Morgenausgabe 7ir. 435_, t A219 Jahrgang «sq.illi««VI.»umtdlch 1,90 R. w> sartu* zohrd«. Vl>ftd«z», Ol St »tn! Berliner VolKsblaN Dienstag 12. September 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. fNc«taffflltlg« Nonparelvezea« 10 Pfennig. ReName�etl» 5.— Reich» ■uxrC.„Ltletne Antigen' da» iettg». druckt» Wort 25 Pfennig(zulässig zwei lettgedruckte Worte), jede« wettere Won 13 Pfennig. Stellengesuch» da» erst» Wort 15 Pfennig, lebet wettere Won 1U Pfennig. Worte über 15 Buchslaben eüdlen für zwei Worte. Vrbetttmarb Keile 50 Pfennig. Familtenanzetgen Zeile «0 Pfennig. Anzeigenannohme imHaupl- Geschäft Lindenstraß» X wochentägllch mb OV» die 17 Uhr. Jenteawvsan der GoziakdemokvaMOe« Partei DeutkchtandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff LV2— 297, Telegramm-Adr,: Sozieldemokrat Berlin, Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: verlin 8? S8S,— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellte» «nd Beamten, Wollstr, 66. Diilkonto-Gesellschaft, Depositenkaste Lindenstr, S. Reichsrat nimmt Kompromiß an. Eine(Stimme Mehrheit in erster Lesung/ 42 gegen 21(Stimmen in zweiter Lesung. Der Reichsrat hat gestern z» der Vorlage der Reichsregiernug zur Arbeitslosenversicherung und zu dem sogenannten Kompromiß Stellung genommen. Tie Ausschüsse des Neichsrats haben die Regierungsvorlage »och in einigen Punkten verschlechtert, und die Kom- Promißvorlage der Reichsregierung abgelehnt. Es kam zu einer Kampfab st immun g. In erster Lesung wurde die Kompromißvorlage der Reichs» regierung mit einer Stimme Mehrheit an» genommen. Die Ausschüsse traten daraufhin wieder zusammen. In der darauffolgenden zweiten Lesung wurde die Ge- samtvorlage einschließlich der Kompromißvorlage schließ» lich mit 42 gegen 21Stiwmen angenommen. » Der Beschluß des Reichsrats bedeutet, daß neben der bisherigen Regierungsvorlage sin zweiter bis zum 31. März 1931 befristeter Gesetzentwurf als Regierungsvorlage ein- gebracht werden wird. Beide Entwürfe sind dos Ergebnis äußerst schwieriger Verhandlungen, die unter dem Druck der Gefahr standen, daß im Reichsrat noch viel schlimmere Bc- schlüsse zustande kommen könnten. Die neue Vorlage stellt in einem Punkte gegenüber der ersten eine Verbesserung dar. Denn nach der ersten sollten die Unterstützungssätze für die Saisonarbeiter teilweise unter die Sätze der Krisenfürsorge gesenkt werden. Diese Bestimmung soll jetzt aus der ersten Vorlage gestrichen wer- den. Die übrigen Punkte bedeuten erhebliche V e r s ch l e ch- terun gen. Die endgültige Entscheidung über die beiden Entwürfe wird selbstverständlich erst im Reichstag fallen. Sie werden noch in sehr weitem Maße geändert werden müssen, wenn sie für die sozialdemokratische Fraktion an- nehmbar werden sollen. Der Entschluß, ihr nichts zuzumuten, was für sie unannehmbar ist, sollte den bürgerlichen Koalitions- Parteien um so leichter fallen, als es sich nur um ein kurz- fristiges Provisorium handelt, auf der anderen Seite aber außen- und innenpolitische Gefahren stehen, die der Vertreter Preußens richtig gezeichnet hat. lSiehe auch Z. Seite.) Einzelheiten der Klotteneinigung. England und Amerika ab 19S5 gleich stark.- Klotienkonferenz Anfang ISSO. London, 16. September. sSigenberlchl.) interessante Einzelheiten über das englisch-amerikanische ilbkommen werden im»D a l l y Herold" verösfent- lich«. E, ist danach Uebereiafllmmung darüber geschaffen worden. daß Me Klotten Englands und Amerikas nach einer Uebergangs- periode von etwa sechs Jahren gleich stark fein werden. Kür Schlachtschiffe wurde dieser Grundsah schon bei der wafhillg. koner Konserenz von 1321 ausgestellt. Beide Regierungen haben seht auch für ZerfiSrer Gleichheit in Schiffszahlen und Tonnage festgestellt. England und die Vereinigten Staaten sind serner bereit, aus der bevorsiehenden Ktollenkonserenz die völlige Abschaffung der Unterseeboote zu verlangen. Die größten Schwierigkeiten bereitet die Kreuz erfrag?. Man hat hier den Ausweg gefunden, den vereinigten Staaten eine größere Anzahl schwerer. England dagegen mehr leichte Kreuzer zu bewilligen. Al» Ausgleich gibt sich Amerika mit einer geringeren Gefamitonnage in Kreuzern zufrieden. Im einzelnen sollen die Kreuzersloilen im Jahre 1336 folgende Stärken besitzen: England 15 schwere Kreuzer mil 20.Zelllimeter-Geschühen. ferner 35 Kreuzer mit 15-Zenlimeter-Geschützen. Die Vereiniglea Staaten werden um dieselbe Zeit 15 schwere und 15 leichte Kreuzer hoben, hier liegt die einzige Meinungsverschiedenheil, da die Amerikaner 21 anstatt 18 schwere Kreuzer verlangen. Die Regelung dieser Verhältnis. mäßig geringfügigen Visserenz wird der Künsmächte-Soose- renz überlassen bleiben. Da» Abkommen soll übrigen» 1335 nochmals zur Erörterung kommen, um Gelegenheil zu weilereu Abstrichen zu geben. Im übrigen dürfte die internationale Klotleakoit'feeenz. an der neben Engtand«nd den vereinigten Staaten Krankreich. Italien und Japan teilnehmen werden, erst im Jahre 1330 stattfinden und nicht, wie man bisher angenommen hatte, im Dezember diese» Jahres. Gegen London als Tagungsort find von sranzS- si scher Seite die üblichen Einwände erhoben worden. Es wird zur- zeit darüber noch verhandelt. Englands Vorfloß in Senf. Gens, 16. Septrniber. Lord Robert Eecil hat nunmehr dem Vorsitzenden de. Ab- rüstungsansschusse, der Völkerbuudsversammlung. Benesch, einen Entschließung, aatrag eingereicht, auf den hin dieser Au»- schuh zu den strittigen Hauptpunkten des Abrüstungsproblem» wird Stellung nehmen müssen. Räch diesem Antrag soll der Abrüstung». ausschuß der Völkerbuadsversammlung. in dem im Gegensah zum Vorbereitungsausschuß sämtliche Bölkerbundsstaalen vertreten find, zu folgenden vier Punkten Stellung nehmen: 1 Anwendung der gleiche» Grundsätze für die herab. seßung und Beschränkung der Esfektlvstärke und de» Male- rial» der Laad., Lus«- und S-estreltträsle. 2. Beschränkung der Stärke der Truppen-««. heil entweder der Zahl oder der Ausbildungszeit»ach oder nach beiden Methoden. 3. Beschränkung de, Materials entweder direkt durch llstenmäßlge Aufzählung oder Indirekt durch Beschränkung de» Budget, oder unter Anwendung beider Methoden. ».Anerkennung einer internationalen Auto- rllät zur lleberwachoag uud Berichterstattung über die Durchführung der Abrüstungskonvenlion. Der Enlschließungsonlrag unterstreicht die lleberzeugnng. daß eine fortschreitende und allgemeine herabsehung der Rüstungen in der ganzen Well dringend verlangt wird. Er spricht serner die Erwartung au», daß der vorbereitende Ausschuß für die Ab- rüstungskoaserenz seine Arbeilen zum srühestmögllchea Zeitpunkt abschließt, und erklärt dann, daß bei der Aufstellung de» Entwurf» für die Abrüstungskonvenlion in Erwägung ge- zogen werden müsse, inwieweit die erwähnten vier Hauptgrund- sähe angenommen wurden oder angenommen werden sollten. Domben und Landwirtschast. War Rot die Ursache? von einem besonderen Kenner der Verhältnisse in Schlesroig-Holstein gehen uns die folgenden Ausführungen zu: Bei der Beurteilung der Bombenattentate in Schleswig- Holstein hört man oft die Behauptung, daß die Rot der Landwirtschaft die eigentliche Ursache sei. Diese Er- klärung könnte die Auswüchse eines politischen Rowdytums nicht entschuldigen, auch wenn sie zuträfe. Sie trifft aber nicht zu. Zunächst sei einmal ganz deutlich klargestellt: Die Draht- zieher in der sogenannten„Landvoltbewegung" sind zum größten Teil nicht Bauern. Bruno von Solomon, Schriftsteller und Hauptschrift» leiter der Zeitung„Landvolk", hat nie etwas mit Landwirt- schaft zu tun gehabt. Guido W e s ch k e, Oberleutnant a. D., Kreislandbund- führer und Angestellter der Landvolkzeitung ist eine jener Landsknechtgestalten, die nach dem Kriege nicht den Heber- gang zur Friedensarbeit finden konnten. Nickels, Polizeiassistent a. D., irrlichtert wie Weschke als Landknechtsnatur umher, ohne bisher einen Weg zur ehr- lichen Arbeit finden zu können. Volk, früherer russischer Offizier, der als solcher gegen Deutschland gekämpft hat, lebt zwar jetzt in Italien von den gesammelten Beträgen der Bauern recht gut, hat aber sonst mit der Landwirtschaft nichts zu tun. Muthmann hat zwar sein Diplom-Landwirtschaft»- examen gemacht, aber es vorgezogen, sich als Berufsredner statt als Landwirt zu betätigen. Kühl ist früherer Parteisekretär der Deutschnationalen und jetzt Redakteur an der Zeitung„Das Landvolk". Als Landwirt« unter den Agitatoren des Landvolke» wären nur zu nennen: Klaus Hein, Hofbesitzer, früher Plantagenbesitzer in Brasilien, der seit zwei Jahren seine Wirtschast vernachlässigt und sich lediglich einer mehr oder weniger geheimnisvollen Agitation hingegeben hat. Auf den Namen Landwirt dürste er kaum noch Anspruch haben. Wilhelm H a m k e n s entstammt einem alteingesessenen Dauerngeschlecht, hat aber den ererbten Hof durch liederliche Wirtschaftsführung und übergroße persönliche Ausgaben so heruntergewirtschaftet, daß er in der hemmungslosen Agita- tion, die ihm größere Einkünfte brachte, den einzigen Aus- weg vor dem drohenden Zusammenbruch erblickte. Dies sind die Hauptführer der Landvolkbewegung ge- wesen, von denen kein einziger als Landwirt rühmend oder auch nur anerkennend genannt werden kann. Lediglich ihrer Privatinteressen wegen haben sie die wüste Agitation feit nunmehr einem Jahr getrieben, unterstützt von dem Land- bund, der im Kampf gegen Bauernverein« und Bauern- Das veränderte Volksbegehren. Hilgenberg(zum Stahlhelm):.Dieses Volts« hegehren ist nicht zugträstig. Ich übernehme es, ober.... ... mtt veredeltem Text!� Bombenatientater vor dem dichter. Hastbefehl gegen plaas und von Galomon. bund auf der einen Seite und gegen Nationalsozialisten auf der anderen Seite seine Gefolgschaft schwinden sah. Die Wirtschaftslage der Landwirtschaft der Provinz Schleswig-Holstein ist keineswegs einheitlich zu beurteilen. Im We st e n der Provinz, in der Niederung, sind die fetten Wiesen, die ein an sich leichtes Wirtschaften dem Besitzer ermöglichen. Wegen dieser guten Wirtschaftslage ist in großen Gebieten es seit langem üblich gewesen, daß der Grundeigentümer,— der„Bauer"— sein Grundstück gar nicht selbst bewirtschaftet, sondern es verpachtet und lediglich von dieser Bodenrente fern von seinem Grund und Boden, ein behagliches Leben führt. Der Pächter dieser Ländereien — weil auf ihnen nur Weidebetrieb besteht, pzird er„Gräser" genannt— kauft im Frühjahr Magervieh auf, um es nach erfolgter Weide als fettes Schlachtvieh weiterzuverkaufen.. Er ist also in Wirklichkeit weniger Landwirt als Viehhändler, der zwischen seinem Ein» und Verkauf die Periode der Mästung eingelegt hat. Es ist richtig, daß dieses Pächtertum in den zwei letzten Iahren durch die ihm kapitalistisch über- legenen Kreise des Großhändlerwms schwere Verluste erlitten hat, die bei ihm eine verzweifelte Stimmung wachriefen. Im Südwesten der Provinz Schleswig-jiolstein aber ist der Boden so ertragreich, daß er sich am besten für Gemüse- und Getreideanbau eignet und dort haben die auf ihrem jjof sitzenden Großbauern im vergangenen Iabre eine so glän- zende Rekordernte im Kohlbau gehabt, wie seit Menschen- gedenken nicht. In diesen Kreisen aber grassiert der Gedanke des Widerstandes gegen den Staat am stärksten und aus ihnen fließen große Mittel in die Fonds der Landvoltbewegung: während sie ihre Steuern sich stunden lassen oder sie einfach verweigern. Im O st e n der Provinz, vor allem im Südosten, ist Ge- treidewirtschaft auf dem vom Troßagrariertum bewirtschaf- teten Boden vorherrschend und dessen Interessen sind gerade entgegengesetzt denen des Westens der Provinz. Weil hier die gute Ernte des Jahres 1928 die Nachteile vorangegangener schlechter Ernten ausgeglichen hat, ist hier von einer wirt- jchaftlichen Notlage überhaupt keine Rede. Als Sondergruppen seien noch die Schweinemäster im Süden der Provinz hervorgehoben, die ebenfalls infolge der steigenden Preise für ihre Absatzprodukte durchaus gute wirtschaftliche Erfolge hatten und die Geestbauern, die auf schlechtem Boden von jeher ein schweres Wirtschaften haben. Demnach ist das Bild der Provinz, als landwirtschaftliches Gebiet im ganzen gesehen, durchaus nicht ungünstig. Die statistischen Zahlen der Zwangsoerkäufe ergeben dies ganz einwandfrei. Aber eins ist zweifellos richtig: Der Landwirt, der in Kriegs- und Inflationszeiten eine Hochkonjunktur wie nie zuvor ein ganzes Jahrzehnt hindurch erlebt hat. fängt jetzt an, dieschwierigeWirtschaftslage, bieder Krieg für das ganz« deutsche Volk gebracht hat, mitzuspüren. Der Landwirt, der in jener Notzeit nichts von Hunger, nichts von Nahrungsersatzmitteln oder sonstigem Ersatz wußte, weil er im Austausch für sein« Produkte zu allen Zeiten einwandfreie Ware erhielt, muß sich jetzt ein- schränken. Er. der in den Iahren der Inflationszeit fein Geld mit vollen Händen und oft sinnlos ausgab, er muß jetzt rechnen. Rechnen muß er vor allen Dingen dann, wenn er auf eine neue Inflation bauend, in den ersten Iahren nach .der Stabilisierung der Festmark, übergroße, hochverzinsliche Darlehen aufgenommen hat. Von einer Notlage, wie sie z. D. der Erwerbslose kennt, ist aber sebst bei dem überschuldeten Besitzer keine Rede. Die Landwirte der Provinz selbst sind sich darüber klar, daß, wer in diesen Iahren Haus und Hof verlassen muß, ein schlechter Wirtschafter war. Immerhin kann festgestellt werden, daß die wirtschaftliche Lage des Kleinbauern oft genug nicht leicht ist. Aber es ist an dieser Stelle auch oft genug betont worden, daß g e r a d e d i e R e p u b l i k es ist, die diesen Teilen der Volks- Wirtschaft trotz der schweren finanziellen Gesamtlage eine weit größere Hilfe angedeihen läßt, als sie das Kaiserreich je ge- kannt hat. Es ist deshalb verkehrt, landwirtschaftliche Not zur Er- klärung der Bombenattentate heranzuziehen. Die schranken- lose Agitationswut des Landbundes und der Deutsch- nationalen Volkspartei, die ihre Führer in die Landvolk- bewegung entsandt haben, um der republikanischen Reichs- regierung Schwierigkeiten zu bereiten, ist der wahre Grund. Verschärst wurde die Wirkung iljrer Agitation durch das hemmungslose Vorgehen der N a t i o n a l s o z i a l i st e n, die mit großen Mitteln in den letzten Monaten eine Partei- organisation aufzuziehen sich bemühten. Das sind die Hauptschuldigen, die jetzt zahlreiche Mit- läufer in den Abgrund geführt haben und die nun scheinheilig beiseite stehen und ihre Hände in Unschuld waschen. Gegen die Hehpreffe. Llnierstützung republikfeindlicher Blätter soll aufhören. Den Zustand, daß von DeHörden sür amtliche Bekannt- machungen zum Teil immer noch Zeitungen benutzt werden, die die Regierung in unsachlichster und gehässigster Weise be- kämpfen, glaubt die Regierung nicht länger verantworten zu können. Sie wird daher, wie WTB. meldet, bei der Auswahl der Zeitungen auch in Zukunft ohne Rücksicht auf die politische Rich- t u n g und mit dem Ziel einer paritätischen Regelung und einer möglichst weiten Verbreitung amtlicher Veröffentlichungen in den Kreisen der Bevölkerung, sür die sie bestimmt sind, oerfahren. Aus Gründen der Staatsautorität muh jedoch mit der Uebung gebrochen werden, auch solchen Zeitungen Anzeigenaufträge zu er- leiten, die sich nicht scheuen, die Politik der Regierung und der Re- gierung-.Mitglieder in der unsachlichsten und gehässigsten Weise herabzusetzen. Veranlaßt durch die weit über den Rahmen einer fach- l i ch c n Kritik hinausgehende Art und Weise, in der gerade;n letzter Zeit Blätter, die zu amtlichen Bekanntinachungen benutzt worden sind, über die Haager Ergebnisse, die Regierung und ihre Mitglieder geschrieben haben, sind die Reichs» und prcuhi- sch« Staatsregierung übereingekommen, sofort Richtlinien für die Auswahl opn Zeltungen zur Bekanntgab« amt- licher Veröffentlichungen in Kraft treten zu lassen. Nach diesen Richtlinien werden künftig von amtlichen Veröffentlichungen solche Blätter ausgoschlossen werden, die planmäßig die V e r- f a s s u n g oder verfassungsmäßig« Einrichtungen beschimpfen oder verächtlich zu machen suchen oder die»er- fassungsmäßige Regierung, ihr« Behörden und Amtshandlungen zum Zwecke der Untergrabung der republikanischen Staateform planmäßig mit unsachlichen und insbesondere wahrheitswidrigen Mitteln bekämpfen. Di« im Znsammenhang mit de» Sprengstoffanschläge» : festgenommene» siebe» Personen stnd am Montag dem Bernehmnngsrichter im Polizeipräsidium mit dem Antrag auf Erlaß eines Haftbefehls vorgeführt worden. Das Material, das dem Vernehmungsrichter vorliegt, ist so ungeheuer umfangreich, daß die Prüfung am Montag nicht mehr zum Abschluß gelangen konnte. Der Bernehmnngsrichter hat zunächst die Beschuldi- gungen gegen die Verhafteten Plaas und von S'alo- m o n geprüft. Das gegen sie vorliegende Material ist so schwer belastend, daß der Vernehmungsrichter gegen beide Haftbefehl erlassen hat. Wettere Ltnterfuchung in Verlin. Hamburg» IS. September. Die Ermittlunge« in der Angelegenheit der Spreng- stoffanschläge sind jetzt soweit gediehe», daß das ge- samt« Material dem Untersuchungsrichter vorgelegt wird. Die weiteren Verhandlungen werden in Berlin abgehalten. lleberführung der Stltonaer Berhafieien nach Berlin Hamburg. IS. September.(Eigenbericht.) Die zurzett im Altonaer Polizeigefängnis sitzenden 2 6 B o m- b e n l e g e r werden am Dienstag auf Grund einer am Montag im preußischen Justizministerium abgehaltenen Besprechung unter scharfer Bedeckung nach Berlin übergeführt werden. In der Nacht zum Dienstag werden auf Grund der inzwischen Brüssel, IS. September.(Eigenbericht.) Die ersten belgischen Rheinlandtruppen sind am Montag nachmittag in Brüssel eingetroffen. Es sind Offiziere und Mannschaften des 8. belgischen Infanterieregiments, das m Aachen und in Jülich einquartiert war. Die Soldaten wur» den bei ihrer Ankunft am Brüsseler Bahnhof von den Militärbehörden und Vertretern der Frontsoldaten f e i e r l i ch st begrüßt. Die Räumung von Koblenz im Gange. Koblenz, 16. September. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, wird als erstes französisches Regiment das 3 9. A r l i l l« r i e r e g i m« n t Koblenz verlassen. Am Sonnebend ist bereits vom hiesigen Moselbahnhof ein Munitionstransport abgegangen, dem heut« ein Pferdetransport folgte. Wann die Mannschaften abrücken werden, die bekanntlich in die Heimat entlasten werden, da das Regiment aufgelöst wird, steht noch nicht bestimmt fest. Jedenfalls sind noch kein« Eisenbahnzllge dafür angefordert. Auch der Ab- marsch der Infanterieregiment« 151 und 23 ist noch nicht end- gültig festgesetzt. Der dafür in Aussicht genommene 18. September kommt nicht mehr in Frag«. Schwindel der Atientäterfteunde. Sie wollen die Polizei verklagen? Der Rechtspresse geht es zurzeit schlecht. Nicht nur, daß Hugenbergs Volksbegehren sich bereits in der Eröffnungs- bilanz als großzügiges Pleiteunternehmen erweist, muß sie auch in der Bombenaffäre eine erfolgreiche Aufklärungsarbeit der Polizei konstatieren. Staatserhaltenden Blättern kann nämlich nichts Unangenehmeres passieren, als daß eine syste- matifch mit Sprengstoff arbeitende Bande ausgehoben und dingfest gemacht wird,— vorausgesetzt, daß es sich, wie hier, um„nationale" Attentäter handelt. Was bleibt also zu tun? Man muß sich auf die kümmerlichen Fälle stürzen, wo das Material zur Ueberfllhrung, mindestens zur weiteren In- haftierung der Festgenommenen nicht ausreicht. In Fettdruck verkündet die„Deutsche Zeitung" die Absicht der soeben aus der Haft entlassenen Schill-Iünglinge Laß und Techow, gegen die Polizei Strafanträge zu stellen.(!!) Das mit den Bomben- attentätern so stark sympathisierende Blatt hofft, daß diese Anträge sofort gestellt werden und mit aller Ent- s ch i« d e n h e i t durchgefochten werden, zumal nach allem Vorangegangenen durchaus mit der Bestrafung i»r schuldigen über- eifrigen Beamten zu rechnen ist. So ist es recht! Was besitzt auch die Polizei die Dreistig- keit, auf rechtsradikale Bombenattentäter zu fahnden! Aber wir müssen der„Deutschen Zeitung" einen Schmerz bereiten: Die Antwort erteilt in der Hugenberg-Presse bereits der Rechtsanwalt P. Bloch, der als Rechtsbeistand Ehrhardts im Winkingprozeß selbst der„Deutschen Zeitung" unverdächtig sein dürfte. Er führt aus: „Daß die Polizei in ihrqpi Ermittlungseifer über da» Ziel hinaus- geschossen hat, daß eine Anzahl Festgenommener bereits wieder entlassen werden mußte, ist eine üblich« Begleit- erscheinung und kein Tadel sür die Ermittlunge- b e h ö r d e. Kur so kann die Spreu vom Weizen gesondert werden: — peinlich sür die Betroffenen, aber unvermeidlich in großen po- litischen Prozessen." In der qleichen„Deutschen Zeitung" behauptet ein sicherer IoachimNehring, daß die sieben in Berlin noch Inhas- tierten bei Drucklegung seiner Zeilen(also am Montag- nachmittag) wieder in Freiheit sein dürften,— blamables Ende der Berliner Polizeiaktion! Ebenso meldet der„Tag" einen„Zusammenbruch der Berliner Polizeiaktion".— Aber auch hier ficht Hugenberg gegen Hugenberg. Denn zur gleichen Zeit stellt die„Nachtausgabe" fest, abgelegten Geständnisie der in Haft befindlichen Personen weiter« Verhaftungen erwartet. Zusammenhänge. Der im Zusammenhang mit den Bombenattentaten verhaftete und schwer belastete Siedler M a t t h e s- Brücken ist National- s o z i a l i st. Er war seit Monaten einer der Hauptverbin- dungsmänner zwischen der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei und der Landvolkbewegung. Die Behauptung Hitlers, doß seine Bewegung weder mit den Bombenattentaten noch mit der Land- ooltbewegung etwas zu tun habe, dürfte damit endgültig ack absurdum geführt sein. Der am Sonnabend unter dem Verdacht der Mittäterschaft an den Bombenattentaten verhaftet« Hofbesitzer Schade-Kochen ist MitglieddesLandbundes. Schade gehört zu dem intimsten Freundeskreis des verhafteten W e s ch k e. Das„Landvolk" schnorrt. Kiel, 16. September.(Eigenbericht.) Aus den Verhaftungen der Bombenattentäter sucht die„Land- ooltbewegung" jetzt ein finanzielles Geschäft zu machen Ihr« Anhänger werden in Aufrufen aufgefordert, zur Finanzierung „der j u r i st i s ch e n Vertretung" der Attentäter auf ein be- stimmtes Konto Geldunterstützungen zu überweisen. Da man seine Pappenheimer kennt, wird gleichzeitig vor betrügerischen Sammellisten gewarnt. Wieviel Geld den Aufrufen ent- sprechend eingehen und für welch« Zwecke e» in Wirklichkeit benutzt wird, dürften weder die Spender noch die Oeffentlichteit jemals erfahren. Rad Schwalbach wird geräumt. Am Sonnabend nachmittag haben die ersten Engländer Bad Schwalbach verlassen, und zwar handelt es sich um Mann- schaften, die als Quartiermacher in dem neue« Standort de» Ba- taillons in England für die Familienangehörigen Woh- nung besorgen sollen. Mit diesem Abtransport hat die Räumung der Stadt begonnen. Die Familienangehörigen werden morgen folgen. Das Bataillon selbst verläßt Bad Schwalbach, wie bestimmt feststeht, am 2 4. September. Einig« Engländer bleiben zur Abwicklung der Ränmungsarbeften noch einige Tage hier. Jeden- falls wird die Stadt am 29. September von Besatzung frei sein. Rheinlandkommisfion nach Wiesbaden. patlf, 18. September. wie die Agentur Danas mitteilt, hat die Inkeralllterle Kommission für die besetzten Gebiete heule osslztell den Beschluß gefaßt, ihren Slh von Koblenz nach Wiesbaden zu verlegen. Zu Wiesbaden sollen außer den Dienststelle» der Znterallilerten Kommission nur sehr beschrSukt« Truppen- bestände für den Platzdienst und dergleichen bleiben, vi« Räumung der zweiten Zone wird am 20. September beginnen und Ende Rovemb« beendet sein. „baß gegen Ernst von Solomon, Hartmuth Ptaaß. Erich Timm, Herbert Mittelsdorf, Roßteutscher, Bänder und den ehemaligen Feuerwerker Willi Wilske(das stnd die sieben in Lertiu Iichaf- tierten: R. d. V.) in den in Altona aufgenommenen Protokollen s« l�r schwerwiegend« Verdachtsmoment« oorhan- den sind." Schließlich will die„Deutsche Attentäter-Zeitung" ihren Lesern noch weismachen, daß unter den 36 verhafteten Per- sönlichkeiten die Polizei nur zwei oder drei Täter habe fest- stellen können. Nach eigenen Geständnissen der Verhafteten das Vielfache! Aber nun eine ernste Frag«: Ein Blatt, das in dieser Weife den Attentätern durch systematische Belügung der Oeffentlichkeit Hilfsstellung leistet, kann dieses noch ernfthaft behaupten, politisch nichts mit den Bombenwerfern zu tun zu haben?!_ Oie englisch-russischen Beziehungen. Wiederherstellung nicht vor zwei Monaten. London. 16. September.(Eigenbericht.) Aus dem jetzt veröffentlichten Notenwechsel zwischen London und Moskau geht hervor, daß die englische Regie- rung den 24. September als geeignetes Datum für den Wiederbeginn der im August abgebrochenen Besprechungen zur Wiederaufnahme der englisch-russischen Beziehungen vorgeschlagen hat. Die Sowjetregierung hat diesen Vorschlag angenommen, aber gleichzeitig nochmals betont, daß. ihr Vertreter lediglich über „Fragen der Prozedur" verhandeln werde und die D's- kussion über die sachlichen englisch-russischen Streitpunkte«rit nach der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen cr- folgen könne. In London dürfte man der russischen Forderung keinen beson- deren Widerstand entgegensetzen. Andererseits läßt die Regierung aber nach wie vor keinen Zweifel darüber, daß sie die diplomatischen Beziehungen mit Rußland nicht ohne Zustimmung des Unterhauses wiederherzustellen gedenke. Da das Parlament jedoch erst E n d e O k t o b e r eröffnet wird, dürften nochmals zwei Monate. vergehen, ehe ein russisch« Botschafter>n London seinen Einzug halten wird. Die lm Haag elngesehlen Organlsolionskomilees für die In- kraftsetzung de» Poung-Planes sind gestern in Paris zu- lammengetreten. Rheinlandräumung im Gange. Belgische Truppen heimgekehrt. Muß Hindenburg ins Zuchchaus? AuSlegungstüuste des Hugenberg-Ausschusses. Die Rebellion des Reichslandbundes und der Christlich- Nationalen Bauernpartei gegen den§ 4 des Hugenbergschen Volksbegehrens hat den Reichsausschuß in schwere Verlegen- Helten versetzt. Der 8 4 lautet: „Reichskanzler und Reichsminister sowie Bevollmächtigte des Deutschen Reiches, die entgegen der Vorschrift des§ 3 Verträge mit auswärtigen Mächten zeichnen, unterliegen den im Z 92 Nr. 3 SlGB. vorgesehenen Strafen." Da Verträge mit auswärtigen Mächten vom Reichs- Präsidenten geschlossen werden, bezieht sich die Insinuation des Landesverrats und der Zuchthausdrohung selbstverständ- lich auch auf den Reichspräsidenten! Die politischen Dilet- tauten des Reichsausschusses versuchen nun, diesen Para- graphen abzuschwächen. Sie erklären: „Auf einer Tagung der Christlich-Nationalen Bauern- und Landvolkpartei in Dortmund am Sonntag nachmittag hat Land- rat a. D. Gereke in seiner Stellungnahme zum Volksbegehren aus- geführt, gegen den Z 4 des Gesetzentwurfes beständen besondere Bedenken, weil noch Ansicht des Redner» auf Grund dieses Para- graphen auch unser gegenwärtiger, allverehrter Reichspräsident von chindenburg al»„Bevollmäch- lioter" des Deutschen Reiches dem Landesverratsparagrophen unter- stellt werden könnte. Der Reichsousfchuh erklärt hierzu: Aus dem Wortlaut geht klar hervor, daß die Bestimmungen des Z 4 niemals auf den Reichspräsidenten angewendet werden können." Das ist sehr bequem! Aber da ist Herr Goebbels, der über„unseren gegenwärtigen allverehrten Reichspräsi- denten" schreibt: „Wir sind erbarmungslos und werden in unserem Kampf gegen die Versklavung des deutschen Volkes auch vor der Autorität des G e n e r a l f« l d m a r s cha l ls nicht halt machen, wenn er sich al, Präsident dieser Republik zum Po- panz der schwarzrotgoldenen Verräterrepublik degradieren läßt. Es geht nicht um Hindenburg. es geht um Deutschlands Zu- kunft und um das Schicksal von drei Generationen. Die werden htm Retter wenig Dank wissen für Kundgebungen, die heute noch den Beifall des Pöbels, aber morgen den Fluch und die Ver- achtung einer erwachenden Nation finden werden." Da hat der Reichsausschuß nun«ine Erklärung ab» gegeben, die den Reichslandbund beschwichtigen soll— nun wird er morgen wieder anders herum erklären müssen, um Herrn Goebbels nicht zu verprellen, um so mehr, als die Nationalsozialisten den Ton angeben. Nach der einen Seite flüstert er: Durch die Zeilen des 8 4 natürlich muß auch Hindenburg daran glauben, nach der anderen deklamiert er: Unser gegenwärtiger allverehrter Herr Reichspräsident muß natürlich nicht ins Zuchthaus. Das mutet dann dem Volke zu, das Volksbegehren ernst zu nehmen I_ Hugenberg ersehnt die Oawes-Krise. Schuld der Oeutschnattonalen an der Not der Landwirtschaft. Herr Hugenberg veröffentlicht in der deutschnationalen Parteikorrespondenz einen Aufsatz über Landwirtschast und Tjoung- Plan. Darin findet er die Prägung: Die Durchführung des Dawes-Planes ist es gewesen~ da« weiß nachgerade der kleinste Kuhbauer und Tagelöhner im Lande—, die Schritt für Schritt alles, was von der Landwirtschaft lebt und mit ihr zusammenhängt, in das gegenwärtig« Elend hin- eingetrieben hat. Der kleinste Kuhbauer weiß aber auch, oder sollte es wissen, daß der Dawes-Plan nie in Kraft getreten wäre, wenn nicht die Deutschnationalen geholfen hätten, seine Annahme im Reichs- tag herbeizuführen. Also hoben die Deutschnationalen„die Landwirt- schaft in das gegenwärtige Elend hineingetrieben". Herr Hugenberg hat nichts dagegen getan, denn in die Fraktion kam er nickst,„um nicht als Nörgler zu erscheinen" und bei der Abstimmung lag er mit einer Herzattacke im Bett. Er spricht dann weiter von der DaweS-Krise,„die wir herbeisehnen müssen". Das Wort„ersehnen" würden Hugenberg und leine Leute besser vermeiden. Es ist historisch. Hieß es denn nicht auch bei Ausbruch des Weltkriegs in der„Täglichen Rundschau": Diese Stunde haben wir ersehnt, nun ist sie da, die heilige Stunde! Diesmal liegt die Sache freilich günstiger, da man jetzt weder Kriege noch katastrophale außenpolitische Konflikte mit katastrophalen Folgen für die arbeitenden Mafien leichtfertig inszenieren kann, ohne das Volk zu fragen. Hugenberg hat das Volk gefragt— es wird ihm antworten._ llnfug und Verbrechen. Minister Fehr gegen das Volksbegehren. München, 16. September. Der bayerisch« Landwirtschaftsmini st er Fehr legte gelegentlich einer Bauernbundszusammenkunft in Niederbayern seine und des Bauernbundes Stellung zu dem Doung-Plan und zu dem Volksbegehren dar und bezeichnet« das«in- geleitete Volksbegehren als einen Unfug und«in Der- brechen. Eine so bedeutsame Frage könne niemal» auf dem Wege des Volksentscheids geregelt werden, da ein solche» Unternehmen zu schwersten Schädigungen für das deutsch« Volk ausschlagen müsse. Vor einer solchen Katastrophenpolitit müfie ernstlich ge- wa rn t werden, und es sei nur zu bedauern, daß die Intellektu- «llen ihre warnende Stimm« nicht auch erheben. Der bayerische Bauer nbund lehn« eine Mitwirkung an dem Volksbegehren mit aller Eni- schiedenheit ab und werde sich nie und nimmer an einer solchen Katastrophenpolitik beteiligen. Di« Ausführungen des Ministers wurden mit lebhaftestem Beifall entgegengenommen. Georg Kaiser:„Kolportage". Neueinstudierung in der Komödie. Diese Satire auf Adelsstolz und Adelsdünket Hot sich über- raschend schnell überlebt. Di« bewußt und bis ins Kleinst« durch- geführte parodistifche Inszemerung, die erlesen« Darstellerschaft und die lustig- Untermalung mit Jazzmusik ändern nichts an dem Effekt: es bleibt ein kalter Theaterabend, dem die Zuschauer ohne innere Anteilnahm« folgen. Neichsrat und Arbeitslose. Eine Kampfabstimmung. Auf der Tagesordnung der öffentlichen Bollsitzung des Reichs- rats vom Montag nachmittag, die vom Staatssekretär Zweigert ge- leitet wurde, stand die Vorlage über die Reform der Arbeits- losenoersicherung. Der Berichterstatter der Ausschüsse, würitembergischer Bevoll- mächtigter Dr. W i d m a n n, führte folgendes aus: Es ist bekannt, daß die Entwicklung die Einbringung dieser Vorlage zu einer zwin- genden Notwendigkeit gemacht hat. Di« Ausschüsse haben eine gan.ze An, zahl von Aenderungen und Ergänzungen vorgenommen. Zu- nächst möchte ich hervorheben, daß die Ausschüsse die von der Vor- läge beabsichtigte Abwälzung des größten Teils der Kosten der Spruchkammern auf die Länder abgelehnt haben. Zugestimmt haben sie im wesentlichen den zur Bekämpfung von Mißbräuchen und Mißständen vorgeschlagenen Bestimmungen. Di« Ausschüsse haben dagegen eine Verlängerung der Karenzzeit in schweren Fällen, wenn die angebotene Arbeit verweigert wird, auf acht Wochen für nötig gehalten. Und in ganz hart- nöckigen Fällen eine Verlängerung auf 13 Wochen. Bei der Prü- fung der Vorschriften, durch welch« die finanzielle Sanierung her- beigeführt werden soll, sind die Ausschüsse von den gleichen all- gemeinen rechnerischen Voraussetzungen ausgegangen, die sowohl den Vorschlägen der Sachverständigenkommission als dem Re- gierungsentwurf zugrundeliegen. Insbesondere waren die Aus- schösse damit einverstanden, die Durchschnittszahl der Ar- beitslosen auf 1,1 Million anzunehmen. Die Mehrheit der Ausschüsse war weiter der Meinung, daß eine Beitrags- erhöhung nur erörtert werden könnte, wenn sich die Umnög- lichteit ergeben sollte, den Fehlbetrag auf andere Weise zu decken. Von diesen Voraussetzungen ausgehend, hoben die Ausfchüfie den Bestimmungen über die Staffelung der Wartezeit nach der Zahl der Familienangehörigen, über die An- rechnung von Wartegeldern und Renten und der Berechnung des Grundlohnes bei der Krankenversicherung grundsätzlich zugestimmt. Bei der Anrechmmg von Wartegeldern haben die Ausschüsse die ehemaligen Angehörigen des Heeres und der Polizei grundsätzlich gleichgestellt. Mit Mehrheit haben die Ausschüfie beschlofien, die Unter- st ü tz u n g nicht nur für Saisonarbeiter, sondern all- gemein für die Lohnklassen VII bis XI nach der Dauer der vorangegangenen versicherungspflichtigen Beschäftigung abzufinden, und zwar soll die volle Unterstützung nur ge-. währt werden, wenn die Empfänger die letzten zwei Jahre vor der Anmeldung zur Arbeitslosenversicherung mindestens 52 Wochen ohne Unterstützung in Beschäftigung gestanden haben. Sonst sollen sie nur eine» Teil der Unterstützung erhalten. In Anlehnung an einen Dorschlag der Sachverständigenkom- Mission haben die Ausschüfie eine Sonderbehandlung der Sai- sonarbeiter in der Weise beschlossen, daß die Wartezeit länger bemessen wird. Sie soll hier regelmäßig vier Wochen, bei Arbeits- losen mit ein bis zwei Angehörigen zwei Wochen und bei noch mehr Angehörigen eine Woche betragen. Hinzugefügt wurde eine Bestimmung, wonach in Notzeiten, das heißt wenn die Reichsanstalt vom Reiche Darlehen über ein gewisses beschränktes Maß hinaus in Anspruch nehmen mühte, die Renten der Lohnklasse VII bis XI herabgesetzt werden müssen. Für die Mehrheit war besonders der Gesichtspunkt maßgebend, daß nach Lage der Dinge das vom sozialpolitischen Standpunkt aus Vertretbare, nämlich der Bersicherungsgedanke, mehr als bisher in den Vordergrund gestellt weden müßte. Heut« kommt es vor, daß ein Versicherter in 26 Wochen soviel an Unter- stützung erhält, wie er an Beiträgen in neun Jahren eingezahlt haben würde: Roch versicherungs- technischen Grundsätzen- ist dos nicht gerechtfertigt, so daß. mit Ruck-. ficht auf die.gesamte Situation.der Reichsanstalt eine Änderung geboten erscheint. Den besokideren Verhältnissen der Saison- orbeiter wird allerdings nach Anficht der Mehrheit der Aus- schüss« mit dieser Regelung noch nicht genügend Rechnung getragen. Der Saisonarbeiter kann auch danach alljährlich an Unterstützungen ein Mehrfaches von dem herausholen. was er an Beiträgen eingezahlt hat. Darum war eine Verlängerung der Wartezeit für Saisonarbeiter geboten. Die Senkung der Leistungen in Notzeiten mußte erfolgen, damit die Ver- sicherung vor Erschütterungen bewahrt bleibt. Eine besondere Rolle splell ein Antrag, der im Aalle seiner Annahme auch die Znskimmung der Reichsregierung gefunden Halle. Danach sollten die Bestimmungen der Vorlag« über die Bezüge der Saisonarbeiter und über die Beitragserhöhung gestrichen werden und statt dessen eine besondere Vorlage in Form eines bis zum 31. März 1931 befristeten Gesetzes geschaffen werden. Danach sollten während einer berussüblichen Arbeitslosigkeit die Arbeiter der Lohnklassen VII bis XI nur die Sätze der Krijenunterftützung erhalten. Dieselben Unterstützungssätz-: sollten ganz allgemein die Arbeitslosen der Lohnklassen VII bis XI erholten, die das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und keine zujchlogs berechtigten Angehörigen haben, wenn si« in den letzten zwei Jahren vor der Meldung mindestens 52 Wochen in ver- ficherungspflichtiger Vefchäftigung gestanden haben. Die Bei- träge sollten allgemein um Vi Prozent erhöht werden, darüber hinaus aber für die Saisonarbeiter um ein wei- teres volles Prozent, mit der Maßgabe, daß Ausnahmen bei besonders schlechter wirtschaftlicher Lage zugelassen werden können. Als finanzielle Auswirkung wurde angenommen, daß die Senkung der Sätze bei den Saifon-Arbeitslofen eine Einsparung von 21 Millionen, die allgemeine Senkung bei den noch nicht 45 Jahre alten Arbeitslosen 6 Millionen und die onderweite Rege- lung der Wortezeit für Saisonarbeiter 11 Millionen und schließlich die Beitragserhöhung 14t) Millionen und die Sondererhöhung von 1 Prozeich wobei besonders an das Baugewerbe gedacht wurde, 24 Millionen mehr erbringen würde. Auf dieser Grundlage würde eine Deckung möglich sein, wenn man den verbleibenden ungedeckten Restbetrog der Reichsanstalt von etwa 6 Millionen als gedeckt an- sehen würde durch die Vorschristen, die der Bekämpfimg von Miß- brauchen und Mißständen dienen sollen. Die Mehrheit hat sich aber nicht entschiießen können, diesem Antrag zuzustimmen. Staatssekretär Zweigert erklärt namens der Reichsregierung .zu dem Kompromißantrag: Die Reichsregierung würde es im Interesse einer Verständigung über die gesetzlich« Regelung be- grüßen, wenn ein Beschluß des Reichsrats aus der Basis des Kom- promißantraqss zustandekäme. Sie würde ihrerseits, wenn ein solcher Beschluß gefaßt würde, von einer Doppeloorlag« absehen. Für die preußische Regierung erklärt Staatssekretär Dr. Weiß- mann: Wir sind alle darin einig, daß der Kompromißvorschlag nicht alle Wünsche erfüllt, die die Reichsregierung, die Länderregierungsn und die Parteien hegen. Man kann eben nicht hundert Prozent seiner Wünsche erfüllen. Auch wir in Preußen sehen in diesem Kompromißvorschlag lediglich einen Notbehelf, dessen Annahme wir aus denselben Gründen begrüßen würden, die die Reichsregierung vorgetragen hat. Es handelt sich ja nur um eine provisorische Lösung, die für im Jahre gelten soll. In dieser Zeit wird sich vielleicht herau«stellen, daß die ganz« von un» aufgestellte Berechnung auf falschen Boraussetzungen deruht. Deswegen durch Ablehnung de» Kompromifie» und der Regierung»- vorlag««in Vakuum eintreten zu lassen und eine Krtß» der Reich». - 1 regierung hervorzurufen, würde die preußische Regierung bei d- augenblicklichen Zustand, in dem wir uns in Deutschland befinden. für überaus unglücklich halten. Für die preußischen Provinzen— Rhemprooinz. Westfalen, Hannover, Oberschlesien, Schleswig-Holstein und die Stadt Berlin wird hierauf die Erklärung abgegeben, daß diese Provinzen zwar die stärksten Bedenken gegen den materiellen Inhalt des Kompromihantrages haben, aber diesem Antrag doch zustimmen werden angesichts der großen politischen Schwierigkeiten, die sich aus einer Ablehnung ergeben würden. Die badische Regierung erklärt, daß sie dem Kompromiß zustimmen werde, um das Zustandekommen des Rcformwerkes nicht zu gefährden. Hamburg erklärt, es könne die Verantwortung für den im Kompromiß enthaltenen, sozialpolitisch kaum tragbaren Abbau der Arbeitslosenversicherung nicht übernehmen, sei aber gegenwärtig nicht in der Lage, Gegenvorschläge zu machen. Hamburg werde sich daher der Stimme enthalten. Kampfabstimmung über das Kompromiß. Bei der nun folgenden Abstimmung über den Kompromiß- Vorschlag der Rcichsregierung und der preußischen Regierung stim- men gegen den Vorschlag Bayern, Sachsen, Württemberg, Thüringen. Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Braunschweig und die preußische» Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern und Niederschlesien. Hamburg und die preußische Grenzmark Posen-Westpreuhen enr- halten sich der Stimme. Die übrigen Reichsratsvertreter stimmen dafür. Der Kompromißvorschlag ist danach mit 32 gegen 31 Stimmen angenommen. Die Bollsitzung des Reichsrats wird hierauf um eine hal>« Stund« unterbrochen, damit die Ausschüsse für die nach der Pause vorgesehene zweite Beratung den soeben gefaßten Beschluß in ihrer Vorlage berücksichtigen können. Nach Wiedereröffnung der Sitzung berichtete Ministerialdirektor Dr. Widmann, daß die Ausschüsse in ihrer Vorlage diejenigen Bestimmungen gestrichen hätten, die durch die in erster Beratung angenommene Kompromißsondervorlage geregelt sind. Nur in einem Punkte wolle der Ausschuß neben der Sondervorlage an seinem Beschluß f e st h a l t e n, daß nämlich durch einen ß 163i die Regierung veranlaßt wird, die Leistungen weiter herabzusetzen, wenn in Notzeiten die Reichsversicherungsanstalt Darlehen der Reichsregierung in Anspruch nehmen muß. Ministerialdirektor Weigert vom Reichsarbeitsministerium beantragte, auch in diesem Punkte die Regierungsvorlage wieder herzustellen. Der hier beantragte Leistungsabbau in Notzeiten würde ein Moment der Unsicherheit in die Arbeitslosenversicherung hineintragen, das mit dem Wesen der Sozialversicherung nicht vereinbar sei. Die Leistungen könnten dann in einem Maße verkürzt werden, das den Wert der Versicherung sehr herabsetzen würde. In der Abstimmung wurde dem Antrag der Reichsregierung ent- sprechend die Wiederherstellung der Regierungsvorlage mit 35 gegen 31 Stimmen beschlossen, die Leistungsherabsetzung in Notzeiten also abgelehnt. Anträge des Arbeitsministerums abgelehnt. Ministerialdirektor Weigert beantragte dann noch in oer- schiedenen anderen Punkten die Wiederherstellung der Regierungsvorlage, fo die Meldepflicht der Arbeil. geber füt besetzte Stellen, die von den Reichsratsaueschüfien ob- gelehnt worden ist. Cr wandte sich auch gegen die von den Aus- fchüffen beschlossene Verlängerung der Sperr Pflicht über acht Wochen hinaus für solche Arbeiter, die angebotene Stellen abgelehnt haben. Diese Anträge des Arbeitsministeriums wurden abgelehnt und die Beschlüsse der Reichsratsausschüfie b e st ä t i g t. In der Gesamtabstimmung der zweite« Lesung wurde nach Annahme der Kropromißsondervorlage die Hauptvorlage mit 42 gegen 21 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Bayern, Württemberg, Mecklenburg-Schwerin, Braunschweig und die preußischen Provinzen Ostpreußen, Branden- bürg, Pommern und Niederschlesien. Der Stimme enthielten sich Hamburg und Grenzmark Posen-Westpreußen. Alle übrigen Reichs- ratsvertreter stimmten für die Vorlage. Oer Siand der Neichsfinanzen. Gesamidefizit auf 200 Millionen zurückgegangen. Im August haben der ordentliche und auch der außerordentliche Haushalt des Reiches mit einem Ueberschuß abgeschlossen. Die Einnahmen im ordentlichen Haushall werden für August mit 1296,9 Mill. M. angegeben, die Ausgaben mit 957,9 Mill. M. Der Ueberschuß seit Beginn des Rechnungsjahres erhöht sich damit auf 313,3 Mill. M. Im außerordentlichen Haushalt liegt ein Ueberschuß von 4lM)>M M. vor, wodurch der Ueberschuß seit Beginn des Rechnungsjahres aus 41,7 Mill. M. an- wächst. Für den ordentlichen Haushalt ergibt sich bei Berücksichtigung des Fehlbetrages in Höhe von 154,4 Mill. M. aus dem Vorjahr« ein Gesamtüberschuß von 158,9 Mill. M., für den außerordentlichen Haushalt bei Berücksichtigung des Fehlbetrages von 994,5 Mill. M. aus dem Vorjahr ein Defizit von 862,8 Mill. M. Mithin macht dos Gejamtdefizit 703.9 Mill. M. aus. Di« R e i ch s f ch u l d hat sich in der Zeit vom 31. März bi» zum 39. Juni von 7947,9 Mill. M. auf 8186,5 Mill. M. erhöht. Reu hinzugekommen ist die 7prozentige Anleihe des Reiches von 1929 in Höhe von rund 199 Mill. M. Das Zeichnungsergebnis auf diese Anleihe macht 183 Mill. M. aus. Bis zum 39. Juni 1929 waren davon etwa 199 Mill. M. abgerechnet. Weiter erhöhlen sich die Kriegsschäden-Schuldbuchsordeningen um rund 190 Mill. M. auf 757,5 Mill. Mk. Insgesamt ist hier mit einer Schuld von 1,1 Mil- liarden Mark zu rechnen. Die s ch w e b« n d 4 S ch u l d verringerte sich von 1211,4 Mill. M. aus 1131.2 Mill. M. An der Verringerung sind beteiligt die unverzinslichen Schatzanweisungen und der Um- lauf an Reichswechseln. Reue Rlafien Verhaftungen in Moskau? In Moskau soll die GPU. im Zusammenhang mit der Entdeckung der Geheim- organisation„W i e d e r g e b u r t" 39 Personen verhaftet haben. Sie sind beschuldigt, P r o p a g a n da in der Noten Armee und Roten Marine getrieben zu haben. Bei den Verhasteten sollen Waffen und Sprengstoffe gefunden worden sein. Die Zahl der Verhaftungen in Leningrad und Moskau beläust sich auf 199. Reuc� politische Morde In Sofia. Am Sonntag wurde in der inneren Stadt ein s ü d s l a w i s ch er Staatsburger Spasitsch auf offener Straße ermordet. Spasitsch, ein Photograph aus Zan- brod, erhielt 30 Messerstiche und wurde von 3 Revolverkugeln ge- troffen. Die Täter sind bisher unbekannt. Außerdem wurde der Sofioter Rechtsanwalt Nikolow von unbekannten Tätern erschossen, Äesfauflagren ORoJepnes Aniiquapial OTeuausgaten »'i''j' i' i'i1 9 1 m,.. '>> 4.'- —'— � ü'-äV"■'> Gute Bücher derWeltliteratur Das lustlga Salzer-Buch. Lekttt«»d Vortrag»stflcke. Gwammelt und heransgeifbeu Ton Maroni Salzar. Band 2, 8. i]« ca. 250 Selten. 4 90 Halbleinenband. Jeder Band trüber 0,00, jetzt I E. T. A. Hoff mönn, Sein Werk. Ans seinem Leben (tiirgfitellt Ton Elch. r. Schaukai 806 Seiten OC mitS Bildern. Halbleinenband. Früh. 6,50, Jetzt JrJPf. Dsmbrandt Von Hormann Eoswoln. dS Bilder tafeln, 6 Abbildungen und BS Texteoiten. 1923. 465 Halbleinenband. Früher 6,00.............. jetat• Zwischen zwei Kontinenten. Reiseeehiiderung au, dem heutigen Mitfelamerika. Von Prinz Wilhelm Ton Sehwcden. 1925. 296 Seiten, Boich llluatrlert. OES Eleganter Halbleinenband. Früher 12,00, jetzt db Die Brüsler Karamasow. Roman. VonF.U.Dooto- jewskl. VolUlSndlg« Anagaba. 2 HalblelnenbAnde 49C mit zusammen lufti Selten...................... nur I Utagawa Toyokunl und seine Zeit Von Friede. ßncco. Z, gek. Auflage. 1924 U7 Texteelten, 155 Addil düngen und 6 Farbentafeln- Halbleinenband, A5C Grossquartforraat Früher 29fOO........... jetzt«r 3ak. WdS86rniüfl(l. Deutsche Charaktere nnd Begebenhelten. Gesammelt nnd herausgegeben tod J. W. 1924 2 LeinenbÄnde mit zusanunen 530 Seiten. A 50 Früher 10, OO................................ Jetxt � �itini.iniii.-ttiiüiiuniiiiittiuiniuniiimmmnifitmnmmmiiiiut.tiinnMmiiMitinntii j Gute Romane | gebunden(200 bis 300 Seltenl, [ früh. 1,50-3,00, jeder Band Jatzt 5 Bände zusammen 3,00 1 In gadlaganan Ganzlalnenbfinden Blarbaum, Prinz Kuckuck. Bloem, Mörderin. Oostolewakl, Der Idiot— Erniedrigte und Beleidigte — Schuld und Sühne. Dumas, Joeeph Baleamu*— Dao Hzlsband der Königin* — Ange Pitou— Die Gräfin von Charny*— Maria Antoinette— Die drei linsketiero*— 20 Jahrn nachher*— 10 Jahre später oder Der Grat Ton Brage- lonncs*— Der Graf von Monte Christo*— Die Totenhand— Der Herr der Welt— Die Millionenbraut •Bearbeitet Eyth, Mönch und Landsknecht Aus dem Wanderleben eines Ingenieurs. Farröro, Dar letzte Gott Fraytag, Soll und Haben— Die roriorene Handechrift Qalsworthy, Jenseits. Ganghofar, Die Uanintklause— Schloss Hubertus— Waldrausch— Der Ochsenkrieg. Hamsun, Das letzte Kapitel Keiler, Der grüne Heinrich. Klein, Wenn Frauen kämpfen. Lewis, Die Hauptstrasse. Ludwig, Wilhelm II. V. Auflage. Mann, Heinr., Im SchlaraBenland— Dar Untertan. Mereschkowskl, Leonardo da Vinci Richter, Ludwig, Lebenserinnerungen. Shaw, Die töricht« Heirat— Cashel Byrons Beruf— Künstlerliebe. Wallace, Edg., Loubs, der Spieler— Die Tier Gerechten— Die Melodie des Todes— Der verteufelte Herr Engel— Die Diamanteu-I Incht = Faust— Hamlet— Christus. Von Herrn. TOrok. =(Eine der bedeutendsten Leistungen der Hamlet- Q Cy == Literatur.) tot Seit-, Halbleinenbd. brb.d, 00, jetzt ZF 3Pt. U Qoslhe als Studsni. Bilder und Erläuterungen zu S Olch'urv; nud Wahrheit". L Leipziger Studentenjahre. = Von Prof Vogel IL Dar Strassburger Student. Von i Dr. Tran m anm 1923. 368 Seiten, mit IM Abbil- 3 50 S Jungen- Gebunden. 2 Bände. Früher 14,00, Jetzt-* M SUdsea. Ein Reisebncb T. Korbert Jaqnes. 490 M 1 6« Seil, mit 54 Lichtbild. Le!nenbd.Früh.4,0G, etzt I I Qoethss Schweizer Belsen. Von Wilhelm 400 = Bode. 283 Seit. Illustr.Leinenband. Früh. 5, OO, jetzt I Hanna Brandenfels. 1 Das Rosenhäuschrn.- Durchgebrann l- Das Knr.kncksel- Der| Stallbaron.- TanteJett«.- Die Fee von Babendori.� mMW EinMeteor.- Revanebo.- Ense Viktoria.- Schein. Z Der Boman einer Berlinerin, wie Hilde stmom U niit Gott und dem Teufel kämpft« Von A C = Artur Landsberger. 642 Seit. Krh.3,00,] t tzt"tJPf. 1 Lessing. Von Georg Witkowskl. W Selten, g mit 81 Abbildungen. Kartoniert Früh.1,50, jetzt WwPt E Bilder aus Aegypten. Von Outhmann-SIeTogt = 1 92'). GrossquartiormalLelnpnb»nd. 134 Seit., mit SSZeich- = nun gen Im Text und 11 mehrfarbigen Tafeln nach C50 = ignarellen von Mix Slevogt Früher 20,00, jetzt J 1 Wilhelm Busch. Von Carl w. Kenmann. iCA p kl Seil, mit 88 Abbild. KartonierlFrüh.1, 50, jetzt VWPI. = 2. M. Arndt Von Dr. B, Geerds. 68 Seiten, ÄA mit 43 Abbildungen. Kartoniert Früh. 1,50, jetzt wWPt fiiuiiiiiiimuiiiuiumiiiiiinu)iiui!titTiimir(miinninnttn!innnuiiui»immiii »35 rjtuiläctcui.— ik>ova.UQUU.— jaassv r in iaji IC.—». t uexu- Joder Band, Ganzleinen, ca. 400 Seiten, fetzt nur I BUhrer, Kilian. Z Capok, Das Absolntum. i Dose, Rnngholts Ende. ; Dose, Der Paternoster- = machet von Lübeck. r Graeser, Kandidat des . Lebens. 1 Grube, Am Hofe der H Kunst 5 Harbou, Adrian Dooat s Heine, GOrtelkärapfer. Z Herzog, Ausgewählte i Kovellen. Kreutzer, Dia Flamme der Welt Menzi, Bajazzo. Passau, Betrogene Toren. R as m useeiitDa( gnsee Obaoa Ring, Der Kreis Soyka, Käufer der Ehre. Stendhal, Llebesabsn- tener. Vely, Morgen ist sieh ein Tag üiiiiiimitiniimniiciiumimitiiamuiimiiiimiiiiimraiuiimiimmiBuiiiiumnnna Ikfl■msKee.Irsaasa I Eine Biographie von Angnst /SiSPOSSOs: Bs Fonrnier. 3 Bände mit Z Bildbeigaben In einem staiken Leinenband. Zu- 4 KQ sammen I'50 Seiten. 4. Auflage mit Vorwort von JjL Professor Btbl. Früher 15,00.............. jetzt Der Aufgang des Abendlandes Von John Mzcready.(Aus einer Kritik: Spengler gf gS verblüfft, Macready überzeugt) 867 Selten starker| Leinenhand. Antiquarisch. Früher 3,20..... Jetzt| l5ante-NovellenHwrsg:iesbkiV0nAlb- Mit 70 Zeiohnnngen von Woifg. Born. 1924 1348eit«iL Leinenbxnd. Früher 8,00..................... 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September, Jk/F f\ F> f\J Die Vorlfihrangen beginnen vm. ti, nm.S'h Uhr veranstalien wir in unseren Häusern Leipziger Str., IWM mJt M~d Karten sind, soweit Vorrat, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Belle-Alliance- U J f\ W7WST"KJT WS* W T]%,T W7 JSkT andenKassenderDamen-Konfektionsabteüungen Strasse, Wilmersdorfer Strasse, Kottbuser Dämmt W M M Jfm U iw äLelw kostenlos erhältlich rffieffi HERMAHN UETZ Leiiiziger Slrasse. Aleiaademlaiz, Frasldnrier Allee, Belie-AUiance-Strasse, Bnumenstr., Kolömser OanuD, WUraersdorier Strasse Versandabteilung: Berlin SW19, Leipziger Str. Versand nnr nach Voraoabezablnng oder per Nachnahme.— Schriftliche Bestellnngen werden prompt erledigt— Bei Aufträgen nach answärts Tergüten wir für je 20 M. 80 Pf., die nur für Porto bzw. Verpackung in Anrechnung gebracht werden. PostscPieckkorvtoi Berlin NW, Nr, 2382 Alle» Freunden unb Stionmm hiermit die lieierichlliiemde Nachricht, buk) mein lieber, guier Mann, unser herzensguter Dater, Drüber, Schwager, Onfel und Schwiegeibaler. der Rranfentassenangeftellte Otto Storck b»> Ausübung feines Ehrenamtes als Demeindeidiöste ganz plühlich im Aller nan erft 50 Jahren durch einen Herzschlag aus unser« Mit» ge- listen wurde. Brieselang, am OSaid 10. Im Nomen der Himctdilebenen Frau Anna Storch und Kinder, S. Brandt, als Schwiegersohn. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 17. Sepiember, nachmittags fh Uhr, im Ärcmatortnm Scrichl- firahe statt. Don Rranzspenden dUte adxlien zu wollen. Am 14. Sepiember, vorni.>/,I0 Uhr. verschieb nach kurzem, schwerem Leiden mein inniggeiiedier Mann, unser herzensgut« Sodn und Bind« Max Schmidt im 26. Lebensjahre Dieses zeigen mit h« Bitte um ftille Tetinahin« im Namen der Hinter- biiebenen an Hertha Sebmldl, geb Schickgramm Familie W. Sebmldl Familie W. Seblckgramm. Neukölln, 18. Sept. ISLS.Richarbttr 2. Die Beerdigung findet am Don» nersiag. dem 19 Sept.. nachm.>/�Uhr, auf dem Friedhot Baumschnienweg. Rielhoiistratze, statt Dtuitsdigr Keialiariietter yerbaDd Vcrsiltunpssteile Berlin Todesamelge De» Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Weekzeugmach« Fritz Lehmaiin gsb Sl. August 1808. am U chep- trab« geftorbeu ist Khr» seinem Aubenkeni Die Beerdigung findet am Dlens- tag, dem 17. September, 15»,', Uhr, von d« Leichenhalle de« Zohannes- Kirchhojes in Plötzenfe, au» statt Rege Beteiligung ermaitrt _ vis Orfsncrmaltnng. Am Sonnabend, dem 14. da. Mts, verztarb plötzlich infolge Herzschlages unser Zahlateilen- kassierer Herr Otto Storch Wir verlleren In dem Verstorbenen eigen seit langen Jahren in unserem Dienst befindlichen Angestellten, welcher immer seine Pilichten mit Aufopferung und Treue erfüllt hat Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Charlottenbarg, den 16. September 1929. Der Vorstand and die Vcrwaltnng der Allgemeinen Or ix kranken If Site Charlottenbarg. In der Nacht von Freitag zu Sonnabend, dem 14. Sept., verschied plötzlich an Herzschlag unser lieber Kollege, der Krankenkassenangestellte Otto Storch Wir haben den Dahingeschiedenen als einen lieben und stets hilfsbereiten Kollegen schätzen gelernt der auch als langjähriges Betriehsrats- miiglied In jeder Beziehung unsere Interessen vertreten hat Wirwerden sei»Andenken stets In Ehren halten. Die Kollegin» e» und Kollegen der Allgemein. Ortskrankrakane Charlotfenbnrg. L A.I Der Befziebsraf. Die Trauerfeter findet am Dienstag, dem 17. September, nachmittags 41, Uhr. im Krematorium Berlin, Gerlchistralle, statt VAUEty sJSfQ— Gesundheitepfcife Schont Herz und Lunqe llnbedinldBauchenUIrztiidi emok Vetlrctf Vortangen 9« nur FYFFES Bananen Sie tragen immer diese blaue Marke Bekömmlich Sauber VRamlnrelch Die blaue Marke gewShrt die Garantie fOr Qualität, gestützt auf über 30 jährige Erfahrung Nr. 435» 46. Jahrgang Dienstag, 47. September �929 Die sparsame Kripo. Von Hans Hyan. Wir haben uns daran gewöhnt, in der vergangenen Zeit immer nur Lobsprüche über unsere Kriminalpolizei zu hören und zu lesen. Daß dieses Institut solches Lob in vergangener Zeit reichlich o e r d i e n t hat und auch heut« noch verdient, soll vor allen Dingen festgestellt werden. Wer ebenso ohrlich muß man sagen, daß in den letzten vier oder fünf Jahren Mißerfolge dieser Behörde häufiger geworden sind, und da sie meist sensationelle Affären betreffen, auch die allgemeine Aufmerksamkeit erregt hoben. Womit und wodurch erzielt denn die Kripo ihre Erfolge? Etwa durch ganz besonders begabte und in ihrem Aach stvdlerle Detek- livbeamle? Nein, da» ist leider nicht der Aull. Das ist es ja in der Hauptsache, was uns bis zum heutigen Tage fehlt: der nur für seinen Finder- und Fängerberuf erzogen« S p« z i a l b e a m t e. Dazu die Schul«, die solch« Beamten erzieht. Wir haben in früherer Zeit«ine Reihe derartiger Männer gehabt, die sich in ihrem endlosen Kampf mit der Verbrecherwelt selbständig eine derartige, manchmal ausgezeichnete Eignung erwarben. Ich erinnere nur an den verstorbenen Dettmann und an den noch lebenden Einbruchsspezialisten Bromme. der— au» welchen Gründen?— bei hervorragenden Fällen kaum noch angesetzt wird. Er war der Mann, der man den Tresoreinbruch in der Diskonto- bank am Wittenberaplatz hätte übergeben sollen. Sein« reich« Er- fahrung und ausgezeichnete Bekanntschaft in Lerbrecherkreisen hätten vielleicht den Erfolg gebracht. Die hier gestreifte Frag« der B i g i l a n z ist einer der wesentlichsten Punkt« aus dem ganzen Kriminalproblem. Die Klage des Unterbeamten, das heißt A-ssistenten, geht hauptsächlich dahin, daß sie bei Sachen, bei denen Ruhm und auch Geld zu holen ist, ausgeschaltet und dafür jung«, unerfahren« Kommissare eingesetzt werden, die meistens Akademiker oder ehemalige Offizier« sind und von dem Verkehr mit der Verbrecherwelt kein« Ahnung haben. Daher, so wird behauptet, ist der früher ausgezeichnet funktionierende Vigilantendienst so gut wie «cht mehr vorhanden. Da» Geld spielt eben hier, wie überall, die Hauptroll«. Daher kann man«» verstehen, wenn die preußische Regierung pmtliche Ministerien anweist, vernünftige Ersparnisse zu machen, was an manchen Stellen gewiß möglich ist. Aber ganz entschieden nicht bei der Kriminalpolizei! Bei ihr ist vor Jahres- frist die Austvondsentschädigung sowieso aus ein Viertel gekürzt worden. Eine an sich sehr anzmeifelbare Maßnahm«! Wer die Ersparnisse, wie sie jetzt in der Kripo angeordnet worden sind, hat weder Herr G r z e s i n s t i befürwortet, noch sind sie auf den augenblicklich beurlaubten Präsidenten Zörgiebel zurück- zuführen. Herr Vizepräsident Dr. Weiß trägt dafür die Ber- anttvortung. Wir wollen einmal feschalten, daß die Kriminal- bcamten recht kümmerlich besoldet werden. So hat beispielsweise ein Kriminalassistent mit Kinder- und Wohnungsgeldern 274 M. Er bekommt außerdem 33 M. Auswandsgeld, womit er die Ausgaben, die ihm im Verkehr mit den Vigrlanten entstehen, bestreiten soll. Die zohrkost.-«u. ebenso wie etwaige Extrabelohnungen sind in diestr Gejamtsumme von 307 M. nicht entHallen. Dafür versieht der Mann«inen Dienst, in dem es, sobald„etwas los ist', weder Tag noch Nacht Ruh«, dafür aber fortwährend« Lebensgefahr gibt'. der ihn bei Wind und Wetter, bei Sonnenbrand und Eiseskälte draußen hält und in dem er Schuhwerk und Kleider mehr als jeder ander« verbraucht, ohne daß man ihm einen Pfennig dafür vergütet. Di« Einnahmen eines Kommissars betragen etwa 450 M.; auch er hat 33 M. Airfwandsentschädigung. Ein Kriminalbezirksobersekretär hat mit Kinder- und Wohnungsgeld nach fünfundzwanzigjähriger Dienstzeit 405 M. und damit Hot er seinen Verdienstgipsel erreicht. An dem Gehalt der Beamten ließ sich also nichts ersparen. Gespart sollte aber werden— so verfiel man auf die Telephone! Es ist wirklich wahr, wie unglaublich e» auch klingen mag, sämtlichen Komisiaren, mit Ausnahm« der bei der Mordkom- Mission Beschäftigten, sind die Telephone gestrichen worden. Sie sind also auf diesem Wege in ihrer Wohnung nicht mehr zu erreichen. Der Ersatz soll darin bestehen, daß jeder Kommissar seinen Hausschlüssel bei einer beamteten Stell« hinterlegt und daß dieser Beamte, wenn der Kommisiar nachts gebraucht wird, los- stiefelt, um ihn zu holen. Wer nicht das Wohnungstelephon nur, nein, auch die Diensttelephone im Präsidium sollen g e st r i ch« n werden und ebenso die Haustelephon«. Einen Kommissar von außerhalb zu erreichen, wird alsdann kaum noch möglich sein. Und daß der Beamte von sich aus nach außerhalb tÄephoniert, ist ebenso untunlich. Durch den Sparukos soll ferner der Benzinverbrauch der Polizeiwagen auf das äußerst« eingeschränkt werden. Nicht viermal, wie bisher, sondern nur zweimal darf die„grüne Minna" ihr« Polizeigesangenen aus den Revieren abholen. Wer noch mehr: durch diese so wichtig« Benzinersparnis werden die Fahrten der ja eigentlich auch überflüssigen Polizeistreifen ebenso wie die von der Schutzpolizei benötigten Autofahrten auf das äußerst« ein- geschränkt. Di« ganzen Ersparniste, die auf diese genial« Weise gemacht werden sollen, betragen sechzigtausend TNark. Das ist gewiß ein Betrag, um den es sich lohnt, die Sicher- h e i t der Hauptstadt, ihres Verkehrs und ihrer Bürger noch mehr als bi�er aufs Spiel zu fetzen. Das Feuer im �Deutschen Dom". Schwierige Löscharbeiten in schwindelnder Höhe. Der Brand im„Deutschen Dom" am Gendarmen- markt, über den wir bereit» im„Wend" berichteten, konnte von der Feuerwehr, die mit einem großen Anfgebol von töschzügen unter Leitung de» Oberbranddirektors Gempp angerückt war, nach einstündizer Tätigkeit auf seinen Herd beschränkt werden. In dem aus der Zeit Friedrichs de« Großen stammenden Bau- werk befinden sich zurzeit die Wohnung des Küsters, die Bureauräume des Vereins für die Geschichte Beolins und des Vereins gegen Ber- armung. Vor etwa IX Jahren wurde der Dom, der mit der Kuppel etwa 70 Meter hoch ist, wegen notwendiger Renovierungsarbeiten mit einem gewaltigen Leitergerüst, da» vom Erdboden bis zur Kuppel reicht, umgeben. Gestern mittag, 10 Minuten nach 1 Uhr, bemerkten Arbeiter plötzlich, daß aus der Klippel dichte Qualm- molken hervorquollen. Löschversuche waren unmöglich, da das Innere der Kuppel bereits völlig verqualmt war. Inzwischen war das Feuer auch von Passanten bemerkt worden und von mehreren Stellen wurde die Feuerwehr zu gleicher Zeit alarmiert. Beim Ein- treffen der ersten Züge war der obere Teil der Kuppel völlig in Qualm gehüllt. Trotz des für Berliner Derhältnisse sehr hoch gelegenen Brandherdes, hatte die Wehr in wenigen Minuten drei Schlauchleitungen über ein Gewirr von Treppen gelegt und durch starkes Wasiergeben konnte dem Feuer schnell Einhalt geboten werden. Die Verqualmung war sehr stark und die oben in schwin- delnder Höhe arbeitenden Feuerwehrleute mußten sämtlich Sauer- stoffapparate anlegen. Da es sehr schwierig war, vom Innern der Kuppel an den Brandherd zu gelangen, mußt« ein Teil der aus Kupferblech bestehenden Bedachung von außen her aufgeschlagen werden. Da sich aber immer wieder neue Brandnester zeig- ten, hiell«in Löschzug während der Nacht am Gendarmenmarkt Brandwache. Hakenkreuzlerschießen aufKommunisten Ein unbeteiligter Passant durch Beinschuß schwer verletzt. Im Südosten Berlins, an der Berbindungsbrücke am Engel- und Mariannenuser, kam es gestern abend gegen 21 Uhr zu einer Schlägerei zwischen Hakentreuzlern und einem größeren Trupp von Mitgkiedern der Kommunistischen Jugend. Die Haken- kieuzler zogen dab«i den kürzeren und ergrissen die Flucht. Mehrer« von ihnen hatten P i st o l e n bei sich und feuerten acht Schüsse auf Ihre Berfolg«r ab. Während sieben der Schüste ihr Ziel verfehlten, wurde«in völlig Unbeteiligter, der Tischlerlehrlinp Walter B ö h n i s ch aus der Pücklersttaße, von der achte» Kugel ins Bein getrosten und schwer verletzt. Der junge Mann mußt« ins Krankenhaus gebracht werden. Als dos Uebeofallkom- mando erschien, hatte ein Teil der Gegner bereits das Weite ge- sucht: auch den übrigen gelang es, zu entkommen. Ooppelselbstmord junger Berliner. Ein Liebesdrama in den bayerischen Alpen. Füsteu(Allgäu), 16 September. In einem hiesigen Hotel wurde ein junges Paar bewußtlos mtt Bergiftungserscheinungen aufgefunden. Im Bezirkskrankenhaus ist in vergangener Nacht der junge Mann gestorben. Die Feststellungen haben ergeben, daß es sich bei dem Paar, da» Beronal zu sich ge- nommen hatte, um einen 22 Jahr« allen Studenten der Medizin Gerhard Schopk« und die 19jährig« Erna Rüdiger, beide aus Berlin, handelt. War Oamih der Mörder? Oer Eberswalder Raubmord noch ungeklärt. Zu dem Raubmord in Eberswald« erfahren wir, daß der unter Verdacht der Täterschaft festgenommene B a h l« wieder em- losten wird, da er für den Mord nicht in Betracht kommt. Di« beiden anderen Festgenommenen, Peter Schnell und B a r tz, der sich selbst stellte, werden der Staatsanwalstchaft eingeliefert werden, da sie wegen Diebstahls bzw. Straßenraubes bereits gesucht wurden. Am schwersten belastet erscheint Damitz. Er kann für die Zeit von Sonntag bis Mittwoch kein Alibi beibringen. Nach seinem Selbstmordversuch fand man einen von ihm geschriebenen Abschiedsbries mit den Worten„Blal verfolgl mich. Blnt schreit nach Rache!" Diesen Worten sucht er jetzt eine harmlose Deutung beizulegen. Festgestellt ist weiter, daß Damitz zur Kundschaft der Frau Ellebrond gehörte und Schulden bei ihr hatte. Nach dem Morde war sein Name aus der Schuldnertasel gelöscht, als ob alles beglichen wäre. Damitz war im Besitz von ungewöhnlichen Geldmitteln, de- zahlte andere Schulden und schastte sich neue Kleidung an. Woher er das Geld dazu gehabt hat, wird nachzuprüfen sein, sobald er, der noch im Krankenhaus liegt, vernehmungsfähig ist. Verdächtig erscheint auch ein blutbesudeltes Taschentuch, das bei der Fest- nähme bei ihm gefunden wurde. Es zeigt Wischspuren, als ob sich jemand die Hände daran gereinigt hätte. Damitz hat die Flecke mit "Nasenbluten zu erklären oersucht. «ri-n Munitionsfund in der Ll-Rohn aufgeklärt. Das Polizeipräsidium teilt mit:„Die Ermittlungen über den Munitionsfunb, der in einem abgestellten Zug ber Unter- grundbahn gemacht wurde, haben ergeben, daß sich die Munition im Besitz eines Jägers befunden haben muß, der einen Teil der Jnfanteriemunition in Jagdmunition umgewandelt hat. Ein Zusammenhang des Fundes mit den Sprengstoffanschlägen hat sich nicht fessttellen lassen. Osjenbar hat sich ber Besitzer aus Furcht vor Strase der Munition h e i in l i ch entledigt. Die Ermittlungen nach der Person des Besitzers werden sortgesetzt." von A.N. Frey. 53) Copyright 1929 by Gustav Kicpenheucr Verlag A.-G., Berlin Dieser Wachtmeister und Kandidat der Rechte, wie er für das Verrvundetentäfelchen angibt, ist guter Dinge. Die Schmerzen müssen im Augenblick nicht groß sein.„Fleisch- wunde, wie, Herr Doktor?" sagt er zuversichtlich.„Nicht ge- fährlich, was? Aber auf meinem Arsch werde ich wohl längereZeit nicht sitzen können?" .Kaum in den nächsten Tagen," geht der Arzt auf den Scherz ein. während er ihn oberflächlich verbindet, nichts reinigt, alles läßt, wie es ist. Anders zu verfahren, wäre sinnlos. „Meine dicke Kiste hat was abgekriegt. Schab' nir. Wenn's nur einigermaßen harmlos ist, wie?" erneuert er die Frage. „Es wird gut gehen, denke ich," nickt ihm der Arzt zu. Er gibt ihm Morphium für alle Fälle, und damit er das Stilliegen in unbequemer Lage bester erträgt. Der Wachtmeister erzählt launig, wie seinem Gaul bei der Sache nichts geschehen ist. Nur der Sattel hat eklig was abgekriegt Dann bittet er um eine Zigarette, beginnt un- sicher zu" rauchen— er trifft neben die Lippe— und wird schweigsam- so, als habe er sich doch zuviel zugemutet. Dr Model wispert in einer Ecke mit Funk.„Wenn ihn die Sanitätskompagnie nur bald holen wollte! Aber wie soll sie uns gleich finden? Zudem wird st« gar nicht fahren, so- lange die Straßen so sehr unter Feuer liegen. Und schließ. lich: wozu auch? Der Mann ist nämlich doch verloren. Er kommt auf keinen Fall mehr rechtzeitig zur Operation. Funk späht aus gedecktem Winkel, unterm Beton hervor. die Straße entlang. Die Schüsse rücken näher. Ein Flieger war da und hat nach dem Rechten gesehen, ein französischer. Jetzt legen die Geschütze ihre Granaten in vorbildlicher Weise erakt— nur daß der Bergrücken, über den sie hmwegmüsten. ihnen eben doch die letzte Leistung versagt. Volltreffer gelingen nicht. Aber die ausgespannten Pferde, in der schmalen Gaste zwischen den Wagen und dem Hang stehend und so am sicher- sten, werden immer unruhiger. Sie sind dort allein gelassen, die Fahrer haben sich längst irgendwo in den Berg ver- krochen. Funk sieht, wie bei jedem Donner einer Explosion, die Staub und Graßbüschel im Guß über die Straße und auf die Pferderücken sät, eine Welle von Entsetzen durch die Tier« hinläuft. Sie spüren genau, daß Gefahr enger ihren Leib umtobt. Und auf einmal sieht Funk etwas Unglaubliches. Ein ausgewachsener Gaul läßt sich auf die Knie nieder und versucht, unter den Wagen zu kriechen, neben dem er gestanden ist. Er macht Wackelbewegungen, als feien sie ihm vom Dresseur beigebracht. Er ist viel zu groß für den kleinen Raum da unten zwischen den Rädern. Er bleibt mit dem ganzen braunglänzenden, angstschweißübertrieften fliegenden Körper draußen, aber den Kopf am langgestreckten Hals schiebt er sehnsüchtig unter die Deichsel. Was ist ein Pferd? Und was bedeutet es gar im Hin- gemordetwerden von Millionen? Sein Benehmen zu dieser Stunde hat etwas Törichtes und sehr Komisches— hat etwas Rührendes und Erschütterndes und verkörpert die stumm- schreiende Qual aller kriegsgefolterten Kreatur von Europa. Funk hat das Bild manches Getöteten, manches Zerrisse- nen. Erstickten, Zerquetschten, manches Halbtoten vergessen — das Bild des Pferdes,- das anfing, auf eigene Faust Zirkuskunststücke zu machen, um sich zu retten, hat er behalten. Als sei der Zweck der Schießerei gewesen, einen Gaul zur Aequilibristik zu bringen, so geht in der Folge die Ar- tillerie verhältnismäßig rasch in Schweigen über. Jetzt könnte die Sonitätskompagnie kommen. Nach ihr zu rufen, hat man längst versucht. Aber es wird Slbend, es wird Nacht, es wird Mitter- nacht, bis sie eintrifft. Es regnet wenigstens, es gießt, das ist bester als ein mondheller Himmel. Der Wachtmeister ist sehr still geworden. Er hat noch zweimal beruhigende Spritzen bekommen, als es aus ihm zu stöhnen anfing. Wie er nun abtransportiert wird, ist er grünlich im Gesicht. Mit schlaffen Pausbacken sagt er gar nichts mehr. Die angerauchte Zigarette liegt nah' bei seinem Mund erloschen auf der Bahre. Feldwebel Bethge und Funk haben die stillen Stunden benützt, um aus dem Pflasterkasten an Material auszupacken, was bei größerem Verwundetenanfall etwa nötig fem wird. Auf ein paar leeren Kisten haben sie die Dinge bereitgelegt, denn man scheint doch fürs erste zu bleiben. Da kommt, zugleich mit den Sanitätskompagnieleuten, der Befehl, sofort abzurücken. Hals über Kopf wird in den Wagen wieder Hineingeschmisten, was man ihm eben ent- nommen hat. Bethge wirbelt den Bart nach oben und schimpft vor sich hin, denn seine geliebte Ordnung läßt sich nicht im geringsten mehr aufrechterhalten. Der Arzt treibt an, alles nur rasch zu verstauen. Obendrein wird die Hälfte naß. Es regnet auf die Pa- kete mit Mull, mit Binden. Es regnet in die Schubfächer. Sie werden quellen und sich später nicht mehr aufziehen lasten. Das kennt man schon. Unter sommerlichen Grüßen, die dich zum Dampfer bringen, so schnell mußt du dick) bewegen, geht es— vorwärts oder rückwärts?— hinter der Führung her durch die schwarze Nacht. 32. Das Jahr bringt dem Regiment ein dauerndes Hin- und Her und nirgends Ruhe, aber wohl auch nicht die Möglich- keit, im militärischen Sinn ein« rechte Leistung zu tun. Prägt sich in solchem Gezappel zunehmend Unsicherheit an höchsten Stellen aus? Wenn Funk die Monate zurück- blickt, sieht er für seinen Teil eine Kette von nutzloser Tätigkeit. Immer ist er daran, irgend etwas zu installieren: einen kümmerlichen Winkel, um die Schreibereien zu erledigen, ein Loch, um es als Verbandplatz herzurichten, bei beschränktestem Raum will er so viel Platz, als der Sanitätsbetrieb dringend braucht, herausschinden, er ist daran, sich zu orientieren, wo die Lazarette, wo die Augenstation, die Zahnstation, der Di- visionsapotheker, der Korpsapotheker, der Sanitätsspeicher sich befinden. Aber kaum scheint man heute ein wenig im klaren zu sein, ist morgen alles wieder anders. Alles wandert wieder, die Rapporte bleiben unfertig, es ist, als häuften sich nicht- erledigte Schulaufgaben, die Kranken laufen halbbehandelt mit, in der Hoffnung, irgendwo weiterbehandelt zu werden, man marschiert durch Regen, marschiert durch Staubwind. setzt ein paar Geschwächte auf Bage-gewagen, mir daß sie nicht liegen bleiben, obwohl die abgetriebenen Pferde möq- lichst entlastet sein sollen. Funk bindet sich selbst eines Nachts auf dem Bock des Sanitätswagens fest, weil Fieber ihn so taumelig und müde macht, daß er in Gefahr ist. von der hol- pernden Kuffche herunterzufallen. (Fortsetzung folgi l Neue Schlagwetterexplosion. Bisher-12 Toie in Saarbrücken geborgen. Saarbrücken, 16. September. infolge der gestrigen Explosion auf Schacht II der Chorles- Grubc waren die Ventilatoren des Schachts zerstört worden, und die Wellerführung versagte. Heule nachmittag hat sich eine neue Explosion ereignet, wie man annimmt, durch schlagende Wetter. Durch diese Explosion, die viel gewaltiger rogr als die gestrige, wurden die elektrische Zentrale und das Kesselhans völlig in Trümmer gelegt. Bisher hat man zwölf Tote geborgen. Die Zahl der Schwer- und Leichlverlehten ist noch nicht bekannt. Es läßt sich auch noch nicht sagen, wieviel Mann sich in dem Berg- werk befanden. Saarbrücken, 16. September. Der Schacht der Eharles-Grube, in dem sich die heutige Explosion ereignete, war nach der gestrigen Explosion, die in demselben Schacht stattgefunden hatte, nicht befahren worden. Es war lediglich eine Gruppe von Handwerkern und Ingenieuren mit den Auebesserungsarbeilen beschäskigt, als die neue Explosion erfolgte, die wahrscheinlich auf schlagende Welter zurückzuführen ist. Der Förderschacht und der Ventilator wurden sortgerisien und eine Anzahl Arbeiter unter den Trümmern begraben. Man hat bisher zehn Tote geborgen und dreißig ver- leht in das Krankenhaus gebracht. Es ist aber anzunehmen, daß die Zahl der verletzten und der Toten sich noch er- höht, da kaum alle Beschäftigten bereits geborgen sein dürsten. Die Bergwerksdirektion kennt die Zahl der Beschäftigten nicht genau, man spricht von 60 bis S0 Personen. Zm Schacht wütet das Feuer weller. von Zeit zu Zeit hört man noch Dekona- lionen und über der Trümmerstätte liegt dichter Qualm. Gasexplosion bei Aew �ork. Drei Personen getöiet, 50 verwundet. Bew Jork, 16. September. In N e w b u r g h m der Nähe von New Jork explodierten die Hauptgasröhren im Geschäftsviertel. Fünf Gebäude wurden schwer beschädigt. Drei Personen wurden getötet, fünfzig verwundet, darunter mehrere sehr schwer. Die Wirkung der Explosion war gewaltig. Zahlreich« Personen wurden weit durch die Luft geschleudert. Oeutschlandfahrt des„Graf Zeppelin". Nach Berlin kommt er nicht. Friedrichshasen, 16. September. Der vom Lustschiffbau ausgegebene vorläufige Reiseweg, der wiederum mit Vorbehalt der Abänderung während der Fahrt fest- gelegt wurde, enthält außer den bereits genannten Orten noch fol- gende Stationen: Zwischen Kreuznach und Euskirchen soll Simmern berührt werden. Von Aachen aus geht die Fahrt im Zickzack zu- nächst nördlich nach dem Grenzort Herzogenrath, dann nach Osten über Eschweiler nach Düren, dann wieder nach Norden über Jülich nach Erkelenz. Der Weg von Kaldenkirchen nach Bocholt führt über Geldern. Die Fahrt führt weiter entlang der holländischen Grenze über Gronau nach Rheine. Beim Rückweg werden von Lübeck aus die mecklenburgischen Städte Wismar und Schwerin überflogen. Der Lustschiffbau Zeppelin teilt mit, daß die Bewohner solcher Orte, die nicht vom Luftschiffbau genannt worden sind, in diese Fahrt nicht einbezogen werden können. „Graf Zeppelin" wird entgegen anderslautenden Meldungen am heutigen Dienstag nicht nach Verlin kommen und hier am Ankermast in Staaken niedergehen. Die gesamte Besatzung wird vielmehr unter Führung Dr. E ck e n e r s voraussichtlich erst in der nächsten Woche mit dem Lustschiff die Reichshauptstadt besuchen und dann für mehrere Tag« hier bleiben. Bei dieser Gelegenheit wird auch der offizielle Empfang der gesamten Besatzung durch den Reichs- Präsidenten v. Hindenburg, die Reichsregierung und die Stadt Berlin stattfinden. Uebrigens soll das Luftschiff gegen 3 Uhr nachmittags über der Elbmündung eintreffen. Etwa bei Feuerschiff Elbe 1 wird es die „New Dort" erwarten, mit der Dr. Ecken er von New Park zu- rückkommt. Emen gegen den andern gehehi. Nachspiel zu der Himmelsbach-Vffäre. Ein Nachspiel zu der Himmelsbach-Afföre, die seinerzeit großes Aufsehen erregte, bildet der Prozeß gegen den mehrfach vorbestraften Kaufmann Martin Breslauer und feinen Mitangeklagten Schneider wegen Betruges. Erpressung und Urkundenfälschung. Beide hatten in dem Beleidigungsverfahren der Firma Gebrüder hlmmels- bach gegen den Herausgeber Fernbach der Zeitschrift„holz- markl" eine sehr dunkle Rolle gtipicll. Di« Firma Himmelsbach, die in der deutschen Holzbranche eine führende Rolle spielte, war bekanntlich von dein Herausgeber des „Holzmarkt" monatelang in schwerster Form ange- griffen worden. Diesen Umstand machte sich Breslauer in der Weise zunutze, daß er von dem Leiter, Dr. Hermann Him-melsbach, unter.dem Borwand, daß er ihm Material gegen Fern- dach oerschaffen könne, einen Geldbetrog erschwindelt«. Außerdem ging Breslauer wieder zu dem Verleger des„ifolzmarkt", Fern- bach, und gab diesem zusammen mit dem Mitangeklagten Schneider eidesstattliche Erklärungen ab, daß der Seniorches der Firma Him- nwlsbach, Konvmerzienrat Himmelsbach, ihn gedungen habe, F e r n- bach zu ermorden. Fernbach glaubte dem jetzigen Ange- klagten und erstattete gegen Kommerzienrat Himmelsbach eine Anzeige wegen„Mordversuches". Die Berliner Kriminalpolizei konnte allerdings schon nach wenigen Tagen feststellen, daß an der ganzen Mordgeschicht« kein wahres Wort war. Inzwischen hatte Kom- merzienrat Himmelsbach erfahren, in welcher Weife er verleumdet worden war und hatte gegen die beiden jetzigen Angeklagten Straf- antrag gestellt. Schneider und Breslauer wurden verhastet und be- schuldigten sich bei den Vernehmungen immer gegenseitig. Schneider gibt heut« an, daß Breslauer ihm von der gangen Mordgeschicht« vorher nichts erzählt, sondern daß er seine, Schneiders Blanko- Unterschrift, auf einem Foliobogen ausgenutzt habe, um die falsche eidesstattliche Erklärung abzugeben. Der Prozeß wird mehrere Tag« dauern. pariser Polizeichef ermordet. Racheakt eines Handelsvertreters. Pari», 16. September. Der Leiter des kriminalistischen Erkennungsdienstes B a y l e ist heute vormittag im Justizpalast auf der zu seinem Bureau führenden Treppe durch drei Revolverschüss« getötet worden. Der Täter wurde auf der Straße von Polizeibeamten, die die Detonationen gehört hatten, nach kurzer Verfolgung fest- genommen. Es handell sich um einen 43jährigsn Handelsvertreter, der die Tat als Racheakt wegen eines von Barste gegen ihn erstatteten Gutachtens verübt haben will. Neue Prozesse gegen die Weißenbergiauer. Gegen den Vorstand der Berliner Weißenberg- Sekte, Franz Kursowski, den Schriftleiter des„Weißen Berg", der bekanntlich erst vor kurzer Zeit wegen öffentlicher Be- leidigung des Superintendenten Kriebel aus Forst zu einer Geld- strafe von 500 M. verurteilt worden ist, schweben eine Reihe weiterer Stbaf- und Prioobbeleidigungs- Prozesse. U. a. ist auch gegen Kursowski ein Verfahren wegen Gotteslästerung auf Gnmd einer Strafanzeige der Frcimaurer-Mutterloge„Zu den drei Weltkugeln" angestrengt worden, weil er Weißenberg, den„göttlichen Meister", als Heiligen Geist bezeichnet hat. Besonders interessant ist, daß diese Gottes- lästerung von dem Geist Otto v. Bismarcks ausgesprochen worden ist, der ständiger Mitarbeiter des„Weißen Berg" ist, und der auch fast in jeder Nummer des Organs die verschiedenen Behörden befehdet, die Weißenbergs Sekte nicht als Religion anerkennen. Krnppelfiirsorge in Prenzlauer Berg. Im Verwaltungsbezirk Prenzlauer Berg wird die Schaffung einer eigenen Krüppelfürsorge stelle beab- sichtigt. Als Fürforgestellc im Sinne des preußischen Gesetzes über die Krüppelfürsorge diente dem Bezirk bisher die in der Ziegel- straße gelegene Unioersitäisklinik für orthopädische Chirurgie. Das Bezirksamt hält die Benutzung dieser Klinik nicht länger für an- gängig, weil die Entfernung vom Bezirk zu groß ist und auch die Räume der Klinik so unzulänglich sind, daß die Besucher oft stundenlang aus Abfertigung warten müssen. Geplant ist, die eigene Krüppelfürsorgestelle sür den Bezirk Prenzlauer Berg in dem von der Stadt Berlin unterhaltenen Institut für Knochen- und Gelenkleidende an der Eberswalder Straße(auf dem früheren Exerzierplatz zur„einsamen Pappel") einzurichten. Das Bezirksamt ersucht jetzt die Bezirksversammlung um Zustimmung und will dann beim Magistrat die Schaffung dieser Krüppelfürsorge beantragen. pockeneplöemie in Holland. Amsterdam, 16. September.(Eigenbericht.) 1 Die Pockenepidemic in Holland hat neuerdings«in« weitere bedenkliche Ausbreitung erfahren. In Delft hat sich die Zahl der schweren Erkrankungefälle inzwischen um weitere 23 vermehrt. Die Gesamtzahl der Pockenerkrankten in Delft wird von dem leitenden Arst des städtischen Gesundheitsamtes bereits o u f 300 geschätzt. In Rotterdam wurden 4 neue schwere Er- trankungen neben zahlreichen leichteren Fällen festgestellt. Aus ver- schiedenen anderen Orten, in denen die Seuche bisher noch nicht auf- trat, werden ebenfalls Erkrankungen an weißen Pocken gemeldet. Die Direktion der niederländischen Bahn hat ihr Personal am Man- tag zur Impfung verpflichtet. Propaganda-Wagenfahrten der Freidenker. Die Bezirksleitung Berlin des Verbandes für Frei» denkertum und Feuerbestattung teilt mit, daß die für Sonntag, den 16. September, angekündigten Propagandafahrten von 12 Möbelwagen mit künstlerischen Karikaturen technischer Schwierigkeiten wegen nicht stattfinden konnten. SozialistischeArbeiterjugendGr.-Verlm Einsendungen für diese �ubrt? nur an darf Iugendse'retariat Berlin SWS8, /Itndenffraße 3 Die Freunde der Jniernationaleu Kleinarbeit oeranswlten am Donaerataa, dem A. September, pünltlich 20 Ubr, im arröe» Saal de» Sewerisiha!t»daLles, einen englischen Liederabend. S» sinnt ei» eanNscher Schülerchor»»» 30 Teilnehmern. Di« Schüler neben ft»m Vortrag: Ennlische Balladen, Bolls- und Seemannsaesaanc. Ei« mache» nn» aber auch oertraut mit den Liedern aadersfarbiner Voller, ebenso mnden wir durch sie enalilche Komponisten lenneu lernen. Eine Eincnart diese» Chore» aber ist e», das) et es durch ftleift und Beqabur.n dahinncbracht hat, sonar i» fünf»erschi ebenen Sprache»-u sinnen. Eintritt frei! Achtnnn! Genossen, die noch vom Sonntan im Besche von Sekretoriatz- salinen und Transparenten sind, werben um umnehende Rückgabe gebeten. henke. Dienstag, IS� Uhr. «Sllnischer Barl: Heim Waisen str. 18. Vortrag:»Sexuelle Tragen I."— Zentrum: Heim Landsberger Str. SO. Vortran:»Unser« Stellungnahme zum Krieg".— Westen I und II: Gemeinsamer Abend.„Berliner Humor".— BrunnenPlah: 244. weltliche Schule. Pank. Ecke Wicsenstraße. Bortrag:„Unsere Stellung zum heutigen Staat".— Schillerparl: 11. Bollsschule Echöuingstrahe. Vortrag:„ssrcibenkcrbewcguna".— Sesuudbruauen Ii Schul« Kotenburgcr Straße. Vortrag:..Sozialistisch« Erziehungsfragcn".— Panlow II: Hciin Giirschstr. 14. Heiterer Abend.— Hermsdorf: Heim Roonstraß«. Borlraa:„Ge- schlechtspsnchologie".— Rieberschöncwcide: Schule Berliner Str. 33. Heiterer Abend. Vortrag:„Deutsche Mundarten".— Helmbolgolas,: Danziger Str. 81. Baracke 2. Borira«:„Ein Tag im Gefängnis".— Lichterseid«: Heim Albrecht. straße 14-. Vortrag:„Unser Wandern".— Panlow I: Heim Kissingenstraßa Ecke Eranißstraßc. Bortrag:„SAH. und Kirche".— Wcddina(3ioic sfoilen): Schule Lütiicher Str. 4. Vortrag:..Pan.Europa".— Wedbing-Rord: See. Ecke Turiner Straße. Vortrag:„Elternhaus und Kirche".— Araswalder Plan: Heim Rastenburger Ecke Wehlauer Straß«. Vortrag: fugend und Erziehung". — Lohenschönhauien: Leim ffreieinvalter Str. 8. Bortrag:„Die Arbeitslosen. Versicherung".— Rordost: Heim Danziger Str. 82, Baracke 3. Bortraa: „Amerika und England im Zeichen der Abrüstung".— Wörtber Blaß: Heim Kastanienallee 82. Bortrag:„Reiseeindrllcke".— Sascnbeide: Heim Wassertor» straße 8. Arbeitsgemeinschaft.— Schöneberg 1: Heim Hauptstr. 15. Bortrage „Kameradschaft. Freundschaft und Liebe".— Schöueberg II: Heim Hauv"- straße IS, Bortrag:„Sexuelle Tragen".— Schöneberg III: Heim Hauptstr. 13. Bartiaa:„Zehn Jahre Schöneberger TAI."— Schöneberg rv sRole Talken): Heim Hauptstr. IS. sIllngere.) Bunter Abend. sAeltere.) Bortrag:„Die Ber. waltung der Stadt Berlin".— Dahlem lRot« Tollen): Nordschule. Bobnhos» straße 3. Arbeitsgemeinschaft III.„Der Ausbau der tamtalistischen Gesellschaft". — Stegliß: Heim Aldrechtftr. 47. Vortrag:„Grundlagen des Sozialismus".— Zchleodorf: Nordschule, Potsdamer Str. S— 7. Vortrag:„Der Aufbau der kapitalistische» Gesellschaft".— Reulölln N: Heim Bergstr. L!>. Vortroa: „Christentum und Sozialismus".— Reulölln HI: Heim Tlughafenstr. 83. Bar. trag:„Reichstagsssßung".— Reulclln V: Seim Böhmische Str. 1—4. Zimmer 2. Dortra«:„Wien.Bericht",— Reulölla VI:. Treptower Str. OS— 98. Segner- Abend(Anarchisten).— RcuISlln VII: Heim Kaiser�rrisdiich.Realgnmnasium„ „Hack-London-Abend."— Reulölln Villi Rtillistroße(Schule). Togesvolitifche AuZsprache(Rußland— China).— Tegel: Leim Bohnhofstr. IS. Zehn. Slrnßc. EinMhrungsabend.— Buchholz: Vortrag:„Durch Demokratie zum Sozialismus". Arbeitsgemeinschaft der Roten TaNen:?«r Gruppenabend fällt heute um- ständehalder aus. Wertebezirt Prenzlauer Berg: Sckiule Sonncnburqer Str. 20. Wichtige Werbebezirksvorfißendenkonferenz. Ave Abteitungen müssen auf dieser Sitzung vertreten sein._ Vorträge, Vereine undVerfammlungen. Die großen ög-Pfennig-Slücke verschwinden! Der Reichsrat hat sich mit einer Verordnung befaßt, die die Außerkurssetzitng der 50-Rent«n- und Reichspfennigstucke aus Alluminium-Bronze vorsteht. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". GefchältsNelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 27/38. Hot 2 Zr. Tiergarten. Iungbanner. Dienstag, 17. September, Ii) Uhr, Treffen im«leinen Tiergarken zum Besuch der Schöneberger Iungkameraden. Nachzügler 20 Uhr Hauptstr. 14—15.— Donnerstag, 19. September. Prenz. lauer Berg. Bersamiglungen um 20 Uhr: Kameradschaft Robert Blum bei Klug, Danziger Str. 71. Kameradschaft Wörther Platz im Sportrestauraut « Dpalsli, Eontianstraßc. Kameradschaft Rordlap bei Goldschmidt. Stolpische Straße 38. Kreuzberg. KO'b Uhr Bade» in der Schwimmhalle Baerwaldftraß-. Tempelhos. Kameradschaft Mariendorf. 20 Uhr Kameradschaftssttzuna bei Ma-Li, Ehausseestr. 304. Wichtige Tagesordnung.- Schöneberg-Trirdenau. Mittwoch, 18. September. Kameradschaft Rathau«. 20. Uhr Altiv«n-B«sprechun>, Mühlen. straße 8. Jeder«luve Kamerad muß erscheinen.— Treptow. Mittwoch, 18. September. Äamcradschast. Zusammenkunft im Jugendheim sällt au». Berliner Zither-Elub, gegr. I8S8, übt jeden Dienstag um 201, Uhr im Klubhaus Ohmstr. 2. Spieler und Gäste willkommen. Lonlellow English Dehaiirg-Clufc: Mittwoch, 20 Uhr, Zahnärztehaus BOIowstr. 104, Cuttmannsaal. Professor Wendlandt:„Presentiment". Illumination für jedermaan. Illumination kann sich heule nicht nur das große Restaurant leisten, sondern auch das kleinste Lokal und weiterhin ieder, der in seiner Wohnung elektrisches Licht hat. Er braucht nur die Osram- Illuminations-Lampen zu verwenden, die er in sechs verschied nie» levhaften Farben(Ur Einzel- und für Ecrienschaltung erhält. Die Installation ist ein- fach, die Wirkung ausgezeichnet. IBefenckte Dienstag 17. September 1929 Unterhaltung unö Wissen Beilage des Vorwärts Joe Corrie: 3)er*&ag vor derJßöknwng Sine Skisese aus dem ichoUifchen$er gar heiler leben Sie saßen bei ihrem„Gabelfrühstück" im Laufgange des Schachtes. Jock, Tam und Wulli«, so nannten sie einander statt Jack. Tom und Willie. im schottischen Dialekt«. Sie arbeiteten an neben- einandergrenzenden Plätzen im sogenannten„Schlachthausstollen". „Na also," meinte Jock, mit seiner Prooiantbüchse aus das „Pflaster" aufschlagend,„wenn es darauf ankommt, das besitze ich." „Heute wieder Schinken mit Ei, Jock?" fragt« Wullie. „Jedoch in Gelee gehockt, wie üblich," gab Jock zur Antwort. Der Witz wurde teilnahmslos, ohne mit einer Wimper zu zucken, von den Arbeitsgenossen aufgenommen. Es war ein alter. fauler Witz, der einem zum Halse herauswachsen konnte, wie man sagt. Schon unsere Väter hatten diesen Witz wiederholt gemacht. Schinken mit Ei, in Gelee gehackt— in Margarine wäre mehr zeit- gemäßer und wahrer gewesen. Tam hatte noch nicht mit seinem Frühstück begonnen. „Host du heute denn nichts mit, Tam?" erkundigt« sich Jock, indem er eine Art Tonpfeife aus dem Innern seiner Kappe hervor- holt« und die Flamme der Grubenlampe daran hielt. „Nein," entgegnete Tam,„ich bin diesen Morgen nicht hungrig." „Bist du recht beisammen?" „O. doch!" „Da hapert es irgendwo, wenn ein Mann nicht fein Frühstück einnehmen kann!" „Das ist eine eigene Sache mit mir, ich meinerseits könnte mein Frühstück essen, gleichgültig, wo ich arbeite, ja ich könnte zehnmal soviel vertragen, als ich mithabe," meinte der andere. „Mir geht es ganz genau so," sagte jetzt Wullie, mit vollem Munde kauend. Jetzt aber plötzlich ging Jock ein Licht auf. daß es ja heute gerade der Tag vor der Löhnung war. „Hast du denn kein Frühstück?" fragte er kurz. „Ja." entgegnete Tam verlegen,„ober ich habe keinen Hunger." „Wo hast du denn deine Proviantbüchse?" „Ich habe sie oben bei der Einfahrt vergessen," erwiderte Tam, aber er konnte die Lüge nur schlecht verhehlen. „Warum hast du es denn nicht gesagt, daß du kein Frühstück mit hast," meint« Jock jetzt ärgerlich,„ich hätte dir doch die Hälfte von meinem gegeben." Wullie hielt im essen inne. „Hier, Taml" Er hielt ihm seine Proviantbüchs« hin, die eine Schnitte Brot enthielt. „Aber mach dir keine Sorgen, Wullie, ich bin wirklich nicht hungrig." „Nimm das verfluchte Zeug," sprach Jock,„und sei kein Narr. Du bist nicht der erste Bergarbeiter, der ohne Frühstück in die Grube einfahren mußte, wenn es einen Tag vor der Lohnauszahlung ist. Hast du«in bißchen Tee mit?" � „Ja," erwidert« Tam,„aber ich habe ihn oben bei der Schacht- einfahrt gelassen." Cr nahm die Brotschnitte von WuMe unll kroch die„Wand" zu seinem Arbeitskameraden herunter. „Britonx never, never shall de slaves"(Briten werden nie und niemals Sklaven sein— Bers aus der englischen Nationalhymne. Anm. d. Heb.), bemerkt« jetzt Jock. „Jawohl," sprach jetzt Wullie,„mle BriUnnia(Herrsche, England. englische Nationalhymne), Tom ist nämlich«in großer Liberaler, er ist kein Gewerkschaftler, er ist für den Jndustriesrieden, und alles, was drum und dran hängt." „Ach," sagte Jock,„das Leben erscheint einem wie ein« Hölle, wenn man das Tageslicht nur durch einen leeren Magen betrachten kann." .Laßt alle Hoffnung fahren, Jock, wir leben in einer Welt voll Fratzen. Ich möchte doch wissen, ob ich die sechs Einsätze zurückbekommen werde. Ich habe nämlich gestern abend drei Stunden beim Buchmacher verbracht, und der Teufel soll mich holen, wenn ich die sechs Einsätze herausbekomme." „Ich war selber gestern abend ein« Weile dort und merkte, daß die Sache einen tzaken habe. Doch die Hoffnung regt sich ständig in einem." „Ja." lachte Wullie.„sechs gute Einsätze, und schließlich kommt man darauf, daß ein weiterer Schilling flöten ging— aber man hofft, hofft ständig, auf irgendeine Weise Befreiung von dem Elend zu finden!" „Hallo, hört doch! Sind die Hunte vielleicht schon wieder im Gange?" „Sie sind wieder in Bewegung. Heute früh haben sie«ine besondere Eil«. Wieviel Uhr ist es denn eigentlich?" Jock schaute auf seine Uhr.„Es fehlen noch fünf Minuten zum Arbeitsbeginn." „Ach was, wir müssen unsere fünf Minuten Arbeitsrast noch haben, hol sie der Teufel, die Bande," und er zündete sich eine neue Pfeife an. „Dort unten nähert sich ein Licht. Es ist der Ausseher." Es war tatsächlich Robert, der Gedingnehmer des Abschnitts. „Ja, wollt ihr denn die ganze Schicht lang hier beisammen sitzen, ihr Burschen, he? Habt ihr nicht das Abfahrtszeichen der Hunte vernommen? Der Direktor ist doch unten im Schachte!" Der Schweiß stand Robert auf der Stirne, der Angstschweiß, denn Gedingnehmer haben mehr Angst vor dem Direktor als ein Kaninchen vor einem Wiesel. „Komm nach fünf Minuten her." lautete die Antwort Iocks, und er schien tüchtiger mit seiner Pfeife zu qualmen. „Die Hunte sind im Gange, und der Direktor ist unten in der Grube." wiederholte Robert. Er saß da in einer schönen Patsche! „Sag dem Direktor, daß er sich seine Uhr anschauen soll. Wir werden bei unserer Arbeit sein, bis die Arbeitspause zu Ende ist." „Wenn er herkommt, wird er dich auf der Stelle entlassen, das ist sicher." warnt« Robert. .Lauf hin, Robert, und sag es ihm," meinte Wullie,„aber sag ihm nicht, daß es für uns besser wäre. Armenbrot zu essen." Robert war eine jener Typen, die als Gedingnehmer am un- richtigen Platz« waren. Er� fluchte nicht und konnte nicht bramarbasieren. Und er kroch den„Schacht" entlang, drohend, es dem Direktor zu melden. Doch bevor er di« nächste Arbeitsstelle erreichte, wurde ein furchtbarer Schrei durch den Lärm der Maschinerie vernehmbor. Jock sprang in die Höhe.„Das war Tams Stimme, Wullie!? Er«Ste die»Wand" herunter, Wullie folgte ihm dich auf den Fersen. Sie begegneten Robert.„Vorwärts, beeilt euch, Burschen," rief er,„Tam ist durch einen herabgefallenen Stein eingeNemmt." „Um Christi willen, bringe die Hunte zum Stehen," brüllte Jock, dessen Stimme durch den Lärm des Betriebes kaum vernehm- bar war. „Wir können die Hunte nicht halten lassen," erwiderte Robert, „der Direktor ist doch unten auf Inspektion!" „Bring' die Hunte augenblicklich zum Stehen, du blöder Esel!" Und Robert eilte da schon auf und davon. Tam hatte nur das Bein eingezwängt. Sie schoben den Stein zur Seite und befreiten ihn aus dem Räderwerke des Huntes. Kaum war er aus seiner Lage befreit, als sofort wieder das Signal zum Betriebe der Hunte gegeben wurde, denn der Herr Direktor war ja unten auf Inspektion. Man meldete ihm den Vorfall kurz, ober er ging der Sache nicht weiter nach, als er hörte, daß ein Arbeiter bloß ein Bein gebrochen hatte. Es verging noch ein« halbe Stunde, ehe die Tragbahre ankam, und es verrann eine ganze Stunde, ehe Tam zum Grubenausgang gebrocht wurde. Kohle! Kohle! Und wieder Kohle! So lautete hier der Schlacht- ruf. Und die Ausbeute von gestern muß heute eine größere sein! „Was war denn da los, daß die Hunte stehen blieben?" „Ach, sie transportierten einen Mann herauf, der dos Bein gebrochen hat!". „Vorwärts, vorwärts, Burschen, der Herr Direktor ist unten auf Inspektion!" Die Ambulanz wartete, und Jock und Wullie begleiteten den Arbeitskameraden zum Spitale. Auf dem Wege nach Hause kam Jock das Gewicht der Proviant» büchs« des Verunglückten, die sie mit nach Hause nahmen, ganz merk- würdig schwer vor. Sie öffneten sie aus Neugierde, und fanden darin— das Stück Brot, das ihm Wullie gegeben hatte. Er hatte es aufgehoben, um es— den Kindern heimzubringen� tBerechtifft« tteberMmug von 5. R e k z m a n n.l 3)r, Srnil Wlichael: SEwei WailerUoffarien . In den lebten Tosen ilnd int Anschluß«n sensationelle und in wesentlichen Eiivlelheitcn unrichlia« omcrikanisch« Meldungen in der deutschen Presse Betrachtungen ilber die neu« Entdeckung Dr. Bon- bosers angestellt worden, die mit dem Thema ,uni Teil in gar keinem Zusammenhang standen. Es handelt sich gar nicht um Atom, er- triimmerung. Wir bringen hier eine sachverständige Würdigung. Die erstaunlichsten Veränderungen haben Chemie und Physik in den letzten Jahrzehnten durchgemacht, als es den Gelehrten ge- lang, mit Hilfe d«r Elektroncntheori« immer weiter in den Feinbau der Materie einzudringen und sich eine Vorstellung über Dinge zu machen, die in Räumen von der Größe von Millionstel Millimetem vor sich gehen. So kam man zu der Ansicht, daß Kraft und Materie eins feien, ja daß die Energie selbst aus Awmen oder Quanten bestehe. Auf Grund dieser Theorien kam Dennison schon vor einigen Jahren zu der Annahme, daß auch einfache Gase in verschiedener Form vorkommen müßten, und tatsächlich ist es zwei deutschen Forschern gelungen, dies««rstaunliche Tatsache zu bestätigen. Die beiden Gelehrten, die nachwiesen, daß Wasserstoff aus zwei verschiedenen Gasarten zusammengesetzt sei, sind di« am Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für physikalische Chemie tätigen Physiker Dr. K. F. B o n h ö f f e r und P. H a r t e ck. Ihre Untersuchungs- «rgebnisss hatten sie schon in diesem Jahr der Akademie der Wissen- schaften und der Bunscngesellschaft in Vorträgen und gedruckten Arbeiten vorgelegt,.aber erst als sie ihre Vorführungen auf einer Tagung in Minneapolis wiederholten, nahm die amerikanische Sensationspresse Gelegenheit, die Versuche als revolutionierend dar- zustellen. In Wirklichkeit sind diese Versuche nur eine Bestätigung jener Theorien, die ihre Vorausberechnung längst gestattet hatten, und, ebenso wie noch bedeutendere Enldeckungen, etwa wie di« Relativitätstheorie, ohne jede Bedeutung für das praktische Leben und für die chemische Großindustrie. Um festzustellen, daß es zwei Arten des Wasserstoffs gebe, mußte man sich physikalischer Methoden bedienen, da sich l>«ide Abarten chemisch vollkommen gleich verhielten. Man benutzte, um sie zu erkennen, die Verschiedenheit der spezifischen Wärme, jener Menge an Wärmeeinheiten, gemessen in Kalorien, die zur Erwär- mung um«inen Grad nötig sind. Es wurde in das Glasgefäß, in dem sich das Gas befand, ein Draht eingeschmolzen, dieser durch einen elektrischen Strom zum Glühen erhitzt und die Temperatur und der Widerstand des Drahtes gemessen. So konnte auch die spezifische Wärme des Gases berechnet werden. So fand man, daß gewöhnlicher Wasserstoff aus zwei verschiedenen Arten, dem Ortho- und dem Parawasserstosf, besteht. Unter gewöhnlichen Verhältnissen sind diese Gase, die sich im Versuch durch eine verschieden« spezifische Wärme zu erkennen gaben, so gemischt, daß aus einen Teil Para- Wasserstoff drei Teile Orthowasjerstofs kommen. Dieses gegenseitige Mengenverhältnis ist aber stark von der Temperatur abhängig, derart, daß bei abnehmender Temperatur die Menge des Para- Wasserstoffs zunimmt. Es gehört dann zu jeder Temperatur ein bestimmtes Mischungsverhältnis, das sich von selbst einstellt. Dies geschieht von selbst aber nur sehr langsam. Bei der Temperatur der flüssigen Luft verhalten sich die Mengen wie 1: 1. Kühlt ma-n das Gemenge in einem Gefäß so weit ab, so kann man auch nach vielen Wochen keine Veränderung feststellen. Es wurde be- rechnet, daß erst nach etwa 300 Iahren das Verhältnis 1: 3 zu dem wie 1: 1 wird. Man muß sich hi«r also beschleunigender Hilfsmittel, der Katalysatoren, bedienen. Die beiden Forscher stellten auch Versuche an, mit welcher Gc- schwindigteit sich die beiden Gasarten ineinander umwandeln. Die Verwandlung des normalen Gemisches in den reinen Parawaffer- stoff ging ohne Katalysator bei tiefen Temperaturen mit unmeßbar geringer Geschwindigkeit vor sich. Bracht« man aber den reinen, bei tiefer Temperatur gewonnenen Parawasserstosf wieder auf Zimmertemperatur, so hatte er sich nach etwa 10— 15 Tagen wieder in das Gemisch 1: 3 umgewandelt. Bei hohen Temperaturen von etwa SSV Grad ging diese Umwandlung schon in einer Sekunde vor sich. Von den Katalysatoren ist die aktive Kohle am wirk- samsten, die sonst gebräuchlichen, wie Platin- und Palladiumrohr, sind bei tiefer Temperatur nicht imstand«, die Umwandlung zu be- schleunigen, wohl ober bei gewöhnlicher, da sie den Parawasserstosf rasch wieder in normalen zurückbringen. Diese Rückbildung geschieht bei mittleren Temperaturen schon durch den Einfluß der rauhen Gefäßwand, von Porzellan oder anderen keramischen Massen. Setzt man auch ohne Katalysator das Gas bei tiefen Temperaturen hohen Drucken von 350 Atmosphären aus, so stellt sich das Gl«ichg«wicht nach einer Woche ein. Di« beiden Wass«rstoffarten unterscheiden sich auch durch ihr«n Dampfdruck. Der des Parawafferstoffs beträgt 787, der Ortho 751 Millimeter. Wie ist nun diese eigenartige Erscheinung zu erklären? Bisher hatte man verschiedene Modifikationen von Elementen, die sich gleich, aber physikalisch verschieden verhalten, nur bei festen Körpern gefunden. Kohlenstoff kommt als Graphit, Kohle und Diamant vor, Schwefel und Zinn oder Phosphor sind in verschiedenen Formen bekannt. Man half sich hierbei durch die Vorstellung, daß die ein- zelnen Atom« in einem Raumgitter, einem räumlichen Mosaik in unveränderlicher gegenseitiger Lage angeordnet seien, z. B. an den Eckpunkten geometrischer Körper, von Würfeln, Pyramiden. Tetraedern, und daß die verschiedenartige gegenseitige Anordnung und Lage zueinander im Kristall die verschiedenen Modifikationen ergebe. Durch die Photographie mit Röntgenstrahlen hatte man so in das Innere d«r Moleküle hineinsehen können. Diese Theorie! konnte ober bei gasförmigen Elementen nicht angewandt werden. da ja diese aus frei' herumfliegenden Molekülen bestehen. Hier mußt« die Quantentheorie in die Bresche springen, die besagt, daß auch die Energie aus einzelnen Atomen oder Quanten besteht, und die Elektronentheorie, die über den Feinbau der Atom« Auskunst gibt. Man stellt sich di« Atome aus einzelnen Bausteinen bestehend vor, aus einem positiv geladenen Kern, dem Proton, und diesen rasch umfliegenden Atomen der positiven Elektrizität, den Elektronen. Beim Wasserstosf sind di« Protonen gewissermaßen in ein« bestimmte Richtung eingestellt: man kann sie etwa mit kleinen Magneten vergleichen. Jedes Wasserstoffmolckül besteht aus zwer Atomen: hier lassen sich nun zwei Fälle denken, daß beide Magnetchen mit den gleichen oder den ungleichen Polen einander gegenüberstehen. Es ist so, als würde man zwei Stabmagneten abwechselnd mit den gleichen oder ungleichen Polen einander parallel halten. Man kann auch an Formen von Hanteln denken. Dies« System« mit magnetischen Kernen sind auch noch beim Helium. Stickstoff, Chlor, Fluor und Jod zu erwarten, doch ist die Zer- legung der Gemische bei diesen fast undurchführbar. Auch bei Wasserdampf, Ammoniak, Methan, Azethylen und anderen Gase» sieht man solche Modifikationen voraus. Die Wasscrstaffarten unterscheiden sich auch insofern, als die Atome des Parawafferstoffes mm eine gerade, die des Orthowasserstoffes nur eine ungerade Zahl von Energiequanten aufnehmen können, wenn sie ihre innere Energie erhöhen. Heues vom tftoland von �Berlin Daß in Berlin in alten Zeiten ein Rolandsstandbild sich erhoben hat, weiß heute wohl jeder„richtige Berliner", auch wenn er nicht den prächtigen Roman von Willibald Alexis gelesen haben sollte, der den Roland in eindrucksvollster Weise als Symbol der städtischen Macht und Freiheit verwendet. Erhalten aber hat sich von diesem alten Wahrzeichen Berlins nichts: selbst eine authentische Andeutung oder Beschreibung, wie es ausgesehen hat, sucht man vergebens. (Der Roland vor dem Märkischen Museum, den manch harmloser Zeitgenosse für das Original hält, ist eine Nachbildung des Branden- burger Rolands.) Wir wissen mit Sicherheit nur soviel, daß ein Roland da war, und daß er auf dem Molkcnmorkt gestanden hat; denn in dem 1331 bis 13S8 aufgezeichneten alten Berliner Stadt- buche wird der„Ruland" dreimal erwähnt, lediglich, um die Lage einiger Häuser an der Nikolaikirche und an dem„olden markte" (eben dem Molkenmarkte) genauer zu bestimmen. Jetzt wird nun eine vierte, etwas srühere Erwähnung des Roland bekannt, die zwar über ihn selbst auch nichts Näheres sagt, aber ihn doch in einem bedeutsamen Zusammenhange nennt. Im neuesten Hefte der„For- schungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte" 42. Band, 1. Hälfte) teilt der Direktor des Berliner Stadtarchivs, Dr. Ernst K a e b e r, eine bisher ungedruckte Berliner Pergament, Urkunde aus dem Jahre 1384 mit, die in 34 Artikeln Vorschriften und Strafbestimmunge» für die Angehörigen des Gesellenverbandes der Schuhmacher enthält. Mit Recht hebt Kaeber in seiner kundigey Erläuterung des auch sonst wichtigen Dokuments den Artikel 18 hervor, der lautet:„Vortmer wan wen stecket edder rönnet by ru- lande, so schal neyn knecht in unser selschap thulopen unde upnemcn eyn sper edder hueffyseren: wy dat deyth unde busyhen werd van twen unser ghesellen, de schal gheven eyn halff punth wasses", das heißt im heutigen Deutsch etwa:„Ferner: wenn bei dem Rolande ein Stechen oder Rennen stattfindet, so darf kein Geselle in unserer Gesellschaft dahin laufen und einen Speer oder Hufeisen ausheben; wer das tut und von zweien unserer Gesellen dessen bezichtigt wird, muß ein halbes Pfund Wachs Strafe geben." Hier erfahren wir also, daß der Roland schon 1384 bestand. Noch heute ist die Forschung nicht darüber einig, was die Roland- bllder ursprünglich bedeuteten, ob sie Sinnbilder der hohen Gerichts» barkeit, des Biutbanners oder Marktzeichen waren. Da Berlin die Gerichtsbarkeit erst 1331 erwarb, ist die Erwähnung des Rolands 1384„nicht unwichtig" für die Entscheidung der Frage, wie Kaeber vorsichtig andeutet, ohne das Problem diesmal weiter zu ocrfolgem Besonders reizvoll aber für die Kulturgeschichte Berlins ist di« ganz neue Feststellung, daß gegen Ende des 14. Jahrhunderts auf dem Molkenmarkt Turniere stattfanden. Von höfischen Turnieren, die auf der Stechbahn vor dem Schlosse gehalten wurden, haben wir aus dem 15. Jahrhundert durch mehrere Beschreibungen genaue Kund«, deren eine(1581) E. T. A. Hoffmann in der„Brautwahl" verwendet hat. Ein Ringelrennen von 1532 ist uns ja sogar in einer zeitgenössischen Radierung bildlich überliefert, die berühmt ist als älteste Ansicht des Schlosses. Hier auf dem Mollenmarkt aber han- deltc es sich wahrscheinlich um Turniere des Berliner Patriziats, wie Kaeber mit Grund vermutet, und der Freund der alten Ge- schichte Berlins mag, wenn er über den Molkenmarkt wandert, sich in der Phantasie ausmalen, wie hier einst in unmittelbarer Nähe des hochragenden städtischen Wahrzeichens, des„Rolands von Berlin", Anoehörige der alten Berliner Geschlechter, der Blanken- selbe, Wins. Rathenow, RyckS und wie sie olle heißen, in ritterlichem Spiele Lanzen gebrochen und Ringe gestochen haben. Felix Hassclberg. Fette Aufsichtsratspfründen. Glanzstoff verschleudert Millionen. Seit Mcmaten hält die Vereinigte Glanz st off- g a b r i f ST- G�, der größte Kunstseidekonzern Deutschlands, die deutsche Oeffentlichkeit durch Sensationen in Atem. Im Juni war es die überraschend« Flucht Glonzstoffs nach Holland, die sich praktisch durch die Verschmelzung mit dem holländischen Kunstseidekonzcrn Enka und der Verlegung des Geschäftszentrums nach Amsterdam auswirkte. Nach außen hin wurde dieser gewaltige Werschmelzungsprozeß der beiden Kunstseidekonzerne damit begründet, daß durch Fusion der schädliche Konkurrenzkampf ein- gestellt und eine verschärfte Betriebsration alt- fj e r 11 n g und Arbeitsteilung durchgeführt werden köimie� Das Sensationelle an diesem Abkommen war, daß der dreimal so starke Glauzstoffkouzeru in der weitaus schwächeren Enka-Gruppe aufgeht und auf diese Weise das Schwergewicht von Glanzstoss nach Holland verleg! wird. Kaum hatten sich die erregten Gemüter«twa» beruhigt, da wurden die Börsen durch fortgesetzte Kurseinbrüch« bei den Glanzstoffaktien in neue Aufregung versetzt. Von Anfang August bis Anfang September stürzten die Glanzstoffaktien von 421 fiuf 322, also um rund I Punkte. Di« Unsicherheit an den Börsen wuchs von Tag zu Tag, weil die Glanzstoffverwaltung es nicht für notwendig hielt, auch nur die geringste Erklärung für diese Vor- gänge abzugeben. Sie verwies vielmehr auf den bevorustehenden Börsenprospekt der Allgemeinen K u n st s e i d e- U n i e, wie der neue Name des Glanzstosf-ffinka-Koiizerns jetzt lautet. Wesentliches über die Entwicklung des Kunstseidengeschäftes sagt aber der Prospekt überhaupt nicht. Vielmehr geht die Verwaltung über die wichtigsten Fragen mit verschwommenen Aeuße- r u.." 9.C n �'nn,C9- Das bisherige Gewinnergebnis im laufenden Ge- fchäftsjahr wird bei beiden Gnippen der Allgemeinen Kunstseide-Unie als befriedigend bezeichnet. Die G e s a'm t p r o d u k t l o n in den holländischen Betrieben konnte auf 23 000 Kilo arbeitstäglich gesteigert werden, während die Leistungsfähigkeit der deutschen Glanzstoffwerke arbeikstäglich etwa ZS 000 Kilogramm beträgt. Die erhöhten Produktionsmengen konnten abgesetzt werden. Ferner wird erklärt, daß die Rationalisierungsmaßnahmen zu einer Verminderung der Selbstkosten(also auch zu einer erheblichen Leistungssteigerung der Belegschaften. Di« Red.) geführt haben, wenn auch nicht zu erwarten sei, daß die Preisrückgänge durch diese Maß- »ahmen in diesem Jahr ausgeglichen werden können. Der G e- f s a m t u m s a tz des Vereinigten Konzerns belief sich im ersten Halb- jähr 1029 aus 38,2 gegen 53,5 Millionen Mark im ersten Halbjahr 1028. Es ist also ein« Umsatz st eigerung von rund 10 Proz. zu verzeichnen. Soweit die Prospektmiteilungen über die Entwicklung des stärksten Kunstseideblocks auf dem europäischen Kontinent. Ein geradezu tolles Stück hat sich aber die Verwaltung der Allgemeinen Kunstfeide-Uni« bei der Feststellimg ihrer Satzungen geleistet. Wir finden da im Prospekt über die Verteilung des Rein- g e w i n n s folgende Bestimmung:„Zunächst erhalten die Aktionäre der sogenannten Prioritäts- und Vorzugsaktien S Proz. Dividende. Daraus werden 8 Proz. an säintliche Stammaktionär« verteilt, von dem Rest erhalten votsiand und Aufsichtsrak zusammen 30 Proz.' Man glaubt seinen Augen nicht zu trauen. Im Durcbschnitt begnügen sich fast sämtliche deutschen Unternehmungen nach Zahlung einer Bor- dividende von 4 bis 6 Proz. an die Aktionäre mit einer Gewinn- ausschüttung von10Proz.an Aufsichtsrat und Vorstand. Welche «normen Summen dabei schon herauskommen, ist in der Oeffentlich- keit oft genug kritisiert worden. Bei G l a n z st o f f aber, einem der profitreichsten Großunternehmungcn Deutschlands, setzen die Herren Aussichtsräte und Direktoren 30 Proz. vom Gewinn für sich ein. Was diese skandalöse Bestimmung bedeutet, zeigt der letzte Gewinnauswei» von 1928 deutlich genug. Im letzten Jahr wies Glonzstoff einen Reingewinn von 13,6 Millionen und die holländische Enka-Gruppe einen Reingewinn von 14,2 Mill. M. auf. Zusammen sind dies 27,8 Millionen. Rechnen wir mit einem künstigen Durch- schnittsgewinn von 25 bis 30 Millionen, so stecken die paar Dutzend Aufstchksräke und Direktoren 10 Millionen als Jahresprofil in ihre Tasche. Wenn sich die Oeffentlichkeit darüber entrüsten wird, werden die Herren kaltlächelnd auf dieStatuten verweisen und erklären können, daß alles„f a tz u n g s g e n> ä ß' in schönster Ordnung sei. Wie muffig die Luft in den Geheimkobinetten der deutschen Aufsichtsräte ist, haben die letzten Riese nskandale be- wiesen. Das hindert die selbstherrlichen Wirtschaftssührer aber nicht, sich ungeachtet der Empörung und der Erbitterung in der ganzen Oeffentlichkeit immer neue Pfründen zu schaffen. Besonders müsien diese Vorgänge bei dem Glanzstofskonzern empören, der auf die Arbeiterschaft, wie es die letzten Vorgänge in den Kölner Betrieben gezeigt haben, den schärf st en Lohnaus- druck ausübt. Brandenburger Arbeiismarki. Roch leichte Belebung Ankang September. Im Bereiche des Landesarbeitsamts Branden- bürg, also in den Bezirken Groß-Berlin, Brandenburg und Grenzmark, hat die leicht« Besserung des Arbeits- Marktes in der Berichtswoche vom 2. bis 7. September a n- gehalten. Die Zahl der Hauptunterstützungeempfänger ver- ringerte sich in der Berichtswoche um 1371 Personen. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger betrug 107175 und die Zahl der Krisenunterstützten 21 528, zusammen also 128 703 Personen. Wenn auch die leichten Rückgänge der Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Wochen von insgesamt 130185 auf 128 703 Unterstützte zeigen, daß die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmorktes im Bereich des Landesarbeitsamtes Brandenburg noch nicht völlig er- schöpft ist, so läßt«in Vergleich mit der entsprechenden Zeit des Vorjahres, in der die Zahl der Unterstützten sich auf 97 284 bzw. 04 641 Personen belief, doch erkennen, daß der Berliner Arbeits- markt zurzeit noch erheblich stärker b e l a st e t ist als zum Herbstbeginn 1928. In der Landwirtschaft hat der Bedarf an Arbeitskräften in der Berichtswoche infolge Beendigung der Getreideernte nach- gelassen. Da jedoch noch ein stärkerer Abruf von Arbeitskrästen für die bald in Gang kommende Hackfruchternte zu erwarten ist, so stehen gewisse Erleichterungen des Arbeitsmarktes von dieser Seite her noch bevor. Die Besierung in der Bsrichtswoche ist neben guter Konjunktur im Bekleidungsgewerbe auf die erhöhte Aufnahmefähigkeit in der Berliner Metall- Industrie zurückzuführen. Auch die Industrie der Steine und Erden wies, soweit die Beschäftigung bei den einzelnen Ziegeleien, in der Glasindustrie und im Steinmetzgewerb« in Frage kommt, noch befriedigende Verhältnisse auf. Im Baugewerbe waren die Arbeitsmöglichkeiten für Maurer noch gut, dagegen gingen sie für Zimmerer, Maler und Anstreicher zurück. Von den Hauptunterstützungsempsängern entfielen auf Berlin 86 808, auf die Provinz Brandenburg 19 410 und auf die Grenzmark 957. Für die Krisenfürsorg« betrugen die ent- sprechenden Zahlen für Bersin 18925, Brandenburg 2 532 und die Grenzmark 71 Personen. Quertreibereien des Kartoffelhandels. Sr bangt um sein Zwischenhandelsprivileg. Die Standardisierung in der landwirtschaftlichen Produktion, also die Schaffung von Qualitätserzeugnissen nach einheitlichen Be- dingungen, ist endlich mit Unterstützung öffentlicher Mittel kräftig in Fluh gekommen. Die Ziel« der Standardisierung landwirtschaft- sicher Produkte sind mehrfacher Art. Einmal sollen die Ver- b r a u ch e r mit möglichst guten und gleichmäßigen Qualitäten an Butter, Eiern, Kartoffeln usw. beliefert werden, und zugleich soll auch durch die Normalisierung eine Preisverbilligung er- strebt werden. Die hiermit verbundenen wirtschaftspolitifchen Ziel« erstreben durch Erweiterung ihres einheimischen Absatzmarktes die Masseneinfuhr ausländischer Produkte, ohne eine sture Zoll- Politik zu verringern. In diesen Standardisierungsprozeß ist jetzt auch die Kartoffel"inbegriffen, und in einer ganzen Anzahl Pro- vinzen ist bereits die sogenannte Markenkartossel ein- geführt worden. Kaum sind hier die ersten Ergebnisse eines Produktinnssnrt- schrittes und einer Qualitätsverbesserung erzielt worden, da wendet sich berests der Kartoffelgroßhandel in Hannover gegen Auswirkungen dieser Standardisierung von Kartoffeln. Anfang Sep- tembcr hat der Hannoveraner Kartoffelgroßhandel an die Industrie- und Handelskammer eine Eingabe zur Weiterleitung an das preußische Handels mini st erium gerichtet. In dieser Ein- gäbe wird dagegen Stellung genommen, daß der Verband„Hanno- verjche Markenkartoffeln e. V.' unter Mitwirkung der Saatzucht- genossenschast die. Quolitätkartofseln unter Ausschaltung des Zwischenhandels direkt an die Derbraucher liefern will. Die Hannoversche Markenkartoffel soll insbesondere nach dem Haupt- verbraucherzentrum Im rheinisch-westfälischen Industrie- gebiet geliefert werden. Der Handel behauptet nun, daß hierdurch der Markenkartoffeloerband ein Monopol für den Vertrieb der Marken- kortofsel erhalte, und daß eine„Syndikolisierung" des Preises herbeigeführt werde. Das preußische Handelsministerium solle der Eingabe zufolge dahin wirken, daß der Vertrieb der Markenkartosfel aus- schließlich durch den Handel erfolge und daß der Marken- verband und die Landwirtschaftskammer, welch? die Interessen der landwirtschaftlichen Produzenten wahrnehmen, lediglich Kon- t r o l l r e ch t c über die Durchführung der Qualitäts- und Sortie- rungsbedingungen auszuüben hätten. Also bereits vor der allgemeinen Einführung einer qualitativ besseren Markenkartosfel beginnt der Großhandel mit sei- n e n Quertreibereien, da er bei dem direkten Berkehr zwischen Landwirt und Verbraucher natürlich um den Verlust seiner spekula'tivenGeschöstsmöglichkeiten besorgt ist. Weder bei den Produzenten noch bei den Konsumenten wird sich der Zwischenhandel und sein System durch derartige Quertreibereien Freunde oerschassen. Erweist sich, daß der direkte Verkehr zwischen Erzeuger und Verbraucher rationeller und entsprechend billiger ist, so wird er sich ungeachtet aller Widerstände des Zwischen- Handels zwangsläufig durchsetzen. Oie Blüte in der Gpihenindusirie. 15 Prozent Dividende bei der Leipziger(Spitzenfabrik Barth& Eo Di« sehr günstige Entwicklung der webspihenindustrie in Deutsch- land hat sich im letzten Jahr kräftig fortgesetzt. So kann die Leipziger Spitzenfabrik Barth u. Co., die schon im Vorjahr die sehr hohe Dividende von 12 Proz. zahlte, ihre Aktionärsgcwinne für das jetzt abgeschlossene Vetriebsjahr 1928/29 sprunghaft aus 15 Proz. heraufsetzen. Bei steigen- den Umsätzen erhöhte sich der Betriebsgewinn im letzten Jahr von 0,34 auf 0,40 Millionen. Trotz Fortsetzung der Betriebsumstellung, die etwa 120 000 Mark im letzten Jahre erfordert«, war die Gesellschaft so gut bei Kasse, daß die gesamten Bankschulden von 320 000 Mark im letzten Jahre zurückgezahlt«erden konnten. Trotz dieses glänzenden Ab- schliisses unterläßt es die Verwaltung auch diesmal nicht, gegen die Steuern und besonders gegen die Soziallasten zu polemisieren. Dabei ist sie aber in der Lag«, auf Grund des gegenwärtigen flotten Ge- schäftsganges in dem ab 30. Juni laufenden neuen Betriebsjahr 1929/30 dos gleich hohe Gewinnergebnis in Aussicht stellen zu können Bergarbeiter Vertreter aus der Genfer kohlenkonsereaz. An der Genfer Konferenz der Kohlensachverständigen werden von Arbeitervertretern der Vorsitzend« des Bergbau-Industriearbeiter- Verbandes H u s e m o n n- Bochum und Dr. B e r g e r teilnehmen. Von den christlichen Bergarbeitern wird Rotthäuser gelegiert. Als Vertreter der Unternehmer nehmen an der Konferenz die General- direktoren Silverberg und Ianus vom Rheinisch-West. fälischen Kohlensyndikat teil.— In Genf stehen wichtige Nerhand- hingen über das Kohlenproblem zur Debatte. Einmal wird die Frage der internationalen Kohlcverständigung dis- kutiert und außerdem auch das Problem der Vereinheiüichung der Arbeitszeit angeschnitten werden. Da von den Unternehmern der Versuch gemacht wird, bei den internotionalen Kohleverhand- lunaen die Arbeitervertreter von vornherein auszuschalten, ist die Teilnahme der Arbeitervertreter an der Genfer Konferenz von be- sonderer Bedeutung. vor Bremen— Hamburger Schifsahrlskämpfen? Das Weit- rüsten zwischen dem Norddeutschen Lloyd und der Hapag, das von den Kennern der Verhältnisse schon lange vor- ausgesagt worden ist, scheini seinen Anfang zu nehmen. Der Nord- deutsche Lloyd hat jetzt die geplante Verlegung der United States Line von Bremerhaven nach Hamburg zum Anlaß einer Erklärung genomm«n, wonach er den durch die Verlegung berührten Jnter- essen des Bremer Verkehrs durch Vermehrung seiner Ton- nag« im Rero-Yorker Dienst Rechnung tragen werde Scharfer Rückgang des Zemenlabsahes im August. Die der Deutsche Zementbund mitteilt, ist der Gesamtabsatz an Ze- m«nt im August aus 787 000 Tonnen gegenüber 867(jOJ Tonnen im Juli gefallen. Im vergangenen Jahr ergab sich nn August so- gar noch eine kleine Steigerung des Absatzes gegenüber dem Vor- monat.— Dieser überraschend scharfe Absatzrückgang in einer der wichtigsten Baustosfindustrien zeigt in der Tat, wie ernst die Mcl- düngen aus verschiedenen Bezirken Deutschlands über den zu zeitigen Abbruch der Vausaisan zu nehmen sind. Da die Witterung für die Fortsetzung der Bautätigkeit so gut wie nur möglich ist, so können die Gründe für ein vorzeitiges Abstoppen der Bautätigkeit nur in Finanz ierungsschwierigkiten liegen. Daß in erster Linie zu diesem höchst unerfreulichen Zustand die Geldklemme der Kommunen beigetragen hat, liegt auf der Hand. Nirgends zeigt sich so deutlich wie hier die verheerende Auswirkung der Drosselungs- Politik bei den kommunalen Anleihen. Riederschlefische Aerngasverjorgung. Der Gedanke der Fern- gasversorgung hat in Niederschleiicn einen grund- sätzlichen Sieg errungen. Der Niederfchlesische Provinzialausschuß beschloß am Montag die Beteiligung an einer Ferngas Nieder- schlesien A-G., die mit einem Kapital von 1 Million Mark ausgerüstet wird. Die Provinz Niederschlesien ist daran mit 90 Pro- zent beteiligt. Der neue Ford. Die A u t o m o b i l p r o d u k t i o n Fords belies sich im August auf 205 634 Wagen: sie ist damit fast genau so hoch als die bisherige Rekordproduktion im September 1925. Di« Totalproduklion wichrend der ersten 8 Monat« 1929 betrug 1470 386 Wagen. Verkäufe Lixolkum. Tnillat. Kuloirnftrafle 9* W-bfehler-TcvviSe. Kleine W-bf-hl-r 2x3 19,- Marl. flltine Webicliler 2x8 24,- Marl. Klein« W-bleliler 2zjxZ� 38,- Marl. Klein« Wcblehler 3x4 39.- Marl. 1» Qualität 2X3 1» Qualität 2-4x3zz In Qualität 3X4 Keiner. Berlin, Botsdamcrstrahe 2Lli bausnuininer beachten.______ geib-Iton, Geleaenbeitskäufe� und an. dere Markenkanicras, Prismenaläser lvottbilliq. aus Berfteiperungen itam. mend Pboto-Täuber. An der Svan» bauer Briicke 8 lBahnhot Börse).• ;8,— Marl 55,— Marl. 85.— Marl ' LrkleiäurißZbtüclik. A�eke U5v Denia aetraaene Kavalierqarderobe don Millionären, iierzten, Anwälten lsabelhatt billige Preise. Smv'ebl« Taillenmäntel, Paletots. iZrails. Tmo» tings. Debrsckanziiae, Hosen, Luort». 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Ein Haken krümmt sich beizeiten. von der Berliner Ortsvenvaltung des Deutschen Metallarbeiter» verbautes wird uns geschrieben: In Berlin tobt zurzeit ein wilder Rohrlsgerstrett. Die Gruppe Niederkirchner, die sich aus Befehl von Moskau vom Deutschen Metallarbeiterverband getrennt hat, will in einer„Durchbruchs- schlachl* ihre Existenzberechtigung beweisen. Niederkirchner, der heut« alle, die sich an seinem wilden Streik nicht betelligten, als„Streikbrecher"' bezeichnet, hat selbst im Jahr« ISllS Streikbruch verübt. Damals war der Tarif- vertrag für das Rohrlegergewerbe abgelaufen. Ein neuer Tarif- vertrag sollte abgeschlossen werden. Ein« Gruppe der damaligen Rohrleger und Helfer war unter Führung von W i e s e n t h a l— zu der auch schon R i ed e r k i r chner gehörte(früh übt sich, was ein Spalter werden will)— vom Deutschen Metallarbeiter- verband abgesplittert worden. Die damalige Wiesenthal-Gruppe hatte mit dem Arbeitgeber- verband einen Tarifvertrag äbgefchlosien. In diesem Tarif- vertrag war die Akkordarbeit eingeführt und eine ganz minimale Lohnzulage von 2% P f. gewährt worden. Der Deutsche Metallarbeiteroerband, der Berband der Kupferschmied« und der Zentralverband der Schmied« hatten eine gemeinsame Dersamm- lung nach dem Friedrichshain einberufen. In dieser Ber- sammlung wurde mit gewaltiger Mehrheit beschlosten, das Verhandlungsergebnis abzulehnen und am 1. September 1908 in den Streik zu treten. Di« Wesenthaler aber, bei denen Niederkirchner war. hatten das Derhandlungsergebnis auf Dorschlag Wiesenthals angenommen. Die in den drei freien Organisationen organisierten Arbeiter legten die Arbeit am 1. September 1998 nieder. Die Gruppe Wiesenthal-Niederkirchner verlangte von ihren Leuten, daß sie die Arbeit ausführen müssen. Noch mehr! Es wurden auch noch von dem Arbeitsnachweis der Wiesenthaler Arbeitskräfte dorthin vennittelt, wo Arbeiter der freien Organisationen d i« Arbeit eingestellt hatten. Auch Niederkirchner hat damals feine Arbeit treu und brav weiter gemacht und hat sogar einen Helfer bekommen, der als Streikbrecher vermittelt wurde, weil sein ehemaliger Helfer die Arbeit eingestellt hatte. Niederkirchner war also damals Streikbrecher. Und heute? Der Deutsche Metallarbeiterverband hat mit Zu- stimmung der organisierten Rohrleger und Helfer«inen Tarifvertrog abgeschlossen. Gegen diesen Tarifvertrag führt Niederkirchner angeb» lich«inen Kampf. Er verlangt vom Arbeitgeberverband, daß die Löhne, die vom DMB. mit dem Arbeitgeberverband vereinbart worden sind, um ö Pf. pro Stunde erhöht werden. Im übrigen sind die Forderungen, die von feiten Niederkirchner» aufgestellt werden, bereits alle in dem vom DMV. abgeschlostenen Tarifvertrag v e r- w i r k l i ch t. Nur eine Sonderbestimmung fordert der„revolutionäre" Niederkirchner: Wenn sich Streitigkeiten aus seinem Tarif- oertrag ergeben, soll nicht die Kraft der Arbeiter entscheiden, sondern das Arbeitsgericht Berlin. Ist das nicht außerordenllich „revolutionär"? Der Deutsche Metallarbeiterverband hat 28. Mai 1929 einen rechtsgültigen Tarifvertrag abgeschlossen, der am 31. August 1929 für allgemeinverbindlich erklärt worden ist. Der Metall- arbeiteroerband und seine Mitglieder stehen zu ihrem Wort. Der Streikbrecher Niederkirchner von 1998 schitft heute Rollkommandos aus die Arbeitsstellen, wo die tariftreuen Rohrleger und Helfer arbeiten, um sie unter dem Druck des Terror» zu zwingen, sich seiner Bewegung anzuschließen. Der Führer der Bewegung von 1998, Wiesenthal, wurde vom Verräter zum Betrüger. Er hat jeden Tag die freigewerkschaftliche Organstation beschimpft. Die Kollegen, die Niederkirchner mit seinen Getreuen täglich beschimpft, werden am Abschluß des Kampfes ehrtichvor der Arbeiter- schaft Zeugnis ablegen können. Durch Lügen, Der- leumdung und Terror ist noch nie ein« Bewegung groß geworden. Die organisierte Arbeiterschaft Berlins rufen wir aber aus: Schützt die tariftreuen Metallarbeiter und Kupserschmiede gegen den Terror der Kommunisten und den Streikbrecher Niederkirchner! Keinen Pfennig für die Sammellisten der IAH., denn jeder Groschen, der auf einer solchen Liste gezeichnet wird, wird gegen die organisierte Arbeiterklasse verwendet, wird vor- wendet, um die Front der organisierten Arbeiter zu zersplittern und dem Unternehmertum immer mehr Kraft gegen die Arbeiter zuzuschieben. Hoch die Solidarität! Kamps gegen den Terror. Geschlossene Abwehrfroni! Kundgebung der christlichen Gewerkschasten. Zraakfurl o. Ifi. September.(Eigenbericht.) Der l Z. Kongreß der Christlichen Gewerkschaften Deutsch- lands wurde am Sonntag mit einer Aestsihung von Lern- hord Otto- Verlin eröffnet, von stürmischem Beifall begrüßt. nahm Reichsarbeltsminisier Hl i s s e l l namens der Bcichsregierung das Wort. Er erklärte, daß die Gegner der Sozialpolitik bei ihrem Angriff auf die sozialen Einrichkungen der Ar- bcitrrschafl aus deren geschlossene Abwehrsront stoßen würden. Alles Trennende zwischen den Gewerkschaftsorgani- satiotun der verschiedenen Richtungen müsse zurücktreten im kiamps um die grundsätzlichen soziolposilischen Forderungen unserer Tage. Gewerkschaften aller Richtungen haben sich von vornherein dazu bereit erklärt, an der Beseitigung vorhandener Mißstände in der Arbeitslosenversicherung mitzuarbeiten. Sie haben diese Absicht auch in die Tat umgesetzt. Auch in den Zielen, alle anderen Angriffe gegen die Grundlage der Sozialversicherung abzu- wehren, ist unter den Gewerkschaften«ine verschiedene Meinung nicht zu verzeichnen, nur in den Wegen, auf denen dieses Ziel am besten zu erreichen ist, gingen die Ansichten auseinander. Die Beratungen über eine Reform der Arbeilsloscnverfichernng sind noch nicht abgeschlosten, ich habe aber Berlin mit einem ge- wissen Optimismus verlassen, daß die Bciatungen doch noch zu einer tragbaren Lösung führen werden. Eins kann man jetzt schon mit Sicherheit sagen. Gerade die Beratungen über«in« Reform der Arbeitslosenversicherung haben mit Deutlichkeit gezeigt, wie fest der Bersicherungsgedant« im deutschen Volk« und in der deut- schen Arbeiterschaft verankert und wie wenig die Avbeitnehmerschaft gewillt ist. daran rütteln zu lassen. Wissell schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, daß sich die Gewerkschaftsreihen, die Träger des neuzeitlichen Kollektiv- arbeitsrechts, zum Wohl« der Gesamtheit des Volkes immer enger zufammeistchließen. Nach dem preußstchen Wohlfahrtsminister Dr. Hixtsiefer und dem Frankfurter Bürgermeister Graef sprach Reichsver- kehrsminister Dr. Stegerwald. der die Arbeiterschaft auf- fordert«, wachsam zu sein, damit tw Kräfte nicht siegreich eien, die gegenwärtig dabei sind, den alten Privilegienstaat wieder aufzurichten. Politische Demokratie laste sich nicht mit Wirt- schastsautokratie verbinden. Der von etwa 399 Delegierten gebildet« 12. Kongreß des Ge- samtverbandes der chrsttlichen Gewerkschaften tagt mit schwarzroi- goldenen Fahnen. Am Montag erstattete der Borsitzend« des Der- bandes Bernhard Ott«- Berlin den Lorstandsbericht. Er bezeichnet die Entwicklung der chrsttlichen Gewerkschaft»- bewegung, wenn auch forstchreitend, so doch nicht ganz zufriedenstellend. Es sei nicht zu verkennen, daß im Zeitalter des Kollek- rivismus eine Minderheitsbewegung, wie sie die chcsttliche Gewerk- schast darstell«, aus schwierigem Terrain zu kämpfen Hab«. Angesichts der Zunahm« der weiblichen Erwerbsarbeit müste ein erhöhtes Augenmerk auf die Frauenpropaganda gerichtet werden. Gleiches gelte jür die Jugend. Die Gegen st römung gegen di� Sozialpolitik sei in Deutschland in den letzten Jahren stärker geworden. Was insbesondere in dem ungewöhnlich harten und strengen Winter an übertriebenen falschen und gehässigen Darstellungen über die Arbeitslosenversicherung in der Oesfentlichkeit ver- breitet worden wäre, könne nicht mehr überboten werden. Obwohl die christlichen Gewerkschasten durchaus bereit seien, an der Beseitigung von wirklichen Mißständen mitgu- arbeiten, würde jedoch darüber kein Zweifel gelassen werden, daß an der Grundlage der Arbeitslosenversicherung die christlichen Gewerkschaften nicht rütteln lasten. Di« äußere Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens fei stärker auf den G« me i nfcha f tsg e da n k en abgestellt. Trotzdem fehl« es aber im Gemeinschaftsleben an dem notwendigen sozialen :;~—----- so y die Gesundung nicht dadurch herbeizuführen, daß das Rad um Jahr- i e i st. Wenn auch die Wirtschaft schwer zu kämpfen Hab«, so sei zehnte zurückgedreht werde. Anschließend sprach Janssen über.Die organisatorische Ge- meinschastsarbest in der chrststichen Gewerkschaftsbewegung". Der Redner befaßte sich dabei u. a. mit der bisherigen o r g a n i s a- torischen Form der chrsttlichen Gewerkschaften und kam zu dem Schlüsse, daß diese Form nicht mehr der Zeil enstpreche. Der Redner entwickelte dann die Notwendrgkeit der Anstellung von Kartellsekretären. In der anschließenden Diskussion wird von den einzelnen Red- nern für und gegen die Ansicht Ianstens gesprochen. Fabrik-, Texstl- und Transportarbeiter teilen sie, während sich vor allem die' Bergarbeiter dagegen aussprechen. Einig« Diskussionsredner sordern schärfere Stellungnahme gegen die freien Gewerkschaften. bleute obevä?>/, lübr. Musikeraffle. K«1»ct- Wilhelm-Strnbe 31 aller Betriebe vertraaemieate«. GewerkediaftsfimktionAre. Reichstagsabgeordnefer Genosse Karl Llike:„Der Kampf am die Kommune." Anspreche der Genossin M.Wurm, M. d.R Diskussion.— Parteibuch und Funkilonfirkarle legitimieren Keger Besuch wird erwartet. Das Betriebssekretariat. Hin und wieder hört man auch die Klage.über die furchtbar« Minderheitsbewegung", die die christlich« Gewerkschaftsbewegung darstellt. Ein Vertreter der Bergarbeiter macht dem Vorstand Bor- Oer Musikerstreik im Beba-Palast. Verhandlung vor dem Arbeitsgericht. Heber den Streik der Musiker in den Bsba-Palast-Lichstpielcn „Atrium", Wilmersdorf, Kasterallee 178, haben wir unsere Leser am Donnerstag und Freitag unterrichtet. Am gestrigen Montag gab dieser Streik Anlaß zu einer Derhandtung vor dem Arbeits- g« r i ch t. Der Deutsche Musikerverband läßt vor dem Beba-Palast Hand- zettel verteilen, in denen dem Publikum von dem Streik und seinen Ursachen Mittellung gemacht wind. Die Berbreitung dieser Zettel will der Unternehmer des Beba-Palaftes durch einen Beschluß des Arbeitsgerichts verhindern. Deshalb hat er den Erlaß einer ein st weiligen Verfügung beantragt. Als Vertreter des Beba-Palast-Unternehmers war Dr. Fried- mann vor dem Arbeitsgericht erschienen, derselbe Dr. Friedmann. der sozusagen als unfreiwilliger Urheber des gegenwärtigen Streiks anzusehen ist, denn er hatte als bevollmächtigter Bertreter des Beda- Palastes«ine Dereinbarung mit den streikenden Musikern ab- gefchlostsn, die von dem Unternehmer nicht eingehalten wurde, weil Dr. Friedmann sein« Bollmacht überschritten habe. Begreiftich, daß die Vertreter des Deustchen Musikerverbandes nicht geneigt waren, mit einem Unternshmervertreter vor dem Arbeitsgericht zu verhandeln, mit dem sie eine so üble Erfahrung ge- macht hatten. Sie lehnten also die Zulastung Dr. Friedmonns ob mit der Begründung, er fei nicht Angestellter des Derbandes der Lichtfpielcheater Berlins und die Beba-Palast-Lichstpiele seien nicht Mitglied dieses Verbandes. Das Gericht stellte fest, daß die Beba-Palast-Lichstpiele „Atrium" zur Zell der Stellung des vorliegenden Antrags noch nicht Mitglied des Verbandes der Lichstpieltheater waren, besten An- gestellter zu sein Dr. Friedmann behauptet. Ob er es wirklich ist. braucht das Gericht nicht zu prüfen, denn selbst wenn er Verbands- angestellter sein sollte, darf er«in Richtmitglied mcht vertreten. Aus diesem Grunde wurde Dr. Friedmann zurückgewiesen. Da kein anderer Vertreter des Beba-Palastes anwesend war. wurde ein neuer Termin zur sachlichen Verhandlung auf Dienstag, 2 Uhr. festgesetzt.___ (Spaltung der(Spalter in Krankreich. Die llnorganisierten das Zünglein an der Waage. Ueber die Tagung des französischen kommunistischen Gewerk- schaftsbundes berichtet unser Pariser Mitarbeiter u. a. folgendes: Der Kongreß hat nach der Vorstandswahl mit einer bezeichnenden Aktion begonnen: Di« Oesfentlichkeit wurde strengstens ausgeschlossen. Hinter verriegelten Türen begannen die Auseinander- fetzungen zwischen Mehrheit und Minderheit. Ueber hie Debatte liegt nur der tendenziös« Bericht der„Humanite" vor, in dem selbstverständlich sämtliche Redner der Minderheft auch— lächerlich gemacht werden. Die„Humanite" berichtet triumphierend, daß die Minderheit ständig mft„b e i n a h e r Einstimmigkeit" geschlagen worden sei. Insbesondere sei ihre Opposition gegen die Anwesenheit der Unorganisierten nicht durchgedrungen. Man habe vielmehr erreicht, daß über diese Frage erst am S ch l u ß des Kongresses abgestimmt werde. Das sei ein entscheidender großer Sieg! Ein nicht minder großer Erfolg sei es, berichtet die„Humanitä", daß die Minderheit beschlossen habe, sich zu einer Sonderfrottion zu organisieren. Das sei nur logisch: denn so werde eine reinliche Scheidung erfolgen. Ein« faule Eule. Ein Berliner Montagblatt meldete gestern, daß zw stehen den betelligten Stellen Verhandlungen über ein« all- gemein« Kürzung der Deamtengehälter schon für das' nächste Etatsjahr gefuhrt würden. Selbstverständlich entbehren diei« Nachrichten der Grundlage, «iederschlnewe�e. Iftatti»»«>«rlammtn»a btt SPD, mit SorttpatfuRftentyn eB« RiederichSnewkityr Betrieb« tiniel beute, I6Vi Übe, im Lokal Nlalter. man», TScilienstrabe. statt. Referent Denasse Emil Bartb spricht über»Unser AufbenP. 01 werlschaft KreteGewerkschafts-Iugend Berlin. Heut«, Ditnstea, Ubr. tage» folaend« Truppen: Kumbaldt: Ziixendbeim Traun. Ecke LartzinastraRe. Partraa:»Das Betriebsräte- ? lesest".— Spaaban: Städt. Iuaendheim Linbcnuser l. Partraa:»Tc» tliche ktampfmcttioben".— Mariendars: Iuaenbbeim Darsstr, 7, Alle lnsere Taaespresse". Werbeabend. Ätufck Gruvvcnh Lustiger Abend.— SfiMtcif: Im Staunet 7» der__ ufer 24—25.«reismibchenabend. Bartraa:»Die Stelwns... ffTZ."— Spiel nnb Spart ab IS Ubr: Südwesten: Spartplast«astbachstraste, Zuaendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heut«, Dienstag, findet sslaend« Veranstaltung statt: Rardwest: ***' Suatniidm Lebrter Str. 18— IS. �stgri.Ttvain.Bdend," �urvensicher Immer wieder nennen erfahrene Kraftfahrer als Grdnde ihrer Vorliebe für den CONTINENTAL-Reifen; Lange Lebensdauer Griffiges Profil Sicherheit in jeder Kurve. Der neu« Intenüont Dr. Karl Flssch hat ein Studio für �orspielv«rsuche eingerichtet. Am Sonntagnachmittag wurden auf ein« halbe Stund« die interessantesten Szenen ausgeführt. Diesmal heißt der Versuch.Di« Flucht ins Primitiv». Der Der- fasser ist Walter Gronostey. Es handelt sich um ein Film- Manuskript, also um eine rein optische Sache, die sich für ein chö» spiel so gut wie überhaupt nicht eignet. Man findet»ine neue Kunstform dafür. Reportage trifft nicht das Richtige. Verschiedene Sprecher verteilen unter sich den Text, ein anderer übernimmt die Schilderung der Vorgänge. Stimmstärke, Tempo und Ausdruck sollen die Photomontage, den Rhythmus beim Abrollen der Bilder ins Akustisch« übertragen. Und das Wunder geschieht, daß die Spannung stärker ist als bei einer unmittelbaren, künstlerischen Formung der Vorgänge im rein Akustischen Eine die ins Kleinste nuancierte Stimmführung,«ine unerhörte Straffung des Tempos zwingen den chörer in dm Bann. Es ist ein Versuch,«in Tastm nach einer neuen Ku-nstform, die bisher für das chörspiel noch nicht gefunden worden ist. Jedenfalls zeigt er, daß man sich augenblick- lich um diese Fragen bemüht. Sonst bringt das Programm sehr »jsl Musik und auch gute Musik. Am Abend„Suiten" unter SeiUer-Winkler und in den frühen Nachmittagsstundcn ein aus- gezeichnetes Balalaikakonz«.t der Kapelle M i ch a i l o w f k i. Jnter- essant mar die Gegenüberstellung der beiden großen Tenoristen Caruso und Gigli im Schollplattenkonzert. Caruso, das dra- matifche Genie, dos explosiv« Temperament, und Gigli, der Lyriker, der sich am wohlsten beim ruhigen Airsspinnen einer gefühlsgesät- tigten Kantilene befindet. Dr. Friß Schweifert spricht am Montag über„Die Kulturrevolution in der Sowjet-Union". Es ist ein Quer- schnitt durch die geistigen Bestrebungen im modernen Rußland. Es ist kein« Kritik, �auch keine Lobeshymn«, sondern eher eine fach- ljch« Feststellung. Schweisert würdigt wenigcr die bisher erzielten Resultate als den Willen, das Volk aus seiner Dumpfheit zu er- lösen. Das InterSiem der Woche findet diesmal zwischen chedwig W o n g« l und Fred childenbrandt statt, anschließend an die finanziellen Schwierigkeüen. in die das Heim der Frau Mangel in Storkow augenblicklich geraten ist..Hedwig Wang«! schildert da- in erster Linie die Art, in der st« ihre sogial« Arbeit an den »ntlasienen weiblichen Strafgefangenen Hot. An ein paar Internationalen Programmaustausches wird aus Budapest ein Symphoniekonzert ungarischer Komponisten über- tragen. Auf dem Programm stehen eine Suite von Bartok und «inc Symphonie von Dohnanyi, modern« Kompositionen, die sich oder niemals von der Melodie völlig lossagen. Die Uebertragung verläuft störungsfrei.___ F. 5. wcllcrdcrichl der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umaezend fRachdr. vcrb.) Trocken und ziemlich beiter, am Tage etma« wärmer.— jflt Leulfchland: Im ganzen Reich tagsüber meist heiter. In den Morgen- und Abendstunden strichweise etwa» neblig, nachlS überall lübl, im Osten Stachtsroftgesabr. am Tage etwa» wärmer als am Montag. Liaseadmraen für dies« Rubrik find «,rli» S««8, Lindenftraß« 3, parieinachn'chien �§0* für Groß-Verlin stet» an da»««zirkiselrrtartal 2.Haf.5- , 2 Treppe» recht» za richte». Achtung, Funktionäre! Die Sammellisten für die Stodtverordnetemvahl lstSst sind allen Abteilungskossierern bereits zugestellt worden.— Die politische» Vertrauensleute der Betriebe werden hierdurch ersucht. die notwendig« Anzahl Listen sofort bei den Kassierern abzuholen und mst dem größten Eifer darauf zu sammeln. I. 2L:»lex Page!». f* I. fttei» Ritte. Brate. Dtc-ztag, 17. Srptemd«. Sisare de» traxittrttx streisaorftaade» bei Ziobrohlaw, SwtueiaLrdri Str. U, pürttltch>» Uhr. Ltellnuanahm« zur staudidatenauistellu-q. ». Itrrt» streuzbera. Mittwoch. 18. S-ptember, 18 Uhr. Sezirksverfaaimlmla im arogen Sidungssaal. Borckstr. U. SaWarten um X7H Ubr am Sin- flaitfl zur Tribüne. ö. fttti» Kri-drich-daiK. Mittwoch, 18. September, 13V» Uhr. in Schmidt» Gesellschaftsbaus, lsruchtstr. Wo. Krrisvorstandsliduna mit dem Siebener. Auischub und allen Abteüunasleitern. I. greis Wilmeredvrs. Zum Gedenken an da» Wiährtae ZnbilSnrn der 2BJ. findet heute, Ticnstaq, 17. September 20 Uhr. eine Jtni»- mitaUebczsctsammlung im Vittoriaaarte», Wilhelm»»»« Iii— 115, statt. Außerdem spricht Genosse Sieichetoasabgeordueter Kranz Künstler über .....>te und die politische» Folgen-. Bach. mitznbriugc». . Weihensee. Mittwoch, 18. September, 13VH Uhr, Im Ealal .8»» Pferde markt", Schönstrah«,«rel-oertreterpersamrnlnng, Bor- trag:„Tor Voung-Plan and die politisch« Lag«-. Referent: Kurt Seiaig, R. d. Zt. heule. Dienstag. 17. September. Zi. Abt. Di« Gruppenführer werden ersucht, sofort dl» Sammellisten Zur Stadtoerordnetenwabl vom Abtcilungokasiicrer abzuholen. Morgen, Mittwoch. 18. September. 23. Abt. ISVh Uhr stusaunneniunft junger Parteimitglieder im Sporthail» des Volksparkes Siehberge. Bortrag:..Die Viogranim- dir bürgerllchen Par» teien". Referent: Dr. Reamann. Zur selben geit Bersanunlung der B». qmtengenossen bei Grunwald. Kameruner Str. 13. Tagesordnung:»B«. amten und die Äonnnunalwablen-. Referent: Stadtrat Pfeiffer. 32. Abt.?v Uhr iZahladend der Bezirke 304 und ZW im Lokal SchrSter. " iÄeU" Friodrichofeloer Str. 24. Dortrag: �Lohlfahrtopfleg«-. Referent: Stadtrat Wilhelm Mann. Der Iahlabeud der Gruppe Klnge findet am Donurr». in. tag, dem 13. September, 20 Uhr, bei Valentin, Krautstr. 3». statt. Abt. 20Vi Uhr bei Keusner, Sagelberger Str. 20». Funktionitrsthung. Sämtlich« Funktionäre iniissen«rschemo«. 4). Abt. SO Uhr bei Lipfert, Waricndorfer Str. 8, Gihung der Kreiobelegierten mit der Ahteilnngolritung. 40. Abt. Sch-verhörige. 20 Ute im Zngendheim, Linbenstr. 4.». 1 Trp.. Mit- glledernersaminluaa. Sortroa de, Genosse» Gruft Ren man». Alle Mit, glieder, vorwärtoleser und Srmpatbisterenden sind dazu eingeladen. 74. Abt. steblendors. lss� Uhr Mitgliederoersammlung im Lokal Kaiserhos, ZlraKe. Tagesordnung:„Unsere Ardeit in der Kommune". Referent: Sidtorb Draemert. Aufstellung der Kandidaten zur Stadt- oerordnetenwahl. 33.«dt. Lichtericldc. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei ftoihim. BSkestr. 7. Dortrag:„Die EDD. im Kampf um da« rot» Sau»". Referent! Stadtrat Siegsried Scrmr.-. Ausstellung der. Kandidaten. 83. OGt. Mariendorf. 20 Uhr in der Schulaula Königstraße Mitglied»«)«. sammlung. Dortrag:„Aktuelle Rechtsfragen". Referent: Kurt Kiehmann. Aufstellung der Kandidalen für die Stadtverordnetenwahl. Renkillln. 02. Abt. DilnkUIch 20 Uhr wichtig« Mitgliederversammlung in den Daffage-Sglen, Bcrgstr. 151. Tagesordnung:„Unsere. Stellung im Wahl- kämpf". Referent: Hermann Harnisch, M. d. L. Benennung unserer Dor- bestdnMt mich sSnHVch m SS. Abt. 194 Uhr bei S. gliedern erlaurmlii ng. Dortiao ...»orrvag.. M Stadtverordneter Paul Robinson. Aussprach«. Ausstellung der Kandidaten. Wahl dor Delegierten zum Parteitag. Abteilungsangelegenheiten. Der. 100. Abt. Friedrichshage». 20 Uhr im Lokal Stadttbeater, am Marltplaß. Met- aliederoersammlnnq. Tagesordnung: 1. Dortrag de» Stadtverordneten und Direktor» der Debag Genossen Gutschmidt über das Thema:.Da» Woh- nungsorodlem der Stadt Berlin". 2. Bericht vom«reis, und Abteilung«. vorstand. 8. Aufstellung der Kandidaten zur Stadt, und Bezirksoerorbnet-v- Versammlung. 128. die 130. Abi. Pankow. 19 Vj Uhr in Lindners Konzerthau», am Marktolab Mitglied- rverswnmluna. Aufstellung der Kandidaten zur Stadtver. orÄNttttuosö!. 183. Abt. Tegels ri. 20 Uhr Kahlabend im Lokal Schah n. vortrag de» Bezirk» verordnete» Genossen Baupt über:.Unser« Arbeit im bezirk". Irauenverauslaltungeu. . Krei, Lichtenberg. Donnerstag. IS. Sepie....... Möllendorfstraße. Sißungslaal 26, Krei»frau«nadend. Dortrag:.Der Kampf um d:e Ardeitslosenpersicherung-. Rrferent wird am Donner». tag bekanntgegeben. 85. und 80. Abt. Tempelhai und Mariendorf. Donnerotag, 13. September. 20 Uhr. bei Pommerening. Tempelhof, Berliner Str. 100, Bortrag:.Der Kampf um die Arbeitolofenversscherung-. 188. Abt. Sermoborf. Leute. Dienstag, 17. September, Besichtigung der Ausstellung in der Tüchlerschule Straßmannstr. 3. Wir treffen un» um Gndhaltestell» de» Autodu» Linie 15, Reue Bismarck, ff»ff 10 Uhr an der. Berliner Straß«. Zungsozialisteu. Genossen sind freundlichst«ingelaben. Grnpp« Bohnobors. Seute. Dienstag. 194 Uhr. im Zugendheim Wachtel. Kraß« l. Bortrag:..Mndbolztrust-. Gast« willkommen. Srnpp« Tempelhol.Maiicndors. Leute, Dienstag, fällt der Seimabend au». Die Tempekhofer beteiligen ssch an der Mitglieberverfarnmlung der Dart«>. Achtung! vir mache» HI, Senpve» aus die am 21. und 22. September stattfindend« Gankonferenz bei Berlln-Brandenburge, ZnngsoziaNsten t» der Zugendberbeege Bobltg(Snrrervaldl ausmerkfam. Jede Grnvp« e»ts-»l>»t zwei Delegierte. Adresse» nnd Rom«» umgebend angeben o» K. Bar». Antwerpener Straß« 43. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groß-Lerliu. Krei» Renkölln. Leute, Dienstag. 194 Uhr. in der Baracke Sanghofer- straß«. außerordentlich« Generalversammlung. Tagesordnung: l. Neuwahl de« 1. und 2. Borssßenten(Bildnngsobmanno und Materialperwalter«). 2. Kelter. schul»»«. 8. Kinderfest am 22. Lepiember. Geburtstage. Jubiläen usw. 14. Abt. Unserem liebe» Genosse» Pank«raseman», Smiuemönder Str. 54 zu seinem am 15. September stattgefnndeoen Parteijubiläum die herzlichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation Ichlüge für die Kommunalwablon.ii Uhr OertaufmaDii tod Berlin Metropol-Tli TägL S'h Uhr Narietla MntlS v. osßar Simoj Käthe Do rieb Michael Bohnen Lastspielhans Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 TSglich 8i/i Uhr Grand Botel Lustspiel von Paul Frank TfImod-TL�T Täglich 8'/« Uhr DcrgrlnsUpIaleTtolc Das kommt doeb alle Tage ror Johannes Riemann. Vilma t. Aknay, Max Landa.LotteKlInder Vorverkauf auch im Pavillon der Reln- herdtbühnen, Kurfflrstendamm. Ecke UhlandstraB« Bismarck 448449 Dentsftes meatei v.>. SU, Norden 12310 Ende gegen 1 1 Die Flsdemsns Musik v.Joh.StrauS. Regie: Max Reinhardt. Dirigent E. W. Korngold. Ausstatte. U Kainer Haminerspiele D.I. Norden 12 310 S'h.Ende gegen 10>H Der Onviderstehliche Komödie von Odraldy und Spitzer Regle: Gustai QrDndgens Die Komödie J1 Bismck.2414/7S16 8Vi Uhr Ende geg. KP- Uhr «oworisge Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Rose- Theater. QreheFraakterterSlr.tlä. Bestellkasse: Alexander 3422 Täglich 8.15 Uhr Die Weber Schauspiel in 5 Akten von Gcrhart Haaptmeiu) Regie: Paul Rose Jeden Sonnabend 5.00 Uhr und jeden Sonntag 2JO Uhr schneewinchen er. AQsstattungsmarchen CASINO-THEATER Lothringer Strohe 97. TagUdi SV« Uhr aar neue Eronnunss-sckiaser Wem oeliin moln Maiml Dazu ein erstkl. bunter Test. Für unsere Leser Gutschein fstr 1—4 Personen Fanteni) nur 1.25 M, Sessel L75 bL, Sonstige Preise; Parkett u. Rang OAO M Dienstag, 17. September i 3 Uhr. Sarnovsky-Efllioeii Theater In der XSniggritzer StraBe 8V. Uhr Banoibal ante portat Kemödienhaue Täglich«Vi Uhr taiüiiys im® siDyiebestea Lustspiel von Julius Berstl Lessing-Theater Norden 10844 Gruppe lunger Schaarplder Täglich 8Va Uhr CysnKali § 218 von rnednm von Direktion Dr. Robert Klein Beaisehes Künstler-Theater Barbarossa 3937 Täglich S1!» Uhr Sie andere Seite von R C Sherrltf Regie: HeinzHiipert Berliner Theater Dönhoff 170 Täglich 8V« Uhr Zwei toatteo von Georg Kaiser Musik: Miseha Spoliansky Regle: Forster Larrinaga Philharmonie 8 IL ErSifoflogs-Som des Philhann. Orch. lllrig. Prot. L Pruvci Beeth.-Braiis-lüi. Violin>Konz. D-dur- Beeth.(Hanke) 4. Sinfonie E-raoll- Brahms T&eoi Heestens Täglich 8>i. Uhr Operette von Ottenbach Sonn ab. u. Sonntag nachm. 4 Uhr Lahara Wctterf olg I FricdertKe Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8V» Uhr Max Adalbert Clubleute Tiieai.aniKona.rer Kottbusser Str. 6 TägUBUhr auc- Sonnt. nacdm.sv. Eilie- Mnder Das Seoleoider-Sldlogor Ptjgragis�� PUmelartum »»W>» am Zoo w (irlän:. ,'uddmtbalu itnSc B.5 Barbarossa 5578 Ift'/i Uhr Hertnt- abendeam Sternen htmmal IS1/« Uhr 81» an dl« Grenzen dor Welt 20'/4 Uhr Räteel de Slaraeniic.'itsa Tägl. auSer Montags u. Mi in». Erwachs. 1 Mk, Kinder 50 Pt Mittw..- Erwachsene 50 PL Kinder 25 Pt RBlcHBhallen>Theatep_ Abends Q Sonntag nachm.| Fest-Prog ra m m I »M ü M Nachmittags halbe Preise, das voll« Fest-Programm Biilettbest. Zentrum 11263 Dönhoff- Srottl: 10 Spezialitäten! ar-Orehoster.— Tanr. doppelt so guf Das Gute zum Guten, um Bestes zu bieten! Roma-Qualität- Blauband- Qualität. vereinigt zur Höchst- Qualität: Pama im Blouband doppelt so gut. i Pfd 50 PFg mit Sonontls-Aehon IS' Msd« OMsttSt Ein Geheimnis? HälinQf! Neue KrafSI Man kaut deute aar noeb nOkasa"(naeh Gehelmrat Dr. read. 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