der Erde über die Lage seiner Maschine zu orientieren. Jede Kopsdrehung, ja, jede Neigung und jeder Versuch einer Kurve kann zur Folge haben, daß er Orien- tierung und Gleichgewichtsges�l verliert. Er weiß nicht mehr, wo oben und unten ist. Wenn aber erst einmal die Maschine aus ihrer normalen Lag« geraten ist, dann können sassche Steueraus- fchläg«, wie sie infolge der Täuschung des Führers über seine Lage im Raum leicht erklärlich sind, den Absturz noch beschleunigen. Ein exakt arbeitender Gleichgewichtsanzeiger ist also eines der notwendigsten und wichtigsten Hilfsinstrumente für jeden Flug- zeugführer. vr. II. Lcliiiue. Jtans Sauer: Wie wir doch Schnell vergeben! Ich bin, nebenher bemerkt, eben darüber, einen Roman der Inflation zu schreiben und sammle allerorten Material. Vor allem tnteresstzren mich die Jnslationserlebnisse meiner Bekannt«»: ober da ist mm festzustellen, daß das Phänomen der Geldentwertung eine Lappalie war gegenüber dem Phänomen des Vergessens, das sich darüber gebreitet hat. Eine Zeit, die die materiellen und seelischen Werte aus allen Fugen riß, die alle erdenklichen Besitzverhältnisi« umstülpte und mehr noch als fast der Krieg in das persönliche Leben eines jeden einzelnen eingriff, eine Zeit, die, völlig einmalig, die Hausfrau vor ungeahnte Probleme stellte und den Mann in neuen, ungewohnten Berufen heimisch werden ließ, hat keinen sonderlichen Nachhall in den Gemütern zu hinterlassen vermocht. „Können Sie sich die Inslationsjahre vergegenwärtigen?" frage ich meine Bekannten.„Aber natürlich," sagen sie,„ach, das ist da- mals eine schreckliche Zeit gewesen. Alle Tage wurde alles teurer ... warten Sie mal, das muh doch 1920/21 so nun gewesen sein. ... Na, und dann die Markengeschichtc.. „Nein, nein," antwortete ich aus der überlegenen Position meiner Einarbeitung in das Material heraus,„die tollsten Jahre waren nicht 20/21, sondern 22/23 und mit der.Markengeschichte" hatte die Inflation so gut wie nichts mehr zu tun. Das war früher. Sie verwechseln hier zwei Dinge miteinander." „Kann schon sein," sagen die Interviewten,„ach ja, richtig, 1923 wohnten wir in Darmstadt, ich weiß noch, wie meine Frau zu ihren Eltern noch Leipzig reiste... Ich hatte ihr 600 Mark mitgegeben, ein Betrag, der völlig ausreichend schien, aber da kam dann so'n Marksturz und ich mußte ihr noch 800 Mark nachschicken." „Unmöglich," welide ich ein,.1923 waren 800 Mark überhaupt kein Geld mehr, nur Bruchteile von Pfennigen." „Aber bitte sehr, ich weiß es doch noch wie heute. Sie können mir doch nicht ausreden, daß ich 1923 in Darmstadt wohnt«." „Nein, nein, das rede ich Ihnen nicht aus, aber ich kann Ihnen nachweisen, daß Anfang 23 der Dollar bereits auf etwa 10 000 stand. Mit 800 Mark war da absolut nichts anzufangen. Im übrigen interessieren mich auch di« Preisverhältniss«, die ich längst an Hand von Dollarkurstabellen völlig einwandfrei ermittelt habe, viel weni- ger als die nicht ohne weiteres ermittelbaren Gefühle und Schicksale, die die Menschen damals hotten. Ist Ihnen da noch etwas Mar- kantes in Erinnerung?" „Ja, natürlich... warten Sie mal... also es wurde eben immer alles teurer... och so, ja, das war originell, im Geschäft haben wir uns den Spaß gemacht, auf den Spieß im Lokus altes Geld zu stecken..." Man recherchiere auf eigene Faust, rege zu Gesellschastsaben- den dos neckische Unterhaltungsspiel an: Erinnerungen an die In- flation. Es ist erstaunlich, wie über gclegeniliche kleine humoristtsche Einschläge der große dramattsche Grundcharakter vergessen worden ist: die täglichen, stündlichen zermarternden Proben, auf die die Nerven gestellt wurden, die Aengste um das Zerrinnen des Geldes in der Tasche, die Ungewißheit des Morgen, der seeletötende Stumps- sinn der ewigen Preiseoergleicherei, die demütigende Rolle, die ehr- liche Arbeit— und die geistige noch mehr als die körperliche— gegenüber den Börsenhaussen spielte. Der Zorn gegen die Bilder der Nullensintslut ist längst verrauscht. Havenstein. Cuno, Stinnes sind vergessen... die Saboteure der oerschiedentlichen Markstützungsaktionen sind es auch... Alles war Episod«. Die Menschen haben ein furchtbar schlechtes Gedächtnis, der Teufel kann sich darauf verlassen. Die Qualen einer Inflation ent- fliehen nicht weniger rasch der Reichweite ihrer täglichen Gedanken als die höllischen Marterungen eines Krieges. Unausrottbar sind die ewigen Stehaufmännchen des Unglücks, die dem Ucbel nichts nach- tragen, die ihn, verzeihen und Absolutio,, erteilen. Das Elend der Welt: das ist nicht zuletzt auf den Konstruktionsfehler unseres Ge- Hirns zurückzuführ«,,, das wohl den lustigen Anblick behält, den die im Lokus aufgespießt« Geldmakulatur bietet, dem aber die Tränen und Mühen entfallen, die vorher der Kampf um diese Schein« gekostet halte. Jim Austroq ftrr Berliner Funkstunde hat Eduard K u n n c k e «ine Tänzerische Suite in fünf Sätzen für Jazzband und tzrotzes Orchester konipaniert. Die Uraufführung fand am Sonntag- abend im Funkhaus statt und wurde auf alle deutschen� Sender übertragen. Künneke ist stärker im rein besinnlich Melodischen als im Nhisthmifchen, und dieses Moment spiegelt auch seine neueste Schöpsuna..f? ochst beachtenswert die Instrumentation, die auf die besonderen Eigenheiten des Rundfunks Rücksicht nimmt. Kein kunst- volles Gewebe der sich verschlingenden Stimmung, sondern eher ein Älsre: kogemalde. Streicher und Holzbläser übernehmen die Melodie- führung, während sie die Saxophone arabeskenhaft umspielen, sie gewissermaßen in die groteske Sphäre erheben. Aber, und dies bleibt entscheidend, Künneke bleibt einfallsreicher bei der Walzer- rperett-r Diese Komposition hätte, abgesehen von der virtuosen Beherrschung des Orchesterapparates, auch ein anderer zustande bringen können. Dann zwei in ihrer Zusammensetzung vorbildliche populäre Orchesterkonzerte.«cidler-Winkler unterliegt mit seiner etwas pedantischen Interpretation dem temperamentvollen Dr. Ernst K u n w a l d, der mit seinem Berliner Sinfonie- O r ch e st c r in der ersten Matinee im Großen Schauspielhaus spielt. Gluck und Beethoven in der„Fünften" werden ihres pathetischen Zaubers' entkleidet. Kunwold legt kein Gewicht auf das Auskosten eines Themas, er will rhythmisch akzentuieren, will zwei Themen als ganz starke Gegensätze gegenüberstellen. Der Klang des Orchesters tritt hinter.Straffung des Rhythmus, zurück, lleberhaupt liebt es Kunwald, manche Teinpi zu forcieren, so in der Ouvertüre zu Rossinis„Bärliier" und er vergißt darüber, den spielerischen Glanz, das Brio des Orchesters. Seine Solistin ist Maffalda S a l v a t i n i mit ihrem�norb immer herrlich weichen und samtenen Sopran, während Seid!c.--Winkler mit Bronsqeest gesegnet wird, der endlich einmal einsehen müßte, daß„Wotans Abschied" ein ganz anderes Stimmvolnmen verlangt. Bronsgeest sollte nicht mehr als Solist unter Scheinw-erfcrbelcuchtung treten. F. S. Am Montag übertrug Berlin aus der Städtischen Oper, Charlottenburd. Lortzings„W i l d s ch ü tz". Königs» Wusterhausen sandte ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Programm, das in der Haup/sachc Musik brachte:«ine halbe Stunde Lieder, die Frau C a h i e r mit großer, warmer Altstimme und erstaunlicher� Beherrschung der knutschen Sprache sang. Es folgte eine halbe Stunde moderne Komm-.."nmslk für Blasinstrumente von Lcndvai und Hindemith und Vorträge des Prof. Felix» Schmidt-Ouortetts vom Berlu'-er. Lehrergesangverein. Zwischen den Musikdarbietungen war eine hoQie Stund« Franz Werfe! gewidmet. Felix Holländer.stamklerisierte das Werk des Dichters, Gina Mayer las Verse von ihm. Von der Oper„Der Wildschütz" kam für die Hörer nur die gerade in diesem Werk so graziös heitere Musik Lortzings in Frage; der schwierige Text mußte unverständlich bleiben. Te,. VorirSge, Vereine undVerfammlungen. # Reichsbanner„Schnjarz-Rot-Gold". ®«r4itt»ltell»: Berlin<5. 14. Scboftianstr. 37/38, Hol 2 it. Pa»!»»»-3jSt>. Menotaa, 10. September, 20 llbr. Kameraluch�i-.. pcrfcrnniluns bei Äobcr, Print-Heinrich, Ecke Berliner Strafe— Pren�lnucr Berg. Bonncrsias, 12. September, Berlammlungen um 20 stb? Samcradschatt Balkan bei Boqel, Iablonllifir. 9. Kameradschaft ttönla«tor. RSsner. Immanuelkirchstr. 2ö. Bortrag des Kameraden Wiemer:..Meine E>, lebnifle in St. Lorenzen". Kameradschaft stalle bei stetig«, Milastr. ö. «»h»»t«rf l»ameradschaft>. Meldungen zur stahrt nach Kaufche, 9t.-2 ziü* 21. Sevtettiier, nimmt Kamerad stmedrich, Apolloftr. 13, entgegen, stahrgeii.-. 8 Mar!.— Selmsdorf lKomeradschaft). Mittwoch. 11. September, 19� Uhr. Saalfchuti in Lubwigslust, Albrecht. Ecke Bismarckstraße. llletlerbericht der össeatUchen wetterdieuststelle Berlin und Uingcgenf, sZZachdr. verb.) Dol.'iz biz heiter und wieder kühler, keine nennenswerte!, Niederschlag?, weslliche bis nordwestliche Winde.— Für Leulichland: In. Süden noch heiter und ziemlich warm, sonst lühler: im Küsrengcbie: der Ostsee strichweise etwas Regen. Ei»« Hlig« Sauderfahrt von Berlin nach dem schönen nordischen Kop'n, bogen findet vom Sonnabend, 14. September, nachmittags, bis Montag, 16. Leptemder. morgens 8 Uhr. zum ganz außerordentlich billigen Preis von . Benußt wird zwischen Berlin— Stettin ein Sondcrzug. Die See* reis« Stettin— Kopenhagen wirb von dem bestens bekannten Bäd-rschnelldampfer .Rugard" lich« W" nähme| räume zur Berfllgung. Ein reichlich bemessener Aufenthalt in Kopenhag-n bietet Gelegenheit, die am blauen Oeresund so herrlich gelegene dänische Haupt, und Residenzstadt mit ihrem lurnriSsen Lehen ohne Hast kennen zu lernen. Leioziger Str.(Versand-Abt.) Könlgstr. Rosenthaler Str. 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September 1929 In der Bormstlagszichung wurden Gewinne über 1SV M. gezogen 4»«vi»»« ,» 10000 M. 48352 180499 10 Gewinn« zu 3000 M. 129899 175851 230238 266141 260374 16»«Vinn. ,» 2000 W. 104204 1 29772 1S166S 196300 202541 230223 234649 373880 32 S-wwn. ,u 1000 M. 57030 113010 177974 235875 23731k 239041 266804 273633 307472 345024 360513 363412 368557 386189 391 738 398303 92 G-Win«. ZU 500 M. 6890 10245 1 1036 33935 40522 43309 43843 44749 62441 71162 76751 80559 80676 80970 116342 117172 116687 119283 130797 102413 203178 217841 221864 223406 232354 249993 250987 265692 266406 297087 275328 279112 279142 281 989 284081 312076 329010 330295 249923 351822 356898 359663 272262 232935 366392 397130 212 Gewinn« m 300 M. 6116 7819 8346 9044 22805 23566 2408b -------------------------------- 2968 7B926 77886 ____...._________._________ 1715111888121267 127458 133193 137103 138623 139301 142929 146977 149869150376 162178 154168 154284 154848 157940 159563 161311 163614 166967 171332 172980 177891 178507 180412 183263 186534 186843187860 139333 100479 190519 104395 195878 202142 208175 216025 218415 221413 223495 226493 232431 233649 247113 252653 253044 256347 257765 264209 264435 265244 270813 273788 275549 280810 288657 293593 293974 297774 310139 312150 334492 334632 340361 347188 352939 354129 354186 364424 366610 369157 374253 376772 384354 384922 388744 389282 389558 392879 396750 399302 S« der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2»«»Ina. m 10000 92. 196006 4 Gewinn« zu 6000 M. 58803 148812 4 Gewinn« ,» 3000 92. 139254 397764 1 0»«Bin«. ZU 2000 92. 47542 1 06852 2341 1 8 31 1 1 70 354375 38»««Inn« ,n 1000 92. 79929 87517 103527 123614 1 53949 1 937». 107283 210261 221635 225192 234219 279058 283161 283757 33672. 375550 382830 388221 80»«Dimw ja 600 93. 3314 3731 18804 36989 37131 40081 4027i 48030 67784 62696 91029 96970 103513> 08 I 85 1 09072 1 1 1 09C 123475 126974 135614 155598 189844 197867 202748 202755 228165 243967 270261 276186 293586 311149 321427 337552 342742 357348 369710 370687 372032 382588 387082 399487____- 162»«Vinn, w 300«I. 2581 3825 4067 8997 9931 15298 2073- 22393 30209 3061 5 33749 39204 53720 53918 54933 68822 7139' 85221 86900 36959 93638 104440 105355 113125 126651 130W 136801 142846 148847 I 56046 159646 159892 167147 17696617733/ V&Uf# Schont Herz und Lunge UnbedenklRauchsnlÄrzHich emofbhlen! � � I i.- I 1 Verkäufe Linoleum. Szillat, Koloniestraße 9• Wcbfehlcr. Teppiche. Kleine Webfehler 2X3 l»,— Mark. Kleine Webiehlcr 2X3 24,- Mark, Kleine Webfehler ZüxHi 38.— Mark. 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