Morgenausgabe Fr. 439 A221 46.Iahrgang SScheatNch SS Pf. monatNch IM M. tm oorau» zahlbar Postbezug AJS2 TL einfchlteblich SV Pfg. Postzettuug»-»»b 72 Pfg. Postbestellgebührea Lusland— abonnemem K.— M. pro Monat. Der«SoRDArts* erlchetm wochentüg. lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berit» und tm Handel mit dem Titel.Der Abend* Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit* und.Kinderfreund* Ferner .Unterhaltung und Wissen*..Frauen. stimme'.Technik'.Blick in die vücherwelt* und.Iugend-Dorwärts* ir>G> Berliner Volksblatt Oonnersiag 1.9. September 1.929 Groß-Äerlin 1V Ps. Auswärts 15 pf. Di««tnldatttfc KonparelllezeV» 10 Pfennig. Reklame-eile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen' da» ietlge» druckte Wort 25 Pfennig(zulSsstg zwei Vettgedruckte Worte), ledes weiter, Wort 12 Pfennio. Stellengesuch» da? erst, Wort IS Pfennig, sede» weiter» Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben «ablen für zwei Worte Arbeitsmart» Zeile SO Pfennig. Familtenanzeigen Zeil« 40 Pfennig. Anzeigenannahme imftaupt» Geschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8V9 bis 17 Uhr. JenteawBgan der Sozialdemokratischen ISavtei DeMchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoss M— 237 Telegramm-Adr: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr Sö. Tiskonto-Gesellschaft, Deposttenkasse Lindenstr 3. Alarm in Oesterreich! Drohende Sprache der Heimwehr.- Maulaufreißerei oder Ltltimaium? Wien. 13. September.(WTS.) Die Pressestelle des hcimalbundes versendet nnter der Ueber- schrifl.Die letzte Warnung" eine Verlautbarung der Bundes. sührung der Selbstschutzverbände. la der es heißt, daß die Heimat- wehr ihre ganze Macht einsetzen werde, um eine halbe Lösung der Verfassungsresorln zu verhindern. Ihre einmüNge Forderung gipfele in dem verlangen nach einer Verfassung, die in gleicher Weise den vaterländischen wünschen wie den wictschastiichen Bedürfnissen der bodenständigen Bevölkerung entspreche. Einen Teil dieser Forderungen enthielten die bisherigen programmatischen Kundgebungen der verschiedenen Parteien und verbände; aber sie seien nicht weitgehend genug. Wenn die Partelen im verein mit der derzeitigen Regierung jetzt daran gehen wollen, aus diesen minimalen Forderungen einen Regierungsentwurs auf einer mittleren Linie zu konstruieren, der auch die Brücken zu weiteren Ver- Handlungen mit den Auslromarxislcn nicht abbricht, so erklärt die heimalwehr, daß sie eine solche Quacksalberei nicht als eine Versassungsreform in dem von ihr geforderten Sinne betrachtet. Die Heimwehr will ganze Reformen und eine ganze Lösung. Fühlt sich die gegenwärtige Regierung einer solchen Aufgabe nicht gewachsen, dann möge sie zurück' treten. Dann haben die bürgerlichen Parteien freie Hand, durch dl« Wahl einer starken Regierung, in der auch die heimalwehr den ihr gebührenden Einfluß besitzt, zur Entwirrung der Lage und zur Festigung unserer Innerxolilischen Verhältnisse bei- zulrazen. Ein solcher Entschluß allein würde in letzter Stunde'den Wirklichen Machwerhälinisscn Rechnung tragen. Oessnet man der 5ieimalwehr kein Ventil, so könnte die Innere Spannung eines Tages zu einer Explosion führen. die den reinen Parteipolititern ganz sicher nicht erwünscht wäre. heute hätten die reinen Parteipolitiker es noch in der Hand, durch einen großzügigen Entschluß den veränderten polllischea Ver- hällnisseo Rechnung zu tragen und dos Staatsruder in die Hände einer neuen Macht zu legen, welche die Fähigkeit und die Macht habe, eine Gesundung der polilischen und wirtschaftlichen Verhält- nsise Oesterreichs durchzuführen. Ob sie in einigen Wochen noch die Freiheit des Handelns hätten, das sei im Hinblick aus das stürmische Tempo, das die Entwicklung der heimatbewegung eingeschlagen habe, sraglich. Die Zeit sei kurz, um entschlosien und durchgreifend zu handeln, so wie es die Mehrheit des deutschen Volkes in Oesterreich verlangt. Der Zeiger zeige auf 12 Uhr. Die Parteien feien zum letzten Mole gewarnt. Am 29. September fänden in der Umgebung Mens vier große Ausmärsche statt, ganz bestimmt nicht ohne einen tieferen Sinn. Sie würden den Druck der bodenständigen Bevölkerung aus die Enlwicklung der politischen Dinge in Wien so verstärken, daß kein Politiker mehr den Ernst der Lage verkennen könne. Offiziöser Beschwichtigungsversuch. Wien, 18, September.(WTB.) �ie heute abend unter dem Titel �.Di« letzt« Warnung" von der Presse stell« des heimatbimdes versandte Verlautbarung, welch« hier großes Aussehen erregte, ist. wi« von genannter Stelle nachrräglich berichtigend festgestellt wird, keine offizielle Kundgebung der Bundesführung der Selbst. schutzverbände, sondern der heutige Leitartikel des Heimwehrorgans in Graz, der„Alpenländischen heimatwehr", der allerdings von einer dem dortigen Bundesführer P f r i e m e r nahestehenden Seite stammen soll. Demnach ist der Kundgebung nicht die Bedeu. t u n g beizumessen, die ihr hier anfänglich gegeben wurde. Immer- hin ist sie als Symptom doch zu werten. Wie von christlich sozialer Seite verlautet, wird der Artikel an maßgebenden Regierungsstellen auch ruhig beurteilt. * DU Ruhe, die die Wiener Bürgerblock-Regierung markiert, ist nur ein Ausdruck ihrer S ch w ächeundVer. l e g e n h e I t. Der Pfahl fitzt ihr Im Fleische, denn sie setzt sich aus Parteien zusammen— den Christlichsozlalen und den Großdeutschen—. von denen große Teile, besonders in den Alpenländern, offen mit der heimwehr sympathisieren. Wenn die Kundgebung bloß als eine Aeußerung des Grazer Helmwehrblattes hingestellt wird, so trifft das nicht die Tatsachen. Zweifellos handelt es sich um eine von der Bundesleitung gebilligte Erklärung. Mag diese Erklärung auch nicht als ein unmittelbares Ultimatum gemeint sein, so stellt sie"doch die Bundesleitung vor die un- weigerliche Alternative, entweder alsbald wegen ihrer leeren Großsprecherei blamiert dazustehen oder aber zu Taten überzugehen. In der WTB.-Meldung wird gesagt, die Kundgebung habe„Aufsehen erregt". In Wirklichkeit war sie in Wien gestern nacht nur den Redaktionen und den amtlichen Stellen bekannt. Die Bevölkerung wird erst heute morgen aus den Zeitungen von ihr erfahren. Die Wiener Regierung hat inzwischen vergebliche Versuche gemacht, die Presse von einer Veröffentlichung der schärfsten Stellen abzuhalten: denn es ist die selbstver- ständliche Pflicht der Presse, wahrheitsgemäß zu berichten. Von Beschwichtigungshofräten kann die Situation, so wie sie jetzt in Oesterreich entstanden ist, nicht gemeistert werden. Der Wiener Regierung wäre In diesem Augenblick wenl- ger„Ruhe" als Energie zu wünschen. Sie trägt nicht mir vor dem österreichischen, sondern vor dem ganzen deutschen Volke und vor ganz Europa die ungeheuerste Verantwortung. Auch wir im Reiche können nicht ruhig bleibftr, wenn mir sehen, daß das deutsche Haus an einer Ecke angezündet wer- den soll. Die österreichische Sozialdemokratie und der Republika- nische Schutzbund stehen fest und kampfbereit zur recht- mäßigen Verfassung. In Deutschland steht alles zu ihnen, was republikanisch suhlt und denkt! Geplante Kundgebung der Wiener Heimwehren. Wie». 13. September. swTB.f Die gesamleu Wiener heimwehixn werden am 21. September, vachmlllags. auf dem heldenplah eine große Kundgebung veranstalten, ans der die Führer Steidle und Pfriem er programmatische Erklärungen abgeben werden. Außerdem findet am glelchen Tage eine große Tagung der niederösterreichischen Bauern statt, in der. wie von agrarischer Seite mitgeteilt wird. Beschlüsse von grundlegender Bedeutung für die nächste inner- politische und wirtschaftliche Entwicklung Oesterreichs gefaßt werden sollen. Das Staatsoberhaupt verfassungstreu. . Bei einem Besuch der Stadt St. Pölten wurde der Bundes- Präsident der Republik Deutschösterreich von dem sozialdeuw. kratischen Bürgermeister begrüßt. Stuf den Appell, zum Nutzen aller arbeitenden Stände für den inneren Frieden zu wirken, erwiderte der Bundespräsident unter anderem:„Ihr Appell hat in meinem herzen lebhasten Widerhall gesunden, Sie haben, mir aus der Seele gesprochen. Ich hoffe, dag die guten Geister Oester- reich? den Bürgern dieser Republik unter unserer Ver- fa s s u n g den rechten Weg zu rechter Arbeit finden lassen werden. Ich bin überzeugt davon, daß wir den Weg zu gemeinsamer Arbeit finden werden." Oer Berfassungskampf. Bundeskanzler Streeruwitz, der aus Genf zurückgekehrt ist, verhandelt jetzt mit den Regierungsparteien über die erzreaktio- nären Verfassungswünjche des Landbundes, der kleinsten Regie- rungspartei. Die„Arbeiter-Zeitung" hal demgegenüber die For- derungen aufgezählt, die die stärkste Partei der freigewählten Volksvertretung, die Sozialdemokratie, zu stellen hätte: das Zentral- organ betont, daß die Verfassungsänderung nur mit Zweidrittel- Mehrheit befchtosien werden kann, auch dann, wenn später noch eine Volksabstimmung darüber folgt. Um die Entwaffnung würde die Sozialdemokratie kämpfen. Inzwischen müßt« jeder wehr- Haft« Genosse in den Schutzbund eintreten. Di« Reaktionäre behaupten, entgegen der Derfossung, seit das Gesetz über die Volksabstimmung besteht, könne die Volksabstlm- mung über jeden Gesetzentwurf von einem Drittel der Abge- ordneten verlangt werden. Selbstverständlich kann dadurch die von der Verfassung, dem o b« r st e n Gesetz, gefordert« Zweidrittel- Mehrheit für ihr« Aenberung nicht beeinträchtigt werdenl Die Heimwehrzentrale verschickt einen neuen Drolzartikel, in dem ste u. a. sagt:„Die Heimotwehr wird genau so lzandeln wi« die Sozialdemokratie im Jahre 1920. Damals hatte sie die entscheidende Macht in der Hand und zwang das faschistische Bürgertum zur Annahme einer von oolkssremden Führern ganz auf die marxistischen Bedürfnisse zugeschnittenen Ver- f a s s u n g." Berichterstatter für diese Verfasiung war-- Abg. Dr. I g na z Seipel, der Führer der Christlichsozialen. Er empfahl die Verfassung und sein« Partei nahm sie an! Man'neabrüstungskonferenzimZanuar. Macdonald ladet ein. London» 18. September. Wie Reuter aus Washington meldet, werden die Ginladungen zur F ü u f- M ä ch te- M a r i n e- Konferenz, die, wie vorgeschlagen, im Ja n u a r ab- gehalten werden soll, demnächst von Macdoaald er» gehen. Kein Zusammenhang? Oeutfchnationale Bekenntnisse zum»Landvolk�. Di« Kreise der Bombenoerbrecher begegnen sich mit den Kreisen um Hugenberg in der schamlosesten Hetze gegen die Republik und ihre Staatsmänner. In der Gesinnung der Mordhetze sind sie völlig eins. Ob der Freiherr von V o- düngen in einer Landvolkversammlung in Neumünster Verräter über Stresemann ruft und der Chor der Bombenwerferfreunde antwortet:„Aufhängen! totschlagen!", oder ob Herr Hugenberg in seinem famosen Volksbegehren der Regierung und dem Reichspräsi- denten Landesverrat unterstellt und die Hitler, Goeb- bels und Co. Mordhetze als Begleitmusik dazu betreiben— es ist ein und dieselbe Gesinnung! Die„P o m m e r s ch e T a g e s p o st", das Organ der Deutschnationalen in Pommern, macht das Abrücken von den Bombenverbrechern nicht mit. Mit unverhohlener Sym- pathie berichtet sie über eine Hetzversammlung des„Land- volks" in Stettin: „Run sind sie also dagewesen, die Männer«ms Schleswig-Hol- stein und aus dem Hannoverschen, die Kameraden derer, die gestern in schwerer Bewachung nach Berlin ge- schafft worden sind, um dort in einem Monstreprozcß, den das derzeitige System gegen sie einleiten will, abgeurteilt zu werden. Die Bombenpsychose, künstlich geschürt von der Linien, um die breite Masse des Volkes abzulenken vom Volks- begehren, ist— das darf man nicht vergessen— noch nicht auf ihrem Höhepunkt oder gar an ihrem End« angelangt. Den unhalt- baren Verhaftungen, die sich in den letzten Tagen geradezu gejagt haben, werden weitere folgen. Aber je mehr die ganie An- gelegenheit mit unverkennbarer Nervosität von feiten der Derzeitigen vorangetrieben wird, desto unverkennbarer kommt zum Ausdruck, was eigentlich eben durch die ganz« tölpelhafte Aktion der augenblicklichen Machthaber im Grund« genommen vertuscht werden soll: das Aufbegehren des nun feit einem Jahrzehnt gequälten und geknebelten Volkes, der inuner stärker werdende Wille zur Freiheit." Das ist der Gipfel hetzerischer Verlogenheit: es hat keine Bombenattentate gegeben, keine Geständnisse der Täter— lediglich„eine tölpelhafte Aktion der republikanischen Macht- Haber". Diese Tonart des deutschnationalen Organs unter- scheidet sich in nichts von den Hetzreden, die in dieser Ver- sammluna gehalten wurden. Es sprach zunächst Major Hildebrand-Wus- f e den, Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei. Er verwies darauf, daß H a m k e n s als Redner vorgesehen gewesen sei. Man habe ihn verhaftet,„um den Wahr- heitsfanatiker mundtot zu machen". Hildebrand fuhr fort: „Und wenn man in unverantwortlicher Willkür auch diesen und jenen ins Gefängnis wirft, weil er Unbequemes zu sagen hat, so werden immer neue aufstehen, die an die Stelle der Vcrhoftelen treten, um dem deutschen Volke eben diese gefürchtcte Wahrheit ins Gesicht zu schleudern." Nach dieser verleumderischen Beschuldigung gegen die Behörden der Republik feierte der deutschnationale Major „den vorbildlichen Opfermut" des„Landvolks", also der Bombenwerferorganisationl Ein Landwirt Roß aus Schleswig-Holstcin erklärte: „S chl e s wi g-H o l st e i n und Hannover sind in diesem Kampfe vorangegangen. Ihr Vorbild darf nicht un- befolgt bleiben, sondern was sie getan haben und tagtäglich noch tun, muß zu- einer weit über die Grenzen dieser beiden Provinzen hinausgehenden alle erfassenden Einheiisbewegung an- wachsen." Also Bomben auch in Pommern? Nach Angriffen auf „Severings entmenschte Polizei" deklamierte dieser Verbrecherfreund: „Man tut sich auf der Linken leicht mit dem Bombenrummel. Die verhasicteu Landvolksührer sind ober keine Bomben, verser. Di« ganze Landvolkbewegung ist nur in diese ganze künstlich pro- o o z i e r t« und aufgebauschte Affäre hineingezogen worden, um ste zu diskreditieren." Das trotz der Geständnisse, trotz der Entlarvung des „Landvolks"! Nach ihm enthüllte ein Landwirt Reimers die wahren Ziele des Landvolk: „W ir kämpfen um die Macht im Staatel Wir wollen kämpfen, gerade heute, gerade in einer Zeit, wo der Begriff des Kämpfens schon verlorengegangen zu sein scheint. Wir wissen, daß eine Revolution nur durch eine Gegenrevolution besiegt werden kann. Und je mehr die Verhaftungen zunehmen, je intensiver die Linke gegen uns arbeitet, desto klarer kommt auch dem schlichten Bauern zum Bewußtsein, daß die Verbrecher nicht unter uns. sondern im anderen Lager fitzen. Desto deutlicher erkennt der ein- fachste Mann, daß der heutige Staat im tiefsten seines Wesens unsittlich ist. weil er nur an die niedrigen Instinkte appelliert und alles wirklich Wertvolle haßt und bekämpft." Diese Töne finden die begeisterte Zustimmung d's Vutschnationalen Organs für Pommern! Dort in Pommern Wie lange noch Mordhetze? Das„Landvolk" seht seinen Hehfeldzug fori. begegnet sich die Agitation für Hilgenbergs Volksbegehren mit der Agitation des Landvolks. Da ist von Abrücken keine Rede mehr! Sie lügen vereint, sie hetzen vereint, sie sind eins! So wird tür Hilgenbergs Volksbegehren in der Provinz gearbeitet. In Berlin rückt man ab— in der Provinz steht man Schulter an Schulter! Oer putschinieresseni. Die Oiktatur soll ihn gesund machen.- Wie er seine Ztächswehrbeziehnngen ausnutzte. Magdeburg. 18. SeptenOer.(Eigenbericht.) Der Gutsbesitzer Herr o. Gaza aus Mosern bei Magdeburg, dessen konsuses Schreiben an den ReichswehrgenerÄ o. Hammerstein am Mittwoch in das Licht der Oeffentlichteit gerückt wurde, ist ein preußischer Major a. D., der seit vielen Jahren bei den Rennvercincn des Bezirks eine große Rolle spielte und schon aus diesem Grunde mit den Offizierstreisen in dauern. der Verbindung stand. Früher war er Stahlhelm- sllhrer des Kreises Jcrichow II. Als solcher war er auch am K a p p- P u t s ch in höchst fragwürdiger Art beteiligt. Später hat er sich vom Stahlhelm losgelöst. In letzter Zeit betätigte er sich fast ausschließlich in völkischen Kreisen. Seit einem Jahre ist von Gaza politisch tot und wirtschaftlich pleite. Sein Rittergut mußte versteigert werden. Seine BBiehungen zu Reichs- ivehrofsizierstreisen hat er jedoch in mancher Beziehung auszunutzen verstanden. Ein Beispiel für viele: Bor ungefähr einem Jahre mußte in Magdeburg ein aktiver Polizeihauptmann Bender aus seiner Stellung entfernt werden, weil er an völkischen Versammlungen teilnahm und seine Gestnnungsgemeinschaft mit den Veranstallern u. a. dadurch zum Ausdruck bracht«,. daß er bei besonders wüsten Angriffen auf den preußischen Innenminister Severing deenon- stratio Beifall klatschte. Dieser Bender wurde durch die Vermittlung von Gaza als Zivilange st ellter bei der Reichswehr in Magdeburg untergebracht. Erst in letzter Zeit ist die Reichswehr auf diese Tatsache„aufmerksam geworden", und man ist jetzt bemüht, ihn wieder zu entfernen, um nicht weiteres Aufsehen zu erregen. Bei dieser Gelegenheit sei eine andere FrageandieReichs- wehr gestellt: Ist es richtig, daß vor einiger Zeit in S a n g e r- baufen einer der sogenannten Zivildien st ange» st eilten mit den Akten der Reichswehr unter eigen- tümlichen Umständen verschwunden ist? Was hat die Reichswehr bisher tun können, um den Verschwundenen zu er- Mitteln und die Akten sicherzustellen? Dieser Rittergutsbesitzer a. D. Wilhelm von Gaza ist der typische P u t s ch i n t e r e s s e n t. Er hat auf das Gut Möscr, das 200 000 M. wert war, Schulden in Höhe nonl 100 000 M. gemacht, zum größten Teil aus Staats- geldern! Bis zu seinem Konkurs war er Präsident des Herrenreitervereins in Magdeburg, hat aber den E h r e n f o l d von 12 000 M., den er in dieser Eigenschaft bezog, verpfändet. Dann kam der Konkurs, das Gut, das mit 1,1 Millionen Mark belastet war, brachte in der Zwangsversteigerung 180 000 M.! Dieser Schuldenmacher und Bankrotteur schreft nun über„die Rot der Landwirtschaft" und nach dem Putsch. Er hofft, daß ihn die Diktatur gesund machen soll. Der Schrei nach der Diktatur ist die Hoffnung der ver- krachten Existenzen auf Bereicherung auf Kosten des Voltes! Neuregelung der Versicherungsauffichi. Ein sozialdemokratischer Antrag.— Die Lehren des Frankfurter Dersicherunqsskandals. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat im Reichstag folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle beschliehen, die Reichsregierung zu ersuchen, mit möglichster Beschleunigung einen Gesetzentwurf zur Neurege- lung der Versicherungsaufsicht vorzulegen. Bei der Ausarbeitung des Gesetzentwurfes sind insbesondere folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen: 1. Ausdehnung der Reichsaufsicht auf die bis jetzt aufsichts- freien Versicherungszweige, insbesondere Transport- und Rück- Versicherung. 2. Einrichtung einer besonderen Stelle, der die periodische Vornahme unvermuteter örtlicher Revisionen der Versicherungs- gesellschasten obliegt. 3. Erweiterte öffentlich« Rechnungslegung der Versicherungs- gcsellschaiten. 1. Erweiterung der Vorschriften über die gesamten Der- mögenslagen der Versicherungsgesellschaften; Verbot versicherungs- fremder Geschäfte. ?. Verbesserung der Verfahrensvorschriften für das Reichs- auffichtsarnt. 6. Reorganisation des Aufsichtsamtes, insbesondere eines Bei- rats unter stärkerer Heranziehung der Vertreter der Versicherungs- gesellschasten. 7. Wahrung der sozialen Interessen der Versicherungsange- stellten bei Zusammenschlüssen von Versicherungsunternehmungen. In Anbetracht der durch den Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen Verstcherungs-A.-G. geschaffenen Situation erscheint es dringend geboten, eine vorläufige Regelung auf dem Vorordnungs- wege im Sinne der oben genannten Punkte vorzunehmen. Funkstation des Völkerbundes. Dauprogramm und Betrieb. Der Unterausschuß für die Radiostation des Völkerbund- sekretariats entschied sich dahin, daß die Schweizerische Radio-Gesell- schaft die Station bauen und in Friedenszeiten auch betreiben soll, während der Betrieb in Kriegszciten auf den Völkerbund übergeht und unter seiner Verantwortung geleitet wird. Die Laukosten der Station betragen auf Grund des gemein- s a m e n Angebotes der französischen Eompanie für drahtlose Tele- graphie und der deutschen Telefunken-Gesellschaft 1 SOO 000 Schweizer Franken, die jährlichen Unterhaltskosten nach den vor- läufigen Berechnungen 418 000 Schweizer Franken, die reinen Betriebskosten 130 000 Schweizer Franken, für den Beobachter des Völkerbundes In Friedenszeiten, sowie für sonstige Ent- schädigungen 30 000 Schweizer Franken. An Einnahmen aus dem Ueberfceverkehr wird mit mindestens 200 000 Schweizer Franken gerechnet. Es ist anzunehmen, daß die Vollversammlung sich dem Beschluß der Untertommission anschließt. NeumSn st er. 18. September.(Eigenbericht.) Die Landvolkbewegung setzt ihre« Hetz- feldzug fort. In einer bei Brachenfeld bei Neu- Münster abgehaltenen öffentlichen Versammlung, in der ein Freiherr von Bodungen gegen 1 Mark Ein- tritt sprach, wurde sozusagen eine Spitzenleistung in radikaler politischer Verhetzung aufgestellt. Von dem Reichsbankprästdenten Dr. Schacht wurde behauptet, er habe bewußt und absichtlich seine Geldpolitik auf die kalte Enteignung des Bauerntums abgestellt und in der Praxis mit Doung hohnlachend über das deutsche Unglück den freimaurerischen Brudergruß ausgetauscht. Stresemann wurde„ein Verräter am deutschen Volk" und ein Verbrecher genannt, der ins Zucht- haus gehöre. Die Versammlung quittierte mit Zwischenrufen wie„Aufhängen" und„Tot- schlagen". Von dem preußischen Landwirtschaftsminister Steiger, wurde behauptet, daß er der marianischen Kongregation angehöre und überstaatliche Befehle auszuführen ge- zwangen sei. Hamkens Mitwisserschaft an den Attentaten j Moskau, 18 September.(Ost-Expreß.) In den politischen. Kreisen wie in der Sowjctpressc sieht man die Lage nach dem neuesten Notenwechsel als wieder überaus gespannt an und rechnet mit einer weiteren Zunahme dieser Spannung. Die Antwortnote der Sowjetregierung an China, die, wie angekündigt, sofort veröffentlicht wurde, enthält zwar keine Ueberraschungen, in- sofern die Sowjetregierung nur nochmals wiederholt, daß sie von ihrem Standpunkt nicht abweichen werde und daß die Nichtannahme der von ihr vorgeschlagenen Abänderungen des Textes des Dekla- rationsentwurfs durch China an dieser Einstellung nichts ändern könne. Sehr scharf klingt aber die Schlußfolgerung in der Sowjetnote, daß nämlich eine gütliche Beilegung des Konflikts durch eine Vereinbarung nunmehr unmöglich erscheine und damit auch Verl)andlungen über die Festsetzung eines Kon- ferenzortes sich erübrigen. Die Grenzkämpfe leben wieder auf. Wie den Sowjet- blättern aus Wladiwostok gemeldet wird, machen chinesisch« Sol- baten, als Chunchufen verkleidet. Versuche, die Sowjetgrenze zu überschreiten. Offenbar soll dadurch der Eindruck erweckt werden, als ob die wilden Chunchufen auf eigen« Faust«inen Raubkrieg führen. wurde trotz feines Geständnisses auf das entschiedenste in Abrede gestellt« I« der Diskussion sprachen auch Stahlhelmer. die sich den scharfen Ton zu eigen machten und noch über- boten! Die Verbrecher-Zettung. Itzehoe, 18. September.(Eigenbericht.) Die Zeitung„Das Landvolk", die noch am Dienstag alle Terrorakte entschieden abzulehnen behauptete, nimmt in der am Mittwoch erschienenen Nummer eine andere Hallung ein. Nach ironischen Worten gegen die auf illegale Handlungen verzichten).'« „nicht sehr reaktionären Rettungsmaßnahmen des Herrn Hitler" und die„ehrbaren Deutschnationalen" wird von den Attentaten gesagt, daß sie vom Standpunkt der Verzweifelten gerecht- fertigt erschienen und Warnungszeichen feien.„Der Wind weht," heißt es weiter,„und wird Sturm ernten. Dieser Sturm, der alles davonfegen wird, ist im Entstehen." Im Inseratenteil des Blattes wird für den Donnerstag nach Husum eine allgemeine Ver- trauensmännerversammlung einberufen. Es hat den Anschein, als ob die Entdeckung der Bombenlegsr auf die Mitläufer der Landoolkbewegung zwar abschreckend, auf ihren Kern aber radikalisierend gewirkt hat. Der TonderSowjetpresse ist sehrgereizt. Mit Er» bitterung berichten die Blätter über Feststellungen des amenkani- fchen Vizekonsuls L i l i« n st r o e m, der das Konzentration»- lag er Sumbei bei Charbin besucht hat, wo ein großer Teil der gefangenen Sowjetbürger interniert ist. Noch seiner Darstellung sind sowohl die Räumlichketien wie auch die Verpflegung sehr schlecht, was besonders schwer von den Frauen und kleinen Kindern empfunden werde, die sich in dem Lager befinden. Auch der deutsche Konsul, gegen besten„früheren unberechtigten Optimismus" die„Prawda" einige Ausfälle macht, habe Lilienstroems Feststellungen b e- st ä t i g t und zugleich mitgeteilt, daß bereils 17 Erkrankungen im Konzentrationslager vorgekommen find, wo sich nur ein einziger Arzt befindet. Chinesischer Protest gegen die russischen Repressalien Nanking, 18. September.(Reuter.) Der chinesische Außenminister Wang hat durch Vermittlung der deutschen Regierung nachdrücklich st en Protest gegen die Verhaftung von tausend Chinesen durch die Sowjetunion erhoben. Diese Maßnahme der Sowjetregierung joll angeblich eine Wiedervergeltung für die Gewalttaten sein, die den chinesischen Behörden zur Last gelegt werde». Es gärt im Hugenberg-Brei. Oer Streit um ß 4 und die wahren Ziele des Volksbegehrens. Das Durcheinander in dem famosen Reichsausschuß des Herrn Hugenberg ist vollständig. Zunächst die Erklärungen, die gestern im Laufe des Tages veröffentlicht wurden: Das Bundesamt des Stahlhelm erklärt: Die Meldung über emen Anschluß des Stahlhelms an«inen Protest des Reichslandbundes gegen den Z 4 des Volksbegehrens ist falsch. Auf die nachträglich aus dem Reichslandbund und der Ehrist. lich-Nationalen Ktouern- und Landvolkpartei gegen den§ 4 vor- gebrachten Bedenken hin hat der Stahlhelm lediglich darum gebeten, daß das Präsidium des Reichsausschuffes noch einmal zusammentritt, damit diese Bedenken in sachlicher Beratung ausgeräumt werden. Dem Antrag des Stahlhelms ist sofort«nt- sprachen worden. II. Der Reichslandbund teilt mit: Der Reichslandburtd, der im Reichsausfchuß für das deutsche Volksbegehren von seiner Gründung an durch seine Präsidenten und ander« Führerpersönlich- keiten vertreten war, hat diesen Schritt jetzt auch formal durch«in Schreiben bestätigt, iy dem er seinen Beitritt als Körper- schaft erklärt. III. Die„Deutsche Tageszeitung" zur Mitteilung des Reichslandbundes: Zur weiteren Klarstellung der Sachlage möchten wir noch hinzufügen, daß die entscheidenden Stel- len des Reichslandbundes unmittelbar nach Bekanntwerden des Wortlautes des Z 4 über ihre Stellungnahme dazu schlüssig ge- worden sind und die bekannten Bedenken dagegen erhoben haben. Die Nationalsozialisten stellen ein Ultimatum für§ 4, der Reichslandbund tritt dem Reichsausfchuß t o r p o r a- t i v bei, um das Gewicht seines Protestes zu verstärken, und der Stahlhelm will„Bedenken ausräumen", ist also auch für§ 4! Zu allem Ueberfluß veröffentlicht Herr Bang, Inti- mus von Hugenberg, einen Aufsatz, in dem er ausführt, der 8 4 sei notwendig, um H i n d e n b u r g mit Hilfe einer Zuchthausdrohung vor Stresemann zu schützen. Beweis: im September 1927 habe Hindenburg seine Tannenbergrede gegen die Kriegsschuld gehalten, die Re- gierung Marx-Stresemann aber habe seine Aktion durchkreuzt. Wie ist uns? Diese Regierung war die Re- gierung des Bürgerblocks mit den Deutsch- nationalen. Also muß Hindenburg mit Hilfe einer Zucht- hausdrohung auch vor deutschnationalen Ministern geschützt werden? Es steigen seltsame Blasen aus dem Hugenberg- drei auf! Die Tellnehmer des Reichsausschuffes erklären, legen aus. streiten sich im Schweiß ihres Zlngestchts. Inzwischen wartet das R e i ch s i n n e n m i n i st e r i u m auf die E i n r e i- chung des Gesetzentwurfs zum Volksbegehren. Die Herren im Reichsausfchuß hatten es zunächst mit der Pu- blikation furchtbar eilig und einige erklärten, es komme auf jeden Tag, ja auf jede Minute an. Das Reichsministerium des Innern wartet. Aber bitte, meine Herren, treten Sie näher! Sie wollen die Katastrophe! Die„Deutsche Zeitung" hat das strategische Ziel des Hugenberg-Begehrens mit tiefem Geheimnis umgeben. Ein Zipfel des Geheimnisses wird gelüstet. Die rechtsradikale Zeitschrift„Der Ring", redigiert von Herrn v. Gleichen. die entschieden für das Hugenberg-Begehren eintritt, schreibt über die Folgen dieser Aktion: „Es kann kein Zweifel darüber bestehe«, daß, wenn das Volksbegehren durchgeht und ei« Regle- rnug zustande kommen sollte, welche de« durch das Volksbegehren geschaffenen Gesetz gehorsam ist. folgend- außenpolitische Kousequeuze» vielleicht nicht zu vermeiden sind. Die Wiederbesetzuug des schon geräumten Gebietes; Sauktloue«: auch durch weitere Besetzung im Weste«»ad i« Osten.... Jedenfalls müssen die Anhänger des Volksbegehrens, die ans seinen Sieg hoffen, mit diese« Ausgang rechne«." Das ist das strategische Geheimnis! Sie wollen nicht die Besteiung, sondern neue Besetzung, sie wollen die Kata- strophe Deutschlands und Europa», die Kata- strophe des Friedens! Der Gesetzentwurf, der solche aberwitzige Konsequenzen in sich birgt, nennt sich: Gesetzentwurf gegen die Versklavung des deutschen Volkes.... Die Nationalsozialisten führen. Weimar, 18. September.(Eigenbericht.) Die Rechtsparteien beabsichtigen im Thüringischen Landtag einen Antrag auf Ablehnung des Poung-Plane» einzubringen. Der Antrag ist auf Initiative der Ratio- nalsozialisten zurückzuführen. Weitere Verschärfung in Ostaflen. Neue Grenzgefechte.— Moskauer Besorgnis wegen derZuternierien. Letztes Auskunftsmittel. Hugenberg hat seinen Ausschuß berufen, um über den eminösm G 4 des Aolksbegehrens zu beraten. Hugenberg: ,M. H.! Die Bombenwerferei war eine Dummheit. Wir haben ver- sucht, sie durch unser Volksbegehren vergessen zu machen. Jetzt brauchen wir eine Riesendummheit, über die man unser Volksbegehren vergißt!� Wirtschastsaktion»es Völkerbundes Breitscheids Bericht. Genf, 18. September.(Eigenbericht.) Das Redaktionskomitee, das den endgültigen W i r t s ch a f t s- b e r i ch t an die Versammlung ausarbeitet, hat viel Wasser in den Wein der französischen und englischen Anträge geschüttet. Die Schwierigkeiten einer besonderen wirtschaftlichen Zusammenarbeit einiger Staaten im Rahmen des Völkerbundes zeigen sich schon setzt. Es gilt ein Kompromiß zu finden zwischen dem Prinzip der Universalität des Völkerbundes, das durch alle Gruppenbildungen gefährdet wird, und der Notwendigkeit einer gesonderten BeHand' lung des europäischen Wirtschaftsproblems. Man hat deshalb in dem Bericht von wirtschaftlicher Zusammenarbeit im allgemeinen gesprochen, und«in in letzter Stunde eingereichter englischer Zusatz betont ausdrücklich, daß alle Staaten zu der als dritte Etappe ge- dachten Wirtschaftskonferenz einzuladen sind. Anderer- seits haben in der Debatte fast alle außereuropäischen Völker- bundsmitglieder— bis auf die Südamerikoner, die sich vollständig zurückhielten— den neuen Weg des Zollfriedens und des wirtschaftlichen Zusammenschlusies für sich abgelehnt. Kanada, Neuseeland- Australien und am letzten Tag noch Indien und Japan erklärten, zugunsten ihrer jungen Industrien auch weiterhin ein« nationale Wirtschaftspolitik, deren Rückgrat Erziehungs- zölle sind, treiben zu müssen. Australien und Japan deuteten dabei am klarsten an, daß man eventuell auch bereit sei, sich g e g« n Europa zu wehren. Von den europäischen Staaten ließen Italien, Polen, Griechenland und Jugoslawien ihre Haltung zu dem neuen Wirtschaftskurs Uhr im Dunkeln. Don dem Bericht, den Breit scheid vorlegte, wurden am Mittwoch die Teile, die die Fortführung der begonnenen Völker- bundsarbeit fötdern, angenommen. Di« Kohlenfrag« soll im Sinne des e n gl i s ch- f ra n z ö fi s ch e n Antrages weitergeführt werden, wobei aber die deutsche Ansicht durchdrang, dem Völker- bundsrat in bezug auf die Einberufung einer diplomatischen Kohlen- lonferenz zu einer internationalen Kohlenregelung freie Hand zu lassen. Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeits- a m t e s wird sich im Januar zu entscheiden haben, ob er die Frage der Arbeitsbedingungen des Bergbaues auf die Tagesordnung der Arbeitskonferenz von 1939 nehmen will. Gleichfalls freie Hand hat er in bezug auf die von Frankreich beantragt« Wiederaufnahme der Behandlung des Zuckerproblems. In der Frage des Z o l l f r i e d e n s ist die von Breit- scheid schon in eilter früheren Rede in den Vordergrund gestellte Ansicht, daß nicht der Zollwaffenstillstand an sich die Hauptsache sei, sondern die Vorbereitung einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit während des Zollfriedens durchgedrungen. Drei Etappen sind vorgesehen: Bis zum 31. Dezember 1929 sollen Mitglieder und NichtMitglieder des Vö-kerbundes— also auch die Vereinigten Staaten und Sowjet- rußland— erklären, ob sie an einer KonferenzzumAbschluß eines Zollwajfen still st andes teilnehmen wollen bzw. mit welchen Vorschlägen oder Vorbehalten sie auf einer sochen Kcnferenz zu erscheinen gedenken. Auf Grund dieser Antworten soll dies« Voll- konferenz Ende 1939 stattfinden. Sie wird auch über die Dauer des Zollsriedens zu entscheiden haben. Der Bericht schlägt zwei bis drei Jahre vor, ein Kompromiß zwischen dem englischen und dein deutschen Antrag. Während dieser Frist sollen VerHand- lungen zwischen den Regierungen über eine wirtschaftliche Zu- sammenarbeii, sei es durch gegenseitig« Zollregelungen, besonderes Meistbegünstigungsrecht oder Kollektivab kommen, stattsinden. Eine allgemeine Regierungskonferenz, zu der auch die Nichtteilnehmer am Zollfrieden«ingeladen werden, soll die Folgerungen aus diesen Ver- Handlungen ziehen. Dieser Teil des Wirtschaftsberichts erfährt noch einige redaktionell« Aenderungen. Ein irischer Antrag, der den ganzen Plan gefährdet, in dem von vornherein ein Vorbehalt für Erziehungszölle verlangt wurde, hat Breitscheid unter Hinweis darauf, daß alle diese Fragen erst während des Zollwaffenstillstandes zu regeln seien, abgewiesen. Der Mittwoch endete mit einem humoristischen Duell zwischen dem Vertreter Griechenlands und Breitscheid. Der Grieche behauptet«, daß Schutzzölle geeignet seien, den Klassenkampf zu mildern(!), worauf ihn Breitscheid einlud, zur nächsten Konferenz der Sozialistischen Internationale zu kommen und sich dort davon zu überzeugen, daß die Sozialisten anderer Ansicht seien. Die weiteren Kommissionsarbeiten. Genf, 18. September.(Eigenbericht.) Am Mittwoch wurden in den Kommissionen des Völkerbundes zahlreiche Arbeiten zu Ende beraten. Der Be- richt über die Situation der Sklaverei wurde angenommen mit einem Appell an die Regierungen, das Antisklavereiabkommen zu unterzeichnen. Der englische Antrag auf Schaffung eines neuen schärferen Abkommens wurde bis zum nächsten Jahre zurückgestellt. Der Mandatsbericht wurde mit einem besonderen Hinweis auf die bedauerlichen Ereignisse in P o l ä st i n a angsnomnien. Man spricht die Hoffnung aus, daß es gelingt, die Ruhe und Ordnung völlig wiederherzustellen. Die A b r ü st u n g s k o m m i s s i o n zog endlich die Konsequenz aus der Unmöglichkeit, mit 53 Staatcnoertretern ein« so kompliziert« Angelegenheit wie die finanziell« Unter- stützung angegriffener Staaten genau zu formulieren, indem sie den Entwurf dem Völkerbundsrat überwies mit der Bitte, bis zur nächsten Versammlung, eventuell unter Inanspruchnahme der Sicher- heitskommission, eine endgültige Formulierung zu finden. In der Entschließung wurde auf deutsches, schwedisches und dänisches Drän- gen ausdrücklich vermerkt, daß das Abkommen von der allgemeinen Wrüftungskonvention abhängig gemacht werden müsse. Die deutschen Kriegsverhütungsvorschriften wurden auf englischen Antrag der©tcherheitskommission überwiesen mit dem Antrag, aus dem M o de l l v e r t r a g, in den sie gefaßt worden sind, ein allgemeines Abkommen zu machen, dessen Unterzeichnung allen Staaten offen steht. Die juristische Kommission beschäftigt« sich am Mittwoch mit einem dänischen Antrag, eine Untersuchung«inzuleiten, um Mittel und Wege für eine schnellere und ausgiebigere Rati- f i k a t i o n des Völkerbundsabkommens zu finden. Der Antrag wurde einer Unterkommission überwiesen. Oeuischnaiionale Raiffeisen-Angst. Von ttralzeff und Genossen soll nicht gesprochen werden. Beim Zusammentritt des preußischen Untersuchungsaus- f ch u s f« s über den Raiffeisen- und Landbundskandal gab es gleich zu Anfang ein« bemerkenswerte Auseinandersetzung, in der sich die von Angst und schlechtem Gewissen diktiert« Taktik der Rechtsparteien enthüllte: sie wollen nämlich alles für die DeukfchnaNonalen Unangenehme aus der Untersuchung des Landtagsausschusies ausfchalken. vor allem soll, wenn es nach dem Willen der Herren von der Rechten ginge, über den russischen Abenteurer U r a l z e f s, den Liebling der deutschnationalen Raiffeisendirektoren, sowie über den ganzen übrigen Schieberschwarm, der durch Vermittlung der Raiffeisen- dank Staatsgelder schluckte, nicht gesprochen werden. Der deutschnationale Vorsitzende Dr. Deerberg schnitt die Frage an und der Volksparteiler Dr. Leidig spann sie fort, ob denn überhaupt die Raiffeisengeschäfte mit Privaten(lies Schiebern) den Ausschuß etwas angingen. Es handele.sich um den Verkehr eines privaten Geldinstituts mit seinen Kunden und es steh« doch gar nicht fest, daß die an Uralzeff und Genossen geliehenen Gelder aus den Hergaben der Preußenkasse an die Raiffeisenbank stammten. Deshalb solle mandas Beweisthema auf das Der- halten der Preußenkasse beschränken! Hierauf erwiderte der Berichterstatter, Genosse K u t t n e r, kurz und sarkastisch folgendes: Was die Beschränkung des veweislhemas anbelange, so brauche man sich ja nur an das Vorbild des Barmalausschusses und seines damaligen Vorsitzenden— des Abgeordneten Leidig!— zu hallen, dann werde sicher niemand zu kurz kommen. Im übrigen aber hätten Herr Deerberg und Herr Leidig ganz übersehen, daß die Raiffeisenbank zur Deckung ihrer privaten Verlustgeschäfte von der Preußenkasse einen Ueberbrllckungskredit von 40 Millionen Reichsmark erfleht und erhalten hat, um sie vor dem völligen Zusammen- bruch zu bewahren. Dieser Ueberbrückungskredit, der, wie jetzt fest- steht, restlos verloren ist. sei nur durch die Geschäfte der Raiffeisenbank mit Uralzeff und Genossen not- wendig geworden. Somit stehe aus jeden Fall fest, daß die Deckung dieser Verlustgeschäfte aus Staatsmitteln erfolgt fei. Der Landtag habe das Recht und di« Pslicht, sich und die Oeffenllichkeit genau darüber zu informieren, welcher Art Geschäft« es gewesen seien, für die die Gesamtheit der Steuerzahler nunmehr 60 Millionen Reichsmark und darüber aufbringen müsse. Die Bemühungen der Deuffchnationalen blieben denn auch fruchtlos. Der Ausschuß schloß sich in einer internen Sitzung den Beweisanlrägen des Berichlerstalters an. wonach sowohl das verhallen der Preußenkosse wie der Raiffeisenbank, insbesondere auch ihre Geschäfte mit privaten, nachgeprüft werden sollen. Es wurde auch berefts beschlossen, außer den jetzigen und früheren Leitern der beiden Institut« den Russen Uralzeff zu laden, der nach Auskünften sich unbehelligt in Deutschland aufhalten soll. Man darf freillch über den Raiffeisenskandal nicht übersehen, daß es außer dem Fall ,,R a i f f e i f e n b a n k"' und dem Fall „Landbundgenossenschaften" in diesem Komplex auch einen„Fall Preußenkasse" gibt. Der am Mittwoch ver- nommene, seit dem 10. Januar 1928 amtierende Präsident der Preußenkasse, Klepper, gab sich gewiß alle Mühe, seinen Amts- Vorgänger Semper, unter dem die unglücklichen Trans- aktionen der Preußenkasse sich abgespiell haben, nicht allzusehr zu belasten. Aber bereits die wenigen Fragen, die der Berichterstatter an Präsident Klepper richtet«, deckten das klare Bild einer Mißwirtschaft bei der Preußenkasse auf. Es zeigte sich, daß die preußenkasse hunderte von Millionen an Krediten durch die Raiffeisenbank ausgestreut hat. ohne sich rechtzeitig von ihrer Geldnehmerin die Ausschließlichkeits- klausel geben zu lassen, das heißt: die Raiffeisenbank konnte daneben bei anderen Geldinstituten pumpen, wodurch die an sich schon nicht ausreichende, in der Haftpflicht der Genossen liegende Sicherheit noch weiter entwertet wurde. Tatsächlich hat die Raiffeisenbank das getan. Sie hat im Jahre 1924 zur Deckung ihrer Uralzeff- usw. Verlust« bis zu 25 Millionen Reichsmark täglich kündbares Geld an der Börse aufgenommen, angeblich, ohne daß die am gleichen Ort befindliche Preußenkasse wievvon etwas bemerkte! Auch Präsident Klepper mußte das als „schwer verständlich" bezeichnen. Als dann der Zusammen- bruch der Raiffeisenbank durch den Ueberbrückungskredit von 40 Mil- lionen Reichsmark ausgehallen wurde, ließ sich di« Preußenkasse als Sicherheit für diesen Kredit Bürgschaften der einzelnen Raiffeisen- genossenschaften geben. Diese Bürgschaften waren aber juristisch anfechtbar und praktisch so gut wie uneinbringlich, weshalb bei der späteren Liquidierung der Raiffeisenbank die Preußenkasse glatt auf sie Verzicht leistete, womit der Verlust des Ueberbrückungskredits Tatsache wurde. Die preußenkasse unter Präsident Semper hat es auch nicht für nötig gehalten, den notwendigen Einblick in das Geschäftsgebaren ihrer großen kreditnehmerin. der Raiffeisenbank. zu tun. Sie Hot jahrelang nicht revidieren lassen, sie hat es sogar hingenom- men, daß ihr von der Raiffeisenbank der vorhandene geheime Reoisiionsbericht v. Kamele, aus dem Jahre 1925 stammend, bis 1928 oorenthallen wurde! Dieser Bericht stellte zum erstenmal die Verluste der Raiffeisenbank aus den Privatgeschäften fest! Di« Rechtsparteien waren über diese Bloßstellung des früheren Präsidenten Semper, der ihnen ein sehr bequemer Präsident gewesen war, arg konsterniert. Dringend verlangten sie d i e schleunige Vernehmung Sempers, die ihnen auch bewilligt wurde, wenngleich nicht in der von ihnen gewünschten Form einer Rechtfertigung gegen den Bericht Kleppers. Am Dienstag, dem 24. September, soll Herr Semper vernommen werden, nach ihm an den folgenden Tagen eine Reihe weiterer Beamter der Preußen- kasse. Inzwischen wird auch die Sichtung des Aktenmaterials be- ginnen. Aus beiden Verfahren dürsten noch eine Anzahl weiterer interessanter Feststellungen sich ergeben. Die Reichsresorm. Di« Beratungen des zweiten Unteraus- schusses des Verfassungsausschusses der Länderkonferenz über die Frage der Organisation der Länder und den Einfluß der Länder auf dos Reich werden am 29. und 30. Oktober unter dem Vorsitz des Herrn Reichsministers des Innern im Reichsminifterium des Innern fortgesetzt. Die Amsterdamer sozialdemokratische Gemeinderalsfraktion be- nannte als Abgeordnete für das R a t s h e r r e n a m t(Stadträte) Wibaut, Polak und de Mi ran da, die diese Funktion be- reit» bis September 1927 ausgeübt hatten. Auf Grund des Kom- promisses zwischen den Fraktionsvorständen ist die Wahl der drei Sozialisten gesichert.' Llnverstandliche Verzögerung. Oas Komitee für die ZahiungSbank tritt erst am 2. Oktober zusammen. pari«, 18. September.(Eigenbericht.) Der„Tempo" weiß am Rlittwoch mitzuteilen, daß infolge „gewisser Empfindlichkeiten" der ursprüngliche Plan, das O r g a n l s a t i o n sk o m i kee für die internationale Reparationsbank nach Brüssel einzuberufen, fallen- gelassen worden ist. ver endgültige Tagungsort wird durch Privalbefprechungen zwischen den einzelnen Rokenbanken festgesetzt werden, ver Termin des Zusammentritt» de» Komitees wurde vom ZZ. September auf den 7. Oktober verschoben. Keine Privatisierung der Saargruben. Immer wieder tauchen bestimmt gehaltene Gerüchte auf, die aus Aeußerungen kompetenter Stellen zurückzuführen sein sollen und die sich mit einer eventuellen Znternationalisierung bzw. Privatisierung der Saargruben beschäftigen und eine in dieser Richtung verlausende Lösungsmäglichkeit des Saargrubenproblems bejahen. Wie der.Soz.pressediensl" dazu aus dem Saargebiet erfährt, lehnen sämtliche Parteien und alle wirtschastsverlretungen. Arbeltgeber und Arbeitnehmer und nicht zuletzt die zunächst interessierten Gewerkschaften der Bergarbeiter beider Richtungen sowohl eine Znternationalisierung. wie eine Privatisierung der Saargruben aus da» enffchiedenste a b. Die Saarbcvölkerung sieht einmütig hinler der Anffafsung, daß sie einer in dieser Richtung verlausenden Abmachung niemals und unter keinen Umständen Ihre Zustimmung geben würde. Zn früheren Sitzungen de» Saarausschusse» mit den in(frage kommenden Reich», und LSndermlnisterien ist dieser Standpunkt übrigens wiederholt im Namen sämtlicher beteiligten Ministerien durch die Vertreter Preußens, gestützt aus einen preußi- schen Sabinetlsbeschluß, widerspruchslos und unter Zu- stimmung aller versammelten vertreten worden. Das Saargruben- Problem kann nur so gelöst werden, daß die Gruben vom Reich zurückgekauft und an die beiden beteiligten Länder, preu- hen und Bayern, als den früheren Besitzern nach ihrem frühe- rcn Besitzstand zurückgegeben werden. Die Räumung von Koblenz. Koblenz, 18. September.(Eigenbericht.) Der Abtransport der französischen Truppen aus Koblenz ist in vollem Gange. Vorerst haben die Traintruppen Koblenz verlassen. Auch ein Teil der Reservisten ist bereits in die Heimat abtransportiert worden. Räumungsmaßnahmen. Die Räumung des von den englischen Truppen besetzten Gebietes vollzieht sich glatt und reibungslos. Die Uebsrgabe- geschäfte werden von zwei Kommissionen besorgt, zu denen auch deutsche Beamte zugezogen sind. Die Möbel aus den englischen Wohnungen und Kasernen werden nicht freihändig verkauft, sondern, um die«inheimische Geschäftswell nicht zu schädigen, teilweise an wohltätige An st alten überwiesen und an besonders be- dürftige Privat« billig abgegeben. Soweit ein Verkauf zustande kommt, wird er über das ganze Reich oerteilt. Die Kaserne in Schw»Ibach ist geräumt und soll in ein« Forstschule umgewandelt werden. Der Abzug der letzten eng- lischen Truppen aus Königstein ist auf Montag, den 23. September, festgesetzt. « ftBM*« St»«»« SÄtSSLS-SW»«»«» iAÄsi-»>«««»« sssssiMM«»» 8«S«S,MW�M «N«Ä««Ne «»«»»««s keinseilieosf LfSps 6« ekln». Uumpkf, ieine SSumchen« Äf£ 1650 Damen« Trikotagen '[Schlüpfer Unlcr- zieh- fein geätrlckt, sehr gato Uak AK ""-»S45 Schlüpfer-sasMo neueste Modefarben... Stack v u�:Jäckchen reine Wolle, rlele Firbeo, S Stack 3,90, JU Pullover 990 Ansiahrneg, St 4,90, 3,90, 4 Pullover"""«"»� V f4r Deinen /\en and Herren, reine Wolle, orie.- v|JU euglisch, leiebtangeraaiii, 6t v Westen Wolle, Tuchen mit Leder* einfusung. Original Wien. A f\7t: leicht angeraoht,«ehr nreie- 1 U'** wen................. Stack A%/ Strickkleider geschmackvolle Ansftth- 1 w\'� rnngen, St 34,50, 19,50, X\J Damen- Handschuhe Schwedisch Imitiert, mit Dsueklagman- U � sohett«......... Paar 1,49, v Cr. Leder-Imitation Spealalqnalitat.Hertie', mit 1 9o Z Drnckknapien......... Pur X Waschleder -Stepper, mit t Puimetter- r�QA knOp(ea,*aachbarmltWaeeer-c17" «nd Seile................ Paar C* Glace„j, vm. nklagmaaeehett, farbig. Paar angerauht ihr den Uebei Marke, Sllkaneee' HSdcben-KIeM an« Tri cot charmense, Q75 Tielo Farben......... O � Jed. weit Grösse<0 Pf. mehr Unsere MODEN- VORFOHRUNGEN In den Heusern Leipziger Strasse, Alexanderplatz. Frankfurter Allee, Belle-Al.lance- Strasse, Wltmersds.fer Sirasse und Ko tbuser Dsmm beginnen heute.— harten fflr die VarfQhrungen der nächsten Tage sind, Welsswaren Kleiderspitzen modeRL Muster, neue Faroen, ca. 60 cm breit. M�ter 4 7S ea. 90 cm ' D breit Mete> 6 Gardinenansät?e Ramieleiaen, mit Fransen. A 50 ca. 60 cm breit....... Meter jl Gitterstoff ca. 190 cm /i 50 cx. 200 cm C 25 r 4* breit Meter O breit, Meter Gitterstoff l&T fOr Gardinen, ca. 190 cm br.Mtr. Ansätze�sÄ4 mit Fransen, ca. 30 cm br, Mtr. 690 ''S25 Bijouterie Perlohrringe elegant mit echten Silber- U K haken................. Paar Mansdietten- Knöpte sullr? puJ 95 Sportnadel qe echt Silber........... Stack*/OPt Taschenkamm in apartem schwarren Seiden- X 45 moird-Etni, mit Bullt Stack X Parliimerie «Regia Wundermüd* sehr leine ToUetteeeife, angenehm parfümiert Gro»s.8t|3Stck. 60p, l75 Doppelet 95 3 Stck. 275 Eau de Cologne Russe 1 25 OOd Doppel- 025 � Ft JL»jtTl 4 Flaeche O Lippenstiften ßK 7c eortlertFaib.Stöt/�UvJj/%JPt Feine Modeparfüms noo bekamst Markenürmen, FL 1,Oü Ami Wests, a. Tri cot Charmeuse, (Kunstseide) schwere Qualität, moderne Färb. 1 775 bis Grösse 50....'' Bteliflsch Turklsld aus kunstseidenem T äffet rtele Farben y75 Theater, Lichtspiele ufw. VolKshttSiue fiüstär jmSliovDlitz Täglich 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regie: Karl Heim Martin Staat!. Sdiiller-T}!. 8 Uhr 2x2= 5 Stausopsr ara Platz c«r aepnbliK n, Uhr Carmen Plsealor- Bühne b'l, Uhr DerKaafmann ron Berlin Theai. ii. Westens Täglich 8';. Uhr Sonnab u. Sonmap 4 und S>/< Uhr Der Wclteriolg FrlederiHe Musik von Frans Lehar Lessing-Tlieater Norden 10846 Gruppe'naget Scnatupicler Täglich 8Vi Uhr cyankail # 218 von Prieifrtm Wotl Donnerst. 19. 9. Siaats-Oper Unter d. Linden A.-V. 195 20 Uhr Der Barbier von Bagdad Donnerst, 19. 9. StddL Oper Bismarckätr Turnus IV 20 Uhr Tyll Staals-Oper Am Pi.d.Republ. R.-S. 165 19'ia Uhr Staat). Sdiaosph. am Gendarmenmarkt A.-V. 173 20 Uhr Hans im Sduahenlodi StaatLSehilleF-Ttieater.Ctiarlüi. 20 Uhr 2X2= S Till. 2 Tinteh. S ml«Vj Ckr Bi'fcaroiu Bit Uosers neuen Preise: Wiclent. ji 5 Ohr 59 Pf. Iis 3 Ret TICl. IV, r Sannt. 5 Ubr 1 bis« llsrt Original- Kasteiii naw. Tägi. 5 u. SIS sonnt. 2.5o I> ______ Alex. C, 4. 8060 {INTERNAT. VARIETE CASINO-TMEÄTE8 lothringer Strafe 37 rigltdi SV« Übt Oer neue Eronnungs- Schlager Wem Qeiiön mein Mann! Dazu dte erstkl. bunter Teil. Für unsere Leser jutschein für I— 4 Personen Fauteuil nur 1�5 M, Sessel 1.75 M., Sonstige Preise; Parkett u. Rang/« Uhr Narleila Maslk 7. Ozkai Strans Klihc Dorsch Michael Bohnen > Wo«palst man Bot onu«mg 7 Nur aross-Boriln Al Bro 1 1 J Varletö— Tanz Falkner- Orchester. PKanetarlciii •—> am Zoo /irilnt JudiinttnlB ilrsfr B.S Barbarossa 5578 16V. Uhr Harkat- abandaaia ttarnan- hlmmal ISV. Uhr Bis an dl« Greuian dar Welt 20V. Uhr Rä:!«) dts Sternenlicfita« Tägi. auSer Montags u. Mittw. Erwachs. 1 Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene (50 PL Kinder 25 Pf. An Berliner Wohnungsberechtigte nach den Bestimmungen des Zentralwohnungsamtes sind zu vermieten i ioo Wohnungen ris-�ltZ. mit Komfort, sofort beziehbar In ReinicHendorf, panhower-iette- allee. micHe- u. isarstrafte Näheres: Verwalter Hensel, Isarstraße 17 2. so Wohnungen rig-S'k z. Dezember beziehbar mdiisr- EcHe Alrikanlsche Str. 3. 36 Wohnungen ll-s Z. mit Warmwasser, November beziehbar fn RelnlcKendorf-Ost, Amende- Hausotterstr. Wohnungsbaugcsellschaft Einfrachi Gemeinnülzige Akliengesellsdiaft Potsdamer Straße III hl 7lr. 439* 46. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Donnerstag, il9. September �929 Kampf den Rechtsverbänden. Oer 12. November Tag der Abrechnung. Bor den Wilmersdorfer Parteigenosien referierte am Dienstag- abend Reichstogsabgeordneter Genosse Franz K ü n st l e r über die politischen Folgen der Lombenattentate. Nach Einführungsworten des Genossen Steinhöfel nahm sofort Genosse K ü n st l e r das Wort. Er zitiert« einleitend aus dem Itzehoer„Landvolk" einen Artikel von Ehrhardt und Plaas. Künstler forderte ein energisches Durch- greifen der Justiz, um auch die Hintermänner dieser Attentate auf die Anklagebank zu bringen. Hitler und Ehrhardt hätten mit ihren Bewegungen zu derartigen Terrorakten aufgefordert, und jetzt spielen sie plötzlich die Harmlosen. Die deutsche SozinldemotraNe habe in den letzten Zahren de» öfteren auch durch die Tat bewiesen, daß sie Aufbauarbeit in der Republik leistet und datz sie nicht an den demokratischen Einrichtungen des Staate» rütteln lasse. Außerdem habe die Partei ihre Mitglieder in das Reichsbanner entsendet, in die Organisation, die berufen sei, den Schutz der Repu- Wik zu gewährleisten. Das Reichsbanner habe sich gegen die übrigen Rechtsoerbönde durchsetzen können und habe seine Daseinsberechti- gung erwiesen. Es stehe schlagbereit gegen olle Feinde der Republik, gegen die es den Kampf, wenn er uns aufgezwungen wird, mit allen Mitteln führen werde. Es gelt« auch heute noch, das Reichsbanner zu stärken und auszubauen. Die Rechtsverbänd« und auch die Kommunisten rüsten sich, den Kommunalwohlkampf mit Lüg« und Verleumdung«inzuleiten. Daß sie besonders die Sozialdemokratie angreifen, zeigt uns erneut, daß die geschlossen« sozialdemokratische Arbeiterpartei der stärkste Feind der nationalistischen Front ist. In seinem Schlußwort appellierte Genosse Künstler an die Parteigenossenschoft, die SAI. in ihrem schweren Kampf für Iugcndrecht und Iugendschutz nach allen Kräften zu unterstützen. Ein Hoch auf die völkerbefreiend« international« Sozialdemokratie, die am 17. November ein neu«» Zeugnis ihrer Stärke und Geschlossenheit geben wird, schloß die Versammlung. Oie Parkanlagen im Engelbecken. Eröffnung Anfang Ottober. Durch die Berliner Presse ging kürzlich die Mitteilung, daß die Parkanlagen im ehemaligen Luisenstädtischen Kanal berett» am lö. September«ingeweiht werden sollten. Die Terminverzögerung wurde in einem großen Teil der Blätter damit begründet, daß das vorgesehene Planschbecken eine undichte Betondecke erhalten habe. Wir haben uns wegen dieser Dinge nnt dem Bezirksamt Berlin- Mitte in Verbindung gesetzt, und von d«m Bürgermeister dieses Bezirks, Genossen Schneider, folgende Auskunst erhalten: Di« Fertigstellung der gesamten Anlage bis zum IS. September war schon aus rein technischen Gründen völlig unmöglich. Dos Bezirksamt ist bemüht, den größten Teil der Anlage zwischen der Waldemar, und Adalbertbrücke so fertigzustellen, daß er in den ersten Tagen des Oktobers dem Publikum zugänglich gemacht werden kann. Die übrigen Partobschnitte werden in kurzer Zeit folgen, lieber das Planschbecken hörten wir, daß sich tatsächlich nach dem Füllen mit Wasser«ine Undichtigkeit herausgestellt bat. Dieser Fehler ist auf eine unkorrekte Ausführung der Arbeit durch die betreffende Baufirma.zurückzuführen. Bei der jetzt vorgenommenen Frcilegung der Tondeckc konnte festgestellt werden, daß H o l z p f l ö ck e und Steine in nicht imbeträchtlicher Anzahl mit verwandt worden waren. Di« ganze Sohl« muß jetzt neu abgedeckt werden, dann wird eine neue Tonschicht in einer Stärke von 15 bis A> Zentimeter neu aufgetragen. Die Arbeit wird ungefähr vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Ueber die gisamte Anlage, d«r«n Fertigstellung vom Bezirksamt auß«rordent- lich forciert wind, werden wir noch ausführlich berichten. Fest der Kinder aus Gohrisch. Die SOG Berliner Kinder, die im Lauf« des letzten Jahres sich im Augu st- Bebel- Heim in Gohrisch erholen konnten, trafen sich aus dem Spielplatz in der Contianstraß«, allen voran unser« Kinder vom Hart der Arbeitenwohlfahrt und die Gruppen der Kindersreundc in ihren blauen Blusen. Di« Kinder, die von den Bezirrsäiniern nach Gohrisch geschickt waren, erschienen auch er- wartungsnoll. Es gab ein freudiges Wiedersehen. Die Helferinnen vom Heim waren da, und so kam man sich fast wie in Gohrisch vor am Prenzlauer Berg. Es war alles zur Stelle, was zu einem rich- tigcn Kinderfest gehört: Sackhüpfen, Kartoffeltragen. Los«, von denen jede» zweite einen Gewinn brachte. Und was für nett« Gewinne! Schürzen, Spielzeug, Bilder, Bälle, Schokolade, und was das schönst« war, die Gewinner konnten nach Verteilung eine eifrig« Tausch. t ä t i g k e i t entwickeln. Man spürt« nichts von Trennung nach Altersstufen oder Geschlechtern, gerade so wie in Gohrisch herrschte «in schöner Gemeinschaftsgeist unter ihnen. Dieses Heim des Berliner Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt kann ja leider keine rein« sozialistisch« Erziehungsarbett leisten, trotzdem wird stch in den Kindern ein Sinn dafür entwickeln, wie schön eine wirk» liche Gemeinschaftserziehung wäre. Selbstmord auf den Schienen. Auf der Stelle getötet. Gestern spielt« sich«uf dem Bahnhof Pankow. Nord- bahn ein aufregender Borfall ab. Kurz nach Uhr stürzte stch plötzlich ein älterer Mann vor die Räder eine» einfahren- den elektrische Vorortzuges. Der Selbstmörder wurde überfahren und auf der Stell« getötet. Wie von der Polizei fest- gestellt wurde, handelt es sich um den SGjährigen Buchholter Max Abel, der in der Lrehmestraße 15 zu Pankow in Untermiete wohnt«. Die Gründe, die A. zu der Verzweiflungstat getrieben hoben, sind noch unbekannt. Di« Leiche wurde beschlagnahmt. Gestern nachmittag ereignete stch auf den Gütergleisen zwischen den Stationen S ü d e n d e und Lankwitz ein tödlicher Unfall. Der S2jährige Streckenarbeiter Otto Riesel aus der Deffauer Straße 17 wurde von der Lokomotive eine» Güterzuges erfaßt und überfahren. Der Unglückliche war sofort tot. Eine Untersuchung über die Schuldfrage ist eingeleitet worden. Die Kaiserkrone am Bahnhos Erkner. Wie uns«in Leser mitteilt, wird der Bahnhof in Erkner einer gründlichen Renovierung unterzogen. Die gute Reichsbahn- Verwaltung hat dabei auch die att«, beinahe 1 Meter hohe Kaiser- krön«„hübsch" neu aufarbetten lassen. In Berlin bemüht man sich, die Wahrzeichen einer längst begrabenen Zett endlich dem wohlverdienten Schutthausen zu überliefern, der Bahnhof in Erkner aber läßt sich seine Krone nicht nehmen. Ja, da kommen wir halt nicht mit. Auf der Geilbahn getötet. Unglück in Wattenscheid. Wattenscheid, 18. September. Aus der Schachtanlage Hannover 3, 4 und S gerieten heute früh auf der achten Sohle der SSjahrige I n v a- li de Albert Faust und der 44jShrige Wilhelm F o e r- st e r auf die S e i l b a h n st r e ck e. Faust wurde auf der Stelle getötet und Foerster schwer verletzt. Im Laufe des Tages erlag Foerster seinen Verletzungen. Ein Werbeumzug der Freidenker. Der Verband für Freidenkertum und Feuer- b e st a t t u n g hat«ine großzügig« Werbearbeit aufgenommen. In allen Bezirken werden Kundgedungen durchgeführt, außerdem wird recht überzeugendes Flugblattmaterial verbreitet. Zur Unterstützung der Propaganda hat der Verband ein« Reihe Transparente und Wagen mit Darstellungen ausschmücken lassen, die Arbeit und Ziele des Verbandes umreißen. Auf zehn großen Wagen sind die Karikaturen, die Adolf L« h n« r t schuf, aufgebaut. Di« Reihe der Wagen beginnt mit einer Darstellung„Justiz und Kirche". Treffliche Inschriften und Zeichnungen zeigen auf, daß die Justi: immer auf feiten der Kirche und gegen Vollsaufklärung geiäwpsl hat. Auf dem nächsten Wagen steht man einen Pfaffen, der den Staat melkt. Ein weiterer Wagen erinnert wieder einmal daran. daß vor IS Iahren die Völker ihre Söhne unterm Kreuz in den Heldentod schickten. In ollen Heerlagern war„Gott mit uns". Ueberall hat er geduldet, daß nutzlos Millionen Menschen fielen. Gemeinsam mit dem Junkertum ist die Kirch« das größte Hemmnis gegen Aufbau einer freiheitlichen Schule. Recht plastisch sind moderner Schulunterricht und Pfaffengeist gegenübergestellt. Auf- tlärung, Wissenschaft und Vernunft sind die großen Eckpfeiler de» Verbandes im Kampf gegen Muckertum und Ver- dummung. Auf dem letzten Wogen zeigt der Verband fein« Verlags- werte auf, mit denen er den Kampf gegen die Vorherrschaft der Kttche aufnimmt. Die Wagenreihen durchfahren in den nächsten Tagen die Bezirk«, im Bezirk W« d d i n g und Tiergarten erregten sie bereits am Dienstag und Mittwoch große» Anstehen. Unwetter über Paris. Paris, 18. September. Ziach 31 Tage» währender Regenlosigkeit brach in der Rocht auf Mittwoch Wer Paris das erste Gewitter au». Während in der Haupsttodt die Schäden sich auf Kellerüberschwemmungen und einige Blitzschläge ohne ernste Folgen beschränken, hatte das Unwetter in der Pariser Bannmeile starke Störungen zur Folge. In dem Vorort Saint-Quen steht ein Teil der Straße unter Wasser. Jeder Ver- kehr ist unterbrochen. Di« Bewohner können nur cnii Behclsswegen sich zu ihrer Arbeitsstätte begeben oder ihre Häuser verlassen. Eine wertvolle Lehrstätte. In der Städtischen Handelslehranstalt in Neu- kölln, Weserstraße 12, erhallen jung« Leute, die sich dem kauf- m S n n i s ch e n Berus widmen wollen, Unterricht in tausmänni- schem Rechnen, einfacher, doppelter und Durchschreibe- buchführung, in der Technik des Warenverkehrs, in der Handelskorrefpondenz und in Fremdsprachen. Sie werden ferner, entsprechend der anwachsenden Bedeutung der M a f ch i n e n- arbeit im Bureau, an Schreib-, Rechen- und Buchungsmaschinen sowie an Vervielfäitigungsapparaten der verschiedensten Art aus- gebildet, so daß sie, wenn sie nach zweijährigem Lehrgang die Han- dels- bzw. Höhere Handelsschule verlassen, die zeitgemäß«, für ihren Beruf unbedingt erforderliche wirtschaftliche Vorbildung tatsächlich besitzen. von AM. Frey- B5| Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-O, Bertin Es geht weiter und ist doch nicht anders, als schreit« man den Boden von Gefängniszellen aus. Immer dasselbe, immer von vorn die wüste Reihe: Gefahr, Angst, schlechtes Esten, schlechter Schlaf, Läuse, kalte Nacht, heißer Mittag, schmutziges Hemd, Blut. Eiter, bekritzeltes Papier, endloser Marsch, end- los verhockte Langeweile. Schon steht der vierte Winter vor der Tür. Er wird gefürchtet— und wird begrüßt. Immer noch kein Ende? Also gut, dann wenigstens die Ruhe der eis- und schnee- gebundenen Zeit. Dielleicht, daß in ihr der Friede geboren wird. Ist nicht auch der Christ, an den sie immer noch glauben, von dem die Feldgeistlichen ungehemmt weiterschwatzen— ist nicht auch Jesus zu dieser Zett geboren worden? Und wenn es nichts damtt sein soll— schön, dann im nächsten Frühjahr, aber diesmal bestimmt, hinunter nach Italien, hinüber nach dem Balkan. Stets von neuem weiß die Sehnsucht Leben anzufachen— nur auf daß sie leben kann. Regimentsarzt Huckl sieht die alldeutschen Ziele seiner Zeitschrift nicht recht oorwärtsgetragen. Um so eigensinniger bewegt er sich selber hin und her. Bei jedem Wetter, unter jedem Feuer besucht er. oft in Begleitung Funks, inspizierend die we-bselnden Verbandplätze, die das Regiment absolviert, wie eine umherzigeunernde Wanderbühne Scheunen und Schuppen bezieht. Er hat recht, der alte Kasten. Seinen Aerzten tut es wohl, daß er sich persönlich um sie kümmert, er ist nicht der Vorgesetzte, der beim Stab in irgendeinem sicheren Loch steckt. er zieht umher und reckt die Rase unangefochten auch dort- hin, wo dicke Luft ist....... Rur daß er's manchmal in seiner passionierten Verach- tung des Gegners kindisch zu weit treibt. Er ist endlich Stabs- arzt geworden, daraus hat er nicht viel Wesens gemacht, aber er scheint noch stärker davon überzeugt zu sein, daß die„Zu- fallstreffer" der Franzosen ihm, der jetzt Hauptmann-rang Hot, nichts anhaben können. Er begibt sich wieder einmal mit Funk„auf Tour". Man hat ihn gewarnt: der Gegner belege da und da regelmäßig um die und die Stunde das Gelände mst Schrapnells. Er will nicht hören.„Mit Schrapnells, Funk!" lacht er. „Warum nicht gar mit Kettenkugeln-, mit denen hat, glaub' ich, der Große Kurfürst bumbern lasten. Die Franzmänner müssen windig daran sein mit ihrer Munition, wenn sie solch Zeugs verfeuern. Mit Schrapnells schießen die Unsern höch- stens nach Fliegern. Wollen wir ein paar Bauernschirme mit- nehmen, Funk, damit wir uns gegen die aus dem Himmel kollernden Kügelchen schützen können?" Funk bringt ihn nicht einmal dazu, den Stahlhelm auf- zusetzen.„Ah bah," sagt er wegwerfend.—„Wenn Sie ihn überstülpen wollen— meinetwegen!" fügt er mit Verachtung im Ton bei. Er besiegt den Gegner dadurch, daß er ihn immer mehr negiert, je schwieriger es wird, ihn zu negieren. So ist er ohne Zweifel, im Sinne des Soldatischen ge- sprochen. ein Vorbild. Solche Offiziere tun not in der wach- senden Verzagtheit des Mannes, in den Nervenkrisen vieler, der dürstigen Aktivität aller. Aber was hilft es? Das erste Schrapnell, das über den beiden, die einen Acker durchstiefeln, platzt, trifft den ehrenwerten Kasten Huckl Josef. Als Funk sich aus der Furche, in die er geschlüpft ist, unverletzt erhebt, findet er den Stabsarzt stöhnend auf der Seite liegen. Durch seinen grauen Waffenrock spült ans der Achselhöhle Blut. Und es ist kein„Kügelchen" gewesen— es war«in tüch- tiges Sprengstück, vielleicht der Zünder, der ihm das Schutter- blatt zerschmettert hat. So kommt er auf einen seiner Verbandplätze nicht als Inspizient. Und obwohl er stark« Schmerzen haben muß, ist der Ausdruck des Staunens in seinen Augen, daß so was bat geschehen können, größer als der der Pein. Der Ausdruck bleibt, und die Zunge setzt an, nicht um zu klagen, sondern um zu poltern— bis seine Schwäche ihn leb- los macht. Funk behält den trotzigen, dümmlichen, gutartigen Zug in der Miene des Ohnmächtigen in Erinnerung— und steht mit diesem inneren Bild ein paar Tage später vor dem Neuen, vor dem Nachfolger. Wie anders der ist! Leise verfettet, ein wenig gedunsen, gerne keifend, im Grunde friedfertig, sehr geschäftig, voll Eifer plappernd, immer„in der Sprechstunde"— Facharzt aus Berlin für Haut und Harn. Er kommt von einer anderen Stelle der Division, wo er Bataillonsarzt war, er bringt seinen Diener mit, das heißt, dieser Diener hat es verstanden, ihm seine Unersetzlichkeil einzureden, um den angenehmen Posten nicht zu verlieren. Und es geschieht das Unglaubhaft«, daß ein powerer In- fanterist von einem Regiment in ein anderes versetzt wird, nur weil er bei einem Pflasterkasten als Wichser bleiben möchte, und weil sein Herr ihn in diesem Wunsch unterstützt. Handelte sich's um einen echten Offizier vom Hauptmann aufwärts, man fände wohl nichts Besonderes dabei. So aber ist der Kommandeur, jener Nachfolger Pummers, Major Du- fang, bereits aufgebracht gegen ihn und spricht von Dreistig- keit um so bereitwilliger und überzeugter, als dieser Regt- mentsarzt Dr. Fünfer obendrein Jude ist. Wer hängt ihm diese Bezeichnung.�sautsude" an? Sie liegt nahe, sie ist bereits vorhanden, geprägt zu werden braucht sie nicht mehr. Das fertige Schildchen ist leicht auf seinen fetten Rücken zu pappen. Funk hört den Ausdruck, ehe er noch den neue» Mann kennenlernt. Das Regiment hat Wlnterstellung bezogen: hier wird man wohl bleiben, solang die große Lähmung durch niedere Temperaturen, durch Schnee und kurze Tage dauert. Das Revier ist im kümmerlichen Dorf Molinchart, fünf zu- sammengewürfetten angeschossenen Häusern, untergebracht. Der Regimentsstab residiert anberswo mst herrschaftlichen Gebäuden. Funk geht hinüber, um stch bort dem Dr. Fünfer vorzustellen. „Woaßt es scho, jetzt hob« ma an Hautjuden aus Berlin als Staberl", sagt ihm unterwegs«wer.„Mir hat's der Verpflegsoffizier Dankel verzählt. Er meint, jetzt kann's wirkli nimmer lang weitergehen, wann's a so anfangt. I glaub's glei." Funk findet den Dr. Fünfer beim Packen seines Wäsche- sacks. Er hat ein Zimmer, das sich vor Funk auftut wie ein Paradies, mit Ausblick w einen Park, aber es gefällt ihm hier nicht. Er spürt wohl die allseitige Abneigung, die um ihn her ist. Wie kann auch der Kommandeur ihm freundlich begegnen, wenn er das Regiment als degradiert empfindet durch Besetzung der leitenden Sanitätsstelle mit einem Juden. ..Sie sind mein Schreiber? Gut. Lasien Sie mich nicht im Stich", bittet er und reicht Funk die Hand. Er lächett breit mit glänzenden, ein wenig fahlen Bäckchen voll blau- schwarzer Stoppeln.„Wie ist's drüben? Ich will nämlich hinüber nach Molinchart. Ich bin lieber an Ort und Stelle. Haben wir viel Kranke? Wie heißt der Revierfeldwebel? Sind die Latrinen in Ordnung? Wo stehen die Sanitäts- wagen? Wird auch mein Purfch einen Schlafplatz haben? Wieviel Räume—.?"(Fortsetzung folgt.) Rechte und Pflichten des Lehrlings. Wichtiges über Lehrlingseinsiellung und Lehrvertrag. Demnächst verläßt wieder eine große Schar von Zungen und Mädchen die Schule, um in das Berufslcbeu einzutreten. Die jungen Menschen stehen der neuen Situation ost hilflos gegenüber. Der nachstehende Artikel möchte über die recht- liche Seile des Lehrverhällnisses AusNärung geben. Lehrlinge darf jeder selbständige Gewerbetreibende halten, der mit Ablegung seiner Meisterprüfung das Recht zur Lehrlingsous- bildung erlangt hat und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Personen, die nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind, dürfen keine Lehrlinge einstellen und sich auch nicht mit der Anleitung von Lehrlingen befassen. Eine Entlassung von Lehrlingen, die trotz dieses Verbots beschäftigt wer- den, kann von der Polizeibehörde erzwungen werden. Das Recht der Annahme von Lehrlingen kann ganz oder auf Zeit entzogen werden, wenn sich der Prinzipal wiederholt grober Pflicht- v er letzungen gegen seine Lehrlinge schuldig gemacht hat oder wenn er in sittlicher Beziehung nicht einwandfrei erscheint. Der Lehrherr selbst oder«in von ihm dazu bestimmter Vertreter hat den Lehrling in allen in dem Betrieb« vorkommend«» Arbeiten— dem Zweck der Ausbildung entsprechend— zu unterweisen, ihn zum Besuche der Fortbildungs- oder Fachschule anzu- halten und den Besuch zu überwachen. Die Ausbildung darf nicht durch ander« Dienstleistungen beeinträchtigt werden. Ferner hat der Prinzipal den Lehrling zur Arbeit und zu guten Sitten anzu- halten und darauf zu achten, daß dem Lehrling nicht Arbeiten ange- wiesen werden, welche seinen körperlichen Kräften nicht angemessen sind. Sonntagsarbeit ist oerboten, soweit sie nicht in Aus- nahmefällen behördlich erlaubt und festgesetzt ist. Der Prinzipat ist verpflichtet, die Geschäfts- oder Arbeitsräume, Betriebsvorrichtungen, Maschinen, Gerätschaften usw. so einzurichten und zu unterhalten, auch den Betrieb und die Arbeitszeit so zu regeln, daß der Lehrling gegen eine Gefährdung seiner Gesundheit und des Lebens geschützt und die Aufrechterhaltung der guten Sitten und des An- standes gesichert ist. Lehrverhältnis und Lehrvertrag. Jeder Lehrherr ist verpflichtet, binnen vier Wochen(bei dem kaufmännischen Lehrling 1 Monat) nach Beginn eines Lehrverhält- nisses einen schriftlichen Lehrvertrag mit seinem Lehrling bzw. dessen gesetzlichen Vertreter abzuschließen. Der Lehrvertrag muß enthalten: 1. die Bezeichnung de» Gewerbes »der Zweiges der gewerblichen oder kaufmännischen Tätigkeit, in welchem die Ausbildung erfolgen soll: 2. die Angab« der Dauer der Lehrzeit: 3. die Angabe der gegenseitigen Leistungen: 4. die gesetzlichen und sonstigen Boraussetzungen, unter welchen die«Inseitige Auslösung des Bertrages zulässig ist. Der Dertrog ist von den Be- teiligten oder den gesetzlichen Vertretern zu unterschreiben und ist kosten- und stempelfrei. Das Lehrverhältnis kann, wenn eine längere Frist nicht vereinbart ist, während der ersten vier Wochen(bei dem kaufmännischen Lehrling 1 Monat) einseitig aufgehoben werden. Durch Vertrag kann die Probezeit auf höchstens drei Monate verlängert werden: eine Probezeit von länger, als drei Monate Dauer ist nicht zulässig. Nach Ablauf dieser Zeit ist das Lehrverhältnis fest und kann nur gelöst werden, wenn die Beteiligten dahin übereinkommen oder ein wichtiger Grund vorliegt, z. B. Dieb- stahl. Betrug, Unterschlagung, abschreckend« oder ansteckende Krank- Helten, Arbeits- oder Dienstoerweigerung usw. Der Lehrling kann auch noch vor Beendigung der verabredeten Lehrzeit entlassen wer- den, wenn er die in dem Z 127a der Gewerbeordnung und§ 72 des Handelsgesetzbuches auferlegten Pflichten, wie Gehorsam, Treue, Fleiß, anständiges Betragen usw., wiederholt verletzt oder den Besuch der Fortbildungs- oder Fachschul« vernachlässigt. Anderer- sefts kann der Lehrling bzw. dessen gesetzlicher Bertreter das Lehr- Verhältnis aufheben, wenn der Prinzipal seine gesetzlichen Perpflich- tungen gegen den Lehrling in einer gegen die Gesundheit, Sittlich- keit oder Ausbildung gefährdenden Wesse oerncichlässigt oder zur Erfüllung der ihm auferlegten Verpflichtungen unfähig wird. Ein Anspruch auf Entschädigung wegen vertragswidriger Aufhebung des Lehroerhältnisses vor Ablauf der vereinbarten Zeit kann von dem Lehrherrn oder dem Lehrling bzw. dessen gesetzlichen Ver- treter nur geltend gemacht werden, wenn der Lehr- vertrag schriftlich geschlossen ist. Der Anspruch der Ent- schädigung erlischt, wenn er nicht innerhalb vier Wochen nach Auf- lösung des Lehrverhältnisses im Wege der Klag« oder Einrede geltend gemacht ist. Im Interesse des Lehrherrn wie auch des Lehrlings liegt«s, wenn ein schriftlicher Lehrvertrag abgeschlossen wird. Es liegt«me Gerichtsentscheidung öor, in der ausdrücklich bestimmt wird, daß der Lehrherr— wenn er Lehrling« beschäftigt und mit ihnen bzw. deren gesetzlichen Vertretern keinen schriftlichen Lehrvertrag abschließt— wegen Verstoßes gegen 8 1S1 der Gewerbeordnung belangt werden kann. i Falsche Berufswahl. Tritt der Fall ein, daß der Lehrling glaubt, sich in der Berufs- wähl geirrt zu haben, fo hat er bzw. der gesetzliche Vertreter da» Recht der Auflösung des Lehrvertrages. Der gesetzliche Vertreter (bei Volljährigkeit der Lehrling selbst) hat dem Prinzipal eine schriftliche Erklärung abzugeben, daß der Lehrling einen anderen Beruf ergreifen will. Nach Abgabe der Erklärung gilt das Lehrverhältnis, wenn der Lehrling nicht früher entlassen wird, nach Ablauf von vier Wochen(beim kaufmännischen Lehrling nach Ablauf eines Monats) als gelöst. Innerhalb neun Monaten nach der Auflösung darf der Lehrling keine neue Tätigkeit in dem in Frage kommenden Beruf annehmen. Stirbt der Lehrherr, so gilt der Lehrvertrag als aufgehoben, wenn die Aufhebung innerhalb vier Wochen— beim kaufmännischen Lehrling innerhalb eines Monats geltend gemacht wird. HansLichtenberg. Nie Dummen, die auf der Rechten fitzen. Spotten ihrer selbst, und wissen nicht wie. Zu einem ergötzlichen Zwischenfall kam e« in der gestrigen Sitzung des Berliner Hanshaltsa«»- schusses. Zur Beratung stand die vom Magistrat eingebrachte Vorlage über das durch die gesamte Wirtschasts- und Bertehrsentwicklung Berlins zwangsläufig bedingte Bauprogramm der städtischen Elektrizitätswerke. Diese vom oolk«- parteilichen Bürgermeister Scholz und dem demokratischen Kämmerer Dr. Lange gezeichnete Vorlage soll den Magistrat ermächtigen, im Einvernehmen mit der Finanz- und Steuerdeputation für die Bewag An» leihen bis zum Betrage von 64.2 Millionen Mark aufzunehmen, um die zur Aufrechterhaltung und Er- Weiterung des Betriebes notwendigen Mittel zu beschaffen. Diese Zusammenhänge sind jedem Komunalpolititer klar, und er muß zustimmen, wenn er nicht will, daß die Berliner Wirtschaft und mit ihr die werktäftge Bevölkerung schweren Schaden leidet. Anders die d eut s ch n a t i o n a l e n Katastrophen- Politiker, denen jeder sichtbare Forsschrttt im kommunalen Leben das Konzept zu den Wahlen verdirbt. Ihr Sprecher im Haushaltsausschuß, der Major«. D. und Pfarrer-Koch- Ersatz, Herr von Iecflin, der es besonders liebt, sein« „fulminanten" Reden mit französsschen Zitaten zu würzen, warf den Sozialdemokraten vor, sie arbeiten nach dem Grundsatz:„Nach uns die Sintflut" und fügt« dann den klassischen Satz hinzu: „Jüt die kosten haben später die Dummen auszukommen— und da» sind die, die aus der rechten Seile dieses Hauses sitzen." Allgemeines Gelächter quittierte diesem vorlauten Schwätzer, daß er wieder einmal ungewollt den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Die Vorlag« wurde mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und Kommumsten angenommen. Wlever ein Oachstuhlbranv. Gestern abend wurde die Feuerwehr abermals zu einem Dachstuhlbrand nach der Gubener Straße 22 gerufen. Das Feuer fand an dem Inhalt der Bodenverschläge und dem trockenen Dachgebälk reiche Nahrung. Der Brand konnte durch starkes Wassergeben aus drei Schläuchen nach ein- stündiger Löschtätigkeit auf seinen Herdbeschränkt werden. Die Wohnungen der oberen Stockwerke habe» unter Wasser- schaden gelitten. Die E n t st e h u n g s u r s a ch e ist bisher noch unbekannt. Premiere im Zirkus Busch. Frau Paula Busch. Eigentümerin und Leiterin des Zirkus Busch, hat sich klugerweise m der neuen Saison, die sie mich«m- mal riskiert, ganz auf ein rein artistisch-zirzensssches Programm zurückgezogen. Die großen Ausstattungsstücke verschlingen ein Heidengeld und man ryeiß immer nicht recht, ob sie einschlagen. In ihrem Bestreben wird Frau Busch aufs eifrigste unterstützt von ihrem Olberregifseur Carl Heß, dem vortrefflichen Reiter, der drei Nummern des Programms Mein bestreitet, darunter ein herrlicher»Zwökferzug". Den Lorbeer aber erntet nich: er. sondern der portugiesssche Schulreiter Roberto da Bas- concel�os. der mit Beifall überschüttet wurde. Der Held des Abends sst Eharles R i g o u l o t, 282 Kilogramm schwer. In- Hader von 41 offiziellen Weltrekorden. Wenn dieser Heros 240 Kilogramm hochreißt und stemmt, da bleibt einem, wie der Ber- liner drastisch sagt, die Spucke weg. Ein« prachtvolle Dressur- nummer ist Octavios.Arche Roah". Was diese Kätzchen und Aefschen, dies« Papageien und Hunde leisten, möchte man nach Ablauf des Engagements gern auf einer großen BarietÄühne sehen. Das Luftpotpourri der 7 Wortleys ist eine echt« große Zirkusnummer, nicht minder die 3 Nor» Berthas,«in hals- brechersscher Luftleiterakt. Die Clowns Daniel, Kuckartz und die drei Bernados vollführen«inen Ulk, bei dem kein Auge trocken bleibt. Man kann Frau Busch zu dem Programm gratu- lieren, nur muß sie dafür sorgen, daß sich das Orchester aus die Eigenart der Perüe besser einspielt: die Pferde können sich ja nicht nach dem Orchester richten. Auch sollt« der Todessprung des Ita- lieners O r l a n d mit einer gewissen Sicherung umgeben werden, damit das Publikum nicht ängstlich wird. Bei einem ernstlichen Unfall des Artisten hätte den Schaden dann auch der Zirkus selber. Es geht um die Kohlenversorgung. Die Versorgung Verlins mit Braunkohlenbriketts ist auch in diesem Jahre nicht reichlich genug. Wenn auch die Berliner Kohlenhändler zum Teil einen gewissen Vorrat eingelagert haben, so fehlt doch ein größeres Reservelager bei den Braunkohlen- werken selbst, wi« es in früheren Jahren vorhanden war. Es ist daher zu befürchten, daß bei einsetzender strenger Kälte ähnlich wie im vorigen Jahre die Ansprüche der Berliner Bevölkerung nicht voll befriedigt werden können. Stadtrat Genosse Dr. Trei tel hat sich deshalb im Namen des Magistrats au den Reichskommissar für Kohlenverteilung gewandt und um eine Besprechung ersucht, in der unter Hinzuziehung der Vertreter des ostelbsschen Braunkohlensyndikat« Maßnahmen er- örtert werden sollen, durch die die Kohlenversorgung Berlins unter allen Umständen s i ch e r g e st e l l t werden kann. Bei der neuen Programmgestalwng dieser Saison sind die B o r- tröge auf ein Minimum beschränkt worden. Sie treten gegenüber den musikalischen und künstlerischen Darbietungen in den Hinter- grund. Aber es sieht so aus, als ob nur Gleichgültiges zurückge- drängt ist. Sachliches ist bisher nicht vernachlässigt worden. So spricht Genosse Rudolf Hildesheimer vom Arbeitsamt Mitte über die„Arbeitsvermittlung für Werkmeister und technische An- gestellte". Ein Hinweis auf die Versuche des Arbeitsamte?, beson- ders mit Rücksicht aus die älteren Arbeitskräste einen Ausgleich mtt den Arbeitgebern zu finden. Eins Reche von Informationen erteilt Hildesheimer an die Interessenten unter den Hörern. In den frühen Abendstunden singen die Abels, die deutschen Revellers vor dem Mikrophon, ausgezeichnet auseinander abgestimmt, sehr witzig manche Songs parodierend. Ein« wirklich hübsche Veranstaltung. Der Wend ist spanischer Musik gewidmet mit Kompositionen moderner spanischer Musiker, die bisher in Deutschland nicht bekannt waren. Man glaubt meistens, diese elektrisierte Carmen-Mustk sei das Bild spanischen Charakters, trotzdem sie echt französisch ist. Das Spanisn. das sich hier dem Rundfunk vorstellt, ist viel dunkler und pathetischer, als Bizet er. empfand. Spanien bleibt sogar besinnlich. wenn es tanzt. Alles ist etwas melancholisch uMermalt, raumschwer und von dem Zauber der Ferne verklärt, bis sich dann plötzlich ein wilder Tanzrhythmus erhebt, sehr glutvoll und dunkel, mit wenig spielerischen Arabesken. Immer aber herrscht hier die Melodie vor. Der Spanier Pedro M o r a l e s ist der Gastdirigent. Re- dakteur Paul Steinfurth meist noch einmal innerhalb de- Zyklus„Wovon man spricht" aus das Werk der Rheinlandbesreiung hin. F. s. Urfett im Grischa-prozefl. 600 Mark Geldstrafe für das„Deutsche Adclsblaii*. Der verankworkliche Redakteur des„Deutschen Adels- blattes", Herr v. Bogen, wurde gestern nach längerer De. rakung von dem Schöjsengericht Berlin-Schöneberg der Be. leidignng für schuldig erklärt und zu einer Geldstrasa von S00 Mark verurteilt. Dem beleidigten Schriftsteller Arnold Zweig wurde die Befugnis zugesprochen, das Ur. teil zu veröfsentlicheu. In der Urteilsbegründung hob Landgerichtsdirektor Ziegel hervor, daß der Artikel hn ganzen Umfange t*, der Beurteilung herangezogen wäre. Dieser Artikel, die Besprechung über Zweigs Buch„Der Streit um den Sergeanten G r i s ch e". enthielte zuerst eine zulässige Kritik, die sich aber sehr bald in beleidigender Form der Person des Berfasssrs zuwende und der dann nichts mehr mit einer Buckchesprechung gemein habe. Oer Angeklagte könne nicht für sich in Anspruch nehmen, in Wahr- nehmung berechtigter Interessen oder in Notwehr gehandelt zu haben. Bei dem Strafmaß sei außer seiner Unbescholtenheit bis zu einem gewissen Grade die ganze Einstellung des Angeklagten zu Romanen dieser Art als strafmildernd angesehen worden. Aus der anderen Seite wirke aber die Tatsache strafverjchär- send, daß unbedingt die Freiheit der schriftstellerischen Betäti- gung gewahrt bleiben müssen. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich bei dem Buch um einen Tendenzroman oder, wie der Aulor glaubhaft ausgeführt ho«. um die Darstellung eine» Stücke» der Zeitgeschichte handele. Denn selbst bei einem Tendenzwerk müsse die s ch r i s t st e l l e- rische Freiheit unbedingt gewahrt bleiben. Di« Geldstrae. die aus den angeführten Milderungsgründen verhängt wurde, dürfte nicht zu gering ausfallen. Der Grund dafür sei die Schwere der Beleidigung und der Umstand, daß der Angeklagte das Buch zurzeit der Veröffentlichung der inkriminierten Besprechung noch gar nicht gelesen hätte. Denn daraus ergäbe sich die Neigung des Angeklagten, Angriffe zu richten, ehe er ihre Berechtigung geprüft habe._ hakeakreuzmusik. Die Nationalsozialisten tragen wieder einmal zur Rettung Deutschlands bei. Ihre Lehrkopellen veranstalteten in den letzten Tagen Militärkonzerte. Man sah einige Windjacken, einige Hakenkreuz«. Man hörte schlechte Musik. ver Kapellmeister hieß Fuhsel. Bier und Schnaps wurde auch getrunken. Führung durch die wohaungsausstellung im Friedrichshain. Durch die im„Vorwärts" und„Volk und Zeit" so lobend besprochene Wohuungsausstellung des Bezirksamts Friedrichshain in der Straßmannstraße 6 veranstaltet der Bildung sausfchuß Friedrichshain eine Führung am Freitag, dem 20. d. M. Treffpunkt pünktlich 19.30 Uhr am Einganq. Genossen aus anderen Kreisen sind will- kommen, die Führung hat Genosse Konrektor Wilhelm H o e p n e r. Die Ordner der Proletarischen Feierstunden treffen sich Sonntag, den 22. d. M.. 7% Uhr vormittags, zum Dienst bei der Jugend- weihe im Großen Schauspielhaus. Dos volksblldvngsam» Charloltenbur-, veranstaltet im Rahmen der VolkSbildungSveranstattungin am Sonnabend, dem Lt. September 19. a, 20 Uhr, im grofien Saal der Hochschule für Mufik sew l. Festkonzert. Eintritt 1,20 M.. Mitglieder der Kunstgemeinde 1.— M. Die Platzkarten werden ausgelost. Karten sind zu haben im Charlottenburger Raihaus, Zimmer 310, in der Stodibücherei, Eosanderstrasie 1 und deren Zweig- stillen, bei Bote u. Bock, Tauentzlcnstraß« 7 b und, sowett noch vorrätig, au der Abendkasse. Za dem Festkonzert der.Typographla*. Gesangverein der Berliner Buchdrucker und Schriitgießer, in der.Philharmonle', am 21. bringt D r. Sebastian Strelitzer ein neues Chorwerk von James Simon für Lstimmlgen Chor und Orgel:.Freiheit» zur llraussührung. Die Dichtung stammt von V a n z e t t i, welcher der amerikanischen Justiz zum Opfer fiel.__ Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". DefchSttsstelle: Berlin S. 14. Sebastianltr. 37/38, Sot 2 Tr. Bernau. Donnerstag, lg. September, 20 Uhr, Versammlung bei Dtodisch, Pünktliches Erscheinen aller Kameraden Pflicht.— Wcibeasce. ffreitag, 20. September. Ai Uhr, im Berliner Loi. MItglicdervcr- sammlung. Wegen der außerordentlich wichtigen Tag«»ordnuna Erscheinen für aktive untz passive Kameraden Pflicht. Borstanb eine Stund« früher.— Nrci, Osten. Die Ortovereinc treten zur Kreisveranstaltung am Sonntag, dem 22. September, lg Uhr, am Bahnhof Rahnsdorf(Strecke Erkner) an.— Fried- richoham. Sonntag, 22. September, 12 Uhr. Antreten mit Musik uird ssahncn auf den Sammelplätzen der Kameradschaften»ur Fahrt ngch Schöneiche. Fahr. karten bis Rahnsdorf, Di« Angehörigen treffen sich in Dorn'» Kurhaus in Schönelche, lg Minuten vom Bahnhof Rahnsdorf.— Tiergarten(Kameradschaft Westen I). Freitag, 20. September, 20 Uhr, Bersammlung im National- Hof. Bülowstr. 37. Borlraq des Kameraden Mischter:„Schutzbund und Seim- wehren". Gäste aus anderen Kameradschaften willkommen. Arbeiter,Abstineatc»,Bnnd, Gruppe Friedrichshain. Am Donnerslaa. dem IS. September, stufammenkunft der Gruppe im Jugendheim der weltlichen Schule. Diestelmenerfir. 4-«, lg»— 22 Uhr. Tagesordnung:„Unser Arbeits- plan für die nächste zeit". Gesellschaft für Sczualrefor«.— Liga für Mutterschutz. Am Donnerstag, dem lg. September, findet in den Prachtsälen„Am Märchenbrunnen", Am Friedrichshain 20— 82, eine öffentliche Kundgebung statt. Themen: „Das Unrecht im Serualftrafrccht" und„Der Kampf gegen den g HS". Es sprechen: Canitätsrat Dr. Magnus öirfchfeld: Rechtsanwalt Dr. Alfred Kle«: HauplgefchSftsfllhrer Hugo Oelfchläger: Dr. Martha Ruben-Wolf: Dr. Felir A. Theilhaber. Unkasienbeitrag 40 Pfennig. Freie Arbcitcr.Efperanto.Verciufgung Berlin. Gruppe Osten. Sruppenvcr- sammlung heul,, 20 Uhr, im Jugendheim. Am Ostiahnhos 17. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß heute ein neuer Esperanto-Anfänger- Kurlus beginnt. knellsv conrersotlonol Club foaaded 1878, Meetings eyery Frtday 8 p. m. Cald Josty, Potsdamer Plate. Leciurer: Miss Block on;„The Berlin Traffie" öuests, Uadies 4 Oentlemen, are welcome, illSö: lijSSi il iili? m i vjy> sin n prächtig schäumende reine Sunlidit Seife istgiddigutßr dienfäsdie undfur dieJßrperpflege. SSi27/25 Nusiadmigen für diese Rubrik sind Berit» SB«8. Lindenilratze Z. Parteinachnchien für Groß-Bertin stets an das Bezirtesekretnrlai Ü. Hoi, Treppe» recht», zu richte» � l. llrei» Mitte, isreita». Z«. Septenider, td'A Uhr, im KaSesche» ?Z Ans, Rosenthalcr Str. il, Sreisdelegierieuversamnilunit. tklutritt -Z nur mit Delcpiertenausmei, und nntcr Varzeiaun« de» SSitsliciistmifcs «estattct. B 2. strei» Tierparten. ssreitaq, 2» September. 1d ilhr, im Ratiaual- hos, Bülovtsir. d7, ttr»i»»ert?eterver!«miiil?,ni>. Wohl der Kandidat«» -- zur Stadt, und Bezirtarerordueteunersammlun». Wahl der Beisitzer zum W Kreiauorstaud. Telegierteakartea und Nitgliedsbuch sind oorzuzeiaeu. ■ g. Jstei» itreuzbertz. ssrestatz, 20. September. UH llhr, Sreiadele» M alertenversammluna bei Rabe, Aichteltr. 2«. Tatzesoednunq: i. Der ks Kamps um da» rote Berlin. Rescrent: Dtadtnerord-cier Paill Robinson. ßZ 2. Auiftclluna der Kandidaten. Ohne Dclctzicrteularte und Mittzlied». � buch l-m Zutritt. 7. Krei» OHarlottonburp. Kreisausschutz slir sozialistische Bildunqsarbeit heiste, �onnersta-i, IS. September, piinlilich 2» Uhr, im Jugendheim Meilne-str. 4. Sitzung. 13. strei« Tempelbos. Z'tinltlii'i l0'4 Uhr Kreieoorstandosttzuna bei Riendors. Mar'erdors, Shausteestr. 10. Itziirptlich ersidlioe", dg da»?Imulcr g-räumt toerben mutz.— Die tzlibeitcrbü�erei Mariendori ist wieder regelmatzig stzreitag»on 1»— 21 Uhr im Lokal Riendorl. Chnusteestr. 19, aeössact. Büe'eroueanbe ersolgt auiier au Parteigenossen auch an Vorwärtslescr »ad ssmliih, unserer Partei. 15. Kreis Treptow, sbreitq, 20. September. 19>4 Uhr. im Lokal Sin-?Z stedlrr. Ioha»ni»thal, Rm Sterndamm, Sreisrentre'eroersommlung. UZ Taaeoordn«»«! 1. Da» Wohnunasnro'ilrm der Stadt Berlin Reserent: U? UZ Stadtrat Zsranz sszeminsks. 2. Bufsteilung der Kandidaten zur Stadt. Z UZ und Bezirlsverorduetenwahl. S heute. Donnerstag. IS. September. 19. Abt. Die Dezirkssvhrer rechnen bestimmt bi» zum 21. September beim Genossen Kemnitz ab. 27. Llbt. stzunktionärsttzung mit Kreisvertreter, kopenhagencr Str. 42, bei Last. 1S'4 Uhr. 35. Llbt. 19'* Uhr ssmiktionarsttzvng bei Otio. Rioaer Str. 85. 115. Rbt. Lichtenberg. Alle Itzenosstnnen beteiligen stch an dem Kreiofraucn. abend im Raihau», Möllendorfstratze, Eitzungssaal 25. Morgen. Areilag. 20. September. 14.«bt. 20 Uhr Konferenz der kreisd-legierten bei Lauritzen, Putbusker Straße 11. Alle Delegierten mllssen erscheinen. 25. Abt. 20 Uhr bei Reschke. Metzer Str. 25, IsuuktionZrsttzung mit de» Kreit- Vertretern. »1. Abt. 19W Uhr ssunitianSrsstzung mit be» Kreisvertretern hei Soldschmibt, Stolpisch« Str. 35. 55. Abt. Lichtenrade. 20 Uhr bei Delam, Bahnhotstraß««ckr«oetzstratze, Sitzung de» Borstande» und de« Ausschusses für die Rovemberseier. Frauenveranstallungen. 3. Krei» Seddin«. Leute, Donnerstag. IS. September, iszi Uhr, in M de» PharuaslUen, Diilllerstr. 142. ffrauemverdeahend. Mussk, Ansprach» der Senpsstn Klara Bohm-Echuch, M. d. R., Rezitationen de» Genossen HZ Losemann, Sprrchchor der Sewerkschastsjugend:.Fabriken". Uirkosten. D beitrag 20 Pfennig. 17. Krei» Lichtenberg.. Leute, Donnerstag, IS. September, ISih Uhr. im Rat. Haus. MMknborlstratze. Sitzungssaal 25, Vortrag:»Der Komps um die Arheitiloseuverstcherung�. Reserent: Kurt Kietzmann. 75. Abt. Schbaeberg. Heute. Tonner�ag. IS. September, 20 Uhr, Srbsfnung der Gmienaftikabteiluna sttr ssrauen des Arbeiter-Sportverein» SchSnebrrg. Friedenau 0? in der Sewrindcichule Sbersstr. 5, In der oberen Lalle. Di« Kinder turne» von 15 bi» 20 Uhr in derselben Salle. 05.»dt. Grünau, ffreitag. 20. September, 20 Uhr, bei Bern er. Abpenlcher Straße 125. Bartrag:»Di« ffrau in der Kommune". Referentin: Srna 155. Abt. Neiaickendors�N. Leute. Dannerotag. IS. September. 20 Uhr, in der tintauer Strotze. Bortrag:.Wir ss tauen und dt« Kommunasmahlen". Referent: Arthur Srisvien, M. d. R. �gelliliSöikku ZerZvZiLüLteo llilS kre'öMerLerUlls cm Sonntag, dem 22, September 1929 vormittags 9 Uhr im Greven Schauspielfcaas, Berlin, Karlstra�c, vormittags lO1/� Uhr im lieicedes-Palast in Neokälln. Hermanns raHe, vormittags 10 Uhr Im Union-Thcalcr in Köpenick, Kö lnischer Platz. Musik— Sprechchor— Gesang— Weiherede— Orgelspiel. Mitwirkende; Der Junge Chor— A-cappella-Vereinigung des„Berliner Volkschor44— Männer- und Qem schter Chor Köpenick— Der Sprechchor Jür Proletarische Feiersiunden— Kammerorchesier der Gemeinnützigen Vereinigung rur Pflege deutscher Kunst— Cello-Trio. Weiheredner: Max Westphal, Stadtrat Schneider, Fritz Sachtleben. Werbezusschun der Post- und TelegrapHenbeamleu und -Anwärter. Fveitaq, 2ll. Teptember, 20 Uhr, wichtige Sifeuim bei Heiles, Preuj,. M ll lauer Allre 2.14, Ecke Met»er Straße. Bor! rag:.Die Bedeut»ng der e £-3 Komunmslroahlen, unter besonderer Berücksichtigung der Wohnnuas- W M fragen". Ref.: Architekt Oito Most. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Kl Zungsozial.sten. . strei» ssri«drich»hai». Leute. 7 onncratog. 20 Uhr. im Jugendheim Tilsster �tratze, Vortrag de» Genosse» Löwi über:.7au?c->.Bertrag und Poung.Plan". Achtung! Erscheinen aller Mitglieder um ISiö Uhr ebendort unbedingt er- forderlich»wceio Erledigung wichtiger organisatorischer Angelegenheiten. Gruppe Süden. Leute, Donnerstag, 20 Uhr. im Zugeirdheim Borckstr. U, Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft:..Imperialismus". Leitung: Dora Fabian. 7a die Delegierten zur Gaukoniircn, gewdhlt werden müssen, ist pünktliches und vollzähliges Erscheinen notwendig. Arbeilsgcmeinschafk der kinderfreunde Groh-Lerlin. P? t-JiT7-1 T I lJ3=IPLa Li I I I P M Grotz-Berlln. Leute. Donnerstag. 19. September, Begiu» de» Leiser. Zn Z Seminars um 29 Uhr im Rathaus NcukSll», Zimmer de««eussse» Kurt kZ m LSweuftein. Kreiskur«lcit«r und die Leiter der Facha rbcitergruppcn iZ kZ»nd zur Teilnahme»rrpslichtet.- strei» Reukölln. Scut«. Donnerstag, IS. September, 17—18 Uhr, Sprech- stund« in der Baracke Ganghofcrstrgtze. Geburtslage. Jubiläen usw. 12. Abt. Unserem Genossen Paul Broike, Walbstr. 42,»» seinem 55. G«. burt»t»g« bi« herzlichsten«lückmünschc. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 102. Abt. B-umschulenme«. Unser««enasstn Emilie Röhrich ist verstorben. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung heute, Donnerstag. IS. Sevtrmber, 1814 Uhr, im Krematorium Baumschulegweg. Sozialifiische Arbeiterjugend Gr..Verlin Einsendungen stlr diese Rndrtl nur an da« Zugendselretchtia« Berlin SW 55. rindenstraße» Abteilung»!« iter!«arten vom Merced es- Palast. Plaketten und Aackeln müssen umgehend abgerechnet werden. Sorgt dafür, daß die roten Dahnen und Transparente, die dem Sekretariat gehören, umgehend zurückgegeben werden. Lichtbilder vom Zugendiaa liegen Zur Einsicht und Desiellung im Jugend- fckre'ariat au». Preis 2S Pfennig. Beweg»»gichor: Reubeginn der Serbstarbeit und Reuaufnahmen sllr An- sönger. Anfänger 20 llhr und fortgeschrittene 21 Uhr in der Turnhalle Dan- zig er Str. 28. Werbe beziri». und»ildung—nischntz. Leute findet im Dvrtra»»saal de, Parteworstande», EW. 88, Lindenstr. 8, um ISij Uhr. eine Sitzung statt. heule. Donnerstag. IS� Uhr. Aallplatz I: Schule Sonnenburger Str. 20. Politischer Lotterleabend.— Rordoste» ll: Seim Danziger Str. 82. Baracke 8. Vortrag:.Ausgaben der Kommune". Rckcrent: Reich.— Schönhauler Vorstadt: Schule Sonncndurgcr Siratzc 20. Vortrag:..Unsere Stellung zum Heuilgen Staat". Sticrent: Dr. Alfred Lraunthol.— Kottdusser Tor: Britzer Str. 27—20. Vortrag:..Das kommunistische Mgutfest".— Südwest: Sein, Lindenstr. 4. Vortrag:„Spaltung im Arbeitersport und in den Gewerkschaften".— Westend: Stadt, liugend» heim. Sportplatz Westend. Tagespositischc Zragen.— Tegel: Bahnhosstr. lö. Vortrag:»Das Wehrprogramm".-- Lettcuau: Rosenthalcr ölt. lö. Vortrag: „Wie verbringt der Proletarier seine Serien?"— Pankow Iii fP.ot» Sölten): Leim chörschstr. 14. Werbearbeit.— Rordeu: Heim Lortzingstratze Ecke Graun- stratze. Lichtbildervortrag:.Der Wiener Iugcndtag". W 10 Zahn,«AI. Ricderschönhauscn. Am 21. September. 20 Uhr. im K kW Sanssouci, Riederschönhausrn-Rordend. Rezitation, Sprechchvr, Szenen» !N spiel, gemeinsamer Volkstanz.— Am 22. September auf dem Bolle- i-Z EZ Sportplatz, Riederschönhausen-Rordend, 12Vb Uhr, Werbeumzug durch t i F5 Niedcrschönbausen. Uhr Völkerball. Landball. Stafette. Ginkliana- t i tZ Staffel. Zirkus. Isackelzng. Teilnehmerkaric illlr brid« Tage) Erwachsene:! iI 40 Pfennig. Kinder 20 Pfennig. ffz Werbe bezirk Lichtenberg: Achtung! Dl« Werbebezlrksvorstandssitzung findet umständehalber Dienstag. 24. September, im Kenn Gunterstr. 44. um 19'.? Uhr, statt.__ Wetterbericht der össenMchen Wetterdienststelle SerNn und Umgegend (Nachdr. verb.) Aunehinende Bewölkung, am Tage noch warm, südliche Winde. Vereinzell Neigung zu Gewitterregen.— Aür Leulichland: Im Osten noch warm und ziemlich heiter, in Witteldeutschland B-wölkungS» zunähme, stellenweife gewitterartigor Regen. In Nordwesten etwas kühler. Modenschau bei Wertheim. Im Möbelhvus von Werth«im, Oranienstraße(gegenüber 'dem großen Warenhaus am Moritzplatz), das einen idealen Vor- führuirgsraum hat, wurde eine sehr stark besuchte Modenschau veranstaltet. Die Bühne und der ganze Raum waren mit Ueber- legung und Geschmack recht stimmungsvoll hergerichtet, eine jede verwagidte Farbe stand gut zu der anderen, und die Zuschauerinnen fühlte» stch behaglich. 30 Damen, von der Jugendlichsten bis zu der Dollschlanken, führten mit Grazie die verschiedenen Modelle vor. Als Neuheit darf man Regenmäntel ansprechen, die auf beiden Seiten z» tragen sind. Die Dame in Rot kann also künftig on dcr nächste!, Strahonecke die Dame in Blau sein. Fernerhin darf wohl als Neuheit gelten, daß auch Schuhe und Bijouteriewaren gezeigt wurden. Der zweifarbige Schuh, der augenblicklich das Feld be- herrscht, wird desgleichcn für cherbst und Winter die Mode bleiben. An Kleidern sah man natürlich einfache, mittlere und elegante, eben alles, was inan haben will und möchte. Freudig begrüßt wurde die Zusicherung, daß auch in Frauengrößen entweder alles am Lager oder doch mit Leichtigkeit zu beschaffen ist. Josephs Modenschau im Orpheum. Das Kaufhau? Joseph aus der Berliner Straße in Neu» k ö l l n zog im Orpheum seine Modenschau als großen Gsselljckafts- abend mit nachfolgendem Tanz auf. Geboten wurde wirklicy das bestmögliche sowohl an Tanzdarbietungen wie an Herbst- und Winter- moden. Man bemerkte u. a. allerliebste gemusterte Strickkleider, Wiener Art, mit passenden Käppchen. Dann erwies sich manches Beloutinekleid als ganz großer Achlager. Die Gesellschaftskleider werden vorne sehr kurz und hinten recht lang getragen. Ferner sah man Frouenkleider mit engem Rock und apartein Uebcrwurf. Ilmer den oerarbeiteten Stoffen erblickte man immer und immer wieder Moirä. Die Mäntel werden mit großen Pelzkragen und großen Manschetten getragen, zu ihnen sieht man mehr als einmal die große Hutform, die in letzter Zeit iast völlig ausgestorben war. Die Ülbend- kleider sind äußerst abwechslungsreich gestaltet, kann man bei ihnen doch wirklich alle Formen und all- Farben bewundern! Die Ber- anstaltung war überfüllt. Llm das RohstaWartett. Lnteressengegenfähe der europäischen Stahlindustrie. Die Verlängerung der Eisenverbände scheint ein recht heißes <5isen zu sein, das keiner sich so recht getraut anzurühren. Bisher ist iveder das Schicksal der Internationalen noch der Deut- scheu Rohstahlgeineinschaft entschieden. Der Deutsche Ver- band wurde am 18. Juli nur provisorisch bis zum End« dieses Jahres verlängert: deshalb provisorisch, weil die Baupläne bei Mannes- mann und Krupp es ungewiß machten, ob die einzelnen Verkaufs- verbände, die in der ersten Hälfte des nächsten Jahres ablaufen, auch erneuert werden könnten. Geklärt ist die Frage auch jetzt noch nicht. Zwar hat Krupp vor wenigen Tagen in der Rohstahl- Gemeinschaft eine Erhöhung seiner Quote um 1» Prozent durch- gedrückt, worin die übrigen Beteiligten einen Verzicht aus den geplanten Bau des Röhrenwerks erblicken wollen, aber die ver- tragliche Erneuerung der Rohstahlgemeinfchast hat man noch offen- gelassen: man will erst die Resultat« der Wiener Tagung vom 28. September abwarten. Diese Tagung soll nun endlich die Erneuerung der am All. September ablaufenden Internationalen Rohstahlgemesnschaft bringen. Das ist so ziemlich der letzte Termin, nachdem die Juni- Tagung in Paris kein« Lösung gebracht hat, da nur die deutschen Unternehmer wußten, was sie wollten, nachdem man das Datum der September-Tagung vom 12. auf den 26. verschoben hat. Auf der Pariser Tagung hatten die deutschen Vertreter«in« E r- höhung ihrer Quote um S Prozent der Gesamtquote der JRG. gefordert. Die ursprüngliche Quotenfestsetzung war noch der Produktion des ersten Quartals 1926 erfolgt, als die deutsche Konjunktur sehr schlecht und die deutsche Eisenproduktion entsprechend niedrig war. Infolgedessen hat Deutschland feine Quote von 43,2 Prozent später dauernd überschritten, so daß es in den drei Jahren des Bestehens der JRG. S t r a f z a � l u n g e n in Höhe von rund 40 Millionen Mark zu leisten hatte. Weniger stark war das Saargebiet bei der Quotenzumessung benachteiligt worden: dagegen konnte Frankreich, abgesehen von wenigen Monaten des Jahres 1928, feine Quote bei weitem nicht ausnutzen, während Belgiens Produktion annähernd seiner Quote entsprach. Em Zeichen für die offenstchtliche llnstnnigkeit der bestehenden Regelung ist es auch, daß man ohne Rücksicht auf den Weltmarkt die Gesamtquote dauernd erhöht hat, nur um auf diese Weis« Deutschlands Quote effektiv in einer hohen Tonnen- zahl erscheinen zu lassen. Die anderen Länder wollen natürlich an eine Revision der Quotenverteilung nicht heran. Immerhin wurde in Paris ein« Sonderkommifsion eingesetzt, di« statistische Vorarbeit für die Wiener Tagung leisten und Material über die Entwicklung von Quote und tatsächlicher Produktion vorlegen soll. Die zweite deutsche Forderung geht auf Abschaffung der Exportkontingentierung. Ursprünglich war für jede über die Quote produzierte Tonne eine gleich hohe Straf- Zahlung zu leisten. Als nun im Jahre 1927 der Inlandsabsatz im Zusammenhang mit der Hochkonjunktur eine ungeahnte Zu- nahm« erfuhr— die JRG. sollte aber vor allem«ine ungehemmte Ausfuhr oerhindern—, da teilte man die deutsche in eine Inlands- und Auslandsquote im Verhältnis 72 zu 28, wobei jetzt für Ueberschreitung der 72 Prozent im Inland für jede Tonne 1 Dollar als Strafe, für Ueberschreitung der Auslandsquote von 28 Prozent der deutschen Gesamtquote aber bis zu 4 Dollar pro Tonne zu zahlen waren. Aber auch diese Regelung genügte nicht: man setzte ein bestimmtes Ausfuhrkontingent fest, das zurzeit gllll llllll Tonnen pro Quartal beträgt. Diese feste Kontingentierung hinderte aber die deutschen Unternehmer, bei rückläufiger Konjunktur für den geringeren Inlandsabsatz einen entsprechend höheren Aus- londsabsatz zu suchen. Interessant ist nun, daß Frank re ich«ine allgemein« Unter- teilung der Quoten in Inlands- und Auslandsquoten verlangt, wo- bei di« Ueberschreitung der Exportquoten h ö h« r belastet werden soll. Damit würden all« Partner Deutschlands gleichgestellt sein, wenn die Kontingentierung von Deutsiftands Eisenexport aufgehoben wird. Vielleicht könnte diese Regelung, die hauptsächlich a»f Beschränkung des Exports abzielt, den Ansatz bilden für Er- richtung von Derkaufsverbänden, wie sie seit Iahren von den beut- schen Unternehmern gefordert werden und die allein ein« Preis- besserung auf den Weltmärkten herbeiführen könnten. Ob aller- dings Belgien, das den größten Teil seiner Produktion aus- führt, für diesen Plan zu haben sein wird, ist sehr fraglich. Zwischen Belgien und Deutschland Hot sich denn auch in diesem Jahre der Konkurrenzkampf wieder verschärft. Deutschlands Eisenexport ist in der ersten Hälft« dieses Jahres um IS Prozent gegenüber dem Borjahre g e st I e g« n, während der belgische nur um 8 Prozent zunahm. Sicher ist diese Steigerung des deutschen Exports mit bedeutenden Verlusten verbunden, da Belgien bei seinen niedrigeren Gestehungskosten dauernd aus den Preis drückt. Aber die deutschen Unternehmer müssen wohl diese Verluste mit Rücksicht auf di« bevorstehende Neuregelung der Quoten für tragbor halten, zumal sie ja am Inlands- absotz erheblich verdienen. Und darin besteht für die deutschen Unternehmer auch der Hauptwcrt der Internationalen Rohstahl- gemeinschaft. Die Einfuhr von Eisen nach Deutschland ist während ihres Bestehens unmöglich, so daß von dieser Seite keine Gefahr für das überhöht« Preisniveau besteht. Lieber ver- schleudern die deutschen Unternehmer Millionen über Millionen im Verlustexport, als daß si« etwas Rücksicht auf di« Konjunktur des Inlandes nähmen und die Inlandspreis« ermäßigten. Trotzdem nun di« deutschen Unternehmer auf endgültige Abmachungen drängen, wird die Wiener Tagung wohl nur«ine provisorisch« Verlängerung der JRG. bis End« Dezember oder End« März bringen. Zweifellos sind die Pariser VerHand- lungen im Juni auch unter dem Druck der Reparationsftage nicht weitergekommen; nach ihrer Lösung dürfte die Verständigungs- bereitschast in Wien größer sein. Z. Oer Arbeiismarki Mitte September. Leichtes Anwachsen der Arbeitslosenziffer. Nach dem Bericht der Reichsanstalt hat die Widerstands- fähigkeit des Arbeitsmarktes in der Woche vom 9. zum 14. September einen� wenn auch leichten Rückgang Platz gemacht. Wenn auch gewiss« Tendenzen für«ine Belebung der Wirtschaft vorhanden sind, so haben sich doch di« rückläufigen Aus- Wirkungen für den Arbeitsmarkt weiterhin langsam durch- gesetzt. Die Zahl.der Hauptunterstützungsempfänger dürfte für Mitte September auf 735 000 Personen zu schätzen sein. wobei, wie schon des öfteren betont wurde, in der Zahl der Haupt- Unterstützungsempfänger nicht die volle Arbeitslosigkeit zum Ausdruck kommt. Im einzelnen hat der Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften nachgelassen, da die Getreideernt« so gut wie beendet ist. Allerdings sind für die bevorstehende Hacksruchternte neue Abrufe zu erwarten. Im Kohlenbergbau hielt die allgemeine gute Beschäftigung in der Berichtswoche an. Auch der Kalibergbau war weiterhin gut beschäftigt. Im Baugewerbe war di« allgemein« Lage sehr uneinheitlich, doch überwiegt der Eindruck einer schwachen herbstlichen Bausaison. Auch' in der Metallindustrie ist die Lage sehr ungleich. Während die Berliner Elektro- und Metallindustrie noch verhältnismäßig gut beschäftigt war. meldet der mitteldeutsche Maschinenbau mehrfach Kurzarbeit, und auch in der Leipziger Elektroindustrie war der Geschäftsgang un- günstig. Entlassungen traten auch in der cheniischen Industrie ein. Die Entwicklung der einzelnen Geschäftszweige der Spinn- st o f f i n d u st r i e ist sehr verschieden. Auch die Herbstsaison in den verschiedenen Verbrauchsgüterindustrien, wie dem Schokoladen, und Zigarettcngewerbe, hat sehr ungleich eingesetzt. Allgemein kann festgestellt werden, daß die Nachfrage nach ungelernten Arbeitskräften zurückgegangen ist. Ein tolles Stück. Oer Zigarettenskandal bei Balfchari. Die bekannte süddeutsche Zigarettenfabrik von Bat- j ch a r i steht jetzt in der Liquidation. Diese geht unter den eigen- artigsten BegUitevscheinungsn vor sich. Unter der glorreichen Leitung von Herrn Robert Batschari hat diese Gesellschaft in den letzten Jahren auf Kosten der Reichsfinanzen nicht weniger als 12 Millionen Mark Schulden an Rückständen für n i ch t gezahlte Zigaretten steuern anhäufen können. Die wegen der enormen Schulden beabsichtigte gänzliche Still- legung des B.'triebes wurde durch das Eingreifen des Hainburg:r Zigarettenkonzerns Reemtsma zunächst verhindert. Im Laufe des letzten Monats hat aber der Resmtsma-Konzern den Baden-Badener Betrieb von Batschari stillgelegt und von den 160 Angestellten fast 120 Mann auf die Straße gesetzt. Während die entlassenen Angestellten nicht wissen, wo sie Arbeit finden sollen, geht es dem verantwortlichen Chef. Herrn Robert Batschari, glänzend. Zunächst hatte dieser mit seinem Nach- folger, dem früheren Stinnes-Generaldirektor Friedrich Minoux, ein Abkommen getroffen, wonach Herr Batschari jeden Monat 2500 M. erhalten sollte. Damit nicht genug, war der frühere Zigarettenunternehmer auch künftig an dem Produktionsergebnis beteiligt, was ihm jährlich mind stens 4 5 000 M.«inbringen sollte. Wi« wir jetzt hören, soll in einem neuen Abkommen Herrn Robert Batschari ein« Barabfindung von 600 000 M. zugesichert worden sein. Es ergibt sich also hier der skandalöse Zustand, daß einem Unternehmer, der sein Werk in«in« unhaltbare Schulden- Wirtschaft gestürzt hat. Hunderttausend« nachgeworfen wer- den. wahrend der Steuerfiskus sozusagen in den Mond guckt. Hoffentlich wird die Steuerbehörde sich diese Unverfrorenheit nicht ohne weiteres gefallen lassen. Italiens Außenhandel. Deutschland ist der beste Kunde Italiens. Der deutsche Generalkonsul in Mailand, Dr. Schmitt, hielt kürz- lich in Düsseldorf«in eingehendes Referat über die Handels- politische Entwicklung Italiens. Trotz der chauvinistischen Wirtschaftspolitik des Faschismus weist die gesamte Einfuhr nach Italien noch dem Rückgang von 1927/28 wieder eine er- heblichc Zunahme auf. Dagegen ging die italienische Aus- fuhr in den letzten Jahren erheblich zurück, so daß sich eine ge- steigerte Passivität der italienischen Handelsbilanz ergibt. In der Einfuhr nach Italien nehmen die Vereinigten Staaten von Amerika die erste Stelle ein. Ihnen folgen an zweiter Stelle Deutschland und danach Frankreich und England. In der italienischen Ausfuhr nimmt Deutschland den «rsten Platz ein. Deutschland ist also schon im rein«n Waren- verkehr der beste Kunde Italiens. Dazu kommen noch die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr, der Italien gerade aus Deutschland laufend hohe Beträge zuführt. Im Export von Industriewaren nach Italien dürfte Deutschland heute noch an erster Stelle stehen, jedoch werden die Verhältnisse in- folge der italienischen Zollmaßnahmen und der chauvinistischen Pol!- tik des Faschismus zum Schutz der nationalen Industrie immer schwieriger. Zum Schluß gab Generalkonsul Schmitt einen Ueberblick über die jetzig« italienische Wirtschaftsorganisation. Dies« erstrebt unter einheitlicher Leitung und nach einheitlichem Plan die Modernisierung der Landwirtschaft, die Rationalisierung der Industrie und den Ausgleich zwischen d«n städtischen und ländlichen Gegensätzen. Oie Tschechen werden Seefahrer. Oas Abkommen mit dem Aordveutschen Lloyd. Jetzt erst hat die Tschechoslowakei von dem ihr laut Versailler Vertrag zustehenden Recht Gebrauch gemacht, in Hamburg ein« Freizone für 99 Jahr« zu übernehmen. Zwischen dem Nord- deutschen Lloyd und tschechischen Unternehmern ist ein Vertrag zum Abschluß gelangt, in dem die Gründung einer neuen Reederei mit dem Namen„M itteleuropäischer Lloyd> Tschechoslowakische Seeschifsahrts A.- G." mit einem Kapital von 6 Millionen Kronen festgelegt wurde. Von diesem Kapital übernimmt der Norddeutsche Lloyd 49 Proz., während er sein Gelände im Hamburger Hafen der neuen Gesellschaft überläßt: für später soll auch eine Verpachtung von drei Lloydschiffen an das neue Unternehmen in Aussicht genommen sein. Diese Gründung kann von weittragender Bedeutung werden, da etwa«in Sechstel des Gesamtverkehrs im.Hamburger Hasen auf den Umschlag tschechischer Güter entfällt. Natürlich wird dies« Reederei vom tschechischen Staat besonders begünstigt werden, was durch die Ueberlassung der gesamten Seepost, durch Begünstigung im Frachtiransport in sebr wirksamer Weise möglich ist. Vermutlich wird auch der Hauptstram der tschechaslowa- kischen Auswanderung, der hisher über Bremen ging, jetzt seinen Weg über Hamburg suchen. Den Firmen, die bisher tschechische Güter vom und zum Hamburger Hafen beför- derten, wird di« neue Reederei um so mehr Konkurrenz machen können, da ihr die groß« Erfahrung des Norddeutschen Lloyd zur Verfügung steht. Dieser ab«r hat zweifellos seine Position im Ham- burger Hafen wesentlich verstärkt, was im Hinblick auf die Kon kurrenz mit der Hamburg-Amerika-Linie von Wichtigkeit ist. Daß die H a p a g sich nicht beteiligte, wird darauf zurückgeführt, daß sie zu den Tschechen nicht die besten Beziehungen unterhält. Viell«icht spielt dabei auch die Konkurrenz in der Elb«schiffahrt, an der die Hapag stark interessiert ist, eine Rolle. Die Gefahr, daß ein« eng- lisch- Reederei sich mit den Tschechen zusammentun und dadurch in Hamburg festen Fuß fassen könnte, ist durch die Lloyd-Beteiligung beseitigt. Di« tschechische Regierung hat diese Gründung in- zwischen genehmigt._____ Oer Landwirischastsrat iagi. Minister Dietrich gegen die„Grüne Front". Am Mittwoch wurde in Münster die H a u p tv e rs a m m- lung des Deutschen Landwirtschastsrats eröfinet. In seiner Begrüßungsrede wandte sich Reichsernährungs- minister Dietrich gegen die von der„Grünen Front" er- hoben«» Vorwürfe und wies ihre UnHaltbarkeit nach. Er sei gern bereit, Vorschläge zur Besserung der Lage in der Landwirtschalt entgegenzunehmen und zu hören. Zugeben wolle er, daß sich das Reichs milchgesetz und das Gesetz über das Lagerschein- wesen verzögert hätte. Die Schuld daran trage aber nicht das Reichsernährungsministerium: denn di« landwirtschaftlichen Stellen hätten die benötigten Berichte überhaupt nicht oder verspätet ein- gesandt. Der preußisch« Landwirtschaftsminister Steiger wies in seiner Red« darauf hin, daß ein« Rentenbankgrundschuldenregelung zu erwarten sei. Sie könne jedoch nur im Rahmen mit der Neu- ordnung der Gesamtfinanzen erfolgen. Ob der Finanzausgleich aber noch vor dem 1. April zu erwarten sei, müsse bezweifelt werden. Im Namen der österreichischen Landwirtschaft sprach der Präsident der Kammer für Land- und Forstwirtsch-att in Steiermark, Franz Kandier. Man habe in Oesterreich und in Deutschland, so führte er aus, der Landwirtschaft an Listen zuviel zugemutet: das Ergebnis sei die Not der Landwirtschaft. Im An- schluß an das Referat des Präsidenten Brandes referierte General- direktor Dr. S o l m s s e n von der Discontogefellschaft über den Poung-Plan. Im besonderen sang er Mussolini und dem italieni- schen Faschismus ein Loblied. So führte er u. a. aus, daß nur ein Mann wie Mussolini, der über den Parteien stehe die Probleme der Gegenwart lösen könne. Am Schluß der Tagung stellt« Reichs- «rnährungsminister Dr. Diettich nochmals fest, daß di« Verzöge- rung des Reichsmilchgesetzes allein auf das Verschulden landwirtschaftlicher Kreise zurückzuführen sei. Die landwirtschaft- lichen Stellen hätten anstatt am 16. April erst im Juli. ihre Unterlogen eingereicht. Reue Entlassungen bei der Chemnitzer Maschinenfabrik harl- rncnn. Die früher bedeutendste Sächsische Maschinenfabrik vorm. Hartmann A.-E. in Chemnitz hat jetzt, wie wir hören. 500 Mann in ihrem Textilmaschinenbau abgebaut. Die Gesellschaft, die erst im vergangenen Jahr zu einer scharfen finanziellen Sanierung gezwuw gen war, begründet diese Maßnahmen mit dem allgemein s ch l e ch- ten Geschäftsgang in der Textilindustrie. Dagegen soll der Aufttagsbestand in den Abteilungen Großmaschinenbau ver- hältnismäßig recht befriedigend fein. keidiinl sei BultidWes o. Pipiinerarbeiter Ortsverwaltung Berlin. Todcsanzelg«. De» Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Karton- zuschneidec Karl Tietz ooBntioft Weißenburger Straße 34, oerstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag, dem 20 Seplemder, nachm. 3 Uhr, im Krematorium Derichtstraße stall, Rege Beteiligung erwartet vi« OrisrerwallnBg. MMw MtfallarbEiter-VoM Verwaltungsstelle Berlin Todasanxelg« Den Mitgliedern zur Nachricht, daß| unser Kollege, der Dreher Karl Kibbert geb 29 S enternder 1891, om 14. Sep-| lernbet gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, dem 20, September,>3 Uhr, von der I Leichenhalle des Demeinde-Kirchhoses in Weißensee, Rölekesir,, aus statt Rege Beteiligung erwartet vi« Ortsoernraltung. Nur feinste Qualitäten Apfelwein, lierb, rnnr Bowle...... Liter 0.60 Apfelwein,«ttO, la... �....... Liter 0.7B Johannlsbecr,»Üß, das Beste...... Liter 0.80 Kirscli woln, büß, das Feinste.»».. Liter 1.10 Frdbeerweln, süß, dns Beste...... Liter 1.45 Tarraffona, echt, süß........••• Liter 1.35 Malasra, echt, süß. ftrold.......... Liter l.OO Griechen wein, echt, süß, hell..... Liter 1.40 Pepsin wein, echt, für Kranke.,.. i/j Liter 1.30 Donro Portwein, echt, dns Feiaste.. Liter 2.80 Tasnno, echt, süß, da« Feinste..... Liter 1.90 Werninth, für Kranke.......... Liter 1.85 Echter weißer Bordeaax, süß...... Fl. 1.45 Echter roter Burfi-under.......... Fl. 1.25 Sport�clst 32o/o.:........ Liter 2.75, Fl. 2.25 Aqaavlt 35o/o•.......... Liter 3.30, FI. 2.65 Weinbrand Verschnitt..... Liter 3.60, FI. 2.80 Weinbrand, echt,••• Stern.. Liter 4.40» Fl. 3.40 Liköre, das Feinste bis 380/o. Liter 5.20, FI. 4.05 ■ Preise verstehen sich ohne Glas■ Kostproben gratis Haspt&stfi&ll: BEBLIM H. Bnuinenstr. 42 Berlin N.......... MöllersfraDe 144 Berlin?k......... Chansseestraße 76 Berlin N, Prenzlauer Allee 50 Berlin O.,........ Koppen straße 87 Berlin O.......... Petersburger Straße 60 Berlin SO.........Grünauer Straße 15 Berlin SO......... Küpenicker Straße 121 Berlin W......... Martln-Lutherstraße 86 Vieififts.......... SchloOstraüe 121 Moabit........... WUsnacker Straße 25 Pankow........ Wollankstraße 98 Schöneberar...»»».. Kolonnenstraße 8— 9 Texn pelhof.......Berliner Straße 152 Lichteuberc....... Wlsiunrplnts 1 Charlottenbnrsr..... Wilmersdorf er Str. 157 Spandan.......... Potsdamer Straße 23 Ober schöne weide..,,"Wilhelmlnonhofstr. 40 Weißensee........ Berliner Alice 247 Korbilasehcn, Flaschen n. s. w. werden geliehen, Oonnerskag 19. September 1929 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts 9nge Stramm: SfäßlMliVCtl Bruno DwNer schlendert« durch die abendliche Straße. Er hörte nicht die AutoHupen, das Klingeln der Straßenbahnen, sah nicht hastende Menschen, prunkende Schaufenster. Zahlen wirbelten ihm im Kopf, noch schrieb er Rechnungen, buchte Kontoauszüge. Ueberstunden belasteten ihn. Was ging ihn olles andere an. Die Blumenhändler am Potsdamer Platz schrien mit den Per- täufern der Abendzeitungen um die Wette. Alles quirlte bunt durch- einander: „Astern... scheene, bunte Astern... det janze Bund nur... Abendblatt... sensationeller Mord!...„Der Abend!"... Erika... die ersten Sträuße... ungefärbt... die echte Erika!" Dies eine Wort erreichte den Mann. Mitten im Chaos stand es leuchtend, so daß er wie erwachend um sich sah. War es schon wieder so weit? Blühte das Heidekraut schon? Wurde es schon Herbst? Wo war der Sommer geblieben, das Leuch- ten, auf das man einen ganzen Winter gewartet hatte?... Draußen, hinter dem Lärm der Städte dehnten sich die heid- umblühten Weiten. Schmetterlinge taumelten trunken von Blüte zu Blüte. Die scheuen Schafe drängten sich zusammen, der alte Schäfer stand auf seinem Stock gestützt einsam auf einem Hügel mitten im Abendlicht... Woher erstanden diese Bilder so seltsam lebendig in der Seele des Mannes? Aus Kindheitstagen erwachten sie... Nicht die grau«, zuckend« Straße mngob ihn mehr... Heimat umfing ihn.... Wogend« Kornfelder im Sonnengold. Kinder trugen Blumen- sträuße in den Händen, flammenden Mohn und blaue Kornblumen, wanden Kränz« daraus... einen für Bruno und einen für Rieke... Rieke?... Riete?... Hieß sie nicht eigentlich Erika... Erika Knart, seine Kindergefährtin, daheim auf dem Dorfe. Das Häuschen sah er vor sich, in dem Rieke wohnte... die kleine Küche mit dem offenen Rauchfang über dem Herd, in der sie so oft zusammen lockten, und Riekes Mutter sah er, wie sie mit einem von Ruß ge- schwärzten alten Gänseflügel den Herd fegte... Ob das alles noch so war? Brennendes Verlangen stieg in ihm hoch.... „Erika... die schön« Erika... der janze Strauß..." Bruno Wintler kaufte einen Strauß Erika. Zum erstenmal in seinem Leben kaufte er Blumen... und er schämte sich sehr. Am nächsten Sonntag fuhr Bruno WinNer hinaus in den Grunewald. Etwas wollte er doch noch vom Sommer haben. Auf einer Wiese wollte er liegen, weiße, ziehende Wolken über sich sehen und den wundervollen Heuduft atmen und einmal ganz allein sein, ohne Sprechemnüsien und über Witze lachen und abendliche Tanzerci. Vielleicht wurde es dann auch in ihm wieder still... denn so ging es auf einmal nicht mehr... Aber es wurde nicht besser... im Gegenteil... Weit mußte er wandern, um einen menschenleern Winkel zu finden. Und als er sich gerade der Ruhe hingeben wollte, tauchte irgendwoher ein schimpfen- der Mann auf: „Alles zertrampeln Sie mir hier... Können Sie denn nicht lesen!" und der Mann deutete auf ein verwittertes Schild, auf dem man gerade noch das Wort: Verboten! mühsam entziffern konnte... Später sprang Wind auf. Wolken ballten sich zusammen. Man mußte vor Regenschauern in ein überfüllte?, rauchiges Lokal flüchten. » „Also ausgerechnet jetzt wollen Sie Urlaub, Herr Winkler?" Der Buchhalter sah in die entschlossenen Züge des sonst so be- scheidenen jungen Mannes und irgend etwas darin stimmte ihn nach- giebiger. „Na, wo solls denn hingehn?" fragte er gutmütig. „Nach Hause!" antwortete der junge Mann...„Nach Hause!" sagte er und sonst nichts... lleberrascht sah der Buchhalter auf: „Wo sind Sie denn zu Hause, Herr Winkler?... Ausgerechnet nach Hause! Die Großmutter ist wohl gestorben oder der Erbonkel, was? Hoffentlich lohnt sich'?. Kennen wir ja diese Ausreden... und so ganz solo wollen Sie sahren?" Der Mann bsinzelte mit den Augen. „Nein, das ist es alles nicht..." Bruno Winkler schüttelte den Kcpf.„3ch... ich möchte nur einmal wieder..." irgend etwas brannte ihm im Halse. „Also Heimweh!" sagt« da der Buchhalter langsam.„Sowas gibt's also auch noch. „3a, Heimweh!" antwortete Bruno Winkler und in diesem Augenblick wurde auch ihm selbst erst klar bewußt, was ihn quälte ... Heimweh. Bruno Winkler saß im Eisenbahnzug. Bor den Fenstern flogen hohe Häuser vorbei, schmutzige Hinterhöfe. Brücken. Straßen... dann kamen Laubenkolonien, ein Streifen Wiese. Sand. Sportplätze ... Fabrikschornsteine und dahinter niedriger Kiefernwald. Bruno Winkler hatte zum erstenmal seit Jahren wieder Zeit, und doch ging es ihm nicht schnell genug, denn Bruno Winkler fuhr nach Hause... Niemand erwartete ihn. Seine Eltern waren früh gestorben. Nur die alte Tante lebte noch, bei der er aufgewachsen war in dem kleinen Haus am Anger. Jeden Weihnachten schickte sie ihm ein großes Packet mit Geschlachtetem: Wurst, ein Stück Schinken, einen großen Napfkuchen und zwei Paar handgestrickte grauwollcne Socken... Seit fünf Jahren war das der einzige Gruß aus der Heimat. In Königswusterhausen mußte er umsteigen in die Kleinbahn. Das rote Stationsgebäude grüßte ihn vertraut. Ihm war, als käme er als Schulbub in den Ferien wieder heim. Auch die Leute, die an dem niedrigen Staketenzaun seitlich neugierig wartend standen, dünkten ihm dieselben wie einst. „Nu kiek doch... is das nich der Winklern ihrer,... der Bruno, der in die Stadt gemacht is?... Wie elegant der aussieht... der hat's woll zu was gebracht... da wird die Rieke ja gucken!" „Rieke, komm doch mal schnell her... Besuch ist hier!" Eine Frauenstimme rief, Pantoffel klapperten auf Steinfliescn. Dann sahen sich die beiden jungen Menschen an... Rieke war ein bißchen verlegen. Sie wischte sich umständsich erst die Hände an der Schürze ab: „Es geht dir wohl sehr gut in der Stadt, Bruno... daß du überhaupt noch an uns denkst!" „Ja. Rieke", antwortete der junge Mann und kam sich doch mit einmal so arm vor:„Aber beinahe hätte ich euer Haus gar nicht wieder gefunden, alles hat sich so verändert..." „Aber fein, nicht?" sagte das Mädchen stolz:..Dater hat gebaut. Den Namen da über der Tür aber habe ich mir ausgedacht: Villa Seeblick! Das klingt doch, was?... Weil doch da drüben hinterm Busch das Wasser ist. Oben von der Balkonstube, wo der Herr Hinze immer wohnt, hat ma» uen feinen Blick." „Herr Hinze?... Wer ist denn Herr Hinze?" „Nu... wir haben doch Sommergäste jetzt. Herr Hinze kommt schon seit zwei Jahren... jawoll... und drüben beim Schulzen mahnt sogar ein Regierungsrat... und elektrisch Licht haben wir auch... komm man rein in die Wohnstube, da staunst«..." „Ich... ich möchte lieber mal in die Küche... weißt du noch, wenn wir da abends saßen, und die Funken wirbelten im Rauch- fang, draußen heulte der Wind, und wir graulten uns immer ein bißchen." „Nu nee", lachte das Mädchen und sah auf ihre Füße, die in komischem Gegensatz zu den Holzpantoffeln in seidenen Strümpfen steckten...„des is nu alles anders... und ein W. C. haben wir auch, das hat Vater erst im Frühling machen lassen... hat ne Menge Geld gekostet... aber mit dem Misthaufen hinter der Scheune ging das nicht länger..." Bruno Winkler sagt« gar nichts mehr, etwas fror in seinem Herzen, legte sich wie ein eiserner Reif herum... „Rieke?" sagte er dann auf einmal ganz weich... Etwas ver- wirrt sah das Mädchen auf. „Aber abends... geht ihr da noch immer über die Felder, wenn die Sterne aufwachen und am Fluß die Nebel steigen... und spielt der Karl noch immer so schön die Ziehharmonika, daß einem so ganz traurig ums Herz wird und doch so wohl..." „Was du alles fragst. Bruno... nu ja... manchmal... aber man hat doch so wenig Zeit. Was meinste, was ich schaffen muß... die vielen Sommergäste und alles allein mit Muttern... und die kann man auch nich niehr so... Und denn haben wir doch das Radio! Da sitzen wir meist abends beis Radio... und denn die seine Tanzmusik!" „Da... da tanzt du wohl mit Herrn Hinze, was?" „Nein, Bruno... so muß du nicht denken... so ist das nicht... der ist mir viel zu städtsch... Du bist doch einer von uns..." Das Mädchen stotterte etwas und sah dem jungen Mann in die Lugen:„Mit dir tanzte ich schon lieber, Bruno... du... heute abend ist Reunion... wie die gucken würden, Bnino..." Das Mädchen stand dicht vor ihm. Da ergriff Bruno ihre Hände und hielt sie lange. So leicht wurde ihm ums Herz, daß er am liebsten gelacht hätte über sich und sein Leid: „Rieke... asso tanzen wir zusammen heute abend... ja?... und nachher" setzte er leiser hinzu:„gehen wir doch noch ein Stück über die Felder, am See entlang... den alten Weg... ja? „Ja!... Und dann zeige ich dir gleich da die neue Kolonie, Bruno." .,3a... die neue Kolonie... Riete!"... Mute carte: Jim ffiodenfee Lindau ist behäbige Freude. Straßen mit Giebelbauten öffnen sich zu einem Platz. Das altersgrau« Rathaus zeigt bunten Blumen- schmuck vor allen Fenstern. Eingangs des Hafenbeckens am Ende der einen Molenkurve blinzelt aus Stein gehauen der bayerische Löwe nach dem Leuchtturm gegenüber am Ende der anderen Mol«. Mitten hindurch fährt der weiß« Dampfer küstenwärts durch das Smaragdgrün und den Silberschaum der Wellen des Badenfee?. Berglehnen begleiten das Ufer. Bad Schachen liegt im Grünen vornehm isoliert mit seinem Villenkranz um das Kurhaus. Bei Wasserburg türmen sich Mauervorstöße weit in den See. Burg- artig wächst eine Kirche auf. Danach breiten sich Fischerdörfer am flach gewordenen Gestade. Auf einem Vorsprung erhebt sich Schloß Montsort, einstmals im vierzehnten Jahrhundert auf römischen Grundmauern errichtet. Nun wendet sich das Schiff zurück in den See, Friedrichslhafen zu. Wie ein riesiger grauer Saurier ersteht die Zeppelinholl«. Beim Näherkommen zerstiebt die seltsame Bisjon, gibt der Wirklichkeit Raum, dem nicht weniger phantastffchen Erleben unserer Tage. Flugzeuggeknatter verweht über Maybachs Motorsnfabrik. Hinter Jmmenftadt beginnen die Weinberge. Kirchberg und Hagenau sind schon bekannte Weinnamen. Steiler steigen die Ufer- wände wieder auf. Meersburg wirkt mit seinen mauerumkleideten Felsterrasscn, seinem Turm und den Torlaternen in der Abend- dämmerung wie eine romantische Festung. Ein paar schmale Gassen zwischen Fels und Gemäuer, dann führt der Weg bergan neben Rebgärten zur oberen Stadt, die noch tagvevgessener, tramn- verlorener ruht. Ueberragsnd die Dagobertsburg mit Turmgewölbe und Brückenbau. Hohenstaufen haben hier gehaust. Bischöfe flohen in die Feste, als Konstanz die Lehre des Reformators Zwingli angenommen. Diel später residiert« ein Laßberg als Burgherr. Uhland, Kerner, Schwab, Annett« von Droste-Hülshoff waren oft seine Gäste. Roch zeigt man das kleine Turmgemach, in dem die Droste ihre Balladen, ihre erschütternden Brief« an Lcvin Schücking schrieb. Durch Butzenscheiben fällt dämmeriges Licht. Aber öffnet man die Fenster, streift der Blick wett über den See bis zum Schweizer Land.— Der Friedhof von Meersburg bewahrt noch ein cfeuüberwuchertes Grab, in dem die Dichterin schläft. Sinkt allmählich die Dunkelheit nieder, nur von einer Mond- sichel durchbrochen, wird das Wunder dieser Gassen ganz zum deutschen Märchen. In nächster Morgenfrühe pflügen wieder die Schaufeln des Raddampfers die Wasserfläche. Wie es einst aus den Pfahlbauten seiner Vergangenheit hervorwuchs, steigt Konstanz aus dem Wasser. Dort, wo der See und der Himmel, die immer miteinander im Bund« sind, in ihrem Farbenspiel keine Grenzen mehr kennen, bis die Silhouette der Stadt— Münster, Torturm, Rheinbrücke und auf der anderen Seite wie ein großer dunkler Bampir das Konzilhaus— See und Himmel scheidet. Silbrig flimmert die heiße Luft. Der Strand mit seiner Füll« von Blumen, Palmen, Taxusgesträuch und Pappeln ist erfüllt von Musik, die von der Konzilhaueterrasse oder aus dem Kiosk klingt. Dazwischen schwirren Stimmen und Bewegungen von Menschen, zahllas und immer anders. Di« Mole mit dem roten und grünen Signallicht trennt diese Welt von der anderen, wo Hafen, Werft, Brücke, Frachtschiff«, Kähne und dunkles Grenzstadttreiben sich versucht, eng an die Schweizer Höhenzüge zu drängen. Schon vor dem Kriege war Konstanz eine der Hauptstattonen für den Schmuggel von Schweizer Stumpen, Schokolade— und politischen Geheimdokumenten. Alle, schwere Straßen scharen sich um das Münster. Die Glocken vom Turm läuten Frieden herab, aber noch immer lauert dem freien Gedanken dahinter das Schicksal des Johann Hus, den anno 141°, das großmächtige Konzil zu Konstanz ob seiner reforinatorischen Ideen zum Tode auf dem Scheiterhaufen verdammte.— Aus dem Dominikanerkloster, das damals hier machtvoll herrschte, ist längst das fafhionable Jnfel-Hotel geworden. Glühende Blumen blühen in den Steinvasen der Uferbastionen. Meine schwanke Boote gleiten hin und her, drehen sich über den Strudeln unter der Brücke, wo der Rhein in den Bodensee ftteßt, und sahren weiter nach der Insel oder dem Stadtgarten. Die Sonne vibriert über allem leuchtend und lähmend. Nur manchmal gibt es plötzliche Gewitter. Das Ge- ficht des Himmels verfinstert sich und wirft Blitz um Blitz um ahnungslose Segel und Dächer. Aber die Donner drohen mir mit den Ahnungen und ziehen sich nach kurzem Regenguß wieder in dos Gebirge. Nur der Säntts, der Wetterprophet, kommt nicht gleich wieder zum Vorschein. Sonst ist wieder alles eitel Sonne, kaum etwas abgekühlt. Noch eine Stunde Dampferfahrt. Mainau im Urlingerfce'.st erreicht. Vor Jahrhunderten hatte hier ein gewalttätiges Raub- rittergeschlecht seine Trutzburg. Nichts erinnert mehr an jene wilden Zeiten. Verhangen schläft das Schloß der Schwedenkönigin inmitten schwelgerischer Rosengärten. Orangenbäume wehen neben Koniseren, Platanen und Zypressen. Ueppig sprießt alle Vegetation im südlich- weichen Klima dieses paradiesischen Eilands. Rings rauschen die Wellen des„Schwäbischen Meeres", jahrtausendelang überzogen Nationen und Kulturen wechselnd und doch ineinandergreifend, wie Glieder einer Kette, feine User. Tragödie im Jlffenkäfig Bor ungefähr einem Jahr war der Affenkäfig des Londoner Zoo von schweeer Heimsuchung befallen worden. Unter den Jung- tieren war eine Seuche ausgebrochen, deren Ursprung nicht fest, zu- stellen und die mit keinem der bisher bekannten Mittel zu be- kämpfen war. Die junge Affengeneratiou wurde dahingerafft. Nur ein einziges Junges blieb erhalten, das sein Leben nicht zuletzt der fürsorgliche» Liebe seiner Mutter zu danken hatte, die kein« Ge- legenheit vorübergehen ließ, das Kleine zu wafcheen und zu säubern. Keim Wunder, daß dieses Musterweibchen bei dem stark ausgeprägten Familiensinn der Assen die Aufmerksamkeit des ganzen Käfigs auf sich zog. Bei den Affen ist die Einehe die Regel, woran auch durch das Zusammenleben in einem Käfig nichts geändert wird. Die Pärchen, auch in der Gefangenschaft, halten treu zueinander, und es kommt selten vor, daß dieser häusliche Frieden durch die Dazwifchenkunft eines Dritten gestört wird. Diese den Affen wie den meisten höheren Tierarten innewohnende Moral wurde nun eines Tages durch dieses Musterexemplar von einem Affenweibchen ernsthaft in Frage gestellt. Denn die Affen- männchen begannen ihre eigenen Weibchen zu vernachläjsigen und sich um so mehr um dieses ein« zu bekümmern. Es war ihnen deutlich anzumerken, daß sie alle daraus aus waren, dieses Weibchen für sich zu gewinnen. Das Männchen, das zu diesem Weibchen gehörte, hatte von nun an keine ruhige Minute mehr. Es befand sich in ständiger Kampfbereitschaft, denn es fühlte deutlich, daß es feinen Besitz gegen die anderen Mäimchen würde verteidigen müssen. Der Affenmann tonnte schließlich kein Auge mehr zutun. Eine Zeitlang ging das an: dann aber begannen seine Kräfte nachzu- lassen, und er sah sich nach einem Bundesgenossen um. Die Wärter erzäh'en, daß tatsächlich eine Art Verhandlung stattgefunden habe, die das Ergebnis hatte, daß>ines der Männchen als Dritter im Bunde in diese Ehegemeinschaft aufgenommen wurde. Damit war dos wohlbekannte Dreieck zustandegekommen, nur mit dem Unterschied, daß dem Hausfreund offenbar sämtliche Rechte von vornherein zugestanden worden waren. Das Männch.m ober glaubte, nun genug für die Sicherheit feiner Ehe getan zu haben und sich wenigstens zeitweise etwas Ruhe gönnen zu dürfen. Denn wenn es selbst einmal schlief, war ja der Hausfreund, da, der Wachs hielt. Was dieser auch wirklich tat, w.mn auch nicht mit der eifcr- süchttgen Wachsamkeit des Gattenmännchens, lind so gelang es einem Riesen des Käfigs, die ÄLachfanikeit des Hausfreundes zu täuschen und in kühner Ueberrumpelung das begehrte Weibchen zu entführen. Dos Männchen aber war sofort auf den Bein.m und hinter dem Räuber her: es verfolgte und erreichte ihn, stellte ihn zum Kampf, erwürgte ihn nach erbitterten: Ringen und führte das Weibchen im Triumph wieder zurück. Dieses Spiel wiederholte sich Nacht um Nacht, Tag um Tag, ein« ganze Woche lang. Die Wärter waren mochttos, konnten nicht das Geringste tun, um das Morden zu verhindern, denn sie hätten das Weibchen nie aus dem Käfig holen können, ohne selbst von allen Affen angegriffen zu werden. Das Männchen war wohl in allen Kämpfen Sieger geblieben, aber auch selbst dabei schwer verletzt worden. Ein Auge war ihm aus- geschlagen, eine Hinterhand gebrochen und sein ganzer Körper mit Bißwunden bedeckt. Es war am Ende feiner Kräfte angelangt. Auf diesen Augenblick schien der Hausfreund nur gewartet z« haben. In einer Nacht zog er das'Weibchen von der Saite des erschöpft schlafenden Männchens in ein leergewordenes Nest und richtete sich dort häuslich mit ihm ein. Als das Männchen erwachte, erkannte es sofort die Situation, verhielt sich aber gegen seine Ge- wohnheit vollkommen untätig. Unbeweglich starrte es vor sich hin. Plötzlich geschah etwas Unerwartetes: Ganz unvermittelt sprang das Männchen von feinem Platz auf, eilte zu dem Nest, in dem sich der Hausfreund mit dem Weibch.-n verbarg, holte mit einem raschen Griff die Ungetreue heraus und würgte sie solange, bis sie tot zu. fammenbrach. Dann erst stürzte sich der Betrogene auf den»er- räterijchcn Hausfreund. Ein Kampf auf Lebe» und Tod begann, in dem der Hausfreund über den Erschöpften Sieger blieb, der tot neben seinem Weibchen niedersank. Das verwaiste Affenkind aber irrt weinend durch den Käfig und wird wahrscheinlich seiner Mutter bald in den Tod folgen. Warum Landflucht? Ltnwürdige Wohn- und Lohnverhäliniffe. Das Landesarbeitsamt Westfalen hat die ihm unterstellten Arbeitsämter um Aeußerung darüber ersucht, wie es kommt, daß in die Landwirtschaft Arbeitskräfte von 21 bis 30 Iahren nur schwer»ermittelt werden können. Ein Arbeitsamt hat darauf- hin dem Landesarbeitsomr u. a. geschrieben: „2>i« Schwierigkeiten bei der Unterbringung von älteren Ar- beitskräften in die hiesige Landwirtschaft beruhen in erster Linie daraus, daß die Landwirte zu geringe Löhne zahlen. Es werden teilweise nicht einmal die tariflich festgelegten Löhne gezahlt. Die Landwirt« begründen die geringe Lohnzahlung damit, daß sie für ihre Produkte zu gering« Preis« erzielen und daher kein« höheren Löhne zahlen können. Diese Begründung ist jedoch nicht stichhaltig, da in anderen Bezirken bekanntlich die Löhne durchweg höher sind, obwohl sich z. B. die Getreidepreiie, abgesehen von ge- ringen Schwankungen, überoll in gleicher Höh« beweoen____ Die von der Landwirtschaft immer wieder beklagte Leutenok wird durch niedrige Lohnzahlungen nicht nur nicht bekämpft, sondern sogar gefördert... Eine weitere Schwierigkeit bei der Vermittlung von landwirtschaftlichen Arbeitskräften ist die Tatsache, daß die Unterkunft- und V« r p s l e g u n g s o e r h ä l t n is s« teilweis« sehr primitiv, ja sogar unwürdig und sittlich bedenklich sind. Selbstverständlich darf der Arbeitsuchend« aus dem westlichen Industriegebiet keine städtischen Verhältnisse er- warten, aber was er erwarten kann, das ist eine menschen- würdige Unterbringung. Und hierin fehlt es noch viel- fach bei der Landwirtschaft im hiesigen Bezirk. Das zeigt der Um- stand, daß vermsttelt« Arbeitskräfte gleich am ersten Tage bereits ihre Stelle wieder verlasien. Wir haben daher fest einiger Zeit in steter Zusammenarbeit mit den Wohlfahrts. und hauptsächlich Fürsorgebehörden, die meistens über eine«ingehende Kenntnis der Qualität der einzelnen Stellen verfügen, eine Ueberprüfung und Kontrolle der besetzten Stellen hinsichtlich der Unterkunfts- und Ber- pflegungsverhältnisie durchgeführt----* Damit bestätigt das Arbeitsamt, was der Deutsche Land- arbesterverband stets betont hat. Die Landarbeiter wandern nicht ab aus Bergnügungs- oder Abenteuerlust, sondern weil sie sich nicht mit niedrigen Löhnen, unwürdigen Wohn- und Derpflegungsstätten imd entsetzlich rüFständigen Behandlungsmethoden zufriedengeben. Man gewähr« dem Landarbeiter zeitgemäß« Lohn-, Lebens- und Arbeitsoerhältnisi«, sorg« dafür, daß er«ine innere Befriedigung an der Landarbeit hat und man wird erleben, daß sich kein Arbeiter stärker für seine Berufsarbeit interessiert, als der Landarbeiter. Die Kuliursendung der Gewerkschaften. Kapitalbildung muß Sache der Gemeinschaft fem. Frankfurt a. ZIT, 18. September.(Eigenbericht.) Der letzte Tag des Kongresses der christlichen Gewerkschaften brachte ein außerordentlich hochstehendes Referat des Professors Dr. Theodor Brauer- Köln, eines ehemaligen Arbeiters, der über die„Kultursendung der deutschen Gewerkschafts- bewegung' sprach. Brauer gab zunächst.eine vortreffliche Analyse der heutigen Kulturloge der Arbeiterschaft, bedungen aus dem Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit. Aus den Erfahrungen der letzten Menschenalter Hab« stch der Arbeiterschaft die Erkenntnis aufgedrängt, daß ihre Kult u rs eh n su cht, wo sie fest und ursprünglich ist, nicht durch die bürgerliche Kultur erfüllt werden köime. Die heutige Wirtschaftsoerfassung stehe dem Werden der Gemeinschaft, die Arbeitsart von Millionen von Menschen der Entfaltung der Persönlichkeit he m m e n d entgegen. Die Wlrtschaftsverfasiung trete trennend zwischen Arbeiter und Produktionsmittel, zwischen Bedarf und Produktion, zwischen Produktion und Konsumtion. Sie zwinge das Kapitolinteresie vor die Wirtschaftsleitung. Die Wirtschast dringe trennend ein in die Gemeinschaft der Menschen und ganz besonders in die Familie. Die Arbeit sei nicht eine L u st, sondern nur noch eine Last für die Arbeiterklasse. Di« heutige Technik wirke in ihrer Handhabung kulturfeindlich. Auf der Arbeiterschaft laste der ent- ehrende Druck, daß der arbeitende Mensch in der Wirtschaft nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck sei. Das sei U n k u l t u r schlechthin.» Die Sulkursenduag der Gewerkschaften sei deshalb, da» durch viel« Generationen m dem arbeitenden Wen- schen niedergetreten« und niedergehaltene Selbstbewußtsein wieder aufzurichten. Di« zweit« Swf« der Kultursendung der Gewerkschaften. die mit dem Zusammenschluß der Arbeiter und ihrer bisherigen Arbeitsmarkttätigkeit und deren Erfolge» ein« erste Stufe der Entwicklung hinter sich gebracht habe, damit jedoch sich erst im Vorlande ihrer eigentlichen kulturellen Mission befände, ergebe sich also durch die Organisierung der Arbeit ol» solch«, deren Sinn sei, daß an die Stelle de» Zufalls in der Verwendung der Arbeitskraft die vorbedachte Verwendung der Arbeit und Be- schäftigung der Arbester gesetzt werden soll. Die Kapitalsbil- d u n g dürfe nicht mehr ein« privat«, sondern nur noch ein« g e- m e i n so m e Sache sein. Mit diesem Referat waren die Arbeiten des Kongresses beendet. Dem Vortrag voraus ging die Annahme einer großen Zahl von Anträgen. Sie berühren teils die innere Organisation und die Satzungen der chrisllichen Gewerkschaften, testweise beziehen sie sich auf die brennenden sozialen Fragen des Tages, wie Steigerung des Reallohns, Wohnungsfragen, Frauenschutz, Schlichtungs- wesen, Achtstundentag usw., Anträge, wie wir sie in gleicher Art von den Kongressen des ADGB. kennen. Bemerkenswert ist vor allem ein Antrag der christlichen Bergarbeiter, der stch mit der Ratlonallfierung beschäftigt und u. a. sagt: „Eine Rationalisierung, welche die Arbeiter außer Brot und Arbeit bringt, keine genügende Verbesserung der Arbeits- und Lohn- Verhältnisse zur Folge hat, sowie der Allgemeinheit keinen Schutz verschafft, hat ihren Sinn und Zweck oerfehlt. Der Kongreß ver- langt, daß die Arbeiter mehr als bisher an den Erfolgen der Ratio- nalifierung durch Erhöhung der Löhne, Verkürzung der Arbeitszeit, sowie eines ausreichenden Erholungsurlaubs teilnehmen. Für die Opfer der Rutionalisierung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr unterkommen können, muß die Industrie eine entsprechende Unterhalts- und Fürsorgepflicht übernehmen.� Außerdem wurde folgender Antrag der christlichen Textilarbeiter angenommen:„Die Genehmigung zur teilweisen oder völligen B e> triebsstillegung abhängig zu machen von der wirtschaftlichen Notwendigkeit, für die dem Antragsteller die Beweispflicht obliegt. In einem gerichtlichen Beweisverfahren mit Sachoerständigen- Vernehmung und Cidespflicht ist über den gestellten Antrag zu ver- handeln und zu entscheiden. Di« Betriebsvertretung und die Ver- trewng der beteiligten wirtschaftlichen Organisationen sst hinzu- zuziehen." Der alte Vorstand mst I m b u s ch an der Spitz« wurde wieder- gewählt. Der Posten Stegerwalds wird freigehalten. Ferner u. a. dem Vorstand an: Giesberts, Hirtsiefer deutschnationol« Behren?. gehören und der Gegen drei Stimmen. WieSer ein„Örrfolsi* der KPO. Die Berliner Ortsoerwaltung des Verkehrsbundes hatte zu Montag ihr« Delegierten nach dem Gewerkschaftshaus zusammen- gerufen, um in einer außerordentlichen Generalversammlung zu dem bevorstehenden Bundestag Stellung zu nehmen. Auf Beschluß der letzten ordentlichen Generalversammlung mußten in dieser Ver- sammlung auch die Delegierten zum Bundes- und Ver- schmelzungsverbandstag gewählt werden. Der Bevollmächtigte Genosse O r t m a n n gab zunächst noch ein- mal einen Rückblick auf die Verhandlungen zwischen den einzelnen Organisationen, die nunmehr so weit gediehen sind, daß alle der Verschmelzung entgegenstehenden Hindernisse aus dem Wege ge- räumt sind. Erfreulich ist es, daß sich auch der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbester zum Zusammenschluß mst dem Verkehrsbund und dem Verband der Gemeinde» und Staatsarbeiter berest erklärt hat. Genosse Ortmann sprach die Erwartung aus, daß es in nicht allzu ferner Zest gelingen wird, auch den Einheitsverband der Eisen- bahner zum Anschluß an die neu« Großorgantsation zu bewegen. Nachdem der Verschmelzung nichts mehr im Wege steht, darf mit Sicherhest angenommen werden, daß der Bundestag die Ver- schmelzung einstimmig beschließen wird. Soviel kann jedoch schon jetzt gesagt werden, daß es mit der Neutralität gegenüber der sogenannten„Gewerkschafts. a p p o s i t i o n" auch in der neuen Organisation ein Ende haben wird. Auch die neue Organisation wird sich offen zur Sozial- demokrati« bekennen. Sie wird alles daran fetzen, ihre Funktionäre und Mitglieder zu bewegen, bei den kommenden Wahlen ihre Stimmen für die Sozialdemokratisch« Partei abzugeben. Mit dem Appell an die Delegierten, in ihrer Werbe- tätigkeit auch für die neue Großorganisation nicht zu erlahmen, schloß Genosse Ortmann seine mit stürmischem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Zur Derschmelzungsfrage lagen der Generalversammlung zwei Entschließungen der sogenannten„Opposition" vor. Die eine lehnte die Verschmelzung rundweg ab und forderte die Schaffung von Industrieorgamsationen auf„revolutionärer Grundlage". Die an- der« Entschließung billigte zwar die Verschmelzung, da sie ein Schritt nach vorwärts sei und zur Bereinigung der vielen Grenz- streitigkeiten beitrage, enthielt aber eine Anzahl unerfüllbarer „revolutionärer" Forderungen Beide Entschließungen wurden va- durch erledigt, daß die von über 600 Delegierten besuchte General» Versammlung gegendreiStimmen beschloß, der Verschmelzung ohne solch« Wenn und Aber zuzustimmen. Im Anschluß hieran wurde die Wahl der Delegierten zum Dundestag vorgenommen, über deren Ausgang bereits gestern im„Vorwärts" berichtet wurde. Ote EinzelhSndser fordern eine Reform. Auf Kostea der Arbeitslosen. Hcnnbürg, 18. September. In der Vorstandssitzung der Hauptgemewschaft des Deutschen Einzelhandels e. V. wurde die nachstehende Entschließung in der Frage der Arbeitslosenversicherung einstimmig angenommen: „Der Vorstand hält eine schleunige Reform dieses Versicherungs- zweiges ohne Erhöhung der Beiträge für notwendig und möglich. Mit Sorge ist im Einzelhandel die verschleppende Art der Behandlung dieser überaus dringlichen Frage durch Regierung und Reichstag verfolgt worden. Der Vorstand der Hauptgemeinschaft hält es für dringend notwendig, daß die Reformarbeiten in kürzester Frist zu einem gesetzlichen Ergebnis geführt werden, das die Mängel des bisherigen Systems in der Arbeitslosenversicherung nicht durch Beitragserhöhungen verdeckt, sondern tatsächlich befestigt." « Die Hauptgememschaft war vorsichttg genug, nicht aus- zusprechen, welch« Mängel durch eine Beitragserhöhung„ver- deckt" werden. Diese„Mängel" sind die zwar sehr bescheidenen Unterstützungen, die aber die Arbeltslosen immerhin vor dem Schlimmsten bewahren. Sonst können die Einzelhändler nicht genug klagen über die mangelnde Kaufkraft des Publikums. Di«„Reform", die sie fordern, läuft aber auf die weitere Herabdrückung der Kauf- kraft der Arbeitslosen hinaus. Forderungen der Korstarbeiter. Anerkennung der preußischen Landtaqsfraktion. Di« preußischen Forstarbeiter hiellen im Gewerk- schaftshaus in Wernigerode eine Länderkonferenz ab, an der auch Vertreter der preußischen Staatsforstverwaltung und des Reichs- ernährungsministeriums teilnahmen. Im Anschluß an einen Vor- trog von B« r n i e r vom Deutschen Landarbeiterverband über Lohn- und Tariffragen wurde eine Resolution angenom- men, in der die Haltung des preußischen Finanzministeriums vi der Frage einer gerechten Einstufung der einzelnen Oberförstereien in die entsprechenden Lohngruppen und gegenüber der Forderung nach Festsetzung angemessener Stundenlöhn« als durchaus Unverstand- lich bezeichnet wird. Die preußischen Staatsforstarbeiter fordern, daß sie in der Bezahlung zum mindesten nicht schlechter gestellt werden als die übrigen Staats- und Verwaltungsarbeiter. Weiter wurde beschlossen, ein« Erhebung über den Fa- m i l i e n st a n d der preußischen Staatsforstarbeiter durchzuführen, um«inen Ueberblick über die Auswirkung der sozialen Löhne im preußischen Staatsforst zu erhalten. Anerkannt wurde die Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion im Preu- ßischen Landtag, die die Interessen der preußischen Staatsforst- arbciterschaft erfolgreich wahrnehme. Außerdem wurde der Deutsche Landarbetterverband beauftragt, dahin zu wirken, daß die Aufnahme der Forstarbeiter in die Zusatzversorgungsanstast erfolgt. »Freie GeVerkschafts-Iugend Verltn. S«utl, Donnerstag, läVi Uhr, tagen die Gruppen: Selnndbrunnen: Iugendbeim Rot« S«l)ule, Gotenburger Straße. Lichtbildervortrag:-Der Softialismu» in der Karikatur und die Karikatur im Dienste des So- Zialismus".— Wedding: Etädt. Iusendh«im Orchstr. 10. Vortrag: �Staar und Kirche".— Moabit: Etädt. Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Bunter Abend.— Südost«»: Gruppenheim Reichenberger Str. 66(FeuerWkhrhaus). Reuter-Abend.— Tempelhof: Gruvpendeim, Lyzeum Germaniastr. 4—�. Humor, Frohsinn und Heiterkeit.— Lichtcnberq und Rev-Lichtenberq: Jugendheim Hauffstraße, an der. Hessing straße. Vortrag:»Die Geroerkschoftsbewegung in anderen Ländern(die nissischen Gewerkschaften)".— ffraekfnrier Allee: Jugendheim frankfurter Allee 307 sWalter-Raihenau-Zimmer). Voikstun'anend. — Schzoneweide: Iugendheini Oberfchöneweide, Laufener Str. 2 tobercs Hintere?« Limmer). Vortrag:»frnkörpcrkultur".— Köpenick: Jugendheim Grünauer Straße 3. Vortrag:»Ooung.Plan und die Gewerkschaften-. mg,--------------------------- m äußerst wichtigen Materials im Hauytrestaurant des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24—25. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Als Kontrolle_ dient das Parteibuch. D«r frattionsoorftand. � DPD.. Eise« bahn er des 10. Kreises! Heut«, 19Vb Uhr. im Lokal Dorn» ül bufch, Berlin. Bülowstr. 58 funweit Bahnhof Großgörschenstraße), Der- � sammlung aller im Einheitsverband organisierten Parteigenossen des§2 10. Kreises. Sämtliche Parteigenossen sind verpflichtet su erscheinen. � Mitglieds- und Parteibücher legitimieren. Der Werbeevsschuß der GPD.-Gisenbahner. Achtvag, Andolk-BirchNm. Krankenhaus! Freitag, 19 Uhr, bei Vieh- Horst, Brüsseler Str. 37. wichtige Versammlung alle? SPD.-Genossinnen � und-genossen der Belegschaft des Krankenhauses. Wichtige Tage sord-?? nung. Es wird vollzähliger Besuch erwartet. Der Vorstand. M Achtung, AEG. Brunnenstraße. Freitag, 15*4 Uhr, bei Carus..-1 Boltasiv. 19. ssraktionsverfammlung der SPD.�enossen. Wichtige-2 Tagesordnung. Alle Genossen müssen anwesend sein. Der Kraktionsvorstaud. � Städtisches Obdach, VPD�raNis»! ssreitag. 20 Uhr, wichtige � Kraktionssißung bei Burg, Prenzlauer Allee 189. W Der Fraktiousvorstand. � a vberfchäaeweid«! Fvaktionsverfammlung der SPD. mit Sympathi- H sierenden aller Oberschöneweider Betriebe am Freitag, um 16H Uhr, g im Lokal Schillerglocke, Schillerpromenade 18. Referent: Genosse Emil Z Barth spricht über:.Unser Aufbau" Verantwortlich M? Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: G. Kli-gelbofer; Gev«?kschastsbeweaung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokales und Sonstiges: Walter Trojan: Ansteigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Berlin Druck: Vorwärts-Buckdruckeret und Verlaasanstalt Pau! Singe? u. Co., Berlin SW. 68, Lindenftraße 2. Hie?*« 1 Bcilaa«...Avterhaltauo»nd Dissen'" und.,Kra»sn!Um»e� ; j* Möbel K-MÄÄÄ WSbellävf» meile Kredit und dar Möbrlbarar, Otofet Auawadl. llriue Preise! Brispicle: Sckilakimmer 455. fipeifejimm« 345, Setttnjimmet 26(1 SüicncIWtänfr IIS. Lnrichtckiichen 75, Meidersckriinl« 48. Lolibettstellen 48. Cdaiselonau-a 28. Mrtallbitten 18.«uflearmoiradrn'.3. Stmili« M5bel entsprechend« Preise. Teilraliluna aulschlaafrei. Wochenraien, Mcnatsratcn, Kleine ZInZakilunqen. Äassa-Rabatte bi» redn Proaent. jtredit« bis am«! Iabre. Müzine Minsen Saupt- oeschäft Stealid, Schlokstrnde 107: 2. Geschäft ZieukWn. Lennannvlat» 7: 3, Sa- schiist Bell«.Z!ll!anc-.StraKe S5, Unter. nrundixldn: 4, ktüchenabteiluna: Z!eu- töLn. Sermonnplati 4: 5. Geschäft neu eröfsnit kottbusser Ctrabe Rr, 2S, anr Tor ÜMMMsMsi-MWZ SttUaq. bn 20.(Septem der. abends 7 Uhr. In den Sophien-SSleo Sophienftrafte 17,16 Branchen- uersantmiung der Rohrleger und Heller Tages oebnung 1. Sltuationsbericht. 2 Verbands- und Branchenbericht. 3. Verschiedenes. Zntritt haben nur biessnlg« Sollegen. die ihr Buch der Bcnnaltnng zur Kontrolle oorgeiegt haben._ Sttifag, den 20. September, abend» 7 Ahr. im Aasenthnler yvf, Rasenthaler Skrahe 11/12 Branchen-Versammlung per Ablagen-, Ljcr,a»og8i»eft»fliBep tetmü -Cohiiiainaninnan betten. Auileg-matrohen. Ghais-langu-s. Walter, Starzarder strafte achtaehn. Sei» Laden_____ MSbel-Sameeliu-,«aslan senile« 58. Snricht-tllchen. Lbw-schtisch-, Weiftla«, schränke, sslurmäbel, ZHesennusojahl Sootiornfe. Nahlnngserlitchteruna,_* PlSschs-sa» mit neu ich—. B-Pvel- alle« nur IX_, Resorui.SLche» ir> sarbi« arid lasiert. All« AusfUhrunae-, Neueft» Modelle. Snatm billig. Meri» birKwmNch Süd. asten. Slaligerstraft«». Lachbahn Satt- bnssee Tar._ «stdniM»»«ntbaum. Gche. zur Ergäiuimia Bette». Schränk«. Tische. Stllbl«. Bllsrtt. Sredenaen. Schreib- tische, Sessel, Bstcherschronke. Ruhe- betten, Ziiesenansrnahl. Bekannt billige Preise. Möbelhaus Osten, Andreas- straft« 60 sgegenstber Markthalle)�_. Ansaerkanl In Speiseainuner, Schlaf- aimmer und lkinaeiinäbel an herab- geseftten Preisen. Ürdanstrafte 102. lins-sciiu/eifjsp.'nnen Tagesordnung: L Vortrag Uber: Die neue Arbeitslosen, Vermiitlungsoronung. 2, Branchenangelegenheite». 3. Verschiedene« �zl�>lreich«» Erscheinen ist imbedingle VerivLNungÄnNgiisderl A» Freit»«, de» 20. September, leine Sttznng dar Mittlere» Orts- vermaltnng. 01« Ortarerwelhmg. � 3uaendaruvve deS'Zeniroiverk'anpe«! der Anaestellten Leute. Doiincrstea, Mitarbeiter», lammenkunft in de» Sammersäle». Tel'owrr Crfc Belle.Älliaiirc-Straftc, Beginn pvnktlilb 10'- Uhr Alle .stiigentsunk'ionär« und Ziefcrenten unserer Iugcndgrbppe stnd gebeten, be- st NIM» und pünktlich M erscheinen.— Paniow-Niederschönlansca: Gorlch. strafte 14. Leimabend.— Osten: Illgendheim der Schule Litauer Str. IL. Liederabend.— Treptow: Jugendheim Bildenbruchstr. 53(Zugang von der Graehstraftej. Leseabenh:„fflachsmann als Eraicher".— Schineberg: Jugend- heim Lauptstr. 15 lLofgebäude. Thllrinsenzimmer). Bunter Abend. ' Verkäufe. Linoleum. Saillat. Soloniestrafte 9_• Webfehler.Tcppich«. Kleine Webfehler 2X3 19,— Mark. Kleine Webfehler ZX3 24.— Mark Sleln« Weblehler IViXiVt 38,— Mark. Kleine Weblehler 3x4 59.— Mark. ls Qualität 2X3 3«.— Mark. I- Qualität 2�X8V4 55�- Mark. I» Qualität 3 X 4 85.- Mar? Kiirner. BerNn. Votsdamerstrafte ZOK. Sausnumnier beachten._» Pcttcnoeekanf! Neue 12�,0! 15.—! 19L0I Vrachtnolli 25.— I 27,50! Bauern. betten 29.— I 33,— I Inlette! spottbillig und gut! Keine Lombardwar«. Leih. Haus, Brunnen strafte 47. Liatpiano». Oberaus preiswert. Piano- lofcrik Link. BeunnenstraS» 85 Ohne Anzahlung. Piano» in grofter Auswahl, neue und gebrauchte, mit Herr» sicher TansiMe Langjähriger Garantie» "ein. kleine Ratenzahlung. Hercr. iunnenstraft« 191. 1 Treppe, am Rosen- tbalervlah._____ 259,—, 375�. gebrauchte Piano». Wochenraten, Monatsraten. Lerer. Prinaenstraft« neunaig._ Ohne Anzahlung. Piano», gebraucht und neu. Garantieschein. Thilr, Sott- busser Damm 84, l kam Lermannvlahl, Grammophone. Ohne Anzahlung. Be- quem- Teilzahlung. Erstklassige Appa» rate. Billig. Grofag, Turmstrafte 70. »eirancht« Fahrräder, gräftte Aus- mahl. 15.-. 20.-. 25.-. 30.-. 85.—. Mgchnow Weinmeisterstrafte 14* Teilzahlung, kulante Bedingungen, Fabrikpreise, nur Qualitätsräder. Fabr- radbau.Wima"_ Allerstrafte dreiftia FeeUanlräder 30,—, Lalbrenucr. Kraus. Gräfte Franksurterstrafte 52._ Ohne Anzahlung. Erstklassige Fahr- räder. Fünsiährige Garantie. Sroft- berliner Fahrra dver'ricb. Tnrmstr. 70. Mgtoreädcr, Rielenausmahl. Spott- preise, auch steuerfreie. Motorradbaus Rewe. Inhaber Reinhold Weist. Schön- hauser Alle- 40. Der weiteste Weg lohnt st».' WMMWGilk RWMW M SSUCllB S-tragene Serrengarderode. Speziali. tat Vauchliguren. spottbillig. Raft. Gor. mannstrafte 25/28. irllher Mulackltrafte- Wenig getragen, Kavaliergarderod, oon Millionären. Aerzten, Anwälten Fabelhalt billige Preise. Emp-ehl« Tgillenmäntel. Paletot». Fracks. Smokings. Gebrockanztlge. Losen. Sport. Gehpelze. Delegenheitskäuse in neuer Garderobe. Weilcster Weg lohnend. Loihringerstrafte 58. I Treppe. Rosen. ihaler Dlad.- Lätainn, Iahngebiss«. Platinabfalle. Ll-i. Quecksilber. Silberschmelze. Sold. schmelzerei Ehristionat. KSvenIckcr. strafte 39 lSaltestelle Adaldertstraftel Wenig getragene Feackanzüg:. Smo- tiiigauziige. Gehrockanzllge. Jacke:,. anzüge. Gummimäntel. Eulawayauzlta«. Gabardinemäntel. Govertcoatpaletots. rite lede Figur passend. Zp aialität: Bauch- anzüge spottbillig. Gisellschaitsanzitg» werden verliehen. Lalvem. Rssenthalcr. strafte 4. 1 /Etage___* Von Kanalieren wenig ge'ragen«. teil» auf Seide, und neue Iackettanzügc, Smollnganzüge, Abendanzüge, Frack- anzüge. Ulster. Paletots, Gerockpa!eto!a,(odkr Bauchanzüge, jede Figur passend. Spart» jlichst Unterrickt Technische Prioatschule Dr. Werner, Regierungsbaumeisier. Berlin. Neandcr. strafte 3 Maschinenbau. Elektrotechnik. Sochbgu. Tiesbau. Steinmeftschule. Sei- zungdtechnik. Zechnikerkurle, Meister- kurse. Polieriurs«.» Vermietungen Zimmer, einlache-, zum U-bsrnocht-n für 2 Personen an der Eorlifter Bahn, von Iobaunisibal bis I-utbrn. sofort später gesucht. Wochenend. mog. WW..__________, Küchenbenuftuim. aber nicht Be- rclae. Gehpelze. Damenpelzmänckel-i dingung. Parteigenosse oder Rcpubli« Musikapparate, Goldwaren enorm dillig. Iraner bevara'ig». möglichst keine Gast. Kein« Lombardware. Leihhau» Fried» j Wirtschaft. O'ierten mit Preisangad« richstrafte 2, Lallesches Ter. an F. K. U. Filiale Lausiftcrvlat.