Morgenausgabe Nr. 463 A 233 46. Jahrgang ««ch-»Wch«551. monatHd) 3,90 BL t» oorau» zahlbar, Postdrzuz<5Z M. »Inschliehlich 60 5fS'5oft)citungs. u»i 72 Sil. Paftbrltellzebühreir, Buslank» atamtemenl(1— w. pro Mona». »«r.B-n-ir»'-rlchrln! wachrnti». lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, hie Bbenkausgaken für Berli« und Im fj anbei mil dem Titel.»er Abend-, Illustrierte Beilagen.voll »nd Zell- und �linderfreund-. Ferner , Unterhaltung und Wiffen-,.Frauen. stimme-..TechnU-,.Blick in dl» Bücherwest- und.Iugend-Lorwärts- p> Berliner Volksblatt vosta«rstag Z. Oktober 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Mo•(«tyaitige«lanhareillezrile """leNamezeUe it— Reichs. - Anzetge».' I druckt» Wort 25 Pfennig(zui M Pfennig.' ReNamezeUe i „ftletne 7 «ort ' das leltg» W»mei gedruckt« Worte), jedes weitere Wort Pfennig, Eiellengeluch» das»rfl» Wort 15 Pfennig, jedes weiter. War» >0 Pfennig. Dort« übe, 15 Buchstaben Sühlen für zwei Wort«. ArdeitsmarA Aeile 90 Pfennig. Familieeeanzeigen Zeil« «0 Pfennig, Anzeigenannahme imHaupl. Lindenftraße 5. wochentäglich G»n.9>/, bis 13 Uhr. Jentvawvsm» der GoziatdemoSvatischen tfmtei Deutschlands Redaltion und Verlag: Bxrlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—297, Telegramm-Adr,: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 SSS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten nnd Beamte», Wallstr. 62. Ditkonto�fesellschast, Depositenkasie Lindenstr, 3. Volkspartei enthält sich und gibt eine Erklärung ab. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat gestern von Mittag bis Abend mit einer kurzen Unterbrechung getagt. Die lange Dauer der Sitzung und die Tatsache, daß der Parteiführer S t r e s e m a n n, der tags zuvor noch bett- lägrig war, an ihr teilnahm, läßt darauf schließen, daß die Entscheidung schwierig war und daß die Meinungen lebhaft miteinander rangen. Schließlich aber wurde ein Vorschlag gemacht, der allen so gut gefiel, daß er einstimmig ange- nommen wurde: Die Volkspartei wird sich bei der Schluß- abstimmung über die Reform der Arbeitslosenversicherung der Stimme enthalten. Damit ist für das, was von der Vorlage geblieben ist, eine aus Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Baye- rische Volkspartci bestehende Mehrheit gesichert, der sich vielleicht auch noch die Wirtfchaftspartei zugesellen wird. Gegen die Vorlage dürften die Deutschnationalen, die Kom- munisten und die Nationalsozialisten stimmen. Die Oppo- sition wird also in der Minderheit bleiben, die ihr übrigens auch dann ziemlich gewiß wäre, wenn sich die Volkspartei zu ihr gesellt hätte. Die Volkspartei wird bei der dritten Lesung eine Er» k l ä r u n g abgeben, deren Inhalt noch Gegenstand der Ver- Handlungen ist. Eine Parteiführerbesprechung beim Reichskanzler hat es gestern nicht mehr gegeben.- Man kann daraus schließen, daß die anderen bürgerlichen Re g i e r u n g s p a r- teien, die die Frage der Koalitionsverpflichtung aufge- worfen hatten, sich mit der Stimmenthaltung der Volkspartei abgefunden haben. Es kann unter diesen Umständen auch als so gut wie ausgeschlossen gelten, daß es über die Arbeitslosenversicherung noch zu einer partiellen oder allge- meinen Regierungskrise kommen wird. Durch das Verhalten der Voltspartei wird die Tatsache unterstrichen, daß die hinter dieser Partei stehenden Unternehmerkreise mst dem Ergebnis der Verhandlungen höchst unzufrieden sind. Diese Stimmung und der Umstand, daß die Reform ein vom Reich zu deckendes Defizit offen läßt— weil die Beitragserhöhung durch die Volkspartei im Bunde mit den Kom- munisten zu Fall gebracht worden ist— werden auf den Streit um die kommende Finanzreform verschärfend wirken. Für die Sozialdemokratie wird heute Genosse Auf- hanser«ine Erklärung abgeben, die zu den Kämpfen um die Arbeitslosenversicherung abschließend Stellung nimmt. Belehrung der Scharfmacher. Eine Antwort an den Bergwerksdirektor Hneck. Don bestunterrichteter Seit« wird u»s aus Frankfurt a. M. mitgcteill: An seiner gestrigen Rede im Reichstag hat der Abg. ch u e ck darauf hingewiesen, daß keine moralische Notwendigkeit dafür be- stehe, die Fürsorgeunterstützung in Frankfurt fast doppelt fo hoch anzusetzen wie in Berlin, Er glaubte damit den Ein- druck hervorzurufen, daß einzelne deutsche Großstädte, in denen die Sozialdemokratie eine besonders starte Position hat, einen sinn- losen Fürsorgeauswand treiben. Zunächst hätte Herr Hueck gut getan, sich einmal richtig darüber zu unterrichten, welche Fürsorgeleistungen in Frankfurt tatsächlich gewährt werden. Ein einfacher Vergleich der Richtsätze oder der statistischen Durchschnittszissern muß natürlich irreführen. Das System der Fürsorge in den einzelnen Großstädten ist überaus verschieden. In der einen Stadt gibt man außer den Barleistungen einmalige Beihilfen oder Sachuntcrstützungen in erheblichem Umfange, in an- deren Städten hat man diese Art der Fürsorge ausgegeben und an ihre Stelle eine stärkere geldliche Betreuung gesetzt. Daß außerdem die Höhe der Lebenshaltungskosten, insbesondere aber auch die der Mieten, bei der Bemessung der Unterstützung ein« ausschlaggebende Rolle spielen, dürste auch Herrn Hueck nicht unbe- tonnt sein. Wenn man auch in Frankfurt a. M,, wie uns bekannt ist, feit langem bestrebt ist, den vom Wohlfahrtsamt betreuten Personen einigermaßen zureichende Unterstützungen zuzu. wenden, so kann doch kein Zweifel darüber bestehen, daß auch die Frankfurter Sätze nur gerade ausreichen, um die vollständige Berelendung und Demoralisierung zu verhindern. Selbstverständlich haben sich die Sozialdemokraten immer mit Nachdruck dafür ein- gesetzt, daß das Maß der Unterstützungen richtig bemessen wird, aber auch sie haben stets im Auge behalten, daß die �-leisteten Beihilfen nicht unerheblich unter den ortsüblichen Löhnen g blieben sind. Die demagogische Darstellung in einzelnen Zeitungen, a,-. ob es in Frank- furt lohnender wäre, Unterstützungsempfänger zu sein als zu ar- beiten, ist in jeder Beziehung unzutreffend. Im übrigen ist gerade Frankfurt immer bestrebt gewesen, nicht nur seine Finanzen in voller Ordnung zu halten, sondern es ist ihm auch gelungen, trotz des großen Aufwandes an Fürsorgemitteln mit seinen Realsteuersätzen und Werkstarifen an der unter st en Grenze aller deutschen Großstädte zu bleiben. Dis Bezeichnendste aber ist, daß die Parteifreunde des Herrn Hueck in Frankfurt nicht nur jedem bisherigen der Fürsorge- sätze z u g e st i m m t haben, sondern sehr oft auch darüber hinaus- gehende Forderungen unterstützten, die gerade mit ihrer Hils« in der Stadwerordnetenversammlung zur Annahme gelangten und denen der Mogistrat aus finanziellen Gründen wiederholt nicht beitreten konnte. Die Politik der Deutschen Dolkspartei, im Reichstag nichts da- von wissen zu wollen, was die eigenen Parteifreunde den Se- meindcn machen und umgekehrt, ist zu durchsichtig, als daß sie mif den politisch Denkenden noch irgendeinen Eindruck machen könnte. Die JoNiarifkämpfe in LlGA. Eine Niederlage der herrschenden republikanischen Partei. Washington. 2. Oktober. Der Dundessenat nahm mit den Stimmen der Demokraten und der«mabhängigen Republikaner eine von der Mehrheit der Demo- traten vorgelegte Entschließung an. die dem Präsidenten die Befug- nis einer selbständigen Abänderung der sogenannten dehnbaren Zoll- sätze nimmt. Die Möglichkeit einer Abänderung dieser Zollsätze wird zwar beibehalten, koch soll künftig der Bunde skongreh darüber zu beschließen haben, während dem Präsidenten lediglich das Recht zusteht, dem Kongreß Wänderungs Vorschläge zn unterbreiten. Die Annahm« erfolgte mit 47 gegen 42 Stimmen und gegen den ausdrücklichen Wunsch Hoovers, der sich für die Beidehältüng der Prärogativ« des Präsidenten ausgesprochen hatte. Moskau schließt die Bude. Brüssel, 2. Oktober.(Eigenbericht.) Das einzige kommunistische Tageblatt Belgiens, die„Rote Fahne', wirb am Zl. Oktober ihr Erscheinen einstellen. Moskau hat es abgelehnt, weiterhin Unterstützungen zu zahlen. Haag und Internationale. Oer Gtandpuntt der Britischen Arbeiterpartei. Von William GUUes-London. In seinem Artikel„Haag und Internationale. Kritische Bemerkungen"*) macht Emile Vanderveld« eine scharfe Unterscheidung zwischen den Resolutionen der Internationale und den Forderungen der britischen Delegation im Haag. Dann sucht er die britische Haltung zu entschuldigen. Ich möchte nicht, daß bei Ihren Lesern irgendwelches Mißver- ständnis über die britische Auffassung der Resolutionen der Internationale entsteht. Der Gedankengang Vanderveldes beruht auf Tatsachenfeststellungen, die ich be st reite. Bandervelde schreibt: ,J)ie Frankurter Resolution empfiehlt die Sachlieferungen„innerhalb der Grenzen ihrer Anwendungsmöglichkeit". Graham und Snowden haben hingegen verlangt und erreicht, daß die Sachlieferungen soweit als möglich herabgesetzt werden. Als er diesen Gegensatz feststellte, sagt Vandervelde, habe er den Text der F r'a n k f u r t e r Resolution(Februar 1S22) vor sich gehabt. Ich habe dieselbe Vorsichtsmaßregel getroffen und festgestellt, daß der Titel des Abschnittes, aus welchem er zitiert, lautet: „Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete". Der wirkliche Wortlaut ist:„Annahme eines Systems von Natural- und Arbeitsleistungen innerhalb der Grenzen feiner Anwendungsmöglichkeit." In sinngemäßer Ergänzung»ach dem vorhergehenden Abschnitt könnte der Satz durch Hinzufügung folgender Worte vervollstäydigt werden:„mit dem Ziel eines raschen Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete". Es war mir nicht bekannt, daß irgendein Mißverständnis in bezug auf die Auslegung dieses Wfatzes bestand. Auf jeden Fall hat die britische Delegation den Delegierten in Frankfurt ein Memorandum überreicht über ,J)ie Arbeitslosigkeit und die internationale Lage, Reparationen und Rußland", das von allen Sektionen unserer Bewegung im Dezember 1921 unserer Regierung überreicht wurde. In diesem Memorandum machten wir ausdrücklich den Vor- schlag, daß„das Prinzip von Sachlieferungen und Arbeitsleistungen für den unmittelbaren Zweck des Wiederaufbaues innerhalb der Grenzen feiner Anwendungsmöglichkeit angenommen werden solle", und dieser Satz wurde in etwas abgeänderter Form auf meine Veranlassung in die Frankfurter Resolution aufge- nommen. Wir stellten ferner hinsichtlich der Reparationen fest, daß„das System der Sachleistungen, das im Wies- ba d e-n e reAbkommen(um den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu erleichtern) angenommen wurde, uns im großen und ganzen richtig zu fein scheint. Es ist sowohl von der Arbeiterbewegung unseres Landes, als auch von den verschiedenen internationalen sozialistischen Organisationen unentwegt befürwortet worden usw." Schließlich verurteilten wir die damals bestehenden Re- parationsabkommen wegen ihrer Wirkung auf den britischen Kohlenexport. *) Siehe„Vorwärts" Rr. 423 vom Id. September, sowie die „Entgegnung auf Dandcrvelbes Kritik" von Victor Schiff in Rr. 437 vom 18. September. Der Zappel-Philipp. Ob die Volkspartei wohl still Heut bei Tische sitzen will? Ueberdies billigte die Frankfurter Resolution die von den vorhergehenden sozialistischen Konferenzen in Amsterdam «März 1921) ausführlich niedergelegten Maßnahmen. Eine der damals angenommenen Resolutionen(die von allen unseren Resolutionen der Wirklichkeit am meisten entsprach und prophetisch in die Zukunft wies) möge in diesem Zusammenhang angeführt werden:„Damit der Wieder- Aufbau der zerstörten Gebiete sich mit der notwendigen Schnelligkeit vollzieht, muß ein gemischtes System von � �ach-, Arbeits- und Geldleistungen angewandt werden.. D ie sachlichen Leistungen sind unter Mitwirkung der Gewerk schärften daraufhin zu prüfen, daß sie weder der Arbeiterschaft dess liefernden, noch des nehmenden Landes zum Nachteil gereichen." 2S. ese Resolution wurde u. a. unterzeichnet von Arthur .hende/rsou, Ramsay Macdonald, I. H. Thomas, Tom Shaw(Großbritannien), Louis de BrouckKre und Camille Huysmans(Belgien), Otto Wels und Hermann Müller(Deutschland). Sie wurde allen sozialistischen Parteien und Parlaments- fraktionen nrit einem Begleitbrief von Ramsay Macdonald überreicht. Ttonderoeldes zweite„Feststellung ist weniger unrichtig als unwichtig. Er schreibt:„Die Resolution von Frankfurt(und von Hamburg) oerlangt die An- n u l l i e r u n g der Lasben aus dem Titel der Kriegs- Pensionen,©nomden hat im Haag... dafür gekämpft, daß der„Derteilrmgsschlüssel von Spa' aufrechterhalten bleibe. Nun war aber dieser Verteilungsschlüssel auf die Tatsache gestützt, daß England... unter dem Titel der Kriegspensionen bei der Aufteilung betelligt wurde." Die Ar- beiterpartei hat in ihren Resolutionen und Manifesten die Reparationsansprüche unter dem Titel von Kriegspensionen stets und wiederholt oerurteilt, so zum Beispiel in dem bereits oben angeführten Memorandum vom De- zember 1921. Aber in wenig mehr als einem Jahr hatte der Ver- teilungsschlüssel von Spa(Juli 1920) eine neue Bedeu- t u ng erlangt. Unsere Politik und die Politik der Inter- nationale hat dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs und Belgiens die Priorität zuerkannt, und überdies die gegenseitige Streichung der internationalen Kriegsschulden verlangt. Diese zwei Punkte waren, wie in der Resolution von Lille(April 1923) ausdrücklich festgestellt wurde, gegenseitig be- dingt. Am 1. August 1922 richtete die britische Regierung, teils als Folge unseres Druckes und(bewußt oder unbewußt) im Geiste der Politik der Internationale eine Note(die B a l f o u r- N o t e) an die Regierungen von Frankreich, Italien, Jugoslawien, Rumänien, Portugal und Griechen- land, mit dem Anerbieten,„falls eine solche Politik eine be- friedigende internationale Regelung darstellen würde, alle Schulden, sowohl die Anleihen unserer Alliierten, als auch die Reparationszahlungen Deutschlands an Großbritannien zu erlassen." Dieses Anerbieten wurde ab- gelehnt. In den ersten Tagen des Januar 1923 bot B o n a r Law in Paris wiederum«ine großmütige Rege- l u n g(praktisch eine Annullierung) der europäischen Schul- den an Großbritannien als Gegenleistung für die Annahme einer Herabsetzung der Ansprüche an Deutschland an usw. Auch dieses Anerbieten wurde abgelehnt. Ende Januar 1923 wurde das britifch-amerikanische Schulden- abkommen unterzeichnet und der zweite Teil der Balfour- Note wurde wirksam:„Wir verpflichten uns, unter keinen Umständen mehr von unseren Schuldnern zu verlangen, als nötig ist, um unsere Gläubiger zu bezahlen. Wenn wir nicht mehr verlangen, so wird jedermann zugeben müssen, daß wir uns schwerlich mit weniger begnügen s innen." Auf dieser Grundlage schloß Großbritannien seine Schuldenabkommen ab: 373 Millionen englische Pfund, die Frankreich schuldete, wurden gestrichen; 482 Millionen englische Psund, die Italien schuldete(wovon ein Teil sicherlich zum Ausbau feiner Industrie verwendet worden war), wurden ebenfalls gestrichen. Das britische Schatz- amt machte eine annähernde Schätzung von Deutschlands Zahlungsfähigkeit und willigte unter der Annahme, daß der Verteilungsschlüssel von Spa unverändert bleibe, ein(und die Einwilligung ist in den Schuldenabkommen enthalten),'den Alliierten jede Summe zurückzuerstatten, die Großbritannien von seinen Schuldnern, mit Einschluß Deutschlands, über die insgesamt für seine Zahlungen an die Vereinigten Staaten nötigen Beträge hinaus erhalten würde. Darin liegt die Bedeutung des Vertei- lungsschlüsfels von Spa, was Großbri- tannien betrifft. Mit den Militärpensionen bat das gar nichts Zu tun. Seit 19 22 hat Großbritannien nicht einmal Reparationen als solche gefordert. Der Frankfurter Plan(1922) faßte den raschen Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und die inter- nationale Annullierung der Kriegsschulden ins Auge. Keine britische Regierung hat dieser Politik Hinder- nisse in den Weg gelegt. Als die Haager Konferenz 1929 tagte, waren die zerstörten Gebiete wieder aufgebaut: die Kriegsschulden allerdings sind, nicht durch die Schuld Großbritanniens, nicht gestrichen worden. Allgemeine Sachlieferungen als einen„Ansporn für die deutsche Produktivität und auf diese Weise für einen größeren Zlusfuhrüberschuß"(Dawes-Plan) für die Zahlung der Reparationen sind kein Prinzip, das die britische Ar- beiterbewegung oder die Internationale sich je zu eigen ge- macht hat. Im besonderen besteht keinerlei Beziehung zwischen den freien Kohlenliefcrungen nach Italien(die wieder erportiert werden können) auf Kosten Deutschlands und der Bolitik der Internationale. Allerdings,«ine engherzige Befolgung der Frankfurter Resolution hätte die Ableh- nung des Dawes- und des Boung-Planes bedingt. Im Haag gab es nur«in« rein sozialistische De- legation. Aber selbst wenn alle Delegierte Westeuropas So- zialisten gewesen wären, hätten nicht einmal s i e gewisse politische und finanzielle Tatsachen unter Ausschluß Amerikas außer Acht lassen können. Vanderoelde bedauert, daß die Internationale die Argu- mentation Snowdens nicht vorher durchberaten habe. Die Internationale kann nur sich s e l b st«inen Vorwurf darüber machen. Die britische Delegation hat mehr als einmal Gelegenheit zur Diskussion geboten. S n o w d e n selbst und auch Macdonald haben am 8. und 9. Februar 1929 i n L o n d o n der französischen, belgischen und deutschen Partei genügend Gelegenheit zur Diskussion gegeben: im vergangenen Juli in Zürich bestand wiederum die Mög- lichkeit zu einer Aussprache, di« jedoch nicht benützt wurde. Große Zeitungspläne der Labour-partz. Interne Beratungen auf dem Parteitag in Brighton. Vrightoa, 2. Oktober.(Eigenbericht.) Der Parteitag der Arbeiterpartei befaßte sich am Mittwochnochmittag in geschlossener Versammlung mit den seil längerer Zeit ausgearbeiteten Plänen über einen großzügigen Ausbau des„Daily Gerald" zu einer technisch und redaktionell ans voller höhe stehenden Tageszeitung, unter An- gliederung eines bereits bestehenden, lediglich am Sonntag er. scheinenden Blattes. Für die Zukunft ist die Schassung einer Provinzausgabe des„Daily herald" in Man- ch e st e r. sowie die Schaffung eine» sozialistischen Londoner Abendblattes mit einer Provinzausgabe geplant. Diese Reorganisation soll im Rahmen der im Privatbesitz bestndlichen Oldham-Presse erfolgen, jedoch wird die volle redaktionelle Unabhängigkeit bzw. Kontrolle der Gewerk» schaften und der Arbeiterpartei gewährleistet sein. Außenpolitik in Brighton. Brighton. 2. Oktober.(Eigenbericht.) In der sich aus dem Kongreß der Arbeiterpartei an die Rede hendersons crirschließetAen außenpolitischen Debatte fragte der Führer der britischen Transportarbeiter Benin den Außermnmfter, ob er bereit sei. Schritt« zu unter- nehmen, damit Großbritannien aus den internationalen Arbeits- konferenzen durch einen politisch verantwortlichen M i n i st e r und nicht durch einen Beamten, wie in der Ver- gangenheit, vertreten sein würde. Hendensons Antwort ging dahin, daß er selbst an der internationalen Arbeitskonserenz teilnehmen werde. Die Ausführungen einer weiblichen Delegierten über die Notwendigkeit einer beschleunigten vollen Abrüstung vevaniaßten den Außenminister zu der Feststellung, daß die Bei- wirklichung der vollen Abrüstung nicht im Bereiche der Mag- lichkeit der gegenwärtigen Regierung liege. Man würde sich nur selbst täuschen, falls man solche Hofsnungen hege. Er habe jedoch in seiner Rode-den Beweis zu erbringen versucht, daß die Arbeiter- regierung die Abrüswngsfrag« überaus energisch in Angriss genommen habe, und er habe sich mit seinem A-ppell deshalb an d-e Konferenz gewandt, weil er der Ueberzeugung fei, daß die Aus- sichten der Abrüstung mn so größer seien, je stärker die öffentliche Meinung ihren Willen in dieser Richtung geltend mache. Piratenstreich Anno 4929. Die totte Kahri des �Zalke" von Gdingen nach Venezuela. Hamburg, 2. Oktober. Ueber die abenteuerliche Fahrt des deutschen Dampfers„Falte" von Gdingen noch Venezuela im Zufannnenhang mit einer venezolanischen Aufstandsbewegung chröffentlicht das„Hamburger Fremdenblatt" interessante Darstellungen des E r st e n Offiziers und der Mannschaft des Schiffes. Der Fall„Falke" wird zu gegebener Zeit abschließend das Hamburger Seeamt be- schäftigen. „Als in Hamburg," so berichtet der Erste Ossizier,„kurz vor der Abfahrt des Schisses ein Franzose namens P a r i s o t an Bord kam, ahnte wohl niemand, daß dieser Mann durch seine Machen- schaften Leben und Existenz der Besatzung gefährden sollte. Wir sollten angeblich Stückgut von Danzig nach Zentral- a m e r i t a bringen, wurden dann nach Gdingen beordert, nahmen dort Bunkerkohle ein und verholten an dem Ladekai, wo acht Waggons Ladung bereitstanden. Beim Oessnen des ersten Waggons wurde die Entdeckung gemacht, daß die Slückgutladuug aus Alunilioa bestand. Mannschaft und Offiziere verlangten vom Kapttän Aus. klärung über Zweck und Ziel der Reise und wollten, da die Antwort ausweichend aussiel, wieder abmustern. Am nächsten Morgen erschienen der Eigentümer des Schifies, Felix P r e n z l a u aus Hamburg, und dessen Sozius Gramarsky. Diese erklärten uns, wie beförderten eine Ladung, die richtig und ordnungsmäßig deklariert und von Regierung zu Regierung bestimmt sei. Der Einwand,'es iei Konterbande an Bord, sei irrig. Die Mannschaft bestand jedoch daraus, nur unter der Bedingung zu fahren, daß doppelte Heuer Und«in« Gratifikation von 5 00 Mark bewilligt würden. Herr Prenzlau war damit einverstanden und bekräftigte sein Einverständ- ms durch Handschlag. Nach Uebernahme von 118k Kisten M u n i t i o n, 54 Kisten G e- wehren, 4 Kisten Gewehrriemen, Bajonetten, Degen, Re- volvern und Maschinengewehren kamen wenige Mauten vor der Abfahrt noch 20 Passagiere au Bord. deren Führer ein Venezolaner namens D e l g a d e war, dem man die Kammer des Kapitäns einräumte. Am Morgen des IS. Juli 1929 gingen wir in See. Im englischen Kanal wurden einig« Munitions- kisten geöffnet, und jeder der Passagiere von Gdingen erhielt R e- voloer und Degen. Das Deck und der Zugang zu den Luken wurden jetzt Tag und Nacht bewacht. Eines Tages wurden Plötz- lich die venezolanischen Farben gehißt. Der Kapitän verstand es, zusammen mit dem Franzosen Pa- risot und dem Venezolaner Delgado, die wachsend« Unruhe der Besatzung zu beschwichtigen. Nach Passieren der Azoren erfolgte im Salon des Schiffes die Vereidigung de» Kapitäns Zipplitt aus die venezolanische Flagge.(!) Zipplitt berührte in Gegenwart des„Präsidenten", wie Delgado von seinen Freunden genannt wurde, die Flagge, hob di« Rechte zum Schwur und sprach dem Präsidenten die Schwursormel nach. Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht von der Vereidigung durch das Schiff. Die Stimmung war jetzt aufs höchste gespannt. An einen tätlichen Widerstand gegen di« bewaffneten Venezolaner war freilich nicht zu denken. Am K. August trat dann aber doch di« Mannschaft vor den Kapitän und erklärte diesem und den Venezolanern, daß sie nicht weiterfahren wolle und Anlaufen des nächsten Hasens mit einem deutschen Konsulat verlange. Wieder gelang es der Ueberredungskunst Delgados, die Leute zu beschwichtigen. Am 10. August morgens gingen wir vor der ersten venezolanischen Insel B l a n q u i l l a vor Anker. Ein großer Motorsegler kam längs- seits, und es wurden 250 Gewehre und 28 Kisten Munition gelöscht. Nach Uebernahme von acht Mann, unter denen sich ein mit Ver- bandszeug ausgerüsteter Arzt befand, dampften wir am anderen Tag« nach Negros Koint auf der Halbinsel C u m a n a. Hier kamen in vier großen Booten 400 Leute an Bord, die Delgado und seine Ge- Nossen stürmisch begrüßten. Etwa 200 Mann�wurden mtt Waffen und Munition ausgerüstet und verließen das Schiff xoieder. Der erttscheiderrde Tag war dann der 11. August. Nachts 12 Uhr wußten wir die Rettungsboote klar machen und zu Wasser bringen. Van Negros Point hatten wir außer den eigenen Booten noch zwei große Rettungsboote im Schlepptau. Um 5 Uhr früh lief der„Falke" mit d«« v or Er r e g u n g z i t t e r n de n Rebellen in den Hafen von Eumatta ein/ Bon hier aus sollte die - Republik Venezuela erobert werden." Die Darstellung des Ersten Offiziers beschäftigt sich dann ein- gehend mit der Landung und den Kämpfen bei Eumana, die au» Meldungen von Venezuela bekannt sind. Mit Ausnahme des Dritten Offiziers, der bei dem Landungsmanöoer verwundet wurde und dessen Schicksal bis heute unbekannt ist, sei die Besatzung unversehrt wieder an Bord gekommen. In Port es Spain auf Trinidad ist der Erste Offizier nach seiner Darstellung sogleich zum deutschen Vizekonsul gegangen, um über die Vorgänge an Bord des„Falke" zu berichten und di« Rückbeförderung der Mannschaft in die Heimat zu beantragen. Die Darstellung der Mannschaft, welche das„Hamburger Fremdenblatt" gekürzt bringt, deckt sich in vielen Einzelheiten mit den Aussogen des Ersten Offiziers. Neben dem Dritten Offizier ist danach freilich auch noch ein Mann der Mannschaft, ein Deck- s ch l v s s e r, bei den Kämpfen schwer verwundet worden. Als das Schiff Eumana verlassen hatte und wieder auf See war. habe der Kapitän Order gegeben, den letzten Rest Waffen über Bord zu werfen, und dieser Befehl sei auch ausgeführt worden. Ich habe in Luxemburg(November 1926) hervorgehoben, daß in bezuq auf Schulden und Reparationen eine bloße Wiederbestätigung der Frankfurter Prinzipien wenig Di- rektiven für die gegenwärtige Lage biete. F. O. Roberts u n d i ch versuchten, den Text abzuändern. Alle unsere Ab- änderungsanträge sind von den Franzosen und Belgiern abgelehnt worden. Vandervelde sagt: Oer �oung-plan ist nicht das letzte Wort. Kassel, 2. Oktober.(Eigenbericht.) Der frühere belgische Außenminister Emil Vanderoelde, der am Mittwoch in Kassel weilte, gewährte einem Vertreter des „Kasseler V o l k s b l a t t" eine Unterredung, in deren Verlauf er u. a. gefragt wurde:„Glauben Sie, daß der Boung-Plan das letzte Wort in der Reparationssrage sein wird?" Vanderoelde antwortete:„Damit der Poung-Plan nicht das letzte Wort in der Reparationssrage sei, müßte man er- reichen, daß die VereinigtenStaaten von Amerika ihr letztes Wort in der Reparationssrage noch sprechen. Sie erinnern sich an die Zusammenkunft der sozialistischen Parteien Deutschlands. Frank- reichs, Englands, Italjens und Belgiens in F r an k s u r t a. M. im Jahre 1922. Man war dort der übereinstimmenden Ansicht, daß die Reparationen bescbcänkt und nur für den unmittelbaren Schaden(nicht militärische Pensionen usw.) erhoben werden müßten. daß andererseits die Schulden zwischen den Alliierte» annulliert werden slülen. Wenn das Programm von Frankfurt nicht oerwirk- licht werden konnte, so zum größten Teil deshalli, weil in Amerika der Einfluß der Soziali st en nicht ge- n ü g« n d g r o ß i st. An dem Tage, wo die Vereinigten Staaten von Amerika, sei es die Annullierung der Schulden oder wenigstens ein« Verminderung der alliierten Reparationen zuließen, könnte der Poung-Plon im Sinne der Frankfurter Resultate revidiert werden." Au» dem Petilionsausschuß. Zum Vorsitzenden des Petitions- ausschuss«s des Reichstages wurde an Stelle des verstorbenen Abge- ordneten Schulz-Königsbcrg(Soz.) der Abgeordnete Seidel(Soz.) gewählt.- Volksbegehren gescheiieri. In Lippe-Oetmold. Detmold, z. Oktober. Das von den bürgerlichen Parteien mtt Ausnahme der in der Regierung vertretenen Demokratischen Partei und der Lolksrechts- parte! beantragte Volksbegehren auf vorzeitige Auf- l ö s u n g des L a nd t a g s hat die nach dem Gesetz erforderliche Sttmmenzahl von einem Drittel der bei der letzten Landtagswahl wahlberechtigten Personen nicht erreicht. Insgesamt haben sich innerhalb der Eintragungsfrist, die heute abend abgelaufen ist, 33 195 stimmberechtigte Wähler eingetragen, während für di« Herbei- führung des Volksentscheids 35 9-34 Unterschriften erforderlich waren; es fehlen asso 2739 Unterschriften. Damit ist die Aktion gescheitert. Zentrum und Ehescheidungsresorm. Mißlungener Tfcrschlepputigsoerfnch. Der Rechtsausschuß des Reichstags trat gestern zur Beratung der Ehescheidungsresorn, zusammen. Di« Vertreter des Z e n- trums beantragten, die Beratung auslängereZeitzuoer- tagen. In einer lebhaften Geschäftsordnungsdebatte erhoben namenllich die Vertreter der Sozialdemokratie energisch Widerspruch gegen die Verschleppungsabsichten. Abg. Kahl wandte sich gegen die Versuche, die seit fünf Jahren schwebende Re- form immer wieder zu oerschieben. Er forderte vom Zentrum, daß es offen sage, ob es überhaupt jemals die Beratung der Ehe- scheidungsreform wolle. Der D-rtogungsantrag des Zentrums wurde abgelehnt. Die Deutschnationalen beantragten sodann die Mit- beratung eines umfassenden Gesetzentwurf», der nicht nur Bestimmungen über die Ehescheidung, sondern über di« Ehe und das Recht der Kinder überhaupt enthält. Der Ausschuß beschloß, den deutschnationalen Antrag nur insoweit zur Beratung zuzulassen' al» er sich auf di« Ehescheidung bezieht. Die Beratungen wurden dann im Hinblick auf die Fraktionsfitzungen oertagt. Die deutschnationale Riesenpleite. Oer Krach der Naiffeisenbank in ihrer eigenen OarsieNung. ..Am 28. Zun! 1926 beschäftigte sich die nach Hamburg einberufene ordentliche Generalversammlung der Deutschen Raisseisenbank A.-G. mit den großen Verlusten, die die Lank vornehmlich durch ihr ausgedehntes Geschäft mit außerhalb des genossenschaftlichen Rahmens stehenden Privalkunden in den Jahren 1924 und 1925 erlitten hatte. Es handelt sich dabei um Verluste, die durch ihre höhe den ganzen Bestand der Lank ernstlich gefährdeten, die troh Gewöhnung der Wirtschaft an große Verlustkosten durch Barmol- und Sulisker- Skandale sowohl Geuossenschaftskreise als auch Oeffentlichkeit in ungewöhnlichem Maße beunruhigten, die. kurz gesagt, geeignet erschienen, das Werk Ralfseisen» über- Haupt in Frage zu stellen." Mit diesen Sätzen beginnt der Bericht der von den Raiffeisengenossenschaften auf der Hamburger General- Versammlung 1926 eingesetzten Untersuchungskommission, er- Die deutschnationale Bant. R�£FErS£N6MU< H/Ed DARF JEDER! kh w/f iss von mi'chts UND KÜMMER.£ Mich OM N ICH TS! OEtiEK ALDitEKTO R Cd Oa6 vornehmste Geldinstitut Deutschlands. stattet am 9. März 1927. An der Spitze dieser Untersuchungs- kommission stand der deutschnationale Oberverwaltungs- gerichtsrat von Kameke, der Freund und spätere Ministerialrat, des Herrn von Keudell. Auch die übrige Kom- Mission setzte sich aus' durchaus rechtsgerichteten Raiffeifen- direktoren und Berbandsoorständen zusammen, so daß man ihr eine politische oder gesellschaftliche Voreingenommenheit gegen das deutschnationale Direktorium der Raiffeisenbank Dietrich-Seelmann-Schwarz wirklich nicht nachsagen kann. Dennoch gelangt dieser Revisionsbericht zu geradezu vernichtenden Feststellungen. Erklärend darf man allerdings hinzufügen, daß er streng geheim gehalten wurde, besonders auch vor der Preußischen Zentral- genossenschaftskasse, der Hauptgläubigerin der Raiffeisenbank, die ihn erst zwei Jahre nach der Abfassung zu Gesicht bekam! Die Oeffentlichkeit hat bisher überhaupt nichts von diesem Bericht erfahren, der eine Charakteristik deutschnationaler Geschäftspraktiken gibt, welche die so ge- schwollene Rechtspresse zu sehr bescheidenem Stillschweigen oeranlassen sollte. Die folgende Darstellung stützt sich auf den Bericht des Herrn von Kameke, den sie, soweit es angeht, streng wörtlich zitieren wird. Eigene Sätze wird die Darstellung nur ver- wenden, soweit dies zur Abkürzung und notwendigen Er» läuterung beiträgt. Oer böse Anfang. Die Satzung der Raiffeisenbank ist mehrfach geändert worden. Aber jede Satzung verbot dem Direktorium Speku- lations- und Risikogeschäfte. Der Bericht von Kameke sagt: Artikel 9 der älteren Satzung verbot alle Geschäfte, die vor- aussichtlich mit irgendeiner Gefahr des Verlustes verbunden sein konnten... Durch genaue Aufzählung der Beschasfungs» und Ver- wendungsmöglichkeiten waren jedenfalls Geschäfte mit Privaten und reine Spekulationsgeschäfte ausgeschlossen. Auch die neuere Satzung bestimmte in§ 3: Die geschäftliche Tätigkeit muß vorsichtig und auf möglichste Vermeidung von Risiken bedacht sein. Beteiligungen über 1 OVO Goldmark bedurften überdies der Genehmigung des Gefamtaufsichtsrates, zwischen 30 000 und 100 000 Goldmark der Genehmigung des Haupt- ausschusses des Auftichtsrates.(Weder die«ine noch die andere wurde in der weiteren Entwicklung eingeholt.) Be- sondere Niederschriftsbücher sollten gemäß§ 22 der Satzung alle Beschlüste protokollarisch enthalten, die von allgemeiner Bedeutung waren oder die Mitwirkung eines anderen Organs erforderlich machten.(Auch diese Bücher sind nie ge- führt worden.) Wie konnten trotz dieser Satzungen die verlustreichen Spekulationsgeschäfte eingegangen werden? Der Bericht von Kameke-sagt hierüber: „Als mfolg« des Kriegsverwstes der Kurs der Kriegsanleihe stark zurückging und durch die Entwertung dieser Anleihe bei den Genossenschaften namhafte Verluste drohten, nahm man im Jahre 1921 die Verbindung mit industriellen Kreisen und anderen Wirtschaftsgruppen auf... Man durchbrach damit die bewährten und gesunden Grundsätze genossenschasllicher Geldpolitik und setzte sich bewußt— zu der damaligen Zeit wohl unter dem Zwang der Verhältnisse— in Widerspruch zu den klaren De- stimmungen der Artikel 1 und 9 der damals geltenden Satzung. Offenbar wurden bei der späteren Neufassung der Satzung im Jahre 1923 diese Spezialbestimmungen fallen gelassen, um formell eine größere Rückendeckung zu haben. Di« Direktion der Bank betrat nunmehr ein Gebiet bankgeschäftlicher Betätigung, das ihr voll- kommen fremd war und für das sie weder selbst, nach der ihr zur Verfügung stehende Beamtenstab die notwendig« Erfahrung mitbrachte. Roch viel schlimmer al» da» mit der Ausnahme dieser Geschäfte verbundene Risiko wuchs sich aber im Lause der Zeit der moralische Schaden au», den diese Umstellung noch sich zog. Di« in den Engagements der Jahre 1921 und 1922, rückschauend de- trachtet, schon damals zweifellos in großem Umfang vorhandenen Risiken und drohenden Verluste beseitigte die sortschreitende In- flation,.. Ohne den wahren Grund zu erkennen, glaubte die Äeschäftsleltung, den scheinbaren Erfolg ihren glücklichen Maß- nahmen zuschreiben zu. können und wurde dadurch nur bestärkt, den einmal beschrittenen Weg weiter zu verfolgen. Man fand auch offenbar Geschmack an dieser neuen Richtung, glaubte, es mit jeder Großbank aufnehmen und am Berliner Geldmarkt eine ausschlaggebende Rolle spielen zu können. Innig verbunden mit der immer stärker hervortretenden Neigung zur Betätigung im außergenossenschaftlichen Geschäft war die daraus hauptsächlich folgende Ausblähung des Beamtenkörpers. Do die Direktion, wie gesagt, selber über wenig Kenntnisse und Erfahrungen aus diesem Gebiet versüote, ging sie fehl in dem zweckmäßigsten Au?- und Aufbau der im Innenbetriebe erforderlich werdenden Abteilungen und vergriff sich, was das Schlimmste war, in der Auswahl derjenigen Persönlichkeiten, die mit der Leitung dieser Abteilung betraut waren: Mißgriffe, die sich später schwer rächen sollten." Das war der böse Anfang und nun zog eins das andere nach sich. Die afrikanischen Gchaszüchter. Raiffeisendirektor Schwarz vor dem Untersuchungsausschuß Generaldirektor Dietrich hat sich vor dem Untersuchungs« ousschuß als Grandseigneur vorgestellt, der gern kommandierte und den anderen die Arbeit überließ..Ich bin der Minister, Sie sind meine Staatssekretäre", so wollte er das Verhältnis zu seinen Mit- direktoren bestimmen. Dem zweiten Direktor Seelmann- Eggebert gebrach es zwar nicht an Energie, sich gegen den Herrenstandpuntt aufzulehnen, aber für den geschäftlichen Betrieb .fehlt« dem stillen Juristen mit dem Gelehrtenäußeren Begabung und Routine. So fiel das eigentlich Geschäftliche dem dritten Mitdirek- t o r S ch w a r z zu. Er ist keine große Repräsentationsnummer, wie die Parlamentarier Dietrich und Seelmann, sondern ein kleiner Mann, der sich in 3öjähriger Arbeit im Betrieb emporgodient hatte, in allen Ecken Bescheid wußte, wegen seiner Ersahrungen für unent- behrlich gehalten wurde, kurzum,.das Mädchen für alles". wie er sich selbst charakterisiert. Er ist, trotz der mißglückten Direk- rorenlaufbahn, im Grunde der kleine Mann geblieben, er verröl es in seiner Art, zu sprechen und— sich herauszureden. Freilich, eines ist zu bedenken: er, der ehemalige kleine Angestellte, ist von der Raiffeisen-Bank als Sündenbock in die Wüste gejagt worden, sein breiter, arbeitsgewohnter Buckel sollte die Sünden der Großen mittragen helfen. Man kann es Herrn Schwarz nicht ver- denken, wenn er mit dieser Rolle nicht ganz einverstanden ist. So nimmt er in seiner Dernehmwng vor dem Ausschuß nicht ungeschickt Revanche: An Hand einer Tabelle weist er z. B. nach, daß mindestens die ersten zwanzig Kredite an Ural- z e f f nicht von ihm, sondern von seinem Mitdirektor Seelmann-Eggebert m Gemeinschaft mit einem Prokuristen unterzeichnet worden sind. Auch der Generaldirektor Die- t r i ch, der bei der Vernehmung von Schwarz zugegen ist, bekommt sehr unangenehme Dinge zu hören: „Als die verfehlte Spekulation Rathke» mit dem Osswolle-paket dem Direktorium bekannt wurde, war ich sofort dafür, den Aussichts- rat in Kenntnis zu sehen. Geheimrat Dietrich aber wollte die Benachrichtigung de» Aussichtsrates noch vertagen." „Gewiß nicht", so fügt Direktor Schwarz beschwichtigend gegen den auffahrenden Dietrich hinzu,„um die Sache zu vertuschen, ober weil er meinte, wir würden uns noch aus eigener Kraft aus unserer sorgenvollen Lage herausarbeiten." Dietrich protestiert, aber der Hieb hat gesessen. Bei alledem kann Schwarz keinen sympathischen Eindruck er- zielen. Zu offensichtlich streitet er aktenkundige Dinge ab und be- harrt bei flauen Ausreden in Kleinleute-Manier. Er will den Auf- sichtsrat doch von den Verlustgeschäften benachrichtigt haben. Aber der Aussichtsrat erNärt in seiner Denkschrift mit Entrüstung, daß noch im Juni 1924, als ausführlich von den Privatgeschäften in der Aufsichtsratssitzung verhandelt wurde, der Borstand den Auf- sichtsrat hinter das Licht geführt und ihm alles oerschwiegen habe. Dietrich, so sagt die Denkschrift, hüllte sich in Schweigen, und Schwarz gab beruhigende Erklärun- gen ab. Niemand konnte nach seinen Ausführungen auch nur auf den Gedanken kommen, daß die nichtgenossenschaftlichen Geschäfte im abgelaufenen Quartal so enorm an Umfang gewachsen waren, eher mußt« man zum gegenteiligen Schluß kommen. Geheimrat Dietrich entsinnt sich schließlich, daß er den Auf. sichtsratsvorsitzenden Kaulen persönlich informiert habe. Kaulen > st t» t..... Main ru»» Zum Schluß gibt es noch einmal helles Gelächter, als von Uralzeffs Schwindeleien mit den Dampfwolle- Aktien die Rede ist. Die Raiffeisen-Bank hatte das Paket sich für 7 Millionen Mark, mehr als 3 Millionen über dem wahren Wert, anhängen lassen. Als sie den Reinfall erkannt hatte, wandte sie sich an Uralzeff als Retter, der gegen ewe bar gezahlte Pro- Vision von 300 000 M. sich erbot, die Aktien für 6.5 Millionen an ein„holländisches Konsortium" weiter zu verkaufen. „Also: Rachdem Sie betrogen waren, wollten Sie selber ein bißchen betrügen? Gellen für Sie die Grundsähe eines ehrbaren Kaufmannes nicht, daß Sie wissentlich ein Aktienpaket zum mehr als Dreifachen seine» wirklichen Wertes anderen anhängen wollten?" s» fragt der Berichterstatter. O nein, solche schwarzen Schurken sind deutschnationale Bank- direktoren nicht. Herr Schwarz erzählt«ine ganz neue Ge- schichte: Das holländische Konsortiumitt beschlossen. Eine Entscheidung über die Nachfolger ist noch nicht gefallen. Bombenexplosioa in Ehicago. Nor dem Athletic Club, dem die angesehendsten Persönlichkeiten Chicagos angehören, explodierte eine Bomb«, ohne jedoch Schaden angurtchten. Donnerst, Z. 10. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 209 19-/- Uhr Cauaiieria rusticana Bajazzi Staats-Oper Am PULRepubl. 20 Uhr I. Slnlonie- Konzert Donnerst, 3. 10. Stadl Oper Bismarckstr Turnus II 20 Uhr Samson und Dallla Staat). Sdtaospb. am Gudinnenmarkt A.-V. 185 20 Uhr Hans im Sdmakenlom Staat). Sehiller-Tlieater.Charltl]. 20 Uhr Der Kaufmann t. Venedig Tl«. 2 Tantelt S•'/, nr Baikamu tSt Unsere aenee Preise: «scteataie i Dir U Pf. Iis} Hart Tut L leset S Ulr 1 1is I Mark Charlie Hvtl, 3 Whlriwinda, long Tack San unr ITägl. S u.«IS Saun. 2, So 8 u Alax. E. 4. 8066 INTERNAT. VARIETE GROSSES SCHAUSPIELHAUS tigl. 8 Uhr V, tjjti)_ SUlwöMim Regie; ERIK CHARELL Gassim-Ausstaitang: Prot Ernst Stern. 3 Ohr Sonntag nachmittag ungek. halbe Fre s«. Rose- Theater, Grote Frankturter Str. 132. Billettkaue: Alexander 3422 Täglich 8.15 Uhr Die Weber von Ger hart Haaptmann Jeden Mittwoch 5.00 Uhr Das tapfere schneiderlein Jeden Sonnabend 5.00 Uhr und jeden Sonnlag 2J0 Uhr Schneewittchen Renaissance-Theater Tlglids S'/i Uhr STEMPEIBRÜPER Schauspiel von Duschinsky. Regie:(tust Härtung. SteiiiDiatz C 1. 0901 u. 2583/84. Reichshallen-Theater Abends[T] Sonntag nachm.|"i"| Des großen Andrangs wegen immer noch das Fest-Programm oft du ulkigen Scbluss-Rerue; ,Bei de Stettiner Billettbcst Zentrum 112 63. a � O ö n h o f f- Bre t ii t VarletO— Tanz— Konsort. Winfer ★ uarren� 8 um» znntr. 2810» Randin nrinndi Jsabellta Ruiz o«eitere Ittraktlooen VolUsbUUne Ihntif anBülowjiiti Täglich 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regie: Karl Heinz Martin Staat). Sdiiller-Tli. 8 Uhr Der Rantmann »en Venedig PIscator- Böhne 8 Uhr OerlaufmanD tod Berlin Direktion Dr. Roberl Klein Denlsehes Künstler-Theil Barbarossa 3937 8'/. Uhr Die andere Seite Berliner Theater DönhoHITO 8>/. U. Zwei Irtvallen von Georg Kaiser Musik Spolianskv TheaLd. Westens Täglich 8-/. Uhr Sonnab u. Sonntag 4 und 8V< Uhr Der Wellerfolg Friederike Musik von Franz Lehar Vorverkauf auch im Pavillon der Rein hardlbühnen, Kurfürstendamm, Ecke Uhfandstraße Bismarck 448/449 Oeottdiet Theater 0.1. Norden 12310 8Us Ende gegen Ii Die Fiedermans Musik v.joh. Strauß Regie: Mar Reinhardt Dirigent E.W. Korngold. Ausstattg. I. Kainer Kammerspiele D.I. Norden 12 310 SV», Ende gegen 10' j Der Onwidersteliiiehe Komödie von Gäraldy und Spitzer Regie; Gustaf Gründgens Die Komödie J I Bismck. 2414/7516 8'/« Uhr Ende geg. lü'b Uhr Kolporlade Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel LustsplelhiBS Friedrich str. 236 Bergmann 2922 Täglich 8>/. Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Banowskj-EOhnen Theater in der Kßniggrätzar Straße 8V. Uhr HaDDlbalante porlas Komödionhaus Täglich SV» Uhr Scribbyi Soppen tiDdiiiebetteo Lustspiel von Julius B e rs 1 1 Netropol-Th. Tägl. 8-/4 Uhr Nariella Mislk V. Oskar Streas Kfiihe Doroch Midiael Bohnen Lessing-Theater Norden 10846 Gruppe langer Schauspieler Täglich Sll* Uhr cyankali # 218 von mndrliM voll Kleines Ideal. Merkur 1624 Täglich 8-/4 Uhr Max Adalbert als Manie am Flügel Rudolf Nelson 25 1 Schllltr- I taal SVa U. S. u. 8. Oktober 2 Lottipe AbilL Mareen SflLZER KArL: M. 3.-, 2.-, 1.—. 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Lehrzeit 2 lahre Kostgeld Woche 9 und 13. Meldung schriftlich. Derda. RominteneVsi� 7!r. 463* 46. Jahrgang "1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 3. Oktober 4929 Konsum in der Pulverfabrik. Ausdehnung der Genoffenschast.— Große Grundstückskäufe. Die SonsuttigeaoHenschast Verlin und Um- qegeud hatte eine außerordentliche Generalver- I a m m l u o g einberufen, die sich u. a. auch mit Anträgen über die Genehmigung vou Srundstückskäufeu beschäftigte. Das Vorstandsmitglied M i r u s begründete sodann eine Reihe von Anträgen auf nachträgliche Genehmigung des Erwerbs von Grundstücken in Spandau, Neuenhoven, Köpenick-Nord, Petershagen, Woltersdorf, Zeuthen. Eichmalde, Staaken, Bohnsdorf, Wildau und Eggersdorf. Zum großen Teil handelt es sich hierbei um Pak- zellen in Siedlungsgebieten, in denen die Neuerrichtung von Abgabestellen ins Auge gefaßt ist: teilweise kommen beboute Grundstücke in Frag«, in deren Baulichkeiten entweder bestehende Abgabestellen verlegt oder neue Abgabestellen eröffnet werden sollen. Bezeichnend ist es, daß verschiedene Siedlungs. ellschaften an die Genoffenschaftsverwoltung herantreten mit dem Ersuchen, Abgabe- stellen zu errichten: begründend wird angeführt, daß das kauflustige Publikum den Erwerb einer Parzelle von derZufiche- rung der Errichtung einer Konfumobgabestelle abhängig macht. Die größte Bedeutung ist dem Grundstücks- erwcrb in Spandau beizumessen. Das hierfür in Frag« kam- mendc Gelände der ehemaligen Pulverfabrik, an der Havel gelegen, im Ausmaß von kl 000 Quadratmetern, hat Wasser- und Bahnanschluß und ist dafür vorgesehen, ein« weitere genossenschaftliche Zentral«, bestehend aus Bäckerei, Lagerhaus, Autogaragen und Nebengebäuden, aufzunehmen. Die Bauten sind bereits in der Ausführung begriffen, und mit der Inbetriebnahme ist im Sommer 1330 zu rechnen. Das der Genossenschaft seit Jahren gehörige Gelände in Siemensstadt bleibt für später« Ausbauplän« reserviert. Die Borschläge der Verwaltung wurden ohne Aussprache einhellig gutgeheißen. Anschließend empfahl M i r u s der Generalversammlung die Zustimmung zur Uebernahm« des Konsumvereins für Velten und Umgegend. Die Ausdehnung der Konfumgenosienschaft Berlin bringt es mit sich, daß die konfumgenossenschaftliche Warenverrnitt- lung sich immer mehr den Bezirken benachbarter Genossenschaften nähert, woraus sich mit der Zeit die Zweckmäßigkeit von Angliedc- rungen ergibt. Die Ausgabestellen des ehemaligen Konsumvereins für Strausberg, der im April übernommen wurde, haben in der Zwischenzeit im Umsatz stark ausgeholt: das gleiche ist sicher auch für die Abgabestellen des Veltener Vereins zu erwarten. Einstimmig hat die Generalversammlung des Beltener Vereins sich für den Anschluß ausgesprochen. Der Konsumverein für Velten umfaßt 3300 Mitglieder: der letztjöhrig« Umsatz betrug rund 780 000 Mark: Ab- gobestellen, zum Teil in eigenen Gebäuden, befinden sich in Velten (4), Birkenwerder, Bötzow, Germendors, Hennigsdorf, Kremmen, Marwitz, Oranienburg und Vehlefanz. Die Generalversammlung folgte dem Beispiel der Mitgliedervertretung des Veltener Vereins, �ndem sie einstimmig für den Anschluß sich aussprach. Die Ver- schmelzung tritt mit dem 1. Oktober 1929 in Kraft. Der Generalversammlung lag der Entwurf einer neuen Ge- nossenschaftssotzung vor, die vom Aufsichtsratsvorsitzenden Lang« eingehend erläutert wurde. Als wesentlich ist aus der Neu- farnnilicrung hervorzuheben, daß als weiterer Zweck der Genossen- fchaft die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte einbezogen und die Rückvergütung in Höhe von 4 Proz. festgelegt wird. Die Zusammen- setzung der Generalversammlung erfährt ein« Neuregelung, indem die Zahl der Vertreter auf 300 bemessen wird. Die Wahl der Vertreter erfolgt in der Weise, daß für jede Lebensmittel- abgabestelle von den Mitgliedern des Bezirks 3, bei größeren Ab- gabestellen 4 Delegierte gewählt werden, die ihrerseits in Abteilun- gen, die sich nach Möglichkeit den Berliner Verwaltungsbezirken an- passen und die dazugehörigen Abgabestellen umfassen, soviel General- oersmnmlungs Vertreter wählen, wie verhöllnismätzig, gemessen an der Zahl der im Bezirk eingereichten Einkaufstarten, auf die Ab- Sandberge an der Silcherbrücke. Zwischen Iauuowitzbrück« und Mühlendammschleuse, wo sich die Spree teilt, um in zwei Armen die Innenstadt zu durchfließen, verbreitert sie sich zu einem Becken, dessen User m allernächster Zett ftäbtebauliche Problem« ersten Ranges auswerfen werden. Das Sparkassen gsbäude zwischen den Schleusen muß verschwinden, um den neuen S ch I e u s e n a n l a g« n für 1000- Tonnen- Schiff« Platz zu mache n. Ein« architektonische Aus- gäbe, die zu einer imponierenden Lösung drängt: denn der Blick vom jenseitigen Ufer, dem Märkischen Platz, unmittelbar vor dem Märkischen Mu- seum, kann dann zu einer der groß- artigsten Ansichten im neuen Berlin werden. an diesem Seebecken harren ihrer Gestaltung. Abbruchplatz etwa in Verlängerung der die baufälligen Häuser daneben im Zuge der harren ihres Abbruchs. Roch andere Wötz« Da ist der weite Klosterstrab«, Siralauer Straße Der Blick auf das Stadthaus würde frei, und der imponierend« Bau Hofsrnonns würde dann endlich dem Aug« zugänglich sein. Di« beiden Türme der Rikolaikirch«, die alte Stadtvogtei spiegeln sich im Wasser und bieten einen herrlichen Gegensatz. Auch auf der anderen Seit« liegt ein Platz, der zur Abründung dieses großartigen Stadtbildes dienen könnte, der groß« Baulagerplatz an der Fischerbrück«. Hier türmt sich jetzt, ein eigenartiges Bild im Innern Berlins, ein Sandgebirge, das die da Hinte rlieg enden Häuser der Straße„An der Fischerbrucke" bald überragt. Immer neue Kiesmassen werden durch Elevatoren aus Kähnen geholt und ausyetürmt, um von dem Platz vesitz zu ergreifen. teilung entfallen. Wählbar sind Mitglieder, die drei Jahre der Gc- nossenschaft angehören, die satzungsmäßigen Verpflichtungen erfüllt haben und für die letzten beiden Geschäft'�rhre den Durchschnitts- umsatz nochzuweise« oermögen. Wahlberechtigt ist jedes Mitglied: den Wahlen liegt das Verhältniswahlrecht zugrunde. B u ch h o I z (Aufsichtsratsmitglied) erstattete einen kurzen Bericht über die gr- nossenschafllichen Tagungen des Jahres 1929, wobei besonders die Bekämpfung der Konsulnvereine durch die prioatwirtschaftlichen. Organisationen beleuchtet wurde und die auf Ausnahmebesteuerung hinauslaufenden Maßnahmen der Steuerbehörden und Finnnzgerichte eine herbe Krittk erfuhren. Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken des vor einigen Togen verstorbenen früheren Vorstands- Mitgliedes Wilhelm Lamm: vom Aussichtsratsvorsitzenden Paul Lange wurden Dank und Anerkennung für die jahrzehntelange treue Pflichterfüllung im Dienste der Genossenschastsbewegung zum Aus- druck gebracht. Es bleibt beim Konkurs. OaS komnmaistische Abendblatt forderte erhöhte Mittel für die SklarekS.— Sin Geheimvertrag? Jas Nachrichtenaml der Stadl Verlin teilt mit: Der Magistrat beschloß im Einvernehmen mit dem Verwaltungs- rat der Stadtbant, den konkursanlrag gegen die Airma Sklarek bestehen zu lassen, da bei der Unklarheit über die höhe der Kreditoren und des Status, wie sie in der Gläubigerversammlung am Dienstag erneut zutage trat, dieser Weg geboten erscheint. In der KPD.-Zentrale bemüht man sich, es so hinzustellen, als sei die Kommunistische Partei und ihre Presse stets gegen die Stlareks und ihren Monopolvertrag gewesen. Es ist nicht uninteressant, auf diese Angelegenheit etwas näher einzugehen: Am S. Januar dieses Jahres brachte die kommunistische „Welt am Abend" unter der Ueberschrist:„Wohlsahrtsgeschäste auf Kosten der Armen" einen Artikel, der sich in scharfen Worten gegen die 5kleideroertriet>sgesellschast der Gebrüder Sklarek wandte. Den S-klareks wurde darin zum Borwurf gemocht, daß sie u. a. Erwerbslosen durch die Wohlfahrtsämter Stiefel geliefert hätten, die nach wenigen Tagen unbrauchbar wurden, und daß Anzüge, Hemden und Strümpse gleichfalls von außerordentlich schlechter Qualität waren. Die Stadt Berlin wurde aufgefordert, sofort die Verhältnisse in der KDG. zu prüfen, denn es ginge nicht an, daß „unberechtigte Berdienste auf Kosten der Armen gemacht werden". Di« Erwerbslosen könnten für ihr vom Munde abgedarbtes Geld auch eine einwandfreie Ware zu üblichen Preisen fordern. Das war, wie gesagt, am 5. Januar. Bereits drei Tag« später, am 8. Januar, hatte sich die„Welt am Abend" offen- bar aus den Einspruch eines kommunistischen Mitglieds der Berliner Stadtverwaltung hin eines anderen besonnen. Sie bracht« mit der Ueberschrist:„Eine Besichtigung der Kleider- Vertriebs stelle" einen Auffatz, der alles wiedergutmachen sollte, was in dem ersten Artikel an der Kleidervertriebsgesellschaft gesündigt worden war. In dem Auffatz wurde gesagt, daß entsprechend der Geringfügigkeit der bei den Wohlfahrtsämtern vorhandenen Mstte! auch die Ansprüche an die Qualität der zu liefernden Kleidungsstück« herabgesetzt werden müßten. Wörtlich heißt es dann weiter: „Die Kleidervertriebsstelle kann nachweisen, daß die bisher angestellten amtlichen Kontrollen, die regelmäßig monatlich statt- finden, ohne Beanstandungen verliefen, ebenso wie auch die von den einzelnen Fraktionen vorgenommenen Prüfungen. Die Durch- führung der Belieferung der Bertriebsstelle erfolg« kaufmännisch nach den reellsten Grundsätzen!" Einige Zeilen weiter liest man:„Es ist dem Fachmann ohne weiteres verständlich, daß dies«(billigen, Red. d.„Vorm.") Anzüge keine Dauerware sein können. Die zum Berkauf gelangenden Stiefel erreichen durchschntttlich die Preisgrenze von 11,23 M.,.. Es handelt sich um ein dem bekannten gelben Militärschuh ähnliches Produkt. Die Schuhe sind verhältnismäßig fest, die Sohle das üb- von A.M.FreY- 67) Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-Q„ Berlin Die nächsten Schüsse rücken besser auf. Der Tod springt buchstäblich hinter ihnen her. Jetzt find Einschläge schon zu ihren Seiten, donnernd reißen sie das Feld auf, schleudern Erde, Aeste, Eisen über die Laufenden weg. Die nehmen sich nicht Zeit, sich hinzuwerfen, sie haben deutlich den Eindruck, von Granaten wie von«ner Meute rasender Raubtier« vor» wärtsgejagt zu werden._, Funt sieht Fünfer von der Seite an. Er läuft ge» fchweistes Zickzack, willenlos vor Angst, furchtbare An- fpannung im kaltweißen Gesicht. Er macht's nicht mehr lang— sagt sich Funk. Ihn trifft der Schlag. Gfchwind flieht in Sätzen, die bei aller Eile etwas Kriechendes haben, unter seinem dicken Ledertornister dahin. einem englischen Beutestück. Der Tornister reitet wie ein brauner Riesenkäfer im triefenden Racken. Wir drei machen's nicht mehr lang— denkt Funk. Bei jedem Schuß meinen sie, es ist der letzte, den sie rennend er- leben— ist der, der sie niederstrecken wird.— Jetzt host es uns ein, jetzt— jetzt ,Lann— nicht mehr—" jappt der Stabsarzt. Er wirft sich einen kleinen Abhang hinunter, kollert in ein Granatloch. In dem Loch ist Wasser, denn hart bei der sumpfigen Mese ist em Tümpel. Die anderen stolpern noch, im Schlamm findet man sich wieder. Fünfer steht bis zu den Knien im Rassen. Ihm ist es gleich. Er reißt den Kragen auf, tastet nach dem Puls. „Mein Herz— mein Herz— Donnerwetter, mein Herz! murmett er.»..... Gschwind hat seinen Tornisterriesen aufgeschnallt. Ihm entquellen in Spitzen gewickelte Nippesfiguren. Leuchter aus Metall, eingelegte Kasiettchen— das alles fällt ins Granat- lochwasser und geht sogleich unter. Verschwunden ist es. Di« Last im Rücken ist behoben, wenn's jetzt weitergeht. Wenn es weitergeht— ja. nun merken sie erst, daß kein Schuß mehr gefallen ist, seit sie im Wasser hocken. Sie warten noch, ob es wahr bleibt. Sie kriechen heraus und schleichen davon, der Stabsarzt, kurz schnaufend, hängt sich bei Funk ein, mit der anderen Hand unterstützt er ein hinkendes Bein durch den Stock. Ueber den Inhalt von des Dieners Tor- nister verliert er kein Wort. Möglich, daß er in seiner Rot gar nicht gesehen hat, was er da sah. Erst später entdeckt Funk herabrinnendes Blut an der Hose des Gschwind. Er hat ein Eisenstück im dürren Ober- schenket. Bisher haben Entsetzen und Angst keinen Schmerz aufkommen lassen. Run fällt ein wenig Glück in die qualbeladene Stunde: sie stoßen auf einen Materialwagen, der daran ist, leer nach hinten zu fahren: sie sitzen auf und rumpeln mit. Daß Gschwind anderen Tags ins Lazarett kommt, fit eine glatte Sache. Aber auch der Stabsarzt verläßt das äugen- blickliche Quartier nicht mehr, um neuerdings in dickere Lust hineinzugeraten. Er hat übergenug, seine Nerven sind wahr- hastig völlig hin. Er geht zum Beispiel eine schummerige Treppe hinab. Nun ist es schon so warm wie im Sommer, und die Insekten gedeihen rapide. Der Krieg ist der Freund der Insekten, wie er Freund der Ratten und Mäuse ist.. Funk sah damals im Herbst an der Somme Fliegenschwärme in einer Stabsküche, die wie Wolken in den Deckenwinkeln hingen. Man konnte sie anzünden mit einer flammenden Zeitung, sie lohten selber in einer großen Flamme hoch und fielen zu Zehntausenden mit weggebrannten Flügeln auf den Boden, man konnte sie fortschaffen mit Besen und Schippe kübelweise— und eine Viertelstunde später hingen genau so viel wieder in den Ecken. Jetzt in Lignidres oder Fescampes— schon im Früh- jähr gedeiht die stahlblaue Schmeißfliege vorzüglich, der ge- meine Brummer. Er summt überall umher. Stabsarzt Fünfer humpelt also eine dämmerige Trepp« hinunter. Da begegnet er einem Summen, das mächtig auf ihn zuhält. Er nimmt es für drohendes Heranrauschen einer Granate und flieht fallend die Stufen hinab. Aber ehe es heimwärts geht mit ihm, erhält er noch von der sauer und impertinent lächelnden Miene Dusangs� das eiserne Erster überreicht. Wenn man von Verdiensten über- Haupt reden will: er Hot es redlich verdient. Jeder Berpflegs- Offizier, der weit hinten einen Handel mit Margarine und Marmelade treibt, trägt es schon auf der wenig gefährdeten Brust— die Sanitätsoffiziere kommen später daran. Es freut ihn doch, den wieder mit glücklicherem Speck lächelnden Fünfer. Wie hat Feldwebel Bethge vorahnend beim Abschied vom Verbandplatz gesagt?„Herr Stabsarzt, kommen Sie gut nach Hause!" 38. „Aber diesmal wird man sich ausschnaufen dürfen. Die hohen Herren müssen uns ja in Ruhe lassen! Was war' denn das, was sie gleich wieder hineinhetzen könnten?"— Elende Reste von Herrlichkeiten, die vier Jahre zurückliegen. Verschmutzte und zerlumpte Menschen, für die kein neuer Rock mehr da ist, kaum noch ein Hemd aus schoflem Ersatz- stoff. Die Hosen nfit Bindfaden hochgebunden, die durch- löcherten Uniformen mit Sicherheitsnadeln zusammengesteckt, die papiernen Wickelgamaschen zerfranst, die Stiefelsohlen mit rätselhaftem Zeug geflickt, das kein Wasser abhält und im Trocknen wie Zunder zerfällt. Nein— sie müssen uns in Ruhe lassen. Allmählich setzt sich in den Köpfen der Gedanke fest, daß im Ernst doch kein Vernünftiger mehr etwas Entscheidendes von ihnen verlangen könne. Die Gewehre angerostet, die Patronentaschen lappig und undicht, die Grabscheite verloren. Wie steht's mit Calais, dessen Einnahme Hauptmann Blume garantiert hat? Calais ist, was es immer war: großer Stützpunkt der Engländer geblieben, Hauptmann Blume ist gegangen. Uebrigens ist auch Major Dufang ge- gangen, in aller Stille. In der Besetzung der führenden Stellen jagen die Gestalten einander, manch eines Regie- rungszeit dauert nur Tage, du kannst dir die Namen gar nicht mehr merken. Sie kommen von daheim, wo sie feit Iahren tönend gethront haben, sie schauen sich zwinkernd und betreten um, es gefällt ihnen gar nicht hier draußen— sie oerschwinden wieder. Gründe finden sich genug, wenn einer nur Bauchzwicken hat oder es zu haben norgibt. Er kann's freilich leicht bekommen in dieser unschönen ausgeleierten dumpfbockenden Umgebung. Danke! Die Herren gehen wieder. Der Hannes bleibt und wartet gleichgültig auf den nächsten. Einer wie der andere, kommandieren sollen sie alle. wir aber wollen nicht ewig der viehischen Stimme gehorchen, die uns in Dreck und Tod schickt, ohne ein Ende damit zu finden. Ohne Ende. Was machen die Offensiven? Sie stocken. Es ist also wieder nichts mit der siegreichen Wendung. (Fortsetzung folgt.) vch« Sohlenleder. Ts erscheint fast unmöglich," so schreibt die „W. a. A." weiter,„daß. wie in der Beschwerde der Erwerbslosen behauptet wurde, das Leder in kurzer Zeit abblättert.... Bei etwa 20 vorgenommenen Stichproben aus den verschiedensten Schuhpostcn tonnte kein derartiger Fall festgestellt werden." So bemühte sich die„Welt am Abend", jeden Vorwurf gegen die KBG. zu e n t- trösten, und sie lieh sich durch nichts hindern, genau das Gegen- teil von dem zu schreiben, was sie drei Tage vorher behauptet hatte. Am Schluß des Rehabilitierungsaufsatzes wurde aufgefordert, daß den Sklareks erhöhte Mittel zur Verfügung gestellt werden! Die zitierten Artikel aus der„W. a. A." beweisen also mit absoluter Eindeutigkeit, daß die Kommunisten in dieser Zeitung es nicht ver- schmähten, mit den Sklareks in Verbindung zu treten. Ja, die „W. a. A." hat auch geschäftliche Verbindungen in Form von Jnseratenaufträgen mit den Sklareks nicht verschmäht. Noch während die Angriff« in der„W. a. A." erfolgten, lief ein Inscratenauftrag d«r Kleidervertriebsgesellschaft: die Angriff« und der Rehabilitierungsartikel scheinen aber bewirkt zu haben, daß die Kleidervertriebsgesellschaft diese Inseratenaufträge nicht nur erneuerte, sondern auch das kommunistische Abendblatt mit Inseraten größeren Umfangs versah. Bereits am IS. Februar er- schienen in dem Blatt Inserate der KBG., die über die ganze Seiteirbreite gingen, während vorher kleinere Inserate das Blatt zierten. Der kommunistische Stadtverordnete Lange hat am Dienstag in der Stadtverordnetenversammlung erklärt, daß„nur Schieber und Bourgeois mit den Sklareks verkehren konnten". Herr Lange rechnet mithin feine eigenen ekkitreuen Parteigenossen in der„Welt am Abend" und anderen kommunistischen Blättern dazu. Wir wollen ihn daran nicht hindern. Neues Belastungsmaterial. Auf Veranlassung von Slaatsanwaltschaftsrat vr. Welßenberg wurden am gestrigen Vachmittag neue Durchsuchungen in den Bäumen der KVG. in der Sommaudunleostr.«0/81 von Beamten der Kriminalpolizei durchgeführt. Die Sichtung des bisher bcschlngnahmten Materials und die Aussagen der Angestellten der KVG.. die man in den letzten Tagen zu de« generellen Fragen über den Geschäftsbetrieb der Firma Gebrüder Sklarek gehört hatte, halten allmählich ergeben, daß die Polizei bisher noch nicht alle Ge- schästsbücher und andere Dokumente und Korrespondenzen im Besitz hatte. Bei der gestrigen Durchsuchung handelte es flch hauptsächlich um die Oesfnung eines Geldschrankes, dessen Schlüssel die Polizei allerdings schon vorher den Sklareks abgenommen and beschlagnahmt hatte. Die Vermutung, daß man in diesem Schrank noch bedeutsames Material finden würde, bestätigte sich. Geheimvertrag mit der KBG.? Di« Haussuchung der Polizei hat übrigens zur Auffindung eines Vertrages geführt, der noch den Mitteilungen der BS�Korrespvndenz folgende Vorgeschichte haben soll. Die Kleiderverwertungsgesellschaft befand sich im November 1S2L in Schwierigkeiten. Die KVG. hotte emc offizielle Unterbilanz von 250 000 Mark, in WirNichkeit war aber ein Fehlbetrag oon 1,23 Millionen vorhanden, den man aus guten Gründen dem Magistrat bzw. dem Kämmerer zu verschweigen suchte. td tadtrat Gäbet fand nun den Ausweg, daß die Sttarek», die, nüe'si« selbst dem Untersuchungsrichter angegeben haben, unter ollen Umständen mit der Stadt Berlin ms Geschäft kmnmen wollten, mit denk gesamten Fehlbetrag belastet werden sollten,, um die Bilanz der KBG. in Ordnung zu bringen. Das geschah, und die Sklareks hatten nun bei Uebernahnie ihres Unternehmens der Stadt gegenüber«ine Schuld von 1,25 Millionen, für deren Abdeckung sie zunächst einmal Sorge zu tragen hatten. Sie erhielten tatsächlich von einer Groß. bank diesen Betrag, allerdings zu einem Zinssatz, daß nach de» Slusstellungen, die die Brüder jetzt in der Untersuchungshaft gemacht haben, diese ehemalige Schutdsuinm« auf über 2 Millionen Mark aufgelaufen ist. Um die Sklareks zu entschädigen,, wurde mit ihnen angeblich ein Geheimvertrag abgeschlossen, in dem es hieß, daß die Brüder monatlich über ihren offiziellen Vertrag hinaus von der Siadt Aufträge in Höhe von 50 000 Mark erholten sollt«, um so oll- , nählich.Kapital und Zinsen der Lelaswngssumme abtragen zu können. Dieses Sonderabkonunen sollte bis zum 30. November 1029 laufen. Jetzt sollen die drei Brüder diesen Gehekrwertrog zur Grundlage für ihr Vorgehen benutzt haben. Sie erttären heut«, daß sie von Anfang an mit der erheblichen Sunmie belastet worden waren und Zinsen für das Darlehen zahlen, nutzten, weil Stadtrat Gabel nicht fein Versprechen halten und ihnen die im Geheimvertrog festgelegten Umsätze von 600 000 Mark über die offiziellen Liefe- rungen hinaus verschaffen konnte. Sie hätten deshakb Kredite von der Stadtbank nehmen müssen. Wir müssen der erwähnten Korrespondenz die Derantwvrttmg für diese Mitteilungen überlassen, die sich offenbar auf Angaben der Sklorek-Verteidiger stützen. Siraßenbahnunglück. Am Anhalter Bahnhof.— 13 Fahrgäste verletzt. Gestern abend gegen 20.30 Uhr ereignete sich in der König- gräher Straße in unmittelbarer Bähe des Anhalter Bahnhof, ein schweres Verkehrsunglück. Aus Noch unbekannter Ursache fuhr ein Straßenbahnwagen der Linie 2 auf einen an der Haltestelle am Askanischen Platz hallenden Straßenbahnzog der Linie 15. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt, satt sämtliche Scheiben gingen in Trümmer. Dreizehn Fahrgäste erlitten Verletzungen durch umfliegende Glassplitter. Tin Mann trug einen Vasenbeinbruch davon. Die Verunglückken wurden zur Vetlungssieve in der Eichhornstraße gebracht, von wo sie noch An- legung von Votverbänden sämtlich in ihre Wohnungen entlasten werden konnte'__ Bei den Aufräumungsarbeiten an der Brandstätte in der Grenz- strahe 17 ist es»ach zu einem Zwischenfall gekommen. Zwei junge, etwa 20jährige Burschen, die anscheinend betrunken waren, lungerten auf dem Hos umher und behinderten die Feuerwehr- beainten in ihrer Arbeit. Als sie zum Verlassen des Grundstücks aufgefordert wurden, ergingen sich beide in wüsten Beschimpfungen. Es mußten schließlich Polizeibeamte herbeigeholt werden. Die beiden Burschen, die ihrer Festnahme heftigen Widerstand entgegen- setzten, konnten nur mit Mühe zur Revierwachc gebrocht werden. Die Frag« de» INielerschuhe». Der Mielerverein des Grog.Bertiner WeltcnS veranstattet nm Freitag, dem 4. Oktober 1929. abends 8 Uhr, im Viktoria-Gartcn, Berlin-WilmerSdorl, Wilhelmsau« 114/115, eine öffentliche Mieterversammlung, in der der 1. Vorsitzende. Herr Dr. Goctzel, über das Tb-ma:.Uu'ere Forderungen zur Verlängerung und Verbesserung der Micterichutzgesetze" sprechen wird. Sämtliche politischen Parteien sind eingeladen. ZSjühnges vienstjudilöum Am 3. Oktober 1929 begeht Herr Willi S ch e i b l i ch sein 25 jähriges Dienstjubiläum bei der Firma Georg Stille Verlagsbuchhandlung, Berlin NW. Dorotheenstraße 65. 50 Lahre Liederiafel Berlin-West. Am Sonnabend feiert« der Männergesangverein Liedertafel Verlin-West(Mitglied des DASB.) im Nationathof, Bülowstraße, das Fest seines SOjährigcn Bestehens. öOjährige sozialistische Sangesbrüderschast! Ein halbes Jahrhundert währt die Gemeinschaft von Menschen, die, von der großen Idee des Aufstieges der Moste zu Freiheit und Licht beseelt, in Freud und Leid zusanimeichielten. Nicht immer vereinte fröhliches ösfent- liches Beisammensein die Gleichgesinnten. Es gab Zeiten, da man sich heimlich zusammenfand und den Zweck unter monche-rlei schwierigen Kniffen vor der Oeffentlichkeit verbergen mußte. Trotz oller Mühsal und Not aber hielt die Gemeinschaft treu zusammen, ja mehr noch, gemeinsam empfundenes Leid band die Menschen inniger aneinander. Heute, wo die Arbeiterschaft sich unter schweren Kämpfen ihren Platz erobert hat, darf sie sich frei und offen zu ihrem Lied bekennen.— Im festlich geschmückten„Nationathof", Bülowstraße, hatten sich viel« m dieser schönen Feier eingefunden. Zwei und drei Kämpfergenerationen waren da; die Alten, die Gründer der Sänger- gemeinschast— im Jahr« 1879 erstand der Mutterverein„Harmonia", dem in den darauffolgenden Jahren die anderen Anschlußvereine folgten—, Kinder und Kindeskinder. Mit schönem Empfinden wurden unter der bewährten Führung des Chormeisters Fritz Stempel im epften Teil des Programms Chöre aus alter Zeit gesungen. Suchs- dorfs„Bundeslied", der innig-schöne Gesang von Handroergs„Am Ort, wo mein« Wiege stand" und das Arbeiter-BaterlanÄÄied von Suchsdorf, das in die tisf empfundenen Worte ausklingt:„ein Volk, ein Herz,«in Vaterland!" Der 1. Vorsitzende, Genosse Berger, begrüßte dann die Anwesenden, unter ihnen vor allem die Senioreti der Sängerschar und die Vertreter des DASB., VII. Bezirk. In schlichten Worten umriß er den Werdegang des Vereins; er gedachte voll Schmerz der schweren Zeit palittscher Knebelung zur Zeit des Sozialistengesetzes, voll Stolz und Dankbarkeit jener Männer, die unerschrocken und unverzagt der großen Idee zum Sieg verholfen. parieinachrichieNjßfc� für Groß- Bertin Klnfenbangen für diese Rubrik sind Ki /'Jj stet« an da» Bezirlssekreturtal Berlin«ffi«8, EUdenftcotze 3,«. Hof,« Treppen recht», zu richten. Bezirksvorstand. Sonnabend, 5. Oktober. 18 Uhr, Sitzung des erweiterten Bezirksvorstandes im Sekretariat, Lindenfir. 3, 2. Hof 2 Treppen. * 3. ftici* Beddin«. Senke. Snnnnciaa. 3. vktoder, l»Vi lldr, im kleinen Pharu-iaal. MLsirrstr. 142, Werbe oortrua de» ftre!»bilimua»<>ti»1ch,>Hea. Batktn Meudt;: Rudolf Abrobam..B!Idunq«rbeii nud Bildunaoeinrichtuogeu un lerer Partei." Mustkooriräu«. Einterti irei. l. Srei, sitcnjictfl. Freiw«. 4. Okiober, pünktlich 19 Udr. bei Xcitott, Grinunsir. 1, Silning der Obleute der Zeltunaokonwrission. Sa die Wetzl des Areisodmanne» vorgenommen wirk, muß iede Abteilung unbedingt vertreten sein. Achtung! Um 19� Ubr Sitmn« de» erweiterten sirei». vorsiantrs. 14. itrei» Renkölln, ssreitgg. 4. Oktober, 191-, Uhr, Sitzung des engeren Kreisvorsiondes mit allen Abteilungsleitarn im Parteibureau. Achtung! der engere Rreisvorftank trifft sich bereits um 18>4 Uhr«bendort. I».««ei» Pankow. Am Mittwoch, dem S. Oktober, fallen alle gatzladeade an». Dafür tkraiomitglfrderoerfamniluaq in Lindner, Aon�rthan». Pankow, Jtecftc Str. 32. Heule. Donnerstag. 3. Oktober: 14. Abt. Dir Boprkstübrer holen die lilugbläiter für die brauen am Don. netatott um 18 Uhr von Lauritz«», Putbusser Str. 11, atz. 24. Atzt. Die Kruvvenführer werden gebeten, sofort.Unter Weg" vom Ab- terlungskaw.ere; ab,uholen. 28. Abt.„Unser Weg" ist vom Ecnossen Waltcs. Wetzer Str. Z7, sofort ob. Mholrn." a. Abt.«rhäoedern«1 Ubv nnchuae Aunkfianärsltzuna bei Bakho. Prin» Georq-Str. 1V. Rrnkilln. 89. Abf. Die. ftunrnSnärsitzuna fallt wegeil der Sreisnorstäntzzsitzung »tau? und findei da situ am Mo n rag. dem 1. Oktober, statt.— 92. Abi. Unsere.ssahlabeude fintzen wie immer am 2. Wii'woch, 9. Oktober, in den bekannten Lokalen statt. Freitag. 18. Oktober. Passage�Siile, arohe Adtrilllngswerbeversammlung. Ss laufen der Evielfilm.Prüder" unb der Film.Zeltlager der llillderfrcundc" mit musikalischer Pegleitunq. 139. Abt. Tegel. Die FunktionSrsitzunq findet erst am Freitag, dem 11. Ok- tober, statt. Morgen, Freitag. 4. Oktober: 3. Abt. 1944 Ahr im Saal 3 des Eewerttchaftshauses, Sngelustr 24—25, äußerst wichtige Funktionärsitzung. Zeder Bezirk mutz unbedingt ver- treten sein. 7. Abt. m- Uhr Funktionärsitzung bei BSvwalde. Schlegelstr. 8. 26. Abt. 191,, Uhr bei Seiles, Zllörther Strafte Ecke Prenzlauer Allee. Funk. tionllrsitzung. Materialausgabe. 3». Abt. 19 Uhr bei Pohst, Lnchener Str. lCll. Funktionärsitzung. 52. und 53. Abt. Charlotten bürg. Pünktlich 19 Uhr bei Lur, Suttenstr. 26, aemrinsam« Besprechung der Abteilungsoorstände wegen der Wahlvor. btreUunoen. 7«. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Graft, Srdanstr. 17, Funktionllrsitzung. Wichtig« Tagesordnung. VI. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei Klabe, Landjervstr. 60—01, Funktionär» »tzung und Ausgabe des Mitteilungsblattes. 83. Abt. Sichterfelde. Alle Pe�irksführer und sonstigen tätigen Genossinnen und Genossen treffen ssch beim Genossen Fr:tz Ouandt. Moltkrftr. 31. Ecke Sindenburgdamm, um A> Uhr, gur erweiterten Pvrstandssignng. Wichtige Tagrsorbnung. Ausgabe ro»„Unser Weg". 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr bei Pommercning Pvrstandssitzung. 88. Abt. LIchtrorod«. 2st Uhr Porstand und Ausschuft für Rovemberseier. Satzung bei Delamin. Bahnhos- Eck« Goltzstraftc. »I. Abt. Renköllv. 20 Uhr bei Lohann. Wipperftr. 18—19, wichtig« Funk- tionllrsitzung. Lichtenberg. 116. Abt. 20 Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Morr. Reue Bahnhosstr. 28.— 118. Abt. 1914 Uhr bei Sartmann. Irenen- Ecke Rosen. selber Slraße. Funktionärsitzung. Wichtige Tage-orbnung. 120. Abt. Friedriibsfelbe. 20 Uhr bei Schwar,. Eapriviallee, Funktionärsitzung. 124. Abt. Mahl-bors. 20 Uhr bei Anders. Pahnhofsir. 37, Funktionärsitzung. 128. Mo ISO. Abt. Pankow. 20 Uhr in NIemms Bierhallen, Berliner Str. 118, Funktionärsitzung. Alfons Paquet sprach über„Die werdende Weltstadt Berlin". Paris, London und andere europäische Wellstädte sind langsam organisch gewachsen und zeigen eine übersichtlich klare Struktur. Paquet sieht als wesentlichste Aufgabe für die Stadt Berlin ihre Einwirkung als Kulturträger für den Osten Europas. Aber der Redner war sich wohl bewußt, damit nicht das Entscheidende ausgesagt zu haben. Cr wünschte, daß zu dem Thema alle Be- rusenen zu Warte kämen, und die Entwicklung der Weltstadt Berlin nach soziolagischen, bantcchnischen, künstlersichen und kulturellen Gesichtspunkten beeinflußt wird.— Die Verhältnisse in einem der ausgebreiteten Berliner Gewerbezweige beleuchtete Fritz Saar vom Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Casö-Angestellten in seinen Ausführungen über„Das Berliner Gastmiiffschaftsgewerbe und sein« Arbeitnehmerschast". Es gibt in Berlin infolge der bereit- willigen Konzessionierunq vor dem Kriege 19 500 Gastwirischaften, davon der größte Teil Kleinbetriebe. Angestellte in den Gastwirt?- betrieben zählt man 19 000, daran 40 Proz. Kellner, der Rest Küchen- und Bedienungspersonal. Für diese 19 000 Menschen gibt es keinen Schutz der Nachtruhe; in Bäckersien ist der Nachtbetrieb oerboten. Selbst im Nahrungsmittelgewerbe herrscht der Zwang gur Sonntagsruhe. Di« Gastwirtschastsangestellten kennen sie nicht. ui'"" m den Mindestlohn müssen noch heute härteste Kämpfe geführt werden. Bis 1919 waren die Kellner überhaupt auf die„Trink- gelder" als Einnahmequelle angewiesen. Sie mußten dafür, daß sie bedienen durften, oft gemig dem Wirt noch Abgaben zahlen. Weiter« Klärung und Bereinheitlichung ihrer Arbeitsvechältniss«-st für die Gastwirtsangestellten dringend notwendig.— Am Abend wurde aus dem Konzert Haus Stettin eine Kamposition! von Max Bruch„Odysieus" übertragen, an der«» Ausführung gute Solisten, der Volkschor Steltin und dos Stetliner Tonkünstler- orchcster mitwirkten. Es war—. auch in der Uebertragung— eine musikalisch erfreulich« Beransttrltung. Tes. Sonnabend. 5. Oktober: •. Abt. 1914 Uhr bei Dvbrohlaw, Swinemünter Str. 11, wichtige Funk- tionärsitzun«. Arauenveranslaltungen. 5. strei» Fried richshain. Unsere Fvnkti-nSrinnenkonkeren, sintzet nicht am ??rertQa. dem 4. Oktober, sondern am Dienstaa, dem 8. Oktober, 19� Ubr, in der Cadiner Ltr. 11, statt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen roird aebctcn. 30. Abt. Die Genossinnen werden«ebeten, hellte, wischen 20 und 21 Uhr. dir „Frauenstimme" von Pohst. Lnchener Ecke Stargarder Strafte, abzuholen. 44. Abt. Alle Genossinnen holen heute die Fluadlätter t»n Lüdet, Reichen. berper Str. 155. Seitenflüarl 2 Treppen links, ab. 47. Abt. Sente, Donnerstag. 3. Oktober, Flugdiattverbreitung vom Lokal Siedentopf, Muskauer Etr. 35. Iungsozialisten. Gruppe Weddina-Gesundbrunnen. Wir beteiligen uns heute an der Per. anstaltuna des Biidungsausschufses des 3. Areifes Weddina. Freitag, 20 Uar, Bcainn der Ardeitsaemeinschaft des Genosse» Pottlitzer. Gruppe Friedrichshain. Sente, To--er»taq. 20 Uhr, im Znaendtzeim Til- fiter Str. 4. Vortraq:.Sozial- Aufbauarbeit ja der Berliner«ommuaal. verwaltuna". Resereut: Stadtrat Will» Süathrr. SBZ..»tuossru uad Partei- fleutsien siad rlageladeu. Zlcbeitsgemeinschast der kinderfreunde. «rei, Mitte. Gruppe Arkonaplotz. Wir treffen un» Mr Ferienfahrt am Donnerstaa. dem 3. Oktober. IZZe Uhr, am. Stettiner Borortbohnhor.— Gruppe Karl Liebknecht. S-utr Treffpunkt unserer Serbstsahrt um 9'/» Uhr am Büschinflpiatz. Wimpcl und Spielperät mitbrineicn. Aufterdem alles, was auf der Fahrt aebraucht wird. Decke nicht vergessen. Geburtslage, Jubiläen usw. 21. Abt. Aas«»» l-ngsährigen«tuosse» Otto Flemmina nad seiner Gattin»um 2Ziätzriatn Ehrfubiläum die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 11. Abt.-n» Freie Schulttmrinde Tieraarttu. Unser Genosse, der Lehrer Bruno Donner, ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung heute, ' Kr' z>.." ____■—......—_______ eine—— unser« Genossin Marie Schmidt. Kan-Icrwea 4, Ehr« ihrem Andenken. Ein- äschcrung heute. Donnerstag. 3. Okwher, l6t4 Uhr, im Aremaiorium Baum- kchulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung, Donnerstag. 3. Oktober, 13 Uhr, im Krematorium Gcrichtstraft«. Wir bitten um reg« Beteiligung._. 85. Abt. Tempelhof. �Am 29. September versiorb im� Alter�oon 69 Jahren Si SoziaWfcheArbetterjugendGr.'Verlin Slnsendungen für diese Rvbess nur au da« Zvgendfekrttaria« Berlin GW 68. Ltndenstraie 9 Voefitzendeukoiisetcu,: Montag. 7. Oktober, pünktlich 19�4 Uhr, in der Schulaula Kochstr 13. Dage-ordnung: 1. Bericht de, Bezirksvorstandes. 2. Be. ricktt von der Reichsousschuftsitzung in Sohnstein. 6. Bortrag!„Da» rot- Ver- Ii»". Referent: Stadtrat Ernst Reuter. Alle Abteilungen müssen durch den 1.»nd 2. Vorsitzenden sowie durch den Iugenddeirat vertreten sein. Ohne Mitgliedsbuch und Auenvcis kein Zutritt. Ingendtag in Potsdam: Unsere Vrandenburaer Genossen führen am lom- Menden Sonntag einen Iuqendtog in Potsdam durch. Antreten ,ur Demo,,. ftrotton Soäntag, 1314 Uhr. in Potsdam am Iägertor. Unser« Genossen werden gebeten, sich zu beteiligen. Beweguagochor von Martin Gleisvee tagt heute. Donnerstag, in Ws der Turnhalle Danzigcr Str. 23. Neuanmeldungen werden noch en«. gegengtnommen. Beginn für Anfänger 20 Uhr und' für Fortgeschrittene t- um 21 Uhr. Um Tfflt' Beteiligung wird gebeten. Ig PS Abteilungsleiter sorgt dafür, daft die ausstehenden Abrechnungen umgehend erledigt werden. Lichtbilder vom Zvgtadtag im Schillerpork liegen nur noch bis morgen.- Freitag, zur Ansicht»nd Bestellung im Zugendsekretariat aus. B. 8. nad Werbebezirisleiter. Seute. Donnerstag, pünktlich l9>4 Uhr.«e» Meinsame Sitzung im Sitzungssaal des Bezirksvcrbandcs Brandenburg, Lindenstr. 3. Abteilungsmilgliederversammlungen. heule, 19'� Uhr. Fallplatz lr Seim Lonnenburger Str. 20.— Rordofir» II: Seim Strafte 62. Barocke 3.— stottbvssee Tor: Seim Britzer Str. 27—30.-(. west: Seim Lindenstr. 4.- Westend: Sportplatz Westend.— Puchbrlz:?e- Berliner Str. 19. Schul«. . t!�>-.'"p �---... stoptaickar Viertel: Keim Wrangelstr. 128. Elusilhrunitsabevd—«u-- does: S-tm WilNkm-aud' 1Ä3..zsnnner 1. Börtragi"-„Sozialistische Li) gestaltting". Referent: A. Sar-vch.— Wittenau: Seim Rolenthaler Brettspielobend.— Schönbauser Vorstadt: Seim Sonnenburger Str. 20 Kor- trag:„Der internationale Sozialismus". Schöneberg t: Wichtige Funk» lionärsitzung nm 20 Uhr im Seim Scuptstr. 15. «erbebe, irk RenkSlln: 1» Uhr Beginn des stursus„Erste Siise" des Arbeiter�omariierbundes in der Schule Riitiistrgfte. Beteiligt euch rech' rege. «erbebe, irk Reiaickendors: Werbcbezirksmitgliedcrvcrsammluna um 20 Uhr im Jugendheim Tegel, Echönebcrger Strafte. Voriräge,Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold". «eschllktsstelle: Berlin£. 14, SebastianNr. 37/33. So' 2 Zr. Donnerstag, 3. Ottober, steeuzberg. 2914—« Uhr leben Donners» tag Baden in der Schwimmhalle Bacrwaldftrofte.«itteaa»(stame, radschafO. 20 Uhr Versammlung bei P. Behntt, Oranienburger Str. 89. miniu«. 20 Uhr Berfa mmlung be! Schmidt, Wiclefslr. 17. streazbrra. Zug I. 20 Uhr Bersammlung bei See hak, Willibald. Alexis, wir. 5. Vortrag des flame- roden Ateno:„Die Republik und die Beamtenschaft". Tegel tstameradschnm. 20 Uhr Generalversammlung im„Alieii Krug". Sauptstr. 14.— Sonnobend, 5. Ottober. Prenzlauer Berg. Komeradschaft Falke. 179i Uhr zur Besicht aunq der Feuerwache Oderbergcr Strafte. Sammeln bei Zeug», Milasttasic. Mitte. Der Ortooereiii beteiligt sich an dem Serbstvergnügen des Allgemeinen 1* g 1 1 ß i)' 1 1 l i"**-Oa-« o?-»«-V. � s-k s»,-»s«ach 1 1 1,»e» cm a � c 1 1—»».. Hans. Eintritts fchatt Bsesdorf._______.„- schalt itzuNgv Tempel bei Sönvw. Frankfurter Allee 263. Erscheinen Nflich' - Feiedrtchohai». Sonntag. 6. Okldver. 13 Ubr, Antrete, mit Musik und Fahnen lim Bahnhos Weiftensee. PflichtveranNoitung.— göveait tag. S. Ok'ober. ttl Uhr. Borstandesitzimg des Ortsoereins bei Fron, Na. blonski..staiser»WilheIm�?tt. 69 Erscheinen isi Pflicht.- Fvei'ao 1 e�k, tobcr, l8>4 Uhr. Trekkounkt aller Sportler bei Bülow. Sirschgarienstt zum Woldlam.— Tharlottenburg. Kameradschaft Ratbaus Freitag 4 OO tvber. 20 Uhr, Versammlung bei Gerloch, Spreeftr. 12. Vortrag' Kamerad Ezorllnffi spricht über„10 Jahre Berlin". Btnrmvagel, Bezirksgruvp«»reuzberg. Vortragsabend Donnerstag. 3 Ok. tvber, 20 Uhr, Reickenbergcr Sok, Reichenbcrqer Str. 147 Znterrssenoerbaad der durch A-towobil- und andere B-rkebr-nnfäll- Ge. schädigten S. V. Geschäftsstelle: Berlin RW. 40. Rathenows Etr 4 law aldm »riminolgerichO. Sprechstunden und kostuilosc Auskunftoertcilung täglich vo: n Ws 19 uii?. «rbeiterphotograpbe». Bezirk Mitte tag' Donnerslag 20-»2 u�r Im Lo. kal Per seife, ebeorgenkirchsie U Am 3. Oktober beginnt ein Altsiingerkursus. Rrlchsdu-id der Krteqrbrlchädlgten. Ariegstc lnehmer und Krlegerhinfer. bliebenea. Ortsgruppe SW. Mitaliedervers-mml„„g am-F?ei-og dein 4 Ok. tober, 20 Uhr, im Restaurant.Zügerheim", Nostiz. Mke Arndlstrafte. entz.lsn conv-r,.,mn.. c.ud lonnoeil 1*78. Prießy S p. m. ClfC Josty, Potsdamer Platz, Anneral-OeneraKMeeting, only for members. ™ w-"erder.ch ö« dsienkltd)« we! erdiens„I.Ue Lepsin und Umgegend sNochdr. verb.» ilnbestanhig. mit einzelnen Regenschauern bei niedrigeren " T5t Peuff»land: Äuch im �iiden Wetterverschlechferung mit«biahlung. im Norden unbeiländig„„h, windig, vielfach R-genschau«v. Handarbeiten bei Grünfe'.d. Di« Firma Grünf«ld. Leipziger Strafte ,«iat im diesen Tagen eme groß angelegt«„ d a rb« i t- a u s sl e t I.. n g. die in ihrer Reichhaltigkeit eine Füll« neuer Anregungen bietet. D.e moderne Hundarbe.f stellt an die Ausübend« die denkbar leich- Svannstisch, einfache Stäbchen- oder tunesische Hake'arbe.t beherrschen für Decken. Läufer und.«isien Feld Ufto der ungeme'in dekorative Eindruck, den dos fettes Ganze bietet, liegt eigentlich hauplsächiich in der künstlerisch hoch. wert>gen Zusammenstellung von Muster und Farbschattierung. Sehr hübsch wirken neuartige buntgesticki« Vierecke oben Längsstreifen.in Kreuzstich, die anetnanderacchakelt und zu Decken oder Läufern ver« arbeitet weriden. ,7Ür handgestickte Kleider und Blusen gelangt ein )?� rri-gusch zur Verwendung, der als Untergrund für bunte Kreuz- chcchtickerei feor geeignet ist. Das find jene Arbeiten, die bei wenig TOuf)e stärksten Effekt erzielen. Daneben gebt es hüd ss-e Kelini- und «myrimarbeiten. Madeire. Wickelasour und To'ed. stickerei. Ein paar emsige Arbeilerinnen aus dem Erzgebirge, der Heimat jener handarbeiilichen Kunstwerke, demonstrieren mit wohlgeübten.Fingern allerfeinsden tiairdasour und Klöppelorbeiien; Urbeilerinnen aus • P�/'kner Gegend zeige» prachtvolles Stopffilet für Gardinen in Weiß mit Gold. Donnerstag 3. Oktober 1929 -Unterhaltung unö Wissen Beilage des Vorwärts Smil Siönnelycke: jöd* CßOldijTftt&Gl' Als Alfrsd Anchoni'en, dessen Hof dicht am Flusse lag, Ge- burtstag feierte, war auch der Friedensrichter von©almorchurft unter den Gästen: er war mit seinem Auto aus der Fähre über den Fluß gekommen und hatte zwei Männer mit, die in der Gegend fremd waren. Einer der jungen Leute von New-Damart, der auch zur Geburtstagsfeier wollte, hatte den Richter und sein« beiden Be- gleiter übergesetzt, hatte die kleine Holzfähre an dem Tau. das über den Strom gespannt war, ans andere Ufer gezogen. Fast zur gleichen Jett kam der Pfarrer. In den Stuben von Alfred Anchonfens Hof waren so viele Gaste versammelt, daß sich der Pfarrer mit einem Stehplatz in der Küche begnügen muht«. Er kam mit ein paar Farmern aus der Kolonie ins Gespräch und ging die ganze Küche durch, um die An- wefenden zu begrüßen. In einer Ecke, an der Tür« zur Schlaf- kammer, war es Halbdunkel, und hier saßen zwischen ein paar jungen Leuten zwei Männer. Sie waren nicht so gut angezogen wie die anderen Gäste und saßen da, als wärmten sie sich am Herd, dem hohen, vernickelten kanadischen Herd, der mit seinen Topfen und Kesseln neben ihnen siedete und dampft«. Der eine der beiden, Frederik Anthonsen, der Bruder des Wirtes, erhob sich, als der Pfarrer zu ihm trat und ihm die Hand reichte. Er hatte eine ge- drungene, kräftige Gestalt, und seine soliden Schultern zeugten von harter Arbeit. Sein Schlips war zerknüllt und zerschlissen, aber der Kragen war rein. Frederit Anthonsen war wohl«in„tramp', ein Alles- und Nichtstuer, ein Abenteurer und armer Mann. Aber am Geburtstag des Bruders hatte er doch einen reinen Kragen an. Sein Gesicht hätte den erschrecken können, der seine behäbig«, sried- liche dänisch« Sinnesart nicht kannte. Sein Mund war ein durch- triebenes Lächeln, das Zcchnstumpen und Kautabak verdunkelten. lieber die Stirn liefen drei tiefe Furchen, und die harten Prüfungen und Kämpfe des Lebens hatten von den Nasenflügeln zu den Mund- winkeln zwei große Schnitt« gezogen, die ihn älter und barscher machten als er war. Die Augen waren die Kleinodien dieses Ge- fichtes. Sie brannten. Glühten von Leben und Lust. Er sah wie Fünfzig aus und war doch kaum mehr' als in den letzten Dreißig. Wenn er die Augenbrauen hochgog, bekam fein Gesicht geradezu einen feinen, lauschenden Ausdruck, etwas Leidendes... Das stand ihm gut und machte aus dem rauhen Gesellen einen hübschen Mann. Seine Stimme war so durchdringend, so knarrend trocken wie nur bei Leuten, denen der Whisky, das fli«ßeni>e Feuer des Whiskys täglich die Kehle beizt. Sein Lachen klang herzlich und sarkastisch zugleich, es schnarrt« wie«in Stock an einem Geländer, und er knickte m den Hüsten zusammen, als tär« ihm Lustiges bis in den Magen hinab wohl. Und der Pfarrer war«in ungezwungener und witziger Mensch, der gern eine gut« Geschichte hörte, und er wollte nun wissen, wo Frederik Anthonsen so lang« Zeit gesteckt hatte. ,,Oh,— mancherorts, Herr Pastor,— im Westen... überall ein bißchen...* „Und nun sind Sie zum Geburtstag Ihres Bruders herge- kornmeu. Sagen Sie mir, was haben Sie in all der Zeit gemacht?' ,T>H,— mancherlei... Ich war auch in den Minen.' Er lacht« unwillkürlich vor sich hin, ein kleines, ergötzliche«, sarkastisches Lachen. „Wo?' sagt« der Pfarrer und blieb ernst. „In Timmin-!" „3n Timmins? Waren Sie in Tiimmins? Hören Sie, Fre- denk Anchonifen, das müsien Sie mir erzählen!' „Ich.,. ich komme eben von dort." Die Augen des Pfarrers wurden lebendig von Interess« und Neugierde. Cr setzt« sich neben Frederik Anthonsen und den anderen. „Dos ist mein Kamerad Will Jones," sogt« der Goldgräber und stellte den Mann dem Pfarrer vor. „Guten Tag," sagt« der Pfarrer auf Englisch und gab dem Fremden die Hand. Der trcxknet« seine Hand erst an der Jack«, bevor er den Pfarrer begrüßte. „Kommen Sie auch gerade aus den Minen?" Frederik Anthonsen antwortete für seilten Freund: „Will ist von North-Bay mit mir gereist, ja sogar ein paar Meilen nördlich von North-Bay. Wir sind mit dem Zug gesahren, der von Nippigon kommt, denn ich meinte, daß hier im Osten Ar- beit zu bekommen wäre. Wir hoben noch nichts gefunden, ober ich glaube, Alfred wird uns etwas verschaffen. Wenn nicht, gehen wir in den Wald.' Plötzlich stand der Wirt, der hohe, gesunde, magere Alfred Anchonsen vor ihnen: „Kommen Sie herein und esien Sie etwas mit, Herr Pastor!' sagte er. „Danke, danke!" sagte der Pfarrer.„Ich sehe, es haben ein paar andere noch nicht gegessen. Ich bleibe hier in der Ecke fitzen. Ihr Bruder soll mir von seiner Zeit in den Minen erzählen!" „Ja, in Timmins! da wird er schon was erlebt haben!" Alfred Anchonsen lächelte und ging weiter. „Will versteht nicht dänisch, de. macht es nichts,-daß ich die Geschichte erzahle. Ich kenne ihn nicht weiter, ich habe ihn unter» wegs getroffen, und dann... da machten wir Gemeinschaft. Er war auch mif dem Wege nach Osten!" „Wo haben Sie ihn getroffen?" „Oh, an der Eifenbahnlinie zwischen Earlton und Temagomi, oben in der Nähe der Seen. Er hatte auch nicht viel zu beißen, — und da teilten wir, was wir hatten. Er sagte, er käme aus Elk-Lake, wo er Zimmerarbeit gehabt hätte, ober ich Hab' ihn im Verdacht, daß auch er... lalala... aus Timmins kommt. Wir gingen zu Fuß bis Rorth-Bay, weil ich fürchtet«, daß wir nicht genug Fahrgeld hatten. Das ist ein gutes Stück von Temagami bis Rorth-Bay, kann ich Ihnen sagen!' „Woher ist Ihr Freund?" „Danach dürfen Sie mich nicht fragen, Herr Pastor. Irgendwo unten aus den Staaten. Er sprach davon, daß er eine Schwester in Dermillion hätte, unten am Erie-See, er.. Frederik Anthonsen wurde von einem lauten Schnarchen unter- brachen. „Na, das ist Will, er macht«in Schläfchen," sagt« er.„Man kann es»hm nicht verdenken, daß er müde ift. Wie wir gewandert sind!" Der Pfarrer wandte sich und betrachtet« den Schlafenden. Der war, trotz seiner jungen Jahre, fast grauhaarig. Er hotte ein Loch in der Pjaiige. „Jones war mit im Krieg." erklärte Frederik Anchonsen,„ober er ist mit einer Kugel durch die Wange davongekommen, wie Sie sehen.'» „Erzählen Sie mir, Frederit Anchonsen, wie Sie nach Timmins kamen. Das muß ja interessant gewesen sein?" „Naah... offen gestanden... das war es nicht. Es war hart!" „Ja aber, warum wallten Sie denn da in die Minen?' „Weil ich mußte.' „Mußte? Was heißt das?" „Ja... Sie müsien schon entschuldigen. Herr Pastor... hahaha.. Do bemerkte der Pfarrer, daß dos Lachen des Goldgräbers ein wenig nervös war, und er wurde ernst und dachte: dos ist doch nichts zum Lachen? Er lacht, wenn die Erinnerung an etwas Hartes, Grausames ihn überwältigt... Ein« große Frage be- schästigte den Pfarrer: Was hatte Frederik Anthonsen nicht alles mitgemacht?!(Schluß folgt.) ScherenfchniUe aus dem Wefertande fflameln Still, beschaulich, etwas abseits vom Getriebe der großen Welt, noch wenig erfaßt von der— ach so ersehnten—„Fremdeninduslnc". schlängelt sich die Oberweier zwischen Hann.-Münden und Preußisch- Minden durchs grün« Gelände. Wenige.Städte und Städtchen dehnen sich an ihren Ufern, gering an Umfang und Bedeutung bis — ja, bis auf die«in«!— Athen mag vom Ruhm seiner Akropolis zehren, New Port sich im Glanz der höchsten Wolkenkratzer sonnen, Paris den Eisfelturin besingen— Hameln, das uralte, gemütliche, aus unzähligen Sagenbüchern uns grüßende, lebt und zehrt vom Ruhm seiner Natten! Zwar nicht von dem der lebenden, die sich, wie allerorts, auch hier herumtreiben, in den Wesermühlen eifrig gefagt werden. Was Hamelns Ruf und Stolz begründet, sind. die Ratten des allen großen und kleinen Deutschen— und manchem Ausländer— wohlbekannten Rättenfängers von Hameln. Macht nicht die Sage das Städtchen selbst fast zur Legend«? Erstaunt blickst du auf: Hameln, gibt's das wirtlich noch? Ja, gleich dem bekannten Buxtehude ist es realiter vorhanden, jenes sonnt sich am breiten Elbstrom und dieses an der schmalen Ober- weser. Leibt und lebt ein veritablcs und geschäftiges Dasein.— Wenn in der blauweißen Morgenfrische man von dem Berg« herab- schaut, der über Hameln thront, dessen waldige Kuppen einen rot- quadrigen Aussichtsturm und den sachlich kürzen Namen„Klüt" trögt, dann sieht man liebliche Dächer, Giebel und Türme au» dem Nebel der Flußniederung auftauchen, dann merkt man verwundert, daß selbst schwarze Schlote in die still« Luft starren, schwarzer Rauch ihren Essen entquillt und hier wie allerorts Proletarier im Donner der Fabriken ihrer Fron nachgehen.— Automobilsabriken, Teppichwebereien, die übliche Eisenindustrie und Ziegeleien kleiner Städte, sie sind vertreten, und eine Puddingpulverfabrik darf auch nicht fehlen. Silbrig und Sanft schlängelt sich das blinkende Band der Weser durch die grüne Ebene. Ein Wehr wirst sich breit vor des Flusses Gleiten, er' wölbt seinen Rücken, zischt zornig auf und stürzt brausend und nie endend über den starren Steinwall hinunter. Weißer Gischt schäumt, es kochen und brodeln die Wossermassen. Wuchtig und breit stehen die Mauerquadern der Wesermühlen über dem Wasser, nutzen die flutende Kraft und mahlen kernigen Roggen und zarten Weizen zu weißem Mehl. Schön und geschäftig ist das alles. Fieih offenbart sich und Regsamkeit: doch es zählt nicht, es.zählt nicht. Denn was sucht er hier, der Fremdenstrom, der aus der näheren und weiteren Um- gegend das Städtchen Sommertags überschwemmt?— Heber die holprig gebohlte Weserbrück«, daraus sechsrädrig schwer« Bllssig-Auto- bufs«, Hamelns Straßenbahn— dahinrollen, kommt man hinein ins Städtchen, liest erstaunt und leise befriedigt all die Inschriften über den Pforten. Selbst Tartarin aus Tarascon sah es ohne Zweifel: Du bist im Rattenfängerstäbtchen Hameln! Da lockt der Rattenfängerhos und dort der Rottensängerkrug, bieten Zimmer zu zivilen Preisen und wohlgepflegt« Bier« an, wollen sorgen sür das Wohl zweibein-ger und nicht vierbeiniger langgeschwänzter Gäste. Das Gasthaus zur Ratte blinkt einladend mit den Fenstern, und in der Rattendrogeri« gibt's sicher gutes Rattengift, falls Dykerpotts Erben einen Flohbeutel um die besagte Ecke bringen wollen.— Verziert mit schönem altdeutschen Giebel ober besroutet mit moderner Fassade, all diese Stätten sind bereit, in reger Geschäftigkeit blanke Münze aus der altersgrauen Sag« zu schlagen. Führer geleiten dich durchs Städtchen, zeigen dir das Rattenfängerhaus, schön in seinem Fachwcrkbau und der Inschrift, doch mit der Sage kaum verknüpft. Bald aber wird ihm abgeholfen, dem dringenden Bedürfnis. Er besteht und waltet seines Amtes, nämlich der wohllöbliche. Denk- malsausschuh! Hamelns leitende Männer der Fremdenindustrie sehen ein, daß es Zeit ist— hohe Zeit!—, dem wackeren Mann ein Denkmal zu setzen, der so silbrig blanke Taler und raschelnde Scheine noch Hameln hineinbringt.— Die furchtbare;, die ruchlose Tat, da..„hundertdreißig Kinder in Hameln geborn,— von einem Pfeiffer verfurt und verlorn"— ist längst verjährt und oerziehen. Hamelns Mütter fürchten nicht mehr den fremden Mann, der ihre Töchter entführen könnt«, sie hoffen ihn selber herbei, mit Motorrad und sicherer Anstellung begabt, damit Lieschen und Lottchen schnell unter die Haube fänden. Und weil das Denkmal noch fehlt, weil Rattentrug— selbst die jenseits des Flusses liegende, seicht in den Berg verlaufende, Karten und Selterswasser verkaufende Rattensängerböhle nicht dem Bedarf der Fremden genügen, haben sich die lokalen Gewerbe auf die Andenkensabrikation geworfen. Mit löblichem Erfolg! Das Bonmot von den nach Athen zu tragenden Eulen wird erdrückt von jenem, Ratten nach Hameln zu schleppen. Da sind erstmalig die Postkarten, Legion an der Zahl, alle die inunteren Nagetiere verewigend. In Profil, Vorderfront und Hinterfrontaufnahme, mit blanken, ein- gesetzten Glasaugen und wippenden, angehängten Drahtschwänzchen, mit oeritablen Schnurrhaaren und„naturlicher" Stimme, so man draus drückt... olle sind sie vorhanden. Dann kommt nebenan der unmöglichste Bric-Brac, Mäuse aus Silber und solche aus Porzellan, mit Samtbuckel zun» Nadelkissen oder weiter Oeffmmg vis Äschenbecher, als Spazierstockkrücke oder Uhranhängscl— Ratten in schwerer Menge! Würdig und eindrucksvoll schließen Bäcker und Konditoren den Reigen! So wie man anderwärts frische Brötchen am Morgen er- hält, gibt es in Hameln Ratten. Frilch, warm und knuiprig, br.mn aus Brotteig gebacken mit Borstenschnurrbart, Korinthenaugen und ringlig beigelegtem Schwanz. Berwöhnte Gaumen kommen mit Bisquit-, mit Kuchen-, Marzipan- Zucker- und Schokoladenratten auf ihre Kosten. Die Bäcker werden gleichfalls kommen, der Ratten- Handel blüht. Gebackener Rattenfänger, das fehlt noch...! O du guter Rattenfänger von Hameln, sicher wirst du dereinst heilig gesprochen, das Denkmal ist dir sowieso schon sicher.— Hameln gedenkt deiner— ich auch! Ich Hab von meiner Kuchenratte ans Versehen die Borstenhaare ninteroeschluckt, wohl bekomm's' Li. Tzngenberc:. JCochfats als Semd des tuberkulösen Als Robert Koch den Tuberkelbazillus und in ihm die un- zweifelhafte Ursache der Tuberkulose entdeckt hatte, glaubte man mit der Erkenntnis auch die Heilung der Krankheit in der Hand zu haben. Wenn es gelang, die Tuberlelbazillen im Körper zu vernichten, so mußte die Krankheit von selbst aufhören. Aber die Hoffnung trog. Man fand kein Vernichtungsmittel, keine materia. masvA sterilisans, das nicht zugleich auch den Körper geschädigt hätte: und man erkannte, daß es zwar kein« Tuberkulosekrankheit ohne Tuberkelbagillen gab, aber auch, daß die Anwesenheit dieser Bazillen nicht gleichbedeutend mit Erkrankung ist. Die Bazillen sind nur die eine Ursache der Erkrankung, die andere liegt in der Beschaffenheit des Körpers, seiner„Krankheitsbereitschaft". Rur wenn der Körper dem Wachstum der Bazillen günstige Bedingungen bietet, können diese sich so entwickeln, daß ihre Gistwirkung die Erscheinungen der Tuberkulosekrankheit hervorbringt. Daher haben die neuzeitlichen Heiluirgsbestrebungen zum großen Teil das Ziel, den Bazillen den menschlichen Körper st> ungenieß- bar wie möglich z umachen. Also sewe Beschassenheit im Sinne der Bazillenabwehr zu ändern. Dieser Behandlungsgedanke wieder- holt und bestätigt in einer Beziehung alten Boltsgiauben— nämlich die Gewohnheit, dem Schwindsüchtigen in der Nahrung reich- lich Fett zu geben. Darüber hinaus gehen Versuche, den Salz, Haushalt des Körpers umzustellen. Man weiß, daß die elektrischen Spanmmgen im Körper, die wahrscheinlich für die gesamten Lebens- Vorgänge von ausschlaggebender Bedeutung sind, durch den Gehalt an Salzen in den Gewebeflüssigkeiten bedingt sind. Besonders die Salze der Leichtmetolle des Kaliums, Natriums, Kalziums, Mag- nesiums und anderer mit Chlor scheinen dabei eine große Rolle zu spielen. Hier setzen die Versuche«in, die mit den Namen Ge r s o n, Sauerbruch, Hermannsdorfer verknüpft find. Diese Aerzte glauben beobachtet zu haben, daß eine möglichst kochsalzarme Ernährung, die zudem durch reichliche Beigabe von Pflanzenkost viel Kaliumsalz« enthält, die Heilungsbedingungen des Körpers bei Tuberkulose oerbessert. Sie geben außerdem noch kochsalzfreie Salzgemische als Arznei. Diese Behandlung soll bei Knochen- und Hauttuberkulose günstige Ergebnisse gehabt haben, also bei Krankheitsformen, dl« an sich weniger das Leben bedrohen als die Lungenerkrankung. Bei der Lungentuberkulose sind die Versuche noch im Gange und es muß dringend gewarnt werden, daß Lungenkranke in ihrer be- kannten Hossmingsfreudigkeit von dem neuen Berfahren Wunder erwarten. Auch die Aerzte, die mit dieser Neuerung sich befassen, verzichten keineswegs auf die bisher. übliche Behandlung mit Frei- lustliegekur oder mit chirurgischen Eingriffen, sie glauben nur, durch ihre Ernährungsweise die bisherigen Ergebnisse noch verbessern zu können. Es muß ferner darauf hingewiesen werden, daß die kochsalz- arm« Ernährung ebenso viel Geduld und Ueberwindung seitens der Pilegeperfon wie des Kranken verlangt. Die Menschen sind nun einmal seit Jahrtausenden an das Kochsalz als Nahrungs- würze gewöhnt. Die Köchin muß also die schwere Kunst erlernen, die sonst mit Kochsalz gewürzten Speisen durch andere Zutaten schmockhast zu machen. Völlig läßt sich das Fehlen des Salzes nicht bei allen Gerichten verdecken. Es muh daher auch der Kranke, zumal wenn seine Eßlust nicht reg« ist, eine beträchtliche Ueberwindung auf- bringen, um die ungewohnt schmeckende Nahrung zu bewältigen. ä>ag Eichhörnchen beim'Hüffehttmhen Die niedlichen und beweglichen Eichhörnchen sind Meister im Nüsseknacken und die Natur hat ihnen dazu Wertzeuge verliehen, deren sich der Mensch nicht rühmen kann, nämlich bewegliche Zähne. Der bekannte Tierpsychologe Prof. Bastian Schmid Hot das Gebiß der Eichhörnchen genau untersucht und dabei merkwürdige Feststellungen gemacht. Bei der Beobachtung der Tiere und ebenso am Skelett kann man verschiedene Stellungsmöglich- teiten der Zähne erkennen, die durch eigen« Muskeln an den beiden Unterkieferäften herbeigeführt werden. Die unteren Vorderzähne vermögen eine Ruhe-, Angriffs- und Sprengstellung einzunehmen. Bei der Angriffsstellung, bei der auch die Nüsse zwischen die Zähe,« gebracht werden, werden die beiden unteren Nagezähne so gespreizt, wie unsere. beiden Zeigesinger auseinandergehen, wenn wir die Knöchel hart auseinanderlegen. In der Wut, beim Beißen und beim Nagen von harten Gegenständen weichen die Unterzähne des Hörnchens weit auseinander: die Normalstellung ist die mittler« und die Sprengstellung die engste. Steckt man einem wütenden, auf den Röcken gelegton Tierchen rasch eine Wachsnuß ins Mäul- chcn, dann sieht man am Zahnabdruck genau, wie die Zähne aus- einanderstanden: die Sprengung der Schals erfolgt dann durch die plötzliche Verengung der Zahnstellung. Bei etwa 1000 Hasel- und Walnüssen, die der Gelehrte nach der Bearbeitung durch ein Eich- Hörnchen teils in geöffnetem, teils in halb geöffnetem oder nur an- genagtem Zustand untersuchte, fand er, daß das Tierchen ganz ver- schieden arbeitet und bald die Nüsse noch kurzem Nagen einfach wie mit einem Brecheisen aufbricht, bald den Inholt nach und nach mit den unteren Zähnen herausholt. Die unteren Zähne arbeiten häufig wie ein Zahn, indem sie sich fest zusammenschließen, und haben dann die Funktion eines Meißels. So gelingt es dem Eichhörnchen, die Nüsse mit der größten Kunstfertigkeit aufzumachen. Doch kennen wir bisher nur die Arbeit der Unterzähne und wisse» nicht, welchen Anteil die Oberzähne am letzten Knacken der Nuß haben. f Mit diesem einen Wörtcfcen Ist die gröfite Werbekraft ans» gedrückt, die für uns arbeitet. Du* messen wir weit größere Bedeutung zu, als unserer Inseraten- Propaganda. Das ist nämlich die Empfehlung, die auf Grund eigener Erfahrung, eigener Zufriedenheit weitergegeben wird. Eine kommt zu uns und kauft- ist über Erwarten zufrieden- beglückt - bringt eine Freundin mit- der geht's ebenso- und daraus entsteht dann der immer mehr anschwellende, immer größere Kreise ziehende Rat: »Wenn Sie sid» gut und doch billig kleiden Rollen-—— I Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Donnerstag zur VerfOgungl- Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden I Verein der Berliner Bndidrndier und Sdirillglefter Achtung, Erwerbslose! Von kommanUHicfacr Seite wird eine Er vcrbtloien- Vertun mlung der Buchdrucker»u Freitag, 4. Oktober, propagiert durch Handsettel, unterzeidinet „Die Vertranentlente der arbeitiloten Buchdrucker, I. A. Erleb Peter". Der Gauvortiand hat zu dieser Vertammlung weder Auftrag noch Zustimmung gegeben.— Die Veranstaltnng ist eine wilde und werden die Kollegen ersucht, diese Versammlung zu melden. Nach Verabschiedung de» Erwerbs- lotenversicberungsgesetzes wird der Ganvortiand gemSH dem Wunsche der Kollegen eineVersammiong der erwerbslosen Kollegen mit diesem Thema einbernfen, zu welcher die Kollegen ersucht werden, rettlos zu erscheinen. Abo, Kollegen, meidet die wilde kommunistische Macfaenscfaaii, die keinerlei maßgebende Beschlösse tasten kann. Der Gauvorstand. DankaaBuno. Fhr die«Selen Beweise innigster Teilnahme anllBiich des Heimganges meines geliebten Mannes Wilhelm Lamm sage ich allen Qenossen and Bekannten, insbesondere den Freunden»on der Konsumgenossenschaft, herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen Clara Lamm. » Mkm. Hilst. iBrutiUlie Pnisliste gratis KobiaDMo. Pumpen fabrik ■ U. liliiAeiteifu Str. 95 Hannoversche Bodenkredit-Bank, Hiidesheim Zwelgnlederlaasang In Berlin S 14. Wallstr. 60. Einladung zur Zeichnung. Zum bevorstehenden Anlagetermin legen wir Gm. 2000000.— unserer SerwMi W-IMilMMO iHh 16 zum Vorzngaknrac von 97 Proz. sowie Gm. 2000000.— unserer SmM« MÜWWMMmitrMm Mit 3 zum Vorsagtkarsc von 94,li Proz. in der Zeit vom 9. bis IS. Oktober d.|. eimdhHetlld»- frOherer SchluB der Zeichnung vorbehalten— zur öffentlichen Zeichnung auf Die Ooid-Hypothekenpfandbriefe sind bis I. Januar 1934, die Gotd- Kommunalschuldverschrelbungen bis I.Januar 1935 unkündbar, in Stücken zu 100, 500, 1000 und 3000 Goldmark eingeteilt und mit Januar/Juli-Zins- scheinen versehen. Sie sind an der Berliner Börse eingeführt. Kurs der Gold-Hypöthekenpfandbriele 97"/, Proz., der Gold-Kommunaischuld- verschreibungen 95 Proz. Der Antrag aul Beleihbarkeit der Gold-Hypo- thelcenpfandbriefe und der Coid-Kommunalschuldverschreibungen in Klasse A wird bei der Reichsbank demnächst gestellt werden. Die Gold- Kommunalschuldverschreibungen sind in Preußen mündelsicher. Die Stücke sind sofort porto- und spesenfrei lieferbar. Sie Wind bis (pZSesiens I. November d. J. abzunehmen. Zeichnungen nehmen alle Banken, Sparkassen and unsere eigenen Kassen in Hildesbeim nnd Berlin entgegen. H! I d e s!t e! in. den 3 Oktober 1929. Hannoversche Bodenkredit'Bank Dr. Meyer. Astor. Kühneck. von editeGoldkroDenvooM.9.-ao Schonendste u. gewissenh. Behandlung, Qualitätsarbeit garantier».— Röntgen- Apparat.— Quarzlampe.- Höhensonne. [eQiral-Iostiii]ttfirZalio-s.MiiQijii(ieD W 35, Steglitzer StraBe 20 An der Potsdamer StraOe, Unser lieber Sohn, Bruber.Schwoger und Cmfel, atonfenlaflertangrftcüter Franz Schulze jon. ist am Dienstag an einem schweren Herzieiben im Alter bnn 44 Jahren plötzlich verschieden. Die trauernden Hinterbliebenen Franz tzcbnlze een. nebet Fraa sowie die Familien Alfred tebalie, SefclOicr ond Lengeri Berlin, ben 2. Oftober 1829. Die Einüscherung erfolgt am Sonn- abend, abends S Uhr, im Krematorium Serichistrahe 37/38. Nach kurzem schweren Leiden ver> schied am 1. Oktober ISN mein lieber Mann, unser treusoraenber Bater, Schwiegervater unb Srohvater, ber Werkmeister Bruno jfirfi, genannt Stiinfils im Alter von 58 Jahren. Im Namen ber Hinterbliebenen Marie Jftrß, geb. Gnädig. Die Einäscherung findet am 5. Ok- tober ISA, u« 1 Uhr nachmittag», im Krematorium Baumschulenweg statt Danlttagung. Für die große und herzliche Teil. nähme beim Heimgange meines un» vergeßlichen Manne, t�nxtist Taeterow sprechen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dan! au». Innigen Dank den Herren Rednern sowie Frau Schulz für die liebevolle» nnd trostreichen Worte. Charlotte Taeterow med Kinder. FürNervSse: Wunder gewirkt Hai Ihr Daldra- ment. nachdem kein Mfiel mebr Helsen wollte. Ich war an schwerer Herzschwäche erkrankt; nachdem ich� den ersten LSstet Retcbei» eingenommen holte, bekam ich eine merkwürdige . nahe«.!... «.Schwlndeiaaiäüen.in» Ruhe. nervös 6o S reiben viele_ »figkeit. reizbarer usw. Fl. Wh. 1.50 nnd In Drogerien und Apvlheken er- häUiich. sonst bei Ollo Relcbrl, Berlin SO. 33, Eisendohpstr. 4. Bor Nachahmungen unter iäu- schend ähnlichen Namen schühl nur Baldrament Klubsessel«.Sofas leilw.disäOProt. heradgef. Riennauswahl --~- 6tiI ntptstrlSl m IM .V IIUZ. w SJVCULZ�V,,.»IICIC I1UU9U BCnniniPP Iftermbbelfab .OUlUUlCl SchSnedera.Hauptsir * Goltzstt.«, Skegiia«brechtftr.: Da es mir nicht möglich ist, jedem einzeln zu danken, sage ich auf diesem Wege allen Genossinnen und Genossen der 74. Abteilung, der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend, den Geverkschaften und allen Freunden und Bekannten für die unendlich vielen Beweise inniger Teilnahme beim Tode meines unvergeßlichen Mannes im Namen aller Hinterbliebenen aufrichtigen Dank. Ida Mahlow Zehlendorf-Mitte, Waldhüterpfad 14. 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Okkober wird eine AufflchKralssihung der Gessürel die Bildung eines neuen großen Elektroirusts bes6)ließen. Das Kapital des Trusts soll 100 Millionen betragen. Schon bisher bestand engste Arbeitsgemeinschaft zwischen den Gesellschaften, so daß ein Personalabbau weniger wahr- schein lich ist al» bei sonstigen Zusammenschlüssen. Die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen(Gesfürel), die Ludw. Loewe u. Co. A.-G. und die A.-G. für Gas-, Wasser- und Clektrizitätsanlagen werden verschmolzen. War schon bisher die Gesfürel die bei weitem größte deutsche Finanzie- rungsgesellschaftfürElektrizitätswerkeim In- und Ausland, so wird ihre Kapitalkraft und ihr Einfluß nunmehr noch ganz erheblich vergrößert. Die Gesellschaften waren schon seit Jahren miteinander verbunden. Wenn gerode jetzt, unmittelbar nach der Fusion Deutsche Bank— Disconto-Gesellschaft, von den Direktoren der Beschluß gefaßt worden ist, Aufsichtsratssitzungen zwecks Fusio- nierung einzuberufen, so ist das wahrscheinlich eine Folge davon, daß infolg« der Großbankenfusion in absehbarer Zeit auch mit einem engeren Zusammengehen der Gessürel(Disconto-Gesellschaft) und der Elektrische Licht- und Kraftanlagen A.-G.(Deutsche Bank und Siemens) zu rechnen ist, vielleicht auch der ebenfalls zu Siemens gehörenden Elektrizitäts-A.-G. vorm. Echuckert. Di« Gessürel will hierbei erklärlicherweise ein möglichst kräftiger Verhandlungspartner sein. Was den Einfluß des neuen Finanzierungstrusts auf die deutsche Elektrizetötswirtschast anlangt, so ist er nach dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk die größte privakwirtschaftliche Elektrizilätsunternehmung Deutschlands. Mit Ludw. Loewe und der Gesfürel zugleich wird noch eine dr.lte Gesellschaft verschmolzen, die A.-G. für Gas-, Wasser- und Elektrizitätsanlagen, ein« Gesellschaft, die in verschie- denen kleineren Städten Deutschlands Elektrizitäts- und Gasanlagen betreibt. Nach den Geschäftsabfchlüsien für 1928 zeigen diese drei Gesellschaften folgende» Bild(Angaben in Millionen Mark): ««»fürei Ludw. Sora» A.-D für Da»-, Waller» u. Tief- lrizitSt»anlag. 12,99 9,15 Aktienkapital..... 75,01 20,00 Reserven...... 8,89 4,50 Amerika-Anleihe».. 21,——— Beteiligungen.,.. 81,06 14,98 0.13 Rohgewinn» 11,78 6,32 1,66 Reingewinn..»», 6,47 2,43 0,81 Dividende...,»» 10#/0 10#/o 6% Diese drei Gesellschaften sind gegenseitig schon bisher stark beteiligt gewesen: Ludw. Loewe zu etwa 11 Proz. an der Gessürel, die Gesfürel zu über 25 Proz. an Ludw. Loewe imb zu fast 97 Proz. an der A.-G. für Gas-, Wasser- und Elektrizitäts- anlagen. Di« große Roll«, die der neue Trust in der deutschen Elektrizitätserzeugung spielt, ergibt sich au» der folgenden Zusammenstellung ihrer Beteiligungen an Elektrizitätsunterneh- mungen: «nuoTopH«, e.foÄ®»- fÄÄ' antn. RM lÜTfl oufflmmn. oHoroattfta A-G. für Gas-, Master- u. in Pr°..nt Elektr-Anlagen.... 12,90 96,8 11,3 Elektrizitälswerk Südwest (Berlin-Schöneberg).. 49.99 53,6 78.5 Neckarwerte A.-G.... 29,99 59,5 195,9 Amperwerke A.-G, Münch. 14,99 43,1 35,7 Oberbayr Ueberlandzentr. 7.68 45,6 35,6 Elektrizitätsw Schles.A-G. 30,00 55,1 212,1 Schles Elektr- u.Gas-A-G. 32,94 14,3 716,3 Osikraftwerk Cosel... 15,99 25,9 im Bau Elektrizitätsw. Westerwald 6,99 47,7 59.1 Koblenzer Straßenb.-Gef.. 12,99 97,5 24,6 Durch die Verschmelzung mit Ludw. Loewe erhält die Gessürel jetzt bei den Neckarwerken und der Elektrizitätswerk Schlesien A.-G. die Aktienmehrheit. Die gleichzeitige Konzentration von Jndustriewerken. Auch die verschiedenen Fobrikationsbeteiligungen des neuen Trusts ergeben eine ganz ansehnliche Gruppe. Es handelt sich hierbei um folgende Unternehmungen: Attienkap.»eUINg. de» neuen Beschäftiz- Mill. Mark Trust- in Prozent tenziffcr Nordd Kabelwerke Neukölln, 4,99 54,1 599 Ludw. Loewe A-G.... 20,99? 3� Vereinigte Isolatorenwerte/ A.-G. Pankow.... 1,09 36,8 299 Dolta-Werke Elettriz. A.-G., Waidmannslust.... 9.69 82.9 Typograph G. m b. H... 2.59 91.5? Zu den Fabrikationsunternehmungen gehören insbesondere folgende Anlagen: Werkzeugmaschinenfabriken, Werkzcugfabriken (LudwigLoewe), Kabel- und Gummiwerk(Norddeutsche Kabelwerke), Anlage zur Herstellung von Isolatoren für elektrische Zwecke, von Tcmpergußteilen usw.(Vereinigte Jsolatorenwerke A.-G.), Anlag« zur Herstellung von Motoren und sonstigen elektrischen Erzeugnissen (Volta-Werke). Fabrik zur Herstellung von Setzmaschinen(Typograph G. m. b. H.). Außerdem ist seit kurzem die Gesfürel auch im Aufsichtsrat der neu organisierten Schichau werft vertreten. Der neue Trust im Ausland. Sehr stattlich sind die jetzt wieder vorhandenen Auslands- beteiligungen des neuen Trusts; es handelt sich hierbei um folgende Gesellschaften: l. Kraftwerk Laufen bürg(Schweiz), eine mit 21 Mu- lionen Schweizer Franken arbeitende Elektrizitätsgesellschast. die 1928 mehr als 389 Millionen Kilowattstunden abgab: die Beteili- gung beträgt etwa 5 Proz. 2. Straßenbahn- und Elektrizitätsgesellschast von Konstantinopel, deren Aktienkapital 69 Millionen belgische Fronken beträgt. Der neu« Trust ist an ihr zu etwa 29 Proz. beteiliat. 3. Vereinigte Gas- und Elettrizitätsgesell- g e s e l l s ch a j t e n L i s s a b o n: Beteiligung etwa 2 Proz. 4. C h a d e(Spanisch-Amerikanijche Elektrizitätsgesellschast), größte südamerikanisch« Kraftgesellschost. 5. S i d r o(Internationale Wasserkraftgefellschaft), ein großer Konzern, der an spanischen, mexikanischen und belgischen Elektrizitäts- gesellschaften beteiligt ist und 1928 fast 1,2 Milliarden Kilowatt- stunden abgab. Obwohl die Gesfürel durch den Kriegsausgong gerade in ihren Auslandsbeteiligungen empfindliche Verluste erlitten hatte, verstand sie es, durch neue Jnteressenausdehnungen und jetzt durch Verschmelzung mit dem Ludwig-Loewe-Konzern ihren Einfluß in Deutschland wie im Ausland aufs neue zu stärken. Es ist damit zu rechnen, daß sie vor allem im internationalen Elektrifizierungs- geschöft eine noch weiter steigend« Bedeutung erlangen wird. Erst vor wenigen Wochen wurde von Verhandlungen gemeldet, die die Uebernahme eines dänischen Gaswerks(in Odessa) zum Ziele hatten. Bekanntlich war die Gesfürel auch vor einem Jahr an der Neu- organifierung d«s großen belgischen Sofina-Konzerns, der als der größte europäische Finanzierungstrust für Elektrizitätsgesellschaften anzusprechen ist, beteiligt und ist auch in deren Aufsichtsrat oec- treten. Auch die Verschmelzung mit Ludw. Loewe ist ein weiterer Schritt zur Machtverstärkung.— h. Deutscher Hafer nach Kanada! Blüten des Einfuhrscheinsystems. In diesem Erntejahr zeigt es sich recht deutlich, welche Blüten unser Einfichrscheinsystoni zu treiben vermag, durch das bei der Getreideausfichr Vergütungen aus den Zolleinnahmen bei anderem Getreide gezahlt werden. Seit dem Beginn der neuen Ernte exportieren wir bereits im großen Umfang« Hafer, und zwar mit einer Exporwergütung von gegenwärtig 59 Mark je Tonne. Der bisher exportiert« Hafer ist zu einem Teil noch der Schweiz, zum überwiegenden Teil nach England gegangen, und dies« Prämienausfuhr hat bei der Landwirtschaft dieser Länder die heftigsten Klagen ausgelöst. Insbesondere ist die englische Land- Wirtschaft betroffen, welche dieses Jahr«in« fchlecht« Ernte hat, so daß der englische Landwirt bei geringem Ernteertrag noch einen vernichtend niedrigen Preis erhält, und zwar vor allem auf Grund des billigen Angebots von deutschem Prämierchafer. Di« Preise, welche wir bei der Haferausfuhr nach England erzielt haben, be- wegen sich etwa in der Höhe von 149 Mark je Tonn« frei englischen Hafen, so daß diese ganze Ausfuhr vom volkswirtschaftlichen Stand- punkt mizweiselhost verlustbringend ist. Das Tollst« jedoch ist vorgestern geschehen, wo mehrere tausend Tonnen deutscher Hafer noch Kanada exportiert nnir- den, und zwar angeblich zu einem Presse, der ab deusschem See- Hafen nur etwa 139 Mark für die Tonne, d. h. 6,59 Mark für den Zentner, beträgt. Der deutsche Landwirt kann bei diesem Export von dem Preis, welchen das Ausland zahlt«, nur höchstens 5,59 M. für den Zentner erhalten haben, wozu dann allerding« 2,59 Mark für den Zentner als Erlös des Eiissuhrf-Heines, d. h. eben als Ex- portprämi«, treten. Man stelle sich vor: Aus der einen Seit« Kanada, das ausge- sprochene Getreide ausfuhrland mit seinen weiten Getreide- steppen und seiner dünnen Bevölkerung, auf der anderen Seite das dicht bevölkerte Deutschland, das ausgesprochene Getreide Zuschuß- gebiet mit dichtem Viehbestand. Zwischen diesen beiden Ländern wird nun Hafer ausgetauscht, aber nicht auf dem natürlichen Weg«, daß Getreide von Kanada nach Deutschland geht. Die Exportprämie unseres Einfuhrscheinsystems in Verbindung mit einer reichen Haferernt« in Deusschland und mit einer knappen Getreide- ernte in Kanada, hat den Kreislauf d.s weltwirtschastlichen Gütervustauschs rückwärts gedreht: 4999 bis 5990 Tonnen deutscher haser zu 8,30 holländischen Gulden eil Montreal nach Kanada verkauft! Mannesmannirust meldetGlanzgeschast Der Zlulsichtsrat des Mannesmami-Röhrentnifts Hot sich von seinem Vorstand über den Verlauf des ersten Halbjahres 19Ä berichten lassen. Neben den alten Hauptbetrieben waren auch die neuen Betriebe in Huckingen mit gutem Erfolg tätig, und es wird gesagt, daß sich alle an die neuen Betrieb« geknüpften Erwartungen voll erfüllten. Bei den Hüttenwerken sowohl als auch bei den Zechen sind in dem ersten halben Geschäftsjahr gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres die Verladungen noch gestiegen und auch das geldlich« Ergebnis hat sich erhöht. Bemerkcnswerterweis« war der Ueberschuß der Kohlenbergwerke größer als im Vorjahr, während bei den Hüttenwerken üssolg« des Rückganges der Verkaufspressc eine Verringerung des Ueberschusjes eingetreten sein soll. Vorsichtig wird gesagt, daß bei normaler Weiterentwicklung auf das« r- höhte Aktienkapital die Vorjahrsdividende von 7 Prozent verteilt werden wird. Di« Mitteilung des Mannesmann-Trustes ist die erst« offi- ziell« Bestätigung des glanzvollen Geschäftsganges, den die Schwerindustrie Deutschlands in diesem Jahre zu verzeichnen hat, und zwar trotz der teilweisen Vcrschlechicrungen der Lage in an- deren Industriegebieten. Geldfülle in Deutschland. (Sehr starte Neichsbank.- Englische Sistonrerhöhung ohne Wirkung. Man hätte erwarten müssen, daß die englische Diskonterhöhung wenigstens nicht ganz spurlos am deusschen Geldmarkt vorüberge- gangen wäre. Dos scheint aber der Fall zu sein, denn der Ausweis der Reichsbank für Ende September ist außerordentlich günstig. Trotz der Verschärfung der Gcldsiwation in London und neuerdings auch in Paris waren die Anforderungen von Banken und Wirt- schaft an die Reichsbank zum Septemberschluh nicht höher als im Durchschnitt der vorangegangenen vier Monate. Di« Wechsel- bestände haben sich uni 411,6 auf 2528,3, die Summe der Lombard- darlehen hat um 143,1 auf 186,3, und die Bestände an Reichsschatz- wechseln haben um 198.0 aus 113,0 Millionen zugenommen. Di« Knndschafisgelder aus Girokonto blieben nach einem Abzug von 18,9 Millionen mit 50l,4 Millionen relativ hoch Der Umlauj an Reichsbanknotcn ist störtet gestiegen als die gesamt« Inanspruchnahme der Reichsbank sirr neue Kredite im Betrage von 662,7 Millionen, aber nur infolge neuer Gold- und Devssenkäuf«. Der Umlauf von Noten stieg um 712,3. auf 4914,3, der an Rentenbankscheinsn um 42,3 auf 432,7 Millionen. Das Deckungsverhältnis der Noten sst nach wie vor glänzend. Di« Goldbestände vermehrten sich um 29,9 aus 2212 Millionen, die Summ« der deckungsfähigen Devssen um 8,5 auf 335,1 Millionen. Durch Gold allein waren die Noten mit 45,9 gegen 52,2 Progent in der Vorwoche gedeckt, durch Gold und deckungsfähige Devssen mit 51,8 gegen 59,9 Prozent. Die Lag« der Reichsbank läßt sichere Schlüsse aus«ine große G e l d f ü l l e in Deutschland zu. Freilich befindet sich darunter sehr viel Auslandsgeld, von dem aber trotz der englischen Diskonterhöhung kein« großen Beträge abgezogen worden fein können. Bedauerlich ist, daß trotz dieser reichlichen Äeldverforgung Deutschlands die pro- duktive Wirtschaft nicht durch ein« Diskonssenkung ermutig: werden kann, neues Kopital zu investieren. Diese Diskontermähigung wäre aus innerdeusschen Gründen möglich, verbietet sich aber wahrscheinlich aus internationalen. Sicher würde bei einer deusschen Diskont- ermäßigung im gegenwärtigen Augenblick viel Auslandsgeld ab- fließen, wodurch bei der folgenden Geldmarksspannung jede Dis- kontermäßigung wieder illusorisch würde. Gaisonverschlechterung. Neichsanfialt fchäht Ende September StXX) neue Arbeitslose Zur Lage des Arbeitsmarktes im Reich wird berichtet: Die üblichen jahreszeitlichen Einflüsse sind gegen- wärtig am Arbeitsmarkt deutlich ausgeprägt, doch sind Anhalts- punkte für ein« sichere Beurteilung der Konjunkturgestaltung noch kaum zu finden. Die Entlastung durch die Anforderungen für die Hackfruchternt« ist vorübergehend. Die Besserung in der Spinnstoff- industrie und im Bekleidungsgewerbe ist ungleichmäßig. Die lebhafte Beschäftigung im Kohlen- und Kalibergbau hält an, dagegen sind die Hütten- und Walzwerke nicht aufnahmefähig, der Maschinenbau hat einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen. Nach dem Bericht der Reichsanstalt ist die Zunahme für die Woche vom 23. bis 28. Sep- tember auf 8999 Arbeitslose zu schätzen. Beachtlich ist, daß m mehreren Industrien neuerdings wieder Kurzarbeit in stärkerem Maße eingeführt wird. Quertreibereien auf dem Kupfermarkt. Preistampf in der Zintwirtfchcst. Di« amerikanischen ftupserkvmge sind mit ihrem Profit jetzt sehr unzufrieden. Obwohl ihnen die augenblicklichen Preise einen Nutzen von mehr als 199 Proz. lassen, versuchen sie fortgesetzt, die Kupfer- preise hoch zu treiben. Der amerikanische Anoconda-Konzexn versuchte inner- halb der letzten Wochen«ine Preiserhöhung für Amerika und sür Europa beim Kartell durchzudrücken, sst aber mit feinem Vorstoß vor» läusig gescheitert. Der größte Gegner einer Preiserhöhung ist augenblicklich die belgisch« Katanga-Gesellschaft, die im ver- gangenen Jahre ungefähr 127 999 Tonnen von einer Welterzeugung von rund 1,693 Millionen Tonnen hergestellt hat. Diese Gesellschast sst gewissermaßen schon seit Bestehen des Kartells als Außen- seit er zu betrachten und hat vor der Gründung ständig den Amerikanern an den europäischen Borkten die schärfste Kon- k u r r e n z gemacht, da sie verhältnismäßig billig produziert und auch aus dissem Grund zu geringeren Preisen abgeben kann. Nach- stehend« Tabelle zeigt die Entwicklung der Metallrohstoffpreise während der letzten Wochen: 199 Kilo kosteten am: Elektrolytkupser,. Blei....... Zink....... Zinn...... 28. August 23. September 30. September . 170,75 171,— 170,75 M. . 47.— 48— 47,50. , 50,— 48,80 47,50„ 428,— 417,— 416,-„ Die amerikanische Gruppe bombardierte den Markt mit Gerüchten über eine bevorstehende Materialknappheit, was aber den Tatsachen absolut nicht entspricht. Die Frankfurter Metallgesellschaft A.-G. gibt jetzt nicht nur jährlich, sondern auch monatlich Bericht« über die Aissammenstellung der Erzeugungszifferki, der vier Metolle: Kupfer, Blei, Zink und Zinn heraus, die man als werlvolle Unterlagen für die tassächlichen Verhältnisse ansehen kann. Die Kupferhüttenproduktion der Welt betrug im Monatsdurchschnitt für 1928 nach diesen Berechnungen 146 827 Tonnen und in der ersten Halste des laufenden Jahres 168 259 Tonnen. Ueber den Verbrauch liegen keine Zahlen vor, aber es steht sest, d�ß sich der Absatz von Mitte April an schon wesentlich verschlechtert hat, so daß von einer Waren- knappheit kein« Red« sein kann. In der Z i n k w i rt s cha f t hält der Kampf um die Preise an. Da» europäisch« Kartell hatte am 18. und 19. September eine Sitzung abgehalten, auf der auch die Frage einer weiteren Ver- fchärfung der Produktionseinschränkung angeschnitten werden sollte. Man hat aber die Erledigung dieses Punktes für eine spätere Zusammenkunft vorbehalten. Es bleibt vorläufig bei einer Ein» fchränkungsquote von 19 Proz. Di« Schwierigkeiten bleiben aber bestehen, denn es scheint, daß nicht all« Mitglieder die Beschlüsse des Kartells durchführen. Auch die amerikanische Produktion, die dem Kartell nicht angehört, kann jederzeit die europäischen Erzeuger unterbieten und ihre Erzeugung nach Belieben ausdehnen. Die Metallgeselsschast gibt für 1928 eine monotlictie Durchschnitt serzeugung von 119 973 Tonnen und für die erste Hälfte des laufenden Jahres von über 122 999. Die absoluten Zahlen sür Mai, Juni und Juli liegen sogar weit über diesem Durchschnitt. Wirklich eingeschränkt hat man die Erzeugung nur in Belgien. Die jetzt eingetretene Preisabschwächung ist hauptsächlich ein« Folge des großen Angebotes und des schlechteren Absatzes. Das Metall- geschäst, das zu Anfang des- laufenden Monats teilweise eine ge- wisse Belebung zeigte, ist zimi Monatsschluß wieder stark zurück- gegangen. Bei Zinn versiicht das neugegründete Kartell, das etwa 49 Proz. der Welterzeiigung kontrolliert, durch spekulative Beein- flussung die Preise In die Höhe zu treiben. Biel Erfolg aber haben die englischen Gesellschaften bisher nicht gehabt. Auch hier ist infolg« der fortschreitenden Uebcrerzeugnng ein scharfer Druck auf die Preise eingetreten. Reue Pfandbriefe. Di« Hannoversche Bvdenkredit- B o n k in Hildesheim legt für die Zeit vom 3. bis 25. Oktober 1929 einschließlich den Betrog von 2 Millionen Reichsmark ihrer acht- prozentigen Gold-Hyvothekenpsandbriefe, Reihe 16 (derzeitiger Berliner Börsenkur« 9TA Prozent), zum Vorzugskurie von 97 Prozent und den Betrag van 2 Millionen Reichsniark ihrer 8prozeiitigcn Gold- Kommunalschuldverschreibungen, Reche 3(derzeitiger Berliner Börsenkurs 95 Prozent), zum Vor- zugskmf« von 94 H Prozent zur öffentlichen Zeichnung auf Bei den Löhnen spart man. Die preußische Korstverwaltung solgi berühmten Mustern. Die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Landarbeitewer- band und der preußischen Forstverwaltung über«ine Lohner- höhung für die preußischen Staatsfor st arbeite? haben zu keinem Ergebnis geführt. Die Staatsforstverwaltung er- klärte, daß an eine Erhöhung der Löhne nicht zu denken sei. weil es an Geld fehle. Demgegenüber oertritt der Deutsche Londarbeiterverband die Auffassung, daß der Widerstand gegen eine Lohnerhöhung für die preußischen Staatsforstarbeiter weniger bei der Staatsforstverwal- hing als beim preußischen Finanzministerium gesucht werden muß. Die Vertreter des Ministeriums haben auch bei den Lohnverhandlungen darauf hingewiesen, daß das Ministerium auf Grund des preußischen Ermächtigungsgesetzes über jeden Pfennig wachen müsse, der von der Staatssorftoerwaltung ausgegeben wird. Das mag schon sein. Aber die preußischen Staatsforstarbeiter haben für diesen Standpunkt kein Verständnis. Sie sind der Auffassung, daß das Ministerium bei den Löhnen am falschen Ende spare. Dies« Auffassung haben die Vertreter der Staatssorst- orbeiter in folgender Entschließung niedergelegt: „Die in Wernigerode tagende Delegiertenkonferenz der preu- ßischen Staatssorstavbeiter nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem ergebnislosen Verlauf der letzten Lohnoerhandlungen. Die Konferenz muß die Einstellung der Staatssorftoerwaltung und besonders die Einstellung des preußischen Finanzministermms sowohl zu der Frage der gerechten Einstufung der einzelnen Ober- förstereien'm die entsprechenden Lohngruppen als auch besonders zu der Frag« der Festsetzung angemessener Stundenlöhne als durchaus unverständlich bezeichnen." Di« Dinge haben sich so weit zugespitzt, daß die Forstarbester auf der Bestellung eines Sonderschlichters bestehen. Ein entsprechender Antrag ist bereits durch den Vorstand des Deut- schen Landarbeitervcrbandes beim Reichsarbeitsministerium eingereicht worden. Viel geklagt wird auch unter den Forstarbeitern über die Ein- gliederung der einzelnen Obersörstereien in die Lohn- klaffen, die als ungerecht bezeichnet wird. Di« größte Anzahl der Obersörstereien befindet sich noch immer in der 4. und 5. Lohnklasse. Dabei wird auf die Nähe von Kurorten, die die Lebenshal- tung immer verteuern, und auf die Sonderheiten der forstlichen Arbeitsverhältnisse nur in den seltensten Fällen Rücksicht genommen. Hier muß Wandel geschaffen werden. Der preußische Landwirt- schaftsministex hat zwar bereits von sich aus die HöHergruppierung von 20 Oberförstereien bzw. von Teilen derselben vorgeschlagen. Das genügt aber nicht. Deshalb haben die Forstarbeiter den Deut- schen Landarbeiterverband beauftragt, abermals mit dem preußischen Londwirtschoftsministerium über eine Neuregelung zu verhandeln. Die Zigaretienfabrikanten iariffeindlich. Oer ZdA. wird Ordnung schaffen. Die Unternehmer in der Berliner Zigarettenindustrie gehören mit zu der Gruppe von Unternehmern, die der tariflichen Regelung der Gehalts- und Arbeitsbedingungen ihrer Angestellten den hart- näckigsten Widerstund entgegensetzen. Vor einem Jahr versuchte der Zentralverband der Angestellten, auch in dieser In- dustrie gründlich Wandel zu schaffen und mit den Zigarettensabri- kanten einen Gehalts- und Manteltarif abzuschließen. Die Unternehmer verstanden es meisterhaft, die Verhandlungen darüber bis zum Frühjahr dieses Jahres zu verschleppen, worin sie die sonderbare Einstellung des Vorsitzenden des Berliner Schlich- tungsausschusses noch begünstigte. Schließlich kam aber doch e i n Schiedsspruch zustande, der trotz des heftigen'Sträubens der Unternehmer mit Wirkung ab 1. April d. 3. für verbindlich erklärt wurde und der di« Gehälter der Angestellten regelte. Um die tarifliche Regelung der Arbeitsverhältnisse ihrer Angestellten waren die Zigavettenfabrikanten aber noch her- umgekommen. In dieser Frage hatte der ZdA. gleich nach Intraft- treten des Gehaltstarifes einen neuen Vorstoß unternommen. Die Unternehmer haben wieder ihre„bewährte" Taktik eingeschlagen und die Verhandlungen bis jetzt oerschleppt. Im August wurden die ersten Parteioerhandlungen geführt, die sich aber zerschlugen, weil die Unternehmer die tarifliche Festlegung der Sästündigen Arbeitszeit und ähnliche„Notwendigkesten" forderten. Der ZdA. hatte demgegenüber die reine 48stündig« Arbeits- zeit, einen 25- bzw. SOprozentigen Zuschlag für Ueberstuistien, aus- reichenden Urlaub usw. verlangt. In den Verhandlungen vor dem Schlich tu ngsausschuß am Montag dieser Woche vollzogen die Unternehmer zunächst einen Frontwechsel und lehnten jeden Tartfabschluß ab. Schließlich griffen sie aber auf ihr« asten Forderungen zurück, verlangten nun aber, daß mit den Mantettarifverhandlungen auch die Verhandlungen über den Neuabschluß des Gehaltstarifs verbunden werden sollten, der noch bis zum 31. Dezember läuft und bis jetzt noch von keiner Seite gekündigt worden ist. Di« dann gebildete Schlichtungskammer kam auch zu keiner Erst- scheidung, sondern beschloß vielmehr, am nächsten Montag noch einmal zusammenzutreten. Die im ZdA. organisierten Angestellten der Zigarettenindustrie, die sich am Dienstag mit der Tarifbewcgung befaßten, beauftragten ihre Unterhändler, unbedingt an den aufgestellten Forderungen fest- zuhalten und mit aller Macht dahin zu wirken, daß endlich ein Schiedsspruch zustand« kommt, der ihre Arbeitsbedingungen in be- friedigender Weife regelt. Vorstandsbeschlüsse des ZGB. Der Vorstand des Internationalen Gewerkschafts- bundes beschloh in seiner letzten Sitzung, die Berufsinter- nationale der Maschini st en und Heizer nicht anzu- erkennen. Es soll jedoch in eine Prüfung eingetreten werden, inwie- weit die Berufsinteressen dieser Arbeitergruppen durch die Metall- arbeiterintcrnotionale vertreten werden können. Die Vorstandssitzung des Internationalen Gewerkschaftsbundes beschäftigte sich weiter mit dem kommenden internationalen Gewerkschaftskongreß. Man einigt« sich dahin, dad Sekretariat zu beauftragen, ein internationales sozial- politisches Programm auszuarbeiten. Dieses Programm wird den Verhandlungen des Internationalen Gewerkschaftskongresses zugrunde liegen. Weiter nahm der Vorstand die Wohl eines Hilfssekretärs des Internationalen Gewerkscha'�sbundes vor. Die Wahl fiel auf den Belgier Schevenel.der Jahre alt und aus der belgischen Metallarbeiterbcwegung hervorgegangen ist. Zuletzt gehörte er dem Vorstand des Metallarbeiterverbandes im Gau Antwerpen an. Er wird sein Amt am 1. Januar 1330 antteten. Hinsichtlich der Unter st ützungen wurde beschlosien, eine Neuregelung der von den einzelnen Landeszentralen gewährten Sätze vorzunehmen. Das gefälschte Rundschreiben. Gegen den Lederarbeiter-Berband. Die„Rote Fahne" veröffentlichte in ihrer Nr. 133 vom 25. Juli ein angebliches Geheimrundschreiben des Vorsitzenden des Deutschen Lederarbeiter-Verbandes, Genossen M a h l e r, wonach die B e r- liner Zahlstelle des Lederarbeiter-Verbandes ausge- schloffen werden sollte. Die„Rote Fahne" brachte endlich am 19. September die Berichtigung Mahlers, wonach ein Rundschreiben dieses oder ähnlichen Inhalt» niemals von Mahler unterzeichnet oder abgesandt worden ist. Die„Rote Fahne" hätte diese Berichtigung natürstch nicht ge- bracht, wenn st« auch nur den Schatten eines Leweises in Händen gehobt hätte. Sie wollte zu dieser Berichtigung noch besonders Stellung nehmen. Seit dem 19. September warten wir darauf, bis h e u t e ist aber nichts gekommen. Da Beweise fehlen, tonnte ja auch nur das gewöhnliche Gekeife kommen. Charakteristisch ist aber, daß die„Rote Fahne" nur die preß- gesetzlich vorgeschriebene Berichtigung bringt, um der Gerichtsver- Handlung zu entgehen. Mit keinem Wort rückt sie als„Arbeiter- blatt" von diesem gemeinen Schwindel ab. Die Lügenkampagne der„Roten Fahne" gegen den Lederarbeiter-Verband ist damit schmählich Aisammengebrochen. Oer Gewerbeaufsichi empfohlen. 20 bis 80 Stunden Wochenarbeitszeit bei Alwin Ochs. Ein typisches Verspiel dafür, daß viele Unternehmer nur durch eine straff organisierte Belegschaft zur Einhaltung der tariflichen und Arbeiterschutzbestimmungen gezwungen werden können, liefert die Feinkost- und Delikateßwarengroßhandlung von Alwin O ch s, Neue Königftr. 18, wo die Arbeiterschaft in einer kaum glaublichen Weise ausgenutzt wird. Diese Firma beschäftigt neben anderem Personal auch mehrere Chauffeure und Kutscher. Bei der Einstellung wird diesen Arbeitern gesagt, daß in dem Wochenlohn von 63 M. auch die Abgeltung sür Ueberstunden enthalten sei. Die Arbeiter glauben natürlich, daß gelegentlich einmal eine oder zw« Ueberstunden von ihnen ver- langt werden und nehmen die Beschäfttgung an. Sie müssen dann aber erfahren, daß man von ihnen täglich Ueberarbeit verlangt, so daß sie inder Woche 70bis 80 Stunden arbeiten müssen. Di« Einteilung der Tagestoure« erfolgt so, daß es den Chauffeuren einfach nicht möglich fft, vor acht oder neun Uhr abends wieder zurück zu sein. Dazu müssen sie, um den an sie gestellten Anforderungen über- Haupt gerecht zu werden, besonders außerhalb Berlins mit einer Stundengeschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometer fahren, während bei den meisten Firmen die Touren so eingeteilc sind, daß durchschnitlich nur 30 Kilometer gefahren werden brauchen. Zur Pflege der Wagen bleibt den Chauffeure» so viel wie gar keine Zeit. Für die Mitfahrer, die bei dieser Firma nicht über 18 Jahre alt sein dürfen und einen Wochenlohn von 22 bis24M. erhalten, gilt selbstverständlich dos gleiche. Daß be! einer so langen gesetzwidrigen Arbeitszeit und der damit noch zwangsweise ver- bundenen Raserei auch die Verkehrssicherheit gefährdet ist, liegt auf der Hand. Alle Versuch«, hier einmal gründlich Wandel zu schaffen, sind bisher daran gescheitert, daß die Firma jeden Arbeiter aus dem Betrieb drängt, der sich gewerkschaftlich organisieren und dann mit Hilfe der Organisation auf die Beseitigung dieser skandalösen Zustände hinwirken will. Da der Firma anscheinend nicht anders als mit gesetzlichen Mitteln beizukommen ist, e m p- fehlen wir der Gewerbeaufsichtsbehörde dringend, sich einmal um die„delikaten" Arbeitszeitverhältnisse bei der Firma Ochs zu kümmern._ Amerikanische Aniistreikmethoden. 2 Tote, 15 Schwerverletzte. 7kew Jork. 2. Oktober.(Eigenbericht.) Am Mittwoch kam es in Marion(Nord-Carolina) wiederum zu einem schweren Zusammenstoß zwischen organisierten und unorganisierten Arbeitern. Als die Polizei schließlich eingriff und der erst« Schuß gefallen war, entstand eine wüste Schießerei. Zwei Arbeiter wurden getötet, 15 schwer verletzt. Viele Personen, darunter auch der Chef der Ortspolizei, wurden durch Stockschläge oerletzt. Die Polizeiverwalwng hat inzwischen militärische Hilfe angefordert. Wir erhalten dazu noch folgende Meldung: Etwa 80 Mitglieder der Gewerkschaft der Textilarbeiter hatten heute morgen die Arbeit niedergelegt und außerhalb des Eingangs zur Fabrik Streik- p o st e n ausgestellt. Nach dem Schichtwechsel kam es zu mehreren Zusammenstößen zwischen den Streikenden und den nichtorgani- sierten Arbeitswilligen. Es fiel plötzlich ein Schuß, der das Signal zu einer allgemeinen Schießerei war. Die Gewerkschaftler erklären, sie seien in den Ausstand getreten, weil gewisie Bedingungen des Abkommen», durch das kürzlich ein neunwöchiger Ausstand beigelegt wurde, nicht erfüllt worden seien. Au» Raleigh sind zwei Kompagnien Staatsmiliz nach hier beordert worden. Ilew-Zorker Löhne. Die von der Stadt New Park zurzeit durchgeführten Vernehmungen über die in der Tiefbau- industrie gezahlten Löhne haben ergeben, daß ver- schiedene Privatfirmen ihren Verschalungsarbeitern bei einer fünf- tägigen Arbeitswoche Stundenlöhne von 1,50 Dollar(6,30 Mark) zahlen. Die bei den städtischen Bauten beschästigten Firmen sind verpflichtet, ihren Leuten den in den Verträgen festgelegten Stunden- lohn von 1 Dollar zu zahlen, haben aber sehr häufig die Arbeiter mit 80 Cents abgespeist. Es ist wahrscheinlich, daß die städtischen Behörden nach Abschluß der Untersuchung diese Firmen zwingen werden, diese lohndrückerische Praxis aufzugeben und chre Arbester für die verlorene Zeit zu entschädigen. Achtung, wölber. Träger und Einschalerl Auf dem Baublock Germaniastrohe, Oberlandstroß« und Schaffhoustnfche Straße in Tempelhof sind die oben genannten Berufsgruppen mit der Finna R ä b e l in Differenzen geraten. Die Baustelle ist für oben genannte Gruppen gesperrt. Baugewerkschast Berlin. verband der Maler, Lacklerer usw. Moraen. ffretta«. Uli Nbr. tot Berliner Gswerkschattshau», Cnflclufet 24—26, Saal 4, Mitaliederverfammlun«. Vortrag:.Wirtschattsdeinolratie und Arbeiterklasse� Referent: Reichstags- abgeordneter Kurt Heinig. Kollegen konnnt gur Versammlung und bringt cur« grauen mit. Verbanbsbuch legitimiert. Sonst lein Zutritt. &»Freie Gewerkschafts'Jugend Berlin. Heut«. Tdnneratag. 19t4 Uhr. tagen die Gruvpaa: tdesaadbrnuncn: Iugendiieim, Rote Schule. Gotcnburger Strah«. Keimbesprechung. Nur mit Verbanbsbuch und Heimausnicis Zutritt.— Weddiag: Etiibt. Jugendheim Orthstr. 10. Heimbesprechung. Oeffnun» des groaekalien». Bringt Heimausmcis und Verbandsbuch mit.— Mo»bit! Etädt. Jugendheim Lehrter Strasse IS— 19. Hcimbesprcchung. Musik. Ohne Verbondsduch kein Zutritt.— Südosten: lbruppenheim Rcichenberger Str. 88 ssseuermehrhaus). Heimbesprechung. Liederabend. Verbandsbuchkonttolle.— lempelhos! Druppenheim, Lv/ieum Dcrmoniastr. 4— 6. Leimbesprechung.— Lichtenberg und Reu. Lichten. berg: Jugendheim Sausfssrasse an der Lessingstrasse. Vrogrammbesprechung. Buntrr Abend.— graakfürter Alle«: Zugendheim Frankfurter Allee 307 iBalter-Rathenau-Zimmer). Kurzreferate:..Mein Berus".— LchSaewelde: Jugendheim Oberschöneweide, Laufener Stt. 2(oberes hinteres Zimmer). furtcr Str. 18. Bunter Abend.— Achtung,«Srnvvenlettrr! Meldet die Teii. nebmcr für unseren Mlldchcnkursus bis»um 4. Oktober. Die Meldung muss enthalten: Bor- und Zuname», Adresse, Ecburtsto«. Verband. Ztit des Treffens. Beronttoortlich für Politik: Dr. ssnrt Geqee: Wirtschaft: S. Klingelhöfcr; Seoarkschastsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. Zohu Schikowski: Lokales und Sonstiges: Feist Karstädt: Anzeigen: Tb.«locke: sllmtlich in Berlin. Bcrlag: Lorwärts-Verlag D. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindcnstrgsse 8. Hierzu Z Beilagen,..llnterhaltung und Wissen" und..Frauenstimme". Säe xmseee Heim JClelnm bringen wir diesmal unerhört bittige öxtratflngeboie Regulär gettridde ftstf Knabcn-Anzüfic In vielen Farben für das Alter von 2-5 Jahren........ nur ab Knabcn-BeinKlelder englischer Art ganz gefüttert, zum Teil Knickerbocker, von 5—13 Jahren nur ab Praktische und hübsche Näddien- Sdinildcider aus karierten reinwollenen Stoffen von Größe 60-100..... nur ab 4-SO -*+•.50 8- V-�+ 0.50 Das nngeheure Lager te DmnUeideni alier Art von einfachen, aber nur qualiiaisreicfaen bis zn den märchenhaft schönen ModeU-Kletdcrn bietet jeder Dame, auch der starken, Gelegenheit, sich mit schöner Kleidung für Haas, Strafe und Gesellschaften zu staunenswert billigen Preisen zu»ersehen. 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