Morgenausgabe Jtr. 433 A 213 46. Jahrgang «t«n>wa«PI.«-««»»»MWL. tan ooraus jaljtbai, Poftd«»», US PL «wlchlte�ltch SO PIg. Poftz»itu»g»>»M» Ii Vis PolrbefrelZgedühren. Sutlimb» «bsnncmntt 6.— Tt pro StonoL Stt.Cenntotj*«rlchel» wochemSg. lich imitmaL Sonntag» und Stomag» «inmal. dl» Sbtnbau»gab«n für B»rlt» und u» Handal mit d«m Titel.De» Abend" glluftrlert» Beilaaen.Voll »nd Zeil" und Jllndtrtrtunb*. Ferner .Unterhaltung und Willen",.Frauen. .Technik"..»Ii» w die »elt" und.Iugend-Darwirti" Berliner VoWSblatt Sonntag 15. September 1929 Groß-Äerlin 15 Pf- Auswärts 20 pf. vt««. t■ f» c l( t g« StonparelllezeN, 80 Pfennig. ReName�et!» 6.— Reich». «arl.„Kletne An�igen� da» seug». druckt« Won 25 Pfennig(zulässig zwei Jettgedruckte Worte). ledes weiter« Won 12 Pfennig. Stellengesuch» da« erst, Bort 15 Pfennig, lebe« weitere Won 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben Solen für zwei Borte. Arbeitsmarv ,eUe SO Pfennig. Familienanzetgen Zei� v Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt. ««schält Lindenstraße 5. wochenläglich von 8�/, bis 17 Uhr. Äentvaloesan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297 Delegramm-Adr: Sozialdemokrai Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 87536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallftr. KS. DiZkonto-Gescllschaft, Deposttenkasse Lindenstr. Z. Reue Verhaftungen. Das„Landvolk" überführt/ Der Kreis der Täter erweitert sich. Hamburg. 14. September. Auf das Gestäuduis des verhaftete« W e s ch k e hi« wurdeu lu der AngelegeuheU des Beideuflether Bombeuauschlags außer de» bereits gemeldeten Hofbesitzer Schade und M a t t h e s weiter die Hofbesitzer K a p h a a aus Westermarsch uud L o r e« tz aus Itzehoe verhaftet. Feruer wurde eiu gewisser Detlef Heiu Heu» u l n g s aus Lesterfeld bei St. Amte« festgenommen, der bei dem Schleswiger Bombenanschlag beteiligt ge- Wesen sein soll.— Bei dem Verhafteten, der nach einer früheren Meldung de» Anschlag auf das Jtzehoer Laadratsamt verübte, dessen Name aber bisher aicht genannt wurde, handelt es sich ebenfalls um de« bereits mehrfach erwähate» Johnsen. Oer Geschäftsführer als Bombeuleger. Altona, 14. September. Zu ber Meldung Berliner Blätter, daß der verhaftete I o h n f e u gestanden hat, den Bombenanschlag auf das Regiernngsgebände in Schleswig begangen zu haben, erklärt die hiesige Ganleitung der NSDAP., daß Johnsen der Partei nicht angehöre» der Genannte sei vielmehr der Geschäftsführer der Jtzehoer Zeitung ,.D as Landvolk". Rendsburg, 14. September. ' In Hohn bei Rendsburg wurde heute nacht der Dentist Best- mann verhaftet. Als Altonaer Kriminalbeamte erschienen, befand sich Bestmann in Rendsburg. Die Festnahme erfolgte um Mitter- nacht, als der Gesucht« in seine Wohnung zurückkehrte. Im Anschluß atz die Berhaftung wurde eine eingehende Haussuchung vorgenommen. Bestmann ist verschiedentlich, so am 1. August, in Neri- Münster in Landvolkversammlungen als Redner aufgetreten. Warschau, 14. September. Die sozialdemokratische Fraktion des Pol- nischeu Landtags hat nun ebenfalls— in Abänderung ihrer bisher befolgten Taktik— eine scharf oppost» tionelle Entschließung gefaßt. Die Sozialdemo- lratea erklären, daß die Aufgabe des Sejms vor allem darin besteht. daS Verhältnis der Volksvertretung zum gegenwärtige« Regierungssystem zu klären. Die SV,» zialdemokrateu seien weiterhin der Auffasiung. daß die Liquidierung des gegenwärtig herrschen» den Systems den einzigen Ausweg ans dieser Lage bil» det. Diese Liquidierung müsse vom Parlament eingeleitet werden durch die Fasiung eines Beschlusies, in dem von der Regierung Switalski der Rücktritt verlaugt wird. Schroffe Absage an die„Oberften'ORegierung. Warschau, 14. September. Die Führer der polnische« Links- und Mittelparteien hielten heute eine g e m ei« s a m e S i tz u n g ab. in der sie die Einladung des Ministerpräsidenten Switalski zu einer Aussprache zwischen den Fraktionsführeru und der Regie» rung unter Teilnahme des Marschalls Pilsndskl eia» stimmig ablehnten. Das einzige Qrgau des Sejms sei während der Vertagung der Session der S e j m m a r» schall lParlameutsPräsideat, der Sozialist Daszya» s k i. Red. d...v."). Die Regierung möge also znuächst elue außerordentliche Session des Parlaments ein» berufe», um die von ihr gewünschte Berbesiernng der Bndgetarbelten zur Debatte zu stellen. Der Sejmmarschall hat deu Minlsterpräsidente« von dieser Erklärung sofort unterrichtet. Nachdem vor kurzem auch die Nationaldemokraten im gleichen Sinne Stellung genommen haben, muß dieser letzte Versuch der Regierung, zu einer Verständigung mit der Parlaments» «ehrheit zu gelangen, jetzt als gescheitert gelten. llnverfchämiheit der Landvölkler. Allona. 14. September. Nachdem in einer Pressebesprechung am Sonnabend der Altonaer Polizeipräsident Eggerstedt erklärt hotte, aus den Gestand- nissen der in Verbindung mit den Bombenafsären Verhafteten sei zweifellos zu folgern, daß die L a n d o o l k f ü h r e r die Auf- traggeber seien, bracht« der V e r l a g der Zeitung„Das Landvolk"' einen Anschlag an, in dem der Polizeipräsident als„e i n ganz gemeinerLügner' bezeichnet wird, wenn er mit diesen Landvolkführern Wilhelm Hcmpkens und Johann Kühl gemeint habe. Den Leuten scheint der Kamm noch sehr geschwollen zu sein. Er wird jedoch sicher bald abschwellen, nachdem auf Grund der Geständ- nisse bereits weitere Landoölkler als Beteiligte an den Bombenanschlägen hinter Schloß und Riegel gebracht wunden. Die Dersippung der Verschwörer. München, 14. September.(Eigenbericht.) Wie die Dementis aus dem Hitlerlager behaupten, hat keiner der im Zusammenhang mit den Bombenattentätern Der- hafteten jemals mit der nationalsozialistischen Bewegung etwas zu tun gehabt. Wie versippt sie aber in Wirklichkeit miteinander sind, dafür zwei Beispiele aus der jüngsten Zeit. Nach übereinstimmen- den Pressemeldungen trat der Derhaftete Hans Gerd T« ch o w. der Mitschuldige am Rathenau-Mord, auf dem nationalsozialistischen Parteitag in Nürnberg als Hundertschaftsführer aus. Ferner fand Mitte Juni dieses Jahres unter Leitung des verhafteten Werner Laß das Treffen der Freischar Schill statt, auf dem auch prominente Funktionäre der Münchener Hitlerbewegung Reden hielten. Im Anschluß daran fand eine gemeinsam« Beratung der Führer der Freischar Schill, des Dertreters der sogenannten Hitler-Iugend und des Chefredakteurs Rosenberg vom„Völkischen Beobachter" statt, die das Ziel hatte, den natipnalsozialistifch-bündischen Gesolgschafts- bund zu schassen. Darüber hat das Hillerblall am 18. Juni d. I. ausführlich berichtet. In diesem Zusammenhang oerdient auch ver- merkt zu werden, daß der S ch e i de m a n n- A t t« n t ä t e r H u st« r t jetzt bei Hitler a n g e st e l l t ist. pilsudski überstürzt zurückgekehrt. Marschau, 14. September. Freitag nachmittag ist— unangemeldet und rascher als vermutet— Marschall P i ls u d s k I in Warschau eingetroffen. Er halle noch in den Abendstunden ein« Beratung mit dem Ministerpräsidenten Major Switalski und dem Leiter des Finanzministeriums Oberst Matuszewski. Auch die Konservativen verlassen das sinkende Schiff Marschau. 14. September. Im Palast des Fürsten Radziwlll fand gestern ein« Be- ratung führender konservativer Politiker statt. Wie„ABC." meldet, hat stch nach dieser Konferenz das Gerücht von dem bevor» stehenden Rücktritt des Londmirtschaftsministers Niezabytowsti. de» Vertrauensmanns der Konservativen in der gegenwärtigen polnischen Regierung, verbreitet. Sollt» sich da» De- nicht bewahrheiten, ß> würde dies auf Unsttimmgkeuen zwischen dem Pilsudski-Lager und dem polnischen Großgrundbesitz hindeuten. Ukrainischer Bombenatientäter verhastet? Marschau, 14. September. Wie„ABE." an» Lemberg meldet, ist e» der dortigen polltischen Polizei gelungen, die Organisation aussindig zu machen, die die letzten Bombenanschläge in Lemberg oeranlaßt hat. Wie das nationaldemotratisch« Blatt behauptet, ist es die sogenannt« ukrainische Militärorganisation. Gestern abend wurde in der Näh« des Lyczatowski-Friedhofs«in Haus, in dem Mitglieder dieser Organisation tagten, von der Polizei umstellt und befetzt. Zehn junge Ukrainer sind verhaltet worden, unter ihnen angeblich auch jener Unbekannt«, der letzthin in der Garderobe des Lemberger Bahnhofs einen Handkosser mit Brandbomben de- paniert halle. Di« Untersuchung dauert noch an. Reue und alte Kämpfe. Ilm Republik und Sozialpolitik. Die„Deutsche Zeitung" hat uns belehrt, daß das„Volks- begehren" der Hitler-Hugenberg-Seldte nur den ersten Teil eines Feldzugsplanes darstelle, der im übrigen geheim sei. So ist es denn wohl auch„Landes- verrat", wenn man hinter dieses Geheimnis zu kommen ver- sucht, und wir würden uns schwer hüten, etwas davon zu verraten, wenn uns nicht eine so unbedingt„national zuver- lässige" Persönlichkeit wie Herr Goebbels auf diesem Wege vorangegangen wäre. Herr Goebbels, der Statthaller Hitlers in Berlin, hat nämlich erklärt, daß das Volksbegehren weiter nichts sei als die Einleitung einer„n a t i o- n a l e n R e v o lu t i o n", und er hat— weil er ein Mann ist. der Deutlichkeit liebt— in diesem Zusammenhang nicht nur von„Revolution", sondern auch von„Aufruhr" und „A u f st a n d" geredet. Unter diesen Umständen wird es schwer sein, zu be- haupten, daß zwischen dem Volksbegehren der Hitler-Hugen- berg-Seldte und der eben glücklich aufgedeckten Bomben- Verschwörung jede verbindende Linie fehlt. Ohne weiteres darf man den Herren glauben, daß sie mit den Streichen der Nickels und Genossen sehr unzufrieden sind, und da war es wieder der besagte Herr Goebbels, der den Nagel auf den Kopf traf, wenn er erklärte, er und seine Freunde würden sich mit solchen Kleinigkeiten niemals ab- geben, wenn er sich über die benutzten Margarinekisten sehr geringschätzig aussprach und wenn er versicherte:„Wenn w i r dereinst Sprengungen vornehmen— die Garantie gebe ich Ihnen— dann sehen dieselben ganz anders aus." Das Hitler-Hugenberg-Seldtesche Volksbegehren ist also nach der Absicht wenigstens eines Teiles seiner Urheber, nur das legale Vorspiet einer illegalen Aktion größten Stils. I�de Stimme, die dafür abgegeben wird, bedeutet eine E r- m u t i g u n g zu dieser Aktion. Das mag sich das verehrte Spießbürgertum, das gern unter dem bekränzten Bilde Bismarcks sein Bier trinkt, im übrigen aber seine Ruhe haben möchte, gesagt sein lassen. Auch wir lieben die Deutlichkeit, und darum möchten wir von vornherein jedes Mißverständnis vermeiden. So sehr wir entschlossen sind, die illegale Fortsetzung dieser Aktion zu verhindern, so wenig wünschen wir, daß dem legalen Anfang irgend welche Hindernisse in den Weg gelegt werden. Dieser Wunsch ist nicht bei uns vorhanden, sondern bei ganz anderen Leuten. Für sie wäre es ein Gottesgeschenk, wenn das ganze Volksbegehren fürrechtlichunzulässig erklärt werden würde und wenn sie sich mit einem wütenden Geschimpfe auf die Republik aus der Sackgasse zurückziehen könnten, in die sie Herr Hugenberg geführt hat. Es ist das Verdienst Hugenbergs, daß er die Deutsch- nationale Volkspartei wieder auf den Weg der D e s p e r a d o- Politik zurückgebracht hat, den sie unter dem furchtbaren Eindruck der Ermordung Rat Henaus verlassen hatte. Er, den man wie keinen anderen im Lande als den fleisch- gewordenen Kapitalismus bezeichnen kann, hat die in- tim« Verbindung mit der sich„s o z i a l i st i s ch" gebärdenden Hitler-Partei wieder hergestellt und man darf hoffen, daß diese Verbindung beiden Teilen so wohl bekommen wird, wie sie es verdienen. Darum können wir nur wünschen, daß der famose „Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren" recht lange zusammenhalten möge, und daß ihm Gelegenheit gegeben werde zu zeigen, was er kann. Je länger das deutsche Volk Zeit hat, die Leute bei Licht zu betrachten, die sich ihm als die künftigen Diktatoren Deutschlands empfehlen, desto besser ist es für die Demokratie, und je größer die Pleite des Volksbegehrens wird. destofesterwirddieRepublik dastehen. Sollte dann noch Lust vorhanden fein, die legal begonnene Aktion illegal fortzusetzen, jo wird man den Herr- schaften dienen können— und endlich einmal gründlich! » So wäre es für uns und für jeden Anhänger der Republik und des sozialen Fortschritts heut« eine Luft zu leben und zu kämpfen, wenn nicht die Reform der Arbeits- lofenverficherunss schwere Schatten auf das inner- politische Bild würfe! Hier droht eine krisenhafte Zuspitzung. Seit Monaten geht nun dieser Kampf und er drängt zur Entscheidung. Die Sozialdemokratisch« Partei, die in diesem Kampf jeden Fußbreit Boden gegen einen ungeheuren Ansturm ver- teidigt, steht allein. Denn die kommunistischen„Arbeiter- Vertreter" spielen dabei nur die Rolle der Zaungäste und sie brechen stets in ein Iubelgeschrei aus, wenn der Sozial- demokratie eine Niederlage zu drohen scheint. Mag man über die Kampfmethoden der Sozialdemokratie denken wie man will— jeder der sehen kann, sieht, daß sie kämpft. Und jeder, der es mit der Arbeitersache ernst meint, muß ihr in diesem schweren Kampfe Erfolg wünschen. Anders die Kommunisten! Sie, deren Geschäft es ist zu erzählen, daß wir am liebsten über Arbeiterleichen spazieren gehen, genieren sich natürlich auch nicht im min- Gegen das pilfudski-Ztegime. Vorstoß der Opposition unier sozialistischer Kührung. besten, zu behaupten, daß die Sozialdemokratie ihr Vergnügen darin finde, die Unterstützung für die Ärbeitslosen herabzusetzen. Diese Lüge brauchen sie— denn wenn sie zugäben, daß die Sozialdemo- kratie willens ist, die Arbeitslosenversicherung zu verteidi- gen und daß ihr Erfolg in ihrem schweren Abwehrkampfe von ihrer Kraft abhängt, dann würde sich jedem Arbeiter von selbst der Gedanke aufdrängen, daß die Spaltung der politischen Arbeiterbewegung ein Verbrechen an der Arbeiter- klasse ist. Säßen doch nur im Reichstag statt 153 Sozial- demokraten und 64 Kommunisten 207 Sozialdemokraten, dann wäre es um die Arbeitersache besser bestellt! * Indes ist der widerliche Kommunistenspektakel in dieser Situation wahrlich nicht das Entscheidende. Die Entscheidung liegt bei den Mittelparteien. Wollen sie mit der Sozialdemokratie eine Reform der Arbeitslosenversicherung zustande bringen, die die Sozialdemokratie vor ihrem Ge- wissen und vor den Arbeitern vertreten kann— oder wollen sie das totale Scheitern aller Reformoersuche mit allen p o l i- tischen Konsequenzen, die sich daraus ergeben können? Zwischen diesen beiden Möglichkeiten ist«ine dritte nicht gegeben. Denn wenn sich nach links keine Mehrheit bilden läßt, so läßt sich nach rechts erst recht keine bilden. Eine Mehrheit nach rechts ist schon �ür die Reform der Arbeitslosenversicherung unmöglich, für alle anderen Fragen der Innen- und Außenpolitik ist sie es noch mehr. Dies gehört wiederum zu den besonderen Verdiensten des Herrn Hugenberg, daß die Bildung eines Bürgerblocks für absehbare Zeit unmöglich ist. Wo wollten die Mittelparteien hin, wenn sie es zum Bruch trieben? Abgesehen davon, daß sie selber in der Arbeits- losenfrage wiederum sehr verschiedene Ziele verfolgen— glauben sie etwa auf dem Wege über eine Krise leichter zu diesen Zielen gelangen zu können? Es hieße sich einer verhängnisvollen Täuschung hingeben, wenn man annehmen wollte, daß eine Verständigung schon in greifbarer Nähe sei. Man kann vielmehr sagen, nach den Ereignissen der letzten Woche sind die Dinge nur noch schwieriger und verwickelter geworden. Ein Ausweg kann sich nur noch indenVerhandlungender Parteien miteinander ergeben, und nur dann, wenn man sich dazu entschließt, die Reform auf diejenigen Punkte zu beschränken, über die eine Verständigung erreicht werden kann. Von jedem Standpunkte aus, besonders auch von dem der Reichsfinanzen, ist eine„kleine" Reform, die realisierbar ist, bester als eine„große", die in den Wolken hängt. * Bei alledem ist auch zu erwägen, daß es sich iim eine R e f o r m a u f zwei Jahre handelt. Vom Jahre 1932 ab wird sich das Bild des deutschen Arbeitsmarktes ganz wesentlich verändern, da— als Folge des Krieges— der Zustrom der jugendlichen Kräfte nachlassen wird. Das be- deutet eine Verringerung des Angebots und eine Verminde- rung der Summen, die dann für die Unterstützung von Arbeitslosen notwendig sein werden. Dann wird eine neue Reform, eine Reform zum Bessern, fällig. Es handelt sich also jetzt um nicht mehr als um e i n zweijähriges Uebergangsstadium. Man sollte uberlegen, ob es staatspolitisch klug ist, wegen der Regelung dieses Usbergangsstadiums die Arbeiterschaft aufs tieffte zu beunruhigen und alles aufs Spiel zu setzen. Der Staat, die Deutsche Republik, ruht auf den Schultern der Arbeiter. Die deutschen Arbeiter in ihrer großen Masse stehen zur Republik, sie verlangen von ihr keine Wunder, sondern nur, daß sie ihnen den Weg zu einer besseren Zukunft offen- hält. Die Bombenleger vom„Landvolk" und die Narren des Volksbegehrens sind ein lächerliches Nichts, solange ihnen die Masse der deutschen Arbeiter geschlossen gegenübersteht. Kommen Zweifel und Schwanken in diese Masse, so werden jene aus einem Nichts zu einer ungeheuren Gefahr. Nur wenn dies alles wohl überlegt wird, wird ein Aus- weg aus der heillos verfahrenen Situation ge» funden werden, die um die Frage der Arbeitslofenverfiche- rung entstanden ist. Die SieNung des Zentrums. Beschluß der Zentrumsfraktion zur Arbeitslosenversicherung Koblenz, 14. September. Die Reichstagsfraktion des Zentrums trat am Sonnabend in Koblenz zu einer Sitzung zusammen, an der auch Mitglieder des Parteioorstandes, der preußischen Land- tagsfraktion und der rheinischen und örtlichen Zentrums. fraktionen teilnahmen. Prälat Kaas, der Vorsitzende der Gesamt- parte!, wies zu Beginn der Sitzung auf die Bedeutung der Be- ratungen im Hinblick auf die kommenden Verhandlungen im Winter hin. Erster Beratungspunkt war die Reform der Arbeits- iosenversicherung. Nach längerer Aussprache wurde ein- stimmig folgender Beschluß gefaßt: „Mit der Herausnahme der bisher unerledigt gebliebenen Fragen aus der Vorlage betreffend Reform der Arbeitslosen- Versicherung und deren Zusammenfastung in einem befristeten S o n d e r g e s e tz ist die Fraktion trotz schwerster Bedenken gegen die einzelnen Vorschläge einverstanden unter der Voraussetzung, daß die Balancierung der Versicherung nach ihrem nor- malen Jahresbedarf aus eigenen Mitteln mö gl ich st sichergestellt und die sofortige Regelung der gesamten Fragen erreicht wird. Montag �eichsrat. Abschluß der Besprechungen zwischen Reichs- und Lander- Vertretern über die Arbeitslosenversicherung. Amtlich wird mitgeteilt: Die Besprechungen derReichsregie- r n n g mit den Vertretern der deutschen Länder zur Vorbereitung der endgültigen Beschlußfassung des Reichsrates über die Re- form der Arbeitslosenversicherung wurden gestern vormittag in der Reichskanzlei unter Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Pünder zu End« geführt. Die Ausschüsse des Reichsrates und fein Plenum treten minmehr zu ihren abschließenden Sitzungen am kommenden M o n t a g nachmittag zusammen. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reistages wird am kommenden Donnerstag seine Beratungen über eie Reform der Arbeitslosenversicherung wieder aufnehmen. Das Plenum des Reichstages dürfte sich mit der gleichen Angelegenheit IN den letzten Tagen des laufenden Monats befassen. Lustiz und presse. Aussprache zwischen Richtern und Journalisten auf dem Richieriag. E. K. Köln, 14. September.(Eigenbericht.) Der zweite Tag der Verhandlungen des Deutschen Richtertages brachte mit dem Thema„3 u st i z und Presse" Höhepunkt und Abschluß. Es ist ein Verdienst des scheidenden Vorsitzenden Reichart, diese Aussprach« zwischen Vertretern der Presse und des Richter- berufes zustandegebracht zu haben. Sie war sehr ergiebig und wertvoll. Zuerst sprach Landgerichtsdirektor Winkler(Breslau) über die Tätigkeit und den Zweck der Justizpressestelle. In erfreulicher Weise hob der Redner den Wert der öffentlichen Kritik hervor. Selbst wenn diese übertrieben sei, so könne man doch mit- unter auch aus einem Zerrspiegel durch die Vergrößerung Schön- heitsfehler kennen lernen. Gewiß sei die Preste kein Aufsichtsorgan der Justiz, aber das Volk habe ein Recht darauf, das walten seiner Justiz kennen zu lernen und sich ein Urteil darüber zu bilden. Der Redner warnte die Richter vor übergroßer Empfindlichkeit gegen die Kritik. Die Kritik sei durchaus«ine Notwendigkeit und habe Berechtigung, solang« sie sich im Rahmen der Sachlichkeit und der subjektiven Ehrlichkeit halte. Etwas anderes sei natürlich Kritik aus reiner Gehässigkeit. Er warnte auch vor der Methode, die Presse mit preßgesetzlichen Berichtigungen zu bombardieren und hob hervor, daß er nicht einen einzigen Fall erlebt habe, wo ihm di« Presse die Aufnahme einer zwanglosen Richtigstellung abgelehnt habe. Nichts sei verkehrter, als der Standpunkt: Das geht Sie nichts an. Man müst« im Gegenteil die Preste in dos Räderwerk der Justiz hineinsehen lassen und sie auch durch Nachrichtenübermittlung unterstützen. Auch die Bildberichterstattung müsse zugelasten werden, soweit sie ohne Störung der Verhandlung vor sich geh«. Am Schluß wandt« sich der Redner gegen eine gewisse Sensations- presse, die die Justiztragödien in ungehöriger Weise ausschlachte, wie das beim Krantz- und Husmann-Prozeß geschehen ist. Aber Zwangs- maßnahmen seien nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich. Durch ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten von Justiz und Presse müsse sich die Besserung ergeben. Alsdann sprach als Journalist Dr. Feder. Er behandelte zu- nächst die Presse als Objekt der Justiz und sodann die Justiz als Objekt der Presse. Zum ersten Punkte übt« er Kritik an dem Fortbestand des§ 17 des Pressegesetzes sowie an der falschen Aus- legung, di« das Reichsgericht dem§ 193 zuteil werden lasse. Danach sei der Journalist straffrei, der sein« eigenen persönlichen Interessen vertrete, bestrast aber würde der, der uneigennützig für die Jnter- essen der Allgemeinheit eintritt. Der Redner wandte sich dagegen, daß in Iuristenkreisen die Arbeit des Journalisten als leichtsinnig und oberflächlich angesehen wird. Der Journalist arbeite mit derselben Gewissenhaftigkeit wie der Richter, aber mit anderen Mitteln und unter anderen Um- ständen. Der Redner bemerkte unter Heiterkeit: Der Richter hat das Interessante, langweilig zu machen. Der Journalist hat das Langweilige interessant zu machen. Er schilderte die Bedeutung der Presse als Rechtslehrer, als Rechtsbildner und als Rechtskritiker. Der Einfluß der Presse auf die Rechtsbildung zeige sich in manchen Reformen, beispielsweise in dem oerbesserten Republikfchutz, der auf die öffentllche Kritik ge- mm-mmmmmmmmmmmmm wisser Urteile zurückzuführen ist. Ferner in der praktisch durch- geführten Abschaffung der Todesstrafe sowie in der Eindämmung der Eidesseuche. Die Presse betätige sich rechtsbildend, denn sie gebe einem Wandel der Volksanschauung zunächst Ausdruck. Auch die Kritik der Presse könne nicht entbehrt werden. Sie dürfe nicht erst einsetzen nach Rechtskraft des Urteils, wie aus Richterkreisen gefordert wird; als Beispiel, daß Kritik bisweilen schon an der Untersuchung möglich sei, führte der Redner den Fall Schröder» Magdeburg an. In diesem Zusammenhang berührte er auch d l e Vertrauenskrise. Sie hänge zusammen mit der politstchen Wandlung, mit dem Ausstieg vormals oppositioneller Schichten zur Regierung. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich früher die Justiz der staatlichen Autorität unterordnete, ist geschwunden. Die Vertrauenskrise wird ihrerseits verschwinden, wenn die Justiz keinen Staat im Staat bildet, sondern wenn sie eine Funktion des Staates ist, wie sie es sein soll. Der Redner verwies auf einen Ausspruch der deutschen Richter- zeitung vom 1. Dezember 1918, in dem die Richterschaft sich auf den Boden der neuen Staatsform stellt. Wenn diese Auffassung in der Justiz durchdringt, dann wird eine der wesentlichen Quellen der Kritik versiegen. Am Beispiel Rußlands, Italiens und Spaniens zeigte der Redner, daß in allen Ländern, die die Pressefreiheit ab- geschafft haben, auch die richterliche Unabhängigkeit beseitigt worden ist. Frei« Presse und unabhängige Justiz sind also keine Gegensätze, sondern sie gehören entwicklungsgeschichtlich zusammen, wie sie ja beide Forderungen der Revolution von 1848 bereits gewesen sind. Die Rede fand bemerkenswert starken Beifall. Als dritter Redner.sprach Professor D o v i f a t. Er unterstrich, daß eine objektive Berichterstattung nicht möglich ist, aber eine subjektive Berichterstattung ist gut, wenn sie subjektiv wahrhaftig ist. Nicht der frühere justizossiziöse Gerichtsbericht kann mehr als das Ideal unserer Zeit sein, sondern der subjektiv kritische Bericht, wie chn der verstorbene Sling zur höchsten Meisterschaft erhoben hat. In der Debatte, an der unter anderen auch Professor Aschaffenburg, Landgerichtsdirektor Weigert, Ministerial- rat Wirth und Gerichtsassessor Fräulein Dr. Münk teilnahmen, stand namentlich das Problem der Sensationspresse und der sensationellen Berichterstattung im Vordergründe. Rechtsanwalt Altertum. Berlin, polemisierte gegen das Bestreben gewisser Anwälte, durch sensationell« Prozeßberichte für sich Reklame zu machen. Wenn auch im einzelnen die Meinungen über Benach- i richtigung der Presse, Zulassung der Bildberichterstattung usw. aus- einandergehen, so wären doch olle Redner einig in dem Wunsch eines gedeihlichen Zusammenarbeitens zwischen Justiz und Press«, Besondere Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Die Tagung schloß mit einer Ovation für den bisherige« Lo-r� sitzenden, Senatspräsident Dr. Reichert, der wogen Ueberalterung aus seinem Richteramt ausscheidet und deshalb auch seinen Dorsitz niederlegt. Zu feinem Nachfolger ist von der Bertreterversammlünjv wie man erfuhr, Reichsgerichtsrat Linz gewählt worden. Nach dem gestrigen Referat des Herrn Linz, über das wir bereits berichtet haben, kann dieser Vorstandswechsel nicht ohne Bedauern aufgenommen werden. r.-A v->.■ vi i■ -v- r~: Abzug der Engländer. Zwei Regimenter aus Wiesbaden bilden den Anfang. London. 14. September. Der Amtliche Britische Funkdienst meldet: Heute be- gann mit dem Abtransportz tne ier Regimenter aus Wiesbaden der Abzug der britischen Rhein- armee._ Begeisterung und Einigkeit! Hugenberg-Bolksbegehren im Zeichen der Pleite. Der Druck des Volksbegehrens der Hitler, Hugen- berg und Seldte lastet auf der Deutschnationalen Volks- partei. Die deutschnationale Presse bietet ein seltsames Bild. Die Hugenberg-Preffe markiert nur noch Agitation. Die „Deutsche Tageszeitung" hat in wenig Zeilen die Ablehnung des Paragraphen 4 durch den Reichslandbund konstatiert und ist sodann in tiefes Schweigen zurückgefallen. Die „Deutsche Zeitung" betreibt ausgesprochene Defensive statt Offensive, und die übrigen Blätter mahnen und äußern Besorgnisse. Die„K r e u z z e i t u n g" schreibt: „Nun ist es ohne weiteres klar, daß der Weg des Volks- begehren«, wie auch aus der beigefügten Erklärung des„Deutschen Sieckes" hervorgeht, an sich schon Mängel und Nachteile enthält... Es ist zu begrüßen, wenn der Reichslandbund und die Nationale Bauernpartei ihre ablehnende Haltung gegen den Z 4, der die Bestrafung des Reichskanzlers und der Minister für den Fall der Uebernahme neuer auf der Ztriegsschuldlüge beruhender Lasten fordert, nicht auf dos ganze Volksbegehren ausdehnen wollen. Es wäre freilich zu wünschen, daß diese Differenz innerhalb des Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren möglichst bald ausgeglichen würde." Der„R e i ch s b o t e" nennt den Widerspruch des Land- bundes ein böses Omen, er stellt fest, daß der Entwurf propagandistisch unglücklich sei, und daß unter der unglücklichen Formulierung die Zugkraft leide. Es ist der ausgesprochene Defätismus! Kundgebung der Uneinigkeit. Am Dienstag will der Reichsausfchuß für das Volks- begehren eine Kundgebung im Berliner Sportpalast ver- anftalten. Alle sind dabei, aber die National- f o z i a l i st e n n i ch t. Was ists mit Herrn Goebbels? Hat man ihn nicht eingeladen, oder hat er selbst bestens gedankt, wie seinerzeit bei der Kundgebung im Stadion? Damals erklärte er: „Wir sprechen den Parteien das Recht ab, der Kriegsschuldlüge entgegenzutreten. Die Bewegung der NSDAP, hat keine Lust, sich vor den Todeskarren der bürgerlich-oerwesenden Parteien zu spannen." Womit er die Deutschnationalen meinte, mit denen er jetzt im Reichsausschuß sitzt. Die Haager Ausschüsse. Zusammentritt am Montag in Paris. Die lm Haag vorgeseheneu Ausschüsse für die Regeluag fimrw. zieller Fragen au» dem Aoung-Plan, und zwar der Ausschuß für die Liquidierung der Vergangenheit und die Uebergcmg» maß nahmen sowie der Sachlleserungsaussthuß, werden am!ll ontag, dem 1ö. September, in pari» ihre Arbeit aufnehmen. Die deutsche Delegation begibt sich unter Leitung de» Vlinislerialdtrektor» Sora heule nach Paris. Bevorstehende(Saarverhandlungen. Die Arbeiterschaft muß vertreten sein! Die Abreise der deutschen Saardelegation ist nicht vor Ende nächster Woche zu erwarten. Möglicherweis« tritt noch eine weitere Verzögerung ein, da auf französtscher Seite an- scheinend keine besondere Eile für notwendig erachtet wird. Der Vertretung der Saarbevölkerung, dem Saarausschuß, wird noch o o r der Abreise der deutschen Delegation Gelegenheit zu einer Aussprache mit dem Führer der Delegation, Staatssekretär a. D. von S i m s o n, gegeben werden. Die in dem amtlichen Kommu- niqu« über die Ernennung der deutschen Delegation erklärte Bereit- Willigkeit zur Zuziehung von Sachverständigen aus, dem Soarrevier selbst genügt nach der Ansicht der Arbeiter. schaft nicht. Die Sozialdemokratische Partei und die. freien Gewerk- schaften fordern, dohmdie deutsche Abordnung von vorn- herein durch einige Sachverständige, selbstverständlich auch aus den Kreisen der Arbeiterschaft, ergänzt wird. Saarbesprechung vorerst in Berlin. Saarbrücken, 14. September.(Eigenbericht.) Die Zentrumspartei, die Sozialdemokratische Partei und die Saarländische Volkspartei(Vereinigte Liberale und Demo» traten) des Saargebietes haben bei dem Auswärtigen Amt in Berlin eine Sitzung des Saara uss ch-u sses mit der deuts ch'e n S a a r d e l e g a t i on für die Pariser Verhandlungen beantragt. Die Sitzung soll vor der Abreise der deutschen Delegation statt- finden. Außerdem haben die genannten Parteien einen gemein» s a m e n V o r s ch l a g für ein Sachverstöndigengremium, das der deutschen Delegation für Pari» aus Kreisen der Saarbevölkerung teigegeben werden soll, unterbreitet. Anklage gegen Oppen. Oer Femebeschüher kommt vor Gericht. Die Oeffentlichkeit hat sich wiederholt mit den schweren Be- schimpsungen beschästigt, die der Rittmeister a. D. v. Oppen, bekannt ans den Femeprozessen, gegen die preußische Regierung geschleudert hat. Oppen hatte u. a die Ablehnung des Gesuches der Mutter des verurteilten Oberleutnants Fuhrmann, ihrem Sohn Strafurlaub zu geben, ein«„viehische G e in e i n h e i t" genannt. Wegen dieser Beleidigung ist nunmehr vom Generaistaatsanwalt gegen den Rittmeister a. D. o. Oppen Anklage erhoben worden. Heimwehr und Gelbe. Protest der christlichsozialen Arbeiter. Wlea. 14. September. Der chrlstllchsoziale Gewerkschaftsführer Abg. Leopold Sun- f ch a k hat einen Vorstoß gegen die Heimwehren unternommen. Auf der von ihm geleiteten Reichslaguag der christlichen Gewerkschaften wurde eine Entschließung angenommen, die sich formell allerdings nicht so sehr gegen die Heimwehren als gegen die mit den heim- wehren zusammenhängenden.unabhängigen Gewerkschaften"(Gel. den) richtet. Die betressende Stelle der Entschlleßnng lautet: .Die Reichslagung erblickt in der vom Großonterneh- mertum gegründeten und von einzelnen heimwehrgrvv- pen, besonders von der steiermärkischea Richtung, ge- förderten sogenannten unabhängigen Gewerkschaft eine VerfSl- schung des von den christlichen Arbeitern und Angestellten ver- tretenen Sewerkschaftsideals. eine Gefährdung des Wesen» nnd der Ziele der Gewerkschaftsbewegung." s Die christlichen Gewerkschaften nehmen hier den bisher nur von den Sozialdemokraten erhobenen Vorwurf aus� der die.unabhängigen Gewerkschaften" al» Gelbe kennzeichnet. Die christlichen Ge- werkschaften haben durch die Pressung von etwa 2000 ober steierischen Arbeitern der vöhlerwerke und der Alpiaea woatangesellschaft. deren Herr der relchsdeulsche Stahlwerksverbaad ist, in die heimwehr und den gelben verband verloren. Die alte Geschichte! Mostau-Berlin-Tkanking. Man wollte die deutschen Konsuln gar nicht angreifen... Offiziös wird folgende Mitteilung herausgegeben: Das Außenkommifsariat d�r Sowjetregierung hat eine weiter« Verbalnote über den Schutz der Sowjetbürger in China am 13. dieses Monats an die deutsche Botschaft in Moskau gerichtet. Die Note ist eine Erwiderung auf die deutsche Verbalnote vom 9. dieses Monats, die ihrerseits«ine Antwort auf die rusiische Not« vom 6. dieses Monats darstellt. In der Verbalnote vom 13. dieses Monats wird die Note vom 6. dieses Monats dahin ausgelegt, daß sie nicht Angriffe gegen die deutschen Konsulate in China enthalten sollte, sondern lediglich den Zweck verfolgte, die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf die äußerst schwierige Lage der Sowjetbürger in China und die ungenügenden tatsächlichen Ergebnisse der Jnterventionstätigkeit des deutschen Konsulats in Charbin hinzulenken. Mit der Verbalnote überreicht die Sowjetregierung eine Liste von Gewalttätig» leiten und Grausamkeiten der Chinesen, erklärt, daß die Repressalien gegen bestimmte Kategorien chinesischer Bürger in Rußland schon vor dem Eintreffen der deutschen Verbalnote b e s'ch l o s s e n waren und bittet am Schluß um Nachrichten über die Ursachen der Verhaftungen und Verfolgungen Tausender von Sowjetbürgern. Eine Fortsetzung des Notenwechsels mit der rufsi. schen Regierung ist deutscherseits nicht beabsichtigt. « Die deutsche Regierung hat in der Tat keinen Anlaß, diese Polemik fortzusetzen, nachdem die Sowjetregierung einen f ö r in- lichen Rückzug angetreten hat. Daß die Sowjet presse fortfahren wird, im Austrage und mit Billigung der amtlichen Stelle», gegen die deutschen Konsuln zu Hetzen, ist selbstverständlich, aber dagegen läßt sich nichts machen: man hat es eben mit einer Regierung zu tun, die andere Begriffe von diplomatischer Loyalität und Anstand schlechthin huldigt als die übrigen Menschen, und das muß man nun einmal in den Kauf nehmen, wenn man mit Bolsche- wisten internationalen Verkehr pflegt. Interessant wäre die Veröffmtlichung der uns übersandten Greuelliste. Die deutsche Verbalnote enthält verschiedene Fest- stellungen, qus denen sich ergab, daß diese Meldungen, wenigstens zum! Teil, frei erfunden sein mußten, da die als Quelle an- gegebenen Taß-Korrefpondentm in der Mandschurei gar nicht e x i st i e r e n. Bemerkenswert ist jedenfalls, daß Sowjetruß'qnid bereits zu Repressalien gegriffen hat und an ihnen f e st z u- halten gedenkt, obwohl die Reichsregierung, die auch den Schutz der Chinesen in der Sowjetunion übernommen hat, gebeten hatte, davon abzusehen, um die Spannung nicht zu verschärfen. Es fragt sich unter solchen Umständen immer mehr, ob es für Deutschland einen Zweck hat, eine Schutzmission weiter zu über- nehmen, bei. der es sich auf die Dauer nur mit beiden Teilen verderben kann. Rußland lehnt die chinesischen Dorschläge ab. Wie aus Moskau gemeldet wird, fand am Sonnabend unter dem Vorsitz von R y k o w ein« Sitzung des Rates der Volkskommissar« statt, in der der stellvertretende Außenkommissar L itwino w über die Beziehungen zu China berichtete. Er erNärte, daß die Sowjet- regierung n i ch t i m st a n d e sei, die letzten chinesischen Vorschläge, die am 11. September durch die deutsche Botschaft übermittelt wurden, anzunehmen. Di« Sowjetregierung verlange sofortige Wiederher st ellung des Status quo an der chinesischen Ostbahn. Die Antwortnote Rußlands werde am Sonntag durch die deutsch« Botschaft der chinesischen Rcg>«vung übermittelt werden. Die mili- tärischen Maßnahmen, die die Sowjctregierung gegen China ergriffen habe, blieben bis auf weiteres in Kraft. Der Oberbefehlshaber der sowjetrussischen Truppen, Blücher, meldet, daß in den letzten 24 Stunden die chinesischen Truppen an der russisch-chinesischen Grenze sehr stark zusammengezogen worden seien, und daß die Chinesen den Banden kamps der weiß. russischen Verbände gegen die Sowjetunion unterstützen. Mussolini redei. Du sollst nur einen Götzen anbeten... Mussolini hat nach langer Zeit wieder«ine große inner- politische Rede gehalten, die diesmal kein« langatmigen statisti- ichen Angaben über die Leistungen des Faschismus auf allen mög- lichen Gebieten enthielt, sondern vor allem die übliche Feststellung. daß das faschistische Regime sich in dem letzten Jahre werter befestigt Hab«. In diesem Sinn« erläuterte er die vor wenigen Tagen über» raschend erfolgte Besörderung von mehreren Unterstaatssekretären zu Ministern auf Posten, die er bisher selber bekleidet hatte. Ferner kündigte er an. daß Staatsrat, Miliz, Rechnungshof. Staatsanwalt- schaft und Polizei künftig unmittelbar ihm unterstellt würden. Di« faschistischen Parteisekretär« würden fortan durch königliches Dekret ernannt, also Staatsbeamte werden. Zum Schluß wandt« er sich gegen die„G ö tz e n a n b« t e r' der Demokratie, die die Dittawr oerabfcheuen. Die neu« Götzen- anbetung seiner geheiligten Person erscheint ihm dagegen«in« Selbst- Verständlichkeit. Zu Zpsenhausen bestand eine kommunistische Stadt« verordnetenfrattion von 1 Mann. Diese spaltete sich. Beide Teile beschuldigten sich gegenseitig nicht nur de< schändlichsten Klassenverrats, sondern sogar auch der geheimen Hinneigung zur SPD. Da jedoch nach einiger Zeit beide der Sozialdemokra« tischen Partei beitraten, erledigte sich diese ganze An« gelegenheit von selbst. Völkerbund und Haager Gericht. Amerika ist beigeireten. W. Schw. Genf, 14. September.(Eigenbericht.) Die Völkerbundsversammlung nahm heute deballe- los unter großem Beifall den Vertragsentwurf mit A m e r ila an üb« den Vettrill zum Internationalen T e- r i ch t s h o f und schuf damit«inen Präzedenzfall für den Beitritt der anderen dem Völk«buNid noch nicht angehörenden Staaten. Bei d« Beratung der neuen Gerichtsverfassung gab es ein« Kampfabstimmung über di« für das Richteramt erford«- lichen Eigenschaften: Die Richter sollen nicht nur englisch oder französisch verstehen und eine der beiden Sprachen sprechen, sondern auch eine„anerkannte praktische Erfahrung" haben. Die darin liegende Bevorzugung der Praktiker wurde von fünfzehn Delegierten, namentlich Neinerer Staaten, aus allen Weltteilen be- kämpft, aber von einer Mehrheit, unter dem sich auch die deutsche, englische und französische Stimm« befand, geschlagen. Das Richter- geholt wurde ab 1931 auf 7(5 000 M., da» des Präsidenten des Welt. gcrichtshofes auf 100 000 M. jährlich festgesetzt. Teufelsadvokaten als Weltrichter? W. Schw. Genf. 14. September.(Eigenbericht.) Während im nächsten Jahr« das Gesamtrichterkollegium neu zu wählen ist, müssen diesmal für die kürzlich verstorbenen Richter Weiß (Franzose) und Lord Henley(Engländer) Ersatzwahlen stattfinden. Es ist eine ausgemachte Sache, daß wieder ein fran- zösischer und englischer Jurist gewählt wird. Wenn auch die dies- malige Wahl nur bis zum nächsten Jahre, bis zum Ablauf der neunjährigen Amtsperiod« ihrer Äorgänger gilt, so ist es nicht weniger selbstverständlich, daß sie einmal ernannt, im nächsten Jahre wieder gewählt werden. Daher wird über diese beiden Sitze diesmal für«in ganzes Jahrzehnt entschieden. Und die Frage, w« r Weltrichter werden soll, ist so bedeutsam wie nur je, denn neben allen organisatorischen Maßnahmen ist entscheidend wichtig, welche Per- sönlichkeiten das höchste Richtemmt in der Welt ausüben sollen. Rechtsstreitigkeiten zwischen den Staaten zu entscheiden und an den Völkerbund Gutachten über die Tragweite und den Sinn inter- nationaler Verträge zu erstatten. Als französischer und englischer Favorit für dieses Richteramt werden di« beiden Rechtsberater der auswärtigen Aemter m Pans und London genannt: Fromageot und Sir Cecil Hurst, deren Namen so gut wie der ihres deutschen Kollegen Gaus der breiten Oeffentlichkeit bekannt geworden sind, da sie es waren, die die politischen Verhandlungen der Staatsmänner in die juristische Form der Verträge von London, Locorno und dem Haag gegossen haben. Gegen ihre Kandidatur erhebt nun im„Journal de Geneve" William Martin einen aussehenerregenden An- griff mit der Frage:„Will man den Weltgerichtshof schwächen?" Er wies darauf hin, daß Hurst seit 1902 und Fromageot seit unge- fähr dem gleichen Zeitpunkt, seit mehr als 25 Jahren also, die Auf- gäbe gehabt haben, für die Äußenholitik ihrer Großmacht«in« juristisch formuliert« Rechtfertigung zu finden.„2Zon einem internationalen Richter aber muß man genau das Umgekehrte verlangen, nämlich die Fähigkeit, von ihren politischen Ueberlegungen abzu- sehen und nur nach dem Rechte zu suchen." Di« beiden Kandidaten hätten an den meisten europäischen Verträgen der letzten Jahrzehnt« mitgearbeitet: Wo bliebe da ihr« Unbefangenheit gegenüber Streitigkeiten, die aus der Auslegung ihrer Verträge entstehen? Dieser Kampfruf für di« g e i st i g e Unabhängigkeit der Kdmödienhaus. „Gcribbys Suppcn sind die besten.* Bon Berfil. Eine amerikanifch« MMiardärstochter geht ihrem Papa durch und verheiratet sich trotzdem nicht. Dieser durch Suppenextrakt und Schwankextrakt zustandekoemnend« Effekt wurde viel belacht, dt. H, internationalen Richter hat in pazifistischen Kreisen, aber auch viel- fach darüber hinaus, instinktive Zustimmung gefunden. Man fürchtet für die Reinheit der Rechtsfindutig und wünscht deshalb den Welt- gerichtshof aus Professoren, aus reinen Seelen, zusammen- gesetzt. Aber es bandelt sich keineswegs darum, nun an die Stelle der Weisen des Völkerrechtes die Zldookaten der Regierungen— das beißt also der verschiedenen Teufel— zu setzen. Die Frage ist nur die. ob durch die Ernennung von zwei oder drei Justitiaren großer auswärtiger Aemter die A u t o r i t ä t des Gerichtshofes vor den Regierungen gestärkt oder geschwächt wird. Stellt man die Frage so, dann erscheint uns die Neigung der großen Regie- rungen, ihre Streitsragen vor dem Weltgerichtshas erledigen zu lassen, der Schiedspslicht nicht nur theoretisch zuzustimmen, sondern sie auch praktisch anzuwenden, nur gesteigert zu sein, wenn gerade sie darauf rechnen können, innerhalb des Gerichtshofes nicht nur auf Theoretiker, sondern auch auf Praktiker der völkerrechtlichen Kämpfe zu stoßen. Die englische Rechtspraxis zeigt zudem, daß hervorragende Anwälte meist sich als gute Richter in den höchsten Stellen bewähren. Außerdem werden gerade Männer, di« als Be- rater der Regierung feit einem Jahrzehnt neues Völkerrecht schaffen, vielleicht doch eher willens und mutig genug sein, die Rechtsprechung des Gerichtshofes auszudehnen und neues Rocht zu schaffen, als solche, deren Beruf und Schulung es mit sich bringt, daß sie eher geltendes Recht interpretieren. Nicht ein Gerichtshof aus Professoren. sondern eine Mischung aus vielseitiger Praxis und theoretischer Ueberzeugung scheint deshalb für den Haager Gerichtshof und seine Souveränität über den Staaten das wünschenswerte zu sein. Was die diesmal in Frage stehenden Kandidaten anlangt, so sind Bedenken aus der Vergangenheit nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Aber es sind Bedenken, die im Grunde gegen all« sprechen, die heute im Völkerbund oder in den Delegationen nach Genf tätig sind— mit Ausnahm« derjenigen, die aus der Internationale des Sozialismus oder aus der pazifistischen Bewe- gung stammen. Wie die herrschende Mentalität mm einmal ist, würde die Wahl dieser beiden Juristen in der internationalen Politik den Widerstand gegen die Anrufung des Gerichtshofes durch die großen Regierungen mindern— daß er noch wesentlich häufiger erfolgt, hängt allerdings letzten Endes von der Macht und dem Willen der internationalen organisierten Arbeiterklasse ick diesen Re- gierungen ab._______ Ein Hort der Hakenkreuzler. Das prenßifche statistische Landesamt. Der Präsident des preußischen statistischen Landesamts hat unseren Hinweis darauf, daß der im Zusammenhang mit der Bombenaffäre oerhastete Timm im stWstischen Landesamt ange» stellt ist, und daß sich in diesem Amt ganze Nester von Hakenkreuzlern befinden, mit einer unwirschen Antwort in einer obskuren Mittags- zeitung bedacht. Er weih von nichts. Es sollte ihm nicht unbekannt sein, daß im Jahre 1925 durch den Regierungsrat Zeterling ganz« Gruppen von rechtsradikalen Angestellten in das Amt lanciert worden sind, daß seit dieser Zeit bis vor kurzem bei jedem Abbau mit Hilfe eines stramm„nationalen" Betriebsrates vorzugsweise diejenigen Arbetter und Angestellten auf die Straße flogen, die nur im Geruch standen, Republikaner zu sein. Vielleicht liest der Herr Präsident einmal das Schreiben nach, das er am 3. Dezember 1925 durch besonderen Boten dem Zentralver- band der Angestellten übermittelt hat. Will der Präsident bestreiten, daß Bewerbungen mit dem Hin- weis auf bestimmte Rechtsorganisationen beim Amte eingingen, und daß diese Hinweise genügten, um die Anstellung herbeizuführen? Gewiß, der Präsident mag das im einzelnen nicht gewußt haben, aber soll das Vertrauen der Hakenkreuzlerverbände zum Amt so von ungefähr gewesen sein? In diesem Amt muß Auskehr gehalten werden! », Zur Krankenversicherung der Arbeitslosen. Eine wichtige Denkschrift des Hauptverbandes. Der Hauptverband deutscher Krankenkassen hat dem g. Aus- schufs des Reichstages eine wichtige Denkschrift zugehen lassen, in der er sich eingehend mit der geplanten Neuregelung der Beiträge für die Krankenversicherung der Arbeitslosen beschäftigt. Gleichzeitig nimmt der Hauptverband in dieser Denkschrift auch Stellung zu den Verhandlungen der Reichsanstalt mit dem Verband privater Krankenoersicherungsanstalten, der sich bereit erklärt haben soll, die Krankenversicherung der Arbeitslosen zu günstigeren Bedingungen für die Reichsanstalt zu übernehmen. Die Untersuchung des Haupwerbandes über da, besonders ge- artete Risiko der krankenversicherten Arbeitslosen und ihrer Familien- angehörigen stützen sich auf eine Erhebung, die 241099 dieser Ver- sicherten erfaßte. Der Hauptvorstand weist darauf hin, daß im Hinblick auf die geographische Derteilung und die innere Zusammen- setzung des Risikos dieser Bestand durchaus als repräsentativ angesprochen werden kann. Die Denkschrift setzt sich zunächst mit den Behauptungen auseinander, daß die jetzt an die Krankenkassen gezahlten Bei- träge zu hoch seien. Bekanntlich hat diese Frage auch bei den Beratungen der Sachverständigenkommission eine Rolle gespielt. Soweit konkrete Angaben der Reichsanstast auf diesem Gebiet« vor- lagen, werden sie einer gründlichen Prüfung unterzogen. In dem Beispiel von Essen wird die Unhallbarkest der Berechnungsmethod« gezeigt, die Aufhellung des Falles Köln zeigt sogar, daß man hier mit der Wahrheit nicht allzu sanft umgesprungen ist. Die Denk- schrift kommt zu dem Ergebnis:„Gegenüber der„Feststellung" der Reichsanstalt, daß die Ortskrankenkasie 700 00S M. für entgangenen Gewinn erhalten hat, stellen wir fest, daß die Ortskrantenkasse an diesem„Geschäft" 130 000 M. zugesetzt hat." Don grundlegender Bedeutung ist jedoch du Denkschrift in jenem Teil, wo sie das besonders gearte te Risiko der versicherten Arbeitslosen untersucht und wohl mit Recht hervorhebt, daß die Krankenversicherung sozusagen das erste Risiko im Falle der Arbeitslosigkeit zum erheblichen Teil auffängt. Di« Arbeitslosen, die sich krank fühlen, melden sich eben zunächst nicht arbeitslos, sondern krank. Der Prozentsatz ist kein geringer, weil erfahrungsgemäß bei Entlassungen die gesundheitlich schwachen und am meisten gefährdeten Arbeitskräfte zuerst an die Reihe kommen. Es ist andererseits durchaus verständlich, daß sie sich zunächst aus- kurieren wollen. Für die tranken Arbeitslosen hat das die weiteren Vorteil«, daß sie Anspruch aus die teilweise besiere Krankenunter- stützung haben und außerdem nicht die Wartezeit in der Arbeitslosenversicherung zurücklegen brauchen, wenn es sich um Arbeits- Unfähigkeit von mindestens einwöchiger Dauer handelt. Ist dieser arbeitslose Kranke wieder hergestellt und meldet er sich arbeitslos, dann hat er Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung mit dem Tag« der Arbeitslosmeldung. Es ist selbstverständlich, daß diese Zusammenhänge auch bei der Bewertung des Krankenversicherungsristkos der Arbeitslosen beachtet werden muffen. Sie sind außerdem mit ein Grund für die Notwendigkeit, die Krankenversicherung der Arbeitslosen durch die öffentlich-rechtliche Krankenversicherung durchzuführen. Wenn der Verband der privaten Krankenversicherungsunternehmungen io tut, als könne er den billigen Jakob spielen, so geschieht das nach allem, was man bisher über die Vorschläge des Verbandes erfahren konnte. auf Kosten der Versicherten. Aber nicht nur die krankenversicherten Arbeitslosen sollen mißhandell werden, die Grundvoraussetzung des Verbandes der privaten Krankenversicherungsunternehmungen ist die ärztliche Versorgung durch festangestellte Aerzt«. Man kann einiger- maßen gespannt sein auf die Antwort, die die Reichsanst.ilt von der A�rzteorganisation auf Ihre diesbezügliche Anfrage erhalten wird. Was das geforderte Arztsystem bedeutet, ergibt sich aus der Er- klärung des Hauptverbandes, daß er ohne jede Beschränkung in den Leistungen bereit ist, in dieses Angebot einzutreten, wenn euch ihm die ärztliche Versorgung nach den Vorschlägen privater Krankenoer- sicherungsunternehmungen zugestanden wird, denn diese Regelung bedeutet für die an diesem Verband beteiligten Aktiengesellschaften ein glänzendes Geschäft. Wir sind iedoch der Meinung, daß es sich nicht darum handelt, glänzend« Geschäfte zu machen, sondern für ein« ausreichende Krankenversorgung der Arbeitslosen zu sorgen. Wenn die Unternehmer, die das Angebot veranlaßt haben, die Ab- sicht verfolgen sollten, der privaten Krankenversicherung durch das geforderte Arztsystem ein glänzendes Geschäft zuzuschanzen, so ist es selbstverständlich, daß der Gesetzgeber auch den gesetzlichen Kranken- lassen dieses Recht zugestehen muß. Kleinrentnerfürsorge 4929. Aus dem Reichsarbeitsministerium wird uns ge- schrieben: In Kreisen der Kleinrentner wird gegenwärtig die Frage leb- Haft erörtert, welche Auswirkungen die im Frühjahr d. I. vom Reichstag für die K l e i»r e n t n e rh i l f e beschlossenen Maß- nahmen haben. Darauf ist zu sagen, daß die im Haushalt des Reichsarbeitsministeriums für 1929 für die Kleinrentnersürsorge zur Verfügung gestellten 3S Millionen Mark in erster Linie zum Aus- gleich der Mehrkosten bestimmt stnd, die den Ländern und Fürsorgeverbänden durch die vom Reich angeordnete Verbesserung der Kleinrentnerfürsorge entstehen. Sie dürfen nicht für allge- meine Einrichtungen der Kleinrentnersürsorge und für Einzelbei- Hilfen an Kleinrentner verwendet werden. Im Haushaltsjahr 1923 waren für den gleichen Zweck nur 25 Millionen Mark vorgesehen. Sie Erhöhung um 10 Millionen Mark entspricht den Mehrkosten der vom Reichstag gewünschten weiteren Verbesserung der Kleinrentnersürsorge. Als erste Rate sind Mitte Juli den Ländern 10 Millionen Mark überlassen worden, deren zweckmäßige Verteilung den L ä n- dern überlassen ist. Sie sollen aber ebenso wie die im Vor- jähr verteilten 25 Millionen Mark in erster Linie zum Ausgleich der infolge der Durchführung der Verordnung vom 29. März 1923 entstehenden Mehraufwendungen dienen und es den Fürsorgevsr- bänden ermöglichen, die Fürsargerichtsätz« für Kleinrentner in den Fällen hinaufzusetzen, wo eine ausreichende Fürsorge durch die alten Sätze nicht gewährleistet ist. -Der Rechksausschuß des Preußischen Landkags ist zum 24. Sep- tember auf drei Sitzungstage zusammenberufen worden. Es sollen neben Eingaben Anträge erledigt werden über kommunale Güte- stellen und über die Erteilung der Gaschäst« bei den Gerichten. Zur Beratung wird auch der demokratische Antrag kommen, wonach die Statusfragen bei Ausländern nach dem Wohnsitz, nicht nach der Staatsangehörigkeit beurteilt werden sollen. (Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Lerantwortllch Mr Politik: Richard«erastria: Dirtschatt-®.»llagelhöler! >?eo«rklchott-beweaung � tz. Sie»»! tzeuillrlon: Dr. Job» S-bilow»«: Zotaltt und SonfltRC»: Walter Troja»: Stn*-;acn: Td. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Verlag G. m b. H. Berlin Druck: Borwäris-Buchdruckeret und Lrrlagsonlialt Paul Singer u. Co.. Berlin GW SS. Lindcnstrahe&. Hicrzn< Beilagen nnd.Untrrdallang und Wissen-, GROS S E R, DINEN Gardinenvorlagen s»* 0*2 Ol* 122 HALBSTORES GARNITUREN GARNITUREN 14- .. j Halbstore alt ho nd s•s'opttaa aaAQ f r I•»•» d Spllso TGllstore_50 gawabl,»olla» Maslor/ mm Ganzfilet-Stere r« Idi g atio pH, l«a Tatl I» Kantttalda Florentin. 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September 4929 ! WMM€§ipQfuöndiQer Hinter Spiegelscheiben locken alle Delikatesten der Saison, große Glasplatten schützen Wurst- und Fleischworen vor jeder Berührung durch die Kundschaft, dekorative Türine von Konservenbüchsen stehen aus den Ladentischen, und die Packungen der Markenwaren eifern an verlockender Buntheit den Titelblättern der Magazin« nach, während in den Arbeitervierteln immer häufiger«in Laden auf- taucht, der seine Schätze Zwar nicht im Schaufenster ausstellt, aber durch sein schwarzes Schild„Konsumgenossenschaft" nicht weniger Kunden heranzieht. Wer dürft« da noch von„Herings- l'ändigern" oder von.�kagenschlächtern" reden? Aber ganz unerwartet steht man plötzlich in einer Seiten- st r a tz e oor einem kleinen Laden, vor einem Kellerhals und entdeckt darin«in Geschäft, wie man es aus frühesten Kinderzeiten noch in der Erinnerung hatte— der Inhaber scheint nicht älter geworden zu sein. Ja, da steht er, der typische„Hering». d ä n d i g e r", in einem keineswegs mehr ganz sauberen Lüster- jackett, mit einer Hose aus der vierten Garnitur, und nebenan— wirklich und wahrhaftig, da ist ja im Hausflur noch ein richtiger Schlächter st and, und der Meister hinter dem Ladentisch trägt noch die speckige schwarze Scidenmütze... Gar nichts an diesen Läden und ihren Inhabern scheint sich seit den letzten vierzig Iahren verändert zu haben! Teure und schlechte Ware. Man sollte es nicht glauben, aber es gibt noch wirklich so etwas in Berlin. Kaum fünf Minuten von dem Trubel einer unserer größten Straßenkreuzungen ist da so ein Schlächterstand im Haus- flur, und er ist nicht der einzig« in Berlin— alle gleichen sie sich. Wir lernen jeden Tag dazu, und besonders in der Hygiene. Aber in diesen Haustorständcn und auf den Märkten liegt das fleisch auf den offenen Tischen, Wolken aufgewirbelten Staubes lassen sich auf Fleisch und Wurst nieder. Ungestört kann sich alles Fliegenvolk der Umgegend auf den ousliegenden Nahrungsmitteln ergehen. Die Kundschaft?— Ach, die sagt nichts, die ist froh, daß beim„Ä o tz e n s ch l ä ch t e r" das Fleisch doch noch immer um ein, zwei Groschen billiger ist, als bei der Konkurrenz mit den Spiegelscheiben und den surrenden Ventilatoren. Freilich, oftmals jammert dann nachher die Hausfrau darüber,„daß das Fleisch reineweg aus dem Topp davonrennt", denn der Katzen- schlächter verkauft zwar keineswegs das Fleisch dieser sehr geschätzten Mäusejäger, sondern„nüchterne Kälber", an denen man kurz nach ihrer Geburt«inen bethlehemitischen Kindermord beging. Sein Nindfleisch stammt keineswegs von Mastochsen, sondern von den verdienten Veteräninnen des Kuhstalls. Das Gegenstück zum„Katzenschlächter" ist der„Heringsbändi- ger". Niemand würde wagen, einem der höflichen jungen Herren in weißer Jacke, die in den großen Läden geschmeidig eine vor- nehme Kundschaft bedienen, einen solchen Spottnamen anzuhängen. Aber in diesen kleinen Läden, wo man manchmal wirklich noch alles haben kann, da haust noch der richtige„Heringsbändiger". Aber auch nur in einzelnen, aussterbenden Exemplaren, während merkwürdigerweise seine weiblich« Varietät aufs beste gedeiht. Denn oftmals sind dies« kleinen Winkelgeschäfte der Obhut der Frau an- vertraut, während der Mann irgendwo in Arbeit steht. Man hat dadurch doch eine sichere Wohnung: Ost genug ist der Kauf eines solchen kleinen Ladens die einzig« Möglichkeit, um zu einer eigenen Wohnung zu kommen, und dann soll die Frau ruhig das Geschäft beibehalten, wenn man freilich auch nicht davon leben kann— aber die Miete und ein bißchen drüber bringt es immer. Und darum haben sich in den letzten Jahren dies« Zwergbetrieb« so unheimlich oermehrt, denn jede Wohnung ist ein vielbegehrtes Objekt, und wenn st« in einer Kellerstube besteht. Billig sind die Waren freilich gerade in diesen kleinsten Läden nicht, und wer ihre Preise mit denen der Konsumvereine, der großen Kaufleute oder der Warenhäuser vergleicht, merkt«in« Preisdifferenz, die freilich bei dem einzelnen Pfund manchmal nur Pfennig« beträgt, aber sich langsam für die Kleinstladen im Keller. Kasse zu Groschen aufsummt. Zwei Gründe hat dieser Preisunter- schied. Erstens muß dieser Zwergbetrieb, der mit kleinstem Gc- schäftskapital arbeitet, recht unrationell beim Groß- Händler einkaufen, halbe- und viertelzentnerweise; die Vor- teile der Großeinkaufsgenossenschaft oder des Warenhauskonz«rns kommen ihm nicht zugute. Und dann muß der kleine Händ- l e r seiner Kundschaft Kredit geben— langfristig und manchmal an recht unsichere Kantonisten, und jeder„Neue", der die Verhältnisse seiner Straße noch nicht sehr genau kennt, muß schweres Lehrgeld zahlen. Arme Kundschaft. Ach, die armen Hausfrauen, die mit dem dünnen Portemonnaie schnell zum„Katzenschlächter" huschen oder ihren Bedarf an Kolonial- waren in solch einem keineswegs wohlriechenden Kellergeschäft decken, st« wissen ganz gut, daß das Fleisch minderwertig, daß die Kolonial- waren recht teuer und oft noch nicht mal gut sind. Sie wissen, daß das Mehl, das da zur Dekoration in dem niederen Kellerfenster zu einem kleinen Berg aufgehäuft wurde, daß die Windmühlenflügel aus Gelatine, die den Zuckerhut schmücken, keineswegs weggeworfen oder im Haushalt der Ladeninhaberin verbraucht werden. Sie nehmen einfach mal das Haar aus dem Mehl oder die kleinen schwarzen„Visitenkarten" der Mäuse auf den Haferfiocken. Sie wissen, daß sie nichts sagen dürfen, denn sie steckenalle mehr oder minder tief in der Kreide. Wer heut« zufälliger- weise frei ist, der weiß, daß er doch morgen schon wieder auf das Wohlwollen der Geschäftsinhaberin angewiesen sein kann. Und dieses Wohlwollen ist manchmal wirklich nicht allzu groß, denn so ein richtiger„Keller für alles" ist das bestinformierte Austunfts- bureau, dos es gibt. Die flinken Augen der Ladeninhaberin sehen alles, die neue Bluse und die immer höher werdende Stopfe im Strumpf. Manche der Frauen scheinen diese Keller als«in« Art von Klublokal zu betrachten, und die Unterhaltung reißt nie ab. Wenn man dann so in einem richtigen„Gemecker" seine eigenen Sorgen halb vergessen hat, dann wird man auch einmal leichtsinnig, kauft den Kindern eine wertlose, billige Näscherei und sich eine Flasche Malzbier. Die Inhaberin schreibt ja an, wenn man gerade nicht so viel Geld in der Tasche hat. Und hier liegt die groß« pädagogische Aufgabe der Konsumvereine: Die Gewöhnung an den Barkauf und an die Einteilung der vorhandenen Mittel und die Erziehung zur Abkehr von dem„billigen" und so oft unnützen Kauf minderwertiger „Delikatesten". Wer aber gut beobachten kann, wird bemerken, daß diese Winkel- lüden sich viel weniger häufig in den eigentlichen Arbeitervierteln finden als in den Gegenden, in denen ein« gewiss« Schicht des Mittelstandes sich noch krampfhaft an die Idee, nun doch etwas„Besseres" zu fein, festklammert. Ueberall kann man in diesen Straßen neben dem„großen Kaufmann" und seinem blanken Laden den„Heringsbändiger" oder„Puttjenkrämer" antreffen, wie auch alle diese Gegenden den Schlächter erster und zweiter Güte haben— wenn es auch nicht immer so schlimm kommt, daß der im Hausflur seinen Schrägen aufschlägt. In den Arbeitergegenden aber saugt ein einziger Konsumladen oft zehn solcher Zwergbetriebe auf— und das ist volkswirtschaftlich sicher kein Schaden, wenn drum auch diese kleinsten Geschäftsleute zumeist die erbittertsten Feinde der Konsumverein« sind. Aber mit oller Zähigkeit läßt sich ein« so verlorene Position nicht für ewig ver- teidigen— und die Entwicklung geht nun einmal unbarmherzig über die Zwergbetriebe weg. R. E. Kür erwerbslose Angestellte Arbeitsbeschaffung die beste Fürsorge. 3« der Stadlverordaetenverfammlvog hat die sozialdemokratische Fraktion zugunsten der erwerbslosen Angestellten folgenden Antrag eingebracht: „Der Magistrat wird ersucht, die bei besonderer Mehrarbeit einzustellenden Aushilsskräste aus der Zahl der beim össent- Nchen Arbeitsnachweis(Arbeitsamt Lerlin-Mitte) eingetragenen erwerbslosen Angestellten zu nehmen." von A.M,FreY- Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-G„ Berlih 31. D?r Verbandplatz ist in einem höhlenartigen Unter» schlupf zu ebener Erde, nicht hinab in den Boden gegraben, aber durch Beton verstärkt. Besser gesagt: hier ist irgendein Verbandplatz, von wem erbaut, wissen sie nicht. Vielleicht vom Gegner«ingerichtet, denn hier ist es hin und her ge- gangen im Laufe der Jahre: man hat sich hier um den und den Streifen armseligen Landes gerauft und wieder gerauft, als hänge von feinem Besitz die Seeliokeit ab Hier haben vielleicht französische Aerzte schon amtiert und den Folgen des brutalen Irrsinns zu steuern gesucht bei den gleichen oerstümmeUen Objekten— bei Landsleuten und Deutschen—, wie es nun der deutsche Arzt versuchen wird: bei Landsleuten und Franzosen. Dr. Model, Funk und der neue Sanitätsfeldwebel Bethge, ein Schneidiger mit aufgezwirbeltem Bart, richten den Laden ein, so gut es geht. Es ist feucht und zugig in diesem Versteck. In seinen Winkeln liegen Ueberreste von denen, die früher hier tätig waren: blutdurchtränkte faulende Binden, kleine Berge geleerter Medikamentenflaschen und zerhrochener Ampullen. Bethge kommandiert sofort zwei Krankenträger heran zum Säubern des„Augiasstalles". Er war zu Hause bei der Bühnenmaschinerie irgendeines Hoftheaters befchäf- t'gt und ist also gebildet. Er weiß, daß man Ordnung halten muß im Theaterbetrieb, und daß Sauberkeit eine Forderung des deutschen Militärs ist auch im Felde.„Solche Drcckbären wie die Franzosen wollen wir nicht werden, und wenn der Krieg noch zehn Jahre dauert." Regimentsarzt Huckl ist nicht da. er hält sich beim Stabe. Im Abschnitt soll ein zweiter Verbandplatz bezogen werden, es ist nicht ganz klar, wo er liegt. Die Verbindung unter den leitenden Stellen ist locker, es drohen Mißverständnisse. es werden Anordnungen aufgehoben, die vor einer Stunde erst getroffen sind. Model und Funk fragen einander, wo eigentlich das Re- giment steht, ob es eingesetzt, ob es in Bereitschaft ist. Sie kommen sich verlassen vor, wie vergessen in ihrer Höhle. Sicherlich reitet Huckl trotzig umher: vom Regimentsstab zu den Bataillonsführern, von ihnen zu jenem zweiten Ver- bandplatz, sucht brav nach Fühlung mit seinen Aerzten und knurrt über die„Mossiöhs", die mit ihrer Artillerie unent- wegt die. Gegend belästigen. Denn sie schießen dauernd. Sie suchen die Straße zu er- wischen, an deren Rand hart die betonierte Höhle liegt. Sie werfen ihre Granaten über den Berg und gegen den Hang, in den die Höhle hineinführt, sie müssen ausgezeichnete Be- obachtung haben. Daß sie die Straße in Verbandplatznähe trotzdem nicht treffen, liegt daran, daß sie die Kurve nicht steil genug nehmen können. Aber nicht viel weiter oben, wo das Schützende niedriger wird, erreichen sie ihr Ziel. Deshalb stehen auch gerade hier in Funks Nähe außer dem Sanitätswagen Teile der Bagage. Sie stehen proviso- risch da. man weiß ja noch nicht, ob man bleibt, ob es weiter- geht, wann es weitergeht, ob es vorwärts oder zurück geht. Obwohl da irgendwo vorderste Linie und Gräben sein müssen. hat es den Anschein, als bereite sich so etwas wie Bewegungs- krieg vor. Vielleicht sind sie in einem Frontabschnitt, der pendelt? Jedenfalls sind sie mitten drin in irgendeiner Sache— und wissen nicht im geringsten Bescheid. Die in der Heimat haben das nie begreifen können. Aber gerode weil sie mitten darin sind, wissen sie nichts. Dr. Model spricht zu Funk darüber, mit welch blinden Augen man dies Wanderdasein mitmachen muß— im Gegensatz zu den festen und klaren Verhältnissen bei Fournes oder M�ricourt. „Dort war man wie zu Hause, und der Gegner war es auch. Feindliche Nachbarn, deren Zank und Hader wie aus purer Gewohnheit halbe Jahre lang hinüber und herüber gingen. Wobei man gewisse Grenzen des Anstand«? wahrte, damit die Gemütlichkeit des Heims nicht allzu sehr gestört wurde.".......* „Ja. das fiel auf." sagt Funk.„Sie meinen, Herr Ober- arzt, es war deutlich, daß die Ortsunterkünfte keinen Schuß bekamen, falls auch wir die Unterkunft des Gegners in Frieden ließen. Eine beiderseits geübte Schonung, die'in sürchterlicher Weise widersinnig anmutet." Der Arzt sieht auf.„ Wie verstehen Sie das?" fragt er, während er feine verklebte Injektionsspritze mit Alkohol reinigt. „Ich meine, diese heuchlerische Schonung, die vor allem der Bequemlichkeit der Stäbe hüben und drüben dient, ist in Wahrheit Vermehrung der allgemeinen Schinderei. Was für einen Sinn hat es, daß Gegner in bestimmter Hinsicht einander sanft behandeln? Doch nur den ungewollten Sinn der Verlängerung des Krieges.— Tagsüber versuchen wir, einander Eisen in den Bauch zu rennen, aber nachts— nicht wahr, dahin wollen wir übereinkommen— können wir ruhig schlafen, damit wir dann am nächsten Morgen, neuge- kräftigt— Ist es nicht übler, als wenn sie ununterbrochen und auf jede Weise gegeneinander losgehen? Weshalb schießen sie einander nicht die Unterkünfte in Grund und Boden? Sie könnten es ohne weiteres. Es wäre ein Kinderspiel für ihre Kanonen. Die Führung auf beiden Seiten in ihren Villen und Schlössern bekäme es wahrscheinlich schnell satt, dann noch weiterzumachen. Wer: schonst du mich, den Herrn Gene- ral, so schone ich dich auch, movsienr le colovel! Was für ein Kuhhandel ist das, gemessen an dem infamen Bestreben. die feindliche Kraft doch nun einmal durch Menschentötung brechen zu wollen. Hüben wie drüben lassen sie die Masse morden; sich selbst halten sie nach Möglichkeit beiseite. Und hierin helfen sie einander." „Ja," sagt der Arzt.„Es ist ähnlich wie mit den Grund- sätzen der Rstiger, bei deren Kampf nur gewisse Griffe er- laubt sind. Eine Vereinbarung meinetwegen, einander nicht die Geschlechtsteile auszureißen." „Gut. Die machen Sport. Aber die Vereinbarung unter sich Abschlachtenden, in bestimmter Hinsicht doch nicht zu schlachten, ist schief und verlogen— ja niederträchtig, ein un- mittelbares SpezialProdukt des Krieges." Sie werden unterbrochen in ihrem aus ruheloser Langer- weile geborenen Gespräch. Ein Verwundeter wird herein- geschleppt.„.,. Ein pausbäckiger Artillerist, ein berittener, Fjihrer bei einer Munitionskolonne. Er hat eine Sprengschußvsrletzung des Gesäßes. Auf dem Bauche liegend wird er hereinge- tragen. Der eine Gesäßteil ist zerrissen, die Blutung steht, aber er ist arg zugerichtet, zugleich mit Fetzen von Hose und Hemd hat der verletzte Darm seinen Kotinhalt in die große Wunde gemengt, vom Aster ist nichts mehr zu sehen. .~i(Fortsetzung folgt.) Oer Kampf ums kleine Nest. Ein ernster Versuch zur Lösung der KleinstmohnungSfrage. In«inem der wichtigsten Probleme unserer Zeit, der Wohnungsfrage, lautet die Fragestellung heute schon nicht mehr: Wie schaffen wir überhaupt Wohnungen?, sondern mit scharfer Spezialisierung: Wie schaffen wir Wohnungen für die Menschen mit K l e i n e i n k o in m e n und für Alleinstehende? Sehr ernsthaft und eingehend hat sich mit der Frage seit einigen Jahren die Heimstatt G. m. b. ch. (Berlin C 2) beschäftigt. Sie vertritt dabei etwa folgenden Stand- punkt: Selbst die mit Hauszinssteuer zu erbauenden kleinsten Woh' mmgen sind noch zu teuer für die kleinen und kleinsten Einkommen. Jungverheiratete und Alleinstehende wären aber glücklich, werm sie endlich ein kleines Nest für sich allein hätten. Für dieses Neine Nest, das heißt für eine Klein st wohnuiyj, bestehend aus einem Zimmer mit Schlafkoj«, Küche, Klosett und Flur in einer Krößc von 16 bis 2 4 Quadratmeter Wohnfläche werden aber keine Hauszinssteuerhypotheken gewährt, weil angebe lich mit einem solchen geringen Flächenraum keine kulturell und gesundheitlich einwandfreien Wohnungen gebaut werden können. So ergibt sich der erstaunliche Zustand, daß, wer eine solche durch- aus modern zu gestaltende Kleinwohnung bguen will, Hypocheken nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern dem freien Markt ent- nehmen muß. Die Heimstatt G.m.b.H. hat nun soeben in der Luther st raß« in Berlin-Mariendorf nach Entwürfen des Architekten Jakobus-Goettel vier Häuser mit 6 8 W o h- nungen mittleren und kleinsten Tpys errichtet, die der ernsten Beachtung aller um die Lösung der Wohnungsfrage Ringenden wert sind. Es stellt sich demnach eine Kl e i n st- wohnung von 16 Quadratmeter Grundfläch« im ersten bis vierten Jahre auf immerhin— 53 M. Monatsmiete. im fünften bis siebenten Jahre jedoch auf 46 M., im achten bis zehnten Jahre auf nur 33 M. Eine Wohnung von 24Ouadrat- meter Grundfläche(ein Zimmer mit eingebauten Schlaf- kojen, Toilette, Bad, Balkon, Flur, Keller) kostet im ersten bis vierten Jahre 76 M., im fünften bis siebenten Jahre 67 M. und tin achten bis zehnten Jahre 46 M. Bei Arbeitgeb«rdar- l e h c n ermäßigt sich die Miete für den ersten Typ jedoch jährlich gleichbleibend auf 38 M,, für den zweiten Typ auf 43 M. Also: Bestände die Möglichkeit, für derartige Mietswohnungen, die immer nur als Behelfswohnungen in einer Zeit schwerster wirt- schaftlicher Not zu denken sind, Hauszinssteuerhypotheken zu be» schaffen, so wäre es endlich möglich, Wohnungen zu erstellen, deren Mietzins nicht viel höher liegt als die Frie- d e n s m i e t e. Damit wäre dann endlich auch der Weg frei ge- macht für alle jene, die Jahr um Jahr auf Zuweisung einer Wohnung warten und, wenn sie dann eine zugewiesen bekommen, sie nicht nehmen können, weil sie den hohen Mietspreis nicht auf- bringen können. Die Maricndorfer Neubauwohnungen sind bereits sämtlich ver- geben, in der Hauptsache an alleinstehend« erwerbstätige Frauen, Post- und Telegraphenbeamtinnen, alleinstehende Stenotypistinnen, Verkäuferinnen, Schneiderinnen usw. mit einem Monatseinkommen von 76 bis 126 M. werden aber auch diese ganz bescheidenen Wohnungen nicht bezahlen können. Dos ernsthaft angelegte Cxperi- ment ist jedoch zu loben. Es gewinnt nämlich den Anschein, al» ob die Zukunft, und zwar eine gar nicht mehr so ferne Zukunft, die Bauverantwortlichen im Interesse des Wohles der Massen auf diesen Weg zwingen wird, weil kein anderer Weg mehr übrig bleibt, Kaßner will wieder ausbrechen. Sein letzter Ausbruch wochenlang vorbereitet. Paul kcchners Ausbruchsversuch ist, wie jetzt bekaanl wird, wochenlang vorbereitet gewesen. Bor vier Wochen hat ein patrouillierender Wachtmeister der Strafanstalt Tegel bemerkt, wie sich durch das Schlüsselloch von Kaßners Zelle von innen eine Feile schob. Darauf wurde ein« be- sondere Zelle mit doppeltem Boden und Gittern hergerichtet und Kaßner darin eingesperrt. Das Geheimnis, wie ihm der Ausbruch glückte, verschweigt Kaßner, der jetzt im Lazarett des Unterfuchungs- gefängnisfes ist, vollkommen. Er behauptet nur, daß ihm der Aus- bruch geglückt wäre, wenn er nicht aus menschlichem Mit- gefühl auf seinen Mitgefangenen Behrend Rück- ficht genommen hätte. Behrend leidet an einer Bauchfelltuberkulose und konnte sehr schlecht gehen, so daß ihn Kaßner auf der Flucht stützen mußte. Erst als Behrend nicht weiter konnte, versteckte ihn Kaßner in einem großen Erdloch und setzte sein« Flucht allein fort. Dabei wurde er angeschossen. Die Verletzung ist nicht ungefährlich, da der rechte Oberschenkel angesplittert worden ist. Kaßner hatte schon immer den Antrag gestellt, aus der Strafanstalt Tegel in eine andere Anstalt überwiesen zu werden. Alle diese An- träge wurden ihm aber abgelehnt, weil kein« Anstalt ihn aufnehmen wollte. Er jelbst behauptet, daß ihm ein Ausbruch unbedingt noch glücken müsse, weil er nur in der Freiheit beweisen könne, daß er zu unrecht verurteilt worden ist. Jeder Giedlung ihr Kindergarten! In Fortsetzung der bisherigen vom Landeswohlfahrts- und Jugendamt getroffenen Mahnahmen, wonach m ö g l i ch st j e de Siedlung sofort die nötigen Einrichtungen für einen Kindergarten oder Kinderhort erhalten soll, erklärt sich die Wohlfahrtsdeputation mit der Bewilligung eines einmaligen Betrages von 13 666 M. al» Baukostenzuschuß für die Einrichtung eines Tagesheimes für Klein- und Schulkinder in dem Großwohn- block der S i edlu n g s gesell schaft„Stadt und Land" in Berlin-Friedrichsfelde, Krätkestrah«, und laufend 11 766 M. für 1929, einverstanden. Im Dienste der Volksgesundheit. Eröffnung des städiifchen Hospiials„Buch-West". von In Buch wurde gestern das neue städtische Hospital„Vach- West", das in erster Linie zur Ausnahme chronisch Tuberkn- l ö s e r bestimmt ist, durch die Hochbauverwaltung der Siadt Berlin dem haupigefundheilsamt übergeben. Am kommenden Montag wird die Anstali bereits von Kranken belegt werden. Von der Gesamtanlage, die 1666 Betten umfasien wird, ist jetzt ein Teil fertiggestellt. Es sind das drei E-förmige Pavillons mit 566 Betten. Im Namen der städtischen Hochbaudeputation begrüßte Stadtbaurat Genosse Dr. Wagner bei der Eröffnung die Ver. treter der Presse und der städtischen Behörden. Erstmalig hatte das Städtische Nachrichtenamt auch Abgeordnete der Parlamente des Reiches und Preußens eingeladen, um auch ihnen Gelegenheit zu geben, die sozialen Einrichtungen der Stadt Berlin kennenzulernen. Genosse Wagner wies darauf hin, daß der Bau bereits vor fünf- zehn Jahren in Angriff genommen wurde. 1914 mußten die Ar- beiten unterbrochen werden und erst im Jahre 1927 konnte der Ma- gistrat an die endgültige Fertigstellung herangehen. Im Augenblick seien die notwendigen Wirtschaftsgebäude noch nicht fertiggestellt. Lediglich das große, mit allen technischen Errungenschaften ausge- stattet« Kochhaus sei bereits in Betrieb. Die Kochanlage«nt- spricht den Bedürfnisien der späteren Gesamtanlage und hat dem- gemäß relativ beträchtliche Kosten erfordert. Bei der Beurteilung der Gesamtbaukosten von 6 666 666 Mark müsse man das in Rechnung stellen. Nachdem Wagner allen Mitarbeitern und insbesondere den am Bau beteiligten Arbeitern, die in ganz besonderem Maß« sich verdient gemocht hätten, den Dank der Stadt Berlin ausge- sprachen hatte, übergab er das neue Hospital der Gesundheitsdepu- tation. Genosse Dr. Treitel, der als Vertreter der Gesund- heitsdeputation erschienen war, betonte, daß Anstalten für Tuberku- löse ganz besonders licht und freundlich eingerichtet fein müssen. In den neuen Häusern werden mit Unterstützung der städtischen WokKfahrt Menschen Aufnahme finden, die an chronischer Tuberkulose leiden und die daheim nicht die nötige Pflege finden können. In kürzester Zeit werden vier weiter« Pavillons errichtet werden. Er übergab das Hospital in die Hände des Direktors Dr. Dünner. Nach Dankesworten an die Behörden versicherte dieser, daß die neue Anstalt mit dazu beitragen werde, neuen Lebensmut in die Herzen unglücklicher Menschen / zu bringen. Heute sei die medizinische Wissenschaft soweit, daß man auch chronisch Erkrankten die Aussicht auf Heilung geben könne. Das Ausrotten der Tuberkulose falle zusanmien mit der Tuberkulosen- fürsorg«. Der Kranke müsse das Gefühl haben, daß für seine Angc- hörigen gesorgt wird. Das neu« Hospital ist wundervoll mitten im Kiefernwald gelegen. Weit« Rasenflächen und vorzüglich« Freiluft-Liegehollen werden den Kranken die zu ihrer Heilung so dringend notwendige Ruhe und reine Luft vermitteln.- Man hat sich bemüht, ßioglichst wenige Kranke in einem Raum zusammenwohnen zu lassen. Das größte Zimmer der Hospitaliten enthält zehn Betten. Alle Räume entsprechen den modernsten hygienischen Anforderungen. Ueberall hat man dafür gesorgt, daß Licht und Luft vollen Zutritt haben. In allen Räumen, auch in den Liegehallen, sind Radio» a n s ch l Ü s s e vorhanden. Besondere Sorgfalt ist auch auf die Unterbringung des Personals gelegt worden, die Schwestern und Beamten sind nn obersten Geschoß der Häuser untergebracht Die Anlage umfaßt mit dem Part und dem dazugehörigen Wald eine Gesamtfläche von über 14 Hektar. Nach endgülkiger FerNgstellung wird das hofpikal Buch-West als eine der besten Heimstätten für Tuberkulosekranke bekrachtei werden können. Die ünter sozialdemokratischer Initiative wirkende Stadt Berlin hat auch auf diesem Gebiete Außerordentliches geleistet. Diese Arbeit ist nicht mir Dienst an den Kranken, sondern in noch weit höherem Maße an der Gefamtbevölkerung. Ehetragödie in Neu-Ziiiatt. Eine Iran erschossen aufgefunden. Wie erst jetzt bekannt wird, hat sich am Freitag nachmittag in 7l e u- Z i t t a u bei Erkner eine Familientragödie abgespielt. Die Ehefrau eiues Schwerkriegsbeschädigten wurde er- schassen aufgesunden. Die Frau, die an den Folgen der Verletzung im Krankenhaus gestorben isi. sagte ans dem Sterbebett ans, daß ihren Mann keine Schuld treffe. Bisher wurde folgendes ermittelt: In einem netten kleinen Häuschen wohnt der 42 Jahre alte Rudolf Braun«,«in fchwerkriegsbefchädigter Mann, der noch an den Folgen eines Lungenfchufse» krankt, mit feiner Ehefrau und vier Kindern im Alter von IH ßt» 15 Jahren. Er ist in dritter Ehe verheiratet. Im vergangenen Jahre ließ sich Braune einen Teil seiner Rente auszahlen und erwarb davon da» Grundstück mit-dem- Häuschen. Allzu accichlich hatte es- die Familie nicht, denn Braune ist'1 96 p rv Z« Ntl g TriegSbe- schädigt und kaum noch arbetie fähig. Wegen der Geld- schwierigkeiten war es früher schon zu Reibereien gekommen. Am Freitag vormittag gab es einen Streit, der beigelegt wurde, am Nach- mittag aber wieder zum Ausbruch kam. Plötzlich kam die löjährig« Tochter schreiend aus der Stube gelaufen und teilt« dem Untermieter mit, daß die Mutter erschaffen sei. Der Oberlandjäger Braun aus Neu-Zittau sorgt sofort für die Ueberfühning der schwer verletzten Frau, die einen Rückeuschuß hatte, in das Kreiskranken- Haus Köpenick, wo sie trotz ärztlicher Bemühungen am Sonnabend oerstarb. Der Ehemann, der zur Vernehmung herangeholt wurde. gibt an, daß er seine alte aus dem Kriege stammende Waffe gereinigt habe. Dabei fei unversehens der Schuß losgegangen und habe feine Frau getroffen. Während die Frau im Krankenhaufc verbunden wurde, stammelt« sie, daß ihrenMonnkeineSchuldtreffe. Braune ist wieder entlassen worden, da er infolge seine- Zustande» nicht haftfähig ist. Weil aber Gerüchte umlaufen, daß die Frau und die Kinder von dem sehr nervösen Mann« stark beeinflußt waren, so wird noch untersucht, ob die Behauptung der Fahrlässigkeit zutrifft. Das Rätsel um Woikoff. Eine sowjetamtliche Meldung über den Flottenvnfoll. Moskau, 14. September. Nach Meldungen der Militärverwaltung haben bei den kürzlich abgehaltenen Manövern der fowjetrufstschen Osffee- flott« die beiden Torpedoboote„W o t o d a r s k i" und„Woikoff" Beschädigungen erlitten und mußten in» K r o n st a d t« r Dock zur Reparatur emgebracht werden. Der Zusammenstoß er- folgt« in der Nacht zum 7. September bei der Ausführung schwieriger taktischer Hebungen im westlichen Teil des finnischen Meerbusen», während deren ein außerordentlich starker Sturm herrschte. Beide Schiffe trugen am Bug Lecke davon, doch blieben die M a s ch i n e n und die Ausrüstung unversehrt. Den beschädigten Schiffen wurde von zwei anderen Torpedobooten sofort Hilf« gebracht. Bei dem Zusammenstob wurden drei Matrosen getötet, zwei schwer und zwölf leicht vettetzt. Das Gerücht, daß ein russische» Kriegsschiff bei den Flottenmanövern in der Osts« untergegangen sei, wird trotz der Mostauer Ableugnung durch eine ganze Reihe von Taffachen beftättgt. Außer den Wrackteilen(Kommandobrücke, Schiffs- bücher usw.) mit dem Namen„Wojkow", ein russisches Torpedoboot, das früher„Trotzti" hieß, haben mehrere Handels- schiffe beobachtet, daß zwei schwer beschädigte Kriegs- schiffe von anderen Schiffen nach Kronstadt abgeschleppt wurden. Später wurde von dem Leuchtturm Strysudd(Finnland) festgestellt, daß das russische Geschwader nur noch ein Schiffswrack bugsierte. Die schwedischen Blätter nehmen daher mit Be- stimmtheit an, daß die„Wojkow" gesunken ist.- Bergwerkskaiastrophe in Jugoslawien. Bisher 20 Tote und 19 Schwerverletzte. Belgrad, 14. September. heute mittag ereignete sich In einem der größten Kohlenberg. werke Zugojlawlens, in der Kohlengrub« Rtany, eine schwere E jr p l o f i o n. 3m Augenblick der Katastrophe war die gesamte Belegschaft ln VSr Grübe/ Räch den bisher osrttegettdcn Meldungen zäh» man 20 lote und 1 9 Schwerverletzte.— Lokaltermin im Halsmann-prozeß. An der Stelle, an der der Vater abstürzte. Am Sonnabend vormittag wurde an der Unglücksstelle, on der vor einem Jahre der Zahnarzt H a l s m a n n ums Leben gekommen ist, ein Lokaltermin abgehalten. Der Angeklagte bezeichnete die S t e l l e, an der sein Vater abgestürzt ist, und die ander« Stelle, von der er selbst den Schrei seines abstürzenden Vaters wahrgenonunen zu haben glaubt. Auf Derlongen des Gerichtshofes lief Halsmann von dem höchsten Punkt«, von dem aus man die Absturzstell« sehen, jedoch keinen Einblick in die Abhangsböschung gewinnen kann, nach der Unglück»- stelle. Dazu brauchte er 27 Sekunden, während er früher selbst an- gegeben hatte, etwa zwei bis fünf Minuten dazu gebraucht zu haben. Aller Wahrscheinlichkeit noch ist Halsmann demnach iin Augenblick der Katastrophe viel weiter von fernem Vater entfernt gewesen, als er früher angenomncen hat. Andererseits war die festgestellte Zeit schon ausreichend, um einem Strahenräuber die Ermordung und Ausplünderung seines Opfer» zu ermöglichen. Der Angeklagte er-. bot sich, nachzuweisen, daß er für den Abstieg von der Slbsturz- stelle bis an den Punkt, an dem die Leiche lag, nur einen kurzen Augenblick benötigt hätte. Der Vorsitzende lehnt diese' Demrn- stration jedoch wegen der damit verbundenen Lebensgefahr ab und ließ sie von einem Arzt ausführen, der geübter Hochtourist ist. Dieser vollzog den Abstieg in zehn Sekunden. Gegen 11 Uhr war der Lokaltermin beendet. Machf» nach! Ein Genosse M. aus Pankow tonnte an einem einzigen Abend bei einer Versammlung städtischer Arbeiter 8 n c u e Mitglieder der Partei zuführen. Macht's nach und werbt in der gleichen Weise für den„Vorwärts"! Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit Berlin. Theatervorstellung Sonntag, den 13. Oktober, nachmittags 3 Uhr, im Staatlichen Schillertheater, Charlottenburg: Treib- 1? pd. Ein Stück in 3 Akten von Bernh. Blume. Preis 1,50 M. einschließlich Garderobe und Programm. Plätze werden verlost. Karten bei den Bildungsobleuten der Kreise und Abteilungen, Buch- Handlung„Vorwärts", Lindenstr. 2; Graph. Hilfsarbeiterv�rband, Rttterstr. 1; Harsch, Engelufer 24/25; ZdA., Belle-Alliance-Str. 7/10; in den ,.Vorwärts".Speditionen Bettfedern ssVertrauensartikef J Graue Federn— pf«nd95p». Fertige Betten M Graue Federn.... piunj 95 n. Weiße Federn..... 2.30 Weiße Halbdaunen. 5.60 Schleißfedern...... 1.90 Daunen........... 5.73 Fertige Betten graurol Inlatt mit gran. F»d*r» OberbeH............ 7.35 Unterbett 6.15 Kissen 2.65 lettfeHern- Gustav Echt chines. j Federn.... Pfd.M.S. 60 0F1 OZJ fähHalbdamen MM. 3.1° woru. gesetzt Mgesch. DCLLZTZSfl..... PfdM.Q.50 Aufarbeitung und Reinigung von Ketten, Keitfeaern und K aunendecHen Abnö'. irtg und Zuslallung(QroÖ-Berltft kostenfrei) fetsil noct) kurzfristig rr.ögllcÖ- Antuf: MorlizpIatM 2S2-2eO, 206 und tVilOetm 7500. prierKEStr JlDflerBlsmarcK-Strjl seit 1886. Herbstreisen. Di« Hauptreisezeit ist jetzt vorüber. In den Bädern und Kur-' �rten hat die geruhsamere Zeit der Nachsaison begonnen, und bald wird«»— mit Ausnahm« der großen Heilbäder— überall wieder ganz still sein. Die Ansicht, daß nur der Sommer die am besten zur Erholung geeignete Zeit sei, ist immer noch sehr verbreitet. Der wirklich erfahrene Reisende aber ist anderer Meinung: Er findet gerade die Nachsaison, den Spätsommer, ja. den Herbst als Reisezeit ideal! Da gibt es kein Anstehen mehr in den Reisebureaus, da braucht man an Fahrkarten- und Gepäckschaltern nicht mehr zu warten, da bekommt man nicht selten im Zug ein ganzes Abteil für sich ollein. Nirgends herrscht Gedränge. Und genau so ist es im Hotel, in der Pension, im Restaurant. Erst jetzt kann man sich eigentlich so recht in Ruh« und Beschaulichkeit erholen! Jetzt gibt es frisches Obst, Aepfel, Birnen, Pflaumen und herrliche Trauben in den Rebgebieten! In den Bädern kann man unter ärztlicher Leitung heilsame, körpererfrischende Traubenkuren machen. In den meisten Bädern ist außerdem vom 1. oder Ssp- tember ab die Kurtaxe ermäßigt, oft sind auch die Kurmittel, die Zimmer, die Pension billiger als in der Hauptsaison, manchmal sogar wesentlich billiger. Einige Bäder, so z. B. das entzückend gelegene Lad Soden am Taunus, geben sogar in der Nachsaison erheblich verbilligte Pauschalkuren ab, die gerade für den notleiden- den Mittelstand von besonderer Bedeutung sind. Und dann— neben diesen rein praktischen Erwägungen wollen wir auch nicht die mannigfachen Reize der spätsommerlichen und herbstlichen Landschaft vergessen. Das bunte Laub der Bäume schafft wirksame Gegensätze zu dem ernsten Grün der Nadelwälder. Ein paar trübe Tag« ausgenommen, strahlt die Sonne meist in milder Wärme vom blauen Himmel. Die Luft ist viel klarer. Nie- mal« im Jahr ist die Fernsicht so weit, so schön wie im Spätsommer und im Herbst! Jetzt ist die richtige Zeit für die Bergbahnen. Jetzt muß man einmal mit einer der flinken Drahtseilbahnen auf einen Gipfel hinauffahren. Man sieht doppelt so weit wie im Sommer, wo meist allzu grauer Dunst die Fern« verhüllt. „Frische Lust tui not!" Zu unserer VerSffenilichung unter dieser Ueberschrist in Nr. 427 schreibt ein Genosie: Der äußerlich« Staub an den Möbeln in der Justizverwaltung ist auch innerhalb des Personals zu finden. Die Perfonalverhältnisse bei der Justizverwaltung, speziell bei dem Amtsgericht Mitte, spotten jeder Beschreibung. Es hat den Anschein, daß die Rechtsverbände jeder Färbung hier das Kommando haben, während die republikanisch eingestellten Beamten und Angestellten beiseitegedrückt werden. Der Kanzlei- angestellt« R. wurde wegen einer Derbindlichkeit von 13 Mark, die er einer Firma gegenüber'zu erfüllen hatte, zum Offen- barungseid geladen. Diese ein einzige Tatsache, die doch eine Privatangelegenheit des Betreffenden ist, genügte angeblich, daß der seit Juli 1925 beschäftigt«, mit dem besten Leumund versehene Zlnge- stellte gekündigt wurde. Justizsekretär Witte hat es fertig- gebracht, die Entlassung dieses Angestellten auf diesen Vorfall hin durchzusetzen. Dagegen versuchte der Bureauleiter, JustizinfjZsktor N o a ck, den gewissenhasten Arbeiter seinem Bureau zu erhalten. Es half nichts, Angestellter R. mußte fallen. Dieselben Praktiken versucht der Justizsekretär mit mehr oder weniger Erfolg auch bei anderen Angestellten. Wenn man dagegen sich vor Augen hält, wie die national- sozialistische Sippschaft gerade bei der Justizbehörde weit- gehendes EnigegenköMMkN uttd noch mehr Unterkommen findet, so kann man beinahe von der„schielenden Iustitia" sprechen. Jeder- mann wird noch der Borfall des Zusammenstoßes zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten am Bahnhof Lichter- felde-Ost in Erinnerung fein, wo die Nationalsozialisten«inen ganzen Waggon Kommunisten überfielen. Ein Anführer dieser Räuberschar war«in gewisser Kern, der später zu einer längeren Gefängnis st rase wegen dieses Deliktes vcrnrteill wurde. Kern ist diese Berührung mit der Justiz nur zu feinen Gunsten ausgeschlagen, den» er erfreut sich noch heute als Kanzleian gestellter beim Amtsgericht Mitte des größten Wohlwollens. Dem Vernehmen nach soll er sogar während der Dauer seiner Untersuchungehaft sein Gehalt weiterbezogcn haben. Auf der anderen Seite entläßt man einen langjährigen be- währten Angestellten wegen einer Bagatelle. Herr Iuftizminister Schmidt und Herr Kammergerichts- Präsident T i g g c s, die Sie beide das Vertrauen der Angestellten der preußischen Justizverwaltung im weitesten Maße besitzen, greifen Sie durch! Zlgeuner als Kinderräuber. Wiewohl ernsthafte und anerkennenswerte Bersuchc gemacht werden, die Zigeuner seßhaft zu machen, will im Volke das alte Miß- trauen gegen die unsteten schwarzen Gesellen nicht zur Ruhe kommen. Ein neuer Vorfall gibt diesem Mißtrauen wieder Nahrung. In Marktheidenfeld bei Würzburg ergab kürzlich die Kontrolle einer umherziehenden Zigeunertrupp«, daß sich ein seit 1999 verschwundener Adolf E za s ch im Wagen befand. Ezasch verschwand 1999 im Alier von zwei Monaten und kam nun bei dieser Truppe wieder zum Dorschein. Die Nachschau im Wohnwagen hat weiter ergeben, daß noch ein zehn jähriges Mädchen mitgcführt wurde, dessen H e r k u n s t u n b e k a n n t ist. und die Vaterlandgirls. Man hat schon im vorigen Jahre das Ende der Revue vor- ausgesagt. Was aber ist eine Revue? Eine Folg« von bunten Bildern. Das Publikum will Bilder sehen. Also kann die Revue nicht tat sein, solange sie dem Publikum bietet, was es haben will. Auch der mondäne Dcrgnügungspalast am Potsdamer Platz, Haus Vaterland, kann ohne sie nicht auskommen. So beauftragte er Kurt Schwabach, ein Revüchen zu schreiben, das für den schönen Palmensaal geeignet ist. Schwabach tat sich mit vier Mu- sikern zusammen, Willi Rosen, Karl M. May, Jim Cowler und Austin Egen. Und was man zu fünft zustande brachte, das mußte Kurt Fuß, der Komiker, oertreten. Kurt Fuß und— wie es bei jsdem Bild hieß— die Daterlandgirls. Denn, um es gleich zu sagen, diese lustige Schar netter, kecker und reizender Berliner Tanzmädchen, die wirklich etwas können und die die Thcaterkunst Kaufmann ganz entzückend kostümiert hat, machte das Rennen. An ihrer Spitze natürlich Fuß. Dieser gut gewachsene, sportlich ge- schmeidige Mann oerstand es, im Umsehen den Kontakt mit dem Publikum herzustellen und zu erhalten. Er treibt alles durch seine gute Laune an, aber er übertreibt nicht. Er ist in allen prickelnden Situationen geschmackvoll und dezent und gerade dos macht ihn, macht die ganze Revue zu einer so erfreulichen und erfrischenden Angelegenheit. Musik und Tanz und immer wieder Tanz, nette Schlagertext«, drollig« Einzelszenen, überraschende Lichtcfsekte, alles sorgt dafür, um den ganzen Abend zu einem richtigen Berliner Er- lebnis zu machen, an dem Einheimische und Fremde ihre Freude haben werden. Der sympathische Werner G i l l e sowie Loni H e u s e und Grete Weise standen Kurt Fuß treulich zur Seite. Wesentlichen Anteil am Gelingen hatte Kapellmeister H ü h n und seine treffliche Kapelle. Der eingelegte tolle Exzciüritgtt der B u x- t o n s'-erregt Lachstürme. Schupo hat sich geirrt. Der Strasbefehl gegen den Berliner Journalisten Georg Stein wegen des Vorfall« am 1. Mai wurde jetzt vom Amts- richter Bernhard aufgehoben. Die Beweisaufnahme ergab einige Widersprüche. Sic Polizisten behaupteten, daß Stein vor einer Haustür stand und erst festgenommen wurde, als er den Aufsorde- rungen, weiterzugehen, nicht folgte. Stein selbst behauptete, auf der Treppe festgenommen worden zu fein. In der Urteilsbegründung betonte der Richter, daß weder eine Beteiligung an der Kundgebung noch eine Nichtbefolgung polizeilicher Anordnungen dem Angeklagten nachgewiesen werden könne. Es wäre möglich, daß sich die Polizisten über Person oder Tatsachen geirrt haben könnten, ohne daß es ihnen an einem Tumulttage, wie dem 1. Mai, übelgenommen werden dürfte. Dieser Ausgang wird in journalistischen Fachkreisen mit Be- friedigung aufgenommen werden, denn wenn sich auch Zehntausende zu ihrem Spaß oder zur Befriedigung ihrer Sensationslust aus der Straße aufhalten, der Journalist, der auf der Straße steht und geht, befindet sich im Berufe und in der Arbeit und hat den berechtigten Wunsch, in seiner Arbeit von der Polizei nicht gestört, sondern so weit wie möglich unterstützt zu werden. W- Ufa finanziert Weltraumrakete. Um Professor Oberch, dem Preisträger des Pariser internatio- nalen Wettbewerbs für Raumschiffahrt, Gelegenheit zu geben, sein« wissenschaftlichen Theorien in die Praxis umzusetzen, haben sich die U s a und Fritz Lang entschlosien, den Bouder Weltraum- rakete gemeinsam zu finanzieren. Professor Obcrth hat mit dem Bau seiner ersten Versuchsrakete bereits begonnen. Die Ufa und Herr Fritz Lang scheinen üb«r sehr viel überflüssiges Geld zu verfügen. Keramikherstellung bei Karstadt. In der Journalistik und im Film ist die Keramikherstellung zurzeit modern und beliebt, die große Reportage über den Wert- tag unserer Arbcitsbrüder. Neuerdings ist ste nun als Werbung in das Warenhaus gewandert. Sieht man doch bei Karstadt am Hermannplatz die Herstellung von Keramik in allen Einzelheiten. Wir können dort beobachten, aus welchen unscheinbaren, schlichten Rohstoffen Steingut entsteht, dessen Hauptbestandteile Ton. Kaolin, Quarz und Feldspat sind. Erst durch Glut be- kommt der Tonkörper seidigen oder samtartigen Glastz, sowie Härte und Klang. Aeußerst interessant ist auch die Formgestaltung, die in drei unterschiedlichen Gruppen und zwar als Freidrchery Eindrehen und Gießen vor sich geht. Doch damit die Entstehung der oer- schiedensten Keramiken gezeigt werde, sieht man auch die Kunst» gewerblerin am Werk, die mit für Auf- oder Unter» glasurmalerei besonders geeigneten Farben, die schlichten Ge- brauch«- sowie die■ Luxusgegenstände verschönt. Erfreulich aufmerk- sanre Zuschauer stellen die S ch u l l l a s s e n, die in Begleitung ihrer Lehrer die einzelnen Vorgänge betrachten: Man bemerkt, daß bei den Kindern zuerst nur Neugierde herrscht, die aber nachher in wahre Lernbegier übergeht. Die Eintriitskarien für die Jugendweihen im G r o ß« n S ch a u, spiel haus und in der B o,l k s b üh ne werden jeweils am Donnerstag vor der Jugendweihe auf der Borbesprechung verkaust. Di« Eintrittstarten für die Jugendweihe am 22. Sepien»ber in Neu» kölln werden täglich von- 17— 19 Ul?r im Parteibureau, Neukölln, Fuldoftraße(Jdealpasssae)..Aufgang 6, verkauft. Kinder- und Eltern- karten 9,59 M., G äskk arten- 9M pro �Äck.'' � u'... i..... Hl i,.'III II■ 'Lähäef� und SfädteWä'ppen aller Erdteile in Cold- und SilberdrucfCr TJie TREÖDE des fCU RM AR K.- RAUCH£ RS Sein» Feld behrnipiov, roanru ringsum, überlaut öieTUerbelromiruel gerüFiret ruirö, kann, mir Gmer, bess SinncrL unib Trxichterh allein, 3er guten, flrbeiL gilt. m �GeroissluFt seilet sich, guie Arbeit 3urdk unb ei�ioingetsidxtrufc�g 3en, Sieg gleich, 3er /. SPEZIAL-MAZEDON EN-MISCHUNG 3er Ggarette 3er naueru Gpoche! Lobspruch dir aILe5e!t! Ihi 1 1 1 1 i /i //, �...... A,,- i �'lUKl! Ulüll(H/iKdl/ 4* Rw&ntttuvujacKuag für Caämb uaä Eut* 4m Baudu- and Schreibtisch fordern 6if»JQJ EACKÜNG.(ohte Tfjsmficäag)"" KMcpMc Marfckkffg teidcnM® T�i liül Alle modischen Canben. und WeDarien reich sorlierl Übtfwliioefldc flmwaht in allen Preislagen Außergewöhnliche Lelsfungenü Kusnn U-BAHNHOF HERMANNPLAT�'DER KARSTADT BAHN HOF Verkäufe Vom Abbruch öponlioUftroftc, am Wannsrebabnhof fftiebcnau. sind Dach- schi-ser, Olfen, ss-nster, Tllren. Treppen usw. spottbillig abitugebeu. 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In dieser Darstellung kommt bei der Beurteilung der Entwicklung und insbesondere der gegenwärtigen Lage ein Pessimismus zum Ausdruck, der in dem Zahlenmaterial auch nicht den geringsten Anhalt findet. Zahlreich« Einzelbemerkungen diese» Ueberblick; sind ferner so an- greifbar und so einseitig' im Klischee der üblichen llnternehmerdeukschriften gehalten, daß dieser Ueberblick wie«ine Tendenzäußerung anmutet, aber nicht als objektive wissenschaftlich« Untersuchung gewertet werden kann. Wenn die Statistik bisher auch nur einen Ausschnitt der beut» schen Jndustriewirtschaft erfaßt und auß«r diesem Mangel d«r Un> Vollständigkeit auch noch wesentlich« andere Unzulänglichkeiten auf- weist, auf die noch unten einzugehen sein wird, so zeigt doch da» Zahlenbild zweierlei mit aller Deutlichkeit: die starke Auf- wärtsentwicklung der deutschen Industrie seit 1 9 2 Z und die im gleichen Zeitraum erzielten außerordent- lichen Rationalisierungserfolg«. Der Produktions- umfang hat sich von 1925 bis 1927 erheblich gesteigert: die Steige- rung betrug im Steinkohlenbergbau und in der Neben- Produktengewinnung rund 15 Proz., in der Eisenproduktion mehr als 39 Proz., in den statistisch erfaßten Baustoffindu- strien 25 bis 30 Proz., in der Papierindustrie und in der Elek- irizitätserzeugung etwa 25 Proz. Di« Produktionsmittel- Industrien haben diesen hohen Produttionsstand im wesentlichen auch heut« noch behauptet, in der Stromerzeugung sind weitere große Fortschritt« zu verzeichnen. In den Verbrauchsgüterindustrien war die Zunahme bis zum Jahre 1927 nicht ganz so stark, wie in den Produktionsmittel- industrien: immerhin lag der Prlchuktionsumfang in der Vaumwoll-, Woll- und Lederindustrie im Jahre 1927 um etwa 15 bis 29 Proz. über dem Stand von 1925. Seitdem ist«in Rückgang eingetreten, doch dürft« auch heute noch b«i einer ausgesprochen schlechten Kon- funkturlage dieser Industrien da» Produktionsniveau um mindesten» 5 bis 19 Proz. über dem Stand von 1925 liegen. Diese Produktionsausweitung ist nun in fast allen untersuchten Industriezweigen nicht bloß ohne W e hrei n st« llun g von Arbeitskräften, sondern zu allermeist sogar bei gleichzeitigem Abbau von Arbeilsträfien nollzogen worden. So beschäftigte zum Beispiel die.bergbauliche Produktion im weitesten Sinn« sStein kohle, Braunkohle, Kali, Metallerz«) im Jahr« 1927 rund 82999 Arbeiter bzw. 4,5 Proz. weniger als im Jahre 1925 trotz weit erhöhter Produktion». «rgebmjs«. Aehnlich verlief die Entwicklung in der Sroßeisen- radustrie, deren Gesamtbeschäftigtenzahl im Jahre 1927 trotz der großen Produktions«rw-it«rung um«twa 29 909 Arbeiter niedri- g« r war als im Jahre 1927. Nachfolgend seien nur«in paar Bei- spiel« für das Ausmaß der in den letzten Jahren erzielten Leistungssteigerung gegeben, die aus den. Produktion«- statistischen Ziffern errechnet sind. Zährvche Erzeugung pro Kops der beschäftigten Arbeiter. Baumwollgarn Krastfalzrjeug« Zioh stahl Zewen! Liter Leistung uro Zahriterznigung» tat int in HC lOCO Spindel, wert frcVtbtüft * sttmdeu in kg in 1000 M. 1SSS 346 311 ca. 2799 11,9 8 910 1927 559 414 ca. 5610 13,4 10 820 Dies« wenigen Beispiel« zeigen deutlich, welch« enorme Steigerung des Arbeitssffekt» in den letzten Iahren in Deutsch. land erzielt worden sind. Die Leistungssteigerung ist dabei zumeist üb« die inzwischen«ingetretenen Lohnsteigerungen hinausgegangen. So sank zum Beispiel der Lohnaufwand für bie Tonne Rohstahl von 1925 dl« 1927 in der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie von 6.99 auf iM M. Im Gesamtdurchschnill de» Industriezweiges ging ferner der Lohnanteil Inder Lederindustrie im gleichen Zeitraum von rund 1Ö� Proz. auf rund 9,5 Proz., in der Kraft- iohrzeugindustrie von 26 auf 21,5 Proz. zurück. Die bis- her gesammelten produktionsstatistischen Ergebnisse, die allerding» zumeist nur bis 1927 vorliegen, sind bereits ein Beleg für die Größe der erzielten Rationolisierungserfolge. und es spricht alle« dafür, daß auch seit 1927 die Steigerung der Arbeitsleistung weiter« erhebliche Fortschritt« gemacht hat. Schon die wenigen bisher oerösfentlichten Produktionserhebun- pen zeigen, wie stark in den letzten Jahren die Industrieentwicklung Deutschtands wieder in Bewegung geraten ist und wie stark revolutionierend die Mechanisierung der Produktion gewirkt hat. Gerade unter diesen Verhältnisse müssen die Mängel der deutschen Produktion« st ati st tk ganz be. kondera störend empfunden werden. Di« Produttionsstatistit ist zwar, wie ein Vergleich des diesjährigen Sammelbande« mit dem vorigen zeigt, ein wenig erweitert worden, insbesondere liegt nun «ine nollständige Praduktionserhebung für die gesamte T e x t i l- i n d u st r i«. allerding» nur für da, Jahr 1925, vor. Aber ein Gesamtbild de« deutschen Industrieaufbauc» und der industriellen Entwicklung der letzten Jahre ist au« diesen Tellerhebungen nicht zu gewinnen.' In den letzt«, Iahren ist immer wieder der Ausbau der Produktionsstatiftik sowie ein» laufende Fortführung der Produktion serh« du ng gefordert worden. Dem Statistischen Reichsamt sind auch für diesen Zweck namhaft« Mittel bewilligt worden. So waren zum Veispiel im Haushalt des Jahres 1925 für die Durchführung einer erwetterten Produttionsftatistik 369999 Mark bewilligt worden: in den Erläuterungen über die Verwen- duNg dieser Mittel wurde ongegeben- daß Erhebungen für eine Reihe von bisher Produktion e statistisch nicht erfaßten Industriezweigen vorganommen werden sollen, darunter sehr Wichtig«, wie Masch«»«.. Klaineisen-, Mühtenindustr» und die Fabrikationszweige der Ort« und Fette. Bisher ist ab« nicht ein Ergebnis hiervon an die Oeffentlichkeit gelangt. Aber nicht nur die geringfügigen Fortschritt«, die die Produk- tionsstatisttk in den letzten Jahren erfahren hat, sondern auch die Unvollständigkeit bei der Veröffentlichung der Ergebnisse fordern immer wieder zur Kritik heraus. Man wird zum Beispiel in dies« Zusammenstellung auch vergeblich bei zahlreichen Industriezweigen nach Angabett über die Höhe der gezahlten Löhn« und über die Ziffern der beschäftigten Angestellten suchen. Wir haben schon im Vorjahr« bei der Besprechung des ersten Sammelbandes produktionsstatsstifch« Ergebnisse diese„zensurierte" veröffentlichungsmethode des Reichsamts kritisiert und mit allem Nachdruck gegen die„auszugsweise" erfolgende Veröffentlichung des gesammelten Zahlen- Materials protestiert. Eine Prvduttümsstatistit«füllt nur dann ihren Zweck, wenn sie ein Gesamtbild des industriellen Aus- baus und der wirtschaftlichen Entwicklung gibt. Diesen Ansprüchen genügt die bisherige Produktionsstatistik keineswegs. Das Statistische Reichsamt beabsichtigt, wie aus Er- läuterungen zum Etat 1929 hervorgeht, nunmehr endlich die von uns seit Iahren unaufhörlich geforderte umfassende Industrie» statistik vom Jahr« 1939 ab vorzunehmen und fortlaufend weiterzuführen. Wir glauben, daß es notwendig sein wird, für diese außerordentlich wichtigen statistischen Arbeiten gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die eine allen Anforderungen genügende statistische Durchleuchtung der Gesamtwirlschaft sicherstellen. Das Reichsamt wird vermutlich unabhängig hiervon die Borbereitungsarbeiten schon jetzt einleiten müssen; wir halten es nun für dringend erforderlich, daß auch schon in diesen, Stadium di« Dertreter der Arbeitnehmerjchaft zur Mitarbeit herangezogen werden, und daß bei den neuen Er- Hebungen nicht, wie es bisher geschehen ist. nur die vom Unter- nehmerstandpunkt mteressierenden wirtschaftlichen Einzelheiten, sondern vielmehr alle Fragen, die vom gesamtwirtschaftlichen Stand- punkt d« statistischen Erfassung bedürsen, Aufnahme finden. Giegeszug der Elektrizität. Der Kampf um den Gletrowelimarkt. Durch all« Gebiete de« wirtjchoftlichen Lebens hat die Elektrizi- tätswirtschaft im letzten Jahrzehnt einen unerhörten Sieges- zu g angetreten. In der Industrie der Welt hat sie sich bereits voll- kommen durchgesetzt, im Verkehrswesen ist sie auf dem besten Wege dazu und schon hat«in« gewaltig« Bewegung eingesetzt, den fast unerschöpflichen Absatzmarkt des privaten Haushalts gleichfalls zu elektrifizieren. In welchem Maß sich die Elektrizität» Wirtschaft und die«lettro- technisch« Produktion in den letzten Iahren durchsetzen konnte, zeigt ein« aufschlußreich« Untersuchung desZentralverbandesder Deutschen Elektrotechnischen Industrie. Der Verband hat in seiner jetzt veröffentlichten Arbeit den Versuch unternommen, alle erfaßbaren Zahlen für die elektrotechnisch« Industrie in der Welt zusammenzustellen und zu verwerten. Leider ist das ver- arbeitete Material nur für den Außenhandel er- schöpfend, dagegen tlafien bei der Untersuchung der Produktion recht empfindlich« Lücken. Es ist sicher kein Zufall, daß wohl andere groß« Elettroländ«, wie Amerika, England, Holland, Japan und andu«. über den Stand ihrer elektrotechnischen Produttion Aufschluß geben, daß ab« Deutschland in dieser Reihe fehlt. Dies ist sicherlich nicht so sehr Schuld des Zentraloer- bände» der Deutschen Elektrotechnischen Industrie als die Schuld der einzelnen Werk« selbst. Imm« noch herrscht in der deutschen Industrie ein« wahr« Angst, der Oeffentlichkeit Ausschluß üb« den Stand ihr« Produktton und ihrer Umsätze zu geben, ein Zustand, der in anderen Länden, längst schon überwunden ist. E« wäre wirklich an der Zeit, daß di« deutsche Industrie diesen engherzigen Etandpuntt überwindet und nach dem Vorbild Amerikas und auch England« endlich den alten Zopf der Geheimniskrämerei abstreift. Die sprunghaste Entwicklung des elektrotechnischen Weltgeschästs tritt besonders auffällig in der Entwicklung der gesamten Weltausfuhr an elektrotechnischen Erzeugnissen zutage. Während der gesamte Welthandel von 1915 bis 1928 nur in geringem Umfange wuchs, erhöht« sich dar Wettelektroauhenhandel in dieser Zeit um 259 Proz. Deutschland steigerte seine Ausfuhr in diesen 114 Jahrzehnten von 339 auf 536 Millionen Mark, also um etwa 79 Proz. In weitaus stärkerem Verhältnis, nämlich um 499 Proz., wuchs di« Elektroausfuhr der Vereinigten Staaten, von 112 auf 448 Millionen Mark. Auch die Ausfuhr Großbritanniens hat sich in dies« Zeit mehr als vekdoppelt. Gänzlich aus der Reihe fällt Holland, das sein« Ausfuhr feit 1913 von 12 auf 195 Miillonen, also um das R« tnfache, herausschrauben konnte. Deutschland, das 1913 46,4 Proz. des gc- samten Elektrowelthandels deckte, ist 1928 auf 28,8 Proz. zurück- gefallen. And«erseits erhöhten die Amerikaner ihren Anteil in derselben Zelt von 15,7 aus 24 Prog. Trotz absoluter Steigerung seiner Elektroausfuhr ging Englands Anteil sogar von 22 auf 29,2 Proz. zurück. Diese Entwicklung zeigt also, daß Deutschland wohl heute noch in der Ausfuhr elektrotechnischer Arttkel an erster Stelle steht, daß aber sein« beherrschende Stellung aus der Vorkriegs- zeit bereits erschüttert ist. Man kann sagen, daß die Elektroausfuhr der Vereinigten Staaten heute schon weitaus führend in der Welt wäre, wenn nicht der amerikanische Binnenmarkt eine so gewaltige Ausnohmefählgkett besäße. Bon der deutschen Ausfuhr gingen fast 89 Proz. noch Europa. Di« besten Absahgebiete für die deutsche Elektroindustrie waren die mittel- und osteuropäischen Staaten sowie der Balkan. Auch die Ausfuhr nach England, Skandinavien und Holland erhöhte sich gegenüber der Borkriegszett, dagegen sank sie in den früheren Hauptabsatzgebieten Westeuropas. Die amerikanische elektrotechnische Industrie setzt etwa 69 Proz. ihres Gesamtexportes in Mittel- und Südamerika ab und besitzt auf diesen Märkten ein kaum zu erschütterndes Absatzmonopol. Sehr bemerkenswert sind auch di« Produktionsziffern in den einzelnen Ländern. So erhöhte sich in den Vereinigten Staaten der Produttionswert von 1914 bis 1927 von 1419 auf üb« 7999 Millionen, also rund um das Fünffache. Für die deutsch« Produktton fehlen leider, wie schon gesagt, nähere Anhaltspunkte. Für Großbritannien wurde der Produktionswert auf 1993 Millionen berechnet, in Schweden auf 131 gegenüber 36 Millionen im letzten Dorkriegsjahr, in Japan auf 465 Mil- lionen und in Rußland auf 398 Millionen. Man hat auch den Versuch unternommen,«in« Berechnung über die Stromerzeugung in der Welt anzustellen. Man gelangt dabei zu einem Ergebnis von 184 Milliarden Kilowattstunden im Jahre 1925 und von 239 Milliarden Kilowattstunden im Jahre 1927. Der Anteil Amerikas beläuft sich hier auf 44,4 Proz., der deutsch« Anteil auf 11,1, der englische auf 6,4, der kanadische auf 6,1 und der französische auf 5,6 Proz. im Jahre 1925. Kahrradkrise und kein Ende. Zeitweise(Stillegung der Bielefelder Göricke-Werke A.-G. Die bekannte Fahrradfabrik Göricke-Werke A-K. in Bielefeld hatte bereit» ün letzten Betriebsjahr ganz erhebliche Vertust« erlitten. Wie es jetzt mit dem Werke steht, zeigt ein An- schlag, der gestern bei dem Unternehmen veröffentlicht wurde. Danach soll der Betrieb vom Dienstag nächst« Woche an stillgelegt werden. W>« die Direktion hierzu mitteilt, habe sie sich infolg« der ungünstigen Saisonlage und des entsprechenden Rückgange« der Aufträge zu dieser zeitweisen Stillegung entschlossen. um größer« finanziell« Verluste zu vermeiden. Di« Firma legt Wert uns di« Feststellung, daß diese Arbeitspause nicht zwange- läufig ist und mit d« kürzlich abgehaltenen Gläubigeroersamm. lang nicht in Zusammenhang steht. Ueb« die Dauer dieser zeitweisen Stillegung ist noch nichts bekannt. Wie die Ereignlsse bei Stoewer-Stettin, und die Ver- lustabschlüfs« bei E x c e l s i o r- Brandenburg, den Dür- kopp-Werken und anderen führenden Fabrradunternehmungen, so zeigt auch diese Maßnahme bei dem früher blühenden Unter- nehmen von Göricke in Bielefeld den ganzen Ernst der Situation Im Fahrradbau. Wir haben oft genug auf die kritisch« Lag« der Fahrradindustrie hingewiesen und di« Haltung der Unternehmer, welche die Ding« seit I a h r u n d T a g t r« i b e n lassen, scharf kritisiert. Die für August angesetzt« Tagung der Fahrradindustriellen, auf der erneut« Sonierungeverhandlungen durchgesprochen werden sollten, ist auf ungewisse Zeit vertagt war- den. Nach dem Miß«fotg der Verhandlungen vom September 1928 In Düsseldorf haben die Fahrradinbustriellen also ein Jahr l a n g so gut wie nichts getan, um der Krise zu Leibe zu gehen. Die Leidtragenden sind, wie in den meisten Fällen, wieder die Belegschaften, die jetzt bei den ELricke-Werken und in nicht allzu langer Zeit wahrscheinlich auch bei den anderen Fahrrobwerken zwangsweise feiern müssen. Großhanbelsindex leicht ansteigend. Die aus den Stichtag des 11. September berechnete Grvhhandeleindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber der Vorwoche von ItfZ auf 138,2 Proz. leicht gesti egen. Oeffentliche Konjuntturpolitik. Verhandlungen im Reichsarbeitsminiflerium. Das Reichsarbeitsministerium setzt sich schon fett langem für eine planmäßige Verteilung der öffentlichen Aufträge im Interesse ein« Stützung der Gesanttkonjunktur ein. In dieser Frage hat jetzt im Reichsarbeitsministerium eine Besprechung mit den Beschaffungs- stellen des Reiches, der Reichsbahn und der Reichspost stattgefunden, bei der auch das Reichswirtschafts-, Reichsfinanzministerium sowie die Reichganstalt für Arbeitslosenversicherung vertreten waren.. Es wurde hierbei di« Frage erörtert, inwieweit die Beschaffungestellen öffentlicher Körperschaften durch verstärkte Vergebung von Auf- träge» vor allem in den kritischen Wintermonaten an der Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit mitwirken können. Die Vertreter der öffentlichen Beschaffungsstrllen erklärten hierzu, daß sie bei der Vergebung ihrer Aufträge dem Gedanken des Konjunktur- und Saisonausgleiches nach Möglichkeit' Rechnung trügen und die ört- lichen Beschaffungsstellcn angewiesen hätten, in diesem Sinne auf das engste mit den Landesarbeitsämtern zusammenzuarbeiten. Insbesondere sagten sie zu, daß sie auf eine möglichst reichliche V«geb,ir-, von Aufträgen In den Wintermonaten hinwirken wallten. Gutes Geschäst im Dampfkesselbau. Die D a in p s t e j s e l- und Gasometerfabrit A. Wilke u. Co. in Braunschweig kann für ihr jetzt abgeschlossenes Geschäftsjahr 1928/29 wieder die hohe Dividend« von 19 Proz. auszahlen. Der Auftrags- bestand, mit dem das Werk in das neue Betriebssohr hineingegangen ist, ist höher als zur entsprechenden Zeit des Vorjahres. Man wird also bei diesem Unternehmen mit ein« weiteren Umsatz- steigerung rechnen können. kein England-Auftrag der Deutschen Reichsposl. Nach der Meldung der Londoner Zeitung„Financial Times"' soll die Deutsche Reichspost einer englischen Firma den Auftrag zum Bau einer großen Radiostotion erteilt haben. Der Meldung zufolge sollt» das englische Unternehmen sowohl den Bau der Einzelteile wie auch die G t s a m t n, o n t a g e durchführen. Hierzu wird voi" Reichspostministerium mitgeteilt.daß diese Meldung der„Finur Tim««" nicht den Tatsachen«ttfprtcht. marschiert heute zum Schilleraarkl Antreten zur Demonstration 14 V* Uhr am Leopoldplatz— Eröffnungskundgebung/ Jugendfeier/ Aufführungen/ Ansprachen Warnung vor Zuzug nach Berlin. Kürzlich brnchte t>!«„Rote Fahne" unter der Schlagzeile „Grau euch ast�es Wahnungselen«) in Berlin" einen längeren Aussät?, der von Beschnnpsungen der Sozialdemokratie strotzt und dessen sachlicher Kern darin besteht, datz ein Arbeiter?nit seiner Fanchlie, dazu noch mit einem wenig? Tage alten Kind, in einem elenden, stinkigen Keller Hausen muß. Was also liegt vor? Der Arbeiter D„ in Ostpreußen gebürtig, ist Ansang März lS2g ohne Aussicht auf eine eigene Wohnung nach B e r l i n z u g e wa nd e r t. Er hat sich, wie so viele taufende Zuwandercr, eine Unterkunft gesucht und da zugegrifsen, wo ein leerer Raum zufällig sreistand. Am Ostbahnhof 6 hat er einen K e l l e r r a u m gemietet, der für gewerbliche Zwecke bestimmt ist, also als Bsohnro um niemals in Frage kam. Er hat sich also selbst diesen völlig unzureichenden Raum ausgesucht. Als Zugezogener wäre es seine Pflicht gjä- wcsen, sich zunächst vom Zentralwohnungsamt einen Wohnberechti- gungsschein für Berlin ausstellen zu lassen. Auf dem Woh- nungsamt des Bezirks Friedrichshain ist er als Wohnungsuchender nicht eingetragen. Er hat also somit gar keinen Anspruch aus die Zuweisung einer Wohnung. Wohnungsnot und Wohnungselcnd werden in Berlin solange nicht restlos zu beseitigen sein, als der starke Zuzug nach Berlin nicht eingedämmt wird. Weist doch Berlin in den Jahren von l92Z bis 1928 einen Zuzugsüberschuß von 320 879 Personen auf. Darunter befinden sich Zehntauscnde, die ohne Arbeit und ohne jedeß Aichalt iwch Berlin zuwandern und dann Zuflucht in unzulänglichen und ungesunden Räumen suchen. Bereits nach kurzer Zeit werden dann Angriffe gegen die„sozialdemokra- tische" Wohnungspolitik erhoben. Derartig« Zustände, die sich ohne Zutun irgendeiner Behörde entwickeln— also lediglich auf eigenes Berschulden der Zuwandernden zurückzuführen sind— vermag diese nur dann zu unterbinden, wenn sich die Stadt Berlin entschließt, von der Möglichkeit der Eindämmung des Zuzuges, die durch den 8 9 des Wohnungsmangelgesetzes gegeben ist, Gebrauch zu machen. «inseoduagen für diese Rubrik sind Berlin TW 68, LtudenftraKe 3, parieinachrichien für Groß-Berlin stet,»a d«, Bezlrk.sekrrtarla» 3. Hof, 2 Treppen recht», zu richte». 2. Kreis Tiergarten. DIcnstaa, 17. September, 2V Adr, bei Krüger, Put. lijistr. 10, Sidung des Krcisvorstandcs mit den 1. Abteilungsleiter».— Achtung, Krci-milglicderl Die 13. Abteilung unseres Kreises veranstaltet beute, Sonntag, 16. September, im Moabitcr Schübendaus, eine isabnen- weihe. Alls Genossinnen und Genossen werden um rege Beteiligung ge» beten. M 3. Kreis Webding. Montag, 16. September, Ig't. Uhr, in der-! • Schnlanla Griinthaler Straße,»reismitgliederoersamwlung. Vortrag! es, �„Was wir für unsere Jugend taten". Referent Stadtrat Kulisch. s-l�Ä-l-I-! I I! I t. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag. 17. Septcmfc«, 10'- Uhr, bei Barthel, Wörlher Sir. 10, Sisiung des engeren Krcisvorstandcs mit sämtlichen Abtcilupgsleitcr».— Voranzeige! Der Äreisrertretertag zur Ausstellung der Kandidaten für die Stadtocrordnetenwahlcn sindct am Montag, 23. September, 10 Ahr, in de» Kasiuo-Ireftsäleu, Pappelallec 13, ftntt. 6. Krei» krcuzbcrg. Bezirfsperordnerensraltion: Montag, 10. September, I8'/g Uhr, im zimmcr 2ö des Bezirksamts, Sihuug des Vorstandes. 7. Kreis Gharlottenburg. Die Herbstiugendwcihen sinde» am Sonntag, 22. und 20. Ecpicmbcr, 0 Uhr, im Großen Sämuspielhaus statt. Eästckarlen zu T'i Pf.. Kinder 30 Pf., sin» bei de» Weihilinder» zu bestellen. I 9.»reis Wilmersdorf. Zu« Erdenk«» an das 23iährige Jubiläum � > der Sozialistischen Arbeiterillgend siabet an, Dienstag, 17. September,' s 20 Uhr, im Viktoriagarten, Wilhclmsauc 114—113, eine Kreismitglieder» es Versammlung statt. Außerdem spricht Senoffc Reichstaasabgeordneter aranz Künstler über„Die Sprengstossattentate und die politischen rtolßcn". Buchkontrolle. Mitgliedsbücher find mitzubringen. 17. Ol 0 Kreis Zehlcndors. Ardeitersohlsahrt i Kostenlose Sprechstunde in alle» Wohlfahrleongelegenheiten beim Genossen Zander, Zchlendors, Swen-Hedin. Straße 74, Donnerstag von 17 bis 10 Uhr. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, 18. Seplcmber, Ig'- Uhr, Kreisvorsiands- sttzung bei Tempel, Gudrunstr. 7. . Krei» Weißensee. Dienstag. 17. September. 19H Uhr. bei ¥3 Gallas, Lehderstrasie, Sißun, des engeren»reisoorstande«. Mittwoch, M 18. September, Kreisvertretcrorrsannuluag um l»>.. Uhr im Lokal.Zum. s Pserdrmarkt". Schönstraße, Vortrag!„Der Boung.Plan nnd die politischc Lage". Referent Kurt Hein-g, SR. d. R."■ 15. Krei» Treptow. Mittwoch. 18.' September, um ISVH Uhr, in Baumschulen. weg, bei Tenonc» Borgiiiann, Kreiovorstandsstsiu»«. Es werden dazu eiu. gelodeu die Abteiliingsleiier und zwei weitere Mitglieder der einzelnen Abteilungsrorstände. heute, Sonntag. 15. September. 14. Abt. Die Genossen treffen sich zur Kundgebung der SAZ. um 14 Uhr Leopoldplaß. Zbt. Die Genossen treffen sich zur Kundgebung der SAZ. im Schillerpark. Abt. Die Eintrittskarten zu der Zubilarfeicr und zum HerMtvergnstgen tonne» iofoct abgeholt werden vom Genossen Erich Marzan!?. Köpenicker Straße 176. Morgen, Montag, 1ö. September. Ibt. M Uhr bei Schmidt. Wielefstr. 17, Abteilungsvorstantssißung. .5, Uhr Lichtbildervortrag in der Schnlanla Grünthaler Straß«, nz ch t Ehauficesiraße. .47. und 48. Abt. 20 Uhr bei Sicdcnlopf. Muskauer Str. 35, wichtige E.ßung-ll-r Zreidenrergeiiosscii der 1.7. Gruppe Abi. Schonet�rg. 20 Uhr Schmidt. Erunewaldstr. 16, Vorstandssihung. '.�,??°lhaf.. 20 Uhr ssuuktionärsißung hei Vommercninq, Berliner Ztraß- 10«.— Dienstag. 17.«eptembee, 20 Uhr. bei Pinger. Dorfstr. 30. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Interessantes aus der Kinderrepublik". Referent Dr. Kurt Lvwenstei». Die Bezirlswhrer werden gebeten, einzu. s0�on. Aufstellung der Kandidatrn z»r Sladtocrordnetcnwahl. Abt. Mariendorf. 20 Uhr bei Niendorf. Chausserftr. 10, Zu»ktionärsißuna. Abt. Treptow. ISlZ Uhr im Ellen. Eck. sti-fholz. Ecke Elfenstraße. große siunitiimSrnßMtg.— Dienstag, 17. September, Mitaliederversammlung im Lokal Wolfram, Am Treploroer Park sehemaliges Kino), Vortrag des Genossen Vurfl„me.ster Grunow:„Die kommunale Arbeit im Bezirks bis 130. Abt. Pankow. 20 Uhr'in Assemms Bierbaven, Berliner Strafte. ?sun?tlpnarsiwlna. Steünnanakme zu den auf den.�aftlabenden vorge. schlaaenen Kandidatrn.— Achtung! Vorstvndssiftung um Uhr eben. 2t. 47. 12. 17. 39., 77. 85. 86. 101. 128. dort. 44. 47. 136. Dienstag, 17. September. Abt. 10'- Uhr bei Ewald. Skalißer Str. 126, szunktionärsißung. Aeußerst wickstigr Taae-ordnung. Erscheinen aller Znnt'ionäre dringend erforderlich. Abt. 20 Uhr bei Sicdentopf, Muskauer Str. 83, Sißuiig des Abteiliiiigs. rorstaudes mit den Krcistaasdelegierten. Erscheinen dringend erforderlich. Abt. Rcinickendorf-Ost. Achtung! Die Ahrcchnnn» beim Genossen Mciscr .erfolgt»Nr bis um 10 Uhr. ein Laster, lra Pflaster Hast Du fcstüj irgendwo jedoch achte dabei immer auf den Patentschutz„Schlimmer 1 fgc.r*..Seit SO jähren käuflich in Apotheken ä 45 Pf. Gutachten über teplata, 82ia!Ei(l3ii, Mmmn st-run S���dr��ra�'Ä!!! Frauenwelt-Feierstunde Sonnabend� den 5. Okiober, 16 bU 18 Uhr, In der Vo'ksbChae am Bfilowplaiz I. Mosikvortrag............... Bentz-Quartett Allegro aus dem Streichquartett D-Moll Op. posth. von Franz Schubert Rezfiaüonen..............: Martha John Das Elend............... Schanz Die große Stadt............. Max Barthel Ansprache................ Tony Sender, M d R. 10 Minuten Pause. N. Die juWandcrratien'* bringen; Chansons................. gesungen von Erna Emani Noch eins............... Amo Holz Chor der Fräuleins........... Erich Kästner Nur för Herrschaften.■......... Karl Schnog Bittere PUIcn Politische Satire............ Theo Mar et Die Aossperrnng. Groteske......... Gustav Junghans Darsteller: Erna Emani, Herbert Bahr. Fred Sembach, am Bechstein- Flögel Claus Clauber�r. Preis einschließlich Programm und Garderobe SO Pfg. Der nummerierte Abschnitt des Programms bercehtigt zur Teilnahme an der Verlosung der Platzkarten im Vorraum der Volksbühne(zur Verlosung kommen Einzel- und Doppclkar en). Karten sind bei allen Abteilungsleiterinnen für Agitation, in der Buchhandlung Dietz. Lindcnstr. 2, sowie ab 16. September im Frauensekretariat des Bezirksverbandes, Lindenstr. 3, 2 Hof, 2 Treppen, Zimmer 4, zu haben. Das Fraacnsekreiarlal. Mittwoch, IS. September. 49. Abt. Schwerhörige. 20 Uhr Ritqlieherperfammlung im Ingeubheim Lindenstr. 4. Vortrag. Alle Mitglieder..Dorwärto-.Lcfer und Sywpathi. siererbe sind eingrladen. 1.19. Abt. Tegelort. 20 Uhr Zahlabend im Lakai Schwab». Vortrag de« De» zirkonerorbnctrn Genossen Sannt über �tomniunale Arbeit im 20. Vre- waltnngsbezirk-. Erscheinen aller Genassen bringend crforberlich. Arauenveranstaltungen. Mittwoch, den IS. September. 19 Uhr, Sreisleiterinnensihnng im Vortragssaal des Parteivorstandes. Lindenstrahe 3, 2. hos, 2 Treppen, links. * 2. Krei» Tiergarten. Montag, I«. September, 19'~ Uhr, bei Beiger, Lcoeßow. Ecke Iagowstraße. Krcisfranenabend.„Kommunale Wohnungsbaupolitik." Referent Stadwrchitckt Otto Most. 3. Kreis Wcdding. Donnerstag, 10. September, 1014 Uhr, in den A Pharuslälen, Müllerstr. 142, Frauenwerbeabcnd. Referat der Genossin'W Klara Bohm-Schnch, M. d. R. Rezitationen Genosse Losemann. Mit. � ! i Wirkung der Gewerkschaflsiugcnd, Musik. Unkostenbcitrag 20 Pf. 3. Kreis Fricdrichshain. Montag, 10. September, IS'4 Uhr, in Schmidts Gr. frllschaftshaus, zruchtstr. ZSs, Kreisfrauenabend...Da- Problem— Der Kampf um die Verteilung der Lasten." Kern. Die Abtcilungsleiterinncn laden ein. Rcporations- Referriilin Käthe »2. t24. Frauenveranslaltungen. Montag. 16. September. Abt. Der Zrauenabcnd findet erst Montag, 23. September, statt. Abt. 20 Uhr bei Klug, Danziger Str. 71.„Zwei Frauengcstaltcn". Res«. rcnt Dr. Max Schütte. Abt. 20 Uhr bei Prhst, Stargarder Ecke Luchener Straß«,„Die Stellung der ssrau im heutigen Wirtschaftsleben". Referent Genosse Picht. Abt. 2V Uhr bei Eolbfchmidt, Etolpifche Str. 30,„Reparationen. Wer bezahlt den Krieg?" Referent Sans Wogwod. Abt. All- Genossinnen beteisiacn sich am Krelsfrauenabcnd. Abt. ISV, Uhr in der Juristischen Sptcchstüude, Lindenstr. 3,„Die Kriegs- schuldsragc und der Pazifismus". Rciercnt Genosse Dr. Bcnicke. Abt. Eharlottenbnrg. Pünktlich%S Uhr in der Gcmeindcschule Pestalozzi» Ecke Weimarer und Leipnizstraße. tDie Genossinnen werden gebeten, genau auf den Versammlungsraum zu achten.) Bortrag des Genopeu Ad. Loff. mann. Abt. Rcuköll». Wir ochen Montag, 10. September, zur Genossin Krüger nach Eichwalde( Reuschulzcndors). Treffpunkt pünktlich',-9 Uhr früh Kaiser-Friedrich. Ecke Geugerstraße. Abt. Mahlsdorf. 20 Uhr bei Ander«, Bahnhofstraße,„Das Reparations- Problem". Refsrentin Mathilde Wurm, M. d. R. Arauenveranstallungen Dienstag. 17. September. 28. Abt. 20 Uhr bei Schröder. KaftanienaLee 28,„Der Kampf um die Arbeits- losenversschernng". Referent Kurt kic�mann. 40. Abt. Dienstag. 17. September, ab 15 Ubr, Kaffeekochen im Restaurant Volkspark Neukölln. 43. Abt. 30 Uhr bei Brüschke. Reichenberaer Str. 98,»Der Kampf um die Arbeitslosenversicherung-. Referentin Marie Kunert. M. d. R. 55. Abt. Charlottenburq. 19� Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21,„Der Weltkrieg in der Literatur". Referent Ad. Abter. 107. Abt. Falkenberg-Grünau. 19�4 Ildr bei Zölian-Alt-Glienicke,„Die Haager Konferenz". Referentin Genossin Wagner. Arauenveranslaitungen Mitwoch, 18. September. Eharlottenbnrg. 51, Abt. 19', i Uhr im Jugendheim. Rosinenstr, 4,„Unser Konsum". Lichtbilderrortrag des Ecnossrü Erooler,— 38. Abt. IS'b Uhr im Schloßbräu. Augsburgcr Str. 2 Eck« Kalckrruthftraße.„Die Stellung der Ärankcnkassen zur Geburtcnregelunq". Referent Dr. Zrirdebcrger. Schöneberg. 77. Abt. 1gZ4 Uhr bei Jürgens. Barbarossastr. 3a.,»Der Kampf um die Arbeitslosenversicherung". Referent Bernhard Krüger.— 78. Abt. 1914 Uhr bei Rath», Fcnrig» Ecke Prinz, Georg. Straße.„Wirtschaftliche Zeit- und Streitfragen". Referent Genosse Käthe.— 70. Abt. 19',4 Uhr „Bluff— eine heitere Hörfolge von Viktor Heinz Fuchs" hotte Berlin für den Abend angekündigt. Um ein Dicrteldutzcnd billiger Pointen brauste ein Meer von Banolttät, Langerwcilc und irommelfellerfchütterndem Geräusche. Das sollten die armen Hörer für ein heiteres Wochenende nehmen. Manch.'r wird sich auf die Königswusterkhiusener Welle geflüchttt haben: aber wer den„Vogel- Händler" bereits am Freitagabend über Berlin gehört hat, dem blieb kein anderer Ausweg, als das Radio abzustellen.— lieber feine Erlebnisse in Mesopotamien und Babylonien plauderte Armin T. Wegn.'r in �inem zweiten Vortrag, in dem er seine Erlebnisse in den heiligen Städten Redschef und Kerbela schil- derte. Er skizzierte in leuchtenden Farben das von religiösem Fanatismus erfüllte Milieu, die Ekstase der aufgepeitschten Menge, die strenge Gehaltenheit dir Würdenträger. Man freut sich auf die Fortsetzung dieser Vortragsreihe.— Einen Bortrog, der gerade jetzt zum Schulschluß mit in das Gebiet der Berufsberatungsfragsn gehört und deshalb besonders wichtig war, hielt auf der deutschen Welle Emil Lind über„Theatcrnot und«chau spiel er- l e n d". Er gab einen Ueberblick über die furchtbar« Rot des Theaterprolctariots, über den ungeheuren Andrang wenig begabter Kräfte zum Theaterberuf und zeichnete glüchzeitig die Bedeutung, die dieses Schauspielerelend für die Gestaltung des heutigen Theaters hat. Tes. bei Groß, S-danstr. 17,.Repnrationsfrogln— Der bezoblt den Xtittf Referent At>. Abter. 81. Abt. Friedenau. 20 Uftr bei Klabe, Handierystr. S0/K1.„Doblfabrt xmb kommunale Verwaltung". Vortrag des Genossen Reich. 86. Abt. Mariendorf. Unser Frauenabend am Mittwoch. 18. September, jatti aus. Dafür beteiligen sich alle Genossinnen am Donnerstag, 19.. Sev« Irmber, an den gemeinsamen Fronenabenden der 85. und 86. AbteUung. Siebe Veranstaltungen unter Donnerstag, 19. September. III. Abt. Bohnedorf. 20 Uhr bei Jeimann, Waltersdorfer Str. IM.»j�a� Wirtschaftsgeld der Hausfrau". Referentin Klara Bohm-Schuch, M. d. R. Arauenveransialtungen Donnerstag. 19. September. s. und 86. Abt. Tempelhof und Mariendorf. Ä0 Uhr bei Pommerening, Tem. pelhof, Berliner Str. IM,.Die schaffende �rau und die Arbeitslosenversicherung". Referent Genosse Schlimme. 128.130. Abt. Pankow. Der Frauenabend am 19. September fällt aus. 136. Abt. Reinickendorf-Oft. 20 Uhr in der Lindauer Strafte,„Wir Frauen und die Kommunalwahlen". Referent Artur Crispien, M. d. R. Vezirksausfchusz für Zlrbeiterwohlfahrf. i. Krei» Kr-uzb-rfl. MontnA, 10, Seplember, I0Zb Uhr. AnsschußsißunE hei Wolf, Gräfcstraße, Zehe Abtcilunn muß verlrelen fein. 20, Krei« Reinickendorf. Dienst-Ift, 17. September. 20 Ilbr. Kreisfunktio» närinn-nsißuno mit den Wohlfahrlspflegcrinneir im Ratbnus Reinickendorf. Dst, Souplstr. 88. Zimmer 17. Genosse Reßi-runpsrai Krebs spricht über: „Soziale Gericht-Hilfe". Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Zungsozialiste a. Gruppe Lichtraberg. Diensigg. 17. Sevtemher, 80 Uhr, im Zugendbcirn Gunierstr. 44, Portrag:„Die Arbeit unserer Partei in der Berliner itouunun«. Referent Stadtverordneter isran, Käming. Parteigenoss-n, SPD.-isportltr unb SAI.-Genossen sind dazu freundlichst eingeladen. Gruppe Wedding. Eelnadbrnunrn. Henic. Sonntag, trifft sich die Grnpp« vollzählig um 14 Uhr Leopoldplaß zur Kundgebung der SAI. Eruppe Eharlottcnburg. Heute, Sonntag, 13 llbr, Treffpunkt am Wilhelm- vlaß zur Teilnahm« am Iugendtaa der SÄZ.— Montag, 10. September. 20 Uht. im Jugendheim Rosinenstr. 4. Portrag:„Land und Leute In Rnß. land". Referent Map Potllißer. Arbeitsgemeinschafi der Kinderfreunde Groh-Derlla. Krei» Keeuzber«. Heut«. Sonntag. 15. September, treffen sich all« Rote» Zalken 8>.i Uhr am Hallefchen Tor. Alle Küren und Zungfasiwn treffen sich 13',. Uhr Belle. Allionce-Ploß zum Arbeilerjugendfeft im Schillerpark.— All». Eltern, deren Kinder au der Dubrowfahrt teilnohmrn. werden zum Mitt- wach. 18, Seplember, IS'h Uhr, zu einer Aussprache nach dem Zugendheim Wassertorstr. 0 eingeladen,— Gruppe Südost: Hellte. Sonntag, grfchlossenr Beteiliguiig an der Veranstaltung im Schlllcrpark. Treffen 1 Uhr Heim Bristcr E'raße.— Achtung! Donnerstag, 10. September, 10Zo Uhr, Helfersißung her Meto Zaustmaii». �„ Krei» Pankow. Sonntag, 22. September. Zolle»tag. 13'4 Uhr Werbe. imizliq durch Rirderfchöilhaufen zum Bolle�Sportplaß. 13 Uhr: VSSerboll. Handball. Stafette, Volkslanz. Zirkus. Zackelzug. Aste Berliner Gruppen sind herzlich eingeladen. Kinder mit Ausweis fVerf.-Marie 29) frei. All« übrigen 20 Pf. Es gibt Kaffee. Trinkbecher nicht vergessen. Peenzlouer Berg, Gruppe Viktor Adler, Nordost: Dienstag, 17. September. 10'., Uhr, Elternverfammlnug. Tliema: Bericht vom Zelüager in Brodten. Gruppe Landsberger Ploß: Sonntag. 13. September, IZth Uhr Treffen Landsberger Plaß. Zahrt zum Schillerrark. Kosten 20 Pf. Ende 21 Uhr.— Moil!ag, 16. Seplember, Polkstiinzc im Zugendhcim von IS-I»»', Uhr.— Dieus- tag. 17. September: Rote Zalkcn gehen zum Zilm. Treffen 171? Uhr Psifching. slat. Kosten 13 Pf.. Ende 20'? Uhr.— Mittwoch. 18. Sevlember: Wir gehen nicht mehr zum Sportplaß. Treffen oller Roten Zalken, Iungfalken und Küken im Jugendheim 18— 1>3, Uhr. Bunter Abciid.— Donnerstag. 1». September: 18— lssti Uhr Basteln im Iuqcndheim.— Zrei'ag, 20. Seplember: Rote Zalkrn macheil Bofkstänze. Iungfalken helfe» von 18- l0?Z Uhr im Jugendheim.-- Ackttung, Eltern! Zwecks Teilnahme an der 4-7aoc.Zahrl nach Raurn ist fo. fortig c Anmeldung dringend»Sti«. desgleichen 1 M. Anzahlung.— Dienstag. 24. September. Kreisellernverfammlung.— Parole für heute: Alle Ellern in den Schillerpark. Gruppe Zehlcnborf, Rot«»nd Zungfalken: Treffen zum Zuaendtag int Schillervark 13 Uhr Riemeister- Ecke Sophie. Charlotle�Ttraße. 30 Pf. für Zahrt unb Zesthrifrog mitbringen. Wonnfee. Unser Zalkentrefscn Nndet am Sonntag. 0. Oktober, statt. Up» 9 Uhr treffen sich olle Gruppen am Bahnhof. Danach Demollstration durch Wonnfee. 13 Uhr Zeier im Stodion. Musik. Gcfong, Eprcchchor, Volkstänze. , Geburkskage, Jubiläen usw. 91. Abt. Neukölln. Unserem liebe» Genosse» Kurt»örtner»nd fei»« Sattin. Sissmannstr. 14. zu, Silberhochz-it die herzlichsten Glückwünsche. Iii 6 SoziallstischeArbetterjugeudGr.-Verliu | Einsendungen für diese Rubrik nur an das Ingendfetretariat 1 Berlin SD SS. Ctndenfiraße 5 Baldurfahrer! Photos von der Baldurfahr! nach Stettin liegen zur AnsichZ und Bestellung im Zugendfekretariat«us. heule. Sonnkog. «rnrwalber Plag: Wir treffen uns um 13'.? Uhr am Arnswalher Plat zur Zundgcbuilg fRole-Zalieli-Trachl).— Zalkplo» l: Wir besichtigen die Aussiellnug 23 Zohrc Arbciterjugendbewcgllng. Treffpunkt um 0 Uhr am Kolosseum. Um 13 Uhr treffril wir IINZ ebcndort und gehen zur Demonfttgtlon.— Zaliplat, II: Alle Genossen, die die Iugendfeicr im Mercedes- Palast besuchen, treffen sich um 10'.? Uhr an der„Älotcn Ecke". Alle anderen Genossen treffe» sich:mt 1 Uhr ebendort.— Süden: Wir treffen uns zur Morgenfeier im Mercedes- Palast, Utrcchtcr Straße, um Ist'. e Uhr„Pole Eck:".— Südwest: Wir Ireffen UNS zur Kundgebung um IZ'/t'Uhr Halles ches Tor, Das Erschein«» oller Ge. nosse» ist Pflicht,— Rosentßaler Vorstadt: Wir lretfeu Uli» um 13 Uhr Rosen. Haler Plag, Zahnen und Völle sind milzubringell.— Mariendorf: Truffpuntt zur Aulofahrt pünktlich 11 Zö Uhr Bhf. Martendorf.— Tempclhos: Treffpunkt zur Autofahrt pünktlich 11'.- Uhr Dorf. Ecke' Berliner Straß«.— Lichtrubera» Nord! Zreffplinkt zur Kundgebung im Mercedos-Palaft 10 Uhr„Rote Ecke".— Kölluücher Park: Wir treffen uns zur Zeier im Mercedes-Palast um 11% Uhr cm Strausberg er Plaß.— Werbebezirk Neukölln: Treffpunkt zur Morgenfeier Iv'b Uhr Rathau» Neu» kslln. U-Bahnhof. Treffpunkt zur Kundgebung um 18 Uhr U-Bahnhof Rathau» Neukölln. Werbebezirt Teltowkaual: Wir fahren mit Lastautos zum Zugendtag. Treff. punkte der Abteilungen: Dahlem R. Z., Nowawes, Wannsee und Zehlendork om Bahnhof Zehlendorf, Milte pünktlich 11 Uhr: Abt. Stegliß pünktlich l? Uhr am Marktplaß. DUppelstraßc: Ahl. Loniwiti 11'.? Ubr Biktoria. Ecke Wilhelm» straße: Abt. Mariendorf 11 Uhr am Bohnhof Mariendorf! Abt. Trmpclbof 12 Uhr Germania. Ecke Berliner Straße. Werbebezirk Schönebcrg: Treffpunkt zum Zugendtag um 11 Ubr»or dem Meieedes-Palaft. Utrechter Straße. 14 Uhr Lcopoldplaß. Zambonrlorp« Prenzlauer Berg: Zanfarenbläser Ist'., Uhr Bhf. Schönhauser Alle« oder I1>« Uhr Mariendorf. Ulli Uhr Bhf. Zehlcndorf.Mitte. Treffpunkt zum Jugend tag 13 Uhr Bhf. Schönhauser Aller. Nachzstzler 14 Uhr Leopold, plaß«Schul- Eck- MUllcrstraße). a- z ,a. Morgen, Montag. 19 Uhr. Zalkplaß N: Schule Sonnenburqcr Str. 20, Zimmer 3: EinfsihrungsabenM _«otdaften IT; Selm Dannger Str.«2. Barocke 3t.Materialistisch« Geschicht» auffaffuiig tMallna).- Westend: Stadt. Heim Sportploß Westend: Glaß. brenncr-Aben�- Bankow IU(Rote Zalken)! Heim Görschstr. lt: Vortrag.— Tchonlmnier Vorftod«: Heim Soilnenburgcr Str. 20:„Unsere Stellung zum heutig«» Staat". Referent Dr. Alfred Braunthäl. Werb«b«zirk Wcdding: Sämtliche Mitglieder brteiligen sich an der Krei» mllgl'ederversammiung der Partei, Grünthaler Str. 3. Thema:„Was taten w:r für»ufere Zugend?" Werbebezirl scklöncberg: Sißung der Zrilungskommifsion um 20 Uhr ii» Jugendheim Hauptstr. 13. Wellerberichl der öffenklichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend lNochdr. vcrb) Jicmiich bcitrr itiid tpgrm, schwache Liistbewegung.— Sät ventschland: sXm Leiten inid(Sfifen wolkig, vercinzelt Gewitter, im oft» lichen Deutschland heiler und ziemlich warm. Ingenieurschule Md Sulza|Thür Höhere Techn. Lehranstalt, Maschinenbau. Elektrotechnik, Automobil- und Flugtechnik, Gas- und Wassertechnik, Chemie. Programm frei �3 Die Absolventen erhalten dasZeucnis der mitll. 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September, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des alten iohannistriedhofes, SeestraSe 126, Allen SftmanMen, Freunden unb Bekannten die traurige Nachricht, daß am 12. September mein lieber, unver. geßlicher Mann, unser Bruder und Onkel, der Gastwirt Otto Bläsing im öS Sebenejabre nach futAen. schweren Leiden verstorben ist. Die» zeigt ttesbetrllbt an Helene BUblng geb. Gabor Die Einäscherung findet am Won- tag. dem IS. September, abend» 8 Uhr. im Krematorium Gertchtstraße statt. Kranzspenden dankend verbeten. Ruch langem, schwerem Leiden ent- schltesam Mittwoch, dem U.Septembetv unsere gute Mutter, die Witwe kstdarins laskowski verw. NlmmerRut, geb. Vogtmann im 78. Lebeneiahr» Die» zeigen tiefbefrübt an Onoia Tttramergul aab gtm wilhelmtna, geh, Tröster. G h arlattenbnrg. Kontür. 98 Ginascherung: 16.Sept«nber,18Ubr, tra Krematorium Gerichtstraße lebet Art liefert ptel»'mett Paul«roUet» vorm. Robert Meyer Mariannen« trage J Ecke Naunynstraße Amt Mortfivl 10830 l- Fabrik und Lager Sehetflan Roseolhalsr Sir. 86 Speise« von 275.— an Herren« von 278— an Schlaf- Zimmer von 380— an Bekömmlich Sauber Bekanntmachung. Um Soanersfag. den» Ig September 0. 3a.. 16 Ahr. werden hier, Kieinbeerenftraße 20, 8 Lxhost Bordeaux- wein(ca. 628 t), davon zwei«nit 2!»3- aahme der Zckfsee. die sosart zu eutieereu und zurfia zugeben sind. im Weg« der Zwangsvollstreckung öffent- lich meiftbtetenb gegen Barzahlung ver- ftetgeri. Berlin, den 13. September 1020. Flnonzamk Ariedrichstadl Ballstreckungsstelle. Unterricht Berlifi Schaal, Leipzigerstraße 110, Kursstrstenbarnm 28». Fremde Sprachen. Zirkel: 12 Teilnehmer, monatlich 12 W., vierteljährlich 30 SR., zahlbar in Raten. Eintritt jederzeit. Vbamlarelch vie dlaue Marke sewdhrt die Rarantie fOr Qualität, gestützt auf über 30 Jährige Erfahrung Deutscher Metallarbeiter-Verband. Achtung! ■ d." Untergruppen 1 vi Betfamaelung. Dienstag, 12. Sept., obenb» 7 Uhr im Fngenbheim, Linien- straße 83«. Tagesordnung: t. Steuere Entscheidungen der Arbeitsgerichte. PUftietit Kollege Koch II. 2. Neuwahl der Stuppenleitnng. 8 Lsrschiebene».__ Aohtungi Aomungi MiNrnoch, JMS 18. September, nachm. »Hr. Im Lakai aou Schulze, 4 V« SkaQfchcelbecfiroBc 8. lehriiags-versemniiung eller Graveur- u. Zlwieur-lehrllngs Tag e»»r bnnng: 1. Bortrag übet Bürgerkunbs. Referent: Kollege H. Dellwig. Zugsndleit. im DWB. 2. Diskusnon. 3. BerschiebeneZ. Zah reiche« Erscheinen ist unbebwgie Pflicht. Aehwngi Achtung! msvmsi'vGNGi' im emmi Handel Dtenslag, den 12. Septem face. abends 2»Hr. im SÜnnsssssl des Der bandshaafes. Linien strahe 88/88 1 Portal. 3 Treppen Uersammlung aller in den Betriebe» de» Einzelhandel» beschiistigten Metallarbeiter, al» Schloff er, Baleuchter, Elettromomeure, Fahrstuhl- Monteure. Mechaniker, Auto-Reparawr» schlösset, Klempner, Rohrleger und. andere Dteffess,®«tfo«, JUcUabl u,«. Tagesordnung: l. Berwaltungsbericht: 2. Bericht über die Ergebnisie unserer Lohnsorberungen beim Kaufhaus ffiertbeim®, m. 8 fi.; 8 Diskussion; 4. L erschied ene» Da» Erscheinen aller Metallarbeiter ist unbedingt erfarderlich. unb orkmnngsmäßige Derhälintsss eintreten, bann muß sich jeder Metallarbeiter n diesen B-rJammlungen einfinden Zur Beachtung t Allmonatlich Dien». tag. nach den LertraueiwnSnner-Konfe- lenzen, finden im Verband» hau», Linien- straße 83-85, die Versammlungen der Metallarbeiter im Einzelhandel statt Sollen endlich tn den Betrieben tflßtg« B-ri üch lebt nlnngen Dieaslaa. bau 12, September, •Ob» 8»he. in dem SsshUu-Sbie«, Sophien Rcatze 12/18 Branchen• Versammlung dar Bau- und Beldschrank- schlosser Tegeoorbnung: 1.««Übt der Branchenkvmwisfio» OH�ÄM�buch t e i n Zutritt Die Wichtigkeit der Taaesorbnung er- fordert da» bestimmte Erscheinen aller Sollegen. 5plalplan unser»«»uUueableJluus z» de« Woche vom 16. bi» 22. Uvtewh-r: I. 3m Morgenrot der Freiheit. S. Vassdrsersorgung von Berlin. 8 Humoreske. Z» der»och» vom 28. bis 2». BrpisMber Dichter. und seine Mfillebfuhr. l. Zar und Dll 2. Hamburg ui 3. Humoreske. Zs de» Woche vom 30. Sept. bi»«.Okt.: t StUeufel(großer Alpenssl») 3. Die Fabrikation der Bachpappe. t. Hunroreske. Anfragen wegen Ueberlassung und Besuch b« Abteilung sind telephontsch»der schrift- sich an die Ztultnrabteilsng(Bueeai L!,te»«r. 8, 83. Zlmmo» 2»)«U richte vi- OideeM«sltemg- lirÄMelliiM! kür Nödelsunheado heenndore> Salmauhait— Vorsther-i 2» a» tz d»o kstirnt rrrlmukt rn »»»s»K»oia Protssoi Speise-, Herren- u. i Schlalzimnier nprl �til- i Wetfc. Gomntia. .----- ZsUangs- erlaiahieruss— balrtgev er- b«e*a otter Chiflro„84" an A««l««H- tipaditien Uw 8 Steloer, BsrUn W8. jÄgrerstr.eaa.] iiEEMEMeCIEif•••• U«ntk SltSS. leeniea Holz- tu Häivoctensde ZurQdt Prof.W. Liepmann MsaMBatr. 41 „Stadt-Land'* APbeltsgemelnschaft für Wohnungsbau aogoschlossen: „Stadt und Land", fl. m. b. B- iHalmstatt" Q. m. b. B „Wohnungssparvarein Barlin" e. 0. m. h. H. 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Am Montag beginnt in Frankfurt am Main der 12. Kon- greß des Gefamtverbandes der christlichen Ge- werkschaften. Gegründet 1899 in Mainz, ist der Gesamtverband die Gruppierung derjenigen christlichen Arbeitergewertschaften, die Ansang der neunziger Jahre ins Leben gerufen wurden, um zu ver- hindern, daß die christlichen Arbeiter, besonders die katholischen Ar- beiter, in die freien Gewerkschaften eintreten. Die christlichen Ge- werkschasten waren von Anfang an aufgezogen worden, um die Zen- lrum-arbeiter vor dem„Eist" der sozialdemokratischen Lehre zu be- wahre». Darüber hinaus hatte man die Hoffnung, daß die christ- lichen Gewerkschaften, besonders in den vorwiegend katholischen Gegenden, das Eindringen der freien Gewerkschaften verhindern würden. Doch bald stellte sich heraus, daß die christlichen Gewert- schasten, wenn sie auf die katholischen Arbeiter ollein beschränkt bleiben würden, eine zu schmal« Operationsbasis hätten. Deshalb er- weiterte man die Grundlage auf eine allgemein« ch r i st l i ch«, dos heißt, man öffnete auch den evangelischen Arbeiter- vereinen die Tür. Troßdcm haben die christlichen Gewerkschaften nie recht aus- kommen können. Auch in den vorwiegend katholischen Gegenden find sie nicht imstande, selbständig Lohnbewegungen zu führen. Allerdings war das bei ihrer Gründung mich nicht die Absicht. Ihre Gründer und Protektoren dachten vielmehr an Anti-Streik- vereine, an eine Art gelbe Organisation auf„christlicher' Grund- lag«. Wie sehr aber auch die christlichen Gewerkschaften den Klassen- kämpf ablehnten, er wurde ihnen von den Unternehmern eingebläut. Wirtschaftlich gesehen, ist die Bedeutung der christlichen Gewerk- schaften sehr minimal. Ende 1928 hatte der Gesamtverband ins- gesamt 763 843 Mitglieder, wobei noch die Gruppe der Verkehrs- und Stoatsbediensteten mit 116 000 Mitgliedern«inbegriffen ist. Unter diesen Organisationen gab es nur zwei, die der Metallarbeiter mit 112» im Veeba-d der csemeinde- nnl> Staatsarbeiter. M ftrattionsRIumfl des Sejirls 9(Wilmersdorf) am Mittmoch, id. Sep. tember, 19 Ufr. bei Nroihs, öxtiteiner Ecke Holsteinische Straße. Die i W Taaesordnunel wird in der Sifcnn» befanntflCflebcn. fei Ter Rtottionsootttanh.. i ®r, in den Residens-sfestsälen. Landsberger Str. 81. Betriebsräte. Vollversammlung aller Betriebsräte und Obleute des Deutschen Berkelirsoundeo mit der Tagesordnung:„Dolitische, soziolpolitische und orbciisqcrichtlicke Zlechtsprechung". Referent Bechisanwalk Dr. E. Neumann. Erscheinen aller Betriebsräte wirb erwartet. Mitgliedsbuch und Betticbsräteausweis ,ur Legi, timation mitbringen. tftm'e Gewerkfchafis-Iuaeno Berlin Leute: Tag de« Zugeud. 11 Ul>r: Reif sein ist alles". Iugcndfcicr im ..Mercedes. Da last". Berlin R., Uirechter Sirasie. Programm: Ansprache. lZilm. Sprech, und D-w-aungschor. Unkostenbeitrag 80 Pf. Um 14 Ubr Tressen Leovoldvlati. l*'i Uhr Abmarsch om Lcopoldpiaft ,um Schillerpork. UV. Ubr EröffNungskunNiebung im Schillerpark. 10',, Uhr Sportliche Svieie. 19 Ubr Echlusikundgebung. Redner: Alerander.»Noll, Da--! Löbe. ansch?iesi-"d Demonstration. Die Iugendausstelluno im Gewe-klä-aft-bo»-, Enge-, ufer 24£>, Saal U und IN, ist heute von 10-14 Uhr flcijffiict. I Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sootitag, 15. Sepiember: 6.30: Frühkonzert. ArschlicBend; Fnnkgymnastik. 8: Für den Landvirt. 8.5S: Stundenglockcnspiel der Potsdamer Oarnisonkirohe. 9: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10: Wettervorhersage für den Sonntag. II: Eiternstunde. 11.30: Orchestcrkonzert. 13.18: Konzert. 14.15: Schallplattenkonzert. 15: Klaviervorträge. 15.30: Märchen. 16:„Die Flacht ins Primitive", 16.30: Unterhaltungsmusik. 18.50: Bildfunk. 19: Arien. 19.30: Programm der aktuellen Abteilung. 30: Suiten. Danach: Tanzmusik. Montag, 16. September: T: Funkgymnastik. 12.30: Wcttertneldungeu Wr de» Laadtrirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Reiseerlebnisse im fernen Osten. 14: Kultarrevolutioii in Sowjet-Rußland. 16.25: Bildfunk. 16.3»: Jakob Schaffner liest eigene Dichtungen. 17: Teemnslk. 18-30: Englisch für Anfänger. 19: Sozialpolitische Umschau. 19.30: Streichquartette. 20: Das Interview der Woche. 20.30: Ueber- tragung Budapest: Konzert. Anschließend: Konzert. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 17. September: 7: Funkgymnastik. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 11.50: Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Neuseeland. 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Konzert. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Schallplattenkonzert. 19.30: Probleme und Aufgaben des Handwerks. 20: Schallplattenkonzert. 21; Treppenwitze der Literaturgeschichte. Mittwoch, 18. September: 7: Funkgymnastik. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schall- piattenkonzert. 15.30: Franenfragcn und Fraaensorgen. 15.55: Bildfunk.»6.0»: Die Schweiz in der deutschen Dichtung. 15.30: Jugendstunde für die Größeren. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Die Arbeitsvermittinng für den Werkmeister und den technischen Angestellten. 19: Orgelmusik. 19.30; Die Abels singen. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 19. September: 7: Funkgymnastik. 12.30: Die Viertelstimde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Kreditschntt in der Wirtschaft. 16: Bekimpfnng des chronischen OefenkrhenmatlsDinx durch orthopädische Heilmethode». 16-30: Skizzen. 17: Unterhaltungsmusik. 18.15: Hans Thoma und der Sehwarzwald. 18.45: Zeitgemäße Themen, zeitgemäße Variationen. 19.25; Bildfunk. 19.35: Die neuen englischen Riesenlnftschiffe. 20:„Song", Danach: Tanzmusik. Freitag, 20. September: 7: Fnnkgymnastik. 12.30: Die Viertelstande für de» Landwirt. 14: Schaff. piattenkonzert. 15.30: Die Sportschan des Monats. 16: Zur Ausstellung„Zehn Jahre Novembergruppe". 16.30: Konzert. 17: Leder als technischer Bedarfsartikel. 17.30: Unterhaltungsmusik. 18.55: Bildfunk. 19.05: Landsberg an der Warthe und das Pleisketal. 19.30: Lieder. 20: Alfred Polgar liest Eigenes. 21; Opernquerschnitt„Teil" von Rossini. Sonnabend, 21. September: 7: FunksUTnnastik. 12-30; Wetfermddungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.30; Der Garten im Spätsommer. 15.55; Bildfunk. 16.05; Am Adlerhorst. 16.30; Orchestcrkonzert. 18.30; Rcisebilder aus jugoslawischen Landschaften. 19; Schallplattenkonzert. 19.30; Menschenschicksale im Grenzland. 30: Aas Bildunssstätten der Musik. Danach: Tanzmusik. Kölligswusterhausen. Sonntag, 15. September: Ab 6.30: Übertragung ans Berlin. 18.30: Lieder. 19.10: Dostolewski und der Soelalismus. Dcntsdilandsender: 20: Detlev v. Liliaicron. 21: Alte Musik. Ansehließend: Uebertzagung ans Berlin. Montag, 16. September: 16: Englisch(kulturkundlich-fiterarische Stunde). 16.30; Martin Greif und seine Komponisten. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Schicksale berühmter Gemilde. 15.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Unkrautbekämpfung im Herbst. 19.20: Das Automobil und seine Behandlung. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dcntsdilandsender: 20: Uebertragung Stattsoper; Platz der Republik:„Salome", Musikdrama von Riehard Strauß. Anschließend: Uebertragung ans Berlin Dienstag, 17. September: 16.30: Versunkene Universitäten. IT: Uebertragung aus Leipzig. 18: Musik- verstehen. 1SJ0; Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Die gewerblichen Genossenschaften im Lichte des Genossen schaftstages. 19.10: Chemie. Landwirtschaft nnd Kunstdünger. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dcntsdilandsender: 20: Domkonzert. Anschließend: Uebertragung ans Berits. Mittwoch, 18. September: 16: Der Staatsgedanke w der Schule. 16-30: Wandernde Melodien. 17: Uebertragung ans Hamburg. 18: Das Problem der Obdachlosigkeit. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.58: RtligiSs« Reformbewegnngen der Gegenwart. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dcntsdilandsender: 20: Wovon man spricht. 20.30: Konzerf. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Donnerstag* 19» September: 16; Mehr Zusammenarbeit in der Rechenmethodik der Volksschulen nnd der höheren Schalen. 16.30: Wandernde Melodien. 17; Uebcrtragune aus Berlin. 18: Das baltische Deutschtum. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 13.55: Die wirtschaftliche Verwendung der Düngemitte! in der Praxis. 19.20; Praktisch angewandte künstlerische Werbetätigkeit. 1�.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dcntsdilandsender: 20: Klaviermusik. 20.30: Theodor Fontane. 21: Mozart. Anschließend: Uebertragung aas Berlin. Freitag, 20. September: 16: Kurzschriftdiktate. 16.30: Musikverstehen. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Das Erdü! nnd seine Bedeniung für die Weltwirtschaft und Weltpolitik. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Gesetzlichkeit der Natur. 19.20; Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19. AS; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dcntsdilandsender: 20;„Song". Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 21. September: 16: Die Neugestaltung des Privatmusikunlerrichts. 16.39: Beamter nnd Industrieller. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Staatliches Schücbtungs- wesen. 18.30: Französisch für Anfänger, 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dcntsdilandsender: 20: Aus den„Miniaturdramen" von Baring. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Vnefkasten der�edakiion. SB. R. 14. SBcqen bes qelürzttn Lohnes mufi Klage beim suftenbigen Azbeitsgezicht erhoben werben.— äS. R. 25. 1. Weifen 6ic den Souswirl aut die BeNutiitmaebung des Berliner Magistrats über die MietainsbUbung vom 5. Juli 1929< veröffentlich! im Amtsblatt der Stadt Berlin vom 14. Juli 19291 hin. Aus ihr ergibt sich, dasi die gesegfich« Miete vom 1. Augusi h. I. ob um ii Btoj. der Friedensmiete ermäßigt worden ist. 2. Wenn Ihr Mann wieder arbeitel, so hat er feinen Anspruch auf Erfaß ober Stundung der Hauszins. steuer.—«bounent 1900. 1. stur Erhebung von Zuschlägen ist der Hauswirt nteht berechtigt. Es gibt leine gefehfichen Bestimmungen, die ihm das Reait geben, von dein Mieter Waffergefb o. ä. zu fordern, falls dieser unterver. mietet. Iu beachten aber ist, daß der Mieter ohne Erlaubnis des Vermieters nicht unierveemieten darf. 2. und 3. Haben Sic ohne Genehmigung des Bermieters Untermieter ausgenommen, so empfiehlt es sich, eine Berständtgung mit dem Hauswirt herbeizuführen.— E. X. 811. 1. Ja. 2. und 3. Maßgebend ist zunächst der Mielvertrag. Wenn Sie aber an den Hauswirt nicht leibst zahlen wollen, so wird Ihnen nichts anderes ilhrigbiefben, als ihm die Miele auf Ihre Kosten zu überseudett. Weiße gähne: Ghlorodont WtewT« krjLrjQHrJv) foäavt/baao, Wtjaaa'jooJ VjWjsV W ifjV.VJi Ikuwvui y w-üi 'WÖBS'- Oskar Boelker Direktor und Begründer der seit 22 Saferen bestehende» Berlinez Volk,» Lichtheilanstult. Aetteste und größte Spe,iala»st-ft in der Innnlidenstr. 130 sStrttiner Bahnhof). TRonfog. 16. September. Pharussile, Müller- straße 142(an der Eeestraße) Oienslag, 17. Sept., Andreassäle, Anbreasstr. 21 Uliktmoch. IS. Seplernbee, Swinemünder Desellfchastshaus, Ewinemünber Straße 42 Donnerstag. IS. September, B olkbraue? ei, ffibicin straße 2-3(Kreuzberg) Freilag. 20. September, Berliner Kinbidräu, Weißenfee. Berliner Allee 211 Alontag. 23. September, Hohenstaufen fäle, Kottbusser Damm 78 Dienstag, 24. September, Artushof, Perle- derger Straße 29(Moadtt) Siltmotb. 25. September. Restbenz-Festsäle, Landsberger Sttflße 31 rSHsjottbetpfagl: Donnerstag, 26. September, Kindldtauereiv Ausschant. Neukölln. HeNUMnftr. 214 Freitag, 2t. September, Zum Kurfürst. Tempefhof. Doristraße 22 Montag. 30. September, Bismarcksäfe, Spandau. Felbstraße 62 Dienstag. 1. Ott.. Nationalhof, BLIowftr. 37. Mittwoch. 2. Oktober, Türkisches Zeft, EHar- iottendurg, Berliner Straße 53(Knie) Donnerstag, 3. Oktober, Union• Feftsäle, ©reifsmaibet Straße 222(Rönigstot) Freitag, 4. Oktober. Germanin• ffestsiile, Ehausseeftraße HO(Stcttincc Bahnhof) Jtbenbo 8 Ahr Sämtliche Vortrage finden statt nnlec Vorfüfjcnng einer Anzahl Lichtbilder PkA Wodurch entstehen die vielen Frauenleiden? Wa.um Inoen(o vieie Frauen an En!, anhangen. FIu�. Verlagenuagen. Snittnngen. Senkungen,«veschwülstcn 7 Warum Nagen so viele Frauen über Shshloer- siopsnng? Wti i e Zolgen Hat die SiuHivti-stovwn.q? Warum Hagen viele Feauen über AtUtenschmer- ze«. Schmerzen«es im«renz. somte Schmerzen ira Leib»nb In den Seiken? Was bebeutet Urinbrang und Deennen briin Urtniassen?,.... Warum sind so viele Frauen nerno». malk. mSbc nnb klage» Aber«opffchmerze». Schlaf. lostgkelt. Yerzbefchmerden? Warum Nagen so viele Frauen über Schmerzen bei bar Periode und welche Arfachen und Folgen hoben iasbefon- dere starke. 8 Tage und Iflager andauernde Perioden? Worauf hat dla Frau in den wechselsab zu achten? Carum slud so nleie Fronen alutflldj oer- heiratet nnd dennoch nnglflißiich? wie bleib» die Zronsuag, schlank und schön? II Sprech, et» des leitenben Ansteiitsarzte» lOVj— IZ'h nnd 4":— 6'/i— Donnerstag nur bormiftag» Wh— Wh. Sonntag gefchfosten yntfakfan, bäßge/iytmm-'fretw! von Zahlung kann erfolgen mit Kürzung 3*U Rabatt oder gegen Zahlung s erlefchtervng Floüer Mantel HerrenstoffJiragen und Hanadjettan mit Pelz� �49.50 Fesche Filz-Kappe mit KatbeM..<9.00 Für den Südwesten: 3 U/nuten rem H*l/esef>tn Tor Bolle- Alllance-Straße 7/10 Am Unttrgrvndbohnhot Für den Nordosten: 5 Minuten vom A.'exandtrplttr Lothringer Str. 1 Am Prenzlauer Tor Straßenanzug bleacs Kammgarn, fmie Qoalittt eigene ny S* Fabrikation X gb,- Wollhui 3.7S zu vermieien mit und ohne Wohnung für Bäckerei, Konditorei u. Cafe, sonstig« Artikel des tSgllchen Bedarfs ausgenommen f. Ion äal waren, da Konsum vorhanden im von OroB-Neubau-Biock 1 100 Wohnungen .m Nordring. Anfragen»ind zu richten: Gemeinnützig« HeimstStten- «g UVek SGlSl Spar, und Bau-Ak«iengeseil«chsft ütarlin SO 16. CöpanicSaer SiraBe 3U-32. 15 Samen-Vorträge für Frauen und Mädchen über 18 Jahre von Eintritt O 60 u. 1 Mk. inkl.(Steuer ktaffeu Öffnung t Uhr. Anfang S Uhr Gonntag 15. September 1929 Mnterhaitung und Wissen Beilage des Vorwärts Xola £andau: JlegypiiSches Bauernhaus „Dort liegt mein Dorf!" Der junge ägyptische Führer streckt den Arm mit dem weiten fallenden Bermel aus. Hart am Rande des gelben Wüstenftreifens, wie auf der Schneids zwischen Leben und Tod, erglänzt das grüne üppige Land des Nildeltas, von silbernen Wasserläusen durchzogen und dampft im Sonnendunft. Hier und da kleben elende Hütten mit Strohdächern am Boden, von einzelnen flachen Steinwürfeln unterbrochen. Musik tönt herauf. Flötentriller und Trommelschläge mischen sich zu einem eintönigen und betäubenden Rhythmus. „Was bedeutet die Musik?" „Hochzeit!" antwortet der Eingeborene. Cr lächelt jenes seitsame ägyptische Lächeln, das nur leise die Mundwinkel verzieht und Stirn und Augen in unbewegter verschlossener Ruhe bewahrt. Wie ähnlich sieht er nun wieder dem steingeschliffenen Reliefbild im Grabmol von Sakkara, einem jener jungen Pharaodiener, die dem Herrscher Früchte und Garben auf dem Haupte zutragen. „Der reichste Mann des Dorfes verheiratet heute seine beiden Sohne," erzählt er.„Es wird einen Tanz der Pferde geben, Auf- führungen und Singspiele. Die Musik wird zwei Tage und Nächte nicht aufhören." .Kann man Züschen?" frage ich. „Jeder Gast ist willkommen," erwidert der jung« Aegypter. „Und da das Fest bis zum Morgen dauert, werden Sie in unserem Hanse übernachten." Auf der glühenden Dorsstrc.ße kommt uns der Hochzeitszug entgegen, an der Spitze die spielenden Mustkanienz Flötenbläser, Trommler und Künstler, die aus der einzigen Saite eines vier- eckigen Holzkastens eine Melodie streichen, immer das gleiche trillernde Jauchzen. Wie bunte Perlen fallen die Töne in den heißen Sand. Staub wirbelt auf. Von Männern und Knaben umringt schwankt«in geschmücktes Kamel unter der Last von mächtigen bunten Truhen, in denen der Brautschatz der jungen Frauen in das Haus der Gatten getragen wirb. Verschleierte Frauen folgen mit wiegenden Schritten, und hinter ihnen hoch auf zwei Kamelen reiten die Bräute selber. Auf dem Purpurrot kostbarer Decken sitzen sie kerzengerade und regungslos in schwarzseidene Mäntel gehüllt. Die Schleier lassen nur einen schmalen Spall über den Augen frei, diese nackten Augen, in denen allein das Leben glüht und zittert, während die Körper wie lebloses Gut weitergetragen werden. Schnell werden sie in den Häusern ihrer Gatten geborgen, um während des ganzen Hochzeitsfestes im Freien nicht wieder zu erscheinen. Auf alle meine Fragen schweigt der juiige Aegypter. Sein Gesicht wird unbeweglich wie eine Mumie. Soll doch der Un- gläubige nicht einmal mit Worten an die alten heiligen Gebräuche rühren. „Dies sind schon unsere Becker," sagt er und deutet auf gelbe schnittreife Getreidefelder.„Es ist die zweit« Ernte. Wenn es gut geht, haben wir drei Ernten im Jahr." „Aber im Winter, während der Regenzeit?" ruf« ich erstaunt. Der Eingeböüene zieht die Brauen hoch.„Auch ttn Winter regnet es selten bei uns. Der ägyptische Bauer hat niemals Ruhe. Wir machen selber den Regen. Dort, sehen Sie"— und er zeigt auf das große Schöpfrad, daß ein Kamel mit verbundenen Augen un- aufhörlich im Kreise bewegt, ein Karussell endloser Arbeit. „Habt ihr denn keine Maschinen auf dem Lande?" Mein Begleiter schüttelt den Kops.„Die Bauern sind zu arm. Aber auch die wohlhabenden können sich keine Maschinen kaufen. Nur einer in unserem Dorf hat einen Wassermotor, der Reiche, der heute die Hochzeit rüstet." Wir gehen durch ein fruchtstrotzendes Tomatenfeld. Die Früchte glühen wie kleine rote Sonnen. Vor einem kahlen Steinhaus« bleibt mein Führer stehen. Mit einer würdevollen Handbewegung lädt er mich ein einzutreten. Dumpfer süßlicher Geruch schlägt mir entgegen. Man hat geräuchert, nnd der schwere Dust von Kräutern mischt sich mit dem erstickenden Dunst eines ungelüfteten Raumes. An einer! Wand steht ein breites europäisches Bett mit blitzenden Messingknöpsen, das mit unsauberen rotgewürseltcn Decken überzogen ist. Di« niedrigen Sitzbänkc sind mit zerschlissenen Polstern belegt, der Fußboden ist schwarzgrau von Staub. Im Gegensatz zu den wohl bestellten Feldern zeigt das Innere des Hauses traurige Gleichgültigkeit und Verwahrlosung. Plötzlich ist das Zimmer voll von Menschen. Ein« Schar von Frauen und Kindern umdrängt mich, ein Bündel von Händen streckt sich mir entgegen. „Meine Familie," erklärt der junge Aegypter. Patriarchalisch wohnen di« Eltern mit vier verheirateten Söhnen, ihren zahlreichen Frauen und Kindern, vielleicht dreißig Menschen in diesem Hause zusammen. Die braunen unverschleierten Gesichter der Frauen starren mich mit ungehemmter Neugier an. Die Mutter meines Führers, h«ifte dunkle Augen in dem verwitterten Gesicht, hält herzlich meine Hand fest. Zwei jüngere Frauen, die sich schwesterlich zusammendrängen, betasten verwundert m«ine Kleider, meinen kurzen Rock, die dünnen Strümpse. „Ah!" rufen sie erstaunt und brechen in Gelächter aus, während sie auf ihre eigenen langen Gewänder zeigen, dunkelfarbige, ver- schmutzte, aber schön gestickte Kittel, die ihnen bis über die Füße fallen. Die Aeltere, mit bäuerisch runden Wangen, trögt über dem unsauberen Kleid einen echten kunstvollen Goldschmuck. Die Jüngere, schmal und schön wie eine altägyptische Kamee, hat Goldspangen an d«n nackten Füßen..... � „Wer sind die Beiden?" frage ich den pingen Aegypter.„Sind es Schwestern?" � � (Es sind die beiden Frauen meines Bruders, erwrdert er. Die ältere Frau zieht zwei halbwüchsige Mädchen zu sich heran, deren schwarze frauenhafte G«wänder von Schmutz starren. .Die eine Zwölfjährige wird im nächsten Monat heiraten," erzählt sie mir„Sie ist schon einem Manne verfprochen." Sie bückt sich und hebt ein kleines Kind mit entzündeten Augen vom Boden auf.„Mein Sohn!" sagt sie stolz. „Und hast du auch Kinder?" frag« ich die schmale Schon« mit den Goldspangen... Bekümmert und verlegen wendet sich das junge Weib ab. �ie ist noch kinderlos, und für die orientalische Frau gibt es keine größere Schande, als Unfruchtbarkeit. Da umiaht tröstend die Aeltere, die Nebcnfrau ihr« Schultern. Zwilchen diesen Frauen desselben Mannes scheint es keine Eisersucht zu gebe», ja vielleicht ein still- schweigendes Bündnis, das die Dienerinnen des gleichen Herren an- einanderkettet. � Draußen klopft es. Sr«�ch-pd stürzen die Frauen aus dem Zimmer, um sich vor den Blicken eines fremden Mannes zu ver- bergen. Aber es war nur ein Kind aus der Nachbarschaft, und schon schwirren alle zurück. „Aber wo ist deine Frau?" frage ich den jungen Führer. Sein Gesicht wird hart wie Stein. Er ist jung v«rh«iratet und verbirgt sei» Weib wie eine köstliche Beute von den Blicken aller Fremden. Nach langem Bitten entschließt er sich endlich, sie in das Zimmer zu führen. Es ist eine arabische Schönheit mit großen glühenden Augen, di« deutlich die rein semitische Abstammung eines alten Beduinen- geschlechts verraten. Hinter ihrem Blick, anders wie bei ihren Ver- wandten, liegt die unstete Träumerei des Nomadenvolkes. Sie trägt ein orangegelbes Gewand, das seltsam von den dunklen Kleidern der anderen Frauen absticht. Als ich spielend ihre Gold- kett« in meine Hand nehme, streift sie schnell den Schmuck ab und legt ihn mit einer schönen Geste der Gastfreundschaft um meinen Hals. Die andern Frauen wetteifern, es ihr gleichzutun. Die schlanke Sckstin« schmückt sich mit ihren Ohrringen, ein Mädchen läuft, um einen Spiegel zu hol«n, und nun findet das Spiel der Verkleidung kein Ende. Mit zwitscherndem Gelächter ziehen mich die Frauen in den Nebenraum. Sie werfen mir das weite schwarze Gewand wie einen Sack über den Kopf, binden mir das nonnen- hafte Stirntuch fest und halten es mit dem Kinnschleier durch die glänzende Spirale über der Nastnwurzel zusammen. Die junge Bsduinin untermalt meine Augen mit schwarzen Strichen, eine ander« reibt mit Rot aus die Backen. Die alte Mutter schwärzt mir die Wimpern und pinselt mit einem dünnen Stäbchen meine Brauen nach. Alle arbeiten mit feierlichem Ernst an meinem Gesicht. Aber als ich in den Spiegel sehe, erschrecke ich vor einer wildfremden verschleierten Frau. Ich versuche ein paar Schritte zu laufen, das lanhe Gewand wickelt sich um meine Füße, die gefesselt sind. Das orientalische Kleid erlaubt nur ein langsames Schreiten, schwer heben sich die Arme in den Flügeln der Aermel, und unt«r dem dichten Mundnetz glaubt der Atem zu ersticken. Das Gefühl einer entsetzlichen Gefangenschaft bedrückt di« an Luft und Bewegung ge- wähnten Glieder, der Schleier hemmt den Blick, und während ich mir vorstell«, wie in gleicher Weise heut« die beiden Bräute von den Frauen wie Sklavinnen für die unbekannten Männer gebadet und geschmückt wunden, packt mich Schauder und Mitleid mit den un- «rweckten geknechteten Seelen. Schnell streif« ich Gewand und Schleier ab. „Nun sollst du einmal meinen kurzen Rock probieren," sag« ich zu der jungen Frau des Führers." Ihr« Augen lachen— da steht ihr Mann in der Tür, seine sanften Züge sind verzerrt. „Nein! Da» ist unmöglich." „Warum? Niemand wird deine Frau sehen. Nur zum Spaß." Das Gesicht des Mannes ist ein« starre drohende Maske. „Sie soll niemals ein solches Kleid tragen. Das ist eine Schande!" Als ich mich umwende, hat die junge Frau schon gehorsam d«n Raum oerlasscn, und die anderen Frauen ducken sich scheu in einem Winkel zusammen. Mit dem alten höflichen Lächeln treibt der junge Aegypter zum Aufbruch. Das Kunstreiten auf dem Hochzeitsf«st hat schon begonnen. Mitten im Dorf ist ein großes buntes Zelt aufgespannt. Unter seinem Dach ist ein kreisförmiger Raum wie eine Zirkusarena frei- gelassen, um den dicht gedrängt Männer und Knaben sitzen, gold- braune schmale Gesichter unter den Turbanen, wallende Gewänder in jestlichem Weiß oder Blau, während abgesondert wie ein Häuslein schwarzer Krähen einige verschleierte Frauen im Hintergrunde hocken. In kleinen Schalen wird Kaffee angeboten, ununterbrochen spielt die Musik, als der erste Reiter in das Zelt sprengt. Das rassige Pferd, dessen Zaumzeug von. Perlen und Ketten glitzert, fällt bald in Schritt und hebt langsam seine 5)ufe nach dem Takt der Musik. Mit dem leisesten Wiegen der Hüften bändigt es der Aegypter im Sattel. Mann und Pferd tanzen, wild schlagen die Zuschauer»ach dem Takl die Hände zusammen. Ein Beduine mit weißem Kopftuch jagt in den Ring. Nur eine Hand am Zügel, läßt er in der anderen einen langen scharfen Speer spielen, schleudert und fängt ihn, während das Pferd kerzengerade auf den Hinterbeinen steht. Die Frauen trillern unter den Schleiern, die Männer klatschen und schreien vor Entzücken. So geht dieses kriegerische Spiel der Wüste noch stundenlang weiter, während ein Reiter den anderen ablöst. Nach kurzer Pause tritt eine fette geschminkte Tänzerin in die Mitte, ihr Bauch kreist wie eine Drehscheibe, auf der Erde hockend bewegt si« mit geschmeidigen Verrenkungen die Hüften. Ein Tänzer mit schneeweiß gemaltem Gesicht springt in den Kreis. In grotesken Sprüngen flüchtet er vor der Frau, deren Reize ihn verwirren und bedrohen, ein seltsamer Ausdruck orientalischen Liebeswerbens. Es ist spat in der Nacht. Ohne das Ende des Festes abzuwarten, kehren wir in das Bauernhaus zurück. Alles schläft, nur die Mutter des jungen Aegypters ist oufgeblieb«n, um mich gastlich an mein Lager, das einzige europäische Bett des Hauses, zu geleiten. Ais sie bemerkt, daß das Schloß der Zimmeriür zerbrochen ist, gerät sie in Unruhe und läuft ratlos hinaus. Draußen im Hof bewegen sich noch die Schatten der Männer langsam hin und her. Nach einer Weile kehrt die Frau zurück; in ihren Händen schleppt si« mühsam einen schweren Stein, um ihn vor meine Türe zu wälzen. Der Atem der vielen schlafenden Menschen dringt durch die Wände. Aus dem Nebcnraum, wo Frau«n und Kinder auf dem nackten schmutzigen Boden liegen, tönt ächzendes Husten. Ich finde keine Ruhe. Wieder stehen alle die braunen Gesichter vor mir, mit ihrem geduldigen Lächeln, ihren warmen kindlichen Augen, die auch im Wachen mit so tiefem Schlafe gefüllt sind. Wann endlich wird der Schleier dieses Schlafes, der den Traum vergangener Jahr- hunderte nachträumt, Aberglaube und Unwissenheit, zerreiß««? Kaum erhob ich mich in der Frühe, als mich die ganze Familie wieder umringte. „Naharak saide! Dein Tag sei glücklich!" riefen sie mir alle zugleich entgegen. Ich dank« ihnen mit dem schönen Gruß.„Euer Tag sei glück- lich und gesegnet!", Wie ein Blitz flammt di« ägyptische Sonne hinter den zurück- geschlagenen Fensterläden aus. Walther Q. Ofehilewfki: Triumph der Freiheit In den Städten, in welchen sich Millionen mühen müssen, um ein wenig für den Bauch zu haben, in den Steinbrüchen, den Berg- werken, den Fabriken lebt man im Somm«r wie in einem glühenden Ofen. Hinein I heißt es, und jede Minute preßt einem die morde- rische Arbeit Schweiß und Blut aus dem Fleischsack. Man sehnt sich die Nacht herbei, die uns ein wenig di« Haut ieckt, o, es läuft einem dann schön kühl der Wind über den Rücken. Das ist aber auch all«?.« Es ist ein heroischer Kamps der Arbeitenden, der von den .Vätern begonnen und von den Jungen sortgeführt wird,� nämlich Tage der Freiheit, der Erholung, der Selbstbefiimung zu erobern. Für sie sind di« kargen Ferien nicht mehr als eine Anweisung auf einen schmalen Streiifen Glück und Leben. Da kann man endlich den ganzen dreckigen Krempel in di« Ecke werfen und tief Luft holen, ha,' es tut gut, einmal ganz frei zu fein und fern'dem Gedröhn der Dampfhärnmer und dem Klatschen der Transmissionen. Es ist schön, und ein Glück obendrein, einmal auswachen zu können, wann man will und nicht aufstehen zu brauchen. Man grinst dem Wecker, der uns alltäglich aus dem schweren Schlaf rasselt, frech in die Zeiger und hebt die Decke: Kann mir mal..., und legt sich auf die andere Seite. Man kann auch die Beine vielleicht länger machen als sie sind, und träumen. Was einem da alles einfüllt, Wunderlichkeiten für ein ganzes Leben genug. Aber davon will ich nicht weiter erzählen, sondern von den Zeltrepubliken, den Ferien staoten unserer Ar- beiterkinder, die auch das Jahr über in den Städten ein- gemauert sntfi und sich im Juli und August in Schlesien, in Thüringen, in Sachsen, am Rhein, im Allgäu und in Dänemark auch ein Stück Befreiung und noch viel mehr erobern. Zehntausend waren es, die ihrer Welt die Form frohen und freundschaftlichen Zusammenlebens gaben. Was war das für eine Welt? Bor allem eine ganz andere als die, di« uns umgibt! Ein Anfang. Eine Welt ahn« Unterdrückung, �Haß, Selbstsucht. Der Staat, den die.Kinder sich errichtet hotten und den sie selbst verwalteten, waren alle. Alle, die in ihm lebten, waren für Ordnung und Sauberkeit verantwortlich. Alle waren bereit, mitzuhelfen, damit ihm nicht di« Luft wegbleibt, und olle waren bereit, ihn gegen Feinde und Widersacher zu verteidigen. Ein Wille, und es war der brüderliche, mitzuhelfen am sozialen Aufbau. Ein Leben in Sonn«, Freiheit, Dcrantwort- l i ch k c i t! Unbeschreiblich schön« Tage für den, der es von der älteren Generation, miterleben konnte. Wenn ich abends durch di« Zelt- dörfer strolchte, dachte ich oft voller Verbitterung an die Dumpfheit meiner Kindheit zurück.. Schule, Konfirmondenunterricht, Kriegsnot, Huugersahre verursachten in uns damals ein schreckliches Angst- gefühl, da» detz ganzen Körper wie in einen eisernen Harnisch preßte. .Man atmete kaum. Es war keine Möglichkeit da, uns an diesem Krampf heilloser Tage. Wochen und Jahre zu befreien. Piele unserer Altersgenossen laufen mit einem seelischen Knax, den di« Enge ihrer Kindheit«ms dem Gewigen hat, durch ihr ganzes Leben, Was uns damals blieb, war die zweiselhafle Fr«iheit der Straße. Die haben wir bis in den Schmutz ausgekostet, um nicht ganz zu oerkümmern. Ich will diese Freiheit, die auch ihre eigenartige Schönheit besaß, nicht verleugne»; sie war jedoch brutaler, anarchjsti- scher, wir alle heimatloser. Di« jungen Bürger unserer Kinder- republiken aber leben und erleb«» eine ganz andere Welt. Auch vielleicht noch die Welt der Straße, aber viel gesünder, Hemmung»- loser, s«Ibständig«r. Ihr Lebensrhythmus ist sportlicher, ihr kind- j liches Bewußtsein freier, ihre viel größere Selbständigkeit ein- geordnet in die Gesetzmäßigkeit der solidarischen Gemeinschaft. Daß das unsere Jugend ist, die so aufwächst, muh unser aller Stolz sein. Aus dies«» Jungens und Mädels werden keine Duck- mäufer und Verängstigte. Di« werde» den Herren, die sich noch immer als Richter über Gerechte und llngerechle fühlen, schon später einmal, wen» sie erst im gleichen Schritt und Tritt im Mil- lionenheerc der organisierten Arbeiter marschieren, eins hinpfesfern, daß ihnen der Kopf fliegt. � Es ist unser aller Pflicht, der soziolpädagoglschni Arbeit der sozialistischen Kinderfreuiidebewegung noch niehr Aufmerksamkeit.-und Vertraue» zu schenken,-damit es schon i» nächster Zu-kunft gelingt, viele Zeh»taufende der in Staub und Unrast der Städte lebenden Kinder des Proletariats in froher Gemeinschaft unter der Fahne eines lebendigen und sröhlichen Sozialismus in den Zeit- lagerrepubliken zusammenzuführen. 'Heue lleberraSchungeu aus MerkuUmmn Die Ausgrabungen in Herkulanum, die bei dem schönen Wetter in den letzten Monaten eifrig gefördert wurden, haben ganz über- raschend« Funde gezeitigt, die sich besonders auf die Holzgegenstände beziehen. Während Pompeji obbramite, bevor es von den Lalw- massen begraben wurde, war dies bei Herkulanum nicht der Fall, und so war es möglich, daß sich- hier unter der heißen Decke auch hölzerne Ucberreste in verkohltem Zustande erhielten. So hat man hölzerne Treppen und Balustraden, Stühle, Betten, Tische und Haushaltungsgegenstände verschiedener Art gefunden. In einem Hause standen noch einige hölzerne Schüsseln herum, die Urberreste von Nahrung in gutem Erhaltungszustand enthielten. Der wichtigste 'Fund besteht in dem ersten Beispiel altrömischer Holzschnittkunst, das bisher gesunden wurde. Diese verkohlte Holzplastik stellt einen Mädchenkopf dar, an dem nach die in den Racken fallenden Haar- locken genau zu sehen sind. In einem freigelegten Gebäude hat man nach der Anlage der Räume und nach andere» Anzeichen ein alt- römisches Hotel erkannt. Im Parterre befindet sich eine große Halle, die zu einigen umfangreichen Räumen führt, wahrscheinlich dem Eß- saal und den Gcsellschaftsräumen. Eine hölzerne Treppe führt zu den oberen Stockwerken, in denen zalstreiche kleine Schlafzimmer liegen, die in breite Korridore münden. In den Schlafzimmern wurden hölzerne Betten und Stühle sowie andere Dinge, darunter die verkohlten Ucberreste von Vorhänge» gesunden. Das Hotel ent- hielt drei Baderäume, deren Fußböden aus'schönen Mosaiken be- stehen und die Dampjheizung hatten, Jakob Staringer: An einen Obdachlofen Hol mich der Teufel... ich kann dach nicht immer natürlich nur schöne Gedichte machen. Und über oll dies Vergangene das Taschentuch der Seele auswinden. Man ändert ja doch nichts. Ss kommt alles, yrie es will. Dummer Kerl! Kannst dlt nicht einmal bloß ein bißchen vernünftig und sachlich sein? Na, warum denn nicht— könnt ihr haben: Bilanz des Heutigen. Also fangen wir an. Pst! Stört mein Genie nicht..... Also, ich ergreife die Feder— das ist schon gar nicht wahr, euret- wegen steh' ich nicht vom Bett auf und kauf mir eine Feder, euch kann ich mit dem Beistift genau so zusammenschtmpfen wie mit Tinte. Ueberhaupt ist's mir gerade recht, daß ich euch bei der Hand Hab'. Ihr glaubt wohl, ich weiß nicht, was ihr alles über mich tratscht und euch anmaßt, Polizisten und Herrgötter meines Schick- sals zu sein! Aber mir ist's wurscht. Ihr könnt mich alle gern haben! So, jetzt geht's weiter. Also, mein Freund, der du nun durch die Straßen Berlins wieder gondelst, der du genau so fabelhaft reich bist wie ich und auf einer nassen Anlagenbank, über schöne Kra- matten nachsinnend, die drei Stück Käskuchen soupierst, du willst wissen, wie's mir geht. Na, ich sag dir, glänzend, einfach glänzend! Ich lieg in meiner Villa auf dem Heuboden schon fünf Tage. Schmiegsam legt sich die schwere Seide meines Schlafanzugs an meine üppigen Glieder. sjimmlifch! Ich wart' schon acht Wochen auf Geld, und nun stell dir diese Gemeinheit von meinem ersten Kammerdiener vor: immer, wenn der Geldbriefträger kommen möchte, und der blöde Kerl kommt so gern zu mir, schmeißt ihn Jean hinaus. Weißt du schon, daß ich in allernächster Zeit wegen„Verleum- dung des Staates" geköpft werde? Man hat zwar nur die sechzig- tausendfache Todesstrafe beantragt, und ich telephonierte dem Staats- anwalt, daß ich für Luxusreisen weder Geld noch Zeit. Und die Reichenhaller Zeitung schrieb auch:... die Bücher des hier sattsam bekannten, sogenannten Schriftstellers I. H. strotzen voll Schmutz und Unflätigkeiten. Die Feder sträubt sich, solchen Dreck zu zitieren.... Na, Reklame muß sein. Mich kann gar nichts. Ich bin und bleibe deshalb doch der größte Dichter des Jahrhunderts. Oder zweifelst du daran? Dann frag den nächstbesten Dienstmann. Also schmuggle dich nur in das Kino von Meier hinein. Pat und Patachon sollst du dir anschaun. Sie sind ganz Herzig und ich inog sie gern. Chaplin freilich, den Hab ich noch viel, viel lieb.'r. Das ist ein ganz großer Heiliger und Prophet. Es regnet ja auch hier schon wieder vierzehn Tag«. Fabelhaft! Na. wozu Hab ich mein purpurnes Himmelbett? Mein silberner Harem umschwärmt mich. Du! Aber verrat nix: Eine Blonde hob ich mir vom Mond heruntergeholt, sechzehn— du, die kann meine sämtlichen Werke (die ich nie geschrieben) auswendig. Was? So was Blödes, meinst du, gibt es nicht? Hast du eine Ahnung, es gibt noch ganz ander.' Sachen im heiligen teutschen Reich. Jetzt müßt ich eigentlich ein bißchen sentimental werden. Das gehört zu meiner Fabrik. Und kürzlich schickte man mir aus Müncben ngens wieder per Post zwei Kriminalbeamte: wovon ich leb'... Na, von was anderem vielleicht als Dampfnudeln und Knödeln?! Und erschtens weiß ich das selbst nicht. Der eine sagte, daß man olles wüßte über mich, alles sei aufgezeichnet.„Von mir aus", sagte ich dem Zeichen- lehrer. e Weißt du, mir ist überhaupt alles schnuppe Und dann ist es so herrlich, so zehn Tage auf Geld zu warten, wie das prickelt und zittert. Was ich mir da alles kauf', da paß auf! Sollst mal seh'n, ich laß mich nicht lumpen. Ich freu mich jetzt schon wieder, wie herrlich ich da» Geld verlump. Sparen? I wo, ich bin doch keine Sparkasse. Wozu bin ich denn auf der Welt? Und für wen, bitt' ich dich, gibt es Cafehäuser und Wirtshäuser. Konditoreien, Kinos, Theater, Autos, Leberwürste, Frauen, Schneider, seidene Taschentücher? Meine Arbeit?? Wo ich noch gegen tausend Waggons solche Schmarren beim Spediteur Hab'. Fällt mir nicht ein! Wenn ich auch verrückt bin, aber so... tja, wenn ich mat recht, recht viel Geld Hab', was sehr bald und nie sein wird, soviel, daß es gar nimmer viel ist—, dann arbeit' ich nur noch nach Diktat aus meinem marmornen Bad. Anders nicht. Eigentlich, dann arbeit' ich erst recht nichts mehr. Man muß ja sowieso sterben. Wozu also sterben, das heißt arbeiten? Und dann versteht ja doch niemand von euch meinen Mist— oha... meine unsterblichen Meisterwerke, meine... na, ist ja alles Wurscht. Du schreibst, wer gut zu mir ist? Ach, wozu braucht ein Gott Güte. Ja, mein kleines liebes Mädel liegt todrank im Spital. Aber sie betet immer noch täglich sechs Vaterunser, daß ihr Hansiposi- ' gagala(chinesischer Fachausdruck für mich) ein bißchen Glück hat. Aber er hat teins(als dich, kleine Hilda!). Ach, das Kind war so treu wie ein Hund und lieb wie ein Veilchenbeet. All« Tage-st sie in die kleine Klosterkirche gegangen und hat für mich gebetet, und alle Wochen hat sie ihrer«chwester, der Jungfrau Maria, ein« Kerze geopfert. Und dann haben beide so leis gelächelt, als sei alles Leben und Sterben wirklich nicht mehr wert als ein Lächeln. An den Poldi denk ich auch, der saft zu Fuß von Wien her kam, um sein uraltes Kafseebrot mit mir zu teilen, meine Verse vorzu- lesen und mir nebenbei zu sagen, daß ich sein Lieblingsdichter. Oh. und Hodi! Mein totes Reh. Wo wirst du sein? Paris, Montreaux, Korsika? Schau, nun bist du doch bei deinem kleinen dicken Bankier getandet. Und wolltest doch zu mir. Erinnerst du dich noch der letzten Bahnhofstränen? Oh. du wirst kaum eine rich- tige Bürgerin werden. Und nichts mehr wissen von gelben, blauen Zimmern, vom Grammophon, von meinen alten Bildern, von alten Wirtschaften, dem Flüstern mailicher Winde und den Sternen am Abend. Ach, wie ekelhaft hatten doch in Berchtesgaden die Betten ge- knarrt. Aber da in Salzburg, gelt, da war's ost schön wie Im Theater oder im Kino. Oh, alle Lieder, die uns die Musikanten im kleinen Cafe auf- spielten, hast du wohl schon vergessen. Was verliert man denn an euch allen? Nichts, ein schönes Unglück! Kürzlich sah ich zwei meiner Jugendgeliebten wiedsr(oh, wundere dich nicht). Beide waren häßlich, fett geworden— die ein« säuft— Prrrr! Und da faselte man damals von Anmut, Frühling und ewiger Treue! Oh, ist's nicht ein Glück, ein Junggssell zu sein? Mir redet keine mehr was ein, keine enttäuscht mich. Ich mag sie alle a>n liebsten, wenn ich allein bin und meine goldene Ruhe Hab'. Ich fall nicht hinein: du lieber Himmel, jetzt rentiert sich die Sache schon gleich gar nicht mehr.* Oh, bitte, überhaupt, wenn ich jetzt einen Hauptreffer mache— Johann! Notiere er sich, daß wir uns ein Los kaufen— dann mach ich Weltreisen und da. mein Lieber, hat man ganz andere Chancen als hier in Konstanttnopel, in Afrika und Dachau. Aber nein, ein freier Bursch verkauft selbst um den Himmel seine Freiheit nicht. Soll etwa ich diese Freuh-ut um ein Linsenkoch oerhausieren? Mein Gott, es wird auch noch einen roten Mund geben und liefe Augen und kleine Hände. Das ist ja doch neben dem Essen das Schönste auf der Welt. Aber es darf nicht zu lang dauern! Sonst wird's langweilig und— ganz großes Glück, wie wir's nun mal verdienen, gibt's ja nicht. Für mich und dich nicht! Für uns gibt's bloß die herrlich blöden Kritzeleien von Adam- son und Wilhelm Busch und ein paar traurige Lieder und Verse, die uns das ganz« Leben lang begleiten. Schöne Fräuleins seh'n wir nur auf den Straßen, und wenn wir ein bißchen Geld haben, im Cafä. Sie kommen nicht zu uns, wir armen Teufel haben ja kein Gelid. Und doch, es ist nicht so schlimm auf dieser Welt, wenn ich auch bald ins Gefängnis komm, weil ich hohe Staatsbeamten beleidige, verleumde, diesen armen Kinderchen die Ehre abschneide. Tja! Heute nacht las ich wieder Meyrink und ein paar rührend schöne Verse von Max Herrmann. Grüß ihn mir von ganzem Herzen. Oh, euer Literatenpack, das kenn' ich, da brauchst du mir nichts zu berichten! Aber wir haben doch auch gute Kameraden! Sie würden für uns stehlen, sie werden bestimmt ihr Weniges mit dir teilen, und wenn der erste Stern kommt, dann denkt an mich. Und freut euch ein bißchen, den Frühirng können sie uns nicht nehmen. Und die kleinen, süßen Mädel: sind sie nicht doch trotz allem für uns wie Blumen? Man muß nicht alles besitzen. Man sieht ein schönes Bild und hört ein altes Lied, ein liebes, gutes Wort— wenn auch nichts uns bleibt....» Städtebau, der Serge rerfetxl Bekanntlich muhte sich Mohammed zu dem Berg bemühen, da dieier sich nicht herbeiließ, zu ihm KU kommen. In Kauformea nehmen die Dinge heute einen gon�z anderem Verlauf. Dort hat der Berg einer Stadt aus dem Wege zu gehen, und da er das nicht freiwillig tut, wird man ihn gewaltsam dazu zwingen.„3n� der guten alten Zeit", schreibt ein Ingenieur in einer vimerikanischen Fach- Zeitschrift,„hätte der Gedanke, einen Berg wie eim Haus abzureißen. und an seiner Stelle eine Stadt zu setzen, helles Gelachter hervor-- gerufen. Aber bei der Schnelligkeit, mit der der menschliche Erfindungsgeist im 20. Jahrhundert fortschreitet, wirkt der Plan, einen Berg zu versetzen, um ein« Stadt zu bauen, heute gar nicht mehr lächerlich, sindet vielmehr allgemeines Verständnis. Pvn dem Kern- der altspanischen Plaza und den alten Fortifikptionem� aus hat sich Los Angeles in strahlenförmigem Ausbau zu einer grossen modernen Stadl entwickelt, deren vorspringender Ausläuser harf. gegen de» Bergwall des„Bunker Hill" stößt. Dieser Hügel hat dem Wachstum des Geschäftsviertels von Los Angeles lange genug als Hindernis. im Wege gestanden und ist ein Verkehrshindernis, das gech»eterisch nach Beseitigung oerlangt. Seit geraumer Zeit schon ist es jedem klar, daß der Bunker Hill, da er eine Erweiterung des städtischen Weichbildes von Los Angeles nicht zuläßt, aus dem Wege gechumt werden muß. Solange dieser Plan einer Wegschassung des Besges ein Problem der Bank- und Handelswell war, blieb es bei unoerbHid- lichen theoretischen Erörterungen. Jetzt aber hoben sich die Ingenieure der Angelegenheit angenommen, und damit tritt diese aus dem Stadium der theoretischen Erwägungen in das der praktischen Veip wirklichung. Der endgültige Finanzplan, den der Präsident der„South- western Investment Corporation" ausgearbeitet hat, berechnet die Kosten des Unternehmens aus rund 40 Millionen Dollars. Diese Kosten sollen durch privates Kapital ohne Belastung des städtischen Etats ausgebracht werden. Der Jngenieurausschuß, der sich init: der Ausführung des Planes beschäftigt, führt in seinem Bericht aus,. daß der Bunker Hill sich annähernd 37. Meter über das Straßen- Niveau der Umgebung erhebt und sich über ein Terrain ausbreitet� das etwa 2 Kilometer lang ist, i bis 5 Kilometer breit ist und e>n Areal von etwa 163 000 Quadratmetern bedeckt. Nach dem vor- liegenden Bericht würde es sich hier um die Bewegung und Fort- schaffung von rund 20 Millionen Kubikmeter Erd- und Steinmassen handeln. Auch die Pläne für die neue Stadt, die an Stelle des ab- transportierten Berges treten soll, sind in allen Einzelheiten bereits fertiggestellt. Der materielle Teil des Unternehmens stellt sich übrigens als ein verhältnismäßig einfaches Werk dar, das der Jngcnieurkunft keine problematischen Ausgaben stellt. Man will für die Arbeiten zunächst einen schmalen provisorischen Tunnel groben, der dem Abtransport der ausgeschachteten Erdmasjen dienen j soll. Dadurch wird eine Unterbrechnug der Arbeiten vermieden und ! gleichzeitig eine Verstopfung des lebhaften Straßenverkehrs ver- I hindert. Durch den Abtransport des Hügels wird Hollywood und der rapid wachsende Vorort Wishire mit den Zentrum von Los Angeles zu einer Einheit verbunden und der modernsten Stadt der Welt ein« City geschasscn werden. Der Wert des Grundes und Bodens in der in Betracht kommenden Zone ist zurzeit auf 33 Mil- lionen Dollars zu schützen. Wenn der Bunker Hill aber erst vom Boden wegrasiert ist, wird damit eine Bausront von rund 35 000 Metern erschlossen sein, die bestimmt ist, im Bauprogramm von Los Angeles ein ausschlaggebender Faktor zu wevden. Für die Durchführung des Unternehmens ist eine Zeit von 5 bis 7 Iahren in Aussicht genommen. Auf Grund des raschen Wachstums der Stadt und der Verbesserung der Baumethoden darf man annehmen, daß in dieser Zeit der gegenwärtige Grundwert bei vorsichtiger Schätzung aus das Fünffache steigen wird. Da» größte Edelweiß, da» bisher gefunden wurde. Da« größte uns bisher bekannte Edelweiß, größer und schöner ai» das im Jnnsbrucker Landesmuseum aufbewahrt« Rekordexemplar, wurde im August 1929 von Oberbibliothekar P�ul Hübe!(München) durch Abserlen an sonst unzugänglicher Stelle in den Dolomiten gesunden. Da« Edelweiß ist 18,5 Zentimeter hoch und hat einen Stern, wie man die Blumenblüte bezeichnet, von einem Durchmesser von 8 Zentimeter. Das normale Edelweiß ist meistens 5 bis 7 Zentt- meter hoch und der Stern hat meist einen Durchmesier von 2 bis 3 Zentimeter. Die meiftoerbreitete europäische Sprache. Die meist verbreitete europäische Sprache ist die engiische. Nach einer Schätzung sprechen rund 130 Millionen Menschen englisch, 110 Millionen deutsch, 100 Millionen russisch und 70 Millionen französisch. Spanisch und italienisch wird von ungefähr 50 Millionen gesprocherk. Rund 400 Millionen sprechen chinesisch. Oosohliszono 0 90, gerupfte 0 80, 0*50 Weiß, gerupft od. geschlissen 3 80, 1'ifO Daunen.......... 5*80 Steppdecke e'nfbg. gebl. I'W DDunendecKe, S,;;» schneeweißen Gänsedaunen. 36 80 Kissen, gefüllt. Unterbett, gefüllt Oberbett, gefüllt . 4-10, 3 70. 2-45 . 9-80, 8-70, 5*55 . 11-40, 9-35, 6-95 Bettfedernrelnleuns bei E Initeuf roa M. SO-— für«Inen Stand eratU. 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Von Fritz Naphlali. 5rt iwm Augenblick, in bem der Voung-Plan. der Deutsch- !qnd gegenüber dem bestehenden Dawes-Plan für die nächsten .Jahre' ein« Entlastung von 700 Millionen Mark bringt, und der die Voraussetzung für die R ä u m u n g d e s Rheinlandes bildet, zur Grundlage der Politlt der europäischen Befriedung gemacht wird, ist es töricht und ver- antwortungslos. unentwegt die Undurchführbarkeit des Planes zu behaupten. Es muß dem deutschen Ansehen und dem deut- ichen Kredit in der Welt schaden, wenn der Eindruck erweckt wird, als ob unsere Unterschrift eine unehrliche wäre, und -?ls ob auch unter dem Boung-Plan die Tendenzen zur Katastrophenpolitil! wester verfolgt würden. Wenn aus- ländische Politiker, wie etwa Lloyd George, davon sprechen, daß sie den Toung-Plan nicht für dauernd tragbar haltzn, so haben wir dagegen nichts einzuwenden. Die ver- antwortungsvollen deutschen Polstiker und Wirtschaftsführer aber müssen sich an die Richtlinie hasten, die der Reichsbank- vräsident Dr. Schacht als Mitverfasser des Doung-Planes in 'einer Münchener Rede wie folgt formuliert hat: Nicht ab der Joung-Plon für die vorgesehene Dauer durch- geführt wird, ist dos entscheidend«, entscheidend ist, daß Deutschland der Welt gegenüber beweist, daß es all« Anstrengungen wacht, fein chaus in Ordnung zu halten und alles zu bin. was in seinen Kräften steht, um die Durchführung des Planes von sich aus ZU fördern. Dieser Wille zur loyalen Durchführung des Poung-Planes muß mit allem Rachdruck betont werden und muß die Grundlage unseres Handelns bilden. Wir sind genötigt, diese Selbstverständlichkeit vorweg zu betonen, wenn wir im folgenden gegenüber der nationalistischen Agstations- phrafe von der„Versklavung" für zwei Menschenalter. die der Boung-Plan bedeuten soll, uns die Sicherungen noch einmal näher betrachten wollen, die der Poung-Plan selbst für Deutschland im Notsalle enthäst. und wenn wir die Chancen abwägen wollen, die für eine künftige Minderung der Lasten bestehen. Für den größten Test der deutschen Jahreszahlungen. nämlich für den Betrag, der nach den Haager Vereinbarungen in der ersten Zahlungsperiode 700 Millionen Mark, im Durchschnitt 660 Millionen Mark überschreitet, sieht der Poung- Plan«inen gewissen Sicherungsspielraum vor. der in der Befugnis für Deutschland liegt, unter Ilmständen die llebertragung dieser Zahlungen an das Ausland aufzuschieben. ..Um Deutschland gegen die mögliche Auswirkung einer ver- hästnismäßig kurzen Devression zu schützen, die aus Gründen strnerer oder äußerer Art die Valuta einer so schweren Be- lastung aussetzen könnte, daß die Uebertragung ins Ausland mit Gefahr verbunden wäre, empfehlen wir." so heißt es m Boung-Plan,„der deutschen Regierung das Recht zu» zuerkennen, mst SOtägigsr Voranzeige die Uebertragung unter bestimmten Bsdütgungen um h ö ch st e n S zwei Jahre aufzuschieben.* Wenn ein solcher Aufschub erklärt wird, soll ein Sonder- ausschuß der Reparationsbank, bestehend aus von dem Prässtienten der Reichsbank, der französischen, englischen. belgischen, italienischen, japanischen Zentralnotenbank und dem Präsidenten einer amerikanischen Federal-Reserve-Bank s.,i>d«r eines anderen noch zu bestimmenden amerikanischen Finanzinstituts") zu ernennenden Persönlichkeiten, zusammen- treten, um einen Bericht an die Regierungen und an die Rffr»? abzufassen, in dem er. nachdem er sich davon überzeugt hat. daß die zuständigen deutschen Stellen alles in ihrer Man,? stehende zur Erfüllung der Verpflichtung getan haben, Maß- nahmen zur Erwägung unterbreitet, die nach seiner Ansicht hinsichtlichder Anwendung des Poung-Planes ergriffen wer- den sollten. Das ist natürlich eine sehr vahe Formel, die ausgeht von dar Ueberzeugung, daß nach menschlichem Ermessen der Boung-Plan sich als durchführbar erweisen wird, er aber immerhin, falls man sich in dieser Eripartung täuscht, die Möglichkeit von A e n d e r u n g s v o r s ch l ä g e n vorsieht. Praktisch größere Bedeutung als diese immerhin in geordneten Bahnen vorgesehene Erörterung über Reoisions- Möglichkeiten kann vielleicht das Sondermemorandum der Sarbverständigen der Hauptgläubigerländer und Deutschlands über die Auszahlungen gewinnen, das gleichzeitig mit dem Bericht des Pariser Sachoerständigenausschusses unterzeichnet worden ist. In diesem Sondermemorandum wird ein Ab- kommen vorgeschlagen, nach dem jede Erleichterung. ßi« irgendein Gläubigerland hinsichtlich seiner Rettokriegsschuldzahlungen tatsäch- kich erhält, wobei alle Gegcnfaktoren zu berücksichtigen sind wie folgt behandell werden soll: In den ersten 37 Iahren soll Deutschland an der Netto- arleichterung eine? Gtäubigerlandes in Höhe von zwei Drittel und zwar in der Form einer Herabsetzung seiner künftigen jährlichen Leistungsverpflichtungen beteiligt werden. Ein Drittel der Nettoerleichterung soll dem beteiligten Gläubigerland oerbleiben, indessen wird, solange noch irgend- eine Verpflichtung Deutschlands über die ersten 37 Jahre hinaus besteht, den beteiligten Gläubigern nur ein Viertel der Nettoerleichterung verbleiben, während der Ueberschuß bei „Es werde Licht*" P«rod isüsche Revue in 8 Bildern von Karl Sehnog. AnfgefQhrtvon den WANDERRATTEN, Regie: Th»o M«ret. In folgenden Lokalen: Montag, 16. September, Wh Uhr, Pharns-Sile, Müllerstr, 142, Wedding Dienstag, 17. September, I?>A Uhr, Moabit Qes.-Haus, Wiclefstr I.Tiergarten Mittwoch. 18. September. 1V<> Uhr, Eden-Palast, Kais.-Friedi|-Str.24,ChaTlottbg. Donnerstag. 19 September, 19% Uhr, Kamm ersäl e,Tei towertStr. 1-4, Kreuzberg Freitag, 20. September, 19% Uhr, SchOtrenhaus, Hauptstraße 1, Reinickendorf Montag. 23 September. 19", Uhr, Oermaniasäle, Stresoifplatz 19, Spandau Mittwoch. 25. September. 19% Uhr. Saalbau Friedrichshain Freitag, 27. September, 19% Uhr, Sophien-Slle, SophienStr. 17-18, BIn.-MIltc In folgenden Lokalen finden KUNOOEBUNfiEN statt: Dienstag. 24. September. 19% Uhr, Kliems-FesfsJle,Hasentieide13-15,Neukö1ln Donnerstag, 2o September, 19% Uhr,.Parkaue*. Parkaue, Lichtenberg. Der Eintritt zn allenVerosstaliricgea Ut frei I Achtet atgf die Revue-ÜmzQge zwischen 4 und 6 Uhr. Beginn der Revue-Aufführungen stets um T% Uhr. der Reparationsbank angesammelt werden soll, um Deutschland die Erfüllung seiner Verpflichtungen für die Zeit nach dem 31. März 1966" zu erleichtern. In den letzten 22 Jahren des Bou-ng-Planes soll der Gesamtbetrag etwaiger Erleichterungen der Außenve'r pflichtungen der(Aäubigerländer zur Herabsetzung der deutschen Verpflichtungen verwendet werden. Diese AußenzahlunHen. die im wesent- lichen die interalliierten Schulden an Ainerika darstellen, betragen in den ersten fünf Iahren der Laufzest des"001mg> Planes rund eine Milliarde Mark, sie steigen dann allmählich an, bis sie im 55. Jahre mit 1700 MAionen das Höchstmaß erreichen.. Wenn es also im Laufe der nächsten Jahrzehnte gelingt, ein Nachlassen der amerikanischen Forderun» gen an die alliierten Länder durchzusetzen, so könnte das eine Entlastung der deutschen Zahlungsverpflichtungen in erheblichem Umfange mit sich bringen. Wenn die Theorie sich als richtig erweisen sollte, daß es auf die Dauer für die amerikanische Wirtschast kein Glück sei, diese europäischen Tribute einzukassieren, so würde eine Neulregelung aus diesem Gebiete, die unmittelbar auf die deutsmen Verpflichtirngm zurückwirken würde, immerhin im Bereiche der Möglichkeiten liegen. Man kann bisher nicht behaupten, daß die Neigung der Amerikaner, im Interesse der Reparationsverpflichtungen auf eigene Forderungen zu verzichten, irgendwie merkbar in Erscheinung getreten sei. Es gibt ober Kenner der amerika- nischen Verhältnisse, die glauben, daß in 12 bis 15 Iahren, wenn die innere amerikanische Kriegsschuld getilgt sein wird. auch die Chancen für einen Verzicht auf die Eintreibung der Außenzahlungen aus Europa durch Amerika höher zu ver- anschlagen sein würden als bisher. Wir find uns darüber im klaren, daß alle diese Revisionschancen des 0oung»Planes sehr unbestimmter Natur sind. Ob sie einmal praktische Bedeutung gewinnen werden, hängt von der Entwicklung der weltpolitischen Beziehungen ob, über die Prophezeiungen für einen Zeitraum von 59 Jahren wohl kein verständiger Mensch wagen wird. Wir wollen deshalb auch nicht mit solchen Prophezeiungen spielen, wir wollen nicht einmal die Hoff- nuna. die wir haben, daß in allen Ländern, die auf Befriedung und Streichung der gegenseitigen internationalen, aus dem Krieg st am wenden Verpflichtungen gerichteten Kräfte der sozialistischen Arbeiterschaft wachsen werden, in Rechnung stellen. An- gebracht erscheint es uns nur, gegenüber dem Gerede von der„Versklavung für zwei Menschenalter" dazu zu raten. sich einmal vorzustellen, was rückblickevd 60 Jahrs in der Norkriegszest an politischen Wandlungen und wirtschaftlichen Entwicklungen gebracht haben. Wir glauben, daß auch in der Zukunft die Entwicklung nicht stillstehen wird, und daß. wie immer man das Tempo der ökonomischen Kröfteentfaltung und der polstischen Umgestaltung einschätzen mag, ös sehr wenig realpolitisch ist, wenn wir uns heute darum streiten wollten, welche Bedeutung die Lasten nach 37 Iahren noch haben werden. Der Boung-Plan ist ein Instrument der Gegen- wartspolitik. er dient der Abbürdung der bisherigen Reparationslasten. er dient der europäischen Befriedung. Er mußte, um endlich klare Höchstgrenzen zu schaffen, st langfristig angelegt werden. Er muß. um seinen Zweck d Befriedung zu erfüllen und um Deutschland nicht in nei. Krisengefahren hineinzutreiben, mit aller Ehrlichkeit und A> strengung erfüllt werden. Wer aus dieser Einstellung ergil sich nicht, daß man diesen Plan, dessen Mängel und desse notwendiges Beruhen auf politischen Kompromissen nieman verkennt, nun als einen Fels zu betrachten hat, der all Stürme politischer und ökonomischer Umgestaltungen in de nächsten Jahrzehnten überdauern wird, ohne von ihnen de rührt zu werden. Diese Auffassungen haben sich auä) Iii Berfasser des Boung-Plans zu eigen gemacht, sie haben selbst wie gezeigt wurde, versucht, gewisse Vorteile für Anpassunger an veränderte Wirklichkeiten vorzusehen. Wir hasten an sich diese historisch-philosophische Ein stellung gegenüber diesem Dokument der europäischen Gegen wartspolstik nicht für dos Entscheidende. Das Entscheidende ist uns, daß die deutsche Politik sich in der Gegenwart dieses Instrumentes bedient, um den Auf stieg der deutschen Wirtschaft zu erleichtern und um den Prozeß der Zu sammenarbeit der europäischen Völker zu fördern. Wenn wir trotzdem im Anschluß an die voraufgegangenen Würdigungen des f�oung-Planes für Außenpolstik. Wirtfchafts- und Finanz polstik der Gegenwart diesen Bstck in eine weitere Zukunft und ihre Wandlungsmötzlichkeiten für notwendig hiellen, so hauptsächlich deshalb, weil man den sentimentalen Schwindel aufdecken muß. den diejenigen nationalistischen Agitatoren betreiben, die im gleichen Augenblick die Ueberzeugung aussprechen, daß der Boung-Plan schon in den nächsten Jahren zusammenbrechen müsse, weil er untragbar sei. indem sie die Versklavung kommender Generationen als das entscheidende Verbrechen derjenigen bezeichnen, die für den Boung-Plan eintreten ohne Illusionen, aber in der Ueberzeugung, daß er den Weg zur Gesundung und Befriedung Europas erleichtert. Kehren wir von dem geschichtlichen Ausblick zur nüchternen Gegenwart zurück, so bleibt immer wieder trotz alles Geschreies derjenigen, die innerpolitische Brunnenvergiftung treiben, die knappe und nüchterne Tatsache als der Erfolg der Haager Konserenz übrig: die Befreiung derbe- setzten Gebiete und die Herabsetzung der iäyrlichen deutschen Reparationszahlungen. Vorträge,Vereine undVersammwngen. m Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". ir Ecr- Itnet 33etIeSt5-91..®. in eigener Regte'. Erscheinen Diltcht. 2. Äamozoffdlaft. I. Sue, bei Echabeiko, W-tchselstr. 3. 2. Samerndswnft. 2. oua. bei Stänig. ■•SoSmifd» Str.. 42—44. 4. Kameradschaft la Beckers zeltialen. Lrik. Chaussee- Siratze g?. Vortrag de» Kam. Abt-r über.Versaisungetag" Pflichineran. ftoltung.— Dienstag. 17. September, fflcbbing, iiTadfahm.fcbt.: 19% Uhr Sikung bei BonbUe. Echulftr. 74. Kameraben, welche Mitglied der Radfahrer. abieilung werben waUen, melden sich dortfetbft. Friedrichs Hain. Äom-.rgMd'att Stralau: 19% Uhr Kameradlchaftesikuna bei Bertalla. Kahenlobest-. Z. Resr- rent Kam. Polling:.Berlin einst und jegt*. Prenslancr Berg: Versamm. lungün um 20 Uhr: Kameradfchaft Arnswalder Blast bei Baron.sfi. Veiteur. taaße S. Kameradschaft chumannutaft bei Bahft. Liargarder Sir. 19. Zier- aerfeir Zungbanner: 19 llbr Treffen tut Kleinen Tiergarten zum B'fuch des Schön eher gen Zungbanner» Nachzügler 20 Uhr flauntftt. 14—15.— fificdtiOi«. hau»: Mittwoch, 18. September. Kameradschaft Warschau: 19% Uhr Kamerad- lchaftgnerfammlung bei San« Sahn. Simon. Da ch-Str. 9. ÄeuKerft wichtig« Tagesordnung. Kameradschaft Andreas: 20 Uhr Kanierndschafisverlammlung% Schmidts Scfelfchaftsbaus. Fruchtftr. 36, Referat:.Palizeiwrlen".— Kreuz- borg: Die Schwimmabend« in der. Baerwaldftrast« beginnen Donnerstag. 19. September. 20% Uhr.— Sieglifi fOrtsncrthO: iSrosienbain-lsahrer! Räch. zügler melden sich fpijteften» MiU-roch. 18. Seniemder, bei.«gm. Brnk-n. »irlbulchstr. 9. Bertiner Ssperanln. Ver band. Dienstag. 17. September. 20% Uhr. Alter Anfanier. Anhalfffr. N, Vortrag des Herrn E. Wichert:..Tie Sprechmafchine" mit Borfübrungen. Anschließend Tanz. Gülte milllommen. Berel« Mr Cinheitslurzsdizrft ReulSIn. Menstag und Treitag. 20-22 Uhr, Anfänger», ssortgefchriftene.. Redeschrift-Lehrgänge, Kaifer.iiriedrich.Rral- aamnoiiirar, Reuiölln. Kaiser-�riedrich-Str. 308. Verein Kozialiftiichee Aeizte lOrisgrupve Sroß-Aerlin). Miitmoch, 18. Ser- tember. 20% Übt, im Pfchorr-Sans, Tauenstienftr. 13 lVanairig 4153). Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2..Die lozia!» und latioldngienische Arbeit im neuen Palästina". Referent Sfadifchulrat Dr. Zaruslawssi la.©•). Säfte willtammen. Reichsbunb silbischer Rxoatfafboteti. Ortsgruppe Berlin, Bezirt Ror.b. n?r- anftaltet chm MNtmoch, 18. September. 30 übt. im Bürgerfaal des SRetbguM» einen Portragsabend Gefängliche Darbietungen Herr Oberkanlo: Sollanin. Referent Landtagsak geordneter Dr. G. Grzimet über das Thema.Was wollen die Rationalfozialiten?" Freie Schulgemeinde Derlin-MiUr lArbeilsgemeinschaft Nord). Montag. 18. September. 30 Übe, bei Arend, Schräderirr. 2. Bortrag:„Die foz-gle Arbeit in der weltlichen Schule". Referent Ramsch. Alle isreunde der m-!'l>chen Schule sind dazu«ingelaben. BuekeTung.Reue, Dohnen". Wo, bedeuten die Worte.Reue» Dohnen?" Sich—'»lies ndllia o, ränderten wirtschaftlichen und teilweise auch kulturellen isiesiditspunflen— im eigenen Heim so einzurichten, daß dieses Heim unser« Welt ist. Rur fo ist es zu oerstehen, wenn heroarragende Innenarchitekten, wie V. Professor Dr. Walter Gropiiis. ausführlich die l-rage studier»«: „Wie soll die Innenausstattung der heuiia-n Wohnung beschaifen sein 7" Di« Ürgebnisle seiner Studien zeigt Professor Eropiu, in einer int Zentralkau d-s bekannten Kredithause« B. Jeder. Brunnenftr. 1. peranstaiteten MobelauS- stellung:„Reue« Wohnen". Leier wurde etwa« Mustergiiltige, geschgsien, ge. eignet, den Käufern der Einttchlungen Kreude zu bereiten.' Der Suririlt Ist für jedermann frei. Di« hetannt« hamsspoihisch« Sabril Dr. Modaus u. To.»erlegt«6 15. Dep. tembee Ihren List nach Rabebeul. Die außerordentliche.Kunahm« der Lomeo. vathie bat zu Reubauten aller namhaften bomöopalbilche» fsirwen aasllhrt. Die beste und größte Entwicklung aller dieser Iirmen hat die Iiema Dr. Modaus u. Co. genommen, die ihren ümsast in den legten Jahren Neroirlsachen konnte. Wie die lfirma uns mitteilt, kann die Besichtigung der neuen außerordentlich umfangreichen skabrikatlonsanlage erft nach den, 1. Dezember erfolgen. Wodurch entstehen die vielen Trnuenleiden? Dies« für jede i7rgu fo w'ch- tig««rage Hai Herr Oskar Boelker. Direktor und Bcgriinder d-r sei« 22 IaV"" bestehenden Sttlmer Bolks-Lichtheilanstalt in der InnaUdenstr. 130. e» aorrmo» unternommen, in IS Samennorirägen eingehend zu erörtern und verweis'» wir auf die in her heuttgen Stummer dieser Keifung befindliche Bortrag»- anzeige. H. � s?/. OMHItSfi ftfGOLD Unsere 25»Stück•Packungen enthalten fiefo» Filmbilder mit Kino-Kupon EDEL DIREJCnO* DR. ROBERT fOBN Theater, Lichtfpiele ufw. vouuvmuie rittateramSSiowDlalz Täglich 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regie: K»rl Heinz Martin Staat). Sdiiller-Ili. 8 Uhr 2x2 Vorverltaut auch im Pavillon der Rein- hardthühnen, Kurtürstendamm. Ecke UhiandstraBe Bismarck 448/449 Oeotidiei M\v v.l. Norden 12310 SU» Ende gegen 11 Zum 100. Male Die Fledermans Musik v.Joh. Siran 6. Regie: Mar Reinhardt. Musik. Einrichtung und Leitung E. W. KomgoTd. Ausstattg. L. Kainer Eunmersplele D.I. Norden 12310 8M� Ende gegen lO'/j Der IMePstEiMe Komödie von Cäraidy und Spitzer Regie: Gustaf Gründgens Die Komödie JI Blsmck.2414/7516 Brote gesdüossni Montag, 16. Sept. 7% Zum 1. Male Kolporfaiie Komödie von Georg Kaiser Regie; Erich Engel Earsovskj-BllluuiB Theater in dar mniggräUer StraBs 8'/. Uhr laDolbal ante portas Komödienhaus Täglich S>k Uhr sind die M Lustspiel von Julius Berst Freidenker-Revue ES WERDE LICHT Parodlstische Revue in 8 Bildern mit Vor-, Nach- und Zwischenspielen von KARL SCHNOG Montag, den 16. September, 730 Uhr in den Pharus-Sälen, Müllerstr. 142 Eintritt frei! Eintritt frei! Achtet Auf den Revue-Umzug 4 und 6 Uhr zwischen ÄMMN .'•:->- ihm BERLINER THEATER-Ubr� Niveau— i man kann*» nicht analysieren; aber oh es da ist oder nicht, fühlt man jede Minute. Es liegt an der Sache, an ihrem Mousse, ihrer überzeugenden Niveau- Ueberzeugtheit.— Und heraus kam der hübscheste Theaterabend seit Monden. M. IL Fl SB Theal d. Westens Täglich 8'!. 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