Nr. 41. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Muminter müssen bis 4 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Soun und Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 18. Februar 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. " im Gegentheil, alle forderten um um die Wette die den Angriffe die parlamentarischen Arbeiten störten, jetzt Die Tage in Frankreich. Reinigung, und am lautesten die, welche die größten Checks den Sozialisten den umgekehrten Vorwurf machen, das Paris, den 14. Februar 1896. auf dem Gewissen hatten. Ministerium Bourgeois nicht anzugreifen, ihm nicht mit Der Fall des Ministeriums Ribot brachte keine große Bisher hatten die Regierungen, welchen Ursprungs sie Beschwerden, Anklagen und Interpellationen zu Leibe zu Bewegung hervor; man ist an derartige Unfälle so gewöhnt, sein mochten, sich stets auf die Rechte und das Zentrumgehen. Niemals haben die Reaktionäre die Bedeutung der gestützt, und um sich sozialistischen Partei und die Nichtigkeit ihrer eigenen Pardaß man ihnen gar keine Aufmerksamkeit schenkt. Man die republikanische Mittelparteiglaubte, Ribot würde durch Dupuy oder irgend einen die Gunst dieser Parteien zu sichern, den Sozialisten, dem teien mit mehr Naivetät ausgesprochen. Aber die hinterlistigen Heßereien des Temps", ähnlichen Bedienten der Neaktion ersetzt werden, und gemeinsamen Feinde, den Krieg erklärt. Bourgeois vollzog eine die schönen Tage der Checkleute( chequards) würden fort- vollständige Frontveränderung: er suchte seine Stüße auf der der Libre parole" und des Figaro", durch welche die dauern. Man zuckte die Achseln, als man erfuhr, daß der Linken statt auf der Rechten, und statt den Sozialismus Sozialisten zu einem thörichten Angriff verleitet werden Präsident den Herrn Bourgeois zu sich berufen und ihm die mit der starken Faust" zu bedrohen, streckte er ihm die sollten, waren ohne Erfolg; und es blieb nichts anderes übrig, als daß der Senat, in dem die Juvaliden aller Bildung des neuen Ministeriums übertragen habe. Als geöffnete Hand" hin. Faure zum Präsidenten gewählt worden war, hatte er Bour- Diese neue Tattit hat zwar die Sozialisten nicht in Reaktionsparteien warten, bis der Tod sie holt, sich ents geois schon einmal mit der gleichen Aufgabe betraut. Da die ministerielle Armee eingereiht, es ihnen aber zur Pflicht schloß, mit seinen kraftlosen Armen die Waffen zu ergreifen mals war Bourgeois gescheitert, und jetzt, so hoffte man gemacht, wenn auch nicht die Waffen aus der Hand zu und mit zahnlosem Rachen zu bellen. allgemein, würde er auch scheitern. geben, doch die Feindseligkeiten einzustellen. Um in Bug zu kommen, haben die durchtriebenen Schelme Als das radikale Ministerium Bourgeois richtig zu Da Herr Bourgeois fich uns als Gegner, der das im Senat ihre Thätigkeit damit begonnen, das Gesetz be= - erklärten die Führer der treffend die Unfälle bei Arbeiten, welches man seit stande gekommen war, wurde mitleidig gelacht; es war Gesetz achten will, vorstellt," eine quantité négligeable eine so winzige Größe, Sozialisten so sehen wir unseren Vernichtungskampf 15 Jahren prüft", abzulehnen. Sie hätten nicht undaß man mit ihr gar nicht zu rechnen brauchte; gegen die Staatsgewalt vorläufig nicht fort, wir eröffnen geschickter handeln können: denn nichts Besseres konnten sie in den Zeitungen und in den Wandelhallen der Kammer dem Ministerium einen Kredit und warten seine Thaten ab." thun, um den Volksunwillen gegen sich zu erregen. Den wurde gespottet, es sei nur eine Wärmeflasche" für irgend ein neues Opportunisten- Ministerium. Man war so fest von dem nahen Sturz überzeugt, daß man dessen Tag schon vorhersagte und Wetten darauf machte. Allein, wie ich früher schon sagte, es ist ein parlamentarisches Sprichwort: " In Frankreich ist nichts dauerhaft außer was provisorisch ift", und Herr Bourgeois richtete sich darauf ein, das Sprichwort nicht Lügen zu strafen. " Die Thaten hätten vielleicht lang auf sich warten lassen, Tag nachher setzten sie ihr so trefflich begonnenes Werk wären vielleicht niemals gekommen, wenn die Gegner des fort, indem sie das Gesetz, welches den an der Eisenbahn, Ministeriums es nicht gezwungen hätten, etwas zu thun. in den Arsenalen und Staatswerkstätten angestellten Unsere Feinde haben stets großen Scharfsinn aufgewandt, um Arbeitern verbietet, sich zum Behufe von Streits in die Geschäfte des Sozialismus zu verrichten. Die abwartende Syndikaten( Gewerkschaften) zusammenzuschließen, wieder Haltung der Sozialisten hat genügt, die Natur des par- hervorholten und annahmen. Dieser Gesetzesvorschlag war dem Volke derartig verhaßt, daß sogar das Ministerium lamentarischen Kampfes umzugeftalten. Seit den Wahlen von 1893 sind die Sozialisten die Ribot ihn hatte zurückziehen müssen, um die Erregung, Die Dupuy und die Ribot, seine Vorgänger, hatten einzigen, weldje tie Ministerien angreifen und stürzen. Wenn welche die Ankündigung in der Arbeiterklasse hervorgerufen nur regiert, um die Checkleute zu beschützen und ihnen den sie aus ihrem Siege bis jetzt noch keine direkten Vortheile hatte, zu beschwichtigen. Das Ministerium beantwortete Weiterbetrieb ihres ehrenwerthen und einträglichen Diebes- ziehen können, so find sie es doch, welche die politische diese Abstimmung mit der Einbringung eines Gesetzentwurfs, gewerbes zu ermöglichen. Man rechnete also auf die Check- Lage belcarschen. Der Panamaskandal, der Südbahn- der Geld- und Gefängnißftrafe allen Arbeitgebern androht, leute, die das radikale Ministerium ungefäumt zu Falle skandal, der Opiumskandal und die vielen anderen Skandale die einen Arbeiter entlassen, weil er einer Organisation ans bringen würden. Aber alles ist trügerisch in dieser Welt. haben die Führer der parlamentarischen Parteien so heillos gehört. Die Senatoren unter Anführung des Constans haben Mit einer verblüffenden Tolkühnheit trug Bourgeois kompromittirt, so um alles Ansehen gebracht, daß die Rouvier, den Krieg ins feindliche Lager. Er kündigte an, Roche u. f. w. gar nicht auf die Rednerbühne gehen mit einem Hieb geantwortet, der, wenn es nach ihnen ginge, daß er den parlamentarischen Augiasstall reinigen können, ohne ausgezischt zu werden, und ohne beschämt den das Ministerium mausetodt geschlagen hätte. Als Ribot wolle, und fing damit an, daß er Arton in London Rückzug antreten zu müssen unter einem Hagel beleidigender, Präsident des Staatsraths war, hatte er die Unterverhaften ließ und der Kammer ein Gesetz vorlegte, welches die tiefste Verachtung ausdrückender Zurufe. Die Stimme suchung der Südbahnstandale einem Richter anvertraut, der die Unverträglichkeit eines Abgeordneten- Mandats mit den dieser Herren hat keine Autorität mehr in der Kammer und die Weisung erhalten hatte, die Schuldigen reinzuwaschen; dieser Biedermann erfüllte sehr gewissenhaft seine Aufgabe und Funktionen eines Verwaltungsbeamten von Finanz- und im Lande. Die reaktionären Parteien sind also geköpft, all ihre entließ die Angeklagten, bei denen er sich noch entschuldigte, Industrie Gesellschaften, die mit dem Staat Beziehungen haben, festsetzte, damit diese Herren nicht in die Lage tämen, Häupter sind ihnen abgeschlagen. Deshalb mußten sie auch, er sei aber gezwungen gewesen, sie zu verhören. Ricard, als Deputirte oder Senatoren über die Verträge des um den Angriff auf das Ministerium Bourgeois zu decken, der neue Justizminister, hat die Wiederaufnahme der gerichtStaates mit solchen Gesellschaften zu entscheiden. zu Männern zweiten Ranges ihre Zuflucht nehmen: zu lichen Untersuchung angeordnet, und sie einem anderen Richter anvertraut. Dieser begann damit, die Herren. Ein Schrei des Entsetzens begrüßte diese abscheulichen Deschanel, Barthon und Konsorten. Sie wurden im ersten Scharmützel so schlecht geführt, Roche, Christophe, Rouvier und andere einflußreiche. Maßregeln; sie würden den Sturz des Ministeriums beschleunigen, so rief man entrüstet. Doch o Wunder; es daß sie sich in ihre Nichtigkeit zurückzogen und nicht wieder Persönlichkeiten vorzuladen, die jetzt in Mazas*) reichliche fam anders; statt das Ministerum zu stürzen, haben wagten, daraus hervorzugehen. Heute ist es unmöglich, Muße haben, über die Bergänglichkeit der menschlichen Größe diese Maßregeln das Ministerium befestigt, ihm in der Deputirtenkammer jemand zu finden, der das Boden festen unter die Füße gegeben. Rein Ministerium angreift. Wir erleben das seltsame Schau*) Mazas, ein Bellengefängniß bei Paris, das jetzt von vielen Deputirter, tein Senator wagte das Ministerium spiel, daß die reaktionären Zeitungen, die früher nicht aufhörten Checkleuten und sonstigen höheren Gaunern unfreiwillig bewegen der geplanten Reinigungsarbeit anzugreifen; den Sozialisten vorzuwerfen, daß sie durch ihre fortwähren wohnt wird. 58 Hier hatte er gehört, daß Langenberg Bückeburger Clokilde.( Nachbruck verboten.) Stadtobligationen hingab und sich dafür Gold und Silbergeld ausbat und erhielt. 34. Eugen und Clotilde erstiegen den Merkur und hatten dort, auf der Spize des Berges im Sonnenschein stehend, ein herrliches Schauspiel. Zu ihren Füßen entlub sich unter Blitz und Donner ein starkes Gewitter. Abends wollten sie in den Kursaal. Diese Obligationen faufte Balavi. Er betrachtete fie und erbat sich dann eine Audienz bei dem Chef des Bankhauses. Es dauerte nicht lange, so wurde Balavi in das nebenanliegende Komptoir des Bankiers beschieden. Balavi ließ Als sie abends dort eintraten, sahen sie zuerst den sich von diesem das Verzeichniß der mit gestohlen" begraubärtigen Franzosen. Sie gingen daher bald wieder fort. zeichneten Werthpapiere vorlegen und es fand sich, daß Ju der Trinkhalle fand Clotilde die Freskogemälde so die soeben gekauften Bückeburger Stadtobligationen dabei poetisch und märchenhaft, daß sie ihren Eugen bat, die waren. hier dargestellten Bilder der Umgebung ihr in Natur zu zeigen. Eugen führte sie nach dem Mummelsee und nach dem Schlosse Neu- Wiedeck, das durch die Geisterhochzeit" in der Trinkhalle verherrlicht ist. Nun aber wollte Clotilde auch einmal die Spielbank, von der sie soviel gehört, in der Nähe sehen. " Du sollst auch einmal nach Herzenslust spielen," versprach ihr Eugen. Versuche Dein Glück, indem Du immer auf die Zahl Deines Geburtstages beim Roulett setzt." Zu diesem Zwecke trat Langenberg, ehe er mit seiner Frau nach dem Kursaale ging, in den neben dem Hotel befindlichen Wechslerladen. Er wollte einige Banknoten in Kleingeld umsetzen. Beim Verlassen des Geschäftslokals fiel es ihm auf, daß der bucklige Franzose ebenfalls in seiner Nähe Geld wechseln ließ. Langenberg erzählte dies seiner Frau, als sie den Weg nach dem Spielsaale einschlugen. Dieser Franzose war Palavi. Er hatte die Verkleidung gewählt, um nicht erkannt zu werden. Er war dem Doktor Langenberg vom Hotel aus nach gegangen und gleichfalls in das Bankhaus eingetreten. Die Nummern stimmten. Jedesmal, wenn sie setzte, legte auch ein neben ihr stehender Herr, anscheinend ein Seemann, auf dieselbe Farbe große Summen. Während sie ihr Goldstück verdoppelt erhielt, wurden dem Seemanne bedeutende Beträge zugeschoben. Er hatte einen großen Schlapphut unter den linken. Arm geklemmt und hielt ihn mit der Hand an die Brust. Dieser Hut war bis oben mit Silber- und Goldstücken Der Bankhalter, die Kroupiers und die den Spieltisch Umſtehenden wurden aufmerksam. angefüllt. Alles blickte auf Clotilden und den Seemann. Jetzt setzte sie wieder ein Goldstück auf Roth. Eugen Der Seemann legte eine ganze Handvoll Doppelkronen ebenfalls auf Roth. Sie gehörten zu den abhanden gekommenen Geld- that daffelbe. papieren des Majors von Sherman. Der Bautier traf sofort seine Maßregeln. Die Behörden wurden von dem Vorfalle in Kenntniß gesetzt und beauftragt, Dr. Langenberg darüber zu vernehmen, wie er in den Besitz dieser Werthobjekte gelangt sei. Langenberg war mit Clotilde im Kursaale an das Roulett getreten und hatte ihr das Spiel erklärt. Dann waren sie auch in den Nebensaal gegangen, um dort am zweiten Spieltische dem trente et quarante zuzusehen. Darauf waren sie zurück zum Roulett geschritten, weil Clotilden dieses Spiel leichter faßlich erschien. Sie hatte dann auf die Bahl 18 gesetzt und gewann. Clotilde war erstaunt für das eine Goldstück so viele zu erhalten. Langenberg hatte das Geld ihr eingehändigt und dann selbst auf rouge gesetzt. Er verlor. Er setzte auf schwarz wohl an zehnmal, er verlor beständig. Clotilde, die noch nie so etwas gesehen, unterhielt sich sehr gut, sie gewann ost. Alles war in fieberhafter Spannung. Der Bankhalter warf die Kugel. Schwarz gewann. Die Kroupiers zogen Tausende ein aus diesem einen Spiel, denn auch am anderen Ende des Tisches hatte man stark auf roth" gehalten. So oft Engen mit Clotilden auf ein und dasselbe Feld setten, wurde verloren. Langenberg gab jetzt seiner Frau einen Wink. Er hatte aufgeblickt und schien jemand benterkt zu haben. Clotilde beugte sich zu ihm nieder, als er sich eben setzte und Eugen flüsterte leise ihr zu: Komm, laß uns aufhören und gehen ich sehe dort-" Den Franzosen?" fragte halblaut Clotilde und schickte sich zum Gehen an. Eugen antwortete nicht. Diesmal war es ein anderer, dessen Anblick ihm unbequem war. ( Forsehung folgt.) nachzudenken. Ter Senat, von dessen Mitgliedern viele in diese schmutzigen Geschichten verwickelt sind, ist voller In- grimm, und in seiner Wuth hat er ein Mißtrauensvotum gegen Ricard beschlossen, weil derselbe den korrumpirten Untersuchungsrichter, der in so delikater Weise die Spitz- buben der Kammer und des Senats von jeder Anklage rein- gewaschen hatte, durch einen ehrlichen Mann ersetzt hat. Anstatt nun aber die Entlassung einzureichen, wie eS die Greise im Senate hofften, haben die Minister ob des lächerlichen Zornausbruches gelacht; sie haben im Saale der Invaliden des Palais Lnxembourg*) den Staub von ihren Portefeuilles abgeschüttelt und sind in die Abgeordnetenkammer gegangen, die ihnen als Stütze dient. So ist denn dem Senat der Krieg erklärt, und er steht vor der Wahl, entweder sich zu unterwerfen oder zu ver- schwinden. Die sozialistische Partei führt in Frankreich zwar noch nicht das Staatsrnder, aber ihre bloße Neutralität genügt schon, um ein radikales Ministerium am Staatsruder zu halten. Lallüs. Volitifche Mebevstchk. Berlin, 17. Februar. Die heutige Reichstagssitzung, die noch dem Militär- Etat gewidmet war, verlief äußerst ruhig und trug einen ganz geschäftsmäßigen Charakter. Von allgemeinem prin- zipiellen Interesse ist nur e i n Punkt, der zur Ver- Handlung kam— nämlich die Frage der Militär- l i es eru ngen, insbesondere der Lederlieferung. Die Thätigkeit des Lederrings, dem es gelungen ist, eine internationale Preissteigerung herbeizuführen, hat sich der Militärverwaltung fühlbar gemacht. Das Be- streben, sich dem Einfluß der„Ringe" und Spekulanten zu entziehen, ist jedenfalls bei der Militärverwaltung vor- Händen. Um nicht den Zwischenhändlern zum Opfer zu fallen, entschloß man sich vor einigen Jahren dazu, mit den Produzenten direkt in Verbindung zu treten/ und daraufhin schlössen die Gerber eine„Gerber- Vereinigung", mit der die Militärverwaltung seitdem ihre Geschäfte abschließt.«Allein auch hier ist keine sichere Garantie vorhanden: einerseits liegt die Gefahr der Ring bildung, anderseits die Gefahr von Unterschleifen vov Das konnte von der Militärverwaltung nicht in Abrede gestellt werden, und sie mußte sogav aus eine Anfrage von Bebel hin zugestehen, daß solche Unterschlcife thätsächlich versucht worden sind. In der bürgerlichen Gesellschaft ist eben der Prostt die leitende Triebfeder, und der Staat, dessen Kassen sich mit den Steuergroschen des Volkes füllen, bietet dem Betrug ein lockendes Ziel. Der Kapitalist sucht sich auf Kosten seiner Mitmenschen zu bereichern, sei es, daß er vereinzelt auf den Raub ausgeht oder rudelweise mit seinen Kollegen jagt. Er will ausbeuten und erbeuten. Da der Kriegsminister verhindert ist, zu kommen, so ist morgen Schwerinstag: Antrag Auer über Vcreinsgesetz k. Mittwoch wird dann die Debatte über den Militäretat sortgesetzt.— Das preußische Abgeordnetenhaus setzte am Montag die zweite Beralhung des Slaatshaushalts-Etats beim Etat der Bauverwaltung fort. Der Titel„baupolizeiliche Gebühren" wurde an oie Budgetkommission zurückverwiesen, da die nationalliberalen Agrarier beanlragle», daß diese Gebühren nur in den großen Städten erhoben werden sollten, die eine Polizei hätlen, nicht aber auf dem Lande. Die Regierung wider setzle sich natürlich diesen! Antrage, hatte aber gegen eine noch' nialige Kommissionsbercrthung nichts einzuwenden. Die Debatte, die sich im übrigen in Einzelheiten verlor, wird am Mittwoch fortgesetzt. Außerdem stehen kleinere Vorlagen auf der Tages ordnung.— Herr von Kölker ist zwar gegangen, aber sein Geist spickt noch immer herum und besonders scheint er sich in den Gerichtshöfen heimisch zu fühlen. Neben den politischen Arbeiterorganisationen, welche der vorläufigen Schließung bereits vor Wochen schon verfallen sind, scheint jetzt der Arbeiter-Sängerbund an die Reihe zu kommen. Dem Vor stand desselben war vom Polizeipräsidium aufgegeben worden, ein Verzeichniß des Vorstandes und der Mit glieder des Bundes, sowie ein Exemplar der Statuten einzureichen. Auf die Beschwerde des Vorstandes, der diese Verfügung als weder durch das Vereinsgesetz noch durch die allgemeinen Befugnisse der Polizei gerechtfertigt bezeichnete, entschied der Oberpräsident, daß der Arbeiter- Sängerbund nach seinem bisherigen Verhalten als ein Verein angesehen werden müsse, der eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke, und daß die Vev fügung des Polizeipräsidenten daher aufrecht zu erhalten sei. Die gegen diesen Bescheid vom Vorstande des Arbeiter. Sängerbundes erhobene Klage ist vom ersten Senat des königlichen Oberverwaltungsgerichts kostenpflichtig abgewiesen worden. Daß eine solche Entscheidung einmal kommen werde, dürste sich der Vorstand längst gesagt haben. Interessant sind nur die Gründe, deren sich das Oberverwaltungsgericht bei seinen! Entscheid bediente. Da heißt es u. a.: Zur Gewißheit wird aber diese Vermuthung, nämlich daß der Sängerbund sich mit öffentlichen Angelegen- heilen beschäftigt, durch den Inhalt einer Fest- zeituug des Bundes vom 2. Dezember 1893, in der es u. a. heißt:„Und so wollen wir weiter vorwärts streben, stets eingedenk, daß auch wir die Aufgabe haben, mit unseren Liedern immer mehr neue Rekruten zu werben für den Klassenkampf der Arbeiter. Wir wissen, daß die Bour- geoisie und die gesammte bürgerliche Gesellschaft uns mit ihrem Haß verfolgt und stets bedacht ist, uns zu schaden. Halten wir uns von falschen Freunden fern; unser Bund gehört den Arbeitern, unsere Lieder dem kämpfenden, nach Freiheit ringenden Proletariat." Also ein paar Worte aus einer gelegentlichen Fest- zeitung ist ein Beweis, daß eine Vereinigung sich mit öffent- lichen Angelegenheiten beschäftigt. Wo blieben wohl die Turn-, Schützen- und Eängerverbände der Bourgeoisie, wenn sie nach gleichem Maße gemessen würden.— Ei» Protest gegen das sächsische Wahlrechts- a t t e n t a t. Im„Leipziger Tageblatt" lesen wir: Leipzig, 15. Februar. Die Herren Geh. Hofrath Prof. Dt. jnr. Carl Bi n d i n g, Geh. Hofrath Prof. Dr. jur. et theol. R u d. S o h in und Gymnasial- Oberlehrer Dr. Hans Voigt fordern in einem Rundschreiben zur *) Im Luxembourg sitzt der Senat; Kammer. im Palais Bourbon die Unterzeichnung der folgenden Erklärung auf, die rn den bedeutenderen Zeitungen Sachsens veröffentlicht werden soll: Die Unterzeichneten, Männer der verschiedensten Berufe und Lebensstellungen, haben sich zu folgender Erklärung über den dem Landtage zur Berathuug vorliegenden Gesetzentwurf über die Abänderung der Bestimmungen, die Wahlen für die Zweite Kammer der Ständeversammlung be- treffend, vereinigt:. Wir erkennen an. daß die Vorlage innerhalb des durch die Resolution vom 10. Dezember v. I. gegebenen Rahmens außerordentlich maßvoll gehalten ist und die Uebelstände des preußischen Systems, den ausgesprochen plutokratischen Charakter zu vermeiden sucht. Trotzdem fürchten wir von der Annahme dieses Gesetzentwurfs bedenkliche Folgen für das politische Leben in Sachsen, eine Steigerung des politischen Jndifserentismus. wenn«ich: eine Verbitterung in weiten Kreisen patriotisch gesinnter Staatsbürger; ja wir sehen als Endergebniß ein Wachsthum der Sozialdemo kratie voraus. Wir meinen, daß nach wie vor neben der Unterdrückung der gemeingefährlichen Umsturzbestrebungen die Arbeit an der Aussöhnung der sozialen Gegensätze einhergchen muß, und können in dieser Veränderung des Landtags-Wahlrechts nur eine Gefährdung derversöhnenden Wirkungder sozialpolitischen Gesetz- gebung erkennen. Wir würden es tief beklagen, wenn eine nach unserer Auffassung übertriebene Furcht vor einer radikalen Partei dazu führen würde, unsere Landcsgesetzgebung zu einer Schmälerung des Wahlrechts zu ver- anlassen, die ganz besonders auch in großen Kreisen staatstreuer Männer schwer empfunden werden wird. Deshalb halten wir es für unsere Pflicht, als vaterlandsliebende, königstreue Männer, noch in letzter Stunde warnend unsere Stimme zu erheben! Möchte sie nicht nngehört verhallen!— Tie Angriffe eines Anarchisten Tehmel gegen Genossen Lütgenau sind von den Vertrauensleuten des Wahlkreises Dortmund geprüft worden und haben durch folgenden Beschluß, den ilns der Vertrauensmann übermittelt, ihre Erledigung gefunden: „Die Sitzung der sozialdemokratischen Ver- trauensleute des Wahlkreises Dortmund- Hörde verhandelte am Sonnabend Abend über die Angriffe des„Generalanzeigers" und der„Dortmunder Zeitung" gegen den Reichstags- Abgeordneten L ü l g c n a u. Sie gelangte nach Anhören der Bekundungen einer Reihe einwandsfreier Per fönen und nach eingehender Prüfung aller in be> tracht kommenden Momente zu dem Ergebniß, daß diese von den Anarchisten Tehmel und Genossen im Interesse der nationalliberalen Partei gemachten Angriffe auf freche», schäm losen Lügen beruhen. Der jetzt unter sozialdemokratischer Maske anftretende Dehmel ist nach seinem Geständuiß hierzu für fünfzig Mark gedungen und wird nach seiner eigenen Aussage ivegen eines gemeinen Vergehens verfolgt, ist bisher aber merkwürviger- weise nicht gefunden worden; derselbe hat ferner erst kürzlich ein ehrliches Dienstmädchen erwiesenermaßen fälschlich des Dieb- stahls beschuldigt; alles Thatsachen, die zur Kennzeichnung dieses Gewährsmannes sicher genügen." Es ist also Dehmel, nicht Dempwolf(wie wir in letzter Nummer schrieben), der im kapitalistischen Interesse Sozial demokratei! verleumdet. Nach der gelieferten Charakteristik ist Dehmel sicher nicht besser als Dempwolf, eher das Gegentheil.— Die Herren Naumann, Oberwindcr» Stöckcr«. Ko. mögen sich trösten— ihren Kollegen in anderen Ländern geht es nicht besser. Das„praktische Christenthum" herrscht in dieser besten aller kapitalistischen Welten— herrscht gleich allmächtig und sclbstherrscherisch über Katholiken und Prolestanten, und die unpraktischen Christen, die das Christenthum praktisch verwirklichen wollen, sind überall in den Augen der praktische» Christen die schlimmsten und unbequemsten Feinde. Wie in Deutschland so in Belgien. Der praktische Christ und katholische Minister Woeste hat dort den Krieg bis aufs Messer dem„christlich sozialen" Priester Daens erklärt, den man seine christlichen iunelbänine gerade so lang schlagen ließ, bis er mit dem hristenthum— Ernst zu machen begann. Und da ist er denn in Bann gethan worden, gerade wie die Naumann, Oberwinder, Slöcker— obgleich wir dem Verstand der zwei letzteren nicht die Beleidigung zufügen wollen zu sagen, sie hätten Ernst machen wollen, wie ihr belgischer Genosse. Das„praktische" Christcnthiim hat davon seinen Namen, daß es das Christcnthum in der Praxis v e r u r t h e i l t. Frankreich. Ter Senat hat am Sonnabend mit 169 gegen 71 Stimmen sein Tadelsvotum vom 11. d. M. wiederholt. Er will also im Interesse der Spitzbuben das Ministerium Bourgeois zur Demission zwingen. Durch das zweite Votum des Senats ist nicht blos dem Ministerium, sondern der Deputirtenkammer der Krieg erklärt. Wendet es sich doch direkt gegen das Votum der Teputirtenkamnier vom vorigen Donuerstag. Uebcr die ganze Lage in Frankreich spricht sich Gallus im heutigen Leitartikel, auf den wir veriveisen, klar aus. Was werden nun die Folgen des zweiten Senatsbeschluffes ein? Die Senatoren glaubten offenbar, das Ministerium werde seine Entlassung nehmen; und die gesammte Reaktions- und Panamaschmntz- Presse schrie nach der Demission. Die radikale und sozialistische Presse forderte dagegen das Ministerium zum Bleiben auf und zum Fort- 'chreiten auf der betretenen Bahn. Das Ministerium trat sofort nach der Senats- sitzung zu einer Berathuug zusammen und legte sich die Frage vor, ob die Wiederholung des Tatelsvotums eine Verschärfung desselben sei und den Rücktritt zu einer parlamentarischen Pflicht mache. Es kam aber, wie ein Telegramm uns meldet, einstimniig zu dem Ent- chluß, im Amte zu bleiben und das Rcinigungswerk im- nachsichtlich fortzusetzen, da das Votum des Senats durch die Wiederholung kein größeres Gewicht erlangt habe. In einer zweiten Sitzung am gestrigen Tage machte das Ministcrium sich über die einzuschlagende Taktik schlüssig. Uebrigeus auch, wenn das Ministerium— etwa durch Desertionen in der Deputirtenkammer— noch zum Rücktritt gezwungen würde, so hätte der Senat damit nichts gewonnen. Der Konflikt ist da. Frankreich steht also allem Anschein nach vor Neuwahlen, die über die Existenz des Senats entscheiden werden. In jedem �all bereiten sich Ereignisse von höchster Bedeutung und ragwcite vor.— Südafrikanisches. Widersprechende Nachrichten über K r il g e r' s Absichten laufen aus Südafrika ein. Die einen sagen.er komme.die anderen, er komme nicht nachLondon. Die Antwort der Transvaal-Regierung auf Chamberlain's voreilige Veröffentlichung der Rathschläge, die er Krüger in London zu theil werden lassen wollte, läßt allerdings keine andere Deutung zu, als daß diese taktlose Veröffeutlichnng die Möglichkeit einer Reise Krüger's nach London über- Haupt vereitelt hat. Ter„Kölnischen Zeitung" wird ander- eits aus L o n so n voni 15. Februar die kaum glaubliche Meldung übermittelt: ..Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat der Kriegs- minister angeordnet, daß beträchtliche Verstärkungen der Streitkräfte Natals bereit gestellt werden, da die eng« lische Regierung eine Kundgebung an der Grenze Transvaals mit bewaffneter Macht für noth- wendig hält." Was haben denn die Transvaaler gethan, um eine be- waffnete Kundgebung ihrer englischen Freunde nothweudig zu machen? War es eine Unthat, daß sie Jameson und seine Bande straflos laufen ließen? Wir halten es denn doch für unmöglich, daß die Nachricht der �Kölnischen Zeitung" auf Wahrheit beruht.— Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Das b a d i s ch e Schöffengericht von Rudolszell hat, wie die liberale„Neue Badifche.Landeszeitung" erfährt, folgendes geleistet:' „Eine Anzahl Mitglieder des Militärvereins in Ueberlingen a. R. war am Geburtstag des Großherzogs von Baden von der angeordneten Kirchen parate weggeblieben, da eine am Tage vorher stattgehabte Gemenideraths-Wahl zu ihren Ungunsten ausgefallen war. In einer späteren Versammlung des Militärvereins rügte der Vor- steher, der zugleich Bürgermeister ist. dieses Verhalten, indem er sagte, daß jene Mitglieder sich durch das Wegbleiben von der Kirchenparade ein Vergehen hätten zu schulden kommen lassen, dessen sich sonst nur Sozialdemokraten schuldig machte»; das sei eine Beleidigung gegen den Landes- fürsten, und solche Mitglieder müßten ausgeschlossen werden. Die angeschuldigten Mitglieder erhoben nun gegen den Vorstand Klage wegen Beleidigung. Das Gericht aber sprach den Vorstand kostenlos frei und wies die Kläger unter Uebernahme sämmtlicher Kosten zurück. Das Urtheil wurde damit begründet, daß ein absichtliches Fern- bleiben vom Kirchenbesuch an vaterlän- d i s ch e n F« st e n mit re ch t als ein B e n e h in c n bezeichnet werden dürse, wie man es nur„>ei vaterlandsfeindliche» Leuten, als o Sozialdemokraten", finde, e b e n s o könne man darin eine Beleidigung des Landes- Herrn erblicken, wenn auch keine strafbare, um so mehr, da die Kläger Mitglieder eines Militärvereiiis seien, dessen Zweck doch insbesondere Pflege des nationalen und patriotischen Sinnes sei; auch stehe dem Verein wohl das Recht zu. Mitglieder, die sich den Anordnungen des Vorstandes in dieser Art wider- setzen, zurechtzuweisen und nöthigenfalls auszuschließen. Der Vor- stand sei in seinen Aeußerungen wohl etwas scharf gewesen. eine Beleidigung gegen die belreffenden Mitglieder liege jedoch nicht vor." Die Radolfzeller Schöffenrichter waren noch sehr tolerant— sie haben lvenigstens diese Majestätsbeleidigimg nicht für strafbar erklärt. Die Entdecknug ist aber erfolgt, und ein weniger tolerantes Gericht wird auch die entsprechenden Strafen zu verhängen wissen. Nächstens wird wohl das Nichtillnmiiliren bei des Landesfürsteli Ge- burtstag als Majestätsbeleidigung aufgefaßt werden.— Der Redakteur der„Burgstädter Volksstimme", Genosse August Tiehl ist vom Landgericht Chemnitz am 3. Dezeniber v. I. wegen Beleidigung des Königs von Sachsen und der Militär- behörde in Liegnitz zu einer Gesammtstrafe von einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Die Revision Diehl's, welche Verletzung des materiellen Rechts, insbesondere des Preßgesetzes rügte. wurde am Donnerstag vom dritten Strafsenat des Reichs- gerichts verworfen, da ein Rechtsirrthum in dem Urtheile nicht zu entdecken sei. Der polnische Arbeiter Potzwnick in Halle a. E. war durch seine Ehefrau, die von ihm gelrennt lebt, der Majestät s- beleidigung bezichtigt worden. Das Landgericht sprach ihn frei. ** * Deutsches Reich. — lieber die vierten Bataillone zerbrechen sich die militärischen Sachverständigen fortgesetzt die Köpfe. Angeb- lich soll es so durchaus nicht weiter gehen. Am liebsten würde man natürlich die Halbbataillone in Ganzbataillone auswachsen lassen. Aber damit sind sehr erhebliche Mehrausgaben verknüpft und es erscheint den Marssöhnen nicht rathsam. gegenwärtig schon wieder mit derartigen Ansprüchen zu kommen. So hat denn augenscheinlich jetzt die meiste» Befürworter der Antrag gefunden, je zwei Halbbataillone zu Ganzbataillonen zusammen- zulegen und je zwei dieser Ganzbataillone zu einem besonderen Regimentsverbande zu vereinen. Diese Regimenter sollen dann eventuell im Kriegsfälle zur Bildung besonderer Felddivisionen ausersehen sein.„Kosten" soll das angeblich nichss.— — DieAblehnung eines ganzenGerichtS wegen Beforgniß der Befangenheil ist, nach einem Urtheil des Reichs- gerichts, S. Strafsenats. vom 4. November ISSS, grundsätzlich unzulässig. Aus den Vorschriften in den K§ 24—29 Strafprozeß. ordnunx folgt, daß der Gesetzgeber eine Ablehnung wegen Be» angenheit nur in bezug auf die einzelnen richterlichen Mitglieder der im gegebenen F<1e thätig werdenden Gerichte als physische Persönlichkeiten, als' Individuen betrachtet, für möglich und rechtlich zulässig angesehen hat. Das Gesetz erwähnt in den angezogenen Bestimmungen immer nur den einzelnen Richter, gedenkt nicht der Gerichtsbehörde als eines or- panischen Ganzen. In der That iverden sich auch Gründe ür die Annahme einer Befangenheit der Natur der Sache nach immer nur in Ansehung einzelner physischer Personen, nicht eines rein begrifflichen Organismus, von dessen physischen Trägern hierbei ganz abzusehen sei, denken lassen. — Im christlich-sozialen Lager wird große Hoff» nung aus den Parteitag in Franksurl a. M. gesetzt. Die Richtung Stöcker scheint indeß dort ganz unter sich tagen zu ollen, den» das„Volk" theilt mit:„Pfarrer N a u m a n n und eine näheren Anhänger bleiben dem Parteitag fern."— �»ZilZUg ist fern zu halte»." In der Strafsacbe wider unseren Kollege» Fritz Kunert und Genossen, die durch die Veröffentlichung jener Aufforderung groben Unfug im Sinne von Z 360, II des Strafgesetzbuchs begangen haben sollen, ist von der Staatsanwaltschaft gegen das freisprechende andgerichtliche Urtheil vom 11. Januar cr.. iouach die Ansforderung zum Fernhalten von Zuzug kein grober Unfug ist, Revision beim Kammergericht eingelegt worden. Dem Staatsanwalt genügt also die gemein- ame Auffassung des Schöffen- und Landgerichts in der Sache licht, und das Kammergericht wird das endgiltige Urtheil zu Allen haben.— — I n Frankfurt a. M a i n hatte die Stadtverordneten. Versammlung am 3. Oktober 139S de» Magistrat ersucht, in Sachen der Unterschlag nn gen des Stadtkassirers Fischer die Frage des Regresses gegen jetzige oder 'rühere Mitglieder des Magistrats, der Stadtverordneten- Versammlung». s. w. einem Sachverständigen zur Prüfung zu unterbreiten. Wie verlautet, ist der Gutachter, dessen Bericht inzwischen eingelaufen ist, zu dem Ergebnisse gelangt, daß er der Stadt a b r a t h e n müsse, nach irgend einer Richtung den jklageweg zu betreten, da nach seiner Auffassung die Aussicht auf Erfolg kaum vorhanden sei.— Eisenach. Schön abgeblitzt ist der„Bund der Landivirthe" mit ernet Beleidigungsklage, die er gegen den Pfarrer Casar in Wiesenthal angestrengt hatte, weil Cäsar in einer Wahlversamm- lung sagte, der Bund der Landwirthe arbeite mit Lug und Trug. Der durch seine Unver— drossenheit im Klagen nicht mehr ganz unbekannte Direktor des Bundes, Suchsland, ein Bruder des gleichfalls durch sein Austreten bekannt gewordenen Luckenwaldcr Bürgermeisters, betrieb die Klage gegen Cäsar, ist aber in beide» Instanzen glänzend abzefalleu und snm nun noch die Kosten zahlen.— — Aus dem hessischen Landtag, kig. Februar. (Eig. Ber.) Bei Gelegenheit der Debalte über die Interpellation im Reichstag, betreffend die von der Rcichsregierung angestellten Ermittelungen der Lohnverhältnisse der Arbeiterinnen in der Konsektionsbranche, bemerkte der Abg. Rickert.„daß in Hessen bereits iv eibliche Fabrikinspektoren angestellt seien". Preußen solle sich daran ein Beispiel nehme». Durch diese Aeußerung des freisinnigen Abgeordneten ist Hessen»»verdientermaßen in de» Geruch gekommen, aus dem Gebiete des Arbeiterschntzes der fortgeschrittenste Staat Deutsch- lands zu sei», denn was Rickert hier als Thatsache anführte, ist einstweilen noch nicht ausgeführt. Richtig ist nur, daß der Bund deutscher Frauenvereine, wie au alle Bundesstaaten, so auch an Hessen eine Eingabe gerichtet hat, in welcher die An- stellung weiblicher Fabrikinspektoren erbeten wurde. Darauf hatte der Ausschuß der Ersten Kammer des Landtags beschlossen, der Eingabe keine Folge zu geben; er stieß jedoch in, Plenum auf den Widerstand dieser Kammer, in welcher am 27. v.J. ein Antrag des Abgeordneten v. Heyl zu Herrnsheim mit allen gegen fünf Stimme» Annahme fand, welcher die Regierung ersuchte, die Anstellung weiblicher Fabrikinspektoren herbeizuführen. Zur Begründung dieses Antrages wurde angeführt:„Es müsse in der That ein geeigneter Vermittler zwischen Unternehmer» und weiblichen Arbeitern vorhanden sein, da es Dinge gebe, welche eine Arbeiterin nicht einem männlichen Vorgesetzten erörtern könne". In der Zweiten Kammer hat nunmehr der ständische Aus. schuß ebenfalls seinen vorher ablehnenden Standpunkt geändert und der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Petition der Frauen- vereine Berücksichtigung verdiene, wenn auch vorerst nicht in der unbeschränkten Zustimmung, wie solche in de», Beschlüsse der Ersten Kammer ausgesprochen ist. Hier ist also die Erste Kammer liberaler als die Zweite Kammer. Am gestrige» Sonnabend gelangte nunmehr der Antrag des Ausschusses der Zweiten Kammer zur Berathung, in das nächste Budget die Mittel zur Ernennung weiblicher Assistenten der Fabrikinspektoren einzusetzen, welche mit diesen gemeinsam die Betriebe inspiziren sollen, in denen Arbeiterinnen beschäftigt sind. Die Regierung erklärte sich gegen diesen Antrag, der Abg. Reinharl dagegen stellte den Antrag, rneibliche Inspektoren anzustellen. Unser Genosse Ulrich unter- stützte den Antrag Reinhart. Für Offenbach allein sei eine Jnspektorin erforderlich, eine solche finde ein reiches Thätigkeits- seid, namentlich könne sie die in viele» Fabriken herrschende Paschawirthschaft beseitigen Helsen. Der Antrag Reinhart wurde schließlich gegen IS Stimme» abgelehnt, dagegen d e r A n- trag des'Ausschusses, denFabrik-Jnspektoren, weibliche Assistenten beizuordnen, äuge- ä o m m en. — Zur Frage der Strafkolonien und der G e s ä n g n i ß a r b e i t. In der bayerischen Kammer der Ab< geordneten stand am IS. d. M. gelegentlich der Lesung des Justiz. etats ein Antrag Lutz zur Berathung, der sich gegen die Be- cinlrächtigung des Handwerls durch den Berkauf von Gesängniß. arbeiten wendet, die Verwendung der Sträslinge zu landwirlhschaftlichcn Kulturarbeiten fordert und die Einrichtung überseeischer Straf- k o l o n i e n anregt. Seitens des Zentrums wurde ei» Gegenantrag gestellt, der die Regierung auffordert, ihre bisherigen Bestrebungen zum Schutze des Handwerks gegen die Konkurrenz der Gefängnißarbeit fortzusetzen und mit de» übrigen Bundesstaaten Vereinbarungen zu gleichmäßiger Regelung des Absatzes von Gefängnißarbeiten zu treffen. Gegen den Gedanken überseeischer Strafkolonien wandten sich Redner aller Parteien. Auch der Justizminister Dr. v. Leonrod wies diesen Plan entschieden zurück und betonte, daß noch gestern der in München weilende frühere Gouverneur von Kamerun v. Zimmerer es als den unglücklichsten Gedanken bezeichnet habe, überseeische Strafkolonien zu begründen, weil dadurch das Prestige der weißen Rasse erheblich leide. Schließlich wurde der Antrag Lutz abgelehnt und der Zentrumsantrag einstimmig an- genommen.— — Die Entmündigung deS F r h r n. v. Münch, des ehemaligen Reichstags-Abgeordneten, wird von einer Herr» v. Münch offenbar nahestehende» Seite in der Presse beleuchtet. Wenn die dabei gegebene Darstellung zutreffend ist, so ist, wie die„Frankfurter Zeitung" richtig bemerkt, diese Entmündigung abermals geeignet, die Reforinbedürsligkeit unseres Jrrenrcchls darzuthnn.' Dabei legen wir wenig Gewicht auf Mittheilungen, wonach die Freunde des Herrn v. Münch ihn für zurechnungs. sähig halte», weil er die Verwaltung seines umfangreichen Grundbesitzes selbst betreibe, wohl aber verdient folgende Schil- dcrung der„Schw. Tagw." Beachtung: Am 18. Oktober v. I. fand die vom Gesetz vorgeschriebene Vernehmung des„zu Entmündigenden"(wie das Gesetz sich ans- drückt) vor dem Amtsgericht Horb statt; als Sachverständiger wurde ein Tübinger Professor bcigezogen, der schon in einem vorausgegangenen Strafverfahren den Freiherrn v. Münch für unzurechnungsfähig erklärt halte, also der ersten Eigenschaft eines Sachverständigen, der Unbefangenheit, ermangelte. Ter Sachverständige(neben den» noch ein Oberamlsarzt ohne psychiatrische Bildung figurirte) behielt sich die Abgabe eines schriftlichen Gutachtens vor. Der Rcchtsbeisland des Herrn v. Münch, Rechtsanwalt Psizer in Ulm, bat sofort um Mittheilung des Gutachtens. Als bis Ende des Jahres nichts erfolgte, erkundigte er sich beim Amtsgericht nach dem Stand der Sache und erhielt nun die Antwort: Sosort nach Einlauf des Gutachtens werde die Beschlußfassung über die Entmündigung erfolgen. Ter Vertheidiger Mnnch's wandte sich hierauf erfolglos a» das Landgericht und das Oberlandcsgcricht, um zu erreichen, daß ihm die Beweise, aus die sich die Entmündigung stützen sollte, zur Aeußerung vorgelegt würden. Die vorgesetzten Gerichte lehnlen natürlich einen Eingriff in das Rechlsversahren ab. Als sich der Vertheidiger abermals an das Amtsgericht wandte, erhielt er die Antwort: Frhr. v. Münch sei dürch Beschluß vom 24. Januar 1896 entmündigt.— Die Entmündigung geschah also, ohne daß der dazu sähige Münch in der Lage war, feine Siechte ausreichend zu wahren. Die Entmündigung ist die Ab. sprechung der bürgerliche» Existenz; sie kann allerdings ange. fochten werden; wie schwer das aber ist, zumal der Kläger in diesem Falle nicht dispositionsberechtigt ist, weiß nian. Der Fall Hcgelmaier mahnt auch für Entmündigungen zu größter Vorsicht. — Gilt die preußische Gesinde-Ordnung in Afrika? Gelegentlich einer Klage einer Haushälterin gegen den früheren Gouverneur von Ostafrika, v. Scheele, wegen an- geblich zu unrecht ergangener Entlassung ist die Frage ernsthaft ausgeworsen worden, ob auch in Deutsch-Ostafrika die Perle aller deutschen Gesetze, die preußische Gesinde-Ordnung von 1819 Gellung besitzt. Das Kolonialamt ist dieser Meinung und daraufhin hat auch das Landgericht I in diesem Sinne ent- schieden. Hiergegen ist, wie die„Volks-Ztg." vernimmt, B e- r u f u n g eingelegt worden, welche demnächst das Kammer- g e r i ch t beschäftige» wird. Aus dessen Erlenntniß kann man mit recht gespannt sein.— Oesterreich. Wien, 15. Februar. Abgeordnetenhaus. Der Jung- czcche Abg. Kaizl stellte einen Tringlichkeilsautrag. in welchem die Regierung aufgefordert wird, die im Verordnungswcge er- solgle Errichtung eines Eiseubahn-Ministeriums zu rechtfertigen. Abg. KrauS brachte einen Dringlichkeitsantrag ein, in welchem ein« Berichterstattung über die amtliche Untersuchung bezüglich der Versicherungsgesellschaft„Austria" gefordert wirb. Ueber beide Anträge wird in der nächsten Sitzung am Montag verhandelt werden.— Wien, 16. Februar. Die„Wiener Zeitung' veröffentlicht die Enthebung des Statthalters von Böhmen, Grafen Thun, so- wie die Ernennung des Landespräsideuten von Schlesien, Grafen v. Coudenhove zum Statthalter von Böhmen. Damit hat das Kabinet Badeni den Kaufpreis für die Unter- stützuug der Jungczechen bezahlt.— Wien» 16. Februar. Wie das„Fremdenblatt" erfährt, wird die Regierung in einer der nächsten Sitzungen des Ab- geordnetenhauses eine Vorlage über die Pensionen derWittwen und Waisen von Staatsbeamten einbringen, nach welcher, wie verlautet, die Versorgungs- betröge eine beträchtliche Steigerung erfahren sollen.— Prag, 17. Februar. Die Theilnehmer einer von 3000 Arbeitern besuchten Versammlung, welche gegen d i e W a h I r e f o r in demonstrirten, versuchten in die schmalen Gassen der Altstadt einzudringen und warfen nach der Sicherheitswache, welche sie zurückdrängen wollte, mit Steinen. Die Polizei machte schließlich von der Waffe Ge- brauch und zerstreute die Ruhestörer; 6 Personen wurden per» hastet.— Ungarn. Budapest, 14. Februar. Der Abgeordnete und frühere Staatssekretär im Kultusministerium August Pulszky, der Bruder Karl Pulszky's erklärt in einem Schreiben an den Minister- Präsidenten Baron Banffy, er sei bereit, jeden aus den Bilder- aukäusen Karl Pulszky's sich ergebenden Schaden, in welchem Betrage immer, zu ersetzen. Das Abgeordnelenhaus lehnte in der heute sortgesetzten Be- sprechung der Pulszky- Angelegenheit nach einer längeren Rede des Kultusministers Wlassics und nachdem noch die Antrag- steller Ugron, Apponyi und Szapary gesprochen, den Beschluß- antrag Ugro» mit großer Mehrheit durch Erheben von den Sitzen ab. Der Antrag Apponyi auf Einsetzung einer parlamen- tarischen Untersuchnngs-Kommission wurde in namentlicher Abstimmung mit 174 gegen 159 Stimmen abgelehnt. Der Eventualantrag Szapary auf Mißbilligung des Verhaltens der früheren und der jetzigen Regierung und aus Vorlegung der Akten in der Pulszky- Angelegenheit wurde durch Erheben von den Sitzen abgelehnt. Demnach hat die Regierung gesiegt, die Enthüllung der ungarischen Echandherrschast ist noch einmal verhindert worden. Frankreich. — Die Regierung hat ein Uebercinkommen mit England abgeschlossen, durch welches die Bedingungen für das Verfahren der Auslieferung zwischen England und Frankreich abgeändert wird und die Ermächtigung ertheilt wird, Personen, deren Auslieferung gefordert wird, im Krankheitsfälle an ihrem Wohnorte in England verhören zu lassen.—_ Belgien. Brüssel, 15. Februar. Die Repräsentantenkammer nahm bei der Berathung der Tabaks�esetzvorlage folgende Sätze für die Eiugangszölle an: Zu Zigarren und Zigaretten verarbeitete Tabake für 199 Kilogramm 699 Franks, jür in anderer Weise verarbeitete Tabake 129 Franks, für nicht verarbeitete Tabake für 199 Kilogramm ungerippte Tabake 75 Franks, für andere nicht verarbeitete Tabake einschließlich der Rippen 55 Franks. Außerdem bestimmte die Kammer die Erhebung einer Verbrauchssteuer von 29 Franks für 199 Kilo- grainn, nicht verarbeiteter ausländischer Tabake.— Italien. Rom, 12. Februar.(Eig. Ber.) ES steht jetzt außer Zweifel, daß das Ministerium, während noch der Feld zu g in der abeffynischen Landschaft Tigre der Entscheidung harrt. einen andere» Feldzug im Hinterlande des italienischen Küstengebietes am Rothen Meere vorbereitet. Man hat von selten des Ministeriums, um einen Vorwand zu neuen Truppensendungen- zu haben, die Nachricht verbreitet, der Generalkomma, idireude in Abessyuien, Baratieri, habe 19 999 Mann Verstärkung verlangt. Die Mit- theiluug ist so unwahrscheinlich, daß sie nirgends Glaube» findet. Baratieri steht mit seine» 39999 Mann bei Adua, also so tief i», Binnenlande, daß diese Verstärkungen ihn erst nach vier bis sechs Wochen erreichen könnten. Bis zu dieser Frist muß die Entscheidung, da die beiden Heere einander unmittelbar gegen- überstehen, längst gefalle» fein und wenn es in dieser Zeit nicht zur Schlacht kommen sollte, so wird jedes weitere Vorgehe» durch die Ende März regelmäßig eintretende Regenperiode in jedem Falle unmöglich gemacht. Also hat nicht Baratieri jene Nachschübe verlangen können. In Wirklichkeit sind die- selbe» nicht für Maffauah, sonder» für Asseb be- stimmt. Von dort aus soll der Vormarsch nach der zur Zeit von den Abessyniern beherrschten Landschaft Harrar versucht werden, was eine» nicht weniger schwierigen Feldzug zur Folge habe» muß, als der jetzige in Tigre ist. Schon jetzt sind für den abessynische» Feldzug gegen 199 Millionen Fr. ausgegeben worden, während die Kammer nur 29 Millionen be- willigt hat; die Gesammlkosten der durch das neue Projekt er- weiterte» Kriegsunternehmung lassen sich gar nicht absehen. —• A u s A s r, k a sind nur wenig Nachrichten und die wenigen komme» nicht gut. Die Zlbessynier fühlen sich offenbar den Italienern überlege»— König Manelik hat, nachdem er sich eine überaus günstige Position geschaffen, den Italienern Friedensbedingungen gestellt, die General Baratieri zurückweise» mußte. So scheint also die Fortsetzung des Krieges und die sofortiae Wiederauf- »ahme der Feindseligkeiten unvermeidlich. Der Krieg kau» aber den Italiener» so gut wie keine Vortheile bringen, denn einer Zerstücklung von Abeffynien— das obendrein auch kein Vor- theil für Italien wäre— wird von den Russe», Franzosen und Engländern in keinem Falle gestattet— dagegen ist eine schwere Niederlage des schlecht ausgerüsteten und entschieden zu schwachen italienische» Expeditionskorps sehr leicht möglich. Kein Wunder unter solche» Umständen, daß in Italien große Aufregung herrscht. Lauter und lauter wird die Zusammen- berufung der Kammern gefordert. Sogar einig« Minister, wie Sonnino und Saracco haben sie verlangt. Allein Crispi. der überführte Verbrecher, welcher die Interessen des Staats seinen persönlichen Bedürfnissen unterordnet, kann die parlamentarische Kontrolle nicht vertragen. Und so geht es weiter auf der ab- schlissigen Bahn.—— — Der Märtyrer von Sizilien. Ueber den Auf- enthalt deS Führers der stzilianischen Erhebung /Garibaldi Bosco im Gesängniß vonPaliau(wo sich auch Verro befindet) erfahren wir durch Boeco's Mutter, welche ihn vor einige» Tagen besuchen durste, folgendes: Der Verkehr mit seinein Freunde Verro ist Bosco gänzlich untersagt. Seine Gesundheit ist noch immer durch die Krankheit, welche er sich in dem fürchterliche» Kerker von San Gcmianauo zugezogen, getrübt. Er schreibt und liest viel, ist über seiue Wiederwahl vollständig unterrichtet und bat seine Mutter, seinen Gesinnungsgenossen für ihre Treue zu danke». Ter Direktor des Gefängnisses ist ziemlich gutherzig. wäh- rend der von Gemignano als grausau, bekannt ist. Bosco hatte dort außer anderen Torturen auch Hunger erleide» muffen; als er eines Tages darüber Klage führte, erhielt er zur Antwort:„Was, Sie leiden Hunger, mit dein Gesicht!" An de», Tage, an welchen, er das Sträfliugskleid anlegen mußte, ließ ihn iener Direktor zurückrufen und schärfte ihm ein: „von dem Moment a» seinen Wächtern unbedingten Gehorsam zu leisten, jetzt sei er nur mehr eine Nummer!" Woraus Bosco erwiderte:„Nein, Herr Direktor, ich bin und bleibe Garibaldi Bosco! Ich bin kein Verbrecher, sondern ein Kämpfer für mein« Ideale!"— Drei Tage verschärfter Arrest waren der Lohn dieser Rede.— Rußland. — Auf der Balkan- Halbinsel wie in� Offt« asien entwickelt Rußland einen unheimlichen Eifer.� Während es den Fußfall des Prinzen Ferdinand von Bulgarien gnädig annimmt, wirft es sich zum Beschützer des Königs von Korea auf. Hierzu melden die„Times" aus Kode vom 14. d. M.: In der Nacht zum 19. d. Mts. gingen 299 russische Marine« soldaten in Tschemulpo an Land und marschirten»ach Söul. Der König von Korea verließ heimlich den Palast und begab sich nach der russischen Gesandtschast, von wo aus er die koreanischen Minister des Berraths schuldig erklärte. Zwei Minister wurden hingerichtet, die übrigen ergriffen die Flucht. Der Taiwonkun wird auf der Gesandtschaft gesangen gehalten. Ein antijapanisches Ministeriuni wurde ernannt. In Japan zeigte sich Erbitterung; ein Kabinelsrath wurde abgehalten, an den, verschiedene Vertreter der Militärbehörden theilnahmen. Es heißt, der russische Gesandte habe dem Könige nur auf dessen Verlangen Schutz gewährt.— Amerika. — Chile und Argentinien. Die„Times" melden aus Santiago von, 15. dieses Monats: Eine Reihe von Be- sprechungen zwischen dem Gesandten von Argentinien und dem chilenischen Minister des Auswärtigen führte zu einem Ueberein- kommen auf Grundlage der Erledigung der Grenzstreitigkeiten und der Abtretung des Gebietes von Puna de Atacama. Diese beiden Fragen werden nunmehr als endgiltig beigelegt betrachtet. Kuba. Havanna, 17. Februar.(C. N. of G.) General Weyler hat heute drei neue Dekrete erlassen. Das erstere befiehlt den Ren- danten der Provinzen San Jago und Principa inner- halb einer festgesetzten Zeit in de» militärischen Hauptquartieren ihrer Distrikte zu erscheine» und Dokumente vorzulegen, welche die �unzweifelhafte Loyalität der dortigen Behörden darthun, im Nichtbesolgungssalle wird ihre sofortige Verhaftung verfügt. Das zweite Dekret verhängt die sofortige Voll- st reckung der Todes st rase über alle diejenigen, die bei der Ausübung illoyaler Händlunge» betroffen werden. Der dritte Erlaß endlich vermehrt ganz bedeutend die Zahl derjenigen Vergehen, welche unter die militärische Gerichtsbar- k e i t fallen.— Afrika. — Z a n z i b a r. Der Führer der Aufständischen Aziz griff mit 299 Mann am Mittwoch Malindi an und brannte viele Häuser nieder. Ein Askari und mehrere der Ausständischen wurden getödtet. Bei der Ankunft des englischen Kanonenboots „Thrush" stand Malindi in Flammen. Davket-Netchvichken. Die Anhängerinne» unserer Partei im 2. Berliner Reichstags-Wahlkrcisc werden darauf aufmerksam gemacht, daß Donnerstag, den 29. Februar, abends 8>/s Nhr, in Reinhardt's Gesellschaftshaus, Hasenhaide 57, eine Volksversammlung abgehalten wird, wo Reichs- tags- Abgeordneter Karl Froh m e über„Die Sozial- demokratie und das bürgerliche Gesetzbuch" sprichst Wollen die Frauen, daß das fertige Gesetz ihre Interessen wenigstens um etwas besser berücksichtigt, als es in dem vorliegenden Entwürfe zur Blamage der bürgerlichen Männerwelt der Fall ist, so»ii'isseii sie sich kräftig regen. Die Genossinnen haben deshalb die Pflicht, nicht nur in den Kreisen ihrer Bekannten für zahlreichen Besuch der Versammlung zu agitiren, sondern sich auch selbst dort pünktlich einzufinden. Das gleiche Ersuchen ergeht auch an unsere männlichen Parteigenossen. Sozialdemokratische Partei der Schweiz. Der ge- schästsleitende Ausschuß der Partei, dessen Sitz Bern ist, besteht nach feiner neuen Zusanunensetzung aus folgenden Genossen: Karl Zgraggen als Präsident, G. Reimann als Kassirer, G u st. M ü l l e r als Sekretär, ferner aus den Genossen Desvoignes(Villeneuve), H s r i t i e r(Bens). Lang und Seidel(Zürich), W i s m a n n(Wintcrthur). T s ch u i (Grenchen), L u g i n b ü h l(Langenthal). F ü r h o l z(Solothurn), Oswald(St. Gallen), B e r g e r(Oerlikon). Korrespondenzen sind zu richten an Karl Zgraggen, Geiieralslaalsanwall i» Bern, Mittheilungen finanzieller Natur an G. R e i m a n n. Großrath daselbst. Div Vohnveivegung in tttx M onfekttons�Invn�kviv. Berlin, 17. Februar. Der Stand der Bewegung ist dauernd günstig. Zahlreiche Zwischenmeister haben heute keine Lieferungen aus den Geschäften übernommen. Sie haben ihre Werkstätten geschloffen und streiken mit. Dadurch ist die Zahl der Streikende» auf weit über 29999 gestiegen. Die Unternehmer der Herren- und Knabenkonfektion haben daS Einignngsamt des Gewerbegerichts angerufen. Die Fünfer- Kommission hat sich darauf ebenfalls bereit erklärt, zu ver- bandeln. Die Verhandlungen für diese Branche werden voraus- sichtlich am Mittwoch im Bürgersaal des Rachhanses stattfinden. Herr Wilh. Holz, Oranicnstr. 187, theilt uns in bezug auf unseren Versammlungsvericht in der Sonnabendnumnier mit, daß er nicht zu den Zivischeumeistern in der Damenkonfektion gehört, sondern auf eigene Rechnung arbeite. Köln am Rhein. In der öffentlichen Schneider- und Schneiderinnen- Versammlung vom 19. Februar erstattete die Agitationskommission Bericht über das Ergebniß der Konferenz mit den Unternehmer». Zu der genannten Konferenz war nur einer dieser Herren erschiene». Di« Verhandlungen blieben resultatlos. Sämmlliche Redner riethen von einem Streik Abstand zu nehmen, weil man in Köln mit besonderen Verhältnissen zu rechnen habe und Arbeiter und Arbeiterinnen in dieser Branche nicht genügend organisirt seien. Nach einer längeren lebhaften Diskussion wurde folgende Resolution ein- stimmig angenonimcn: Die Versammlung vernimmt mit Entrüstung, daß die Unternehmer es nicht für der Mühe werth gehalten, mit der Kommisston zu unterhandeln. Ferner erkennt die Versammlung an, daß wir momentan nicht in der Lage sind den Kampf energisch durchzuführen, verspricht aber mit allen Mittel» zu agitiren, daß möglichst alle Arbeiter innerhalb der Branche zu der Organisatiou herangezogen werden. Ferner spricht die Versammlung denjenigen Kollegen, die sich im Streik befinden, ihre volle Sympathie aus und verheißt ihre moralische und materielle Unterstützung. I» Hcilbronn wurde von einer Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Konfektion nach einem eingehenden Vortrag über die Lage folgende Resolution angenommen:„Die heute tagende Versammlung erklärt: die traurigen Verhältnisse in der Konfektionsbranche haben hie Arbeiter gezwungen, für eine Bessern, ig ihrer Lage einzulrele». Die maßvollen Forde- runge», die nur die geringste Möglichkeit bieten, ein menschen- würdiges Dasein zu sristen, sind trotzdem von der Unternehmer» schast abgelehnt worden. Mit dieser Thatsache rechnend, erklärt sich die Versammlung mit den Ausführungen des Referenten einmstande» und verspricht, mit allen ihr zu Gebote stehenden moralische» und materiellen Mitteln die im Lohnkanipfe stehenden Arbeiter und Arbeiteunuen auss kräftigste zu unter- stützen." " = J 3. . -> " Die Böttcher Münchens ersuchen die auswärtigen Berufs genossen, vorläufig nicht dorthin zu reifen, da in nächster Zeit über 100 Böttcher arbeitslos sein würden. In Erlangen hat die Lohnbewegung der Weißgerber' mit dem Siege der Arbeiter geendet. Soziale Rechtspflege. Literarisches. Heute Abend erscheint im Verlag der Tapezierwerkstatt Flator u. Priemer 15,- Willibald- Montag abend 71/2 Uhr hatten 96 Wertstellen, die zufammen des Vorwärts" die bereits angekündigte Broschüre: Alexisstr. 5 3,-. Von den Arbeitern der Schirmftockfabrit Gam- 238 Möbelpolirer beschäftigen, bie Forderungen bewilligt. Knopffabrit von Lebach u. Ko., Außerdem haben eine ganze Anzahl Kollegen bewilligt bekommen, becki, Wilhelmftr. 10,-. „ Das Arbeiter elend in der Konfektion 320,35. Familie Uhelmann 2,-. Durch H. Wilhelm 3,75. Ein nehmen aber die Arbeit nicht eher auf bis auch die Tischler ihre Das Streitbureau und der Industrie vor dem deutschen Reichstag". Die Konservativer und zwei Rauhbeine 2,-. Die Vaterlands- Forderungen bewilligt erhalten. Ernst von Ko. น. 11,90. Vom Gesangverein Arbeitsnachweis der Möbelpolirer befinden sich nur Blumens in sozialpolitischer Hinsicht hochbedeutsame Schrift toftet trot lofen gefammelt auf einer Herrenparthie 13,45. ftraße 38 bei Wiedemann. ihres Umfangs- 3 Bogen Großoktav- nur 10 Pf. Bei Senefelder Werkstatt von Goldschmidt u. Gethe 4,65. Alter zielbewußter Aus Friedrichsberg wird uns gemeldet, daß die EinPartien stellt sich der Preis noch billiger. Buchdrucker( Raabe) durch Wutti 5,60. Arbeiter der Firma seher des Tischlermeisters Holstein, die auf dem Bau Peters. Mix u. Genest 14,-. Vom Personal der C. Feister'schen burgerstraße 88 beschäftigt waren, die Arbeit infolge der Tischler Von den in der Bernauerstraße 101 bewegung niederlegten. Für die streikenden Konfektionsarbeiter und Arbeite- Buchdruckerei 8,80. ( mit Beschäftigten Ausnahme eines Einzelnen) 5,65. Ferner sind in Weißensee sämmtliche Tischler rinnen gingen bei unserer Expedition ein: Malerwerkstatt Dorfmann, Bau Echleswiger Ufer 4,30. der Holzbearbeitungsfabrik Friedrichstr. 23/25 6 Arbeiter der Brauerei von D. Berliner 5,50 M. Groß- 8 Klempner aus der Stallschreiberstraße 2,70. Arbeiter- Bither wegen Nichtbewilligung der Forderungen in den Aus stand grundbefizer Rixdorf 1,-. Solidarität, Beuthstraße 1, flub Freiheitsklänge" 7,25. Ges. b. Engel u. Heegewaldt, getreten. Schwalbe 2, Adam, Wrangelstr. 111 4,20. Goldbeck 0,50. Gef. 1. Rate 12,50. Messingabtheilung Wöllmers, 1. Rate 5,25. Die Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Holzvon den Arbeitern der Elfenbeinfabrik von Schlick mit einer Aus- Lieber Frig 14,-. Posamentenarbeiter und Arbeiterinnen arbeiter Verbandes macht als Richtschnur für die nahme 9,20. M. Diebitsch 3, Von den Arb. der Stahlflaschenfabrik von W. 1. G. Kepler 12,-. Maurer Bau Chriftburgerstraße Haltung während des Streits folgendes bekannt: Meldungen, müssen im Bureau, Charlottenburg 10,50. Bildhauerei von From, Grün u. Ko., Sch. u. M. 8,65. Gef. bei einer 50jährigen Geburtstagsfeier ob bewilligt ist oder nicht, Arbeit darf Dieffenbachstr. 8,40. Feilenhauer u. Schleifer aus d. Gerichtstr. von H. Sußmann 4,-. Bau, Bimmerstr. 34, die Maurer 6,-. Sebastianstraße 39, gemacht werden. in Kollegen Werkstellen nur dann 8,05. Werkstelle Keller u. Furch 5,20. Formmacher Köpnicker- Ludwig Löwe, Hollmannstraße 32, Gaal 7 und 8, 23,45. von angenommen in straße 33a 13,-. Arb. d. Filzschuhfabrik Silberstein jr. Nach Firma Friedberg u. Silberstein, außer Umdrucker und werden, wenn auf dem Bureau festgestellt ist, daß Diejenigen Werkstellen, folger 6,80. Gitschinerstr. 81, 2. Hof 2 Tr. 3,25. Schneider- Schleifer 7,-. Millionen Lampe, Simeonstraße 13, 9,25. diefen Werkstellen bewilligt wurde. werkstelle Friedrichstr. 64 7,20. Arbeiter der Leder- Gef. v. Arbeitern der Englischen Gasanstalt, Gitschinerstr. 19, die nicht bewilligt bekommen haben, müssen täglich ihren Vers fabrik Gebrüder Schlegel, Rixdorf außer 12,50. 33, Personal der Posamentenfabrik von L. Knopfmacher 7, trauensmann mit den Streiffarten der Kollegen nach dem Bureau Betriebswerkstatt 2. Löwe, Hollmannstraße 9,10. Arb. Wenzel Arbeiter der Lampenfabrik Salz u. Go. 5,-. Alexanderplatz Die senden, wo dieselben abgestempelt werden. 1. Kabelisch 8,85. Gießerei Thielecke, Wasserthorstr. 62, 4, da oben" 3,-. Die rothe" 11" Pappel- Allee 2,-. Walzen Achtung, Tapezirer! Der Streit bei der Firma Jakob Zwei Arbeiter der Genossenschaftsbäckerei Vogel u. Haute 6, M. B. – P. H. beklebt-, 60." Bierprozente der Graviranstalt u. Braunfisch in Berlin, Alexanderstr. 27 a, ist zu gunsten Urb. von Dannenberg u. Quandt 6,10. Rauchklub„ Gemüthliche Ströbel außer Zweien 4,-. Wrangelftr. 4 d. D. 1,35. der Gehilfen beigelegt. Die Forderung von 27 M. Lohn wurde Rauchwolke", Moabit 3,50. 2. Löwe, Martinickenfelde, Abth. 10 15,- Behr, Werkstatt, Grenadierstr. 48 2,70. Gef. b. Matthes, Seydel- bewilligt. Der Bevollmächtigte der Filiale Berlin des AllPersonal der Buchdruckerei von Krebs, Schlorrndorf 9,90. Wildstraße 9 1,80. Versammlung der Steinfegergesellen( zumeist gemeinen deutschen Tapezirervereins. Weft 2,45. Stockarbeiter, Grünftr. 7,15. Bruder Gustav, Sch. arbeitslose) und 2 Steinfeger 14,75. Eugen Dieb'sche Maschinen- Achtung, Töpfer Berlins! Ich mache hierdurch die 2,30. Waldläufer 5,-. Café Hohenzollern, Seydelstr. 10,-. fabrit 6,- Steinbildhauer der Firma Wimmel 15,-. Eine Kollegen auf die Versammlung aufmerksam, die zu heute G. 2. 2,-. Zabafarbeiter der Fabrik Grohme, Gollnow Abth. Löwe'scher Arbeiter Martinickenfelde, abg. durch D. M. 31,75. vom Kollegen Kaulich mit der Tagesordnung einberufen ist: straße 11, 4,15. Pianofabrik J. H. Eisenbahnstraße 11, Wilmersdorf 5,-. Schraubenfabr.( außer einzelnen) Schmidstr. 7a Die gegenwärtige Lage der Töpfer Berlins Nähmaschinen- Wertflatt Kronenftr. 11 13,20. v. St. 2,50. Wert 21, Köln S. W. 19,95. Pers. Baer Sohn, Brückenstr. 7,65. Von 2 und Umgegend." Wegen der fortgesetten Verschlechterung stelle E. Cohn, Charlottenstr. 48, 10,-. Kollegen v. H. Schöcke. Parteigenossen in Schwiebus 2,45. Maschinenfabrik Wißmann der Arbeitsbedingungen, die der Zwiespalt in unserer Organisation Prinzenstr. 34, 3,-. Buzerkolonne Biethen 3,-. Bildhauer Straße 9,5. Tauber Berlin 12,45. Von Löwen n. Fürstenberg 6,75. aezeitigt hat, ersuche ich die Kollegen, Mann für Mann in der der Zietlow'schen Tischlerei mit Ausnahme von einem 2,20. Küraffierfaserne Tempelhofer Feld d. A. W. 10,10. Gesammelt Bersammlung zu erscheinen, um mitzuberathen, wie der UebelWerkstelle Don Schäffer u. Walter 8,70. Bautischlerei in der Nähmaschinenfabrik, Anklamerstr. 38 6,05. H. Lepfius stand endgiltig zu beseitigen ist. E. Bartowski, Vertrauensvon Kurth, Königsbergerstr. 4, 5,25. Schlosserei von Franke, 14,95. Cis. Paulisch 1,-. Reservefonds des Lokalverbandes mann der Töpfer Berlins und Umgegend. Admiraliraße, 33,50. Gef. in der Kunstschmiede Puls 20,- der Glasarbeiter in Köpenick 19,95. G. 2. 4,95. Kom- Der Redakteur des Buchdrucker Fachblattes ,, Cor Schuhfabrik von Malit, Landsbergerstr. 32, durch Schädlich mission der Tabakarbeiter Berlins 150,-. Einige Porzellan respondent", A. Gasch in Leipzig, war vom Schöffengericht 5,90. Schloßbauer N., Meiers 5. Hof 7,-. Quadde, Kottbuserarbeiter in Neuhaldensleben 2,25. In der Gießerei wegen Veleididung des Buchdruckereibesitzers und Redakteurs straße 1,-. A. M., Groß Lichterfelde 1,-. Arbeiter von D. Sauer, Skaligerstraße 132, gesammelt 2,25. Ge Hermann Blanke in Berlin zu 10 Tagen Haft und letzterer von Hint' Fabrik 10,30. Gesammelt in 2 Sälen bei sammelt bei Richter, Reinickendorferstr. 20 d, 4,60. Dr. W. Heidel- wegen Beleidigung Gasch's zu 30 M. Geldurafe verurtheilt B. u. Co., Ritterstraße 11,05. Dachdecker- Ausstellung 1,25. berg 3,95. 23. Pudor, stud. jur., 4,95. R. S. Massow 9,95. worden. Beide Parteien legten Berufung ein. In der VerRichter, Bartel und drei Stammgäste 4,50. Schneider Textilarbeiter- Verband, Filiale Rixdorf 9,95. Von den handlung vor dem Landgericht kam es zu einem Vergleiche. aus dem Waarenhaus deutscher Beamten 10,-. Br. Tischlern der Firma Luze, Adlershof, 11,45. Maler Gasch nahm die beleidigenden Aeußerungen zurück. Der Vertreter Müller 2,-. Buchdruckerei von Rosenbaum. 1. Hart 7,15. gehilfen der Werkstatt Petersen 6,25. Von mehreren Blanke's verpflichtete sich, bis zum 19. Februar, nachmittags Pianofabrik Quandt 20,10. Bierprozente der Perlmutterarbeiter Brauern des Böhmischen Brauhauses 19,10. Arbeiter und 5 Uhr, die Zustimmung Blanke's einzuholen, während Gasch fich bei B. Hinge 10,-. Damenspende vom Maskenball der Ent- Arbeiterinnen der Firma Loh Söhne 69,65. G. G. 10, verpflichtet, innerhalb einer Woche nach dem definitiven Abschluß erbten 4,50. Poliere der Equitt'schen Werkstatt 4, Rauch Frau E. Gn. 300,-. Rabait 1, D. G. 25,-. Gef. d. des Vergleichs, die erwähnte Erklärung im" Correspondenten" flub Grüne Wiese 3,- Unter den Linden 21 6, Fr. Gieseler 0,50. Pianofortefabrit Weber, Brückenstr. 13a 19,30. abzudrucken und die Kosten zu tragen. G. 2. Vorwärts".S. D. für ein Grabständchen 15,- Arbeiter der Firma F. Schwarz u. G. Schwarz, Berlin 7,80. Stielow 1,-. Gesammelt in einer Gesellschaft, Ritterfir. 92 6,-. Von der Gewerkschafts- Kommission durch Arbeiter der Ristenfabrik, Kuttner u. Hannf 6,60. Bund der ge- Millarg 1255,95 M.; darunter: Amerikanische Auktion einer selligen Arbeitervereine 10,-. Maschinenfabrik P. Müller, Taube, Vermächtniß der Genoffin Agnes Wabniz in der Ritterstr. 26, 1 Rate 6,50. Personal einer kleinen Buchdruckerei Sonntagsversammlung der Arbeiter Bildungsschule 35,85, 1,50. Arbeiter von A. Knappe, Staligerstr. 26 15,65. Glas- durch Weißhuhn bei Hornburg, Rixdorf, für den Vortrag schleifer der Firma A. Dettmeyer an der Stadtbahn 7,- Ge- Streit der Schmiede 3,20. Stammtisch bei Scholz, Prinz sammelt von den Genossen in der Berliner Bierdruckapparate- Handjerystr. 19 3,-. Durch Jewsky 5,65. Fabrik Konkordia, Fabrik v. Gebr Krüger u. Co., Köpenick 21,45. Arb. d. Akt.- Ges. Schinkestr. 8-9, durch Giersch 11,40. Vom lockigen Herrmann Spinnu. Sohn, Schiffbauerdamm 2211,60. Bigarrenfbr. A. Tiek 1,50. 2,-. Schneiderwerkstatt Dorotheenſtr. 64 2,50. Aus bürgerDie Differenzen zwischen dem Direktor des Münchener Silfsarbeiter M. B. 6,-. Kucip- Ueberschuß des Vereins lichen Familien durch A. G. Nr. 15 100,-. 8 Klavier. Brauhauses und einem Theil seiner Angestellten, wegen der in " Fröhliche Herzen" 1,60 M. Ges. bei der Beerdigung des Gearbeiter 5,-. Fackverein der Musikinstrumentenarbeiter 100,-. den letzten Tagen 18 Mann in den Streik traten, beschäftigten noffen Schilling 5,40 m. Ges. bei den Zuschneidern durch Altablige Familie X. Y. 3. 90,-. Durch J. J. 22 2,- am 17. Februar das Gewerbegericht als EinigungsLeopold 1,25 M. Ges. Elisabethstr. 4, b. Schwanke 3,10. Schuhfabrit von Rogge u. Komp. 20, Buchdruckerei amt. Geben ist feliger denn Mittler u. Sohn 24,60. Eine bürgerliche Frau 500 m. Es handelte sich bekanntlich um einige Entlassungen, welche Lottumvergleich d. Millarg 3,-. nehmen 300,-. Ehemalige Mäntelnäherin 3 M. Augustiner Von den Hutmachern 250, Gemüthlicher Guckfasten 2,75. von den Brauerei- Arbeitern in einer öffentlichen Versammlung G. B. Leer 20,-. Ges. von den Lithogr., Gustav Kühne-, 50. die Organisation erklärt wurden. 5 Metallarbeiter in der Linienstraße für Maßregeln WiederSteindr. u. Berufsgen. 48,30. Rauchflub Bönniger" 22,50. Aus bürgerlichen Kreisen durch Frau Ech. 283,30. Rechts: Die Ausständigen stellten folgende Forderungen: Buchdruckerei von M. Schrinner 6,30. A. Währ 0,50. Von anwalt Dr. Bieber 117,70, 2. u. G. D. 100, J. 95 1,-. einstellung der vier Entlassenen und sämmtlicher Streifenden, für die Ent Zahlung einer Lohnentschädigung einigen Buchdruckern gesammelt durch Sch. 8, Ges. durch Summa 5518,70 M. Bereits quittirt find: 5855,25 M. claffenen Entlassung der während des Streits eingestellten m. Ge- sowie Krüger 1,20. Pianofabrik Heindorf, Louisen- Ufer 53 8,90. famintfumme 11 373,95. Leute Lotterie Verein, Glück auf" 2,20. Tischler und Polierer Entlassung fämmtlicher unorganisirten und der fünf bis Werkstatt Boß, Bierprozente, Bierprozente, Dieffenbachstraße 33 1,25. jetzt noch organisirten, welche nicht mit in den Streik traten Ausgetrudelt 1,-. Drei Rigdorfer Budifer Stohwasser 5,-. Unbedingte Anerkennung des Arbeitsnachweises der organisirten Brauer und Brauereihilfsarbeiter." Beide Parteien blieben bei Lumpensammler 3,-. Klaviaturfabrit Schwohls u. Komp. 6,75. An die Gewerkschaften Deutschlands! ihrer schon durch die Presse bekannt gewordenen Auffassung der Pianofabrik Hilfe Nachf. 11,-. Gießerei Frister, Lindensir. 28, Vor einer Woche gaben wir Euch bekannt, daß wir in eine Sachlage, ein Vergleich kam nicht zu stande. Arendt wollte höchstens 1. Rate 6,50. Arb. d. Täschner'schen Schuhfabr. Neue Friedrichstr. 37 12,-. Koopmann 1,20. Personal„ Vorwärts" 50,-. Dr. Aujuſt Lohnbewegung getreten waren, und legten zugleich die Gründe von den 18 Streifenden 9 namentlich bezeichnete wieder einstellen, bei Rafenac 1,50. A. Schröder'sche Werkst. Bimmerfir. 95-96 4,80. dar, die uns zu derselben zwangen. Schon nach ein paar Tagen während die Arbeiter schlimmstenfalls auf die Wiederannahme waren wir im stande, ganz erfreuliche Resultate mitBronzewaarenfabrik Chestädt u. Robert 5,35. Von den ziel Entlassung zweier Borderburschen forderten. Das Einigungsbewußten Arbeitern aus der Metallfargfabrit, Dresdenerstr. 38 8utheilen, und heute, nach nur achttägigem Kampfe, haben von zwei der vier Entlassenen verzichten wollten, dafür aber die bereits 198 Baugeschäfte mit weit über 2000 Gefellen unsere amt, welchem Assessor Cuno präsidirte und dem angehörten: 6,10. Arbeiter der Metallwaarenfabrik G. Levy Söhne 19,35. Forderungen bewilligt Das ist ein Erfolg, auf den wir wohl Kellner Roth, Kartonarbeiter Greifenberg, BrauereiSattler, Alte Jakobstr. 136, 6,30. H. A. 6,-. Durch Klempner mit recht stolz sein können, aber auch ein Zeichen dafür, wie direktor Bonwitt und Fabrikant Weigert, erkannte auf Fröhne, darunter 6,50 Personal Hompesch, Ritterstraße, 11,75. Gürtler P. u. D., Ritterstr. 90 gerecht unsere Forderungen sind. Immerhin ist die Zahl derer, grund des Ergebnisses der mehrstündigen Verhandlungen: Die Athleten- Verein Atlas 7,-. 6, Mechanische Werkstatt Thiele u. Co., Prinzenjir. 86, die im Kampf verharren müssen, gang erheblich. Wie bei den drei ersten Forderungen der Arbeiter sind als unbegründet v. d. Arbeitern 8,-. G. u. H. 4,-. Pianofabrik Neumeyer, meisten Streits, so ist auch bei diesem die Wahrnehmung gemacht zurück zu weisen, wodurch sich die vierte erledigt. zurückzuweisen,„ Die worden, daß gerade die indifferente Masse zuftrömt Brizzerstr. 7 20,75. Goldschmiede Siegele, ohne D. 2,50. und uns den Kampf nach jeder Richtung hin erschwert. Berhandlungen haben ergeben, daß die in Frage stehenden GutSchmied Marie 1,-. Suum cuique 3,75. Kartonfabr. Beckert 4,55. Um die zugezogenen Rameraden für uns zu gewinnen, find laffungen nicht aus Maßregeln gegen die Organisation hervor Geldschrankfabrik Fehrmann außer Einem 5,85. Pianofabrik uns doppelte Pflichten auferlegt, damit es verhütet wird, daß Neumeyer Arbeiter der Elisabethufer 19, I t. 15,70. diese Kameraden unsere Forderungen illusorisch machen. Da Berliner Musikinstrumentenfabrik Pietschmann 37,60. Sattlerdie Opferwilligkeit der hiesigen arbeitenden Kameraden bei werkstelle Fibron 5,50. Dallesbrüder F. L. u. Co. 2,10. C. Appold's Geburtstag 1,50. 3 Tapezirer 1,75. Eine Kurbel- weitem nicht ausreicht, ihre kämpfenden Brüder auch nur zum Weißensee. In zwei gut besuchten Holzarbeiter Versammstube 3,- Kollegen der Pianofabrik W. Böger 8,-. Sattler, theil vor der größten Noth zu bewahren, so wenden wir uns fungen, welche am 14. und 16. Februar hier tagten, erklärten sich Leipzigerstr. 135 7,50. Blumenarbeiter, Meanderstr. 7 7,63. an Euch! Wie in jedem Rampfe fchnelle Hilfe doppelte Hilfe die Anwesenden mit den Beschlüffen der Berliner Kollegen solis Frauenvergnügen d. Landsmannschaft Schleswig- Holsteiner 18,- ist, so auch hier. Der Muth der Kämpfenden ist ein aus- darisch. Folgende Resolution gelangte zur Annahme: Berliner Studenten, 2. Nate 20,-. Druckerei Otto Elsner 20, gezeichneter und der Sieg wird vollständig werden, wenn Ihr Bankbuchbinder 2, 2 Lehrerinnen 3,-. Dr. N. Halensee 10,- biefem Zuruf in elfter Stunde Gehör schenkt und uns nach Holzarbeiter Versammlung erklärt sich mit den Beschlüffen Gießerei Adalbertstr. 3 6,-. Fifter und Frau 3,-. Maurer Frankfurter Allee 16 4,-. Arbeiter der Möllnit'schen Schuh- besten Sträften finanziell unterfügt. Mag die Baugewerks: Der Berliner Kollegen einverstanden und verpflichtet sich, die ge-= Frankfurter Allee 16 4, Arbeiter der Möllnit'schen Schuh- Beitung", die es fertig gebracht hat, unsere Berichterstattung als stellten Forderungen nach Kräften durchzuführen! fabrit 4,80. Neue literarische Vereinigung 3,85. BauAm Montag wurden die bekannten Forderungen den Meistern unwahr darzustellen, mit dem Versuche fortfahren, die Oeffent flempnerei Röthenerstraße 6,60. Pianofabrit Rarl Ede, Markusstraße 22,80. lichkeit zu täuschen: wir können die Beweise der Wahrheit unterbreitet. Zigeunerkapelle Westen 5,-. Genosse Charlottenburg 0,50. Arbeitsscheue bei Nuzeblume, Swine: unserer Angaben über den Stand des Streits einem jeden ermünderstraße 126, 4,20. Arbeiter Gebr. Grauert, Stralau bringen. Für uns heißt die Losung: Vorwärts trok alledem 19,15. G. Buchholz 3,-. Tapezierer Beuthstr. 18 6,20. Hinz durch Kampf zum Sieg! Ihr aber, Berufsgenossen, helft uns 1. Tezlaff 2,-. Eine Französin 1,-. Taufe b. Heinr. v. Pommern 3,50. Den Sieg vermittelst Eurer Unterstüßung schneller herbei. Personal der Schirmstock- Fabrik Moa, 1. Rate 11,50. Sämmt führen! Unser Sieg ist der Gurige. Wir legen das feierliche Gelübde ab, seinerzeit die gleiche Solidarität der gesammten liche Genossen aus der Alexandrinenstraße 6,-. Von den Schraubendrehern Waldemarstr. 14, außer drei braven Kollegen, Arbeiterschaft zu beweisen. Hoch die Solidarität! 20,55. Mehrere Freunde im Weltreft. 1,-. Hilfsarb. d. Silber- Berlin, Neue Friedrichstr. 44, Restaurant Röllig. Alle Briefe find zu richten an Theodor Fischer, waarenfabrit von Rob. Freund 3,50. Bei einer Gesellenfeier bei der Butte'schen Firma 7,-. C. B., Hegelplatz 5, Die Miether Manteuffelstraße 110a durch Fr. Kühn 6,85. 2. B. C. 6,- Beim Maskenball vom Gesangverein Oranienburger Vorstadt gesamm. durch Frau Giente 16,55. Vom Bau Schmidt u. Bäcker, Zorndorferstraße, durch Raschke 4,50. Gef. unter Kollegen aus der Gießerei von Weiß u. Peters 7,-. Die Tischler Berlins haben gestern, am Montag, be- der Regierung zu reden, wohl aber zu handeln. Die öffentGneisenaustr. 64 von mehreren Miethern durch M. Ohst 8,- gonnen, ihre Forderungen in sämmtlichen Wertstellen durchzu- liche Meinung werde auch fernerhin ein solches Bestreben unterGesammelt bei Haase, Bischoffstraße 17 6,-. Für ein führen. Bis abends 6 Uhr waren 482 Betriebe mit 4722 ftüßen. Diese Erklärung wurde von der Versammlung begeistert Typographiaftändchen im Walde 3,-. E. Pfeiffer, Bäcker 1- beschäftigten Gehilfen angemeldet, wo die For unter den Rufen:" Nieder mit dem Senat!" aufgenommen. Friedland i. M., A. R. 2,-. Theaterverein Tata Toto derungen fämmtlich bewilligt worden sind; dar- Paris, 17. Februar.( B. H.) Der Präsident Faure wird 5,-. Amerikanische Auftion bei der Geburtstagsfeier Witting, unter befinden sich befinden sich die großen Fabriken von Pfaff, seine Reise nach dem Süden Frankreichs wegen der voraussichtBerein„ Einig" 5,-. Pianofabrit C. Siewert 8,75. Vergolder Binger u. Friedrichsen, Rick warth u. Riegel, lich längeren Dauer der Krisis nicht ausführen. Die EmpfangsMustauerstraße 2, Sargbeckel Küraffierstraße Nr. 21 6,-. u. a. m. Vom Obermeister der Junung ist die Mittheilung ein vorbereitungen wurden deshalb schon in Marseille aufgehoben. Ges. im Hause Fürbringerstr. 25 von den Abonnenten des Vor- gegangen, daß die Meister eine fünfgliedrige Kommission ge Paris, 17. Febr.( B. H.) Um dem Konflikte zwischen Senat und wärts" 2,35. Amerit. Auft.( Rollmops) bei Obiglo, Huffiten- bildet haben, die mit der Kommission der Arbeiter über strittige Kammer ein Ende zu machen, wird der Justizminister Nicard firaße 26, 5,50. Für einen Vortrag in der Ethischen Gesellschaft Fälle unterhandeln soll. auf Anrathen des Präsidenten der Republik, Faure, zurücktreten, am 15. Februar 1896 durch Fr. J. 8,-. Von den Arbeitern der Eine Uebersicht über die Zahl der Betriebe, wo es zum An seine Stelle soll der frühere Justizminister Sarrien treten. Berliner Velocipedfabrik Prinzenstr. 86, 1. Rate 5,-. Gef. bei Streit gekommen ist, liegt noch nicht vor. London, 17. Februar. Die Times" lassen sich die in Sönl Auguft Kriele, Stuttgarterplay 4, 1,60. R. R., Potsdamerstraße 1,40. Die Möbelpolirer, die sich bekanntlich mit dem Vor- ausgebrochene Revolution bestätigen. Man glaube, diese ErGef. bei Lüding durch Wengler, darunter ein Hauswirth, 6,10. gehen der Tischler solidarisch erklärt haben, find ebenfalls in eignisse seien das Vorspiel zur definitiven Errichtung eines Frau Professor S. 1000,-. Buchbinder Dönhoffsplay 2,40. Bon einer bedeutenden Anzahl Werkstätten fiegreich gewesen. Bis russischen Protektorats auf Korea. Verantwortlicher Redakteur: Angust Jacobey, Berlin. Für den Injetatem heil verantwortlich: Th. Glede in bertu. Lind und Berlag ven Day Ending in Berlin. Hierzu 3 Beilagen. Beche 4,-. " 44 Gewerkschaftliches. Alle Geldfendungen sind zu richten an Rudolf Myler, ebendaselbst. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Lohntommission. der Berliner 3immerleute. gegangen find." gegen Versammlungen. Depelthen und lehte Nachrichten. Frankfurt a. M., 17. Febr.( B. H.) Die„ Frtf. 3tg." meldet aus Amsterdam: Die Diamantarbeiter sind in den Ausstand eingetreten. Wien, 17. Februar.( W. T. B.) Der Stellvertreter des Generalsekretärs der Nordbahn, Runewalder, hat sich im Zentralbade erschossen. Das Motiv ist unbekannt. der Königin Luife- Grube verschütteten Bergarbeitern find bisher aufgefunden worden: ein Todter, ein Leicht- und ein Schwerverletzter. Die Rettungsarbeiten werden fortgesetzt. Kattowig, 17. Februar.( 2. T. B.) Von den fünf in Paris, 17. Febr.( B. H.) In einer gestern in Auxerra gehaltenen Rede bezeichnete der Finanzminister Doumer nicht als Aufgabe " 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 41. Reichstag. 42. Sigung vom 17. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Bronsart v. Schellen. dorff, v. Bötticher. Dienstag, den 18. Februar 1896. von Wochen schon richtig verpflegt wird, so würden immerhin nach meiner Rechnung 25 Millionen Mart nothwendig sein. Für die Bewilligung indirekter Steuern zu diesem Zwecke sind wir nicht zu haben. Damit schließt die Diskussion; die Abstimmung wird bei der britten Lesung erfolgen. Vor Eintritt in die Tagesordnung bemerkt Beim Kapitel: Bekleidung und Ausrüstung der Truppen" Präsident v. Buol: Der Abg. Stadthagen hat in feiner weist der Referent Abg. v. Podbielsky darauf hin, daß Rede vom vergangenen Sonnabend den Herrn Kriegsminister die Budgetkommission an dieser Stelle über die Untermit Theaterfiguren verglichen, und zwar mit solchen, deren bringung der Bekleidungsämter und über den sogenannten LederCharakter für den Herrn Kriegsminister nicht nur nicht ring verhandelt habe. In bezug auf den letzteren sei festgestellt schmeichelhaft, sondern beleidigend ist, ich muß deshalb den worden, daß jeder Gerber dem Ringe beitreten tönne. Abg. Stadthagen, nachdem der Zusammenhang, in dem er diese Gegenüberstellung gebraucht hat, deutlich vorliegt, nachträglich zur Ordnung rufen.( Zustimmung rechts.) Die zweite Berathung des Reichshaushalts- Etats wird fortgesetzt im Etat der Militärverwaltung. tommen. Beim Kapitel Geldverpflegung" bemängelt es Abg. Richter( frf. Vp.), daß ein Regimentskommandeur von der Stadt Hamburg Wohnungsgeld erhält. Kriegsminister Broufart von Schellendorff: Meines Wissens ist bei Abschluß der Konvention zwischen Preußen und dem Senat von Hamburg vom Senat angeboten worden, dem Regimentskommandeur eine Wohnung zu stellen. Abg Richter: Wenn die Sache so läge, wäre es richtig, diese 3000 M. auf den Reichsetat zu bringen. " In der unwesentlichen Debatte weist bei dem Titel Mannschaften" 13. Jahrg. Beim Kapitel: Reisetosten u. f. w. fragt Abg. Bebel, wie es mit der Revision der Reisekosten reglements steht. Ein Vertreter des Bundesraths erklärt, daß die Militärverwaltung wiederum bei der Reichs- Finanzverwaltung wegen dieser Revision vorstellig geworden ist. Es ist aber wünschens werth, daß in Uebereinstimmung mit Preußen vorgegangen wird. Preußen will aber nicht vorgehen, ehe nicht die Gehaltsausbesserung für die Beamten eingetreten ist und die Eisenbahntarife neu geordnet sind. Eine Minderausgabe wird wohl nicht entstehen, sondern eher eine Mehrausgabe, denn wenn die Reisekosten vermindert werden, so besteht man auf einer Erhöhung der Tagegelder. Zu diesem Titel liegt ein Antrag v. Podbielsky vor: den Reichsfanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die nach§ 9 3iffer 1 des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 und vom 21. Juni 1887 vom Bundesrath von Zeit zu Zeit festzustellenden Vorspannvergütungssätze zukünftig so hoch bemeſſen werden, daß für diese Sätze die nach§ 3 des angeführten Gefeges in erster Linie vorgeschriebene Sicherstellung des Vorspanns für die auf Märschen, in Lagern oder in Kanntonirungen befind lichen Theile der bewaffneten Macht durch Ermiethung ermöglicht wird, was bei der jetzigen Höhe der Vorspannvergütungsfäße ausgeschlossen ist." Der Antrag wird angenommen. Um 54 Uhr wird die Berathung abgebrochen. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( Anträge betr. das Vereinsrecht.) Parlamentarisches. B 1111# Abg. Bebel( Soz.): Ich habe bei der Diskussion nicht anerkannt, daß die Gerbervereinigung so zweifellos un- Abg. Bebel( Soz.): Diese Antwort hatte ich erwartet; die anfechtbar sei, daß nicht die außerhalb desselben stehenden Gerber Sache steht also auf dem alten Fleck. Warum sollen wir uns und die Militärverwaltung geschädigt werden. 1894 hat das denn nach Preußen richten; dieses fann sich ja einmal nach dem Kriegsministerium eine Verordnung an die Gerbervereinigungen Reiche richten. Ich werde nächstes Jahr, wenn die Sache Beim Kapitel Militärgeistlichkeit weist erlaffen, welche einen Wink mit dem Baumpfahl enthielt. Es nicht auf ein anderes Geleife tommt, einen bestimmten Antrag Abg. Lingens( 3) darauf hin, daß für die katholische Seel- waren höhere Preise für Leder gezahlt worden, als sie stellen. forge nicht in dem Maße Sorge getragen sei, wie für die den Marktpreisen entsprachen. Die freihändigen Ein evangelische. Das habe auch die Militärverwaltung dadurch täufe haben billigere Preise für dieselbe Qualität anerkannt, daß sie Versuche gemacht habe, diesem Uebelstande Leder ergeben als die Einkäufe von der Gerbervereinigung. Von abzuhelfen. Ferner fragt Redner, ob die evangelischen Offiziere, Sachverständigen wird behauptet, daß die kleinen Gerber ihr welche eine Katholikin heirathen, bei der Konsensertheilung Leder, trotzdem an der Qualität nichts auszusehen war, nicht irgend welche Schwierigkeiten finden. Seit 1850 haben wir in abseßen fonnten; man verwendete allerhand Durchstechereien Preußen die Garantie der Gewissensfreiheit; auch das Deutsche dabei. Die Frankfurter Zeitung" hat sich mit dieser Frage beReich sollte dieselbe schüßen, sie ist aber beinträchtigt worden schäftigt und hat die Behauptungen des Herrn Möller in dieser für die Offiziere, denen verboten wird, für ihre Kinder die katho- Angelegenheit widerlegt. Herr Möller hat das Verfahren des lische Erziehung zu versprechen. Für keine andere Beamtenklasse X. Armeekorps gelobt und gerade der Vorsteher der Gerber besteht eine solche Vorschrift. Jetzt ist der Kirchenbesuch vereinigung und 7 andere Betheiligte sollen wegen Bestechung von manchmal auch Sonntags durch Appelle u. f. w. beeinträchtigt. Beamten von den Konkurrenzen ausgeschlossen sein. Man wird also Generallieutenant v. Spit: Wenn der Vorredner dafür wieder zum freihändigen Einkauf zurückkehren müssen, der keine plädirte, daß der religiös- kirchliche Sinn in der Armee gepflegt Nachtheile im Gefolge gehabt hat, während die Gerberund aufrecht erhalten werde und die Gleichberechtigung der beiden vereinigung bedenklich wirkt. Ich werde bei anderer Gelegenheit Konfessionen beobachtet werde, so sind diese Ausführungen der nachweisen, wie die Militärverwaltung der Ausbeutung gewisser Militärverwaltung durchaus sympathisch. Verhandlungen über die Unternehmerkreise verfällt. Kirchenordnung schweben lediglich im preußischen Kultusministerium. Generalmajor von Gemmingen: 10 Armeekorps arbeiten Die Schwierigkeiten liegen mehr auf fatholischer als auf evangeli- mit Gerbereivereinigungen und zwar hauptsächlich die Armeescher Seite. Sollte irgend einem Soldaten durch einen Vor- forps, welche im Osten liegen, entfernt von den Stätten, welche gesetzten die Erlaubniß zum Besuch der Kirche abgeschlagen das Sohlleder produziren. Der Erlaß von 1894 hatte den Die Kommission zur Berathung des Gesehentwurfs worden sein, so wäre dies eine Dienstwidrigkeit gewesen. Die Zweck, eine mißbräuchliche Steigerung Steigerung der Preise zu betr. den uulauteren Wettbewerb hat am Sonnaben Abend in Frage, ob ein evangelischer Offizier, der eine katholische Dame verhindern, und dieser Zweck ist auch erreicht worden. 31/2 stündiger Sitzung ihre Arbeit beendet. Die Diskussion setzte Heirathet, davon Unzuträglichkeiten hat, kann ich, wenn sie so In Hannover ist wegen Bestechung eines Unteroffiziers, eines ein beim§ 8, welcher in der Faffung der Regierungs- Vorlage gestellt ist, absolut verneinen. Die Einstellung von Rekruten am ganz gemeinen Hallunken, der Gerbervereinigung und einigen eutgegen dem Beschluß erster Lesung wieder hergestellt wurde. Es Sonntag soll nach den getroffenen Anordnungen nicht mehr vor- anderen betheiligten Fabrikanten gekündigt worden. Der be- handelt sich hier bei diesem Paragraphen darum, die mißstochene Unteroffizier hatte gar keine Macht, den Fabrikanten zu bräuchliche, auf Verwechslungen berechnete oder hierzu geeignete Beim Kapitel Militär- Justizverwaltung beschwert sich helfen. Die Gerbervereinigung hat gute Wirkung gehabt; Benußung einer Firma oder die besondere Bezeichnung eines Abg. Speiser darüber, daß einem Gefangenen im Festungs- es ist ein guter Vorrath vorhanden und in bezug auf Erwerbsgeschäfts im geschäftlichen Verkehr zu verhindern. In gefängniß zu Ulm von dem Offizier die Briefe, welche sein Vater die Güte haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht. der ersten Berathung war diese Bestimmung dahin erweitert an ihn richtete, vorenthalten worden sind. Der Artikel ist von einem Lederagenten, nicht von einem Fabri- worden, daß auch die besondere Bezeichnung einer Waare oder Württembergischer Bevollmächtigter Generalmajor v. Watter: tanten und daher sehr begreiflich; denn es sind mehr als einer gewerblichen Leistung Anspruch auf Unterlassung be= Die Briefe sind vernichtet worden, nachdem der Soldat davon 30 Agenten dieser Branche vollständig verschwunden. ziehungsweise Schadenersatz gewährt. Diese Verallgemeinerung, Kenntniß genommen hatte. Der Offizier glaubte sich auf Grund das Abg. Richter( frs. Vp.): Ich sehe die Sache jetzt weniger günstig welche Waarenbezeichnungs= Geset theilweise einer falsch verstandenen Bestimmung der Militär- Staf- an als in der Kommission. Ich habe mich unterrichten lassen von wirksam machen würde, ist in zweiter Berathung gestrichen vollstreckungs- Ordnung dazu berechtigt. Seine falsche Auffaffung einem Sachverständigen, der sich niemals an Lieferungen betheiligt worden. Eine sehr lange und heftige Diskussion rief der ist aber vom Kriegsministerium rettifizirt worden. hat. Es ist ein eigenartiger Vorgang. Man will den Zwischen-§ 9 des Entwurfs über die Schweigepflicht der Angestellten, handel bekämpfen, man will mit den Produzenten in Verbindung Arbeiter und Lehrlinge hervor. Ursprünglich wollte die Regierungstreten. Das hat sich als unmöglich ergeben und man hat sich vorlage den Betriebsinhabern das Recht geben, ihre Angestellten fünstlich eine Zwischenstation geschaffen, die den Zwischenhandel auch über die Dauer des Dienstvertrages hinaus zur Geheimhaltung vertritt. Man hat die Gewerbe- Vereinigungen geschaffen und einen zu verpflichten. Zuwiderhandlungen sollten mit Geldstrafe bis Geschäftsleiter dafür, der 4 pet. Provision bekommt, aber zu 3000 M. oder mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft dafür die Unkosten tragen hat. Ein Monpol werden. In der ersten Lesung war es gelungen, die Bewar für die großen Firmen früher nicht vorhanden, sie hatten ftimmung, soweit sie auf die Dauer des Dienstvertrages berechnet fein ausschließliches Recht und konnten jeden Augenblick durch war, aus dem Gesetz zu entfernen. Für die zweite Lesung andere Lieferanten ersetzt werden. Daß jeder Gerber sich der war von konservativ nationalliberaler Seite die Wieder Vereinigung anschließen kann, ist theoretisch sehr schön. Aber herstellung dieser Bestimmung beantragt und dieselbe die vorhandenen Mitglieder tönnen ihn weggraulen, und wenn noch durch den Zusatz verschärft worden, daß Bestrafung auch Abg. Richter darauf hin, daß Bakanzen in den Unteroffizier er auf seiner Zulassung besteht, so hat der Leiter der Ver- dann eintritt, wenn die Mittheilung nicht nur zum Zweck des stellen in wenigen Ausnahmefällen eintreten. Trotz der Vereinigung immer noch allerhand Möglichkeiten, ihn zurückzuhalten. Wettbewerbs, sondern auch in der Absicht, dem Geschäftsmehrung der Bahl der Unteroffizierstellen um 10 000 konnte der Es ist nicht jeder bereit, sich erst lange mit seinen inhaber Schaden zuzufügen" gemacht wird. Außerdem hatte Bedarf jetzt leichter gedeckt werden. Das liegt daran, daß den Ronkurrenten um die Zulassung herumzustreiten. Daß die Abg. Bassermann beantragt, für den Fall der Annahme den Leuten durch das dritte Dienstjahr der Militärdienst nicht ver- Sache nicht musterhaft funktionirt, beweist das Zirkular Geschäftsinhabern die Verpflichtung aufzuerlegen, sich von den leidet ist. von 1894 und der Vorgang in Hannover. Wir wollen Angestellten eine den Gegenstand des Geheimnisses ausdrücklich Abg. Graf Roon( dk.) dankt dem Kriegsminister für die Zu- die Militärverwaltung unterstützen in dem Bestreben, bezeichnende schriftliche Zusicherung der Verschwiegenheit geben fage bezüglich der Besserstellung der Militärmusikmeister, nament preiswürdige Waren zu erhalten. Wir sind einverstanden damit, zu lassen. Abg. Singer stellte den Eventualantrag, für den lich bezüglich der Pensionirung. daß die Bekleidungsämter die Einkäufe machen. Aber ob die Fall der Aufnahme einer solchen Bestimmung die Lehrlinge" Bei den Dienstprämien für die Unteroffiziere tadelt Vereinigung bestehen bleiben soll, das lasse ich dahingestellt. Da nicht unter die Strafbestimmung zu stellen. Er eröffnete die Reihe Abg. Galler( süddeutsche Volkspartei), daß bei diesem Titel die den Bekleidungsämtern vorstehenden Offiziere von der Sache der Gegner und erklärte sich prinzipiell gegen den Inhalt des während der letzten drei Jahre erhebliche Etatsüberschreitungen, nichts verstehen, so nehmen die Lieferanten an, daß die betheiligten Paragraphen. Es handle fich garnicht um die Regelung des und zwar von 1800 000 M. vorgekommen sind. Meister Einfluß auf die Entscheidung haben. Jegt will man aftive Verhältnisses zwischen Angestellten und Prinzipalen. Es liegt Offiziere einstellen, welche längere Zeit dabei bleiben und das kein Grund vor, für die Inhaber von Geschäften eine Ausnahme durch sachverständiger werden. zu machen und sie durch besondere Geseze zu schüßen. Andere Berufszweige befinden sich in derselbenLage, z. B. Autoren gegenüber ihren Sekretären; auch hier könne Mißbrauch getrieben werden mit geistigem Eigenthum und es falle niemandem ein, hier straf. rechtlichen Schutz zu gewähren. Der Prinzipal benutze auch vielfach die Intelligenz und das geistige Eigenthum der Angestellten in seinem, des Geschäftsinhabers Interesse. Dazu komme noch, daß die Prinzipale sich vielfach in geradezu unverantwortlicher schamloser Weise durch Privatverträge die sogenannte Ronkurrenz tlausel zu sichern verstehen und sich die wirthschaftliche Nothlage der Angestellten zu nutze machen. Redner beantragt, es bei dem Beschluß erster Lesung zu belassen. Dem Richter werde es nicht möglich sein, einen passenden Rechtsbegriff zu konstruiren. Es müsse eine Rechtsverwirrung der schlimmsten Art eintreten, der Chikane werde Thür und Thor geöffnet und die Angestellten, Arbeiter und Lehrlinge, würden durch die ihnen drohende trimi nelle Bestrafung, neben der Konkurrenzklausel, vollständig widers standsunfähig gemacht gegen die wirthschaftliche Ausbeutung. Man möge diese Frage bei der Revision des Handelsgesetzbuches regeln. Nicht den Verrath von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen will der Redner schücn, sondern verhindern, daß die Machtmittel der Unternehmer gr Unterdrückung und Ausbeutung der wirthschaftlich Schwachen auf diesem Gebiet vermehrt werden. Wenigstens müsse der Antrag Baffermann angenommen werden, der den Unternehmer verpflichtet anzugeben, was in seinem Betrieb als Geheimniß anzusehen ist. Ebenso dürften Lehrlinge unter keinen Umständen unter diese Bestimmungen fallen. Es sei das geradezu unerhört, daß man junge Menschen von 14 bis 15 Jahren, Beim Kapitel Militär- Medizinalwesen führt also halbe Kinder in die Lage bringen will, für ein Abg. Richter aus, daß die Absicht, durch Gewährung von Vergehen, dessen Tragweite sie in den meisten Fällen Prämien an die Studirenden die Vakanzen unter den Militär- wahrscheinlich nicht kennen, den Makel einer kriminellen BeAbg. Richter: Die Deckungsfrage ist die Hauptfache; billiger ärzten zu beseitigen, verfehlt ist. Die Prämien sollen 660 M. strafung auf sich zu nehmen. Von den Abgg. Bassermann( natl.), als mit acht Millionen wird man nicht wegkommen. Wenn man jährlich betragen. Man sollte sie lieber verwenden zur Aufbesserung Schmidt( frs. Vp.), Meyer( frf. Vg.) finden die Singer'schen nene Steuern sucht, dann sollte man an die einträglichen Steuern der Gehälter. Ich kann nur beantragen, die Mehrforderung für Ausführungen energische Unterstützung. Die Regierungsvertreter auf die Eitelkeit denken; eine Steuer auf Titel und Adels- die Prämien abzulehnen. versuchen, die Einwendungen abzuschwächen und werden darin verleihungen würde eine hübsche Summe einbringen.( Heiterkeit.) Major Wachs: Die Lücken in den Reihen der Assistenz von den Abgg. Hammacher( natl.), Frhr. v. Langen( t.), Roeren Abg. Bebel( Soz.): Wir sind der Meinung, daß der Staat ärzte, welche jest 66,7 pet. betragen, sollen ausgefüllt werden,( 3.) und Merbach( Rp.) unterstützt. Sie alle meinen, daß die verpflichtet ist, die Soldaten, die in die Kasernen gezwungen Bestimmung zur Aufrechterhaltung von Tren und Glauben nothwerden, auch richtig zu ernähren, damit nicht die Familien noch wendig sei und daß man zu den Richtern Vertrauen haben müsse. Die größere Opfer bringen müssen für die Ernährung ihrer Söhne. Gefahr chikanöser Anrufung und Anwendung des Gefeßes läge nicht Aber wir müssen verlangen, daß uns mitgetheilt wird, was Abg. Richter: Schon vor 50 Jahren haben militärärztliche vor. Die Aufzeichnung der geheim zu haltenden Dinge sei nicht die Sache kostet und wie die Mittel aufgebracht werden. Sachverständige sich für die Aufhebung der besonderen Institute angängig. Auch Lehrlinge könnten nicht von der allgemeinen 8-9 Millionen reichen nicht, wenn die Abendkost gewährt wird, ausgesprochen. Wenn es gelänge, die Zahl der Assistenzärzte von Verpflichtung ausgeschlossen werden, weil sie zu den Andie das Reichs- Gesundheitsamt dafür beansprucht. Es waren 300 auf 900 zu vermehren, so würde es dreimal länger dauern, gestellten gehören. Die Vertreter dieser Auf= in dem Gesundheitsbüchlein 15 Pf. dafür angefeßt, also wöchent die höheren Stellen zu erringen. Das würde jeder Arzt, der fassung bildeten die Majorität der kom= lich 1 M., im Jahre 52 M. Wenn auch die Truppe eine Reihe dazu nicht verpflichtet ist, abhalten, Militärarzt zu werden. mission. Bei der Abstimmung wurden die Bassermanns Major Wachs: Die Budgetkommission hat den Gründen, die die Militärverwaltung bestimmt haben, von einer Erhöhung des Etatsansages abzusehen, zugestimmt. Beim Kapitel„ Naturalverpflegung" kommt Abg. v. Gültlingen( Reichsp.) auf den Antrag wegen Verabreichung einer warmen Abendkoſt an die Mannschaften zurück. Sollten die Mittel nicht anders aufzubringen fein, so empfiehlt sich eine Wehrsteuer und zwar eine progressive Wehrsteuer für diejenigen, welche vom Militärdienst frei geblieben sind. Generalmajor v. Gemmingen: Die Militärverwaltung fann nur dankbar sein für die Anregung. Ueber die Berechnung des Bedarfs wird sich eine Verständigung erzielen lassen, wenn erst die Mittel überhaupt beschafft werden können, das ist aber nicht erreicht worden. Abg. Richter( frf. Bp.): Schon am Donnerstag habe ich von dieser Forderung gesprochen. Ich habe gleich erklärt, daß diese Forderung von den Sympathien aller Parteien getragen würde; ich knüpfte daran die Nuzanwendung, daß man um so sparsamer sein müsse gegenüber den Marineplänen. Eine Wehrfleuer- Vorlage ist schon einmal ziemlich flanglos im Reichstage verschwunden; die Regierung hat keine weiteren Versuche mehr gemacht. Abg. Gröber( 3.): Der Antrag soll wohl nur eine Anregung geben für die Militärverwaltung. Abg. v. Freege: Neue Steuerprojekte sollte man mit dieser Frage nicht verquicken, Abg. v. Gültlingen( Rp.) erklärt sich bereit, um einen Entschluß des Reichstages herbeizuführen, seinen eigenen Antrag zurückzuziehen. Abg. Hammacher( natl.): Der Antrag Gröber ist jedenfalls vorsichtiger als der des Herrn v. Gültlingen; über diesen Antrag werde man sich verständigen fönnen. Abg. Hammacher( natl..): Es handelt sich nicht um solche Eventualitäten, daß einmal Durchstechereien vorkommen; da muß der Verkehr natürlich sofort abgebrochen werden, sondern um den dauernden Verkehr; und die Einrichtungen haben sich doch als so gut erwiesen, daß man der Militärverwaltung nicht in die Arme fallen sollte. Generalmajor v. Gemmingen: Der Unteroffizier ist ein Meister, aber nicht der Meister, welcher Einfluß bat. Bei den Ausgaben für Servis bemängelt der Abgeordnete Hammacher, daß in Minden verheirathete Unteroffiziere sich selbst Wohnungen miethen müssen, wofür sie nur einen Servis betrag erhalten, der die Miethe nicht deckt. Generalmajor v. Gemmingen: Die verheiratheten Unteroffiziere find 1893 aus den Kasernen ausgezogen, um für die Mannschaften Raum zu schaffen. Das soll wieder umgeändert werden. Abg. Richter: Einige Bezirksfeldwebel erhalten städtische Buschüsse, weil man wohl Mitleid mit ihnen hatte, da sie ihre Wohnung vom Servis allein nicht bestreiten fonnten. Solche Bulagen aus städtischen Mitteln sollten nicht gestattet sein. Abg. Gröber( 3): Die Frage der Unterbringung ver heiratheter Unteroffiziere ist vom Reichstage noch nicht erörtert worden, trotzdem sie zusammenhängt mit der ganzen Frage der Kasernirung. Generalmajor v. Gemmingen: Das Bedürfniß besteht nicht blos in Minden, sondern auch an anderen Orten. Bei Neubauten sind für jede Kompagnie oder Schwadron drei Familienwohnungen vorgesehen. damit wir im Frieden und im Kriege nicht in Verlegenheit kommen. Deshalb kann eine Erhöhung der Gehälter bei den höheren Stellen das Bedürfniß nicht decken. " Singer'schen Eventualanträge abgelehnt und der Antrag Dr. Hammacher- Frhr. v. Langen mit 10 gegen S Stimmen an- genommen. Gegen die Wiederherstellung der Regierungsvorlage stimmten die Sozialdemokraten, die Freisinnigen beider Linien. von den Nationalliberalen Bassermann und der Pole. Dafür Konservative. Freikonservative, Zentrum, Dr. Hammacher und der Antisemit. Borher war noch der Antrag angenommen worden, statt„Dienstvertrag"„Dienstverhältnis" zu setzen. Der Paragraph lautet nunmehr: „Mit Geldstrafe bis zu 3000 M. oder mit Gefängniß bis zu einem Jahre wird bestraft, wer als Angestellter, Arbeiter oder Lehrling eines Geschäftsbetriebes Geschäfts- oder Betriebs- geheimnisse. die ihm vermöge des Dienstverhältnisses an- vertraut oder sonst zugänglich geworden sind, während der Geltungsdauer des Dienstverhältnisses nnbefugt an andere zu Zwecken des Wettbewerbes oder in der Absicht, dem Inhaber des Geschäftsbetriebes Schaden zuzufügen, mittheilt. Gleiche Strafe trifft denjenigen. welcher Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse, deren Kenntniß er durch die im Absatz I bezeichneten Mittheilungen oder durch eine gegen das Gesetz oder die guten Sitten verstoßende eigene Handlung erlangt hat, zu Zwecken des Wettbewerbes unbefugt verwerthet oder an andere mittheilt. Zuwiderhandlungen verpflichten außerdem zum Ersätze des entstandenen Schadens, mehrere Verpflichtete haften als Gesammt- schuldner." Der§ 10(Verleitung zum Verrath von Betriebs- und Ge- schäflsgeheimnissen) wurde in der Fassung der Regierungsvorlage unter Erhöhung des Strafmaßes auf Geldstrafe bis 3000 M. und Gefängniß bis zu einem Jahre angenommen. Die KZ 11—16 entHallen Bestimmungen über Verjährungs- fristen und Gerichtsstand, sowie die Bestimmung, daß neben einer nach Maßgabe des Gesetzes verhängten Strafe auf eine an den Verletzten zu zahlende Buße bis zum Betrage von 10 000 M. er- kannt werden kann. Durch Z 17 wird festgesetzt, daß das Gesetz am 1. Juli 1396 in kraft tritt. Hiermit ist die Kommissionsberathung beendet. Es wird schriftlicher Bericht erstattet und die Spezialberalhung des Ent- wnrfs im Plenum vermuthlich im Lause des Monat März vor« genommen werden. Eine Notiz unseres Blattes in der Nummer vom S. Februar ist so aufgefaßt worden, als habe Genosse Stadthagen bei der ersten Berathung des bürgerlichen Gesetzbuchs nicht als Fraktionsredner gesprochen. Was wir sagen wollten war. daß die Fraktion, wie Sladlhagen selbst ausführte, sich in bezug auf alle Punkte des bürgerlichen Gesetzbuchs noch nicht schlüssig gemacht habe. Stadthagen war gleich Frohnw von der Fraktion zum Redner bestimmt.—• In AdlcrShof, so wird uns'geschrieben, hat die Arbeiter- schafr einen harten Kampf um die Erhaltung der ihr zur Ver- sügung stehenden Säle auszukämpfen. Die Polizei greift die Wirlhe. welche keinen Unterschied unter ihren Gästen kennen und denen der sozialdemokratische Groschen ebenso lieb ist. wie der hurrahpatriolische, mit den altbekannten Mitteln an. Herr Wöllstein, in dessen Lokal namentlich Arbeiterversammlunge» ab- gehalten werden, hat an allen Versammlungsabenden nur bis 10 Uhr Konzession. Diese Maßregel erstreckt sich sogar auf den Sonntag; um 10 Uhr müssen die Gäste das Lokil verlassen haben. wenngleich an diesem Tage die Versammlungen ge- wöhnlich schon zu einer viel früheren Zeit zu Ende sind. Wenn auch das frühe Schlafengehen dem Ar« beiter sehr dienlich sein mag, so bedeutet die Polizei» Maßregel für ihn doch eine unnöthige Bevormundung und für den Wirth einen empfindlichen niateriellen Schaden. Unter solchen Umständen hat die Berliner Arbeiterschaft, welche die Vororte besucht, strenge auf die Pflicht zu achten, daß sie nur bei solchen Wirthen einkehrt, welche ungescheut der Arbeiterschaft zur Seite stehen. Es gilt das Versammlungsrecht der dortigen Partei- genossen zu vcrtheidigen! Außer Wöllstein's Lustgarten steht der sozialdemokratischen Arbeiterschaft zu Versammlungen noch das Lokal des Herrn Schmauser zur Verfügung. Ter„Vorwärts" liegt bei folgenden Restauraleuren aus: Schubert, Grünauer Chaussee. Ackermann. Böhmer, Britz, Bismarckstraße, Rohde, Helbigstraße, Benkert, Poranzke. Soltyscheck. Hackenbergftraße. Tie Mitglieder des Kranken- UnterstiitzuligövcrcinS der Tabakarbeiter Berlins werden daraus ausmerksam ge- macht, daß durch einen bedauerlichen Jrrthum in dem Inserat vom 14. Februar cr. in Nr. 38 des„Vorwärts" die General- Versammlung des Vereins auf den 29. Februar angegeben ist. Dieselbe findet a m S o n n a b e n d, den 22. F e b r u a r, abends 9 Uhr. bei Feind statt.(Siehe auch Inserat in der heutigen Nummer.) Der Fleischverbrauch BerliuS wird in dem Bericht über den städtischen Vieh- und Schlachthos für I394/9S auf 77l/4 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung angegeben, und zwar 2ö>/a Kilogramm Rindfleisch. 32 Kilogramm Schweinefleisch, fast ö'/e Kilogramm Kalbfleisch, fast ÖVe Kilogramm Hammelfleisch, 1 Kilogramm Pferdefleisch, säst 4V2 Kilogramm in Postpacketen. Tonnen:c. eingegangenes Fleisch. Speck, Schinken ic., fast 3 Kilogramm „Kram"(Köpfe, Füße, Lungen ec.). Dagegen wurde der Ver- brauch angegeben für 1893/94 auf 74, für 1392/93 a»f 72, für 1891/92 aus 7C3ho, für 1890/91 auf 73l/ä Kilogramm pro Kopf. (Ein- und Auefuhr von Thieren und geschlachtetem Fleisch, sowie Vernichtung ungenießbaren Fleisches sind bei der Berechnung berücksichtigt; außer Ansatz geblieben sind Wild, Geflügel, Fische.) Will man den Fleischverbrauch als Maßslab des Wohlstandes ansehen, was ohne Zweifel bis zu einem gerviffen Grade richtig ist, so müßte man aus diesen Zahlen auf eine wesentliche Besserung der wirthschastlichen Lage der Berliner Bevölkerung schließen. Eine Zunahme des durch- f ch» i t t l i ch e n Verbrauchs kann freilich schon dadurch zustande kommen, daß nur die Wohlhabenden mehr als früher ver« brauchen, oder auch dadurch, daß infolge Rückganges der Ge- burtenziffer der Bevölkerungsanthcil der wenig lonsumirenden jüngste» Altersklassen relativ sinkt. Aber auch abgesehen hiervon, hat die Berechnung oder vielmehr Schätzung, wie sie in den Echlachthof-Berichten üblich ist, noch einen schwerwiegenden Mangel. Es wird außer Acht gelassen, daß bei Verbrauchs- berechnungen Berlin und seine Vororte als ein Ganzes zu be- handeln sind. Im Berliner„Statist. Jahrbuch" geschieht das, und hier ergeben sich denn auch ganz andere Zahlen. Der neueste Jahrgang giebt den Fleischverbranch von Berlin sammt 6 Kilometer Umkreis an für das Kalenderjahr 1833 auf 69. für 1892 auf 69«/lo, für 1891 auf 69, für 1890 auf 682/3 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung. Die Zahlen sind erheblich niedriger und zeigen auch, unter einander verglichen, nicht die entschiedene Aufwärtsbcwegung der im Schlachthof- Bericht mitgelheilien Zahlen. Wir möchten das aus dem eigenthümlichen Verhältniß erklären, das sich zwischen Berlin und seinen Vororten immer stärker herausgebildet hat. Da die Armen immer mehr in die Vororte, wenigstens in die näheren, hinaus- gedrängt worden sind, so ist die Bevölkerung nur von Berlin verhältnißmäßig etwas konsumfähiger geworden, während für Berlin sammt Vororten die Sache entschieden weniger günstig liegt. Auf diese Weise kann für Berlin allein selbst dann eine Zunahme des Verbrauchs von Fleisch und auch von manchen anderen Lebensmitteln eintreten, wenn sich in Grob- Berlin die Zusammensetzung und wirthschaftliche Lage der Be- völkerung nicht im geringsten ändert. Dasselbe gilt, nebenbei bemerkt, auch für den Gesundheitszustand, für die Zahl der Ehe- schließungen und Geburten, für Zahl und Art der Vergehen und Verbrechen, für die Behausungsziffer u. f. w. u. f. w. Aus diesem Grunde wird die Brauchbarkeit solcher aus der Bevölke- rung von Berlin allein berechneten Verhältnißzahlen, deren Werth an sich schon nicht sehr groß ist, von Jahr zu Jahr ge- ringer; wenigstens wird die Möglichkeit der Vergleichung mit den Zahlen der Vorjahre immer zweifelhafter. Auf die in gesundheitlicher Beziehung bedenklichen Ver- Hältnisse derjenigen Berliner Vororte, die durchweg von einer Arbeiterbevölkerung bewohnt sind, haben wir schon mehrfach hingewiesen. Recht kraß drückt sich das Elend aus in den statlstischen Mittheilungen, die in bestimmten Zeitabschnitten amtlich bekannt gegeben werden. Während die Sterblichkeit im Dezember vorige» Jahres nach den Veröffentlichungen des kaiser- lichen Gesundheitsamtes auf je 1000 Einwohner auf den Zeit- räum eines Jahres berechnet in Berlin 18,0 betrug, stand sie in Ripdorf auf gerade doppelter Höhe, nämlich auf 3S.6. Für Spandau ist die Ziffer 14,2, Köpenick 15,0, Charlottenburg 17,4, Weißensee 24,7, Schöneberg 24,9, Lichtenberg 33,1.— Von den sämmtlichen 247 deutschen Städten und Orten mit 15 000 und mehr Einwohnern, welche die Statistik aufführt, herrschte während des Monats Dezember in Ripdorf die größte Sterblichkeit. Das sind Zustände in nächster Nähe der Reichs- Hauptstadt, die den in betracht kommenden Behörden das Ge- wissen schärfen sollten. Namentlich die Wohnungsverhältnisse sind in Ripdorf und Lichtenberg, wie erst kürzlich von uns dar- gelegt würde, die denkbar elendesten, sie tragen außer der in jeder Beziehung ungenügenden Ernährung, mit welcher der im Dienste des Kapitals frohnende Proletarier zufrieden sein soll, zum wesentlichen dazu bei, daß seine Lebenskraft sich doppell und dreifach so stark abnutzt, als die der Wohlhabenden. Mittelalterliches aus der Gcmciudcschule. Ueber die jüdischen Lehrkräfte an den Volksschulen Berlins lauten die Ver- fügungen des Provinzial« Schulkollcgiums vom 29. v. Mts. in Verfolg des Reskripts des Kultusministers vom 27. Dezember 1895 wörtlich wie folgt: 1. Die Neueinrichtung von jüdischen Neligionskursen ist auch bei einer ganz geringen Anzahl jüdischer Kinder zulässig. Dieser Unterricht darf von remu- nerirten Religionslehrerii, beziehungsweise Lehrerinnen ertheilt werden. Es ist aber in jedem einzelnen Falle zur Be- schäftigung derselben unter Nachweis der Qualifikation bei uns die Genehmigung nachzusuchen. 2. Die feste Anstellung einer jüdischen Lehrkraft als ordentlicher Lehrer an den Ge- meindeschulen(mit Ausnahme der 11., 20., 31., 70., 36., 37., 38., 39., 40. und 41.) ist künftig nur zulässig: a) unter der Vor- aussetzung, daß die jüdischen Kinder einen nicht unerheblichen Theil der die betreffende Schule insgesammt besuchenden Kinder bilden, worüber uns bei jedem desfallsigen Antrag der Nachweis zu führen ist, und b) wenn die bereits ein- gestellten Lehrkräfte bis zu je 12 Religionsstunden herangezogen sind. 3. Die ordentlichen jüdischen Lehrkräfte sind bis zu ihrer Pflichtstundenzahl auch zum Unterricht in anderen Fächern Heranzuziehen. 4. Ein Ordinariat darf einer jüdischen Lehrkraft in einer Klasse, in welcher sich keine oder nur ganz wenig jüdische Kinder befinde», nicht übertragen werden und ist vor der Uebertragung eines solchen in jedem einzelnen Falle an uns zu berichten. 5. Die Weitersührung der Kinder durch mehr als eine Klasse seitens der jüdischen Lehrkraft ist nicht ge- stattet.— Bis zum 15. März sind aä 1. 3. 4. 5. Ver- zeichnisse, beziehungsweise Leklions-Pläne einzureichen, außer- dem ist zum 1. März jeden Jahres nach Maßgabe und Formular über die Unterrichtserlheilung durch jüdische Lehr- kräfte Bericht zu erstatten.— Ueberall ist also jede Maßnahme der Schuldeputation trotz der engen Schranken dieser Ver- fügungen an besondere Genehmigungen und Berichterstattungen des Provinzial-Schulkollegiums geknüpft.— Die„Frs. Ztg." berichtet weiter: In dem Reskript des Kultusministers wird ausgesührt, daß, wenn auch die städtischen Behörden sich im großen und ganzen in den Grenzen des maßgebende» Erlasses vom 8. Juli 1875 gehalten haben, doch ein so weiter Gebrauch von der Berechtigung gemacht sei, daß inehr ins einzelne gehende Be- stimmungen getroffen werden müssen. In betreff des Unter- richts, welcher, abgesehen vom Religionsunterricht, durch jüdische Lehrkräfte ertheilt werden darf, heißt es wörtlich in dem Ministerialerlaß:„Ich trage Bedenken, in dieser Hinsicht be- stimmte Vorschriften zu treffen und die jüdischen Lehrpersonen, abgesehen von dem Lleligionsunterricht, von dem Untericht in gewissen Gegenständen auszuschließen, erwarte aber, daß die init Aufstellung der Lehr- und Lektionspläne betrauten Per- sonen jüdischen Lehrern und Lehrerinnen nur solchen Unterricht zutheilen werden, welcher ihnen in ihrem eigenen und im Interesse der Schule nicht übertragen werden darf. Ich erinnere dabei nur an die Geschichte der Aus- breitung des Christenthnms und der Kreuzzüge." Im einzelnen wird der städtischen Behörde zum Vorwurf gemacht, daß von 17 im einzelnen aufgeführten Schulen eine besondere Lehrkraft an- gestellt ist, obwohl sich von diesen Schulen unter 637 bis 1234 Kindern nur 11 bis 31 jüdische Kinder befanden. Magistrat und Ktiltiisministerium erscheinen hiernach ziemlich gleichwerthig. So tadelnswerth es ist, jüdische Lehrerinnen ihrer Religion wegen von der Unterrichtserlheilung auszuschließen, ebenso überflüssig erscheint es, in Rücksicht auf eine geringe Minderzahl von Kindern speziell nach jüdischen Lehrerinnen zu suchen. Wo aber leider einmal die Religion das A und O des Unterrichts ist, sind allerdings beide Theile mit gleichem Maße zu meffen. Clcktrotechnischev Kursus für Ttadtväter. Professor Dr. Wedding an der technischen Hochschule i» Charlottenburg ist vom Berliner Magistrat engagirt worden, um einen Kursus über die neuesten Errungenschaften der Elektrotechnik zu lesen, der init Experimenten verbunden ist. An diesem Kursus sollen sich nach Belieben die Mitglieder des Magistrats nnd der Stadt- verordneten-Versammlung, desgleichen die Techniker der Bureau- Verwaltung, Kanalisation, Wasser- und Gaswerke unentgeltlich betheiligen können. Vielleicht läßt der Magistrat auch noch einen nationalökonomischen Kursus einrichten. Manche Rede» liberaler Stadtväter haben bewiesen, daß es in diesem Punkte im Rothen Hause noch bedenklich hapert. Die Hausgesetze der königliche» Theater enthalten, wie das„Fremdenblatt" schreibt, noch einen wenig bekannten, wahr- scheinllch aus der Feudalzeit des Berliner Theaterlebens stammenden Paragraphen, gegen den die jetzt abgethane Polizei- Verordnung über„das Gesinde" der Bühne» ein wahres Ehren- diplom ist. Der Paragraph betrifft eine Arreftstrafe, welche bis auf 3 Tage ausgedehnt werden kann. Nummer Sicher wird darin für bestimmte Vergehen angedroht! Eine Dame des Ballcts soll nun kürzlich mit diesem Para- graphen Bekanntschaft gemacht haben. Sie hatte— das ist nicht zart genug auszudrücken— einer Kollegin gelegentlich eines StreileS in der Garderobe einen Backenstreich versetzt! Die sonst nur an Pantomimen gewöhnte Kollegin hatte nichts Besseres zu thun, wie Beschwerde zu führen, und die An- greiferin, Frl. St., wurde zu einer Arreststrafe von drei Tagen verurtheilt. Die Unglückliche wurde in einen zum Gefängniß geeigneten Raum der Intendantur gebracht. Und nachdem sie— bei Wasser und Brot oder Hillerbeköstigung wissen wir nicht— einen langen Tag abgebüßt, wurde ihr der Rest der Strafe gnädigst erlassen. Wer ist der Knabenmörder? Unter der Leiche des am Maybach-User am 12. Februar ermordeten Knaben Willy Bnrr war ein in Papier eingewickeltes Stück Leberwurst gefunden worden. Dieses Papier ist nun von einem in der Reichenber�er- straße wohnhaften Schlächter H. als aus seinem Veckanfs- laden stammend erkannt worden. Der Man», der die OEJinst um Val Uhr mittags am Tage des Mordes gekauft hat, wird von H. in derselben Weise wie von dem si.benjähri�cn Bruder des Ermordete» beschrieben.: mittelgroß mit dunklem Haupthaar und ebensolchem langen breiten Schnurrbart, dunklen Augen, leicht gebogener Nase, bekleidet mit schwarzem. steifem Filzhut, dunklen. Hosen und dunkelbraunem Ueberzieher. Beim Kauf der Wurst habe der Fremde öfters nach den über dem Ladentisch hängenden Fleischwaaren emporgesehen, hierbei aber den Kops erst seitwärts geneigt und dann das Gesicht nach aufwärts gedreht, wie jemand, der an einem sogenannten steifen Genick leidet. Aus der Breite des langhängenden Schnurrbartes würde es sich auch erklären, daß die beiden Arbeiter, die von der Seite den Thäter unter dem Mörtelwagen haben hocken sehen, einen Backenbart wahrzunehmen geglaubt haben. Den Brandstiftungen in Moabit stehen, so will ein Be- richterstatter wissen, die Einwohner dieses Stadtviertels etwaZ skeptisch gegenüber. fEs hat sich in diesem Stadttheil das Gerücht verbreitet, daß eine größere Anzahl Brände durch„berufene Brandstifter" hervorgerufen sind, d. h. durch solche Personen. welche nothwendig Geld gebrauchten und die Brandepidemie a dem Stadttheil benützend sich die Mittel in einer Weise be- schafften, die bei den gegenwärtigen Verhältniffen unverdächtig erscheint. Seitens der Kriminalpolizei ist diese Möglichkeit eben» falls in betracht gezogen worden und es sind Recherchen nach dieser Richtung vorgenommen worden. Die Behörde nimmt da- bei an, daß nur die zuerst vorgekommenen Brände von ei;us Person angelegt worden sind, während den späteren Brand- stiftungen persönliche Veranlaffungen, Rache-Akte, oder wie ob:n angedeutet, Geldmangel zu gründe liegen. Seit 43 Stunden ist übrigens die Thätigkeit der Feuerwehr in Moabit nicht mehr in Anspruch genommen worden. Von dem Schnellzug Bcrlin-Köln wurde am Sonnabend Abend der aus Station Neubabelsberg thätige Hilfsweichensteller Erdmann aus Drewitz Übersahren und getödtet. Erdmann war abends gegen 10 Uhr zwischen Nowawes und dem Eisenbahn- Übergang bei Neubabelsberg einem ihm entgegenkommenden Stadtbahnzuge nach rechts ausgewichen und dadurch auf das Geleise der Stammbahn gerathen. Dort wurde er von dem Schnellzug ersaßt und zu einer unkenntlichen Masse zermalmt. Einzelne Körperlheile wurden von der Lokomotive bis nach Potsdam mitgeschleppt. Ei» schwerer Zusammenstoß zwischen einer Maschine der Dampfstraßenbahn und einem Möbelwagen hat in der Nacht zum Montag um 12>/2 Uhr in Friedenau stattgefunden Zwei große Möbelwagen, die gestern Morgen in Potsdam sein sollten, hatten Sonntag Abend die Fahrt angetreten und gegen 12�/2 Uhr Friedenau erreicht. Hinler ihnen her fuhr eine Maschine der Straßenbahn vom Zoologischen Garten nach Steglitz zu. An der Ecke der Rhein- und der Sponholzstraße holte sie die Möbelwagen ein und lief mit großer Wucht auf den letzten auf. Der Kutscher flog bei dem Anprall vom Wagen herab und wurde schwer verletzt. Er erhielt u. a. eine klaffende Wunde über Schädel und Stirn, das linke Auge wurde so stark mitgenommen. daß es sofort auslief. Auch an der Brust wurde er stark verletzt. Der Heizer der Maschine kam mit weniger erheblichen Ver- brühungen durch den ausströmenden Dampf davon. Der Wagen wurde noch etwa 30 Schritte weitergeschobeu, bis er an einem Baume Widerstand fand. Die Maschine fuhr nach links aus dem Geleise heraus und schob sich quer über dieses. Sie sowohl wie der Möbelwagen wurde stark beschädigt, der Wagen war fast ganz zertrümmert. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, bedarf noch der Untersuchung. Sollte auch hier wieder die unmenschlich lange Arbeitszeit, die gerade an der Dampsstraßenbahn üblich, ihr Theil Schuld tragen? In diesem Falle würde ivohl wieder das Opfer der Profitwuth vom Gericht destraft werden, während die eigentlich Schuldigen frei ausgingen. Verunglückte Postsendungen. Sonntag Nachmittag um 5 Uhr verunglückte ein Packetpostwagen, welcher durchgehende Bahnsendungen nach dein Potsdamer Bahnhof schaffen sollte. Auf der Waisenbrücke wurde der Wagen durch die Glätte des Fahrdammes hin und hergeschlendert, ein Rad brach ab nnd das Gefährt stürzte um, wobei es stark beschädigt, die Packete aber durcheinander geworfen wurde». Die Sendungen mußte» auf der Straße liegen bleiben, bis ein Reservewagen erschien und die Umladung bewirkt werden konnte. Aus der Kaserne. Verschwunden ist seit Anfang dieses Monats der Sergeant D. vom Kaiser Franz-Garde-Grenadier» Regiment Nr. 2. Derselbe wurde am 5. Februar beauftragt, sich nach Frankfurt a. O. zu begeben, um Rechnungen für das Ofstzier» kasino im dortigen„Görlitzer Waaren-Einkauss-Verein" zu bezahlen. Dort ist er seinerzeit auch eingetroffen und hat. wie festgestellt wurde, in fröhlicher Gesellschaft ein Restaurant besucht. Am anderen Tage ist D. von Frankfurt a. O. zu Fuß nach Lindow (Kreis Lebus) gegangen, um dort Bekannte zu besuchen. Während seines eintägigen Aufenthaltes bei diesen hat er i» seinem Wesen nichts Auffälliges gezeigt. Am Abend des 7. Februar hat sich der Verschwundene dann in Finkenheerd eine Fahrkarte »ach Berlin gelöst, ist aber nur bis Fürstenwalds gefahren, von wo aus er seine Uniformstücke per Post an das Regiment zurück, gesandt hat. Seit dieser Zeit fehlt jede Spur von dem Fahnen- flüchtigen, Zahlreiche Unteroffiziere im Ordonanzanzuge(mit Helm) konnte man am Sonnabend Abend gegen 5 Uhr»ach der Garnison- kirche in der Neuen Frirdrichstraße pilgern sehen. Es galt einer Einladung zu folgen, mit welcher sie der Divisionspfarrer Goeus beehrt halte und ,war aus dem Grunde, um mit ihnen in dem heiligen Hause Gottes fern von dem Getriebe der Welt über die nächsten abzuhaltenden Versammlungen an Sonntag Abenden zu berathen. Diese Zusammenkünfte sind wiederholt vvn uns ge- schildert worden. Das Endergebniß dieser Zusammenkunft in der Garnisonkirche war die Festsetzung der Ver« anstaltung eines christlich-gesellschaftlichen Beisammenseins zu morgen(Mittivoch) Abend. Auch sollen sich im Sommer die gesellschaftlich-religiösen Zusammenkünfte nicht nur auf den Wartesaal dritter Klasse der Stadtbahn-Station Alexander-Plutz beschränken, sondern es sollen auch, wenn sich die Natur wieder mit frischem Grün geschmückt hat. Ausflüge ins Freie unter- nommen werden. Eine große Anzahl Kremser wird dann> ,<> Vaterlandsvertheidiger de» dumpfen Mauern der Steimvüste Berlins entführen und unter blauem Himmel und auf grün.» Matten werden sie dann spiele», singe», tanzen und—-» bete»! Tie„Baugeiverrs- Zeitung", die von dem Baumeister Felisch herausgegeben wird, hat einen empfindlichen Verlust durch einen Angestellten erlitten. Der 60 Jahre alte Geschäftsführer Karl Thomas, der der Zeitung seit Jahren angehört, ist nach Unterschlagung erheblicher Summen plötzlich flüchtig geworden. Thomas ist mit einer um 20 Jahre jüngeren Frau aus Feldberg in Mecklenburg-Strelitz verheirathet und hatte bis zum Oktober 1894 die Verwaltung des Hauses Dresdenerstr. 63. Bon dort be- zog er eine im 4. Stock des Hauses Dresdenerstr. 109 belegene Wohnung von vier Zimmern. Das Ehepaar, das in den Ausgaben nicht knauserte, galt in dem Hause für reich. Da plötzlich trat ein unerivarteter Umschwung ein: daZ Dienstmädchen wurde Knall und Fall entlassen; Thomas selbst war von der Bildfläche verschwunden; die prächtige Wohnungseinrichtung wurde von einer bekannten Speichersirma abgeholt. Den Hausbewohnern blieb die Veränderung unerklärlich. biZ sich Kriminalbeamte einfanden und über den Aufenthalt des Verschwundenen Erkun» digungen einzogen. Frau Thomas h�t zwar im Hanse mit- getheilt, ihr Mann h. be sich erschossen, doch gtanbt man nicht daran. I» welcher Höhe Thomas Veruntreuungen begangen h.rt, ist noch nicht genau bekannt; die Summen find aber hoch. Wo er verbueben ist. hat bisher nicht«rmitttlt werde", können. Die Feuerwehr hat am Montag früh durch schnelles Ein- or-iseu vier Menschenleben gerottet. Der Arbeiter Gottl. Büttner N'urde gegen 4>/z Uhr früh durch flarlen Brandgeruch in seiner Wohnung im ersten Stock eines kleinen Hofgebäudes in der Schönebergerstr. 17 wach und eilte mit einem Schlafburschen nach dem Erdgeschoß, wo in der Küche ein Brand ausgebrochen »var. Nachdem die Thür der Küche, in der eine Frau schlief, eingeschlagen war, eilte B. zur nahen Feuerwache, bei deren An- kunst mehrere Personen vermißt wurden. Mannschaften des S.Zuges der Feuerwehr drangen nun von außen durch die Fenster in das Erdgeschoß und holten den K8jährigen Arbeiter Ludwig Paulicke, der schon bewußtlos in der Wohnstube lag, heraus. Gleichzeitig retteten Feuermänner der dritten Kompagnie aus der Dachwohnung den 64 jährigen Dienstmann Adolf Meier, dessen 6ö jährige Ehefrau und noch eine Frau. Die Geretteten wurden durch Samariter der Feuerwehr wieder ins Leben zurückgerufen und befinden sich bereits außer Gefahr. Ueber die Entstehung des Feuers konnte noch nichts ermittelt werden. Wie Verbrecher durchsucht wurden auf dem Polizei- Präsidium einige der Genossen, die am letzten Montag wegen angeblicher Fortsetzung der Thäligkeit des geschlossenen Wahl Vereins des 2. Berliner Wahlkreises in der Admiralstraße sistirt worden waren. Sie mußten sich dort bei der Leibes Visitation in der Zelle völlig nackt ausziehen, dann auf den Befehl:„Kehrt", sich umdrehen, die Arme hoch heben und die Finger spreizen. Die Proteste(z. B. des einen, daß er rheumatisch sei, des anderen, daß er an chronischem Rachenkatarrh leide), änderten nichts an diesem Verfahren, das gewiß der Instruktion entspricht, in diesem Fall« aber, wo es sich böchnens um eine vereinsgesetzliche Uebertretung handeln kann, sachlich nach unserer Ansicht und wohl auch nach Ansicht all derer, die nicht polizeimäßig zu denken gewohnt sind, unangebracht erscheint. Man mag Diebe und Gauner mit solcher Gründlichkeit und Rücksichts- losigkeit untersuchen, Leute, die sich für ebenso ehrenhaft halten dürfen>vie die Polizeibeamten und denen wie gesagt höchstens eine Uebertretung des Vcreinsgesctzes zur Last gelegt werde» kann, niüssen eine solche Körpervisttation geradezu als Schimpf empfinden. Plötzlicher Tod. In einer Schankwirthschaft ist am Sonn- tag Vormittag um lO'/z Uhr der Tischler Wilhelm Theiser ans der Auguststraße plötzlich gestorben. Der Mann hatte sich in einem Lokal am Koppenplatz eben ein Glas Bier bestellt, als er auf seinem Stuhle todt zusammenbrach. Tic Diebe, welche die Kasse der Spandaucr Artillerie- Werkstatt um 4S00 M. bestahlen, sind verhaftet worden. Es sind dies der Schreiber Peschke, der Heizer Wichniann und der Schlosser Dombrowski. Das geraubte Geld ist zum theil noch vorhanden. Auf offener Straße hat sich in der Nacht vom Sonntag zum Montag der 23jährige Bautechniker Gustav Mangelsdorf aus Breslau vergiftet, der hier seit vier Monaten in der Annen- straße 12 beim Schnnkwirth Hiebscher wohnte. Mangelsdorf, der Sohn eines Agenten, lebte sehr leichtsinnig, hatte kerne Be- schästigung und kümmerte auch sich gar nicht darum, sie zu be- kommen. Für die Miethsschulden war der Vater aufgekommen. Aiir 29. Januar verließ Mangelsdorf seine Wohnung und trieb sich seitdem planlos in Berlin umher. In der vergangenen Nacht um 2>/2 Uhr kam ei» Mann auf die Unfallstation V in der Brüderstraße und rief:„Rettung, vergiftet!" Dabei schlug er uiit beiden Händen an seine Brust. Auf der Unfallstation pumpte man ihm sofort den Magen aus und schickte gleichzeitig zum Bureau des 1. Polizeireviers. Ein Schutzmann von dort brachte den Vergifteten in die Charitee, wo er fast hoffnungslos darnieder liegt. Er hat bisher noch nicht vernommen werden können. Mit Selbstmordgedanken scheint sich Mangelsdorf schon länger getragen zu haben; wiederholt hat er geäußert, er werde sich vergiften, wenn sein Vater ihm kein Geld schicke. Hilflos aufgefunden wurde vor dem Hause Mendelssohn- straße 18 ein unbekannter Mann von etwa 40 Jahren. Der Mann wurde von der Polizei in das städtische Krankenhaus am Friedrichshain gebracht und ist dort gestorben, ohne das Bewußt- sein wiedererlangt zu haben. Der Unbekannte, der keinerlei Aus- weis über seine Persönlichkeil bei sich halte, hat blaue Augen. eine dicke kurze Nase und eine sehr kräftige Gestalt und trug einen starken dunklen Schnurrbart. Sein Taschentuch ist D. Ick. gezeichnet. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich im Grunewald. In der Nähe der Schießstände von Ruhlebe» waren Arbeiter mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt. Hierbei war ein gefällter Baum aus einen anderen, feststehenden Stamm gerathen und in der Schwebe geblieben. Bei dem Bemühen, ihn abzubringen, wurde ein Arbeiter von jenem Stamm derart gegen den anderen Baum gedrückt, daß ihn» der Brustkasten buchstäblich zerquetscht wurde. Der Tod des Unglückliche», der eine Frau und vier kleine Kinder hinterläßt, trat auf der Stelle ein. Witterungöübcrsicht vom 17. Februar 1896. Wetter-Prognose für Dienstag, den 18. Februar 189«. Zunächst ziemlich trübes, etivas wärmeres Wetter mit ge ringe» Niederschlägen und mäßigen nordwestlichen Winden; nachher aufklärend und etwas kälter. Berliner Wetterbureau. Mtmpk und Frau Hedwig Niemann-Rabe tritt gegenwärtig im Lessing- Thealer als Madame Sans Gene auf, nachdem sie in dieser Rolle schon anderswo im Reiche eine stattliche Reihe Gastspiel-Erfolge errungen hat. Der erste Akl der Sardou'schen Komödie, der bekanntlich am Tage des Tuileriensturmes in Paris spielt, ging am Sonnabend ziemlich klanglos an der in nicht besonders großer Zahl im Theater anwesenden Zuschauerschaft vorüber. War es das matte Spiel der übrigen Mitwirkenden, die nunmehr in zwei Jahren etwa 250 Mal in ihrer Rolle austraten, oder lag es daran, daß doch ein Stück Illusion verloren gehen mußte, wenn diese seit einigen Jahrzehnten gefeierte Künstlerin ein jugendlich- keckes Weib voller französischer Lebendigkeit zu verkörpern hatte? Kurzum, Frau Niemann war als Cathörine in, ersten Akt nur wahrhaft groß, als sie um d,e Rettung des verfolgten Grafen Neipperg zitterte. Da ver- lörperte sie in wenigen Augenblicken das Weib in seiner ganzen Enlpfindungsskala von flammender Erregung bis zum sanften Schmeicheln und Kosen. Die frische französische Keckheit mochte Frau Niemann aber nicht gelingen, was allerdings für diese Künstlerin keine Schande ist. In anheimelnder Drolligkeit gab Frau Niemann die Herzogin von Danzig. Da kam alles von Herzen in köstlicher Natursrische, die wahrlich weder durch rasfinirte Kostümirungsjaxe» noch durch ein gesucht täppisches Spiel künstlich geweckt zu werden brauchte Da war sie groß, mochte sie den Spitzfindigkeiten der Hofdamen oder den kriegerischen Zärtlichkeiten des Kaisers wehren. Da konnte man selbst vergessen, daß man ein Stück wie Madame Sans Gene bereits zum wiederholten Male genießen mußte. Belle-Alliance- Theater. Schiller's„Wilhelm Tel!" hat am Sonntag Nachmittag in einer von Julius Türk geleiteten Volksvorstellung eine, wie zu erwarten war, sehr warme und fast begeisterte Aufnahme gesunde». Ein gut Theil des Beifalls, den das volle Haus nach jedem Akt und nach jeder Verwandlung in reichlichem Maße spendete, war wirklich verdient. Die Vorstellung bot viel mehr, als bei den bescheidenen Mitteln dieser Bühne zu verlangen ist. Eine starke Wirkung ging von der Szene auf dem Rütli und von der Apfel- schuß-Szene aus. Besonders in der letzteren pflanzte sich die Spannung und Erregung während der Vor- bercitungen zu dem Schuß von der Bühne in den Zuschauer- raun, hinein fort. Von den zahlreichen Mitwirkenden truc jeder sein bestes zum Gelingen der Sache bei. Verdienten Beifa! fanden in erster Linie Mischka Präger als Tell, Hedwig Margot als Tell's Frau und Rudolf Hock(den wir her- vorheben möchte») als Geßler. Von den drei Führern des Rütli bundes Walther Fürst(William Karfiol), Werner Stauffacher(Wilhelm Ruff) und Arnold vom Mclchthal (Julius Türk) wurde der erste am wenigsten, der letzte am meisten dem Geiste der Dichtung gerecht. Als Bertha von Bruneck zeichnete sich Maria M o s l e r durch temperament volles Spiel aus. während Fritz Pitschau seinen Ulrich von Rudenz, milde gesagt, noch mehr herabdrückte. als es die Rolle vorschreibt. Sehr hübsch spielte Marth a Böhm? Tell's Knaben Walther. Erwähnt sei noch,' die Ausstattung würdig und verhältnißmäßig nobel ist. Ein Theil der Kostüme kam augenscheinlich frisch von der Nadel des Schneiders. frn Alexanderplatz-Theatcr wird wegen Verhinderung räulein Szilaffy die Operette Pitts auf einige Tage vom Repertoire abgesetzt und dafür Offenbachs Nr. 66 gegeben. Ei» Orgelvortrag bei freiem Einlaß findet wieder am Mittwoch, den 19. Februar, mittags von 12—1 Uhr, in der Marienkirche statt. Von de», Berliner Physiker Karl Caroli, welcher dem nächst seine Experimente mit Röntgen'schen T- Strahlen durch öffentliche Vorträge bekannt geben wird, geht hiesigen Blättern folgende Miltheilung über eine für die leidende Menschheit wohl- thätige, in Laienkreisen noch wenig bekannte Neuerung auf diesem interessanten Gebiete der Naturforschung zu. Vermittelst An wendung der Röntgen'schcu X-Slrahlcn ist es bereits auf höchst einfache Weise gelungen, Untersuchungen innerer Thcile besonders für medizinische Zwecke ohne Anwendung der Photographie vorzunehme». Das zu untersuchende Objekt wird in einem dunkle»-Zimmer so placirt, daß auf der einen Seite, sage» wir links vom Objekt, eine Röntgen- Strahlen aussendende Röhre in Thäligkeit gesetzt wird, während dieselbe mit einem schwarzen Tuch umhüllt ist, und daß rechts vom Objekt ein Papierschirm, welcher stark mit Bariumplatincyanür bestrichen ist, aufgestellt wird. Ter Effekt ist der, daß man durch de» Papierschirm hindurch deutlich dasselbe sehen wird, was man sonst durch die Photographie erreicht hat. Auf diese einfache und schnelle Art haben bereits verschiedene bekannte Berliner Gelehrte den Nachweis von Fremdkörpern in dem menschlichen Organismus genau nachgewiesen. Der Vorzug dieses Experi menls besteht für Aerzte und Experimenlirende darin, daß man das zu untersuchende Objekt während der Beleuchtung durch X-Strahlen»ach alle» Seiten hin und her bewegen kann, wo- durch eine präzisere Bestimmung innerer Theile und ihrer Lage möglich ist. Elektrische Ausstrahlmige» des titimschlichci» Körpers. Vor einem kleinen Kreise geladener Gäste hat im Hotel Continental am Sonnabend der russische Staatsrath Jacob von Narkiewicz- Jodko, Mitglied und Mitarbeiter des kaiserlichen Instituts für experimentalische Medizin in Petersburg hochinteressante Mit- theilungen über seine neuen Entdeckungen auf dem Gebiete der Elektrizität, Physiologie und Eleklrographie gemacht.— Es handelt sich um den Nachweis elektrischer Ausstrahlungen des nienschliche» Körpers und deren photographische Auf- »ahme, die ohne Objeltivglas, auch ohne Dunkelkammer direkt auf lichtempfindliche Platten fixirt wird. Es werden auf diesen Platten bei einer Erplosionszeit von>/z bis 1 Minute deutliche Bilder der ausstrahlenden Körpertheile her vorgerufen. Herr» von Narkiewicz' Hypothese gehl dahin, das unter dem Einfluß der Luftelektrizität der menschliche Körper in elektrische Spannung entgegengesetzter Natur versetzt wird und daß jede Störung des Gleichgewichts zwischen der körper- lichen und atmosphärischen Elektrizität Ausstrahlungen hervor- ruft, die durch ihre Wirkungen auf lichtempfindliche Platten sichtbar nachzuweisen sind. Münzenfund in Lothringe«. Wie die„Lothringer Ztg." meldet, wurden in Niederrentgen(Kreis Diedenhofen) 15 000 bis 16000 römische Münze» aus dem 3. und 4. Jahrhundert i», Gewicht von nahezu einem Zentner gesunden. Die Münzen wurden der Gesellschaft für Lothringische Geschichte überwiese». Ueber Frithjof Nansen's Nordpolfahrt liegen zur Zeit nur einige Urtheile skandinavischer Sachverständigen vor, die an der Richtigkeit der aufgetauchten Meldungen einige Zweifel erheben. Professor A. E. Nordenskjöld meint nicht, daß das Jrkntsk-Telegram», unbedingt als ein bloßes sensationelles Ge- rücht aufzufassen sei. Es sei nicht unmöglich, daß Nansen die Ostküst« von Sibirien erreicht habe; sei dies der Fall, so würde aber dadurch konstatirt, daß Nansen's Berechnungen mit Be ziehung auf die Einwirkung des Polarstromes auf seinen Kurs falsch gewesen seien.— Der Kommandeur Kapitän Palander, bekannt als arktischer Reisender, verhielt sich dem Nansen-Tele- gramm gegenüber etivas skeptischer. Er hält es für unwahrschein- lich, daß Nansen's Schiff gerade die entgegengesetzte Richtung genommen habe von derjenigen, die vorher berechnet war. Palander fügt aber hinzu, daß in jenen Gewässern nichts unmöglich sei.— Auf eine Anfrage des Departements des Innern in Christiania hat der schwedisch-norwegische Gesandte in Peters- bürg, Reuterskjöld, erwidert, daß weder der russische Minister des Innern, noch der sich in Petersburg aufhaltende General- Gouverneur aus Jrkutsk oder die geographische Gesellschaft Mit- theilungen über Nansen erhalten habe. Die russische Regierung habe versprochen, die besten Anstalte» zu treffe», um Auskunft zu erhalten. Der Gencral-Gouverneur habe den Gouverneur in Jakutsk telegraphisch angewiesen, alles mitzutheilen, was bekannt. Antwort hierauf könne erst nach einem Monat in Petersburg ein- treffen. Reuterskjöld schließt: Wenn die Mittheilung wahr sei, so>vird angenommen, daß Nansen einen nordsibirischen Punlt im August oder September berührt hat. Gvttnfzks-Neikung. Das au« 1«. August 189.1 abgehaltene Sommerfest der Arbeiter- Bilduuasschule beschäftigte am Montag zum zweiten Male das Schöffengericht. Der erste Termin hatte damit geendet, daß die Akten der Staatsanwaltschaft übergeben wurden, um weitere Belastungszeugen zu ermitteln. Der Vorsitzende der Schule, Schriftsteller Heinrich Schulz, hatte in dem Saal der Bockbrauerei die Festrede gehalten. In dieser stellte er die Feste der Bourgeoisie denen des Proletariats gegenüber, nannte die kapitalistische Gesellschaft morsch und abgewirlhschastel und das Proletariat deren jugendkräsligen siegreichen Erben. Die Polizei war nun der Ansicht, daß i» dem Saale eine Versammlung abgehalten worden, in der öffentliche Angelegenheiten erörtert werde» sollten.uud Schulz erhielt als Unteluehmeruud Redner einen Straf- i Befehl von 30 M, der zweite Vorsitzende der Schule Otto Holz als Unternehmer und Vorsteher der Versammlung ebenfalls einen solchen über 30 M., die Herren Buchdrucker K ö n i g.s, Tischler Trompler, Arbeiter Fratscher, Dreher Hager als Vorsteher bezw. Ordner der Versammlung jeder einen Straf» befehl von je 15 M. Gegen diese sechs Slrafbefehls hatten die An» geklagten Einspruch erhoben. In der Verhandlung er» gab sich, daß Holz das Arrangement des Festes übernommen, daß Schulz ihm gesagt, er möge die Versammlung anmelden, da er nicht miffe, ob er nicht in seiner Festrede öffentliche An« gelegenheiten berühre, Holz aber die Anmeldung unterlassen hatte, nachdem ihm im Polizeirevier auf seine Fragen, ob eine Festrede angemeldet werden müsse, gesagt worden, das sei nicht nöthig, übrigens sei die Polizei ja sowieso anwesend. Holz sowie die letztgenannten vier Angeklagten bestritten, daß sie überhaupt in der„Versammlung" iin Saale gewesen und keiner der vernoimnenen vier Polizeibeamten, welche das Fest überwacht hatten, vermochten dies zu bekunden. Der Staats- anmalt beantragte nun selbst die Freisprechung dieser vier letzt- genannten Angeklagten, denen gar nichts nachgewiesen sei. Gegen Holz und Schulz beantragte er Bestätigung der Strafbefehle. Bei der sozialdemokratische» Gesinnung der Angeklagten und der Festtheilnehmer sei anzunehmen, daß in der Rede öffentliche Angaben erörtert werden sollten und erörtert worden seien. Der Ver- theidiger Rechtsanwalt H e r z f e l d beantragte die Freisprechung sämmllicher Angeklagten und führte aus, daß gemäß§ 1 des Vereinsgefetzes die Voraussetzung für den Anmeldungszwang sei die Erörterung von öffentlichen Angelegenheiten »ud ferner daß diese Erörterung der v o r a u s b e st i m m t e Zweck der Versammlung gewesen sei. Beides treffe nicht zu. Schulz habe höchstens öffentliche Angelegenheiten erwähnt und ein Urtheil über dieselben fausgesprochen ohne jede Erörterung. Noch weniger sei diese angebliche Erörterung der vorausbestinmite Zweck der Versammlung gewesen, da Schulz noch kurz vor der- selben dem Unternehmer Holz erklärt habe, er wisse nicht einmal, ob er öffentliche Angelegenheiten berühren werde. Erstlich sei Schulz nur als Redner, Holz nur als Unternehmer zu betrachten. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung sämmtlicher Augekkagten bis aus Holz/ der als Unternehmer, und Schulz, der als Redner der Versammlung mit je 15 Mark Geld st-rafe eventuell 3 Tage Haft bestraft wurde. Das Gericht nahm an. daß sowohl öffentliche Angelegenheiten erörtert worden, als daß dies auch der vorausbeftimmte Zweck der Versammlung ge« wese» sei. Auch eine Majestiitsbeleidiguug. In öffentlicher©i�ung verhandelte am Montag die ö.SIraskninmer des Landgerichts! Berlin gegen den Tischler Karl Christian Sundat eine Anklage wegen M a j e st ä t s b e l e i d i g n n g. Der Angeschuldigte zeichnete im Dezember vorigen Jahres als verantwortlicher Redakteur des anarchistischen„Sozialist". In der Nummer vom 21. Dezember vorigen Jahres erschien in dem Blatte folgende Notiz:„Das allgemeine Ehrenzeichen hat der Füsclier B. erhalten, der in- Königsberg als Wachposten einen Mann tödtete und einen zweiten verwundete. Er ist außerdem zum Gefreiten be- fördert worden." Mit gesperrtem Druck war hinzugefügt: „Nun also! Warum sitzt denn nun unser Genosse Witzke?" In diesem Zusatz wurde eine Majestätsbeleidigung gefunden. Im September v. I. war ein Vorgänger des Angeklagten, der Zigarrenmacher Witzke, von der neunten Strafkammer des.Land- gcrichts I wegen Majestätsbeleidigung zu 3 Monaten Gefänguiß verurtheilt worden und zwar ans grund einer Notiz, wonach, ein Gendarm Hoffmann am 25. Gedenktage der Schlacht bei Mars la Tour zwei Tagelöhner schwer verwundet habe» sollte. Diese Mittbeilung war mit dem Zusatz versehen gewesen:„Es soll uns wundern, ob der Geudarm nicht das Allgemeine Ehrenzeichen bekommt." Staatsanwalt Kanzow hielt auch im vorliegenden Falle eine Majestätsbeleidigung für vorliegend. In der Mittheilung der einfachen Thatsache könne etwas Beleidigendes nicht ge- fänden werden, wohl aber in dem Zusatz. Es liege darin die Behauptung, daß der Kaiser diejenigen Soldaten dekorire, welche auf die Bürger mit der Waffe losgingen. Wenn nun ein ....... traurige Lage gekommen sei, so sei der Kaiser ihm nur deshalb Anerkennung seiner Pflicht und Instruktion gemäß und um ihn vor Gewiffensbissen zu bewahren. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesängnißstrafe von 6 Monaten. Der Vertheidiger, Nechtsamvalt Biber, meinte, daß es nicht»öthig sei, den beanstandeten Zusatz so aus- zulegen,«vie es seitens des Staalsanwalls geschehen sei; die An- klage komme ihm als zu künstlich aufgebaut vor und er beantrage oeshalb die Freisprechung. Der Gerichtshof nahm an, daß der Angeklagte durch den Zusatz nur habe ausdrücken wollen, daß die frühere Verurtheilung seines Genossen Witzke zu Unrecht erfolgt sei. Die Absicht einer Majestätsbeleidigung liege nicht vor und sei deshalb ein freisprechendes Erkenntuiß gefällt worden. „Der jüngste Nitualmord", so war ein im antisemitischen „D. Generalanzeiger" vom 6. Oktober v. I. erschienene Artikel betitelt, auf grund dessen der Redakteur Karl Sedlatzeck sich am Montag vor der 8. Strafkammer Landgerichts I Berlin wegen Gotteslästerung und Beschimpfung der jüdischen Religionsge- sellschast und ihrer Einrichtungen und Gebräuche zu verant- worten hatte. Ein aus dem Orte Garano- Kis- Satto in Ungarn gemeldetes Vorkommniß, bei welchem es sich um einen angeblichen Ritualmord handeln sollte, hatte Anlaß zu einem Artikel gegeben. In diesem wird dem Judenthum vorgeworfen. daß es trotz aller schlimmen Erfahrungen der letzten Jahre nicht einmal von den schlimmsten aller semitischen Verbrechen, von dem Ermorden christlicher Kinder zu gottesdienstlichen Zwecken ablasse." Es heißt dann weiter:„Und solcher Unthaten bedarf das Judenthum alljährlich, um sein Osterfest und seine „große Festwoche" mit dem„Versöhnnngstage" in einer dem Judengotte wohlgefälligen Weise feiern zu können". Nach werteren Angriffen gegen die„Hebräer" sagt der blödsinnige Artikel dann weiter:„Und das Blut eines unschuldigen Christenkiudes wird dann getrocknet und zu Pulver zerstoßen, und die Agenten des ritualen Mörder-Geheimbundes bringen dann je eine kleine„Pille" der„vernichteten Feindesseele den einzelnen Judengemeinden, deren Rabbi die Pille theils im Osterwein, theils im Osterkuchen anflöst, um die ganze Gemeinde an dem Feiudesmahl theilnehmen lassen." Der Angeklagte bestritt seine Schuld. Sein Vertheidiger Rechtsanwalt Dofing beantragte, die Herren Dr. Ecker, Professor Dr. Rohling. Wahrmund. Dr. W e i ß b a ch, Pfarrer D e ck e r t und Kaplan Daß- dach darüber z» vernehmen, daß der Ritualmord wirklich existire und daß der Jndengott ein anderer Gott sei, als der, der durch§ 166 geschützt werden soll. Staatsanwalt Kanzow widersprach diesem Antrage, da über den Ritualmord ernsthaft doch wohl nicht zu debattiren sei.— Der Gerichtshof lehnte den Antrag ab, weil es Sache des Gerichts sei, den Gottesbegriff nach§166 festzustellen; gerichtsnotorisch sei, daß über das Vorkommen von Rilualmorven die Gelehrten uneinig seien und dem Angeklagten nachgegeben werden könne, daß er an Ritnal- morde glaubt.— Staatsanwalt Kanzow hielt die Thai» bestandsmerkmale des§ 166 für vollständig erfüllt. Der Jndengott sei derselbe GolteSbegriff, wie der der christ- lichen Kirche im alten Testamente. Der Artikel richts ich nicht gegen die jüdische Rasse, sondern gegen die üdische Religionsgemeinschaft. Wie jeder Mensch in Deutsch- land verlangen könne, daß niemand seine Sachen oder seine Ehre antaste, so könne jeder Mensch und auch der Jude verlangen, daß man seineu Glanben nicht antaste. Mit Rücksicht darauf, daß es sich hier doch um eine recht trübe Quelle handele und in heutiger Zeit dem Rassenhasse und Klassenhasse überall energisch entgegengetreten werden müsse, beantrage er gegen den Angeklagten drei Monate G e s ä n g n i ß.— Der Angeklagte und sein Soldat in die es doch klar, daß zolle, weil er gehandelt habe " Vertheidiger beftritten, baß es sich um einen Angriff auf dies hierfür auf eine Geldstrafe von 100 M. erkannt und außerdem| Station Eving mit einem Uebergabezug zufammengestoßen ist.. jüdische Religionsgemeinschaft handele. Der Angriff richte sich die Veröffentlichung des Urtheils durch eine hiesige Beitung Dabei wurde der Zugführer Wiemann getödtet, der Lokomotivvielmehr gegen die jüdische Rasse und führer Becker schwer verletzt, ein Passagier erlitt einen Beinbruch, gegen den verfügt. Talmudgott, der durch den§ 166 nicht geschützt werde, da Das Kammergericht hat am 17. Februar eine Straffache, ein anderer eine Quetschung der Brust, eine Frau Brandwunden er einen vollständig anderen Gottesbegriff darstelle. Der welche gegen unseren Parteigenossen Brandt in Halle a. S. an den Beinen; mehrere andere Passagiere wurden leicht verletzt. Gerichtshof war der Ansicht, daß der Judengott durch§ 166 gerichtet war, zum zweiten Male in die Berufungsinstanz zurück- Beide Lokomotiven find nur unerheblich beschädigt und nicht ebenso geschützt werden solle, wie der Chriftengott, und daß sich gewiesen. Brandt ist Dissident und hatte als solcher seine Kinder entgleift. Der Packwagen des Zuges Nr. 2 ist vollständig zerder Artikel gegen die jüdische Religionsgemeinschaft richte. Da 32 Mal vom Religionsunterricht in der Schule ferngehalten. trümmert, ein Wagen dritter Klasse ist an den Kopfenden erheblich, gegen hat der Gerichtshof die strafbaren beschimpfenden Wegen dieser Uebertretung" war er zu einer Geldstrafe von und zwei Wagen vierter und einige bedeckte Wagen vom Ueber Aeußerungen", die etwas anderes als bloße Beleidigungen seien, 16 Mt. verurtheilt worden. Das Landgericht zu Halle hatte zuerst gabezuge sind nur wenig beschädigt. Die Betriebsstörung wird vermißt und deshalb auf Freisprechung erkannt. die Verurtheilung Brandt's auf grund einer OberPräsidials voraussichtlich Montag Nachmittag beseitigt sein. Die Friedrich Steinberg'sche Tuchfabrik in Luckenwalde Der Jugenieur Franz Marzahn hat geständlich in ordnung für die Provinz Sachsen ausgesprochen, welche Eltern 2c. 21 Fällen in der hiesigen Universität und in den Räumen der die Pflicht auferlegt, dafür Sorge zu tragen, daß die zum Besuch ist am Freitag Abend ein Raub der Flammen geworden. Ju Moorfleth an der Elbe ist, wie aus Hamburg berichtet föniglichen Klinik den Studirenden die Ueberzieher gestohlen und der öffentlichen Volksschule verpflichteten Kinder die Schulstunden möglichst schnell zu Geld gemacht. Er konnte zu seiner Ent- regelmäßig besuchen. Das Revisionsgericht hatte dann die An- wird, am Sonntag die große Reisdampfmühle abgebrannt. Vom Pariser Karneval. Aus Paris wird vom Sonntag schuldigung nur angeben, daß er mit seiner Familie zerfallen gelegenheit zu anderweiter Entscheidung an das Landgericht es Brandt wohl für strafbar berichtet: Bei prächtigem Wetter und unter großem Andrange und in Noth gerathen sei. Er habe versucht, sich in Kneipen zurückverwiesen, indem als Klavierspieler Geld zu verdienen und als dies mißglückt sei, erklärte, aber nicht für strafbar auf grund jener Ober- des Publikums erfolgte heute der übliche Fastnachtsumzug; von Präsidialordnung, deren Rechtsgiltigkeit verneint wurde. allen Seiten regnete es Konfetti und Papierschnitzel. Als der habe er den ersten Diebstahl in der Universität begangen. Nachdem er die schiefe Ebene einmal beschritten habe, sei kein Als strafbar zu erachten wäre B. vielmehr aus§ 48 Titel 12 Bug mit dem Fastnachtsochsen" sich in Bewegung setzte, scheute Halten mehr gewesen. Die dritte Straffammer des Land: Theil II des Allgemeinen Landrechts eventuell auf grund einer ein Pferd und lief in die Menge hinein; mehrere Personen gerichts I verurtheilte den Angeklagten, der beim Militär den dementsprechenden Ausführungs- Verordnung. Die Straftammer wurden verwundet. erkannte darauf wie vorher, nachdem sie festgestellt hatte, Eisenbahnzusammenstoß. Aus Brüssel wird berichtet: Rang eines Bizefeldwebels der Reserve bekleidet, zu zwei daß solche Ausführungs- Verordnung nicht bestehe; jedoch Bei herrschendem Nebel fand am Sonnabend Morgen auf dem Jahren Gefängniß. legte das Gericht seinem Urtheil nicht die Rechts- Bahnhofe von Fleurus ein Zusammenstoß zweier Züge statt, von Die Geschäftspraxis des Schlächtermeister Adolf auffassung unter, aus welcher die Zurückweisung der Sache er- denen der eine von Nivelles, der andere von Namur kam; Meuer bei der Wurfibereitung beschäftigte gestern das Gericht folgt war. Da das aber nach§ 398 er Strafprozeßordnung 28 Reifende find verletzt. zum vierten Male. Das Echöffengericht hatte den Angeklagten nicht statthast und darum ein Revisionsgrund ist, mußte der auch Mehner des Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz für gegen dieses Urtheil eingelegten Revision des Angeklagten statt überführt erachtet und ihn zu einer Geldstrafe von 300 m. ver- gegeben und nochmals auf Zurückweisung in die Vorinstanz erurtheilt. Es waren mehrere Gesellen des Angeklagten gegen ihn fannt werden. Die Revision wurde vom Straffenat aber auch aufgetreten, welche böse Dinge über die Waare befundeten, nochy deshalb für begründet erachtet, weil das Landgericht in dem welche von dem Angeklagten in der Markthalle am Wedding leßten Urtheil von einer 3urückweisung der Berufung feilgehalten wurde. Der Meister habe sie angehalten, total ver- gegen das Urtheil erster Instanz gesprochen hatte, obwohl dieses dorbenes Pökelfleisch zu Wurst zu verarbeiten und überhaupt Urtheil unter für ungiltig unter Bezugnahme auf die nur minderwerthiges Material eingekauft. Gegen das schöffen- erklärte Ober- Präsidialordnung gefällt worden war. Schließ gerichtliche Urtheil legten sowohl die Staatsanwaltschaft lich sprach der Senat noch aus, daß es ein Rechtsirrthum des beren Vertreter eine Gefängnißftrafe von neun Monaten Berufungsgerichts gewesen sei, wenn es annahm, es wäre an beantragt hatte sowie der Angeklagte Berufung ein. Die feiner früheren Feststellung von 32 für sich zu betrachtenden Straffammer verwarf die beiderseitige Berufung. Nun nahm Handlungen gebunden gewesen. Es hätte, wie vom Angeklagten der Vertheidiger, Rechtsanwalt Lewinski, das Kammergericht in gewünscht, ohne Rücksicht auf die bezügliche frühere Feststellung Auspruch und erzielte auch, daß die Sache zur nochmaligen Ber- nachprüfen müssen, ob nicht in den Bergehungen des Angeklagten handlung in die Borinstanz zurückgewiesen wurde. Im gestrigen eine einheitliche Handlung zu sehen wäre. Zermine blieb der Angeklagte dabei, daß er nur aus Rache von den Gesellen fälschlich bezichtigt werde, weil er dieselben wegen Unredlichkeiten entlassen habe. Die Zeugen hielten dagegen ihre früheren Aussagen aufrecht. Der Gerichtshof hielt durch die er- Die Direktion der Dortmund- Escheder Eisenbahn neute Beweisaufnahme nur einen Fall für erwiesen und zwar, macht bekannt, daß Montag Vormittag 9 Uhr 22 Minuten bei breit und 10 Kilometer lang. daß verdorbenes Pötelfleisch verarbeitet worden sei. Es wurde dichtem Nebel der gemischte Zug Nr. 2 bei der Einfahrt in die Für den Inhalt der Inserate übergegenüber keinerlei Verantwortung Adolph Ernst- Theater. Bum 354. Male: nimmt die Nedaktion dem Publikum Charley's Tante. Theater. Dienstag, den 18. Februar: Opernhaus. Der Barbier von Sevilla. Phantasten im Bremer Rath feller. Schauspielhaus. König Richard der Zweite. Deutsches Theater. Der zerbrochene Krug. Liebelei. Vermischtes. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Schwank in 3 Akten von Brandon Am Landes- Ausstellungspark Thomas. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gescht von Adolph Ernst. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Tanz Benno Jacobson. Musik von in 1 Akt von Ed. Jacobson und F. Roth. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. effing- Theater. Madame Sans Gêne. Alexanderplatz- Theater. Berliner Theater. König Heinrich. Anfang 8 Uhr: Zum 121. Male: Nenes Theater. Der Herr Direktor. zwei Feuern. Borher: Ein Zündhölzchen zwischen Die kleinen Lämmer. Vaudeville in 2 Akten von 2. Varney. Wegen kontraktlicher Verpflichtungen nur noch: 10 Aufführungen. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. Ohne Geläut. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplat- Theater. No. 66. Hierauf: Die kleinen Lämmer. National Theater. Conradin, der legte Hohenstaufe. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Borher: No. 66. Operette von Offenbach. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksverstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Herrn Hans Preger vom Stadttheater zu Mainz. Apollo- Theater. Spezialitäten- Bor- Conradin, der lette Hohenstaufe. stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Montag, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Ohne Geläut. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ein toller Einfall. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas als Gast. Zum 166. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Eine tolle Nacht. Kaiser- Panorama ( Passage). Diese Woche: Neu! 3. Seife. Istrien. Abbazia, Cherso etc. II. Eine Wande rung durch das interessante Venedig. à Reise nur 20 Pf. Kinder 10 Pf. Nächste Woche: Corfu! Abonnement 1. Castan's Panopticum. Die 3w neuesten 3 Weltwunder. Rommen! Tragödie in 5 Aften von Morig Gutmann. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Der Trompeter von Säkkingen. Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonaden. Bomben- Erfolg! Hammerstein's Ankunft!!! Sensationeller Vortrag des wirklichen Humoristen Gentes. Theowin's Pracht- Modelle. Der Riesenbrustkastenmensch Das lustige Näheres die Anschlagzettel. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Neu: Baronin Verona v. Bergen. Neu: Schönheits- Quart. Suleima Dazu das koloffale für Berlin durchw. neue Februar- Programm! Kolter Talaschuss- Familie. Gebr. Francs. Marvelli, Afrobatentruppe Robin u. Berat. Lotti Romanowitsch. Harlow Trio. Litle Paole. 4 Geschw. Schenk. Die tolle Jugend. Urtomische Pantomime von der Gesellschaft Theo. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Böhmisches Brauhaus Landsberger Alce. Sente, Dienstag, den 18. Februar: Fastnachts- lt- Soiree der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang präz. 8 Uhr. Entree 60 Pf. Vorverkauf 50 Pj. Nach der Soiree: Fastnachts- Ball! Tanz frei! Whittwoch: Moabiter Stadt- Theater. Neuer Circus. ( Bahnhof Von einem furchtbaren Brandunglück, das sich in der Nacht zum Sonntag ereignete, wird aus London berichtet: Bei einem um 2 Uhr morgens in einem bewohnten Hause im Soho- Viertel stattgehabten Brande tamen 11 Personen ums Leben, von denen sechs durch Verbrennen oder Ersticken, die anderen durch einen Sprung aus dem Fenster auf die Spitzen eines Gitters ihren Tod fanden. Gewichtige Poesie. Mit dieser Ueberschrift finden wir in den Zeitungen folgende Notiz: Zehn Zentner Gedichte gingen in Windforcastle anläßlich des Todes des Prinzen von Battenberg ein. 747 Gedichte lagen in Prachtenveloppe. Noch weit mehr Gedichte und zwar die unglaubliche Menge von 47 3entnern gingen bei der Geburt des letzten Urenkels der Königin, des kleinen Prinzen von York, ein. Gelesen wurde natürlich feines. Wie viel Zentner Loyalität mag es erst in Deutschland bei solchen Gelegenheiten geben! Ein Glück, daß es Käskrämer giebt. Briefkasten der Expedition. Pappel- Allee. Der Löwentiner See ist etwa 5 Kilometer E. T., München. Ist uns nicht bekannt. Achtung! Mechaniker Achtung! und verwandte Berufsgenossen. Mittwoch, 19. Februar, abends 8½ Uhr: Große öffentliche Bersammlung in Cohn's Festsälen, Beuthstraße 22. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Litfin über: Der Werth der Verkürzung der Arbeitszeit." 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes. 4. Neuwahl des Vertrauensmannes. 5. Verschiedenes. Die Werkstattvertrauensleute werden ersucht, pünktlich zu erscheinen, da die statistischen Fragebogen ausgegeben werden und Abrechnung stattfindet. Der Vertrauensmann. Paster's Gesellschafts- Säle, Neue Königstraße Nr. 7. Heute: Großes Fallnachts- Kränzchen. Anfang 812 Uhr. Bum besten der Kreikenden Schneider und Schneiderinnen. Ansprache eines in der Schneiderbewegung stehenden Genossen. Entree 25 Pf., ohne der Wohlthätigkeit Schranken zu setzen. 27396 Parodie- Theater. Typographia. Oranienstr. 52 am Morigplay. Dienstag, den 18. Februar 1896: Die Mitglieder werden hierdurch zu 1. König Heinrich. Wildromant. reger Agitation für die Matinee am Schauspiel von Ernst v. Sanftenbruch. nächsten Sonntag aufgefordert. Platate 2. Gräfin Ilse, Was willse oder sowie Billets gelangen von heute Abend der Trompeter von Bilse. Nach Dr. ab im Setzersaale des„ Vorwärts" zur Fritz Friedmann's Kriminal- Roman. 3. Zscheus, das Waldmädchen. Anfang 7/2 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Mlle. Eugenie FOUGÈRE. Die tolle Nacht. Komische Pantomime von der Ausgabe. 66/19 Das Komitee. Arbeitsmarkt. Achtung Metallarbeiter! Der Streik bei der Patent- Hufeifen Stollenfabrik von Leonhardt& Cie., Saarbrückerstr. 30, danert unverändert fort. Zuzug ist fernzuhalten. 1223 Gesellen a. Auszieh- Tische verl.[ 2714b E.Wagenknecht, Rummelsbg., Kantst.11. Tücht. Mechaniker od. Schlosser auf kleine Schnitte und Kontroll. zangen verlangt R. Auerbach, Grunauerstraße 17. 2718b Joseph Phoites- Troupe. Maschinen- Näherin( W.-W.) verl. Ferner 30 Kunstkräfte I. Ranges. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Circus Busch( Base) Passage- Panopticum. Dienstag, den 18. Februar: Abends 71/2 Uhr: Gr. ausserordentl. Vorstellung. Carneval- Programm. 3fchens, das Waldmädchen. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Täglich: Grosse Vorstellung. Vollständig neues Programm. Signorina Cati. Alfredo Rese. Lotte Siger. Käthchen Möller. Entree 30 Pf. Ref.50 Pf. Anf. 8 Uhr. R.Winkler. R Außerdem: Equestr. Arrangement v. 100 Hengsten, dress. u. vorgeführt vom Dir. Busch. Elite Dressurnummer d. Circus Busch. 6 neu dressirte Fuchshengste, als Feuerpferde, vorgeführt vom Dir. Busch. Alligator, oftpr. Hengst, dress. u. ger. Nur noch kurze Zeit! Affentheater und Circus. Ohne Extra- Entree. Soldaten und Kinder 25 Pf. Reell und billig v. Hrn. Foottit- Burghardt. Doppel- Vorft. 51/2 und 8, Sonntags 4, 6, 8 Uhr. Jockey, ausgef. von Mr. Cooke und Herrn Althoff. Das Bernhard- Trio, Afrobaten a. d. Piedestal. 100 Clowns, männliche u weibliche. Auftreten der beliebtesten Clowns. Mittwoch: Gr. Vorstellung. Vergolder Flensburgerstr. 9, Hof I. IV I.[ 27376 27316 auf Farbigmachen, sowie 1 Bersilberer und 1 Grundirer werden nach Rußland verlangt. Reisegeld vergütet. Offerten. sub B. 177 Annoncen- Exp. Köpnickers brücke", Köpnickerstr. 141, 1 Tr. Tüchtige Drahtweber, ele auf mechanischen Drahtwebstühlen selbständig arbeiten Iönnen, finden ben dauernde Stellung. Fr. Grimm it. Co., Hannover, Grupenstraße. Tischler auf Buffets verl. Kerschat, Fruchtstr. 72. Forderungen bewilligt. = Oberhemden Handnäherin ut.-Vors richterin verl. Minck 3, Forsterstr. 21. Unserer hentigen Gesammtfauft man in der Norddeutschen Schuh auflage liegt ein Prospekt der fabrit von W. Hitschke, gegründet 1872, Skalitzerstr. 13, Ecke Admiralstraße, Generalvertriebsanstalt A. Ludwig, am Rottbuser Thor. 42702*| Grimmftr. 37 bei. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 41. Die Lohnbewegung in der Konfektionsinduffrie zu Berlin. Dienstag, den 18. Februar 1896. " # 13. Jahrg. die Arbeiter und Arbeiterinnen aus war, geäußert habe, daß die Regierung jetzt nicht mehr an die Durch| besonnenen Handlungen und Ausschreitungen hinreißen zu lassen. führung der Februarerlasse denke und schließt mit der Aufforderung Nach einem Hoch auf die allgemeine Arbeiterbewegung ging die an die Versammelten, den Sympathien der bürgerlichen Kreise nicht imposante Versammlung in musterhafter Ruhe auseinander. zu trauen, vielmehr sich einig und fest zusammen zuschließen, um durch gewerkschaftliche und politische Organisation das zu er Im Rösliner Hof war der Saal schon um 9 Uhr zur rreichen, was ihnen das Mitleid der herrschenden Klassen nicht Hälfte gefüllt, so daß, um für die immer neu Hinzuströmenden Bu einer großartigen Kundgebung zu gunsten des Ron gewähren fönne. Der oft von Beifall unterbrochenen 5/4 ftün- Blazz zu gewinnen, Tische und Stühle aus dem Saal entfernt fektionsarbeiter- Streits gestalteten sich die fünf Versammlungen, digen Rede Fischer's wurde auch am Schluß stürmischer Beifall werden mußten. Als die Versammlung eröffnet wurde, waren die die Lohnkommission der Schneider zc. am Sonntag einberufen gezollt, worauf mehrere Redner und Rednerinnen aus den Reihen gegen 2000 Personen anwesend, welche mit steigendem Interesse hatte. Obwohl die größten Säle Berlins zur Verfügung standen, der Streikenden ihre Mitkämpfer zu treuem Ausharren auf dem Vortrage des Reichst.- Abg. Wurm folgten. Die Darlegungen Ein Konfektionär, Herr Hammer meldete des Referenten rissen die Menge wiederholt zu lauten Beifalls bezeu war doch der Andrang zu allen Versammlungen so start, daß forderten. die Lotale zum theil lange vor Beginn der Versammlung fich als Gegner der Ausführungen Fischer's und bezeichnete gungen hin, fo, als derselbe in humorvoller Weise die sozialpolitische polizeilich abgesperrt wurden. Ueber den Verlauf der die Schilderungen des Arbeiterelends als vielfach übertrieben, giebt Weisheit des Herrn Pastor Schall illustrirte, die rührende" einzelnen Bersammlungen erhalten unsere Leser ein Bild durch jedoch zu, daß viele im Glend leben.( Rufe: Alle.) Er ver- Sympathie der nationalliberalen Partei beleuchtete und das nachstehende Berichte. theidigt die Zwischenmeister, die nöthig seien, um die Industrie Mitleid der besitzenden Klaffen mit dem Elend der Armen als Im Feen- Palast war wohl noch nie eine so große auf ihrer Höhe zu erhalten, und meint, wenn die Forderung die blaffe Furcht vor eigener Schädigung fennzeichnete, Redner Menschenmenge anwesend als am Sonntag. Der Riefensaal war der Betriebswerkstätten aufrecht erhalten würde, müsse die Be- führte den Versammelten den Ausspruch der nationalliberalen in allen Theilen bicht gefüllt. Nicht nur im Parterre waren selbst wegung scheitern. Zu einer prozentualen Lohnerhöhung seien Deutschen Arbeiter Beitung" vor Augen, welcher dahin geht, die äußersten Winkel besetzt, sondern auch beide Gallerien standen die Konfektionäre bereit. Ferner bedauert der Herr, daß die Sozial- daß garnicht daran zu denken sei, daß der Streit gewonnen könne, denn gedrängt voller Menschen, so daß nach unparteiischer Schäßung demokratie den Streik protegire. Fischer widerlegte in treffender werden weit über 4000 Personen, Frauen und Männer, anwesend waren. Weise die Ausführungen dieses Redners und betonte, daß die seien ja nicht organisirt; er ermahnte diese, Gegen 10 Uhr erfolgte die polizeiliche Absperrung. Das Sozialdemokratie als Partei mit diesem Streit nicht mehr zu diesem Ausspruche die sich von selbst ergebende Lehre zu Referat hatte der Reichstags- Abgeordnete Fischer, der, an- thun habe, als die anderen Parteien, nur nähme sich jene mit ziehen. Die Arbeiterinnen hätten sich zu organisiren, sich um knüpfend an das Wort Disraeli's: Es giebt nur zwei Nationen, Gruft der Arbeiterforderungen an, was man von diesen nicht das öffentliche und politische Leben zu kümmern. Nicht nur jett die der Armen und die der Reichen, ausführte, daß die Gegen sagen könne. Einer Heße zum Streit durch die Sozialdemokratie sondern auch in Zukunft hätten sie ihre Rechte zu vertreten und fäge zwischen diesen beiden Klassen sich schon von jeher bemerkbar bedürfe es gar nicht, wo die Verhältnisse so erbärmlich seien, dazu bedürften sie der Organisation. Vereinzelt seien sie nichts, gemacht haben, daß sie aber nur bei außergewöhnlichen Gelegenheiten wie in der Konfektionsindustrie. Auch die sonstigen Einwände vereinigt alles. Die vortrefflichen Darlegungen des Referenten zum Bewußtsein der herrschenden Klaffen gekommen seien. Wie des Vorredners wurden vom Genossen Fischer gründlich ab machten einen tiefen Eindruck auf die Versammelten, besonders bei Gelegenheit des großen Dockarbeiterstreits in London die gefertigt, worauf Tim m zur Kennzeichnung des Herrn Hammer, auf die Arbeiterinnen. Eine Diskussion folgte dem Referate bürgerliche Gesellschaft in Staunen gerieth ob des großen Elends, der schon seit sechs Jahren die Interessen der Konfektionäre nicht, da Gegner sich nicht zum Worte meldeten. So wurde die das sich dort zeigte, so sei auch das Staunen eben dieser Ge- gegenüber den Arbeitern vertrete, einiges beitrug und darauf imposante Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf das sellschaft erregt worden, als die elende Lage und die erbärm mit einem Hoch auf die folidarische Arbeiterschaft, das in der Gelingen des Streits und die Arbeiterbewegung geschlossen. In lichen Löhne in der Konfektions- Industrie bekannt wurden. großen Menge brausenden Widerhall fand, die Versammlung aller Ruhe verlief sich der gewaltige Menschenstrom, die wenigen Vielen sei ja allerdings das hier herrschende Elend fremd gezur Stelle tommandirten Schuyleute verhielten sich zurückhaltend. schloß. wesen, was wohl begreiflich sei, da sich in unserer Ge- Die Keller'schen Festsäle in der Koppenstraße Im Englischen Garten in der Alexanderstraße hatte sellschaft zwei Welten: die der Besitzenden, Genießenden, waren bereits lange vor Eröffnung der Versammlung polizeilich Frau Greifenberg das Referat übernommen. Sie ent wenig oder gar nicht Arbeitenden und die der Arbeitenden, abgesperrt und wiederum mußten hunderte der Einlaßsuchenden ledigte sich ihrer Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit der Ver Bejiylosen, Darbenden vollkommen fremd gegenüber ständen. Nur den Rückzug antreten. Genosse Schoenlant, der daselbst sammlung, welche ihren Ausführungen mit gespannter Aufder Umstand, daß dieser Streit sich in der Millionenstadt Berlin referirte, beleuchtete eingehend die allgemeine Sympathie, die den merksamkeit folgte und mit ungetheiltem Beifall ent und in ganz Deutschland gleichzeitig abspielt, sei die Ursache, Konfektionsarbeitern und Arbeiterinnen in ihrem Vorgehen selbst gegennahm. In der Diskussion erklärte Zwischenmeister daß die große Deffentlichkeit sich mit demselben beschäftige. Daß aus den höchsten Schichten entgegengebracht werde. Das Empfinden Grün, daß die Schneidermeister mitzustreifen beschlossen hätten bisher so viele achtlos an diesem Elend vorübergingen, das dieses Mitleids sei das Produkt der Agitation der Klassen und zwar deshalb, um die schmutzigen Elemente aus den eigenen sei ein Berdammungsurtheil für die bürgerliche Gesellschaft. bewußten Arbeiterschaft, die durch ihr ermahnendes und warnendes Reihen hinauszubugfiren. Weiter theilte er mit, daß am Mon3weifellos gäbe es tausende von Angehörigen dieser Gesellschaft, Auftreten endlich die Wermsten der Armen aus ihren Kellern tage eine Kommission der Kaufmannschaft mit der Kommission die angesichts der aufgedeckten Mißstände den guten Willen hätten, und Mansarden der tonangebenden Gesellschaft als das Zeichen der Zwischenmeister in Unterhandlungen treten werde. Sodann dem Elend zu steuern. Solche augenblicklichen Regungen tönnten des trasfesten Elends vor die Augen führte. Der Interpellation forderte er zum einigen Festhalten im gegenwärtigen Kampfe wohl eine momentane Linderung des Elends herbeiführen. Eine der Nationalliberalen im Heichstage, der Vertreter der Partei auf. Herr Kohn, Zwischenmeister in der Herren- Konfektion, dauernde Beseitigung desselben sei jedoch nur möglich, wenn die für Wahlmache und Ausnahmegefeße, zusammengefeßt aus Groß- flagte bitter über unwürdige Behandlung, die den kleinen Arbeiter fest entschlossen seien, selber die Besserung ihrer Klaffen- fabrikanten und Grubenbaronen, schenkte Referent bedeutsame Zwischenmeistern in den Geschäften zu theil wird. Redner hielt lage in die Hand zu nehmen. Bei Gelegenheit der Reichstags- Aufmerksamkeit; fast scheine es, als versuchen diese Herren, die von den Konfektionsarbeitern und Arbeiterinnen aufgestellten verhandlungen über die Interpellation betr. der Konfektionsarbeiter indem sie den Mantel der Arbeiterliebe um ihre Schultern hängen Forderungen für vollkommen berechtigt und forderte ebenfalls wären diesen von den verschiedensten Seiten Sympathien bezeugt und auf die Mißstände der Konfektionsbranche hinweisen, die zum muthigen Ausharren auf. Dem gleichen Wunsche schloß sich worden, doch dürfe man nicht vergessen, daß der Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit von ihren eigenen Betrieben ein anderer Redner an, worauf die Versammlung, die vom besten Weg von einer Refolution zum Gesez und von und deren Mißständen abzulenken. Unverblümt, ganz als wie Geist beseelt war, geschlossen wurde. diefem zur stritten Durchführung desselben aus sozialdemokratischem Munde habe man den Volksvertretern ein fehr weiter sei. Wenn man auf jener Seite willens nun endlich von dieser Seite das Elend der unzähligen am Das Lokal Sanssouci, Rottbuferstraße, war gegen ist, zur Beseitigung des Elends etwas zu thun, so würden wir Hungertuche nagenden Geschöpfe vorgeführt, wie es die vor 10 Uhr vollkommen gefüllt. Besonders zahlreich war das weibes nicht hindern; aber in anbetracht des bisherigen Verhaltens neun Jahren unter dem Ausnahmegesetz aufgenommene Enquete liche Element vertreten und ließ sich die Zahl der Besucher auf der Regierung und der bürgerlichen Parteien gegen gezeitigt habe. Die Ausführungen des Ministers von Bötticher, 1500 Personen schätzen. Der Referent, Reichstags- Abgeordneter über den Arbeiterforderungen könnten wir wohl mit recht der seinerzeit die Enquete veranlaßt und heute den Un- Robert Schmidt, schilderte in treffender Weise, wie es immer an dem guten Willen derer zweifeln, die den Arbeitern jest wissenden betreffs der Zustände in der Konfektionsbranche der sehr energischen Anregung aus den Kreisen der Arbeiter ihr Mitleid befunden. Nicht um das Elend der Konfettions spielte, veranlaßten den Referenten, diese Verhältnisse bedarf, ehe die Regierung und die herrschenden Klaffen arbeiterinnen, das ja die Betheiligten am eigenen Leibe erfahren näher zu beleuchten. Referent verweist nun noch auf die Initiative ergreifen, um eine Linderung auch nur der hätten, zu schildern, sondern um nachzuweisen, daß gerade die den Aufruf der Schriftsteller aller bürgerlichen Parteien unerträglichsten Zustände herbeizuführen. Die Erfahrung jenigen, die jetzt die Fahne des Arbeiterwohls schwingen, bisher und zieht daraus den Schluß, daß die Sympathie des human zeige sich auch diesmal, denn die Lage der Konfektionsnichts gethan haben, um dem offenkundigen Elend abzu denkenden Bürgerthums fich in diesem Kampf auf feiten der arbeiterinnen fonnte nach konnte nach der Enquete vom Jahre 1887 helfen, führt der Redner eine Reihe von Aus Unterdrückten befinde. Aber dessen mögen sich alle Betheiligten nicht unbekannt sein. So aber wie es damals die Reichslaffungen der Fabrikinspektoren der verschiedenen Industriebezirke bewußt sein: feine Gnade wollen die aufgerüttelten, im Kampfe regierung bei der guten Absicht bewenden ließ, sei zu befürchten, al, worin die überaus traurige Lage der Konfektions- befindlichen Ausbeutungsobjekte, sondern das Recht, das ihnen daß wenn es wirklich von dem geäußerten Wohlwollen zur That arbeiterinnen amtlich anerkannt und bestätigt wird, daß diese als Mensch zusteht. Darum kann und darf es kein Stillſtehen geht, wenig erfprießliches für die Arbeiterinnen erlangt wird; wegen des niedrigen Lohnes vielfach gezwungen find, in der mehr geben, auch der Kampf wird dazu führen, die nach denn gerade in letzter Zeit habe sich in den Kreisen der Regierung Prostitution einen Rebenerwerb zu suchen. Für diese durch die Freiheit strebenden Chancen bedeutend zu vergrößern. eine sehr reaktionäre Strömung auf sozialpolitischem Gebiete tapitalistische Ausbeutung verursachten sittlichen Schäden habe Die Beichte der Geldprozen im Reichstage ist bezeichnend für geltend gemacht. Nachdem Redner in Kürze die Zustände in der die bürgerliche Gesellschaft nur heuchlerische Entrüstung und rufe, die Schuld der besigenden Klasse, die sie auf ihr Gewissen ge- Konfektion geschildert und die gute Stimmung unter den Streifenwie beim Fall Heinze nach Lattenarreft und Prügelftrafe, anftati laden, und nicht eher wird diese gefühnt sein, als der Völker den lobend anerkannt hatte, giebt er der Hoffnung Raum, daß durch soziale Reformen die Ursachen dieses Uebels zu be- frieden in seine Rechte getreten, dem das zielbewußte Proletariat, ein festes Zusammenhalten und die Einmüthigkeit im Handeln seitigen. Der Redner tennzeichnet ferner den Wider- voran das Banner des Sozialismus, im Sturm zueilt. Der der guten Sache der Arbeiterinnen zum Sieg verhelfen möge. stand der konservativen sowie der Zentrumspartei gegen Beifall, der den Ausführungen folgte, war ein äußerst lebhafter In der Diskussion nahmen mehrere Redner Gelegenheit, einige über einer Erweiterung der Arbeiterschuh- Geseze und deren An- und zeugte von der gehobenen Stimmung der Anwesenden. Von recht traffe Zustände ihres Berufes zu kritisiren. Nach einem wendung auf die Hausindustrie, erinnert daran, daß Minister einer Diskussion wurde laut Antrag Abstand genommen, und er. lebhaften Appell, im Kampf auszuharren, schloß der Vorsitzende v. Berlepsch, der zur Durchführung der Sozialreform berufen suchte der Vorsitzende Pfeiffer zum Schluß, sich nicht zu un, die vom regen Eifer ihrer Theilnehmer zeugende Versammlung. fünftelt und mit raffinirtem Sinn für den Effekt gemacht u. f. w. Jdeen- und Gefühlswelt seiner Zeit den kräftigsten, unverfälschtesten Bur vierzigen Wiederkehr von und zum Schluß heißt es dann: Ausdruck gegeben, in deffen Dichtung sich der Charakter seiner Goethe's Lyrit hat eminent befruchtend auf die ganze Zeit am Klarsten wiederspiegelt, als der größte anzusehen ist. Heine's Todestag. spätere 2yrit eingewirkt, überall sehen wir, daß die Beruht doch z. B. die Bedeutung der Leiden des jungen Vierzig Jahre sind nun bereits verstrichen, seit der schwarze späteren Lyriker wieder auf ihn zurückgehen, wieder gleich ihm Werther" und der Schiller'schen Jugenddramen zu nicht geringem Thanatos" den tranten Dichter aus seiner Wiatraßengruft mit aus dem Quell echter Volkspoesie schöpfen, während Heine zwar Grade auf eben diesem Umstand. Wenn man das aber zugesteht, leidsvoll hinwegholte, und noch immer tobt der Kampf um den eine Anzahl unbedeutender Nachahmer gehabt hat, im übrigen wie kann man dann verlangen, daß Heine's Lyrik den nämlichen großen Lyriker und Satiriker. Wir meinen nicht die tindischen aber fein wirklicher Inrischer Dichter in seinem Stile gedichtet Charakter tragen soll, wie die Goethe's! Freilich übersehen wir Schmähungen und Verkleinerungen, die der große Todte noch hat. Wenn die guten Leutchen doch einsehen möchten, daß so dabei nicht, daß es außer den Zeitumständen auch noch sehr viel tagtäglich in der Tagespresse der Ordnungsparteien" zu erleiden ziemlich alles das, was sie Heine als Schwächen und Mängel auf die persönlichen Umstände ankommt, damit der hat was die Stöcker und Konsorten in den Spalten ihrer aurechnen, gerade dessen Vorzüge ausmacht und Heine's dichterische Dichter zum Verkündiger der Schmerzen und Leiden, des Blätter über Heine verbrechen, kommt für die literarische Werth- Originalität und Genialität beweift! Man ist heutzutage in der Dranges und der Hoffnungen seiner Zeit wird. Der junge schäzung des Dichters ja nicht in Frage, sondern die lebhaften literarischen Diskussion so ziemlich darüber einig, daß Ursprünglichkeit Goethe freilich war ganz ein Kind seiner Zeit, das beweist literarischen Plaidoyers, die noch immer pro und contra Heine und Eigenart zu den wesentlichsten Merkmalen eines dichterischen sein Werther", und Heine vielleicht in noch höherem Grade. und seinen Dichterruhm gehalten werden. Während die Zahl Genies gehören. Daß der Charakter der Heine'schen Lyrik von dem der Die Zeit, in der der junge Goethe lebte und seine schönsten der Verehrer Heine's ständig gewachsen ist, hat auch die Zahl Goethe'fchen so erheblich abweicht, beweist also doch gerade die lyrischen Gedichte schuf, war keine Zeit politischer und sozialer seiner Widersacher feineswegs abgenommen. Und zwar haben Stärke der Begabung Heine's. Und daß kein anderer Lyriker im Kämpfe, auch keine Zeit durch die politischen und sozialen Ver diese Widersacher nicht nur an dem Menschen Heine, an seinem Stil Heine's dichtete und zu dichten vermochte, ist ebenfalls nur hältnisse bedingter schwerer seelischer Konflikte. Kein Wunder Charafter, seinen religiösen, sozialen und politischen Ansichten ein Beweis für die Eigenartigkeit und Unnachahmlichkeit des deshalb, daß bei der genußfreudigen Frohnatur Goethe's dessen allerlei auszusehen, sondern sie versuchen, Heine allen Ernstes Dichters. Freilich wird wieder von anderer, obschon auch Gedichte jenen Geist harmlos- frohen Genießens athmen, den seinen Dichterlorbeer streitig zu machen, indem sie ihm höchstens gegnerischer Seite behauptet, die Art keines Dichters laffe fich so manche Heinekritiker bei diesem Dichter vermissen. Die Zeit, in ein gewisses Formtalent zuerkennen, im übrigen aber feine leicht topiren, als die Heine's. Das ist aber einfach nicht wahr! Zwar der Heine lebte, war aber eine ganz andere. Das Bürgerthum Manierirtheit" unerträglich finden. Der besondere Tric dieser fann man in den belebtesten Versmaßen des Dichters reimen, man war infolge der damals zwar noch langsamen Entwickelung der Leute besteht vornehmlich darin, daß sie den naiven, fann dies oder jenes Mittelchen, das man Heine abgeguckt, anwenden, tapitalistischen Produktion bereits in eine Opposition zu schlichten, im Volksliedton dichtenden Goethe dem fenti allein dem Original wird man ebenso wenig nahe tommen, wie eine Feudalismus und Absolutismus gerathen, die Ideen der mentalen, gezierten, nach dem Effekt haschenden, manierirten schlechte Kopie, die schließlich jeder Farbenklerer herstellen kann, französischen Revolution hatten, nachdem der Begeisterung Seine gegenüberstellen. Da nun schon genug über Heine als einem wirklichen Kunstwerk gleichzukommen vermag. Es fehlt der Freiheitskriege ein arger Katzenjammer gefolgt war, Seher des Sozialismus und auch genug zu deffen moralischer eben der Geist des Originals, jene einzige Treffsicherheit im wenigstens in einem Theil der Jugend, namentlich Ehrenrettung geschrieben worden ist, kann es vielleicht nicht Ausdruck, jene feine Abtönung im Kolorit und Rhythmus, jene der studentischen Jugend Wurzel geschlagen bie schaden, einmal ein wenig näher das Anrecht Heine's auf einen unnachahmliche Grazie, die der Heine'schen Lyrit ihren un- Junirevolution und Hegel's Philofophie thaten das übrige, um Ehrenplatz in unserer Literatur, und zwar mit besonderem Hin- vergleichlichen Reiz verleiht. Unwahr ist übrigens auch, daß die den Zündstoff in Brand zu sehen. Freilich, zur selben Zeit, als blick auf die gegnerischen Angriffe, zu untersuchen. übrigen bedeutenden Lyriker der Goethe'schen Art näher ständen, Heine in seinen Gedichten der Zerrissenheit und dem konvulHeine's Hauptbedeutung liegt auf dem Gebiete der Lyrik und als Heine. Wer denn? Vielleicht Zenau? Vielleicht Eichen- fivischen Drängen seiner Zeit so genialen Ausdruck gab Satire, erst in zweiter Linie fommt der glänzende, blendende dorff? Vielleicht Freiligrath? Bildet nicht jeder dieser Dichter gnügten sich die Singerlein der schwäbischen Dichterschule Künstler des Prosaftils in betracht. Den Lyriker Heine sucht man nun für sich eine scharf ausgeprägte Individualität, deren damit, von Gelbveiglein und anderen harmlosen Dingen zu dadurch herabzusetzen, daß man ihm den Lyriker Goethe gegenüber- Büge entfernt an Goethe erinnern? Es ist ganz singen. Heine war allerdings kein Sohn des gemüthlichen stellt. Nun sind wir zwar der Ansicht, daß Heine einen solchen Ver- selbstverständlich und diefer Dichter, Schwabens, sondern ein Sohn des Rheinlandes, das an den dem so ist; allein dem thörichten Gerede gleich ganz und gar nicht zu scheuen hat, müssen aber lebhaft daß der Stürmen der großen Revolution und der Napoleonischen Zeit dagegen Einspruch erheben, daß der Vergleich in der Weise vor literarischen Heinevernichter gegenüber muß man selbst an die theilgenommen hatte und obendrein ein Jude! Ja, genommen wird, wie das den Neidern von Heine's Dichterruhm offenkundigsten Thatsachen erinnern. der Umstand, daß Heine ein Jude war, ist nicht leicht hoch genug beliebt. Da heißt es, wie ja schon angedeutet, zum Beispiel: Daß die poetische Physiognomie eines Dichters durch das anzuschlagen, wenn es sich darum handelt, den Charakter feiner Goethe ist der naive Dichter, Heine ist reichlich sentimental Milieu, d. h. also in erster Linie durch die Zeit, in der er lebt, Poesie nach Inhalt und Form daraus berzuleiten. Wie in ( wenigstens in seinen Jugendgedichten), Goethe ist selbst in seiner ihr Gepräge aufgedrückt erhält, ist nicht minder ein in der Börne und später in Bassalle das erste, primitivste revolutionäre Sinnlichkeit noch feusch, Heine's Sinnlichkeit ist ungesund und literarischen Diskussion ziemlich allgemein anerkannter Satz. Ja, Empfinden durch die Bedrückungen hervorgerufen wurde, denen frivol, Goethe's Lyrik ist von schlichter Anmuth, die Heine's ge- der Say wird sogar dahin erweitert, daß der Dichter, der der damals die Juden noch ausgefekt waren, so auch bei Heine. nur das Verdienst rinnen zu überweisen. wie wurde der Da ein Ablershof. Hier tagte am Sonntag eine gut befuchte Ver- Sigung ab, um zu dem gegenwärtigen Streit Stellung diesen Arbeitern schon eine ganze Reihe von Unglüds. fammlung, in der Frau Ihrer über den Ausstand der Berliner zu nehmen. Nach etwa dreiftündiger Debatte wurde befällen vorgekommen seien, so habe bei der Firma Ronfektions- Arbeiter und Arbeiterinnen sprach. Die padende fchloffen, eine Kommiffion von 15 Mitgliedern zu wählen, Dahinter, Blumenstraße, ein Rutscher einen halben Finger an Schilderung der Rednerin über die Zustände in der Konfektion die mit den Vertretern der Meister und denen der Arbeiter fich der Abrichtmaschine verloren. Das gleiche geschah bei der Firma und ihre Aufmunterung an die Ausständigen zum einigen und in Verbindung setzen soll. Die Versammlung einigte sich Schwarz, Dieffenbachstraße. Bei R. Roller, Pallisadenstraße, feften Zusammenhalten fand in der Versammlung lebhafte Bus ferner dahin, in einem Flugblatt die effentlichkeit über verlor ein Tischlergeselle zwei Finger. Ein Antrag, auf diese ftimmung. bie Ursachen des Streits und über die Verhältnisse in der Unfälle die Berufsgenossenschaft sowie den Fab: ifinspektor be In der Diskussion wurde von anarchistischer Seite das Ronfektionsbranche aufzuklären, da nach Meinung fast sonders aufmerksam zu machen, gelangt einstimmig zur Annahme. in der Zum Schluß stimmte man folgender Resolution zu:" Genossenschaftswesen als wirksamstes Rampfmittel empfohlen. fämmtlicher Redner sowohl im Parlament, als Frau Ihrer setzte jedoch in kurzer Entgegnung die Unhaltbarkeit Presse und in in bürgerlichen Protestversammlungen entstellte Theil der Arbeitgeber bis jeht unsere gerech nicht bewilligte, be find. Schilderungen gegeben diefer Theorien auseinander. Ein Hauptredner der Ver- ten Forderungen noch Jun Sinne der Referentin sprachen noch die Genoffen sammlung, Herr Rosenthal von der Firma Manheimer, fchließt die heutige Versammlung, den Kampf der Streit Hildebrandt, Menzel, Gerber und Schall, gab seiner von fortzuführen, bis alle bewilligt haben." seiner Meinung Ausdruck, daß Der Vorsitzende Rubart fonstatirt, daß sich gegen einen legterer in überaus drastischer aber treffender treffender Weife. der sozialdemokratischen Partei fünstlich hervorgerufen sei. Hierauf gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die Die Arbeiter hätten gar nicht die Absicht gehabt zu streiten, fie Einigungsversuch vor dem Gewerbegericht kein Widerspruch ers Bersammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Referentin wären aber durch die maßlose Agitation des Herrn Timm und hebt. Im Punkt Verschiedenes wird noch mitgetheilt, daß sich einverhanden, und verpflichtet sich, in jeder Weise für die ge- feiner Genoffen dazu getrieben worden. Noch jetzt würden die die Gatterschneider und die bei der Firma Treitel beschäftigten rechten Forderungen der Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen jenigen, die gern arbeiten wollten, durch Gewaltmaßregeln daran Arbeiter der Bewegung noch nicht angeschloffen haben. Die einzutreten dieselben thatkräftig zu unterstützen, und fordert gehindert. Es sei deshalb nöthig, daß man die Polizei zu Versammlung wird mit einem Hoch auf die Holzarbeiterbewegung die Streifenden auf, nicht eher zu ruhen, als bis ihre Hilfe rufe. Ueberhaupt ertönte der Schrei nach polizeilicher geschlossen. gered te Sache zum Siege gelangt ist; gleichzeitig beschließt die Hilfe von allen Seiten; die Polizei, die sonst bei allen JaumiEtwa 800 Möbelpolirer hatten fich am 16. Februar im Bersammlung, nur in den Geschäften ihren Konfektionsbedarf zu nationen stets bei der Hand sei, jolle zeigen, daß es in ihrer Nieft'schen Fensaale zusammengefunden, um endgiltig über ihre ein treffliches decken, in denen die Forderungen der Streitenden vollauf Macht steht, auch einen Streit zu unterdrücken Forderungen an die Arbeitgeber Beschluß zu faffen. Weber, der bewilligt find. Betreffs der Tellersammlung wurde be: Beugniß für die sozialpolitische Weisheit der Herren. Gewiß sind die Verhandlungen einleitete, verwies darauf, daß die Situation schlossen, diefelbe nach Schluß der Versammlung fortzusetzen ab und zu einige Ausschreitungen vorgekommen, aber auftatt eine unübertrefflich günstige sei und daß der jetzt vorhandene und den Ertrag den ftreitenden Konfektionsarbeitern und Arbeite- offen anzuerkennen, daß diese Ausschreitungen stets öffentlich im richtige Augenblick zum Vorgehen nicht verpakt werden dürfe. getadelt und davor gewarnt wird, " Vorwärts" getadelt Dann legte er nochmals die Bedeutung der Forderungen als gingen von die Exzesse dargestellt, Die Regelung der Unterstützung übertrug die Bersammlung es fo bar, wie sie in dem seitens der Kollegenschaft gutgeheißenen oder doch in Fünferkommission deren Namen aus. Darin Minimaltarif firirt sind. find einer Kommission bestehend aus 6 Personen. für Spezial. Die von der Versammlung gewählte Kommission wird sich zu arbeiten bestimmte, im einzelnen aufgeführte Attordfäße vorge Im katholischen Arbeiterinnen- Verein in Berlin sprach nächst zu dem Polizeipräsidenten begeben und diesen um Schuß sehen, während für gute, reiche Arbeiten, sowie für Arbeiten, am Sonntag vor etwa 200 Anwesenden ausschließlich Mädchen bitten. Das thatsächlich in der Konfektionsbranche zu tage ge- welche nach Zeichnung veraffordirt werden, der Preis der freien und Frauen der ultramontane Reichstags- Abgeordnete Dastretene Glend wurde einfach weggeleugnet. Die Forderungen der bach über den Streit der Konfektions Arbeiterinnen. Der Redner Arbeiter als undurchführbar und der Streit der Meister daß einem derartigen Afforde im Voranschlag ein Mindest Vereinbarung überlassen bleiben soll, jedoch mit der Maßgabe, gab zu, daß eine Befferung der Lohnverhältnisse in der Ron: als Ueberrumpelung bezeichnet. Die Meister wollten da= Wochenverdienst von 27 Mark zu grunde zu legen ist. Der fettions- Industrie nöthig sei, aber, da mit Gewalt nichts erreicht durch nur bie Sympathie der großen Maffe erwerben. Minimal Wochenlohn soll bei neunstündiger Arbeitszeit( Sonn werden fönne, sollten die Arbeiterinnen ruhig abwarten, Die Forderung der Einführung eines Lohntarifs abends und Montags acht Stunden) 27 Mark betragen. Für die Bewegung verlaufen werde, und nicht etwa wurde allgemein als unmöglich geschildert; auch der von Arbeiten in sogenannten besseren Werkstätten wird ein Teichtsinnig ihre Arbeit aufgeben, da sie nicht so bald einigen Seiten gemachte Vorschlag, die Arbeit nach der darauf Aufschlag von Ueberstunden und 20 pet. gefordert. wieder Beschäftigung finden würden. Der große Andrang verwendeten Beit zu berechnen und einen Minimalwochen Sonntagsarbeit sollen fortfallen. Redner betonte, daß von Arbeiterinnen nach Berlin mache den Zwischenmeistern die lohn festzusetzen, fand nur wenig Anklang. Hingegen erklärte die Forderungen fich allgemein auf alle Arbeitgeber von Lohndrückerei möglich. Aber mit diefer Habsucht der Menschen man sich mit einer prozentualen 2ohnerhöhung im Möbelpolirern bezögen, also auch die" Bolirermeister" oder müffe man rechnen, denn die lasse sich auch durch Gesetze nicht allgemeinen einverstanden. Nachdem die Kommission ihre Haupt- Möbelpolirern bezögen, also auch die" Polirermeister" oder Haupt- Erften" feine andere Behandlung zu erfahren hätten, wie aus der Welt schaffen. Der geistliche Herr rieth den aufgabe erfüllt und die Polizei zu energischen Abwehrmaßregeln Arbeiterinnen, daß sie, wenn die Forderungen nicht bald gezwungen haben wird, wird sie mit den Streitenden in Unter- Kapitalisten und Kleinmeister. Auch gedachte er der Arbeite rinnen, welche im Galanteriefach thätig sind; für die bewilligt würden, nach Hause reisen sollten. Auf dem handlungen treten. Polirerinnen halte die Kommission einen Minimal- Wochenlohn Bande in der frischen Luft, daheim bei den Eltern sei es von 18 M. für nicht zu hoch.( Bravo!) Mit Begeisterung viel schöner wie in Berlin. Er verwies feine Zuhörerinnen, wurde der Vorschlag aufgenommen, zur felben Zeit wie die um dem Andrang von Arbeitskräften in der Konfektionsindustrie Tischler mit den Forderungen an die Arbeitgeber heranzutreten, au steuern, auf die Beschäftigung als Dienstmädchen, und pries Die an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arb. h. am Montag, den 17. Februar, früb 8 Uhr. Im Laufe in überschwenglichen Worten die Annehmlichkeiten und guten Einkünfte" derartiger Stellungen, als Entschädigung für die Un- beiter tagten am Sonntag Vormittag in Joel's Salon in der der Debatte wurde mitgetheilt, daß sämmtliche Polirerinnen sich dahin geeinigt hätten, annehmlichkeiten, bie nun mal bier, wie überall im Leben vor. Andreasstraße. Die zahlreich besuchte Versammlung nahm zu der Firma Scheu tommen, feine Zuhörerinnen auf die Freuden im Himmel ver- nächst einen Situationsbericht seitens der Streitkommission ent- Lohn zu verlangen. Die Versammlung beschloß darauf, daß tröstend. Der schwache und wie es schien nur anstandshalber ge- gegen über die gegenwärtige Lage des Streits bei Scheu die Arbeit aufzunehmen ist, sobald die Forderung den spendete Beifall bewies, daß selbst bei diesen, noch im Gefolge der und die Aufforderung des Gewerbegerichts zu Kolleginnen bewilligt werde. Ebenso einstimmig wie dieser Be Geistlichkeit marfchirenden Arbeiterinnen, die von gänzlichem einem Einigungsversuch der streifenden Parteien vor schluß wurde folgende Resolution angenommen: " Die Versammelten erklären, behufs schneller Durchführung Mangel an Renntniß der thatsächlichen Verhältnisse zeugende dem Gewerbe- Schiedsgericht. Der Vortragende Biehl führte 27 M. Minimallohu und 52 Stunden Rede feinen Anklang gefunden hatte. Nunmehr wurden die aus, daß der Stand des Streiks unverändert sei, 24 Fabriken hätten ihrer Forderungen Anwesenden aufgefordert, ihre eigenen Erfahrungen und bereits bewilligt, davon haben einige allerdings nur die 9ftündige wöchentliche Arbeitszeit in den Streit einzutreten. Sie verWünsche bezüglich ihrer Arbeitsverhältnisse vorzutragen, worauf Arbeitszeit und eine prozentuale Lohnerhöhung zugestanden. pflichten sich deshalb, am Montag, den 17. d. M., früh 8 Uhr, zunächst eine Dame-- Inhaberin einer Arbeitsstube für Damen- Der Verbandsvorsitzende Wiese aus Bremen begrüßt freudig bie Forderungen den Arbeitgebern zu stellen, an diesem Zage zum ruhen zu lassen und Zwecke Der Vors die Bewegung in konfettion- die niedrigen Löhne auf die mangelhaften Fähigkeiten das Vorgehen der Berliner Arbeiter. Die Bewegung sei gefchidi bie der Arbeiterinnen zurückzuführen suchte und unter allgemeinem, eingeleitet, die Forderungen durchaus bescheiden und darum flaren Uebersicht unwilligem ah! ah! der Versammlung ausführte, daß gute voraussichlich eine Aufbesserung der Berliner Arbeitsverhältnisse mittags 10 Uhr stattfindenden Bersammlung zu erscheinen. Arbeiterinnen den schönen 2ohn von 12-15 Mart" zu erwarten. Die Kollegen Deutschlands wie auch die übrigen Die Möbelpolirer erklärten sich mit den gleichzeitig in den die Woche verdienten. Mit großer Wärme und Sachkenntniß Holzarbeiter ständen moralisch und finanziell hilfreich hinter Rampf tretenden Tischlern voll und ganz solidarisch und ver befprach darauf eine Arbeiterin die Lohnverhältnisse in der ihnen. Von einem besonderen Nugen für eine glückliche Beendi- pflichten sich, in keiner Werkstatt eher in Arbeit zu treten, bevor Mantelbranche und legte unter lebhaftem Beifall der An- gung des Kampfes sei die Thatsache, daß sich brauchbare Streit nicht auch den dort beschäftigten Tischlern ihre Forderungen voll wesenden und Anführung vieler Einzelheiten dar, daß sie selbst, brecher nicht auftreiben ließen! Den meisten Widerstand findet die und ganz bewilligt find. Ferner verpflichten sich die Anwesenden, obwohl fie feit Jahren für erste Firmen nur Forderung der Freigabe des 1. Mai, jedoch fönne dieselbe diejenigen Kollegen, welche mit ihren Forderungen abgewiesen beste Sachen arbeite, doch nur 3 M. täglich verdienen fallen gelassen werden. In der Diskussion gelangt ein Schreiben werden, mit aller Kraft moralisch und materiell zu unterstützen." Ein weiterer Beschluß ging dahin, daß die Polirer, welchen tönne und zwar bei größter Anstrengung und der bei der Firma Erdmann beschäftigten Arbeiter zur Verlesung, unter Bubilfenahme der Abendstunden; dabei in welchem Entschuldigungsgründe für ihre Nichtbetheiligung am die Forderungen bewilligt werden, verpflichtet seien, wöchentlich müffe aber ihre alte Mutter noch bei der Arbeit Handreichungen Streit enthalten sind. Die dort beschäftigten 19 Mann wollen 1 M. an die Streiftaffe abzuliefern. thun. Nach diesen Ausführungen, denen ein wahrer Beifalls- 3 eng mit der Arbeit der Kiftenmacher verknüpft sein, auch zu Am Montag Nachmittag nahm sodann eine öffent fturm folgte, mochte den geistlichen Leitern des Vereins wohl wenig Aussicht auf Erfolg haben, da sie sofort durch Kiftenbange sein vor weiteren Enthüllungen des Arbeiterinnen- macher ersetzt werden können. Mehrere Redner weisen darauf liche Versammlung das Resultat der Berhandlung mit den Geiftlicher pries hierauf das Wohlwollen hin, daß diese Kollegen auch beim Riftenmacherstreit diese Aus Prinzipalen entgegen. Die Tagesordnung lautete: Situations des den Stand Streits, Diskussion und rede gebraucht hätten, nur Im Bericht über im umgekehrten Sinne. Im Namen der der Regierung, das sie bei den Reichstagsverhandlungen weitern gelangen eine Reihe von Fällen zur Kenntniß der Ver- Verschiedenes. Kommission erstattet am Mittwoch den Arbeitern entgegengebracht habe, so den Arbeitern entgegengebracht habe, fo wie die Vorschläge des Professor Size, der sich auf ſammlung, in welchen Tischlermeister und Gefellen, Fraisereibefizer, Kollege Kluge Bericht über das Ergebniß dieses Vorgehens. Komptoirpersonal, Rutscher und Lehrlinge die Den vorgelegten Lohntarif haben bis jetzt folgende Firmen fozialem Gebiete große Verdienste erworben habe. anderer Geistlicher warnte gleichfalls vor dem Zuzug nach Berlin Stellen der Streikenden ersetzen müssen, so bei Gelhoff, bewilligt: Zischlermeister Nienow u. Steinbank, 28. Bahl, und ließ seine Rede mit der Mahnung austlingen: Schließt euch Reichenbergerstraße; bei Bernhard Roth, Strelizerstraße, wo Bölling u. Hirsch, J. Heine, Paul Böttcher, W. Gauert, H. Warnstedt, R. Schreiber, L. Boeck, Karl junge Leute von 15 Jahren an den gefährlichen Maschinen Wenske, nicht jenen unruhigen Elementen an, die auch nichts bessern änden; ferner bei Röhn, Reichenbergerstr. 57; bei 3illero, Schüler, G. Ranfft, Mau, Hinterthau, W. Schöz, Wolter Lottis, Piehle, A. Neumann, tönnen, sondern euch nur euren Glauben rauben, Koppenstraße; bei Roller, Pallisadenstr. 78; bei Luck at u.( Tischler nicht bewilligt), was der Arme noch hat. Es wurde nun gar nicht mehr gefragt, eiffelberg. Andererseits sei in zahlreichen Fällen folchen. Meyer, Reichert, Debrowsky, Mönnich, Diezze, Lübke, ob noch jemand das Wort wünsche, sondern nach einem Schluß- Kutschern, die sich nicht als Streitbrecher benutzen ließen, das Dobbert, P. Frehle, D. Schuberth, Gronau, Bock, Heppner, Höhne u. Krämer, C. Abel, mort des Herrn Dasbach wurde die Versammlung mit dem Bei der Kiehl, H. Witte, R. Otto, Arbeitsverhältniß gekündigt worden. Wunsche geschlossen:„ Gott segne die christliche Arbeit." Firma Rönig in Weißensee arbeiten die Maschinen- D. Thierbach, R. Neumann, Schulz, Seeger u. Co., J. Fur abends 8-9 Uhr, von morgens 7 bis die mann, A. Gieroka, N. Vos, Destmann, Lüders u. Hornig, Große W. Groschkus, F. Ruff, G. Lächelt, W. Elgert, G. Zache, Gulli, Fr. Pinfoke, W. Brämer, J. Baus Elends. Ein " nowe Ein das einzige Versammlungen. Arbeit Die Vertreter der Damen- und Kinderkonfektion hielten arbeiter Sonntag Vormittag im Brandenburger Hause" unter Lehrlinge von morgens 6 bis abends 8 oder 9 Uhr. dem Borfizz des Herrn Ferdinand Manheimer eine Entrüstung rufen die Mittheilungen darüber hervor, daß unter F. Quade, am " " um 1 über 18 M. einer Heine's, sein äßender Wig zum theil wenigstens ein Erbtheil seiner Abstammung sind. Aber wenn schon, ist darum Heine als Satirifer vielleicht weniger genial? " Das Gefühl, einem nicht gleichberechtigten, gehaßten und ver: Johann Heinrich Voß sich veranlaßt sab, ein paar köstliche Spott achteten Volke durch die Geburt anzugehören, schärfte unzweifel- sonette gegen denselben loszulassen. Heine's Sonette zeugen von haft Heine's ohnehin fo feines Empfinden für die Schmach einer spielenden Beherrschung dieser poetischen Form. Außerdem Daß Heine auch das Stoffgebiet der deutschen Lyrit vielfach angethonen Unrechts, den brutalen Uebermuth der autoritativen aber ist man sich gegenwärtig denn doch schon darüber einig, Gewalten auf allen Gebieten. Daß es sich dabei nicht um eine daß gerade die verzwicktesten und komplizirtesten Formen von erweitert hat, indem er soziale Elemente hereinzog, wird faum vage Vermuthung handelt, wird schon durch das Novellen- wortgewandten Dilettanten am leichtesten beherrscht werden und bestritten werden. Aber das Eingehen auf das Stoffliche würde Fragment Der Rabbi von Bacharach" und das Gedicht Donna daß diefe prunkenden Formen über die poetischen Mängel der uns bereits von unserem augenblicklichen Gegenstand entfernen. Verse am leichtesten hinwegtäuschen, während es wirklicher Genial, wie Heine als Lyriker und Satiriker war, war er Clara" bewiesen. in anspruchslofefter auch als Profaist, Meifter der nicht gebundenen Rede. Jene Es ist also ganz in der Ordnung, daß die Lyrik Heine's dichterischer Begabung bedarf, ein wirkliches Gedicht ชิน schaffen. Mögen Plaftit der Bilder, jene Knappheit der Form, jene graziöse Gestatt der idyllischen Heiterkeit der Goethe'schen Lyrit vielmehr Form Perrücken von Literatur Professoren wandthelt im Bau der Perioden standen auch dem Prosaschrifteinen gährend- revolutionären Charakter trägt, eine Eigenthümlich- unfere pedantischen teit, die Heine allerdings mit Freiligrath und Hermegh, um nur noch so sehr die mühseligen Verskünfteleien der Platen und steller Heine zu Gebote. Mit recht fonnte Johannes Scherr in seiner deutsche Dichter zu nennen, theilt. Aber Heine's Sinnlichkeit, die Rückert bewundern, jedermann, der auch nur halbwegs etwas Allgemeinen Geschichte der Literatur" über Heine's Stil schreiben: so oft in Frivolität und 3ynismus ausartet? Nun, wer sich auf vom Handwerk versteht, weiß, daß nicht die Schlegel, Platen und" Dieses glänzende Antithefenspiel, dieses kokette Abspringen, diese Goethe tontra Heine beruft, der fann die Sinnlichkeit an und Rückert die wahren Verskünstler sind, sondern die Goethe, Lenau, abgeriffenen Säge, nachlässig einherfchlendernd, aber sogleich für sich nicht verweiflich finden. Aber, heißt es da, Goethe ist Eichendorff, Heine u. s. w., die sich der unscheinbarsten Vers- wieder wechselnd mit Perioden von vollendeter Rundung und selbst bei der Schilderung der gewagtesten Situation, dem Ausdruck formen bedienten, um den ganzen Schmelz ihrer Sprache, die Straffheit, diefe fich baschenden Streiflichter und Schlagschatten, des fühnsten Gedankens oder leidenschaftlichsten Impulses noch ganze Gluth ihrer Gefühle hineinzugießen. Und von den diese scheinbare Verwirrung und wirkliche Harmonie, diefer Stil, feusch, weil seine Sinnlichkeit naiv ist. Heine war aber auch vier genannten Dichtern ist gerade wieder Heine der glänzendfte aus dem die Flöte der Liebe ebenso weich und schmelzend tönt, Schon die Romantiker, namentlich Eichendorff, wie die Tuba des Zornes schmetternd und drohend, muß blenden, darin nur ein Kind seiner Zeit, an die Stelle des einfachen Techniker. die lyrische Ausdrucksweise Goethe's um manchen spannen, hinreißen und festhalten." Ignorierens einer verlogenen, unnatürlichen sog. Moral ist bei batten Doch genug damit. Mögen nörgelnde Kleingeifter, unfähig, ihm das bewußte Auflehnen gegen die Prüderie der bürgerlichen Stimmungszauber bereichert: bei Heine finden wir im fleinsten Gesellschaft getreten, wie das eben im Wesen jener Zeit lag, die Gedichtchen diesen Stimmungszauber in potenzirtester Form. Aber das Genie Heine's zu erfaffen, noch soviel an den Monumenten an allen hergebrachten Begriffen die schonungsloseste Kritik übte. auch sonst hat seine den lyrischen Ausdruck um viele Nuancen herumstochern, die sich Heine in der deutschen und der WeltDb, vom Standpunkte der sog. Moral aus betrachtet, das ein- bereichert, er gab ihm das tnappe, plaftische Bild, eine üppige literatur errichtet hat, Heine's Stern wird immer glänzender fache Iguoriren des Moralfoder als fittlicher" anzusehen ist, als Bracht und oftmals orientalische Gluth, das glänzende, blendende erstrahlen, wie er auch bisher immer nur an Glanz zugenommen der erbitterte Kampf gegen denselben, dürfte wohl ziemlich frag- Kolorit und vor allem jene Grazie, die Heine den Namen des bat. Mögen diese pedantischen Kleingeifter dem Geheimniß der lich sein. Das haben auch gewisse Heine- Kritiker erkannt, so ungezogenen Lieblings der Grazien" eingetragen hat. Alle die Wirkung der Heine'schen Poesie noch so läppisch und täppisch schreibt zum Beispiel einer derselben: Goethe giebt lüfterne Unebenheiten im Rhythmus, die Hinderniffe im glatten Fluß der nachspüren, mögen fie auch herausbekommen, daß Heine in seinem Schilderungen, Heine schmutzige. Da kann allerdings die Frage Verse, die wir bei Goethe oft, bei Eichendorff noch zuweilen finden, Buch der Lieder 140 Deminutiva, wie Neugelein, Weündlein u. s. w. wie dunkel, ftill, feltfam u. s. w. find bei Heine vollständig verschwunden, seine Technik verdient und 240 Epitheta, offen bleiben, welche von beiden Arten die verwerflichste ist." man der That jene Bewunderung, die mit unrecht anwendet, der Zauber der Heine'schen Lyrik wird dadurch Soviel über den allgemeinen Charakter der Heine'schen Lyrit, in wie der des gestirnten Begegnete man schon vorhin den ab- den steifen, falten Verstunsteleven der Platen und Rückert ge- ebenso wenig gefährdet werden, wie nun zu seiner Zechnit. furdesten Urtheilen, so muß man sich jetzt vollends auf die tollften zollt bat. Möglich, sogar wahrscheinlich, daß manche Eigen Firmamentes oder des unermeßlichen Ozeans. Uebrigens ist ja Da soll sich Heine zunächst beim Bau thümlichkeit und mancher Vorzug der Heine'schen Lyrit dessen diese Art der Kritik oder Afterkritik durchaus nicht neu. Heine Dinge gefaßt machen. In seinem seiner Verse die Sache viel zu leicht gemacht haben. Er habe jüdischer Abstammung zu verdanken ist, wenigstens find manche konnte fie schon bei seinen Lebzeiten erfahren. immer nur seine furzen Bierzeiler gedrechselt und sich nie- poetische Bilder Heine's von einer Gluth und Ueppigkeit, wie Schwabenspiegel" hat er schon Anlaß, sich über die kleinen der mal in fomplizirteren und schwierigeren Versgattungen vermir fie sonst nur in der orientalischen Poesie finden. Dieses Schwäbischen Dichterschule luftig zu machen, die an seinen Liedern Der Phantasie giebt der Heine'schen Lyrit tlaubten und knusperten" und die Thränen zählten, die darin sucht. Was übrigens auch gar nicht einmal zutrifft, denn Erotische besonderen Reiz, wie wir etwas vorfamen". Warum sollte den Pygmäen von heute nicht erlaubt Seine hat eine ganze Anzahl von Sonetten geschrieben. Und auf vielleicht einen auch bei dem Ungarn Lenau begegnen. fein, was ihren geistigen Borfahren doch damals nicht verwehrt Die Schwierigkeit des von ihm kultivirten Sonetts bildete sich der Aehnlichem gute Wilhelm von Schlegel seinerzeit soviel ein, daß der biedere Bielleicht, daß auch die ungemein starke satirische Ader werden founte? ganz " " welche = müller, C. Reußner, W. Dreyer, Seifert u. Wolff, Montag und Sonnabend acht Stunden und 21 M. Minimal Der Fachberein der Bäcker hatte am 11. b.. feine Horn, B. Dpit, Rückert, Gebrüder Ehrlich, lohn einzutreten, hingegen diejenigen, die fich in regelmäßige Mitgliederversammlung einberufen, in der Herr F. Winkler, C. Wöhler, Fr. Berndt, W. Deining, den schlechtesten wirthschaftlichen Verhältnissen befinden, Ranig über die soziale Frage und die Naturheilkunde" A. Lüders, Gebr. Zipfel, Bachmann, Reinhard, H. Guthmann, theilnahmlos fich verhalten haben. Nach einer längeren referirte. Bei Besprechung gewerkschaftlicher Angelegenheiten A. Sievert, F. Döring, D. Barth, F. Voigts u. Co.( Bepernick), Diskussion, in der die vorhandenen Uebelstände nochmals ge- wurde darauf hingewiesen, daß die lokalorganisirten Bäcker Hante, Chr. Mester, Wegner u. Feldmann, H. Schwieters, Haate schildert wurden und die Nothwendigkeit der Durchführung der feineswegs, wie die Gewerkschaftskommission behauptet, die u. Raeber, Ecter, Mauff, Wengler u. Mohrmann. geradezu bescheidenen Forderungen von allen Rednern betont statistischen Fragebogen furzer Hand abgewiesen haben, vielmehr Eine ganze Reihe von Firmen werden voraus- worden war, gelangte folgende Resolution zur einstimmigen An- erschien ihnen die festgesetzte Frist zu kurz. Für das Bäcker. sichtlich noch heute im Laufe des Tages ihre Zustimmung zu nahme:" Die in den Viktoriasälen( Rixdorf) tagende Bersammlung gewerbe wären in der zur Verfügung stehenden Zeit keine dem Lohntarif geben. Die Arbeiter bei den Firmen, die be- der Holzarbeiter verpflichtet sich, sich der Forderungen der Ber- umfassenden Aufnahmen möglich gewesen. Die Versammlung willigt haben, werden morgen früh die Arbeit wieder auf- liner Tischler anzuschließen und dieselben vom 16. Februar an stimmte deshalb einer Resolution zu, in der für die nehmen. In das Streitkomitee wurden gewählt: May aur Geltung zu bringen event. die Arbeit bis zur Bewilligung ablehnende Haltung gegenüber der Statistik die angegebenen EinRichter, Höfert und Echtermeyer. Das Streit niederzulegen." Mit der Leitung der nun beschlossenen Bewegung wendungen als ausschlaggebend dargestellt wurden. Zum Schluß bureau befindet sich Blumenftr. 38 von 8-8 bei Wiedemann. wurden die Tischler Ostermann, Bierling und wurden den streifenden Konfektionsarbeitern 20 m. bewilligt. betraut. Nach eingehender Debatte über den Stand der Bewegung in den Rotow3ti Die Streit Kontrollstelle befindet Eine gut besuchte gemeinschaftliche Mitglieder: Vereinzelnen Werkstätten gelangte folgende Resolution ein sich bis auf weiteres in den Viktoriafälen. Diejenigen, fammlung der Verwaltungsstellen Berlins und der Umgegend ftimmig zur Annahme: ihre Forderungen bewilligt erhalten und sich des Deutschen Metallarbeiter Verbandes, abge= Die Versammlung der Möbelpolirer bein Arbeit befinden, sollen verpflichtet werden, pro Woche schließt, an den gestellten Forderungen festzu- 1 M. zur Unterstützung der Streifenden abzuliefern. Hierauf halten am 11. d. Mts. im Lokale von Cohn, Beuthstraße 21, halten. Die ftreifenden Kollegen und Kolleginnen haben sich zur wurden die Zustände in der Schneidemühle von Adolf beschäftigte sich mit der Verschmelzung der genannten BerKontrolle jeden Tag im Streitbureau, Blumenstr. 38, bei Wiedemann Butterweich, Rirdorf, Bergstr. 132, einer herben Kritit waltungen und der Errichtung eines Auskunftsbureaus verbunden mit Arbeitsnachweis. Der Vorsitzende gab den zustimmenden Bescheid morgens von 8-10 zu melden, gleichfalls ist dort jede Be- unterzogen und der Wunsch ausgesprochen, die Arbeiter mögen des Hauptvorstandes in dieser Angelegenheit bekannt, wonach letzterer willigung einer Firma mitzuteilen. Die Versammlung erwartet, diese Arbeitsstätte so lange meiden, bis sämmtlichen dort sich verpflichtet, die Kosten der Einrichtung des Bureaus zu tragen. daß die Tischler sich ferm solidarischen Bestreitenden Arbeitern die Forderungen bewilligt find. Nachdem Desgleichen zeige die Abrechnung der hiesigen Verwaltungen vom schluß, nicht die Arbeit aufzunehmen, wenn noch zum Anschluß an die Organisation aufgefordert, wurde die 3. Quartal 1895, daß die örtlich verbleibenden 25 pCt. die nicht auch die Forderungen der Tischler be- Bersammlung mit einem Hoch auf die Bewegung geschlossen. dauernden Ausgaben für das Bureau und das Gehalt des Be willigt find, insofern anschließen, daß auch fie nicht arbeiten, wenn die Polierer ihre Die Agitationsfommission für den Austritt aus der amten vollkommen decken. Nachdem also der Vorstand keine Bedenken Forderungen nicht bewilligt erhalten. Landeskirche und für Religionsfreiheit" hielt am 12. Februar geäußert habe, sei es an der Versammlung, danach zu wieder eine gut besuchte Boltsversammlung bei Zimmermann beschließen. Die Erklärung der Vororte Rigdorf, Schöneberg Die Lohubewegung der Holzarbeiter. Die Werkstatt Babstraße, ab, wozu die Geistlichen der umliegenden Kirchen und, und Charlottenburg, ihren Anschluß an die Zentralisation Vertrauensmänner des Deutschen Hozarbeiter- Ber: Synagogen eingeladen und theilweise auch erschienen waren. Der Berliner Verwaltungen sich vorläufig vorzubehalten, bandes hatten sich am Sonntag früh 9 Uhr in der Brauerei a lded Manasse, der das Referat hielt, fand am der Versammlung unter dem Hinweis Friedrichshain versammelt, um den Bericht über die Verhand: Schluß seiner Ausführungen lebhaften Beifall. In der Dis- auf den schon früher lebhaft diskutirten Verschmelzungsplan, der lungen mit den Meistern entgegen zu nehmen. Wiedemann, fuffion wurde die Ansicht des Referenten von den übrigens alle Vortheile in sich vereinige, eingehend widerlegt. dem die Berichterstattung oblag, weist darauf hin, daß die Meister Herren Prebiger Neveling, Stadimissionar Thoma 3, Bei der erfolgten Abstimmung über die Errichtung des Bureaus in ihrer Versammlung, die von 2000 Meistern besucht war, sich Prediger Dr. Gröb und Herrn Kraz bekämpft, während gelangte der Antrag zur einstimmigen Annahme. Desgleichen zum größten Theil mit den Forderungen einverstanden erklärt Soffmann und Engler den Standpunkt des Vortragenden ver- wurde faft einstimmig beschlossen, gleichzeitig den Arbeitsund dieselben als gerechte bezeichnet haben. Die gestellten Forde fochten. Hierauf wurde die schon bekannte Resolution, die die nachweis Hirsch unterbreitete rungen lauteten: jenigen moralisch verpflichtet, aus der Kirche auszutreten, die Kontraft Rommission der Versammlung den von ersterer aus1. 9ftündige tägliche Maximal- Arbeitszeit, jedoch Montags mit derfelben gebrochen haben, angenommen. Die Zahl der aus gearbeiteten Kontrakt für den zu wählenden Beamten. Nach und Sonnabends nur 8 Stunden( d. h. Montags später der Kirche Ausgeschiedenen war bis zu der letzten Versammlung einer ziemlich ausgedehnten Diskussion wurde derselbe mit un anfangen und Sonnabends früher aufhören. auf 402 gestiegen. Die nächste Versammlung findet am Donners- wesentlichen Aenderungen angenommen. Bei der darauf folgen2. Wöchentliche Minimal Abschlagszahlungen auch an die tag, den 20. Februar, bei Zubeil, Lindenstr. 106 statt. den Wahl der Beamten erklärten sich von den Vorgeschlagenen schwächeren Mittelarbeiter unter entsprechender prozentualer die arbeitslosen Kollegen Hirsch und Hofmann bereit, das Amt Lohnerhöhung. Die Kürschner hielten am 10. b. M. eine Vereinsversamme anzunehmen. Es wurde jedoch in anbetracht der vorgeschrittenen lung ab. Der Vorsitzende gab den Anwesenden zunächst das Beit beschlossen die Wahl per Stimmzettel in den innerhalb Resultat der Urabstimmung über die Auflösung des Verbandes 14 Tagen abzuhaltenden Generalversammlungen der Ortsvermalbekannt. Danach haben sich alle gegen 4 Stimmen für eine tungen vorzunehmen. Der Halbjahrsbericht der Agitations. Auflösung der Organisation erklärt. Im Anschluß daran be fommission für die Provinzen Brandenburg und Pommern mußte richtet der Vorstand über seine Thätigkeit, die allgemein in der gleichfalls für die nächste am 1. März cr. ftattfindende Versammlung Sodann vollzog man die zurückgestellt werden. Versammlung Anerkennung fand. Für die Prüfung der Abrechnung der Wahl einer Liquidationskommission für den Hauptvorstand Agitationskommission wählte man als Revisoren Habat, Hirsch und die Filiale. Für ersteren wurde diese Funktion den und Sedlmair. Für die Kontrolle der Streiklisten( Firma Beles) Mitgliedern Friedrich, Mathäi und Frau Cleve, für lettere bestätigte die Versammlung die vorgeschlagenen Mitglieder Jürgens, den Mitgliedern Jahn, Echulz und Herbst übertragen. Hierauf Stadelhoff und Cohn. Die Ortsverwaltungen wurden beauftragt, wurde auf Antrag des Mitgliedes Wier beschlossen, das Ver- am 18. März gemeinschaftlich einen Kranz auf das Maffengrab mögen und die Utensilien der Filiale der neu zu gründenden der Märzgefallenen im Friedrichshain niederzulegen. Lokalorganisation zu überweisen mit der Bedingung, daß den Mitgliedern der Filiale, die ihren Verpflichtungen bis Ende vorigen Jahres nachgekommen sind, der freie Eintritt ge währt wird. 3. Entsprechende Bezahlung aller außergewöhnlichen Arbeiten, wie Holztragen 2c. Glocke bemerkt noch, daß wohl in der Resolution der Meister ein Kniff enthalten sei, indem es da heißt, die 21 M. sollen als Abschlagszahlung gewährt werden, wenn der Arbeiter sie verdient. Dieses könne aber für die Arbeiter ohne Belang sein. Die Kommission habe in der Meister: versammlung immer ausdrücklich betont, daß die prozentuale Lohnerhöhung eine derartige sein muß, daß auch der schwächere Mittelarbeiter 21 m. verdient. Karl beantragt, am Montag, den 17. Februar, die genannten Forderungen an die Meister zu stellen und energisch vorzugehen. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. Glocke giebt den Vertrauensleuten noch einige Verhaltungsmaßregeln. Jeder Vertrauensmann ist verpflichtet, am Montag früh die Forderungen dem Meister zu unterbreiten. Das Streit- Kontroll- Lokal befindet sich bei Brochnow, Sebastianstr. 39. Am nächsten Mittwoch findet eine Vertrauens männer- Versammlung bei Cohn, Beuthstraße, statt, zu welcher jedoch nur je 15 Mann einer Werkstätte einen Vertrauensmann entfenden wollen. " = Zum Punkte Verschiedenes" beantragte Friedrich 25 M. Dem den streifenden Konfettions Arbeitern zu bewilligen. stimmte die Bersammlung zu. Die Versammlung ertheilte einer Kommission von fünf Personen den Auftrag, sobald wie möglich eine öffentliche Versammlung einzuberufen behufs einer neuen Organisation. Alsdann verlas Gründung der Vorsitzende einen Brief der Brüsseler Kollegen, in welchen diese die deutschen Arbeiter warnen, vorsichtig in der Wahl ihrer Vertrauensmänner zu fein; denn ein Kollege aus Rötha, der sich überall rühmt, der Vertrauensmann der Partei in Rötha gemesen zu sein, ist auf dem besten Wege, den durch große Opfer und viele Maßregelungen erfochtenen Sieg, nämlich die Erringung der neunstündigen Arbeitszeit und Sonntagsruhe, zu schanden zu machen, indem derselbe nicht allein selbst arbeitete, sondern auch arbeiten. Zum Schluß richtete der Vorsitzende in einer längeren die Arbeiterinnen zwang, Eonntags bis 4 Uhr nachmittags zu Rede einen warmen Appell an die Versammelten, in die neue Organisation einzutreten. " In wurde von zu errichten. namens der Schöneberg. Am Sonnabend sollte hier im großen Saale der Schloßbrauerei, der im vorigen Herbst einem Umbau unterzogen wurde und seitdem noch nicht zu Versammlungen benutt worden ist, eine Boltsversammlung stattfinden. Es stellte sich jedoch heraus, daß der Einberufer die Rechnung zwar nicht ohne den Wirth denn dieser hatte die Hergabe des Saales zugefagt wohl aber ohne den Herrn Amtsvorsteher ge die am Montag, den 10. ds. Mts. Der gleiche Gegenstand beschäftigte hierauf zwei öffentliche macht hatte. erfolgte Anmeldung erhielt der Einberufer nach mehrfachen ReklaVersammlungen der Holzarbeiter, die im Lokal der Brauerei Friedrichshain und Schweizergarten tagten. Wahl mationen die laut Vereinsgeset sofort zu ertheilende Bescheiniüber 10 000 Tischler waren herbeigeströmt, um an diesen Vergung, die zwar vom 11. b. M. batirt war, erst am Freitag, fammlungen theil zu nehmen. Trotzdem in den Lokalen sämmt den 14. d. M. In der Anmeldebescheinigung wurde gleichzeitig lichen Tische und Stühle aus den Sälen entfernt waren und die die Versammlung im großen Saal verboten, weil derselbe an Menschen so dicht gedrängt standen, daß kaum eine Stecknadel zur Erde den Wänden Niefchen hat, und es den überwachenden Beamten fallen tonnte, wogten doch noch tausende im Friedrichshain auf und ab. daher nicht möglich sei, den Saal zu übersehen. Borsichtshalber In würdevoller Ruhe und Ordnung verliefen die Versammlungen. und in Erwartung einer derartigen Maßregel war noch eine Den Ernst der Situation voll und ganz erfassend, gingen die Arzweite Versammlung in einem Nebensaale, der dem Auge des beiter, nachdem sie den Beschluß gefaßt hatten, den Kampf zu einberufen worden. Diese fand denn auch statt und war gut beGefeßzes fein die Ueberwachung beeinträchtigendes Hinderniß bot, wagen, ebenso ruhig auseinander, wie sie gekommen waren. Im großen Saale der Brauerei Friedrichshain gab Glocke sucht. Genosse Köster legte an der Hand einiger bekannten Er eigniffe aus jüngster Zeit die unterschiebliche Handhabung der Gesetze den Bericht betreffs der Verhandlung mit den Meistern, indem dar, worauf Gemeindevertreter Hackelbusch örtliche Angelegenheiten er gleichzeitig die Beschlüsse mittheilte, die die Vertrauensmänner Die Leder- und Galanterie- Arbeiter hielten am 10. b. M. besprach und den Parteigenossen empfahl, für die Wahl der in der Bersammlung gefaßt haben. Der Worte sind genug ge- eine öffentliche Versammlung ab. Lederarbeiter Wunscheck wechselt, ruft Redner den zahlreichen Zuhörern entgegen, alle gab der Versammlung einen Bericht über die Agitation im ver- wirken. Schubert führte unter anderem an, daß der Schöne unfererseits aufgestellten Kandidaten zur Gemeindevertretung au Schritte, die zu einer friedlichen Lösung führen konnten, sind untergangenen Jahre. Tanach haben 3 Branchen-, 6 Delegirten- und berger Grundbesizer- Verein einen Proteft gegen die geplante Be nommen worden, jetzt heißt es handeln und nicht eher den Kampf 6 Wertstätten Versammlungen stattgefunden. Organisirt im aufgeben, bis in allen Werkstätten die Forderungen bewilligt find. Verband der Buchbinder waren am Ende des Jahres 1894: bauung des botanischen Gartens veröffentlicht und auch einige Tischlermeister Biller erklärt im Namen der gemischten 96 Arbeiter und im Jahre 1895: 102 Lederarbeiter. Schöneberger ausfindig gemacht habe, die ein Vorkaufsrecht an Theilen des Gartens hätten. Bezeichnenderweise sei es dem Grundbesitzer Innungkommission, daß die Meister die Forderungen anerkennen der Diskussion wurde von einem Redner das Verhalten Verein aber weniger um Erhaltung des öffentlichen Parts zu und er nur bittet, den Meistern gegenüber, die bewilligt haben, des Verbandes zu den lokalorganifirten Berufsgenossen faßten Beschlüsse mit Freuden und wünscht den Arbeitern viel Vorwärts" seine Rede nicht ganz treffend wiedergegeben habe; ihr Einkommen aus den Miethen geschmälert zu sehen fürchten. auch gerecht zu verfahren. Im übrigen begrüßt er die heute ge- mißbilligt. Schmidt bemerkt hierzu, daß der Bericht im thun, als um Verhinderung eines durch die Bebauung verursachten vermehrten Angebots von Wohnungen, wodurch die Grundbesitzer Glück zu ihrem Siege.( Lebhaftes Bravo.) Auf Antrag Arendt's vom Schriftführer des Vereins sei seine Polemit zum theil mißbeschließt die Versammlung, daß in der ersten Woche Unter- verstanden. Er habe in keiner Weise den Mitgliedern des Lokal: Ferner wurde das Verbot der Versammlung im großen Saale ftübungen nicht gezahlt werden. Folgende Resolution wird sodann vereins zu nahe treten wollen und er erkenne die Arbeiten der von mehreren Seiten scharf kritisirt und die Beschreitung des einstimmig angenommen: Lohnkommission vollkommen an. Zadeln müsse er aber die Beschwerdeweges gegen dieses Verbot in Aussicht gestellt. Die öffentliche Holzarbeiter Versamm- schablonenmäßige Absendung der Zirkulare an die Fabrikanten. Rigdorf. Am 9. Februar tagte hier eine öffentliche Ber Iung bekundet ihr Einverständniß mit den Gs seien auf diesen Preise verzeichnet, daß einige Fabrikanten fammlung der Textilarbeiter und Arbeiterinnen aus Bernau, Beschlüssen des Deutschen Holzarbeiter- Wer verwundert sagten: Für den Preis bekommen wir ja das Niederschönweide, Rixdorf und Rummelsburg, um Stellung zu bandes. Die Versammlung erflärt, morgen, Dußend nicht hergestellt, während hier der Großpreis notirt ist. der Einberufung eines Textilarbeiter Kongresses zu nehmen. In den 17. februar die von den Vertrauens Beim zweiten Punkt der Tagesordnung beantragte Schuhfeinem Referat legte Hübscher die Bedeutung eines solchen männern angenommenen Forderungen an die ma cher, für die Zigarrentaschen- und Tresor Branche je einen Kongreffes eingehend dar und plädirte für eine Beschickung des Meister zu stellen. Die Versammlung ver- Bertrauensmann zu wählen. Dem stimmt die Versammlung zu, felben. Dee Diskussion drehte sich wesentlich um die auch von pflichtet sich ferner, dafür zu sorgen, daß die und betraut die Lederarbeiter Brückner und Schuhmacher mit dem Referenten angeregten Fragen der Arbeitslosen UnterKollegen, die dem Verband nicht angehören, diefen Poften. Des weiteren wurde auf die Lohnbewegung in ftüßung, Kontrollmarke und der Gründung von Produktiv- und für denselben gewonnen werden, so daß fie für der Konfektionsbranche aufmerksam gemacht, und zur regen Konsumgenossenschaften. Ein Antrag, daß die Delegirten sich Spätere Bortommnisse gewappnet sind. Unterstützung der Betheiligten aufgefordert. In bezug auf die der Arbeitslosen- Unterstützung gegenüber ablehnend verhalten Im Schweizergarten hatte Wiedemann ebenfalls Lage der Hausindustriellen der Lederarbeiter wurde behauptet, sollen, wurde abgelehnt, ebenso die Absicht, den Delegirten ein das Resultat der Meisterversammlung und der Vertrauens daß hier ganz ähnliche Zustände existiren wie in der Konfektion; gebundenes Mandat zu übergeben. Zu Delegirten wählte die männerversammlung befannt gemacht. Ohne größere Diskussion jedoch empfahl Wunscheck, von einer allgemeinen Lohnbewegung Versammlung John- Niederschönweide und Leift- Bernau. wurde dort gleichfalls die obenstehende Resolution einstimmig in diesem Jahre abzusehen, da bereits eine große Zahl von Ge Rigdorf. Am 11. b. M. sprach hier im sozialdemokratischen angenommen und die Bersammlung mit einem dreifachen Hoch werkschaften in einer Lohnbewegung sich befinden, die besser Verein Vorwärts Schriftsteller Schulz über das Bollsauf das Gelingen der Bewegung geschlossen. Selbstverständlich find mit den Tischlern auch die Drechsler organisirt und von besserem Geist beseelt feien, als die Leder schulwefen. Der Redner, der die Mängel der heutigen Bols schule eingehend schilderte, fand für seine treffenden Darlegungen einbegriffen. Die Möbelpolirer, welche ja mit ihren Forderungen In der freien Vereinigung der Bauarbeiter referirte allgemeine Zustimmung. Unter Berschiedenes zeigte Genosse selbständig vorgehen, haben sich verpflichtet, in allen den Werk stätten, in denen wohl ihre Forderungen, aber nicht die der am 9. d. M. Genosse Pörsch über den Werth und Nutzen der Netzer au an der Hand des preußischen Vereinsgefeßes, wie die Tischler bewilligt find, die Arbeit niederzulegen. Wenn sie auch Gewerkschaften. Die treffenden Schilderungen des Redners über Bestimmungen desselben oft in ganz unrichtiger Auslegung von Ju der nächsten B.rsamm daffelbe nicht von den Tischlern verlangen, so glauben sie doch das Wirken der Gewerkschaftsorganisation fanden in der Ber- den Behörden angewandt werden... die Forderung stellen zu tönnen, daß die Tischler nicht sammlung lebhafte Zustimmung. Bei Erledigung der Vereins- lung wird Herr Dr. Bernstein über das Wesen bes Arbeiten der Möbelpolirer verrichten. Zeigen Sie nun, angelegenheiten wurde beschlossen, den Ueberschuß des Stiftungs- Sozialismus einen Vortrag halten. so schloß der Redner, die Arbeiter Solidarität feftes im Betrage von 15,70 M. der Gewerkschaftskommission Rigdorf. Eine öffentliche Bersammlung der an Holzund zwar dem Fonds für die Gewerbeschiedsgerichts- Wahlen zu bearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter tein leerer Schall ist, und die Arbeiter müssen siegen. Schwarz theilt mit, daß Herr Kommerzienrath Pfaff die überweisen. tagte hier am Freitag im Lokal von Rohr, Knesebeckstr. 49. sämmtlichen Forderungen in seiner Fabrik bewilligt hat. In einer sehr stark besuchten Versammlung des Fach- Eingeladen waren besonders die Arbeiter der NähmaschinenArends erklärt im Namen der Charlottenburger Kollegen, daß vereins der Musikinstrumenten- Arbeiter sprach am möbel- Fabrik von Laborenz. Maschinenarbeiter Stein schilderte diefelben auch die Arbeit niederlegen und sich mit den Berlinern 10. Februar Dr. Pinn über das Them: a: Was ist Bildung. in einem beifällig aufgenommenen Referat, wie die Arbeiter in solidarisch erklären. Millarg theilt im Namen fämmtlicher Der Vortragende beschränkte sich im wesentlichen darauf, den iener Fabrik unter besonders niedrigen Löhnen und langer Holzarbeiter der Vororte mit, daß diefelben sich verpflichtet Nachweis zu führen, welche Reformen für die heutige Volksschule Arbeitszeit zu leiden. haben; auch in bezug auf haben, alle Arbeiten zurückzuweisen, welche die vom Streit be- eingeführt werden müßten. Nach dem Vortrage beschäftigte sich die Schuhvorrichtungen und in hygienischer Beziehung bleibe Nach Beendigung einer recht Versammlung mit der Erledigung der Werkstattangelegenheiten. vieles zu wünschen übrig. Die öffentliche Versammlung der Holzarbeiter von Rig Wie mitgetheilt wurde, follte bei der Firma Kuntze ein Arbeiter regen Diskussion gelangte fodann folgende Resolution zur AnDie Versammlung erklärt sich mit den im Ausstande dorf und Brih, die am Sonntag in den Vittoria Sälen" in entlassen werden, weil er gegen einige Streifbrecher ein nicht nahme: Rigdorf tagte, beschäftigte sich ebenfalls mit dem in Aussicht gerade liebenswürdiges Benehmen zeigte. Da sich aber die Ar- stehenden Berliner Kollegen solidarisch, indem sie dieselben nach stehenden Streit der Tischler Berlins und der Umgebung. Ein- beiter einmüthig gegen eine solche Maßregelung auflehnten, zog besten Kräften unterfiüßen wird." Zum Schluß giebt der Borleitend berichtete Rotom3ti über das Resultat der ausgegebenen Herr Kuntze sein Vorhaben zurück. Eine andere Angelegenheit fizende dem Wunsche Ausdruck, daß nunmehr die Rixdorfer Fragebogen und bemerkte dabei, daß gerade die besser gestellten überwies man der Werkstatt- Stontrollkommission zur Erledigung. Arbeiter der Organisation beitreten mögen. Arbeiter die Fragebogen präzise beantwortet haben und gewillt Die Lofalfrage soll in der nächsten Versammlung entschieden find, für die aufgeftelten Forderungen, neunstündige Arbeitszeit, werden. Neu aufgenommen wurden 52 Mitglieder. troffenen Firmen senden sollten. daß = Bekanntmachung. Yogist? In dem zwischen der Münchener Brauhaus- Actiengesellschaft und einem Drittel der daselbst beschäftigten Brauer schwebenden Streite hatten beide Theile die Entscheidung des Gewerbegerichtes angerufen. Dasselbe trat heute zusammen und entschied: 1. Daß die bestehende Organisation der Brauer 2c. in keiner Weise in Frage kommt. 2. Daß die Forderungen der Brauer in allen Theilen als ungerechtfertigt zurückzuweisen sind. Damit ist die Korrektheit unseres Vorgehens bewiesen. Da die Brauer sich auch nicht dem Ausspruch des von ihnen angerufenen Gerichts fügen zu wollen erklärt haben, betrachten wir diese Angelegenheit für uns erledigt. Das Erkenntniß des Gewerbegerichts werden wir nach Empfang veröffentlichen. Berlin, den 17. Februar 1896. Münchener Brauhaus Actien- Ges. B. Günzel, Lothringerstraße 52. Spezialität: Porträt sozialistischer Führer, Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspißen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten, Bildern u. dgl. sowie jede Drechslerivaare u. Repar.( Man verl. Preiskourant.) Eine der größten Genossenschafts- Molkereien in Holstein wünscht für den Vertrieb ihrer Butter mehrere Detail- Verkaufsgeschäfte zu errichten und sucht dafür gewandte Verkäufer gegen Gehalt und Geschäftsantheil. Diejenigen, welche beste Zeugnisse besitzen und ca. 300 M. 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Er begab sich in die Königliche Klinit, Berlin, Ziegelstraße 5-11, wo ihm die Aerzte eröffneten, daß sie bei der start vorgeschrittenen Entzündung eine Amputation des Beines für unvermeidlich hielten. Dem widersetzte sich der Kranke energisch, verließ die Klinik und suchte lette Rettung in meiner Lohtannin- Badeanstalt, die ihm schon früher empfohlen war. Nach dem Gebrauche von 24 mit Massage verbundenen Lohbädern konnte ich Herrn Vogel aus meiner Kur als geheilt entlassen und war derselbe im stande, seinem Geschäfte wieder vorzustehen. Dieses wirklich glänzende Resultat erreichte ich ohne Berabreichung von Medikamenten, einzig und allein durch die heilkräftige Wirkung meiner Bäder. Es könnte mir nur erwünscht sein, wenn Interessenten sich an Herrn Vogel selbst um nähere Auskunft wenden würden, der meinen Bericht in allen Theilen gern bestätigen wird. G. Münsel's Lohtannin- Bade- Anstalten Ansbacherstr. 19, Wallstr. 70, Neu- Cöln a. 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Februar. 11 Uhr. Zlm Ministertische: Minister Thielen und Kommissarien. Der B a u- E t a t steht zur Spezialberathung. Berichterstatter der Budgetkommission Abg. v. Tiedemann- Bomst: Bei dem Einnahme-Titel„Brücken-Fähr- und Hafengelder. Strom- und Kavalgefälle 3 300 000 M." ist eine Mehreinnahme von 100 000 M. eingestellt, die in der erwähnten Summe ent- halten ist. Abg. Gothein(fr. Vg) dankt der Regierung für das maß- volle Borgehen in der Erhöhung der Kanal- und Stromabgaben, er bittet namentlich das Prinzip aufzugeben, daß bei niedrigem Wasserstande die Gebühren erhöht werden; das mache den Echiff-verkehr, namentlich mit nur theilweise beladenen Schiffe», unrentabel. Soll eine allgemeine Stromabgabe eingeführt werden, so muß sie jedenfalls niedriger als die Kanal« abgäbe sein. Abg. Schmieding(natl.): Die jetzige Systemlosigkeit in den Strom- und Kanalabgaben muß aufgehoben werden. Abg. V. Pappcnheim(k): Meine Freunde sind keine prinzipiellen Gegner der Kanalbauten, wie vielfach behauptet wird; wir wünschen nur, daß nicht bedeutende Staatsmittel in solchen Bauten für Privatinteressen festgelegt werden. Abg. Bueck(natl.): Es wäre sehr zu beklagen, wenn die natürlichen Wasserstraßen ebenfalls mit Abgaben belastet werden sollen. Regiernngskommissar Ministerialdirektor Schultz: Ueber die Erträge der Kanalgebühren bitte ich die Monographie abzu- warten, die ich darüber veröffentlichen will. Nach längerer Debatte wird die Position gemäß einem An« trage des Abgeordneten Gerlich an die Budgetkommission zurückverwiesen. Damit ist das Einnahmekapitel erledigt. Bei der Ausgabeposition„Minislergehalt" wünscht der Abg. Wallbrecht(natl.) eine Trennung des Arbeits- Ministeriums von dem Eisenbahnministerium, da ein Minister beide Ressorts nicht verwalten kann, wie die Mängel bei zahl- reichen neuen Bauten ergeben. Minister Thielen: Was der Vorredner zur Begründung seiner Forderung anjührte, passe für diesen Zweck sehr wenig. Mängel kommen bei allen Bauten vor. Aber wenn die Han- novernner mit ihrer technische» Hochschule nicht zufrieden sind, so liegt das daran, daß sie einen besonderen Geschniack habe».(Heiterkeit.) Für unsere Bauverwaltung wäre es ein schwerer Schlag, wenn sie nach dem Wunsck.e des Vorredners einer einheitlichen Zentralleitung entbehren müsse. Auf eine Anfrage des Abg. v. Pnttkamcr- Plauth(k.) er> widert der Regierungskommissar Geh. Rath Schultz, daß die Regu> lirungsarheiten an der Nogat bei Jonasdorf zum Schutze gegen Hochwasserschäden sortgesetzt werden solle» und Ver Handlungen mit dein Finanzminister wegen der erforderlichen Mittel stattfinden. Bon den Abgg. Jiirgenscn(natl.), Wurnibach(natl.) und Schmidt-Warburg(Z.) werden lokale Wünsche geäußert, von letzterem nach Kanalisirung der Weser. Minister Thielen erwidert, daß dies Projekt schneller ge- fördert werden könnte, wenn die Stadt Höxter sich zu einer enb sprechenden finanziellen Leistung entschließen könnte. Nach längerer Debatte, in welcher ausschließlich örtliche Wünsche zur Sprache kamen, wurde das Ordinarium genehmigt. Das Extraordinarium wird nach längeren Erörterungen über Schädigung der Adjazenten durch den Oder-Sprec-Kanal bis zum Titel 4 genehmigt. Nächste Sitzung Mittwoch 12 Uhr: Kleine Vorlagen, An- träge, Petitionen und Fortsetzung der eben abgebrochenen Bc rathmig. Schluß 43/4 Uhr. Sächlifchrv Tandksg. Dresden, 16. Februar. Wohl nie haben Regierung und Kartellparteien eine so traurige Stellung eingenommen, als bei der Berathung des Wahlgesetz-Entwurss am 12. und 13. Februar. Die Konservatwen und Nationalliberalen haben durch ihre ungemesscne Herrschsucht. die in dem Gesetzentwurf zum Ausdruck kommt, in ihrem eigenen Lager eine Rebellion erzeugt, die wir zwar nicht überschätze». die aber etwas völlig Neues in der Geschichte der sächsischen Orduungsparteien darstellt. Und noch dazu sind es die ver- »mistigeren Elemente, die in Opposition getreten sind. Kein Wunder, daß die Fraktionen dieser Parteien noch unsicherer in die Debatte über den Gesetzentwurf gingen, als dies ihr eigenes böses Gewisse» bedingte. Und die Regierung! Wie schwächlich stand sie vor der Oeffenllichkeit da, obgleich sie von einer konservativen Mehrheit sich gestützt weiß. Ein kapitalistischer Abgeordneter, M a t t h e s, gab in seiner unfähigen Vertheidigung des Entwurfs die Weisheit zum besten:„Die Regierung muß re« gieren." Dazu fehlt aber dem Ministerium M e tz s ch das Zeug. Vielmehr hat dieser Minister, der die persönliche Slreberpolitik eines Mehnert nicht von der Hand weist und von dessen Elogen zehrt, den Slaatskarren verfahren. Von der Hos- rathspartei emporgetragen und gestützt, ist er doch kein gewandter Führer, der Uebertreibungcn zu verhindern wüßte. Und so ist er. der in Wahlrechtssachen zu schieben glaubte, so sehr ge- schoben worden, daß arge Verlegenheiten entstanden. Von oben her werden darum auch Entschuldi aungsreden bekannt, die große Verlegen h e i t d o k u m e n t i r e n. Trotzdem wird da8 Ver hängniß der Wahlrechtsvernichtung seinen Lauf nehmen, denn man will das Ministerium Metzsch, das von der Hofraths- parlei mit allen Mitteln gestützt wird, nicht fallen lassen, weil das ein zu großer Triumph für die Sozialdemokratie wäre. Die ganze Situation erinnert lebhaft an die Umsturzkampagne des Koller:c. im Reichstage; nur daß bei uns die Hintertreppen- Politik siegen und der Entwurf angenommen wird. Unter solchen Umständen mußte aber das Austreten der Re- aierung um sck unsicherer sein. Der Oppositionssturm ini Lande that das seinige dazu, ebenso die Ableugnung der National- liberalen, bei dem Entwurf Gevatter gestanden zu haben. Man konnte zwar von den Vertheidigern des Gesetz. entwurfs keine tiefgehende Begründung erwarten, aber mehr halten wir doch erwartet, als geboten wurde. Der Minister ver- trat den Standpunkt der Revanchepolitik, insofern auch er behauptete, die sozialdemokratische Forderung der Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts sei die Ursache zur Einbringung des Gesetzentwurfes gewesen. Unser Genosse Geyer bezeichnete dies als unwahr, da vorher schon Verhandlungen zwischen dem Minister und den Karlellparteien statt- gefunden hätten, und geißelte außerdem diese Revanchepolitik als kindlich die selbst von verständigen Gegnern veruriheilt werde Ebenso wurde die beweislose Behauptung zurückgewiesen, die Objektivität der Landtagsverhandlungen habe unter der sozialdemokratischen Opposition gelitten; selbst Regierungsorgane hätten diese Objektivität anerkannt. Das Prinzip des„elendesten aller Wahlsysteme" wurde vom Minister mit der abgrundtiefen Weisheit verlheidigt, die Re- gierung könne die Richtigkeit der Doktrin nicht anerkennen, daß das Recht, zu wählen, ein unveräußerliches, jedem Staatsbürger zu- kommendes sei. Nicht jeder habe das Recht auf Ausübung des sog. Herrschaftsrechtes. Dem Minister wurde darauf die Lehre zu theil, daß durch eine Politik, die auf solchen Grund- sätzen beruhe, die Idee des Konstitutionalisums erschüttert und dem Absolutismus wie der Gewaltpolitik die Bahn bereitet»verde; wie auch die Folgen einer derartigen Politik in zutreffender Weise von de» sozialdemokratischen Rednern geschildert wurden. Am Schluß seiner Rede bezeichnete Geyer den Entwurf als ein e w ige s Schandmal für deren Urheber. Was nun die alten, fadenscheinigen Gründe betraf, man müsse das Wahlrecht beseitigen, um die„destruktiven Tendenzen" zu treffen und die„revolutionäre Thäligkeit" der Sozialdemo- kratie zu hindern, die wurden von unseren Rednern Fraß- dorf. Geyer, Goldstein und Stolle mit grausamer Lust zerzaust. Von den konservativen Reden ist keine einzige werth, hier besprochen zu werden, sie standen noch tief unter der des Ministers. Der Abg. O p i tz hatte sich zu seiner Rede„nicht vorbereitet" und als Stegreifrede erreichte sie nur seine Dutzend- reden, in denen er regelmäßig nach der Gestaltung des Zukunsts- slaates fragt. Bemerkenswerth war nur die Offenheit, mit der er erzählte, den sozialdemokratischen Wählern werde„mit voller Absicht und mit vollem Bedacht das Wahlrecht beschränkt". Diese Offenheit, für die ihm von sozialdemokratischer Seite ge- dankt wurde, stand im vollsten Gegensatz zu der Behauptung, man wolle die sozialdemokratische Opposition nicht aus dem Land- tag beseitigen. Mehr Berücksichtigung fanden bei unseren Rednern die Aus- sührungen der Nationalliberalen, auf die es hageldicht Hiebe herabregnete, so daß deren Redner unter der Wucht der Anklagen zusammensanken. Es wurde ihnen, die die Sozialdemokratie als vaterlandslos bezeichneten, der Hochverrath ihrer Partei- genossen vom Jahre 1866 vorgehalten, ferner die Umwerbung der„vaterlandslosen Gesellen", wenn es sich um deren Stimmenfang bei Reichstagswahlen handelte, wie z. B. in Bremen, sowie die streberische Art, mit der sie der Regierung sich zu Diensten stellten, nur um etwas— Einfluß zu gewinnen. Die Aussprüche der v. Treitschke, Freytag u. s. w. wurden in» Saale vertheilt und so der nationalliberalen Heuchelei mit Peitschenhieben gedient. Der Regierung wurde obendrein vorgehalten, daß sie nach dem Kriege von 1866 um die Sympathie des Volkes geivorben habe, damit sie eine Stütze gegen die Nationalliberalen, die für die Einverleibung Sachsens in Preußen agi- tirten, erringe und habe deshalb damals das jetzt noch bestehende Wahlrecht gegebe». Jetzt st ehe die Re- gierung niit diesen Annexionisten im Bunde gegen das Volk. Am ersten Tage zerpflückte Goldstein die Haupt bestimmungen des Gesetzes und wies nach, wie die dritte, sowie die zweite Wählerklasse vor der ersten benachtheiligt seien, kurz. die Wirkungen des berüchtigten preußische» Dreiklassen-Wahl- system wurden warnend den Gegnern vor Augen gehalten, die Mncheilschafte» der Führer aufgedeckt, die Gewaltpolitik gegeißelt, die„doppelte Buchführung" aufgeinuzt und die Ehrlichkeit, Arbeitsamkeit und Leiden des Volkes, für dessen Recht aus tiefster Ueberzeugung die Opposition eintrete, der politischen Heuchelei, Herrsch- und Genußsucht der herrschenden Klassen gegenübei gestellt. G o l d st e i n wies auch darauf hin, daß viele derer, die jetzt für den Gesetzenlivurf sind, sich selbst aus dem Landtag hinauswerfen helfe», denn künftig werde nach dem neuen Gesetz der Landtag nur Vertreter des Großkapitalismus aufweisen, die Uebermacht der Plutokratie sei»ach dem Gesetze entivurs zu groß, um noch Vertreter des Mittelstandes hereiiu zulassen, es sei denn als Staffage. Am zweite» Tage hielt Genosse Stolle-Gesau eine ausgezeichnete Rede, in der er besonders die sozialpolitische Seite der Sache berührte. Auch er setzte den Nationalliberalen G e o r g i matt. Die Vergewaltigung, die Ungerechtigkeit, die durch den Gesetzeutwurf ausgeübt werde, verurtheilte er scharf. Fr ä ß d o r f schilderte den Eindruck, de» dieser Raub am Wahlrecht auf die arbeitenden Klassen ausüben»verde; es werde aber dafür gesorgt werden, daß dieser Raub nicht in öluhe genoffen werden könne. Auch er geißelt das Ver- gehen, das an den Arbeitern geübt wird, nach verschiedenen Seiten und weist auf die der Regie- rung wie den gegnerischen Parteien ungünstigen Folgen hm. Warum lege man denn der 1. Wählerklasse keine längere Dienstzeit beim Militär auf, wie der 3. Klasse; oder warum schicke man die erstklassigen in» Kriege nicht den Wähler» dritter Klasse voran? Ueberhaupt wurde die allgemeine Wehr- pslicht als Beding» iß für die Gewährung des allgemeinen Wahlrechts hervorgehoben. Auch Geyer ergriff noch einmal das Wort zu scharfer Abwehr. Nun fei noch bemerkt, daß auch aus den Reihe» der Gegner Stimmen laut wurden gegen den Entwurf, so von den beiden Antisemiten Theuerkorn und Schubert. Die National- liberalen Preibisch, Richter und R o l l f u ß, die aber nur gegen das im Entwurf niedergelegte Wahlsystem oppoimte», sonst aber die Hand zur Verminderung der sozialdemokratischen Landtags-Abgeordueten boten. Aus ihnen sprach, wie aus der Mehrheit, die Furcht vor der Sozialdemokratie; aber sie iürchten, daß durch die Ungerechtigkeit dieses Gesetzes die Sozialdemokratie noch gestärkt werde. Ferner wollen wir bemerken, daß die parteiische G e- schäftsführung Ackern, ann's einen Sturm herbei- führte, da die sozialdemokratischen Abgeordneten sich nicht be- schimpfen lassen wollten, ohne daß der Präsident eingriff. Die Selbsthilfe durch sZwischenrufe bestrafte dieser Kartellpräsident durch Ordnungsrufe, wie er auch Geyer rügte, weil derselbe sagte, die Gegner hätten Furcht vor der Sozialdemokratie. Geyer wählte zur Heiterkeit des ganzen Hauses dafür das Wort Besorgniß. Auf eine Blamage mehr oder weniger kommt es dem alten Reaktionär jedoch nicht an. Natürlich hat der Ministcr v. Metzsch nichts a» dieser„Objektivität" Ackermann's aus- zusetzen. Endlich, nach zwei sechsstündigen Debatten, wurde der Gesetzentwurf gegen die Stimmen der 14 Sozial- demokraten an die Gesetzgebungs-Deputation ver- wiesen. Am 14. Februar hatte diese Deputation die erste Berathung über den Entwurf; doch wurden nur Vorfragen behandelt. Als Referent sollte— wie bezeichnend— der alte Streit, Kammer- fortschritller, fungiren, der nur aus Gesundheitsrücksichten ab- lehnte. Dann wurde der Abg. Rüder dazu bestimmt, der be- kanutlich schon bei den letzten Landtags- Wahlen verrieth, daßein neu es Wahlgesetz kommen werde. Streit meinte, man müsse den Entwurf schnell durch- berathen. damit nicht noch mehr Unruhe im Lande e n t st« h e. Was das doch für kluge Leute sind! Vavkei-'Machvichtett. A«S den Parteiorganisationen. Der sozialdemokratische Verein in O f f e n b a ch hatte im vorigen Jahre einschließlich eines früheren Bestands eine Einnahme von 2676,06 M. Nach Abzug der Ausgaben blieb ein Kassenbestand von 400,90 M. übrig. Der Parteikasse in Berlin sind 600 M., der ttreiskaffe für den Wahlkreis Offenbach 347,05 M., den Angehörigen der im Essener Meineidsprozeß Verurtheilten 100 M. überivieseu worden. Für in Roth gerathene Mitglieder wurden durch frei- willige Sammlungen 40 M. aufgebracht. Die Zahl der Mit- glieder hat etwas zugenommen. Der Verein hielt 14 Mitglieder- Versammlungen und 5 Volksversammlungen ab. Außerdem arrangirte er die Maifeier, die Lassallefeier, sowie andere Fest- lichkeiten ec. Flugblätter wurden verbreitet: zwei im Kreise Dieburg und gelegentlich der letzten Stadtrathswahl drei in Offenbach. Zum Zwecke besserer Propaganda für den Verein ist eine Agitationskommission gewählt worden. Die Organisation des Wahlkreises Offenbach-Dieburg hatte im vergangenen Jahre einschließlich 1964,59 M. früheren Bestandes eine Einnahme von 4030,37 M. Nach Abzug der Ausgaben blieb ei» Ueberschuß von 2648,53 M. Für Gerichts- und Anwaltskosten sind 139,06 M. ausgegeben worden. Eine starkbesuchte KreiS-Parteiversammlung in Ohligs faßte gegen drei Stimmen eine Resolution, worin sie sich mit dem gegen Schumacher gerichteten Beschluß des rheinischen Partei- tags einverstanden erklärt und an den Partei-Aukschuß, beziehent- lich an die sozialdemokratische Reichstagsfraktion daS Ersuchen stellt, Schumacher als Mitglied der Fraktion nicht mehr anzu» erkennen. Die drei Genossen, die gegen diese Resolution stimmten, hatten— nach dem Bericht der„Bergischen Arbeiterstiii, me"»-- erklärt, daß ihnen die Resolution„nicht weit genug" gehe. Wir theilten schon früher mit, daß sich die Fraktion in nächster Zeit mit der Solinger Angelegenheit beschäftigen wird. Die Anregung dazu ist von Schmnacher selbst ausgegangen. Im Adreßbuch des thüringischen Städtchens S a a l f e l d ist diesmal die Druckerei des sozialdemokratischen„Saalfelder Volksblatts" einfach weggelassen, weil man für die verflixten Sozi nicht auch noch Reklame machen wolle. So viel Bosheit diesem Schildbürgerstreich zu gründe liegt, so wenig schadet er der Druckerei unseres wackeren Bruderorgans, denn diese ist in der ganzen Gegend ohnehin so bekannt, daß sie der Erwähnung im Adreßbuch gar nicht bedarf. Polizeiliches, Gerichtliche» it. — Eine Vorlesung ans Dodel-Porl's Buch„Moses oder Darwin?" wurde in einer öffentlichen Versammlung in Pohlitz in Reuß ä. L. dadurch inhibirt, daß einer der über- wachenden Beamten das Buch k o n s i s z i r t e. Das ist wieder eine hübsche Illustration zur deutschen„Meinungsfreiheit". — 40 M. Geldstrafe muß der Parteigenosse G. Temmler aus Limbach i. S. bezahlen, weil er als Vorsitzeuder einer Volksversanimlung die Anirshauptmannschaft Glauchau beleidigt haben soll. Außerdem wird das Urtheil in zwei Sälen 8 Tage lang aus Kosten Semmler's ausgehängt. — Wege» Veröffentlichung der falschen Nachricht eines Mill- Häuser Korrespondenz-Bureaus, daß in einer Meineidsaffäre der Angeschuldigte außer Ve» folgung gesetzt und dafür die Haupt- belastungszeugin in Haft genommen worden sei, wurde Genosse Z i e l o w s k i als früherer Redakteur der elsässischen Ausgabe des„Offeuburger Volksfreundes" vom Ofsenburger Gericht zu 50 M. Geldstrafe und sämmtlichen Kosten sowie zur Urtheilspublikation in mehreren elsässischen Blättern verurthcilt. — Die L ü n e b u r g e r Polizei hatte im vorigen Jahre aus einer öffentlichen Wahlkreis-Konserenz die Frauen weggewiesen. weil die Konferenz ein politischer „Verein" fei. Alle Vcrwaltungsinstanzen. auch der Ober- Präsident v. Bennigsen, der Führer der national« liberalen Partei, hieße» das Vorgehen der Lüneburger Polizei gut. Anders dachte das dortige Schöffengericht, dessen Entscheid der Genosse Schneider anrief. Er hatte ein Strafmandat be- kommen, weil er den„Verein"— eben die Konferenz— nicht angemeldet und dessen„Statuten" nicht eingereicht hätte. Das Schöffengericht erkannte auf Freisprechung; die Konferenz sei kein politischer Verein. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, beantragte in der betreffenden Sitzung des Land- gerichts aber selber die Bestätigung des freisprechen- den schöffengerichtlichen Urtheils und der Gerichtshof erkannte kurzerhand, ohne sich zurückzuziehen, daß die staats- anwaltliche Berufung als unbegründet zu verwerfen sei. Vor- sichtshalber hatte sich Genosse Schneider eine» Amvalt ge- nommen; sein Antrag, ihm die Kosten der Vertheidigung ans der Staatskasse zn ersetzen, wurde ober vom Landgericht abgelehnt, weil der Sachverhalt sich a l s s o klar herausgestellt habe, daß der Angeklagte eines Verlhcidigcrs nicht bedurft hätte. Warum das der R eg i eru n g s p rä s i d e n t und der O b er p r ä s i- d e» t der Provinz Hannover nicht ebenfalls bemerkten, begreift sich außerordentlich schwer. — Die Staatsanwaltschaft in Schweidnitz hat daS Verfahren eingestellt, das sie gegen de» Redakteur Feldmann in Langen. bielau begonnen hatte, weil dieser durch den Leitartikel der Nr. 101 des„Pioletariers" den Kriegs- und den Justizminister beleidigt haben sollte. - Wegen„Aufforderung zum Boykott" einer Brauerei hat in Dortmund Genosse M ä d i ck e ein Strafmandat erhalten, das auf 100 M. Geldstrafe beziehentlich 4 Wochen Hast lautet. Die Aufforderung wird darin gefunden, daß er als Vorsitzender der Versammlung eine die Angelegenheit betreffende Resolution verlas. Daß das Verlesen einer Boykottresolution noch keine A usforderung zum Boykott ist, wird wohl auch das Gericht finden, dessen Entscheidung von Mädicke angerufen ist. — Wegen Beleidigung der Erfurter Polizeiverwaltung wurde Genosse I. W i e h l e als verantwortlicher Redakteur der „T h ü r i n g e r T r i b ü n e" zu 100 M. Geldstrafe verurlheilt. Das Vergehen ist in einer Notiz gefunden worden, worin u. a. beleuchtet war, daß zwei am Feilenhauerstreik betheiligte Ar- beiter, die von ihre» Meistern der Nöthignng bezichtigt wurden, ivie Verbrecher, mit Handschellen g e f e s s e l t. an> hellen Tage durch die Straße» nach dem Gerichtsgefängniß transportirt worden waren. Der Schutz des§ 193 wurde dem Angeklagten selbstverständlich versagt. — ß 19 des sächs. VereinsgesctzeS schreibt vor, daß jeder Verein, dessen Zweck sich auf öffentliche Angelegenheiten bezieht, auf Verlangen der„Ortspolizeibehörde" alle auf den Verein bezügliche Auskunft zu erlheilen hat. Auf diesen Paragraphen gestützt, verlangte die A m t s h a n p t m a n n s ch a f t zu Pirna im April v. I. vom Vorsitzende» des sozialdemokratischen Wahl- Vereins für den 3. Reichstags- Wahlkreis, Genossen Teich- m a n n in Pirna, die Eirneichung der Mitgliederlisten. Teich- mann ivcigerte sich, dies Verlangen zu erfüllen, und bestritt der genannte» Behörde das Recht dazu. Nur die Polizei- behörde zu Pirna sei dazu berechtigt, weil dort der Verein seinen S i tz habe. Das Schöffengericht zu Pirna erachtete die Amtshauptmaunschast für berechtigt, weil der Verein Wander. Versammlungen i», Bezirke der Amtshnuplmannschaft abgehalten hatte, und belegte Teichniann mit einer Geldstrafe von Wilmersdorfer Siebertafel, Deutsch ftraße 37 bei Jablonski. Gefargverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 28, Bentralhalle. Wacht auf I, Wörther und Ryfeftraßen EcteWilmersdorf, Bad. Sarmonie III, Mirrorf, Bergstr. 142 bei Schimkäse. Sangesluit, Alpenglühen, Manteuffelstr. o bei Nomad. Waldfapelle, Butbuferfir. 30 bei Reimann. Edelweiß I, Melchiorftr. 15 bei Stehmann. Gefango. Myrthe, Alte Jakobftr. 68 bei DieffenFürstenstr. 18 bei Hering. bei Wiedemann. bach. Gesangverein Kreuzberg, Schönleinfr. 6 bei kraag.- Gefangverein Der Enterbten, Gwinemünderftr. 120, bet Otto Bachgänger.- Gefang= verein Deutsche Liedertafel, Blumenstr. 38 Gesangverein Frohlinn I, Rummelsburg, Göthestraße, Ede Kantpraße Sauermann. 30 M. 2. fügte sich dem Urtheil nicht, fondern legte Berufung geforderte Rohnerhöhung bei der Jura- Simplonbahn 1300 000 ein, und zwar mit Erfolg, da vom Tresdener Landgericht auf Franks, die Verwaltung offerirt 600 000 Frants; bei der Freisprechung erkannt wurde. Gegen das zweitinstanzliche Urtheil Bentralbahn rund eine Million, angeboten wird eine halbe legte die Staatsanwaltschaft wegen unrichtiger Gesetzesanwendung Million; bei den Vereinigten Schweizerbahnen 400 000 Frts; das Rechtsmittel der Revision ein und es hatte sich nunmehr der die Offerte bietet gegen 200 000 Frts. Garnichts wollen die Ver Straffenat des Oberlandesgerichts mit dem Falle zu beschäftigen. waltungen von der planmäßigen Lohnfkala und von der DienstDieser Gerichtshof erklärte die Auffassung, daß nur diejenige pragmatik wiffen. Sie haben sich bei der Willkür und GünstlingsBehörde zuständig sei, welche sich am Size des Vereins befinde, wirthschaft besser gestanden und wollen daher keine Aenderung, für unzutreffend. Es wurde deshalb vom Straffenat das Er- die aber nach den reichen Erfahrungen gerade die Angestellten bei Mertens. tenntniß des Landgerichts aufgehoben und die Sache zur noch dringend fordern. Die„ Neue Zür. 3tg." flagt, daß die Anmaligen Verhandlung und Entscheidung an diese Borinstanz geftellten die Unfähigen und Nachlässigen gerade so gut bezahlt zurückverwiesen. In erneuter Verhandlung hat nun das Land- haben wollten, wie die Züchtigen und Pflichttreuen, was feine gericht das Schöffengerichts- Urtheil bestätigt. Verwaltung sich bieten lassen fönne; fie verschweigt dabei, daß Unfähige und Nachlässige auch heute schon überhaupt nicht im Dienste behalten werden. Meter. bei Ber= Arbeiter Gesangverein Olympia, Adalbertir. 8 bet Gefangverein Abendroth, Deutsch Wilmersdorf, Ber: Deutscher Männersang, Belforterstraße 15 bei Schneider. Handschuhmacher- Gesangv. Arion III, Brandenlinerstraße 40 Voltsgarten". Gefangverein Rütli: burg a. S., Hauptstraße, Wintel's Calon. Friedenau, Sandjern- und Rönnebergerstraße- Ecke im Restaurant Weinert. Erdmann. In einer Volksversammlung in Flversgehofen bei Gefangverein Alpenveilchen, gem. Chor, Reinickendorferstr. 7a Gefangverein Sängerhorst, Mariannenstr. 48 bei LiebeHenschel. Gefangverein Bruderbund, Usedomftr. 22 bei Fidinger. Erfurt, wo Redakteur Hülle das Referat hatte, erging sich ein Gesangverein unferen Parteigenossen unbekannter Mann in allerlei tonfusen Wolff's Bureau verbreitet über die Eisenbahner- Bewegung Gefangverein Süd- Ost, Cuvryftr. 25 bet Wilhelm Grbe. Gesangverein Freie Felblume, Wienerfiraße 81 bei D. Klein. Reden über den Kaiser von Rußland. Der überwachende folgende Depeschen: Gesangverein FreiLiberté, Wrangelfiraße 84 bei G. Redanz Olten, 16. Februar. In einer heute Vormittag statt eit III in Weißenfee, Röntg- Chauffee 38 bet Pfeifenmüller. Freier Gendarm löfte deshalb die Versammlung auf. Weiter hatte der Gefang Hüter des Gesetzes die Freundlichkeit, dem Vorsitzenden der Ver- gehabten Versammlung der Beamten und Arbeiter der Zentral: Gängerchor Alt- Glienice, köpenickerstraße bet Karl Witte. sammlung, Genossen Markus, nachträglich mitzutheilen, daß er bahn erstattete das Initiativkomitee Bericht über die Lohn- perein te berball, Admiralfir. 21 bei Schieber.- Gefangverein Hand Gefangverein Georginia, in Sand I, Mariannenstr. 41 bei Richter. Gefangverein Myrthenblätter, Prenz denjenigen, der über den 3aren gesprochen hatte, wegen verhandlungen mit dem Direktorium. Nach lebhafter Diskussion Görligerstr. 52 bei Vogel. lauer dee 6 bei Stein. Majestätsbeleidigung anzeigen werde. Den Gendarm wurde beschlossen, das Anerbieten nicht anzunehmen, an Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend hat wohl das Studium der neuesten asiatischen den Forderungen festzuhalten und die Weiterführung der Alle Zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an P. Gent Politik des Deutschen Reichs zu dem spaßhaften Zapfus Angelegenheit dem Zentralvorstand des schweizerischen Ver- Dresdenerstr. 107/108. Dienstag. Musikverein Soffnung, Görligerstr. 63 bet bandes der Eisenbahnangestellten zu übertragen. Mufifverein Münstermann, Hochstr. 32a bei Schmidt. verführt. Theatergefellſchaft Liberté, Reichenbergerfir. 54 bei Schafter. gnügungsverein Nordwacht, Perlebergerstr. 28 bei Hermerschmidt. Theater Theatergesellschaft 3ielbewust, Frankfurterfir. 183 bet Gold. Theaterverein verein Freier Wille, Admiralstr. 18c, Märtischer Sof Geselliger Verein muntere Geister, Brunnenstr. 52 bei Raschte. Unter uns, Beuffelstr. 66 bei Fischer. Geselliger Verein Siegniger Schweiz, Forsterstr. 9 im Restaurant. Gefang-. Turn- und gelellige Vereine. Dienftag. Männer- Gesangverein Gangestreue, abends von 8-10% Uhr bei Brok, Annenstr. 9.— sang Mufitverein Frisch auf", Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. verein Anafreon, abends von 9-11 Uhr im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße 16 bei Bergner, früh. Ehrenberg.- Theaterverein Tata Toto, Theaterverein Sigung abends bei meinede u. Dette, Kalferstraße 11. Freter Wille, abends 8% Uhr im Märkischen Hof, Admiralfir. 18 c. Arbeiter- Bitherverein Einigteit, bei Streit, Naunynftr. 86, Uebungsstunde. Arbeiter Bitherflub Freiheitstlänge, abends von 8 bis 11 1hr Bitherklub Alpen= Theater= bei W. Richter, Bülowfir. 65 am Dennewig- Platz. gruß, abends 9% Uhr in den Dranienhallen, Dranienſtr. 51. verein Freundestreis um 9 Uhr bei Raporte, Solmsstraße 1. Gäfte wiltommen. Vergnügungsverein Gemüthlichtett, Sigung Berliner Dilettantenbühne rautsstraße 6 beim Gastwirth Böttcher. Gefelliger Rheingold II, abends% 10 Uhr Ackerstraße 145 bet Wizel. Berein Brüderschaft Berlin Nord- West, Perlebergerstraße 9, Tambourverein Restaurant Dittmann, abends 9 Uhr, darauf Fidelitas. Uebungsstunde bet Oberschmidt, Weinreiweg, gegründet 1890. Stattlub Schlechte karte", abends von 9-11 Uhr -" Wegen Beleidigung einiger fölnischer Straf- Aarau, 16. Februar. Die heutige Generalversammlung anstalts- Beamten wurde Genosse Feldmann in Langenbielau des Verbandes der Angestellten der schweizerischen Transport zu 200 M. Geldstrafe verurtheilt. Gegen ihn ist übrigens schon anstalten, welche von etwa 12 000 Personen besucht war, wieder eine neue Anklage erhoben worden. In einem Artikel nahm einstimmig eine Resolution an, welche befagt, es fei, in Nr. 1 des Proletarier", in welchem aus der Grafschaft da fein anderer Ausweg zur Erreichung des gewünschten Glah berichtet wird, daß Waldarbeiter zum Beitritt in einen Zieles vorhanden sei, im Prinzip der allgemeine Aus= der schweizerischen Kriegerverein gezwungen worden sein sollen, soll eine Beleidigung stand Eisenbahn- Ange enthalten sein. stellten zu erklären. In der Hoffnung jedoch, daß die in letter Stunde au einem VerPablo Iglesias' Freilassung. Aus Madrid Berwaltungen sich meldet man uns: Am 6. Februar wurde Genosse Pablo Iglesias gleich auf friedlicher Grundlage entschließen würden, und dem Wunsche, es in Freiheit gefeßt, nachdem er die Strafe von vier Monaten und mit zum möge nicht Aeußersten einem Tage Gefängniß verbüßt hatte, die ihm der Gerichtshof tommen, richte die Versammlung die dringende Bitte an von Malaga wegen einer während des Streits der Arbeiter der die Direktionen, sie möchten sich bis zum 29. Februar zu einer Konferenz mit dem Zentralkomitee des Verbandes " Industria Malaguena" gehaltenen Rede auferlegte. der Angestellten der schweizer Transportanstalten verstehen, damit in gemeinsamer Berathung die Angelegenheit gütlich geregelt werde. Sollten die Direktionen dem Wunsche nicht entsprechen, oder kein Vergleich erfolgen, so sei das Zentralkomitee der Eisenbahnbeamten ermächtigt, die nöthigen Maßnahmen zu treffen, welche für die gesammten organisirten Eisenbahnbeamten verbindlich seien. Die Generalversammlung verlief in größter Ruhe. Gewerkschaftliches. Das Gewerbegericht zu Berlin ersucht uns in der Ausstandssache der Hutmacher Berlins um Aufnahme folgender Bekanntmachung. In Gemäßheit des§ 66 des Reichsgesetzes betreffend die Gewerbegerichte vom 29. Juli 1890 und§ 75 des Ortsstatuts 26. Oftober für die Stadt Berlin vom 1892 wird hiermit be2. November kannt gegeben, daß vor dem in dem Ausstande der Hutarbeiter Berlins als Einigungsamt angerufenen Gewerbegerichte zwischen dem Hutfabrikanten- Berband und den ausständigen Hutarbeitern in der Sizung vom 10. Februar 1896, an welcher theilgenommen haben: 1. Magistrats- Assessor von Schulz als Vorsitzender, 2. Fabrikant 2. Fabrikant Beigert} als Arbeitgeber- Beisiger, 4. Hutmacher und 5. Tischler Millarg} als Arbeitnehmer- Beisiger, nachstehender Vergleich geschlossen worden ist: 1. Sämmtliche ausgesperrten und ausständigen Arbeiter mit Ausnahme der Frau Schwägerle find ohne jebe Maßregelung einzustellen und zwar auf ihre alten Pläge. In Tours in Frankreich streiken die Arbeiter der Schuh fabrit von Mary Bouyer. Ueber 150 Holzhauer, die im Walde von Amboise bei Tours beschäftigt waren, haben wegen Differenzen mit der Forstverwaltung die Arbeit eingestellt. bergsweg 11D. bei Bogel, Görligerstr. 52. Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8%-10% Uhr in der Turnbolle tes Leffing- Gymnafiums, Pantstraße 9-10.Turrverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter Turnerbundes. Jeden Dienstag und Freitag abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung 5. Männer Staligerstraße 55/ 56.4. Männerabtheilung Stephanstr. 3. abtheilung Ackerstr. 67.- 1. Lehrlingsabthet ung Friedensir. 37.- 8. LehrlingsDamenabtheilung Mariannenufer 1a. Turnabtheilung Boechstraße 27. verein Norden, jeben Dienfiag Abends von 8 bis 10 be in ber Berliner Athletenverein Felfenfeft, Turnhalle, Prinzen Allee 8. jeben Dienstag und Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant 8um biden Albert", Kottbuferstr. 6. Rauchklub Sorgenfrei, abends 9 Uhr Rauchflub Deutsche Flagge, amerikas( United Hatters of North- America) erfennt jetzt abends range: Die Gewerkschaft der vereinigten Hntmacher Nord: bei Barel, Ballisadenstr. 22. Rauchflub Ruhiga, abends 8 Uhr, bei Behrend, Gräfestraße 5: Sigung. Bergnügungsverein Jm Brand, alle Mitgliedstarten ausländischer Gewert- bet Stavici, Barnimstraße 22. Neuer Berliner Rauch klub, schaften ohne weiteres an und läßt deren Inhaber, die zu Liegnige ftr. 30 bei Rafemann. Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Rauchtlub gereiften fremden Hutmacher, zur vollen Mitgliedschaft zu, ohne Unterricht und uerungsfiande abends 8% Uhr bet Wählisch, Adalbertſtr. 4. Rauchflub Meffalina, bet Gorn, Frankfurter Allee 119. daß sie Aufnahmegebühr zu entrichten hätten. Waldesgrün, Sigung Mittwochs, abends 8% Uhr bei Tilgner, Forsterfiraße 22. Rauchtlub Portorico, abends» Uhr Manteuffelstr. 20 bei Schröter. Versammlungen. Eingelaufene Truckschriften. Blos fiber diejenigen Erscheinungen, welche im Interesse unferer Leser Unter diefer Rubrik zeigen wir sämmtliche der Redaktion zugehende Cöpenick. Wie stellen sich die Kollegen zur Berliner Zohn literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der 2. Frau Schwägerle ist auf ihren Wunsch baldmöglichst durch bewegung? Mit dieser Tagesordnung beschäftigte sich am 12. b. Mechriften nicht als Empfehlung der Rebattion, sondern lediglich als Empfangsbestätigung aufzufaffen. ben Fabrikantenverband in einem anderen als dem der Firma eine gut besuchte Holzarbeiter Versamlung. Das Referat J. Bambus u. Ko. gehörigen Betriebe der Berliner Wollfilzhut- über diesen Gegenstand der Tagesordnung hatte der Tischler oder aus politischen Gründen besprochen werden müffen, veröffentlichen wir, Fabrikanten einzustellen und zwar gleichfalls ohne jede Maß- Millarg übernommen. Redner schilderte besonders eingehend oweit dies der Raum unferes Blattes zuläßt, Kritiken. Genügt einer Verlagsbuchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionsegemplare in dieser regelung. die wirthschaftliche Entwicklung und die gewaltige Henderung, Rubrif nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des Ber3. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sehen am Mittwoch, den die im Tischlergewerbe durch die Einführung maschineller Hilfslages absehen zu wollan. 12. b. M. das Arbeitsverhältniß unter den alten Bedin- mittel hervorgerufen wurde. Zum Schluß wies Redner treffend nach, daß auch die Cöpenicker Tischler genau so gungen fort. an der Berliner Bewegung intereffirt sind, wie 4. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer erklären übereins innig ftimmend, daß sie bei Streitfällen, die zu Ausständen führen die Berliner selbst. Nachdem in der Diskussion sich alle Redner tönnen, wenn eine direkte Verständigung zwischen den betheiligten im günstigen Sinne für die Lohnbewegung ausgesprochen hatten, Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht zu erzielen ist, die gelangte folgende Resolution zur Annahme: Schlichtung durch eine Kommission anstreben wollen, die aus fammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Kollegen Sie schließt sich dem Vorgehen solchen Arbeitnehmern gewählt ist, die in Berliner Wollfilzhut: Millarg einverstanden, Fabriken beschäftigt sind. Diese Kommission soll mit einer seitens des Vereins der Berliner Wollfilzhut Fabrikanten gewählten Kommission die Verhandlungen führen und aus zwölf Arbeit nehmern bestehen. D. 9. # u. geg. v. Schulz, G. Ebert, D. Weigert, S. Lund, St. Millarg, Herm. Lauschke, Max Model, Emil& aud, 2eo Gattel im Auftrage des Fabrikanten Vereins. Beglaubigt Büttner, Gerichtsschreiber. Achtung, Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins! Die Delegirten derjenigen Fabriken, welche noch nicht im Befihe von Sammellisten der Konfettionsbranche sind, fordert Unterzeichneter auf, dieselben abends von 8-10 Uhr im Verkehrs: Total Böcker, Naunynstr. 78, in Empfang zu nehmen. Wo noch tein Delegirter gewählt, ist es Pflicht, einen Kollegen damit zu beauftragen. Gleichzeitig werden die Kollegen ersucht, in der Donnerstag Abend bei Sente tagenden öffentlichen Versammlung zu erscheinen. Fischer, Vertrauensmann, Wienerstr. 28, Quergeb. 1 Tr. Die Ver der Berliner Kollegen in der Lobnbewegung voll und ganz an und verpflichtet sich, die Berliner Kollegen moralisch und materiell zu unterflügen. Auch wird kein Göpenicker Kollege die Arbeiten von Berliner Firmen während des Streits anfertigen. Alle Anwesenden verpflichten sich, dem Holzarbeiter Verbande bei autreten." von der Neuen Beit"( Stuttgart, J. S. W. Die g' Berlag) ift foeben das 20. Heft des 14. Jahrganges erschienen Aus dem Inhalt heben wir herver: Die Transvaalwirren und ihr internationaler RückPlatte Machtfragen. schlag. Von Eduard Bernstein. Der Weltmartt und die Agrartrifis. Bon Parvus.( Fortsegung) · Ein weiterer Beitrag zur Frage: Was lieft der deutsche Arbeiter?" Bon Advocatus. Feuilleton: Natur. Erzählt aus dem tleinrussischen Leben von Olga Kobylanšta. I. Neue Revue". Die Wochenschrift für Politit, Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben Neue Revue" veröffentlicht in Heft Nr. 7( 7. Jahrgang) vom 12. Februar 1896 folgende Auffäße: S. Kaff: Schwarzgelbe Sozialpolitik; Dr. J. v. Newald: Bur Entstebungsgeschichte des deutsch- franzöftschen Krieges( II. Die Tage von Ems). Das hohe Haus, parlamentarische Kopfe( Graf Eduard Balffy, Stanislaus Klucki, Dr. Karl Queger); E. Sotal: Bur Chemie der Wilro- Crganismen; Prof. L. Fleischner: Woltshochschulen; Miniaturbilder aus der Zeit. " Sozialetaris, Zentralblatt für Sozialpolitik, enthält in ihrer neuesten Nr. 20 folgenden leitenden Auffaz: Die Kontingentirung der deutschen Zuckerprodutiton. Aus dem Notizentheil he ben wir hervor: Regelung der Arbeitsvernittelung für ländliche Arbeiter in Deutschland. Boltssekretariate in Paris. Städtische Sanitätswache im Anschluß an die Feuerwehr in Braunschweig. Städtisches Untersuchungsamt in Osnabrück. Lohnfrage Städtischer Desinfektions- Tarif für Breslau. im Londoner Grafschaftsiath. Aufgaben städtischer Sozialpolitit. Resultate der österreichischen Weibliche Fabrifinspettoren für Baden. Krantenversicherung im Jahre 1893. Bon S. Kaff. Neue Bauordnung für alin. Rowion- Häuser in London. Die schulpolitische Behandlung der Gutsbezirte in Preußen. Von J. Tews, Generalsekretär der Gesellschaft für Bollsbildung. Bewegung für Poltsschul- Reform in der Berliner Bürgerschaft. Echuß der Ehefrau gen Mißbrauch der ehemännlichen Berein Gewalt. Ghefeparation mit abgetürztem Verfahren in England. zur Bearbeitung von Frauen- Erwerbsfi agen in London. Justiz: Bürgerliches Gesetzbuch im deichstage." Juristische Politlinit" in Straßburg. arbeit' Bundeslied für den allgemeinen deutschen Arbeiterverein. Partitur 80 f, a Stimme 20 Pf.; b) Achtzehnter März. Partitur 60 Pf.,& Stimme 15 Bf. Berlag J. Günther, Dresden. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Ein deutsch- liberaler Steg. Von S. Darwinismus und Soziologie. Von Prof. Ludwig Gumplowicz. Checkverkehr und Geldtrifen. Bon Privatdozent Dr. Julius Landesberger. Wiener Straßenbahnen. Von Ludwig Pentlar. Heine, Goethe und die Antike. Bon Dr. Ostar F. Walzel. Dritte Wieinung. Von Robert Scheu. Lebens Starre. Bon Dr. Theodor Jaensch. Zwei Die Woche. Dramen. Bücher. Bon Otto Julius Bierbaum. Revue der Revuen. Der Traum eines lächerlichen Menschen. Bon F. M. Dostojewsky. öffentlichen Sparkaffen des Kantons St. Gallen. Bon Dr. H. Wartmann. Bern, Stämpfit u. Ko. Statistik er en ret Dom Charlottenburg. Am 11. Februar tagte hier eine Parteiversammlung mit der Tagesordnung: 1. Die Parteispedition. 2. Bericht der Revisoren über die Vertrauen Bleute vom ver gangenen Jahre. 3. Partei- Angelegenheiten. Bum 1. Punkt der Tagesordnung giebt der Spediteur Genoffe Scharrnberg die Abrechnung, die über das legte Quartal folgenden Ausweis giebt: Einnahme 3626,82 M., Ausgabe 3505,08 M., so daß ein Be stand von 121,79 m. verbleibt. Die Abonnentenzahl ist auf 828 gestiegen. Ein Kommissionsantrag, das Gehalt des Parteispediteurs um 4 M. wöchentlich zu erhöhen, wird nach kurzer Debatte mit allen gegen eine Stimme angenommen. Punkt 2 3wei sieder von Geo g Serwegh, tomponirt von Josef Scheu. a) Bet' und der Tagesordnung beantragt Genosse Siegerist abzusehen und in die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Volksversammlung aufzunehmen. Dem stimmte die Versammlung an. Zu Punkt 3 Bon ber Wiener Wochenschrift Die Zeit" ist soeben das 71. Seft erschienen. der Tagesordnung, Partei- Angelegenheiten betreffend, stellt Genosse Der Streif der an Holzmaschinen und auf Solz Siegerift den Antrag, über diesen Punkt zur Tagesordnung überplägen beschäftigten Arbeiter Berlins dauert fort. 28 Firmen ugeben, da die Genoffen ihre persönlichen Angelegenheiten unter haben bewilligt, 82 noch nicht. Im Streit stehen rund 900 Ar- fich abzumachen haben. Auch damit erklärt sich die Versammlung Das einverstanden. Der Vorsitzende Schnell nimmt noch Veranlassung, beiter, die zusammen 1112 Kinder zu ernähren haben. Gewerbegericht ist bemüht, einen Ausgleich zu ftande zu bringen. Sammlungen der sozialdemokratischen Partei nicht zu haben sind. Die vor dem Besuch derjenigen Lokale zu warnen, welche zu BerDas Streitfomitee hat sich zu Verhandlungen bereit erklärt. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß am Sonntag, den In der Broncewaaren- Fabrik von Gebr. Linz Na ch= 16. d. M., abends 6 Uhr, im Lokale von Leder, Rückertstr. 1, Arbeitslosigkeit in St. Gallen. Von Zuppinger. Bern, Stämpft u. Ko. folger in Berlin, Wasserthorstr. 61, haben die Arbeiter eine Versammlung stattfindet, für welche Fräulein Baader ein wegen Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt. Referat zugesagt hat. Im Anschluß an die Versammlung soll Der Textilarbeiter Verband in Kottbus batte eine ein gemtiibliches Zusammensein arrangirt werden. Rommission beauftragt, dem Fabrikantenverein eine einheit. Deutscher Senefelder Bund.( Mitgliedschaft Berlin.) Seute Abend liche ohntabelle zur Einführung zu unterbreiten. Das s uhr im Refaurant Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Mitglieder- Bersammlung Gesuch ist mit der läppischen Begründung" abgelehnt worden, und Vorstands- Sizung. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag fein Unterricht. Die Schulräume daß der Fabrikantenverein weder die Kommission noch den find zur Benuzung der Bibliother und des reichhaltigen Beitschriftenmaterials Zertilarbeiter- Verband zur Stellung einer solchen Forderung fchon von 8 Uhr an geöffnet. für kompetent erachte. Eine außerordentlich stark besuchte Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Dienstag: Gut: Angler: gefinnte Freunde, Georgenkirchstr. 65 bei Spät. Boltsversammlung in Rottbus hat nun die Forderungen auch flub, Stallschreiberstr. 10 bei Leng. Rauchklub Eldorado, des Textilarbeiter Verbandes zu ben ibrigen gemacht 8% ubr bet Steppin, Ostbahnhof 4, Rauchflub Grüne Eiche, Brizers und den Wunsch ausgesprochen, daß in jeder einzelnen firaße 19 bet fügler. Hauchtlub Deutsche Flagge, Wrangelfir. 32 bet Butas. Rauchtlub Am balema, Grünauerftr. 3 bei Bolz. Fabrit eine Kommission der dort beschäftigten Arbeiter gewählt Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsigender: Wb. Neuwerden möge, die mit ihrem Prinzipal über die Forderungen mann, Bafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten unterhandeln soll. Da bereits in mehreren Fabriken nach der an Friedr. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Steineiche von den Arbeitern aufgestellten Lohntabelle bezahlt wird, hofft( Böttcher), Neue Friedrichftr. 20 bet seller.- Genefelber, Rofenthaler man, daß auf diesem Wege eher das Ziel erreicht wird. Sollte firaße 67 bei Wernau. Berechtigtett Westen, Bülowstraße 59 bet dieser Versuch einer gütlichen Einigung ebenfalls scheitern, so Werner. Echo II, Linienstraße 19 bei Neumann. Schildhorn, Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Luftgarten. wird wahrscheinlich die Arbeit niedergelegt werden. Jhn'scher Humor, Blumenstraße 32 bet Reich. Männer Gesangverein unver orbeertrana 11( 79), Drantenstraße Nr. 190 bei Schaye. Gängerchor ber Töpfer, Friedrichfr. 44 bei Röllig. Freies Lied, Neue Brieroabiter Klubbaus, Beuffelstr. 9.Friedrichsberg, bet Seinecke. Männerchor Nord- Out, Friedrich- Karlstraße 11 Landsberger Allee 152 bet Göbel. Gefangverein Rothe Ne Ite II, Ruppiner und Schönholzerstraßen Ede. Arbeiter Gefangverein Restaurant Bur Grholung" bet Friefecte . In Züllchow bei Stettin haben auf der Neuen Mühle 14 Bimmerer die Arbeit eingestellt, weil ibre Forderung, den Stundenlohn von 2712 auf 80 Pf. zu erhöhen, abgeschlagen worden ist. Ueber die schweizerische Eisenbahner- Bewegung wird uns aus Zürich geschrieben: Mit Ausnahme der Nordoftbahn, deren„ König" Guyer- Beller fich völlig ablehnend gegenüber den Forderungen der Angestellten und Arbeiter verhält, zeigen die anderen Bahnverwaltungen einiges Entgegenkommen mit der Zendenz, so billig als möglich fich loszukaufen, So macht die Usedomstraße 33. Borwärts III, Rathenow, Alpenglocke, Große Frankfurterstraße Nr. 33 bet Gold. then trans, Brenziau, Stettinerstraße Kaifergarten". Ginig ett I, Weinstraße Nr. 11 bet Feind. Weddinger harmonie Vorwärts VIII, Marwig i. b. Mart, Reinickendorferfir 2a bei Echulz. bei W. Nölte. Wach auf, Pantom, Wollanfftr. 122 bet Klemens. Concordia, Gimeonfir. 23 bet. glid. Freie Sänger III, Seegermühle bet Eberswalde.- Gesangverein Acacie( gemischter Chor), Naunyn= Boltswirthschafts Departement des Kanton St. Gallen. Bern, Stämpfli u. Ro. Die Frauen in der giteratur und Presse. Von Dr. Mar Osborn, Berlin, Verlag N. Tändler. Verlagskatalog der Photographischen Union. 256 S. mit 600 Jauftrationen. Prets 1 M. München, Kunstverlag der Photogr. Union, Kaulbachstr 22. Das Elend in der Hausindußrie der konfektion. Bon Oba Olberg. Letpzig, Fr. M. Grunow. 95 Seiten. 1 Mt. Sandwirthschaftliche Suchführung für kleinere Wirthschaften. Berlin. Ne nhold Kühn. Friede! Von Dr. S. Semmtg. Leipzig- N., Opis u. Böhme. Bibliothèque universelle et revue suisse. No. 1. Janvier 1896. Leipzig. F. A. Brockhaus. Persönliche Rechtstellung nach dem bürgerlichen Gesetzbuch. Von Dr. 8. Dernburg. Berlin. H. W. Müller. Handbuch der praktischen Gewerbehygiene. Serausgegeben von Dr. S. Albrecht. Berlin. Robert Oppenheim( Gustav Schmidt), Verlags buchhandlung. Gegen die disziplinars Seaufsichtigung der Aerzte. Von Dr. Gürs, Dresden. Pierson( A. Beyer). Schicksale der Fäkalien und Riefelfelder. Von G. S. Gerson, J. 6. Bogel und Th. Weyl. Jena. 6. Fischer. M Wiber den Schmuh. Von G. Jfolani. Zürich. G. Schmidt. Gnarch, Dr. Lin, Die Gewerbe Jnspettion in Deutschland, England, Frankreich, Defterreich, der Echweis zc. Kritische Da ftellung threr Ge fchichte und ihres gegenwärtigen Zustandes. Nurnberg, Bering von Wörlein u. Ko. Geschäftsbericht des Arbeiter- Sekretariats Nürnberg für 1804/95. Nürn berg, Wörlein u. Comp. ampf um Arbeit. Bon G. Mater. Berlin, F. Dümmler. Denkschrift über die Nothwendigkeit der Aenderung des bayerischen Heimathgefeges. Von G. Löwenstein. Selbstverlag. Druck von Wörlein u. Comp., Nürnberg. Britische Gedanken zur Untersuchung ber chriftlichen Religionslehre. Bon 2. Kiparsti. Zürich, E. Schmidt. Skandinavische Unionsfrage. Bon Juntus. Berlin, Berlag des Biblio graphischen Bureaus. Beamten Proletariat. Bon J. Maier. München, Morgenstern u. Gorn. 61 Seiten. 50 Pf. Briefkasten der Redaktion. Bir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( groet Buchstaben oder eine gahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. 0 | -GOO anwaltschaft seine Bestrafung wegen Berlegung der Klebe- Schwelm. Schwelm. 1. Gegen die Verfügung tann Beschwerde bet Die Maurermeister gepflicht beantragen.- W. H. Leider nein. W. Ja. der Aufsichtsbehörde eingelegt werden. H. M. 14, Schulz. Sprechen Sie gelegentlich mit den bes hören mit recht der Kaffe an, die drei Fabriken können als treffenden Papieren in der juristischen Sprechstunde vor. nicht dahin gehörig erachtet werden. 2. Ein neues Gesetz über Die juristische Sprechstunde findet am Montag. Viele. Eine von werkthätigen Frauen abgehaltene Lefeftunde Kündigungsfristen für Miethsverträge besteht nicht. W. Sch. Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends vou tann allerdings als Verein behördlich konstruirt werden, mög- Schöneberg 14. 1, 2 und 4 ja; 3 nein. Daß ein Ihrer 6-7 Uhr statt. licherweise auch eine Arbeiterfamilie. Daß die Konstruktion ver Schwefter günstiges Urtheil erftritten sei, ist nicht anzunehmen: P. B. 205. Raisi- ro. Ihre erste Frage tönnen wir nicht fehrt wäre, liegt auf der Hand. Den Schaden, der durch falsche Die Gutsherrschaft baftet nicht für Unfälle der bei ihr Bebeantworten. Ronstruktion angerichtet wird, trägt jedoch in Deutschland nicht diensteten... 32. Der Dienstbote ist schadensersah3. F. 132. Eine solche Schlange exiftirt weber in Amerika der falsch konstruirende Beamte, sondern der, gegen den konftruirt pflichtig. Hobelspohn. Ist zwischen Ihnen vereinbart, daß noch sonstwo in der Welt. wird. Zu einer Anmeldung rathen wir nicht.-P. B. 27. die Bestimmungen des alten Miethsvertrages auch für die Marburg, Bader. Timm, Alte Jakobstr. 18/19. 1. Nein. 2. Ja. R. D. 200. Nein. A. B. 17. 1. Wenn neue Wohnung gelten sollen, so sind die Bestimmungen des Oftpreußen 46. Der Meister darf nur die auf teine Unterbrechung eingetreten ist, je nach Art des Delitts: alten Miethsvertrages, sonst die des Gesetzes maßgebend. gwei Lohnzahlungs Perioden entfallenden Klebebeiträge ab. 1896 oder 1901. 2. Ja.- NI. Können wir heute noch nicht fagen. Lisbeth 22. Derartige Fragen lassen sich nicht beants zieben. Hat er sich unterstanden, die für 1 Jahr zu leistenden P. 18. Bis zum vollendeten 14. Lebensjahre, und zwar bis worten: wenden Sie sich an eine chemische Reinigungs- und Dieb 150. Beiträge vom Lohn abzuziehen, so flagen Sie den Ihnen vor zum 4. monatlich 12,50 M., von da ab 15-18 M.- E. N. 200. Waschanstalt. Wette R. 14. 1. und 2. Nein. enthaltenen Lohn ein. Ueberdies hat sich der Meister strafbar Die Berufung ist nicht verspätet. Einen Anwalt müssen Sie Zivilrechtlich können Sie selbstverständlich auch dann auf Erfah gemacht... Der Beweis wissentlich falscher Denunziation haben, widrigenfalls Ihre Verurtheilung erfolgen müßte. Laffen des Gestohlenen flagen, wenn der Dieb bestraft ist.-K. R. 20. wird sich gegen den Denunziations- Hallunten schwer führen Sie sich durch den Armenvorsteher bescheinigen, daß Sie außer 1. Nein. 2. Ja, falls wegen Ehebruchs gefchieden ist. Wittig. laffen. Sie würden daher voraussichtlich unnüz Koften fortwerfen stande find, die Kosten des Rechtsstreits zu tragen und beantragen Ein Gastwirth fann seine Gaststube auch nach Feierabend und und Zeit versäumen. Wollen Sie dennoch einen Versuch machen, Sie dann unter Ueberreichung der Bescheinigung beim Land- nach Entfernung seiner Gäste selbstverständlich so stark beleuchten F. H., Luckenwalde. Nach Ansicht des Oberfo sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor gericht Bewilligung des Armenrechts. Politische Rechte verlieren wie er will. -8. 100. Vor Vollendung des 42. Lebensjahres nicht. Sie durch die Bewilligung des Armenrechts nicht. Tepper. Berwaltungsgerichts tritt Polizeistunde ein. F. W. 32. Das G. 100. Das Gastwirthsgewerbe gehört einer Unfall- Berufs- Selbstredend haben die Sozialdemokraten nicht für die lange Dienstmädchen ist zum Ersatz leider verpflichtet.A. K. Nein. genossenschaft nicht an. Alter Abonnent 1878. Soweit Karenzzeit noch überhaupt für das Altersrenten- Gesetz gestimmt. R. 2. 34. Die Klage würde nicht unzweifelhaft zu einem ersichtlich im Jahre 1901. 2. Ja. M. 2. 31. 1. Jst möglich. H. 2. Ein Wiederaufnahme- Verfahren macht mehr Mühe Ihnen günstigen Erfolg führen. Zu einem Versuch würden wir 2. Ja. 3. Nein. R. S. 13. 1. Stets. 2. Ja. 3. Ja. und Koften als die Bagatelle werth ist. 21. N. 34. Nein. aber rathen. A. S. Nein, Sie sind in Berlin, nicht in -6. S. 9. 1. Die Dauer eines Scheidungsprozesses läßt sich K. Tiefenfurt. Es wird jede Anfrage fofort beantwortet, Niederbarnim wahlberechtigt, weil Sie hier wohnen. Die Thatauch nicht annähernd vorausbestimmen. 2. Der Ehefrau tann die in juristischen Angelegenheiten Auskunft haben will. Auch sache, daß Sie Grundbesitzer im Kreise Niederbarnim find, 5. T. 22. 1 und 2 nein. C. 2. gestattet werden, während der Dauer des Prozesses vom Ehe mit Ihrer Anfrage ist dasselbe geschehen. Es läßt sich aber nur ändert hieran nichts. mann getrennt zu leben, wenn z. B. sonst ihre Gesundheit und wiederholen, daß es bei dem Stoffandrang insbesondere in der 110. Selbstverständlich kann der Unsallrentner hinziehen wo er ihr Leben gefährdet wäre oder wenn der Ehemann Parlamentszeit unmöglich ist, die Antworten stets in einer der will. Unfallrente ist fein Almosen... 990. Nein. in der Chewohnung die Dritte beherbergt. 3. Nein. nächsten Nummern zum Abdruck zu bringen. C. Sanerwald. C. St. Nein. Ein Vater haftet für den Schaden nicht, 4. Nein. 5. Erst ist Sühnetermin beim Amtsgericht zu bean- Soweit ersichtlich, nein.- Moabit. Ueber 150 M.- Laufiger den seine über sieben Jahr alten Rangen angerichtet haben. tragen, dann Klage beim Landgericht einzureichen. 6. Ueber die ftraße 39. Leider besteht eine gefeßliche Verpflichtung, nach Nawarre. Schriftliche Antwort ertheilen wir nicht. Jede AuHöhe der Alimente entscheidet das felten der Kasse der Frauen Kündigung dem Arbeiter Zeit zur Aufsuchung einer neuen frage wird alsbald nach Eingang beantwortet und sobald der günstige richterliche Ermessen. Nawawa Breslan. Schrift: Stellung zu lassen, nicht. C. J. S. Wie wiederholt dar- Raum es zuläßt, zum Abdruck gebracht. Die Anfrage zu widerlichen Bescheid ertheilen wir nicht. Das Recht der Dummen, gelegt, wird seit dem 1. Oktober 1895 für Austritt aus der Landes- holen, haben Sie unterlassen. Kreuzberg. Strafbar haben M. F. 36. Auch Lotterie zu spielen, wird durch das bürgerliche Gesetzbuch nach firche außer den Schreibgebühren 3 M. Gerichtsgebühren erhoben. Sie fich durch Jbre Angaben nicht gemacht. teiner Richtung hin geändert. 2 Beleidigte. Sie würden A. O. Ruhstadt. Nein. A. N. Soborten. Uns un wer Soldat ist, muß die ihm durch Urtheil auferlegten Alimente auf Klage und Widerklage hin Beide einen Denkzettel bekannt; wenden Sie sich an die hiesige Polizeibehörde, Meldeamt. für uneheliche Kinder zahlen. Jedoch ist der Sold nicht pfändbar. erhalten, der leider geringen Umfang erhalten würde. 64-71. Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprech G.$. 47. Sie haben das Recht, sich über die Nöthigung A. T. 55. Die mütterliche Einwilligung genügt. 2. B. stunde vor. A. W. 72. 1. Nein. 2. Gütliche und schriftliche des Richters zum Dableiben und über seine spätere Weigerung, $. 100. Ihnen steht zweifellos tein Anspruch auf den Wett- Einigung über die Art der Erbtheilung ist das einfachste und ein Verfäumnißurtheil zu erlassen, zu beschweren. Sie können betrag zu. Mühlengaffe. Ein Diskutirklub unterliegt nach billigste. Sind minderjährige Erben vorhanden, muß das Gericht die Beschwerde beim Landgerichts- Präsidenten einlegen. Eine herrschender Rechtsanficht dem Anmeldungszwang. G. G. 45. mitfprechen. D. 2. Beim Polizeipräsidium, Alexanderplatz. Beschwerde beim Juftizminister wäre völlig erfolglos. Antrag an den Justizminister. B. G. Bahlen ist vorliegend Stenzel. Zu der verlangten Bersicherung sind Sie ver- A. 101. Der Gewerbe Juspektor hat leider recht. BierOtto R. 1. Sie haben rathfamer als Klage abwarten.- Alter Abonnent. 1. Richten pflichtet. F. W. 2. Zum Ersatz der dem Gesinde gestohlenen wirth 8. Die Ehefrau haftet nicht. Sie einen Antrag an den Justizminister und an den Polizei- Sabfeligkeiten ist der Dienstherr leider nicht verpflichtet. die Pflicht der Aufnahme. 2. Solch Berbot besteht nicht. 3. Ja. präsidenten. 2. Beide Standesämter sind zuständig. F. N. 1. N. 3. 1076 Sproekhoevel. Für gewerbliche Arbeiter besteht. 100. 1. Auskünfte über Werthpapiere ertheilen wir 1. Schwerinstag nennt man den Tag, an dem Jnitiativanträge 14tägige Kündigungsfrist. Die Nichteinhaltung der Frist befreit nicht. 2. Das Unterpfand dürfen Sie nicht verkaufen. R. D. 200. Nein. Portier 19. An den Magistrat, der Pflicht Lohn zu zahlen nicht. zur Berathung gelangen. 2. Pindter ist der klassische Name den Arbeitgeber von E. K. 66. Sie sind nicht von dem A. D. 1-3 Nein. Waisenhausverwaltung. für Tintenfulis von Reptilienblättern vom Schlage der„ Nord-- Qu Luckau. 1 und 2 Nein. 3. Ja. deutschen Allgemeinen" und des„ Lokalanzeigers" geworden. 3. Ja. Prenzlan. Wenn Ihnen VI. Kreis. Klagen Sie schleunigst Ihre von einem Lotalanzeiger eine Grlaß betroffen. $.. 58. Jst nichts schriftlich vereinbart, so steht Ihnen falfche Antwort ertheilt ist, so hätten Sie das durch Unterlassen Forderung ein und sprechen Sie gelegentlich in der juristischen fein Anspruch zu. M. E. Sie können sich an den Polizei Ihrer Anfrage vermeiden können. Wir haben keinerlei Ver- Sprechstunde vor. A. B. Wienerstr. 47. Voraussetzung präsidenten mit einem gleichen Antrag wenden. Sie theilen wohl anlaffung, Mittheilungen eines solchen Blattes richtig zu stellen. zur Kostenfeftfegung ist Rechtskraft oder vorläufige Voll gelegentlich das Ergebniß Ihrer Bemühungen mit.- S. L. Das Prenzlan 64. Eine Schonzeit für Besteuerung nach Be- streckbarkeit des Urtheils. Ein Formular zu solchem Antrag Dienstmädchen ist leider nicht im Recht. Die weißen Stlavinnen endigung der Militärdienstzeit giebt es nicht.. p. 100, Ihnen an dieser Stelle mitzutheilen, müssen wir schon Nein. unterstehen der Gesinde- Ordnung. Danach ist sie, wiewohl fie Maskenball 123, P. K. 60: 100 W. 3. wegen Raummangels ablehnen. Sie finden ein solches als Stubenmädchen gemiethet war, zu Rub st all diensten Der Erlaß vom Zürich 19. Gie Januar trifft nicht. 3. B. in Stadthagen, Arbeiterrecht S. 311. und zur Feldarbeit verpflichtet. Am besten werden Sie mit dem Diener, A. 100: Bad Ohne Kenntniß des Sachverhalts nicht zu beantworten. Zwei Wettende, Rauhbein auseinanderkommen, wenn Sie bei der Staats- straße. Es ist unverständlich, welchen Fall Sie meinen. -18. Ja. Achtung! Arbeiter Berlins. Achtung! am Sonntag, den 16, vormittags Todes- Anzeige. Sonntag, den 23. Februar, im Saale der Brauerei Friedrichshain, am Königsthor: Matinée zu gunsten der ausstehenden Arbeiter und Arbeiterinnen der Konfektions- Industrie veranstaltet von der Typographia, Gesangverein Berl. Buchdrucker u. Schriftgiesser ( Mitglied des A.-S.-B.) Dirigent: W. Bölke unter gütiger Mitwirkung der Herren Paul Kurz( Orgel) und Albert Anfang 11 Uhr. Massini( Deklamation). Entree 30 Pf. Der Reinertrag wird der Fünfer- Kommission überwiesen. Billets find in der Expedition sowie im Segersaal des Vorwärts" und in den mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. 66/16 Achtung! Das Comité. Achtung! Sonntag, den 23. Februar 1896, mittags 12 Uhr, in Keller's Fettsälen, Koppenstraße 29: Grosse Matinée zum besten der freikenden 66/18 Konfektions- Arbeiter und Arbeiterinnen. Veranstaltet vom Karthaus'schen Gesangverein unter gütiger Mitwirkung verschiedener Spezialitäten. Eröffnung 11 Uhr. Aufang 12 Uhr. 114 Uhr, entschlief nach schweren Leiden meine liebe Tochter, unfere Die Be erdigung findet am Mittwoch Nachmittag um 4 Uhr vom Trauerhause Pappel- Allee Nr. 7 aus statt. Um stilles Beileid bitten Wwe. Hierse nebst Kindern. Schwester Anna Hierse. Danksagung. 2788b Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie Herrn Waldeck Manasse für die herzliche TheilAchtung! 2. Wahlkreis. Achtung! Donnerstag, den 20. Februar, abends 8 Uhr, Große öffentliche Bolts- Bersammlung in Reinhardt's Gesellschaftshaus, Hafenhaide 57. Tages Ordnung: 1. Bortrag über das Thema: Die Sozialdemokratie und das bürgerliche Gesetzbuch. Referent: Reichstags- Abgeordneter Karl Frohme. 2. Diskussion. Genossinnen und Genossen, bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Die Einberuferin. Pflicht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. nahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau fage hiermit meinen auf- 1/19 richtigen Dant. August Schilling, Badstr. 61. Kranken- Unterstützungsverein der Tabakarbeiter Berlins. " Die Verleumdung, welche ich am 11. d. M. in der öffentlichen Versamm lung der Allgemeinen Arbeiter und Arbeiterinnen im Lokale von Hente, Durch einen bedauerlichen Fehler ist in Mr. 38 des Vorwärts" vom Naunynftr. 27, gegen Herrn Gu ft av 14. Februar die Generalversammlung auf den 29. Februar irrthümlich an Orth ausgeftoßen habe, nehme ich gegeben. Dieselbe findet am 22. Februar, abends 9 Uhr, bei zurück und erkläre, mich geirrt zu haben. Feind, Weinstr. 11, statt. Theodor Bloch, Sorauerstr. 23. Der Vorstand. C. Butry. Warne hiermit jeden, meiner Frau Auguste Weber geb. Fischer auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts auffomme. 27296 Auguft Weber, Exerzierstr. 3. Bengen gesucht. Personen, welche in der Nacht zum 23. Auguft vor. J., morgens 2 Uhr, Zenge waren, als drei 1878 Luxuspapier- Branche!! Große öffentliche Versammlung aller in der Männer und eine Frau in der Gichen: Luguß- und Spizenpapier Brauche beschäftigten Arbeiter dorfstraße von zwei Männern und zwei Billet 20 Pf Frauen mit Schimpfreden überhäuft wurden, werden gebeten, ihre Adresse an Otto Schumacher, Antonftr. 49, gütigft einzusenden. 2732b Buchhandlung des ,, Vorwärts" Berlin SW., Beuthstrasse 2. Zweierlei Recht. Die Handhabung des Vereins- und Koalitions: rechts vor dem Reichstag. Preis 10 Pfennige.P orto 3 Pfennige. Für Vereine und Gewerkschaften haben wir, um weiteste Verbreitung zu ermöglichen, eine Agitationsansgabe zur Massenverbreitung herstellen lassen. Preis pro 1000 Exemplare 20 M. schmerzlos eingefeßt, feftfigend. Reparaturen sofort. Weniger " " " Schurig's Volks- Café und Lefehalle, Dresdenerstr. 12829 ( Kottb. Th.). Vorwärts", Leipziger Bolfsztg." Neue Zeit",„ Eth. Kultur", Butunft" u. 25 ausw. Beitungen und Journ. Raffee, Bier 10 Bf. Dienstag u. Freitag Kartoffelpuffer à 15 Pf. Kanarienhähne und Heckbauer vert. Joachim, Fehrbellinerstr. 46.[ 2730b Putbuserstraße 26 und Arbeiterinnen Mittwoch, den 19. Februar 1896, abends 8½ Uhr, in Bolt Feßfälen( großer Saal) Alte Jakobstraße Nr. 75. Tages Ordnung: 25/8 1. ,, Werkführer Heiden bei Hoffmann u. Co.", Lindenstr. 43. Referentin: Frau Greifenberg. 2. Distussion. 3. Die Arbeitsverhältnisse in verschiedenen Luruspapierfabriken. Kolleginnen und Kollegen! Wir richten an Euch die dringende Aufs forderung, vollzählig in dieser hochwichtigen Versammlung zu erscheinen. Ganz besonders aber werden die Kolleginnen und Kollegen von Hoffmann u. Co., Osnabrücker Papierwaarenfabrik, Max Krause, Stange u. Spangenberg einDie Vertrauenspersonen. geladen. Mittwoch, den 19. Februar, abends 8, Uhr, gefunt e, fleine Wohnungen per fofort, im unteren Saale des Englischen Gartens, Alexanderstr. 27 c, auch zum 1. April 1896 bill. zu verm. Frankfurter Allee 16| 16a, am Ringbahnhof, Vorderwohnungen: 2-4 Zimmer, Bad zc. Hinter Wohnungen: 1 n.2 Stuben 2c., äußerst billig. Elegante Stallungen und Remisen, große Lagerfeller. 44218* Mittenwalderstr. 55 Stube und Küche 240 und 195 m. 27276 Für 2 Herrn frdl. möbl. Schlafstelle. Experimental- Vortrag P des Herrn Dr. Ludwig über: Photographie mit X- Strahlen. 90/10 Eintrittskarten à 80 Bf. find zu haben bei August Penn, Friedenzu v. Wrangelstr. 86, v. 4 Tr. b. Wiesner. ftraße 46, 2 Tr.; Albert Kohn, Schliemannstr. 9, 2 Tr.; August Hinke, Bigarrenhandlung, Panfftr. 13; Bubeil, Lindenstr. 106, und Abends an der Möblirtes Zimmer zu verm. Pr. 7 M. Kasse. Freie Vereinigung der Kaufleute. Künstl. Zähne Bemittette Ermäßigung, Kroslawski, Spittelmarkt 13 Gneisenaufstr. 18, Hof 4 Tr. r. 27346 Achtung Holzarbeiter! dhtung! Zimmerer. Achtung! Mittwody, den 19. Februar, abends 8 Uhr, Auf Beschluß der Bertrauensmänner des Deutſchen Holzarbeiter im Saale der Brauerei Friedrichshain( Lips) am Königsthor: Verbandes und der zwei öffentlichen Holzarbeiter- Bersammlungen vom Sonntag sollten seitens der Kollegen am gestrigen Tage die von uns aufgestellten und von der Meisterversammlung anerkannten Forderungen ihren Arbeitgebern unterbreitet werden. Im Laufe des gestrigen Tages ist bereits eine große Anzahl Meldungen von Werkstellen in unserem Bureau eingegangen. Diese Bahl entspricht jedoch nicht der von unseren Vertrauensmännern vertretenen Werkstellen. Es ist Pflicht der Kollegen jeder Werkstatt, durch Entsendung eines Kollegen( Vertrauensmann) nach dem Bureau Bericht zu erstatten, gleichviel, ob bewilligt ist oder nicht. Die Vertrauensmänner derjenigen Werkstellen, in welchen die Forderungen nicht bewilligt sind, haben sich täglich im Bureau einzufinden und die Streiffarten sowie die Werkstatt- Rontrolltarte abstempeln zu lassen. Das Bureau befindet sich Sebastianstr. 39 bei Brochnow und ist täglich von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends geöffnet. Morgen Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20: Vertrauensmänner- Versammlung. Zu dieser Versammlung bitten wir folgendes zu beachten: Wertstellen mit 1-15 Rollegen entfenden einen Vertrauensmann, Werkstellen mit über 15-30 Kollegen können zwei Vertrauensmänner entfenden u. s. f. Wir bitten, dies genau zu befolgen, da im Zentrum fein größeres Lokal sich befindet. Ohne Legitimationskarte und Buch wird kein Eintritt gewährt. Vertrauensmännerkarten werden in der Versammlung nicht ausgestellt. Die Ortsverwaltung: Achtung! Holzarbeiter. Große öffentliche Versammlung streikenden Holzarbeiter der am Mittwoch, den 19. Februar, vorm. 9, Uhr, in Keller's Felälen, Koppenstraße 29. Zages Ordnung: Bericht über den Stand unserer Bewegung. zu erscheinen. Alle streifenden Kollegen, sind verpflichtet, in dieser Versammlung Der Vertrauensmann:. Wiedemann. Achtung! Holzarbeiter Rixdorfs! Große öffentliche Versammlung hente, Dienstag, abends 7% Uhr, in den Viktoria- Sälen. Hermannstr. 48-50. Tages Ordnung: 9 1. Die Lage des Streits. 2. Distuſſion. 3. Unterſtüßungsangelegenheit. Achtung! Das Komitee. Achtung! Grosse öffentliche Versammlung der streikenden an Holzbearbeitungs- Maschinen und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter am Mittwoch, 19. Februar, vorm. 10 Uhr, bei Joel, Andreasstr. 21. Zages- Ordnung: 1. Bericht über die Lage unserer Bewegung. 2. Diskussion. 3. Ber: schiedenes. 83/16 NB. Die Werkstatt- Bertrauensmänner werden aufgefordert, am Dienstag, den 18. d. M., abends 7 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26, zu erscheinen. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Heute, Dienstag, den 18. Februar, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung für Charlottenburg im Restaurant von Malchefsky, Wallstr. 102. Tages Ordnung: 222/5 Große öffentliche Versammlung 258/8 Bu der Bimmerer Berlins und der Vororte. Tages- Ordnung: 1. Berichterffaffung über die Tage des Streiks. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Lohnkommission der Berliner Zimmerleute. Berlammlungen Konfektionsarbeiter empfehle meine Säle( 100-400 Per fonen fassend). 44122* Paster, er night, r Achtung! ( nahe Königsthor). Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahn: ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. und Arbeiterinnen! ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Dienstag, den 18. Guckel, Laufigerplatz 2, Elsasserstr. 12. Dienstag, den 18. Februar, nadm. 2 Uhr 13 öffentliche Guten Morgen! Streik- Versammlungen 55. Chausseestr. 55. A. III 8917. ( Nordh., Liköre, Cognac, Rum, Ungarw.) in folgenden Lokalen: Lade zum Kauf bei mir ergebenft ein. Rautenberg's Festsäle, Oranienſtr. 180. Carl Schindler Vereinshaus„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Kösliner Hof, Röslinerstraße 8. Berliner Prater, Kastanien- Allee Nr. 7. Swinemünder Gesellschaftshaus, Gwinemünderstr. 35. Viktoria- Garten, Badstr. 12. Paster's Festfäle Mein Saal mit Nebenräumen nod Neue Königstr. 7. einige Sonnabende zu vergeben.[ 4269L* Th. Boltz' Festsäle, 11505050 S., Alte Jakob Strasse 75. Amt I, 1082. 4274L* Empfehle meine Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten und Versammlungen, zu foulantesten Bedingungen. Da es mir infolge von Maßregelung nicht möglich ist, Arbeit zu erhalten, habe ich und bitte alle Freunde und Genoffen um geneigten Zuspruch. Otto Rösicke, Wienerstr. 29, H. part. Joël's Festfäle, Andreasstr. 21. Nieft, Weberstr. 17. Cohn's Festfäle, Beuthstr. 22. mich als Schuhmacher eingerichtet Aktienbrauerei Friedrichshain, am Königsthor. Viktoria- Säle, Rixdorf, Hermannstr. 44. Arend'sche Brauerei, Moabit, Thurmſtr. Der Stand unserer Lohnbewegung. Etablissement Königshof, Bülowstr. 37. Kranzbinderei und Robert Meyer, Blumenhandlung Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Tagesordunng in allen Versammlungen: Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ball Die Agitations- Kommission der Schneider u. Schneiderinnen Berlins sträußchen, Bouquets u. s. w. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert. P. Abromeit, Blücherßrahe 14, Blumenhandlung Berlin SW. 42382* Kränze, Bouquets, Topfgewächse, Guirlanden u. s. w. Billigste( Markthallen-) Preise bei ge= schmackvoller Ausführung. Täglich,( auch Sonntags vorm. von 7-9 Uhr): 44222* Im Auftrage: J. Timm. Metallarbeiter! Mittwoch, den 19. Februar, abends 8½ Uhr, im Lokal von Rabe, Holbergerstr. 23. Große öffentliche Versammlung Verkauf von gekochtem der gesammten Arbeiter der Aktien- Gesellschaft vormals Rind- u. Schweinefleisch Kapler und der Eiſengießerei und Maschinenfabrik à 30-40 Pf. pr. Pfd., Ia. Berliner Bratenschmalz à 45 Pf. pr. Pf. und bestem Speisetalg Aktien- Gesellschaft vorm. Keyling& Thomas. Zages Ordnung: B Die gegenwärtige Lage der Metallindustrie, das Vorgehen der Metallindustriellen und unsere Aufgaben in der Gegenwart. Referent: Otto Näther. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, deshalb werden die 1. Bortrag des Kollegen P. Litfin über: Wirthschaftliche Krifen und Verwaltung der Kochanstalt Rollegen ersucht, rechtzeitig und zahlreich zu erscheinen. die Sozialpolitik. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung, Brauerei- Arbeiter! Mittwoch, den 19. Februar, abends 8 Uhr, im Lokale Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117: à 35 Pf. per Pfd. Städt. Schlachthof. G 117/16 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anflamerstraße 44. ardinen- Deutscher Metallarbeiter- Verband. Reste von 2 bis 4 Fenstern, crême und weiß, Spottbillig, empfiehlt Verwaltung Berlin Centrum. Mittwoch, den 19. Februar, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn 2. Bergner, Annenstraße 16: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: Grosse öffentl. Versammlung. J. Adler Teppichfabrik, istufion.& in ang eines Standidaten aus Priegerlenwahl( Gewett hafis. Zages Ordnung: 1. Der Streit auf dem Münchener Brauhause. 2. Verschiedenes. Herr Direktor Arendt und sämmtliche Interessenten vom Münchener Brauhause sind zu dieser Versammlung eingeladen. Sattler! Der Einberufer. Mittwoch, den 19. Februar, abends 8 Uhr, bei Brodnow, Sebastianstr. 39, Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Die Antwort der Fabrikanten. 2. Bericht und Neuwahl der Dele= girten der Gewerkschaftskommission. 3. Bericht und Neuwahl der Agitationsund Lohnkommission. 4. Verschiedenes. 158/13 Die Agitationskommission. Spandauerstr. 30, gegenüber dem Rathhause. Schlaffopha, Bettstelle, Matragen, 1. Vortrag des Herrn Dr. A. Bernstein über: ,, Moderne Heilkunde." 3. Aufstellung zur( GewerkschaftsKongreß). 4. Verbandsangelegenheiten Verschiedenes. Gäfte haben Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Die Versammlungen finden regelmäßig jeden Mittwoch nach dem Kleiberspind, Wäschespind, Spiegel- 1. und 15. eines jeden Monats in obigem Lokale statt. 120 13 spind, Spiegel, Ausziehtisch, Stühle billig Reichenbergerfir. 160, v. Verein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Behring. * KinderwagenBazar Max Brinner, Jerusalemerstr. 42 am Dönhoffplay und Brunnenstraße 6. Großartig. Auswahl Deutschlands.( Filiale Berlin.) Donnerstag, den 20. Februar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann( Englischer Garten), Alexanderstr. 27c: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Hoffmann über: Die Zuvon Kinderwagen, funft der deutschen Gewerkschaften und ihre nächste Aufgabe." 3. Diskussion. Sportwagen billigst. 4. Verschiedenes. Viele Anerkennungen, bestes Fabrikat. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Musterb. grat. Theilzahlung gestattet. 264/10 Die Verwaltung. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. J. A.: Br. Pörsch, Stalizerstr. Nr. 141e, 4 Tr.