Nr. 43. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierfel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzelle oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen= tagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " S Donnerstag, den 20. Februar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: = = Die Köln Rottweiler Gesellschaft mußte, um sich ihre Monopolstellung zu sichern, mit einer ganzen Reihe anderer großen Fabriken in Kartellverhältniß treten, denen sie a us ihrem Profit theilweise ganz gewaltige Summen zahlt. Die Konkurrenz, das gegenseitige Sich Unterbieten, mußte, geringer erscheinen zu lassen und gleichzeitig die Die deutschen Pulverkönige. durch welches die Abnehmer des Pulvers, also vor allem Aktionäre der Verschmelzung günstig zu stimmen. Der deutsche Pulverring und das die Militärverwaltung allein vor Uebertheuerung geschützt Bei Beurtheilung der 12 Prozent Dividende, welche die Militär Pulvergeschäft" betitelt sich eine soeben war, wurde im Jahre 1884 durch die einfache Ver- vereinigte Köln Rottweiler Gesellschaft seitdem im Durcherschienene Broschüre, deren offenbar außerordentlich sach- tragsklausel, daß Gewinn und Verlust beider Unter schnitt zahlte, darf das nicht übersehen werden. Vor allem fundiger und eingeweihter Verfasser sich Georg Feuchter nehmungen fortan gleichmäßig vertheilt werden sollte, aus müssen aber, um sich ein ungefähres Bild von den neuen nennt. Es ist ein äußerst werthvoller Beitrag zur Be- der Welt geschafft. Keine der beiden großen Unternehmungen Profiten zu machen, die enormen Abgaben" der GesellLeuchtung der intimen Beziehungen zwischen hatte fortan einen Vortheil davon, durch billigeres Anschaft in betracht gezogen werden, wofür die Broschüre dem industriellen Großkapital und dem gebot der anderen ihre Aufträge abzujagen; der Gegensatz des Herrn Feuchter ein außerordentlich interessantes zahlenMilitarism u 3. Die hier mitgetheilten Thatsachen der Interessen löste sich in die Harmonie solidarischer mäßiges Material liefert. sind derart, daß sie das allergrößte Interesse für die deut- Preistreiberei auf. fchen Steuerzahler haben. Hier thut eingehendste Untersuchung und öffentliche Diskussion noth, denn es sind nach der Darstellung des Verfassers die deutschen Steuer 3ahler selbst, welche der Ausbeutung des großen kriegsindustriellen Kapitals überliefert werden. Der Staat er scheint nach diesen Angaben direkt und unmittelbar als großer Millionärszüchter, was ja auch nach Bismarck'scher Auffassung seiner Aufgabe wohl entspricht. Bebel hat gestern im Reichstage die Frage angeschnitten. Wir faffen hier den Hauptinhalt der Broschüre noch einmal kurz zusammen. Feuchter beginnt mit einem Rückblick auf die Geschichte der Rottweiler Pulverfabrit, welche unter der Leitung des Herrn Duttenhofer Keim und Basis des heutigen Pulverringes geworden ist. Anfang der 70er Jahre wurde das Etablissement bereits in eine Aktiengesellschaft verwandelt und begann damit, die kleineren Konkurrenten im Süden aufzukaufen. 1876 faßte die Rottweiler Gesellschaft durch Gründung der mächtigen Pulverfabrik Dineberg bei ham burg auch im Norden Posto, und von hier ab dativt eine Periode mächtigen Aufschwungs. Das neue Etablissement wurde auf eine unmittelbar an der Elbe gelegene Sanddüne gebaut und zahlt an den Besitzer derselben eine jährliche Pacht von 19 000 M. Der glückliche Besitzer, der diesen enormen Gewinn von sonst unfruchtbarem Boden ein streicht, ist merkwürdigerweise Herr von Bismard. Trotz des Kartells blieben die Handelspulverpreise ziemlich gedrückt, der Hauptschnitt wurde nach wie vor bei Lieferung von Militärpulver gemacht und die meisten diefer lukrativen Staatsaufträge fielen nach wie vor So erhielt die Dynamit Aktiengesellschaft den Rottweil Hamburgern zu, die von ihren schwellenden in Hamburg nach den Briefen des Kölner ZentralGewinnsten nunmehr auch die Schwestergesellschaft speisten. bureaus in 24 Jahren über 1½ Millionen Mark, Rottweil- Hamburg fuhr indessen nicht übel dabei, es konnte die Firma Krupp in Essen in 21/2 Jahren trotz aller Abgaben seinen Aktionären in der Zeit von 1884 anvertragsmäßigen Vergütungen aus dem Geschützbis 1889 eine Durchschnittsdividende von 19-20 pCt. ver- pulver" über 1/2 Million. Herr Alfred Nobel, theilen. Und die Zukunft schien sich noch rosiger zu ge- der internationale Dynamittönig, Besitzer vieler Dynamit stalten, als das rau ch schwache Pulver am Horizont fabriken, dessen Erfindung, wie bereits erwähnt, die Ham auftauchte. burg- Rottweiler Gesellschaft seinerzeit benutzt hatte, bezog in 22 Jahren sogar noch ein wenig mehr, nämlich 618235 M. Dazu kamen dann noch die Tantièmen und Vergütungen, die Herr Duttenhofer sich bei der Verschmelzung gesichert hat. Dieselben belaufen sich in drei Jahren nach Feuchter's Berechnung auf 8-900 000 M. Herr Heidemann, der frühere Leiter der Rheinisch- Westfälischen Werke, gegen wärtig Generaldirektor des Ringes, dürfte ungefähr ebensoviel annettiren. Die 10-12 Aufsichtsräthe", nothleidende Großindustrielle, Bankiers, Millionäre u. s. 1. haben in den 5 Jahren 90-94 über 1 300 000 m. geschluckt. Obgleich die entscheidende Erfindung des Gewehr blättchen Pulvers nicht von der Rottweil- Düne berger Fabrik gemacht wurde, erhielt sie doch sofort die größten Lieferungsaufträge. " Es folgt noch eine ganze Reihe kleinerer Abgaben, auch exiflirt ein beträchtliches Ronto für geheime Kosten", über dessen Bestimmung es höchst interessant wäre, näheres zu erfahren. Auch die Fabrikation des neuen rauch schwachen Gefchüßpulvers fiel dieser Gesellschaft, nachdem sie die patentirte Erfindung des Dynamittönigs Nobel sich zu eigen gemacht hatte, anheim. Hier waren Millionen zu verdienen, nur mußte das Monopol gewahrt, die Preise des neuen Fabrikats möglichst hochgeschraubt, und andererseits, um öffentlichen Skandal zu vermeiden, die wirkliche Gewinnsthöhe, d. h. der Tribut, den der Staat an das PulverGroßfapital zahlte, verschleiert werden. Es wächst der Mensch mit seinen höheren Zwecken. Das Kartell, welches, wenn es auch die Gewinntheilung der Rheinisch- West- Da die Köln- Rottweiler Fabriken nur über ein Aktien Jedenfalls sorgte ein gütiges Geschick dafür, daß der fälischen und der Rottweil- Hamburger Gesellschaft statuirte, kapital von 161/2 Millionen verfügen, da dieses Kapital Gesellschaft die Zahlung der hohen Pachtsumme nicht zu doch den Extragewinn aus den Staatsaufträgen der letzteren außerdem, wie wir gesehen, zum theil nur nominal ist, da schwer wurde. Die Herstellung des neuerfundenen braunen Gesellschaft rechnungsmäßig noch immer deutlich erkennen ferner die Gesellschaft, abgesehen davon, daß sie eine hohe prismatischen Geschützpulvers brachte ihr ganz enorme ließ, wurde am 1. Januar 1890 durch eine völlige Ver Durchschnittsdividende von 12 pCt. zahlt, noch so enorme Summen, so daß in den Jahren 1872-1884 eine Durchschmelzung beider Gesellschaften ersetzt, so daß nunmehr Summen an ihre Freunde abgiebt, so kann man sich an schnittsdividende von 16 Prozent vertheilt werden konnte. der Mindergewinn der Rheinisch- Westfälischen mit dem den fünf Fingern abzählen, daß der wirkliche Profit, den Es galt nun, diese günstige Konjunktur, die den Aufträgen Mehrgewinn der Rottweil- Hamburger Gesellschaft zu einer sie macht, nach kapitalistischen Begriffen außer allem Verder Militärverwaltung geschuldet war, nach Möglichkeit untrennbaren Einheit zusammenfloß. Vor allem wurde hältniß zu den eingezahlten Kapital steht. Noch mehr. Wie aufrecht zu erhalten und auszunuzen. Konkurrenzgefahr aber das bei Dividenden- Verschleierungen mit recht so be- Feuchter aus den Geschäftsberichten nachweist, wirst das drohte vor allem von der Aktiengesellschaft der Verliebte Mittel der nominellen Kapitalerhöhung angewandt. Handelspulver, welches die in Rheinland- Westfalen einigten Rheinisch- Westfälischen Pulver So sollten bei der Verschmelzung die Hamburger gelegenen Fabriken der Gesellschaft hauptsächlich erzeugen, nur fabriken", die vornehmlich allerdings nur Handels- Aktionäre, um ihre Aktienzahl zu verdoppeln, nur geringen Gewinn ab. Die eigentliche Quelle des Millionens pulver produzirte. Was lag da also näher, als zur be- 60 pCt. pCt. des. nominellen Aktienwerthes nachzahlen, stroms sind die Rottweil Hamburger Etablissements, quemeren Ausbeutung des deutschen Steuerzahlers mit ihr ein ausgezeichnetes Mittel, unt den Gewinn, der welche das rauchlose Gewehr- und rauchschwache Geschützin ein Karte II zu treten. nun auf ein größeres Nominalkapital fich vertheilen pulver für die Militärverwaltung herstellen. Die Preise, 59 Clotilde. " " " Ich weiß, was in Dir vorgeht, Eugen," hauchte Die wenigen Mittel, die er bei sich führte, halfen ( Nachbruck verboten.) Clotilde: Gieb mir den letzten Ruß, laß mich zu einer hier nicht. Eine schwere Krankheit war im Anzuge, die Ophelia werden, Du kannst mich nicht mehr lieben, ich kann nur durch Ruhe und sorgsame Pflege gemildert werden nicht länger leben." fonnte. Roman aus der Gegenwart von H. M. M. von Walthausen. Das Verhör war zu Ende. Die Beamten packten mit derselben langsamen Gemessenheit ein, wie sie ausgepackt. Tann fagte der Polizeirath zu Langenberg: " Herr Doktor, es steht Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin nichts mehr im Wege zum Gebrauche Ihrer vollen Freiheit." Er winkte seinen Gehilfen und sie verließen das Zimmer einzeln. Dann verbeugte er sich und ging mit Palavi zur Thür hinaus. Langenberg und seine Frau waren frei und doch saßen sie da, wie gefesselt. Was kannst Du reine Blume dafür," rief Langenberg und füßte Clotilden auf die Stirn. Sage niir: hattest Du nie eine Ahnung, wer-Langenberg ward besorgt. Im fremden Lande, bei fremden Leuten eine lange Krankheit abwarten müssen er, den sonst nichts aus Ein böser Traum sagte es mir, da kamist Du der Faffung brachte, wurde unruhig. Er setzte sich an wolltest sie mich retten, wenn ich Dir meine Hand ihr Bett. reichte da erwachte ich. Wie gern wurde ich die Sie regte sich nicht fie war in tiefen Schlaf ge= Deine, denn Du liebtest mich, ich wollte Dich glücklich sunken nach der furchtbaren Aufregung.. Doch ihr Puls machen nun bist Du unglücklich- durch mich." flog förmlich. Clotilde!" " - ihn. " Laß mich, Eugen! Laß mich sterben!" " Thorheit! Leben sollst Du, mußt Du, denn Du haft keinen Theil an aller Schuld. Aber ich bin nicht so schuld los, als Du meinst. Ich habe wissentlich dazu beigetragen, Clotilde rang nach Worten, ach! sie schwieg. daß ein paar Unschuldige verurtheilt wurden. Deile frische Luft zu athmen. Eugen blickte starr vor sich hin. Allerlei Gedanken gieb ihnen alles, was Du mir geschenft, alles, was ich durchjagten sein Hirn. Was er geahnt, als gewiß an- befize!" genommen, war zur Wahrheit geworden. Er hatte seinen„ Eugen! Eugen!" rief sie und sank nieder zu seinen Verdacht niedergekämpft mit allen Mitteln; vor seinem Füßen, meine Sinne schwinden, wenn ich an meine eisernen Willen: er müsse Clotilden die Seine nennen, Eltern denke, an das, was kommen muß mußten alle Bedenken fallen. fterbe!" ach! ich Jetzt, sobald schon war es an den Tag gekommen, wer Nein, leben müssen wir, um die Schuld zu fühnen! die eigentlichen Verbrecher waren, und wodurch durch Komm! Empor! In eine fremde Gegend, in ein fernes die Mitgift, von der er doch garnichts mitzunehmen brauchte, Land wollen wir ziehen, dort sollst Du neu aufleben, gedenn er war vermögend. faßt, getröstet sollst Du empfinden, wie heiß ich Dich liebe Welch einen Auftritt hatte er hier und auf offener und Du wirst mich doch was ist Dir?" Straße erlebt? Clotilde hörte ihn wohl schon lange nicht mehr. Ihr Ropf lag wie bewußtlos auf seinen Knien. Jeßt durchzuckte sie ein Fieberanfall, sie saut ohumächtig zu Boden. Eugen fing fie noch auf in seinen Armen, mit aller Kraft schleppte er die halb Entseelte nach ihrem Bett und legte sie dort nieder. Wie viele solcher kompromittirenden Szenen konnten noch folgen? Das mußte unerträglich werden. Ein Schauer durchzuckte ihn, als er daran dachte: die Tochter von Raubmördern sein Weib! Ta fühlte er sich aus seinem dumpfen Hinbrüten erwedt und von weichen Armen unschlungen. Das war nicht Ohnmacht allein, Clotilde war ernstlich trant. Ihr Buls fieberte. Langenberg ging angstvoll im Zimmer umher, er riß das Fenster auf. Die noch vorhandene Polizei Atmosphäre bedrückte Er fühlte sich selbst beengt, erregt und erschöpft. Er trat ans Fenster, sah in die Nacht hinaus, um Blickte nicht dort ein Mann zu seinem eben geöffneten Fenster empor? War das nicht Theodor von Nürdorf? Richtig. Jetzt ging er wieder und am Gange erkannte er ihn vollends. Bald darauf ertönte unten ein Schuß! Theodor, ich komme!" erklang es wie von unten. Langenberg erschrat; er blickte wieder aus dem Fenster, seine Eifersucht war verflogen, sein ärztliches Gewissen mahnte ihn hinaus zu dem Verwundeten, aber er konnte Clotilden nicht allein lassen. Theodor hörte er hinter sich leise rufen. Was war das? Phantafirte Clotilde? Hatte er sich getäuscht? Er trat au ihr Bett. Sie athmete hastig in Fieberhize. Hier lag Gefahr im Verzuge, er mußte Linderung, Hilfe schaffen. Er setzte sich hin, schrieb ein Rezept auf und wollte eben die Klingelschuur ziehen. Da hörte er:" Eugen, hilf ihm, er verblutet für mich." Es war Clotilde, sie sprach im Fieber. Oder träumte sie? ( Fortfegung folgt.) Jm Berliner Tageblatt" scheint man den Vorwärts" nicht eben fleißig zu lesen. Sonst müßte man dort wissen, daß dieselben Liebenswürdigkeiten, die es hier rügt, in nächster Nähe baruimer Kreises seit Jahr und Tag flott im Schwange find. Berlins, nämlich in vielen Orten des Teltower- und Nieder die der Staat für das Produkt dieser Fabriken zahlt, find sollte, würde der Willkür der Polizei Thür und Thor geöffnet; denn es, aus denen all' dieser Parasitengewinnst in legter Reihe dieselbe wird dann auch leicht Anlaß finden, für bestimmte Lokale, wesentlich bestritten wird. Die wirkliche Profitrate, welche die zu Versammlungen benutzt werden, eine noch frühere Polizeidie Erzeugung des rauchlosen Pulvers abwirft, findet man stunde festzusetzen. Und da es unmöglich ist, in einer großen nur, wenn man den Gewinnst auf das in diesen beiden Stadt alle Lokale auf die Beobachtung der Polizeistunde hin Fabriken steckende Rapital berechnet. Das gäbe aber einen autontrolliren, so wird man sich darauf beschränken, einzelne verrufene Lokale und die Versammlungen der Oppositions. Wuchergewinn, der alles sonst dagewesene in den Schatten parteien zu überwachen. Die Versammlungen der anderen stellt. Parteien glauben sich von der Polizei nicht überwacht und Die Preise, welche der Staat für das neue rauch lose tehren sich daher auch nicht an die Polizeistunde." Pulver zahlt, übersteigen nach Feuchter's Schäzung den Fabrikationswerth desselben um etwa 100 pCt. Wie ließen sich auch sonst die enormen Profite erklären? Sehr bezeichnend ist es dabei, daß an Privatkunden dies Pulver zu einem bedeutend niedrigeren Preise abgegeben wird, so daß nach Feuchter's Berechnung der Staat in den Jahren 90 Tageszeitung" meldet, daß die Handelskammern folgendes Ausnahmetarife für ruffisches Getreide. Die„ Deutsche bis 93 allein au Ueberschüssen über diesen Privatpreis Schreiben von den Eisenbahn- Direktionen erhalten haben: Bisetwa 3 Millionen bezahlt hat. Daß für die Arbeiter der her bestanden für den Getreideverkehr von Rußland nach Deutschsonst so splendiden Fabriken trotz der großen Berufsgefahr land direkte Frachtsäge nur nach wenigen Hafenplägen nur in fümmerlichster Weise gesorgt wird, ist zu selbst- an der Ostsee. Auf Wunsch der russischen Eisenbahnen sollen verständlich, als daß es noch besonderer Erwähnung mit Genehmigung des zuständigen Reffortministers jetzt auch nach bedürfte. deutschen Binnenstationen direkte Getreidefrachtsähe von Rußland Es fragt sich: Weiß man in den zuständigen Kreisen erstrebt werden, soweit hierzu ein wirkliches Verkehrsbedürfniß nichts von vorhanden ist. In diese Tarife werden deutscherseits lediglich den Wucherpraktiken des Pulverringes, die Säge des internen Tarifs, d. i. des Spezialtarifs I, mit halber oder wie erklärt es sich, daß, während der Staat Abfertigungsgebühr und soweit Ausnahmetarife bestehen, die Säße an den Gehältern seiner Unterbeamten in unglaublicher dieser nebst voller Abfertigungsgebühr eingerechnet, welche Säße Weise knaufert, hier Millionen und Millionen leichter an die russischen Tarife nach den Grenzübergangspunkten angestoßen Hand für Pulver so verpulvert werden? Der Staat selber werden. Mit Rücksicht hierauf ersuchen wir die Handelskammer ist im Besiz von Pulverfabriken, er wird über die ergebenst, uns gefälligst mit thunlichster Beschleunigung angeben Roften des in eigener Regie erzeugten Pulvers Aus- zu wollen, ob und eventuell nach welchen Orten des dortigen Tunft geben müssen. Die Vergleichung dieser eigenen Fa. Bezirks ein wirkliches Bedürfniß für die Einführung derartiger direkter Getreidetarife aus Rußland besteht. Da die bezüglichen brikationskosten mit den Ringpreisen wird die Größe der Tarifarbeiten mit den russischen Bahnen schon Anfang März be Ausbeutung ziffernmäßig tlar erkennen lassen. Die Steuer- ginnen sollen, ersuchen wir Ihre Rückäußerung hierauf uns gezahler werden aber selbstverständlich nicht nur genaue fälligst noch vorher zukommen zu laffen." Untersuchung dieses Falles, sondern auch eine radikale Befeitigung dieser Preistreibereien zu verlangen haben. Nichts leichter für einen Staat, der selber Bulverfabriken befißt, als durch die Drohung, daß er sein Pulver selber produziren werde, allen Widerstand des Ringes cinfach niederzubrechen. Politische Mebersicht. Berlin, 19. Februar. wurde durch Erlaß der preußischen Regierung der GeschäftsDen amerikanischen Versicherungs- Gesellschaften betrieb in Breußen theilweise unmöglich gemacht. Wie aus Washington gemeldet wird, hat Präsident Cleveland dem Rongreß den Notenwechsel mit der deutschen Regierung über die Ausschließung der amerikanischen Versicherungs- Gesellschaften vorgelegt. Aus den Aftenstüden gehe hervor, daß Deutschland einwillige, die Frage von Neuem zu prüfen. Jm Staate New York hat der preußische Erlaß Das preußische Abgeordnetenhaus erklärte am Mittwoch zunächst den Bericht über die Ausführung verschiedener Gefeße, indeß bereits zu Wiedervergeltungen geführt. Wie betr. den Erwerb von Privatbahnen für den Staat die National- Zeitung" mittheilt, wurde in der Legislatur durch Kenntnißnahme für erledigt. Nachdem sodann einige An- ein Gesetz mit 104 gegen 21 Stimmen angenommen, träge ohne allgemeines Intereffe und eine große Reihe von das in der Uebersetzung lautet: Petitionen meist durch Uebergang zur Tagesordnung er ledigt waren, wurde der Etat der Bauverwaltung in zweiter Lesung bewilligt. Am Donnerstag steht die zweite Berathung des Etats für Handel und Gewerbe auf der Tagesordnung. " Theiles der Interpellation erwartet werden darf, ist zur Zeit nicht möglich, weil die in dieser Beziehung unternommenen Vorarbeiten zu einer Beschlußfassung des königlichen Staatsministeriums noch nicht geführt haben." meine Und Herr Minister v. Berlepsch erklärte damals gegen Ausführungen: So erklärt es sich auch, daß in den Bestre bungen zu gunsten der Arbeiter und in der Ausführung des faiserlichen Erlasses vom Februar 1890 gegen über dem Jahre 1890 allerdings eine Verzögerung eingetreten ist. Diese Verzögerung ist aber nicht darauf zurückzu führen, daß, wie der Herr Vorredner sagt, das soziale Königthum vor den Interessen der Arbeitgeber fapitulirt hat, nicht darauf zurückzuführen, daß die Staatsregierung- wie die Herren sich geschmackvoll auszudrücken belieben die Kommis des Unternehmerthums sind, sondern darauf, daß jede Maßnahme, mag sie noch so wohlmeinend, noch so nüglich für die Arbeiter sein, von der sozialdemokratischen Agitation und Führung vergiftet wird bis in ihr legtes Moment. ( Sehr wahr! rechts. Widerspruch bei den Sozials demokraten.) " Daß das der Staatsregierung zu Bedenken Anlaß giebt, und ihr den Gedanken nahelegt, zu zögern und wohl zu überlegen, ob sie nicht dieser Bergiftungsmarime durch ihre Maßregeln Vorschub leistet, das ist doch wohl ein begreiflicher Standpunkt." mit Und Herr Minister v. Berlepsch schloß seine Ausführungen den Worten: Also nochmals furz: nicht der Umstand, daß die Staatss diese regierung sich in den Dienst der Unternehmer stellt Phrase ist schon so oft gebraucht und gehört zu den jenigen, die der Herr Kriegsminister neulich mit recht als nur Verachtung verdienend bezeichnet Verachtung verdienend hat ist es, das sie abhält, in der Frage der Regelung der Arbeiter vertretung schneller weiter zu gehen, als es bisher geschehen ist, sondern lediglich das Gebot der Vorsicht, nicht ein Gesetz zu machen, ehe es dahin geprüft ist, ob nicht die sozialdemokratische Agitation durch dasselbe gestärkt wird, ob nicht die sozialdemokratischen Agitatoren durch ein solches Gesetz in die Lage versezt werden, das Gift, welches sie in unsere Arbeiterklassen tragen, in stärkeren Dosen anzuwenden." Ich glaube, gegenüber dem Wortlaut dieser Erklärung keinen Anlaß zu haben, zu widerrufen, wie der Geheime Ober- Regierungsrath Roenigs von mir verlangt, sondern ich halte fie vielmehr nach wie vor für eine Bestätigung meiner Auffassung, daß diefe Verzögerung der Sozialreform heute trog aller diplomatischen Verklausulirung einem Aufgeben des Gedankens der Durchführung der Februar Erlasse gleichkomme, und ich kann heute nur wiederholen, was ich damals im Reichstage fagte: " Man müßte ein unheilbarer Optimist fein, wenn man noch irgend welche Hoffnung auf Verwirklichung hegte." Berlin, 19. Februar 1896. R. Fischer, Mitglied des Reichstages. * * * Deutsches Reich. Wann immer es dem Superintendenten des Versicherungswesens als erwiesen erscheint, daß die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb in dem Gebiete eines andern Staates den Gesellschaften, welche gemäß den Gesetzen unseres Staates organisirt worden find, verweigert wird, vorausgeseht, daß diese Gesellschaften von-An die sämmtlichen Gemeindevorsteher Zur Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. seiten des Superintendenten des Versicherungswesens ein Zeugniß de 3 Kreises Holzminden in Braunschweig ist, Am Sonntag, den 5. Januar, wurde in der Flämischen hielten, und vorausgesetzt, daß diese Gesellschaften allen gerechten" die ihnen als„ Ortspolizeibeamten" die Antheilnahme an poli ihrer Zahlungsfähigkeit und guter Verwaltung ausgestellt er wie das Berliner Tageblatt" berichtet, eine Verfügung ergangen, Straße zu Kiel der 36jährige verheirathete Klempnergeselle Anforderungen der Gesetze eines fremden Staates entsprochen tischen Vereinen untersagt. Es handelt sich dabei indessen nur Joseph Schobeck wegen lauten Standalirens verhaftet. Sch. haben bezüglich der Hinterlegung von Geldern oder Sicherheiten um außerordentlich harmlose Umsturzbestrebungen. Die Gemeinde ift Alkoholist, bereits zweimal wegen delirium tremens bei den Regierungen fremder Staaten, soll der Super- vorsteher hatten sich in größerer Anzahl an der welfifchen in ärztlicher Behandlung gewesen und war an dem intendent des Versicherungswesens in jedem solchen Falle sofort Agitation betheiligt, und der letzte in diesem Monat abs fraglichen Tage wieder einmal nicht Herr einmal nicht Herr seiner jede Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb jeder unter den Gefeßen des gehaltene Parteitag der braunschweigischen Rechtspartei scheint Sinne. Auf dem Wege zum Polizeigefängniß, wohin Geimathſtaates organisirten und zum Geschäftsbetrieb in diesem der Regierung Anlaß zu diesem Vorgehen gegeben zu haben. eine größere Menschenmenge folgte, soll sich Staate zugelaffenen Gesellschaft entziehen und soll jedes Zertifikat Leipzig, 17. Februar.( Gig. Ber.) in der Zukunft verweigern so lange, bis ein von ihm ausgestelltes ( 3yr Lage in Sch. einer Majestätsbeleidigung dem Polizeibeamten gegen Bertifikat von dem fremden Staate anerkannt werden wird." Sachsen.) Die sächsischen Reaktionäre leisten sich Ucberarbeit. über schuldig gemacht haben. In der am Dienstag vor der Dieses Gesetz wird zweifellos in Berlin die Neigung Die Deputation, welche den Wahlgefeh- Entwurf durchzupeitschen Kieler Straftammer stattgefundenen Verhandlung beantragte verstärken, baldmöglichst in allen Theilen befriedigende Ab- bat, ist heute schon eifrig an der Arbeit. Minister v. Messch der Staatsanwalt vier Monate Gefängniß und kommen zu stande zu bringen. 1 Woche Haft wegen Ruheſtörung. Das Gericht entsprach dem Antrage des Staatsanwalts, indem es bei der Abmessung der Strafe die Unbescholtenheit und die Trunken heit in betracht zog, dagegen nicht die Ueberzeugung erlangen konnte, daß der Angeklagte finnlos betrunken war. Sch. gehört zu den Arbeitern, die weder organisirt sind, noch sich selbst um öffentliche Angelegenheiten bekümmern. " nun = Geh. Ober Regierungsrath G. Koenigs sandte uns eine Zuschrift folgenden Inhalts: selbst tann es taum erwarten, bis die Vorlage als Gesetz unter Dach und Fach ist. Verfügen Sie über mich den ganzen Tag, äußerte er sich zu einem Mitgliede der Deputation. Es drängt, denn der Widerstand im bürgerlichen Lager fängt an, unbequemt werden und die Opposition der Arbeiterklasse noch ganz gewichiia In der 2. Beilage der Nummer 41 des Vorwärts" befindet zu unterstützen. Bisher wies die nationalliberale, tonfervative sich ein Referat über die Rede des Abgeordneten Fischer im und Regierungspresse die Angriffe der Opposition immer mit Feen- Palast. Derselbe erinnert daran, daß Minister überlegener Vornehmthuerei ab, die ganze Bewegung beruhe auf von Berlepsch, der zur Durchführung der Sozialreform berufen falscher, übertriebener Darstellung der Vorlage und ihrer war, geäußert habe, daß die Regierung jetzt nicht mehr an die Wirkung, das Volk werde gar nicht entrechtet, im Gegentheil Exjesuitischer Klatsch. Der Erjefuit Graf Paul v. Hoens: Durchführung der Februar- Erlasse dente. Ich erkläre diese Be- eine Masse bisher Nichtwahlberechtigter erhalte nach der broech hat, wie wir berichteten, in Versammlungen und hauptung für absolut unwahr und fordere hiermit den Abgeord- neuen Vorlage das Wahlrecht, die Sozialdemokratie fei ein Zeitungen mitgetheilt, der verstorbene Abg. Windthorst habe nach neten Fischer auf, diefelbe zu beweifen oder öffentlich zu wider Hans Blum in Verdächtigung und Verdrehung der Absichten der Gürzenich- Versammlung zu Köln im Februar 1887 während des rufen. Herr von Berlepsch hat sich bereits als Regierungspräsident der Regierung und der bürgerlichen Parteien. Damit founte Septennatstampfes unmittelbar nach seiner eigenen Rede privatim in Düsseldorf aufs wärmste und nicht blos mit Worten der Haus- man bisher einen Theil der Indifferenten noch beschwichtigen. geäußert: Da habe ich mich mit Gottes Hilfe wacker durchgelogen." Industrie angenommen. Er hat durchgesetzt, daß die Kranken- Aber kurz vor dem Bekanntwerden der Vorlage machte sich auch Als Ohrenzeugen hierfür hat Graf Hoensbroech den Abgeordneten Bersicherungspflicht im ganzen Bezirk durch Ortsstatut auf alle ein leises Rascheln der Oppofition innerhalb der Bourgeoisie bes Lieber bezeichnet. Abg. Lieber erklärt nunmehr in der Hausindustrielle ausgedehnt wurde und daß nicht nur eine scharfe merkbar und das Rascheln ist zu einem kräftigen Winde geGermania", er fei in jener Versammlung gar nicht anwesend Bezirks- Polizeiverordnung über das Halten von Koft- und worden, der die Segel der sozialdemokratischen Opposition gar gewesen und habe auch niemals erzählt, daß eine solche Aeußerung Quartiergängern 1887 für den ganzen Bezirk erlassen wurde, mächtig schwillt. Da und dort tritt ein bürgerlicher Abgeordneter in jener Bersammlung oder etwa als Windtborst die Reduer fondern auch die Vorbereitungen für die Bezirks- Polizeiverord auf und erklärt sich gegen die Vorlage, die Dresdener Nationaltribüne verließ", gefallen sei. Er habe allerdings gegen Personen, nungen von 1892( für die Ruhrkreise) und von 1895 liberalen machen Krakehl, Männer wie Professor Böhmert, bei denen er gegen Mißbrauch der Aeußerung geschützt zu sein( für die übrigen gewerblichen Kreife) getroffen wurden, welche der Jurist Binding protestiren und ihnen hat sich der Professor meinte, einst eine ähnliche Aeußerung Windthorf's erzählt, welche scharfe Bestimmungen gegen die Ueberfüllung der Wohnungen in der Leipziger Universität, Dr. Sohm, in einem sehr bemerkend dieser nach mir von ihm selbst lange Zeit nach jener Gürzenich Häusern, welche von mindestens 2 Familien bewohnt werden, werthen Artikel angeschlossen. In einem Blatte, das der Wahlrechtsversammlung gewordener Mittheilung einmal gemacht habe, und enthalten. verfümmerung zujubelt, hat Sohm seinen Protest niedergelegt und die zwar gegenüber einer ihm nahestehenden Dame, und unter Um- Um Aufnahme dieser Berichtigung in der nächsten Nummer Leser des Blattes zugleich über die Qualifikation ihres Leiborgans ftänden, welche über den scherzhaften Charakter der Aeußerung des Vorwärts" ersucht hochachtungsvoll nicht den mindesten Zweifel aufkommen lassen konnten." Nach der aufgeklärt. Professor Sohm's Ausführungen bilden eine kräftige G. Koenigs, Antwort auf des Ministers von Meßsch Einführungsrede der ernften Behandlung wichtiger Geschäfte habe bei Windthorst sich Geh. Ober- Reg.- Rath. Wahlrechtsvorlage. Er fonstatirt, daß die Absicht und die faft regelmäßig das zwingende Bedürfniß heiterer und luftiger, scherzhafter und schalthafter Unterhaltung bis zum Uebermuth Fischer das Wort: Wir geben hierzu gleich unserem Genossen Richard Wirkung der Vorlage die Entrechtung der dritten Wählerklasse, des arbeitenden Volkes sei: die dritte Klasse soll ben geltend gemacht. In seine Erinnerungen habe Lieber den ganzen Fall sehr bald nachher mit allen maßgebenden Umständen einVon der Redaktion des Vorwärts" ist mir obige Zuschrift beiden ersten Klassen gegenüber ohnmächtig fein das getragen, sodaß eine spätere Zeit, welcher diese„ Erinnerungen" des Geh. Ober- Regierungsraths Koenigs mitgetheilt worden. Ich ist es, was man will, und über diese Absicht besteht getragen, sodaß eine spätere Zeit, welcher diese„ Erinnerungen“ vielleicht übergeben werden möchten, sowohl den wahren Charakter habe darauf einfach zu erklären, daß ich selbstverständlich die Ber- fein weifel. Herr von Metzsch hat diese Absicht als vielleicht übergeben werden möchten, sowohl den wahren Charakter antwortung für den Wortlaut eines Zeitungsreferates ablehnen beleidigend für die Regierung zurückgewiefen. Nun hat jener Aeußerung, wie die unerhörte Mißdeutung derselben, welche jener Neußerung, wie die unerhörte Mißdeutung derfelben, welche muß, das ich weder veranlaßt, noch beeinflußt, noch vor der Druck hier eine bürgerlich sehr kreditirte Quittung auf die Berechtigung in den Mittheilungen des Herrn Grafen Paul Hoensbroech liegt, in den Mittheilungen des Herrn Grafen Paul Hoensbroech liegt, legung zu Gesicht bekommen habe, und das meine längere Aus- der sozialdemokratischen Angriffe. Die Entrechtung sei um so verwerflicher, als man nehme, was man bereits gegeben batte. Uns will bedünken, daß der alte Windthorst, wenn auch führung hierüber in knappe zwölf Worte zusammendrängt. Ich habe selbstverständlich wie schon im Reichstag, so Die Massen betrachten ihr Wahlrecht mit Grund als ein Mittel, nicht zu gottesfürchtig, fo doch zu flug war, um in einer ernſten auch am Sonntag in der Feenpalast- Versammlung eine auf die Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Lage hinzuwirken. Angelegenheit die ihm in den Mund gelegten Worte daher zu reben. Und zweitens meinen wir, daß der fromme Protestant Zweifel geäußert, daß die Regierung den durch die jeßige Lohn Man entwerthet ihnen dieses Mittel. Können die Massen sich Graf Hoensbroech nicht gerade sehr honnet handelt, wenn er schreienden Uebelſtänden in der Konfektions- und Hausindustrie gleiche Steuerpflicht berufen? Oder ist etwa ihre Stent.r Graf Hoensbroech nicht gerade sehr honnet handelt, wenn er bewegung wieder einmal an die breite Deffentlichkeit gehobenen nicht mit Grund auf ihre gleiche Wehrpflicht und ihre irgend ein in vertraulichem Gespräch erhaschtes Wort nach Jahr rasch und ungefäumt auf legislatorischem Wege Abhilfe leistung deswegen eine geringere, weil sie im Betrage hinter den und Tag in die Welt hinauspojaunt. verschaffen, bezw. ihnen vorbeugen werde. Und ich habe Steuern der Vermögenden zurückbleibt? Ich bin der Meinung, auch objektiv wird erkennen tönnen". Liberale Kenntniß von der Handhabung des Ver- mich zur Begründung dieses Mißtrauens auf die daß die geringe Steuer des Vermögenslosen als Leistung eiten fammlungsrechtes. Ueber ein dem Berliner Tageblatt" neues Erklärungen berufen, welche im Februar vorigen Jahres größeren Werth besitzt, als die leicht getragene Steuer des Verfahren, die Versammlungsfreiheit zu beschränken, wird diesem anläßlich der Interpellation Size über die Durchführung der Reichen. Das nene Wahlgefeß sei den Interessen der Masse Blatte aus Magdeburg berichtet. Es schreibt:" Dort müssen taiserlichen Februar- Erlasse seitens der Reichsregierung abgegeben feindlich, es schmälere den Geringen verbriefte Rechte. politische Versammlungen bereits um 11 Uhr geschlossen wurden, und speziell auch seitens des Herrn Ministers v. Ber- Wenn bisher die Sozialdemokratie die Vertreterin der Volksmusse werden und zwar auf grund der dort für Schant- lepsch, der ja gerade zur Durchführung der Sozialreform auf den nicht gewesen sei, so mache sie aber diese Borlage in Wirklichicit Totale auf 11 Uhr festgesetzten Polizeiftunde. Bor Ministerposten berufen worden sei. dazu." Dieser Protest Sohm's hat überall Aufsehen erregt, er mehreren Jahren ließ dieselbe Polizeibehörde alle politischen Ver= Laut stenographischem Bericht erklärte damals fünf wird auch in Dresden sehr unangenehm empfunden werden. fammlungen um 12 Uhr schließen unter Berufung darauf, daß Jahre nach Verkündigung der Februar- Erlasse Freilich an der Entscheidung wird er nichts mehr ändern, aber nach 12 Uhr ein neuer Tag beginne, für den die Versammlung der Herr Reichskanzler: er wirft agitatorisch in Kreisen, die der Sozialdemokratie nicht angemeldet sei. Damals wurde eine Beschwerde au ungläubig und mißtrauisch noch gegenüberstehen. Sn deins den Minister Herrfurth gerichtet, der auch die Schließung bürgerlichen Kreisen, die ja von der Vorlage auch getroffen werden, um 12 Uhr mit der von der Polizeibehörde gegebenen Be Es besteht indeffen bei der königlich preußischen Regie ist allmälig ein Unwille entstanden, der diese ruhigen sächsischen gründung für unzulässig erklärte. Seitdem fonnten rung, über deren Auffassung allein zur Zeit Auskunft gegeben Bürger von ehedem garnicht mehr erkennen läßt. In Kneipen politische Versammlungen auch wieder ohne polizeiliche Be- werden kann, fein Zweifel, daß es ihre Aufgabe ist, das wird auf die Regierung geschimpft, daß man die Ausdrücke gars schränkung bis zum Schluß der jedesmaligen Berhandlungen Programm, welches der Erlaß Sr. Majestät des Königs von nicht wiedergeben kann. In einer Kulmbacher Bierstube meinte fortgeführt werden, bis man jetzt dazu übergegangen ist, den vor- Preußen vom 4. Februar 1890 aufstellt, zur Durchführung zu vor ein paar Tagen ein Bürger:„ Die da oben( damit zeitigen Schluß der Versammlungen auf grund der Polizeistunde bringen. meinte er die Regierung) haben uns jett lange genug für dumn schon um 11 Uhr herbeizuführen. Falls diese Praxis der Magde-| Eine Beantwortung der Frage, ob baldigft gekauft." Bezeichnend ist auch folgendes Stimmungsbild. Sm burger Polizei auch bei den höheren Instanzen Billigung finden die Vorlage eines Gefeßentwurfes im Sinne des zweiten Variété- Theater Battenberg, wo gegenwärtig die Baronia voa Generell ist die Frage bisher im Bundesrath nicht behandelt worden. Rahden ihre hippischen Künste produzirt, singt der Romiter In der Nacht vom 2. Februar sind in Warschau massenhafte müßte durch die Konfektionäre abgestellt werden. Die Betriebs gegenwärtig ein Rouplet, in dem er das preußische Wahlrecht Haussuchungen und Verhaftungen vorgenommen worden. Es find ironisch verhimmelt und meint mer Sachsen, mer sein dabei ungefähr 100 Personen verhaftet worden. belle, " werkstätten sind ein Segen." Aber die Schneidermeister wollten sich nicht zu Fabrikarbeitern degradiren lassen, ebenso wenig die mer müssen auch diefes preußische System haben. Diefe Razzia" beschränkte sich aber nicht auf Warschau. verheiratheten Arbeiter. Diese würden lieber zu Hause, als in Das Publikum, welches aus Kleinbürgern, Kaufleuten be- Am 5. Februar sind aus Warschau nach Radom speziell 24 Gen- der Fabrik arbeiten. steht, bricht jeden Abend bei diesem Vers in einen darmen mit dem General Bialanowsky an der Spitze zugereift, Konfektionär Rosenbaum führt aus, daß sich demonstrativen Beifall aus, der beweist, wie auch in den der obgleich in Radom selbst natürlich kein Mangel an Orts- Gen- die Konfektionäre sehr gern mit den Zwischenmeistern wie mit den Sozialdemokratie gewiß fernstehenden Kreisen über die Vorlage darmerie ist, die sich auch auf dem Bahnhofe den Warschauern Unterarbeitern" einigen wollten. Die Einrichtung von Betriebsgedacht wird. Dazu kommen noch die Gerüchte, daß die Regie- bereits zugefellt und in drei Kolonnen getheilt, die Stadt mit werkstätten müsse den Zwischenmeistern überlassen bleiben, die Einführung eines festen Lohntarifs hält der Redner nicht für rung in der ganzen Frage gespalten sei. Man erzählt es massenhaften Haussuchungen überfielen. ganz offen und der Abgeordnete Mindwi wollte die Geschichte Die Haussuchungen dauerten von 11 Uhr abends bis spät durchführbar, ein Tarif für Mindestlöhne sei dagegen au auch in der Kammer erzählen, aber der Vorsitzende ließ es nicht in den nächsten Morgen. Nirgends war etwas, Strafempfehlen. Schnellere Abfertigung ließe sich allerdings durch zu, weil Tischgespräche nicht in die Kammer gehören, als der bares" entdeckt. Die Haussuchungen galten meistentheils führen. König fürzlich mit dem Justizminister Dr. Schurig und dem Abg. den Eisenbahnarbeitern, dehnten sich aber auch auf drei in der Mindwiß beim Stat saß, sei die Rede auf die Vorlage gekommen Umgegend von Radom liegende Dörfer aus. Nach gethaner und der Justizminister habe gar kein Hehl aus seiner Abneigung Müh' machten es sich die Helden gemüthlich und einer von gegen die Vorlage gemacht. Es ist bezeichnend, daß er das in ihnen sagte beim Trinkgelage: Hier ist das Volk noch Gegenwart und ohne den Widerspruch des Königs hervorzurufen dum m." thun tonnte. Auch von diesen Meinungsverschiedenheiten will Gleichzeitig haben Haussuchungen und Verhaftungen in Herr v. Metsch nichts wissen. Alle diese Proteste und Erzählungen Dombrowa, Lodz u. f. w. stattgefunden, die aber nicht so zahlbringen ins Bolt und verstärken von Tag zu Tag die Masse der reich waren. Das Resultat ist überall dasselbe: unsere Genossen Unzufriedenen. fegen ihre Thätigkeit vollständig unbekümmert und unge schwächt fort, Hein vom parteipolitischen Standpunkte aus betrachtet tann sich die Sozialdemokratie ins Fäustchen lachen: in Sachsen blüht ihr Weizen und beffere Freunde als Herrn v. Metsch, Schill und Mehnert können wir uns hier augenblicklich garnicht wünschen, SUP Desterreich. Zur fogen. Wah Ireform- Vorlage wird aus Wien berichtet: Mehrere Klubs haben am Mittwoch die WahlreformVorlage berathen. Ein Kommuniqué der vereinigten Deutsch Linken besagt, der Klub habe beschlossen, bei der ersten Lesung Der Vorlage für deren Ueberweisung an einen Wahlreform- Aus schuß zu stimmen, dabei die Bereitwilligkeit der Partei zur eingehenden, wohlwollenden und fördernden Vorprüfung der Vorlage zu erklären, da die Partei stets die Nothwendigkeit einer Wahlreform auf freiheitlicher Grundlage anerkannt und vertreten habe. Italien. Arbeiter. Ronfettionär Gollop bestreitet, daß die Unternehmer sich bisher indifferent gegen das Vorgehen der Nach Empfang des Birkulars Arbeiter verhalten hätten. habe er seinen Verein veranlaßt, zu den Forderungen der Arbeiter Stellung zu nehmen. Die Verzögerung bei der Ablieferung rühre theils davon her, daß die Arbeiter die von den Geschäften angesetzten Lieferzeiten nicht innehalten, theils von dem Umstande, daß ein Geschäft aus technischen Gründen nur einen Konfektionär anstellen tönne. Den Lohntarif bezeichnet der Redner als so hoch, daß dadurch die Konkurrenzfähigkeit der Industrie in Frage gestellt werde. Bezüglich der Betriebs- Wertstätten meint der Redner, daß die Arbeiter gar kein Interesse daran hätten, da die Arbeiter in einer vorzüglich eingerichteten Werkstatt einer hiesigen Firma sich dem Streit an geschlossen. Und die garischen Sbirren laffen doch an Grausamkeit Wir müssen wieder neue immer nichts zu wünschen übrig. russische Greuel" registriren. Am 27. Dezember v. J. hat fich der verhaftete Genosse H. Hryniewiecki in der Zitadelle durch Hunger ums Leben gebracht. Daß sich die Henter an dem Tode schuldig fühlten, erhellt am besten Schneidermeister Matts check meint, daß die Tarif daraus, daß sie dem Vater des Unglücklichen, der sich in der forderungen auf die Knabenkonfektion nicht anzuwenden seien, Zitadelle meldete, die Nachricht verheimlichten, und es ihm erst denn diese sei nur ein Nebenerwerb für Frauen. Von einent am 2. Januar mittheilten. Sie wollten allem Anschein nach Nothstande in der Branche könne keine Rede sein. Die Arbeit Beit gewinnen, um die Spuren der Mißhandlungen zu vertilgen. werde von Frauen, deren Männer entweder zu wenig verEs wird vielleicht die Lefer interessiren, daß der„ tapfere" dienen oder ihren Lohn versaufen, nebenbei gemacht. Ein Oberst Broterns, über dessen Heldenthaten"( Ueberfall mit Minimalſatz von 1 M. pro Anzug fei durchführbar, ebenso eine Waffengewalt einer Bauernhochzeit) der„ Vorwärts" in Nr. 294 v. J. Erhöhung der Preise um etwa 25 pet. Die Einführung von berichtete, nicht ohne Lohn geblieben ist: er ist zum General Betriebswerkstätten sei undurchführbar. Die gegen die Unterbefördert worden. nehmer von seiten der Fünferkommission geschleuderten VerleumWir sind auch im stande zu melden, daß der Gardinen- dungen weist der Redner hier angesichts der Deffentlichkeit arbeiter- Streit, wegen dessen der Vorwärts" in Nr. 18 b. Bl. zurück. Timm weist die Vorwürfe des Herrn Gollop gegen die die deutschen Fachgenoffen vor dem Zuzug nach Warschau warnte, bereits beendigt ist, und zwar mit dem Siege der Fünferkommiffion zurück und begründet an der Hand von fach lichen Einzelheiten die Durchführung des Tarifs sowie die Nothwendigkeit fester Säße für die verschiedenen Kategorien von Waaren. Die Konkurrenzfähigkeit der Berliner Konfektionsindustrie sei der größeren technischen Fertigkeit der Berliner Arbeiter gegenüber den auswärtigen zuzuschreiben und ertrage eine Gr höhung der Löhne. Die Befürchtung, daß die Industrie durch Bewilligung der Forderungen konkurrenzunfähig werde, sei also Ueber die Einzelheiten des Tarifs seien die unzutreffend. Arbeiter zu Verhandlungen bereit. Die Betriebswerkstätten müssen von den Unternehmern, aber nicht von den Zwischenmeistern eingeführt werden, da diese infolge der vermehrten Betriebskosten wieder auf den Arbeitslohn drücken würden. Der Einwand, daß die Arbeiter die Werkstätten nicht wollten, widers lege fich dadurch, daß Arbeiter, einmal in Betriebswerkstätten beschätigt, sich nicht mehr für die Hausindustrie entscheiden. Daß die Arbeiter einer Betriebswerkstatt auch in den Streit eintraten, weil ihnen die übrigen Ferderungen nicht bewilligt wurden, sei ein Beweis ihres Solidaritätsgefühls. Wenn Herr Mattsche ct behauptet habe, in der Knaben fonfektion gebe es keinen Rothstand, so sei ein solcher durch die eigenen Ausführungen dieses Herrn über die gezahlten Löhne ers wiesen. Die Vertreter der Unternehmer sollten erklären, wie sie sich zu den einzelnen Tarifforderungen stellen, damit eine Grundlage für die Einigungsverhandlungen geschaffen werde. Frau Gubela tritt für die Arbeiterforderungen ein und stellt die Mißstände in der Knabenkonfektion dar, wo etwa 3000 Frauen beschäftigt sind, die größtentheils nur 4-5 M. die Woche vers dienen. Gollop: Die Unternehmer feien bereit, soweit es im Bereich der Möglichkeit liege, eine Abstellung der gerügten Mißstände eintreten zu lassen. Rom, 15. Februar.( Eig. Ber.) Die fich mehrenden Zeichen von Mißftimmung in den politischen Kreisen, besonders OberItaliens, haben das Ministerium Crispi dazu geführt, einen Ein anderer siegreicher Streit ist von 1000 Metal. Termin für den Wiederzusammentritt des Parlaments an arbeitern in Rzucowo, Pawlowo und Chlewiska durchgefochten. zuberaumen. Insbesondere waren es die in Rom wohnhaften Die Arbeiter widersetzten sich der Einführung der ArbeitsSenatsmitglieder aus den nördlichen Provinzen gewesen, welche bücher, und der Streit dauerte 6 Wochen. sich zu Schritten gegen das verfassungs- und budget- Das auf den 5. Februar festgesetzte Kriegsgericht über die widrige Vorgehen der Regierung geeinigt hatten. Diese 9 Angeklagten in Sachen eines Attentats auf das Haus des Senatoren ließen einerseits dem König mündlich ihre Auffassung von der politischen Lage der politischen Lage vorstellen; ander- Fabrikanten Kunißer in Lodz ist auf den 4. März verschoben. Die Details dieser Angelegenheit sind uns noch unbekannt, jeden feits wirkten sie auf den Minister Saracco ein, ber felbft falls war es ein Ausbruch einer blinden Verzweiflung der unSenatsmitglied ist und der schon bisher einige Male dem diktatorischen Auftreten Crispi's einen wenn auch schwächlichen menschlich Ausgebeuteten. und unwirksamen Widerstand geleiftet hatte. Saracco ließ fich wayan dazu bestimmen, sein Entlassungsgesuch als Minister mit der Be-- Alle Mächte, England ausgenommen, haben sich gründung einzureichen, daß er mit der fortlaufenden Vertagung bereit erklärt, den Prinzen Ferdinand als rechtmäßigen Fürsten der Kammern nicht einverstanden sei. Darauf entschloß sich Bulgariens anzuerkennen. Crispi, das Parlament für den 5. März einzuberufen und Saracco zog auf Wunsch des Königs sein Entlassungsgesuch zurück. Das von Crispi gemachte Zugeständniß ist nur New- York, 19. Februar. Der Einwanderungs- Ausschuß des ein scheinbares. Wenn er wirklich auf den Boden des tonfti- Staatsfenates hat eine Bill eingereicht, welche die Landung von tutionellen Rechts hätte zurückkehren wollen, so hätte er das Einwanderern, welche des Lesens und Schreibens unfundig sind, Parlament fofort jetzt, wo die entscheidenden Beschlüsse zu fassen verbietet. find, und nicht erst auf den 5. März zusammenberufen müssen. JPG Bulgarien. Amerika. Ein Gegenstoß gegen die deutschen Wer Der Ministerpräsident hofft, daß in den drei Wochen ficherungs- Gesellschaften. In dem heutigen Finanzbig zum Zusammentritt der Kammern nicht nur der artikel der Times" wird gemeldet, in der Legislatur des Staates gegenwärtige Feldzug in Abessynien eine Entscheidung Nem- York sei ein Gesetz angenommen und von dem Gouverneur gefunden haben, sondern sondern auch ber fünftige Feldzug unterzeichnet worden, nach welchem die den preußischen Feuergegen Harrar so weit vorbereitet sein werde, daß Versicherungsgesellschaften, welche im Staate New- York Geschäfte ein Zurückgehen unmöglich ist und das Parlament betreiben, ertheilte Liceng zurückgenommen wird. Gleichzeitig fei vor lauter vollendeten Thatsachen steht; die Kammern ein Gesuch der Magdeburgischen Feuer- Versicherungsgesellschaft würden in diesem Fall in die Lage gesetzt sein, die gefehwidrigen um Bulaffung ihres Geschäftsbetriebes im Staate New- Yort abAusgaben und Truppenfendungen nachträglich billigen zu müssen. schlägig beschieden worden. Inzwischen hat die offiziöse Presse die nachweislich erlogene Nachricht verbreiten müssen, Menelik habe von den Italienern die Räumung ihrer ganzen Kolonie verlangt; man weiß, daß er nur die Grenzen verlangt hat, welche vor dem Beginn des gegen wärtigen Krieges bestanden; aber Crispi hat diese billige For. derung abgelehnt und Baratieri angewiesen, den Krieg fort zufeßen.Crispi's Schwulitäten. Ein Telegramın aus Rom berichtet: Die radikalen Abgeordneten fahren fort, in der Preffe gegen die afrikanische Kampagne zu eisern und fündigen an, daß sie beim demnächstigen Zusammentritt der Kammer Crispi und den Kriegsminister zu Erklärungen über die afrikanische Politik zwingen werden. In ministeriellen Kreisen glaubt man jedoch, daß es der Mehrheit gelingen werde, die Oppositions- Angriffe abzuwehren und die Krisis zu vermeiden. England. London, 18. Februar. Die irische Partei des Unterhauses wählte heute Dillon mit 38 gegen 21 Stimmen zum Präsidenten.feien 21 Mann der Streitkräfte Jameson's im GeRuba. Savannah, 19. Februar. General Weyler hat drahtlich aus Spanien neue Truppensendungen erbeten. Maceo hat die Provinz Pinar del Rio verlassen. Savannah, 19. Február. Maceo und Gomez rücken gemein schaftlich in geschlossener Kolonne auf San José vor; Lajos fteht mit dem Hauptkörper der Armee in Cotorro. - Eine Depesche des General Wenler bestätigt die Nachricht, daß es Maceo gelungen ist, die spanischen Linien in der Richtung nach Osten zu durchbrechen. Aus Madrid meldet ein Telegramm des Burau Herold: In Havannah wüthen heftige Stürme; trotzdem dauert der Feldzug fort. Die Insurgenten sollen versucht haben, in der Proving Matanzas einen Kampf herbeizuführen. Von anderer Seite wird gemeldet, daß sich die Hauptmacht der Insurgenten unter Gomez und Maces in der Provinz Havannah befindet. Die Lohnbewegung = Es wurde nun in die Spezialbebatte eingetreten und nach Beschluß des Einigungsamtes so verfahren, daß für die einzelnen Gruppen die bisher gezahlten Löhne festgestellt und dann ermittelt werde, wieviel davon auf die Meister und wieviel auf die Arbeiter kommt. Mit der Westenbranche wurde begonnen und dabei von einem Zwischenbetrage, wovon die Arbeiterinnen 35 Pf. erhalten, und erst, nachdem meister festgestellt, daß der mindeste Lohn für Herrenwesten 50 Pf. fie 2-3 Jahre eingearbeitet sind, bei mindestens 10 stündiger täglicher Arbeitszeit wöchentlich 9-10 m. verdienen. Konfettionär Rosenthal giebt an, daß er für Mesten 65-90 Pf. zable. Auf die Frage, wieviel die Meister davon ihren Arbeitern zahlen, antwortet er, daß er kein Schneider sei, und das weder wissen noch beurtheilen tönne. Es wurden mehrere Namen von Zwischens meistern angegeben, die hierüber vernommen werden sollen. Ein Meister giebt an, daß er von Kohnn. Sohn für Westen 60-75 Pf. erhält, davon zahlt er den Arbeitern 40 Pfennig. Außerdem kommt hierzu noch der Lohn für Bügler, Knopflochmacher und sonstige Geschäftsunkosten. Die Ermittelungen, die man durch Bernehmung mehrerer Zwischenmeister erlangen wollte, veranlaßten Timm zu der Erklärung, daß die Konferenz in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung nicht in der Lage sei, zuverlässiges Material bezüglich der Löhne aut machen. Wenn dies Ermittelungsverfahren als nothwendig erachtet werde, würde die Fünfer- Kommission für eine nächste Sigung Arbeiter aller einschlägigen Arbeitszweige zur Stelle London, 18. Februar. Unterhaus. Der Staatssekretär der Kolonien Chamberlain erklärt, nach den neuesten Nachrichten in der Konfektions- Industrie. fecht bei Krügersdorf getödtet worden oder später geftorben. 46 Mann Vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts seien theils trant theils verwundet ins Hospital gebracht worden. fand am Mittwoch in Sachen des Konfektionsarbeiter- Streits schaffen, die Auskunft über ihre Löhne geben sollen. Gollop Ueber den Verlust der Bürgertruppen liege feine offizielle Mittheilung eine Verhandlung zwischen den Arbeiter Vertretern und den wünscht, daß die Sache, wenn irgend möglich, heute zu Ende vor. Matrosen seien am 10. d. in Tschemulpo gelandet und feien Konfektionären und Zwischenmeistern der Herren, und geführt werde. Timm beantragt, die Sigung zu vertagen und nach Soul abgegangen. Der König von Korea habe sich am na bentonfettion statt. Die Sigung wurde im Bürger- die Geschäftsbücher der Unternehmer vorzulegen. Die Kommission 11. d. in die russische Gesandtschaft geflüchtet. Gine britische faal des Rathhauses abgehalten, der durch zahlreiche Zuhörer werde ihrerseits Auskunftspersonen zur Stelle schaffen. Von Truppenabtheilung, deren Zahl er nicht kenne, sei auf Wunsch aus beiden Lagern der streitenden Parteien gefüllt war. Den Borsig mehreren Konfektionären wird diesem Antrage widersprochen, da des englischen Konsuls zum Schuße der englischen Gesandtschaft führte Magistrats- Assessor v. Schulz. Als Beisiger der Arbeiter die Beilegung des Streits nicht in die Länge gezogen werden später gelandet. Als Grund für das Vorgehen des Königs werde betheiligten sich an der Situng Adolf Schulz und Her dürfe. Rosenbaum hält das gegenwärtige Verfahren für die politische Lage in Soul, sowie das Bestehen einer Gefahr mann Stubbe. Als Arbeitgeberbeifizer Fabrikant 23eigert zweckentsprechend und ist für Fortsetzung desselben. Schneiderfür den König und deffen Familie angegeben. Er( Curzon) habe und Papierfabrikant Dr. Gerschel. Als Vertrauensmann der meister Krüger wünscht, daß die Konfektionäre den Tarif feinen Grund zu glauben, daß es sich um eine Oltupation seitens Arbeitgeber fungirte entier Brock, als Vertrauensmann vorlegen, den sie den Meistern bewilligen wollen. Gollop er= Rußlands handele. Der russischen Regierung würden keine Vor- der Arbeiter Witte und als dessen Stellvertreter en nig. flärt, daß ein solcher Tarif noch nicht festgesetzt sei. Um 2 Uhr stellungen in dieser Hinsicht gemacht werden. wurde die Sigung auf eine Stunde vertagt, um den Kommissionen Zeit zur gemeinsamen Berathung unter sich zu geben. Nach Wiedereröffnung der Sitzung um 3/2 Uhr stellt Timm im Namen der Fünfer- Kommission und der Zwischenmeister den Antrag: London, 19. Februar. Auf Veranlassung der französischen Regierung dürfte die englische Regierung Cornelius Herz durch eine Magistratsperson vernehmen lassen. Frankreich will durchaus die Auslieferung Herz' erreichen. London, 18. Februar. Das Unterhaus hat die Adresse angenommen. " Rußland. Der Vorsitzende ersuchte bei Eröffnung der Sigung die Zuhörer, jede Erregung bei den Verhandlungen zu vermeiden. Wenn auch in den letzten Tagen Ausschreitungen vorgekommen seien, so können diese doch nur den Einzelnen von denen sie aus gegangen, angerechnet werden. Er hoffe, daß hier vor dem Gewerbegericht die Verhandlungen mit voüfter Ruhe und Sachlich teit geführt werden würden. daß die Verhandlungen auf grund der von den Ronfektionären, Zwischenmeistern und Arbeitern vereinbarten Geschäftsordnung geführt werden. Sollten die Erhebungen über Löhne für nöthig gehalten werden, ist die Sigung zu vertagen, um der FünferStommiffion Gelegenheit zu geben, ihrerseits Material zur Feststellung der von den Zwischenmeistern an die Arbeiter ge= zahlten Löhne herbeizuschaffen. Andernfalls wollen wir die Vera handlungen nicht hindern, wenn sich dieselben nur auf den Lohntarif beschränken. Timm begründete die bekannten Forderungen der Arbeiter und betonte deren Bereitwilligkeit, eine Ginigung herbeizuführen. Aus Russisch Polen wird uns durch die Redaktion des Er hob als besonders wichtig die Einführung eines festen LohnBulletins der Sozialistischen Partei Polens" berichtet, daß die tarifs hervor und bezeichnete die Errichtung von Betriebswerkim Sommer 1893 aus der im Winter 1892/93 gegründeten verstätten als einen Hauptpunkt der Arbeiterforderungen, von dessen einigten Sozialistischen Partei Polens" ausgetretene Gruppe Durchführung die Arbeiter für den Augenblick allenfalls zurüc jetzt wieder zu der Sozialistischen Partei Polens" zurück- stehen würden. Die weiteren Forderungen: Lohnzahlung am gekommen und in den Schooß derselben aufgenommen ist. Sonnabend, anständige Behandlung und Arbeitsnachweis in Krüger stimmt diesem Antrage zu. Er hält es jedoch für Erfreulich ist die Thatsache, daß nunmehr in Polen auch die Händen der Arbeiter ließen sich bei einigem guten Willen durch alle Betheiligten am besten, wenn der Streit heute beigelegt wird. legten Spuren der Zwietracht verschwunden sind. Die Bewegung führen, ohne daß die Industrie geschädigt werde. Rosenbaum legt folgenden Tarif der Konfektionäre vor: wird defto kräftiger vorschreiten und die Genossen aus der Als Vertreter der Zwischenmeister nimmit Schneider- Westen 65-70 Pf., Hosen 60-65 Pf., Jackets 1,60-1,70., ehemaligen Sozialdemokratischen Partei des Königreichs Polen" meister Krüger das Wort. Er erkennt die Berechtigung Röcke 3,25-3,50 M., Paletots 2,75-3 M., Gehröcke 4,50-5 m., fonnten taum eine würdigere Weise finden, das zehnjährige An- eines, festen Lohntarifs an und hält eine Erhöhung der Löhne Bellerinen- Mäntel 3,50-4 M., Hohenzollern- Mäntel 5-5,50 M., denten der Warschauer Märtyrer zu feiern. für durchaus nöthig. Jedoch sei die Durchführung eines ein- Joppen 1,60-1,75 M., Havelocks 2-2,25 M., Fracks In einer der legten Nummern des Robotnik" war er beitlichen, für alle Geschäfte geltenden Tarifs nicht möglich. 4,50-5 M., Kinder Anzüge 65-75 f., Knaben Anzüge zählt, daß der Adjutant des General- Gouverneurs Schuwaloff, Man müsse vielmehr gegen die Geschäfte, die man als 1,45-1,60 M. Nur diese Mindestpreise tönnen als ein gewisser Herr Popar, sich anheischig machte, alle Sozialisten notorisch schlecht zahlende fenne, vorgehen. Gr appellirt sowohl Grundlage einer Berständigung dienen. in Warschau binnen 2 Monaten herauszufangen", wenn man an die Fünfer- Kommission wie an die Konfektionäre, vor Krüger hat seinerseits schon einen möglichst niedrigen Tarif ihm nur eine ausgedehnte Vollmacht ertheile, weil er wie er allem den Arbeitern, die am allerschlechtesten gestellt sind, aufgestellt, der bedeutend niedriger ist als der Tarif der Fünferfagte dabei einige 200 Unschuldige auch mitfangen müßte." aufzuhelfen. Die Bezahlung am Sonnabend sei in den Geschäften Kommission, aber so niedrig wie der von den Konfektionären anSezt scheint es, daß Popar die erwünschte Bollmacht erhalten hat. der Herrenkonfektion üblich. Die Verzögerung bei der Ablieferung gefeßte ist er doch nicht. Er führt die einzelnen Posten seines " # Tarifs an, " = E. die fich ungefähr in der Mille zwischen In eh mest, weil man damit doch nichts erreiche! Bringe die der sozialdemokratischen Partei, die den Streit für ihre Zwecke dem der Fünfer- und dem der Konfektionär- Kommission heutige Versammlung feine Entscheidung, so wird dies in einer ausnute. bewegen und erklärt die Säte des letteren für am Donnerstag, den 20. Februar, mittags 1, Uhr, durchaus unannehmbar. Timm erklärt im Auftrage seiner in demselben Lokale stattfindenden öffentlichen Versammrinnen gingen bei unserer Expedition ein: Für die streifenden Konfektionsarbeiter und Arbeite. Kollegen, daß der hier vorgeschlagene Tarif eine Lohnreduzirung I ung geschehen. Redner schließt mit der Mahnung: Rück Ges. im Klub der Handwerfer in Diffen 2,20. Gesammelt darstelle. Wenn der Streit noch nicht ausgebrochen wäre, wärts nimimer, Vorwärts immer!"( Lebhafter Beifall.) Friedrichshagen Kindtaufe S. 1,35. Ein Amerifaner 10,-. dann würde er durch das Angebot solcher Preise sicherlich her: Die darauf folgende Diskussion war eine äußerst rege, Arbeiterinnen und Arbeiter der Blechemballagen- Fabril Gebrüder vorgerufen werden. Dieser Tarif sei einfach nicht distutabel. Uns es betheiligten sich an derselben die Herren Bod, Supfer, Koppe 15,60. Gesammelt am Biertisch in Oranienburg bei wird von seiten der Unternehmer der Vorwurf gemacht, Voltmann, Muschte, Franz, Jakob, Blöder, monter 3,50. W. Tiek 1,60. Aus einer königlichen Werkstatt daß unser Tarif zu sehr schablonifike, aber der Unternehmertarif& amprecht und eine Anzahl anderer Redner. Von einer Be- 15,-. Arbeiter der Pianofabrit Bechstein, Grünauerstraße 52,15. berücksichtigt noch viel weniger die einzelnen Kategorien. Der schlußfaffung wurde Abstand genommen und auch eine Reso: Freie Vereinigung selbständiger Barbiere 10,-. A. G. von Krüger vorgelegte Tarif der Zwischenmeister biete eher eine lution des Herrn Voltmann bis zur Versammlung, die am Berlin 3,-. Der Königsberger Mittagstisch 18,-. Maler Grundlage der Verständigung. Warum soll denn gerade auf die Donnerstag, den 20. Februar stattfindet, zurückgestellt. werkstatt Gathemann u. Kellner, Charlottenburg 21,75. Löhne, die den geringsten Theil der Produktionskosten betragen, gedrückt werden. Wenn dieser Tarif das letzte Wort ist, dann leber Mikhandlung und Beschimpfung von streikenden Familie Tiey, Invalidenftr. 1,50. Arnstadt, von einer Geburtsfind wir bald fertig. Vom Vorsitzenden befragt, ob er im Prinzip Arbeiterinnen durch die Zwischenmeister gehen uns fort- tagsfeier 1,10. Rozalia Minaric 1,50. Von den Dachdeckern für einen Minimaltarif fei, erklärt Timm, daß der Unternehmer- gesezt Mittheilungen zu. In anderen Fällen weigern sich die Berlins Süd- Ost 10,-. X., Stralau 3,-, J. H., Seestraße, tarif nur einen Minimalſatz für das untere Genre festseße, die Bwischenmeister, den Arbeiterinnen den schuldigen Lohn zu zahlen 1. Rate 11,25. Böttcher von Marold, Schulzendorferstraße, 2,50. oder ihnen die Quittungskarten der Alters- und Invaliden: Ontel 1,-. Sozialistische Studenten. Gesammelt d. G. Fünfer- Kommission will dagegen für jedes einzelne Genre einen versicherung zc. auszuhändigen. Wir rathen den betreffenden 2. 30,-. Regierungs- Referendar 3,-. Sammlung v. P.§. 19,15. H. Minimaltarif. 3 wischenmeister Mattscheck erklärt im Namen Arbeiterinnen, in allen Fällen sich an die Streiffommission Gesammelt b. Lindemann, Morisstraße 7,25. Geburtstagsfeier b. feiner Kollegen den Tarif ebenfalls für unannehmbar. Wenn die Annenstr. 16 zu wenden, damit den frechen Patronen das Hand- fleinen Alfred 1,50. Horntnopf Arbeiter von Leufchow u. Mardert 10,-. M. Sch. 1,-. 2. H.-, 50. F. W.- 25. Industrie wirklich keine besseren Löhne, als die hier gebotenen werk gelegt wird. Oberon 10,-. Bon Sammet einigen bewilligen könne, Von bodenloser Gemeinheit zeugt die Handlungsweise eines Gesangverein dann wäre es beffer, fie ginge zu der Velvetfabrit 4,30. Gesangverei Gründe, als daß ihre Blüthe aus dem Ruin tausender nichtstreifenden Zwischenmeisters aus der Puttbuserstraße. Als schneiderinnen aus von Arbeitern erwachse. Zwei Arbeiter behaupten, daß sie für am letzten Montag die ihm verbliebenen Arbeiterinnen Bruderhand 11,-. Verein Olympia 5,20. Kulmbacher 3,-. Gürtler bei Rosenthal Sosen zum Preise von 35-40 Pf. gemacht haben. Abrechnung hielten, erklärte er, unter dem Einfluß des Aus Bauerngeburtstag Blumenstraße 34 a 2,50. Dr. G. H. 10,-. Bodabend 2,50. Von Rosenthal bestreitet das, giebt aber nach eingehendem Verhör Sachen, die vor dem Streit mit 1,00-1,25 M. bewerthet waren, fünf Mitgliedern der Wagenbauerkaffe, Bezirk 4 standes noch weniger als bisher zahlen zu müssen. Werner 6,-. 8,-. zu, daß es wohl möglich sein könne, daß er vor Jahr und Lag wurden mit 70-80 Pf. bezahlt und alle Gegenvorstellungen mit F. G. 3, F. G. 2,- Vom Statklub Klein- Kleckerseinmal ausnahmsweise solche Preise gezahlt haben könne. Aus einem Wenns Euch nicht paßt C. H. 81 20,-. streift doch!" dorf 2,60. einem Lohnbuche wird nachgewiesen, daß Rosenthal in den letzten Monaten bis herab zu 50 Bf. für Hosen gezahlt habe. Rosen- zurückgewiesen. Da die Arbeiterinnen sich in Noth befanden, von May Th. 4, Gin Tapezirer aus dem Herzen Deutschthal giebt zu, daß solche Preise nur ausnahmsweise für ganz feinem Zweifel unterliegen, daß dieser würdige Zwischenmeister 2. u. W., Prinzenstraße, 4,50. Tischtuch 1, Arbeiter ber nahmen sie lieber das wenige als gar nichts. Es tann wohl lands 1,-. Gerlach, Töpfer, 8,- Zehn Metalldrücker von schlechte Sachen gezahlt würden, für gewöhnlich zahle er nicht die schon troftlose Lage der Konfektionsarbeiterinnen dazu benutzt Firma von P. Liebenow u. Jarius, Rixdorf Briz 7,20. unter 65-75 Pf. Den Tarif erklärt er für das weitgehendste, was die Unternehmer bewilligen fönnen, ohne sich zu ruiniren. bat, sich einen Vermögensvortheil rechtswidrig zu verschaffen. Timm legt zum Beweise, daß eine Preiserhöhung möglich ist, einen von einer hiesigen Firma bewilligten Tarif der FünferKommission und einen englischen Konfektionstarif vor und ersucht die Unternehmer, bei ihren Kalkulationen nicht auf die Möglichkeit der Lohndrückerei zu rechnen, sondern mit gutem Willen den Wünschen der Arbeiter entgegenzukommen. Gollop schlägt vor, sich nicht auf den vorgelegten Tarif, sondern auf einen Lohnzuschlag von 10 pet. zu einigen. Weiter fönne man nicht gehen. Nach kurzen Bemerkungen von Timm und Goll op zieht sich das Einigungsamt um 54 Uhr zur Berathung zurück. Um 72 Uhr wird die Sigung wieder eröffnet und folgender Vergleich vorgelesen: Die Vorarbeiten für die Untersuchungen der Kom: Die vor dem versammelten Einigungsamt des Gewerbe- mission für Arbeiterstatistik über die Mißstände in der Kongerichts Berlin versammelten Vertreter der Konfektionäre der fektionsindustrie haben im Reichsamt des Innern begonnen. Die Herren- und Knabenkonfektion schließen für sich und ihre Vollmacht- Kommission soll binnen kurzem zusammentreten und ihre Arbeiten geber folgenden Vergleich: so beschleunigen, daß dem Reichstage noch in der nächsten Session 1. Zie Konfektionäre bewilligen einen 121/ 2prozentigen eine Vorlage zur Regelung der Verhältnisse auf diesem Gebiete Lohnzuschlag auf alle vor dem Streit gezahlten Lohnfäße. zugehen fann. Sofern dieselben die Minimalsäße des von den Konfektionären werden. S " 8,85. 3 Unbekannte 1,50. Arbeiter von Hornemann, Neuenburgerstraße 7, Gesammelt von Mitgliedern des Verbandes der GlaçeehandschuhAdlershof. Infolge des Beschlusses der Volksversammlung macher in Friedrichshagen b. d. Firma Hopp 39,95. Chor vom 16. Februar hat die Kommission der streikenden Konfektions dirigent Köpenick, 1. Rate 4,95. Von Genossen aus Eufheim arbeiter und Arbeiterinnen in Adlershof, Hackenbergstr. 29, bei durch Frizz Bollack 9,25. J. B. Charlottenburg 2,95. Herrn Guliß, Schuhmacherladen, eine Kontrollstelle für Gesammelt auf einer Taufe in Charlottenburg 3,95. die Streitenden in Adlershof und Glienicke errichtet. Die Stuckateure Würzburg 5,45. Familie C. n. 2. u. Meta B. 9,95. Streifenden sind verpflichtet, sich dort zu melden und eine Streit: Paula 4,95. Gefangverein Freiheit in Gelsenkirchen 4,95. farte in Empfang zu nehmen, und sofern sie Anspruch auf Aus Boppard 2,95. Dr. St., Charlottenburg 9,95. Zentral Unterstüßung erheben, die Streiffarte täglich zweimal vormittags verband der Former, Zahlstelle Berlin 100,-. Durch von 9-10 Uhr, nachmittags von 3-4 Uhr abstempeln zu lassen. E. Pahl von den organisirten Hutmachern in Hartha 14,95. Jede Sammelliite, welche in Adlershof ausgegeben ist, darf nur Stendaler Volksversammlung durch H. Schubert 8,81. Ges. von 14 Tage in Umlauf sein. Bauhandwerkern auf dem Neubau Bergstr. 39 6,95. Szymanski, Geburtstagsfeier, Alvenslebenerfir. 16, 3,15. Wiesbaden, ges. durch das Gewerkschaftskartell, 1. Rate 23,55. Soz. Wahlverein Aschersleben 29,95. Ueberschuß einer Kranzspende Küstrinerplatz 9 1, F. F. 1, Gesangverein„ Sangesbummeltreu" 7, Arbeiter der Firma Ealinger 3,05. Von der Verloosung bei Pfeifenmüller durch Gesangverein Freiheit III" 11,-. Rigdorfer Genossin durch Frau Wrensch 7,60. F. Guhlke, S. R. G. d. C. Stahl 3,60. Erfurt. Den gestrigen Mittheilungen über die Verein Weißensee( Mücken) 3, vorgeschlagenen Minimaltarifs nicht erreichen, ist mindestens barung, auf grund welcher der Streit beendigt worden, ist noch Gifengießerei Spazier, Mustauerstr. 10,-. Rauchklub Phönix, der Betrag des vorstehenden Minimaltarifs zu zahlen. 2. Unter den Lohnfäßen zu 1 dürfen Arbeiten weder an nachzutragen, daß die Bügler und Stepper 33 pCt. Schöneberg 5,-. Gesammelt auf der Ausstellung von den DachZwischenmeister noch an Arbeiter ausgegeben oder übernommen meist er, die feine Extra Arbeiten an den Sachen zu leisten Schuhmacher- Werkstatt Mohr u. Speyer, Jägerstr. 14 3,50. Lohnerhöhung erhalten und daß diejenigen Zwischen deckern der Firma W. Neumeister 8,50. haben, verpflichtet sind, die Hälfte ihres bisherigen Arbeitslohnes 3. Die nach diesen Säßen zu zahlenden Lohnfäße sind für und die von den Konfektionären bewilligten 121/2 pet. Erhöhung Millarg 1287,59 M.( Darunter Böttcher Berlins 50,-. Einseger jedes Geschäft durch Aushang im Geschäft und bei den an die Arbeiterinnen zu zahlen. Die Kommission der Zwischen Berlins 20,-. Weißgerber 50,- Kupferschmiede 50,-. BuchZwischenmeistern befannt zu geben. 4. Die Zwischenmeister verpflichten sich zur Anbringung meister hat sich freiwillig verpflichtet, mit den Geschäfts. binder II 100,- Pianofortefabrit Matz u. K. 6,-. Pianofortef. des Aushanges, sowie ferner, ihren Arbeitern den vollen inhabern festgestellte Lohntarife in ihren Werkstellen auf Grand 7,75. Kistenmacher Berlins 30,-. Redakt, der„ Staatsb. zuhängen. Die Kontrolle über die ftritte erzielten Lohnzuschlag zu gewähren. Durch Zeitung" 31,25. Ungenannt d. Möller 16,-. Fachverein der Fachverein der Holz- und Bretterträger 5. Die Konfektionäre verpflichten sich, Zwischenmeister, führung diefer Abmachungen wird, wie schon gestern mitgetheilt, Blätterinnen 50,-. Rechtsanwalt S. 5,-. Aus bürgerlichen Kreisen welche die Bestimmung zu 4 nicht erfüllen, ferner nicht mehr durch eine von den Arbeiterinnen gewählte Kommission aus 15,-. 221,- Fachverein der Stuckateure Berlins 120,-. Freie zu beschäftigen. Ebenso verpflichten sich die Zwischenmeister geführt. für Konfettionäre, welche die vorstehenden Verpflichtungen na bentonfettion im wesentlichen fiegreich durch. Lemte 31,05. In Dresden ist der Streik in der Herren und Vereinigung der Bauarbeiter Rigdorf 5,-. Geburtstagsfeier Staatsbürger Zeitung 35,-. Ungenanut nicht erfüllen, nicht mehr zu arbeiten. 6. Der Streit der Arbeiter der Herren- geführt. Nur die Firmen Pfefferkorn und Levinsohn haben durch Gelhaar 5,-. Duisburg durch Benno Blank 5,-. und Knabenkonfektion wird aufgehoben. noch nicht bewilligt und bei der Firma Esders sind neu ent- Stellmacher Berlins 50,-. Aufgelöster geselliger Arbeiterverein In der Damen Proletaria" 8,62. Stramm, Ritterstr. 123, 5,-. Tellersamm 7. Das Einigungsamt wird über die Feststellung eines standene Differenzen zu begleichen. Fabrik Dr. spezialisirten Minimallohntarifs weiter verhandeln und die tonfettion hat der Streit begonnen. Eine große Versammlung Kösliner Hof 18. Februar 1896 36,82. Feststellung eines solchen durch Vergleich oder Schieds- lung im Trianon beschloß ihn betreffs aller der Geschäfte, die Häfekiel, Landsbergerstraße 5,50. W. Seeger 2,-. Bildhauer Deutschspruch herbeiführen. Die erforderlichen Grundlagen sollen die Forderung nach Errichtung von Betriebswerkstätten und den hauer Berlins( Zentralverein) 100,-. Mehrere durch umfangreiche Beweisaufnahme unter Hinzuziehung von aufgestellten Tarif nicht bewilligen. Der Beschluß wurde ein lands( Zentralverein) 300,-. Rosa Maaß 1Kolleginnen 2,50. Hannoversch Münden durch Millarg Vertretern der drei betheiligten Kategorien, welche sich zum ftimmig gefaßt. 2,- Personal Janiszewsky u. Quitt, Buchdruckerei 10, Erscheinen vor dem Einigungsamt verpflichten, beschafft werden. Große Schnauze, Nigdarf 1,10 M.) 8. Ueber Einsetzung einer Kommission zum Schlichtung Summa 2023,25 Mart. Bereits quittirt find 12 826,76 Mart. von Tarifftreitigkeiten, sowie die Reform des Arbeitsempfanges und der Ablieferung soll gleichzeitig mit der Lohntariffeststellung Gesammtsumme der bei unserer Expedition eingelieferten Beiträge 14 850,01 W. verhandelt werden. Ebenso über den Aushang des noch auszuarbeitenden Lohntarifs. 9. Lohnabrechnung und Lohnzahlung hat wöchentlich einmal zu erfolgen. " = " Berliner Gewerkschaftstommission durch Partei- Nachrichten. Bild Auch in der bulgarischen Stadt Gabrowo ist in der Konfektionsbranche ein Ausstand ausgebrochen, und zwar zur felben Beit wie in Deutschland. berichtet darüber: Das Boltsblatt für Halle" Alle Konfettionsarbeiter, welche einzelne Stücke anfertigen( es giebt auch Arbeiter, welche auf Jahres- oder Halbjahres Kontrakt arbeiten) find im Streit; große Solidarität herrscht unter ihnen. Die Lage der bulgarischen Konfektionsarbeiter ist nicht weniger Der diesjährige Kongreß der Sozialdemokratie 10. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. schlecht, als die ihrer deutschen Genossen, vielleicht noch schlechter. Ungarns wird am 24. und 25. Mai in Budapest mit Zimm erklärt sich namens der Arbeiter, Sie haben sich organisirt und sind der bulgarischen sozial folgender Tagesordnung abgehalten: 1. Bericht der Parteileitung Krüger im Namen der 3wischenmeister und demokratischen Partei, ihrer einzigen Beschüßerin beigetreten. Die und des Revisionskomitees. 2. Erledigung taktischer Fragen, Gollop namens der Konfettionäre mit diesen Löhne sind sehr niedrig; z. B. giebt es für ein Paar Hosen 70 Cent. Beschlußfaffung betreffs der Reichstagswahlen und Stellung zur Vorschlägen einverstanden. Nachdem die be( 56 Pf.), für eine Weste 80 Cent( 64 Pf.) und für ein Jacket nur Forderung des allgemeinen Wahlrechts. 3. Die Parteipresse. theiligten Kommissionen das Ginigungs1 Fris. 50 Cent.( 1,20 M.) Die Arbeiter hatten in einer Sigung ihres 4. Die Landarbeiterbewegung und Stellung zu dem in Aussicht protokoll unterzeichnet hatten, wird die Vereins beschlossen, 4 Frts.( 3,20 M.) Lohn für Anfertigung eines genommenen Landarbeiterfongreß. 5. Das Vereins und BerSigung um 8 1hr geschlosse11, Anzuges zu fordern. Eine Deputation hat diesen Beschluß den sammlungsrecht. 6. Partei- Organisation. 7. Der bevorstehende Arbeitgebern überbracht; doch haben lettere die Forderung ver- internationale Sozialistentongreß in London. 8. Die Wahl der Zwischen den beiden Kommissionen der Berliner Groß- worfen. Nach diesen vergeblichen friedlichen Versuchen blieb den Parteileitung. 9. Eventuelle Anträge. konfektionäre der Damen- und Kindermäntel- Branche und Arbeitern nur übrig, in den Streit zu treten. Die Ausständigen werden mit aller Kraft den Kampf führen bis zum Siege und der Schneidermeister ist nach zweitägigen gemeinsamen Vernicht eher arbeiten, bis die Arbeitgeber die Forderungen be fammlungen betrachtet das Brandenburger Schöffen- Tellersammlungen in öffentlichen Vers handlungen am Dienstag Abend ein Ausgleich zu stande gewilligt haben." gericht als Kollekten, die der polizeilichen Genehmigung bes kommen. Beide Kommissionen wollen die Vorschläge ihren Bürsten, weil sie nicht als Zuwendung für eine Gegenleistung, Auftraggebern zur Genehmigung mit thunlichster Schnelligkeit. Die Hamburger Nachrichten" zeigen die gewöhnliche fondern als Geschent in beliebiger Höhe gegeben würden. Bis vorlegen. Doch soll vorerst heute Abend noch mit der Fünfer- Brutalität ihrer Gesinnung natürlich auch wieder beim Schnelder vor einiger Zeit hatte die Polizei Brandenburgs nichts gegen die Kommission der Arbeiter Verständigung gesucht werden. Dahms, Robert Schweichel, Friedrich Spiel gegen die Veranstalter vor, und hat dabei, wie es scheint, das streit. Der ehrenhafte Aufruf, den die Schriftsteller Gustav Tellersammlungen; neuerdings geht auch sie mit Strafmandaten Der Verein Berliner Schneidermeister für Damen- hagen, Ernst von Wildenbruch und Julius Wolf Schöffengericht auf ihrer Seite, obwohl unseres Wissens dessen konfektion hatte zu Mittwoch Nachmittag 1 Uhr in eller's zur Sammlung von Beiträgen für die ausstehenden Schneider Judikatur in Widerspruch steht mit der Auffassung, die das Festsälen in der Köpnickerstraße eine Versammlung ein- und Schneiderinnen an die Zeitungen verfandt haben eine Rammergericht über Tellersammlungen bisher hatte. hat berufen, die von ca. 2000 Personen besucht war, um Stellung zu That, die ihnen beim Proletariat unvergessen bleiben wird Wegen Beleidigung Magdeburgischer Richter wurde in nehmen gegenüber dem Verhalten der Großkonfektionäre be ihre nie rubende Denunziationsluft zu einigen ergöglichen Wuth- Magdeburg Genosse Bartels zu 3 Monaten Gefängniß treffend des von der 21er- Kommission aufgestellten Lohntarifs. ausbrüchen angeftachelt. Mag die Nothlage der be- verurtheilt. Herr Wolfmann referirte über die bisherige Thätigkeit schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in der Konfektionszu von 10-12 Redner tadelt in scharfer Weise die in blatt, es wenn 1― Polizeiliches, Gerichtliches 2e. aus Arbeit. der Kommission, die keine Mühen gescheut habe eine Einigung branche noch so groß groß sein, so erklärt das Kanzler- Depeschen und letzte Nachrichten. erzielen. bleibt doch eine bedenkliche Sache, einem von den Konfektionären verbreiteten Flugblatt gegen die Schriftsteller, die man bisher zu den Vertretern der London, 19. Februar.( W. T. B.) Das Unterhaus nahm Meister erhobenen Vorwürfe, als ob diese den Streit provozirt bürgerlichen Gesellschaft zu rechnen hatte, öffentlich zur Samm- die zweite Lesung des von Rollitt eingebrachten Antrages vor, hätten. Die Meister verlangten, daß von seiten der lung von Geldern auffordern, über deren Verwendung daß die Schiedsgerichte zur Lösung von Streitfragen zwischen Großkonfektionäre jeden Sonnabend Vormittag es an der nöthigen Kontrolle fehlt(!) und durch Arbeitgebern und Arbeitnehmern vermehrt werden, daß mit den Meistern verrechnet werde, damit die jedenfalls der Streit indirett gefördert diese Schiedsgerichte zu gleichen Theilen sie auch im stande seien, ihre Arbeiter und Arbeiterinnen am wird. Es handelt sich doch hier um eine prinzipiell sehr gebern und Arbeitnehmern zusammengefeßt und daß gegen ihre Sonnabend Nachmittag entlohnen zu können! wichtige Angelegenheit. Der Streit in jeder Form bildet zur Entscheidungen teine Berufung bestehen solle. Der Präsident der Am schärfsten zu verurtheilen sei die Haltung des Ronfektionär", Zeit das Hauptfampsmittel der auf Umsturz der be- Handelskammer Ritchie billigte im Namen der Regierung im der die widersprechendsten Nachrichten verbreite, um die Haltung stehenden Staatss und Gesellschaftsordnung abzielenden Prinzip den Antrag, wünschte jedoch die Abänderung einiger und Bewegung der Konfektionäre zu rechtfertigen.( Lebhafter Beifall.) Wollen sozialdemokratischen wer ihn aus Bestimmungen und empfahl die Ueberweisung des Antrags an fich jene Herren nicht zu den gemachten Forderungen bequemen, den Kreisen der bedrohten gebildeten und be: den großen Gewerbe- Ausschuß. Das Haus stimmte diesem Vors dann werde man sich in öffentlichen Versammlungen an die figenden Klassen heraus begünstigt, detlarirt schlage zu. Deffentlichkeit wenden, da die ganze Bevölkerung hinter uns steht. sich damit entweder als Vertreter des„ Sozialis. Lissabon, 19. Februar.( W. T. B.) In dem Künstlerklub Nicht 50-60 pCt., wie die Konfektionäre behaupten, sondern mus der höheren Stände", der ebenso gefährlich ist wie in Santarem( Provinz Estremadura) brach während eines Maskenbis über 75 pet. der von ihnen gezahlten Löhne zahlten die die Sozialdemokratie, oder die Gefühlsimpulse überwiegen bei balles Feuer aus, welches sich mit großer Schnelligkeit verbreitete. Meister an die Arbeiter und Arbeiterinnen; während jene ihm auf Kosten seiner Besonnenbeit in einer Weise, die, wenn Viele Männer, Frauen und Kinder stürzten sich aus den Fenstern. Millionäre geworden sind, seien schon viele Meister um ihr sie sich öffentlich äußert, gemeingefährlich ist. Es sind bereits 34 Leichen geborgen; weitere befinden sich noch Vermögen gekommen. Redner ist darum der Meinung, Den Schluß des elenden Geschreibsels bilden einige in das unter den Trümmern. die Meister müssen einen Ring schließen und Gebiet des höheren Unsinns gehörige Faseleien, daß die streiken- Tanger, 19. Februar.( W. T. B.) Zaher Sliman, ein sich mit den Arbeitern und Arbeiterinnen den Arbeiter und Arbeiterinnen ja aus Berlin wegziehen und Führer der Aufständischen, ist gefangen genommen und in Ketten solidarisch erklären! Alle Kriecherei den Groß vorübergehend ländliche Dienstboten Die in das Lager des Sultans gebracht worden. Der Einzug des Ronfektionären gegenüber müsse ein Endel" Post" sekundirt dem Blatte durch eine läppische Berdächtigung Sultans in Marakesch ist verschoben worden. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. werden könnten. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 43. Reichstag. Donnerstag, den 20. Februar 1896. 13. Jahrg. Er ist zu bedrohen. Der Säbel wurde ihm abgenommen. Von der Haus gebracht hat, eine wesentlich andere ist, als sie in der Untersuchung ist Abstand genommen worden, weil der Offizier Regel von Mitgliedern des Hauses geschaffen wird. Wenn wir in eine Nervenheilanstalt gebracht worden ist. Ich finde hier Einzelfälle vorzutragen genöthigt sind, ist es gutes Her 44. Sigung vom 19. Februar 1896. 1 Uhr. es empörend, daß das schwere Mißgeschick eines fommen, die betr. Verwaltung vorher von der Absicht zu verständigen. Am Tische des Bundesraths: Bronsart v. Schellen unglücklichen Offiziers in dieser Weise zu in dieser Weise zu einer agita-( Sehr wahr! rechts.) Freilich entbehrt dann auch der betreffende dorff, v. Bötticher. torischen Ausbeutung benutzt ist.( Buruf Bebels: Nanu!) Abgeordnete des wohlfeilen Triumphes, als Sieger aus der Die Berathung des Militäretat3 wird fortgesetzt. Die Bestimmungen über die Arbeiterabtheilungen find nach§ 8 Debatte hervorzugehen.( Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Beim Kapitel: Militär- Gefängnißwesen fommt des Militärgesetzes zu beurtheilen, wonach die Regelung der Bezüglich des Streitbruchs bin ich geneigt, anzuerkennen, daß, Abg. Bebel( Soz.) auf den Fall zurück, wo ein zum ein- Disziplin dem Kaiser übertragen ist. Die Arbeiterabtheilungen wenn militärische Interessen an die Fertigstellung eines Baues fährig- freiwilligen Dienst Berechtigter namens Wendtland, weil find nicht als Gefängnisse zu betrachten, sondern es handelt sich geknüpft sind, die Militärbehörde das Recht hat, ihr Interesse er vor seiner Dienstzeit wegen Majestätsbeleidigung verurtheilt um Disziplinarmaßregeln. Wenn der Abg. Bebel die Rechts nach allen Kräften selbst zu wahren.( Sehr richtig! rechts.) Die war, zum dreijährigen Dienst eingezogen wurde und in der beständigkeit der Kabinetsordre bestritten hat, so befindet er sich Einstellung in die Arbeiterabtheilung ist nach den bestehenden Arbeiterabtheilung seine Dienstzeit abdienen mußte. Ich in einem außerordentlichen Frrthum. Auf den Fall des Musketier Vorschriften eine Disziplinarfsache, die den Kommandirenden gabe schon damals meine lebhaften Bedenken darüber aus Schöler in Celle fann ich eingehend antworten. Derselbe zusteht. Jeht auf die Rechtsfrage einzugehen, lehne ich ab; ich gesprochen, daß eine solche Behandlung eines Mannes wegen war wegen Brandstiftung bestraft und hatte die Berechtigung behalte es mir für das nächste Jahr vor. eines Bergehens in seinem Zivilverhältniß gefeßlich zulässig sein zum einjährig- freiwilligen Dienst verloren. Bei der Truppe ist Abg. Lenzmann( frs. Vp.): Es entspricht nicht meinem soll. Es wurde von der Militärverwaltung feine Aeußerung es ihm nicht schön gegangen. Auf dem Kasernenhof in Celle Geschmack, die Armee anzugreifen; aber diesmal muß ich dem gegen diese Bedenken laut. Das Verfahren gegen Wendtland befindet sich eine Wasserkunst, deren Kontrollapparat leicht ver- Abg. Bebel von vorne bis hinten recht geben. Ich kann dem entbehrt jeder gesetzlichen Basis. Daß die Arbeiterabtheilung eine dorben werden kann, weshalb das Manipuliren damit verboten Kriegsminister nicht recht geben, wenn er den sozialdemokratischen Strafabtheilung ist, wußte ich schon im vorigen Jahre; eine war. Trotzdem beschäftigte sich der Schöler damit und verdarb Rednern nicht antworten will; sie stehen allen Rednern anderer nähere Aufklärung darüber habe ich mir erst jetzt verschafft. Nähere ihn. Er wurde deshalb bestraft wegen Ungehorsam und Be- Parteien vollständig gleich. Ein nervenkranker Offizier sollte Bestimmungen darüber enthält§ 18 des Militärstrafgeseges; schädigung des Apparates. Wegen unbegründeter Beschwerde- nicht zum Agitationsmittel mißbraucht werden, aber es wäre er handelt von Personen, welche sich einer strafbaren Handlung führung befam er einige Tage Arrest dazu.( Sehr richtig! rechts; doch erst festzustellen, ob sich die Nervenkrankheit schon vorher in ihren zivilen Verhältnissen schuldig gemacht haben, sofern Lachen bei den Sozialdemokraten.) Das ist auch vollständig berechtigt. bei dem betreffenden Offizier gezeigt hat. Se. Majestät hat ihnen infolge dessen die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt sind. Die Beschwerde wurde bis an das Generalfommando geführt; allerdings die Disziplinargewalt in der Armee, aber sie ist nicht Mit der Einstellung solcher Leute soll gezögert werden, bis der ich war damals kommandirender General und veranlaßte, ihm schrankenlos. Es widerspricht dem Grundsatz ne bis in idem, Zeitraum, für welchen ihren die bürgerlichen Ehrenrechte ab- klar zu machen, daß ein Unterschied zwischen einer Bestrafung wenn man zu einer zivilrechtlichen Strafe noch eine Disziplinar erkannt sind, vorüber ist. Ein Mann, der in eine Arbeiter- und einer Disziplinarmaßregel sei. Bei der ersteren muß alles strafe fügt, obgleich der Mann als Soldat nichts begangen hat. abtheilung eingestellt ist, erleidet die größten Beschränkungen in bewiesen werden, die lettere erfolgt nach der Ueberzeugung des Ein Beweis der Schuld fei nicht erforderlich, meinte der Kriegs. seiner politischen Freiheit. Von einer militärischen Aus- Vorgesezten.( Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Ich habe ihm minister. Das ist falsch; ein Unschuldiger darf nicht bestraft werden. bildung fann bei ihm gar nicht die Rede fein. auch ein paar Tage zudiktirt. Darauf erfolgte eine Beschwerde Ein Vorgesetzter, der sich nicht von der Schuld vollständig überE3 wird also auch nicht der Zweck erfüllt, wegen an Se. Majestät, welche das größte Kauderwelsch enthielt. zeugt hat und dennoch eine Bestrafung eintreten läßt, verletzt dessen er eingezogen ist. Ich bestreite der Militär Se. Majestät nahm von einer Zusabftrafe Abstand. Nach Ver- gröblich seine Pflicht. Den Herrn Schöler kenne ich persönlich. verwaltung bis in die höchsten Spigen das Recht, Leute, die büßung der Strafe fing der Mann an, mit seinen Kameraden Was Herr Bebel vorgetragen hat, ist vollständig richtig. Der eingezogen werden und die in ihren Privatverhältnissen bestraft sich zu streiten. Er wurde nun als ein für die Disziplin der Mann ist bestraft wegen einer im Alter von 14 Jahren be sind, nach der Einziehung unter Bedingungen einzustellen, die Truppe nachtheiliger Mann in die Arbeiterabtheilung versetzt. gangenen Brandstiftung. Ehe man einen solchen Mann in die einer Gefangenschaft völlig gleich kommen. Dieser Zustand ist Eine Denunziation, welcher eine heifle Sache behandelte, die Herr Arbeiterabtheilung schickte, hätte man danach fragen noch dadurch verschlimmert, daß 1887 eine Kabinetsordre Bebel deshalb nicht vorgetragen hat, hat sich als gänzlich können. Er ist einmal bestraft worden wegen Widerdie Befugniß der Militärbehörden, Soldaten einer haltlos erwiesen. Vielleicht kann ich den Herren, die sich dafür standes gegen die Staatsgewalt. Ich habe mich des Arbeiterabtheilung zuzuweisen, bedeutend erweitert hat. Durch interessiren, nach Schluß der Sigung, wenn die Tribünen geräumt Schöler angenommen, aber ich habe nicht den geringsten eine Kabinetsordre fann unmöglich das Rechtsverhält- find, die Sache im einzelnen vortragen. geistigen Defekt an ihm entdeckt. Der Mann ist troh der Beniß eines Soldaten vollständig auf den Kopf gestellt werden. Präsident v. Buol: Während der Rede des Herrn Kriegs- handlung in der Arbeiterabtheilung nicht Sozialdemokrat ges Sobald jemand feine Strafe wegen Majestätsbeleidigung verbüßt ministers hat der Abg. Frohme den Zwischenruf gethan:" Dann worden, sondern ist zu uns gekommen. Wir haben ihn in der Presse hat, ist er wieder derselbe, wie jeder andere. Die Sache geht bleiben Sie überhaupt fort!" Diese Aeußerung ist unter den angestellt und er füllt seine Stellung vollkommen aus. sogar so weit, daß jemand, um in die Arbeiterabtheilung ein- gegebenen Verhältnissen eine in hohem Grade ordnungswidrige wegen Beleidigung der sächsischen Armee verurtheilt worden vom gereiht zu werden, garnicht einmal gerichtlich bestraft zu sein und ich rufe deshalb den Abg. Frohme zur Ordnung,( Beifall.) Landgericht, aber das Erkenntniß ist meines Wissens noch nicht braucht, denn auch solche Personen, die in anderer Weise in Abg. Bebel( Soz.): Ich weiß nicht, ob die Antwort des Kriegs- rechtsträftig. E3 fällt mir nicht ein, dem Minister Handlungen oder Worten ein ehrlose und die Manneszucht ge- ministers, daß er nicht verpflichtet sei, jedem sozialdemokratischen den Vorwurf zu machen, daß er die Sache beschönigen will fährdende Gesinnung bethätigen, können in die Arbeiter. Abgeordneten zu antworten, der Verfassung entspricht. D6 ein Ich bitte ihn aber, die Sachen, auch wenn sie von dieser Seite. abtheilungen verwiesen werden. Was versteht die Militär- sozialdemokratischer oder konservativer Abgeordneter etwas vor( von den Sozialdemokraten) vorgebracht werden, genau zu unterverwaltung unter ehrloser, die Manneszucht gefährdende bringt, ist vor der Geschäftsordnung des Reichstages vollständig suchen und Remedur zu schaffen; dadurch würde er sich ein Gesinnung"? Damit ist der Betreffende der Willfür gleichgiltig.( Sehr richtig! im Zentrum.) Solche deplazirten größeres Verdienst erwerben als durch die Abweisung solcher seiner Borgesetzten ausgeliefert.. Daß man wirklich so Redensarten machen auf mich, im Hause und auch im Lande Beschwerden. weit geht, fann ich beweisen. Ich habe hier die keinen Eindruck; sie machen einen vom Kriegsminister wohl Generallieutenant v. Spitz: Ob das Urtheil rechtskräftig Schrift eines Hermann Schöler: Militärische Rechtsbilder nicht erwarteten Eindruck.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo- ist, weiß ich nicht; es ist ein Urtheil erster Instanz. in Friedenszeiten". Dieser Schöler wurde in Osnabrück aus traten.) Was ist denn heute richtig gestellt? Er meint, in Abg. Werner( Reform- P.): Die Frage der Arbeiters gehoben und dann denunzirt, er sei Sozialdemokrat. Das war Königsberg wäre das staatliche Interesse geschädigt worden, wenn abtheilung fann ich nicht ohne weiteres entscheiden. Es wäre er nicht, sondern Freifinniger. Er hatte aber ein außerordentlich nicht Soldaten zur Verfügung gestellt worden wären. Der beffer gewesen, wenn Herr Bebel die Sache in der Kommission feines und scharfes Rechtsgefühl. Er hatte sich mehrfach beschwert; Kriegsminister hat nichts weiter zu thun, als auf die Erfüllung vorgebracht hätte. Herr Schöler ist ist mir auch bekannt. seine Beschwerden wurden als ungerechtfertigt erkannt. Er wurde des Kontrakts zu bringen, und der Baumeister muß, wenn das Die Verurtheilungen, welche gegen Herrn Schöler er. bestraft und schließlich in die Arbeiterabtheilung verwiesen. Das nicht geschieht, feine kontraktlichen Strafen erleiden. Des gangen sind, zeigen doch wohl, daß es mit seinem war in dem Bataillon des bekannten Major Kain, welcher zu wegen braucht sich die Militärverwaltung nicht in die Lohnstreitig Rechtsgefühl nicht weit her iſt. Herr Schöler wird sich ihm sagte:„ Wir haben sehr viele Mittel, einen so widerspenstigen feiten zu mischen; der Arbeitgeber muß sehen, wie er mit nicht mehr bessern, er benimmt sich immer so, daß er an die Gesellen wie Sie zu bändigen." Aehnlich ist es einem feinen Arbeitern fertig wird. Es sind hier nur zwei Fälle vor frische Luft gesetzt werden muß. Er ist ein Mitglied der Judengewissen Buhl(?), der in Guben stand, ergangen. Er war getragen worden, aber es find noch viel mehr vorgekommen. Schußtruppe des Herrn Rickert. allerdings Sozialdemokrat, jetzt ist er es nicht mehr. Wir wollen dadurch, daß wir die Dinge hier vorbringen, nur be- Abg. Bebel( Soz.): Ich bin lange genug im Parlament, Er wurde, weil er die ihm vorgeschriebene Reiseroute bei seiner wirken, daß sie für die Zukunft verhütet werden. Im Falle um zu wissen, wie ich mich zu benehmen habe. Ich habe auch Rüdkehr von einem Urlaub nicht innehielt, sondern hier einige des Lieutenants Voigt U scheint man den Offizier schnell in eine nicht gefunden, daß die Art, wie ich die Dinge hier vorgebracht sozialdemokratische Freunde besuchte, mit 3 Tagen Mittelarreft Nervenheilanstalt gesteckt zu haben, um den Skandal zu vermeiden. habe, nachtheilig für mich gewesen ist. Bei militärischen Bauten bestraft. Seine Vorgesetzten mußten sein Vergehen also auch nur Besser wäre es, wenn man zugestände, dieses oder jenes hat sich und bei einem Nothstand hält der Kriegsminister die Stellung als ein geringes ansehen, dennoch wurde er in die Arbeiter- wirklich ereignet, und wenn man es rügte. Bezüglich der von Soldaten als Arbeiter für berechtigt und Herr abtheilung eingereiht und als Grund wurde Mangel an ehr Arbeiterabtheilung macht sich der Kriegsminister die Sache leicht; Lieber vertheidigt dieses Verhalten des Kriegsministers. liebender Gesinnung angegeben. Genügt etwa schon sozial er meinte, der oberste Kriegsherr hat die Disziplinar Bezüglich der Arbeiterabtheilungen wird sich herausstellen, daß demokratische Gefinnung, um sie als ehrlose anzusehen? vorschriften zu erlassen. Es ist aber eben die Frage, ob es sich die Frage doch einfacher ist, als sie erscheinen will. Daß die Es muß darauf gedrungen werden, daß hier nicht hier lediglich um Disziplinarvorschriften handelt. Die Militär- Behandlung eines Soldaten als Sträffing nicht als eine DisEinrichtungen getroffen werden, die im Widerspruch stehen verwaltung hat fein Recht, einen Soldaten, der ziplinarstrafe angesehen werden kann, wird doch allgemein mit der Militärgesetzgebung. Das sind Zustände, die unmöglich während seiner Militärzeit nichts begangen hat, mit einer zugegeben werden müssen. Die ganz unbestimmten Vors auf die Dauer aufrecht erhalten werden können, so lange Sie die Strafe zu belegen, die einer Gefängnißstrafe gleichkommt; schriften von 1887 können es dahin bringen, daß ein Mann, Sozialdemokratie als gleichberechtigt mit den anderen politischen sonst fönnte ja das ganze Militär- Strafprozeß- Verfahren und das der sich mißliebig gemacht hat, in die Arbeiterabtheilung Parteien ansehen. Die Rechtsbeständigkeit jener Kabinete ganze Militärgeseh durch Kabinetsordre umgestaltet werden. fommit. Ich habe von meiner Absicht, diese Vorfälle ordre müssen wir uns doch etwas genauer ansehen, Bezüglich des Schöler empfehle ich Ihnen die An- vorzubringen, teine Mittheilung gemacht, weil alle Fälle da sie die Rechtsverhältnisse einzelner in der Armee schaffung der von ihm geschriebenen Broschüre. Der Mann ist der Verwaltung bekannt waren und der Kriegsminister der Willkür der Vorgesetzten preisgiebt. Es müssen Bestimmungen bei flarem Verstande und hat seine Schrift mit Humor geschrieben. selbst im Besitz der darüber geschriebenen Broschüren war, die er vorgesehen werden, daß die Militärverwaltung nicht nach eigenem Ein geistiger Defekt ist an dem Mann nicht zu erkennen. Seine mir am Freitag hat anbieten lassen. Wendtland hat nicht VerGutdünken Verordnungen erlaffen kann. Der Reichstag muß Ausführungen haben nach meinem Eindruck seine Vorgesezten sammlungen besucht; seine Parteigenossen haben ihn nur in darnach streben, daß die Disziplinargewalt und ihre Handhabung gehörig auf den Sand gesetzt.( Sehr richtig! bei den Sozial- großer Zahl auf den Bahnhof gebracht. Deswegen wurde er in geändert wird. Ich möchte dringend bitten, das, was ich vor demokraten.) Der Kriegsminister hat den Mann herabzusehen die Arbeiterabtheilung gesteckt. Kann das gefeßlich zugelaffen gebracht, zu beachten und seine Meinung darüber zu äußern. versucht, indem er ihn als Brandstifter bezeichnete. Der Mann werden? Ich werde Veranlassung nehmen, im nächsten Jahr ( Beifall bei den Sozialdemokraten.) ist als Knabe mit anderen Knaben aufs Feld gekommen, wo eine darauf zurückzukommen, da die Frage heute doch nicht ausgetragen Kriegsminister Bronsart von Schellendorff: Der Vor- alte Bude stand, die sie angezündet haben, ohne daß ein er- werden kann. redner hat wieder eine Anzahl von Fällen angeführt, durch die heblicher Schaden entstand. Das ist der Brandstifter! Abg. Gröber( 3.): Dann hätte aber auch Bebel die Vor. er die agitatorische Wirkung seiner Rede bekräftigen wollte. Ueber( Sört! Iints.) Lesen Sie einmal, was der Schöler würfe gegen uns nicht erheben sollen. Es ist doch nicht so einfach, diese Fälle kann ich keine Auskunft geben; fie finden ihre ressort- schreibt über die Arbeiterabtheilungen; δα wird man eine faiserliche Verordnung als ungesetzlich zu bezeichnen, wir mäßige Erledigung nicht bei der Militärverwaltung, sondern den Eindruck haben, daß der geistige geistige Defekt eher nehmen es auch nicht so leicht wie Herr Lenzmann. Der Staats. bei den Kommandos. Es fann auch niemand von mir bei dem Hauptmann als bei dem Schöler fich findet. rechtslehrer Laband spricht sich über die ganze Sache mit feinem verlangen, daß ich jedem sozialdemokratischen Abgeordneten, Endlich ist der Kriegsminister noch auf den Fall bei der 3. Eskadron Wort aus, also liegt die Sache doch nicht sehr klar. Der Begriff der mich, um sein agitatorisches Bedürfniß zu befriedigen, der Garde du Corps gekommen, den ich nur angedeutet habe. Disziplin ist aus ihrer ganzen geschichtlichen Entwickelung zu auf eine Anzahl von Fällen, Fällen, die er aus Beitungen Wenn man etwas gerecht prüfen will, dann muß man nicht blos erklären. Die Disziplinarordnung ist der Militär- StrafprozeßBroschüren zc. geschöpft hat, anspricht, Rede und Antwort stehe, die aktiven Betheiligten, sondern auch den leidenden Theil be- Ordnung gegenübergestellt und Laband findet darin eine An( Buruf des Abg. Frohme: Dann bleiben Sie doch überhaupt fragen. Das ist nicht geschehen; denn die Mannschaften sind erkennung der bestehenden Disziplinarordnung, die besteht, so fort!), ich bin aber bereit, eine gewünschte Auskunft zu ertheilen, entlassen worden. Ich habe keinen Grund, etwas zurückzu- lange wie das preußische Heer besteht. Heute zum ersten Male wenn ich dazu im stande bin, aber nicht geneigt, die Hand zur nehmen. tritt man im Reichstage an diefe Frage heran. Wir thun gut, endlosen Verlängerung der Debatte zu reichen, so daß die ganze unsere Stellungnahme dazu uns vorzubehalten. Dauer der Sizung ausgefüllt wird zu 3/4 mit Neden der Sozialdemokraten, Am Donnerstag sprachen allein vier Sozialdemokraten.( Abg. Singer: Was geht Sie das denn an? Es ist doch unglaublich!) Ungefeßlichkeiten und Rechtsverletzungen Generallieutenant v. Spin: Die Einstellung in die Arbeiterwerden jedesmal streng untersucht und geahndet, sobald abtheilung erfolgt nicht nach gerichtlichem Urtheil( Buruf Bebel's: fie zur Kenntniß der Kommandobehörden kommen. Bei Es follte aber geschehen!), sondern als Disziplinarmaßregel. deckt, den sie in eigenen Fabriken nicht herstellen kann. Das dieser Gelegenheit will ich gleich das Ergebniß derjenigen Seine Majestät hat das Recht, solche Disziplinarmaßregeln aus erste große Pulvergeschäft wurde in den 70er Jahren seitens Recherchen mittheilen, die auf grund der Reden zweier sozial- zudehnen. Das ist 1887 geschehen zur Absonderung solcher der Militärverwaltung mit Rottweil abgeschlossen. Die betr. demokratischer Abgeordneten am Sonnabend vorgenommen sind. Personen, welche die Manneszucht stören würden. Bezüglich Fabrik wurde 1872 in eine Aktiengesellschaft mit dem verhältnißDer sozialdemokratische Abgeordnete Schulze machte Mittheilung des Wendtland erinnere ich mich genau man fann mäßig geringen Betriebskapital von 340 000. umgewandelt. davon, daß in Königsberg beim Klempnerstreit elf Pioniere ja nicht alle Fälle behalten daß der Aufenthalt Aber schon in demselben Jahre errichtete sie eine zweite PulverBerlin fein tommandirt worden seien. Es handelte sich um den Neu- in harmloser war; ein Soldat darf fabrik in Dünenwerk, für die sie 19 000 Mart Pacht an den bau der Pionierkaserne, der zum 1. Oktober fertiggestellt nicht an Versammlungen theilnehmen. Das Bild, welches man Fürsten Bismarck zahlte. In Köln trat eine Gründung zit werden sollte. Die Klempner legten die Arbeit nieder; die aus den Akten von dem Schöler bekommt, zeigt doch, daß der sammen, der sich 19 größere und kleinere Bulverfabriken anschlossen, militärische Bauverwaltung brachte zur Sprache, daß die Kaserne Mann für die Truppe ein sehr gefährlicher war. Der Schöler unter dem Namen Vereinigte rheinisch- westfälische Bulvernicht fertig werden würde. Die Kosten für die anderweitige ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch politischer Wander- fabriken, deren Direktor der Geh. Kommerzienrath Joh. Unterbringung der Soldaten wären sehr hoch gewesen. Es redner. Er hat in einer Versammlung vor seinen Partei. Nepomuck Heydemann in Köln ist. Beide Firmen sahen wurden freiwillig sich meldende Pioniere in Arbeit gestellt. Der genossen sich so betragen, daß seine Ausführungen daß es eine Thorheit sei, fich Konkurrenz zu Abg. Schulze meinte, ganze Truppentheile würden schließlich in Pfuirufen aufgenommen schließ machen. Man tam überein, fich zu vereinigen. Sie Arbeit gestellt werden. Wie viel Lohnstreitigkeiten haben in lich wegen Beleidigung der sächsischen Armee bestraft. schlossen 1884 ein Kartell, um sich den Profit und den Verlust den letzten Jahren stattgefunden und zwei Fälle werden hier an- Das ist die Broschüre, die anzuschaffen Herr Bebel Ihnen allen zu theilen. Von einem Verlust ist überhaupt keine Rede. geführt! Das soll man ernst nehmen!( Sehr richtig! rechts.) Der Abg. angerathen hat. Der Prozeß der preußischen Kriegsverwaltung während früher die Kölner Fabrik den größten Vortheil hatte, Bebel hat den Fall des Lieutenant Voigt in Güstrow angeführt, gegen diesen Mann schwebt; ich hoffe, daß er verurtheilt wird. hat jetzt die Rottweiler Fabrik den größten Gewinn, weil sie der mit seinem Säbel einhieb. Die amtliche Auskunft geht dahin: Abg. Lieber( 3): Dem Abg. Bebel wird nicht entgangen ein Pulver fabrizirt, welches die Militärverwaltung sehr gut Der Offizier hat mit dem Säbel umhergesuchtelt, ohne jemand fein, daß die Situation, in die er die Armeeverwaltung und das brauchen kann. Um die hohen Verdienste zu verhüllen, erhöhte 9 Kriegsminister Bronsart von Schellendorff: Ich protestire dagegen, daß der Abg. Bebel mir unterstellt, daß ich in meinen amtlichen Angaben Beschönigungen, Bemäntelungen der Wahrheit vorgenommen habe. wurden. Er wurde Beim Kapitel Artillerie- und Waffenwesen weist Abg. Vebel( Soz.) darauf hin, daß für Pulver die Preise sehr hoch gestellt sind, sodaß viele Millionen mehr gezahlt werden, als nöthig ist; die Militärverwaltung ist hier einem Pulverring in die Hände gefallen, von welchem sie den Bedarf mit ein, man mehrfach das Betriebskapital. Dasselbe betrug 1884/85 bei Rottweil 2 700 000 M. und es wurden damals 18 bezw. 21 pCt. Dividende angegeben, 1885/86 gab es 25 pet. Hernach ist das Betriebskapital auf 3 600 000 m. erhöht worden. Röln bat 1884/85 5 760 000 m. Betriebskapital gehabt und 162/3 pCt. Dividende bezahlt, im folgenden Jahre 10 pCt., später 11 und 13 pCt., jedenfalls hohe Profite. 1889 wurde eine Fusion zwischen diesen beiden Bulvergeschäften herbeigeführt unter der Firma: Köln- Rottweiler Pulverfabriken. Da eine zu hohe Dividende nach außen hin einen unangenehmen Eindruck machen Tonnte, ging Rottweil dazu über, das Betriebskapital auf 9 Millionen Mark zu erhöhen, während die rheinisch- westfälischen Fabriken es auf 7 200 000 m. erhöhten, mit einem Worte: man verwässerte die Aktien. Im Jahre 1889/90 wurden auch noch zwei kleinere Konkurrenzfabriken veranlaßt, sich mit dem Rottweil Kölner Unternehmen dergestalt zu verständigen, daß sie gemeinsam mit ihnen einen Ring bildeten. Auch einer der Haupt- Rohmaterialienhändler für die Pulverfabrikation, die Dynamit- Aktiengesellschaft vormals Nobel u. Ko. in Hamburg" trat dem Ringe bei, ebenso die Deutsche Metallpatronenfabrit in Karlsruhe, ferner die Aktiengesellschaft Ludwig Löwe in Berlin, welche seitdem dauernd ein Mitglied im Aufsichtsrath der Pulvergruppe hat, außerdem die Firma Friedrich Krupp in Essen. Kurz, heute muß auf dem Gebiet der Pulverfabritation alles vom Ring bezogen werden. " Abg. Schall( bl.): Wir müssen beinahe um Entschuldigung Kunert Anklage wegen Vergehens gegen§ 184 Str. G. B. bitten, wenn außer dem Abg. Bebel noch ein anderer Abgeordneter erhoben und hatte er sich im Verein mit der Redaktrice der sprechen will.( Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Ich möchte Berliner Wohnungs- Zeitung", Fräulein Rapp, vor dem fragen, wie es mit den Wünschen der Städte Spandau, Ellerbeck, Schöffengericht zu verantworten. Garden und Siegburg steht, welche über die Steuerfreiheit des Der Staatsanwalt plädirte, daß beide Angeklagte sich gegen Militärfiskus sich beklagen. Die genannten Städte sind von den§ 184 vergangen haben, da es offenkundig sei, daß in diefer Seiner Majestät dem Kaiser dahin beschieden worden, daß die Annonce die Anknüpfung unzüchtiger Verbindungen versucht darüber schwebenden Verhandlungen noch nicht abgeschloffen sind. werde. Was den Angeklagten Kunert betrifft, so sei aus der Die Regierung hat aber schon früher erklärt, daß sie bis zur Notiz im Vorwärts" zu ersehen, daß er den Sinn der Annonce Vereinbarung über diese Frage für die betheiligten Städte einen richtig erkannt hat, er tönne sich damit nicht entschuldigen, daß Ausgleich für die Belastung derselben mit Schullasten u. s. w. er blos Kritik geübt hat; das Scham- und Sittlichkeitsgefühl suchen würden. Aber es ist nichts geschehen. Auch in Garden wird auch verlegt, wenn jemand unsittliche Handlungen in der ist die Belastung sehr hoch, sodaß bis 25 pet. des Einkommens Form einer abfälligen Krifit veröffentlicht. Er beantragt gegen an Steuern zu bezahlen sind. Auf dem Wege des Gesetzes wird die Rapp 50 m. Geldstrafe eventuell 10 Tage Haft, gegen die Abhilfe nicht schnell geschehen können; aber es ist zweckmäßig, Kunert, wobei die Vorstrafen ins Gewicht fielen, 100 m. daß die Militärverwaltung Zuschüsse zu den Schulen leistete; event. 20 Tage. 100 000 M. für diese Zwecke müßte das Reich doch wohl haben, Rechtsanwalt Herzfeld bestreitet in feinem Plaidoyer, um solchen bedrängen Orten aufzuhelfen.( Sehr richtig! rechts.) daß Kunert mit der Verbreitung, die der Expedition obliegt, Ich bitte den Herrn Staatssekretär des Reichsschaamtes, baldigst etwas zu thun habe. In subjektiver Beziehung liege alles andere die nöthigen Schritte zu thun. vor als ein Vergehen. Der Angeklagte habe seine löbliche Absicht zur Genüge durch die Kritik der Notiz dargethan. Er wollte nur einen sittlichen Zweck verfolgen und die Annonce eines Mannes geißeln, der durch seine Stellung ganz besonders berufen erscheint, dafür zu sorgen, daß das Sittlichkeitsgefühl nicht verletzt werde. Er plaidirte auf Freisprechung. Staatssekretär Graf Posadowsky: Die Vereinbarungen sind noch nicht beendet; es wäre auch nicht zweckmäßig gewesen, diefer überbürdeten Session ein solches Gesetz vorzulegen. Bei Garden und Ellerbeck kommen die Armenlasten garnicht in betracht. In Spandau hat eine Schädigung wie in Ellerbeck und Garden nicht stattgefunden. Sollte eine Belastung nachgewiesen werden, so werden wir auch hier helfend eintreten. Abg. Lingen( 3) spricht seine Befriedigung darüber aus, daß auch für die in seinem Wahlkreise liegende Stadt Siegburg in dieser Weise gesorgt worden wäre. Um 43/4 Uhr wird ein Vertagungsantrag angenommen. Der Präsident stellt für morgen den Rest des Militäretats auf die Tagesordnung. Abg. v. Kardorff( Rp.): Ich bin von verschiedenen Seiten angegangen worden, noch einmal die Frage anzuregen, wann das Zuckersteuer Gesetz auf die Tagesordnung fommen wird. Die Landwirthe müssen fich danach einrichten mit ihrer Bestellung; ich möchte also bitten, das Zuckersteuer Gesetz für morgen auf die Tagesordnung zu setzen. Abg. v. Kardorff: Da die Frage noch einmal unter den Vertretern der Parteien erwogen werden soll, so bescheide ich mich vorläufig dabei. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. ( Rest des Militäretats und Petitionen, betr. die Dienstaltersstufen.) Die Berichte der vereinigten Pulverfabriken stimmen darin überein, daß die Hauptprofite nicht vom Privatgeschäft, sondern von dem militärischen Geschäft herrühren, weil bei dem Privatgeschäft die Konkurrenz eine zu große sei. Obgleich die Militärverwaltung der Hauptkunde und der beste Zahler ist, wird sie teineswegs in Bezug auf die Preise entsprechend behandelt, wie dies doch sonst kaufmännischer Grundsay ist; das gerade Gegentheil ist der Fall; die Militärverwaltung hat weit höhere Preise zu bezahlen gehabt, als die Privatkonsumenten. Die Firma Friedrich Krupp hat billiger das Pulver bezogen als die Militärverwaltung; wo Krupp 1,25 m. bezahlte, mußte die Militärverwaltung 1,80 ja 2,10. bezahlen.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch bei dem rauchschwachen Bulver verdienten die vereinigten Pulverfabriken 100 p& t. der Her ftellungskosten, bei bem Geschüßpulver fogar 150 pct. Präsident v. Buol: Ich habe Anordnung getroffen, daß Die Militärverwaltung hat über 3 Millionen Mart mehr be- die Vertreter aller Partein morgen zur Besprechung dieser Frage zahlen müffen, als die Privatkundschaft. Neben dem großen zusammentreten. Gewinn der Aktiengesellschaften laufen noch besonders hohe Abg. Richter: Ich glaube, daß doch alle Parteien damit Profite für die Direktoren und Aufsichtsrathsmitglieder u. f. w. einverstanden waren, daß diese wichtige Frage, welche her und die Extravergütungen. So erhielt z. B. der Vorsitzende mindestens vier Tage in Anspruch nehmen wird, da selbst die des Aufsichtsraths Duddenhofer in Rottweil für die Jahre Parteien in sich noch nicht alle einig darüber geworden sind, nicht 1890 bis 1893 unter der Bezeichnung royalty" 5 pet. der so kurz vor der Vertagung noch zur Berathung gestellt wird. 141 194 M. betragenden Verkaufssumme des in Rottweil gefertigten Wenn die Herren Landwirthe ihre Dispositionen nach dem Schick Pulvers, das ist eine Extravergütung von 627 039 m. fale des Gesetzes treffen müssen, dann hätten die Herren doch Ferner hat diefer eine Mann aus dem Verkauf des in Dünenwerk mit dieser Anfrage etwas früher fommen müssen. fabrizirten rauchlosen Geschützpulvers 114 961 m. erhalten, so daß er in den vier Jahren 742 000 M. allein an Extraprofit gehabt hat außer seinen Tantiemen von 40 000 m. durchschnittlich und seinem Gehalt. Was aber Herr Generaldirektor Johann Nepomuck Heydemann inköln bezieht, bin ich nicht im stande anzugeben. Die Firma Friedrich Krupp hat vom 5. Februar 1892 bis zum 12. August 1893 noch eine Extravergütung von 560 573,58 M. bezogen, der mehr internationale Dynamittönig Alfred Nobel unter der Bezeichnung ,, royalty" von 1891 bis 1893 618 235,04 m. ( Hört, hört! links.) Es sind noch andere Vergütungen gezahlt worden, welche zusammen eine ganz enorme Summe aus machen. Im Jahre 1891 wurden an die Aktionäre 191/2 pet. Dividende gezahlt, wofür 2 209 500 M. zur Auszahlung gelangten. Die hohen Dividenden werden gewonnen mit einer verhältnißmäßig geringen Zahl von Arbeitern, der ganze Pulverring beSchäftigte nur etwa 1000 Arbeiter. Davon Rottweil und Dünenwert 3-400 Mann. Ich habe mir sagen müssen, daß man sehr klar sieht, woher der Eifer kommt, mit welchem fich gewiffe Theile der Parteien und der Presse für die Vermehrung des Heeres oder der Marine intereffiren.( Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Da wird mir vieles klar, was wir in den legten Jahren erlebt haben. Und dabei handelt es sich nur um einen einzigen Artikel. Ziehen Sie in betracht, was die Stahl- und Eisenfabrikanten, die Tuch- und Lederlieferanten u. f. w. für Geschäfte mit der Militärverwaltung machen, dann werden Sie erkennen, daß ein großer Theil unserer bürgerlichen Klaffen direkt an der Vermehrung des Heeres und der Marine persönlich betheiligt ist. Wir müssen aber die Intereffen der Steuerzahler wahrnehmen und von der Militärverwaltung verlangen, daß fie möglichst billig und gut einkauft. Hier steht die Militärverwaltung vor einem Ring von Kapitalisten, den sie nicht durchbrechen kann. 20 Ich stelle daher die Frage: wie hoch ist die Summe, welche für die Beschaffung von Pulver durchschnittlich ausgegeben wird? Wie hoch ist die Fabrikation des Reiches an Pulver? Wie hoch stellt sich der Preis der einzelnen Pulversorten? Parlamentarisches. Börse und Preffe. Abg. Dr. Schoenlant hat in der Börsengesetz Kommission folgenden Antrag eingebracht: Die Kommiffion wolle beschließen: folgenden Paragraphen als§ 72a einzuschalten: " Genosse Kunert betont ausdrücklich die Tendenz des Vorwärts", in dessen Inseratentheil Annoncen über Gummi, pikante Bücher, Geldgesuche von Jungfrauen und Wittwen 2c., die in bürgerlichen Blättern täglich vor fommen, vollkommen ausgeschlossen sind, was der Vorsitzende als befannt bestätigt. Auch Heirathsannoncen finden in diesem Blatte feinen Plak. Er beruft sich auf einen Ausspruch des Staatsanwalts in Mannheim, nach welchem der Anzeigentheil der sozialdemokratischen Blätter sittlicher fei, als der anderer Beitungen. Ein Blatt, das solchen Tendenzen huldige, kann doch in diesem Falle nicht mißverstanden werden. Er habe nichts anderes gethan, als was der Staatsanwalt eben thun wolle, nämlich abschreden. Doch wenn zwei daffelbe thun, ist es nicht dasselbe. Der Gerichtshof fommt zur Verurtheilung beider Angeklagten, die er der Uebertrtretung des§ 184 für überführt hält, wofür er für jeden eine Geldstrafe von 30 m., bezw. 5 Tage Haft verkündet. Betreffs des Genossen Kunert fam das Gericht zu dem Schlusse, daß er thatsächlich eine unfittliche Schrift weiter verbreitet habe; aus dem fittlichen Zweck, den er offensichtlich dabei verfolgte, fann eine Straflosigkeit aber nicht resultiren, denn es wäre nicht erforderlich gewesen, den ganzen Inhalt der Annonce wieder abzudrucken, um deren Tendenz zu rügen. Es tönnte sonst jeder schamlose Darstellungen reproduziren mit dem bloßen Kommentar: Seht, das hat der und der publizirt!"!!! Bei der Strafausmessung hat der Gerichtshof in den Vorstrafen Kunert's ein besonders erschwerendes Moment nicht gefunden, weil diese sich auf Sachen beziehen, die mit der vorliegenden Strafthat nichts gemein haben. Mildernd tam in betracht, daß bei R. nicht die Absicht vorgelegen habe, etwas Unfittliches weiter zu verbreiten, sondern vielmehr die Absicht, Mißstände der Gesellschaft zu rügen. Selbstverständlich wird gegen dieses bislang unseres Wissens in der deutschen Rechtsprechung noch einzig daftehende Urtheil Aber wie muß ein solches Urtheil Berufung eingelegt werden. auf weite Boltskreise wirken? Vom Kafernenhofe. Mit Gefängniß bis zu einem Jahre wird bestraft: 1. wer sich für die Veröffentlichung von Zeitungsartikeln, durch die der Kurs von Werthpapieren beeinflußt oder das Publikum zum An- oder Verkauf von Werthpapieren Am 2. Juli v. J. waren mehrere Klempner am Dache des Neus veranlaßt werden soll, oder für die Abfassung derartiger baues, Rathenowerstr. 4, Berlin, beschäftigt. Sie betrachteten von Beitungsartikel oder für die Unterbringung von solchen dort aus die Bayonnet- Fechtübungen einiger Soldatenabtheilungen in Zeitungen Vortheile gewähren oder versprechen läßt. des 4, Gardegrenadier Regiments, dessen Exerzierplaz be= Das übliche Schriftstellerhonorar fällt nicht hierunter; tanntlich hinter den neuen Häusern der Rathenowerstraße Hierbei wollten die Klempner gesehen haben, 2. wer sich für Zeitungsanzeigen, durch die der Kurs von gelegen ist. Werthpapieren beeinflußt oder das Publikum zum An- daß ein Unteroffizier einen Soldaten durch Kolbenstöße Die zu oder Verkauf von Werthpapieren veranlaßt werden soll, und Stöße vor die Brust mißhandelt habe. Bortheile gewähren oder versprechen läßt, die den bei der fehenden Arbeiter sollen hierbei angesichts der Vorgänge betreffenden Zeitung allgemein üblichen Preis für die Auf- ungehalten worden sein und mißbilligende Rufe ausgestoßen nahme derartiger Anzeigen übersteigt; haben. Dabei soll auch, wie die Auflage behauptet, das Wort Menschenschinder" gefallen sein. 3. wer sich für Nichtaufnahme von Artikeln oder Anzeigen der zu 1 und 2 bezeichneten Art Vortheile gewähren oder versprechen läßt. Neben der Gefängnißstrafe tann auf Geldstrafe bis zu 000. erkannt werden. Auch kann bei Verurtheilungen wegen der zu 1, 2, 3 bezeichneten Handlungen auf Erstattung der gezahlten Beiträge, beziehungsweise des Werths der gewährten Vortheile an die Reichstaffe erkannt werden. Was vorstehend von Zeitungsartikeln und Anzeigen, die Werthpapiere betreffen, bestimmt ist, gilt auch von solchen, die sich auf börsenmäßig gehandelte Waaren beziehen. unter 1, 2, 3 mit Strafe bedrohten Vergehen anftiftet oder an Mit denselben Strafen wird der belegt, der andere zu den Das Unzuchtsvergehen des ,, Vorwärts". Am 3. Juli begab sich der Klempner Paul Noack in die Regimentstanzlei, um von seinen Beobachtungen Mittheilung zu machen, da er aber den Adjntanten nicht sprechen tonnte, machte er auf Anrathen des Regimentsschreibers eine schriftliche Eins gabe an das Regiment unter Angabe seiner Beobachtungen und Ner.nung einer ganzen Anzahl Zeugen, die den Vorgang mit angesehen haben. Den Namen des Unteroffizi rs erfuhr er durch einen von Soldaten über die Mauer geworfenen Bettel, der durch einen tleinen Stein beschwert war und auf dem sich folgende Worte befanden: Achtung! Es war Unteroffizier Tobollect, ein gefährlicher Naute". " Das Resultat dieser Eingabe war, daß das Regiment gegen Noack Strafantrag stellte, weil er verdächtig erscheint, den Unteroffizier Tobolled durch das Wort Menschenschinder" beleidigt und außerdem wissentlich denselben Unteroffizier einer strafbaren Handlung fälschlich beschuldigt zu haben." Der Fall stand gestern vor der dritten Straffammer des LandBe- gerichts 1 Berlin zur Verhandlung. Bevor die Zeugen vernommen wurden, erwähnte der Vorsitzende, Herr Landgerichtsdirektor Röseler, daß in der Voruntersuchung feiner der vorgeladenen Soldaten mißhandelt zu sein, erklärt habe. Noack erklärte, daß dies eben daher fomme, daß dieselben meist eingeschüchtert sind, worauf der Vorsitzende fragte, ob er denn das sich nicht vorhersagen tonnte und die Verfolgung nicht lieber hätte unterlassen sollen. Eine große Menge Zeugen tommen zur Vernehmung. Darunter ein Feldwebel, ein Vizefeldwebel, ein Unteroffizier, vier Grenadiere, einige Reservisten, die am 2. Juli v. J. noch im Militärverhältniß flanden, 2c. Generalmajor v. Falkenhausen: Die Heeresverwaltung ist durchaus bereit, auf diese Frage zu antworten. Auf die anderen Ausführungen des Vorredners, auf die Bildung des Pulverringes und deffen Profite brauche ich nicht einzugehen, da der Vorrebner selbst anerkannte, daß die Militärverwaltung durchaus zustiften versucht. gewissenhaft vorgeht. Wenn die Behauptung des Vorredners fich darauf stüßte, daß der Pulverring sich hauptsächlich auf die Lieferungen für die Militärverwaltung stüßt, so ist das durchaus nicht vollständig richtig. Die Fabriken haben auch mit ausländischen Militärverwaltungen zu thun. Wenn sie Krupp weniger Geld abnehmen, so liegt das daran, daß er zum Bisher galten nur die verschiedenen Beleidigungsparagraphen Ringe gehört, und unter sich nehmen sie natürlich weniger. des Strafgesetzbuches, sowie die sonstigen gesetzlichen ( Heiterkeit.) Die Pulverfabriken flagen mir gegenüber über zustimmungen, die sich gegen politische Bergehen richteten, als solche, geringen Verdienst, und es scheint überhaupt, als ob die Be- die gemeinhin nicht geeignet erschienen, denjenigen irgendwie mit hauptungen Bebel's nur auf frühere Zeiten paffen. Die Ein- einem Matel an der Ehre zu behaften, der unter ihnen zu leiden führung des rauchschwachen Pulvers bedeutete einen großen Fort- hatte. fchritt. Damals waren die staatlichen Fabriken nicht in der Lage, Was früher wohl taum für möglich erschienen war, ist ein die erforderlichen Bulvermengen fanzufertigen. Wir mußten auf getreten. Der Rechtsprechung des Reiches der Gottesfurcht und die Privatindustrie zurückgreifen, die dazu im ftande war. frommen Sitte war es vorbehalten, zu diesem nicht weiter ehrenWir mußten in ausgedehntem Maße Verträge eingehen, die rührigen Paragraphen in einem Falle noch einen anderen hinzuzu immer mehr zu unsern Gunsten verändert sind. Dann giebt fügen, der nach den Absichten des Gesetzgebers einzig es gewisse Pulversorten, an denen Patentrechte haften, die die gegen Bergehen sehr schlimmer und ehrenrühriger Art, nämlich Militärverwaltung nicht erwerben fonnte oder wegen der hohen gegen die Verbreitung unzüchtiger Schriften bestimmt war. Und Rosten nicht erwerben wollte oder für die große neue toftspielige der Mann, der diesmal auf grund des Unzuchtsparagraphen Einrichtungen hätten getroffen werden müssen. Der Staat von einem ordentlichen Gericht in aller Form Rechtens bestraft muß die Privatindustrie heranziehen, weil er fie im wurde, war Redakteur eines Blattes, das unausgefeßt gegen die Kriegsfall braucht; er muß im Frieden wissen, was die Förderung der Unsittlichkeit in der Presse gekämpft und das oft Privatindustrie leistet und der Staat muß wissen, was die Privat- genug in Auszügen aus dem Inferatentheil der für Ordnung, Auch die Grenadiere Stanied und 3ernih, welche industrie fordert. Die Fabriken mußten große Anlagen schaffen, Religion und Sitte fämpfenden Blätter diefen einen Spiegel an den Uebungen unter Leitung des Unteroffiziers To bolled die fie verzinsen und amortisiren müffen und zwar in größeren ihrer eigenen Heuchelei und Schamlosigkeit vor Augen gehalten theilnahmen, haben von Mißhandlungen nichts gemerkt. Auf die Beträgen. In den letzten sechs Jahren sind durchschnittlich für hat. Ja, noch mehr. Getreu seinen Grundsägen ist der Vor- Frage des Staatsanwals, ob sie überhaupt schon einmal von Preußen 12,55 Millionen für Pulver ausgegeben worden. Hier wärts" so ziemlich das einzige Blatt in Berlin, das Kuppelei Tobolled mißhandelt wurden, antworteten sie strammstehend von entfallen auf solche Stoffe, welche Brivat- und Staats- und sog. Heirathsanzeigen, die bürgerlichen Blättern ein erfleck mit lauter Stimme: Nein! fabriken herstellen tönnen, 8,7 Millionen, solche, die nur Privat liches Stück Geld einbringen, tonſequent zurückweist. fabriken herstellen fönnen, 3,85 Millionen. Wenn es sich um den Erfah von Uebungsmunition handelt, so ergiebt sich ein Durchschnitt von 4,2 Millionen, wovon 0,7 Millionen auf solche Stoffe entfallen, die nur von Privatfabriken hergestellt werden tönnen. Der Prozentsatz, den der Staat produzirt, ist ein recht hoher und man kann nicht reden von einer Ausbeutung des Staates durch den Pulverring. Die Selbstkosten der staatlichen Fabriken betragen 5,50 M., für die Brivatindustrie betragen die Selbstkosten 8,50 M. Ich glaube nicht, daß diese amtlichen Zahlen so erschrecklich sind, um daraus eine Ausbeutung der Militärverwaltung herleiten zu können und ich glaube nachgewiefen zu haben, daß für die Folge um so weniger davon die Rede sein tann. Darauf wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freifinnigen die Diskussion geschlossen. Wie bei alledem der Vorwärts" auf grund des§ 184 des Strafgesetzbuchs nicht allein angeklagt, sondern auch bestraft werden fonnte, das lehrt folgender Vericht. Feldwebel Hizinger beaufsichtigte an jenem Tage das Bayonnet- Exerzieren. Er will von Mißhandlungen nichts gefehen haben, giebt aber auf Befragen des Vorsitzenden zu, daß solche vorgekommen sein können. Ebenso hat der Vizefeldwebel Ropp nichts gesehen, hingegen hat der jetzt im Zivilverhältniß stehende frühere Grenadier Büsing bekundet, daß Tobolled Soldaten ge= schlagen habe, er selbst wurde auch schon voit Unter der Aufschrift:" Der Gerichtsaffessor sucht ein Zimmer". diesem mit der Faust ins Gesicht und vor die reproduzirte der Vorwärts" im lokalen Theil der Nr. 267 vom Brust geschlagen, es fei dies übrigens dessen vorigen Jahr ein Zimmergesuch, das im Zimmeranzeiger der Gewohnheit die Leute zu schlagen. Der Unteroffizier Wohnungs- Zeitung" gestanden hatte und das in mancher Hin- Karl Tobolled wurde vor seiner Vernehmung vom Vorficht für die fittliche Auffassung gewisser Kreise bezeichnend war. fizenden ausdrücklich ermahnt, feinen Meineid zu leisten, auch Die Wiedergabe der Annonce war durch die Worte eingeleitet, wurde er darauf aufmerksam gemacht, daß er das Recht habe, daß die betr. Anzeige an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig fich der Aussage zu enthalten, wenn er fürchte, sich durch dielaffe" und schloß mit der Bemerkung, diesen Gerichtsaffeffor felbe einer strafbaren Handlung schuldig zu machen. Er bes möchten wir gerne in einem Stuppeleiprozeß fungiren sehen." streitet, an jenem 2. Juli beim Bajonneteɣerziren gestoßen oder Die Notiz wollte nichts weniger als ein Einverständniß mit geschlagen zu haben, verweigerfjedoch auf die Frage des dem Inhalt der Annonce befunden, sondern ganz offen einen Vorsitzenden, ob er überhaupt schon einmal Soldaten mißhandelt Mißstand, wie er sich in den Anzeigen der bürgerlichen Blätter oder geschlagen habe, die Aussage. Auf die Frage des Berth. Bei dem Kapitel: Technische Institute der wiedergiebt, rügen und etwas tiefer hängen. Nichtsdestoweniger Hersfeld nach seinen Vorstrafen, betundet er, daß er feine Artillerie ergreift das Wort wurde gegen unseren verantwortlichen Redakteur Genoffen habe, der Vorsitzende weist jedoch aus den Atten nach, daß er im 3ivilverhältniß wegen Körper berlegung mit sechs Tagen haft bestraft sei. Tobolled wollte die Frage des Vertheidigers als nur auf das Militärverhältniß bezogen verstanden haben. schweren Düte wohlüberlegt und absichtlich war. Thatsächlich Verschwunden ist seit Sonntag die 15jährige Tochter des find ja auch dahingehende Entscheidungen bereits erfolgt. Wie- Herrn R. Balte, Wildenowstr. 24. Das Mädchen hat sich ohne viel gefährlicher wird es also werden, wenn erst die Grundfäße Kopfbedeckung aus dem elternlichen Haufe entfernt und war be in dem Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb mehr und mehr kleidet mit grauem Rock und grünfarrirter Blouse. zur Geltung kommen. " Intereffant gestaltete sich die Aussage eines Rekruten, der Abermals ein Dachstuhlbrand im Hausaviertel. Im ebenfalls noch nie gemerkt haben will, daß Tobolleck mißhandle, Zum Treiben der Konsumvereine. Merkwürdige Zu Hause Altonaerstr. 17 entstand Mittwoch mittag ein Dachstuhlworauf ihm der Angeklagte Noack in Erinnerung rief, daß er stände müssen im Rabatt- Sparverein Südwest, einem der be- brand, der auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Die Feuerwehr diesem erst am vergangenen Sonntag in einer Kneipe angesichts tannten Konsumvereine ohne eigenes Waarenlager, herrschen. In wurde so frühzeitig nach der Brandstelle gerufen, daß eine genaue einer größeren Anzahl Beugen erzählte, daß Tobolled alle ber legten Generalversammlung ist der Beschluß gefaßt worden: Besichtigung des eigentlichen Brandherdes noch möglich war. Tage die Leute schlage. Er meinte darauf, das seien Generalversammlungen finden nicht mehr statt. Der Vorstand Die Sparren des Dachwerts zeigten sich mit Petroleum getränkt. nur kleine Stöße. ernennt drei Mitglieder, welche die Kaffe zu prüfen haben." Da- Das Feuer wurde unterdrückt, ohne daß ein bedeutender Schaden Der Staatsanwalt bemerkt hierauf, daß, falls der Gerichts durch hat der Vorstand erreicht, daß er von nun ab ohne jede entstand. Leider sind alle Anstrengungen, der Brandstifter habhof aus der Zeugenvernehmung noch nicht als erwiefen an Rritit von seiten der Mitglieder schalten und walten kann, wie haft zu werden, bisher erfolglos geblieben. nehme, daß Mißhandlungen am Ererzierplage des 4. Garde er will. Ein Konsumverein ohne Generalversammlungen! Was regiments nicht vorgekommen seien, er sich Anträge behufs Bersagt die Aufsichtsbehörde dazu? nehmung weiterer Zeugen vorbehalte. Der Vorsißende erwidert hierauf, daß es ihm im Gegentheil als vollständig ers wiesen erscheine, daß Tobolleck mißhandelt habe. Hierauf beantragt der Staatsanwalt die Vertagung, behufs Vernehmung aller Soldaten, welche am 2. Juli dem Bayonnetfechten beigewohnt haben. Der Gerichtshof beschließt, dem Antrage des Staatsanwalts Folge zu leisten. Lokales. V Schwer verunglückt ist am Dienstag Abend gegen 8 Uhr der 42 Jahre alte Arbeiter Ostar Urbach aus der RüdersdorferDurch Regimentsbefehl ist im Garde Füsilier Regiment straße 58. Urbach fiel in der Adlerstraße von einem hochgestern angeordnet worden, daß an den eisernen Durchgangs- beladenen Lastwagen herab und wurde so schwer verletzt, daß thüren der Böden und Keller große Schlösser angebracht werden ein Schuhmann ihn mit einer Droschke in ein Krankenhaus ollen, um Brandstiftungen zeitig zu verhindern. Auch ist das bringen mußte. Der Arme hat eine Familie von Frau und Betreten dieser Räume durch Mannschaften mit angezündeter 18 Rindern, 7 Söhnen und 6 Töchtern. Zigarre oder Tabakspfeife 2c. auf das strengste verboten. Wer diesen Befehl nicht befolgt, wird ohne weiteres mit drei Tagen Mittelarrest bestraft. Auch bei anderen Truppentheilen ist die felbe Maßregel bekannt gemacht worden. Prügel statt des Arbeitslohns. Schlecht weggekommen ist am Dienstag Nachmittag der 40jährige Schloffer Karl Biller aus der Ackerstr. 22, der in der Maschinenfabrik von Becker in der Chausseesir. 100 arbeitete. Biller ging in die Fabrik, um Miquel und das Telephon. Die Frage, ob die Ausgaben Geld, daß er noch zu fordern hatte, abzuheben. Dabei gerieth Unfere beiden Redakteure Dr. Adolf Braun und Frik für den Fernsprechanschluß zu den Geschäftsuntosten gehören, ist er in Streit und scheint die Treppe hinabgeworfen zu fein. Kunert hatten gestern eine eigenartige polizeiliche Ueberraschung bei der Steuereinschäßung von der Einschäßungs- Kommission für Wegen einer nicht unbedeutenden Rückenquetschung mußte er in über sich ergehen zu lassen. In der sechsten Abendstunde erschien den Kreis Teltow verneint worden. Ein Schöneberger Ge- ein Krankenhaus gebracht werden. ein vier Mann starkes Aufgebot von Kriminalschuhleuten, um seinen Fernsprechanschluß in Höhe von 200 m. den Gefchäfts- giftungsaffäre Aufsehen. Bor etwa vierzehn Tagen auften schäftsinhaber hatte bei der Steuerdeklaration die Gebühren für Ju Landsberg a. W. erregt eine eigenthümliche Vers unfere beiden Kollegen nach dem Polizeipräsidium zu zitiren. unkosten mit hinzugerechnet und also von den Einnahmen mit in mehrere Familien aus der Ortschaft H. von einem Fleischer aus Die Herren trafen nur Kunert anwesend, der selbstverständlich die Abzug gebracht. Nichtsdestoweniger wurde er eine Stufe höher dem Dorfe L. große, schön aussehende Stücke Fleisch zu KalbsBeamten nach der Legitimation zu ihrem Auftrage fragte. Die Antwort veranlagt, es nach feiner Deklaration hätte gebraten. Das Fleisch wurde etwa acht Tage lang aufgehängt und der Leute lautete, daß fie Gewalt anwenden müßten, wenn er nicht schehen müssen. Er legte gegen die Einschätzung Berufung bann gebraten. Bald nach dem Genuß stellten sich bei allen, die ein. Und nun gutwillig mitgehe. Auf dem Polizeipräsidium wurde Kunert einem dem Einschätzungsbureau, daß die Fernsprechgebühren als in den Eingeweiden verbunden mit Diarrhoe, und Lähmungen ergab sich bei seiner Vernehmung auf von dem Kalbfleisch gegessen, heftige Uebelteit, rafende Schmerzen Manne gegenüber gestellt und gefragt, ob er ihn fenne oder ihn nicht zu den Geschäftsunkosten gehörend gestrichen ein, alles Erscheinungen einer starken Vergiftung. Aerztliche schon gesehen habe. Kunert erwiderte, daß er diese Frage selbst worden waren und man feine Veranlagung um jene Hilfe mußte in Anspruch genommen werden, und erst nach verständlich weder absolut bejahen noch verneinen könne, und 200 m. höher bemessen hatte. Der Geschäftsbefizer erklärte dem längerem schmerzvollen Krantenlager gelang es, die Personen als ihm dann von dem Kriminalbeamten entgegnet wurde, daß doch nicht zum Vergnügen habe, sondern lediglich für das Geschäft Genesung entgegengehen. Nur ein Knabe, der wenig Wider Vorsitzenden der Einschätzungskommission, daß er den Fernsprecher wieder so weit der Gefahr zu entreißen, daß sie jetzt der der Vorgestellte die Person sei, welche am 16. Januar dem selbst, und das umsomehr, als er in Schöneberg sogar 50 m. standsfähigkeit aufwies, liegt noch schwer frank danieder. ,, Vorwärts" das Arinee- Berordnungsblatt" mit dem Gnaden mehr bezahlen müsse, als die Fernsprech- Theilnehmer in Berlin, Mittlerweile ist festgestellt worden, daß das Kalbfleisch von einem erlaß übermittelt habe, wies Kunert auf die vor dem Unter: was er wohl nicht thun würde, wenn es sein Geschäft nicht franken Thiere herrührte. Wem die Schuld zuzuschreiben, daß suchungsrichter in der Angelegenheit erforderte. Er wurde jedoch dahin belehrt, daß der Fernsprecher das Fleisch unter die Leute kam, ist noch nicht festgestellt. am 31. Januar zur Führung des Geschäftes nicht nothwendig sei, sondern nur gemachte Aussage hin und erklärte, daß er in bezug der Bequemlichkeit" des Inhaber3 diene, weshalb auch die Ge- Wetter- Prognose für Donnerstag, den 20. Februar 1896. Zunächst etwas tälteres theilweise heiteres Wetter mit auf diese weder etwas zurückzunehmen noch hinzuzusehen habe. bühren dafür nicht als durch das Geschäft selbst entstehend be- frischen südöstlichen Winden, nachher nachher neue Erwärmung, Nachdem unserm Kollegen Kunert dann noch von dem Kommissar trachtet und folglich nicht als Unkosten von dem zu versteuernden Trübung und geringe Niederschläge. Einkommen in Abzug gebracht werden könnten. " erklärt worden war, daß der Ronfrontirte sich unter ausführlicher Schilderung aller Einzelheiten des Vorgangs als Uebermittler des betreffenden Zeitungsblattes bekannt habe, wurde Kunert von dem Polizeibeamten entlassen. Von unserm Kollegen Braun, der etwa um 7 Uhr auf der Redaktion eintraf und dann gleich von einem herbeieilenden Kriminalbeamten abgeholt wurde, haben wir am Schlusse des Blattes noch keine weitere Kunde. Es scheint somit, daß Braun aus uns unerklärlichen Gründen in Haft behalten wurde. Oeffentliche Versammlung. Zu der heute stattfindenden Versammlung in der Hafenhaide Nr. 57 ist es durch Ausfall der für die Kommission für das bürgerliche Gesetzbuch auf heute Abend anberaumten Sizung möglich geworden, daß Frohme und Stadthagen referiren. Auf die Wichtigkeit des auf der Tagesordnung stehenden Themas werden die Genossen noch besonders hingewiesen. Schmeicheleien: Jm Zirkus Busch wird heute zum ersten Male das bereits angekündigte Ausstattungsstück„ Die Jagd nach dem Glück" gegeben. Die große Vogelausstellung, welche der Verein„ Megintha" heute im großen Lichthof des Alexanderplatz Hotels eröffnen beschickt. wird, ist von 50 Ausstellern mit nicht weniger als 2585 Nummern Berliner Wetterbureau. Kunst und Wissenschaft. der Paul Heyse ist aus der Kommission des Schillerpreises ausgeschieden. Die„ M. A. 3." schreibt über diesen Entschluß des Dichters: Sense, der, wie regelmäßig bei früheren Gelegenheiten, so auch diesmal zur Theilnahme an den Be Vergiftet hat sich am Montag Abend der 33 Jahre alte rathungen der Rommission eingeladen ward, hat dem Kultuscand. med. Friedrich Eder in seiner Wohnung, Schumann- minister eine bedauernde Absage ausgesprochen. Die Er straße 13. Eder wohnte hier mit furzen Unterbrechungen seit fahrungen letzten drei Triennien haben ihn zu Ottober 1893 bei einer hochbetagten Wittwe Meyer. In Berlin der Ansicht geführt, daß in den Satzungen keine hinlängliche geboren, verlor er seinen Angaben nach im 12. Lebensjahre seine Bürgschaft dafür gegeben sei, den schönen idealen Gedanken, aus Eltern und war dann in verschiedenen Pensionen untergebracht. dem die Stiftung hervorgegangen, in ersprießlicher Weise verHerangewachsen widmete er sich vier Jahre lang dem Kauf- wirklicht zu sehen. Durch zwei Perioden sei die Wahl nicht mit mannsstande und ging dann erst zum Studium der Medizin Einstimmigkeit geschehen, der Preis deshalb auch dem Kandidaten über. Aber auch zu seinem neuen Berufe scheint er wenig Luft der Mehrheit nicht zuerkannt worden. Könne jedoch, wie im letzten gehabt zu haben. Als Frau Meyer Dienstag Nachmittag das Triennium, selbst der einmüthige Vorschlag der Kommission Bimmer aufräumen wollte, fand sie Eder in einer Ecke zwischen erfolglos bleiben, so scheine in der Organisation der Stiftung einem Spinde und einem Fenster zufammengefanert als Leiche auf. Er ein Fehler zu liegen, der die Arbeit der Sachverständigen unwar nur halb angekleidet. Ein Brief, der im Zimmer lag, war an fruchtbar und die Betheiligung daran zu einer akademischen Be eine Verwandte des Selbstmörders in der Nähe von Glogau ge- fchäftigung mit dramaturgischer Kritik zu machen geeignet sei. richtet. Drei Mark hatte Eder auf den Tisch gelegt; in seinem Hauptmann's ,, Weber" find auch in Gleiwit polizeilich Geldbeutel fand man noch 9 M. und in einer Pappschachtel in verboten worden, nachdem sie dort bereits zweimal aufgeführt der Kommode 100 M., die für einen besonderen Zweck bestimmt waren. waren. Die Revierpolizei hat das Geld und den Brief vorJm ,, Alexanderplatz- Theater" findet am 28. Februar die läufig an sich genommen, ebenso ein zerbrochenes Gefäß, das hundertdreißigste und gleichzeitig legte Vorstellung des Baude noch Gift enthielt. Der eigentliche Grund des Selbstmordes ist villes Die kleinen Lämmer" statt. Am Sonnabend, den unbekannt. 29. b. M. geht zum ersten Male Audran's Operette, Mon prince" in Szene. Unter den neuen mikroskopischanatomischen Beobachtungen Nansen's sind einige von hervor. ragender Bedeutung. In der atademischen Hierarchie hat es Nansen noch nicht weit gebracht. Er ist Privatdozent in der naturwissenschaftlich- mathematischen Fakultät der Universität Christiania und zwar für vergleichende Anatomie. Herr C. F. Walter, Besitzer der ,, Urania", Wrangelftraße 10, erklärt uns als Antwort auf unsere geftrige Lotal notiz in aller Freundschaft", daß fein Lotal nach wie vor zu jeder Arbeiterversammlung zur unentgeltlichen Verfügung steht. Unsere Parteigenossen im Norden der Stadt find neuerdings vielfach mit Flugblättern des dortigen deutschen Bürgervereins beglückt worden. In einem solchen Ding, das uns vorliegt, wimmelt es von den bekannten albernen Beschimpfungen der Sozialdemokratie, die dem Jubeljahr ja wohl erst die er forderliche patriotische Weihe geben sollen. Nebenher wird der Sozialdemokratischen Bewegung von den Neidhämmeln des Mord und Selbstmord oder Doppelfelbstmord? Die " Bürgervereins" das rühmliche Zeugniß ausgestellt, daß sie am 18. Dezember 1879 geborene Jenny Hertling aus der SchönZu den Nachrichten über Frithjof Nansen sei noch nachs immer siegesbewußter und rücksichtsloser auf der umftürzlerischen leinftr. 28, die Tochter des Gastwirths Hertling, der in der getragen, daß der kühne Norweger mit dem Mikroftope ebenso Bahn vorwärts schreite. Außer den Sozialdemokraten tommen Hafenbaide sein Geschäft betreibt, unterhielt feit dem vorigen gut Bescheid weiß, wie mit dem Alpenstab und den Schneedie Juden in dem Flugblatte böse weg. Auch diese soll das Sommer mit dem 19 jährigen Metalldrücker Eduard Hilpert aus schuhen. Es ist eines der schwierigsten Gebiete der mikroskopischen monarchisch gesinnte deutsche Bolt bekämpfen, dem als Lock der Gräfeftr. 31 ein Liebesverhältniß. Die Eltern des Mädchens Anatomie, auf das Nansen sich verlegte. Er pflegte die feinere mittel die Darlehnskaffe des Vereins vor Augen gehalten billigten dieses Verhältniß nicht, da ihnen Hilpert noch Anatomie des Nervensystems, für das vornehmlich Kölliker, Remat, wird! Wir wissen nicht, ob die antisemitischen Brüder wirklich zu jung war. Noch vor etwa 3 Wochen sagten sie dem jungen Golgi, Ramon y Cajal den Grund gelegt haben. Nansen noch glauben, daß es unter der Arbeiterschaft Gimpel zu fangen Mann, er möge erst seiner Militärpflicht genügen und dann arbeitete auf diesem Felde von 1885 bis 1889 theils in feiner giebt; ihr Jdealismus verdiente in diesem Falle helle Bes wiederkommen und um die Hand ihrer Tochter anhalten. Heimath, theils auf der von Dohrn geleiteten zoologischen Station wunderung. Unseren Parteigenoffen aber, die uns diese Flug Mittwoch morgen erhielt Jenny Hertling, die in dem zu Neapel mit Gifer und Erfolg. Er ging dabei, feiner blätter, mit denen man sie belästigt, zusenden, rathen wir, das Straußfederngeschäft von Freystadt in der Kommandantenstraße zoologischen Vorbildung entsprechend, vergleichend anamotisch vor. antisemitisch patriotische Geschimpfe nicht anders als von der arbeitete, einen Brief von einer Freundin Marie Reinke, die ihr Die Ergebnisse diefer Studien legte er in mehreren größeren, in humoristischen Seite aufzufaffen. schrieb, sie habe etwas von ihr erfahren, was nicht anständig verschiedenen Sprachen abgefaßten Aufsäten nieder. Einer davon Leipzig kontra Berlin. Die fächsische Staatseisenbahn- fei; als Freundin wünsche fie darüber fie darüber von ihr Auf- erschien unter dem Titel„ Die Nervenelemente, ihre Struktur und Verwaltung hat den Beschluß gefaßt, eine Fahrpreisermäßigung lärung. Am Nachmittag um 4 Uhr war Jenny dabei, diesen Verbindung im Zentralnervensystem" 1888 in Karl von BardeSie erwiderte ihrer Freundin, daß sie leben's Anatom. Anzeig.". zum Besuche der Berliner Gewerbe- Ausstellung nicht zu ge- Brief zu beantworten. währen. Hinter dieser an sich nicht besonders hervorragenden mindestens so anständig sei wie sie und daß sie nächstens in Leistung scheinen die sächsischen Wahlrechtsverderber eine Art höherer Gratweil's Bierhallen mit ihr zufammentreffen werde, um zu politischer Weisheit zu wittern, denn das Zentralorgan der erfahren, um was es sich handele. Um 4/2 Uhr klingelte es an grün- weißen Voltsfeinde, das Leipziger Tageblatt", lobt die der Hertling'schen Wohnung. Eine Frau Mövis, die von Bahnverwaltung ob solcher That über den grünen Klee und be- Hertling ein Zimmer abgemiethet hat, fab hinaus, öffnete dentt Berlin bei der Gelegenheit mit den folgenden aber nicht, als sie bemerkte, daß der Bräutigam der Jenny Die Verwerthbarkeit der Röntgen'schen Strahlen für draußen stand. Gleich darauf aber ging das Mädchen selbst hin Die Stadt( Berlin) als solche aber wir beklagen es tief, und öffnete und begab sich dann mit seinem Geliebten in die die innere Medizin legte am Montag im Berliner Verein für denn es ist ein nationaler Defekt die Stadt Berlin hat Küche. Raum waren sie dort hingegangen, als Frau Mövis innere Medizin Dr. Huber an der Hand einiger Photographien es nicht verstanden, für das Große, mit Blut Erkaufte, das ihr zwei Schüsse fallen hörte. Anstatt nachzusehen, was vorgefallen dar, die in der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt von Patienten die ganze Nation dargebracht, ein Entgelt zu bringen, sie hat fei, riegelte die Frau Mövis sich ein und kam erst wieder der Leyden'schen Klinit aufgenommen find. Das erste Bild zeigt die rechte Hand eines 32 jährigen Schloffers, der an atutem Gesich nie als Reichshauptstadt gegeben, bei einem besonderen zum Vorschein, als zwei fleine Schwestern der Jenny Anlaß hat sie sich statt an die Spitze außerhalb der deutschen das Hertling'sche Ehepaar hat außer dieser noch fünf lenkrheumatismus leidet, bei dem sich besonders Schwellungen Die Schwellungen sind auf dem der Handgelenke zeigten. Ginlaß in die Wohnung begehrten. Eines Städte gestellt. Eine lokale Veranstaltung Berlins darf deshalb Kinder Bild deutlich zu erkennen. Anatomische Veränderungen der Genicht unter dem Hinweis auf den reichshauptstädtischen Charakter der kleinen Mädchen ging in die Küche und sah dort die Schwester tenke sind kaum wahrzunehmen, nur in dem dritten HandwurzelJenny auf dem Bette und Hilpert auf dem Fußboden, zum der Stadt Bevorzugung beanspruchen." Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben. Der arme theil unter einem Stuhle liegen. Sie rief Frau Mövis herbei, gelent scheint eine Verknöcherung stattgefunden zu haben, da sich Berliner Kommunal- Freisinn was muß der sich von der Sorte die nun sah, was geschehen war. Hilpert hatte ein Schuß in dort auf dem Bilde eine schwarze Maffe zeigt. Das zweite 41jährigen Frau, zeigt die Hand einer den Kopf, seine Geliebte ein Schuß in die Brust in der Gegend für Schandthaten nachsagen lassen! man sieht ebendes Herzens getödtet. Frau Mövis ließ die Eltern der chronischem Gelenkrheumatismus leidet; aber feinerlei anaUeber das Mitwiegen der Düten im Kleinhandel Todten benachrichtigen und ebenso den stellvertretenden falls deutlich die Auschwellungen, Ganz besonders charakteristisch äußert sich das Organ der Halberstädter Handelstammer, die Borsteher des 86. Polizeireviers, Polizeilieutenant Sieber, tomische Veränderungen. " Monatsschrift für Handel, Industrie und Schifffahrt" in beber zwei Schuhleute zur Bewachung der Leichen schichte. ift eine Photographie eines Gichtfalls von einem Bureau achtenswerther Weise. Infolge des zur Berathung stehenden Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb sollten die bisher Jenny Hertling, die zu Hause für das genannte Geschäft beamten der Charitee, der seit 3-4 Jahren an dieser Krankheit arbeitete, wird von ihrem Arbeitgeber als ein fleißiges leidet und eine wulst- oder lappenförmige, schmerzhafte Ver üblichen Üfanzen genau geprüft werden, ob fie gegen das in und ordentliches Mädchen geschildert. Hilpert's Vater ist Ar- dickung des zweiten Zwischengelents des vierten und fünften Aussicht stehende Gesetz verstoßen könnten. Ein weit verbreiteter beiter bei Wild n. Wessel, Inhabern einer Lampenfabrik in der Fingers hat. Hier sieht man sehr deutlich Veränderungen an Modus z. B., bei dem heute niemand etwas Gesetzwidriges findet, Prinzenstraße. Seine Mutter ist schon vor längerer Zeit ge normalen Händen die Knochenenden besonders durchsichtig sind, den Gelenken. Während auf andern solchen Photographien von der aber einmal recht unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen storben. Was den jungen Mann, der im Begriff stand, bei der fönnte, ist das mitwiegen der Düten. Es unterliegt Eisenbahnbrigade einzutreten, unmittelbar zu seinem unseligen sieht man hier eine schwarze Linie, verursacht durch Abfeiner Frage, daß der Käufer, der ein Pfund Zucker oder Reis Schritte veranlaßt hat, ist noch nicht bekannt. lagerungen von Gichtstoffen. Sodann hat Dr. Huber noch verlangt, auch berechtigt ist, ein volles Pfund Netto gu die Hand einer jungen Dame photographirt, die sich vor Auf Brandstiftung wird ein Feuer zurückgeführt, welches vier Jahren eine Blutvergiftung am rechten Mittelfinger zuerhalten. Gemeinhin, besonders in den westlichen Provinzen, trägt man diesem Umstande dadurch bereits zum großen Theile Montag Abend Pantstr. 6 ausbrach. Die Erhebungen der Feuer- gezogen hat, als deren Folge eine Verdickung und Verschwellung Man sieht in dem Gelent eine Art dunkler Brücke, Rechnung, daß man die Düten aus festem aber leichtem Papier wehr sowohl, wie auch der Kriminalpolizei sollen ergeben haben, zurückblieb. wählt, so daß das Gewicht der Düte selbst verschwindend ist. daß unzweifelhaft Brandstiftung vorliegt und die Brandstifter bie als eine tnöcherne anzusehen ist.- Sanitätsrath Dr. Thorner In den öftlichen und namentlich nordöstlichen Provinzen aber genau nach demselben System gearbeitet haben, wie dies feit theilte mit, daß die photographische Technik nach Nöntgen'schem Verfahren große Fortschritte gemacht habe. Zunächst mißlang benugt man präparirte und mit Erde beschwerte Papiere, die einigen Wochen in Moabit geschieht. eine ganz erhebliche Benachtheiligung des Käufers im Gefolge Durch einen Revolverschuß hat sich am Montag auf seiner jeder Verfuch, der mit einem Rumforff'schen Apparat von weniger haben. Es unterliegt teinem Zweifel, daß der Richter hierin Arbeitsstelle in Charlottenburg der 25 jährige Zimmermann als 15 Zentimeter Schlagführung unternommen wurde. Dann entschon nach den heutigen Gesetzen etwas Strafbares erblicken Seidel aus Guhlau, der hier in der Manteuffelstraße wohnte, deckte ein Ingenieur von Siemens u. Halste, daß man gute Refultate mit einem rotirenden Unterbrecher ähnlich dem Atkumulator wird, sobald sich nachweisen läßt, daß die Anwendung einer getödtet. " Bild bie an einer kleinen Dynamomaschine erzielen fann, wo leitende und die Forderung der Polirer, hauptsächlich die Besitzer der größeren nichtleitende Stellen wechseln. Sodann geht die Sache auch sehr Nähmaschinen- Fabriten, was meist seine Ursache darin hat, daß schön mit einer gewöhnlichen Influenzmaschine, wie Dr. Thorner deren Arbeiter wenig organisirt sind. Man sieht hierin wieder, im Laboratorium der Andreasschule erfolgreich versucht hat. wie sehr eine gute Organisation den Arbeitern zum Vortheil Der Preis eines solchen einfachen Apparates ist höchstens 50 bis gereicht.( Näheres fiehe im Annoncentheil.) 60 Mt. Prof. Ewald machte auf eine Mittheilung im worden sei. Gewerkschaftliches. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Ueber ein furchtbares Grubenunglück wird aus Newcastles on- Tyne berichtet: " In der Vulkanmine hat Dienstag Mittag eine Gasexplosion stattgefunden, welche einen vollständigen Zusammenbruch der Mine verursachte. 72 Grubenarbeiter wurden unter den Trümmern begraben; man glaubt, daß sie sämmtlich Achtung, Werkzeugschloffer, Schnitte: und Stanzen: " British Medical Journal" aufmerksam, wonach man auch mit baner Berlins! Heute Donnerstag, den 20. Febr.," mgekommen sind, ist aber dennoch eifrig bemüht, die etwa den Birnen elektrischer Glühlampen photographiren könne, in Ueberlebenden zu retten. denen der Glühfaden zerbrochen sei. Die Sache sei also be- Versammlung der streifenden Kollegen abgehalten, zu welcher 38 Zobte festgestellt worden; die Zahl dürfte sich eventuell auf vormittugs 10 Uhr, wird bei Henke, Naunynstr. 27, eine Bei der Explosion sind, wie ein weiteres Telegramm besagt, reits wesentlich einfacher geworden. auch die betheiligten Fabrikanten eingeladen sind: 60 erhöhen. Gefährdung einer deutschen wissenschaftlichen Expedition. Des weiteren werden die gesammten Metallarbeiter darauf Wie aus Rio de Janeiro nach Buenos Ayres gemeldet wird, aufmerksam gemacht, daß, da wir täglich in neue Lohntämpfe Said, 19. Februar. Wegen des schlechten Wetters ist die Ueber Seeunfälle liegen folgende Nachrichten vor: Port find aus Desterro Nachrichten eingetroffen, denen zufolge eine verwickelt werden, welche uns größere Opfer auferlegen, für die Durchfahrt durch den Kanal seit heute früh eingestellt. Die deutsche wissenschaftliche Expedition von Indianern über: jenigen Werkstätten, wo die Marken vom Agitations- und Unter- Durchfahrt durch den Kanal seit heute früh eingestellt. Die fallen und der Forschungsreisende Hermann Meyer verwundet stüßungsfonds der Berliner Metallarbeiter nicht regelmäßig ver: 2ondon, 19. Februar. Nach einer bei Lloyds eingegangenen Schiffe Miaum"(?) und" Lancashire" sind aufgefahren. trieben werden, Liften ausgegeben werden, die von den bekannten Vertrauensleuten zu beziehen sind. Wir erwarten, daß die Kollegen deutsche Postdampfer Kanzler", auf Depesche aus Port Said vom heutigen Tage ist der dem fich Cecil sich rege an den Sammlungen betheiligen. Rhodes befindet, gestern im Suez- Kanal aufgefahren. Das Lohubewegung der Tischler Berlins. Von Stunde zu Schiff wird ausgeladen werden. Die Schifffahrt ist gesperrt. Stunde gestaltet sich der Streit günstiger, sodaß heute schon mit Bremen, 19. Februar. Der Kapitän des von Ostasien tomOtto Mäther, N., Anklamerstr. 44. Sicherheit zu sagen ist, daß die Arbeiter in furzer Zeit den vollmenden Reichspostdampfers des Norddeutschen Lloyd Sachsen" ständigen Sieg erringen werden. Während in der gestrigen Vor- Achtung, Maurer Berlins! Auf dem Bau des Maurer. berichtete bei seinem geftrigen Eintreffen in Bremerhaven, nach mittagsversammlung, worüber wir an anderer Stelle der heutigen meisters Bredreck in der Bayreutherstraße fühlen sich sechs dem Passiren der Insel Ameland habe er auf 53 Grad 39 Min. Nummer berichten, 605 Werkstätten mit 6583 Arbeitern befannt unorganisirte Arbeitskollegen, im Berein mit einigen Zimmerern nördlicher Breite und 5 Grad 35 Minuten östlicher Länge zwei gegeben werden konnten, wo die Tischler siegreich gewesen, berufen, den streifenden Zimmerleuten in den Rücken zu fallen, Bracks angetroffen, von denen nur die Mastspizzen über Wasser ragten. waren gestern Abend schon 648 Wertstätten mit 7100 Ar- indem sie die Balfenlage gut legen. Die auf dem Bau beschäf Ein grauenhafter Familienmord wird einem hiesigen beitern zu verzeichnen, wo sämmtliche Forderungen bewilligt tigten 13 Zimmerer traten vorgestern in den Streit, da sich der Blatte aus Chicago gemeldet. Der dort eingewanderte Zimmerworden sind. Von größeren Firmen befinden sich darunter: Barth, Unternehmer weigerte, den auf Bewilligung der Forderung lauten mann Richard Klette, wahrscheinlich aus Berlin stammend, hat Fruchtstr. 8, Klug, Fruchtstr. 31/32 und Apelt, Reichenbergerstr. 107. den Revers zu unterzeichnen. Kollegen! Arbeitsbrüder! Wie gerecht in der Nacht zum 5. Februar seine ganze Familie erschossen, zuerst Die Werkstätten, wo gestreift wird, haben sich dagegen von die Forderungen der Zimmerer sind, braucht wohl an dieser seine Frau und ihr jüngstes 7jähriges Töchterchen, dann seine zwei 209 auf 179 vermindert. Unter den Firmen, die noch nicht Stelle nicht flargelegt zu werden. Ihr wißt, auch wir vertreten Töchter im Alter von 10 und 8 Jahren, darauf seine greifen Eltern im bewilligten, befindet sich die Firma Frister u. Roßmann, dieselben, was der 89er Streit wohl zur genüge bewiesen hat, Alter von 73 und 71 Jahren und zuletzt sich selbst. Eine zurückgelassene, die es in den letzien Tagen versucht hat, unter dem Versprechen wo wir fieben Wochen unter den schwersten Opfern nach Chloroform riechende Whiskeyflasche läßt die Vermuthung zu, fehr hoher Löhne, Arbeiter von auswärts heranzuziehen, obwohl für die Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten sind. daß er seine Opfer am Abend zuvor mit einem Schlaftrunk bees allgemein bekannt ist, daß gerade diese Firma verhältnißmäßig Kollegen! Unterliegen die Zimmerer in ihrem gerechten täubt hat. Klette galt bei seinen Bekannten als Anarchist, er recht niedrige Löhne zahlt. Dank der Arbeitersolidarität find Kampfe, und das geschieht, wenn wir die liegengelassenen Ar- war viele Monate ohne Arbeit, so daß die ganze Familie von alle diese Versuche gescheitert und so wird wohl auch diese Firma beiten derfelben fertigstellen, so verlieren wir die uns so nöthige dem Verdienste der Frau Klette lebte. Trotzdem litt die Familie in nicht zu ferner Zeit tapituliren müssen. Sympathie aller Arbeiter. Darum auf, Kollegen, unterstüßt nicht Noth, die Speisekammer war noch reichlich gefüllt und auch Die Lohnbewegung der Möbelpolirer Berlins und die Zimmerer in ihrem Kampfe und sorgt dafür, daß der er einiges Geld im Hause. Der alte Vater Klette's war erst im Big wähnte Fall unsolidarischen Handelns der einzige bleibt. Der Juli v. J. nach Amerika ausgewandert. In einem Briefe vom Umgegend nimmt fortgesetzt einen günstigen Verlauf. gestern Abend waren in 160 Wertstellen die Forderungen Sieg der Zimmerer ist auch unser Sieg. Der Vertrauensmann 11. Juni 1895, der in der Wohnung des Mörders aufgefunden der Gehilfen: 52 stündige Arbeitszeit pro Woche und der der deutschen Maurer. Karl Panser. wurde, schreibt Klette's Bruder Gustav, daß der Vater am Minimallohn von 27 Mark bewilligt. In diesen Aus Bremen wird berichtet, daß sämmtliche Arbeiter und 16. Juli nach Bremen fahren und am 18. Juli mit dem Dampfer 160 Wertstellen werden 430 Polirer beschäftigt. Am Arbeiterinnen der Tabakwaarenfabrik Klevenhusen die Roland" nach Baltimore gehen werde. Der Briefumschlag trug hartnäckigsten sträuben sich die Juhaber größerer Betriebe gegen Arbeit niedergelegt haben. die Adresse Rirdorf, Kirchhofstraße 5. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist im Selbstverlage des Verfassers erschienen und durch uns zu beziehen: Der deutsche Pulverring und das Militär- Pulvergeschäft. Bon Georg Feuchter- Göppingen. Preis 1 Mark. Die aufsehenerregenden Mittheilungen des Abg. Bebel in der gestrigen Reichstags- Sigung über die Thatsache, daß die deutsche Militärverwaltung als größte Abnehmerin dem Pulverring höhere Preise zahlen muß als das Ausland, sind in dieser Schrift ausführlich und ziffernmäßig nachgewiesen. Diese Darlegungen waren der Reichstagsmajorität so unangenehm, daß hie Schluß der Debatte herbeiführte. Umsomehr muß die Oeffentlichkeit sich damit beschäftigen. Die Schrift giebt auch eine anschauliche Darstellung der Geschichte des Pulverringes, der Aufsaugung der fleineren Betriebe Durch die Großen und legt quellenmäßig flar, wie schließlich das Aktienkapital nominell erhöht werden mußte, um die ungeheuerliche Höhe der Profite nach Außen zu verdecken. Vom Verfasser ist uns zu Agitationszwecken eine größere Anzahl Exemplare zur Verfügung gestellt worden, die wir an Genossen zum Preise von 50 Pf. abgeben können. Künstl. Zähne 2 M. Schmerzloses Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Plomb.1,50. Rep. sof. Theilzahlg. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 9-7 Uhr. Kösliner Hof Köslinerstrasse No. 8( nahe Stadtbahnhof ,, Wedding"). Dienstag, den 25. Februar 1896, abends 82 Uhr: 7. Abonnements- Konzert ( Operetten- und Walzer- Abend) der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker. Auf Wunsch: Die Schmiede im Walde, Jabrmarkt in Krähwintel 2c. Achtung! Zu diesem Konzert findet ausnahmsweise keine Abendkasse statt und sind Billets à 25 Pf. fowie Abonnement@ karten vorher zu haben in mit Plakaten belegten Geschäften und im Konzertlotal; bei Gleinert, Müllerstr. 7a; Neumann, Pasewalterstr. 3; Tauschel, Grenaftr. 4. Nach dem Konzert: Kränzchen. ( 30 Pf. Nachzahlung.) Zu Versammlungen empfehle meine Säle( 100-400 Perfonen fassend). 44122* Neue Königßr. MöbelAusverkauf Umzuges wegen Paster,( nigsthor) su außergewöhnlich billigen Preifen. Schurig's Volks- Café " Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahnziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Gudel, Laufizerplatz 2, Elsasserstr. 12. Guten Morgen! Lade zum Kauf bei mir ergebenft ein. Carl Schindler 55. Chausseestr. 55. A. III 8917. ( Nordh., Liköre, Cognac, Rum, Ungarm.) Schlaffopha, Bettstelle, Matraßen, Kleiderspind, Wäschespind, Spiegelspind, Spiegel, Ausziehtisch, Stühle billig Reichenbergerstr. 160, v. I, Behring. * Täglich,( auch Sonntags vorm. von 7-9 Uhr): 44222 Verkauf von gekochtem Rind- u. Schweinefleisch à 30-40 Pf. pr. Pfd., Ia. Berliner Bratenschmalz à 45 Pf. pr. Pi. und bestem Speisetalg à 35 Pf. per Pfd. Verwaltung der Kochanstalt Städt. Schlachthof. Hirschfleisch, Pfd. 30 und 40 Pf. vom Blatt 50, Keule 70. Fette Suppenhühner ut. Enten. Wild- u. Geflügel- Keller 87. Dresdenersir. 87. 本 Achtung! 2. Wahlkreis. Achtung! Donnerstag, den 20. Februar, abends 8 Uhr, Große öffentliche Volks- Versammlung in Reinhardt's Gesellschaftshans, Hasenhaide 57. Tages Ordnung: 1. Vortrag über das Thema: Die Sozialdemokratie und das bürgerliche Gesekbudy. Referent: Reichstags- Abgeordneter Karl Frohme, 2. Diskussion. Genoffinnen und Genossen, bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 1/19 Die Einberuferin. Möbelpolirer! Benachrichtigung zur Lohnbewegung der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. Bis heute, am 19. Februar, abends 7 Uhr, haben 160 Werkfellen mit 430 mann bewilligt. Folgende Werkstellen haben nicht bewilligt: Krause u. Rorilla, Fruchtstr. 72 und Königsbergerfir. 7. Sadander, Wrangelstr. 7. Scheffler, Langestr. 70. Quigau, Maybach- Ufer 3. Werner, Frankfurter Allee 143. Degen, Gubenerstr. 10. Siebert u. Aschenbach, Wilhelmstr. 121. Schulze, Frankfurterstr. 128. Müller, Schönhauser- Allee 161. Noack, Fruchtstr. 31. Jänicke, Britz, Bürgerstr. 16. Macheleit, Weberstr. 3. straße 3. Dreißig, Brunnenstr. 84. Päschlow, Köpenickerstr. 134. Krüger u. Co., Eisenbahnstr. 36 b. Salewski, Waldemarstr. 55, Jlgen, Weißensee, Prenzlauer angestr. 91, Meister und Sohn poliren. Fiſcher, Forsterstr. 4. Salzmann, Gebr. König, Demminerſtr. 6. Wolter, Büschingstr. 7. J. C. Pfaff, Zenghof ee 12. P. Hyan, Rüdersdorferstr. 26. Stengel, Ruppinerstr. 5. A. Reibsch, Zehdenickerstr. 5. Berendt, Wienerstr. 31.. Lehmann( Nachfl.), Admirals straße 18 b. Bonezinski, Eisenbahnstr. 19. 3ipernicht, Staligerstr. 101. Equiz, Frankfurterstr. 125. Gebr. Elsholz, Krautsstr. 52. Heideck, Königsbergerstr. 4. Bolle, Gerichtsstr. 72. Stöhr, Weberstr. 14. Goerschner, WienerSeibel, Wienerstr. 57 a. straße 44. H. Klug, Laufiberstr. 9. Peschlow, Gebr. Geisler, Lothringerstr. 39. Joh. Preischert, Röpenickerstr. 134/185. Dreuße, Antlamerstr. 25. Trimpenau, Eisenbahnstr. 13. A. Ritschl, Gingang vom Flur, Buai, Reichenbergerſtr. 135. Mathuse, Admiralfir. 18. Sauer, Elbingerſtr. 6. Möbel, Rosenthalerfir. 18. gebrauchte, fauft Burow, Dstar Schubert, Kastanien- Allee 10. Nose, Manteuffelsir. 57. Heister, Rüderss dorferstraße 47. Unfrau, Brunnenstr. 98. Granel, Admiralftr. 22. Rösner, Weinstr. 6. Empfehle allen Freunden und Befannten mein Weiß-, Bairisch Bier und gr. Speisegeschäft. Reichhalt. Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. 4262L* H.Stramm, Restaurat., Ritterstr. 123 Auf Theilzahlung Goldwaaren u. Ühren. Silb. 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Rultur" Neue Zeit"," Bukunft". Kaffee, 10 Pf., Kartoffelpuffer à 15 Pf. " Th. Boltz' Festsäle, S., Alte Jakob Strasse 75. Amt I, 1082. 4274L* Empfehle meine Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten und Bersammlungen zu foulantesten Bedingungen. 2727b spinden 40 Mt., Paneelsophas 80 Mt. Buffets, Schlafft. für 2 Herrn( Pr. 7,50 M.) Silberschränke, Herren- Schreibtische, Schreib- Naunynstr. 26, v. pt. r. Wischnewsky. sekretäre, Zylinder- Breaux, Spiegel. Wenig Schlafit.z.verm. Ww.Ender, Höchstest.20. gebrauchte Möbel zu halben Preisen und sollte es niemand verfäumen, der gut und reell taufen will, mein großes Lager zu besichtigen. Ge- Der heutigen Stadtauflage faufte Möbel werden drei Monat toftenfret aufbewahrt, transportirt und aufgestellt liegt ein Flngblatt der ausständigen Schützenstr. 2, Möbelfabrik. Brauerei Arbeiter bei. Die Kollegen werden ersucht, obiges zu beachten. Die Streikkommission. 3. Kammermusik- Abend ber ,, Neue freie Volksbühne" in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29 am Donnerstag, den 20. Februar, abends 81 Uhr. Mitwirkende: Fräulein Marie Gerdes( Klavier), Herr Theodor Krelle ( Violine), Herr Gustav Wiggers( Viola), Herr Otto Lüdemann, fönigl. Sammer- Musiker( Violoncello). Gesang- Verein„ Lorbeerkrang"( 1879) Dirigent: Hermann Voigt. Eintritt für Mitglieder 30 Pf.- Gäste 50 Pr. An die geehrten Besteller von Stadthagen's Arbeiterrecht. 1833 Bestellungen auf Stadthagen's Arbeiterrecht gingen bis Mittwoch Mittag bei mir ein und werden diese in der Reihenfolge des Eingangs erledigt. Ich bitte daher um freundliche Nachsicht, wenn sich die Ablieferung in einzelnen Fällen um einige Zage verzögern sollte. Berlin, den 19. Februar 1896. Hochachtungsvoll Die General- Vertriebsanstalt für Verbreitung des Werkes Stadthagen, Arbeiterrecht, A. Ludwig, Berlin S, Grimm- Straße Nr. 37. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey ,, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. 150/7 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 43. Abgeordnetenhaus. Donnerstag, den 20. Februar 1896. 13. Jahrg. Badische Eisenbahner") zur Verlesung, worauf die Versamm-| Diese Umkehrung der Reihenfolge bezeichnete Rechtsanwalt lung mit dem Absingen der Nationalhymne geschlossen wurde. Heine für unzulässig. Schon bei Eintritt in die HauptDie Resolution lautet: verhandlung habe er gegen die Zuständigkeit der 2. Straffammer 22. Sigung vom 19. Februar 1896. 12 Uhr. ,, Die heute am 16. Februar in Aarau stattfindende General protestirt. Beim Landgericht Berlin I. werden die Sachen plan Am Ministertische bei Beginn der Sigung mehrere Kom- versammlung der schweizerischen Eisenbahner: in Erwägung, mäßig nach den Anfangsbuchstaben an die einzelnen Kammern miffarien, später Minister Thielen. daß die Antworten und Zugeständnisse der Bahnverwaltungen, die vertheilt. Zweck des Plans ist aber nicht, daß er existirt, sondern In Erledigung der Tagesordnung wird der Bericht über die auf die eingereichten Massenpetitionen erfolgt sind, bei weitem daß er befolgt werde. Veranlaßt wurde seinerzeit der Plan Ausführung verschiedener Gesetze, betr. den Erwerb von Privat- nicht den vom Personal gestellten, gerechten Forderungen ent- infolge eines Mißtrauens gegen die Staatsbahnen für den Staat durch Kenntnißnahme erledigt. sprechen, beschließt: es sei, da tein anderer Ausweg zur Er- anwaltschaft, von der man vermuthete, daß sie willkür Der Gefeßentwurf, betreffend die Grenzveränderung zwischen reichung des gewünschten Bieles mehr vorhanden ist, im lich einzelnen Kammern die Sachen zuwiese. Allerdings hat den Kreisen Kassel und Wolfhagen, wird in erster und zweiter Prinzip der allgemeine Streit der Eisenbahnen der Schweiz der Staatsanwalt bei Verbindungsfachen ein Wahlrecht, welchen Lesung debattelos erledigt. zu erklären. In der Hoffnung jedoch, es werden sich die Ver- Namen er voransehen will; nach dem Geiste des Gesetzes, das Es folgt der Antrag Knebel( natl.) um Ausnahmetarife waltungen noch in leyter. Stunde zu einem Vergleich auf jede Willkür ausschließen will, hat der Staatsanwalt das für Obstlieferungen aus den wichtigsten Erzeugungsgebieten nach friedlicher Grundlage herbeilassen und vom Wunsche be- Wahlrecht aber nur einmal; hat er es einmal ausgeübt, Hamburg, Berlin und den Industriegebieten. seelt, es möchte nicht zum Aeußersten kommen, richtet die so ist es erschöpft. Dieser Moment ist: die erste Aufforderung zur Der Antragsteller weist darauf hin, daß, während die Obst- Versammlung die eindringliche Bitte an die Direktionen, sie Vornahme einer richterlichen Handlung; nachher ist es nicht mehr versorgung unserer Groß- und Industriestädte vom Auslande be- möchten sich bis zum 29. Februar zu einer Konferenz mit dem Sache des Staatsanwalts, sondern des Gerichts. Ober- Staatsforgt wird, unsere Obstgärtner für ihre Produkte keinen Absatz Bentralkomitee des Verbandes schweizerischer Transportanstalten anwalt Drescher habe in der Hauptverhandlung betont, er sei baben. In den rheinischen Industriegebieten steht einer bedeutenden verstehen, um in gemeinsamer Berathung die Angelegenheit gütlich weit entfernt, dadurch tendenziös zu verfahren. Der VerEinfuhr aus Holland und den Niederlanden ein ganz geringer zu regeln. Sollten die Direktionen diesem Wunsche nicht ent- theidiger bezweifelt das nicht, meint aber, daß es mindestens Export nach jenen Ländern gegenüber. In Berlin ist unter dem sprechen, oder sollte es sodann zu keinem Vergleiche kommen, so eigenthümlich aussehe. Der Pfund- Artikel war 1. wichtiger und ganz bedeutenden Obstkonsum der Verbrauch heimischen Obstes hat das Zentralfomitee des Verbandes der schweiz. Transport- 2. zeitlich früher, sodaß man eine Vorausstellung des Namens verschwindend gering. Eine allgemeine Tarifermäßigung für angestellten als Vertrauensbehörde der schweizerischen organisirten Pfund erwarten mußte. Statt dessen wurde aber der DierlObst würde der ausländischen Konkurrenz zu gute fommen; Eisenbahner Vollmacht, die nöthigen entscheidenden Schritte zu Artikel, der zeitlich auf den vorigen folgte, aus der Mitte herauses find deshalb Ausnahme- Tarife nöthig, namentlich thun, um die Maßnahmen zu treffen, welche für die organisirte geriffen, wodurch der Verdacht der Absichtlichkeit erweckt werde. auch nach den Industriegegenden, um die dortige Arbeiter Eisenbahnerschaft der Schweiz verbindlich sind." Die 2. Straffammer hat, so führte Rechtsanwalt Heine aus, in bevölkerung für einen stärkeren Obstverbrauch zu gewinnen. politischer Hinsicht Urtheile gefällt, über die die Anfinden, vor eine andere Kammer zu kommen. Weiter wurde be bahuminiſter, hat diathüllhausen: Der Regierungskommissar Geh. Rath Möllhausen: Der Eisen- Der Kameel- Inschrifts- Prozek hebungen über die Obstzufuhr auf der Eisenbahn anzustellen. Es hat sich dabei ergeben, daß ein erheblicher Theil der Zufuhr zu Waffer erfolgt, namentlich wird Hamburg hauptsächlich durch Schiffszufuhren auf der Elbe versorgt; auch in Berlin gehen 2/3 der gesammten Einfuhr zu Wasser ein. Die Regierung hat nichts gegen einen Antrag einzuwenden, der eine Erhebung über diese Dinge fordert. würde. überweisen. Sakrow. tönnen. Das Extraordinarium wird genehmigt. Damit ist der BauEtat erledigt. Morgen 11 Uhr: Etat für Handel und Gewerbe. Schluß 4½ Uhr. tonnte. " vor dem Reichsgericht. " " " " " Gerichts- Beitung. ftritten, daß ein Zusammenhang existire zwischen der That Rautmann's ( Nachdruck!) und der des Pfund und Dierl; es fehle an dem Die zweite Strafkammer des Landgerichts Berlin I ver- Moment des bewußten und gewollten Zusammenwirtens. Daß urtheilte unter dem Vorsitz des bald darauf im Wahnsinu ver- der Wortlaut der gleiche war, macht nichts aus, da es auf die storbenen Landgerichtsdirektors Brausewetter am 29. Ottober begleitenden Nebenumstände ankommt. Endlich ist der Begriff 1895 den Redakteur des" Vorwärts", Josef Dierl wegen der Beleidigung verkannt durch zu weite Ausdehnung derselben. Majestätsbeleidigung und öffentlicher Beleidigung zu 6 Monaten Insbesondere trete die Ueberspannung des Begriffs der BeAbg. Frhr. v. Willisen( f.) steht zwar den Ausführungen Gefängniß, den Mitangeklagten autmann, Redakteur des leidigung aber hervor bei der Annahme des Urtheils, es werde des Antragstellers sympathisch gegenüber, bittet aber im Namen Boltsblatt", wegen Majestätsbeleidigung in 3 Fällen und öffent- dem Kaiser das Begehen einer an sich strafbaren Handlung vorfeiner Fraktion, den Antrag abzulehnen. Der kleine Obstgärtner licher Beleidigung zu 1 Jahr Gefängniß, und endlich den Vor- geworfen. Zur Beleidigung gehöre doch auch das subjektive tann nicht für den Händler arbeiten; für ihn muß der ihn zu wärts"-Redakteur Pfund wegen Majestätsbeleidigung in zwei Moment, was beim Kaiser eo ipso wegfalle. Erster Staatsnächst gelegene Markt offengehalten werden, wie z. B. Berlin Fällen zu einer Gesammistrafe von 9 Monaten Gefängniß. Unter anwalt Ober- Landesgerichtsrath Zweigert bezeichnete den gerügten für die Obsthändler von Werder. Anklage war auch noch gestellt der am 1. September 1895 in Nr. 204§ 62 des Gerichtsverfassungs- Gesezes als eine Bestimmung Abg. v. Tiedemann- Bomst( frk.) hält den Antrag nur ge- des Vorwärts" bezl. am 4. September in Nr. 104 des Boltsblatt", reglementarer Natur, auf den die Revision faum zu stützen sei; eignet, um der Regierung als Material überwiesen zu werden. nach den Feststellungen eines Abklatsches des Vorwärts", wolle man dies aber auch zugeben, so könne man doch der Staats. Abg. Plek( 3) hat Bedenken gegen Staffeltarife, welche abgedruckte Leitartikel Sedan und fein welcher anwaltschaft bis zur Erhebung der Anklage das Recht nicht die den Verbrauchsbezirken naheliegenden Obstgärtner schädigen Schlachttages von Sedan richtete; eine Verurtheilung wegen stehe dem nicht entgegen. Das Gericht als solches hatte sich sich gegen die Feier der 25 jährigen Wiederkehr des nehmen, ihr Wahlrecht auszuüben. Die Strafprozeßordnung Abg. Kircher( 3.) ist für Ueberweisung des Antrages an dieses Artikels ist jedoch nicht erfolgt. Das Gericht stellte be- mit der Sache noch nicht befaßt, als die Umstellung der Namen die Regierung als Material. züglich dieses Punttes der Anklage fest, daß allerdings die An erfolgte, so lange die Sache noch bei der Staatsanwaltschaft an Das Haus beschließt, einem Vorschlage des Abg. Knebel regung zu einer besonders festlichen Begehung des 25. Sedan hängig war. Die Konsequenz der Ansicht des Vertheidigers, das entsprechend, die Vorlage der Budgetkommission 3 Raiser jedoch nicht erkennbar sei und für die Absicht der erschöpft durch das erstmalige Gebrauchmachen davon, würde es zu tages vom Kaiser ausgegangen, feine Beziehung auf den von ihm selbst anerkannte Wahlrecht des Staatsanwalts sei Es folgen Petitionen, meist lokale und Gehalts- Angeklagten, den Kaiser zu treffen, ein Anhalt nicht schließlich dem Ermessen der juristisch nicht geschulten vielmehr fei Angelegenheiten betreffend; die Petitionen werden nach den An- vorliege, die Gesammtheit der Feiernden Sekretariatsbeamten anheimgestellt werden, bei Vez trägen der Kommissionen erledigt. gemeint. Für schuldig erklärt wurden jedoch Dierl und bindungssachen durch beliebige Reihenfolge der Namen die des in der nämlichen Nummer der Sodann wird die Berathung des Extra- Ordinariums zum Rautmann wegen des in Kammer zu bestimmen. Ein Zusammenhang lag thatfächlich vor. Bau- Etat fortgesetzt. genannten Blätter stehenden Artikels über die Kaiser Wilhelm- Im übrigen sei auch in der heutigen Ber Abg. Weibezahn( natl.) bittet in bezug auf die für Harburg Gedächtnißkirche, worin in der Bezeichnung Aegirkirche" und der handlung nicht der Schatten eines Beweises geplanten Verkehrsverbesserungen die Interessen dieser Stadt Herbeiziehung von Gratweil's Bierhallen eine Majestätsbeleidigung erbracht, daß die Staatsanwaltschaft des Landnicht preiszugeben aus höheren Rücksichten zu gunsten Hamburgs. gefunden wurde, sowie wegen der Art und Weise der Beschreibung gerichts Berlin 1 tendenziös verfahren sei.(!) Abg. Jürgensen( natl.) dankt der Regierung für den Schutz der Besuche des Oberhofmeisters der Kaiferin, Freiherrn v. Mirbachs- rein zufällig- der Name Pfund vorgestellt wurde, lag bie und die Befestigung der Halligen. bei unseren Genossen Singer und Borgmann zwecks Bewilligung Konnergität noch nicht vor. Der Begriff der Beleidigung endlich Abg. Ring(.) bittet um den Bau einer Havelbrücke bei der 300 000 m. durch den Berliner Magistrat. Dabei wurde ist auch nicht verkannt. Das Reichsgericht verwarf beide auch Baurath Schwechten's Kameel- Inschrift erwähnt. Eine weitere Revisionen, die der Staatsanwaltschaft, da ein WiderRegierungskommissar Geheimer Rath Wiebe erwidert, daß Verurtheilung wurde ausgesprochen gegen Pfund und Stautmann spruch in den Feststellungen nicht vorliegt, sowie auch die der die staatliche Finanzlage noch nicht gestattet habe, dem Projekt wegen eines einige Tage zurückliegenden Artikels„ Ein dynastisch beiden Angeklagten. Es liege für die Staatsanwaltschaft keine näher zu treten und es zunächst Sache der Provinz oder der militärisches Fest", abgedruckt im Vorwärts" am 21. August, Nöthigung vor, bei Verbindungssachen einen bestimmten AnKreise sein würde, die Finanzfrage zu erwägen. worin die Grundsteinlegung zum Nationaldenkmal" für Wil- geklagten voranzustellen. Die Revision desselben Redakteurs Josef Dierl gegen Referent Abg. v. Tiedemann- Bomst bemerkt, daß die Ju- helm 1. auf der Echloßfreiheit in einer Weise besprochen wurde, gebrauchnahme des neuen Geschäftsgebäudes für das Ab in der drei Wochen lang niemand, auch der Staatsanwalt nicht, das Urtheil des Landgerichts Berlin I vom 30. November 1895, geordnetenhaus am 1. Oftober 1897 bestimmt werde erfolgen die Thatbestandsmerkmale einer Majestätsbeleidigung finden das ihn wegen Beleidigung des Gendarmen Münter zu einent Monat Gefängniß verurtheilte, wurde vom Reichsgericht ver= Die dritte Strafthat endlich, deren sich Pfund und Rautmann worfen. nach Ansicht des Gerichts schuldig gemacht haben, wurde gesunden in dem Vorwärts" Artikel Zur Kaiserrede am Sedantage", abgedruckt am 4. September, bez. 2 Tage später im„ Volksblatt". Auch in einer kurzen Besprechung dieser bekannten Rede Für Händler, welche kein Ladengeschäft inne haben, ist eine wurde der Thatbestand der Majestätsbeleidigung erblickt. Die Generalversammlung Keiner der Angeklagten bekundete, der Verfasser zu sein, keiner Entscheidung des Kammergerichts von großer Bedeutung, nannte auch einen solchen. In den inkriminirten Aeußerungen in einer Ecke des Hofes Königsbergerstraße 8, der von mehreren welche dieser Tage gefällt wurde. Ein Fischhändler hatte sich der schweizerischen Eisenbahner. wurde eine Verspotiung und Verhöhnung des Kaisers, jedenfalls Gebäuden umgeben ist und durch eine Durchfahrt mit der Straße Aarau, 16. Februar. aber eine beleidigende Geringschätzung desselben erblickt, des in Verbindung steht, seinen Verkaufsstand hergerichtet. Hier Eine Riesenkundgebung, wie sie in gleicher Art seitens der gleichen auch die Unterschiebung der Begehung einer an sich hielt er auch eines Sonntags um 8 Uhr 50 Minuten vorschweizerischen Arbeiterschaft noch nie veranstaltet worden, fand strafbaren Handlung durch den Kaiser. Gegen dieses Urtheil heute in Aarau von seiten der organisirten schweizerischen Eisen- legte nun zunächst die Staatsanwaltschaft Revision cin, in- mittags, also zu der für offene Handelsgeschäfte freigegebenen bahner statt. Aus allen Gauen der Schweiz kamen sie massenhaft dem sie sich über die Freisprechung bez. Nichtschuldigerklärung Beit, seine Waare feil. Dafür erhielt er ein Strafmandat; llian legte ihm zur Last, gegen die Bestimmungen herbeigeeilt, zum theil in Gytrazügen; alle Eisenbahn- Verwal- Dierl's und Rautmann's wegen des Artikels" Sedan und kein der Gewerbe- Ordnung verstoßen zu haben, nach welchen an tungen hatten ihren dienstfreien Arbeitern und Angestellten Ende" beschwerte. Das Gericht irre, wenn es die Beziehung Sonn- und Festtagen der Gewerbebetrieb derjenigen Personen freie Fahrt in die hübsche Aarestadt gewährt. Hier versammelten oder doch die Beziehbarkeit der Worte, Gebete lallend zum Gotte sie sich auf dem großen Rathhausplatz, den die Behörden bereit des Friedens, aber die Striegsgier im Herzen" auf den Kaiser, der verboten ist, die an öffentlichen Orten Waaren feilbieten. willigst zur Verfügung gestellt. Um 2 Uhr wogte ein imposantes gerade wiederholt die Friedlichkeit seiner Gesinnung tetont hat, Gegen das freisprechende Urtheil des Landgerichts hatte dann die Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der ReMenschenheer auf dem Blaze; weit mehr als 10000 Eisenbahner verneine. Ebenso liege darin auch noch eine Beleidigung der dann die Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Rewaren versammelt. Offiziere der preußischen Armee. Der Reichsanwalt erklärte die vision ergriffen. Dieselbe wurde jedoch vom Straffenat ver= Vor Eröffnung der Versammlung spielten die vereinigten Revision des Staatsanwalts für begründet. Die Deduktion des worfen, nachdem sich selbst der Ober- Staatsanwalt für die Die Staatsanwaltschaft habe Mufiten die Marseillaise, dann begrüßte Herr Blattner von Gerichts sei eine irrige; wenn es sich um eine Beleidigung der Verwerfung ausgesprochen hatte. die 11 t r der prinzipiellen Bedeu= Aarau namens der organisirten Eisenbahner die Versammlung. Gesammtheit handelt, aber nicht erkenntlich ist, welcher Theil tung der Sache wegen eingelegt. Der Senats= Mit stürmischem Jubel wurde von der Versammlung Herr davon gemeint ist, so sind eben alle getroffen. In Vertretung Präsident gab folgende Gründe an: Habe der Vorderrichter auch Dr. Fourbeck, der Generalsekretär des Verbandes, empfangen. der Angeklagten Diert und Rautmann führte Rechtsanwalt Er warf einen Rückblick auf die Entwickelung der Organisationen Heine- Berlin dagegen aus, die Revision der Staatsanwaltschaft sein Urtheil auf die rechtsirrthümliche Auffassung gestützt, daß der Eisenbahner und der Entstehung des großen Verbandes und bekämpfe lediglich die thatsächlichen Feststellungen des Gerichts. Die fragliche Hofecke kein öffentlicher Ort sei, so müsse es doch bei seiner Entscheidung verbleiben. Wenn auch der Handel mit sodann des Beginnes und des bisherigen Verlaufes der großen Es ist nicht Sache des Gerichts, alles festzustellen, was nicht ist; Fischen hier an einem jedermann zugänglichen, d. b. öffentLohnbewegung. Er beleuchtete die gestellten Forderungen: überdies kommen zwei verschiedene„ Gesammtheiten" in Frage, li che m Orte, getrieben worden sei, so treffe ihn doch nicht das Lohnerhöhung, Lohnskala und Dienstpragmatit und das, einmal bei der Majestätsbeleidigung und einmal bei der Beleidigung. Verbot aus§ 55a in Verbindung mit§ 46b. Jm vora was die Bahnverwaltungen bisher an Entgegenkommen Es ist ausdrücklich thatsächlich festgestellt, daß den Angeklagten liegenden Falle sei vielmehr, weil die Verkaufs- Eingezeigt haben. Vier Verwaltungen haben Lohnerhöhungen Absicht und Bewußtsein, den Kaiser zu treffen, fehlten, und nur liegenden Falle sei eine des Angeschuldigten als bewilligt und die Zugeständnisse der Zentralbahn( Basel) nähern überflüssigerweise ist hinzugesetzt: sondern die Ge- richtung bes§ 41 a angesehen werden sich den gestellten Forderungen. Aber feine derselben will etwas sammtheit der Feiernden. Es sind individuelle Personen, die aufsstelle im Sinne des§ 41 a wiffen von einer gerechten Lohnstala und der Dienstpragmatit. nicht gemeint find, in Gegensatz gestellt zu allgemeinen Geistes- müsse, diesem gestattet gewesen, von jener VerkaufsUnd doch sind diese Postulate, namentlich die Dienstpragmatik, richtungen. Von der Beleidigung einer Kollektiveinheit kann stelle aus an Sonntagen zu derselben Zeit seinen Handel zu treiben, zu welcher im Handelsgewerbe laut Paragraphen 105b die Hauptsache, da sie an stelle der Willtür Gerechtigkeit setzen, man aber doch nur sprechen, wenn es sich um die Beleidigung bis 105h Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigt werden das Recht zur Geltung bringen und den Eisenbahnern ihre von Personen handelt, da Abstrakte überhaupt nicht beleidigt dürfen. Der Begriff der offenen Verkaufsstelle umfasse nicht Menschenwürde zurückgeben sollen. Gar nicht geantwortet hat werden können. Gegen das Urtheil soweit es sie mit die Nordostbahn, die von Guyer- Beller beherrscht wird, dem Strafe belegte legten auch die Angeklagten Dier und nur wohleingerichtete Läden. Ein Müßenhändler, der in einem Hausflur seine Mützen feilhält, wurde ebenfalls in der gegenüber man sagen kann: Dein ist das Reich, die Kraft und Rautmann Revision ein( Pfund's Urtheil ist rechtskräftig Revisionsinstanz aus denselben Gründen, wie der Fischhändler, Eisenbahnherrlichkeit, aber hoffentlich nicht in alle Ewigkeit. geworden). Sie erhoben Sie erhoben in erster Linie die Rüge der freigesprochen. ( Stürmischer Beifall.) Ohne Dienstpragmatik tann es nur einen unvorschriftsmäßigen Besetzung des Gerichtshofes und rechtZur Krankenversicherung der Handlungsgehilfen. Der faulen Frieden geben, dem der offene Krieg vorzuziehen ist. fertigten die Beschwerde mit der Behauptung, nach dem Rubrum hätten Prinzipal ist nicht berechtigt, dem Handlungsgehiljen den Betrag Er sei kein Freund von Streiks, aber wenn man uns unser gutes ursprünglichen der Sache vorgestellten vor eine andere als die 2. Straffammer gehört. des diesem seitens einer Krankenkasse gewährten Krankengeldes Recht versagt, dann greifen wir zu der Waffe des Streiks. Er fie brachte dann nachfolgende Resolution zur Berlesung und machte Ursprünglich habe die Sache gelautet" Pfund u. Gen."; so von dem Gehalte in Abzug zu bringen. So hat jüngst die auf die Wichtigkeit der Abstimmung aufmerksam. Jeder, der die habe der Erste Staatsanwalt beantragt, Pfund und Dieri" 7. Sivilfammer des Landgerichts I als Berufungsinstanz entWährend fchieden. Der Handlungsgehilfe gründete seinen Anspruch auf Hand emporhebt, leistet damit gewissermaßen einen Schwur. Als zu verhaften und verantwortlich zu vernehmen. nun bei der Abstimmung 10 000 Männer die Hände aufhoben, das Ermittelungsverfahren Pfund und Genossen" noch schwebte,§ 60 des Handelsgesetzbuchs, das Amtsgericht entschied zu seinen braufte ein Jubel durch die Reihen und auf allen Gesichtern war trat Vorverfahren gegen Rautmann dazu und der Ungunsten, weil es einen Anspruch aus§ 60 für einen Ent= die höchste Begeisterung zu lesen. Nachdem noch weitere drei Erste Staatsanwalt verfügte nunmehr unter Anordnung der schädigungsanspruch ansah und meinte, daß der Kläger auf Redner wenige Worte der Ermunterung und der Ausdauer an Berbindung mit der schwebenden Sache„ Dierl und Pfund"( hier grund seiner Ansprüche an die Krankenkasse anderweitig gedeckt Ein die Versammlung gerichtet, gelangten 90 Telegramme aus allen findet sich zum ersten Male die Umstellung), Rautmann verant- gewesen sei. Der§ 60 des Handelsgesetzbuches lautet: Theilen des Landes und auch aus dem Auslande( Konstanz und wortlich zu vernehmen und in Untersuchungshaft zu nehmen. Handlungsgehilfe, welcher durch unverschuldetes Unglück an das " " offene Ver" Leistung seines Dienstes zeitweise verhindert wird, geht dadurch Sieg erringen. Ihr Sieg ist auch unfer Sieg. Darum hoch dies feiner Ansprüche auf Gehalt und Unterhalt nicht verlustig. Solidarität! Anfragen und Geldsendungen sind an Star Jedoch hat er auf diese Vergünstigung nur für die Dauer von Ullrich in Kottbus, Kaiser Wilhelm- Play 48, zu richten. Im sechs Wochen Anspruch." Das Landgericht hat nun entschieden, Auftrag des Vorstandes und Ausschusses: Vorsitzender Karl daß ein solcher Anspruch nicht die Natur der Entschädigung" Hütschin, Berlin. trage. Er fann also auch geltend gemacht werden, selbst wenn Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. 1 677 351. Soziale Meberlicht. wohnern wieder: Berlin 1677351 " . der Die Versammlung erklärt sich mit den bisherigen Handlungen der Streitfommission einverstanden; sie verpflichtet sich mit aller Energie und Ausdauer für die aufgestellten Forderungen einzutreten und nicht eher die Arbeit aufzunehmen, bis nicht die berechtigten Forderungen bewilligt sind. Die Ans wesenden erwarten aber auch von denjenigen Kollegen, welche die Krankenkasse dem Kläger Unterstützungen gewährte, die über Nachträglich wird uns aus Kottbus noch berichtet, daß bisher noch nicht für die allgemeinen Forderungen eingetreten den Betrag des eingeklagten Anspruchs hinaus gingen. Dies auch die T gtilarbeiter der Firmen Klopp u. Mittelkamp, sind, daß sie bestimmt in dieser Woche das Versäumte nachholen. stimmt auch mit der Bestimmung im§ 57 Abs. 1 des Kranken- Fuch u. Haumann, Gebr. Koppe und Preßprich Die Einmüthigkeit unserer Lohnbewegung darf durch keinen versicherungs- Gesetzes überein, welche befagt:" Die auf Gefeß, u. Franzte die Arbeit niedergelegt haben. Die Zahl der Kollegen gestört werden. Vertrag oder lettwilliger Anordnung ruhenden Ansprüche des Streifenden beträgt gegen 600. Fast in allen Eine äußerst stark besuchte Versammlung des Vereins Versicherten gegen Dritte werden durch das Gesetz nicht berührt." Fabriken wird über Ausbesserung der Löhne unterhandelt. Einige der Zimmerer tagte am 16. Februar in Coln's Festfälen. Art. 60 des H.-G.-B. muß aber, wenn nicht andere Abreden ge- Unternehmer haben bewilligt. Der erste Punkt der Tagesordnung lautete: Das Verhalten der troffen werden, als Bestandtheil des Dienstvertrages gelten. Wollte der Prinzipal verhüten, daß der Gehilfe infolge seiner Aus Münden wird uns vom Gewerkschaftstartell mit Vereinsmitglieder zur Lohnbewegung und die Unterstüßungsfrage. Krankheit mehr empfing, als ihm nach dem Dienstvertrage unter getheilt, daß dort in der Holzfabrik" von Gedrath Der Vorsitzende Obst gab zunächst einen turzen Situationsbericht gewöhnlichen Umständen zugekommen wäre, so war es seine u. ranke die Küfer wegen einer Mehrforderung aus über den Stand des gegenwärtigen Streits und bemerkte in bezug auf die Unterstützungsfrage, daß diese Angelegenheit in einer Sache, durch Vereinbarung die Wirkungen des Art. 60 ent- gesperrt sind. sprechend einzuengen. Die Zimmerlente Thüringens halten ihren diesjährigen öffentlichen Verfammlung geregelt wird. Eine hierzu von Meißner Resolution lautete: gestellte In Erwägung, daß Handwerkstag am ersten Onterfeiertage in Erfurt in der Verband in seiner letzten Versammlung beschlossen hat, nur Deutichen Eiche", Rumpelgaffe, ab. Tagesordnung: 1. Bericht feine Mitglieder zu unterstützen und für die nicht organisirten Der Agitationsfommission; 2. Situationsberichte der Delegirten; Bimmerer pro arbeitendes Verbandsmitglied nur 1 M. Beitrag Das vorläufige Ergebnis der letzten Volkszählung in 3. Agitation im allgemeinen; 4. Abrechnung des Kassirers; zu leisten, erklärt die heute tagende Versammlung sich mit allen Preußen wird in der Statistischen Korrespondenz" in Be- 5. Wahl der Agitationskommission. Berufsgenossen, welche an der Bewegung theilnehmen, solidarisch ziehung auf die Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern verDer Streif in der Sächsischen Metalltuch und verspricht auch diejenigen zu unterstüßen, welche bisher noch öffentlicht. Fabrit von D. Seele Nach f. in Dresden Blauen nicht organisirt waren. Im Anschluß an diese Resolution, die Dresden- Plauen Die Zahl dieser Städte ist auf 224 ermittelt, während sie im Bauert fort. Ursache war eine Lohnreduktion, die zwar nur von der Versammlung angenommen wurde, beantragte Fischer Jahre 1890 203, 1883 196, 1880 176, 1875 158 und 1871 137 einige Arbeiter betraf, von den anderen aber als Vorspiel einer vorläufig die Unterſtüßung für Verheirathete auf 2 M. und für betrug. Die Einwohnerzahl dieser Städte ist von 4 408 864 im allgemeinen Lohnherabsehung angesehen wurde; ferner unpassende Unverheirathete auf 1,50 m. täglich außer Sonntag festzusetzen. Jahre 1871 und 8 297 000 im Jahre 1890 auf 9 479 175 ge- Behandlung der Arbeiter durch den Werkführer und übermäßig Auch dieser Antrag fand Annahme. Päzold legt es den Mit fliegen. Unter diesen Städten befinden sich 18( im Jahre 1890 hohe Strafabzüge. Es sollen Strafabzüge von 5, 8, 11 und über gliedern ans Herz, daß diejenigen, die die Unterſtüßung nicht nur 16) mit mehr als 100 000 Ginw., 15( 12) mit 50 000 bis 13 M. für je einen Fall vorgenommen worden sein. Verhand- dringend bedürfen, vorläufig darauf verzichten mögen. Ein 100 000 Einw., 73( 64) mit 20-50 000 Einw., und 118( 113) mit fungen, die eine Deputation der Arbeiter führte, hatten keinen Antrag von Elsholz, welcher dahin geht, daß jeder arbeitende 10-20 000 Einwohnern. Die Einwohnerzahl von Berlin beträgt Erfolg. Bis auf einen streiten sämmtliche Weber der Fabrik; Bimmerer verpflichtet sei, 1 M. pro Woche für den UnterNach den im Dezember erfolgten vorläufigen Fest 9 verheirathete mit zusammen 22 Kindern, 7 unverheirathete füßungsfonds zu zeichnen, fand die Zustimmung der Versamm stellungen sollte Berlin nur 1676 352 Einwohner haben, so daß Arbeiter und 2 Mädchen, welche entlassen wurden, weil sie mit lung. Die Auszahlung der Unterstützung soll erst nach dem die inzwischen erfolgte Revision 999 Einwohner mehr ergeben streifenden Arbeitern Verhältnisse batten. Eine öffentliche Stattfinden der öffentlichen Versammlung am Mittwoch, hat; doch ist auch diese Bahl noch nicht ganz zuverlässig, wird Versammlung in Plauen hat den Streifenden ihre Sympathie den 19. Februar erfolgen. Zu berichtigen ist noch, daß die gevielmehr beim endgültigen Abschluß noch eine Berichtigung er ausgesprochen. sammelte Geldsumme für Herzog nur 49,25 M. beträgt und nicht fahren. Uebrigens haben auch die meisten anderen Großstädte jetzt eine etwas größere Zahlenangabe als bei den ersten Nachstehen in einer Lohnbewegung. Die Maurer und Zimmerer der Stadt Oldenburg 55 m., wie im Versammlungsbericht der Nr. 26 des„ Vorwärts" Bom 1. April an soll der irrthümlich angegeben war. richten, die im Dezember darüber verlauteten. Wir geben des Stundenlohn für Maurer 40 Pf., für Zimmerer 38 Pf. betragen. Eine sehr gut besuchte Versammlung der streikenden an halb nachstehend die Zahlen für die Städte mit über 100 000 Gin- Eine Kommission hat den Meistern diese Forderungen bis Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter tagte am Breslau 373 206( 335 186), Köln 321 431( 281 681), Grant bewegung ebenfalls Stellung nehmen. ( 1890 1 578 794), 1. März zuzustellen. Die Bauarbeiter werden zu der Lohn- Mittwoch Vormittag bei Joel, Andreasfiraße. Den Bericht über den augenblicklichen Stand der Bewegung gab 3impel, der furt a. M. 229 299( 198 805), Magdeburg 214 397( 202 284), den bisherigen Verlauf des Streits schilderte und der Versammlung Hannover 209 360( 174 455), Düsseldorf 176 024( 144 642), Rönigs Der Streik der Rupp'schen Steinarbeiter in Karlsruhe die Verhandlungen mit dem Einigungsamt tarlegte. Die berg i Br. 172 391( 161 666), Altona 148 944( 148 249), Stettin war, wie wir schon mittheilten, durch Spruch des Einigungs- Stimmung der Streifenden sei eine sehr günstige und siegess 140 731( 116 228), Elberfeld 139 168( 125 899), Charlottenburg amtes beigelegt. Herr Rupp hat damals die Forderungen der bewußte. Redner bezweifelt, ob im nächsten Termin eine 132 393( 76 859), Barmen 127 002( 116 144), Danzig 125 639 Arbeiter anerkannt. Als nun die Arbeit wieder aufgenommen Einigung zu stande kommen wird, da die Arbeiter nicht gewillt ( 120 388), Halle a. G. 116 302( 101 401), Dortmund 111 235 war, erklärte Herr Rupp dem Personal, daß er den unter- find, ihre günstige Position aufzugeben, wenn nicht alle ihre Forde( 89 663), Aachen 110 489( 103 470) und Krefeld 107 278 schriebenen Forderungen absolut nicht nachkommen könne. In rungen, besonders aber die 9 fündige Arbeitszeit bewilligt wird. ( 105 376). Die Einwohnerzahl von Berlin hat seit 1890 nur um folgedessen droht ein neuer Streik. Die Kommission wird daher gezwungen sein, die Vorschläge des 6,24 v. H. zugenommen, während im vorausgegangenen fünfEinigungsamtes abzulehnen. In der Diskussion wurden mehrere jährigen Zeitraum eine Zunahme um 20,03 v. H. stattgefunden Fälle angeführt, in welchen, um die Streifenden zu ersehen, Leute hatte und auch in den früheren Zählungsperioden stets Zunahmen beschäftigt werden, die noch nie an der Maschine gearbeitet haben von über 16 v. H. erfolgt waren. Die geringe Zunahme, die, und sich folgedessen die vorkommenden Unglücksfälle vermehrt haben. wie schon früher bemerkt, vielen überraschend gekommen ist, hängt Beim Wiener Schmiedeftreik, dessen Beendigung schon Einige Fraisereibesizer, die noch einigermaßen den Betrieb mit der sogenannten Citybildung zusammen, bei der die innere mitgetheilt wurde, find errungen worden: Der Behnstunden aufrechterhalten haben, sind selbst zu der Ueberzeugung geStadt mehr und mehr mit Kaufläden, Wertstätten u. f. w. befett tag( mit Frühstückspause), ferner folgende Minimallöhne: kommen, daß gerade die besten Arbeiter aufgehört und sie bald wird, während die Bevölkerung sich nach der Peripherie zieht. 9 fl. für Ausgelernte und Zugereifte im ersten Jahre ihrer Be- in die Zwangslage versetzt sind, die Forderungen zu be Da das Weichbild der Stadt nunmehr fast vollständig mit Gebäuden schäftigung, 10 fl. für Jungschmiede, 12 fl. für Beschlagschmiede, willigen. Von allen. Rednern wurde die günstige Situation bebesetzt ist, muß der Zuzug sich auf die Bororte vertheilen, wie denn 14 fl für den zweiten Fenerburschen und 15 fl. für den ersten; tont und der Sieg als bestimmt in Aussicht gestellt. Nachdem auch die Vororte fast sämmtlich eine sehr starke Zunahme zeigen. Ueberstunden sind nur in dringenden Fällen zulässig und von einigen Rednern der Streitbrecher gedacht und auf das Die im vormaligen weiteren Polizeibezirke von Berlin gelegenen werden dem ersten Feuerburschen mit 35 kr., dem zweiten verwerfliche einer solchen Handlungsweise hingewiesen wurde, Ortschaften haben zufammen 484 588 Einwohner gegen 268 507 mit 30 fr., dem Beschlagschmied mit 25 fr., den übrigen gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: im Jahre 1890, 163 546 im Jahre 1885 und 30 450 im Jahre mit 20 Kr. bezahlt; Koft und Logis fallen, wie verlangt gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Die bei Joel tagende Versammlung der an Holz1858. Hiervon kommen auf Charlottenburg 132 393( im worden war, weg; Faschingdienstag, Charsamstag und am bearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter erklärt: Sollten Jabre 1890 76 859), Schöneberg 62 6777( 28 721), Rigbeiligen Abend wird bis 12 Uhr mittags gearbeitet, jedoch der Dorf 59 941( 35 702), ichtenberg 30 301( 22 905), Ne volle Tag bezahlt. An Feiertagen wird nur auf Verlangen des Weißensee 25 176( 18 032), Steglig 16 522( 12 530), Geschäftsinhabers, und zwar von 7 Uhr früh bis 12 Uhr mittags Boxhagen- Rummelsburg 16 422( 11 088), Deutsch- gearbeitet, wofür der volle Tag bezahlt wird. Der 1. Mai wird Wilmersdorf 14 350( 5164), Pankow 11 931( 6968) nach vorhergegangener Anmeldung der Gehilfen freigegeben, und Reinickendorf 10677( 10064). Die übrigen Ort jedoch ist der Geschäftsinhaber berechtigt, den Lohn hierfür in schaften hatten weniger als 10 000 Einwohner Berlin sammt Abzug zu bringen. diesen Vororten hat eine Zunahme um 264 638 Einwohner erfahren, während in der vorigen Zählungsperiode der Zuwachs 368 468 betragen hatte. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß auch die außerhalb des früheren Polizeibezirks gelegenen Vororte sehr starke Bevölkerungszunahmen zeigen. Die Bevölkerung der anderen Städte von über 100 000 Einw. hat um 23,09 v. H., die der Städte von 50-100 000 Einw. um 23,53, die der Städte von 20-50 000 Einw. um 14,00 und die der Städte von 10 000 bis 20 000 Einw. um 4,36 v. H. zugenommen. Im ganzen zeigen die Städte von mehr als 10 000 Einw. eine Zunahme erwähnt wurde, von einer neuen Arbeitseinstellung betroffen um 14,25 v. H., während dieselbe in der vorigen Zählung 18,35 worden. Der Zentralvorstand des Diamantarbeiter betragen hatte. Die größte Zunahme weisen auf Charlottenburg Bundes hat die Leitung des Ausstandes, an dem 1300 Armit 72,25 v. H., Redlinghausen mit 46,98, Höhscheid im Re: beiter betheiligt sind, unternommen. Die Ausständigen fordern gierungsbezirk Düsseldorf mit 40,42, Ratiowig mit 38,27, Lebe eine Lohnerhöhung von 221/2 pt. mit 32,24 und Siegburg mit 30,16 v. H. In zwölf Städten mit über 10 000 Einwohnern hat eine Bevölkerungsabnahme stattgefunden, nämlich in Sommerfeld um 0,18 v. H., Langenfalza um 0,25, Memel um 0,40, Staßfurt um 0,59, Ra witsch um 0,62, Dirschau um 0,88, Lüttringhausen um 1,28, Stade um 1,30, Dels um 1,35, Eupen um 2,65, Gisleben um 3,56 und Neuwied um 4,24 v. H. Nur bei Stade und Langen: falza läßt sich dieser Rückgang auf die Fortnahme von Militär zurückführen. Gewerkschaftliches. Am Theater- Neubau in Nürnberg haben die Arbeiter wegen Differenzen mit den Baumeistern Weber und Hegenbauer die Arbeit niedergelegt. Aus Budapest wird telegraphirt: Jn Gsit Szereda überfielen 200 kroatische Arbeiter den mit der Leitung der Szeller Bahn betrauten Ingenieur und expreßten von ihm 1500 Gulden, um welchen Betrag sie von ihm betrogen sein wollen. Die Rätelsführer wurden verhaftet." worden wären, wohl ihre triftigen Gründe haben. Die Arbeiter werden zu der Vermuthung, daß sie betrogen Die Amsterdamer Diamantindustrie ist, wie schon furz Versammlungen. durch die Verhandlungen des Schiedsgerichts die in der Versammlung am 26. Januar aufgestellten Forderungen nicht bewilligt werden, so ist der Beschluß des Schiedsgerichts nicht anzuerkennen, sondern weiter zu kämpfen." Ein weiterer Antrag, der besagt, daß in denjenigen Betrieben, wo die Forderungen bewilligt sind und gearbeitet wird, keine Ueberstunden gemacht werden sollen, um dadurch den Ausstand nicht in die Länge zu ziehen, wurde der Kommission überwiesen und aufgegeben, für die Durchführung desselben zu und fie bie sorgen. Außerdem soll darauf geachtet werden, daß die Firmen, die bewilligt haben, nicht für andere arbeiten, wo die Arbeiter fich im Streit befinden. Außer den in Nr. 42 des Vorwärts" veröffentlichten Firmen haben bereits wieder zwei die Forderungen bewilligt und mehrere wünschten mit der Kommission in Unterhandlung zu treten. " Die Unterstützung der Streifenden soll nun in der Weise geregelt werden, daß den Unverheiratheten 9 M., den Verheiratheten mit bis zu 3 Kindern 12 M, mit über 3 Kinder 1,50 M. Zuschlag pro Woche gezahlt werden. Hierauf wurde die imposante Versammlung, nachdem Zimpel aufgefordert hatte, treu zur Sache zu halten, mit einem dreimaligen Hoch auf die Bewegung geschlossen. Ju dem Versammlungsbericht betreffend den Streit der an Holzbearbeitungsmasdien beschäftigten Arbeiter war in der Roller ein Tischlergeselle zwei Finger abgehobelt habe. Wie uns Nummer vom 17. d. M. behauptet, daß sich in der Fabrik von Herr Roller mittheilt, ist diese Angabe des betreffenden Redner3 unwahr. Es hat sich von den Arbeitern weder jemand verlegt, noch ist ein solcher Unfall vorgekommen. hatten sich gestern Vormittag bei Keller, Koppenstr. 29, versammelt. Die Lohubewegung der Tischler. Die streifenden Tischler Wiedemann erstattete den Bericht über die augenblickliche Lage des Streiks, welche er als eine äußerst günstige bezeichnen könne. In 605 Werkstätten, die zusammen 6583 Arbeiter beschäftigen, sind bis jezt sämmtliche Forderungen bewilligt. In 209 Werk stätten befinden fich ca. 1200 Kollegen im Ausstande. In an In einer öffentlichen Holzarbeiter- Versammlung, welche am Dienstag, den 18. d. Mts., in Nixdorf in den betracht des Beschlusses, daß jeder zu den bewilligten Forderungen Bittoria- Sälen abgehalten wurde, referirte Tischler Ostermanu weiter Arbeitende pro Woche eine Mart dem UnterIn der Mechanischen Schuhfabrik von E. Teschner in fügungsfonds beizusteuern habe, brauchten die Streifen- namens der Streitkommission über die gegenwärtige Situation Berlin, Neue Friedrichstr. 37, haben infolge von Lohn- den nicht des Holzarbeiter- Streiks in Nigdorf. Erfreulicherweise haben die ängfilich zu werden, daß es an Mitteln differenzen sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeit mangelt. Alle, auch diejenigen, welche keiner Organisation Tischler in Rigdorf und Brit wohl das günstigste Resultat aller niedergelegt. Die Agitationskommission der Schuhmacher Berlins. angehören, werden hinreichend unterstützt werden. Eine große Berliner Vororte erzielt, da von 32 Weikstätten bereits 24 die In der Holzbearbeitungsfabrik in Weißensee, Friedrich- Anzahl solcher Fälle, in denen die Arbeiter noch höhere For: bekannten Forderungen der Tischler bewilligt haben. In der ftraße 23/25, worüber wir gestern eine Mittheilung brachten, sind derungen stellten, liegen bereits dem gemischten Einigungsamt Bautischlerei haben 80 Gesellen, in der Möbeltischlerei 44 die die Tischler noch im Ausstand. Dagegen haben am Dienstag zur Entscheidung vor. Im großen ganzen sind alle Voraus- Tarife bewilligt erhalten. Im Streit befinden sich 209 Kollegen. nach nur eintägigem Streif die Maschinenarbeiter die legungen eingetroffen; es ist heute bereits ein erfreuliches Re. Die Firmen, welche sich bis jetzt noch ablehnend verhalten, hofft die Kommission bald zum Nachgeben zu bewegen. Folgende Arbeit zu den bisherigen Löhnen wieder aufgenommen, nachdem fultat zu verzeichnen. Es handelt sich nur noch um eine geringe Firmen unterzeichneten die vorgelegten Tarife: Balts ihnen der Neunstundentag bewilligt worden war. Die Tischler Anzahl Meister, die nicht bewilligt haben. Aber auch diese stehen in Unterhandlung. Es ist zu hoffen, daß diese zu ihren würden nicht mehr zu verzeichnen sein, wenn die Arbeiter überall tischlerein: Hegelmann, Mack, Lübeck, Bell, Virgens, Kauta, Maas, Schrammer, einig zusammengehalten hätten, was leider in vielen Fällen möbeltischlerei: stöbler, Willers, Arndt, Wendtland, Richter, Helbig, Luckas. In der gunsten verlaufen wird. nicht eintrat. Zu bedauern ist es auch, daß Arbeiter mehrerer Graß u. Hirschmann'schen Fabrik noch in zwei anderen Fabriken Meister zu stellen, umſomehr, als ja die Meister die For: Schonert, Hesse, Lachmann, Strelow, Plenar u. Kurth, Fischer, Anz Kottbus wird uns mitgetheilt, daß außer in der Werkstätten zu feige waren, überhaupt Forderungen an die Schüler u. Gronert, Quizow, Wegner in Briz, Jänicke, Rietzke, Möller u. Ko., Spißberg, Schnide, Kampowety, Der Streit ausgebrochen ist. Birka 75 Arbeiter der Geisler: derungen selbst als berechtigte anerkannt haben. Redner schen Färberei und 110 bis 130 Arbeiter der Weberei warnt noch die Kollegen, sich nicht Schüttke. Bei Laberenz streifen 50 Maschinenarbeiter. Ju der zu Ausschreitungen des kommerzienraths Krüger haben die Arbeit hinreißen zu laffen, sondern ruhig so lange Diskussion werden eine Reihe von Werkstattmißständen einer Unter lebhaftem Beifall griff nie dergelegt. Ferner sind in mehreren Fabriken diejenigen Arzuhalten und in keiner Werkstätte eher anzufangen, bis gründlichen Kritik unterzogen. beiter, die den Fabrikanten die vom Textilarbeiter- Verband auf- fämmtliche Forderungen bewilligt sind. Es entwickelt sich eine ezerau in die Debatte ein, indem er an der Hand der eng gestellten und in der Volksversammlung gebilligten Forderungen lebhafte Distussion, in welcher mehrere Redner die Verhältnisse solidarisches Handeln erreicht werden kann. Mitgetheilt wurde übermittelten, gemaßregelt worden, was wahrscheinlich zum Streit ihrer Werkstätten erzählen. Besonders hiervon hervorzuheben ist führen wird, da die Arbeiter entschlossen sind, solidarisch für die folgendes: In der Werkstätte von Wichert, Christinenstraße, sind das Verhalten der Firma Frister u. Roßmann, welche erst die Gemaßregelten einzutreten. Die Arbeitsverhältnisse der Firmen überhaupt noch keine Forderungen gestellt, trotzdem die Arbeiter stündige Arbeitszeit bewilligte und nachher, als die UnterNur Geisler und Krüger werden uns als sehr betrübend geschildert. nur 15-18 M. wöchentlich erhalten. Die Kollegen der Firma schrift erbeten wurde, den Arbeitern die Thür wies. Bei Geisler sollen zum theil Stundenlöhne von 12-18 Pf. gezahlt Heppner haben sich bedauerlicherweise am Streit nicht betheiligt. einmüthiges Ausharren im Kampfe sei es möglich, werden; die Löhne, die der Kommerzienrath Krüger giebt, sollen Bei der Firma Frister und Roßmann befinden sich 23 Kollegen diese fapitalfräftigen Firmen zum Nachgeben zu bringen. Die gleichfalls sehr niedrig sein. Auch über die Behandlung der im Ausstande. Drechsler Tabbert ermahnt namentlich seine 10 Uhr mit einem Hoch auf die Holzarbeiterbewegung geschlossen. Drechsler Tabbert ermahnt namentlich seine Bersammlung wurde wegen der" Polizeistunde" um Arbeiter wird lebhaft Klage geführt. Kollegen, auch die ihrerseits gestellten Forderungen voll und Der Zentralverband deutscher Zeptilarbeiter ganz aufrecht zu erhalten. Möbelpolier Höfer appellirt Metallarbeiter Paul Hönsch theilt uns in bezug auf und Arbeiterinnen erläßt in Beziehung auf diese An- an das Solidaritätsgefühl der Tischler, in keiner Werk- unseren Versammlungsbericht in der Nummer vom 15. Februar, die Arbeiten der Möbelpolierer gelegenheit folgenden Aufruf an die deutschen Textil- ftatt 311 verrichten. betreffend eine Metallarbeiter- Bersammlung in Keller's Festsälen Nachdem Wiedemann in seinem Schlußwort nochmals zu festem berichtigend mit, daß die Angabe, er habe die im Referat bearbeiter und Arbeiterinnen: Die Forderungen der Kottbuser Kollegen sind gerechtfertigt aushalten ermuthigte, da ganz bestimmt innerhalb 8-14 Tagen sprochenen Zustände bei der Firma Julius Pinsch bestätigt, unund es ist deshalb Pflicht aller, durch moralische und der völlige Sieg errungen sein wird, nimmt die Versammlung richtig ist. Er habe nur das Wort ergriffen, um den Beweis zu materielle Hilfe dazu beizutragen, daß die Kottbuser Kollegen den einstimmig folgende Resolution an: führen, daß ein angeblich gemaßregelter Arbeiter keineswegs cin ausdurch Benehmen bekundet hat, das man als eines Arbeiters würdig| einen namentlich für die Berliner Kollegen geeigneten Modus| Gewerbe- Ordnung erstattet und trat Bestrafung in den einzelnen bezeichnen kann. zut finden, um eine Einigung zu erzielen. Von den Fällen von 50-80 M. ein. Die Neuwahl der Vertrauenspersonen Rednern lokaler Richtung wurde hervorgehoben, daß erledigte sich nach lebhafter Debatte durch Wiederwahl der MitEine von etwa 600 Personen besuchte Versammlung die Beiträge für die Zentralisation zu hoch, die Organi glieder Bytometi als ersten, und Scheffler als zweiten Bertrauens. der Töpfer Berlins tagte am Dienstag Abend in Fey's fation auch nicht als bloße Wander unterstützung betrachtet mann. Ein Antrag, von der Wahl einer weiblichen VertrauensGesellschaftshaus in der Brunnenstraße. Auf der Tagesordnung werden müsse, wenn man einen guten Fonds schaffen will. person für die Abeiterinnen abzusehen, wurde angenommen. Zum stand:" Die gegenwärtige Lage der Töpfer Berlins und wie ver- Auch habe die Fensterfrage seinerzeit die Bewegung sehr ge- dritten Punkt: Ueberschreitungen der Gewerbe- Ordnung in Buchbessern wir dieselbe?" Da diese Versammlung das Ergebniß schädigt; nicht minder die Kongreßbeschlüsse von 1892 und 1893 bindereien übernahm Bytomski die Berichterstattung. Es wurde früherer Verhandlungen zwischen den lokal- und zentralorgani um nun zu einer Einigung zu kommen schlägt Hoffmann namentlich bei Baumbach u. Co., Alexandrinenſtr. 97, sehr viel gefirten Töpfern war, ließ sich mit Sicherheit vorauslegen, daß eine Urabstimmung vor und eventuell Auflösung beider fündigt. Mädchen mußten dort von 7 Uhr morgens bis 12 Uhr die gegentheiligen Meinungen hart aneinander gerathen würden. 2. Berliner Organisationen. Von einigen anderen Rednern wurde abends arbeiten, bis 9 Uhr abends hatte die Polizei erlaubt; Stelle des wegen Unpäßlichkeit verhinderten Genossen Babiel referirte Genosse Kaulich( zentral) über die bisher gemachten Ver- dagegen die Wahl einer einheitlichen Kommission des Sonntags vormittags wurde ebenfalls gearbeitet, oft sogar sowie Rückkehr zum früheren Vertrauensmännersystem bis nachmittags 6 Uhr. Wenn dann wirklich einmal revidirt suche, um den in den lezten Jahren eingeriffenen unerträglichen Zu- vorgeschlagen. Kaulich erklärt sich mit dem Antrag betreffs wurde, dann wurden die Personen versteckt, damit die Polizei ständen, besonders im Baugewerbe und den damit verbundenen Wahl einer gemischten Kommission bereit. ( Beifall.) Nach nichts zu sehen bekam. Bei Maurer u. Dimmick müssen einige Lohndrückereien ein Ende zu machen, ein einheitliches So wurden noch verdieser Erflärung endeten die nahezu vierstündigen Ver Mädchen bis 3 und 4 Uhr arbeiten. und geschlossenes Vorgehen beider Organi mit handlungen einstimmiger Annahme folgenden schiedene Firmen namhaft gemacht wegen ihrer großen Unsauberſationen zu ermöglichen, ohne daß die eine oder andere Antrages:„ Auf jedem Bau ist ein Vertrauensmann zu feit und der unanständigen Behandlung seitens der Herren WerkRichtung ihren Standpunkt verleugnet. Durch eine ehrliche von je je 2 lotal führer. In der Diskussion wurden diese Fälle um eine Menge Rampfesweise können die gegenseitigen Reibereien und Be- wählen, desgleichen eine Kommission schuldigungen vermieden, und das war in den letzten Jahren und zentralorganisirten Kollegen, zusammen 4 Mitgliedern, welche vermehrt und allgemein der Wunsch ausgesprochen, diesen Uebelschuldigungen vermieden, und das war in den letzten Jahren miteinander in fländiger Verbindung treten, um die Berliner ständen energisch entgegenzutreten. versäumt, durch eine einheitliche Organisation erzielt werden, um die große Maffe der Indifferenten beranzuziehen. In Lohnverhältnisse zu regeln. Ferner wird die Kommission be Charlottenburg. Die Dekorationsmaler und Spezialisten diesem Sinne empfiehlt Redner eine objektiv gehaltene Resolution Organisation sämmtliches Rongreßmaterial einer ein- Bismarckshöhe" eine öffentliche Versammlung ab, um auch die auftragt, aur Herstellung einer einheitlichen Berlins hielten am Sonntag, den 16. Februar, im Lokal zur Annahme. Die hierauf folgende Diskussion war äußerst rege gehenden Kontrolle zu unterziehen!" Damit war nicht nur die und durch vielfache Unruhe der beiderseitigen Parteien gestört; Ginigung vollzogen, sondern auch die übrigen diesbezüglichen Kollegen von Charlottenburg und Umgegend zur Organisation heranzuziehen. Einleitend theilte der Referent Novusch mit, Redner betheiligten sich wiederholt Abendroth, Anträge ohne Abstimmung erledigt. Der Wunsch nach einem beranzuziehen. Einleitend theilte der Referent Novusch mit, Kostinsky, Hoffmann, Larson. Krämer, einheitlichen Arbeitsnachweis wird später geregelt werden. Als daß sich fürzlich in Berlin eine Filiale der Spezialisten- DekoMünzapost, Hagen, Hielscher, Manthe, Chem Mitglieder diefer Kommiffion wurden gewählt: Sagen, verw. Berufsgenossen, gebildet habe, welche den Zweck verfolgt, den zugehörig zur Vereinigung deutscher Maler und nih, Heinrich Hoffmann, Tubauer, biele, Daudert( Lokal), Sielscher und Kaulich( Zentral). Hasenpusch I und II, Greier, Daudert, Kaulich. trassesten Indifferentismus, welcher unter den Dekorationsmalern Meinte, Steffen und Liepa von beiden Richtungen. Die Buchbinderbrauche des Verbandes der Buchbinder herrscht, zu bekämpfen, und dieselben zu aufgeklärten Arbeitern zu Im allgemeinen wurden die bisherigen Streitigkeiten bedauert hielt am 10. Februar bei Bolz eine große Versammlung ab, in machen. Denn, so führte der Redner aus, müsse in erster Linie der und ein einheitliches Vorgehen und Wahrung der besonderen welcher der Vertrauensmann über seine Thätigkeit im ver: Dekorationsmaler in olge der Unterdrückung und Ausbeutung Meinungen empfohlen, da die Zustände vielfach schlimmer seien flossenen Jahre den Bericht erstattete. Der Verband hat im von seiten des Unternehmerthums für die Organisation eintreten. als vor 11 Jahren, als es noch feine Organisation gab, bezw. legten Jahre erheblich zugenommen, und zwar infolge der Zum Schlusse ermahnte er zum Beitritt und zur fleißigen Agitation eine einzige; namentlich auf den Bauten seien durch die Agitation, welche in Werkstuben- Versammlungen betrieben wurde. für die nengegründete Filiale.( Beifall.) Die Diskussionsredner Zwischenmeister oder wie sich die Herren mit Stolz nennen, Es fanden statt 36 Werkstuben- Versammlungen von insgesammt Floskau, Schiller, Jäckel, Füssel, Flemming, Schönfisch begrüßten Unternehmer", eigentliche Kolonnenführer, Zustände eingerissen, 20 Buchbindereien; in diesen wurden sofort 113 Aufnahmen ge- dies Vorhaben freudig und versprachen lebhaft zu agitiren, um daß selbst organisirte Kollegen, wollen sie überhaupt Arbeit haben, macht. Weiter wurden 16 Delegirten- Sigungen, 4 Branchen- die traurigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse zum besseren zu gegezwungen find unter dem Tarife zu arbeiten, wie es überhaupt Versammlungen und 10 verschiedene Sigungen abgehalten. In stalten. Ein Antrag, bei vorkommender Arbeitsniederlegung so den Anschein hat, als ob der Tarif in Vergessenheit gerathen sei. drei Wertstuben brach ein Streit aus, von diesen wurde der bei fort den Vorstand der Filiale in Kenntniß zu setzen, der dies Das geschlossene Vorgehen der Ofenfabrikanten in Reiß und Maurer u. Dimmick beigelegt, während der bei fogleich den Mitgliedern und der Lohnkommission übermitteln Die nächste MitgliederVelten gegen die Bauschwindler und die Lohnbewegung der Hamann im Sande verlief. Es sei darauf hingewiesen, daß muß, fand zum Schlusse Annahme. Bauarbeiter ermahne auch die Töpfer, sich endlich aufzuraffen, die Sperre über die Firma Hamann immer noch besteht. Versammlung findet am 24. d. M. im Lokale von Wernau, da Löhne von etwa 18 M. pro Woche bereits als guter Ver- Leider sind troßdem einige Verbandsmitglieder dort beschäftigt. Rosenthalerstr. 57, abends 8 Uhr statt. dienst angesehen werden. Es tann sich nur darum handeln, Ferner wurde in 15 Fällen Anzeige wegen Ueberschreitung der Alz Für denJuhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 20. Februar: Opernhaus. Mignon. Schauspielhaus. Die franke Zeit. Deutsches Theater. Liebelei. Blau. Leffing- Theater. Der Thron seiner Väter. Berliner Theater. König Heinrich. Central- Theater. No Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas als Gast. 3um 168. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Eine tolle Nacht. Neues Theater. Der Herr Direttor. Concerthaus Sanssouci Vorher: Ein Zündhölzchen zwischen zwei Feuern. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. Die schöne Helena. Schiller Theater. Ohne Geläut. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplat- Theater No. 66. Hierauf: Die kleinen Lämmer. National- Theater. Des Meeres und der Liebe Wellen, oder: Hero und Leander. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenBorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Ohne Gelänt. Freitag, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Adolph Ernst- Theater. Bum 356. Male: Charley's Tante. Schwant in 3 Atten von Brandon Thomas. Repertoirstück des Globe Theaters in London. In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Tanz in 1 Akt von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Des Meeres und der Liebe Wellen oder Hero und Leander. Trauerspiel in 5 aften v. F.Grillparzer. Regie: Max Samst. Morgen: Der Glöckner von Notre- Dame. Sonnabend: Zum 1. Male: Ein Verrückter. Volksdrama in 6 Bildern nach freier Benußung des gleichnamig. im Berliner Vorwärts" erschienenen Romans von Paul Hiller. Rottbuserstraße 4a. Heute, sowie Jeden Donnerstag u. Sonntag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Bf.( f. Blafate). Neues Programm! Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit! Affentheater und Circus. Ohne Extra- Entree. Soldaten und Kinder 25 Pf. Borst. 51/2 und 8, Sonntags 4, 6, 8 Uhr. Kaiser- Panorama ( Passage). Diese Woche: Neu! 3. Heise. Istrien Abbazia, Cherso etc. II. Eine Wande. rung durch das interessante Venedig. à Reise nur 20 Pf. Kinder 10 Pf. Abonnement 1 M. Nächste Woche: Corfu! Freitag: Victoria Brauerei. Castan's Panopticum. Neuer Circus. Circus Busch( Bahnhof Börse). Donnerstag, den 20. Februar, Abends 71/2 Uhr: Die 3w neueſten Weltwunder. Grosse Gala- Vorstellung. Kommen! Novität! Bum 1. Male: Novität! 25 Die Jagd nach dem Glid. Alexanderplatz- Theater. Zum 123. Male: Großes phantastisches, choreographisch- Anfang 8 Uhr: stuck in 1 Borfpiel und 4 Aften vom bybrologisches Pracht- Ausstattungs- Die kleinen Lämmer. Direktor Busch, Tänze, Aufzüge und Vaudeville in 2 Aften von 2. Varney. Arrangements v. tgl. italien. Hofballet rationsmaler Feen- Palast Burgstrasse 22. Direttion: Winkler& Fröbel. Neu: Baronin Verona v. Bergen. Neu: Schönheits- Quart. Suleima Dazu das folossale für Berlin durchw. neue Februar- Programm! Kolter Talaschuss- Familie. Gebr. Francs. Marvelli, Afrobatentruppe Robin u. Berat. Lotti Romanowitsch. Harlow Trio. Little Paole. 4 Geschw. Schenk. Die tolle Jugend. Urkomische Pantomime von der Gesellschaft Theo. Anfang Sonntags 6 Uhr. Wochentags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Parodie- Theater. Todesanzeige. Am 17. d. M. verstarb nach schweren Leiden unser alter Kollege Ernst Schulz im 71. Lebensjahr. Die Beerdigung findet am Freitag nachmittags 4 Uhr auf dem Neuen Jakobi- Kirchhof in Brig statt. Kollegen der Pianofabrik von L. Schmidt, Rönigsbergerstr. 83. Herzlichen Dank! Für die zahlreiche Theilnahme und Blumenspende bei dem Begräbniß meines unvergeßlichen Mannes sage allen, insbesondere den Kollegen der Firma J. C. Pfaff, sowie den Gesangvereinen Arion III u. Schneeglöckchen, herzlichen Dank. 2758b Ww. Gertrud Lucke, geb. Taube. Sage dem Herrn Direktor Schüler für die veranstaltete Sammlung meinen herzlichsten Dank. Marie Wenzel. Umständehalber Oranienstr. 52 am Moritplay. ist der gr. Saal am Sonnabend, den Donnerstag, den 20. Februar: 28. März noch zu haben Alexander1. König Heinrich. Wildromant. Straße 27c, Engl. Garten.[ 2762b Schauspiel von Ernst v. Sanftenbruch. Unbem. Musikunterr.„ K." Postamt 83. 2. Gräfin Ilse, Was willfe oder der Trompeter von Bilse. Nach Dr. Frizz Friedmann's Kriminal- Roman. 3. Zscheus, das Waldmädchen. Anfang 7½ Uhr. Wochentags 8 Uhr. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Mlle. Eugenie FOUGÈRE. Die tolle Nacht. Komische Pantomime von der FX- Strahlen. In den nächsten Wochen habe ich noch einige Abende zu Vorträgen über die Röntgen'sche 2766b Entdeckung frei. Dr. A. Ludwig, Stralauer Br. 3. Säle zu Festlichkeiten u. Versamml. unentgeltl. Alexanderstr. 27c. Möbel Kaufgelegenheit Passendste Gelegenheit für Brautlente. 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Xylograph, 27456 der schon Mode geschnitten hat, findet dauernde Stellung bei gutem BerDienste. J. H. Schwerin, Stegliterfir. 11. Abzüge sind vorzuleg. b. Srn. Franz Calé. Berliner Gewerkschafts- Kommission. Brauerei Friedrichshain( Lips), Am Königsthor. Freitag, den 21. Februar, abends 8½ Uhr: Oeffentliche Versammlung der Delegirten im Louiseustädtischen Klubhaus, Annenstr. 16. Tages Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht, Kaffenbericht und Statistit. 2, Berichte über die Lohnbewegungen der Schneider, Zimmerer, Holzbearbeitungsmaschinenarbeiter 2c. 3. Gewerkschaftliches. Die Delegirten werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Sonntag, den 23. Februar: MATINEE zu gunsten der 2765b ausstehenden Arbeiter u. Arbeiterinnen der Konfektions- Industrie J. A.: R. Millarg. Metallarbeiter! Freitag, den 21. Februar, abends 6½ Uhr, int Lokale des Herrn Henke, Naunyn- Straße Nr. 27: veranstaltet von der „ Typographia" Gesangverein Berliner Buchdruder und Schriftgießer ( Mitglied des A.-S.-B.) Dirigent: W. Bölke unter Mitwirkung der Herren Paul Kurz( Orgel) und Albert Massini( Deflamation). Der Reinertrag wird der Fünfer- Kommission überwiesen. Anfang 112 Uhr. Entree 30 Pf. Billets sind in der Expedition sowie im Segersaal des Vorwärts" und in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Das Comité. Große öffentliche Versammlung Achtung! für die gesammten Arbeiter der Achtung! Maler. Achtung, Brauerei- Arbeiter! Aktiengesellschaft vorm. Frister& Roßmann. Die Zahlſtelle Wedding der Filiale Donnerstag, den 20. Februar, abends 8 Uhr, in Cohn's Tages- Ordnung: Moabit befindet sich von jetzt ab bei Adolf Neumanu, Pase walter Sonntag Vormittag von 10 bis 12 Uhr. Kassenstunden: Jeden Die nächste Die lehten Vorgänge in der Fabrik von Frister& Rohmannstraße 9. und welche Stellung nehmen wir hierzu ein? Referent: Otto Naether. Angesichts der wichtigen Tagesordnung erwarten wir, daß die Kollegen Mann für Mann erscheinen. Die Herren Direktoren, Meister und sonstige Angestellte der Firma sind gleichfalls eingeladen, diesmal persönlich zu erscheinen. 117/18 Kollegen, erscheint in Massen. B Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anflamerstraße 44, Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 23. Februar, vormittags 10 Uhr, im Feen- Palast, Ecke Burg- u. Wolfgangstraße: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: V 1. Die Besoldung des ersten Vorsitzeuden. 2. Die gegenwärtigen Streiks. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 4. Beschlußfassung über die beim Vorstand eingehenden Unterstützungsgesuche. Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt. Kollegen! Obige Versammlung wird Beschlüsse zu fassen haben, welche sowohl für jedes Mitglied, als auch für die Organisation im allgemeinen von weitgehendster Bedeutung sind. Wir fordern deshalb alle unsere Mitglieder, welche an der Entwicklung und dein Gedeihen unserer Organisation ein Interesse haben, hierdurch auf, 122/6 Mann für Mann in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. Versammlung der Versammlung 125/4 findet am 15. März, nachmittags 52 Uhr statt. Der Vorstand. Ich erkläre, daß ich Herrn Wilhelm Bennewitz in meiner Ausführung nicht habe beleidigen wollen. 27576 Dorothea Schenmeister. Warne hiermit jeden, meiner Frau Auguste Weber geb. Fischer auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts auftemme. 27296 August Weber, Ererzierstr. 3. Nur mit Oswald Nier's Hauptgeschäft Berlin reinen, ungegypsten Natur- Tisch- u. Kneipweinen werden( bester Beweis ihrer Güte!) in Frankreich solche Wunderweine hergestellt, wie: Oswald Nier's Antigichtwein durch Duflot- Paris zubereitet( in 24 Stunden keine Gicht noch arthritische, rheumat. 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Matthes, Brizerstr. 34, und Herrn Lehmann, Koppenstr. 78. Anfang 9 Uhr. 198/20 Grosse öffentliche Versammlung des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Wegen ganz bedeutender Vergrößerung meiner Räumlichkeiten verkaufe ich mein Waaren= lager zu noch nie dagewesenen Preisen vollständig aus. Bum Umzuge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, sowie einzelne Stücke gediegen und billigst einzukaufen. Man lasse sich nicht durch unmögliche Anpreisungen blenden, sondern besichtige sich die Möbel, welche man faufen will, genau und vergleiche dieselben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Preisen. Durch Einkauf von 9 großen Möbellagern zu günstigen Bedingungen verkaufe ich ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stücke ganz bedeutend billiger als jeder andere Möbelhändler. Auch größtes Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel zu wahrhaften Spottpreisen. 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Handlungsgehilfen und Gehilfinnen! Freitag, den 21. Februar, abends 8, Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobftraße Nr. 37: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Der Streik in der Konfektions- Industrie und wie haben sich dem gegenüber die kaufmännischen Angestellten zu verhalten? Referent: Genosse Berthold Heymann. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch bittet Die ,, Freie Vereinigung der Kaufleute". Albert Kohn. Achtung, Dachdecker! 27566 Montag, den 24. Februar 1896, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn E. Feind, Weinstr. 11: Oeffentliche Versammlung der Dachdecker u. Berufsgenossen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Burckhardt( München). 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Lohnkommission. 4. Verschiedenes. Wir fordern wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung die Kollegen auf, recht zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer. Sonnabend Säulenanschlag. Wegen E Liquidation 54/5 ber Damenmäntel- Firma Berg& Nesselroth Berlin C., Königstr. 33, Ecke der Neuen Friedrichstraße, sollen die noch bedeutenden Waarenbestände und anderes zu felttaxifen Preisen ausverkauft werden. Zum Verkauf gelangen nur Neuheiten der Saison. 4102* Eleg. Regenmäntel aus den besten Stoffen und neuesten Façons 6, 10, 15-20 M., früher 12,20,30-45 M. Sammetkragen( für das Frühjahr) 10, 15,25 M., früher 20, 30-50 M. Sommer- Jaquettes 3, 5-10 M., früher 6, 10-25 M. Elegante Winter- Jaquettes, Capes und Kragen für 6, 8-15 M., früher 15, 20-36 m. Elegante wattirte Abendmäntel 8, 10-30 m., früher 15, 25-75 M. Pelz- Mäntel( Räder und Baletots) aus Hamster, Fehrücken, Bisam und Biber 25, 30, 50-75 m., früher 50, 60, 100-200. Plüsch- Capes und Plüsch- Jaquettes 15, 20, 30, 50-60 m., früher 45, 60, 100-160 M. Kinder- Mäntel für jedes Alter 2, 4-10 M. früher 5, 10-20 M. Der Liquidations- Verkauf. Berlin, Königstr. 33, Ede der Neuen Friedrichstr., nahe dem Stadtbahnhof. 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