Morgenausgabe Nr 457.. �, A 230 Organs tvöcheatlich«SV».«o»at0ch M.60VL im voraus zahlbar Postbezug AJSZ M. «tnschllehlich 60 Pfg. Postzettun�s» 72Pfg. Vostbeftellgebührea Ausland»- abonnemen» L.— M. oro Monat. Ver.vorwürt»' erlchet««ochentSg. Uch zwetmal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaden für Berlin and im Handel mit dem Titel.Der Abend" Illustnem Beilagen.Boll und Zeit- und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wifsen"..Frauenstimme-.Technik-.Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Borwärts* Berliner Vsttsblatt Sonntag 29. September 1.929 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Dt« et»?» attlße Nonparetllegetl« HO Pfennig. Reklame�eile 5.— Reich». «art„Kleine Antigen' da»>ettg«. druckt» Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte) ledes wettere Won 12 Pfennig Stevengesuch» da» erst» Won IS Pfennig, ledes weiter» Wor» lü Pfennig. Worte über 15 Buchstaben ~:blen für zwei Worte Arbeitsmort» eile SO Pfennig. Familienanzeigen Zeil« � Pfennig Anzeigenannahme im�aupt- acschäst Lindenstrak» Ä wochentäg'.tch von b1/, bis 17 Uhr, Isntsawvsmr der Sozialdemokratische« Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher! Dönhos» Z?Z— 297 Telegramm. Adr: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 27 SSS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr 65. Diskonlo-Gesellichast. Depostienkasse Lindcnstr. 2. Oer 29. September. Oeutschösterreichs kritischer Tag.— Große Arbeiterkundgebungen am Vorabend. Wien, 28. September.(Eigenbericht.) Am Sonntag finden in vier Orten von Nieder°Oe st er- reich die mit so großer Reklame angekündigten Kundgebun- gen der ch-imwehren statt. Juerst wurde von diesen Aus- Märschen erklärt, daß sie den Anfang des„Marsches nach Wien" und der Niederringung der Wiener Arbeiterschaft bedeuten würden. ?eKt ist von allen diesen großschnauzigen Reden nur das übrig ge- blieben, daß Kundgebungen der Heimwehrcn an diesen Orten stattfinden werden. Um diesen vier Ausmärschen gegenüber die wirkliche Bolksmeinung zu zeigen, hat die Sozialdemokratie von Nieder-Oesterrelch für Sonntag 700 Versammlungen in ganz Nieder-Oesterreich einberufen. In den vier Orten, in denen die Heimwehren am Sonntag de- mmistrieren, haben die Sozialdemokraten am Sonnabend nachmittag bereits große Kundgebungen mit dem Rcpublikamschen Schutzbund veranstaltet. Abteilungen des Schutzbundes, ein« 5000 Mann stark, find nach M ö dl i n g und Stockerau marschiert, um an den dortigen Versammlungen der Arbeiter teilzunehmen und der Reoölkeruttg zu demonstrieren, daß Wien nicht wehrlos den I>n rn der Heim wehren ausgeliefert ist. Nach der Kundgebung in ib. Ina marschieren die Wiener Schutzbündler um 7 Uhr abends unter Führung des Ratinnalrates Deutsch nach Wien zurück. An der Stadtgrenze losen sich die Abteilimgen des Schutzbundes auf, weii der Bund das vom Wiener Bürgermeister schon vor Monaten erlassen« Ausmarschverbot respektieren will. Am Sonnabend und Sonntag hat der Schutzbund in ganz Niederösterreich strenge vereilschaft. wobei an alle Abteilungen die strenge Weisung ergangen ist, Heraus- forderungen und Ausanimenstöße unbedingt zu vermeiden, eine ab- solute Disziplin zu halten, ober zur Verteidigung bereit zu sein. Nach den vier Städten, in denen die Heimwehraufmärsche statt- finden, wurden am Sonnabend Abteilungen des Bundesheeres und der Gendarmerie geschickt, so daß der Sonntag gewiß ohne Störung verlaufen wird. Müllers Aniwori an Schober. Der Reichskanzler hat an den Bundeskanzler Schober-Wieu dos folgende Antworttelegromm gssandt: „Für die freundlichen Worte, die Sie, Herr Bundeskanzler, bei der Uebernohme der Regierungsgeschäfte der Republik Oesterreich an mich rio'zteten, üibermittle ich Ihnen meinen besten Dank und verbinde damit die aufrichtigsten Wünsche her Reichsregierung für di« zukü.üüge Ämtstätigleit Ihrer Regierung. Gleich Ihnen hoffen ich und ganz Deutschland, daß unsere Bc- Ziehungen sich immer herzlicher gestalten möchten" Moskau droht mit Vergeltung. Für drei Hinrichtungen bei Chorbin. Moskau. 28. September. Die Tclegraphenagentur der Sowjekuniou keilt mit, das Volts- kommissariat de» Auswärtigen hak der deutschen votschast eine Rote übergeben, in der auf die am 2Z. d. M. in Tsitsikat erfolgte Erschießung von drei sowjelrussischcn Eisenbahnbeamten hin- gewiesen wird, worüber in C h a r b i n eine o s s i z i e l l e Milleilung veröffentlicht worden sei. Das Volkskommissariat de» Aeußeren bringt die in den vor. hergehenden sowjetrussifchen Roten angeführten zahlreichen Aälle der Ermordung und ohne Gerichtsverfahren erfolgten hlnrichluug von Sowjetbürgern durch die chinesischen Behörden in Erinnerung und ersucht die Deutsche Regierung im Hinblick aus die außer- ordentlich ernste L'age den Regierungen von Ranking und Molden den entschiedensten und nachdrücklichsten Ein- s p r u ch zur kiennlni. zu bringen. Die Sowjelregierung legt den Regierungen von Ronking und Mukden die gesamte Verantwortung für diese Akte aus und erklärt, daß sie zum Schuh des Lebens der in China zurück- gebliebenen Sowjetbürger vor den nötige« Maßnahmen und Repressalien nicht halt machen wird." Vor einem„Winterfeldzug�? Moskau, 28. September(Telegraphen-Agentur der Sowsetunio».) Nach einer Meldung aus C h a r b i n hat das chinesische Kommando Befehl erteilt, die Winterquartiere für die Tnip- pen herzurichtÄi. Der Direktionspräsident der Ostchinabahn hat an- geordnet, daß aus den Mitteln der Eisenbahn drei Millionen Dollar für die Ausrüstung der Armee bereitgestellt werden. In Charbin und in Mukden wird die Anwerbung von Weißgardisten fort. gesetzt. Das chinesische Kommando stellt ihnen Pferde, Gewehre und Maschinengewehre zur Verfügung. Im Grenzgebiet am Chankasee werden in aller Eile Befestigungen angelegt. Charbiner Blätter be- richten, daß aus Frankreich eine große Ladung Militär- flu g zeug« eingetroffen ist, die an der Sowjetgreuz« in Dienst gestellt werden. Nationalisten gegenVhemlandräumung Vorgefecht im französischen Houptausschusi. Paris, 28. September.(Eigenbericht.) Di« Finanzkommission der französischen Kammer Hot sich am Sonnabend mit der Borlage für dos Budget des Kriegs- Ministeriums befaßt. Die Diskussion gab einen interessanten Vorgeschmack der kommenden Stürm« in der französischen Kammer. Die Unterhaltungsspesen für die französischen Okkupation s- trup en im Rheinland wurden bisher durch ein spezielles Konto bestritten, das durch deutsche Reparationszahlungen, vor allem mit Sachlieserungen gedeckt worden mar. In Zukunft werden jedoch die im Laufe der Räumungsoperationen nach Frankreich zurückgezogenen Truppen das Budget des Kriegsininisteriums be- lasten. Dos Kriegsinmisteriiim und Finanznnnisterium haben daher in einem Borjchläg eine D u r ch s ch» i t t° z i f s e r von 20 000 bis 22 000 Mann für die ersten f ii n s Monate im Jahre 1030 in Anrechnung gebracht, da die Zahl der zurückgezogenen Truppen bis zum 31. Mai. des Datums, an dem die Räumung vollendet sein seil, stetig anwächst. Die entsprechende Mehrbelastung des Heerecbudg"ts beträgt zunächst etwa 300 Millionen jahrlich. Mehrer« nationalistische Mitglieder der Kommission gaben Er- klärungen ab. daß sie bereit seien, die Mehrausgaben von 300 Mil- lionen. die aus der vorzeitigen Räumung der dritten Zone er- wachsen, zu billigen daß aber diese Zustimmung.in keiner Weise ihre prinzipielle E i n st e l l u n g zu den Haager Beschlüssen. dl« die vorzeitige Räumung zur Folge haben, präjudizieren. Dieser Vorbehalt wurde aus Verlangen der betreffenden Abgeordneten auch m da» offizielle Kommunique aufgenommen. Der reaktionäre Abgeordnete Mandel benutzte die Gelegen- heit, die angeblich durch die vorzeitige Räumung der dritten Zone heratifbefchtvorene„Gefahr der Entblößung der fran- zösischen Nordwest-Grenze" wieder einmal eingehend zu schildern. Cr forderte eine Beschleunigung der für dies« Linie vorgesehenen Festungsbauten, oder einen anderen Plan zur schleunigen Sichening der Grenze. Das um 125 Millionen Franken von der Kommission herabgesetzte Kriegsbudget sei für dies« Zweck« unge- nügend. Saarverhanblungen am 46. Oktober. Pari». 28. September.(Eigenberlchk.) Offiziell wird mitgeteilt, daß die deutsch- sranzö- fischen Saarverhandlungen bereit» am lö. Oktober beginnen werden. Die Ernennung de» Gencralinspcktor» der Gruben, Arthur Fontaine, der auch im Verwaltungsrat des Znter- nationalen Arbeitsamtes als Vorsitzender eine ange. fehene Stellung genieß«, zum Leiter der französischen Delegation wird bestätigt._ Oer Kreiberger �andbundprozeß. Skrafontrag Staatsanwalts. Freiberg, 28. September.(Eigenbericht.) Zw Freiberger Landsriedeasbruchprozeß beantragte der Staatsanwalt am Sonnabend gegen den haupl- rädelssührer Völler 1 Jahr Gefängnis, gegen zwei Ange- klagte je 9 VI o n a t e. gegen einen Angeklagken ü Monate und 2 Wochen und gegen die übrigen je 7 Monate Ge- s ö n g n i». Da» Urteil wird am Montag mitlag gegen l Uhr verkündet. Morgen Reichstag! Entscheidung über die Arbeitslosenversicherung. Morgen ist wieder Reichstag- Seine Tagung wird kurz und dramatisch sein. Der Erfolg steht dahin. Die Deutschnationalen wollen eine Debatte über den Joung-Plan haben. Dem steht die Absicht der Regierung im Wege, die vier Tage, die dem Reichstag zur Verfügung stehen— am Freitag beginnt der Parteikongreß der Demo- traten— zur Reform der Arbeitslosenversicherung auszunützen. Sachlich kann gegen eine Doung-Debatte ein- gewendet werden, daß die Verhandlungen über Einzelheiten, wie die Organisation der Internationalen Bank, noch nicht abgeschlossen sind. Abgesehen von diesen Hindernissen hätten die Regierung und die Regierungsparteien keinen Grund, einer Debatte über die Ergebnisse vom Haag aus dem Wege zu gehen. Im Gegenteil! In der Bilanz der Regierung ist das Er- gebnis vom Haag, ist die Erleichterung der Dawes-Lasten und die Räumung des besetzten Gebietes das große A k t i v u m. Schade, wirklich schade, daß nicht schon morgen die Gelegenheit gegeben sein wird, das auch im Reichstag auszusprechen und die ganze Dummheit und Berächtlichkei't der von Hilgenberg eingeleiteten Aktion gegen die Be- freiung Deutschlands an den Pranger zu stellen. Aber auf- geschoben ist nicht aufgehoben. Das sogenannte Volksbegehren ist nun wirklich zu unserer Freude eingeleitet. Der Kampf geht los, die Sozial- demokratie wird ihn zu führen wissen. » Unter welchen Umständen er geführt werden wird, das freilich ist ungewiß. Zunächst geht es um die Arbeitslosen- Versicherung, und es gibt Leute, die meinen, daß vom Aus- gang dieser Reichstagsverhandlungen das Schicksal der Regierung abhängt. Die Sozialdemokratische Partei hat, was sie vor ihrem Gewissen vertreten kann, getan, um ein positives Ergebnis der Verhandlungen zu ermöglichen. Versucht man, sie dar- über hinauszudrängen, so wird das dieVernichtung des ganzen Reformwerks bedeuten, da eine Mehrheit, die es g e g« n die Sozialdemokratie erledigt, nicht sichtbar ist. Die Vernichtung des Reformwerks wäre vor allem schon dann eine Tatsache, wenn die von der Regierung vorgeschlagene Beitrags- erhöhung von Prozent keine Mehrheit fände. Findet sie aber eine Mehrheit, so wäre es unsagbar töricht und ver- hängnisooll, wenn man versuchen wollte, die Sozialdemo- kratie zu weiteren Zugeständnissen zu drängen, die sie als Arbeiterpartei nicht machen kann. Die Arbeitslosenversicherung ist ein sozialer Fortschritt von geradezu revolutionärer Bedeutung. Das wird keiner be- streiten können, der sich an die furchtbaren Zustände auf' diesem Gebiet in der Kaiserzeit erinnert. Die Arbeitslosen- Versicherung- geht auf eine Verordnung der Volks- beauftragten zurück, aus der sich die spätere Erwerbs- losenfürsorge entwickelte. Seit ihrer Einführung hat es keine Ruhe gegeben: die stürmische Entwicklung der letzten zehn Jahre hat dazu geführt, daß die Bestimmungen über die Er- werbslosenfürsorge nicht weniger als achtzehnmal geändert und viermal neu verkündet wurden! Die Einführung der Arbeitslosenversicherung vor zwei Iahren war daher die neunzehnte Reform und die jetzt vorliegenden Regierungs- entwürfe stellen den Versuch einer zwanzigsten dar! Es liegt im Interesse der gesamten Arbeiterklaffe, auf diesem Gebiet endlich zu einem Zustand zu kommen, der Ruhe und Stabilität verbürgt. Ob freilich die jetzt in Gang gesetzte Reform geeignet ist, diesen Zustand herzustellen, ist sehr die Frage. Im besten Fall wird man nach ihrem Abschluß sagen können, daß es der Sozialdemokratie gelungen ist, den sozial- reaktionären Ansturm auf das ganze System der Sozialver- sicherung mit einigen Verlusten zurückzuschlagen. Die Sozial- demokratie will aber nicht Abbau sondern Aufbau, und sie wird ihn durchführen, wenn ihr da» Volk die dazu nötige Macht geben wird. » Was soll aber geschehen, wenn die Reform diesmal scheitern sollte? Rücktritt der Regierung? Es ist nicht ein- zusehen, wein durch eine Regierungskrise geholfen werden sollte. Die Reform der Arbeitslosenversicherung würde da- durch ganz bestimmt nicht auf den Weg zum Erfolg gebracht werden. Und sonst? Sonst gäbe es eine ausweglose Krise in einem Augenblick, in dem die Deutschs Republik sie am wenigsten brauchen kann. Wichtiger als die Reform der Arbeitslosenversicherung ist die Erledigung der Gesetze, die im Zusammenhang mit dem Voung-Plan eingebracht werden müssen, die Ratifizie- rung des Abkommens vom Haag, die Erleichterung der Re- parationslasten, die Befreiung des besetzten Gebiets. Das ist die große Aufgabe, deren Lösung die gegen- wärtige Regierung in Angriff genommen hat und die zu Ende zu führen sie verpflichtet ist, solange sie nicht etwa ein Mißtrauensvotum des Reichstags ihrer enthebt. Ein Scheitern der Arbeitslosenresorm wäre gewiß für die Regierung unan- genehm und für die Reichsfinanzen ein« Belastung. Ein« Das Hugenberg-Volksbegehren eingereicht. Für den Reichsausfchuß für das Volksbegehren hoben am Sonnabend Hilgenberg und der Stahlhelmführer S e l d t e beim Reichsmnenministerium den Zulassungsantrag für das Dolksbegehren gestellt. Der Zulassungsantrag erfctgte in Form eines Briefe, an den Reichsinnenminister, in dem der Entwurf des„GeseHes gegen die Versklavung des deutschen Volkes" sowie als Unterlage für die Prüfung der Zuläsfigkeit des Antrages«ine allgemein« Begründung und eine Einzelbegründung enthalten sind. Das Schreiben ist von Franz Seldte und Alfred chugenberg nicht nur persönlich, sondern auch von diesen als geschöstssührenden Vor- sitzenden des Rcichsausfchusses für das deutsch« Volksbegehren, sowie serner namens und im Auftroge des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, und der Deutschnationalen Volkspartei unterzeichnet. Dem Antrag ist serner eine Lifte mit£>000 Unter« schritten beigefügt. * Der Musterung derer, die gegen alle politische Vernunft sich zum Hugenbergschen Volksbegehren bekennen wollen, steht nun bald nichts mehr im Wege! Den Weg, den die Herrschaften betreten haben, müssen sie nun zu Ende gehen— bis zum bitteren Ende. Es fällt auf, daß der Zulassungsantrag nur von Seldte und chugenberg unterzeichnet ist, und nicht auch von H i t l e r. Halten die beiden ersten Herren Hitler plötz- lich nicht für repräsentativ genug? .Hitler und Hu�enberg. Wie die von der Hugenberg-Presse viel gerühmte„Einigkeit uud Geschlossenhoit" im Reichsausschuß für das Volksbegehren au:- sieht, zeigen folgende Ausführungen des„I u n g d e u t s ch e n". Das Blatt schreibt: „Inzwischen ist der Krach zwischen Stahlhelm und Nazis noch viel größer geworden, so daß sich die Berliner Leitung des Stahlhelms gezwungen gesehen hat, den Milgliedern des Stahlhelms den Besuch national! st ischer Vcr- sammlnngen zu verbieten und anzuordnen, daß R a- tionalsoz'ialisten in Stahlhelm Versammlungen nicht mehr erscheinen dürfen. Hitler und seine Be. auflragten lehnen ihrerseits jede Mitwirkung bei den Unteraue- schüssen des Volksbegehrens rundweg ob und beteiligen sich nicht an gemeinsamen Veranstaltungen und Kund- gedungen, sondern machen ihre Propaganda für sich." IVas ganze nennt sich Einheitsfront! Deshalb also durste Hitler nicht mit unterschreiben! Die Absicht der Sabotage. Graf Westarp muß im Reichstag zur Unterstützung des Hugenbergschen Volksbegehrens agieren. Zu diesem Zwecke hat die deutschnationale Reichstagsfraktion zwei Antröge eingebracht Der erste lautet: „Die Reichsregierung wird aufgefordert l. alle Entschließungen und internationalen Bindungen, durch welche die Annahme des Planes der Pariser Konferenz vom 7. Juni dieses Jahres vor- bereitst wird und die Besch! ußfasiung über es n e Vor, läge, in welcher die Ratifizierung des Planes vargcfchlagen wird, zurückzustellen, bis die Dolksabstimmung über drs unter dem heutigen Datum vom Reichsausschutz für das deutsche Volksbegehren eingereichte Gesetz stattgefunden hat; 2. unverzüglich all« zur Beurteilung des Pariser Planes und seiner Auswirkungen erforderlichen Unterlagen zu ver- öffentlichen. Nummer zwei geht noch weiter: «Die Reichsregierung wird aufgefordert, keine Entschließung über den Plan der Par ser Konferenz vom 7. Jluni dieses Jahres zu fassen und dem Reichstage vorzulegen, bevor nicht a) die bedingungslose Rückgliederung des Saargebiets, b) die Aufhebung des im Artikel 429 und 439 de, Versailler Der- trag» vorgesehenen Rechtes, die Besatzung zu verlängern o�er zu erneuern, c) eine den deutschen Ansprüchen gerecht.werdende Re- ge'ung der Liquidation des deutschen E gentums jm Ausland« vertraglich gesichert ist." Mit anderen Worten, die Reichsregierung soll alle Arbeit der letzten Monate ausscheiden und wieder ganz von vorne ansang nl Was die Dsutschnationalen doch nicht alles anstellen, um die Räumung des Rheinlandes zu sabotieren! Graf Westarp, jetzt Beauftragter Hugenbergs, Ist um die Auf- gäbe, diese Anträge im Reichstag zu begründen, nicht zu be- neiden. Oder sollte sich diesmal Herr Hugenberg selbst überwinden und diese Aufgabe in eigener Person übernehmen?� Kahenjammer vor dem Fest. Wir lesen in der Zeitschvist„Der Deutschen-« piegel", die den Deutschnationalen nahesteht: „Große Teile der Rechtsparteien sind immerhin mit diesem Volksbegehren nicht ernver standen. Wenn man die Liste der Unterzeichner genau durchliest, entdeckt man Lücken. Die Begeisterung des Landbundes ist nach den Ersah- rungen der letzten Tage merklich abgekühlt. Man hat d.ie Eindruck, als ob diese Kreis« die Aktion des Reichsausschuss-s nur mit halbem Herzen mitwachen, damit nicht nachher auf ihnen der Vorwurf lastet, sie seien an dem sicher zu erwartenden Fehlschlage schuld. Diese Taktik des Mitmachens einer Sache, an die man im Ernst nicht glaubt, birgt ihre ernsten Gefahren in sich. Wenn nämlich nach dem Fehlschlag dieser Aktion der große Katzenjammer sich einstellt, dann wird man sich die Namen derjenigen, die an diesem zweifelhaften Unternehmen beteiligt sind, sehr genau anschauen." Vegierungskris- würde aber sicher nicht zur Besserung der Finanzlage fülzren— dies um so weniger, als niemand weiß, wer die Nachfolge übernehmen sollte. Denn der famose Plan der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", dann ein paar starke Männer zu berufen, die mit Al/iau der Sozial- leistungen und Senkung der Besitzsteuern drauflos zu re- gieren hätten, kann nicht ernst genommen werden, Auch eine Auflösung des Reichstags kann nicht in Frage kommen, solange nicht die Ratifizierung des Haager Slbicm'mens unter Dach und Fach ist- Nachher, freilich, wenns beliebt, mit Vergnügen! * Neben der Ratifizierung des Haager Abkommens gehört aber auch der Schutz der Republik und ihrer Ordnung zu den Aufgaben, zu deren Lösung diese Regierung be- rufen ist. Wir verstehen darunter nicht nur die neuen gesetzlichen Bestimmungen, über deren Formulierung im einzelnen gewiß gesprochen werden kann, sondern noch viel- mehr die entschiedene provagandistische Gegen- Wirkung gegen die neue Welle maßloser Verhetzung, die sich jetzt über das Land ergießt. Zwischen der Bombenlegerei, dem sogenannten Volksbegehren mit seinem Zuchthaus- Paragraphen und der drohenden faschistischen Attacke auf die österreichische Schwesterrepublik besteht zweifellos einobjektiver innerer Zusammenhang. Was heute iu Deutschland geschieht, ist nur ein Vorftadiuni dessen, was sich zur gleichen Zeit in Oesterreich abspielt. Und so sicher es ist, daß der größtmög- lich« Erfolg dieser Bestrebungen nichts anderes fein könnte als eine riesenhafte Hanswursterei mit einem unvermeidlichen kläglichen Ende— so sicher ist auch, daß die Liquidierung dieses Abenteuers desto kostspieliger werden wird, je später sie erfolgt. Also gilt es, den Anfängen zu wehren. Auch auf Wien wird es eine wohltätige Wirkung haben, wenn man in Berlin einen kräftigen republikanischen Willen am Werke sehen wird. -D Die gegenwärtige Reichsregierung hat, ihre Mission noch nicht erfüllt, sie hat in mancher Beziehung noch mehr zu tun, als sie bisher getan hat. Die Frage der Reform der Arbeitslosenversicherung ist für sie keine Frage um Sein oder Nichtsein. Die Aussichten dieser Reform können im übrigen nur verbessert werden, wenn man daraus verzichtet, sie als eine Angelegenheit zu betrachten, von deren Erledigung der Bestand des Kabinetts abhängt. Denn dies muß mit aller- größter Klarheit ausgesprochen werden: So sehr auch die Sozialdemokratie den Fortbestand dieser Regierung für not- wendig hält, so müßte doch jeder Versuch, sie durch den Hin- weis auf diese Notwendigkeit u n t e r D r u ck zu setzen, fehl- schlagen. Sie kann die Reform der Zlrdsitslosenversiche- rung. bei der es um ein großes Prinzip und um das Schicksal ungezählter Arbeiter geht, nur nach rein sachlichen Ge- sichtspunkten behandeln. Sie wird sich auch, um dies noch- mals zu sagen, von den Gewerkschaften nicht trennen lassen, mit denen sie bisher gemeinsam den zähen Kampf um die Erhaltung der Arbeitslosenversicherung geführt hat. Rur wenn bei allen in Betracht kommenden Parteien die Ein- ficht vorhanden ist, daß man sich mit der Sozialdemokratie als der Vertreterin der Arbeiter verständigen muß. daß man sie aber nicht unter Druck fetzen und zwingen kann, nur dann werden die morgen beginnenden Reichstags- Verhandlungen mit Aussicht auf Erfolg geführt werden können. Vor der ersten Lesung. Heute berät das Zentrum. Die Zentrumsfraktion tritt heute zu einer Sitzung zusammen, deren Ergebnis für das Schicksal der Arbeitslosen- Versicherung von großer Bedeutng sein wird. Am Montag vormittag berät wigder der Sozial« Ausschuß: er wird die befristete Sondervorlage der Regierung beraten. Um 3 Uhr nachmittags beginnt dann die Plenarsitzung mit der ersten Lesung beider Vorlagen, zu der für die Sozialdemokratische Reichstagsfrattion Genosse G r a ß m a n n als Redner be- stimmt ist. Der Plenarsitzung wird eine lebhaste Auseinandersetzung über die Tagesordnung vorangehen, da die Deutschnationalen eine Debatte über die auswärtige Politik erzwingen wollen. Während der Tagung soll"auch zwischen den Parteien über das„Gesetz zur Regelung älterer staatlicher Renten", das Standesherrengesetz, verhandelt werden. Dagegen sind Äerhandlungen zwischen den Parteien über die Finanz- r e f o r m nicht vorgesehen, da die Materie dazu noch nicht reif ist.___________ Die Hugenberg-Knse in Thüringen. Antrag auf Einberufung des Thüringer Landtags. Weimar. 23. Septembcr. Der Präsident des Thüringer Landtags hat den Aeltestenrat des Landtags für Freitag, den 4. Oktober, zu einer Sitzung zusammen- berufen. Auf der Tagesordnung steht die Einberufung des Landtags. Der Einberufungsontrag geht aus dein Aeltestenrat selbst hervor, und zwar wird er begründet mit der Notwendigkeit, daß der Landtag zu dem Antrag der vier Rechtsparteien auf Ab- lehnung des Young-Plans Stellung nehmen müsse. Kememörder Eckermann frei. Verfahren auf Grund des Amneftiegefehes eingestellt. Schwerin, 28. September.(Eigenberichts Am Sonnabend nachmillag wurde im Fememordprozeß Eckcrmann folgendes Arteil verkündel:„Das Verfahren wird auf Grund des 8 2 de» Gesetzes über die Straffreiheit vom Ii. Zuli 1928 eingestellt. Dt« kosten des Verfahrens trögt die Staclskasje."___ Waffenlager in der Lünehurger Heide. Munitionsfund bei Gostau. Magdeburg, 23. September. V-mmtr der Landeskriminalpolizeistelle Magdeburg weilten am r-- V. September im Regierungsbezirk Lüneburg, um ge- mriniam mit Beamten der Landeskriminalpalizei Harburg einer Spur über i-ngebliste Waffenlager in der Nähe von Solbau nachzugehen. Die Nachforschungen, die noch nicht abgeschlossen sind, sollen, wie man hört, bei einem Landwirt W. in Herber bei Soltou umfangreiches Schießmaterial, das in Ställen und in Scheune» versteckt gewesen sei, z-u-tage gefördert haben. Da« neue Republikschuhgefetz. Es schuht alle im politischen Leben stehenden Personen. Die Reichsregierung wird sich in der nächsten Zeit mit dem Ent- wurf des neuen Republitfchutzgcfetzes beschästigen. Dieser sieht eine Reihe von Aenderungen gegenüber dem Gesetz vom 21. Juli 1922 vor. Der neue Entwurf geht weiter als das alte Gesetz, weil nach dem neuen Entwurf alle im politischen Leben stehen- den Personen geschützt werden. Anderevscits o e r z i ch- t e t der vorliegende Entwurf auf alle verfaffungsändern- denBestimmungen. Wie der„Demokratische Zeitungsdienst" mitteilt, stellt der jetzige Entwurf unter Strafe: Die Beteiligung an Verbindungen oder Vsrabredun- gen, die Verbrechen wider das Leben einer Person wegen ihrer politischen Betätigung beabsichtigen, sowie die Unterlassung einer Mitteilung an die Behörde oder die bedrohte Person. Die Begehung eines Angriffs auf Leib und Leben gegen eine Person wegen ihrer Stellung im politischen Loben oder eine Verabredung mit einem anderen zum gleichen Zweck. Die Be l o h n u n g oder Begünstigung des Täters der ge- nannten Gewalttätigkeiten. Die Teilnahme oder Unterstützung einer geheimen oder st a a t s- feindlichen Verbindung, die den Zweck verfolgt, die republikanische Staatsform des Reiches oder eines Landes zu unter- groben sowie den Anschluß an eine geheime oder staatsfeindliche Ver- bindung, die selbst oder deren Mitglieder unbefugt Waffen besitzen. Die Beschimpfung oder durch Bekundung der Mißach- tung absichtliche Herabsetzung der republikanischen S t a a t s f o r m forme die Befchimpfung oder Berleumdung des Reichspräsidenten oder eines Mitglieds der Reichs- und Lan- desregierung. Die Boschimpfung oder durch Bekundung der Miß- achtung absichtliche Herabsetzung der Reichs- und Landesfarben. Die Beschimpfung oder Verleumdung einer Person, die wegen ihrer politischen Bet-ätigung getötet worden ist. Die Aufforderung zu Gewalttätigkeiten gegen Personen des politischen Lebens oder Billigung der VerHerr- l i ch u n g solcher Gewalttätigkeiten sowie eines Hochperrats, der sich gegen die republikanische Staatssorm gewendet hat. Neben Gefängnis-, in schweren Fällen Zuchthausstrafen kann im Falle einer Berurtcilung wegen Hochverrats oder einer unter 1 bezeichneten Handlung ein Zwangsoussnthalt in best im- ten Teilen oder an bestimmten Orten des Reiches angewiesen werden. Ferner ist bei diesen Verurteilungen der Verlust der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte und bei Beamten und Soldaten der vertust des Gehalts bzw. de» Ruhegehalts von Rechts wegen die Folge. Versammlungen, in denen Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Republikschutzgesetzes vorkommen und ge- duldet werden, können durch die Polizei aufgelöst werden. Läuft der Zweck eines Vereins den Strafbestiminungen des neuen Gesetzes zuwider, so können die Landesbehörden den Verein auflösen; sehen sie hiervon ab, ist auch der Reichsminister des Innern zuständig. Für diesen Fall ist Beschwerde an das Reichsverwal- tungsgwicht ohne aufschiebende Wirkung vorgesehen. Bis zur Er- richtung des Reichsverwaltungsgerichts tritt ein bestimmter Senat des Reichsgerichts an seine Stelle. Die Beteiligung an einem solchen ausgelösten Verein sowie seine Unterstützung oder der Veb- such zum weiteren organisatorischen Zusammenhalt ist ebenfalls strafbar. Eine periodische Druckschrift kann, wenn sie durch ihren Inhalt die Strafbarkeit einer der in dem Gesetz bezeichneten Handlungen begründet,, für eine bestimmte Dauer verboten«erden. 6 IVk) t dttsi o T'« bfi«" L a n b e s b e h ö r d e auf Ersuchen de» Relchsinnenministers von dem Verbot ab. so kann der Reichsinnenminister die Druckschrift verbieten. Gegen das Verbot ist Beschwerde an das Reichsverwaltungsgsricht ohne auf- schiebende Wirkung zulässig. Wichtig ist, daß das Verbot einer Druckschrift auch jede angeblich neu« Druckschrift umfaßt, die sich sachlich als die alte darstellt. Mit Strafe bedroht wird auch der- jenige, der«ine verbotene periodische Dnickschrift herausgibt, verlegt, druckt oder verbreitet. » Natürlich wild sich jetzt das Geschrei der Bombenleger, Messer- Helden, berufsmäßigen Raufbolde usw. gegen den„Terrorisnms" dieses Gesetzes erheben. Es wird aber keinen Vernünftigen darüber hinwegtäuschen, daß erst die eigenen terroristischen Kampf» Methoden der radikalen Gruppen solche staatlichen Gegenmaßnahmen hervorgerufen und notwendig gemacht haben. Hermes nimmt Abschied. Sein Mißerfolg bei den deutsch-polnischen Verhandlungen« Reichsmiriister a. D. Dr. H« r m e s, der seit dem Sommer 1927 Leiter der deutsch-polnischen Handelsoertragsverhandlungen war. hat den Reichskanzler gebeten, ihn seines Postens zu entheben. Wir haben von Anfang an die Wahl des einseitig agrarisch eingestellten Herrn Hermes als Delegationsleiter bei den deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen als sehr unglücklich bezeichnet. Der seit dem Spmmer 1925 anhaltende deutsch-polnische Wirtschaftskrieg hatte sä« 1927 die Spannungen hüben und drüben derartig verschärst, daß die verantwortungsschwere Leitung nur einem Mann anvertraut werden konnte, der bei den Verhandlungen unbeeinflußt von den Wünschen der verschiedenen Interessengruppen nur das Wohl der gesamten Wirtschaft im Auge hatte. Hermes hat nie ein Hehl daraus gemacht, daß seine Interessen stark einseitig nach der agrarischen Seite hin gelagert waren. War dies an und für sich schon eine Belastung der deutschen Verhandlungstaktik, so war es zum mindestens ein schwerer poli- tischer Mißgriff von Hermes, im Frühjahr dieses Jahres in die sogenannte grüne Front einzurücken und neben den Agrar- sührern Schiele, Fehr und Brandes seinen Namen unter das be- rüchtigte Vier-Männer-Programm zu setzen. Damit hatte sich Hermes, vor aller Oeffentlichkeit selbst als Vertreter einer einseitig orientierten Interessentengruppe a b g e st e m p e l t. Auch Polen hat im Laufe der Verhandlungen oft genug ein« Haltung eingenommen, die keineswegs dazu angetan war, die Der- Handlungen vom Fleck kommen zu lassen. Jedenfalls hat Polen aber in den letzten sechs Monaten mehrfach de» ernsten Willen gezeigt, endlich Pi einem Ergebnis zu gelangen. Dep polnische Perlend. lvngsleiter. Herr von T w a r d o w s t n, hat zu diesem Aweck sich!eit dem Frühjahr ständig in Warschau aufgehalten. Aus der anderen Seite mußte das verholten von Hennes äußerstes Be- fremden erregen. Wochenlang ließ er sich in Warschau überhaupt nicht sehen, um dann nach kurzer Anwesenheit, die kaum zur ersten Wiederanknüpfung der Verhandlungsarbeiten ausreicht« wieder ab- zureisen. Es ist also zu begrüßen, wenn Hermes letzt offenbar selbst zu der Einsicht gekommen ist. daß er für die erfolgreiche Fortführung der deutsch-polnischen Handelsvertragroerhand- jungen nicht der geeignete Mann sei. Wer fein Nach. folger werden wird, steht noch nicht fest. Vorläufig Hot die weiteren Verhandlungen der deutsche Gesandte in Warschau. Ulrich Rauscher, übernommen. Städte und Llnternehmertum. Abrechnung mtt dem Z�eicheverband der Deutschen Lntustrie auf dem Städtetag Frankfurt a. M.. 28. September.(Eigenbericht.) Am Sonnabend tagte in Frankfurt o. M. der Preußische Städtetag, der im wesentlichen die glolche Zusominensetzung Zeigte wie der Deutsche Städtetag. Als einzigen Gegenstand enthielt die Tagesordnung ein Referat des Oberbürgermeisters Dr. I a r r e s- Duisburg über»Die Bedeutung der kommunalen Wirtschaftsunternehmungen�. Jarres führte aus: „Seit im Jahr« 1326 der Reichsverband der Deutschen Industrie mit den anderen Unternehmerspitzenverbänden in die Offensive gegen die Gsmeindeunternehmungen vorangegangen ist, und zwar in einer Form, daß man mit Recht von einem konzentrierten Angriff gegen die Gemeinden sprechen kann, will es nicht mehr ruhig werden. Man sucht Prügelknaben, an denen man sein« ver- ständlichen Verstimmungen über die beklagenswerte deutsch« Wirr- schaftslag« auslassen kann und findet sie in den Gemeinden und hier wiederum vornehmlich in den Städten. So ist ein künstlich genährter Gegensatz der Wirtschaft zur Stadt konstruiert worden. Die Wirtschaft hat gesündigt. In der Zwangvzusammenfaflung. in der Derbandsbildung und auch in den Sartellfystemen sind von der Wirtschaft oft Wege eingeschlagen worden, welch« den an sich gesunden Rationalisiernngsgedonken überspannt, unnütze Arbeitslosigkeit hervorgerufen und den freien Wettbewerben in der Wirtschaft schwere Schlüge verseht haben. Der Umfang der kommunistischen Eigenwirtschaft wird von den Gegnern überschätzt und andererseits wird der wirtschaftliche Nutz- effekt in der Arbeit unterschätzt. 3n den beiden letzten Jahren wurden rund 91 Proz. der in den Stödten neu hergestellten Wohnungen ganz oder zum größten Test durch die Stüdte finanziert. In den Jahren 1324/26 sind von den Städten mit über SO 000 Einwohnern 308 Millionen Mark an chauszinssteuermittel und 722 Millionen Mark aus eigenen Mitteln zur Wohnungsbauförde- rung verwandt worden. Dazu kommen die großen Deträge, welche in Bürgerschaftsbeträgen zum gleichen Zweck von den Städten flüssig gemacht worden sind. Im Jahre 1327/28 waren es allein bei 67 Städten 186 Millionen Mark. Angesichts dieser Leistungen müsien die Städte mit Entrüstung den geradezu treulosen Gedanken zurückweisen, ihnen nachträglich die durch Gesetz verbriefte Haus- zinssteuerhypothek zu nehmen. Die Angriffe gegen die kommunal« Wirtschaftsbetätigung richtet sich aber weniger gegen die Arbeft auf dem Wohlfahrt»- gebiet und dem Wohnungsmarkt als gegen die eigentlich gewerb- lichen, d. h., gewinnsuchenden Betriebe der Gemeinden. Da» in den kommunalen Betrieben investierte Kapital ist nur ein bescheidener Bruchteil im Verhältnis zum Volksvermögen und zu dem in der Privatwirtschaft arbeitenden Kapftal. Die kommunalen Betriebe sind organisch geworden und gewachsen. Man behauptet, daß die Gemeinden im Vergleich zur Privat- Wirtschaft nicht rentabel arbeiten. Das mag in längst verflosiener Vergangenheit hier und da richtig gewesen sein. Inzwischen haben sich die kommunalen Betriebe umgeformt. Das finanzielle Ergebnis der auf Gewinn betriebenen Unternehmungen ist durchaus erfreu. lich. Angesichts der finanziellen Not der Städte sind die kommu- nalen Betrieb« ein wesenlliches Rückgrat im Haushalt der Gemeinden geworden, wobei dennoch die Tarife durchweg auf der Höhe, ja teilweise unter der Höh« der Tarife der pri- oate» und gemischtwirtschaftlichen Werke ge- halten sind. Dabei messen die Gemeinden vielmehr als die privaten und auch gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen aus so- zialen und Verkehrsrücksichten Maßnahmen treffen, zu denen sich da« Privatunternehmertum nicht entschließen würde. Die Besteuerung der kommunalen Betriebe ist abzulehnen. Di« Vorurtelle gegen die kommunalen Betriebe müsien beseitigt werden. Di« Stadtverwaltungen sind sich bewußt, in ihrer Arbeft auf dem richtigen Weg« zu sein und damit der Dolksgesundheit zu dienen. Sie dürfen sich diese Arbeft im Bewußtsein ihrer Der- antwortung nicht nehmen, nicht verkleinern und nicht verdrießen lasien. Die Städte sind ebenso sehr ökonomische Organisationen wie politische Verwaltungskörper. Auf beiden Gebieten haben sie ihre Schuldigkeit getan.* Auf das mit großem Beifall aufgenommene Referat folgte eine ausgiebige Diskussion, an der sich die Vertreter aller Parteien beteiligten und ihren Standpunkt darlegten. Als Vertreter der Sozialdemokratie sprach Siadtrat Reuier-Berlin, der sich mit großer Schärfe gegen die Agttation wandte, die von prioatwirtschoftlicher Seite gegen die kommunal« Wirischaftsbetäti- gung betrieben wird. Es lieg« System in den Angriffen gegen die kommunale Wirtschaft, aber die Privatwirtschaft soll« besier einmal über die Zustände in ihrem eigenen Hause»och- denken, denn da wäre sehr viel zu bessern. Diese selb« Prlootwirtschask. die die Gemeinden anklage, habe den Kommune» die schwersten Lasten auserlegl. Vor dem Kriege habe c«ch in der Privatindustri« kein Zweifel an der Notwendigkeit kommmmler Wirtschoftsbetätigung best mden. Wenn sich die Angriff« häufen, so scheine es, als wollten gewisse Kreise Rache für die Durchsetzung des allgemeinen Sozialistischer Kuliuriag. Die Kulturarbeit der Massen. Frankfurt a. 7N.. 28. September(Eigenbericht). Don Farben, Blumen und Liedern des Arbeiterchors begrüßt wurde am Sonnabend nachmittag der 4. s o z i a l i st i s ch« K u l t u r- t a g im Saxophonsaal der Frankfurter Festhalle eröffnet. In den Nebenräumen zeigt der Arbeiter-Radio-Bund eine aus- gezeichnete Funkaus st ellung, der Bund für Voltsbildung hat ebenso geschickt eine Ausstellung für Volksbildung zusammengestellt und eine Filmschau zeigt den Weg des Films von seinen Anfängen bis zum Tonfilm. Heinrich Schulz- Berlln begrüßte den Kongreß, der von rund 220 Delegierten aus allen Tellen des Reiches gebildet wird. Die österreichischen, schweizerischen und tschechasowakischen Bruderorgani- sationen haben Vertreter entsandt. Für den sozialdemokratischen Parteivorstand sind Genossin I u ch a c z und Genosse C r i s p i e n anwesend, für die Reichstagsfraktion Genossin B o hm- Schu ch. Ebenso sind alle anderen sozialistischen und gewerkschaftlichen Organi- sationen und deren kulturelle Nebenverbänd« vertreten. Für die preußische Staatsregierung ist Ministerialrat Goslar anwesend. Ihr Jnteresi« an der Tagung bekunden ferner d!« Rundfunk- Intendanten und-direktoren von Berlin, München, Köln und Frankfurt. Außerdem sieht man im Saale eine große Anzahl hervor- ragender Vertreter von Kunst und Wissenschaft.„Wenn der olle Mommsen*. wie Heinrich Schulz treffend sagt,„einmal erklärt«. Kunst und Wissenschaft hätten sich unter die Fittich« der Sozial- demokratie geflüchtet, so hat dieses Wort angesichts dieser Kultur- tagung seine Berechtigung neuerdings bewiesen.* Das und nichts anderes war es auch, was der zufällig in Frankfurt anwesend« Ge- nosie. Vanderoelde-Brüssel in seinen Begrüßungsworten an- führte. Bandervelde gab unter dem großen Beifall des Kongresses der Freude der Internationale Ausdruck über die gewaltige, von der deutschen Sozialdemokratie geleistete Kulturarbeit, die ein Vorbild und ein Muster sei für die gesamte europäische Arbeiterklasse. Die Worte Vanderveldes wurden von Henrik de Mann ins Deutsche übertragen. s Das erste Referat erstattete Heinrich Schulz- Berlin über „Film und Funk in ihrer Bedeutung für die Arbeiterschaft*. Zufamemngefaßt erklärt« der Referent, der heutige klassenbewußt« insd sozialistische Arbeiter zerstöre keine Maschinen mehr und be- grüße jeden Fortschritt der Technik, selbst wenn von zehn Arbeitern neun brotlos würden. Leider hätten Sozialdemokratie und Ge- wertschaften in früheren Jahren viel zu wenig von den technischen Errungenschaften Gebrauch gemacht. Das sei heute anders gewor- den. Film und Funk, die künstlerischen Erfindungen unserer Tag«, seien in ihrer Bedeutung für die Arbeiterschaft voll erkannt. Keine technische Errungenschast könne aber darüber hinwegtäuschen, welch« gewaltig« Arbeit der sozialistischen Bewegung vorbehalten bleibe. Die Sozialdemokratie hätte ein« Welt zu erobern und der Mensch- heit zu dienen in ihrer sozialen und kulturellen Aufwärtsentwick- lung. Film und Funk sollen darin Mittel zum Zweck sein. Sie sollten zu einem Hebel des Fortschritts und der Dorwärtsentwicklung ausgebaut werden. In diesem Sinne solle die Arbeiterschaft diesm beiden technischen Neuerungen helfen und in diesem Sinne solle sie ihr helfen. N e st r i e p k e- Berlin behandelt« die Frage, der.___...___ technischen und kulturell«» Möglichkeiten de» Film». Er verglich ausführlich Film und Theater und gab ein« Analyse des Films und seiner kulturellen Möglichkeiten. Dc.'r Rcdner o i schließlich zu dem Ergebnis, daß der Film vieles dem Thea:« o r- aus habe, daß der Film ein Kulturwerk sein könne, daß aber d e Masse der heutigen Filmproduktion in künst e.i scher und kulture'ler Hinsicht wenig befriedigend sei, Die Filmproduktion strotze von G e- schmacklosigkeiten und Verlogenheiten. Das Hebel lieg« darin, daß der Film fast vollkommen der kapitalistischen Prosft- macherei ausgeliefert sei. Die Bemühungen um ein« Filmkultur setzten einmal die systematische Erziehung des Publikums voraus und zweitens eine sich ihrer Ausgaben bewußte Fllmtrftit. Selbst- Hilfe sei ferner möglich durch Konsumentenorganisotionen, gestützt auf Sozialdemokratie, Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften. Der Staat müsse diese Selbsthilfe unterstützen. Mehr Gemeinde- kino als Weg zur Kommunalisierung des Films sei«in weitere» Mittel zum Fortschritt. Dabei müsse zwar jede Parteieinstellung zurückgewiesen werden, aber Republik und Fortschritt als Grund- lagen einer solchen Produktion genommen werden, lieber „Tonfilm und Filmmusik* referierte zunächst Leo Kestenberger in außerordentlich gehatt- vollen Ausführungen. Die Einwirkungen der Technik auf die Kunst- gestaltung würden immer größer. Dies« Verbindung zwischen Kunst und Technik zeige am deutlichsten den ohne Musik nicht denkbaren Film und jetzt neuerdings auch der Tonfilm«, deren Gefahr in bezug auf Oper und Muffterberuf« überschätzt werde. Die Amerikaner pro- duzierten jetzt wieder den selbenKitschwiebelmFilm. aber bisher fei diesem zugute gekommen, daß in der Produttiou nicht die- selben Kinderkrankheiten durchzumachen waren wie beim stummen Film. Es bestehe bereits in Deutschland ein« Gesellschaft siür Ton- filme, die nur die kulturelle Seite der Erfindung betrachte. Diese Gesellschaft habe sich auch bereits an die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften gewandt, und ihre Entwicklung sollte man nicht igno- rieren. Mit Revolutionen allein dürfe sich die sozia- Ii st if che Bewegung nicht begnügen. Di« Reproduttio» und Aktivität der gesamten Kunstbildung sei ihre Pflicht, denn bi» heute bilde der Tonsilm nur ein« Karikatur des Theaters und der Oper. Es fehl« den neuen Erfindungen bis jetzt der große Künstler und Gestalter und bis zur Entstehung solcher Werte müßt« sogia» listifche Bildungsarbeft wie bisher geleistet werden. Es folgte Klaus Pringsheim über das gleiche Thema. Ursprünglich, so erklärte der Redner, sei die Filmmusik aus dem Bs- dürfnis des Filmtheaters hervorgegangen, störend« Geräusche zu übertönen und ein« Uebermüdung des allein in Anjpruch genommenen Auges zu oerhindern. Mit den Ansprüchen der Filmtheater in den großen Städten seien ollmählich die Ansprüche an die Musik ge- wachsen. Damit sei auch die Wichtigkeit der Musik gewachsen und man Hab« sie als einen bedeutsamen ästhetisch mftwirksamen Faktor des Filmgangen erkannt. So sei das heutig« System der Filmilluftratton entstanden. Der einzige Weg, die Filmvorführungen mft Musik künst- lerisch zu gestalten, sei Arbeit eing? Komponisten, der den Film mit passender Originalmussk ausstattet. Es fehle an Organi- sation des gesamten Film-Musikwesens. Solang« die Filmmusik nur Sache des Theaters und nicht Sache der Filmproduk- tion sei, werde es nicht besser werden. Ein« revolutionär« Wirkung auch auf dem Gsbiet« der Filmmusik sei allerdings durch den Ton- Jilm zu erwarten. Vielleicht reife hier die Erfüllung der.musikkünflle- rifchen Möglichkeiten, die in diesem Jahrzehnt des Fllmaufftiege» von der Fiiminbuftri« unbegreiflich verkannt und vernachlässigt worden sei. Wahlrechts in den Kommunen nehmen und gewisse Kreise der Bevölkerung bei der Bcwirtschafwng der Gemeindebetrieb« aus- schalten. Es bestehe bei der Privatwirtschaft die Ansicht, das amerikanische Gemeindeideal müsse uns als Vorbild gelten. Nichts spreche für diese Ansicht der Privatindustrie, aber alles dagegen. Diele ameriko. nische unter privatwirtschastlichen Einfluß stehenden Städte hätten sich alles ander«, denn als Vorbild entwickelt. Die g e w a l t i g e n L e i st u n g e n, die die Kommunen auf dem Gebiet« des Verkehrs und der öffentlichen Versorgung aufweisen lönntcn, hätte die Privatwirtschaft niemals in gleicher Weise vollbracht. Jeder Versuch, das Arbeitsgebiet der Ge- meinden durch gesetzgeberische Akte einzuschränken, und damit der Privatwirtschaft ein Privileg zu schaffen, müsse aufs schärfst« bekämpft werden. Eine solche Privilegierung stelle auch die Anleiheberatungsstelle dar, die den Städten ungezählte Millionen an Mehrkosten und unwirtschaftliche Maßnahmen auf- gezwungen habe. Aber der Kampf gegen das gemeindliche Steuer- Privileg fei in Wirklichkeft nicht eine Steuerfrage, sondern es sei nur ein Mittel zum Zweck, die großen Versorgungsunternehmungen der Kommunen in die Hand zu bekommen und deren Gewinnchancen selbst voll ausschöpfen zu können. Diese Unternehmungen und Gewinnchancen dürften unter keinen Umständen aus der Hand der Gemeinden genommen werden. Zum größten Teil seien die städtischen Unternehmungen glänzend organisiert und rentabel, was auch van den Privatunternehmern zugestanden werde. In den Bolksversamm- lungen allerdings regiere die Demagogie und dort werde alles geleugnet. Die beste Form de» Kampfes gegen die Agitation privat- wirtschaftlicher Kreis« seien die Leistungen, die die Gemeinden auszu- weisen hätten. Und um sie in der Oeffentlichkeit weithin sichtbar zu machen, sei eine geeignet« Publizität im allergrößten Maßstab« notwendig.(Lebhafter Beifall.) An der Debatte beteiligten sich auch noch Stadtverordneter Wi l m s- Düsseldorf, Stadtverordneter Schwenk- Berlin, Stadt- verordneter von I ä ck l i n- Berlin, Stadtverordneter B o n g a r tz- Düren und Dr. G o l d s ch m i d t- Frankfurt. Ministerialdirektor von Leyden vom preußischen Innenministerium erklärt, daß die preußische Stoatsregierung entschlossen sei, ollen Bestrebungen«nt- gegenzutreten, die die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinden gesetz- gyherisch beschränken sollten. Gerade bei den kommunalen Betrieben sei die Grenze der Gewinne sehr gezogen, da sie durch soziale Rück- sichten verhindert seien. Monopole unbeschränkt auszunutzen. Mißbräuchen der Kommunalwirtschaft, soweit sie vorhanden seien, müßten Instanzen der Selbstverwaltung selb st entgegen- treten und durch Selbstzucht ihren gesunden Stand sichern. Am Schlüsse der Tagung wurde der Vorstand des Preußischen Stödtetages in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt. Da gehören sie auch hin! Die Agentur Ost-Expreß berichtet: Vor einigen Tagen wurden in der Landesirren anstatt von Litauen in Kalvaria zahlreiche kommunistische Flug- b l ä t t« r entdeckt. Der sofort benachrichtigten Polizei ist es bisher nicht gelungen, die Verbreiter dieser Flugblätter festzustelle«. In Kowno zekbrtcht man sich nun den Kopf.darüber, ob hier«in- fach ein Versehen vorliegt und ein ganz anderes Institut für die Propaganda ausersehen war. oder ob die Kommunisten sich tat» fächlich von dieser Art Agitation etwas oersprechen. Die Fusion der v- Banken D S ll sb cii e bznlc bttkonso'(? e S. Z W;c!>eaDi;IDorker Ortsgruppen des rührigen Verbandes der Damen- betleidungsorbeiter die Leitung an sich zu reihen. Da- mit«rhiellen sie Gelegenheit, ihre Tüchtigkeit zu beweisen. Di« Lcttion war gründlich. Unter Führung Moskaus wurde in New Tork ein Streik eingeleitet, der zu einer katastrophalen Niederlag« der Streikenden und zum völligen Ruin de» ganzen Verbandes führte. Alle vorhandenen Gctder wurden in kürzester Zeit in geradezu schwindelhofter Weise vergeudet! von einer ge- ordneten Streikleitung war keine Rede und schließlich wurde die Lage so verzweifelt, daß die.korrupten Reformisten", die sich zu- letzt der hoffnungslosen und von ihren Führern v erlösten en Sache annehmen mußten, alle Müh« hatten, um emen völligen Zusammen- bruch der ganzen Organisation zu vermeiden. Angesichts diese, Experiment» setzte eine heftig« antikommu- niststche Dewegung ein und damit begann die Konsolidierung des Verbandes. Die gleichen Mantelmacher, deren Vermögen im Be- trog« von 3 Millionen Dollar im Jahre 1926 von den Kommu- nisten nutzlos verschwendet wurde, haben soeben unter Leitung der .korrupten Reformisten" eine neu« Feuerprobe bestanden. Da» Resultat dieses Generalstreiks Ist ein glänzender Sieg. 19 009 der in Streik getretenen Arbeiter konnten noch einem kurzen und äußerst diszipliniert geführten Kamps ihre Arbeit wieder aufnehmen und stellten den noch streikenden Arbeitern auf Grund einer Sannn- lung sofort 200 000 Dollar zur Verfügung. Gleichzeitig wurde die Einleitung einer systematischen Kampagne zur Ausmerzung aller Betriebe mit Schwitzarbeit beschlossen und zu diesem Zweck« ein spezielles Komitee gewählt. Der Verband bewirkt« mit dem Streik, daß die Frage der Arbeitslosenversicherung und der Lohnerhöhung innerhalb eines Jahres beim Abschluß des nächsten dreijöhrigen Vertrages zur Behandlung gelangen wird. Die 40 stündige Arbeitswoche bleibt erholten. Di« Unter- nehmer mußten ihre Forderung auf Einführung der 42-Swnden- Woche und der Stückarbeit fallen lasten. In welcher Ordnung und Disziplin der ganze Streik gefuhrt wurde, geht schon daraus hervor, daß in einer Urabstimmung über die Bedingungen des Streikabbruchs 16 094 der 19 000 in Frage kommenden Arbeiter f ü r diese Bedingungen stimmten. 368 sprachen sich dagegen aus und 266 enthielten sich der Stimme. Noch nie war die Beteiligung an einer derartigen Abstimmung so stark. Die Kommunisten hingegen, die neuerding, ein« große Kampagne zu- gu liste» der.innere» Demokratie" in den Gewerkschaften etnge- leitet haben, weigerte» sich im Jahre 1926 bei dem von ihnen geleiteten Streik, eine Abstimmung auch nur in Erwägung zu ziehen. Der Ausgang de» diesjährigen Streik» bracht« nicht nur eine Festigung de» Verbandes, sondern auch»ine Rückkehr der Kommu- nisten in die.reformistische" Organisation. Zahlreiche Betrieb«, in denen die kommunistischen Arbeiter in der Mehrheit sind und die sich ebensall» an den Streik beteiligten, haben bereits ihren Wieder- eintritt in den Verband der Damenbekleidungsarbeiter beschlosten. „Revolutionäre" Gewerkschastspoliti?. Wie sie bei Leiser gemacht wird. Uns wird geschrieben: In der letzten Betriebsversammlung der Schuhfabrik von Leiser, die von etwa 20 Proz. der Belegschaft besucht war, sollte ein Referat über Arbeitslosenversicherung und Kommunalwahlen gehalten werden. Der kommunistische Betriebsrat hatte einen Re- ferenten besorgt, dessen Namen nicht genannt wurde und dessen ganze Weisheit darin bestand, den Versammelten zu empfehlen, Kommunisten zu wählen. Schon während seines Referats verließen ein ganz Teil der Anwesenden den Versammlungsraum. Nach zweistündiger Dauer beschloß die Versammlung, bei etwa 60 Anwesenden, am Montag anläßlich der Reichstagserösfnung einen einstündigen Proteststreik durchzuführen. Wir sind nur gespannt, ob der Betriebsrat der Firma als Gegenleistung wieder Ueber stunden anbieten wird. Im übrigen wurde als Sensation in der Betriebsversammlung «ine Kandidatin für die Stadtverordnetenwahl aufgestellt. Es muß schlecht um die KPD. stehen, wenn sie«ruf diese Art glaubt, Stimmen fangen zu können. Don der im Betrieb herrschenden Diktatur gegen Nicht- tommunisten wurde in der Versammlung nicht gesprochen. Seit einigen Wochen kursiert für den Niederkirchner-Streik«ine Sammelliste. Der Betriebsrat fordert von den freigcwerkschaftlich Organisierten jede Woche«inen Beitrag, um den Streik von Un- organisierten zu finanzieren. Wenn ein Kollege wogt, nicht zu zeichnen, wird er solang« gepreßt und gehänselt, bis er sich der Aktion anschließt. Der Betriebsrat hat in den letzten Tagen in der Kantine angekündigt, daß auch in dieser Woche Sammellisten zur Dertellung kommen. Man erwartet,„daß,alle Kollegen zeichnen, denn es gilt, gegen die gewerkschaftliche Bureaukratie zu kämpfen"(!!). Glaubt die Berliner Zahlstelle, auf diese Art in dem Betrieb zu werben? Oder trat der Borsitzend« gerade au» diesem Grunde bei der Betriebsratsneuwahl für die Ausstellung von unorgaui- s i e r t e n Kollegen«in? Vankenfufion und VankangesteNie. Wie der Allgemeine Verband der deutsche» Bankange st eilten mittellt, ist die durch die Fusion Deutsche Viink-Discor.tog?scll!chast entstandene Situarion sür die betroffene Angestelltenschast geradezu unerträglich. Jeder einzelne An- gestellte fühlt sich von dem angekündigten Abbau bedroht, da nie- n.aud weiß, wen dieses harte Schicksal treffen wird. Speziell in den Kreisen der älteren, verheirateten B a n ka n- g e st e l l t« n herrscht angesichts der ungünstigen Derhaltnist« auf dem Arbeitsmarkt und der Unmöglichkit, anderswo unterzukommen, allgemeine Deprestwn und größte Derbitterung. Der Allgemeine Verband hat bereits di« Intervention des Reichsarbeitsministeriums angerufen. Es dürsten im Laufe der kommenden Woche bereits Derhandlungen stattfinden. Außerdem werden die Betriebsräte der Berliner Zentralm beider Institut« unter Zuziehung der Organisation»- vertmer die Lage beraten. Alsdann werden Betriebsver- fammlungen der beiden Institut« abgehalten, fai der die A n- g« st e l l t e n s ch o f t s e l b st zu den sür sie durch die Fusion brennend gewordenen Fragen Stellung nehmen soll. Weitere gemeinsame Kundgebungen der gesamten Bankangestclltenschaft sind zu erwarten. Unter allen Umständen muß oerhütet werden, daß auf dem Rücken der Bankangestellten- schaft ollein neue ungehemmte Abbauerp epiment« gemacht werden, nachdem der Abbau nach Ansicht des Allgemeinen Verbandes bereits viel zu weit vorgetrieben wordm sst. Abbau auf der einen und U e b« r a r b« i t auf der anderen Seite sind Dinge, di« sich gegenseitig nicht vertragen, sondern aus- schließen. Bevor am Angestelltenkörper der Banken weitere Abbau- erperimente unternommen werden dürfen, muß zuvor der Lei- tungsapparat der Banken auf das un Interesse der Wirt- schaftlichkeit irnbedingt gebotene Maß zurückgeführt werden. s Gewerkschaftliches stehe auch 2. Beilage.) Verantwortlich Nlr Politik: Dr. Surt Sey»: Wirtschaft:». NllagelHösee: Gcoarllchattsbrwegung: Z. vteiaer; Feuilleton: Dt. Zoh» Schiloweti: Lokale« und Soniiinesi ikri»»arNädt: Anweisen: Tb. S>uee: filmtiich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Veriag e 43.46 Z.«n B E I K K L EI D f#r Herren, 2 fädig, »cht Make, Riegel. bund. Doppelsilz, Jl 50 >4 u. STRUMPFE DAMENSTROMPfE echt Mako, krat- flge Qualität. schwarz und farbig Wasch kunstseide L Wa hl, farbig »Mark« L B Oe reine ICascKeiTr. VVcTtjei, f arbig ]50 "j 65 ZUM SCHULBEGINN MADCHENKLEID Med. Weeahse«! Q00 (Srelg. 07« I» U cm O— MADCHEN MANTEL sMdelerblger Wlelersteff, wM glelchferbtgeei Plösch- Bubikragen 1 A 75 (Stg 1401 lg. 60 css. 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September 4929 Im Berliner Adreßbuch stehen«in« Menge.von Stiftungen für kranke und gesunde Menschen, für junge und alte Leute; zwei Dinge find ihnen sast allen gemeinsam; Die Wohltoten, di« von ihnen aus. gehen, sind zumeist auf einen engen Kreis von Personen beschränkt, auf die Familienangehörigen de« Stifters bis in» letzte Glied oder auf die Handwerksgenosien oder auf die Glaubensgenosie« des Stifters. Und noch eins: Das Vermögen der Stiftungen Hot zumeist die Inflation gefressen, so daß ost genug die Stadt Berlin«intreten inusi, um den Insassen den notwendigen Lebensunterhalt zu sichern. Dabei war es früher gar nicht so leicht, ins„Stift� zu kommen. Jahrelang mußten sich die alten Leute vormerken lassen— mancher starb hin, ehe sein Platz in dem Stift frei war; und zudem forderten die verschiedenen Stiftungen manchmal noch die Einzahlung eines ganz stattlichen, kleinen Vermögens— für di« ganz Armen gab e« diesen letzten Ruhehafen des Alters kaum. Die wurden von der Verwandtschaft durchgeschleppt oder saßen verlasien und vergesien in ihren Bodenkammern und Kellerlöchern. Und eines Tages stand dann eine Notiz in der Zeitung;„Vierzehn Tage tot in der Wohnung gelegen" od«., Feuertod einer hilflosen Greifin" oder so ähnlich. CFs war nicht leicht, in ein Stift zu kommen— und manch« hotten auch wirklich Angst davor. Geht man mal in eine der alten Anstalten, dann kann man es ihnen nachfühlen: Grau find die Wände in den überhohen, schallenden Korridoren, grau sind die Wände in den Zimmern, und e« ist auch eine Errungenschaft der Neuzeit erst, daß der Jhausvater" sich merklich von einem Unteroffizier unter- scheidet. Städtische Heime gab es nicht— nur das„Siechenhaus". Wie es anders wurde. Zuerst kam di«„Stadt der alten Leute" draußen in Buch, klein« Häuschen, ein« Siedlung nur für die Alten. Das war ein kleines, rielbewundertcs Poradestück— aber es blieb dabei. Dann kam die Inflation, und den Alten ging es noch viel schlechter als uns allen. Der kleine Notgrojchen, den sie sich für die alten Tage zurückgelegt hatten, schmolz wie Märzschnee an der Frühlingssonne, die Woh- nungen waren schon für die Jungen zu knapp und zu klein, und für die alten Menschen war nirgends mehr Platz. Da ging BerUn daran. Allersheim« zu schaffen. Nicht mehr„Stiftungen" privater Wahltäter für einen kleinen, engbegrenzten Personentreis, nicht mehr Stifte, in die man sich„einkaufen" mußte, sondern Heime, die jedem alten Berliner Bürger, jeder alten Frau offen stehen. Man hat nicht zuerst große Häuser gebaut, man nahm, was man hatte, damit die Alten nicht warten brauchten— aber man hat einen neuen Geist hereingebracht, und von dem soll hier einmal gesprochen werden. Ln Neukölln. In Neukölln draußen in der Rosenstraße liegt ein Miet- haus, wahrhastig nicht schöner von Ansehen wie seine Nachbarn rechts und links, und wäre nicht die Inschrift„Altersheim", dann würde niemand hier irgendeine„Anstalt" vermuten. Daß«s kein gewöhnliche» Miechau» ist, merkt man freilich sofort, wenn sich die große Haustür vor einem aufgetan hat. Der Hausflur ist mit einer lebhaften Farbe gestrichen, und in seinem hinteren Teil steht wahrhaftig eine richtige schwarze Salongarniwr auf einem Linoleum- teppich: Der Hausflur ist zur„Diele" ernannt, denn die Gemein- fchaftsräume sind in diesem Heim recht knapp für die siebzig alten Herrschaften. Einundfünfzig alte Frauen und neunzehn alte Männer wohnen hl«, zu drei und vier in den Stuben des Vorder- und Hinterhauses, und wenn man sich ein Stündchen mit ihnen verplau- dert, so ist es, als blättere man in einem alten Bilderbuch— aber es sind mcht all« Bilder au» der„guten alten Zeit" so rosig koloriert, wie wir immer glauben. Do sitzen in einem Stübchen des Vorder- Hauses drei alte Frauen, zwei von ihnen sind schon je fünf Jahre lang im Altersheim— seit seinem Bestehen. Die jüngste ist sechs- undsiebzig, die älteste von ihnen sechsundachtzig Jahre alt. Sie«- zählen au« ihrem Leben: Alle drei sind handwerkersrauen. Einen Maurer hatte die Jüngste, die Aelteste einen Buchbinder, einen Gold- schnittmacher—„und mein Mann hat gut verdient, alle Albums und alle feinen Bücher mußten damals Goldschnitt haben". Die dritte aber hatte einen Weber. Und sie erzählt über ihr Leben:„Ich Hab« immer mitarbeiten müssen, wovon hätten wir denn woll sonst unsere Kind« groß kriegen soll'n?—'n Weber kann nich alleinc für seine Familie sorgen! Gelebt hoben ja man block viere, die andern bloß 'n paar Swnden oder waren gleich tot, die haben woll was von di« Maschinenarbeit abgekriegt, denn manchmal mußte ich schon den vierten Tag nach die Entbindung wieder an die Arbeft..." Und so kommen wir auf das„Testern" und„Heute", heule braucht keine Frau au» Rot am»i«ten Tag zur Arbeit— ja, dos gab es damals alle» nicht, Wochenhilfe und Stillgeld und Arbeitslosenunterstützung —, che nn mußt« man eben hungern, wenn nischt mehr da war'— und Altersheime gab e« auch nicht.„Dreizehn Jahre habe ich bei meine Tochter gewohnt, aber denn wurde der Schwiegersohn immer so grob zu mir, wenn sie nicht da war. Und denn wollte ich mir 'ne leer« Stube nehmen— aber die sollte vierzig Mark kosten, und da habe ich bei eine Geschäftsfrau so geweint, weil ich doch bei meine Tochter nich mehr bleiben wollte. Da hat die mir erst Bescheid gesagt: Daß ich man zum Wohlfahrtsamt gehen sollte, denn könnte ich ins Heim. Und da haben sie gesagt:„Na gewiß doch, Muttchen", und denn haben sie mir gleich hier her gebracht, und ich habe meine Möbeln mit, bloß kein Sofa, das is unten in'n Speisesaol, well hier kein Platz mehr is..." Darüber sind sie sich alle einig:„Der Magistrat tut. was er kann.„Früher hatten wir kein Taschengeld, nu haben wir den Taler, und da kann man sich doch damit«in- richten! Und da» Essen is gut, und sein Brot hat jeder selber, und nächste Woche gehen wir alle zum Kinderfest, und denn is Dampfer- partte, und ausgehen können wir, wenn wir wollen." Nun läutet es zum Essen. Ich bring« die Geduld auf, vom ersten bi» zum letzten Teller dabei zu bleiben: Es gibt Kohlrabi mit Hammelfleisch, und von der ersten bis zur letzten Portion S- n A[■Tr/ Tlr'' ..'V 1 A'\ Das Plauderstündchen im Garten gibt es eine gleich große, schöne Scheibe Fleisch. Daß das Esten gut schmeckt, kann man merken: Es gibt genug, die sich eine zweite Portton nachfordern, und ein alter Herr nimmt sich noch anderthalb Liter in einem Bunzlauer Topf mit aus sein Zimmer. Die alten Männer. Vier teilen ein großes Zimmer, das früher in Stube und Küche geteilt war: Drei sind schon jahrelang hier.„Wir waren die ersten ins Hinterhaus", einer ist erst vor einigen Monaten ins Altersheini gezogen— er hat sich noch immer nicht recht eingelebt. Wir anderen haben bald Berührungspunkte gesunden: Wenn sie auch zugereiste Berliner sind, so haben sie sich doch schon so lange mit Sprecwasser gewaschen, daß das di« Tauf« einigermaßen ersetzen kann. Ein Zigarrenfritze, ein Tuchmacher, ein Schuster und ein Tischler: und hier lerne ich auch den politischen Mentor der alten Damen kennen— und als ich di« Zeitung umdrehe, di« er in der Hand hält, sehe ich, daß es der„Vorwärts" ist.„Vorwärtsleser bin ich schon immer gc- wesen," erzählt er;„früher war ich richtiger Abonnent'— Wdb nu krieg« ich ihn umsonst!"— Und damit kommen wir auf die Leserei: Es herrscht eine wahre Lesewut. Die Bibliothek umsaßt über tausend Bände, der frühere Zigarrenhändler ist hier ehrenamtlicher Biblia- thekar, und alle Wochen werden drei illustrierte Zeitschriften gratis in mehreren Exemplaren in das Altersheim geliefert. Auch die alten Herren haben keinerlei Beschwerden.„Ich bin freiwillig und heimlich reingegangen," erzählt der eine;„mein Sohn hätte mich sonst gar nicht weggelassen. Aber da waren schon soviel Kinder— un nu kamen noch Zwilling«! Aber er is immer richtich beleidicht, wenn ich nich essen will und ihm sage, wir hätten hier alles, was wir brauchten. Denn"— und nun höre ich zum zweiten Male heute das Wort—„der Magistrat tut an uns wirklich alles, was er kann." Bloß einen Wunsch hat man: Das Radio ist kaputt, so kaputt, daß es kein Sachverständiger mehr heilen kann. Und nun möchten die Alten einen neuen Apparat haben, denn sie schwärmen doch alle so sehr für Musik, und heimlich wird mir anvertraut: Manchmal hat man zu„Familienfesten" oder Ausflügen sogar versucht, noch ein Tänz- chen zu wagen. Das Vorbild in Pankow. Draußen in Pankow, im Herzen des allen Dorfes, wo zwischen altmodischen Villen noch die letzten Bauernhäuschen stehen, steht eins der ersten Miethäuser von Pankow. Von den Balkons des Hauses hängen die bunten Ranken der Petunien, hier gibt es kein Hinterhaus und keinen mühevoll zum Garten umfrisierten Hof: Hinter dem Hause liegt ein richtiger kleiner Garten mit Blumen- beeten und Fliederströuchern. Und das ist das haus„Abendsrieden", das Altersheim von Pankow. Nur zwanzig alte Damen und ein alter Herr sind seine Insassen. Die teilen ihre Zimmer nur mit einer Gefährtin, wenn sie nicht sogar ein Einzelzimmer für sich haben. In jeder Etage gibt es ein großes Badezimmer, und Radio- fertige Inlette •cht tfiridseh-rot i Oberbett....14.50 8.75 Unterbett... 12.- I.Kissen..... 4.20 2.50 Ueberlaken gutnWIscrestoff, mit imit Wickel? n- t iour, ca. 150 X 2M..... O SS Bettbezüge krittlgar Linon Obarbatt, iura KnOpfe«, ca. 130 x 500........ d Klsaen, passend,. ca. 80 X 80......... X-" Kissenbezug Eak Xlippal-Elnaati.,. Bettlaken ki-INIgac vowla», 140x510 2.75 Barchentlaken ■II farUger Kante, et. 140x180 2.95 Handtücher Gerstenkorn,<70„ Bit Jacquarokaata...../<3 n. Divandeckfe Steppdecken 1075 Gobelin- Gewebe, dürernustsr, Fransen, 140 xVSaO 9 75 Wa sc h e s 80 ea bntt.. Katar 36 PL, 25 Pt Satin doppelseitig, w diverse« Farben........ Kunstseidener Damast, Rückseite einfarbiger Sifca, te-4fi K/> verschiedea. Farben, 150 x 200 XOOU Daunendecken Pa.tranz. 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Die Leiterin er- zählt:„Die meisten der alten Damen sind Kleinrentnerinnen, einige freilich können noch Pension zahlen— das macht dann für den ganzen Monat hundertundfünf Mark. Aber es wind durchaus lein Unterschied gemacht: Auch die, für die die Stadt voll aufkommt, denen sie sogar ihr Taschengeld von 3 Mark im Monat zahlt, haben genau die gleiche Kost und die gleichen Rechte. Gekocht wird hier im Heim; gerade zur Zeit des Besuches durchzieht ein feiner Apfel- duft das ganze Haus, in zwei großen Töpfen wird Apfelgelse«in- gekocht. Die alten Damen helfen hier wie auch in Neukölln nur zu gern in der Wirtschaft nach bestem Vermögen mit, denn sie wollen alle zeigen, daß sie immer noch arbeitstüchtig find. Alle dürfen auch hier ihr« eigenen Sachen mitbringen— wenn aber keine vorhanden find, stellt die Stadt aus den Nachlaßmöbeln eine kleine Einrichtung zusammen, oftmals schöne, alte Möbel, in denen sich ein alter Mensch viel behaglicher fühlt als in der modernsten Einrichtung mit allen Schikanen der modernen Dekorationskunst oder der„neuen Sach- lichkeit". Einmal in der Woche ist im Speisezimmer Spiclabend— dann spielt man mit Ernst und Eifer um Kuchenstückchen. Drei der alten Damen sitzen hinten im Garten beim Kaffee, all« drei sind noch nicht lange im Heim, aber alle drei fühlen sich äußerst wohl.„Es ist nichts, bei den Kindern zu wohnen: die Wohnungsnot ist ja zu groß, und Jugend und Alter so nah und so lange beieinander, das tut niemals gut. Hier leben wir unter Menschen unserer Zeit und unseres Alters— und wir haben immer Gesellschaft.' Auch die Leiterin des Helms bestätigt: Die alten Damen sind geistig noch sehr regsam— und in der Familie vereinsamt der alte Mensch oft viel mehr als im Heim, in dem er immer von Altersgenosien umgeben ist. Dieses Pankower Heim ist sozusagen ein Experiment: Man will bei den Altersheimen auch das Prinzip durchführen, die Zimmer höchstens mit zwei Personen zu belegen: Das Ideal eines der alten Herren in Neukölln.„Einer ganz alleine is zu langweilig.' Aber wenn es mehr als zwei in einem Zimmer sind, dann sind es auch fast immer zwei Parteien, und für einen alten Menschen ist der Kampf um den Fensterplatz oder um die Sofaecke manchmal ebenso voll Bitterkeit, wie für uns der Kampf um Brot, Stellung, Arbeit... Und auch wir werden einmal alt werden; aber wir halten unser Schicksal in unseren eigenen Händen. Denn wenn wir wählen, so sollen wir daran denken, daß das Schicksal unserer Stadt und unser eigenes eng miteinander verknüpft ist. Gklarek-Affcire beim Staatsanwalt Keine strafbaren Handlungen von Beamten?- Nifziplinarverfahren Das bisher vorliegende Material in der 5klarek-Assäre ist am gestrigen 5 onnabeird nachmittag bei der Staats- anwaltschaft eingegangen. Die wir hören, wird ein Antrag aus Voruntersuchung vorläusig nicht gestellt werden. Die Bearbeitung der Angelegenheit ist Oberstaats. anwalt T e h l a f f und Slaatsanwaltschaftsrat Dr. Weißen- berg übertragen worden. Die von der städtischen Verwaltung geführte Untersuchung geht unverändert weiter, nachdem die Vernehmungen in den letzten Togen bis spät in die Nacht, ja sogar bis in die Morgenstunden hinein gedauert haben. Ueber das bis jetzt vorliegende Ergebnis wird durch das Städtische Nachrichtenamt erklärt, daß sich der Eindruck nach wie vor oerstärke, daß eine strafbare Handlung von den Beamten nicht begangen ist. Bürgermeister Scholtz hat aus diesem Grunde von einer vorläufigen dienstlichen Beurlaubung der in Frage kommenden Beamten Abstand genommen. Allerdings hat er sich entschlossen, die Einleitung des Disziplinarversahrens für den Direktor der Stadtbank Schmitt, den Direktor Hoffmann und den Abteilungsdirektor Schröder zu betreiben. Der Syndikus der Stadt- bank, Dr. Lehrmann, hat zur Klarstellung der ihn betreffenden Tat» lachen selbst die Einleitung des Disziplinarverfahrens bei Bürger- meister Scholtz beantragt, und diesem Verlangen wird vom Magistrat stattgegeben werden. Im übrigen haben auch die beiden Direktoren Schmitt und Hoffmann die Einleitung des Disziplinar- Verfahrens, das schon von Amts wegen gegen sie geführt werden soll, beantragt, da sie sich mif diese Weise von jedem Der- dacht reinigen wollen. Di« Ermittlungen der Kriminalpolizei> werden ebenfalls mit unvermindertem Eifer fortgesetzt, so daß also gegenwärtig gewisser- maßen von drei verschiedenen Seiten aus die Sklarek- Affäre einer Untersuchung unterzogen wird. Di« gestrigen Ermittlungen haben jedoch, wie wir hören, im wesentlichen kein neues Material zutage gefördert. Am Montag wird zwischen den Kriminalbeamten und den Vertretern der Staatsanwaltschaft eine Konferenz über den weiteren Gang der Untersuchung stattfinden, da ja die Kriminalpolizei jetzt, nachdem die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft übergeben worden ist, hauptsächlich nur als Hilfs- organ dieser Strafverfolgungsbehörde in Frage kommt. Zu den in einem Teil der Presse verbreiteten Meldungen, die Stadtbank habe ihre prinzipielle Zustimmung dazu gegeben, daß der Konkursontrag gegen die Firma Sklarek zurückgenommen werde, teilt das Nachrichtcnamt der Stadt Berlin mit: Es wird zurzeit ein Verfahren erwogen, die Liquidierung des Vermögens der Gebrüder Sklarek ohne Konkursversahren unter gleichmäßiger Befriedigung aller Gläubiger durchzuführen. Hierzu sind bereits vorbereitende Schritte eingeleitet worden. Eine Ent- scheidung konnte jedoch noch nicht getroffen werden, da der vom Verwaltungsrat der Stadtbank eingesetzte Unterausschuh und der Vorstand der Stadtbank zunächst die Ergebnisse der Ausstellungen des Status über das Vermögen der Gebrüder Sklarek abwarten müssen. Es sollen auch die rechtlichen Fragen einer noch- maligen Prüfung unterzogen werden. Eine Zurückziehung des Kontursantrages gegen die Gebrüder Sklarek und die von ihnen betriebenen Firmen ist infolgedessen bisher nicht er- folgt. Sie käme vielmehr nur dann in Frage, wenn sich der Ausschuß des Verwaltungsrats und der Vorstand der Stadtbank endgültig für die Abwicklung der Zlngelegenheit außerhalb de- Konkurses entscheiden würden. Gowjet-Aasen. KpO. gegen Gerüche empfindlich. Im Zusammenhang mit der Stadtverordnetenwahl wurde in Neukölln dieser Tage zu einer kommunistischen Versammlung durch Handzettel eingeladen, die als Thema des Abends folgend« Schlag- Zeilen angaben: � STINKT IN BERLIN! Kommunalkorruption en gros! Flucht des Oberbürgermeisters nach Amerika. Im Hinblick auf diese feinnasig« Riecherei interessiert die Mit- Leitung, daß die kommunistische Parteileitung den im Zusannnen- hang mit der Sklarek-Affäre genannten Stadtrat Degner aufgefordert hat, sein öffentliches Amt niederzulegen und fem« Pa rtei fu n kt i o n e n ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Unabhängig hiervon wird das von der Partei gegen ihn eingeleitete Untersuchungsverfohren weiter- geführt. Schließlich will die KPD. von der Aufstellung des Stadtverordneten und Stadttat» G a e b« l zu den bevorstehenden. Kommunalwahlen Abstand nehmen. Gaebel wird in kommu- nistischen Kreisen beschuldigt, von denSklareks„Geschenke angenommen' zu haben. „Notorische Trinker." Vertagung im Prozeß Düwell und Genossen. Der Prozeß Düwell und Genossen, der betrunkenen Raufbolde, denen die Genossen paege und Heinrich zum Opfer gefallen sind, nahm gastern eine ganz unerwartete Wendung. Der Sachverständige Dr. Drucker erklärte, daß der Angeklagte Stetnke, ein n o- torischer Trinker, sich gerade kurz vor der Tat mehrfach in Errungszuständen befunden hat und zwei Tage nad) derselben zur Verschickung in eine Trinkerheilanstalt vorgesehen war. nicht mit voller Bestimmtheit als zurechnungsfähig während der Tat angesprochen werden könne. Der Staatsanwalt beantragte darauf Untersuchung des Angeklagten Steinte aus den Geisteszustand und Vertagung des Prozesses. Das Gericht, das eben erst für Dienstag einen Lokaltermin bestimmt hatte, beschloß ent» sprechend dem Antrage des Staatsanwatts. Der Haftbefehl gegen die Angeklagten wurde aufrechterhalten. Der Prozeß Düwell und Genossen hat damit vorläufig seinen Abschluß gesunden. Doch soviel steht bereits heut« fest: Das Milieu, in dem der Totschlag der beiden braven Arbeiter statt- geftmden hat, hat einen äußerst bettüblichen Eindruck gemacht. Düwell belästigt auf der Straße zwei Frauen, die ruhig ihres Weges gehen. Er folgt ihnen in dos Lokal. Als er hier zur Rod« gestellt wird, sagt er:„Es ist doch nicht so schlimm. Wir sind doch Kam«- raden.'„Wieso sind wir Kameraden,' erhält er zur Antwort, und er sagt darauf mit der belannten Handbewegung„Rot Front'. „Dann sind wir um so weniger Kameraden,' wird ihm erwidert, „denn wir sind Sozialdemokraten'. Düwell wird nun etwas unsanft aus dem Lokal geschoben— Backpfeife und Fußtritt werden allgemein glaubwürdig bestritten—, und nun hat er nichts eiligeres zu tun, als seine Freunde Hilfe holen zu lassen. M e l i tz, der wegen Unterschlagung von Parteigeldern ausgeschlossene Rot- e:t)p>rigkl 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A-O� Berlin Was schrieb der Chef des Generalstabes? Mit dem Material ist tunlichst rationell zu verfahren. Bei gutem Willen läßt sich überall einsparen. Manchmal kommen Krankenträger ohne Beute, sie selbst sind die Beute. Funk zählt und meldet am Schluß des April- einsatzes für sein Regiment allein einen Ausfall von zwei Sanitätsfeldwebeln, zwei Sanitätsunteroffizieren, vier Krankenträgerunteroffizieren, neunzehn Krankenträgern und dreiundzmanzig Hilfskrankenträgern. Fünfer hat Kämpfe zu bestehen mit den Bataillonsführern um Auffüllung der Lücken aus dem gewöhnlichen Mannschaftsbestand. Sie wird ver- weigert, der Bvstand ist so wie so über alles bisher erlebte Maß gering. Der Divisionsarzt hilft und läßt Leute der Sanitätskompagnie abkommandieren auf den Verbandplatz. Aber sie sind den Dienst weit vorne nicht gewöhnt: sie kennen nicht die Schliche, durch die man sich schützt, wissen nicht, wann man am besten läuft, wie man läuft: sie wittern nicht die Gefahren gleich den immerdar Gefahrgewohnten: sie erliegen eher ihrer Unsicherheit, ihrer Verzagtheit. Sie arbeiten zum größeren Teil mäßig. Es wird trotzdem so viel Menschenfleisch herangeschafft, daß buchstäblich jeder Winkel voll ist. Der Abfluß stockt, er ist manchmal durch Tage nicht möglich wegen des Feuers, der Zufluß geht weiter. Längst ist auch der Raum für die Aerzte dicht belegt. Nur Major Duj'ang lebt weiter unbehelligt in seinem Gemach, er und sein Adjutant haben Telephon- gespräche, fertigen Meldegänger ab, schicken Ordonnanzen au», empfangen Offiziere— ia selbst einen Bataillonsführer, der von seinem Gefechtsstand herüberkommt, als es ausnahm?- weise für ein paar Stunden ganz still ist. 36. Aus einmal ist der Keller erfüllt pon sächsischen Lauten. Klein-e Sachsen sind wie eine aüfgeregke, endlich geborgene Herde die Kellertreppe heruntergetrappelt. Den wenigsten Frontmann, ruft seinen Kollegen M a n t e y, gleichfalls einen früheren Rot-Frontmann, herbei. Dieser begibt ssch ins Lokal, stellt fest, daß man eine Keilerei wohl riskieren kann. ?m nächsten Augenblick ist da» Unglück geschehen: paege und Heinrich liegen erstochen da. Das BN» wird noch dadurch oervollstänbigt, daß die Inhaberin des Not-Front-Lokales den übel beleumundeten Säufer und Messer- stech« Steinte gewissermaßen als R a u sfch m eißTr mißbrauchte. Und als er eines Tages ein großes Messer an sich nimmt, um es bei einer Keilerei zu benutzen, gibt sie ihm statt des großen ein kleines Messer. Der hinausgeworfene Funktionär? In der„Roten Fahne' vom Sonnabend, dem 28. September, wird über die Konferenz der sozialdemokratischen Betriebsfunktionär« wieder ein« faustdicke Lüge verbreitet. Es wird behauptet, daß ein Diskussionsredner, der Ig Jahre in der SPD. organisiert ist, aus dem Saale gewisse» wurde. In Wirklich- keit ist ein Diskussionsredner, der weder im Besitze eines Parteimit- gliedsbuches noch eines Gewerkschaftsmitgliedsbuches war, aus dem Saal gewissen worden, weil er im Verdacht der Spitzelei stand. Am Schluß der Versammlung bat der Genosse Jeßner, daß auch die Mitglieder der Partei, die nicht im Besitze einer Funktionärkarte sind, an LertrauenÄcutekonserenzen teilnehmen dürfen. Jeßner wies fehlt viel, einigen fehlt beinahe gar nichts. Denn daß man Durchfall h-t oder Halsweh und dazu 38 Grad Fieber— das gilt heute nichts mehr. So werden die meisten, die sich krank gemeldet haben, wieder von bannen gejagt. Sie nehmen einen bitteren Eindruck mit von bayrischer Sanität. Die anderen, die Verletzungen haben oder bei denen das Quecksilber gegen vierzig steigt, fallen auf durch, quengelndes Gegacker. Bisher war es still, und wenn einer stöhnte oder auf- schrie, so hatte er wahrlich Grund genug. Jetzt ging es in einem fort:„ihabt'r denn nifcht zu trinken?"—„Gott, was seid'r für grausame Menschen, ihr Bayern, laßt eenen reine- weg hungern!"—„M'r sein doch verwund', habt'r denn geen Erbarmen?" Es waren Leute eines Infanterieregiments aus dem In- dustriegebiet, Fabrikarbeiter, schlecht ernährt von Kindheit an, körperlich schwach, an den Bayern gemessen winzig, blutlos, grau. Ihnen diese Art von Krieg zuzumuten, ihnen so etwas aufzubürden, war für sie gewiß besonders fürchterlich. Sie hatten Grund, sich gegen den Mißbrauch ihrer ausgemergelten Jammergestalten zu wehren. Aber wie sie's taten, war nicht sehr eindrucksvoll. Eindrucksvoller ist die Art, in der zwei Franzosen ver- stummt sind, die gebracht werden. Schrecklich Zugerichtete, nkit vielen Maschinengewehrschüssen durch Schenkel und Knie. Drei Tage sind sie draußen gelegen, ohne Nahrung, zeitweise im Regen. Die fiebrigen Augen sind vereitert, die unförmig angeschwollenen Beine füllen prall bis zum Platzen den Hofen- schlauch. Die Knie, wie Klumpen, haben die Dicke von Ober» schenkeln. Sie stöhnen leise: vielleicht sind sie zu schwach, um lauter zu sein. Funk will ihre Namen erhaschen, es gelingt nicht. Aber fast das Entsetzlichste ist. daß sie Angst haben. Wae werden die Deutschen mit ihnen beginnen? Sie foltern oder zumindest sich weiden an ihren Schmerzen?— Sie müssen sehr durstig sein sie wagen nickt zu trinken. Am Ende sollen sie jetzt oergiftet werden. In die abgezehrten, zer- fallenen, vom Schmerz halb irrsinnigen Mienen tritt der neue Zug des Entsetzens. Dort steht ein deutscher Offizier, dort steht der Feind. Sie glauben an die Echtheit einer guten Regung nicht mehr. Das ist furchtbar. Erst als ein Arzt einen Schluck aus dem Becher tut, es ihnen vormacht, versuchen sie es auch. Aber es wird nichts Rechtes— und essen wollen sie gar nicht. Sie sind schon zu sebr parterre, sie leben schon ganz ihren brauenden Qualen, für den Rest des Lebens. Sie sterben beide, ehe nur entfernt die Aussicht besteht, daß sie amputiert werden können. daraus hin, daß allerdings ein Parteigenosse, der- IS Jahre der Partei angehöre, nicht in die Versammlung hineingelassen wurde, da er kein« Funktionärkart« besaß. Erst ncjchbm er durch den Genoss-'n Jeßner als Gewerkschaftsfunktionär legitlmiert«ar, wurde es dxm Betreffenden gestattet, an der Versammlung teizunehmen. Eifersuchisiragödie in Moabit. Selbstmord des Täters. Am Sonnabendnachmittog spielte sich vor dem hauss Werftstraße 4 In Moabit eine Eis ersucht?» tragödle ob. Der 4Sjährlge Richard wunderlich aus Steglitz drang mit einem Küchenmesser auf seine Geliebte, die 2Sjährigc Else Z., die ia der Werststraße wohnt, ein. ' Da? Mädchen oersucht« zu flüchten, W. eilte jedoch hinterher und brachte ihm mehrer« tiefe Stiche bei. Als Passanten, die Zeugen der Szene geworden waren, dem Mädchen zu� Hilfe eilen wollten, stieß sich der Täter das Messer mehrmals in den Arm Bevor man ihn ergreifen konnte, hatte er aus der Tofch« biitzschn.'ll ein« Flasche herausgezogen, deren Inhalt er leert«. Es muß sich um«in« stark giftig« Flüssigkeit gehaudel! haben, denn W. brach sofort ohnmächtig zusammen. Beid« wurden in da? Moabiter Krankenhaus ge- bracht. Während die Verletzungen des Mädchens sich als nicht sehr Sie kommen in ein Grab zusammen mit dem Marok- kaner, der auch hinüber ist. Als Funk ein zweites Mal vor ihm steht, fragt er sich wieder: lebt er noch? Aber als er diesmal die Mütze vom Ockergesicht streift, ist es tot. Viele enden so, ohne daß man ahnt, wann. Von Zeit zu Zeit werden Matratzen, Kojengestelle und Ecken daraufhin nachgesehen, ob einer Schluß gemacht hat. Immer finden sich Leichen. Aber wer kein Leichnam werden will, ist der Mitrailleusenfeldwebel.„Ein unverwüstlicher Organismus, der doch absolut verspielt hat", sagt Model betreten ob seiner früheren falschen Prophezeiung zu Funk, der ihn herbeiholt, Denn Funk fiftiet den stämmigen Franzosen, wie er droben umhertappt— aus der Waschküche in den Hausgang. Immer mit geschlossenen schieferblauen Lidern, in seiner quellenden motorischen Unruhe. Seltsam, daß er nirgends anstößt. Er macht traumhaft sicher halt vor jedem Hindernis, er tastet die Wand ab. nur beiläufig, ohne Teilnahme. Er steht und zupft, er zupft immer wieder an der gleichen Stelle des Rockes, als müsse dort und nirgends sonst geöffnet werden, um einer Erklärung freien Lauf zu lassen für alles, für all das Schallend-Sinnlose. Am meisten zerrt er, wie stets, an dieser schauerlichen Kopfwunde. Seine Handbewcgungen haben etwas Leichtes, Spielerisches, etwas Graziöses. S'e sind in solch unfaßbarem Kontrast zu dem. was ist, daß Funk sich schreiend wehren möchte. Er und Model lenken dies blaugrüne, aus leisem Rachen blasende Gespenst zurück auf seinen Platz. Es läßt sich hin- lavieren, leistet keinen Widerstand. Liegend erhält es ein doppeltes Maß Morphium. Nach einem weiteren halben Tag gibt das Herz endlich den Kampf auf. Er gelangk zusammen mit den anderen Fran- zosen in die Grube. Es find im ganzen fünf darin, denn ein zweiter Marokkaner muß sich beteiligen. Er ist ohne Arm, ober zu Fuß auf den Verbandplatz gekommen. Oben an der Achsel den Stummel mit den Haut- und Fleischlappen hat ihm jemand zusammengebunden mit einer Schnur. Er gibt keinen Laut von sich. Er setzt sich scheinbar ruhig mit ge» kreuzten Beinen auf den Boden. Er wartet. Er nimmt kein Morphium entgegen. Er ißt nicht. Er wartet. Seine Haut wird immer durchscheinender. Einmal sieht Funk, daß er auf- stehen will, aber dazu ist er doch wohl zu schwach. Er läßt Wasser unter sich. Als Fuyk ihn j.ur Seite gekippt findet, ist er nicht etwa ohne Bewußtsein, er ist tot. (Fortsetzung folgt.) schwer herausstellten, starb W. kurz« Zeit nach seiner E!nlief«runz. Wie Zeugen aussagten, mar W. mit seiner Freurchtn in einen heftigen Streit geraten, in Hessen Acriauf er plötzlich das Messer zog und aus die Ahnungslose eindrang. Als Motiv zur Tat wird Eifersucht angegeben. » Am Sonnffbendvornuttag gab der Hilfslehrer Josef Bauer im Schulzimmer der zweiten Mädchenklasse in Auerbach(Oberpsalz) nach kurzem Wortwechsel auf die Hilsslehrcrin Marie Vettert mehrer« Revolverschüsse ab. Die Kugeln drangen der Lehrerin in den Kopf. Hierags brachte sich Bauer selbst einen Schutz in die Schläfe bei. Die schwer verletzte Lehrerin ist nach 2v Minuten v e r> schieden. Bauer wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in das' Krankenhaus eingeliefert. Der Grund der Tat ist noch unbekannt. Die Todesfahrt von Gatow. Kaufmann Zfteke zu drei Monaten verurteilt. Oer Naubüberfall bei Lichtenrade. Noch keine Spur von den Tätern. Der schwere Raubüberfall aus den Fuhrunternehmer Willi Wegener, der am Freitag abend, wie wir berichteten, in seinem Auto aus der Chaussee zwischen Lichtenrade und Glasow über- fallen und ausgeraubt wurde, konnte noch nicht weiter geklärt werden. W- liegt noch im St.-Norbert-Krantenhaus in Schöneberg darnieder und konnte bisher nicht vernommen werden. Das Auto, das in den Chausseegrabcn gefahren war, wies leicht« Beschädigungen auf. Es wurde von einem Landposten bewacht und am Soimabendnachmittag, nach eingehender Besichtigung des Tatortes durch Berliner Kriminalbeamte, abgeschleppt. Das Auto des W. hotte L i n k s st e u e r u n.g, und es ist daher leicht möglich. daß ihm im Vorüberfahren von den Insassen des aus entgegen- gesetzter Richtung kommenden Autos Pfeffer ins Gesicht geworfen wurde. Berstreuter Pfeffer wurde auch noch in seinem Wagen gefunden. Wie wir schon berichteten, kam Wegener aus dem Spree- wald und befand sich kurz vor Lichtenrade. Von der Stadt kam ihm ein anderes Auto entgegen, dessen Scheinwerfer ihn stark blendeten. Trotzdem Wegener mit seinen Scheinwerfern mehrmals Blinkzeichen gab, blendeten die Entgegenkommenden nicht ab. So war er gezwungen, dicht an den Chausseerand heranzusahren. Als die beiden Wagen in gleicher Höhe waren, flog ihm etwas ins Gesicht, und er verspürte ein heftiges Brennen in dm Augen. Dabei verlor er die Herrschaft über den Wagen, der seitlich in den Graben rutschte. Die Znsassen des anderen Autos sprangen heraus, fielen über ihn her, würgten ihn und schlugen ihn nieder. Sodann raubten fle die Brieftasche mit 400 Mark Inhalt und flüchteten. Fast an der gleichcn Stelle wurde vor etwa sechs Wochen ein Sittlichkeitsvsrbrechen an einer Frau verübt, und es ist möglich, daß zwischen diesem Verbrechen und dem Uebcrfall vielleicht ein Zusammeichang besteht. Seinen Ü0. Geburlstag begeht am Montag Genosse August P o tke In Erkner. Seit 1924 bekleidet er das Amt des stellver- tretenden Amts- und Gemeindevorstehers. Gleichzeitig ist er Bor- sitzender der Wohlsahrtskommijsion der Gemeinde Erkner. Sezirksaasschutz für sozialistische Litdung�albell Berlin. Nächste Tbeqter- Vorstellung am Sonniag, dem 13. Oktober, nachmittags o Ubr, im Stoas- II$cn�chUlKlbfotc�.CJjarloUeuBrnjr.- Zur Aussührung komm! das Schau- .., eatcr..CllailoUevbmizi' Zux Auijührung KAbjägd'. Pkurttf'L I..'«-Nk.'in"dtn bcrvnnkStt'VrrkditfsfteSeie Das Schöfsengerichi Berlin-Milte verurteilte den wegen fahrlässiger Tötung und Führerslucht aogeklaglen Saufmann Riete, unter Freisprechung von der Anklage der fahrlässigen Tötung, wegen Vergehens gegen das Srasl- sahrergefelz zu drei Monaten Gefängnis und zur Tragung von zwei Fünfteln der Soften des Versahrens. Die Zubilligung einer vewährungssrift wurde von der Zahlung einer vutze von 1000 M. an die Staatstasse und 1000 M. au das Sind des getöteten Ehepaares abhängig gemacht. Ausschlaggebend für das Urteil des Gerichts waren Lokaltermin und Sachverständigengutachten. Der Lokaltermin ergab mit voller Gewißheit, daß der Zusammenprall zwischen Rad und Auto von äußerster Wucht gewesen sein mußte. Die Körper des ge- töteten Ehepaares und das Rad waren weit auf den Weg nach Ka- rolinenhöh« geschleudert worden. Die Glassplitter lagen ziemlich am Rande links auf der Chaussee und nebenan im Grase des schmalen Sommerweges. Aus diesen beiden Tatsachen zogen die Sachverständigen ihre Schlüsse. Sie legten sich zwei Fragen vor: Ist der Angeklagte voischristsmäßig rechts gefahren?— und zweitens: Ist der zu Tode gekommene En gelte vorschriftsmäßig gefahren? Nach Ansicht der vom Stautsanwall geladenen Sachver- ständigen wären die Körper der Radfahrer nicht so weit nach links geschleudert worden, wenn das Auto vorschriftsmäßig rechts gehalten hätte. Für ein falsches Fahren spricht, wenn auch nicht mit absoluter Sicherheit, das Linksliegen der Glasfplitter. Andererseits fei nicht anzunehmen, daß Engelke bei dem drei Meter weiten Spielraum auf seinem Rade derart ins Schwanken gekommen sein konnte, daß er in das Auto hineingefahren ist. Nicht ausgeschlossen erscheine allerdings, daß Engelke, geblendet von dem Licht und be- hindert durch die auf der Lenkstange sitzende Frau— was vollkommen unvorschriftsmätzig war— für einen Augen» blick die Richtung verloren habe. Da weder Spuren gesichert, noch Tatzeugen vorhanden seien, könne trotz all dieser Bedenken nicht mit absoluter Bestimmtheit behauptet werden, daß sich der Angeklagt« schuldhaft gen, acht habe. Anders stehen die Dinge in bezug auf die Führerflucht. Sowohl der Angeklagte, wie auch die übrigen Insassen haben unbedingt eine Erschütterung des Autos verspüren müssen. Der Angeklagte, der eben erst im Lichtkegel. des Autos den Radler hatte auftauchen sehen, mußte diese Erschütterung zwang?» läufig hiermit in Verbindung bringen. Unglaubwürdig er» scheint es auch, daß er in der Gastwirtschaft nicht auch den Hinteren Teil seines Wagens besschtgt haben will. Es unterliegt nach all, dem keinem Zweifel, daß er sich habe aus dem Staube machen wollen. Der Staatsanwalt ließ angesichts, der unbestimmten Gutachten der Sachverständigen die Anklage wegen fahrlässiger Tötung fallen und beantragte wegen Führerflucht eine Gefängnis» st rase von drei Monaten. Auch das Gericht konnte sich angesichts des feststehenden unvorschrifts m/ä ß i g e n Fahrens des Ehepaares Engelke nicht mit absoluter Gewißheit von der Schuld des Kaufmanns Riete überzeugen. Genossinnen! «Die Franenstlrnme" wird diesmal als FlagMaii ver» 1 breitet. Stellt Euch den Abieilan�sleiteriimen für Agitation ab Montag, dem 30. September zahlreich zur Verfügung. Das Franensekretartat- Lleberfall auf einen Verkehrsschupo. Ein« Szene, die jeden rechtlich Denkenden empören muß, spielte sich gestern nachmittag an der Ecke Oranien» und Man» teusselstraße im Südosten Deriins ab.— Ein Radfahr« r wurde aus der Straßenkreuzung von einem Automobil an» gefahren. Der Radfahrer geriet darüber so in Wut, daß er aus den Führer des Autos eindrang und aus ihn einschlug. Als der an der Eck« stationierte Berkehrspoliztst den Streit schlichten und den Haudegen feststellen wollt«, versetzt« der Radfahrer dem Beamten mehrer« Schläge. Im Augenblick hast« sich«in« große Menschenmenge ongesammeit, die den Beamten umringte und gegen ihn— ganz unverständlicherweis«—«ine drohende Haltung einnahm. Zum Glück kam in diesem Augenblick dem Bedrängten«in Beamter einer Streife zu Hilfe. Als sogar jetzt noch alle Aufforderungen des Polizisten. die Straße zu räumen, wir tungslos blieben, zog er seine Pistole und feuerte einen Schreckschuh ab. Run stoben die Kra- keeler auseinander. Den Beamten gelang es, den Radfahrer, der den Zwischenfall verursacht haste und«iNen Passanten, der die Menge aufgehetzt hotte, c stz un e hm e n. Naturkatastrophen. ilOO Tote in Mexiko.- 30 in Florida. wie aus Mexiko gemeldet wird, sind Infolg« lleberfchivem- mung des Flusses Mehttllan vier Skädle des Staates Hidalgo völlig unter Wasser. Da die Fluten überraschend schnell stiegen, konnten sich zahlreiche Personen nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen. Räch hier vorliegenden Meldungen sollen über 100 Tote zu bbklagen sein. Der größte Teil der Bevölkerung des von der Ueberschwemmung betroffenen Gebietes muß unter freiem Himmel lagern. Miami(Florida), 28. September. Die Südinsel Floridas ist von einem Orkan erreicht morden. Da» Zentrum de« Orkaas besiudet sich ungesähr 100 Meilen südlich von Miami. Es rückl mil 25 Stundenkilometer Geschwindigkeit vorwärts und richtet riesigen Schaden an. Der Orkan bewegt sich in südöstlicher Richtung auf die S l a d t k e y w e st. Die Brücken und vcrbindungsstraßen, die o6m Festland nach dieser Stadt führen, sind der größten Gefahr ausgesetzt. Gesten» nachmittag fegle der Orkan über die Biminl-Zaselu mit einer Stundengeschwindigkeit von übex 100 Silometern, wo er gleichfalls schwere Verwüstungen anrichteie. Bis Zehi werden ZV Todesopfer gemeldet. Wetterbericht der ösieuNichea wetlerdievftstelle Berlin und limgegrnd «Nachdr. Verb.) Noch«eilt heiter und trocken. Am Tag« ziemlich inam.— Für ventichlond: Im. Nordwesten zunehmende Bewölkung, tpSter auch ..etwas Abkühlung. J« übrigen Jeichc uoch leine durchgrcijcnde Aenberung. m Unsere Kunden heben entschieden, welches die wichtigsten Vorzüge bei 1000 M. Qualität Preis Auswahl Passform Versand durch Zentrale Leiser, BERLIN SO 16, Srhmidstr. 24,31 Lade eleganft Form. b«sonders pr«ls««s» Eleganter Strassen tthnh JE1U" Ladt dgoMs Fabdat Fescher Lackschuh katbmiknBA dgcaa Fabrikat Lade Otlgjaai. Ooodyetr»Vsli „Rhetngold* dk nane«chlant« Foon. 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Das Attentat auf die Gewerkschaften. Nachdem der kommunistische Neichstagsabgeordnete Dahlem die Berliner Referenien der KPD. in die Absichten Moskaus über die Spaltung der Gewerkschaften eingeweiht hatte— wir haben darüber aus Grund der Berichte der kommunistischen Presse bereits unser« Leser informiert— sind auch die gewöhnlichen kommunisti- schen Funktionäre von Berlin-Brandenburg und der Lausig durch den Landtagsabgeordneten Kasper ins Bild gesetzt worden. Der Besuch war recht bescheiden. Wie Pieck mitteilt«, waren ins- gesamt lSS von mehr als 800 Eingeladenen erschienen. Als Stoß- trupp ist das nicht sehr imponierend. Pieck erklärt« auch, doh es eine Gemeinheit sei, wie dies« gewöhnlichen Funktionär« mit den Einladungen der Bezirksleitung umgehen. In seinem Referat zog auch Kasper gegen die Pflaumenweichen vom Leder. Es müsse rücksichtslos mit ihnen aufgeräumt werden. Und dann kam des Pudels Kern. Die dringendste Aufgabe sei der schärfste Kampf gegen die Sozialsaschisten im Betrieb und in der Gewerkschaft. Es sei falsch, immer noch zu glaube», daß mau de» Gewerkschaftsap parat erobern könne. Diese Methode fei veraltet, vi« freien Gewerkfchaften mühten zersetzt»ad dann zertrümmert werden. Zu diesem Zweck müsie man versuchen, überoll Wirtschafts- kämpfe auszulösen. Di« KPD. Hab« bereit» die nötigen Bor- bereitungen getroffen, um die Auslösung des Streiks der mittel- deutschen Bergarbeiter zu gewährleisten. Dies genüge aber nicht. Es müßten zwischentarifliche Forderungen gestellt iverden. Auch die Ausschlüsse von kommunistischen Gewerkschaftsfunktionären müßten entsprechend ausgewertet werden. Es müsse durchgesetzt werden, daß sich die Arbeiter hinter ihre Funktionär« stellen, wie e« bei den Rohrlegern der Fall war. Bei den Drehern sei man schlapp gewesen, was auf das Versagen der Genossen der Opposition in den Betrieben zurück- zuführen sei. Dann sprach Kasper über die Vorbereitung de» Retchskon- grefses der Gewerkschaftsoppofition. Dies« Dele- gierten leren w vetriab»- und Gewerkschaftsversammlungen zu wählen. Di« Kosten soll die Arbesterschaft selbst tragen, dann werde sie sich auch dafür interessieren. Aufgab« de» Kongresses sei, die Betriebsrätewahlen oorzuberesten, Dirtschaftskämpf« zu provozieren und schließlich, und da» ist die Hauptsache, die straffe Zusammenfassvag aller revolatloaSvea Kräfte im Reichsmaßstab«. Also die Gründung einer kommunistischen gewerkschaft- lichen Spitzenorganisation. Dann wurde drei Stunden lang diskutiert. Zum Schluß nahm man die üblich« Bandwurmentschließung an. Sie ist zwei Zestungs- spalten lang und wiederholt den Kern der Ausführungen Kaspers. Es wird da nur»detaillierter angeführt, w o demnächst durch die KPD. Streiks„ausgelöst" werden sollen: in der Metallindustrie, im Baugewerbe, bei den Gemeindearbestern, bei den Tabakarbeitern, Warnung! Es ist festgestellt worden, daß einzelne Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbande» auf die voa der Niederkirchner-Dereinigung herausgegebenen Sammellisten zeichnen. Es ist auzu- nehmen, daß dies aus Unkenntnis geschehen ist. Die engere und erweiterte Verwaltung hat dazu Stellung genommen und be- schlössen, alle Mitglieder ö s s e n t l i ch zu waraen! Wer trotz dieser Warnung ans diese Sammellisten zeichnet, unterstützt eine gegnerische Organisation, die dem Deutschen Metallarbetterverband den schörsstea Kamps angesagt hat. handelt also schwer verbandsschädigend und muß dainil rechnen, daß auf Grund de» Stakut» gegen ihn vorgegangen wird. Kollege«, ihr seid gewarntt E» ist eure Pflicht, die Sammellisten der Vereinigung der Rohrleger und Helfer zu- rückzuweisen. Die Ortsverwallung de, Deutschen Metallarbeiterverbaade» Berlin. bei den Reichs- und Staatsarbestern, bei den Eisenbahnern, in der brandenburgischen Metallindustrie, in der chemischen Industrie, bei den Hutarbeitern, bei den Straßenbahirern, bei den Buchdruckern und auch bei den Angestellten der Berliner Metallindustrie, über die es in der Resolution wörtlich heißt:„Die reformistische Sewerk- schaftsbureaukratie des AfA-Bundes tut absolut nichts...* Sehr schön macht sich in der Resolution auch, daß sie«ine warme Lanze bricht für die wegen ihrer— sagen wir nicht sehr korrekten— Geschäftsführung abgesetzte kommunistisch« Orts- oerwallung des Tabakarbeiterverbandes. Es gelte jetzt, die Mit- glieder um diese Ehrenmänner„zu sammeln und keinerlei An- Weisungen von dem eingesetzten Kommissar entgegenzunehmen". Also Spaltung unker Führung der Elemente, die mit den Arbeiter- groscheu großzügig umgehen. Aber dos scheint ja in der KPD. ganz selbstverständlich zu sein. In der Sitzung des kommunistischen Detricbsrätcausschusses, die am 24. September im Kar�Licbknecht-haus stattfand, teilt« der Kassierer K o s w i g mit, daß von den vorhandenen 200 00V Marken wohl 90 000 in den Betrieben untergebracht worden seien, aber nur für 30 000 das Geld eingegangen ist. Aus dieser Differenz erklärt sich auch wohl zum guten Teil die groß« Energie so mancher kommunistischer Sammler. Wohin die Reise der Kommunistischen Partei geht, darüber kann gar kein Zweifel mehr bestehen. Es ist deshalb kein Wunder, wenn selbst die Mehrheit der kommunistischen Funktionäre diese ver- brccherische Abcnteurerpolitik mitzumachen sich wei- gert und die KPD. sich dadurch gezwungen sieht, aus Elemente zurückzugreifen, die nach großem Vorbild nicht kleinlich sind, wenn es sich um Arbeitergroschen handelt. Ein Aufatmen wird durch die Reihen der Arbeiterschaft gehen, wenn die KPD. selbst die in jeder Beziehung reinliche Scheidung anordnet. Wie Kommunisten streiken. Oie Arbeiter als Kanonenfutter. Wie wir bereits mitteilen konnten, beabsichtigen die Drahtzieher des Streiks auf dem Tietz- Neubau den Zusammenstoß mit de? Polizei. Das ist ihnen auch prompt Freitag und Sonnabend gelun- gen. Di«„Rote Fahne" wundert sich, doh wir das bereits irtit- teilen konnten: ihre Strohpuppen müssen besser dicht halten. Zu den tätlichen Zlngrisfen, einer Wedding-Kolonn« aus die nicht am Streit beteiligten Berufsgruppen nahm am Sonnabend- vormittag eine Versammlung der Stukkateur«, Putzer, Fliesenleger. Pavtettbodenleger, Steinmetzen und anderer Berufsgruppen Stellung. Nach eingehender Besprechung wurde beschlossen,«inen Vertreter der Streikleitung zu hören. Die Streikleitung erschien— drei Mann hoch— und wurde nun vor die Fragen gestellt, wieso fie sich 1. eine Verbesserung der Kampfessront denke, wenn die übrigen Berufsgruppen mitstrerken, 2. ob sie bereit wäre, von dem Bo» gehen der Wedding-Kolonn« abzurücken, 3. in der kommunistischen Press« die Erklärung abzugeben, daß die Streikleitung die durch den Streck der Maurer, Zimmerer und Hilfsarbeiter in keiner Weis« berührten sonstigen auf dem Bau beschäftigten Berussgnippen aller Art. nicht als Streitbrecher bezeichnen. 4. ob sie bereit wäre, die Streikposten mit Schildern auszurüsten, die die Aufschrift tragen. daß Maurer, Zimmerer und Hilfsarbeiter sich im. Streik befinden. Zur 1. Frag« erklärte der Obmann der Streikleitung, daß die Streckenden es als«ine Verpflichtung der Gesamtbelegschaft an- sehen, daß, wenn«tn« Gruppe auf dem Lau in den Streit trete, olle Berufsgruppen unbeschadet bestehender Tarifverträge miizustreiken hätten. Auf den Zwischenruf:„Was ist mit den R o h r» legern?", war Grill der Meinung, daß die Rohrleger, die noch anderen Bauten ickgerückt sind, in�ioppelterFront' kämpfen. Das Weiterarbeiten der Rohrleger auf anderen Bauten sei nicht nur richttg, sondern sogar begrüßenswert! Im übrigen versuchte der Stalinist mit allerlei faulen Ausrede» »nh provokatorischen Reden das Lorgehen der Wedding-Kolonn«», die zu den Streikenden überhaupt nicht gehören, zu recht- sertigen. Uoscrc Hut-Abteilung leistet wirklich Erstaunliches I~ Für Überraschend wenig Geld können Sie hier Ihrem Wunsehe, einen totschicken Hut tu tragen und selbst sieh in einer Saison mdhrere neue tu kaufen, nach Hertenslust nachkommen. ffi Vornekm-Khkke Mode- gloeke aus Vcloun-So. Uli.«ein ele*anJ gefOMert (g EnUflckeade hoAino- deme FlU|locks mU Fe- daMsdtd und Flbbandeeii Elegantes Vdoutlnekldd Modeform mit höher gelegtem Gürtel, reichen Glocken. 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Der Streikleiter erklärte näm- flch, wenn die Streikenden die Lohntüten der Stukka- teure bekämen, dann würden auch sie den Streik einstellen! Alle an der Versammlung beteiligten BerUf�gruppen erklärten einmütig, daß sie nicht gewillt sind, sich dem Terror zu sögen, und all« Maßregeln ergreifen werden, um die teineswegs am Streik beteiligten Kollegen vor Angriffen des Janhagel» und Beleidigung als Streitbrecher zu schützen. d. h. gegen Sie spielen anderen Also die Rohrleger„streiten in doppelter Front", den Metallarbeiier-Verband. Sie streiken?— Nein! ein echt kommunistisches Theater und ziehen nach Bauten ab. Aus Solidarität mit diesen Streikstatisten versucht man durch tätliche Angrifs« zweifelhafter Elemente die Arbeiter vom Bau herunterzuhauen. Die übrige Arbeitevschast soll treu und brav jede Woche einen Stundenverdienst in dl« kommunistische Parteikasse abliefern. So streiten Kommunisten! Verbandstag der Geschwssenheii. Bremen, 28. September.(Eigenbericht.) Der letzte Tag war wichtigen Detbaiidsangelegcnheiten auf Qtamd der Anträge gewidmet. Da» Interesse für die Berhand- tungen blieb bis zuletzt lebendig. Da» Schlußwort Tarnowe g«staltete sich zu einem wirkungsvollen Appell, der der ganzen Ge» ««rkschoftsbewegung gilt. Nach Dankesworten an alle Bremer In- stanzen führte Tarnow aus: Der Derbandstag sei ein Beispiel der Ges chlossen- h«it und der Festigkeit gewesen, eine Manifestation der Einmütigkeit wie noch niemals zuvor. Die Debatten waren von solcher Reichhaltigkeit und Lebendigkeit, daß jeder die allergrößte Hochschätzung 7 für die Kollegen haben müsse. Groß« Entscheidungen stehen bevor. .Die Bereinigung der Weltpolitik durch den Boung-PIan habe die Voraussetzung für die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Wirtschaft geschaffen. Veränderungen der Zoll- und Steuerpolitik stehen bevor. Die Konzentrationsbewegungen treten in ein neues ' Stadium. Die Zusammenballung der zwei größten deutschen Banken sei dafür der lebendigst« Beweis. Die Wirtschaft organisiert sich in einem Tempo, wie es noch niemals zu verzeichnen ivar. Dabei wächst die Möglichkeit der öffentlichen Beeinflussung der Wirtschast durch die Arbeiterklasse. Vor einigen Tagen hob« in Düsteldorf die Spitzenorxanisation der deutschen Industrie getagt. Auf dieser Tagung sind die Gewerkschaften als Machtfaktoren an- erkannt und gewürdigt worden. Bor 30 Iahren hat ein Industrieller den Ausspruch getan:„Man muß den Arbeitern begreiflich machen, daß der Lohn, den sie bekommen, ein« In Gnaden gewährte Auwendung ist. für die st« sich dankbar zu erweisen haben." Damit vergleiche man die Debatten in Düsteidorf. Die ganze Zeit- «rscheinung erfordert, daß die Arbeiter in den Gewerkschaften einig und gefchlvsten zusommeitftehen müssen. Noch niemals war die Einigkeit der Arbeiterklasse uitd die Stärkung de? Gcwerkschisten notwendiger ais heute. Der BerbänV der Holzarbeiter hat in Einigkeit und Geschlossenheit dos beste Beispiel geliefert. Tarnow schloß den Derbandstag mit einem Hoch auf den verband, in das die Regierten freudig einstimmten. Tariskonflikt der Einsetzer. Räch dem Ablauf ihre« Akkwvtaris«» am 1. April forderten dte Einsetzer ein« Echöhung der in dem Tarifvertrag festgelegten A k k o r d p r e i s e um durchschnittlich 15 Proz. Di« Unternehmer zogen die Verhandlungen über den Reuadschluß de» Tarifvertrages zunächst wochenlang hinaus und machten dann in den weiteren Ver- Handlungen so unbedeutende Zugeständnisse, daß die Verhandlung-!- kommifston der Einsetzer die völlig ausstchtslafen Verhandlungen schließlich abbrechen mußte. Die Fordsrungen wunden nunmehr den einzelnen De- triebsinhabern untenbreitet und von einem Teil der Bau» tischlereien auch anerkannt Einige Unternehmer ver- hielten sich jedoch völlig ablehnend, so daß die Einsetzer in diesen Be- trieben die Arbeit einstellten Die im HolzarbelterverbaiÄ» onganisterten Einsetzer nahmen am Donnerstagnachmittag zu dem Tailstreik Stellung und beschlossen ein- miitig, ihn solange fortzusetzen, bis sich die Unternehmer zum Ab- schluh eines neuen Bronchentarifes bereit orNären, der ihren Forderungen Rechnung trägt. öSkMin C. waiisiröfSW 13 Friedenau, Rh«(n«(r. 62 niiaien. Tempelhof.BcriinersfrläJ KratfttgMwinMlnft Bsrlinar$pM)»Ig»»ohlftl ----- Beirtebsratswahl bei Orenstein u. Koppel. Kommunistlfche Vetr-ebsräte an Ver Arbeit. von einem Arbeiter der Firma Drenstein Koppel wild»n« geschrieben: Am 3. Oktober hat die Belegschaft der Firma Oren- stein u. Koppel einen neuen Betriebsrat zu wählen. Genau wie im vorigen Jahre stellt die sogenannt» Opposition der freigewerk- lchaftlichen Liste wieder eine eigene„revolutlanäre" Lift« ent- gegen, an deren Spitze der au» dem Metalla�beiterverband wegen verbandrschädigendsr Handlungen ou»grschlols«ne Kom- m u n i st H o f e r t steht. Dieser.revolutionäre" Betriebsrat hat sich besondere Dergün st igungen bei der Firma verschafft, wie z. V. die Benutzung eines F i r m e n a u t v» für Pnva'- zwecke oder eine R h« i n r e! s e aus Kosten der Betriebskrankenkass« usw. Der Mann ist also tüchtig. Der kommunistische Betriebsrat von Orenstein o. Kopvel hat sich aber auch in seiner Gesamtheit schon öfter als ganz besonders „würdige" Jnteressenvcrtretunq der vslegschait erwiesen. So hatte er zum 1. Mai ein kommunistisches Flugblatt unterzeichnet, in dem die Spandauer Arbeiter aufgefordert wurden, am S. Mai in den Generalstreik zu treten. Anstatt aber selbst als erste den General- streit zu eröffnen, beriefen sich tne kommuncstifchen Worfelden dar- auf, als Betriebsräte nicht streiken zu dürfen! Bei dem letzten Streik zeigten sich dies« Revolutionär« so hilflos, daß erst die„sozialfaschistische Gewerkschaftsbureaukrotie" auf den Plan treten mußte, um die Verhandlungen mit der Firma zu einem er- folgreichen Abschluß zu bringen. Während den vor einiger Zeit ge- führten Stillegungsverhandlungen versuchte der Der- treter des Metallarbeiterverbandes die für die Entlassung in Aus- sscht genommenen Arbeiter noch einige Zeit im Betrieb zu halten. Das kommunistische BetriebSratsmitglied Pa h l bescheinigte aber der Direktion, daß die Arbeiter ni-bt mehr beschäftigt werden könnten und erreichte damit, daß 150 Mann der Belegschaft ohne Ein- Haltung der Sperrfrist entlassen wurden. Da» find fo einige.Erfolge", mit denen die kommunistsschen Betriebsräte die Belegschaft von Orenstein u. Koppel im letzten Jahre beglückt haben. Wie es mit der.erdrückenden Mehrh.'it" aussteht, die dieser Betriebsrat angeblich.hinter sich hat. bewiesen 1' 11 II am deutlichsten die drei Betriebsversammlungen, die sich mit de» bevorstehenden Betriebsratswahl beschäftigten. In der ersten Ber� sammlung waren 67, in der zweiten 35 und in der letzten ganz« 57 Mann der 1150 Köpfe zählenden Belegschaft anw.sertd. Dies« 57 Mann haben die Oppositionsliste zur Betriebsratswahl ausgestellt. Die freigewerkschaftlichen Vertrauensleute unterbreiten der Belegschaft eine Liste, die in einer freigewerkschaft- lichm Mitgliederversammlung fast einstimmig gutgcheißew wurde und auf der nur sreigewerkschaitlich organisiert« und erfahrene Arbeiter kandidieren Di« sreigewerkschasilichen Kandidaten be-cn der Belegschaft von Ohrenstcin u. Koppel die Gewähr, daß sie bei allen Streitigkeiten im engsten Einvernehmen mit den Organi- satwnen die Inieressen der Belegschaft vertreten werden. Jeder vor- wärtsstrebende und wirklich klassenbewußte Arbeiter der Firma Orenstein u. Koppel kann bei der BctriedsrotZwcchl ,am 3. Oktober niemand anders seine St'mme geben als d«fi Kandidaten der freigewerkschaftlichen Liste. Tagung der Angestettieniniernationale. In Brüssel fand«ine Vorstandssitzuna des Hnternotio- nalen Berufslekretariat» für Handels- Und Bur«auange- st« l l t e st a t t. Den Vorsitz führte Urban- Deutschland,»ei der Besprechung des Tätigkeitsberichtes, der einstimmig ange�iomm-'n würde, wiesen mehrere Redner mil Befrieblgintg auf die Eyisegiing eine» beratenden A u e schu s s e s für die Angl st eilten beim Internationalen Arbeitkamt in Gens hin. Da» sei ein starker Eisolg der Angestcllteninternotionol«, die kräst g sür dies» Reform«in- getreten sei. Eine ausführliche Aussprache fand über das Arbeits- Programm des beratenden Ausschusses statt. Es wurden dann mehrere Entschlicßungen zur Unterstützung der BerusssSrderung der Verficherungsangestellten und zum Schutz der Interessen der Er- sinder, die in einem Unternehmen arbeiten, angenommen. Beschlossen wurde weiter, vier Sonderkonferenzen, und zwar sür die Angestellten im Versicherungswesen, die Handlungsreisenden. die Angestellten des Kleinhandel« und die Techniker einzuberufen. Die Konferenz nahm zur Kenntnis, daß der südslawisch» Lage- ste l l t e n v e r b a n d mit 2000 Mitgliedern sich der Internationale angeschlossen hat. Ihr gehören jetzt 46 Verbände in 20 Ländern mit insgesamt 800 000 Mitgliedern an. «*» Jtelr««* d», ectricte ff«»*. Ce. ?icn»ca«. ICH UM.«kN-mmlu»,»ei 6a« .*.Du emialbimj-tcaU» c» Raraol bnuna: «iHvitft, 6tn*lt(R Epntibtt in*.»«rudtl Lindow-r Str. 21. Taar-ichnu Nrkrrcnt«rttog, ftatl Drrssrl.._ «loliieitMUBi«)»itnsta«.« UM. t»»Mi«amMTfll», ttVtamr Straß« l, wicht«« ffunttioncir-xreammlux».®en»(I« 6«o»t»rt»t»Rrt'i Lcmpert spricht U»«t kommrnt« Pro»!««« Al» gunttianir««Mi »cttn B«rtr«t«r müff«««rfdninfn.,... arMitoaeattafchoft(«sUIbcBataMHchn«•lUdMoa�m. Vertr»t»rH«rs«mmlap. NtN Ortrl-rt«», Bcilla. Im Saal 5 bc» Arbrst-Mricht Zieichsv«rgch«rui__________________.4 »unMn mit einem Beriil» Ubot bic Ttttiakeit M» »fc »er 1»H im» rna de« AsB ort»!«««« 6»rNu.»»ntch«. t»H «ewerkschast-bause«. SO. IC. UnaelufeT M 25. Saae-rbnuna: für Sunt bi« September un»»arttaa Bbet«enbetunten bei ntiMtbnun«, Bericht vom ZNtrnberger»»atttrnfaffenteci vet- lÄeÄÄ4* Siirschenlonffftien. SinfOirun» bet i fteuerbribilse. 3Rit927. Sohn des Joh. Saat Traugott Rattke und der Dorothea Laisa Auguste geh. Grahlow(Oradow), geb. Berlle» II. Mir» 1861, war Ms IS. Februar 1903 preubischer Staatsangehöriger; EmNIe Grimm, geb. Gradow, Berlin, Orflnar Weg will, mit Schankwirt Otto Grimm verheiratet gewesen. Tochter des Schlächters Friedrieh Gradow aad der Minna gab. Rossov, geat sn Bei IIa(Chart«O.— Teaergott Rattke, Schankwirt, Berlin, Oraaleaatr 46. geat t. Mal IM«, dessen Witwe und 2 Kinder, letzte ru Nichten des Oosiav Rattke. verheiratet, eine soll Odilia helie«. Jene Personen, welche erbberechtigt sind, wollen Ihre Abstammung durch Dokumente dem NachlaBkurator lakob. Verwalter, Wien U, Praterstr. 15, mitteilen. ■ Küchen■ KOdte Lottche*. KOefce ChrtsttM SSM- ca.- Schrank 18» an nur komplett... Kleiderschranke 00 cm mit Hutboden and Stange 100 em mit Wisch eeinr-, Hutboden roh ent adl. SS 09.- a«. to«.- roh ent all **.-«a.- und Stange... 120 cm mit Hutboden und Stange SS- st«- _____.. sn.-?».- 120 cm mit Wäscheelnr. und Stange 60.- 80.- BbasedanmrBbl bei bililgttea Himmel Haaplseschlft: Lothrlneer Str. 22(Schtnhauier Tor) Filiale Or. Frtnkiuntr Str. 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Die Tatsache, daß Ver- Handlungen dieser Art im Gange sind, ist von der Regierung zu- gegeben worden. Federführend in der ganzen Angelegenheit ist das Reichswirtschaftsministerium. Der Finanzmann Jvar Kreuzer gehört zu den mächtigsten Männern der Welt. Er ist der führende Kopf gewesen, der auf der schmalen Basis des Zündholzes eine Weltmacht errichtet hat, die ihn dazu besähigt, grosien Ländern Anleihen von einem Umfang« anzubieten, wie dies jetzt bei Deutschland geschehen ist. Die Macht Jvar Kreuzers ruht auf zwei Säulen. Di« eine Säule ist der eigentliche Schwedentrust, der ili 42 Ländern mehr als 150 Zündholzfabriken betreibt. Daneben verfügt der Trust über ungeheure Wald- laüfundien, die ihm das Rohmaterial für die Zündholzfabritation stellen. Auch an den westbekannten hochwertigen schwedischen Erzgruben ist der Trust maßgeblich beteiligt. Die zweite Säule der Kreugerschen Wellmacht ist der Finanztrust, der sich um die Kreuzer und Toll A..G. gruppiert. Die Entstehung und auch die internationale Gliederung dieses Finonztrusts erklären sich aus der einzigartigen und fast stets erfolgreichen Finanzierungspolitit de» Schwedentrusts. Ohne daß im Augenblick besondere Gründe vorzuliegen scheinen, pflegt der Trust Kapitalerhöhungen von größlem Ausmaß vorzunehmen und die ihm daraus zufließenden Mittel gviffberest zu hasten. In gut zehn Iahren hat es der Schwedentrust verstanden, einen Eroberungsfeldzug durch die ganze West siegreich durchzuführen. Roch im Jahre 1917 betrug das Kapttal des Schwedentrusts 45 Millionen Schwedenkronen. Sein Einfluß beschränkte sich damals noch auf die Beherrschung des skandinavischen Marktes. Im Laus« seiner ununterbrochenen Expansionspolitik hat Jvar Kreuger eine Kapitalerhöhnng der anderen folgen lassen, und gegenwärtig beträgt der Börsenwirt der beiden Hauptunternehmungen des Trust» in Schweden und ihrer großen amerikanischen Gesellschaft, der Internationalen Zündholz-Corporation. annähernd 3 Milliarden Mark. Man kann heut« damit rechnen, daß reichlich S0 Jfroy des gesamker» weltverbrauchs am ZüadhSlzem von den Werken de» Schwedentrust» oder au» kontrollierten Fabriken geliefert werden. In den letzten beiden Iahren haben wir«ine ganze Anzahl neuer Vorstöße des Schwedentrusts zu verzeichnen gehabt, die auf den. Grwerb de» Zündh.fll,z Monopols in den disher noch nicht beherrschten Ländern abzielten. Die vom Schweden- trust angerootttte friari«rroorrungspotUlt kst oon Fall zu Fall verschieden. In wenig entwickelten Ländern, in denen noch kein Zllndholzmonopol de» Staates vorher bestand, und wo die einheimischen Fabriken meist auf sehr schwacher Basis orbestsn, gelingt e» ch»n in kurzer Zeit, die Industrie des betresfenden Lande» glatt aufzusaugen. Ander, in den Ländern, in denen der Staat da, Zündholzmonopol besitzt oder vor endgültiger Auf- saugung seiner einheimischen Industrie eingreift. Hier tritt der eigentliche Finanztrust in Aktion. Er wendet sich besonders an die Staaten, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden, macht ihnen größere Anleiheangebot« und läßt sich dafür das Monopol für Zündhölzer geben. Zurzeit hat der Schwedentrust bei folgenden Ländern Anleihen lausen: Frankreich..... 75 Millionen Dollar Ungarn...... 36,. Rumänien..... 31,8., Iuguslowien..... 22., Polen....... 6,. Lettland...... 6.. Griechenland..... 4.8,, Ecuador...... 3,, Das sind also fast 800 Millionen Mark, mit denen der Schwedentrust eine Reihe größerer und kleinerer Länder finanziert hat. Bei der französischen Staatsanleihe von 75 Millionen Dollar erinnert man sich noch der überaus heftigen Kämpfe in der fran- zösischen Kanuner im Juni 1927, die durch die Berhandlungen der Regierung mit dem Schwedentrust ausgelöst wurden. Poincarä und sein Kabinett waren damals bereit, das französisch« Staatsmonopol auf Zündhölzer an den Schwedentrust aus- zuliesern. Die» ist durch die Kommer seinerzeit verhindert worden. Allerdings konnte sich Jvar Kreuger trotz dieser Schlappe einen ver« hältnismäßig groß« Einfluß bei dem französischen Zündholzmonopol sichern. In Verbindung mit seiner Anleihe erhiell er das Recht auf die gesamte Maschinen- und Holzlieserung sowie auch auf die Lieferung von fertigen Zündhölzern an das französische Monopol. In Ungarn hat der Verkauf des Zündholzmonopols an den Schwcdentrust im vergangenen Jahr zu den wüstesten Szenen im ungarischen Abgeordnetenhaus geführt. Auch in Lettland hat die Abtretung des Zündholzmonopols an Jvar Kreuger einen tollen politischen Skandal hervorgerufen. Ein führendes Blatt hatte durch eine raffinierte Briessälschung den Finanzminister beschuldigt, von dem Schwedentrust Bestechungs- gelber in Höhe von 50 000 Dollar angenommen zu haben. Die Fälschung wurde bald darauf erkannt. In der deutschen Zündholzindustrie hat Kreuger frühzeitig Fuß gefaßt, und zwar waren ihm die deutschen Industriellen dabei sehr behilflich. Es gab sine Zeit, wo sich' die deutschen Zündholzfabriken geradezu unter die Fittiche des Schwedentrusts drängten. Der Schwedentrust nutzte dann die Krise in der deutschen Zündholzindustrie aus, um zu einem Zündholz- syndikat zu kommen, über das der Reichswirtschaftsminister aller- dings die Preiskontrolle besitzt. In letzter Zeit hat ein gefährlicher Außenseiter dauernd an Boden gewonnen, die sowjctrussischc Zünd- Holzindustrie, die vorwiegend ihre Waren an den deutschen Einzel- Handel absetzt. Mit der sowjetrussischen Konkurrenz will man anscheinend auch im Reichswirtschastsministerium die Notwendigkeit. des Monopols in Deutschland begründen. Mecklenburgische Agrarpolitik. Ein dunkles Kapitel. Di« Verhandlungen über di« Vereinheitlichung des landwirtschaftlichen G«noss«nschaftsw«sen» in Brandenburg und Mecklenburg sind im letzten Augenblick an dem Widerspruch einer Handvoll mecklenburgischer Großgrundbesitzer gescheitert. Nach dem Rationalisierungsplan sollte die Landwirtschaftliche Haupt- genossenschaft für Brandenburg und beide Mecklenburg ihr mecklen- burgisches Geschäft an di« Raisfeisenwarenanstalt für Mecklenburg, die ihr« Firma entsprechend umändern sollte, abgeben. Der neuen gemeinsamen Warenanstalt sollten von der P r e u ß e n k a s s« die bei der Hauptgenossenschaft und der Raisfeisenwarenanstalt ent- stondenen Derluste ersetzt und außerdem ein Ankurbelungskredit von 500 000 M. zinslos gegeben werden. Dieser Ankurbelungskredit sollte in der Weis« zurückgezahlt werden, daß jeweils nach Aus- schüttung einer fechsprogentigen Dividende der überschießende Ge- winn de» neuen Unternehmens bis zur Höhe von jährlich 100000 M. zur Rückzahlung der 500 000 M. verwandt werden sollte. Diese Rückzahlungsbedingungen, die.Vi.rllich_.alleu berechtigten Wünschen weit genug entgegenkam«», genügt« eiyigen Herren ber Hauptgenossenl'b�ke»>-» sw«eicnbiirg nicht, l>le auch lhrerseil» Erfolge für da» landwirtschaftliche Genossenschaftswesen Mecklen- burgs aufzeigen wollten. Sie forderten also ohne den Schallen einer sachlichen Begründung, daß der unverzinsliche Kredit sich in ein Geschenk verwandeln sollte, insowell er nicht bi« zum 30. Juni 1935, also in den ersten fünf Iahren der Geschäftstätigkell der neuen Unternehmung, zurück- gezahlt sei. Die Preußenkass« lehnte es ab, noch welter ent- gegenzukommen als bisher, und di« mecklenburgischen Herren scheuten sich nicht, daraus hin das Einigungswerk scheitern zu lassen.. Da sie wußten, daß ihr« Handlungsweise überall nur ent- schiedenster Ablehnung begegnen kann, wo di« Zusammenhänge bekannt werden, haben sie sie einfach zu verschleiern oersucht. Sie leugneten den wahren Charakter der erwähnten 500 000 M. als Ankurbelungskredit ab und behaupteten in der Presse, daß es sich auch bei diesem Betrage um di« Deckung vonRaifseisen- o e r l u st e n himdele. Sie schoben der Preußenkasse die Ber- antwortung für das Scheitern des Einigungswerks zu, die voll und ganz den mecklenburgischen Vertretern der Hauptgenossenschaft zur Last fällt. Es ist erfreulich, daß die Preußenkasse demgegenüber im „Amtlichen Preußischen Pressedienst' sich zur Wehr setzt und es mit dürren Worten ablehnt, übermäßige Zuschüsse zu leisten. Dieser Leistung mecklenburgischer Agrarpolitik ist ein zweite» Vorkommnis zur Seite zu setzen, über das. gestern die DAZ. berichtete. Seit einiger Zeit befindet sich die. L a n d b u n db a nk G. m. b. H.. Rostock, in Schwierigkeiten, ein Unternehmen, Las die dunkelsten und unwirtfchaflllchften Beziehungen auch geschäss? sicher Art ZU pulschistischeu s reisen mecklenburgischer Grohgrundbesiher unterholten haben soll. Der Hauptgrund für ihren Zusammenbruch ist die übermäßige Kreditgewährung an Herrn L ü t t m a n n. Besitzer des Rittergut» pll V 6 e Heiren-Halbsduihe.gute* Z 90 Rindbox........... � Herr.-Sehnörstiefol, solide QSO Verarbeitung.......' Herr.-Halbschuh, Rahmenarbeit, mit Kerbrahmen.l O90 der elegante Herbstschuh» � Schulst! e fei für die herbstliche Jahreszeit in dauerhafter Ausführung Leistungen! Heute bringen wir Ihnen wieder eine Fülle neuer und schöner Herbst-Artikel, von deren Ausfall und Freiswürdigkeit Sie überrascht sein werden. Besichtigen Sie unsere Fenster I Caromolfarb. Spangen- schuh mit dunkle« Kopp«, A90 Laufabsatz.»»»»»» Ladt• Sponaensdn/h, b«-"7 90 tiebtes Moaell.......' Schwarz Wlldleder-Sp schuh mit moderner l zierung, L XV-Absatz = Spangenschuh, echt Box- Q 90 g kolf mit loufabsatz..... 0 Pumps�chworz Wildleder, 080 «ehr apart......... Für die kühleren Taget Alle Arten warme Hausschuhe Liwera- Strumpfe u. 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Wer wollte nicht auch so bankrott machen? Selbst nach dieser Schenkung der Frau Lüttmann bleibt bei der Genossenschaft noch ein Verlust von rund 280 000 M., den die Genossenschaft in der Weise decken will, daß die übrigen Genossen im Durchschnitt je 1000 M. einzahlen. Würde ein jüdischer Gcschäftsmaim so verfahren, so schrie die Rechtspresse noch dem Richter. Bei Rittergutsbesitzers ist das ander». So sehen die Leute aus, die mecklenburgische Zlgrar- Politik machen. Wir beglückwünschen das arme Land nicht dazu. Glaubt man aber wirklich, daß solche Leute die moralische Qualifi. kation haben, sich als Führer der Landwirtschast und der nationalen Sache aufzuspielen? Wir glauben, daß es dringend not- wendig wäre, daß sich die mecklenburgische Landwirtschast ihr« Führer einmal etwas sorgfältiger betrachtet. Der Streich bei den Vereinheitlichungs-Verhandlungen zeigt ihre Unfähigkeit, die Geschäfte der Landbundbank Rostock ihre Skrupel- l o s i g k e i t. Nationalisierung der Landwirifchast. Wie ist Klein- und Mittelbetrieben die Verwendung von Motoren möglich? Es ist keine Frage mehr: der voll ausgenutzte Motor in der Landwirtschaft ist dem Gespann überlegen und arbeitet rentabler. Die Kosten eines Gespannes pro Morgen werden mit 24 M. an- gegeben, wobei der Hauptteil auf Lohn und Fütterung entfällt: dagegen soll sich die Arbeit eines Motorpfluges nur auf 8 M. pro Morgen stellen, vorausgesetzt daß der Motor voll ausgenutzt wird. Diese Voraussetzung ist aber bisher nur beim Großgrund- besitz gegeben. Mittel und Wege zu finden, die Vorteile der Motor- arbeit auch dem Klein- und Mittelbesitz zukommen zu lassen, haben die im Bau von Motoren führenden Firmen zur Gründung der„L a n d k u l t u r A.- G." veranlaßt, an der sich auch das Reich beteiligt hat. Diese Gesellschaft vermietet an landwirtschaftliche Betriebe, deren Bodenbesitz zu klein für die Ausnutzung eines Motors ist, nach Arbeitstagen oder nach der Anzahl der bearbeiteten Morgen ihre Motoren. Daneben leistet sie über in ganz Deutschland oerteilte Versuchsstationen Aufklärungsarbeit über die Vorteile der Motorisierung und die zu ergreifenden Maßnahmen. Wichtigste und schwer zu lösende Ausgabe ist die der Flurbereinigung. Ein Mittelbauer, der mietweise einen Motorpslug oerwenden will, muß zuvor sein« vielfach zerstreuten Ackerteile zusammenlegen zu einer Fläch« oder zu wenigen zusammenhängenden Flächen: denn die Verwendung des Motors bedingt eine Min de st große des zu bearbeitenden Ackers. Wenn nun die Besitzer eines Dorfes so kleinen Besitz haben, daß einer allein auch mietweise keinen Motor verwenden kann, so gibt es nur den genossenschaftlichen Zusammenschluß mit gemeinsamer Bearbeitung des Landes aller Besitzer. Das würde also eine Rückkehr zu der altdeutschen Betriebsweise mit Flurzwang bedeuten. Di« Genossenschafts- bildung soll aber auch sonst gefördert werden. Zur Vermeidung oerteuertider Transporte sollen auch die Mittelbetriebe sich zu- sammenschließen. damit st« genossenschaftlich Motoren e r- werben und verwenden. Eine Genossenschaft würde auch in der Lage sein, das nötige K o p i t a l zum Erwerb eines Motors auf- zubringen, was dem einzelnen Landwirt vielfach nicht möglich ist. Von Schwierigkett ist auch die Frage der Anhängegeräte, die heute zum größten Teil auf große Güter zugeschnitten sind. Sehr zu verbessern und auszugestalten ist dos Reparatur- wesen und die E r s a tz t e i l l i e f e r u n g auf dem Lande, damit nicht bei einer Störung die Maschine tagelang stillstehen muß.— Man sieht, ausgaben hat die„L a n d k u l t u r" genug: man kann ihr nur guten Erfolg wünschen, besonders da ihre Arbeit dem Klein- und Millelbesitz zugute kommt, die 97 Prozent aller Betriebe und 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche darstellen. Starke Bautätigkeit im Juli. Aber der Kälterückschlag noch nicht aufgeholt. Die Zahl der zum Bau genehmigten und der bereits in Angriff genommenen Gebäude und Wohnungen ist im Juli weiterhin gestiegen. Si« übertraf bei weitem das Ergebnis vom Juli 1928. Di« Zunahme auch gegenüber dem Juni dieses Jahres ist daraus zu erklären, daß einmal die Frllhjahrsbauten in den beiden Sommermonaten erhebliche Fortschritte gemacht haben und die noch aus 1928 herübergenommenen Bauten größtenteils fertiggestellt werden konnten. Hierdurch entstand Platz für die Inangriffnahme neuer Bauten, und die Vorbereitungen für die herbstliche Bautätig- keit konnten in verstärktem Maße fortgeführt werden. Der Reinzugang an Gebäuden und Wohnungen war in diesem Jahr infolge der starken Verzögerung der Bauarbeiten durch die starke Kälteperiode bisher gegenüber dem Vorjahr zurückgeblieben. Er hat jetzt endlich einen größeren Umfang erreicht. Er betnig nach dem Statistischen Reichsamt in 96 berichtenden Groß- und Mittel- städten 2274 Wohngebäude, das sind 37 Proz. mehr als im Juni 1929 und S Proz. mehr als im Juli 1928. Der Reinzugang an Wohnungen liegt mit 10 4S9 im Juli dieses Jahres sogar u m 12 Proz. über den Ergebnissen des entsprechenden Monats im Vorjahr. Die Zahl der in Arbeit.begriffenen Wohnungen war Ende Juli in den berichtenden Städten um etwa 23 000 Wohnungen größer als zur entsprechenden Zeit des Vorjahres und um 26 000 Wohnungen höher als Ende 1928. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres stellte sich der Reinzugang an Wohnungen auf 53 586 gegen 63 198 im Vor- jähr. Er bleibt also trotz des erfreulichen Aufschwunges in den Monaten Juni und Juli hinter 1928 immer noch um 15 Proz. zurück._ Gestiegene Augufl-Umsähe im Textil-Einzelhandcl. Nach der Umsatzstatistik des Reichsbundes des Textil-Einzelhandels betrug, wie „Die Textil-Woche' mitteilt, der wertmäßige Umsatz im Textil- Einzelhandel im August 1929 im Gesamtdurchschnitt für das deutsche Wirtschaftsgebiet 101,8 Proz. des Umsatzes im August 1928. Schaltet man die Preisschwankungen aus, so entspricht diesem Er« gebnis bei Umrechnung über den Großhandelsindex für Textilien eine Zunahme des Umsatzes von 2,8 Proz., bei Umrechnung über den Lebenshaltungsindex(Gruppe Bekleidung) eine solche von 1 Proz. gegenüber dem Umsatz im Vergleichsmonat. Der auf die einzelne Verkaufskrast entfallende Durchschnittsumsatz liegt 9,4 Proz. über der für den August 1928 errechneten Ziffer. Bei der Beur- teilung dieses Ergebnisses muß die in einer größeren Zahl von Wirt- schastsgebieten vorgenommene Späterlegung der Saisonausverkäuse berücksichtigt werden. Für die von der Ausvertaufsverlegung nicht betroffenen Firmen, die also in dieser Beziehung unter den gleichen Bedingungen wie im Vorjahre gearbeitet haben, ist ein Rückgang des wertmäßigen Umsatzes von durchschnittlich 0,7 Proz. gegenüber dem Monat August 1928 festzustellen. Bei denjenigen Firmen, die von einer Späterlegung der Saisonausverkäufe betroffen wurden, wurde im Gegensatz dazu eine Umsatzsteigerung von 9,1 Proz. fest- gestellt. Diese Firmen erzielten im Juli und August 1929 zu- sammen einen Umsatz, der sich durchschnittlich auf 100,9 Proz. des in der gleichen Zeit des Vorjahres erziellen Umsatzes beläuft. holzabkommen mit Polen verlängert. Es kann mit Bestimmt- heit damit gerechnet werden, daß weder von polnischer noch von deutscher Seite eine Kündigung des Holzabkommens, das vor zwei Jahren abgeschlossen und im vorigen Jahre verlängert wurde, erfolgen wird. Somit wird das Abkommen unverändert ein weiteres Jahr, bis zum 31. Dezember 1930, Gültigkeit behalten. An diesem Fortbestand ist vor ollem Polen interessiert, denn Deutschland ist nicht nur mengenmäßig der beste Abnehmer der bedeutenden polniichen Holzoussuhr, sondern auch� die Erlöse aus dem deutschen Markt sind wegen seiner frachtgünstigen Loge höher als bei der sonstigen Ausfuhr. Allerdings wäre Polen eine Erhöhung des Einfuhrkontingents für Schnittholz(IVi Millionen Kubikmeter) erwünscht gewesen, uin die Bearbeitung des Rundholzes in größerem Umfange im Inland« vornehmen zu können. Deutschland, das sehr stark aus Holzeinfuhr angewiesen ist, hätte nicht ohne Schädigung weiter Holzbearbeitunxs- und Händlerkreise eine Kündigung des Abkommens aussprechen können, wenn auch das benötigte Holz aus anderen Ländern (Finnland, Randstaaten) hätte eingeführt werden können. Aber sicher hätte eine solch« Maßnahme die Handelsvertragsverhandlungen mit Polen, die seit Jahr und Tag nicht vom Fleck kommen, noch mehr belastet. Zulespinoerei und Weberei Kassel 15 JJtoz. Dividend«. Die schon in den letzten Iahren mit großen Gewinnen arbeitend« Jutespinnerei und Weberei A.-G. in Kassel kann auch für das Geschäfts- jähr 1928/29 wieder die sehr hohe Dividende von 15 Proz. auszahlen. Die Umsätze hielten sich mit 6 Millionen Mark aus der Höhe des Vorjahres. Die Mechanisierung d«r Betriebe wurde fort- gesetzt, was in der Erhöhung der Anlogewerte um rund 120 000 M. zum Ausdruck kommt. Die Erneuerung der Gesamtkraftanlaoen wurde beendet, so daß die laufenden Ausgaben für Kohl« und Bedienung wesentlich ermäßigt wurd«n. Der starke Rückgang der Vor- räte lägt auf einen sehr flotten Absatz in den letzten Monaten schließen. kräftige Sledluagslätigkeil ia Mecklenburg. Es scheint, al» ob endlich in den Musterländern ostelbischenGroßgrund» besitz«-, in Mecklenburg und Vorpommern, die Siedlungstättgkeit in wünschenswertem Umfange«insetzt. Di« Kultur- und Sied lungsg es ellschaft deutscher Landwirt« A..G., Schwerin, hat in der letzten Zelt ein« Anzahl großer Güter gekauft: so das Rittergut L ütz o w bei Schwerin(4000 Morgen), das zwangsversteigert« Gut Penzlin bei Meyenburg (3000 Morgen), Rittergut Wöpkendorf bei Rostock(6000 Mor» gen): und in Vorpommern Ritt«rgut Pinnow bei Anklam(4640 Morgen) und Gut Dailsdors-Fesekow im Kreise Grimmen (4000 Morgen). Jifr dm Jtfrm ©w BR WNEIWTR- Semaprecher: Horden 3203 Bnrschen-SakkoanzQge W' Än I einige Form, braun gemusu Chev., Qr. 38 JU.ilu Cheviot, klein kariert, Qr. 38.... 42.00 brami oder blau meliert, gute Qualität, � QQ Berren-SafekoanzBgerSs.cQ'nn Form, braun od. blau, neue Streilenmust. UiJ.VrU gemustert. Cheviot, blaugrauer Ton 79-00 sehr gute Chevlot-Qualltlt, verschied.(19 0(1 Farben............. JO.UU bes'e Kammgarn-QualltJten, für MaS...... 145- K 110.00 sehr dankbare Qualitäten, Qr. 38. neueste Farben, Qr. 38,.... 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Aussprache.— Parteimitgliedsbuch ist als Ausweis mitzubringen. Da* FreoentckTciariat, teld) und Deuttchlant'. Mitsliedsbllcher mitbrinsen.— Pren, lauer Ber«: 29 Udr bei Burg, Prenzlauer Allee, erweiterte Jorstandsiitzung. Treptow lOrtsverein): Iungbanner. und Echutzsportlerveriammluug in Niederlchane � on.Ri imto- Rm. lelrtro m S Monatsrate) Hafälog qrafisf MAX ätuss. .AÖT. ____' KAUFHAUS 5BRUN C ROSENTHALER ST 58 Slait Karlsnl Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, dafi am 27. September, nachmittags 4V, Uhr, mein lieber Mann, unser treusetgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der Angestellte Friedrich Noihmann Im Alter von 45 Jahren verstorben ist. Die tieneraden Htnlerbltebocen. Einäscherung Mittwoch, den 2. Oktober, nachmittags S Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, KlefholzstraBc 221. Blutnenspenden «der Art Uftett preiswert F»dI GolletE norm. Robert Meyer Mariannen« traste S Ecke Nnunynstra ie Ami Morttzpl 193 1.3 Nach langem Leiden enilchliet am 26. September, morgen» I Uhr. im Alter von last 72 Jahren mein inniggeliedter Mann, unser guter Vater, Schwieget- und Eroßvater. der Pensionär Auxust Taeterow Dies ziigt tieibetrlibt an im Namen der trauernden HmterbUedenen Cbarlotte Taeterow. Berlin, den 29. September 1929. Die Einäscherung findet am Montag, dem 39. Sepiemder. abends 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. 37,28 statt. Unser atleo Mitglied. Kassenan» gestellter kiieducd Nothmann ReuköUn. Wesersiratz« 18____ ist am TT. September nach schpierem Leiden gestorben. Ehre seinem Andenkenl Di« Etnäscherungateler sinket Müt» woch. 17 Udr, inBaumschuIettweg statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. 99. Abtcilnng SPD. �im 26. September verschied infolge Herzschtage» aus dem Wege zur Ardeusstäti« unser lieder Kollege ?all! iVsseuderg im 65. Lebensjahre.— Ein ehrendes Andeuten bewahrt Dai Personal der Badtdrnckerei Oebr. Ungar Eiuä.cheruttg Montag, den 39 Sep- te mder, nachm.>ieb(161-) Uhr. Kr«- malotium Wilmersdorf, Beritner Sir. Vankfagnnp. Für die große und herzlich« Tell» nahm« beim Heimgänge meines luden Mannes, des Stukkoleurmetster, Frau? Witte spreche ich allenBerwandten. Freunden und Bekannten, dem Bornand der stutkalettee- uttd Bildhauer-Innung. dem Verein des Landwehr-Inianteru- Aegiment« Rr. 48, und den Damen des Kränzchens mernen herzlichsten Dank aus. Herzlichen Danl dem Herrn Pfarrer Ewald iür die Iteöe- vollen und trostreichen Worte am Sarge de» teuren Enttchlasenen. kran Witte» geb. Zander. Berlin 31 54, Zianolirchplatz S. Danksagung. Für die llderauo zahlrelcheit Beweis» autrtchtig»! Teilnahme bei dem Hin» Idtetden metner lieben Frau und Mutter Qertrud I.evin geb. S ahl sagen wir allen Beteiligten herzlichen Dank. C. bovin und Sohn. 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September 4979 WeMescr dieses Blattes wird davon überzeugt sein, dah es notwendig ist, seinen Inhalt weiterzuverbreiten und dauernd für das Blatt des schaffenden Volkes, den «Vorwärts*', neue Abonnenten zu gewinnen- Der Wahlkampf um die Rathäuser Berlins und Preußens gibt die beste Gelegenheit, für die Parteipresse und damit für die Partei als Werber zu wirken! Bestellungen auf den «Vorwärts" nehmen jede Spedition und die Hauptexpedition, Lindenstrahe 3, entgegen Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 29. September: 7: PuakzymnastüL& Für des Landwirt Stvcdeaglockeaspid dar Potsdamer Garnisonkirche. 9: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10: Wettervorhersage für den Sonntag. II: Studio. 11.30: Briefe an die Elternstundc. 12: Mittagskonzert. 13-50: Bildfunk. 14: Märchen. 14.30: Schallplattenkonzert. 15.30: Großer Preis von Karlshorst. 16.15: Sendespiele: Der arme Heinrich von Hauptmann. 18.36: CcllovortrSge. 19: Funk- glcssen und Parodien. 20; Konzert. Danach: Tanzmusik. Montag, 30. September; 7: Funkgyranastik. 12.30: WettenneidimgeB für den Landwirt. 14: Schall- plattenkonzert. 15.30: Die Frau als Globetrotter. 16: Zum Beginn der neuen Lehrzeit. 1630: Konzert. 17.45: Frank Tlcß liest aus seinen Werken- 18.30; Wie ärgert man sich am besten? 18.58: Bildfunk. 19.05: Unterhaltungsmusik. 20; Das Interview der Woche. 2030; Uebertragung aus Warschau: Orchester- konzert. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 1. Oktober: 7; Fankgymnastik. 1230: Die Viertelstunde für den Landwirt. 13.50: Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 1530: Einführung in die Jugendstunde. 15.45: Mahatma Gandhi zum 60. Geburtstage. 16.05: Die wirtschaftliche Bedeutung Brasiliens. 16.30: Franz Liszt(Konzert). 17: Unterhaltungsmusik. 1530: Stunde mit Büchern. 19; Die Rationalisierung des Ladengeschäfts. 19.36: Schallplattenkonzert. 20: Wovon man spricht. 20.30: Qroßstadt-Musik. Mittwoch, 2 Oktober: 7: Funkgymnastik. 11.05: Bildfunk. 1230: Wettermeldung» für den Landwirt. 1330: Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 15.26: Jugendstunde. 16.30: Klaviervorträge. 17: Tcemusik. 17.48: Vor wichtigen Entscheidungen im deutschen Fußballsport. 18.10: Persönliche Erinnerungen an Hans Thoma. 1� 40: Lieder 19.10; Das Berliner Qastwirtsge werke und seine Arbeitnehmerschaft. 1930: Die werdende Weltstadt Berlin. 20: Uebertragung Stettin:„Odysscus". 2230: Fröhliche Unterhaltung. Donnerstag. 3. Oktober: 7: Funkgvmnastik, 1230: Die Vierteltunde für den landwirf. 14: Schallplattenkonzert. 1530: Jugendstunde 15.45; Claude Monct und die Seine. 1635: Nervosität oder Unart? 1630: Kammermusik. 17�0: Martin Beheiro- Schwarzbach liest eigene Dichtung. 18.15: Schallplattenkonzert. 19: Tierfreunde und Hundesperre. 19.40; Bildfunk. 1930: Pat und Patachon stellen sich vor. 20.15: Uebertragung Metropol-Theater;„Marie.tta" von Oscar Strans. Danach: Tanzmusik. Freitag, 4. Oktober: 7: Funkgymnastik 9.68: Ud)ertr«gn»f Reichstag; Eröffnung des 20 deutschen Turntages. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 13.50: Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 1530: Jugendstunde. 15.45: Zum deutsch-japanischen Sportfest. 16.05; Herbstschönheit in märkischen Laubwäldern- 1630: Unterhaltungsmusik. 18.05: Das neue Buch. 1830: Mark Lotbar(Konzert). 19; Das Anrufzeich» Im Drahtlosen Nachrichtendienst. 19.30; Heitere Lieder. 20: Sendesplelc:„Lady Wlntennercs Fächer", von Oskar Wild«. Anschließend; UatArkaitaaffsamsik. Danach: Tanzmusik. Sonnabend. 5. 7: Funkgymnastik. 12: Eröffnungsfeier der Herbstausstellung der Deutschen Kunstgemeinschaft. 13.50; Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45: Was wir von Berlin wissen müssen. 16.05: Dilettantische und methodische Graphologie. 16.30: Unterhaltungsmusik- 18.36; Französisch für Anfänger. 19: Unterhaltung. 19.30; Zeitberichte. 20.10: Die Reise vom Gassenhauer zur Revue in 25 Jahren. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen, Sonnlag, 29. September: Ab 7: Uebertragung ans Berlin. 18.36: Der LandschafLscbarakter Deutschlands im Wandel der Jahrhunderte. 19.20: Die Hirsche schreien. Deutschlandsender: 20: Orchesterkonzert. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 30. September: 16; Französisch(kalturkundllch-Hterarische Stande). 1630: Uebertragung aas Berlin. 1736: Die Arie und das Lied als Symbole zweier Musikkulturen. 18: Schicksale berühmter Gemälde. 1830: Englisch für Anfänger. 18.55: Der schwäbische Laubwald. 19.20: Aus der Praxis des Motorradfahrers. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Lieder im Volkston. 20.30: Unterbaltungsmusik. 21.16:„Die Rückkehr des verlorenen Sohnes", von A. Gide. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Dienstag, 1. Oktober: 1630; Uebertragung ans Leipzig. 1736: Hans Thoma als Dichter und Schriftsteller. 18; Musikverstehen. 1830: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Praktisch angewandte künstlerische Werbetätigkeit. 19.20: Das Aufspeichern von Wärme und Arbeit in der Natur und in der Technik. 19.58: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20: Wovon man spicht. 26.30: Reger-Konzert. 21.30: Felix Holländer liest aus„Das Schiff der Abenteuer". Anschließend; Uebertragung aqs Berlin. Mittwoch, 2 Oktober: 16: Die Berufsschule als Kulturfaktor. 16.30: Uebertragung aus Hamburg. 1730: Paul Rechter, der Sänger des neuen Berlin. 18: Die Aufgaben des Deutschen Institutes für technische Arbeitsschulung. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Aussehen und Leistung der im Bau befindlichen Großluftscbiffe. 19,20; Das Ethos der Sozialversicherung. 1935: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 26: Uebertragung Städtische Oper, Charlottenburg:„Tyll", eine Ulen- spicgel-Oper von Mark Lothar. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Donnerstag. 3. Oktober: 16; Erziehung zur Selbstverantwortung. 16.30: Uebertragung aus Berlin. 1730: Dichtungen in Prosa von Heinrieb Heine. 18: Deutsches Genossenschaftswesen in Osteuropa. 18.30; Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Die Zwei Konzerte, die diametral entgegengesetzt sind: Moria P r o i si spielt mit tänzerischer Leichtigkeit Schumanns Karneval e>p»5 9, diese entzückende romantische Komposition mit leiser melancho- lischer Unterströmung, umspielt von witzigen Arabesken, melodien- gesättigt und von gelockertem Rhythmus, ein Traum aus vergangener Zeit, ein Traum, den man heute noch gerne träumt. Und dann wird ffTurrffart-m. e st r o n z« r t onlößlich der Urauf. führung der durch den sozialistischen Ku l t» r v e r b o n d ausgezeichneten Kompositionen übertragen. Es ist eine ganz andere Welt, es ist eine ganz ander« Zeit, die hier spricht. Wie der Staats- sekretär Heinrich Sch» l z einleitend aussührt: Es ist die Welt der Arbeit, aus der diese Kompositionen erwachsen sind. Und doronf weist schon der Titel„Hammerwerk" der Sinsanie von Wunsch Hirn Man hat nicht mehr Zeit zum Spielen, die Musik wird zum Ausdruck der Alltagswelk der Arbeit, sie erhebt sie in die künstlerische Sphäre. Die Melodie tritt gegenüber dem Rhythmus zurück, also das Individuelle verschwindet hinter dem Gedanken der Gemeinschast. Aus die einzelnen Werke und auf. die ganze Verau- staltung wird hier noch an anderer Stelle eingegangen werden. Zu begrüßen stt, daß dieses außerordentlich wichtig« Konzert- auf alle deutschen Sender übertragen wird! F. S. Ernte der Zucker- und Futterrüben. 1936: Ration alisieamg im Einzelhandel, 1935: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 26; Uebertragnng aus Leipzig: Die Kunst der Fuge(Konzert). 2136; Witbetnf Schäfer liest ans seinen Werken. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Freitag. 4. Oktober: 16: Schnlrccht und Elternrecht. 16.30: Uebertragimg am Leipzig 1730'. Haben die Primitiven ein feineres Mosikgefühi aJs wir? 18: Die stenerliche Belastung. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Darf man Optimist sein? 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerztc. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20: Uebertragung Köln: Eine Fahrt dnreh westdeutsches Arbettaland. Anschließend: Uebertragung am Berlin. Sonnabend, 5. Oktober: 1630: Uebertragnng ans Hamborg. 17.30: Die Praxis des Mitbesttmmasgs- rechtes der Beamten. 18; Der politische Nentralititsgcdanke tn der Gewerkschaftsbewegung. 1830; Französisch für Anfänger 1838; Probleme der neuen Oper. 19 55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20: Konzert des Erfurter Motettenchors. 20.40: Aus den Archiv» der Berliner Staatsoper(Konzert). Anschließend: Uebertragung aus Berlin. IDSozialistischeArbetterjugendGr..Verlin ainfenbungm fflr Sief, Jtukrn nur an da« Zuzmds-trNarlat 3erlln 62568,£fnde. E. Bernstein. Sprechchor. Musik, ssilm vom Wiener Jugendtoa. Alle itreunde au» Jugend und Bortet ssnd herzlichst eingeladen.. Werbebezirk Teltomkanal: Iii. Jahr-Kundgebung gemeinsam mrt dem Werde- be,irk Schöneberq Abteilungsneranstaltungen fallen au». K Werbebeiirk Reiniiiendorf: Achtung. Genossen! Unsere Demonstration und Kundgebung auf dem Aussenspielplass in Reinickendorf.West(Treffpunkt Teges. Dorfauel findet heute nicht statt. Sie wird auf einige Wochen pertagt. Werbe bewirk Tiergarten: Heut», 1014 Uhr, Glassbrenner-Abend im Jugendheim Lehrter Sir. 18—19. Werbebeairk Prenzlauer Berg: Die Balksbithnenmitglieder<280. Absl nenmitgliederpersammlung am Dien». Rllfenthäler Str. 11—12. restlos um Strasse, Normaluhr. Wir gehen von dort au» gemeinsam mir Boasbsthnenversammlung. RochiLaler gehen direkt ilu den.Honerland-TeftsSlen, Bock?. Ecke Neue Triedrichstrosse.— Heute, Iss Uhr. in der Turnhalle Schöniliesser Strasse Svrechchorprobe der Gruppen Talk» plah I und n und Sckiönha?lser Vorstadt. Toh>?cn und Musskinstrumente mit. dringen. Da» Erscheinen der Musskaruppe sehr ermllnscht. »italrede. MtaliSeroers. Testsstsen, R«, in de» Sonderabteilnngen her Volksbühne beteiligt euch an der ' in Ho versande ersommlang am Dienstag. Re-ie Triedrichstrasse. 1. Oktober.'Sit Uhr. Morgen, Montag. 19� Uhr. Kalkplah l: Schule, öonnenbnrger Str. 20. Ausspracheabend aber die flow. munalmahlen.— Aalkplah D: Keim, Schule Sgnnenduraer Str. 20, Kimmer 3: „Soiiolismus at» Wirtfchoftsprobsem«.— Rordoftea II: Heim, Daniiger Str. 62, Baracke 8:..Ardeiterdichter".— Schönhauser Borstadt: Heim. Sonnenburger Strasse 26:„Arbeiterjugend und freie Gcwrrksckiasten".— Hallcsche, Tor: Heim, Porckstr. 11. Broletarische sseierstunde(Roie Talken si??d ringelodenl.— Ebar- lottenburg-Rord: Heim. Olllersstrosse(Etädt. Spielvlassl:„Politische Satire". — Westend: Städt. Jugendheim. Sportplass Westend:„Arbeiterjugend und ihre Literatur".— Pankow III(Rote ssalkenl: Heim. Görsckistr. 14: Mitglieder. Versammlung.— Lichtenbarg-Rord: Leim. Guntcrstr. 44: jüngeren Gruppe, Id-Minuten-Refmate über:.Nirsorgeergiehung".— Schönhauser Borstadt: Hci?n, Sonnenburger Str. 26:„Proletarische Jugend und Elternhaus". Werde bewirk Mitte: Wcrhebe4irksvorsta??d»ssssung in der Schule, Elisahesh. kirchstr.>6. SSG. Neukölln: Besprechu??« der Herbstfahrt um IS Uhr be? Helga Npdecke, Weichselslr. Zg. Volksbiilmc E.V. Auf die am 1. Okiober 1929 stattfindend. myssieder-versammliinaen wird hiermit nochmals aufmerksam gemacht Versammlungsort und Tagesordnung siehe„Blätterder Volksbühne", Heft I. flnEiosnnö von N. 450««—« pro- lenüfler TeiismiiKi verschrelliniia. «IT VolKsbüline E. V. Berlin I Das Verzeichnis der bei der am 6. Juni 1929 ausgelosten Stücke ist kostenlos in der Geschäftsstelle der Volksbühne, Berlin C. 25, Linien- i straße 227, zu haben. KHNE ivon M.i.-an eflitsEalflkronenvon M.9.-aii r>;!1.r1ir.dst ssewissenh. Behandlung, Qualitätsarbeit aaraniiert.— Rüntgen- Aprara'.— Quarzlampe- Höhensonne. [BDlFal-lDililDt liir ZaliD-ii.iiiliiiiiliEiiiEii W 3S! sJtea,,l*®r strafte 20 An der Potsdamer StxaÄ� NORDEN: OSTEN; SCMONEBERG: R A � jj&fl GENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E.G. M.B.H. Ein reichhaltiges Lager von Mobiliar jeder Art bietet das MOhelhans der Konsuin- Gemsdialt Berlin u. Onigeg. RSbtNäxsn mcdt Kredit nnO tat Mödelbaiar. atafit BXswadl. Ucint Pecilel «tifxkle: SdlloFiimmet 455. SrcifMimmct 343, Letten, immer 2fi0. EvieaelsckrLnke US, AnrichiekUchen 75, KleidetschtSnke 48. Kol, beilstellen 48, Chaisclonaues 28 Mctnllbetien 16,«ufieaemottaticn 13. Sonfliae Möbel cnlsvtechcnde Vreiie Teiltablnna auilchlaaftei. 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Di« D-lchichte vom Kran, Biderkoof� Aus di-fei» vcräfscntlichcn wir mit»rnchmizung de« Bei- loflcs folgenden Abschnitt: Der Rosenthaler Platz unterhält sich. Mitten auf dem Rosenthaler Platz springt ein Mann mit zwei gelben Paketen vor, der 41 ab, eine leere Autodroschke rutscht noch gerade an ihin vorbei, der Schupo sieht ihm nach,«in Straßen- bahnkontrolleur taucht auf. Schupo und Koirtrolleur geben sich die Hand:„Der hat ober mal Schwein gehabt mit seine Pakete." Die Invalidenstraße walzt sich linksherum ab. Es geht nach dem Stettiner Bahnhof, wo die Züge von der Ostsee ankommen: Sie sind ja so berußt.— Ja hier staubt's.— Guten Tag, auf Wiedersehen.— Hat der Herr was zu tragen? 50 Pfennig.— Sie haben sich aber gut erholt.— Ach, die braune Farbe vergeht bald.— Woher die Leute bloß das viel« Gelb zu verreisen haben.— In einem kleinen Hotel da in einer finsteren Straße hat sich gestern früh ein Liebespaar erschossen, ein Kellner aus Dresden und«ine oerheiratete Frau, die sich aber anders eingeschrieben haben. Vom Süden kommt die Rosenthaler Straß« auf den Platz. Drüben gibt Aschinger den Leuten zu essen und Bier zu trinken, Konzert und Großbäckerei. Fische sind nahrhaft, manche sind froh. wenn sie Fische haben, andere wieder können keine Fische essen. Esit Fische, dann bleibt ihr schlank, gesund und frisch. Damen- strümpfc, echt Kunstseide. Sie haben hier«inen Füllfederhalter mit . prima Goldfeder. An der Haltestelle Lothringer Straße sind eben eingestiegen in die 4 vier Leute, zwei ältliche Frauen, ein bekümmerter einfacher Mann und«in Junge mit Mütze und Ohrenklappe. Die beiden Frauen gehören zusammen, es ist Frau Plückt und Frau Hoppe. Sie wollen für Frau Hoppe, die ältere, eine Leibbinde besorgen, weil sie eine Anlage zum Nabelbruch hat. Sie waren zum Banda- giften in der Brunnenstrahe, nachher wollen beide ihre Männer zum Essen abholest. Kleine Kneipe am Rosenthaler Platz. Vorn spielen sie Billard, hinten in einer Ecke qualmen zwei Männer und trinken Tee. Der«ine hat ein schlaffes Gesicht und graues Haar, er sitzt in der Pelerine:„Nun schießen Se los. Aber sitzen S« still, zappeln Se nicht so'." „Mich kriegen Sie heute nicht ans Billard. Ich habe keine sichere Hand."... Er kaut an einer trockenen Semmel, berührt den Tee nicht. „Sollen Sie ja gar nicht. Wir sitzen hier ja gut." „Es ist immer dieselbe Geschichte. Jetzt hat's geklappt." „Wer hat geklappt?"� Der andere, jung, hellblond, straffes Gesicht, straffe Figur:„Ich natürlich auch. Sie dachten, bloß die? Jetzt sind wir ins reine gekommen.",,.,_ —■«"„Mi. anderen Worten, rni,«"j-■,-,-i „Och Hab ,2xuiW>��»s«vk«tle hinter sich her schleisend, durch die Straßen gerannt. Nun mußt« er ja wohl zurückkommen, dacht' Ich, man war ja noch so jung! Zwei, drei Tage verstrichen, eine Woche säst. Da wurde ich endlich wach und dachte a» die Landwirtschastliche Hochschute. Und richtig, dort saß er im Hof der Proskribierten, und der Hammer des Todes schwebte über seinem Nacken. Ich kam gerade noch recht- zeitig... Nie vergesse ich fein Forschen, als er von weitem sah, wie«ine Gestalt sich der Einfriedigung näherte. War er es? so fragt« er sich, der einzig« in dem ganzen Menschengewühl, dessen Witterung ihm vertraut war, er, nach dem er gesucht hatte, cr... endlich cr..., den er Tag äiis Tag erwartet hatte. Sein Eniziicken und dann sein« Verzweiflung, ats ich mich, imi eine Masse Formäliiäien in Ordnung zu bringe», abwandte und fortging---»ein, ich vergesse es nie! Es ist etwas Wunderliches um die Hunde! Mein hochbegabter Onkel, Advokat beinl Höchsten Gerichtshof, Menschenkenner, gesucht von den sich selbst verherrlichenden zweibeinigen Biestern, bewun- derte Hunde. Im hohen Alter pflegte er in der Nacht, obwohl er krank und schwach war, auszusteh», um„Roland" an die Luft zu führe». Mein Großvater, der Frieden und Ruh« liebte, hielt sein Mittagsschläfchen zusammen mit„Fix", einem boshaften, rauh- haarigen Terrier, der auf seinem Bauche lag. So oft es klingelt«, bellte er wütend. Hunde, sagte der Förster, Hunde sind«in notwendiges Uebel! Hunde, sagen andere, machen Leute zu Toren. Hund« haben trotz alledem das, was de» Menschen noch meinem Begriff am meislcn fehlt. Sie sind t'r e u. Wenn ich die meisten Menschen dieser Welt vergessen habe, werde ich mich d?r Hunde erinnern. lDiuN»»an Seemann Da» Pantoffeltierchen. Zu den bekanntesten Insusorie» gehört dos Pantoffeltierchen(Psramiicduni). Es ist wie die Amöbe ein- zellig, dber doch schon höher orgaiiisiert, da es einige dauernde Organe, zum Beispiel eine Mundöffnungu besitzt; dagegen sind die inneren Organe meist vergänglich. So bilden sich an der Mund- össnung andauernd klein- Bläschen, die das ausgenommene Wasser mit allerhand Nahrungskörpern(Baklerien, Aigen usiv.) enthalten. Sie lösen sich los und bewegen sich im Innern des Körperschleims. Dabei verhalten sie sich abe? ganz eigenartig, nämlich ähnlich wie unser kompliziert gebauter Magen. Es entsteht in den Bläschen ireie Säure, durch die die Nahrung gelötet wird;' dann wird der Blaseninhalt neutral und erhält einen Verdaiiunqsiost, der die Nah. rung auslöse Ist dies geschehen, so wird das ltnoerdauliche auege- stoßen, und die Blase verschwindet m dem Körperschleim. Sie wa? also Magen und. Darm zu oleicher Zeit. 3iur{ Rudolf lleubeiH: Junger Wann, dem es fehlecht gehl... Du bist ein junger Munn, dem es schlecht geht. Du bist schon bis ,511 der jenseitigen Erkenntnis vorgedrungen, daß ein Kragen zwei Seiten hat. Du gehst in einem lange nicht aufgebügelten Anzug vor mir her und willst scheinbar noch zu Fuß bis zum Oranienburger Tor. Als ich am Halleschen Tor aus der Untergrundbahn stieg, wolltest du mich um meinen Fahrschein bitten, es sah so aus, ober ich dachte an den Schupo, junger Mann. Du weißt wohl nicht, daß das oerboten ist? Unter den Linden treffe ich dich zum zweitenmal. Du stehst mir wieder starr ins Gesicht und ich merke, daß deine Lippen un aushört ich eine stumme Frage üben: Verzeihung, können Sie mir nicht,.. Fahrgeld oder so etwas... Am Oranienburger Tor verllere ich dich dann au- den Augen. Hier hast du in einer Seitenstraße ein möbliertes Zimmer für fünf- undvierzig Mark mit Morgenkaffee. Wen» ich dir folgt«, müßte ich gewiß vier Treppen hoch steigen und deine Wirtin würde mich un- freundlich mustern. Ich würde gleich wissen: Aha, du hast deine Miete noch nicht ganz bezahlt. Voraussichtlich würde ich auf deinem Tisch ein wissenschaftliches Auch finden, du siehst mir so aus, junger Mann, dem es augenbllck- iich wieder schlecht geht. Ich taxiere auf vier Semester Studium, dann Tod des Vaters, der Beamter war, dann umgesattelt, dies und da» begonnen, Stenographie und Schreibmaschine, Abschriften, Uebersetzungen, Nachhilfestunde und so weiter. Augenblicklich wieder: letztes Studium. Im Autobus, der mich wieder nach dem Westen bringt, denke ich: Welch ein Glück für dich, junger Mann, daß du wenigstens gleich den Morgenkaffee dabei hast. Ich denk«, daß du manchmal abends auf dem Sofa liegst und von den Brötchen und dem dünnen Kaffee träumst, den dir deine Wirtin morgens wieder bringen wird... Am Brandenburger Tor steigt eine Dame ein und nimmt neben mir Platz. Meine Gedanken irren nun ein wenig von dir ab, junger Mann. Sie umschleichen das schön«, schlankbeinige Wesen neben mir. Aber plötzlich, im Duft der feinen Kleider, denke ich mit Schrecken: Lieber junger Mann, wie hälft du es denn mit deiner Wäsche? Wie oft wechselst du deine Hemden?— Du bist ein junger Mann, dem es schlecht geht. Du bist mir nur so über den Weg gelaufen und der Schatten deiner unaufgebügelten Gestalt verfolgt mich. Was geht es mich eigentlich an, ob du abends von Brötchen und dünnem Kaffee träumst und ob du deine Wäsche auch so oft wechselst wie es sich für einen anständigen Menschen gehört? Ich sitz« hier im Autobus und habe die Absicht, an der Gsdächtniskirche auszusteigen. Am Kurfürsiendamm treffe ich dich bestimmt nicht an. Augenblicklich sitz« ich übrigens neben einer Dame, die mich schließlich mehr interessieren dürfte als irgendein junger Mann, dem es schlecht geht... Apropos, Damcl Der Schatten deiner unaufgebügelten Gestalt taucht schon wieder vor mir auf, junger Mann. Gestatte mir unter dem verschleierten Blick deiner Augen eine diskrete Frage: Wie hälft du es eigentlich damit? Auch ein junger Mann, dem es schlecht geht, braucht doch hin und wieder... nun ja... Du tust mir furchtbar leid, junger Mann, mein grenzenloses Mit. leid gehört dir, der du vier Treppen hoch am Oranienburger Tor wohnst. Ich denke mit Gruseln an deine Fünfmarkmädchen. Was äktdcres wird dir doch nicht übrig bleiben? Junger Mann, wenn ich dich wieder einmal treffen sollt«, werde ich dir selbstverständlich meinen Fahrschein überlassen, obwohl das verboten ist. Nein, ich werde dich sogar zum Mittagessen einladen »nd dir von meinen guten Zigaretten anbieten. Aber«nffchuldige jetzt, blasser Schatten einer unaufgebügelten Gestalt, hier ist schon die Gedächtniskirche, ich muß aussteigen. Gleich schwimme ich im Strom der Bevorzugten. Gleich ist auch dein Schatten verschwunden, junger Mann, dem es schlecht geht. Ich mach« mir keine Gedanken mehr darüber, wie oft du wohl deine Wäsche wechselst und ob du, da es dir doch schlecht geht, ob du auch hin und wieder erfährst, was— was— Liebe ist. Schon lächeln mich schöne Frauen an, junger Mann, und ich vergesse, daß du jetzt vielleicht auf dem Sofa liegst und von den Brötchen und dem dünnen Kaffee träumst, den dir deine Wirtin morgen früh wieder bringen wird... Du verfolgst mich, junger Mann. Du bist mir schon hundertmal über den Weg gelaufen, aber ich habe dich nie beachtet. Du standest einsam vor Läden und Kaffee- Häusern und mit den Händen in den Taschen deines abgenutzten Anzuges an Haltestellen bestürmter Autobusse. Die standest auf Fernbahnhösen nachts mit hochgeschlagenem Mantelkragen und sahst Züge abrollen mit mir und vielen anderen nach Wien, Paris, Venedig. Vielleicht hast du mir sogar schon einmal meinen Koffer getragen. Aber ich habe dich nie genau angeschen. Ich hätte von dir nur sagen können: Ein etwas heruntergekommener junger Mann! Und jetzt soll ich mich plötzlich mit dir beschästigen. Jetzt soll ich mir Gedanken machen, wie du lebst, wo du wohnst, wie alles so kam. Ich habe dich einmal etwas länger angesehen und gleich Interesse, Gedankenlosigkeit war, ein Recht heraus, mich zu verfolg«n, deinen Schatten unangemeldet in mein Zimmer treten zu lassen: Ich bin wieder da, ich, der junge Mann, dem es schlecht geht! Es riecht nach Benzin von Autos und Motorrädern, wenn du in meinem Zimmer bist. Du trägst den Geruch der Großstadt in deinen Kleidern. Du bist, so wie du mir über den Wey liesest, junger Mann, ein Stück Schicksalsgeschichtc von den Menschen in Groß. städten. Ich blättere dich jetzt um, da dein Leben nun einmal vor mir liegt. Ich werde dich schreiben, junger Mann. Dos willst du ja auch � Darum verfolgst du mich. Aber du wirst nicht verlangen, daß ich«mev große« Roma» mm deinem Alltagsschicksal gestalte, du wohnst doch vier Treppen hoch irgendwo am Oranienburger Tor, du wirst zufrieden sein, wenn ich mir ein paar Auszeichnungen über dich mache, falls ich gerade Zeit habe. Aber du weißt ja, wenn es auch für dich nicht zutrifft: ein Großstodtmensch hat selten Zeit. Vielleicht in der Untergrundbahn.. wenn ich die Zeittmg gelesen und noch ein paar Stationen zu fahren. Hab«, oder nach dem Kaffee, wenn ich mir eine Zigarette anzünde oder im Kino während der langweiligen Reklame und in den Pausen. Dann werde ich dich ruf«n, Schatten eines jungen Mannes, dem es schlecht geht, und ich werde mit dir eine lest« Unterhaltung führen. Ja, ich will mir ein paar Aufzeichnungen über dich machen, aber es soll sein, als schmetterie ich dein Schicksal durch laute Saxophone. Menschen werden es hören und stehenbleiben, die an dir vorüber- gegangen stnd und dich suchen. Dein Schatten soll wie ein Riesen- flugzeug nachts über der Millionenstadt schweben... 3rHs Steck- Tnatlermewen: Exoten und SEeremonienmeifter Ali ist ein Askari, der in Hamburg Deutsch gelernt hat, einen Füllsederhaller besitzt und im nächsten Jahre... erzählt er wenig- stens... an der Hamburger Universität Lektor werden wird für Kiffuaheli... ja, aber vor der Hand fft Ali Boy beim Kapitän eines Wörmann-Dampfers. Der Kapitän hat in der Laub« neben seiner Deckwohnung für ein paar ihm bekannte Damen einen Korb mit Aepfetn zum Ge- brauch a discretion ausstellen lassen. Eine Dame nimmt, was der mtt der Lizenz nicht vertraute Ali beobachtet, einen Apfel, ißt ihn und geht. All klopft beim Kapitän. Der Kapitän ist die Nacht über auf der Brücke gewesen, der Kapitän schläft. Ali klopft stärker. „Wer. zum Donnerwetter, ist da?" schrest schlüeßllch der aus dem Schlaf geschreckte Kaptän."„.Herr Kapitän," sagt der künftige Unwersitätslektor für Kissuaheli,„eine Dam« fft gekommen und hat einen Apfel fortgenomemn... jetzt sind nur noch vier Aepfel da." • Dieses erzählte mir der Hauptmann von SS., vom ehemaligen kafferlich russischen Infanterieregiment Malomaroslaw. Das war im Herbst neunzehnhundertfünf nach der Schlacht von Mulden. Di« Friedensverhandlungen hatten damals schon begonnen, und wir wußten, daß wir das von uns noch besetzte Land nicht beHallen würden und hatten somit den strengen Befehl, uns in die Angelegenheiten der eingeborenen Ehinesenbevölkerung nicht ein- zumischen. Nun also, an einem Seplemberabend erscheint bei mir ein altes Weib und richtet mir von dem chinesischen Gemeindeällesten des nähen Dorfes Hu-fchi-tai die dringende Bitte aus, ihn heute noch zu besuchen. Nun, da dieser Alte, der nebenbei gesagt sein« fünf- undneunzig Jahre alt sein mochte, meine Kompagnie immer mtt Reisstroh gut oersorgt hotte... weshalb sollte ich ihm nicht mich einmal einen Dienst leisten, werden Sie mir zugeben... Ich reite also ins Dorf, denke mir nichts dabei, und nur das fiel mir auf, daß um sein Haus, das, wie Sie bedenken wollen, das vornehmste und besuchteste des Dorfes war, sich kein Mensch und kein Kuhschwanz blicken ließ und daß ich den Allen schlleßlich allein und ziemlich verwahrlost in seinem Bette vorfand. Nun sehen Sie. wie ich chn da nun frage, ob er krank sei. da erklärt er mir. daß er nicht krank, sondern t o t sei... ja, er müsse selbst zugeben, daß er wegen seines hohen Alters die Gemeindegeschäft« nicht mehr gut geführt habe... ja, und wenn er sich auch alle Mühe gegeben habe, zu sterben, so sei ihm dos doch bisher nicht gelungen. Und da man keinen Gemeindeällesten absetzen könne, nach chinesischem Gesetz, so seien heute zu ihm die Männer aus dem Dorfe gekommen und hätten ihm gesagt, es sei seine Pflicht gegen die Gemeinde, von heute an sich als gestorben zu bettachten, und morgen schon werde man chn begraben... ja, und ob ich vielleicht da einen Rat wisse. Nun also, wie sollte ich da einen Rat wissen, wo es von den Vorgesetzten einmal angeordnet war, sich in die Dinge der ein- heimischen Bevölkerung nicht einzumischen? Denke ich also bei mir „Du dummer Kerl, haue chncn doch ein paar aufs Maul"... laut aber und mtt Stimm« frage ich, ob es denn wirklich an dem sei, daß er die Geschäfte nicht mehr gut führe. Und er, sehn Sie... er bekannte sich nochmals zu seiner schlechten Geschäftsführung und gab zu, daß er ein schlechter Gemeindeältester sei und einem Junge- ren Platz machen müsse. Und da e» für diese» Fall keine ander- weibige Vorschrift gäbe und er von selbst nicht sterben könne, so müsse er sich eben begraben lassen... „Nun also, so lasse dich begraben mit Gott," denke ich und drehe mir eine Papyros und wie dos so ist, vielleicht will ich nicht recht daran glauben. Und mit Gottes Hilfe feierten wir in dieser Nacht Dimitgij Pawlewiffchs Geburtstag und tranken stark und sangen männliche Lieder... sehn Sie, wie das nun einmal so ist. Am nächsten Tage melden mir meine Leute, daß Unruhe im „„,..„. Dorfe sei. Und nun erst wieder fällt mir der All« ein und noch nimmst du dir aus dem, was meinerseits nur Zerstreutheit, flüchtiges| immer will ich es nicht glauben und reite hinüber. Sehn Sie, sind« ich also alles, was zu dem ÜSegrübnis eines chinesischen Großen gehört: im Lacksarg in schwarzer Seide den Allen und dahinter das ganze Dorf, so in allen Ehren und die Klageweiber mit den Reis- säcken über dem Kops. Nun und ich, ich kann mich nicht enthatten, rette zu ihm hin... wahrscheinlich gegen all« Gebräuche... fragt ihn, der mtt großem Anstand m seinem Sarge liegt, ob er denn keine Angst habe. Und er tut denn auch den Mund aus und sagt: „Nun vielleicht habe ich Angst... man kann nichts anderes tun." Und dann war er wieder ganz still und war zu weiterem nicht zu bewegen. Und ich war hierin schon so ein feiger Kerl und ritt fort. Und vom Biwak aus sah ich noch, wie sie den Sarg ausstellten auf freiem Felde und über der Erde einen großen Hügel darüber schütteten, nach Art dieser gelben Teufel. Und am nächsten Tage, oa war denn auch schon ein neuer junger Gemeindeältester da, der die Geschäfte ausgezeichnet führt«, wenn er mtt auch kein Reisstroh mehr lieferte. Und ich ritt auch einmal an den Hügel, mtt» da war es nun schon ganz still und blieb auch... Nun, und was hätte man auch dagegen tun sollen, wo es von den Vorgesetzten nun einmal befohlen war, sich nicht einzumischen l» die Dinge der Ehinesen? * Im Jahr« neunzehnhundertundelf, da stände» wir in Moskau auf dem Chodinkafelde, sahen den ersten Schauflügeu zu, die der Pilot Grigoraschwili oeranstattete: Offiziere, Bauern, Damen. Arbeiter... olles durcheinander. Der Flieger geht durchaus nicht gleich hoch, brummt erst mal gehörig mit dem Motor, läßt, wie das damals in den ersten Iahren der Fliegerei schon so war, erst mal zur Erprobung der Windstärke kleine Ballons steigen... nun, also schließlich geruht er aufzusteigen. Tritt zu uns ein Bauer... so ein großer Mensch mit einem großen blonden Bart... zeigt auf den großen Bogel.„Sieb. Herr, da sliegt er also! Was meinst du, nimmt er ein im Monat? Dreißig Rubel... zweiunddreißig... nun, mögen es selbst zro-n- unddreißig Rubel und fünfzig Kopeken sein... Zweiunddreißiq Rubel und fünfzig Kopeken Monalseinnahme. und wagt, nicht an Gott zu glauben!" * ' Dicht bei Morogowo in Deutsch-OstLlfrika gab es zur Zeit der deuffchen Herrschast einen besonders mächtigen und reichen Häupr- ling, mit dem die Engländer, als sie von der Kolonie SSesitz ergrfffen, als alte Praktiker sich gut stellen wollten und von dem sie lediglich den Treueetd für den brstischen König verlangten. Der Häuptling schickt den Brief mst der Antwort zurück, er habe bereits den Deut- schen Treue geschworen. Zweien ober könne man nicht Treue schwören in seinem Leben. Ferttgte den Boten ab und oergtftete sich am gleichen Tag«. Der Zufall wollte es, daß um die gleiche Zeit eine deutsche Fürstin aus stffch entthrontem Haufe auf einem von der ehemaligen Residenz etliche Meilen entfernten Schlosse zum Sterben kam. lind der gleiche Zufall wollte es, daß am Abend ihres Sterbens in ebe.i dieser ehemaligen Residenz der ehmaligee Zeremonienmeister dieses Hofes einen Ball gab, je... Darauf aufmerksam gemocht, daß doch sein« atte Herrin mit dem Tode ringe, antwortete der Grande, daß er in dieses Fest dreitausend Mark hineingesteckt habe und daß er es somit unmöglich könne rückgängig machen. Und die alt« Herrin starb, und der Zeremonienmeister tanzte. Und es sprechen mancherlei Tatsachen dafür, daß am siebenten Schöpfungstage sehr verschiedenartige, dem Allmächtigen für die Konstruktton des Menschen vorgelegte Entwürfe zur Ausführung gekommen sind. Eine natürlich Waschmaschine. Im Pellow-Stone-Park in Nord- amerika befindet sich eine heiße Quelle, die in ein Bassin gezwungen worden ist. Das siedendheiß« Wasser bildet einen Strudel, der Wäsche- stücke, die man schmutzig hineinwirft, gleich einer Waschmaschine reinigt und wieder an die Oberfläche befördert. ________ Teppiche S(Tapazi?rföhiqe Gebrauchsquol. n.Frse.,seirca.50Ja)l«n erprobte Markt „ 300— 275 M 0,1 520 355 298.-186.-98.-� ÄMarken-Teppiche moderne u. Rersermuster ca HO u.ca.2Q0 m 5oö zum Aussuchen Divan-ROckwände .kelim' Gobefmgewebe �40 .Bochara' Mokett mitSeidengianK Edelerzeugnis bekannteste u. beliebteste Marke, wundervolle Perser- u.moderne Muster Mqrken-Tecpiche spfnnis d?utsches Fabrikat se�hrzehnkerprmoiMus}, K 230 r* 25014 r,_. 170. iVn*JSJ K Beiderwand-künsHer-Teppiche] Ify. iDy.-Zf�l IJ Ualbmond-Marke m. Franse inr�TTi PaBoucliPföppicf aus reinem Haargarn, nur soweit Vorrat. I-M42: 77 ca 130»29O u.ca16£ jum Aussuchen ä- Schlafdecken Wollgemischt- 700 m Streifen kante T. Sein Kamelhaar Halbmond-Marke m. Franse in originellen Zufallsfarb. Zusammenstellungen f. 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 29. September-1929 Aus der Partei. Ausschluß aus der Partei. Die Brüder Willi und Leo S k l a r e k hatten vor etwa einem Jahr ihren Eintritt in die Sozialdemokratische Partei vollzogen. Der engere Vorstand des Bezirksverbandes Berlin hat sich gestern mit dieser Angelegenheit beschäftigt und dabei festgestellt, daß die bisher bekanntgewordenen Tatsachen genügen, um den Ausschluß jener beiden Mitglieder aus der Partei zu rechtfertigen. Willi und Leo Sklarek wurden dementsprechend aus der Partei ausgeschlossen. CtafcBbnaa** k8* dies« SsbtB ftab 0 e r l i■«S CS, SUkcajltabe S, surGroß-Verlin st«t»»»»«» e«>irr»Ietrrt«rt Uhr, bei Ihlenfeld, Uhlandftrahe Ecke silniielstrahe. Sitzung de» engeren«r-l-oorssande, mit dem Vorstand der 7». Abteilung. 19. Ree!» g-hlendors.«rbeitrrmohlsahrt. Rostenlose Sprechstunde in allen Wohlkahrtsangelegenheiten beim Genossen Zander. Zehlendorf. Saen-vedin- Etratze 74. jeden Donnerstag von 17 bi» 19 Uhr. IL Rrei» Schöncderg.ssriedrnau. Dienstag, 1. Oktober. A» Uhr, Eitzung der Zeitungskommisilon in der Spedition, Belgigcr Strotze. All« Mitglieder wüsten vertreten sein.., 14. Rem»«cnlölln. beute Sonntag, vormittag« 10 Uhr. engere Rreizvor. stand»sttzung mit Abteilung»Ieitern im Parteibureau Ideal-Passage. tl. Rrei» Lichtenberg. Montag. 80. September. 18 Uhr. Sitzung der«e,irk». verordneten mit den Bllrgerdevutierlcn im Rathau», Zimmer 8».— Mittwoch. 1 Oktober, 20 Uhr, Begirt-versammlung im Rathau». arotzer Sitzungssaal.— Achtung! Die Rr«i»vorstand»sttzung findet der Vetzlrk»- Versammlung wegen erst Donnerstag, 9. Oktober, 19% Uhr, Zimmer 25, statt. B«iick«amt Reukoll». Montag. 8«. September. 19% Uhr. in den h m«OrgersZIen.«ergstr. 147, V-Ioersammlnna der SPS..Arbeit«e, chln- ssZ m gestellten und.«eamten de. lommn.asto Brewaltnagen und Betrieb- f. B Renkllln». Di. B«Irk.,.ro.d».t.uI..kti.» ist«benia», eingeladen. � a feshii WSW.SSÄÜSgPSfSSllaShS| 49. Abt. 19% Uhr bei Adam. Liibbener Eck« GSrlitzer Stratz«:.Der ttampf um die Arbeitslosenversicherung'. Referent Rurt Rietzmann. 48. Abt. 19% Uhr im Alexandriner, Alerandrinenstr. 37»:.Der Weltkrieg in der Literatur'. Referentin Gerda Wepl. 97. Abt. Grunewald. 20 Uhr im Tahnhofsrestaurant Wurzibacher, Grunewald: »Der Weltkrieg in der Literatur'. Referentin RSthe Rern. 98/72. Abt. Wilmersborf. Bei Lau. Schramm. Ecke Hildegardstratze: .RSrperpfleg« mit«vmnastischen Vorführungen. Vortragend« Lotte Vaetow. Äutzerdem Bcsprechuiig der Werbearbeit. 84. Abt. Lankwitz. 29 Uhr in Lehmann» ssestsälen, Lankwitz, Raiser-Wilhelm- Strotze 29121:.Rammunale Wohnungsbaupolitik'. Referent Etadtarchitett Otto Most. Renkölln. 89. Abt. 29 Uhr bei Gromeck, Sanderstr. 19, Bortrag des Stadt- verordneten Genossen John.— 91. Abt. 19% Uhr bei Lüddecke. Rarls- garten- Ecke ssontanestratze:.Aufgabe» und Einrichtungen der städtischen Iugendwohlsahrt'. Rescrentin Dr. Luise Morgenstern.— 92. Abt. ssraue». abend 29 Uhr bei Wolff. Raiser-ssriedrich-Str. 172. Vortrag mit Licht- bildern:.Schutz der Arbeitskraft". Referent Dr. Mener-Brodnitz.— 95. Abt. 19% Uhr bei Griege, Lessingstr. 9, ssrauenabcnd.— 99. Abt. 19% Uhr bei Linsgen, Thomas- Ecke Bodcstratze:..Der Rampf um die Arbeitslosenversicherung'. Referent Dr. Bernhard Adler. FRAUENWELT-FEIERSTUNDE am Sonnabend, dem 5. Oktober, 16 bis 18 Uhr (Beginn der Verlosnng der Plätte ISU.In der Volksbühne am BOlowpIatt.) Es Ist ans gelungen, die F r au en«el t-Fel e rs t u nde mit einer Hodenschau im Foyer der Berl. Volksbühne ru verbinden. Wir empfehlen, die Modenschau vor Beginn der Feierstunde � ab 15 Uhr und in der Pause zu besichtigen, da eine Besichtigung nach der Feierstunde nicht mehr in Frage kommen kann. Das Fraaenoekretarial. heute, Sonntag. 29. September. n. Abt. Alle«enofsinnen und Genossen treffen stch um 11 Uhr vormittag« "■».«4 Eck- Scheringstratz«,»UM gemeinsamen Ah. Tl l"0.3''! I gi ilf'ffTTTiTiM rill der«AI. findet hen.� Sonntag. in Reinickendorf-Weft nicht statt. Morgen. Montag. 30. September. n. Abt. 19% Uhr hei Verger, Levetzowstr. 21 Ecke Iagowstvatze, ssunktlo. närsttzung und Materiaiau-aab«.. 99. Abt. Die Gruvprnftihrer werden ersuiht, am Montag nach 18 Uhr neu«» Marlenmatertal vom Abt-iluugskassterer in Empfang»u nehmen n. Abt. 18 Uhr erst- Besichtigung der Epe'cheranlaaen und de, RÜHlhause» am Ofthafen. Treffpunkt: Singana am Sochdahnhof. 41. Abt. 29 Ubr bei Lipfert, Maricndorfer Str. 8, AutzerordentNche ssunktt». närfitzung wegen Wahlvorbereitungen. Dienstag, 1. Oktober. «.Abt.«h-elottrnbn-g. 2V Uhr ssunklionärsitzung hei Ll-rsch. RentNr. 92.- Di« Gruppen, und Besirkskassierer stnd hesonder» dagu«ingeladen. 99. Abt. Schineberg. 29 llhr bei Gürlich. Begasstr. 1. wichtige ssunktianllr. sttzung. Alle ssunttienäre und Wablh-Iler müssen erfcheinen. 199. Abt. Od-elchineweide. 29 Uhr d-i WlnNer. Wilhelmin-nb-fstr. 82b. ssunktionärsitzung.. �. 199�. Abt. Johannisthal. 19% Uhr hei Gobin, R-anstr. 2. Sitzung fllmtNcher ssunklionäre. 197. Abt. ssalkenberg/Alt. Glienicke. 2» Uhr ssunklionärsttzirna und Vorstand». sttzung dei Meier, Siratze am ssalkenberg. Mittwoch, 2. Oktober. 7b. Abt. Wil«vr»b»rf. 29 Uhr in der Gewerkschaftskloufe, Lokal Rroitz. Dal. fteinische Etr. 99, Abteiluiigooersammlung. Vortrag:»Di« bevorstehend« Etadtverordnetenivabl.' Referent Püraermeister Röhl. Wichtige Tage». ordnung. Erscheinen dringend erforderlich. 1«. Abt. Ripenid. 20 llhr bei Stippekohl, SchllnerNnder Str. 9, Sitzung sämtlicher Funktionäre. Frauenveranstaltungen. 99. Abt. Beltz. 19% llhr im Zug-ntheim, Rathau», Ehausseestr. 48:»Die ssrau und die Rommnnalwahlen'. R-ferentin Erna Rresse. 1«. 9bt. Treptow. 19% Uhr im Elsen-ck. Elsen- Ecke Riefholtz siratze:.Rellgwn und Sozialismus'. Referent Wilhelm Miethke. 199.«dt. Johannisthal. 19% Uhr hei Botho. Stubenrauchftr. 11719:.Die Stellung der Rrankcnkassen Sur Geturtenregelung'. Referent Dr. ssriede» bergcr. 19«. Abt. Räpenick. 19% Uhr im kleinen Saal des Stadtthealer», Wilhelm- platz:„Der Rampf um die Arbeitslofenoerstcherung'. Referentin Luise RSdler. M. d. L. «9. Abt. Lichtenberg. 29 Uhr bei Barth, Möllendorf. Ecke Rittergutstratze: »Genf und die sozialistisch« Internationale'. Referentin Ellen Beidler. 182. Abt. Blanlenbnra. 29 llhr bei Riug. Dorsstr.:„Der Rampf um bie Arbeitslofenoerstcherung'. Referent Ernst Rcumann. 189. Abt. Reinickeuborl-Ost. Die beutige Veranstaltung der Jugend am Autzentpielplatz fällt au».._. 139. Abt. Tegel. 20 Uhr im Jugendheim. Echöneherger Stratz«. Baracke:.„Der Ramvf um bie Arbeitslosenversicherung'. Referent Genosse Rotzolk. Die ssuirktionärinnen laben schriftlich ein. �. 139a. Abt. Tcgel.ssrei« Scholle. 29 Uhr im Schvllenbureau Lilientholhof: .�eitere» aus der schönen Literatur". Vortragender Genasse Kenrv Reitt. 149. Abt.«orstawalbe. 29 Uhr bei Doitschach. Ernstftr. 1:„Der besohlt den Rrieg'. Referent Georg Raible. Frauenveranstaltungea am Dienstag, t. Oktober. 19. Abt. 19% llhr bei Rrüger. Kufsttenstr. 39:„Die ssrauen nnb bin Rom- munalwahlen'. Referentin Elfe Scheidenhuher. 33. Abt. 19% Uhr hei Wertalla, Lohenlohestr. 3:„Der Rampf NM dt« Arbeitslofenoersscherung". Referent Bernhard Rrüaer. 192. Abt. Banmfchulenweg. 19% Uhr bei Kotz, Vaumfchulenftr. 72:„Die ssrau in der Rommune'. Referentin Stadtverordnete Minna Todenhagen. Frauenveranstallungen am Mittwoch. 2. Oktober. 9. Re. WUmeeidarf. 19% Uhr pünktlich hei Ihlenfeld t, llhland» Ecke Estnsel» stratz«. ssunltionärinnenfitzung. 21. Abt. 19% Uhr bei Rroll, Utrechter Str. 21:„Die ssran tu der Rommune'. Referent Willn Wolff. � 195. Abt.«dlershof. 19% Uhr hei L-Hmgut, Sedanstr. 2:„Der rufstfch- chinestfche RonNikt— Weltmachtgelüst« Eowjetrutzlands'. Referent Kann, S. Ramm.(Die Genossinnen werden gebeten, da, neue Lokal su de- achtens. 117. Akt. Lichtend« eg. 19% Uhr hei Brunn. Türrschmidtstr. 4«. ssrauenwerbe. AnranadÄ dse BMth. Ann. u. a. musllalisd» i. neeoptt/iii Darbietungen. 134. Abt. Buch. 20 Uhr bei Göpsert am Babnbaf Buch:„Der Weltkrieg In der Literatur'. Referent Arthur Reicharbt. Frauenveranstalwagen am Donnerstag. 3. Oktober. 12>. Abt. Rarlsborst. 19% Uhr im„Deutschen Kau»', Treskowalle«. Lichtbildervortrag des Genossen Weber: Jugendbewegung und Eltern- Haus'. Wir bitten die Rrei«- nnb Abteilnna«leiterl»»e» für Agitation, am � D»»abend, dem 5. Oitader, zur sseoaenwelt.sseier stund« bereit» NM s! 14% Uhr in der BoUsdithae anwesend ,» fei». Frauenveranstaltungen am Montag, 30. September. 9. Abt. 19% llhr im Rosenthaler Löf. Rosenthaler Str. 11/12:..Der Welt- krieg in der Literatur'. Referent Kann» R. Ramm. E» ist Pflidlt jeder Genossin, zu diesem Abend zu erscheinen...... 9. Abt 19% Uhr bei Rickert, Steininetzstr. 86«:„Der Rampf um M« Arbeit-losenverstcherung" sunt« besonderer Berücksichtigung der tommu» nalen ssürtorgej. Referentin Stadtoerordnete Minna Todenhagen. 14. Abt. 19% Uhr im Ewinemünber Desellschattthau». Swinemünder Stt. 42: „Reparationen— Wer bezahlt den Rrieg?' Referentin Margarete Schen- k%w»�9� � lit. ftlinfle geHetftt. 14:„Lachende» Alt- and Reu-Berlfn'. ' Vortragender Genosse Kosemann. � ft.lt» Abt. 19% Uhr dei Stengel, Ecknvedenstr. 1«:„Reparatwneu— Der 6«»ablt den Rrieg?' 22. Abt. 19% Uhr bei Löschte, Antwerpen er Str. 9:„Erziehung in ssamille und Schule'. Referent Lehrer Runstmann. U. Abt. 20 Uhr bei Reche, Metzer Str. 29:„ssrauenteben einst und fetzt'. Rescrentin Kerta Gattheif. n Abt 19% Uhr bei Reetz. Sonnenndurger Etr. 1:„Soziale Gerichtehilfe al« «„iönde der Kommune. Referent Landgericht-dircktor Ernst Rudcn. 24. Abt 19% im Lokal Gubener Str. 19:„Meister de» Humor»'. Referent 9»»bt �Ä-�Uhr bei Busch, Tilstter Str. 27:„Der Rampf um bie Arbeit». Irrung'. Referent Bernharb Rrstger. »7 Ab! 19% Uhr in bei Patzenhofcr-Brauerei, Landsberger Mee(»derer Saal»:„Die inneren Räte und Rronlheiten der Proletarierfrau'. Referent Etabtättt Dr. Mi�wsch�rlediNstr. 88:.Sozialistische Rommunal. volilik' Referent Stadtverordneter Kan» Wovod. Um recht rege Be. 41. uhr �dei"Erdmann. Bev--AiIi°nce.Str. 74:„Werbewoche— 44. Ab?""lo?z°' Nu!" d,! Ewald. Skalitzer Str. 129:„Der Weltkrieg in' der Li.eraw:?«Ar.nt Arthur R-ichordt. 124». Abt. Mahlsdorf-SSd. 29 Uhr hei Draber, Uhlandstr. 18:„Der Rampf um die Arbeitslosenversicherung'. Refrrentln Dora Berga». 139. Abt. Reinickendorf. 29 Uhr in der Linbauer Stratze, Dislutterahenb. Zungsozialisten. Alle Inngfozialistev, die Mitglieder der Sonderabteilnngen der Volksbühne stnd, werden auf die am Dienstag. 1. Okiober, 19% Uhr. in Saverlands sscst» kälen. fta ifindcnde Mitgliederversammlung aufmerksam gemacht. Montag, 39. September, 19% Uhr, lpeicht in der Aula de» ssriedrich- K Wilhelm-Gymnassum», Rodftr. 13, Genosse Ernst Reinhard» Bern, vor» H sttzevber der Schweizer Sozialbemolrati«, über.DI« Ansgabe» der sozia-, l listtsilen Arbeiter internationale. Ale interefsterten Parteigenossen! i und SAI.-G«»ossca sind herzlichst eiagelaben. Gruppe Eharlottenbnrg: Wir beteiligen uns am Montag. 39. September, an der Gelamtveranstaitung, Rachstr 18.— Dienstag, 1. Oktober. 29 Uhr, Probe für den Sprcchchor im Jugendheim Rosinenstr. 4. Papier und Blau- stitt mitbringen..„. Gruppe Dohnsborl: Dienstag, 1. Oktober. 29 Uhr, im JugendheiitV Wachtel. stratze 1, Vortrag:„Stralrollzugsrcform'. Gäste stnd willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Kindocfreunde Groß-Verlin. Rrei» Rrcuzderg: Alle Eltern, deren Rinder an der Dubrow-ssabrt teil- nahmen, werden am Montag. 29. September, 29 Uhr. nach der Schule Diesten. badtstr. 99 zu einer Aussprache gebeten. Die betreffendem Helfer stnd per- plltchtet, zu ersdxinen.— Gruppe Südost: Am Mittwoch, 2. Oktober, treffen wir un» zu einer ssahrt um 8 Uhr am Dörlitzer Bahnhof. Da» Essen für den ganzen Tag und 29 Vf. stnd mitzubringen. Am Eonnabend, 5. Oktober, machen wir ein« dreitägige ssadrt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Rrei« Neukölln: Montag. 29. September, 17 Uhr, ssalkenratssttzun» im Leim Vergstr. 29. Schäneberg-Friedenan. Rote ssallen, Gruppe Jean Janrös: Montag, 29. September. Spielen im Jugendheim Lauptstr. 15. Achtung! Bis Montag müssen alle Anmeldungen für die Okioberfahrt eingegangen fein. Wir fahren am Donuers'ag. 8. September, um 8 Uhr vom Bahnhof Schöneberg. Stand- ouarlier: Jugendherberge Buckow, Rrei» Lebus(Märkische Schweiz). Kasten 7 M. Rückfahrt Dienstag abend. Verpflegung für den ersten Tag mitbringen. ssläten mitnehmen I— Iungsalkeu: Mittwoch und Freitag van 17—19 Uhr im Jugendheim Lauptstr. 15. Rrei» ssriedrick-«!«!»: Alle Bote Falken und Iung-falksn treffen stch Man- tag. 89. September. 17 Uhr, zur Gesangsprobe. Brommnstr. 1. Rote ssalken, Gruppe Nord: Montag, 89. September, Ausspracheabend zur Balloersammluna. Mittwoch, 2. Oktober, Basteln. Freitag. 4. Oktober. Boll- Versammlung in Rauledorf. Treffpunkt Gruppe Nord und Gruppe Neu»Lichten. berg 17% Uhr Bahnhof Lichtenberg-Friedrichsfeldc. Bezirk Brenzlauer Berg, Gruppe Freiheit: Montag. 29. September. 17 Uhr, im Jugendheim Schul« Sonnenburgcr Str. 29. Falk-nvollverlammlun«. Tages- ordnung: Oktoberprogramm, Ersatzwahlen für den Falkeürat.— Achtua«! Ab Mittwoch, 9. Oktober, fallen die MiFwoch-Gruppenzusammenkünfte im Heim Sonnenburger Str. 29 au». Dafür jeden Mittwoch von 17—19 Ubr Turnen in der Turnhalle Danziger Str. 22. Ohne-leichte Futzbckleidun« keinen Zu- tritt. Die Beitragekafsterung übernimmt ab 1. Oktober Herta Peuntinger, Greiferhagener Str. 44. Alle sangessreutigen Rinder mllssen ssch sofort zur Aufnahm« in unseren Rinderchor melden. Beginn: Sonnabend, 12. Ottobcr. (Siebe..Borwärts'-Notiz.) Gruppe Landsberger Platzt Leute, Sonntag, 29. September. Treffen zur Grupvrnfahrf nach Ravenfteincr Mühle 8 Uhr Landsberger Platz. Für die Serdstsahrtteilnehmer ist Erscheine» Pflicht. Rosten 19 Pf. Ende 19 Uhr.— Montag, 29. September. 18—19% Uhr. Rre!«spiele im Seim.— Dienstag, 1. Oktaber. 17% Uhr. Rote Fallen. Büfchingplatz. 15 Pf. Ende 29% Uhr. Oer„Vorwärts" ist das Vlatt der Kopf- und Handarbeiter! Abonniert den„Vorwärts"! Ich abonniere den.Vorwärts'(und die Abend- ausgab« für Berlin.Der Abend') mit den illustrierten Bei- lagen.Bolk und Zeit' und„Kindersreund', sowie den Bei- lagen.Unterhaltung und Wissen',.Frauenstimme',.Technik', .Blick in die Bücherwelt' und.Iugend-Vorwärts' in Groß- Berlin täglich frei ins Haus. (Monatlich 3.60 Mk.. wöchentlich 8S Pf.) Name �-- Wohnung: -Straße Nr.. vorn Hof— Quergeb.— Seitensi.— Tr.-links— rechts bei Ausfüllen und einfeudea an den Verlag de».vorwärts"» Berlin STB 68, Lindenstraße 3. Filmabenb:.Skiteufel'.— Mittwoch, 2. Oktober, letzte Besprechung der Herbst. fahrt. Alle Teilnehmer an der Fahrt erscheinen 18 Uhr im Senn.— Donner», tag, 3. Ottoder, Treffen zur Herbstscrienfahrt nach Nauen 7% Uhr Landsberger Platz. Pünktlich erscheinen. Nicht vergessen: Decke, Waschzeug. Geschirr, Blei. stift. Notizbuch und Zahndürste. Ende der Fahrt Dienstag, 8. Oktober, 19% Uhr.— Achtung, Eltern! Montag, 29. September. 19% Uhr, Elternver» fammlnna im Jugendheim' Dieftelmeverstratze.— Unsere Kerbstfährt ist um 2 Tage verlängert: die Rosten erhöhen sich um 1 M. Restliche Beträge stnd bis Montag abend zu begleichen. Bibliothek der Arbeiterbildungsschule. Die noch ausstehenden Bücher müssen schnellsten, zurückgegeben iverden. da die Bibliothek neu aufgenommen wird. Da» Bureau Lindenftr. 8, 2. Hof. 2 Tr. recht», Zimmer 9. ist geöffnet täglich von 9—17 Uhr. antzer Sonnabend«. Freie Schulgesellschaft. 4t. und 42. Schul«, Renkölln. Mitgliederverfammlnug»» Montag, 89. September, 29 llhr, in der Rütli-Schnle, Zimmer 8. Arbeiter-Vadio-Bund, Gruppe Süden. Versammlung jede» Donnerstag um 29 Uhr tm Lalal von Utk«, Neukölln. Sermannftr. n. Die Parteigenossen find freundlichst etugelabe». Sozlalwissenschaflliche Vereinigung. Mitglied« rversammlnag am Montag, 89. September, ll% Uhr, im Zimmer 2 de» Lehrervereinshaufe», am Aleranderplatz(Znaang durch da» Sauptrestaurant). Lore», vreuni« spricht über„Vom Dawes-Plan zum Poung- Plan'. Mitgliedsbücher mitbringen. Gäste willlommen. Geburtslage. Jubiläen usw. tl. Abt. Am Montag, 89. September, begeht unser langjähriger Genosse Amaaft Sildebrandt, Zwingliste. 19, seine« Geburtstag. Möge stch unser Geburtstag« lind recht haw von seiner schweren Srkeanknna erholen, um bann noch recket lange in unserer Mitte ,» wellen. 29. Abt. Unsere«enofss» Marie Fabiaauek zu ihrem 79. G«- buetstag« die herUichsten Glückwünsche. Die Fronenleitung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation j 87. Abt.»runewald nnb tl». Abt. Lichtenberg. Am 27. September per- starb ganz unerwartet unler langjähriger Genosse Wilhelm Lamm im Alter von 92 Jahren. Ehre feinem Andenken! Einäscherung am Dienstag, l. Okiober, 17 Uhr, im Rremaiorium Wilmersdorf, Berliner Stratze. Rege Beteiligung wird erwartet. Vnefkasten der Redaktion. Abonnent 1999. l. und 2. Nein. 8. Lassen Sie es auf eine gerichtliche Entscheidung ankommen,— P. 8. 41. 1.*) Monatlich 100 M. oder wöchent- I'ch 24 M.: b) monatlich 110 M. oder wöchentlich 29,49 M,: e) monatlich Il9 M, odcr wöchentlich 28,89 M, Bon den ermittelten Steuern ist ein Ab. fchiaa von 25 Broz, zu machen, der jedoch höchsten» 2 M. bei mona'Iicher und 75 Pf. bei wöchentlicher Lohnzahinng beträgt. 2. In allen Fällen 19 Proz. Nur bei den höheren Löhnen kommt das sogenannte prozentuale Stistein zur Anwendung:-) 19 Prot.! b) 9 Proz.! c) 8 Proz. L. P 84. 1. Oberstudiendireklor Rarfen, Berlin, Neukölln, Rasser-Frzedrich» Stratze 298—219. 2. Reine.— E. N. 12. Bolksdildungsamt Berlin.Mitte, Rlostcrstr. 68. Der.Arbeiterfunk', ba» offizielle Organ des Ardeiter-Radio-Bundes Deutsch- lands. e. B., hat in der heutigen Auegabe ein Werbeblatt beigelegt, was wir den Rundfunkhörern zur besonderen Beachtung empfehlen. Probehefte stnd in allen Filialen de»..Vorwärts' erhältlich. Es ist kein Wnndcr, datz viele sparsame Damen und Herren stch stet» besondere Borteile zunutze machen, wenn es ssch darum handelt, die mit dem herbstlichen Fallen der Blätter angezeigten Anschaffungen und Ergänzungen— wirklich preiswert leisten zu können. Das ist die Zahl der Runden, welche weitz, datz die Firma K. Joseph n. Eo., Neukölln, Berliner Str. dz— 55, all» lährlich im Gründnngsmomcnt ihres Laufes die f» delicbtc Oklober-Messe veranstaltet.— Dieser Bcrkank bietet weitesten Rreifen die beste Gelegenheit, ihren Bedarf für Herbst und Winter zu unglaublich billigen Preisen zu decken. wobei durch die riesenhafte Auswahl, bie Erfüllung aller Wünsche verbürgt ist.— E» kann nur dringend cmpiohlen werden, stch von der Güte und Vre!»- Würdigkeit der zum Verkauf gestellten Daren des feit 29 Jahren bestehenden Warenhauses L. Joseph u. Eo., Reukölln, zu überzeugen. Ein literarische« Ereignis: Der 2. Band des.Grotzen Brockbaus' liegt bereit» vor, de» grötztcn und neuesten deutschen Nachschlagewerkes der Gegen. wart. Als das lo lange mit Spannung erwartete Werk vor einigen Monaten zu erscheinen begann, hat es durch Inhalt, Ausstattung und Preis Aufsehen erregt: es ist nicht etwa eine„veränderte Anflaae', sondern ein von Grund auf neue» Werk und hält, was der Name Brockhaus mit deiner lllOjähriqrn Traditio» verspricht: es umfatzt das gesamte Wissen unserer Zeit. Das Werk kann durch die bekannte Buchhandlung Rar! Block in Berlin SW. 88. Roch» stratze 9, gegen lehr begueme Monatszahlunqen bezogen werden. Alte Lerika werden antzerdcm mit einem ansehnlichen Betrag in Zahlung genommen und angerechnet. Näheres ist aus der Anzeige in unserer heutigen Nummer er» stchtli». Ein beifpiellsser Borgang! Täglich geben ssch Hunderte von ssaid-Bauchern ein Stelldichein vor der Massarv-Fahnendilter-Zcntrale am Schlotzvlatz 1. UNI dort doppelte MassarmFahnenbilder odcr Becdereiflaggen i,m,ntaulchen. Tat» sächlich bat bisher roch nie eine Enmvathiewerbnng durch Bilder fo starken Anklang beim Publikum gesunden. Dos erklärt stch ans dem besonderen Sammelwerk der Massarn-Fadnenbilber. Ohne Zweifel spricht aber auch die Güte der Massarn-Zigaretten mit. Gerade die Mqssorn-5.Pf..Zigarette Eaid hat ssch zu einer Reite und Ansgeglichenheit vervollkommnet, die in dieser Preislage beispiellos ist. Und nicht weniger als fünf der berühmten Fahnen. bzw. Flaggenbilber liegen in jeder 25.S!ück»Packuna. Zu den Hänsrrn, die immer wieder ans» neue beweisen, wie richtig ste den Geist der Zeit erfotzt haben, gehört das grosse Spezigfhaus der Firma Tcpvich-ltzirfch. Berlin E.!, Spandauer Str. 22. Nicht Preise allein find ein Merkmal Mr Preiswllrdmteit. sondern nur Preise in Bcrbindung mit Ouaii. täten können erst den Bewe-s für ein vorteilhaftes Anacbot erdringen. Die Firma Tevvich-Dnrfch ist bahnbreckntnd geworden durch ihr Snstcm, nur hoch. wertige Markenfadrikate zu führen und zu pllegen. Ein Beweis ist wiederum die Berraufsveranstaltung:„Hochwertige Markenfabrikate weit unter dem sonstigen Preis'. Ein Besuch bei dieser Firma dürfte sehr lohnend sein. � StepptfecRe��|1SÄÄ:36'0 : � b't i b ÜMÜBiir'BliflfflilMIM rwiti::»»: K in RÄ.srÄ.r- Ii mriwm mm mk MIHNj R Oborbctt, gefüllt»« 11*40, 9*35, 6*95 Betöedenuelnlfung b«l Etnkaul von M. 20-— für sloea Stand gratis. KOttOUSSSP Da nun 88, ROSBQUinlBr StT. 8, TUrUtStT. 71 BETTFEDERN Getehlimna 0*90, onnipft« 0*80. O'SO VsM, garupft od. BMchttsaM 3*80, 1'90 ...............«9 MM W» -■ WEU-;:::; GHSCHrCHTe. '''�•... IM-W .-Hj.:'. -MMM MiiHWM. AiTERTUH redigiert von Universitätsprofessor U n i versitätsprofessor erscheint in 6 großen Bänden enthahend 2300 dichtbedruckte Seiten in großem Format 16X22 cm und versehen mit über 2000 Illustrationen außer 192 Ganzseiten mit farbigen Beilagen. Das Werk ist auf feinem, satiniertem, schwerem, holztreiem Papier gedruckt Dieses Werk erfüllt eine Mission und gehört zu den Büchern, die federmann kennen muh und die jede Familie besitzen sollte. Deswegen haben wir es gle ch von Anfang an in einer hohen Auflage drucken lassen, die zugleich dadurch, daß das Werk direkt vom Verlage an die Leser verkauft wird, den einzig- stehend niedrigen Preis ermöglicht Wir möchten jedoch, daß das Werk möglichst schnell und überall bekannt wird, und zu diesem Zwecke verteilen wir eine Nur unsere Portoauslagen und 30 Pfennig für Versandspesen werden berechnet. Bedingung ist, daß uns untenstehender Coupon, mitdeutlicherünterschrft und Adresse versehen, vorher, spätestens innerhalb 10 Tagen per Post eingesandt wird. Dieses Angebot kann nur durch die Post bedient werden. ... In i.in.r Auast.ttunp, in■einem reieh- heltigen Bildermateriel, in■einen färb. Beilejfen und in der Fülle de. Gebotenen scheint es fttr den angegebenen Preis ein überaus dankenswerter Beitrag für die gescbicbtUche Belehrung unseres Volkes zu sein... Berlin NW 7, den lt. 10. 1928. Nach meiner Ueberzeuffun� kenn die Bereu» fsbe dieses Buohes eis verdienstvolles Werk er Volksbildung bezeichnet werden. Bei eller Knappheit vermittelt es demjsnigen, der weder viel Zeit noch viel Geld aufzuwenden hat, einen lebendigen Einblick in die Altertumsgeschichte. Berlin W, den 19. 10. 1928. f* O I T P OlM(innerhalb t» Tagen Vorw- �** per Post einzusenden) A" GEFION-VERLAG Berlin SW 48, Hedemannstiaße'3 Ich-wünsche den angebotenen Gratisband der„Hlusfrierten Weltgeschichte". Es düifcn mir nur die reinen Portoauslagen und«ü Ffß fü1" VerSandsposen berechnet worden. Andere Verplüchtuugen übernehme ich hiermit nicht Wohnort:_ Bitte deutlich schreiben Kein Geld beilegen.