Morgenausgabe Nr. 429 A 216 46. Jahrgang «»«,»>»<» UP,, monatlich».60 VL Im oorau» zahldor Poltd« 4�Z M. «tnlchlleßltch 60 P,g. Poftzittnngo.""b 7! Cfa. PoftbefleDflfbübrfn Ausland». abonnrmfiu t— TO. pro TOonsL Sit.Bonsärt»*«rtchrtm Wochen!»». llch zwllmol. Sonntag» und Montag» «inmal.»Ii ildendau, gaben ,üi Berlin »nd Im Bandet mit dem Titel.Der Abend' glluftrierte Beilagen.Bot» und Zeit' und. Kinder! reund'. Ferner .Unterhaltung und»iflen'..Frauen- gnime-.Technit'.Snc in die ücherwelt' und.Lugend-Borwärt»' Freiiag 15 September 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Otc Stonparetllezek»« Reklame�il» b— Reich . ye druckt» Wort 25 Pfennig(zulässig, 80 Pfennig. ..Kletne Anzeige»' mark ich»» ha» tettge» lw«t fettgedruckte Worte) fede» wettere Wort 12 Pfennig Stellengesuch» dae erste Wort IS Pfennig, fedee wettere Dort li) Pfennig. Worte Über 15 Buchstaben iäblen für zwei Worte ArbettsmarO -w Berliner Volköblatt Jentvalorgan der SozialdemoSratiswen Partei Deutichlands zadten für zwei Worte ArbeitsmarN Zeile KV Pfennig. Fomiltenanzeigen Zeil« 4V Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» «eichäft Lindenstraße S. wochentäglich von 8»/» die 17 Uhr. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Kernsprechir: Dönhofs 202—297 Telegramm-Adr t Sozialdemokral Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 SSK— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angeslelltcn «nd Beamten, Wallstr 65 Diskonio-Geselllchast'. Deposttenkasse Lindenstt. 3. Ein wichtiges Geständnis. Teilnahme am Nombenanschlag zugegeben/ Ehrhardts Gefchastsführer verhastei. Altona» 12. September. Die bisherigen Vernehmungen der unter dem Ver- dacht der Beteiligung an dem Bombenattentat Verhafte» ten hatte, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird» das Ergebnis» daft einer der Verhafteten zn» g e g e b e« hat, bei einem Bombenattentat zugegen gewesen zu sein. Sein Name wird im Interesse der weiteren Untersuchung vorläufig nicht genannt. Weitere Verhaftungen scheinen bevorzustehen. » Zu dem bereits amtlich bekanntgegebenen Geständnis eines der unter dem Verdacht der Mittäterschaft an den Bombenanschlägen Verhafteten, erfährt die Telegraphen-Union von zuverlässiger, nicht- amtlicher Seite, daß der verhaftete Syndikus Wefchke am Donnerstag das Geständnis abgelegt hat, daß er den Sprengstoff- anfchlog auf dos Haus des Amtsvorstehers in Beidenfleth am 28, November vorigen Jahres mitverübt hat. Es war dies bekannt- lich der erste der Anschläge. Eine weitere bemerkenswerte Aussag« hat Nickels gemacht. Er erklärt, daß er für die in Itzehoe erscheinende Zei- tung„Das Landvolk" Aktien vertrieben habe. Er habe dabei das Recht gehabt, Gelder einzukassieren und sie bis zu der Höhe seines Gehalts zur Deckung einzubehalten. Man kennt auch eine Reihe von Landwirten, bei henen er in dieser Angelegen- heit vorgesprochen hat, und diese bestätigten bereits Nickels Tätigkeit sür die Zeitung„Das Landvolk". Waffenlager der Aiteniäier. Altona» 12. September. Im Verlauf der Vernehmung der im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen hier verhafteten Personen» die auf dem hiesigen Polizeipräsidium auch heute weiter- geführt wurde» haben sich Verdachtsmomente dafür er- geben, daß sich in Altona ein Waffenlager befindet. Die Kriminalpolizei hat sofort Maßnahmen zur Aushebung des Lagers ergriffen. Die Spur zu Ehrhardt. O(!.-Mann plaas verhaftet. Der Polizeipräsident von Berlin teilt mit: Am Nach- mittag des 12. September erschien der der Mittäterschaft an den Bombenattentatrn verdächtige Geschäftsführer P l a s mit einem Brief des Kapitäns a. T. Ehrhardt auf dem Polizeipräsidium und stellte sich zur Ver- nehmung. Nach Abschluß dieser Vernehmung wurde Plaas» in dessen Wohnung bei der Durchsuchung eine Sprengkapsel Nr. 8. wie sie bei den Bomben- attentaten verwendet wurde, und 174 Schuß L-Munition gefunden worden sind» in Haft genommen. Oer Nrief Ehrhardts. Der Brief Ehrhardts lautet: „An das Polizeipräsidium Berlin, Abteilung I A. Auf Grund der Pressenachrichten, die mich und meinen politischen Anhänger- kreis in Verbindung mit den Bombenattentaten bringen, habe ich meine politischen Vertrauensleute zu einer Ta- gung berufen. Ich mache dem Polizeipräsidium diese Mit- teilung, um von vornherein irgendwelchen Kombinationen oder Gc- rächten die Unterlage zu entziehen. Ich gehe dabei von der Voraus- setzung aus, daß es Aufgabe der Polizei ist, die Oeffentlichkeit zu beruhigen. Zu meinem Erstaunen habe ich gesehen, daß das Polizei- Präsidium es bisher nicht für erforderlich gehalten hat, der Presse irgendein« Richtigstellung, die meine Person oder die Tätigkeit in meinem Bureau betrifft, zuzustellen. Ich habe festgestellt, daß nach der Liste der Verhafteten, die mir durch die Preise vorliegt, außer Techow und dem in Berlin whhnendeu Ernst v. Solomon niemand zu meiner aus den Iahren 1921 und 1922 bekannten Or- ganisation(Neudeutscher Bund) oder zu dem später gegründeten Wikingbund gehört hat. Das; sowohl T e ch o w wie E r n st v, S a- l o m o n an der letzt schwebenden Sache völlig unbeteiligt sind, steht für mich fest und wird sich wohl auch in Kürz« erweisen. Im übrigen gehören die beiden Herren schon seit längerer Zeit nicht mehr zu meinem politischen Anhängerkreis. Das dürfte der Polizei ja bekannt sein. Daß eine Organisation„O. E." nie bestanden hat. sondern nur in der Phantasie der Press« vorhanden war, dürft« doch ebenfalls bekannt fein, anderen- falls verweise ich auf das Urteil des Staatsgerichtshofes. Ich stelle jedoch keineswegs das Vorhandensein einer Organisation und eines Bundes— vom Jahr« 1920 beginnend bis zur Auflösung des Wikingbundes— unter meiner Führung in Abrede. Es steht für mich ferner fest, daß die Haussuchung in meinem Bureau keinerlei die Bombenattentate betreffendes Material zutage gefördert hat. Die Presse wird jedoch in dem Glauben gehalten, daß schwer be- lastendes Material gefunden worden sei. Ich stehe Ihren Beamten zu jeder Auskunft hier in meinem Haufe zur Verfügung. Ich habe Herrn Plaas, meinem Mit- arbeite? aus meinem Bureau in Berlin, der sich seit gestern bei mir in Wuthenow befindet. Anweisung gegeben, sich beim Polizeipräsidium zu melden, da nach Pressemeldungen nach ihm ge- fahndet wird. gez. Ehrhardt, Korvettenkapitän a. D." * Herr Ehrhardt verfügt also trotz Verbots des „Wiking" über eine politische Organisation, die militärisch aufgezogen ist. Er hat politische Vertrauensleute, er befiehlt und gibt Anweisungen und seine Leute gehorchen. Aber eine Organisation Consul hat es niemals gegeben— ebenso wenig wie die Attentate gegen Erzberger, Rathenau und Scheide- mann, wie die Sprengstoffanschläge in Hamburg, wie die Be- freiunjj der Seeoffiziere Boldt und Dittmar. Es hat auch leine Meineide Ehrhardts gegeben— kurz, Ehrhardt und seine Leute sind nur eine Mythe. Herr Plaas und Herr Ehrhardt sind es gewohnt, Hand in Hand au spielen und es ist noch nicht das erstemal, daß Ehrhardt den Plaas, der auf seinen Chef unbedingt zu- verlässig eingestellt ist, mit einem Schreibebrief versieht. Plaas gehört zu jenen Leuten, die im Jahre 1926 durch den Einfluß von Ehrhardt in sogenannte halbstaatliche Dauer- stellungen in die Reichsmarine eingeschoben wurden, um dort„die Marine mit Wikinger zu verseuchen". Der gesamte Briefwechsel dieser Leute, der über ihr Treiben und ihre Gefährlichkeit Aufschluß gibt, wurde im Februar 1928 von Ernst Heilmann der Oeffentlichkeit unterbreitet. �Daß Ehrhardt die Verhafteten für unschuldig hält, ist ohne jeden Belang. Herr Ehrhardt ist ein M e i st e r der politischen Zwecklüge. Das Leumundszeugnis eines Mannes, der bewußt Meineide geschworen hat, ist ohne alle beweisende Kraft. Verhaftungen im Rheinland. Essen, 12. September. Im Zusammenhang mit der polizeilichen Untersuchung der Sprengstoffattentate in Schleswig-Holstein, Lüneburg und Berlin sind am Mittwoch nachmittag in Mülheim-Ruhr'drei Per- s o n e n auf Ersuchen der zurzeit in Altona weilenden Berliner Kriminalpolizisten festgenommen worden. * Wie WTB. zu der Festnahm« von drei Personen aus Mülheii� erfährt, die wegen des Verdachts, an den Bombenanschlägen in Norddeutfchlond beteiligt zu sein, verhaftet wurden, handelt es sich hierbei um den Juwelier Fritz Rehling, den Kaufmann Kurt Rudorfs und den Konditor Anton Groß,, sämtlich aus Mülheim. Die drei Verhafteten hatten einer deutschvölkischen Tagung in Rostock beigewohnt und von dort aus an den„Polizeihauptmann Nickels" Kartengrüße gesandt, die in die Hände der Polizei gefallen waren. Von Rostock aus hatten die drei jetzt Festgenommenen Nickels dann auch in Hamburg besucht. Alle drei Personen wurden der Landeskriminalstelle in Essen-Ruhr zugeführt: sie bestreiten, mit den Bombenottentaten irgend etwas zu tun zu haben. Hitler rückt trampfhast ab. München,.12. September.(Eigenbericht.) Die Aufdeckung und Verhaftung der Bombenverschwörer ver- anlaßt Hitler, in einer im„Völkischen Beobachter" veröffentlichten Erklärung von der Landvoltbewegung in Schleswig- Hol st ein abzurücken. Aus dem Wortlaut der Erklärung geht hervor, daß zeitweise gewisse Beziehungen zwischen Nationalsozialisten und Landvoltorganisation bestanden haben müssen und daß Hitler„erst vor kurzem angeordnet" hat, diese Bs- Ziehungen unter allen Umständen so rasch wie möglich zu lösen. Dieses„erst vor kurzem" erregt den berechtigten Verdacht, daß Hitler in der letzten Zeit Einblick in die illegale verbrecherische Tätigkeit der Landvolkführer erhalten hat und nun wenigstens nach außen hin die Brücke zu den Bombenoerfchwörern abzubrechen für gut befindet. „Weiße Neger." Das Negerproblem in Amerika/) Von Josef Furtwängler. Haben schon von den amerikanischen Vollblutnegern nicht wenige eine hohe Stufe von Wohlstand und Bildung erreicht, so gilt dies erst recht von den Mischlingen, deren heute in den Vereinigten Staaten etwa drei Millionen leben. Ja, es gibt Rasseforscher, die behaupten, daß überhaupt nur � diese Mischlinge die Befähigung zu wirklich außergewöhn- lichen Leistungen aufweisen. Alle großen Männer, die man erst für Vollneger hielt, hätten sich bei Nachforschung immer wieder als Mischblut herausgestellt: so Booker-Washington, der große Volkswirtschafter, C h e st m u t, der Dichter, T a n n e r, der Maler. Das Schicksal eines solchen Halb- negers zeigt in einem außerordentlich farbigen, lebendigen Bilde die selbsterzählte Lebensbeschreibung von I. W. I o h n- s o n„Der weiße Neger"(Frankfurter Societäts-Druckerei» 1929). In Form einer flott geschriebenen Selbstbiographie entwickelt der Verfasser das Problem des bürgerlich arrivier- ten Negers und Halbnegers. An Stelle des Klassenkampfes der schwarzen Proletarier tritt der Rassenkampf auf höherer Stufe. Im Norden der Union geboren, besucht er, der weiße Neger, dessen Mischblut das ungeübte Auge nicht festzustellen vermag, von dem er selbst nichts weiß, mit schwarzen und weißen Kindern die Schule. Bei einem Besuche des Direktors werden die weißen Schüler aufgefordert, sich zu erheben. Auch er steht auf. Die Lehrerin bedeutet ihm freundlich, sich zu setzen. Nachdem die Rätselhaftigkeit des Erlebnisses über- wunden ist, empfindet er den Keulenschlag. Sein Sähicksal ist fortan verkoppelt mit dem der„Nigger", die von der übrigen Jugend auf der Straße verhöhnt werden. Gern und offen zählt er sich jetzt zu den ihrigen, sieht in jeder Glanz- leistung eines schwarzen Kindes in der Schule einen Sieg der Rasse— seiner Rasse. Als reiferer Junge reist er nach den Südstaaten, sieht dort das Negerleben als Massen- erscheinung und die geräuschvolle lachende Harmlosigkeit des schwergeprüften Volkes, das in vermanschtem Englisch end- lose Scherze treibt, findet junge Mädels„so blond, daß es einem unmöglich schien, daß auch sie schwarzer Abstammung sein sollten". Denn:„das Widerspruchsvolle im südlichen Charakter gestattet sogar Rassenvermischungen. Man spricht davon, wie von der Pest oder vom Aussatz. Aber ich kannte-- mehrere gute Familien, die zahlreiche farbige Zweige desselben Namens hatten, die als Blutsverwandte bekannt und anerkannt waren. Und was mehr ist, es bestand für diese schwarzen Brüder und Schwestern. Onkel und Tanten, durchaus ein Gefühl der Freundschaft." Ueberhaupt erstaunt es einem zu hören, wie dieser An- walt des Negertums die nördlichen und südlichen Amerikaner in bezug auf das Verhältnis zu seiner Rasse einschätzt: Standen die ersten während des Sklavenkrieges im Kampf um seine Befreiung, so meint er dennoch, sie lieben den Neger,„sozusagen abstrakt als Rasse" und„helfen ihm aus dem Gefühl der Gerechtigkeit, der Wohltätigkeit, des Mitleids, sich heraufzuarbeiten": aber die Weißen des Südens, die die Neger als Rasse bekämpfen,„haben häufig eine wirkliche Anhänglichkeit an das Individuum und helfen ihm auch bereitwillig". Er wird recht haben— hier ist der Unterschied zwischen„Prinzip" und Leben: was wir im ersten Aufsatz über was Wachsen der Negerfeindschaft im Norden berichteten, bestätigt es. Als Zigarrenarbeiter lebt er dann unter zugewanderten Kubanern, deren spanische Sprache er ebenso leicht und vollen- det erlernt, wie später das Französische und Deutsche. Seine stärkste Seite aber ist die Musik, die Negermusik» deren Rhythmus ihm im Pulse pocht, und die ihm später Broterwerb und Lebensinhalt wird. Ein musikliebender Geldmann nimmt den Tonvirtuosen mit auf Reisen nach Europa. Doch über diesem ganzen Leben lagert unsichtbar die Tragik der geächteten Rasse und ihres bewußten Revräsen- tanten:—„denn er kann sich auf die Dinge nicht als Staats- bürger, nicht als Mann, nicht einmal als menschliches Wesen einstellen, sondern nur aus der Perspektive des„farbi- g e n M e n s ch e n". Ist er selbst auch nicht ohne weiteres nach seiner äußeren Erscheinung als solcher erkennbar, so ist das Negerblut in seinen Adern trotzdem— ja, erst recht— sein Fluch. Kann er doch jeden Tag, in jeder Gesellschaft als„Halbblut" entdeckt werden! Dann wird er unbarmherzig ausgestoßen, wie der Vorbestrafte, dessen Vergangenheit plötzlich ruchbar wird. Freunde verlassen ihn, die Geliebte, um die er wirbt, wendet sich schaudernd ab.> Wahrscheinlich kennt sie die im Volke drüben weit verbreitete Meinung: daß auch aus der Verbindung mit einem noch so„weißen" Neger spätestens in fünfter bis siebenter Generation wieder ein pech- schwarzer„Nigger" entspringen muß. Womit hat der be- gabt«, edel gesinnte Mischling solchen Fluch des Schicksals ver- dient? Das Schauderhafte sollte er miterleben, was feinen •) Siehe„Vorwärts Nr. 413. Ltm die Arbeitskosenversicherung. Die gemeinsame Sitzung des Reichs- und Preußenkabinetts. Amtlich wird milgeleitt: Das Rcichskabinell und das Preußische Slaalsminlslerlum kralen gestern zu einer gemeinschaftlichen Sitzung in der Frage der Reform der Arbeitslosenversicherung zusammen. Die Veratungen werden heute mit den Lönderregierungen fortgesetzt. Oer Soziale Ausschuß berät. In der weiteren Beratung im Sozialen Ausschuß des Reichs- tags begründeten die Deutschnationalen ihre Anträge auf Erweite- rung der Verstcherungsfreiheit in der Landwirtschast, während die Kommunisten Anträge auf Einschränkung dieser Verstcherungs- befreiung gestellt haben. Di« Abänderungsanträg« werden a b g e» lehnt. Abg. Aufhäuser(Toz.) begründet zu Z 72 einen Antrag, wonach Personen, die vorübergehend aus der Stadt aufs Land gehen, um in der Land- und Forstwirtschaft zu arbeiten, versicherungspflichtig bleiben. Der Antrag wird angenommen. Frau Abg. L. Schroeder(Soz.) verlangt Abänderung der Regie- rungsvorlage zu jj 75a, wonach geringfügige Beschäfti- g u n g versicherungsfrei ist und der Begriff geringfügig eine Be> schäftigung vorsieht, wenn sie auch nicht mehr als 24 Arbeitsstunden in der Woche beschränkt ist. Rednerin führt im einzelnen aus, daß damit weite Schichten, vor allem der erwerbstätigen Frauen, von der Bersicherung ausgeschaltet werden würden. Sie begründet einen sozialdemokratischen Antrag, statt 24 Arbeitsstunden 18 zu setzen. Der Antrag wird von den Kommunisten unterstützt, dann aber mit den Stimmen aller bürgerlichen Parteien abgelehnt. Angenommen wird schließlich ein Eventualantrag folgenden Wortlauts:„Geringfügig ist ein« Beschäftigung, wenn sie aus weniger als 24 Arbeitsstunden in einer Kalenderwoche beschränkt zu sein pflegt.' Die Weiterberatungen über den Begriff„arbeitsunfähig" (§ 88) führen zu größeren Auseinandersetzungen über den Ju- sammenhang mit der Invaliden-, Angestellten- und Unfallversiche- rung, so daß sie in der Sitzung nicht mehr abgeschlossen werden können. Der Ausschuß vertagt sich auf Freitag lü Uhr vormittags. Krach in der Hugenberg-Iront. Oer Reichslandbund gegen den Entwurf. Der§ 4 des Entwurfs des Hugenbergschen„Gesetzes getzen die Versklavung des deutschen Volkes" fordert, daß die Mitglieder des Reichskabinetts wegen Landesverrats vor den Staatsgerichtshof gestellt werden, die Verträge gemäß den Haager Vereinbarungen unterzeichnen. In dieser Formulie- rung liegt die Unterstellung, daß die gegenwärtige Reichs- regierung, insbesondere der Reichsaußenminister S t r e s e» mann, im Haag Landesverrat betrieben habe. Darüber hin- aus enthält dieser Paragraph eine Spitze gegen Hin- d e n b u r g, der der deutschen Delegation nach dem Abschluß der Haager Konferenz Dank und Anerkennung ausgesprochen hat. Dieser Paragraph hat zu ernsten Differenzen im„Reichs- ausschuß für das deutsche Volksbegehren" geführt. Di« „Deutsche Allgemeine Zeitung" teilt mit: .„Wie wir zuverlässig erfahren, hat das Prästdmm des Reichs« landbundes, das sich am Mittwoch mit dem Wortlaut des Volksbegehrens beschäftigte, einstimmig beschlossen, dem§ 4 dieZustimmungzu oerweigern. Die Verössentlichung des Volksbegehrens in seiner jetzt vorliegenden Gestalt erfolgte, ohne daß dieses Votum des Reichslandbundes berücksichtigt, wurde." Stahlhelm und N a ti o n a l so z i nl i st e n aber haben.auf diesen Paragraphen besonderen Wert gelegt, und Hugenberg hat es vorgezogen, lieber'den Reichslandbund vor den Kopf zu stoßen als die radikalen Verbände zu verstimmen. Der Reichslandbund wird geführt von dem deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Minister a. D. S ch i e l e. Es ergibt sich also, daß sehr prominente deutschnationale Kreise den Eni- wurf von vornherein für u n m ö g l i ch halten. Die Diktato- ren Hitler, S e l d t e und Hugenberg sind jedoch der Ansicht, daß Schiele mit den Seinen Order zu parieren habe. Das fängt gut an! Oeutschnationale beleidigen Hindenburg. Der beutschnationale Lanbtagsabgeordnet« S ch w e ch t, eine in weitesten Kreisen unbekannte Größe, ist in den engeren Vorstand des Reichsausschusses für den groben Unfug neben Hitler, Hugenberg, Schiele, Seldte und von Below gewählt worden. Wahr- scheinlich ein besonderes. Protektionskind des großen Alfred. Außer- dem ist er katholisch und Rheinländer. So was kann man gut ge- brauchen, wenn man«ine Aktion gegen die Rheinland- räumung in Szene fetzt. Herr Schwecht tritt nun in einem Ärtlkel der„Mitteilungen der Deutschnationalen Dolkspartei" an die Oeffentlichkcit, um als Rhein- länder seine Empörung über die Freudenkundgebung anläß- lich der im Haag beschlossenen Räumung zum Ausdruck zu bringen. Er schreibt: „Richtig und würdig wäre es gewesen, wenn wir auf Grund des Ergebnisses der Haager Konferenz, das eine deutsche Niederlage ohnegleichen darstellt, Halbmast flaggen würden aus Trauer und Schmerz darüber, daß die Regierung die längst fällige Räumung mit der Verskla- v u n g des deutschen Volkes über zwei Menschenalter hinaus, also für unsere Kinder und Enkel, ertauft hat. Die Annahme des„S ch m a ch w« r t« s" vom Haag bedeute die endgültige Anerkennung der Kriegsschuldlüge(?): „Das ist eine Beleidigung des deutschen Volkes, des Frontheeres, das reinen Herzens für eine heilige Sache zum Schutz von Heimat und Vaterland in den Krieg zog und vier Jahre kämpfte und blutete: es ist eine Beleidigung der zwei Millionen gefallener Helden: es ist auch eine B e. l e i d I g u n g H i n d e n b u r g s, der bei der Einweihung des Tanncnberg-Denkmals die Kriegsschuld Deutschlands in gerechter Entrüstung zurückgewiesen hat. In diesem pathetischen Bierbantstil geht der Artikel weiter, um in der Parole auszutlingen:„Lieber tot als Sklave!" (So sieht Hugenberg aus! Der meldet sich lieber krank mit ärzt- lichem Attest.) An diesem Gewäsch ist vor allem die Wendung über die„B e- leidigung Hindenburgs" bemerkenswert. Uns scheint, daß der ganze Artikel dieses deutschnationalen Abgeordneten«ine einzige Beleidigung des Reichspräsidenten dar« stellt: denn es steht fest, daß Hindenburg den Außenminister Stresemann und den übrigen Mitgliedern der deutschen Delegation im Haag für die geleistete Arbeit und die erzielten Er- gebnisse seinen Dank offiziell und öffentlich ausgesprochen hat. Es wird also Hindenburg unterstellt, daß er anstatt.würdig", nach Schwechtschem Rezept, Halbmast zu flaggen, den Vollendern eines.Schmachwerkes" in unwürdiger Weise gedankt hat. Er hat Stresemann und den anderen gedankt„für die endgültige Anerkennung der Kriegoschuldlüge", gedankt für ein« .Beleidigung des deutschen Volkes des Front- Heeres, der 2 Millionen Gefalle neu", ja er hat sogar gedankt für eine ihm, Hindenburg. angetan« Beleidigung! Herr Schwecht ist ehemaliger Offizier. Wie verfährt man nach dem Osfiziersehrcnkodex mit einem Offizier, der auf eine Beleidigung nicht etwa mit einer Duellforderung oder zumindest mit dem Ver- langen nach Genugtuung, sondern sogar mii einer Dankes- b«zeugung für die ihm zugefügt« Schmach antwortet: Man er- klärt ihn für e h r l o s und schließt ihn aus dem Offizierskorps aus. Wann wird Herr Schwecht, deutschnationales M d. L und Hauptmann a. D., den Antrag stellen, Hindenburg für sein eines Offiziers unwürdigen Verhaltens aus dem Offizierskorps auszustoßen? Rassengenossen in der Sternbannerrepublik angetan wird: die Verbrennung eines lebendigen Menschen unter der Lynchjustiz:„Er krümmte sich, wand sich, zerrte an seinen Ketten, und dann stöhnte er und stieß Schreie aus, die mir noch in den Ohren gellen. Vom Rauch erstickt, erlosch das Schreien und Stöhnen bald, aber seine Augen sprangen fast aus den Höhlen, vergeblich um Hilfe bittend, rollten sie hin und her. Einzelne aus der Menge jubelten und schrien, andere schienen über ihre Tat entsetzt, andere wieder drehten sich angewidert um und gingen." So der Bericht in dem Buche, dessen liebliche Heimatschilderungen den Schwarz- waldpfarrer Hansjakob ins Gedächtnis rufen, dessen Dar- stellung musikalischer Vorgänge an gleichartige Stellen bei Thomas Mann erinnert. Gewiß: vom Negerproblem zeigt dies fesselnde Buch nur einen kleinen Abschnitt— den obersten aus der Gesamtlage- rung. Der weiße Neger oberer Schicht, der uns sein Schick- sal enthüllt, kämpft nicht mehr um Menschen und Staats- bürgerrechte, sondern um die gesellschaftliche Wert- geltung. Er kennt drei Klassen von Negern: einmal«ine bedrückte Masse mit dem Groll des gebändigten Raubtieres, die„gern zur Hölle fahren für den ersten Weißen, der sie quält": ferner Dienstboten von hündischer Anhänglichkeit, die jeden Weißen, der sie anständig behandelt, um dieser„Güte" willen lieben. Beide Arten sind für seine Problemstellung ebenso gleichgültig wie er glaubt, daß diesen, weil ungebildet, die Rassenfrage gleichgültig sei. Er sieht auch nicht jene Negermassen, die weder zähnefletschende Raubtiere, noch winselnde Hunde, und die zwar„ungebildet" sind, aber für die dennoch— und ganz besonders— ein Rassenproblem unter sozialen Formen besteht. In diesem Buche sind die Träger des ganzen Rasseproblems und die unter seiner Tragik Leidenden einzig jene oberen Negerklassen, bei denen„die Frauen mit auserlesenem Geschmack gekleidet und die Männer im Besitz korrekter Abendanzüge sind", die aber dennoch von den Weißen gleichen Standes gesellschaftlich gemieden werden und die im Bewußtsein dieser Zurücksetzung zu einer ver- härmten Isolierung mit Artgleichen sich verurteilt sehen. Das ist der kleinste Teil der amerikanischen Neger. Ihr Schicksal und ihre Nöte sind keineswegs für das Gesamtvolk typisch. Jedoch mit dieser ausdrücklichen Einschränkung ist das spannende Werk auch soziologisch wertvoll. Es behandelt nicht die Negerfrage, wohl aber einen besonderen und nicht un- interessanten Teil davon geschickt, interessant und mit schöner Ursprünglichkeit. Was den objektiven Wert dieses Buches noch erhöht, ist der Umstand, daß dieselbe Tragik und fast die gleiche Problemstellung auch in anderen zukunftsreichen Ländern mit solcher Rassenverschmelzung existiert, im b r i t i- s ch e n zum Beispiel wie im holländischen Indien. Wie oft mußte ich bei der Lektüre an die„Eurasier" von Britisch-Jndien denken, die ein ebenso tragisches Dasein „zwischen den Rassen" führen! Eins nur könnte uns das Buch— weil überflüssig und unrichtig— ersparen: die immer wiederholte Begründung der gesellschaftlichen Ansprüche seines„gebildeten Negers" mit dem Hinweis auf die musikalischen Leistungen des Neger- tums, und besonders auf die Tatsache des beherrschenden Ein- flusses dieser Musik auf Europa. Zu den Uferlandschaften des St. Iohnflusses. der so viel vom Leiden des schwarzen Volkes sah. mag dessen seelenvolle Musik ebenso unzertrenn- lich gehören, wie die süßen Klagetöne bengalischer Saiten- instrumente zu jenem himmlischen Palmenlande. Aber was bedeutet es, wenn man uns zumutet, die Seelensprache europäischer Musik von solchen Klängen„ablösen" zu lassen? Erinnert dies nicht ans alte Rom. wo man schon in den Tagen Senecas die Künste besiegter Völker begierig und wahllos aufnahm und deren Göttern die Tempel öffnete, um im Föulnisglanz eigenen Svätherbftes noch einmal in tausend Farben zu schillern? Für den. der in den sozialen Umwälzungen unserer Tage zusammenhängendes Geschehen sieht, bedarf es nicht solcher Begründungen für einen Eman- zivationsprozeß. zu dessen Erkenntnis uns„der weiße Neger" alles in allem einen so lesenswerten Sonderbeitrag bietet. Reue Agrarhehe. Deutschnationale Landbündler machen mit. München, 12. September.(Eigenbericht.) In den letzten Wochen hat sich in der Rheinprovinz eine recht»- radikale Bauernvereinigung gebildet, zu ver auch die aus der Separatistenzeit unrühmlich bekannte«Frei« Bauernschaft' gestoßen sst. Es wurde bereits eine Reihe von Versammlungen ab- gehalten, in denen nach dem Vorbild des schleswig-holsteinischen Landvolts ein« wüste Bauernverhetzung betrieben wurde. Die Hetze richtet sich ausschließlich gegen die Sozialdemokratie, „gegen das System Seoering-Grzesinsti, die roten Parteiminister und die politischen Spitzbuben, die s«t zehn Jahren von der Not der Bauern leben". Die erhobenen For- derungen gipfeln in dem Ruf nach„Macht ohne Mäßigung für das nationale Deutschland, wobei an dem heutigen Staat nicht nur tell- weife zu rütteln, sondern ganze Arbeit zu leisten ist." Die Führer der neuen Vereinigung sind einig« der Oeffentlichkeit bisher noch unbekannte Leute, ein gewisser Reber und ein gewisser Fleischmann, beide aus Kaiserslautern, denen einige Angestellte des deutschnationalen Iung-Landbundes zur Seit« stehen. Große Zeit. Die Kriegsstimmung in Sowjetrußland wird weiter genährt. Die russische Bevölkerung erlebt„große Zeit". Damit sie di« nö.ig« Begeisterung aufbringt, ist in Moskau der Montag allgemein als fleischloser Tag festgesetzt worden. Deutscher Rxhlertag. Vom 12. bis 14. September tagt in Köln der 8. Deutsche Richtertag. Am Freitag wird Landaerichtspräsident Heemsen- Koblenz über das Thema referieren: Bedarf es ein«r grundlegenden Iustizreform? Deutscher Anwalletag. In Hamburg findet der Deutsch« Anwalistag statt. Nach den Bcg:übunn�an.vrach«n sprach am Donnerstag Dr. A l s b e r g- Berlin über„Die Phiiosophie der Ver- teidigung". Das Thema der Beratungen für Freitag lautet: An- walt, Volt und Staat. Amerikanische» Kongreßmitglied verbrannt. O. I. Kval«, Mitglied der Farmer-Laborfraktion im Kongreß, wurde am Witt- ivoch abend in seinem Sommerhaus von einer Feuersbrunst, die infolge der Explosion einer Petroleumlampe ausgebrochen sein soll, im Schlafe überrascht. Er o e r b r a n n t« in seinem Haus«, das nur i noch ein Haufen rauchender Trümmer ist. j polizeifromme Kommunisten. , Sie rühmen sich ihrer guten Dienste. Sieben Städte stritten einst um den Ruhm, die Geburtsstätte Homers zu sein. Sieben Berliner Boulevardblätter nehmen jetzt für sich das Verdienst in Anspruch, in der Bombenafsäre der Polizei di« richtige Spur gewiesen zu haben. In der Würde eines Meister- detektivs fühlt sich jetzt nämlich jeder„rasende Reporter", der in den letzten Monaten den profunden Satz niederschrieb, daß die Bombenattentäter wahrscheinlich einer rechtsradikalen Organisation angehören müßten. Sicher wäre die Polizei von alleine auf diesen Gedanken niemals gekommen! Nur eins haben die genialen Tipgeber alle vergessen: Daß sür die Polizei es nicht sowohl darauf ankommt,«inen„Tip" ms vielmehr positives Beweismatertal in Händen zu haben. D«r Nachwels einer Höllenmaschine, die dort oder dort aufzufinden ist, ist für die polizeiliche Nachforschung tausendmal wichtiger als der aufgeregte Hinweis auf Selbstverständlichkeiten. Das Kuriose an der Sache ist aber, daß allen voran di« beiden kommunistischen Boulevardblätter des Herrn Münzenberg sich selber gar nicht Weihrauch genug streuen können für die verdienstvolle U n t e r st ü tz u n g, die sie der Polizei hätten angedeihen lassen. Wenn man so di« diversen „Welten" Münzenbergs durchliest, muß man eigentlich annehmen, daß die 72r. m mit plumpem Schwindel grusellge Geschichten vorgesetzt werden, ist bezeichnend für die von uns festgestellte und zu politischen Zwecken ins Werk gesetzte Attentatspsychose." Attentatspsychose? Am Ende hat es gar keine Atten'ate?e» geben? Hier ist die Liste der Attentate: 27. 11. 1928: Hollenstedt, Attentat am Hause des Amts- Vorstehers. 28. 11 19?8: Lunden Dynamit am Auto des Amtsvo: ktcher.; 28. 11. 1928: Reidenfleth, Bombe am Haus des AiNt-vor- stehers: 6. 4.1929; Wesselburen. Handgranaten: 23. 5. 1929; Itzehoe, Bulver im Landralsamt: 29. 5. 1929: Hohenwestedt, Puloer in der Garage es Schillrats- 9. 7. 19"9: Niebüll. P- taer am Lnndrot<-amt: 1. 8. 1929: Lüneburg, Bombe an der Villa eines jü ri n Rechtsanwalts: 29. 8 1929; Schleswig. Bomb? am Mohnhaus des R.» rungeoizepräsidenten: 1. 9. 1929: Berlin, Bombe am Reichetag: 6. 9.1929: Lüneburg, Bombe im Rexierung-gebL id«: Wir finden, daß die„Deutsche Zeitung" von Tag zu Tag m.chr Werl darauf legt, die Partei des Verbrechens zu nehmen, Da» Entlassungsgefuch eunatscharski», der seit Ansang d«x Sowjetdiktatur das Unterrichts, und Kunstwesen geleitet hat, ist ge» nehmigt worden, zumal er dazu veranlaßt worden war. FrühereKammereinberusung beschlossen Zum 22. Oktober. Paris. 12. September.(Eigenbericht.) Der französische Ministerpräsident B r i a n d hat in dem am Donnerstag in einem Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik seinen Rechenschaftsbericht über Genf erstattet. Das Kabinett hat seine Haltung, wie es in dem offiziell.'» Kommunique heißt,„voll gebilligt'. Das letz'emal, als Vriand aus dem Haag zurückgekehrt war, ist diese Zustimmung „einstimmig* erfolgt. Es scheint also diesmal einige Wider- spräche gegeben zu haben. Das Kabinett hat u. a. beschlossen, die Kammern bereit» am 2 2. Oktober, also unmittelbar nach den am 20. Oktober statt- findenden Neuwahlen zum Senat zusammenzurufen. Di« Par- lamentsferien werden dadurch um reichlich drei Wochen gekürzt. Die Regierung scheint die Absicht zu haben, das R a t i f I z i e> rungsgesetz für den Poung-Plan der Kammer sofort nach ihrem Zusammentritt vorzulegen, so daß, vorausgesetzt, daß auch in Deutschland die einschlägigen Gesetze ihre parlamentarisch« Er- ledigung gefunden haben, die neue Reparationsregelung im Lauf« des November in Kraft gesetzt werden kann. Zusammentritt der Sachverständigenkomitees. Paris, 12. September.(Eigenbericht.) Die im Haag in Aussicht genommenen drei Sachverständigen- komitees, denen die„Liquidierung der Vergangenheit*, die Regelung der Sachlieferungen und die Verrechnung des von Deutsch- land und Oesterreich Ungarn an die Sieger abgetretenen Staats- e i g e n t u m s zur Aufgabe gestellt ist, werden am nächsten Montag ihre Beratungen beginnen. Die deutsche Regierung wird in ihnen durch den Ministerialdirektor Dorn und die Geheimräte M a r t i u s und M o l t k e vertreten sein. Ruiniere dich selbst! Neueste Losung der KPZ. Paris, 12. September.(Eigenbericht.) Um den Verfallprozeh in der kommunistischen Gewertschofte- zentrale vor der Oeffentlichkeit zu verbergen, hat sich die Kommu- nistische Partei zu einem Schritt entschlossen, der einer gewissen Komik nicht entbehrt. Sie appelliert jetzt, um die Mitglieder- Verluste der kommunistischen Gewerkschaften auszugleichen, an die Nichtorganisierten: die sollen die Opposition in der Partei brechen Dazu schreibt der sozialistische„Populmre*:.Di«„Partei- losen*, d. h. jene, die ihr« Klassenpflicht nicht erfüllen, die sich weigern, die Prinzipien der Arbeitersolidarität anzuerkennen und die im sozialen Kampf nur auf die eigene Sicherheit bedacht stnv, werden von den jdommunisten zu Richtern eingesetzt über die Ge- nassen aus der eigenen Partei.* Indessen dauert das Chaos in der Partei weiter an. Die „Säuberungsaktion* ist mit dem Hinauswurf der drei kommunisti- schen Gewerkschaftsführer nicht beendet. Die„Humanitä* sagt, daß es in der Partei immer noch Elemente gebe, die den Reaktiv- nären und der Sozialdemokratie in die Hände spielten: sie behaup- tet, die große Sammelaktion, die dem Blatt aus sreiwilligen Spenden üOOlWi) Franken verschaffte, werde zu undurchsichtigen Zwecken mißbraucht. Die Partei werde trotz des Zwrifronten- kampfes gegen Reaktion und Sozialdemokratie nicht davor zurück- schrecken, die groß« Säuberung im eigenen Lager b i» zur letz» ten Konsequenz durchzuführen. Mussolini kann es doch nicht schaffen! (kr aibt wieder mit einem Schlage sieben Ministerämter ab. Nach und nach hotte in den letzten Jahren Mussolini fast alle Ministerien an sich gerissen und mit Unterstaatssekretären besetzt, die ihm unterstellt waren. Plötzlich überrasche er die Welt mit der Nachricht, daß er nur noch das Ministerpräsidium und dos Ministerium des Innern für sich behäilt, dafür eine ganz« Anzahl von Ministerposten teils durch die bis- hcrigen Ilnterstaatsfekretäre, teils durch ander« Vertrauensmänner besetzen läßt. To ist Grandi vom Unterstaats sekretär zum Außenminister avanciert, B a l b o zum Luftfahrt- minister, General G a z z e r a zum Kriegsminister, Admirol Sioiarmi zum Marineminister, Abgeordneter Boliai zum „Korporationeminister*, und der berüchtigte Austraggeber zahl- reicher Mordtaten an oppositionellen Politikern, General de Bona, der als zu kompromittiert nach der Somaliküste ab- geschoben worden war, wird jetzt„rehabilitiert*, indem ihm Mussolini da- Kolonialministerium überläßt. Ausgeschieden ist der katholische Unterstaatesekretär der Justiz Ge utile, vermutlich auf Veranlassung de» Vatikans, wegen Meinungsverschiedenheiten über die Aus- l-gung der Lateran-Verträge. Soziale Reform durch Steriltfierung. Internationaler Kongreb für Sexualreform London. 12. September.(Eigenbericht.) Auf dem internationalen Kongreß für Sexualreform sprachen heute eine Reihe bekannter englischer Autoren über die Zensur von Büchern und Theaterstücken mit erotischem Inhalt. Die Redner verurteilten durchweg die Uebcrgrisfe de» Staates gegen wertvolle Kunstwerke. Einen längeren Vortrag hielt D r u t e n, der Verfasser des auch in Deutschland erfolgreichen Schuldrama«„Dsr junge Woodly*. Er erklärte, die Zensurbehörden seien mindestens 20 Jahre hinter der Entwicklung der allgemeinen Geistesverfassung zurückgeblieben. Vorher verhandelte der Kongreß über die Sterilisierung von Schwachsinnigen oder unheilbar Kranken. Es zeigt« sich überraschenderweise, daß die Rcsoriner heute mit dieser Forde» rung viel vorsichtiger sind als»och vor einem Jahrzehnt. Mehrere Redner betonten, daß die Wissenschaft In ihren Ver- erbungsgesetzen eher unsicherer al» bestimmter ge» worden Ist. Es erscheint heute fraglich, ob dl« Sterilisierung wirklich den gewünschten Erfolg haben würde. Ferner wurde her» vorgehoben, daß jede Gesetzgebung in diesen Dingen not- �wendig tlassenbe stimmt sein müsse und deshalb mit Miß- trauen zu betrachten sei. Aus der großen Zahl oer Vorschläge sei noch der eine» Londoner Arzte« erwähnt, der die zwangsweise Beschränkung der Familien der arnien Bevölkerungsschichien aus zwei Kinder verlangte. Eventuell soll« durch Gesetze die Sterilist«- rung aller unbemittelten Frauen mit mehr al» einem Kind bestimmt werden. Eine niedrige Geburtenrate des Proletariat» fei der kürze st e Weg zu sozialer Reform. Kreude, o Kreude! In der Hugenberg-�edaftion:«-Erwischt... o, die armen tapfern Jungen... verhastet... alle...?? Also schreiben Sie:-Es ist mit außerordent« licher Freude zu begrüßen, daß es der Polizei nunmehr endlich gelungen ist, in Sachen der Kette von Bombenanschlägen zu Verhastungen zu schreitet.* Slalulenrevision des Kaager Gerichts. Die Tür für den Beitritt Rußlands offengelassen. �v. Scliw. Genf. 12. September.(Eigenbericht.) Di« Konferenz zur Revision des Statuts des Jnter- nationalen Gerichtshofes ist heute mit einem Ergebnis zu Ende gegangen, das einen guten Schritt vorwärts auf dem Weg« zum Weltgerichtshof bedeutet. Nicht nur ist der Beitritt den Ver- einigten Staaten unter den bekannten Bedingungen geöffnet worden: die Haager Tür ist ganz allgemein den übrigen Nicht- mitgliedstaatcn des Völkerbundes aufgeschlossen worden. Dieser Fortschritt knüpft äußerlich daran an. daß V r a s i l>. e n, das aus Anlaß des deutschen Eintritis vor einem Jachr aus dem Völkerbund« ausschied, den Wunsch aussprach, als Unterzeichner des Haager Gerichtshofes gleichberechtigt an den Wahlen der Richter wie andere Völkerbundsmitglieder teilnehmen zu können. Dieser Wunsch ist aber nicht nur gegenüber Brasilien erfüllt worden. sondern unter tätiger Mitwirkung eines sozialdeniokratischen Juristen ist im Sinne der im„Vorwärts* vom Mittwoch Nr. 42S gemachten Ausführungen der Weg auch für die Sowjetunion freier als bisher gemacht worden. Es wurde nämlich bestimmt, daß „für jeden außenstehenden Staat von der Bundesversammlung auf Antrag des Rates die Bedingungen geregelt werden, unter welchen er an der Wahl der Mitglicoer des Internationalen Ge- richtshofes Uilnehmen kann." Diese Formulierung besagt In ihrer Allgemeinheit also, daß außerhalb des Völkerbundes stehende Staaten tfrundjatzlich an der Richterwahl teilnehmen sollen und es nur eines Lorschlages des Rates oder einer persönlichen Vereinbarung bedarf, um den Beitritt auch der Sowjetunion zum Haager Gerichtshof zu ermöglichen. Rechtspolitisch ist zu diesem Fortschritt zu sagen, daß die Bereit- Willigkeit der Sowjetunion, dem Haager Gerichtshof beizutreten, zur Folge hoben würde, daß sie an der Wahl der Richter, und zwar im Rat und in der Versammlung teilnehmen und bei geschickter Diplomatie auch den Anspruch des Sowjetreiches auf B e r t r e t u n g im Gerichtshof verwirklichen könnte. Die Wahl eines Sowjet- juristen jetzt natürlich loyale Zusammenarbeit im Ge- richtshof voraus, wurde aber dem Sowjetjuristen Gelegenheit geben, dem sowjetistischen Rechtsstandpunkt bei jedem Prozeß innerhalb des Gcrichtshoses Geltung zu oersehafien. Gewänne so die Sowjetunion Möglichkeiten der Einwirkung auf dl« international« Rechtsprechung überhaupt so wäre es ein« dema- gogische Verdrehung zu behaupten, daß sie dadurch etwa selber in Prozesse oerwickelt werden könnte, bis sie mit ihren Interessen nicht für vereinbar hält. Denn»Inen Richter im Internationalen Gerichts- Hof haben, heißt noch nicht gezwungen zu sein, sich verklage» zu lassen. Di« Sowjetunion Ist weit entfernt davon, in einer Reihe mit den europäischen Kulturstaaten das Obligatorium anzuerkennen, st« hätte nach wie vor in jedem Falle es in der Hand, frei- willig ein Schiedskompromiß abzuschließen, um«inen Streit dem Gerichtshof zur Entscheidung vorzulegen. Die Sowjetunion würde also im Haag die gleiche Stellung haben wie England, Frank- reich, Italien vor der Unterzeichnung der Schiedspslicht. Der Ge- richtshof bliebe für die Sowjetunion nach wie vor eine Stelle, vor der sie ihre Streitigkeit über die Auslegung der Verträge ausfechten kann, aber nicht muß. Ein Beitritt der Sowjetunion zum Internationalen Gerichtshof würde der lleberbrückung der Gegensätze zwischen Moskau und der übrigen Welt, also der Erhaltung des Friedens dienen. Er würde die schon bisher vorhandene Zusamn'enarbeit in Genf ausbauen und die Autorität der höchsten richterlichen Instanz über alle Völker wesentlich stärken England ringt um d e Führung in(Senf. Genf, 12. September.(Eigenbericht.) Die neue englische Regierung setzt ihr« Bemühungen, die F ü h- rung der Völkerbundsarbeiten in ihre Hand zu bekom- men, im großen und im kleinen fort. Anläßlich der Uebersetzung der Rede des sozialdemokratischen Abgeordneten Breitscheid be- tonte der englische Staatssekretär Dalton, daß England daraus bestehen müsse, daß die englische Uebersetzung vollkommen gleichberechtigt und in gleichem Umfange neben der französischen gegeben werde. In der Budget-Kommission, die am Nachmittag tagte, wurde u. a.«in Antrag aus Erweiterung der Kontrollkommission, die jetzt aus fünf Mitgliedern besteht, aus sieben Mitglieder behandelt. Di« jetzige Zu» sammensetzung der Kontrollkommission ist seinerzeit aus einem Kom- promiß zwischen Frankreich und England entstanden. Die süns Mit- glieder sind in der Mehrzahl Exponenten der englischen und in der Minderheit der französischen Politik. Aber die berechtigt« Forderung, die Kontrollkommission durch Vergrößerung zu einem un Partei» i s ch e n Ausdruck der jetzigen Zusamnienjetzung des Völkerbundes zu machen, wurde von den Engländern ebenso scharf abgelehnt wie von den Franzosen. Von de» Großmächten stimmten nur Deutsch. landundItaliensürdieErweiterung.di« unter fran» zösischer Führung abgelehnt wurde. Diese Ablehnung ist um so peinlicher, als der Bölkerbundssekretär Drummond, dessen Fi- nanzgebären die Kontrollkommission zu überwachen hat, sich gegen jeden Ausbau dieser Kontrolle wendet. In der Kom- Mission für Abrüstung setzte Lord Cecil für England den Kampf um die Fuhrung fort. Hier zugunsten einer wirklichen k o n k r« t en Abrüstung gegen den Standpunkt der bisherigen französischen Mehr- heil, die nur eine formelle Abrüstung erstrebt. Es ging um den Entwurf der finanziellen Unterstützung angegriffener Staaten. England, das in der Versammlung angekündigt hatte, daß es unter gewissen Bedingungen diesem Entwurf zustimmen würde, erklärt« durch Lord Cecil, daß es diesen Plan als den wesentlichsten Bestandteil zur Sicherung der abgerüsteten Well betrachte. Die Annahme des Antrages enthebe die Staaten der Notwendigkeit, Kriegsmaterial-Reserven zu halten aber andererseits könne dieser Entwurf erst im Sinne des Bölkerfriedens wirken, wenn all« Staa- ten sich zum Schiedsgerichtsverfahren bekannt hätten und damit eine Möglichkeit gegeben sei, den Angreifer zu erkennen, und wenn andererseits alle Staaten ihren Willen zum Frieden durch An- schluß an die Abrüstungskonoention bestätigt hätten. Der dänische Außenminister Münch schloß sich dieser englischen Richtung an, ging jedoch noch weiter, indem er darauf hinwies, daß Dänemark sich der Stimme bei der Abstimmung enthalten würde, da der Entwurf not» wendig mit einer Kontrolle der Wafsenherstellung und des Waffen- Handels, sowie mit der allgemeinen Abrüstungskonoentton verbunden werden müsse, um Mißbrauch zu verhüten. Im Namen Deutschlands schloß sich in der Mrüstungs» kommission Gras B e r n st o r f f den dänischen und eng- tischen Bedenken gegen den Plan einer finanziellen Kriegs« Unterstützung ohne vorherige Abrüstung an. Der Dolterbundsrat würde in eine schwierige Lage versetzt werden, wenn er bei den heutigen Verhältnissen die Frage entscheiden soll, wer der An- greiser und wer der angegriffene Staat sei Deutsch- land halte den Plan erst im Gefolge eines allgemeinen Abrüswngs- abkommens für nützlich. Die mit vieler Spannung erwarteten Ausführungen E e c i l s entsprachen den zuverlässigen Mittellungen, die über die Absicht der Engländer in der Abrüstungskommission oerlauten. Danach hat England die Absicht, eine Uebersichl über den bisherigen Gang der Abrüstungsverhandlungen zu verlangen. um nachzuprüfen, ob die Entwicklung der Abrllfftungsverhandlungen noch zum Ziel« einer wirtlichen inhaltlichen Abrüstung führen könne. England will das französisch« Sicherungsoerlangen entwaffnen durch die Bindung der verschiedenen mit der Abrüstung in Verbindung stchenden Konventionen aneinander. Schiedsgerichts- barteit, Anpassung an den Kellogg-Pakt, Kriegsmaierlalkontrolle, finanzielle Unterstützung der angegriffenen Staaten und Herab- setzung der Rüstungen sollen zusammen Frieden und Sicherheit verbürgen. Das Eintreten Deutschlands für eine unparteiische Behandlung des chinesischen Antrages über den Artikel 19(Revision un- haltbarer Vertragsbestimmungen) hat alle Aussicht auf Erfolg. Die Tagesordnungskommisiion wagte auch am Donnerstag nicht, gege-- eine Minderheit die Ausschließung einer Sachbehandlung dur-�" drücken und verschob die Entscheidung aus Freitag. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr, Rosenthaler Str. Preise tür Freitag u. Sonnabend, soweit Vorra», Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Moritzplatz Im Wintergarten Leipziger Str. IDAIH LH 1EN~SC1HI AU aus den Kulturen der L. Späth'schen Baumschule, Berlin-Baumschulenweg. Annahme von Bestellungen zur Herbst- und FrQhjahrslieferung | Frisches Fleisch Kalbskamm u.-Brust... rw-.-- Y.YS Kalbsniercnbratcn...... ptund 1.00 Kalbskeule und get.nt. w. zu»m 110 Rinderkamm u.-Brust Pfund 0.85 Querrippe cid. 0 80 Gulasch td. 0.95 Schmorfleisch mi,KnÄ 1.10 Ä 1.30 Roastbeef mltKnochtn....... Plund 1 05 Gebadetes Pia. 0.80 Liesen pid. 0.85 Sdiwcinebauch u Pumd 1 24 Schweinekamm 0- piund 1.28 Schweineschinken....... p.uud 1.34 Kaller mild fftszlzen......... Pfund 1,40 Kalbsschnitzel....... Pfund 2.20 Frische Rinderzungen mund 1.15 i Prima Gefrierfleisch Rinderkamm u. Brust...Pfund 0.80 Hammel dicke Rippe" 0.88 Geflügel Junge Tauben...... stack von 0.72-° Enten u. Puten..... piundvan 0.95« Suppenhühner u. Hähne v« 0.98« Junge Gänse....... ptundvon 1.00« Fische Schellfische............. Pfund 0.12 GoldbarS Olm« Kopf, ganze Flscha, Plund 0.15 SccladlS Ohne Kopf, ganze Fische, Plund 0.17 Kabeljau oblie � F"%al voa 0.22« Wursiwaren SÜ!ZC....... P'und 0.45 Dampfwurti Pfund 0.90 Blut- n. Leberwurst hallesche, Ptuno O.iZ Leberwurst H4U*Pfu�d 1.25 Fleisch wurst. Piunu 1,25 Meltwurst aTÄ 1.45 Jagdwurst.. Pfumi 1.45 Landmeltwurst»;* 1.05 Filetwursl... P'und 1.65 Käse u. Fette Zervclat u. Salami... H'�Islclncr, t.und l«®" Feine Leberwurst 1.80 Speck 1.65 1.30 Schinkenspeck».„ I PfunJ-SfQdc �.1" Königstr,. Rosenthaler Str., Morllxplatn KnoblauchwurstPia 1.20 Bierwurst• Pfund 1.70 Teewurst.. Pfund 1,80 Camembert �,„0.15 Emmcnthalcr_ ohne Rin-e, Sehn Jit. 12Port. U,48 Limburger A lg.. nalblcll 0.56 vollfell 0.95 Holländer halbleif, Pfd.<>.68 vollfell 0.98 Steinbusdicf voiimd, o 90 Edamer halbttff, Pfd 0 72 vollfell 0 98 Vollfetter Tilsiter. Mund von U.yU�n Schweizer Art ohne Kinde,-4-4£ » drciviertelfeU, Pfund 1.13 Schweizer. bayr, vollfell, Pfund von z.Zo an Margarine... ptund 0.50 Kokostclt... Pfund 0.50 Schweineschmalz 0.73 Molkereibuher pid. 1.85 TatclbutlerP'«'. 1.94 2.08 Dlnlsche Buller bllilgsl. Kolonialtvaren Burma-Reis. Pfund 0.2! Java-Reis... Pfund 0.30 Haferflocken P'und 0.23 Eier Schnittnudeln Pfund 0.40 Puddingpulver Vanille- u. Mandeipesc�mack Puddingpulver schokoladen- Geschmack 0.62 Kradimandel-Pudd. 0.90 Mandel-Rosin.-Pudd. 1.10 Konserven lt Dose Stangenspargel 3.00 Bruchspargel 2.80 .1.65 .0.70 Kaiscrsdiolcn Junge Erbsen Mirabellen '/t Dose . 0.96 Saure Kirschen � 1.08 Senf gur ken f'/» kg-Do« 1.80 Ananas Hewait, sschcib. 1.20 Obst u. Gemüse Tomaten �0.05 0.09 LH-u. Kochäpfcl 0.15 Ramburapfel Pfund o IS Goldparmänen f». 0.28 Graubirnen..Pfund o 10 Blancbirnen Nwu0nd 0.15 Wiliiamsbirncnfi 0.28 Weintrauben pfunu 0.28 Klstchen ca. 3 Pid. btullo O.S3 Blaue Pflaumen Schmorgurken � 0.10 Möhren eevaa-fu. Pfd. 0.05 Weihkohl ho st., Pfd. 0.05 Zwiebeln.. 3 Pfund 0.20 Rotkohl hotsteincr, Pfd. 0.08 Senfgurken fft 0.06 0 09 Blumenkohl Kovon 0.10-n Kartoffeln �tu�d 0.28 0.38 5 P.und 0a6S 0*73 "Räucherwaren Fleckheringe• P'und 0.45 Bundaalc Bund von 028 aa Spickaale Pfund von 2.65« Lacfas In Sftlck., Pid. von 1.50 an Bücklinge PI-I. 0.24 0.32 Makrelen... p'und 0.34 Seelachs».Rotbars 0.35 Kieler Bücklinge»« 0 42 Kaffee Konsum-Misdi. pw. 2.10 Haushalt-Misch.«i 2.60 Sonder Misch. P'und 3.00 Irisck gebrannt, eigene Röslerei Olympia-Misdi. pm- 3.40 Globus Misch, p«»»» 3.80 Residenz- Misch.'«- 4.20 Konfitüren Dcsseribrczcln pm, 0.48 Erfrüchungjwatfcln '/» i-lund 0.48 Schokolade 0.23 Eisbonbons 7- p und 0.35 Messina-Drops pid. 0.35 Sandgebäck'/«"und 0.40 Preise für Vi Flasche, ohne Glas Wein Franklurlcr Apfelwein �Racklcs Urquell" 0.70 Johannisbeerwein«i.» raieine Qua.iiat........ 0.85 San Antonio spa-Ischer Tis�irolweln........... 4.00 1928 Bergzaberner Leiten k-rniz-r Pia'zvein.. 4.00 1928 Niilcler sainger Mo«!................ 4 30 1928 Sictersheimcr Sandberg ii-diid,. Rh-inh«« 1,30 •>«*«(■ v 5.' r;•'S WMKQe itÜjdeuftiMsie' zu überraschend billigen Preisen! Farbig und blau, cin-u. zweireihig Moderne Stoffe/ Gute Zutaten/ Fachmännische Verarbeitung/ Vorzüglicher Sitz! 1ZO.— 85.- J Wir halten darauf, | dafi jeder unserer 1 Kunden gut angezogen isl W. rrrrrrm Äligenieine Ort kranken'tasse Btrün-Stegiiiz BckumhnadinBg. Der in der Ausschußsitzung am 30. April 1929 beschlossene I. Nach rag zur Satzung betr. Aenderung der§§ 39 Abs IIb, Satz 1,<> Abs I Satz l und Fortfall des§-7 Abs II is* am 20. Juli 1929 vom Obcrversicherungsaait Berlin genehmigt worden. Druckstocke des Nachtrages liegen im Kassenlokal zur Entgegennahme aus. Berlin-Steglitz, den 4. September 1929. Der VonUnd. Finger, Koglin, Vorsitzender. Schriftführer. Verkäufe toef«. E-illat. StbfcbUz.ZtppiAt. ftleint äBebftblrc RItine®tbfcl)Iet Kleine Webfehler Kleine Webfehler l» Qualität l» Qualität l» Qualität ISardinen: Fenster, Stores ron 2L0 Mf Tischdecken 4S0. Coeoslänfer l.63. 3x3 l«.— Mf. 2X8 24.— Ml. 2'/HXZ>/4 38,- Mf. 3 X 4 59,— Mf. 2X3 38,- Mf. 2HX3H 55.- Ml. 3 X 4 85,— Mf. Steilia 4,90 Ml. Diwanhecken 9,—, Boucle- Läufer 2,50, Seit 1884 Sonrabt bischer, Potsdamer Strafte 105 A(an der Kutfürltenftrafie). Dorwärlsleler betlauat Egtra-Rabatt._ Bettfefecra ab Sabril, graue Rupf. federn Pfnnd 50 Pfennig an. Reitfedern. Damp'rcinignng Ren: Bettfedern. Wäsche. Bett edernfabrif Schwan. Brun- nenllrafte 152 Sabrilgebäude Zeift-Zfo». Gelegenheitsfänle Maefenfameras. .... M und anbete Maefenfameras. Prismengläser lpottbinig. aus äScrftelgerungen ftam- mend PhoIa-TLnber. in der Span» bauet Brücke 8 l Bahnhof Börse).* Hlftl-us.x»"'c Leihhaus Msriftpla» 58». ZZerfanf oon Kaoaliee-tbarderobe. teils auf Seide. Jackett». Stack». Smotingan-Uqe, Da dar» dinemäntel, Baucha n-üge. für jede Sigur paliend Ellea-Ängedate Illr neue Gar» b-eobe. Peitfacken SO.—, Pelzmäntel 95.—, Sportpelje 85,—. Gehpelze 100.—. Keine Lamdaebwarel Staig getragene Heerengarderobe. teils aul Seide, oertaulc IpottbiOig. Zackeltanzüge,(öehrockanzüge. Smoting. anzüge, Stackanzüge, Paletots. Ulster. Beinkleider sowie erstflassige neue Sae» deroden. Ersatz für Maft. Spezialität Bauchanzüge. Berleih oon Deseülchasis- gnzügen Piandleihe We.ngaeteu. Prinzer.ftrafte 83.__ Wenig getragene Jackeitunzüge: nach beendeter Äuttion fontmen jetzt zu Sooft. preisen aus den feinsten Maftw.et. ffättca Ulster. Paleiafs. Stacks. Smo» fing. Anzüge zum Bertgul. Gelegvn. heiistänse in neuer Kerrengardcrode Lethhaus Rosenthaler Tor. Liniensirufte 203/204, Ecke Rosenthaler Strafte. Keine LM Hardware._____• Wenig getragene, teils' auf Seide ge. arbeitete, erstflassige Jackeflanzüge. Stack. anzüge. Smofinganzüge. Gehro-fanzüge. Banchanzüge. für jede Signr paftend. getragene Sommerpaletots in allen Sor< mm; aufterbem hochelegante neue Dar. derode von erstflalstgen Schneidern ge. aebeifef. zu staunend billigen Prellm. Gelegenheitskäuse in Herren. und Dammpelzen. Leihhaus Lawicki. Pein. »mstrafte 105, eine Treppe. Keine Lomdardware.• Getragene Bettmgorderobe. Spezialität'auchiiguten, spottbillig. Raft. Eoe» monttslrafte 25/®'rüder Mulackstrafte* Rolenthalerstrafte 48. 1 Treppe. Jfäbe Sackescher Marli. Wenig getragene Kavalieranzüge. Paletots. Smof.ngs. Delegenheiisfänfe neuer Garderoben. alle Weiten fabeldali bill'O Schrnbei Mäbellchau lm Sabeifgebänbe. iit fünf Sabrifetagcn. Schlafzimmer. Speisezimmer, Herrenzimmer. Küchen, Einzelmöbel stnb mustergültig ans. i gestellt. Günstige Jahlnngsweise bt» 14 Monate. Mäbetfachbans Schumann. Sionsfirchstrafte 38 lSabrifge bände). Nähe Knftonienallee._ Berleih bocheieganler Gesellschails- Anzüge Leihdans Lawicki. Prinzen. strafte 105. Mobeldans stein. Weindergsweg 24. gewährt 24 Monate Kahtungs-Eeletch. terung. Schiaiztmmer 475.—. etpetie. Zimmer. Küäxn. Nnftdanmoüsetl.»». fleidefchränfe mit Sptcoel«5.-�, Boifterwaren._________ Rassten, noch Sonderpreise. Eleganie Speisezimmer, gediegene Schialziminer, aparie Herrenzimmer. Niesenlager, auch Jadlungserieichterung. Kastanienallee 57. �»Sd«I Kamerling, Kastanienallee 56. Nuftdaum-Büielts. Kredenzen. Schreib- tische. Sofaumdaue Niesenanswahl Spottpreis, Zahlnnaserleichterung_ Shaiselongnes. wie neu. 20 R.. Pappelallee Patentmairatzeu, Poisterauiiagen, 9.—. Pappelallee�tü. Pantow. Schmidtktr. t. »0 Küchen, farbig uitb lästert, alle Grüften. 180, 230. 3O0 Neichsmark. Üie- fcrm.Rückion besonbete Gelegenheiten. M übelhaus Osten, Andreasstrafte 30. gegenüber Martthalle.______ Stgiazaagsmübtl aller Holzarten. Büfetts, Anrichten. Biteinen. Blül.a. t beten, Schreidtifäie. Ruhebetten. Sofas, Tische, Kleinmobel. Lurusmüdel. Stadl- befannt billig« Ptei'e. Moeitz Sirfcho- witz. Sllbostrn. Skalitzerftrafte 25. Hoch- bahn Kottbnsser! Tor. «ödellänier meeCe Kredit and dar Möbeldaza». aeofte Auswahl. tleine Preis, I Beispiel,:. Schlafzimmer 453. Speisezimmer 345. Aerrmz'mmer 260 Spieaeifchränte 118. üinridilefüchen 73, Kleiherlchränte 48. Hoizfieiistellen 48, Chatfelongnes 28. Meiallbeiien 16. Anllegemairatzen 13. Sonstige Müdel entsprechende Preiie. Teilzoblnna anlschlaakrei. Wochenraten. Mcnaisraien Kleine Anzahlunarn. Kasta.Rabati» bis zehn Brazent. Kredite bis zwei Jahre Mäftige Zinsen Haupt» oelchäli Steglitz. Schloftstrafte 167: 2. Ge- lchäft Nenfölln, Hermgnnplatz 7: 3. Ge- schält Belle-Allianee-Sirafte 95 Unter- arnnbbahn: 4 Küchrnabieiluna: Neu» tülln, Sermannpiatz 4: 5. Geschäft neu eröffnet Koitbuüee Strafte Rr 23. am Tot________! Pateutmatratzeu..P.-imisstma'. Metall- betten. Aniiegemalratzen. ffbaiselenoufs. Walter. Stargarberstraft« achtzehn Kein Laben �UXikinZtrurnerne Lintpinuss. Oberaus preiswert Diana» tobrit Lint Lriinnenstrofte 35• Nehielb.»abstrafte 34. Hausnummer achten, pertauf: ipoltdillig cchiofzunmee mit groftem Aiitleideschrant, Marmor- tpilette. Bettstellen. Nachttische. Stühle, 373,—� 495,— 660,— usw._* Speisezimmee, tpunbetoolles Vitrinen- büfetf, Kredenz, sihwerer Ausziehtisch. echte Lederstühle, 375.—, 495,—, 675,— usw._ Babstrafte 34.________ Heerenzimmer, Bibliaihet. Diplomat mit englischen Zügen, runder Tisch. Leberfeffel. Leberstühle. 295,—, 373,—, 495,— usw. Badstrafte 34._• Rehseld, Badstrafte 34. Hausnummer aedten. oertault lpoftbillig Ankleide. schränke mit Spiegel 98.-. 135.-. 195.- iisw., moderne Bettstellen 36.—, 48,—, 58.-. Paientmairotzen 13,—, 15,—, Ans. legematratze» 19�0. 25.—. 36,—, Mar. mer-Waschlollelten mit Spiegel 93.—, 125.-. Nachililche 19.50. 29.—_• Zdehfeld, Babstrafte 34. Hansnummer achten, peefault spottbillig Vlüschlosas 98,—, 123,—, 148,—. Jinheoetten, primo Arbeit. 39,—, 45.—, Ausziehtische 39.—. 48.-. 65.-. Rohrstühle 6.93. 7,30. 9.30. STlutgoibcroben 29�0. Korbsessel 7,50, 9,50. 14,—.________-________ Rehseld, Sabftralze 34. Hausnummer achten oerfauft lpottbinig guiiockictle -«nrichtefiichm 125,—. 14«.-, 195,-, la- lierte Küchen 195.—, 273.— ustp, Bücher- schränke 48,—, 78,— usw., Diplomaten. schreibiische 79.—. 98,—._________* Rehseld, Babstrafte 34 Hansnummer achfrn. ottfaufi nur reelle Tilchleearbeit. auch qegrn Teilzahlung bei mäftigee Zinsberechnung, ssreie Lieferung, auch nach aufterdald._______* ilahrra». Nähmaschine. Schlafzimmer. Safa. Chaiselongue usw. billig vee» .fäuslich. Ire! lag 3—6. Sasanenstr. 64, Hochparterre rechts. 30,— monatlich. Pianos 175,—, 275,—, 875,—.»ebronchte. neue. Srofte Aus- wähl. Thür. Koltbuster Damm 64. I (am Hermannplatz)._ Grammophone. Ohne Anzahlnng. Be- gueme Teilzahlung. Eestflasstge Appa- rate. Billig. Grosag. Turmsteafte 70. Fahrräder Sehe» nchf« Fahrräder, gebfite Anawahl. 15.- 20.-. 25,-, 80.- 85,—. Machnow Weinmeisterllraft» 14__* Teilzahlnng. fulanie Bedingungen, Fabrifpreile. nur Qualifätsräder. Fahr- raddan.Wima� Ackerllraft» dreiftia Ohne Änzablung. Erstflalstg« Fahr- räder. Fünfjährige Garantie. Graft- berliner Fahrradver'rieb. Turmftr. 70. Gebrauchte Fahrräder dillig. Turm- strafte 70. I Grmia»m«Ic,v«rl«Suls| Laudpaezellen 1100,—, fdlün gelegen, Heine Anzahlung. S. Paul. Lehnitz. am Dahnhos sBootsdaus).__ � LanbparzeCen 1100,—, schön qelcgrn, Heine Anzahlung. Kiwitt, Oranienburg. Berliner Allee 30— 53(Betfaufsbutcou). Kaufgesuche Jadugebifs«. Plaiinablälle. Lötzinn, Blei. Quecksilber S> Iberschmelze Gold» schmelzerei Cheistionat. Küpenicker- strafte 39'Halfestelle Adaldertstraftel_* Rlasiccf tauft lotsrt oon prioat Bergmann 5307• Unterricht »dlfurium. Einjähriges. Tagesfiasten. Admdfnrle. Direktor Dr. Fackelmanna Anstalt, Lohrnzollerndamm 198.' Nr. 429* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 43. September 4929 Kunstpflege und Schulwesen. Debatten in der Gtadiverordnetenversammlung. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung Hot gestern dem Plan einer Arbcitegemeinschoft zwischen Stadt und Staat zugestimmt, die den Weiterbestand des für das Aunstleben Berlins unentbehrlichen Philharmonischen Orchesters sichern soll. Selbstverständlich ist das nicht ohne Gechaufwendungen der Stadt zu machen, aber Berlin muß, wie unser Genosse Weinberg hervorhob, zur Förderung der Kunst jetzt vieles nachholen, was früher die bürgerliche lvtchrheit versäumt hat. Es ist ausbedungen, daß durch eine beträchtliche Aohl volkstümlicher Konzerte auch Minderbemittelten der Äonzertbesuch ermöglicht wird. Nachher gab«s eine Auseinandersetzung über geplante Schulbauten, wobei die schwarzweitzrot« Rechte des Hauses über angebliche Ueppigkeit der Schulenausslattung klagte. Geiwsse K o w e r a ü belehrte diese Gegner des Schulsortschrittes darüber, was man von einer neuzeitlichen Schule»ordern mutz. Auch auf diesem Gebiete hat früher die bürgerliche Mehrheit kaum das Aller- nötigste getan. » In der Begründung einer Anfrage wegen der Teil- nähme eines Vertreters des städtischen(kürzlich reorganisierten) Nachrichtenamts an den Magistratssitzungen ritt der Stadtverordnete Deihlefssen(Dnat.) eine Atbacke gegen dos Nach- richtenamt. Herr Dethleffsen hatte insbesondere Bedenken wegen der„Wahrung des Dienstgeheimnisses" beim Besuch der Nachrichten- omtsocrtrcter. Stadtsyndikus Genosse Lange bestätigte die Hinzu- Ziehung des Nachrichtenamts zu den Magistratssitzungen und be- tonte, datz die Geheimhaltung der Berhar.idlungcn durch die Schweigepflicht des jeweiligen Beamten gewährleistet sei. In der Aussprache hietz Stadtverordneter Dave(Dem.) die Anordnun- gen des Magistrats gut, während Stadtverordneter Schwcnck (Komm.) die volle Oesfentlichkeit der Mogistratsverhandlmigen sor- derte. Genosse Weinberg erklärte sich namens der sozialdemokratischen Fraktion mit der Auskunft des Stadtsyndikus zufriedengestellt. Im übrigen sei es doch wohl bester, wenn amtliche Berichterstatter über die Magistratssitzungen berichten, als daß unkontrollierbare Personen Berichte in die Oeffeiülichkeit lancieren.— In einer weiteren Anfrage wollten die Deutschnatiouolen wissen, ob es wahr ist, datz aus politischen Motiven heraus auf die Teilnahme der vlmnpiofechterin Helene Mayer bei der letzton Turn- und Sport- wache verzichtet wurde. Das Mädchen soll bei der Olympiade mit schwarzweitzraten Fähnchen gewinkt haben und das hätte in Berlin verschimpft.„Das Achehen der Stadt Berlin sollte gefährdet ge- wescn sein/ stellte die Anfrage fest. Der Oberbürgermeister crk.ärte die Arrangiernna der Turn- und Sportwache für«ine Privatsache (die sie auch tatsächlich ist! Red.) und seine Angelegenheit sei es auch, wer daran teilnimmt. D i e ganz« Sache gehöre da- hernichtvordasStadtparlament. Es liege ihm natür- lich fern, Politik und Sport zu verquicken, er fühle sich ober doch verpflichtet, für die Achtung der versassungsmätzigen Farben einzutreten. Mehrere Redner verschwendeten noch ihre Lungenkrast an dieser Sache und schließlich löste stch die„Feier ohne Meier" in Wohlgefallen irnd einem Ordnungsruf an den Kommunisten Lampe auf. Zur Sicherstellung des Philharmonischen Orchesters forderte der Magistrat in einer Vorlage erhebliche Zufchüste an dos Orchester. Verbunden mir dieser Unterstützung ist eine stärkere Einfültznahme der Stadt auf die Verwaltung des Orchesters. Ge- nasse Weinberg betonte dabei, daß es eine starke Zumutung an die sozioldemokratische Fraktion gewesen sei, in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten erneut außeretatmäßige Mittel in der geforderten Höhe bereitzustellen. Aber die Erwägung, bei ungenügender Unterstützung das Orchester zu verlieren, ließ die Fraktion schließlich zustimmen. Berlins Ruf als erst: Musikstadt sei gefährdet, gelänge es nicht, das Orchester auf feiner künstleri- ichen Höhe zu erhalten. Berlin hat bisher für die Pflege der Kunst wenig getan, erst unter der Führung der Sozial- denwkroten ist in den letzten Iahren das nachgeholt»norden, was in den Zellen des Dreikloffenwahlrechts versämist wurde. Obwohl wir nicht verkennen, daß noch dringendere soziale Aufgaben ihrer Erledigung harren, haben wir uns besonders deshalb für die Reorganisation des Orchesters entschieden, weil u. a. 26 Palkskonzertc zu billigen Preisen garantiert sind. Die sozialdemokratische Fraktion brachte ein« Entschließung ein. wonach der Dirigent Furt- »nängler oerpflichtet sein soll, statt drei sechs Palkskonzertc zu diri- gieren. Der Kommunist Schwenk bezeichnete die Sanierung des Philharmonischen Orchesters als eine B c rs ch w e nd u n g. Er lehnte namens seiner Fraktion die Unterstützung ab. Schließlich wurde die Borlage in der Ausschußsassunq angenommen. Danach vevpflichtet sich die Stadt, dem Orchester Beihilfen bis zum Be- trage von 480 000 ITC. zu gewähren, soweit die Einnahmen des Or- chesters zum Ausgleich seiner Bilanz nicht ausreichen. Im welleren Verlaus der Sitzung wurde von der Linksmehrheit die Erhöhung des Zuschlags zur staatlichen Grundver- mögens st euer abgelehnt. Ii» den Aufsichtsrat der städti- schen Wohnungsfürsorgegesellschaft wurden von der sozialdemokratischen Fraktion' die Genossen Rogatz, Gutschmidt, Lempert und Robinson gewählt.— Die Bewilligung der Kosten für die Neubauten von Schulen in Steglitz, Schöneberg, Wittenau, Schmargendorf und Johannisthal wurde vom Magistrat in Dorlagen verlangt. Dabei entspann stch, wie immer bei Schulsragen, eine löng--r« und, soweit eine Zwie- spräche zwischen dem Genossen Dr. K a w e r a u und dem Bolkspar- t eiler Dr. Caspar! und dem Deutschnationalen v. I e ck l i n in Frage kam, eine ziemlich heftige Debatte. Di- Redner der Bolksportei und der Deutschnationalc»» hatten über zu hohe Kosten gezetert: nach ihrer Meinung werden die Schulen und insbesondere die Bolksschnlen zu pompös ausgestattet. Die Unterrichts- zimmer für die Spezialfächer seien unnötig, man könne viel sparen. Genosse Dr. Sawerau rechnete mit den Herren gehörig ob. Die Erziehung der Jugend im Arbeitsunterricht sei gesetzlich festgelegt und alle fortschrittlichen Schulmänner freuen sich dessen. Dazu sind natürlich auch Sonderräume nötig. Wem» man nichts von den Dingen versteht, soll man schweigen, es komme aber offenbar hier daraus an, Wahlpropaganda zu machen! Wir wissen, was der bürgerlich-liberale Magistrat früher an Schulen gebaut hat: Kasernen, firrstcr« Häuser, ohne jeden Nebenroum. Jetzt müssen, den Fordeningen der Neuzcll entsprechend und um das gut zu Den verbrecherischen Bombenattentätern ist das Handwerk gelegt worden. Rechtsradikale Verbrecher aus den Kreisen der Mörder Rathenaus und Erzbergers sind verhaftet worden. Ihr hochverräterisches staatsgefährliches Treiben war die Folge der dauernden Hetze, die Deufschnationaie u. Nationalsozialisten gegen die Republik, ihre Symbole und ihre Einrichtungen treiben. Dieselben Parteien haben auch oft genug das republikanische Berlin beschimpft und begeifert. Die Berliner geben darauf am Wahltage die einzig richtige Antwort; Sie wählen am 17. November: Sozialdemokraten!!! machen,»vos früher versäumt wurde. Aus- und Umhauten vorgv- nommen werden, die natürlich Geld kosten. Da aber setzt darin die bürgerliche Kritik ein. Das einzige, was man zugestehen kännr. sei die Schaffung einer Zentralstelle für die Typisierung der Schul, innenräume, damit nicht jeder Bezirksbaumeister bauen kann»nie er will. Di« Vorlagen feien keine Uebcrraschung, wie Dr. Caspar» es hinstellen möchte, sondern sachlich vorbereitet und lange beraten, Deshalb sei auch die gesorderte Vertagung abzulehnen.— Die A b, stimmung über die Borlagen wurde vertagt. * Bei der Abstimmung über den Antrag der sozialdemokratisch«» Fraktion betreffend die Abschossung der Züchtigung in den Schulen, die Einwirkung aus die Eltern, ihrerseits au» das Züchtigungsrecht zu verzichten und die Herabsetzung der Klasscnfrequeuz enthiel, t e n sich die K o m m u n i st e n der Stimme. Sie wollten nur ihren eigenen Antrag angenommen haben. Der sozialdemokratisch« Antrag»and aber tragdem Annahme. Zu einem Antrag bürgerlicher Parteien hat die sozialdemo« kratische Fraktion folgende Anfrage eingebracht: „Ist der Magistrat bereit, Auskunft zu erteilen,: l. In welcher Zahl in den letzten drei Iahren wegen Arbeitsmangel früher cnt� l a s s e n e städtische Angestellte bei wieder austretender Mehrarbeit(als Aushilfskräste) erneut wieder eingestellt worden sind: 2. ob beabsichtigt ist, erwerbslose Angestellte bei Wahl-»rnZ ähnlichen Arbeiten in entsprechender Weise zu ver»venden?" Auw vom Zug zermalmt. Ein Toter.— Zwei Personen lebensgefährlich verletzt. Bor den Toren Berlins hat sich gester« abend ein entsetzliches Autounglück ereignet. Bei Teefeld wurde ein mit drei Herren besetztes Privatauto an einenz Bahnübergang vom Zuge erfaßt und völlig zermalmt. Ein Insasse wurde auf der Stelle getötet, die beideyj anderen lebensgefährlich verletzt. Di« Unfallstelle liegt zwischen den Stationen S e c s e l d und Blumberg an der Strecke Schlesischer Bahnhof—« W r i e z e n. Das Auw fuhr mit voller Wucht gegen den heran.« brausenden Zug und wurde von der Maschine erfaßt. Der Zug« führer, der in der Dämmerung den entisetzlichcn Vorfall erst int letzten Augenblick bemerkt hatte, setzte sofort alle Bremsen in Funk- tion, doch gelang es erst, den Zug nach ISO Metern Zum Stillstand zu bringen. Das Auto war infolgedessen mitgefchleift und buch« stäblich zermalmt worden. Di« drei Insassen konnteit erst nach langen Bemühungen aus den Trümmer»« befreit werden. Einer der Automobilisten war bereits tot: die beiden andern hatten furchtbare innere und äußer« Verletzungen! erlitten. Von anderen vorüberkommenden?luwsahrern war sofort die Polizei von dem Dorfall vjn Kenntnis gesetzt worden. Eiu Krankenauto bracht« die Schwerverletzten ins B e r n a u e r Krankenhaus. Ihre Verletzungen find so gefährlicher Natur, daß sie leider mit dem Leben kaum davonkommen dürften. Die P« rf o- nalien der Verunglückten sind bisher noch unbekannt: man! vermutet, daß es sich um Geschäftsleute aus Freien« walde handelt, die eine Vergnügungsfahrt»mtcrncmmcq hatten. Die R« i ch s b a h n d i r e k t i o n Berlin hat sofort' ein«! Untersuchung eingeleitet und erklärt zu der Katastrophe folgendes: Um l8.A4 Uhr s»chr«in mit drei Männern besetztes Privataut« am Bahnübergang bei Bude 7 zwischen Seefeld und Blumberz auf der Chaussee, die von Berlin nach Freienwalde führt gegeil die geschlossene eiserne Schranke. Diese wurde d»irch die Wucht des Anpralles völlig verbogen und hoch« gehoben. Der Wogen geriet auf das Gleis, wurde von den» Personenzug 720, der in diesem Augenblick die Unfallstelle»xissierte, ersaßt und mitgefchleist. Das Auto wurde zertrümmert, die Insassen wurden schroer oerletzt und vom Zugpersonal und Reisenden aus ihrer furchwarcn Log« befreit. Ei» Automibilist war bereits tot, dies anderen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus übergeführt. Die Schuld liegt hier zweifellos auf seilen der Automobilisten, denn um)47 Uhr abends sind natürlich an diesen hellen klaren Tagcr» geschlossen« Schranken deutlich zu erkennen. von A.Mfrey, Copyright 1929 by Gustav Kiepenheucr Verlag A.-Q., Berlin Später wird bekanntgegeben, daß der Infanterist Johann Epp der soundsodielten Kompagnie Selbstverstümmelung getrieben und sich der Feigheit vor dem Feinde schuldig ge- macht habe. Daß er eine Schande seiner Kompagnie sei und unnachsichtlich bestraft werde. Daß seine Kompagnie durch doppelte Pflichterfüllung und Schneidigkeit gutmachen müsse, was jener Angehörige ihr an Ansehen genommen habe. Ob solche Drohungen etwas nützen? Sie geben den Fall dem ganzen Regiment bekannt und— wer weiß— vermehren vielleicht die Lockung, sich dienstunfähig zu machen. Selbst die spätere Nachricht, Epp habe im Lazarett die Hand verloren und sei trotzdein ins Gefängnis gewandert, erzielt kaum den gewünschten Eindruck. Gefängnis ist nicht Front und die Selbstbeschädigungen hören nicht auf— ja. wollen die Offiziere die Wahrheit untereinander nicht ver» schweigen: sie nehmen wahrscheinlich zu, sie sind nur schwerer nachweisbar, well sie schlauer in Szene gesetzt werden. Man feuert durch den Stiefel eine Zehe weg. aus mög- lichster Entfernung, und erklärt gleich, kein fremder Schuß, ein eigener— ein Unglücksfall sei es gewesen. Man läßt sich die Hand vom Geschoß durchschlagen, aber man nimmt Kommißbrot vorher zwischen die Finger, so kann kein Brand- mal entstehen. Regimentsarzt Huckl Josef ist geladen mit polternder Entrüstung über solche Machenschaften. Seine Gutmütigkeit liegt in gewaltigem Streit mit seinem Abscheu gegen jede Spur von Feigheit, von Nachlassen der Nerven, von Scheu- »erden und Zurückweichen. Mit einem kindischen Trotz in seinen ungehobelten Bauernzügen geht oder reitet er dorthin. wo„die Herren Franzosen ihre Granaten hinfahren". Denn daß„die windige Gesellschaft" überhaupt das Recht hätte. zu treffen und Unheil anzurichten— so. wie er's jedem deut- schen Geschoß zubilligt, ja herzlich wünschen muß. das kann und will er nie recht begreifen und zugeben. Mut erblüht aus der Illusion, man selber sei alles und des Gegners Waffe sei im Grunde nichts oder nicht viel— und wenn sie etwas sei, so sei sie höchstens für den Neben-- mann, den armen Teufel, bedauerlicherweise geschmiedet. 30. Schön warm ist es. Kommen wir nun„hinauf" nach Rußland? Oder„hinunter" nach Italien?— Die alte Sehnsucht, endlich einmal den Westen verlassen zu dürfen, wächst mächtig wieder an. Nein— sie bleiben. Sie werden hier weiter zerrieben, zerstückelt und verbraucht. Sie müssen sich weiter dem rasen- den Tempo dieser schlimmsten aller Fronten aussetzen. Aber wieviele sind denn noch da. die von Anfang an— die auch nur so lange wie Funk mitmachen? Sie sind spärlich ge- worden, und es kann nicht anders sein im vorletzten Kriegs- jähr, wenn man bedenkt, daß das Regiment schließlich drei- mal so viel Menschen verarbeitet hat, als ihm ursprünglich gegeben waren. Feldwebel Fähnlein ist weg. Er hat sich in Douai, bei kurzem Aufenthalt eine galante Erkrankung leichterer Art zugezogen. Er meldet die peinliche Sache mit hochrotem Kopf und vielem Geräusper dem Regimentsarzt, wird ein wenig mit Hohn Übergossen und in die Heimat geschickt. Dort, bald wieder hergestellt, hält er sich als Sanstäts- gewaltiger beim Ersatztruppenteil bis zum Kriegsende. Er hat es gut erwischt, sein kleines Abenteuer von Douai schlägt ihm zum Besten aus. Hier kann natürlich nicht die Rede sein von absichtlicher Selbstbeschädigung, vielleicht aber von leicht- sinniger. Wird sie bestraft? Nein, sie wird nicht bestraft, sie belohnt sich. Sergeant Malz ist längst davon. Er ist damals im Trubel von Bapaume verschwunden. Hat sich eigenhändig ein Krankentäfelchen ausgefüllt mit der Nachricht, daß er vierzig Grad Fieber habe, hat„Grippe" mit Fragezeichen dazugeschrieben und das Ganze mit dem eigenen Namen unterzeichnet, was ein Sanitätsunteroffizier sich sehr aus- nahmsweise leisten konnte, wenn in eiligen Fällen ein Arzt gerade nicht zur Hand war. Malz hat für seinen Zustand keinen gefunden, ist mit dem Täselchen zur nächsten Kranken- sammelstelle nach hinten marschiert und so nach Hause gelangt. Aber auch Feldwebel Asam, der Unentwegte, ist fort. Funk, hat schwer von ihm Abschied genommen— vo« einem weineichen, kleinen, verhutzelten Morm, der sich in einem fürchterlichen Anfall von Gelenkrheumatismus krümmt, den er eine Zeitlang mit allen möglichen' Tabletten, sich selbst verschriebenen, bekämpft hat. Es ha» nichts genützt. Jetzt ist es so arg, daß er, während er von der Sanitätskompanie geholt wird, in Decken verpackt, nur fluchend heulen kanil vor Schmerzen. Die Tränen kollern über sein immer noch jähzornbereites Gesicht. Der Wechsel ist im Gang. Der Wechsel, an allen führen« den oberen und unteren Stellen, komint iminer mehr in Schwung. Es wechseln die Spitzen wie bei einem Betrieb, der nicht mehr recht florieren will, wie in einem Hause bei schlechtem Geschäftsgang immer wieder ein anderer Laden sich austut. Nur der eine Wechsel, den die Gesamtheit der Dioisioir ersehnt: der hinüber in anderes Land— der geht nicht vor sich. Sie ziehen hin und her an der Westfront, als seien si« dort an die Kette gelegt. Welche Plätze zwischen der flan- drischen Küste und dem Elsaß sind ihnen noch unbekannt? Nicht mehr allzu zahlreiche. Sie haben Gastspiele gegeben vor Lille, vor Douai, vor Cambrai-Bapaume, vor La Fere, vor Laon. Sie sind gependelt zwischen Dixmuiden ain Meep und Mülhausen. Trotzdem steht ihnen noch manches bevor an dieser, immer an dieser Front! Denn sie werden nicht los« gekettet. Die deutschen Verzweiflungsoffensiven des Früh« lings und Sommers 1918 bringen ihnen so bittere Dinge wie Moirtdidier und Chäteau-Thicrry und ein zweitesmal die Marne. Vorerst aber schleppen sie sich noch mitten durchs Jahr 17, werden viel herumgestoßen, kommen nirgends zur Ruhe. »»erden mal abgelöst, um ausschnaufen zu können, setzen kaum an mit einem ruhigeren Atemzug— und fliegen schon wieder mitten hinein in irgendeinen tobenden Trubel. Werden geholt, geholt und wieder geholt. Nicht nur. daß sie mürber und schlaffer werden— sie! müssen immer häufiger das bißchen an Kraft hergeben, da-i sie no»h aufzuspeichern oermögen. Ist es ein Wunder, daß sie sich kaum noch darum küm� mern, wohin man sie schiebt, wozu man sie mißbraucht? Im Grunde ist es ja immer dasselbe. Funk ist wochenlang in einem Zustand von gespanntes Befangenheit. In einem wachen Schlaf, der alles grau wer- den läßt, auch die Erregtheit, auch die ständige Scheu vor diesem Hundeleben, auch die Sehnsucht.(Forts, folgt) Ziote Zugend unter roten Kahne«. prachwoll verlaufene Demonstrationen. Man kann der Berliner Arbeiterjugend die freudige Anerten- uung nicht versagen, dah sie e, vortrefflich versteht, ihrem jugend- lichen willen öffentlich Ausdruck zu leihen, wie bereit» am Dienstag fanden auch am gestrigen Donnerstag eine Anzahl Zugenddemonstrationen statt, die wieder gemeinschaftlich veranstaltet worden von der Soziali sti scheu Arbeiterjugend, der Freien Gewerkschastsjugend. dem Kartell für Arbeitersport und Körperpflege und den Kinderfreunden. Man spürte deutlich, daß auch in den Seelen dieser jungen Menschen die Zeitereignisse, die nichts würdigeu, verbrecherischen Anschläge der Ikationalterroristen, ihren Widerhall fanden. Und so sehr sie olle. die Zungen und die Mädel, der Stunde, und ihrer Freude und ihrer Erhebung hingegeben sind, am 17. November werden sie alle zur Stelle sein, um mitzuhelfen, das; das gesamte nalionali. slische pack aus den Stadt Parlamenten herausfliegt. Die Neuköllner Arbeiterjugendorganisatio- n e n feierten gestern abend in einem prachtvollen Umzüge ihr 2öjähriges Bestehen. Am Reuterplatz traten die einzelnen Züge zu- sammen. An die Spitze stellte sich das Tambourkorps des Neu» köllner Reichsbanners. Dann folgten in langen Reihen unter wallenden roten Bannern in dichten Reihen die Arbeiterjungen und»mädel. Riesige Transparente, auf denen die Jugendschutz- forderungen aufgezeichnet sind, werden im Zuge mitgetragen. Für das von den Kommunisten gestohlene Banner wird ein Ersatzbanner im Zug mitgeführt, auf dem zu lesen ist: Ersatz für die von den ton, munistischen Messerhelden gestohlene Fahne. Ein anderes Transparent mahnt die Neuköllner Ein* mohnerschüst:„M a ch t endlich Schluß mit dem politi- fchen Rowdytum." In der Hermannftraße traf der Zug auf «inen Zug düsterer Gestalten, die sich scholl angriffsfertig gemacht hatten und den Sturmriemen ihrer Mütze unterm Kinn trugen. Kommunisten natürlich, die sich mit dem gestohlenen Bonner brü- steten. Die Polizei hatte Mühe, zu verhindern, daß dies« Strolche wieder auf Andersdenkende einschlugen. Di« Beteiligung am kom> munistischen Zuge war übrigens recht kläglich; es mochten etwa 90 bis 100 Mann sein. In dem Zuge der Sozialistischen Jugend hingegen, in dem nur Neuköllner waren, marschierten etwa 8 00 Jugend genossen mit. Am Hertzbergplatz marschierte der Zug auf. Erich Ollen hau er, der Führer des Verbandes der So- ziolistischen Arbeiterjugend, sprach begeisternd und packend über die Ziele der sozialistischen Jugend. Wir werden nicht ruhen, so rief er aus, an uns selbst so lange zu arbeiten, bis wir für den großen Machtkampf, für den Sozialismus geübt« Kämpfer find. Für die frei« Gewerkschaftsjugend sprach Genosie P o r s ch m a n n, der die sozialen und wirtschaftlichen Forderungen der Jugend aufzeigte. Auch die von der Arbeiterjugend Köpenick veranstaltete Iubi- laumskundgebung nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Wie all« anderen überfüllt, nahm nach einem wirkungsvollen Fahnenein» marsch Genosse Stadtrat Peters das Wort zur Festrede. Er ließ noch einmal den Leidensweg des jugendlichen Ar- b e i t e r s vor 25 Iahren vorüberziehen, damals, als der Polizei- säbel regierte. Die Jugend darf aber auch nie vergessen, daß es Sozialdemokraten waren, die 1918 die hemmenden Parrgravhen des Reichsvereinsgesetzes zu Fall brachten. Jetzt ist der Weg frei. Welche Stadtverwaltung darf es noch wagen, jungen Arbeitern Per- fammlungsräume der Kommunen zu verweigern? Wer aber will, daß noch mehr als heute für die Jugend getan wird, der sorge am 17. November dafür, daß Sozialdemokraten in die städtischen Parlament« ziehen. Der stürmische Bei- fall bewies, daß Genosse Peters den versammelten Jugendgenossen aus dem Herzen gesprochen hatte. Die Bezirk« W e d d i n g und Reinickendorf nahmen kurz vor 7 Uhr auf dem Bvunnenplatz Aufstellung. Ueberall rote Fahnen, blaue Blusen, frische Gesichter. Ueberall Schilder mit Forderungen der Jugendlichen. Dann: Abmarsch zum Humboldt- Hain.. Unterwegs wurden die singenden Trupps durch freundliche Zurufe begrüßt, Erwachsene schloffen sich an. Im Humboldthain hielt Genosse Scharff von der Freigewerkschaftlichen Iugendzentrale ein« kurze, zündend« Ansprache. Er wies auf die Anfänge der proletarischen Jugendbewegung hin, schilderte den erbitterten Kampf, den der wilhelminische Obrigkeitsstoat gegen die Jugendorganisationen führte. Er fand Wort« des Dankes für die Vorkämpfer, die kein« Opfer gescheut hatten, die Bewegung vorwärts- zutreitxn.„Wieviel leichter hat es heute die Jugend. Was hat der Volksstaat schon olles für uns getan! Trotzdem harrt natürlich noch vieles der Erfüllung. Auch heut« noch müssen wir Kämpfe führen, Kämpfe für Iugendschutz und-recht. Aber heute finden wir Unter- stützung, heute sind wir nicht mehr schutzlos der Unternehmerwilltür auegeliefert." Heilrufe auf die proletarische Jugendbewegung, sozialistische Kampflieder singend, marschierten die Jugendlichen wieder ab. WieesbeimArbeitsgen'chiBerlinzugehi -100 Termine in einer Kammer an einem Tag. Am Arbeitsgericht Berlin herrschen unhaltbare Zustände. Teilweise dauern die Sitzungen bis nach Mitternacht, teilweis« werden von einem Richter an einem Vormittag über hundert Termime erledigt. In beiden Fällen, die kein« Einzelerscheinungen darstellen, ist ein ordnungsmäßiges Arbeiten nicht möglich. ____; Es ist auf die Dauer untragbar, daß die ehrenamtlichen Beisitzer bis Mitternacht im Gericht sitzen müssen und ihrer Arbeit entzogen werden. Davon abgesehen sind gerade die Beisitzer, die während der Verhandlung kaum zu Wort kommen, bei einer derartig langen Sitzung so erschöpft, daß sie nicht mehr arbeitsfähig find. Es wird dadurch praktisch die Mitwirkung der Laienrichter bei der Urteitssällung ausgeschaltet. Darüber, daß es unmöglich ist, mehr als 100 Termine an einem Vormittag ordentlich abzuwickeln, braucht wohl nichts weiter gesagt zu werden. Schon ein« einfache Rechnung ergibt, daß, wenn 200 Personen im Gerichtssaal nur jeder 5 Minuten seinen Rechtsstandpunkt darlegen will,«in Vormittag nicht ausreicht. Dies« unhaltbaren Zustände sind ein« Folg« der lieber- lastung einzelner Kammern und eine weitere Folge der noch immer herrschenden Raumnot. Es fehlt an Hilfs- personal, weil keine Räumlichkeiten vorhanden sind, Beamte unterzubringen. Im Durchschnitt sitzen in den einzelnen Kanzleien zehn Beamte. Dittierzimmer für die Richter sind nicht vorhanden. Auch die Kasse ist zu klein, so daß die Parteien gezwungen sind, über Gebühr lange zu warten. Richterzimmer und Wartezimmer sind ebenfalls nicht vorhanden. Die widrigen Raumverhältnisse am Berliner Arbeitsgericht haben bereits dazu geführt, daß sich darauf ein„Konjunkturgeschäft" aufgebaut hat. Vor dem Eingang zum Arbeitsgericht wird jetzt von Plakatträgern bekanntgegeben, daß man ohne Warten für ein« geringe Gebühr seine Klage bei einem „Rechtskundigen" aufgeben kann, wo man auch beraten wird. Auf diese Weise wird den Parteien, die nicht warten können, weit sie einem Erwerb nachgehen müssen, von gewissenlosen Geschäfte- machern das Geld abgenommen. Sberswalder Mörder noch nicht gefaßt» Bei den Ermitttungen der Kriminalpolizei zur Aufklärung des Raubmordes an der Witwe Ellebrand in Eberswalde führen verschiedene Spuren aus Landstreicher, die in jrn«r Gegend gesehen worden sind. Wie Ersahrungen bei früheren Mordtaten in und um Ebers- walde gelehrt haben, ist die Gegend einDurchzugsgebietsür Wanderburschen und Landstreicher, die entweder vom Norden nach Berlin zustreben oder von dort kommend, Pomm.-rn oder Mecklenburg erreichen wollen. Da man über den Charakter dieser „Zugvögel" nicht informiert ist, so müssen sie mehr oder minder in den Kreis der Verdächtigten einbezogen werden. Einer der Ver- dächtigten war ein 31 Jahre alter Peter Schnell, der sich heimlich aus dem Eberswalder Krankenhause entfernt hatte. Er war am Dienstag im Krankenhaus in Schwedt a. d. Oder eingetroffen und aufgenommen worden, hotte sich aber schon am Mittwoch wieder, und abermals heimlich, aus der Anstalt entfernt. Durch die Bekannt- machungen der Kriminalpolizei aufmerksam geworden, gelang es bald, ihn zu fassen. Nach Eberswald« zurückgebracht, stellte er ein Alibi auf und wie» seine Unschuld nach. Da er ab«r wegen Diebstahls steckbrieflich gesucht wurde, so bleibt er in Haft. Sein Unglückestern wollte e», daß Schnell schon einmal In Mordverdacht geriet, damals, als zwei Mannheimer Lehrerinnen auf der Weißtannenhöhe im Schwarzwald erschlagen aufgefund«n wurdesi. Auch mit jenem Morde hatte er nichts zu tun. Jetzt sind zwei andere Wanderer in Verdacht geraten,«in <2 Jahre alter Hermann B. und ein 28 Jahre alter Kurt W. Eine dritte Spur wird noch in Berlin verfolgt. Die Eintrittskarten für die Zugendweihe« im Großen Schauspiel- haus und in der Volksbühne werden jeweils am Donnerstag vor der Jugendwcihe auf der Vorbesprechung verkailst. Großfeuer auf der Germania-Werst. Die gesamte Kieler Feuerwehr in Tätigkeit. kiel, 12. September. Am Donnerstag nachmittag kurz vor 17 llhr erscholl in Siel das Großfeuersignal, woraus sofort die wehren sämtlicher Kieler Feuerwachen zu der Brandstätte nach der Germania- Werft am Ostufer der Sieler Förde ausrückten. Da» Feuer war anscheinend im Motorenhaus der werft ausgebrochen. Es nahm schnell riesigen Umfang an, so daß die Feuerwehren au» vielen Schlauchleitungen Wasser geben mußten. Von den unmittelbar am Hasen gegenüber dem Hauptbahnhof liegenden Werstgebäudea Ist eines eingestürzt. Soweit bis jetzt sestgestellt werden konnte, find Menschenleben nicht zu beklagen, da die Arbeiter die Werst bereits verlassen hatten. Zn vielen Teilen der Stadt konnte der riesige Feuerschein und die gewaltigen Rauchmassen, die von Explosionen begleitet waren, beobachtet werden. Das werftgelände, das von Taufenden von Menschen umlagert ist. wird von einem starken Polizeiaufgebot abgesperrt. Einer weiteren Meldung ist folgendes zu entnehmen: Das nach Arbeitsschluß auf der Friedrich-Krupp-Germonia-Derst entstandene Großfeuer ist in einer der unmittelbar am Hafen gelegenen großen Hallen, in der sich der P r ü f st a n d f ü r d i e M o t o r e n befindet, zum Ausbruch gekommen. Es nahm in kurzer Zeit großen Umfang an und legte die Halle völlig in Asch«. Riesig« Rauchschwaden wälsten sich über den Hafen, auf dessen Kaimauern sich im Augenblick Tausende von Menschen angesunden hatten, die dem grandiosen Schauspiel der emporlodernden Flammen zusahen. Auch«in un- mittelbar an der Brandstätt« stehender wohl 20 Meter hoher Kran hatte, da die Konstruktion Holzteile auswies, Feuer gefangen. Feuerwehrleute kletterten hinauf, lösten alles Brennbare von dem Essengerüst und warfen die Bohlen, die großen brennenden Fackeln glichen, in den Hafen hinab, wo sie zischend verschwanden. Die gesamte städtische Berufsfeuerwehr unter Branddirektor Siber mit dem Feuerlöschboot und unterstützt von der Werstfeuerwehr ist an der Brandstätte tätig. Glücklicherweise befindet sich heute kein Reparaturdampfer in diesem Teil des Werftgeländee. Gegen Uhr wüteten die Flammen noch immer. Ueber die Eni- st e h u n g sur s a che.i st noch nichts bekannt. Neleidigie �eichswehroffiziere. Zwei junge Arbeiter zu Gefängnis verurteilt. Ein Vorfall in der Holle des Bahnhofs Zossen, bei dem Reichs- wehrsoldaten durch die beiden jugendlichen Arbeiter Kr. und K. be- leidigt wurden, beschäftigte das Schöffengericht Lichter- f e l d e. Am 20. Januar trafen in der Halle des Bahnhofs Zossen ein Trupp Reichswehrsoldaten mit einem Trupp Fuß- ballsportlern zusammen. Während sie gemeinsam auf den Zug warteten, stieg K. auf den Tisch und erklärte, daß er einen Witz erzählen würde, den ihm aber niemand übelnehmen dürfe. Daraus erzählte er einen unanständigen Witz, in dem Offiziere mit Hunden verglichen wurden. Als er noch einiges andere zur Unterhaltung der Soldaten vortragen wollt«, verbot ihm ein Unterfeldwebel das Wort. Darauf machte der Mitangeklagte Kr. eine schamlos« Gebärde zu dem Unterfeldwebel. Dieser erstattete Meldung, und der Reichs- wehrminister ließ gegen die beiden Angeklagten Anzeige wegen Beleidigung der Reichswehr erstatten. Da» Gericht oerurteilte nach längerer Verhandlung beide zu je drei Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung hieß es. daß die Straftat aus tlafsenfeindlicher Haltung heraus geschehen sei und einen anderen Stand verächtlich machen wollte. Insbesondere sei die Straftat daraus zu erklären, daß da» deutsch� Offizierkorps durch die Angeklagten verächtlich gemacht wurde. Es handelt sich hier um einen, wie man im Boltsmund sagt, richtigen Lausejungenstreich, für den den Tätern«in Denkzettel wohl gebührt. Muß es aber gleich so weit kommen, daß man bisher doch offenbar unbestrafte junge Leute zu drei Monaten Gefäittznis verdonnert? Man hat hier das Gefühl, daß etwas weniger Empfindlich- keit im Reichswchrmmisterium besser am Platze gewesen wäre. Deutsche Flüsse trockne« aus. Droht uns eine Schön-Wetter-Katofirophe? Da» einzigartige schön« Sommer- und Herbstwetter, so schön, wie man es seil vielen Zahren nicht gehabt hat, beginnt sich in einer anderen Beziehung katastrophal auszuwirken. Da keine nennenswerlen Niederschläge zu verzeichnen sind. versiegen allmählich die Quellen. Als natürliche Folge sinkt der Wasserspiegel der Flüsse unaushalssam. Der Wasserstai�i der Havel z.®. ist zurzeit außerordentlich niehrig. Er beträgt, am Potsdamer Pegel gemessen, 4« Zen- timeier, während das Mittel in den letzten 28 Jahren auf 69 be- messen wird. An mehreren Stellen kann man durch die Havel waten und Schisse haben viessach Schwierigkeiten beim Anlegen. In Westdeutschland wirkt sich die Trockenheit und das Versiegen der Quellen besonders verhängnisvoll aus. Die sonst so wild« und reißende Ahr. ein Nebenfluß des Rheins, ist völlig ausgetrocknet. Hunderte von verendeten Fischen liegen in dem ausgetrockneten Flußbett. An der Ahrmündung werden die bis in die Mitte des Rheins sich erstreckenden Sandbänke nunmehr ausgebaggert, was eine große Erleichterung für die Rheinschiffahrt bedeutet. Aus Aschaffenburg wird sogar Einstellung der Mainschisfahrt von Aschassenburg auswärts gemeldet, ver Wasserstand wird immer niedriger. So kann man schon jetzt an verschiedenen Stellen oberhalb Aschaffenburgs über den Main gehen, ohne Stellen anzufinden, die tiefer als 1,50 Meter sind. An einzelnen Stellen liegt die Kette der Mainkettenschlepper kaum einen Meter tief. Stein« und sonstig« Stromhinder» nisse kommen zum Borschein, die seit Jahrzehnten nicht zu sehen waren. An den Ufern bilden sich Schmutzlachen. Kadaver, die zu normalen Wafferstandzeiten durch flotten Abfluß verschwinden würden, bilden eine gesundheitliche Gefahr für die Anwohner. Der Halsmann-Prozeß. Entlasteude Zeugenaussagen. Innsbruck, 12. September. Zu Beginn der heutigen Donnerstagverhandlung im Hals- mann» Prozeß stellte der Verteidig er den Antrag, die Staatsanwaltschaft möge gegen den Gendarmerieinspettor Moser die Anklage wegen falscher Zeugenaussagen erheben. Man hätte nämlich in der letzten Verhandlung und auch diesmi'l dem jungen Philipp Halsmann als äußerst belastend vorgch.'.iten, daß er seelenruhig aus dem Fenster des Gasthauses Brcitlehn»r gesehen habe, als sein Dater in dem gegenüberliegenden Schuppen obduziert wurde. Jetzt stelle sich aber heraus, daß der junge Hilxman» von der Obduktion ki'ne Kenntnis hatte. Der Antrag Dr. Malers wird vom Gerichtshof abgelehnt. Sehr überraschend wirkt die Vernehmung eines von der Staatsanwaltschaft geladenen Arztehepaares aus Heidelberg. Die Ehefrau bezeichnet das von der Heidelberger Polizei aufgenom- mene Protokoll als unrichtig und behauptet, sie habe nie gesagt. daß der Junge ein bösartiges und freches Benehmen gegen seinen Bater an den Tag gelegt hätte. Das Eheps.ir Lehn sollte Zeuge eines Mordversuches des Philipp Halsmann an seinem Vater ge- wesen sein, als sie einig« Wochen vor dem Unglück am Comersee weilten. Philipp Hals mann brach damals an einem Bergab hang einen Stein los, der hinnnterkollert« und seinem Vater die Wange ritzte. Aus die Frage des Borsitzenden, ob Frau Behn glaube, daß, wenn ihr Mann denselben Hang bestiegen hätte, auch der Stein ins Rollen gekommen wäre, bejahte sie das. Ein Lehrer aus Mannheim, Dr. Kamp, schilderte die besonders freundschaftlichen Berhältnisse unter den Familienmitgliedern und behauptete, er Hab« sollen Kinder gesehen, die ihren Eltern mit so großer Hochachtung begegneten wie die jungen Geschwister Halsmann. Er bestätigte auch, daß der alle Halsmann den Scherz,„Mein Sohn will mich beerben", sehr oft gemacht habe und ihn für besonders witzig hielt. Die Zeugin aus München, Fräulein Gehwolf, gibt entgegen ihren früheren Aussagen an. Philipp Halsmann hätte seinen Bater nicht aufgefordert, durch den Schwarzensteinsee zu schwimmen, sondern nur, in dem Wasser zu baden. Günstig lautet auch die Aussag« der Dresdener Zimmer» Vermieterin Elisabech Reichel, bei der der Angeklagte l'A Jahr« gewohnt hat. Sie sprach von engen Beziehungen des Angeklagten mit den Angehörigen und erklärte, daß sie noch nie so a r.- genehme Mieter gehabt hätte. Durch Befragen wird sestgestellt. daß die Verteidigung sich den Briefwechsel des Angeklagten au» der Wohnung der Reichel durch einen Kollegen de» Halsmann, Goldberg, holen ließ, und zwar erst, nachdem es sich herausgestellt hatte, daß dem Untersuchungsrichter on diesen Bliesen nichts gelegen war. Wieder in Friedrichshofen. Lustschiff.Graf Zeppelin" um 19 llhr glatt gelandet. Friedrichshasen. 12. September. Da» tustschiss.Gras Zeppelin" ist. nachdem e» um 17.45 Uhr Schwäbisch-Gmünd passiert hakte, um 16.54 Uhr tider Friedrich, Hasen eingetroffen und nach einer längeren Schleisensahrt über der Stadt um 19.12 llhr glatt gelandet. Die Fahrtdauer beirag also 20 Stunden. Kapitän Lehmann hat von Bord des.Graf Zeppelin" an die Hamburg-Amerika-Linie telegraphiert, daß beabsichtigt fei, am 17. September, 5 Uhr, ein» 24>Stui,den-Fahrt nach Nordwest deutschland bis an die Nordsee zu unternehmen. In die Fahrt wird insbesondere der geplante Besuch Hamburg»«in- geschlossen. Kapitän Lehmann teilt» weiter mit, daß 2V Passagiere auf dieser Fahrt mitgenommen werden können, und daß sich der Possageprei, aus 1200 M. bekaufen wird. Amerikanische Polizisten als AlkoholverkSufer. Das amerikanische Bundesprohibltionsamt gibt bekannt, daß 62 Mitglieder der Polizei in Los Angeles, bor- unter ein Hauptmann, sich zusammengetan haben, um von den Al- toholschmugglern einen Tribut zu erpressen. Ein letzte Woche verhafteter Schmuggler gab 24 Polizisten on, die die von ihnen be- schiagnahmten alkoholischen Getränke weiter oerkausten, statt sie zu vernichten. Bei ErkanunosKranKheiten. Ischias. Nerven» und Kopsschmerzen, haben sich Togal-Tabietten hervor- ragend bewährt. Laut notarieller Bestätig, onerkennen über 5000 Aerzte die hervorragend« Wirkung des Togal. In mehreren hundert ärztlichen Berichten wird neben prompter Wirkung besonders die Unschädlichtell Hervorgehoben! Togal kann daher mit vollem Ver- trauen genommen werden Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis RM. 1.40. 0,46 Chlm W IM- 7M Add. aett sei ed IM Arnyt Berlin marschiert KCl0; zum Schillerpark! Antreten zur Demonstration 14'/« Uhr am Leopoidplatz- Eröffnungskundgebung/ Jugendfeier/ Aufführungen/ Ansprachen Kietemal und die Miiielheide. Das Berliner 20-pfennig-Wochenende. Die Verbindungen nach Köpenick gestatten nicht nur einen Aus- flug in da» östlich und südlich sich eröffnende Wasiergebiet, auch für den da» Trocken« mehr liebenden Naturfreund ist gesorgt: an der großen Umsteigestelle Köpenick-Lindenstraße geht man mit seinein Zv-Pf.-Billett auf die Linie 8Z über, die über Bahnhos Köp�nck nordwärts führend in Mahlsdorf am Bahnhof chr Ende erreicht. Eine jener Querverbindungen— zwei große Ausfallstraßen ausschließend—. die bisher noch spärlich um den Raich von'Groß- Berlin gezogen sind, da die Eisenbahn diesen„Kleinkram" ablehnte und erst die Zeit kommen mußte, in der ein« voraus- schauende B e r k e h r» p o li ti t die Linienwahl be- stimmte. Wi« lange noch und das Gebiet zwischen Mahlsdorf und Köpenick ist eine bewohnt« Fläche Desgleichen das sich an- schließende Gebiet Kaulsdorf-Köpenick, das jetzt auch durch den Omnibus 27 erschlossen ist. Mahlsdorf-Süd und die zunächst von der Linie 8Z durchfahrenen Siedlungen Wolfsgarten und Uhlenhorst liegen an und im Waldgebiet, das links den Namen Köpenicker Dammforst, rechts M! t t e l h« i d e führt. Wo Mahlsdorf-Süd beginnt, verlassen wir die Linie 83 und beginnen nach rechts ein« Wanderung, die uns über Kiekemal an das Mühlen- fließ führt. Liekemal—- so«cht berlinisch— märkisch wie sein Name, ist da» Wenige an Gebäuden, das sich dem Blick« darbietet: auch die Weisung, daß Kafseekochen nur an den ungedeckten Tischen gestattet ist, gehört zum märkischen Bilde. Froher Kinderjubel schallt uns beim Weiterwandern von einer großen Waldlichtung ent- gegen: gleich daraus sind wir am Mühlensließ: vor ihm die Ravensteiner Mühle, hinter ihm das Säuglings- un!� Kleinkinderheim von Berlin-Lichtenberg. Etwas Idealeres als diese ruhige, von Waldlust durchsetzte, ungefährliches Spiel allenthalben darbietende Atmosphäre ist nicht zu denken. Und dabei doch so nahe dem menschlichen Verkehr, dem wir auf der Prachtchaussee Dahlwitz— Friedrichshagen zustreben, deren ein« Fußgängerseit« sogar mit Ruhebänken reich ausgestattet ist und bei der di« Waldbekleidung für ein Wandern im Schatten sorgt- Bald sind wir in Friedrichshagen und Wasser, und Landoerbin- düngen stehen zur Rückfahrt in reicher Zahl zur Verfügung. Karte Nr. 10 de« 30.Pf..Führer» der~ Vier Arbeiterhäuser niedergebrannt. Bufchenhagen(Kreis Franzburg, Pommern), 12. September. In einem zum Gute Bufchenhagen gehörenden Arbeiter- wohnhaus entstand gestern nacht gegen H12 Uhr Feuer, das auch«in daneben liegendes Arbeiterwohnhaus mit Stollung ergvisf. Beim Eintreffen der Stralfunder Berufsseuerwehr standen bereits vier Gebäude in Flammen, und die Feuerwehr konnte sich nur noch auf das Ablöschen der Gebäude beschränken. Di« vom Brande b«trossenen acht Familien erleiden erheblichen Schaden, da sie nicht versichert sind und«in großer Teck des Mobiliars, sowie der Holz-, Kohlen- und Viehfuttervorrat mitverbrannt ist: auch einiges Kleinvieh ist in den Flammen umgekommen. 22 Klugzeuge verbrannt. Großfeuer in einer posener Flugzeugfabrik. Warschau, 12. September. wie aus Posen gedrahtet wird, ist am vounerstag morgen in der dortigen großen Flugzeugfabrik Samolot et« Rlesenseuer ausgebrochen. Obgleich sämtliche Brandzuge sofort anrückten, war es in- folge der große« hihe und der explodierenden Benzin. und Oelbehälter außerordentlich schwer, au da» in Flammen gehüllte Fabrikgebäude heranzukommen. Die Löscharbeiteu mußten darauf beschränkt werden, eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Zu den Rettungsarbeiten wurde Militär und Polizei aufgeboten. Soweit bisher bekannt ist. sind 22 Flug- zeuge verbrannt, und zwar vier Flugzeuge der polnischen Lnftverkehrsgesell schaff Lot. sechs eben erst sertiggeslellle und zehn halbfertige Moschinen. Ebenso wurde werlvolles Material und die Einrichtung der Fabrik ein Opfer der Flammen. Der Schaden soll etwa 10 Millionen Zloty betragen. Die Ursache de» Großfeuer» konnte bisher nicht ermittelt werden. Bürgerliche Verkehrspoliiik. Llnd ihre tatastrophalen Folgen. Köln, 12. September.(Eigenbericht.) Infolge der verkehrsfeindlichen Politik der bürgerlichen Rathousmehrheit in Köln, die vor einigen Monaten die Strahenbahnpreij« erheblich erhöhte, befindet sich der Straßenbahnoerkehr in ständigem Rückgang. Im Monat Juli dieses Jahre» wurden auf den Kölner Straßenbahnen rund 13 710 lX>0 Personen befrödert, im Juli des Borjahres betrug die Zahl 13 230 000. Auf den Vorortbahnen"wurden im Juli 1 700 000 Personen befördert, während im gleichen Monat des Vor- jahres 2 345000 gezählt wurden. Im Durchschnitt beträgt der Rück- gang mehr als 26 Proz. Die neue Zugendlesehalle in Berlin-Mitt«. Zu unserem gestrigen Bericht über die Eröffnung der neuen Jugendlesehalle im Bezirk Berlin-Mitt« möchten wir noch nachtragen, daß in der Lese- Halle sechzig Kinder bequem Platz finden. Unser Artikel sprach infolge eines Druckfehlers von einem Raum, der sechs Kindern Platz biete. Schwere Lichtstörung bei piscator. Im Theater am Nollendorfplatz, der Piscatorbühn«, explodierte kurz vor Zlnfang der Pause beim Heruntergehen des Borhanges mit lautem Knall e in« Sicherung, wodurch das Theater mit einem Schlag dunkel wurde. Um eine Panik zu vermeiden, ermahnte ein Schauspieler das Publikum zum Sitzen- bleiben. Zur Beruhigung spielte die Kapells die Paus« hindurch bei dunklem Theater. Er st nach ungefähr einer dreiviertel Stunde wurde ein Scheinwerfer auf di« Bühne gestellt, wodurch da» Parkett notdürftig beleuchtet wurde, so daß«in Teil des Publi- kums die Ausgänge erreichen konnte. Nach einer weiteren Pause von ungefähr einer halben Stunde war der Schaden behoben und di« Dorstellung nahm ihren Fortgang. Neue Arbeiter-Wohifahrtslotterie. Der Minister für Dolkswohlfahrt hat im Einoer- nehmen mit dem Finanzminifier dem Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt in Berlin die Genehmigung erteilt, zur Erfüllung seiner Wohlfahrtsaufgaben in Preußen ein« Wertlotterie mit einem Spielkapital von 434 500 M. zu veranstalten. Di« Zahl der Lose beträgt 989 000 Stück Preis je Los 50 Pf. Ziehungstage sind der 18. und 19. Dezember 1929. Das Flugboot»Nohrbach-Romar� gesunken. Da» Flugboot.Mohrbach-Rom ar" ist am Dienstag,«ie di« Lufchanfa mitteilt, durch Leckwerden des Bootskörpers in der Lübecker Bucht gesunken. Die„Rohrbach-Romar" unternahm an dem genannten Tag einen Probeflug und befand sich gerade in geringer Höhe über dem Wasser, als plötzlich der Motor aus- setzt« und eine Notlandung sich al» unvermeidbar herausstellt«. Nachdem das Flugboot sich auf dem Wasser niedergesetzt hatte, stellt« sich heraus, daß einer der Schwimmtanks ein Leck erhalten hatte, in das das Wasser sofort eindrang. Di« 13 Mann starke Besatzung— Fahrgäste befanden sich nicht an Bord— hatte das Boot vorher verlassen können. Die Bergungsarbelten sich noch in vollem Gange. Von einem Ziegelstein erschlagen. Gestern nachmittag ist der 42jährige Bauarbeiter Albert A r f ch u t aus der Reichenberger Str. 84 auf tragische Weise um« Leben gekommen. A. war auf dem Neubau Au g u st st r a ß e 11 mtt dem Abladen von Steinen beschäftigt. Die Steine wurden durch einen Aufzug nach oben befördert. Plötzlich löste sich ein Ziegel- stein und fiel vom 4. Stockwerk durch die Rüstung in die Tiefe. Arfchut wurde beim Abkarren von dem niedersaufenden Stein ge- troffen. Mtt zerschmetterter Schädeldeck« blieb er liegen: bereits out dem Wege zur Charit« erlag er seiner Verletzung. Die Leiche wurde beschlagnahmt. & CIE. AG- BURG B. M. Beginn der Schwurgerichtsperiode. Am 23. September beginnt in offen drei Londgerichier, die diesZährige Schwurgerichtsperiode. Im Landgericht I führt Landgerichtsdirektor chöer den Vorsitz. Es sind bereits fünf Termine angesetzt. Die Anklagen lauten auf versuchten Mord, Brandstiftung, Körperverletzung mit tödlichem Ausgang und Mein- cid. Am 3ff. September Hot sich wiederum der S6)iffseigner Karl B u d a ch wegen doppelten Totschlages zu verantworten. Die Verhandlung gegen ihn am 18. März wurde damals ab- gebrochen, damit er auf seinen Geisteszustand untersucht wird. Im Landgericht II führt im September und November Landgerichts- direktor ch a r t m a n n, und im Oktober und Dezember Land- gerichtsdirektor Linde. den Vorsitz des Schwurgerichts. Di« Ter» mine sind im einzelnen noch nicht festgesetzt. Im Landgericht III ist Landgerichtsdirektor Siegert Vorsitzender des Schwurgerichts. Oer Staakener Zeppelinmast bewilligt. De? Magistrat hat bereits beschlossen, auf dem Flugplatz Staaken den für den internationalen Luftverkehr erforderlichen Ankermast für Luftschiffe mit einem Kastenaufwand von annähernd 1 Million Mark zu errichten. Die Verhandlungen mit dem Reiche und dem Staate über eine Beteiligung an diesem Ausbau des Flughafens in Stapken sind so gefördert worden, daß voraussichtlich im Oktober den Stadtverordneten eine Magistrats- vorläge über die Kosten und den Umfang der Anlage zugehen wird. Eine achttägige Harzreise. Sest Jahren veranstaltet der Zentralverband der An- gestellten, Ortsgruppe Grvß-Verlin, für seine Mitglieder und deren Angehörig« preiswerte Gesellschaftsreifen, die durch den großen Zuspruch immer wieder ihre Beliebtheit bestätigen. Die nächste acht- tägig« Fahrt führt m den Harz und findet vom Sonntag, dem l ä., bis 2 2. September statt. Die Teilnehmergebühr beträgt ?5 M. und umfaßt alle Fahrgelder ab Berlin, Ilebernachtungen(kein Massenquartier), gutes Mittagessen, erstes Frühstück und sonstige Be- sichtigungs. und Fllhrungskostcn einschließlich Trinkgelder. Da noch einige Teilnehmerplätze frei sind, können sich Gew«rkschaftsmitglioder und Angehörige im Verbandsbuvea», Bellc-Alliance-Str. 7/Ili, III, am Schalter..Kosie' anmelden, gleichzeitig ist eine Anzahlung von 1? M. zu entrichten. Dort ist auch ein ausfuhrlicher Reiseplon erhält» lich. und es wird gern jede weitere gewünschte Auskunft über dies« Gcsellschastsreise erteilt._ Unregelmäßigkeiten bei einer wohlsahrtskommission. Im B« zirksamt Kreuz der g haben angestellte Prüfungen ergeben, daß in der Geschäftsführung des Vorstehers einer Wohlfahrts- kommifsion Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Die subjektive Schuldfrage ist noch nickst geklärt. Die Angelegenheit wird zurzeit von der Bezirksprüfungsstelle des Bezirksamts eingehend untersucht. Dies« Stelle ist angewiesen worden, ihre Uniersuchung möglichst zu beschleumgen. Es handelt sich bei den Unregelmäßig- kcitcn, soweit sich dies bisher feststellen läßt, uni einige hundert Mark. Der beschuldigte Vorsteher hat sofort sein Amt nieder- gelegt. Die Veranstaltung des Senders Königswu st erHausen hoißt„Z e i t b e r i ch t. Es sind Szenen aus dem vierzehnten Parteitag der russischen Kommunistischen Partei, bei dem Trotzt! und S i n o w j e w ausgeschlossen wurden. Sind diese Menschen schon zu Schemen oder Mythen geworden, daß man sie als Marionetten in einem Sendespiel verwendet? Also diese Frankfurter Uraufführung sucht nach den Akten die Vorgänge genau zu rekonstruieren. Aber, aber, ihr lieben Leutchen, sprachen in Moskau wirklich Heldentenöre und Heldenväter? Wallcnstein als Stalin konstruiert wirkt peinlich komisch. Bestimmt hätte stch Stalin mit diesem Theoterpathos eines pensionierungsreifen Marc Anton nicht durchgesetzt. Im vorigen Jahr sandte Homburg Reden von Leuten wie CTicero oder ähnlichen geschichtlich sanktionierten Heroen der Rethorik. Sie alle verzapften Schiller? Iambenpathos. Das ist entschuldbar und verständlich, aber mit Stalin, der doch in der Gegenwart wurzelt, liegen die Dinge anders,.�eitbcrichtc" find sicherlich eine gute Einrichtung der Funkstunde, doch stc dürfen niemals in„Wallcnsteins Lager" auf einem kleinen, ehemaligen Hoftheatcr gespielt, ausarten. Jedenfalls flicht diesen Mimen die Nachwelt bestimmt keine Kränze. ff. Z. Voriräge,Vereine und Versammtungen. # Reichsbanner„Sdjtoarz-RoMBoIli". Gef/, d» 0.28 Junge Erbsen /•*... v. d» 0.98 Stangen-Spargd murkTh. 2.80 Brech-SpargdoiMM..% d» 6.95 Brech-Bohnen......«a d» 0.63 Sellerie m scw.«.....»ad» 0.93 Rote Beete.......... no. 0.68 Apfdwein mm..... d». Gauwewheimer• r�.Ltr. Nierst Domtal* rat. im. Tarragonasif. mmre*... 1*. hdalaga mm f.f. ie» Muskat«mA. ernn Faf�T.U'. Johannisbeerwein rZf ur. Stachelbeerwein». im. i9Xm Kallstädter iwwm. n iTTRm Dürhh Feuerberg n «25» Chat Margaux..n. mstr Edenkohener n 1938a Gauweinheimer.fl i9isa Bosenh. Berg fl msa Liebfraumilch...fl i«7« Piesporter Lay...fl Weinbrand Weinbrand vatJmaa ut. n I Ltr. Fl B.M rvum.vmd.i.itl«»!»...». le» FL Obstsekt mir Bawb.......FL Erdbeersekt'■�T.V.T.n, Kümmel n Orangeade fl Himbeersaft um....... Ltr. 0.58 6.00 6.50 4Ut5 4.20 6.20 0.85 0.95 6.00 6.60 6.65 6.00 6.60 6.30 6.50 6.90 3.60 6.60 3.25 6.20 6.95 2.55 6.20 6.80 Wochenend' Konserven in reicher MuewaM Kon}«iure Obsi-Konserrcn Backuaren Kaffee Wurst und Fleischtvaven Erstklassiges Frisch-Fleiscfi aus eigener Grofi.rSchlächierei Sülze................. pfd. 0.65 Sülzwurst........... 174 0.85 Dccmpfwwrst....174 4»« 0.83 Berl. Mettwurst..... 174 0.98 Wiener Würstchen 174 6.65 Fleischwurst........ 174 0*98 Fetter Speck......... 174 6.20 StreichmeUtuu7stBX2*HZ4.28 Schinkenpolnische..ru 6.35 Feine Leberwurst... Pfd. 6.35 Zervdat- u. Salami«4 6.68 Plockwurst......... pfj. 6.65 Teewurst............ 174 6.85 Mausschinken 2.65 Braunschweiger-Zr�pl2 2.20 Spez. Kaßlerbraten.274 2.80 Apfelmus.:—. v. o* 0.65 Heidelbeeren O.SO Mirabellen—..... im. 4,00 Stachelbeeren 0*30 Reineclauden..... d* 6.00 Ananas...... I..... v, im 6.20 Kirschen�r�Ä,� 6.20 Erdbeeren™h„m.utt 4.63 Pflaumen, �4� 9.50 Kirsch-Konfitüre uuei 0.68 Johannisbeer'�fpfl�u,. 0.85 k Himbeerf�fff'aL tPitoim 0.95 Erdheer Kmutin ca.2Pid.-ama 6.60 Apfel-Gelee..«,1174430. 0.63 Kirsch-Gelee..« 1174-01«. 0.85 Apfelkraut�i Fi fDcMM 4'0S ~'-A tri?*'4'' Königskuchen«.»«...sw. 6.00 Bremer Sandkuchen su, 4.00 Plunderbretzdn— so*. 0.20 Bunte Schüsseln....std. 6.25 Diu. Teegebäck..n* m.«. 0.65 Berl. Napfkuchen«. stA. 0.50 Diu. Blechkuchen 0.50 Vanille-Plätzchen..m 0.80 aus aigeuer RGsicrei Columbia-MischungrjL 6.20 Santos-Perl.......... m 3.00 Santos �............. 174 2.60 Konsum-Mischung. 174 2.20 Auslese-Kaffee....... 4S0 Malzkaffee i«........ f/4 0.25 Kornkaffee u*........ 174 0.25 Kaffegewürz KorbiaäerFoArf 0.25 Kabeljau» t»-««». F74 0.28 Rotbarsch» f.*!......Pfd. 0.69 Fischfilet...........„Pfd. 0.33 Grüne Heringe 2 174 0.23 Karpfm\CdJ****':nd 4.30 Aale. w a» 6-80 Bücklinge........./.l.Pfd. 0.28 Lachsheringe......-.ud. 0.35 . t-> Mastsuppenhühner'JS 0.98 Junge Hühnchen....174 6.25 Junge Tauben"—-■»* ml 0.80 Prima Mast-Gäns&Pi*aiOJf8 Hirschragout nx 0.35 Hirschblätter Z�.�'6.50 Wildschweinmua..'.1?4 6.20 Frische Rehkeulen..Pfd. 2.30 ■-_•_-v_ Nr. 429* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 43. September 4929 Oer größte Markt der Zukunft. Die Entwicklung des chinesischen Außenhandels. Die Hoffnungen und Berechnungen der imperialistischen Groß- mächte auf den Aersall Chinas sind fehlgeschlagen. Die Zerteilung des gewaltigen„Mittelreichs" unter den Großmächten, die durch die Cinflußsphärenpolitik vorbereitet wurde, blieb aus. Chinas Koi»> solidierung bedeutet, daß es nunmehr für die Weltwirtschaft nur noch als ein Markt von unbegrenzten Möglichkeiten und als ein Anlagegebiet für das Auslondskapital in Betracht kommt. Damit enthält Chinas Außenhandel eine besondere inter- nationale Bedeutung, sowohl für die allgemeine Entwicklung der Weltwirtschast als auch für die Ueberwindung der andauernden Abfatzkrife in den überindustrialisierten Staaten Westeuropas und Amerikas. Aber auch für die endgültige Konsolidierung und für den wirtschaftlichen Aufbau Chinas selbst ist die Neugestaltung und Entwicklung seines Außenhandels von größter Bedeutung. Der geschichtliche Bumerang hat seinen Kreislauf vollendet. Bor 80 Iahren wurde der Außenhandel China auf dem Wege der un- gleichen Verträge aufgezwungen. Jetzt verkündet China selbst in dem revidierten Handelsvertrag mit Belgien das Recht der Aus- länder, in allen Teilen des Mittelreichs Handel zu treiben. Die Weltgestaltung des neuen Chinas hängt in hohem Grade von der Erschließung seiner unermeßlichen Hilfsquellen ab. Die Bedürfnislosigkeit seiner 4A> Millionen Bewohner verhinderte indessen die Entwicklung seines Außenhandels. Nun be- deutet die Modernisierung Chinas, die zum Gebot seiner Welt- gcltung und selbst seiner Existenz geworden ist, an sich schon ein« Steigerung der Bedürfnisse der Bevölkerung und des Staates und damit eine ungeheure Erweiterung des chinesischen Marktes. Die Geschichte des Außenhandels in China ist vielleicht eines der grausamsten Kapitel in dem blutroten Buche der Erschließung der überseeischen Märkte für den«xpansionshungrigen Kapitalismus. Die tausendjährige naturale Produktionsweise, die Marx als „asiatische" bezeichnet«, oerlieh China einen selbstgenügenden Cha- rakter. Dazu kam noch die kulturell« Ueberlegenheit der Chinesen anderen»fiatischen Böltern gegenüber, die durchweg als„Barbaren" galten. Auch die Europäer wurden bis in die sechziger Jahr« des vorigen Jahrhunderts in den Verträgen als„Barbaren" bezeichnet. Die groß« chinesische Mauer symbolisierte nicht nur die national- staatliche und kullurelle, sondern auch die wirtschaftliche Abgesondert. heit des Reiches der Mitte. Die kapitalistische Revolution in West- europa gab das Signal zur systematischen und gewaltsamen Er- schließung des Chinesischen Reiches für den Welthandel. Nach d«n Portugiesen im Iß. Jahrhundert kamen die Holländer, Engländer und Franzosen im 17. Jahrhundert. Die Russen kamen auf dem Landwege bereits 1567, aber die Handelsbeziehungen mit China begannen erst 1658, und der erste Bertrag Rußlands mit China wurde 1689 abgeschlossen. Zuerst waren oon den Fremden Faktoreien eingerichtet, dann folgten bi« Fremdenniederlassungen- in den Vertragshäs«».- Gewalt- same Vertrag« wurden erpreßt. Mit roher Gewalt wurde Schritt für Schritt der Außeichandel China aufgedrängt. Nach dem berüchtigten englischen Oplnmkrieg von 1839 bis 1842 wurde der Widerstand Pekings gebrochen. Seit den sechziger Iahren hat sich das Außenhandelssystem stabilisiert, das auf den Gewaltverträgen, Fremdenniedcrlassungen, Konsulargerichtsbarkeit, fremden Streitkräften aufgebaut wurde. Die Zoll- autonomie Chinas war tatsächlich abgeschafft. Die Ein- und Aus- fuhrzölle betrug«» 5 Proz. des Warenwertes, was natürlich ein großer Schlag für die chinesischen Finanzen und eine enorme Be- günstigung der Ausländer bedeutete. Auf dieser anormalen Grundlage entwickelt« sich Chinas Außen- Handel langsam, ab«r trotzdem stetig. Die Zusammensetzung des chinesischen Außenhandels 1889, am Vorabende der neuen Intensivierung der imperialistischen Politik der Großmächte, ist für die damaligen Zustände sehr charakteristisch. Opium be« trug 46 Proz., Baumwollwaren 36 Proz., Metollwaren nur 5 Proz. der gesamten Einfuhr. Die Ausfuhr umfaßte: Tee 56 Proz. und Seide 46 Proz. des Gesamtexporte». Der Außenhandel ging dabei durch 69 Bertragshäsen, in 47 davon hatte die Zollverwaltung ihre Abteilungen. In den letzten Iahren weisen die Ziffern des chinesischen Außenhandels folgend« Werte auf(in Millionen Taels sl Tael- 2,58 M.f): 1924 1925 1926 1927 Einfuhr..... 1618 948 1124 1613 Ausfuhr..... 772 776 864 918 Der Bürgerkrieg, der Boykott der englischen und japanischen Waren, die Zerrüttung des Verkehrswesens haben im Jahre 1927 ein« beträchtliche Senkung der Einfuhr veranlaßt. Di« Z u s a m» mensetzung d«r chinesischen Ein- und Ausfuhr 1927 ist folgende: Die Einfuhr der Baumwollgewebe betrug 234 Millionen Taels, an rollendem Material 5,4 Millionen Taels, Automobile 3366 Stück und Fahrräder 14666 Stück. Eisen- und Stahlwar«« gingen erheb- lich zurück, da infolge der Unruhen, des Transportzerfalls usw. neue Fabrikeinrichtungen nicht ausgebaut werden konnten. Die Ausfuhr 1927 bestand in der Hauptsache aus Seide, Tee, Rohbaumwolle und anderen landwirtschaftlichen Produkten. Der Warenverkehr mit den einzelnen Ländern ist nicht ganz genau zu er- fassen: die folgende Tabelle für ein« Anzahl Länder ist trotzdem ausschlußreich: Einsuhr Ausfuhr >n MiNonen Tael» 1926 1927 1926 1927 Japan...,, 332 288 156 122 Ver. Staaten... 185 164 156 122 England.... 115 74.56 58 Brit Indien... 79 42 16 22 Deutschland... 45 39 18 26 Rußland.... 21 21 64 77 Frankreich.... 17 15 68 51 Die Wirtschaftsdepression im Jahre 1928 und in der ersten Hälfte 1929 dauerte in China an. Die inneren Wirrungen haben ein« hemmende Wirkung auch aus den Außenhandel in diesem Zeit- abschnitt ausgeübt, der ohne Kr«dit und geregeltes Verkehrswesen nicht gedeihen kann. Die alten Verhältnisse sind unhaltbar ge- worden, die neuen sind noch nicht stabilisiert. Die Umstellung des chinesischen Außenhandels geht unaufhaltsam vor sich. Die soeben erlangte Zollautonomie. die Revidierung der Handelsverträge auf Grund der Gleichverechti- gung, die vorbereiteten Bürgerrechts, und Handelsgesetzbücher, die geplanten Reformen des Steuerwesens, der Währung, des Bant- wefens usw.— alles dies bedeutet die Schaffung einer neuen Grundlage für den Außenhandel Chinas, so daß in absehbarer Zeit mit einem gewaltigen Aufschwung zweifelsohne zu rechnen ist. Der deutsche Außenhandel mit China entwickelte sich in den letzten Jahren ziemlich rege. Die Einsuhr aus China stieg von 192? bis 1928 von 6,9 Millionen auf 9,5 Millionen Doppelzentner und der Wert der Einfuhr von 265 Millionen auf 329 Millionen Mark. Die Ausfuhr Deutschlands nach China erhöhte sich in der gleichen Zeit von 1,16 Millionen auf 1,76 Millionen Doppclzentner mit einem Wert von 121 Millionen bzw. 169 Millionen Mark. Deutschland kauft also in China fast das Doppelte von dem, was es nach China exportiert. Nur die Industrialisierung und Moderni- sierung Chinas kann freilich sein Bedürfnis an Jndustrieerzeugnifsen wie Maschinen. Elektrowaren, Werkzeug«, Fahrzeuge usw. steigern und dadurch den bisherigen Charakter der Handelsbeziehungen Chinas mit Deutschland sowie mit anderen Industriestaaten grund- sätzlich ändern. Die Umstellung des chinesischen Außenhandels und vor allen Dingen seine Erweiterung ist unvermeidlich. Der Wettbewerb der Industrieländer um den chinesischen Markt wird dabei natür- lich neu« Formen annehmen müssen. Nur die Beseitigung aller Ueberreste der abgewirtschafteten Kolonialmethoden kann diesen Wettbewerb in friedlichere Gleise lenken— zum Nutzen der ge- samten Weltwirtschast, als auch des neuen Chinas. Von der weiteren Politik der Großmächte hängt es in hohem Grade ab, daß China nicht wiederum eine neue chinesisch« Mauer— nunmehr ein« Zollmauer— g«g«n das Ausland errichtet...?. Garwy. Bericht des Kohlensyndikats. 230 Millionen im Konkurrenzkampf verpulvert. Das Rheinifch-Westfälische Kohlensyndikat ver. öffentticht jetzt seinen Jahresbericht für das am 31. März abge- lausen« Geschäftsjahr 1928/29. Der teilweise ungünstig« Konjunktur- stand von 1928 hat sich aber im Laufe der letzten sechs Monats von Grund auf geändert, so daß aus der Entwicklung des abgelauftnen Geschäftsjahre» 1928/29 keine Schlüss« auf die gegenwärtige Lage im Ruhrkohlenbou zu ziehen sind. Die Entwicklung im Berichtsjahr wurde durch den Arbeits- kämpf der Rheinschiffer, die Stillegungsaktion an der Ruhr und teilweife. auch durch den anormalen Winter ungünstig beein- flußt. Die Förderung im Jahr« 1928 wird mit 114,56 Millionen Tonnen angegeben gegenüber 117,994 Millionen Tonnen im Vor- jähr. Damft sank die Ruhrkohlenförderung auf den Stand des Jahres 1913. Man muß aber berücksichtigen, daß im Jahre 1913 der Ruhrbergbau 66,24 Proz. der Gesamtförderung lleserte, im Jahr« 1928 dagegen 75,93 Proz. Die Reparationslieferungen, die man im Geschäftsbericht Zwangslieferungen nennt, obwohl man sie nicht ungern zu Buche nimmt, werden für 1928/29 mit 8,233 Mil- lionen Tonnen Kohle und 2�45 Millionen Tonnen Koks angegeben. In der Zeit vom September 1919 bis einschließlich März 1929 sind insgesamt 66,913 Millionen Tonnen Kohle und 26,796 Millionen Tonnen Koks auf Reparationskonto geliefert worden. Die arbeitstäglich« Förderung lag für das verflosiene Geschäftsjahr mit 378 666 Tonnen unter dem Stand de» Vorjahres(396666 Tonnen) und auch unter dem Stand von 1913(386 666 Tonnen). Di« Förderung pro Kopf, über die allerdings kein« An- gaben gemacht werden, ist dagegen gestiegen. lieber das Problem der internationalen Kohlenver- ftändigung wird wenig gesagt. Der Geschäftsbericht bemerkt, ,chaß trotz klarer Erkenntnis der Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit internationaler Vereinbarungen die Voraussetzungen dafür in Eng- land noch nicht vorliegen. Di« innere Einstellung ist hier und da heute einer Verständigung vielleicht sogar noch weniger günstiger als vor einem Jahr, als es dem englischen Kohlenbergbau noch schlechter ging: denn für diesen war das vergangene Jahr ein Jahr des Fortschritts, nicht nur in der Kartellierung, sondern auch in der Rationalisierung usw." Während das rheinisch-weftfälifche Syndikat im Anfang des Jahres, angeblich infolg« der Lohnerhöhungen, den Export noch den bestrittenen Gebieten abdrosselte, forcierte es später ein« Steigerung. Der verschärfte Kampf um die Kohlenquote kam darin zum Ausdruck, daß die Umlage, die Abgab« pro Tonn« geförderter Kohle zur Finanzierung des Ouotenkampfes, von 1,48 M. im April 1928 auf 2,26 M. im Juli 1928 und auf 2,45 M. im November 1928 ftteg. Sie ging im Februar 1929 auf 1,86 M. zurück und erhöhte sich im März 1929 wieder auf 2 M. Nimmt man eine Durchschnittsabgab« von 2 M. pro Tonne an, so hat der rheinisch-westfälische Bergbau in einem Zahr nicht weniger al» 230 TTUllionen Mark für den Konkurrenzkampf in den bestrittenen Gebieten ausgegeben. Da» ist eine wahnsinnig hohe Summe, die da- durch nicht oerliert. daß Mitglieder de» Kohlensyndlkats, die großen Monlankonzerae, als Importeure englischer Kohle an diesem Kamps wahrscheinlich recht hohe Summen verdient haben. Dieser Verdienst ging auf Kosten der Verbraucher und der Bergarbeiter, also auf Kosten der deutschen Wirtschaft. Amerikagründung der Oeuischen Bank. Schaffung eines großen Inveftmenttrusts. Nach Vorbereitungen, die viele Monate zurückreichen, wird in diesen Tagen di« Gründung einer sehr großen Inoestterungsgesell- schaft vollzogen, an der deutscherseits die Deutsche Bant, amerikanischerseits in erster Linie das Finanzhaus Harris, Fordes u. Co. beteiligt find. Das Aktienkapital, da« sich aus Vorzungsaktien und Stammaktien zusammensetzt, wird etwa 5 bis 6 Millionen Dollar betragen. Der Sinn der Gründung ist die Beschaffung profitabler Anlage- Möglichkeiten für amerikanisches Kapital. Die Gesellschaft, deren Namen Uniteck States and Overseas Corporation lautet, will mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln an amerikanisch«, europäisch«, und zwar vorwiegend deutsche Unternehmungen lang- und kurzfristige Kredite gewähren, Aktien und andere Wert- papiere erwerben und erhofft davon, insbesondere angesichts der hohen deutschen Zinssätze, einen guten Gewinn. Um die großen Zukunft-pläne und das internationale Arbeitsgebiet noch besonders zu unterstreichen, wurden als Mitbeteiligt« an der Grün» dung noch zahlreiche weitere amerikanische, schweizerische und schwedische Banken hinzugezogen. Das New-Porker Bankhaus Harris, Fordes u. Co., auf besten Initiative in erster Linie die neue Gründung zurückzuführen ist, ist eins der wichtig st en Finanzhäuser der Vereinigten Staaten. Die Summe der Anleihen, die unter Führung dieser Bank gewährt wurden, betrug im Jahre 1927 fast 426 Millionen Dollar. 1928 etwas über 486 und im ersten Vierteljahr 1929 bereits 165 Millionen Dollar. An zahlreichen deutschen Amerika-Anleihen ist dies Bankhaus beteiligt gewesen: unter den Anleihenehmern be- finden sich hauptsächlich Gemeinden, Länder und Elektrizitätsgesell- schaften. darunter Preußen und Bayern, München und Duisburg, ferner di« Dereinigten Elektrizitätswerke Westfalen, di« dem Reich gehörende Elektrowerke A.-G., das Ostpreußenwerk, die Preußische Elektrizitäts-A.-G. Auch in den Vereinigten Staaten interessiert sich dies Bankhaus in wachsendem Maße für die rentablen Aussichten, die die Elektrifizierung zu bieten scheint, und erst vor wenigen Wochen entstand unter Führung von Harris, Fordes u. Co. eine mit rund 46 Millionen Dollar arbeitende große Inveftierungs- gefellschaft für Kraftwerke unter dem Namen Lublic Utilities Holding Co. of America(Amerikanische Dachgesellschaft für öffent- liche Unternehmungen). Nachdem jetzt die endgültige Annahme des Poung-Plans den amerikanischen Finanzlcuten gesichert erscheint, will nun dies Bank- haus in verstärktem Ausmaß ins deutsch« Geschäft gehen. Anfang September wurde eine Denkschrift des deutschen Vertreters dieser Bank bekannt, wo ausgeführt wurde, daß nunmehr für Deutschland größere Kreditmöglichkeiten wieder besiehen. Deutsche Anleihen seien immer in hohem Maße eine ge- sunde und gute Anlage gewesen, und besonders fei dies jetzt nach der Beseitigung der Unsicherheiten der Dawes-Verpflich- tung der Fall. Offenbar sind auch andere große New-Porker Banken dieser An- ficht, denn es verlautet, daß auch die Darmstädter und Nationalbank mit einem amerikanischen Finanzhaus eine ähnliche Gründung plant und daß auch sonst die verschiedenen schon vorhandenen Investment« gesellschaften eine viel regere Tätigkeit als bisher entfalten wollen. Mißlänge im Tonfilm. Krach in London.—„Kampf bis auis Messer.� Schon seit längerer Zeit liegt das deutsche und amerikanische Tonfilmkapital in Fehde. Die beiden deutschen Konzerne T o b i s(Tonbildsyndikat) und di« K l a n g f i l m A.-G., die von Siemens und der AEG. beherrscht wird, besitz«« aus dem d«utschsn Markt Monopolgewalt. Sie können ihre Macht um so mehr aus» nützen, als sie eine Interessengemeinschaft abgeschlosten und die Herstellung von Tonfilmen und der dazu notwendigen Apparatur in streng«?.Arbeitsteilung unter sich abgegrenzt haben.. Diese beiderl.� Konzern« haben den Siegesmarsch der Amerikaner auf dem Tonfilmgebiet durch eine ganze Anzahl Patentklag«« abzu- stoppen oersucht. Dies ist ihnen auch in mehreren Fällen ge» lungen. Andererseits sind die Amerikaner durch ihre fast unbe- grenzten finanziellen Mittel sowie auch durch ihre weitaus größere praktische Erfahrung der deutschen Tonsilmindustrie zurzeit bei weitem überlegen. Die in diesen Tagen geführten Verhandlungen in London sollten alle diese strittigen Fragen zwischen dem amerikanischen und deutschen Tonfilmkapital klären. Es ist ober nicht zu einem Frie- densschluß gekommen. Die Verhandlungen haben vielmehr mit einem mächtigen Krach geendet, und der Verhandlungsleit«! der Amerikaner hat den Deutschen einen Kampf bis aufs Messer angesagt. Nun wird die Suppe wahrscheinlich nicht so heiß gegessen werden, wie si« gekocht ist, und die Amerikaner werden sich die Sache ebenso gut überlegen wie die Deuffchen, ehe sie das Kriegsbeil aus» graben. Es handelt sich bei diesem Kampf des deutschen und ameri- konischen Tpnfilmkapitals um nichts mehr und nichts weniger a l s die Aufteilung des Weltmarktes. Die Deutschen fordern das absolute Absatzmonopol für sämtliche deutsch- sprechenden Länder und wollen den Amerikanern das gleiche Recht für England und die Vereinigten Staaten zusprechen. Die übrigen Länder sollen zu je 56 Proz. unter die beiden Portner auf- geteilt werden. Außerdem forderten die Deutschen hohe Lizenz- «ntschädigungen für die bei de« amerikanischen Apparaturen de» nutzt«« deutschen Patente. Die Amerikaner haben dies« Forderungen als unannehmbar zurückgewiesen und wollen unbedingt gegen Zah- lung einer hohen Abstandssumme an dem freien Wettbewerb für Tonfilm« auf dem Weltmarkt festhalten. Man darf gespannt sein, wie sich die Dinge bei diesen beiden mächtigen Gruppen, von denen jede sehr stark« Trümpfe in der Hand hält, entwickeln werden. Die Hochöfen im August. Die hohe Sisenproduttion hält an. Wie die Zeitschrift„Stahl und Eisen" mitteilt, belief sich die Roheisengewinnung der deutschen Hochöfen im August auf insgesamt 1,16 gegenüber 1,26 Millionen Tonnen im Juli. Der Rückgang der Hochosenleistungen im August ist also trotz der sommerlichen Saison still« verhältnismäßig sehr gering geblieben. Er kommt in einem Rückgang der arbeitstäglichen Leistungen von 38 823 auf 37 671 Tonnen, also um 3 Proz., zum Ausdruck. Dagegen übertreffen die Produktionsergebnisie im Be» richtsmonat die Leistungen des August 1928 mit 1,63 Millionen Tonnen um f a st 1 3 P r o z. In den letzten drei Monaten beliefen sich die Leistungen in den Hochvfenwerken auf insgesamt 3,52 gegen 3,68 Millionen Tonnen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Die Roheisengkwinnung lag also vom Juni bis August dieses Jahres im Durchschnitt um 14 Proz. über den Ergebnissen von 1928. 1 Milliarde Kilowattstunden Stromumsah bei der Bewag. Der Stromumsatz der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G., das heißt Eigenerzeugung und Fernstrombezug zu- saminen, hat am 6. September die Höh« von 1 Milliarde Kilowatt- stunden, vom 1. Januar an gerechnet, überschritten. Im Jahre 1928 wurde die Milliardengrenzr am 31. Oktober und im Jahre 1927 erst am 16. Dezember erreicht. Man kann aus der zeitlichen Verschiebung dieser einzelnen Termin« deutlich do« rasch« Anwachse» des Stromumfatzes«kennen. Sport. Kennen zu Karlshorst am Donnerstag, dem 12. September. 1. Rennen. I.Anastasia(Ostermann), 2. Formolus, 3. Edsu Toto: 16:10. Platz: 13, 17: 10. Ferner liefen: Lobredner, Albana, SUbersafan. 2. Nennen. 1. EtriuS(Wolff). L. Echo, 3. Brabant. Toto: 19:10 Platz: 12, 15, 77:10. Ferner liefen: Koralle, Kahren, Minute, Thea, Mimi. Kurzfchlutz, Eunhilda. ffoftor. 3. Rennen. L Sperrmol so. Götz), 2. Feuennal, 3. Minnelied. Toto: 13:10. Platz: 13.30:10. Ferner liefen: Pantomime, Slga, Tornado. 4.Rennen. 1. Rheinland i Hauser), 2. Ro Friend, 3. Jmmelmann. Toto: LS: 10. Platz: 16, 19: 10. Ferner Uesen: Tamaratten, Guenole sges.), Trapper sges.). S. Rennen. 1. Pergola sBISmark), 2. Affuan, 3. Logo. Toto: 32:10. Platz: 28. 32:10. Ferner lief: Lan,. S. R e n n e n. 1. Beluga i». Borke), 2. Jgnatia, 3. Dietrich v. Bern. Toto: 32:10. Platz: 15. 35.22:10. Ferner liefen: Gelelle, Mirim, Nicomedes, Heliodor, AeoluS, Die Treue. Maid, Habaluk. Edelstein. 7. ReUnen. 1. Kern sCchwitowski), 2. Mmly, 3. Arabella. Toto: 221: 10. Platz: 64, 94:10. Ferner liefen: Heideland, Hidigeigei. «wsenduage» für tiefe Rubrik fiud Berlin SW 68. Lindeultratze 3, parteinachrichten ftSjwL für Groß-Verlin ftrt» an bss Be,irk»sekretariai 2. Hot, 2 Treppen recht», ,u richte» Kreisobleute der Zeitungskommissionen Groß-Berlin. Sonnabend, ii. September, 19)4 Uhr. im..Vorwörls'-Gebäude. Hindenftr. Z. im Zimmer der Juristischen Sprechstunde, I. hos. Nnks, pari., Sihung. » 6. iir»t, Fricdrichehai». Bilbu»a»a»»schuh: Am Sonntag, 15. September. h-> Ubr. Besichtigung de, Parteiarchios. Einleitende» Referat de» lSenosscn Vinrillisen. Treffpunkt pllnttNch 9'A llbr vor dem ZZorwSrtsgebSude. 1». Ätcl« Zehlendorf. Alle Genossen, die Mitglied der 23. Gruppe im Set- band für Freidcnkertum und Feuerbestattung sind, nehmen teil an der . Frak'wnsvcrfaulmlung heute. Freitag, 13. September, 20 Uhr, in Steglitz. Lokal Albrechtshof. Aldrechtstr. 2. 12. Ätei« Steglitz. Heute, Freitag, 13. September, 20 Uhr, Fraltionsocr» fammlung des Serbandes für Freidenkertum und Feuerbestattung in Steglitz,«lbrechtshof. Albrech' str. 2. Tagesordnung:»Die Lage in unserem Berband". Erscheinen aller Parteigenossen ist Pflicht. IZ. Kreis Tempelbof. Sonnabend, 14. September. Werbeabenb der SAI. um 29 Uhr in der Aula des Realgnmnastmns, Kaiferin-Augusta-EIrahe. Vor. fllhrung des Films vom Zugcndtag in Wien. Die Genossen werben ge. beten, stch recht zahlreich ,u beteiligen. .. W. Kreis Reinickendorf. Heute, Freitag, 13. September, 20 Uhr, a im SckStzenhan» Reinickendorf VN, Refidenzftrahe, Kreisnertreteroer. m W fammlung, Tagesordnung: Aufstellung der Kandidaten fite die Stadt- W f-i und Bezirlooerordnetenwahlen. Morgen. Sonnabend, 14. September. 37. Abt.«»««»»»den», 14. September, i» de» Gefamtriumen S Anfang l»vj Uhr. Saaleriffnnng 1« Uhr. Endel Billett» sind hei m den F»nUi»nären in haben. Varteifrexude an» anderen Abteiinngen D sind eingeladen. 85. Abt. Tempelhef. Alle Parteigenossen beteiligen sich an dem Werde- abend der TAI. Siehe Kreianotil. 107.«dt. Foltenberg-Alt-Glienicke. bS-Zohe-Feier der«AZ. i« Semeinlchaft». hau» der»artenft,dt Faltender». Sertrogender Rot Peter». Fil«»»r- führ»«»: Wiener Iugendtag. Sonntag. 15. September. „ 18.«dt., Krei» Tiergarten. Fabnenweihe im»oabiter«chitzen- I hau», ,m Pledensee. Ab«ari» 10 Uhr in drr Aula de» Kaiser. n Friedrich. Reo lgomnosinm», Renkölln, Kaiser-Friedrich-Str. 204, statt. Jeder sseltlagertrilnrbmer hat die Pflicht, den Ehor mttinfprechen. «reis Prenilaner Berg! Heute, Freitag, 13. September. 20 Uhr, in der Baracke Daniiger Str. 02 wichtige»reiadelfcesitznng. Krei» Friedrich»»»!»: Sonntag. 15. September, beteiligen sich alle Gruppen an der Veransialtuna der SA?. Treffpunkt 13 Uhr Hochbahndof Warschauer Strasse. Fahnen und Wimpel sind miiiudringen.'- Krei» Tempelhof: Heute, Freitag. 13. Sepicmter. Sprechchorprobe. Treff. Punkt 1S?i Uhr Tvrfstrasse in Tempelhof. Gruppe Londobergee Plötz: Freitag, 13. September, 15— IS�i Uhr, stir Rote »nd Iungfalken Spiele im Freien, bei fchficktem Wetter Srrtispiel« im Jugendheim.— Sonntag. 15. September, beteiligt sich die gesamte Gruppe an der Feier der Arbeiterlugend im Schillerpark. Treffen IZtzf, Uhr pllnkilich Landsberger Platz. Kosten 29 Pf. Ende 21 Uhr.— Achtung, Eltern I Die Gruppe fahrt vom Donnerstag. 4. Oktober, bi»' Sonntag, 7. Oktober, nach Ronen bei FUr kienwalte. Kosten betragen 8,59 R. für Fahrgeld, Essen, Schlafen. Anmeldung»ur Teilnahme bi» Sonnwg, 15. September: zugleich 1 M. Anzahlung.— Am Sonndog, 15. September, erwarten wir sämtliche Eltern im Schillerpark. Geburlstage. Jubiläen usw. 24. Abt. Unserem Heien Genossen Panl K» b i o k neb« Sattin»um Tage der Silberhochzeit die derzlichsten GlSckwSnfche. U«. Abt. Reinickendorf-Ost. Wieder feiert einer oon der alte»»arde feinen 75.»edurtatog. Unser Frenud Matz»ö dde ist o« 13.. September 1854 In Berlin gebore». Er fand schon früh den weg zur Vraonifation. als Achtzehnjährigen linden wir ihn. oom Beruf Hnimacher, in friuer zuständigen Organisation. 1874 war«r Fnattionär de, Arbeiteroereina iu MLdldausen ,n Thüringen im Deutschen Arbeiter»««!». Seit 1803 unnuterdrachen Mitglied der Partei, wurde ee im Lause der Feit zu den„eschiedensten Eheenämtein der Partei dnrck die Genossen berufen. Seit 1011 ist er Mitglied der 136. Ab- teilnng.»uch hier trägt ee mit seinen«ichen Lebenarrsadennge» an der Dislnssion und Agitation bei. Wir wünlchtzu, ihn noch lange bei nallcr Ge. sunddeit i»»nferee Mitte zur ciseigen Ritarbeit zu finden. Sterbetafel der Groß- berliner Partei- Organisation 56.«dt. Eharlotteni-rg. Die Beisetzung der Urne«nseres verstorbenen Genossen Sochhäusler findet gm Sonnabend, 14. September, um 16 Uhr auf dem Friedhof in Stahnsdorf statt. Die Genossinnen und Genossen treffen sich zur Teilnahme um Uli Uhr Bahnhof Charlottenburg. Abfahrt pllnkilich 15 Uhr.__ w«II«rberichl der ösienllichen wetlerdienststelle verstn und Umgegend sRachdr. Verb.» Teils heiler, teils wollig, bei weiterer Erwärmun--- 5»' -leu»chlond: In der füdi-rsllichen Hälsle des Reiches noch walin, im übligeil Deulfchland von Nordwest nach Südwe Neigung zu Gewilterfchauern. ölldwcft fortschreitende Abkühlung unter Modeschau des Hauses Israel. Auch hier, wie überall, die Tatsache, daß das Kleid der Frau ein vollkommen verändertes Bild bietet. Das Lvrmittagskleid ist allerdings einfach geblieben. Man trägt es sehr gerne mit Belero- jäckchen oder glatt gearbeitet, unten mit Dalant. Das Nachmittags- kleid besteht meist aus einem Camplet. Sämtliche Kleider haben Faltenröcke mit tiefen ade« auch angesetzten Falten. Auffällig ist die Markierung der Taillenlinie. Di« Abendkleider werden, was sich ja nun schon herumgesprochen hat, ganz lang getragen, oft sogar mit Schleppe, die, eine höchst unerwünschte WiedSrtehr überwundener Modeformen, den ganzen Staub zusammenkehrt und im Umdrehen selber schmutzig wird. Diese Uebertreibung muß abgelehnt werden. Schwarz hat den Vorzug. Ein neues Lila ist auch modern: ebenso ziegelrot und erdbeerrot. In Hüten wird die Form des Feuerwehr- heims bevorzugt. Bei den Mänteln haben Kragen und Aermel viel- fach Pelzbesatz. Wenn auch die teuren Modelle für den kleinen Haushalt unerschwinglich sind, so muß anerkannt werden, daß das Haus Israel sich bemüht, auch wohlfeile und dabei geschmackvolle und moderne Sachen auszustellen._ Der frische Geruch der wüsche ist der Hausfrau genau f« wichtig, wie dir völlige Reinheit: die gute, altbekannt« Sunlicht-Eeife gibt der Wäsche beides. Wo zum ersten Kochen ein puweriörmiges Waschmittel verwendet wird, nehmen viele Hausfrauen zum Klarkochen Eunlichl-Seife, um der Wäsche den herzdait frische» Geruch zu geben, der der Sunlicht-Eeife eigen ist. Sunlicht-Seifc ist. aus den besten Oelcn hergestellt und eignet sich infolge itzrer Milde auch vorzllglich fllr Hände und Körper. TELEFUNKEN-MATINEE im GROSSEN SCHAUSPIELHAUS EINTRITTSKARTEN VON O.SO BIS 1,50 RM. ■Freiigg. IT 9. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 189 20 Uhr Staats-Oper Am Pl.d.Republ. Vorst. 45 20 Uhr loIUr Freitag, 11 9 Stadl. Oper Bismarcksti Turnus III 1993 Uhr ZaiMite Staat!. Siaosph. am üendarmenmarki A.-V, 168 26 Uhr WeiT dem der lügt Staat!. Schiller-Theater, Cliarllb. «U Uhr Treibjagd T3|l. 2 Venteil. 5 inl»'/, llkr laibaratu KM Dar et« ata« Prelle: WicliBUn i Ur M Pf. Wi 1 Mark Tlfll. I'/e i. tunl. 8 Ur 1 Ha 6 Mark Orlelnnl- HantelU nnw. GROSSES SCHAUSPIELHAUS tägl. 8 Uhr V iät>_ SBbtsftfim Regie: ERIK CHARELL voiits mmne rneetoi anlllowiiiiti Täglich 8 Uhr Dantons Tod r Georg Büchner Regie; Karl Heinz Martin Staat). Sdiiller-Tli. 8 Uhr Treibjagd Slaatsopor ob Plan der Roouiillk 8 Uhr Oer tlieTüDde Holländer Plseator- Bühne •'/« Uhr Derlaufmann tod Berlin Vorverkauf auch Im Pavillon der Reinhardtbühnen. Kurfarstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448/449 Oimttdies Theatei 0.1. Norden 12 310 SU� Ende gegen II Die Fledennans Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstallg L-Kalnei Kammerspiele D.I. Norden 12 310 S'.1», Ende gegen lO'/s Oer Unwiderstehliche Komödie von Gdraldy und Spitzer Regie: Gustal Grllndgens Die Komödie 1 1 Bismck.24I4/7SI6 Hni« gtiAlonnl Sonnabend, 14. Sept. V'A Uhr Zum I. Male Kolpoilatfe Komödie von Georg Kaiser Regie; Erich Engel Win rer ★ Garfen* 8 unr» zntt. 2819•«mutz« MlMkt Dojes Bell gnd«eitert VarleikJeahohm Sonnabend u. Sonata)]• 2 Voratatlvnioa und> Uhr. kleine Preise.» 1 CASINO-THEATER Lothringer Strebe 97. TIglldh SV« Uhr oor neue Erottnungs- Schlager Wem geliört mein Mannl Dazu ein erstkl. bunter Teil Fllr unsere Lesen Gutschein fllr 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M- Sonstige Preise: Parkett u. Rang 9.80 M Rose- rheater. Grobe Frankknriev Str. 191. Bestellkasse; Alexander 3422 Täglich 8.15 Uhr Die Weber von Gerhart Haaptaann Regle; Paul Rose GarieBbfihne 8.15 Uhr: Die Scheidungsrelse Moderne Operette in 3 Akten Regie; Hans Rose Sonntag, den 15. Sept� nachm. 2J0 U. Die erste MSrdienTorateUnng Snenwittdien ond die tiehen Zwerge Gustau Härtung Renaissance-Theater Ucber 50 Mal: 7*/* Uhr Die heilige Flamme v.W S.Maugham. InicOust tlartuag m tfer ppwnierenbeseQuns taiao'att C 1 0101> 7583-8« Minie berntr. 8. n I ir I Reichshaiicn>Theal«r Abends QT] Sonntag nadtm.|Tj Fest-Programm! Hin d Sängn Nachmittags halbe Preise, das volle Fest-Programm I Billettbest. Zentrum 112 63 "önho»«- Brett 10 Speilalitlten: Falkner- Orchester.- Tanz. Reimen in Grnnewalfl Freitag, 13. September nachmittags 3 Uhr Laslspltlhus Friedrlchstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8Vi Uhr Grend Hotel Lustspiel von Paul Frank Direktion Dr. Robert Klein Denlsekes IlBstler- Theater Barbarossa 3937 Täglich 8',. Uhr Disnulere Seite von R. C SherrIM Regie iUeinzHilpert Berlioir Thenler Dönhoff 170 Täglich g Sonnt. Ists nachm. 3 U. W Eiiie- IV Moser »*• Das Stfintzer-Mlaitr JülSSSi_ TleaL l Westens Täglich S«/. Uhr Berlins g r 0 B t e r Theatererfolg Blaubart Operette von Ottenbach Sonnab u. Stg. 4 II. Leban WcUcrfolg I Friederike TrlaDon-Tli.Mä,kr Täglich BV« Uhr Itrgr.UslsvItKrtDlg Du kemnl doeh alle Tage vor Johaoncs Riemann, Vllmav.Aknay. Max Landa.Lotre Kllnder Sarnoijky-ßffliDEj Theater 1» dar KSniggrltzer Straße 8i;. Uhr lanalbal ante portas KomOdlanhaue Tt/t Uhr Uraafffibnmg tüluigi Soppen d&d die tietten von Julius Berstl Mar Brost-Benin Al«xand«rplatx Netropol-Th. Tägl. 8V. Uhr Nariella Moslt v. Oskar Straos Käthe Dorsch Michael Bohnen Lessing- .-Ttiealer Norden 10846 Gruppe langer Sdi.nspleler Täglich 89« Uhr Cyankali I 218 von rrtedrlch Voll Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 81/. Uhr »fax Adalbert in Ciubleule Planetarlnin — am Zoo Viril«. teMmUiila'.inl. B.5 BarbarossaS578 I6V. Uhr Harbet- sbonle am Sternen- Klmmai 18'/. Uhr 81a an dl» st reaien dar Walt 201'. Uhr M.ael da» Sternantienta» Tägl. auBer Montags u. Mittw. Erwachs. 1 Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 Pt. Kinder 25 Pl. apstsiiop. angestellte u. Beamte sollen sieb naeb den Beschlüssen desGewerkschaftskongresses. der Genossenschaf tafcage, des Allgemeinen freien Angestellten- blindes and des Ällgemetnen Deutschen Beamtenbundes nur versichern bei dem eigenen Unternehmen, der VolKsiflrsor�c fiewerluChallUdi-fienosseBsilialti. TmlAeraiiis- AklieiiaeaeUsdiaft Auskunft erteilen bezw, Material versenden kostenlos die RechnungssteUe Berlin, RitterstraDe 126, oder der Vor- itand der V olksfürsorge in Hamburgs, An der Alster 68/59. Berthold Bodeutsch. Marlendorf, Rlngstr. 86, : A. III: Reehnungstel e 28; Rudolf Meißner. Cöpenick, KurfUrstenallee 13, ptr.; Rsl 66; Otto icnmldt, Lichtenberg, Hubert Theodor Scnmattek, imldt, Lichtenberg, Hubertusstr. la, v I: Rst 70; Theodor Scnmattek. Reinickendorf- West, StraSe 20, Haut 12; Rst 80; Otto Meiling Bernau bei Berlin, Lohmfihlenstraße 5 Rst. 84. Rst 390; Paul Henicke, Spandau, WeiBen- burger StraSe 32. ptr. ürthne, Großmutter, Matter und Kind zum Schrubben derWische versammelt sind. Di« ganz modernen Babga hingegen di« Windeln in eine Benzitlauge legen. Da lOst sieh der Sehmutz im Handumdrehn, die Wische bleibt heil u. wird wunderschön. Es Ist auftsllsnd, wie laicht und schnall sich aelbst hartnäckioa Verachmutzungan lösen, wann man Benzit verwandet.— Das patantlarta Lösungsmittal In dan Banzit- Waschmftteln löst dan Schmutz mühelos— löst sogar Gel, Fett und Schweis, ohne das Gewebe zu schädigen.' Daher auch für schwerere Verschmutzungen— stets Banzit. FOr dl« proB» Wiseha; Benzit-Uebersoda(25 PI.) zum Einwalehtn Bonill-Seilo(45 PM xum Anwoachon BonzIt-UotasranlVo(50 Pf.) zum Abkachon FOr Well», Beide und bunt» Wäoch» Banzit-Uoberselt«(SO Pf.) «fkite Banzit Aktien gase llschaft, Berlin MW 7 „«Ä»» Unterhaltung unü AAissen jsz« Mexmder Qmmm ron Sacher-Vlafoch: HfwUlti Das war ein Sommer in Südungarn. Die Sonne brannte auf die Specksteimvand, in di« wir Swfen geschnitten hatten, in ver- fchieöcner Höhe übereinotcher. Von diesen Stufen sprangen die Mutigen von uns kopfüber in den Fluß. Ein Sommer mit allem, was dazu gehört. Weiche, warm« Luft, prickelnd heiße Sonn«, ein Fluß, dessen eines Ufer die Weiden entlangliefen, gegen de» Wind. Am anderen Ufer erhob sich steil, seltsam gezackt, die Speck- steinwand. Ein Sommer wie jeder andere, aber wir waren da- mal» kleine Lateinfchüler und sollten gerade in diesem Herbst die ersten langen Hosen bekommen. Und dieser Sommer taucht aus den Nebeln der vielen dazwischen liegenden Jahre verklärt vor mir aus in der Erinnerung. Nie wieder sah ich so seltsam geformte, verkrüppelt« Weiden, nie» wieder atmete ich«inen Dust so süßlich- herb, wie ihn der Wind an jenen Wenden über den Fluh herüber- trug, aus dem Röhricht und von den Maulbeerbäumen der«nt- fernten Gärten Der Fluß Demes ist schmal und unansehnlich. aber er schien mir ein großer, bedeutsamer Strom zu sein und ich malte mir in meinen Träumen die fernen Städte und Länder aus, denen er während seines Laufes begegnet war, und das Meer, in das er mündete. Diese Geschichte des ersten, aufkeimenden Neides, den ich emp- funden habe, liegt weit zurück und ist«in kleines, unscheinbares Erlebnis, wie es vielen von uns zu Dutzenden begegnet ist. Und doch sind diese ersten Abenteuer, di« uns getroffen haben, Stein«. die unseren unerfahrenen Fuß zum Straucheln brachten, Eindrücke, die irgendwo tief innen in uns heute noch leben, Gewalten, die uns regieren. ------ Rote, blau« und grüne Wimpel aus Papier hatten wir gehißt zur Einweihung unseres Bootes. Dieses bemerkens- wert« Fahrzeug lag einige hundert Schritt unterhalb der Temes- brücke oerankert. Es war mit weißer Oelfarbe gestrichen» drei Meter lang und konnte zur Not vier von uns tragen. Wir waren sehr stolz aus dieses Fahrzeug. Sein« Entstehung kostete unend- liehe Müh«. Die Bretter hatte Pawel Mirkowic, der Sohn des Zimmermannes, nächtlicherweile von seinem Alten geliehen, wir halfen ihm beim Fortfchassen, es war eine aufregende Arbeit, denn si« mußte in aller Stille vor sich gehen, da wir alle wußten, daß Vater Mirkovic in weinfeliger Stimmung nicht zu den angenehm- sten Leuten geHärte. Und ich kann mich nicht entsinnen, ihn jemals nüchtern gesehen zu haben. Was wir an Schrauben, Nägeln und anderem Zubehör brauchten, verzehrte unser« ganze Barschaft. Wir arbeiteten zu Viert an dieser großartigen Sache in einem ent- legenen Winkel unseres Hofes neben dem Hühnerstall. Do wir wußten, daß ein Boot geteert werden müsse, um Wasser zu halten, machte ich mich eines Tages auf, um den bekannten Sohn eines Kolonialwarenhändlers aufzusuchen, in dessen Schuppen wir einige Fosier Teer aufgespürt hotten. So trat Pit Kotor, der zweite Held dieses Abenteuers, auf den Plan. Derl ändert Held war ich. Ich will der Reihe nach erzählen. Die Schule war noch nicht zu Ende. aber man spürt« schon die Näh« der großen Ferien. Langeweile lag über den Schutfälen und während de» monotonen Vortrages unseres Geschichtslehrers Jonathan Pfeffer schliefen wir mit offenen Augen. Jonathan Pfeffer trug einen schwarzen Kneifer auf der spitz zulausenden Nase und hatte di« Gewohnheit, zwischendurch mit hoher Fistelstimme Opernmelodien vor sich hin zu summen, denn er hielt sich für einen gottbegnadeten Sänger, der nur durch di« Tücke des Schicksals dazu verurteilt worden war. uns Lausejungen Ge- schichte einzubläuen. Diese Gesänge vertieften noch unsere schläfrige Stimmung. Es war in den letzten Wochen vor der Iahresprüfung, als sich etwas Urrgkwöhnliches ereignet«. Eines Morgens erschien nämlich e auf dem&luß ganz unerwartet ein neuer Schüler in der Klasse. Ich werde mich immer an jenen Augenblick erinnern, in dem er zur Tür« hereintrat. Ferdinand Kernbeißer, mein Nachbar, stieß mich an und sagte halblaut: „Schau, der geschniegelt« Asse/ Ich sah hin und mußte unwillkürlich lächeln. So treffend schien mir Kernbeißers Bemerkung. Es war ein Junge in unserem Alter, aber er wirkte entschieden älter. Denn er trug einen dunkel- blauen Anzug mit langen Beinkleidern, deren Bügelfalten mesier- scharf hervorstanden, einen steifen Kragen, weinrote Krawatte, in der eine helle Perle stak und hielt, o Wunder aller Wunder, Handschuhe in den gepflegten weihen Händen. Die Schuhe waren von damals noch ungewohnter, spitz zulaufender Form, aus der Brufttafche lugte das blütenweiße Ende eines Taschentuches. Sei» dunkelbraunes Haar war spiegelblank gescheitelt. Ein unbestimmter Duft von Pomade und Parfüm ging' von ihm aus. An sich war er ein hübscher Junge und wäre sicher wo anders nicht so auf- gefallen, wie bei uns. Vielleicht war er sich des exotischen Ein- drucke? gar nicht bewußt, den er hier in unserer Schule hervorrufen mußte, denn er kam, wie wir später erführen, aus der Hauptstadt und ich oermute heut«, daß er sicher einen dort allgemeinen Schüler- typus verkörperte. Aber wir, wir, die Söhn« einer kleinen ungarischen Grenzstadt, sahen ganz anders aus. Im Sommer und außerhalb der Schule liefen wir barfuß, Hüte zu trogen(wir hatten gar kein«), erachteten wir als eine Schande, unser Haar, frühmorgens flüchtig gekämmt, wies batd keine Spur von Pflege mehr auf und flatterte hin und her, wie gerade der Wind blies. ----- Der fremde Junge bewegte sich mit vollendeter Grazie auf die ihm angewiesen« Bank zu, streifte unsere neugierig funkeln- den Gesichter mit einem halben Blick und lauschte aufmerksam auf den Dortrag. Eine Reihe von Tagen verging, ohne daß wir näheres über Viktor Cornja, den„Neuen", erfahren hatten. Er zeigte Zurück- Haltung und war ziemlich einsilbig, unsere wilde, ungezogene Horde schien ihn nicht anzuziehen. Ich weih, daß ich ihn vom ersten Augenblick an haßte. Dieser Haß war mir damals gar nicht so recht bewußt. Er war so fremd, fo anders, so vornehm. Er kaute nie Tabak, raufte nie in den Pausen, und drängte auch nie bei Schulschluß pfeifend und brüllend wie wir, aus dem Haupttor. Der schon erwähnte Pi< Kokor teilte dieses Gefühl der Feind- schaft, das ich gegen den. Neuen im Herzen sühlte. Aus zwei Gründen— wegen der Mädchen und— des Monokels. Der Mädchen waren vier. Vier Schwestern im Alter von 9 bis 16 Jahren, und für Pit Kokor und mich waren si« der In- begriff aller Schönheit. Jeder von uns wählte sich von Zeit zu Zeit«ine bestimmte unter den Vieren aus, dann schrieben wir ihren Namen auf ein trockenes Eichenblatt und trugen dieses Blatt — möglichst itfzder Näh« des Henzchtf" immer bei uns. Nachts taten wir das kostbare' Liebeszeichen unter unser Kopfkissen. Der Gegenstand unserer Liebe wechselte ziemlich häufig. Aber ich weiß, daß wir während dieses Sommers zwar oft unsere„Flammen" wechselten, aber immer innerhalb des Kreises dieser vier Schwestern. Ich hatte mir in der Zeit, als Viktor Cornja auftauchte, gerade die zwölfjährige Bella erwählt. Ich fühlte tief innen, daß es sich diesmal um etwas großes Endgülttges handle und zählte an den Fingern die Jahre ab. di« unserer Heirat noch im Wege standen. Bella hatte ein rundes, gutmütiges Gesicht, kornblaue Augen, und zwei dicke, blonde Zöpfe. Pit Kokors Ideal war di« sechzehnjährige Gisa, der er den Kose- namen Goldtulpe gab. Wer davon wußte nur er und ich Wir hüteten unsere Geheimnisse.(Schluß folgt.) „Xunapark* der Höhlenbären Am Ende der Eiszeit, als die Gletscher zurückwichen, verließen einige kälteliebende Tierarten Mitteleuropa und wendeten sich dem Norden zu: einig« rückten den Gletscherrosten in die Hochgebirge der Alpen und Pyrenäen nach: einige andere aber, die wenig An- pasiungsvermvgen besaßen, starben ganz aus, so das Mammut, der Südelefant und das Säbeltier. Zu ihnen gehört auch der Höhlen- bär, dem es zunächst gelang, sein L�ien noch einige Zeit in den Höhlen des Hochgebirges zu fristen. In vorgeschichtlicher Zeit kam der Höhlenbär an vielen Orten sehr zahlreich vor, so daß es heut« nur wenige paläontologische Sammlungen gibt, die nicht im Besitz eines vollständigen Skelettes sind. Der Höhlenbär war ein Tier von imposanter Erscheinung, von der Größe eines Ochsen und mit Eckzähnen von der Größe einer Banane. Ein langer und dichter Pelz ließ das Tier noch gewaltiger erscheinen. Jeder Höhlensorsther weiß, daß die Höhlenbären nicht nur Schutz vor den Unbilden der Witterung und dem Tageslicht in dem vorderen Teil der Höhl« suchten, sondern daß sie chre Ent- deckungsfahrten bis in die entlegensten Winkel ausdehnten. Oft haben st« die Höhlen sicher in rein spielerischer Absicht ausgesucht. Für diese Auffassung liefert d!« Höhle von Tue dÄndoubert eine Bestätigung, in der man vor einigen Iahren Bisonplastiken ent- deckt hat. In jener Höhle gibt es, wie Norbert Casteret in der Frankfurter Wochenschrift„Die Umschau in�Wissenschast und Tech- nik" berichtet, einen Saal, an dessen einer Seite der tonige Boden stark gegen den See neigte, der ehemals den tiefsten Teil erfüllt«. Heute ist dort nur Ton, der alle Eindrücke aufs Beste bewahrt hat. Ein wahrer„Lunapark" der Höhlenbären tut sich auf. So kann man dort sehen, daß die Bären aus dem Bauch den Hang hinunter in das schlammige Wasser geglitten sind, und der Entdecker der Höhle hat recht, wenn er die Stelle eine„Bärenrutschbahn" nennt. In gleicher Weis« gleiten noch heut« die Eisbären vom Eis ob- wärts ins Wasser und Hagenbeck hat diesem Spieldrang Rechnung getragen, indem er in Stellingen seinen Bären eine Rutschbahn aus Holz zum Bassin hinunter gebaut hat. Auch sonst war in jenem urzeitlichen Dergnllgungsetablissement der Höhlenbären für Zerstreuung oller Art gesorgt. Wie Pfoten- abdrücke bezeugen, hat man auch den„Tanz" mcht verachtet. Augenscheinlich haben die Tiere aufgerichlei auf den Hinterpfoten gestanden und sich swndeniang von einem Fuß auf den anderen gewiegt. Die Höhlenbären haben den vorgeschichtlichen Menschen sicher stark beschästlgt. waren si««och groß an Zahl und führten mit dem Menschen heiß« Kämpfe um das Obdach in den Höhlen. Wenn es trotzdem so auffallend wenig« bildliche Darstellungen der Höhlen- bären gibt, so ist das wohl vornehmlich auf jene mystische Scheu zurückzuführen,„i>en Teufel an die Wand zu malen". Als di« letzte groß« Eiszeit mit aller Kraft einsetzte, wurden die Tiere der Hochgebirge gezwungen, in die Eben« herabzusteigen. Auch den Höhlenbären, der bis dahin siegreich allen Vereisungen getrotzt hatte, hätte nur ein Verlassen der alten Wohnstätten retten können. Dazu aber konnten sich di« an das Höhlenleben gewöhnten Tiere nicht entschließen. Sie blieben und erlitten furchtbare Er- krankungen: Gsfenkentzündungen, Knochenentzllndungen, Der- wachsungen waren damals an der Tagesordnung. Unter unfäg- lichen Oualen gingen diese Riesen der Urzeit zugrunde,— ein Opfer ihrer Unfähigkeit, auszuwandern und sich anderwärts an neue Lebendsbeingungen anzupassen. Lily Herzberg. Xebendig begraben Ein Snr&tlbaresWUfienerlebnis Eine russische geologische Expedition, die unter der Leitung von Prof. Georg Rudnew von Wladiwostok nach der Wüste Dorwns auf. gebrochen ist, hatte viel« gefährliche Abenteuer mit den wilden turkmenischen Stämmen zu bestehen. Der Leiter erzählt in „Scherls Magazin" von einem Ueberfall durch eine Horde aus dem Stamme der Thekiner, bei dem«r und feine Begleiter nur durch das Erscheinen anderer Expeditionsmitglieder im letzten Augenblick vor dem grausigsten Tod« bewahrt wurden. Rudnew und sein Begleiter Sosnow wurden mit ihren vier bucharischen Dienern vdr den Thekiner Häuptling geschleppt, der zu ihnen in gebrochenem Russisch sagte:„Durch meine Kundschafter bin ich dauernd über euch unterrichtet. Ihr kommt aus dem Lande des fünfzackigen Sterns und sucht Gold in unseren Bergen. Aber diese Absicht soll euch nicht gelingen, denn wir haben" bereits über eure Zukunft entschieden." Di« Gefangenen wurden dann von acht Männern abseits in die Sandwüste geführt, und die Thekiner fingen an, sechs Löcher zu graben.„Wir ahnten, welch« teuflische Absicht die Halunken mit uns im Schilde führten," berichtet Rudnew. .Mit Grauen erblickten wir einige schwarz aussehende Steine in der Nähe. Es waren abgenagte Köpfe im Sand vergrabener Menschen... Nach einer Stunde qualvollen Wartens waren unsere vier bucharischen Begleiter bereits bis zum Halse ein- gegraben. Nun war die Reihe an uns. Sosnow schrie vor Ver- zweiflung auf und riß vergebens an seinen Fesseln. Ich selbst' stand wie versteinert nebenan, unfähig, auch nur«in Wort zu sagen. Mit eiserner Gewalt hielt mich die Todesangst umklammert und lähmte meine Glieder. Nach Verlauf einiger Minuten schmiegte sich schon der feuchtschwere Sand drückend um unser« Glieder. Jemand steckte mir ein Stück Holz in den Mund, und als ich es herausspie, erhielt ich einen so starken Schlag in die Schläfe, daß mich die Besinnung oerließ. Die Dunkelheit, die mich umhüllt hatte, dauerte nicht lang«, der schwere Sand tat sein Nötiges. Ich öffnete die Augen—— wir waren allein. Auf dem Berge schienen, wie kleine glimmende Funken, die Lagerfeuer der Banditen, und in den nahen Felsengrotten weinten,' lachten und schrien die Schakale. Die verunstalteten Köpfe der vor uns eingegrabenen Menschen ragten wie leere, durchlöcherte Töpfe aus dem Sande. Auf einigen von ihnen waren noch hie und da Stücke faulenden Fleisches zu sehen, doch die meisten Schädel waren bis zu den Knochen abgenagt. Sosnow spannte die Muskeln und versuchte mit aller Kraft, aus dem Loch herauszukommen. Er wackelte mit den Schultern, schüttelte dabei den Sand etwas locker, aber di« Kräfte verließen ihn bald, und er mußte erkennen, daß eine Befreiung ohne fremde Hilfe unmöglich sei. Der Buchorer neben ihm hatte die Augen geschlossen und sah aus, als ob«r schliefe. Auch seine drei Landsleute taten das gleich«... Ich �oagte kaum aufzublicken: düstere Gedanken jagten durch meinen fiebernden Kopf: ich dachte an meine Frau, an meine kleinen Kinder, und ein mächtiger Drang zu leben, erfüllte mein Herz. In der Nähe heulte wieder eine Hyäne... Das Heulen der Schakal« verstärkte sich, wurde kürzer, bösartiger. Von der Stirn Sosnows tröpfelte der kalte Schweiß: langsam, vom Winde angetrieben, bewegten sich die Haarsträhnen aus seiner Stirn. Die Augen weit aufgerissen, schrie er plötzlich laut:„Di« Tiere! Sie werden uns das Fleisch vom Kopf« abfressen!" Maedin, der Bucharer, blickte ihn an und raunt« ihm leise zu:„Ja, diese Mord- art ist so alt wie die Erde..." Die Hyänen hörten nicht aus zu heulen. Immer mchr schienen sich zu ihnen gesellt zu hab.m. Zickzackartig, bald schleichend, dann wieder springend, näherten sie sich uns lebendig Begrabenen.„Der Tod!!!" schrie abermals Sosnow gellend auf. Ein« vorbeihuschende Hyäne bückte sich und klappte beuteriechend mit den Kiefern.„Sei still!" flüsterte mit zitternder Stimm« Maedin.„Das Schweigen ist unsere einzige Waffe." Die Tier« zogen immer engere Kreise um' uns. Eine Hyäne kam zu einem Totenkopf heran, biß sich mit ihren scharfen Zähnen hinein... Und plötzlich berührte ein« Schnauz« von hinten die linke Schläfe Sosnows. Er schrie heiser auf, die Augen traten ihm aus den Höhlen, di« Lippen öffneten sich weit. Ein Schwall unverständlicher Worte ergoß sich— der Wahnsinn halte ihn ergriffen. Doch da geschah etwas Unerwartetes. Die nächtliche Luft durchschneidend, ertönte dröhnend ein Schuß. Zuerst einer nur, dann mehrere und schließlich eine ganze Salve. Die Tiere stürzten zur Seite und verschwanden gespenstisch in den Bergen. Links von uns leuchteten viele rote Zungen der Gewehrschüsse auf Der Kampf mit den Banden war in vollem Gang«..." Im letzten Augenblick noch war die Rettung gekommen: die Turkmenen wurden vertrieben, und die Unglücklichen wurden aus ihrer furchtbaren Lage befreit.• 500 gahre SEigeuner Es sind wenig über fünfhundert Jahre, daß in Deutschland, und zwar tti den Hansestädten der Ost- und Nordsee, von dem ersten Austreten geschlossener Zigeunerbanden berichtet wird. Es war zur Zeit des Konstanzer Konzils, als sie mit einer Gefolgschaft von Karren, Hunden und Pferden zum nicht geringen Entsetzen der Bauern die deutschen Land« überschwemmten. Man nannte die fremden Eindringlinge hier und dort Tataren, weil man bei ihrem Erscheinen glaubt«, die Mongolen, die das Volk Tataren nannte, feien wiedergekommen. Sie selbst gaben auf die erschreckte Frage der Einwohner nach Namen und Ort die gelassene Antwort, sie seien„Zeganer", während ihr« splitternackten Kinder mit ausge- streckten Händen von den Bauern Almosen betleilen. Dies« ersten Zigeuner, die den deutschen Boden betraten, waren mit Schutzbriefen des Kaisers Sigismund ausgerüstet. Sie wurden darin als Angehörige eines Ncmadenvolkes bezeichnet, das in Aegypten zu Haus« sei. Ueberführt, die christliche Religion ver- leugnet zu haben, seien die Abtrünnigen von den Bischöfen ver- urteilt worden, sieben Jahr« lang zu wandern und in dieser Bußzeit ihren Lebensunterhalt durch Almosen zu bestreiten. Beim Eintreffen der ersten Karawanen In Süddeutschland teilten sich die Gruppen in zwei Teile: der«ine setzte sich in der Richtung nach Italien in Marsch, der andere versucht«, im Elsaß und in Frankreich festen Fuß zu fassen. Den ersten in Italien eintreffen- den Banden leuchtete kein glücklicher Stern, da die Behörden, die den kaiserlichen Schutzbries nicht für«cht hielten, jeden Zigeuner. der sich beim Diebstahl ertappen ließ, ohne weiteres zum Tode am Galgen oerurteilten. Nachdem sich vollends das Gerücht verbreitet hatte, daß das Wanderoolk nicht davor zurückschrecke, ganze Ort- schasten in Brand zu stecken, um das Land in feinen Besitz zu bringen, entschied sich Frankreich zu einem drakonischen Vorgehen und im Jahre 1639 zum Erlaß einer Verfügung, die anordnete, daß die Zigeuner in Frankreich erbarmungslos durch Feuer und Schwert auszurotten feien. Dieser Vernichlungkomps gegen die Zigeuner hatte zur Folge, daß sich die Hauptmacht in Deutschland und später in England konzentrierte Nach ungarischen Forschern sind indessen die Nomaden schon im 13. Jahrhundert auf dem Kontinent erschienen und zunächst in den Balkanländern und in Ungarn seßhaft geworden, von wo sie dann von Norden noch Süden vorstießen SoicieiruWIdie SPromiueniengagen i Wie das Moskauer Theater-Fachblatt„Nowy Sritel" mitteilt, beziehen einige prominente Bühnensänger wie Baturin, Rogatin, Pirogow, Muchtarow, pro Abend 360—560 Rubel Gag«. Die Balle- rinen Gelzer und Victorina Krüger«rlzalten ein« Tagesgage von je 300 Rubel. Die auch in Deutschland bekannte Sängerin Frau Neshdanowa, die Mitglied der Moskauer Staatsoper ist, erhielt für zwei Konzerte in Kiew insgesamt 1500 Rubel. Das Blatt knüpft daran folgende Bemerkung:„Das also sind die Gagen der Sowjet- künftlerl' Diese Zugeständnisse an den Gagenhunger der Promi- nenten führen zu einer künstlichen Hochzüchtung des Starsystems. Die Kunst als Erziehungsmittel des Arbeiter- und Bauernpublikums im Sowjetlande darf unter keinen Umständen so teuer zu stehen kommen und das Honorar für ein einmaliges Auftreten eines Bühnenkünstlers darf nicht die Höhe«Ines Halbjahreseinkommens eines Arbeiters erreichen." IM i SozialistischeArbetterjugend Gr.-Verlm ■TQ r*J Hl Sinsen dun, n, für diese Jiudrtf ant an du« Jujendsetretariat ■LnnaH Berlin 635)68,£ln6enffraf« S Balduesahrcrl Molo, von der Baldurfahrt nach Siettin liegen iiur An- »cht und Bestellung im Iugendsekretariat, Lindensir. Z, au». Lauptprobe tue Meegenveionstaltung i« Meeeede-.Pnlaft Sonnabend. U. September, lSi4 Ubr pünltlich, in der Schulaula Waldenserstraße 20—22. Das volltälilige Erscheinen oller Genossen des Sprech, und Bcwegungschors ist unbedingt crsorderlich. Heule. Freitag. i9X Uhr. SohenschZnhansen: Heim ssreicnwalder Str. 0:„Gegnerische Iugendorgani. Cotion".— Moabit II; Heim Lehrter Str. 18— 19, Zimmer 1:„Eotialistischc ssamilie".— Faliplag II: Schule Eonncnburger Str. 20, Zimmer 3:„Die(Eni- Wicklung des Kapitalismus".— Selmholjipla«: Danziger Str. 62, Baracke 2: £0 Jahre EAI,"— Huinannplah: Heim Scherenbergstr. 4:„Politisch.salirischcr Abend".— Rordost: Dantiger Str. 62, Barocke 3:„Der preuhischc Kirck>e». vertrag".— Andreasplah: Seim Brommpstr. 1:.!rrcie Körperkultur".— Balten. Vlah! Heim Tilsster Str. 4—5:„Arbeiter und Körperkultur".— Warschauer Biertel: Heim Litauer Str. 18:„Die Lage»wischen Rußland und China".— Eharlattenburg-Süd; Keim Spbelstr. 2: Bortrag.— Dahlem tSI.!?.): Nord» schule, Potsdamer Str. 5:„25 Jahre Berliner Arbeiterjugend".— Lichterirlbe: Leim Albrrchtstr. 14-:„Sexuelle srragrn".— Rariendarf: Seim Dorfstr. 7: „Alte und neue Städte".— Steglih: Heim Albrechtstr. 47:„Wir agitieren".— Baumschuleuweg: Keim Ernstssr. 1«:„Saeeo und Bantetti".— Stieberschi»«» weide: Heim Berliner Str. ZI, Schule: Heiterer Abend.— Treptow: Hei» Elscnstr. 3:„Die Haagcr Konsere»»".— Ren. Lichtenberg: Heim Haussstraße: „Die sexuelle Frage".— Reiuickeadorf.Ost: Heim Lindauer Straße:.3m Westen nichts Neues".— Zentrum: Treffpunkt ,ur Besichtigung der SA3..AussIelluna im Gewerkschastshaus um 19 Uhr Alexanderplaß sNadio-Web). Pünktliche» Erscheinen ist Pflicht.— Lichtenberg-Nord: Wir gehen ,ur Ausstellung. Tresf- Punkt 19 Uhr„Rote Ecke".— Wörther Plag: Wichtige Besprechung. Alle» pünktlich erscheinen. Funktionäre treffen sich um 10M Uhr im Jugendheim.—, Köllnischcr Park: Wir besuchen die Ausstellung im Srwcrkschaftshaus. Treff» punkt 1954 Uhr am Heim.— Reukölln VI: Heute Heimabend im Jugendheim Treptower Straße.— Roienthaler Vorstadt: Wir treffen UNS um 13 Uhr Rosen» tlialcr Blaß zur Ausstellung. Nachzügler im Gewerkschastshaus. Werbrbezirk Reukölln: Ueben des Sprcchchors im Heim Kanner Straß? po» 19', 4 bis 21 Uhr. 181 '- t.;' x"'''"» v•',•!.-VS'o."''".%'-9''■'''�c- y'_. l.•■._. •».-••■ J'-il"«■s')'-■ ö»•»<;»'.#.'..--'j i."r7.\i"'V.'T"�. -:•}...M.-v JY; o.;»-•'-... Uanguahgika»aeb»halte»— Wlhrend«er taramarmsaato ein« lllelaoti, Sbat. Ion,«» oa«-allere r«r«»rd!IR>» Waran»»» Sereaa«»o»,e,rd!„,«ii— Serliaat»-./«II ssarret— llril», aar llreitaz o» Wurstwaren Sülze.......................... Pfand 45pf. Sülzwurst..................... Pfand 88?l. Dampfwursl.................. Pinna 95?f Hausm.-Leberwurst........ piuud 93?,. Speckwurst.................. Pinna 98i'f, Feller Speck.................. Pinn« 1,22 Fleischwursl.................. Pinna 1,20 Jagdwurst.................... ptnpd 1,20 Mettwurst nach Brsnnnohw. Art, Pia. 1,30 Schinkenpolnische........ Pinna 1,35 Feine Leberwurst.......... Pinna 1,45 Zervelatwurst................ Pinna 1,65 Salami......................... Pinna 1,65 Schinkenwurst.............. Pinna 1,80 Teewurst...................... Pinna 1,80 Kalbsleberwurst............ Pinna 1,80 Mausschinken................ Pinna 2,15 [Wiener Würsidien....... Pinna 1,1 5 1 Kolonialwaren Auszugmehl................ Pinna 24??. Italienischer Reis........... Pinn« 28pi. Bluerose-Reis............... Pinna 34pf. Karolinen- Reis............. Pinna 38??. Harlweizengriess........... Pinna 29pk. Eier|adennudeln........... Pinna 45pf. Braune Bohnen............. ptnnd28pf. Viktoria-Erbsen............. Pinna 30p/. Linsen........................'.Pinna 35pf. Erbsen poiurt«................. Pinna 32pf. Sultaninen................... Pinna 36pr. Korinthen..................... piund 58pt Qerste od. Roggen gebrannt, Pia. 22p/. Krümelschokolade........ p/nna 1,00 X iReeb gsdranni. an» eieren er,... Nattee E08t»iel.......... Pinn« von 1.90»n Konserven„ Kaisersdioten..................... 1,65 Junge Erbsen /»in................ 1,25 Junge Erbsen muteiieia.......... 78pi. Qemüseerbsen................... 50p/. Junge Erbsen mitui, au Karotten 95pik Junge Erbten». geechn. Karotte» 78pi. Leipziger Allerlei............... 95pf. Berliner Allerlei................. 85?,. Spinal dlek eingekocht............... 55pf. Apfelmus........................... 78p/. Sauerkirschen mit suin........... 1,25 Süsskirschen obn« stein............ 1,50 Stachelbeeren..................... 1.00 Span. Aprikosen imibe Fmeht.... 1,40 Span. Pfirsiche bnib. rmebt...... 1,40 AnanaS in Scheiben................. 1 ,20 Zwcrfruchlmarmelade l-Ffand-Bimer................. .48p/. KviiweS Fleisch Katbshaxen............... pmna 78?/. Kaibskam.m ohne Ssil»/xe.. Pinna 88?/. tlald-nlerendraten ch..,-ii.z,.m.1 ,88 Schwefntbauch ohne r,«iig.,pid. 1,34 Schweineochinken•«.suit, pm. 1 ,34 KaSSlCr mild gesaleen, Planck ton 1 ,44-n ßflekanfett bratferlig, o.Bchw., Pick. 1 ,04 EiSbCin mit{«itzbel«. gepökelt, Plnnü 24?!. Hammelvorderf ieisch piav 1 ,1 S-n Gulasch gemischt............ Pinna 1 ,1 0 Suppenfleisch..... Pinna von 84?/ an Schmorfleisch KeaI.ohneKn.,Pia 1,28 Schabefletsch............ Pinna 1,22 HaCkCpatCr gerrdret....... Pinna 1 ,22 Talg aasgeUsscn............. Pfand 54?,'. KaibsschnKzel....?..... Pinna 2,20 Kaibsroulade gerollt.... Pinna 1 ,58 Roastbeef ohne Knochen... Pia. 1 z58 ßinderleber........... Pinna 1,12 SchltlOrfleiSCh o. Knochen, Pfand 1 ,22 Gu asch.................... Pinna 88?/. Suppenfleisch...... Pinna vonGSpk.»n Hammelvorderf leischpid v 88?!°n Hammelrücken........... pmna 38?/. Hammelkeulen........... Pinna 1,12 �eMgel e■ Fl. Vorzügliche Tafelweine IltSsr Icbanbü/ktricr, 1>/> Plaanh» k/atnrgevrilehe: Kgon Slüllor i 75 inSsr Llebfrsanitch-Stiftsirsla>- Langenbach, Worms........ 1917 er Plee,e:1tr Csld Im GoldtrOpf. eben.................. 1997 er Wisksltr Jeiaitsaiartss____ 19/3 er Chüt. Psatst-Cusl, Paaillae., 1990 tr Crtsrsr ParaOlss, rass. Mosel 1917 sr Wlskslsr Hsscsssrus,, sehr enter Bheinganer.......... 1990 er last Saatsraes, edclsünser j Flasche 25 rrelsser Bordeauxwein ts« o h n« F IV. Fla: }3 -1 V.Pia ;}3 1'(i Flasche 12" 1 8■ e h t Vveiswesie Gette««nd Tottetteaettsek' Eckte Paisi" nd Oliveiii- T8tl8«8S8H8.................. 4 stock 85?/ TrtiiBiili-ZirlerlBe-Seile 4 8�95?/ HKlIeiieToiieMe«; 0r 85«<» ca. t>)0 g..1 Stück uOpi. SStck. TUPI. Belli-ilelliMeiselterr,<.. ca. ISO g.............. 1 Stück WP/. S Stck. 1,5« Helte• EdeI(iiB8flfl"Baiteiaii!8t!MM ,p radeind, liolle mit 5 Stck. 04 Pi, mit IVSt.TlFPI. MerElSteMidkl-Hideklirikt �?i. Bs, kg 1,90 5 kg 3,/0 oxkl. Flasebo Ibg 3?!ilFIVil!8T sortiert. Birke.,. e/t AP 4 AP UledBr.PorK jal, Ciiypre, Flaacho iMf»!R|Pf. I f fcO Eh de Colelne, Livesdelvisser.Huis. n..,. Fl. Dopp.-Fl?,Ltr. I Ltr. .......: A» Mo. 2,49 4,50 S!;!!Sf5SP?'!r." 1,29"li.N SariiilrlUiHrilei 25, 55. 5« , x70B»8 l'vds ööpf. ?i. lte»»l"Hid8kHdttkik8'°-"Ä� 50?/. Hilder ��..'.'.�.�stLk 50. 95?! Bsses-i. ünieilkrHes-Zllüe-.ück 25n FrliterkaBuae......... s«.» 50,75,95?/. HiBdllnten« i-. doppeiaciris............... Stück Z'J# TJPf. Sanaisckvine n« 75pr sehr galt Qualllit..... Stück ZO» w» vJ,/ Ji Uinijer SV. s MtiuüsrMU» Fraikfarte/ IHet» Wilat/t99rfir SV.« Bellt-llJliicg-SV.» lottliui Dibo* B/mmüiV,» MreusV. Nr. 429* 46. Iahrga«s 3. Beilage des Vorwärts Freitag, 13. September 1929 Kommunistischer Terror. Ltm den wilden Rohrlegerstreik zu„verbrettem". Nicht lang« mehr, und jeder Berliner Arbeiter, der nicht in den Sympathiestreik eintritt zugunsten des wilden Streiks, den der KPD.-Beaustragte Niedcrkirchncr«ingeleitet, nachdem er die Rohrlegerbronche im Metollarbeiternerband gespalten hat, wird in der KPD.-Presse als„Streikbrecher" erklärt. Doch trog oller Versuche, die Dinge in dem kommunistischen Zeitungspapier wie in Niederkirchners Streikoersammlungen auf den Kopf zu stellen, lägt sich aus schwarz nicht weiß machen, aus dem wilden Streik gegen die f r e i ge w e r k s cha f tl i ch e Organisation, für die kommunistische Sonderorganisation, kein regulärer Streit. Die begonnene Spaltung soll durch den wilden Streik weiter- geführt werden, und zwar zunächst in der Dreherbronchc und bei den Bauarbeitern. Die kommunistisch geleitete Zimmerer- siliale wird bald Befehl zur Solidarität bekommen, und auch die Zahlstelle der Schuhmacher wird sich einem Befehl der Zentrale nicht entziehen können. Einstweilen beschränken sich die Befehle der Zen- trale auf die Zeichnung der Sammellisten und Spenden für die cheilsarmeeaktion der IAH. Der wilde Rohrleger st reik ist eine konununistisch« Parteispekulation und muß entsprechend gewertet werden. Noch ist es aber nicht soweit, daß die KPD.-Zentrole pfeift und die freien Gewerkschaften und ihre Mitglieder tanzen müssen. Solange die Herrschaften schimpfen, solange die Organisotionsspalter und Solidoritötsbrechcr jeden Arbeiter generell als Streikbrecher obzii- stempeln suchen, der die wilde Niederkirchncr-Aktion nicht mitmacht, lassen wir sie schimpfen. Allein die„revolutionären" Brovos gehen„zu Taten" über. Sie bedrohen die zu tariflichen Bedingungen arbeitenden Gewerkschastsmitglicder o n der Arbeitsstelle, fordern die Bauarbeiter mit dazu auf, sie verfolgen diese„Streikbrecher" a u f dem Nachhauseweg und überfallen sie entweder auf der Straße oder im Hausflur ihrer Wohnung. Gewerkschaftstreue Arbeiter werden von dieser skrupellosen Kommunist enhordc in ihrem Hause als„Streikbrecher" zu diffanrieren versuchr. Vor uns liegt ein Anschlagzettel, wie sie an den Haus- f l u r e n der arbeitenden Rohrleger angeklebt werden. Der Vor- druck lautet: ftcbtuagl Jn diesem Hause wobnt der Sivetkbvechef Wohnung t hier Hot Treppen Diese Zettel werden mit dem vollen Namen des betreffen- den Arbeiters und der genauen Wohnungsangabe aus- gefüllt. Damit nicht genug, scheuen die kommunistischen Rowdys auch nicht vor Hausfriedensbruch zurück. Sie gehen in die Woh- nungen und bedrohen und mißhandeln die Ehefrauen unserer Genossen, die sie als„Streikbrecher" beschimpfen. Gestern früh, kurz nach 5 Uhr, hatte sich der Heizungsrohrleger Richard Höhne, Urbanstr. 2tj. wie gewöhnlich noch seiner Ar- beitsstätte begeben. Die Ehefrau war dann allein in der Wohnung. Kurz noch 8 Uhr erschien ein Trupp von drei fremden Männern in der Wohnung des Ehepaares Höhne, von welchem di« Ehefrau unter ollgemeiucn Vcschimpsungen bedroh! wurde. Unter anderem bezichtigte man den Ehemann des Streikbruches. Irau Höhne fordert« diese Leute auf, ihre Wohnung zu ver- lassen, worauf sie tällich angegrissen und geschlagen wurde. Der Täter war ungefähr 1,7g bis l,74 Meter groß, bekleidet mit einem graumelierten Anzug. Sein Begleiter war ein Mann mit Hornbrille und mit einem dunkelblauen Anzug bekleidet. Nachdem Frau Höhne in das Gesicht geschlagen worden war, oerließen die Täter fluchtartig das Haus. Mit solchen Terroraktionen soll dem wilden Streik zum Siege vcrholsen werden. Herr Riede rkirchner muß seine Handlanger denn doch etwas mehr in ihrem Uebereifer zügeln. Wenn etliche von ihnen erwischk und nach Gebühb behandelt werden, dann vergießt dos„revolutionäre" Organ wieder Krokodilstränen über beschränkte Freiheit in der Republik. Das wird uns nicht hindern, alles daran zu setzen, um unsere Gewerkschaftsgenossen vor dem Terror der Rollkommandos Niederkirchners und der KPD.-Zentrale z u schützen. Es muß sehr schlecht bestellk sein um eine„Aktion", wenn sie mil so verwerflichen Mitteln betrieben wird. * Den ganzen Schwindelnachrichten, die von den Machern des wilden Streiks verbreitet werden, kann nicht im ein zclnen nachgegangen werden. Notwendig ist jedoch folgend« Fest- st e l l u n g: Bon der Bereinigung der Rohrleger und Helfer sind in letzter Zeit auf den Baustellen Gerüchte in U in lauf gesetzt war- den, noch denen sich der verband der Supscrschmiede, Berwalimigs- stelle Berlin, mit der Bereinigung der Rohrleger und Helfer solida- risch erklärt habe, iirdem er den streikenden Kupferschmieden, soweit sie als Heizungsmonteure tätig sind, während des Streiks bzw. der Aussperrung Streikunterstützung.zahlt. Wir stellen dem- gegenüber ausdrücklich fest, daß diese Gerüchte nicht den Tot- fachen entsprechen. Soweit die organisierten Kupferschmiede in den Streik mit einbezogen worden sind, also ihre Baustelle ver- lassen mußten, werden sie von ihrem Verband nach seinen statutari- schen Bestimmungen unterstützt. Voraussetzung dafür ist, daß di« betreffenden Mitglieder des Verbandes der Kupfers chm-iede 1. den Revers der Firmen zwecks Anerkennung des Tarif- Vertrages, getätigt mit dem Deutschen Mctallarbeiterverband und der Tarifgemeinschaft des Hei.zungsqewerbes unterzeichnet haben, 2. daß sie jegliche Streikkontrolle van der Zentralstreik- leitung der Bereinigung der Rohrleger und Helfer Berlins ab- lehnen. Die durch den Streik der Rohrleger in Mitleidenschaft gezogenen Mitglieder des Verbandes der Kupferschmiede sind ver« pflichtet, jegliche tariflich entlohnte Arbeit anzunehmen, und nur in den Fällen, in denen sie. nicht in Arbeit vermittelt werden können, werden sie als Ausgesperrte geführt und unterstützt. Der Verband der Kupferschmiede stellt also aus- drücklich fest, daß.zwischen ihm uich der Vereinigung der Rohrleger und Helfer keinerlei Verbindung oder solidarisches Verhältnis besteht und daß feine Mitglieder mir unter den vorstehenden Voraussetzungen unterstützt werden. Jedes andere in Umlcncf gesetzte Gerücht beniht auf Unwahrheit. Aus dem Versicherungsgewerbe. Tarifscheu der provisionsgeneralagenten. Wie uns der Zentralverband der Angestellten mitteilt, hat er beim Reichsorbeitsministerium die Einleitung eines Schlichtung»- Verfahrens gegen die Provistonsgenerolagenten beantragt. In der hierauf vom Reichsarbeilsministerium einberufenen Besprechung unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsrats Dr. Heuer, ersuchte der Sprecher der Provisionsgcneralagcnten, die Einleitung weiterer Verhandlungen auf längere Zeit zu vertagen. Der Vertreter des ZdA., B r i l l k e, widersprach einem solchen Verlangen und betonte, daß es den Promstonsgeneralagenten schon seit Januar 1928 möglich gewesen märe, die Dinge in ihrem Kreise zu besprechen. Das nach- malige Verlangen nach Vertagung trotz mehrfacher Verhandlungen läßt den Schluß zu, als ob von bcn Provisionsgeneralagenten der Abschluß eines Reichstarifvertrages unmöglich gemacht werden soll. Nach längeren Verhandlungen wurde dann vereinbart, daß dos Schlichtungsverfahren vom Reichsarbcitsministerium eingeleitet wird. Als Schlichter wird voraussichtlich der amtliche Schlichter für Mittel- deutschland, Herr Ministerialrat a. D. Hauschild, Erfurt, ernannt werden. Der erste Termin für die Verhandlungen vor dem Schlichter ist wahrscheinlich der 19. September 1929. Verbandstag der Gteinarbeiter. Bildhauer und Steinmehe sterben aus. In der Aussprache über den Geschäftsbericht des Vorstandes brachten die Delegierten aus allen Gegenden des Reichs ein« Menge Material darüber vor, wie auf der einen Seite Beruie aus. sterben und der andere Teil der Industrie auf das Modernst« 'umgestellt wird. Nur ein Beispiel: In Schlesien gab es vor dem Kriege 1109 Steinmetzen und jetzt etwa 100, die teilwetjc Jahre hindurch arbeitslos sind. Darin ist zu ermessen, welch schwierigen Stand der Steinorbeiter- verband in seiner Organisationstätigkcit lfat. Die Erfolge des Ver- bandcs sind deshalb um so höher zu veranschlagen. In seinem Schlußwort ging der Verbandsvorsitzeiidc W i n ck l c r aus di« vorgebrachten kritischen Acußerungen in der mehr als zweitägigen D chatte ein. Er hob hervor, daß der Verband gegen die Mitglieder der sogenannten Opposition äußerst maßvoll gewesen sei. Wenn aber Blätter, wie„Der rote Steinarbeiter" und ander«, die von berufsfremden Parlamentariern verantwortlich gezeichnet werden, in so unverantwortlicher Weise weiter hetzen, dann kann der Verband diesem Treiben nicht mehr tatenlos zusehen. Die kommunistischen Mitglieder müßten deshalb daran erinnert werden, daß die Rücksicht auch einmal ein Ende haben könne. Eine nennenswerte Kritik an der Tätigkeit des Borstandes wurde nicht geübt. Der Redakteur Siebold konnte in seinem Schlußwort sest- stellen, daß die Redaktion äußerst glimpflich behandelt wunde. Von den Beschlüssen zum Vorswndsbericht heben wir bis Entschließung zur Wirtschaftslage Darin wird eine größere Berücksichtigung des Natur. hervor. Darin wird eine steins verlangt uiü> festgestellt, daß die Bevorzugung aus- ländischen St ei n m a t c r i a l s sich für di««vtsinindustrie ungünstig ausgewirkt hat. Im einzelnen werden vom Verbondstog nachstehende Forderungen erhoben: Größere Berücksichtigung der deutschen Steinindustrie bei Ver- gebung von Bauaufträgen aller Art: Verteilung der Austräge über das ganze Jahr, damit zeitweise Ileberarbcit mit nochfolgendem Arbeitsmangel vermieden wird: Verkürzung der Arbeitszeit als aus- gleichende Maßnahme gegenüber der menschlich« Arbeitskräfte er- sparenden technischen Rationalisierung der Betriebe: ausreichende Unterstützung der ohne ihr Verschulden arbeitslosen Personen. Strikt« Ablehnung der Verschlechterung des bisherigen Unterstützungs- zustandes'' Entschließungen der Kommunisten wurden gegen wenige Stimmen abgelehnt. Gegen die Entlastung des Bor, standes stimmten sechs Kommunisten. Ein sehr wichtiges Kapitel für die Steinorbeiier behandelt« Sicbold, in seinem Referat Gesundheilsschuh und Unfallverhütung". Von den Forderungen und Beschlüssen früherer Verbandstag« ist manches erfüllt. Die Anerkennung der„schweren" Staub- lunqenerkrankung der Sandstcinarbeiter und die Muskel- und Knochenerkrankung der Arbeiter mit Preßluftwerkzeugen wird vom Steinorbeitervcrband nur als eine Abschlagszahlung an- gesehen. Weitere Schutzmaßnahmen müssen folgen. Die Verordnung der Regierung muß ausgedehnt wenden auf die S t a u b s ch ä d« n der Griffel-, Marmor- und Granitarbeiter und der Schotterovbeiter in den Brechwerkcn. Der Referent verbreitete sich dann in lehrreicher Weise über die Verordnung vom 11. Februar 1929, die Sandstein- und Preßluft- arbeiter betreffend. Dabei wurde die Untersuchungsart der so- genannten„geeigneten" Fachärzte einer gerechten Kritik unter- zogen. Durch solche Aerzte werden alle Bemühungen des Verbandes für die Bemsserkmilkton zunichte gemacht. Die Unfollgefahren und Unfallverhütung in der Steinindustrie und im Straßenbau wurden vom Referenten an Hand vielseitigen Materials untersucht. Der Vortrag Siebolds fand leb» haften Beifall. Er soll als Sondsrbroschüre herausgegeben werden. YOn"""»i m \ on Jedem Lebenswege zweigt eine Straße ab, die zu betreten Erfolg und Glück bedeutet. Manche gehen achtlos an dieser einzigen Chance vorüber, sie trotten ängstlich den ausgefahrenen Pfad der Gewohnbeit, Engherzigkeit und Enthaltsamkeit weiter. Die Straße des Erfolges, die auch Sie beschreiten wollen, verlangt Entschlossenheit und Schwung. Der Erfolgreiche ist eher da als alle anderen. Er ist kein Fußgänger. Er fährt einen 4 PS Opel. Eine Probefahrt von 1 5 Minuten wird Sie überzeugen. Besuchen Sie unseren nächsten Vertreter: er gibt auch Auskunft über die günstigen Opel-Zahlungsbedingungen. Preis(ab Werk) 4fach bereift von RM 2100 an OPEL FÜHRT ZUM ERFOLG! \ Oer Baugewertsvund 1925. 56000 neue Mitglieder. Sie aus dem soeben oeröfentlichten Jahrbuch 1S28 des Bau- ijt'weoksbundes hervorgeht, ist auch das Vorjahr sowohl in agitato- irischer und finanzieller als in lohn- und tarifpolitischer Hinsicht e r- folg reich getvosen. Fast 56 000 neue Mitglieder wurden der Organisation im Laufe des Berichtsjahres zugeführt, so daß der Bund am Schlüsse des Jahres 192ö eine Zahl von 458 04« Mit- gliedern mustern tonnte. Die Steigerung der Mitgliederzahl be- trägt rund U Prog. Erfreulich ist vor allem auch der Ausschwung in der Mitgliederbewegung unter den Jugendlichen und Lehrlingen. Ende 1927 waren im Baugewerksbund 1500 jugendliche Arbeiter und 24 74« Lehrlinge, zusammen also 26 S36 Jugendliche; Ende 1928 waren es insgesamt 53 IZ6 Zugendliche, wovon 30 762 Lehrlinge. Die Mitgliederzunahme brachte Natur- gemäß eine weitere Stärkung der Finanzkrast der Organisation mit sich. Die Reineinnahme stieg gegenüber 1927 um rund 514 Mill. M. oder 25 Proz. auf insgesamt 27,4 Mill. M. Nach Abzug der gesamten Ausgaben hatte die Organisation einen Ein- nahm« Überschuß von 7,8 Mill. M., wovon allein auf die Hauptkasi« 5,6 Mill. M. entfallen. Fast ein Drittel der gesamten Bundesaus- gaben, nämlich 6,41 Mill. M.(1027--- 4,28 Mill. M.) entfielen auf die Unterstützung der arbeitslosen Bundesmit- glieder. Am Schlüsse des Berichtsjahres betrug das Bundesvermögen 26 670 064 TN., da» sind pro Mitglied fast 62 M. Diese Erfolge in der Mitglieder- bewegung und finanziellen Entwicklung sind um so höher zu be- werten, als die Arbeitsmarttlage im Baugewerbe 1928 nicht sonder- lich gut war. Die Arbeitslosigkeit war in den Sommer- monaten schon etwas größer als 1927, wozu dann die katastrophale Arbeitslosigkeit im Baugewerbe infolge des langanhaltenden strengen Frostes kam. Für das Baugewerbe dauerte diesmal der Winter bis zum April 1929, wo sonst schon wieder die Bautätigkeit im Gange ist. Beachtlich ist, besonders im Hinblick auf die Kämpfe um die Reform der Arbeitslosenversicherung, die Tatsache, daß nach einer Erhebung des Bundesvorstandes von den rund 460 000 Bundes- Mitgliedern schon 35 000 kein« Anwartschaft zum Bezug der Arbeitslosenunterstützung erwarten, also während des gesamten Berichtsjahres noch nicht einmal 26 Wochen in Arbeit gestanden hatten. Der Jahresbericht bemerkt dazu, daß an der großen Arbeitslosigkeit in vielen Orten nichi|o sehr die schlechte Bautätigkeit Schuld hat, sondern der ungeheure Zustrom von Industriearbeitern, die infolge der Rationalisierung frei- gesetzt sind. Zum Teil ist aber A FF», it die Ursache. Zur Verbesierung der Lohn- und Arbeitsbedingungen wurden im Berichtsjahr 360 Bewegungen geführt, wobei es in 117 Fällen zur Arbeitseinstellung kam. Durch diese Bewegungen wurde eine Lohnechöhung von mehr als 2V* Mill. M. pro Woche oder pro Kopf der Beteiligten von 3,57 M. erzielt. Im Durchschnitt betrug die Lohnerhöhung für die M a u r e r j e S t u n d e 7,6 P f., für Lauhilfsarbeiter 6,8 und für Tiefbauarbeiter 6,4 Pf. Die S t u k k a t e u r e setzten eine Erhöhung ihrer Stunden- löhne um 0,8 Pf. durch, die G l a s« r um 8L Pf., die Ofensetzer um 9,5 Pf. usw. Jedenfalls zeigt der Jahresbericht des Baugewerks- bundes, daß die Organisation chren Mitgliedern in jeder Hinsicht ein guter Rückhalt war und sich mit ihren Erfolgen sehen lasten kann. Bauarbeiier in Aoi! In der Rheinpfolt. Der Bezirksverband Karlsruhe des Deutschen Baugewerks- bundes und der Gau Baden-Pflaz des Zentralverbandes der Zim- wer«, der Zentraloerband christlicher Bauarbeiter und der Zentral- oerband der Maschinisten und Heizer haben an da? Reichsarbetts- minstterium, an da, Ministerium für die besetzten Gebiet«, an die Kreisregierung der Pfalz in Speyer wie an das Landesarbeitsamt München ein« Eingab« über die Notlag« der Bauarbeiter in der Pfalz gerichtet. Viele Mitglieder der genannten Verbände konnten in diesem Jahre bis jetzt erst 10 bis 13 Wochen arbeiten, so daß für sie bei der überaus schlechten Baukonjunktur keine Möglichkeit besteht, die Anwartschaft auf die Arbeitslosenunterstützung zu er- reichen. Die Gewerkschaften haben bereits im Frühjahr versucht, die Pfälzer Bausacharbeiter in den benachbarten Bezirken unter- zubringen, doch war dies nur für 400 Mann möglich von denen ein Teil wieder arbeitslos ist, nachdem die Bauten fertiggestellt waren. Notstandsarbeiten werden in der Pfalz nur sehr wenig vorgenommen. Die Arbeitslosigkeit der Bauarbeiter in der immer noch besetzten Rheinpfalz ist seit Jahren größer als in irgendeinem andere n Bezirk Deutschlands. Bauarbeiter, die vordem im Soargebiet gearbeitet haben, bekommen kein« Einreise- erlaubnis, obwohl ein Teil des Saargebiets zur Pfalz gehört. 696 organisierten Bauarbeitern wurde die Einreiseerlaubnis verweigert. Es fehlt jede Möglichkeit die jetzt arbeitslosen Bauarbeiter der Pfalz, die sich schon seit Jahren durch Arbeitslosigkeit in größter Not befinden, in Arbeit unterzubringen. Die Gemeinden sind finan- zlell so schlecht bestellt, daß si« nicht helfen können. Es wird daher die Durchführung von Notstandsarbeiten bzw. die Krisenvnterstützung gefordert. Gegen den Heimwehrfaschismus! Oesterreichs Gewertschafien machen mobil. Men, 12. September.(Eigenbericht.) Am Donnerstag nachmittag fand eine Beratung des Vorstandes des Bundes der freien Gewerkschaften statt, in der einstimmig beschlossen wurde, die Mitglieder der freien Gewerk- schaften in einer dos ganze Bundesgebiet umfassenden gewerkschaft- lichen Versammlungs- und Werbeaktion auf die faschistischen Gefahren und die Umtriebe der Heimwehren aufmerksam zu machen. Zur Vorbereitung dieser Aktion soll am Dienstag eine Vor- stand ekonferenz der Gewerkschaften, sowie eine Konferenz der ge- werkschaftlichen Landessekretäre abgehalten werden. Tränengasbomben gegen(Streikende. Itew Orleans. 12. September.(Eigenbericht.) Den Streikabstimmungen folgten erneute Straßenunruh.m, wobei die Polizei rücksichtslos gegen die Streikenden mit Tränengasbomben vorging. Die städtischen Behörden ver- urteilten auss schärfste die Verwendung von Tränengas- bomben, die durch nichts gerechtfertigt sei. Die Textilarbeiter von Marion(Nord- Carolina) haben nach mehr als zweimonatigem Streik beschlossen, die Arbeit wieder auf- zunehmen, nachdem die Unternehmer eine Verkürzung der Arbeits- zeit zugestanden. (flucht aus Moskau. Die Gewerkschaft der Baseler Post- ange st eilten beschloß auf einer soeben stattgefundenen außer- ordentlichen Generaloersammlung mit überwältigender Mehrheit (60 gegen 4 Stimmen) den Austritt aus der Baseler t o m m u- n i st i s che n Gewerkschaftsunion. f KreieGewerkfchafts-Iugend Berlin. Sie(BzuevenocTanliaitunaen fallen aus. Um 10 Ulli ftunigebung im (ficmalioen Secccniwus, tciciinor 6ttaftc. Einlaß nur mit Elnladuilgs, karten.— Sie Iugcndausliellung im Seroctffdniftslwus, CEnflelufcr UtS, Saal n und in, ist wochentags von 17—22 Ustr, am Sonnto«, 15. Sentemaer, von 10—14 Uhr flcBffntl.— Di« Jugend, cnirale ist heute bis 1«'» Uhr geöffnet. M Ingendonippe vesZentroiverbondes Oer ätnaeti eilten Wjl Heute, ffreitag. finden folgende Veranstaltungen statt: vberfpree: Jugendheim Laufener Sir. 2. Vortrag:.Die Entstehung und Eni» Wicklung de. Geltes". Referent Erwin Bun,el.— Köpenick: Jugendheim Grünauer Sit. 2. Heilerer Abent.— Südwest: Jugendheim des vrisburegus, Belle. Olfliance-Sir. 7-10. Vortrag:.Was ich im GeWngni« sah". Referent Wilhelm Lewinsii.— Sviel und Svort: Volkspari Neukölln ab 18 Uhr, Spiel- Utah Bremer Straße ab 18 Uhr, Treptower Pari. Wiese 7, ab 20 Uhr. Übergibt man nur dem Rackwei, de« Deutschen Mustkerverbande«. Berlin. Rom- manbanlcnstt 62,04. Dönhoff 327?-78. PelchöflejeU 0—5, Sonntag« 10—} Uhr. Oluf Wunsch; verireterbesuch ioS bi> rdpuni I 5S 312/1» Des] zarte Kindes Häuf und alle seine Wäsche pflegt Mutter mit der guten, milden SUKUCHT Seife Tiedmann'SHH Frecftii ehe- Sflivnie- Musen zw Einsegnung ig»«, II döögi felmfer Apfelwein, oerb. rar Bowl«.. Ltr. 0.60 „ Apfelwein, toIIoOB......„ 0.75 M Fe. i&6 JohannUbeerwein „ Erdbeerwein,«US....... Echter Taragona.«as f ��rutit.u. .. Ma'afe,«ö-i/ Prima Wermulhweln......... ErsikL Santa Lnrlno u. Insel Santo i Echter Dooro Portwein, tmrlg.... ,, Pepsinwetn Wr Kranke...'i 0.95 1.45 1.55 1.60 1.85 1.90 ISO 150 EdeibraDoi«.„RickleBlerier" 3.1)0 1.70 WetoOraBd-Vencimtt uark.aT.3.25 2.00 Den scher WeiDbraud SlU* 5.25 3.06 Atter linnlla-Rera VerscbBiil 415 2 25 Ersüdisstde EdeiHkore Ä 4.25 140 Rot- u. Bordeaux-Weine Erstklasiige Weißweine Frnchi-Sekf..... rraoben-Sekt.... Preise exkl. Glas. v, Fl. V. 1.00 b 230 V.FI. T, I.20b. 2.40 V, Fl. 1.70 Vt Fl. V. 4.00 b. 5.50 Bernh. Tiedmann Llkfirfabrlk u. WalngroBhandlung Zentrale 012, Frachlf ir. 5- 6, ai» Berlin 0, KBal|«bnrg«r Bit, Eck« RUStrsdorler Bit Bin. o, FniekKtraB« 7t Ecke Lange StraBe Bln. 0, AnSruutnBe« Ecke ö reelauer ötrnBe Bln.«0, KOreelcrcr Str. H Ecke HlenaelkirchatraBe Bln. 0, Frankfurt«! Alt«« 27. Ata Kingbnhnhoi Bln. 80, SrBUHir Streue i Bln.*, BrannensiraBe 1(6 Ecke RnmlerstraBe ■In. H, SwInemUnter ttr.>! Eckt LorttiogafaBe Bln. K, Kntlanlenallt« 49 Ecke ZionskIrcbMraB« Beuktlln, Hermnnestr. 99-94 Eck» Warthe«, raBe lerlln«, BOIewelrtBe 48 Ecke Yorekstrate Audi illr Mlnderbemtltelle Ze von ca- 53 M 2 Za von ca. 63 M 2*1,""» 70 3�Za"o ■91- baiin In; Neukölln, Brllr, Treptow, Adlertboi, Licht, nb;., Friedrichsfelde, Karbhorst, rapelbol, WelBensee, Rei- n ckendorl, Pankow, Schöneweide, Johannisthal, Nledcr-ScfaOnhtosea, Köpe- � nick, Wittenau, Mariendorf, Spandau, Siemens- Stadt, Scböneberg. Lankwitz, Charloitenfeurg, Wilmersdorf. Stoglltz, Lichterfelde, Frohnau, Nikolassee, Potsdam usw. Mrnnier besctalattr. Wohnungen in leder firnoei Berliner Wohnungs-Sekrelariat, Aommandameniirate 61 Unr mündlich 0 hit T pur &&& JUERGENS Alexanderplatz Nm« Königelr.aa iib ittr-Simvitn-BiDd LT. . e n D Kolonne Berlin. ' Den Mitgliedern zur RemtinlB, daß unfet Mitglied Franz Pendler nerftotbea ist. Die Sinafchetung findet am Freitag. dem 18. September, um 17«, b Uhr Im Zirematerium Serichillrghe statt Zahlreiche Beielligung wird erwartet Am S. September starb nach langem Lerden unser lieber Mitarbeiter, der Setzerinbatide Emil Krause im 61. Lebensjahre. Ehr» feinem Anbeuten! Berlin, den 13. September 1939. Belegidiaft der Pren(. Druckerei- and Verlag«- AkticsgeseUsdiatt. Beerdigung am Freitag, 13. Sep. lembet 1929, nachmittags 6 Uhr. oon der Leichenhalle de» St. Michael- Friedhofes. Neukölln, Hermann» ftraße t9l/19S, aus. Beschlust Der Beiirlsausschuß in Marienwerder hat In seiner Sitzung am 8. September 1929 beschloffen: Der Arbeiter Bruno Zelg»k»w»ii. geboren am 2b. Märt 1903 m Sluhm. früher wohnhaft in ffa�we und Zrrzewo. jetzt unbetann- len Auleniralls. ist>ur die Dauer der Fllrlorgedebürlligieit seines am 18. April 1923 von der unverebeNchlen Martha Majewsli in Ehrtichsruh geborenen unter- hgtlungsderechligten Kindes Waldlroui Maiewski in einer öffentlichen Arbeits- anstatt oder in einer staatlich als geeignet anerlannien Privatanstalt unterzubringen. Segen diesen Beschluß ist innerHaid zweier Wochen der Antrag auf mündliche Verhandlung im Berwaliunnsstreilver- jähren zulämg. Der Bezirksausschuß Marienwerder S.A. IL 395/29.<8 1 g f i e Gesunden Schlaf Kr�HgejNex�a verschafft bei /engerer Kur laZSttfaZ/Han ech/eeuf den ff es. gesch fiamen. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Wo nicht erhä'tlich, weisen wirVerkaufssiellen nach Otto Stampf A.� Chemnh/. Htfhnei�iffen die neuerdings Fußquäer heißen, sowie alle anderen Hornhaulstellen beseitigt unblutig Eine Packung Kuklrol-Pflnsler mll dem GarnnHe-Sdiein kostet 75 Pfennig. Kuklrol hilft lieber I Sie erhallen bei Nichterfolg Ihr Geld zurück! Wandlaufen, Brennen und andere Fu£bc- sdi werden werden dureb das Kukirol- Fußbad rasch bc-/ settlgt. Das Kuklrol-Fufcbad erfrischt und stfirkt die Füfeel a, and beseitigt die schnelle Ermödung. Packung mit 4 Böden» Arbeit im Dienste der Weltstadt. Genosse Brolat über das Berliner Verkehrswesen. Vor Treptower Mitgliedern der Sozialdemokratischen Parter sprach am Mittwoch abend Genosse Fritz Brolat, das Vorstands- Mitglied der Berliner Verkehrs-A.-G., über das Berliner Verkehrswesen, seine Bedeutung und seinen Ausbau. Als im Jahre 1927 nach langen Erwägungen in den städtischen Körperschaften die Berliner Hoch, und Untergrundbahn-Gesellschaft von der Stadt übernommen wurde, hatten diejenigen recht behalten, die von Ansang an dafür eintraten, der Stadt ein Wertobjekt zu sichern, das sich den städtischen Werken würdig an die Seite stellen konnte. Das Gesellschaftskapital der drei Derkehrsuntcr- nehmungen betrug bei der Bildung der BVG. 400 Millionen Mark, dürfte aber, sobald auch nur die dringendsten Untergrundbahnbauten vollendet sind, 1 Milliarde betragen. Im Vergleich zu dem G.lamtetat der Stadt Berlin, der mit etwa 1,2 Milliarden balanciert, sind also riesenhafte Kapitalien im Berliner Verkehr angelegt. Die hoch- und Untergrundbahn hat eine Gleisläuge von etwa 80 Kilometern, die Straßenbahn vou 700 Kilometern, der Omnibusverkehr hat sich in wenigeu Zahren verdreifacht, ober noch immer muh das Verkehrsnetz ausgebaut werden. Berlin muß jetzt nachholen, was seit etwa 30 Iahren bei der U-Bahn ver- säumt wurde, nämlich vorausschauend die Verkehrsanlagen so an- zulegen, daß sie den ständig gesteigerten Bedürfnissen einer Mil- lionenbevölkerung genügen können, heute kostet ein Kilometer Untergrundbahnbau 12Millionen Mark; die Kosten steigern sich bei besonders schwierigen Bauten, wie etwa am Alexanderplatz und an der Iannowitzbrücke, bis auf.18 Millionen Mark; Gleisanlagen und rollendes Material sind dabei nicht eingerechnet. Diese Riesensummen müssen natürlich verzinst und amortisiert werden, und wenn daneben noch tzie Ausgaben für die notwendige ständige Erneuerung der gesamten Anlagen hinzu- gerechnet werden, so ist zu verstehen, daß die Berssner Verkehrs- A.-G. mit riesenhaften Umsätzen zu rechnen hat. heute muß mit jedem Pfennia und mit jedem nichtgefahrenen Wagenkilometer ge- rechnet werden. Die von der Oefsentlichkeit oft gestellte Frage, ob nicht der schnell einzurichtende Omnibuebetrieb der für die Gesellschaft billigst« ist. verneinte Genosse Brolat. Während die Straßen- bahn auf den gefahrenen Wagenkilometer 4Z Pf. Unkosten rechnen muß, während bei der Hochbahn 52 Pf. anzusetzen sind. kostet her Wagenkilometer im Omnibusbetrieb 88 Ps. Der Verschleiß an Chassis und Karosserie, an Motoren und Gummi ist beim Omnibus so stark, daß auf ein« Rentabilität unter den gegenwärtigen Fahrbedingungen nicht zu rechnen ist. Berlin muß also mit Rücksicht auf den immer mehr steigenden Oberflächenverkehr den großen Personen beförderungsverkehr unter die Straßen- decke oerlegen. Genosse Brolat schätzte die Zeit, in der Berlin sich mit seinem Untergrundbahnnetz Paris und London an die Seite stellen kann, auf etwa 10 bis 15 Jahre. Roch den jetzt geltenden Abmachungen ist die BVG. allein verpflichtet, für den Personen- verkehr in Berlin zu sorgen. Obwohl die BVG. ein« rein städtische Gesellschaft ist, trägt die Stadt selbst zum Ausbau des Verkehrsnetzes nichts bei. Da erhebt sich doch naturnotwendig die Frage, ob die Anlage einer zweiten Straße unter dem eigentlichen Straßendamm nicht ebenso Sache der Stadt wäre, wie die Schaffung von Straßen schlechthin? Wer willens ist, zu schon und zu erkennen, wird zugeben müssen, daß seit der Inflation das Berliner Verkehrswesen auf eine ganz andere Basis gebracht worden ist. Unterdertatkräftigsten Leitung und Mitarbeit unserer Genossen im Stadt- Parlament, im Magistrot und in den städtischen Gesellschaften ist Ungeheures geschaffen worden: Straßen sind verbreitert, Gleis- anlagen für die Straßenbahnen neu geschaffen worden: durch da» engste Alt-Berlin ziehen sich die Röhren der Untergrundbahn und selbst die alle gute Spree ist an vielen Stellen untertunnelt worden: ein Verkehrsausbau ist erfolgt, der«ine radikale Umgestaltung des Stadtbildes im Gefolge hatte. Die Viermillionenstadt Berlin kommt eben mit Pferdebahnen und Fahrrädern nicht mchr aus, es müssen moderne Verkehrsmittel geschaffen werden! Genosse Brolat kam dann auf die Personalpolitik in der BVG. zu sprechen. Er ließ keinen Zweifel darüber, daß es unmöglich ist, 28 000 Beschäftigte restlos in allen ihren Ansprüchen zu befriedigen, er erklärte aber gleichzeitig, daß es sein fester Wille sei, innerhalb eines Jahres geordnete Lohn» und Arbeitsbedingun» gen herzustellen. Die Verschiedenartigkelt der Löhn« und der Manteltarife bei den früheren einzelnen Gefellschaften muß beseitigt werden, wenn es auch schwer sein wird, alles auf einen Nenner zu dringen. Aber schon die letzten H�hnverhandlungen, die In gutem Einoernehmen mit den beteiligten Gewerkschaften geführt wurden. dürften dem Personal gezeigt haben, daß jetzt Leute an der Spitze der Gesellschaft stehen, die sozial zu denken oermögen. Per Lohnetat der BVG. ist von rund 70 Millionen aus 84 Mil- lionen Mark gestiegen. Im neuen Mantellarif ist Urlaub, beginnend mit sieben Tagen, steigend bis zu drei Wochen, festgelegt. Eine besonders von den alleren Arbellern freudig begrüßte Einrichtung ist die Gewährung eines dreitägigen Zusatzurlaubs für alle über 45 Jahre alten Be< schäftigten. Die Kritik, die die K o m m u n i st e n und ihre Presse 1 besonders an den sozialdemokratischen Vorstandsmitgliedern der BVG. üben, lehnte Genosse Brolat ab. Er nannte sie gehässig und unwahr und bewies, daß sie von Leuten ausgeht, die aus der Gesellschaft eine Filiale ihrer Partei machen wollten, dabei aber Schiffbruch litten. Die gleichen Leute zetern jetzt über Gesinnungs- terror bei der BVG., wobei sie allerdings geflissentlich verschweigen, daß nicht die Zugehörigkell zu einer politischen Partei, sondern neben der persönlichen und beruflichen Eignung die gewerkschaftliche Organisationszugehörigkeit des Bewerbers ausschlaggebend für seine Einstellung ist. Mit Unorganisierten, sagte Genosse Brolat, kann man keine Tarife abschließen und selbst wenn man es wagen würde, hätte man keine Gewähr für ihre Durchführung. Das ist der ganze Kummer der gewerkschafts- feindlichen Kommunisten und daher ihre wütenden Angriffe. Aber die Leitung einer städtischen Gesellschaft ist nicht dazu da, sich täglich von zweifelhaften Elementen beschimpfen zu lassen. Di« bisher dagegen ergriffenen Maßnahmen waren für die Gesellschaft wirksam, für die aktiv Beteiligten recht heilsam. Die Beherrschung der Gesell- schaft, ihre richtige Führung, die Erhaltung und der Ausbau geschehen im Interesse der Berliner Bürgerschaft. Die Arbeit, die dabei unsere Genossen verrichten durften, k beste sozialistische Gemeinschaftsarbeit zum Wohle des Ganzen. Wenn auch die Parteigenossen, die durch dos Vertrauen ihrer Parteifreunde auf verantwortliche Posten wie hier in der BVG. gestellt wurden, sich als Vertrauensleute der Partei fühlen müssen, so muß doch die Wahrung der Inter- essen der Gesellschaft oder sonstiger Einrichtungen oberstes Gesetz für ihr handeln sein. Dabei darf selbstverständlich die Sorge um das materielle, soziale und kulturelle Wohl der Belegschaften in keiner Beziehung vernachlässigt werden. Genosse Brolat vertrat weiter den Standpunkt, daß die sozialen Einrichiungen öffentlicher Betriebe Mnstereinrich kungen sein müssen. Allerdings muh der Fabrikationsbetrieb unter Anwendung aller technischen Neuerungen zu höchster Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Der öffentliche Betrieb muß mit dem Privatbetrieb ton- lurrieren können, sonst hat er seine Existenzberechtigung verloren. Was im Berliner Verkehrswesen geschafft wurde, ist für jeder- mann klar zu erkennen, was projekttert ist, geschieht für die Bürger und ihr« Stadt. Die Sozialdemokratie kann auf das Erreicht« stolz sein, an das Bevorstehend« wird sie mit Effer und Geschick heran- gehen. Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen werden zeigen, daß die Berliner Bevölkerung die Arbeit der Sozialdemokra- tischen Partei zu würdigen weih. Berlin sorgt für unsere Lugend. Jährlich werden S500V Kinder verschickt. Di« Berliner Sozialdemokratie hat es stets als eine ihrer Hauptaufgaben betrachtet, an den Kindern der Nachkriegszeit gut zu machen, was sie durch Jahre der Not und des Elends ertragen mußten. Vor dem Kriege, unter der Herrschast des berüchttgten Berliner„Rommunal-Freisinns" war von städtischer Kindersürsovg« kaum etwas zu spüren. Ein paar-„Krippen", betreut von kirchlichen Vereinen, einige privat geleitete Kindergärten, gelegentlich kleine geldliche Unterstützungen aus Mitteln privater Wohllätigkeit— das war alles. Eine s y st e m a- tische Fürsorge der Stadt Berlin für ihre Kinder trat erst ein, als nach dem Kriege die Sozialdemokratie einen maßgebenden Einsluß in den städtischen Körperschaften erlangte. In der mannig- sattigen Fürsorge der Stadt Berlin steht mit an erster Stelle die Verschickung der Kinder in die städttschen Trholungs- Heime an der See, im Gebirge und in den reichen Waldgebieten des Flachlandes, hier, in freier Luft, bei kräftiger Kost und guter Pflege erholen sich die Kinder oft in ungeahntem Maße. Di« Auslese der zu verschickenden Kinder geschieht in der u n p a r- t e i i s ch st e n Weise durch Schulbehörde und Arzt. Die Einrichtung der freien Wohlfahrt in allen Ehren, aber, wie schon oben erwähnt, bietet sie keine Gewähr für eine unparteiische Arbeit und sie kann nicht entfernt leisten, was die Zeit erfordert. Die Gemeinde Berlin hat daher derartige Einrichtungen in groß- zügiger Weife von selbst geschaffen. von den 400 000 Kindern der Stadt Berlin und den etwa 1000 Kleinkindern oder Schulentlassenen kommen alljährlich etwa SS 000 Kinder in den Genuß eine« längeren Ferien- aufenthall» in einem der zahlreichen Heime, die der Stadt gehören. Der Aus- «nthall erstreckt sich in der Regel aus sechs Wochen. Noch kürzlich ist trotz der schweren Geldnot in Scheuen in der Lüneburger Heide für 600 Kinder, in N e st an der Ostsee für st00 Kinder«in heim entstanden. Bei Zossen ist der ehemalige„Soldaten- park" zu einer Kindererholungsstätte vollkommenster Art umgewandelt worden, hier tonnten Einrichtungen geschaffen werden für Kleinkinder, Schulentlassene, Freizeitheime für die berusstätige Jugend, Krüppeikinderheim«, Hauswirt- schaftsheim« für berussschwach« Mädchen, Haushaltungsschulen, Schullandheime und Kindergartenheim«. Man sieht, wie die Stadt in der verschiedensten Richtung tätig ist, um die Wunden der Kriegs- und der Nachkriegszeit zu hellen. Ein weiteres Ostfceheim ist in Ahrends«« angekauft worden. Finanziell wurde das Ver- schickungswesen durch die Tarif« der Reichsbahnverwaltung belastet. Es ist den Bemühungen der Stadtverwaltung gelungen, hier durch Zusammenfassung der erholungsbadürftigen Kinder in Sonderzügen Erleichterung zu schassen. Berlin hat mit semen über 100 Kindersonderzügen Äne Organisation geschaffen, die im ganzen Reiche nicht ihres gleichen hat, und die richtung- gebend für ander« Landesteil« geworden ist. Schließlich ist mit dem Transportschiff„Baldur"«in idealer Ferienaufenthalt für ältere Jungen und Mädel erstanden. Dazu kommt für die Daheim- geblicbenep ein Ersatz durch die Spielplätze m der Umgebung von Berlin. Die Kinder auf den Spielplätzen. Ein Rückblick auf die letzten fünf bis sechs Jahr« Bertiner Kinderfürforge zeigt eine wesentliche Steigerung aller Leistun- gen. Die Stadt besitzt jetzt zwölf Außenspielplätze, die vom zentralen Jugendamt verwaltet werden. Während der Schul- ferien kommen die Kinder an den bestimmten Sammelstellen zu- sammen und werden von dort mit der Bahn oder Straßenbahn hinausbefördert. Weit ab von den gefährlichen Straßen des Stadt- innern, auf sonnigen Wiesen, bleiben sie hier den ganzen Tag an der freien Lust, behütet von Leitern und Leiterinnen. In den Sommerferien 1929 wurden diese Spielplätze von ZS1 727 Kindern besucht, im Jahre 1928 waren es Z29 554 Kinder. Die tägliche Durchschnittszahl betrug 13 027. Der höchste Tages- besuch belief sich auf ungefähr 16 000. Wahrscheinlich wäre der Besuch noch bei weitem stärker gewesen, rvenn wir nicht gerade in der Ferienzeit einig« kühle Regentage bzw. trübes Wetter zu ver- zeichnen gehabt hätten. Am meisten besucht wurde der Spielplatz Wuhlheide; er hatte eine tägliche Durchschnittsbesuchsgiffer von 1670 Kindern. Unter den Kindern befanden sich 45� Prog. Freitinder, d. h. solche, für die die Stadt sämtlich« Kosten trägt. Di« Verpflegung aus den Ferienspielplätzen ist in diesem Jahre noch verbessert worden. Am Abend nach voll- brachter Tageslast und-Inst werden die Kinder wieder heim- geleitet nach den Sammelplätzen, ermüdet vom Spiel, aber gestärkt und erholt. Aber immer noch mehr wollen und müssen wir schaffen! Fort mit unseren Kindern von der gefährlichen Straße ist unsere Parole. Licht, Lust und Sonne sollen sie haben. Die bürgerlichen Partelen haben auch In dieser wichtigen Frage keinerlei Initiative entwickelt, oft mußte gegen ihren Widerstand gearbeitet werden. wir müssen deshalb gemeinsam olle Kraft dafür einsehen, daß bei den Wahlen am 17. November die Sozialdemokratie in sicherer Mehrheit in das Sladtparlameal einzieht. r Erfolgreiche Arbeit städtischer Betriebe. 15. Bezirk— Treptow. Die Bezirksoers nmmlung des Bezirks Treptow nahm von dpr Besserung der Po st Verhältnisse in Johannisthal Kenntnis. Genosse Lehner ersuchte das Bezirksamt, für die weitere Besserung der Postverhältnisse in Iohaimisthal, die noch immer einen dorfähnlichcn Charakter hätten, bemüht zu sein. Eine aus- giebige Debatte löste der g ü n st i g e Geschäftsbericht des Bezirks- fuhrporks aus. Genosse N e u m a n n sprach im Austroge der Fraktion seine Freude über die g ll n st i g c Bilanz aus und wies darauf hin, daß hier erneut ein Beweis für die Notwendigkeit kommunaler Betrieb« gegeben sei. Die bürgerlichen Bertreter oer- suchten durch kleinliche Verzerrungen den günstigen Eindruck herabzumindern. Ihr« Ausführungen wurden durch Genossen Bürgermeister G r u n o w und Stadtrot Peters gebührend zurück- gewiesen. Die Kommunisten führten bei dieser Gelegenheit Beschwerde, daß bei der Berfassungsseier des Bezirksamts das Reichsbanner ein städtisches Auto benutzt hat. Genosse Stadt- rat P e t« r s erklärte, daß auch der KPD. und den Deutschnationalcn, wenn sie im nächsten Jahre dem Bezirksamt bei der Veranstaltung der Nersassungsfeier behilflich sein sollten, ein ähnlichiK Entgegcn- lommen gezeigt werden würde. Der vorgelegte Geschäftsbericht des städtischen Bestattungsinstituts in Nied erschöne- weide zeigt den gleichen günstigen Stand wie der des Bezirksfuhr- porks. Die Bczirksoessammlung beschloß im Ortsteil Adlershof folgende Straßcnumbenennungen vorzunehmen: für die Straße 10 Friedlander Straße, für die Straße 11— Bernstadter Weg, für die Straße 1,?— Bohraucr Pfad, für die Straße 14— Bördorfer Zeile, für die Straße IS= Frcyftadter Aue. für die Straße 1ö— Wünichelburger Gong, für die Straße 17— Lohnauer Steg. Zur Einrichtung eines Kindergartens in Altglienicke wurden die abgeforderten Mittel b e w i l l i g t. Zur Beratung einer Vor- läge des Bezirksamts betreffend Bewilligung einer Entschädigung an Wohlfahrtskommissionsoarsteher wurde gemäß unserem Antrage ein Ausschuß eingesetzt. In einer Petition beschwerten sich die Be- wohner der Reichsheimstättensiedlung in Johannisthal über G e- r u ch s b e l S st i g u n g durch Dungöufschüttung. Nach dem Bericht des Genossen Osten beschloß die Bezirksoersammlung, das Bezirks- amt zu ersuchen, alles zu unternehmen, den Uebelstand a b z u- stellen. Die Rechtsfroktion beantragte, den Wochenmorkt in Adlershof zu»erlegen. Aus den Ausführungen ihres Redners ging deutlich hervor, daß der Wunsch der Verlegung wohl in der Hauptsache darauf zurückzuführen ist, damit der in der Nähe befindliche p r i- oate Wochenmarkt bessere Entwicklungsmöglichkeit Hot. Der G«- nasse Becker stellte dies besonders fest und beantragte, den Antrag abzulehnen. Die Bezirksversammlung beschloß dement. sprechend. Ein anderer Antrag der Rechtsfraktion, der sich mit bau- lichen Veränderungen im Straßenbild in Adlershof beschäftigt, wurde angenommen, da das Bezirksamt sich bereits seit längerer Zeit mit der Angelegenheit beschäftigt. Schließlich hotte die Rechts- frattion ihren Wahlsorgcn noch in einem Antrag«, die Straßen. umbencnnungen einzustellen, Luft gemacht. Unserem Antrage auf Uebergang zur Tagesordnung stimmte die Versammlung zu. Die Kommunisten begründeten mit viel Stimmcnauswond aber wenig Geist einen Antrag zur Neugestaltung des Erwerbslosen- Vcrsicherungsgesetzes. Der Genosse L« m p e r t hielt ihnen ihr ganzes Sündenregister auf diesem Gebiet« vor. was zeit- weife lautes Brüllen bei den Kommunisten auslöste. Der Antrag der KPD. wurde nach ausgedhnter Debatte, an der sich olle Fraktio- nen mit Ausnahme der Deutschnotionolen beteiligten, abgelehnt. Neue Grünflächen in Reinickendorf. Wenn man bedenkt, daß der Bezirk Reinickendorf ungefähr die Größe Alt-Berlins hat und die Woldflächen durchweg an der West- und Nordwestseite liegen, die weitaus meisten Ein- wohner ober in der Südostecke wohnen, so wird man verstehen, daß auch in diesem Bezirk neu« Erholungsstätten notwendig ge- worden waren. Zu einer Wanderung noch dem Schäfersee hatte das L e Z i r k s» amt die Bezirksoersommlung kürzlich eingeladen. Es ging aber nicht wie sonst durch staubige Straßen, sondern zum größten Teil durch schöne, gepflegte Grünanlagen. Die heute noch fehlen- den Zwischenstücke sollen auch noch demnächst gelegt werden, so daß ein durchgehender Grünstreifen entsteht. Vom Schiller- park über die bereits fertigen Anlagen am Schäfersee geht es immer an der Beltener Bahn enllong bis.zu dem Park der Wittenauer « i l st ä t t e n. Dieser Park ist auch als zukünftiger Teil des Grünflachenzuges gedacht. Von hier kommt man zum Rathaus Wittenau über die neue Bogenbrücke hinein in das Steinberg- gelände Der B o u m b e st o n d ist erhalten geblieben und außerdem frisches Unterhol; angepflanzt worden. Wenn man dos malerische �«rmsdorf-Tegeler Mühlenffleßtak, da» auch erhalten beiden so?, durchquert hat, sieht man den Dauerwald vor sich. Niemols wäre das Projekt zur Durchführung gekomme», weun nicht die Einheitsgemeinde Groß-Berlin gebildet worden wäre. In den letzten 7 bis 8 Jahren haben sich die Grünflächen im Bezirk Reinickendorf, in dessen Bezirksoersammlung unsere Ge- nosien sührend sind, um mehr als das Vierfache vergrößert. Sin neues Zugendheim in der frankfurter Allee. In wertvollster Raumausnutzung hat das unter soziale demokratischer Leitung stehende Jugendamt Friedrichs- Hain es verstanden, in der Frankfurter Allee 307 eine Etage früherer Fabrikräumlichleiten zu einem mustergültigen Jugendheim umzubauen. Iugendgeniäße moderne Einrichtungen schaffen eine gute Heimstätte für die»reist in schlechten Wohnungen leben- den Angehörigen besonders der proletarischen Jugendoer- bände. Die drei großen Heimzimmer— Friedrich E b c r t, Walter Rathenau und Hermann Löns benannt— dienen den Heimveranstaltungen zahlreicher Kinder- und Jugend- gruppen. Mehr denn 200 Besucher haben hier allabendlich Platz. Neben der wertvollen Bildungsarbeit, die hier wird geleistet werden können- hat das Jugendamt durch die Einrichtung einer Anlage für Lichtbildvorführungen eine weitcre Grundlage für erfolgreich« Arbeit geschaffen. Auch in anderer Werse entspricht� das Heim ma- dernsten hygienischen und pädagogischen Anforde- rungen. Die Ueberfuhruug der Landsberger Allee. Die Ueberführung der Landsberger Allee über die Ringbahn. die in ihrem ursprünglichen Teil noch aus dem Jahre 1860 stammt. ist bei einer Breite von nur 14 Meter, die nur einen eingleisigen Straßenbahnverkehr gestattet, den gesteigerten Anforderungen des Verkehrs schon seit längerer Zeit ntchi mehr gewachsen, zumal die Landsberger Allee als Ausfallstraße immer größere Bedeutung gewonnen hat. Gleichzeitig wird aber auch eine Verlänge- rung der Brücke dadurch erforderlich, daß für die Eröffnung der zweiten Fleisch großmorkthalle der preußische Minister Handel und Gewerbe an die Genehmigung die Bedingung geknüpft hat, daß eine direkte Verbindung zwischen dem alten Schlachthof und den neuen Fleischverkoufshollen unter der Landsberger Allee hergestellt wird. AHEFTER SEIT IS JAHREN Hefters billige Qualitäts- Fleisch waren; Rouladen....... MOp m KalbudinlUel..........|,90 Hefters frische Blut- und Leberwurst tn tuerreldiler Frische und Güte Zur Einsegnung ein Hefterbraten! Hefters la Ocfasenflelsd*, feinster Stallmast Hefters la Lammfleisdi, feinster Stallmast Hefters la Doppellender-Kalbfletsdi Die Zierde ihrer Festtafel Hefters aUerfetnste Mayonnaisensalaie> LfefernnS Hefters delikate Aofsdiniits