BERLIN Dienstag 17. September 1929 10 Pf. Nr. 436 B217 46. Jahrgang. erscheint tSpltch an ßer Senntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. DejugSxrei» beide Ausgaben ssPf. pro Woche, s,eo M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW SS. Lindenstr.S nV)fu>wd6 l ateigenpret«: Die einspaltige Nonpareilleteil« 80 Pf., Reklamezeile SM. Ermäßigungen nach Tarif. ostscheckkoat»: VorwärtS-Verlag G. w. b.H., Berlin Nr.»7SZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis«n Katastrophe m öer E>chute. Vierzig Kinder verunglückt, weil das Treppengeländer brach. New York. 17. Septewber. In der altem jüdischen Schule des Stadtteiles B ro nx ereignete sich gestern ein schweres Unglück, bei de« mehr als dreißig Kinder verletzt wurden. 3n der Schule, einem alten Holzgebäude, war eine Ailmschau für Zugendliche angesagt. Der Andrang war so stark, dah schließlich 500 wartende Kinder die Vorhalle füllten und den Zugang sperrten. Als nun die Tür nach außen geöffnet werden sollte, wurden die in den hinlerreihen stehenden gegen die Treppe«. g c l ä n d e r gedrückt, die zusammenbrachen. Ueber dreißig Kinder stürzten etwa fünf Meter hinab. Viele wurden l e b e n s- gefährlich verletzt.» Dunkelheit vermehrte die Panik, in der noch eine große Anzahl weiterer Knaben und Mädchen Verletzungen davon- trugen. Aachtfchnellzug Rom-Morenz entgleist. 13 Personen verletzt. Mailand, 17. September. Der Nachtschneslz'ug Rom— Florenz ist im Bahnhof von C o r l o n a infolge falscher Signal st ellung in einen Güterzug hineingefahren. 10 IVagen und die Lokomotive e n t- gleisten. 7 Güterwagen wurden vollständig zertrümmert. 30 Reisende, darunter der faschistische Parteisekretär von Florenz. haben Verletzungen erlitten, ebenso Z Mann des Personals. / Der Sachschaden ist bedeutend. 20 Todesopfer der Grube. Man befürchtet neue Explosionen. Saarbrücken. 17. September. Die Zahl der bei dem zweiten Explosionsunglück auf der Grube Charles Setölelen hat sich nunmehr auf 1 Z er- höht, die der verletzten beträgt 26; als vermißt sind noch drei gemeldet. Man nimmt an. daß diese drei Verchißlen ebcnsal�. getötet worden sind. Einschließlich derjenigen der ersten Katastrophe vom Sonntag sind bei den Explosionen ins- gesamt 20 Personen getötet, worden, während die Gesamtzahl der vermißten Zl beträgt. Da man-ine neue Ex. plosion befürchtet, ist es nicht möglich, die Ausräumung». arbeiten geuügcnd rasch zu fördern und die noch unter den Trümmern Befindlichen zu bergen. Das weite Gcubengeländ« ist non Militär und Feuerwehr abgesperrt. Der Brand im Schacht scheint erloschen zu sein._ Ooppelverbrechen bei Leipzig. Ein Pianist erschossen, ein Madchen vergewaltigt. Ein furchtbare» Doppeloerbrechen. das von unaussprech- llcher Roheit des Täters zeugt, wird der Berliner Kriminal» polizei aus Leipzig gemeldet. Dort hatten am Montag der Pianist Kurt Müller und«in ihm befreundetes junges Mädchen ein« Radtour nach der Baalsdorfer Flur unternommen. Gegen 8V2 Uhr lagerten sie an einem Feldrain. Ein.unbekannt gebliebener Mann belauschte ihr Gespräch und stellte sie plötzlich zur Red«. Als Müller sich sei» Benehmen verbat, zog er einen Revolver, schoß dem Pianisten eine Kugel in den Kopf und oersetzte ihm außerdem«inen Messerstich in die Brust Müllerbrach auf der Stelle tot zusammen. Das fliehende Mädchen oerfolgte der Mörder, holte es«in. schleppte es in«in Feld und t a t ihm hier G e w a l t an Der Verbrecher, der entkommen ist, war etwa 23 bis 24 Jahre alt, 1,70—1,75 Meter groß, hatte blasses Gesicht mit vor. stehenden Backenknochen, langes, schwarzes, struppiges Haar und trug dunklen Anzug und spitze braune Schuhe. Auch Hamkens gesteht! Er wußte von den Attentaten. aus Be- i« 117 Toke an der Mondschurei-Grenze? Reuter drahtet u Mulden, daß nach zuverlässigen Meldungen während der Z schichung der Stadt S u f e n h 0 oni 9. September 117 Z i v listen getötet und noch mehr verwundet wurden. Die Truppen, di- in gut geschützten Stellungen untergebracht prnren, hatten verhältnismäßig unbedeutende Verluste, Altona, 17. Geptember. Der i« Zusammenhang mit den Sprengstoffanschlagcn verhaftete Landvolksührer Wilhelm Hamkens hat seine Mitwisserschaft bei den Bombenanschlägen eingestanden. Tic Zeitung„Das Landvolk" hatte bisher jeden Zusammenhang zwischen H a m k e n s und den Attentaten entschieden be st ritten. Die Liste der Lleberführten. Di« 21 in Allona unter dem verdacht der Veleilignng an den Sprengfiossaltenlalen inhaftierten Personen sind in einem dem fahr- planmäßigen Hamburger Zuge angehängten Sonderwagen um 12.45 Ahr hier eingetroffen. Sie wurden unter Bewachung einzeln au» dem wagen geführt und in 21 Droschken nach dem Unter. suchungsgefängnis Moabit gebracht. Zu ihrer Abholung waren Be- aml« der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums nach Allona gefahren, und ebenfalls durch Beamte der Abteilung I A worden sie hier in Empfang genommen. Ein starkes Aufgebot der Schutzpolizei sorgte dafür, daß der Abtransport sich völlig reibungslos abspielte. Es handelt sich um folgende Personen: Polizeihauptmann a. D. Hans Nickels aus Heide, Redakteur Johannes Kühl aus Husum, Hauptschriftleiter Bruno von Salomiin aus Itzehoe, Kaufmann John Johnson aus Itzehoe, Hofbesitzer Amandus D i ck jun. aus Rönne, Syndikus Guido W« s ch k e aus Itzehoe, Neues aus Muffolinien. Oie faschistischen Parteisekretäre werden durch königliches Dekret ernannt. Bankbeamter Alfred P u nj e r aus Hamburg, Landwirt Klaus Heim aus St. Annen-Oesterfeld, Landwirt Wilhelm Hamkens aus Tetenbüll, Student�er Landwirtschaft Walter M uth m a nn aus Hamburg, Prioatie? Fritz R e h l i n g aus Mülheim an der Ruhr, Kaufmann Kurt Rudorfs aus Mülheim an der Ruhr, Konditor Anton Groß aus Mülheim an der Ruhr, Gastwirt Lothar Gengelazty aus Heide, Landwirt Amandus B i ck sen. aus Rönne, Kaufmann Gustav K u r tz e aus Blankenese, Hosbesitzer Johannes Schade aus Kathen, Landwirt Alfred Matth es aus Itzehoe, Landwirt Detlef Henning aus Oesterfeld, Kraftfahrer Marcus Lorenz aus Itzehoe, Landwirt Walter Böhm aus Altona-Bahrenfeld. Auch die In Berlin zur richterlichen Entscheidung und weiteren Untersuchung benötigten Akten und Protokolle wurden nach Berlin gebracht. Auch ein Teil der in Altona arbeitenden Berliner Beamten der Landeetriminalpolizei kehrte mit diesem Transport nach Berlin zurück. Ein Teil der Berliner Beamten bleibt jedoch in Altona, um die nötigen Abwicklungsarbeiten durchzuführen und etwa noch neue Recherchen zu machen. Die Vernehmungen vor dem Vernehmungs» r i ch t e r im Polizeipräsidium wurden heute vormittag fortgesetzt, bis zur Mittagsstunde lagen aber noch keine neuen richterlichen Eni- scheidungen vor. Wie wir hören, sind diese erst im Laufe des Nach- mittags mit Rücksicht auf das umfangreiche Aktenmaterial zu erwarten. Der Rechtsanwalt des aus der Polizeihast entlassenen Dr. Salinger teilt mit, daß Dr. Salinger, wie die polizeilichen Ermittlungen bestätigt haben, in keinem irgendwie gearteten Zu- sammenhang mit den Bombenattentaten gestanden habe oder stehe. Schützer der Pressefreiheit. Entrüstung über den Entschluß der Negierung. Die Freiheit der deutschen Presse ist bedroht— durch die republikanische Regierung— und die Deutschnationalen verteidigen sie. Das ist der neueste Film, der bei Hugenberg gedreht wird. „Ein Anschlag a u ,f die Pressefreiheit. Keine amt- lichen Inserate für die Gegner der Stresemann-Politik" lautet der Alarmruf des„Tag". Um was handelt es sich? Darum, eidlich einmal mit dem skandalösen Unfug aufzuhören, daß Behörden der Republik die Feinde der Republik finanziell unterstützen. Was wäre wohl mit einem kömglich preußischen Landrat g.'- schehen, wenn er seine amtlichen Kundgebungen im Inseratenteil eines sozialdemokratischen Blattes veröffentlicht hätte? Wahrscheinlich hätte man ihn zunächst gar nicht diszipliniert sondern ihn erst in eine geschlossene Anstalt gebracht, um ihn auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen! Die Kaiserzeit kennt keinen einzigen Fall dieser Art. Die Hugenberg-Presie tut so, als sei nicht klar, wer durch die neuen Richtlinien der Regierung getroffen werden soll und wo die Grenzen seien. Aber uns scheint das vollkommen klar. Nehmen wir z. B. einen Fall aus allerneuester Zeit. Eine Kette von Bombenanschlägen hat tiesgehende Beunruhigung her- vorgerufen. Der Polizei gelingt es, di« Verschwörung aufzudecken. Dafür wird in gewissen Zeitungen täglich in der schamlosesten Weiss gegen sie gehetzt. Sollen etwa solche Zeitungen noch von den Behörden mit Inseraten belohnt werden? Blätter, die sich bei der Behandlung der Vombenassär« etwa der Tonart der Hugenberg-Presse befleißigen auch noch mit behördlichen Inseraten zu belohnen, dos wäre in der Tat ein L?r» gehen gegen den Staat. Und solche Bergehen zü verhindern, darauf kommt es an! Neue kämpfe in Afghanistan. Die Hauptstadt des südliche» Afghanistan, Kandahar, ist von den Streitkräften des Stammes Durani ohne Schwertstreich besetzt worden. Es wird vermutc:. daß die Durani sich dem Onkel des ehemaligen Königs Amanullah, Nadir Khan, angeschlossen haben. Hindenburg ins Zuchthaus? Aeln, sagt der Reichsauöschuß- nur Stresemann' Der Reichsausschuß zur Belustigung des deutschen Volkes erlaßt ourch Hugenbergs Tel.-Union folgende feierliche Erklärung: Die Männer, die den Reichsausschuß für das deutsche Volks» begehren zunächst mit der Aufgabe der Verfassungsreform ge- schaffen haben, erstrebten und erstreben weiter mehr Macht für unseren Reichspräsidenten. Ist dem gegenüber wohl eine größer« Torheit oder Bosheit denkbar, als den gleichen Leuten die Absicht unterschieben zu wollen, daß sie unseren Reichs- Präsidenten mit einem Zuchthausparagraphen bedrohen wollten? Das Zuchthaus ist für andere bestimmt, und Lügen haben kurz« Beine. Der Reichsausschuß hat ein« lange Leitung. Niemand hat ihm die Absicht unterschoben, den gegenwärtigen Reichspräsidenten ins Zuchthaus zu bringen— dagegen ist der juristisch schlüssige Beweis erbracht worden, daß der Z 4 in seinen Konsequenzen den Reichs- Präsidenten genau so mit dem Zu chthaus bedroht wie die Reichsminister. Wenn der Reichsäusschuß beteuert, das nicht bemerkt zu haben, so ist ihm das bei den sonstigen Proben von Intelligenz, dir er bisher abgelegt hat, ohne weiteres zu glauben. Es kommt aber nicht auf die Absicht des Reichsausschusies an, sondern auf den tatsächlichen Inhalt des Gesetzentwurfs, der in seinem§ 4 den Reichspräsidenten ebenso mit Zuchthaus be- droht wie die Reichsminister. Haben die Antragsteller das nicht gewollt und den Reichspräsidenten nur so versehentlich miterwischt, dann ist ihre Blamage nur noch größer, die Zumutung, ihnen zu folgen, nur noch grotesker. Dieses Volksbegehren wird im Volksgelächter untergehen! Also sprach Morozowicz. Der Berliner Stahlhelm hat eine Kundgebung für das Hugen- berg-Begehren veranstaltet mit Hernj Morozowicz, dem Verfasser der Haßbotschaft von Fürstenwalde, an der Spitze. Also sprach Herr Morozowicz: „Aber der Jounsj-Plan richtet sich auch gegen die deutsche, germanische Rasse. Schon jetzt werden im Jahre eine'halbe Million Kinder weniger ge- boren, als vor dem Kriege. Und da soll unser Kampf keine heilige, vaterländische Sache sein?" Das Hugenberg-Volksbegehren ist der rein« Stein der Weisen— es wird sogar bezwecken, daß mehr Kinder geboren werden! Aber es ist doch anerkennenswert, daß sich Herr von Rtorozowicz so sehr um die deutsche Rasse bemüht, mit der er s o n st �nichts weiter zu tun hat. Münchmeyer— Hugenbergs Genosse. Der frühere Pfarrer Münchmeyer, der den Weltrekord an Be- leidigungstlagen hält, agitiert mit Hugcnberg gegen den Poung- Plan. In einer nationalsozialistischen Versamm- lung in Heidelberg führte er über die VeGpflich- t u n g e n des Doung-Planes u. a aus: „Eines Tages und von da an jährlich können bestimmte Mengen deutscher Jünglinge und Mädchen von der Tributbank aufgefordert werden, um sich m u st« r n und aus Exportfähigkeit untersuchen zu lassen: die bei entsprechen- dem Gesundheitszustand als exportpflichtig erkannten deutschen Jünglinge und Mädchen werden dann nach Weisung der TributbanMns Ausland geschickt. Sie haben in der Fremde nach Sklave na rt zu arbeiten, um die von Deutschland zur Reparationsleistung benötigten Devisen zu ver- dienen." Das ist«in Bundesgenosse Hugenbergs, so wird die Agitation für das Volksbegehren betrieben! Nie Wahlen in Baden. Die Koalition existiert nicht mehr. Am 27. Oktober wird der badische Laitdtag neu gewählt. Der Wahlkampf ist bereits im Gange. Wie er enden wird, ist vor- läufig auch nicht annähernd vorauszusagen. Di« politische Lag« in Baden zu Beginn des Wahl- kampfes schildert der sozialdemokratische Karlsruher„Volksfreund" wie folgt: „Das politisch bedeutungsvolle und charakteristische Moment am diesjährigen Wahlkampf ist, daß nicht nur die kleineren und Splitter- Parteien jede für sich und jede gegen alle auf den Plan treten, sondern auch die Parteien der bisherigen Koalition. D i e Weimarer Koalition hat aufgehört, zu«xistier«n. Und man darf es auch wohl ganz ruhig aussprechen, daß es gegen- wärtig in Baden auch kein Kabinett mehr gibt, sondern noch vier Minister, die in der Regel, wenn sie sich etwas zu sagen haben, dasfchriftlichund nur noch selten mündlich tun. Wir werden in Baden bei der Landtagswahl den Kampf aller Parteien gegen alle, ober wiederum auch den Kampf aller Parteien einschließlich der Extremen gegen die Sozial- demokratie haben. Zu welchem Wahlresultat und zu welchen politischen Möglichkeiten nach der Wahl das führt, ist heute un- gewiß: aber sicher ist wohl heut« schon das eine, daß es nach dem 27. Oktober in Baden nicht leicht sein wird, eine fest« parlamentarische Mehrheit und ebenso eine Regierung zu bilden. Wie dem auch sein wird, das eine erscheint uns heute schon festzustehen: di« Sozialdemokratie, die auch in der Zu- kunft bereit ist, Verantwortung zu tragen, wie sie es in der Vergangenheit ehrlich und pflichtgemäß getan hat, wird und muß eine kritische Prüfung eintreten lassen, wenn sie neue koalitionsmäßige Bindungen eingehen soll. Und die bisherige über- groß« Machtstellung einer einzelnen Partei soll und kann nicht wiederkehren, wenn di« Sozialdemokratie es zu verhindern vermag." Aorddeuifchland-Flug des Zeppelin. Aachen erreicht.- Weiterfahrt in Richtung Hamburg. Friedrichs Hafen, 17. September.(Eigenbericht.) Das LUlftschiff„Graf Zeppelin" ist heute morgen um 4.10 Uhr mit 2 2 Passagieren an Bord zu seinem Norddeutsch- l a n d f l u g gestartet. Er passierte um 6.1l> Uhr Karlsruhe und wurde um 7.30 Uhr über Simmcrn gesichtet. Um 8.10 erreicht« das Luftschiff Euskirchen. Um 8 Uhr 50 erschien er, aus der Richtung Strlberg kommend, über der Stadt Aachen, von einer begeisterten Menge, die Straße», Dächer und Fenster füllte, von Sirenengeheul und Glockengeläut begrüßt. Er fuhr eine große Schleif« über der Stadt und entschwand um 9,05 Uhr in der Richtung Herzogenrath. Da das Luftschiff keine Genehmigung zum U eberfliegen von Eupen hatte, folgte es genau der neuen Grenz« im Bogen knapp um Lammersdorf herum: es konnte so bis weit in das Eupener Land '--sehen werden. I: den ersten Nachmittagsstundcn dürste das Schiff über Ham- urg und Cuxhaven gesichtet werden. Auch Frankreich räumt. Keine Neubesetzung des Koblenzer Bezirks. Paris. 17. September.(Eigenbericht.) Amtlich wird gemeldet, daß der Kriegsminister der Rheinarmee am Sonnabend die Befehle zur Räumung der zweiten Koblenzer Zone gegeben hat. Der Abmarsch der französischen Truppen, deren Stärke in der zweiten Zone rund 10 000 Mann beträgt, soll am 2 0. September beginnen und noch möglichst vor dem 1. November beendet sein. Offiziös wird hinzugefügt, daß Verhandlungen über die Räumung des Kehler Brückenkopfes bereits im Gange sind. ver Vertreter des Oberkommissars der Rheinlandkommission sagte einem Pressevertreter: Auf keinen Fall sei an eine Ersehung des englischen Miliiärs in Wiesbaden durch französische Iruppenkeile gedachk. Das französische Bataillon in höchst werde Mese Stadl in Kürze verlassen, ebenso blieben die Orte Königfiein und Bad Schwalbach nach dem Abzug der englischen Soldaten von einer Truppeabelegung verschont. Als erstes französisches Regiment wird das 39. Arlillerie- regiment Koblenz verlosten. Mit dem Abtrausport ist bereits am Sonnabend begonnen worden. Wann die Mannschaften Koblenz verlassen haben werden, steht noch nicht fest. Die Belgier ziehen ab. Jülich, 17. September. Gestern verließen zwei Bataillone des 8. belgischen Linien- Infanterieregiments die Stadt Jülich. Es bleiben noch ein Pionier- bataillon und eine Gendarmericabteilung bis zum 28. Oktober zurück. Bei einer Einwohnerzahl von 10 000 hatte Jülich mit einer Besatzungsziffer bis zu 4000 Mann die verhältnismäßig am 30. November zu- von den Belgiern besetzten größte Lesatzungsziffer im besetzten Gebiet überhaupt. Durch- schnittlich hat die Besatzung 11 proz. de» Wohnraumes der Stadt beansprucht. Die offizielle Freigabe der Stadt erfolgt sammen mit der Freigabe der ganzen zweiten Zone. Heimkehr der Tommies. London, 18 September. Die erste Abteilung der aus dem Rheinland« zurückkehrenden englischen Truppen wurde bei ihrer Ankunft in London von einer großen Menschenmenge begrüßt. Ein Soldat erklärte:„Wir ver- lebten in Deutschland eine schöne Zeit und bringen erfreu- liche Erinnerungen zurück an die drei Jahre, die wir dort standen." Ein anderer sagte:„Wir waren gar.nicht so erpicht auf di« Rückkehr; denn wir mögen die Deutschen gern leiden und di« Deutschen hatten un» gern." Keine Wiederbesetzung Wiesbadens. London, 17. September.(Eigenbericht.) Amtlich verlautet, daß entgegen anderen Meldungen die Wies- badener Zone nach der Räumung durch die Engländer nicht durch mehrer« sranzösifche Regimenter wiederbesetzt werden wird. Die Franzosen hätten„lediglich" ihre Absicht be- kannt gegeben, ein« Infanterieabteilung als Wache für die Rhein- landkommiffion in der Wiesbadener Zone zusammenzuziehen Es sei serner unrichtig, daß irgendwelche diplomatisch« Komplikationen wegen dieser Frag« zu erwarten seien oder, wie französische Blätter berichtet haben, der Kriegsminister den Kommandanten der engli- schen Rheinarmee zur Berichterstattung nach London berufen habe. ltltion Mitglied ei der SVN . MC*«MB 4m— 4m«MsUklM C«L«m M« »!cgung des Streites soll ein gemischter Zlusschuß unter dem Vorsitz eines Engländers ge- bildet werden.. Das tanzfreie Tanzdrama. (Don unserem Sonderberichterstatter.) Ungefähr alles, was für Tanz sich interessiert, war im L e i p° ziger Neuen Theater versammelt. Ein großes Ereignis hatte gelockt: Harald Kreutzberg, der größte Tänzer unserer Zeit, debütiert« als Tanzregisseur. Man gab drei Spiele: ein Dallett von Blaise Cendrors „Erschaffung der Welt"(Musik von Darius M i l h a u d). S t rawi n s k y s„Groteske Tanzszene" und— als Ur- aufführung—„K a r u f s e l l f a h r t" von Hansjürgen Wille (Musik von Friedrich Wilckens). Die„Tanzszenc" kennen wir. Sie ist in Berlin wiederholt gezeigt worden. Bringt Glanznummern der beiden Unvergleichlichen: Kreutzberg und Voonne Georgi. Die„Erschaffung der Welt" ließ ahnen, was der Tanz- regisseur Kreutzberg vermag. Im szenischen Aufbau, in der Gruppen- ballung und-lösung«in feierliches Pathos kultischen Stile. Kreutz- b e r g und Georgi als erste Menschen, herrlich im Schreiten, im Schwingen, im überirdischen Rhythmus festlich getragener Be- wegung. Wundervoll, wenn aus dem Chaos der„Kreaturen", aus dem lodernden Feuer aufwürtsflatternder Arm« und Hände, die ersten Menschen sich heben und lösen. Er, kraftvoll, gliederprüfend, sie, suchend, verlangend, lockend. Sich dann begegnen und»er- «int ins Leben schreiten. Noch eindrucksvoller das Schlutztableau. Links auf der Höhe der Bühne die ersten Menschen. Zwei Licht- gestalten. Duftendes Blühen und zartes Flimmern strahlt von ihnen aus. Gleitet durch die oerbindende Reihe der dumpf, dunkel, metalleuchtenden Kreaturen hinauf zu den klaren Farben und scharfen Linien der unnahbaren Götter. Unvergeßliche Bilder. War die„Erschafsung der Welt", die übrigens auch Terpis für die Berliner Staateoper vorbereitet, vorwiegend malerisch, so hatte der Verfasser der„K a r u s s e l l s a h r t" ausschließlich mit literarischer Phantasie gearbeitet. Tänzerisches Empsindcn liegt ihm ofscnbar fern Auf der Bühne ein Karussell. Es dreht sich. Es steht und öffnet ein« Abteilung. In ihr spielen sich fünf Szenen ab, deren Thema„die Liebe" ist. Brenzlichc Angelegenheiten mit meist unerfreulichem Ausgang. Die Handlung wird unterbrochen durch Gesänge des(weiblichen) Karussellbesitzers. Dieser sollte auf der Spitze des Dachs thronen, war aber bescheidentlich vor der Rampe im Proszenium postiert. Was die Wirkung der ledernen Derje nicht wesentlich linderte. Getanzt wurde wenig. Es waren fast rein pantomimisch« Genreszenen. Höhepunkt«: der Tanz der drei Krüppel im dritten Bilde. Ein kühner, vollkommen gelungener Versuch. krankhafte Gesten für tänzerische Zwecke auszunutzen. Und im fünften Bild« die Georgi als Räuber-Anno. Sowohl in den vor- bereitenden Schwüngen wie in der Schlußatlitüde in Haltung und Mienenspiel unvergeßliche Moment«. Schließlich, als letzter Effekt, Kreutzbcrg, dem schneller und schneller sich drehenden Karussell noch- stürzend, oerzweifelnd, zusammenbrechend. Eine Gipfelleistung. Ein Schauspielkritiker wäre bei dieser„Karussellfahrt" besser am Platz gewesen als ein Tanzreserent. Er hätte konstatieren können, daß Kreutzberg und Georgi starke darstellerische Talente sind. Daß sie zu den größten Tanzgenies unserer Zeit gehören. wissen wir. Es zu zeigen, wurde ihnen hier wenig Gelegenheit geboten. Schade. Denn die Georgi, die im vorigen Jahr ein weing schwer geworden war. L-igte sich jetzt in allerbester Form aus der Höhe- ihres einzigartigen Könnens. Kreutzlxrg, der Regisseur, oer- mied es. sich als Tänzer ins recht« Licht zu rücken. Eine vornehm- künstlerische Bescheidenheit, die menschlich sympathisch, für die Der- «hrer seines Genies aber schmerzlich war. Theaterpraktiker erklären auf Grund ihrer Erfahrungen: Ohne Pantomime geht es nicht. Dieses Prinzip scheint jetzt die Entwick- lung beherrschen zu wollen. Nach Analogie von nikotinsreiem Tabak und altoholsreien Schlummerpünschen startet dos tanzfreie Tanz- drama. Gewiß war das Ganze beherrscht vom Einzel» und Gesamt- rhythmus einer Bewegung, die notwendigerweise auch das Grund- kolorit mehr oder weniger modifizierte. Aber die Hauptakzent« lagen im Naturalistisch-Pantomimischen. Und die rhythmische Füh- Schlußbild aus„Srfchaffung der WeU" f.rflauffaitrung im Xeipxiger Heuen'Chealer. y tonne Qeorgl und Jforald Xreulaberg»U erste tttenfchen rung der Szenengruppen war nicht so imposant, daß sie das Ganze der Sphäre des reinen Tanzdramas hätte nähern können. Hoffen wir. daß Kreutzberg bald Gelegenheit hat, sein choreo- graphisches, der vortreffliche Friedrich Wilckens sein tanz- musikalisches Können an einem würdigen, künstlerisch stilreinen Objekt zu betätigen. Diese Karussellfahrt war, besonder» für den Regisseur, kein Prüfstein. Das Publikum aber jubelte und jauchzt«. Und es tat recht daran. Denn Leipzig hat Harald Kreutzberg für sich gewonnen. Den unsere Staatsoper einst besaß und gehen ließ. John Schilcowjki. Stumpf gewordene Satire. „Kolportage" in der Nomödie. Georg Kaisers Tragikomödie„Kolportage" ist Satire und Parodie zugleich. Parodie auf die gräfliche Romantik der Rv- man« in den Groschenheften und Satire auf den Adelsdünkel. Span- nend und unterhaltend die Handlung: Der verschuldete Graf Stjernenhö der reich, aber bürgerlich geheiratet hat, raubt sein.-r Frau, mit der er in Scheidung liegt, den ihr zugesprochenen Sohn, da er der alleinige Erbe eines riesigen Vermögens ist. Was er nach allzu gräflichen Traditionen ausgezogen hat. ist aber durchaus kein Graf, sondern das Kind einer Landstreicherin namens Acke App-blom. Die Gräfin hatte es ihm in die Hände gespielt und war mit dem richtigen Grasen Erik nach Amerika ausgewandert. Am 21. Geburtstag des jungen Grafen, bei feiner Mllnd gkeitserklärung, kommt alle» zum Klappen. Acke Appeblom, d-r vermeintliche Graf, wird von der erlauchten Erbgräfin Stjernenhö ejn-r scharfen Prü- fiing aus Vornehmheit unterzogen, die er glänzend besteht. Ein Graf vom Scheitel bi» zur Sohle, dem der Adelskalender zum Evan- gclium geworden ist. Er findet sogar Gnade vor den Augen des exklusivsten Edelmannes van Schweden, mit dessen Tochter er sich verlobt. In diesen Freudentaumel platzen der echte Erik mit seiner Mutter und Frau Appeblom. Was feudales Benehmen anbelangt, bleibt Erik hinter dem falschen Grasen um viele Nasenlängen mrüd; man rümpft die Nase über sein Naturburschentum. Zum«chluß findet sich die Jugend au» dem Wirrwarr heran». Sie wirft allen Dünkel über Bord. Die Alten aber bleiben unbelehrbar und wärmen sich wüter an Ihrer überlebten Tradition. Al» dl« Komödie vor fünf Jahren herauskam, freute man sich an ihrem schneidenden Witz. Inzwischen haben Zeit und Vernunft der Satire die Härte genommen. Heute ist Adelsstolz kein Problem mehr. Mit Erstaunen entdecken wir sogar einen tiefen Riß, der durch das scheinbar logisch konstruiert« Gedankengebäude des„Denk- (pillers" Kaiser geht: die Gräflichen sehen verachtend auf Bürgerliche herab, die Bürgerlichen ihrerseits auf Proletarier. Wo bleibt da die Logik? Offenbar hat der Regisseur Erich Engel diesen Ritz gesehen und legt daher das Ganze auf rein« Parodie an. in der Darstellung. im Bühnendild. in der begleitenden Musik. B-wuhl primitiv ge- malte Kulissen werden auf offener Szene wie die Blätter eines alten Geschichtsbuche» umgeschlagen. Die Jazzmusik unterftrllcht porodistisch das Kolportagehaft« der Komödie. Die Darsteller über- treiben in Vornehmheit und burschikosem Benehmen. Alles dos reicht nicht aus, um befreiendes Lachen zu erzeugen. Die erlesene Darstellerschast(Hedwig Bleibtreu. Leopoldin« K° n st a n t« n, Ida Wüst. Otto W a l b u r g. Max Gülstorf. Willi Forst, Franz Lederer) gibt sich die erdenk ichst« Mühe, lustige Stimmung zu oerbreiten. Aber alles bleibt«tn Krampf. Die Zu- schauer können sich nicht erwärmen. Don Leopoldine Konstantin geht sogar eine solch«»Sit« aus. daß man von Herzlosigkeit de. Abend» sprechen könnt«. Der Beifall bei der Premier« klang denn auch sehr gedämpft. Ogr. yst»tn lafKgon Kf(i-Cor-er.'tibfn'». den die 93 o 1 f, 6 fi ß n c nrn 20 Uhr, im Uflcgcrla'nl de? 31 a i ß a u f c 4 vc> anstauet, sind Karten zum Preiie von SO Pt. noch in beschränkter Anzahl in den Bcr- kausSstelle« der VoltSbühn« e. SB.«rhäUItch. „Frau oder Geliebte?" llfa-Theater am Kurfürstendamm. Der amerikanische Film kann auch anders. Er kann sogar, wie dieses Beispiel zeigt, einmal die moralische Wertung umkehren und da» Straßenmädchen mit dem Heiligenschein ausstatten. Frau oder Geliebte?— das ist die Frage. Der jung« Amerikaner, der vor sie gestellt wird, ist von einer jungen Dam« verschmäht worden, w«il sie ein Reicher zur Frau nahm. Er findet Trost bei einem Straßen- mädchen, das ihn wirklich liebgewinnt. Als ihn di« von ihrer Ehe enttäuscht« Frau(zum Spielzeug) wiedergewinnen will, öffnet jene ihm die Augen über den wirklichen Eharatter dieser„an- ständigen" Dame, die in Wirklichkeit eine Dirne ist und gar nicht daran denkt, ihr« Luxusehe um des Geliebten willen aufzulösen. Der junge Amerikaner kehrt reumütig zu seiner Geliebten von der Straß« zurück. Auf wie lang«, davon ist hier nicht di« Rede. Dieser immerhin kecke Griff ins volle Menschenleben wird dadurch gemildert, daß die anständige Frau als ein völliges Gänschen und das Mädchen von der Straße als ein Wesen von Herz und Fröhlichkeit dargestellt wird. So sind natürlich alle Sym- pathien auf ihrer Seite, um so mehr, alz Corinn« G r i f f i t h ihre reife Kunst in ihren Dienst stellt. Sie ist schnippisch und keß, sie ist gefühlvoll und ausgelassen, und wenn sie sentimental zu sein hat, liegt feuchier Glanz auf ihren Augen, wie ihn die Maler des ausgehenden 18. Jahrhunderts für die rührseligen Mädchentypen erprobt haben. Der Regisseur William S e i t« r sorgt dafür, daß neben dem Realismus die Gefühleduselei nicht zu kurz kommt. Dieses Mädchen von der Straß« ist so, wie sie die Männer gern haben möchten. Aber es fehlt auch nicht an einer keckeren Auffassung. Eine nett« Parodie ist es, wenn da» Mädchen schildert, wie sie ihr« bllltenweiße Unschuld verloren hat. Es gebricht auch sonst nicht an guten Einfällen, z. B. bei der kirchlichen Trauung der Dame, wo die beiden Frauen einander gegenübergestellt werden. Auch der hübsche junge Mann(Edmund Lowe) wird einiger- maßen in setner Gemütsroheit entlarvt, als er das ihm ergebene Mädchen sang- und klanglos unter Ueberreichung eines Schecks entläßt. Auffällig gut find einige klein« Chargen besetzt. r. Narkose ohne Nachwirkungen. Der mexikanische Arzt Dr. Garcia Martin führt vor kurzem in den Pariser Krankenhäusern ein nms Bers»hrcn der Narkose mit Hilfe von Alkohol vor, der mit der hoppelten Menge von Glukoseserum verdünnt und dann intravenös injiziert wird. Bereits nach fünf Minuten tritt tiefer Schlaf ein. üble Nachwirkungen bleiben völlig aus. DoItsdSHue. AI« erste Studioauffllbrunc, gehen»Die Unüberwindlichen" von Karl Krau» unter der Real« von Dietrich Kenter in Szene.— Die BnhnenhIIder entwirst B. F. Dolbln. Die Zwdio-pliae der Slaolsihealer. Für die lausend« Saiion wird de- ml« eingebend ein Svlelplan de« Studio« vorbereitet, e« ioÜ im näidsteu Monat mit seinen«lufsüßrungen beginnen. Haupliweck de» Staaittbeater- Studio« ist die experimentelle Srprobuna neuer Dichter, die ibre Stücke mit erster Besetzung und von erprobten Regisseuren berauSgebracht de- kommen sollen.?ll» erste» Stück wird da« Drama„Sin Hetd unserer Tage" von Vantoch zur Aufführung gelangen. VI« Deutsche Iheater-Werbewoche abgesagt. Die Differenzen zwischin dem Deutschen Bühnenoercin und der Büdnengenossenschaft über die(«e- stallung der silr November In And'icht genommenen Deutschen Theater Werbcwvche hobelt sich nicht überbiückcn lassen. Tie Bübncngeiiosscnlchast bat jetzt beschloffen, fich an der Werbewoche nicht zu betetiigen. Di- Werbe. woch« ist damit erledigt. Sein Herzenssunge. Marmorhaus. Der Herzerlsjunge erinnert mehr als nötig an The Kid. Kam�i. durch diesen Film Charlie Chaplin und Iackie Coogan zu einem Welterfolg, so wird ein solcher Rudolph Schildkraut und Junior Coghlan bestimmt nicht vergönnt sein. Dazu ist die Geschichte von dem einsamen, verhaßten jüdischen Psandleiher, der sein Herz an ein Kind verschenkt, viel zu sentimental und zu breit erzählt. Hinzu kommen Handlungen des Vormund- schaftsgerichts und Vorkommnisse in einem Waisenhaus, die uns unmöglich erscheinen. Vielleicht enthalten st« ein« gewollte Anklage gegen das kalt berechnende Amerika, in dem man kein soziales Empfinden, sondern nur«inen Wohftätigkeitssport kennt. Doch dann müßten die Szenen, um anklagende Geltung zu haben, ganz anders herausgearbeitet sein. So hat man mehr als einmal das Empfinden, daß di« Filmproduktion von P. D. C. De Mille mit der menschlichen Tragödie des einsamen alten Juden kokettiert. Der Kinderstar Junior Coghlan erreicht Iackie Coogan nicht, obwohl der Neuling turmhoch über dem deutschen Kinderstar Bobby Burns steht. Die weibliche Hauptdarstellerin B»ss,e Love macht immer erstaunt« Augen, bei einem Gesichtsausdruck, der wenig Intelligenz verrät. Ein« groß« Leistung bietet natürlich Rudolph Schildkraut. Er erlebt und zwingt zum Miterleben. Und gerade weil seine Kunst so reif und so«indrucksstark ist, könnten viele Szenen ein« erhebliche Kürzung erfahren. Schildkraut gäbe auf jeden Fall genug. h. Keuerbach-Geöächinisausstellung in München. Aus München wird uns geschrieben: Unter Dörnhöffers Leitung kam zum ILO. Geburtstag Anselm Feuerbachs eine Aus- stellung in der Neuen Pinakothek zustande, die olle vorher- gegangenen, auch die Berliner Iahrhundertausstellung von 1306, nicht nur numerisch übertrifft, sondern auch geeignet ist, die oer- schiedenen Phasen eines Künstlerweges restlos zu illustrieren. Es tauchen zum Beispiel aus Privatbesitz Porträts, Skizzen und Arbeiten in Kleinformat auf von geradezu köstlich malerischem Reiz. Diese Werke rühren aus einer Epoche, wo sich der Tragische noch nicht der malerischen Lust verschließt. Natürlich ist auch der Feuerbach, wie er uns mit seinen Nana-Porträts im Gedächtnis hastet, reichlich vertreten:' nur wenige Arbeiten aus seiner Reifezeit, etwa das Paris- urteil und die Berliner Amazonenschlacht, fehlen. Den 120 Gemälden schließen sich etwa ISO Handzeichnungen an, die den Gestaltungs- prozeß des Malers besonders greifbar machen. Das Zusällige der Skizze schwindet im Bild, das einfache Motiv wächst ins Große und Bedeutende, wenn auch nicht immer ganz frei von theatralischer Pose. Der Meister, der wie wenige im vergangenen Jahrhundert dem Altertum nahestand, zeigt sich am besten im Tragischen, da» ja auch sein persönliches Leben schwer überschattet. Wie sehr Feuerbach am Ende einer deutschen Geistesepoche, der Weimarer Tage steht, zeigt auch die gleichzeitige Schau von graphischen Arbeiten ge- sinnungeverwandter Künstler wie Genelli, Carstens, Cor- nelius. Preller, Rottmann und S ch i r m e r. Feuerbach ist der letzte dieser Reihe. Ein Vollender, während M a r ö e s die Epoche kommender Generationen herausgeführt hat. Alkreä Mayer. Volksliederbuch für die Zugend. Ein neues, in seiner Art noch nicht versuchtes Unternehmen, das sich in jahrelanger Vorbereitung der Unterstützung hervor» ragendster Musiker und Schutmusiklehrer erfreut hat, wird in diesem Herbst im Musikverloge C. F. Peters, Leipzig, erscheinen. Heraus- geber ist die Staatliche Kommission für das Volks- l i« d e r b u ch, deren bisherige Veröffentlichungen(Volkslied« rbuch für Männerchöre 1 stütz und Volksliederbuch füt Gemischten Chor, IstlS) in einer Aufloge von 1 2ÜÜ ÜÜÜ Exemplaren verbvettet sind. Der Inhalt ist neuartig und reichhaltig, bei den Bearbeitungen sind die Grenzen der jungen Stimmen genau berückflchttgt und von un- gewöhnlichem Wert. Das Werk ist zum Gebrauch in höheren wie Volksschulen bestimmt, wendet sich aber ebenso an alle Jugendchör« und an die Freunde der deutschen Hausmusik. Das fast durchweg neue Material der nahezu 8ÜÜ Lieder aus der Zeit Palestrlnas bis auf Hindemith wird auch für gemischte Chöre, Männer, und Frauen- chöre eine Fundgrub« zur Bereicherung ihrer Programme bilden. Die Sammlung erscheint in drei Bänden größeren Formate, ist aber auch in 14 Einzelheften zu mäßigem Preise zu beziehen. Der Tonfilm schafft neue Berufe. Der Darieiekünstler Graf E u t e l l i ist zurzeit einer der meistgesuchten Persönlichkeiten in Hollywood. Er kann samt- liche Tierstimmen imitieren und eignet sich besser für die Hervor- bringung bestimmter Tierstimmen im Zusammenklang mit dem Orchester als die Tiere selbst. Aber nicht nur mit Tierstimmen oersorgt er den Tonfilm, sondern auch mit allen möglichen Geräuschen, wie Pferdegetrappel, Propellersurren usw. Oie kleinste Stadt der Welt. Aus einer Statistik über di« Verteilung der französischen Bevölkerung geht hervor, daß das unweit von Pari» gelegen« Städtchen Le Tartre Gaudran nicht mehr al» 10 Einwohner aufweist, somit die kleinste Gemeinde der Weit ist. Trotzdesien hat der Ort auch seinen Bürgermeister, Thiers«, der als Mair« das Recht besitzt, als vollgültiger Wahlmann an den Wahlen zun, französischen Senat teilzunehmen. j Das Zenlralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstaltet auf Veranlassung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 1. Ottober bis 30. November einen Staatlichen Lehrgang für Musitlehrer und-lehrerinnen der Kindergärtnerinnen- seminare in Preußen. Der Arbeltsplan dieses Kurses, der di« erste Deranstalttmg dieser Art bildet, umfaßt die Gehiet«: Stimmbildung (Chnrsingen), Musikerziehung(Methodik), Gehörbildung, Liedkunde. Rhythmik und Sprecherziehung. Der täglich vierstündige llnimichi wird von Fräulein St:ck»i«nrot Maria Cäclli« Geis,, Fräulein Studienrat Susann« Trautwein, Fräulein Charlotte Biensdorf und Frau Dilma Mönckebsrg-Kollmar erteilt. Die Teilnehmergebühr beträgt S0 M., nähere Auskunft erteilt die Musikabteilung des Zen- tralinstitut» für Erziehung und Unterricht, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 120, die auch Programm« versendet. Rom bekommt ein« Untergrundbahn. Die römisch« Stadtver- waltung hat den Plan, Rom mit einer Untergrundbahn zu versehen. genehmigt. Mit dem Bau der Linie, die vom Piazza Bespano bis Ostia fuhren wird, wird in der nächsten Zeit begonnen werden. Man hofft, daß mau th 8 Iahren mit dem Bau zu Ende ist. .llitmeffU", von Karlheinz Martin für da» Theater am Bulowpla» mr «ÄÄS®?n8cnommcn murbc von der Dolttbühnen-Berlag». und Virtrieb»-G.m.b.H.. B«lm NW. 40, für ihren Bühnenvertrted eruotiett. Kinderhöllen in Gowjetheimen. Ltngeheuerliche Zustände in rufstschen Erziehungsanstalien. Die Kommunisten haben kürzlich vor der Berliner Erziehungs- onstolt Lindenhof ihr übliches Theater aufgeführt: Es dürstet sie noch einer kleinen Revolte in der Fürsorgeanstalt! Sie täten aber besser, sich bei dar Sowjetregierung freie Fahrt nach Moskau zu verschaffen, um gegen die Kinderhölle in dem dortige« Ar- beitsheim für Minderjährig« zu demonstrieren. In Berlin wird man auch ohne sie für die Jungs und Mädels in An- stalten Bedingungen schaffen, die den erzieherischen Zwecken ent- sprechen. Wie es aber in S o w j e t r u ß l a n d mit der Jugend- erziehung aussieht, erfährt man in einem sensationell aufgemachten Artikel der kommunistischen„Iugend-Prawda" ie Engländer nehmen Jlbfrhied von der XevUlkerung 3lSnigUeins. Häusern verblassen, nicht anders reagieren, als die Gefangenen kn jenen Strafanstalten, ist nur selbswerständlich. Hungerstreiks und Vlassensluchl sind an der Tagesordnung. Die Kinder hungern solange, bis die Aufseher ihre elementarsten Forderungen erfüllen. Es gibt fast kein Fenster, dessen Gitter mcht durchsägt worden wäre; an Stelle dieser durchsägten Gitter sieht man Eisenstücke, und erst vor einem Monat fand eine Revolte und versucht« Mafsenflucht statt. Die elektrischen Leitungen wurden durchschnitten, das Haus in Brand gesteckt. Die Flucht wurde im letzten Augenblick durch eine Kompagnie Rotormisten und die Feuerwehr verhindert— ganz wie neulich im Zuchthaus Auburn. Das also die Zustände in Moskau, wie man sie fast wörtlich in der kommunistischen Iugendprawda nachlesen kann. Das also in der nächsten Nähe der Zentralbehörden! Wie sollt« es da erst in der Provinz aussehen? Auch darüber berichtet die„Kommunistische Iugendprawda"(Nr. 149). In dem Bezirk Petropawlowsk gibt es zwei Kinderheime: eins in Preßnogorkowft, dos andere in B e l o w f k. Die Kiiü>erhöllc in dem ersten zwingt die sungen Menschen. Rettung in der Flucht zu suchen. Die schriftliche Instruktion in diesem Kinderheim besagt:„Es sind Maßnahmen zu ergreifen, vermittels derer die Disziplin allmählich wieder her- zustellen ist. Die Unverbesserlichen sind bis auf vier Stunden in den Keller zu stecken." Tatsächlich wurdett die Kinder für die geringsten Vergehen in feuchte und dunkle Kellerkarzer gesteckt. Gegentlich einer Massenslucht setzt der Erzieher und Partei- Mitglied Makarenko den Kindern auf einem Pferde nach. Als er sie eingeholt hatte, jagte er sie kilometerweit mit Peitschenhieben aus der Steppe in die Stadt zurück. Bon den zehn Flüchtlingen erreichten nur acht, mit blutigen Striemen bedeckt, die Anstalt, zwei blieben an den Mißhandlungen unterwegs liegen. Makarenko kehrte sich aber nicht daran, die Kinder erfroren. In Belowsk gibt es zwar keine Karzer, statt dessen werden aber die Kinder für das geringste Vergehen gegen die Ordnung körperlich gezüchtigt. Die Mißwirtschaft und der Schmutz sind hier derart, daß nachts Dutzende von Ratten über die Betten der Kinder laufen. Als die Kleinen in ihrer ouswegslofen Ver- zweiflung schließlich in«ine Revolte ausbrachen, wurden die„Rädels- sührer" von den Erziehern bis aufs Blut mißhandelt.„Weder die Partei, noch die kommunistische Jugend," schließt die �„Prawda", „kümmert sich um das, was vor ihren Augen geschieht." Genug der Scheußlichkeiten! Man hör« endlich auf, den euro- päischen Arbeitern Sowjetrußland als leuchtendes Beispiel vorzu- halten. Wenn man das alles nicht schwarz auf weiß in der.Kam- munistischen Iugendprawda" zu lesen bekäme, man würde es kaum für glaubhast halben. Di« Kinderhöllen im sowjetistischen paradies« sind aber traurigste Wirklichkeit. den französischen Deportationshöllen an. Kinder- und Arbeiter- Sie reihen sich würdig französischer Gewerkschaftskongreß. Heute Eröffnung. Pari», 17. September.(Eigenbericht.) Zu Paris beginnt heuie der Zahreskongreß des sozialistischen Gewerkschaslsbundes, der EGT.(Confedäration Generale da Travail). Aus der Tagesordnung, die recht umfangreich ist, stehe» vor ollem die großen sozialen Fragen: Sozialversicherung und Ar- beiislosenversicherung. Reform der Arbeilsgesehgebung, das Problem der Sollekkivarbeilsverträge und des ualionalen normalen Arbeits- Vertrages, sowie die großen inlernakionalen Fragen. Berantwortlich für die Redaktion: Feanz itmhi, VerNn? Anzeigen: Td. Slock«, Berlin. Bering: Vorwärts Verlag®. m. d. s.. Berlin. Druck: Borwärt» Buch. druckerei und Berlagsanstait Paul Singer& Co.. Berlin SW 68, Linden straße S. Lierza 1 Beilage. TUealee, Lidtisptele usw. Lothringer Strafe S7. Titflidi»-/. Uhr ie Eroffnnngs- Schlager Wem geiifirt mein Mann! Für unsere Leser ein für 1—4 Personen I nur 1.23 W., Sessel 1.75 M., Fest-Programm! Stettra d SäDin .Nachmittags halbe Preise, rdas volle Fest-Programm! Billettbest. Zentrum 112 63 [Dönhoff- Brettl: to Spezialitlten: Gustav Härtung Renaissance-Theater Ueber 50 Mal: 7"< Uhr Die heilige Flamme v.W.S.Maugham. Rnie: Qust. Härtung Sonntag, 22 September 4 Uhr Krankhalt dar Jugend von Ferd. Bruckner. Stelnglalr C 1, 0901 u. 2583 84. Harder.berqstr. 8 Direktion . Robert Kl« Deutsches Täglich SV« Uhr Zwei Kiawattu Musik: Regie ler Li arnnaga Kleines Theat. Merkur 1424 Täglich 8V« Uhr Hax Adalbert in Cliibleute Lusispielhius Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8»/« Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Phliiiannonle S D. Frütags-Konz. des Philharm. Orch. Birlo. Prot.>. PrBwet Beelb/BraliDis-llli. Violin-Konr. D-dur- Beeth.(Hanke) . Sinfonie E-moll- Tin. 2 fehlen. S n<»'/, Ulr Baitamu 9286 ömere neee Preise: «Kteitig 8 Mr H Pf. Iis 3»er» 78,1. Vit i. Samt. 8 INr 1 Iis 6 81, 8 Original- 11*. teilt naw. Bamowsky- Bühnen . Theater in der ttBniggrStaer Straße SV* Uhr Hannibal tnle portss Komödienhaus Täglich SV* Uhr Srntibys Soppen sind die besten Lustspiel von Julius Bersti Trianon-Tli.M$,ur Täglich 8V« Uhr Dergr.Ustspielirlola Das kommt doch alle Tage vor Johannes Riemann, Vilma». /Cknay, Max Landa.LosteKlinder Lessing• •Thealer Norden 10846 Gruppe Junger Schaujplclcr Täglich 8'« Uhr Cyanhalt # 218 von Friedrim voll Planelarlnin am Zoo'■■■ Virßm. tacbimsthalcr Stra� B.5 Barbarossa5578 16V« Uhr Herbtt- abende am Sternenhimmel 1 8 Vi Uhr Bi« an die Grenzen der Welt 20'« Uhr Rätsel des Sterneniiehlet Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs, 1 Mk� Kinder 50 Pf. Mittw.; Erwachsene 50 PL Kinder425 Pf. GROSSES SCHAUSPIELHAUS tägl. 8 Uhr ÄMushtlere Regie: ERIK CHARELL Gesamt-AussiaitBno; Prot. Gnst Sttra. Rose- Theater, Groge Frankfurter Sir. IJIa Bestellkasse: Alexander 3422 Täglich 8.15 Uhr, Die Weber Schauspiel in 5 Akten von Gerhart Hanptnaans Regie: Paul Rose Jeden Sonnabend 5.00 Uhr und jeden Sonntag 2�0 Uhr Schneewittchen Gr. ausstattungsmärchen TmBt.amKoitD.Tor Kottbusser Str. 6 • Tägl. 8 Uhr H) auch Sonnt. lite nachm. 3 U. EUle- |¥ Sänger T-K Das Seplenber-SdHaBer PrograninM Tbeat. fl. Westens Täglich 8V« Uhr Blauhail Operette von Ottenbach. Sonnab. u. Sonmag nachm. 4 Uhr LeharsWcücrfolg! ftlederihe Berliner IJIk-TlIO Mwukölln. W Lafcmtr.TnSl Mein Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten: Besonders ÄÄ'; in der Oesamt» Auflage WSIIJo.! des Vorwärts und trotzdem• föeilagc Dienstag, 17. September 1929 SrriUmiD SpALiuigafa xtii H*0a*A Unfälle in der Schule Einige notwendige Hinweise Vi« Unfallgefahr besteht nicht nur auf der Straß« im Verkehrs- ström mit seiner wachsenden Zahl von Motorrädern und Automo- bilen, sondern auch da, wo viele es weniger vermuten— in der Stille der Schule. Die meisten Großstädte haben daher Unfall- Versicherungen für die Schulkinder obgejchlos'en, Berlin z. B. mit der„Jduna". Wenn wir der Frag« der Unfälle in der Schule nähertreten, so ist zunächst zu beachten, daß eine ganze Reihe von Unfallgefahren bestimmt und exakt ausgeschal- l e l weihen können. Die Gefahr der Verletzung durch Holzsplitter, durch Abholen der Tische und Bänke in regelmäßiger Wiederkehr. die Möglichkeit des Stolpern? und Fallens auf schlecht gepslasterten Schulhöscn in der Dunkelheit durch ausreichende Beleuchtung des Weges, die Gefahr der Verletzung bzw. der Vergiftung(z. B. durch Gase) beim Chemieunterricht durch Anbringung der jedem Chemiker vom Fach selbstverständlichen Schutzeinrichtungen(Glaswand auf dem Experimentiertisch, Abzug für Giftgase usw.), die Gefahr des Ueberfahrenwerdens beim Verlassen von Schulen an verkehrsreichen Straßen durch Anbringung von Schutzgittern unmittelbar vor dem Portal der Anstalt. Daß trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Unfallgefahr besteht, ist insbesondere in der jüngsten Zeit von der Schulaufsichtsbehörde anerkannt worden. Der Ministerialerlaß vom 27. März 1S2Z IV. 174) weist darauf hin, daß eine Unfallversicherung der Elternschaft bzw. dem Erzieherungsverpslichteten über- lassen werden muß.„Vielleicht treten auf entsprechende Anregung hin auch Kommunen oder Kreise ein." Nach einer Reichs- gerichtsentscheidung ist ein Ersatzanspruch gegen den Lehrer ausgeschlossen, solange es noch in der Macht des Verletzten liegt, ohne Verstoß gegen dos Gesetz anderweitige Deckung zu er- langen(Pottag). Welche Unfälle kommen nun erfahrungsgemäß gewöhnlich m Frage? Am häufigsten sind Unfälle bei Turnen und Spiel. Meistens geht es glimpflich ab, d.' h. es handelt sich um Ver- ftauchungen und Sehnenzerrungen, um Blutergüsse unter der Haut, um kleine Hautwunden usw. Freilich kommen auch jtnochenbrüche, Verrenkungen und schwere Gehirnerschütterungen vor. Da taucht die Frage aus, ob in solchen Fällen in allen Schulen ausreichend für erste Hilfe gesorgt ist. Das ist leider nicht der Fall. Abge- sehen davon, daß die vorhandenen Verbandkästen an sich nicht aus- reichend sind, wenn zufällig einmal mehrere Kinder»«runglücken, kommt es vor, daß der„angerissene" Verbandkasten nicht ausgesüllt wird. Wenn ein neuer Unfall passiert, dann fehlt es an Verband- Material. Schlimmer aber ist es, daß die andere Voraussetzung für erste Hilfeleistung nicht überall erfüllt ist, nämlich A u s b i l- d u n g der L e h r k r ä f t«'in der ersten Hilf«. Und da. wo die Ausbildung erfolgt ist, findet man recht oft, daß der Helfende bei schwereren Fällen„den Kopf verliert". Dadurch geht kostbare Zeit verloren. Die Ausbildung sollt« daher nicht in Schulzimmern und Konferenzsälen erfolgen, sondern in jedem Falle in einsin Kitankenhause, st> daß die natürliche Scheu des Menschen vor blutenden Wunden überwunden und das Ueben der Verbände an „praktischen Fällen" erlernt werden kann. Auch sollten regelmäßig die Kinder der Oberstufe theoretischen wie praktischen Unterricht in der ersten Hilfe empfangen, damit sie in der Lage sind, einem verunglückten Kameraden wenigstens beim Transport keinen Schoden zu tun. Viel kostbare Zeit geht verloren, wenn ein verunglücktes Kind mit schwerer Verletzung zunächst in die Rettungsstelle(Unfallstotion) gebracht wird, anstatt gleich in ein Krankenhaus, z. B. in die �Charit«. In solchem Falle muß selbstverständlich das Eltern- haus in taktvoller und schonender Weise benachrichtigt werden. Am besten geschieht das durch«ine Lehrperson, notfalls auch durch den Hausmeister. Wer Kinder sür solche � Hiobspoften verwendet, kann großes Unheil anrichten, da Kinder gern übertreiben: aus einer Verstauchung wird ein Knochenbruch, aus einem ein- fachen Bruch wird ein komplizierter mit Knochensplittern usw. Im Fall« ein«? Unfalles kann der Lehrer unter Umständen zum Schadenersatz herangezogen werden. Die gefetzlichen Destim- mungen finden sich imr zum Teil im Strafgesetzbuch. In der Hauptsache ist das Bürgerliche Gesetzbuch maßgebend. Nach§ 832 BGB. gehört die Beaufsichtigung der Kinder zu den Amts- pflichten des Lehrers. Noch einem Reichsgerichtsurteil muß der Grad der Sorgfalt bei der Aussichtssührung dem Grade d«r Gefahr einigermaßen entsprechen. Nach dem Gesetze vom 1. August 1909 bzw. 10. Mai 1914 betrefsend Haftung des Staates und anderer Verbände für Amtspflichtverletzungen von Beamten haftet der Staat bei Lehrern, sofern sich beim Unterricht, in dem Raum, b«i Ausflügen, bei chemischen Experimenten usw. ein Unglücksfall er- eignet(vgl. auch Artikel 131 d. Reichsvch-f.). Freilich hat der Staat das Rech't des Rückgriffs gegenüber dem Beamten. Die sehr wichtig« Frage, wie sich die Haft pfl ich gestaltet in allen den Fällen, in denen der Lehr«r Schülern die Beaufsichtigung der Mit- schüler anvertraut, ist durch Ministerialerlaß vom 31. Oktober 1919 geregelt worden. Grundsätzlich wird durch die Uebertragung die Pflicht des Anstaltsleiters und der Lehrkräfte, für Ueberwachung zu sorgen und die Aufsicht selbst auszuüben, nicht berührt, also auch die Haftpflicht nicht vermindert. Für Eltern tst wichtig zu wissen, daß der Anspruch aus Schodenersatz erst in drei Jahren verjährt, gerechnet von dem Zntpunkl« an, in welchem der Der» letzte von dem Schaden und der Person des Ersatzpflichtigen Kennt- nis erhält._ vr. Otto Leelin«. Das Kind und seine freie Zeit Ein Vorschlag „Was sollen wir zu Haus? Was sollen wir auf her Straße?" Dreizehnjährige Jungen aus Verhältnissen, K« nichts Außergewöhn. lichss an sich haben, stellen ernschaft diese Fragen.„Wo und wann und wie sollen wir Kinder erziehen?" Ebenso ernsthast wird dies- Frage von den Eltern ausgesprochen. Damit ist ein Notstand ge- kennzeichnet, der vielleicht in diesen wirtschaftlich schwierigen Nach- kriegsjahren besonders deutlich fühlbar geworden ist, der jedoch keinesfalls darin begründet liegt. Der V a t e r geht morgens zur Arbeit, kehrt gegen Abend heim. liest die Zeitung, bastelt am Radio, bessert an Wohnung und In- uentar. geht in Dersammlungen. ins Kino. Die Mutter. Ich nehme einen deutlichen, keinen krassen oder schlimmen Fall: d-r schmale Verdienst des Mannes zwingt sie. morgens um 4 Uhr in die Stadt zu fahren, um Kontore zu reinigen. Am späten Vormittag djeingt pc ihr eigenes Kauswejes iß Orimuatz. Lachmittags muß Arbeit und Ernährung Die Essensnot der Fabrikmenschheit Dom 16. bis 18. September tagt in Heidelberg die Haupt- Versammlung der„Deutschen Gesellschaft sür Gewerbehygiene". Einer der Verhandlungsgegenstände ist: F a b r> k s p« i s u n g. Mit Recht tritt die mit dem modernen Arbeitszuschnitt entstanden« E s s« n s n o t des arbeitenden Menschen aus dem Stadium ver- einzelter Linderungsbemühungen immer mehr in das Stadium der systematischen Erforschung und Bekämpfung. Für Millionen arbeitender Menschen sind Heim und Arbeitsstelle durch einen stundenlangen Hin- und Rückweg getrennt. Hetze, er- müdende- Stehen in überfüllten Bahnen mit schlechter Lust, meist schlechtem Licht, unnützer Stundenverlust ist täglich ErSssnung wie Abschluß des Arbeitstages. Und für nicht wenige spielt sich diese krastzehrend« Beigab« zur Arbeit sogar viermal am Tage ab. Vor der Morgenfahrt liegt ein meist in Hetze genommenes wertarmes Frühstück, den Arbeitstag begleitet freudlose Schrippen- und Stullenwirt- s ch a f t— sozusagen obdachlos„erledigt" am Arbeitsplatz, in der Werkstattecke, im Fabrikhof, auf der Straße, in der Bahn: freudlos, lustlos, pflichtgemäß. Die Thermosflalfch«, vor allem aber Kaffee, Bier, Zigarette— Betrüger des Magens—, der Stehbierhallenimbiß, dos Gosthausessen vervollständigen dieses Bild des„fahren- den Essers", wie man diese unruhvollen, von einem normalen, friedlichen Mittagsmahl Ausgeschlossenen nennen möchte. Und selbst die warme häuslich« Hauptmahlzeit steht oft genug unter unerfreulichen Zeichen. Oft ist sie das freudlos« ge- wärmt« oder warm gehaltene Ende eines vor langen Stunden be- gonnenen oder durchgeführten Kochprozesses von oft unvorteil- Haft gewählten und behandelten Nahrungsmitteln— geschmacksarm, im Nährwert verringert— oder ein flüchtig bereitetes Schnell- gericht. Die ungleichmäßigen Tischzeiten der Familienmitgli-der, besonders auch, wo noch klein« Kinder im Hause sind, die beruflich« Mitarbeit der Hausfrau, dieses Loch in der Wirtschast— in manchen Großbetrieben sind 39 bis 49 Proz. der weiblichen Belegschaft ver- heiratet— mit dem naturgemäßen Mangel an Zeit und Antrieb. liebevoll zu kochen(oft fehlen auch das Interesse, die Kenntnisie: das Kochprogramm ist klein), drängen zahlreiche Haushalte in diese unpflegliche Behandlung des Magens und des Körpers hinein. Die Effensnot der alleinstehenden Berufstätigen— in Berlin ollein niedrere Hunderttausend— ist noch ein Kapitel für sich. Dazu noch genug ander« Komplikationen. Natür- lich gibt es auch befriedigende, auch erfreuliche Bilder im Essensleben der Großstadt, ist auch das Friedlich-Verbindende der gemeinsamen gut gekochten schmackhaften Fomilienmahljdt häufig anzutressen. Aber im allgemeinen ist das Essensbild' ein getreues unruhvolles Spiegelbild unserer unruhvollen Tage. Dazu tritt als zweite, noch wichtigere Frage: Wie sollen wir uns richtig ernähren? Ein Blick in die Millionen Kochtöpfe, Frühstück-, Mittag-, Abendbrotpakete lehrt uns, daß die Anschauun- aen hier noch weit auseinandergehen oder daß überhaupt keine eigene Anschauung besteht, sondern Gedankenlosigkeit, Gewohnheit, Mitmachen, falsche Lehre weitgehend herrschen. Verstärkt wird diese Unkenntnis und Unsicherheit dadurch, daß die Ernähnmgs- f o r s ch u n g eines der schwierigsten Kapitel der Wissenschaft ist. Der Körperzustand hängt ja nicht nur von der einverleibten Ztahrung ab, obwohl sie wichtig genug erscheint, sondern noch von zahlreichen Begleitumständen, wie Erbanlage, Temperament, Gewähnung, sonstige Körperhaltung, krankhafte Veränderungen, äußere Lebens- umstände, innere Erlebnisse usw. Jeder wird im Rohmen allge- meiner Grundgesetze sein eigenes Eniährungsgesetz haben. Und was das Urteil besonders kompliziert: Außer beim akuten Magen-, beim akuten Darmkatarrh ist ja die Nützlichkeit oder die Schädlichkeit einer Speis«, einer Ernährungsform niemals direkt vom Körperverholten abzulesen. Die Auswirkungen vollziehen sich heimlich, in der Tiefe, unübersehbar, gänz allmählich: und oft erst nach Iahren oder Jahrzehnten ist der krankhaste Umbau des Körpers soweit vollzogen, daß er äußerlich deutlich in die Erscheinung tritt. Und so sind die Akten über die Frage: Nahrungsmenge, Flüfsiakeitsmenge, Eiweiß- menge, Fleisch, Rohkost, Konserven, Zubereitung, Mischung der Speisen, Gewürze, Alkohol usw. immer noch nicht geschlossen. Das letzt« Jahr erst wieder hat von neuem dem Arzt bestätigt, wie stark da körperlich« Geschehen von dem Ernährungszuschnitt abhängt: neben Lederdiät für schwer- Blutarmut ist die long um- kämpfte R o h k o st für bestimmt« Leiden und die salzarme, fleisch- freie oder fleischarme, dem sogenannten Naturheilverfahren nahestehende Ernährung in das Erforschungsstodium und den Heilschotz weiterer Aerztekreise«ingetreten— Ernährung beeinflußt Krankheit! Soll sie nicht auch Gesunde— und wo ist die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit— beeinflussen? Soll sie nicht mich Ge- sunde krank machen können, in ihrer Kraft, in ihrer Leistungsfähig- keit, günstig oder ungünstig, beeinflussen? Soll diese ganz« große Essensnot ohne Einfluß auf den Körper sein? Die Antwort kann eigentlich nicht zweifelhaft s«in. zumal ein harter Bew«is in den Kronkentassenstotistiken, in d«n Sterbetafeln geschrieben steht: Zn allen Berichten stehen die Krankheiten der verdauungs- organe, nach Zahl und Länge, an erster oder mit an erste: Stelle. wobei Geschwülste(Krebs), Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten dieser Organe noch nicht einmal einbegriffen sind. Für viel« dieser Erkrankungen steht fest, für viel« liegt es nahe, daß die llrsach« in unsachgemäßer Ernährung liegt. Und daneben spielen sich im Allgemeinstoffwechsel und an bestimmten anderen Organen Erkran- kungen ab, die ebenfalls sicher mit Ernährungssünden zusammen- hängen und sachgemäße Ernährung verlangen. Und noch so manche andere Krankheit, die wir nicht als mittelbare oder unmittelbare Folge falscher Ernährung ansprechen können, bedarf ebenfalls aus- gewählter Diät und sorgsamer Essensregelung— je nachdem, ob si« günstig oder ungünstig verlaufen.soll. Daß zahlreiche Todesfälle, oft in frühen Iahren, unter dem Zeichen der Ernährungsfehler stehen, muß ebenfalls betont werden. Was soll geschehen? Woher soll Hilfe kommen? Hilfe kommt zunächst schon vor der Erkenntnis— zunächst der Führenden, der für das Volkswohl Verantwortlichen, und da» ist ja im Gang«, wi« die Heidelberger Tagung zeigt. Und dann vor allem auch Erkenntnis bei den Beteiligten, die ihre Haut zu Markt« tragen,, bei den„Essern" selbst. Der Weg kann nur: Warmspeisung im Betriebe oder ganz nah« beim Betriebe heißen. U e b e r a l l müssen die Speisebetrieb« erstehen, di« für billiges Geld unter ärztlicher Kontrolle stehend«, nach ärztlichen Er- nährungskeimtnissen gewählt« und bereitete Mahlzeiten in freund- l i ch e n Räumen, mit freundlichem Zuschnitt fellhalten. Die ärzt- liche Wissenschaft wird dann auch, wenn sie den Schlüssel zur Volks- ernährung in die Hand bekommt, am großen Beobachtungsmaterial ihre Kenntnisse und Ratschläg« immer inehr vertiefen und den unge- Heuren Schaden, der jetzt am Bolksmork frißt, bekämpfen können. Und du, Esser, mußt mithelfen! Du mußt abwägen und rechnen. Für viele ist es sicher, daß sie in belegten Broten, m Kuchen,' Getränk, Zigaretten mehr Geld ausgeben, als die gut« warnte Mahlzeit sie kosten würde. Durch Entlastung der Hausfrau. durch Vereinfachung und Verkleinerung des lhiuslichen Essensteils ist sicherlich in zahlreichen Fällen— auch bei kargem Haushalts- geld— der Etat auszubalancieren und die Teilnahme an solcher Warmspeisung zu ermöglichen. Der Nutzen, der aus der verbesserten Ernährungslage fließt, wird sich in Gesundung und Gesunderhaltung von Körper und Haushalt auswirken. Du, Esser, wirst auch draußen unter fachmännischer Kontroll« richtig essen lernen und wirst deine neuen Erfahrungen in dein Heim tragen— zur Gesundung des häuslichen Herdes. Bist du krank, diätbedürftig— und das geht Hunderttausende an—, wird dein Arzt es leichter haben, dir in diesen fachmännischen Spesse- betrieben zu deiner Diät zu verhelfen, als es bisher der Fall war. Die germchtige Rolle, die dem Unternehmer und den B e- Hörden bei dieser Neuordnung der Ernährungsverhältnisse zufällt, braucht an dieser Stelle nicht erörtert zu werden. Gewerbearzt vr. Max Lohn, Berlin. * Aeußerungen unserer Leser zu vorstehendem Aufsatz werden dankbar entgegengenommen und dem Verfasser als Materiol für die Arbeit der„Deutschen Gesellschaft für Gewerbehygien«" übermittelt werden. Wir bitten, solche Aeußerungen am Kopf mit dem Kennwort„Ernährung" zu versehen. Die Redoktion. sie di« versäumte Nachtruhe nachholen, dem Mann das Essen be- reiten, und bis zum Schlafengehen löst eine Mutterpflicht die andere ab. Wenn dann die eigentlich« Kindererziehung noch Ansprüche an sie stellen will, so ist es mit Kraft und Zeit und Nerven nur noch schlecht bestellt. Die Wohnung erträgt auch keine Kindererziehung mehr. Kinderaufzucht ist mit Kinderspiel und Kinderlärm verbunden. Da das der Hausbesitzer weiß, macht er im Mietvertrag Kinderlosigicit zur Bedingung, und wen» schon Kinder da sind, müssen sie so tun, als ob sie nicht da wären, und wenn es so ist, kann man sie nicht er- ziehen. Auch der Nachbar erträgt geduldiger Lautsprecher und Grammophon durch die wenig schalldichte Wand als Kindermunter- keit. Woher soll also die Freude kommen, unter der Kindererziehung so besonders gut gedeiht? Ein- tönige, freudlose Berufsarbeit, Wirtschaftssorgen, di« nimmer enden, drückend« Wohnverhältnisse sind kein günstiger Nährboden. Es gibt bessere Verhällnisse: es gibt aber auch viel, viel schlimmere. Die Frage bleibt bestehen, erscheint be- rechtigt: was sollen wir zu Haus? Stillsitzen, Schularbeiten machen, Zeitungen und Bücher lesen, der Mutter oder dem Vater eine Hand- reichung tun— das füllt das Leben eines Jungen nicht aus. Als das Haus noch die Stätte fast jeglicher Produktion war, ist es dem Kinde sicher interessanter und weniger langwellig vor- gekommen. Es konnte spielend und beobachtend am mannigfachen Geschehen teilnehmen, sehr oft mußte es mitarbeiten, sicher mehr als ihm lieb war und tbir es nach Kenntnis der Kindesnatur für richtig hallen, und wir haben keine Veranlassung, die Langeweil« dadurch zu bannen, daß wir jenen Zustand wieder herbeizaubern. Kinder, die wir zu den tüchtigsten und befähigtsten rechnen, leiden unter solchen Zuständen am meisten. Wir wünschen, daß die Kinder körperlich und geistig beweglich sind, daß sie mit offenen Augen durch ihre Umgebung schreiten, daß sie mit schnellem Blick das Wchtige erfassen, daß sie. mit gewandter Hasd. mit klar«» Per- stand und mit starkem Willen am richtigen Ort und zur rechten Zeit zupacken, daß si« gewillt und befähigt sind, ihren Platz in der menschlichen Gesellschaft zu erkennen und auszufüllen. Der Er» ziehung zu solchen Eigenschaften und Fähigkeiten sollte natürlich auch das Haus dienen. Man stell« es den Kindern zur Verfügung für ihr« Pläne und für ihr« Spiel«, gebe ihnen Raum zum Bauen und Basteln, lade ihre Freunde zur Arbeit in der Gemeinschaft, fordere von ihnen keine Ordnung um der Ordnung willen und keine Ruhe wegen der empsinblichen Nerven der Mitmenschen. Sie würden sich entwickeln zu unserer Freude und das Haus ganz erträglich finden. Aber das Elternhaus muß versagen, weil es diese Voraussetzungen einfach nicht schaffen kann. Da bllebe also die Straße. Mit boshafter Regelmäßigkeit erscheint olle vier Wochen im lokalen Teil der Zellung der Hinweis, daß die Straßen keine Kinderspielplätze sind, und mit Herzlosigkeit wird all das verboten, was dem Jungen besonders lieb ist. Polizisten und die ordnungsliebenden Erwachsenen sorgen für die Innehaltung der Borschriften. Spiel- und Sportplätze gibt es natürlich: ober es sind ihrer zu wenig, und so recht jungenhaft austoben kann man sich auf ihnen auch nicht. Und wo sonst ein freier Platz ist, steht sicher eine Verbotstafel daneben. Die Schule muß helfen! Schon seit Jahren sagten c» di« Eltern. Spielnachmittag« sind längst eingeführt: aber das genügt nicht und befriedigt auch nur di« Grupp« von Jungen, die rein sportlich eingestellt sind. Wenn die Schule helfen will, muß s i» reichhaltig in ihren Möglichkeiten sein. Nach jähre- langer Entwicklung sah das Winterprogramm schon recht vollkommen au», vollkommen von der Psyche der heutigen Jugend her gesehen: Turnspiel, Holz- und Papparbeit, Druckerei, Mathematik, technisches Basteln, Gesang und Jnstrumcntolspiel, Theaterspiel und Bühnen- jFortfetzung«uf der»achsten S«it«� / Wie einen od)mer'ranfcn betrachtet der Alte den«chtoergoldeten Rahmen, in dessen Kehlung Nagelspitzen ties« Wunden gerissen hatten. Als ob er Schmerz empfände, gnss er zur Zange, und zog die Uebeltäter heraus.„Eisennägel gehen ihre eigenen Weg«, die muß man zu lenken wissen", sagte er mit leichtem Vorwurf. Schäneich hatte ganze Berge Lumpen und Werg zusammen- getragen. Heinrich zupit« das Material zurecht und entfernt« alles, was eine Beschädigung der feinen Möbel herbeiführen konnte, während der Meister und August alle Ecken und Kanten damit über- polsterten. Nur auf ganz kleine Kinder und aus kranke, hilflose Menschen verwendet man wohl soviel Sorgsalt vor einer Reise, dachte Heinrich. Bisher standen die Möbel in schönen, hellen Zimmern, wo sie täglich gesäubert und gepflegt wurden, und nun kamen sie in gepolsterte Wagen, die aus Federn wippten, wie Karossen aus Gummirädern. Gewiß, sie waren ja auch von ganz anderer Herkunft, als das Möbel gewöhnlicher Leute. In Amerika und auf der Insel Madeira wuchsen die mächtigen Mahagoni- und Nußbäume, aus denen sie gefertigt waren. Papageien und ander« Sänger in prächtigem Ge- fieder wohnten in deren Aweigen. Eine weite See- und Bahnreise hatten sie gemacht, che sie von blitzenden Maschinen zu allerhand Dickten bis zu papierdünnen Furnieren getrennt wurden. In großen Fabriksälen durften sie nur die allertllchtigsten Gesellen verarbeiten. Nicht protzend, doch wie selbstbewußt, standen sie dann, zu schöner Harmonie geeint, in geräumigen Zimmern, zart geglättet und poliert, weich und warm glänzend wie Samt, um ihre» Zwecken zu dienen. Und jedermann sagte ihnen, in seinen Betrachtungen, ein paar lobende, freundliche Wort«. Erleiden sie Schaden, dann, ruft man einen der besten Tischler. Der untersucht sie, wi« ein gewissenhafter Arzt und heilt sorgfältig das Uebel. Wie ander« dagegen ergeht es dem Möbel armer Leute' dacht« Heinrich weiter. In engen dumpfen Räumen stehen sie vereint mit allerhand anderem Hausgerät und zerschinden und zerbeulen sich gegenseitig. Den gröbsten Schmutz entfernt die Hausfrau mit Wasser und Seife. Sie verlieren die Farbe und stehen wie nackend da. Beim Umzug packt man sie auf holpernd« Karren, auf denen sie sich an allen Ecken und Kanten wundreiben. Brechen sie sich ein Glied, oder werden sie alt und wacklig, dann wird von ungeübter Hand mit schwerem Hammer auf sie ein- geschlagen: lange Eisennägel treibt man ihnen in den Körper, wodurch ihr Leiden meist verschlimmert und dauerndes Siechtum herbeigeführt wird. .Heinrich war so in seine Gedanken versunken, daß er erstaunt war, als die Fuhrleute die letzten Stücke hinaustrugen und bald darauf mit dem mächtigen, schwerbeladenen Wagen zur weiten Reise ausbrachen. Am Abend auf der Kammer im Bett erzählte er August von seinen Gedanken. August übertrug das ganze gleich auf Menschen. Nimm Schöneich. Er malt, er wird berühmt: alle Wel« möchte ihn kennen- lernen, möchte ihn sehen, weil er durch seine Kunst die Menschen erfreut. Solche Menschen werden bevorzugt und emporgehoben. Auch ich will ein Vermittler der Freude werden. Schöneich hat meine Bs- gabung anerkannt, als ich ihm einige meiner Skizzen vorlegte. Nur Schule fehlt noch. Sobald die Sonne höher steigt, wandere ich ihm nach: dann will er mich unterrichten in meiner arbeitsfreien Zeit." Auf der Treppe wurden schwer« Tritt« vernehmbar. Die jungen Schwärmer horchten und krochen Schlaf vortäuschend unters Deck- bett, als Koslowski«intrat. Dumme Streiche „Hast« schon einen Brief van ihr?" „Wirst« dich bald umtaufen lassen?" „Wann feiert ihr Verlobung?" Solche Fragen bekam Heinrich jetzt öfters zu hören und hinter seinem Rücken steckt« man die Köpfe zusammen und kicherte. Sogar Pestels Anna, die Bäckerstochter, hielt heut abend den Brunnen- schwengel ein Weilchen an, als er wartend mit seinen Kannen neben ihr stand, und fragte nach Hedwig. Da er glaubte, ein schlemisches Lächeln an ihr wahrzunehmen, fiel fein« Antwort kurz und heftig (Fortsetzung von der vorherigen Seite.) arbeit. Fünf Nachmittags der Woche waren zur Lerfügung gestellt, und über die Hälfte der Knaben hotten für alle Tage etwas Zu- sagendes gefunden. Andere waren bescheidener, und nur ein ganz geringer Prozentsatz benutzte seine Zeit anders, war gewerblich be- schäftigt oder zog das Haus und die Straße vor. Eine Nötigung bei der Entscheidung wurde nicht ausgeübt. Nach der Wahl wurde auf regelmäßiges Kommen Wert gelegt, doch blieb unbegründetes Fehlen der Ausnahmesoll. Wenn die Schul« die Arbeitszeit mit slinf Stunden täglich festsetzt, so dürfte das ausreichend sein. Der Nachmittag sollte für das Kind Freizeit bleiben. Wenn die Schule Beschäftigungsmöglichkeiten darbietet, muß es beim Kind« liegen, ob es überhaupt davon Ge- brauch machen will; es muß auch Richtung und Umfang seiner Arbelt bestimmen. Damit dürfte die Grenzziehung gegen die zwangsmäßige Drrmittagsarbeit in der Schule getroffen fein. Don dem erzieherischen Wert solcher Einrichtungen braucht nicht geschwiegen zu werden. Durch Selbsttätigkeit zur Selbständigkeit, durch Selbstentscheidung zur Selbstverantwortung, durch Selbsterziehung zur Persönlichkeit. Der Müßiggang ist aus- geschaltet. Das Kind lernt sein« Zeit anzuwenden u n d e i n z u t e> l e n. Es tastet sich hindurch zur Erkenntnis seiner besonderen Anlagen und Fähigkeiten und bildet diese bewußt aus. Es lernt in der freiwilligen Arbeit besser als unter Zwang, was Entschlußfähigkeit, Entschlußfreudigkeit, Selbständigkeit. Sorgfalt, Eifer und Ausdauer bedeuten. Die Einrichtung wendet sich an die besten Instinkte des jungen Menschen und wird schon deswegen nicht ohne erziehlichen Gewinn sein. Ich weiß schon, man kann mit einer Unmenge Schwierigkeiten leicht optimistisch« Plön« erdrücken. Me vorhandenen Ansätze geben noch nicht die Gewähr der allgemeinen Durchführbarkeit solcher Pläne. Wo sind die Schulen und Lehrer, wo die Schulverwaltunge», die sich zur Verfügung stellen? Wie ist die Kostenfrage zu lösen? Wie sind die Eltern, die doch auch Erzieher bleiben wollen und sollen, m diese Pläne eiizzuordnen? Haus und Straß« werden nie wied er Stätten der Erziehung werden. Die Gesellschaft muß neue schaffen. Hier ist Lehrern, Eltern und Kindern eine Möglichkeit gezeigt. �evermsnn. aus. Sie schalt ihn einen Grobian und wandte sich mit den ge- füllten Kannen zum Gehen. Gl«ich danach sauste ihm«in derber Schneeball ins Genick. Als er sich unwandt«, traf ihn ein zweiter.„Für die feine Antwort, du!" Eifernd drang das Mädchen auf ihn ein und überschüttete ihn förmlich mit Schnee. Er setzte sich zur Wehr und sie gerieten scharf aneinander.„Ich werdc dir dein loses Maul stopfen", sagt« er auf- geregt, ihr Gesicht und Haar tüchtig mit Schnee einreibend. „Warte, du Grobian, ich schreib s der Hede was für«in ruppiger Kerl du bist!" drohte sie, ihre Kannen ergreifend. Infolge dieses Stodtklatsches mied Heinrich in letzter Zeit den Umgang mit seinen Freunden und vertrieb sich die freie Zeit mit allerhand kleinen Arbeiten in der Werkstatt. Zunächst baule er für Mutters Geburtstag ein Schräntchen mit vielen Schublädchen, worin sich Pfeffer. Zimmt und alles Gewürz aufbewahren ließ. Der Vater sollte ein Rauchkästchen haben, wie Heinrich eines bei Schöneich sah. Eine Elle für Schwester'Hannchen, mit Zitronen- und Pfloumenbaumholz geädert, war auch schon«nt- warfen. Es war ihm«in Genuß, so aus sich heraus zu schaffen. Seine Freud« wuchs, je mehr sich die Arbeit der Dollendung nahte. Da sollte er nun heut noch hinüber zum„Weihen Lamm", wo ihn der alte Meister im neugegründeten Jünglings- und Jungfrauen- verein als Mitglied angemeldet hatte Ungern kam er dieser Pflicht nach Er legt« den Hobel nichl eher aus der Hand, bis er die Arbeit soweit gebracht, wi««r es sich für heut vorgenommen hatte. Das Dercinszimmer war schon dicht besetzt,, als er eintrat. Die vorderen Plätze hatten di« Meistersleut« mit ihren Söhnen und Töchtern«ingenommen. Dann kamen einige Gesellentische und hinten auf der Wandbank saßen die Lehrjungen. Sie harrten der Distge, mit einer Spannung, als ob eine Zirkusvorstellung zu er- warten sei. Neugierig fragend drangen sie gleich aus Heinrich ein: wer wohl der Fremde se», der vom Vorstandstisch aus alle Der- sammelten so«ingehend mustere. Daß gerade er ihn kennen müsse, schössen sie aus der so herzlichen Begrüßung seines jungen Meisters, als der Fremde vorhin eintrat. In der Tat: Wolf hatte den Kirchenrat veranlaßt, den alten Geistlichen von Neusolz herüberzuholen. Denn ein Verein nach Blechschmiedschen Rezept sei für die jüngere Generation der Stadt unerträglich. Endlich erhob sich Glaser Franzke am Vorstandstisch, um als Kirchenältester die Versammelten zu begrüßen. Unterdrücktes Kichern setzte auf Heinrichs Bank«in, als Franzke zum dritten Male das vor ihm stehende Wasserglos um einig« Zoll von sich schob.„Ich, ich will— nein!— Ich werde", begann«r stockend und wieder stecken- bleibend. Erst als der neben ihm sitzende Pastor Blechschmied energisch auf das vor dem Redner liegend« Blatt Papier tippt«, be- gann«r erregt und übermäßig laut vorzulesen-„Nirgends auf der großen Welt ist die Gleichheit von arm und reich, von jung und alt so gründlich durchgeführt, wie in der chrisUichen Kirch«. Und so auch in diesem Verein, wi« überall, wo Gott«» Kinder beieinander sind. Denn neben den ehrenwertesten Bürgern der Stadl sind hier alle Geächteten und der Welt Ausgestohenen jederzeit aufs best« willkommen." WAS DER 7 Sicherheitsprämien für Chauffeure. Der Londoner Sicherheitsvcrein hat Prämien ausgeschrieben für Autochaufseure, die keine oder nur geringe Straßenunfälle im Laufe des Jahres aufzuweisen haben. Es wird Geldprämien geben, Verdienstmedaillen und besondere Diplome. Der Dicherheitsverein will einen gewissen Einfluß auf die Anstellung von Chauffeuren erreichen, daß nur na» ihm diplomierte Fahrer Künftighin zugelassen werden sollen. Telephon und Radio verträgt er nicht. Di« Londoner Aerzte beschäftigen sich mit einem sehr merk- würdigen Zeitgenossen, einem Ingenieur aus Holsworthy. Dieser kann kein Telephon und keinen Radioapparat benutzen, da er dann dauernd schweren elektrischen Schlägen ausgesetzt ist. Merkwürdig ist auch die Empfindlichkeit dieses Mannes für Me» tall«. Er fühlt bis zu Z Meter Tiefe alle Metall«, vor allem Gold. Er hat bereits zwei Angebote von Schürfgesellschaften«r- halten, die ihn als Goldsucher oerpflichten wollen. Einbrecher am Telephon. Bei der Polizeiwoche am Stephansplatz in Wien klingelte dieser Tage früh um 3 Uhr das Telephon und ein« männliche Stimme erklärte höchst unwirsch:„Jetzt habe ich schon vergeblich beim Kommissariat Wien III und Wien l angerufen, hoffentlich bin ich jetzt an der richtigen Stell«. Ich bin in dem Parfümeriegeschäft „Mayer am Graben" eingebrochen und möchte, daß Sie mich hier abholen." Man hielt die Sache für einen Witz, sandte aber doch einige Wachleute hin und fand tatsächlich dort den Elektriker Kroha vor, der erklärte, er Hab« bei seinem Einbruch nur S Schilling erbeutet, und da dies nicht der Müh« lohne, ziehe er vor, reuig die Anzeige gegen sich selbst zu erstatten. Di« Reu« nützte ihm ledoch vor Geritbt gar nichts, sondern er wurde zu 0 Monaten Kerker verurteilt. Nehmt Rücksicht auf eure Mitmenschen! Auf den Pariser Untergrundbahn Höfen sollen dein- nächst Schilder angebracht werden mit nachstehender Inschrift:„Wenn Sie lebensmüde sind, so wählen Sie eine Todesart. durch die Sie nicht anderen Menschen lästig fallen. Ihre persönlichen Sorgen bilden keinen Grund, um Tausenden Ihrer Mitmenschen, die nichts damit zu tun haben. Umstände und Kosten zu verursachen."— Die Deran. lassung zu dieser immerhin seltsamen Ermahnung gab eine Frau, die sich unlängst auf einem der belebtesten Untergrupbbahnhöfe vor einen gerade einlaufenden Zug warf. Der Strom mußte sofort abgestellt werden, und drei Viertelstunden lang stand der Betrieb zwischen Clignauvourt und der Prot« d'Orleans, also auf einer der Verkehrs» reichsten Strecken still. Die Folge war, daß rund 10 000 Berufstätige zu spät zu ihrer Arbeit kamen. Zahllose Midinettes, Stenotypistinnen und anders nicht besonders gut bezahlte Angestellte waren gezwungen, ein Auto zu nehmen, wenn sie rechtzeitig an ihrer Arbeitsstätte ein» treffen wollten. Franzke macht« eine Pause. So schwer hatte er sich das Am: eines Versammlungsleiters nicht vorgestellt. Nachdem er sich den Schweiß vom Gesicht getrocknet, las er nichl wester. Da wollte er doch lieber frei aus dem Gedächtnis noch einiges hinzufügen, als die gedrechselten Pastorenworte vorlesen. Wenn es auch nicht sck genau an das anschließt, dachl»«r und begann in oller Breite zu berichten: Die Lammwirtin habe für Kaffee und Kuchen gesorgt, so daß olle, nach Schluß der Versammlung, ganz nach Be- lieben, bei Musik und Gesang verweilen könnten. Der Preis jür Kaffee und Kuchen betrage zwei Böhm. Doch gäbe sie auch Kaffee mit Semmel aber ohne Milch und Zucker, schon für«inen Böhm ab. Rot, w!« sein« Nase war, lief nun auch Franzke» Kopf an, als Blechschmisd, ihn plötzlich auf den Fuß tretend, schars anblickte.--- Was? Wieso? Wo sollte er«ine Dmnmheir begangen haben? lind in seiner Verwirrung erteilte er dem Fremden, Pastor Müller, das Wort. Wonach Blechschmied erregt aufsprang, sich aber schnell be- herrschend, zum Fenster trat, ein paar Herzschläge lang hinausschautc und wie beruhigt auf seinen Platz zurückkehrte. Wie es Llechschmied geahnt, begann Müller, an Franzkes un- geschickt« Worte anknüpfend: „Gleichheit und Gerechtigkeit, wie sie in der christlichen Kirche gelehrt und geübt wird, ist selbstverständlich aufs ganze Leben, vor allem aber auf diesen Derein zu übertragen. Die soeben erfolgte Bekanntgabe aber zeugt vom Gegenteil." „Sehr richtig!" riefen einige Stimmen von den Gesellentischen. O, dieser gottverlassen« Tölpel, wurmte es in Blechschmied. Hätte er mir, wie es verabredet war, das Wort gegeben, dann könnt« ich den Alten rechtzeitig aufs Trocken« setzen mit seiner sozialen Schwärmeret. MU verstärktem Eifer sprach Müller weiter:„Alles Predigen von Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Gleichheit muß unfruchtbar bleiben, wenn niemand den ernsten Willen hat, im Geiste Christi zu handeln. Denn Gleichmachen, ausgleichen kann nur der, der mehr besitzt als andere, sei es an Gut und Geld, sei es an Macht und Recht. Da heißt es opfern! mein« Lieben: opfern für di« Armenl sie als Gleiche anerkennen. Ich weiß, wie es im Leben damst aussieht: Da macht man gern aus jeder Christenpflicht«in Rechenexempel: irgendwo' und wann soll ein kleincs Vor lchen herausschauen.— Dabei soll man doch geben und immer wieder geben überall dort, wo mehr Not ist als man selber leidet. Ich frage, wer tut. das? Jeder will erst dann helfen, wenn er im Ueberfluß lebt. Und ich frag« wiederum: Wer erkennt seinen Ueber- fluß an? Niemand! Nur der Darbende sieht die Bedürfnisse des Reichen sich ins Grenzenlos« steigern. Erhält sich nicht aber der wahre christliche Sinn der Armen nur durch das heiße Verlangen nach Erlösung aus ihrer leibhaftigen und geistigen Not? Und werden nicht dies« Aermsten, deren Zahl immer größer wird, eines Tages die Geduld oerlieren und eine gewaltsame Gleichmachung herbei» führen?— Wahrlich, ich sage euch: Di« Lehr« des Heilands wird einst zur Tat, denn nur darum gab er sie der Menschheit!" Wie kann der Alte nur«in« solche Predigt hier vor aller Welt halten? Dachten di« Meister und bedauerten im stillen ihre Zustimmung zur Vereinsgründung. Doch kam ihnen der tröstende Gedanke, daß den Worten des Alten gar nicht so schweres Gewicht beizumessen sei, weil«r fest Iahren außer Amtes war und als vollwertiger Verkünder der Christenlehre nicht mehr in Betracht käme. Der alt« Pfarrer fuhr indes noch schärfer fort: Man oerwandele das Erziehungsrecht meist in Züchtigungsrecht. Anstatt sich die Jungen mit Vernunst und durch gutes Beispiel zu dankbaren Freunden zu erziehen, erfülle man sie mit Haß und Feindschaft. Er sage da» mit Absicht fn Gegenwart aller, denn aus Gesellen und Jungen würden eines Tages Meister, di« dann selbsterduldetes Unrecht gar leicht zur Richtschnur ihres Handelns nähmen. (Fortsetzung folgt.) AG BRINGT. Eine„trockene" Insel. Die politisch zu Konada gehörend« Prinz-Edward-Insel hatte kürzlich ein« Volksabstimmung über die Frage, ob das bisherige Alkoholoerbot beibehalten oder der Alkoholoerkouf unter Regierungs- tontrolle gestattet werden solle. Es sprachen sich 11 450 Einwohner für das Verbot aus, während 8012 Stimmen für die Regierungs- kontrolle abgegeben worden. Es bleibt also bei dem Alkoholoerbot auf der Prinz-Edward-Insel, die als der einzige„trockene" Fleck im Weltmeer anzusprechen ist. Ein Aerzte haus in Chicago. Die von Krankenkassen und Kommunen geschaffenen Einrich- tungen für die Pflege der Volksgesundheit wie Ambulatorien und ärztliche Beratungsstellen jeder Art sind in den Vereinigten Staaten von Nordamerika fast unbekannt. Die Ausübung- des Arztberufes ist dort in der Hauptsache ein Gewerbetrieb wie jeder andere. Eine kleine Notiz aus einer ayierikanischen Bauzeitung wirft ein bezeich- nendes Licht auf di« dort herrschenden Verhältnisse: Der Apotheker Frederik H. Meyer läßt in Chicago ein zweistöckiges Gtbäude errichten, das zwanzig Sprechzimmer für Aerzte und zwei Läden enthalten wird. Es sollen später noch weiter« vier Stpckwerke m't Sprechzimmern für Aerzte aufgesetzt werden. Der Klosettschlussel. In einem kleinen preußischen Amtsgericht hängt der Schlüssel zu einem stillen, unentbehrlichen Oertchen im Zimmer des aufsichts- führenden Amtegerichtsrates. Das paßt dem zweiten Amtsrichter nicht. Denn zuweilen fühlt auch er einen unwiderstehlichen Drang, sich dieses Schlüssels zu bemächtigen. Der Aussichtsführend« hat dann jedesmal die Möglichkeiten zu kontrollieren, wie oft und wie lange der Herr Kollege dorthin geht, wo ihn niemand vertreten kann. Um dieser peinlichen Kontrolle zu entgehen, läßt sich der zweite Amtsrichter eigemnächtigerweise einen Schlüssel zu besagtem Oert- chen anfertigen und liquidiert dafür die vom biederen Schlosser- meister berechneten 73 Pfennige. Es oerstreichen einige Monate. Dann kommt eine Anfrage von der Oberrechnungskammer„betreffs Anfertigung des Schlüssels", und ersucht um Auskunst darüber,„ob ein dringordes Bedürfnis vorgelegen hat". Rom- Wien. „Der Götz von Berlichingen" bringt folgend« Wiener Stamm» tischgefpräch: „Wae. der Seipel is a zweiter Mussolini, hörst? Nix ts«r, ein Schmarrn.«in verkehrter Mussolini höchstens...!" „Wieso denn?" .Ro. in Rom. da is der Papst drin g'sefsen und der Mussolini is einmarschiert, und bei uns. da sitzt der Seipel drin und der Pablt will einmarschieren." Uhßf�la�oJjuel Letzte Regatta im Jahr. Schluß wettfahri der Gruppe Ost des FSV. Fast totale Flaute herrschte, alz am Sonntag, am letzten Re> gattatagc. der Gruppe Ost des Freien Segler- Verbandes die Steuerleute kurz vor dem Start vom Wettfahrtausschutz zu- sammenberufen wurden, um zu entscheiden, ob sie fahren wollten — und die Mehrzahl wollte es! Der Start fand um �1 Uhr statt. Naturgemäß ballte sich das ganze Feld in der Startzone zusammen — und die 98 Boot«, die da auf den leisesten Windhauch warteten, boten«in kurioses Bild. Startschutz um Startschuß kracht«— aber nichts rührte sich vom Fleck. Vielleicht waren die 50 Steuerleute, die nicht gestartet waren, doch die klügeren. Vielleicht— denn als sich das ganze Feld, die Flautenschieber voran, durch die Enge am Eingang zum Seddinsee geschlichen hatte, kam etwa,„Leben in die Vude„. Aus SSO. sprang«ine ganz leichte Brise von etwa zwei Sekundenmeter auf, die sich hielt. So konnte die Wettfahrt wenigstens einigermaßen befriedigen: aerständlicherweise war die Bahn wesentlich abgekürzt worden, so daß das Ziel auf dem Seddin- see an der Ecke 44 war,«in guter Gedanke auch für später! Die aufspringende Brise hatte auch zur Folge, daß nur sechs Boot« dos Rennen ausgaben, seltsamerweise auch die schnelle national« Jolle„Nibelung" und der erfolgreiche Mer„Gazelle". Besonders zu bedauern war, daß sechs Boote distanziert werden mutzten, weil sie bis zur Startlinie gepaddelt waren, was während der letzten drei Minuten vor ihrem Start verboten ist. Darunter befand sich auch die erfolgreiche IS-Ouadratmeter-Wanderjoll«.Lola", die dadurch ihren«rsten Platz abgeben mutzt«. Di« Ausgleichsjollen übten ihren Schwestern von den Klassenbooten gegenüber eisern« Disziplin, keine wurde distanziert und auch fast alle starteten. Ein gutes Beispiel! Das s ch n« l l st e B o o t der großen Dahn wurde der Touren- kveuzer„Woglindc" mit seinen 59 Quadratmetern Segelfläche.„Bum ' i 1 00- qm- Wanderj olle«Mudri" Der nenerte Vertreter die«er kleinsten WanderfoIlenklMse des Freien Segler-Verbandes Bum" aus der 20er Rennklasse konnte trotz wirklich gut«r Arbeit der Mannschaft Wogiindes Zeit nicht erreichen. Er bracht« 2:99:44, war aber seinem Felde ein beträchtliches Stück voraus. Die lSer Renn- sollen sahen wieder„lhusch chusch" in Front, der der leichte Wind ebenso zu behagen scheint wie etwas rauhes Wetter. Um eine Minute schneller(2:03:98) lief die distanzierte ,Lolo" ein. Den ersten Platz besetzte ,Lerz Atz" mit 2:10:47.— Auch bei den lO-Quadrat- meter-Iollen waren die Wanderjollen den Rennern überlegen. Der Neubau E 77„Mucki" war als erster seiner Klasse mit 1:02:59 (kleine Bahn), um etwa 8 Minuten schneller als der Sieger, Luttita" aus der Rennklasse, der 1:08:39 gebrauchte. Um einige Sekunden war jedoch die kleine Ausgleichsjolle„Purzel II" noch schneller als „Mucki". Mit der guten Zeit von 1:92:01(berechnete Zeit!) wurde „Purzel ll" schnellstes Boot der kleinen Bahn. Ueberhaupt segelten die Ausgleichsjollen gute Zeiten. Zu erwähnen ist noch der„Odin" als Sieger seiner Klasse mit 2:11:18, ferner die„Frigga", die bei Flaute ganz ausgezeichnet läuft und dl« meisten Boote aus den Rennklassen aussegelte. Ihre g-segelte Zeit ist 2:94:12(berechnete) Zeit 2:99:41). Auch die Zeit der kleinen„Nixe", die ihrem Felde weit voraus lag, kann sich mit 1:98:52 absolut sehen lassen. Für die großen Kreuzer war der Wind«in wenig zu schwach. Immerhin war der„Windhund II" mit 2:97:37 seiner Konkurrenz um eine geschlagene halbe Stunde voraus. Bei den Nationalen 35-Quadratmet«r-Äreuzern konnte sich diesmal T 97 „Edda II", eine Neuerscheinung im FSt., den 1. Platz mit 2:98:55 sichern. Die 30°Oaudratmeter-Rennsachtsn. waren jedoch im oll» gemeinen etwas schneller. Da gab es einen Außenseiter: I, 2 „Orion" tonnte seinen Konkurrenten auf und davon laufen. In 2:03:98 durchlief er die groß« Bahn, was ihm alle Ehre macht, da er doch in den vielen Zugängen In dieser Klasse gewiß eine starke Konkurrenz hat. In der V-Klass« der AOer konnte„Diana" siegen: sie gebrauchte 2:39:35. Fast geschlossen kam diese Klasse durchs Ziel, ebenso wie die D-Klasse der 20er Rennjollen, die in Sekundenabständen— „TruM" mit 2:33:12 an der Spitze— die Ziellinie passierten. Wenn auch diese letzte Wettfahrt de? Jahres nicht als ganz einwandfrei angesehen werden kann, so tat doch die immer frischer werdende Bris« ihr Teil, um si« einigermaßen gut zum Abschluß zu bringen:___ Landcrwctf streit im Ringen. Auch am zwölften Kampfabend des Ringerturniers in der Bock- bmierei, Fidicinstraße, gab es äußerst harte Kämpf« um die Positionen: in wenigen Tagen die Entscheidung. Weltmeister Schwarz warf den finnischen Meister Aroküll noch äußerst hartem Ringen in der 49 Minute durch einen Armzug aus dem Stand. Auch der Favorit Martinoff verzeichnete mit feinem Siege über den Estländer Peterlon einen weiteren Erfolg, durch einen Armzug am Boden mußte der Estländer nach heftiger Gegenwehr seine Nieder- log« hinnehmen. Iaago und Wolke trennten sich ohne ein Resultat zu erzielen. Martinoff entledigte sich gestern seines stärksten Widersachers:: der Münchener Schwarz wurde nach 1 Stunde 8 Minuten von dem starken Russen durch seinen Spezialgriff. einem Doppclnelson, auf di« Schultern gedreht. Wolke-Bremen siegte im Entscheidungskampf mit dem Finnen Aroküll in der 58. Minute. Moebus-Berlm siegte über den Memelländer Bierholz nach spannendem Ringen in der 49. Minute durch Armfallgriff. Heut« ringen: Schwarz gegen Iaago, Moebus gegen R«nter, Aroküll gegen Bierholz und Wolke gegen Martinoff. f •ARßEJTEH mSBALL Kiel gegen Berlin. Eine schwere Schlappe erlitten die Berliner Fußballer am Sonntag in Kiel. Mit nicht weniger als 8:0 Toren wurden die Berliner auf die Heimreise geschickt. Allerdings tonnte Berlin bzw. der erste Kreis nicht di« stärkst« Mannschaft ins Feld schicken. Hatten doch Vereine, die sonst einige Städtespieler stellten, selbst Per- pflichtungen auswärtigen Vereinen gegenüber. Die Leitung der Spieloereinigung des 1. Kreises hatte daher keine große Auswohl. Bis zur Pause konnten die Berliner noch einigermaßen standhalten, was auch das Resultat von 3: 9 besagt. In der zweiten Spielhälfte machte sich dann die Reisemüdigkeit bemerkbar. Noch 5 Tore konnten die Kieler bis zum Abpfiff des Schiedsrichters erzielen. Trotz des hohen Resultates waren die Zuschauer von den gezeigten Leistungen sehr befriedigt. Lichtenberg I wailte mit seiner ersten Mannschaft bei dem S t e t t i n e r Ballspielklub 1919 und verlor nach interessantem Verlauf mit 3: 2. Lichtenberg mußte zu diesem Spiel mit vier Ersatzleuten antreten.— Tempelhof spielte gegen Stettin-Unter- bredow etwas glücklicher und gewann mit 3: 2. Weitere Spiele: Neukölln gegen Oberspree 3: 9. Vorwärts- Cladow gegen Treuenbrietzen 2: 3. Spandau 25 gegen Saxonia 5: 9. Nowawes gegen Woltersdorf 4: 1. Butab gegen Herzfelde 5: 9. Lichtenberg II gegen Jüterbog 2: 4. Luckenwalde V gegen Lucken- walde 11:4. Carow 1 gegen Spandau 23 2 9: 9. Carow 2 gegen Weißensee 2 4:2. Eisenspalterei 1 gegen Vorwärts-Wedding 25:1. Neukölln 2 gegen Schöneberg 2 3:9. �CjyvUooJUU Die letzten Spiele. FTGB.-Neutölln weilte mit allen Mannschaften in Nowawes ober nur bei den 1. Männermannschaften war es Nowawes möglich, den Sieg im Orte zu behalten. Bei einem verteilten Spiel stegtc Nowawes mit 8:2(4:9). Der Sturm entschied das Spiel durch sein« bessere Angrifsslust, wobei der Innensturm sich besonders her- vortat. Die ersten drei Tore waren Ueberraschungstvre, die zu plötzlich für den Neuköllner Torhüter kamen. Bei den zweiten Männermannschaften siegte Neukölln mit 1:9(9:9): die Frauen trennten sich 2: 1(9: 9) für Neukölln. Die Neuköllner Spielerinnen waren etwas schneller atsi Ball, während bei Nowawes die Läufer- reihe versagte. Das Jugendspiel entschied Neukölln mit 5:2(2:9) für sich. FTDB.-Nooden 1 fertigte FTGB.-Rordost mit 8:0(6:0) ab. Eine Umstellung in der zweiten Halbzeit bracht« erst Nordost etwas in Vorteil. Di« Iugendmannfchast von Norden 1 zeigte bei ihrem ersten Spiel gute Spieltechnik und konnte auch während des ganzen Spieles in Führung bleiben. Erst in den letzten sieben Minuten könnt« Norden 3 die drei Tore schießen und mit 3: 2 siegen, während Nordev 1 zur Paus« mit 2: 9 führte.— FTGB.-Süden und Schöne- berg trennten sich mit 4: 2._ Ruhmesgemüs«! Anzeige in einer vielgclesenen bürgerlichen Leichtathletikzeitschrijt:„Glorisolia Ruhmesblätter. Bronze, Alpaka, Silber und Gold. Vornehmste Auszeichnung, überall dank- bar begrüßt, zusammensetzbar zum Siegerkranz! Hersteller... An die falsche Adresse! Er weiij nicht, wen er meint! In der„Freien Sportvereinigung 1877" in Werder an der Havel debattierte man— zum Glück eine kurze Zeit nur— mehr über kommunistifche Parteiangelegenheiten, als über Sport- fragen. Die Kommunisten belegten die Andersdenkenden mit den schönsten Schimpfworten des bolschewistischen Lexikons und schließ- lich spalteten sie den Verein, indem si« den Antrag auf Austritt aus dem Arbeiter-Turn- ustd Sportbund stellten. Sie zogen ihrer Wege und seitdem ist wieder Ruhe im Verein. Einem Mitglied gefiel etwas nicht an der ganzen Sache und er schrieb den folgenden Brief an den Verein: Werder an der Havel, den 24. 8. 29 Werte Sportsgenossen! Da durch Idioten... die Politik im Derein höher steht, und nicht die große und das Wohl des Vereins berücksichtigt wird, sehe ich mich gezwungen sofort aus der Freien Sportvereinigung 1877 auszutreten. Statt engeren Zusammenschluß der Arbeiter- schaft, lassen wir uns immer weiter auseinander treiben, all das sträubt sich gegen mein Proletarisches emfinden. Will hoffen das Ihr bald einmal einsieht was wir der Arbeiterklasse schuldig sind, dann werdet Ihr mich auch wieder in Euern Reihen.zählen können... Es grüßt Euch in der Hoffnung baldiger Vernunft mit kräftigem Frei Heil! Rich. Paul. Die falsche Orthographie muß man dem Briefschrciber»er- zeihen, nicht zu entschuldigen ist aber, daß er den Brief an die falsche Adresse richtete. Die drei Punkt« in der ersten Zeile hinter Idioten sind nämlich im Original durch die Worte„der SPD." ersetzt. Woraus sich ergibt, daß Herr Paul tatsächlich seine Gesinnungsfreund« für vernünftig hält. Und das ist unverzeihlich! Da* Rennboot„Mil) America" zertrümmert. Mit großem Interesse sah man in Italien einer neuerlichen Be- gegnung der beiden Rennboote„Miß America" und„Miß England" entgegen, die im Kampfe um den Volpi-Pokal aufeinandertreffen sollten. Mit dem in der Nacht angekommenen Boot unternahm Wood am gleichen Tag« eine Fahrt bei allerdings starkem Wellen- gang. Hierbei wurde das Boot so hoch in die Luft geschleudert, daß es beim Niedergehen auf die Wasserfläche vollständig zer- trümmert wurde. Wood kam mit leichteren Verletzungen davon, sein Mechaniker mußte schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Sieger in dem Rennen um den Volpi-Pokal blieb Major. Segrave mft der„Miß England" vor„Baby Dear"-Spanier PokalkSmpfc im Freien Keglerbund. Die Pokalkämpfe haben nunmehr mit dem zweiten Stechen im „Keglerh«im Oberspree" eingesetzt. Schon der erste Tag zeitigte bei äußerst spannenden Kämpfen glänzende Resultate. Di« Kämpfe gehen über 199 Kugeln pro Kegler. Bei Wertung der fünf Besten eines jeden Klubs sind nachstehende Ergebnisse zu melden: Gruppe A, Bezirk Zentrum: 1. Freiwcg 25, 3898: 2. Bös« Buben, 3669: 3. Turkel, 3857: 4. Gut Sport, 3852 Holz. Gruppe C; 1. Um Berlin, 3658; 2. Bundestreue, 3527 Holz. Beste Einzelleistung«»: 1. Rosen- tranz(Freiweg), 758; 2. Ptetsch(Freiweg), 748: 3. Wenzel(Turkel), 745 Holz. Am kommenden Sonntag nehmen die Kämpfe im gleichen Keglerheim ihren Fortgang. Unit Schwimmer Berlin XU, e. B. Ab Montag. 1«. Ervtrmbrr, sintr» im Winterhalbjahr die Urbunasstundr» wir lolat statt: Schwimmen: Jeden Montag van 20— 22', Uhr im Stadlbad«tegUt,. Bcrgftr. jede» Dvnnerotag van 20(4—22 Uhr in Ret Schwimmhalle Lichterfelde: jeden Sonn- abend von NZt— W Uhr in der Schwimmhalle Lichterfeite.— Turnen und S v m n a st i t: Jeden tZrritag von 19—21 Uhr in der Turnhalle her 10. Bolto. schul«. Lichterfelde�slld. Berliner Str. 63.— Svielmannozug: Jeden Zreitoa von 21—22 Uhr ebenda.— Handballabteilung: Training jeden Mittwoch ah 18 Uhr Stadion Lichterseide.— Ta im Bezirk Steglih noch keine dundestreu« iZuhballabteiluna desteht, werden intcreslierte On nasse n gebeten, ihr« Adresse an Alfret Losfmann, Berlin-Lichterleide, Bing. sirahe<», ,u senden, zwecks Gründung einer Tugballabteilung. ASS. bockey. Eihuna Donnerstag. 19. Sevtcmber. 20 Uhr. hei Weaner. frankfurter Allee ZZO. Wir suchen für unsere IN. Mannschaft noch einige Spieler, di« in der Sitzung ausgenommen werden kiinnen. Keiner zu alt für Leibesübungen! Winke für Altersturner und die es werden wollen! Kreuzschmerzen, Muskelschmerzen und allerlei kleine Be- wegungShemmungen erinnern den. der sich den Vierzig oder Fünf- zig nähert, in nicht angenehmer Weise daran, daß er sich auf dem absteigenden Ast seines Lebens befindet. Wenn er früher noch ge- rade di« Straßenbahn erwischt«, so fuhr sie ihm heute, trotz größter Anstrengung, vor der Nase weg, oder es geht ihm fast der Atem aus, wenn er die 49 Treppenstufen seines.Hauses heraufgekommen ist... Er merkt, es naht der Herbst, die Vierzig sind in der Nähe. Der Körper gehorcht nicht mehr so ohne weiteres dem Willen und doch hätte es anders sein können, wenn«r früher etwas für diesen Körper getan, nämlich systematisch Leibesübungen be- trieben hätte. Was heißt aber„hätte"? Es geht auch heut« noch. Zum mindesten kann man den Kräfteverfall etwas aufhalten, mit Mitteln, die keinen großen Aufwand nötig machen. Vor einem muß aber von vornherein gewarnt werden: Es wäre grundverkehrt, wenn der Alternde(das soll kein« Wertung fein), der bisher noch keine Körperkultur getrieben hat, sich ohne weiteres einer bestimmten sportlichen oder körpererzieherischen Disziplin anschließen würde, vielleicht nur deshalb, weil dort einig« Bekannte sind oder irgendwelche anderen Zufälligkeiten mitspielen. Man muß vielmehr individuell, von der Verfassung des einzelnen ausgehend, verfahr«« und erst einmal untersuchen:„Was trau« ich mir übechaupt zu? Wie ist's mit m-inem Körperzustand b«> stellt, und welch« Schwächen und Vorzüge hat diese oder jene Sportart?" Am allerverkehrtesten aber wäre e», seinen Alltag von heut« auf morgen nach dem Rezept„Viel hilft viel" umzu- stellen. Der Körper würde das sehr übelnehmen. Da durch di« eins«itige Berufstätigkest der Körper in den meisten Fällen irgendwie verkrampft oder einseitig bewegt ist. gilt es zunächst ihn zu lockern und zu entspannen, die Muskulatur zu dehnen und die Gelenke zu lösen. Der zweckmäßigste Ansang sind täglich« Atmungsübungen vor offenen, zugfreien Fenstern mil an- schließenden leichten gymnastischen liebungen(zu ersehen in Bührens Buch„Körperbildend« Gymnastik") Freilich, das fehlt dem Zimmerturnen, das Belebend« eines Gemeinsamen, was man nur im Derein oder in einer Arbeitsgemeinschaft haben kann. Gerade aber beim Alternden spielt dieses Moment eine nicht zu unter- schätzende Rolle. Man gehe daher in die Turn- oder Sportvereine des Arb eiter-Turn- und Sportbundei, wo«nt» sprechend« Gemeinschaftsübungen in Form leichter chythmifcher Gymnastik gepflegt werden. Die Ausführung der Uebungen nach der Musik oder dem Gong beleben ungemein und schützen beson- der» den Nervösen vor schädigender, hastiger Ausführung und damit vor Ueberanstrengung. Nicht zu unterschätzen ist der Gemein- schastsgeist, der di« Freud« an der stetigen Fortsetzung dieser Uebungen weckt. Ueberhaupt muß der„vierziger" noch viel mehr als der Jünger« darauf sehen, daß sein Sport ihm Lebensfreud« einträgt, ihn innerlich erhebt und seelisch erneuert. Das braucht er von Jahr zu Jahr in erhöhtem Maß«. Denn nur aus Freude und Seligkeit quillt jenes erhabene Daseinsgefühl, jener innere Schwung des Ichs, von den� aus«r auch»l» Alternder alltäglich di« Widerstände des Lebens und alle Weltverdrossenheit zu meistern versteht. Sein Sport soll also den Körper entspannen, soll Stun- den körperlichen und seelischen Ausruhens bringen, die wieder froh machen zu neuer Tätigkeit und«in Ausgleich gegenüber der ner- »Ösen Reizbarkeit und Ueberarbeitung sind. Starke geistige Arbeit ermüdet ja nicht nur das Gehirn, sondern auch die Muskeln, und umgekehrt beeinflußt jede körperliche Anstrengung ungünstig die Energie des Gehirns und des Denkens. Daß daher der Kurz- streckenlaus, anstrengend« Muskelübungen, jede aus Rekordleistung hinzielende körperliche Betätigung, serner all« Uebungen, die starke geistig« Konzentration exfordern— z. L. schwieriges Geräteturnen, Fechten—,»«rsehlt sind, bedarf keiner besonderen Betonung. Ueberhaupt bedenke der Altersturner, daß er in erster Linie dem Herzen, der Lunge-und der Hautpflege dienen muß, und dann erst den Knochen und den Muskeln! Versagt das Herz, dann ist ein kräftiger Körper wertlos! Das bekannt« Wort:„Der Mensch ist so alt wie sein« Arterien, sollte jedem Aelteren zu denken geben. Will«r nicht vorzeitig altern oder frühzeitig als„Schlag- aderkandidat" enden, so muß er den Alterserscheinungen begegnen. Etz ist sicherlich kein Zufall, daß England bald dreimal so viel „Hundertsährige" hat al, wir. und daß es dort eine hcche Zahl Sechzig� und Siebziger gibt, die quietschvergnügt umherlausen und Sport noch lebhost betreiben. Also all«, di« ihr schon merkt, daß der Herbst des Lebens im Anzug ist, aber auch alle, die ihr ihn umgehen oder hinaus- schieben wollt: hantelt nach diesen Ratschlägen. Gemeinschaft und Kameradschaft findet ihr in den Organisationen der Arbeiter-Turn. und Sportbewegung, die abseits aller Rekordbestrebungen den Sport in seinen erzieherisch wertvollen Formen betreibt. Kinderfürsorge im Bezirk Wedding Sozialdemokratische Aufbauarbeit. Der Kreis Wcdding i>er Sozialdemokratischen Partei Perlins berief am Montag abend seine Mitglieder nach der Schul- nula in der Aärtnerstraße, um ihnen dort einen Z Ausschnitt kommunalpolitischer Arbeit, die Säuglings- und Kindersürsorge, auf- zuzeigcn. Stadtrat Frank, der Vorsitzende des Kreises,.citet« die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprach« ein und gab dann dem Stadtrat Ku lisch das Wort zu seinem Vortrage. Der Re- scrent begann mit einem Rückblick aus die Geschichte des Bezirkes Wedding, der ein ausgesprochener Arbeiterbezirk und in dem die Wohnungsnot besonders grotz ist. Die Sozialdemo- kratie hat im Bezirksamt den größten Eiiisluß und hat frei nach ihren Grundsätze» arbeiten können. Besonders aus dem Gebiete der Säuglings- und Kinderpflege hat das Bezirksamt vorbildliche Anlagen und Einrichtungen geschaffen. Die Fürsorge beginnt bereits bei der schwangeren Mutter, die mit Lebensmiltet, Leibwäsche und Babyalisstattung versorgt und auch rechtlich und wirtschaftlich be- raten wird. Für Mütter steht dann noch ein Entbindung?- heim zur Verfügung. Für Mutter und Kind steht dann ein weiteres Haus für diejenigen ossp», di« keine Wghnung ihr eigen nennen. In den Säuglingsfürsorge st ellen werden die Kinder regelmäßig untersucht und sllrforgerisch betreut. Für die Kinder, deren Mütter tagsüber ihrem Beruf nachgehen müssen, sind Krippen und Krabbelstuben eingerichtet, in denen die Kleinen den ganzen Tag über verbleiben können. Für die heran- wachsende Jugend sind in den letzten Jahren ein« Reihe Ein- richtungen geschaffen, di« auch ärmeren Kindern die Möglichkeit geben, einmal für einige Wochen verreisen zu können. Im Bezirk selbst sind in den herrlichen Gartenanlagen in den Reh- bergen und im Volkspark Humboldthain Spiel- und Sport- Plätze geschaffen worden, auf denen vor allem während der Sommerserien ein reger Sportbetrieb herrscht. Di« Aus- führungen des Reserenten, die starken Beifall fanden, waren äußerst interessant, weil in ihnen die fllrsorgerische Betreuung des Kindes von der Säuglingsfürsorge bis zum Erholungsheim für > Lehrlinge aufgezeigt wurde. Dann wurde der Film vorgeführt, den das Bezirksamt hat herstellen lassen und in dem sämtliche Fürsorgestellen bildlich iestgehalten sind. Der Film ist außerordentlich g u t gelungen. Durch ihn wird die große soziale Tat, die das Bezirksamt mit Hilfe unserer Genossen vollbracht hat, richtig veranschaulicht. Die Sozialdemokratie kann stolz sein, daß unter ihrer ver- antwortlichen Führung derartige Arbeit geleistet wurde. Die kommenden Wahlen werden zeigen, daß dieses im Interesse der Arbeiterschaft liegende Wirken auch von den Wählern an- erkannt wird. Personalabbau der Banken. Die preußische Staatsbank folgt. Man schreibt uns: Der Ruhm der Großbanken fortgesetzt ältere Angestellte mit einigen Zehrpfennigen in di« Wüste zu schicken, um an ihrer Stelle alsdann jüngere, unverbrauchte Arbeitskräfte zu einem minimalen Gehalte zu engagieren, läßt an- scheinend auch die Preußische Staatsbank nicht ruhen. Nachdem über die mehr als seltsamen Finanzgeschäfte, bei denen Millionen- betrage hinausgeworfen wurden. Gras gewachsen ist, soll jetzt der Eindruck einer streng kaufmännischen Betriebssührung dadurch er- weckt werden, daß man es den Großbanken wenigstens in puncto Abbau gleichzutun versucht. Man hat sich zu diesem Zwecke von der Darmstädter- und Nat>onalbank«inen„O r g an i s a t i o n s ch e f'. den inzwischen zum Oberfinanzrat avancierten früheren Bankprokuristen H e i n r i ch s engagiert. Dieser Herr geht i'ach der insbesondere bei den Groß- banken„bewährten" Methode in der Weise vor, daß er in soundso vielen Abteilungen„P e r s o n a l ü b e r s l u ß" feststellt. Besonders haben es ihm bei dieser Gelegenheit diejenigen An- Gestellten angetan, die nach dem Preußischen Angestelltcntarifvertrage infolge ihrer bald zehn Jahr« betragenden Dienstzeil An- spruch auf erhöhten Schutz ihres Bcrtragsverhältnisses gegen Kündigung und Auflösung haben. Offen erklärt Herr Hein- richs seiner nälieren Umgebung, daß er schon dafür sorgen werde, daß diese Tarifbestimmung Papier bleibe. Es werde eben niemand mehr 10 Jahre Angestellter der Preußischen Staatsbank sein. Hat man wieder einmal eine Anzahl ältere Angestellt« zur Streck« gebracht, kann man sich nicht einmal zu den Höchstabfindungs- summen des Betriebsrätegesetzes entschließen, weil bekanntlich die Mittel der Preußischen Staatsbank anderweitig zu stark in Anspruch genommen worden sind. Von irgendeinem Lyzeum oder einer Handelsschule hinbeordert, erscheint im übrigen dann die«nt- sprechende AnzahljungerDamen.die die Staatsbank einmal Strand im nS)eulfcheti 3)omu Der.Deutfche Dom', dos bekannte 3tlrchengebäude am gendarmenmarM, mar, nie rrlr berichteten, von einem großen Schadenfeuer helmgefucht. Unser üBild geigt die Abfperrungs und Xöfchmaßnahmen als Anfängerinne«. des fernere» chres jitgenblichen Aller, wegen flir ein Taschen- bzw. Nadelgeld als willige Arbeitskräfte engagiert, während di« Familienväter jetzt die Stempel. akadcmie besuchen können. Di« Preußische Staatsbank aber ist stolz darauf, sich in den Reigen der modernen Bankinstitute würdig ecn- gereiht zu haben.. Di« preußische Regierung, insbesondere deren Finanzmimster, werden gut daran tun, einmal der aus Friedrich des Großen Zeiten stammenden Preußischen Seehandlung, jetzt Preußischen Staatsbank, klar zu machen, daß inan. auch wenn man sich des friderizianijchen Zopfes und anderer vcrolteter Gepflogenheiten entledlgt, darum noch nicht nötig hat, in die unmenschlichen Methoden des Angestelltenabbaues zu verfallen, wie er im privaten Bankgcwerbe wieder auf der Tagesordnung steht. Die Angestelltenschaft der Preußischen Staatsbank erwartet von einer fortschrittlichen republikanischen Regierung, daß st« nicht dulden wird, daß das. was Arbeitsämter und Reichsorbeits- minister kritisieren und einzudämmer versuchen, auf der anderen Seite von den Ministern der anderen Fakultäten stillschweigend selbst geübt, zum mindesten toleriert wird. Aus der Arbeitsstelle totgefahren. Auf den Gleisen der Anhalt— Dresdener Bahn. unweit des Bahnhofes Tempelhof ereignete sich ein töd- l icher Uns all. An einer Uebersührung werden dort von einer Arbeiterkolonn« der Firma Raven« Montagearbeiten aus- gesührt. Beim Herannahen eines Arbeitszuges gab der Siche- rungsposten, wie ermittelt worden ist, rechtzeitig das War- nungsfignal. Aus noch unbekannter Ursache versuchte der 21jährige Schlosser Emil Sennenberg aus Wilmersdorf. Kaiserplatz 17, nur wenige Meter vor der Lokomotive noch das Gleis zu überschreiten. Der junge Arbeiter wurde dabei von der Maschine erfaßt und überfahren: er wurde auf der Stelle getötet._ Wetter für Berlin: Trocken und ziemlich heiter, kühle Nacht. mittags warm, leichte südöstlich« Winde.— Für Deutschland: U eberall Fortdauern der beständigen Witterung, im Osten wieder sehr kühl« Nacht., Dienstag, 17. September. Berlin. 16.00 Stunde mit Büdiern.(Am Mikrophon; Tritr Entei.) 16.30 Koarert. 17.00 Unterhaltungsmusik.(Kapelle Cddy Walis. Am rillget; Siegfried Ehr-: hardt.) Anschließend Weebenachriehten und Mitteilungen des Arbeitsamte» Berlin-Mitte außerhalb des Programms der Funkstunde. 19.00 SchallpUttenkonzert. 19.30 Dr. b. Kftbke: Probleme des Handwerks. 20.00 Breltiknnst Ton fiberall.(Schallplatten.) 21.00 Treppenwitze der Literatnrgeschichte. KSnigswnsterhansea. 16.30 Dr. H. Roeseier: Versunkene Universititem 17.00 Nachmiltagskonzert von Leipzig. 18.00 Prof. Dr. Hans Mersmann: Musikverstehep(1. Stufe) VoJksHeöeranalysen. 18.30 Lektor Claude Qrander, Gertrud van Eyseren: FranzSslseh für Fortgeschrittene. 18.55 Dipi.-Kfni. Dr. Lisnik: Die gewerblichen Genossenschaften w. Lichte des Oenosscnschaftstages. 19.10 Prof. Dr. Binz: Düngemiitellehrga.ig(T): Chemie. 20.03 Aus dem Berliner Dom: Konzert des Staats- und Domchors.(Karin Branzell, Alt: Prof. W. Fischer. Orgel; Dirig.: Prof. H. Rodel.) Anschließend: Uebertragung von Berlin. PROGRAMM für die Zeit vom 17. bis 19. Sepiember KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zelt vom 17. bis 19. Sepiember ©IOIÖ Potsdamer Strafe 38 Die Arche Noah m. Dol. Cosicllo u. George G'Brien Jugendliche haben Zutritt Rheinstra�e 14"(iMl-der Kais.-Eiche) Der Krieg im Danke! mit Greta Garbo Odcon, Potsdamer Str. 75 Tempo-Tempo m. Lac. AlberHni Das Geheimnis der Carllon-Bank Turmstra�e 12 Der Manxip der nldii liebt mit Gastav Diesel Alexandcrstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Sfindlg nnd«fiß mit Anny Ondra Der DranfgSnger mit Sydney Chaplin ■ iauiii.»CT a Alhambra Schöneberg, Hauptstr. 30 Btthncnscbao Zwischen Liebe nnd Pflicht Im Lande Amanollahs Titania(vu ÄUerg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6J0 Uhr D. Krieg Im Danket m Greta Garho Das a abgezeichnete Beiprogramm E'~7rtS5en«ru™""k Friedemauer Lichtspiele Kaiserallee III(hundertelf) Das Iczte Souper (Der Schuß in der großen Oper) Eine Nasht in Yoshiwara Moabit Artushof-Liditspiele Film- nnd Blihnenschaa Perlebergcr Str. 29 und Stendaler Str. Die Dame in Schwarz Auf der Reeperbahn nachts na Vsl mit Eddie Polo Welt-Kino Alt-Moabit 99 Der Mltfcrnadhtswalzer Die weihe Sklavin mit Liane Haid U Chartottnnbura M Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 7 u. 9.13 U, S. ab 3 U, Matter liebe mit Hennj Porten Riff and Raff, die Fraaenhelden c Wllmcr Stiers AtriUm Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn 7, 9.15, Sonntags 5, 7, 9.15 Uhr Es flOsteri die Nadii Bühne; ZAdmlraU/'OelgaD. Drage Ab Donnerstag; Erpressung mit Anny Ondra ■»tean«, p Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Uraufführung: Im Praler blQh'n wieder d. BSome Auf der Bühne; Lafos Syendy V UOiterFeW-Wegt■ HJ H Wochentags 6.30, 9 Uhr rU-lal stg. 5.7,917. Stg. 3 U.|.-V. Hindenburgdamm 58a Bdhaensdta« Nachtlokal mit Eveltne Holt Casanovas Erhe Südwesten Film-Palast Kammersäle Teltower Str 1—» Beginn 6 U. Scfamogglerbraat von Mallorca Rand am die Liebe MarlenderS (Vfm T v Mariendorfer Pia-L>1 Lichtspiele Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Iug.-V Morgenröte, Todesstollen 306. Was Ist los mit Nanettc? Bühnenschaa Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Vater, ich klage dich an Ein Millionenangebot mit Dolores Costello Filmcck Bc«inn; Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Mntlerltebe mit Henny Porten, Elis. Pinafeff Gate HIIhneBschaa Luisen-Theater sSn*sv: Retchenberger Str. 34 Bfihnenschao Der DraafgSager m. 5yd Chaplin Der rasende Hin Urania-Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Stg. 2.45. 5. 7. 9 Uhr Verden(Helden zweier Völker) Bigamie S Bahn icn-Attrakttonen Neukölln Primus-Palast Hermannplatz Beginn 7, 9,15 U-, Sonnt ab 4,45 U. M inner ohne Berat m. Harry Piel Doxa das gate Beiprogramm Auf der Bühne; Otto Saho. Lotte Werkmeister in ihrer Szene: Die Kflndigang Elysium(piiSpS-t) Hasselwerderstraße 17 Varieldschaa Der Grat von Monte Christo. II. T. Gr, Beiprogramm. Bühne; 9 Daras Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Das große Doppelprogramm Kolonne X mit Reinhold Schänzel Die Jagd nach der Erbschall Dazu die gate Bühnenschaa Beginn der ersten Vorstellungen Wochentags 6 Uhr, Sonntags 5 Uhr Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Erstaufführung für den Osten: Malteriiebe mit Henny Porten Gro�e Bühnenschaa Lachrevue: Berlin nnt. d, Zeliiapc Concordia-Palast Andreasstraße 64 Bühnenschaa Begierde mit Lissi Ama Der große Zillefilm; Die da anien Kosmos-Liditspielc Lichtenberg, LOckstraße 70 Hingabe(Weib am Kreuz) 5 bange Tage mit Maria Jacobini Bühne: Gazicp. Anna MOUer-Ltnke Grotjc Bühnenschaa fl FriediichsfRlM W Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 Das größte Opfer m. Ivan Petrovich Zimmer Nr. 13 mit Mae Morray g Ho'rdortdd""™*� „Elysium" Prenzlauer Allee 58 Bühnenschaa Die Arche Noah Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 365—210 Vnrietfschaa Sparen im Schnee Was kostet die Liebe? dJgdjniclcdWd»rS-Oat Bürgergarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 Bühnenschaa Ritter der Nacht mit W. Dictcrlc Im Ltuatzag mit C. Moore Norden Alhambra Müllerstraße. Ecke Seestraße Die Arche Noah Beiprogramm, Bühnenschaa Colosscum Film- and Bühnenschaa Schönhauser Allee 123 W. 6-30, So. 5.30, Stg. ab 4 U. Malteriiebe mit Henny Porten Abels Bühne: Die fünf Elektra-Palast DTÄ. Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Die Todesfahrt im Kanada-Expreb Verden Jugendliche haben Zutritt Forhma-T ageskino Müllerstraße 12c Beg. 10 U. vorm. Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nar Spitzenfilme der Well- prodaktlon Mciro-Palast Chausseestraße 30 Die Arche Noah Jugendliche haben Zutritt Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U., Stg. 5 U. $<. 3 U. Jugendv. Sensation Im Winiergartea Links der Isar- rechts der Spree Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Gedding) Die Verbannten Die Tcrtchwundcne Frau Bühnenschau Skala-Lidhispiele Schönhauser Allee 80 Kampf am Paris Bühne; Erna Poschel, Parodistin Vincta-Kino Vinetaplatz 3. Ecke Wollincr Straße Nonam.WernerKraal, fenny Jag Erpresser(Ad. Pariser Gesell seh.) fdl „Alhambra" Badstraße 58 BühaeoMliaG Manolcsca mit Iwaa Moattüda, Brigitte Helm Beiprogra Ballschmieder- Lidiisp. Badstraße 16 Große Bfihaensd&aa Die Arche Noah Auf der Bühne: Revue:£• tut sich was Humboldf-Thcatcr Badstraße 16 Groge Bühnenschaa Die Pflicht zu schweigen hi die Falle gelockt Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Grobe Bühnenschaa Minner ohne Beraf mit Harry Piel Betprogramm W Pankow W Palast-Theater Lichisp. Breite Straße 21 a Der Biberpelz mit E. A. Roberts Wo die Alpenrosen blüh'n Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Malteriiebe mit Henny Porten Beiprogramm— Gr Bühnenschaa Film-Palast SSSi«. Blankenburger Straße, Hingabc m. H. V. Schlellow, Albor J Küsse, die man nie vergibt tz Te9*1 J Filmpalast Tegel Bahtrhofstr. 2 W. 6, SVj, Stg, ft'c, 6>?. 8�c S O S.(Schiff in Not) m. Liane Haid Die nmstriltene Fraa Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U, Stg. 5, 7J0 Leonlines Ehemßnner- Wer de- wtanl da» gr. Molch mit Tom Tyter \