Morgenausgabe 3ir 449 •— �-«.Mfäong »ädjmtnd)«SSI. monatfid) S,M St Un eorau« zahlbar. Pasthrzug OZ M. »Inlchlirßllch«0P|g.Pastz«it>illg»-»»h 72 Pfg Pollbeftrllgedühnn. Ausland»- abonnemem S.— M. pro Mona». Der.tSon>Srt»e«rtdjetm»achenlüg. lich zweimal, kannlag» und Manlag» einmal, die Adendausgaben für Berlin und im Handel mil dem Titel.Der Abend". Illustrierte Deilagen.Soll und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner »Unterhaltung und Wissen",»grauen» Mmme"..Technil".»Blick In die Bücherwelr"und.Iugend-Dorwärt»" trW Veeliner Vottsbla« Mittwoch 25. September 1.929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. T\t 1 1•| p a m g• StonparetllezetI» •0 Pfennig. Stetlamezeil» 5.— Reich». «ort.„Kleine Antigen' da, lettgedruckt« Wort 25 Pfennig(zulässig*we> fcttaebrurft» Worte), jedes weiter» Wort 12 Pfennig. Ctellengeluch» da» erst» Wort lS Pfennig, jede» wettere Wor» Ii) Pfennig. Worte übe» 15 Duchstaden »ädlen für zwe« Wone. Ardeitsmarkt Seile SO Pfennig. Familienanzeigen Zell« «Ü Pfennig. Anzeigenannahme imHouvt« indenstrab» 3. wochentaglich «efchäft von S�/, di» 17 Uhr. Jeniralovsan der GozialdemokratiMen ISartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 syernsprecher: Dönhoss 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin Z7SZK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr.kö. Dizronio-Gesellschaft. Depositenkasie Lindenstr. Z. Neuwahlen in der Tschechoslowakei. Von der Vegierung beschloffen. Prag, 24. September.(Eigenbericht.) Die Regierung beschloß am Montag, A b> georbneteuhaus und Senat aufzulösen und die Neuwahlen für den 2 7. O k t ob e r auszuschreiben. Die Wahlen dürsten zu einer Schwächung der tschechischen und deutschen Vürgerblockparteien. jedoch zu einer Stärkung der deutschen und der tschechoslowakischen Sozialdemokratie führen. Offizielle Verkündung bevorstehend. Prag, 24. Sepkember.(Eigenbericht.) Die Nachricht oon der Auflösung des tschechoslowakischen par- lamenks ist zwar noch nicht amtlich herausgegeben, well die formelle Unterzeichnung des Auslösungsdekrets durch Prä- fidenlea M a f a r y k noch nicht erfolgen konnte, aber an der Datsache der Auflösung ist seit heute abend nicht mehr zn zweifeln, und sie wird auch in Regierungskreisen als bereit» feststehend bezeichnet. Sie wird spätestens im Lause des Mittwoch offiziell oerkündet und im Amtsblatt vom Donnerstag veröfsentlicht werden. Alle Parteileitungen sind bereits in diesem Sinne informiert worden. Oer interfraktionelle Ausschuß für Reuwahlen. Prag, 24. September. Die parlamentarischen Klubs der paliiischen Parteien haben heute eingehend über die politisch« Lage beraten. Wie die Blätter Sbereinstrmmmd feststellen, ist in der Frage der Neu- wählen die Entscheidung bereits gefallen. Nachdem mm auch die tschechlsche Bolkspartei f ü r die Ausschreibung von Neu- wählen eintritt und die größte Koolitionspartei, die tschechischen Agrarier, in ihrer Beratung, an der außer dein Mimsterprasi- denten Ud r zal auch die drei übrigen der Agrarpartci angehörenden Minister teilgenommen hatten, die Berickste ihrer Funktionäre über „die Frage der bevorstehenden Wahlen" genehmigt hatten, war die Situation durchaus klar. Der Politisch« A ch t« r- A u s s chu ß(Interfraktioneller Zlusschuß aller a ch t Koalitionsparteien. Red. d.„V."), der in den Abendstunden zusammentrat, konnte demnach lediglich feststellen, daß die innerpolitische Lage die sofortige Ausschreibung von Neuwahlen erheische. Ein in den Abendstunden ausgegebenes Kommunique über die Sißung des Parlamentsausschusses der koalierten Parteien besagt, daß bereits Dispositionen über die Tälig- keit des S t ä n d i g e n Ausschusses, der in der Zeit der Unter- brechung parlamentarischer Tätigkeit tagt, getroffen wurden. Das Handschreiben des Präsidenten über die Auflösung der beiden Kammern und die Ausschreibung von Neuwahlen für Abgeordneten- Haus und Senat ist demnach morgen oder spätestens über- morgen zu erwarten. Als Wahltag wird der 2 7. Oktober genannt. Da? Kabinett dürfte nicht demissionieren oder im Fall, daß es doch seinen Rücktritt anbietet, vom Präsidenten der Republik ersucht werden, im Amt zu bleiben, um die Neuwahlen durchzuführen. Ltnterredung mit Eoukup und Gtivin. Die Genossen Senator Dr. S o u k u p und Abg. S t i o i n, die augenblicklich in Berlin weilen, wo sie an der Interparlamentarischen chandelskonferenz teilnehmen, erschienen noch Erhalt der neuesten Nachrichten aus Prag sofort in unserer Redaktion, um uns zu insorinieren. Si« führten u. a. folgendes aus: Das Auseinonderfallen des Bürgerblocks war schon seit längerer Zeil unvermeidlich. Die Gegensätze zwischen den Agrariern, die die Führung in der Koalition völlig an sich gerisien hatten, und den zurückgedrängten Klerikalen hatten sich von Tag zu Tag verschärst. Schon über die geplante staatliche Der- sicherung gegen Elementarschäden kam es zu den ernsten Streitig- leiten. Als dann der agrarische Ministerpräsideut Udrzal das von ihm bis dahin mitverwaltete Amt des Wchrministers an seinen Parteigenossen Dr. V i s k o w s k y abgab, kam es zum Bruch. Die bisherige Regierungskoalition kann als«in tschechisch- slowakisch-deutschmiagyarischer Bürgerblock bezeichnet werden. Zum erstenmal waren auch deutsche Parteien. Agrarier und Christlich- soziale, durch den Arbeitsminister Spina und den Justizministcr Maler- Harting in der Regierung oertreten. Der Bürgerblock führte einen wahren Klasienkampf von oben, indem er hohe Agrar- Zölle beschloß,«ine Verschlechterung der Sozialvelsichenrng versuchte. die freilich nicht gelang, und auch auf den Achtstundentag einen An- griff unternahm. In' fcezug aus die Berfassung hat er wesentliche Verschlechterungen durchgeführt, da jetzt Landes- und Bezirksver. tretungcn nur zu zwei Dntte'n gezählt, zu einem Drittel von der Regierung ernannt werden. Das Sclbstoerwaltungsrecht der G-- 'nieinden wurde von der finanziellen Seite her wesentlich beschränkt. Neben diesen reaktionären Maßnahmen erregte auch das sogenannt? Kongrua-Gesetz. das die Gehälter der Geistlichen erhöhte, in der nichtklerikol gesinnten Bevölkerung starke Unruhe. So stellte sich schon bei den Landtagswahlcn von 1927 heraus, »aß hinter der Bürgerblockregierung keine Wählermehrheit mehr stand. Di« Sozialdemokratie befand sich schon damals wieder auf dem Bonnarsch. Man darf ryit Bc- stimmtheit erwarten, daß sowohl di« tschechoslowakische wie auch die deutsche Partei diesen Ponnarsch am 27. Oktober weiter fortsetzen werden. Dagegen sind die Aussichten der Kommunistischen Partei angesichts ihrer völligen Zersetzung schlecht. Ohne erhebliche Verluste wird diese Partei kaum aus den Wahlen zurückkehren. Auch der Bürgerblock wird sich noch ihnen als Minderheit wiederfinden. Dann ober wird die Frag« der neuen Regierungsbildung kommen, deren Lösung für die Arbeiterklasse ohne Unterschied der Nationalität von der allergrößten Bedeutung sein wird. Di« beiden Genossen haben ihren Aufenthalt in Berlin mit Rücksicht auf die Lage in ihrer Heimat abgebrochen. Sie kehren heute nach Prag zurück. Oeutschnationale Erklärungen. Nutzlose Ablenkungsversuche. Es hagelt deutschnationale Erklärungen. Jeder, der in den Enthüllungen der letzten Tage genannt worden ist, läßt mindestens eine Erklärung vom Stapel. Herr Rech- b e r g benützt die Gelegenheit, um für sich und seine phan- tastischen Projekte Reklame zu machen. Herr K l ö n n e, der im Mittelpunkt der Enthüllungen steht, läßt eine Entschließung der anderen folgen. Inhalt: er habe von seinen Unterredungen dem Auswärtigen Amt Mitteilung gemacht. Darüber kann der Erklärungskrieg noch lange hin und her gehen— der Kern der Enthüllungen wird damit nicht hinweggeklärt, daß nämlich die Deutschnationalen, die der Re- gierung wie Politikern der Linken und der Mitte Perhand- hingen mit Frankreich immer als Verrat angerechnet Habens selb st solcheVerhandlungen gesuchtun d geführt Hab e n. Die Doppelzüngigkeit deutschnationaler Politik und die Verlegenheit deutschnationaler Agitation wird durch eine Flut ablenkender Erklärungen nicht aus der Welt geschafft. Eine Erklärung Reynauds. Paris, 24. September. Der der demokratisch-sozialen Fraktion(Fraktion Maginot) an- gehörend« Abgeordnete Paul R e y n o u d, der auf Grund der Berössentlichungen der„Nationalliberalen Correspondenz" über deutsch-französisch« Allianzverhandlungen von der linksstehenden Presse sehr scharf angegriffen und aufgefordert worden ist, sich zu äußern, übermittelt aus Mexiko, wo er sich gegenwärtig auf- hält, unter heutigem Datum folgende durch Havas verbreitet« Erklärung: „Im lßerlaufe einer Studienreise nach Verlin habe ich Be- sprechungen mit den Beriretern der verschiedenen politischen Parteien wie Stresemann, Breitschcid und Abgeordneten des Zentrums gehabt. Herr Rechberg schlug mir vor, durch Vermittlung dos Generals v. Lippe auch mit Persönlichkeiten der Rechten zusammenzukommen. Ich nahm den Vorschlag an. maß ihm aber so wenig Bedeutung bei, daß ich weder zur Presse noch zu meinen Amtskollegen davon gesprochen habe." 2. Zone am Dezember frei. Amiliche Mitteilung des französischen Oberkommandos. Amtlich wird gemeldet:„Das französische Ober- kommando in Mainz hat mitgelellt, daß Ehrenbreitstein spätestens«un 30. November geräumt sein werde. Damit ist am 1. Dezember die zweite Zone von der Besahung frei. Da» Ordonnanzsystem hat damit für diese Zone seine Geltung ver- loren und die deutsche Souveränität ist wieder hergestellt." Oer Abzug der Belgier. Brüssel, 24. September. Nach einer Meldung der„Agence Belge" über die für die belgischen Truppen festgesetzten Räumungsdaten werden die zweit« Zone verlassen das 8. Artill«nereglment zwischen dem 21. und 30. Oktober, das 1. Regiment Lanciers etwa am S. November, das 15. Artillerieregiment zwischen dem 7. und 12. November, das 7. Linienregiment zwischen dem 15. und 25. November, das 4. Mo- fchinengewehrbatoillon und die 4. Jnfanteriebatteri« zwischen dem 15. und 25. November, das Transportkorps etwa am 12. Oktober. Die belgische Ehrenwoch« des Oberkommissars wird am 5. November in Aachen zusammengezogen. Roch keine Räumung von Oberstein und Idar. Oberskeln, 24. September. Zu den Meldungen, wonach die französische Besatzung die Städte O b e r st e i Ii und Idar im Oktober verlassen werde, wird mitgeteilt, daß hierüber noch keiner amtlichen deutschen Stell« in Oberstein etwas bekannt ist. Die Mitteilungen über Verhandlungen in der Angelegenheit find falsch. Der-12. Rovember. Oie kommenden Stadwerordnetenwahlen.— Ein Schicksalstag für Berlin. Von Hugo Heimann. Vor jeder Wahl versuchen die einzelnen Parteien, die Wählerschaft mit dem Hinweis darauf aufzurütteln, daß bei der kommenden Wahl besonders wichtige Fragen zur Ent- fcheidung stehen, die nur durch sie befriedigend gelöst werden können. Es wäre tief bedauerlich, wenn infolge der öfteren Wiederholung solchen Aufrufs die preußische, insbesondere die Berliner Wählerschaft nicht von Beginn an voll realisierte, daß den Gemeindewahlen am 17. November in der Tat eine Bedeutung zukommt, die weit über das ge- wöhnliche Maß hinausgeht. Nicht nur, weil ganz allgemein die Gemeinden mehr als Länder und Reich in der Lage sind, Leben und Wirken ihrer Einwohnerschaft unmittelbar zu beeinflussen, sondern auch, weil Berlin durch die gegenwärtige politisch-finanzielle Lage im Reich ganz besonders berührt wird. Berlin mit seinen 4,3 Millionen Einwohnern, seinem Etat von 1,1 Milliarden Reichsmark, seinem Umfang von 88 381 Hektar ist ein Gemeinwesen, das an Macht und Ein- fluß sowie an Größe der zu erfüllenden Aufgaben die meisten Länder Deutschlands erheblich überragt. Berlin ist aber nicht nur das größte Gemeinwesen, sondern zugleich die größte proletarische Siedlung Deutschlands. Rur rund 380 000 Personen, also weniger als ein Zehntel der Gesamt- bevölkerung, stehen nicht im Erwerbsleben, sondern beziehen den Lebensunterhalt aus Zinsen, Pensionen und Renten, und zwar insbesondere aus Invalidenrenten, Diese Verhältnisse legen Berlins Verwaltung besonders wichtige und schwierig durchzuführende Aufgaben auf. Was Berlin geworden ist. verdankt es in erster Reihe der Initiative und Tätigkeit der Sozialdemokratie. Diese Behauptung ist nicht übertrieben oder ruhmredig. Sie kann aus den Akten der Stadt in jedem Fall bewiesen werden. Vor dem Krieg hatte die Partei in mühevoller, niemals rastender Arbeit den Boden bereitet, auf dem dann nach der Revolution auf zahlreichen Gebieten die Ernte eingebracht werden konnte. Die Erfolge wären noch größer geworden, wenn nicht di« Tätigkeit der Sozialdemokratie unter der Zerklüftung der Berliner Wählerschaft und den traurigen Finanzverhältnissen der Nachkriegszeit auf das stärkste gelitten hätte. Erschwerend kam und kommt hinzu, daß im Reichs- wie im preußischen Parlament alle Parteien mit Ausnähme der Sozial- d e m o k r a t i e gegen die Städte und vor allem gegen Berlin eingestellt sind. Zum Beweis braucht nur auf die Behandlung hingewiesen zu werden, die Berlin bei der Verteilung der von ihm aufgebrachten Einkommens- und Hauszinssteuern, um nur diese beiden zu nennen,, gesunden hat. Man braucht nun kein Prophet zu sein, um voraus- zusehen, daß trotz der erfreulichen Erleichterungen des Poung- Planes die Finanzlage im Reich wie in Preußen eine äußerst schwierige bleiben wird. Um sich selber Luft zu schaffen, werden die bürgerlichen Parteien den sehr energischen Bor- stoß machen, den geltenden provisorischen Finanzausgleich zu Lasten der Gemeinden insbesondere Verlins zu ändern. Bei dieser Sachlage, die alles künftige Geschehen in Berlin maßgebend beeinflussen wird, sollten die Berliner Wähler doppelt und dreifach darauf bedacht sein, am 17. November eine ausschlaggebende sozialdemokratische Fraktion in das Rathaus zu entsenden. Nur eine solche gibt die Gewähr, daß auch bei einer Verknappung der zur Nerfügung stehenden Mittel die Interessen der gerade in Berlin so großen schutzbedürftigen Bevölkerungsschichten nicht zurückgedrängt oder aar preisgegeben werden. Wie auf dem Wohlfahrtsgebiet unter schärfstem Druck der verhältnismäßig kleinen sozialdemokratischen Fraktion bisher schon gearbeitet worden ist. dafür bringt der laufende Etat einen vollgültigen Beweis. Es ist gelungen, diesen Etat, der im Ordentlichen Haushalt mit 976 Millionen in Einnahme und Ausgabe abschließt, wiederum ohne jede Erhöhung von Tarifen und Steuern zu balancieren. Bon dieser Riesen- summe entfällt auf die Wohlfahrtsausgaben genau ein Drittel (324 Millionen). Rechnet man zu diesen 324 Millionen noch die Ausgaben für die Schulen mit 168 Millionen Mark hinzu, so ergibt sich, daß in 1929 etwas mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben für soziale und kulturelle Zwecke verwendet wird! Einen solchen Etat haben Deutschnationale und Kommu- nisten in trautem Verein abgelehnt. Diese Flügelparteien rechts und links von uns bilden mit ihren 47 und 43 Mit- gliedern die zweit- und drittstärkste Fraktion in der Versamm- lung, die 225 Stadtverordnete umfaßt, und stehen bei fast allen wichtigeren Vorlagen mit ibren 90 Stimmen in ge- schlostener Phalanx unseren 73 Stimmen gegenüber. Die Berliner Wähler, die zum überwiegenden Teil p r o l e t a r i- scheu Schichten entstammen und proletarische Klasseninter- essen haben sollten, werden am 17. November dieses Stimmen- Verhältnis von Grund auf u m g e st a l t e n müssen. Es wäre ein geradezu beschämender Zustand, wenn in einer Stadt der Arbeit und der Arbeiter, wie es unser Berlin ist. Deutsch- Ein Stück Es gibt immer noch Verteidiger t Der Strafrcchtsousschuß des Reichstages nahm gestern nach den Ferien seine Arbeit wieder auK Berichterstatter Abgeordneter hahnemann(Dnat.) stellte sich auf den Standpunkt des Entwurfs, der in � 27t) mit Gefängnis nicht unter 8 Monaten den Z rr> e i k a m p s mit Waffen bestraft, durch den«in Ehrenhandel auegetragen werden soll oder wenn«r unter Bedingung«» stattfindet, mit denen Lebensgefahr oder die Gefahr eines erheblichen Schadens für die Gesundheit regelmäßig verbunden ist. Der Berichterstatter führte aus, daß die S ch l ä g e r m« n f u r einen Ehrenhandel nicht darstelle, auch nicht lebensgefährlich fei und deshalb wie der Box- kämpf als Sportübung betrachtet werden sollte und straflos fein müsse. Abgeordneter weymann(Z.) trat diesen Ausführungen ent. gegen, er betonte, daß die Schlägermensuren als Bestimmungs- menfuren ausgefochten würden und trotz ihrer jetzigen Strafbarkeit von den Gerichten nicht verfolgt würden. Es fei ungerecht, mit f weierlei Maß zu messen und eine bestimmte Kategorie von Men- che», die solche Mensuren betreib«, straflos laff«, obgleich es strafbar ei. Das Duell sollt« überhauvt verschwinden. Abgeordneter Dr. Alexander(Komm.) wanWe sich gegen das Privileg gewisser Kreise, straflos duellieren zu können. Mensuren und Duelle müßten bestrast werden wi« gewöhnliche Tötun- gen und Körperverletzungen. Abg. Landsberg(Soz.) begründete einen sozialdemokratischen Antrag, der schlechtweg jeden Zweikamps mit Waffen mit Gefängnis nicht unter 3 Monaten bestraft wissen will. Die Bestimmungsmensuren müßten strafbar sein, denn sie seien die Voraussetzung für das Fortbestehen der Duelle. Die Freigabe der Bestimmungs- menfuren müßte abgelehnt werden, da es sich bei ihnen nicht um sportliche Veranstaltungen handele. Denn beim Sport sei niemals das Bestreben, dem Teilnehmer am Spiel Verletzungen bei- zubringen. Auch die Boxkämpfe seien keine erfreuliche Erscheint'« g. Solange sie beständen, müsse man davon absehen, mit Verachtung auf die Stierkämpfe in Spanien herunterzuschauen. Di« Fechtkunst sei eine schöne Kunst, aber man könne sie auch mit stumpfen Waffen und bei völligem Schutz des Gegners vor Verletzungen betreiben. Den Zweikampf werde man nicht ausrotten, wenn man die Be- stimmungsmenfuren straflos lasse. Der Staat gebe sich selbst auf, wenn er eine Auffassung sich ausbreiten lasse, die dahingehe, daß es eine Schande sei, sich bei Beleidigungen an den Richter zu wenden. Nach dem Ehrenkodex des studentischen Waffenringes müsse jede Herausforderung angenommen werden. Das sei unerträglich. Die Strasversolgungsbehörden sollten die heutig« Nachsicht gegenüber den Mensuren aufgeben. 3n einem demokratischen Staatswesen könne nicht eine Kaste ge- duldet werden, die ihre Ehrbegrisse durchsetzen wolle ohne Rück- ficht aus die Gebote der Sittlichkeit und die vestimmungeu de, Gesetzes. Nach sozialdemokratischer Auffassung müsse bei einem Zweikampf auf Gefängnis erkannt werden. Die Ehrenstrafe der Einschließung sollte ausgeschlossen sein. Auch sollte in das Gesetz geschrieben werden, daß bei Bestrafung wegen Zweikampf aus Verlust der Amts» f ä h i g t e i t erkannt werden müsse. Gerade dies« Straf« sei ein besonders geeignetes Mittel zur Ausrottung der Duelle. Ministerialdirektor Schäfer wies darauf hin, daß im letzten Jahr nur 71 Bestimmungsmensuren strafrechtlich oerfolgt worden seien, während zweifellos tausende solcher Menfuren vorgekommen seien. Cr gehe nicht so weit, schon jede Bestimmungsmensur zu bestrafen, di« allerdings der Nährboden für dir herrschenden Anschochrngen. vom 'fptI6{r fei. �*-.••»»*»«i.e j A w W j»ZV 4 Ai Abgeordneter Leukheuher(D. 2p.) vertrat die Auffassung de, Mittelalter. er Duette und Schlägermensureu. Regierungsentwurfs. Die studentischen Schlägermensuren seien keine Duelle, sondern«ine sportliche Uebung, die man bestehen lassen solle.. Abgeordneter hergt(Dnat.) hob hervor, daß memand die©traf» losigkeit des Duells wolle, aber die studentischen Mensuren mußten: straflos sein. Die Deutschnationalen seien der Meinung, daß es Fall- schwer st e r Ehrverletzung gebe, bei welchen man cne Verletzten nicht deshalb verurteilen könne, weil sie sich auf den Stand-- punkt stellten, daß der Rechtsschutz nicht ausreicht. Ber Beleidigungen reiche dieser Schutz doch wahrlich nicht aus. Der Beleidigte nehme heute oft Anstoß daran, vor den Strastichter zu. gehen, weil er Gefahr laufe, dabei vor der Oessentlichkeit deir kürzeren zu ziehen._ Abgeordneter Bell(Z.) wies auf den unerträglichen Zustand hm. daß trotz bestehender Strafoorschristen in den meisten zzällen gegen studentische Mensuren nicht eingeschritten werde. D.« Rechtsprechung stehe in Widerspruch zum Gesetz., Ministerialdirektor Schäfer teilte mit, daß im letzten Jahre 66 Verurteilungen erfolgt seien wegen Mensuren, davon mehr a.s die Hälfte, 35, allein in Lippe-Detmold(Heiterkeit), in Preußen nur 18, in Sachsen 9, in Mecklenburg-Strelitz 4. in Braunschweig 2. in Bayern, Baden, Anhalt und Bremen je 1 und in den anderen Ländern überhaupt keine. Abg. Ditkmana(Soz.) hob hervor, daß anscheinend das Gesetz überhaupt nur in Lippe-Detmold angewendet werde, denn man werde doch nicht annehmen, daß sich die Raufbolde sämtlich dort konzentriert hätten. Bedauerlich sei, daß die heutige Duelldebatte nicht auf olle deutschen Sender übertragen würde. Würde das geschehen, dann würde das deutsche Volk mit Staunen erfahren, daß es immer noch Politiker gebe, die ein Stück Aliltelaller, alte Kastenprivilegicn, aufrechterhalten wollen, wie da» die Abgeordneten von der Deutschnationalen und Deutschen Volks- parte! getan hätten. Wenn Abgeordneter Hergt gesagt habe, daß auch Sozialdemokraten sich gegen eine Bestrafung der Bestimmungsmensuren ausgesprochen hätten, so seien dos recht sonderbare Sozialdemokraten, an deren Existenz man nicht glauben könne. In der Arbeiterklasse werde man kein Verständnis haben für die besondere Behandlung des Duells. Zwischen einer Kirchweihrauferei und einem Duell sei überhaupt kein Unterschied, höchstens sei die Rauferei der milder« Fall, weil die Leidenschaft eine Rolle spiele, während beim Duell mit Ueberlegung Maßnahmen getroffen würden, die den Kamps in be- stimmte Regeln zwingen. Gegen solche Roheit, wie sie sich bei den Duellen zeige, seien kein« Strafbestimmungen streng genug. Das neue Strafgesetz komm« von vornherein in Mißkredit, wenn es alte Kaftenprioilegien aufrechterhalte. Abg. Landsberg(Soz.) bemerkt« gegenüber dem Abgeordneten Hergt, daß von einer Stählung des Mutes durch die Mensuren keine Rede sein könne. Entweder man bring« den Mut mit auf die Welt. oder man habe keinen: habe man aber keinen, dann könne er auch nicht durch Duelle gestählt werden. Gerade die Ausführungen des Abgeordneten Herat zeigten die tastenmäßige Auffassung seiner Klasse. Solche Auslassung sei heute nicht mehr erträglich. Schließlich hätten unsere Soldaten im Krieg« bewiesen, daß man Mut haben könne, auch ohne Bestimmungsmenfuren geschlagen zu haben. Abgeordneter Zörisseu(Wirtsch-Partei) sprach sich für die Straf- barkeit der Bestimmungsmensuren aus, dagegen der �Abgeordnete Ehlermann von der Demokratischen Partei für die Straflosigkeit. Der demokratische Vertreter vertrat den für sein« Fraktion besonders aUtsälligen Standpunkt, daß die Bestimmung»»« rtstiren kein« Zweikämpfe darstellten und deshalb nicht bestrast werden dürften,• � Fortsetzung der Beratung morgen. nat'onale, diese Todfeinde eines jeden Aufstiegs der Arbeiterklasse, wiederum in grösserer Zahl in das Stadt- Parlament einziehen und sich als Bremsklotz für jeden sozialen Fortschritt betätigen könnten. Die Berliner Wähler dürfen nicht vergessen, daß sie die unumschränkten Freiheiten, die sie als Wähler genießen und die sie zum Schmied ihres eigenen Geschicks machen, allein der Sozialdemo- k r a t i e, der Partei des Fortschritts und der Entwicklung. verdanken. Im strikten Gegensatz dazu ist die Deutschnationale Volkspartei bestrebt, überall das Rad der Entwicklung rück- wärts zu drehen. Auf ihrem vorjährigen Parteitag bezeichnete ihr erster Vorsitzender in seinem Schlußwort als das Partei- ziel:„Die Befreiung Deutschlands von seiner wesensfremden Staatsform. Unsere Partei bleibt, was sie war. Monarchisch und völkisch, christlich und sozial!" Das Vorhandensein einer so großen, für die Verwaltung einer Arbeiterstadt wahrlich„wesensfremden" monarchischen Fraktion würde sich weniger verhängnisvoll auswirken, wenn nicht äm anderen Flügel die Kotnmunisten mit ihren 43 Stim- men säßen. Mehr noch als bei den Deutschnationalen ist bei den Kommunisten die einzige Richtschnur, der sie alle folgen, der .Haß qegen uns. Die Mehrzahl ihrer Wortführer bestreiten ihre Reden aus Angriffen gegen die Sozialdemokratie und verfallen dabei in einen Ton, der niedriger nicht mehr werden kann und parlamentarisches Verhandeln mit ihnen nahezu unmöglich macht. Das Gegenteil von dem, was Lenin in seiner letzten großen Rede gefordert hat, ist bei den Kom- munisten in Uebung.„Unser gefährlichster Feind ist der kom- munistische Redner, der an verantwortungsvoller Verwal- tungsstelle sitzt. Von diesem Feinde müssen wir uns befreien... Unsere Agitatoren verstehen, Altes niederzureißen, sind aber unfähig, Reues an seine Stelle zu setzen..." Man lese diese Rede Lenins im Wortlaut, man denke an all die verschiedenen, zunächst verhimmelten, dann verächtlich beiseitegeschobenen ..Führergarnituren", und man wird verstehen, weshalb die parlamentarische Arbeit der Kommunisten sich in der Haupt- fache darauf beschränkt, wohlerwogene sozialdemokratische An- ti-äge in demagogischer Weise zu übertrumpfen, obschon die Antragsteller selbst wissen, daß ihre Anträge nicht durchzu- führen sind. Zum Etat erhoben sie Forderungen, deren Ver- wirklichunq einen Aufwand von 334 Millionen Mark ver- uriacht hätte. Aufgefordert, Deckungsvorschläge zu machen, schlugen sie Steuerquellen vor, die nach der für die Ge- meinden bindenden preußiscken Gesetzgebung n'cht erschlossen werden konnten, und die. lägen gesetzliche Schranken nickt vor. einen kleinen Bruchteil des benötigten Betrages erbracht hätten. Es bedarf keiner weiteren Darlegung, daß mit Deutsch- nationalen und mit Kommunisten, so traurig es ist, letzteres aussprechen zu müssen, die Verwaltung Berlins n i ch t geführt werden kann. Nack» dem demokratischen Nrinzip, das erkämpft zu haben die Sozialdemokratie stolz ist. langen aber die 73 Mandate, die die Berliner Wähler bei der letzten Wabl uns gegeben haben, mcht hin und nicht her. Die sozialdemokratische Fraktion war daber gezwungen, wollte sie nickt den Todfeinden der Demokratie das Feld räumen, sick bei den meisten wichtigeren Maßnahmen zur Mebrheits- b'ld"ng an d'e Mittelparteien zu wenden. Daß derartiges in böckstem Maße unerwünscht ist. weil es natürlich obne Konzessionen binübe? und herüber nickt abaeht. ist klar. Die soz-ald<'mok''.atische Fraktion, die zu solcher Mehrh-'tsbildung die a'-ößte Gruppe stellte., hat indessen keine Konzessionen ge- wackt. gegen die erhebliche Einwendungen erhoben werden kännteni Zeitweil'g ging ei» bei den verschledenen Verhand- lungen io hart auf bark. daß unsere Gegner rechts und links schon Morgenluft witterten.— X);e bisherigen Darlegungen werden gezeigt haben, unter wie schwierigen Mchrheits- und Finanzverhältnissen die Stadtoerordnetenfraktion seit der letzten Mahl zu arbeiten gehabt hat. Sie kann trotzdem vor die Berliner Wähler treten und guten Gewissens auf die Ergebn'sie und Erfolge ihrer Tätigkeit hinweisen. Wenn heute in Berlin in allen Verwaltungsaebieten frisches Leben aufblüht, wenn mehr als d'e Hälfte aller Ausgaben den bedürftigsten Bevölkerungs- schickten zugeführt wird, wenn eine Grund- und Bodenpolitik getrieben wurde, die die Voro'issetzungen für planvolle und zielbewußte Wohnungs- und Berkehrsvolitik geschaffen hat, wenn heute das Merksvermögen der Stadt 1409 Millionen Mark beträgt und nicht ein Groschen Privatkayital ein- a-drunaen ist. wenn die Millionen Berliner mit Wasser, Gas, Elektrizität und Verkehrsmitteln in m u st e r g ü l t i- a e r Weife bedient werden, wenn Kunst, Bildung und Wissen- ichaft von Gemeinde wegen jetzt in ganz anderer Weife als früher gefördert w'rd, so sind, um nur einiges zu nennen, das Erfolge, die sich sehen lassen können und die ohne Sozialdemokratie niemals erreicht worden wären. Selbstverständlich bleibt noch vieles zu wünicken übrig, das bei besserer Finanzlage und anderen Mehrhsitsoerhältnissen hätte erreicht werden können, und das in Zukunft erreicht werden muß. Mögen daher alle, die Zufriedenen wie ins- besonder? auch die Unzufriedenen, zu ihrem Teil und durch eigene Arbeit mit daran schaffen, daß die Massen der Be- vösterung nach ihren Klasseninteresien, d. h. sozialdemokratisch »vählen. und so die neue Fraktion unabhängig von ollen Beziehungen zu bürgerlichen Parteien stellen. Dann wird aus dem Wenigen bald ein Mehr werden. Die deutschen Wähler haben nach den Bestimmungen der Weimarer Verfassung d i e Regierungen und Gemeindever- tretungen, die sie haben wollen. Tut jeder in der Zeit bis zum Wahltag seine Schuldigkeit, so wird es gelingen, das Ziel zu erreichen, das jeder Berliner sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion unverrückbar gesetzt ist: Nicht nur Erfolge im einzelnen zu erzielen, sondern unser großes Gemeinwesen so auszubauen, daß es als Hort kulturellen Fortschritts auf a l l e n Gebieten dasteht. Vwck der Mitte. Wahlbündnis von Demokraten und Zentrum für die Kommunalwahlen. Die Deutsche Demokratische Partei und das Zentrum haben für die Prooinzlallandtagsr>x»hl«n ein Wahlbündnis ge- schlössen und die Aufstellung gemeinsamer Listen sür die Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt a. d. O. beschlossen, wobei d!« Demokraten dem Zentrum die Wahrung seines bisher!- ?en Besitzstandes an Mandaten zugestanden haben. Die gemein- .'".men Listen beider Parteien werden unter der Flagge„Block der Mitte" kegeln. lieber die Ausdehnuiq dieses Wahlbündnisses auf die Kreis» tags- und Gemeindewahlen sind Besprechungen im Gange. Volksbegehren mii Zotternpn'nzen. Hugenberg- Versammlung im Sportpalast.— nieder mit der Iudenrepublit und Stresemann! Auf der Erde liegen massenhaft verschmutzt«, zertrampelte Zettel, die für Hugenbcrgs„Tag", für Hugenbergs„Nachtausgabe", für Hugenbergs.Lokal-Airzeiger", für Hugenbergs„Woche" und für den großen Politiker Alfred Hugeirberg selbst»erben. Erste große Kundgebung im Sportpalast für das Volksbegehren! Hitler-Kolonnen und Stahlhelm-Jugend rücken ein nnt einem Liede, in dem am Schluß die Iudenrepublik vernichtet werden soll. Die Judenrepublik, deren höchster Bevollmächtigter der frühere Gencralfeldmarschall Herr von Hindenburg ist— Militärmärsche ertönen. Der Versammlungsleiter hält die Begrüßungsansprache: „Ganz besonders begrüße ich Ihre königlichen Hoheiten, die anwesenden Mitglieder des Hohenzollsrn- Hauses." Ja, sie sind da, sie wollen auch Bolksbegehren spielen, ausnahmsweise rechnen sie sich diesmal mit zum Boll. Dann beglückwünscht der Versammlungsleiter Herrn Hu gen- b e r g, der nicht auf die Neider geachtet habe, die vor Bedenken nicht das Wenn vom Zlber unterscheiden können.(Zuruf: Mah- raun!) Herr Seldte vom Stahlhelm nimmt das Wort:„Front- s o l d a t e n." schmettert er. Unsereins, selbst wirklicher Frontsoldat. der Knochen und Gesundheit zu Markte trug, schaut sich um. Diese Stahlhelmer sind zu etwa 50 Prozent um die 29 herum, die damals, 14 bis 18, noch in die Schule gingen. Jungens, Jungens. wenn ihr einnial, uxis wir Sozialdemokraten verhüten werden, durch eure Seldtes, eure Düsterbergs und euren neueston Freund Hugenberg Frontsoldaten würdet und mit blutendem Leid im Graben läget, ihr würdet eure Führer verfluchen! Nachdem Seldte eine Weile von einem oierköpfigen Kalb ge> sprachen hatte, wie eine Zeitung den Reichsausschuß genannt hatte, sagte er. daß dieses Kalb ein gesundes Kalb sei und aus ihm einmal «in kräftiges Rindvieh werden würde. Natürlich sagt er beschönigend: Stier. Im übrigen bekannt« er sich osfen zur Diktatur. Er begrüßte die österreichischen Heimwehren, die ausgestanden wären, und er sagt«, daß der Stahlhelm, wenn er einmal nnt Frankreich verhandle, andere Töne anschlagen werde als diese Kleistertöpf«. Meint er mit den Kleistertöpfe.» ttma Herrn Klönn«? Der deutsche Frontsoldat Seid»« versteigt sich zu dem Satze, daß der Erbfeind innerhalb der deutschen Grenzen und nicht außerhalb wohne..Wer dieser Erbfeind ist, das ist klar: die Republikaner. Dann nimmt der große Mann der Zukunft, Geheim rat Hugenberg, da» Wort:„Eine Politik, durch die Verträge wie der Poungsch« Versklävungsvertrag abgeschlossen würden, sei eines anständigen Volkes unwürdig." Aber Herr Hugenberg, Ihre Par- tcigenossen, die' im August 1S24 für den Dawes-Vertrag, den Sic vorher gleichfalls Versklävungsvertrag nannten, gestimmt haben, sind dann ja auch unanständige Menschen gewesen.„Diese Methode»st verbunden mit dem Namen Breitscheid und Strese- mann." Zuruf«:„Juden! Nieder mit Stresemann!" Hugenberg ruft dann laut nach der Dawes-Krise. Er»oill den Bankerott mit allem Drum und Dran, mit aller Inflation, mit aller Berelendung. Eine Kundgebung gegen den Poung-Plan? Rem! Bor allem eine haberfüllte Kundgebung gegen die Republik«ch die Republikaner!_ Volkspartei und Volksbegehren. Ablehnung und Entrüstung in Sachse». Annaberg. 24. September. Die Deutsch« Dolkspartei des Dahlkresse» Themnitz- Zwickau-Plauen hielt am 21. und 22. September m Annaberg ihren oiesjährigen Parteitag ab. Nachdem Hauptschriftleiter Kockel. körn- Berlin über die Haager Konserenz und Reichstagsabgeord- neter Fii�deisch über Außenpolitik gesprochen hatten, umrde emc) Entschließung zum Bolksbegehren angenommen, in der es heißt: „Die Deutsche Bolkspartei im Wahlkreise Chentnitz-Awickau- Plauen lehnt eine Bolksabstimmung über Kriegs-« s ch u l d l ü g e und Poung-Plan ab. Seit der erzamizgenen Unterschrift von Versailles gab es auch für die Deutschnationalen. wenn sie verantwortlich mitregierten, keine andere Befreiungs- Politik als in friedlicher Verhandlung, wirtschaftliches Ansehen und Freiheit zurückzugewinnen. Di« Treiber zum Volks- vegehren wissen selbst, daß im Bolksentscheid keine Mehrheit zu erreichen ist. Minderheit bedeutet ober das Einverständnis des deutschen Volkes mit der Kriegsschuld- lüge und den uns ausgezwungenen Losten. Das Volksbegehren zersetzt die bürgerliche Front. Freude daran haben lediglich die Linksparteien. Seit den Tagen von Versailles haben alle Re- gierungen die Kriegsschuldlüge bekämpft, an ihrer Spitz« der Reichs. Präsident. Eine Abstimmung des deutschen Bolkes ändert nicht, an oen bestehenden Verhältnissen. Eine Ablehnung de» Young-Plan«» aber zögert die Befreiung der Rheinlande noch wester hinaus. M i t Entrüstung weist die Deutsch« Bolkspartei Bestimmungen zurück, nach denen u»ss«rem Hindenburg der Prozeß wegen Lairdes- verrats gemacht werden könnte." * Die Deutsche Bolkspartei regiert in Sachsen gemeinsam mit den Deutschnationalen und hält sich in der Regierung nur durch die Gnade des Herrn Manfred von Killinger, der mit seiner national» sozialistischen Fraktion den Ausschlag gibt. Kill'.nger hat schon mehrfach erklärt:„wenn die Regierung nicht pariert, dann trachts", und hat bereits angekündigt, daß er ihr die Frage stellen werde: wie hältst du's mit dem Bolksbegehren? Für die Nationalsozialisten ist die Bolkspartei die Partei des zuchthauswürdigen Landesverrats, was nicht hindert, daß die Volkspartei in Sachsen mit ihnen koaliert ist, und sie mit ihr. virektlonswechsel beim WTv. Der langjabrige Direktor des- MTB.. Dr. Heinrich M a n t l e r, schcrdet am 1. Oktober aus.«ein bisheriger Mitdirektor Dr. Diez bleibt als politischer Leiter des Unternehmens, neu tritt Herr A. R a w i tz k i als kaufmännischer Direktor ein und Chefredakteur Dr. Stern- Nubarth wird Stell- vertretender Direktor. Die deutschnaiionalen Kreier QcnerA Lippe KApEktardt »Gnädige Krau, es warten wieder eine Anzahl Erb» feinde draußen, um ihre Aufwartung zu machend Cecils Warnung an den Völkerbund Kür wirtliche Abrüstung. Der Raiffeisen-Skandal. Oer Direktor der Preußenkasse durch Dietrich-prenzlau getäuscht. Die Vernehmung des früheren Präsidenten der Preusienkasie. Kemper, durch den Unterfuchungsausschutz des Landtags gestaltete sich am Dienstag recht aufschlußreich. Wie- wohl naturgemäß Präsident Semper seine weitherzige Kreditpolitik gegenüber der Raiffeisenbank zu verteidigen bestrebt war. mußte er auf mehrere Fragen des Berichterstatters doch zugestehen, daß ihm sein Vertrauen zu den Raisfeisengenosienschaften und namentlich zu deren ersten Vorsitzenden, dem deutschnationalen Reichstagsoizepräsidenten Dietrich, in manchen Dingen zu einer Laschheit veranlaßt hat. die er aus seiner jetzigen Erkenntnis selber als Fehler bezeichnen muß. Als typisch für den Geschäftsverkehr zwischen Preußenkasie und Raiffeisenbank verlas Abg. K u t t n e r(Soz.) eine Reihe von Briefen, in denen die Preußenkasie immer wieder die Raiffeisenbank um Einlösung ihrer Versprechungen, um die endliche Stellung ausbedungener Sicherheit anmahnt. Die Raiffeisenbank hat auf diese Mahnungen entweder gar nicht oder — nach monatelangem Drängen— in ganz unge- nügender Weise reagiert. Anstatt nun aber energisch« Schritte zu unternehmen, hat die Preußenkasie die Dinge seufzend zu den Akten geschrieben. Immer wieder berief sich Präsident Semper auf das Ver- trauen, das er zu dem starken Fundament der Raiffeisen- genosienschaften gehabt habe. 40 Millionen Ueberbrückungskredit — das sei doch eigentlich gar nichts für eine Organisation, die ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe umfasie, die eine Million Genosienschaster zähle, die Schuld betrag« gerade 40 M. auf den Kopf. Erstaunte Frage des Berichterstatters:„Wenn es solche Bagatelle war, warum hat die Raiffeisenbank die 40 Millionen nicht aufgebracht und damit sich mit einem Schlage aus ihren ganzen Verbindlichkeiten gelöst?" Antwort Sempers:„Ja, bei der jetzigen Notlage der Land- Wirtschaft kann der einzelne Landwirt auch keine 4 0 M. aufbringen." Jetziger Präsident der Preußenkasie, Klepper:„Wie wenig die 40 Millionen von der Raiffeisenbank aufgebracht werden konnten, erhellt schon daraus, daß bei der Abschreibung des Aktien- kapitals von insgesamt nur 18 Millionen über die Hälfte der angeschlossenen Genossenschaften bankrott gegangen wären, wenn wir ihnen nicht eine besondere Stützung hätten angedeihen lassen." Auf ein« Frage des Vorsitzenden Dr. Deerberg erklärt Bräsident Semper, daß er bezüglich der Raiffeisendirektoren Dietrich. Prenzlau und S e e l m a n n> Eggeberg nichts wahr- genommen habe, was auf geschäftliche Unlauterkeit dieser Herren schließen lasse,— eine gleiche Frage bezüglich der übrigen Raiff- rsiendirekloren bittet Herr Semper unter allgemeiner Bewegung unbeantwortet lassen zu dürfen? Bald darauf stellt sich jedoch heraus, daß in einer entscheidenden Angelegenheit Herr Semper von Dietrich glatt hinein- gelegt worden ist. Als an der Börse die Verlustgeschäste der Raiffeisenbank mit Privaten ruchbar wurden, ließ Präsident Semper den Vorsitzenden Dietrich zu sich kommen und bat ihn um Auskunft. Bei dieser Besprechung, am 2. März 1925, erklärt« Dietrich, daß es sich um Verluste von höchstens fünf Millionen handele(tatsächlich schon damals 40 bis 50 Mil- lionen!), die HauptverlMgeschäfte mit Uralzeff usw.»e-r schwieg Dietrich.■ 1- Frag« des Berichterstatter» an Semper:„Wie kommt es, daß nach dieser Unterredung zwar sofort«in Kredtt von 24 Millionen gegeben wurde, daß aber«ine Revision der Raiffeisenbank durch die Preußenkasie erst ein halbes Jahr später einsetzte?" Präsident Semper:„Rückschauend muß ich auch sagen, daß dies ein Fehler war. Der Referent Bönifch war krank und befand sich in Urlaub, deshalb wurde die Sache bis nach seiner Rückkehr vertagt." Berichterstatter:„Hatten nicht Dietrichs Mitteilungen auf Sie alarmierend gewirkt?" Präsident Semper:„Dietrich sprach nur immer von geringen Verlusten." Berichterstatter: �Hätten Sie anders gehandelt, wenn Dietrich Ihnen damals über den Umfang der Verlust« reinen Wein eingeschänkt hätte?" Semper:„Ganz bestimmt." Berichterstatter:„Mithin ist die Lässigkeit Ihrer Maß- nahmen darauf zurückzuführen, daß Sie von Dietrich durch Ver- schweigung wesentlicher Tatsachen hintergongen worden sind?" Semper:„Objektiv betrachtet, bin ich von ihm getäuscht worden, indem er mir die wichtigsten Tatsachen verschwieg." Der ehemalige Reichstagsvizepräsident Dietrich wird als ein« Art Herrenmensch geschildert, der in der Raiffeisenbank diktatorisch schaltet«. Offenbar sit Herr Semper den Einflüssen dieses„Herren- menschen" unterlegen. Ob�Herr Dietvich-Prenzlau persönlich so makellos dasteht, wie Herr Semper meint, wird auch noch nach- zuprüfen sein. Die aktenmäßigcn Unterlagen über das verlust» reiche Abwicklungskonto ergeben nämlich, daß Herr Dietrich während ssiner Direktorialzeit bei seiner eigenen Bant selber als Kreditnehmer in nicht unbeträchtlicher Höhe aufgetreten ist. Mit 74 000 M. war sein Konto zur Zell der ersten Revision im Oktober 1926 belastet, und dieses Konto scheint später noch gesttegen zu sein._ . Das verbogene Hakenkreuz. Ende der nationalsozialifl�fchen Herrlichkeit in Koburg. Soburg, 24. September.(Eigenbericht.) Der Stadtrat hat den Etat für den Stadthoushalt mit den Stimmen der Nationalsozialisten und der Bürgermeister, letztere u n> e r Protest, verabschiedet, ohne das Defizit von etwa 960000 Mark zu decken. Di- K r« i s r e g i« r un g wird nunmehr ihr staatsaufsichtliches Recht geltend machen und die Zwangsetatisierung wahrmochen. Die Einnahmen be- tragen 2 958 340 M.. die Ausgaben 3 431 660 M.. dazu kommt noch ein Fehlbetrag aus'dem Vorjahr in Höhe von 228 000 M. Der Theateretat, der 256 000 M. vorsieht, wurde bekanntlich ge- strichen. Di« Feuerschutz- und die S t ra ß e n r e i n l- gungsabgaben wurden g e st r i ch e n, die Umlag« von 400 auf 300 Proz. ermäßigt, dafür die Einführung einer Warenhaus- und ' Filialsteuer beschlossen. Eine geplatzte Seifenblase! Die großmäuligen Hakenkreuzler verkündeten den Anbruch einer neuen Zeit, al» e» ihnen gelungen war. vor ein paar Monaten einen Wahlsieg in Koburg zu erringen. Da» schlafmützig« Bürgertum war wieder, Genf, 24. September.(Eigenbericht.) Der Bericht der Abrüfiuug«kom«ission wurde am Dienslag von der Vollversammlung de» VSlkerbunde» gebilligt. Der Bericht beschränkt sich aus ein paar farblose Begleit- wort« zu der Entschließung politi», da ein französischer Vorstoß in elfter Stunde an der Aufmerksamkeit Englands gescheitert war. Außer dem Berichterstatter nahm zu dem Bericht nur Dord E« c t l das wort, der noch einmal seine warnend« Stimme gegen ein Abrüstungsabkommen ohne Abrüstung erhob. Er wie» aus die Fortschritte der Schiedsgerichtsbarkeit und der kriegsverhütung hin. die diese Völkerbundsversammlung gebracht hatte und versicherte, daß England alle» tun werde, damit man nickst ans dem Platze trete. sondern vorwärt, gehe. Die Völker seien weiter al, die Be gierungen. Eecil sprach dann von der englisch-amerikanischen Flotteneiaigung, betonte aber, daß die Flottenabrüstung nur ein Teilproblem des Ganzen fei. Alle Rüstungen müßten in gleicher weise abgebaut werden. Wiederholt wies Eecil aus die Bedeutung der Beschränkung de« Kriegsmaterial» hin, die noch wichtige« sei al« die Verminderung der Zahl der Soldaten. Die Krlegsmatertalbeschränkung bilde da» Rückgrat der Abrüstung, denn mit der Verminderung de» Sri«g»material, entziehe man dem zuküusttgen Krieg sein hauplwerkzeug. Beschlüsse der Völkerbundversammlung. Gens. 24. September.(Eigenbericht.) Am Mittwoch mittag soll die 10. D o l l v e r s a m m l u n g des Völkerbundes ihr Ende finden. In der Dienstogsitzung wurden nach einer Erklärung Lord Cecils zum Abrüstungsbericht die noch vor- liegenden Kommissionsbeschlüss« fast durchweg ohne De- batt« verabschiedet. Die Entschließung zur Opiumfrag« fordert «ine organisierte Ueberwachung des Schmuggels durch Postpakete und«ine internationale Polizeiaktion gegen den Schmuggel. Sie weist darauf hin, daß eine besser« national« Kontrolle der Rausch- gistproduktion und des Rauschgifthandel» notwendig sind und«in« Vergrößerung der Ratgeber der Opiumkommission sowie die Ein- berufung einer Staatenkonferenz zur Einschränkung der Rauschgistfabrikation durch den Vötkerbundsrat erforderlich ist. Di« Gefahr des Rauschgistgebrauches in einzelnen Ländern ergibt sich aus den Angaben der Vertreter Englands, noch denen Ein famoser Einsall: In einem reichen Lebegrei» erwacht plötzlich der Familiensinn: von allen Ecken der Welt holt er seine un- ehelichen Kinder zusammen. Regie und Darsteller legen Tempo auf. Di« Zuschauer unterhalten sich köstlich. Da« Theater hat seinen Dauererfolg. Dgr, von 12 Millionen Aegyptern Vt Million dem Rauschgiftgenuß verfallen ist. Es gebe sogar ägyptische Fellachen, die bis zu 60 Proz. ihres Einkommens zum Kauf von Rauschgift anwendeten. Angenommen wurde ferner ein Antrag, die deutschen Kriegsverhütungsvorschläge der Sicherheitskommission zur Ausarbeitung eines allgemeinen Abkommens zu überweisen. Der Völkerbundsrat soll für eine Vervollständigung des Entwurfes über finanzielle Hilfeleistung an angegriffene Staaten sorgen. Der französische Berichterstatter nannte diesen Entwurf „den ersten präzisen Ausdruck der Solidarität der Völkerbunds- Mitglieder gegen einen Angriff". Die Radiosrag? ist dahin gelöst worden, daß die neue Schweizer Rodiostation bei Gens neben ihrer Mittelwelle einen Kurzwellensender er- hält, der. in Krisenzeiten dem Völkerbund zur Verfügung gestellt wird. Die Kommission zur Ausarbeitung einer Kontrolle der Wassensabrikation will ihre Arbeiten beenden, wenn die vorbereitend« Abrüstungskommijston entschieden hat, in welcher Weis««ine Kontrolle de» Kriegsmaterials im allgemeinen zu er- folgen hat. Ein« Stuüienkommission hat die Angleichung d-? Völkerbundsvertrages an den Kellogg. Pakt ausgearbeitet und wird der nächsten Bundesversammlung ihr« Er- gebniss« unterbreiten. Die Konferenz für ein« Kodifikation des Völkerrechts soll am 13. März 1930 im Haag zu- sammentreten. Die Frage schnellerer und umjangreicherer Ratifi- kationen der Bölkerbundsabkommen ist durch ein« Sonderkommission bis zur nächsten Vollversammlung zu prüfen Die Entschließung über den Artikel 19 des Bölkerbundspaktes wurde am Dienstag von der Rechtskommission der Versammlung in der Fassung der Unterkommission ein- stimmig angenommen. Die Mächte der Kleinen Entente und Polen gaben Erklärungen ab, in denen betont wird, daß die Entschließung sich im Rahmen des Artikels 19 bewege und keine anderen Paragraphen des Paktes verletze. Japan ließ nochmals unwidersprochen seststellen, daß nichts in der Ent- schließung enthalten sei, was nicht nur die ungleichen Verträge Chinas, sondern alle Vertröge, die im Anwendungsbereich des Artikels 19 liegen, betrifft. Ein Putschist löst den anderen ab. Als Nachfolger des oerstorbe- nen deutschen Oberst Bauer ist der srllhere bayerische General- stabsofsizier Oberst K r i« b e l, einer der Hauptmacher des Hitler. Ludendorff-Putsches, vom chinesischen Staatspräsidenten Tschiang. kasichek zum militärischen Berater der Regierung ernannt worden. wie so oft, auf einen Bluff hereingefallen. Dies« Erkenntnis däm- mert« schon bald. In allen Bersammlungen haben die Hitler. Gardisten sich als„Retter" angepriesen, die denkfaulen Wähler sind auf den Leim gekrochen und heute zappeln sie mit sämtlichen Beinen und können doch nicht loskommen. Ein verdienter Reinfall! Koburg wird min Staatsaufsicht bekommen und die Nazisozi werden betrübt an dem Scherbenhaufen stehen, den sie den Koburgern beschert haben. In Mexiko wird gewählt. Mit Mord und Tosschlag. N«wPort.2<. September. Räch einer Meldung der �..Asiocialed Preß" au» Mexiko haben im Staate Veracruz heftige wahlvnruhen und Sra- walle stattgefunden. Zw ganzen Staate Veracruz werden zurzeit die Wahlen zu den Stadlparlamealen vorgenommen, und bei den Unruhen sollen allein am Sonntag im ganzen Staate 130 Menschen gelölet und mehrere hundert verletzt worden sein. Unter den getöteten Personen soll sich auch der R e s s e de» Präsidentschaftskandidaten Ortiz Rudlo befinden, wie es scheint, haben sich die schwersten Unruhen in den Städten Orizabo und und Eordoba abgespielt. Theater in der Äehrenfiraße. Sarpenter:.... Vater sein dagegen sehr". Gparerängsie in Oesterreich. Oer einzige Erfolg der Heimwehr-Putschdrohungen. Wien, 24. September.(Eigenbericht.) Zn ihrer Mittwochausgebe stellt die„Arbeiterzeitung" gegenüber den offiziösen Ableugnungen, daß sich die Veunruht- gnng der Bevölkerung infolge der Sürgerkrlcgshehe der heimwehr vor allem durch die Abhebung von Sparein- lagen bei den Banken und Sparkassen auswirke, folgendes fest: „ver schlechteste Tag war in dieser Beziehung der Freitag der vergangenen Woche. Am Sonnabend und Montag haben die Ab- Hebungen zwar angehalten, waren aber schwächer. Auch am Dienstag war diese Bewegung wieder sehr stark. E» war in de« Geldinstituten immer das glejche Bild zu sehen, eine lange Reihe von Leuten, die vor dem Abhebungsschalter ihre Gelder kündigten oder abhoben, während der Einlageschalter leer war. vor einigen Filialen standen die Leute sogar auf der Straße an. Dies macht sich bei allen Znstiluten, auch bei solchen, die sich des größten Vertrauens de» Publikum« erfreuen, bemerkbor. Die all- gemeine Anspannung, die sich über den ganzen Geldmarkt verbreitet. zeigt sich auch bereits daran, daß man sich gegen neue Kredit- gewährungen ängstlich verschließt, während auf der einen Seite viel Geld abgehoben wird, werden dafür ausländische Valuten gekauft, vor allem Schweizer Franken. Es werden auch sssrr viele österreichische Ersparnisse, die bei den Banken ab- gehoben wurden, in Schweizer Bankhäusern wieder eingezahlt." Die„Arbeiterzeitung" erklär« schließlich, daß, wenn diese Bewegung andauern sollte, der österreichischen Wirtschaft schon für die nächsten Wochen schwerste Gefahren drohen. Llm die Arbeitslosenversicherung. GteNungnahme auf dem Verbandstag der Holzarbeiter. Bremen. 24. September.(Eigenbericht.) Den Berichten des Lorstandes und der Redaktion folgte ein« aus- gedehnte Aussprache, die auf einer außerordentlichen chöhe stand. Ein lebendiges Band vorbindet die Mitglieder mit ihren Ver- trctern in der obersten Spitze. Deshalb a'uch mir geringe Kritik. Die überwiegende Mehrheit der Redner war bemüht, zu der Lösung der gestellten Probleme beizutragen. Einen breiten Raum nahm die Iugendfrage ein. Das gab dem Jugendsekretär Timm Ver- anlassung, die Tätigkeit des LorbanÄcs auf diesem Gebiet hervorzu- heben. Di« Arbeitslosenfragc war weiter ein bevorzugter Punkt der Aussprache. Hat doch der Holzarbeiterverband mit einer hohen Beschäftigungsloftgkeit ständig zu rechnen. In seinem Schlußwort ging Tornow aus die Ergebnisse der Zlussprache ein. In der gewohnten temperamentvollen Weise ant- wartete er den wenigen Kritikern. Der Vorsitzende kannte seiner Freude darüber Ausdruck geben, daß die Tätigkeit des Vorstandes weitgehend anerkannt worden seh Der Wunsch, der Verband möge aus diesem und jenem Gebiete mehr tun, sei teilweise berechtigt. Vielseitiger ist der Vorstand in der Lage zu arbeiten, wenn die ge- wünschte Erweiterung des Hauptbureaus stattfinden kann. Der Ver- bandstag erteilte auch zum Schluß dem Vorstand die Vollmacht, nötigenfalls zum BaueinesHauseszu schreiten. Die Kommunisten fertigte Tarnow mit ein paar Vcnierkungen ab. Es sei die sichere Hoffnung vorhanden, daß das kleine Häuflein sogenannter Oppositioneller in Zukunft noch mehr zusammenschmelzen würde. Graß mann führte zu dem Kampf um die Arbeitslosen- Versicherung aus: Im Reichstag wird in den nächsten Tagen eine der größten Entscheidungen gefällt werden müssen. Eine Regierung?- krise mit allen ihren Folgen steht in Aussicht. Sie muß, wenn irgend möglich, vermieden werden. Dos Gesetz für Arbeitsvermittlung und Arbciislosenversicherung ist eine der größten Errungenschaften der Nachkriegszeit. Es hat die Voraussicht, 850 000 Arbeitslose zu unterstützen nicht nur erfüllt, sondern übertrofsen. Dos alles bei der bisherigen Beitragsleistung. Erst die Katastrophe des letzten Winters hat alle Berechnungen über den .kaufen geworfen. Der Kampf um die Arbeitslosenunterstützung hat deshalb eine so große Schärfe erreicht, weil die Reichsfinanzen äußerst schlecht stehen. Dies hat verschiedene Ursachen mifc nicht zuletzt sind die Kriegs- und Reparationslasten daran schuld. In dem Kampf der politischen Parteien wird es aber so hingestellt, als habe die Arbeitslosenversicherung die Zersetzung der Reichs- sinanzen verursacht. Es geht eine wüste Agitation vor sich. Di« den Unternehmern nahestehende Presse treibt ein gefährliches Spiel, wenn sie das arbeitende Volk Deutschlands als faul und sittlich ver- lottert hinstellt. Die bekannte Broschüre des Profesiors Hör- n e f f e r„Der Frevel am Volk" stellt die Spitze dieses Derleum- dungsfeldzuges dar. Man huldigt der Ansicht: Abschaffung jeder sozialen Unter- stützung für die Arbeitslosen und Wiederherstellung des Dorkriegs- zustandes, wo män den Arbeitslosen seinem Schicksal überließ. Um das Gesetz zu diskreditieren, werden Vorkommnisse mindestens maß. las übertrieben. Die Reichstagsfraktion sowohl als auch die Gewerk- schllsten sind der Ansicht, daß die Voraussetzungen, die Arbeitslosen- Unterstützung zu mißbrauchen, beseitigt werden müssen. Slber den reaktionären Parteien gehd es um den Angriff gegen dos Prinzip der Arbeitslosenversicherung überhaupt. Es hat sich auch als unrichtig herausgestellt, daß hinfort mit einer laufenden Arbeits- lasenzahl von l,1 Millionen gerechnet werden muß. Der Durchschnitt der Jahre it)24 und 1928 ergibt einen Arbeilslosenstand von 883 000. Wenn die Vorschläge der bürgerlichen Parteien zur Durchführung kommen, so wäre das eine Katastrophe für die Gemeinden. Dafür ein Beispiel: Die Verlängerung der Wartezeit auch nur um eine Woche würde der Stadt Breslau eine Belastung von 7 Millionen Mark im Jahre bringen. Eraßmann erläuterte dann ausführlich, was bisher durch Ab- änderung von 60 Paragraphen bei den Verhandlungen herausge- kommen ist. Es ergibt sich eine ganze Reihe von nicht unwesentlichen Verschlechterungen des Gesetzes. Die Sozialdemokraten und die Gewerkschaften müssen einen großen Teil der in der Vorlage enthaltenen Verschlechterungen ablehnen. Darüber hinaus muh aber das Gesetz unter ollen Ilmständen gehalten werden und dies selbst dann, wenn bei Nebensächlichkeiten nachgegeben werden muß. llm das Gesetz zu retten, wird eine Beitragserhöhung nicht zu umgehen sein. Diese Lasten muß die Arbeiterschaft auf sich nehmen, um eine der wertvollsten sozialpolitischen Errungenschaften zu erhalten. Bei den parlamentarischen Kämpfen in den nächsten Jahren wird die erbärmliche Lüge der Kommunisten ins-hellst« Licht treten Sie sind mitverantwortlich für die Verschlechte- ning der Arbeitslosenversicherung. In der angenommenen Entschließung zur Arbeitslosenversiche- rrmg heißt es u. a.: „Der Verbandstag erkennt in den Anschlägen gegen die Arbeitslosenversicherung nicht üur den Ausfluß sozialer Reaktion, sondern auch die zielbewußte Absicht, die Widerstandskrost der Arbeiter zu schwächen, um den Lohn drücken zu können. Angesichts der Nationalisierung. die dauernd die Zahl der Arbeitslosen vergrößert, zeigen die An- griffe gegen die Arbeitsloscnversicherung von einem besonderen Grade von Brutalität. Der Verbandstag verschließt sich n-cht der Notwendigkeit, etwaige Mißstände abzustellen. Er erklärt sich auch damit einverstanden, daß durch eine Erhöhung der Beiträge das finanzielle Fundament der Versicherung verstärkt und gesichert wird. Um so entschiedener legt er Protest ein gegen die Be- strebungen, die einen allgemeinen Abbau der Unter- ftützungsleistungen zum Ziel haben. Der Verbandstag billigt das Verhalten des ADGB. und der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion." Schleicher referierte über die Lohn- und Vertrags- Politik des Holzarbeiterverbandes. Der Verband' habe seinen ganzen Einfluß eingesetzt, nm die Lohn- und Arbeitsbedingungen seiner Mitglieder zu verbessern. Ueber die erreichten Erfolge könne sich jeder Verbandskollege ehrlich freuen. Vom Oktober 1927 bis zum Oktober 1929 sei der Lohn in der ersten Lohnklasse von 108 auf l27 Pfennig gesteigert worden und in der zweiten Lohnklasie erfolgte ein« Steigerung von 90 aus 106 Pfennig. Durch diese Tätigkeit habe der Verband den Reallohn leilweise aus die höhe der Vorkriegszett gehoben. Dennoch ist noch unendlich viel zu tun. Dies bewese die Erhebung der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung. Von 720 000 Hauptunterstützungsempfängern haben 361 000 einen Wochenlohn von 10 bis 3 6 Mark oder pro Stunde von weniger als 73 Pfennig gehabt. 127 000 Arbeiter hätten einen Lohn von 36 bis<10 Mark und mir 182 000 Zlrbeiter verdienten über 48 Mark die Woche. Rechnet man die Hauptunterstützungsempfänger in der Krifenfürsorge hinzu, so müsse festgestellt werden, daß rund 1 Million Arbeitslose einen Stundenlohn imter 1 Mark haben. Es müsse beachtet werden, daß keine Ware im Preise so unterschied- lich sei wie der Lohn, Das Lohnniveau Europas zeigt, daß unsere Löhne vielen Ländern voraus sind. Der Redner verwies in diesem Zusammenhang aus Frankreich und Polen. Das staatliche Schlich- tungswescn kann nur ein Hilfsmittel im Kampfe mit den llnternebmern sein. Der organisierte Streikbruch, der von Hakenkreuzlern systematisch betrieben wird, wachse sich zu einer immer größeren Gefahr aus. Das Vorlongen nach Erhöhung der Streikunterstützung bedeutet vom Standpunkt der zur Verfügung flehenden Mittel eine Eim'chränkung des Streiks überhaupt. Von 1925 bis 1928 haben sich die S t r e i k k o st e n verdreifacht. Es sei unmöglich, für die Zukunft ein Programm aufzustellen bezüglich der Tätigkeit auf den Gebieten des Lohn- und Vertragswesens. Drohender Streik im Gastwirtsgewerbe Oie Unternehmer treiben znm Brach. Der Zenkralverbaad der holet-, Refkaurank- und Cafäangestelllen hak den Lohnlarif zum 30. September gekündigt. Auf die ein- gereichte» Forderungen einer Lohnerhöhung von 6 IN. pro Woche und Reuregelung der Garankielöhne der Kellner haben die Unternehmer geantwortet, daß sie die Forderungen in vollem Ausmaß ablehnen. Es bleibt nunmehr zunächst nichts anderes übrig. uls die Verhandlungen vor dem Schlichtuagsousfchuß am Freitag dieser' Woche abzuwarten. Die gostwirtschaftlichen Arbeitnehmer sind nicht gewillt, sich elae derartige Herausforderung der Unternehmer gefallen zu lasten. Es ist einfach unerträgsich, die Kellner, nur um ein Beispiel anzuführen. mit einem Ulonotsverdienst von 203 M. abzuspeisen, wenn die Unternehmer sich nicht eines besseren besinnen, ist der Ausbruch eine» Streits in der kommenden Woche zu erwarten. Die Arbeitnehmer werden in drei öffentlichen Versammlungen am Donnerstag im hackcschen Hof. hackeschcr Markt, zur Lage Stellung nehmen. Ein scharfer Konflikt. In den Charlottenburger Wasserwerken. Di« dienstfreien Arbeiter der Charlottenburger Wasser- und Jndustriewerke A.-G. nahmen gestern nachmittag in«iner gcn- besuchten Betriebsversammlung zu dem Lohnkonflikt Stellung, der, wie von uns gestern bereits eingehend dargelegt wurde, durch das Verhalten der Direktion bei den Verhandlungen über den Neu- abfchlu'h des zum 30. September gekündigten Lohntarifes herauf- beschworen worden ist. Der Vertreter der Ortsverwaltung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Gnadt, zeigte an verschiedenen Beispielen. wie die Arbeiter der Charlottenburger Wasserwerke durch die Tarif- Politik der Direktion im Laufe der letzten Jahre gegenüber den städtischen Arbeitern in verschiedener Beziehung ins Hinter- treffen geraten find. Die Argumente deck Organifationsvertreter und der übrigen iinterhändler, mit denen die Notwendigkeit einer durchgreifenden Lohnerhöhung begründet wurde, vermochten die Direktion nicht zu bewegen, die Löhne um einen größeren Betrag aufzubessern als die durch den amtlichen Lebenshaltungsindcx er- wiefene Verteuerung der Lebenshaltung während der Vertragsdauer ausmacht. Die Direktion erklärte, daß sie äußerstenfalls zu einer zweiprozeniigen Lohnerhöhung bereit fei. In der Debatte kam die ungeheure Erregung der Belegschaft über da» Vorhalten der Direktion zum Ausdruck. Fast ausnahmslos wurde die Auffassung vertreten, daß mit allen gcwertschaft- lichen Mitteln versucht werden müsse, die berechtigten For- derungen durchzusetzen. Wenn die Direktion ihren unhaltbaren Standpunkt nicht aufgeben wolle, müsse sie eben im offenen Kampf zum Nachgeben gezwungen werden. Die Versomm- lung nahm zum Schluß eine Resolution fast einstimmig' an, in der es heißt: „Die Versammellen verlangen von der Organisation, daß ihnen umgehend ein endgültiges Verhandlungsergebnis zur Urabstimmung vorgelegt wird. Sic verpflichten alle Kollegen, einmütig zusammen- zustehen und eventuell die Durchsetzung der Forderung mit allen gewerkschaftlichen Mitteln zu erzwingen." Die Direktion der Charlottenburger Wasserwerke läßt durch das Wolff-Bureau eine Erklärung veröffentlichen, in der gegen die Forderung der Arbetter angeführt wird, daß der Lebenshale tungsindex sich seit einem Jahr nur wenig verändert habe. Wir stellen zwei Frage»: 1. Berechnen die Direktoren chre Gehälter und Tantiemen auch nach dem Existenzminimum, aus dem der Lebenshallungsindex beruht? 2. Gehört der Ertrag der Mehrleistungen des Personals den Aktionären, Aufsichsräten und Direktoren, oder hat das Personal auch einen Anspruch auf den Ertrag seiner Leistungen? Wir stellen der Direktion gern unsere Spalten zur Beantwortung dieser zwei Fragen zur Verfügung. Einigung in den Metallgießereien. Oer Schiedsspruch von beiden Parteien angenommen. Die am Montag in den Betrieben der Vereinigung Berliner Metallgießereien durchgeführte U r a b st i m m u n g hat die An- nähme des von uns bereits initgeteillen Schiedsspruches ergeben. , der für alle Arbeiter eine Lohnerhöhung um 4 Pf. pr' Stunde vorsieht. Da auch die Unternehmer den Schiedsspruch av genommen haben, ist das Lohnabkommen, rückwirkend ab 16. Set- tembcr, in Kraft getreten. Die Tariflöhne betragen minmechn in der 1. Klaffe 1,22-M. pro Stunde, in der 2. Klasse 1,10 Mk. und in der Z. Klasse 97 Pf._ Lohnerfolg der Tapezierer. Die Berliner Orisverwaltung des Bebban-dss der Saffler» Tapezierer und Portefeuiller hatte enffprechend dem Beschluß einer Branchenoersammlung der Tapezierer das Lohnabkommen für diese Branche zum 13. September gekündigt und eine Erhöhung der Löhn« und Akkorde um 10 Proz. gefordert. Ueber diese Forderungen wurde mit der Tapeziererinnuirg am 17. September verhandelt. Nach sechsstündiger Verhandlungsdauer machten die Unter- nehmer solgcndes Angebot: Ab 21. September erhöhen sich die Mindestlöhne und alle bestehenden Löhne um 4 Pfennige pro Stunde, ob März 1930 um weitere 2 Pfennige und ab 1. September 1930 nochmals um 2 Pfennige. Die Akkord- preise werden im gleichen prozentualen Verhältnis aufgebessert. Die Löhne der Iunggehilsen und Näherinnen werden entsprechend dem im Mantellarif festgelegten Dcrechnungsschlüssel erhöht. Das Lohn- abkomme» soll bis zum 3l. Dezember 1930 gelten. Der MindesUohn für Gehilfen im drillen Gesellenjcchr würde demnach in drei Etappen von 1,50 auf 1,38 M. erhöht werden. Mit diesem Vorhandlungsergebnis beschäftigt« sich am Mant-.rg in Dörings Festsälen eine überfüllte Branchenoersammlung der Tapezierer, die nach längerer Aussprache in geheimer Ab- stimmung dem Angebot der Unternehmer zustimmte. Da auch die Unternehinex dem Angebot ihror Unterhändler zu- gestimmt hatten, ist der Lohnkonflikt im Berliner Tapezierergewerbe nunmehr endgültig beigelegt. Achtung, Gummiarbeiier! Durch«in Flugblatt, unterzeichnet„Die Branchenleitung i. A. Fr. W e h n e r", werden die Gunumarbeiter Berlins zu einer Ver- f-nmnlung eingeladen. Wir machen daraus aufmerksam, daß der Unterzeichner des Flugblattes wegen verbavdsschädigenden Ver- Haltens aus dem Fabrikarbeiterverband ousge- schlössen ist und infolgedessen kein Recht hat, im Austrage der Branchenleitimg der Gummiarbeiter Versammlungen einzuberufen. Der verantwortlich Zeichnende des Flugblattes, Erich Steffen, ist seinerzeit ebenfalls aus dem damaligen Glasarbeitervorband aus- geschloffen worden. Diesen Leuten ist es nicht um die Interessen der Gummiarbeiter zu tun, fondern lediglich um die Schädigung und Schwächung der Gewerkschaften zum Schaden der Arbeiter und zum Nutzen der Unternehmer. Wir warnen alle Gummi arbeiter, diesen Leuten auf den Leim zu kriechen. Kein Gummiarbeiter, der auf dem Boden der Amsterdamer Gewcrkschastsinternationtfl« steht, darf diese Ver- samnüung besuchen. Laßt die Kommunfften mit ihrem Anhang unter sich! m Achtnnd.«C®., 8«itnifl£»orf 8f.»rb Is.I{freOa«, 1« IDit, bei Ml W Vebltamp(früher Wolter), wichliae fsrottionsversammluno aller SV?.- M W Oeitossem Sompathisicrendr Kollegen könne» eingeführt werben. Regen W W Besuch erwartet Der Frattionaoorftanb. S- Dcutfik.n SoKarbrlterrerbaub.®>»leher! Morgen. Donnerstag, t? Uhr, Versammlung, Rungestr. ZO. Ortsverwaltung Berlin. �reie Gewertfchafts-Iuqend Verlin. Leute. Mittwoch. 1!>>i Uhr, tagen hie Gruvven: Zentrum: Zugenhh-im Zehhanicker Str. 2«— Ii. Bortrag:»Dialektllteratur der bsutschen � Lande".— Roebrinq: Jugendheim Schule Eannenhurger Str. 2l>. Bor. trag:»Streit- und Reckitssragen".— Weihense«: Eruppenheim Weihensec. Parlsir. 3«. Kur.srefrrat.— Süden, SLbwrsten: Etiibt. Jugendheim Borcksti. 11 iZabrikgedäude). Bortrag:..Ferdinand Laffalle".— Rentcllu: Jugendheim Bcrgstr. 2g Tapioka. tcht Gchsenschwaru; Reis"y Tomaten{ Tomaten (Pilz,! Rumford'i OOindsor nsw. Alle MAGG/Suppen öchmecken gut-Sie werden zufrieden sein- Nr. 449» 46. Lahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 23. September 1929 Kommunistische Wahldemagogie. Gtadiverordneiendebaiien über die Verkehrsbeiriebe. In Ken Verkehrsketrieben der Stadt Berlin haben in der letzten �eit die Kommunisten sehr an Boden verloren. Desto voller nehmen sie den Mund in der Stadtverordneten- Versammlung,>»enn es gilt, sich als Freund« der W« r k e h r s a n g e st« l l t e n aufzuspielen. Mahldemagogie trieben die Kommunisten gestern, als über den aus dem Zlusfchutz zurückkommenden sozialdemokratischen Antrag auf Er- richtung heizbarer Aufentholtsräume für das �Ztraßenbahn- und Omnibuspersonal verhandelt »vurd«. Aus Wahldemagogi« der Sozialdemokraten wollte der kam- rnümstische Redner diesen schon Anfang Mai«ingebrachten Antrag erklären, ober unser Genosse Karl Klose antwortet« ihm, dost in Wahldemagogi« die Kommunisten selber M e i st e r sind. Unser Antrag wurde in der vom Ausschuh emp- fohlenen Fassung angenommen. Nochher richteten die Kommu- nisten bei der Vorlegung der Bilanzen der städtischen Verkehrs- betriebe aus lW eine Schimpfkanonade gegen die Di- rektion der Verkehrsgesellschaft. Unser Genosie A m b e r g stellte fest, dah im Aufsichtsrot die Kommu- nisten fast niemals Anträge stellen. Do Mitarbeit von ihnen verlangt wird, versagen st«. Wahldemagogi« war auch dieses kommunistische Geschimpfe, mit dem man zum 17. November werben zu können sich einbildet. » Die sozialdemokratisch« Fraktion hotte den A n- trag gestellt, an den Endholtestellen der Straßenbahn- und Om- nibvsliniim Aufenthaltsräume für das Zahrperfonal zu errichte« jp?1» oiis« im Winter zu heizen Der vorberatende Ausschuh hatte �n Antrag angenommen nnt der Maßgabe, daß die Aufenthalts- räume in Verbindung mit Wartehäuschen für die Fahr- gäste gebaut werden. Der Kommunist Deter. früher Betriebsrats- Mitglied bei der Verkehrsgesellschaft, sprach sein« Verwunderung darüber aus, daß die Sozialdemokraten einen solchen Antrag stellten. sIronischer Zuruf bei den Sozialdemokraten: Ist auch«ine Gemein- hsit!) Deter ging der Antrag nicht weit genug: er verlas einen ganzen Strauß kommunistischer Zusatzanträge, die aber teilweise schon im Ausschuß abgelehnt wurden. Unnötig zu sagen, daß der kommunistische Redner die Hetze gegen die sozialdemo- kratischen Vorstandsmitglieder der BVG. auch von der Stadtverordnetentribüne herab fortsetzte. Genosse Klose hielt die Bemerkung Deters fest, die Kommunisten rechnen mit der Ablehnung ihrer Zusatzanträge, aber sie wollten im Wahlkampf zeigen, daß nur sie ollein die Freund« des Berkehrsperfonals seien Di« Kommu- nisten, sagte Genosse Klose, sind erst durch unseren Antrag au« ihrer Ruhe aufgeschreckt worden. (während de» winters merkte Herr veter im warme« Betriebs- ratszimmer nichts von der Bot seiner Kollegen!) Wo waren denn die kommunistischen Aussichtsrotsmitglieder mit ihrer Perfonalfreundlich�eit und mit ihren Vorschlägen, als die neuen Wagen gebaut wurden? Jetzt kommt man mit allerlei An- trägen hinterhergehinkt,(hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Gegenüber lobenden Ausführungen Deters über Moskauer Verkehrs- Verhältnisse stellt« unser Redner fest, daß ein Moskauer Straßen- bahnwagen im Jahre 500 000, em Wagen in Berlin aber nur 220 000 Personen befördern muß.(Lebhaftes hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Schließlich soll ja Moskau erst in den nächsten lIohren ein« Untergrundbahn bekommen. Bei einigem guten Willen kann die Betriebsleitung der BVG. alsbald an die Ausführung des foiialdemokrotifchen Antrages gehen und ohne die Verzögerungen, die die Ausführung der kommunistischen Zusatzanträge herbeiführen würden. Nützliches für das Personal schaffen. Dem kommunistischen Antrag auf Heizung der Sperrehäuschen bei der hoch- und Untergrundbahn werde die sozialdemokratische Fraktion zu- stimmen.— Der Autrag der sozialdemokratischen Fraktion wurde dann mit großer Mehrheit angenommen. Di« Antröge der Sozialdemokraten und der bürgerlichen Par- teicn wegen der Heranziehung von erwerbslosen Angestellten zu den wahlarbeiten und so weiter wurden angenommen. Di« zur Kenntnisnahme ein- gebrachte Vorlage des Magistrats betreffend die Bilanzen der Ver- kehrsgesellschaft gab dem Kommunisten Wisnewski Anlaß, wiederum gegen die Sozialdemokraten in der Verwaltung der BVG., besonders unseren Genossen Brokat, die lächerlichsten Vorwürfe zu erheben. Brolot beute die Derkehrsarbeiter kapitalistisch aus, die Verkehrs- betriebe müßten„wieder kommunalisiert' werden. Genosse Amberg sragte die Kommunisten, was denn ihr« Der- treter im Aussichtsrot der Verkehrsgesellischoft getan hätten, um die Forderungen ihrer Parteizentral« durchzuführen? Zm Aufsichisrak hätten die— übrigens ständig wechselnden Aus- sichtsräte— still dogeseste« und die Znltlattv« den Sozialdemo- traten überlassen. (hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Weder die Verbesserung der Sozialleistungen, noch der Ausbau des Wagenparks habe sie aus ihrer Ruhe aufscheuchen können: vielleicht wußten sie nicht, welch« politische Richtung ihrer Partei zu vertreten war! lieber die Vor- teil«, die die neuen Tarifvertragsabschlüsse brachten, über die Verkürzung der Arbeitszeit um X Stunde, über die Einführung des Achtstundentages, über die Be- strebungen, in kürzester Zeit auch für das Derkehrspersonal den Achtstundentag einzuführen, über olles das hat Herr Wisnewski nichts sagen dürfen. Dieser Herr bot auch bewiesen, daß er von Unfall- st a t i st i k kein« Ahnung hat. Di« Berliner Berkehrsgesellschoft kann noch innner den Vergleich mit den Verkehrsbetrieben ähnlicher Städte aushalten. Warum aber werde immer der So- zialdemokrat Brolat angegriffen? Das mache doch den Eindruck, als sei man im kommunistischen Lager über die Miß- erfolge b«i den Verkehrsarbeitern erbost. Jedenfalls stelle die „Kritik' des Herrn Wisnewski die gewaltsame Herbeizerrung von Lügen und Verleumdungen aller Art dar, deren selbst der selige Reichslügenoerband sich nicht schämen braucht«. Aber schließlich ist Direktor Brolot nicht einmal kür die vorliegende Bilanz verant- «ortlich: Sie betrifst das Jahr 1928, also ein« Zeit, in der Genosse Brolat noch gar nicht an der Spitz« der BVG. stand,(hört, hört! und Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Den Vergleich mit den Moskauer Verkehrsbetrieben braucht die BVG. wahrlich nicht zu scheuen. Za Moskau war man unfähig, die Straßenbahn kommunal zu vermalten. (Lärm bei den Kommunisten), in Berlin sind die Verkehrsbetriebe unter hervorragender sozialdemokratischer Beteiligung aus die höhe der Leistungsfähigkeit gebracht worden!(Sehr richtig! bei den So- zialdemokraten.) Stadtverordneter Deter(Komm.) wetterte noch einmal gegen die BVG. und dann schloß die Debatte über die Bilanz, die nur zur Kenntnisnahme vorlug. . Aber die Stadtverordnetenversammlung hatte gestern Pech: Sie mußte noch die Begründung des Stadtverordneten Ivionewiki zu dem Antrag der Kommunisten wegen der Entlassung von Mitgliedern des Betriebsrates der BVG. über fich ergehen lasten, hier wurden noch einmal alle Schleusen kam- muinstischer Verleumdungs- und Verdrehiingstunst geöffnet, aber dos geleerte Haus zeigte wenig Interesse für des Redners Tiraden. AUeitig bedauerte man, daß ärztlicher Beistand für Herrn Wis- newski nicht greifbar war! Wie tief kommunistische Debattierkunst gesunken ist, bewiesen einig«— von vielen— Zurufe des Herrn Fritz Lange- Neukölln. Er bezeichnete sozialdemokratische Stadtverordnete als„feingemachte Penner und politische Raffkes'. Darin erschöpft sich die kommunistisch« Arbeit im Kommunalleben Berlins fett Iahren! Die Wciterberatung wurde vertagt Zu den Mitteilungen eines früheren Direktors der M ü l l- abfuhrgesellschaft über unzulässige Geschäfte bei der Gesell� schaft hat die sozialdemokratische Fraktion folgende A n- frag« eingebracht: Der frühere Direktor der Müllabsuhrgesellschast..Herr Friedrich Wilhelm Krüger, hat in einem Briese an die Mit- glieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung be- hauptet, daß der Stadttat a. D. Weg« zusammen mit anderen Mitgliedern des Alissichtsrates dieser Gesellschost„dunkle G e- schäste getätigt hob« in der alleinigen Absicht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen". Herr Krüger behauptet weiter, dah der städtische Dezernent Stadtrat Reuter es für angebracht gehalten Hab«,„diese traurigen, aus betrügerischer Handlung be- ruhenden Machenschaften mit dem Mantel der Liebe zuzudecken'. Wir fragen an: Entsprechen diese Behauptungen der Wahrheit, was hat der Magistratsdezernent getan, um die Interessen der Stadt in der Bewag wahrzunehmen? Zwecklose Reden und Ko»derungen. Ein.Führer' der Erwerbslosen ,u Gefängnis verurteilt. vor dem Erweiterten Schöffengericht Neukölln wurde am lchien Freitag und am Dienstag gegen den Führer der Neuköllner kommunistischen Erwerbslosen. 1v„ verhandelt. Der Angeklagtr war beschuldigt, in sieben Fällen hau»- sriedensbruch und in einem Fall Landfrledensbruch begangen zu haben. In einigen Neuköllner Arbeitsnachweisen sind die Räumlichkeiten recht primitiv. In dieser Zeit mehrten sich die Klagen der Erwerbslosen, die auch im Winter in zugigen Korridoren auf die Auszahlung ihrer Gelder warten mußten. Damals wurden die Räume dem Arbeitsamt Südost unterstellt, dessen Leiter Stadtroi Zobel wurde. Stadtrat Zabel hatte schon vor seinem Dienstantritt die Räum« besichtigt und sofort erklärt, daß hier Abhilf« geschaffen werden muß. Da zu dieser Zeit aber die Erwerbslosenverstcherung erst aufgebaut wurde, dauerte die Abstellung der Mängel einige Zeit. Der kommunistische Crwerbslosenousschuß suchte und fand die Mög- lichkeit, sich bei den Erwerbslosen recht beliebt zu machen, indem er tagaus, togein die Behördenstellen mit Dete- gationen überfiel. Die Forderungen unterbreiteten. Zn den schon engen Räumen wurden Versammlungen abgehalten. Reden ge-' schwungen, so daß die Beamten teilweise stundenlang an ihrer Ar- bell gehindert wurden. Dadurch mußten naturnotwendig auch die Erwerbslosen innner längere Zeit im Arbeitsnachweis verbringen. Dos Arbeitsamt sah schließlich keine andere Möglichkeit. Ruhe zu schaffen, als dem ständig randalierenden Führer dieses Ausschusies das Betreten der Räume zu verbieten. W. kümmert« sich um dos Ihm schriftlich zugesandt« Verbot nicht, hielt weiter Versammlumgen ab und beteiligt« sich an Delegationen, die zu den verschiedensten Beamten des Arbeitsamts gesandt wurden. Stadtrat Zobel betont« den Erwerbslosen gegenüber wiederholt, daß er zwar den Erwerb«- losenausschuß nicht anerkennen könne, aber bereit sei, mit einzelnen Erwerbslosen die Mängel zu besprechen und abzustellen. W., der aber mm einmal den Märtyrer der Erwerbslosen spielen wollte, kam mtt immer größeren Delegationen zu dem Leiter des Arbeitsamtes Eine« Tage» erschien er mit 50 Erwerbslosen und randalierte im Hause umher. Sein Trupp hinderte die Beamten an der Arbeit. Aus einen Be- amten wurde sogar eingeschlagen. Nach diesem Vorfall stellte das Arbeitsamt Strafantrag wegen Hausfriedensbruch, über den jetzt verhandelt wurde. Vor Gericht hielt Herr W. lange Reden, sein Verteidiger, Rechts- anwalt Samter, noch längere, die Beweisaufnahme war aber nicht z» erschüttern, W. wurde für schuldig erklärt, in sieben Fäll-en Hausfriedensbruch begangen zu haben und in einem Falle sogar schweren Landfriedensbruch. Der Staatsanwalt beantragte von. A.M.FPey- ß0| Copyright 1929 dy Gustav Kiepenheuer Verlag A.-Q., Berlin Sie beobachten niedergehockt teils die Schüsse, teils den Franzosen. Aus der weiteren Verteilung der Einschläge geht nicht sicher hervor, daß sie gemeint sind, daß man sie beob- achtet hat. aber vielleicht sind sie doch gemeint. Sie warten. Des Franzosen Mantel auf der Bahre flattert. Friert er nicht im kälter werdenden Wind? Funk macht den Vorschlag, ihn herunterzuheben, ihn herbeizuholen. „Das würde ihm schlecht bekommen mit seiner Darmver- letzung", sagt Fünfer.„Solch Umhergezerr ist nichts für ihn, man läßt ihn besser ruhig liegen. Er ist ja übrigens wahr- scheinlich sowieso verloren." Es ist immer dasselbe. Keine Behandlungsmöglichkett, kein rechtzeitiger Abtransport. Kein Operationssaal, keine ausgekochten Instrumente, kein Chirurg. Verloren. 'Ein aus der Garnison frisch herausgeschickter Doktor ver- langte einmal Mitnahme des großen truppenärztlichen Be- stecks auf den Verbandplatz. Er als neugebackener Bataillons- ar.tt glaubte über„seinen" Wagen verfügen zu können. Dies große Besteck, mit Knochensägen und allen möglichen (scbikcnen ausgerüstet, ruht aber immerdar in der Tiefe des Sanitätswagens und hat nur den einen Zweck, wertvoll wie es ist den Krieg heil zu überstehen. Es wird nie benutzt, es dient'lediglich einer ständigen Sorge des Feldmcbn- piol legt er sich anders— steh, so gut kann er stch noch be- wegen. Etwas blitzt in der tiefen Sonn« kriegerisch an ihm auf: ein Knopf, ein Gürtelschloß. Nach der Lageänderung wird der Mantel ruhiger. Nur für kurze Zeit, dann beginnt er von neuem zu wehen, der Wind hat ihn wieder zu packen gekriegt.— Er ist so sehr ein- sam. Ringsumher, über die Ebene hin. sieht man nichts als ihn, und es ist. als fei er in großer Aufregung, obwohl er doch still liegt und nur fein blaugraues Tuch erregt ist. Die Beschießung nimmt ab, hört auf, der Wind nimmt zu. Sie steigen heraus aus dem kleinett Graben, sie wollen weiter. Dr. Fünfer hat schnell Recht bekommen: wie sie nach dem Franzosen sehen, ist er tot. Er ist gestorben unter den Augen aller, ohne daß es irgendeiner begriffen hätte. Sie lassen den Leichnam sacht von der Bahre rutschen, sie lassen ihn liegen und sind froh, ohne das Gewicht weiter zu können. Sie langen mitten in der Nacht dort an. wo sie von nun ab drei Wochen Hausen werden: in den Kellern von Schloß Fontaine, sehr nahe der vordersten Linie, keiner ausgebauten mehr, sondern einer eben errungenen Front, die sich erst festigen muß— oder erwünschter noch: in den nächsten Tagen weiter vorgetragen wird. Aber daraus wird nichts, der Gegner hat sich festgebisten, er setzt heftigen Widerstand ent- gegen. Wie heftig, das lehren gleich die nächsten Stunden. Die Preußen packen da unten zusammen, ein Arzt von ihnen ist noch anwesend, er übergibt den Derbandplatz Fon- taine den Bayern. Nicht ohne Zwistigkeiten: die Preußen wollen die letzten Flaschen Wein, die sich in den geräumigen Kellern der schloßortigen Villa vorgefunden haben, und alles Verbandmaterial mitnehmen, eine Schar Verwundeter aber da lasten. Schließlich einigt man sich dahin, daß der Wein geteilt wird, und daß Verbandzeug und Verwundete bleiben. Die„gegnerischen" Feldwebel sagen einander Unliebens- Würdigkeiten, die Aerzte trennen sich mit steifer Verbeugung. Dann sind die Bayern Herren der Lage, und Unter- offizier Bierlinger läßt als erstes mal..den Stall ausmisten, den die Soupreußen so verdreckt haben". Platz ist hier unten reichlich vorhanden. Dr. Fünfer ist zufrieden. Man kann bequem ausrecht stehen und gehen in den Räumen, in den verbindenden Gängen. Die gewundene Kellertreppe ist sogar so breit, daß man sie zur Not mit der Troge passieren kann. Das Schloß iib'r dem unterirdischen Bau ist fast unver- sehrt. Daß es luxuriös eingerichtet und kaum angetastet ist. ergibt der nächste Morgen, hier waren ja noch nor zehn Tagen die Franzosen, vielleicht nicht nur Militär, fondern die Schloßbesitzer selbst. Auch die Franzosen machten dann den Keller zur Sanitätsstelle: es finden sich holzschienen für Gliederfratturen, wie sie die deutsche Armee nicht kennt. Fünfer und seine Aerzte finden, daß sich hier der Zukunft einigermaßen entgegensehen läßt. Sie haben einen Schlaf- räum für sich, ausgestattet mit Betten und Ottomanen aus den Zimmern hoch über ihnen. Weiter sind da: zwei Räume für wartende Verwundete und Kranke, ein Verbandraum, ein Ruheraum für die Mannschaft. Aber die Breite, die höhe dieses Kellerkomplexes hat auch Schattenseiten und Gefahren: Bethge gebt schnuppernd, prüfend, klopfend umher und bezweifelt, ob hie Verhältnis- mäßig dünne Decke, die beträchtliche Spannweite der Bögen allen Möglichkeiten einer Beschießung standhalten wird.„Ein kleinerer Keller, ein enger, niedriger, wäre mir lieber, Funk." sagt er. Nachdem der Platz aber nun einmal so ist, wollen fie wenigstens die Geräumigkeit genießen, sich ausstrecken, schlafen— doch da wird ihnen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Wer trifft ein mit Stab und Dienerschaft, mit Schreibern und Schreibmaschine? Regimentskommandeur Major Dufang. Er steigt hinunter zu seinem verachteten Stabsarzt Fünfer. Er begrüßt ihn beinahe herzlich. Er habe die Regi- mentsbefehlsstelle— weiter hinten— vom Artilleriefeuer arg mitgenommen, man könne sagen: unbrauchbar vorgefunden. Er habe erfahren, der Raum für den Verbandplatz Fontaine sei so reichlich bemessen, daß man den Regiments- gefechtsstand hier einrichten könne. In den Schloßräumen oben? meint harmlos Fünfer. Selbstverständlich hier unten, stellt Dusang mit kalter Stimme richtig. Man müsie eben zusammenrücken.„Das heißt. Herr Stabsarzt, ich muß Sie bitten, Ihren Sanitäts- betrieb etwas zu rationieren." Funk und Fünfer schauen einander an: geht denn das überhaupt, einen Gefechtsstand gewissermaßen zuzudecken mit der Genfer Fahne? Der Herr Kommandeur begibt sich unter die internationale Samtätseinrichtung. In ihrem Schutz führt er seinen Krieg? Es ginge nicht— wenn nicht eben alles drunter und drüber ging'. So aber wird das Schloß, ob Gefechtsstand. ob Verbandplatz, im Lauf der nächsten Tage in Grund und Boden geschossen. hat der Gegner das Rote Kreuz auf großem weißen Tuch, das einen Teil des Hauses überspannt, wirklich nicht gesehen oder will er es nicht sehen? (Fortsetzung folgt.) insgesamt acht Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf sieben Monate Gefängnis mit bedingter Straf- a u s s e tz u n g. W. ist das Opfer kommunistischer Verhetzung ge- morden� er ist Fanatiker, der sich in eine Märtyrerrolle hineinjpiette, die ihm jetzt sieben Monate Gefängnis eingebracht hat. Seine wirren Reden waren der beste Beweis dafür, daß' seine cinnoe geistige Lektüre die„Rote Fahne* zu sein scheint. Straßenbahn rammt Autobus. Schweres Verkehrsunglück in Schöneberg./ Verletzte. Warum tat er es? Auch das Gericht fand keine Antwort. Räch dneinhalbstündiger Beratung verurteilte da» Landgericht III den Z4jährigca Landarbeiter Paul Krüger wegen Totschlag an seiner Schwägerin zu nenn Zahren Z u ch t h a u» und fünf Zahren Ehrverlust. Sechs Monate Untersuchungshaft wurden angerechnet. Dieser Bursche mit blutleerem Gesicht, ausladendem Kopf, oer- krümmter Wirbelsäule, verbildetem Brustkorb, mit Fingern, die gleichfalls Merkmal« von Knochenoerbildungen zeigen, dieser phy- sische Krüppel mit schwachem Geist, wie ihn der Sach- verständige Sanitätsrat Dr. L e p p m a n n bezeichnete, wird im Zuchthaus eine nur allzu traurige Figur machen. Eine Gesellschaft, sagt« aber der Staatsanwalt, die solche überflüssigen und unnützen Mitglieder nicht ausmerzt, wäre selbst krankhast zu nennen. Und der Borsitzende meinte in seiner Urteilsbegründung:„Er war ein Taugenichts, und an seinen Händen klebt das Blut seiner Wohl- täterin; mildernd« Umstände mußten ihm versagt werden." Tatsäch- lich war das Verbrechen gräßlich genug. Um fo gräßlicher, als es jeder Begründung bar schien. Seine Motivlosigkeit spricht aber nicht gegen, sondern für den Angeklagten— für die Krankhaftigkeit seines Wesens. Mit normal-psychologischen Maßen war die Seele dieses Krüppels nicht zu ergründen. Staatsanwalt und Sach- verständige deuteten wohl das einzig mögliche Motiv seiner Tat an, sie war gewissermaßen eine sexuell« Ersatzhandlung. Er, der Krüppel, der nie eine Frau gekannt, stand Plötzlich einem gesunden, kräftigen Weibe gegenüber, die zu ihm gut war, ihn hegte und pflegt«. Unbewußt war sie ihm mehr als nur eine Schwägerin. Ms sie aushörte, gut zu ihm zu sein, erfaßte ihn Haß gegen sie, Haß, der explosivortig zum Totschlag führte. Den Vorsitzenden Landgerichtsdirektor Siegert packten einen Augenblick Bedenken: „Befindet sich der Angeklagt«," fragte er den Sachverständigen Dr. Leppmann,„vielleicht doch im Zustande einer begin- «enden Geisteskrankheit? Können wir sicher sein, daß er nicht ein halbes Jahr nach der Verurteilung erkrankt?" Darauf Dr. Leppmann:„Die Möglichkeit erscheint nicht ausgeschlossen.<£f befindet sich in einem Alter, das für das beginnende Jugendirresein 'typisch ist: die motivlose Tat könnt« wohl als Symptom dasür gelten." Der Sachverständige fand«» aber trotzdem nicht für er- forderlich, von sich eine Beobachtung in der Irrenanstalt zu be- antragen.„Eine solche würde nichts ergeben," meinte er. So kam das Gericht zu dem Zuchthausurteil: man hatte allgemein mit einer Gefängnis st rafe gerechnet. Vielleicht sollt« sie ihm auf dem Gnadenwege gewährt werden— trog der Gräßlichkeit der Tat. Einem Krüppel gegenüber kann nicht das gewöhnliche Maß angelegt werden. Unser Werk! Sozialdemokratische Ausbauarbeit im Bezirk Kriedrichahain. . Vörden Kreisdelegierten der Parteiorganisation Friedrichs- ha im der SPD. referierte Bürgermeister Genosie Miel itz über den Aushau und die Arbeit des neuen Berlin. Die Sozial- demokraiie, so führte er aus, hat erst nach dem Fall des Dreiklassen- Wahlrechts eine intensive Kommunalarbeit aufnehmen können. Heute sind in fast allen Kommunalbehörden der Reichshauptstadt die sozialdemokratischen Fraktionen die aktivsten Förderer kommunalpolitischer Aufgaben. Wer die Statistiken über die Aus- gaben der Haupt- und Bezirksverwaltungen durchsieht, wird sest- stellen können, daß die Ausgaben für die Wohlfahrtsoerwal- t um g e n von Jahr zu Jahr gestiegen sind. Der Kreis der sürsorge- rischen Betreuung durch die Kommunalbehörden ist durch die große Arbeitslosigkeit und Rot immer stärker geworden. In einzelnen Bezirken sind die Etatsmittel bis zu 33Va Proz. von den Wohl- fahrtsämtern in Anspruch genommen. Im Bezirksamt Friedrichs- h a i n betragen die Ausgaben für die Wohlfahrt 38 Proz. der Gesamtausgaben. 32 000 Personen werden durch die Wohlsahrts- stellen betreut. Im Bezirk sind in 60 Schulen Schul speise- stellen eingerichtet, wo täglich 880 Portionen Mittagessen aus- gegeben werden und 3700 Kindern ein warmes Frühstück verabreicht wird. vom Bezirksamt Friedrichshain find in diesem Zahre 3400 Kinder auf Erholungsreise geschickt worden. Die Betreuung der Schulkinder durch das Bezirksamt erfolgt, auch in gsfrindheitlicher Beziehung durch ein« Krankenabteilung gegen Rachitis und Rheuma. Alle diese Einrichtungen wurden von den s o z i.o ld« m o t r a t i s ch e n Stadträten in enger Verbindung Gestern abend ereigncle sich in der Liauptstraße. Ecke Groß- gärschenstraße. in Schöaeberg ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie 40 und einem Autobus der Linie 14. Der stark besetzte Autobus wurde seitlich gerammt. Durch die Wucht des Zusammenpralles wurde die Seilcnwand eingedrückt und sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. Sechzehn Fahrgäste hatten verlehun- gen erlitten, sie erhielten aus der naheliegenden Rettungsstelle in der Vorbergstraße die erste Hilfe. Der Autobus kam aus der Richtung Hallesches Tor und wollte von der Großgörschenstraße in die Hauptstraße einbiegen. Dabei wurde der Wagen von der Straßenbahn an der linken Seite er- faßt und ihm die ganze Seitenwand eingedrückt. Einen Augenblick schien es. als ob der Aulobus umstürzen wollte. er gewann aber glücklicherweise das Gleichgewicht zurück. Ueber die erschreckten Fahrgäste, die bei dem heftigen Anprall sämtlich von ihren Sitzplätzen geschleudert wurden, ging ein Hagel von Glas- und Holzsplittern nieder. Im Augenblick herrscht« ein wildes Durch- einander, denn alles drängte entsetzt dem Ausgang zu. Bon Pasian- ten war inzwischen die Feuerwehr alarmiert wordm, die nach wenigen Minuten an der Unfallstelle, die mit Glasscherben dicht übersät war,«intraf. Sechzehn Personen, die zum Teil stark- blutende Verletzungen erlitten hatten, wurden zur Rettungsstelle in der Vorbergstraße gebracht. Hier stellte sich heraus, daß die Verletzungen glücklicherweise leichter Natur waren. Nach Anlegung von Notverbänden konnten alle Verletzten in ihre Woh- nungen enllafien werden. Die Unfallstelle war länger« Zeit polizei- lich abgesperrt. Der Verkehr wurde in beiden Richtungen empfindlich gestört. Die Entstehungsursache bedarf noch der Klärung: es scheint aber, daß die Bremse der Straßenbahn nicht einwandfrei funktioniert hat. Beide Fahrzeuge, die schwere Beschädigungen aufwiesen, mußten aus dem Berkehr gezogen werden. Was ein Augenzeuge sah. Ein Augenzeuge des Zusammenstoßes teilt uns folgendes mit: Der Autobus der Linie 14 wollte, von der Großgörschenstraße kommend, In die Hauptstraße einbiegen. Eine Straßenbahn der Linie 40, die von Schöneberg kommend, kurz nach der Haltestelle Grunewaldstraße schon wieder«ine ziemliche Fahrtgeschwindigkeit entwickelt hatte, fuhr dem Autoubus direkt in die Seite. Der furcht bare Anprall, das zersplitternde Glas, die Entsetzens- und Schmerzensschreie der Verletzten hatten im Umsehen eine Riesen- menschenansamnilung zur Folge. Einige aus starken Gestchtsschnitt- wunden Blutende werden aus dem Autobus herausgetragen. Ein kleiner Jung« auf dem Arm des Vaters, aus mehreren Wunden blutend, schreit immerfort nach seiner Mutter. Im selben Augenblick wird in einer Autodroschke eine anscheinend schwer verletzte, blutende und ohnmächtige Frau oorübergefahren. Der kleine Junge glaubt sein« Muter zu erkennen und kann nicht beruhigt werden. Nach genau drei Minuten ist die Feuerwehr be- reits zur Stelle, eine gute Leistung. Der Verkehr stockt ftraßenwcit. Zum Ueberfluß passiert in dem Augenblick, als das Unglück ge- schah,«in« Kolonne singender Hakenkreuzler die Stelle. Sie lassen sich nicht stören. Keinem scheint der Gedanke zu kommen, daß vielleicht Hilfe vonnöten. Ungerührt von der Rot der Mitmenschen marschieren sie weiter. Grölen ist wichtiger. Wahr- scheinlich sind sie stolz auf ihre„Marschdisziplin". Aber die sie be- glettenden Schupobeamten helfen die Unglücksstelle absperren. Die Hakenkreuzler freilich sind jetzt ohne Schutz. Nichtsplitterndes Glas. Die meisten Verletzungen werden, wie auch bei den Autobus- und Straßenbahnunfällen an den Vortagen, durch zertrümmerte Fensterscheiben verursacht. Schon wiederhott ist deshalb von der Oeffentlichkeit gefordert worden, daß die Berkehrs-A.-G. ihre Fahrzeuge mit nichtsplitterndem Glas ausrüstet. Wie hierzu von maß- gebender Seit« mitgeteilt wird, sind bereits seit längerer Zeit Ver- suche im Gange, um Straßenbahnen und Autobusse mit brauchbaren und einwandfreien nichtsplitternden Scheiben zu versehen. Da es sich bei der Anzahl der Fahrzeuge, die im Dienst der BVG. stehen, natürlich um ein Riesenobjckt handelt, müssen die zurzeit bei dem Stande der Glasindustrie vorhandenen splitterfreien Glasarten genau geprüft und ausprobiert werden, ehe«ine end- gültige Entscheidung getroffen werden kann. Das bekannte splitter- frei« T r i p l e x g l.a s, das bei Flugzeugen und Autos viel- fach schon Anwendung findet, ist sehr teuer und kommt für einen Massenbedarf kaum in Frage. Außerdem hat es den Nachteil, daß es sehr schnell eine gelbliche Fär» bung annimmt. Zurzeit werden von der BVG. verschiedene splitterfreie Glasorten, darunter auch Drahtglas, praktisch aus- probiert und es ist zu hoffen, daß bald eine befriedigende Lösung im Interesse des Publikums gefunden wird. mit der sozialdemokratischen Fraktion geschossen. Die Sozialdemo- kratie kann auch auf dem Gebiete der Kommunalpolitik eine intensive Aufbauarbeit ausweisen. Sie weiß, daß ihre Arbeit in weitesten Schichten der arbeitenden Bevölkerung volle Anerkennung finden wird und daß diese Schichten wieder der Sozialdemo- kratie am 17. November ihr Vertrauen geben werden. Nach dem Referat, das starken Beifall fand, wurde die Ausstellung der Kandidaten für die Bezirksverordneten- und Stadtverordnetenversammlung vorgenommen. Spitzenkandidat für den Bezirk Friedrichshain wurde der Genosse Büchner. Der Siebener-Ausschuß des Kreffes hatte eine Kandidatenliste ausgestellt, die mit großer Mehrheit angenommen wurde. Amerikaner sind gern in Verlin. Die Fremdensaison geht in Berlin jetzt langsam ihrem Ende zu. Obwohl sich ein abschließendes Bild am Ende des Jahres erst auf Grund der Fremdenverkehrsstatistik ergeben kann, läßt sich doch schon jetzt sagen, daß Berlin mit. seinem A u s l ä nd e r b« su ch 1929 zufrieden sein kann. Bor ollem ist der Besuch von Amerikanern, die der Zahl nach an der Spitze stehen, in sehr erfreulichem Maße ge- stiegen. Die mündliche Propaganda der lctztjährigen Berlinbesucher und die Werbung in USA. durch Deutschland tragen Früchte! Die Aussichten sür 1930 sind durchaus günstig. Nächtlicher Fabritbrand. In der vorletzten Nacht wurde die Feuerwehr nach dem E l i> a b et h u f« r SS alarmiert, wo im Obergeschoß des Fabrik- gebäudes, in dem eine Firma für Radiozubehörteile ihre Werk- statten Hot, F e u er misgebrochen war. Das Feuer hat längere Zeit unbemerkt geschwelt, denn beim Eintreffen der Löschzüge waren die Decken zum Dachgeschoß und zu den unteren Räumen bereits durchgebrannt. Die Flammen fanden an den leicht- brennbaren Materialien, Werkbänken und dem Dachgebälk reiche Nahrung. Ueber das völlig verqualmte Treppenhaus und eine mechanische Leiter wurde mit mehreren Schlauchleitungen gegen den Brandherd vorgedrungen. Nach zweistündiger Tätigkeit war das Feuer gelöscht und die Aufräumungsarbeiten konnten vorgenommen werden. Die E n t st e h u n g s u r s a ch e ist noch ungeklärt. Im Hause Kürassier st raße 3 gerieten gestern Brenn« materialienoorräte in Brand. Es gelang der Feuerwehr, den Brand nach kurzer Zeit zu löschen. Als Entstehungsursache wird Selbstentzündung vermutet. 15 Millionen Tonnen Güter in Berlin. Die Gesamtein fuhr an Gütern in Berlin, die eilt Bild von den ungeheure» Mengen Waren, Lebensmitteln und Roh« stoffen für unsere Industrie gibt, ist in den letzten zwei Iahren um 22,9 Proz. gestiegen, sie betrug im Jahre 1928 15 316 204 Tonnen. Der Ausgang an Gütern aus Berlin, der etwas mehr als«in Viertel der Einfuhrmengen ausmacht, ist im Verhältnis zu den Vorjahren ebenfalls um 23,4 Proz. gestiegen, er beträgt aber mir 4 930 227 Tonnen im Jahre 1928. Berlin hat in seinem Weichbilde nicht weniger als 60 Güter« bahnhöfe, die für den Verkehr von sehr unterschiedlicher Be- deutung sind. Ueberragend ist der Anhalter Bahnhof, der die stärkste Güterbewegung und 7,3 Proz. des gesamten Glltcroerkohrs aufweist. An zweiter Stell« kommt der Nord- b a h n h o f, ihm folgen Moabit und der SchlesischcBahn- hos. Di« bedeutende Kohlenzusuhr Berlins rollt am Anhalter und Nordbahnhof, in Moabit und am Görlitzer Bahnhof an. Außer- dem hat der Anhalter Bahnhof eine starke Zusuhr von Papier und der Nordbahnhos von Kartoffeln und Milch. Die in der Röhe größerer Werke gelegenen Bahnhöfe zeigen ebenfalls eine große Kohlenzusuhr, wie z. B. der Bahnhof Rummelsburg, wo die bedeutende Kohlenzufuhr für das Kraftwerk Klingenberg in Groß- raumwagen einläuft. Zimmer für Studenten! Parteigenossen, die billige und gute Zimmer a» studierende Genossen vermieten wollen, werden gebeten, sich an den Sozialistischen Hochschulausschuß zu wenden! Genaue Angabe des Mietpreises und eventueller Neben- kosten erwünscht! Anschrift: Sozialisttscher Hochschulausschub„Der Bund", Berlin NW. 6, Albrechtstr. 11, Gartenhaus 2 Treppen. Der seit altersher als haarstärkend und belebend anerkannte Natursaft der Birken bildet die Grundlage für das nach wissenschaftlicher Erkenntnis zusammengestellte Dr. Dralle s Birken- Haarwasser. Weltbekannt als unerreichtes Mittel gegen Kopfschuppen und Haarausfall. Preis; RH 2*?uod RH Die Weddinger Krauen sind bereit! Mit einem zugkräftigen Fraucnwcrbeabcnd, unter der Leitung der Äreisleiterin Genossin Pagel, trat der Kreis Weddiug in den Wahlkampf. Von den Wänden des großen Saals der Pharus-Fest- säle wehten die roten Fahnen siegverhcißend. Das Programm war sehr geschickt zusammengestellt, sicherlich wird es durch diese Form von Agitation möglich sein, den Prozentsatz der sozialistischen Wählerinnen, die in Berlin im Mai 1928 schon 6 Proz. Stimmen für die Sozialdemokratie mehr aufgebracht haben als die Männer, noch zu erhöhen. Nach Gesangsdarbietungcn des Mcinekschen Männerchors und Rezitationen heiteren Inhalts des Genossen ch o s e m a n n ergriff unsere Freundin Genossin Bohm-Schuch das Wort. Die Referentin führte aus: Der Kommunalkamps wird unsere ganze Kraft beanspruchen, denn unsere Gegner werden die größten Anstrengungen machen, um unseren Einfluß im Roten Haus zu schmälern. Wir sind aber in der glücklichen Lage, in der Kommune wirkliche Erfolge unserer Politik ausweisen zu können. Wieviel anders sieht heute die Kinder- und Jugendfürsorge aus als im reichen kaiserlichen Berlin! Auf Wohlfahrtspflege hat heute jeder bedürftige Einwohner Rechtsanspruch. Welche Fortschritte hat die Vereinheitlichung des Verkehrs- und Beleuchtungswesens gemacht trotz der erschwerenden Auswirkungen von Krieg und Inflation! Es kann wahrlich keiner Hausfrau gleichgültig sein, ob sie für die Kilotwattstunde 45 oder 16 Pf. zu zahlen hat. Durch solche schlagen- den Beweise muffen auch die Indifferenten ihre politische Mission erkennen. Dies alles wäre nicht erreicht, hätte nicht immer wieder hinter allem der sozialdemokratische Antrieb gestanden. Es gilt am 17. November die MachtderSozialdemokratie zu stärken, damit das Werk der letzten zehn Jahre ausgebaut werden kann! Das Sprechchorwerk der freien Gewerk- fchaftsjugend„Fabriken" war zum Abschluß sehr ein- drucksvoll. Ein Schlepper der französischen Fremdenlegion Willenberge, 24. September. Vor dem Schöffengericht Wittenberge hatte sich der polnische Arbeiter Marko Kroll wegen Betruges und P a ß v c r- g e h e n s zu oerantworten. Di« Vernehmung ergab, daß sich Kroll in fast allen Ländern des europäischen Kontinents herumgetrieben hat und wegen Paßvergeheus schon vorbestraft ist. Er hat sich in Polen, Rußland, Frankreich und zuletzt in Deutschland aufgehalten, war in der französischen Fremdenlegion und gestand ein, in den genannten Ländern Schlepperdien st e für die französische Fremdenlegion geleistet zu haben. Das Urteil lautete auf 2 Monate und 2 Wochen Gefängnis. Die Freie Schulgemeinde verlin. Mille hatte zu Ostern 1S2S die Errichtung von zwei weltlichen Schulen in Berlin-Mitte beantragt. Durch ministeriellen Erlaß wurde nur die 29. Schule, SO 16, Köpenicker Straße 125(Feuerwehrgebäude) genehmigt: die andere Schule hingegen abgelehnt. Die Elternschaft ist aber gewillt, an ihrem Plan festzuhalten. Sie veranstaltet am Donnerstag, 2 6. September, 29 Uhr. im Hackeschen Hof, Rosenthaler Straße 49/41,«inen Lichtbildoortrag über das Leben in der weit- lichen Schule. Referent: Genosse Rektor P riebe. Außerdem hat sie folgende Melde st ellen � eingerichtet: Spiegel, Ackerstr. 1. Gramsch, Brunnenstr. 4. Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. Hei- nicke. Hannoversche Str. 4. Beirau, Pslugstr. 1. Baerwalde, Schlcgelstr. 8. Kubc, Strelitzer Str. 55. Ahrend. Schröderstr. 2. Wolf, Gormannstr. 6 I. Leichte, Philippstr. 24 II. Lchrmann, An- klamer Str. 3, Oucrgeb. Rehfeld, Elisabcthkirchstr. 16, Stfl., II. Martens, Bninncnstr. 187 III. Bliimcnfeld, Vetcranenstr. 22, Quergeb., pari. Auskunft in allen Schulangclegcnheiten erteilt Ge- uoffe Ramsch, SW 29, Lilienthalstr. 4 IV. parieinachrichten Sinsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW 68, Lindensiraße 3, fürGroß-Berlin stet» an da» Bezirk»selretariai 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. 3. Are!» Weddina. Tonntoq, 2». September. 12 Uhr, Arci-mitgliederner. sammluna im Eleltra-Palast, Äcslincr Str. 8, stinaan« Wicseuftratzr. Vor- tra« de» Genossen Franz Künstler, M. d. R.. über„Was bedeute» dir Berliner Stadtoerordnctcnmahlcn für die Arbriterfchast?- Erscheinen aller Parteigenossen ist Pflicht. t. See!» Prenzlauer Berg. Freie Schulgemrinde! Donnerstag, 2S. September, ISlä Uhr, in der Schule Danzigcr Str. 2Z, Mitgliederversammlung, Bor, trag:„Das Bcrechtigungsmefen oder-unmcfen". Referent Direkior Dr. Hennigfen. Die Lchrerkollegicn und interessierte Eltern unserer Schulen lind als Gäste besonder» eingeladen. 6. Ärci» Kreuzbcrg. Kommunal« Kommission. Arbeiterwohlfahrt und Partei» sunttionäre! Freitag, 27. September,!!>'/. Uhr, bei Rade. Fichicstr. 2!>. Vortrag:„Jugendpflege und Bildungswrscn". Referent Stadtrat Emil Dittmec. 7. Brei« Eharlottenbvrg. Noranzeigel Donnerstag. 10. Oktober, 20 Uhr, beginnt im Jugendheim Rosinenstr, 4 der diesjährig« Kursus der Arbeiter. Bildungsschulc:„Einführung in den Marrismus", Dr. Dorn Fabian. Hör- gebühr 2 M. für 8 Abcndc. Anmeldung vor Beginn des Kursus am >0. Oktober, ISZä Uhr. im Jugendheim. Acht Tage vorher findet ein Ein. NIhrungsobend der Arbeiter.Bildnngsfchule statt im Vortragssaal des Kranlenkassenhaufcs, Berliner Etr. 1Z7, am 3. Oktober, 20 Uhr. Musik, Rezitation. Redner Stadtrat Genosse Albert Horliss. Eintritt frei.>,4 Uhr, bei Ma-Li, Maricndorf, Ehaufscestraße, Kreis. dclegicrtcnversammlung.— Freitag, 27. September, 19% Uhr, Sihung des Kreisbildungsausfchusscs bei Niendorf, Mariendorf, Chausseeftt. 19. 14. Kreis Reukölln. Donnerstag, 25. September, 19 Uhr, Krcisoertreterpe» fammlung im Lokal Bergichlohhöd«, Karlsgartenftt. 5—11. Tagesordnung: 1.„Unser« Arbeit in der Kommune". Referent Bürgermeister Alfred Scholz. 2. Kandidatcnausslrllnng. Eintritt nur mit Mandatskarte und Mitgliedsbuch. 15. Kreis Köpenick. Freitag, 27. September, im kleinen Saal be» Stabt- thcatcrs, Friedrichstr. 5, Areisdclegicrtenverfammlung. Bortrag:„Die „Symphonischer Jazz und Operette" wurden in der Abendveranstaltung einander gegenübergestellt. Zwei Welten? Wenn man die klassische Operettenforiy von Johann Strauß und den echten Jazz, den Niggersong, initeinander vergleicht, kann es fast so scheinen. Doch in beiden Fällen packt die echte Musika- lität: und auch die primitive, aber durchaus unkitschige Centimen- talität ist den Niggermelodien wie der klassischen Wiener Operette eigen. Ergebnis der Veranstaltung: man unterhielt sich gut. Witziger hätte sich die Darbietung übrigens gestalten lassen, wenn man die Zweige der beiden Musikrichtungen bunter zusammengestellt und etwa noch Offcnbach, Millöcker, die Saisoii-Kitschopcrette in ihrer Verwandtschast und Gegensätzlichkeit zum Jazz gezeigt hätte. Im„Programm der aktuellen Abteilung" wurde die im Sportleben sehr aktuelle Frage„Professional oder Amateur" dis- kutiert. Und wie bisher in allen Ausschüssen, wurde man sich über das Problem„Wer ist Amateur" auch diesmal nicht einig, obgleich nur drei Spdrtleute sich gegenüberstanden. Des. kommenden Stadtverordnetcn.ahlen". Referent Dr. Richard Lohmaan. Anssprache. Bufftellunq der Kandidaten. Verschieden vz. Deleaierteakarte niuh vorgezeigt werden. 17. Are», ns Lichten bcrg. Arcitag, 27. September. 1S'� Uhr. Kreisvertretertaa in der Aula der Mittelschule Marltstraßc. Aufstellung der Kandidaten zur Wohl. Türkontrolle: 117. Abteilung. 19. Kreis Panlow. Sämtliche im 19. Kreise wohnenden bzw. dort tätigen Beamten, Behördcnangesiclltcn und Behördenarbeiter treffen sich zur Wcrbeveronstaltung am Freitag. 27. September. 20 Udr, im Türkischen Zelt. Breite Str. 14. Vortrag.„Zweck und Aufgaben der sozialistischen Kommunalpolitik". Referent Stadtrat Heute. Gäste willkommen.— Der Fraktionovorstand. Heute. Mittwoch, 25. Septembec. 4. Abt. 19% Uhr Zohlabenh nicht bei Stominel. sondern bei Brandis, Ltra- lauer Str. 10. Vortrain„25 Jahre Arbeitcrjuscnh". Referent Georz Eitelsbero. 7. Abt. Di« Bezirksführer rechnen sämtliche Marken mit dem Kassierer Zeh. mann bis Sonnabend, 28. September, ob. 12. Abt. Betriebsvertrauensleute und Bezirksübrer können Sammellisten zur Lommunalwahl vom Genossen Wenzel. Wielefstr. 29, abholen. Quartals, obrechnung Donnerstaq. refp. Freiiaq dieser Woche ebeudort 31. Abt. Id'h Uhr Kahlabende bei Goldschmidt, Siolpische Str. 36: Meissner. Schivelbeiner Strasse und Schwarz, Bornholmer Str. 9. Bericht von der Kreisvertreterversammluna.' 38. Abt. 19% Uhr Mitatiederversammluna in Schmidts Gesellschaftsbaus. Fruchtstr. 36a. Bortraa:„4 Jahre Arbeit der S'VD.-Fraktion im Bezirk». rarlament". Referent Otto Büchner. Sinaefübrte Gälte willkommen 35. Abt. Ehaelottenbura. 8. Gruppe: Zahlabend pünktlich 20 Uhr bei Schub. Wallstr. 90. Morgen, Donnerstag, 2L. September. 19. Akt. 19% Ubr Abteilunasnersammlunfl in der Grauen Schule, Goten» buraer Strasse. Bortraa:„Berkehrswesen". Referent Stadtverordneter Karl Klose. 29. Abt. Ab 19 Uhr Abrechnunn der Bezirksfllhrer bei Bura, Prenzlauer Allee 189. 31. Abt. Die Genossinnen und Genossen werden«ebeten. sich an dem Gruppenabend der EAJ..Grllpve Schönhauser Borstadt im Juaendheim Sonnenburaer Str. 20 um 20 Uhr zu beteiliaen. Bortrao:„Proletarische Juaend und Elternbaus". Referentin Klara Bolpn.Schuch. M. d. R. 86. Abt. Mariendorf. Die leflitimiertcn Äreisvertreter treffen sich um 19 Uhr bei Niendorf, Cbausscesir. 19. 95. Abt. Renkölln. Aehtunfl! Die Kreisdeleoierten und Borstandsmitalieder treffen sich bereits um 19 Uhr l nicht 19% Uhr) im Lokal Berpfchlosshölie. Parteiausweis ist mitzubringen. 118. Abt. Lichtenberg. 19% Uhr bei Jahn, Jrenen- Ecke Friedrichstrasse, Fun- tionärsihung mit den Kreisdelegierten. Wichtige Tagesordnung. Arauenveransialtung. 6. Kreis Kreuzberg. Donnerstag. 26. September, 19% Uhr, Funktionärinnen. sissung bei Wolf, Gräfestr. 20. Bezirksatisschuft für Arbeiterwohlfahrt. 7. Kreis Eharlottenburg. Am Freitag, 27. September. 20 Uhr, Sissungs. zimmcr Rr. 5 des Rathauses Eharlottenburg, Bortrag über„Soziale Gertchts, Hilfe". Reserentin Genossin T-denhagen. Borher. um 19% Uhr. Atien. bcsprcchung. 17. Kreis Lichtenberg. Am Mittwoch. 25. September, 19 Uhr. Rathaus Ltchtenber», Sissung de» Kreisvorstandes mit den Abteilungsobleuien. Jungsozialisten. Neukölln: Heute. Mittwoch, 25. September, 20 Ufjr. Iugendbeim Treptower Strasse 93—96. Vortrag:„Die bürgerliche Jugendbewegung und Deutschland- Erneuerung". Referent Rudolf Hornik. Gruppe Baumschulenweg: Heute. Mittwoch. 19% Uhr. im Jugendheim Ernststr. 16. Borteag:„Die lessten politischen Ereignisse". Referent Kurt Trgeznk. Erscheint olle. Gruppe Fricdrichshain: Donnec-tag, 26. September, im Juaendheim TUsiter Strasse 4, um 19% Uhr, Vortrag:„Soziale Aufbauarbeit in der Berliner Stadtoerwaltung". Referent Stadtrat Willi Günther. Mitglieder der SAI. »nd interessierte Parteigenossen als Gäste willkommen, Arbeilsgemeinfchafl der Sinderfreunde Groß-Berlin. Krci»»reu, der» Srnppe Süden: Wir taaen von iesst ab wieder regel» massig Dienstags und Donnerstags in unserem Heim Schule Dieffenbachstrasse Kreis Tiergarten Und Eharlottenburg: Donnerstag. 26. September, um 29 Uhr beginnt im Jugendheim Eharlottenburg. Rosinenstr. 4. unser Kursus. Kurfusleiterin Irma Fechenbach. Erscheinen aller Helfer ist Pflicht. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisafion| 71. Abt. Wilmersdorf. Unser Genosse Albert Will, Detmolder Sirasse 64, ist am 23. September verstorben. Ehre feinem Andenken! Einäscherung am Donnerstag, 26. Sevtember, 16 Uhr, im Krematorium Wilmers. dcrf. Berliner Strasse. .v.W ©/> sonnengereiftm Macedomn-Tabake bilden die Mischungsbasis unserer OVERSTOLZ Sie geben ihr den herzhaften Geschmack und machen sie besonders bekömmlich MS Po• O» H• G Notwendige Versicherungsreform. Forderungen der Gewerkschaften. Lon fochmörmischer Seite wird un» geschrieben: Die Stellung» nähme der sreigewerkschostlichen Spillenorganiso- t i o n e n zum Frankfurter Versicherungsskondal ist sehr zu begrüßen: st« sind die ersten, die mit klar farmu- tiertcn Forderungen zur R c s o r m des privaten Verfichcrungsrechts herauskommen. Diese Fordeningen sollen noch in einer umfangreichen Denkschrist näher begründet werden. Die Initiative der Gewerkschaften findet ihr« Begründung , in der Tatsache, daß die Versicherung heute ein Massen- H c s ch ä s t geworden ist. Wohl jeder Familienvater ist— ganz abgesehen von der staatlichen Sozialversicherung— einmal oder mehrere Male versichert. Leider hoben nicht olle Arbeiter, Ange« stellten und Beamten den Weg zur gewerkschaftlich-genossenschaftlichen Versicherung. der Volkssürsorge, gesunden, noch immer zahlen Millionen ihre Prämien bei privaten Gesellschaften, die mit ihren Milliarden- »innahmen zu einem wichtigen Faktor des Kapitalmarktes geworden sind. Wenn die Gewerkschaften zur Versichs- rungsreform Stellung nehmen, dann haben sie zunächst natürlich den Schutz ihrer Mitglieder als Versicherungsnehmer im Au�e, darüber hinaus ober erblicken sie in der Versicherung einen so wichtigen Zweig der Volkswirtschaft, der wegen seiner Be> deutung nicht zum Spiclball der Interessen einzelner Finanzmächtc we�en darf,' sondern in erhöhtem Maße der staatlichen Auf- ficht unterworfen sein muß. Die einzelnen Forderungen der Gewerkschaften ziehen die Kon- fequenz aus der veränderten Situation seit der Schaffung des Gesetzes über die Aussicht privater Versicherungsunternehmen im Jahre lSOl. Die gesetzlichen Bestimmungen mochten den Ver- chältnissen von damals angepaßt sein, sie werden aber der heutigen Lage nicht mehr gerecht. Von llWl bis 192.9 hat sich dos Versiche- �ungsgewerbe von Grund auf geändert, nicht nur, daß der Kon- �entrationsprozcß zur Bildung einiger Riesenkonzernc geführt hat, die in den Rückversicherungsunternehmen als eine Art Dochgesellstchast ihre Zusammensassting fanden, sondern die einzelnen Zweige des Versicherungsgeschästs und seine Technik haben sich in-t der Zeit auch stark verändert. Die Transportversicherung ist, gerade, weil sie bisher der Aussicht nicht unterworfen war, zum Träger mancher kleiner, ober risikoreicher Versicherungen lz. B. Film-, Montage-, Autokasko-, als auch Garderobe-, Schüler- schütz- usw.) geworden. Es scheint daher als eine unbedingte Not- mendigkcit, auch diese Zweige wie grundsätzlich jeden anderen Zweig der Versicherung der staatlichen Aufsicht zu unterwerfen Aber �s kommt nicht nur aus die durchgehende Beaufsichtigung der Versichcrunosiinternehmen an, sondern auch aus eine Verschärfung der Aufsicht. und zwar zu allererst auf erweiterte öffentliche Rechnung»- legung der Gesellschaften: es genügt nicht, daß dos Reichs- aufsichtsamt Einblick in die Geschäftsverhältnisse der Gesell- schoflen nehmen kann, sondern gerade weil die Versichening zu einem Massengeschäst geworden ist, muß eine öffentlich« Kontrolle gefordert werden. Aus den Bilanzen müssen die Beteiligungen und Konzernzusammenhänge hervorgehen, und die Bürgschaften usw. müssen ersichtlich sein. Diese Forderungen beruhen zum Teil auf Fragen der schwebenden Aktie Ii rechtsrefor IN. Die Art und Weise, wie der Zusammenbruch des zweitgrößten deutschen Bcrficherungskonzerns vor sich gegangen ist, zeigt, daß die Stellung des Aufsichtsamts gegenüber den Gesellschaften gefestigt werden muß. Mögen vielleicht auch die farmell-rcchtlichen Vorschriften des bisherigen Gesetzes an sich ausreichend sein, um die Dcrsichcrungsgesellfchaftcn in ihrem Geschäft durch das Aufsichts- arnt zu kontrollieren, die Praxis hat erwiesen, daß diese Konirolle völlig ungenügend /war— und das Versagen der Kontrolle hat mit zu einer s6)wcrcn .Erschütterung des deutschen Kreditmarktes beigetragen. Deshalb for- dein die freien Gewerkschaften mit Recht, daß künftig eine besondere Stelle mit der Vornahme unvermuteter örtlicher Revisionen lbeauftragt wird. Diese Forderung berührt sich offenbar mit den Plänen des Rcichswirtschaftsininistcriums, das «ine Treuhandgesellschaft mit solchen Revisionen beauftragen will. Die übrigen Forderungen der freien Gewerkschaften gehen aber in entscheidenden Punkten über die Beschlüsse des Reichswirlfchafts- Ministeriums hinaus. Die Gewerkschaften wünschen mit Recht eine wesentliche Per- s ch ä r s u n g der Kapitalanlage-Vorschriften und eine Reorgani- fation des Aufsichtsamtes, während das RWM. es hier wohl im Grunde genommen olles beim Alten lassen will. Nichts erscheint uns indessen gefährlicher, als eine unvollkommene oder halbe Reform in diesen Punkten. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, daß das Gesetz eigentlich gar nicht so schlecht ist und dem Aufsichtsamt große Möglichkeiten böte. Um so notwendiger ist daher eine Reform des Reich saussichtsamtes. Die besten Vorfchristen versagen, wenn die Personen fehlen, sie zu handhaben. Wir wollen weder den �uten Willen der Beamten im Aufsichtsamt noch des technischen Sachverständigen seines Beirates in Frage stellen, und dennoch find wir mit den Gewerkschaften für eine gründliche A e n de r u n g in der Zusammensetzung des Beirates und für eine Erweiterung seiner Befugnisse. Wir halten es für einen unmög- lichen Zustand, daß der Beirat einer Aufsichtsbehörde zu mehr als der Hälfte aus unmittelbar interessierten Derficherungs- dircktoren zusammengejetzt ist. Die Vertretung der Ver- sicherten und der Verficherungsongestellten ist höchst unvoll- kommen, und auch die Gewerkschaften könnten Sachverständige zum Beirat vorschlagen, die ihrer Aufgabe vollauf gewachsen wären. Auf jeden Fall kann man nach dem Frankfurter Skandal nicht gut behaupten, daß das Amt und der'Beirot jeder Lage und Situation gewachsen gewesen wäre. Dabei sind wir allerdings'der Weinung, daß es bei diesen Sachverständigen nicht nur auf die rein« Fachkenntnis ankommt, sondern daß der Beirat in hohem Maß« ollgemein volkswirtschaftliche Funktionen zu erfüllen hat. Der Sachverständige der Frankfurter Devsicherungsdirektoren hat n ch-: verhindert, nerfichsrungsfremde Geschäfte zu tätigen, die privatwirtschoftlich wie volkswirtschaftlich gleich schädlich waren. Deshalb erscheint es den Gewerkschaften notwendig, daß die Vorschriften über die Kapitalanlage der Versicherungsgejellschosten wesentlich verschärft werden. Bisher bestanden nur Vorfchristen über die Anlöge der Prämienreserven bei der Lebensversicherimg. jcdoc!' selltrn ähnliche VorschriiEn für das bisher ireie Vermögen auch t-i den Sachversicherungen erlassen werd-n. Grimksöhl'ch sind j vcrsichcrungssrcmdc Geschäfte auszuschließen, grundsätzlich muß ocr! Kapitaistrom der vcrjicheruugskoazerue dorthin jurückgelenkj werden, I woher er kommt. Die breite Moste der Versicherungsnehmer bringt den größten Teil der Prämien auf, es muh daher verlangt werden, daß die Kapitalien der Gesellschaften in gesteigertem Umfange dem Wohnungsbau dienstbar gemacht werden. Ferner sollte eine Neuregelung der Pcrsicherungs- bcdingungen im Interesse der Versicherten stattfinden. Einmol sind die Bedingungen für den Laien als Versicherungsnehmer böhmische Dörfer, so daß man eigentlich nie weiß, was man unter- schreibt, sondern die Versicherungsbedingungen haben insbesondere bei den Lebensversicherungen zu Uebergewinnen geführt. die dem Versicherten in irgendeiner Form wieder zugeführt werden müssen. Die Versicherungsgefellschosten sind heute die Nutznießer der deutschen Kapitalnot, die die größten Gewinne aus der überhöhten Zinsfpanne ziehen, und gerade dieser leichte Verdienst ist es, die manches Derficherungsunternehmen zu Geschäften verleitet, die dann mit einem Bombenkrach enden. Die hartnäckige Reichsbahn. Erneuter Antrag zur Tariferhöhung an die Regierung. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft Hot in den letzten beiden Tagen zur Frage der Tarrsevhöhung und deren Ablehnung durch den Reichsverkehrsminister Stellung genom- men. Er kunn die vom Reichsverkehrsminister gegeben« Dezründung zur Ablehnung der Tariferhöhung nicht anerkennen und hat beschlossen, der Reichsregierung die Lage der Gesellschaft erneut dar- zustellen. Die gegenwärtig« Lage der Reichsbahn mache es u n b e- dingt notwendig, über die Frag« zu v c r h a» d e l n. wie ihr Mittel zugenihrt werden sollen, durch die sie den auf ihren Be-rieb ruhenden Lasten gerecht werden kann. Dtr Verwaltungsrat bestreitet ferner, daß die bei der Ab'.ehnung der Tariferhöhung gegebene Begründung des Reichsministers Steger in aid zutrelf«. Minister Stegermald Holle bekanntlich darauf hingewiesen, daß die Mehrausgaben bei der Reichs- bahn durch die sehr g ü n st i g c E n t w i ck l u n g des Güterverkehrs und damit der Einnahmen gedeckt werden könnten. Es seien aber vom 1. Januar bis zum t. September dieses Jahres nur 2H Mill. M. mehr gegenüber dem Voranschlag eingekommen. Im Monat S e p- t e m b e r sei die veranschlagte tägliche Bruttoeinnahme bisher nicht voll erreicht worden. Sodann weist der Verwaltungsrat darauf hin, daß zur Deckung der Mehrausgaben, insbesondere für die Lohnerhöhung, nur durch eine erneute Drosselung aller Sachausgaben möglich gewesen sei, Jedoch müßten im Interesse der Betriebssicherheit höhere Aufwendungen in beschleunigtem Maße durchgeführt werden. Selbst wenn für die wertsteigornden Aufwendungen die Reichsbahn zu er- träglichen Bedingungen an den Kapitalmarkt herantreten könne, so müßten nicht nur die Ausgaben für Unterhaltung und Erneuerung, sondern auch gewisse Aujwen düngen(l!) für Modern- erhaltung der Anlagen aus den Betriebseinnahmen gedeckt werden. Der Verwaltungsrat betrachtet es als Aufgab« der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft. ein genügendes Maß fachlicher Ausgaben für Unterhaltiiiig, Erneuerung und Betriebsentwicklunz unter ollen Um- ständen sicherziistellen. Die Gesellschaft würde es im allgemeinen und im eigenen Interesse begrüßen, wenn sie dem Verkehr die neue Belastung ersparen könne. Jedoch hält es die Reichshahnverwaltung für ihre dringend« Pflicht,«ine Tariferhöhung in aus- reichendem Maß erneut zu beantragen und nachdrücklich weiter zu verfolgen. Dieses Vorgehen des Vevwaltungsrats der Deutschen Reichsbahn ist e i n st a r k« s Stück. Es ist gar nicht daran zu zweifeln, daß sich unter den gegenwärtigen Umständen eine neue Heraufsetzung der Eisenbahntarise für die Wirtschaft weitaus schwie- r i g e r auswirken würde, als vor einem Jahr, wo durch den Spruch des Reichsbahngerichts entgegen dem Standpunkt der Regierung die Tarifsätze erhöht wurden, Zn den letzten drei Alonalen sind die Einnahmen der Reichsbahn ganz gewallig gestiegen. Sie betrugen im Mai 451 Mill. M., stiegen im Znni aus 464 Mill. M. und erreichten im lluli mehr als 501 Mill. M. Allerdings ist die Verwaltung der Reichsbahn bemüht gewesen. diese günstig« Entwicklung nach Möglichkeit zu ver- tuschen. Schon im Mai wurden für 17 Mill. M. mehr Erneue- rungen durchgeführt als im Vormonat, und im Juni wurden die Gesamtausgaben noch von 446,8 auf 461,9 Mill. M, gesteigert. In dem letzten Abrcchnungsmonat, dem Juli, sprangen merk- würdigerweise die Ausgaben ebenso gewaltig in die Höhe wie die Einnahmen, so daß trotz der glänzenden Einnahme- entwicklung nur«in kleiner Ueberschüß von 2,3 Mill. M. übrig blieb. Unter anderem konnte die Reichsbahn allein 17 Mill. M. in die Reserve zurückstellen, die„zum Ausgleich von Mindereinnahmen infolge Verkehrsschwankungen" dienen sollen. Es kann nach den Ergebnissen der letzten Monate kaum daran gezweifelt werden, daß die Reichsbahnvorwaltung ihre günstige Lage verschleiert, um ihr« Tarifwünsche gegenüber der Regierung unter allen Umständen durchzusetzen. Die Kohlenkonjunktur im August. Förder- und Absahziffern noch über Iulihöhe. Nach den Ermittlungen der Fachgruppe Bergbau des Reichs- Verbandes der Deutschen Industrie stellt sich die Kohlenfördo- rung im Ruhrgebiet für den Monat August auf insgesamt 11,0 gegen 19,9 Millionen Tannen im Vormonat und nur 9,8 Mil- lionen Tonnen im August vorigen Jahres. Die orbeitstägliche F ö r d e r u n g, die im Berichtsmonot mit rund 498 000 Tonnen die Ergebnisse vom Juli um etwa 3899 Tonnen übertrifft, liegt u m mehr als 12 P r o z. über der arbeitstäglichen Förderung des August 1928. Wie sehr sich auch die Absatzverhaltnisse für Ruhrkohle ge- bessert haben, geht daraus hervor, daß trotz der gegenüber August 1928 ganz erheblich gestiegenen Förderung die Holdenke stände sich im Berichtsmonat auf nur 1,6 gegen 2,7 Millionen Tannen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres stellen. Da sich gegenüber der mehr als zwvltprozentigen Steigerung der orbeitstäglichen Förderleistungen die Gesamtbelegschaft von 373 660 auf 382 221 Mann erhöht hat, also nur um 2-3 Pro;., wird deutlich ersichtlich, in welchem Maße auch im Lause des letzten Jahres die Leistungen je Mann und Schicht im Ruhrbergbon weiter- hin»iisievnwii'-n haben. SE'C das Rb'stt'f h-Aef-tä'ische K o h l« n fy n d i k t in feinem Ailguftbericht mitteilt, betrug der Geiamtabjotz 10,67 gegen 19,34 MWoneg Tonnen ün Kormonat,.Gegenüber dem, Auguft Ebenso berechtigt ist die Forderung nach Wahrung der sozia« len Interessen der Versicherungsangestellten bei Zusammenschlüssen. Nach der Ilebernahme der Frankfurter Allgemeinen durch die Allianz Hot man trotz weitgehender Zusicherungen an die An- gestellten jetzt schon mit dem Abbau von Angestellten ein- gesetzt, dem insbesondere die alteren zum Opfer sollen. Der Stand der Verslchentngsgesellschajten berechtigt zu der Forderung, daß hier den entlassenen Angestellten, die der Rolionalisiening des Gewerbes zum Opfer fallen, Abfindungen gewährt werden, die ihnen d,e Gründung einer neuen Existenz ermöglichen. Die Angestellten haben bei dem Wiederaufbau des deutschen Versicherungsgeschästs noch der Inflation unter Entbehrungen Enormes geleistet, und sie haben auch Zlnfpriich auf ihren Anteil am Erfolg. Wir möchten wünschen, daß die Anregungen, die die Geiverk- schasten mit ihren Forderungen gegeben haben, auch aus fruchibaren Boden sollen. Nicht auf eine Reform ollein kommt es an, sondern darauf, in welchem Sinne diese Reform erfolgt. Dafür enthalten aber die Forderungen der freien Gewerkschaften wichtige Richtlinien, auf deren Begründung in der Denkschrift man gespannt sein kann. Hoffentlich kommt die Denkschrift bald, denn es ist notwendig, das Reformwerk mit möglichster Beschleunigung noch in diesem Zahr durchzuführen. 1928 ergibt sich bei dem Absatz de» Syndikates sogar«ine Steigerung von rund 13,2 Proz. Der feit Monaten an- haltende kräftige Ausschwung im deutschen Kohlenbergbau kann also seiner Stärke nach mit den"besten Monaten der Hochkonjimktur von 1926/27 verglichen werden._ Das Problem der �aiionalisierung. Zur Tagung der Internationalen Handelskammer. Auf der Berliner Tagung der Internationalen Hon- delskammerkonferenz wurden gestern von den Ausschüssen fünf Vorschläge zur Reform des Radiowcsens vorbereüet. Eine eingehende Diskussion ersolgte im Auss6)uß über die Rationalisierung derJndustric. Das Referat über dies« Frage hielt das englische Parlamentsmitglied Hannon, der ins- besonder« die Entwicklung der industriellen Konzentrotion sowie der industriellen Organisation behandelte. Er wies unter anderem darauf hin, daß für die britische Industrie die Möglichkeiten eines Zusammen- schlusses mit der Konkurrenz aus dem europäischen Festlande beschränkt seien. Der Referent wies dabei auf die erheblichen Differenzen in der Lohnhöhe, auf die Frachtkosten sowie auf die Staats- subventionen in den verschiedenen Ländern hin. Jedoch sehe er trotz- dem nach große Konzentrationsmöglichkeiten für die Zukunft, be- sonders in den modernen Industrien der Chemie, Elektro- technik und Kunstseide. Sodann referierte der deutsche Abgeordnete Dr. Brüning über die Mitarbeit der Belegschosten in der Industrie, wobei er auch die verschiedenen Formen einer Gewinnbeteiligung der Arbeiterschaft behandelte. Er wandte sich gegen«inen staatlichenZwang bei der Mitwirkung der Arbeiterschaft in der industriellen Leitung und trat für«ine freiwillige Mitarbeit der Arbeiterschaft bei der Betriebsleitung ein. Allerdings blieb Herr Brüning eine klare Formulierung schuldig, wie er sich dies«„freiwillige Mitarbeit" der Belegschaften bei der Leitung von Betrieben dachte. •—— m. m ltnflnm'ge Handelssperre. Deutsche Autos dürfen nicht nach Oesterreich. Man spricht wohl nicht selten vom Anschluß Oesterreichs an Deutschland: ober vorläusig gibt es noch Hemmungen im wirt- schastlichen Verkehr zwischen beiden Ländern, die selbst in unserer protektionistischen Zeit wenig üblich sind. Nicht genug, daß Oesterreich einen Zoll aus die Einfuhr von Kraftfahrzeugen erhebt, der mit 47 Proz. des Wertes ein Vielfaches des deutschen(durchschnittlich 17 Proz.) ausmacht: kein Land darf noch Oesterreich mehr als 399 Wagen im Jahre einführen. Dadurch fühlt sich natur- gemäß die deutsche Automobilindustrie, die z. T. in Oesterreich einzelne Niederlassungen unterhält, stark behindert, zumal die Ein fuhr vsterreichischer Wagen nach Deulschland im Jahre 1928 etwa 1799 JiTd in der ersten Hälft« 1929 bereits mehr als 8S9 Wagen betragen hat: das bedeutet, daß die österreichische Automobilindustrie etwa 3 9 P r o z. ihrer Produktion auf dem deutschen Markt absetzt. Nun hat die deutsche Industrie in Verhandlungen eine Erhöhung des Ein- fuhrkontingents verlangt mit dem Hinweis, daß solche Kontingent- bestimmungen nicht der M e i st b« g ü n st! g u n g unterlägen, ein« Erhöhung für Deutschland also den anderen Ländern nicht zugute käme. Während im vorigen Jahre das Einfuhrkontingent für Deutschland tatsächlich erhöht wurde, hat die österreichische Automobil- induftrie in diesem Jahre so heftig protestiert, daß die beab- sichtigte Erhöhung unterblieb.'Damit ist die Einfuhr deutscher Auto- mobile bis Ende dies« Jahres praktisch unmöglich geworden, da das Kontingent erschöpft ist. Di« deutschen Firmen haben jetzt ihre zugesagte Beteiligung an österreichischen Rennen und Ausstellungen wieder rückgängig gemacht. Wie soll der Zlnschlußgedank« marschieren, wenn der wirtschaftlichen Verständigung solche Stolper- drähte gelegt werden! 19 Prozent Plauener Gardinen-Dividende. Die schon in den letzten Iahren hochrentoble Gardinenfabrik Plauen A.-G. Hot auch in dem jetzt obgoschlossenen Geschäftsjahr 1928/29 wieder sehr gut abgeschnitten. Wenn auch die Dividende von 12 aus 19 Proz. ermäßigt wurde, so ist sie dach bei der ollgemeinen Lage der Textilindustrie in Deutschland alz sehr hoch anzusprechen. Ueber Geldmangel kann die Gesellschaft wirklich nicht klagen. Während die gesamten laufenden Schulden noch nicht 299 999 Mark betragen, werden an Bankguthaben und sonstigen Forderungen fast 1 Million ausgewiesen. Nach dem G-eschästsbericht hat sich seit Ende Januar der Austragseingang beleb», sa daß der Betrieb bis zum Ende des Geschäftsjqhres gut beschästigt war. Storker kaliabsah im September. Nach dem Bericht der hannoverschen Bankhauses Gebr. Dommann hat die Landwirtschast in den letzten Wochen mit dem Hereinkommen der ersten Ernteerlöse erhöhte Kokiausträge erteilt, so daß die Absatz- s ch ä tz u n g de? Kalisyndikots von 1.2.5 Mill. Dopp-lzentne-n nicht unwesentlich überschritten werden wird. Im September vorigen Jahres wurden 1,41 Mill. Doppelzentner abgesetzt. Das Gesundheifs- w asser! FiCäißgei fersiadsicile, Ber.in Sf 11 Scböncbcrjer Str. Ua. Tel. LQtzow 8260-61 Mittwoch 25. September 1929 ntechaltung und Wissen Beilage des Vorwärts Werner �Hehler: S)er gackernde (Schluß.) Christoffer schwieg: im Eifer des Erzählens war er in seinem Stichle weit nach vorn gerutscht, rotlose Ouerfalten auf der geröteten Stirn. Der Vater, tief in seinen Sessel gelehnt, hatte die Perücke aögenommen: wie ein« rote Kugel schwebte sein Glatzkopf in den Tabakwolten.„Und weiter, Christofferken," fragte er bedächtig, „weiter?" „Weiter, Herr Vater," antwortete der Sohn,„ist wenig mehr zu vermelden. Die Frau hat wohl den Schmuck verkauit, den sie zur Audienz trug, sofern ihn ihr die Garden nicht abgerissen lzatten. Und dann hat sie gebettelt: die Russen sind ja gutmütig gegen Bettler. Manchmal mag chr wohl auch die alte Silberputzerin im Palais einen Bissen zukommen lasten. Vielleicht stiehlt sie auch manchmal, ich weiß es nicht. 3f)ren Mann sieht sie nur, wenn er auf seinem Cierkorb hinter der Zarin dreinfährt-, immer muh er um sie fern und immer sein Geschrei ausstoßen, das das Gackern eines Huhnes bedeuten soll, aber mehr dem Geheul eines Wahnsinnigen gleicht. Zu essen bekommt er gut, Schläge aber, sobald er sich einfallen läßt, ein Mensch und keine Henne zu sein; ein paar Male hat er versucht, sich aus dem Fenster zu stürzen, aber da hat man ihm auf der Folter ein wenig die Beine verrenkt, well er sie ja doch nicht mehr brauche, wenn er Eier ausbrütet. Es sind in diesem Rußland wahrhaft kuriose und grausame Sitten." Der Senator prüfte mit gekniffenen Augen das Gesicht des Sohnes; fein« brelle Hand zerrte ein wenig beunruhigt an dem gehäkelten Jabot, dos unter seinem feisten Kinn hervorhing.„Und er. Christofferken," fragte er, schwertönig,„was hat nun er getan, als ihm das junge Frauenzimmer dies alles vorgeklagt?" Chriftoffer wurde verlegen:„Ich habe ihr zuerst ein wenig Geld gegeben: der Herr Vater wolle verzeihen, daß ich es auf Geschäftsspesen gebucht habe. Dann habe ich ihr den Weg zum Hotel des Herrn kaiserlichen Gesandten beschrieben und sie an» gewiesen, am nächsten Tag als österreichische Untertanin vor ihm einen Fußfall zu wn und seine Intervention bei der Zarin zu erbitten. Ich versprach ihr auch, wiederum zu ihrem Unterschlupf zu kommen. Aber dann. Herr Vater, packte mich plötzlich das Grauen. Ich brachte es nicht mehr über mich, noch einmal in den Unflat und Gestank ihrer Zuflucht zurückzukehren: ich bin abgefahren, sobald ich nur konnte, zrnd habe sie nicht wiedergesehen Darum nur bin ich so zeitig hier."—„Das Grauen also packte Ihn?" fragte der Vater, immer noch reglos sitzend: nur der eine seiner säulcndicken Unterschenkel im schwarzen Strumpf begann nervös zu zittern,„was denn für ein Grauen?" „Wie Ihr es nennen wollt," antwortete der Sohn und seine Augen wurden inbrünstig,—„das Grauen, die Angst, die Furcht, es könnte mir das Herz umdrehen, es könnte auch mir m diesem fremden Lande irgendeine Verwandlung geschehen: mir war. Herr Vater, als ginge es um das Leben. Genug, ich bin geflohen und habe alle meine Hoffnung auf die Intervention des Herrn kaiserlichen Gesandten gesetzt, der der armen Frau ja gewißlich helfen wird." Der Vater schwieg lange. Er ließ nachdenklich den schwer- flüssigen, brombeerschwarzen Porter aus dem Krug in sein Glas fließen. Dann sagte er:„Diesen Tiroler Papisten fehlt doch aller Sinn für Realitäten. Roch nicht einmal dies wisten sie: das man mit dem grauslichen Rustenvolk zur Rot zwar und mit aller Vorsicht Handel treiben kann— aber einem Rüsten die Tochter zu geben'ft nicht anders, als ob man sie in einen Zwinger mit Polarbären sperrte. Die Firma Praxmarer in Innsbruck— was für echt katholische Phantasten!" Laut seufzend stand der Senator auf, schloß das Fenster und begann umständlich mit Schwamm und Feuerstein die beide Kerzen anzuzünden, die sich vor ihm in der schön polierten Tischplatte spiegelten. Und während ihr süßer Wachsgeruch sich verbretoe, fügte er leise und kalt hinzu:„Im übrigen hat der lübeckifche Ge- schäftsträger in St. Petersburg dem Senat bereits berichtet, daß der Herr kaiserliche Gesaitdtc dortselbst gerade jetzt aufs heftigste bemüht sei, die Zarin zu einem Bündnis wider die Türkei zu gewinnen. Da wird das Innsbruckcr Frauenzimmer nicht viel von ihm zu erhoffen haben." ouo make: Srfte Erregung In einer Garnison an der lothringischen Grenze stand auf dem Wall aus Reichsstadtzeitcn ein Haus mit geheimnisvollen Unter- kellcrungen, weitläufigen Ställen und verwickelten Flügeln. Im Volksmund hieß es die Schwowekafern, weil es von schwäbischen, d. h. deutschen, Offizieren und Beamten bewohnt wurde. Wenn die Kinder hinter den Kisten der unterirdischen Gewölbe Versteck spielten, tauchte am Krückstock die Besitzerin auf, eine alle Französin, deren Mann die Deutschen anno 10 als Franktireur erschossen hatten, und war so unheimlich wie die Ratten, die ihnen über die Füße liefen. Der junge Kurt aus dem dritten Stock oerwilderte ein wenig, seine Mutter lag im Krankenhaus. Zwei Familien teilten sich in die Vetre.uing. Ain Montag und Mittwoch nahm er sein Frühstück und die anderen Mahlzeiten bei der im zweiten Stock ein. am Dienstag und Donerstag bei der im Erdgeschoß. Hier, im Erdgeschoß, fand der Knabe, wenn er vor Beginn der Schule herunterkam, die Frau des Tierarztes im schwarzen, die Büste eng umschließenden Reitdreß, eine üppige Wallonin, die ihren Mann, ein Männchen von unwahrscheinlicher Dürre, wie zur Eleganz auch zum Französstchsprechen anhielt. Trat er am nächsten Morgen in das Frühstückszimmer des Land- aerichtsdirektors im zweiten Stock, so saß die junge Tochter am Tisch iind versorgte ihn mit duftendem Kaffee und frischen Brötchen. Sie oaar sechs Jahre ällcr als er, achtzehn,«in rotblondes Mädchen mit grauen Augen und einem so hellen Teint, daß er die Sommersprosten als wohllättge Dämpfung empfand. Er mußte Fräulein Marga von der Wallonin erzählen. Ums Leben gern wäre sie mit der Französin zusammengekommen, die Eltern erlaubten es nicht. Zeigte sich die Mutter, so erhielt er«inen Wink, zu schweigen. Seltsame Dinge hörte man von Kameraden aus der Nachbar- ichast oder Offiziersburschen. Fräulein Marga habe in ihrem Garten ror der Stadt aus bloßer Lust am Feuer den Geräteschuppen i» Brand gesteckt. Eine junge Hexe, sagte die Wallonin lochend zu ihrem Mann, das deutsche Fräulein habe es nur dem Rang ihres Vaters zu verdanken, wenn sie, in einem Kaufhaus beim Stchlen ertappt, nicht angezeigt worden war. Kurt erhielt von Marga den Auftrag, Madame Petersen nach dem neuesten Pariser Parfüm zu fragen— von Madame den—, Marga ein Flöschchen zu überreichen. Der Richter trat ein, schnup- v-rtc und machte eine Szene. Woher? fragte er.— Von Frau Petersen.— Das ist eine Abenteuerin, kein Umgang für ein junges Mädchen. Fräulein Marga warf die Zöpfe zurück, die Geschichte spiell lange vor den Bubisrisuren. Es waren schwer lastend« Zöpfe, die dem Knaben den Atem benahmen, sie hatten einen Glanz wie Kuvkernattern Der Richter schaute den Knaben streng an: gab er 'ich zum Zwischenträger her? Marga fiel ein: ich war selbst bei ihr. laß den Bub aus dem Sp>el. Dem Bub gab es einen Stich. Er wünschte nicht, als Kind oon chr behandelt zu werden. Und dann war noch etwas andere» da— sie log Ungläubig hatte er in einem Buch gelesen, daß alle Frauen betrügen, es mußte wohl wahr sein. Die Aben-euerm macht mir keine Angst,' sagte Marga nachher zu ihm. Er fragte, was das war: sie lachte. Er oerstand und verstand nicht. Es war erregend, die Tür bei der einen und bei der anderen zu öffnen. Fand er ihren Plag einmal leer, war chm der Morgen verdorben. Beide kamen nie zusammen, aber sie trafen sich in der gleichen spöttischen Art, vom Vater oder Mann zu sprechen. Manchmal ritt ein Offizier von den Jägern oder ein Einjähriger von den Dragonern in die Straß«, hiell vor der Tür und ließ den Tierarzt rufen. Petersen, der die Uniform ungern trug, kam mit der Reitpeitsche und wlldledernen Handschuhen vors Haus und tastete die Gelenke des Pferdes ab. Der Reiter grüßte zum Fenster, die Wallonin nickte, die Backenmuskeln des hageren Männchens be- gannen zu spielen. Eines Tages saß an seinem Mittagstisch ein junges Geschöpf, die Schwägerin. Sie konnte kein Wort Deutsch. Sie war nicht so üppig wie die allere Schwester, aber noch betörender in ihrer Jugend. Marga nannte Kurt einen dummen Jungen, als er ihr nicht sagen tonnte, was fiir einen Morgenrock diese Anette gestern getragen hatte. Dann legte sie den Arm um ihn: halte die Augen auf, ich will alles wisten.# Sie zeigte vor dem Spiegel, wie Anette sich hiell, ahmte ihre hohe Brust nach und ihren Gang. Kurt tat, was er konnte, um zu berichten. Dann war es nicht mehr nötig, Marga schlüpfte zu Anette. Er kam hinzu als sie sich von ihr schminken ließ. Kaum war sie damit fertig, mußt« sie alles wieder abschminken, damit der Vater nichts merkte. Di« Straße begann zu wispern. All« Ofsizierspferd« schienen zu lahmen, jeden Augenblick stand eine» vor der Tür. Die Ein- jährigen brauchten keinen Varwand, sie hotten die Schwestern zum Reiten ab. Am Tisch des Richters erfuhr der Knabe, daß die Damen der Garnison sich über den Verkehr empörten. Das war die Ant- wort auf die Bitte Margas, auch reiten zu dürfen. Als der Vater hinter die Besuche kam, sperrte er die Tochter einen Abend in ihr Zimmer ein. Sie ließ sich vom Balkon auf die Terasse hinab und kehrte am nächsten Mittag zurück, nachdem sie die Nacht bei Anette oerbracht hatte, in deren neuen Wohnung. Die Ellern waren starr und gingen der Sache nach. Aus dem, was bei Petersen vorging—' er verbot seiner Frau, von Anette zu sprechen— und aus dem. was Marga trotzig hinwarf, erfuhr Kurt, daß Anette mit einem einheimischen Fabrikanten nach Straßburg in die Theater, nach Nancy über die Sonntage fuhr. Der Richter ordnete an, daß seine Tochter nicht mehr ohne die Mutter ausging. Sie ließ sich zum Zahnarzt bringen und«nt- wischte aus dem Wartezimmer zu Anette. Der Richter beschloß, sie in eine Pension in der Schweiz zu geben. Gut, erklärte Marga, vorher soll die ganze Stadt wissen, daß ich zu Anette halte. Als der Tag der Abreste nahte, fuhr sie mll der Freundin in der Kutsche de» Fabrikanten durch die Stadt. Zwei Sonnenschirme, lässig neben- einander gehalten, forderten die Bürger heraus. Man nahm keine Rücksicht mehr auf den Knaben. Der Richter, weiß im Gesicht, teilte mit, daß er die Ausweisung der jungen Belgierin betreiben werde. Dann gehe ich mit ihr und werde Aben- teuerin wie sie, erwidert« Marga. Der Vater stieß sie ins Nebenzimmer, die Mutter Kurt auf die Treppe hinaus. Die Stollknechte erzählten grinsend am Abend, der Richter habe das Mädchen wie ein siebenjähriges Kind über die Lehne gestoßen und mit der Peitsche geschlagen. Den Knaben würgten unnennbare Gefühle, er konnte nicht schlafen. Als er am nächsten Morgen zum Tierarzt hinunterging, öffnete Marga die Tür ihrer Wohnung, drückte ihm ein Päckchen in die Hand und gebot ihm, an der Post auf sie zu warten. Sie nahm dort das Päckchen in Empfang, es enthielt ihren Schmuck, und gab ihm einen Brief mit dem Bedeuten, ihn erst nach der Schule ihrem Vater zu übergeben. Wir haben keme Tochter mehr, sagte der Richter ganz still zu seiner Frau, als er den Brief gelesen hatte. Marga war mit Anette und dem Fabrikanten nach Paris gefahren. Der Richter ließ sich pensionieren, der Tierarzt auch: beide verließen die Stadt. Die Mutter kehrt« aus dem Krankenhaus zurück, das Leben nahm wieder seinen alten, ereignislosen Gang cm. Werden ftiere feekrank? Kein vorsichtiger Mensch soll behaupten, daß er seefest sei, denn er kann einmal in die Situation kommen, wo seine, durch Ersahrun- gen festbcgründete Ansicht, zunichte wird. Wurden doch Kapitäne, die jahrelang auf Riesenschiffen den Ozean durchquerten, bei einer Vergnügungsreise, die sie auf einem Fischdampfer mumachten, see- krank. Und auf Walfischsängern, deren seebefahrene Mannschaft sich oft aus dem Volk aller Welt zusammensetzt, haben schon mehr als einmal alle Seebären dem Neptun ausgiebig opfern müssen. Solche Erscheinungen können wir uns ohne weiteres mit der verschiedenen Bewegungsart der einzelnen Fahrzeuge erklären. Wie es auch Passagiere gibt, die wohl ein Stampfen(wenn das Schiff vorüber- geht und die Spitze tief ins Wasser taucht), jedoch kein Rollen (wenn das Schiff von Seile zu Seite schaukelt) vertragen können. Wie aber steht es nun mit der Seekrankheit der Tiere, von der immer so viel erzählt wird? Fischer und Schiffer bezeichnen nämlich durchweg sich erbrechend« Tiere für seekrank. Ein Erbrechen der Tiere kann man regelmäßig beim Mövenfang beobachten. Geraten doch die Möven über den Fang und gegebenenfalls über den Transport in eine derartig« Er- rcgung, daß sie ihren Fraß von sich geben. Sind sie nun auf dem Wege nach ihrem neuen, von Menschen bestimmten Wohnort in einem Boot, dann heißt es einfach:„O, die Möven waren unter- wegs seekrank." Es spricht sich weiter von Mund zu Mund, und so dichtet man den Möven eine Krankheit an, die sie nicht hatten. Die Sturmvögel brechen aus einer Abwehrmaßnahme heraus, sie machen u. a. von ihr Gebrauch, sobald man ihre Nester berührt. Des- gleichen brechen verfolgte und angeschossene Tiere. Erleichtern sie sich, ohne über den Zweck ihres Tuns unterrichtet zu sein? Wenn es nun bei den Menschen oft brutal heißt.Des einen Tod, des andern Brot", so darf man bei den Vögeln sagen,„Des einen Not. des andern Brot". Die Fregattvögel nämlich, diese Tiere mit der ungeheuren Flugausdaucr, ängstigen und reizen die Sturmvögel, dai�it sie, die nie ermüdenden Flieger— zu einer Mahlzeit kommen. Ebenso wenden von den Seegurken und Scewalzen wahre Räubergeschichten erzählt. Da heißt es(die Tiere gehören zu der Klasse der Stachelhäuter. Sie sind meist wurm- oder walzenförmig). sie waren so seekrank, daß sie sogar ihre Eingeweide herausbrachen. Das stimmt schon, der Vorgang ist richtig beobachtet, aber seekrank waren die Tiere nicht. Können sie sich doch«ine Selbstzerstückelung erlauben, von der sie Gebrauch machen, um ihrem wirklichen oder dem eingebildeten Feinde zu entgehen. Daher scheiden sie auch tat- sächlich auf einem Transport gegebenenfalls Innenteile aus. Aber sie sind dieserhalb nicht gefährdet, weil die Innenorgan« sich wieder neu bilden. Ihre große Rcgencrationsfähigkeit ist natürlich nicht nur ein Glück für sie, sondern unter Ilmständen auch für ihren Pfleger. Mag ein Mensch es noch so gut mit einer Seegurke meinen, er kann sich ihr schlecht verständlich machen, weshalb sie womöglich bei der leisesten Berührung zur Selbstteilung schreitet. In China werden abgekochte, gedörrte oder geräucherte Seewalzen gegessen. Man rühmt ihnen(Trepang) nach, als Liebeserrcger zu wirken. Doch behaupten Kenner der Verhältnisse, die SeerSilzen ständen in einem falschen Ruf. wären es doch nur die zu ihnen gereichten Tunken, die auf die Keimdrüsen wirkende Zutaten enthielten. Unbestritten muß natürlich bleiben, daß ein Ueberseetransport den Reisenden vor die größten Schwierigkeiten stellt. So brachte einmal ein hervorragender Fischkenner Fische aus New Park nach dem Berliner Aquarium. Die Tiere waren von der Natur aus weder an eine Braudung noch an fließendes Wasser gewöhnt. Darum ermatteten sie beim andauernden Schaukeln des Schiffes. Der wohl überlegende Pfleger aber wußte sich zu helfen. Er packte eine Badewanne voll leichter Tücher und in die Tuchfalten. die durch chre Anordnung das Schaukeln abminderten, setzte er die Fische. Dadurch brachte er sie lebend nach Berlin. Zu Recht fürchtet jeder Tiertransporteur schweres Wetter auf See, obwohl es, wie auch Dr. Heinroth auf Grund der reichsten Erfahrungen behauptet, eine eigentliche Seekrankheit bei Tieren nicht gibt. Zwar starben Wiederkäuer, ober nicht durch Seekrank. hell, sondern durch die Umstände der. Seefahrt, die sie am Wieder- käuen hinderten. Die Tiere wurden durch alles mögliche abgelenkt, kamen nicht zum Wiederkauen und bekamen zuletzt eine Pansen- lähmung(der Pansen ist der erste Magenabschnitt der Wieder- täuer). So starb einmal eine Kuh. chr Kalb jedoch blieb leben, da es noch Milch trank und nicht wiederzukäuen brauchte. Pferde, die sich bei schaukelnder Schiffsbewegung nicht hinlegen, sondern un- ermüdlich steksend kämpfen, um sich zu halten, geraten in schwere Angstzuständei Und es ist erklärlich, daß-sie nachher bei ruhigem Wetter auch noch unsicher sind. Man mutz dann alles tun, um ihnen das Vertrauen zu ihrer Umgebung und sich selbst wieder zu geben. So haben die Tiere auf See wohl chre Nöte, aber nach mensch- sichen Begriffen seekrank werden sie nicht. Ems Büsing. Greife unter den tPflanssen Es sind nicht allzu viele Pflanzen, die über hundert Jahr« alt werden. Da ist zuerst der Weinstock: er soll ein Alter oon IZO Iahren erreichen können. Ihm folgt die Ulme mit 335 Jahren, die wilde Rose mit 400 Jahren, der Efeu mll 440 Iahren und der Feldahorn mit 516 Jahren. Fichten, Kiefern und Thujabäume werden bei unge- stärtem Wachstum 300 bis 400 Jahr« alt, Birken 570, Pomeranzen 620, der Oelbaum und der Walnußbaum 800 Jahre. Buchen bringen es auf 900 Jahre, Linden und Platanen auf über 1000, Eichen auf 1500 Jahre. Zedern erreichen«in Atter von 2000, Eiben und Mammutfichten von 3000 Iahren. Unter den ungeheuren, bis 50 Meter breiten.Kronen einiger afrikanischen Baobabs(zu deutsch „Affenbrotbaum" genannt) haben nach der Ueberlieserung schon die allerersten Menschen Afrikas vor den sengenden Sonnenstrahlen Schutz gesucht. Der älteste zurzeit bekannte lebende Baum ist die „Zypresse des Montezuma" in Mexiko, deren Alter auf 6000 Jahre geschätzt wird. Sie erlebte den Pyromidenbau und war schon be- jährt bei der Geburt Christi, mit der wir unser« Zeitrechnung be- ginnen! Sie sah Kolumbus Amerika entdecken und Cortez Mexiko Zobern. Damals schon wurde sie von den Mexikanern als ein„ehr- würdiges Denkzeichen vergangener Zeiten" verehrt. Cortez besuchte sie und nannte sie das größte Wunder, das er gesehen habe. vom Rauchtabak. Im Jahre 1628 entstand in Köln die erste deutsche Pfeisenindustrie. und im Dre'ßigfährigen Kriege v-rbre'ttte sich das Tabakrauchen durch ganz Deutschland. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die erst« Rauchtabakfabrik in Deutsch. land errichtet. !WSoziaWscheArbeiteriiigendSr..Serli» | Einsendung«! für diese Jtubrtt nnr an da« Zugendseiietaetal | Äcrlin<53568. tindenftrale S Sic FikLnde dee Inteenati-l-ale» Slei»arSeit nenaniwsten am Sonner»t»g. '...... i«rnft«» Saal de» Sewarrschaftthaufen. 3S September, pünktlich 20 Ubr, tm einen englische» Liederabend. S? sin nebmarn. Dia Schüler geben tum � Seemannnqesiinae. Sie machen uns----------- farbiger Bället.■ e6e.nfo werden wir durch sie. englische kernen Eine Eigenart dieses Tbnres aber, ist es, daß er. Beaabuna dabin gebracht bat, sogar Es läuft eußetbem der Wien.Mlw. in fünf netf&tbenMt Eintritt frei. "lila WWWWWÄdei Äomponistan kennen, ch--- und n. kichtbilder vom Zngendtag im SchUserpark liege» wir Einsicht und Bs- tteljunn im Iugendiekretgtiat aus. Heute. Mittwoch, 19H Uhr. Begersburger Viertel- Keim Tilfiter Str. i:.Cbriflentu» und Sogialis. MUS.-«ottlmsicr Tar: Keim Briden Str. 27—80: ffunklio!""" m~...... kW.:....� 15< lennaniäftr.<—8, Sütiikicnbttgei viertel: Beißen Keim uno onjiaus- !?AWita� 15. Senwinbfc ,WWW ch im Gefängnis faß".— Falkendeeg: Zugendbeim der Gartenstadt lGutsbofs!..Leruelle Fragen�.— �riedrichsfelb«: Keim Lichten« ber». Gunlerftc. 44;.Im Weiten nicht. Neue,'.—«anlsdorf: Schule Adolf' sirajie JA— 26: Jrmtd und Siel der Gewerkschaften".— Lichtenberg. Mitte: Keim Sdiornmebecftr. 29:.Tagesnolitifch« Fragen".— Beiß I und II: ssunitwnär« sißung in der neuen Schule.— Westen l und II:: tHilomflr. J7. Rational. bof: Gemeinsamer Abend mit der Partei. Tbema: J2S Iabte Arbeiterjugend". fflerbebejirt vtenjlanet Bieg: Heute, pünlilich l9tz Lbr. spricht im Alters« beim Sansiger Str. OZ der GeneralsekretSr ber Lolksblibnenperein, Deutsch« lanbs. Gennsse Löwcnberg. über..Arbeiterjugend und Tbeaier". Di« Abteilungen beteiligen sich geschlossen on diesem SSG.»enliffln: Keim»ei Ebing". LSG. Wrbdinq: Keim»otenburger Sir. z sZioie Schulet.»Russische Schulen." Bergstr. 29, pünktlich 2l Ubr. Tbemg:„Rußland— Voriräge, Vereine nndVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sedastianstr. 87 /SS, Hof J Ar. Mittwoch, 25. September. RenMl-.Briß, Zungbanner: 20 Mr»it. . gliederpersammlung bei Balewski, Boddinstr. 57. Erschilnen Pflicht. Treptow sKämeradfKattV. Iiingkamert, R-senthai 6 dl« Arbeit in der weltlich Über Anssprachc «wN».»««. Donnerstag. 28. Sepien»«.« Vtn, ■"•'- LichtbÄ-roor uler Str. 40—tl.-ntereslanter Lichtbild-rvoilv chen Schule. Referent Rektor Priebe. Anschließe: Sport. Rennen ju hoppegarten am Dienstag, dem 24. September. 1. Rennen. Machvoran lSchablini, 2. Kaletra, S. NobilitaS. Toto l.?:ia P!aß: 10,12,12:10. Ferner liejev: Grosella. Eisenhagel. Kurjs� schlug. Redojip. 2. Renne». 1 Rdjnteb(ES. Korb). 2. Jsola. 8. Tongola. Toto: 35:10. Platz: 17. 36, 32:10 Ferner liefen: Aullocia, Monte Carlo. Schlotznbr, Bentheim, Herode«. Flotte Fahrt, Friederike, RoSwttha, Vigilan!. Fettdal, Fagdpalftoa, Jndiga. Uabell. S. R e» n« n. 1. Iwo(Rehmisch), 2. Cmna, 3. OttS. Toto: SS 1 10, Platz: 24, 41:10. Ferner lies«»: Tehde. Junker. 4. Rennen 1. Stromschnelle(Huguenin), 2. Jdedar, 3. Mellilu? Toto: 27:10. Platz: 16,36:10. Ferner Uesen: Trunkenbold. Bellmo. Mangrode. 5. Rennen. 1. Fockenbach(M. Schmidt), 2. Teutonc. S. Oulsisano. Toto: 16:10. Platz: 12. 16:10. Ferner liefen: Faro. Hetderosc. 6. R e n n« n. 1. Kerner(2. Varga), 2. Grazgräfin. 3. Orseria. Toto' 226:10. Platz: 51. IS. 33:10. Ferner liefen- Marketenderin, Doralidc. Lambert. Armin, Leichte« Geld, Animator, Lriholder, Ofises. JlZchen. 7. Rennen. 1. Parmenide«(Huguenini, 2. Canie, 3. Fern«. Toto: 17 r 10. Platz: 11, 14:10. Ferner lies: ÄdamlnnZ. wetlerberichl der iffeatlichen wetterdienststeve Serstn und Umgegend (Rachdr. derb.) Temperaturen im ganzen wenig verändert. Nacht« pielsach vodenirSste. weiterbin trocken und heiter. Morgen« etwa« neblig. schwacheLus!- bewegung au» Nord di« Ost.— Aste ventschland: Ucberall trocken und meist heiter, jedoch morgen» vielfach neblig. Nacht« kalt, verbreitete Bodensiöste. vn�Qit xi/Yeli ist es nötig, die Wäsche, die längere Zeit gelegen hat oder durch ungeeignete Behandlung unansehnlich geworden ist, zu bleichen. Bereiten Sie sich eine kalte Silläuge, legen Sie die vorher in Henko» Bleichsoda eingeweichte Wäsche hinein, und kochen Sie eine gute Viertelstunde. Der Erfolg ist: tadellose schneeweiße und frisch- duftende Wäsche. l©j !«! zum Bleichen Siaais-Oper Arn Pl.d.Republ. Vorst 52 >»>-- Uhr Die StaalLSdiastph. toi GendatmoDiiurlrt A.-V. 178 20 Uhr SIMSetiMeaUarltb. 20 Uhr SxS--» TIP. I lenML ( mi«V, ist: Botamu tat Duert»vi»» ft»Im iMteilsg» 5 Uiir 60 ff. tll 3 Bart Ilal tl,». S»»»t 6 ll>f 1 H» 6 B»rt Orlcinal• Rasfellt nsw. ragi.» II. au sonnua.s« 8» | Al*x. C. 4. 8066 1 INTERNAT. VARIETE Gustav Härtung Renaissance-Theater IUebcr CO Mal> rv» Uhr Die heilige Flamme «•V.&Maugham, tab.-Gutt Härtung_ bfelaptatj 8 1, 0901°. 2603/84. Hartntergitr. 8. GROSSES SCHAUSPIELHAUS t-igl. 8 Ubr Regie; ERIK CHRRELl Bfiomt-iBisioimog: Prot. Imst stero. 1/ K Uhr Stfr nachm. ungekürzte /sd Uilf Vorst zu RaiDcn Preisen. CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. TsigUdi 8V< Uhr nur noeo wenige AitfianruRsen Wem nsliörl mein Mann! Dazu ein erstkl. bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1— 4 Personen Pauteuil nur 1.28 Sessel 1.78 NL, Sonstige Preise: Parkett u. Rang ft.80 M Rose- Theater, Grobe Fr anlrfnrler Str. 133. Täglich 8,13 Uhr (Sonntags 518 u. 9 Uhr) DEe Weber von Ger hext Hauptmesn Jeden'onnabend 8.00 Uhr und jeden Sonntag 2.10 Uhr schneeuiitichen und dla sieden zworge Vorancelge; Ab 2. Okt jad. Mittwoch 3 U- nachm.: Das tapfere sclinelderieln Raichshallaii-Theal«r_ Abend*[T] Sonntag nachm.|T| Das Fest- Programm der siemner sanier nur noch bis 30. September, 1 Nachmittags halbe Preise. f Billettbest Zentrum 112 63 | Dönhoff. Brettl 1 Varlott— Tenz Falkner-Orchester. Voutsmume rtiite uinitwiiialj Täglich 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regle- Karl Heinz Martin SiiatlMIIItr-Tli« 8 Uhr 2*2= 5 staatuporaanau dtr Bopofilik 7»A Uhr Die FlederiMDs Plscator« BObne b'« Uhr DerKaufmann von Berlin TUat.aaioin.Tor Kottbuaser Str. 6 Ttgl.aUhr auch Sonn«. rech m. 3 U. Uwe. sanier Des Saotaiabtr-SÄliaep �—'* p-JSsesssl- Direktion Or. Robert Klein Deatsebas Iflnsller-Tbeal. Barbarossa 3937 8-/4 Uhr- Die aodere Saite ItrllDer TDeatei OönhofflTO 8V'4 U Ivel Iravatiu von Georg Kaisei Musik Spollansky Kleines Tiieat Merkur 1624 Täglich 8V4 Uhr Max Adalbert als Raute am Flügel Rudolf Nclaon Lessing-Tiieater Norden 10846 Gruppe langer Sdieoepisler Täglich S-/4 Uhr cyankai! I 218 von flMlMI M Lastsplelhans Friedrlchstr. 736 Bergmann 2922 Täglich 8>l4 Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank »iMVZly-NM Tkeeter ia der Kanlgjratier» trade W* Uhr Bannibalante Portas Komädienhaue Täglich SV. Uhr Luttspiel von Julius Berstl Trianon-Th-'l�r Täglich SV« Uhr Doror.Lastxpltltrtolg Das kommt doeh alle Tage vor Johannes Riemann, Vllmar.AknaT.Max Lande, Lotte Klfnder Metropol-Td. Tägl. SV» Uhr Narlctta Uoslk v. Oskar Slrans Käthe Dorcch Mldiacl Bohnen B esonden wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN Im „Vorwärts" und trotzdem NWIUgN Am Freitag, dem 90. Sevtemder, Z1>/,UHr. verschied mein lieb» Monn und unser Bat», der Form» Otto Weber durch Eisenbahnunfall. Die« zeigen tielbettübt an Wwe. Angnete Weher n. Kinder «erichiftr 39 Di« Einäscherung findet Feettag. den 27. September,}TL Uhr. tm Krematorium Gcrichiftr. statt. Dentidier Kelallarbeiter-ferbaDil Verwallunpsslelle Berlin Tedesanielge Den Mstgliedern zur Nacheicht, daß unser Kollege, der Klempner Oustav Scbtiltoe geb. 3 März 1869, am 22. September gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Di« Einäscherung findet Donner»« tag. den 26. September, 18'/» Uhr. im Krematorium Baumschuienweg, Kiefholzstraß-, statt Rege Beteiligung ermattet Ol« OcksoetwaKung. Für die vielen Beweil« herzlich» TeUnahm« bel der Belldiguug meine, lieben Manne«, de» Reoisor» Hölllrivb Mob KrWg sag« ich allen Bekannten. tn«beionder« den Kollegen der Firma----- nsterdamer und den Bewohn, rn de» Malplaquetstt. 28/26 und Straß» 34 besten Dank. Ww, Maria Grönlk Malplaquetstr. 2E/üd. Dankaaguna« Für bis zahlreich» Beteiligung bei der Beerdigung uns»» lieben Mutter ftrmi Klatar sagen wir allen Bekannten, sowie den Parteigenossen der 81. Adleiluug. inobeiondei, dem Genosse» Richter, un|»«n herzlichsten Sank. 01« Zurfick; Dr. Freymann Ch&rl., Knobelsdorffstr. 10 Vorverkauf MCh Im Pavillon der Reln- hardtbühnen, Kurtürstendamm, Ecke UhlandstraBe Bismarck 446/449 Deotidies meater D.I. 8U, Norden 12310 Ende gsgenll Die FledermaDS Musik v.Joh.StrauB. Regie: Max Reinhardt. Dirigent E.W. Komeold. Ausstatt«. UKainer Kaminerspiele D-l- Norden 12310 8'/», Ende gegen 10 V» Oer ünviilerstelelie Komödie von Qeraldyund Spitzer Regle: Gustaf Orflndgens Die Komödie J I Bismck.2414/7SI6 8>A Uhr Ende geg. 1015 Uhr Kolportatfc Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel TbeaL a. Westens Täglich 8' 4 Uhr Sonnab u. Sonntag « und S'/i Uhr Der Welterfolg Friederike Musik von Freas Lehar Planet arl mn — an» ZeoW!' ftr Stedlangibaalca sofort gesucht Nur Bewerber, die langjährige Zeugnisse von Berliner Grollfirmen im Wohnungsbau besitzen, werden berücksichtigt Boswau& ftnauer fl.-s, MohrenitTaftc 49. 6 f zewssswM werden so'ort eingesteüt. Meldungen nachmittags 2 bis 6 Uhr Vorwärts'Filiale Moabit Wi-helmshavener Straße 48. zum Wickeln v. Translonr.atorenspulen Or. Seorg Seibt Bedio-Schöneberg, Fßurigßtraßa 54