Dwrgenausgave Gonnabend �A235"-Www V# 5. Dffober 1929 KTÄÄtss Tfl#####€t> OchA~:S'"fw- �nschli-ßNch°c> Psz. P-ftzeiwnz,....H WB iJSgi M B B 5 B B Bg B B B| IT/ W ?2 Pf». Poftb«st-llgibüh»i>. vusliind»» �gauk i B'S) B BH HB r—-j/ abonnemem«.— K, ,re IRunaL FWH» I K�Qä i B Hfl �H �H �H WH �H �W flflj H» BS I Z t*>• t k i,» I ti f Stonparnn�rB« Hl— H �H I« vl«nnig. Wfriamtlfilt i— Jtfid)»- T�H I IB B B B IB B B 1 W.-Kl«,»-«n�ig-n-»», 1-»«-. r�™"- H1 H I m, HL W M fl T>> H[ K�srÄB.sisc säSS=ä«? hü m. M TM l.h"«,...Ät,r."s Bb.n�-y— B 10 Hf-nntQ ffioVflb« 15 Budjftaben rnhV.I> ,• B D" V/ MUMkS=A ifiblcn für jw.. W°rl.«rb.,l-m°r» � H M.*4 4m. 4�*4 mM H a Zeile vv Pfennig. Familienanzetgen Zeil» K-SWZI V�vkßn�v VpWsibßit«»-iK??--» Äentvalovsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernlpr«cher: Dönhoff AZ— 207. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. London, 4. Oktober.(Eigenbericht.) R a m s a y Macdonald ist in New Jork am Freitag. nachmittag eingetrossen. Ein Berichterstatter de»„Daily he- r a l d". der Ministerpräsident Macdonald aus seiner amerikanischen Reise begleitet, gibt übet den Empfang des sozialistischen Mini st erpräsidenten Großbritanniens in Rem Jork folgenden interessanten Bericht: „Als die„verengaria" mit Macdonald an Bord sich dem hosen von Rem Jork näherte, begann ein rauschender Empsang. Flug- zeuge donnerten über unserem Kops, und aus ungezählten Sdpissen tönte der Schrei der Sirenen. Am Pier wartete der amerika- uische Staatssekretär Stimson. um Macdonald zu begrüßen, hinter Das Programm für das Staatsbegräbnis dess Reichsaußenmini st ers steht nunmehr endgültig fest. Am Sonnab nd nachmittag um 5 Ahr wird der Sarg mit der sterblichen hülle Stresemann» nach dem Reichstagegebäude übergeführt und in dem Plenarsihungssaal ausgestellt. Der Saal wird schwarz drapiert und neben grünen Lorbeerbäumen mit Blumen ausgelegt. Die Trauerseier wird von musikalischen Vorträgen de» Philhormonischen Orcheslers umrahmt sein. Die Spihen der Behörden, die Minister und Staatssekretäre, die Vertreter der Länderregierungen. ein begrenzter Kreis von Parlamentariern und die sremten Missionen werden von der Reichsregierung zu der Trauerseier eingeladen. Im Anschluß an diese Feier wird der Sarg aus die Freitreppe de» Reichstages gebracht und aus einem hohen Postament ausgestellt werden, hier nimmt der Vizepräsident des Reichstages, Abg. von Kardorss, im Ramen der voltspartci voo Stresemann für immer Abschied. Der Trauerzug wird über das Brandenburger Tor, Unter den Linden entlang durch die wilhelmstraße geleitet, wo vor dein AuswSrligen Amt im Gedenken an den Toten eine Pause von 2 Minuten gemacht werden soll, hiodenburg wird als erster bi, zum ReichsprSsidenteupalais zu Fuß hinter dem S a rg h crs chre i te n. Die Wel«rauer um Stresemann. Oer umflorte Konferenzflul?l in Locarno. Vom Generolsekretariot des Völkerbundes begeben sich der Generalsekretär Sir Eric Drummond, der llntergeneralsekretär Defour-Fcronce und der stellvertretende Chef der Nachrichten- abteilung Dr. Max Beer nach Berlin, um an der Trauerfeier für Stresemann teilzunehmen. Aus Locarno wird berichtet: Auf dem Gebäude, in welchem die Konferenz von Locarno tagte, wurden die Fahnen zu Ehren des verstorbenen deutschen Reichsauhenministers auf h a l b m a st gesetzt. Der Stuhl, auf dem Dr. Stresemann bsi der Unterzeich- nung des Locarno-Paktes sah, wurde mkt Trauerflor umhüllt. Im österreichischen Bundesrat, der ungefähr dein deutschen Reichsrat entspricht, hielt zu Beginn der gestrigen Sitzung der Vorsitzende S ch o r s ch einen Nachruf auf Stresemann. Im amerikanischen Bundessenat widmete Senator King aus Utah Dr. Stresemann einen Nachruf und erklärte, der Tod Stresemonns sei ein Unglück nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt. Der Dahingeschiedene Rcichsauhenminister sei �iner der bedeutendsten Männer der Neuzeit gewesen. Die jetzige, weitgehnede Friedensarbeit der europäischen Nationen sei zum großen Teil Stresemann zu verdanken. Von vielen Staatsoberhäuptern und von allen Minister- Präsidenten der Welt sind telegraphifchc Beileidskundgebungen in Berlin eingelaufen, darunter vom König Georg von England, König Christian von Dänemark, Präsident Masaryk, vom Präsidenten des irischen Freistaates Cosgrave, von Primo de Rivera. Manu- Rumänien, vom kanadischen Mi- nisterpräsidenten Mackensie-King, vom tschechischen Außen- minister Dr. Benesch usw. Im Namen der Stadt Wien hat auch Bürgermeister Gen. S e i tz telegraphiert. Die meisten deutschen Botschafter und Gesandten in den europäischen Hauptstädten sind zur Trauerseier nach Berlin gereist. Aus Anlaß des Ablebens Dr. Stresemann? sind zahlreiche Be- keidskundgebungen von den Regierungen und Parlamenten der Länder, von Organisationen und Privatpersonen in Berlin ein- getroffen. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. ihm schien ganz New Jork Ansstellnng genommen zu hoben. während unserer langsamen, einer Prozession gleichenden Fahrt durch den von Wolkenkratzern umsäumten Broadway spielten sich erstaunliche Szenen ab. Die Polizei mußte un» durch die wimmelnde, hochrusende und erregte Wenge einen weg bahnen, während aus jedem Fenster stürmisch« Vegrüßungsszenen ertönten. von oben regnete es dauernd Konfetti aus uns herab, wan hatte den Eindruck, als ob alle Lärmrekorde bereit» geschlagen worden seien. Als wir aber das Rothaus erreichten, verdoppelte sich der Jubel der Begrüßung. Ties bewegt durch den Empfang er- hob sich Macdonald, um seinen Dank zu bezeugen." Macdonald wurde in feierlicher Zeremonie zum Ehren- bürger von Rem Jork ernannt. Erinnerung an Thoiry. Gens, 4. Oktober. lieber die Verhandlungen von Thoiry veröffentlicht has„Journal de Gencve" aussiihrlichc Angaben, die am Tage nach dem Frühstück in Thoiry auf Grund oiner'Unterhaltung niedergeschrieben, aber wegen' der eingegangenen Schweigeverpslichtung nie veröffentlicht worden seien. Damals habe Dr. Stresemann erklärt, daß sein Zusommentressen. mit Briand in Thoiry schon ein« lange Bor- geschichte habe. „Ich hatte schon im Laufe des Sommers 1926 mehrfach Unter- Holtungen in einer kleinen französischen Stadt vorgesehen, aber das Unglück hat es immer gewollt, daß jedesmal Briand kurz vorher gestürzt wurde. Zum letztenmal war eine Besprechung für den IS. Juli 1926 vorgesehen, und wieder wurde das Kabinett Briand durch cherriot gestürzt. Er, Strefemann, habe damals in Bad Wil- düngen, wo er sich aufhielt, einen W u t a n f a l l bekommen, wie er gestehen müsse." Drohungen der französischen Nationalisten. Parle, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Die französischen Nationalisten benutzen den Tod S t � e s e- manne bereits am Freitag zu einer neuen maßlosen Hetze. Man solle doch nicht übertreiben, schreibt die nationalistische„Libertä", und Stresemann als einen Friedensapostel hinstellen. Wie lang« werde es noch dauern, bis man wieder genötigt sei, die Deutschen als„wahre Hunnen" zu erkennen. Der„I n t r a n s i g e a n t" schreibt triumphierend, mit Stresemann sei der Mann verschwunden, der Briand» Vertrauen gehabt habe und der es sich deshalb habe leisten können, das Räumungsversprcchcn Bria.ids mißzuoer- stehen.(!) Die Räumung werde nicht bedingungs- l o s erfolgen, sondern wie Maginot in seiner Rede in Bar-Le-Duc klargestellt habe, nur unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß der Young-Plan vorher tatfächl ichin Gang gesetzt werde. Das .Lourmal des Debats" endlich meint, mit Stresemann ver- schwinde ein Staatsmann, der seinem Volke nie die voll« Wahrheit gesagt habe. Der es verstanden habe, eine doppelseitig« Politik zu betreiben, national nach innen zur Besänftigung ver Dzutschnatia- nalcn, friedlich nach außen zur Beruhigung seiner Internationalen Gegenspieler. Jetzt aber, wo dieser Minister des Gleichgewichts nicht mehr fei, werde Deutschland schon die unverhüllte nackte Wahrheit sehen und spüren. Sicherung des Achistundeniags. Gesehentwurf über das Washingtoner Abkommen. Amtlich wird mitgeteilt:„Der Reichsarbeitsminifter und der Reichsminister des Auswärtigen haben unter dem 1. Oktober dem Reichsrat Anen Gesetzentwurf vorgelegt, in dem die Zustimmung zu dem Washing» torer Uebereinkommen über de» Acht» stundentag ausgesprochen wird.» Das Zustimmungsgesetz soll gleichzeitig mit dem A r- beitsschutzgesetz und dem Bergarbeitsgesetz in Kraft treten, weil die Ratifizierung erst erfolgen kann, nachdem die Uebereinstimmung des deutsche« Rechts mit dem In- halt des internationalen Uebereinkommens durch die Ver- abschiedung der vorgenannten materiell-rechtlichen Go- setze herbeigeführt ist. Der Gesetzentwurf macht die Rati- fizierung durch Deutschland nicht abhängig von der gleich- zeitigen Ratifizierung durch andere Staaten." Postscheckkonto: Berlin Z? 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. KS. Diskonto-Gescllschaft, Deposiienkasse Lindenstr S. Gemeinde und Sozialismus. Generalangriff gegen die öffentliche Wirtschaft. Der Kamps des Privatkapitals gegen die öffentliche Wirt» schaff ist in Deutschland seit Iahren im Gange. Seit jener gemeinsamen großen Kundgebung aller wirtschaftlichen Spitzenoerbände gegen die wirtschaftliche Betätigung der öffentlichen Hand im Jahre 1926 ist kaum eine der Industrie-, der Bank- und Handelstagungen vorbeigegangen, auf der nicht die schwer st en Angriffe gegen die öffent- liche Wirtschaft gerichtet worden sind und ein Rückzug der öffentlichen Hand von wirtschaftlicher Betätigung ge- fordert wurde. Das Privatkapital hat sich nicht auf Reso- lutionen und eine hemmungslose Agitation gegen die öffent- liche Wirtschaft beschränkt, sondern es hat sehr real mit allen Mitteln wirtschaftlicher und finanzieller Macht versucht, die Ausdehnung der öffentlichen Wirtschaft zu verhindern und die öffentlichen Unternehmungen in ihrem Bestand zu ge- fährden. Das eigentliche Angriffsobjekt in diesem Feldzug bildet die Wirtschaft der Kommunen. Der kommunalen Wirtschaft, die auf breitester demokratischer Grundlage ruht, die von Männern, die vom Vertrauen des Volkes getragen sind, geleitet wird und deren gemeinwirtschaftliche Ziel- setzung tagtäglich der Bevölkerung der Kommunen zum Be> wußtsein kommt, dieser von einer neuen Wirt- schaftsgesinnung getragenen kommunalen Wirtschaft gilt die eigentliche Kampfansage der Privat- Wirtschaft. Die Kommunen sind im Zuge der großstädtischen Eni» Wicklung von Verwaltungs- zu großen Wirtschaftskärpern geworden, deren soziales Aufgabengebiet sich rapide erweitert. Mit den wachsenden Aufgaben der Kommunen auf dem Ge- biete der Städtehygiene, des Wohnungsbaues, des Nahverkehrs und der Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des alltäglichen Bedarfs, wie Gas, Wasser, Strom, hat auch der kommunale Kapitalbedarf stark zu- genpmmen. Das deutsche Finanzkapital hat aus Gegner- schaft gegenüber der kommunalen Wirtschaft die Kapitalbe- schaffung der öffentlichen �Mnd wenig unterstützt, häufig sogar stark erschwert. Das konme um so leichter geschehen, da sich als Bundesgenosse im Kampf gegen die Kommunen der Reichsbankpräsident hinzugesellte. Mittels der Be- ratungsstclle wurde den Kommunen die Kapitalbeschaffung gerade in den Iahren relativ leichter und billiger Anleihe- aufnahmemöglichkeiten auf den ausländischen Kapitalmärkten unmöglich gemacht oder zum mindesten außerordentlich er- schwert. Diese offizielle Anleihepolitik hat nicht nur die kom- munale Wirtschaft geschädigt, sondern zum Schaden der Kommunen auf dem viel weniger aufnahmefähigen inländi- schen Anleihemarkt auch die Kapitalknappheit verschärft. Allen diesen Schwierigkeiten zum Trotz hat jedoch die kommunale Wirtschaft in den letzten vier Iahren eine starke Fortentwicklung genommen. Modernisierung und Rationalisierung haben die Erträge der Werke bedeutend gesteigert. Die Kommunalisierung bisher privater Kon- zessionsbetriebe oder gemischtwirtschaftlicher Unternehmun- gen hat sich weiter fortgesetzt. Die Leistungen der öffentlichen Wirtschaft— hier sei nur aus Berliner Verhält- nissen auf technische Großtaten und organisatorische und kaufmännische Neuschöpfungen wie das Klingenberg-Werk, die Berliner Verkehrs-A.-G. und die Berliner Brennstoff- Gesellschaft hingewiesen— werden selbst von Gegnern der öffentlichen Wirtschaft vorbehaltlos anerkannt. Im Laufe dieser Entwicklung ist allerdings die kurz- fristige Verschuldung der Städte zwangsläufig stark ange- schwollen. Infolge der schlimmen Verfassung des deutschen Kapitalmarktes stößt die Beschaffung des gegenwärtigen In- vestitionsbedarfes auf die allergrößten Schwierigkeiten. In dieser Situation sieht das Finanzkapital den richtigen Zeit- punkt gegeben, um einen neuen Gesamtangriff gegen die kom- munale Wirtschaft zu eröffnen. Dr. Kehl, ein führender Mann des neuen Bankentrusts, hat auf der Tagung des Reichsverbandes der Industrie erklärt, daß die öffent- l i ch e n Werke die Konsolidierung ihrer kurzfristigen Schulden durch Abgabe von Teilen der Substanz vornehmen sollten: er hat gemeint, daß für die Beteiligung an kommunalen Unternehmungen sich sowohl die deutschen, alz auch die ausländischen Kavitalisten interessieren würden. Das Ziel ist klar: Man hofft, die reife Ernte mähen zu können, man will die Kapitalbeschaffungsschwierigkeiten der öffentlichen Unternehmungen ausnutzen, um diese wieder voll »de? wenigstens zum Teil in privaten Besitz hinüber- zuspielen. Die Städtetage haben auf diesen Generalangriff gegen die kommunale Wirtschaft eine eindeutige Antwort gegeben. I Wenn selbst ein Mann der Rechten wie der Duisburger Bürgermeister Iarres in seinem Referat über die wirt- schaftliche Bedeutung der gemeindlichen Unternehmungen aus die großen wirtscbäftlichen Leistungen der rein öffentlichen Unternehmungen hinweist, offen deren Ueberlegenheit und deren billigere Tarifgestaltung gegenüber den privaten oder gemischtwirtschaftlichen Betrieben zugibt und den Fortbestand Macdonald in New �ork. Begeisterter Empfang. Die Trauerfeier für Stresemann. Ehrung des Toten durch den Reichspräsidenten. und die Weiterentwicklung der? kommunalen Betriebe aus sozialen wie aus finanziellen� Eränden für die Städte für absolut unentbehrlich erklart, sAMrüßte das den Gegnern der kommunalen Wirtschaft zu denken geben. Der preußische Innenminister hat den CÜftdten die Unterstützung des Staates für die kommunale Wi�tsichaft vorbehaltlos zugesagt. Er hat betont, daß die wirtschaMiche Betätigung der Kom- munen einem öffentlichen Bedürfnis entspricht und daß die kommunale Wirtschaft im gleichen Maße wie die private Win- schaff berechtigt ist, den Kreditma dkt zu beanspruchen, und er- neut darauf hingewiesen, daß er jseden Versuch, die Wirtschaft- liche Betätigung der Kommunen einzuengen, bekämpfen werde. Wenn heute von bürgerlicher Seite eindringlich die guten Erfolge der gemischt wirffchaftiEchen Unternehmungen der Vorkriegsepoche gepriesen werden»' so übersieht man, daß die Voraussetzungen für die öffentlUhen Verkehrs- und Versorgungsbetriebe sich vollkommen»geändert haben. Die rein öffentliche Unternehmung besitzt heute in moderner Organi- sationsform mindestens die gleiche Beweglichkeit wie der ge- mischtwirtschaftliche Betrieb. Daei Willensbildung und Verwaltung der Gemeinde körper ttm: in der Vorkriegszeit in» folge des plutokratischen Klassenivahlrechts ein Monopol der bürgerlichen Oberschicht, die bei der Befriedigung des Massenbedarfs häufig wach gegen den Willen der Bevölkerung die Verbindung mit dem Privatkapital vollzog. In der Praxis hat sich immer wieder gezeigt, daß bei den gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen, selbst bei Besitzmehr- heit der öffentlichen Hand, sich der Sffentliche Einfluß nicht in dem Maße sicherstellen läßt, daß«Lue klare gemeinwirtschaft» liche Zielsetzung und eine Sicherung»der Verbraucherintereflen gewährleistet wird. Eine wahrhaft weiffchauendetKarnmunalpolitik, die keine engstirnige Kirchturmspolitik istAwird sich auch der Entwicklung vom„partikularistifchen Kommumalwsrk zum aroßbezirklichen Großbetrieb" nicht entgegenstemmen. Diese Entwicklung er- fordert aber keineswegs eine Auskiefsrung der Verforgungs- und Berkehrsunternehmungen an. das Privatkapital, sondern das große regionale Versorgvngsunternehmen, dem viel- leicht die Zukunft gehört, wird im Zusammenwirken der Kommunen unter Anschluß, an die großen Landesver- sorgungsunternehnnungen, wie es zum Beispiel aus dem Gebiete der Elettrizltätswirffchaft heute schon w Preußen und Sachsen geschieht, seine gemeimvirtschaftlichen Aufgaben zu erfüllen haben. Die kommunale Wirtscha-ftfhat in Zukunft.mit verstärkter Gegnerschaft und verstärkten mirffchaftlichen Druckmitteln des Finanzkapitals zu rechnen. So stark auch die neuen Groß- stadtprobleme und die Bedürfnisse der arbeitenden Massen zu einer Erweiterung kommunaler Wirtschaftsbetütigung drängen mögen, so wird es doch, folamge die Kapitaiknappheit anhält, geboten sein, neue Projekte nur bei völliger Sicherung der Finanzierung in Angriff zu nehmen. Daneben aber gilt es positiv, alle Hemmungen aus dem Wege zw räumen, die den Städten den freien Zutritt zu den Kapitalmürkten verwehren, und ihnen im Rahmen des Finanzausgleichs die Mittel bzw. Steuerquellen zu Aufgaben instand finanzen werden ichern, die sie zur volle» Erfüllung ihrer etzen. Nach der Saniermng der Reichs- ferner auch die öffentlichen Kreditinstitute sich in viel höherem Maße als bisher an derfFinanzierung der kommunalen Wirffchaft beteiligen müssen. So wichtig diese wirtschafts- und treditpolitischen Maßnahmen für die Kommunalwirtschaft auch- sein mögen, so sind doch Fortbestand und Weiterentwicklung der kommunalen Wirtschaft letzten Endes eine Frage der politischen Macht der Arbeiterklasse, eine Frage des Einflusses der werktätigen Bevölkerung in den kommunalen Gemeinde- Vertretungen und-Verwaltungen, lieber sie wird am 17. No- vember eine bedeutungsvolle Entscheidung gefällt werden. Sie starb als Arbeitslose! Von der Sowjei-Handeloverftetuag gemaßregelt. In der rechtskommuntstischeu Zeitschrist.©«gen den Strom" finden wir folgenden mit den Initialen H. M. gezeichneten Nachruf auf eine Tote, der keine« Kommentars bedarf: »Am Sonntag, dem 29. September, verstarb unsere Genossin Grete Futran. Sie war eine jener stillen Kämpserinnen für die Sache des Proletariats, die nicht glänzen wollen und nicht viel Worte machen, sondern die mit ihrem nur zu bescheidenen Wesen der kommunistischen Bewegung diente. E« wäre nicht im Sinne der Der- storbenen, wenn man ihr jetzt zum Abschied ihre Verdienste aufzählte. Was st« getan hat als Mitglied der Kommunistischen Jugend, der KPD. und der kommunistischen Opposition, wa« sie in jahrelanger Arbeit als meine Kampfgenoflin während der chinesischen Re- oolution 1925 dl« 1927 leistete, selbstlos, ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzend, war für ste selbstver- standSch. Die Liebe zum Befreiungskampf der Unterdrückten war ihr kein« Theorie, sondern ihr eigenes Leben selbst. DasMartyrium ihres Dater» während des Kapp-Putsche»(euch- t«t« ihr voran. Zhr Anschluß an die SPV.-Oppositioa kasteie sie,«roh ihrer Krankheit und de» Leiden, ihrer Mutter, den Verlust ihrer Arbeil in der Sowjel-Handelsvertretung. Sie wurde ar- b e i t»lo s urtt) immer wieder aufs Kronkenlager gezwungen. Sie starb mit dem Gruß an die Opposttian und ihren Kämpft" Oer Parteitag der Demokraten. Koch-Weser Nagt über die Parteien und das Wahlrecht. Mannheim, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Der Parteitag der Deutschen Demokratischen Partei wurde heute eröffnet. Der früher« Reichsminister Koch-Weser widme« zunächst Dr. Stresemonn einen Nachruf. Er sprach dann über die inner- politischen Verhältnisse in Deutschland. Er glaubt, daß die Parteien aus der Verfassung von Weimar ein Zerrbild ge- macht hätten und daß seit dein Jahre 1919 keinerlei Fortschritte ge- macht worden seien in der Art, wie Regierung und Reichstag arbeiten. Er griff dann heftig das gegenwärtige Wahlrecht an und prägte dabei den für einen Demokraten efftaunlichen Satz:„M i r ist das alte Wahlrecht immer noch lieber, als das Proportionalwahlrecht, das wir zurzeit haben." Schließlich wandte er sich ganz im Sinne des Liberalismus gegen die Ausdehnung staatlicher Betätigung. Nach Koch sprach Reichsminister Di e t r i ch über die Wirtschaft»- konzentration der letzt« Zeit. Nach beiden Referaten begann die Aussprach«. Feme Demokraten! Ministerpräsident paulffen kapituliert vor Hugenberg-Kront. Weimar, 4. Oktober. Der Aellefienrat de« Thüringer Landtage» beschloß nach einem Vorschlag des Landtagspräsidenten die nächste Landlogsfihung aus D i en« I ag. den 22. Oktober, anzuberaumen. Es soll in dieser Sitzung der Aulrag der vier Rechtsparteien gegen den Zonng-Plan in Verbindung mit dem kürzlich eingegangenen kommunistischen Antrag gleichen Inhalt« verhandelt werden. Minister Dr. paulsscn erklärte, daß die Regierung zu dem Antrag der Rechtsparteien noch nicht Stellung genommen habe. daß jedoch ihre positive Entscheidung mit Rücksicht aus die Einstellung der Mehrheit der Kabinettsmitglieder zu dem An- trag nicht zweifelhaft sein könne. » Zur selben Angelegenheit wird uns aus Weimar weiter berichtet: Angesichts des Antrages der vier Rechtsparteien,— Londbund, Wirtschaftspartei, Deutschnationale und Nationalsozialisten—, wo- nach durch LandtagSbeschluß die Regierung beaustragt werben soll, im Reichsrat gegen die Gffetzesvortogen der Reichsregierung betreffend Annahme des Haager Abkommens(Pariser Tributplan) zu stimmen, wäre in einem demokratisch-parlamentarisch geleiteten Staatswesen, dessen Regierungsgeschäfte von einem Minister, der der Demokratischen Partei, und einem zweiten Minister, der der Deutschen Volkspartei angehört, gewiß ein« Regierungskrise unvermeidlich gewesen. Diese Auffassung bestand auch bei denen, die den Thüringer politischen Verhältnissen fern stehen. Eingeweiht« dagegen waren nicht davon überzeugt. Di« antragstellenden Rechtsparteien baute» so fest auf die Willfährigkeit der Minister aus den Reihen der»Demokraten" und der Deutschen Dolkspartei, daß sie es nicht für notwendig hielten, einen Antrag auf Einberufung des Landtags zu stellen, um mit HilfS der Kommunisten ihren Antrag annehmen zu lassen. Die sogialdemokratische Fraktion hat den Versuch unternommen» die Zustimmung des Aeltestenrats zur Einberufung des Landtags zu erlangen, um so Klarheit zu schaffen. Nach einer offiziellen Mitteilung der Regierung an die Presse hat sich am 39. September eine Kabinettssstzung mit dem eingangs erwähnten Antrag beschäftigt, obwohl der Punkt nicht aus der Tagesordnung stand. Das Resultat der Verarung lautet:„Zur Klärung de? Lage bedarf es eines Beschlusses im Kabinett nicht. denn die Stellungnahme der Regierung stehi bereits fest, und zwar im Sinne des Antrages auf Ablehnung des Poung. Planes." Zur selben Zeit, wo Minister aus den Reihen der Demokrat« schen Partei und der Deutschen Volkspartei dies« Feststellung trefsen» halten demokratische Reichstagsabgeordnete, wie Dr. Haas und Zieg- ler, Vorträge über die Notwendigkeit der Annohme des Doung- Planes und gegen das Hugenberg-Volksdegehren. Und die thürmgi- sche Press« der Dolkspartei veröffentlicht den Dank, den der Reichs« ausfchuß der Dolkspartei dein Führer Strefemann für seine Hii>- gab« an die große Sache ausgesprochen hat und nimmt durch Wie- dergabe des Aufrufs der Volkspartei Stellung gegen die.In- famie" und»das frivole Spiel" der Hugenberg- Volksbegehrler. Diese Regierungskunst des„demokratischen" und des volks- parteilichen Ministers ist nicht zu übertteffenl ff Die Volkspariei wird frei!" StrefemannS Tod als gute Gelegenheit. Heber die verhältnismäßig anständige Behandlung des toten Strefemann durch die deutschnationale Presse ist mit mit Recht erstaunt. Ganz plötzlich ist in dem Landes- Verräter von. gestern„der glühende Deutsche", der Per- treter der„sittlichen Forderungen in der Politik", der Mann der„strengsten Pflichterfüllung" erkannt worden. Ueber die Erklärung der.Kreuz-Zeitung", daß die Rechte„— wie ja auch schon zu seinen Lebzeiten(!)— in selbstverständlichem Takt alle irgendwie gearteten Aus- fälle, die sich etwa gegen seine Person(!) richteten, unter- lassen hat", kann man nur je nach Temperament lächeln oder wegen ihrer abgründigen Heuchelei sich entrüsten. Was ist es in Wirklichkeit, was die deutschnationale Presse zu dieser auffälligen Haltung veranlaßt? Etwa die Erkenntnis, daß es unklug und gefährlich wäre, sich einer Massen st immung zu widersetzen, die anläßlich des Todes dieses Staatsmannes elementar durchgebrochen ist? Oder sind nicht vielleicht auch taktische Erwägungen mit im Spiel? Di« Volkspartei feiert Strefemann als ihren großen Toten. Jedes gegen ihn gerichtete Wort würde die Kluft zwischen ihr und ihrer Nachbarin zur Rechten verbreitern. Das aber gerade will man, wie es scheint, wegen der M ö g- l i ch k e i t e n, die sich gerade aus Strefemanns Tode ergeben, auf alle Fälle vermeiden. Am deutlichsten sprechen über solche Hintergründe die .Hamburger Nachrichten". Sie prägen Kernsätze wie dies«: Jehl ist Stresemaaa»ich« mehr, sie llnzo- friedenea brauchen ans ihn keine Rücksicht mehr z« nehmen. Die volkspariei wird frei, sich wieder nach dort zn orientieren, wohin sie Ihrer Bestimmung nach gehört: auf die Rechte. verpaßt das deutsche Bürgertum diese Gelegenheit. so hat es wenig Aussicht, in der deutsche« Pollkit eine auch nur einigermaßen bedeutende Rolle zu spielen. Die„Hamburger Nachrichten", die stets auf der Diago- nale zwischen Voltspartei und Deutschnationalen dahinge- ? litten sind, sehen also im Tode Strefemanns eine B e- r e i u n g der Volkspartei und eine günstige Gelegenheit, sie auf ewig ungeteilt Mit den Deutschnationalen zu vereinen. „Sine illae lacrimael" Daher also die Tränen, die die Rechtspresse am Grabe Strefemanns vergießt! Hat man jemals schon ein Krokodil so weinen gesehen? Aber, was macht man mit dem Volksbegehren zwecks Erklärung Strejemanns zum Landesverräter und ehr- losen Zuchthäusler? Läßt man es fallen, so kommt die Spaltung statt in der Volkspartei bei den Deutschnationalen. Hält man es auftecht, so schweißt man die Bolkspartei in der Abwehr wieder zusammen. Es wäre denn, daß sich auch ein Teil der Volksparteiler der Aktion zur Ehrloserklärung ihres toten Führers anschlösse, wofür es mancherorts— zum Beispiel in Thüringen— schon einige Vorzeichen gibt! Mag sein, daß die Entwicklung, die mit Strefemanns Tod«insetzt, schließlich zum Zusammenschluß der Volkspartei mit den Deutschnationalen führen wird— einstweilen aber wird es ein ganz schönes Durcheinander geben. ttm die Nachfolge. Wer wird Führer des Auswärtigen Amtes? Ueber die Frage, wer der Nachfolger Strefemanns als Reichsaußenminister wird, werden in der Presse täglich neue Kombinationen verbreitet. Mim nennt von den Sozial- demokraten B r e i t s ch e i d und Hermann Müller, dessen Berufung«ine Umbildung des ganzen Kabinetts voraussetzt, vom Zentrum K a a s und W i r t h, aus der Reihe der Diplomaten den Botschaftex in Paris, Herrn v. H o e> ch. Einstweilen ist, wie schon gemeldet, der Reichswirtschafts- minister Dr. E u r t i u s mit der Führung der Geschäfte de- traut worden, der�gleichfalls schon als definitiver Nachfolger Strefemanns genannt worden ist. Die Anhänger dieses Bor- schlage begründen ihn mit der guten Arbeit, die Dr. Curtius im«ihgsten Einvernehmen mit Strefemann im Haag geleistet hat, und mit der Notwendigkeit, die Volkspartei auch in Zukunft an die Außenpolitik der bisherigen Mehrheit zu binden. Für die Besetzung des Postens mit einem Sozial» demotraten wird geltend gemacht, daß nur ein Sozial- demokrat das Maß an Vertrauen und Autorität in der Welt l gewinnen könnte, das Strefemann in jahrelanger Arbeit für I sich gewonnen hat. > Einstwellen steht nur das eine fest, daß Dr. Curtms das Amt vorläufig verwaltet und daß er es auch während dieses Provisoriums mit seiner eigenen Partei nicht ganz leicht haben wird._ Erzieher des Bürgertums zur Republik. Die Wiener„Arbeiter-Zeitung" über den Vernunsteuropäer Strefemann. Wien, 4. Ottober, l In der„Arbeiter-Zeitung" heißt es: Stresemonn hat da» deutsche Bürgertum zur Republik erzogen. Er galt als d« Bürge und Treuhänder des neuen, friedlichen, republikanischen Deutschland gegenüber Europa. Strefemann war gewiß nur ei» Vernunfteuropäer, wie er«in Vernunftrepublikaner war» Dennoch zählt er, wie Briand und Sencfch, zu jenen brauchbare» großen Nützlichketten, die heut Europas Politik bestimmen. So vev> stand er noch, sich in seiner Außenpolitik die Unterstützung der Sozial» demokraten zu erhalten, und es muß anerkannt werden, daß et auch in der Innenpolitik gegen manche Widerstände in seiner eigen e» Partei ein ehrlicher Anhänger der großen Koalition, d« Zusammenarbeit mit der großen Partei der deutschen Arbeiter Nasse war. Aber wehe, wenn das Werk dieses vernünftigen und moderne» Vertreters der bürgerlichen Welt den Ansturm der n a t i o n a l i st i« schen Borniertheit und der kapitalistischen Reaktion nicht bo, stehen sollte!_ Oos nennt matt ein Geschast! Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein..2 Der Zeitschrift des Deutschen Offiziersbundes Kegjl folgendes Zirkular bei: Koblenz, den 25. September 1925. IV. Rundschreiben. An die Mitglieder des DeutschenOffiziersbundes! Di« schonen Tage der Ferien sind vorüber. Auch die meiste» Rhemrerfenden sind daheim. Und nun kommt wieder die Zett der geselligen Abende im Familien- und Freundeskreise. Reiseerleb» nisse werden ausgetauscht, und gerne wird man sich der frohen rheinischen Stimmung und Lieder erinnern. Viele Kameraden werden von den Wein pr oben am Rheine plaudern, sehr viel« von dem Besuch« der Kellereien der Gräfin von K ö ni g s m a r ck in Koblenz. Taufende waren in diesem Sommer hier. Tausende haben wir mit den Schätzen unserer Kellergewölbe bekannt machen können, konnten sich bei einer Kellerprobe von der Güte unserer Weine überzeugen. Im Gästebuch des Hauses blieb ihr Besuch festgehalten. Und diese srcchen Erinnerungen leben fort bei einem Glffe köstlichen deutschen Weins. Weiter wird ein guter Wein Ihre ge- selligen Abende gemütlicher gestalten und Ihr« Feste verschönern. Und so haben wir auch heute wieder für die Mitglieder de» Deutschen Osfiziersbundes eine Auswahl er- lesener Weine zusammengestellt, die jeder privaten und festlichen Veranstaltung Rechnung tragen. Wir bitten Sie auch heute anhängenden Bestellschein mit Ihren Wünschen ausgefüllt uns einzusenden Sie werden auch diesmal mit uns zufrieden fein, denn der Name„Königs- marck" auf Etikett und Kork bürgt für Qualität Mit deutschem Gruß! Gräfin Königsmarcksche Weinkellerei O. H. An die Gräfin von Königsmarcksche Weinkellerei(heißt sie nach der„berühmten" Aurora von Königsmorck?) und den DOB hat offenbar der Dichter Hoffmann von Fallersleben gedacht, als er deutsch« Frauen, deutsche Treu« und deutschen Wein in ein« Zeile brachte. Notwehr der Republik. Auflösung von nationalsozialistischen Ortsgruppen. Breslau, 4. Oktober. Die Ortsgruppen der Nationalsozialistischen Partei in Breslau, Schweidnitz, Waldenburg und Slriegau sind aus Grund des§ 2 des Rsichsoereinsgesetzes mit Rücksicht auf die Vorkommnisse in Schweidnitz am 27. September durch Verfügung des Regierungspräsidenten vom 2. Oktober aufgelöst worden Dr. Strefemanns Rachsolger aus der Reichsliste. Auf der Reichswahlliste der Deutschen Voltspartei steht als nächster Kandidat nach Dr. Strefemann Malermeister Haoeinonn(Hildes- heim). Havemann war während der ersten Wahlperlode 1920 bis 1924 Mitglied des Reichstages, wurde 1924 wiedergewählt, unter» lag aber bei der Wahl im Jahre 1928. Ob er die Nachsolg» Dr. Stresemarms annehmen wird, ist noch nicht bekannt. Hugenbergs Trauer. Segen wen werd' ich nun künftig Hetzen, Unflat werfen und die Dolche wehen, Wenn der Orkus ihn hinunterschlingt? Kein Beamter für Hugenberg! Gegen die Politik des Wahnsinns Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen B«> amtenbundes wendet sich mit einem Aufruf gegen das Volksbegehren an die Beamtenschaft. In dem Ausruf heißt es u. a.: „Es geht darum, ob die Verständigungspolitik, die der dem deutschen Volke so plötzlich entnsien« Reichsaußenminister Dr. Strese- mann allen Anfeindungen zum Trotz unbeirrt mit ständig steigenden Erfolgen durchgeführt hat, weiter sortgesetzt oder im Sinne der Veranstaltung des Volksbegehrens Deutschland erneut in außen- und innerpolitische Wirren zurückgeworfen werden soll. Der Reichs- ausschuß für das deutsch« Volksbegehren verlangt, daß das Kriegs- schuldanerkenntnis des Versailler Vertrages widerrufen wird. Er verlangt, daß neue Lasten und Verpflichtungen nicht übernommen werden dürfen. Er verlangt, daß Reichskanzler und Reichsminister sowie deren Bevollmächtigte, die Verträge solchen Inhalts mit aus- wärtigen Mächten zeichnen, als Landesverräter mit schweren Zucht- housstrafen belegt werden. Ursprünglich wollt« man sogar den greisen Reichspräsidenten von chindenburg in diese Strafparagraphen einbeziehen. Eine Politik des Wahnsinns, die sich hier offenbart! Ihr müssen auch wir als Beamtengewerkschoften mit all unserer Kraft und allen uns verfügbaren Mitteln entgegentreten. Die Beamtenschaft, die der deutschen Republik nicht nur den Treueid geschworen, sondern auch tatkräftig an dem Ausbau de« neuen Staatswesens mitgearbeitet hat, läßt es nicht zu, daß durch politische Abenteurer die unter schweren Opfern des werk- tätigen Volkes und im Bund« der Beamtenschaft errungen« Festigung unseres Staatswesens wieder leichtfertig auf« Spiel gesetzt wird. Sie wendet sich mit Entrüstung ab von Leuten die die höchsten Beamten des DeutsHen Reiches, wenn si« ihrer verfassungsmäßigen Beamtenpflicht genügen, ins Zucht- Haus bringen wollen. Kollegen! Jeder einzelne von euch muß in den kommende« Wochen seine Pflicht tun und unter den politisch Verhetzten odei politisch Indifferenten, die aus Unkenntnis dieses wahnwitzige Volks begehren unterzeichnen können, für Aufklärung sorgen. Das Volks begehren soll nur die innerpolitischen Ziele jener Kreise verdecken die mit Hilfe der ausgepeitschten nationalistischen Leidenschosten di< Diktatur der feudalen und hochkapitalistische« Mächte über das schaffende Volk errichten wollen, um diesem du Lasten des verlorenen Krieges aufzubürden Kollegen, sorgt dafür, daß kein Beamter das Voltsbegehrei unterstützt!' An die Adreffe Hugenbergs. Industrie» und Handelstag für �oung-plan und gegen Volksbegehren. Am Freitag tagte in Berlin der Hauptausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages, auf dem der deutsch« Delegierte bei den Pariser Verhandlungen, der Finanzier Dr. Melchior, unter größter Spannung der Versammelten die Reparationssrag« behandelt«. Seine Ausführungen und die sich anschließende Debatte dürften wohl geeignet sein, die hemmungslos« rechtsradikale Agitation gegen den Aoung-Plan ins rechte Licht zu rücken. Mit dem Haupt- ausschuß des Industrie- und Handelstages hat sich die deutsche Wirtschaft als Gesamtheit für den No'unÄ'Pkln als das kleinere Uebel entschieden. Melchior setzte in seinen interesianten Ausführungen die Vor- teile und Nochteile des Doung-Planes gegenüber der augenblicklichen Regelung auseinander. Unzweifelhafte Vorteile seien die wesentliche Verringerung der geschuldeten Summen, die volle Wiederherstellung der deutschen Souveränität durch Befreiung von allen Kontrollen, der Fortfall der Jndustriebelastung und die Ersetzung des Bahnpfandes durch ein« inner« Steuer. Der Plan bringe auch die Festsetzung eines bestimmten Endtermins der Zah- lungen. Dagegen sei die Frage umstritten, ob die S ch u tz m a ß- nahmen des Dawes-Planes oder des Poung-Planes wirksamer seien. Der Redner betonte, daß die im Poung-Plan oorgesehensn Sicherheitsmaßnahmen nicht nur technisch, sondern auch m a- teriell als die wirksameren anzusprechen wären: sie hätten außerdem den Vorzug, daß si« von der deutschen Regierung nach eigener sreier Entschließung in Gang gebracht werden können und sie die Wiedereröffnung politischer Verhandlungen vorsehen. Der H a u p t n a ch t e i l der Pariser Regelung gegenüber dem Dawes-Plan sei die Festsetzung seiner ungestützten Teilannuität. Man müsse aber bedenken, daß das Reparationsproblem nicht«in wirtschaftliches Problem im gewöhnlichen Sinn« des Wortes sei, sondern daß es sich bei ihm um einen Schritt auf dem Wege ge- schichtlich-politifcher Entwicklung handele. Deshalb seien die ent- scheidenden Fragen die, ob der Poung-Plan gegenüber dem jetzigen Zustand ein« Verbesserung bedeute und wie sich die Folgen einer Ablehnung auswirken würden? Bei leidenschaftsloser Ab- wägung der Vorteile und Nachteil« könnten die Verbesserun- gen nicht b« st ritten werden. Würde der Poung-Plan abgelehnt, so bliebe der Dawes-Plan mit seinen erheblich größeren Lasten in Kraft. Die fremden Kontrollen und Pfänder behielten Gültigkeit, die dritte Zone würde besetzt bleiben und Deutschland würde neben einer sehr erschwerten außenpolitischen Lage einer äußer st bedrohlichen wirtschaftlichen Krise ent- gegengehen. Don den beiden Uebeln, Dowes.Plan oder Poung- Plon, sei der Poung-Plan das kleinere. Etwas anderes als zwischen den beiden Uebeln zu wählen sei aber nach dem ver- lorenen Krieg« nicht möglich. An das sich durch seltene Klarheit auszeichnende Referat schloß sich«ine eingehend« Erörterung. E« wurde dabei oereinzelt der Ernst der Besorgnisse wegen der Durchführbarkeit des Poung- Plane» hervorgehoben. Trotzdem ging die Auffassung all- gemein dahin, daß— sosern die jetzigen Verhandlungen über die noch offenen Punkt« zu einer befriedigenden Lösung führen— der Poung-Plan gegenüber dem jetzigen Zustand einen Fort- schritt bedeute und es außerordentlich verfehlt und gefährlich f«, das so verwickelt« Reparotionsproblem durch Schlagworte oder gar durch Aufwühlung der Volksleidenschaften zu verwirren. Insofern bedeutet der Verlauf der Tagung eine deutlich« und entschiedene Absage an Hugenberg und sein demagogische, Volksbegehren. Landau wird frei. Abzug eines französischen Bataillons. candau. 4. Oktober. &u Bataillon de» 150. französischen Infanterieregiments In candau hat den Abmarsch beseht erhalten. Al» neue Garnison dieses Regiment» wird verdun genannt. Außerdem wurde einem Teil der französischen Angestellten In den Verwaltungsstellen gekündigt. Düren wird frei. Düren, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Heute vormittag haben die ersten französischen Truppen in Stärke von 200 Mann Düren verlassen. Am Sonnabend folgen weitere 200 Mann. Am 21. Oktober wird die französische Kantine geschlossen werden, deren Angehörige bis 24. Oktober die Stadt ver- lassen haben. Auch da» französisch« Militärlazarett in der Pro- oinzialheil- und Pflegeanstalt wirb in den nächsten Tagen geräumt. Fortwährend verlosten die Geräte und Fahrzeuge der Besatzung den Dahnhof. Es ist damit zu rechnen, daß bis Ende November das Abwicklungskonunando feine Arbeit beendet hat, so daß die Stadt dann von sranzöstschen Truppen vollständig geräumt sein wird. Schluß des Labourkongreffes. Feierlicher Ausklang. Brlghlon. 1. Oktober.(Eigenbericht.) Der Kongreß der Arbeiterpartei schloß seine viertägigen Be- rawngen mit einer Sitzung, die im wesentlichen technisch-organi- satorischen Fragen gewidmet war. Der Führer der Transport- orbeiter B e o i n richtete nach Beendigung der Verhandlung die üblichen Worte des Dankes an den Vorsitzenden und betonte, die Konferenz habe bewiesen, daß die Partei entschlosten sei,„ihre Seele rein und unversehrt' zu erhalten. Der Kongreß schloß unter den Klängen des Partelliedes von der roten Fahne, wobei der weißhaarige Minister für Pensionen Roberts den Gesang der Delegierten auf dem Podium mit seiner Violine begleitete. Lloyd George sieht Neuwahlen kommen. condon, 4. Oktober.(Gigenbericht.) Lloyd George crmahnte aus dem Kongreß der Liberalen Partei in Nottingham die Delegierten, fürbaldigeNeuwahlen gewappnet zu sein. Die Arbeiterregierung glaub« die Mehrheit im Lande hinter sich zu haben, und es sei daher möglich, daß sie bald eine parlamentarische Auseinandersetzung suchen werde, die es ihr ermögliche, neuerdings an das Land um ein« Mehrheit zu ap- pellieren. Außemnluisier Zalefki soll nach Blättermeldungen«inen Auto- rmfall erlitten haben. Die polnische Telegraphen-Agentnr erklärt diese Mekdunge» für ganz UHzuiueffend. Finanzkonflikt in Frankreich. Nücktrittsdrohung des Ministers. Paris. 4. Ottober. Zwischen dem Finan�russchuß der Kammer und dem Finanz- minister sind wegen des Budgets für 1930 ernste Differenzen ent- standen. Der Finanzausschuß hat an der Regierungsvorlage der- artige Aenderungen vorgenommen, daß der Vudgetvoranschlog«in Defizit von rund einer halben Milliarde ausweist. Hierbei find die von der Regierung vorgesehenen und vom Ausschuß nicht einmal für genügend erachteten Steuerermäßigungen von ruizd zweieinhalb Milliarden noch nicht berücksichtigt. Finanz- minister C h« r o n erklärt« heut« dem Aus-fchuß, daß dessen Maßnahmen eine ernste Bedrohung der von Poincarö durchgeführten Konsolidierung darstellten. Er sagte sogar, daß er lieber auf fein Amt verzichten, als für derartige Maßnahmen die Verantwortung übernehmen würde. Wie Havas mitteilt, ist zwischen dem Finanzminister und dem Finanzausschuß heute noch keinerlei Einigung erzielt worden. Ressedowski entlassen! Pari». 4. Oktober. Die Pariser Vertretung der Telegraphenagentur der Sowjet- union berichtet, daß die Sowjetbotschaft in Paris unter dem 3. Ok> tober dem französischen Außemninifterium offiziell mitgeteilt habe, daß Botschaftsrat Vessedowfky feines Posten« enthoben war- den ist, und gieichgeitig gebeten habe, seinen Namen von der dipio- matischen Liste zu streichen. Moskau setzt seinen Standpunkt durch. So«rteilt Litwinoff über das Londoner Verhandlongs» ergebnis. Moskau, 4. Oktober. In einem Interview mit einem Vertreter der Telegraphen- agentur der Sowjetunivn anläßlich der in London erfolgten Unter- zeichnung des Protokolls über die rusfifch-englifchen Ver- Handlungen erklärte Volkskommissar Liiwinoss: De Sowjetregierung hat an dem Standpunkt festgehalten und hält daran unoeränderlich nach wie vor fest, daß die durchaus notwendig« Vor- ausfetzung für die Lösung zwischen der Sowjetunion und anderen Staaten jeweils schwebender Streitfragen die vorherige Wiederaufnahme normaler Beziehungen sei. Die Sowjetregierung tritt an die Erörterung dieser Fragen heran in dem festen Wunsch nach Frieden und der Wiederaufnahme normaler politischer und wirtschaftlicher Beziehungen zu anderen Ländern. Au einer solchen Entscheidung von Fragen ist jedoch die völlig« Gleichberechtigung der Parteien erforderlich, die es dann nicht geben kann, wenn ein Teil dem anderen Vorbedin- gungen aufzuzwingen sucht oder vorschlägt, die Verhandlungen bei anormalen oder gar feindseligen Beziehungen der Partner zu führen. Di« Sowjetregiernng hat konsequent diesen Standpunkt vertreten und hat 1924 die rechtlich« Anerkennung durch eine große Zahl kleiner wie großer Länder, darunter England, Frank- reich und Italien, erlangt, wobei alle diese Staaten darauf eingingen, all« Streitfragen nach Wiederaufnahme der nor- malen Beziehungen zu erörtern. Der plötzlich« Abbruch der Be- Ziehungen zwischen Großbritannien und der Sowjetunion war keineswegs durch irgendwelche Handlungen der Sowjctunio, und ihrer Organe hervorgerufen oder zu rechtfertigen. Dieser Brnä und seine Begleitumstände haben Ansprüche aus seilen bei Sowjetunion geschaffen, nicht aber aus seilen des Landeq auf deflen Veranlassung dieser Bruch erfolgt«. Das Abkommen unterzeichnet. London, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Das Abkommen zwischen Außenminister Henderson unl dem russischen Vertreter D o w g a l e w j k i über die Wiederoufnahin« der anglo-russischen Beziehungen wurde am Freitagabend im Aus- wärtigen Amt in London unterzeichnet. Wie aus dem Wortlaut der Vereinbarung hervorgeht, werde» die noch zu lösenden Fragen in London mit dem zu ernennende» Sowjetbotschaftcr erörtert werden. Beiden soll ein russisch-englischee beratendes Komitee zur Seite stehen. Di« Ernennung der Bot. schaster, die erst nach Zustimmung des Parlaments möglich ist, wirl von der Unterzeichnung einer Klausel bezüglich der Propaganda begleitet sein, die mit dem entsprechenden Paragraphen im englisch. russischen Vertrag von 1924 identisch ist. Woldemaras als Verschwörer. Die neue Negierung für Smxtona. Kowno, 4. Oktober. Ein Oppositionsblatt hatte die Aeußerung des gestürzte» Diktators Woldemaras veröffentlicht, daß er auch weiter politisöf tätig sein werde. Das Regierungsblatt.Lietuvos Aidas" besprich! diese Ankündigung mit einer Schärfe, die den Bruch zwische« Woldemaras und seiner Partei in aller Oeffentlichkeit besiegelt. Da» Blatt fragt, wie dies« Betätigung aussehen solle: es se, schwer, dies» Frage zu beantworten, aber man könne sich denken, si« werde dn Zensur nicht standhalten können. Woldemaras fei ja üb« zwei Jahre oberster Zensor gewesen und daher kompetent, voraus» zusehen, was der Zensur verfallen müsse. Die Anhänger Woldemaras entfalten im ganzen Lande aus» gedehnte konspirative Tätigkeit. Wie verlautel, erhielt kürz- .ich die Kownoer Polizei die Mitteilung, daß in einem Hause ein« illegale Versammlung abgehalten werde. Di« Polizei fand 23 Per- jonen vor, die sestgenommen wurden. Mit Bomben gegen Streikende. Amerikanischer Klassenkriea. New Pork, 4. Oktober. In Marion(Nordkarolina) wurden 11 Sherisfs und 3 Arbeit« verhaftet und unter Mordanklage gestellt, weil sie einen Angriff auf streikende Textilarbeiter unternommen haben, wobei vier Personev getötet worden sind. Die 11 Sherisfs wurden jedoch kurz darauf wieder freigelassen, da die Arbeitgeber eine groß, Kaution für sie hinterlegten. Außerdem wurden 40 S t r e i- kende verhaftet.— Während einer Arbeiteroersammlun« explodierte eine Bombe, wodurch drei Arbeiter ge* tötet und dos Versammlungsgebäude schwer beschädigt wurde. Der Präsident des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes, William Green, hat den Senat aufgefordert, eine Unterfuchungs» kom Mission nach Mar«« zu entsende,>. Löhne und Ziationalisierung. In Deutschland und Amerika. Die deutschen Unternehmer haben sich ihre amerikanischen Kollegen zum Vorbild genommen, um die Wirtschasllichkeit der Betriebe zu heben. Sie übersehen jedoch dabei, daß die Rationali- Gerung eine Steigerung der Produktion im Gesotge hat, die auch abgesetzt werden muß, wenn nicht der Zweck der Rationalisierung mirdcr in Frage gestellt werden soll. Fehlt der entsprechende Ab- ßotz, dann muß di« Produktion eingeschränkt werden, d. h. die Betriebsanlagcn können nur teilweise ausgenutzt werden, ja, oft «ruß ein Teil der Betriebsairlogen überhaupt stillgelegt werden. Dos tst ein« Vergeudung des Kopitals, die dazu beiträgt, daß die deutschen Aktiengesellschaften außerordentlich hohe Abschreibungen vornehmen. Dazu kommt— von dem allgemein volkswirtschaftlichen Schaden durch den Minderertrag der Produktion abgesehen—, daß die aus der Produktion ausgeschalteten Arbeitskräfte eine erhebliche Be- lastung der Wirtschost sind, statt werteschaffendc Konsumenten zu sein. Vergleicht man nun die Entwicklung der Löhne in den Ver- «inigten Staaten und in Deutschland, dann springt die geradezu verrückt« Lohnpolitik der deutschen Unternehmer in die Augen. Es »rgibt sich folgendes Bild: Deutschland: Vereinigte Slaaten; chclernte Ungelernte Gelernte Ungelernte M. an.• an. an. 1913 14..... 35,10 24,01 59,47 44,98 1. Quartal 1929.. 52,42 40,55 139,23 109,14 Setzt man die Nominallöhne 1913/14— 100, dann stiegen in Deutschland di« Löhne der Gelernten auf 150, die der Un- gelernten auf 169, während die R« i ch s i n d« x z i f s e r der Lebenshaltungskosten auf 153,4 gestiegen war. In den Vereinigten Staaten stiegen die Wocheillöhnc der Gelernten auf 234, der Angelernten auf 243, während die Lebenshaltungskosten auf 170 gestiegen sind. Während also die Löhne der gelernten Arbeiter in Deutschland noch nicht einmal die Steigerung der an sich schon unzulänglichen Reichsindexziffer erreicht haben, liegen die der amerikanischen ungelernten Arbeiter um 70 Punkte über der Steigerung der Lebenshaltungskosten. Man kann also sagen, daß die omerikaiüschen Arbeiter a n den Vorteilen der Rationalisierung teilgenom- m e n haben, während die deutschen Arbeiter deren Kosten b« st ritten und noch bestreiten. Auch sind Wochen- löhne nicht gleichzusetzen mit Jahreseinkommen. Infolge der Rationalisierung ist der Arbeiter in Deutschland heute viel häufiger und länger arbeitslos als vor dem Kriege. Wenn also der Lohn der ungelernten Arbeiter in Deutschland scheinbar um 15.6 Punkte über dem Lebenshaltungsindcx liegt, so muß davon die verlängerte Arbeitslosigkeit in Abzug gebracht werden. Gerade diese ist aber eine typische Rationalisicrungs- erscheinung. Der Aufschwung der nordamerikanischcn Wirt- schaft ist nicht eine Kriegs-, sondern eine Rationalisierung!-. erscheinung. Di« hohen amerikanischen Löhne sind nicht eine Folge, sondern eine Ursache des Wirtschaftsaufschwunges. Vergleicht man die Löhne und Lebenshaltungskosten feit 1924, dann tritt besonders kraß die Stabilität der amerikani« schen Lebenshaltungskosten in Erscheinung, die nur um einen Punkt gestiegen sind, während die Löhne der Gelernten seit- dem um 12 Punkte, der Ungelernten um 15 Punkte stiegen. In Deutschland dagegen stiegen die Lebcnshalwngskosten von 131,6 auf 153,4, wodurch besonders in den ersten Jahren der Rationalisierung die von den Gewerkschaften erkämpften Lohnerhöhungen aus- geglichen wurden, chier tritt besonders plastisch die wahnsinnige Lohnpolitik der deutschen Unternehmer in Erscheinung. Elend und Lleberfluß in der AEG. Gewinne mehr als verdoppelt.— Die Pfennige der Arbeiter. Noch immer gibt es in der AEG. einen„schöbigen Rest" von der Lohnvereinbarung im April. Noch immer bringt es dieses schwerreich« Mannnutsunternehmen fertig, sogar die schlecht be- zahlten Hilfsarbeiter um die armseligen Pfennige zu bringen, di« ihnen das Lohnabkommen vom April zusicherte. Das Direktorium der AEG., das gern in sozialen Farben schillert, rechnet den Hilfs- «rbcitern zum großen Teil die Leistungszulage an und läßt sich darin sogar von dem Scharfmacher Bors ig beschämen. So etwas »vogt einer der größten deutschen Konzerne, obwohl er in den letzten vier Jahren eine ununterbrochene Hochkonjunktur durchgemacht hat. Die deutsche elektrotechnisch« Industrie, besonders aber die füh- »enden Konzerne wie Siemens, AEG. und Bergmann, Ifi von den wirtschaftlichen Krisen seit der Beendigung der Inflation überhaupt nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Die D i v i- den den, die der AEG.-Konzern in den letzten vier Iahren v«n 6 auf 8 P r o z. erhöhte, wollen für die tatsächlichen G e- winne, die der Konzern erzielt hat, gar nichts besagen. Die AEG.-Verwaltung hat ein viel größeres Interesse daran, ihrem Be- trieb schwere Fettpolster zuzulegen und ihre Gewinne zu verstecken, anstatt der Oeffcntlichkeit durch höhere Divi- dcnden an die Aktionäre Einblick in ihre glänzenden Ge- f ch ä f t e zu geben. Aber ein Blick in die Bilanzen der letzten Jahre zeigt deutlich genug, wie der Konzern Gewinne gescheffelt Hot. Seit 1924/25 hat sich der jährliche Geschästsgewinn von 12 auf 25,2 Millionen erhöht, also weit mehr als verdoppelt. Wie steht es mit den Löhnen? Haben die sich auch verdoppelt? In dem gleichen Tempo sind die Abschreibungen auf die Werksanlagen gestiegen, die allein im letzten Jahr um fast 4 Millionen auf über 9 Millionen herausgeschraubt wurden. Wenn trotz dieser Friede im Gasiwirisgewerbe. D er Schiedsspruch von beiden Parteien angenommen. Die Mitglieder de» Zentraloer band«, der Hotel-, Restaurant, und Eoseangestellten haben dem Schiedsspruch in der Urabstimmung mit allen gegen 405 Stimmen zugestimmt. Da gestern auch die Unternehmer den Schiedsspruch angenommen haben, ist damit der Fried« im Gastwirtsgewerbe gesichert. Dieser Abschluß bedeutet einen schönen Ersolg für den Zentralverband. Aeues Leben bei den Drehern. Sie Opposition unter sich. Das Fiasko der Spaltungspolitik der KPD. konnte nicht deutlicher zum Ausdruck kommen, als«s in der D r e h e r v e r j a m m- lung geschehen ist, die die Ortsverwaltung des Metall- arbeitexverbandes zu Donnerstag abend nach den Musiker- sälen einberufen hatte. Solch«ine gut besuchte Branchenversamm- lung hat die ausgeschlossene kommunistische Branchenleitung, die jetzt den„oppositionellen" Dreherverein leitet, während ihrer ganzen Amtstätigkeit nicht zuwege gebracht. Der große Saal war c.nschlicßlich der Galerien zum Bersten überfüllt. Es waren wieder alle die Angehörigen der Branche erschienen, denen durch die gehässigen parteipolitischen Ausemandersetzungen, die unter'dem Re- gime der kommunistischen Branchenl«itung stets an der Tagesordnung waren, der Nersammlungsbesuch verleidet worden war. Der Branchenleiter Genosse W a u g c legte der Versammlung das Arbeitsprogramm vor, das sich di« Branchcnkommission gestellt hat und das sich streng im Rahmen d«s gewerkschaftlich Erreichbaren und frei von Phrasen hält. Ausbau des Tarifs, Ver- besierung der Arbeitevermittlung, fachliche und gewerkschaftliche Schulung der Branchenmitglieder sind di« wichtigsten Ziele, die sich die Branchenkommission für die nächste Zeit gesteckt hat. Für parteipolitisches Gezänk wird, das wurde von der Branchenleitung mit allem Nachdruck betont, in den Branchen- Versammlungen der Dreher kein Platz, mehr sein. Die Branchenleitung wird darauf halten, daß sich die Branchenmitglieder nicht zuiu Gaudium der Unternehmer gegenseitig mit Schmutz be- werfen, sondern in kamerodschaftlicheen Geist an dem Aufbau der Branche aicheiten. millionenschweren Reserven allein der in der Bilanz ausgewie- sene Reingewinn sich gleichfalls in den legten vier Betriebs- jähren verdoppelt hat, bekommt man eine ungefähre Borstel- lung, was die Konjunktur in der Elektroindustrie dem AEG.- Kon- zern in den letzten Jahren eingebracht hat. Was aber Hot die Kon- junktur der Arbeiterschaft gebracht? In dein am 30. September 1928 beendeten Geschäftsjahr wuchs der Umsatz bei der AEG. von 400 auf 500 Millionen Mark. Hinter diesem glänzenden Ergebnis wird auch das vor wenigen Tagen abgeschlossene Betriebsjahr 1928/29 keineswegs zurückbleiben. Konnte doch die AEG.-Verwaltung Ende Ja- nuar d. I. erklären, daß sie einen Auftragsbestand von 355 Millionen Mark vorliegen Hab«. Da im Laufe der letzten Monate noch eine Anzahl großer Inlands- und Auslandsaufträge eingegangen find, waren die Betriebe vollauf beschäftigt. In gar keinem Verhältnis zu der Steigerung des Umsatzes steht die Vermehrung der Belegschaft. Die geleisteten Ar- beits stunden wurden sogar im Verhältnis zum Umsatz redu- ziert. Man sieht also, wie enorm die L e i st u n g e n je Mann und Schicht sind, die infolge der Rationalisierung aus den Knochen der Arbeiter und Angestellten herausgeschunden werden. Wenn aber di« Arbeiterschaft für die verdoppelte Ausbeutung ihrer Arbeitskraft und infolge des rücksichtslosen Antreibersystems auf Lohnverbesserung drängt, stößt sie in erster Linie bei den Schwer- Verdienern der AEG. und des Siemens-Konzerns auf taube Ohren. Hier gilt noch immer das alte Sprichwort:„Hilf dir s«lbst,.so hilft dir Gott." Dos heißt: Tritt ein in deine Gewerkschaft, tritt ein in deine Partei, die Sozialdeniokratische Partei Deutschlands, lies die Zeitung, die für deine Znleresien eintritt, den„vorwärts". Mit allen ihr zu Gebote.stehenden Mitteln wird die Branchen- leitung auch in Zukunft den Drahtziehern der„oppositionellen" Drehervereinigung entgegentreten, die die sreigewerkfchastlichcn Werk- statt- und andere Versammlungen der Dreher zu stören versuchen. Es kann nicht angehen, daß sich mehr als 6000 freigewerkschoftlich organisierte Dreher von den zwei- bis dreihundert„revo. l u t i o n ä r e n" Vereinsmitgliedern terrorisieren lassen. Wie wenig Sympathien die neue kommunistische Gcwerkschajtsfiliale bei den Berliner Drehern genießt, erhellt am besten die unbestreitbare Tat- sache, daß sie aus den Reihen der Dreher der Großbetriebe so gut wie gar keine Mitglieder hat. Genosse Wauge sprach zum Schluß seiner Ausführungen die Erwartung aus, daß die wenigen irregeleiteten Dreher bald den Weg zum Metallarbeiterverband zurückgefunden haben werden und der kommunistische Gewerkschoftsspuk der Vergessenheit angehören wird. In der Diskussion versuchten zwei K o m m u n i st c n, die Versammelten für di« kommunistischen Gewerkschaftsthesen zu begeistern, fielen aber glatt ab. Der eine, zieinlich provozierend austretende' Kommunist mußte sich selbst von einem nicht mehr „linientreuen" Parteigänger sogen lassen, daß er eine blöde Rede gehalten habe. Don welchem Geist di« Versammlung be- seelt war, zeigte sich am deutlichsten bei der Abstimmung über einen Antrag, der der Branchenleilung das vollste Vertrauen ausspricht und. das van ihr aufgestellt« und erläuterte Zlrbeitsprogramm billigt. Dieser Antrag wurde mit ungefähr 900 bis 1000 Stimmen gegen ganze fünf Stimmen angenommen. Einigung mii den Eharlotienburgern. Oer Konflitt mit den Wossrrwerken beigeleg». Der Konflikt, der infolge der Lohnforderungen der Arbeiter der Charlottenburger Wasserwerk« entstanden war, ist durch direkte Verhandlungen zwischen der Direktion und dem Verband der Ge- meinde- und Stoatsarbeiter beigelegt worden. Die Verhandlungen haben eine Einigung in der Richtung ergeben, daß die Bezüge der Wasserwerksarb«iter den Löhnen der Arbeiter der städtischen Wasserwerke angeglichen werden. Ein« Versammlung der Arbeiter der Charlottenburger Wasser- werke Hot sich mit dieser Regelung einverstanden erklärt, so daß der für Freitag angesetzte Termin vor der amtlichen Schlichtungsinstanz gegenstandslos geworden ist. Das Einkommen der Angestetlien. Wovon sollen sie sparen? Vor drei Iahren hat der Zentraloerband der Ange- stellten eine Erhebung über di« Gehälter seiner Mitglieder veranstaltet. Nun hat auch der Deutschnationale Handlungsgehilfen- verband das gleiche unternommen. Die Erhebung des DHV. gib: notwendig nur ein unklares Bild von den Gehaltsverhältnissen der Angestellten, weil diese Organisation nur männliche Mitglieder umfaßt. Für einen guten Deutschnationalen gehört die Frau eben immer noch in die Küche und hinter den Strickstrumpf. Um so bemerkenswerter ist es. daß die Erhebung des DHV. den schlüssigen Beweis für die R ü ck st ä n d i g k e i t dieser Auffassung liefert und gleichzeitig die beste Widerlegung ist sür die deutschna'io- nale These, daß Sozialpolitik durch Sparen ersetzt werden soll. Die Erhebung hat nämlich ergeben, daß 43 Prozent der Be- fragten weniger als 200 Mark monatlich verdienen und 75,7 Prozent weniger als 300 Mark, lieber 400 Mark monatlich beziehen nur 7 Prozent. Es handelt sich dabei wohlbemerkt um männliche erwachsene Angestellte, von denen also fast die Hälfte weniger als 200 Mark im Monat bezieht, wovon sie sich nicht nur selbst, sondern ihre Familie ernähren und kleiden und— nach deutsch- nationalem Rezept— Rücklagen machen soll für schlechte Zeiten. Vergleicht man nun mit dieser Erhebung die viel bessere und feinere des Zentralverbandes der Angestellten, dann macht man die überraschende Feststellung, daß während der drei Jahre eine be- merkenswerte Aufbesserung der Nominalgehälter nicht eingetreten ist. Vor drei Jahren hatten 44,57 Prozent der männlichen Angestellten ein Einkommen von weniger als 200 Mark monatlich, 82,88 Prozent hatten ein Einkommen bis zu 300 Mark, 96,21 Prozent bis zu 400 Mark, 99,5 Prozent bis zu 500 Mark und 0,77 Prozent über 500 Mark. Scheinbar ist also dos Einkommen der Angestellten zurückgegangen. Wenn die Gehaltseinftufung bei den Mitgliedern des ZdA. da- mals etwas besser war, als sie es entsprechend der gestiegenen Lebens- Haltungskasten noch heute bei den Mitgliedern des DHV. ist, so liegt das vor ollen Dingen an dem KreisderMitgliedschaft. Die Angestellten der Sozialversicherung und der Konsum« vereine gehören in ihrer großen Masse dem Zentralvcrband der Angestellten an. Sie sind im Durchschnitt nicht unerheblich besser entlohnt als die Angestellten im Handel und in der Industrie. Das geht sehr deutlich aus der Erhebung des ZdA.' hervor. So erhielten im Einzelhandel 40 Prozent der männlichen Angestellten bis zu 175 Mark monatlich, in den K o n s u m v e r c i n e n aber nur 16,62 Prozent. Im Großhandel waren es sogar 41.19 Prozent. die bis zu 175 Mark monatlich bezogen, in der Sozialoersiche- r u n g dagegen nur 14.81 Prozent. Wenn di« Angestellten in Handel und Industrie heute noch so elend entlohnt werden, dann ist das nicht zum letzten darauf zurück- zuführen, daß politisch rückständige und gewerkschaftlich veraltete Organisationen, wie besonders der Deutschnationale Handlung-- gehilfenverband, den Kampf der Angestellten um eine höhere Lebenz- Haltung behindern, spalten und schwächen. Kohlenfn'eden und Völkerbund. Debatte im Internationalen Arbeitsamt. Gens, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Der Berwaltungsrat de» Internationalen Arbeitsamtes trat am Freitag zu seiner 46. Tagung zu- samme». Er Hot besonders zur Ausführung der Kohlen- b e s cht ü s s e der Völkerbunds Versammlung das Notwendige zu ver- anlassen. In dem Bericht des Direktors, der zunächst zur Erörterung stand, wird u. a. mitgeteilt, daß die französisch« Regierung als Beigeordneten im Berwaltungsrat einen Vertreter der rumänischen Regierung angemeldet habe. Di« Debatte drehte sich in der Haupt- sache um die M Ar i n e- K o n f e r e n z. Thomas mußte zugeben, daß die Unterlagen für di« Konferenz zum Teil erst in den letzten Tagen, zum Teil überhaupt noch nicht fertiggestellt sind. Die Re- gicrungsoertretcr Indiens und Japans erklärten, daß sie iniolge des späten Eintreffens der Dokumente nicht mehr in der Lage seien, die nötigen Instruktionen von ihren Regierungen einzuholen und sie infolgedessen ihre Mitarbeit ablehnen müßten. Der Vcrwaltungsrat beschloß, d«n spanischen Arbeitsminister Annas als Präsidcitten der am Montag zusammentretenden Sceschisfahrtskonfercnz vorzu- schlagen.- Der Vcrwaltungsrat beschloß ferner,«ine Gabe der Ford-Eompany von 25000 Dollar anzunehmen. Für dieses Geld sollen in 17 europäischen Stödten, in denen Ford Werk- stätten besitzt, L o h n u n t e r s u ch u n g e n angestellt werden, die einen Vergleich der europäischen und amerikanischen Löhne ermöglichen. lieber den Auftrag der Völkerbundsoersammlung an das Arbeits- amt, eine Vereinheitlichung der Arbeitsstunden, Arbeits- bedingungen und Arbeitslöhne im Bergbau vorzu- nehmen, herrschte auf keiner Seite große Begeisterung. Die vom Völkerbund vorgesehenen Fristen sowie die Behandlung der Kohlenfrage auf der Tagesordnung der Arbeitskonferenz des Jahres 1930 lassen sich nur schwer mit der Geschäftsordnung der Arbeits- organisation vereinen. Im einzelnen ging der Streit darum, in welch«? Weise die rat- gebende Konferenz, di« im Januar zusammentreten soll, zusammen- zusetzen sei. Eine weiter« Frage ist, ob man ausnahmsweise beide sür ein Abkommen notwendigen Lesungen aus einer Arbeitskonferenz zusammen vornehmen darf. Die Arbeitgeber verlangten ein« Ver- tretung des Verwaltungsrats und der Konsumentenländcr aus der ratgeb«nd«n Konserenz.____, Nergarbeiier gegen Eisenfireben. London, 3. Oktober. � In einer Reihe von englischen Kohlengruben in Northumber- land haben 2000 Bergarbeiter die Arbeit niedergelegt, und es be- steht die Möglichkeit, daß weitere 8000 Arbeiter in den Ausstand treten werden. Dieser Streik richtet sich in der Hauptfache gegen die van den Grubenleitern angeordnete Verwendung von eisernen Streben zur Absteifung der Kohlenflöze.* f Freie Gewerkschafts-Iuqenü Berlin. Gprech- und BeVeanngschor: Chorprobe: Heute abend im Unt?rr'lchts» rai m der Verlincr Gewerkschaftsschule, Cngelufer 24— 25(Gewerk» schafrsbaus). 2. Hof, 1 Trepp? rechts. Ächtung! Die Kundgebung der Jugend gegen die Kirche am Mittwoch, dem 9. Oktober, findet nicht im Lehrer» vereinshaus. sondern im Orpheum. Berlin. Hasenheide 32— 38. statt. Auf» fiihrung der freigeistig. pgrodistischen Revue:„Es werde Licht! durch die ..Wanderratten". Leitung: Theo Maret. Eintritt frei. Karlen sind in der Iugcnd�entrale und in den Gruppen HU haben. Verantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer: Wirtschost: G. Alingelhöfer; Gev�rtschaftsbewcgung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. John Lchikoweki: Lokales und Souftues Fritz Karfiödt: AnHciaen: Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag G. m b. S. Berlin. Druck: Borwarts-Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin GW. 68. Lindenstrabe S. Hierzu 1 Beilage»ud.Unterhaltung»ud Wissen". 3lr. 467* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 5. Okiober 4929 Kassenräuber in Charlottenburg. Mii gestohlenem Auto zwei Krauen überfahren. Ein toller Vaoditenflrelch wurde gestern abend in der VerNner Strohe S7 In Eharloltenburg verübt. Ein noch unbekannter Täter drang in die Verkaufsräume der Fleifch- urö Wurstwarcnfabrik von Hermann herbsch ein uod raubte einen Teil der c a d e n k a f s e. In einem Ztuto, das, wie später festgestellt wurde, gestohlen war, flüchteten die Räuber in rasender Fahrt. Dabei überfuhren sie in der TBilmers- dorfer Strohe zwei Passantinnen, die beide lebensgefährliche Verletzungen erlitten. In dem Laden der Grohschlöchterei herrschte kurz vor Geschäfts- schluß noch ein starker Andrang. Ein jüngerer etwa 17- bis ISjähriger Mann, der eine blaue Schirmmütze trug, drängte sich an die Kaste heran, um scheinbar zu zahlen. Der Bursche wühlte in seiner Brusttasche als weim er nach seiner Briestasche suche. Als die Kassiererin einen anderen Kunden abfertigen wollte und die Schub- lade der Kaste aufgezogen hatte, langt« er blitzschnell über die Brüstung und ergriff ein Bündel Papiergeld. Alles spielt« sich so schnell ab, dah es dein Täter in der erste» Ausregung gelang, den Laden unbehelligt zu verlassen. Er lief auf die Straße hinaus und sprang auf einen dort wartenden viersitzigen Opclwagen, in dem sich drei Komplicen des Räubers befanden. Ein Passant, der den Bor- fall beobachtet hatte, sprang geistesgegenwärtig auf das Trittbrett des Wagens, um den Täter am Abfahren zu ver- hindern. Mit Gummiknüppeln schlugen die Burschen jedoch aus den Mann ein und stürzten ihn von dem bereits in Fahrt befindlichen Auto. Die Banditen rasten in toller Fahrt davon. In der Wilmers- dorfer Straße, dicht an der Berliner Straße, überfuhren sie zwei Frauen, die gerade den Fahrdamm überschreiten wollten. Beide wurde noch einig« Meter mitgeschleift und blieben dann b e- w u ß t l o s liegen. Die Räuber rosten noch em Stück weiter, ver- ließen dann den Wagen in größter hast und flüchteten. Es ist ihnen gelungen, unerkannt zu entkommen. Die Verunglückten, eine 37jährige Studicnrätin Lina Kraus« und ein« I8jährig« Primanerin Erna Schirrmacher, beide aus Königs- berg, wurden durch das Rettungsomt in das Westendkrankenhaus übergeführt, wo sie in bedenklichem Zustande daniederliegen. Wie weiter ermittelt wurde, ist der Opelwagen am Nachmittag in der Schillstraße g e st o h l e n worden. Die Banditen niüssen den Heber- fall genau vorbereitet hoben, denn es ist beobachtet worden, w:e dos Auto kurz vor dem Bubenstück mehrmals die Berliner Straße langsam auf und ab fuhr.— Die Kriminalpolizei Hot die Erwitte- langen nach den Tätern aufgenommen. Chauffeur des Todes. Zweimal fahrlässig Passanten getötet. Der Kraftwagensührer Bruno Rienitz aus Potsdam hotte sich vor dem erweiterten Schöffengericht wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Rienitz war Führer eines Lastkraftwagens, der im Mai d. I, an einer Straßenecke m Potsdam mit einem Motor- radfahrer zusammenstieß, wobei letzterer getötet wurde. Rienitz wurde zu drei Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt, weil er nachweisen konnte, daß er die Kurve geschnitten hatte. Andererseits trägt der Motorradfahrer selbst die Hauptschuld, weil er ein unvernünftiges Tempo angeschlagen hatte. Auf Ge- fängnis mußte gegen R, erkannt werden, weil er bereits früher wegen fahrlässiger Tötung eines Passanten be» straft worden ist. Tod durch Chromsäure. Sechs Arbeiter getötet, vier weitere in Lebensgefahr. Olpe, 4. Oktober. i Ei« auherordeotlich schweres Vetriebsuoglück er- «eignete sich an» stsrettag vormittag in der Lederfabrik Sütticke. Auf bisher ungeklärte Weise stürzte eine Gruppe Arbeiter in einen großen Vehälter mit Ehrom- jsänre»nd erlitt schwer« Brandverletznnge« und Gasvergiftungen. Sechs von ihnen sind in- Zwischen gestorben, während vier bis sechs weitere Arbeiter in Lebensgefahr schwebe»». i Zu dem schweren Betriebsunglück in der Lederfabrik Lüttickc Zverden folgende Einzelheiten bekannt: Der Ruhrocrband Hot so dem Fabrikgebäude«ine Kläranlage eingebaut, das Becken, bn der sich der zu klärende Stoff befand, war durch ein« Tür ver- ßchlosten. An dieser Kläranlage mußten Ausbesjerungs- arbeite» vorgenommen werden. In dem Auge»�lick, als der kWärter di« Tür öffnet«, fiel er bewußtlos in den neben dem Wecken befindlichen Behälter hinein. Ein anderer Arbeiter des Ruhrverbondes, der zu Hilfe eilte, stürzte ebenfalls in die Tiefe. Auf die Hilferufe der beiden eilten sofort sechs Arbeiter der Leder- fabrik herbei, um die Derunglücktcn zu retten: auch diese Arbeiter fielen bewußtlos in den Behälter. Roch langen Bemühungen gelang ies schließlich, alle acht Personen zu bergen. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten nur bei dreien Erfolg, während bei den übrigen nur der T o d festgestellt»Verden tonnt«. Der Tod scheint durch ein Gemisch von Wasterstofigas und Thlorgas eingetreten zu sein. Die Leichen ivoren furchtbar zu- gerichtet. Die Verui»glückten sta»»»mcn aus Olpe und dem Amt Wenden. Schon wieder ein Oachstuhlbrand. Cin Feuerwehrmann erheblich verletzt. Ein größerer Dachstuhlbrand beschäftigte gestern nach- mittag fünf Züge der Feuerwehr in der Mirbach st raß« mit stundenlangen Lojch. und Ausräumung sarbeiten. Wenige Minuten vor 1t Uhr loderten aus dem Ziegeldach des Vorderhauses plötzlich helle Flammen e»i»por. Di« Feuerwehr erschien auf den ersten Alarm zunächst mit zrnei Löschzügen an der Brandstelle. Mittlerweil« hatten sich die Flammen erschreckend schnell ausgebreitet. Da auch Teil» des otigrenzenden linken Eeitenflügeldochstnhles bereits lichterloh brannten,»mr- den sofort drei weitere Züge nachbeordert, lleber eine nvchamsche Leiter und die Treppenaufgänge drangen die Löschtrupps mit sieben Schlauchleitungen nach oben vor. Dabei wurde der Fcuerwehrmaim S ch e p p von der Wache Lichtenberg beim Oesfnen einer Bodentür durch eine hervorschiehen de Stich- flamme im Gesicht erheblich verbrannt. Der Verunglückte erhielt von Samaritern die erste Hilf«. Eklareks und Stadl Berlin. Magistrat beschließt Rücktritt vom LieserungSvertrag. Der Magistrat beschloß am Freitag nach Anhörung zweier Vertreter der Warengläubiger erneui, den üonkursanlrag gegen die Brüder SNarek nicht zurückzuziehen und von dem am 4. April 1323 abgeschlossenen Vertrag, der den Lieferungsverlrag der Stadt mit den Brüdern Sklarek unwiderruflich bis einschließlich 10. Juli 13Z5 ver- längerle, zurückzutreten. Die einzelnen Verträge, die zwischen dem Konsortium Sklarek und der Stadt in weiterem Sinne abgeschlossen rvurden, zerfallen in Verträge, di« die Gebr. Sklarek unmittelbar mit der Stadt getätigt hoben, und in Verträge, di« von der Anschosfungsgesellschaft mit dem Konsortium Sklarek abgeschlossen worden sind. Der Unterschied kann in» allgemeinen damit begründet werden, daß die Verträge mit der Stadt die nicht typisierten Waren betreffen,»vährend die Verträge mit der Anschaffungsgesellschaft in der Hauptsach« typisierte Waren betreffen. Die historische Entwicklung der Verträge. Ueber die historisch« Entwicklui»g der Verträge mit der Stadt gibt das Städtische Rachrichtenanit folgende Darstellung: Aus Grund einer Verordnung der Reichsregierung über die Ver- werrdung aller Kleider vom Deze»nber 1316 wurde im Februar 1317 von Prioatorganisationen des beteiligten Kleiderhandels unter Aufsicht des amtlichen Wirtschaftsbezirks Groß-Berlin die Kleiderverwcrtungs G. m. b. H. begründet. Nach Aufhebung der Verordnung wurden im Februar 1321 di« Anteile der Gesellschaft auf die Stadt Berlin übertragen, und die Finna wurde auf Grund des Gesellschoftsbeschlusies vom 3. April 1321 in Kleider-Vertriebs- G. m. b. H. umgeändert. Wegen des erheblichen Verlustes der Kleider-Vertriebs-G. m. b. H. in der Bilanz per 31. Dezember 1924 »vurde von den städtischen Körperschaften im Juni 132S beschlossen. die Kleider-Bertriebs-Gesellschast vom 1. Juli 132S ab auszulösen ui»d zu liquidieren. Am 3. Juli 132S wurde zwischen den Liquidatoren der Gesellschaft und Gebr. Sklarek ein Vertrag abgeschlossen, rioch dem die Gebr. Sklarek in den Miewertrog Kvmmandantenstraße 80/81 eintraten, und nach dem sie das Warenlager der KBG. unter Eigentumsvor- behall der Gesellschaft zu bestinunten Zeiten noch und nach über- nehmen sollten. In diesem Bertrage sind keine schriftlichen Ab- machungen über di« Belieferung städtischer Dienststellen enthalten. Durch Zusatzvertrag vom 30. Juli 1325 übernahm daim die Finna Sklarek die Verpflichtung, in den Räumen der KBG. i. L. die Liqmdotionsmasse der KVG. zu verkaufen. Der Vertrag zwischen den Liquidatoren der 5kVG. und den Gebr. Sklarek murde unter dem 8. Mai 1326 abgeschlossen. In diesem Vertrage rvar folgendes gesagt»vorden: „Um der Firma Gebr. Sklarek Gelegenheit zu geben, die über- nommenen Waren abzustoßen, erteilt die Stadt der Firma die Erlaubnis, die städtischen Fürsorg« stellen und Wohl- sahrtsämter zunächst auf die Dauer von 2 Iahren zu beliefern. Die Stadt wird von dieser Vereinbarung den städtischen Anstalten Kennt- nis geben. Der Stadt wird ivöhrend der Belieferungszeit ein Kon- trollrecht hinsichtlich der Preise und Qualität der an die städti- schcn Stellen zu liefernden Waren eingeräumt,' Durch notariellen Vertrag vom 4. Oktober 1927 ist den Gebr. Sklarek von der Stadt Berfh*. ein Darlehen von 300 000 Mark geivährt»vorden. Die Gebr. Sklarek begründeten die Notwendigkeit dieses Darlehens für sie damit, daß sie durch Uebernohme des Warenlagers der Kleiden>ertriel>sgescllschast in Liquidation ein Warenlager übernommen hätten, dessen Absetzung nur langsam möglich wäre, und daß sie an die Stadt Berlin etwa 400 000 Mark bereits auf die Liquidationsmosse gezahlt hätten. Nachdem ein Unterausschuß des Magistrats sich mit der Darlehenshingabe befaßt COj Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-G, Berlin Er läuft und hört glühendheiße Sprengstücke um sich her siischend ins nasse Laub' schlagen. Sein Hirn hetzt in Albern- Helten hinein: ob man wohl an solch heißem Eisenstückchen «ine Zigarette zum Glimmen bringen könnte? Auf dieser Flucht der Bagage verliert Funk di« Zweifel- haften Früchte seiner dreijährigen Schreibfederarbeit. Mit ihm verliert sie auch der entsetzte Divisionsarzt. Wie soll er vor dem Korpsarzt bestehen und weiter hinauf, wenn er nun melden muß, daß eins der Regimenter seiner Division sämt- tflche Schriftlichkeiten eingebüßt hat? Für das Schriftliche hat er doch seinen Posten die langen Jahre ausgefüllt— nur dafür, und nun ist es beim Teufel, ja: wirklich bei ihm. näm- Äkch beim Gegner. Es ist gräßlich. Wie hat es geschehen können? Die Bagage muß, um schneller rückwärts zu rollen, möglichst erleichtert nxrden. So läßt man in einem eilig errichteten Depot unter vielem an- deren die Kiste zurück, in der die Krankenhäuser oll der Jahre verstaut sind— Wälzer von nicht geringem Umfang. Dazu kommen ausführliche gesonderte Journale über geschlechts- krank Gewesene und der Lues weiterhin Verdächtige. Diese umständlichen Aufzeichnungen glaubt man bei der einstigen, ordnungsgemäß verlaufenden Demobilisierung dringend zu benötiaen: für die Beurteilung der Unmasse von Dienst- bejchädigungsansprüchen und zur Abwendung einer vene- rischen Verseuchung des Bolksgonzen durch verdächtige Heim- kehrer. Das Depot sollte„tunlichst bald' wieder ausgelöst und hinter der eilenden Gesechtsbagage hergeschafft werden— es fiel aber in die Hände der Amerikaner. Mit den Tausenden von Aufzeichnungen über Gesundheitsstörungen und tödliche Einwirkungen: an wem verübt, wann geschehen und so weiter, werden sie nicht v'cl haben anfangen können. An zwei Paar armseligen Socken, die fast mehr aus Löchern als aus Faden bestanden, an einem zerrissenen 5)ewd und einer durchgewetzten Unterhose— Dingen, die Funk als Schatz ebenfalls in jener Kiste verwahrte, konnten sie jedoch ersehen, wie gut ihre Sache stand. Wenn sie's nicht schon gewußt hätten. Warum hatte man die Bücher nicht längst zum Ersatz- truppenteil in die Heimat geschickt? Funk erinnert sich, daß ab und zu daran gedacht und darüber geredet wurde. Aber es war, als müßte das Zeug stramm den ganzen Feldzug mit- machen, nachdem es einmal im Felde geboren war. Sind sie nun genug ins Hinterland gediehen? Ja— die Sache scheint zum Stehen zu kommen. Dos Regiment findet sich zusammen in einem hübschen, sommerlich durchgrünten Dörfchen. Sie' haben es für sich Mein, sie haben Platz, nachdem in den vielen Tagen der Rückwärtsbewegung alle Straßen verstopft waren durch die große Flucht, in allen Unterkünsten sich Menschen und Tiere anschoppten bis zum Platzen der Häuser. Das Dörfchen ist sauber, die Frauen sind freundlich und hübsch, sie ivaschcn immer noch für den deutschen Soldaten, wie seit Iahren. Ja, freundlich sind sie, vielleicht aus Mit- leid— oder auch in verstecktem Triumph. Erfahren sie nicht heimlich oder wittern sie, wie sehr wir auf dem letzten Loch pfeifen?— Ach— denkt Funk— es ist eigentlich sehr einfach: sie brauchen uns nur abzuschauen. Wir laufen ja buchstäblich herum als abgerissene Bettler. Beim Vorstoß gegen die Marne— wenn wir gefangenen Trüppchen von Franzosen und Amerikanern begegneten—: wie sah mancher von uns erbittert und beschämt zur Seite. Wie waren die ausge- rststet, und wie hatten wir abgerüstet! Seltsam benahm sich der Amerikaner— ein fröhlicher Lausbub. Die Waffen waren ihnen natürlich genominen, aber sie hatten sich Stecken � ausgegriffen und zurechtgemacht. Mit ihnen parodierten sie Gewehrgriffe, sie präsentierten scherzhast vor uns und lachten kameradschaftlich dazu. Sie waren alle jung, frisch, kräftig, wohlgenährt. Sie schienen nicht zu ahnen, weich einer kargen Kost im Gefangenenlager sie entgegengingen. Karge Kost war auch Trumpf im Dörfchen. Es gab reinweg nichts mehr. Erbsensuppe— und zu ihr erbot sich der Feldküchznkoch von Funk viel Natron aus dem Sanitäts- wagen, damit die steinharten Erbsen wenigstens weich wurden. Funk beginnt hier wieder seine Schmierereien. Nachdem die Kiste mit all den schönen Akten hinüber ist, kann man getrost von vorn beginnen. Aber die Dinge fangen an, immer mehr ihr bisheriges Gesicht zu verändern. Hier ist ein Re- gimentsbefehl:„Zur Auffüllung der Lücken im Sanitäts- personal haben die Kompagnien sofort geeignete Leute als Krankenträger auszuwählen und dem Regimentsarzt vorzu- stellen, weil auf Nachersatz aus der Heimat zur Zeit nicht ge- rechnet werden kann.' Das„zur Zeit' ist als abschwächend hineingeschwindelt, weiß Funk: es muß heißen:„für immer'. Und hier eine Meldung, die Funk an den Divisionsarzt macht— eins, wie sie in den vier Iahren noch nicht gemacht worden ist—, eine, die der bisherigen Taktik, alles nur im guten Licht erscheinen zu lassen, ins Gesicht schlägt:„Der Gesundheitszustand der Truppe im allgemeinen ist unter der Auswirkung der in den letzten Wochen überstandenen, äußerst erheblichen Anstrengungen und in Anbetracht der zahlreichen Fälle von übertragbarer Grippe als sehr ungünstig zu be- zeichnen.' Das ist ein Aufschrei. Er heißt: Wir können nicht mehr. Schmeißt uns nicht wieder hinein, wir verbürgen uns nicht dafür, daß wir standhalten. Wenn wir versagen— das dann? Der Regimentsarzt hat mit dem Regimentskommandeur eine Beratung, ehe«r den Schrei losläßt. Der Kommandeur stimmt zu, daß man nun kämpfen muß: nicht gegen den Franzosen, sondern gegen die Heeresleitung. Nicht kämpfen um einen Geländebrocken, sondern um Ruhe. Die zweite Beratung hat der Arzt mit Funk wegen der genauen textlichen Fassung. Soll man nur von„Anstren- gungen', von„erheblichen oder sogar von„äußerst erheb- lichen' sprechen? Soll man sagen, der Zustand sei„nicht sehr günstig',..ungünstig' oder„sehr ungünstig"? Um solche Frisierungen geht es immer noch, denkt Funk wütend. Und schreibt nachher den Text, so scharf er kann. Es geht um die Wahrheit, tagt er sich. Er weiß, der Arzt wird den Kram nicht noch einmal aufmerksam durchlesen. Er wird die Wahrheit, die nun möglichst nackt dasteht, nicht ent- decken, während er sie unterzeichnet. Unter der. Leuten grassiert doch wieder eine fiebrige Hoffnung eingesetzt werden wir im Westen überhaupt nicht mehr. Italien! Italien braucht uns— aber erst nach einer langen Rast. Funk wagt auf einmal selber daran zu glauben. Er denkt oft an jene Meldung, die wie ein Hilfsschrei ist. Wird er gehört und voll oerstanden werden? Sie müssen uns in Ruhe lassen. Er gibt sein bißckzen Wäsche zum Waschen, hier ist ja Zeit dazu: mit ihm tun es viele. Di« Fetzen weichen gerade in den Kübeln der Französinnen— da kommt der Alarm. Nachts um drei Uhr kommt er. Man glaubt es nicht: man muß es glauben. Man packt knirschend zusammen, maßlos enttäuscht, verzweifelt bis zum Weinen. Und doch ist die Erklärung so eiifiach: irgendwo wackelt die Front besonders stark. Dorthin sollen sie, man erinnert sich ihrer. In den Trögen der Französinnen bleiben für immer letzte Wäschestücke zurück. (Fortsetzung folgt.) hott«, ist bann trotz Wiberhiruchs des Kämmerers, ber w einem Eonbervotum vom 4. Juli tS27 niebergelegt worden ist, bas Darlehen bewilligt worden. Die Gebr. Stl-rret erkannten ihr« frühere, zum Teil strittige Warenschuld in Höh« von 3Zg 818,72 Mark an und verpflichteten sich, auf das Darlehen von 300 000 Mark vom 10. Januar 1928 ab monatlich M 000 Mark zu zahlen. Im Anschluh an diesen Notanatsvertrag ist dann ein Schreiben unter dem 2. Dezember 1927(unterschrieben Gabel, Benecke) ergangen, indem der Firma mitgeteilt worium ist, daß sie ein Recht der Belieferung der städtischen Dienststellen an sämtlicher Kleidung, Tertilken und Schuhwaren für die Dauer dieses Vertrages erhielte. Nach diesem Schreiben würde der Vertrag, da die 300 000 Mark in Monatsraten von je 10-000 Mark abzutragen waren, 2V2 Jahre laufen. Dieser Vertrag würde deshalb, da die Ratenzahlung am 10. Januar 1923 beginnt, bis zum 10. Juli 1930 Gültigkeit haben. Am 4. April 1929 ist dann ein weitere» Schreiben des Magistrats an die Gebr. Sklarek erfolgt, in dem ihnen unter Berufung auf den notariellen Vertrag vom 4. Oktober 1927 und Schreiben vvin 2. Dezember 1.927 bescheinigt wird, daß der Liefemngsoertrag unwiderruflich bis einschließlich 10. Juli 1935 laufe und baß die Gebr. Sklarek berechtigt seien, den Bedarf der städtischen Dienststellen, Anstalten und Bezirksämter an samt- licher Bekleidung, Textllien und Schuhwaren allein bis zu dieser Zeit zu liefern. Der Vertrag ist von den Stadträten Gäbel, Benecke und Frau Stadträtin Weyl i. 23. unterschrieben worden. Stadtrat Gäbel erklärt, daß er sich zu den beiden Verlängerungen de« Lieserungsvertrages durch die Schreiben vom 12. Dezember 1926 und 4. April 1929 ohne Magistratvbeschluß für berech- t i z t gehalten habe, weil es sich um die Fortsetzung des ursprüng- lichen, durch den Magistrat genehmigten Vertrages mit der Lieferungsbefugnis gehandelt habe und gegen die Verlängerung dieses Lieferungsrechts keine Bedenken bestanden hätten. Es ist sestgestellt, daß Stadtrat Gäbel am 4. April 1929 bei dem Dezernenten der Finazoerwaltung, Obermagistratsrat Dr. T l e- m e n tz, mündlich angefragt hat, ob die bisherigen Beziehungen zwischen der Stadt Berlin und der Firma Sklarek vom Standpunkte der Finanzoerwaltung aus Anlaß zu irgendwelchen Bedenken gäben, da er erwäge, den Lieferungsvertrag mit der Firma Sklarek zu oer- längern. Obermagistratsrat Dr. Clementz hat daraus die Akten über den' Darlehensvertrag geprüft und nichts festgestellt, was gegen die Firma sprach, da die zugesagten Abzahlungen regelmäßig einge- gangen waren. Di« Direktoren der Stadtbank, Schmitt, Hoffmann und Schroeder, haben ihre Beurlaubung vom Amte beantragt. Bürgermeister Scholtz hat die Beurlaubung ausgesprochen. Eine Erklärung des Genossen Heitmann. von einer Dienstreise zurückgekehrt, finde ich in kommunistischen Zeitungen eine Mitteilung, wonach meine Person im Zusammen- hang mit der Sklarck-Asfäre genannt wird. Zu diesen verleumderischen Angriffen der kommunistischen Presse gegen meine Person habe ich zu erklären: l. Niemals war ich bei den geschäftlichen Angelegenheiteu der Gebrüder Sklarek mit der Stadl Berlin beteiligt. 2. Mit der Jirnia Sklarek Hobe ich nur al, Beauftragter meiner Berufsorganisation im Interesse meiner Ber- bandekollegen verhandelt. Z. Als Stadlverordneter habe lch mich mit anderen Vertretern meiner Organisation dafür eingesetzt, daß die ehemalige Betriebswerkslätte der Stadt Berlin erhalten bleibt. 4. Zu keiner Zeit Hot zwischen mir und den Gebrüdern Sklarek ein freund- schoftliches Verhältnis bestanden. Die vorstehende Erklärung ha« Genosse Heitmann auch den Redaktionen der„Roten(sahne" und der»welk am Abend" zugestellt. Die Lieferscheine waren gefälscht. Das Nachrichtenomt teilt weiter mit: ,Jn einigen 28erliner Zeitungen wird die ungeheuerliche Behauptung der Gebrüder Sklarek wiedergegeben, daß die Fälschungen der Lieferscheine„in stillschweigendem Einverständnis mit den zuständigen städtischen Stellen geschehen seien. Die Gelder, bi« von ber Stabtdank an die Brüder Sklarek gezahlt worden feien, seien also nicht aus die F ä l s ch u n g e n hin bezahlt worden, sondern als Vorschüsse für die aus Grund des Monopolvertrages bis 1935 zu erwartenden Lieferungen." Diese Darstellung entbehre jeder Grundlage. Eine Berichtigung der Iustizpressefielle. Die Justizpress« stelle teilt mit:„Staatsonwaltschostsrat Dr. W a e in u n d ist mit der Bearbeitung der Sache Sklarek in keiner Weise besaßt. Die Nachricht der„Roten Fahne", daß Max Sklarek die h 0 ch z« i t s f e i e r des Staat sanwaltschaftsrats Dr. Wasmiind bezahlt hat, ist unrichtig. Richtig ist, daß Max Sklarek ein« von dem Stoatsanwaltschaftsrat Dr. Wasmund im Hotel Adlon ver- anstaltete Feier im kleinen Kreise ohne Wissen des Staatsanwalt- fchästsrates Dr. Wasmund beglichen hat. Dr. Wasmund hat aber bereits vor Monaten, fobalck er davon erfuhr, unverzüglich de» Betrog dem Sklarek zurückgegeben. ZAeitere Erörterungen schweben noch." Er stiehlt bei armen Leuten. 25 Fälle gemeldet. Zu Unruhe und Sorge werden zahlreiche kleine Leute versetzt, die zur Nachtzeil von einem raffinierten vtebe heimgesucht werden. Der Einbrecher bevorzugt dos Prenzlauer Viertel. Er rechnet ganz richtig damit, daß der Schlaf der körperlich Arbeitenden besonders tief ist und daß die Leute nicht in der Lage sind, ihr« Wohnungen durch teure Sicherheitsvorrichtungen zu schützen. Ihm genügt ein einfacher Dietrich, um die Türen zu öffnen. Nur fetten nimmt er gute Kleidungsstücke oder Wäsche mit, in der Hauptsache ist es ihm um bares Geld zu tun. Die erste An- zeige über«inen Diebstahl dieser Art erhielt die Kriminalpolizei am 28. Juti. Bis jetzt find etwa 25 Fälle zur Kenntnis der Kriminal- polize! gekommen. Mitteilungen, die geeignet sind, ihm auf die Spur zu kommen, erbittet Kriminalkommissar Dr. A n u s ch a t bei der Dienststelle B 2 im Polizeipräsidium. Neue Adresse des Bücherkreises! Wie uns der Bücherkreis G. m. b. h. mitteilt, hat er am 1. Oktober feine Hauptgeschäftsstelle von Bslle-Alliance-Piatz 5 nach Belle-Alliance-Platz 7/8, Hochparterre oerlegt. Die Gesundheilsausstellung„Mutter und Sind", die das Be- zirksamt W« d d i n g in der Schule Pankftr. 20 eingerichtet hat, ist nur noch am Sonnabend von 1 bis 9 Uhr nachmittags und sm Sonntag van 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags gcösfnet. Sic vermittelt wichtige Gesundheitsregeln in fa anschau- licher Form, daß der Besuch allen empfohlen werden kann. Berlin-Aiederschönhausen. Wenn man einen Fremden bitten würde, die Pank« auf dem Lageplan Berlins aufzuzeigen, so würde er in Verlegenheit geraten, aber der einigermaßen«ingelebte Berliner weiß, daß das Flüßchen besser ist als fein Ruf, wenn man es nur dort sucht, wo noch etwas Natur ist. Es ist dos Gebiet von Pankow und Nieder- fchönhaufen, das leicht zu erreichen und Möglichkeiten zur Weiterwandcnmg gibt. In Pankow ist der Bürgerpark«in« gut gepflegte Ruhestätte, die sich den Anlagen des Westens in jeder Weife ebenbürtig an die Seite stellen kann. Di« Linien 47, die Pankow mit Rudow verbindet, und 57, die vom Rofeneck im Grunewald her- kommt, sichern jedem Einwvhswr eine bequeme Fahrt nach der Podbietsfkistrahe, an der der Park siegt. Im Rücken des ehemaligen Schloßgebäude» finden wir die Pank« als munteres Bächlem: sie bildet zugleich die Grenje nach dem Schönhvlzer Waldpark. Gehen wir von der Podbielfkistrahe östlich in der Parkstraß« weiter, so gelangen wir bald in den Schloßpark von Niederschön- Hausen, hier ist noch echte Ramantik zu Hause, und hier zeigt auch unter den breit ausladenden Zweigen der Parkbäume die Pank« ein neckisches ZLefem in Windungen fließt sie so klar dahin, als man es von einem Bache in der Nähe einer Großstadt oerlangen kann. Bon hier aus ist ein 28esuch der Blankenburger Laubenkolonien bequem zu bewerkstelligen. In wohlgepflegten, siedlungsähnlichen Quartieren sieht man die Früchte einer Akbeit, die für die Liebe des Großstadtbewohners zur Natur, zugleich aber auch für den Drang nach dem Besitze einer eigenen Scholle spricht. Zwei jugendliche Banditen. Oer Lteberfatt in der Nürnberger Straße vor Gericht. Da» Schöffengericht Verlin-Mitte verurteilte gestern unter Vorsitz de» Zugendrichter», Landgerichtsdirektor Dr. Franke, zwei Illjährige Burschen wegen R a u b ü b e r f a l l» auf die Inhaberin eines Strumpfladens und auf deren 76jährlge Mutter zu 2� und 2 Zahren Gefängnis. Am 9. Juli gegen 181L Uhr, erschien im Strumpfladen Nürnberger Straße 69 ein junger Bursche. Er bat, daß man ihm Strümpfe zeige. Die Verkäuferin hotte sich umgedreht, um das Gewünschte vom Regal zu nehmen, als er ihr mit einer Eisenstange einige Schläge über den Kopf oersetzt«. Slls die Mutter der Ver- käuferin. durch das Geräusch herbeigelockt, in der Tür erschien, wurde auch sie niedergeschlagen. Der Uebeltöter riß aus der Kasse 36 Mark an ssch, gesellte sich zu dem auf chn draußen wartenden Komplicen und beide fuhren im Auto davon. Das Geld wund« in derselben Nacht verjubelt. Als einige Tag« später im Otto-Park ein junger Mensch erschossen ouigefunden wurde, gelang es der Polizei, den Täter in der Person de» 19jährigen M. festzustellen. Gemeinsam mit dem gleichfalls 19jährigen H. hatte er auch den lleberfoll in der Nürnberger Straße ausgeführt. Er erklärte, sowohl den Revolver, den er mit sich führte, als auch das Brecheisen von h. erhalten zu haben. Letzterer wollte ihm wir die Schußwaffe gegeben haben. Dies in knappen Worten der Sach- verhalt. Beide jugendliche Räuber hatten sich gestern— obgleich sie über 18 Jahre alt sind— vor dem Jugendgericht zu verantworten. Man sah gestern im Gericht»saal die beiden Oper der ver- rohten Burschen. Die jünger« Frau hatte fünf Kopfverletzungen, darunter einen Schädelbruch, davongetragen: einen Schädel- bruch hatte auch die Mutter. Man sah auch den jungen Burschen mit einem Knabengesicht trotz seiner 19 Jahr«— Dr. Leppmann nannte ihn einen L e p t 0 s 0 m, d. h. einen Menschen, dessen körperliche Entwicklung hinter den Jahren zurückgeblieben ist — und es schien kaum glaubhaft, daß dieser Junge es hatte über sich bringen können, das schwere Brecheisen auf die Köpfe der Frauen niodersousen zu lassen. Man hörte seine Antworten, dos Sach- verständigengutachten, die Reden des Staatsanwalts und der Ler- teidiger, das Gerichtsurteil und fand trotz allem keine Erklärung, daß solch ein Mensch diese Tat hat begehen können. Der Angeklagte hatte eine gute Erziehung genossen� Und trotzdem dies« Entwicklung? So fragt man sich entsetzt. Die einzige Erklärung bieten die Minderwertigkeits- und Unlustgefühle dcs hzeran- wachsenden. Er wollte Koch werden und später zu Schiff fahren: der 2kiter steckte ihn ober in«ine Kaufmannslehre, war sehr streng und prügelte noch den Achtzehnjährigen. Dieser ab»'r wollte seinen Kameraden gegenüber seinen Geltungstrieb durch- setzen und stahl, um mit ihnen im slotten Leben m i t h 0 l t e n können. Bald kam er, losgelöst vom festen Boden, in Verbrecher- kreis«. Sein Komplice h. hotte eine ganz andere Entwicklung. Er kannte keine geordnete Häuslichkeit, Vater und Mutter lebten getrennt, der Junge war sich selbst Überlassen, kam früh in Fürsorge- crziehung und begann früh Diebstähl« zu begehen. Bei diesem h. wohnte aber M. und beging mit ihm eine Reihe Diebstähle. Sanitätsrot Dr. Lsppmann bezeichnet« beide Angeklagten als P s y ch 0 p a t'h e n: M. zeichne sich durch eine gewisse Gefühls- kälte und Zlbkapselung gegen die Außenwelt aus, und h. sei ein Übererregbarer Mensch. Der Staatsanwalt beantragte je 3 Jahrs Gefängnis. Das Gericht ging unter dieses Strafmaß herunter. Es bewertet« aber M.s Schuld ats die höhere, weil er es gewesen war, der die Tat ausgeführt hat. fu�ge" Frauenwelt-Feierstunde vom" bühn« sind MUTerkaaft. Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, daß die Verlosung der Plätze um 15 Uhr beginnt. Anfang der Vorstellung pönld- Udh 16 Uhr. Während der Vorträge bleiben die Türen geschlossen.— Besichtigung der Frauenwelt-Schau Im Foyer der Volksbühne ab 15 Uhr und in der Pause. Da« Franensekreiarlat. Oie wohliaiige Frau Bankdirektor. Zahlt keinen Lohn und schimpft wie ein Bohrspah. Zn bürgerlichen Zeitungen ond haussranenzeitschnsten ist die„Perle", wie man läppisch die Hausangestellte be- zeichnet, ein ständiges Thema. Zmmer wieder liest man in solchen Ausführungen, daß„heutzutage die Hausfrau nicht mehr wagen dürfe, ihrer Perle etwas zu sagen", wie die Dinge in Wahrheit immer noch liegen, erfährt man am besten in den Verhandlungen vor den Arbeitsgerichten, hier enthüllen die Gnädigen oft genug eine unsägliche herzen»- roheit, die>n krassem Gegensah steht zu ihrer ost betonten sozialen Einstellung. Die Gattin de» Direktor» einer der in letzter Zeit ost genannten O- Banken wollte vor aller Welt ihr Berständni» für die sozialen Notwendigkeiten unserer Zeit beweisen und nahm als Hausangestellte ein Mädel in ihr hau», das früher in Fürsorge- «rziehung war. Da» Mädel ist eine Vollwaise, außerehelich geboren und von der Mutter„verschenkt" worden. Bei fremden Menschen herumgestoßen, kam es schon mit 15 Jahren auf di'e schiefe Ebene und dadurch in Fürsorgeerziehung. Jetzt ist das Mädchen mündig. Eine Stellung findet es aber nur schwer, denn einen ehemaiigen Fürsorge zögting nimmt niemand gern. Di« Frau Bankdirektor dachte anders. Sie nahm das Mädchen auf. Denn solch« Mädchen sind billig. Aus Angst, überhaupt keine Stellung zu bekommen, sind sie mit einem niedrigeren al» dem ortsüblichen Lohn zufrieden. Und außerdem kann man diese Mädel natürlich ganz ander»„anfassen" al» ander« 5>ausangestellte. Sa sah die Wohltätigkeit der Frau Direktor aus. Aber es kam noch besser. Als die„gnädige Frau" von der Reise zurückgekommen war, glaubte sie, Anlaß zu Zurechtweisungen zu haben. Vor ollem fühtte si« sich dadurch geschädigt und hinter- gangen, daß da, Mädel eine Freundin, die keine Stellung hatte, für einige Tage im Haushalt aufgenommen und beköstigt hatte. Das Mädchen erklärte sich zwar fosort bereit, da«.„Kostgeld" in höh« van 18 M. von ihrem Lohn abziehen zu lassen. Aber die„Gnädige" war damit nicht so ganz einverstanden. Sie hielt wieder einmal ihr« so beliebten Vorträge über die Wohltaten, die sie dem«he- maligen Fürsorgezögling erwies, daß„solch ein Mensch" überhaupt zufrieden sein müßte, in einem ordentlichen Haushalt unterzukommen und vergleichen mehr. Das ging so lange, bi» dem Mädel die Geduld riß. E» oerlangte seine Papier«, den verdienten Lohn, wollte die Sachen packen und gehen. Die wohltätige Frau Bankdirektor zahlt« den Lohn nicht, gab die Papiere nicht heraus und behielt die Sachen d e s M ä d e l s e i n. Sie hat zwar„soziales Verständnis", aber wenn sie ihre Angestellte der Proststution zutreibt, so kümmert sie da» nicht weiter.— Erst noch Wochen bequemt« sich die Frau Direktor, einen Teil der Sachen und die Papier« herauszugeben. Den Lohn aber zahlte sie nicht und den Wintermantel de» Mädels behielt sie ebenfalls, als „Schadenersatz". Dieser Mantel war dos einzige wirklich wertvolle Stück des Mädchens. Schließlich traf sich die wohltätige Frau Direktor mit dem Mädchen auf dem Arbeitsgericht wieder, hier hielt sie wieder schöne Reden über ihre Wohltaten und die Undankbarkeit de» Fürsorgezöglings. Zwischendurch beschimpfte sie im Strahenjorgon die Klägerin, so daß schließlich dem mehr als nachsichtigen Borsitzenden die Geduld riß. Die Frau Direktor wurde in eine Strafe von 10 M. genommen, eine Strase, die in dieser höhe hier bestimmt ihren Zweck verfehlt. Im übrigen verlief der erste Termin erfolglos, da die Frau Direktor es strikte ablehnte. Im Wege des Bergleiche auch nur einen Teil des verdienten Lohnes zu zahlen und den einbehaltenen Mantel der Klägerin herauszugeben. Es wird also noch ein Kammertermin stattfinden müssen, bevor die Hausangestellte zu ihrem verdienten Lohn kommt. Frau Direktor hat Zeit zum S&arten. Kapitulation der Meuterer von Eolorado. Die mit schweren Kämpfen verbundene Meuterei im Staats- gefängnis von Eannon City(Colorado), über die im„Abend" bereits berichtet wurde, hat heute am frühen Morgen mit der bedingungslosen Kapitulation der 150 im Gefängn'sgcbäude verschanzten Sträflinge geendet, nachdem die drei Führer der Meuterei Selbstmord begangen halten. Die Eingeschlossensir verließen mit aufgehobenen Händen ihre Stellungen. Plaza. In dem großen Varietä am Küstriner Platz hat man immer wieder die Freud«, zu sehen, daß es der Direktion gelingt, zweimal an jedem Tage Tausende aus der arbeilenden Bevölkerung qu, Kneipen und fragwürdigen Kintöppen heraus in ein wirtlich gutes Spezialitätentheater zu bringen. Mit dem Oktoberprogramm setzt die Plaza ihr Bestreben fort. L Y a und W 0 t s bringen Luft- sensationen in öteniberaubeirder Ausführung. Carter ist der Mann mit den 100 000 Karten. Er verbindet größte Fingerfertigkeit mit wirkungsvollen Bühnenasfekten. Zlls echter Pariser Exzentriker, der seine Chansons mit„den Beinen singt", stellt sich Rigols vor. Von den 3 R e m u s vermag der Untermann seine Muskeln so zu beherrschen, daß er sie hinlegt, wohin er will. Er dürfte der Schrecken für jeden maßnehmenden Schneider sein. Die Tanz- pieeen des Balletts G e r a r d erfreuen durch tänzerische Akkuraiesse und Originalität der Bühnenbilder: Tanz mit bester Akrobatik oer- binden ThedancingMarvels. Einen komischen Saltomortal- tanzseilakt bringt Strödt), der gleichwertig« Partner nur in einer früher gesehenen Jndionertruppe haben dürfte. Ganz hervorragende Kunstradfahrer sind die 6 Daunton-Shaws. Den humo- ristischen Teil bestreitet der rheinische Komiker Kohlbrandt sehr zur Freude seiner Zuhörer. Die Liga für Rkukterschuh veranstaltet anläßlich ihrer Reichskonferenz am Sonnabend, dem 5. Oktober, eine Kundgebung unter der Losung„Der Zwang zur Geburtenregelung" in der Stadthall� Klosterstraße. Beginn 20 Uhr. Genossinnen, Genoffen! ?eW die ln der nöchsten Woche SvrengffoffatteMe.Sllgenberg- stattfindenden Kreismitglleder- /slLi*u.*ui� versammlllvgen. Taaesordnuna: bZlüIttÄÜöll. Herbst an der Mosel. Mit zu den schönsten deutschen Lanüschaftsgebieten gehört im- streitig das Land der Mosel. Wer von den Eifelbergen mit ihrer herben Schönheit und vom H uns rück mit seinen düsteren Wäldern hinabsteigt in das tiefeingeschnittene Moseltal, der steht überrascht vor dem Liebreiz dieser Landschaft: mit ihren Burgen, Städten und Dörfern, die sich m dos enge Tal schmiegen, steht st« der Romantik der rheinischen Landschaft nicht nach. Zerfallene Burgen ragen auf den Bergeshöhen, in den Dörfern und Städten streben altersgraue Kirchtürme zum Himmel, stille, grüne Wälder krönen die Bergesspitzen und laden zur Wanderung ein. An den Bergesab- hängen ober klettern über steile Felsen die Weinberge empor und erzählen von der harten Arbeit der Winzer, die hier seit Jahr- taufenden dem Boden den Rebensaft abringen. Der Wein ist der König der Mosel. Es gibt kaum ein Dorf und ein Städtchen, das nicht von grünen Rebenhügeln umschlungen ist, die an allen Hängen und Schluchten emporstreben und trintsrohen Zechern einen herrlichen Tropfen liefern. Bescheiden und anspruchslos wie die Landschaft und ihre Bevölkerung, hat auch das Reben- gswächs lange Zeit ein verschwiegenes Dasein geführt und keinen Lärm für stch gemacht. Erst die harte Not der Gegenwart war der Anlaß, daß der Moselwein stch jene Geltung verschaffte, die er in reichem Maße verdient. Heute weiß olle Welt die liebliche Blume, den süßen Duft und die herbe Schönheit des Moselweins zu schätzen. Und doch, wer ihn recht genießen will, der muß den Tropfen an der Quelle trinken: der muh durch die lieblich« Landschaft wandern, in den stillen verträumten Städten und Dörfern Rast halten, ihre alten Giebelhäuser und die ganze reizvoll« Landschaft auf stch wirken lasten. Ueberall findet der Wanderer gemütliche Gaststätten, gu!« und billig« Unterkunft, überall trifft er gastfreundliche Bevölkerung, die dem Fremden den Aufenthalt recht behaglich zu gestalten bemüht ist. Zu jeder Iahreszett hat die Mosellondschoft ihre Reize. Im Frühling, wenn die Psirsich« und Aprikosen blühen, und im Sommer, wenn die Früchte reifen. Am schönsten aber ist doch der Herbst, wenn die milde Sonne die köstlichen Trauben zur Reife bringt und das Lisd der Winzer von den Bergen widerhallt. Schön wandert es sich da über Berg und Tal, vorbei an all der landschaftlichen Schön- heit und dem reichen Segen, vorbei an all jenen fleißigen Menschen, die aller Ungunst des Wetters und der Zeit zum Trotz heiter und unverdrossen ihre Arbeit tun und das von den Urvät.'rn ererbte Rebenstück betreuen, um ihm im Herbst den köstlich:« Wein abzu- gewinnen. Die G«k, die der größte Nebenfluß des Rhein« durchströmt. sind ältester deutscher Kulturboden. Hier aus den Bergen des Huns- rücks und der Eifel und im Tale des rebenumkränzten Flusses haben die Kelten mit den eindringenden Römern und die Germanen- stamme um die Herrschaft genmgen, als das übrige Deutschland kaum noch in das Licht der Geschichte hmeingerückt war. Das bezeugt schon allein die Tatsache, daß an der Stelle, an der stch die Mosel dem Rhein zuzuwenden beginnt, die älteste deutsche Stadt, dos sagen- umwabene Trier liegt, das auf ein« vieltausendjährig« Bergangen- hett zurückblicken kann. Wo die Mosel in den Rhein mündet, da erhebt sich Koblenz, da» auf den Trümmern eines römischen Kastells entstanden ist._ Oer Tod des Lottdgen'chisdirettors. 3n einem Wassergraben tot aufgefunden. vor ewigen Tagen erregt« das geheimnisvolle Verschwinden de» 7ljährigeu Landgericht sdireklor, a. D. H«er ich«nis Stettin erhebliches Aufsehen. Der vermißte ist fehl endlich in einen Wassergraben als Leiche aufgefunden worden. Der alt« Herr wurde seit dem vergangenen Montag vermißt. Er war Junggeselle und ein leidenschaftlicher Jäger. In Hohen-Reinkendorf bei Gartz an der Oder hatte er eine Jagd gepochtet. Am Montag früh hatte er mit seinem Hund und mit einem Gewehr und Rucksack ausgerüstet, Stettin verlassen, um auf die Jagd zu gehen. Am selben Tage gegen 11 Uhr war Hoerich von Landleuten noch auf der Land- straße zwischen Gartz und Hohen-Reinkendorf gesehen worden. Bon diesem Augenblick an fehlte zunächst jede Spur von H. Eine Landjägerstreije unternahm Nachforschungen, die aber er- gebnislos verliefen. Außerdem wurde von Stettiner Kriminal- beamten mit Polizeihunden unter Unterstützung der Schutzpolizei nach dem Vermißten gesucht. Aber auch dieser Maßnahme blieb zunächst ein Erfolg oersagt. Auf Veranlassung des Berliner Polizeipräsidenten wurde daraufhin am Donnerstag zur Suche nach dem vermißten Landgerichtsdirektor nochmals Schutzpolizei, Landjäger und Kriminalpolizei mit Polizei- Hunden geschickt. Diese Aktion war dann auch von Erfolg be- gleitet. Um 1f5.3l> Uhr wurde Hoerich als Leiche in einem mit Wasser gefüllten Graben des zum Jagdgebiet gehörenden Bruches aufgefunden. Am Grabenrond lag sein Hut und dicht daneben ein geschossener Fasan. Gleichfalls fand stch neben ihm fein Gewehr. Der Tod dürfte allem Anschein« nach durch Herzschlag oder Ertrinken erfolgt sein. Die Uhr des Toten war auf 5.30 Uhr stehengeblieben. Sofort nach der Auffindung der Leiche erschien auch der General st aatsanwalt am Fundort. Die Leiche wurde be- schlagnahmt und nach Stettin gebracht. Konzertabend im Saalbau Friedrichshain. Die Volksbildungsämter Prenzlauer Berg und Friedrichshain gaben im»aalbau Friedrichshain ihr erstes Bokaltonzert unter Mitwirkung des Berliner SInfonie-Orchesters, des Berliner Lendvai-Chor» und des Gemischten Chors Groß.Berlin: die musikalische Leitung lag in den Händen von Georg Oskar Schumann. Tschaikowskys Phantasie„Romeo und Julia" leitete den Abend ein, dann sang der Gemischte Thor vier Lancoshire-Lieder von Scherchen, die durch ihre textliche und musikalische Eigenort ungemein gut gesielen: besonders die Gesänge„Der alte Wirt in Lancashire" und „Die hundert Männer von Haswell" sind Werke von hohem mensch- lichen und künstlerischen Niveau. Chöre von Hegor und Uthmonn, darunter das immer wieder gern gehörte„Du fernes Land", vor- getragen vom Lendvai-Chor, fanden ebenfalls stärksten Beifall, und immer erzwangen sich die Zuhörer Dacapos. Beethovens Sinfonie Nr. 6. das gewaltige Werk des großen Meisters, das ihn hier in lonniger. heiterer Noturbegeisterung zeigt, bildete den Schluß des Programms. Der ganze Abend stand auf hohem künstlerischen Niveau, und die zahlreich erschienenen Zuhörer spendeten herzlichsten Beifall. Bezirksausschuß für sozialistische vildungsarbeit. Theater- Vorstellung am Sonntag, dem 13. Oktober, nachmittag» 3 Uhr, mi Staatlichen Schillertheater f„T r e i b f a g d">. Karten zu 1,50 Mark in allen bekannten Berkaufsstellen und im Bureau des Bil- duossausjchujjes. Watnim if{ die Schorfheide gefperri? Schon lange hatten wir die Absicht, einmot einen Streifzug durch die an dem einzig schönen Werbellinsee gel»gen« Schorf Herd« zu machen. Einer der jetzigen Herbstsonntage schien uns so recht ge- eignet dazu. In unferem Lefitz befindet sich ein altZS Wanderbuch au» der Borkriegszeit. Wir erwählten daraus eine Tour, voin Bahnhof Werbellinsee ausgehend, am Nordufer des Sees entlang, über Forfthaus Schorfheide zum Jagdschloß Hubertusstock. Bon dort aus wollten wir laut Führer quer durch die Heide, bei Königsllnden die Straße Großsschönebe ck— Joachim s- t ha l und auf dieser Joachimsthol selbst erreichen. Schon auf un- serem Wege bis zum Jagdschloß Hubertusstock fielen uns die zahl- reichen Waldwege mit den ominösen Tafeln«BerbotenerWeg" auf. Noch mehr enttäuscht waren wir aber, als wir auf dem Haupt- weg von Schloß Hubertusstock nach Königslinden, zirka 200 Meter hinter dem Schloß, den Weg durch ein verschlossenes Gatter oersperrt fanden. Das Schloß, zurzeit unbewohnt, ist nur Försterei(warum kein Kinderheim oder dergleichen?). Bon einem Angestellten dieser Försterei wurde uns erklärt, daß es vom Schloß«ms nicht möglich sei, aus dem von uns beabsichtigten Wege an unser Ziel zu gelangen, denn dasganze Heidegebiet sei für öffentlichen Verkehr gesperrt. Als Grund für diese Maßnahm« gab er Wilddiebereien von Automobilisten an. Wir fragen nun: Konnte man diesem Treiben schießwüttger Autobesitzer nicht auf anderem Wege Einhalt tun, ohne damit all« wahren Nottirsreunde zu treffen? Unser Wanderbuch stammt, wie bereits erwähnt, aus der Borkriegszeit, als der Exkaiser noch über die Forst zu verfügen hatte. Muhde es erst einer republikanischen Behörde vorbehalten bleiben, den erholungsbedürftigen Berlinern eins chrer schönsten und«genartigsten Ausflugs gebiete zu entziehen? Vielleicht bekommt die Oeffentlichkett eine Aufklärung über dies« unverstcrndliche Maßnahme. Ilm die Rechnung des S'emfprechanUes. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kommt allmonatlich die Telephonrechmmg ins Haus geschneit: zu einem Zeitpunkt ungünstig. ster finanzieller Verfassung, sowett in unseren Zeiten das Wort .günstig", hierfür angewandt, überhaupt Existenzberechtigung besitzt. Der überwiegend« Teil der Menschheit setzt sich bekanntlich aus Ar- beitnehmer» zusammen, die wiederum in der Mehrheit in einem festen Lohnoerhältnis stehen und daher, je mehr der Monat sich seinem Ende zuneigt, auch am Tiesstand ihrer Kasse angelangt sind. Abgesehen vom Arbeitslohn, erfolgt ja auch die Auszahlung aller anderen Bezüge, wie Unterstützung, Rente usw. monatsweise und so sind auch all« laufenden Zahlungen stets und überall per Ultimo, d. h. zum Monatsletzton, fällig. Eine rühmliche und für den Be. troffenen recht peinliche Ausnahme macht hier nur das löblich« Telephonamt, das uns das Resultat seiner monatlichen Schulderrech. nung etwa um den 20. herum, also zu einem höchst ungünsti- gen Termin, zukomcmn läßt. Gegen den Berrechnungstermin und die Versendung der Rechnungen hat natürlich kein Mensch etwa, einzuwenden. Warum abe�di« Zahlung promptest innerhalb weni- ger Tage— bei Anschluhentziehung— erfolgen muß, ist nicht recht erfindlich. Sollte der Eingang der Zahlungen am Monatsende nicht auch noch zurechtkommen? Schließlich ist es kein unbilliges Der- langen, stch dem allgemein üblichen Zahlungsmodus anzupassen und damit dem Publikum Unannehmlichkeiten verschiedenster Art, wie geschäftliche Schädigung durch die Absperrmaßnahme, unnötig« Lauf«reien und vor ollem Mehrkosten, zu ersparen! Deitödi» Hetaliarbelter-TeM Verwaltungistell« Berlin Todesanzeigen Mitglieder»«tt Nachricht, daß unser ttollegi, der Arbeiter Gustav Briest geb. 2. August 1870, cm 1. Okiober gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, S. Oktober, und llyr, von der Leichen. Halle de» Kirchhosc» in Reinukendors» West, Humboldtstr., au» statt. Am l. Oktober starb unser Sollege, der Former Adolf Herold geb. 20. Februar 1856. Die Beerdigung findet am Sonn- abend, 5. Oktober,!»>/, Uhr, oon der Leichenhall« de» Razareth-Mrchhofe« in Reinickendors-West au» statt. Ehr« ihrem Andenke»! Rege Beteiligung erwartet Vi« Ortsverwaltung feitmi! dtr Bodihiniler l Pqiemrnbeftei OmterwaltiiDg Berlin. Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Buchbinder kerndsrö Smletsvg Pe>er»burger Str. 79, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonn- abend, dem d. Ottober, vormittag» 10 Uhr, im Krematorium Baum- schuienweg stati. Rege Beteiligung ermattet Die OrteTerwaltaag. Am 1 Ott ober verstarb plätzlich am Herzschlag unser treuer»enofie Richard Schulz Kolderger Straße 12/18 Ehre seinem Andeulen! IS. Abteil ans, Zaiilabend Schmidt Die Einäscherung findet am Sonn- abend, dem 5. Ottobee,»dd«. 7 Uhr, im Krematorium cherichtstraße statt. DonlcaaguniS Nur auf diesem Wege ist e» une möglich, allen denen zu danlcn, die un« bei» Heimgange nnsere» lieben Entschlafenen krieSrled Nothmaon treu zur Seite standen und ihm da» teßie, so ehrenvoll« Geleit gaben. Besonderen Dank den Rednern, sowie den Kollegen und Kolleginnen de, «rbei!»amt» Berlin-Mitte, de»»er- Iehrsdunde»,dc« Kommunalverdande» und der SPD., 90 Abt.. edensall, den Mietern de» Hause» Weserftraße 15. Nochmal« allen herzlichsten Dank. I-uise Noihmarn und Kinder Neukölln, den 4. Oktober 1929. Tee frukmorgens sdimeck� denn das? JdlVohlf wenn man Marke .Lila" den egalisierten kleinblättrigen, daher sich dann triacber und ist besser vor- ergiebigen und besonders vollmundigen bereitet für die Tagesarbeit als seither. Morgen-Tee, stark aufgegossen, mit Außerdem ist er billiger als die meisten Miltb oder Sabne, nach Geschmack mit Frühsfüdcsgefränke, denn 1 Pfund— oder ohne Zucker, trinkt. Man fühlt 500— 600 Tassen kostet nur RM 6.—• 50aGramm'Pakel 65 Pfennige demnach: Eine Tasse kräftiger Tee nur ca. 1 Pfg. • Teelrum« Lilo* wie auch die slmtlicLen an�ereo vTaekaone'sSorfeo werden nur in Originel* Packungen mi< Schufztnarke».Teakanne", niamals loaa verkauft. Fast alle Nahrungsraitiel* und Drogen« Geackifte führen ,Teekenne"-Tee». Auf Wonach werden Verk au foof eilen nschgewieaen. 20000.— RM Preise für die besten Antworten auf die Frage„Welche VoHeila hetTeo, frühmorgens genossen» gegenüber anderen Frühafü«ksgeir£nken?M— Verlangen Sic Bedingungen bei Ihrer Finkaufsstelle oder von der Teekanne Co„ Dresden-A. 1« Schließfach 374. Am 2. Oktober verstarb nach kurzem. schwerem Leiden unser lieber Sohn und Bruder Alhcrt Patge im 21. Lcbentjahre Die« zeigen tieidetrübt an ramlll« Patge Hilde Kelpln als Braut. Die Einäscherung findet am 8. Ol- tobcr, lS'r Uhr. im Krematorium Derichlstraße statt. Damen- Mäntel- Fabrik Paul Linck, Neukölln, ReulerstraSe€3 an der Kalser-Frlcdrlch-Stra�e Mäntel:: Kostüme:: Röche £md in jeder Größe und Preislage stets am Lager. Größen, welche nicht am Lager, werden für jede Figur angefertigt; speziell für starke Damen. 100 irrrn.» Quillungs-.RabaK- u.Reklamemarken gegen Nacliahmung gesetzl. gesch. 'ertigt seit 45 Jahr als Spezialität, Conrad M(111er Leipzig- Schkeuditz Ein Elektropakt Preußen-Frankfurt Richtunggebende Gemeinschaftsarbeit zwischen Staat und Kommune. Zwischen dem Elektrotrust des preußischen Staates, der Preußischen Elektrizitäts A.-G. und der Stadt Frankfurt sind Verträge zum Abschluß reifgemachl worden, die unter Preußens Führung zu einer neuen Abrundung und rationellen Gestaltung der deutschen Elektrowirtschast besonders in Süddeutschland führen werden und die richtunggebend sind für die Art, wie Staat und Kommunen durch Verbindung und Austausch ihrer Jnteresien finanziellen Schwierigkeiten der öffentlichen Wirtschaft begegnen und dem Aufbau einer organischen und einheitlichen Elektrowirt- schaft dienen können. Die Aussichtsräte der beteiligten Gruppen haben den Vertragsentwürfen zugestimmt, so daß die endgültig be- schließenden Stellen die Durchführung der Verträge bald verwirk- lichen können. Inhalt und Folgen der Verträge. 1. Die Stadt Frankfurt verstärkt ihr« Versorgung mit elektrischer Kraft durch die Erhöhung des Fremd ström- dezuges, der von der Preußischen Elektrizitäts A.-G. sicher- gestellt wird. Als Großkonsument der Preußischen Elektrizitäts A.-G. übernimmt die Stadt Frankfurt IS Millionen Preag-Akticn— zum Kurs von ISl) Proz.— und wird damit zum ersten bedeuten- de» kommunalen Großaktionär des preußischen Elektro- trusts. Die Voraussetzungen dafür liegen in der bisher schon systematisch in der preußischen Elcktropolitik verfolgten engen Zusammenarbeit zwischen Stromlieferamt und kommunalen Zlb- nehmern und m den Beschlüssen des Landtags, ein Viertel des Preag-Kapitals zur Beteiligung von Kommunen an der Preag bereitzustellen. 2. Auf der anderen Seite und in Anrechnung auf die durch die Slktienübernahme entstehend« Schuld überträgt die Stadt Frankfurt bzw. die Frankfurter Gasgesellschaft einen Teil der als Kraft- quellen durch den vermehrten Fremdstrombezug entbehrlich ge- wordene Leistungsfubstanz auf die Preag. Und zwar erstens die SOprozentige Beteiligung der Stadt Frankfurt— 1,5 Millionen Aktien zu pari von insgesamt 3 Millionen Mark Kapital— an der Braunkohlen. Schwelkraftwerk chessen- Frankfurt A.- G.(ch e f r a g), di« bisher schon einen großen Teil der Strombelieferung Oberhessens durchgeführt Hot und mit der schon Stronrlieferungsverträge mit dem preußischen Elektrotrust lausen. Zweitens überträgt die Frankfurter Gosgesellfchaft die von ihr fast restlos beherrschte Gewerkschaft Friedrich in Hungen XKuxen kapital von 600 000 M.) an die Preag. wobei die Frankfurter Gasgesellschast sich das Kaufrecht für das erzeugte Brounkohlenga» vorbehält. Diese Anlagen werden als Kraftquellen der preußischen Krafterzeugung eingegliedert, womit auch der Staat Hessen, dessen lebendiges Interesse für ein einheitliches rhein-moinifches Wirt- fchoftsgebiet bekannt ist, in erfreulicher Weife zu dieser Vereinheitlichung wird beitragen können, da Hessen ebenfalls mit SO Proz. an der Hefrog beteiligt ist. 3. Ein weiterer sehr wichtiger Bestandteil der Verträge gilt '�ter Borsorg« für d i« Rückgliederung de» Saar- g« b i« t s in das deutsche Wirtschaftsgebiet. Vereinbarungen, di« -flrnter nationalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ganz besonders zu begrüßen sind, llm dem Saargebiet in der Zukunft einen wachsenden Elektroexport über seine Grenzen noch Südwestdeutsch- land zu ermöglichen, haben Preußen und Frankfurt ein steigendes Saarstromkontingent festgelegt, dessen Einfuhr in da« Frankfurter Gebiet praktisch über das Rheinifch-Westfälifch« Elek- trizitätswcrk erfolgen wird.— Das RWE. Hot damit in er- freulicher Weife, da es außerdem auf Gewinn bei der Uebermittlung des Saarftromes durch seine Leitungen verzichtet, einen praktischen Beweis gegeben, daß es ihm heute mit dem Saar-Elcktro- frieden ernst ist. Freilich bedeutet die Vereinbarung Preußen- Frankfurt und die Mitwirkung des RWE. für den Saarftromimport nur«inen allerersten Schritt für jene großen Dienste, die die große Mutter Deutschland dem Soaroolk noch leisten muß, und es muß erwartet werden, daß Preußen, das Reich, die Reichsbahn und auch das RWE. jenen mengenmäßigen Stromabsotz des Saar- gebietes in die südwestdeutschen Gebiete sicherstellen werden, dessen der Wiederaufbau des Saorgebietes bedarf. 4. Endlich sehen die Verträge dos Eintreten der Preag indievertraqlichenFlnonzierungspflichten vor, die ine Stadt Frankfurt gegenüber dem Reichsverkehrsministcrium für den Ausbau der 11 ntermain stufen übernommen Hot, und deren Durchführung durch die allgemeine finanzielle Notlage der Gemeinden und die Schwierigkeiten in der Kapitalbeschaffung gegenwärtig sehr erschwert sind. Dies« scheinbar nicht so wichtige Ver- ernbarung hat ein« große Bedeutung insofern, als sie einen praktischen Weg für die sehr ernste Frage zeigt, wie durch Kooperation zwischen Staat und Kommune Finanzschwierig» k« i t c n behoben werden können, die eine Gefährdung der Ratio- nolisterung und des Aufbaues einer einheitlichen öffentlichen Kraftwirtschaft zur Folge haben könnten. Die Dedeukung dieser Verträge ist groß. Insbesondere der preußische Staat hat hier einen wich- tigen Schritt gemocht, für die Zusammenfastung der Kräfte in der öffentlichen Wirischaft die Richtung zu weisen. Die Preußische Elektrizität? A.-G. hat schon feit längerer Zeit das Programm einer Gemeinschaftsarbeit des Staates als des Besitzers der Großkraftwerke mit den Kommunen aufgestellt, dessen Durch- führung sowohl die Fortschritte der Technik iür Erzeuger und Ab- nehmer fruchtbar machen, als auch die Zusammenfassung zersplitterter Versorgungsgebiete zu größeren Einheiten mit entsprechender einheitlicher und günstiger Tarifbildung für die Kon- fumenten sichern will. Die Notwendigkeit interkommunaler Zusammenarbeit der öffentlichen Werte, di« auch auf dem letzten StnWeteg nachdrücklich unterstrichen worden ist, Hot durch Jmtlatwe Preußens eine beispielgebende Förderung erfahren. Frankfurt als Großstadt hat jenen Weitblick in Wirtschaft- lichen Dingen bewiesen, den man leider bei den Großstädten in den letzten Jahnen allzusehr vermissen mußte und der manch« fruchtbare wirtschaftliche Aufbauarbeit vielfach gehemmt hat. Das Zusammen- wirken des preußischen Siaates, des Staates Hessen und der Stadt Frontfurt wird zweifellos die zukünftige Schlagkraft der öffentliche» Wirtschaft gegenüber den Gefahren, die sie gegenwärtig bedrohen, erhöhen. Die Gemeinschaftsarbeit van staatliche» und kom»««nalen Partnern in diesem Fall« wird jedem der beiden Portner dienen, sei es in der Gegenwort oder in der Zukunft, indem es die Kräfte jedes einzelnen der beiden Partner erhöht, und das erstmalig« einheitliche Zusammenwirken von Preußen. Süd- Westdeutschland und dem Rheiniscty Westfälischen Elektrizitätswerk zum Wiederaufbau des Saargebiete» ist ein Aktimmi, dessen man sich volkswirtschaftlich unt> politisch ganz besonder» freuen darf. Gtickstoff-Oämmerung. Oer Verbrauch kommt uicht mehr mit.— Das neue Stickstoffsynöikat. Nachdem ein« Zeitlang im Inland wie im Ausland über die Aussichten der Stickstoffindustri« ein großer Optimismus geherrscht hatte, ist fetzt infolg« des zu umfangreichen Ausbaues immer neuer Stickstoftanfogen die Lag« für manche Gruppen offenbar etwas kritisch geworden. Es fft in erster Linie die Gefahr einer all- gemeinen Ueberproduktion, die vor einigen Monaten die I. G. Farbenindustri« A.- G., die Chilesalpeter- induftri«, den britischen Ehemietrust und die von der I.®. Farben kontrollierte N ors k Hydro veranlaßt hatte, mt- einander einen Jnteressengemeinschastsvertrag abzuschließen und eine Preiskorwention«inzugehen. In den letzten Wochen ist von diesen Gruppen mit zwei wetteren Konzernen verhandelt worden, dem sranzöstschen Kuhlmann- Konzern sowie der Sociötä B e l g e d e lÄ z o t«, die von dem Montankonzern Ougräe-Marihaye kontrolliert wird. Auch wenn mit diesen beiden Gesellschaften, wie wohl zu erwarten ist. ein« Einigung erzielt wird, werden immer noch wichtige Gruppen außerhalb dieser internationalen Verein- barung bleiben, so die französische Gruppe Mr-Liquid«, der ameri- konische Dupont-Konzern. die amerrkamsche ANied Ehemical and Dye Corporation, ferner weiter« amerikanische Gruppen, die japanischen Gesellschaften und zahlreiche mittlere und kleiner« Erzeuger in Europa. Obwohl unter Einschluß der französischen und der belgischen Gesellschaft, mit denen verhandelt worden ist, fast vier Fünftel der Weltprotmktioo zusammengefaßt wären, würde doch die Konkurrenz der restlichen Produzenten ge- nügen, um einen kostspieligen Preiskampf zu entfesseln. Die Konkurrenzlage und der Ausgang eines solchen Kampfes wären ziemlich klar, wenn es sich nur um einen rein wirtschaftlichen Kamps handeln würde. Tatsächlich wird jedoch in verschiedenen Ländern die Sttckstoffindustrie aus militärischen Gründen mit st a o t- lichen Mitteln großgezogen. Auch in Deutschland wird gegenwärtig oer- handelt. Bekanntlich sind im Ruhrqebiet in den letzten Jahren einige neue größere Anlagen errichtet worden, und eine Reihe weiterer ist im Bau geplant. So hat die Hibernio- Gesellschaft. eine Aechengefellschast des preußischen Staates, gemeinsam mit der zum Röchling-Korzzern gehörenden Zeche Mont Eeni« die Gas- verarbeitungs-Gesellschaft gegründet, die bereits zwei Anlagen mit einer Leistungsfälsigkeit von je etwa 20 000 Tonnen Reinstickstoff in Betrieb hat. Eine dritte Anlage für ebenfalls 20 000 Tonnen ist im Bau. Die von einer Reihe Ruhrzechen gemeinsam gegründ'te R u h r ch e m i e A.-G. hat ein« Anlage errichtet, die etwa 21 500 Tonnen Leistungsfähigkeit hat; eine zweite etwa ebenso große Anlage ist im Bau. Der Klöckner-Konzern hat zusammen mit dem Kaltkonzern Kaliindustrie A.-G. Wintershall ein Werk errichtet, in dem rund 18 000 Tonnen Reinstickstoff hergestellt werden können. Schließlich beabsichtigte die Zeche Ewald, eine Anlag« mit einer Leistungsfähigkeit von 10000 Tonnen Reinstickftoff zu errichten. Zu diesen Anlagen und Projekten im Ruhrrevier kommt noch die Am löge, die die Fürstlich Pleßsche Verwaltung in Riederschlesten errichten will(Stiifftosfwerke A.-G. Waldenburg); sie soll eine Leistungsfähigkeit von 15 000 Tonnen Stickstoff haben. Auch in Niederschlesien ist wohl in absehbarer Zeit noch mit einer zweiten Anlage gleicher Größe zu rechnen. Die Räumung de» Saar- g e b i e t s wird wahrscheinlich ebenfalls die Errichttmg einiger Werke zur Folge hoben. Alles in allein bedeutet die so hinzugetretene Leistung der bereit« fertigen Anlagen des Ruhrgebiets rund 80 000 Tonnen Reinstickstoff. Diese Leistungsfähigkeit dürste freilich nirgends»oll ausgenutzt werden. Zu dieser Menge kommen etwa 80 000 Tonnen Reinstick- stoff, die in den S l t e re n Zechenanlagen in Ammoniakform her- gestellt werden. Wie groß in Deutschland gegenwärtig die Kalk- st i ck st o f s produktton ist, ist nicht bekannt. Die Bayerischen Kalk- stickstoffwerke erzeugten im vergangenen Jahr etwa 32 000 Tonnen Reinstickstoff. Der bei weitem größte Produzent ist natürlich die I. G. Farbenindustrie, deren Anlagen im vergangenen Jahr eine Leistungsfähigkeit von 700 000 Tonnen hatten. Allerdings wurden auch hier die Anlagen nur zum Teil ausgenutzt, und 1928 betrug die Sttckstofferzeugung der I. G. Farben nur etwa 550 000 Tonnen Rein- stickstoff. Gegenüber dem gewalkigen Anlagenzuwachs blieb der verbrauch zurück. Cr betrug z. B. in der deuffchen Landwirtschaft 1925/26: 380 000 Tonnen, stieg 1926/27 auf 400 000 Tonnen, gang dann etwas zurück und betrug 1927/28: 390 000 Tonnen, um 1928/29 auf 425 000 Tonnen anzuwachsen. Da auch der Export sich infolge de« oer- mehrten Angebots ausländischer Gruppen nicht in dem wohl er- warteten Ausmaß steigerte, wird der Wunsch der Sttckstoffprodu- zenten, sich über die weiter« Produkttonsentwicklung zu oerständigen, erklärlich. Angeblich soll die I. G. Farbenindustrie A.-G. in den Besprechungen mit den Stickstaffproduzenten des Ruhrgebiets die Forderung gestellt haben, daß dort wenigstens keine neuen Anlogen mehr errichtet«erden. Im übrigen bandest es sich bei diesen Besprechungen darum, eine neue Form für das im nächsten Jahr ablaufend« Stickstoff- syndikot zu finden und insbesondere die chm noch nicht ange- hörenden Gruppen wie insbesondere die Ruhrchemie A.-G. anzu- gliedern. Die bisherigen Synbikotsmitglieder sind die I. G. Forben- industrie A. G., die Deutsche?lmmoniak-Vereinigung in Bochum und Bayerischen Sticksioffwerke. Bei der großen Zahl der Produzenten. gruppen im Inland wie im Ausland werden sowohl die Berhand- lungen in Deutschland als auch die internationalen Berhandlungea erheblichen Schwierigkeiten begegnen. Gleichwohl muß man damit rechnen, daß der Kreis der zusammenarbeitenden Gruppen immer umfassender wird. Russenkäufe in Deutschland. Rückgang im letzten Wirtschaftsjahr. Die Berliner Handelsvertretung der Sowjetunion gibt jetzt sine Uebersicht über ihre Bestellungen in dem am 30. September abge- laufencn Wirtschaftsjahr 1928/29. Hiernach belies en sich die urt- mittelbaren Aufträge der Handelsvertretung auf rund 360 Mil- lionen Mark und übertrasen damit die Bestellungen des Vorjahres um rund 4,2 Millionen Mark. Dagegen lagen die Aufträge der kontrollierten Organisation mit 32,2 Millionen Mark um knapp 13 Millionen Mark unter den Ergebnissen des Vorjahres. Insgesamt sind also die Aufträge der Sowjetunion in Deutsch- land im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 1928/29 von rund 400 auf etwa 392 Millionen Mark zurückgegangen. Da in den ersten sechs Monaten des letzten Wirtschaftsjahres, also vom Ok- tober 1928 bis April 1929, die Aufträge der Sowjetunion für Deutschland uinm«hrals30Proz. hinter denen des Vorjahres zurückgeblieben waren, ist der Rückgang der nach Deutschland ver- gebenen Bestellungen ziemlich gering. Dieses verhältnismäßig günstige Ergebnis ist hauptsächlich auf die starke Auftrags st eigcrung vom April bis September zurückzuführen. In diesen Monaten erhöhten sich die russischen Bestellungen in Deutschland auf 233 gegenüber nur 173 Millionen Mark in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Einen Röchst- stand wies der September mit Aufträgen von mehr als 62 Mil- lionen auf. Im einzelnen find di« Bestellungen für Lederwaren um mehr ctts die Hälfte auf rund 14 Millionen gesunken. Auch die Textilaufträge haben sich von 42 auf 33 Millionen verringert. Die Einkäufe der Börsenwarcnabtettung in Hamburg sind mit 5,2 Millionen auf ein Viertel ihres vorjährigen Umsanges zusammengeschrumpft. Dies dürste in erster Linie mit der Drosse» lung von Baumwoll- und Metallimporten zusammenhängen. Di- gegen hat sich die russische Einfuhr für industrielle Einrich- t u n g e n mit fast 34 Millionen weit mehr als verdoppelt. Auch die Eisenbahn- und Schisfsabteilung hat mit fast 13 Millionen ihre Einkäufe in Deutschland mn mehr als 100 Proz. gesteigert. Die Abteilung Techno-Jmport, das wichtigst« Einfuhrressort der Handelsvertretung, hat ihre Einkäufe gleichfalls von 100,5 auf fast 106 Millionen Mark erhöht. Um ein abschließende, Urteil über die Stellung Deutschlands im ruffischen Außenhandel.zu gewinnen, muß aber noch die Ver- öffenüichung der Handelsbilanz und der Importe der anderen Industrieländer abgewartet werden. Korisehung der Ostpreußen-Eanierung. 15 Mill. neuer llmschuldungSkredite. Die Verhandlungen de» Reichsernährungsminffters Dietrich mit der Preußenkasse und der Rentenbank-Kreditanstalt haben dazu geführt, daß zur Gewährung von Umschiildungskrediien(Verwand- lung kurzfristiger Schulden in langfristige) die Preuhenkasl« 10 Millionen und die Rentenbankkreditanstalt 5 Milli» nen auf ein Jahr für Ostpreußen bereitstellen. Da von dem Reich bereits 30 Millionen Mark Borschüsse für die llmschuldung in Ostpreußen bereitgestellt sinb, stehen somit im ganzen 45 Millionen Kreditmittel zur Verfügung. Unter Berücksichtigung der bisherigen Anzahlungsbedingungen können mehr als 48 Mil- lionen Mark Darlehen zur Umschuldung gewährt werden. An dem im Reichsqesetz über die Ostpreußenhilfe vorgesehenen Gesamt�» betrage von 50 Millionen Mark fehlen hiernach nur noch 2 Millionen, über deren Bereitstellung noch verhondelt wird. Mit der neuen Bereitstellung der erwähnten 15 Millionen ist die Möglichkeit gegeben, die aus Mangel an Kreditmitteln ins Stocke» geratene Umschuldimgs- und Sanieriingsaktion in Ostpreußen fort- z u 1 e tz e n.— Wir hotten gestern erst darauf hingewiesen, wie schlecht die bäuerlichen Betriebe bei der Verteilung der Gelder au» der Ostpreußenhklfe gegenüber dem Großgrundbesitz weg- gekommen sind. Wir hofsen dringend, daß die amtlichen Stellen jetzt dafür sorgen werden, daß die bewilligten Kredite mich wirklich an der richtigen Stelle zur Verteilung gelangen. Der KoNabjah Im September. Die Abladungen de» Deutschen Kalisyndikots stiegen im September auf 1,23 gegen 0,95 Millionen Doppelzentner im August. Allerdings wurde der Umsatz vom Sep- tember vorigen Jahres mit 1,4 Millionen Doppclzentner Reinkali nicht ganz erreicht. In den ersten fünf Monaten des lausenden Düngejahres(Mai bis September) stellte sich der Absatz auf 4,8 gegen 5,1 Millionen Doppelzentner in der entsprechenden Zeit des Vor- jahres. Vergleicht man die Umsatzergebnisse von Januar bis Sep- tember mit 11,38 Millionen Doppelzentner mit dem entsprechenden Vorjahrsumsatz von 11,55 Millionen Doppelzentner, so zeigt sich, daß die R e k o r d u in s ä tz c von 1928 im lausenden Jahr fast gehalten werden konnten. Die Umsätze in den entsprechenden Monaten von 1927 mit 10 Millionen und von 1926 mit 8,7 Millio- nen Doppelzentner bleiben hinter den bisherigen Ergebnissen im lausenden Jahr wett zurück. vengründnng im Tcxkilmaschinenoerkaus. In Berlin ist jetzt unter der Firma Internationaler Maratt!-Ma- schincnverkauf A.-G. eine Gesellschaft mit einem Kapital von 1 Million gegründet worden. Das Unternehmen bezweckt die Auswertung einer Generallizenz auf Herstellung, Gebrauch und Verwertung der durch Patente geschützten Maratti-Wirk- undStrickmaschinen. Diese Patente hat die neue Gesellschaft von der Patentbesitzerin, der Marotti A.-G. in Gens, erworben. Mit Ausnahme von Großbritannien und der britischen Dominien ohne Kanada erstreckt sich die Generallizenz ans sämtliche europäischen und überseeischen Staaten. Do im Aussichtsrat der neuen Gesell- schaft eine ganze Reih« führender Textilfabrilanten ver- treten ist, ergibt sich die interessant« Tatsache, daß die Textilindustrie sich selbst an einem Unternehmen beteiligt, das ausschließlich für Maschinenlieferungen an Textilbetriebe in Frage kommt. Dachsende Aussuhr von Alotorrädern. Die Außenhandelsbilanz für den August weist mit einer Einsuhr von 516(im Vorjahr 995) und einer Ausfuhr von 759(im Vorjahr 303) Motorrädern einen Ausfuhrüberschuß auf. Auch dos Gesamtergebnis der ersten acht Monate des laufenden Jahres mit einem Einfuhcüberschuß von nur noch 807 Motorrädern gegenüber 3831 in der gleichen Zeit des Vorjahres deutet auf eine allmähliche?lkti vierung diese» Teiles der Außenhandelsbilanz hin, zumal die ständig wachsende deutsche Produktion einen erheblichen Teil de? Inlondmarktes zurück- gewinnen konnte. Die Stärke der deuffchen Produktion beruht auf dem Kleinkraftrad<200 Kubikzentimeter). England exportiert in der Hauptsache Räder mittlerer Stärke 1350 Kubikzentimeter) und Amerika ausgesprochen schwere Maschinen, ein Tyv, dessen Stellung aus dem europäischen Markt dnech die starke Konkurrenz des Kleinautos zurückgedrängt zu werden droht. Australische Zuckerboupläne.— Noch mehr Zucker! In Bris- bane(Australien) ist eine Gesellschaft mit einem Kapital van einer Million Pfund Sterling gegründet worden, die 20 000 Acres Land.zur Anlegung von Zuckerpflonzungen aus Neu-Guinea erwerben will. Die Gesellschaft wird den AnCau von Zuckerrohr mit Hilfe schwarzer Arbeitskräste betreiben. Sonnabend 5. Ottober 1929 -Unterhaltung und AVissen Beilage des Vorwärts Sin Waler der Bourgeoisie SEum heutigen 100. Geburtslage von Xudtrig Knaus Wenn wir uns an seinen ZM. Geiiurtstag dez einst so be- rühmten Malers Ludwig Knaus erinnern, so geschieht es mit einem (Besühl starker Fremdheit. Was Knaus zu einem Repräsentanten seiner Zeit gemacht hat, ist gerade das, was wir heut« von der Kunst zu allerletzt erwarten: freundlich« Belehrung, literarische Anekdote und Unterhattjamkeit des Inhalts. Die Zeiten haben sich sehr gewandelt, das Verständnis für eigentlich künstlerische Werte Hot sich im letzten Menschenalte? ganz unleugbar gehoben; und zu allen anderen Gründen der Distanzierung zu dieser Malerei der Grützner, Knaus, Defregger und A. v. Werner kommt das Gefühl, daß sie Vertreter einer extrem bourgeoijen Gesinnung sind, die längst am Aussterben ist. Daß wir gleichwohl seiner gedenken und mit Gewinn hinab- tauchen in jene Jahrzehnte um 1870, die Knaus erhoben haben, liegt nicht nur an der unleugbaren malerischen Qualität seiner Iug endwerke bis 1860, sondern gerade auch an seiner typisch bürge r. lichen Einstellung zum Leben. Denn an diesem, was einmal galt und was nun schon historisch wirkt, können wir lernen, wie Leben und Kunst nicht sein dürfen: da» ist ein unbestrittenes Sktdiftcht solcher Gegenbeispiele. Ich leugne nicht, daß ich die Bilder dieser Gcnremaler stet» mit größtem Vergnügen betrachte. Es ist freilich kein ästhetisches, sondern ein Vergnügen der kritischen Vermrft, die den vergangenen sozialen Zustand in solchen eindeutigen Schilde- rungen äußerst lebhast und abschreckend durchschauen läßt. Künstlerisch hat Knau» zunächst sogar revolutionär gewirkt. Am 5. Oktober 1829 in Wiesbaden geboren, kam er schon 184S an die Düsseldorfer Akademie, lernt« aber weniger von der dorttgen ledernen Historienmalerei, als an den Vorbildern der alten Holländer wie Ostade und Brouwer, und erregte mit seiner realistischen weichen und stoffbetzeichnenben Malweise so großen Widerspruch vor ollem bei dem hochmögenden Akademiedirektor Wilhelm Schadow, daß er im Revolutionsjahr 1848 die Düsseldorfer Kunsischul« für immer verließ und sich, erst ISjährig, selbständig machte. Er begab sich in das hessische Dorf Willingshausen und studierte dort die Natur, d. h. er malte Bauern und Kinder mit der Absicht, sie zu Genrebildern zu verwerten: mit solchem Erfolg, daß ihn sein erstes größeres Bild „Hessischer Lauerntanz' von 1849 mit einem Schlage in ganz Deutschland berühmt macht« und den Zwanzigjährigen an die Spitze der io genannten Realisten stellte; d. h. der Anekdotenmaler, die sich im Gegensatz zu der osfiziellen Langeweile der blechernen Ritter- fchinken wenigstens im Detail an die Natur hielten. Er hat dann wenigstens bis in den Anfang der(Wer Jahre diese Naturtreu« in freier toniger Maierei festgehalten, nicht bloß in Bauern», Kinder- und Zigeunerbikdern, sondern vor ollem auch in Porträts(von denen einig«, wie der ausgezeichnete Waogen, in der Nattonaigateri« hängen), die zweifellos das Best« und Feinst« seiner ganzen Kunst darstellen— nicht zu verwechseln mit den schrecklichen Porträtmaschinen seiner späteren Zeit, wie z. B. dem Mommsen, die durch sinnlose Abdierung von Aeuherlichkeiten auf harmlose Gemüter zu wirken versuchen. Um dieser Frühbilder aus den 40er und SOer Iahren willen ist Knaus denn mich als Maler ernsthaft zu schätzen. Aber e« sind nicht allzu viel Bilder, an denen man sich widerspruchslos erfreuen kann. Denn'das ist das Kennzeichnende an ssiner Entwicklung, daß«r mit seinem ersten Auftreten, seiner ersten Stoffwohl sogleich ins Zentrum des allgemeinen Wohlgefallens traf; daß er sein« Bauern- und Kinderbilder, seine Schilderungen von humorvoll triften Existenzen der Landstraße und von der Großstadt nun unentwegt weitermalen konnte und mußte, von der Volksgunst und vor allem von der Gunst kaufkräftiger Schichten getragen und genötigt; daß er eigentlich niemals zur Besinnung gekommen ist über Wert oder Unwert seines Genres. Knaus fand, wie Defrsgger, instinktiv sofort das allen Zusagende in der Wahl seiner Stoff«; und dies schon 1849. Er ist der stärker« Vertreter der bourgeoisen Auffassung vom Leben: es ist beinahe gleichgültig, ob er in dem ersten Dutzend Jahr« seiner Tätigkeit gut gemalt hat und erst noch 1860(vor allein, seit er 1874 endgültig nach Berlin übersiedelt«) immer mehr ins Fohrwasser akademischer Routtn« geraten ist, die ihn bis zu seinem Tod« am 7. Dezember 1910 in Berlin treulich gekettet hat. Diese allgemeine Anerkennung in der Gesellschaft des 19. Jahr- Hunderts hat Knaus schwer gebüßt mit seiner postHumen und, man muß sagen, innerlich gerechtfertigten Mißachtung. Denn er gehört« mtt Haut und Haaren jener Epoche eines„verruchten Optimismus' an, die Schopenhauer vorausahnend gebrandmarkt und verworfen hat; er ist einer der stärksten Exponenten der Bürgermoral, die nicht ins Wesen der Dinge dringt, sondern sich an ihrem schönen Schein ahnungslos und oberflächlich ergötzt. Man kann vom Dornbusch nicht Feigen verlangen; das Genrebild der Knaus und Grützner ist der lebendige Abglanz einer Zeit, die es nicht besser wußte, die den Schrei der Kreattir nicht hören konnte und ssch nur on den grotesken Fratzen des Bajazzo ergötzt«. Man betrachte alle Bilder von Knaus auf ihre soziale Grundlage hin, und man wird mtt Erschütterung feststellen, daß er überall, bei Schusterjungen und Schwälmer Bauern, beim Leierkastenmann, beim Seiltänzer, Hausierer oder Zigeuner, über das Menschliche mit unnachahmlicher Leichtfertigkett hinweggleitet, die innere Not der Menschen nicht bloß mißversteht, sondern ihr« komische Außensette auch zu einer hetteren Verbrämung der Menschengual umsälscht, mit einem entsetzlichen Opttmismus, der nicht sehen will und nicht sehen kann, was in dem Menschen vorgeht. Uebersehen wir dies« furchtbaren Mißverständnisse, die au« dem eigentlich Tragischen das Amüsement zahlungsfähiger Spießer destillieren, so müssen wir wohl unser« Zett für besser hatten, die an sich durchaus nicht ideal geworden ist, aber dies Eine wenigstens, diesen blutigen Hohn über Erniedrigte und Beleidigte, offenbar nicht mehr gestattet. Dr. Paul F. Schmidt. Kenry Wittiamfon: *&arka geht auf Jagd Bbc»tat tm Verlas« tXetrtch Redner, VerNn, erlchetnenben Werl „Tarka der Otter-, sein luttta«« Lebe» im Wasser und sein Tod im 'ante der«wei fflüiT«, von ficntn Williams» n. entnehmen wir mit Deneb-niauna de» Verla«» solaenden Abschnitt. Eine» Abends, als die Bojen im Kanal sich durch den Druck der Ebbe westwärts neigten und die Seemöwen still und tief über dem Meere flogen, den dunkelnden Klippen der Landzunge zu, begaben sich Tarka und Greymuzzl« auf ein« Reise. Sie waren den Lachsen den Fluß hinauf gefolgt, und Greymuzzl« war mit einer bestimmten Absicht wieder zurückgekommen. In der klaren Lust blinkte dos funkelnde Auge de» Leuchtturms, der wie«in hoch aufragender, gebleichter Knochen am Rand« der Dünen stand. Die Fischottern ritten auf den wirbelnden Wellen, dt« das Kielwasser eines Segelbootes bildete, stromabwärts, und das Brausen des Wasser» in der Barre klang immer lauter. Trübe und umwölbt war der Tag hinter dem von grauen Wellenkämmen gezockten Horizont verschwunden und hatte einen bleichen Schein aus dem katten Meer zurückgelassen. Die Wellen hoben und senkten stch unter dem kleinen Segel- boot, dos die weiße Brandung der Barr« von seinem Bug fort- stieß. Ein Wellenkamm schob sich unter seinen Kiel, und es stürzte in ein Wellental. Links stieg ein« Nebelwand hoch und schwebte über einer grauen Klippenreih«, auf welcher das Wrack eines Tor- pcdos lag. Da» zerstückelt« Wrack hotte schon seit Jahren da gelegen, wie Fragmente eines in einem Spinnengewebe gefangenen Käfers. Ein hoher Seegang, der den fliegenden Gischt weit über das Moorland schleudert«, hotte das Boot auf die Klippen geworfen. Am Tage schliefen Tarka und Greymuzzle behaglich zusammen- gerollt auf den von den Wellen glattgescheuerten Steinblocken, die manche Sturzsee dorthin gewälzt hatte. Zwei Stunden nach Mttternacht waren die Fischottern schon zehn Kilometer weit an der tiefliegenden Küste entlanggefchroommen und hatten die Bucht in der Landzunge erreicht, an die sich Grey- muzzle noch erinnerte, denn sie hatte sie aufgesucht, als sie das Leben chrer Jungen in stch fühlt«. Die Flut hatte tief« Wasserlachen zwischen den Felsen zurückgelassen, die die Fischottern noch Schleimfischen, Meergrundeln und anderen kleinen unter dem Seetang lauernden Fischen absuchten. Sie fingen Steingarneelen, deren Schwänize sie zuerst fraßen: die Köpfe ließen sie immer liegen. Von den Felsen rissen sie mit den Zahnen die Mießmufcheln herunter, die sie mit den Pfoten feschielten, um sie aufzuknacken und da» Tier herausgu- schlürfen. Wahrend Greymuzzle«inen Sondaal herausbuddette, durch- forschte Tarka einen tiefen Pfuhl, in dem ein Hummer lebte, der nur eine Schere befaß. Diefer lag zwei Meter tief im Felsen ver- steckt, am äußersten Ende einer Felsspalte, die so schmal war. daß Tarka nicht hineinfchmimmen konnte. Biermal versuchte er, den Hummer mit der Vorderpfote, deren Klauen schon durch das viele Scharren im Kies und Sand sehr ittimpf geworden waren, herauszuholen. und in seinem Eifer, die Beute zu erwischen, riß er mit den Zähnen den Seetang von der Felswand herunter. Der Hummer war schon sehr oft in feinem Leben belästtgt worden, denn fast jeder Mensch aus den umliegenden Dörfern hatte oersucht, chn mtt langen Stöcken, an deren Enden Haken befestigt warm. heiPusguhoien. Dos Tier hatte bereits so viele Sch-rm verloren, daß jetzt— nachdem ihm neun gewaltsam abgerissen worden waren— kern« mehr hatte wachsen wollen. Sem Hauptfeind wair«in alter Mann, der mtt Kaninchenfellen handelt«. Jeden Sonntagmorgen ging dieser zur Zett der Ebbe nach dem Wassertümpel hinunter und warf dm Balg und das Eingeweide eines Kaninchens in das Wasser, mn den Hummer aus der Kluft herauszulocken. Der Hummer war jedoch zu schlau, und darum lebte er noch Am Tag« ruhten sich die Fischottern auf einem Felsengasims in der Höhl« unter der Landspitze aus. Hier wohnt« auch Jarrk, der Seehund, der immer, wenn er sie kommen hörte, auf«ine tiefer- liegende Felsenspalte herunterhumpelte. Manchmal schwamm Tarka In dm tieferen Tümpel der Höhl« umher, legte stch auf den Rücken, mn nach den Tropfen«tfeichaltigen Wassers zu fchnappm, die vom Felfendach herunterfielen. Wer da« tat er nur, wenn Iarrck fort war und im Meere nach dem Riesenaal jagt«, dort wo die Felsen, die das Volk„Matrofensprung' nennt, Gischt aus der Flut rissen. Dieser Riesenaal. der größte tu der Gegmd, war niemals ge- fangen worden, denn jedesmal, wenn er Jarrk, seinen Feind, sah, oersteckt« er sich tief unten im krobbengrünen Wasser, in einem Loch im selssgen Grund des tiefsten Wassers, wo die mtt Muscheln be- deckten Kanonen eines vor hundert Iahren gefunkmm Kriegsschiffes lagen. Wenn kein Seehund w der Nähe war, pflegte der Aal aus feinem Loch herauszukommen, und ohne zu blinzeln, ins Wasser zu starren � und auf Fisch« zu lauern, die er oersolgte und verschlang. Eines Morgens, als Tarka nach einer stürmischen Nacht großen Hunger verspürte und dm Seetang fünf Klafter ttef unter der schimmernden Oberfläche nach Futter absuchte, glitzert« etwas üb« ihm, und als er hinaussah, erblickte er einm schmalen Kopf mtt«wem langen gebogOien, beutegierigen Schnabel und zwei groß«, mit Schwimmhäuten versehene Füße, die jeden Augmblick bereit waren, ein Opfer zu umklammern. Es war der Schlangenhalsvogel, dessm ölige, grünfchworze Federn ein sonderbor bleiches Licht verbreiteten. Plötzlich zuckte der glatte, schmal« Kopf, und ein Pollock, der unter ihm schwamm, hielt das Flimmern feiner Federn für einm kleinerm Fijch Der Pollack wandte ssch, dam» er hinausschwimmen und dm Fisch packen könnte. Der Schlangenhalsvogel sah da« Blinkm seiner Flossen Im selben Augmblick wie Tarka. Mit kräftigen Stößen seiner Füße schoß der Bogel abwärts, dem Pollack nach, schneller als ein Otter schwimmt. Seine Federn glitzerten und glänzten, als er dem Fisch nachsagte. Der Aal sah jetzt ebenfalls den Pollack und löste feinm muskulösen Schwanz von einer hervorfpringendm Fetsenspitze, um die er ihn gewunden hatte, um ssch festzuhalten. Der Aal war länger, als ein erwachsener Mann groß ist, und se« Körper war dicker als Tarka s. Er wog neunzig Pfund. Er schlängelte sich um die mit Seetang bedeckten Schiffsbalken, und als er vorüberglitt, ver- steckten sich die Krabben in den Mündungen der Kananm. Vogel, Otter und Fisch bildeten zusammen einen jagenden Pfeil, dessen Spitze der schimmernde Pollock war, der Aal der biegsame Schaft, während der Otter und der Schlangenhalsvogel die Wider- Haken bildeten. Der Bogel mit dem gebogenen Schnabel schwamm mit lang ausgestrecktem Hals«, fongbereit, während Lustbläschen aus seinem Schlund strömten. Der Pollack wandte sich Tarka zu, der sich sofort umdrehte und chn verfolgt«. Jetzt wirbelte der Vogel mtt einer jähen Schwenkung seiner vierzehn kurzen, steifen Schwanz- sedern und einer nach oben gerichteten Schwimmhaut herum. Der Pallack schoß«me stelle, mtt Seetang bewachsene Felswand herunter, aber als er Tarka unten begegnete, schwamm er wieder hoch und wurde von dem Schlangenhalsvogel gepackt. Die jagend« Pfeilspitze drückte sich in einem förmlichen Wirrwarr von Seetang und Luftbläschen, die zur Oberfläche stiegen, gegen den Felsen. Der Riesenaal hatte dem Vogel den Nocken durchgebissen. Flügel flatterten, und ein knarrender, gedämpfter Schrei erklang. wie das Geräusch von Luft, die einer Flasche entweicht. Tarka sperrte das Maul wett auf, aber sein Gebiß konnte die dicke Hont des Aals nicht durchdringen. Die Dunkelheit nahm zu, denn jetzt begann sich eine undurchsichtig« Flüssigkeit dort auszubreiten, wo vorhin Be- wegung gewesen war. Nun sah Jarrk, der Seehund, der am Fuß« eines Fessens nach Futter gesucht hatte, den Kopf eines Fischotters aus dem Wasser auftauchen, und als er ssch gerade umdrehte, mn auf ihn zuzu- schwimmen, erblickt« er den Riesenaal, der durch seine wallenden, zappelnden Bewegungen die Undurchsichtigkeit— das Blut de» Schiangenhalsvogels, das das düster« Grün des Wassers rötlich färbte— vertrieb. Der Aal hielt deck toten Bogel zwischen den Kiefern. Die Wolke unter dem Wasser wurde schließlich von den mlrbelnden Flossen de» Seehundes völlig zerstreut, als dieser dem Aal nachjagte. Der Aal ließ den Vogel fallen, und die Felsen- spalte nahm ihren grauen Bewohner wieder auf. Jarrk schwamm mtt anmutigen Bewegungen seines glatten geschmeidigen Körpers an die Oberfläche, um Lust zu schöpfen. Dort erblickte er Tarka, der ungefähr zehn Meter von ihm entfernt war.„Wuff—»uff*, sagt« Jarrk übermütig..LH— iß*, rief Tarka erschrocken. Der Pollock entkam, nnd bald darauf fraß er zusammen mit anderen Fischen den von Krabben angeknabberten Kadaver«ine» Schlangenhols- vogels._ glugsteug über die Taiga Noch bis vor kurzem tonnte man die 2700 Ikilometcr lange Strecke Jrkutfk— Iatutsk nur im Winter zurücklegen, wenn der stellenweise sumpfig« mtt» morastige Boden fest zugefroren war und mtt Schütten befahren werden konnte. Eine solche Resse entbehrte jeder Annehmsschkeit; man stell« sich vor, was es bedeutet, bei schrecklicher Kälte volle drei Wochen unterwegs zu sein und nicht weniger als hundertvierundreißigmol Pferd, Renntter oder Fuhr- werk wechseln zu müssen. Nachdem nun im Sommer Flugversuche mit deutschen Wasserflugzeugen ersvlgreich verlaufen waren, konnte man an die Einrichtung einer Verbindung für den Wiittcr gehen. Drei Flugzeuge vom Typ der„Bremen*, mtt der Hünefeld und Koehl ihren Flug nach Amerika ausführten, wurden zur Eröffnung der Linie noch Jrkutst geliefert. Di« Motor« haben Zl0 PS, entwickeln eine Stundengeschwindigkeit von 200 Kilometern und können bi» zu 1300 Kilogramm Last an Bord nehmen. Der Flugplatz von Irkussk liegt am Angarafluß. Der Flug selbst stellt an den Piloten, der bei einer durchschnittlichen Kälte von 60 Grad eine Geschwindig- kett von 200 Kilometern tn der Stunde«inHallen muß, die größten Anforderungen; er schützt sich gegen die eisige Luft, so gut er kann?'" „Obwohl ich auf einiges vorbereitet war, verblüffte mich im ersten Augenblick doch der Anblick des Piloten,* schreibt der bekannte russische Slbitteichorscher O. Brutschew in einem russischen Blatt, „Man stelle stch einen auf den Hinterbeinen stehenden Bären, in ein Schaffell gewickelt, vor. Das Gesicht, in eine Wollmask« gehüllt. erscheint wie eine schreckliche Fratze. Der Pilot trügt soviel Pelz am Leib, daß er sich kaum bewegen kann. Trotzdem hat er Unsäg» liches unter den ftrrchtbaren Temperaturen de» sibirischen Winter» zu leiden. Die letzten Formalltäten sind erledigt, und unser Flugzeug er- hebt sich in die Lüste. Bald liegt Irkutsk ttef unter uns, während im Osten die weiß« Linie des Baikalsees zwischen schwarzen Berg- kette» schimmert. Wir überfliegen ausgedehnte Gebirgsplateaus, dl« den Angarafluß von der Lena trennen. Immer höher schraubt stch das Flugzeug, um das Beresowoj-Bergmassio zu überqueren. Es geht über die waldigen Höhen, hinter denen die Lena auftaucht, deren Lauf wir Im Fluge verfolgen. Die Baikalberge verschwinden im Nebel. Gegen Sonnenuntergang landen wir in der Siedlung Ust-Kut, wo sich ein Solzbergwerk befindet. Mitten in der Schnee- wüst« hat sich europäische Zivilisation mit Theater und Kino heimisch gemacht. Am nächsten Tag geht es weiter. Wir fliegen über die unbekannten Witimer-Berg«. Der Pilot will unbedingt noch am selben Tage Olekminsk erreichen, und er schafft es tatsächlich. Hier schließt sich noch ein Passagier, ein Jakute, an. Der Flugverkehr ist hier bereits populär. Man bittet, ein Flugzeug zu dem„Frauen- tag* in Iakutfk nach Olekminsk abzusenden, um 25 Iatutenfrauen nach Iatutsk zu befördern, wo«In« Tagung des Frauenverbande» zur Emanzipierung der Iakutensrau stattfinden soll. Wir fliegen weiter und müssen 300 Kilometer vor Iatutsk wegen eines Motoren- defektes nollanden. Der Pilot ist verzweifelt. In zwölf Jahren Lrbett bei dem Dobrvlet, der Sowjetrussischen Fluggesellschaft, hat er 450 000 Kilometer ohne einen einzigen Unfall zurückgelegt. Jetzt muß er beim Flugzeug bleiben, während die Passagier« auf Rennt» tieren nach Iakutsk befördert werden. Jedenfalls bedeutet die Cr- richtung des Flugverkehrs«ine neue Aera für Iatutsk. Moskau, da« ehedem frühestens in einem Monat zu erreichen war, rückt näher; heute gelangt man tn acht Tagen»»ach der Hauptstadt. Noch der Eröffnung der Luftlirne Moskau— Irkutsk wird die Flugdauer nur noch fünf Tag« bettagen. Di« Einwohmr von Jakussk, die sonst Post und Zeitungen mtt einem Monat Verspätung bekamen, fühlen stch jetzt betnahe in Europa und spüren den Segen des ttchnischeu Fortschrttte», der die Erde i innrer kleiner werden läßt und da, Tempo de» Leda»» beschleunigt.' Sonderbare Staaten Der kleinste Staat der Erde ist der neugeschaffene Datikanstaat, er hat rmr 382 Bürger. Der erste ist Seme Heiligkeit, der letzt« ist erst vor einiger Zett auf die Welt gekommen. Das Gebiet der Latikanstadt ist übrigens einer der am meisten vernachlässigten Quartiere von Rom, es bietet einen geradezu skandalösen Anblick. Ein« andere„Sensation* bietet Monako. Dieser Staat von 21 Quadratkilometern hat immerhin 22 150 Einwohner, die, wie b»> kannt, keine Steuern zahlen müsse»», da die Fremden in der Spiel« dank genug verlieren. Aber dafür hat der Besitzer der Spielbank, mhrttich der Fürst, ihnen bis heute kein Parlament gewährt, sondern sie.Absolut* regiert. Aber die Monakesjen wollen ein Abgeordnete»»- haus, sie schroärmen geradezu für den Parlamentarismus. Der Fürst und Spielbankbesitzer, aus begreiflichen Gründen, scheut so offene Regierungsformen. Er hat sich aus seinem„Reiche* hinweg ins benachbarte Frankreich begebe»», um dort zu schmollen. Aber er wird nachgeben müssen.... Einsendungen für dies« Rubrik find Berlin SB ez, Lindenftratze Z. parteinachrichten�x�fürGroß-Berlin stet» a» da» Bejirkesekretarial t. Hos, I Treppen recht», zu richten. Bezirksvorstand. £j oulc 18 Uhr Sihung des erweikertea Bezirksvorslandes im Sekreiarial. Lindenstr. 3. 2. Hof. 2 Treppen. * 5. itceis firiedcichoboin. Sic Fil»vecaastalt»»a de» Härtels für Arbeitet, ipert und itücperpslege. Bezirt Kriedrich»b«>n. findet«m Sonntag, dem n. VItobec. im Eoneocdia-Palaft, Andmasstr. M, 10 Übe, statt, ftnr Aus- luhrung gelangt der Sportfilm au» Rürnber« und de« Serbefilm.Au» dem Älltag empor". Eintritt SO Ps. Die liir die erfi« Beranstalwng gelösten Eintrittskarten behalte« ihre Sstltigleit. 7. fireis Eharlotteubnrq und Spandan. Iurisfische Sprechstunde heut«. Sonn. abend. J. Oktober. 17— IS Uhr, im Jugendheim Rofinenstr. 4. Selegen- heit zum stlrchenau» tritt! 9.»reis 19.«reis Pankam. Montag. 7. Oktober, zo Uhr. Sidung der IZrakfion mit den«reisdelegierten in Pankow, Rathaus, Sitzungssaal. heute. Sonnabend. 5. Oktober: «. Abt. 19� Uhr bei Dobrohlaw. Gwinemünber Str. 11, wichtig« Funk. tionörflftunfl. Morgen, Sonnlag, 6. Oktober: 54. Abt. Eharlotteuburg. 10 Uhr bei Casper, Duerickestr. 1. ssunkttonSrfitzung. 96. Abt. Renlölln. Besichtigung der Jugendherberge in Rstdersdorf. Alle intereifierten Genosfinnen und Senossen treffen sich 7 Uhr am Ring» bahnhof Neukölln, Eingang Bergstraße. vezirkeausschuh für Arbeiterwohlfahrt. Funfiionäroersammluag der Arbeiterwohlsabrt Freitag, U, vk» M t»b«r, 19sh Uhr, im«argerfiial des Rathauses,«önigstraße.«efereutiu: p- (Senoffin Stadtverordnete Tobeahage»'—'—'■*"---*— � Wohlfahrtspflege in Berlin". Um Ans Ausweis dient das Parteibi Arbeite rwshlfahrt. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. «reis Weddiug. Donnerstag, 17. Oktober, 20 Uhr,«reiselternverfamm, lung. Lichtbildervortrag!„Weddinger auf Fahrt". Ort wird noch bekannt» gegeben. «reis Eharlottenburg. Wir treffen uns zur Fahrt nach Wannsee am Sonntag, dem 0. Oktober, S Uhr, am Bahnhof Eharlottenburg. Fahrgeld .70 Ps. mitbringen. Berpflegung und Trinkbecher nicht vergessen. Heute. Sonnabend, find wir noch einmal alle auf dem Spielplatz. Dort nähere Besprechung. Geburtstage, Jubiläen usw. 92. Abt. Unserem Parteiveteran Ratz Bbh«, Wes erste. 255- 254. und seiner Frau gratulieren wir herzlichst zu ihrer heutige««jährige» Hochzeit und munichen ihnen kdesnndheit und Wohlergehe». 122. Abt.«iesdars. Unlerem langjährigen chenofie»«arl Parath. Saft. Wirt. Marzahner Straße,»n seine« heutigen 70.«eburtstaae die herzlichste» SlSckwünjche. Wir wünschen ihm sernerhi» Sesundheit und Wohlergehen. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation ZI. Abt. Unser Iugentgenosse ATdert Patze ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Dirnstag, dem S. Oktober. 1614 Uhr, im«reina- torium Eerichistraße. Wir bitten um reg« Beteiligung. ü SozialistischeArbeiterjugendGr.-Serlili lkinsendvngen für dies« Ztnbrst NM an bat Zügen bsekretariat Deelin SWdS. cinbenstrat» 9 Iugendtag in Potsdam! Unser« Brandenburger»«nossrn fuhren am kom- Menden Sonntag einen Iugendtag in Potsdam durch. Antreten zur Demon, ftration Sanniog. izih Uhr. in Potsdam am Iägertor. Unsere Genossen werden gedeten, sich zu beteiligen. Varfitzenben-Aonscren»: Montag. 7. Oktober, pünktlich 1914 Uhr. in der Schulaula«ochstr. 1Z. Tagesordnung: 1. Bericht des Bezirksvorstandes. 2. Be. rächt von der Rcichsausschußfitzung in Hohnstein. Z. Bortrag:„Das rote Berlin". Referent: Stadtrat Ernst Reuter. Alle Abteilungen müssen durch den l. und 2. Borfitzenden sowie durch den Iugendbeirat vertreten sein. Ohne Mitgliedsbuch und-ausweis kein Fnjritt. «nndgelmug der Zugend gegen die«irche Mittwoch. 2. Oktober, 191h Uhr, im Orpheum, Hasenheidc Z2— 3S. Revue:»Es werde Licht", durch die Wander. ntt frei. rotten. Eintritt heute, Sonnabend, S. Oktober: Tempelhof: Lvzeum Germaniastr. 4—6. Susommenkunfi aller Genossen pünktlich 20 Uhr im Heim.—«äprniSer Liertel: Heim Wrangelstr. 125. Uebungsabend.—«vttbnsser Tor: Nachtfahrt. Treffpunkt 19 Uhr«ottbusser Tor.— Wilmersdorf: Heim Wilhelmsoue 123, Zimmer 1. Bortrag:.«am- munalwahlen".— Steglitz(Rote Falken). Eröffnungsabend der Arbeiter, bildungsfchule im Lvzeum Notbenburastraße.' SSG. Prenziaver»erg: Leim Danziger Str. 62. Baracke Z. Bortrog: Internationale Dichtung". Werbebezirk Webding: Baden in der Gerichtstroße fällt aus. Wir be. teiligcn uns alle am Wochenendkurfus in Zossen. Referent: Genosse Dr. Schlc- liger. Treffpunkt 1814 Uhr Potsdamer Bahnhof. Nachzügler Sonntag ebenda. Weebebezirk Tiergarten: Allgemeine Funkt, onärkonferenz im Heim Lehrter Straße 15—19, pünktlich 19 Uhr. Werbebezirk Teltowkanal: Wir beteiligen uns geschlossen an der Inter» nationalen Kundgebung in Potsdam. Treffpunkt 19 Uhr Bahnhof Rowawes. Sonntag. 514 Uhr. Bahnhof Potsdam.?Ihfahrt Sonnabend um 15 Uhr vom Bahnhof Lichterfelde.West. Tambourkorps Prenzlauer Berg: Leute Uebungsabend im Altersheim Danziger Sir. 62. Alle neuen Flöter müssen pünktlich 20 Uhr erscheinen. All« anderen Spieler müssen pünktlich 21 Uhr da fein. Morgen, Sonntag. 6. Oktober: Schinhaufer Borstadt: 5 Uhr Funktionärversammlung. Treffpunkt 76« Uhr „Sozialisten-Ecke".— Tcmpelhof: 7 Uhr Bahnhof Tempelhof zur Fahrt»um Internationalen Iugendlog in Potsdam.— Frankfurter Biertel: Wahrt nach Strausberg. Treffpunkt 6 Uhr Boltenplatz.— Renkölln III: Treffpunkt zur Fahrt 614 Uhr Bahnhof Neukölln.— Rosenthaler Borftabt: Der Gruppen. geburtstag findet nicht statt. Weebebezirk Prenzlauer Berg: Leioe Echönfließer Str. 7. Probe des Werbe- Genosse Walter Trojan spricht über„Herbstschönheit in märkischen Laubwäldern". Ueber die rein instruktioen Tatsachen ge- winnt der Vortrag an Bedeutung, da sich Trojan bemüht, die Stim- mung und die Atmosphären des Landscizartlichen einzufangen. Mark Lothar, der Komponist des Tyll, tritt mit kleineren.Komposi- tionen und Liedern vor die Berliner Hörer. Seine Lieder, van Torry Ncra gesungen, sind durchaus melodiös empfunden. Sie klingen beinahe wie etwas Vergessenes, um dessen Verlust man trauert. Ein paar Bemerkungen zu der Sendung von Oskar Wilde i„Lady Windermeers Fächer". Der Regisseur Gerd Fricke streicht das Stück energisch zusananen. Dos Schauspiel, gespickt mit geistreichen Tcndeii.zeii, ist nur im Wort, im Dialog verankert. Die Bühnenwirkung bleibt dabei im Grunde gleichgültig. Die Sprache glitzert, ist in tausend Facetten geschlissen. Bei der L e k- t ü r e hat man einen größeren Genuß als bei der Aufführung. Aber die mondäne, geistreich gefaßten Weisheiten Wildes interessieren heute wenig. Dies erscheint augenblicklich als ein Fehler der Ko- mödie. Außerdem läßt der Regisseur die Sprecher gewissermaßen mit ihrer eigenen Weisheit kokettieren, weil er die einfachsten Dinge betont sprechen läßt. Die Wildeschen Aphorismen verhüllen das Gerüst eines Kolportage st ückes. Der Regisseur muß den Hauptakzent diesmal merkwürdigerweise auf die Fassade und nicht auf das Skelett legen. Gerd Fr i ck e begehr mit der Umkehrung der Tatsachen einen sehr schweren Regiefehler. Außerdem stören Ueberbetonungen immer die Wirkung. 8. bezirks zur Internationalen Feier um 19 Uhr. Stotltcki« Sv'.eler müssen erscheinen. Die. Inftrumentenspieler müssen ebenfall» erscheinen. Weebebezirk Reinickendors: Kommunalpolifischei Tageskursus an Jugendheim Tegel. Schönebergee Slriiße. Frühstück. Eßgeschirr und Schretdmatcrial find mitzubringen. Bezinn pünktlich 9 Uhr... Werbebezirk Osten: Alle Genossen besuchen die Beranfialtung des«rport- kartells im Eoncordio-Palast, Andreasstr. 64. 10 Uhr. Es laufen die Filme: 1. Aus dem Alltag empor. 2. Arbciter-Turn- und Sportfest t» Nürnberg. Eintritt 50 Pf._ Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold'. Geichäftsstelle: Berlin S. U, Sebastianstr. 37/35, Hof 2 Tt, Wedding. Alle Kameraden beteiligen fich an dem Lerbstvergnügen des Allgemein en Preußischen Polizeideamtenverbandes im Moaditer Schifte it haus am Sonnabend, dem 3. Oktober. Karten stn�» bei Kameraden Lillmann, Nazarethkirchftr. 41, und an der Kasse erhältlich.— Sonniofl, 6. Oktober. Mitte, 814 Uhr alle Landixillspi-Ier am Rosenthaler Tor. Friedrichshoiu. 15 Uhr Antreten mit Musik und Fahnen am Bahnhof Weißensee. um 12 Uhr auf den Sammelplätzen der Kameradschaften. Pflichtveranitaltung. Pankow tOrtsverein). 1214 Übe Antreten Prinz-Leinrich. Berliner oktaßc IN Bundeskleidung. Erscheinen Pflicht.— Montag, 7. Ott» der. Ritte. 20 Uhr Iungbanner im Jugendheim Tieckstraße. Bunter Abend unter Mitwirkung der Mnslkgruppe. Prenzlauer Berg. Achtung, Iungbanner! 20 UJr Bcfluin der Heimabenbe in der weltlichen Schule, Sannenburger Straße, Lot 2 Treppen. Zimmer 17. Festsetzung des Winlerprogramms. Erscheinen aller Iungkamcrab.'v Pflicht. Friedrichshain. 1914 Uhr Iungbannervollverfammlung bei Neumann, Gubener Sir. 45. Bortrag. Krenzberg. Versammlungen um» Uhr: Zug III. Filmabend im Reichenberqer Löf, Reichcnberger Sir. 147. Unkosten 20 Pi. Jugend I. Jugendheim Porckstr. 11. Zimmer 5. Wilmersdorf,«amerodichalt Süd. 20 Uhr Kameradschaftsversammlung bei Lau, Hildegard. Ecke Schramm. straße. Wichtige T-gesoidnunq. Erscheinen Pflicht.— Preu, lauer»erg. Kameradschaft Nordkap Der Kamerad Franz Schulze ist verstorben. Er». äfcherun« Sonnabend. 5. Oktober. 15 Uhr, im Krematorium Genchtstraße. Beteiligung Pflicht.— Wasseripartabtrilung Tegel. Sonntag. 6. Oktober. 9 Uhr. Abfahren nach der fgeiligrnseer Schweiz.— Weißens««. Sonntag. 6. Oktober, Antreten 13 Uhr Prenzlauer Promenade. Ecke Heinersdoner Straße Alle vafstven Kameraden stellen fich im Schloß Weißensee zur Kon- trolle um 1514 Uhr. Meldung bei Kamerad Wilcke.— Reulölln-Brig lOrtsverein). Sonntag. 10 Uhr, Antreten am Gendarmenmarkt. Nachmittag Autofahrt nach Dabendorf zur Fahnenweihe. Arbetter-Sawariter-Bund E. B.. Kolonne Berlin. Sitzung-kolender. Montag. 7. Oktober. Bvhnsdorft Lokal Leimann. Waltrrsdorfer Str. 100— Köpenick: Lokal Stippekohl. Schönerlinder Str. 5.— Dienstag. 5. Oktober. SeWtsdorf: Turnhalle Siaonstraße.- Donnerstag. 10. Oktober Pankow: Jugend. heim Kisfingenstraße.— Tiergarten: Lokal Lausch, Wirlef. Ecke Bredownraße. — Eharlottenbuta: Jugendheim Rofinenstr. 4.— Freitag, 11. Oktober, ctegiitz: Lokal Schmidt. Lichterfcldc. Roonstr. 59.— Tempelhos: Lokal Lindlsch, Rat. hausstraße.— Montag. 14. Oktober. Lichtenher«: Lokal Seipke. Kronprinzen. straße 47.— Kreuzberg: Am Urban, Ecke Planufer.— Neukölln: Lokal Schilling. Kirchhofstr. 41.— Donnerstag. 17. Oktober. Wedding: Lokal Roland, Tunnrr Straße 6.— Freitag, 18. Oktober. Reinickendorf: Lokal Matter. Eichbornftr. 91. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr. Poppelaller 15, Bortrag des Lerrn Dr. P. Krisch«:»Das heilige Land" lPalästina) heute. Harmonium: Niederländisches Dankgebet(Balerins). Gäste willkommen. Arbeiter-Abstinenten-Bund. Am Sonnabend, dem 5. Oktober, findet in unserer eigenen alkoholfreien Gaststätte gm Marheinekeplatz 5— 4 unsere Mit, gliederoerlammlung statt. Beginn 20 Uhr. Referent: Genosse«irstein. Arbeiter.Abstinenten.Bund, Gruppe Kreuzberg, Marheinekeplatz 3—4. Zubilänmskonzert der„Fichtr-Georainia". Am Sonnlag. dem 6. Sltober. II Uhr. begeht der Arbriter-Sängerchor„Fichtc-Georginia" zur Feier des öOjährigcn Bestehens fein Festkonzert in der Oper am Platz der Republik. Eintrittskarten zu IVO M. find noch an der Kasse zu haben. Arbeiter. Sa mar! terkolsnne Berlin. Sämtliche Genossen treffen fich am Sonntag um S!4 Uhr Friedrichstr. 250,«reis Lallefches Tor, betr. Beerdigung Strefemanns._ Berliner Verein fit Einheitsknrzfchrift S.». Jeden Montag, Dienstag. Mittwoch und Freitag von i914 bis 2114 Uhr Uebungsftunde im Friedrich-Wil. Helm-Gvmnafium. Kochstr. 15. Dienstag. 5. Oktober, beginnt«in n«u-r An. fängerlehrgang. Dauer 2 Monat«. Gebühr 12�0 M. Pereinsheim Wilhelms- � TypogÄhssä�s Orchester. Mufiiverein Berliner Buchdrucker. Dirigent: Erich Sutzeit. Uebungsstunde ieden Freitag von 2014 bis 2214 Uhr in Neulölln. Hermannstr. 199 fRrstauvant zum Sängerheim). Sonntag. 6. Oktober, 10 Uhr. auf Tivoli. Mitwirkung bei den Paffioen der„Topograph>a. wellerberichl der Sffenllichen weklerdleuststelle S erlin und Umgegend (Nachdr. verb.) Wolkig, später auch Regensälle. Temperatur«! etwatz niedriger.— Jür Vcutjchland: Auch im Süden kühler, vielfach Regensälle Ilm Südwesten ziemlich heiter und sehr warm, im übrigen Reiche trübe mit Regensälle» bei wenig veränderten Temperaturen. Sonnav. 5. 10. Staats-Oper Unter ä. Linden A.-V. 211 20 Uhr Staats-Oper Arn Pl.d.Republ. R.-S. 168 19'* Uhr Sonnab., 5. 10. Stltdt. Oper ßismarckstr. Turnus II 20 Uhr Samson und Dalila Staatl. Sdtaaspb. im Gendarmenmarkt A.-V. 187 20 Uhr Hans Im Sdmakenlodi Staat). Sebitler-Tlieater.Charltb. 20 Uhr Der ftaufmaDn v. Venedig Till. 2 Vontcll. » an« S'/r Obr Gaitarttu 9256 Gasen neuen frelie: Weenentnas 5 Uhr 5G Pf. bis Z Marh »gl.>'/, i. Sonnt. 5 Uhr I bis 6 Hark Charlie Rival, 3 WhirleHnds, Long Tack Sem usw GROSSES SCHAUSPIELHAUS tägl. 8 Uhr Regie; ERIK CHARELL Besanii-Aussiaitunp: Pr«!. Ernst Stern. Mutikailsche Leitung: ernsillanko. Winter ★ Qarrem [ S Uhr» Zenir. 2819» Bunüien erlaaot Jsabellt» Rull i. weitere Attraktloneo «onnabend u. Sonntag Je 2 Vorstellung« 3» und 8 Uhr. S* kleine Preise.1 1 VolUsbObne Tligitii tnBaiowplili TSglich 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regle: Karl Heinz Martin Staad. Sdiiller-Hi- 8 Uhr Der Ranfmann von Venedig Vorverkauf auch im Pavillon der Rein hardtbühnen, Kurfflrstendamm, Ecke UhlandstraBe Bismarck 448/449 3 Uhr Sonntag nathmlnaa. ungek. halbe Pre se. Direktion Dr. Robert Klein Oentselies KOnslier-Theat Barbarossa 3937 8Vn Uhr Die andere Seite HeriiDer Dieater Oönhof(170 8V» U. Zvel Krawatten von Georg Kaiser ■Musik Spoliansky Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8V« Uhr Max Adalbert als Kante am Flügel Rudolf Nelson Tlieal.amRoini.Tar Kottbusser Str. 6 Tägl.«Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U eitle" Sänger Dtraoppslta Alwin!.Ein Weltrekord ck. Lach." 0.1. Norden 1Z3I0 8US Ende gegen II Die Fledermaus Musik v.Joh.StrauO Regie: Max Reinhardt Dirigent E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Kammerspiele D.I. Norden 12310 SVi, Ende gegen 10u.z«iaz leilw. bisSOProz. herabges.. Riesenauswahl R�GMMÖP� 9 lstermöbelfabrik .SUIUMvr Zchoneb-rg Hauvtstr.l5l Goißstr 44. Stegllst Aldrechtstr. 401 ««.kiMMklSW MWÜst sirtgidniitwtzlirt 25 M. (uUnig 2(«ttgKridne Worte).— Sttllenjemhe das 1. Wen flettgedn:»'! 15 91..!«d«»eilen Ten 19 9l. Winz mü»ua: als 15 Sidistabtn lähiia Ii: iwei Wem. Innigen,»eich, Hr die Dädnti Hemmer bntimmt slnd.nisuibiiigJtesfvn 4Vi Ohr eedmittags!» dir Hiupl-EigediCen des Tervim. lindasinle 3, ädgigeteuwrdw.DlBefte istw:aenlagsr»n mwgens 1'-Uhr hn nidim. 5 IJnt inuntiitrodm gefltMt. Verkäufe Linoleum. Szillat.«vloniestraße 9• Betten verlanfl Neue 12256! 15,— I 19.50! Prachtvolle 25,— I 27.501 Bauern. bellen 39,-! 33,—! Inlette! lvottbillig und aut! Keine Lomrardware. Leid- hau». Brunnenstratze 47.�_ ♦ Befilcdern-Rciniguug! nach neuestem Softem bei Entnahme von Federn! In. leite! arali»! Betttedern! Bettevl Steppdecken! Kissen! sehr billig! Neu erössnel! Bettrnhaus. Lendsbkrner- straße 12." SrtzieiitllhgsslllOße, Vüscb« us« Wenig getragen« Kävaliergarderobe oon Millionären, Aerzten. Anwälten. Fobelhait billige Preis«. Empfehle Taillenmäntel, Paletots. Fracks, Smo- iina», Gehrockanzüae, Hosen. Spart.. Gehpelze. Gelegenheitskäufe in neuer Garderobe. Weitester Weg lohnend. Lothringerstraße 56, t Treppe. Nosen. tbaler Platz. Wenta getragen« kinaanzllge. Gebt. �„ anzöge, Gummimäntel, Eulawavanzüge. ackanzüge, Smo. e, Gehrockanzüge, Jackett- nzüg.!. Gabardinemäntel, Eovertcoatpaletot», jede Figur passend, Spezialitäi: Bauch. anzllg« spottbillig. Gklellschaftsanzüge werden verliehen. Holpern. Rosenthaler, straße 4. I. Elag«._ Wenig getragen«, teils auf Seide ge- «rbeitete.~. oi. iBauDWWWWWUWWW�WWWW tot», für jede Figur passend und in jeder Form stet» vorrätig: außerdem hochelegante neue Gar- derobe, von erstklaffigen Schneidern ge- arbeitet, zu staunend billigen Preisen. Gelegenheitskäufe in Herren, und Damenpelzen. Leihhaus LowickL Prin- zenstraße 105. eine Trepp«.«eine Lombard war«.___| Loa«avaklereu wenig getragene. teils auf Seid», und neue Iackettanzüge Emokinganzüge, Abendanzüge, Frack- anzllge. Ulster. Paletots. Gerockpaletols. Bauchonzllge. jede Figur passend. Sport- pelze, Gehpelze, Damenpelzmäntel. Mufikapvarate, Goldwaren enorm billig. «eine Lombardware. Leihhaus Fried- richstraß« 2, Hallesche» Tor.___' verleii hocheleganter Gescllschaltz. Anzüge Leihhaus Lowlckt. Prinzen- straße 105. fdodel Rehfeld, Badstraß« 54, Hausnummer achten, verkauft spottbillig gutlackierte Anrichteküchen 125.—. 148,—, 195,— ,Ia fieet« Küchen 195,—, 275.— usw.. Bücher- schränke 48.—. 75.— usw.. Diplomaten- schreibtische 79,—, 98,—. Speisezimmer, wundervolles Bilrinen büfett. Kredenz, schwerer Ausziehtisch. echt« Lederstühle. 375.-. 496.-. 675.- usw._ Badstraße_ 84.__ Herrenzimmer, Bibliothek, Diplomat mit englischen Zügen, runder Tisch, Ledersestel, Ledirstühle, 295.—, 87o,—. 495,— U!w� Badstraßc 34� J Rehlcld. Bodstraße 34, Hausnummer achten, verkauft fpottbillig Ankleide- schränke mit Spteael»8,—, 185.—. 195,— usw.. moderne Bettstellen 86.—. 48.—, 58,—, Palentmatratzen 13,—, 15,—, Auf- legematratzen 19,50, 25,—, 38.—/ Mar. mcr-Waschtoilellen mit Spiegel 98.—, 125,—, Nachttische 19,50. 29.-._____ Rehfeld, Bodstraße 34. Hausnummer achten, verlaust spottbillig Plüschsosa» 98.—. 125.-, 148.—. Ruhebetten, prima Arbeit. 59.—. 45.—. Ausziehtische 59.-. 4?.-.«5,-. Rohrstühle 8,95. 7.50. 9.50. Flurgarderoben 39.50, Korbsessel 7,50, 9,50. 14,-.______...._______ Rehfeld, Bodstraße 34, Hausnummer achten, verkauft spottbillig ochlaszimmer mit großem Ankleideschrank, Marmor, toilelte. Bettstellen. Nachttisch«. Stühle. 575,—_ 405.— 660,— usw._* Rehfeld, Badstraße 34, Hausnummer achten, verkauft nur reelle Tischlerarbeit, auch gegen Teilzahlung hei mäßiger Zinsberechnung. Frei« Lielerun«. auch uach�oußerhalb._______* Wochenendbettc», komplett 24.— Pavvelallee nur 12: Pankow Schmidtstraße 1 Wochenend-Ehailelongue» 2< 35,—. Pappelallee nur 12: Echmidtstraße L 30.-, Pankow. Möbel-Kamerllng, Kastanienallee 58. ftÄen. Nachttische. �R?elcna�n>ahl Plüschsofas. Spottpreise. Zahlunzs- erleichternna. Pateatmatratze»„Prtmisfima". Metall. betten. Auflegematratzen, Ehaiselongucs. Walter, Etargarderfiraße achtzehn. Kein Laden» Röbelkänier merke Kredit und bar Räbelbazar, groß« Auswahl. kleine Preisel Beispiel«: Schlafzimmer 455. Speisezimmer 345. Herrenzimmer 280. Svieaelschränke 118. Aurichieküchen 75.«leiderschränke 18. Lolzbettstellen 43. Ehaisrlonaues 38 Metalldelten 18, Auflrgematvatz-n 15. Eonstiae Möbel entsprechende Prent. Teilzahlung ausschlaakreL Bochenraien. Monatsraten. Kleine Anzahlungen. Kassa-Rabatle bis zehn Prozent. Kredit« bis zwei Jahr«. Mäßige Zinsen. Haupt, geschält Steglitz, Schloßstraße 107: 2. Ge- schärt Neukölln. Hermannvlatz 7: 3. De. schett Belle-Alliance-Straß« 95. Unter. arundbahn: 4. KüchenabteUung: Neu- kölln, Sermannplatz 4: 5. Geschäft neu eröffnet Kottbusser Straße Nr. 25. am Tor." Musikinstrumente Kosfmann Piano». Stammhaus ae- gründet 1887. Pianos. Flügel. Hör- moniums, 100 Instrumente. Auswahl. anerkannt« Tonschönheit. Preiswütdia- keit, günstig« Teilzahlungen. Reue Pianos 900 Mark, gebrauchte 400 Mark an. stets Gelegenheitskäufe. Alte In- iirumente Segenrechnung. Pionosorte. kabrik Georg Hoffmann G. m b. H. Berlin SW. 58. Leipzigerstraße 57 ISpittelmarkt).___ Llnkpioao». überaus preiswert. Piano- kabrik Link. Brunnenftraß»� 85._* Ohne Bozahlung. Pianos, aebrauch! und neu. Garantieschein. Thür.«oll. busser Damm 64. l lam Lermannvlatz). Gebrauchte Oualiiätspionos. Wochen. raten. Monatsraten. Herer. Prinzen. straße jteunzsg.____________ ' Piano» 175,-. 206.-. A5.-, 2«,-. 275,—. 425,—, gebraucht«, aroße-Au». wähl in neuen: langjährige Garanfie. Herer, Brunnenstraße 191. 1 Treppe. Rosenthaler Platz. Teilzohluna.' Gebraucht« Fahrräder, größte Aus- wähl. 15.-. 20.-. 25,-, 80.- 85,- Mochnow. Weinmeisterstraße 14.* Kaufgesuche gahnaebiffe. Platinabsälle. Lötzinn. Blei, Oueckstiber. Silberschmelze. Gold. schmelzerei Ehristionat.«öpenicker. straße 59 IHaltcslelle Adalbertstraße)' Unterricht Tanzschule R. Wolfs. Köpenick. Resiau, rant llblenhorft, Beginn des Tan». lehrkurius am Sonntag, dem 8. Okto- der, 14 Uhr. Angehörige von SPD. und Reichsbannerkameradev Ermätzi. gung. R. Wölfs, Tanzlehrer. Köpenick. Mittelheide 22. Vermietungen Esmm Znawer. leer oder möbliert, sucht kinderloses Ehepaar bei Parteigznossen. mSolichst Weddina. Okferten unter B. 24 Haupteivedition des Dorwärts.