BERLIN Donnerstag 19. September = Der Abend= 1929 Erfcheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abenbausgabe des Vorwärts. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Ervedition; Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts 66 46. Jahrgang. ngeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Vf.. Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Boffcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536. Fernfprecher: Dondoff 292 bis 297 Die Krise in Desterreich. Besprechung der Sozialisten mit dem Vizekanzler. Wien, 19. September, 11 Uhr.( Eigenbericht.) Zurzeit sind die Führer der Sozialdemokratischen Partei beim Vizekanzler Schumpy als dem Chef des Sicherheitswesens und der inneren Verwaltung. Da das Aufmarschverbot für Wien weiterbesteht, dürfen die Heimwehrleute – die gewöhnlich 5 Schilling Sozialistische für jeden Aufmarsch erhalten zu ihrer Kundgebung am 21. b. M. auf dem Heldenplatz an der ehemaligen Hof. burg in geschlossenen Zügen weder an noch abmarschieren. Sie müssen den Weg einzeln oder höchstens in kleinen Gruppen zurücklegen, die Polizei wird bedacht sein, Zu sammenstöße zu vermeiden. Die Sozialdemokratische Bartei warnt ihre Mitglieder vor allen Inbesonnenheiten und Einzelaktionen. Solche Heimwehrversammlungen hat es in Wien schon mehrfach gegeben, ohne daß dabei etwas passiert wäre. Die Kundgebungen der Heimwehr in Niederösterreich am 29. d. M. erfolgen in vier weit auseinanderliegenden, zum Teil sehr weit von Wien entfernten Städten. Die Gefahr liegt besonders darin, daß auf Gerüchte von Exzessen in einem dieser Orte anderswo Erregung her. vorgerufen wird, die bei irgendeinem Anlaß ausbrechen fann. Wiener Regierung gegen Putschdrohung Kein Grund zur Beunruhigung" Aufbauarbeit Ein neuer Wohnhausblock mit Kinderheim, von der Gemeinde Wien Am Erdberg" errichtet, gehört zu den .marxistischen Leistungen, die durch den HeimwehrPulsch befeiligt werden follen. Fünfzehn Haftbefehle. Aber sechs Verdächtige freigelaffen. Wien, 19. September. Die Mittagsblätter melden zu der bekannten Angelegenheit des Artikels Cette Warnung" als Ergebnis von Erkundigungen am Ballhausplah, die Regierung vertrete nach wie vor den Standpunkt, die Lösung der krise müsse auf parlamentarifchem Wege gesucht und gefunden werden. Ein Grund zur Von den aus Altona hierher gebrachten, in der Beunruhigung sei um so weniger vorhanden, als die Regierung die Sprengstoffangelegenheit beschuldigten 21 Personen, die Machtmittel des Staates, Bundesheer, Polizei und Gendarmerie, im Laufe des gestrigen Tages von dem Untersuchungsfest in Händen habe und jeden Versuch eines Umiffurzes, von richter, Landgerichtsdirektor Majur, sämtlich vernommen welcher Seite immer er kommen sollte, entgegentreten werde. worden sind, wurde gegen 15 Saftbefehl er. Antwort an die Faschisten. lassen. Aus der Haft entlassen wurden außer den beiden Hofbefizern Amandus Vick, Vater und Sohn, der Chauffeur Lorenz, Redakteur Kühl, Kaufmann Kurze und Hofbesiker Schade. Die in Berlin verhafteten Mitglieder der sogenannten Timm Gruppe, gegen die bereits Haftbefehl des Vernehmungsrichters vorliegt, werden heute oder morgen vernommen werden. Wien, 19. September.( Eigenbericht.) Die Arbeiter- Zeitung" schreibt in ihrer heutigen Ausgabe zu der neuen Heimwehrdrohung:„ Das erste Wort gebührt eigentlich der Regierung, die Verfassungstreue gelobt hat und die der ausländischen Oeffentlichkeit ihr Wort dafür verpfändete, daß die Staatsgewalt die verfassungsmäßige Ordnung zu schützen willens fei. Hätte die Regierung den Mut, zu dem ihr Amt fie verpflichtet, dann würden noch heute Steidle und Pfriemer Die Entlaffung der sechs Genannten erfolgte, weil als Hochverräter verhaftet, die Heimwehren auf- rein dringender Fluchtverdacht vorlag, jedoch gelöst und die Aufmarsche als Vorbereitung zum Hodyverrat verboten. Aber alles das wird nicht geschehen, wie wir die Herren tennen. Das Ultimatum der Heimwehren richtet sich an die bürhaben. Jeht müffen sie endlich Farbe bekennen." Die ArbeiterZeitung" wendet sich darauf an die Arbeifer und an alle ehrlichen Republikaner. Vor allem ift Besonnenheit notwendig und Disziplin. Keinen voreiligen Schrift! Wir dürfen nicht schwanken und dürfen der Staatsgewalt nicht den Vorwand bieten, daß die Arbeiter den Kampf angefangen hätten. Gewehr bei Fuß, bis die Faschisten mit dem Angriff beginnen. Dann follen fie uns fennen lernen. Wenn ein rechtswidriger Angriff auf die Verfassung gewagt wird Berfaffung verteidigen. Wenn man uns angreift, gibt es einen Kampf auf Leben und Tod." gerlichen Barfeien, die bisher ein zweldeufiges Splet geftleben Einberufung des Reichstags. dann werden wir die Was die bürgerliche Preffe fagf. Wien, 19. September. Die Reichspost"( christlichsozial) bezeichnet den Heimwehraufruf als den dynamischen Ausdruck einer Bewegung, die im Vorwärtsdringen begriffen sei, und schon im Sturm ihr Ziel erreichen möchte. Das Blait meint, man müsse die Vorlagen der Re gierung erst ab warten und dann trachten mit legalen Mitteln den Widerstand der Sozialdemokraten zu bekämpfen. Die„ Neue Freie Presse"( liberal) sagt, die Bevölkerung dürfe wohl polles Vertrauen in die Ordnungsgewalt der ( Siehe auch 2. Seite.) Bum 30. September. Das Reichskabinett beschloß, den Aeltesten rat des Reichstags in seiner morgigen Sigung zu errat des Reichstags in seiner morgigen Sigung zu er suchen, die Einberufung des Reichstags zum 30. d. M. zur Erledigung des Gesetzes über die Reform der Arbeitslosenversicherung zu veranlassen. ist der Tatverdacht gegen sie keineswegs entfräftet und die Ermittlungen werden fortgefekt. Hofbesitzer Schade und Chauffeur Lorenz find in Jhehoe bereits ein. getroffen. Haftbefehl ist erlassen worden gegen Polizeihauptmann a. D. Sans Ridels aus Heide, Hauptschriftleiter Bruno v. Salomon aus Thehoe, Raufmann John Johnson aus Ihehoe, Syndikus Guido Befchle aus Ihehoe, Bantbeamter Alfred Bünjer aus Famburg, Landwirt Claus Heim aus St. Annen- Desterfeld, Landwirt Wilhelm Hamtens aus Tetenbüll, Student der Landwirtschaft Walter Muthmann aus Hamburg, Brivatier Frig Rehling aus Mülheim a. d. Ruhr, Kaufmann Kurt Rudorff aus Mülheim a. d. Ruhr, Konditor Anton Groß aus Mülheim an der Ruhr, Gastwirt Lothar Gengelazfy aus Heide, Landwirt Alfred Matthes aus Ihehoe, Landwirt Detlef Henning aus Desterfeld und Landwirt Walter Bohm aus Altona- Bahrenfeld. Die in Berlin bereits verhafteten Leute( Timm- Gruppe) werden im Laufe des Tages oder morgen vernommen werden. Gegen sie liegen bereits Haftbefehle des Vernehmungsrichters vor. Die Reichswehr- untersucht. Aber sie fann noch nichts feststellen. Das Reichswehrministerium ist nun auch überzeugt von der Tatsache, daß der Brief an Weschte, der ursprünglich Janjen gezeichnet sein sollte, von dem bei der Reichswehr in Lübed auf Jäschte stammt. Die Untersuchung darüber hat bis jetzt noch Zivildienstvertrag angestellten Oberstleutnant a. D. tein Ergebnis geliefert. Was diese Zivilangefiellten überhaupt betrifft, so wird gefagt, fie seien zur Berrichtung von Bureauarbeiten bestimmt und um die Möglichkeit zu schaffen, affive Offiziere für den Truppendienst freizumachen. Zur Angelegenheit des Zivilangestellten Bender, der als Polizeihauptmann in Magdeburg abgefekt wurde, weil er in Hakenkreuzlerverfammlungen die wüsteffen Schimpfereien auf den preußischen Innenminiffer betlatscht hat, erklärt das Reichswehrministerium, erst vor furzem von diesem Vorleben des Herrn Bender erfahren und darauf angeordnet zu haben, daß diese Angaben nachgeprüft werden. Sollten sie zutreffen, so würde Herr Bender selbstverständlich wieder aus dem Vertragsdienst entfernt werden. Das Reichswehrminifterium scheint sich jedoch nicht auch für die Frage zu intereffieren, wie es möglich ist, daß dieser Bender auf Empfehlung des„ Majors" von Gaza angestellt wird, ohne daß man fich um sein Vorleben und besonders um den Grund seines Ausscheidens aus dem Staatsdienst gekümmert hat.. Attentat in Athen. Der Generalinspektor der Forsten erschossen. Athen, 19. September.( Eigenbericht.) Ein vor einem Jahre wegen Unregelmäßigkeiten im Dienst entlaffener 26jähriger Forstauffe her lauerte den Generalinspettor der Forsten nachmittags vor dem Landwirtschaftsminifterium auf und tötete ihn nach einem turzen Wortwechsel durch zwei Herzschüsse. Der Täter wurde festgenommen. Angeblich fah er fich zu der Tat veranlaßt, weil der Generalinspektor eine Auseinandersehung mit ihm ablehnte. Die Krise in Oesterreich. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Regierung haben, aber schon die maßlose Beun- r u h i g u n g, die durch solche Alarmrus« erzeugt werde, müßte dem ganzen Lande' unerträglichen Schaden zufügen. Di« Heimwehren miNW-m f'rfi vor einem Sprung ins Dunkle warnen lassen. Koalition? Nachdem iünflst der christlichsoziale Gewerkschaftler Abg. K u n s ch a k betont hat, daß er bei aller Gegnerschaft gegen den „Marxismus" Verständigungspolitiker sei und bleibe und ein Zusammengehen mit den Sozialisten für durchaus möglich holte, schreibt die Wiener„Arbeiter-Zeitung" am Mittwoch zu der Regierungsöußerung, die„Atmosphäre" für die E n t- waffnung müßte erst geschaffen werden, u. a.: „In Wahrheit handelt es sich nicht um die„Atmosphäre"— die Faschisten werden für die innere Abrüstung nie zu gewinnen sein, ihnen wird sie aufgezwungen werden müssen. Was not- wendig ist, ist ganz etwas anderes: Gesinnung, Charakter, Tatkraft, Mut! Jeder Versuch einseitiger Abrüstung würde selbstoe"- ständlich auf erbittertsten Widerstand stoßen. Wenn aber eine vom Vertrauen oller Parteien getragene Regierung unter wirksamer Garantie für ehrlich« Gegenseitigkeit, unter gegenseitiger Kontrolle mutig die innere Abrüstung durch- 'ufnhren. dem Lande den inneren Frieden zu sichern unter- lähme, so hätte sie mehr als neunzig Prozent des ganzen Volkes hinter sich, so würde sie jeden widerstand unschwer brechen können. Dazu die demokratischen Kräfte im ganzen Land« zu ver- einigen, sie gegen die, die den inneren Frieden bedrohen, zusammen- zufassen, das wäre die � Aufgabe. Mit Verbeugungen vor den Friedensstörern kann man an sie freilich nicht Herangehen. Und wenn man warten will, bis die„Atiz»»sphärc" im Faschistenlage? günstig sein wird, kaim man zu spät kommen. Wie verschweig»ch's meinem Leser? Oer stumme„Lokolanzeiger". Die Untersuchung der skandalösen Vorgänge bei der Rai ff- e i s e n b a n k durch den Untersuchungsausschuh des Preußischen Landtags ist der Rechtspresse naturgemäß unangenehm. Die„DAZ." bemerkt unwirsch, daß solch nachträgliche Untersuchung, wenn alles „leidlich geordnet"(lies: restlos verpulvert) sei, doch gar keinen Sinn habe. Das Unternehmerorgan wird sogar poetisch und zitiert Verse vom Haussegen seiner Stammkneipe über das„Kamel, das alles wieder runtersrißt". Hätte der Preußische Landtag, was an sich möglich gewesen wäre, den Untersuchungsausschuß schon früher «ingesetzt, so würde die„DAZ." nicht verfehlt haben, zu bemerken, daß durch die Untersuchung die„leidliche Ordnung" der Dinge ge- sährdet sei; sie würde sicherlich den eingetretenen 80>Millionen- Verlust auf das Schuldkonto des bösen Untersuchungsaussthusies gebucht haben. Vielleicht wird aber schon das nächste Stadium der Untersuchung die„DAZ." darüber belehren, daß es sich um die Erforschung von Mißständen handelt, die der Oeffentlichkeit erst zum Teil bekannt— und die auch er st zum Teil bereinigt sind: Weit bequemer macht man sich die Sache bei Hugenberg. Die peinliche Sachlage, daß deutschnationale Reichstags- und Landtagsabgeordnete durch eine„Schluderwirtschaft" (wie der volksparteiliche Abgeordnete Leidig es nannte) dos ihnen anvertraut« Genossenschoftskapital bis auf den letzten Pfennig ver- wirtschaftet und darüber hinaus noch einen Schuldenberg von 60 Millionen gehäuft haben, wird den deutschnationalen Lesern am zweckmäßigsten dadurch versüßt, daß sie das Unangenehme nicht erfahren. Tatsächlich berichten„Tag" und„Lokal-Anzeiger", als die beiden einzigen Berliner Blätter, weder in ihren gestrigen Rachmittags-, noch in ihren heutigen Morgenausgaben auch nur ein Sterbenswort von der Tagung des Antersuchungsausschusses. Die deutschnationale Mißwirtschaft und Korruption wird verschwiegen— ergo existiert sie nicht. Der„Lokal-Anzeiger" wahrt hier seine heiligsten Traditionen. Er war bekanntlich das einzige Blatt, das Seiner Majestät unzer. schnitten vorgelegt wurde. Infolgedessen durfte er nichts ent- halten, was das kaiserliche Gemüt hätte beunruhigen oder zu un- zweckmäßigem Nachdenken hätte anregen können. Er übt dieses System noch heute zu Nutz und Frommen seiner gesamten Leserschaft. In der Mandschurei wird geschossen. Jetzt ist Jiußland der Ankläger. Moskau, l9. September. Die Telegrophenagentur der Sowjetunion meldet: Einer Mel- dung aus Tschita zufolge näherten sich eine chinesische In- fanterlekompagnie und eine Kavallerieabteilung bei der Station Mandschurla der Grenze, beschossen sechs Stunden lang me fowietrusfische Grenzwache und suchten sie gesangen zu nehmen. Sie wurden von herbeigeeilten Grenzsoldaten von der Grenze zurückgedrängt. Bei Pogranitschnaja, Blagoweschtschensk und einer Anzahl Grenzdörser werden die russischen Grenzwachen dauernd von den chinesischen Grenzwachen beschossen. Mobilisierung in der Aeußeren Mongolei. Tokio, 19. September.(Reuter.) Berichte aus weißrussischer Quelle besagen, die Regierung der Aeußeren Mongolei(die sich selbständig gemacht hat und unter russischem Einfluß steht. Red.) Hobe alle Männer zwischen 20 und 40 Iahren mobilgemacht und zwei Kavalleriedivisionen unter dem Befehl von Sowjetoffizieren nach der Grenze geschickt. Es seien Vorbereitungen im Gange, um SO 000 Mann nach der Grenze in Bewegung zu setzen. Besatzungsunfug bis zuletzt. Die französische Militärjustiz tobt weiter. Landau, lv. September.(Eigenbericht.) Das französische Militärgericht leistete sich neuerdings das Vergnügen, den katholischen Priester Georg Handlich aus Ludwig»Hafen wegen eines angeblichen Verstoßes gegen Derord- nungen der Rheinlandtommisston zu oiez: Wochen Gefäng- Iiis und 150 M. Geldstrafe zu verurteilen. Handrich ist der Vorsttzende einer Sporwereinigung, die im Juni in Mundenheim einen Umzug veranstaltete und dabei Trommeln benutzte. Nach einer Ordonnanz der Rheinlandkommission ist die Benutzung von trommeln und Pfeifen bei Umzügen als„militärisch" verboten. Die fravzösilschen Militärrichter wollen offenbar ihre Unbeliebt- Bomben- und Wefchkes Zechgelage mit Kommun Während der Landgerichtsdirektor M a f u r als Untersuchungs- richter in Moabit die Akten über die Bombenattentäter studiert und die Angeschuldigten vernimmt— einige von ihnen hat er bereits freigelassen, andere in Haft behalten—, werden gelegentlich Einzelheiten über die Ausführung der Bombenattentate bekannt, die für die Oeffentlichkeit Interesie haben. Zum Beispiel über den— mißglückten— Anschlag auf das Haus des Regierungspräsidenten G r i m p e in Schleswig. Am 24. August dieses Jahres ließ der Anstifter dieser ver- brecherischen Anschläge, der Hofbesitzer Claus Heim in Oesterfeld- � St. Annen, den Geschäftsführer der Landvolkzeitung in Itzehoe, Johnsen, zu sich kommen und erklärte ihm, daß wieder einmal etwas geschehen müsse. In Schles- w i g säße ein sehr unbeliebter Mann, das sei der R e g i e r u n g s- Vizepräsident Grimpe. Ifeim beschrieb dem Johnsen genau die Lage der Wohnung Grimpes in Schleswig und fügte hinzu, er könne sich am Montag die Oertlichkeiten in Schleswig an- sehen, die Kiste stände bereit! Johnsen wurde dann am Montag, dem 26. August, von dem Nachbar des Heim, dem Land- mann Hennings, der auch schon die Niebüller Attentäter ge- fahren hatte, nach Schleswig gefahren, sah sich alles genau an und fuhr noch abends zurück. Dann versuchte er am Mittwoch abend das Attentat auszuführen, nahm aber davon Abstand, weil im Hause noch längere Zeit Licht brannte. In der darauffolgenden Nacht fand er dos Haus dunkel vor und legte dann die Kiste mit 8 Pfund Sprengstoff im Windfang des Hauses nieder Hätte nicht die Maschinerie aus irgendeinem Grunde versagt, von dem leicht gebauten Hause wäre kein Stein auf dem anderen geblieben! Zur Ehorakterisierung des Schleswiger Anschlags möge noch dienen, was ein rechtsstehendes bürgerliches Blatt, die„Schleswiger Nachrichten", am Tage nach dem Anschlag aus den Regierungsvize- Präsidenten schrieb: „Vizepräsident Grimpe, der Sozialdemokrat ist, ist während seiner etwa zweijährigen Amtszeit an der Regierung zu Schleswig nie irgend jemals besonders exponiert gewesen, wahrt vielmehr in allen Fragen die gebotene Zurück- Haltung und hat sich stets bemüht, trotz seiner parteimäßigen Ge- bundenheit eine erfreuliche Objektivität an den Tag zu legen." Oer Hugenbergbrei. Er gärtundtreibtstinkendeBlasen, nur ein Block wird er nicht. heit noch in letzter Minute bis auf den Höhepunkt steigern. Es war bisher schon so, daß im ollgemeinen alles, was sie an Unfug an- richteten, in Paris unter schwierigen Umständen wieder gut- gemacht werden mußte. Hosfentlich auch diesmal. pinkerions Klassenkampf. Oer Terror in Nordkarolina. New Bork. IS. September.(Eigenbericht.) In Nordkarolina waren am Mittwoch wiedernm arbeiterfeindliche Gewaltakte zu verzeichnen. Das Ge- werkschaftsbureau in der Ortschaft Kingsmountai« wurde durch«inen Bombenanschlag schwer be- schädigt. Den kommunistischen Verbandssekretär schlepp- ten die Verbrecher in einen Wald und schlugen ihn dort bis zur Besinnungslosigkeit blutig. Hoover über Seeabrüstung. Eine Rundfunkrede. ' New Park. 19. September. Präsident H o o v e r sprach in Washington in einer Rund- f u n k r e d e über die F l o t t e n a b r ü st u n g. Da das Thema nicht bekannt war, waren die Hörer überrascht, daß er über die Sseabrüstung sprach. Hoover erklärte u. a.. daß die kommenden Seeabrüstungsbesprechungen die logische Folge des Kei- logg. Paktes seien, in dem die Regierungen ausgesprochen hät- ten, daß der Krieg niemals als Werkzeug der nationalen Politik angesehen werden dürfe. Gleichzeitig äußerte sich Hoover dahin- gehend, daß eine ausreichende Rüstung auch eine Sicherung des Friedens darstelle. Sie dürfe aber die Verteidigungsnot- wendigkeit eines Landes nicht überschreiten, sonst würde sie ein« Angriffsdrohung gegen dritte Staaten bedeuten. Im Hin- blick auf die Flottenabrüstung, dürfe dennoch die nationale Bcrtoidi- gung Amerikas auf keinen Fall vernachlässigt werden Hoover betonte weiter, daß die Sicherheit Amerikas keinesfalls in Frage gestellt würde, es solle aber lediglich versucht werden, m i l i t ä- risch« Ausgaben einzuschränken. Ehrenmänner. sten.— Das Attentat in Schleswig. Das alles stört die„Erneuerer Deutschlands" natürlich nicht. Der Befehl ist heilig und wird ausgeführt. Im übrigen dürste noch interessieren, wie diese Führer der Land- volkbewegung über die von den„vokleidenden Bauern" eingehenden Gelder verfügte«. Obwohl die Druckerei in Itzehoe, in der ihre Zeitung„Das Landvolk" gedruckt wird, einem Herrn P r a m o r ge- hört, also keinerlei eigen« Wert« vorhanden waren, gaben sie A k t i e n in Höhe von 80 000 M. aus, die von den sogenannten Führern in der Bewegung an den Mann gebracht wurden. Beim Berkauf einer Aktie flössen 260 M. in die oft recht weiten Taschen des Verkäufers. Den Rest dieser Einnahme in Höhe von 15 000 M. nahm einer der Hauptbeteiligten, der Abenteurer Volt, mit. als er in die italienischen Luxusbäder abdampft«. W e s ch k e, der frühere Führer des Landbundes im Kreise Steinburg. konnte als Angestellter der Landvolt-Zeiwng von den einkommenden Geldern zunächst 1000 M. als sein Monatsgehalt einbehalten. Wie er dieses Geld ausgab, darüber können am besten die G a st w i r t e In Itzehoe und Hamburg Auskunst geben. Als er einmal bei einer größeren Zecherei für einen Augenblick unbedingt sein Bierglos verlassen mußte, benutzten seine Zechkumpane, die der kommunistischen Partei angehörten, die schöne Gelegenheit and verschwanden mit seiner Aktentasche, die mit Briefen nnd anderen Papieren gefüllt war. Als Weschke zurückkehrte und diese Feststellung machte, sah er tatsäch- lich aus wie ein Häufchen Elend. Tränen rollten ihm über die Wangen liird er klagte laut über die Schlechtigkeit seiner tommu- nistischen Freunde. Er hatte vor, sie besoffen zu machen und dann von ihnen Nachrichten über die K o m m u- nistische Partei zu erfahren. Und nun mußte ihm so etwas passieren! Infolge dieses Malheurs, das der Polizei nie gemeldet wurde, ist die Kommunistenpresse in der Lage, d'e Brief« zu veröffentlichen, die über die Beziehungen Wefchkes zu an- deren Rechtsverbönden und zu Personen aus dem Rechtslager Aufschluß geben. Das Ganze gibt ein erschütterndes Bild über die Moral der Leute, die ihren Anhängern und denen, die ihnen ins Garn liesen, tagtäglich vorreden konnten, daß ss« die„Erneuerer Deutschtands" gegen die„marxistische Unkultur" seien! Zwei schwere Auiobusunfätte. -1» Personen verletzt. Heute mittag ereigneten sich im Stadtinnern zwei schwer« Autobusunfälle. bei denen 18 Personen leichte Verletzungen erlitten. Auf der Charlottenburger Chaussee, in nächster Nähe des Brandenburger Tores, fuhr ein stark besetzter Autobus beim Ausweichen in voller Fahrt gegen einen Baum. Samt- liche Scheiben gingen in Trümmer. Der Fahrgäste be- mächtigte sich eine Panik. 15 Personen waren durch umher- fliegende Glassplitter oerletzt worden.„ Die Verunglückten erhielten auf der nächsten Rettungsstelle die erste Hilf«.' Glücklicherweise stellten sich die Derletzungen als nicht erheblich heraus. Der Autobus mußte aus dem Verkehr gezogen werden. Der zweite schwere Unfall trug sich fast um die gleiche Zeit am Platz der Republik zu. Dort prallt« ein Autobus der Linie- 11 mit einem Lastfuhrwerk zusammen. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt. Zwei Insassen des Autobus erlitten leichte Derletzungen, während der K u t s ch e r des Fuhrwerts, Walter Blume aus der Tegeler Straße 24, schwere innere Verletzungen davon- trug. Blume fand in der Charit« Aufnahme. Verirauen für die CGT. Harmonischer Verlauf des Kongresses. Pari», 19. September.(Eigenbericht.) Der zweite Tag des Kongresses des französischen Gewerkschafts- bundes schloß noch der Rede des Generalsekretärs Iouhaux mit einem starten Vertrauensvotum für die Gewerkschofts- leitung. Der Gefehästsbericht wurde mit 4667 gegen 55 Stimmen bei 26 Stimmenthaltungen angenommen. Es wurden dann 9 Kommissionen eingesetzt, die sich mit den Sonderfragen der Tages- ordnung befassen sollen, wie Sozialversicherung, Arbeitslosenversichc- rung, Rationalisierung, Berufsschule und verschiedenen Geschäfts- ordnungssragen. Brand im Kinovorführraum. Menschenleben in Gefahr! Sarau. IS. September. Zm„hotelzum Stern" in Priebu» brach in der ver- gangenen Räch« Feuer ans. da, sehr schnell um sich griff.. Da die Gefahr bestand, daß auch die Nachbarhäuser von den Flammen ergriffen wurden, wurden die Feuerwehren aus den Nachbar st ädten, aus Görlitz, Sagau und Sarau, angesordert. Ihren vereinten Bemühungen gelang es, den Brand zu lokalisieren, so daß gegen 6 Uhr morgens jede Gefahr für die Nachbargebäude beseitigt war. Di« vorderen Gasträum« und die Fremdenzimmer sowie die im Hinterhaus gelegenen Räume der Filiale einer Manufakturwarenfirma wurden ein Rairb der Flammen. Ein Gewährsmann der Oittaiur. Zum Fall Siegfried Zakobp. Die Belgrader offziöse Presse hat jüngst einen angeblich be- rühmten deutschen Sozialisten namens Siegfried Iakoby gefeiert, der Südserbien bereist und dort alles in bester Ordnung gesunden haben soll. Wir hatten dazu festgestellt, daß uns der Name S. Iakoby ganz unbekannt ist. Nun erhalten wir ein« jo gezeichnet« Berichtigung auf Grund des§ 11, deren Verfasser erklärt, daß er in Südserbien keineswegs alles in Ordnung gefunden habe, vielmehr habe er das Gegenteil festgestellt. Die Berichtigung schließt:„Es ist unrichtig, �dah m der Soziaicemo' arischen Partes Deutsch- l o n d s ein Schriftsteller Siegsried Iakoby unbekannt ist, wahr ist vielmehr, daß ich seit zwölf Iahren Mitglied der Jüdischen Sozialdemokratischen Partei(Poale Zion) bin." Eugen Ernst. 3a seinem 65. Geburtstage. 2l'm 20 September feiert ber frühere langjährig« und erfolg- reichste organisatorische Leiter der Berliner Sozialdemo- k r a t i«. Genosse Eugen E r n st, seinen sünfundsechzigsten Geburts- tag. lieber 45 Jahre steht Ernst agitierend und organisierend in der deutschen Sozialdemokratie— über 45 Jahre, und so manches dieser sturmbewegten Jahre muß als Ärjegsjahr doppelt gerechnet werden. Als Eugen Ernst in die Reihen der geheim organisierten Berliner Sozialdemokratie trat, hing noch das Fallbeil des Ausweisungsparogrophen drohend über jedem wirklichen Kopf der„inneren"" Bewegung. Das hinderte den tatkräftigen, von der Idee des demokratischen Sozialismus entflammten Ernst nicht. sich auf die gefährlichsten Posten der Berliner Geheimbewegung zu stellen. Aus den harten Erfahrungen der fozialistengesetzlichen Zeit entstand seine fesselnde Arbeit:„P o l i z« i s p j ß e l e i e n und Ausnahmegesetz. 1878— 1910", eine vortreffliche Schrift, die als ein wichtiges Quellenwerk der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie angesprochen werden kann. Die heftigen Verfolgungen des Ausnahmegesetzes hatten die Köpfe der Berliner Sozialdemokratie stark radikolifiert, und auf ihre theoretische und tattische Haltung wirkte die Borstellung einer nahen politischen und sozialen Revolution bestimmend ein. Auch Eugen Ernst wurde von dieser Borstellung ergriffen, die aber mit einer oer- tieften Erkenntnis des eigentlichen Wesens der Sozialdemokratie in „Gerade Sie als Ausländer.. // .'0» Hanns Erich Kamine seinem Denken zurücktrat. Er wurde der überzeugteste Anhänger der Friedrich Engelsschen Taktik der Eroberung aller Festen. und so vollbrachte er sein Lebenswerk: den Aufbau der sozial- demokratischen Landesorganisation Preußens. Die Lettung der großen Wahlrechtsdemonstrationen Berlins lag in seinen geschickten Händen, und seine feste, aber besonnene Taktik be- wahrte die Partei von manchen, von der Reaktion so heiß ersehnten Zusammenstößen mit den hauenden Säbeln und schießenden Flinten des preußischen Obrigkeitsstaotes. Die allgemeine Wertschätzung, die Eugen Ernst als Taktiker und Organisotor genoß, erschloß ihm die leitenden Posten eines Parteikontrolleurs und auch eines Partei- Vorstandsmitgliedes. Die Lebensarbeit Eugen Ernfts reiste in der Novemberrevolution 1918, die ihm zu dem wichttgen Amt des Polizeipräsidenten in Berlin und Breslau berief. In der Weimarer Verfassung nahm der deino- krastsch« Gedanke, für den Eugen Ernst politisch heiß gestritten hatte. Form und Gestalt an. Wir wünschen dem Genossen Eugen Ernst beute aus vollem Herzdn, daß er noch manchen Schrill zur Verwirk- l'chung der sozialistischen Idee«rleben möge, die seinem ranzen Kämpferdosein ein»"höhere Weche gegeben hat.' z Oer Brief eines Verrückten? Oos Geheimnis vom Königssee. Ein Teil der Press« berichtet in großer Aufmachung über ein Geschehnis, das sich bei B e r ch t e s g a d e n zutrug. Im Königs- s c c wurde ein herrenloses Boot aufgesunden, in dem sich ein Hut, -in Stock und ein Schlüsselbund besanden. Auf dem Boden des Booles lag«ne Karte, die schwarzrotgold umrandet war und die Ausschrift trug:„Dem Finder eine Belohnung von 100 Mark." Der Mieter des Bootes soll ein Mann Ende der Dreißiger sein. Im Mantel, der im Hotelzimmer hing, in dem der geh.ümnis- volle Gast abstieg, fand sich ein Brief, der auf den Schluß kommen läßt, daß es sich um einen Verrückten handelt vd>r daß der Mann mit den Behörden einen schlechten Scherz treibt oder aber eine Flucht ins Ausland verbergen will. In dem Brief spricht er von einem klassischen Vorkriegsdeutschland, grüßt„Seine Exzellenz Majestät König Friedrich August von Sachsen", sagt, er sei fürst- lichcr Abstammung, jetzt aber Sozialdemokrat oder gar Kommunist, wolle aber nicht in der Fürstengruft beigesetzt werden, da sich sonst sein« Asch« in der Urne noch herumwälz«, gedenkt Napoleons, Ehr- Hardts, des früheren demokratischen Ministers Schiffer, des„Frie- densrichters Förster" und anderer. Gegenüber den Sensationsmeldungen gewisser Blället möchten wir beionen, daß es sich nach unserer Ansicht nur um die Tat eines Verrückten oder um eine Mystifikation handeln kann. 2S Todesopfer! Die Explosionskatastrophen bei Saarbrücken. Saarbrücken, IS. September. Di« Zahl der Todesopfer der beiden Sxplostonskata» strophen auf dem St. Charles-Schacht in Kleinroffeln ist nunmehr mit 23 festgestellt worden, die Zahl der 23er« letzten mit 25. Ss ist noch immer unmöglich, in den Stollen vorzudringen, da �er unterirdische Brand an- dauert, und man rechnet mit der Notwendigkeit, die Grube vorübergehend unter Wasser setzen zu müssen. Saarländische Gruben sind in keiner Weise gefährdet. Nicht Brüssel, sondern Wiesbaden. Als Tagungsort für das ZahlungS-Dantkomitee. Paris, 19. September.(Eigenbericht.) Wie der„Petit Parisien" meldet, wird das O r g a n i s a t i o n s- komitee der internationalen Reparationsbant, dessen Einberufung nun doch durch die großen Notenbanken selbst erfolgt. in Wiesbaden zusammentreten. Am 2. Oktober werde«ine erste oorberellend« Sitzung stallfinden. Die eigentlichen Arbeits. sitzungen würden am 7. Ottober beginnen. � Wetter für Berlin: Wolkiges und im ganzen etwas kühlere» Wetter, ohne erheblich« Reaensällc, mäßige westliche Winde.— .für Deutschland: Im Westen wolkig und etwas kühler, im Osten Wetterverschlechterung. Wir Berliner meckern gern, dos ist unsere lokale Eigenart, dagegen kann man nichts machen. Leute aus anderen Zonen behaupten deshalb, wir hätten keinen Mund, sondern eine Schnauze und eine große dazu. Mögen sie, wir finden, daß wir bloß„keß" sind, wir sagen„Mutterwitz", wo die anderen „schnoddrig" sagen, und wir wollen uns unsere berlinische Seele nicht rauben lassen. Sind wir nicht die Stadt der Aufklärung? Ich bin ein Lokalpatriot. So oft ich in der Straßenbahn sehe, wie sich einer in die Brust wirft, und höre, wbe er dann in die klassischen Worte ausbricht:„Na, erlaumse mah"— so oft schlägt mein Herz höher, so ost fühle ich, daß ich zu Hause bin. Jeder von uns weiß, was er davon zu halten hat, wenn wer „Dir hamse woll mitn Klammersack gepudert", oder„Dir hamie woll als Kind zu heiß jebadet" sagt. An derlei Liebenswürdigkeiten erkennen wir Berliner uns, wie sich die Bayern daran erkennen, daß sie dunkles Bier trinken und sich mit„Damischer Lackl aus- gschamter" anreden. Das sind Freimaurerzeichen, deswegen brechen wir uns noch lange keine Berzierung ob, deswegen bleiben wir doch zwar helle, aber auch geduldig und warten überall, bis wir Moos ansetzen. Man lasse zweihundert Menschen vor irgendeinem Schalter warten. Sie werden entweder ruhig ausharren, bis jeder an die Reche kommt, oder sie werden weggehen. Sind diese zwechundert Personen aber Berliner, so werden sie teils schimpfen, teils Witze machen, aber unter keinen Umständen weggehen. So sehen wir eben aus. Solange wir unsere Eigenart untereinander oder vielmehr gegeneinander zur Gellung bringen, ist nichts dagegen zu sagen. Anders jedoch wird die Sache, wenn wir nicht mehr bloß unter uns sind. Nicht-Berliner nämlich, besonders Ausländer, sind manchmal zart besaitet und halten es für eine Unfreundlichkeit, wenn man zu ihnen sagt:„Sie oller Dussel, Sie könn woll nich kieken, tretense doch in'n Mitteljang." Die Fremden wisien allerdings nicht, daß man darauf„Erlaumse mah" zu antworten hat, aber manchmal setzen sie sich doch zur Wehr, und dann schallt ihnen regelmäßig«nt- gegen:„Gerade Sie als Ausländer sollten... überhaupt wo Sic unsere Gastfreundschaft genießen..." Und da hört der Spaß auf! Als ich in Turin lebte, wurde ich in meinem Stammcafe«in- mal nicht bedient, weil der Kellner eine halbe Stunde die Fragen einer älteren Dame beantwortete, die erst jedes Wort in einer wilden Sprache, ich hielt sie für Schwyzerdütsch, ihrem Mann über- setzte. Endlich kam der Kellner zu mir und entschuldigte sich, daß es so lange gedauert Halle.„Es sind nämlich Fremde", sagte er, „sie haben mich nach verschiedenen Sachen gefragt, und ich mußte ihnen alles genau erttären.— Man muß doch Italien Ehre machen," setzte er hinzu. Dies« Geschichte, für deren Wahrheit ich mich verbürge, erzähle ich oft und gern. Was der Kellner sagte, war dabei gar nicht nur seine persönliche Auffosiung, es war und ist die Auffasiung oller Italiener. Gewiß, nach Italien kommen die Fremden seit Jahrhunderten, früher als Eroberer und jetzt als Besucher, und die Italiener vcr- stehen mit ihnen umzugehn. Sie wisien, daß die Fremden Geld ins Land bringen und sie behandeln sie. wie man Kunden behandelt Soll aber nicht auch jeder einmal nach Berlin kommen? S'nd wir nicht auch eine Fremdenstadt? Und was heißt eigentlich: Gastfreundschaft„genießen"? In Wirklichkeit genießt der Fremde, was er bezahlt. Als Odysseus sich an den Herd des Phäakenkönigs setzte, wurde er zunächst gespeist und gebadet, und erst am Abend fragte man chn, wer er sei und woher er käme: damals gall der Gast als heilig. Heutzutage muß er zuerst Namen und Herkunft angeben, aber schenken tut ihm niemand etwas. Er„genießt" allenfalls den Schutz der deutschen Gesetze, den er jedoch auch in Form von Steuern und Gebühren bezahlen muß. Als heilig gilt er längst»ichtz mehr. Immerhin, zu einem Fremden zu sagen:„Gerade Sie als Ausländer sollten sich an- ständig benehmen", ist eine Ungezogenheit und ein grober Verstoß gegen eins der ällesten Sittengesetze. Es ist außerdem sehr dumm. Denn der Fremde fährt auch wieder einmal nach Hause, und dann erzählt er... Selbstverständlich, wenn man die Sache aus der materiellen in die ideelle Sphäre rückt, statt Wirt Gastgeber und stall Fremder Gast setzen will, muß man zugeben, daß auch der Gast Pflichten hat.' Aber die Pflichten des Gastgebers sind größer, und ein Gast- geber darf sich nicht als Schulmeister ausspielen... Wir müssen doch Berlill und Deutschland Ehre machen! Wir wollen unsere Eigenart nicht preisgeben, wir haben es auch nicht nötig. Meckern wir weiter! Aber wenn wir zufällig an einen Fremden geraten, wollen wir ihm nicht vorwerfen, daß seine Wiege nicht an der Spree gestanden hat. Und außerdem: was ein waschechter Berliner ist, der stammt bekanntlich von außerhalb. Jeder Fremde kann so einmal noch unseresgleichen werden,— und dann können wir ihn richtig auf den Arm nehmen. Bis dahin sollten wir uns jedoch lieber so benehmen, als ob er wieder abreiste und bei sich zu Hause für uns Reklame machen sollte, für unsere Waren, unseren Geist und unsere... Liebens- Würdigkeit. Dann kommt vielleicht jeder mehr als einm--' nach Berlin. Kleines Theater. „Alt-Serlin" Fritz Friedmann-Frederich Inszeniert« im Kleinen Theater ein Singspiel in drei Bildern„A l t» B e r l i n", nach „Nante" von Adolf Glaßbvenner. Gemütlichkeit ist da und derber Humor(ohne aus Wieix zu stammen), alle, vergangen« Gestalten werden lebendig, von denen man glaubt, daß sie dieser jungen, vor- wärtsstürmenden Weltstadt einst angehört hatten. Gebauschte Krina- linen rauschen, Bratenröcke und Zylinderröhren stolzieren gravitätisch vorüber. Aber es sind nicht nur Geister der Vergangenheit, die hier lebendig werden. Blut rollt durch die Adern dieser singenden, pollenden, liebenden, rausenden und saufenden Alt-Berliner Leutchen. Der Hammer echten, schweren Lebens— das ewig ist— dröhnt hinter den Kulissen. Max Adalbert, du„Nante", gebildeter„Luley", von Pankow bis zum Hausvogteiplatz berühmt unter allen„Eckenstehern" Berlins als schnoddriges Original, laß dich umarmen! Berlin saß vor der Rampe, Berlin von gestern, heut« und morgen und hielt sich vor Lachen den Bauch. Nestroy stand Pate bei dieser In- szenierung. Das SBühnenbild, schlicht und mit vielleicht zuviel Müh« aus antiken Möbeln und Kupferstichen historisch echt gestaltet, schuf eine Atmosphäre, die schon an sich fesielle. Do kommt ein junger Herr Kloppenberg aus Kollbus, ein Kauf- mann, der sein Geschäft für Hunderllaufend verkauft hat, nach Berlin ' und will Röschen, die Tochter des„Bürgers und Rentiers" Luffey | heiroten. Röschen aber hat einen„Puschel", einen„Bogel", sie ist ein Fräulein Hochhinaus und will was Besonderes zum Ehegemahl kriegen, ein Kloppenberg kann sie nicht reizen. Ja, Flitter, Bräutigam ihrer Schwester Hulda, der sagte ihr«her zu, der hat so was„Je- bildetes" an sich. Kloppenberg aber, der junge Mann au» Kottbus, läßt sich nicht so schnell kleinkriegen. Er weiß von Röschens Puschel und geht die Sache raffiniert an. Er will Röschen durch Ent- täuschung heilen und mietet für 100 Taler den Eckensteher Konrad Ferdinand Schwabbe, genannt„Nante, der gebildet« Luley", kleidet ihn als vornehmen Herrn ein und schleppt ihn in Bater Duffeys gastfreies Haus, wo gerade Huldas Verlobung mit Flitter gefeiert wird. Nante bringt Schwung in die Geschichte, er kehrt das Unterste zu oberst und erobert im Sturm die Herzen der Festgesellschaft. Cr soll Röschen den Kopf verdrehen, um Kloppenbergs Ziel« zu fördern. Aber er kann nicht«hinten herum" arbeiten, denn er ist ein echter alter Berliner, grob, ober ehcklch. So wird alles aufgedeckt, Röschen bekommt ihren Flitter und Hulda ihren Kloppenberg. Der Luley, der das Dienstmädchen Fiek« allen anderen vorgezogen hätte, nimm� schließlich mit seiner allen Braut vorlieb, mft Jette. Neben Max Adalberts herzerquickendem„Nante" finden wir den trefflichen Hans H« rma n n-S chau f u ß als echten protzig-behäbigen Bürger, zänkisch-rührseligen Dater. Der stimmlich begabte Heinz Sarnow ist als Kloppenberg ein dummdreister, urwüchsiger Dorstadtxent, der jung« Manfred Boß als Flitter unausgeglichen und hölzern: er soll noch viel lernen. Stark und ausgearbellet ist Richard Starenburgs Roll« als Wirt Karnaljenvogel. Di« Roll« des Röschen ist mll Margarethe Schlegel nicht günstig besetzt. Sie soll einen„Puschel" haben, ist aber eine Naive. Tief erlebt und sprühend lebendig ist Eolette Corder als Dienstmädchen Fiele. Sie mimt«in anmutig-sreche» Mt-Derliner Hausmädchen und führt in der weiblichen Besetzung. Neben ihr 'leisten Käthe Erlholz als„Jette" und Ellen Frank als Wirt-trcher Auguste ganz« Arbeit. Die Aufführung wurde ost von stürmischem Applaus unter- brachen, man sah beim Fortgehen nur lachend« Augen. »«cracker von Lecher-dlesacb. R«ich»schulmuflk«oche. Vom 80. Septemder 61»»um 5. Oktober findet in Hannover dl« diesjährige ReichSlchulmusikwoche stall, auf der all« praktischen und thcoretis»eii Fragen der modernen Wusikpädagonlt erirtert werden lallen. An der Beranftaltung nimmt u. a. die.Interessengemein- schalt für da» deutsche tlhorgesangwesen- teil, zu der auch der»Deuts che Arbeitersängerdond' geHirt. „Samson und Dalila." Städtische Over Um einer Melodie willen hält sich„Samson und Dallla" in der Gunst der Opernwelt. Durch anderthalb Akte harrt das Publikum ihr entgegen, sie steht gerade in der Mitte der Oper, diese unendlich oft gehörte Melodie, so oft, daß wir meinen, wir könnten nicht mehr hören, diese blühende, unwiderstehlich betörende Melodie, mit der Dalila den verhaßten Feind ihres Volkes überwälligt, mit der„Ca mille Saint- Sa ens, der akademisch vornehme Musiker die Opernbühnen der Well erobert hat. Um dieser Melodie willen, die den dramatischen Mittelakt und sozusagen mit rückwirken- der Kraft das ganze Drama beherrscht, drängen sich alle Altistinnen der Welt noch der Partie der Dalila: diese Lerführungsszene bei Blitz und Donner, gipfelnd in dem welthistorisch berühmten Triumph der Heldin über den Helden, macht den unausbleiblichen Erfolg des Abends. Von der Lebenskrast einer Melodie lebt das Werk. Aber sie ist nicht sein Bestes, gewiß nicht sein Edelstes: die tieferen und höheren Werte, um derentwillen Franz Liszt und Hans v. Bülow einst die Partitur des großen französischen Zeitgenossen bewundert haben, sind in den dramatisch schwächeren Akten, im ersten und im dritten enchallen: dort vor ollem in den großartigen, mehr oratorien- hast als opernmäßig angelegten Thören der Hebräer(,chie Israeliten klagen unter der Knechtschaft der Philister", erläutert das Programmheft der Städtischen Oper) hier in dem fprmal und koloristisch gleich meisterlich gestalteten Tempelbild und vorher in der kurzen. stark und echt inspirierten Szene Samson im Kerker. Und hier ist Martin Oehman, der sängerisch glänzende Momente hat, menschlich am überzeugendsten. Als Dallla prunkt Sigrid Onegin mit einer Stimme, derengleichen«s heute sonst nicht zu hören gibt. Der Gestalt des Dramas, auf das es freilich m dieser Oper nicht allzu sehr ankommt, muß sie immerhin einiges schuldig bleiben. Dem Oberpriester des Dagon gibt Max Roth Format und eindring- liche Haltung. Um originelle und zeitgemäße Gestaltung des großen Opfertanzes im Dagons-Tempel zeigt sich mit den Ballettträften de? Hauses Lizzie Maudrit nicht ohne Erfolg bemüht. Aber der Schwerpunkt der Aufführung ist erfreulicherweise und mehr, als man gewohnt sit, in die Teile des Werks gelegt, die dem mustko- tischen Ohr die wertvollsten sind: Chor und Orchester sind auf außer- ordentlicher Höhe: Erfolg der Arbeit Leo Blech, der für diese Neueinstudierung von der Staatsoper beurlaubt ist.(Merkwürdig genug, daß sie seine Kraft fo lange entbehren tonnte, während oben- drein auch der andere Generalmukdirektor, Erich Kleiber, In ferne» Ländern weilt.) Nach den Aktschlüssen stürmischer Beifall für r" Beteiligten, gute Arb-ll. miter Erfolg. » ICIaus Princ:«'- wieviel Blinde gibt es? Die International« Gesellschaft für die Bekämpfung der Blindheit, die vor kurzem im Haag gegründet worden ist, oeröffentlichi einen Bericht, der sich auf Grund zweijähriger Erhebungen mit dem Vorherrschen der Blindheit auf der Erde und ihren Haupt- Ursachen beschäftigt. Bisher hat man genauer nur etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung der Erde erfaßt und die Zahl der Blinden mit etwa 1200 000 festgestellt. Man schätzt die Gesamtzahl der Blinden aus der Erde auf? M i l l i o n e n. Di» Erforschungen der Ursache der Blindheit haben aber gezeigt, daß der ZZerlust des Augenlichts sich in vielen Fällen vermeiden ließe. Der Bericht ver- weist aus den„Unterricht im Sehen", der in Amrrika bereits in mehr als 300 Schulen erteilt wird und Kinder mit schwachen Augen dazu erzieht, ihre Sehkraft zn stärken. Aehnlich« Unterrichtsanstalten sind bereits anderwärts eingerichtet, und man glaubt, mit der Der- breitung dieser Methoden und einer energischen Bekämpfung der zur Blindheit führenden Ursachen einer bedeutenden Anzahl n*" Menschen das Augenlicht erhalten zu können. Diktator. Der Ring um den Diktator. Jungnationale Opposition gegen Hugenberg. Der Herr von Film und Preffe" hat die hinter ihm stehenden Das Hugenberg Boltsbegehren gegen den Young- Plan Sapitalfräfte meidlich ausgenügt und es dahin gebracht, daß er und die Kriegsschuldlüge nennt der Jungnationale Ring eine und die Kriegsschuldlüge nennt der Jungnationale Ring eine als alleiniger Diktator in der Deutschnationalen Par Bolts abstimmung, die teinen Sinn und feinen tei heute amtieren darf. Aber auch gegen ihn wächst die Oppo-| 3wed hat". Es sei ein Unsinn, durch eine Abstimmung feſtsition, die heute noch zerfasert und ohne geschlossene Organi- ftellen zu lassen, daß ein Bolt nicht bezahlen will. Es fomme sation auftritt, jedoch mit den Ideen spielt, die ihn und sein System nur darauf an, ob es bezahlen muß oder nicht. Im Grunde sei zu Fall bringen werden. das Young- Begehren gar nicht ernst gemeint, und HugenDer Jung nationale Ring" gibt soeben seinen Barnberg selbst müsse von seiner Aussichtslosigkeit überzeugt sein. ruf aus den Reihen der Jugend" heraus, den er den„ Niedergang der nationalen Opposition" betitelt. In diesem Büchelchen tritt die nationale Jugend, die in dem Ring" eine Ideengemeinschaft gebildet hat, mit der' Ab ficht an die Deffentlichkeit, innerhalb auch des republifanischen Staates positive Mitarbeit zu leisten ,,, in ehrlichem Bündnis und in der Zusammenarbeit mit Bauern, Arbeitern und Bürgern, Beamten, Angestellten". Dieses ehrliche Zufammenarbeiten vermißt er gerade bei den Deutschnationalen, insonderheit bei ihrem Führer Hugenberg. Von diesem sagt der Jungnationale Ring, niemand wisse, welches 3iel Hugenberg habe, wahrscheinlich Hugenberg selbst nicht. Verraten habe er es niemand: ,, Man weiß nur, daß die Verschläge, die er beispielsweise zur Verfassungsreform hat ausarbeiten lassen, genau so aussichtslos wie seine Boltsbegehren sind." Dann heißt es noch deutlicher: ,, Sugenberg mill nur diftieren. Im Sinne des alten Obrigkeitsstaates möchte er befehlen, notfalls den Gehor= fam erzwingen. Armer Hugenberg! Ein Mann, der die Ideen hätte, könnte auch im heutigen Deutschland Diktator sein. Der Mann, dessen Wille sich darin erschöpft, das Rad der Ge. schichte rüdwärts drehen zu wollen, wird von dem vorwärtsbraufenden Strom hinweggeriffen. Auch ein noch so glänzend aufgezogener Apparat wird ihn vor diesem Schicksal nicht bewahren. Viel eher ist zu befürchten, daß er das, was an diefen vermeintlichen Führer glaubt, mit in den Strudel hineinreißt." Von den Methoden Hugenbergs wird gesagt, sie seien so ziemlich das Gegenteil dessen, was die nationale Opposition heute in Deutschland brauche: ,, Er verhindert die Annäherung der Stände und die aufbauende Arbeit am Staat. Er jetzt an die Stelle einer vernunftgemäßen Opposition die blaise Borstellung von einer Alleingewalt, die er dann, wie er selbst es nennt, zurumstellung" der Seelen der Menschen, des Staates und der Gesellschaft handhaben möchte. Der Nimbus der dunklen Kapitalmacht, deren er sich bedient, sichert ihm die Gefolgschaft von allerlei Opportunisten und Versorgungsafpiranten, aber er hat nichts gemeinsam mit den Menschen und den Grundsägen des echten Konfervatismus. Sein Ziel in der Partei, die absolute Führung, hat er erreicht; das große Werkzeug, das er damit in seine Hand gebracht hat, vermag er nicht ein zusehen; er trägt nur selbst dazu bei, es ffumpf und wertlos zu machen. Sein 3iel im Staate ist Utopie. Die bis herige Geschichte der Hugenbergichen Tätigkeit als Parteiführer ist eine Kette von Mißerfolgen, Mißverständnissen und Enttäuschungen. Er hat aus der Partei beileibe nicht, wie er es wollte, einen Blod gemacht, sondern den vorhandenen Bret lediglich in eine andere, längst gesprungene Schüssel geschüttet Sein Sturz erft wird den Weg freimachen für das große Ziel: Die wahrhaft nationale Oppofition." Theater, Lichtspiele usw. Donnerst, 19. 9. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 195 20 Uhr Der Barbier von Bagdad Staats- Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 165 19½ Uhr Carmen Donnerst., 19. 9. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Tyll Staatl. Schausph. am Gendarmenmarkt A.-V. 173 20 Uhr Hans im Schnakenloch Staatl. Schiller- Theater, Charlth. 20 Uhr 2x2= 5 Volksbühne Vorverkauf auch im Theater am Bülowplatz Pavillon der ReinTäglich 8 Uhr Dantons Tod hardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhlandstraße Bismarck 448/449 v. Georg Büchner Deutsches Theater Regie: Karl Heinz Martin D. 1. Norden 12310 8 U., Ende gegen 11 Staatl. Schiller- Th. Die Fledermaus 8 Uhr Musik v.Joh. Strauß. Regie: 2x2= 5 Max Reinhardt Staatsoper am Platz der Republik 712 Uhr Dirigent E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Carmen Kammerspiele D.1. Norden 12 310 Piscator- Bühne 8, Ende gegen 101/2 Uhr Der DerKaufmann Unwiderstehliche von Berlin Theat. am Kottb.Tor Kottbusser Str. 6 rägl. 8 Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U. EliteSänger Das Komödie von Géraldy und Spitzer Regie: Gustaf Gründgens Die Komödie J1 Bismck.2414/ 7516 814 Uhr Ende geg. 10% Uhr Kolportage Komödie von Georg Kaiser September- Schlager Regie: Erich Engel Programm! Der schlimmste Vorwurf aber, den die Jungnationalen der Deutschnationalen Partei und ihrem Führer machen, ist der, daß fie sogar ein ungeheures Rapital der nationalen Opposition" verwirtschaftet haben, nämlich den Namen Hindenburg: Hindenburg war und ist eine ungeheure Energiequelle: Durch sein bloßes Dasein, ohne daß man die teure Gestalt des alten Helden zu banalen oder gar riskanten Demonstrationen mißbrauchen müßte. Aber die Rechte hat es fertiggebracht, auch hier aus innerpolitischer Verblendung die foftbare Reserve zu vergeuden, ohne je ernsthaft davon Gebrauch gemacht zu haben. Offene und versteckte Angriffe gegen die nationale Zuverlässigkeit des Reichsoberhauptes, blinde Identifizierung des alten Heerführers mit den neuen Reichsfarben, auf die er den Verfassungseid geschworen hat, haben es tatsächlich vermocht, seine Stellung bei vielen Kreisen, die ihm einst in Treue anhingen, in 3meifel zu bringen und sein Bild in der Welt als Repräsentant des ganzen nationalen Deutschtums zu trüben. Man wollte ihn immer nur als innerpolitisches Werkzeug benutzen, und menn er sich solchen Machenschaften verjagte, so schmähte man ihn. Das Kapitel Hindenburg ist das dunkelste aus der ,, nationalen Bewegung". Statt der Hindenburglinie entstand die Hugenberglinie." Das alles ist mit den jugendlichen Augen nationaler Idealisten ganz richtig beobachtet. Aber diese nationalen Idealisten werden gegen die harte Macht der„ dunklen Kapitalsfräfte" Hugenbergs noch manchen Strauß zu führen haben, ehe sie die efte niederringen. Denn schließlich kennt Fugenberg seinen Mary genau genug, um zu wissen, daß er zur Befestigung seiner Macht den Arzt, den Juristen, den Gelehrten zu bezahlten Angestellten machen" mußte. Das hat er getan und tut er fürderhin. Die„ Bersorgungsaspiranten" bilden eine gefügige Gefolgsmannschaft für Alfred, den Cherusker. Oppositionelle Streifleitung. Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit. Ronto der Unfähigkeit der tommunistischen Untera händler buchen könne. Der Artikel in der Roten Fahne vom 29. August, worin der kommunistischen Branchen- und Streifleitung ihre tattischen Fehler vorgehalten und ihr die Unfähigkeit attestiert worden waren, hatte feine Wirkung natürlich auch nicht verfehlt. Der Branchenleiter gab zu, daß die Branchenkommission manchen Aufgaben nicht gewachsen war und entschuldigte das mit der Naivität der Branchentommissionsmitglieder, die zum ersten Male eine solche Bewegung verantwortlich zu führen hatten. In der Diskussion wurde zunächst von einigen sozialdemo fratischen Bauschlossern und dann vom Bevollmächtigen Genossen urich die Tätigkeit der Branchenleitung von einer anderen Seite beleuchtet. Einwandfrei wurde von diesen Rednern nachgewiesen, daß der kommunistischen Branchen und Streit. Leitung fein Hindernis in den Weg gelegt worden sei. Man habe lediglich von ihr verlangt, daß sie den Kampf it a ch gewertschaftlichen Grundsäßen und entsprechend den Statuten führe. Zum Schluß ließ der Branchenleiter trotz des Widerspruchs des Genossen Urich über einen Mißtrauensantrag gegen die Ortsvermaltung abstimmen, der nicht zur Diskussion gestanden hatte und daher geschäftsordnungsmäßig nicht zur Abstimmung zugelassen werden durfte. Der Antrag wurde von der Mehrheit der schon start gelichteten Bersammlung trotzdem angenommen. Achtung! 13. Kreis, Tempelhof. Die für heute angesagte Kreisvorstandssigung findet nicht Donnerstag, sondern er st morgen, Freitag, den 20. September, pünktlich 19% Uhr, bei Niendorf, Mariendorf, Chauffeeftraße 19, statt. FUNK RUNDAM ABEND Donnerstag, 19. September. Berlin. 16.00 Dr. Muskat: Bekämpfung des Gelenkrheumatismus. 16.30 Juilan Landau liest Skizzen. 17.00 Unterhaltungsmusik.( Ali Pach mit seinem Orchester.) Anschließend Werbenachrichten und Mitteilungen des Arbeitsamies Berlin- Mitte außerhalb des Programms der Funkstunde. 18.15 Lothar Brieger: Hans Thoma und der Schwarzwald. 18.45 Zeitgemäße Themen und Variationen. 19.35 Ernst Schäffer: Die neuen englischen Riesenluftschiffe. 20.00,, Song", Wort und Ton der Zeit. Nach den Abendmeldungen bis 0.30 Tanzmusik. Königswusterhansen. 16.00 Rektor Karselt und Stud.- Rat Janns: Mehr Zusammenarbelt in der Rechenmethodik der Volksschulen und der höheren Schulen. 16.30 Dr. Heinrich Moeller und Mitwirkende: Wandernde Melodien( TV). 17.00 Nachmittagskonzert von Berlin. 18.00 Oswald Zienau: Das baltische Deutschtum. In der Branchenversammlung der Berliner Bau- und Geldfchrantschlosser am Dienstag in den Sophienjälen wurde der letzte Streit in dieser Branche kritisch behandelt. Der kommunistische Branchenleiter Beder mühte sich in einem fast zweistündigen 18.55 Rittergutsbesitzer Reinhardt: Düngemittellehrgang( II): Die wirtschaftliche Referat ab, den Nachweis zu führen, daß lediglich die„, refor mistische Gewertschaftsdemokratie" in der Linienstraße dafür verantwortlich sei, daß dieser Kampf nicht mit einem vollen Erfolg für die Bau- und Geldschrankschlosser beendet worden ist. Vor den Schlichtungsinstanzen hätten die Bertreter der Ortsver waltung der tommunistischen Verhandlungsfommiffion nur deshalb die vollste Freiheit gelaffen, damit sie recht viele taftische Fehler machen solle, die man nachher auf das Winter SCALA Garten 8 Uhr Zentr. 2819 Rauchen erlaubt Dajos Béla und weitere Varieté- Neuheiten Gustav Hartung Renaissance- Theater Ueber 50 Mal: 734 Uhr Die heilige Flamme v.W.S.Maugham. Regie: Gust. Hartung Steinplatz C 1. 0901 u. 2583/84. Hardenbergstr. 6. Reichshallen Theater Abends 8 Sonntag nachm. 3 Das Fest- Programm der Stettiner Sänger nur noch bis 30. September. Nachmittags halbe Preise. Billettbest. Zentrum 112 63 Dönhoff- Brettl: Varieté Tanz Falkner Orchester. Tägl. 2 Vorstell. 5 und 812 Uhr Barbarossa 9256 Unsere neuen Preise: Wechentags 6 Uhr 50 Pf. bis 3 Mark Tagl. 82. Sonnt. 5 Uhr 1 bis 6 Mark Original- Rastelli usw. PLAZA Tägl. 5 u. 815 Sonnt. 2,5 u. 815 Alex. E. 4.8066 CASINO- THEATER Lothringer Straße 37. Täglich 84 Uhr Der neue Eröffnungs- Schlager Wem gehört mein Mann! Dazu ein erstkl. bunter Teil. Für unsere Leser: Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. INTERNAT. VARIETE Kleines Theat. RoseMerkur 1624 Täglich 8 Uhr Premiere. Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8 Uhr Theater, Große Frankfurter Str. 132. Alt- Berlin Grand Hotel Bestellkasse: Alexander 3422 Täglich 8.15 Uhr: Die Weber Schauspiel in 5 Akten von Gerhart Hauptmann Regie: Paul Rose Jeden Sonnabend 5.00 Uhr und jeden Sonntag 2.30 Uhr Schneewittchen Gr. Ausstattungsmärchen Die Vögel pfeifen es vom Ast: Besuch STEINMEIER'S TANZ SCHONER FRAUEN KABARETT mit Max Adalbert Lustspiel von Paul Frank als Nante Theat. d. Westens Metropol- Th. Täglich 8% Uhr Sonnab u. Sonntag 4 und 8% Uhr Tägl. 84 Uhr 18.30 Gertrud van Eyseren, César Mario Alfieri: Spanisch für Fortgeschrittene Verwendung der Düngemittel in der Praxis. 19.20 Georg Hausdorf: Praktisch angewandte künstlerische Werbetätigkelt( IT). 20.00 Philipp Jarnach.( Am Flügel: Der Komponist.) 20.30 Theodor Fontane( gelesen. von Hermann Vallentin). 21.00 Mozart.( Mahlke- Trio: Rudolph Schmidt, Flügel; Hans Mahlke, Violine; Adolf Steiner, Cello.) Anschließend bis 0.30 Uebertragung von Berlin. Berantwortlich für die Redaktion: Franz Klühs, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwätts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße& Sierzu 1 Beilage. GROSSES SCHAUSPIELHAUS tägl. 8 Uhr 3Musketiere Regie: ERIK CHARELL Gesamt- Ausstattung: Prof. Ernst Stern. 2391 Der Wellerfolg Marietta Barnowsky- Buhnen Trianon- Th. Merkur Friederike Musik von Franz Lehar Musik v. Oskar Straus Käthe Dorsch Michael Bohnen Tanzpalast EINTRITT FREI KONZERT- KAFFEE TANZ- PALAST KABARETT BAR STEINMEIER FRIEDRICHSTRASSE 96 AM BAHNHOF Theater in der Königgrätzer Straße 81 Uhr Hannibal ante portas Komödienhaus Täglich 8 Uhr Scribbys Suppen sind die besten Lustspiel von Julius Bersti Täglich 84 Uhr Der gr.Lustspielerfolg Das kommt doch alle Tage vor Johannes Riemann, Vilma v. Aknay, Max Landa, Lotte Klinder Sonnab. u. Sonntag nachm. 4 Uhr Aschenbrödel Planetarium am Zo0 Verläng. Joachimsthaler Straße B.5 Barbarossa 5578 16 Uhr Herbstefonders abende am Sternenhimmel wirksam sind 1814 Uhr Bis an die die KLEINEN Grenzen der Welt ANZEIGEN in 20% Uhr Rätsel des der Gesamtauflage des Sternenlichtes " Vorwärts Tägl.außer Montags Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theater Barbarossa 3937 Täglich 8 Uhr Die andere Seite von R. C. Sherriff Regie: HeinzHilpert Berliner Theater ⚫ Dönhoff 170 Täglich 8% Uhr Zwei Krawatten von Georg Kaiser Musik: Lessing- Theater Norden 10846 Gruppe junger Schauspieler Täglich 8% Uhr Cyankali $ 218 von Friedrich Wolf Pumpen Röhren, Filter, Ersatztelle Preisliste gratis Koblank& Co. Mischa Spoliansky Pumpenfabrik Regie: Forster Larrinaga BERLIN 65, Reinickendorfer Str. 95 Fritz Wilkens Köpenick, Landjägerstr. 4 Bau- u.Möbeltischlerei Tel.: Köp. 1538 Standuhren Coun 60.Garantie- Marke mit fünfjähriger Garantic von 120.- an Teilzahlung bis 15 Monate auch Wochenraten von RM. 3.- an Keine Anzahlung Lieferung sofort frei Haus G. m. b. 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Und es überkommt einen dos Unlustgefühl, das einem jedesmal dies Schild an dem großen Geschäft gegenüber hervorruft, dies Gefühl von Leere, Fadheit und Eintönigkeit. Und man stellt zum hundertsten Male fest, daß man bestimmt dem Stumpfsinn verfallen ist, wenn dies Schild nicht bald herunter- genommen wird. Ja, man wird sicher stumpfsinnig---- Ms ob man es noch nicht wäre! Und im Auf- und Abgehen wiederholt man sich unaufhörlich:„M'ller u. Lachs, Tapetenfabrik". Mehr fällt einem nicht ein. Und ohne ein Gefühl im Herzen und ohne«inen Gedanken im Hirn verzehrt man mechanisch dos reizlos« Frühstück und schlendert dann gegen zwei Uhr nachmittags planlos in den großen, verkehrsreichen Straßen Berlins umher, um aufs neue einen von diesen jammervollen Tagen totzuschlagen. -» Und während man so dahinschlendert, schreit es in einem: „Neunundvierzig Jahre bist du schon, und zu was hast du eS ge- bracht in diesem Leben? Ja, zu was?... Hast kein Weib, kein Kind, kein Heim und kein Geld, nicht ein einziger Mensch auf der Welt hat dich lieb____ Siehst du, jetzt ist es Herbst, der Tag ist grau, und wenn die hohen Berliner Mietshäuser nicht den Blick auf den Himmel nehmen würden, so könntest du die schweren Wolkenfetzen sich in der Luft wälzen sehen. Jene Herbstwolken, die immer Vorboten einer drückende», trostlosen Regenzeit sind____ Du, es wird regnen, es wird auf dich niederregnen, während du stundenlang herumlaufen wirst, stumm und schwer, die Hände in den Taschen vergraben, in dich verwühlt, Straß« auf, Straße ab: es wird auf dich niederregnen, wie es vor einem Jahr und auch vor zwei Jahren auf dich herabgeregnet hat und wi« es in Zukunft auf djch herabregnen wird. Bielleicht wirst du auch dann diese Straße lang gehen oder ein« andere. Was ist da für ein Unter- schied?... Auch dann wird dieselbe Leer« auf deinem Herzen lasten und doch wird es nicht springen____ O, und jetzt siehst-du vor einer Auslage dort ein junges, frisches Mädchen stehn, ihr feines Ge- sichtchen, ihr schlanker Wuchs, ihre elastisäze Gestalt gefallen dir, nicht wahr? Du, dies trvgvolle leere Possenspiel, hast du es denn nach immer nicht satt? Weißt du denn nicht, daß sie zu dir sprechen ipird, wie sie gestern noch zu anderen gesprochen Hot und was du schon vor zwei, zehn, zwanzig Jahren von jeder gehört hast?... Und ist es nicht immer dos Gleich«? Und nachher immer gleich schwer, gleich leer?... Manchmal wacht man plötzlich auf aus solche» Gedan!en: denn es gehen zwei junge dicke Frauen vorüber, und man ist gezwungen, den Ton ihrer unsympathischen Stimmen zu hören:„Kommen Sie doch mit zu Wertheim! Er kommt um fünf Uhr in de» Tecraum. Ich stelle Sie als meine Kusine vor. Patenter Kerl! Er hat mir erst mal neulich diese silbern« Kette geschenkt. Sie können sich ja nachher verabschieden..." Und man geht unwillkürlich schneller, um dies Gespräch, das einem in den Ohren weh tut, los zu werden. Aber nach einer Weile bleibt man wieder stehen, schlendert langsam wie vorher, und die Gedanken von früher überfallen einen hartnäckiger und schnierz- hafter: „Du, eigentlich bist du doch ein Schriftsteller, warum sitzt du nicht lieber zu Hause und schreibst, hä? Ach, der Anblick des Schildes verjagt dich ja, dies„Miller u. Lachs, Tapetenfabrik". Verhäng' doch das Fenster, dann brauchst du es nicht zu sehen. Geh' noch Haus und fang' an zu arbeiten. Ist es nickst ein herrliches Gefühl, von taufend Idioten gelesen zu werden? Tausend Leute wissen, daß in einer Mietsstraße in Berlin einer wohnt, der so und so heißt und dies und das schreibt____ Du, wieviel Menschen wohnen in Berlin, von denen keiner weiß, daß sie so und so heißen und dies und das machen. Bist du denn schon so abgestumpft, daß dich dein Ruhm gar nicht mehr reizt? Jedes Erlebnis läuft nichtig und spurlos an dir vorbei. Gewiß, leicht ist es nicht an solchen«inlönigen, grauen Tagen, noch dazu in Berliner Straßen, etwas zu erleben. Es fehlt dir also das Thema zum Schreiben, nicht? Dann schreib' doch ein Feuilleton über die Firma Miller u. Lachs, Tapetenfabrik!.Als Stoff sind zwei Menschen vorhanden, die Miller und Lachs heiße» und eine Tapetenfabrik haben. Ja, dies« zwei Menschen sind wirk- lich vorhanden____ Das fühlst du doch jeden Morgen, wenn du aus dem Fenster siehst, wie einen Alp. Aber vielleicht ist dir das Thema nicht sympathisch? Nun, da hast du ja doch ein andere«. Vor vier Minuten sind zwei junge, dicke Frauen von etwa dreißig Jahren an dir vorbeigegangen, und die eine hat die andere ein- geladen, mit ihr zu Wertheim in den Teeraum zu gehen, wo sie ihr «inen patenten Kerl vorstellen würde, der ihr erst mal ein« silbern« Kette geschenkt hat. Stell' dir doch diesen patenten Kerl vor. wie er auf zwei dicke Weiber wartet. Vielleicht ist es ein Beamter, er trägt einen etwas abgeschabten Ueberzieher, einen Handschuh hat er an, den anderen hält er in der Hand, denn dos ist eleganter. Sicher hat er auch Augen wie Glasknöpfe und«inen aufgezwirbelten Schnurrbart, und wenn er der Freundin vorgestellt wird, macht er «inen tiefen Bückling und sagt:„Sehr angenehm!" Und dann schnüffelt er im Sitzen den Dunst von der schönen Molligkeit seiner Freundin, von der er schon in seinem einsamen Bureau mit wachen Augen geträumt hat. Sie sprechen bestimmt vom Kino, vom Wetter, vom Sonntagsausslug, dem sich die mitgebracht« Freundin an- schließen wird. Du hast doch ein gutes Personengedächtnis, du, du wirst sie bestimmt wiedererkennen. Da wäre es angebracht, jetzt zu Wertheim in den Tceraum zi! gehen und sich in ihrer Näh« nieder- zusetzen, um das Gespräch anzuhören und sie zu beobachten. Siel- leicht ist er auch gar kein kläglicher Beamter, fondern ein Don Juan, ein Romantiker, ein Dichter, ein glühender, feuriger Mensch.... Dielleicht ist er..* Na, da ist man schon in der Leipziger Straße, nun sind es nur noch ein paar Schritt«. « Im Teeraum bei Wertheim. Gin paar Tisch« sind mit ein- 5-lnen Herren und Fräuleins besetzt, die bestimmt auf ihr« Schätze warten. Oder wollen sie vielleicht hier erst neu« finden?... Alle sitzen korrekt, steif da und betrachten feden genau, der hereinkommt; nach der Neuheit und Eleganz seiner Kleidung wird sein Wert als Mensch abgeschätzt. An der Eckwand an einem Tischchen sitzen drei. die einzigen, die zu dreien sitzen, und wahrhaftig: es sind die beiden Kriegselend in Palästina Deutsche Soldaten unter Türken und Arabern Je weiter wir uns vom Kriege entfernen, um so mehr kommt uns feine Sinnlosigkeit zum Bewußtsein. Auf keinem Kriegsschou- platz trat dieses jedoch schon während des Krieges jo stark in Er- jcheinung, wie in Syrien und Palästina. Das biblische Wort von Palästina als dem Land, in dem Milch und Honig fließt, stimmt nicht mehr, wenn man von Europa hin- kommt. Friedrich Naumann sagt in seinem Palästinabuch, daß jenseits der Alpen die Wüste Sahara beginne, und er spricht von den Bergen, die nackt, wie das Gerippe der Erde in der Sonne liegen. Es stimmt aber, wenn man aus den angrenzenden Wüsten in diesen schmalen Küstenstrich kommt. Wein, Feigen, Apfelsinen, Bananen, Granatäpfel, Melonen usw. gedeihen. Dazwischen aber auch wüste, wasierarm« Steppen, unwirtliches Gebirge, ohne Wold und Strauch, in denen nur Schakale und Hyänen hausen und die Nächte mit ihrem schauerlichen Geheul erfüllen. Das Land ich schön mit seinen vielen historischen Ställen, seiner verschiedenartigen Bevölkerung vom Beduinen und Araber bis zum Fellachen, die alle feit über 2000 Iahren in ihrer Entwicklung stehen geblieben sind und noch in einem Kulturzustand leben, der etwa dem zu Christi Zeiten gleichkommt. Aber auch ein Land, das für den Europäer große Gefahren hat. Was die deutschen Truppen weniger unter modernen Mordwaffen zu leiden hatten, das wurde wettgemacht durch die Krankheiten, wie Malaria, Ruhr und ähnliche, durch die fast unerträglich« Hitze bis KZ Grad, durch die Fliegen- und Ungezieferplage aller Art. Aber was bedeuteten die Leiden der deutschen Truppen gegen die der türkischen Soldaten und die der Bevölkerung! Abgesehen von einigen kriegerischen Aroberstämmen war die Bevölke- vung friedfertig. Sie litt schon in normalen Zeiten groß« Not. Aber während des Krieges steigerte sich diese Not wie zu einer ungeheuren Anklag« gegen die Menschheit. Frauen und Kinder logen auf den Straßen und durch» suchten den Pferdemi st nach unverdauten Kör- n e r n, in den Staub geworfene Apfelsinen schalen wurden gierig mit allem Dreck gegessen, vom Molariafieber gepackte Menschen lagen im Staub auf der Straße, bei 6l> Grad Sonnenhitze, und wurden vom Frost geschüttelt, daß ihnen die Zähne klapperten. Keiner kümmerte sich um sie, und wenn sie„krepierten", dann schmiß man ihr« Leichname in eine Schlucht oder Höhle, den Hyänen und Scha- kalen zum Fraß. In Malaga und Libalon lag unsere Truppe längere Zeit. Apfel- sinen, Feigen und Wein gedeihen dort prächtig. Wir standen vor der Feldküche, um Essen zu holen. Da sahen wir, wie ein etwa zwölfjähriges Mädchen 20 Meter vor der Küche zusammenbrach. Als wir zu ihr gingen, mußten wir zu unserem Entsetzen sehen, daß das Mädchen starb. Sie bestand nur noch aus Haut und Knochen, noch nie hatte einer von uns einen derartig abgemagerten Menschen gesehen. Dieses Mädchen war, eine von vielen, verhungert und wenige Meter vor der Feldküche gestorben. Einige Zeit, später kam ein kleiner Junge, besah neugierig die Tote und versuchte sie dann fortzuschleifen. Er legte sich ihre mageren Beine über den Rücken und schleift« sie«in Stückchen durch den Staub. Da sie ihm scheinbar doch poch zu schwer war, ließ er die Füße los, und die Leiche lag wieder im dicken Staub, in brennender Sonnenhitze. Einig« Soi- daten haben das Kind dann irgendwo eingescharrt. Was bedeutete hier ein Menschenleben. Ilm Lächerlichkeiten wurden Mord« begangen, ohne daß sich auch nur einer darüber auf- regt«, und verhungern mußten viele. Man tröstete sich mit Allah oder mit dem christlichen Himmel. Die�t ü r k i s ch e n Polizisten gingen stets mit schwerem Ochsenziemer, und jeder Schlag zog blutige Striemen nach sich. Einem Händler, der nicht den richtigen Preis gefordert haben sollte, wurden in unserer Gegenwart 2Z Hiebe auf die Fußsohlen erteilt, eine dort übliche Straf«. Der Mann konnte nicht mehr gehen. Doch kein Gericht hatte ihn verurteilt, ein einziger türkischer Polizist hatte die Strafe angeordnet, und wer weiß, aus welchen Motiven. Die Aburteilung auf dem türkischen Kriegsgericht ging so rasch vonstatten, daß man auf das Urteil warten konnte. So sah ich ein- mal acht Araber, die verdächtig waren, unsere Regimentskolonn« überfallen zu haben. In höchstens 30 Minuten waren alle zum Tode verurteilt, in der Zwischenzeit schon die Galgen auf- gerichtet. Sie wurden sofort zum Richtplatz geführt, und nach einer halben Stunde hingen sie schon, mitten im Ort, umgeben von lächelnden türkischen Soldaten und Männern, Frauen und Kindern aus der Bevölkerung. Hier half auch uns deutschen Soldaten das Wort:„Krieg ist Krieg" nicht mehr; denn hier wütete neben allen Krankheiten und dem Hunger auch noch eine verrohte Soldateska gegen die am eigent- liehen Kampf unbeteiligte Bevölkerung. Beim Zusammenbruch 1918 stießen wir auf«ine geschlossene tür- tische Abteilung, der einzigen während des ganzen Rückmorsches. In einer Mulde sah man in geringer Entfernung ein Araberdorf. Als die türkische Infanterie vorbei war, kamen etwa 500 Meter hinterher zwei türkische Insanteristen, während aus entgegengesetzter Richtung ein einzelner Araber auf einem Esel geritten kam. Er saß, wie es dort üblich ist, seitlich auf dem Esel und schlenkert« ge- mütlich mit den Beinen. Als die beiden Türken ihn sahen, riefen sie ihm etwas zu, woraus wir sogleich entnahmen, daß sie auf seinen Esel reflektierten. Ein lautes Hin und Her begann, bis der eine der Türken mit dem Gewehr drohte. Der Araber aber zeigte keinerlei Anzeichen von Aufregung, sondern ritt unbekümmert weiter. Da legte der Türke das Gewehr an— zielte— ein Knall— und der Araber sank tot vom Esel. D«r Esel blieb stehen, und die beiden Türken liefen nun auf Mann und Esel zu. Sie drehten den toten Araber mehrere Male im Sande um, durchsuchten sein weißes, weites Gewand und fetzten sich dann beide vergnügt auf den Esel. Mit dem zufriedensten Gesicht der Welt lachten und winkten sie uns zu und ritten in Richtung ihrer Truppe weiter. Der ganz« Vorgang schien aber vom Dorf aus gesehen worden zu sein; denn kaum waren die Türken fort, so kamen etwa 10 Arabersrauen unter lautem Weh- klagen aus dem Dorf, legten den Toten in ein weißes Linnen und schleppten ihn hinter sich an der Erde durch den dicken Staub in ihr Dorf. Wir deutschen Soldaten hatten manche Schrecken während des Krieges erlebt, ober jetzt kroch uns doch das Grauen an. Um einen kleinen verhungerten Esel verübten diese Menschen lächelnd «inen Mord, als ob nicht geschehen wär«. Die türkischen Soldaten, unsere Bundesgenossen, keine Schuhe an den Füßen, in Lumpen gekleidet, oft nicht minder hungernd als die Bevölkerung, kamen in unsere Gräben, um verschimmeltes Brot und stehengebliebenes saures Esten gierig zu verschlingen. Auf den Märschen konnten viele vor Erschlaffung nicht mehr gehen. Sie hingen sich unter die Lastautos und verbrachten Stunden in dieser Stellung, mit einer dicken Staubkruste bedeckt. Auch hier war die K n u t e dos Züchtigungsmfttel. Malaria, Ruhr und Cholera wüteten unter ihnen, und Tausende starben eines elenden Todes. Aus der großen Kaserne in Skutari, gegenüber Konstantinopel, fuhren wachen- lang ununterbrochen zwei Leichenwagen noch dem Türken- friedhof, auf jedem Wagen drei Särge init je 3 Toten. Rackt wurden diese an der Cholera gestorbenen Menschen in die Gräber geschüttet. mit einigen Steinen und ein wenig Erde bedeckt. Davon durften unsere Zeitungen während des Krieges nichts berichten. Beim Zusammenbruch versagte die türkische Führung völlig. Einzeln und in Trupps suchte jeder seinen Weg, und viele fielen in die Hände feindlicher Araber. Diese zogen sid' nackt aus, und in wenigen Tagen starben sie infolge der Hitze am Tag« und der Kälte in der Nacht eines elenden Todes. Aber die t ü r k i s ch e n O f f i- ziere saßen bei de» deutschen zu Gast, und von weit her wurden geeignete Leute geholt, die einen guten Mokka brauen konnten. Als die kümmerlichen Reste unseres Bataillons vom Toten Meer aus den fluchtartigen Rückmarsch antraten, muhten wir, um der Gefangenschaft zu entgehen, durch die Wüstengebiete marschieren. Hier fand ich ein Exemplar von Goethes Faust. Trotz der Ermüdung hob ich es auf, und das erste Wort, dos ich darin las, war das des Mephisto:„Denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zu- gründe geht." Noch nie war mir dieses Wort in solch furchtbarer Bedeutung zum Bewußtsein gekommen, wie nach dem Erlebten im „helligen Land". Pech und Schwefel wie auf Sodoin und Go- morra, um alles zu vernichten, das hatten wir oft gewünscht: denn hier schien nur noch blödester Vernichtungswahnsinn zu herrschen, Tod und Leid schlugen tausendfältig auf eine armselige Bevölkerung und die zum Kriegsdienst gezwungen armen türkischen Bauern ein, ohne Sinn und ohne Zweck. Und das in jenem Land. wo Christus gelebt haben soll: unter den Augen und dem Befehl derer, die sich als berufene Vertreter der Lehre Christi ausgeben, die selbst den Krieg im Namen Christi preisen und wenn sie könnte», auch heute noch führen würden. Emst Tessloff, Kiel. Madam«, die ich auf der Straße traf und der Kavalier. Tatsächsich Unit dem Beamtengesicht und sogar mit d«m Beamtenüberzieher. Mein Gott! Zum ersten Mal« nach langer Zeit erwacht in einem da» abgestumpfte Gefühl, aber nur, damit man«inen 5)ah bekommt auf diesen fremden, gleichgültigen Spießer!... Denn warum ist er kein Romantiker, kein Träumer. k«in Hochstapler? Ach, warum ist es jene Alltagsflieg« mit Augen wie Glasknöpfen und oufge- zwirbeltem Schnurrbart, einer, von dem man genau im voraus weiß, was er sagen wird..-. Aus d«ssen Gespräch man gar nicht »«ugierig ist____ Und doch, da man schon dazu hergekommen ist, setzt man sich ganz dicht dazu und behorcht dieses stumpfsinnige Gespräch. Er: Schönes Wetter... Grunewald... Sie: Wir hätten so gern„die Macht des Teufels" geseh'n. Freundin: Ja. es soll ein schönes Stück sein. Er: Ein schönes Stück?... Dann werden wir hingeh'n. Pause... Sie: In der Alhambra ist es auch nett.... Freundin: Ja, mir hat auch jemand davon«rzählt— Er: Wenn es da nett ist, dann geh'n wir doch hin. Pause... ©ie: Wenn schönes Wetter ist, könnte man auch in den Luna- park geh'n. Freundin: Und auf der Treppe schliddern! Er: Also, wenn das Wetter� schön ist, g«hen wir hin. Pause... Sie: Lei schlechtem Wetter ins Cafe Vaterland.... Freundin: Ja. bei schlechtem Wetter ist es da besser als draußen. Er: Ja, bester als draußen---- Pause... * In der Dämmerung rafft man die schweren, vom Nichtstun so trägen Glieder zusammen und schleppt sich zum Potsdamer Platz, wo Taufende von Mädchen hastig mit Mappen unter dem Arm zur Wannseebahn oder anderen Haltestellen laufen Und während die Lampen angezündet werden, stellt man sich irgendwo an einer Ecke auf und schaut mechanisch auf die Vorbeihastenden: zum tausendsten Male stellt man fest, daß diese abgehetzten, früh mit Sorgen be- ladenen, altklug raffinierten und o, wie unnaiven, unromantijchen jungen Mädchen kein Feuer in einem entfachen werden. Und wie lnan auf sie starrt, scheint einem, daß all diese Gesichter zu einem einzigen, riesigen, vulgären, uninteressanten Gesicht zusammen- schmelzen, das mit lauter, kreischender Stimme über den Potsdamer Platz schreit...:„Wir sind die Kinder vom Heutigen Berlin, wir müssen unseren Eltern verdienen Helsen... unsere geistig« Nahrung ist das Kino und der Lunapark oder Zobeltitz und Herzog... Natürlich wollen wir heiraten! Wenn ein Versorger kommt, werden wir tüchtige Hausfrauen werden, ihm Kinder gebären, sie selbst nähren und dos Haus hüten. Ja, ja, wir sind die Kinder vom heutigen Berlin." Man kennt es schon auswendig, dos alles... und so läßt man sich gleichgültig langsam vom Strom mitziehen. Die Nacht breitet ihre Flügel über diese herrlich« Stadt und chre Bewohner aus, und man verschwindet irgendwo in ein hellerleuchtetes Cafe, in dem schon viel« von jenen gefärbten, gepuderten Mädchen sitzen, die warten.... Und dos müde Herz sagt:„Seid gegrüßt, gefallene Schwestern, füllt ihr meine elend« Seele mit Licht, mit viel viel Licht, denn in ihr ist's schrecklich finster..." Die Schweden werden größer. Noch jetzt bekannt werdender Statistik beträgt die Durchschnitt»- größ« der männlichen Schweden 1,75 Meter. Vor 25 Iahren be- trug sie ungefähr VA Zentimeter weniger und vor 50 Iohr«n so- gar nur 170 Zentimeter. Wenn die Schweden so weiter wachse», werden sie in einigen Generativnen das„Volk der Riesen" werden. (23. Fortsetzung.) Der Alte ließ die Hände ruhen und sah durchs Fenster. Da hingen die vollen, blauen Trauben, denen die Morgensonne die letzte Süße gab. Nahezu ein halbes Jahrhundert hegte und pflegte er die�Weinstöcke. Gut, daß sie sich bescheiden an die alte Werk- stattminier drückten, sonst würden sie am Ende auch noch der Axt zum Opfer fallen, wie ein Teil seiner felbstgepflanzten Obstbäume drüben im Garten. War's nicht eine Lust gewesen, sie anzuschauen, wenn ihre mächtigen Kronen im Frühling, wie blühend« Berge von tausenden Bienen umschwärmt, dastanden?... Und wie hatte er sich im heißen Sommer mit Weib und Kind in ihrem Schatten getummelt, während die reifen Früchte ab und zu ins Gras fielen... Lange schaute er hinüber zur kahlen Mauer der neuen Fabrik, aus deren Fenstern das Geräusch der Maschinen zu ihm herüber drang...„Und das nennen die Menschen Fortschritt!" murmelte er und bürstete an den Uhrrädchen weiter. Heinrich stand zuweilen versonnen und sah den arbeitenden Maschinen zu. Durch die stark« Welle des Schaufelrades kam die Kraft herein und lief durch Treibriemen zu den Maschinen. Ganz sonderbar... In der Mittagspause ging er hinaus und betrachtet« lange das Wasser hinter dem Rade. Gleich wieder hätte es eine solche Mühle treiben können: dreißig Meter weiter noch ein« und dann noch eine und so weiter. Und des Wassers Kraft blieb sich immer gleich. Was war das?... Woher kam das?... Ein über- mächtig Gefühl erfüllte ihn. Laut hinausschreien hätte er es mögen: Nicht zwölf, nicht zehn, nein, nur sechs oder gar fünf Stunden braucht ihr Menschen zu arbeiten, wenn ihr die Oder, die Weichsel, die Elbe, den Rhein in euren Dienst spannt! Seine Gedanken eilten um Jahrzehnte voraus und versetzten die Zukunft in«ine Welt der Freude, die von Wundern und Ueberraschungen erfüllt war. Unoerhoffte Begegnung. All das Neue schien di« Erinerungen an Hedwig nach und nach zu verdrängen. Doch in Wirklichkeit war e» nur ein bescheidenes Raumgeben, ein Tiefersinken, um sich in ursprünglicher Jugend- reinheit zu erhalten. Dann rangen sich die Erinnerungen zuweilen hoch, dann machten sie Heinrich heiß und in letzter Zeit ein wenig wirr im Kopf. Hielt ihn da eines Abends die Petzels Anna am Marktbrunnen wieder mal fest und flüsterte ihm mit unverhüllter Schadenfreude zu:„Siehst«, Heinrich, nun haste was: nun heiratet die Hedwig den Weiß Former, wenn's Trauerjahr um dessen Frau vorüber ssl. 's geschieht dir aber recht, alter Grohtan, tatest ja schon gerad', als ob dir all die Wartenberger Mädel Luft wären." Und schon war sie mit ihren Kannen davon. Heinrich stutzte. Es war ihm unmöglich, auch nur ein Wort zu erwidern. Er drückt« auf den Brunnenschwengel, während es in seinem Innern im selben Takt laut rief: Glaub'? nicht! Glaub'? nichtl' So sehr er sich auch den ganzen Abend bemüht«, den Gedanken loszuwerden, es gelaug ihm nicht. Er mußte, als er auch im Bett noch keine Ruhe fand, den Verstand zu Hilfe nehmen, um das erregte Herz zu beruhigen. Danach ließ er zunächst Annas Gerede als wahrscheinlich gelten, um mit sich ins Reine zu kommen.— Nun gut, wenn's schon so wär. versucht« er nüchtern zu erwägen, was Hütt' ich dabei verloren? Nichts!— Denn sie nimmt den Witmann nur, weil sie muß.— Und ich— heirate nie. Fertig! Im nächsten Augenblick verwarf er seine Klügeleien wieder. Nein, cr konnte mit seinen Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Am folgenden Tag rief's ihm der Schuster-Paul im Vorüber- gehen auf der Straße zu. Noch schadenfroher klangen die Wort« aus dem Munde des Verschmähten. Aber auch heftiger schrie es in Heinrichs Innern? Glaubt nicht! Glaub's nicht! An einem Sonntagnachmittag, als die warme Herbstsonne gerade dabei war, die Weintrauben und Pflaumen tiefblau und die Aepfel feurigrot zu malen, schritt Heinrich hinter den Meister- gärten am Rohrbach entlang hinaus zum Chausseehaus, wo er Wilhelm zu einem Spaziergang erwarten sollte. Es dauerte auch nicht lange, und fein Freund bog gemächlich um die Straßenecke. Nicht gering war Heinrichs Verwunderung, als dicht neben ihm gleichen Schritts ein hell sommerlich ge- kleidetes Mädchen daherkam. Er sah genauer hin, und plötzlich ließ ihm«in Gemeng« von Angst und Freud« fast taumeln. Hedwig war es! Sie drückte feine zitternde seine zitternde Rechte mit einem innigen Blick, aus dem die alte Lieb« und Freundschaft sprach. Sie schlugen«inen Fußweg«in, der durch dichten Laub- und Nadelwald zu dem eine Stunde weit entlegenen Bahnhof führte. Wie unter Menschen, die täglich bis zum Ueberdruß beieinander sind, so nüchtern und schleppend war die Unterhaltung. Gering kam sich Heinrich vor neben dem so stattlichen Mädchen, das ihn an Größe fast erreicht hatte.„Ja, schau nur, mein Anzug ist nicht mitgewachsen," begann er, um das lange Schweigen zu brechen, als Hedwigs Blick lächelnd auf ihn ruhte. „Als ob ich danach guck«! Ich freu« mich nur, wie groß und hübsch du geworden bist." „Meinst wohl, hübsch groß?" Dabei streckte Heinrich seine Arme nach vorn, die fast bis an die Ellbogen aus der Jacke hervor- stachen und wies auf die Hosen, die kaum an die Knöchel reichten. „Zu dir dürfte man eher so sprechen," erwiderte er, sie scheu de- trachtend. Ja, es war eine Lust zu schauen: wie di« blau« Scherpe an festen, runden Hüften hing und wie das frische Gesicht anmutig aus hellem Kleid hervorblühte. „Laß gut sein, Heinrich, bald bekommst du einen feinen Gesellenanzug," sagt« sie tröstend, fast mütterlich—„und dann bist du frei!" Das letzt« Wort kam fast wie ein Jauchzen über ihre Lippen.„Wie ich mich freue!" jubelte sie plötzlich, ihres Bruders Blick nicht achtend.„Den ersten Tanz von dir, Heinrich zur Fast- nacht— dann sollen die Wartenberg«r Augen machen— du bist sa frei!" Sich leicht anschmiegend, fragt« sie: Kannst« schon a biß'l?— Komm!" Sie riß ihn vom Steg auf die kleine Waldlichtung hin- 'ber. Wilhelm fuhr ernst warnend dazwischen. Was geht's dich an?" wies sie den Bruder zurück, aber dennoch das Spiel unterbrechend. Sie legte ihre Hand auf Wilhelms Schulter, als sei ihr der scharse Ton leid, und sprach auf ihn«in: „Bist doch immer noch mein gut Brüderchen. Geh', spendier«inen, frischen Trunk von drüben aus dem Forsthaus. Wir wollen dort auf der alten Bank«in wenig ausruhen." Wilhelm war diese Wendung lieb. Ließ sich doch auf dies« Art eine für seinen Freund Heinrich unangenehme Auseinandersetzung umgehen. Kaum war Wilhelm auf dem Weg zum Forsthaus verschwunden, flog Hedwig an Heinrichs Brust in heftiges Weinen ausbrechend. Wonne und Mitleid erfüllten Heinrich, dem der Ausbruch inneren Wehs mehr als Worte offenbart«. Ehe er«ine Frage tun tonnte, kehrte Wilhelm mit einem Krüglein Beerenwein zurück.„Was ist?" fragte er verwundert.„Nichts." Sie lacht« gezwungen. Sie nickte und log leichthin:„Aus Ungeschick hob ich mirs Bein an der Bank gestoßen." Ei« griff nach dem Krug und trank ein paar Züge. Froh und erheitert vom Wein hüpfte sie an ihres Bruders Seite und hängte sich an seinen Arm, als sie wieder aufbrachen. Mit der rechten Hand zog sie Heinrich an sich.„Heut will ich dir endlich den Gruß von Professors ausrichten. Immer sollt ich dir einen bestellen, wenn ich schrieb— na, weißt ja, warum es nicht ging." Heinrich war erfreut ob dieser Freundschaftsbezeugung. Hedwig plauderte leichthin weiter: Vom schiefen August, den Schöneich als«inen seiner besten Schüler bezeichne und der nun nach München auf die Kunstschule gereist sei. Und daß Frau Schöneich Heinrich«inen lieben, netten Jungen nenn«, an den sie sich oft erinnere. Hier wo die warme Soime durch Birken- und Eichengeäst pures Gold auf dunklen Waldsteg funkelt«, wo singende Vögel und summende Bienen durch die Stille klangen und sie Seit an Seite mit ihrem geliebten Burschen ging, gab sich das lebensfrisch« Kind schnell dem Vergessen hin. Voller Uebermut singend, sprang sie hin- über zur Waldwiese, wand ein Sträußchen, um.Heinrichs Knopf- loch damit zu schmücken. „Laß mich!" Sie stampfte mit dem Fuß, als Wilhelm sie zurechtwies. Wilhelm wandte sich ob und ging voraus. Er hat« schon sein Kreuz mit der Hedwig. Wie ein Stock hatte sie neben dem fast kahlköpfigen Former Weiß gesessen. Ale sie ihm das Jawort geben sollte, war sie aufgesprungen und zur Tür hinausgeflitzt. Anstatt sie mit ihrem rechtmäßigen Verlobten zur Dahn zu be- gleiten, müsse er nun die traurige Roll« einer Warnungstafel spielen. Wilhelm wandte sich um.„Jesses, Hedwig!" Er rief's heftiger, als er gewollt, als er in einiger Entfernung Hedwig und Heinrich, eng umschlungen, hinterdreinkommen sah. Ein wenig beschämt fuhren sie auseinander. Wie ein modriger Kellerhauch durchschauert« Hedwig die Erinnerung an den Former Weiß. Wortlos standen die drei auf dem von der Abendsonne über- goldeten Bahnhof und erwarteten, die Ankunft des Zuges Hedwig dankte beim Abschied ihrem Bruder für sein« Duldsamkeit. Wenn er's für gut befände, solle er der Mutter doch endlich reinen Wein «inschänken. Die Gesellenprüfung. Nicht nur Arbeiter, Handwerker und Bauern, nein, auch Guts- besitzer und Fabrikanten zählten fetzt zu des jungen Meisters Kundschaft. Nach Katalogen und Zeichnungen wurden allerlei Möbel von edlen Hölzern hergestellt. Di« tüchtigsten Gesellen aus weiter Umgebung nahmen bei Meister Timm Arbeit. Denn die gute Küche der jungen Meisterin genoß weit über die Stadt hinaus einen anziehenden Ruf, und die saubere Gescllenstube bot eine gast- kichere Stätte an langen Winterabenden, als die kalten, finsteren Dachkammern anderer Meister. * Sich der hohen Bestimmung seines Gesellenstückes bewußt, schaffte Heinrich mit Eifer und Hingabe daran. Denn ein Bücher- schrank ist kein Schrein wie«in anderer, in den man Dinge zu des Leibes Notdurft aufbewahrt, oder Porzellan, silberne Becher und Schalen hineinstellt. Nein, Geist soll in ihm wohnen: die tiefsten Empfindungen der Seele, die sich in Freude und Leid, in Hoffnung und Zweifel ausdrücken, kurzum, di« Früchte innersten Ringens großer Denker sollen sich darin zusammenfinden.. Und so schrak Heinrich ein wenig zusammen, als eines Tages einer der alten Kontrollmesster von der Innung plötzlich neben seiner Arbeit stand. Den Bleistift hinterm Ohr, die Tabakpfeif« scharf im linken Mundwinkel und den Zollstock tatbereit in der Hand, sah der Alte recht unternehmend aus. Sich die Mütze schief kratzend, starrte er lange auf die Zeichnung, die breit neben Heinrichs Arbeitsplatz an der Wand hing. Je mehr er sich aber mit all den kreuz und quer durchcinanderlaufenden Strichen abmüht«, um em wenig Regel hineinzubringen, desto netz- artiger verstrickten sich seine Gedanken. Ein befreiender Seufzer entfuhr ihm, als sein Blick endlich auf einer Skizze in einer Ecke des bunten Durcheinander haften blieb. „Ho, ha, eine Bant mit Türen baust du wohl gar?" Selbst- bewußt sah er seinen Prüfling an. „Es wird eine Bibliothek, Meister Schöpke." (Fortsetzung folgt.) «« «« FÜR DEN KLEINGÄRTNER. ■jniiiiiuiiuiiuiiiiiuinHiiiiniiiuiiiiiiiiiinuniiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiii{iiiiiuuiimmininimnmniatiiiiunmiiniiiiuiiniiiiiutiiiiimiinimiiiiiiiiuimuiniiiiiuiuiiiiiuuiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiniiiiiii Gelbe Blätter und farbiges Laub, I Die Botanik kennt den Begriff des Hitzelaubfalls, der dann ein- tritt, wenn eine starke direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf die Blätter stattfindet. Daß eine solche Sommerglut durch starkes Wassergeben paralysiert werden kann, ist begreiflich, aber weder in der Stadt noch auf dem Lande liegen die Verhällnisse so, daß hin- reichend Wasser für den genannten Zweck zur Verfügung. steht. Man schreitet meist erst dann zur Bewässerung der Bäume(nach Auflocke- rung der Baumscheiben), wenn der Baum selbst in Mtileidenschaft gezogen wird. Das Gelbwerden und Abfallen des Laubes nimmt man mit einem gewissen Fatalismus hin: der Städter weist vielleicht noch auf die üblen Einwirkungen der unterirdischen Röhrensystem« auf die Baumwurzeln hin. Die diesjährige Sommerhitze zeitigt« nun den Hitzelaubfall— gelbe Blätter bedecken bereits die Chausseen und wirbeln in dem Tanz des Staubes, den die Autos verursachen. Was den olljährlich wiederkehrenden H e r b st l a u b f a ll�betrifft, so glaubt man in ununterrichteten Kreisen, daß die mst den Herbst- und Wintermonaten sich einstellende kalte Temperatur der Gnmd des Abwerfen? der Blätter ist. Eine falsche Anschauung, die nur einen Schein von Wahrheit dadurch erlangen kann, daß es wirtlich einen Frostlaubfall gibt, der durch stark« Källeeinwirkung her- vorgerufen wird. Dann kann es vorkommen, daß in kurzer Frist der Baum entblättert dasteht. Im gewöhnlichen Verlauf der Dinge spielt sich der Vorgang ober so ab, daß schon lange vor Frosteintritt Blätter abgeworfen werden. Durch die immer mehr sich senkenden Temperaturen wird die Saugfähigkett der Wurzeln beeinträchtigt: sie ist unfähig, dem Baum die durch Ausdunstung abgegebene Wassermenge zu ersetzen. Würden nun die Blätter alle wester funktionieren, so träte ein Zustand des Verdurstcns«in. Um dies zu verhindern, werfen die Laubpflanzen ihre Blätter ab: es bilden sich an der Basis des Blattes weiche Zellen, di« schließlich ausein« anderfallen, so daß das Blatt— losgelöst— zur Erde schwebt. Eh« dieser letzte Vorgang eintritt, hat die Laubpflanze alle wichtigen Stoff« aus den Blättern gezogen und in das Holz der Aeste über- geführt: so das Wasser, die Kohlehydrate und Eiweißstoffe. Bei dieser Uebertragung entstehen die L a u b o e r s ä r b u n g e n, die unser Entzücken bei den Herbstwanderungen bilden. Alle möglichen Nuancen, meist ins Rote übergehend, erfreuen unser Auge. Ein leider nur zu kurzes Naturschauspiel, dessen schnelles Verschwinden uns dann aber das monotone Grün unserer Nadelhölzer als einzig« Belebung der grauen Natur um so mehr schätzen lehrt. Für den Gartenbesitzer ergibt sich aus dem über das„Verdursten" Gesagten die Mahnung, gerade in einem trockenen, regenarmen Jahre dafür zu sorgen, daß Bäume und Sträucher genügend« Feuchtigkeit er- halten, ehe der Winter hereinbricht. Merbs taussaa ten. Ende September, Anfang Oktober können sowohl Karotten als auch Erbsen auf abgeerntetes Gemüseland ausgesät werden: sie sind— günstige Weterverhältnisse vorausgesetzt— im Frühjahr zum Gebrauch fertig. Wenn die Karotten auch nicht den Treib- karotten Konkurrenz machen können, so kommen sie doch gleich hinter- � her und werden durch den Einfluß der Winterfeuchttgkeit recht zart sein. Man sät in Reihen aus und nimmt entweder für diese Saat die. kurze Duwicker oder die halblange Nantaise. Man sät als „Markiersalat" etwas Salatsamen mit au», damit so früh al» möglich gehackt werden kann. Daß Im allgemeinen die Samen nicht erfrieren, kann angenommen werden. Winter, wie der letzte, sind doch Aus- i nahmen. Mit der Ernte muß man beginnen, wenn einigermaßen! verwendbare Karotten vorhanden sind, well bei allzu langer Dauer der Entwicklung das Jnsamenschießen der Wurzeln erfolgt. Eine Düngung ist unnötig, die Wurzelgewächse lieben bekanntlich keinen frischen Dung.— Von den Erbsen ist es namentlich die niedrige Sorte„Wunder von Amerika", die sich für späte Herbstaussaat eignet, j Sie braucht nicht gesttefest zu werden. Man sät Anfang bis Mitte Oktober ejwa 5 Zentimeter tief in drei Reihen auf ein Beet. Lei starkem Frost ohne Schnee ist ein« Decke von kurzem Dünger oder Laub angebracht, doch ist diese, rechtzeitig im Februar oder März zu .entfernen. Das Land östlich der Elbe unterliegt leider anderen klimatischen und Bodenverhältnissen als Mittel- oder gar Westdeutsch- land: aber die Borteile einer frühen Ernte sind groß genug, Nim einen verhältnismäßig nicht zu kostspieligen Versuch zu wagen. Rhabarber-Kultur. Rhabarber ist das früheste Kompott und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit. Eingeweckt, erinnert er— wenn der Zucker ihn ordentlich durchdrungen hat— an den Geschmack von Aprikosen. Die Anzucht aus Samen kommt für den Kleingärtner weniger in Frage, weil die Blattstiele erst im dritten Jahre Verwendung finden können. Besser ist das Pflanzen von Deilstückcn älterer, aus dem Boden genommener Wurzelstöcke. Völlig abgetragene Wurzelstöck« hoben natürlich nur geringen Wert, doch werden bei guter Pflege sieben- bis achtjährige Pflanzen noch genügende Lebenskraft haben. Jedenfalls ist hierbei die Gewähr der Sortenechtheit gegeben, wäh- rend bei Samenanzucht verschiedene Sorten nicht immer konstant wiederkommen. Als Pflanzzeit ist das zeitige Frühjahr besser als der Herbst, da im Winter Teilstauden leicht ausfrieren. Es ist daher auch vorteilhaft, die frisch gepflanzten Stöcke mit Laub, Torfmull, kurzen Mist zu umgeben. Muß man im Herbst«in Quartier räumen, so, kann man die alten-Stöcke einschlagen und gegen Frost sichern. Bei der Auswahl der Teilstücke für neue Pflanzung aus eigenem Bestand wird man solche wählen, die sich durch zahlreiche, st a r k e und schmackhafte Stiele ausgezeichnet haben. Wichtig für eine Neuanlage ist aber di« Vorbereitung des Boden» imHerbft. Der Rhabarb«? ist ein großer Fresser. Man gibt daher dem Boden schon im Herbst eine Stallmistgabe(auf 100 Quadratmeter 6 Zentner). Im Frühjahr wird für die gleiche Fläch« 4 Kilogramm oierzigprozentiges Kali, 4 Kilogramm Ammoniak und 2 bis 3 Kilogramm Superphosphat gegeben. Statt der Dun- gung im Herbst kann auch Jauche im Winter gegeben werden. Die weitere Pflege besteht in Bodenlockerung, reichlicher Bewässerung und Ausbrechen der Blüten st iele. Durch Ueberdecken der Pflanzen mit Gefäßen ohne Boden kann man Wachstumbeschleuni- gung und Zartwerden des Stielfleisches erzielen. Der Walnußbaum! Wer je in der Lage gewesen ist, die Walnuß frisch geflückt zu genießen, wird sich wohl schon oft gefragt haben: weshalb ist der Walnußbaum bei uns so selt«n? E» muh geantwortet werden, daß der Walnußbaum(/uelan regia) Anforderungen an den Bode-n stellt, denen nicht jede Gegend«ntsprechen kann. Er verlangt einen durchlässigen, also nicht zu schweren, kaltreichen Ver- witterungsboden in einer freien und hohen Lage, die aber nicht als rauh anzusprechen ist. Dann ist es auch schwer, ihn durch Veredelung zu vermehren: man benutzt zur Anzucht gesunde Kerne, große dünnschalige Nüsse von einem Baum, der zahlreiche Früchte mit wohlschmeckenden Kernen trägt. 2luch ist geboten, möglichst mehrere Kerne zu legen, damit man mehrer« Bäum« hat. Auf einem Baum blühen nämlich oft die männlichen und weiblichen Blüten zu verschisdenen Zeiten, so daß eine Srnuchtung nicht erfolgen kann. Man legt die Kerne im Herbst. Dill man sich ein Däumchen au» einer Vaumschu!« zulegen, so erfolgt dessen Pflanzung ebenfalls im Herbst. Als Kulturties« für einen Walnuß- bäum rechnet man mindesten» So Aenttmeter: hinsichtlich Pflanz- weite hat man für eine Distanz von IL Meier nach allen Seiten zu sorgen. Ein Tragen findet erst im Alter von 10 bis 12 Jahren statt. ~ Sport und SpielTurnhalle und Schulhof." Reformiert die alten Einrichtungen! Die„ Arbeitsgemeinschaft für neuzeitliches im Schulturnen im Verein für Leibesübungen der Berliner für die„ Reform von Turnhalle und Schulhof" Leitfäße aufgestellt, die dem Stadtamt für Leibesübungen übermittelt wurden und um deren Veröffentlichung wir gebeten werden. Die Leitfäße fordern: Der Burgfriede! Die Rommunisten hoffen bei der fommenden Stadtver= oronetenwahl auf eine starte Schwächung der sogenannten Mittelparteien, so daß sie mit der äußersten Reaktion um Hugenberg eine Mehrheit bilden können. Umgekehrt gehen die Hugenberger mit der gleichen Hoffnung schwanger. Aus der Gleichartigkeit der Wahlhoffnungen darf man wohl auf die Gleichartigkeit der politiaß gegen die Sozialdemokratie aufbaut. Dienstags: Einen etwas unerfreulichen Ausgang nahm der Entschen Gesinnung schließen, eine Gesinnung, die sich bei beiden auf den scheidungskampf des robusten Weltmeisters Martinoff gegen den deutschen Meister Wolke. Der wieder unfair ringende Russe wurde -endlich einmal für seine unglaublichen Grobheiten disqualifi. Sinne Arotüll vermochten ziert und der Bremer zum Sieger erklärt. Der technisch stärtere Finne Aroküll vermochte durch eine Schleuder aus dem Stand den Memelländer Bierholz schon nach der 7. Minute entscheidend zu befiegen. Das Stichtreffen zwischen den beiden Weltmeistern Jaago und Schwarz, die mit je einer Schulterniederlage auf gleicher Höhe Renter- Moebus mit einem Unentschieden. Aus dieser Uebereinstimmung der Gesinnung und Gefühle hat fich seit Jahren zwischen beiden Antipoden eine Art stillschweigender Gette her ben Seite mit einer sehr seltenen Treue gehalten wird. In den rechtsBurgfriede bei den Wahlen herausgebildet, der von der bürgerlichen bürgerlichen Wahlversammlungen, in der Presse und den Wahlflugblättern hört und liest man nie ein Wort gegen die Kommunisten. Darin liegt Methode. Man möchte die Kommunisten als die vielleicht ungewollten, aber doch tatsächlich Verbündeten der ReMehr als in jeder anderen deutschen Stadt ist das Wohl und lagen, endete ergebnislos; ebenso endete das erste Zusammentreffen attion in ihren Wahlerfolgen nicht beeinträchtigen, und man möchte Die Wehe der Jugend der Reichshauptstadt von der Anlage ausreichender Hebungsstätten zur Pflege der Leibesübungen abhängig. wenigen neuerbauten Turnhallen haben feine spürbare Erleichterung gebracht. Nur etwa 30 Pro3. der für einen einwandfreien Betrieb des Schulturnens notwendigen Turnfläche ist vorhanden. Beschleunigung des Bautempos muß darum mit allem Nachdrud gefordert werden. Die in den alten Berliner Turnhallen den Grundforderungen der Hygiene hohnsprechenden Zustände erheischen dringendst Abhilfe. Ein heller abwaschbarer Anstrich sollte überall vorhanden fein. Die unbrauchbar gewordenen Fußböden sollten aus Gründen befferer Reinigungsmöglichkeit und Staubfreiheit mit einem fugenfreien Belag, z. B. Linoleum, versehen werden. Der Anbau not. besonders Umkleide- und Waschräume mendiger Nebenräume ist dringendstes Erfordernis. Die gegenwärtig geltenden Reinigungsbestimmungen sind unzureichend und bedürfen fachmännischer Nach prüfung. Die Staubfreiheit der Halle muß gesichert sein; anderer feits bedeutet das meist zu beobachtende starte Delen eine Gefahr für die Turnenden. für den Mindestens ebenso dringend wie eine Turnhalle ist für den neuzeitlichen Turnbetrieb die Spielfläche mit Sprunggrube und Laufbahn. Darum ist die Umgestaltung der alten Schulhöfe eine Notwendigkeit. In vielen Fällen werden die lehrplanmäßig verankerten, volkstümlichen Uebungen und Spiele erst gepflegt werden können, wenn der Schulhof eine grundliche Umgestaltung erfährt. Durch Verlegung der Gullys, Beseitigung von Eisengittern und der oft überflüssigen Pflasterwege und durch Um legen von Bäumen fann Raum für die bewegungshungrige Jugend gefchaffen werden. Bei Schulneubauten follte die Forderung nach einem Spiel- und Sportplatz heute als selbstverständlich angesehen werden. Mindest. größe eines solchen Uebungsplates wäre 70 X 120 Meter. Grundfählich find für den schulpflichtigen Schüler 15 Quadratmeter zu fordern, für den Berufsschüler etwa 2,5 Quadratmeter. Heute ringen: Jaago gegen Wolfe, Aroküll gegen Renter und im Revanchekampf ringen nochmals Schwarz gegen Martinoff bis zur Entscheidung. Da gehören sie hin! Weltrevolutionäre" gehen ins bürgerliche Sportlager. auch nicht Gefahr laufen, allzu unverhohlen seiner Freundschaft für diesen Verbündeten Ausdruck zu geben. Dafür wird um so wütender gegen die Sozialdemokratie gemettert. Aehnlich so bei den Rommunist e n. Dort richtet man zwar einige Anstandsschimpfmorte gegen die Rechtsreaktion, veranstaltet auch mal eine Prügelei mit den Nazis, aber nur, um darauf um so pöbelhafter auf die Sozialdemokratie schimpfen zu können. Die Sozialdemokratie ist der gemeinsame Gegner der beiden extremen Feinde der Republik und der Demokratie, denn Man frage kommunistische oder sogenannte oppositionelle" sie bildet das festeste Bollwerf gegen die Staatsstreichler beider RichSportler, wogegen fie eigentlich fämpfen und promt wird die tungen. Auch bei den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen wird Antwort kommen: Gegen die Berbürgerlichung der refor: der traute Burgfriede wieder peinlich gewahrt werden. Wer Gemistischen Sportführer und gegen die Auslieferung des legenheit bekommt, deutschnationalen, oder anderen reaktionären VerArbeitersports durch fie an den bürgerlichen Sport. Diesen sammlungen beizuwohnen oder die Wahlflugblätter dieser Parteien Balm haben sich die Hersager auswendig gelernt, ohne sich dabei zu lesen, der möge darauf achten, mit weicher liebevollen Schonung der zur Führung ihres Kampfes nötigen Boraussetzungen bewußt dort von den Kommunisten geschwiegen wird, während man mit zu werden. Tatsache ist, daß sich in letzter Zeit die Fälle start einem ungeheuren Aufwand an Stimme und Druckerschwärze die mehren, wo fommunistische Sportler und selbst revolu- Sozialdemokratie herunterreißt. Damit wird bewiesen, daß die Sotionäre" Bereine in das bürgerliche Sportlager über- zialdemokratie der einzige gefährliche Gegner der Rechtsreaktion ist. gehen, oder sich rein bürgerliche Sportmethoden, z. B. Spielen ist sie bas, dann ist sie zugleich die einzige wirkliche Arbeiterpartei. um Silberpokale und andere Preise, aneignen. Man könnte sich kaum einen besseren Anschauungsunterricht für die mit den Kommunisten sympathisierenden Arbeiter denken als den Besuch deutschnationaler und völkischer Versammlungen. Dort würte ihnen überzeugend demonstriert werden, daß die Sozialdemokratie der wirkliche Gegner der Reaktion und damit 100 der wirkliche Freund der Arbeiterschaft ift. Die Arbeiter sollten wenigstens die Wahlflugblätter der HugenbergBartei lesen, um festzustellen, daß darin nicht ein böses Wort gegen die Kommunisten zu finden ist. Da die Kommunisten bei der kommenden Wahl große Hoffnungen auf die Hilfe der ausgeschlojjenen Sportler segen, schien es angebracht, an dieser Stelle auf die liebevolle Wertschäzung, die die Kommunisten bei der äußersten Reaktion genießen, gebührend aufmerksam zu machen. Die ehrlichen Sportgenossen unter den Ausgeschlossenen werden flug genug sein, von einer Mehrheit zwischen Deutschnationalen und Kommuaber werden sie inzwischen am eigenen Leibe erfahren haben, daß die Vorteile, die die Arbeitersportbewegung durch die Politik der Sozialdemokratie errungen hat, In Mannheim haben verschiedene Arbeitersportvereine unter der Erwerbslosigkeit ihrer Mitglieder arg zu leiden. Der nach dem Kriege aus dem bürgerlichen Lager zum Arbeiter- Turn- und Sport bund gekommene Fußballverein Sportfreunde 1913 verschmolz fich daher mit der Freien Turnerschaft Mannheim. Anders machte es der dem ATSB. angehörende und sich bei jeder Gelegenheit seiner tommunistischen Einstellung rühmende Fußballtlub Wader. Anstatt sich mit einem Bruderverein zu vereinigen, löften die Mitglieder den Verein auf und gingen geschlossen zum bürger lichen Verband. Das nennt man revolutionäre Ueberzeugung! Ende August trat der größte Teil des„ Sauerländischen Meisters" der kommunistischen westdeutschen Spielvereinigung, Hagen- Delftern zur bürgerlichen Spielvereinigung Hagen.11 über. Bon dem „ revolutionären Verein Oberhagen hatten sich vorher schon drei und von Selbecke ein Spieler bei Hagen 11 eingefunden. Jetzt bürgerlichen Vereins schon aus zehn überzeugten Revolutionären".. Radrennen im Sportpalast. besteht die 1. Mannschaft bes führenden Hagener nisten keine Borteile für die Arbeiterbewegung zu erhoffen. Wohl Die Wintersaison beginnt. Im Sportpalast, ber in seiner neuen Gestaltung ein wahres Schmudfästchen ist, rüstet man für die Winierradrennsaison. In der nächsten Woche wird mit dem Einbau der 160Meter- Bahn begonnen, so daß die Rennfahrer genügend Zeit zum Meter- Bahn begonnen, so daß die Rennfahrer genügend Zeit zum Training haben. Am Sonnabend, 5. Ottober; 19.30 Uhr) ist Radrennpremiere. Bei dem abwechslungsreichen Programm werden jowohl die Freunde des Flieger als auch die des Mannschaftssports auf ihre Rechnung fommen. Das Programm umfaßt den Preis der Ausländer", den„ Preis der Inländer", den Großen Preis der Nationen" und ein 50- Kilometer- Mannschaftsrennen. Das diesjährige Eröffnungsprogramm wird eine ausgezeichnete Besetzung aufweisen. Ein Teil der besten in und ausländischen Fahrer wird an den Start gehen. Der neue Sportpalast weist befanntlich mir Sigpläge auf, die alle eine ausgezeichnete Uebersicht über die Bahn bieten. Nur in den beiden Kurven will man den Fachleuten" ihre bisherigen Stehpläge lassen. Menaan In aller Stille ift de In aller Stille ist der ehemalige Treptower Rennfahrer Dito Petri, der bekanntlich das letzte Berliner Sechstagerennen mit Dülberg gewann und den ganzen Sommer hindurch wieder in Amerika fuhr, nach Deutschland zurückgekehrt. Er wird bereits am tommenden Sonntag auf der Rütt Arena im Kriterium ber Affe" an den Start gehen. Seine Gegner in dem 100- Kilometer- Einzelfahren, das in zwei Läufen über je in dem 100- Kilometer- Einzelfahren, das in zwei Läufen über je 50 Kilometer ausgefahren wird, find Charles Pélissier, U. Maes, Dewolf, Tonani, Gebr. Wolfe, Stroll, Miethe, Ostar Tieg, Manthey, Mandeltom, Schön, Hürtgen, Göbel u. q. m. Die Schöneberger laden zum Sportfest! Unter dem Motto„ Dem Volte gilts, wenn wir zu spielen scheinen, veranstaltet am tommenden Sonntag der Arbeiter sportverein Schöneberg- Friedenau 07 eine große Werbung in Form eines Spielfestes auf dem Dominicus sportplay, Priesterweg, Ede Sachsendamm( Fahrverbindung: Straßenbahnlinien 6 u. 52). 3wei Fußballspiele, umrahmt von fieben Handballspielen, ausgeführt von Jugendlichen, Frauen und Männern, werden dem Zuschauer von der regen Erziehungstätigkeit des Vereins Zeugnis geben. Technisches Können, gepaart mit regem Eifer, bekannte Eigenschaften der Schöneberger Mannschaften, sind Garantie dafür, daß den Interessenten guter Sport geboten wird. Die den bundestreuen Arbeitersportlern gesinnungsverwandten Organisationen werden um freundliche Unterstügung gebeten. Eintrittspreis 30 Pf. Uebungsstunden des Bereins: Schülerinnen: Montag, und Donnerstag, 18-20 Uhr, obere Turnhalle Ebersstraße. Jungmädchen: Dienstag und Frei tag, 20-22 Uhr, Uhland- Schule, Kolonnenstraße. Frauen: Donnerstag, 18 bis 20 Uhr, obere Turnhalle Ebersstraße. Güler: Montag und Donnerstag, 18-20 Uhr, untere Turnhalle Ebersstraße. Jugend und Männer: Montag und Donnerstag, 20-22 Uhr, Turnhalle Belziger Straße. Alte Herren: Freitag, 20-22 Uhr, Turnhalle Berufsschule Mühlenstraße. Schwimmen: Mittwoch, bet Sochgeschurz, Mühlenstr. 9, Sur Eröffnung einer Jugendmannschaft und filr bie 2. Männermannschaft fönnen fich noch Genossen, die Luft haben, Fußball zu spielen, melben. Der revolutionäre" Berein Schwelm- Winterberg im Rheinland wurde aus dem Bund wegen Unterstügung kommunistischer Parteivon dem ausgeschloffenen ehemaligen Kreisfußballeiter Tillmanns anweisungen ausgeschlossen. Er ist nach kurzer Mitgliedschaft in der geführten„ revolutionären" Freien Westdeutschen Spielvereinigung übergetreten zum bürgerlichen Westdeutschen Spielverband. fort haben die ausgeschlossenen Vereine bitter genug zu spüren bekom doch nicht zu verachten sind. Das Fehlen der städtischen Beihilfen man. Die Kommunisten gauteln ihnen jetzt vor, daß sie nach den Wahlen mit Hilfe der Rechtsradikalen wieder an die Futterkrippe gelassen werden. Sie werden sich schneiden, denn nach den Wahlen smbat der kommunistische Mohr seine Schuldigkeit getan und fann gehen. Jeder Arbeitersportler sollte aus den angeführten Tatsachen lernen, daß er den unfreiwilligen Steigbügelhaltern der Reaktion teine Stimme geben darf. Solidarität" macht's Rennen. Im Juni 50000 neue Mitglieder. Soli. Der deutsche Arbeiterrab- und Kraftfahrer- Bund darität" zählte am 31. Dezember 1928 laut Statistik 248 000 Mitglieder. In der Zeit vom 1. Januar bis 31. Mai 1929 stieg die Alle Arbeitersportler müssen die Stellung der Sozialdemokratie in der städtischen Berwaltung verstärken helfen, damit allein dienen sie ihrer eigenen Sache. Jede Arbeiterstimme am 17. November der Sozialdemokratie! tratie! mitgebergabt um 17000 auf 265 000. Im Monat Juni wur den aber fogar 50 000 neue Mitglieder gewonnen und der Bund hat nun 315 000 Mitglieder. Der für den Mitgliederheer hat Mitglieder- i zuwachs für das Jahr 1929 vorgesehene Bestand von 25 000 Bundesabzeichen reichte nicht aus, denn es wurden allein im Juli und August über 50 000 Abzeichen an die Ortsgruppen versandt. Entsprechend der Mitgliederzahl ist auch die Auflage der Bundeszeitung gestiegen. Sie betrug am 1. September 320 000. Die Zeitung der Arbeiterrad- und Kraftfahrer hat nun die höchste Auflage von allen peiterrabs und Sportzeitungen der Welt. 2.Noget Die SASI in Prag. dastnik Mit besonderer Aufmerksamkeit wird im tschechoslowakischen Arbeiterturnverband und im Arbeiter- Turn- und Sportverband, Sig Ausfig, der Tagung der Sozialistischen Arbeiter. portinternationale vom 12. bis 14. Oftober in Prag entgegengesehen. In Brag ist man eifrig bei den Vorarbeiten für den Kongreß, die Tagung wird im Gewerkschaftshaus stattfinden. Bu Ehren der Delegierten wird der 1. Gau der tschechoslowakischen Arbeiterturnvereine mit den deutschen Arbeiterturnern und sportlern Prags gemeinsam eine Festakademie veranstalten. Vorgesehen ist außerdem die Besichtigung der größten sozialen Institute Prags. In Anbetracht der wichtigen und reichhaltigen Tagesordnung haben die Delegierten umfangreiche und verantwortungsvolle Arbeiten zu erledigen. Arbeitersport in USA. = Der Arbeiter Turn- und Sportbund in den Ber einigten Staten von Nord- Amerika, angeschloffen der Sozialiftischen Arbeitersport- Internationale, ging, durch Gewinnung neuer Bereine und Mitglieder veranlaßt, Anfang des Jahres dazu über, Das Reichsbanner- Tennisturnier. Am Sonntag, 22. September, 15 Uhr, beginnen auf den Tennisplägen im Boltspart Rehberge, Afrikanische Straße, die Endspiele des ersten allgemeinen Reichsbanner- Tennisturniers. In allen Klassen ist ein so reiches Meldeergebnis zu verzeichnen, daß nur bei rascher Spielfolge die Durchführung möglich ist. Die Mannschaften der bekanntesten Berliner Tennisklubs haben ihre Meldung abgegeben, so daß nur spannende Kämpfe zu erwarten find. Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. sind in der GeschäftsStelle des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, Berlin S., Sebastiantraße 37/38, zu haben. und Sonntag in Strausberg sind folgende Treffpunkte festgesezt: Für das Jugendtreffen der Arbeitersportler am Sonnabend 17% Uhr Bahnhof Neukölln, Schlesischen Bahnhof, Frucht- Ede Madaiftraße, Bahnhof Stralau- Rummelsburg, Eingang Sonntag Straße. Für Nachzügler, Sonntag,% 8 Uhr, nur Stralau- Rummels. burg. In Strausberg stehen Sonderwagen der Straßenbahn zur Verfügung, der Sammelfahrschein in der Eisenbahn ist nicht an der Sperre in Strausberg abzugeben, da er für die ermäßigte Straßenit, da er tahnfahrt benötigt wird. Bridge- Turnier im Café König. Sonnabend, 21. September, 17% Uhr, findet in den Räumen des Café Rönig am 300 ein großes Bridge- Turnier statt. Bundesreue Vereine teilen mit: 201-22 Uhr, Dennewigstr. 25a. Fußballer tagen jeden Freitag, 20-22 Uhr fein Berbandsgebiet in Kreise einzuteilen. Das war von Nugen. 20 Uhr, Briger Str. 27: Lichtbilbervortrag.. Länderwettstreit im Ringen. Gestern gab es beim Ringerturnier in der Bodbrauerei brei schnelle Entscheidungen. Hans Schwarz und der Bremer Wolfe lieferten sich einen sehr wechselseit: gen Kampf; bei einer mißglückten Schleuder wurde der Bremer glänzend pariert und von dem Münchener auf. die Schultern gedrüdt. Ringzeit 19 Minuten. Der leichtere Finne Aroküll erlag dem stärkeren Russen in der 47. Minute durch Abfangen eines Schufterschwunges. Jaago befiegte im freien Ringlampf Renter nach 14 Minuten durch Beingriff.- Ergebnisse des Der 2. Kreis hat in Cleveland ein gut gelungenes Kreis- Turn- und Sportfest durchgeführt, an dem sich trog der geographisch meiten Entfernungen der Vereine fast alle Bereine beteiligten. Neben Maffenfreiübungen fanden Spiele und leichtathletische Vorführungen ftatt. Die Kreiswasserballmeisterschaft gewann Cleveland gegen Chitago mit 2: 1. Das Handballspiel Chitago- Detroit endete 0: 0. Das Faustballspiel Detroit- Chitago 39:33. Einige leichtathletische Ergebnisse: Stabhochsprung: Mehwald( Detroit) 3,40 meter; Weit sprung: Mehwald 6,75 Meter; Hochsprung: Mehwald 1,63 Meter; Distuswerfen Schen!( Detroit) 30,45 Meter. Dreifampf( Oberstufe): mehwald 325,5 Buntte. Dreikampf( Mittelstufe): Auer( Mansfeldi) Dreikampf( Sportlerinnen): Delmann( Detroit) 208,5 Buntte. 134 Punkte. Touristenverein" Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Charlottenburg: Freitag, 20. September, 20 Uhr, Spreeftr. 30: Bunter Abend mit HänflingQuartett. Sonntag, 22. Geptember, Spandauer Forst, Meißnershof. Treffpunkt 7 Uhr Endstation Sinie 154.- bt. Sübost: Freitag, 20. Geptember, Abt. Treptow: Freitag, 20. SepAbt. Neukölln: Freitag, tember, 20 Uhr, Elfenfte. 3: Allerlei Riamaut. 20. September, 20 Uhr, Flughafenftr. 68: Mufitabend. Faltbootabteilung: Freitag, 20 September, 20 Uhr, Briger Str. 27: Geologie der Matt Branden bura Abt. Webbing: Freitag, 20. September, 20 Uhr, Seestr. 84:„ Wir und bie Ritme". Photogemeinschaft: Montag, 28. Geptember, 20 Uhr, Große Frankfurter Str. 16( Gaal): Sochgebirgsphotographie von einit" Abt. Briz: Montag, 23. September, 20 Uhr, Chauffeeftr. 48: Sermann Fedrich aus Rungen borf tommt nach Brig. Maltunstgemeinschaft: Montag, 25. September, 20 Uhr, Brangeiftr. 128: Graphische Technit". Jugendgruppe Diten: Montag, 28. September, 19 Uhr, Scharnweberfte, 29: Bortrag. Naturlundliche Ab. tellung: Gonntag, 22. September, Belichtigung der Mudablage in Garildow. Treffpunkt 9 Uhr Enbhaltestelle Autobus in Gdyilbow. FEGB. Reinidenborf- Oft. Turnen jeden Donnerstag, 20-22 Uhr, Turnhalle Berner Straße( Realgymnaftum). Gäfte herzlich willkommen. Freier Rörpertulturtreis Kreuzberg. Seute, Donnerstag, 20 Uhr, heiterer mitbringen. Abend im Jugendheim Baſſertorstr. 9. Muntinstrumente und Liederbücher Arbeiter- Rabfahrer- Verein Groß- Berlin. Sonntag, 22. Geptember, 6 Uhr, Biestow- Scharmützelsec, 13 Uhr Müggelsee, Strandschloß. Start: Waldemarftraße Ede Mariannenples. Gäste willkommen. + Geschäfts- Anzeiger o DEUTSCHE Bezirk Norden- Osten. Gebrüder Beisse Greif Camembert J. L. Lindenberg& Co. Spezialhaus für Hüte u. Herrenartikel GES. GESCH. die führende Marke Erhältlich in allen LebensG. m. b. H. NO 18, Große Frankfurter Straße 60-61 Glas- Porzellan- Steingut Großhandlung Lieferant nur an Wiederverkäufer! von Drews& Co., das schön mittel- und Feinkostgeschäften Gefühl ist alles! Dieses aber haben Sie in Kleidern und gut gekleidet zu sein, damit das der Lebensfreudigkeit. obendrein noch das Bewußtsein, vorteilhaft gekauft zu haben. Spezialhaus für Damen- Moden BAUHÜTTE Möbel- Kamerling Möbel- Kamerling Drews& Co. G. m. b. H. Hoch- und Tiefbau Eisenbeton, Beton Eigenes Architekturund Ingenieurbüro Berlin C 2, Burgstraße 21 Telephon: E1, Berolina Nr. 5941- Nachtruf nach 5 Uhr: E 1, Berolina 3557 für Ferngespräche: E 1, Berolina 2929 H. 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