BERLIN Zreitag 2?.September 1929 10 Pf. Nr. 454 B 226 46. Jahrgang. ersAeiat tS«lich- oIerS5»nt«z«. Zugloch Abendausgabe de«.DorwSrt«'. BeiugSprei« beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. S.KNM. pro Monat. Redaktion und Lrredition; BerlinSWss. Lindenür.s nietgenprei«! Die einspaltige Nonpareilletell» 80 Pf., Reklamtieile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. »Kscheckkonl»! VorwärtS-Verlag G. m.b.H., Berlin Nr. 87536, Fernsprecher: Ddnboff 292 bis 297 ändnis der Sktareks. Voraussichtlich erleidet die Stadt Berlin keinen Schaden. Die Tagung der Städte. Der von de» Gebrüdern Tklarek an der Stadt Berlin begangene Betrug wird nach den vorläufige« Fest» stellungen auf rund 10 Millionen Mark beziffert, die aber voraussichtlich durch Werte gedeckt sind. Außer den Gebrüdern Sklarek ist inzwischen deren Sekretär Lehman« festgenommen worden. Die ersten Vernehmungen. Die drei Gebrüder Sklarek sind nach ihrer Verhaftung durch Polizeirat Baese und andere Beamte des Betrugsdezernats b i s i n die tiefen Nacht st unden hinein über die Art und Höhe der Betrügereien, die sie an der Stadt Berlin verübt haben, vernommen worden. Zwischen den leitenden Beamten der Stadtbank und dem Magistrat fand heute vormittag ein« Sitzung statt, in der dje Be- trügereien der Sklareks ausführlich befprochen und die Maßnahmen erwogen worden sind, die dazu dienen können, die Stadt Berlin vor Schaden zu bewahren. E» besteht Aussicht, den Verlust, den die Sladlbank erlitten hat und der sich nach den zunächst allerdings nur oberflächsichen Berechnungen auf 6 bis 9 Millionen Mark beziffert, durch die Werte zu decken, die den Sklareks gehören. Die drei Brüder oerfügen nachweislich in ihrem Abzahlungsgeschäft und in der Kleider-Bertriebsgesellschaft über ein Warenlager von rund Z Millionen Mark. Die Rennställe der beiden Brüder dürften einen Wert von mindestens 3 Millionen Mark repräsentieren. Ferner besitzen die Sklareks in Berlin zehn Mietshäuser, von denen sie selbst drei bewohnen, die fürstlich ausgestattet sind und Kunst» schätze aller Art bergen. Der Wert dieser Gebäude wird insgesamt von der Stadtbank auf 6 Millionen Mark veranschlagt. Schließlich haben die Sklareks auch an die Stadt Berlin noch reelle Forderungen für Lieferungen in Höhe von mehreren IM 000 Mark. Bei einer vorsichtigen Verwertung dieses Besitzes wäre es also möglich, den Schaden abzudecken, der durch das skrupellose Dorgehen der drei Brüder entstanden ist. Nach den polizeilichen Ermittlungen und den Erfahrungen der Stadtbank sind die Be- trllgereien in der Weis« durchgeführt worden, daß die Gebrüder Sklarek der Sladlbank falsche Rechnungen präsen- tierl haben, die die wirklichen Forderungen fast um das Svfache überstiegen haben. Die Stadtbant hat nach Angabe ihres Leiters deshalb lange keinen Verdacht geschöpft, w»il die Unterschristen der leitenden Beamten aus den einzelnen Bezirksämtern von den Sklar�s selbst oder von ihren Helsershelsern in einer so geschickten Weis« gefälscht waren, daß die Beamten selbst zunächst gar nicht eiümal die Nachahmung ihrer Schriftzüge erkannt haben. Auch bei den Revisionen, die alljährlich vorgenommen wurden, wurden die Fälschungen der Unterschristen nicht entdeckt. Die Betrügereien liegen nach Ansicht des Direktors Schmitt von der Städtischen Sparkasie etwa 3 bis 4 Jahre zurück, und so erklärt es sich auch, daß man bei der Stadtbank, die jährlich rund 139 Millionen an Wohlfahrts» geldern zu verwalten und zu verteilen hat, nicht früher bemerkte. daß die Sklareks Summen erhielten, die in der Wdition schließlich phantastisch wirken. Die Gerüchte, die von einer Indirekten Mitschuld einiger Direk- toren der Berliner Stadtbank sprachen, entbehrten jeder Grundlage. Es besteht in keiner Weise auch nur der g e- r i n g st« Verdacht. Die Frage der Amtsführung wird im Augen- blick durch eine ausführliche Untersuchung geprüft. Das große Geständnis. Ueber die Delrugsmanöoer, die die von der Polizei vorläufig festgenommenen Gebrüder Sklarek durchgeführt haben, liegt nunmehr das Geständnis der Beteiligten vor. Danach wandten sich, sobald im Geschäft Geld gebraucht wurde, die Gebrüder Sklarek, und zwar sowohl M a x wie L e o oder Willi, manchmal zu zweien, manchmal alle drei, manchmal auch nur einer an die Stadt- dank, und zwar an die Direktoren, um von diesen größere Summen, und zwar 100 000, 200 000 M. auswärts Bankkredit zu erhalten. Die Direktoren verlangten dann vor Genehmigung des Kredites Rechnungsunterlogen von den städtischen Dienst- stellen. Darauf gaben die Gebrüder Sklarek einem ihrer Angestellten den Auftrag, derartige Unterlagen in der höhe der Summe, die gebraucht wurde, anzufertigen. Der An- gestellte hat die Unterlagen teils selbst angefertigt, keil» anfertigen lassen, ohne daß die übrigen Angestellten eine Ahnung hatten, daß es sich um Fälschungen handelte. Die Sache ging so vor sich, daß zuerst der Austrag ins Unreine abgesetzt und dann in die Schreibmaschine diktiert wurde. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Oer Krankfurier Kongreß.— Oer Sinn der Selbstverwaliung. Franksurl a. 21t., 27. September. Am Freitag begann im großen Saal de» Palmengartens die Jahresversammlung des Deutschen Städletages. Unter den Vertretern der Behörden bemerkte man für die Reichs- regierung Ministerialdirektor Dr. Zarden, für die preußische Regie- rung Innenminister Grzeslnski und Finanzminister Dr. höpker- Aschoff. Die hessische Staatsregierung war durch den Slaatspräsl- deuten Dr. Adelung vertreten. Präsident Dr. Mulert eröffnete die Tagung und begrüßte besonders den Vertreter des Memellandes. (Er teilte mit. daß Reichsinnenminister Severing und Reichssinanzminister Hilferding infolge dringender Amtsgeschäste dem Städtetag fernbleiben müßten. Cr dankte dann der Stadt Frankfurt für ihre Gastfreundschaft und gedachte weiter der bevorstehenden vesreiungs- stunde des besetzten Gebiet», wobei er die bestimmte Erwartung aus- sprach, daß die Fristen eingehalten und auch die Regelung der Saarfrage i« kurzer Zeil erfolgen würde. Den Hauptvortrag des Tages hielt Präsident Mulert über „Sinn und Form der Selbstverwaltung". Nach einleitenden Worten der Begrüßung an die anwesenden Reichs- und Staatsminister, an die zahlreichen Vertreter der Par- lcunent« und der Reichs- und Landesbehörden führte er u. a. folgendes aus: „Gewaltige Veränderungen hat die Selbstverwaltung im Lauf des letzten Jahrhunderts durchmachen müssen. Durch die Bedräng- nis der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse ist das Maß der Aufgaben der Selbstverwaltung ganz außerordentlich gewachsen. Die Selbstverwaltung ist nur denkbar, wenn sie von dem Vertrauen aller Kreise der Bevölkerung getrogen wird. Aktive Mitarbeit der Bürger in der Gemeinde, verant- wortungsbewußte Führung der Aufgaben der Gemeinde wird am besten dieses Vertrauen erhalten und kräftigen. Selbstverwaltung bedeutet Selbstverantwortung. Die Aufgaben der heutigen Ge« meinden sind nicht aus ihren Bannkreis beschränkt. Mehr denn je ist die Gemeinde zugleich ein Glied der Gemeinschaft und muß danach handeln. Das gleiche Gemeinschaftsgefühl muß das Verhältnis von Stadt und Land kennzeichnen. Lebenswichtig für die Selbstverwaltung bleibt ihr Verhältnis zum Staat, der die Grundlag« allen öffentlichen Lebens ist. Ihre Stellung ist zurzeit durch die unorganische Entwicklung der staatsrechtlichen Beziehungen zwischen Reich und Ländern noch immer schwierig. Die Kommunen sind der Unterbau des Reiches und der Länder. Jede Verwaltungs- und Versassungsreform, die praktische Erfolg« haben soll, muh deshalb gleichmäßig auch sie berühren. Di« Städte halten es aljo für erforderlich, daß di« Reformarbeiten der Länderkonferenz und ihrer Ausschüsse nicht, wie es zunächst der Fall zu sein schien, bei Reich und Ländern halt machen, sondern die Grundfragen bis zu den Gemeinden hin erforschen. Der Städtetag hat über diesen Fragenkomplex Reichs- regierung und Länderkonserenz eine zusammenhängende Denkschrift überreicht, die soeben veröffentlicht worden ist. Die Ausgestaltung der St ä d t« v e r f a s s u n g gewinnt nun- mehr aktuelle Bedeutung. Der Deutsche Städtetag als die hierzu in erster Linie berufene Stelle hat deshalb einen Entwurf aus- gearbeitet, in dem die Erfahvungen der Praxis ebenso wie die in den Parlamenten, besonders dem preußischen Landtag, geleistete Arbeit berücksichtigt worden sind. Bewegungsfreiheit und Verant- wortungsfreudigkeit der Selbstverwaltung, verstärkte Mitwirkung des Bürgers in einer von kraftvoller Initiative geführten Verwal- tung, Vertrauen der Bürgerschaft, leistungsfähige Gebietskörper- jchaften, klare Abgrenzung der Verantwortlichkeit der städtischen Organe, praktische Verwaltungsvereinfachung sind die wesentlichen Ziele des Entwurfs der Reichsstädteordnung, dessen Inhalt, wie wir hoffen, auch die Grundlage für Reformarbeiten in den Ländern bilden soll. Die lebendige 5kraft der Selbstverwaltung wird wesentlich be- stimmt durch die Lage ihrer Finanzen. des Finanzausgleichs brachte« politisch Schwächsten regelmäßig weitere Verschlechterungen ihrer finanziellen Lage. Die jüngsten außenpoli- Unzusammenhängcnde Teillösungen den Gemeinden als den politisch C 3)ie Siurgen der lUammiühanh. Die SEenlrale der äDeutecfien Stank in der Itlauerslraße. TemaUungsgebäude der Sigconlo- Oesellschafi in der äSehrenatraße. Verwässerter Zuchthausparagraph Zkvenilow über seine Entstehung. Interessante Mitteilungen zur Vorgeschichte des§ 4 im Hugenbergschen Volksbegehren» de« berühmten Zuchthauspara» graphen, macht der nationalsozialistische Reichetagsabgeordnete Graf Reventlow in seinem„Reichewart". Dort erzählt er: In einer Reichstagefltzung de» Frühsommers lieh die Frat- tion, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei gelegent- lich der Beratung der Außenpolitik durch den betressenden Redner erklären, sie werde, sobald sie in der Loge sei, bei einem Staatsgerichtshof für jeden die Todesstrafe beantragen, der in der entscheidenden Abstimmung für den Loung-Vlan stimme. Daraufhin wurde auf der Linken ein Aufsah„Kopf ab" in der Presse verbreitet, im übrigen beschränkt« man sich auf Be- Wertungen der üblichen Art... Der wirklich mit Unrecht so berühmt gewordene Z 4 des Texte» des Volksbegehrens ist nichts als eine sehr ver« wässerte Ausgabe jener nationalsozialistischen Erklärung im Reichstag... Ein großer Teil der„Einheitsfront" nahm an dem Z 4 entscheidenden Anstoß, angeblich nur, weil nach ihm auch der Reichs- Präsident von Hindenburg mit Zuchthaus bestraft werden soll«, wenn er z. B. den Doung-Plan als Gesetz gegenzeichn«. In der Folge hat man dann anstatt:„sowie Bevollmächtigte" gesetzt: „sowie deren Bevollmächtigt*", so daß auf diese Weise Hinden- bürg gerettet wird. Ohne die Festigkeit der Itattonalsozialisten wäre ohne Zweifel der ß 4 überhaupt verschwunden. Da die nationalsozialistisch« Haltung im Grundsatz und in der Praxis besonders auch nach jenem Vorgange im Reichstag zweifelsfrei gekennzeichnet ist, kann es uns einigermaßen gleich- gültig sein, wie die verschiedenen Bünde usw. sich weiter ver- halten. Der nationaisoziaUsttsch« Standpunkt wird derselbe bleiben. Ginge darüber die„tlnheitssronl" für das Volksbegehren in die Brüche, io würde uns auch da» recht kühl lasten, ebenso wie die ganze Aktion. Sie wird die deutsche Zukunft nicht entscheiden. Im Grunde Ist die Darstellung Reventlows nur«ine B«- stätigung de» bereit» Bekannten. Der Sinn des Z 4 ist die per- sönliche Aechtung und Bedrohung aller, di« für das Inkrafttreten de« Poung-Planes eintreten, weil sie die Fortdauer des Dawes-Planes und der Besetzung nicht verantworten wollen. Iursttisch ist der§ 4 schon deshalb belanglos, weil er niemals in Kraft treten wird. Die Diskussion darüber, wer auf Grund dieses Paragraphen ins Zuchthaus kommen soll, ist nur von den Ur- hebern de» Volksbegehren» ernst, von allen anderen aber nur humo- ristisch genommen worden. Der feierlich« Beschluß, dem Reichs- Präsidenten v. chindenburg das Zuchthaus zu erlassen, Hot darum als Gipfel der Groteske gewirkt. Was aber Hindenburg nicht erlassen wird, das ist die moralische Aechtung, die jeden trifft, der sich erlaubt, für di« An- nahm« des Toung-Plans die Mitverantwortung zu übernehmen. Wer das tut, wird nach dem Text des Volksbegehrens als ein Landesverräter hingestellt, der von rechts wegen ins Zuchthaus gehört oder— nach nationalsozialistischer Auffassung— die T o d e s- st r a f e verdient,. Werden solche Auffassungen mit dem gehörigen Nachdruck verbreitet, so mögen sich vielleicht auch wieder einmal ein paar überhitzte Jüngling« finden, die sich um dos Vaterland verdient machen, indem sie das gefällte Urteil vollstrecken. Hugenberg, Hitler und natürlich auch Reventlow werden olle chre Hände in Unschuld waschen. Den Nationalsozialisten ist, wie Reventlow glaubhaft versichert. die ganze Aktton an sich recht gleichgültig. Das Volksbegehren ist für sie nur ein Mantel der Legalität, in dem sie ihr Mord- begehren verbergen. Die Kieler Munitionsschiebung. Anklageerhebung nach 20 Monaten. ftlet, 27. September. DI« Zustizstelle de»' vberlandesgerichts teilt mit: Zu der Kieler ZNunllionsfache find die Ermittlungen nunmehr ab- geschlossen. Der Oberstaatsanwalt In Kiel wird jetzt den Antrag auf Schließung der gerichtlichen Voruntersuchung stellen und sodann die Anklageschrift gegen die zehn Angeschuldigten bei der Strafkammer de» Landgericht» Siel einreichen. Die hauptverhand- lung wird vor dem Erweiterten Schöffengericht in Kiel stattfinden. Die jetzt endlich erhobene Anklage bezieht sich auf einen Vor- gang, der am Montag, dem S. Januar lSZS, sich im Kieler Hafen abspielte. Dalnal» sollte der norwegische Dampfer„Aka" mit einer Ladung„Maschinenteile" abgefertigt werden. Ein Zollbeamter nahm jedoch ein« Prob« vor und siehe da: die „Maschinenteile" stellten sich als Gewchrmunition heraus. lieber den Ursprung dieser gefährlichen Maschinenteil« konnte zu- nächst nichts Genaues mitgeteilt werden. Schließlich aber führten die Spuren nach Hall« und T o r g a u. Wenigstens nahm die Kieler Staatsanwaltschaft in Gemeinschaft mit der Halleschen die Untersuchung gemeinsam vor. Daß sie über fast zwanzig Monat« hingeschleppt werden konnte, ist ein besondere» Kapitel. Soweit wir unterrichtet sind, haben di« Akten ein« ständige Wände- rung zwischen Bericht»- und Reichewehrbehörden machen müssen. Eine Schuld an der Verzögerung wird selbstverständlich keine der beteiligten Stellen übernehmen wollen, trotzdem in der Oefsentlich- tcit immer wieder nach dem Stand der Untersuchung gefragt worden ist. tischen! Verhandlungen werden hoffentlich den Weg freimachen, um nunmckhr die dringend notwendige systematisch« Neuregelung der Finanzstragen durchzuführen. Die Emkommcnsteuer, das Rückgrat jeder modernen Steuer» und Finanzpolitik, muß weiterhin Reich, Ländern und Gemeinden gemeinsam zustehen, wobei es Aufgabe des Reiches als des Un- parteiischsten sein muß, die Abgrenzung de» Anteils von Ländern und Gemeinden einheitlich und gerechter als bisher dirrchguführen. Eine bewegliche, von eigener Derantwort- lichkeit getragen« Gemeindepolitik verlangt, daß die Gemeigd« auch das Selbstbestimmungsrecht und damit die V e r a n t- w o r t l i ch I e i t für die Bereitstellung der Einnahmen hat. Für das Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer muß eine richtig« Form gefunden werden, die dem Steuersystem und den praktischen Er- fordernissen entspricht. Die Nachteile einer teilweisen Ueberspan- »ung der Revlsteuern dürfen nicht zu der Forderung führen, sie ganz abzuschaffen. Noch heute bildet die Gewerbesteser die gerechlsertigte Abgeltung der besonderen Lasten, die der Gemeinde durch die Gewerbebetriebe auf fast allen Gebieten der öffentlichen Arbeit erwachsen. Die Städte wünschen aber auch ihrerseits, die Gewerbesteuer überall dort zu vermindern, wo sie zu hoch angespannt ist. Sie sind dazu bereit, aber aus eigener Kraft nicht in der Lage. Wohnungsnot und wohnungselend be- dingen eine Festlegung der hauszinssteuer aus längere Zeit. Diese Steuer muß alsdann von den Härten befreit werden, die ihre jetzige Form noch vielfach aufweist. Eine Erleichterung der direkten Steuern wird iiine Erhöhung einzelner indirekter Steuern nach sich ziehen. Hierbei kann man an der Getränke st euer nicht vor- übergehen. Angesichts der Bedrängnis unfe�r wirtschaftlichen und finanziellen Loge ist hier«ine Besteuerungsmöglichkeit gegeben, die für die Wirtschaft am erträglichsten ist. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Gestaltung des tom- munalen Anleihemarktes. Bleibt auch der Iahreszuwachs an kommunalen Anleihen hinter den entsprechenden Zahlen der Friedenszeit nicht unerheblich zurück, so macht doch die Gesamtlage unseres Geldmarkte« größte Zurückhaltung auf diesem Gebiete zur kommunalpolitischen Pflicht. Nach dem Präsittenten Mulert sprach der preußische w«nister des Innern Grzesinski. Der Minister erklärte, er habe den Gedanken der Ge- meinschast in Wort und Tat stets vertreten. Di« örtlich« Ge- meinschaft richtig abzugrenzen und mit frischem, lebendigem tom- mualem Leben zu erfüllen, sei gerade das Ziel der großen Ein- gemeindungsgesetze gewesen, die im preußischen Innen- Ministerium in den letzten Jahren entstanden. Di« hierbei erfolgten Erweiterungen von Städten hätten teils nur nachgehalt, was in früheren Jahrzehnten versäumt war. Auch die die Wechsel- seitige Verbundenheit zwischen Stadt und Land müsse noch viel stärker anerkannt werden, als bisher. Er erstrebe di« Gleichberechtigung beider und wolle die städtische und ländliche Verfassung so elastisch gestalten, daß Stadt und Land die höchstmögliche Wirksamkeit für die Förderung der Wohlfahrt ihrer Bürger ausüben könnten. Klar müsse aber auch erkannt werden, daß die Gemeinschaft Pflichten und Opfer bringe und die Zurückstellung von Einzelinteressen gegenüber denen der Ge- samtheit fordere. Leider müsse diese Erkenntnis auch in den Kreisen der Selbst- Verwaltung noch vielfach vermißt werden, was sich z.B. bei dem Widerstand kommunaler Kreis« gegen die großen Eingemeindungs- gesetze zeige. Dieser Widerstand richte sich selbst am schärfsten da- durch, daß er in bedauerlicher Verblendung dos als unberechtigten Eingriff erkläre, was im Interesse der Selbstverwaltung geschehe. Für das Verhältnis der Gemeinden zu Staat und Reich und zur Wirtschaf» werde eine Neuregelung erforderlich sein, in deren Rahmen ol» dringendste Aufgaben der nächsten Zukunft di« Benvaltungsreform und die Schaffung eines wirÄichen Finanzausgleichs zu erwähnen wären. Der Minister schloß mit Ausführungen zu den bevorstehenden preußischen Kommunalwahlen, wobei er erklärt«: So heftig auch die Parteien in den einzelnen Gemeinden sich befehden, so mögen sie doch nie vergessen, daß gerade die kommunale Arbeit im Gemeindeparlament und in der kommunalen Vermal- tung auf ein und dasselbe Ziel gerichtet sein muß, dem Wohle der örtlichen Gemeinschaft und damit auch dem Wohle de» ganzen Volkes zu dienen. Geständnis derEkiareks. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Oer eigentliche Auftrag de» Bezirksamtes wurde dann diktiert und der Auftrag handschriftlich mit einem Durchschlag angefertigt. Die eigentliche Urschrist morde weggeworfen, während die Kopie den Rechnungen beigefügt wurde. Die Unierschristen wurden von den betressenden Angeskellten ans veranlassung von den drei Gebrüdern Sklarek nach vorlagen setdstangeferkigt.d. h. von vorlagen aus dem Geschäsksverkehr mit den Bezirksämtern durchgepaust. Der Werdegang dieser Rechnungen für den Kredit der Firma war dann folgendermaßen: Die fingierte Bestätigung de« Auftrages, die Rechnung und die mit gefälschten Unterschriften versehene Kopie des Auftrage» de» Bezirksamtes wurden zusammengeheftet und dann einem von den Ehef». enl- weder wax, Leo oder Willi Sklarek zur Unterschrift vorgelegt. In vereinzelten Fällen, fall» die Unlerschrisl bei der Stadtbant fehl««. habe auch der Angestellte Unterschriften unter die vestätignng de» Auftrages geleistet. Nachdem nun diese fingierten vestellnagen mit der Unterschrift eine» der Ehef» versehen waren, wurden sie in einer Anzahl Rech- nungen zusammengefaßt, so daß ein paar richlig« Rech. nungcn mit einer fingierten, die gewöhnlich eine ganz erhebliche Summe ausmachte, zusammen waren. Diese Gesamtausstellung wurde dann von einem der drei Brüder mit vollständiger Unter- schrlft„Gebrüder Sklarek" unterzeichnet. Mit diesen Rech- nungen ist der Angestellte dann zur Bank gegangen, die daraus da» gewünschte Kapital zur Verfügung stellte. Schwindel über das Reichsbanner. Magdeburg, 27. September.(Eigenbericht.) Der Bundesvorsitzende des Reichsbanners, Otto härsing, stellt gegenüber den Behaupiungen der Rechtspresse fest, daß die io verlin verhafteten Gebrüder Sklarek dem Reichsbanner niemals Geldzwwend'ungen gemacht haben. Die Behauptung, daß dos Reichsbanner von den Gebrüdern Sklarek groll« mit Uniformen beliefert worden ist, entspricht ebenfall» nicht den Talsachen. Zu- 4 von ZZ Gauen des Reichsbanners haben die Gebrüder Sklarek von sich aus Uniformen an die einzelnen Reichsbannerangehärigeo verkauft, weder der Bundesvorstand noch die einzelnen Gau- leitnngen haben mtl Sklarek auch nur das geringst« zn Km gehabt. Oer Tod des Achtzehnjährigen. Seine Leiche and fein Fahrrad in der Hovel gefunden. Vi« eigenartigen vegleitomstände bei dem verschwinden ein«, jungen Manne» haben Veranlassung gegeben, die Re- serve-Mordtommisfloa der Kriminalpolizei nach Spandau zu entsenden. Seit dem vergangenen Montag, den 2 3. September, ist der 18jährige Bureaubot« Hellmuth Friedrich, der Sohn des Wiegemeister» Friedrich au» der Schützenstr. 1 zu Spandau, spur- los verschwunden. Hellmuth war seit mehreren Iahren als Bureaubote bei den Deutschen Werken in Haselhorst angestellt und hatte seine Arbeit stet» zur Zufriedenheit erledigt. Irgendwelche Verfehlungen stnd bisher nicht festgestellt. Auch mit seinen Eltern, deren einziges Kind er ist, lebte der junge Mann im besten Ein- vernehmen. Er war ein großer Nawrfreuick» und fuhr mit seinem Rad« fast bei jedem Wetter nach Arbeiteschluß in den Wald und an das Wasser. Ihn interessiert« besonder» das Leben der Vögel. Durch seine vielen Fahrten waren ihm in den Wäldern Weg und Steg bekannt. Nachdem er am Montag nachmittag aus dem Bureau gekommen war und zu Haufe Mittag gegessen hatte, fuhr er gegen SM Uhr mit dem Rade fort. Er ist aber nicht zurückgekehrt und hat auch nichts mehr von sich hören lassen. Am Donnerstag fand nun ein Arzt, der mit feinem Boot über die Havel fuhr, etwa 120 Meter von der sogenannten Bürger-Ablag« entfernt im flachen Wasser ein Herrenrad. Cr brachte e» an Land in ein Nestau- rant und die Polizei stellt« fest, daß e« das blaugestrichene Lindcar- rad de» jungen Hellmuth war. Das Rad ist so gut wie nicht de- schädigt, es fehlt nur im Dorderreifen die Luft. Es ist vorläufig beschlagnahmt worden. Wie es Ins Wasser gekommen und was aus ihrem Besitzer geworden fft, ist noch ganz rätselhaft. Di« Stell«, an der das Rad gefunden wurde, liegt zwischen Konradshvh» und dem Heiligen See. Der Weg wird im allgemeinen von Radfahrern wenig benutzt. Da man mit der Mög- lichkeit rechnet, daß der junge Mann ertrunken sein könne, so wird der Reichswasserschutz die Havel heute absuchen. wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist die Leiche de» sangen wanne» dicht an der Strll«, wo da, Rad gesunden wurde, vom Reichswassers chvh heute mittag an» der Havel ge- landet worden, wie von krimlaalkommlssar Lissigkett vom Sonderdezernat festgestellt«erden konnte, liegt ein verbrechen. wie anfänglich vermalet wurde, nicht vor. Vielmehr ist Helmut Friedrich da» Opfer eine» Unglücksfall» geworden. Er ist in der Dunkelheit an dem abschüssigrnllsermll seinem Rade zn Fall gekommen und tndi« havelgestürzt. Vrei Millionen Wähler. Die Zahl der Wahlberechtigten zu den bevorstehenden Gemeindewahlen hat stch in der Reichshauptstadt seit der letzten Wahl im Jahr« ISA um über IlSkXXi Personen, und zwar von 2S«5c>c>0 auf rund Sil» 000 erhöht. Di« Stadt Bersjn hat stch deshalb verun'aßt gesehen, die Zahl der Wahlbezirk« von 2027 auf über 2430 zu erhöhen. Der Magistrat beabsichtigt serner. für Frauen und Männer bssonder« Stimmzettel herstellen und die Wahl gelrennt vornehmen zu lassen. 3n»gess>.mt sind am 17. November in Berlin 225 Stadtverordnete zu wählen. Bezirksausschuß skr Arbeiterwohlfahr». 7.»»ei«(taiUtteatiiTn. Ter teutia« Cotttaa der Ardelterwohssahrt muH tMfltn ifteleilisun« der SeniHeeiOnnen) an der Derfammluna In der Serder- schule. Zanernallee, in» AI Uhr, saut Beschluß ausfallen. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrist, und „Der Kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. Macdonalds„Entdeckungsreise". Sine Abschiedsbotschaft an p«n„Daily Herald". London, 2�. September. Macdonald, der heut« abend nach Southampion refft. um sich an Bord der„Berengaria" zu begeben, hat an die Leser des „Daily Herald" folgende Abschiedsbotschaft gerichtet: „Ich begebe mich auf«in« Entdeckungsreise. Ver größte Beitrag, den die jetzige Generation für die Weltgeschichte leisten kann, besteht darin, den Frieden unter den Rationen fest zu be- gründen und sie zu veranlassen, sich durch politffche Vereinbarungen, die durch j u r t st t s ch e Mittel zur Anwendung gebracht werden, «inGefühlderSicherheitzu verschaffen. Da die Bereinigten Staaten und wir selbst die gleichen Ziele verfolgen, sollten wir sie gemeinschaftlich verkünden. Gute und herzlich« Be- Ziehungen zwischen un» beiden können die Auesichten de» Friedens verbessern und der Welt«inen kräftigen Glauben an Stelle eines zaudernden Stepttzismu» geben. Ich geh« fort, um zu sehen, was geschehen kann, und da ich von meinen Kollegen in der Arbeiter- dewegung und von jedem auf Frieden hinwirkenden Einfluß unterstützt werde, kann niemand e» wagen,«inen Erfolg unmöglich zu nennen." Macdonald hat di« Einladung des I n st I.t u t s für Aus- wärtigePolittkin New Port, an einem Essen am 11. Oktober teilzunehmen, angenommen. Macdonald wird bei dieser Gelegenheit «ine Rede halten, die durch Rundfunk im ganzen Lande ver- breitet werden wird. vie Dunkelmänner des Wettrüstens. Vashinglon, 29. September. In dem zur Untersuchung de» Falle« Shearer eingesetzten Aus- schuh erNärt« heute D r e w P e a r s o n. der ai» Zeitungstorre- spondent bei der Eenser Konferenz von 1927 anwesend war.«r habe den Eindruck gehobt, daß Shearer tatsächlich einen un. günstigen Einfluß gegen die englisch-amerikanische verständi- aung ausgeübt Hab«. Er war mit den Marineexperten häufig zu- jammen. Da» ersiv. was Pearson hörte, al» er in Gens ankam, war, daß Shearer da sei. Wie es hieß, besaß Shearer ein« luxuriös« Wohnung in einem vornehmen Stadtteil von Genf. Aus die Frag«, ob von den Marineexperten Mitteilungen an Shearer erfolgt seien. erNärte Pearson. die Experten hätten seiner Ansicht nach nicht offen in Shearers Gegenwart gesprochen. Er benannte vier amerikanische Marineofsiziere. die sich abend, in der Hotelhall« mit Shearer unterhalten haben sollen. Sie und Shearer hätten übereinstimmend Ansichten geäußert, di« a n t> b r i t l s ck> und einem Erfolg der Konserenz feindlich gewesen seien. Mit anderen Worten, von Anfang seien di« Karten so gemischt worden, daß die Konferenz fehlschlagen soll«. Laurence Wilder, der frühere Präsident der American Brown Boveri Electtic Eo., erklärte, von den 143 000 Dollars, die die Schiffsbaufirmen während der Kongreßverhandlungen über die von Jones Withe eingebrachte Hanbelemarinegesetzecvorlage ver». ausgabten, sei kein Cent für e>ne Beeinflussung des Kongxessc» benutzt worden. Shearer habe 4550 Dollar erhalten. Für den Liift'chiffentwurf feien 84 000 Dollar verausgabt worden. Auf die «�rogr»'« man daw gekommen s»>. Shearer anzustellen, ant'-mtei« Wilder: Er bat einige Bilder für uns gemalt Er. WssVr. übernehme die volle Berontworttma kür V<"'a»»flah'ma des Fond» von 143 ll'» Dollar. Er pe�önllch habe 19�3 die Schlttdmtstrmen avtaeforkert, die Anl'ellung Sb-arers als Beobachter und Berikit- »rstatter bsi der Konferenz in Genf öffentlich bekanntzugeben. Der Reichskanzler In verlin. Reichskanzler Müller traf heute morgen von Bühlerhöhe kommend in Berlin«in. Vlacdonald wurde von der Stadtverwaltung Leicester das Ehrenbürgerrecht verliehen. Leicester war der erste Wahl- kreis Macdonalds, den er von 1906 bis 1908 oertreten h«. Ernst Toller unerwünscht. An ver Landung in Amerika verhindert. New Jork, 27. September.(Eigeuberichl.) Von dem hiesigen deutschen verband international gesinnter Arbeiter war Ernst Toller zu einer mehrwöchigen Vortragerelse durch Amerika eingeladen worden. Ale Toller am Donnerstag in New Jork eintraf, wurde er von der EinwanderungsbehSrde a n- gehalten. Es beslehl die Absicht, ihn möglichst mit dem nächsten Dampfer nach Deutschland zurückzuschicke«. Gründe sür diese Aktion werden von amtlicher Seile bisher nicht angegeben. Es sieht beinahe so aus, als ob Ernst Toller, dessen aktiv« poli- tische Betätigung um volle zehn Jahre zurückliegt, von deutsch-reak- tionärer Seite bei den amerikanischen Behörden als„Bolschewist� denunziert wurde, der er übrigens gor nicht ist. Die Vereinigten Staaten würden sich mit einer solchen Hand- lungsweise vor der Welt nur blamieren, denn Toller ist ein Dichter von europäischem Ruf. Außerdem wäre ein« Zurückweisung Tollers bei der Landung in höchstem Maße unfair, denn er hatte ja dos Einreisevisum des amerikanischen Konsulats'n Berlin er- hatten. Wollte man ihn nicht hereinlassen, dann hätte das K o n s u» l a t, das über den Grad und die Art der polltischen Betätigung Tollers viel eher Bescheid wissen dürfte, als New-Vorker Einwand«. rungsbehörde, ihm gar nicht erst das Visum erteilen dürfen. Die Welt würde bei einer Zurückweisung Tollers den Eindruck gewinnen, daß Amerika zwar ein Land ist, in dem die größten kapitalistischen Skandale, wie zum Beispiel gegenwärtig im Fall S h e a r e r. entstehen können, ohne daß das Regime dar- unter leidet, daß aber eine Vortragsreise eines etwas radikalen Dichters eine Gefahr für dieses Land bedeutet. Uns scheint, daß die deutsche Vertretung in den USA. die Pflicht hätte, den amerikanischen Stellen das Kleinlich« und Peinliche ihres Verhaltens vor Augen zu führen. Die Regierung Schober. Die �Arbeiterzeitung* über den.Generalersah*. Wien, 27. September.(Eigenbericht.) Die„A r b e i t e r- Z e i t u n g" schreibt zu der Neubildung der Regierung:„In anderen Ländern hat man in Stunden schwerer Zerrüttung des Staates einen General an die Spihe der Re- Wird die Heimwebr in diesem Schober Deckung nehmen können? gierung gestellt. Bei uns nimmt man mangels eine« geeigneten Generals den Polizeipräsidenten und den Heeresminister als Ersatz. Der General an der Spitze der Regierung, da» war immer«in Zeichen schwerer Stoatskrisen. Der Generalersatz an der Spitze ist es nicht minder. So herrlich weit hat es Oesterreich dank der A u s.p ä p p e lu n g de» putschistischen Antl- Marxismus gebrocht. Oer neueste Kemeprozeß. Eckermann unter Anklage.- Ausschluß der Oeffentlichteit. S ch w e r i«. 27. September.(Eigenbericht.) Am heutigen Vormittag 1y Uhr begann hier«nter starke« Andrang beS Publikums der Fememord' Prozeh gegen den früheren Leutnant Eckermann. der bekanntlich geflüchtet war»ad nach lange» Puchen in Guatemala gefaßt und von dort nach lDentfchland aus- geliefert wurde. Der Verteidiger des Angeklagte». Pro. festor Grimm-Essen, stellte bereits kurz nach Beginn der Verhandlung wegen Gefährdung außenpolitischer Jnter- essen des Deutschen Reiches für die Dauer des Prozesses Antrag auf Aasschluß der ceffentlichkett. Der Ober- staatsanwalt schloß sich diesem Antrag an. Wenig« Ml- nuten später wurde er vom Gericht als Beschluß ver- kündet. Oie feindlichen Brüder. Diktalur m t zerschlagenem Tlalenbein. GS klingen. 27. September.(Eigenbericht.) Au» der hiesigen kommunistischen Parleiorganisation wurden fünf Personen, darunter dervorsihende und der Kassierer sowie der Leiter der Rylcn Hilfe, ouigcschlossen. Die Ausgeschlossenen ward» mitten auf der Straß« von Anhängern der Zentrale überfallen und Übel zugerichtet. Dem einen wurde da, Nasenbein eingeschlagen, eln anderer erhielt einen Messerstich durch die Hand, vle Angegriffenen wurden schließlich so bedrängt, daß fie auf eine Polizeiwache flüchteten und dort Schuh vor ihren einstigen Freunden erbaten. Die Kommunisten von gestern wurden einen Tag nach ihrem Ausschluß in der Stadl wiederum überfallen. Sie haben jetzt gegen ihre Angreifer Strafantrog gestellt. » SchaNplaitenschau. Gtrawinsky stnd Dartok. Die„Neue Musik", jüngst noch als Schlagwort heftig umkämpft, ist reif für die Schallplatte geworden und die Schallplatt« ist heute reif, den Anforderungen auch des komplizierten S t r a w i n s k y- Orchesters gerecht zu werden. Nach„Petrufchka" erscheint nun auch die Pallettmusik„Der F« u e r o o g« l' bei C. in einer Folg« von vier großen Platten. Das Pariser Orchestre Symphoniqu« spielt, der Komponist dirigiert. Die Wiedergab« ist also vollkommen in jedem Sinne: die Wiedergabe durch die Ausführenden und die Aus- führung durch die Schallplatte. Das Ideal, das der Musiker Stra- winsky aufgestellt hat,— eine„objektiv" gültige Interpretation seiner Werke niederzulegen, unter Ausschaltung eines allemal„sub- jektioen" Interpreten und aller Zufallsschwankungen der ivechleln- den Gelegenheit—, ein Ideal, über dessen Allgemeingültigkeit jf&wiß sich streiten läßt, hier ist es bedingungslos erfüllt. Wer von dieser Musik und der Art ihrer Wirkung ein Bild haben will, dem sei be- sonders die erste Platte empfohlen mit dem phantastisch aufregenden Orchesterklang im Auftritt des Feueroogels oder auf die dritte mit dem dämonischen Wirbel des Höllentanzes. Nicht minder dankenswert ist, daß 25. G., gieichfalls auf vier großen Platten, das Zweite Streichquartett von Bälä Bartok, dem ersten Musiker des heutigen Ungarn und, wie Strawinsky, Führer der jungen Generation, herausgebracht hat. Diese Musik, unerhört rücksichtslos im mißlautenden Zusammenklang der vier Instrumente, will oft gehört werden, um sich dem Hörer zu er- schließen. Wo, in welchem Konzertsaal fände er dazu Gelegenheit? Run ist es durch die Schollplatte möglich geworden. Wer sich für die Problematik der neuen Musik Interessiert, wird nach dieser Der- öffentlichung greifen. Mit der vorbildlichen Wiedergabe des un- gemein schwierigen Werks hat das Hindemith-Amar» Quartett, vor seiner Auslösung, seinen Namen in der Schallplatten- weit gemacht. Von Mozart bis Wagner. ' Werke und Namen, die der Erläuterung und Empfehlung nicht bedürfen: Richard Strauß, der Musik Mozarts so nahe wie seiner eigenen, dirigiert die Ouvertüre zur„Zauberslöte"(D. G.). Die fünfte Symphonie. von Beethoven, oft reproduziert, erscheint bei P., in neuer Auflage, wenn auch nicht gerade neuer Ein- studierung. Der Dirigent, Joseph R o s« n st o ck, der die Partitur in großzügiger, geradliniger Gestaltung wiedergibt,«in kommender Mann, wie man sagt, scheint dem Orchester der Staatsoper noch ein ungewohnter Mann zu sein, es gibt«in paar Ungenauigkeiten im Zusammenspiel, die sich wohl hätten vermeiden lassen, und auch gelegentliche Unzulänglichkeiten des Klangs— das immer wiederkehrend« Uebel: zu schwache Pauken, zu schwache Bässe. Aber das sind kleine Mängel, die den guten Gesamteindruck nicht wesentlich beeinträchtigen, und die, grundsätzlich, heute zu beheben sind. Wiederum P. bringt eine Orchesterplatte von. solcher Vollkommen» heit, wie sie lange nicht auf den Markt gekommen: Aubers ,�fra Diavolo'-Ouvertüre, von der Staatskapell« unter K l e m» perer mit einer rhythmischen Exaktheit und mjt einer Feinheit der dynamischen Stufungen gespielt, wie sie kaum von einem anderen Schallplattendirigenten erzielt werden. Hans P f i tz n e r fetzt sich. Die Ehebruchs-Industrie. Scheidungen sind drüben im allgemeinen nicht fo leicht zu er- langen, wie man annimmt. Das ersieht man schon daraus, daß viel« wohlhabende Amerikaner nach Mexiko, nach Paris oder nach dem Grenzstädtchen Reno reisen, um die drückend gewordenen Ehe- fesseln zu sprengen. Die kostspielig« Reise nach Paris und ein mehr- monatiger Aufenthalt an der Seine ist auch nicht jedermann möglich. In den meisten amerikanischen Staaten ist aber eine rasche und glatt« Scheidung immer noch von dem Nachweis abhängig, daß der andere Teil die eheliche Treue mit Füßen getretett�hat. Kein Wunder also, daß in einem Laude, in dem für Geld alles zu haben ist und jedes Bedürfnis zahlungsfähiger Person«, be- friedigt wird, insbesondere in New Dort, zahlreiche Agenturen, die Ehebrüche„vorbereiten", gegründet wurden. Dies« befassen sich ausschließlich damit, den Tatbestand des„Ehebruchs" auf Bestellung zu schassen und die Zeugen— meist sind es Zeugin» nen— zur Stelle zu bringen, deren Aussagen den Richter zwingen sollen, die Scheidung zu verkünden. In den meisten Fällen betrauen die tremmngslustigen Paare den Rechtsanwalt mit der Erledigung dieses peinlichen Auftrags. Dieser klingelt dann eine der vielen„Ehebruchs-Agenturen" an, die die erforderliche„Ehebruchs-Zeugin", die Infiogranti-Zeugen und ein Paar Privatdetektive zur Verfügung stellt. Und dem Richter bleibt nun nichts anderes übrig, als auf Grund der Zeugenaussagen den Mann, der in den Armen einer anderen Evastochter„überrascht" wurde, für schuldig zu erklären! Zum Unglück für den Ehemann gestaltet sich der weiter« Der- lauf des Scheidungsdramas nicht ganz programmäßig: Die teure Ex-Gattin, die vorher feierlich auf all« Unterhaltsgelder verzichtet hat, stellt jetzt nach vollbrachter Scheidung trotzdem ihre Ansprüche, und„nicht zu knapp". Weigert er sich, zu zahlen, so droht ihm An- zeige wegen„falschen Ehebruchs". In anderen Fällen sehen unglückliche Frauen ihren Freiheit». drang durch halsstarrige Männer gehemmt, die dir oben geschilderte Komödie nicht mitmachen und nicht ihren keuschen Ruf auf dem Altar des Friedens opfern wollen. Nun gilt es, die tugendhasten Ehemänner gewaltsam von raffinierten schönen Frauen verführen zu lassen. 'Ein Puppenspieler-Kongreß. Der erste intemationalc Puppen- spieler-Kongreß wird jetzt in Pari» stattfinden, und aus allen Teilen der Welt werden hier Vertreter der Marionettenkunst zusammen- kommen, die zu den ältesten Schaustellungen der Well gehört und noch heut« vielerorts in Blüte steht. Die Italienischen Puppenspieler, die eine eigen« Gewerkschaft besitzen und erst kürzlich bei ihrem Gastspiel in Paris sehr bewundert wurden, werden mit �wel Theatern vertreten sein. Sowsetrußland schick, da« Moskauer Puppentheater und ebenso werden Vertreter dieser Volkskunst aus den anderen Ländern, in denen sie noch blüht, vertreten fein. Mit dem Kongreß sind Vorstellungen und«ine Ausstellung ver- bunden, in der die typischen Marionettensiguren der einzelnen Länder gezeigt werden. Ehnwen vawlow. Au»«rkh de« gestiiyen 80. W(6iirt»faof« de« bkludwlen Pliysioloyen und Milgliede» der Akademie der Wilsenlchaiten Pawlow bat der BolkSkommissareniat. wie au» Mo« tau yemelde, wird, einen di'onderen Erlaß berauSgeacben. tn dem da» aukerordenllllhe wissenlchast- liche Verdienst de» �ubilai» aewürdig, und eine Zuwenduni, von tkX) vvv Rubel sür die weiter« fsorlchunaSarbcis Pawlow» voraeiehen wirb. Dem Jubilar find zablreich« BegrützungSschrriben wissenschaftlicher öffentlicher Organisattoncn zugegangen. le der Musik. Von Klaus pringsheim. gleichfalls an der Spitze der Staatskapelle, mit Liebe für die Ouvertüre zu Lortzings„Zar und Zimmermann" ein, ein Stück seiner Welt, wenn auch kein allzu wichtiges. In der„Oberon".Ouv«rtür« (O.) finden wir erwünschte Gelegenheit, uns an dem herrlichen Klang des Amsterdamer C o n c»r t> G e b o u w- Orchesters(Dirigent Willem Mengelberg) zu erfreuen. Und dos„Bacchanal" aus dem„Tannhäuser", mit der(sinngemäß gekürzten) Ouvertüre als Einleitung— ein hinreißendes Konzertstück, auf das jüngst hier hingewiesen worden ist— erscheint nun auch bei El.: die Staats- kapelle, Leo Blech am Pult, es bedarf in der Tat keiner Empfehlung. Auch bei Tr. gibt's die„Tannhöus«r"-Ouv«rtLre zu hören; die Platten, leider nicht ohne Fehler der Uebertragung, hoben guten, vollen Orchesterklang, das Berliner Symphonie- O r ch e st e r ist auf der Höhe der Aufgabe, aber der Dirigent, Ernst K u n w a l d, hat eine Art, jede Bedeutsamkeit durch vorbereitendes Ritenuto lehrhaft zu unterstreichen, die wohl auf Unterschätzung des Schallplattenhörers und seines Verständnisses beruht. Italienische Oper. Beinahe gleichzeitig mit C. hat auch El. Verdis„Aid a". die ganze Oper, Hera usg�ra cht: auch hier Solisten, Chor und Orchester der Mailänder Scala. Aber tn den Hauptrollen Dusolina G i a n n i n i und Aureliano AZ e r t t l e. Wo dies« beiden Persönlichkeiten, diese herrlichen Stimmen, die in der Welt kaum Ihresgleichen haben, zusammenklingen, wie etwa Im letzten Duett, da sind wir auf dem Gipfel italienischer Opernkunst. Nicht minder, wenn die Giannini Puccini-Anen singt, oder Pertile die Manrico- Arie aus„Troubadour": aber der Höhepunkt seiner Sängerleistung liegt nicht in der berühmten Stretta, die kein Tenor der Welt sich entgehen läßt, und in der jeder zu brillieren weiß, sondern in dem langsamen, lyrischen Teil, dem er unbeschreibliche Schönheit und Intensität des stimmlichen Ausdrucks gibt. Giovanni M a r t i n e l l i, italienischer Heldentenor von größtem Format, singt mit hinreißender Wirkung die Glanzstücke des„Andrt Chänler" aus Giordanos in Berlin kürzlich wiedererweckter Oper(El.): Umberto Urban». der berühmte Belcantist, der mit seinem wundervollen Bariton selt- samerweise noch nicht den Weg noch Berlin gefunden, singt daraus den großen Monolog des Guärard(P.), Riccardo S t r a c e i a r i mit großer Stimm«, wenn auch wohl nicht auf solcher Höhe der gesanglichen Kultur, die bekonnten Arien des Rente aus„Masken- ball" und des Germont aus„Traoiata"(C.). Auch Tr. präsentiert einen italienischen Opernsänger, den Tenor Snlvatore Sslvati, der die beiden bekannten Nummern au»„Bajazzo" in der Haltung und im Stil des großen Sänger» bringt. Italienisch« Oper, e» ist nun einmal eine Sache der Italiener: die deutschen Sänger haben es schwer, daneben zu bestehen. Aber Gutta A l p a r kann sich in der Rosinen-Ari» au» dem„Barbier von Sevilla" mit ihren sehr sauber gepflegten Kolorawren auch vor verwöhnten Ohren hören lassen. Abkürzungen: Ar.— Brunswick: E.= Columbia: D. ffl.-»- Deutsch« Grammophon: El.--- Electrola; Ho.--- Homocord; O.--- Odeon: P.= Pariophon; Tr.--- Triergon. „Jenny bummelt durch die Männer". »Mozartsaal. Man muß es diesem reinen Unterhallungsfilm, der seine Motive dem obkgaten Repertoire des Operettenlustspiels entnimmt, trotzdem lassen, er ist mit Verve und Geschmack gemacht. Iaap Speyer weiß seiner Regie, obwohl sie Altgewohntes zu behandeln hak, neue Pointen und Nuancen zu geben. Das Ganz« bleibt bis zum Schluß, wo die Sache etwas länglich wird, flüssig uird witzig. Mit Psychologie und Wahrscheinlichkettsrechmmgen darf man bei dieser Handlung aus dem Milieu de» großen Modehauses» der Well der Mannequins und der ihnen nachstellenden Männerwelt, natürlich nicht kommen. Di« bürgerliche Schicklichkett wird nicht allzu sehr überschritten, und schließlich kriegt das Ganze natürlich die moralische Wendung. Das hübsche Modellmädchen, das nach Echeoenlngen zu einer reichen amerikanischen Familie zur Anprobe geschickt wird» macht mit ihrer Gefährtin, einem Lehrmädchen, zwar allerlei Aden» teuer mit der Lebewell durch, wird dabei sogar für Mary Pickford geHallen, aber sie kommt mit heiler Haut durch und kriegt schließlich den Mann aus ihrer Firma, der sie liebt. Am Schluß sind all« Mitspielenden in einem Luxushotel in Spaa um die Mädchen ver» sammelt, und das Durcheinander kann nun entwirrt werden. Den Mannequin verkörperte ein Neuling Inge Borg, die sich nicht ohne Geschick, wenn auch etwas übertrieben gesühlvoll, au» der Affäre zog. Den Erfolg bedingte aber wesentlich da» Lehrmädchen, aus dem Truus van Alten einen tollen Racker macht, der allen seinen Launen freies Spiel läßt und durch seine unheimlich beweglich« Grimasse alle» zum Lachen bringt. Die Herrenwelt Ist durch Harry Halm, Hubert von Meyerinck und dem behäbigen Ferry S I k l a würdig repräsentiert. Sehr nett macht Olga Limburg die Geschäftsinhoberln.* Voran ging eine überraschend schöne Filmreportoge au» Kam- schatta und ein Muschi-Trickfllm, der wohl das Tollst« au» dem Reich der mechanisierten Filmtatze darstellt. r. Archäologie aus der Lust. Lindbergh beabsichtigt im Ottober mit hervorragenden Wissen- schastlern des Washingtoner Carnegie-Institut» Mexiko und Zentral- amerika zu überfliegen, um die Ruinen der bekannten Maya-Städt« photographisch aufzunehmen. Lindbergh will In drei Tagen Urwald- gegenden llberfllegen, die noch völlig unerforscht sind. Die Archä- ologen glauben, daß dieser Expeditionsflug zu sehr wichtigen wissen- schastlichen Ergebnissen führen werde, da ehemalig« Bevölkerung». statten entdeckt werden könnten. Auch wird die Expedition dl« Kenntnis der Bodenbsschaffenheit erweitern, so daß etwa neu ent- deckte Maya-Städt« von Landexpeditionen leichter erreicht wk'd" könnten. —~ i* Die biesjShclgeo M.gNeterveriawmlliuiira der VsllsdStza» finden»m Dlenstan. dem l Ottober. 20 llbr statt, und»war tn solqenden Lakaien: Aula de» Jopdtenlvjeum» Mbt.>— 100>.»ewersschvst«bau» stlbt IOI—it.Vi MufitertSIe(«51 178-250), Rosenthaler Hos(Abt. 281-300), Haderland, FeMl«(«bt. 301—375). V .Veutjche Woche» tu Sorcetona. In der Zelt vom 10. bl« 28. Oktober wird bei der Veltausstellunq tn Baiceima eine»Deutsche Woche» stattfinden Eine Reihe Deulscher Opernvorstellunani find voraejedeo, unter Mitwirknna bedeutender Künstler der Dcrlwer, Hamburger, Münchener und Wiener£p" Freitag, 27. 9. Staais-Oper Unter d. Linden A.-V. 203 19 Uhr Roseu- kavaiier Staais-Oper Am Pi.d.Renubl Vorst 53 I9-- Uhr Spanisitie Stund!. Oer aime Matrose. itnMne. Freitag, 27. 9. staut. Oper Bismarckstr Turnus I 20 Uhr Samson und Dalila Staatl. Sthausph. am Geodarmenmarir A.-V. ISO 20 Uhr Bans im SdmakeDlodi Staatl.Sehiller-Theater.ClifU'lüj. 20 Uhr Der Kaufmann v. Venedig Für Hemsta. Winter wieder dasSchönste Engllsdie Mflnlel Ort25 mit Pelz 5g-SB.T5 Bisa« fl.sAv.UDnlcl mitPe zkia'.'.49.75 38.73, 33.75, 24.73 <>> Eningie-.Drapt-Dnd raermMe-Hln«- 1 1\ ifimiei 173, 143. 123. 108 ttoim* Tanz- and 17» 8900 Naaimiitaas-Klcldef 1 Q75 57, 45, 38, 25.73 W. Bernhard Nadiig. Dellc-AIliance-Sfra�e 105 a. 101 am Halleschen Tor. Lichterfelder Festsäle ZeBalendorfer SMraOe% tlkonom Oddo Sdiilling Telephon-(.ichterfelde Q 3 1445 Festsäle für M PersoneD mit modeni eingeriditeten Bötioen fSrferan- staltnnsea jed.tit}/»Mielssäle/ VereiDszImmertürZO- 300 Persoeen Cafe Schöneberg Bierbaas— Cat6— Condttorei~> Pasts&l JKau&tstraße Inb.i Woltgang Orange Telephon: Stephan S6t8 4\ethandskegelbahnea 4 Verbaadskef�lbabäea Täglich erstklass. Küastlerkonzert. 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September 1929 torttmiD SfiaJauigalü IbuHuH s» Die automatische Verlobung Der van de Velde von Leipzig Auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie hielt Professor Hugo Sellheim, Ordinarius für Frauenheilkunde an der Universität Leipzig einen nach mehr als einer Richtung interessierenden Vortrag über„Zukunftspläne der Geschlechts- beziehungen und Frauenkunde". In dem gedruckt vorliegenden Referat finden sich Stilblüten und Anschauungen, die bekannt werden müssen. Als Geburtshelfer bringt Prof. Sellheim auch neue Worte zur Welt, zum Beispiel spricht er statt von der Eröffnungsfeier des Frauen- instituts von einer„Ingebrauchnahmefeier". Für ihn ist der Arzt heute der„Paukarzt beim Duell zwischen der ver- schwindenden alten Zeit und der mit aller Macht zur Herrschaft drängenden neuen Zeit". Dann berichtet Sellheim, der Berliner Professor für Frauenheilkunde, Stoeckel, vertrete in seinem Lehr- buch den Standpunkt, daß die empfängnisverhütenden Mittel genau so wenig verordnet werden dürfen wie eine Abtreibung aus medi- zinischen Gründen vorgenommen wird. Danach entwickelt Sellheim seine Zukunftspläne. Er teilt die Liebesbeziehungen in drei Gruppen. Die erste umfaßt die Prosti- tution. Sie ist„ein schmutziges Geschäft", und die Frau„spielt die traurige Rolle des Mittels zum Zweck". Das ist alles, was der Professor über die Prostitution zu sagen hat? für einen Lehrer der akademischen Jugend, von d�V er sagt, daß sie zur Fllhrerin des Volkes berufen sei, reichlich dürftig..Die zweite Form ist das „Verhältniswesen". Es wird so charakterisiert:„Es ist die gegebene Art, der modernen Geschmacksrichtung zu huldigen, das sexuelle Vergnügen von der reellen Fortpflanzungsarbeit zu trennen." Und weiter:„die Frau kann dabei furchtbar hereinfallen". Frage an den Verfasser: Nach welchem Tarif gedenkt er die reelle Fort- pflanzungsarbeit zu entlohnen und in welche Gefahrenklasse der Unfalloersicherung will er Mann und Frau eingruppieren? Als vollkommenste Stufe des Liebeslebens gilt heute die Ehe. Siehe Hugo Sellheim„Das Geheimnis des Ewigweiblichen, zweite Auflage, Stuttgart 1324". Aber„die Ehe ist für den Mann die teuerste Form sexueller Beziehung, doch durch die Vereinigung der sexuellen Erhebung und Fortpslänzung nicht zu teuer erkauft. Die Ehe soll von Dauer sein. Darum ist die Scheidung erschwert. Doch ist Trennung nicht unmöglich und im allgemeinen zu erreichen. Jeder Teil muß etwas auf sich nehmen, dann sind die Juristen zufrieden. Soviel über den seitherigen Stand." Nach diesen wahrlich tiefschürfenden und grundlegenden Aus- führungen beschäftigt sich Professor Sellheim mit den modernen Bestrebungen„in der Aenderung der Mann-, Frau- und Kinds- beziehungen, die auf eine Hoch-, Probe-, Kameradschafts-, Studcntenehe, Maitresse legitime, Nichts-als-Eheregistrierung, Befreiung der Frau, Isolierung des Kindes von seiner Mutter und schließlich die bewußte und gewollte uneheliche Mutterschaft" hin- ziele». Natürlich ist er gegen, die Befreiung der Frau, die in einer Rationalisierung des Geschlechtslebens besteht, das heißt, daß Kinder nur gezeugt werden, wenn für sie Aufzuchtsmöglich- keilen bestehen. Er hält es für„den größten Fehler, wenn die Frau das erste Kind nicht dann bekommt, wenn die Natur es will, sondern erst dann, wenn es den Menschen in den Kram paßt" Dielleicht läßt die gütige Natur des Professors Sellheim auch jedes- mal gleich die Unterhaltungskosten mit dem Kind geboren werden, dann wäre nichts dagegen einzuwenden. Ueber die Abtreibung schreibt er in diesem Zusammenhang:„An dieser Art der Befreiung der Frau haben wir als Aerzte doch etwas auszusetzen, weil wir uns im Sinne des bestehenden Gesetzes zu Hütern des kindlichen Lebens und der Gesundheit der Frau berufen fühlen." Und weiter:„Geben wir die Abtreibung frei, so verlieren wir ein Rechtsgut, auf dem unser Zusammenleben seither basierte. Frei- gäbe der Abtreibung würde erfordern eine vollkommene Aenderung der Rechtsgrundlagen und Moralgrundlagen unseres sozialen Zu- sammenlebens und eine dementsprechende Gesetzesänderung. Keine« Ordnung, auch keine Neuordnung— sie mag heißen wie sie will— wird bestehen können, wenn man die geltenden Gesetze nicht respektiert." Diesen medizinisch-juriststch-sozialen Plattheiten eines Unioerfitätsprofessors steht man erstaunt gegenüber, und die Arbeiterschaft kann sich nur vor den Studenten als kommende Hüter der Volksgesundheit fürchten, die von diesem Professor aus- gebildet werden. Hier wird klar bewiesen, was Karl Marx schon vor mehr als achtzig Iahren im„Kommunistischen Manifest" schrieb, daß der Arzt und der Jurist zu Dienern der herrschenden Klasse werden, in deren Interesse diese Gesetze gemacht wurden. „Sellheim will aber nicht mit der Aufdeckung des Uebels endigen (wie er es auffaßt und was er davon versteht. D. Red.), sondern noch einen gangbaren Weg aus dem unglückseligen Zustand heraus- konstruieren." Man beachte das herrliche„Teutsch". „Früher hat man nichts von Wohnungsnot gewußt (da Sie wohl nichts darüber gelesen haben, Herr Professor. D. Red.). Heute ist das die brennendste Lebensfrage geworden." Was brauchen wir also:„Eine Sexualordnung, denn Sexual- verkehr und Fortpflanzung sind offiziell durch die Ehe geregelt. Daneben blüht heute noch das Verhältniswesen. Es soll— wie die Zukunftspläne unzweideutig besagen— in dieser oder jener Form unter diesem oder jenem Namen weiter blühen." Also: vivat, crescat, lloreatl, Herr Professor.„In dieser um- fassenden Weise gedacht, läßt sich eine natürliche Sexualordnung kurz dahin fassen: 1. Sexualoerkehr verlobt automatisch. 2. Schwängerung verheiratet automatisch. 3. Geburt verpflichtet automatisch beide Eltern zum Tragen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten für die Aufzucht des Kindes. Die erste Etappe kann sich jeder leisten. Die zweite und damit die dritte Etappe sind oermeidbar durch freiwilliges Wegbleiben oder,' da solches bei uns nicht mehr beliebt ist und nur ein Malthus an so etwas denken tonnte, durch empfängnisverhütende Mittel." Der Rot zum Wegbleiben ist alt. denn es hieß schon bei der Kavallerie:„Bleibt vorne von den Weibern und hinten von den Gäulen. Als Heilmittel empfiehlt uns hier der Herr Professor„eine Wiederbefestigung der stark aufgelockerten Sexualordnung im Sinne «mer Stärkung der Derantwortung des Sexualoerkehrs und seiner Folgen". Wie die Verantwortung des Sexualverkehrs gestärkt werden soll, ob durch Okasa oder Soda, wird nicht gesagt. Bei diesem Deutsch dürfte beides richtig sein. Es heißt weiter:„Von diesem Plane ist merkwürdigerweise bei allen Heilungsvorschlägen des unglücklichen Zuftandes so gut wie niemals die Rede,- außer bei den Echikern und Theologen." Dieser Zustand ist wirklich un- glücklich und dürfte auch nicht durch Theologen geändert werden, denn nach der Zeitschrift des Sächsischen Statistischen Landesamtes, 59. Jahrgang, 1914, Seite 173, werden 14,9 Proz. der Kinder von Geistlichen, hohen Beamten und Offizieren vorehelich gezeugt. Als zweites Mittel empfiehlt der Professor Schwangerschafts- Verhütungsmaßregeln und findet am Schluß noch für notwendig, daß beide Geschlechter über die Verhütungsmaßnahmen schon in der Schule unterrichtet werden sollen. Natürlich von hoher Warte, denn„mit solcher Menschenhilfe kommt man nicht zu spät und nichts Menschliches darf ihr(dem Mädchen) fremd sein". Siehe Sellheim„Vier neuzeitliche Frauenfragen". Als drittes Mittl wird von uns— sicher im Sinne des Uni- versitätsprofessors— noch eine planmäßige Regelung des Verkehrs bei der automatischen Verlobung, vielleicht durch das Verkehrsministerium, vorgeschlagen. Wir vermissen deshalb im Sinne der vorstehenden Ausführungen, daß Professor Sellheim noch nicht an die Konstruktion eines Apparates in der Form der früheren Keuschheitsgürtel gedacht hat mit einer automatischen Registriereinrichtung zur sicheren Erhebung einer Lustbarkeltssteuer, da ja der Herr Professor feststellte,„das Verhältnis ist für den Mann, weil die Frau sich guten Teils selbst erhält, billiger als die Ehe". Außer der humoristischen Seite hat aber das Referat Sellheims noch eine tiefernste Bedeutung für die Arbeiterschaft. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie ist die bedeutendste frauen- ärztliche Vereinigung Deutschlands. Zu dieser Tagung waren Ver- treter aus Amerika, Dänemark, England, Finnland, Holland. Litauen, Norwegen, Deutschösterreich, Schweden, der Schweiz und Ungarn erschienen. Das soll nicht heißen, daß diese Aerzte fort- schrilllicher in ihrem Denken wären. Aber unsere deutschen Frauen- ärzte zählen in ihren Reihen die schärfsten Befürworter einer Aufrechterhaltung und Verschärfung des§218. Ein Mitglied dieser Gesellschaft hat in einem Gutachten für den„Arbeitgeber"verband der Textilindustrie nachgewiesen, daß die Beschästigung der schwangeren Frau im Betriebe für Mutter und Kind nicht nachteilig sei. Ein solches Refemt, dos sich mit Pro- blemen, die die Massen im Innersten aufwühlen, in solch kind- licher Naivität und in so dilettantischer Weise beschäftigt, und jede Kenntnis des Einflusses der sozialen Lage auf die Beziehungen der Geschlechter vermissen läßt, kann nicht dazu beitragen, das Ver- trauen, dos die deutsche Aerzteschaft bei der Arbeiterschaft verloren hat, wieder zu gewinnen. Dr. med. Norbert Marx. Ra tionelle Gesundheitsfü rsorge Von M. Kantorowicz-B erlin Der auf dem Magdeburger Parteitag ausgesprochene Wunsch, Richtlinien Mr die politische Behandlung der sozialen Gesundheits- frage zu schaffen, verdient deshalb eine größere Beachtung, weil jetzt in der Sozialversicherungspraxis Bestrebungen im Gange sind, dem bisher geltenden schadenheilenden das vorbeugende schaden- verhütende Prinzip vorzuziehen. Man hat endlich erkannt, daß es in jeder Beziehung vorteilhafter und billiger ist, durch rechtzeitige Geldausgaben für die Erhaltung der Gesundheit der Versicherten den Ersatz der durch Krankheiten enstandenen materiellen Schäden möglichst zu unterbinden. Dieser öko- nomischc Grundsatz soll auch bei der ungeheuer ausgedehnten ver- waltungstechnischen Durchführung der Gesundheitsfürsorge in der Weise berücksichtigt werden, daß die leider noch bestehende unnütze und zwecklos belastende Doppelarbeit, die durch die Tätigkeit der Sozialversicherungsträger, kommunaler und verschiedener anderer öffentlichen Stellen hervorgegangen ist, vermieden werden soll. Diese Rationalisierung ist schon deshalb geboten, weil die zur Verfügung stehenden Mittel zur restlosen Durchführung der Gesundheitssür» sorge ohnehin nicht ausreichen. Wenn wir auch auf dem Wege einer rationellen Gesundheitsfürsorge sind, so sollen wir doch nie vergessen, daß dxr Annäherungspunkt zu einer ideellen Gesundheitsfürjorge von det� Grad des sozialistischen Einflusses bei den maßgebenden Stellen abhängig ist. Die Gründung von Arbeitsgemeinschaften, deren Tätigkeit ein einheitlicher Plan zugrunde liegt, der von der Tendenz beherrscht ist. Geld an einer Stelle zu sparen, um es für berechtigte Zwecke aus- zugeben, ist also von höchstem Interesse für alle Arbeitnehmerkreise. Lebhaft zu begrüßen sind Arbeitsgemeinschaften auch deshalb, weil nur durch sie Einrichtungen möglich sind, zu welchen einzelne Organi- sationen infolge des Mangels an Mitteln nicht hätten kommen können. Diesen seit Iahren vielerorts bereits existierenden Arbeits- gemeinschafien ist jetzt von der Reichsregierung eine gesetzliche Grundlage in Form der„Richtlinien über Gesundheitsfürsorge in der versicherten Bevölkerung" gegeben. Die am 27. Februar d. I. erlassenen und am 1. April in Kraft getretenen Richtlinien sind das Ergebnis mehrjähriger Arbeit und tragen den Charakter eines Kam- promißproduktes. Von den Machtverhältnissen hängt es vor allem ab, diese Richtlinien weiter auszu- arbeiten. Zurzeit beschränken sich die Richtlinien hauptsächlich auf die Bekämpfung der Tuberkulose und der Geschlechtskrankheiten. Mit diesen Krankheiten ist aber leider die Zahl der Voltskrankheiten nicht erschöpft. § 1 der Richtlinien sagt:„Die Gesundheitsfürsorge im Sinne dieser Richtlinien umfaßt allgemeine Maßnahmen und Maß- nahmen im Einzelsalle zur Bekämpfung der Volkstrantheiten und zur Hebung der Volksgesundheit" In der vom Reichsarbeilsministerdem Entwurf beigegebenen Begründung heißt es u. a. in bezug auf den genannten Paragraph: „Es empfiehlt sich..., für die Verwaltungsübung der Ver- sicherungsträaer zunächst Richtlinien insoweit zu erlassen, als es sich um das Heilversahren bei der Tuberkulose und den Geschlechts, krankheiten handelt. Die Ausdehnung der Richtlinien aus das Heil» verfahren bei anderen Krankheiten, z. B. rheumatischen Erkrankungen, Zahnkronkhe.ten. bleibt vorbehalten, sie wird wesentlich davon abhängen, welche Belastung die Versiche- rung-träger durch die Aufnahmen erfahren, die ihnen die Nicht- linien für die Bekämpfung der Tuberkulose und der Geschlechts. krankheiten stellen, und wie sich danach ihre finanzielle Leistungs- fähigkeit gestalten wird." Dieser Standpunkt ist aber sehr abänderungsbedürftig. Schon jetzt bemühen sich manche Arbeitsgemeinschaften, größere Summen z. B für die Rheumatismusbekämpfung auszugeben Manche Arbeitsgemeinschaften betreiben auch gemeinsam Schul« Zahnpflege und andere sozial-hygienische Maßnahmen. Die Arbeitsgemeinschaften für Gesundheitsfürsorge stecken noch In den Kinderschuhen. Sie sind noch au.-baubedürftig. Trotzdem haben diese Arbeitsgemeinschaften schon jetzt für die breiteren Be- völkerungsschichten den Vorteil, daß sie eher in der Lage sind,' sich nicht den gesetzlichen Schranken fügen zu müssen. In der vorhin genannten Begründung steht fest, daß die Gewährung von Heilverfahren bei Tuberkulösen und Geschlechtskranken nicht mehr davon abhängig gemacht werden soll, daß der Versicherte eine bestimmte Mindestzahl von Beiträgen entrichtet hat. An anderer Stelle lesen wir: „Auch den tuberkulösen und geschlechtskranken Versicherten kann zwar durch den Entwurf ein Rechtsanspruch auf die Gewährung eines Heilverfahrens durch die Träger der Invaliden- oder Angestelltenversicherung nicht eingeräumt werden. Die ge- setzliche Ermächtigung sieht weder für den Versicherten einen Rechtsanspruch noch für die Versicherungsträger einen gesetzlichen Zwang auf diesem Gebiete vor. Indem sie aber den Mittelweg zwischen starrem gesetzlichen Zwange und freiem Ermessen in Ge- stalt von Richtlinien wählt, beläßt sie den Versicherungsträgern die für die Gesundheitsfürsorge notwendige Beweglichkeit und Anpassunassähigkeit sowie die Möglichkeit, auf ihre finanzielle Leistungsfähigkeit die gebotene Rücksicht zu nehmen." Außerdem dehnen sich die Teilmaßnahmen auch auf die An» gehörigen der Versicherten aus. Vor allem gestatten die Arbeits- gemeinschaften oft eine Anpassung der Behandlungsorgane an Üe individuellen Eigenschaften der Leidenden, was nur dann durchführbar ist, wenn eine Arbeitsgemeinschaft zwischen den Sozialverficherungs» trägem und den kommunalen Fürsorgestellen besteht. Denn nur die Fürsorge stellen sind in der Lage, individualisierend vorzu- gehen, während die Versicherungsträger gezwungen sind, schematische Regeln innezuhalten. Nur Fürsorgestellen können sich nach der Be- sonderheit des Einzelfalles richten. Diesen Segen haben wir in den Beratungsstellen für Geschlechtskranke der Stadt Berlin vielfach kennen gelernt. So ergänzen sich Träger der Reichsversicherung und Träger der öffentlichen Fürsorge. Beider Schicksal— wie es Franz G o l d m a n n sehr richtig bemerkt— ist auf das engste miteinander verbunden, der eine ist ohne den anderen an der vollen Entfaltung seiner Möglichkeit gehindert." Diese Entfaltung muß aber dahin kommen, daß nicht nur An- steckungskrantheiten, wie es jetzt in den Richtlinien der Reichsregie- rung vorgesehen ist, noch nur verbreitete Krankheiten wie Rheuma- tismus, Rachitis u. a. den Hauptteil der Leistungen der Arbeits- gemeinschaften bilden, sondern auch wegen ihrer geringeren Zahl mannigfaltigere Leiden, an denen man vorbeizugehen ge- wohnt ist, Berücksichtigung finden. Wir können auf diese Arbeitsgemeinschaften in absehbarer Zeit schon dadurch unseren Druck ausüben, daß wir in den bevorstehenden Kommunalwahlen eine entsprechende Mehrheit bekommen. Denn vielfach ist es so, daß die Lesung in den Händen der k o m- munalen Fürsorge st ellen liegt, was vor allem für die Großstädter gilt. Aach eine Antwort Zu den Merzten, die in Berlin wegen ihrer großen Tüchtigkeit gesucht, aber auch wegen ihrer knappen und drastischen Antworten gefürchtet waren, gehörte unter anderen auch der Geheimrat Dr. lieitn. Er scheute selbst nicht davor zurück, feinen verschiedenen hocharistokratischen Patienten mitunter Grobheiten an den Kopf zu werfen, die jeden anderen zweifellos hinter Schloß und Riegel ge- bracht hätten. Eines Tages kam zum Beispiel eine Gräfin von Z... zum soundsovieltenmal zu ihm, um ihn wie schon so oft mit geradezu lächerlichen Fragen zu quälen. Sie hatte vor einigen Wochen einen kleinen Jungen bekommen und wollte nun von dem berühmten Arzt wissen, was sie alles für den Sprößling anschaffen solle. Dr. Heim gab ihr in einigen knappen Worten die gewünschte Aus- kunft und war froh, seinen Quälgeist so schnell los geworden zu sein, als dieser an der Tür stehen blieb und das Gespräch auf die Nahrung brachte. „Stillen kann ich ihn natürlich nicht", meinte sie,„darunter würde meine Figur zu sehr leiden und auch sonst finde ich so etwas unästhetisch und unpassend für eine Frau von Srand. Ich möchte dem Kleinen aber trotzdem selbstverständlich das Beste vom Besten geben. Eine Amme möchte ich wegen der Kosten nicht ins Haus nehmen und Kuhmilch finde ich zu ordinär; die trinkt ja jeder. Wie war'» aber mit Eselsmilch, Herr Gehelmrat?— Wozu ist Esels- milch gut?" „Für junge Esel!" erwiderte prompt Dr. Heim und atmete auss als die im ersten Moment zur Salzsäule erstarrte Gräfin d'>" seines Sprechzimmers von draußen zumachte. Vornan vonfnax ßarfkel (4. Fortsetzung.) .Pardon, viel« Mal Pardon, sagt« er leise, �ader Frönte» kommen mir bekannt vor. Wir haben uns sicher schon einmal ge- sehen. Gestatten Sie: chenry Marteau.' ..Marlann« Hüll", antwortete sie aufgeregt und wagte nicht die Augen zu erheben.»La, wir kennen uns vom Zirkus. Ich war damals noch«in lleine» Mädchen, und Sie haben mich...* „Und ich habe Sie damals geküßt. Sind Sie noch bös« auf mich, Fräulein Hüll?" „0 nein", sagt« sie schnell, und schämte sich im gleichen Augen- blick über da« Geständnis und sogt«:„0 ja, ich bin noch böse. Aber ich weiß«» nicht mehr genau. Es ist ja schon solange her." „Bassen Sie mich nachdenken", antwortete«r lächelnd.„Es sind genau vier Jahr« und einige Tag« her. Ich habe das kleine, wild« Mädchen niemals vergessen. Ich hob« den Abend niemals vergesien." „Ich auch nicht", hauchte sie. Dann kam dos große und tief« Schweigen zwischen den zwei Menschen, dos Schweigen, das wie ein Brunnen ist, in dem viele Wunder rauschen. Und sie lauschten den Wundern und Geheim- nissen, bis«in« Glocke schrillte und sich an den Licksttafeln«in neuer Zug in die Welt ankündigte. „Sind sie schon lang« in Berlin?" fragte sie dann, um etwa« zu sagen. Am liebsten hätte sie vor Freud« gelacht und gesungen. Am liebsten hätte sie sein« Hände genommen und gestreichelt. „Rein, ich bin erst dies« Nacht angekonnnen. Wir haben den Zirkus auflösen müssen. Es ging nicht anders. Wir hotten Utv glück..." Er stützt« den Kopf in die Hände und schwieg einig« Sekunden. Dann aber fuhr er fort:„Ach was, hin ist.hin. Der Doter ist ein alter Mann und blieb in Karlsruh«. Er wollt« nicht mit nach Berlin. Ich bin jung, und in der Jugend ist jeder neue Tag ein Anfang. Berlin ist ja so groß, ich kann musizieren, ich kann den Mond erklären, und vielleicht Hab« ich Glück und komme zum Film. Und ich Hab« ja Glück: ich hob« das Fräulein Hull getroffen, und sie ist mir nicht mehr böse... Dos machen Sie in der großen Stadt?" „Arbeiten", sagte sie.„Ich Hab« es zu Haufe nicht mehr aus- gehalten... Ich habe ein« Freundin, die kommt auch nach Berlin. Sie ist Schauspielerin. Wir wollen zum Theater, wir wollen zum Film, wir wollen berühmt werden wie dl« Polo Negri." Henry staunt«. „Die Welt ist klein! Ich habe Sie in Erinnerung als kleines Mädchen, das sich nicht küssen lassen will, und nun wollen Sie Schauspielerin werden! Lächeln Sie, Marianne", ereifert««r sich, und als sie lächelt«, macht« er ein strenges Gesicht, sah sie prüfend an, seufzte, als hätte er groß« Rollen zu vergeben und sagte:„Es wird schon gehen, liebe» Kind. Sie werden wohl zllerst das unschuldig« Mädchen spielen müssen, da» rein und unberührt durch die laster- hast« Welt geht." „Was für«in Mädchen?" fragt« sie verwundert,„können Sie denn Rollen oergeben? Da» ist ja herrllchl An wen könne« Sie mich empfehlen?" „Allen Menschen, die etwa» vom Film oerstehenl Aber ich kenn« leider keinen Menschen, der etwas zu sage» hat..." Dann lachte er. �Marianne, ich bin ein Kindskopf." „Und ich bin«in Mädchen. Es wird schon alles gut gehen. Berlin ist ein« groß« und schrecklich« Stadt." Sie schauderte.„Berti« ist groß und voller Gefahren. Ab«r ich habe keine Angst." „Ich auch nicht. An den Herrn Lyssander habe ich einen Brief abzugeben,«ine Empfehlung zum Film. Sie kennen doch den be- rühmten Lyssander, den Liebling de» deutschen Volkes? Da» ist der Mann, der immer lacht. Und er kann auch lachen, er verdient jede» Tag feine 600 Mark. Manchmal auch 1000. Zu dem will tch gehen und wenn ich ihn sprechen darf, nur von Ihnen erzählen... Bor» erst müssen wir aber einig« gut« Bilder haben, und wenn der Mann nicht blind ist, wird er sofort Ja sogen. Hadem Sie Lyssander schon einmal im Film gesehen?" „Ich habe ihn in einem Film gesehen", antwortete sie leise, „aber in diesem Spiel hat er mir gar nicht gefallen... Da war er einfach ein Verführer und hat sich gemein benommen." „Aber Kind, es war ja nur im Film! Dafür wird er ja de- zahlt! Wir gehen erst zum Photogrophen und dann besuche ich Lyssander." „Bitte nicht... Ich hasse den Mann, der immer lacht. Auf der Resse Hab« ich einen Herrn kennengelernt, der Stellen ver« mittelt. vielleicht gehe ich zu dem. Hier ist sein« Karte." Der junge Mensch nahm die Karte. «Den Herrn kene ich persönlich", sagte er heftig, dann wieder- holt« er schon elmnal gehört« Worte:„Der Herr Hondt ist«in Hund! Alles Schwindel, was er erzählt. Rein, nein, Hondt kommt gar nicht In Frage. Warum soll ich nicht zu Lyssander gehen?" „Weil ich ihn hasse!" schluchzt« st«. Henry war bestürzt. Er nahm ihre Hände und streichelte sie. Die Käste im Wartesaal blickten neugierig nach dem Tisch, an dem da» Mädchen saß und weinte. Der Mann au» dem nächtlichen Tieo- garten kam mit seinem Begleiter näher. Manann« beruhigt« sich und ließ sich von Henry fortbringen. Sie hört« noch, wie der Alte zu seinem Freund sagi«: „Tränen sind an« Feuer. Das bitter« Wasser kann vi« die leibhaftige Hölle brennen." «Und da» Gelächter, Meister?" „Ueber blühenden Rosen singen dl« Vögel", dozierte der Mann mit dem dünnen Mund. Das alles hört« Marianne noch, und als sie mit Henry aus der Friedrichstmh« stand, weint« fi« nicht mehr. Dies« Straß«, an der Copyjipit\929 by„Der Bfleherkreis O. m b. H.", Berlin SW 61• am Abend und i« der Nacht Tumult der Rillionen braust«, lag jetzt still und verlassen im Mörgenlicht. war«in« hohe Schlucht, durch die «in Unwetter getobt ist und die nun von aller Vergewaltigung ausruht. „Nicht bös« sein", sagt« da» Mädchen auf der Straße,„aber ich bin so entsetzlich müde. Am liebsten würde ich jetzt schlafen. Und zu Herrn Hondt geh« ich auch nicht. E» wird schon alles gut gehen." „Ich bin nicht mehr böse, und ich war schuld an den Tränen... Wir müssen die klein« Marianne irgendwo unterbringen. Ich habe in Steglitz«ine Berwandt«. dt« wich«in Zimmer frei haben. Ich kenne«inen Freund, bei dem kann ich wohnen." „Und morgen soll die Arbeit beginnen. Was die Pofo Negri geschasft hat. schaff« Ich auch." „Kleine Marianne, wir halten zusammen. Wir sind jung und haben vi«! Zeit. Wir brauchen un» nicht für«in Butterbrot ver- kaufen... Ich werde Sie jeden Tag besuchen." „3a. jeden Tag. Werden Sie bei einem Franzosen wohnen?" Henry lachte sein Iungenslachen. „Ach so. wegen dem Nomen? Do, ist nur unser Kriegsname, wir stammen aus Baden, au? dem Schwarzwald, wir heißen eigentlich Hammer. Ich heiße Georg... Der Henry soll nun auch in Berlin tot sein, aber der Georg..." „Aber der Georg soll leben!" „Und bi« Marianne soll leben!" Dann wurden st« übermütig und nahmen«in Auto. Der Wagen brachte st« schnell nach Steglitz. Frau Berthold, Georgs Berwandt«. war«ine lustig« Frau. Zuerst gab es ein« rührende Szene, dann nahm sie Mariann« an ihr« breit« Brust und schalt Georg au«, weil er sein« Ankunft nicht angezeigt hatte. Sie schickt« ihn bald fort. und als sie die Kleine in» Bett bmchte, setzte st« sich«Inen Augenblick zu ihr und sagt«: .Liebe» Fräulein Hull. der Georg ist ein wüster Bursch, aber man darf ihm nicht böse sein. Schlafen Sie gut, und wenn Sie erwachen, werden Sie die Welt rntt neuen Augen sehen. Das Fräulein will zum Film? Ach. da» ganz« Leben ist wie»In Film und rollt sich viel zu schnell ab." „Ich bin noch bei den ersten Szenen, Frau Lerthold", antwortet« st« und schlief bald ein. Georg stürmt« in di« Stadt und holt« Marianne» Koffer. Er bracht« Ihn nach Steglitz und durfte einen Augenblick di« Schlafend« sehen. Bald wurde«r wieder fortgeschickt. Dann suchte er in Friedenau«inen bekannten Artisten auf, einen Seiltänzer, der mit seinem Partner sin„Wintergarten" austrat. Er hatte hier im Borort eine hübsch« Wohnung und gab gern«in Zimmer ab. In d«n nächsten Tagen mußte«r sowieso noch Hamburg. „Der Reinacker ist auch in Berlw", erzählt« der Artist,„der Mann mit den Seelöwen, weißt du. Seine Diecher gingen«in und nun ist er irgendwo beim Film. Er wohnt in Wilmersdorf. Warte. Ich suche sein« Adresse. d«r kannst ihn ruhig aufsuchen." „Der Reinacker ist auch in Bertin? Kannst du mir sagen. worum all« Menschen nach Berlin kommen?" „Frage dich selbst, dann wirst du die Antwort haben. In Berlin wird noch einmal di« Welt verteilt, mein Lieber. Ich kenne viel« Städte, aber am liebsten bin ich in Berlin. Hier st yd dl« großen Chonoen." � „Di« Welt wird in Berlin noch einmal verttilt? Da will ich mich dazuhalten, damit ich«in recht großes Stück bekonnne. Aber warum gehst du immer wieder sort, wenn e» in Berlin so schön Ist?" „Und du willst vom Zirkus sein? Mol hier, mal dort, mal Hamburg, mal Paris, so sst unser Leben. Bist du allein in Berlin?" „Rein, ich bin nicht allein. Ich habe da ein Mädchen getroffen, «in Mädchen, sage ich dir!" „Sst sie hübsch?" „Hübsch sst gar kein Wort für sie, sie ist schön, sie ist wunder- schön!" antwortet« er und schwärmt« noch lange von Mariann« Hull. der kleinen Mariann«, die im weichen B«tt alle Angst und Müdigkeit oerschlief. Der Kampf im Licht. Der Mann mit dem maskenhaften Gesicht, den Marianne im Tiergarten und dann später im Bahnhos gesehen hatte, hieß Bernhard Glaß und war am hellen Tag gar nicht so geheimnisvoll. Cr kannte die ganze Welt, di« ganze Welt kannte ihn, mit den Film- menschen war er sehr befreundet und schrieb ausgezeichnete Manuskript«. Seine pathetische Sprach« wurde am Tag« ganz glatt, nur manchmal überschlug sie sich und machte Purzelbäum«. Glaß war«in Mann voller Veen. Auch mit Lyssander war er gut be- kannt und mit Kreß sogar lxfreundet. Sie waren im gleichen Mer und duzten sich Mit diesem Glaß und dem Generaldirektor Kreß von der„Lux. Film A.-G." fuhr an einem strahlenden Morgen Lyssander zur Auf- nähme in das Atelier. Das Auto huscht« durch die Stadt, rollte die Heerstraße hinunter, aus den gelichteten Wäldern schimmerten weiße Villen, die Welt war schön, und di« drei Männer im Auto führten Männergespräche. „Sie haben sich mit Dolora verzankt?" fragt« Kreß. Lyssander nickte. „Es sst nicht gut, es ist auch nicht klug, mitten in der Aufnahm« mit Familiengeschichten zu kommen", sagte Kretz weiter. „Weiß ich", knurrt« Lyssander.„aber«s ist auch nicht gut, einen schlechten Film herauszubringen. Und unser« Dolora läßt sehr nach. Dafür sst sie wieder größemvahnstnng geworden. Bei ihr ist alles Routin«. Nicht so viel Gefühl!" Dabei schnipst« er mit d«n Fingern.„Sie wird zu bequem, die gnädige Frau Dolora." „Das haben Sie b«i der Kitty Im vorigen Jahr auch gesagt. Lyssander, als Dolora auftauchte", fgfitUte Glaß.„Ist die Li«b« schon wieder zur Pflicht geworden? Es g«HSrt unerhört viel Gefühl dazu, routiniert zu sein. Dolora ist erotisch sehr begabt, sie sst von jener glatten Schönheit und blassen Kühle, di« immer reizt, weil sie oft mit Unschuld verwechselt wird." Kretz lächell« nochlässig. Lyssander lächelte nicht. „Wem sagen Sie das, Meister?" fragt« er nur.„Bei unserem letzten Film sst st« schon abgefallen. Aber fragen Sie Kreß. die Dolorafilm« gehen immer noch gut. Natürlich fällt Glanz der Kritik auch auf mein schuldige» Haupt.„Triumph der Liebe" ist der Schlager der Saison." „Saison und Unzucht sind di« Geschwister einer Technik", be- merkte Glaß, und nach einer kleinen Kunstpaus« sagt« er:„Do, ist wie tätowierte Nacktheit, lieber Freund!" Kretz notiert« sich: Tätowierte Nacktheit. Er lächelt« wohl- wollend. Glotz war em glänzender Komödiant, au» seinen bizarren Einfällen ließ sich Geld machen. Und Kreß mochte Geld. Er hieß eigentlich gar nicht Kretz. Als«r vor zwanzig Jahren nach Berlin kam, trug er einen furchtbaren Nomen, der noch viel» Kilometer unter Samuel Treppengeländer lag. Den Glaß hatte er vor dreißig Jahren auf einer Neinen Schmiere in Galizlen kennengelernt. Als Kreß vor acht Jahren in den Film stieg— liquidiert« er vorher mit gutem Erfolg Heeresbeftänd« und machte sich dabei so verdient, daß er über einen neuen Namen und«in beträchtliches Bankkonto ver. fügen konnte. In seinen ganz jungen Iahren war er auch politisch interessiert gewesen, hatte im„Bund" für ein sozialistisches Palästina geschwärmt, der kl«Ine verzückt« Jude kämpfte auch IVOS in Odessa mit den Arbeitern auf den Barritaden, aber da» war nun alle» schon lang« vorbei. Manchmal las er Marx. Lassalle oder Trotzki. ebenso leidenschaftlich verfolgt« er die Familiengeschichte der Rothschilds und den Aufstieg DIsraelis. er verehrte die großen Führer seines Lölkes, ob st« nun den Umsturz predigten icher die Gegenwart ver- teibigten. Und nun war der kfcm« Jude«in großer Sud« geworden, hatte seinen Namen gewechselt, bewohnt« eine Villa am Tiergarten, war an der chemischen Industrie und in den letzten Jahren Haupt- sächlich am Film interessiert. lFortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Paganinis Geiz. E, sst viel über den groß«« Geigenvirtuosen Paganmi ge- schrieben worden, aber es dürste trotzdem nahezu unbekomtt sein, daß der wellberühmt« Künstler zu den geizigsten Menschen seiner Zeit gehörte. Sein« Habsucht war grenzenlos und wuchs— soweit da» überhaupt noch möglich war-- ständig mit seinen Erfolgen. Einmal wohnte er nun während seine» dreimonatigen Auf- enthalte» in London bei seinem Anwalt Dr. Lovedoy und wurde mtt seinem Sohn Achill«», den er überall mit hinnahm, in seder Weis« verwöhnt. Achilles erhielt sogar von der Tochter des Anwalts kostenlosen Unterricht in den verschiedensten Sprachen und Dr. Lovedoy rechnet««» sich seinerseits zur Ehr« an, für seinen berühmten Gast sämtliche juristtschen Arbeiten ohne Berechnung zu erledigen. Al» aber Pagantnt dann später in Poris die Tochter Dr. Lovedoy» wledertraf und ihr eine kurze Zeit lang Mustkunter« richt erteilt hatte, bekam es der mit den höchsten Honoraren seiner Kreits», 27. September. Berlin. 16.00 Orloriul DU ReUegesch-wUdtfkelt 16.30 Orcbeatcrkoiiert. IS II Boekmer: TeehnUehe Waefe<«plM«erd. 18.« Rtefcu« Teeber— HeUrlcb SeMtnw(BckelUltite«). 1*09 Sommor: Ptrkni-je« tU CrbohntMtlttea. Weehevaatfetrte« mM sadtischtn Veckekretnltteln. 1,30 Komponist e« um KUtUt. 20.00 Interview. 20.30 NeapoIitanUcbe Volks tle. Lallen. und Iugendabt" W. Igendabteilungen Freitag» von 20—22 Uhr in der Turnhalle de» Gvmnastum» am Treptower Rathan«, Jleui Krugvll«, TO. Frei» MM-.--.- �e Brom»»- tag, 5. Oktober, Generalversammlung bei Lehnigk, brücke. ÄN diesem Tag» fällt das Troimn««U».__ Tonriftenverei».Di« Naturfreunde-, zentrale vir«. lTreita«. 27. September, 20 Uhr, Spreeftr. HO:»Das La Abt. Südofti Freitaa, 27. Sevtember, 20 Uhr. B rister»»-.«•.""'-"""T" Versammlung.—««. Trepto»: Freitag, 27. Sevtember.» Uhr«ikenstr.»! "IckK Schule�—«bt. NraJüSat Freitag. Jfl. Seotemder N�Uhr, .Die weltliij e». Abt. ckharlottenbarg: Land der«ehnlncht-.-i her Str. 87: Abteilung*« ßlughasenstr. 68:.Faschismus".-»«llBooUht.: F"itag. Zk. Sevtev�er. 20 Uhr. Briher Str. 27:.Glastbr-nn--�.— Abt.«eddiaa: Freitag, 37.«e»- Itmbtt, 20 Uhr. Seestr. M: G-ol-gischer 5Z°rt«>g.—»tgcheMladllch« Abt.: Sonntag. 20.. September. Erde'''"" und voi Abfahrt .. Wanderung: Werder. r Botodomer Fernbahnhos. Phöben, Rituberberg«. Wildpark. ifch« Fragen sPros.' Maholi'-Rag»).'�- Abt. Brih: �'V�togemelnschaft: � Mvnfgg�OO. September. LI.Lstid«wstt Fraaksurter tember. 30 Uhr? Scharnweberstr.»e Ehausseestr. 48:.Winterarbeit— Winter. Montag. 80. September, 20 lkhr. Wrang? l. - Jngendgrnppe Osten: Montag, 90. Sep» Grschästliche». Der Gro�stadtlärm. Vorschläge zu seiner Abstellung. IN Der Berliner Magistratsbau rat Holt je hat den ersten Preis einem Preisausschreiben zur Bekämpfung des Verkehrslärms erhalten. Baurat Höttje teilt den Lärm als Gesamtheit in Wohnlärm, Betriebslärm und Vettehrslärm«In, deren Bekämpfung gleichzeitig erfolgen müsse. Der Preisträger schlägt die Gründung einer Antilärmabteilung am Hemrich-HttZ- Institut der Technischen Hochschule vor, wo von frischen, jungen Idee- reichen Perjönlichkeiten auf hochqualisizierten Apparaten und Majchi- non Messungen der einzelnen Lärmartcn in den Häufern. in Beine- den und auf den Straßen vorgenommen werden müßten. Wetter sollen nach dem Vorschlag Höltjes an alle Polizeiämter Lärm» dezernate angeglledett werden, in denen über Lärmvergehen, Unfug und Nichtbeachtung gewacht werden soll, Daß die Bekämpfung des Grohstodttärms nötig ist, wird jeder Grobstadtbewohner einsehen und zugeben. Vielleicht hat aber Ma- gistratsrat Höltje die Sache zu wissenschaftlich angefaßt. Er wird uns daher nicht böse sein, wenn wir ihm einige Vorschlägezur wirklich praktischen Bekämpfung des Großstadt- l ä r m s machen, die den Vorzug haben, eine sofortige Abstellung des Lärms herbeizuführen.* Zum ersten: Die Schutzpolizeibeamten müßten mtt aller Ener- gie daraus achten, daß jede» Motorrad mtt einem richtig funktionierenden Auspuffschalldämpfer versehen ist. Die Industtte, die hochwertige Motoren konstruieren konnte. wird auch sicher in der Lage sein, gute Schalldämpfer herzustellen. Der Lärm, der jetzt von rasenden Motorrädern verursach wird, ist unerträglich, aber durchaus abstellbar. Dabei darf darauf aufmerksam gemacht werden, daß sich die Motorradfahrer besonders die gegen Abend stiller gewordenen Straßen für ihre rennsportlichen Experi- mertte aussuchen und dabei dem erholungsuchenden Großstadtbefuch'r mit ihrem Geknatter erst recht auf die Nerven fallen. Es gibt eine Anzahl renommierter Motorradsabriken, die fast geräuschlos arbei» tende Maschinen herstellen. Die gettng« Herabsetzung der Motoren- leistung durch einen Schalldämpfer muß sich der Motorradfahrer im Jnteresie seiner Mitmenschen schon gefallen lasten: er fährt auch mit Schalldämpfer noch schnell genug., Ein Zweites: Die Tränsportradindustrie scheint es sich zum Prinzip gemacht zu haben, in Transpott-Dreirädern mtt unwahrscheinlich großen Kastenaufbmtten die allerkleinsten Motoren «inzubauen. Zugegeben, daß für di« Inhaber dieser Transportmittel die auf einem Motordreirad lastende Steuer eine Rolle spielt und daß sie deswegen gern die steuertechnisch billigsten Motoren tauft. Aber diese kleinen Maschinen sind ständig überlastet und müssen an Kraft alles hergeben, um überhaupt den großen Karren fortbewegen können. Dabei knallen und ächzen sie in ollen Lagern und verbreiten ein Geräusch, das dem der Motorräder durchaus nicht nochsteht. Vielleicht darf man auch hier die Forderung erheben, daß diese Tianspott-Dreiräder mtt Schalldämpfern oersehen werdm, selbst auf die Gefahr hin. daß dann der kleine Motor nicht mehr genug Arbeit lesster und ein größerer eingebaut werden muß. Und zum dritten und letzten unserer Borschläge: Di« mtt Ben- zinexplosionsmotoren versehenen Trattoren, im Boltsimmde »eiserne Pferde" genannt, sind, wie der Augenschein lehtt, nach den- selben Grundsätzen gebaut wie die eben beschriebenen Motortrans- potträder. Weil sie nur eine gettng« Geschwindigtett entwickeln brauchen, hat man verhältnismäßig schwache Maschi- neu eingebaut, die dann bei dem großen Uebersetzungsverhältni» die angehängten Lasten schleppen können. Um aber au» den Maschi- neu den denkbar größten Nutzeffekt herauszuholen, tagt man sie auf unwahrscheinlich hohe Touren, so daß die Maschine selbst, darüber hinaus aber auch der Auspuff, außerottientlich stark« Geräusche verursachen. Dazu kommt, daß die Motoren völlig frei im Traktor montlett sind, jedes Geräusch kann asso ohne Dämpfung gehött werde«. Es sst den Traktorenfabttkanten nicht eingefallen, starte, langsam laufende Motoren zu verwenden, wie man sie km allgemeinen in Lastwagen sind et. und es tst ihnen ferner nicht«n- gefallen, für genügende SchalldSmpfung zu sorgen. Die Haupt» fache ist, daß der Traktor billig ist und zieht, da» Wie und warum hat man rücksichtslos außer acht gelassen. Den Vogel schießt dabei ein« amerikanisch« Fabrik ab. viele deutsche Fabriken geben sich Mühe, dem Verlangen nach Schalldämpfüng nachzukommen. Das sind, wie gesagt, leicht ab st ellbare Mängel an den Verkehrsmitteln. Herr Baurat Höltje, Hessen Sie dies« Geräusche möglichst bald abstellen; als Preis werden sie den Dank oller lärm- empfindlichen Erohstadtbewohner ernten! M. J. Wurstwaren Le&er-u. Blutwurst �0.68 suecKwurst. � 0.S8 t!oU8tugl!tiur4etturw.«-..o.S8 fistsewurst...... 1.00 metlWÜPSl f Braunschweig. Art) 1*30 cervciat u. Salami � 1.65 suecu, leii.____ � 1.25 ierueiat im i-««6»nn. wund 1»8C Äöfc und Kette momeremutier«« 1.78 Taieiuuner....�2.08 TilSilGr Vom*«. Pfund 0.90 Gamemuen srrSTS 0.20 Eilige Bestellcmgen— mündliche, schriit- iiche o. tele ionische — werden dnreh die Lebensmittel- Bestellannahme aufgenommen und wunscbgemäB erledigt! Preise nur Freitag und Sonnabend/ Verkauf soweit Vorrat/ Mengenabgabe vorbehalten «vft und GeuMse Buiaoui..» Pfund 0.08 Mtseyes Sieim Frlsciie BrOhwursl Piund Dampfwurst..... 0.8S Bockwurst......0.90 Wiener........ 1,10 Weine und Spirituosen (Preise verstehen sich ohne Hasche) Russjsthe Weine...n, Kauerne Aurau roter Tischwein 1.60 Tsctiaiyp Dag ÄÄ 2.25 souer Jana, � 1.90 iLtr. 8 Ltr. Jam.-BumR3.90 11.50 U}einurandspe:i.i4.40 13.00 AuBerdem K.Bweine cd den bekannt blUlgen Prelaen. 20'h....... 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Backe, gepükelt 0.48 Eutar, frisch.......... 0.28 Rindcrlungan, frisch..... 0.34 Rlndarbacka ohne Knoch, frisch 0.58 Rinderzunge mit Schlund.. 1.10 Wttd und GesMgel Hlrsciiragoui.. 0.45 Hipscnöiaiiep.. 1.05 Hirschkeulen.. f. 1.60 Ausgeschlachtete Ganse StOckenflelsch. Pfund 1.20 Keulenteile... ,1.45 Gansekcuien... 1.60 ROmpfe....., 1.60 OansekleinmitMag., 1.45 Liesen v.Stopfgänsen, 1.80 Darmfett... 1.20 Bretiiühner fnscht, stackib 0.95 Suppennonner �..0.95 Gänse, frUche,. Pfund tb 1.05 Enl6n, frische,. Pfund ab 1.20 weiflkoni.■???,*** 0.05 WiPSlng. 0,12 lomaien � � 0.10 Benenen ptund 0.38 Kocnapiei-..s ptund 0,15 Pllaumen..•.«tw 0.35 uielntrauiien. p� 0.29 neDeKartotiein.to ptund 0.28 Kocnbirnen. Ph-d 0.15 schmorgupken.«und 0.04 Zwiebeln......Ptund 0.15 laieiäpiel. Pknd0.15 o�üuGerwaren Eenbuckllnge 0.36 seeiacbs...... p.d 0.55 Flundern...... p� 0.55 Bundaale........ 0.28 Seeaal........ 0.78 !Montagy den 30. September9 unsere große Sonnabend Vorverkauf OKTOBERMESSE Alljährlich Im GrOndungsmonat unseres Hauses veranstalten wir, mit ganz besonderer Sorgfalt vorbereitet, unsere Oktober-Messe. Dieser Verkauf bietet weitesten Kreisen die beste Gelegenheit, ihren Bedarf für Herbst und Winter zu fabelhaft billigen Preisen zu decken, wobei in allen Preislagen unsere altbewährten Qualitäten gewahrt sind 0 PROGRAMM (Or die Zeit vom 27. bis 30. September KINO-TAFEL oo Potsdamer Strafe 36 Meine Schwester und Ich mit Mady Christians Rintintins MiUionenhaUband Artushof-Lichtspiele Film- nnd Bühnrnichaa Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Mafierllebe mit Hennr Porien 16 Töchter and kein Pap. Rhcinstratjc 14 K�AVhe) Der größte Lacherfolg! Kehre znrOckl Alle* vergehen I mit Dina Gratia Kamerad Slag(Abenteuer i. 7 Akten) Odeon* Potsdamer Sir. 75 Dolores Cosiello in dem gigantischen Filmwerk; Die Ar dba Noah Jugendliche haben Zutritt Turmstra�c 12 Link* der bar, recht* der Spree 6 lus ige Akte mit Ferdinand Weib und Alberl Panllg Sein Herzemfnnge mit Rudolf Sdiildkranl Aiexandcrstr. 39-40 (Pastage) Den ganzen Tag geöffnet Männer ohne Dernf m. Harry Fiel (10 Akte) Die Jagd nach der Erbschaft(6 Akte) Aihambra BegfÄh9;,iU Schöneberg, Hauptstr. 30 ßfthximschaii Der Sträfling von Stambal. m. Betty Aman u. Heinrich George Titaaia(vi. s�ö�herg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6J0 Uhr Meine Schwerter nnd ich mit Mady Christian* Erpressung mit A. Ondra 8 Frlecmnaw> Friedenauer Lichtspiele Kaiserallee III(hundertelf) Das genrisse Etwas Bange Nächte (Rache des Arabertürsfen) Moabit Welt-Kino Alt-Moabit 99 Die Verführerin mit Ltssl Arna Aas gezeichnetes Beiprogramm ��Chartottanbupe�J Schlüter-Theater Schlüters tr. 17 W. 7 u. 9.15 U, S. ab 3 U. Lotte Ncnman singt auf der Bühne zu ihrem Lustspiel Er gehl tedrts- Sie gehl Unk* Was kostet Liebe 7 m. Corry Bell g��jwiimepsäer��� Atrium Bcba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn 7, 9.15, Sonntags 5, 7, 9.15 Uhr Zwischen 14 nnd 17 (Sexualnot der Jugend) Auf der Bühne: Theatro dePiccoU. Dagmar Meiler Th. am Moritzplatz Beginn; W. ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Uhr Sensation im Wintergarten Tenre Heimal(3 machen ihr Glück) Filmeck Beginn:W-|Ä Skalitzer Straße, am Qörlltzer Bahnhof Bühne: Ludwig Manfred Lommel; Ranzendorf auf Welle 0.5 Film: Seine Gefangene mit Mlllon Stils Gnte Bflhnensdiaa ■■ Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Das grüne Monokel Auf der Bühne; P. S Hasselwerderstraße 17 Bflhnenschao Die wunderbare Lüge mit Brigitte Helm Revue: Bo-Ua Ist richtig. Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags 6 Uhr, Sonntags 5 Uhr Der schwarze Domino mit H. Liedlke, Vera SdimilerlSw Auf der Bühne; Die gr Ausst-Revue(30 Mitwirk) Rand am den Ozean Aihambra MOllerstraße. Ecke Seestraße Der Sträfling von Stambn! Bühne: Operett.-Revue Im Ransdie des Harems mit Maria Zclcnka Colosseum Ftlm- and Bühnenschaa Schönhauser Allee 123 W. 6-30, So. 5.30, Stg. ab 4 U Manolesca mit Brigitte Helm. Mosfakin Bühne: Lotte Werkmeister, Sabo pers. Concordia-Palast Andreasstraße 64 Ii Std. Varlelt Der Raf des Nordens mit L. T renker Abenteoerttche Seereise mit B. Kealon Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Malterliebe mit Henny Porien Der rasende Tentel mit W. Faiibanks Groje Bühnenschaa V FMxirlghafelde M Kino Büsch Alt-Friedrichslelde Mallerliebe mit Henny Porien a. Henkels Rivalen in Alaska 4mmmmj:SrSS*ü£� «Elysium" �neMd Prenzlauer Allee 58. Polizei m l George Boncroff Bühne: Alb. Paulig, Melitta Kiefer g���Jfttloerise«� Schloßpark Film. DQhne Berliner Allee 205—210 Varld�scfaan Aucobos Nr. 2 mit Lee Parry, Kampers Sohn des goldenen Westens mit Tom Mix g BainKkanctorf-Ost H Bürgergarten-Liditsp Hauptstraße 5i Bühne bar Bs flüstert die Nacht mit LU Dagover Qoalcn der 5chnld Norden Elcktra-Palast BreÄ. Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Kolonne X mit Ad. Schünzcl Bahn frei— Bflhnensdiaa Fortuna-T ageskino Müllerstraße 12 c Beg. 10 U. vorm. Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Welt- prodoklion Mctro-Palast Chausseestraße 3u Der Hand von Baskerrllle Was ist los mit NannctteT Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U.. Stg s U. Stg. 3 U lugendv Manolesca mit Brigitte Helm. Mosfakin Sein Herzensfange m.R.Schlldkraal Pratcr-Lichlsplel-Palast Kastan ena'lee 7-8 Bühnen, chan Ich lebe für dich mit Wllh. Dielerle Koltai-Revue; Launen der Liebe „Rialto" Filmu. ßöhne Reinickendorrei Str. 14(am Wedding) Adlea, r.ascotte mit Lil. Harrey Im Flugboot rnnd cm Afrika Bühne: Mexikan. Tanzduett Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee S() Bflhnenscha Mafierlicbe mit Hennr Por en Bühne Ernst Walter, Humorist Vincta-Kino Vinetaplatz 3. Ecke Wolliner Straße Kflise, die man nie vergiflt mit Maria Pandler Zwei Lastspicle, Kulturfilm PROGRAMM für die Zeit vom 27. bü 30. September f Gesundbrunnen■ „Aihambra" Badstraße 58 Bühnenschaa Morvenrflle(Todessiollen 306) mit Werner Fütterer Beiprogramm Ballschmieder- Lidiisp. Badstraße 16 Grofce Bühnenschaa Autohas 1 mit Lee Parry Der Hand von Daskerriile Humboldt-Theater Badstraße 16 Nene, Orchesterl Die Fahrt in* Glück Revue: Der Gesnndbrnnnen lacht Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Krieg im Dnnkel mit Greta Garbo Beiprogramm— Bühnenschaa Panko ZZD Palast-Thcatcr Lidtfsp. Breite Straße 21 a Die Arche Noah mit DoL Cosiello Beiprogramm lugendliche haben Zutritt Tivoli* Pankow Berliner Straße 27 Bühnenschaa Links der Isar, rechts der Spiee Ausstattungs-Revue Ich»lebe dich g Niedcrschönhautcn fr Film-Palast Blankenburger Straße Mallerllehe mit Henuy Porten Die Kleine ind Ihr Kavalier � Te9-" d Filmpalast Tegel ßahnhofstr. 2 w. 6, 8'i, Stg. 4'U Es flflslcrl die Nacht m L.: er Kopl hoch. Sahyi(Krimin) Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U Stg. 5, 7J0 Reglne mit Harry Liedlke Ahcnleuer des Brigadier Gerard