Morgenausgabe Nr. 469 A 236 46.Iahrgang «ich«,«««P>.»onowch ,.«Z 9L toi Boraus zadlbar, Postbrzu, 4Jt VL ttnjchltefeUd)«0 Psg. �ofttttungs*»0 72 Psg. SoftbtfteH j tbül)r«a. Auslands. abanntmtiu 6.— M. pro Monat. Set.SoiBbts*«Ichrlat aiochenlig. fich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Ldendausgaben für Verlin und im Handel mit dem Ittel.Der Abend". Jlluftriette Veilagen.Volk und Zelt" und.jkinderfreund". Ferner .Unterhaltung und ZBifl-n",.Frauen» stimme"..Technik"..Viick w die vücherwelt" und.Iugend-Vorwirts" *#' Berliner Voltsvlatt Sonntag 6, Oktober 1929 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. TH > I p a ttl 2« SkonpareillezeS« Pfennig. Reklamezeil» S.-- Reich». »ark.„Kleine Anzeigen�' da» iettg». druckt» Won 25 Pfennig(zulässig zwei Jettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch, da» erst, WoN IS Pfennig, jede» weiter» Won Ii) Pfennig. Worte über IS Buchstoben zählen für zwei Worte. Arbeitsmart: Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeiie 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupr- ««schöft Lindenstraß» 3, wochentäglich von 8*;, die 17 Uhr. Jentratoegan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprtcher: Tönhoff NZ— 297. Telcgramm-Adr.: Eozioldemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 53(5.— Bankkonto: Bank der Zlrbeitcr, Angrstellten und Bcamten, Wallstr 55. Tiskonto-Grfcllfchaft, Dcposilcnkassc Lindrnstr 3. Oer Weg Gustav Stresemanns Ein Staatsmann der neuen Zeit. In wenigen Stunden wird sich nun die Erde über dem Körper eines Mannes schließen, den wir viele Jahre im Kampfe gesehen, mit dem wir oft unsere Klingen gekreuzt und mit dem wir dann doä) wieder bei wichtigsten Entscheid düngen Schulter an Schulter gestanden haben. Es ist wahr- lich eine große Trauergemeinde, die an seinem Hingang seelischen Anteil nimmt: sie reicht international bis in ent- fernte Winkel der Welt, national ooin Reichspräsidenten, der hinter dem Sarge herschreiten wird, bis zum Reichsbanner und zur Sozialdemokratischen Partei. Als der Großkapitalist und bürgerliche Demokrat Walter R a t h e n a u den Kugeln seiner Mörder erlegen war, stan- den die Arbeiter zu Millionen in den Straßen, um den Toten zu ehren und seinen Mördern zu fluchen. Das war kein Verwischen und Vergessen der Klassengegensätze. Es war ein politischer Akt, entsprungen der instinktiven Erkenntnis, daß der ermordete Außenminister eine entscheidende An- Näherung an die Weltpolitit des internationalen Sozialismus vollzogen hatte. Darin zeigt sich ja die Größe einer Idee, daß sie Zug um Zug auch Widerstrebende in ihren Bann zwingt. Wenn die Arbeiter auch heute noch Rathenaus Andenken ehren, so tun sie das nicht in Der- leugnung, sondern in Bejahung ihrer eigenen großen Idee. Gustav Stresemann war kein Großkapitalist, aber id seinen Anfängen stand er politisch weit rechts von Walter Rathenau. Dieser hatte die„große Welt" des Kaiserreichs lange genug von der Nähe gesehen, um sie zu verachten. Der junge Stresemann sah sie von unten her und war von ihrem Glänze geblendet. Für ihn war sie eine verschlossene Welt und blieb es, auch als er schon Führer einer bürgerlichen Partei war. Von der Weißbierstube seines Vaters in der Köpenicker Straße führte kein Weg zum Weißen Saal des königlichen Schlosses. Auch der kleinste aristokratische Be- amte des Auswärtigen Amtes glaubte sich über ihn erhaben. Es ist immerhin eine psychologische Merkwürdigkeit, daß ein Mann von der Geistesstärke und der Kämpfernatur Strese- manns keinerlei Neigung zeigte, gegen diesen unwürdigen Zustand zu rebellieren. Ja, er hat noch nach der Revolution die Republik und das parlamentarische System bekämpft, die bald darauf ihm seinen eigenen Aufstieg ermöglichten. Mehr als sechs Jahre lang hat er dann an der Spitze des Auswärtigen Amtes gestanden und an seinem eigenen Bei- spiel gezeigt, daß Geist mehr ist als Geburt. Diejenigen, die heute Stresemann ehren, aber das parlamentarische System in Grund und Boden verdammen, bedenken nicht, daß der Stresemann der letzten sechs Jahre, der Minister und ge- feierte Staatsmann ohne die Demokratie und das parlamen- tarische System nicht denkbar ist. Sie bedenken auch nicht, daß Demokratie und parlamentarisches System in Deutsch- land aus dem Willen der Sozialdemokratie, der Arbeiter- klaffe hervorgegangen sind. Stresemanns große politische Leistung ist nicht denkbar ohne die große politische Leistung der deutschen Arbeiter. Es ist auch kein Zufall, daß sich die große Leistung Stresemanns immer mehr in den Bahnen bewegte, die von der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung vorge- zeichnet waren. Wied.er zeigt sich die zwingende Macht der Idee: Stresemann wurde international aus natio- n a l e m Willen. Nicht auf dem Weg über eine Theorie, wie wir Sozialdemokraten, sondern auf dem empirischen Weg über den Versuch und die Erfahrung kam er immer mehr zu der Erkenntnis, daß man dem eigenen Volke nur dienen kann, wenn man auch die anderen begreift, und daß wahrer Internationalismus nichts anderes ist als die Harmonie aller Patriotismen der ganzen Welt. Um dem niedergebrochenen Deutschland zu dienen, be- trat er den Weg der Verständigung, leistete er Verzicht auf unwiderbringlich verlorenes Gebiet, bot er den Feinden von gestern Freundschaft. Er tat das, nicht weil er etwa für die Idee des Internationalismus begeistert gewesen wäre, son- dcrn weil er als praktischer Staatsmann erkannt hotte, daß jeder andere Weg zum rettungslosen Untergang Deutschlands führen mußte. Wohl mag es im Anfang feine Absicht nur gewesen sein, vorhandene geistige Strömungen diplomatisch auszunutzen, aber es war interessant zu sehen, wie diese Strömungen ihn schließlich auch innerlich ergriffen und umformten. Stresemann hat den weiten Weg vom nationalistischen Eroberungspolitiker zum Apostel des Welt- friedens und der Völkerverständigung aus Ueberzeu- g u n g zurückgelegt, und er hat mit größtem persönlichen Mut für seine schwer errungenen Erkenntnisse gekämpft. Kein Wunder, daß die Stehengebliebenen, die Ewig- gestrigen mit Entsetzen und Wut den Weg dieses Mannes verfolgten, der so weit aus ihrem eigenen Lager-in das ent- gegengesetzte führte. Sie können ihn nicht anerkennen, denn diese Anerkennung schließt die andere in sich ein, daß die von den Arbeitern geschaffene Republik und die von den Arbeitern vertretene Außenpolitik das deutsche Volk aus dem Verderben auf den Weg der Rettung gebracht haben. Ein Sozialdemokrat war Stresemann gewiß nicht. Auf wirtschaftlichem Gebiet steckte er noch tief in den Auffassungen des Liberalismus. Das will nicht sagen, daß er ein Lobredner des Kapitals und ein diensteifriger Knecht der Schwerindustrie gewesen wäre, die in seiner eigenen Partei stets fein Widerpart war. Die Tendenz zur Kapitalskon- zentration verfolgte er mit Mißbehagen und Sorge. Für die sozialpolitischen Bestrebungen der Arbeiter fehlte ihm nicht das Verständnis. Von dem Typ des engstirnigen Scharf- machers war er weit entfernt. Geschichtsschreibern einer kommenden Zeit wird er als ein Mann erscheinen, der aus dem Dunkel ins Licht schritt. Daß er den Mut besaß, so viele Illusionen und Vorurteile seiner Jugend hinter sich zu werfen, das erst hat ihn zu einem Staatsmann von geschichtlichem Ausmaß gemacht. Und das hat ihn auch uns nähergebracht. Indem wir seine außer- ordentlichen Verdienste anerkennen und gemeinsam mit vielen politisch Andersdenkenden seinen Hingang aufrichtig be- trauern, geben wir nichts von dem auf, was wir selber sind. Wir haben den Sturz eines Kaisyxreichs und den Auf- stieg einer Republik, die wir geschaffen haben, erlebt. Wir sehen seitdem auch auf sozialem Gebiet eine alte Welt sich auflösen und eine neue im Werden. Daher die gärende Un- ruhe in allen bürgerlichen Parteien. Grenzen haben sich ver- schoben, nicht nur auf der Landkarte, und noch immer ist alles in Bewegung. Gustav Stresemann ging den Weg in die Zukunft, soweit er ihn sah. Auf ihm begegnete er sich mit uns. Seine Partei blieb nicht ohne Sorge, vielleicht hat er i h r damit auch nicht gedient. Aber daß er damit Deutschland und Europa unvergängliche Dienste geleistet hat, ist gewiß. Nichts hindert uns, diese Verdienste anzuerkennen und am offenen Grabe auch unseren Dank auszusprechen. Es gibt Gräber, in denen nichts liegt als Vergangenheit, und es gibt andere, die in die Zukunft weisen. Stresemanns Grab und Denkmal auf dem Luisenstädtischen Friedhof wird ein Meilen- stein sein auf dem Wege in die neue Zeit. OieLleberführung in den Reichstag. Gestern abend erfolgte die Ueberführung der Leiche Gustiiv Stresemanns aus seiner Wohnung in das Rcichstagsgcbäude. Bei Eintritt der Dunkelheit sammelten sich Tausende, die dem großen Führer der Republik die letzte Ehre erweisen wollten. Au beiden Seiten der Friedrich-Ebert-Straße rund um den Platz vor dem Brandenburger Tor und in den Straßen am Reichstag harrte die Menge geduldig aus. Kurz nach 8 Uhr erschien ein Trupp berittener Schutzpolizei vor der Villa des Reichsaußenministers und nahm dort Aufstellung. Gegen'A9 Uhr öffneten sich die großen eisernen Tore, der Trauer- wagen mit dem Sarge Gustav Stresemanns erschien. Auf offenem Wagen, der von zwei schwarz bchangcncn Pferden gezogen wuroo, ruhte der Sarg unter der großen schwarzrotgoldenen Fahne mit dem Zeichen des Auswärtigen Amtes. Die berittene Schutzpolizei setzte sich an die Spitz« des Zuges. Am Sarge schritten Beamte des Aus- wärtigen Amtes und Schutzpolizisten. Dann folgten die Wagen mit den Hinterbliebenen und den Beamten des Auswärtigen Amtes, die in der letzten Nacht vor der Bestattung die Totenwache halten. Als der Trauerwagen erschien, hatte die Menge den Kopf entblößt und verharrte schweigend bis der Zug vorüber war. Der Trauerwagen fuhr an der Rampe des Reichstags auf. Die Beamten des Auswärtigen Amtes trugen den Sarg in den Reichstagssitzungssaal. Der Sitzungssaal ist feierlich ausgeschmückt. Die Wand hinter dem Präsidentenstuhl ist fast bis zur Decke hoch mit schwarzem Stoff ausgeschlagen. Davor steht der Sarg, über ihm die schwarzrotgoldene Fahne und rings um den Sorg die kostbaren Blumcnspenden. An jeder Seite des Sarges stehen Beamte seines Ministeriums, die stündlich sich in der Toten- ivache abwechsen. Gustav Stresemann ruht für die letzte Nacht vor seiner Be- stattung an der Stelle, wo er so oft seine Außenpolitik vor Freund und Feind darlegte. Er ruht auf dem Platz, von dem ans er in wenigen Tagen über sein letztes Werk, die Haager Konferenz, Ant- wort und Rede stehen wollte. Auch England ratifiziert! Vorlage im Llnterhans spätestens Anfang November. Wie aus Genf berichtet wird, hak gestern der englische Regierungsvertreter anläßlich der Beratung über die Einberufung einer Jnlec- nalionalen kohlenkouscrenz zur einheitlichen Regelung der Arbeitszeit im Bergbau miigeteill, daß die englische Regierung gegenwärtig eine Vorlage zur Ratifizierung des washing- t o n e r Abkommens über den Achtstundentag vorbereitet, die spätestens Anfang November dem Unterhaus zugehen werde. * Im gestrigen Morgenblatt konnten wir die Mitteilung verössent- lichen, daß die deutsche Reichsregierung eine gleiche Bor- läge vorbereite. Diese parallele Aktion der deutschen und der eng- tischen Regierung zur Ratifizierung des Abkommens von Washington ist von außerordentlicher Bedeutung. Damit werden die letzten Hindernisse zur Durchführung des internationalen Abkommens über den Achtstundentag in den europäischen Ländern von industrieller Be- deutung beseitigt. Wenn auch das Abkommen von Washington nicht alle unsere Wünsche befriedigt, so stellt es doch einen w e s c n t- lichen Fortschritt dar. Durch dieses Abkommen wird zum erstenmal die Arbeitszeit international einheitlich gc» regelt. Die Grundlage dieser einheitlichen Regelung ist der Acht- stund c nta g. Das ist ein Fortschritt gegenüber der nationalen Gesetzgebung der Vorkriegszeit— eine internationale Gesetzgebung gab es damals überhaupt noch nicht— von ungeheurer Tragweite. Auf dieser Grundlage wird der notwendige Kamps um die lveitere Verkürzung der Arbeitszeit angesichts der fortschreitenden Rationnli- sicrung um so leichter geführt werden können. Aiteniat in Bukarest. Ein Revowerfchuß auf den Innenminister. Bukarest, 5. Oktober. Vor dem Gebäude des Innenministeriums schoß heut« nach- mittag um A4 Uhr ein junger Mann, der sich vor dem Hause aufgestellt hatte, gegen das Auto des Innenministers Alexander Vajda-Vojvoda, in dem außer dem Minister sein Kabinetts- chef saß. Die Kugel durchschlug dos Fenster der einen Tür des Autos, verfehlt« aber ihr Ziel. Minister Vajda-Vojvoda und sein Kabincttzchef blieben unverletzt. Der Täter erklärte, er beiße Galdenberg und stamme aus Jasiy. Man glaubt, daß er ein An« archist ,st. Er gibt an, das Attentat aus Rache für die Tötung der Bergarbeiter von L u x e n i misgejührt zu haben. 15 Lahre Zuchthaus für Tuka. Ein Gchreckensurieil gegen die slowakische Bewegung. Volksbegehren nicht zurückgepfiffen. Oeutfchnational-volkSparteiliche Unterhaltungen. Die„Kölnische Zeitung" hat den Deutschnationalen zuge- redet, den Tod Etresemanns zu benutzen, um das aussichtslose Volksbegehren zurückzuziehen. Die Volkspartei hat durch die Hugenbergaktion ihre Manövrierfähigkeit nach rechts hin eingebüßt, den nach dem Bürgerblock schielenden Kräften steht das Volksbegehren im Wege. Auf die Einladung der.Kölnischen Zeitung" antwortet die„K r e u z- Z e i tu n g": „Freilich wäre es u. E. falsch, wenn die Deutschnationalen im Rahmen des nun einmal aufgezwungenen demokratischen Systems nicht gegebene Gelegenheiten benutzen würden, um auch auf dem Partei- und koalitionspolitischen Parkett zu agitieren. Die nationale Bewegung im Lande selbst braucht des- halb nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Merkwürdig be- rührt in diesem Zusammenhange die Zumutung der.Kölnischen Zeitung", angesichts des Hinscheidens Dr. Strefemanns das Volks- begehren überhaupt abzupfeifen. Uns scheint das ein« geradezu groteske politische Auffassung. Der Kampf gegen den Poung-Plan und die Kriegsschuldlüge richtet sich doch nicht gegen die Perion Strefemanns, sondern gegen die Sache. Im übrigen gehen jetzt die Dinge ihren Lauf." Die Leute um W e st a r p sind einem neuen Bürgerblock nicht abgeneigt— aber unter der Voraussetzung, daß sie auch als Regierungspartei„die nationale Bewegung im Lande" im Stile des chugenbergschen Volksbegehrens weiter betreiben können. Die Tatsache dieser Unterhaltung zwischen der„Kölnischen Zeitung" und der.Kreuz-Zeiwng" kennzeichnet die Lage der Vvlkspartei nach dem Tode Strefemanns. Der Versuch eines Brückenbaues wird bei den Deutschnationalen nicht un- sympathisch aufgenommen— sie fordern nur, daß die Volks- Partei Felonie gegen ihren toten Führer übe. Zur Betrauung Or. Eurtius'. Eine amtliche Erklärung. Zu der Meldung eines Berliner Morgenblaltes, daß die Be- trauung des Reichsministers C u r t i u s mit der Führung der G«< fchäfte des Reichsmißenministers ohne Kenntnis der an- deren Minister erfolgt sei, wird von zuständiger Stelle folgendes mitgeteilt: Es ist richtig, daß der Reichskanzler mit niemandem vorher Rücksprache genommen hat, auch nicht mit Reichswirtschoftsmrnister Curtius. Der Reichskanzler hat für seine Person Abstand davon genormnen, selbst vorläufig das Amt des Reichsaußenministers zu übernehmen, da er noch Rekonvaleszent ist und außerdem ihn die vielen Aufgaben, die er als Reichskanzler zu erledigen hat. schon an sich sehr belasten; aber auch die Aufgaben, die der Außen- minister in nächster Zukunft vor sich steht, sind so umfangreich, daß e» unbedingt notwendig war, einen anderen Minister mit dem Amt zu betrauen. Der Artikel 83 der Reichsverfassung schreibt ousdrück- lich vor, daß die Reichsminister auf Dorschlag de» Reichskanzlers vom Reichspräsidenten ernannt werden. Im übrigen wird mit der Betrauung de« Reichswirtfchaftsministers Curtius mit der vor- läufigen Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsauhenminister» noch keineswegs ein Definitivum geschaffen. Oer demokratische Parteitag. vr. Gtolper referiert über die WirtschafiSloge. Mannheim. 5. Oktober.(Eigenbericht.) Der demokratische Parteitag nahm am Sonnabend zunächst die Abstimmungen über die politischen Anträge vor. Dabei wurde unter anderem«in von den Hamburger Demokraten eingebrachter Antrag abgelehnt, der die Schaffung des Mehrheitswahlfystems fordert. Nach den Abstimmungen sprach Dr. Gustav Stolper über das Wirtschaftsprogramm der Demokratischen Partei. Sein Referat gipfelte in folgenden Feststellungen und Forderungen: Die Finanzpolitik ist das Zentralproblem aller Wirtsäzaftspolitik ge- worden. Es müssen deshalb die Finan.zen von Reich, Ländern und Gemeinden als Einheit begriffen werden. Steuerpolitik bedeutet Einkommenverteilung und Einkommenverschiebung aus einem ge- meinsamen Sozialprodukt. Die kommend« Finanzreform muh das Einkommen der Masten entlasten und«ine Schonung der Wirtschaft .zur Kopitalbildung erstreben. Di« Demokraten fordern deshalb von der Finanzreform eine scharfe Heraufsetzung der steuerfreien Ein- kommensgrenze, Senkung der obersten Steuersätze, damit die Kapital- flucht aufhört, stärker« Belastung des entbehrlichen Berbrauch». Auf dos Referat folgte eine Aussprache, in der u. a. der preußisch« Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff das Wort nahm. Er stimmte der finanzpolitischen Forderung Stolper« im wesent- liehen zu. Am Sehl, ist, der Sitzung des demokratischen Parteitages wurde Minister a. D. Koch-Weser unter großem Beifall zum Partei- Vorsitzenden wiedergewählt. Ein völkischer Verleumder. Er muß ins Gefängnis. Stade. 8. Oktober.. Unter großem Zeugenaufgebot fand vor der Großen Straf- kammer die Berufungsverhandlung gegen den völkischen Schrift- steller W o l f f r o m statt. Wolffram hat in mehreren ösfenllichen Versammlungen in Stade und im Kreise Kehdingen die Republik verächtlich gemacht und die Minister Strejemann und Hilferding beleidigt. Das Stader Schöffengericht verurteilte ihn wegen Ver- gehen» gegen das Republikschutzgesetz zu fünf Monaten Ge- f ä n g n i s. Gegen das Urteil hatten der Staatsanwalt und der Angeklagte Berufung eingelegt. Das Gericht verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft aus Kosten der Staatskasse. Die Berufung des Angeklagten wird auf feine Kosten verworfen. Llundfunt-llebertragung der Trauerfeier. Die Funt-Stunde in Berlin wird heut«, Sonntag, den 6. Oktober, vormittags von 10.53 Uhr ab, die Trauerfeier der Reichsregierung für den verstorbenen Reichsminister de» Auswärtigen Dr. Strefemann aus dem Plenarsaal des Reichs- tage» durch Rundfunk übertragen. Im Anschluß daran findet«ine Uebertragung vom Platz vor dem Reichstagsgebäude statt, wo u. a. der Reichstagsabgeordnetc o. Kardorfs eine Rede halten wird. Daraus folgend wird«in kurzer Bericht gegeben werden über den Vorbeizug am Haufe des Auswärtigen Amtes, wo der ganze Zug«inen feierlichen Aufenthalt von zwei Mi nuten hat. Prag, 5. Oktober.(Eigenbericht.) Nach langwierigem Prozeß hat das Kreisgericht in Preßburg den ehemaligen Universitütsprofeflor und slowakischen Abgeordneten Dr. Tuka zu 15 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerliche« Ehren» rechte auf drei Jahre verurteilt, der Mitangeklagte Snackh zu fünf Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte; der Angeklagte Mach wurde freigesprochen. Die Verurteilung erfolgte wegen militärischen Ver- rates, und zwar weil Tuka in Wie««. a. den gegen- wärtigen Ausrüstungsstand der tschechoslowakischen Armee verraten habe« soll. Ferner gerundet sich das Urteil darauf, daß Tuka mit Snackh die„Rodobrana" organisierte, um eine« Aufstand und einen Einfall fremder militärischer(ungarischer! Red.) Kräfte in die Slowakei zu ermöglichen, die Slowakei gewaltsam abzn- trennen und fremdem Gebiet einzuverleiben. Das Urteil ist so drakonisch, daß es die schlimmsten Erwartungen weit übertrifft und überall, auch im tschechischen Volk auf große Empörung stößt. Man ist der Ueberzeugung, daß das Urteil auf die Parla» mentswahlen am 27. Oktober nicht ohne Einfluß bleiben wird. Das tschechisch-sozialdemokratische„Pravo lidu" (Volksrecht) schreibt zu dem Urteil u. a., hiernach müßten die zwei slowakischen M i n i st e r» da sich ihre Partei hinter Tuka gestellt habe, ihre Aemter niederlegen. In diesem Prozeß hatte der Hauptbelastungszeuge, als ihn die Verteidiger hart bedrängten, einen solchen Zusammen- bruch erlitten, daß man einen Ausbruch von Tobsucht be- fürchtete und ihn zunächst in eine Gefängniszelle einsperrte. Der Führer der slowakischen Voltspartei, der weißhaarige Pfarrer H l i n k a, hatte als Zeuge feierlich erklärt, wenn Tuka schuldig sei, dann sei er und mit ihm die ganze Partei es auch. Die Slowaken sollten wieder unter die Herrschaft der Madjaren wollen, die(unter der Leitung des jetzigen Friedens- und Rechtspredigers Albert Apponyi) das Bestehen einer slowakischen Nation nicht anerkannten und sie rücksichtslos zu madjarisieren trachteten! An«ine solche Tendenz kann man nicht glauben. Wohl aber fordern die Slowaken die Selbstregierung, deren Gewährung im tschechischen Staat M a s a r y k ihren Landsleuten jenseits des Ozeans auf dem Kongreß zu Pittsburgh im Weltkrieg auf das bestimmteste versprochen hat. Gehalten hat man dieses Versprechen nicht. Die Slowaken müssen im Heer dienen, sie müssen Steuern zahlen, aber regiert werden sie durch landfremde tschechische Beamte und Gendarmen. Gewiß sind die tschechische und die slowakische Sprache sehr verwandt, aber das sind schließlich alle slawischen Sprachen, und es gibt Slawisten, die die slowakische Sprache als Mittelding zwischen Tschechisch und Polnisch bezeichnen. Immerhin be- steht nach tausendjähriger Trennung sprachliche, besonders aber sozialkulturelle Verschiedenheit zwischen diesen zwei Völkern, die nur zusammengerechnet als ein Volk dem ganzen Staat eine„tschechoslowakische" Mehrheit geben. Von den klugen Führern des tschechischen Volkes sollte man er- warten können, daß sie nicht durch Verfolgung, son- dern durch Entgegenkommen die Annäherung der beiden Völker fördern,' statt sie zu stören. Aus der Urteilsbegründung. Preßburg, 8. Okiober. In der Begründung des Urteils wird auf Grund der Zeugenaus- sage Karl Belanskys, mit dem Dr. Tuka als aktiver Offizier bekannt wurde, gesagt, daß in den vertraulichen Unterredungen der beiden Dr. Tuka davon gesprochen habe, daß die Autonomie für die Slowakei durch Revolution errungen werden mußt«. Tuka habe Belansky ersucht, ihm einen Plan zur Besetzung der Garnisonen in der Äowakei, für den Transport der Waffen und für das Halten der mährifch-slowakstchen Grenz« auszuarbeiten, solange Hilf« vom Ausland« nicht gekommen sei. Die Aus- sagen Belanfkys seien auch von andern vertrauenswürdigen Zeugen bestätigt worden. Es wird ferner auf die Aussagen des Ingenieurs Braunschweiger Schulreform. 'Oer neue Schulaufbau. vrannschweig, 8. Oktober.(Eigenbericht.) Di« von dem Genosten Wilhelm Paulssen in Gemein- schaft mit sämtlichen Gruppen der Bvaunschweigischen Lehrerschaft ausgearbeiteten Grundsätze und Richtlinien jür den Neuausbau des Schulwesens wurden, nachdem fie von einem Haupt- arbeitsausschuß einstimmig gebilligt worden waren, der Haupt- Versammlung des B ra u nsch w« i g i s ch e n Landes- l e h r e r v e r e i n s vorgelegt. Nach einem einführenden Referat Paulstens wurden die Thesen widerspruchslos den Einzelorgam- sationen zur abschließenden Bearbeitung überwiesen. Die Opposition, durch einen gehässigen Prestescldzug geschürt, brach vor den zwingenden Gründen und Darlegungen Paulstenz kläglich zusammen. Heber ihren Derhinderungsantrag ging die Der- sammlung einmütig zur Tagesordnung über. Der Landesverband Braurischlveig der Allgemeinen freien Lehrergewerl- schost Deutschlands faßte in einer besonders einbentfenen Versammlung ein« Resolution, in der die Dorschläge als Beginn einer„hohen und bedeutungsvollen Schulreform" bezeichnet werden. Zerfpliiterier Splitter. Trotzki gegen Llrbahns.— Jedem Kommunisten seine eigene Partei! Die Leitung des Lenin-Bundes, an besten Spitze der früher- Reichstogsabgeordnete Urbahns steht, hat sich mit T r o tz k i überwarfen. Die Ursachen des Streits, die schon länger zurück- reichen, sind in der verschiedenartigen Beurteilung des Charakters des heuiigen russischen Staates zu suchen. Während Trotzki bald ein- Karl Stöger vor der Polizei und vor dem Untersuchungsrichter hingewissen, die dahin gingen, daß er im Austrag« Dr. Tukas in Budapest mit verschiedenen Jrredenkisten verhandelte, von denen er Geld nahm, das er Tuka übergab. Di« Aussage Stögers gehe auch dahin, daß Dr. Tuka in den Diensten des ungarischen Staates stand und von der ungarischen Regierung finanziell unterstützt wurde, daß seine Tätigkeit auf die Losreißung der Slo- wakei von der Republik und auf den Anschluß an Ungarn oder Polen gerichtet war, wo die Slowakei einen selbständigen Staat mit vollkommener Autonomie gebildet hätte. In der Be» grllndung wird ferner die Aussage Josef H a n z a l i k s hervorge- hoben, der Zeugnis über die Beziehungen Dr. Tukas zu der un- garischen Irredenta ablegte. Oer Verteidiger legt Berufung ein. Der Verteidiger Tukas, Dr. Galla, meldet« gegen Schuld und Ausmaß der Straf« Berufung an und hielt alle während der Hauptverhandlung angemeldeten Nichtigkeitsbeschwerden aufrecht. Dieselbe Erklärung gab auch der Verteidiger Snacky- ab. Tuka erklärte, das Urteil nicht anzunehmen und schloß sich den Ausführungen seines Verteidigers an. Der Verteidiger beantragte sodann die Enthastung Tukas und erklärte sich bereit, eine Kaution von 300 000 Kronen zu stellen. Der Gerichtshof lehnte den Antrag ab. Der Verteidiger meldete dagegen die Beschwerde an. In einer Sonderausgabe des„Slovak" schreibt der Führer der Slowakischen Volkspartei, Abg. H l i n k a: Das Urteil stt gefällt. Unser Held Tuka ist gefallen. Aber innerhalb seiner Ration hat er gesiegt. Uns überrascht das Urteil nicht; denn jeder große Gedanke muh feine Märtyrer haben. Die Vernichtung Tukas wird nicht gelingen, da hinter ihm 500 000 Wähler stehen. Benefch und die Minderheitvölker. Prag, 5. Oktober. Als Gäste der sudetendeutschen Journalisten sind jetzt eine An» zahl reichsdeutscher Redakteure hier. Außenminister Dr. B e n e s ch empfing sie heute, sprach über die grundsätzlich demokratisch-friedliche Außenpolitik der Tschechoslowakei, gedachte in den ehrendsten Worten Strefemanns und kam schließlich infolge von Fragen auf das Problem der Minderheitsnationen. Darüber sagte er, es falle ihm fchnÄr, in diesem Augenblick des Wohlkampfes davon zu sprechen. Er habe seinen Standpunkt in Minderheitenfragen seit der Zeit seiner literarischen Tätigkeit vor dem Krieg« nicht geändert. Leicht sei man im Prinzip einig: ein Eintreten in praktische Vc» Handlungen beweise aber stets, daß größte Schwierigkeiten beständen, Zum Beispiel laste sich schwer entscheiden, ob die durch die Friedenz» oerträge zum Minderheiten schütz gezwungenen Staaten anders handeln sollten als die übrigen europäischen Staaten mit Minder» heiten. Ihm schein« es logisch, daß gerade die durch Verträge nicht geschützten Minderheiten einen besonderen Schutz de» Völker» bundes genössen.(Bekanntlich dürfen sie sich nicht einmal an d-rn Völkerbund wenden, und er fühlt sich nicht ermächtigt, auch nur ft-is gerigste für sie zu tun, stehe z. B. S ü d t i r o l, Ostpolen ustiv Red. d.„D.".) Zur Frage des Anschluste» Oesterreich» an Deutschland wolle er sich nicht äußern. Es sei bekannt, daß er ein Gegner diese» An- schluste» sei. Seine Gegnerschaft ohne Anlaß zu äußern, wolle er aber vermeiden, um die guten Beziehungen zu Deukschland und zu Oesterreich nicht zu stören. Eines müsse man für die Tschechoslowakei bedenken: Ohne See-« weg sei die Tschechoslowakei mit 20 Proz. der Gesamtein- und 2lus» fuhr an Oesterreich, mit 40 Proz. der Ein-, Aus- und Durchfuhr an Deutschland gebunden. Im Fall« eines Streites, bei einer Einigung dieser beiden Staaten, habe die Tschechoslowakei Schwierigkeiten be- züglich 60 Proz. ihrer gesamten Außenhandelslebensnotwendigkeiten zu gewärtigen. Ueber die Gründe dieser Stellung verweigerte er die Auskunst schon aus dem Grunde, weil er es nicht liebe, über Dinge zu sprechen, die nicht aktuell seien. Er habe als Mensch das größte Verständnis für den Vereinigungswillen Deutsch» lands und Oesterreichs, ober als tschechoslowakischer Auhenministec sei ihm einfach unmöglich, diesen Willen zu unterstützen.„Ich kann einfach nicht"— schloß Bcnesch seine Aeußerungen. Er fügte hinzu, daß seine Haltung in der Anschlußfrage auch noch von anderen Inponderabilien der europäischen Gesamtpolitit mitbestimmt werde. Im Namen der reichsdeutschen Journalisten dankte K l ü h s vom„Vorwärts"-Berlin für die durch den Empfang geschaffene Informationsmöglichkeit. mal behauptet, daß in Rußland die Macht dem Proletariat entglitten und der Therinivor vollendet fei, um dann im Gegensatz zu dieser Auffassung zur„Verteidigung des proletarischen Ruß- lands" aufzufordern, schätzt der L e n i n- V u n d die Lage in Ruß» land so ein, daß dort vor dem drohenden Faschismus sür das Pro- letariat nur der Rückzug zur bürgerlichen Demokratie der einzig mögliche ist und dementsprechend in Rußland für die einzelnen politischen Gruppen Vereins- und Versammlungsfreiheit gefordert werden müste. Trotzki hält diese Einschätzung für oerirüht und hat vergeblich durch Abgesandt« versucht, Urbahns und seine Gruppe zu einer Revision chrer Anschauungen zu bringen. Als das mißlang und als ganz besonders die Behandlung des russisch- chinesischen Konslikts die Meinungen auseinanderilaffcn ließ, erklärt« Trotzki, daß die theoretische Zeitschrist„Die Fahne des Kommunismus", die jahrelang aus seiner Feder Original- ortikel veröffentlicht hat, nicht mehr als sein Publ'ika. tionsorgan gelten könne. Trotzki übergab sein Material dem zu ihm haltenden früheren Landtogsabgeordneten Grylewicz, der bereits eine Broschüre Trotzkis gegen Urbahns heraus- gegeben hat. Die Minderheiten in Lettland verfügen zusammen über 47 Mittelschulen. Bei der jüdischen Minderheit entfällt auf je 8000 Einwohner eine Mittelschule, die Deutschen haben auf ie 7000 eine Mittelschule. Di« Russen, zu denen auch die Weißrussen zu rechnen find, aus je 16 000, die Polen aus 17 000 und die Litauer auf je 23 000. Der Vatikan verhandelt nicht.„Osservatore Romano" deinen- tiert die Gerüchte von Verhandlungen zwischen dem Vatikan und Sowjetrußiond und sagt, daß daran kein wahres Wort sei. Ermordet wurde der Sekretär des argenrimschen Staatspräsidenten Jrigoyen von bisher noch unbekannten Tätern. Die Tat wird auf pol! tische Umstände zurückgeführt. Oer Shearer-Skandal. Was die Untersuchung ergibt. Washington. S. Oktober.(Eigenbericht.) Was sich hinter den Kulissen zwischen den führenden amerika- Nischen Schifssbauern und ihrem famosen„Marincexperten" William S h e o r c r abgespielt hat, wird wohl selbst der U n t e r s u ch u n g s- ausschuh des Bundessenats niemals genau erfahren. Immerhin genügt schon die unumwunden zugegebene Kostprobe, daß Sheorer nach einer hastigen Konferenz mit vier Schwerindustriellen im März 1927 auf einen Schnelldampfer gesetzt und so schnell als möglich nach Genf geschickt wurde, um dort die Konferenzen zwischen den Seemächten zu„beobachten" und an seine Zahler, die sich ihren Berichterstatter eine ungewöhnliche Summe Geldes kosten liehen, zu berichten. Ob Shearer Aufträge gehabt hat, gegen die Konferenzen zu propagieren und ihre eventuellen Erfolge zu hinter- treiben? Gott bewahre, an solche Dinge haben die amerikanischen Schiffswerften und Rüstungsindustrien niemals gedacht, man wollte „nur Verhandlungsberichte" haben. Als der Aussichtsrat der Bethlehem- Stahl- Korporation, mit dem friedliebenden Stahlkönig Charles Schwab an der Spitze, schließlich merkt«, dah die Genfer Mission ihres Marineexperten ungewünschte Aufmerksam- keit auf sich zog, ist er nach der Zahlung von knapp 5 9 9 0 9 Dollar Knall und Fall entlassen worden! Wie dem auch sei, die Tatsache ist nicht abzuleugnen, daß mit dem r«ichlichen Geld der amerikanischen Rüstungsindustrie d a u e r- hafte Fäden gegen alle in den letzten Jahren gemachten Abrüstungsversuche gesponnen worden sind. Es hat den Anschein, als wenn Präsident ch o o v e r und Senator D o r a h den dringenden Wunsch haben, in die dunklen Gänge dieser Rüstungsoerschwörungen hineinzuleuchten und die Drahtzieher zur Verantwortung ziehen zu lassen. Ob das jedoch möglich ist? Der Anspruch Shearers auf 269 900 Dollar gegen die Schiffswersten für angeblich geschuldete Summen ist dabei vorläufig von geringstem Interesse. Shearer ist natürlich alles daran gelegen, die Industriellen vor der öffentlichen Meinung in schwerster Weise zu belasten, und das ist ihm durch die Tatsachen, die ihre eigene Sprache sprechen, wirksam gelungen. Sogar Schwabs Behauptung, er hätte Shearer niemals gekannt oder mit ihm verhandelt, konnte durch Shearers Anwalt mit der Gegenbehauptung. Schwab selbst hätte mit seinem Klienten im Jahre 1927 über die Genfer Konferenzen und Seeabrüstung verhandelt, wirksam entkräftet werden. Immerhin soll man sich über das Ergebnis dieser Art parla- mentarischer Untersuchungen keine Illusionen machen. So- lange das System der Vergebung von Rüstungsaufträgen und der Subventionierung der Rüstungsindustrien besteht, wird es sich nie vermeiden lassen, daß interessierte Gruppen sich ihre Pro- paganda und die dazu benötigten Vertrauensleute eine Stange Gekd kosten lassen, um Schädiguckgen ihrer sogenannten wirtschaftlichen Interessen vorzubeugen. Di« im Zusammenhang mit der Rllstungs- Propaganda vor dem Senatsausschuh aufgedeckte Beeinflussung der amerikanischen Handelsflottengesetzgebung ist im Kern der Dinge auch nichts anderes. Geht es eben nicht mit Kriegsschiffen, so muß es mit Handelsschiffen, deren Bau und den zur Verteilung ge- langenden Milliardensubventionen gehen. Die Herren Schwab, Bardo, Grace, Shearer und Konsorten tauschen verständnisvolles Augurenlächeln aus, und wenn Shearer bei der Aussage des Präsidenten Bardo der New Park Shipbuilding Company, die ihm II n- f ä h i g k e i t vorwarf, im Angesicht der hohen Senatswürdenträger in nicht endenwollendes Gelächter ausbrach, so wußte er wohl, warum er lachen mußt«. Räumungsbeginn— 3. Zone. Ein Drittel der Befatzvngsttuppe marschiert ab. Paris. 5. Oktober.(Eigenbericht.) Die„Aktion Franraise" weiß zu berichten, daß die Räumung der dritte» Zone schon in den nächsten Tagen beginnen werde. Sämtliche, in der dritten Zone liegenden Jnfanterieregimenter müssen bis zum 15. Oktober eines ihrer Bataillone nach Fsrankreich zurück- schicken, wo diese als Rekrutendepots dienen sollen. Bon den sechs in der dritten Zone liegenden Jäger- bataillonen werden drei ausgelöst, und zwar das 19. in Trier, das 3. in Kreuznach und das 11. in Kaisers- lautern. Die übrigen drei werden zu einem Infanterie- regiment zusammengelegt werden. daS ebenfalls ein Bataillon bis zum 10. November nach Frankreich zu schickem hat. Das 810. Tankregiment in Mainz wird Ende Oktober nach Nancy verlegt. Die Artillerie-, Kavallerie« und Traintruppen werden ebenfalls um ein gutes Drittel vermindert werden. Gerbische Grenzsperre. Feldbestellung verboten. Sofia, 5. Oktober.(Eigenbericht.) Die serbischen Grenzbehörden haben in Berbindung mit den angeblich von bulgarischen Komitaffchis verübten Attentaten auf die Bahnlinie Pirot— Zaribrod die Westgrenze zwischen Dragoman und Zaribrod gesperrt. Zahlreichen Grenzbauern ist der Grenzübergang auch zur Feldbestellung streng v e r- boten. Die neue Grenzsperre wird in Sofia als schlechtes Vorzeichen für das Schicksal der am Donnerstag unterzeichneten Piroter Ab- kommen angesehen. Man bezeichnet die stch häufenden Belgrader Meldungen über Grcnzattentate alz wenig glaubwürdig, die Attentats als offenbar inszeniert. Bombenanschläge in Argentinien. In Rosario explodiert« in einem Straßenbahnwagen eine Bomb« und verletzte fünf Fahrgäste. Auch in Buenos Aires ist wieder einer der so häufig gewordenen Bombenanschläge zu verzeichnen. Die Bombe, die in einer Garage explodierte, verletzte jedoch niemand. Araberstreik in Jerusalem. Als Protestmaßnahme asqen die Verurteilung von Arabern, denen Teilnahme an den kürzlichen Unruhen in Palästina nachgewiesen wurde, ist von der arabischen Bevölkerung beschlossen worden, am kommenden Mittwoch einen eintägigen Proteststreik durchzuführen. verschrottete Kriegeschisse. Das oustralifche Marineministerium gibt bekannt, daß fünf Kriegsschiffe, die bisher dem Reserve- geschwoder angehörten, eingeschrottet werden. Es handelt sich um vier Zerstörer und einen früheren Kreuzer. Goldwährung in der Schweiz. Das Finanzdepartcmevt schlägt vor. das Prinzip zur Einlösung der Banknoten gegen Goldmünzen wieder aufzunehmen und den Bundssrotsbeschluh vom Jahre 1914 aus- u heben. Dies bedeutet, daß die Nationalbonk sich verpflichtet, Noten gegen Goldmünzen einzulösen. Wie der nationale Mann die Kunde vernahm. »Er ist also tot, der Landesverräter!" »Wirtlich, mausetot!41 „Iean, bringe mir Eut und Zylinder. »Ich nehme von Amts wegen an der Beisetzung teil!4' Englisch-amerikanisches„Thoiry". Besprechung Hoover-Macdonald im Wochenendhaus des LlGA.-Präsidenten. Washington, 5. Oktober. Macdonald stattete heule formelle Besuch« bei dem Vize. Präsidenten Curtis, dem Präsidenten de» Obersten Bundes gerichts- Hofs Taft, dem Präsidenten de» Repräsentanten Haufe, Long- worth und dem Staatssekretär S t i m f o n ab. Mit diesen hatte der Premierminister in Gegenwart de» britischen Boffchafter» eine längere Unterredung. Räch dem Mittagessen fuhr Macdonald mit seiner Tochter und Sir vansittart zum Weißen hau», von wo die englischen Gäste mit h o o v e r und dessen Familie sowie mit Staatssekretär Stimson in Automobilen die Fahrt noch dem Wochenendhaus des Prä- sidenten muralen. Stimson stellte heute der Mission Macdonald ein günstiges Horoskop, indem er erklärte: wir haben berellseineGrund. läge für eine offene und freundschaftliche Aussprache gesunden. Auch Churchill für Seeabrüstung. Chikago, 5. Oktober. Auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett sprach Winsta» Churchill über die Seeabrüstung. Er sagte u. a., ein derartiger Vertrag würde ein für allemal dem lächerlichen, unnatür» lichen Derfahren ein Ende machen, mit Kriegsschifsen zn wiegen und mit Kanonen zu messen. Zersetznngsschristen. Hochverrat durch Berleilung kommunistischer Schristen. » Leipzig, 5. Oktober. Das Reichsgericht verurteilte heute nach zweitägiger Berhand- lang den 39 Jahre alten Zimmermann Emil Mötsch aus Küstrin- Neustadt wegen Vorbereitung zum Hochverrat nach Z 86 StrGB. in Tateinheit mit einem Vergehen gegen Z 7 des Republikschutzgesetzes zu einer Festungsstrafe von einem Jahr und 100 Mark Geldstrafe. Wolsch, der Vorsitzender der Kllstriner Ortsgruppe der KPD. war, stand unter der Anklage, kommunistische Zersetzungsschriften, namentlich die Broschüre„Man liebt den Berrat und verachtet den Verräter" an drei Reichs- wehrfoldatcn verteilt zu haben. Der Angeklagte de- stritt zwar, der Täter zu sein, wurde ober durch die Zeugenaus- sagen als überführt angesehen. Der Reichsanwalt hatte ein Jahr sechs Monate Festungshaft beantragt. * Preisfrage für das Reichsgericht: War der bekannte Brief des Herrn v. Gaza eine„Zersetzungsschrift"? Ist gegen die berüchtigte Zeitung„Landvolk", die ganz unverhohlen die Reichswehr zum Eidbruch, zum Putsch gegen die Verfassung aufforderte, ebenfalls ein Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochoerrat eingeleitet worden? Die Monarchie behauptet sich. Rumänische Königin-Witwe als Mitregenttn. Bukarest, 5. Oktober. Die M argen blätter sprechen zum erstenmal offen von der Mag. lichkeit eines Ablebens des Regenten Buzdugan und werfen die Frage der Nachfolge auf. Die Königinwitwe Maria, der frühere Generalquartiermeister General P r e s a n, der Präsident des Kassationshofes R i k u l e s k u und der frühere Ministerpräsi» dent Prinz B a r b u Stirbey werden als Nachfolger genannt. Die größte Wahrscheinlichkeit dürfte bisher für den Eintritt der Königinwitwe in den Regentschastsrat bestehen. In diesem Fall« dürste der Prinzregent Nikolaus das Oberkommando der Armee übernehmen, dos feit dem Tode des Königs Ferdinand un- besetzt geblieben ist. Zur Vermeidung joder politischen Krise bei Neuregelung der Regentschaft wird sich Ministerpräsident M a n i u, w>ie er ausdrücklich erklärte, hierbei nicht nur streng an die Ver» fasstmg halten, sondern sich auch nach Möglichkeit mit allen P a r- t e i e n ins Einvernehmen setzen. Die Wahl des neuen Regenten dürfte durch einen besonderen nationalen Rat unter Hinzuziehung von Vertretern sämtlicher Parteien, aller früheren Ministerpräsi- deuten, von Vertretern der Krone und der Regenten erfolgen, um nachträglich durch das Parlament ratifiziert zu werden. S.Reichs-Gchulmusikwochein Hannover Die 8. Reichs-Schulmusikwoche in Hannooer war Sonnabend nachmittag programmäßig beendet. Don den reichen Anregungen und Ergebnissen der ersten Wochenhälfte ist im„Vorwärts" berichtet worden. Der Donnerstag war fast ganz durch eine gemeinsame Fahrt nach H i l de s he i in ausgefüllt, die als berühmte alt« Pflege- stättc des Gregorianischen Chorals den Besuchern in dem sachlich tief fundierten Vortrag des Pater Johner über„W ort und Ton im Gregorianischen Choral" sowie in den ausgezeichneten Darbietungen des Hildesheimer Modrigalchors und des Bischöflichen Chorolchors Außerordentliches und Wahrhafttohnendes zu bieten ver- mochte. Der vorletzte Tag war vor allem dem wichtigen Thema der � pädagogischen Akademie gewidmet, deren eminente Wichtigkeit gerade auch für die musikalische Lehrerausbildung gebührende und not- wendig« Würdigung erfuhr. Der Abend bracht« dann auch ein künst- lerisches Ereignis: die von der Stadt Hannover im Stadttheater ver- anstaltete Aufführung der Oper„Don Gil von den grünen Hosen" von Walter Brounsfeld: ein Werk der liebenswürdigen, heiteren Gattung, das Lust am Spiet und echte Laune im seltensten Maße verbindet. Ein. lebendiger, erfreulicher, wahrhaft erhebender Theaterabend mit den vortrefflichen Kräften des Hause» unter Generalmusikdirektor Rudolf Krasselts überlegener Führung und Dr. Winckelmonns vorbildlicher musikalisch inspirierenden Jnszeme- rung— mit höchstem Maßstab gemessen«ine Ausführung von durch- aus festlichem Niveau. Dem letzten Tag blieb die Behandlung und Klärung des heute vielleicht wichtigsten Fragskomplexes Gemeinschaftsmufik und Musikgemeinschaft vorbehalten. Die einschlägigen Referate von Professor Moser(Berlin) und Oberregierungsrat Wickel(Weimar) führten zu dem höchsten Puntt des Tages und der Tagung überhaupt: dem Vortrag des Ministerialrats Leo Kestenberg über„Probleme der Musikorgani. s a t i o n". Die Ausführungen des Redners unterbrach an mehreren Stellen laute Zustimmung— insbesondere als er mit erhobener Stimme betonte, daß alle Vorsätze und alle Anstrengungen der ver- einton schulmusikalischen Rechte nicht allein zum Ziele führen können. solange weite Kreise und einflußreiche Stellen sich dem Verständnis der Mitverantwortung, die von ihnen zu fordern ist, verschließen. Auf das bedeutsame Reserat werden wir noch zurückkommen. Die anschließend vorgesehene Aussprache, durch di« das Gehörte in seiner Wirkung abgeschwächt worden wäre, unterblieb aus spontanen Wunsch der Versammlung. Im gleichen Sinne wurde von der Fassung einer Resolution abgesehen— auch das im Sinne des Redners, der darauf hinwies, daß es heute weniger auf allgemeine Enffchließungen ankommt als auf entschlossene Aktivität jedes ein- zelnen. In seiner Schlußansprache sprach Leo Kestenberg für das Zustandekommen und den erfolgreichen Verlaus der 8. Reichs-Schul- musikwoche allen Beteiligten, an erster Stelle der Stadt Hannover und ollen Behörden, den Dank der Veranstalter aus und faßte rück- blickend die wichtigsten Ergebnisse der Tagung zusammen. tüaus Fringsheim. Zusammenschluß der 700000. Aufstieg aus schwierigen Anfängen zum Gesamtverband. In Änsführung der Beschlüsse der Verbandsbeiräte des Der- bandes der Gärtner, des Deutschen Verkehrsbundes und des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, treten die Delegierten dieser drei Organisationen in der kommenden Woche in Berlin zu Außerordentlichen Verbandstagen zusammen, um dann gemeinsam den„Gesamtverband der Arbeit- nehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs" zu schaffen. Die Tagungen finden in den Räumen der„N e u e n W el t" statt. Der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter wird seine Außerordentliche Tagung am Montag, der Deutsche Verkehrsbund und der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter werden die ihre am Dienstag abhalten. Die gemeinsame Tagung findet am S. und 10. Oktober statt. Die älteste der drei Organisationen ist der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, gegründet im Jahre 1889 in Hamburg, der Generalkommission der Gewerkschaften nach seiner Zusammenlegung mit dem Allgemeinen Deutschen Gärtnerverband seit dem Jahre 1904 angeschlossen. Der Verband der Gärtner und Gärtncreiarbeiter zähltv heute rund 11000 Mitglieder. Er hat in unendlich schwerer Kleinarbeit unverdrossen an der Organisierung seiner Berufs- genossen gearbeitet. Zum Teil eine Sisyphusarbeit für die Organi- sation, ober eine Aufbauarbeit für den Gedanken der frcigewerk- schaftlichen Arbeiterbewegung. Ein Beruf der Kleinbetriebe, der nicht im Stande war, allen Berufsangehörigen Arbeit und Brot zu geben. Die Organisation hat jahrein jahraus T a u s e n d e von Mitgliedern gewonnen, um sie zum größten Teil wieder zu verlieren. Die Arbeit des Verbandes war zum großen Teil Vorarbeit für andere Verbände. Der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter hat mehrere tausend Mitgliader in öffentlichen Betrieben. In der neuen Organisation wird die Fachgruppe der Gärtner und Gärtnereiorbeiter gemeinsam mit den Mitgliedern des bisherigen Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter in der Reichsabteilung Gemeinde- betriebe einen beachtenswerten Faktor bilden. Der Deutsche Derkehrsbund mit rund 400 000 Mitgliedern wurde in den Weihnachtstagen des Jahres 1896 als Zcntrolverband der Handels-, Transport- und Derkehrsarbeiter Deutschlands gegründet. Gsmeinsam mit dem Verbände der Gemeinde- und Staotsarbeiter, der, fast zur selben Zeit, am 1. Oktober 1896 ins Leben trat und der heute rund 27S 000 Mitglieder zählt, hat er die große Aufgabe zu lösen gehobt, vornehmlich ungelernte Arbeiter zu organisieren. Die Lebenshaltung dieser Arbeiter stand unter der Durch- schnittslebenshaltung der übrigen Arbeiterschaft. Die Lohn- Verhältnisse der Gärtner und Gärtnereiarbciter, der Gemeindearbeiter, der Reichs- und Staatsarbeiter und des großen Heeres der Handels-, Transport- und Vcrkehrsarbeiter gehörten zu den erbärmlichsten in Deutschland. Bon einer geregelten Arbeitszeit war keine Rede. Hilflos standen Hunderttausende von Arbeitern den Ausbeutungsgelüsten der staatlichen, kommunalen wie privaten Unternehmer gegenüber. Als weiter erschwerendes Moment kam für die große Gruppe der drei Organisationen der in ausgedehntem Maße bestehende Kost- und Logiszwang hinzu. Bei unendlich langer Arbeitszeit hausten die Proletarier dieser Berufe in Kellern, Dachkammern, Vorratskammern und Ställen. Die Folge dieser Verhältnisse war, daß die in diesen Berufen Beschäftigten nicht allein in bezug auf ihre materielle Loge, sondern auch auf ihre geistige Entwicklung zu den zurück- geblieben st en Gruppen deutscher Arbeiter zählten. In der neuen Organisation werden die Hausgehilfinnen und -gehilfen eine besondere Fachgruppe bilden. Dies« Gruppe, wie auch große Teile des Personals des Gesundheitswesens und des Verkehrswesens standen bis zur Slaalsumwälzung noch unter der Gesindeordnung. Der Versuch, den Gedanken gewerkschaftlicher Solidarität bei diesen Arbeitnehmern zur Anerkennung zu bringen, erschien f a st aus- s i ch t s l o S. Schwerer als die mat ereilen Ketten, unter denen die Arbeitnehmer dieser Berufe schmachteten, wogen die geistigen Ketten. Gemessen an den Voraussetzungen, unter denen der Aufbau der gewerkschaftlichen Organisation begann, sind ihre Erfolge als gewaltig zu bezeichnen. Vor 40 Iahren u n b c- schränkte Arbeitszeit, heute achtstündige Arbeits- zeit: damals vollständig« wirtschaftliche Rechtlosigkeit, heute Mitwirkung der Belegschaften durch Betriebsräte: damals alleiniges Bestimmungsrecht der Unternehmer über die Lohn- unii Arbeitsbedingungen, heute T a r i f r e ch t: damals keinerlei Anfänge eines sozialen Arbeitsrechts, heute be- sonders in Reich und Kommunen fortgeschrittene soziale Arbeits- oerträge: damals erbärmliche Löhne, heute wohl unzureichende, ab.-r Lohnsätze, die sich im Rahmen der Löhne der übrigen Arbeiterschaft bewegen. Der Ecsamtvcrband wird aber nicht nur eine Organi- sation der Handorbeiter sein; er zählt in seinen Reihen heute schon mehr als 30 000 Beamte und A n g e st e l l l«. Die Beamten und Angestellten, soweit sie zum Orgrnisatlonsbereich der neuen Organisation gehören, erwarten von dem Zusammenschluß den Ausstieg der freigewerkschastlichen Beamtenorganisation. Neben der Erfüllung der Lohn- und sozialpolitischen Aufgaben, haben die Verbände großes Gewicht auf die g e i st i g e und beruf- liche Weiterbildung ihrer Mitglieder durch ein.' vorbildliche Presse, durch Herausgabe zweckentsprechender Schriften, Ver- anstaltung von Untcrrichtskursen»sw. gelegr. Der Gesamtverband wird jeinc ganze Kraft einsetzen für die zielbewußte Fortführung der Sozialpolitik im Sinne eines weiteren Aufbaues der arbeitsrechilicheii Gesetzgebung des Beamtenrechts, des Arbeiterschutzes und der sozialen V«r- sicherungsgesetzgebung. Entsprechend den Beschlüssen der Gewerk- schaftskongresse zu Breslau und Hamburg stellt er sich hinter die Forderung der Demokratisierung der Wirtschast. Iin besonderen wird er sich einsetzen sür die Förderung der öffentlichen Wirtschaft. Der Kampf sür die öffentliche Wirtschaft bedeutet den Mitgliedern des Gesanitvcrbandcs Kampf für den Sozialismus. Der Zusammenschluß bedeutet auf dem Gebiete gewerkscha't- licher Tätigkeit eine Konzentration der Kräfte. Eine Rot- wendigkeit angesichts der gewaltigen Konzentrationsbestimmungen in der deutschen Wirtschaft. Wir sind überzeugt, daß die neue Organi- sation die ungeheuren Aufgaben, die ihr auf dem Gebiet gewerk- schastlicher Arbeit und wirtschaftlicher Mitarbeit gestellt sind. meistern wird. Wir wünschen den Arbeiten der Tagungen!m Intcres'e der gesamten Arbeiterbewegung die besten Erfolge. (Gewerkschaftliches siehe auch 2. Beilage.) BrrantworOich für Politik: Dr. tlurt Geyer: Dirttdwft:®. aiiygelüöfer; Gererffckxistsbcrocgung: I. Steiner: ffeiiilleton: Dr. Zoho Schitowsti: Lokale« im!) Sonftt.iPs: Sei* gorst ädt: An, einen: Tb. Gloete: sänitiiS) in Berlin. Berlaq: Borwärto-Derlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Borwär:z.Buchdruckerel und Lcrlagsanllalt Paul Singer it. Co., Berlin SW.«8. Lind-nstrabr Z. 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Dann geht es über einen richtigen, häßlichen Fabrikhof und eine staubige Zement- treppe hoch. Noch immer sind die Handwerker im Hans. Hinter einer schmalen Tür im ersten Stock geht es geradewegs ins Kinder- land. Hier hat der Bezirk Kreuzberg«in vorbildliches Montcssor- Kinderhaus eingerichtet. Was doch alles aus einem alte Fabriksaal werden kann! Rund herum stehen die niederen Schränke und Regale für das„Befchästigungsmaterial"— keines ist höher, als daß auch das kleinste der Kinder sich sein Befchäfliigungsmaterial selbst holen kann. Denn das ist ja die Besonderheit des Montessori-Erziehungs- systems: die Kinder werden zur Selbständigkeit, zur Selbsttätigkeit erzogen. Keine„Tante" weist ihnen ihre Beschäftigung an, jeder holt sich, was er mag— und jeder räumt seine Sachen auch selbst weg.-Frühstück, Mittag und Vefpermahlzeit bekommen die Kinder im Kinderhaus. Selbst die private Frühstücksstull« ist hier abge- baut, die Kinder des Kinderhauses sind eine Gemeinschaft, bei der 3tHck auf da» Sonnenhaus v v es auch nicht das kleinste Sonderrecht gibt, alles erhalten sie von der großen Pflegemutter Berliin, sogar die hübschen, bunten Spiel- kittelchcn. Nachher sitzen sie alle um die kleinen, lila gedeckten Tische im Speisesaal, und keiner würde von diesen wohlgepflegten»frischen Kindern vermuten, daß die Mutter auf Arbeit geht. Und sie be- kommen hier ja auch alles, was die beste häusliche Pflege nur geben könnte: das gute Essen, im Hause besonders für sie zubereitet— sogar gebadet werden sie hier, jedes Kind mindestens einmal in der Woche— im Waschraum stehen zwei schöne Fayencewannen. Unten vor dem Hause aber steht ihnen eine große Buddelkiste und em kiesbestreuter Spielplatz zur Versügung, auf dem breit und golden die Herbstsonne liegt. Viel, viel frischer und gesünder sehen diese Kinder aus, als die von Berlin-Mitte, und man bedauert nur eins: daß dieses Haus sich vorläufig nur für die Kinder arbeitender oder kranker Mütter öffnet, denn diese Erziehung möchte man'jedem Kinde gönnen— vor allem jedem Arbeiterkinde, damit in ihm die verdammte, aus der Not des elterlichen Hauses geborene Bedürfnis- losigkeit und Genügsamkeit schon im Keim erstirbt. Diese Kinder werden sich ihr Recht auf menschenwürdiges Leben zu wahren wissen. Und noch eines lernen sie im Montessori-Kinderhaus: daß man nicht schlagen soll— und auch die Eltern lernen es hier— freilich oftmals schwerer als die Kinder... Mittags schlafen die Kinder im Spieljaal auf kleinen Spann- bettchen, die Bezüge der Kissen und Decken sind weiß, nur wenig gemustert. Auch sie stellt die Stadt, und das Essen wird im Säug- lingsheim eigens für sie gekocht. Ueber dem Kinderhaus wird nun eine Säuglingsberatungsstelle eingerichtet und im Dachgeschoß ein Lehrlingsheim. So entsteht hier ein Haus voll Jugend, ein Haus der - Jugend. Im Montessorihaus kostet es für die Kinder der Aermsten nur 90 Pfennig in der Woche, und der Höchstsatz ist noch nicht einmal S Mark für Essen und alle Pflege! So sorgt das rote Verlin für seine Jugend— aus einer alten Fabrik schafft es ein Haus der Jugend voll Sonn« und Glück..., Ziel— das Gonnenhaus. Draußen rund um den inneren Stadtkern entstehen immer neue Siedlungen, und erfreulicherweise Hot man jetzt endlich begriffen, daß das kleinbürgerliche„Einfamilienhaus" eine so enorme Ver- schwendung von Vau- und Hausfrauenarbeit bedingt, daß wir uns den Luxus solcher„Siedlungen" nicht leisten können. Und unter der Herrschaft der neuen Bauordnung lammen wir endlich zu dem Typ, den das rote Wien schon längst kennt: Die Rnndbebauung der Blocks, Quergebäud« und Hinterhöfe verschwinden, von den Häusern umfriedet liegt in der Mitte ein blumengeschmückter Gartenhof. Und in einer solchen Siedlung liegt draußen in Lichtenberg im hose eine Galerie, deren Wände soft ganz ans Glas sind. Das ist das „Sonnenhaus", ein Kindertageshcim; freilich ist es»och kein städtisches Heim, die Stadt gibt nur einen Zuschuß zum Gehalt der Kindergärtnerinnen, bg bis 70 Kinder finden hier ihre Tagesheimat. das jüngste ist 1% Jahre, das älteste 12 Vj Jahre alt. Zumeist stammen sie aus der Siedlting. Elternschaft und Heimleitung arbeiten auf erfreulichste und engste Weise zusammen. In diesem Sommer hat man eine zweitägige Ferienreise mit dem„Baldur" zu- sammen gemacht, ein unglaublich tiefer Eindruck für die Kinder der Großstadt: Immer wieder wird das„Baldurfchiff" aus Plastilin, Papier, in großen farbigen Gemälden auf der Wandtafel dar- gestellt. Weit über die Kinderaufbewahrung und-erziehung reicht die Wirksamkeit dieses Kinderhauses; die Eltern finden sich in seinen Räumen zu Gymnastikkursen zusammen— für die Mütter wnrde eine wöchentliche„Mütterfreistunde" geschaffen, in der alle Mütter einen gemeinsamen kleinen Ausflug unternehmen. Di« Kinder leben hier den ganzen Tag in Licht und Sonne, viel naturnäher, als es ihnen selbst in dem so schönen Heim am Kreuzberg möglich wäre: Sic haben sogar ihr eigenes Gärtchen, wo sie mit staunenden Augen das fabelhafte Wachstum der Sonnenblumen, das Blühen und etten-Ausnahme Graurot Inidtt riarkfädig, mit grauen Federn Monopol federn P-��io HaJbdaunen« O.' Daunen"&? A jj| weichen Chinas. Entenfedern 5 ---—— oder Iii«, flold, fraise, 1 Indanthren, mit chi- l nes. Halboaunen.. ■■_■_ M.M. rot oder rotrosa, RO P© I nlQCI m*r»uen Federn —--"1 Indanthren 6.15 2.65 13.90 4.95 _____ 24.50 9.25 39.25 36.75 13.50 Bettfedern Graue Federn.. 95p< Weiße Federn.. 2.30 Halbdaunen... 4.20 Weiße Halbdaunen 5.60 Schleißfedern... t.90 Daunen...... 5.75 Prirße�flwIÄtolefSit l ISLggbQsfiqn-StnjQncler BisfrorrcK-r. pariser Mordskandal Reklametrick? Ltrheber und Opser einer sonderbaren Ldee. Welken der Kartoffelstauden ockfolgen können, ein Gärtchen, das von ihnen selbst gepflegt wird. Blumengeschenuckt sind alle Räume, und wenn die Kinder abends aus ihrem„Scmnenhaus* nach Hause gehen, so müssen sie nicht in dumpfe Hinterhauswohnungen zurück: 2iuch die kleinste der Wohnungen hier hat m Zimmer und ein eigenes Bad, so daß das Bad im Kinderhaus fehlen kann. ■ Diese N-dlung ist nicht städtisches Eigentum, nein. Aber eine absolute sozid'listische Majorität in der Stadtverordnetenversamm- lung würde auch das ermöglichen: Städtische Siedlungen nach diesem Norbild, mit städtischem Kindertagesheim— und hier könnte ein Geschlecht groß gewachsen, das seine Jugendkrast nicht zur Hälfte dazu verbraucht,„Kichdheitscrinnerungen" zu überwinden— das alle Kraft bewahrt unch sie nötig haben wird für den letzten großen Kampf zwischen Kaz'ital und Arbeit, lind jede, sozialistische Stimme im Wahlkamps ist evn Baustein für das Funidament der Sonnen- häufer, die wir unseres Jugend bauen wollen! Die VßW zur Sparsamkeit. Zu den MaßttÄimcn des Magistrats. Ucber Ursache und Umfang der vom Berliner Blagislrat für nötig gehaltenen Sparmaßnahmen haben wir bereits in der gestrigen „Abcnd"-2tnsgabe kurz berichtet. Der Blagistral wird in den nächsten Tagen den Bezirksämtern und allen städtischen Dienststellen tolgende Verfügung Zlsgehen lassen: „Die Lage des Geldmarktes im Ausland wie im Inland hat im Laufe des Jahres eine andauernde Verschlechterung erfahren, so daß mit der Aufnahme von Anleihen bis auf weiteres nicht gerechnet werden kann. Dies im Verein mit der allgemeinen un- günstigen Wirtschaftslage macht es der städtischen Verwaltung zur unabweisbaren Pflicht, in allen Ausgaben die größte Sparsamkeit zu üben irnd alle Ausgaben, bei denen dies über- Haupt möglich ist, auf einen späteren Zeitpunv zurückzustellen. Der Magistrat Hot demgemäß.beschlossen, die Znangrlssnahme jeglicher Reubaulcn �vorläufig zu onler- lassen und erneut zu prüfen, ob und inwieweit bei den im Bau befindlichen Arbeiten, eventuell nach AerNgslellung eines Bau- abschnilles, eine vorläufige Einstellung erfolgen kann. Insbesondere ist auch bei den Arbeiten der ZZefbauverwaltung, der Skraßenbauten, bei Bauten der Kanalisation usw. eine Zurück- srellung notwendig, auch dann, wenn an sich die Mittel für diese Bauten bewilligt sind. Bei der Notwendigkeit, auf die Jnangrisf- »ahme von Neubauten vorläufig zu verzichten, erscheint die Bc- arbeitung neuer Projekte für weitere Bauten als ein un- angebrachter Aufwand an Arbeitstraft und Kosten, der mit dem Gebot äußer st er Sparsamkeit nicht vereinbar ist. Es wird den Bezirksämtern und allen Dienststellen zur Pflicht ge- nmcht, mit allem Nachdruck auf eine sparsame Bewirtschaftung des Haushalts zu dringen und nach gründlicher Prüfung sämtlicher Bauvorhaben bis zum 11. Oktober an die Frnanzverwaltung zu melden, in welchem Umfange Zirrücksiellungen von Bauvorhaben ermöglicht morden sind." Dem Städtischen Nachrichtendienst ist ferner fol- gendes zu entnehinen: Ein kommunistisches Morgenblatt veröffentlicht einen Bericht über die geineinsame Sitzung des Magistrats und der Bezirks- bürgermeister am Mittwoch voriger Wache. Dieser Bericht e n t- spricht in seinem entscheidenden Teilnichtden Tat- so che n. Eine Gefahr für die Fortführung der Gehaltszahlungen besteht um so weniger, als diese Gelder regelmäßig aus eingehen- den Sleuermilleln bercilgcflellt werden. Eine völlige Einstellung der Bauten ist— wie bereits ausgeführt—: ebenfalls nicht be- absichtigt. Rentendiebin ans Postämtern. Seit einiger Zeit taucht am 1. und IS. jedes i Monats, wenn die Renlenempjänger und-empfän gerinnen auf den Postämtern ihr Gelo abholen, dort ein« Gaunerin auf, die als ,, Hilfreiche" gute Beute macht. Sie nähert sich den alten und meist gebrechlichen Leuten, führt sie sorglich über die Fahrdämme und steht ibnen bei der Abhebung der Rente an den stark besetzten Schaltern zur Seite. Auf dem Rückwege versteht sie es "0! Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A-G., Berlin 39. Die Stelle, an der sie Fuß fassen sollen, gibt keine Mög- lichkeit, einen Verbandplatz zu schaffen, der einigermaßen ge- schützt, der unter der Erde wäre. Die Front ist in Bewegung, das heißt, der Gegner gewinnt Raum. Die Verhältnisse sind undurchsichtig, beinahe verworren: die Führung ist nervös, nicht eindeutig bereit. Ist auf dem Sprung, von einem schwächlichen Entschluß in einen anderen halben hinüberzuwechseln. Die Ergebnisse der deutschen Offensiven des Jahres 18 werden auch dem Hartnäckigsten klar: sie zählen nicht, löjas gilt es jetzt zu tun? weiter zu wursteln, weil man schrecklicher- weise nicht herausbekommt, wie man aufhören könnte. Der neue Regimentsarzt, Oberarzt Eggebrecht, zieht mit seinen Leuten zögernd umher— fast kann man sagen, er irrt umher. Wo ist die' Front, wie verläuft sie, wie lange wird sie halten? Er wartet. Er wartet auf Befehle, die nicht kommen. Er selbst gedenkt Nachricht zu geben, daß er da und da ist, ober er weiß nicht, auf welchen Punkt er seine Ordonnanz zu- schicken muß. Endlich erreicht ihn ein Meldegänger vom Re- giment, vom Kommandeur, mit der Weisung, man wisse noch nichts Bestimmtes. Er beschließt von sich aus zu bleiben, wo er sich gerade befindet, und seine Laden aufzumachen. Er befindet sich in Gesellschaft von einigen Bretterbuden, kümmerlichen Baracken am Rand eines Wäldchens. Di« Bäume verdecken den Blick dort hinaus, wo die Linie sein muß. Die Buden lagen früher in durchaus friedlichem Be- reich. Hier wird ein Nahrungsmitteldepot gewesen sein, aber man hat nichts zurückgelassen' als ein paar riesige Fässer mit einem sauertrautartigen Kohlgeschnitzel. Jetzt ist der Platz nicht mehr harmlos. Artillerie be- unruhigt ihn. Ein winziger kurzer Graben, kaum einen Meter tief, zieht sich dicht an der einen Baracke hin— als einziges Deckungsmittel. In ihn mögen ehemals die Leute Paris, S. Oktober. Das Ergebnis der polizeilichen Bochforfchungen bestätigt, daß es sich bei der Angelegenheit des falschen Marquis de Eham- p o n b e r t um eine Mystifikation, die von ihm selb st inszeniert worden sei, handelt. Die Hypothese, der lebendig begrabene Marquis de Champau- bsrt alias Pasqual Clemens habe mit zwei Kumpanen die ganz« Affäre selbst ausgeheckt und sei das Opfer eines h y p e r-/ amerikanischen Reklametricks geworden, findet immer niehr Glauben. Bekanntlich wollte der Marquis seine Memoiren veröffentlichen. Viele Gegenstände, wie das Rohr im Sarg, durch das Luft eindrang, die Schokolade, die Briefe der„Ritter der Themis" usw. sind nach dieser Hypothese sehr wahrscheinlich. Anderereits sind heute mittag die zwei Kumpane des Marquis, die— wie man annimmt— den ganzen Trick inszenierten,-n Osset verhaftet und nach Paris gebracht worden, wo sie einem ein- gehenden Verhör unterzogen werden. Oer Naubüberfall in CharloSienburg. Als Täler kommen Jugendliche in Betracht. Der frech« Raubübersall, der am Freitag abend in der Schlächterei von Gerbsch in der Berliner Straße 68/69 oerübt wurde, scheint, soweit man bisher weih, von Jugendlichen aus- geführt worden zu fein. Festgestellt sst inzwischen die' H e r k u n st d e s A u t o s. Es ist ein kleiner weinroter Opelwagen mit Sommerverdeck, der einer Frau Grantte aus der Weinheimer Straße zu Schmorgen- dorf gehört und ihr am Freitag nachmittag vor dem Haus« Schiller- straße 104 zu Charlottenburg gestohlen würbe, als sie das Haus zu dann, den alten Leutchen die paar Mark, von denen sie ihr Leben fristen, zu stehlen und damit zu. verschwinden. Leider hat man von der gemeinen Diebin nur eine sehr dürsttge Beschreibung. Sie soll etwa 30 Jahre alt und hellblond sein und«inen hellen Strohhut tragen. Wer auf einem Postamt an der Renten.zahlstelle eine Frau dieser Art beobachtet hat oder sonst dazu beitragen kann, sie unschäd- lich zu machen, wird ersucht, sich an die Dienststelle C. 3 des Polizeipräsidiums zu wenden.___ Gexualnoi und Sexualhilfe. Sine Kundgebung der entschiedenen Schulreformer. Der Bund entschiedener Schulreformer hatte in der ersten Oktobcrwoche in Berlin eine gut besuchte Tagung zur Erörterung von Sexualsragen. Sexuaterziehung, Auf- artung, Lebenshils« waren die Hauptgedanken, die in neun großen Vorträgen behandelt wurden. Es sprachen Stadtorzt Dr. Löwen- stein, Stadtarzt Dr. Hodann. Schulrötin Feuerstack, Dr. Krisch«, l)r. mecl. Dehntest Pastor Hans Franckc, Prof. Dr.Paul Oestreich(dcrdi« Tagung leitete) uitd andere. Der-Freitag brachte«ine ö f f c n tkt ch e A b« n d o e r f o m m l u n g, an der die Jugend sich stark beteiligte. Zwölf Redner und Rednerinnen sprachen über Sexualnot und S e x u a l h i l s e, u. o. Pros. Dr. Paul Oestrcich, Studienrat Dr. Bernhard Krakauer, Echulrätin Feuerstack, Sonitätsrat Dr. Magnus Hirjchseld, Dr. Dehmel, Dr. Marw Rüben-Wols, Dr. Fritz Künnel usw. Besonders von Rednern und Rebnermnen aus der Lehrerschaft wurden über die Sexualnot der Jugend manche Beobachttingen und Erfahrungen vorgetragen, die dieses Gebiet grell beleuchteten. Zur Sexuathilfe sorderte man im wesentlichen nichts anderes als das, was seit langem immer wieder gefordert wird: Aufklärung. Nicht nur Kindern und Jugendlichen müsse man hier Aufklärung wüisschen, sondern auch noch den meisten Eltern und Lehrern. Nötig sei ein anderes Vertroucnsverhält- nis zwischen Alten und Jungen..Diese Dinge find ja vom Depot für ein Weilchen geschlüpft sein, wenn vielleicht ausnahmsweise einmal ein Flieger kam, und wenn Gefahr bestand, daß Bomben fielen. Der Graben wäre fast zu schmal für einen dicken Mann, doch das schadet nichts, dicke Männer gibt es ja hier vorne nicht mehr. Mißlicher ist seine geringe Tiefe: sie müssen sich niederkauern, um den Kopf unter der Erdfläche zu haben, wenn sie beschossen werden. Und sie werden es zunehmend. Der Feind scheint ein Auge auf diese Baracken zu werfen. Sie passen ihm nicht, er will ihren Frieden stören. Ein höchst geeigneter Platz für den Sanitätsdienst! denkt Funk erbittert. Kein sicherer Winkel weit und breit, dafür aber ist man Augenmerk des Gegners. In der besterhaltenden Bude stehen die Tragen mit Material. Auf einem Tisch ausgebreitet liegt bereit, was für Behandlung und Versorgung nötig sein wird. So will es der Arzt. ' Die Sachen sind bewahrt vor Wind und Regen. Im übrigen sind sie in einer geradezu lächerlichen Weise allem ausgeliefert. Jede Pistolenkugel schlüge durch diese Bretter- wände. Wenn Granaten kommen— alle paar Stunden kommen sie für eine halbe— rennt alles aus der Baracke und flieht in das Grübchen. Mehr kann man nicht tun. Das übrige läßt man stehen und liegen und rechnet mit dem Glücksfall, daß es nicht zer- stört wird. Man rechnet ja auch damit, daß der kleine Graben verschont bleibt. Zu solchem Optimismus ist man gezwungen, wie hielte man es sonst nur eine Stunde aus. Ein Geschoß schlägt in eins der Fässer, es verschwindet vom Erdboden, dafür ist das Barackendach klumpig übersät mit gelben Fladen. Sauerkrautsäden hängen von der Dach- pappe herunter wie dünnes Gedärm. Dann aber trifft es die Baracke selbst. Ein Gewinn ist noch, daß bislang kein Verwundeter hergefunden hat zu diesem Vorbild eines Verbandplatzes, daß kein Kranker ihn aufgesucht hat. So werden wenigstens Patienten nicht geschädigt oder getötet. Vernichtet wird nur Material— und der Arm eines Unvorsichtigen, der zu lange gezögert hat, in den Graben zu kriechen. Geschrei bricht aus den Brettern hervor, die zum Teil durch die Luft wirbeln. Dann bricht der Verwundete selbst ins Freie. Der rechte Arm ist ihm abgeschlagen, er wankt im Schock und im Schmerz umher, ganz unglaubwürdig einer kleinen Besorgung betreten hatte. Durch Zeugen, die sich bei der Polizei gemeldet haben, ist festgestellt, daß die Diebe mir dem Wagen u. a. in der Berliner Straße hin- und her- gefahren sind, roahrscheinlich, um den günstigsten Zeitpunkt abzuwarten. Sie sind auch von Frau Gerbsch beobachtet worden, die mit einem Angestellten vor dem Laden stand und das Auto auf und abjahren sah. Gleich, nachdem sie den Laden wieder betreten und sich hinter den Vcrkaufstisch gestellt hatte, um beim Bedienen zu Helsen, erfolgte der Ueberfall. Die Räuber haben also gewartet, bis der Weg frei war. Die Bestürzung, die der Vorfall bei den Kunden im Laden und bei den Pasianten erregte, bringt es mit sich, daß die Beschreibung der Räuber nur ganz oberflächlich ist. Auch über die Zahl der Beteiligten gehen die Angaben auseinander. Einige Zeugen wollen nur zwei, andere wieder vier Personen gesehen haben. Uebcreinstimmend aber sagen alle au-, daß die Räuber Burschen im Alter von höchstens 18 bis 21 Jahren waren. Di« Verletzungen der beiden Königsberger Damen sind zum Glück nicht lebensgefährlich, obwohl sie ein Stück Weges geschleift wurden. Die eine hat einen Unterschenkelbruch erlitten, die andere Hautabschürfungen. Schweres Autounglück bei Halle. Dier Tote, drei Schwer- und zwei Leichtverletzte. halle a. d. S», 5. Oktober. Ein bon Nietleben kommendes Lieserauto der Firma C h a b e s o prallte heute nacht am Eingang des Dorfes B e n n st e d t so heftig gegen einen Baum, daß die neun Insassen aus dem Wagen heraus- geschleudert wurden. Bier Personen, darunter zwei Frauen, wurden sofort getötet. Der Wagensührcr und zwei Personen wurden schwer, zwei weitere leicht verletzt. Der Führer des Autos soll b e t r u n k e n gewesen sein. I alle sagbar", erklärte Magnus Hirschseld. Als Vertreterin der I Jugend lehnte cand. pliil. Else U n g e r die Hilfe der Alten ab. „Wir wollen uns nicht helfen lassen." sagte sie,„wir wollen uns selber Helsen." Keine Bestechung städiischer Beamter. Die Llntersuchung wird fortgesetzt. Da» Nachrlchlenamt teilt mit: Gestern vormillag fand eine Besprechung zwischen den Herren Staatsomwallschaslsral Dr. Weißenberg, Bürgermeister S ch o l h. Sladlkämmerer Dr. Dange und Obermagistrolsral Dr. E b e r l y statt, in der die Ergebnisse der bisherigen Ermittlungen durchgesprochen wurden. Es liegt bisher kein begründeter Anhalt für eine Best echungeiacs städtischen Beamtenvor. E» wird jedoch trotzdem allen Verdächiigunge« weiter nachgegangen. Die erforderlichen Ermittlungen werden, soweit Beschuldigungen mit einer strafbaren Handlung in Frage kommen, von der Slaatsanwallschast selbständig gcsührl. Sofern sich herausslellst- daß� strafbare Hand lungcn nicht nachzuweisen sind, werden die Vorgänge zur weileren disziplinarischen Verfolgung dem Bürgermeister übermittelt werden. Gegen den Prokuristen des Berliner?lnschasfungsamts, Jakov L i e b« r i, werden jetzt im Zusammenhang mit der Sklarek-Assäre erneut« Beschuldigungen erhoben. Lieberi soll bei der In- ventur der Klcidervertriebsgesellschast zur Uebergabe weiterer Löger an die Gebrüder Sklorek wesentlich niedrigere Preise eingesetzt haben. als das Lager in Wirklichkeit wert war. Für di«se Unkorrektheit soll Liebert von SNarek ein« Hypothek aus«in Grundstück erhalten haben. Die Liebert versprochene Hypothek ist dann später in Bargeldzahlungen»mgcwandclt worden, und der Prokurist soll im Laufe der Johr« weirere Schecks über höhere Geldbeträge von den Sklareks ausgehändigt bekommen haben. Die Staats- anwalffchoft wird diesen Dingen nachgehen, um festzustellen, ob baumelt das weggerissene Glied hoch oben, nahe der Achsel, an seinem Kleider- und Hautlappen, es ist kaum mehr so viel Stumpf da, daß man abbinden kann. Ein paar springen bei, darunter der Regimentsarzt, und tun das übliche. Aus durcheinandergeschmissenem, zerfetztem Verbandzeug sucht man hervor, was noch brauchbar ist. Wer nicht mithilft, ist ein junger Feldunterarzt. Er hockt weiter in der Erdspalte. Durch das Fenster der Baracke ist Blut der Verwundeten im Strahl auf seinen Stahlhelm gespritzt. Er wird bleich, weil es ihm rot von obenher in den Schoß tropft. Er begreift nicht, daß es fremdes— er glaubt, daß es eigenes Blut ist. Er beginnt fassungslos zu weinen, er untersucht seinen befleckten Helm mit fahrigen Fingern. Denkt er an eine GeHirnverletzung— ohne darüber im klaren zu sein, daß er doch keine Schmerzen«mp- findet? Vielleicht empfindet er welche. Jedenfalls jammert er.— So herunter find viele, so gelockert die Widerstände der meisten. Der Schwerbeschädigte ist verbunden, der weinende Arzt ist aufgeklärt und beruhigt. Dr. Eggebrecht hat beides zu- wege gebracht. Im Augenblick platzen keine Granaten, aber man weiß ja von diesem Ort aus Erfahrung: es kommen bald neue. Darum wäre es wichtig, wenigstens den Armlosen wegzuschicken. Er ist ein Bauer vom Ammersee. Daß er nicht ohn- mächtig wird vor Schmerzen? Nein, er ist bei klarem De- wußtsein. Er schluchzt um das verlorene Glied. Was er nun anfangen soll? Den Pflug wird er nicht mehr führen können. Der Regimentsarzt tröstet ihn.„Das wird alles wieder, Lorenz. Da gibt es eine Prothese, mit einem Haken vorn, in den kann man die Zügel einhängen, mit dem kann man tragen und arbeiten."., Er sagt es nicht sehr sicher, er glaubt selbst nicht recht daran, daß es bequem gehen wird— ob es überhaupt geht. Wie daher Lorenz den bleichen Schädel verzweifelt schüttelt. verläßt er das Thema und entschließt sich zu dem Befehl, den sehr des Lazarettes Bedürftigen abzutransportieren. Wohin? Zurück aufs Geratewohl. Niemand'ist ge- kommen, es scheint auch niemand mehr einzutreffen. So wenig Hilfbedürftige herfinden, ebensowenig kann man dar- auf rechnen, Leute von der Sanitätskompagnie hier auf- tauchen zu sehen. Man hat keine Verbindung mit ihnen. man hat zu niemand Verbindung. Ob überhaupt und wo Telcphonisten in erreichbarer Nähe einen Apparat bedienen, ist unbekannt.(Forssetzung folgt.) 4? Invaliden i Zu arbeiten fft ein jeder verpflichtet I d. l> wenn er arm ist. Besitzt er Hauser, Fabriken, Grundstücke, einen reichen Papa oder eine reiche Frau, so braucht er es unter Umstanden auch nicht. Jedenfalls kümmert es dann den Staat nicht, womit der Betreffende seine Zeit totschlagt. Er fällt ihm ja nicht zur Lost, mag es für seine Mitmenschen eine noch so große Belastung bedeuten. Hat aber der Bürger nichts, fo muß er orbeiteni denn sonst ist er„arbeits- scheu". Arbeitsscheu« aber kommen ins Arbeitshaus. Sieht man sich diese Arbeitshäuser näher an, so scheint es, als hätten sie alle irgendeinen Knacks. Man könnte wohl sagen— Lebcns- knacks—, denn ein gesunder Mensch, der nichts besitzt, wird schon aus Selbsterhaltungstrieb arbeiten. Tut er es nicht, so ist in der Regel etwas bei ihm nicht in Ordnung. «.Draußen scheint die Gönne so schön!' Ein eigentümliches Wesen, diese Frau vor dem llebertretungs- richter. Sie ist nicht alt, zählt erst 34 Jahr«. Ihr Gesicht sagt: Mir ist olles egal,— auch ihre Haltung, ihre Stimme, ihr ganzes Wesen sagen es. Seit sieben Jahren wohnt sie im Asyl für Obdach- lose; in Charlottenburg arbeitet sie als Reimnachefrau. Bietet ihr die Obdachlofenasyloerwaltung irgendwelche andere Beschäftigung an, so lehnt sie ab. Sie kehrt immer wieder ins Asyl zurück.„Das Asyl ist doch nicht für solche Leute wie Sie da", meint der Richter. „Für wen ist es denn da", pariert sie.„Sie sollen arbeiten."„Ich arbeite ja: aufs Land gehe ich aber nicht. Weshalb hat mein Mann mich rasgedrängt"— sie ist ledig—„soll er doch wenigstens für das Kind sorgen. Aber die Schwiegermutter, die will es eben nicht." Das ist der wunde Punkt ihres Lebens. Deshalb lebt sie im Obdach- losenasyl. Ihr ist eben alles egal. Als der Richter sie fragt, ob sie etwas zum Antrag des Amtsanwalts— 1 Monat Haft— sagen wolle, erklärte sie:„Ach, mir ist alles egal, dann kriege ich doch noch mehr." Da ihr alles'„egal" ist, verurteilt sie der Richter zu 4 Wochen Haft.„Das herrliche Wetter, draußen scheint die Sonne so schön", sagte sie mit einem undefinierbaren Lächeln und geht ab.— Ja, wenn die Schwiegermutter sie nicht hinausgedrängt hätte... Der Kellner mit den vier Sprachen. Der Mann ist Kellner: er spricht vier Sprachen) hält unter dem Arm eine Aktentasche mit weißer Wäsche, besitzt auch einen Frack, »es Lebens. schläft im Asyl für Obdachlose und steht vor dem Richter wegen Arbeitsscheu. Es ist Sonnabend. Das schöne Spätjommerweitcr oerspricht für den Sanntag ein« reiche Ernte an Ausslüglcrn: deshalb hat er die weiß« Wäsche in der Altentasche— er hoffte, am Sonnabendabend und am Sonntag als Kellner zu arbeiten. Und aus- gerechnet heute wird er aus dem Asyl fiir Obdachlose dem Richter vorgeführt. Natürlich hat er„gearbeitet": z. B. im August zehn Stunden als O b st p f l ii cke r: auch sonst war er irgend- einmal als Kellner beschäitigt. Der R c g i st e r a u s z u g des Asyls zeigt aber: Arbeit abgelehnt, abgelehnt, abgelehnt, betrunken, ab- gelehnt, abgelehnt, abgelchntz betrunken, abgelehnt usw. Ja, er hat die Arbeit abgelehnt, denn er ist Kellner, spricht vier Sprachen, ist in der ganzen Welt herumgekommen, mar Kellner in ersten Häusern und soll Obst pflücken?! Er ist zu jeder Zeit bereit, in seinem Ge- werbe zu arbeiten, aber Obst pflücken oder sonst was, nein, das nicht. Der Amtsanwalt beantragt 3 Wochen Haft. Der Richter be- scheidet sich mit 10 Tagen. Der Kellner mit den vier Sprachen wird wohl sein Leben lang mit weißer Wäsche und Frack in Erinnerung an frühere bessere Zeiten ans das große Wunder warten. Zwischen- durch wird er wegen Arbeitsscheu dein Richter vorgeführt werden.., Der Säufer. Matt merkt ihm den Säufer auf den ersten Blick an: sechsmal ist er wegen Arbeitsscheu vorgefiihrt. Er sieht schlecht, hat das sechzigste Lebensjahr überschritten, macht einen wirren Eindruck und redet endtos. Er legt zahllose Bescheinigungen über seine Krankheiten vor und läßt den Richter kaum zu Worte kommen. Auch er hatte Arbeit immer wieder abgelehnt: er sei eben krank und könne nicht arbeiten. Der Richter verurteilt ihn zu 6 Wochen Haft und zum Arbeitshaus. Der Mann nimmt die Strafe nicht an. Er sitzt anfangs ruhig da, erhebt sich dann plötzlich und will irgendwo hinaus. Hört nicht auf die Fragen, die man an ihn richtet, findet schließlich die Ausgangstür, geht hinaus, muh von dem Polizei- beamten mit Gewalt zurückgebracht werden, setzt immer wieder hart- nackig sein« Mütze auf, so daß sie ihm vom Kopf gerissen werden muß und kann nur mit Mühe beruhigt werden. Etwas muß an diesem Mann nicht stimmen. Egal ist ihm aber fein Schicksal noch lange nicht, irgendein dunkler Protest gährt in ihm. KZ Jahre ist Pensionsalter. Es gibt Memchcn, die früher verbraucht sind. Ist dieser Sechzigjährig« noch arbeitsfähig? dieses Material, dos jetzt in konkreterer Form vorliegt, seinerzest schon bekannt gewesen ist. Zu der Mitteilung, daß die Gebrüder Sklarek mit der Stadt ein Grundstücksgeschäft abschließen wollten, das mit dem Abriß der Spittelkolonnaden im Zusammenhang steht, erfährt man, daß aller- dings ein Konsortium beabsichtigt habe, auch das an den Ko- lonnoden liegende sogenannte Neumannschc Grundstück zu erwerben. Dieses Projekt sei aber von den städtischen Stellen, noch ehe es bis zum Magistrat gelangt sei, abgelehnt worden. Die Sklarcks, dessen Geschäftshaus infolge«des projektierten Durch- bruchs der Lindenstraße zur Beuthstraßc abgerissen werden wird, haben mit der Stadt in Verhandlungen wegen des Ankaufs eines daneben liegenden Grundstücks gestanden. Diese Verhandlungen führten nicht zum Abschluß. Kommunistische Verieumdungen. Das Kommunistenblatt hatte behauptet, daß auch der frühere Stadtkämmerer D. Kar ding bei den Geschäften der KBG. mit den Sklareks mitgewirkt habe, bei einem Sektfrühstück mitgemacht und 11) Anzüge bestellt h ibe. Dr. Karding hat der„Roten Fahne" nach§ 11 des Preßgesetzes eine dahingehende Berichtigung gesandt, daß er bei den Geschäften der KVG. mit den Sklareks nie- mals in irgendeiner Form mitgewirkt habe, daß er niemals an einem Frühstück bei den Sklareks teilgenommen und niemals irgendwelche Geschenke oder Zuwendungen von ihnen gewünscht oder erhalten habe. Dr. Karding hat gleichzeitig bei der Staatsanwaltschaft Strafantrog wegen verleumde- rischer Beleidigung gestellt. * Der kommunistische Stadtrat Gäbet hat seine Aemter bisher nicht niedergelegt und wird das auch nicht tun, denn er kommentiert die von ihm der kommunistischen Presse gegebene Erklärung damit, daß er darin nur zum Ausdruck bringen wollt«, daß er bei der Neuwahl zum Stadtparlament seine Mandat« an die Partei zurück- geben werde. Diese Auslegung der Erklärung gibt also nur eine Selbstverständlichkeit bekannt, denn am 17. November lies an und für sich so wie so die Amtszeit Gäbels als unbesoldeter Stadtrat und Stadtverordneter ab. (Sr schmeißt mit Sand. Eine äußerst schwierige Angelegenheit. Die Sache liegt so: ein Schlosser und ein Bäcker waren längere Zeit arbeitslos. Infolge- dessen wurden sie zu Notstandsarbeiten herangezogen. Nun ist es ja wohl menschlich zu verstehen, wenn weder ein Bäcker nach ein Schlosser an derartigen Arbeiten, die in der Hauptsache aus Erdarbeiten bei Gartenanlagen und dergleichen bestehen,«in« über- mäßige Freude empfinden. Man mochte die Arbeit, um dem Gesetz zu genügen, und amüsierte sich im übrigen auf sein« Art. Und diese Art eben war es, die zur Klage vor dem Arbeitsgericht führt«. Dieser Schlosser nämlich hatte Freude daran, seine Kollegen, speziell den Bäcker, m i t S a n d z u b e s ch m« i ß e n. Er empfand eine ungetrübte Freude tun kindlichen Spiel. Aber der Bäcker war aus diesen Jahren schon heraus. Er war zu ernst und gesetzt, um im Sand zu spielen. Da Ermahnungen bei dem Kollegen nicht fruch- teten, ging es zum Arbeitsgericht, er stellte Antrag aus Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen den Magistrat der Stadt Berlin. Dem Magistrat soll aufgegeben werden, bei Vermeidung einer vom Gericht festzusetzenden Ordnungsstrafe, dem Schlosser zu untersagen, den Antragsteller weiterhin mit Sand zu be- schmeißen. Jetzt müssen drei weise Richter des Arbeitsgerichts den Antrag prüfen. Für den Fall, daß etwa der Magistrat Widerspruch erhebt, wird man«inen Verhandlungstermin atrberaumcn, zu dem Sachverständige zu laden sind. Gin Sanatorium für Morphinkranke wird in kurzer Zeit seine Pforten öffnen. Zwischen Halle und Bitterfeld liegt in einem etwa 50 Morgen großen Park Schloß Mösslitz. Dieses Schloß nun hat Dr. Fritz Meyer, ein Spezialist aus diesem Gebiet, zu einem Sanatorium für Gift- süchtige, deren Hauptkontingent ober die Morphinkrankcn bilden, umgewandelt Der Leiter war selbst jahrelanger Morphinist und hat in 13 Jahren 1K Kuren durchgemacht. Die Ergebnisse dieser Erfahrungen will er nun in jeweils Sechswochen-Küren an seiinen Patienten praktisch in Anwendung dringen. Der Kur soll möglichst eine psychotherapeutische Behandlung vorausgehen. Das Gift wird den Kranken plötzlich entzogen. Die hierauf folgenden, qualvollen Stunden müssen durch Schlaf, der wieder durch Schlafmittel herbei- geführt wird, überwunden werden. Die Schlafmittel werden, was sehr wesentlich ist, nicht in Spritzform, sondern innerlich gegeben. Vor allein muß der Stich fortfallen, die Patienten müssen von der Spritz« befreit werden. Wenn der Kranke 5 bis 6 Tage geschlafen hat, muß er aus dem Bett. Er soll Bertraucn zu ssch haben, soll sich sagen: du bist ein vollwertiger Mensch. Erst dann beginnt die psychische, individuelle Behandlung. Es gilt jetzt den Grund zu erfahren: warum warft du eigentlich Morphinist? All« Rauschgift- krank« haben ihre Symptome. Der übergeordnet« Begriff ist die Neurose. Diese Neurose Hot ihren,, Ursprung meist in der Jugend. Der Anlaß muß in feinster Arbeit herausgefunden«erden. Neu in der Bshandlungsmcchode ist auch folgendes: Jeder Kranke ver- pflichtet sich, am Ende der fünften Behandlungswoche zu einer frei- willigen Quarantäne und sich 2 bis 3 Tag« einschließen zu lassen. Er kommt in ein Zimmer, wo er nichts verbergen kann, hat jede Stunde Besuch, aber nur von Schwestern und Aerzten. Hat er diese Quarantäne mst Erfolg bestanden, kann er ruhig wieder ins Leben zurück, soll aber möglichst diese Quarantäne in größeren Abständen wiederholen. .Hilfe im stillen. Die von Frau Jenny Baerwald geleiteten Küchen zur Verabreichung unentgeltlicher Mahlzeiten an in Not geratene Familien der besseren Stände haben ihre Tätiakeit wieder erheblich»wettert. In dem sieben Küchen in verschiedenen Teilen der Stadt wurden vom 1. Oktober 1928 bis 1. Oktober 1929 Kl 36i unentgeltliche Mahlzeiten verabreicht gegen 48 013 im Vorjahre, 8517 Lebensmittelpakete versandt gegen 6126 im Vorsichre, und da der vorig« Winter besonders hart war, find in weit größerem Maße als bisher Unterstützungen durch Kohle und Geld gewährt worden. Frau Baerwald und ihr Komitee üben ihre Hilfe im stillen aus, so daß die Empfindlichkeit der„Verschämten Armen" nicht verletzt wird. Deshalb ist das Unternehmen keine ein- getragene Gesellschaft, und Frau Baerwald sanunelt dos Geld für das jährliche Budget alljährlich persönlich. In dem Maße, in dem die in Not befindlichen Kreise chre letzten Reserven, die sie noch in irgendwelchen Gegenständen besitzen, miszehren, vergrößern sich die Ansprüche, die an die Küchen gestellt werden, und es ist zu hosten, daß Frau Baerwald auch weiterhin auf freundliche Unterstützung rechnen darf. Im Komitee find u. a. die Gallin des amerikanischen Bostchasters S hur man, Frau Präsident E b e r t, Frau Staatssekretär W e i s m a n n, Frau Professor E i n st« i n. „Straße frei". In der G o r m a n n st r o ß e vor dem Zl r b e i t s n a ch, weis. Drei Arbeitslose verteilen Flugblätter an ihre arbeitslosen Schicksalsgefährten. Zusammenrottimgen, Drohungen gegen die Ber- teiler. Der Janhagel, der dort die Gegend unsicher macht, betätigt sich. Es handelt sich nämlich um s o z i a l d e m o k r t i s ch e Flug- Matter, die die Arbeitslosen warnen vor k o in m u n i st i s ch e ar Schwindel. Da Drohungen nichts fruchten, gehen die Rotfrovt- kämpfer in Zivil zu Tätlichkeiten über. Di« Schupo muß ein- greisen und die Freiheit der Straß« vor dem kommunistischen Jan- Hagel schützen. Der holt daraus aus den umliegenden Lokalen Ver- ftärkung. 300 bis 400 Mann rücken an. Die Flugzettelverteiler, die übrigens ihren Borrot so ziemlich erschöpft hatten, können sich noch schleunigst in eine vorbeifahrende Taxe retten. Rur einer wurde durch einen Steinwurj leicht verletzt. Genosse Jakob Schimmeimann, der 63. Abteilung angehörig, ist, 79 Jahr« alt, gestorben. Genosse Schimmelmann, von Beruf Ztgarrenmachcr, gehörte seit dem Jahre 1872 dem Tabakarbeiter- verband an, dessen Bevollmächtigter er während der Zeit des Sozia- liftengefetzes war. Trotz seines hohen Alters war er bei den Wahl- kämpfen nach der Revolution unermüdlich tätig. Die Partei verliert in ihm«inen tatkräftigen Mitkämpfer für den Sozialismus. Die Rundfunk» estuchsftcUe bei der Swallichen alademijchea Hochschule für Musik beginnt ihre Lehrgänge sür Rmrdsunkrede und Rwldsunkmusik am 15. Oktober. Nähere Auskunst und Druckjachen durch die KeschSfls- stelle Verlm-Chnrlolteitburg, Fafanenstraßc 1. 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 6. Okiober 4929 Die Aussichten des Zionismus. Ein hoffnungsloses Experiment.*) Von Karl Eautsky. Schon im Jahre 1921 in meiner Schrift„Raffe und Judentum" zeigte ich, daß die jüdische Einwanderung nur äußerst langsam vor sich gehen könne. Das ist seitdem eingetroffen. Von 1922 bis 1928 sind im ganzen in Palästina 92 000 Juden eingewandert, davon aber fast 24 000 wieder ausgewandert, so daß nur 68 000 im Lande blieben, neben den etwa 80 000, die schon früher dort waren. Ich sagte darüber in meiner Schrift: Di« Länge der Zeitdauer, der die jüdische Kolonisation bedürft«, um Palästina ein jüdisches Gepräge geben zu können, würde kein Argument gegen sie bilden, wem die Zelt für den Zionismus ebenso crbeitete, wie sür den Sozialismus, d. h. wenn die Bedingungen lür seine Berwirklichung sich im Laus« der ökonomischen und politi- schen Entwicklung fortschreitend verbesserte. Aber das ist beim Zionismus nicht der Fall. Und darin liegt seine fundamentale Schwäch«. Cr kann nicht warten, denn die politischen Bedingungen feiner Durchführung müssen sich rapid verschlechtern. Was er in den nächsten Jahren nicht erreicht, wird ihm nie wieder gelmgen---- Er verleugnet das Recht der Selbstbestimmung der Notionen und proklamiert ihm gegenüber dos historische Recht, das heute überall versagt, selbst dort, wo die Mächtigsten es sind, die es durchzusetzen suchen." Die Juden kommen nach Palästina nur als G e f o l g- fchaft einer imperialistischen Großmacht, als Helfer bei ihrer kolonialen Eroberungspolitik. Diese Politik ist aber überall zum Scheitern verurteilt. Auf sie ist keine dauernde soziale Einrichtung aufzubauen. Um dies zu zeigen, komme ich in meiner Schrift auf die schon zitierten Ausführungen Ballods zu sprechen, der unter anderem den Zionismus deshalb pries, weil er im türkischen Palästina«in Gegengewicht gegen die England freundlichen Araber bilden tonnte. Ich fahre an der angegebenen Stelle fort: Nun habe» die Engländer gesiegt, die Araber sind aber für diese ebenso unbequem geworden wie ehedem für die Türken, und da dreht man von zionistischer Seite den Spieß um und preist die jüdischen Kolonisten in Paläftuta als Bundesgenossen Englands gegen die»ach Selbständigkeit drängenden Araber. Lei allen diesen Wandlungen bleibt eines bestehen: die Ab- hängigkeit der jüdischen Kolonisation von den siegreichen europäischen Großmächte»»od der Gegensatz der Kolonisation zum Arabertum. Beides entspringt naturgemäß aus den gegebenen ökonomischen und politischen Bedingungen, und jeder der beiden Faktoren stärkt in reger Wechselwirkung den anderen. Hier finden wir den t iefst e n •) Sehe Nr. 465 des„Vorwärts". Grund für die Un Haltbarkeit des Zionismus. Die jüdisch« Kolonisation in Palästina muß zusammenbrechen, sobald die englisch-sranzösische Vorherrschaft über Borderasien(mit Aegypten) zusammenbricht. Und dos ist nur ein« Frage der Zeit und wahr- scheinlich schon sehr naher Zeit. Der Krieg hat den arabischen Nationalismus ge- waltig gestärkt. Die Engländer selbst haben dazu erheblich beige. tragen, da sie an ihn appellierten, um einen Bundesgenossen gegen das türkische Regime zu gewinnen. Nun werden sie die Geister nicht los, die sie gerufen. Wie überall, ist auch in Vorderasten der Geist der nationalen Selbstbestimmung unwiderstehlich, sobald er einmal die Volksmassen ergriffen hat, und dos ist jetzt der Fall. Arabien ist schon so gut wie selbständig, Mesopotamien, Aegypten, Syrien werden sich binnen wenigen Jahrzehnten selbständig machen, com. 9aßLrmcUtm4c,fäcttU&-y£ichie&j*cicfc Tlta&ameßma* dg* fpetveHtscßofiaa. Verkauf in den Winlermonalen n u r Oranienstraße 127 und bis dahin das europäische Protektorat, dos sie ein« Weile nach hinnehmen müssen, immer mehr siincr wirklichen Macht entkleiden Am schließlichen Sieg des Arabcrtuins iü nicht mehr zu zweifeln, es fragt sich bloß noch, ob dieser Sieg durch friedliche Methoden allmählichen Abringen? von Ka i Zessionen oder durch ein« Periode wilden Guerillakrieges und blutiger Insurrektionen vorbereitet wird. Tie englische Regierungsart messt mehr nach den erster«», die französisch mehr nach den letzteren Methoden hin. Wie immer sich der Um wandlungsprozeß gestalten niöge, die armen und schwachen jüdischen Ansiedler in Palästina werden d,e Hauptleidtragenden dabei sein, sowohl mährend d«" Kampfes der Araber um die Unabhängigkeit wie nach deren Siege Sie werden sich unter den europäischen Elementen in Vorderasien am wenigsten wehren, am schwersten flüchten können und doch als die gefährlichsten Feinde behandelt werden, weil si« durch ihre An- fiedlung bemessen, daß si« im Lande bleiben und die früheren Ein- wohner nicht bloß in Abhängigkeit bringen, sonder» völlig»er- drängen wollen. Man darf«» als ein wahres Glück sür die leidend« Juden- jchast betrachten, daß die zwnistssch« Ansiedlungspolitik allem An- schein nach nur sehr langsam in Fluß kommen wird. Co darf man hoffen, daß die Opfer nicht allzu zahlreich sein werde», welche durch di« Politik des Zionismus hervorgerufen werden, ein« Politik, die im Grunde nichts anderes bewirkt, als daß sie enthusiastische Juden mit ungeheuren Kosten und den größten Opfern der Be- teiligt«n aus Gebieten, in denen die Judenpogrom« ihrem Ende eni- gegengehen, in Gebiete transportiert, in denen solche Pogrome mit größter Macht einsetzen werden, wenn da» ziomstische Programm auch nur einigermaßen zur Ausführung kommt. Eine derartige Vorkehrung der eigenen Absichten in das gerade Gegenteil ist unvermeidlich dort, wo man die Regeln für sein Handeln in der Gegenwart nicht aus der Erforschung dieser schöpft, sondern sie sich durch heraufbeschworene Gespenster einer grauen Borzeit diktieren läßt. Die blutigen Ereignisse von 1929 bestätigen leider in ent- seßlicher Weise die Befürchtungen, die ich 1921 ausgesprochen. Mögen jene Ereignisse wenigstens dazu beitragen, allen Freunden des Judentums zu zeigen, daß seine Zukunft nicht im Orient liegt, nicht in der Welt des Islam. Der Zionismus war immer aussichtslos, wenn er eine Bewegung fein wollte, die das gesamte Judentum befreien soll. Er wird aber geradezu eine furchtbare Gefahr für jene auserlesenen Menschen, die ungeheure Kräfte aufwenden, um als Pioniere jüdischer Kolonisation in Palästina zu wirken. Der Zionis- mus bedeutet die nutzlose Aufopferung dieser hervorragenden Elemente. Der jüngste Araberpogrom in Palästina ist ein war- nendes Menetekel. Möge es beachtet und richtig ge- deutet werden! 2 Fragen- 1 An+wor+- 1 Rat! Sehen Sie immer so nett und so modern gekleidet aus wie Sie möchten? Kaufen Sie Ihre Kleidung immer so preiswert wie möglich? Sie würdcn's. wenn Sie bei uns kaufen! Denn unsere Preise sind so über Erwarten niedrig, dafi Sie sich mit Leichtigkeit selbst mehrere Kleidungsstücke im Laufe der Saison kaufen können, ohne Ihren Etat su uberschreiten. Wenn Sie beides im höchsten Mcßc vereinen wollen,—— die modernste Kleidung für den geringsten Preis dann— Schlachtfsid der Arbeit. Eine Million Ltnfätle in einem Lahr. kurzem sind im Verlag von Reimar Mobbing als -l.v Tvirderheft zum Reichsorbsitsblatt die Jahresberichte der gewerblichen B c r u f s g c n o s s c n s ch a s t e n über Uchall- ocrhiilunz für das Jahr 1928 erschienen. Dieses ß2ä Druckseiten umsassende Sammelwerk ist kein in slüssizem Stil und unterhaltend geschriebenes Buch, das nwn als entspannende Lektüre in den Feierabendstunden lesen kann. Gleich- förmiger Tert, nur durch Jahlenkolonncn und erläuternde technische Di' der unterbrochen, läuft von der ersten bis zur letzten Seite dieses Werkes, lind dach sind diese nüchternen Sätze und scheinbar so öden Zahlenkolonnen sür den, der sie aus sich wirken läßt, so packend, weil sie die ganze B c r u f s t r a g i k d e r werktätigen M e 11 s ch e n widerspiegeln. Bäche von Tränen, unsäglliches Herzeleid gepaart mit Not und Elend in Tausenden von Arbeiterfamilien liigrii zwischen den Zeilen und Zahlen hervor, mit denen diese Verlustlisten des täglichen Kampfes um die Existenz zusammengestellt sind. Der Leser schrickt im allgemeinen davor zurück, in Artikeln angeführte Zahlen genau zu lesen und überliest sie nur flüchtig. Die im nachstehenden angeführten Zahlen verdienen jedoch eine eingehende Beachtung, weil sie blitzlichtartig die u n g c- heurcn Berufsgcfahren erkennen lassen, die den Arbeiter an seiner Arbeitsstätte aus Schritt und Tritt umlauern. Den 86 gewerblichen Berufsgenosienschaften unterstanden im Äahrc 1928 insgesamt 936 533 Betriebe mit 11 248 534 Versicherten. 19Jf7 waren im Vereich« der gewerblichen Verussgenossenschaften 901 672 Betriebe mit 10 739 495 versicherten Personen vorhanden. Die Betriebe haben sich demnach um 34 861 oder 3,87 Proz. und die Versicherten um 509 039 Personen oder 4,75 Proz. vermehrt. Die dem Wirtschafter und Gewerkschafter nicht unbekannte und auch an den Statistiken der Kronkenkasssn über die versicherungspflichtigen Arbeitnehmer nachweisbar« Vermehrung der Armee der Werktätigen trotz der Rationalisierung ist also auch aus den Berichten der Berussgenofsechchaften ersichtlich. Genau wie im Jahre 1927 ist auch 1928 die Zahl der gemeldeten Unfälle in einem ganz erheblich anderen Verhältnis gestiegen als die Zahl der Versicherten und der Betrieb«. 1928 wurden bei den gewerblichen Verussgenossenschaften 958 168 Unfälle gemeldet gegenüber 855 480 Unfällen im Jahre 1927. Die Zahl, der gemeldeten Unfälle ist also gegenüber 1927 um rund 12 Proz. gestlegen. Die Zahl der entschädigten Unsälle erhöhte sich gegen das Vorjahr um 12 774 auf S3 92Z. mithin um rund 25 Proz., und die der gemeldeten bzw. entschädigten tödlichen Unfälle um 46Z aus 4517 oher um 10,25 Proz. Als Ursache für die Zunahm« der Unsallmeldungen wird in den meisten Berichten ebenso wie in dem vorjährigen Bericht die Aus» Wirkung des zweiten Gesetz«? über Aendenmg in der Unfallversicherung vom 14. Juli 1925 angegeben, wonach auch der gcvingsiigigste Unsall gemeldet werden nuitz. Einige Berussgenossenschaften, denen diese„Beweisführung" wohl doch etwas zu sehr konstruiert erscheint lsiehe die Zunahme der entschädigten Unfälle um 25 Proz.), betonen daneben auch noch, daß der durch die Konjunkturschwankun- gen bedingte häufiger« Arbeiterwechsel sowie die ge- steigerte Arbeitsintensität mit als unfallvermehrende Faklorcn in Rechnung zu stellen sind. lieber die Schuldfrage bei den Unfällen heißt es zum größien Teil in den Berichten, daß meist die Arbeiter selbst die Un- jällg infolge Unachtsamkeit, Leichtsinn, Ungeschicklichkeit, Abstumpfung gegenüber den Berufsgefahren usw. verschulden. Verhältnismäßig selten liest man, daß die Unternehmer die Unfallverhütungs- Vorschriften mißachten oder ihnen gar feindlich gegenüberstehen. Diese Schönfärberei zugunsten der Unternehmer ist doch etwas zu offensichtlich. Gewiß unterliegt es keinem Zweifel, daß ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz der Unfälle auf das Konto Un- achtsamkeit der Arbeiter und Gleichgültigkeit gegenüber den Berufs- gefahren zu buchen ist. Nicht zu leugnen ist aber auch, daß Zl r- beitstempo, Entlohnung und U n f al l hö u f i g k e i t im engsten Zusammenhang miteinander stehen. Der Arbeiter läßt nicht die Vorsichtsmaßnahmen im Steinbruch, Bergwerk oder anderswo aus Sorglosigkeit außer acht oder wirst nicht aus seiner Bequemlichkeit den abgeglittenen Treibriemen während des Laufens der Maschine oder Transmission wied«r auf. Die Triebfeder zu solchem Tun ist fast immer der Zwang zum Geldverdienen. Es ist doch oft so, daß der Arbetter die Unfallverhütungsvorschriften nur deshalb in den Wind schlägt, um mit seinem knapp bemesienen Akkordpreis zurechtzukommen, wie z. B. auch der Eisenbahnbeamte so manche Dienfworschrift eine schöne Vorschrift sein lassen muß, damit sich der Eisenbahnverkehr„vorschriftsmäßig" abwickelt. Etwas mehr Objektivität in der Beurteilung der Schuldfrage wäre durchaus angebracht. Die meisten gemeldeten Unfäll« auf tausend Versichert« wiesen folgende Berussgenossenschaften auf: Brauerei, und Mälzerei-Berufsgenossenschoft 202,0(174,0 im Jahre 1927), Schlesischc Eisen- und Stahl-Bcrufsgcnosienschaft 166,45 (164,45). Hütten- und Walzwerks-Berussgenossenschaft 159,65(164,47), Nordwestliche Eisen- und Stahl-Berufsg«nossenschoft 152.88(145,77), Nordösttiche Eisen- und Stahl-Berussqenosienschast 147,84(148,36), Beruf sgenossenschast für gewerbsmäßige Fahrzeughaltung 140,42 (162,98), Maschinenbau- und Kleineisenindustrie-Berufsgenosienschakt 137,0(132,0), Großhandels- und Lagcrei-Berufsgenossenschaft 131,22 (133,0). Die �wenigsten gemeldeten Unsälle auf tausend Versicherte wiesen Seiden-Berufsgenoflenschaft mit 21,6 Unfällen gegenüber 22 Unfällen im Jahre 1927 auf und die Süddeutsche Texttl-Berufs- genossenfchaft mit 22,17 Unfällen gegen 21,33 rni Vorfahre. Di« meisten tödlichen Unfälle auf tausend Versicherte ereigneten sich bei folgenden Berufsgenossenschasten: See-Berussgenosienschaft 2,72(2,41 im Jahre 1927). Elb- schiffahrts-Berussgenossenschast 2,32(2,79), Westdeutsche Binnen- schiffahrts-Berufsgenossenschaft 2,05(2.72), Ostdeutsche Binnen- schiffahrts-Berufsgenossenschaft 1,58(1,46), Fahrzeug- und Reittier. Halttings-Lerufsgenosienschaft 1,30(1,47), Berussgenossenschaft für gewerbsmäßige Fahrzeughaltunq 1,23(1,22), Brauerei- und Mälzer«!- Berufsgenossenschaft 0,94(0,80), Hütten- und Watzwerks-Berufs- genossenschast 0,92(0,88). Sehr aufschlußreich sind die in dem Jahresbericht enthaltenen Angaben über die Betriebsbesichtigungen und die Ueber- ivachnnq der Durchführung der Unfalloerhiitungsvorlchristen. Alz vorbildlich in der Ueberwachung der Betriebe kann man die Hütten- und Walzwerks-Berussgenossenschaft bezeichnen, wo 80 Proz. der vorhandenen Betriebe mit 99 Pro.;, der überhaupt im Bereich dieser Berussgenossenschaft gemeldeten Versicherten im Berichtsjahre durch die Aufsichtsbeamten kontrolliert wurden. Was soll man jedoch dazu sage, wenn demgegenüber berichtet wird, daß z. B. bei der Nah- r»ng»mktt« tigen Lohntarife mit Wirkung vom 1. November gekündigt. Die Gesellschaft beantragt, die Arbeitszeit um eine halbe Stunde zu ver- längern und die Tariflöhne um 6 proz. herabzusetzen. Die Gesell- schaft begründet ihren Schritt damit, daß ste ihre Liesersähigkeit ver. bessern müsse und die Kupfer- und Sitberpreisc zurzeit völlig un> befriedigt seien. Das Kündigungsschreiben ist von der trügerischen Hoffnung diktiert, daß die von den Kommunisten gerade im Bezirk Halle mit verstärkten Kräften betriebene Hetze gegen die Gewerkschaften einen gewstsen Erfolg verspricht. Streik in der Schuhfabrik Therma. Entgegen den Bestimmungen des Tarifvertrages hat die Schuh- fabrik Therma, Berlin, Chousteestr. 42, in ihrem Betrieb« die Akkordsätze einseitig diktiert. Die Firma weigerte sich, in Berhond- langen einzutreten. Am Sonnabend ist die gesamte Belegschaft von 89 Personen in den Streik getreten. Es handelt sich überhaupt um«inen„Musterbetrieb". Der Ton, in dem mit dem Personal umgesprungen wird, ist nicht wiederzugeben. Seit.zwei Jahren iührt die Beleaschost mit der Firma einen Kampf um ausreichende DeHeizung der Räume im Winter. Die Gewerbeaufsichtsbehörden konnten es bisher nicht durchsetzen, daß ausreichende Behcizungsanlogen angelegt werden. Die Garderoben- Di« Sperre über die Firma Raewe aus der Baustell« Tempel- Hof, Baublock Germaniastraß«, der Heiser, Träger und Einschaler ist aufgehoben, da die Forderungen erfüllt sind. Deutscher Vaugewerkebund. Baugewerkschast Verlin. Achtens, Statistisch«, Reichfamt! Montag. 1914 U6t. im Saal der Juristischen Surrchstunde, Lindenstr. Z. I. Kos links sattem, wichtige Versammlung aller SPD.»Genossen. Genosse A. sZalkenixrg. M. d. R., spricht iibrr drn„Rcichsctal". Vollzähliges Erscheinen wird ermurtet. Der Vorstand. Telesunken! ssrattionsurrsaminlung der SPD.»Genossen mit Stint. paihisserendcn tEon'og, IllVi Uhr, im Lokal Schmidt. Zeltemicr Str. 18. Tagesordnung:„linser Aufbau". Referent: Genosse Emil Borth. Deutsche Telephonmcrk«! srraktwnsncr'ammlung der SPD.-Genossen mit Snnipatbisserenden Dienstag, Itili tlhr, im Lokal Schult. Mus, lauer Str. I. Tagesordnung:..Unser Slnfkaii". Referent: Emil Barth. ALE. Kabelwerk Obersprtc! Dienstag. 16 Uhr, im Lokal Schiller- glucke. Schillerpromenade 2. wichlige Versammlung der SPD..l?rakt'0n. Genosse M. Hendemann spricht übet»Die kommende» Sladtverordncten- wahlcn". Snmvalhissercndc Kollegin können eingeführt werden. Regen Besuch erwartet Der Aooktiousporstaud. Knorrl-remse Lichtenberg! SPD..sZraktionsssünng mit Snmpatbi» sserenden Dienstag, 16 Uhr, im Lokal Loffmann. Rene Bahnhof- Ecke Borhagcncr Strasse. Tagesordnung: 1.„Unser Aufbau." Referent De. nasse Buchmann. 2. Petriebsangelegenheiten. Der iZraItioa»»ors»a>>d. SPD..ZleiIche»! Dienstag. 20 Uhr, in ben RefihenHsestlalen. Land». -g m m berger Str. 81, wichtige Versammlung aller Parteigenossen. Genosse Dresses spricht über»Die Bedeutung der Kommunalwahlen". Regen Besuch erwartet Der israktIou»»orstanb. Arbeitsamt Berlin-Mitte. Oeffentliche Versammlung der Arbeiter, Angestellten Und Beamten Dienstag. 16V. Ilbr, in den Sophiensälen, Sovhicnstr. 17—18. Genosse Karl Litkc. M. d. R., spricht über„Der Kampf um die Arbeitslosenversscherung". In Anbetracht der stcki ne». scharfenden politischen Verhältnisse erwarten wir den Besuch samt, � sicher beim Arbeitsamt Mitte beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. IZraktioneporstaiid der SPD. «tyung. Mitglieder der ssgllgruppc Ansrei. Die für den 8. Oktaler an. gelesste Mitaliedernersammlung fallt aus. S'e ist auf Dienstaa. Irl Oktober. verlegt worden. ZdA.. Ortsgruppe Gross-Berlin. Berufsknudlich« Arbeitsgemeirfchastru de»?dA. folgende bennfskundliche Arbeitsgemeinschaftcn: Nr. 8. Esperanto— Anfanger. Rr. 16. Plakatfckirift — ssiintschrift. Nr. 17. Plakatschr.ft.— Lackschrst. Nr 22. Moderne Bi-reau- fechnik. Nr.?<. Buchhaltung für Anfänger. Nr. Zö. K-e werde ich hilan,. sicher? Nr. 26. Buchführung und Bilan, in Gelessgebung und Nechispre.chuna. Beginn jeweils eine Woche später als im Lehrplan porgesehen. Der Grund liegt in baulichen Veränderungen des Echulraumes. di« eine frühere B». missung nicht,»lassen. Demzufolge können Interessenten, die bislang ihre Teilnahme noch nicht gemeldet haben, diele noch im Lauf« dieser Woche miind- lich oder schriftlich nachholen. ßh�reie Gewerkschafts-IugenS Berlin. Acbwn«! Die Kundqebung der Iuqend aeaea di« Kirch« am MittwoS. dem 9. Oktober, findet m6?t im Lchrervstreinsbaus. sondern im Orpheum, Lasenheid« ZK—ÖS, statt. AuMbrunq der freiacistig-varo- t)'stis6)en Revue:..Es werbe durch die„Wanderratten". Leitung: Maret. Eintritt frei. Karten sind in der Zentrale, in den Berdand-'n und in den Iugendarnppen haben.— Die Wanderleiter veranstalten am Sonntag, dem 27. Oktober, einen Streifzug durch„Alt.B«rliy". Treffpunkt 10 Uhr Spittelmarkt. Karten durch die Iugendzentrale.— Achtung, Gruppen. Iciter! Morgen, Montag, Gruppenleitersit�ung im Unterrichtsranm der Ber. liner Gewerkschaftsschule. Gewerkschaftsdaus, Engelufer 24— 25, 2. Hol, 1 Treppe rechts. Zutritt haben der 1. Gruppenleiter und der 1. und 2. Kreisleiter. 0Iuaen�qruppe öee! Zentralverbandes! der Anaestettten Margen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt:— Wcdding: Jugendheim Tur'.ner Ecke Seeftrasie. Vortrag:„Entstellung und EN'- Wicklung der Wirtschaft". Referent: Willi Derkow.— Schönhauser Vorstadt: Iugendbeim in der Säiule Kastanienallee 81.„3ei tun gsa i|öf cfm ittaHerrd."— Urban: Jugendheim Lobreckzt. Ecke Eanderstraß«...Allerlei ssragen und ihre Reantwortung".— Tempelhos: Jugendheim German rast?. 4—8. Eingang Gorc- strafte. Gruvpenbesprechung- anlchlicftend wird in Werken von Adolf Gloft. brenner gelesen.—• Ehcttlottcnburg: Iugerdhcim Rostnenstr. i. Die?er. sammlung des Wcrbebe�irks wird besucht. Nvoell„protos" mit 0oppe!sol,le V«f»änck ckukkd renli>»ä. vseLk» 50 IL. 5ekm>cki«ko,»e 24.25. Der Schuh macht den Hann Achten Sie einmal darauf, wie sehr die Persönlichkeit nach den Schuhen beurteilt wird. Erfoisreich aussehen heisst erfolgreich werden. Wertvolle Schuhe brauchen nicht teuer zu sein. Schärfste Rationalisierung hat zu unserer unübertrefflichen Höchstleistung In der Preislage von 1660 geführt. 45 verschiedene Modelle, Halbschuhe u. Stiefel, in schwarz, braun. Lack, mit u.ohne Doppelsohien. auch Kerbrahmen für Strasse. 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Das konzentrierte Banksystem ist selbst ein wichtiger Mowr Für Erreichung der höchsten Stufe kapitalistischer Äon» «zytration in den Kartellen und Trusts... In den gegenseitigen ÄvhangigkeitsbeAiehungcn kapitalistischer Unternehmungen entscheidet vor allem die Kapitalstärke darüber, welches Uirternehmen von dem anderen in Abhängigkeit gerät. Eine weit fortgeschrittene Kartellierung wirft von vornherin dahin, daß auch die Banken stch Fusammenschließen und stch vergrößern, um dem Kartell oder Trust gegenüber nickst in Abhängigkeit?.u geraten. Die Kartellierung selbst befördert so den Zusammenschluß der Banken, wie umgekehrt der Zusammenschluß der Banken die Kartcllierung." (Hilferding:„Das �i na n.zka vital". 14. Kapitel.) Der Tag, an welchem die Fusion der Deutlcheu Bank mit der Disconto-Gesellschaft bekannt wurde, dürfte für Genossen Hilferding als Wirtschaftstheoretiker, als Verfasser des„Finanzkopital", ein Tag größter theoretischer Freude gewesen sein. Man kann sich keine andere Tatsache denken, die in stärkerem Maße als Bestätigung der Richtigkeit der theoretischen Gedankengänge vom„Finanz- kapital" gelten könnte. Diese Gedankengänge wurden von verschiedenen Seiten schon vor dem Kriege heiß umstritten. Die Entwicklung in der Nachkriegszeit schien durch die Verschiebung der kapitalistischen Kräfte so. daß die Hilfcrdingsche Auffassung über die Eritwicklungs- tendenzer» des Finanzkapitals anscheinend ihre Geltung verlor. Also wäre dies keine Schilderung der n o t w e n d i g en hochkapitalisti- schen Entwicklung gewesen, sondern im besten Falle eine unzulässige Verallgemeinerung einiger Entwicklungstendenzen, deren Geltung örtlich und zeitlich beschränkt war. Gewiß waren es keine„ewigen Gesetze", die von Hilferding in seincin, vor 20 Jahren abgeschlossenen Werk niedergelegt wurden. „Das Finanzkapital" war aber mehr als nur eine Beschreibung bestimmter historischer Tatsachen: in ihm wurde mit kühnem Voraus- greifen der zukünftigen Entwicklung die wirtschaftliche Form ge- schildert, die dem hoch entwickelten und sich organisierenden Kapitolis- mus eigen werden muß. Jetzt wird diese Theorie durch eine Reihe von Tatsachen, von welchen die letzte deutsche Banksusion die mar- lantestc ist, glänzend bestätigt. Noch mehr: die Bedeutung dieser Tatsachen kann nur auf Grund der im„Finanzkapital" dargelegten Theorie der hochkapitalistischen Entwicklung richtig ver- standen werden.— Im„Finanzkapital" wurde die zunehmende Abhängigkeit der Industrie von den Banken sest- gestellt.„Ein immer wachsender Teil des Kapitals der Industrie gehört nicht den Industriellen, die es anwenden. Sie erhalten die Verfügung über das Kapital nur durch die Bank, die ihnen gegen- über den Eigentümer vertritt. Ai»dererseits»ruß die Bank«inen immer wachsenden Teil ihrer Kapitalien in der Industrie fixieren. Sie wird damit in immer größerem Umfang industrieller Kapitalist. Ich nenne das Bonkkapitol also Kapital in Geldform, das auf diese Weise in Wirklichkeit in industri- «lies Kapital verwandelt ist, das Finanzkapital. Ein immer größerer Teil des in der Industrie verwendeten Kapitals ist Finanzkapiral, Kapital, in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen."(Hilfer- ding a. a. O.) Krieg rnid Inflation— Umwertung der Werte. Dieses Verhältnis zwischen dem Bant- und Industriekapital hatte sich schon während des Krieges in allen am Zkriege beteiligten Ländern wesentlich verändert. In der Finanzierung der Umstellung und Erweiterung der Industrie während des Krieges haben die Banken mir eine untergeordnete Rolle gespielt(es sei denn, daß es sich um die Vermitlung der Anlcchen für fremde Länder handelte, worauf die außerordentliche Bedeutung der amerikanischen Morgan- Gruppe beruht). Der Geldmarkt war durch die Kriegsanleihen und die staatlichen Notenemissionen völlig beherrscht. Dies war in allen Ländern der Fall, am stärksten aber in Deutschland, wo auch die Entwicklung der ersten Nachkriegsjahre am stärksten in ihren typischen Zügen ausgeprägt wurde. Typisch war während der Nachkriegsjahre die Entwertung des Geldes im Vergleich mit den Sachwerten, also auch die Schwächung des Geldkapital» im Vergleich mit dem Kapital in der Güterform, namentlich in der Form der Produktioi«mittel. Typisch war weiter die oerstärkt« innere Kapitalbildung, die auch die Verstärkung der Unabhängigkeit der Industrie von den Banken, eine gewisse Emon- zipation des Industriekapitals von seiner Beherrschung durch das Bankkapital bedeutete. Es liegt auf der Hand, daß die Macht- Positionen des Bonkkopitols, das für seine Erhaltung keine geeignete Form der Sachwerte hat, infolge der Entwertung des Geldes in hohem Maße geschwächt werden mußten. Nach der Stabil!» sierung standen die Banken— und nicht nur in Deutschland, sondern auch in Ländern, wo keine so starke Inflation war. und die Stabilisierung ohne besondere staatliche Maßnahmen zustande kam— viel schwächer da. als sie e» vor dem Kriege waren. Viel schwächer nicht nur dem Industriekapital, sondern auch den staat- lichen Banken und der Börse gegenüber. Seitdem schien die Emanzipation des Industriekapitals noch weitere Fortschritte gemocht und die B a n k e n i m m e r stärker in eine dienende Stellung verdrängt zu hoben. Die innere Kapitalbildung nahm«inen immer stärkeren Umfang an, große Jndustriekonzerne traten als selbständig« Macht auf dem Geldmarkt auf, in Amerika werden Industriegesellschaften zu den größten Spekulanten auf der Vörie— einer der Gründe, weshalb die amerikanischen Banken einschließlich des staatlichen Banksystems jede Mach über die Börse verloren zu haben scheinen. Die Reaktion.— Zuerst in Amerika, dann in Deutschland. Es schien im Hochkapitalismus also auch anders zu gehen, als es im„Finanzkapital" als notwendige Entwicklung geschildert worden war. Wenn aber die Entwicklung im„Finanzkapital" richtig gesehen wurde, so mußte von der Seite der Banken eine Gegen- bewegung in Form der verstärkten Konzentration zustande kommen. Und sie kam zustande, zuerst in Amerika, wo das Bankwesen einerseits stark zersplittert ist, andererseits aber die Banken sich nicht so geschwächt fühlten, um die einsetzende Entwicklung resigniert und tatenlos zu beobachten. Am IS. September d. I. ist dort eine Bank- fusion perfekt geworden, aus welcher die größte Bank der Welt mit Ressourcen von etwa 10,5 Milliarden Mark entstanden ist(die Aufsaugung der„Corn Exchange Bank and Trust Company durch die„National City Bank"). Und dies« Fusion war die fünfzigste in den letzten vier Jahren! Kurz danach wurde die West durch die Meldung von der Fusion der Deutschen Bant und der Disconto-Gesellschoft überrascht, die zwar, noch der absoluten Größe der Ressourcen der beiden Banken gemessen, weit hinter den größten amerikanischen Bank- susionen steht, die ober nach dem Anteil am Bankwesen einer nationalen Wirtschaft ganz einzigartig in der gesamten Bankgeschicht- dasteht. Sic ist auch deshalb besonders bezeichnend, weil hier eine besonders starke, aus den gegenwärtigen deutschen Berhältnisscn entstehend« Chance, sich dem Industriekapital gegenüber zur früheren Machtstellung durchzusetzen, ausgenutzt wird. Dr Sehls Selbstgespräch vor den Industriellen. Diese Chance für die Banken besteht in der Tatsach«, daß die deutsche Wirtschaft jetzt in starkem Maße auf die Einfuhr ausländischer Kapitalien angewiesen ist. Auf diesem Gebiet reichen dem Industriekapital seine eigenen Verbindungen nicht aus, hier gewinnt die vermittelnd« Rolle der Banken ihre ausschlaggebende Bedeutung. Wer aber das Problem der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Kapital gelöst hat, dem wird auch die stärkste Kapitalmacht zuteil werden. Damit aber die Banken der Aufgabe, die systematisch« Lenkung des Kapitals in die deutsche Wirtschaft zu bewirken, gewachsen werden, brauchen sie eine innere Konsolidierung, eine Verstärkung ihrer Position gegenüber den ausländischen Kon- trahenten, vor welchen sie die Bürgschaft für die deutsch« Industrie übernehmen, sowie gegenüber der deutschen Industrie, für die sie zu bürgen haben. Daß die leitenden Persönlichkeiten sich dieser Zusammenhänge bewußt sind, zeigen die Slussllhrungen des Dorstandsmitgliedes der Deutschen Bank, Dr. Kehl, auf der Düsseldorfer Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie. Diese Ausführungen werden jetzt mit Recht als eine programmatische Erklärung für die neue, aus der Fusion entstehende riesenhafte Bank angesehen. In einem wesentlichcn Teile decken sich die Ausführungen von Kehl vollkommen mit den Sätzen aus dem„Finanzkapital", die wir als Motto zu unseren Ausführungen genommen I�aben; nur mit dem Unterschiede, daß die Entwicklung, die von Hilferding als vorhanden beschrieben wurde, von Kehl auch als Programm, als der Weg für die Industrie und die Banken, gezeigt wird.. Kehl predigte geradezu neue Zusammenschlüsse— mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß diese seine Ausführungen auch als ein lautes Selbstgespräch zu verstehen sind, das heißt daß sie auch an d-e Banken geichtet sind. Einen anderen ebenso wesentlichen Teil seiner Ausführungen stellten die Bemerkungen über die notwendige Kapitaleinfuhr und namentlich über die ausländischen Anlagen in deutschen Aktien dar, also über«ine Form der Kapitaleinfuhr, für welche die stärkst« vermittelnde Beteiligung der Banken u n- bedingt notwendig ist. „Das Finanzkapital in seiner Vollendung bedeutet die höchste Stufe ökonomischer und politischer Machtvollkomenheit in der Hand der Kapitaloligarchie"(„Das Finanzkapital", 25. Kapitel). Was wir jetzt erleben, ist nichts anderes, als der Versuch einer solchen Vollendung des Finanzkapitals, jetzt aber in einer geschichtlichen Situation, in der viel stärkere Kräfte gegen die ökonomische und politisch« Machtvollkommenheit der Kapitaloligarchie vorhanden sind als in der Vorkriegszeit. Trotzdem hat diese Eni- Wicklung eine ungeheure wirtschaftliche und politische Bedeutung, über die wir uns klar werden müssen. Geor? Decker. Wie lange noch? Die kommunale Kinanznol wächst.— Beratungsstelle soll weiter drosseln. Wir haben gestern berichten müssen, daß es der Weltstadt Berlin in weitgehendem Umfange unmöglich ist, die erforderlichen Neubauten und Erneuerungen in den Verkehrsbetrieben durchzu- führen, da die Beschaffung des erforderlichen Kapitals weder aus eigenen Mittel!», noch auf dem Kapitalmarkt möglich ist. Jetzt meldet die„Frankfurter Zeitung" aus Bonn, daß die Finanznot der Stadt Bonn diese zwingt, die Städtischen Elektrizitätswerk« um den Betrag von 8 Millionen Mark an das Rheinisch-Westfälische Elektrizitötz- werk zu verkaufen. Das sind wieder zwei Fälle in der unendlichen Reihe von finanziellen Schwierigkeiten, die den kommunalen Finanz- und Werksverwaltungen seit Jahren künstlich gemacht worden sind und die auf die Dauer mit Notwendigkeit dazu führen müssen, daß die oom organisierten Privatkapital in Deutschland systematisch verfolgt« Politik der Entkommunalisierung immer wirk- samcr durchgeführt werden kann. Nun meldet ein Berliner Finanz- blatt, daß trotz des Ablaufs der Bindung der deutschen Gemeinde an die Borschristcn der Beratungsstelle am 20. Oktober die Beratungs- stelle ihre Tätigkeit voraussichtlich fortsetzen wird. Man muß heute fragen, wie lange denn eigentlich unter Dul- dung der Reichsregierung die Politik der Beratungsstelle fortgefetzt werden soll, die ganz offensichtlich dazu führt, daß man in den Ge- meinden die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Bevölkerung für Der- kehrs- und sonstige Massenzwecke automatisch wachsen läßt, die Weg« zur Kapitalbeschaffung aber versperrt und so den Expanssons- tcndenzen des Privatkopitals in die Hände arbeitet. Der Enquete- ausschuß hat nach vor kurzem der Tätigkeit der Beratungsstelle im allgemeinen das Todesurteil gesprochen. Er hat sestgestellt, daß die langfristige ausländische Kapitalzufuhr volkswirtschaftlich überhaupt unbedenklich, daß sie für die Stabalitiät der Währung gleichgültig, und daß eine unterschiedlich« Behandlung von privater und öffent- licher Kapitalaufnahme im Ausland nicht zu rechtfertigen sei. Jede Drosselung aus solchen Gründen sei überflüssig, sie wirk« zinsver- teuernd und erhöhe die falschen Kosten bei der Beschaffung von Kapital. Dieses Urteil des Enqueteausschusses macht es deutlich, daß die Beratungsstelle mit ihrer Drosselungspolitik ein« finanzielle und steuerliche Ncbcnregicrung darstellt, deren Zweck in Volkswirt- schatftlicher Betrachtung in dem Sinne nur ein unlauterer sein kann, daß Entkommunalisierungszielc verfolgt werden, und zwar zu- gunstcn des Privatkapitals, die auf geradem Wege nicht erreicht werden können. Das auszusprechen wird heute, wo die Konjunktur wieder an einem kritischen Punkt angelangt ist, und-wo offiziell vom Privat- kapital die Parole der Entkommunalisierung ausgegeben ist, zu einer öffentlichen Pflicht. Die Frage muß beantwortet werden, was geschehen soll, um endlich den unterirdischen und illegalen, dos Privatkapital in unzulässiger Weise begünstigenden Schädigungen des Interesses der Gemeinden und ihrer Unternehmungen in ge- botsner Weise entgegenzuwirken. Tendenz zu leichter Besserung. Oer Arbeitsmarkt in Brandenburg. Der Arbeitsmarkt im Bereiche des Landcsarbeitsamtes Brandenburg behielt die Tendenz zu leichter Besserung auch in der Woche zum 28. September bei. Die Landwirtschast hotte noch Bedarf. Auch der Braunkohlenbergbau war noch zufrieden- stellend beschäftigt. Die Brikettfabriken entwickelten jür den Winter- bedarf ihre höchst« Leistungsfähigkeit. Da die B a u s a i f o n ihvein Ende entgegengeht und die Lagcrbeständ« in den Ziegeleien bereits anwachsen, wurden von diesen vereinzelt Betriebseinschränkungen vorgenommen. In der Metallindustrie war der Lokomotio- bau für Fachkräfte voll oufnahmesähig, für Maschinenschlosser machten stch Anzeichen einer beginnenden Besserung bemerkbar. Die Lage des Arbcitsmarktes im Bekleidungsgewcribc war noch be- friedigend, desgleichen im Baugewerbe. In der Berichtswoche fiel die Zahl der Arbeit- suchenden mit 1206 auf 214 243, d. h. um 0,56 Proz., gegenüber einer Abnahme von 603 gleich 0,28 Proz. in der Vorwoche. Di« Zahl der H a u p tu n t e r st ü tzu n g s« m p s ä n g e r in der vcrsicherungsmäßigcn Arbeitslosenunterstützung betrug 104 334, in der Krisenunterstützung 21 508, zusammen 125 842 Personen. Bon den Houptunterftützungsempfängern in der Arbeitslosenversicherung entfielen auf Berlin 85 692. In der Kriseiffürsorgc kommen aui Berlin 18 850 Unterstützte.___ Gute Entwicklung der Reichspost. Betriebseinnahmen von 2,0 äof 2,2 Milliarden gestiegen. Di« De«tsch« Reichspost veröffentlicht soeben ihren Gc- schäftsbericht über das Rechnungsjahr 1928(April 1928 bis Mär; 19Z9). Der Bericht, der uns noch nicht im Original vorliegt, weist aus die unverkennbaren Fortschritte in der Rationalisierung hin. In allen Betrieben wurde die Mechanisierung, Normung und Unsere 25■ Stück- Packungen enthalten Refo- Filmbilder mit Kino-Kupon Typung fortgefetzt. Sie Vergebung der AustrSg« durch die ve» schcrffungsstelle erfolgte planmäßig zum Ausgleich von Konjunktur- schwankungen. Der Konjunkturrückgang im letzten Jahr und die Kälteperiod« haben den Gcsamwerkehr der Reichspost nicht beeinflußt. Er hat sich vielmehr im großen und ganzen gleichmäßig aufwärts entwickelt. Der Kraftwagenbeftand betrug zum End« des Rech« nungsjahres 9059 Fahrzeuge, die auf 1963 Linien mit 37 172 Kilo- meter Streckenlänge den Personen- und Güterverkehr ausführten. Auch das Luftpostnetz und der L u f t p o st v e r k e h r sind stark angewachsen. Es wurden insgesamt 384 990 gegen 392 199 im Vor» jähr und 196 899 Kilogramm im Jahre 1926 befördert. Das Funk« wefen hat sich gleichfalls in jeder Hinsicht gut entwickelt. Die G e- samtzahl der Rundfunkteilnehmer stellt« sich End« März 1929 auf fast 2 838 999 Personen. In den letzten beiden Jahren ist also ein Zuwachs von annähernd 89 Proz. zu ver- zeichnen. Der günstigen Verkehrsenkwicklung entsprechend sind auch die vetriebseianahmen der Deutschen Reichepost um 10 Proz. auf 2,2 Milliarden Mark gestiegen. Der Gewinn wird mit 233,8 Millionen ausgewiesen, wovon 120 Millionen an da» Reich abgeliefert und 115,8 Millionen in Reuanlagen gesteckt wurden. Wir kommen auf den Zlbfchluß des Unternehmens noch Bekannt- gab« des vollständigen Jahresberichts und der Bilanz noch zurück. Immer mehr Schweine. Oie nächste Baisse der Schweinepreise wird bald fällig. Wir habe» es begrüßt, daß dos Reichsernährungsministermm auf Anregung der von ihm eingerichteten Marktbeobachwngsftelle die Schweinezählungen in Deutschland nicht wie bisher halbjährlich, sondern mindestens vierteljährlich und später vielleicht in noch dich- terer Folge vornehmen lassen wird. Schon bei der Veröffentlichung der Schweinezählungen vom Juni haben wir darauf hingewiesen, daß die nach der günstigen Schweinepreiskonjuinttur des letzten Jahres wieder stark«insetzende Schweineaufzucht sehr gefährlich werden kann, da später ein neuer Preissturz mit Sicherheit zu erwarten ist. Jetzt hat das Statistische Reichsamt die Ergebnisse der Schweinezwischenzählung vom 2. September be» kamrtgogeben, aus denen sich eine außerordentlich schnelle Ver- mehrung des Schweinebeftandes ablesen läßt. Gegenüber dem Junibestand hat die Schweinezahl um 2,8 Millionen auf 19,6 Mil- lionen oder um nicht weniger als 16,7 Prozent zuge» nommen. Die Zunahme beträgt bei den Ferkeln(unter acht Wochen) 1,21 Millionen Stück oder 29,1 Proz. Der höhere Prozent- satz in der Zunahme der Ferkel zeigt, daß auch in jüngster Zeit die Schweineaufzucht mit aller Macht weiterbetrieben wird. Die Zahl her Ms 1 Jahr alten Schweine ist um 1,23 MiMonen Stück oder um 49 Proz. gestiegen. Daraus ergibt sich, daß die oerstärkte Schweineaufzucht schon längere Zeit dauert. Der Bestand der«in Jahr und älteren Schweine ist um 12 Proz. gestiegen. Dies« Entwicklung zeigt, mit welchen Riesenschritten die günstige Preisentwicklung des letzten Jahres die Schweineaufzucht vorwärts getrieben hat und daß, wenn es so weiter geht, mit Sicherheit auf dem Schweinemarkt in absehbarer Zeit wieder sehr große Schwierig- leiten zu erwarten sind. Dann wird freilich wieder über die furcht- bare Not der Landwirtschast geklagt werden. Marktregelung und entsprechende Aufklärung der Bauern, alle Forderungen der Sozial- demokratie, erweisen sich also auch jetzt wieder als das wichtigste Gebot, um eine vernünftige Schweinewirtschaft sicherzustellen. Kapitalhunger in der Bremer Seeschiffahrt. Die Deutsche Dampfschistahrts-Gesellschaft„Hans a" A.-G- in Bremen beabsichtigt in den Vereinigten Staaten eine Anleihe von 29 Millionen Mark aufzunehmen. Zugleich soll da s K a p i t a l des Unternehmens von 32 auf 42 Millionen Mark heraufgesetzt werden. Die neuen Zlktien gehen in den Besitz der amerikanischen Anleihezeickner über. Mit den neu hereinfließenden Geldern sollen in erst«.- Linie die hohen kurzfristigen Schulden zurückgezahlt und beab sichtigte Schisfsneubauten finanziert werden. Die Ferngasfraqe für Duisburg und Düsseldorf. Seit Iahren lausen bereits die Angebote der Ruhrzechen zur Belieferung der Städte Duisburg und Düsseldorf mit Zechengas. Di« beiden Städte haben den Angeboten der Ruhrgas A.-G. trotz des erdrückenden Ein- flusies der Schwerindustrie bisher widerstanden. Die Frage ist aber durch den Vertragsabschluß mit der Stadt Köln in ein neues Stadium getreten. Wie jetzt gemeldet wird, ist für Duisburg in Aussicht genommen, daß das Städtische Gaswerk in vollem Betrieb bleiben soll und mit Ferngas nur als Zusatz- menge für den Industriebedarf beliefert wird. Die städtischen Körperschaften sollen demnächst das Ergebnis der Verhandlungen beraten. Gegenüber der Stadt Dllsieldorf sind die Verhandlungen der Ruhrgas A.-G. bisher noch nicht zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Die neue Aord-Fabrik im Rheinland wird demnächst errichtet werden. Zwar streiten sich die Städte Neuh und Köln noch um den Vorrang, doch scheint die Errichtung im Kölner Industriegelände zu erfolgen. Die Fabrik soll sehr groß sein, viel größer als die in Berlin, soll bis zu 19 999 Arbeitern beschästigen und den Absatz in Deutschland, der Schweiz, Oesterreich, Ungarn und der Tschechoslowakei bedienen. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Absicht Fords, auch in den deutschen Fabriken amerikanische Löhn« zu zahlen, d. h. von derselben Kaufkraft, wie sie Henri Ford in Detroit bezahlt. Im Internationalen Arbeitsamt in Genf hat diese Absicht bei den Arbeitgebernschon zu Protesten geführt. Man hat zwar nicht gewagt, Ford Vorwürfe zu machen, aber man hat gefordert, daß Ford kein finanzielles Dumping treibe derart, daß er etwa in Deutschland entstehende Kosten in Amerika verrechnet mit der Folge, daß trotz der höheren Löhne die Produk- tionskosten in Deutschland niedriger erscheinen. ITloden. Viertle bei Wichels. Die neue Saison hat eine Sinfonie neuer weicher Farben und Stoffe gebracht, die an gesteckten Modellen in den Fenstern des Seideirhauses Michels u. C i e.. Leipziger Straße 43/44, in einer Modenreoue gezeigt werden. Di« meist eng sitzende Taille, die Ausstellung der Falten und Glocken und die Art der Musterung der Stoffe wird in 9 geschmackvoll dekorierten Schau- f e n st e r n vorgeführt. Mäntel aus Duvetine, englischem Tweed, Zibelin« und anderen Sportstoffen bilden den Auftakt zur Revue. Anschließend daran sieht man die Stoffe de» Vormittags: Tweed, Köper-Velvei und als Trotteurkleidchen Maroeain(Kunstseide mit Baumwolle) in gedeckten Mustern. Die stilvoll dekorierten Fenster bringen in reicher Fülle ein« Auswahl gemusterter und uni Velour Chiffons, Jacquard?. Moire-Faconnes und gemusterter Crepe Sa- tins. Die Farben des Nachmittagskleides, das in feiner stilvollen Verarbeitung stark zum Empire neigt, sind Flaschengrün. Dahlia und Schwarzbunt. Künstlerisch wirken die Fenster, in denen die Abendkleider zur Schau gestellt sind. Durch wundervoll« Weichheit, Schmiegsamkeit und Gefälligkeit zeichnen sich die hier ausgestellten Stoste aus. Die Uni-Stoff« der Abendkleider verblüffen durch die Art ihrer Farben. Hell-Lila, Rot, Gelbgrün paaren sich in zarler Harmonie mit den farblosen Kleidern in Schwarz, Creme und Blaß- Rosa. Michels-Schaufenster sind eine Wiedergab« der kürzlich bei Kroll stattgefundenen Modenschau. StuHiidhe ffleiminduflrie bei JCarfiadl. Das Ha u s Karstadt, Hermannplatz, zeigt i» diesen Tagen eine interessante Ausstellung russischer künstlerischcr Klein- arbeit. Die malerische Buntheit der Gewebe, schwergewirkte Teppich- aus Podolien, bucharische Stickereien, goldgestickt« Schabracken und handgestickte langschäftige Stiefel, wirkt reich und lebendig und spiegelt die vergangene Pracht ihres Landes wider. Kleider aus Polen und Lettland, leuchtende Gewänder tatarischer Tänzerinnen. Trachten von Kirgisen, Kalmücken und Ostjaken. Daneben,:n stärkstem Kontrast, primitive bäurische Holzschnitzereien, die einzigen Eindrücke aus dem Leben dieser Menschen, der Alltag. Da geht der Bauer hinter dem Pflug und der Schmied schlägt auf den Amhoß, Hühner, Gänse und lustige Tiersiguren für die Kinder. Alte Porzel- lane und Miniaturen, hübsche Zigarettendosen, Stickereien und Holzkästchen und die Charakteristik aller russischen Gemütlichkeit: der Samowar. Verkäuferinnen in der kleidsamen Landestracht zeigen die hübschen, preiswerten, Gegenstände,. Wie alljShrlich, so findet auch sedt wieder in den vier Käufern der Firma Wertdewi vor Eintreten der kalten Jahreszeit ei» grober Verkauf von Trikoldflen und Etriimpfen statt, ,u dem alle Artikel befonder« flitnftia ein. aekauft wurden. Reben Damen-, Herren, und Ninderfirllmvfcn werden allerlei Trikotaaen. Pullover, Herren, und Damenwelten, Strickkleider usw.. kurz alle» was man an wärmender Kleidu»« für den Winter«ebraucht. zu so billiacir Preisen und in so aroßer Auswahl anaeboten, dost ein Besuch der itaufhäuser tn dieser Woche bekonders lohnend ist. Gleichzeitia wird auch ein« Kinder. woche veranstaltet, die ein Anaebot recht preiswerter Kinderkleiduna brinat. Teppiche mit kleine» Färb, und Bebfehlern, auch Velour, und Tournav» Qualitäten, werden seht weit unter Preis im Teppichhau» Körner. Berlin JB. 35, Potsdamer Sir. 26», verkauft. Ebenfalls in Diwan-, Tischdecken und Läiiferstofsen, sind sehr preiswert« Etilcke mit aanz kleinen kaum merkbaren Webfehlern laaernd. Beehren Sie die Firma mit Ihrem werten Besuch und Sie werden von der PreiswUrdiqkeit der Waren Itberrascht sein. Hausnummer beachten. SCHNELL ZUGREIFEN!! 5£££. TOTALER AUSVERKAUF PELZMÄNTEL Seal EleUric früher bis 295.— 540— tatmL-tr. 185.' 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Nach langjähriger speriaiärztlicher Tätigkeit habe ich mich niedergelassen. Dr. med. Ronrsd Hagen Facharzt HirBeiDleidei) (Belndescfawflre, Krampfaderleiden, roh' und Knie gelenkbcscfa wer den) 034, Prankfurier Allee 330 an der Warschauer StraBe. Sprechzeit: 9— II, 4— 1/j7, Mittwochs nur 9—11, Sonntags lv— II. Zugelassen zu allen Krankenkassen. flomöopalhlsdie PoUklUdK des Nordens neu eröffnet Berlin N. 65. Chaasseeslr. 93 Sprechstunden von 12— Uhr tt vi vi m N B A i « & 9 9 Und hast wenig Geld Du— bist aber helle, dann kaufst Du Soffort eine Boha-Parzeiieü Oranienburg: Neuparzellierung: SOO m Wasserfront— an der Berliner Ehauffe« gelegen. Nähe Bahnhos Lehnig. Herrliche Linden-Alleen. teils mtt Baum- bestand, Om-Mtr. ab 0.S0.— Auskunft am Bahnhof Lehnig. ES 8»... m yä■ Zwei herrliche Slaturdäder om Ort, Par- mritsnorsrasr. ,,II.N in bester Lag,. 12 Min. ob Bahn. hos, Waldumgedung, Ou-Mtr. ab RM. 2.20. Auskunft Restaurant Sesellschastshaus. Hauptstraße SS. 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Oktober, 17 Uhr. im Krema» torium Berlin, Sertchtftraße. statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ocfsocrmallang Einheltsverban der Eisenbahner Dca.'schlanUs, Or.sftruppe Brr.tn Wir bringen der Mitgiiedschaft das Ableben des Kollegen Mdölm Leillricd Dllterdodenarbeiter Ii»L. zur Kennt» nis. Der Tod erfotgte am 1. Ol» lodcr lS2S Ehre seinem Andenke». Di, Einäscherung findet am Dien«. tag. dem 8 Oktober.>7 Uhr, im Kr«. malorium Gerichistroße statt. gahiretchc Betetltgung erwartet Die Orfsverwalhrng. Aniäßtich der Bestattung meines tteben Manne», unsere« Bater» und Großoaters LegpoZZ ToniaszewskI agen wir allen Bekannten und Per» wandten unseren herzlichsten DanL Besonder» dem Redner des Besta». tunpso.reins Sroß-Berlin iowie den Funktionären de, Berkehrdundes und der SPD. Reukälln. Wer. Emilie Temaszewski To-hter und Enkelin. Für die vielen Beweise von Freund. sch-st und Verehrung, die unserer ge. lledten Entschlafenen bei ihrem Helm- gang« erwiesen wurden, sagen wir allen Kolleginnen und Kollegen de« Zenirolverdonde» der Angestellten, den«enosstnnen und Genoffen der 58. Abteilung, allen Freunden und Bekannten, besonder» den Kollegen und«enoffen sllr die herzlichen Worte unseren innigsten Dank flingufle unb Edith Xenmann Eharlollenburg. Kantstraß« 59. Danksagans. FUe die vielen Beweise von Liebe und Teilnahme beim Heimgänge meiner lieben unvergeßlichen Frau Karoline Betirens geb. Sehallee sag« hiermit aufrichtigen Dank. VoIIratfr Behren«. B« r 1 i n, den 8. Oltoder 1929. Huttenftr 68. Klubsessel u.§olas Ifllm. disSOProi. herabqes.. Riei,nau-wdhl « fiNMMopVolN-rmvd-ünbrtt ».ilUUl1llvrgichg«,v„, Hauoliir.lbl Gottzftr 44. Siegilt, Albrechistr. 101 Von der kketse zurück Richard Arendt HomSopathfseher Arrt Charly WUmcrtdorfcr Str. 152«(4-7) Bei Rheinnatismus Zinsser-Tee! Aus 25 900 Aneikennungen. 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Kainer Kammerspiele D.I. Norden 12310 8'/», Ende gegen lOVi Der Dnwidersiehlietie Komödie von aCraldy und Spitzer Regle: Gustat Gründgens Die Komödie J1 Bisnick. 2414/7516 6'k Uhr Ende geg. IOVj Uhr Bolporlage Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8V« Uhr Max Adslbert als Kante am Flügel Rudolf Nelson Tügat.amKoiiii.Tor Kottbusser Str. 6 Tägl.»Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U. Eiue- SBnger Dordoopeiie (IWln)„Ein Welt- re ord d. Lach/ Metropol-TH. Tägl. 8-/. Uhr ffarielfa MusiR v. Oskar Straas Käthe Dorsch Michael Bohnen DeDtsdierllletalaiMMH Montag, ben 7. Ottober, obbs. S Ahr, Im Cotol Cehtnonn, Zenghof- Ecke ttlnstaner Sir. Gemeinsame Versammlung der in der BierdrucK- und schanKen-industrie nesctaai- tigten Klempner Tagesordnung: 1. Die Lohn- und Arbellsverhülwlffe In unserer Branche. 2. Berschiebenes. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Oleastag, von 8. Oktober, abds. 7 Ahr. Im Lotol„Zum alten Astanter", Anhaltstrahr 11 Versammlung aller in der Bureaumaschinen- indastne bescnanigten Kollegen Tggesordnung: 1. Bortrog des Kollegen Kahmonn. 2. Taris- und Branchenangelegenheiteti. Jeder Kollege ist oervsiichtet, an dieser Versammlung teilzunehmen. LuslspiellUDS Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8V. Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank TriMon-Tti�r Täglich 8V. Uhr Dtrgr.LüstspleleilalB Das kommt doch alle Tage vor Johannes Kiemann, Vllmav.Aknay.Max Landa, Lotte Klinder Heute nachm. 2>-- U. Aschenbrödel Heute nachm. 5Uhr Johannisfeuer Lessing-Hieater Norden 10846 Gruppe junger Schauspieler Täglich 81/« Uhr cyankali I 218 von Frledridi Wol! Theat. a. Westens Täglich 8V. Uhr Sonnab u. Sonntag ♦ und 8V» Uhr Der Welier/olg Friederike Musik von Frans Le h ar Earnowsky-Eineri Theater In der KOniggrätzer Straße 8V. Uhr Hannibalante porlas Komtfdianhaus Täglich 8»/- Uhr imM iDgpen Lustspiel von Julius Berstl PhilharniGnie 7'b Uhr KONZERT des Philharm. Orch Dlrto. Prot. I. Prower Eintritt 1 Mk �laneiarlam tmmmm am ZOO— /srlZn?. Joadiinnthaler Straß» 3.5 Barbarossa 5578 16V« Uhr Herbstabende am Sternen Himmel IS1'* Uhr Bit an die Grenzen der Welt Z01'* Uhr Rätsel das Sterneniichtea Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. 1 Mk., Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 Pf.. Kinder 25 Pf. Spielplan unserer ftnltucabteilnng. oti der Woche aom 7. die 13. Oktober: 1. Soffmanne Srzilhlunoen. 2. Sugienische Wanddekleidnng, 3. Humoreete. Ja der Wache vom 14. dt««. Oktober: 1. Palast und Festung 2. Das" as Gold de! Oriente. 3. Humoreete Ja der Woche vom 21. hie 27. Oktober: 1. Rätsel der EchZpsung. 2. Das Wunderkraut. 3, Humoreete. Zaber Woche vom 2». Oktbr. die 3. Rvvdr. 1. StaiiL 2. Sonne auf Mazedonien. 4. Humoreske. Ansragen wegen Uiberiaffung undBesuch der Abteilung sind telephontsch ober schrlst- ich on die Stultutobteihmg(Bureau: Ltnieastr. 83/83, Zimmer'20> zu richten Die Ol tiver wltttnä. Sonntag ab 3 Uhr Voller Sonntags-Setrieb Konzert Feuerwerk Alle Ehren- end Freikarlen gültig. CASINO-THEATER Lothringer Strafe 57, HeU I Täglich SV. Uhr RCU vertagte Hcchzeitsnachti und ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Lesen Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur I.2S M, Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang(L80 M. Heute Sonntag 2x3 u. 8 Uhr nachm. AHM VM PfeltB In allen Torstellnneen: Waltrskordmann Rigouiot Vasconeallos Ooppslsprung ato. IIH MI Sonntag, den 6. Oktober nttdun. 3 imr f ersndten Sic fheatcr, Qro�eFronklnrierSlr.lfi. Billetikasae t Alexander 9422 Täglich 8.15 Uhr Die Weber von Gerbari HaoptiB«nn Jeden Mitiwech 5.00 Uhr Las tapfere scbnemeriein Jeden Sonnabend 5.00 Uhr und jeden Sonntag Z30 Uhr sciineewincftsn Reuhshallen-Theatar� Umads|TJ Sonntag aachm.|jl_i Des großen Andrangs wegen immer noch das Fest- Pros ra m m mit ist ulkigen Schluss-Revue; '.Gel de Statiner' Billettbest Zentrum 11263. 1 Dönhoff- BrottH -•riet*— Tan«— Konaert. nerknles-Brof (Vollkomfeinbrot) Dmer Hcrknles-Brot I,t ein Vollkraft-Brot. Dat hierzu rcrwzndto Vollkornmehl maebl durch wleeeneehaftlle.he Anfberellung Dmwandlungen durch, wodurch das Eiweiß kßr die leichte Verdauung vorbereitet wird und die eingebetteteo Vitamine und Näbraaiie freigelegt werden. Die wichtigen Mincralslofle elnd reichlich vorhanden. weshalb das Hcrknles-Brot einen Basenübersehuß im Sinne der neuen Ernährungslehre aufweist. WUfler Brot-Fabriken, Nes Erhältlich in ca. 70CO Verkanfsstelloo. 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Ottober 49Z9 �reismitglieder- Versammlungen mit folgender Tagesordnung: „Gprengfiossaiteniaie, Hugenberg-Volksbegehren, Gozialreaktion." Montag, den I. Oktober: Utfttc. 19% Uhr Hackescher Hof, Rosenchaler Str. 40/41. Dienstag, den 8. Oktober: Prenzlauer Berg. 19% Uhr in den Casmo-Festsälen, Pappel- alle« 15. Tempelhof. 19% Uhr in der Aula der Oberrealschule Marien- darf, Kaiserstraße. Köpenick. 19% Uhr im großen Saal des Stadttheater, Friedrichftraße K. Mittwoch, den 9. Oktober: Wedding. 19% Uhr im Patzenhofer Ausschank, Chaussee- straße 64. Tiergarleu. 19% Uhr in den Arminiushallen, Bremer Str. 7Z. Kreuzberg. 19% Uhr bei Rabe, Fichtestr. 29. Charloltenburg. 19% Uhr im Edenpalast, Kaiser-Friedrich- Straß« 24. Spandau. 19% Uhr im Turmzimmer des Reuen Ratskeller. Wilmersdorf. 19% Uhr im Viktoriagarten, Wilhelms- aue 114/115. Zehlendorf. 19% Uhr im Lindenpark, Zehlendorf, Berliner Straße Ecke Gartenstrahe. Schöneberg. 19% Uhr in der Schulaula, Feurigstraße, neben der Feuerwache. Steglitz. 19% Uhr bei Kattum, Lichterfelde, Bäkestr..?. Lichtenberg. 19% Uhr in der Schulaula Parkaue, Möllen- dorfstraße. Weißensee. 19% Uhr im Lokal„Zum Pserdemarkt", Schön- straße. Pankow. 19% Uhr in Linders Konzerthaus, Pankow, Breite Straße 32. Reinickendorf. 19% Uhr im Lokal Paulinenhof, Rosenthal, Hauptstr. 1. Johannisthal. 19% Uhr bei Botha, Stubenrauchstrahe. Donnerstag, den 10. Oktober: Friedrichshain. 19% Uhr in den Andreas-Festsälen, Andreas- straße 21. Kreitag, den 11. Oktober: Renkölln. 19% Uhr in Kliems Festsälen, großer Saal, Hasenheide. » Referenten: Siegfried Aufhäuser, Friedrich Bartels, Artur Crispien, Wilhelm Dittmann, Albert Falkenberg, Gertrud Hanna, Hermann Harnisch, Kurt Heinig, Max Heydemann, Käthe Kern, Marie Kunert, Franz Künstler, Karl Litke, Dr. Kurt Löwenstein, Dr. Julhis Moses, Johannes Stelling, Hans Vogel, Georg Mendt, Max Westphal, Mathilde Wurm. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, de« 5. Oktober. t. Rennen. 1. Brutu» lviiek), 2. Haupt«. Schwester, 3. Kern er. Toto: 20: 10, Platz: 15,47,25:10. Ferner liesen: Jll-nburg, San Do- mcn'co, Elpi, Wintermärchen, Gaby. Spinellh, KrtegSspiel, Virginia, Gul- brand. Flaggengrutz, Eidora, Asmene. 2. Nennen. 1. Botlchalter, 2. Anskar, 3. Zturmärier. Toto: 13—"'■*■"'.......~' Toto Schelm, Biniu», Rechbcrg. 140:10. Platz: 43,41. 12:10. Ferner liesen: Islam. Randglosse, Ota, ilocktail, Schneeberg. Heroine, AuSnabme. 3. Rennen. 1. Galleria Reale lMrabsch), 2 Charitas. 3. Prohibition. Toto: 37:10. Platz: 13, 18. 33:10. Ferner Uesen: Oliva, Fiametta, Rheinart, Jagdpassian, Jsola, Flunder, Audacia. 7. Rennen 1. Männertreu II(Diseti, 2. Meton, 3. Eiscnhagel. Toto: 98:10. Platz: 39, 43, 92:10. Ferner liesen: Panier� Aslrolog, Gllgamesch, Lichtblick, SlolzenselS, Tontessa, Limanova, Storni Tlond, Anton, Held, Bernhard, Tasna, Otero. IsWSoziaWcheArbeiterjugendGr.-Verlin Einsendungen für diese ytubrff nur an da< Zugendsekretariat Verlin GD68. cwdenftraße 5 Zuaeudtag i« Potsdam! Unsere Brandenburger Genossen Mbren beule einen Zuaendtag in Potsdam durch. Antreten aut Demonstration 13� Uhr in Potsdam am Iägertor. Unsere Genossen werden gebeten, sich zu beteiligen. BoesitzeadeRkonfereRz: Montag. 7. Oktober, pünktlich Ubr. D W in der Schulaula Kochstr. 18. Tagesordnung: 1. Bericht des Bezirks- S Vorstandes. 2. Bericht von der Reichsausschußsstzung in Lobnstein. � W S. Vortrag: �Das rote Berlin". Referent: Stadtrat Ernst Reuter. Alle Ea W Abteilungen müssen durch den 1. und 2. Vorsstsenden. sowie durch M W den Iugendbeirat vertreten sein. Obne Mitgliedsbuch und-ausweis � kein Zutrift. Zdundgebung der Zngend gegen die Äirche Mittwoch. 9. Oktober. 19� Ubr, im Orpbeum, Hasenheide 32—.38. Revue:„Es werde Licht!, durch die..Wander. rotten". Eintritt gegen Karte. Di« Arbeitsgemeinschaft über„Wietschaftslebre und Wirtschaftsgeschichte" (Leiter Genosse R. Abraham) hält ihre Zusammenkünfte regelmäßig Donners- tags 1S14 Uhr im Jugendheim. Porckstr. N. Heimleiterzimmer sU-Bahnhof Belle-Alliance�Straße) ab. Beginn diesen Donnerstag, lll. Oktober. Anmel- düngen können daselbst noch vorgenommen werden. heute. Sonntag. 6. Oktober: Sl-fcnttzaln BntfteW:(JinfUIininqscbenb von 18—21 Ubr im Suflfnibeim Elisobetbkirchltrotzr.— Schönbanscr Vorstobi: 8 Ubr Tunktionärvorsommluna. Trrffminkt 7% Ubr„SoAialiftfn�jrfc".— Britz I unb II: Koimabend im Sic'* baus. Tbausieostr. 48, Fnftrumcntf miibrinarn. Sttiebctziri Oftrn: Besucki bet Slcronftolhma bes 6porttorttD5 im„Ton. corbia.Palalt�, Anbronsstr. 64. mn 1 Ubr. Es bauten die Itzilme: 1. Au» dem Alltna ernvor. 2. Arbeit«r>Turn.»nb Svortfelt in NUrnbero. Eintritt'41 Pf. Werbebelirl PrenUoner Berg: Heute, vllnktlich 181b Ubr, finden in der Turnballe EchbnNietzer Strafte die Proben filr unsere internationale Teier am 8, November statt. Die Abteilunaen Talivlatz I und n und Schönhauser Borstadt, melche den Smechchor stellen, mtissen sich asschlosten hieran beteiliaen, Die Musikkapelle von Äelmboltzplatz muft ebenfalls erscheinen. Die Anwesen. heit der Abteilunasleiter des Werbedetirks ist erwünscht. Achtung, Abtei- lunasleiter! Die Teilnehmerlisten fstr unser« Wochenendiurse lllünaeren-stur. sus in Brieselonal,„Um die Seele der Iungarbciterschaft". O. Faust sAelterenkursus) in Nudersdorf„Die Ardeiterbeweaun» in anderen West. teilen� müssen bis spätestens 7. Dktober beim Genossen Klein, Weiftensce, Wörtbstr, 2, abaeaeben mcrden. Werbebe�irl Tieeaartcn: Glaftbrcnner-Abend im Heim Lehrter Str. 18/1!>. Werbebetzirk Reinickendorf: Kommunaspolitischer Taaeskursu» im Jugend. beim Teael. Schöneberger Straft«. Frühstück, Eftgeschirr unb Schreibmaterial sind mitmibrinaen. Beginn pünktlich» Uhr, Morgen. Montag. 7. Oktober. 19% Uhr: Moabit I: Heim Waldenferssr. 2l1, Schule, Einführungsabend.— Zkalk- platz I: Schule Sonnenburger Str. 2t). Einführungsabend.— Talkplatt Ii: Schul« Sonnenburger Str. 2N. Dortrag:.L5 Jahre Arbeiters ugendbewegung". — Rordoste» I: Heim Dmwger Str. 62, Baracke 3. Eingang I. Vortrag:..Die Internationale".— Humannplatt: Heim Scherenbergstr. 7. Vortrag:..Welten- körper".— Schöshauser Vorstadt: Schule Sonnenburger Str. 20. Vortrag: ..Die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft".— Eitralauer Viertel: Heim Goßlerstr. 6l. Ueben für die Revue.— Ehorlottenburg-Rord: Heim Olbers- straße. Vortrag: �ehrlingsfragen".— Westend: Heim Sportplatt Westend. Vortrag:„Was ist Sozialismus?", I. Teil.— Lichtenberg-Rord: Heim Gunter- straße 44.(Jüngere) 2 Kurzreferat« über Fürsorgeerziehung.— Paukow IN sPote ffalken): Heim Görscksstr. 14. Bortrag:„SAI. und ihre Ziel«". Vnefkasten der Redaktion. v. F. Ist«. Stistungsdepubglion. Berlin, Rathau».— R. Dch. 200. Kmnmen Sie mit den Mietverträgen in unsere Zuristische Sprechstunde,— A. H. 34. v Die Bestimmungen für Kriegsbeschäbigte kommen für Sit nicht in Frage. � Auch unter die Krüppelfürsorge fallen Sie nicht. Erheben Sie»unächst Ein- spruch bei der Stelle, die Sit abgewiesen bot, Sollle auch Ihrem Einspruch nicht stattqegeden werben, so können Sie hiergegen Beschwerde beim Betirk». ausschuft einlegen,— E. D. 32. 1. 3u den Erben gehören der überlebende Ehtgattt und die Eltern der Ehefrau. Die eine Halste der Erbschaft gebührt dem Mann«, die andere den Eltern. Aufter dem Erbteil fallen dem Ehemanne die»um ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände»u. 2. Da durch die Be. stattung Kosten nicht entstanden sind, so ist hie Krankenkasse zur Iahlung des Sterbegesdes nicht verpflichtet.— Abonnent Itzstst. Wenn Sie die erhöht« Miete bereits aeuoblt haben, so müssen Sie sie auch weiter«hlen,— B. K, 7. Da es sich um ein uneheliches Kind handelt, so sind Sie nicht verpflichtet, über das 18. Ledensjabr hinaus Alimente»u zahlen. Höchsten Ansprüchen zu genügen! Achtung~ bitte ausschnddcnl acM konloi ADLER STANDARD 8 Primus int er pares! 4 Liter Achtzylinder.— die Krone der Adlerproduktion, der Stolz des Werks, die Freude der Kunden- Vollkommen wie nur je ein Wagen dieser Klasse, darüber hinaus— eine Sonderstellung. Und mit Recht Kein schwerfälliges Fahrzeug, dessen Lenkung man gerne dem Chauffeur überläßt Hier will man selbst am Steuer sitzen? Versuchen Sie es— und Sie werden verstehen, warum. Sic starten,— der Motor läuft Sic merken es nicht wollen ein zwcitesmal starten... Die Kupplung greift weich. Wie diese Maschine zieht!— Die erste Ecke: eine Viertclumdrehung des Lenkrades, ganz leicht mit zwei Fingern,— schon biegen Sic ein, im rechten Winkel hart an der Bordschwelle. Und nun ins Freie! Sic kennen da eine Stelle mit besonders bösen Schlaglöchern. Etwas weiter eine schwere Steigung... Schon fährt Ihr Adler über die schlechte Straße.— So sanft so unmerklich, daß Sic meinen, Sic hätten sich im Wege geirrt. Und während Sic noch auf die Schlaglöcher warten, sind Sic bereits über die„schwere Steigung" hinweg. Plötzlich Halt! Bahnschranken! Ein Ruck, der Wagen steht wie angewurzelt— Weit vor dem Hindernis! So bremst, so federt, so fährt: nur Adler Standard 8— Der Erste der Ersten,— primus intcr pares! ADLERWERKE VORM. H E I N C H KLEY � R A.Q. FRAN KFURT. A M FILIALE BERLIN, BELLE- ALL1ANCE- STRASSE 6 UND UNTER DEN LINDEN 12-13 Nur in Originalpackung-niemals lose. Hergestellt in den Persil-Werken Lassen Sie es Henko tun! Nehmen Sie auch Henko zum Weichmachen des Wassers so« ■wie zum Putzen und Scheuern! löst Henko, Henkels Wasch« und Bleichsoda, den Schmutz von der Wäsche! Gibt es eine einfachere und bequemere Art der Wäschebe« handlung, als die Wäsche am Abend vor dem Waschtag mit Henko einzuweichen? Warum wollen Sie sich abquälen, wenn Henko schneller, schonender und billiger arbeitet? Nr. 469» 46. Lahrgaug �00<��01�0? 01�6� Gonniag, 6. Ottober 1929 Sie kiWnWrdeSt kr Partei im nädisten Halb ja Freie Sozialistisdie Hodisdiule und Arbeiterbiidungssdiule Berlin. Wik in den bisherigen Jahren veranstaltet der Reich saus- (chust für sozialistische Bildungsarbeit auch im kommenden Winterhalbjahr im Rahmen der Freien sozialistischen Hochschule eine Reihe von Seminaren(Arbeitsgemeinschoslen), in denen Parteigenossen und-genossinnen, die sich schon gewisse Borkenntnisse angeeignet haben, ein bestimmtes wissenschaftliches Gebiet gründlicher bearbeiten können. Gleichzeitig wird in diesen Se- minoren versucht, die Teilnehmer zur selbständigen Arbeit in Form von Referaten, freien Vorträgen usw. anzuhalten. Für das kommende Winterhalbjahr sind folgende Seminare vorgesehen: Montags: Fritz N a p h t a l i:„Der Verteilungsprozeß in der kapitalistischen Wirtschaft und feine Wandlungen"(Beginn 21. Ok- toberl. Dienstags: Prof. I. D e n i ck e:„Di: Formen der internatio- nalen Arbeiterbewegung"(Deutschland, Frankreich, England, Amerika, Rußland)(Beginn 22. Oktober). Donnerstags: Dr. Karl Schröder:„Die geistigen Strö- mungen Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert"(Beginn 24. Oktober). Freitags: Wladimir W o y t i n s k y:„Die Statistik im Dienste der Arbeiterbewegung"(Beginn 2S. Oktober). Sämtliche Seminare werden von Mitte Oktober bis Mitte April an den genannten Tagen in der Zeit von 19 bis 21 Uhr abgehalten. Die Teilnehmergebühr beträgt für das ganze Semester 10 Mk., die in zwei Raten zahlbar sind. Arbeitslosen wird die Hälfte der Teilnehmergebühr erlassen. Anmeldungen mit kurzen Angaben über Beruf, Bildungsgang usw. sind spätestens eine Woche vor Beginn des betresienden Seminars zu richten an den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Ausführliche Lehrpläne stnd in der Buchhandlung Dietz, Lindenstr. 2, und in allen„Vorwärts"-Speditionen zu haben. Die Arbeiterbildungsschule Berlin. Die Schule beginnt ihr 39. Lehrjahr. Sie befindet sich nach der Zahl der Hörer und nach der Behandlung ihrer Wissensgebiete in einem Auffthwung wie in ihren besten Tagen. Ein Zeichen dafür, daß die Depresston und die darauffolgend« Oberflächlichkeit der Nach« kriegsjahre überwunden ist. Entsprechend dem Drang der Arbeiter, an die bisher für sie ver- scklossenen Quellen des Wissens heranzukommen, und eingedenk des Wortes ihres Schulmeisters Wilhelm Liebknecht:„Wissen ist Macht", bat unser« Schule in früheren Jahrzehnten allgemeine Wissensgebiete bebandell, die heute nach dem Umschwung der politischen Verhältnisse melsoch von staatlichen und städtischen Instituten übernommen wur. den und den Arbeitern ohne jede Einschränkung zugänglich stnd. Die Erkenntnis ihrer Klafsenlage und der daraus enr- springenden Bödürfnisse weist die Arbeiterschaft immer mehr darauf, die gegenwärtige kapitalistische Gesellschaft in ihrem innersten Wesen zu erkennen, dem Gang ihrer Entwicklung zu sehen und die hieraus entspringenden Keime Hiner neuen sozialistischen Gesellschaftsordnung in ihrer Theorie, wie sie die Väter des wisseirschaftlichen Sozialismus Marx und Engels vorgezeichnet haben, und die darauf fußende Praxis des Kampfes der Arbeiterklasse zu studieren. Di« Arbeiter- bildungsschule beschränkt sich daher jetzt in ihrem Lehrstoff aus die Wissensgebiete, die dem vorhin genannten Zwecke dienen. Es sind das: Politik: Verfassungsfragen, Theorie des Sozialismus und Wirt- lchaftssragen: Geschichte des Sozialismus: Parteigcschichte, Geschichte der Arbeiterbewegung: Kulturgeschichte, Erziehunq-fragen, Rechts- fragen, Kommunalpolitik. Einheit und«inen gewissen Aufbau in das proletarische Vortrags- und Schulungswefen zu bringen, wird in diesem Winter versucht. Die Grundlage bilknm die in den Kreisen stattfindenden Einfuhrungskurs«.' Parallel mit diesen laufen Kurse für Jungsozialisten, denen vorausgeht die Schulungsarbeit der Sozia- listischen Arbeiterjugend. Zentral« Kurse, an denen diejenigen teil- nehmen sollen, die sich mit Erfolg in den Einsührungskurscn Vor- kenntnisie erworben haben, sind die nächste Stufe. Diese zentralen Kurse finden in den neuen eigenen Schulräumeii, die der Bezirksvorstand im 5)ause Lindenstr. 3 geschassen hat, statt. Von hier aus kann der Uebcrgang zur Sozialistischen Hochs ch u l e und anderen Instituten erfolgen, so daß ein möglichst goschlossencr Bil- dungsgang möglich ist. Das Hörgeld ist so niedrig, daß es jedem Arbeiter möglich ist,-an den Kursen teilzunehmen: es beträgt pro?lb«nd 25 Pf., wird a'ier für den ganzen Kursus berechnet. Arbeitslose sind gegen Vo- zeigung der Stempelkarte von der Beitragszahlung befreit. Arbeitsplan der Arbeiierbildungsschnle Berlin. Zentrale Surfe für Hörer, die sich in den EinführungSkvrsen Borkenntnisie erworben haben. Schullokal: Lindenstr. 3, 2. Hof, II. Moniag. den 21. Oktober 1SZ«. Rudolf A b r a h a w:..Einführung in di- Staatslehre". Ti'nttcg, den 22. Oktober>S2S, Tr. Ernst F r a c n k e l:„Tie Bc- beu.t nz der Deiinarcr Verfassung für dos politische Leben der Gegen- wart". Tonnerstag. den 24. Oktober 1923. Alexander Stein: Theorie und Praxis der Arbeiterbewegung"(Grundlagen des sozialdemokratischen Partei- Programms). Freitag, den 2Z. Oktober l929. Dr. Alfred B r a u n t h a l:„Elemente de? iavitalistifchen Wirtschaft" lProduktion der Waren und Zirkulation des.sti-xitalj). "i-ostog, dc» 24. November 1929. Dr. Siegfried B e r n f c l d: „Pfvchologie und Kulturpsychologic". «umelduagen im Bureau der Schule, Zimmer 9.— lieber den Kursus für Laienrichter erfolgt besondere Bekanntmachung. Verzeichnis der Einführungsturfe. die in den Sreifen stattfinden. 1. Kreis Mitte. I. P. Mayer:„Sozialismus und Staat". Schule Weinmersterstr. 16—17. Beginn 18. Oktober 1929.— Will Könemonn: „Demokratie und Parlamentarismus". Schule Weimneisterstr. 16— 17. Beginn 10. Januar 1930. 2. Kreis Tiergarten. H. Hennigfen:„Vom Feubalstaat zur Re- publik". Bei E. Berger, Levehow-, Ecke Jagowstrage. Beginn 14. Ok- tober 1929. 3. SrciS Webbing. Gregor B i e n st o ck:„Die Arbeiter und der neue Staat", s) Das Wesen deS neuen Staates. Schule Pank-, Ecke Wiesen- siraße. Beginn 17. Oktober 1929.— b) Das Wesen der neuen Gesellschaft. Schule Pank-, Ecke Wiesenstroße. Beginn 16. Januar 1930.— c) Strategie und Taktik des Proletariats. Schule Bank-, Ecke Wiesenstrohe. Beginn 13. März 1930. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Tora Fabian:„Kapitalistische und sozialistische Wirtschaftspolitik". Danzigcr Str. 64. Beginn 18. Oktober 1929. — H. Hennigfen:„Proletariers Lebens- und LeidcSweg im Wandel der Zelten". Danziger Str. 64. Beginn 17. Oktober 1929.— Kurt Mendelsohn:„r cffentliche Wirtschaft". Danziger Str. 64. Beginn 17. Januar 1930.— Paul Bernstein:„Geschickte der Renolutionen". Danziger Str. 64. Beginn 16. Januar 1930.— A. Denicke:„Im- perialiSmuS und Kolonialpolitik". Danziger Str. 64. Beginn 25. April 1930. 3. Kreis Friedrichshain. I. Schlesinger: �,Die Wirtschaftsformen des modernen Kapitalismus". Koppenstr. 76, Btologiezimwer. Beginn 6. Februar 1930.— I. P. Mayer:„Die soziologischen und politischen Grundlagen der Kultur der Gegenwart". Koppenstr. 76. Biologiezimmer. Beginn 19. November 1929.— I. Schlesinger:„Wie liest man den volkswirtschaftlichen Teil einer Zeitung?" Koppenstr. 76, Biologiezimmer. Beginn 28. April 1930. 7. Kreis Charloltcnburg. Tora Fabian:„Einsübrung in den MarxiS- niuS". Jugendheim, Rosinenstr. 4, Beginn 17. Oktober 1929.— Gregor B i e n st o ck:„Europäische Probleme". Jugendheim, Rosinenstr. 4. Be- ginn 10. Januar 1930.— I. Schlesinger:„Wie liest man den volkswirtichaftlichen Teil einer Zeitung?". Jugendheim, Rosinenstr. 4, Beginn 1l. März 1930.— A. H o r l i y:„Geschichte der Arbeiter- bcwcgung". Jugendheim, Rosinenstr. 4. Beginn 7. November 1929. 8. Kreis Spandau. Gregor B i e n st o ck:„Die materialistische G«- ichichtSaussasiung". Oberrealschule Moltke-, Ecke Frisdrichstrahe. Beginn 13. Januar 1930.— H. Hennigfen:„Kultur- und Sittengeschrcht« des Proletariats". Jugendbeiin Spandau, Lindenuser 1. Beginn 13. Ja- nuar 1930.— Mathilde Wurm:„Geschichte und Soziologie der prole- tarischen Frauenbewegung". Rathaus Spandau. Ratskeller. Beginn 6. Januar 1930.— H. Hennigfen:„Proletariers Lebens- und Leidens- weg im Wandel der Zeiten". Oberrealschule Moltke-, Ecke Friedrichstrahe. Beginn 7. April 1930. II. Kreis Schöneberg. HanS Speiet;„Deutsche Parteigeschichte". Will, Martin-Luther-Straßc 66. Beginn 13. Januar 1930. 12. Kreis Steglitz. Paul Bernstein:„Geschichte der Revolutionen". Lesesaal der Stadlbücherei, Grunewaldstr. 2, Beginn 18. Oktober 1929. .Sonntag, 6. Okiober: 7: runkis-mmslik. 8: Für 4en Lendwirt. S..W: Siundentlockensiiid der Polsdimer Garnisonkirche.»: Morgenfeier. Anschließend: Glockenteliut des Berliner Doms- 10: Wettervorhersage für Sonntag. 10.80: Clternstunde. 11.15: Uebertragang Wintergarten: Oclfentliche Kundgebung des Reichsverbandes der heimattreucn Ost- und WestpreuBen E. V. 1I.Z0: Minagskonzert, 14 15„Im gleichen Tempo". 14.50: Bildfunk. IS: Dr. Dolittles Abenteuer. 18.45: Marek Weber spielt. 10.30: Uebertragung Paris, Rennbahn Bois de Boulogne. 17: Sondenspiele:„Die andere Seite" von Sheritt. 19: Alte Klas-ierstück*— Alte Schlager. 19.30; Tagcsglossen. 30: Populäres Orcheslerkonzert. Danach: Tanzmusik. Montag, 7. Oktober: 7: Funkgymnastik. 13.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.50: Blld- fui.k 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Jugendstunde. 18 45: Der Sternhimmel im Monat Oktober. 16.03: Tagesiragen der Amerika-Ausfuhr. 16.30: Konzert. 17.30: Walter von Molo liest eigene Dichtungen. 18: Unterhaltungsmusik. 19.10: Schubert-Lieder. 19.35: Luftsport und Publikum. 19.45: Soll man optimistisch sein? 30.10: Sinfonie-Konzert. 33,30: Eunk-Tanz-Unterritdit. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 8. Oktober: 7: Funkgymnaslik. 13.30: Wettermeldungen für den Landwirt.. 13.50: Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Jugendstunde. 15.45: Von der Tagung des Bundes deutscher Franenvereine. 16.08: Schädlingsbekämpfung in Haus und Hof. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.45: Was muS man vom Kunstmarkt wissen. 18.15: Konzert. 19: Stunde mit Büchern. 19,30; Nene Violinmusik. 30: Uebertragung OroBes Schauspielhaus:„Die drei Musketiere" von Benatzky. — I. Schlesinger:„Geschichte des Sozialismus". Lesesaal der Stab: bücherei, Grunewaldstr. 2. Beginn 24. Januar 1936. 13. Kreis Tempelhos. Gregor Bien stock:„Ter?lrbei!er und de- neue Staat", a) Das Wesen des neuen Staates. Mittelschule, Mariendon. Kursürstcnstraßc, NodelarbeilSraum. Beginn 15. Oktober 1929.— hl Das Wesen der neuen Gesellschaft. Mittelschule, Mariendors, Kursürstrnsiratzr. Nabelarbeitsraum. Beginn 14. Januar 1936.— c) Strategie und Taktil des Proletariats. Mittelschule, Martendorf, Kursürstenstratze, NadelarbritS. räum. Beginn 11. März 1936. 14. Kreis. I. Schlesinger:„Die ökonomischen Lehren des Marxismus". Neukölln, Bcrgstr. 29. Hos ptr., Nr. 1. Beginn 22. Oktober 1929.— I. Schlesinger:„Die Wirtschaftsformen des modernen Kapitalismus". Neukölln, Bergstr. 29, Hof PI., Nr. 1. Beginn 14. Ja nuar 1936.— Gregor B i e n st o ck:„Berlin, die Stadt der Arbeit, die Stadt deS Proletariats". Neukölln, Bergstr. 29, Hof PL, Nr. 1. Beginn 8. April 1930. 17. Kreis Lichtenberg. Wolfgang S ch w a r z:„Deutsche Außenpolitik seit Kriegsende". Rathaus Lichtenberg, Möllendorfstratz«, Zimmer 25. Bc- ginn 18. Oktober 1929.— R. Strecker:„Entwicklung der republikani- schen Staatsverfassung". Bibliothek Lichtenberg, Weichselstr. 28. Beginn 16. Januar 1936. 18. Kreis Weitzeusec. Paul Bernstein:„Tic politischen Parteien und ihre Programme. Konferenzzimmer des Bauamts Wctßcnsec. Park- strajje 106. Beginn 17. Oktober 1929.— Fritz L e w i:„Sozialistische Wirtschaslspolitik". Sitzungszimmer des Bauamts Wcißenscc. Parkstr. 166. Beginn 16. Januar 1936.— Dr. I. Schlesinger:„Wie liest man den volkswirtschaftlichen Teil einer Zeitung?" Sitzungssaal des BauamtS Wcißensee. Parfftr. 106. Beginn 22. April 1930. 19. Kreis Pankow. I. Schlesinger:„Wie liest man den Volks wirtschaftlichen Teil einer Zeitung?" Schullokol: Volksschule Grunow stratzc-Pankow Beginn 29. November 1929.— I. P. M o n e r:„Die soziologischen und politischen Grundlagen der Kultur der Gegenwart". Jugendheim Pankow. Kissingenstrotze. Beginn 14. Januar 1936.—. I. P Mayer:„Grundzuge der neueren deutschen Litcratu-geschichtc". 1. Volks- schul« Pankow, Grunowstratzc. Beginn II. März 1936 Zg. Kreis Reinickendorf. I. Schlesinger:„Die WirtichastS- formen des modernen Kapilaiismus". Lehrerzimmer: der 9. Gemeinde- Schule Reinickendors-West, Augustc-Viktoria-Allee 37. Beginn 9. Januar 1936.— I. Schlesinger:„Wirtschast und Staat". Lehrerzimmer der 9. Gemeinde-Schule, Reinickendors-West, Augustc-Viktoria-Lllec 37. Beginn 6. März 1936.— I. Schlesinger:„Wie liest man den volkS- wirtschaftlichen Teil einer Zeitung?" Lehrerziwiucr der 9. Gemeinde- Schule, Reinickendors-West, Auguste-Biktoria-Allee 37. Beginn 8. Mai 1936. Au Meldungen zu diesen Kursen können erfolgen bei den KreiSbildungS- obleuten und am Beginn der Kurse in den Schullokalem Alle Kurse beginnen um 19.36 Uhr und dauern bis 21.36 Üb' « Der gedruckte Lehrplan erscheint in den nächsten Tagen und kann im Bureau abgeholt werden. ist." 18.30: Französisch lur Anfänger. 10: Musik aus den Alpen 10.30: Aden. teuer an der tibetanisdien Grenze. 30: Kabarett. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag;, 6. Oktober: 7: Ucbcrtraeung aas Hamburz. 8.20: Ucbcrtrazunz aus Berlin. 18: Die Jazd der Eingeborenen in Südwcatafrika. 18.30: Russen und Franrosen. 19.30: Eleonore Düse rum Gedächtnis. 20: Deuiscblandsender: Schrammelmusik. 20.45: Uebcrtragunz Leipzig. 21.30: Konzert. Anschließend Uebcrtracanz Berlin. Montag« 7. Oktober: 16: Englisch(kulturkundlich-literarische Stunde). 16.30; Lieber tragun.". aus Berlin. 17.30: Geschichte der Fabel. 18: Volk. Staat und Nation. 18.20: Englisch für Anfänger. 18.55: Die wirtschaftliche Verwendung der Düngemittel in der Praxis. 19.20: Aus der Praxis des Motorradfahrers. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20.10: Uebertragunz aus Berlin. Dienstag, 8. Oktober: 16.30: Uebertragunz aus Leipzig. 17.30: Geschichte der Fabel. IS: Weltpolitische Stunde. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55; Rechts- stellunz und Immunität der Abgeordneten. 19.20: Das Aufspeichern von Warme in der Natur und in der Technik. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Dcutschlandscnder: Uebertragung aus Paris. 21.30; Klaviervorträge. An. schließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 9. Oktober: Mittwoch. 9. Oktober: T: Funkgymnastik. 13.30: Wettermeldungen für den Landvirt. 14: Schall- plallenkonzert. 18.30: Jugendbohne. 16.30: Unterhaltungsmusik 17.30: Technische Wochenplauderei. 17.55: Bildfunk. 15.05: Gesänge. 18.30: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 18.40: Die Idee des indischen Versöhnungsfestes. 19: Lustige Lieder und Duette. 19.30: Klaviervortrkge. 30: Wovon m«n spricht. 30.30:„Krug Aktien 117", Hörspiel von Auditor. Danich Tanzmusik. Donnerstag, 10. Oktober: 7: Funkgymnastik. 13.30; Die Viertelstunde für den Ludwirt. 14: Schallplatte und Film. 15.30: Jugendstunde. 15.45: Ueberkullur— Zurfick zur Natur. 16.05; Ursachen und Formen des Irrsinns. 16.30: Musikalischer Ausschnitt aus dem Jüdischen Gottesdienst am Neulahrslest und Versöhnungstag. 17.30; Kurz- eeschichlen. 18,30: Konzert. 18.50: Bildfunk. 19: Sozialpolitische Umschau. 19.30: Das Interview der Woche. 30: Sendespiele:„Louise", Musik-Roman von Charpentier. 33.30; Funk-Tanzonterrieht. Danach Tanzmusik. Freitag, 11. Oktober: 7: f unkgymnastik. 13.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Jugendstunde. 15.45: Die Schweiz in der deutschen Dichtung. 164)5; Die Kohlcnsäare als KUhlbrlkett. 16.30: Mu Kolpe liest„Gebrauchslyrik". 17: Konzert. 18: Die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen. 18.35: Das neue Buch. 18.35: Unterhaltungsmusik. 30: Allred Beierle liest„Jack London". 30.40: Bläser-Kammermusik. 31.35; Kinderkrankheiten des Körpers. 33.30: Abendunterhaltung. Sonnabend, 12. Oilober: 7: Funkgymnastik. 12.30: Weltermcldur.gen für den Lan-dwirt. 13.50: Bildfunk. U: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45; Europa und Hispano- Amerika. 16.05: Was bringt die Herbstmode Neues? 16.30;„Wenn mau ▼erliefet 16: Erziehung zur Sclbstvcrantwortimg. 16.30: Uebertragunz aus Hamburg. 17.30: Ausländische Volkslieder. 18: Der Arbeitsnachwuchs und seine AusbiU düng. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Der deutsche Btaatsgedanke von Friedrich dem Großen bis zur Gegenwart, 19.49: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19.50: Dcutschlandsender: Gedanken zur Zeit. 20.30: Alte und neue Chormusik. 21.30: Unterhaltungsmusik. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag* 10. Oktober: 16: Zukanftsiufgaben der gewerblichen Berufsschule. 16.30: Uebertragung aus Berlin. 17.30: Ausländische Volkslieder. 18: Kleine Formen der Klaviermusik. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Düngcmittcllchrzajiz. 19.20: Kundendienst und Kundenbedfcnung. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20; Deutschlandsender: Wilitärkonzert. 21:..Wasser", ein Ueber-f blick. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, II. Oktober: 16: Bericht über die 18. deutsche Bcrufsschuliazunz in Halle. 16.30: Uebertragung aus Leipzig. 17-30: Gespräche über Musik. 18: Die Wandlungen der Wirtschaft in den Diktatui lindern. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene, 18.55: Der Kraftfahrer im Recht. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschland sender: Sende- spiele:..Louise". Musik-Roman von Charpentier. Anschließend Uebertragunz aus Berlin. Sonnabead. 12. Oktober: 16: Anregungen für die Musikpflegc. 16 30; Uebertragung aus Hamburg. 17.30: Ein Jahrzehnt Beamtenhcchschulbcwcgung. 18: Arbeiterschaft und V, o!;- nungsbau. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55: Her deutsche Staatigedanke von Friedrich dem Großen bis zur Gegenwart. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20; Deuiscblandsender: Orchesterkonzert. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. i MuSte]! v Marke Span�aSer,srn32 franse, getreue Copien v. Perser Teppichen Mieter und Gemeindewahlen Hausbesitzer stehen sich nicht schlechter als im Frieden. Der Mietervcrein des Groß-Bcrliner Westens hielt in den Viktoriasälen in Wilmersdorf ein« stark besucht« Der- sammlun« ab in der der 1. Vorsitzend« des Vereins, Rechtsanwalt Dr. Walter Goetzel/, llhr. findet nicht, wie angeletzi, „Ter Bildlchütz", sondern eine Nusführung von.Fidel'o" statt. lUnsindungen dir diese Rubrik find Berlin SW«8. Linbrnstrahc 3. parteinachnchten�W� fürGroß-Berlm stet* au da, Brzirkesrkretariat Z.Hot, ZTrropr« recht», zu richten. 1. Jtrci» Mitte. Dienstag, 8. Oktober, 20 Uhr, bei Bärwaldr, Schlrgelftr. 8, wichtige Zusammenkunft aller Zritung-obl-ute und Vertreter.— Rruorgaui. sation—.Vorwärts". Agitation. 5. Kreis Isricdrichshain. Krciswuktiauärfitzung am Montag, 7. Okto, s -=~ der. Wir Uhr. in.Schmidt* Selellfchaltshan«", ginchtstr. 3«3. 1. Rreie- D g angelrgenhritra. 2. Bartrag:„Die Arbeit-losenocrfichrrnng." Rrserrniin: ,= Mathilde Wurm, R. d. R.— Das arschcinc» sämtlicher gnnktiouäee ist � S notwendig. Mitgliedsbuch und Fnnktiouäekarte sind mitzubringen. g| 4. Kr»!, Prenzlauer Berg. Donnerstag. 17. Oktober. ZO Uhr, beginnt der Kurs Dr. üenniglcn:..Prolctarilcher Lebens- und Leidensweg im Wandel der Zeiten."— Am greitag, 18. Oktober. Kursus der Genossin Falkian: ..Kapitaliltischr und sozialistische Wirtschalisrolitik." Jeder Kursus dauert acht Abende. Taglingsraum: Bezirksamt Danziger Str. 63:64. 9. Kreis Wilmersboef. Neuanmeldungen illr den Frauengnmnaltikkursus der Freien Turnersdmlt Wilmersdorf bei der Genolbn Lipoid. Sigmaringer S-roste 16 sUhland 96711, oder Dienstag 20—22 Übe in der oberen Kalle. Babelsberger St-. 24.(Monaii ch 2,— Mk.)— Zu der am Sonntag. 13. Oltoder. stattfindeirden Vorstellung„Treibjagd" sind Karten für l.ZOMk. beim Obmann des Bildungsauslchulses. Gen. Michel. Aachener Str. 40, zu haben. Die Vorstellung findet um 16 Uhr im„Schiller-Theater", Sharlotken. bürg. Vismarcl- Eck- Grolmanstraste. statt.— Dienstag. 8. Oktoller, 20 Uhr, bei Ihlenfeld, Uhlandstraße Ecke SUnhelstraste. Sitmng de» engeren Kreis- Vorstandes mit allen Ahteitiingsleitern. 19. Kreis Zehlendorf. Arbeitcrmohlfohrt. Kostenlos? Sprechstunde in allen Wohifahrisangelegenheiten beim Gen. Zander, Zehlendorf, Sven-Hedin- Etrastc 74. Domirrstag von 17 bis 19 Uhr. 15. Kreis Treptow. Montag, 7. Oktober. 20 llhr, in Riederschäneweide, Ber- liner Sir. 38, Keeisoorstandsfismng mit den Abi-ilungsleitern. 1». Kreis Köpenick. Montag, 7. Oktober. ISj? Uhr. rm.Stodtthcater", Verein». zimmcr. wichtige«reispgrltanbssthung. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, 7. Oktober, 19 Uhr, Kreisfunktionärkonferenz im Arbeitsamt. Echreibcrhmier Straße. Vorstand eine halbe Stund- früher ellendort. 18. Kreis Weißenfre. Mantag. 7. Oktober, 19 Uhr, im Rathaus. Zimmer 21, Eraktionssistung.— Dienstag, 8. Oktober, 19'o Uhr, Vorstand ssthuug bei Gallas. Um 2ll Uhr Kreislunkiianärkonlcren, cbenbori. 19. Kreis Pankow. Montag, 7. Oktober, 29 Uhr. Sihung der Fraktion mit den Kreisdelegiertcn in Pankow. Rathaus, Sihungslaal. 29. Kreis Reioickendarf. Mantag, 7. Okiober, läir Uhr, im..Bolkshaus", Echarmreberstr. 114, Slhuna de» erweiterten Krcisoorstanbes mit den Abteilungsleitern und dem Obmann des Krcisbildungsausfchusse». heule, Sonntag, ö. Oktober: ?«rlke»b«rg'Alt. Glienicke. Lormittags 10 Uhr Treffpunkt Säuglings. fürfsrae. unmittelbar am Bahnhof Niedei-schonetDeide. 136. Abt. Reinickendorf-Ost. Siimttrcke Genossen und Genassinnen beteiligen sich an der Kreismilgliedrrve: sam.miung am Mitttvoch, y. Oktober, 20 llhr, in Rosenthal. Ref.: Gen. Heini«, M. d. R. Die Bezirtsfllhrer haben zu dieser Versammlung einzuladen. Morgen. Älvniag. 7. Ottober: ?. Abt. Alle Genossen beteiligen sich an der Kreismitgliederversaunnlung. 11. Abt. 20 Uhr bei Lauritzen, Vutlusser Str. 11, s?un?tionärsitzung. 16. Abt. 19 Uhr bei Karl Kindel. Usedomstr. 22, �unktionärfitzung. Di« .�ahlabende fallen aus, dafür �reismitgliederversom.mlung. 17. Abt. 191* Uhr bei Dose, Am Narddafen 0. sftntttK'närsifcung. 19. Abt. 19H Uhr bei Echrepel, Grünthaler Str. IL.?unktianärsitzung. 20. Abt. liVi: Uhr bei Vose, Koloniestr. 1b,??unttionärsitzung. 22. Abi. 19�2 Uhr bei Senkel, Utrechter Str. 10, Funktt2!tärsitzung. Di« Aahl- abende fallen wegen der Kreismitgliederversammlung aus. 23. Abt. 20 Uhr bei Grunewaldt. Kameruner Str. isi, ssunktionärsitzung. Di« Bezirksführe-: laden j�ur Kreismitgliederversammlung ein. 24. Abt. 19! 2 Uhr bei Rösner, Immanuelkirchftr. 2S, �unktionärsitzung. 27. Abt. 1SV: Uhr bei Zeuge, MilWv. S, �unktionärsitzuna. 28. Abt. 19,/2 Ubr.�ei Iäneck«, Hagenauer Etr. o, �unktionärsitzung.— Achtung! Die fälligen �uslabende finden am Mittwoch, 9. Ottobcr, in den bekannten Lokalen statt. 31. Abt. 20 Uhr isünktionSrkonfer«NA bei Goldschmidt, Stolvische Str. 3«. 32. Abt. Gruppe Mcqer, Achtung! Extra- Zahlabcnd um 20 Uhr bei Dil?»«, Krantstr. 542. Thema:.,Wcrb«wack)e."— Die �oh�abende fallen wegen der Kreismitgliederversamnttung am 10. Oktober aus.-- Die Bezirksführer werden gebeten, einzuladen. 13. Abt. Die Beszirksführer rechnen in der �unktionarsitzung kkci Schmidt die bisher verkauften Billette mm Herbstfest mit dem Kassierer ab. 35. Abt. Die Zahlabende am 9. Oktober fallen aus. Dafür Beteiliaung an der Kreismitgliederversammlung.— Montag, 7. Oktober, 19 Vz Uhr, wichtige �unktionärsitzung bei Guc�kowski, Sfireinerftr. 38. 33. Abt. Die Be�irksführer rechnen in der Funktionärsitzung bei Schmidt die bisher verkauften Billette a«m Hcrkkstfest mit dem Kassierer ab. 41. Abt. 20 Uhr bei Lipfert, Mariendorfer Str. 5, f?unktionärsitzung. i2. Abt. 19� Uhr bei Wiersdorfs, Urban ftr. 6. Funktionärsitzung. Der Abteilungsoorstand trifft sich um 19 Uhr zu einer kurzen Besprechung. Die Bezirksführer laden zur Kreismitgliedervecsammlung ein. 43. Abt. 19� Uhr bei Krepp, Planufer 75�76, �unktionärsitzung. 4.5. Abt. 19�4 Uhr Sitzung sämtlicher �unttionare bei Bartsch. Wiener Str. 38. 46. Abt. 20 Uhr ffri Eichholz, Euvrgstr. 23, ffunktionärsitzung.— Die Zahl- abende am 9. Oktober fallen aus. Die G«nossen besuchen restlos die Kreis- Mitgliederversammlung. ßam W Sun Die Zeitb-richte brachten einen Dialog zwischen dem Papst und Mussolini, der— wenigstens in der Reihe des Papstes— das Verhältnis zwischen Kirche und Faschismus nach der„Einigung" recht deutlich charakierffierte. Der Papst, trotz der iminer wieder- holten Betommg, daß alle Spione mchts Verbergenswertes entdecken könnten, betonte recht deutlich, wenn auch in sehr höflichen Formeln, die Selbsiändigkrit der Kirche. Mustolin! forderte in seiner reichlich abgegriffenen Rhetorük strikte Unterwerfung unter den Staat. Wenn man weih, wie gespannt gerade in den Tiroler Gebieten im allge- meinen das Verhältnis zwischen Geistlichkeit und Faschismus ist, so � wirkte sein Hinweis auf das Einverständnis und die Bewunderung, die der Faschismus seit dem Klerus in diesen Gebieten finde, wie ein« schlecht verhülltc Drohung.— Die Abenunterhaltung brachte eine Reise vom Gassenhauer zur Revue an Hand der bckam?testen Kompositionen Walter Kollo. Ein harmlos unter- haltendes Wochenende.?. L. «7.»bt. mz Ufo V! 9oat.«mmtmte. 44 D-nWonktrst»-«. 48. Übt. 20 Übt bei Keller, ffllrftenstr. 1. ItimtttonäriUnng. 67. HU. Genaewatb. 20 Übt Borstandsstlmn« mit allen itunktianiten bei ffintzbotfiet. 86. Hbt. Rarienbsrl. 20 Übt Bei Niendorf. Cbausseestr. 19, Isnnitionärstbun«. ReufZll». 89.«bt. 191i Übe bei Srommeck. Sonberstr. 10, ffunktronäriistun-i. -- 92. Abt. Pünktlich 20 Übt wichlige Funttionärveriammlun» im Lokol Wolfs.«aifer.Zzriedrich.Str. 173.— 93.«bt. 19I3 Übt bei Gmlopf, Maresch- Eck» Koiser>izriebrich.Str.. ssunltionärversämmlung. Erscheinen unbedingt noiwendig fBeiprechung ber neuen Bezirkseinteifung).— 94. Abt. I9>4 Ubr bei Schröder. Steinmebftr. 52. Kunktionärstbnng.— 95.«bt. 19S Kbt bei Keusch. Iägerstr. 10, wichtige ssunktionärststung.— Ieber Br.ltrk n-ust unbedingt vertreten sein. Wichtige Materialausgabe.— 96. Abt. 19>z Uhr, Lahann, Bipperste. 18,19.—»8. Abt. 19'- Uhr bei Teich, Knesebeckstr. 135, izunktionärfttzung. Dienstag, S. Oktober: 8.«61. 19ti Ubr bei Rickert. Steinmeststr. 36-, ffunktionärstbung. 9. Abt. 19'� Ubr bei Hübner, Wilsnacker Sir. 34.-zunktionärststung.- Die Mitgliederversammlung am 9. Oftober fällt wegen der Kreismitgleeder- versammlmlg aus. 13. Abt. Ig'i: Uhr bei Krüger. Putlibftr. 10, szunktionärschung..Unser Weg" kann vom Genossen Kresstn, Putlibstr. 15-, abgeholt werden. 25. Abt. Alle Mitglieder beteiligen sich an der Kreismitgliederpersammlung IN den„Tastno-?kest!älen". Poppelallce 15. 44. Abt. Die gunklionärstbuna findet umständebalber erst am 3. Oktober. 19'.? ubr. bei Gwold. Skalister Str. 126. statt. Die Abteilungsversommlung am 9. Oktober fällt wegen der Kreismitgliederpersammluna aus. 52. Abt. stbarlottcnbnrg. 20 Ubr Mitgliederversammlung bei Laake. Kaiierin- Augusta-Allee 81. Ecke Sömmeringstraste. Vortrag:.Der beporftebenie Wablkamps": Ref.: Stadtperordneter Alfred Iobn. 88. Abt. �ewpefboi. Die Zabfabende am Dienstag und Mittwoch fallen wegen der Kaeismitgliederverfammlung ans. 196. Abt. K-z Uhr, im Lebigenbeim Schönstedtstr. I, V. Stack, Zimmer 15. Zungsozialisten. «bretbnuna Ort Veiträae und Ausgabe der I»nofa,iafistrs»eit. A« gleichen Tage feiert nniee Mar feinen 50. Sabuetstag. Hierzu gratuliert ihnen die 4. Ad- teilnng auf das herzlichste. US. Abt. Lichtenberg. Unterem lieben Senaffeu August Bieber und ser»ee Sbefrau zur Sifberhochzeit die heezlichsteu SiSckwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 27. Abt. Am. 3. Oktober verstarb unser Genosse Friedrich Ascheker, Sonnen» burqer Str. 10. im Atter von 09 Iahren. Die Einäscherung findot am 8. Oktober. 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstroß?, statt. 105. Abt. Adlershof. Am 3. Oktober verstarb unser Genosse Karl Friedrich im Alter von 82 Iahren. Ehre seinem Andenken. Beerdigung am Dienstage dem 8. Oktober. 14� Uhr. von der Halle des Friedhofes Adlershof. Wir bitten um rege Beteiligung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gefchäfteftelfez Berlin S 14, Sebastianffr. 37'33. So! 2 Ze. Gauvorstaod. Die IungbannerMbreeffffung.findet erst am M«n> lag, dem 14. Oktober, stott.— Dienstag. 8. Ottober. Mitte. Komeradschaitsnerfammlungen um 30 Uhr: I. Kamerodschaii Lackescher Hof. Vortrag des Kameraden Anton isifcher. 6. Kameradfdmft Garlenfte. 6. Stieb. richsharn. 20 Ubr Versammlung sämtlicher Kameradfchaftsfafstrrre bei Reu- mann, Gubener Str. 4ö. Reiuickendorf.Weft. 20 Ubr Kamera bfcha stsneriamm. lung im Vertrhrsiokai. Vortrag drs Kamrraden Dr. Mifchier Ubrt„Schuffbunb und Hriiywedr. die Vorgänge in Oesterreich". Vorstand 19 Uhr. Erscheinen Viltchi. Rnderriege leget 20 Übt Monatspersammlung im Voolsbau». Marine. Abteilung. 20 Ubr Instrukiionsstunde und Turnen im Bootsbaus Tegel.— Sanitätsabteilung. Am 1. November beginnen neue Sanitälskurse. An. Meldungen bis spätestens 15. Oktober an Kameraden Zufin« Eick. Berlin. Wafferiorstt. 38.— Lichterfelde-Lankwiff. Montag, 7. Ok'ober, 20 Ubr, Käme. radichaftsverfainmlung in Lebmonns Kestfälen. Lankwiff. Kaiier-Wilbelm- Straffe 29—31. Wichtige Tagesordnung. Ericheinen Pflicht.— Pankow. Sportler und Zungkameraden. Montag, 7. Oktober, 20 Ubr. in der Turnballe BrunoNraffe.— Tiergarten. Zunqhonntr. Mittwoch. 9. Oktober, Antreten 19 Übt Babnbof Bellevue zur Zabrt nach Potsdam, Reich, bannerkameta den, Kreis Westen! Treffpunkt zur Teilnahme an dem Staatsbegräbnis Dr. Strcfemanns beute, 910 Übe, Kumboidt- Deutsche Liga fflr Menschenrechte 8. P. Im Nobmrn bes ersten wiffen. fchaftlichen Klubabend« der„Liga" spricht am Moniaa, dem 7. Okiober, um 20 Ubr, ber Seideiberger Prinaidorent Dr. E. Z. Gumbel im Neichswirt, schaftsrat. Berlin W. 9. Drllcvueftr. 15, über das Tbema:„Die ilbwarze Reichswrbr und ibre Isememorde". Reichsbond der Kricgsbeichädiqten. Krieg-teifnehwer und Sinterbfiedenen. Ortsgruppe Westen. Milgfirderperiammiung Dienstag. 8. Okiober, 20 Ubr. im Zabnärztebau». Blllowfir. 104.— Bezirk Weddina. Milgfieberperfammlung am 8. Oktober, so Ubr, im Lokal Paffcnbofer, Ebanffrestr. 64. Pttbanb stir Rreibenkerinm und Rcnerbestotfung 8. v. Die?uge»b. kunbgebung gegen die Kirche am Miiiwod,. dem 9. Oktober, um 1!>>4 Ubr. findet nicht im Lebreroereinsbans, fondern im Orpbeum, Hafenbeide 32-38, fiatt. Bereinigung soziafdemvkratifchee Ttnbierender. Mantag, 7. Oflober. 20 Übt, im„Bund", NB. 6, Afbrcchlstr. 11, Seminar für Rragnt der Sozialifferuna. Tb-ma:„Das Mouonof-Problem". Dienstag, 8. Oftober. und. Rrcitoa. 11. Ok- iobrr, Siffung des Sochschulreicrmansschuffrs>:m 20 Ubr im„Bund". w«N«rderichi der öffenflichiM welf«rdicnstit«lle Berlin und Umoegrnd fRachdr. Berb.) Teils beitev, teils wolkig, ziemlich warm, südlich« Bind«. Jfit reufschland: Im Süden vielfach regnerlich, sonst wolkig bis beiter, östlich der Elb« ziemlich warm. gebt, Atzv mit aller feinsten schneeweißen O-insedaunet.. Geschlissene 0-90, genipffe 0-80, 0-50 Weiß, gerupft od. geschlissen 3 80, 1*U& Daunen.......... 5-SO Kissen, gefüllt. Untorbett, gefüllt OberBett, gefüllt . 4-10. 3 70. 2"48 . 9-80, 8-70, 5"55 .11-40, 9-3Ö. 6"95 Portofrei von M 20— Prelsl. Nr, 42 gratis Bettfedernreinleunf bei Einkauf von M. 20-- für einen Stand«ratli.«OttDüSSer V»MM 88, ROSenthSler Str. 9, TUrmStP. 71 Gonntag 6. Oktober it929 Unterhaltung unö Wissen Beilage des Vorwärts Andreas Xalako:«/llll«Bilde rfd" ClV(iii Sine Jrarcaddy fahrt Wer hat es in seiner frühen Kindheit nicht geglaubt, daß dort, wo Himmel und Erde sich berühren, die Menschen ihre Beine ins Nichts baumeln lassen und so ausraste» von dem anstrengenden Marsche an den Rand der Welt. Und es gibt auch wirklich«inen solchen Ort, das kleine Eingeborenendorf Bhamo an der chine- sisch-hinterindischen Grenze, rund tausend Kilometer stromaufwärts von der Mündung des Irawaddy. Wer dort an den winzigen Holzhäuschen vorbei bis zu dem Stein vordringt, dessen nördliche Halste den Eintritt in das Reich der Mitte verkündet, den muß, auch wenn er ein abgebrühter Weltenbummler ist, ein leises Schwindelgefühl erfassen, als könnte er hinunterfallen von der Erde, hinaus in das Nichts! Wie weit man auch gereist sein, wie viel Meere man auch überquert haben mag, aus See ist man doch immer in Europa, ein Ozeandampfer ist eine schwimmende Kleinstadt, die Furche hinter der Schraube verbindet wie«ine Nabelschnur alles an Bord; Sprache, Verkehr, Tisch und Lager täuscht«in abgebröckeltes Stück- chen Heimatboden vor mit allen Bindungen und allen Schranken des Lebens auf dem Festlande. Aus den kleinen Raddampfern, die Unter- und Oberbirma mit der Hauptstadt Rang von, dem einzigen Seehafen des Landes, ver- binden, sind die Reisenden ungleich unabhängiger,— eng zusammengepfercht auf dem schmalen Deck haben sie doch weniger mitein- ander zu schassen als auf der Fahrt über den Ozean. Statt zwischen Wasser und Himmel im geschlossenen Käfig zu schaukeln, gleitet man langsam zwischen den beiden Ufern dahin, die Dekorationspracht der Palmenwälder und des Dschungels wird abgerollt, unbekleidete oder halbnackte Menschen schöpfen Wasser, treiben Bllfsel in den Strom, graben Kanäle zu ihren Reisfeldern, liegen betend vor den Pagoden, führen wie ein Schauspiel ihr fremdartiges Leben aus, ohne aus der Roll« zu sollen, wenn das gewohnte Stampfen des Dampsers das Vorbeiziehen eines fremden Planeten ankündigt. Tausend Kilometer tief spaltet die zitternd stromaufwärts schwebend« Nase des Schiffes das Land, legt immer neu« Quer- schnitt« vor das Fernglas, wie der Gelehrt« seine Bokterienqucht unter dem Mikroskop, so sachlich unbeteiligt beobachtet der Euro- päer den Kampf der Eingeborenen um ihr'Dasein, zuerst unter der mörderisch nahen Feuerquelle der Tropensonne, gegen das zäh sich wehrende Dickicht des userlosen subtropischen Waldgebietes später, und noch weiter nördlich, schon am Rand« der mongolischen Ge- bivgsländer, unter der Erde, in den ausgerissenen Flanken der un- bewachsenen Sandhügei.—— Nicht die verlassenen, kunstvoll geschnitzten und vergoldeten Holz paläste der König«, die englisches„Protektorat" um Land und Krone brachte, nicht die mit vollen Händen in die Landschaft ge- faten Pagoden, nicht die größte Glocke der Welt,— da» wertvolle, unocrgeßliche Erlebnis der Jrawaddyfährt ist der„Querschnitt", der tiefe Einblick in das langsam sich wandelnde Verhältnis zwischen Mensch und Natur, das Verarmen des Bodens und das immer härtere Ringen i»m Nahrung, j« länger die Mittagssonne den Schatten des Schiffsschornsteines auf das Verdeck zeichnet! Bis nördlich Mandalay, der ausgestorbenen Residenzstadt, «»artet hochgeschichtet der Ertrag der Reisernte auf die talwärts fahrenden Dampfer, Reis und Baumwolle machen die Aktionär« der Irawaddy-Flsttille bezahlt. Senkrecht zum Strombett durch- quert eine winzige Schinaifpurbahn das Land, um von den- Plan- tagen der großen englischen Webereien die zum Bersten gefüllten Säcke herbeizuschaffen, an die Haupteinladestell«, genau initwegs der befahrenen Strecke. Dann beginnt der hochfchäumeirde Wold- fchops der zackigen Palmenkronen zu verebben, der krause Teppich, wie Maos aus Gukioers Riesenwelt turmhoch über den Boden ge- breitet, wird allmählich undicht, immer häufiger durchbohrt von Baumriesen, die als alte Bekannte aus den gemäßigten Zonen den Europäer grüßen. Hier schreitet der Mensch nicht mehr mit ge- ösfncter Hand über die Felder; statt vertrauensvoll die Reiskörner in den Boden zu streuen, umkrallt er Hacke und Beil, haust als Holzfäller in den.WäZdern oder steuert mit Gefährdung seines Lebens die Flöße aus Edelholz über die Stromschnellen, um so die Handvoll Reiskörner zu.verdienen, die unter diesem Himmels- strich das tägliche Brot bedeuten. Noch weiter nördlich, bei der Station M o g o k, verschwindet auch der Wald, die steilen Ausläufer des zentralasiatischen Hoch- landes schnüren den Strom immer enger, nackt, zerrisse» gähnen die sandigen Schluchten, und der Mensch muß unter die Erde, muh als Maulwurf tief iu ihren Schoß, baut Stollen und durch- wühlt ihre Eingeweide, um feine Nahrung zu finden. Was er herausholt ans der Grube, braucht einen weiten Weg, wird erst zu Geldwert unier Menschen, die im Ueber�lusse lebe», denn die Mine von Mogok ist die ergiebigste— Rubinmine der Erde, ver- sorgt die Schaufenster der Rue de la Paix in Paris mit den schönsten, blutroten Edelsteinen. Welcher Kreisiaus, heiliger Himmel, welche Distanz, von den ungewaschenen, lehmigen Tatzen der Shan-Leut«, die vor ihren Bretterbuden hockend das Feuer unter dem Reis- topf schüren, zu den zarten Gelenken, die zu schmücken die roten Krisialllropsen berufen sind!——— Geht man dann endlich in Bhamo an Land, oersäumen es die mitreisenden Englander nicht, auf die verfallenen, morschen Palli- saden hinzuweisen, die früher als Schutz gegen die Einfälle chine- sischer Räuber den ganzen Ort umzemuten. Sicherer als diese ein- gerammten Holzpslöck«— heißt es— beschütze die Protektion Batannias die Bölter, die sich ihr anvertrauen. Statt als Plün- derer über die Grenze zu stoßen, bringen die Chinesen jetzt ihre Waren an den Landungssteg, die ganze Provinz Türian benutzt den„nur" tausend Kilometer langen Wasserweg des Ärawaddy als kürzeste und bequemste Verbindung mit der Welt. Zwei— drei Wochen lang zotteln die kleinen chinesischen Pferdchen, beladen mit sorgfältig oerschnürten Ballen, die Karawanenstraße nach Bhamo hinunter, durch das wasserarme, wenig bewohnte Hochland im Herzen Asiens. Mit einer Vorsicht, die befremden muß, wird die plumpe, unförmig« Last von den Pfcrdchen gehoben; je zwei Ma- trosen tragen, ohne Hilfe des Kranes, die Ladung unter Deck, bc- hursam, beinahe zärtlich,— denn es sind kunstvolle chinesisch« Schnitzereien, Drachen und Götzen, groteske Fratzen und ver- schnörkclle Fabelwesen, die streng nach überlieferten Vorbildern aus Elfenbein und Edelholz herausgeformt werden, hoch oben in den einsamen Hütten, wo Zeit kein Wertbegrifs ist und die Ende ihre wenigen Bewohner verhungern ließe, verschafften sie sich nicht auf dem ungeheuren Umweg über den Kuusthandel der gesegneten Erdteile das Nötigste, ihr karges Dasein zu fristen. Aus zwei Arten können die Schöpfungen der einsamen.Künstler" aus Mittelasien in die Vitrinen und aus die Kaminsirnse der reichen Sammler gelangen:»ach Europa fahren sie den Jrawaddy hinunter, werden in Rangoon auf den Dampfer nach Singapore umgeladen und dort von einem Heimsahrenden Ostasiendampser übernommen. Wird das erstarrte Wellenmeer von kahlen Sand- Hügeln, statt auf der südwärts führenden Karawanenstraße in der Richtung nach Osten durchquert, dann übernehmen die Flößer im Quellengebiet des Pangtse Kiang die Ladung, natürlich nur für die Strecke, bis der Strom schiffbar wird, den Rest des fünftausend Kilometer langen Wasserweges bis zum Hasen von Schanghai be- wältigt auch aus dem Aangtse die Dampschiffahrt. Sieht man in der engen Straße, zwischen den Holzhäuschen, die in einem Schweizer Gebivgsdorf oder an einem norwegischen Fjord stehen könnten, die.Karawanentreiber herumlungern, für die das ver- lassene Nest den nächstliegenden Marktplatz, die Verbindung mit der Welt bedeutet,—— vergewissert man sich unwillkürlich mit einem Blick nach dem Landungssteg, ob der Dampfer nicht am End« schon abfährt, durchschauert von der Vorstellung, ollein zu- rückgelassen zu werden, am Ende der abgerissenen Wasserstrahe, am äußersten Punkte, den der Weltverkehr noch berührt.!--- Welches Erstaunen,— nein, welcher Schrecken, als der einzige Mitreisende deutscher Junge,«in äußerst gesprächiger Württem- berger, tatsächlich zurückbleibt, ruhig auf dem Landungssteg steht, während der Dampfer schon den Anker lichtet! Aber der tapfere Schwabe forcht sich nit, sieht die Taue lösen und erklärt lachend, er nächtige bei seinem Geschäftsfreunde, den er alljährlich um die Frühlingszeit•besucht, weil Bhamo der wichtigste Marktplatz des — Orchideen Handels sei! So aufgeklärt begreift man nachträglich erst, was die seltsamen hölzerne», grün behängten Ampel» zu bedeuten hatten, die dicht nebeneinander unter den vorspringenden Giebeln jedes einzelnen Holzhäuschens baumelten, die ganze Dorsslraße entlang! Auch auf dem Heck des Schiffes zeigt der Matrose mit seinem breiten malayi- scheu Grinsen eine„Ladung" dieser kostbaren Schmarotzerpflanzen, kunstvoll in jaulende Holzklötze eingepflanzt, die sie unterwegs ver- zehren. Alsbald meldet sich auch ihr Eigentümer, ein Franzose, der für die Talfahrt die Kabine des Württembergers bezog, er freut sich, dem Konkurrenten zuvorgekommen zu sein, und bestätigt, mit leiser Verachtung für unsere Unwissenheit, daß Spezialreisende der Branche in regelmäßigen Abständen nach Bhamo kommen, den Blumenhandel der reichen Großstädte, die Kristallvasen und Winter- gärten der Keimer mit den schönsten, seltensten und kostbarsten Orchideenarten zu oersorgen. Rubinen,— chinesische Nippes— und Orchideen!——— Denkt man noch den Perlenfischer hinzu, der vom Meeresboden die schimmernden Körnchen heraufholen muß, könnte man beinahe Respekt bekommen vor dem weitausgreisenden, vielglicdrigen Mecha- nismus, der über und unter der Erde, bis zum Oberlaus des Jra- waddy und dem Quellengebiet des Pangtse, den ganzen Globus und die Tiefen der Ozeane absucht, von der mächtigen Uederland- zentrale des Reichtums in Gang gehalten. a. soritich: Diesen Frühling wurde in der Kleinstadt Bude beschlossen, einen ideologischen Automaten auszustellen. Er war von einem dortigen Erfinder konstruiert, und zwar in Form einer konter- revolutionären Hydra, die von einem Bäcker mit einem roten Stern auf der Brust— Sinnbiid des Proletariats— niedergeschlagen wurde. Die Brotbäckerei repräsentiert nämlich in Bude die Schwer- industrie. Di« Hydra wand sich unter den Schlägen des Nudel- Holzes, und der Bäcker mit wütendem Gesicht hieb mit der einen Hand auf die Hydra ein, und mit der anderen hielt er ein Gewerk- schaftsmitgliedsbiich; dies« Hand streckte er nach Osten. Das ganze sollte«in Symbol sein für den aus dem Klassenkampf siegreich her- vorgegangenen, organisierten Proletarier, der nun zum Lichte eines neuen Lebens strebt. In die Oessnung mußte ein Groschen hineiugsworsen werden, und dann bekam man eine» Schokoladenriegel, in rotes Papier eingewickelt, mir einer Aufschrift, die dazu aufforderte, eine In- dust rialisi« tu ngsotzle ihe zu zeichnen, und die Technik des verfoulten, kapitalistischen Europa zu überholen. Der Automar wurde am Sonntag aufgestellt, und die ganze Stadt versammelte sich auf dem Platze, um das Wunder der Technik anzustaunen. Der Erfinder selbst erklärte und führte den Automaten vor. Die Groschenstücke regneten, und die Hydra, fürchterlich mit dem Schwänze um sich schlagend, arbeitete unuiiterbrochen. „Ja— schön" sagte der Stadisriseur Polrkorp Eremeewitsch, indem er einen Groschen hineimvarf und einen Schokoladenriegel herquszog, ,pvenn ich nun aber einen alten Groschen hineinstecke, einen Nikolai, lze?" „Ein Nikolai geht nicht durch," antwortete der Erfinder,„ein Nikolai ist größer, und hier ist alles bis aufs Tütelchen ausge- rechnet." „Wenn ich ihn aber mit den. Feiler ein bißchen abschleife?" Allit härten interessiert zu. „Dazu braucht man ja einen halben Tag, dafür ist Ihnen doch die'Zeit zu schade." „Ja, überflüssige Zeit haben wir natürlich nicht," sagt« der Friseur,„aber sowas auszuprobieren, ist doch interessant. Ich bin der Meinung, daß man bei dem Automaten einen Kontrolleur an- stellen müßte, damit er kontrolliert, sonst wird ein solcher Dreck hineingeworfen werden, daß ihn nachher zehn Pferde nicht weg- bringe»." „Was ist den» das für ein Automat, wenn man ihm noch einen Menschen beigeben mrlh?" „Ja, bei uns gehtzs nicht anders, mit unserem Hiindecharakter." Seine Worte derbahrheiketen sich nur zu schnell. Am Montag mitlag hörte der Automat plötzlich auf zu arbeiten. Man lief zum Erfinder, der kam mit Werkzeug und Schlüssel und öffnete den Bauch der Hydra. Dieser war bis zum Rand mit Hornknöpfen, an- gefeilten Zahnplompen»nd rostigen Schreibfedern angefüllt. In der Ritze war eine dicke Schraub«, die jeinond bis zur Hälft« hinein- gezwängt hatte, stecken gebkieben und hatte den ganzen Mecha nie- mus aufgehalten.. „Was ist dos bloß für ein Volk," ärgerte sich der Erfinder, „freuen sich, daß sie Dreck hineingestopft habe»! Od es ein Papier- korb oder eine wissenschaftliche Errungenschaft ist, ist ihnen ganz egal." „Sie können sich noch bedanke», daß sie nicht noch was anderes hineingelegt haben," sagte der Friseur und schnüffelte,„hier hatte sich schon einer beinahe ganz hingelümmelt, da habe ich ihn aber mit dem Stock weggejagt, de» Hundesohn.." Der Dreck wurde herausgenommen, und die Hydra sing wieder an zu arbeiten. Aber als man am Dienstag kam, um den Gewinn herauszunehmen, stellte sich heraus, daß die Schokoladenriegel zwar alle weg waren, in der Büchse aber kein einziger Groschen war. Und der Automat war ganz und sunktionierlx gut. Dieses Ver- schwinden schien geheimnisvoll und unerklärlich. Aber als man sich die Sache genauer besah, fand man in der Oessnung«inen in dcr Mitte durchbohrten Groschen, durch den ein Strippenende durchge- zogen war. Jemand hatte diesen Groschen an einer Strippe herunter- gelassen, und kaum sprang die Schokolade heraus, zog er ihn hoch, um ihn gleich wieder herunterzulassen. Durch diese List hatte der Dieb, ohne einen Groschen auszugeben, alle 42 Schokoladenriegel, die im Bauch der Hydro lagen, herausgeangelt. Es wurde beschlossen, aus dem Polizeirevier den Spürhund „Bondi" zu holen. Der Hund bcroch den Automaten, lief einige Minuten umher und warf sich dann plötzlich auf den Ersinder selbst. Man konnte ihn nur mit Mühe wegzerren.„Zum Teufel," sagte dieser, mit Tränen in den Augen,„das ist ein« Verhöhnung, ich lasse das nicht zu, ich lverde mich auf dem Haupterfnchungsamt beschweren!" Die Konstruktion der Hydra mußt« umgeändert werden, der Schlitz wurde enger gemacht, so daß ein Herausziehen des Groschens unmöglich wurde. Aber da stellte sich eine neue Unannehmlichkeit ein. Bengeis singen an, Zündhölzchen auf den Schwanz der Hydra zu legen, gerade auf die Stelle, auf die das Nudelholz des Bäckers— des Sinnbilds des Proletariats— fiel. Die fortwährenden Explosionen verbrannten und verunstalteten schließlich den Schwang der Hydra. Der Schwanz wurde zugelötet, und zwei am Tatorte erwifch-e Bengels wurden, den übrigen zur Warnung, össenüich verprügelt. Dieser Unfug hörte jetzt aus, dafür fingen aber die Zkunden der Hydra an, mit ihren Taschenmessern ihre Autogramme in sie ein- zuritzen. Zuerst war die Sache harmlos, man beschränkte sich ledig- lich auf Namen und Daten. Aber bald kamen derartig schlüpfrige. Verse und Witze dazu, daß sogar der Stadtbrandnieister, der schon wirklich an Fachausdrücke gewöhnt war, beim Lesen schamrot wursiexjp Es blieb nichts anderes übrig, als das alles abzukratzen, und die Hydra neu zu färben. Aber es stellt« sich bald heraus, daß es sich auf der neuen Farbe noch viel angenehmer schnitzte, und bald war die schöne Literatur, die den Automaten zierte, völlig wieder hergestellt. Nock) einmal die Hndra zu sävben war zu teuer, und man gab es auf. Bald klaute jemand das Nudelholz des Bückers und schraubte die ans grünem Glas gemachten konterrevolutionären Augen der Hydra ab. Dann wurde dem Bäcker, mit scharfer, schwarzer Farbe, ein ungeheurer Wilhelmsschnurrbart angemalt und, Gott weiß wo- zu, die Ohren abgebrochen, dcr Hydra aber wunde dos Maul mit Sand zugestopft und die Pfoten umgedreht. Da wurde beschlossen, neben dem Automaten einen Schupo zu postieren. Aber während diese Frage in den Instanzen durchge- arbeitet wurde, erbrach jemand in der Nacht mit dem Stemmeisen den Bauch der Hydra und stahl die Schokolade, die Geldkassette und alle Schrauben und Winden, die zum Fmiktionieren des Automaten nötig waren. So blieb nur ein verunzierter, mit Schi mpfw orten bedeckter Rumpf. Am nächsten Morgen wurde die verunstaltet« Hydra samt dem Bäcker— dem Sinnbild des Proletariats— auf einen Karren ge- legt und in einer Scheune im Hose des Magistrats abgeladen. tAus dem RnMchen Überseti! von?«> Cor.) Selbflheihmg von Siriflallen Die nroderne Wissenschaft erkennt immer klarer das tiefe Lebens- gesetz, das die ganze Natur durchwaltet und beseelt. Nachdem man uns die Lebcnsvorqänge in der Pilanzc als nahe verwandt mit denen im Tier und im Menschen dargestellt hat, spürt man jetzt auch näher den„organischen" Vorgängen im Kristall nach. Kristalle wachsen nicht nur, sondern sie sind a»ch imstande, abgebrochene Teil« zu ersetzen und nehmen sogar bei Verletzungen ihrer Struktur eine Art Seibscheilung vor. Das haben die überaus bedeutsamen Be- obachtungen erwiesen, die der Wiener Physiker Professor Karl Przi- bram im Institut für Radiumforschung der Wiener Akademie der Wissenschaften gemacht hat. Przibram stellte fest, daß Steinsalzkristalle, die gepreßt und dann mit Radium bestrahl! werde», eine dunkei-grüngelbe bis schwarze und bei Tageslicht eine blaue Für- bung annehmen. Diese Farbe ist aus ein« Störung des Kristall- Zitters zurückzuführen. Die Kristallstruktur wird zerstör! und die Kristallhell« geht verloren. Nach dieser Verdunkelung zeigen aber die Steinsaizstückchen später wieder vereinzelte hellere gelbe Streifen, die sich allmählich ausbreiten und schließlich das ganze Stück bis auf den zerklüfteten Rand einnehmen. Der Kristall stellt aus eigener Kraft sein durch die Pressung zerstörtes inneres Gesllge wieder her, heilt also seine Verletzung selbst aus. Daß tatsächlich eine Heilung der zerstörten Kristallgitter vorliegt, wurde von dem Gelehrten durch Spaltversuche nachgewiesen, in dem er die hell gewordenen Streifen nach Art der Kristalle spaltete und dann glatte, spiegelnde Kristall- flächen feststellte, während die Bruchflächen der zerstörten Stellen. stets faserig und schuppig sind. Die 5)eilung schreitet im Kristall mit bedcutcnher Geschwindigkeit fort und betrüg! ein zehntel Millimeter am Tage; sie ist um so größer, je stärker dcr Druck und je höher die Temperatur ist. Solche Vorgänge lassen sich aber nicht nur im künstlichen Versuch beobachten, sondern auch in der freien Natur gibt es verdunkelt« Steinfalzkristalle von blauer Färbung, die von sich aus durch helle Flecken den inneren.Heümbgspraseß anzeigen. 500 Jahre Theaterzettel ttie die erften Theatermettel ausfahen In dem Hendersouschen„Museum sür Theaterzettel" zu London befindet sich das Urbild unserer heutigen Theaterankündigungen, der erste Theaterzettel, den n>:r kennen. Er ist aus Pergament angefertigt und stammt aus dem Jahre 1429. Der Theaterzettel, heute eins der weitest verbreiteten Ankündigungsmittel der Schmitünste aller Art, feiert also in dieser Theasersaison seinen SV 9. Geburtstag. Er hat in dieser Zeit manche Wandlung erfahren. Die frühesten Theaterzettel waren, ' wie der obengenannte Hendersonsche, aus Pergament gefertigt und künstlerisch mit der Hand geschrieben. Heute gelten sie wegen ihrer teilweise hervorragenden Ausführung, ihrer schönen Initialen, die oft genug Miniaturen aufweisen, als sehr begehrt« Rammlerstücke der Bücherliebhaber und der Verehrer von Erinnerungsstücken an die alten Zeiten des Theaters. Selbstverständlich waren diese kost- baren Theaterzettel nur einmalige Schöpfungen, die am Theater- gebäude selbst zur Unterrichtung der Bürger ausgehängt waren. Späterhin, als sie aus Papier hergestellt wurden, war auch noch nicht an eine Masscnverteilung zu denken. Dafür war dieser Theater- zcttel um so gesprächiger, denn er kündigte in langatmiger Rede den Inhalt der Stücke an, die gespielt werden sollten. Die Einladung an das Publikum, möglichst zahlreich zu erscheinen, erfolgte in der geschraubten Phrasenform jener Zeit. Einer der ältesten Theater- zettel beginnt folgendermaßen:„Ihro Exzellenzen, der hochweise und ehrenfeste Rat, Hoch- und Wohlgeborene, Wohledelgeborene, Gnä- digste und hochgebietende Herren werden demütigst invitieret, gnädigst im Theater erscheinen zu wollen." Run folgt die Mitteilung des Theaterstückes. Nur eins vermißt man in den Theaterzetteln der vorigen Jahrhunderte, nämlich das Verzeichnis der Schauspieler.„Prominente" gab es damals offenbar noch nicht, mit denen man ihre Verehrer und Verehrerinnen ins Theater lockte. Zum Teil hielten sie sich nach dem gedruckten Wortlaut für viel zu schlecht,„um mit ihren Namen das Publikum zu langweilen". Erst vom Jahre 1770 ab werden allgemein auch die Namen der Schauspieler genannt. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß die früher in Deutschland vielfach gebräuchliche, jetzt erfreulicherweise fast verschwundene Bezeichnung„Billett" für Eintrittskarten aller Art chren Ursprung in der Bezeichnung des Theaterzettels hatten. In Frankreich hieß nämlich im 17. Jahrhundert der Theaterzettel„Billett". Da der Er- werb eines Theaterzettels zum Eintritt in das Theater berechtigt«, so erhielt dieses Wort die Bedeutung von Eintrittskarte. In Deutsch- land wurde die Anwendung allgemein, und wir sprachen früher von Thetaerbilletts, Eisenbahnbilletts usw. Die Form der Theaterzettel war nicht wie heute ziemlich einheitlich, sondern recht mannigfaltig. Goethe war der erste Reformator auf diesem Gebiete, denn er sorgte nicht nur dafür, daß der Text der Theaterzettel klar und würdig war und den Schwulst des Komödiantentums vermisien ließ, sondern er achtete auch darauf, daß er sich in der äußeren Form nett und ansprechend gab. Die Theaterzettel aus Weimar, die unter der Vor- Herrschaft Goethes entstanden, sind noch heute Muster und Vorbilder edler Ausführung. Die Entwicklung des Theaterzettels ist auch in kulhirgeschichtlicher Hinsicht interessant. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Sammler dieser Ankündigungen, denn- jeder wird an sich schon die Erfahrung ge- niacht haben, daß der Anblick eines Theaterzettels aus früheren Jahrhunderten uns auf recht eindrückliche Weise ein klemes Bild von den Sitten und Gewohnheiten vergangenen Zeiten gibt. Der demüttge Ton zeigt die geringe Bewertung des Schauspielerstandes in jenen Zeiten. Wir lernen aus jenen Theaterzetteln engstirnigen Kastengeist kennen und aus dem Text die behäbige Ruhe jener Tage. Heute sind die Theaterzettel kurz, klar und sachlich. Einem Amerikaner blieb es vorbehalte», mit Hilfe von eigenartigen Theater- zetteln Publikum in seine Kunststätte zu locken. Diese Zettel be- standen nämlich aus Kuchenteil, der dünn gewalzt war, und auf dem sich dos Pcrsonenvcrzcichms in Schokoladenschrist befand. Ein recht nahrhafter Theaterzettel! Wlan mujß alles be&ahlen Meine Erlebnisse als Kind in der Nacht bestanden meist darin, daß ich das Bett naß machte. Oder daß mir mein Schutzengel erschien. Oder beides zusammen, lind dann behauptete ich am Morgen, der Schutzengel habe gebcttnäßt. Was zur Folge hatte, daß er Leine zog und mich mied. Aber 1897, als ich sieben Jahr« alt war, fand in Leipzig, meiner Heimatstadt, eine Ausstellung statt, die Thüringffch« Ge- Werbeausstellung, und bei dieser Gelegenheit erlebte ich meine erste Nacht. Denn ich mußte fclbswerständlich sonst Schlag 8 Uhr in die Heia. Auf der Thüringischen Gewerbeausstcllung wurden nicht nur Handel und Wandel gezeigt, sondern auch allerhand Firlefanz und Allotria: Karl Maxstadt als Bettelbua, die.Kunstradfahrertruppe Kaufmann, die rollende Kugel sl.s bolo misteriosa), Araber, Marine- fchauspiele und mich ein Fesselballon. Der Fesselballon war für mich das Schönste. So oft er aufftteg, flog ich im Geiste mit. Stundenlang konnte ich dabefftehen und zugucken. Meinen Eltern wurde das eines Sonntagnachmittags zu langweilig. Sie sagten sich:„Der Junge ist dermaßen in den Anblick des Fesselballons vertieft, daß er schwerlich wahrnehmen wird, wenn wir uns auf ein Viertelstündchen entfernen und währenddem Kaffeetrinkcn." Sie sagten sich das nicht in so reinem Schrift- deuffch, aber sie sagten sich's. Und entfernten sich ganz heimlich und ließen mich kleinen dummen Borbs mutterseelenallein unter den Hunderten und aber Hunderten von Menschen zurück. Denn die Ausstellung war an Sonntagen krachvoll. Ich wendete mich, kmim eine Minute später, zu meiner Mutter, um ihr ein Apergu mitzuteilen, und siehe da: Mutti war oer- schwunden. Ich fing gottsjämmerlich an zu heulen. Und heulte und schrie und wimmerte und suchte unter den vielen vielen Leuten nach meinen Eltern. Die waren weg und blieben weg. Und dann dämmerte es. und dann sank die Nacht hernieder. und dann ließ ich die Heulerei sein und fand mich mit meinem Schicksal ab. Und oerlebte die herrlichsten Stunden. Bis nach Mitternacht. Bis zum Schluß der Ausstellung. Ich war im Variete und bei den Marineschauspielern und im Regerdorf und überall. Und überall gratis, indem ich unter Hervorbringung etticher Tränen meinen Eltern abhanden gekommen zu sein beteuerte. Was ja tatsächlich der Fall war. Freundliche Seelen ließen mich Karussell fahren, freundliche Seelen stopften mich voll Tort« und voll Wiener Würstchen. Es war ein wonniger Abend. Todmüde ließ ich mich als einen der letzten Besucher hinausfegen. Draußen vor dem Tore stand keineswegs ein Lindenbaum, sondern Papa, der auf den Herrn Sohn gewartet hatte. Und anstatt dankbar zu sein, das verlorene Lämmchen wiedergefunden zu haben, traktterte er mich mit einer Portton Ohrfeigen i la tatare. Ich steckte sie ein, gelassen wie Goethe. Die Tränen waren ohnehin längst alle. Und die Genüsse wogen die paar Ohrseigen reichlich aus. Immerhin: ich erfuhr mitten in einer Nacht des Jahres 1897, daß man olles bezahlen muh, so oder so. Hans Reimann. Sn welcher Jtöhe kann der Vtenfch leben? Da jetzt viel von dem„Raketenflug" die Rede ist, der den Menschen in die Stratosphäre, also in Höhen über lülXX) Meter führen soll, ist es wichtig, zu erfahren, wie sich die Lcbensmöglich- keit in so hohen Luftschichten gestaltet. Ucbcr Lersuche, die von den Acrzten Dr. Gillert und Dr. Kaiser in der Deutschen Versuchsanstalt sür Lustsahrt auf theoretischer Grundlage unternommen wurden, wird in der Monatsschrift„Der Naturforscher" berichtet. Die beiden Gelehrten benutzten eine sogenannte„Unterdruckskommer", eine kreisrunde Kabine aiis Stahlpanzcr, die sich karussellartig drehen und völlig lustdicht abschließen läßt. Durch Luftentziehung kann man hier nach Belieben„Luftunterdrucke" herstellen, d. h. Drucke von weniger als 789 Millimeter Quecksilberdruck, wi« sie in bestimmten Lusthöhen wirklich vorhanden sind. Ein Lustdruck von nur 189 Millimeter Quecksilber, der einer Höhe von 12 Kilometer entspricht, wurde von Mäusen und Kaninchen ziemlich gut ertragen. Daraufhin machte einer der beiden Aerzte einen Versuch an sich selbst. Er schloß sich in die Kammer ein und ließ bei künstlich ihm zugeführter Sauerstoff- atmung die Luft longsam so weit oerdünnen, bis er bewußtlos wurde. Bei einem Quecksilberdruck von 113 Millimeter, der einer Höhe von 13 999 Meter cnffpricht, hatte Dr. Gillert noch sein volles Bewußt- sein, dann aber nicht mehr; er wußte selbst nicht, als er aus der Unterdruckskammer herausgetragen worden war, daß er ohnmächrig geworden und von Krämpfen ergriffen worden sei, während die Beobachter dies bekundeten. Durch diesen Versuch wurde gezeigt, daß eine Höhe von 14 399 Meter vom Menschen zwar noch ohne Lebensgesahr aus- gehalten werden kann, aber trotz Sauerstoffatmung ,zur Bewußtlosiz- keit führt. Bei einem zweiten Versuch ohne Sauerstoffzufuhr zeigten sich schon bei 6999 Meter starke Beschwerden: die Hände wurden zentnerschwer und ließen sich mir unter großer Anstrengung bewegen. Nasenbluten trat auf, sowie sehr beschleunigtes Klopfen der Hals- schlagader und Anschwellung der Adern, Erscheinungen, die durch den stark verringerten Außendruck gegenüber dem gleichbleibenden Jimenblutdruck entstehen. In 8 Kiloineter Höhe wurde der Arzt von einer Ohnmacht ergriffen. Wenn diese Ergebnisse auch nicht bei allen Menschen in gleichem Maße zutreffen mögen, so steht doch fest, daß in einer Höhe von 6999 bis 8999 Meter die ersten Zeichen der Sinncsverwirrungcn eintreten und feinere Bewegungen, wie Zeichnen und Schreiben, nicht mehr möglich sind. Jedenfalls ist der Mensch ohne Sauerstoffzufuhr in einer Höhe von über 6999 Metern, mit Sauerstoffzusuhr bei über 13 499 Meter Höhe nicht mehr völlig Herr seines Willens. Eine dreistöckige Eisenbahnfähre. Zwischen Havana auf Kuba und New Orleans in den Dereinigten Staaten ist vor kurzem ein Eisenbahnsährdienst. eingerichtet worden, b«! dem ein neuartiges, in England auf Grund verschiedener ausländischer Patente gebautes Fährschiff Verwendung findet. Das neue Fahrzeug, der„Seatrain" (Seezug) ist etwa 159 Meter lang und vermag nicht weniger als 93 Güterwagen aufzunehmen. Dies« bei Eisenbahnfähren' bisher nicht dagewesene Leistungsfähigkeit wird dadurch erzielt, daß man in dem Schiff drei Decks übereinander konstruiert hat: aus jedem liegen vier Gleise aufeinander. Das Ein- und Ausladen in den Ab- fahrts- und Ankunftshäsen erfolgt ebenfalls in neuartiger Weise: Die Waggons werden nacheinander auf eine Plattform gefahren, die dann mit Hilfe einer riesigen Krananlag« die Wagen in dos Innere des Schiffes versenkt und umgekehtt. Loden und Löschen dieses schwimmenden Güterzuges nehmen zusammen etwa 19 Stunden in Anspruch: die Seefahrt zwischen den genannten beiden Häsen dauert annähernd 59 Stunden. Das neue Fährsystem gilt als besonders wirtschaftlich, sicher und vorteilhaft, insbesondere bei leicht verderblichen Gütern, deren mehrfache Umladung so vermieden wird. 27.25 21.75 195.00 158.00 .96.00 .82.50 Irische Rundöfen. Patent Germanen... 48.0032.50 Transportable Kachelöfen Heiko-Oefen........ Irische Dauerbrandöfen; Quint-Oefen...... 14.50 10� Cadd- Dauerbrandöfen.. moo Petroleumöfen.... isoo 13.00 Thermos Zwischenhalter... KohlenkäStenschwarz lackiert 4.00 3.60 Kohlenschütter schwarz tack. 3.60 3.25 Kohlenschütter vemnkt... 5.45 Ofenschirme..... 9.507.75 Ofenvorsetzer..... 3.002.65 Heizrohre schwarz Heizrohre emailliert, weifi und blaa.. 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