Morgenausgabe Nr. 437„, «« Zahrgang «»che-Mch«Vf. msnsMch ,�0«. Am»sr«u»»adlb« Uoftbcisa 4« SL tte1alisten" verhaftet wurden. Roch ihrem Geständnis hatten sie die Absicht gehabt, den Zug zur Entgleisung zu bringen. um einen größeren Geldtransport für Parteizwecke zu plündern._ Spanische Sozialisten gegen Oikiawr. Eine Ankündigung ihres Kührers. Madrid. 17. September.(Eigenberich».) Führer der spanischen sozialistischen partes Largo Ea- b a l l- r o kündigle am Dienstag in einer aussehenerregenden össenl- lichea Rede das Ende der Diklalur prlmo de Reviras als nahe bcvorfiehend an. Der Augenblick fei gekommen, wo die Arbcilerschast Spaniens wieder direkt und aktiv an der Verwalluug des Laude» leiluehmen müsse, während der sechs Jahre der Diklalur sei die Mitgllederzahl und das Ansehen der sozio- lisiischeu Partei bedeulendgewachsen. Er sei überzeugt, fuhr Caballero fort, daß Spanien noch vor 1931 zu ciaer normalen Regierungssorm zurückkehren werde. Die Sozialistische Partei treffe all- Vorbereitungen, um im gegebenen Augenblick in der provinzinlcu und kommunalen Verwaltung sowie im Parlament die ihr ge b ü h r- u d e R o l l« zu übernehmen. Antwort Moskaus an Nanking. Weitere Verhandlungen zwecklos. Moskau. 17. September. Der deutschen Botschaft wurde heute die Antwort der S o w j e t r e g i e r u n g auf die Erklärung der Nanting-Regie- rung vom 9. September sowie auf den weiteren Vorschlag der Ranking-Regierung vom 13. September betreffs der Ernennung nur eines Bizedirektors an der Ostchinesischen Bahn z u r W« i t« r- leitung an die chinesisch« Regierung übergeben. Der Wortlaut der Antwortnote ist folgender: Gemäß ihrer unveränderlichen Friedenspolftik hat die Sowjetregierung den Bor- schlag der chinesischen Regierung zur Unterzeichnung einer g e- meinfamen Deklaration bereitwillig angenommen. Die Sowjetregierung hat in dem von der Ranking-Regierung vorgeschlagenen Deklarationsentwurf lediglich einige absolut not- wendige minimal« Verbesserungen und Präzisierungen vorgenommen, die aus Punkt 2 des Nankinger Entwurfs(Anerken- nung der Mukdener und Pekinger Verträge) hervorgehen. Die Er» süllung dieser, die Derbesserungen enthaltenden Bedingungen be- trachtet die Sorchetregierung nach wie vor seit Anbeginn des Kon- flikts als elementare voraussehung für das Zufammeulreleu einer Konferenz. In ihrer Rot« vom 9. September hat die Ranking-Regierung die erwähnten minimalen Berbesierungen abgelehnt und somit auch di« im Deklarationsentmurf erteilte Zustimmung zur Ernennung eines sowjetrussischen Direktors der Eisenbahn annulliert. Dies« im Punkt 3 des Nankinger Entwurfes der Deklaration erteilte Zu- stimmung könnte nur im Falle einer sofortigen Ernennung eines Sowjet-Direktors und seines Stellvertreter- Bedeutung und Sinn haben. Inden, die Ranking-Regierung sich jetzt gegen eine sofor- tig« Ernennung dieser Personen ausspricht, zieht sie ihre eigenen Vorschläge zurück und macht eine Beilegung des Konflikts auf dem Wege eines llebereinkommens unmöglich. Den gleichen Sinn, nämlich die Zurückziehung eigener Vorschläge, hat auch ein am 13. September durch den deutschen Bot- schafter der Sowjetregierung überreichter zusätzlicher Bor- schlag der Ranking-Regierung, in dem die Ranking-Regierung an Stelle der Ernennung eines sowjetrusiischen Direktors und seines Stellvertreters die Frage der Ernennung nur eines Stellvertreters setzt. Dies steht in offenem Widerspruch sowohl zu den Verträgen von Peking und Mukden als auch zu Punkt 3 ihres eigenen Entwurfes einer gemeinsamen Deklaration. Indem die Ranking-Regierung die Grundbedingungen der Unterzeichnung der Deklaration und der Führung von Derhanhlungen abgelehnt hat, ist die Frage eines Der- Handlungsortes gegenstandslos geworden, und die verank- worlung für die weitere Entwicklung de, Koussiki» fällt voll und ganz der Ranking- Regierung zu. Robelpreis für Thomas Mann? Stockholmer„Socioldsmo- kraten" teilt mit, daß man in Kreisen, die der Schwedischen Akademie nahe stehen, Thomas Mann als diesjährigen Nobelpreisträger der Literatur nennt. Achlstnndenlag in Argeolinien. Das argentinische Gefetz über den Achtstundentag ist amtlich veröffentlicht worden. Königstein wird geräumt. Familienangehörige schon abgereist. Köaigstein l T„ 17. September. Di« Räumungsvorbereitungen sind in vollem Gange.. Täglich verlassen mit. den fahrplanmäßigen Zügen Familien- angehörige von Mitgliedern der Besatzung und einzelne Militär- Personen den Ort, um endgültig in ihre Heimat zurückzukehren. Am Freitag abend wird in einem S o n d e r z u g. für den 13 Waggons angefordert sind, dos Heeresmaterial abtransportiert. Der Abzug der Truppe selbst ist auf Montag, den 23. September. nachmittags 1.49 Uhr, festgesetzt. Der Abtransport«rfolgl in einem Sonderzug, der voraussichtlich direkt noch Antwerpen geleitet werden wird, von wo die Ueberfahrt nach England erfolgt. Die OrganisationStomiteeS. Während die Organifationskomitees zur Ergänzung des Doung- Planes ihr« Arbeiten in Paris bereits aufgenommen haben und man hofft, sie innerhalb von 8 bis 19 Togen zu Ende zu führen, scheint sich die Einberufung des Organifationskomitees für di« Re- parotionsbant, das ursprünglich am 23. September in Brüssel zusammentreten sollte, zu verzögern. Als Grund werden zwar keine grundlegenden Meinungsverschiedenheiten, aber noch bestehende Unklarheiten über Fragen des Verfahrens angegeben. Adelsgenossenfthast poliiifch. Eine Anordnung des Reichswehrministers. Reichswehrminister Groener hat aus Grund des fj 36 des Dehr- gesetzes. der den Angehörigen der Reichswehr und Reichsmarin« die Mitglisdschaft in politischen Vereinigungen oder Verbänden verbietet, di« Deutsche Adelsgenossenschast für politischer- klärt. Diese Verfügung des Rcichswehrministers bedeutet also für sämtliche Offiziere der Reichswehr und Reichsmarine den Befehl, aus der Adelsgenosicnfchaft, sofern sie Mitglieder derselben sind, sofort auszutreten. Der Defehl des Reichswehrministers ist erlösten worden, weil in den Blättern der Adelsgenossenschast unqualifizierdare Angrifse gegen di« Reichsregierung und deren Mitglieder veröffentlicht worden sind und weil die Adelsgcnostenfchoft sich aktiv an dem Volksbegehren von Hugenberg-Hitter beteiligt. Oesterreichs Exkaiserin Zita ist mit ihren Kindern aus Spanien in Brüssel eingetroffen, wo sie sich dauernd niederlassen will. Der Kronprätendent Otto wird an der Löwener Universität Philosophie studieren, die anderen Kinder werden in Brüsseler In- stituten erzogen werden. s WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz FXTRA- PREISE Mittwoch bis Sonnabend fßlas, tPorxellan, Steingut Porzellan dekoriert Frühstücksservice ö Teile, für i ne 6 Teile, fflr o qc 2 Personen'•-'•J 2 Personen Kaffeeservice« cn c r? 9 Teile, für 6 Personen-J-Jv J.1J Kaffeeservice 16 Teile, für q 30 Teile för 10 TC 12 r ersonen 12 Personen Tafelservice 45 Teile, fflr Air nn 77 Teile, für 7 er nA 12 Personen 12 Personen 1 T afelservice SÄ« 95.00 105.00 Tnccf�n Dekor aoldbenkel Goldrand 0.25 0.35.e.° 0.42 Katfeegejcblrr>(EUa weif)" Kaffeekannen 0.40b. 1.80 Teekannen.. 0.60 b. 1.60 Mlichtöpfe..0.1 Ob. 0.90 Tasse b.ibborb....... 0.28 Fetlon Gold Speisetelier«et n. tucb 0.45 Dessertteller...... 0.30 Saucieren....0.85 0.95 Platten...... 0.70 b. 2.45 Tafelservice 23 Teile, für 6 Personen O.OU Fetlon weiS Speiseteller uei od. nteb 0.38 Dessertteller...... 0.25 Kartoffelschüssel.. 2.25 Saucieren.... 0.65 1.15 SOlatschalen 0.60 f. 1.65 Platten o«!.. 0.70» 2.75 Steingut bunt Waschgarnitur. g- moderne Farben, 5 Teile �--£0 Tafelservice oc n tc 23 Teile, f. 6 Person. 0.�3 bis bMO Platten n 01--_A oval, wria nnd bunt V.ZD bis J.DU Tasse mit �'�dn,.,.... 0.45 Frühstücksgedeck n 2 Teile, farbig glasiert Dessertteller uS;gi-o e™ 0.10 Teekanne �Äei 0.95 Eierbecher eifmbem.. 0.08 Milchkanne ftnd'Ä 0.20 Schüsseln a q« m im farbig glasiert v-OO bU J.JU Steingut bunt Blumenkübel n c-. 0- ellvrbein 0.25 W» 1.25 Blumenschal. 0.55b 0.95 Blumenblocks n 9S dazu passend v.ZO Bleikristall Frddilegravar, mit Sonne Kompotteller»'/- em 2.95 Kuchenteller as cm 19.50 Kompottschalen 4.95 ws 10.75 Aufsatz 2 teiug..... 24.00 Kuchenteller 29 cm 10.00 Glas Kel&gai nitnr„Bonn" teich gcschlitkn Likörglas....... 0.45 Portweinglas.... 0.48 Rotweinglas..... 0.58 Einzelne Becher n nQ verschied ne Größen v/*UVz Bier- u. Teebecher Flora, guillochiert iO Likörschale xi-d... 0.18 PreOglatservice„Sdj!euder»;en»'* Schalen rund 0.30 bis 0.60 Kompotteller ucm.. 0.08 Kuchenteller 0.45 ws 0.65 Porzcllanvascn££ 0.48 Ä?« 0.95 Porzcll an-S dir eibzeug �äoru"' 2.45 Gro§c Auswahl in farbig glasierlen V*>scn, Schalen, Blumentöpfen xn besonder« nietrigea Preüen Rosenthal-Porzellan dekoi lert Gedecke Zwe£k« 1.95 2.85 Mokkatasse zireigdekor 0.85 Frühstücksservice- 7e. schöne Muster, 5 Teile � � � Mokkaservice« itu« 5.50 Kaffeeservice n tc 9 Teil� fflr 6 Penonai> I.lO SO Teil«, für 12 Perteoea 33.00 Tafelservice ,f, 41.00 77 Teile, Iflr 12 Per rasen] 35.00 Serie„Valencia" Speiseteller uef& oadr 1.35 Dessertteller...... 0.85 Salatieren.... 2.85 5.00 Platten____ 2.90b 10.75 Kaffeekannen 4.50». 6.25 Teekannen...4.50 5.70 Milchtöpfe. 1.90» 2.50 Zuckerdosen 2.80 2.95 Tasse dünn......... 1.75 Glas Kelchgaroliur„Walter" Lelchiidrlitt Bierbecher...... 0.32 Likörglas........ 0.35 Portweinglas.... 0.38 Rotweinglas..... 0.42 Rheinweinglas... 0.45 Bowlenglas...... 0.55 Sektglas groo...... 0.65 Nickelwaren Tortenplatte"�D�or. 1.90 Kannenuntersatz.. 0.60 Krümelschaufel.__ mit Bürgte, Messing vernickelt iO Kaifeeservice--- 4 Teile, Messing vernickelt i./J Emaille Schmortöpfe A_ rtA ohne Ring, grau 0.45 bis 0.90 Kasserollen A.A... ohne Ring, grau"• bis vi, OD Zwiebelbehälter.. 0.45 Kehrschaufel____ 0.45 Eimer weis,«.28 cm____ 0.95 Wanne rund, weiß, es. 36cm 0.95 Stahlwaren Eßbesteck"gST,.« 0.75 Dessertbesteck«um 0.70 Eßbesteck EBÄIt 0.90 Dessertbesteck d.«. 0.85 Eßbesteck �EbÄ 2.25 Tortenheber A im Geschenkkarton 1.XD Salatbestecke A A.. Galalith 0.35 0.40 Obstmesser Ksft'�ttS 4.25 Prima Alpaka-Bcifecke. bette Markenware Mokkalöffel...... 0.10 Kaffeelöffel...... 0.15 Eßlöffel.......... 0.35 Eßbesteck........ 0.90 Suppenschöpfer.1.25 93 Gramm veitilberi Kaffeelöffel...... 0.65 Eßlöffel.......... 135 Eßbesteck........ 3 40 Holzwaren Borstenwaren Gardinenspanner.. 6.50 Roßhaarbesen 1.90 2.25 Teppichbesen.... 1.25 Gazeschränke.. 10.50" Handfeger. 0.75 w» 1.45 Möbelbürsten 1.10 1.35 Obsthorden 9.00 bis 14.00 Kleiderbürste..... 1.25 Bürstengarnitur2™!* 1.85 Fleischbretter 0.35». 1.45 Teppichhandfeger 0.50 Blankbürsten. 0.60 0.75 Aluminium- u. Emaille-Gescbirr mit kleineu Fehlern besonders billig iiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiuiiiiiiniiiiuiiiiiiiiitiiiiininnniiuiuniiiniiiiuinuiiiinniiininniiiiiuinMiiiiniiiiiiiaiitiiniiuiniiuniniiinuiiiiiiiunuiiiiniiiiiiiiniiiiniiiiuniiniiiiMiuuniiiiiniiinintuunniitiifiiiiitiiuinnnuiiiiiiiiniiuiitifuinMiiilii Waschfässer zink..... 9.00 bis 17.50 mit umgebogenem Wulstrand.. 11.75 bis 19.50 Waschzobcr Zmk..... 10.75 bis 21.00 mit Ventil u. Fuß....... 12.25 bis 22.50 W aschiöpfc verzinkt, kompl. 3.10 bis 5.25 WannCD oval, verzinkt.... 2.35 bis 3.90 Teppichkchrcr.Globus"....... 8.75 Volksmop getiänkt in Blechdose, ohne Stiel 1.15 Elektrische Beleuchtungs- Artikel Schreibtlschiampe Messing 1 /V mit Seidenschirm 11750 Schreibtischlampe 675 Messing mit Kartonschirm Nachttischlampe mW O Seidenschirm 090 Herrenzimmerkronen verschiedene Muster Sil . 1950 5fi, 2750 MMN Hsrliasl äowt J Vorrai Gc.dtaschc Leder, mit Müird.uiter 45p. Geld asche feine Lederartci mit Lederiutkr 3AbteiI...llcm Ig. 95 Schlafzimmer- beleuchtung Marmorglas 7 gemu tert| 50 Geldtaschen echt Krokodil- Pf m. Salfianledei 1,65 O Bügellampe m. baat. Seidenschirm 675 Speisez rnmerkronen 27m 32m Wohnzimmerlampe 49� Aluminium Milchkannen,«« 7 1'/» u. 2 Liter••03 Z.1U Wasserkessel ra 2.25 £ 2 50 20 2.85 Kasserollen B" >2 1 15" cm K« 2 � cm unbordiert \Jl5£ 1.60 Schmortöpfe* on.. an S Stück, mit Deckel O.VU 1 I OU Eisenwaren Fleischhacker. cr.- � verrinnt 4.50»U 8.00 Reibemaschinen 1.40 1.65 Brotschneider 7.50 Flurgarderobe ,A.A teln Meeting» U.OU Gießkannen verzinkt inLtr 12 L r I4I.tr. 1« Ut. 3.90 4.10 4�5 4.50 Handtuchhalter 2 Oiiutugen iura Auucbranben•»60 Gaskocher_.... 2 Flammen,«chvatz a»3v bis Gasherd weiß enradUeU... AA 3 Flararaen n. Bratofeo ÖO.UU Teilzahlung für Gaaabnehmer der Berliner SlAdtiacfa. Gaa werke Transportable Kachelöfen 85.00 95.00 105.00 Blechwaren Kartoffelpresse... 0.90 Tablett Weißblech..... 0.20 Sahnenschläger v. 0.50 a» Unisersalsiebe 0.45 0.60 Gemüsehobel.... 0.10 Reibeisen.. 0.10 bia 0.75 Büchse für Kalle« od. Zucket 0.45 125 Ueberschiri �lasche mit Rvißv rschluß, Saffian Mouion-Leder, mitMoir�- Futter, cZ cm lang.... 5 so Reiijvcrschlulj-Taschc Saffianleder, mii Ueberechla und modernen Prägungen, 20 cm legegnet war und ssc ein Stück begleitet hatte, er halle es für völlig ausgeschlossen, daß der junge Mensch, nachdem cr in harmloser Fröhlichkeit gescherzt hatte, kurz daraus seinen Dater ermordet hätte. Er selbst habe vor zwei Jahren mit seiner Frau ein ganz ähnliches Erlebnis im Zillertal gehabt, bei dem feine Frau um ein Haar in einen 18 Meter tiefen Abgrund gestürzt wäre. Da sejne Frau«ine Weile vorher scherzhaft geäußert hatte, ihr Gatte würde sich einen Absturz seiner Frau nicht zu Herzen nehmen, so hätte also auch er leicht in den Verdacht eines Gatten« mordes kommen können. Auch in Briefen des Vereins der jüdischen Akademiker in Dresden und des österreichischen Konsuls in Riga, die der Bor» sitzende verliest, wird dem Angeklagten ein ausgezeichnetes Leumundszeugnis ausgestellt. Der im Anschluß daran ver, nommene Gymnasiallehrer Schuß setzt sich ebenfalls mit großem Nachdruck für den guten Charakter des jungen Halsmann ein. Be- sonders eindrucksvoll sind die Bekundungen von Mitschülern und Studiengenosscn Halsmaims, ln denen seine Hilssbereisschaft, sein« Wahrheitsliebe, seine Selbstbeherrschung und Selbstlosigkeit und sein endles Verhältnis zu seinen Studienfreunden gerühmt werden. Der Zeuge Wolf, dessen Aussagen den Angeklagten zu Tränen rühren, wechselt, nachdem er geendet hat, mit Erlaubnis des Vorsitzenden einen langen, herzlichen Händedruck mit Halsmarm. Sine Kundgebung der Postbeamten. Die gestern abend vom Reichsverband Deutscher Post- un d Telegraphcnbeamten in den Kammerfölen veranstaltete Kundgebung anläßlich der Eröffnung seines Verbands- tages war dermaßen überfüllt, daß zwei Paralleloersammlungen abgehalten werden mußten. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand die Rede des Verbandsvarsitzenden K u g l e r, der sich scharf gegen jede Verdrängung des Berufsbeamtentums aus dem Bc- triebsdienst der Rcichspost wandte. Für 7500 im letzten Jahr aus- geschieden« Beamte seien 10 000 Hlljskräste eingestellt worden, und 161 444 Beamten ständen im Betrieb der Reichspost gegenwärtig 101 234 Arbeiter und Angestellte gegenüber. Bon diesen sollen über di« Hälfte Beamtendienst machen. Eine einstimmig angenommene Entschließung appellierte an die zuständigen Stellen, jede Entblößung der Reichspost von Berufsbeamten zu Unterlasten. Mit einem begeistert autgenommenen Hoch auf die Republik schloß die imposante Kundgebung. Die Zlnklage gegen Christian Stolberg. Wie verlautet, wird die Anklage gegen Christtan Graf Stol« b e r g. W e r n i g e r o d,e auf fahrlässige Tötung lauten. Mit der AnNageerhcbung der Staatsanwaltschaft, die die Untersuchung ab- geschlossen Hot und augenblicklich die Akten prüft, ist Ende der kam- menden Woche zu rechnen. Die Hauptverhandlung wird vermutlich nicht vor Ansang November stattfinden. Berlin empfängt französische Studenten. . Magistrat und Stadtverordnete.empfingen am Dienstag mittag acht französische Iung-Akodemiker der Mission Cathvlique Universitaire Franpaise zu einem Frühstück im Funk- turm-Restaurant. Die jungen französischen Akademiker befinden sich zurzeit auf einer Rundreise durch Deutschland. Obermagistratsrat Dr. Schoenberner begrüßte die Gaste im Namen der Scod». Namens der Mission Catholique Universitaire stattete Abbä de la D a q u e r i den Dank der Gäste ab. Unser neunzigjähriger Genosse Bartell dankt dem„Vorwärts" für unsere Glückwünsche zu seinem Ehrentag und bittet uns, feinen Dank auch an die Parteigenossen, Parteiinstituttonen, Behörden und Organisationen weiterzuleiten, die seiner gedacht haben. Gmolle Bartelt will auch weiterhin für unser« gemeinsame Sache freudig einstehen. vle 105. Volksschule— 53D 35, Prenzlauer Allee 228— feiert am 23. Dllober da? Fest ibreS bOjabrigen Bellebens. Ehemaliqe Schüler wer- ben gebeten, ihre Anschrift dem Leiter ber Schule— Steffen— alsbald mitzuteilen, damit sie zu ber Feier eingeladen werben lönneu. Sport. Rennen zu hoppegarlen am Dieuslag. dem 17. September. 1. R e n n e n. 1. Roienlippe(W. Prmien), 2. Robrpost, 3. RobilitaS. Toto: 46:10. Platz: 18. 27. 45:10. Ferner liefen: Eisenhagel. Colonna, Rabame», Keorgw. Cablel. Moni Dar«. 2. R e n n e n. 1. Szin-arany(Grabsch), 2. Dran. 3. Caprivi. Toto: 34:10. Platz: 14.14.15:10. Ferner licsen: Semper ibem, Berlram. Harlschier, Mäbchenlraum, Ziuzilo. Tarnbelm, Mybear. Borussia. 3. R« n n e». 1. Saoenarola lZcbmischl. 2. Habicht II. 3. Fortiisima. Toto: 25: 10. Platz: 18, 38. 73: 10. Ferner liefen: Edamberlm, FMle Fabrl. Märchenland, Hella, Tongola. HerobiaS, Gulbrand, Erika.(Baby. Ynbiga, Ursula, Liebbaberei, ViniuS, RoSwitba. Puppe, Tarja, Lareine, Fiomcltn. 4. R c n n e n. 1. Postmeister lHayneSI, 2. Bolickoster. 3. Domsalle. Toto: 33:10. Platz: 18, 15:10. Ferner liefen: Barbar, Peter Sonnen- schein. Schnceberg. 5. R e n n e n. 1. Merlan sBIculer), 2. Reichsmark. 3. Masso b'Arczzo. Tolo: 68:10. Platz: 25,16, 24:10. Ferner tiefen: Abcbar, Mellitus, Bellana. DSmunba, Strona. 6. Rennen. 1. Blanker Han«(Sajbit). 2. Meiflerpoller, 3. Felix-fto. Toto: 230:10. Platz: 67. 28: 10. Ferner liefen: Kemma. Anton, Melrodoi uS. 7. Rennen. 1. Mongole(«. Murphy). 2. Elerlrola. 3. Fer aut 5 ri. Toto: lil:10. Platz: 34, 18, 85:10. Ferner licsen: Funler. Tautor, Erdgeist, Maurus, Alit«, Die Saar, Mynheer, Somum, Hella X. Mallrono. «st» 23 auf feuchten Sappen und eins, zwei, drei sind Jhre Topfe und Ifannen rein und blank Einsendungen fit diese Rubrik find Berlin SD»8, LindensLraße 3. T parteinachn'chien ffMjk für Groß-Berlin stet» an da» Bezirtesetretarlai 2. Hos, 2 Treppen recht», zu richte» Die 77. Abteilung(Schöneberg), die 82. Abteilung(Steg. litz), die 8K. Abteilung(Tempelhof) haben trotz aller Mahnungen noch immer nicht die vor einem Vierteljahr angeforderten Adressen eingeschickt. Die KreiK» und AbteUuugsrevisoren werden hierdurch dringend gebeten, dieser beginnenden Schlamperei energisch ent- gegenzuwirken und für die sofortige Einsendung der Adressen;u sorgen. I. 2l.: Alex Pagcls. * Soweit In den Abteilungen sich die Auslage der Flugblätter, die zu den Stadt, und vezirk�verordnctcnwahlen gebraucht werden, ge- ändert hat. werden die Abteilungsleiter ersucht, dem vezirtssekretariat sogleich Mitteilung zu machen. Vielfach sind auch die Empfangs- stellen verlegt worden. Auch diese Adressen sind anzugeben. -» 5. Stti, Friedrich, Hai». JtMiKmtstaniisiifcunfi mit drnt Frattionsvvrliand, bm Zlbteilunnsleitrin und dem Eiebener. Ausschuß heute, Mi'vroch. 18. September. 1»>h Ubr. in Schmidts Kescllschaitshaus. Fruchistr. ZK». I. Äreis S reu, bei a. vblcut» de«»ildu»i>»au»schuise»! Abrechnen und Material abHalen van Urban, Lauliher Plah?cht»»a! Tannerstaa, 19. September, 19H Ubr, bei Krepp, Planufer 75, Zusammenkunft der SPD.-Sportler. Parteimitaliedsbuch dient als Ausweis. 8. Kreis Spandau. Sonnabend, 21. September, pünktlich 1» Ubr. t» Tur«. , immer de» Reu«» Ratdauic». Kreienertreterta«. Taaeeordnnua: Ant- stelun» der Kandidaten,»» den Stadt- und Bezirlsverordnetenwahlen. 9. Srei» Wilmeredarf. Tannerstaa, 19, September, 20 Uhr. bei Ihlenfeld, UhlanbstraKe Ecke GiUihelstrahe, Sihuna des Kreisparftandes mit samt- lichen Adteilunasleitccn und der Bezirksverardnetenfraktian. 11. Krei, Schönederg. Heute, Mittwach, 18. Seviemder. l? Uhr. Fraktians- Übung mit den Phraerbeputierten im Reuen Rarhaus. Zimmer Iii. 12. Krei,«tealfsi.Lanliinh.Lichterfeld«. Toniters'aa, 19. September, 20 Uhr. bei Schellhase, Aharnftr. 15a, Persammluna aller Beamten und Beamten der SP?. Tortraa:.?i« kommenden Stadtverordnetenwablen und Be- amie". Referent! lhenaff« Kren,. M, d. L. Freunde und Sumvath-sierend« sind mitzubrinaen. tZ. Krei« Tempilh-s. Die zur Verteilung gelangenben Flugblätter lind beul«. Mittwoch, 18. September, ab 18 Uhr. van den bekannten Stellen zur Verbreitung adzuhalcn. Ii. Kreis Renkrll». Die Sibung des Zwölfer-Ausschuffes und der Abteilung»- leiter findet umständehalber erst am Freitaa. 2». Septemb«,. statt. heute, Mittwoch. IS. September: ». Att. 20 Ubr im Lokal Blasginfki. Kaftantenalle« 5i. erster Redner, und viskutierabent. 21. Abi. 19>h Uhr im Schraderhaus. Malplaauetstr. Ii— 18. Mitslieberver- fammlung. Vortrag des Eenasten Hartwig. 2i. Abt. Die Bezirksrübrer werden gebeten, sofort die Sammellisten zur Eladtverardnetenwabl van ihren Sruvpensi-hrern abzuholen. 82. Att. Steglist. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Schellbase, Ahorn- Itraste 15», Tagesardiiuug: Bericht der Bezirksverordneten. Ausstellung ber Kandidaten zur Statt- und Bezirksverordnetenwabl. All« Genossen müssen erscheinen. sti. Abt, Lankmist. 20 Ubr dei Lehmann, Kaiser-Dilbelm�btr. 20—31. Funk» tionärssstung, 187. Abt. Rcinickeobers-Weg. Die MitgNedervevsammIung fällt beute «?»r »ia» 139, Abt. Segel, Schnlzentnes, Ren-Seiligensee, Siedln»««m Bohnboi Heiligen- see. 20 Übe im Lokal Hünert, Ritgliedernersammlnng. Vartrn«!»Sie kommende» Stabtvero rdueteu wählen". Referent! Bezirksnerard neter Gnsto» »rentlei». Morgen. Donnerstag. 19. September: i. Abt. 181, Uhr bei Brandi». Siralauer Str. Ist. Sistung des engeren Ab- teilungovurstande? mit den Delegierten zur Kreisverireterverfammlung. Escheinen aller in Frage kammenden Genossinnen»nd Genossen dringend eriorderiich. Auegab« der Mandat«. 35. Abt. lO1-) Uhr Funktionärststung mit den Kreisvertretern. poiiitik der Gemeinde Wien". Referent: Genasse Sommer. 9st. Abt. Reuköll». 191« Uhr in der Aula der Knabenmittelschul«, Donau« straft« 120. Mitglied« rversammlung. Vortrag:.Die kommenden Stadtver- ordnetenwablen. Referent: August Riemann. Iii. Abt. Lichtenberg. I91ä Uhr bei Schwarzer. Gabriel-Mar�Sir. 17. Funk. tionZrststuna. Freitag, 20. September: 98. Abt. 1814 Ubr stn Lokal Mener. Dderberger Str. 59. wichtig» Distuna lämilicher Funktionäre. Bestimmtes und»IlnkMKe» Erscheinen drinnen» erforderlich. F raneuveranstaltnngen. 11. Krei, Schöneberg. Freitag, 20. September, 20 Uhr, bei Will. Martin. Luiher-Str. 80, wichtige Funktionärinnenssstung. 78. Abt. Schöncberg. Heute. Mittwoch. 18. September. 1914 Ubr. bei Groft, Sebanstr. 17, Vortrag:.Der Weltkrieg in der Literatur'. Referentin: Gerda W-nl. 114. Abt. Lichtenberg. All« SenoMnnen beteiligen stch am Donnerstag, 19. Sep'ember, 20 Ubr. am Kreisfrauenabend im Rathau». Möllenbarst straft«. Sistungssaal 35. dem Zungsozialistea. Heute. Mittwoch, 18. Devtember, 10 Uhr, am Rnrbeinekeplast Z— i, wichtig« 9* ist dringend erforderlich, dost»I« Serolsen pünktlich ericheineu. „?,s?9p« Baumschnlenweq. Heute. Mittwoch. 1814 Uhr. im Jugendheim Ernststr. 18. Vortrag de» Genossen Dr. Denick? über:„De: Poung.PIan"., Arbeiksgemeiuschaft der Sinderfreuvde. Krei» Tempelhos. Heute, Mittwoch, 18. September, 20 Ubr. Elter npersamm» Inno im Zugendb'im Germ-ni-straft«. Eingong»Sststrofte. »rei» Kreuzberg. D,« iilr Mirrwoch ongesestte Zusammenkunft der Dudrow- Eltern must abgesagt werden. Der Termin wird bekanntgegeben. Geburlskage. Jubiläen usw. iZ. Abt. Unserem Genosse» Otto Rebring. Diesten bachstr zo ,» feinem 65. Geburtstage die herzlichst«. Slückwü-WT*'■'» Sterbetafel der Groß. Berliner Partei- Organisation| 15. Abt. Unser Genosse, der Eastw-.rt vtt- Reumann. Ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung am Donnerstag, dem 18) September. 1514 Ubr. auf dem Fmcden«. Friedhof in Rordend.«ir bitten um rea« Beteiligung. �lSozlalifiischeArbetterjugendGr..Verlin Gtnfendmlgen sü, dies« Kubrst nur an da« Zugendsetretartai Berlin«»«8, ctndenstra»« 9 igg, hause»,.....______________ 30 Teilnehmern. Di- Schüler gebeu zum Vartrag: Englisch« Balladen. Vaik», und S-emannnsgesänge. Ei« machen uns aber auch vertraut mit den Siederu andersfarbiger Völker, ebenso werd-n wir durch ss««nglisch« Komponisten keimen lernen. Ein- Eigenart biese« Chores aber ist es. baft er es durch Flkift und Begabung dahin gebracht bat. sogar in filns verschi-denen Sprachen zu singen. E« läuft aufterdem der Wien.Film. Eintritt frei. Abteilnngsleiter! Karten nom Mercedes-Palast. Plaketten und Fackeln sten umgehend abgerechnet werden. Sorgt dafür, baft die roten Fahnen und Transparente, die dem Sekretariat gehören, umgehend zurückgegeben werben. Lichtbilder»o» S*qenbt«a Neaen zmr Einficht unb Befiellunq im Sekre. tariat aus. Preis 2b Pfennig. Keule. Miklwoch. lS. September. lS� Uhr: Gefnadb rannen II: E«u>e aorniianioiir. oo.»'»"rin.vaamtmama»vaaDetn. - P.ter.burge- Viertel: Helm. T.lsster Str. i Vortrag: �ehn 5ahr. R°. publik"— Reichenberger Viertel: Brister Heim. Vortrag:„Die Gewerkschaften". _____ t____«..»>. A«;rn OlhfrAflrflße. �ortto/i:.isehcftnösfröflen"—- pudut— Reichenberger»«mix vr»«».«untuvi. ir vicivctt-iuiuitcn. — Eharlottenbura-Ror»! Heim Oibersstrafte. Vortrag: �Lehrling-fragen".— Tempelhaf: Lvieuni«ermaniastr. i-S. Kurzreferate.- Fatte-ber«: Jugend. beim ber Dart-nltadt fSutshaf). Vortrag:„KoalikionspoMik".- Friedrich». V\ s*«M. Ä„ 1�. �..«. 1 M. s»_ e�r CD»»Ts G T" Ist' v7 ch f rni AffT heim der Gartenstadt fSutshaf). Vortrag:„KoalinonspolMt".- Frimria»». b-««»- S-im Friedrichfir. 87. Rathaus. Vortrag: Der Faschismus in Italien". — Lichtenberg- Mitte: Seim Ccharnweberstr. 28. Vortrag:„Arbeiteriugenb vor 25 No......'VS'C.SL.Mr.-r.)« aiAterifeera. Gunleritr ii Vortraa:„Ar- mntirag;..Arbeiterjugend unb ferueue irr Sa UN strafte Lichtbiiderabenb ohne Wort«.� DEG. Deddinq: Schule Götendurger c Str.?. Bortrag:»Bub und Mädel". Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner„ Schwarz- Rot-Gold�. Gefchäf.»sttfle:«erltn S Ii Tebastianstr 57)28 f»» 2 Zr Mittwoch. Septem der. e»»»ei>e-a-isri«Se>«m. Kameradschaft Rai. bau». 20 Uhr Aklinenbetprechung. Mühlenstr. 8. Jeder ak.ive Kamerad muft erscheinen. Treptow I Kam-iad'chastl. Zusammenkunft IM Jugend. heim silllt aus.— Tonier, taa. 1» September. Friedrichebar». Kameradschaft Frankfurt. 1814 Uhr Kavrerz�ifchastsversammlung h«i Schulz, ivamahückrst� 38- Kreuzbcrg. Wh Ubr Baden in der Schwimmhalle Baerwaldstrgft«. D,« Bade. derechd'zungtsar' cn werden an der Kasse mit ausgegeben.- Zreilag, 20. September. aharlottrnburg. Kameradschast Westend. Bersanrmlung um 20 Uhr hei Schellbach, König. Ecke Eiisabethstr. 8. Vortrag de» Kameraden Bezirksverord. neten H. Weidlich:„Reichsbanner und Komniunaiwahien". Reinickendori-Ost fKameradschaft».'20 Uhr Mitgliederversammlung bei Kiehne, Residenzstr. 9. csttztn._______________.___________.... Sos. Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. Vor- stgnd eine Stunde früher._____ Arheiter-Adstinenttn-Vund. Bezirksqrupp« Kreuzberg. Am Mittwoch, dem 18. September. 20 Uhr, findet in unserer eigenen„Alkoholfreien Gollstöite". Morheinekepiaft 3— i, ein Vortragsabend statt, wozu alle Mitglieder und Gäste eingeladen sind, Referent: Genosse Dr. Haas«. Reichebund de««ritg-defchädigte», KriegsteUnehmer»nd Kriegerhinter. blieben«», Gau Berlin, Ortsgruppe Norden Ii. Donnerstag. 18. September, 20 Uhr, in den Egssno-Feftsälen, Pappelallee 15, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Dahl der Delegierten zum Gautag. Referent: Gauleiter Käme» rad Mende. Thema:.Südfranireich und feine Bewohner". Volkschor Osten fRdDASB.). Sonnabend. 21. September, im groften Saal« des Böhmischen Brauhauses. Landsberger Allee 11—13, 5. Stifwnasscst. Deutscher Efperanto-Bunb, Ortsgruppe Berlin Freitag. 20 Uhr. Kandiwrei Dobrin. Hackescher Markt. Klub der Literatnr- und Kunftfrennd«. Geschäftsstelle: Barbarossa 5075. Siftung am Donnerstag, dem 19. September. 20 Ubr. Restaurant Nürnberger Strafte 38— iO. Vortrag:„Die Wahrheit über Heinrich Heine als Dichter vnh Menscht. fDr. M. Brie.) Gäste willkommen.„ Uerm. n-Lne.>sl!-h«m«'x. CaiO ja�cnvui-g, Berlin W, BülovstraBe 1, 9 p.m. Lee ure: The Chanen by Mrs Lamp. Das Programm bringt sehr viel Musit. Am Nachmittag ein gut.zusammengesetztes Schallplattenkonzert unter dem Titel„A u s Sinfonien". Ein paar Satze aus den Werken der größten Sinfoniker, so van Berlioz, Mozart und Tschaikowsky. Eine kurze Uebersicht über die Entwicklung der einzelnen Stil«, über die verlchiedene Art der Instrumentation und der Melodieführung. Am Nachmittag singt die Sopranistin kerta Gunderloh die fünf Lieder der Mathilde Wesendonk, die Richard Wogner vertont hat. Ihr« Stimme ist klein, aber gut gebildet und auch� stark im Ausdruck. Dann Kabarett und Songs, allerdings aus Schall. platten. Gegen Jack Smiths slüsternden Bariton und gegen die durchseelte Virtuosität Al Iolsons hält sich Austin Egen. Die Brettlkunst ist mit ihren besten Künstlern vertreten. Von Pvette Gilbert, der klassischen Interpretin französischer Chansons, bis zu Jack Smiths und dem im Rhythmischen wundervollen Iazzorchestcr Paul Whitemans. Fritz Engel bespricht in der Stunde mit Büchern politische Romane. Er wertet sie al» Ausdruck der Zeit, als künstlerische Formgebung von Menschen die nicht mehr Politik- sremd leben, sondern die Politik als«inen der wichtigsten Bestand- teile des modernen Lebens erfassen. L. S. wellerberichi der össenilichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend sRachdr. verb.) Trocken und ziemlich heiter, nach lübler Rocht am Tag« «arm.— Für Feutlchland; Im Osten meist heiter, am Tage ziemlich warm. in Mltteideulfchland zunehmende Bewöllung und Temperatur. Im Westen wolkig und warm, stiichwcisc Gewitterneigung. Modenschau bei Werthetm. Bei Wertheim In der Rosentholer Straße werden äußerst geschmackvoll zusammengestellte Modenschauen vorgeführt. Man sieht, was schick ist, was sick> für die Stars von Bühne und Eilm eignet und— was„man" trägt. Wobei mit dem„man" die ausfrau und die beruflich tätige Frau gemeint sind. Auch sie wollen nett und freundlich angezogen sein, ohne unsinnige Aus- gaben für ihre Garderoben aufzuwenden. Und sie finden reiche Auswahl in einfachen und in eleganten Kleidern. Zu jeder Zeit, am Morgen, am Nachmittag und am Abend können sie sich ihrem persönlichen Geschmack entsprechend kleiden. Man sieht moderne praktische Strickkleider, zum Teil Original Wien, man bemerkt, daß Moires der modernste Stoff und Dahlia-Lila die neue Modefarbe ist, und während in der Stadt noch Tropenhitze lagert, tragen d!« anmutigen Vorführdamen u. a. Wintermäntel und Winter-Sport- kostüme spazieren. Schöne Kleider werden schön vorgeführt zur Augenweide und auch zur nötigen Prüfungsmöglichkeit. Will man dych immer wissen, wie ein Kleid sich macht beim Gehen. Stehen, wie es im Schnitt und Farbenton wirkt, mit einem Wort, wie es „angezogen" aussieht. Man kann angezogene Kleider in allen Größen bewundern, von Kindern bis zur vollschlanken Dam«, und manchen Cxtra-Bravoruf gibt es ob der graziösen Dorsührungsari. An vielen Dinge» de« tägliche» Leben» geht man häufig achtlos vorüber. Hoben Sie sich>. B. einmal dl« Umhüllung eine» Maggi-Fleifchbrühwürfels. ber doch, weil so prallisch, in Ihrem Saushalt Verwendung findet, genau angeleben? Haben Sie auch gelesen, daft der Würfel in gut Kl Liter lochendem Wasser— und nicht nur in einer gewöhnlichen Tasse, die meist keinen Vlertel. liter enthalt— ausgelöst»>«rden fall? Beachten Sie die«, dann wird die Flelfchbrühe immer gerade recht sein und wie ein« aus frischem Fleisch her. gestellt« munden. Also bitte. Ii Liter Wasser für einen Maggi's Fleischbrühwürfel. Verspätete Mittagessen haben schon manchen Ehezwist verursacht. Und doch fehlt« e» gewöhnlich nicht am guten Willen der Hausfrau— aber sie wurde e, Urach nicht fertig. Es kommt im Haushalt eben alles darauf an. die Arbeit richtig einzuteilen und geschickt anzupacken, und gerade darüber kann die Hausfrau au, den kostenlose» Kurshesten der kunNcht.Gefellschaft in Mannheim eine Füll« guter, erprobter Ratschläge schöpfen. Der lehrreiche, schön illustrierte Inhalt dieser Hefte hat ihnen«inen grossen, dankbaren Leserkreis gewonnen. ! Es lohnt sich, den Prospekt kommen zu lassen. äs sagt öer SSär? KÖM 11 NOM Berliner Biren für Amerika. Obfrbürftrmthfrt Bifrimmf auf»nner ffe/w ntch kmerikt furtf bnmtne Siran mif.d/e er eis Wehrzeichen und Wepeen- her Oirtins fünf amerikanischen Sti�w tum Beschenk machen etil. hv; T Jose rr, Sj C'CAt f/i A5 SZ Bald begrüß! auch Amerika das Wappen/Iep Berlins. Fünf Baren fahren über den großen Teicha Ware ihnen die Gabe der Sprache verliehen, würden sie drüben berichten vom gewaltigen Aufschwung unserer Stadt, vor allem aber von JfoseiMidhaaate Berlins m eisige rauchler 4 Cigarette K:'z.V.:.V,'• V"'"ckSstA-—- V- H Besteuerung öffentlicher Betriebe. * Die Oemokraien eröffnen den Wahlkampf. Di« Dsirtlrfrat«» habendes Kampf um di« am 17. N o v« m- bar st attfi»Landau Gaweiadawahlsn auf ein«m fo. genannten Preußentog mit dar Erörterung ihre« Kommunal. Programms eröffnet. Hauptredner waren der preußische Finanz. minister Höpker- Aschoff und der preußisch« Handelsminister Schreiber. Sie machten sich chre Aufgab- außerordentlich leicht. Wer sich heute vor eine Versammlung von Mittelständlsrn stellt. gegen den öffentlichen Betrieb wettert und ein« verschärfte Besteuerung dieser Betriebe verlangt, kann des Beifalls dieser Versammlung sicher sein. Das haben die beiden genannten Minister auf dem preußischen Demokratentag getan. Wir wollen zugeben, daß die Lost der Realsteuern Gewerbe und industriellen Mittelstand stark drückt. Auch in den Erwägungen und Ueberlegungen der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion über die kommende Reichsfinanzreform steht der Gedanke, hier Erleichterungen zu schaffen, mit an erster Stell«. Was die steuerliche Behandlung der Gemeindebetriebe aber damit zu tun hat, ist nicht ersichtlich. Die Demokratische Partei zeigt hier«inen Weg. auf dem man schließlich zum Gegenteil kommt: mußte doch der preußische Handelsminister Schreiber in seinem Schlußwort zugeben, daß eine Vollbesteuerung der öffentlichen Betriebe notwendigerweife zu einer Er- höhung der Gewerbesteuer führen werde. Warum, so fragt man sich, aber die demagogischen Forderungen? Die Antwort liegt auf der Hand. Aus dem Preußentag der Demo. traten erhoben, was viel bemerkt wurde, mehrere Diskussionsredner die Forderung, bei den bevorstehenden Kommunalwahlen die Grenze gegenüber der Sozialdemotratte scharf zu ziehen. Die Väter. des demokratischen Kommunal- Programms glauben anscheinend, dem am besten dadurch Rechnung zu tragen, daß sie dem mittelständlerischen Radikalismus hemmungslos Konzessionen machen und aus dem geistigen Arsenal solcher Kreise agitatorische Darlehen aufnehmen, deren Kommunalpolitik noch nie etwa? anderes war als schlimmste Kirchturmspolitik. Es klingt im ersten Augenblick überzeugend, wenn der preußische Handelsminister Schreiber sagt, wer als öfsentlicher Betrieb nicht den Mut aufbringe, dieselben Steuern zu zahlen, wie die privaten Unternehmungen, stelle sich selber damit das ZeugnisderMin. derwertigkeit aus. So liegen die Dinge nicht. Das bestätigt dem demokratischen Handelsminister die demokratische„Frankfurter Zeitung", die im Anschluß an Schreibers Ausführungen betont,„daß im Fall der steuerlichen Gleichstellung die öffentlichen Betriebe zuvor von manchen anderen Leistungen, vor allem auf sozialem Gebiet (Beispiel: Die Tarife der Straßenbahn) befreit werden müßten, damit eine wirklich brauchbare Verzleichsbasis zur Ermittlung der wahren Leistungsfähigkeit der öffentlichen Betriebe vorhanden wäre". Damit wird der Nagel auf den Kopf getroffen. Würden sich die privaten Unternehmungen oerpflichten, ihr« Produktion und Leistung zu den angemessenen Preisen der öffentlichen Betrieb« abzugeben, dann könnte man über die Frage einer schärferen Be< steusrung des öffentlichen Betriebes debattieren. Solange die öffsnt- lichen Betriebe aber soziale Aufgaben zu erfsillen haben, solange(i« Hilfsindustrien im Interesse der Gefamtwirtfchaft sind, sind Ver- gleichungen und Forderungen, wie man fie leider auf dem demo- kratifchen Preußentag erleben mußte, unangebracht. Eine schärfere Besteuerung des kommunalen Regiebetriebes wäre ein Schlag gegen die Gesamtwirtschaft. Nach dem Gesetz sind die Gemeinden oerpflichtet, für die Beschaffung gesunden Trinkwassers zu sorgen: für die Industrie haben sie das von dieser benötigte Wasser heranzuschaffen. Dafür müssen zahlreiche Gemeinden und Gemeindeverbände mit Hilfe der Länder ein« groß» zügige Wasserversorgung mit kostspieligen Talsperrbauten durch- führen. Diese Leistung im Interesse der Gesamtwirtschaft fordert ungeheure Summen. Aehnlich liegen die Dinge auf dem Gebiet der Gasproduktion, wo teure Neuanlagen notwendig sind, um die Gas- Versorgung endlich mal auf eine modern« Grundlage zu stellen. Auf der Elektrizitätswirtschaft der öffentlichen Hand beruht zu gutem Teil der seit lS24 vollzogene Aufbau unseres Wirtschaftslebens. Die Umstellung der deutschen Landwirtschast auf eine höhere Rentabilität, von größter Wichtigkeit für eine günstige Wirtschaftsentwicklung für Jahrzehnte, ist nur mit Hilfe der Elektrizität, der weißen Kohl« möglich. Alles hängt aber davon ab, ob die Gemeinden die genügenden Kapitalmassen dafür aufbringen können. Die Kapitalmärkte sind Nein. Demzufolge sind sie auf die Verwendung der Ueberschüsse, die bei den privaten Gesellschaften an die Aktionäre verteilt werden, angewiesen. Drosselt man diese Ueberschüsse dnrch Steuerverschärfung, dann ergeben sich die Folgen von selbst. Können die städtischen Straßenbahnen nicht mehr zu den allen Tarifen fahren, müssen sie ihr« Preise den Forderungen der Privat» Unternehmungen anpassen, dann bedingt das wohl ohne Zweifel Lohnerhöhungen. Schon das kann dem kleinen Geschäfts» mann nicht gleichgültig sein, denn das Geld, das der Arbeiter für die teuere Fahrt bezahll, kann er ja nicht zum Kaufmann tragen. Aber die Dinge haben auch sonst noch einen Haken. Auf dem demokratischen Preußentag teilt Minister Schreiber mit, daß die Gemeinden heut« schon durchschnittlich 18 Proz. ihres Zufchuhbedarfs aus Beiriebsüberfchüssen decken. Ohne Zweifel ist hier die Grenze erreicht. Unoorher» gesehene Belastungen, z. B. in Köln im Abschluß an das Pressa- defizit, führten unmittelbar zur Erhöhung der Energiepreise. Würde man nun den öffentlichen Betrieb voll besteuern, so könnte er nur geringere Summen an die Gemeinden abführen. Im Gemeinde säckel entstände ein Loch, das man in den meisten Fällen nur durch Erhöhung der Realsteuern stopfen könnte. Die schärfere Bc steuerung des öffentlichen Betriebes führt also direkt zu einer Verschärfung der Realsteuern. Beide sind organisch verbunden. Der preußische Handelsminister halle eine selten klare Erkennt- nis, als er auf dem Preußentag seiner Partei zugab, daß di« Ge- werbesteuer infolge einer schärferen Betriebsbesteuerung steigen müsse. Er halle dieser Erkenntnis noch die nötige Selbst. erkenntnis folgen lassen und gestehen müssen, daß man so, wie sich der demokratische Preußentag es denkt, kein« Kommunalpolitik macht. Enttäuschung aus dem Naumarki. Wie die Bauarbeiter die Lage beurteilen. Die Entwicklung des deutschen Baumarktes im laufenden Jahr und die gegenwärtige Lag» sind jetzt von der Gewerkschaft der Bau« arbeiter, dem Deutschen Baugewerksbund, w einem eingehenden Bericht zusammengefaßt worden. Danach hat die Bautätigkeit in diesem Jahre auf keinem Gebiete den Stand des Borjahr«» erreicht. Die Verhältnisse auf dem Kapital- und Realkreditmarkt(Pfandbriefabsatz) sowie der Stand der öffent» lichen Finanzen waren so gespannt, daß die Bautätigkeit im ollgemeinen erheblich eingeschränkt werden mußte. Am stärksten prägte sich dies beim industriellen Hoch- bau aus. Nach der Statistik der Bauten waren die Arbellsmög- lichkeiten auf diesem Gebiet in weitaus größerem Umfang als im Borjahr auf die Fertigstellung von Bauten beschränkt, die noch aus dem Jahre 1928 übernommen waren. Die Inangriffnahme neuer Bauten wies noch im Monat Juni«inen Fehlbestand von rund 22 Proz. auf. Daß die Zahl der Bauerlaubniss« in günstige- rem Verhältnis zu 1923 steht, ist für die Beschäftigung der Vau- arbeiter nicht entscheidend. Im übrigen ist die Zahl der unaus- genutzten Bauerlaubnisse Monat für Monat erheblich höher ge- wesen als im vergangenen Jahr. Ueber die Zahl der öffentlichen Bauten läßt sich noch nichts abschließendes sagen, da der Nachweis über den Umfang der Bauprojekte erst feit einigen Monaten ge- führt wird. Erheblich besser scheinen die Verhältnisse im Wohnungs- b au zu liegen. Doch warnt der Baugewerksbund davor, die Woh- nungsbautätigkeit nur nach den monatlichen Bau statt st iken zu beurteilen, da in diesen Aufstellungen immerhin nur 90 Groß- und Millelstädte erfaßt seien, auf die schließlich nicht mehr als ein Drittel der Wohnungsbautällglell im Reich entfällt. Es bestehen immerhin gewichtige Gründe zu der Annahme, daß der Wohnungsbau in den kleineren Gemeinden im Laufe diese« Jahre« erheblich stärker gegen 1928 zurückgeblieben ist als in den größeren Kommunen. Im ganzen gesehen hat also, nach der Zusammenstellung de« Deutschen Paugewert»bundes zu urteilen, die B a u so i s o n 1929 stark enttäuscht. Aus die Ursachen dieser unerfreu- lichen Entwicklung haben wir wiederHoll hingewiesen. Sie hängen in erster Linie mit den finanziellen Schwierigkellen der deutschen Kommunen zusammen, denen der ausländische Kapllalmarkt immer noch verschlossen ist, und zum anderen mll den Schwierigkeiten auf dem Realkreditmarkt, di« durch den sich mühselig dahinsHseppenden Dsandbriesobsatz deutlich gekennzeichnet werden. Wettere Entlastung der Neichsbank. Oer Stand in der zweiten Septemberwoche. In der zweiten Eepteraberwoche hat die Entlastung der Deutschen Reichsbant sich w«it«ichin kräftig fortgesetzt. Die gesamt« Kapitalanlage ging um 258,4 auf 2404,7 Millionen zurück. Die Entwicklung in den beiden letzten Wochen entspricht also der- jenigen in der emspre�enden Zeit des Lorjahres ziemlich genau. Der W e ch s- l b e sl a n d ging um 282.9 aus 2289.« Millionen zu- rück, während lich die Bestände an Reichsschatzwechsel gleichsolls er- heblich um 28,5 auf 17,2 Millionen verringerten. Die Zunahme der Lombardkredite(Bevorschussung gegen Psandhintar- legung) um 8 auf 55,2 Millionen hielt sich in sehr engen Grenzen. Aus dem Verkehr flössen in der Lenchtswoche 192,9 Millionen an Reichsbanknoten und Rentenbankfchemen zurück. Der Umlauf an Reichsbanknoten verringerte sich um 190.9 auf 4411,7 Millionen. Die Bestände an Gold unddeckungsfähigen De- o i se n zusammen Hoden sich um 5,5 auf 2509,1 Millionen gesteigert. Hiervon wuchsen die Goldbestände um 3 auf 2186,3 Millionen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,5 aus 322,8 Mil- lionen. Die Deckung der Noten durch Gold allem besserte sich von 47.4 auf 49,6 Prozent und die Deckung durch Gold und deckungsfähig« Devisen von 54.4 auf 56,9 Prozent. Die richtige Antwort. Glanzstoffs GeneralSiktatoren und die Börse. Wir hatten gestern früh bereits bie skandalöse Bestimmung in den Satzungen des neuen Kunstseide-Unie-Konzerns, der verschmolzenen Glanzstosf-Enka-Gruppe, angeprangert, wonach sich Direktoren und Aufsichtsräte jährlich Millionentantie- wen im Gesellschaftsstatut sichern. Obwohl die Leib- und Magenbläller der Börsianer gestern früh dies« skandalösen Tatsachen noch gar nicht vermerkt hatten, hat die Börse hier doch eingehakt und in G estall eines ganz gewal- tigen Kurssturzes den selbstherrlichen Generaldirektoren eine nicht mißzuverstehend« Antwort gegeben. Der Glanzstoffkurs, der seit Wochen purzelt, sauste gestern um nicht weniger als 27 Prozent herunter und ist jetzt glücklich bei 300 Pro- zent angelangt, also fast auf ein Drittel seines Höchststandes im letzten im letzten Jahr gesunken. Diese deutliche Antwort wird wohl auch den selbstherrlichen Generaldirektoren des Glanzstoff-Konzern» gezeigt hoben, daß ein überspannter Bogen reißen kann. Konfektionskrise. Die Kehrfeite der hohen Profitraten. In den letzten sechs Wochen hat es in der Berliner Konfektion nicht weniger als drei Dutzend große Pleiten gegeben. Hierunter befanden sich auch Häuser wie Simon, die Cohn A.-G. und D. Üevin, Firmen, die auf eine jahrzehntelange Tradition zurück- blicken konnten. Worauf sind dies« Ereignisse zurückzuführen? Zweifellos haben sich in der Nachtriegszell die Verhältnisse auf den TeMmärkten grundlegend verändert, worauf sich die Konfektion weder in Pro. duktion, noch im Absatz eingestellt hat. Der Export ist stark zurückgegangen Die großen Warenhouskonzerne anderersells decken in immer stärkerem Maße ihren Bedarf in eigenen Werkstätten, oder sie gliedern sich eigene Konfektions- betriebe an. Außerdem hat es die Konfektion unterlassen, die Möglichkeiten einer Senkung der Produktionskosten auszunutzen. Die Einführung der Fließarbeit und von arbeitsparenden Maschinen ist vielfach unterlassen worden, weil dies- Rationalisierung den Uebergang auf Betriebsarbeit und die Abkehr von der Heimarbeit notwendig machte. Natürlich wäre es der Konfektion unmöglich, ihren bisher bei der Heimarbeit gehand- habten brutalen Lohndruck auch bei dem Uebergang auf die Letriebsarbell aufrechtzuerhalten. Bei der Konfektionskrise hat auch die Beschränkung der Lagerbestäiüie beim Einzelhandel stark mit- gesprochen. Um nicht unnötig viel Kapital zu binden, versucht der Einzelhandel mehr denn je, seine BorratslSger klein zu hallen. Heute wird erst zu Beginn der Saison eingekauft, wenn der Bedarf drängt und nicht, wie früher, schon vor der Saison. Kommt zu all diesem noch überraschender Modewechsel oder ein größerer Spekulations fehlschlag hinzu, daw' wird in heutigen Zellen selbst die Finanzkraft aller Häuser er- schüttert. Dies trifft natürlich in erster Linie die rückständig gebliebenen Betriebe, die sich auf den Lorbeeren der- Vorkriegszeit ausruhen und zu allem Uebel sich auch noch mit teuren Bankkrediten belastet haben. Es wäre aber völlig versehll, die allgemeine Lage der deutschen Konfektion als katastrophal hinzustellen, wie dies in der bürgerlichen Presse in de? letzten Zell des öfteren geschehen ist. Die maßgebende Fachzeitschrift der Konfektion.„Der Konfektionär", bemerkt zu den letzten Zusammenbrüchen sehr treffend: „... Die wahre Lage der Konfektion ist so, daß sie in wenigen Sätzen kurz umschrieben werden kann. Wirtschaftsdepression im In- lande drückt die Kaufkraft des Einzelhandels und veranlaßt ihn zu vorsichtiger Disposition Die Folge ist Ausfall der geregelten Stamm- auftrage, dafür oon-der-Hand-in-den-Mund-Käufe je nach dem not- wendigsten, sofortigen Bedarf. Weitere Folge: Umr.öglichrell nur ü,e Lieferanten, ihre Betriebe lausend und gleichmäßig auf Grund vor- liegender Aufträge zu beschäftigen. Stall des festen Austragpaket? zu Saisonbeginn laufende, dafür aber auch kleinere und kleinst? Nachbestellungen,„möglichst sofort vom Lager lieferbar". Die geringe Kauflust des Einzelhandels, auf die„Der Konfck- tionär" richtig hinweist, ist aber wiederum nur eine Folge davon, daß es dem Einzelhandel immer schwerer wird, die Erzeugnisse der Konsektion in die Massen hineinzupumpen. Die Preise liegen z u h o ch l Die Massen können sie einfach nicht bezahlen. Man sucht irgendwie nach Auswegen und kauft sich Schnittmuster und schneidert selbst. Das mag kein Schaden für die Textilindustrie sein, ober es ist ein Schlag für die Konfektion. Dies ist sicherlich keine will- kürliche und unbegründete Bewegung der Käufer- schaft. Sie wird durch die teuren Preise der Konfektion einfach erzwungen. So wirkt sich der Mangel an Kaufkraft aus und die Sucht, die Profitraten in schwindelnder Höhe zu Hollen. In der Konfektion zeigt sich, was gedrosselte Kauf- kraft für die Betriebe bedeutet. Die Konfektionskrise ist ein neuer Beweis dafür, daß sich gute Konjunkturen nur auf starker Kaufkraft und hohen Löhnen aufbauen können. Zweifellos muß die Konfektion auch noch bereinigt werden, soweit Absatz und Produktionstechnik in Frage kommen. Entscheidend ist das aber nicht allein, solange die Massen nicht in der Lage sind. kaufen zu können.- Abschluß des Oierig-Konzerns. Die alten Klagen im Gefchäfisbericht. Der größte TextUkonzern im Zentrum des f ch l e s i s ch e n Textilelendsgebietes, die Christian D i e r i g A.- G. in Oberlangenbielau, veröffentlicht jetzt als Aktiengesellschaft ihren ersten Geschäftsabschluß. Natürlich ist der Ton dieses Geschäftsberichtes der Verwaltung, diese» größten Konzerns in der Baumwollverarbeitung, auf ein« sehr pessimistische Tonart abgestimmt. Trotz der sehr geringen Verbesse cungen, welche die verelendete Baumwallarbeiter- schaft in Schlesien sich im letzten großen Arbellskamps erringen konnte, wird die Lohnerhöhung, die sich richtig erst im nächsten Jahr auswirkt, jetzt schon von der Konzernoerwallung zu einer kräftigen Polemik benutzt. Auch der de utsch»fr anz ö si sch e Handelsvertrag wird, wie in der Baumwollindustrt e üblich, auf das Heftigste an- gegriffen. E« ist da» all« Lied der Baumwollunternehmer, da» mav von der Dierig-Berwaltung hört: Lohndruck und Zoll schranken. Daß di« besonder? schwierige Lag« der schlesrschen Betrieb« nicht zum wenigsten aus das Schuldkonto der Unternehmer fällt, will man natürlich nicht einsehen. Selbstverständlich war«■ in der Lorkriegezell bsguemer, au« den regelmäßigen großen Heeres austrägen lausend hohe Gewinne herauszuwirtschaften, als sich jetzt in einer Zell durchzusetzen, in der eine schwere Boumwollkrise in der ganzen Well herrscht. Al» Rohgewinn wird in dem letzten Geschäftsjahr ein Be trag von 6,6 Millionen ausgewiesen, von denen der sehr hohe Betrag von rund 2.3 Millionen für Abschreibungen abgeht. Nach Abzug der weiteren Unkosten, Steuern und Abgaben werden rund 567 000 Mark als Meingewinn ausgewiesen. Die Anlagen de« gesamten Konzerns umfassen u. a. 60 000 Spindeln und 5500 Webstühle. Oeuisch-franzöflscher Wirischastsverkehr Große Zunahme der französischen Käufe. Eine sehr bemerkenswerte Entwicklung hat der deutsch- französische Warenverkehr im ersten Halbjahr 1929 genommen. Nach dem Ausweis der französischen Zollbehörden ist di« französische Einfuhr aus Deutschland in dieser Zeil gegenüber dem ersten Halbjahr 1928 von 2,17 auf 3,92 Milliarden Franken, asso um rund 43 Proz. gestiegen. Die deutsche Einfuhr aus Frankreich ging dagegen umrund20Proz. von 2,9 auf 2,3 Milliarden zurück. Während im letzten Jahr Frankreichs Handelsbilanz für den Warenverkehr mll Deutschland noch mit fast 800 Millionen f ü r F ra n k re i ch a k t i v war, hat sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres das Bild derart verschoben, daß das erste Halbjahr 1929 mll einem Ueberschuß für Deutich lan d von ruitd 690 Millionen Franken abschließt. Deutschland hll damit Großbritannien als Einfuhrland nach Frankreich überflügelt und steht jetzt an zweiter Stelle hinter den Bereinigten Staaten von Nordamerika. Diese nüchternen Ziffern zeigen klar und deutlich, welchen Wert der deutsch-frarizäsische Handelsvertrag vom August 1927 für di« gesamte deutsche Wirtschast besitzt. Die sinnlosen Forderungen einiger Jnteressentengruppen, besonder» der B a u in w o l l i n d u- st r i e l l e n, den deutsch-französischen Haillielsvertrag zu k ii n di gen, erscheinen daher einfach undiskutabel. Frankfurter Mühlenbau- und Indvstrie-A.-G. gut bcschöstigi. Der große Frankfurter Maschinenkonzern, die Mühlenbau und Industrie A.-G. Halle in den letzten Jahren«ine so stabil? Konjunktur gehabt, daß sie ihre Dividende auf den bohen Stand von 10 Proz. festlegen konnte. Die gegenwärtige Gesckästslao? wird als noch günstiger bezeichnet als im Hochsommer 1928. So ist der Absatz bisher schon höber gewesen und auch der vorlieaend? Auftragsbestand ist bedeutend größer als im Borjahr. so daß volle Beschäftigung der Betriebe bis zum Jahresende gewährleistet ist. Demnach dürften auch die Gewinn« bei diesem Konzern nicht hinter einer lOprozentigen Dividende zurückstehen. Holländische Aufträge für den Stahlkrust. Die Bereinigte Stahlwerke Zl.- G. in Düsseldorf haben von Holland mehrere groß« Auströge für die Lieferung von Eisenkonstruktion-material erhalten. IMV snmnae«: üsaii-r tte.au-. lamniai IN Scriin. Verlag: vor»>arl»>v«rlai> V m b. L Berlin Druck: LorwLr!s.Budruckcr»i and V»rlaa»onIUili Bau! Zi?«" u. ff«..«8 CinirnftroRr S Ki-rzu«U« Bcilogt- �laterhalt»», an» Sitzt»"»»d.«»»tttilagf. Mittwoch 15. September 1929 Unterhaltung unö Wissen Beilage dos Vorwärts Qrele Pauly: SEdltt HfltiVli „Willst du morgen filmen, Lilli, und zehn Mark oerdienen? Ich habe nämlich zwei Nachtaufnahmen, und da muß ich bei Tage ausschlafen. Du kannst meinen Zettel haben, aber sag' niemandem, daß du das erstemal filmst." „Ja, aber—* „Du guckst einfach zu, was die anderen machen, und dann machst du es eben nach. Ganz einfach. Also sei pünktlich. Um acht be- ginnt's." Herrlich, filmen! Die Großen ganz aus der Nähe betrachten, mittun dürfen,«in Teilchen sein ihrer Arl�it. Und dann— zehn Mark. Der erste Verdienst seit vielen Wochen. In dieser Nacht schlief Lilli nicht vor Aufregung, sie könnte die Zeit uerpassen. Longe ehe die anderen kamen, stand sie vor dem Restaurant, in dem sich die Statisten versammelten. Am Eingang saßen zwei Burschen, Lilli mußte ihren Zettel vorweisen und man schrieb eine Nummer darauf. Nach und nach kamen sie an, setzten sich an Tische, tranken Kaffee. Dann holten einige aus ihrem Handköfferchen Schminkstifte und begannen lang- sam und andächtig das Gesicht zu bemalen. Die Wimpern wurden geschwärzt, die Augen nachgezogen, die Lippen zu einem Ruß- mündchen geschminkt. Die meisten kannten einander. Man rief herüber und hinüber, wechselte die Plätze. Sie fühlte sich aus. geschlossen aus diesem Kreis. Ein dicker Mann rief durchs Megaphon:„Nur die Rechen 1 bis 6 schminken, die übrigen können so bleiben." Jeder sah nach der Nummer, die auf seinem Zettel vermerkt war. Aber auch die, die „so bleiben" konnten, schminkten sich. Man konnte ja nicht wisien, vielleicht wurde man vom Regisseur bemerkt, kam zu einer Graß- ausnähme. Man mußte gewappnet sein. Merkwürdig sahen sie aus mit den bleichen Masken, den hochroten Lippen, schwarz umränderten Augen. Lilli drängte sich unwillkürlich die Erinnerung an Mumien auf, die sie einmal im Museum gesehen hatte. Wie gemalte Leichen, dacht« sie. Was schrie der Mann da vorne schon wieder?„Alles in den Zuschauerraum zur Aufnahme. Plätze einnehmen." LAi saß zwischen einer Frau in blitzendem Pailettenkleid, mit hochrot gefärbtem Haar, und einem blonden Jungen in Smoking. Wie fein er aussieht, dachte sie, gar nicht wie ein Statist. Die Scheinwerfer werden postiert. Der Operateur guckt durch den Apparat.„Nein— auf einen anderen Platz. Nein— doch wieder zurück. Alles bereit zur Aufnahme!" Der Regisseur, ein kleiner, beweglicher' Franzose, erteilt seine Anweisungen. Der Hilfst regisseur macht den Dolmetsch.„Der Herr in Reihe 8. nein, nicht Sie, der andere neben der Dame in Grün, bitte zwei Reihen nach vorne neben die Dame in Rot. So!" Der große Filmschauspieler ist jetzt auch dazugekommen. Er sieht ganz anders aus als auf den Filmhotos. Lilli ist ein bisse! enttäuscht. Der Aufnahmeleiter er- klärt kurz die Situation:„Also: während einer großen Szene wird der Schauspieler wahnsinnig. Erst atemlose Still«, dann Unruhe im Publikum, zuletzt groß« Bestürzung. Probeaufnahm«— los!— Hall!— Mehr Unruhe. Die Erregung ist nicht deutlich genug." Der Franzose laust auf der Bühne hin und her, macht die Mimik und die Gesten vor. Nochmals!— Prob«!— Noch einmal, noch fünfmal. Endlich Aufnahme.—„Abblenden!" Während der Wahn- siunsszene gleitet der große Schauspieler aus und fällt hinten über. Es war ein Unfall, nicht vorgeschrieben in der Rolle, aber es macht sich sehr gut. Die Aufnahme wird natürlicher. Als er umsank, stieß Lilli einen kleinen Schrei aus. Er hat sich ein wenig das Bein verstaucht, dadurch entsteht eine Pause. „Filmen Sie das erstemal?" fragt der blonde Junge neben ihr. „N... Nein." „Sind Sie beim Klub?" „Nein." „Wo haben Sie bisher gearbeitet?" „Bei... bei der Ufa," stößt sie rasch heraus und merkt im selben Augenblick, wie ihr die Röte ins Gesicht schießt. „Ich bin eigentlich nur zufällig hier. Ich bin ja Edelkomparse." Das Wort klingt aus feinem Munde, alb ob er sagen würde: Prinz. „Als Edelkomparse verdiene ich natürlich viel mehr, 25 Mark, aber heute war ich frei, da nimmt man die Kleinigkeit eben mit." „Weiter— neue Szene." Das Publikum erhebt sich von den Plätzen und verläßt langsam das Theater. Probe— eins— zwei— dreimal— Aufnahme-- Eine halbe Stunde Mittagspause. Der blond« Junge geht mit ihr ins Restaurant. Sie bestellt ein« Suppe, und beim Zahlen begleicht er auch ihre Rechnung. Die Kleinigkeit spiele doch kein« Rolle—. Wie nett er ist. Wieder zurück ins Theater. Proben— Aufnahmen— Proben — Aufnahmen>—. Knapp vor Schluß plötzlich Nervosität unter den Statisten. „Was ist los?" Man hat gehört, für morgen werden wieder Zettel verteilt. Der Aufnahmelester brüllt durchs Megaphon:„Erste bis vierte Reih« hierbleiben, die anderen können weg!" Einige ver- suchen rasch, sich in die vorderen Reihen zu schmuggeln, die Gewiegten, die den Betrieb kennen, bleiben noch in den Zlusgängen stehen oder drücken sich in den Ecken herum— vielleicht— jedenfalls abwarten. Lilli steht folgsam auf und will fort. Ihr Nachbar hält sie zurück „Warten Sie noch!" Einige versuchen an den Mann, der die neuen Zettel vertestt, heranzukommen.„Bitte, mir auch einen."„Ich kann nicht, wir brauchen für morgen nicht so viele!" Als jeder der vom« Sitzenden seinen Zettel erhallen hat, bleiben ein paar Zettel übrig. Alles stürzt sich jetzt auf den Mann. Er hält die Hände hoch, sonst würde man ihm die Papiere entreißen. Man drängt, stößt den anderen zur Seit«, tritt sich gegenseitig auf die Füße. Es g-bt um zehn Mark! Lilli hat die Situation nicht so rasch erfaßt. Sie steht ganz hinten und versucht, durch diesen Kordon schreierider. ge- stikulierender Menschen hindurchzukommen. Da vorne, in der ersten Reihe, steht ihr neuer Kamerad. Er wird ihr sicher helfen, vorwärts zu kommen. Sie kann noch gerade einen Zipfel seines Smokings erwischen. Aber er dreht sich unwillig um und stößt sie mst dem Ellenbogen zurück. Lilli steht zuerst ganz fassungslos, dann macht sie kehrt und geht langsam zurück. Vor dem Ausgang dreht st« sich noch einmal um. Der Blonde schwingt gerade— triumphierend einen weißen Zettel in der Luft. „Wegen zehn Mark," sagt sie leise. Und zwei dicke Tränen rennen ihr über die Backen, als sie aus der Tür geht. 5Der&ifch mH der In der Nähe von Innsbruck gibt es in einer wndschastiich prachtvollen Gegend«in alles Kloster, das Kloster Willen. Und die Sage berichtet in ihrer aus Dichtung und Wahrheit gemischten Sprach«, daß«inst ein Riese Heymo gelebt habe, den es nach einem wunderbaren Garten mit silbernen Bäumen und Aepfeln daran aus purem Golde gelüstete, den es in der Näh« gab. Leider wurde der Garten von einem Drachen bewacht, der nicht recht mit sich ver- handeln lieh, denn die Epoche des Parlamentarismus war damals noch nicht angebrochen. Für die Erlangung silberner Gärten mit goldenen Aepfeln, die ein Drache bewacht, gibt es jedoch ein einfaches Rezept. Man schlägt der. Drachen tot, nimmt das Gold an sich und ist überzeugt, auch noch ein gutes Werk getan zu haben— ein- Ueberzeugung, die von allersher die Leute beherrscht hat, die, wenn auch selber Räuber. einem anderen Räuber sein Gold abnehmen. Der Ries- Heymo handelte— so erzähll die Sage— nach diesem Rezept und zog sich nach vollbrachter Tat in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Vorher aber erbaute er als Beweis seiner braven Gesinnung das Kloster Witten und schenkte ihm die Drachenzung- in einen silbernen Kasten, was ihm ja jetzt nicht weiter schwer fiel. Sowest die Sage. Fromme Mönche behaupteten später, das Kloster hätten sie selbst gebaut und nicht der Riese Heymo. Tatsach« war aber, daß die Drachenzunge von ihnen bewahrt wurde und der Silberkasten dazu auch. Später geschah es in schweren Zellen, daß der Kasten„dem schmeltztiegel hat müssen eonseerieret(gewecht, im Sinne von geopfert) werden, so daß dieses drakenhöltumb in einem blos helzernen Futteral" liegen mußte. Dann ging auch die Drachen- zunge verloren, fand sich aber wieder an und geriet in die Hände moderner Gelehrter, die in ihren Abhandlungen feierlich verkündeten, dies« Drachenzunge des Klosters Witten sei natürlich keine Zunge und noch weniger die eines Drachen,' sondern das Rostnim eines XipKi»? gladius. Das Wort„Xiphias glartius* bedeutet zu deutsch„Schwert der Schwerter" und ist der wissenschaftliche Name eines großen bösen Fisches, den man auch Schwertfisch nennt.„Rostrum" heißt wisien- schaftlich die verlängerte und verhornte Oberlippe dieses Fisches, also sein Schwert. Mit der Romantik der Geschichte scheint es nun nichts zu sein. Das Schwert«Ines bekannten Fisches, wahrscheinlich seinerzell von einem Pilger mit der dazugehörigen Sage mitgebracht— was hat da» schon auf sich. Die Seeleute behaupteten allerdings, daß der Schwertfisch«in ganz gefährlicher Bursche sei und ein Kaknpf mit ihm mindestens so gefährlich wie«in Kampf mit einem Fabel ungeheuer, die Wissen- schaft aber hielt lange nichts davon. Womll sie ja auch zweifellos recht hatte, denn e- kwt zu allen Zeiten Leute gegeben, die unb?- standen« Abenteuer ni-di> schrieben, von Pedro FernanteZ de Outtos. der 1605«ine unbedeutende Südseetnfel zum„großen Süd» kontinent" erklärt«, von dem man damals fabelte, bis zu de» eh«» maligen FilmhilfsreMeur Herkt, der jetzt von wilden Filmabenteuern im Innern Afrikas erzählt, das er nie gesehen hat. Im Falle„Schwertfisch" hatten die Seeleute aber recht, das sah man langsam ein. Es ging ziemlich langsam, das stimmt, aber die Wissenschaft war dabei unschuldig. Es gibt nämlich außer dem Tiphias noch zwei andere Meertiere, die sonderbare Oberkiefer- Verzierungen haben, den Sägefisch aus der Familie der Rochen und den Narwal, ein Seesäugetier. Beim Narwal ist das Wunder ein schraubenförmig gedrehter Zahn, der ein Drittel so lang wird wie das ganze Tier. Er konnnt nur dem männlichen Geschlecht zu und dürft« also wohl«in Gejchlechtsabzeichen ohne weitere Funktton fein. Beim Sägefisch ist es die bekannte Säge, deren Zweck unklar ist. so daß man auf Tangabreißen mit ihrer Hilfe rät. Mancher See- mann hatte aber im heimallichen Hafen unter freundlicher Unter- stützung diverser Grogs erzählt, wie das Ungeheuer mit seiner Säg« sein gutes Schiff angesägt hatte und wie der Narwal mit seinem Spieß Rammsport gespielt hatte. Und wie als Dritter im unheim- lichen Bund« der Schwertfisch sich als lebender Törpedo bewährt hatte. Da war es wirklich nickst leicht, einwandfrei festzustellen, daß Narwal und Sägefisch harmlos waren, der Schwertfisch aber nicht. Schon seine Größe und die Art des Beutemachens läßt ver- Muten, daß man nicht unvorsichtig mit ihm umgehen soll. Das fünf Meter lange Tier stürzt sich in einen Schwärm kleinerer Fische, haut mit der scharfen Lanze rücksichtslos um sich, bis alles im Blute schwimmt, und beginnt erst dann sich zu sättigen. Daß er bei dieser Angrisfeweise auch versehenilich an Boot« gerät, ist nicht unwahrscheinlich und auch schon öfter vorgekommen. Der Zoologe Pechuel-Loesche entging dem Tod« mll genauer Not, als ein Schwertfisch nicht nur seine Lanze, sondern auch noch einen ganz erheblichen Test des Kopfes durch den Boden des Fahr- zeuges rannte. Bei einem anderen Ruderboot brachte es schon ein kleiner Tiph'as fertig, mit einem Hieb durch beide Seitenwände zu stoßen, das Bein des Ruderers, das sich in der Schußlinie b�sand, mußte mit daran glauben. Die enorme Kraft des Stoßes wttkt auch bei größeren Schiffen noch. Einem allen englischen Kriegsschiff wurden 2,5 Zenttmeter Außenverschalung und 7,5 Zentimeter Plank« durchstoßen. Das Schwert drang dann noch 11 Zenttmeter tief in einen eichenen Pfosten ein, wo es schließlich abbrach. Einem Walsischfänger zerstörte ein Schwertfisch ein gefülltes Tranfaß im Lagerraum, das Faß aber stand hinter 2,5 Zentimeter Verschalung mit Kupfer- beschlag, 7,5 Zentimeter Planke und 30 Zentimeter Querbalken aus Eichenholz! Tatsache ist auch, daß solche Angriffe nicht immer Zufälle sind, in einem genau bekannten Falle unternahm ein großer Schwertfisch einen Rammstoß, nachdem er sich von einer zu anderen Zwecken ausgehängten Angelleine losgerisien hatte. Diese Geschichte hatte sogar«och«in gerichtlich«» Nachspiel, da du Versicherungsgesellschaft sich erst weigerte, die Reparatur des schwer lecken Schiffes zu be- zahlen. Unsere Technik pflegt, wenn ihr wieder eine Erfindung gelungen ist, in der Natur«ine Parallele zu entdecken, von der sie vorher nichts gewußt hat. So ist auch der Xiplüas giacliu««ine Parallele zum Unterseeboot, die Jahrtausende lebte, bevor man es erfand und zur Zerstörung von Schissen verwendete. Es sind aber viele Schiffe schon spurlos verlorengegangen, seitdem die Menschheit Seefahrt treibt. Bei den meisten werden Stürme, Klippen und wild« See die Schuld tragen. Ausgeschlossen ist ober nicht, daß auch schon ein- mal ein Leck den Untergang verursachte, hervorgerufen vom Ramm- stoß eines» wütenden Schwertfisches. Willv Lcv. 3)ie S6ukunfi der Slekirisitäi Die Entwicklung der Technik, insbesondere der Elektrotechnik, in den letzten Iahren hat eine derartige Sturmgeschwindigkeit ange- nommen, daß die menschliche Phantasie schon hier und da nicht mehr Schritt halten kann und Dinge unversehens zur Tu-sachc werden, an die auch der genialste Schreiber von Zukunftsromanen nicht zu denken wagte. Vergegenwärtige» wir uns beispielsweise den Fort- schritt der Radiotechnik, der, bei Lichte betrachtet, ja eigentlich direkt unglaublich ist. Hätte jemand vor dreißig Jahren der Allgemeinheit den Rundsunkapparat begreiflich machen wollen, der heutzutage zu jeder Wohnungseinrichtung gehört, hätte er behauptet, daß es mög- lich sei, sich von Berlin aus mst irgend jemand in Sydney über den Aether hinweg zu ulsterhallen, so wäre er wohl in eine Irrenanstalt interniert worden. Und jetzt ist das Fernhören eine selbstoerständ- liche Sache. Noch erstaunlicher ist die Entwicklung des Fernsehens. das noch vor zwei Iahren als Utopie angesehen wurde. Während sich noch die Witzblätter mit dieser anscheinend unmöglichen Sache beschäftigten, stand schon der erste Versuchsapparat in Schenectady im Zauberlaboratorium der General Eleettic Company fix und fertig da. und die ersten primitiven Bildübertragungen waren bereits ge> lungen. Mittlerweile ist der Bildrundsunk bereits zur Tatsache geworden, und in etwa zwei Iahren, vielleicht noch früher, wird der Fernseh- apparat seinen triumphierenden Einzug in das bürgerliche Heim halten. Man sollte sich über die Bedeutung dieser Tatsache klar werden, die ejnen geradezu ummälzenden Einfluß auf die Kultur, die Ideenwell und die Einstellung der gesamten Menschhest gegen- über den großen Wellproblemen ausüben wird. Die Uebertragung von Filmen und Theateraufführungen ist ja nur ein Anfang: in kurzem werden wir vom Lehnstuhl aus Nordpolexpeditionen und Reisen durch den südamerikanischen Urwald mitmachen, werden Augenzeugen von Vulkanausbrüchen und Schlachten sein, werden die höchsten Schichten der Atmosphäre und den Abgrund der Tiefsee kennen lernen. Wir werden Dinge sehen, die noch keines Menschen Auge vorher betrachtete; und die Wirkung auf unser Geistesleben kann in ihrem ganzen Umfange heute noch gar nicht übersehen werden. Angesichts dieses sich überstürzenden Fortschritts, dieser un- geahnten Entwicklung drängt sich einem förmlich die Frage auf: Was kommt nun? Welches Göttergeschenk können, wir als nächstes von der Elektrotechnik erwarten? Die Antwort ist eben so einfach wie naheliegend. Wir befinden uns in der Aera der drahtlosen Welle, und es ist nur logisch, daß die Weiterentwicklung der Dmge sich auf diesem Gebiete vollziehen wird. Die Uebertragung von Ton und Bild ist bereits gelungen; das nächst« Problem, das zu lösen sein wird, ist die Uebertragung von Kraft aus drahtlosem Wege, der drahtlose Betrieb von Schwachstrom- und Starkstrommaschinen und-apparaten, und in erster Linie: Das drahtlose Licht. Aber schon wieder sind die Geschehnisie dabei, die Prophezeiung zu überholen. Während wir noch kaum an die Möglichkeit glauben wollen, erstrahlt bereits im Laboratorium von Schenectady, von wo neuerdings jeder technische Fortschritt seinen Ausgang zu nehmen scheint, eine gewöhnliche elektrische Glühbirne in vollem Lichte, ohne daß sie mit irgendeiner Leitung verbunden wäre;«ine Wurst kocht in einer frei im Räume an einem Draht aufgehängten Glasröhre; Spiegeleier werden in einer Glasröhre hergestellt, ein Apfel wird an einer Drahtantenne durch und durch gebraten, und durch andere Anordnungen werden Speisen gebacken, Wasser gekocht, ohne daß irgendeine Wärmequelle erkennbar wäre. Aber das Frappierendste, was dort zu sehen ist, ist ein elektrischer Lichtbogen, ein künstlicher Kugelblitz, der plötzlich auf einer Metallstange erscheint, einen Funken- regen von geschmolzenem Metall um sich schleudert und die Stange schmilzt, wie dies der beste Schweißapparat nicht schöner tun könnte; ein elektrischer Bogen, der Tausende von Voll verkörpert und schein. bar ganz von selbst entsteht. lind was bewirkt diese unfaßlichen Wunder? Eine sechzig Zenti. meter hohe und fünfzehn Zentimeter breite Radioröhre, die ganz un- schuldig in«stier Ecke steht, als ob sie mit all diesen erstaunlichen Dingen nichts zu tun hätte. Diese Röhr« aber kann mehr als ihre Kolleginnen; fünfzigmal mehr als die bisher hergestellten Kurz- wellenröhren. Sie straht durch eine Antenne auf einer Wellenlänge von sechs Metern eine Leistung von ganzen fünfzehn Kilowatt in den Raum, sie sendet die Kraft von zwanzig Pferden durch die Luft; in anderen Worten, sie löst das Problem der drahtlosen Kraflüber- tragung. Die Versuche in Schenectady sind nur ein Ansang, und Kraft- sender und-empfänger stehen im selben Raum; aber wir wissen bereits aus Erfahrung, wie rasch es jetzt vorwärts gehen wird. In wenigen Jahren können wir vielleicht schon, befreit von Kabeln, Leitungen, Strippen und Steckdosen, all die tausendfältigen Ma- schinen und Apparate in Betrieb setzen, die uns die Elektrotechnik beschert, gleichviel ob wir uns zu Hause, aus freiem Felde oder am Nordpol befinden. Elektrisches Licht, elektrische Wärme, elektrische Kraft wird uns auf Schritt und Tritt zur Verfügung stehen, und wir werden mir zu bald das barbarische Zeitalter der Drähte ver- gesien haben. Dopper. Ein Fisch von klassischem Ruf. Thunfische von den riesigen Ausmaßen des Fisches, wie einer kürzlich bei Parmouch ins Netz ging, gelangen nur gelegentlich einmal an die englische Küste. Der Thunfisch gehört zu der großen Familie der Makrelen und erlangt zuweilen ein Gewicht von dreiviertel Tonnen Es ist ein Fisch aus altehrwürdigem Geschlecht und darf sich einer klassischen Geichichte rühmen, denn In der griecbilchen Literatur sind die Stellen nicht selten, an denen des Thunfisches gedacht wird. Im Aegäischen Meer, ihrer eigentlichen Heimat, schwimmen die Fische in großen Schwärmen und werden in einem langen Netz geiangen, in das der Schwärm durch Lanu getrieben wird Riesen, wie der bei England gefangene Thunfisch, erfreuen sich bei ihren kleineren Genosien keiner Beliebtheit und sind gezwungen«m einsames Leben zu führe». Mehr Sozialpolitik? Forderungen der christlichen Gewerkschaste« zur Arbeitslosenversicherung. Franlfurl a. JIL, 17. September.(Eigenbericht.) Aus dem Kongreß der christlichen Gewerkschafte« wurde am Dienstag nach einer ausführlichen und lebhaften Debatte über dos Problem der Arbeitslosenversicherung folgende Ent- schließung einstimmig angenommen: „Der Kongreß weist die Angriffe der Gegner der denkscheu Sozialpolitik gegen die Arbeitslosenversicherung entschieden zurück. Die dadurch hervorgerufene große Beunruhigung der Arbeiterschaft veranlaßt den Kongreß, die schnellste Verabschiedung der Vorlage zur Reform der Arbeitslosenversicherung durch die zu- ständigen Körperschaften zu fordern. An den Grundlagen der Ver- ficherung darf nicht gerüttelt werden, alle Abbaubestrebun- gen sind entschieden zurückzuweisen. Der Entlohnung der Kurzarbeiter ist durch Ausbau der Versicherung mehr als bisher Rechnung zu tragen, durch geeignete Rlohnahmet» ist jedoch jeder Mißbrauch des Gesetzes zu unterbinden. Der Kongreß fordert die Beteiligung der Allgemeinheit an den Kosten der Arbeitslosenversicherung, deren höhe auf außergewöhnliche Ursachen. wie Krieg, Reparationen, Inflation nsw. zurückzuführen ist und deshalb nicht auf die Beteiligten allein abgewälzt werden darf. Rotwendig ist vor allem, durch eine weitsichtige Wirt- schaftspolitik der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken." Am Dienstag nahm der Kongreß der christlichen Gewerkschaften «in Referat des zweiten Vorsitzenden des christlichen Metallarbeiter- verbände» Karl Schmitz- Duisburg über„Gewerkschaften und Wirtschaftspolitik" entgegen. Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik— so führte Schmitz aus— seien nicht mehr voneinander zu trennen, sie müßten«inander er- ganzen und fördern und deshalb würden sich die christlichen Ge- werkschaften für eine Wiederbelebung der Ideen der Arbeits- gemeinfchaften einsetzen. Drei große Aufgaben stünden In innigster Beziehung: 1. Beseitiguug der Arbeitslosigkeit, 2. Ueber- Windung der Agrarkrise und 3. Hebung des Reallohnes. Die durch schnittlichen Wochenlöhne, die aus zwölf Hauptarbeitergruppen errechnet würden, ständen im Jahre 1928 für gelernte Arbeiter ackf 50,58 Mark gegen 35,35 Mark im Jahre 1913. Der Lohninöex stehe somit auf 143,1, der Lebensindex auf 151,5. Dabei sei die Arbeitsleistung, wie das für die Mehrzahl der Beruf« einwandfrei nochgewiesen sei, im Vergleich zu 1913 erheblich g e- st i e g e n. Die Mehrleistung dürfte durchweg 25 Prozent betrogen. Ein Arbeitsbefchaffungsprogromm sei notwendig und immer mehr müsse an Stelle der Arbeitslosenunterstützung der Ge- danke der produktiven Fürsorge treten. Die Erfolg« der Rationalisierung müßten auch den Arbeitern zugute kommen. Der Reallohn sei durch Preissenkung zu erhöhen, wenn nicht neue schwer« Erschütterungen das Wirtschaftsleben be- drohen sollten. Die Politik der Kartelle und Syndikate und die Monopolisierung der Produktion erfordere einen Verbraucher« schütz durch Preiskontrolle und 2lusgestaltung der Kartellgesetz- gebung, ferner die Einbeziehung der Gewerkschaften in die Geschästsleitung monopolartiger Organisa- tionen sowie den Ausbau und die Förderung des Genoffenschafts- wefens. Als zweiter Redner sprach der deutschnatwnol« Abgeordnete H ü l s« r- Spandau über die„Sozialpolitik und ihre Gegner"(Siehe auch unsere Notiz: Wülfer gegen Hugenberg."): „Die Lage der Arbeiterschaft und der Arbeitslosen ist so, daß niemals von einer Demoralisierung des deutschen Ar. beiters durch die Sozialversicherungen geredet werden kann. Di« Sozialdemokratie hat in Deutschland chre heutige Größe und Macht erreicht, weil das Bürgertum die Notwendigkeit großzügiger Sozial- Politik zu spät erkanm und so der Sozialdemokratie ein Menschen- aller hindurch die Möglichkest fast ungestörter Ausbreitung gegeben hat. In unserem Volt, das zur Hälft« aus Lohnarbeitern besteht, ist und bleibt eine entschloffen« Sozialpolitik der notwendige Be- standtell jeder fruchtbaren Staatspolitik. Die in der Sozialversiche- rung verwirklichte Gemeinbürgerlichkeit der Starken und Schwachen ist«in notwendiges Gegengewicht gegen den Geist des schrankenlosen Egoismus, wie er durch die liberale kapitalistische Wirtschaftsweise entfesselt worden ist. Wenn versucht wird, Landwirtschaft und Mittelstand auf die Sozialpolllik als die Hauptquelle ihrer eigenen Nöte abzulenken, so müssen diese beiden wichtigen Berufsverbände dringend gewarnt werden, sich in diese Sockgaff« führen zu lassen." Die Diskussion gestaltet« sich zu einer einzigen Anklage gegen den Versuch, di« Arbeitslosenversicherung ab- zubauen und damit an den Grundlagen der Sozialpolitik zu rütteln. So betont W i« b e r, Vorsitzender des christlichen Metall- arbeiterverbandes, da» Reich stolpert ja sonst auch nicht über Hunderte von Millionen, wie kann es dann über den Bettrag zur Arbeitslosenversicherung stolpern, die u. a.«ine Folge des Krieges ist. Die Hälft« der Ar- bettslofenunterstützung wird von den Arbettern selbst bezahlt, und wenn di« Schwerindustrie wieder einmal in den Ruf ausbricht, Deutschland müsse an der Arbeitslosenfürsorge zugrundegehen, so steht hinter diesem Schrei nur der Zweck, die Arbeitslosen zu Lohndrückern werden zu lassen. Kampfmeier, der Vertreter der Bauarbeiter, wendet sich besonders scharf und eindrucksvoll gegen das an den Saison- a r b e i t e r n geplante Unrecht. Wie könne man, ohne schäm- rot zu werden, von einem Abbau der sozialen Pflichten reden angesichts der vorhandenen Not in der Arbetterklaffe. Ein Deutsch- land, das dies« Fragen beHandel« wie bisher, könne der Welt kein Vorbild fein. Riegle man di« Saisonarbeiter in der sozialpolitischen Gleichberechtigung ab. so gebe es nur eins, die Freiheit der Lohnbewegung. Baltrusch- Essen sagt, die Abwehr gegen die scharf- macherischen Bestrebungen der Unternehmer genüge nicht. Die Arbeiterschaft müsse fordern, daß di« durch den Voung-Plan frei- werdenden Beträge auch zur Hebung des Lebens- standards der Arbeiterschaft und zur Ausgestallung der sozialen Fürsorg« verwendet werden. In gleichem Sinn« äußern sich alle anderen Redner. Hülser gegen Hugenberg. Offene Auflehnung. Am Dienstag hielt der Gauleiter im Chrfftlichen Zentral- verband der Landarbeiter und deutschnationole Reichstagsabgeordnete Hülfer auf dem Ehristlichen Gewerkschaftskongreß ein Referat über die Sozialpolitik und ihr« Gegner. Nach dem„Deutschen" führte Hülser u. a. aus: „Was wird der öffentlichen Meinung heute nicht alles vor Augen geführt, um sie gegen die bisherige deutsche Sozialpolitik und ihre Fortsetzung einzunehmen und aufzubringen! Da ist der Danziger Arzt Dr. Erwin L i e k, der in seinen Schriften und Reden«in Zerrbild des gegenwärtigen Zustandes der deutschen Krankenversicherung an die Wand malt. Da ist ferner das Buch von Gustav Hartz über.Irrwege der deutschen Sozialpolitik und der Weg zur sozialen Freihell", für dessen Vertrieb der Scherlverlag sich mit seinem ganzen Ge- wicht eingesetzt hat. Auch hier wird an der deutschen So- zialoersicherung und Sozialpolitik nur noch Schatten und Unheil gesehen. Und nun kommt, um die Verwirrung vollständig zu machen, auch ein Vertreter der Wissenschaft, Prof. H o r n e f f e r in Gießen, der in seiner Schrift, mit der verheißungsvollen Ueber- schrift„Frevel am Volk", Gedanken zur deutschen Sozialpolitik von sich gibt, wie sie in dieser unglaublichen Leichtfertigkeit und Unsachlichkeit bisher wohl noch nie von einem deutschen Gelehrten über einen so schwierigen Gegenstand veröffenllicht worden sind." Herr Hülser ist nichts weniger als ein radikal eingestellter Arbetteroertreter. Wir hatten wiederhoU Gelegenheit, sein Paktieren mit den Unternehmern unter die kritische Lupe zu nehmen. Wie schlimm muß es in der Deutschnationalen Volkspartei aus- s»h«n, wenn selbst Hülser di« Fahne der Rebellion erhebt. Ist es schon früher den wenigen Arbeiteroertretern, die man aus agi- tatarischen Gründen in die deutschnationale Reichstagsfraktton aufnahm, nicht leicht gemacht worden, so hat die rücksichtslose Wahr- nehmung der rückständigsten Unternehmerintereffen selbst land- fromm« Leute wie Hülser und Lambach in die Oppositton getrieben. Französische Gewerkschastsprobleme. Die Einwanderung.— Partei und Gewertfchasten. Am Dienstag begann in Pavis der französisch« Gewerkschafts- kongreß, d. h. der Kongreß, der dem Internationalen Gewerkschafts- bund angeschlossenen und in der Confedöration Generale du Traooil (EGT) oereinigten Gewerkschaften Frankreichs. Wenn die söge- nannte EGTU., d. h. der.Dereinigte Gcwerkschasts- bund", den Moskau vor jetzt bald 10 Jahren obgefp'ittert hat. zwei Tage früher mit seinen Verhandlungen begann, so ist dos natürlich kein Zufall, sondern sozusagen Tradition. Der kommunistische Kongreß schickt regelmäßig ein« Delegation, versehen mit einer langen„Einhellsfrpntentschließung", dem Kongreß der EST., um diesen zu„entlarven". Gab es in den ersten Jahren nach der Spaltung oft noch heftige Debatten innerhalb der EGT. darüber, ob und wie man eine derartig« Delegation und Ent- schließung empfangen soll, so ist man heute darüber hinweg. Im übrigen ist es wahrscheinlich, daß diese, zu sehr mit ihrer„Säubc- rungsaktion" und der gegenseitigen„Entlarvung" beschästig«, dies- mal gar nicht zu dem traditionellen Manöver kommen. Bis heute ist es noch nicht gelungen, In beiden Organisationen zusammen wieder den Mitglieder st and zu erreichen, den die Einheitsovgamsation v o r der Spaltung für sich allein hatte. Ueber d«r Mitgliederzahl der EGTU. schwsbt ein ziemliche« Dunkel: man kann ihn auf höchstens 250 000 schätzen. Die EGT. vereinnahmte — noch oollgezahlten Mitgliedsbeiträgsn— im«rsten Halb- jähr 1929 für 635 497 Mitglieder Beiträge. Der tatsächliche Mit- gliederbestand dürfte also annähernd 700 000 betrogen. Das be- deutet sine Verdoppelung gegenüber 1913 und eine ganz außer- ordentliche Zunahme während der letzten zwei Iahe«. Trotzdem r,t die Situation der EGT. eine recht schwierig«. Der französisch« Gewerkschaftsbund hat zwar nur in Verhältnis- mäßig geringem Maße mit dem Problem der Arbeitslosigkeit zu kämpfen, roenn diese, als Folg« der Rationalisierung, auch in einigen Induftnen Schwierigkeiten berettet: aber außer den Kämpfen, die alle europäischen Gewerkschaften zu bestehen haben, gibt es in Frankreich ein Einwanderungsproblem, das die Gcwerk- schaften außerordentlich stark belastet. Es mögen wohl drei Millio- nen ausländische Arbeiter in Frankreich beschäftigt werden, Haupt- sächlich Italiener. Spamer, Polen, aber auch starke Kontingente von Belgiern, Luxemburgern, Tschechoslowaken, Algeriern. Auch di« Schweizer, Deutschen und Oesterreicher sind ziemlich zahlreich ver- treten. Dieses fremdsprachige und fluktuierende Element ist gewerk- schafttich sehr schwer zu erfassen. Dazu kommt die innerfranzösische Sprachensrage durch das Elsaß. Eine andere Belastung ist di« nur geschichtlich verständlich.' Trennung von Partei und Gewerkschaften. Zwar gibt es heute kein« Feindseligkeiten mehr zwischen Partei und Ge- werkschaften, auch ksin« grundsätzlichen Gegensätze, aber die betonte Autonomie der EGT. veranlaßt diese, ein Tageblatt aufrechtzu- erhalten, dos Pariser„Peuple", das von den 3 784000 Franken Einnahm.' der EGT. wähvend der letzten zwei Jahre allein mehr als ein Drittel, 1 385 000 Franken, verschlang. Hierbei sind die finanziellen Opfer nicht eingerechnet, die die einzelnen Organisa- tionen noch bringen. Diese Belastung verhindert die EGT., die not- »en&igsn Aufwendungen für all« anderen Problem« zu machen, ohne daß e« bisher gelungen wäre, und wohl auch jemals gelingen wird, eine lebensfähig« Tageszeitung zu schaffen. Ztatürlich leidet auch die Partei unter dieser Verschwendung. Und doch wäre ein« Verständigung möglich, die beiden Teilen gerecht und zum Vortell wüvd«. Eine Verpflichtung, olle Kundgebungen und Mitteilungen der Gewerkschaften im Aentralorgon der Partei, dem„Populaire" zu veröffentlichen, di« Einräumung eines be- stimmenden Einflusses der EGT. auf den gewerkschaftlichen Teil des„Populaire". würden die wesentlichen Schwierigkeiten beseitigen. Aber das ist«me Frage, di« leider noch nicht einmal zur Diskussion steht. Im übrigen«vird sich der Kongreß nur mit Fragen beschäftig.'», die auch uns vertraut sind. Außer mit den inneren Organisa- tionsfragen wird sich der Kongreß in erster Lim« mit der Sozialversicherung, darunter auch nnt der Arbeits- lofenversicherung beschäftigen. Die Anpassung der Löhne an die Produktivität, das Vordringen der Frauenarbeit im rationalisierten Betrieb, die Berufs- schulung. wie die Fragen der Erziehung und Bildung über- Haupt,«verden auch den französischen Gewerkschaftskongreß belchäf- tigen. Dazu kommen die übrigen Fragen der Sozialpolllik: Unfall- Versicherung, Berulskrankheiten, Arbeit-aufficht usw. Voraussichtlich wird es auch ein« lebhafte Auseinandersetzung geben über die Gruppierung der Beamtengewerkschasten innerhalb der EGT. Die„Oppofliion" unien durch. Berkehrsbund wählt nur Amsterdamer. Die Generaloersammlung des Deutschen Verkehrsbundes wählt« am Montag die Delegierten zum Verfchmelzungs- verbandstog. Es gab eine Einheitsliste, aus der auch einige Kommunisten und Sympathisierende figurierten. Sie fielen aber mll Glanz durch. Gewählt wurden nur Delegierte der A m st e r- d a m e r Richtung, und zwar mit erdrückender Mehrheit. Es wurden folgende Delegierte gewählt: Sektion 1: Paul Schacht, Karl Wolter, Fr. Kirchmeier, Hermann Müller, Fr. Pollmeier, K. Ollersdorf, Hedwig Schneidewind, Hans Müller. Sektion 2: Paul John, Max Berg, Fr. Nellinger, Richard Süßmilch, Arthur Abrahams. Sektion 3: Fritz Stern, E. Knobel, Th. Loll. Sektion 4: Michael Schultz, Max Buchert. Sektion 5: Paul Wolter. Gustav Strauch. Sektion 6: Hermann Stuttfeld, Ant. Psop, Wilhelm Schimmel. Paul Doering. Sektion 7: Karl Leube, Paul Dammer, Lucie Hußner, Frida Fleck, Emma Bochow. Ueber den Verlauf der Generalversammlung werden wir noch berichten. Oer Musikerstreik im Veba-palast. Eine erfolglose Schiebung. Am Dienstag oerhandelle das Arbeitsgericht Über den Antrag der Beba-Palaft-Lichtspiele„Atrium", der verlangt, daß dem Deut- schen Musikerverband bei Strafe o e r b o t e n werden soll, in d«r Oeffentlichkeit durch Plakate und Zettel die Behauptung zu ver- breiten, daß die Musiker des Beba-Palastes streiten und daß die Direktion den Burgfrieden gebrochen habe. Die vom Amtsgerichtsrat Dr. F r a n ck e geleitete Verhandlung begann mit einer gesetzlich nicht anfechtbaren Schiebung, wadurch ein richtiggehender Rechtsanwalt als Vertreter des Unter- nehmers vor dem Arbeitsgericht austreten konnte. Zunächst gab sich Rechtsanwalt Weiß als Aktionär und A u f s i ch t s r a t der Aktiengesellschaft Beba-Palaft-Lichtspiele aus, und beanspruchte, als Partei austreten zu dürfen. Das Gericht erkannte ihn aber nicht als Partei an und nies ihn zurück. Nun wurde in einer vom Rechtsanwalt Weiß erbetenen kurzen Pause folgende Schiebung ausgeführt: Er und die beiden anwesenden Direktoren der Gesell- schast traten als alleinige Aktieninhaber auf dem Gerichtskorridor zu einer„Generalversammlung der Aktionäre" zusammen, bestellten den Rechtsanwalt Weiß als alleinvertretungsberechtigtes Vorstands- Mitglied, riefen telephonisch ihren Notar herbei und ließen durch ihn ihren Beschluß bestätigen. So waren die gesetzmäßigen Forma- litäten' erfüllt, die es dem Rechtsanwalt ermöglichten, als Partei- Vertreter zu fungieren. Es handelte sich in der Hauptsache darum, festzustellen, ob die Direktion den Burgfrieden gebrochen habe, ob di« Musiker aus- gesperrt seien, ob sie streiken oder, wie der Unternehmer behauptet, von ihm entlassen seien. Nach einer vierstündigen Verhand- lung kam das Gericht zu folgendem Urteil: Da eine Aussperrung nicht stattgefunden Hobe, dürfe der Musikerverband die Behauptung, die Musiker seien ausgesperrt, nicht verbreiten. Dagegen entspreche die Behauptung, daß die Musiker streiken, den Tatsachen. Wenn Zettel und Plakate mit dieser Angabe oerbreitet werden, so sei das ein zulässiges Kampfmittel, aber keine unerlaubte oder sittenwidrige Hand- lung. Daß die Musiker noch Verweigerung der Arbeit als ent- lassen erklärt wurden, ändere nichts daran, daß sin Streit bestehe. Auch die Behauptung, die Direktion habe den Burgfrieden gebrochen, fei zutreffend, denn sie habe die von ihrem Bevoll- mächtigten Dr. Friedmann mll den Musikern getroffene Verein- barung nicht gehalten. Wenn Dr. Friedmann jetzt in einer eidesstattlichen Versicherung erkläre, er habe sein« Bollmacht über- schritten, so sei daraus nichts zu geben, denn Dr. Friedmann, der gerade in sormaljuristtschen Fragen sehr beschlogen sei, wisse doch. daß olles, was er— der für die Vergleichsoerhandlung Prozeß- vollmacht hotte— vereinbart, für seinen Auftraggeber bindend ist Hiernach sei also die Behauptung, die Direktion habe den Burgfrieden gebrochen, nicht wahrheitswidri?' Betriebsräte. Gewerkschaftsfunktionäre und vertraueusleule? Mitte Oktober beginnen die Kurse der Berliner Gewerkschaftsschule. Der L e h r p l a n ist erschienen und kann von sämtlichen Berliner Ortsoerwaltungen und vom Bureau der Berliner Gewerkschafts» schul«, Engelus«r 24/25, Zimmer 6, eing«fordert werden. Für die- jenigen Gewerkschaftler, die ein gründliches Studium beabsichtigen, finden regelmäßig Montags und Freitags in der Zeit von 16 bis 19 Uhr Lehrberatungssprechstunden im Bureau der Gewerkschaftsschule statt. In diesen Sprechstunden können auch gleichzeittq Anmeldungen zu den Kursen vorgenommen werden. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wegen Tarifbruch und Nicht- bcnutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises werden hierdurch folgend« Gostwirtsbetriebe für die Mllglieder des Zentralverband« s der Hotel-, Restaurant- und Cafc-Angeftelllen gesperrt: Mitte: Bahnhofsrestauraill, Jnh. Aug. Heckeberg. An der Spandauer Brücke 2. Norden: Restaurant Königstor, Jnh. Anna Mücke, Prenzlauer Berg Ecke Neue Königstraße. Restaurant Seeturm. Jnh. A. Rusitzka, Seestr. 46. Moabit: Nordwest-Hotel, Resta»- rant und F«sttäle, Turmstr. 7/8. Osten-Lichtenberg: Palais des Ostens, Itch. Pfeilstifter, Warschauer Str. 35. Groß-Destillo» tion Schulz Königsberger Ecke Memeler Straße. Srnfte BfftnfUibt Bersammlunq morgen. Donneretag.>1 Ubr, im großen Saale der Sovdiensiile, R. St, Eopbienftr. 17«Rühe backest«! Mark!!. ..Beamten, lind Militär. Nonkurren�." Referent: Sekretär Salla« vom Ber- bandsvorstand.«ein Berutomusiker darf feigen. Deutscher Musik-r.V-rband. fFreieGewerkschafts.Luaenö Berlin 19W U6r. tagen die Gruppen: Zentrum: Iuaendlieim r-eddenickcr Str. 24—25. Reibenvorlrag:»Grundwerke de» wissrnfchall- i'®«" Eonaliomu».— Nordring: zugendheim. Schule Sounrnburgrr Str. 20. Vortrag:.Reparationofragen".— Weißenlee:«ruvpenb-im Weißenfee. Barkftr z« Lust�er Abend- SSde«. Südwefteu: Städt. Zugendßeim Bo-ck- straße n flsabrilgebäude). Dortrag:»Jugend und s-ru-llc grage".-»rukölln: Jugendheim Bergstr. 22(fof). Vortrag:»Unser««leinardett tu Betriet. und Schule.•— Srnel und Sport ab 18 Uhr: Gefundbruaue« und Aumboldt: Soor:» plaß Lumholdthoin.— Weddlrg und Zeppelinplaß: Große Wies» im Schiller» pari.— Spandau: Sportplatz Seeburger Straß«. 0�iuaendorvpve des�rniralverbondes der Ana«fte!>t«n Leute. Mittwoch, finden folgende Deranftaltungen Natt: Gelundbrunnen: Jugendheim EchönftettNr. 1 iLed'genheim 5 Drp.l. Dortrag:..Wo« w ll der BSlkerbund?" Referent: Willi Derkow.— Stralau: Jugendheim in der Schul« GoßlerNr 81. Dortrag:»SenoNenfchaftlich« Warenherft'llung und Der- teilung" Refrrent: vollegr Schreiber.— Nordoste»: Jugendheim Danziger Gelde» und der Drioatwirtstfyift". Referent: Georg Leilhrunn.— Spandau: llugendhrim Lindenufer I. Dorirag:..Der Gliem.— Dotedaw-Norrarre»: 3uaendherkerge Rowawes. Dricllcrstraße. Dortrag:„Die Gntstihung und Gn'. Wicklung dee Gelde»". Referent: Erwin Dun»«l. Für die Gesundheit! FiehiDBer Tersindsielle. Berlin SV II Schögebcrf er Str. 16a. Tel. Lützen 8260-61 Das philharmonische Orchester. Warum wir den fortbestand sicherten. In der Sitzung vom 12. Setember d. I. hat die Stadtverordnetenversammlung der Magistratsvorlage über die R e- organisationdesBerlinerPhilharmonischen Orchesters zugestimmt. Die sozialdemokratische Fraktion hat sich geschlossen für die Vorlage«ingesetzt, während die Kommunisten in der im Rathaus üblichen Waffenbrüderschaft mit einem Teil der Deutschnationalen und entgegen der Stellungnahm« ihres einigermaßen sachverständigen Vertreters im Unterausschuß der Kunstdeputation gegen die Vorlage ge- stimmt haben. Es bedarf keiner Ausführungen, daß in unserer Fraktion nie- mand ist, dem es nicht wichtiger erscheint, für Brot und W» h- nungen, für Krankenhäuser und Schulen zu sorgen, als für die Darbietung noch so erlesener musikalischer Genüsse. Wenn unsere Fraktion dennoch ihre Zustimmung nicht versagt hat, so hat dies sein« triftigen Gründe. Das Philharmonische Or- ch e st e r blickt auf eine ruhmvolle Geschichte von SO Iahren zurück. Es hat durch seine weltberühmten Leistungen ein chautverdienst daran, daß Berlin jetzt als musikalische Hauptstadt der Welt an- erkannt ist. Seine Darbietungen kommen nicht nur den Wohlhabenden zugute. Durch seine billigen populären Konzerte sind ganze Generationen Berliner zum M u s i k v e r. st ä n d n i s und zur Freude an der Musik erzogen worden. Das Eintrittsgeld zu den in den Bezirken mit diesem Orchester veranstal- teten Konzerten beträgt kaum mehr als der Preis eines Glases Bier. Es ist also eine üble demagogische Uebertreibung, wenn die Kommunisten den Fortbestand des Orchesters als eine bloße Luxus- angelegenheit der Bourgeoisie hinstellen. De schweren wirtschaftlichen Verhältnisie haben das Orchester fast an den Rand des Abgrundes gebracht. Trotzdem die Be- züge der Mitglieder seit Jahren kein« Aufbesserung erfahren haben, hat die Bilanz des Vorjahres mit einem Verlust von rund 116 000 M. abgeschlossen. Dies geschah, obwohl das Orchester in den Vorjahren bereits erhebliche jährliche Unterstützungen von der Stadt, zum kleineren Teil auch von Preußen und vom Reich, erhalten hatte, z. B. im Jahre 1927«inen Betrag von 200 000 M. und im Jahre 1928 einen solchen von 220 000 M. Wegen der unsicheren Loge des Or- chesters war es kaum noch möglich, dringend nötige Ersotzkräfte zu bekommen, und es drohte auch das Abwandern wichtiger Mitglieder an auswärtig«, wirtschaftlich gesichertere städtische Orchester. Aus vorstehendem geht hervor, daß die Aufrechterhaltung des Orchesters oder mindestens die Erhaltung seiner künstlerischen Höhe ohne durch- greifende Neuorganisationen nicht möglich war. Das Orchester wird in Form einer G. m. b. H. betrieben, deren sämtliche Anteile bisher in den Händen der Orchestermusiker waren. Bon dem auf 114 600 M. erhöhten Stammkapital übernimmt jetzt das Reich einen Betrag von 14 400 M. und die Stadt einen solchen von 4Z 200 M-, von dem später 7200 M. von Preußen übernommen werden sollen. Die öftentliche Hand hat also die Mehrheit des Stammkapitals und damit die endgültige Entscheidung für alle Streitfragen. Für den aus 13 Mitgliedern bestehenden A u f s i ch t s r a t benennt das Reich 2 und die Stadt 7 Mitglieder, davon 5 Stadtverordnete und 2 Magistratsmitglieder. Ursprünglich waren der Stadt nur 5 Aufsichtsratsmitglieder, davon 3 Stadtverordnete zugestanden worden. Unsere Fraktion hat die Erhöhung der Zahl der Stadt- verordneten auf S beantragt und durchgesetzt und damit die maß- g e b l i ch e Berücksichtigung der städtischen Interessen gesichert. Zwecks dauernder Unterstützung des Orchesters hat die Stadt mit dem Reich eine Arbeitsgemeinschaft vereinbart. Der Höchstbetrag des jährlichen Zuschusses ist auf 480 000 M. festgesetzt, wovon die Stadt höchstens 360 000 M. und das Reich höchstens 120 000 M. zu tragen haben. Dem Freistaat Preußen ist der Beitritt offengehalten. Im Falle des Beitritts Preußens er- mäßigt sich der städtische Höchstzuschuß auf 300 000 M. jährlich. De jährliche Mehrleistung der Stadt betrögt also bei Berücksichtigung der bisher geleisteten Zuschüsse nicht viel mehr als 100 000 M. Deser Betrag ist wahrlich im Vergleich mit den Milliordenzifsern des städti» sehen Gesamtetats zu geringfügig, als daß es unsere Fraktion hätte verantworten können, deshalb das bedeutendste deutsche Kon- zertorchester zugrunde gehen zu lassen und mehr als hundert ver- diente Musiker und Angestellte brotlos zu machen. Dies um so weniger, als in den Verträgen dafür Sorge getragen ist, daß die Darbietungen des Orchesters auch den Minder- bemittelten zugute kommen. Es ist dem Orchester die Verpflichtung auferlegt, außer seinen populären Konzerten mit ihrem billigen Eintrittspreise von 1 M. und außer 6 unentgeltlichen Kon- zerten für Schüler, 20 Volksfmfoniekonzerte und 6 Kammermusik- abende zu ganz billigen Preisen zu veranstalten. Getreu unserem Grundsatz«, daß für das Volk das Beste gerade gut genug ist, hat unsere Fraktion beantragt und durchgesetzt, daß von diesen Volks- sinfoniekonzerten mindestens 6 von dem ersten Dirigenten des Or- chesters, Dr. Fu r t w-ä n g l e r persönlich zu dirigieren sind. Außer- dem hat das Orchester unentgeltlich bei den repräsentativen Ver- anstaltungen der Stadt mitzuwirken. Die sozialdemokratische Fraktion hat es in zähem Kampfe er- reicht, daß im lausenden Zahr 492 Mlliionen Mark— also etwa die Hälfte der gesamten Ausgaben— für das wohlfahrts-, Gesundheit?' und Schulwesen eingesetzt sind. E» wäre deshalb, geradezu absurd, wenn man ihr den Vorwurf machen wollte, daß sie durch ihre Zustimmung zu der Vorlage die materiellen Lebensbedürfnisse der' breiten Massen zugunsten künst- lerischer Luxusbedürfnisie vernachlässigt Hab«, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß die Ausgaben der anderen deutschen Großstädte für Kunstpflege verhältnismäßig größer sind als die Ausgaben Berlins für diesen Zweck. Stadtverordneter Or. Ziexkrieä Weinberg. Oer-12. November naht! Die Arbeit der Wahlvorsteher. Acht Wochen trennen uns noch von dem Tage, der für die weiter« Gestaltung des kommunalen Lebens der Reichs- hauplstadt von entscheidender Bedeutung sein wird. Die Berliner Parteigenossen sind überall eifrigst am Werk, den Wahlkampf bestens vorzubereiten. Nachstehend gibt ein ,UorwSrls"-Leser Ratschläge für eine Vereinfachung der Ab- stimmungsorbeitcn. Wiederum nähern wir uns einem überaus bedeutsamen Wahl- kämpf. Zur Erledigung der Wahlgeschäfte in den einzelnen Ab- stimmungsbezirken werden sich wieder Hunderte von Berliner Bürgern ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Ein Teil voll ihnen versehen diese Arbeit schon oiele Wahlperioden hindurch und haben sich gern und opferfreudig bemüht, die ihnen aufgebürdete Ar- beit ordnungsgemäß zu erledigen. Leider ist in den letzten Iahren, besonders bei der vorigen-- Reichstagswahl, die Arbest der Abstimmungsvorsteher durch Ausfüllung von Statistiken schwer belastet worden. Diese Nebenarbeit hat meiner Meinung nach mit der Feststellung des Stimmenresultates nichts zu tun. Die ehren- amtlichen Abstimmungsvorstände sind nur dazu da, das amtliche Resultat festzustellen, aber kein« Statistiken zu machen. Wenn derartige Berechnungen notwendig sind, so sollte man diese Ar- beiten doch ebenfalls von den Beamten und Angestellten der Be- zirksämter. welche sowieso für ihre Tätigkeit an den Wahl- tagen Extrabezahlungen erhalten, ausführen lasten. Es gibt aber auch genügend mit staNstifchen Arbeilen vertraute Arbeitslose. die sich gern ein paar Mark oerdienen würden. Man sollt« den „ehrenamtlich� Tätigen nicht zumuten, nachdem sie schon 10 bis II Stunden in den rauchgeschängerten Wahllokalen zuge- bracht haben, nun noch weitere Stunden zur Aufstellung statistischer Listen aufzuwenden. Die Abstimmungsvorstände würden es daher begrüßen, wenn der Magistrat ihnen diese Mehrar- beit abnehmen würde. Bei dieser Gelegenheit möchte ich nicht verfehlen, noch auf einig« andere Mißstände aufmerksam zu machen. Nach Beendi- gung der Wahlen werden die Wahlzellen und Wahlurnen von den Wahllokalen abgeholt. Sie werden dann irgendwo verstaut und bleiben bis zur nächsten Wahl, mitunter 3— 4 Jahre, dem Licht der Well entzogen. Wie diese Kästen nach ihrer„Ruhezeit" aussehen, kann sich ein jeder leicht vorstellen. Die Verschraubung des Bodens ist vielfach nur unter größter Kraftanstrengung zu lösen, da die Schrauben vollständig eingerostet sind, und die Anbringungs- Möglichkeiten sind oft sehr schwierig. Alle diese Kleinigkeiten bringen am Wahltage leicht Verdrießlichtesten und hennnen den glatten Ver- lauf der Abstimmung. Ich glaube, obige Ausführungen im Sinne vieler Wahlvor- steher getan zu haben. Werden die Mängel abgestellt, so wird eine schnellere Feststellung des Wahlergebnisses der einzelnen Bezirke möglich sein und auch das Gesamtergebnis wird bereits früher vorgelegt werden können. Nicht zuletzt aber wird die durchaus nicht leichte Arbeit der Wahlvorsteher und ihrer Helfer wesentlich erleichtert werden können. Ausbildungskurse für Arbeiter. In der 13. Berufsschule für Jünglinge, Ackerstraße 67, finden auch im kommenden Winter-Halb- jähr, wie alljährlich, Ausbildungskurse für Arbeiter statt und.zwar Montag und Freitag von 19— 21 Uhr. Unterrichtsfächer find folgende: Englisch, Kurzschrift, Photographie, Radiobau, Leibesübungen und Esperanto. Das Schulgeld beträgt für den Kursus 6,50 M., Freistellen können gewährt werden. Die Kurse beginnen Freitag, den 4. Oktober. Anmeldungen werden täglich von 7— 15 Uhr und Montag und Freitag von 19—21 Uhr im Bureau entgegengenommen. Die Bedeutung der Kommunalwahlen. Glänzende Versammlung in Hermsdorf. Die 138. Abteilung Hermsdorf der SPD. veranstaltete eine öffentliche Versammlung, in der Genosse Friedrich Schlegel über„10 Jahr« komnmnale Aufbauarbeit in der Stadt Berlin" sprach. Der Redner betonte einleitend, daß die Kömmunalwahlen ständig an Bedeutung und Interesse gewinnen. Es sei unmöglich, in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit die Fülle oo» Aus- bauarbeit zu schildern, die die Bezirks- und Stadtverordneten der Sozialdemokratischen Partei in den letzten Iahren j» der Berliner Gemeinde geleistet haben. Sabotage van links und Hemmungen von bürgerlicher Seite hinderten oft die Verwirklichung des weitsichtigen Programms, das sich die Sozialdemokratie gestellt hat. Der Redner ging dann auf die großen Fragen Berliner Kon,- munalpolitik ein. Infolg« einer weitsichtigen, im Interesse der All- gemeinheit getriebenen Bodenpolitik verfügt heute Berlin über einen ansehnlichen Grundbesitz. Die städtischen Guter wurden rentabel gemacht und die Bereinheitlichung des Berliner Aer- kehrs dank der Initiative der Sozialdemokraten geschaffen. Wenn auch nicht gleich all« Wünsche befriedigt werden konnten, io liegt es jetzt in der Hand der Berliner Bevölkerimg, durch richtige Stimmenabgabe einen weiteren Ausbau der kommunalen Betriebe zu ermöglichen. Bei den Wahlen am 17. November wird die werktätige Be- oölkerung den richtigen Gebrauch von ihrem Mitbestimmungsrecht machen. Die Parole heißt: Wählt Sozialdemokraten! In der anschließenden Diskussion war es ein Leichtes, den Sprecher der KPD. glänzend zu widerlegen. Reicher Beifall bewies. daß die gut besuchte Bersammlung mit den Ausführungen des Res«- renten voll einverstanden war. Kommunistische Hetze. Für Aufklärung wird gesorgt werden. In der Stadtverordnetenversammlung richtet die sozialdemokratische Fraktion an den Magistrat folgende Anfrage: In Nr. 179 der„Roten Fahne" vom 14. Sept. 1929 sind unter der Ueberschrift„SPD.-Schulrot fürchtet die Oesfentlichkeit— Skandalös« Vorgänge im Berliner Berufsschulwesen— Nydahl verschleiert demokratische Geldkorruption" Ausführungen entholten, die sich unter Nennung von Namen auf zu Unrecht verlangte und bezahlte Unkostenvergütungen und Lehrerhonorare für besondere, vom Deutschen Werkmeisterverband arrangierte Kurs« beziehen sollen. De Lehrerhonorare usw. sollen von leitenden Lehrpersonen der Berliner Fach- und Berufsschulen gefordert worden sein. Ist der Magistrat bereit, zur Klarstellung der Sachlage folgende Fragen zu beantworten: 1. Welche tatsächlichen amtlich festgestellten Vorgänge liegen den angeführten Zeitungsmeldungen zugrunde? 2. In welcher Weise ist gegen die in dieser Angelegenheit tätig ge- wordenen Lehrpersonen vorgegangen worden? 3. Ist von dem Ergebnis angestellter Ermittlungen den zuständigen oberbehördlichen Stellen(Prooinzialschulkollegium, Handelsministerium) rechtzeitig Mitteilung gemacht worden? 4. Im Falle der Bejahung der Frage 3: Was wurde von den oberbehördlichen Stellen veranlaßt? 5. Wie ist zurzeit her Stand der Angelegenheit? 6. Ist von irgend welchen Persönlichkeiten auf städtische Dienststellen oder dort tätige Personen«in Einfluß ausgeübt worden, der zu einer Verschleierung und Verschleppung der Angelegenheit geführt hat bzw. führen tonnte? Aus den Bezirken. Die Gestaltung des Etats. 1. Bezirk- Mitte. Neben verschiedenen kleineren Vorlagen hatte die letzte Bezirks- Versammlung auch die Vorarbeiten für den Haushaltsplan 1930 zu erledigen.» Die Kommunisten, die ihre Anhänger aus die Tribüne kommandiert hatten, fühlten sich so recht in ihrem Element. Unter wüsten Ausfällen gegen die Sozialdemokratie trug der Bezirks- und Stadtverordnet« Wiesnewfti die in jeder Etatsberatung erHobe- nen„Forderungen" der Kommunisten vor. Genosse Riese wies ihnen aber so sachlich und deutlich den Unsinn.ihrer Kommunalpolitik nach, daß sie sich nur durch mächtiges Lärmen zu Helsen wußten. Di« Tribüne mußt« geräumt werden, und die tommunisttlchen Bezirksverordneten folgten ihren Getreuen unter der Erklärung, daß sie auf Verhandlungen in der Dunkelkammer keinen Wert legten. Genosse Riese führte aus, daß man bei jedem Etat zunächst die Frage stellen müsse, wie die angeforderten Mittel aufgebracht werden könnten. Ein einziger Antrag der Kommunisten würde für die Stadt Berlin«in« Mehrbelastung von über 300 Millionen Mark bedeutet haben. Dem stünden aus allen von den Kommunisten gemachten Vorschlägen nur Einnahmen von etwa 50 000 Mark gegenüber. Auch die Sozialdemokratie stellt ihre Forde- rungen, sie hält sich dabei aber im Rahmen des Möglichen: dem, sie kann es nicht verantworten, Versprechungen zu machen, die nach her nicht«ingehalten werden können, wie es bei den Schreiern von M AGG l5 Würz« hilft in �er Küche sparen. Schon wenige Tropfen geben schwachen Suppen, Soßen. Gemüsen und Salaten kräftigen Wohlgeschmack— Vorteilhaftester Bezug in großer Originalflasche zu R.M. 6.50. Verlangen Sie ausdrücklich MAGGl5"Würze k rechts und links üblich ist. Di« Berliner Sozialdemokratie weiß, daß diese Politik die Zustimmung und die Anerkennung der Wähler gefunden hat. Dos wird auch das Ergebnis am 17. No- vember zeigen. Oer Haushaltsvoranschlag für-1960. 12. Bezirk- Lichtenberg. Di« Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg hielt ihre erste Sitzung nach den Ferien ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsteher Genosse Tempel den verstorbenen früheren Bezirksverordneten Stephan Meyer und Genossen Otto Günther einen Nachruf. Die Mitteilung, daß die Behandlung eines am Vortags einge- gangenen Antrags der Kommunistischen Fraktion, der die Arbeits- losenversicherung zum Gegenstande hatte, vom Aeltestenausschuß abgelehnt worden sei, löste bei den Kommunisten einen Radauanfall aus. Genosse Arndt kritisierte in scharfen Worten das Verhalten der Kommunisten. Der Hauptpunkt der Tagesordmmg war die Be- ratung des Haushaltsvoranschlages 19Zl>, den Bürgermeister Genosse Dr. Siggel«ingehend begründete. Die Bedarfs- onmeldung des Bezirks weist eine Einnahme von rund 6,1 Millionen Mark auf, der eine Ausgabe von rund 49,8 Millionen gegenüber- steht. Davon entfallen allein auf einmalige Ausgaben 22,1 Millionen Mark. Den größten Teil der Slusgaben nimmt die S ch u l o e r- w a l t u n g in Anspruch, deren Etat mit 14,7 Millionen Mark ab- schließt. Es folgen dann für Straßen- und Brückenbau 11,7 Millionen Mark, für Wohlfahrtszwecke 11,4 Millionen, für das Gesund- heitswesen 5 Millionen Mark usw. Genosse Dr. Siggel wies darauf hin, daß der tatsächliche Bedarf des Bezirks von 43,7 Mil- lionen wahrscheinlich infolge der schlechten Finanzloge Berlins ze- wisse A b st r i ch e wird erfahren müssen. Es bleibt aber Pflicht der Bezirkskörperschasten, tatsächlich das zu fordern, was im Interesse der Bevölkerung n o t w e n d i g ist. In das kommende Etatsjahr fällt die Fertigstellung großer Projekte, wie der Dreischulenbau a» der Schlichtalle«, die E n t b i n d u n g s a n st a l t an der Hubertus- straß« und das Altersheim in Biesdorf. Die Verwirklichung dieser Projekt« ist zum großen Teil der zielbewußten Grund- st ü ck s p o l i t i k des Bezirksamts zu verdanken. In Berücksichti- gung der unaufhaltsam fortschreitenden Entwicklung konnten zur rechten Zeit Zweckgrundstücke erworben werden, die später zu be- schaffen unmöglich gewesen wäre. In das nächste Jahr fällt auch die Fertigstellung der U-Bahn nach Friedrichsfelde, die richtunggebend für eine künftige großzügige Verkehrspolitik des Bezirks fein wird. Der Wohnungsbau hat während der letzten Zeit im Bezirk «inen bedeutenden Aufschwung erfahren. Allein im letzten Viertel- jähr sind Rekordzahlen erreicht worden, die mit allen anderen Be- zirken Berlins jeden Vergleich aushallen. Bürgermeister Genssse Dr. Siggel schloß seine Ausführungen mll einem Dank an die Stadtverordneten, die maßgeblich an der Verwirklichung oer Lichten- berger Belange mitgearbeitet haben. Der Antrag des Genossen S ch u b a r t, den Entwurf ohne Debatte dem Haushaltsaussihuß zu überweisen, fand gegen die Stimmen der Komnumisten Annahme. Eine lebhafte- Debatte löst« auch der komnmnistisch« Antrag aus, wieder Kuratoren für die städtischen Anstallen Berlins zu wählen. Dabei kamen Vorfälle aus dem Erziehungsheim L i n d e n h o f zur Sprache, die den Kommunisten eine gehörig» Abfuhr durch dl« Gc- nassen Thurm, Arndt und M i ch l e n z einbrachten. Auch die rechte Seite des Hauses konnte sich den Ausführungen unseres Genossen nicht verschließen und kritisierte die Haltung der Kom nu- nisten bei den Vorfällen im Lindenhof auf das schärfste. Der Antrag wurde, nachdem der Bürgenneister noch die sachliche Unzuständigkeit der Versammlung festgestellt halle, abgelehnt. Schließlich fanden noch einige Anfragen der KPD.-Frattion über die V e r fa ssu n g s fei« r und der Arbeitsgemeinschaft der Rechten über die Siedlung Biesenhorst Beantwortung. Hinsicht» lich Wesenhorsts teilte Genosse Stadtrat S t.i m m i n g mit, daß die Siedler sich mit der Ueberlassung geeigneten Ersatzgeländes«in- verstanden erklärt haben._ llmbau der Straßenbrücke in Südende. Die schon seit längerer Zell geplante Verbreiterung der Straßenbrücke im Zuge der Steglitzer Straße am Bahnhof Südende soll beschleunigt in Angriff genommen wer- den, da die durch die Steglitzer Straße führende schmalspurige Marienfelder Straßenbahn noch in diesem Jahr auf Normalspur urngebaut werden soll. Di« jetzige Fahrdammbrelle beträgt auf der Brücke 9 Meter, aus der Westrampe sogar nur 7 Meter. Die Straßenbahn oer- langt dagegen für ihren zweigleisigen Betrieb allein schon eine nutzbare Breite von 6,93 Meter. Um bei der gespannten Fi- nanzlage Kosten zu sparen, soll zunächst nur die nördliche Bau- fluchtlini« durchgeführt werden, so daß sich eine geringste Straßen- breite von rund 23 Meter ergibt, die sich nach Osten hin infolge des trapezförmigen Grundrisses der umzubauenden Brücke ver- größert. Die Pfeiler und das östliche Widerlager der alten Brücke werden beibehalten und soweit verlängert, wie es die Verbreiterung bedingt. Dos westlich« Widerlager wird da- gegen, soweit es für die Brückenverbrellerung neu hergestellt wer- den muß, mll Rücksicht auf den von der Reichsbahn für später ge- planten viergleisigen Ausbau der Anhalter Bahn nach Westen bis hinter die Reichsbahngren,ze verschoben. Die Gesamtkosten werden sich auf ungefähr 69 9 9 99 M. be- lausen. Der Mogistrat hat die Stodtverordnetenversamckilung in einer Vorlage um Zustimmung zur sofortigen Ausführung des ge- planten Projektes und um Bewilligung der ersten Bcmrate in Höhe von 199 999 M. gebeten. Stromverbrauch: i Milliarde Kilowattstunden. Der Stromumsatz der Berliner Städtischen Elet- „trizitätswerke A.- G., das heißt Eigenerzeugung und Fern» strombezug zusammen, hat am 6. September die Höhe von einer Milliarde Kilowattstunden vom 1. Januar an gerechnet überschritten. Im Jahre 1928 wurde die Milliardengrenze am 31. Ottober und im Jahre 1927 erst am 19. Dezember erreicht. Man kann aus der zeillichen Verschiebung dieser einzelnen Termine deutlich das rasche Anwachsen des Stromumsatzes erkennen. Von der ungeheuren Strommenge kann man sich eine Vor- stellung machen, wenn man bedenkt, daß man mit einer Milliarde Kilowattstunden einen normalen Berliner Straßenbahnwagen mit Anhänger 29 Millionen Stunden betreiben könnte, und daß der Wagen in dieser Zeit die Erde am Aequator zehntausendmol bei einer Reisegeschwindigkeit von 29 Kilometer je Stunde umfahren könnte. Der Bezirks-Fuhrpark Treptow hat gut gearbeitet. Von den Rechtskreisen wird stets behauptet, daß die kommunalen Betrieb« abgebaut werden müßten, weil sie keinen Ueberschuß abwerfen. D«r Geschäftsbericht für das Rech- nungsjahr 1928 des Bezirks-Fuhrparks Treptow zeigt jedoch dos Gegenteil. Nach Abschreibungen in Höhe von 46 Proz. des Eesamtinoentarwertes verblieb noch ein Reingewinn von 19 247,61 M. Die Inanspruchnahme des Unternehmens war außer- ordentlich gut. Beihilfe für das Abendgymuasium. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung«ine Vor» lag« zugehen lassen, in der er mitteilt, daß er die Entscheidung über die Uebernahme des Berliner Abendgymnasiums als städtische Einrichtung bis zur Ablegung der ersten Reifeprüfung. d. h. auf«in Jahr, vertagt habe. Gleichzeitig wird die Stadt- verordnetenversommlung gebeten, dem Magistratsbeschluß, dem Berliner Abendgymnasium aus gemeinsamen Vorbehallsmitteln eine Beihilfe in Höhe von 33 999 Mark zu gewähren, beizutreten. Die Sladlverordnelen haben in dieser Woche ihre Sitzung am Donnerstag um 16� Uhr. Gewerkschaftlicher Rnndsunkvorlrag. Heute abend 6.39 Uhr spricht Genosse Rudolf Hillesheimer vom Deutschen Werk- >neist«rverband durch den Berliner Rundfunk über das Thenia: „Die Arbeitsvermittlung für' den Werk m ei st er und den technischen Ange st eilten'. ver Veutche Republikanische Rrichsbuod, Ortsgruppe Berlin, bebandclt bei dem VorlragZabend am Donnerstag, dem 13. September, im Saal des Demokratischen KlubhauleS, Biktorialtrahe 24, nbendZ 8 Nhr. das Thema:.Von Barbusse bis Remaraue». lieber das Thema spricht Amts- gerichtZrat Dr.' Ludwig Herz. iSäste willkommen. Tfisafsp, Lichtspiele usw. ) Mittwoch, 18. 9. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 19* 19'd Uhr Willi Staais-Oper Am Pl.d.Republ. Vorit 48 19>/j Uhr Die Mittwoch, 18. 9. SI&dL Oper Blsrnarckstr Turnus IV Wh Uhr Samson und Daiila StaatL Sdiausph. am Gendarmenmarkt A.-V. 172 20 Uhr Weh' dem der lügt Staat!. Sebiiler-Theater.Cbaritli. 20 Uhr Treibjagd ng. t Tanna. 5 Dl«Vt nr lailtnsu tue Hasen aeaai Pralu; Wacteatiia i Dir SO«f. Iis Z lark Tlpl. I'/, I. taaat 5 Mir 1 bla I Hart OrlrSiiaal- Raetelll na w. Tägl. 5 ii. eis Sonnt. 2. Sa 8" Alex. E. 4. 8066 VARIETE I I Gustav Härtung Renaissance-Theater Ueber 50 Melj 7�4 Uhr Die neilige Flamme v.W. S.Maugham. Ret>ie; Gust. Hartunf Stelnotaiz C 1. 0901». 2583/84. Hardo bernstr. B. CIRCUS BUSCH Rose- I Theater, GroAeFrankfnrterStr.lSZ, Bestcllkasse: Alexander 3422 Täglich 8.14 Uhr Die Weber Schauspiel in 5 Akten von Gerbarl Haaptmana Regie: Paul Rose Jeden Sonnabend 5.00 Uhr und jeden Sonntag 2JO Uhr Schneewittchen Gr. AQsstamingsmGrchen CASINO-THEATER Lothringer Strafte»7. TÄglich SVa Uhr Oer neue Erüffnungs- Schlager IVem MiiTl mein Maim! Dazu ein erstkl. bunter Teil. Für unsere Lesen Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise- Parkett u. Ran» n.80 W GROSSES SCHAUSPIELHAUS tigl. 8 Uhr SBltieMim Regie; ERIK CHARELL eesanl-Ansslattnng: Prot. Ernst Stern. TGlrftn: KorfQrtt 7460 BERLIN WILL LACHEN von KURT SCHWABACH REGIE U. TÄNZE HEINZ LINGEN MUSIK. EINSTUDIERUNG P. HOHN MIT KURT FUSS LONI HEUSER-- GRETE WEISER/ WERNER GILLE UND DEN VATERLAND-GIRLS Befi ieb Kerr ____ and Betrieb Kempinski SRÜmefange® die neuerdings Fuhqufiler beiden, sowie alle anderen Hornhautsiellen beseitigt unblutig > Eine Packung Kukirol-PSasler mil dem Garantte-Schein kostet 75 Pfennig. Kukirol htlft sicher! bei Nicbteriolft erhallen Sie Ihr Geld zurück I Reichshallen-Theater_ Abends JTj Sonntag nadiin.| 3 j Fest-Programnnl Sttiiei ü Sign Nachmittags halbe Preise, das volle Fest-Prog-amm! Blllcttbcst. Zentrum 11263 Dönhoff. Bretli 10 Spezlalitillen: Falkner- Orohestar.— Tanz. Vorverkauf auch im Pavillon der Rein hardtbahnen, Kurfürstendamm. Ecke Uhlandstraße Bismarck 448/449 flentsdies TDeaiei D.I. Norden 12310 SU- Ende gegen II Die FiedermaBS Musik v. loh. StrauS Regie; Mar Reinhardt. Dirigent E. W. Korngold. Ausstattg. LKalncr Kammerspiele D.I. Norden 12310 S'/s. Ende gegen lO'd Der Dovidersteblietie Komödie von Ggraldy und Spitzer Segle: Gustaf GrDndgens Die Komödie Bismck. 241 4/7516 8'.« Uhr Ende geg. lO'.fe Uhr Koiporlaüe Komödie von Georg Kaiser Regle: Erich Engel Direktion Or. Robert Klein Deutsches KOosller- Thealer Barbarossa 3937 Täglich»-/« Uhr Die andere Seile von I? C Sherriff Regie; HeinzHrlpcrr Berliner Theater Dönhoff 170 Täglich 8Vt Uhr Zwei Krawaitee von Georg Kaiser Musik: Mischa Spoliansky Regie: Forster Larrinaga Tiwai.aniXoiui.ior Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr anet Sonnt. nachm. 3 v. EUie- sanger Das Seplemlier-Sdiliiiiei' Pmcranimi Earnowskj-BütiDeD Theatsr In der Xlaiggrätzer StraOe 8«'« Uhr Dannibaiante portas Komödienhaus TägiicV Uhr imübh iiippeo millliewteii Lustspiel Von Julius B e rs 1 1 TbeaL d. Westens Täglich«>/. Uhr Blaubart Operette von Offenbach Sonnab. u. Sonnlag nachm 4 Uhr LeharsWellertolg FriederiK£ Deutsdier Metallariieiter-Verband Vcrwaltunpsstelle Berlin Todesanzeise Ten Mitgliedern nur Nachricht, daß unser Äollege, der Arbeiter Max Schmidt geb. 22. Juni 1903, am 14. September gestorben ist. Shre seinem Andenken! Die Beerdigung bndet am Donners- tag. dem 19. September, I4V, Uhr. von der Leichenhalle-d«« Kirchhofes in Baumschuicmoeg aus statt Rege Beteiligung erminlet Vi» Ortsnctnallung. Musikinstrumente tüntpranoa, Oberau» eccttiBcct. 'obrif Link. Brirnneniteaß» SS Biano- Piartoa, neu und gebraucht, mit Herr- ticher ToniOlle. ohne Aruahlung. kleine Raten, sehe preiswert Langiüht ige Earantie. Bianohaus. KoniggraU-r- ktraße 81______________ Gebrauchte Qualilätspianos, Woche>:. raten, Monatsraten, cherer, Prinzen» strafte neunzig.________________ 30,— monatlich. Piano» 17»,—. 27».—, 375,—. gebrauchte, neue. Große wähl. THOr. Ko;«buller Damm 84. I (am Lermannplaft).___ Bandonion». Lang«, üdlig."wel>be7 rühmt, gabriklager. gabrikpreis«. Zeil» Zahlungen, kleine Anmhlung. Munt» weigel. Adalbertstrafte SL* I9JKB r Radio Lessiog-Theater Norden 10846 Gruppe langer Sdüsntpieler Täglich 8'• Uhr Cyankali # 218 von Frlediiili Wall von M.1,- an e{!itßGoldkroDeDvonM.8.-an Schonendste u. gewissenh. Behandlung, Qualitätsarbeit garantiert— Röntgcn- Apparat— Quarzlampe.— Höhensonne. Kleines Tfieat. Merkur 1624 Heule 7Vj Uhr Premiere All- Berlin mit Max Adalbert ai* Nante Planetarium ■— am Zoo ferünr. iodiimslhilii itnti B.5 Barbarossa557F 16V# Uhr Herbit- aben.'eam Starnan- r.immal 18V# Uhr Bla an die Grenzen rar Walt 201< Uhr Rä att daa Slernar.lie:tea Tägl. au ßer Mon ta gs u. Mitrw. Erwachs. 1 Mk, Kinder SO Pf. Mittw.; Erwachsene 50 PL Kinder 2.5 PI. -Q.nuuuii W 35, Staglilzer Straße 20 An der Potsdamer Straße, Verkäufe tetzdwa. BalBat Kolaniestrafte t Pealdtenamert! Deuilches Zepoichhau» kmil Leienra seit 188? nur vranien strafte� 108. steinerlei Beziehungen zur ARodea. Sechziger 8,—. Neunziger 4.40. Sunderter 4.90, Acru 330. Spar- röhren ZjO, Apparaie Teilzdhlung. Schönicinstrafte 2.* Fahrräder Gebrauchte gahrröder. größte Aus» wähl. 15.—.?0.—. 25,—. 80.-. 85. Machnow. Weinmetfter strafte>4____* Teilzahlung, kulante Bedingungen, Fabrikpreise, nur Qualitätsrader. äahr» radbau-Bima*. Alkerftraft» dreiliia 1,30. Tahrraddeden 2-0. Pedalen 1�0. Bord r. Laternen Schlauche 1,20._____ WW.. rädcr 3,50. Schönleinstrafte 2. Ksukgesucke zabnocbjise. Platinabiälle. Lötzinn. Blei, Quetlftlder, Silberschmelze. Goid» schmelzerei Ghristionat. stöpenickir» llhtilldr üDd» ThTlstlONsZf. xvpenit aui ArnaÄn Emil. straft. 89 iHaltestell. Ad-Ib-rtstraftel. B�kidungsslucke�Wasrheusw-!! � UflterfiCht Bo» Sanali.ua wenig getragen« und neue Zackeltanzllge, Smokinganzstg-, «Ibendanzllge. Sommerpalewt». iarbig und marengo. Bauchanziige u. Paletota, Mr iede Kigur passend. Pelzwaren-Ge, legendeitskäuie«norm billig Set»? Lombardware. Lkihhau» Zricdrichstr. 2. Hallesches Tor.# wo speist man gnfpnd billig? Nur Gross-Berlin Alexand«rpla (3 SM«»sd»-w« Mstaiiformer und Beruts- genossem Treitag. den 20. September, abend» 7 Ahr, im«Btobe» Saal be» Gernerk. schaseshouse» Engelufer 24/25 vcrssmmlung GcrMctZlltcrmcr una Gcruisgcüosscn Tagesordnung: Bericht stber d>e Lohnverhandlungen vor dem Echltchtungsaustchuft. Die Berteat>en»mannerkonfeuaz der Brauche fällt am Donnerstag, dem 1». September, an». Die Ortsrerwalhmg. Möbel'■; Mäbrlköuier mrttt Kredit und bat ZVöbelbazar, »rafte Auswadl. kleine Pulse! ...,. Beispiele: Schla, Zimmer«55. Speisezimmer 345 Settel, Zimmer 260 Spieaelschranke 118 Jh.T'cht.ia«« 73. KleiderlchrLuke 48 48. Chaisrlonaue» 28 Metallbetten 18. Auilegematrahen 13. �onflia. Model entsprechende Piene Teilzahlung aufschlagfrei. Wochenraten ?c0N9tseat«n Kleine Anzahlunaru. Kassa-Babatte bis zehn Prozent: Kredite ln. Zwelssahu Mäßige.Zinsen Kaupt. aeschöst Steglift. Schloftstrafte 107: 2. Ge- schost Neuköll». Sermannplati 7: 3 Ge- ichelt Bellc.-Zllliance.Slrafte 95 Unter- arimdbahn: 4 Kllchmabteiluna: Xtu- lölln Sermannplati 4: 3. Geschält neu erässnet Kottbusser Strafte Zir 23. am Tor r Am Bahnhos Sesunddrnnueu. Kau.» männische Privatschul« von B. Kossasi. Berlin N. 20. Badstraft« 87 IZern. sprechet: Sumboldt 228. Okiober S-. ginnen 3-.«., 8- und IZ-MonaisI,!,-.. gäng« in sämtlichen Handelsiäch-rn, Kurzschrift. Maschinenschreiben. nd Fortbildung. Deutsch und ssremb» sprachen. Schönschreiben jeder Ar:. Privat,, nicrriä't iederzeit.- Patentmatraftea.P.-tmisstma'. Metall- betten. Auslegematraften. Ghaiselongue». Walter. Staraarderstraft» achtzehn«ein Laden» Möbel-Kamerling, Kastanienalle« 58 Herrenzimmer. Godelingarniturrn. Klub» tische. Armlehnsestel Bielenauswabl Spottoreisr Zadlunaserleichteruna' Sochenendbettea. komvlett 24.- Pavvelallee nur 12: Pankow Schmidt. strafte I_____ Wochenenb. Chaiselongue» 24.—, SO.— 35,—. Papvelalle« nur 12: Pankow. Schmidlstrafte l* Schnrlliirdernde Privatzirkel. Kurzschrist. Maschinenschreibrn. Buchhaltung. Bücherrevisor Aultch. Seydrlslrafte l, Spittelmarkt.' Vermietungen AUUMitTT* A-lleur Parteigenosse sucht zum l. Ol- lobet ein möbliertes Zimmer m der Gegend o»m Kreuzbrrg..Zuschrttlen unier I. N. 51 Bormärts-Erpeditio-r Bacrwaldstrafte 47.____ Bangewerbelchälee sucht zum l. Ol» tobet möbliertes Zimmer mit voller Pensum, in Neukölln ober im Süden Berlins. Angebote mit Preisangabe er. bittet R. Pcftold. bei s. Busse, Engel. uter 25. Artoeiismarki HMIM.I-.l.k.M.W Masdinenbanerlehrling K. Nitschke u. Co., SO.. strafte 43. gesucht. Waldemar» uelziings. Rohrleger AM sucht Edel In« Nechf.. NeokSUn, Berliner S'raBe 42 Einem Tri! der beutieen Stadtanslage liegt ein Prospekt der isirma Finna Braune. NeokOUn. Friedelair. 17, bet. betr. XopeUtt, Linoleum, notben nim woraus wir unsere«es« drsonber» hwweiseu."