BERLIN Msntag 2. OktoSer 1929 10 Pf. Nr. 420 B 234 46. Jahrgang erscheint täglich avterGonntaz«. Auzleich Abendausgabe de«.Dorwärt«'. Bezugstrei« beide Ausgaben 85 Pf. xroWoche, S.eoM. pro Monac. Redaktion und Trpeditivn; Berlin SW 68. Lindenßr.S n H ££ Suzeißellpret«: Die einspaltige Nonxareilleieil« «0 Pf., Reklamezeile SM. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Norwirts-Verlag T. m. b. H.. Berlin Nr.»7536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 ••>>>:/fr Die Beischung Siresemanns. Trauerfeier im Reichstag/ Gewaltige Teilnahme der Bevölkerung. An diesem ungewöhnlich sonnigen Offofactlog haben wir Gustav Stresemann zu Grabe geleitet, wie vor Jahren an einem ebenso schönen �ebruartag Friedrich Eberl. Leiden ward die Trauerseier der Republik im Reichstagssaale bereitet, aus dem sie zur Volkstümlichkeit, zu den höchsten Acmtern des Volkes emporgestiegen und— zur Zielscheibe der niederträchtigsten hche jener gemacht worden lacrcn, die die Todfeinde der Republik, der Demokratie, des Völker- sriedens sind, wenn die Republik ihre seierlichsten Handlungen im Saale der Volksvertretung vollzieht, so ist auch das«ine Anerkennung des Grundsahes, dajz die gesamte Riacht des Staates vom Volke ausgehl. Wie bei Eberls Leichenfeier war auch diesmal der Saal in düsterem Schwarz gehalten, vlosse Blumengewinde an der schwarz umkleideten Tribünenbrüstung, die Sronleuchtcr schwarz verhängt. Wo sonst der Tisch des Präsidenten steht, ist der einfache Sorg auf- gebohrt. Auf ihm die Fahne des Reichsauhcnministeriums mit dem Reichsadler, die Sränze der Familie, des Reichspräsidenten und der Zkeichsregierung. von da oben ein farbenprächtiger Katarakt von Kränzen und Schleifen: die trikolore Kranzschleife Vriand«, die roten Länder der Sowjelregierung, das Rot-Weiß-Rot Deulschösier- reich«, die Fahnen Englands, Amerikas, Südafrikas, Chinas und Japans, aller Staaten Europas und von Uedersee, bis in das halb- rund vor den ersten Abgeordnelenbänkcn herunter schließt diese Pracht. Ehargierte von Strcsemanns Studentenverbindungen hallen die Ehrenwachl und aus dem allgemeinen Schwarz leuchten die roten Kappen der Burschenschaster. Die Kränze von Regierungen, Städten. Parteien, Verbänden, Presseorganisalionen, Gelehrten. Gcselljchastcu reichen aneinandergereiht durch die schwarz umhüllte Kuppelhalle, wo nach die schwarzrotgoldene Fahne umflort ist, bis zu dem großen Portal nach dem Plah der Republik. Aus den Plähen im Saal alles, was Amt und Namen in der Republik hat. Di« Minister, die obersten Beamten, die Künstler, die Gelehrten, die Wirlschaslssührer, die Sprecher der Parteien, die ver- iiraueusmäiiner der organisierten Arbeiterschaft. Oben in der Mittel- löge die Witwe und die Söhne Strescmonns mit dem Reichs- Präsidenten und dem Rcichsinnenminister. In der Nachbarloge die Botschafter und Gesandten. Sehr viele Mitglieder des Reichstages sind anwesend, darunter auch die Deutschnakionalen Dryandcr, hergt, Lindciner und Westarp. Nur einen vermißt man und gedenkt seiner nicht ohne Sorge: unseres leider erkrankten Paul L ö b e. Von 9 Uhr früh an hotten sich ungeheure Menschenmassen um den Reichstag, auf dem Plah der Republik und aus dem Wege des Leichenzuges angesammelt. Um 11 Uhr erschienen die hinter- bliebenen Sirescmanns mit dem Reichspräsidenten und mit Seoerlng in der Loge, von ollen Anwesenden durch Erheben von oen Sihen begrüßt. Die Philharmoniker unter Prüwers Leitung spielen Meisterschaft Beethovens Coriolan-Ouvcrture und darauf tritt Reichskanzler Hermann Mütter, selbst erst vor kurzer Zeil genesen, an den Sarg, um in tiefer Bewegtheit Abschied zu nehmen. Der Reichskanzler begann: An der Bahre des deutschen Außenministers stehen nicht nur trauernd seine Gattin und seine Söhne, denen sich unsere innige Teilnahme zuwende», steht nicht nur die Reichsregierung, die ihren Zlußenminister, nicht nur der Deutsche Reichstag, der eines seiner hervorragendsten Mitglieder, nicht nur die Deutsche Volksparlei, die ihren Führer verloren ha», sondern im Geiste nimmt an dieser Abschicdsfcier das deutsche Volk teil, das einen seiner besten Söhue verloren hat. und die well draußen, die in ihm den großen Staatsmann verehrte und den Menschen guten Willens achtete, wir wußten zwar, daß er seit zwei Jahren schwer leidend war: dennoch traf uns die Kunde von seinem Tode völlig unerwartet, wenige Stunden zuvor mar er im Reichstag und danach im Hause nom Krankenbett aus bestrebt, ernste parlomen- karische Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Er kannte keine Schonung. In nie rastender Psichterfüllung und in Sorge um das große Werk seiner Außenpolitik hatte er seit Jahren alle gesund- heltlichen Bedenken beiseite geschoben und den Mahnungen seiner Aerzle zum Troh sich nicht abhalten lassen, das letzte Aufgebot feiner Kräfte einzusetzen. Gegenüber den vielen, oftmals ungerechten Anfeindungen ist es mir als deutschem Reichskanzler in dieser Stunde eine Ehrenpflicht zu erklären, daß es keinen treueren Deutschen als Gustav Strcsemann gab. keinen, der so wie er sein ganzes großes Können für das von ihm über olles geliebte Vaterland einsetzte. Der Reichskanzler zitiert dann die Anerkennung, die auch dcutschnakionale Zeitungen dem Patriolismus Stresemanns gezollt hoben, und fährt fork Seine Vaterlandsliebe war es, die ihn nach Jahren des Zögern? und der prüfenden Zurückhaltung dazu trieb, sich der Republik zur Verfügung zu stellen, um ans der neuen staatlichen Grundlage»n einer trüben Gegenwart unserem Volke eine bessere Zukunft vor- zubereiten. Als er mit seinem klaren Blick erkannt halte, daß nach der. Staatsumwälzung nur auf der Grundlage der Weimarer Verfassung praktische Arbeit für unser Volk geleistet werden konnte, hat er es als seine neue Lebensansgabe betrachtet. entschlossen im Staate positiv mitzuarbeiten. Er war von der klaren Erkenntnis durchdrungen, daß der wahre Patriotismus nicht wie hypnotisiert den Blick immer aus die Zeit vor 1914 richten darf, sondern für sein Volk zu arbeiten, an dessen Zukunft er glaubt. Und die Zeil, in der Stresemann, von Eberl berufen, in die Geschicke unseres Landes eingriff, war die Zeil des Höhepunktes des Ruhrkamp ses mit seiner furchtbaren politischen Erschütterung Deutschlands, mit seiner so schweren seelischen Belastung des deutschen Volkes, die Zeit der schwersten Leiden des besehten Gebietes und der völligen Ohnmacht des unbesetzten Deutschlands, die Zeit der wirtschaftlichen Röte ungeheuer- ster Art. hervorgerufen durch die Inflation, in der die Bedürfnisse des täglichen Lebens mit Milliarden und Billiouen bezahlt werden mußten. Unleugbar ist der große Aufstieg Deutsch- lands in diesen sechs Jahren. An diesem Ausstieg hat Gustav Stresemann einen entscheiden- den Anteil. Aeußere Machtmittel standen dem Deutschen Reiche nicht zu Gebole. aber der Blick Stresemanns war weit genug, um zu erkennen, daß überhaupt mit Mitteln der Macht und Gewalt der Wiederaufbau Deutschlands ebensowenig wie der Aufbau des übrigen Europa gefördert werden konnte. Nur durel, eine Politik der Verständigung, des Friedens war der Ausgleich mit unseren frühe- ren Gegnern herbeizuführen. In dieser Erkenntnis führte Stresemann die Konferenz von L o c a r n o herbei, wodurch es ihm gelungen ist, dos Hindernis einer wirklichen Befriedung uud einer gesunden Weiterentwicklung Europas aus dem Wege zu räumen. In Locarno wurde die zwischen Deutschland und seinen westlichen Rachbarn stehende, mit manchen ernsten Gefahren für uns verbundene Sicherheitsfrage aus der well geschafft und der weg zur Verständigung aus dem Fuße der vollen Gleichberechtigung freigemocht. Auf Locarno folgte der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund mit einem ständigen Sitz im Völkerbundsrat. Auf dieser Welttribüne hat Dr. Stresemann Deutschland energisch und klug vertrelen. Dann schildert der Reichskanzler Stresemanns gewaltige Ar- bei! in der Kriegsschuldenfrage: Die Londoner Konserenz. die der Regelung dieser Frage gewidmet war und aus der Stresemann die Befreiung des Ruhrgebiets erzielte, ist ein Werk, das mit seinem Rainen stets verbunden fein wird. Es ist die ticse Tragik seines Lebens, daß er die endgültige Stunde der deutschen Freiheit am Rhein nicht mehr erleben konnte, wenn aber erst wie bei der Räumung der Kölner Zone die Glocken der Kirchen bei der Befreiung des jetzt»och besetzten Gebietes erschallen, dann wird dies nicht zum letzten dem Dank an Stresemann gewidmet sein. Ihm ist es kclnngcn, viele, die nbseits standen, f mit dem neuen Staate zu versöhnen und zur i j Arbeit für ihn heranzuziehen.? � Er sah in unserer Zeit mancherlei Aehnliches, wie den deutschen Riedergang nach ISOS. Er wußte, mit welch ungeheuren Opfern da» damalige Preußen die Grundlagen zu neuer Freiheit gelegt hat. Er wußte auch, daß die damaligen Slaalsmänncr vom Range eines Stein zunächst keinen Dank vom preußischen Volke erhielten. dafür aber trotzdem ihr ganzes Leben der Freiheit Preußens dar- brachten. So auch Stresemann! Er fürchtete Nie die llnpopularität. Er gehörte zu den wirklichen Führcrnaluren, nach denen so osl gerufen wird und denen der schuldige Dank oft erst erstattet wird, wenn sie ihr Lebensmark verzehrt haben, wir nehmen Abschied von ihm in der Gewißheit, daß sein Gedächtnis fortleben wird als eines Baumeisters am Wiederausbau Deutschlands. Sein Werk steht fest gegründet. Uns bleibt die Aufgabe, es in seinem Geiste fortzusetzen, wir nehmen Abschied in dem Bewußtsein, daß wir in Ihm einen großen Staatsmann, einen Führer und einen vortrefflichen wen scheu verloren haben. Ich rufe ihm das Wort feines geliebten Goethe nach:»Venn er ist ein Mensch gewesen. und das heißt, ein Kämpfer sein!" Abschied vor dem Neichstog. Mit dem Trauermarsch aus Beethoven«„Eroica", den die Phil- harmonikcr so herrlich spielten, wie man ihn nur selten hören kann, schloß die Feier im Reichstag. Langsam leert« sich der Saal. Sechs Beamte der Schutzpolizei trugen dann auf den Schultern de» Sarg hinaus. Als der Zug die Freitreppe erreichte, durchbrach die Lonne dos Gewölk. Ein Geschwader von Flugzeugen mit Trauerwimpcln an den Flügeln unikreiste das Reichstagsgebäudc und den Plag der Republik, der, mit zehn Pylonen geschmückt, von einer gewaltige« Mcnlchenmtng« gefütü war, W< i*n Toten ht tfgriffenaw«chwelg-u grüßte. Vor dem Gebäude wehten die Fahnen des Reiches auf halbmast. Vor der großen Freitreppe wurde der Sarg auf den mit sechs fchwarKverhüllten Pferden bespannten Wagen gehoben. Zu beiden Seiten hatten die Delegationen des Allgemeinen Deut- schkn Burschenbundes aus Berlin und aus dem Reich Aufstellung genommen. Zu den Seiten der Freitreppe senkten sich die Fahnen des Reichsbanners. Darauf nahm Vizepräsident des Reichstags v. Kardorff das Wart zu solgender Ansprachen „Im Namen des Deutschen Reichstages und im Namen weiner Parteifreunde rufe ich dem Manne, der dort so früh vollendet in diesem Sarge liegt, auf seiner letzten Fahrt einen letzten herzlichen Abschicdsgruß zu. Als StrescmoilN sein Amt antrat, war die Einheit des Reiches (icfiihruct. Als da, Amt seinen toten Händen entglitt, hinterließ er ein Deutschland, dessen Ansehen in der Welt heute niemand mehr bestreiten kann. Wohl sehen wir mit schweren Sorgen in die Zu- kunst, aber in diesen Jahren ist viel erreicht worden, wir sind vor- wärlsgekommen. Das ist und bleibt sein Verdienst- Der Verstorbene ist geliebt und vergöttert worden von seineu Anhängern wie selten ein Mann zuvor, und er ist gehaßt und de- sehdet worden von seinen Gegnern, wie in einem ähnlichen Aus- nuß selten ein Politiker und ein Staatsmann befehdet worden ist. Cr war»in Mann des Kompfes. Der Kampf war sein Lebens- clement, und im Kampfe wuchs er über sich selbst hinaus. Für ihn trifft da» Wort zu, das der Reichskanzler Fürst Büiow dort bei der Einweihung des Bismarckdentmals über den Reichsgründer ge- sagt hat:„Cr stand auf der Erd« im Staube des Kompfes, er hat bis zuletz« nicht ausgehört, mit Leidenschast zu kämpfen. Und der Kampf bringt berechtigte Gegnerschaft und ungerechte Derkennung, ehrliche Feindfchajt und blinden Haß/ Wir werden die Gegner- schalt, die er gefunden hat. begreifen müssen. Sie liegt begründet in der Lage Deutschlands. Sie liegt begründet darin, daß die Spanne zwischen dem Wünschenswerten und dem Erreichten und dem Erreichbaren eben Immer ungeheuer groß ist, und daß viele wohl die ungeheuren Öpfer sehen, öle wir gebracht haben und werden bringen müssen, aber nicht die Erfolge gelten lassen wollen, die mir für diese Opfer eingetauscht haben. Aber unbegreiflich will mir der Haß erscheinen, mit dem dieser Mann vcrsolgl worden ist. Unbegreiflich will mir erscheinen, daß man es gewogt hat, diesem lreueslen Patrioten die poil. tische, die nationale und die persSnttche Ehre abzusprechen. Das hat diesen lebensfrohen und empfindlichen Menschen in tiefster Seele ause schwerste getriintt. Er war ein letdenschaftlicher Patriot, er liebte sein Volk und sei» Vaterland über alles. In der Arbeit für sein Volk und sein Vaterland hat er sich verzehrt. Er war stark im Glauben an sein Volk, er wußte, was ein solcher Glaube bedeutete. Cr wußte, daß ei» solcher Glaube Macht, Kraft und Stärke ist, und daß ein solcher Glaube, wen» es sein muß, auch Berge versetzen kann. Dem toten Strcsemann sind schon in diesen Tagen Ehrungen zuteil geworden in einem Ausmaß, wie sie dem lebenden Stresemann versagt ge- blieben sind. Die Mitwelt hat ihn verkannt, die Nachwelt wird ihm gerecht werden. So fahr« denn hin zu deiner letzten Ruhestätte. Mögest du dort neben deinen lieben Eltern die Ruhe finden, die du in einem arbeitsreichen Leben nicht hast finden können und nicht hast finden ntaklcn." Unmittelbar- nach der Abschiedsrede Dr. o. Kardorffs formierte sich der Trauerzug. Voran ritt eine Abteilung Schutzpollzel. Es folgte die Kapelle der Bettiner Schn�stolizel. Reben dem Leichenwagen schritte» nicht nur die Attaches, sondern bis zum Auswärtigen Ami in der Wilhelmstraße auch Staatssekretär van Schubert und die Ministerialdirekiaren de» Ansivärtige» Amtes, um sich dann später in den allgeinelnei� Zug elnzuglledern. Dem Sarge folgten die nächsten Angehörigen, dann der Reichspräsident, die Reichsregie- rung, die tiusländischen Diplomaten und das übrige Trauergefolge. Trauerfeier der Voltspartei. Gestern abend veranstaltete die Deutsche Voltspartei im Plenarsaal des Reichstags eine Trauerseier für Ihren verstorbenen Führer, Rcicbsäußenminister Dr. Gustav Stresemann. Gehkimrat Professor Dr. Kahl hielt die Gedenkrede, in der er zunächst der Familie des Heimgegangenen die innigste Teilnahme der Partei aussprach und sodann die Laufbahn Stresemann? als Parlameittarier und Staatsmann umrlh. Vor dem Reichstag. Eine fall unübersehbar« Menschenmenge yÄt seit den frühen VormitMflsstuNden den Plag der Republik und die angrenzen- den Teile des Tiergartens besetzt. Die Polizei hat umfangreiche Ab- sperriingen vorgenommen, von Baum zu Baum gehen starke Hanf- seile, die die Strafte freihalten. Der Platz umnitteli>ar vor der Hauptfront des Reichstags ist würtievoll geschmückt. Hohe schwarze, mit Tannengrün eingefaßte Obelisken, riesige Masten, an denen die Reichsflaggen auf Halbmast wehen, große Rondells aus Blattpflanzen und altgoldforvenen Chrysanthemen verbreiten eine weihevolle Stimmung. Der Reichstag, die um ihn liegenden GesaNdscha-tsgebäude und viele Prlvathäuser haben Halbmast ge- flaggt. Kurz vor l2 Uhr setzt die vor dem Bismarck-Denkmol postierte Schupotapelle mit dem Trauermarsch aus der„Götterdämmerung" ein. Die Masse schlvelgt, die Riefentore des Reichstagsgebäudes offne» sich und die ersten Kronzträyer erscheinen auf der großen Freitreppe. Die Schupoabordnung salutiert, die Menge entblößt die Hälipter, das Reichsbanner, das auf der Rampe rechts und links des großen Portals Aufstellung genommen hat, senkt grüßend die Föhnen. Im Portal erscheint, von zehn Schupoleuten getragen, der mit der DieNstslagge des Auswärtigen Amtes bedeckte Sarg mit der Leiche des ReichsaußeNMinisters. Weihevolle Stimmung herrscht auf dem riesigen Platz, leise weben die Klänge der Trauermusit über der andächtigen Aersaimnlung. Fünf Großflugzeuge der Deutschen Luft- l>a»sa. trauetflorgeichmüSt, erweisen dem toten Reichsaußenminister die letzte Ehre auf ihre Art. Auf dem Podium vor dem Sarge hielt der Vizepräsident des Reichstages und Parteigonoffe de? Verstor- benen v. K a r d o r f f die Abschietsrede. Ha«» fetzte sich der Leichcnkondukt in Bewi:s..:ng. Eine Hundertschaft berittener Schußpolizei eröffnet de» Zug, ein« grohe Kapelle der Polizei folgte, lÖll Polizisten zu Fuß mar jchierten als Ehrenberettschast mit, ihr folgte eine Abordnung der studentischen Verbindung, der der Verstorbene angehörte. Sechs' schwarz verhangen« Pferde zogen den Wagen, auf dem der Sarg unt«b der großen schwarzrotgoldenen Flagge kaum sichtbar war. Unmittelbar dahinter ging d« Geistlnhe, den, sich die Söhn« Staesd- •Das Spalier des Sieichsbanners. Ein Wjähnger war es. Festnahme und Geständnis des Charlottenburger Kassenräubers. Am Areitag abend, kurz vor 7 Ahr. wurde, wie schon bekannt, in einer Schlächterei in der Berliner Straße 61/69 zu Charlottenburg ein dreisler Raubüberfall verübt. Der Täler flüchtete mit einem Auto und entkam trotz Verfolgung. Aus der Flucht überfuhr er zwei Frauen. Schon in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag gelang die überraschende Aufklärung. Als Täter stellte sich ein 16 Jahre alter Walter Schall heraus, der vor kurzem au« einer Fürsorgeanstalt entwichen war. Schall ist geständig.* Wie von vornherein anzunehmen war, kamen für die Tat nur gewisse Kreise junger Leute in Frage, die in der Eharlottenburgrr Gegend schon unliebsam ausgefallen waren. Das Ergebnis der Nach- forfchungen hat dieser Vermutung recht gegeben. In Lokalen der Umgebung wurden In den Nächten zu Sonnabend und zu Sonntag umfassende Streifen vorgenommen. Der Zweck war der, nach den verdächtigen jungen Burschen zu forschen. Dabei stieß man auch auf S ch a H. der angelzalten und eingehend befragt wurde. Nach langem Leugnen legte er am Sonntag srüh ein a u s f ü h r- l l ch e s Geständnis ab. Schall erzählte, daß er vor etwa 14 Tagen nach Berlin kam. Durch Gelegenheitsarbeiten auf Märkten usw. verdiente er hier und da e>n paar Groschen, es langte aber weder hin noch her. Aus einem Arbeitsnachweis lernte er«inen Burschen kennen, der älter war als«r, und der sich Maxe nannte. Mit ihm kam er öfter zusammen und am Freitag äußerte Maxe, man müsse doch ein größeres Ding drehen, um endlich zu Geld zu kommen. Maxe hatte anscheinend den Plan schon vorher allegearbeitet. Zusammen suchten sie sich ein Auto, fanden es in der Schillerstraße und fuhren damit los. Unterwegs instruierte Maxe den Schall genau, wie er zu Werke gehen sollte. Er selbst wollte draußen mit dem Wagen warten. Als die Zeit herangekommen war, ging Schall in den Laden hinein. Er ver- sucht«, sich zunächst als erster an die Kasse zu drängen, wurde aber von der Kassiererin gefragt, was er denn wolle. Jetzt bekam er Angst und stellte sich gehorsam hinten an die Reihe der wortenden Frauen an. Als er schließlich„dran" war, griff er blitzschnell In die Kasse und stürmte, ohne rechts oder links zu sehen, aus dem Laden und auf das Auto zu. Was in der Zwischenzeit passiert ist, kann er nicht sagen, er flog an allen Gliedern vor A n g st. Der Wagen,' der rasch aus hohe Touren kam, fuhr an und jetzt sah Schall eine fremde Hand auftauchen. Er fiel beim Anrucken vornüber und biß, was er konnte, in die Hand hinein. Da wurde sie zurückgezogen. Es ist das die Hand des Ingenieurs aus Westend gewesen,.der vergeblich versuchte, das Räuberauto zum Stehen zu bringen. Als Maxe, der steuerte, in die Menschen an der Halte- stelle hineinfuhr, versuchte Schall, ihn zum Stoppen zu veranlassen. Maxe stieß Ihn beiseite und jagte weiter, bis der Wagen an der Lohmeyerstraße zum Halten kam. Aus dem Wagen herausspringen und blindlings in die Kaiser-Friedrich-Straße rennen, war eins. Auf dem Hof eines Hanfes verkroch sich Schall hmter einem Müll- tasten. Hier zählte er das erbeutete Geld, eswaren120Mark. Der„Räuber" Schall macht ein« ziemlich klägliche Figur. Der ganze Junge ist nur 1,50 Meter groß, das typische Kriegskind. Einen besonders intelligenten Eindruck macht er nicht, nur die Auf- machung läßt nichts zu wünschen übrig. Zu großkarierten Oxford- Hofen trägt er ein blaues Jackett, offenes Hemd und eine hellbraun tarierte Schiebermütze. Die Angaben des Jungen sind fo präzife, daß an der Wahrheit kein Zweifel besteht. Nach dem angeblichen Maxe wird noch gesucht. Zwei Mittäter.- Im Laufe des Montag gelang es dann der Polizei, noch zwei Mittäter des Raubübersalls zu verhaften. Schall konnte nach allem, was man van ihm hörte, den U eberfall nicht allein ausgeführt haben. Es hat sich nun gezeigt, daß er tatsächlich zwei Helfers- Helfer hatte. Auch diese beiden find unscheinbare Jungens, die sich aus dem Arbeitsnachweis kennen gelernt hatten. Schon länger hatten sie den Plan erwogen, durch eine größeren Uebersall in den Besitz von Geld zu kommen. In einem Lokal, in dem sie sich zu treffen pflegten, wurden die Rollen genau verteilt und alle Einzelheiten besprochen. Am Freitag sollte jeder für sich das Geschäft beobachten und nachmittags um 3 Uhr bei einer Zufam- menkunft Bericht erstatten. Die Rolle des eigentlichen Kassen- räubers wurde Schall zugesprochen. Dann machten sich die Iungens auf die Suche nach einem Auto und fanden es, wie bekannt, in der Schillsrftraße. Der angebliche Maxe, von dem Schall erzählt hatte, ist in Wirklichkeit ein 20 Jahre alter Edmund K., der in der Suarezstraße wohnt. Der zweite Beteiligte ist ein Eberhard G. aus der Dankelmannstraße. Beide wurden während des Sonntags von Kriminalkommissar Werncburg und den Beamten des Raubdezernats gesucht, ober nicht angetrofsc-n. Am Montag früh ivurde'man ihrer endlich habhaft. Sic geben die Beteiligung andem Ueber- fall zu. Ursprünglich hatten sie die Absicht gehabt, Mit dem er- beuteten Gelde am Sonntag einen größeren Ausslug zu machen, daraus wurde aber nichts, weil Schall, der ja mittlerwefle feftge- f nommen war, an dem vereinbarten Treffpunkt nicht erschien. mann?, der Reichspräsident, der Reichskanzler und Vizepräsident v. Karsorff anschlössen. Das diplomatische Korps, dein sich der Generalsekretär des Völkerbundes, DrumMond, beigesellt hatte, die Reichsminister und die Minister der Länder solgten. Die studentischen Verbindungen vieler deutscher Universitäten waren in vollem Wichs mit ihren Standarten er- schienen, nach ihnen kamen die Mitglieder der Parlamente. Aus einer großen Anjohl Kranzwagen lasteten die Blumengewinde, die Angehörige, Freunde, Kampfgenossen und Mitarbeiter dem Toten gewidmet hatten. Frau Stresemann fuhr in Begleitung in dem Dienstauto des Verstorbenen mit. Durch das schwarzverhangenc Brandenburger Tor bewegte sich der Leichenkondukt über den Pariser Platz, um dann rechts in die W i l h c l m st r a ß e einzubiegen. Bis zum Reichstanzlerpalais hatte hier das Reichsbanner Spalierauf- stellung genommen. Vor dem Auswärtigen Amt, der lang- jährigen Wirkungsstätte Stresenianns, verabschiedete sich Reichs- Präsident Hindenburg von den auswärtigen Diplomaten und den Ministern, wahrend der Trauerzug zwei Minuten lang stillem Ge- denken widmete. Hier in der Wilhelmstraße war der Menschen- andrang geradezu beängstigend. Jeder Verkehr, auch der der Fuß- gänger auf den Bürgersteigen, stockte: doch muß zum Lob der Berliner gesagt werden, daß sie den Schupobeamten keinerlei Anlaß zum Einschreiten gaben. Der Trauerzug bewegte sich schließlich die ganze Wilhelmstraße entlang, über das Hallesche Tor, durch die Blücherftraße zum LuifenstäHilschen Kirchhof- wo in der Familiengruft der Stresenianns die Beisetzung erfolgte. IN der Friedhölfshalle hielt der Geistliche eine kurze Er- innerliNasrebe, eine Sängerchör von Mitgliedern der Staatsoper sang erst einen Ehotal, daNn aii der öfienen Gkust das Lieblings- lies de« Verstorbenen:„Arn Brunnen vor dem Tore". Roch de« Gesang des Liedes„Bküder reicht die Hand züm Bunde" spielte die Kapelle das Deutfchland-Lied, und die Teilnehmer, die Zutritt zum Kirchhof erhalten halten, nahmen zum letzten Mole Abschied von Gustav Stresemann, Gegen Z Uhr wurde der Friedhos für den Besuch de? Publikums freigegeben. Die in der Bergmannstraße verfammelte Menge nahm Gelegenheit, an der offenen Gruft vör- beizudefllleren. „Hirtenknabe" unter Bodengerümpel. OaS Schicksal des berühmten Feuerbach-Gemä des. Am vergangenen Freitag wurde in einer Stehbierhalle am Zoo ein Mann namens Brenner festgenommen, der im Besitz zweier kostbarer Gemälde gefunden wurde, die aus einem Einbruch in eine Leipziger Kunsthandlung stammten.- Brenner de- stritt, von dem Einbruch und den Bildern überhaupt etwas zu wissen. Die Kriminalpolizei nahm nun eine Durchsuchung der Wohnung des Brenner in der W e x st r a h e vor. In d«N Wohnräumen selbst wurde nichts gefunden,- desto mehr aber in einem Bodenverschlag. Unter allerhand Gerumpel versteckt fand man dort in einen alten Lauser eingewickelt den beühmten „Hirtenknaben" von Feuerbach, der in Leipzig eben- falls gestohlen worden war. Weiter enttecklen die Beimlen in einem größeren Koffer Papier und Leinwand, die zum Berp'ck..1 kleinerer Gegenstände gedient hatten. Aus der Kpitteiung des Na- piers war deutlich zu sehen, daß es Figuren umschlossen hobeii mußle. Da mm bei dem Leipziger Einbruch eine ÄttZah! Ic'.r kostbarer ClfenbeinmiNlatiircN ckbeulct wiwden, so liegt d>? mutung nahe, daß das Papier zu Ihrer Umhülliing gedient bot. Brenner, der In Haft bleibt, streitet nach wie vor und erklärt wieder, daß er die Sachen in Kommission von einem gewisieN Brauser erhalten habe. Es scheint aber, daß er nick; NN'- als Hehler, sondern sogar als Einbrecher in B.'kracht komm' Die Nochsorfchunoen nach den noch nicht gefundenen MMloturen »ich noch einem Apostclkopf von Rubens werden von der Dienststelle D. 8 der Kriminalpolizei iortgesetzt. Oer Schiedsspruch für öie Hochseefifcherel. Von d«!lnter«eh«tern ougenommen. Seserniünde, 7. Oktsber. Der Verband der Hochseefischerei hat beschlossen, den Lohn- schiedsspruch anzunehmen. Die Heuer wird um k�s Proz. erhöht. Der Schiedsspruch hat anderthalb Jahre Gültigkeit. 50 Jahre Fichte-Georginia. i879-1929. Das Haus der Repudlik-Oper wurde gestern mittag Stätte einer schönen Arbeiterfeierstundc. Ein sestlicher Anlaß: es galt, das funszigjährige Jubiläum des MännerchorK Fichte-Gcarginio zu be- ! gehen Historisches Datum der proletarischen Sängerbewcgung, ernster Anlaß zugleich, zurückzublicken auf Jahrzehnte schwerster Vc- drängnie, mit denen die Geschichte des deutschen Arbeiterchors be- gönnen hat. Bot zwei Wochen„Typographia", heut«„Fichte- Georginm", hier wie dort ein mühselig longer Weg hinweg über tausend böse Widerstände des Alltags und der Zeit, hier wie dort ein langsamer, doch unaushaltsamer Aufstieg aus kleinsten, beschei- denstcn Anfängen in die Höhen der großen Chorkunst, Am 1, August 1879 wurde der Verein„Georginia" gegründet, als Theaterocrein zunächst und— unter dem Druck des eben er- lassen«« Sozialistengesetzes— weniger mit künstlerischen, als mit politischen, parteipolitischen Zielen, die sich hinter der„ungefähr- lichcn" und gefahrloseren Fassade verbargen. Schon nach sieben Jahren nahm er den Namen des Gesangoereins an, der er inzwischen geworden, ein Verein, im damaligen Liedertafelstil, gut genug, um Tanzpausen mit musikalischen Darbietungen zu süllen. Und wieder nach sieben Jahren, 1893, schloß sich die„Georginia" der„Lieder- gemeinschaft' an, die kurz zuvor als zentrale Organisation der Arbeiter- gesangoereine. Vorläuferin des DAS., geschaffen worden war. Fünf Jahre später erst trat die Sängerschast„Fichte" ins Leben, aus Mitgliedern des Turnvereins gleichen Namens gebildet; aus der Verschmelzung der beiden Verbände ist 1999 der„Männerchor Fichte- Georginia 1879" hervorgegangen. 83 Sänger.zählt« er damals, 39 Georginia-, 33 Fichte-Mitglieder; seither ist die Gesamtzahl aus 139 singende, 39 passiv« Mitglieder gestiegen. Und diese 139 bilden einen der besten, bestgeschulten Sängerchöre, über die in Berlin die Arbeiterschaft verfügt. In großen Konzerten nicht nur— in der Reichshauptstadt und im Reich, einmal, 1912, in Kopenhagen—, bei ungezählten Anlässen, Partei- und Gewerkschaftsveranstaltungen, Mai-, Revolutions- Und Verfassungsfeiern, Jugendweihen und proletarischen Feierstunden haben sie sich bewährt, ihr Singen Hot in Krankenhäusern, Erholungsheimen, Strafanstalten Freude und Erhebung gebrocht. Am künstlerischen Fortschritt der letzten Jahre, dem Ausschwung des gesamten Arbeitermusikwesens, hat«ich der „Männerchor Fichte-Georginia" ehrenvollen Anteil, 1927 die Frank- surter Arbeitersänger-Woche im Rahmen der Ausstellung„Musik im Leben der Völker", 1928 das Arbeiterfängerfest in Hannover, 1929 die Berliner Festspiel« haben davon gezeugt, Den hohen Stand seiner chorischen Kultur, gesanglichen und musi- kalischen Könnens, hat das gestrige Festkonzert von neuem erwiesen, Das Berliner Symphonieorchester und nomhafte Solisten waren zur Mitwirkung gewonnen. Aber der Vsrtragsjvlge, die Beethaoeas dritte Leonorcn-Ouvertüre eröffnete, hat es leider ein wenig an programmatischer Idee gefehlt. So erfreulich es ist, wenn heute in der Gestaltung der Programme der musikalische Führer den Ton angibt; wir hatten, um es aufrichtig zu sagen, für die repräsentative Gelegenheit dieses Konzerts ein Programm gewünscht, das weniger die kompositorischen, als allgemein di« chormcistcrlichen, musik- erzieherischcn Verdienste des Dirigenten offenbarte— des verdienstvollen Dirigenten Wilhelm Knöchel, dem die Pflege der ge- samten Chorliteratur als Aufgabe obliegt. Arbeiterkonzerte sind heute nicht mehr interne Vereinsveranstaltungen; es darf nicht dahin kommen, daß sie persönliche Veranstaltungen des Chormeisters wer- den. In dem Chorwerk„Wir stehen an glühenden Feuern", das der Komponist Knöchel zum Jubiläum beigesteuert hat, ist ihm immerhin ein sehr wirkungsvolles Stück gelungen. Aber die grundsätzlichen Schwächen seiner„Eisernen Welt", die den zweiten Teil des Programms.ausfüllte, dieses ersten, gewiß groß gewollten Versuches einer proletarischen Kantate, sind schon gelegcnr- lich der Uraufführung(März 1928) fühlbar zutage getreten(und damals auch im„Vorwärts" eingehend gekennzeichnet worden). Einen Höhepunkt des Festkonzertes, wenn auch keinen, der gerade für diesen Rahmen charakteristisch war, bildete die Wiedergabe der „Rhapsodie" von Brahms, nicht zuletzt dank der ausgezeichneten Altistin Paula L i N d b e r g, die uns auch nüt neuen Orcheste"- liedern von Hermann Wuistch, dem Schöpfer der ersten Arbeiter- symphonie, bekannt Machte, Liedern freilich, die zur Sphäre des Ar- beiters in keiner Beziehung stehen. Ungeachtet des sestlichen An- lasses erscheint es nötig, um'ere Bedenken offen auszusprechen, nicht als Vorwurf, sondern, als Mahnung im Sinne des Leitwortes der Festschrift:„Vorwärts und Aufwärts". Alans?rin«s!ieim. pariser Versammlungsschlacht. Kommunistischer Sprengungsversuch mißlungen. Pari«, 7. Oktober.(Eigenbericht.) Die französische Sozialistische Partei hatte für Sonnabend abend in Pari» ein« große Prolestversammlung gegen die faschistischen Umtriebe der Heimwehrcn in Oesterreich einberufen. Den kam- munistischcn Radaubrüdern schien diese Gelegenheit günstig genug, um ihr durch den Skandal des ans der russischen Bolschaft hinaus- b.'förderten Gcschäflstsögers Beffedowsky stark vermindertes Prestige durch ein««tlatain« Großtat wieder zu vertuschen. Sic hatte daher i1•m gesamten Stoßtrupp aufgeboten, um die Versammlung zu s rccn.. •" mrt 1300 Kommunisten versuchten, sich ganostsam in den Saal Eingang zu verschassen. wo si; sofort einen Milden Skandal aufführten Tie benutzte» Tische >''d Stühle als Waffen und WursgcfchoÜe und suchten die Redner- t ibünc zu siürmcn, aus der u. a. der süzialisiische Führer Leon rium und der Abg. Ranaudel Platz genommen holten. Sie '■ cci oder augeufcheinlich nicht mit der Empörung der Verscumn- i Mg gerechnet. Es kam zu einem schweren Handgemenge. Noch kurzer Zeit waren die kommunistischen Störenfriede an die Luft gesetzt. Vergeblich versucht« der Abgeordnete Eachin, der aus einen Loten, cnpfahl geklettert war, seine geschlagenen Truppen zu einem neuen Angriff auf dos Versammlungslokal aufzuputschen. Die Polizei griff in diesem Augenblick ein Und schlug die bereits ttästig zermürbten Kommunisten endgültig in die Flucht. Etwa 29 Vek- Haftungen wurden vorgenommen, von denen auf Intervention Blums hin nur 6 aufrechterhalten wurden. Die„HumanitS" weiß trotzdem am Sonntag von einem riesenhaften Sieg über die„Sozial- Verräter" zu berichten, lieber 19 999 ihrer Mannen hätten drei Stunden lang den vereinigten Angriffen der Sozialisten und der Polizei standgehalten, eine Uebektreibung, die allein schon durch die Tatsach« ad absurdum geführt wird, daß nach den, Hinauswurf der kommunistischen Störenfriede die Versammlung ruhig stattfinden tonnte. Am Sonntag mußten die Kommunisten übrigens eine neue peinliche Niederlage hinnehmen. Der Perband der Bergarbeiter- Gewerkschaften im Loiredecken, der bisher dem kommunistischen Gcwerkschastsbund angeschlossen war, ist bis auf den letzten Mann ausgetreten und hat sich den Sozialisten angeschlossen. Der Grund dafür liegt darin, daß die Loirebergorbeiter sich die neue Olockauer Gewaltpotitit nicht länger wollen gefallen lassen. Die Hiiler-Verbrecher. Versammlungsschlacht in Vapern. h o f. 7. oklober. Am Sonntag abend kam e�n SchwarzenbachamValde bei einer sozialdemokratischen Versammlung zu einem blutigen Zusammen st oß zwischen Nationalsozialisten und An- gehörigen de, Reichsbanner». Al« Redner sprach der sozial- demokratische tandtagsabgrordnete vlumtrilt-hof über den Joung- Plan und seine Folgen. Die Versammlung selbst verNes ziemlich ruhig. Erst nach Schluß, als ein Aalianalsozialisi aus einen Stuhl stieg und zu einer Gegenversammlung einlud, wurde er herunter- gerissen, wodurch da» Zeichen zu einer allgemeinen Schlä- g e r e i zwischen Aationalsozioliften und Sozialdemokraten gegeben war. Drei Rationalsozialisten wurden schwer verletzt. Außerdem zählte man 17 Leichtverletzte, von denen 13 auf die Rationalsozialisten und die übrigen aus di« Sozialdemokraten entfallen. Die Schwerverletzten wurden in bedenklichem Zustande in da» hoser Privatkraakenhau» eingeliefert. Unter den verletzten Rationalsozia- listen befindet sich auch der Führer der Schwarzenbacher Ortsgruppe, drr praktische Arzt vr. Esder. Die Frauen in der Voltsbühne. Eine Frauenwelt-Feierstunde. Die Bolksbühitt hätte»och einmal so groß sein müssen, um allen Einlaß zu gewähren, die diese vom Berliner Frmlensetretariat veranstaltete Feierstund» der„Frauenwelt" miterleben wollte». Die würdig« Einleitung der Feierstunde bildete eh, Streichquar- t e t t von Schubert, ausdrucksvoll oorgeiragen von den vier schwarz- gekleideten Frauen des Bentz-Quartetts. Di« Schauspielerin Martha Jahn gestaltete dann u. a. Vers« aus Rilkes«Stundenbuch" mit dem Einsatz ihres ganzen starken, künstlerischen Temperament, für olle Zuhörer zu einem ergreifenden Erlebnis. Die Wanderratten unter der Leitung von Theo Marek bemühten sich um die Gestaltung des mehr heiteren Teiles des Programms. Sie erwiesen sowohl mit verschiedenen Cinzelvarträgen satirischen Inhalts als auch mit der jlattsn Ausführung der Grotesk«„Die Aussperrung" erneut ihr bemerkenswertes und vielseitiges Können. Auch die Canserence van Fred Sembach fand viel Anklang. Den Höhepunkt bildet« die Ansprache van Tony Sender Noch einer trtfsenden Skizzie- rung der sozialen Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft-- ardnung, die fern von jeder Romantik wirklichkeitsnahe Arbeit und Verantwortung bedeutet, betonte die Rednerin besonders die Auf- gäbe der Frau als Varkämpferin für Friede» und Völkerverfähnung. Sie forderte dann die Frauen auf. auf dem Wege zum Frieden über Wahrheit und Freiheit dem in Deutschland vorherrschend ge- wordenen Kampf mit vergifteten Waffen durch einen immer festeren Zusammenschluß der anständigen, werktiitigen Menschen entgegen- zutreten. Die Durchführung dieses Appells wäre ein« hohe und wahrhast weibliche Aufgabe nicht nur für Feierstunden! Die vom Dietz-Derlag veranstaltet« Frauenweltschau im rot- getäse!ten Foyer hatte schon lange vor Beginn zahlreiche Schau- lustige angelockt. Die Schnitt« der ausgestellten Kleider waren in früheren Nummern der„Frauenwelt" vkröffentlicht worden. Die Kleidungestücke für Knaben, Mädchen and Fravon erbrachten den Beweis, daß praktische Zweckmäßigkeit die Anmut nicht auszu- schließen braucht. Das zeigte besonders gut ein viel bewundertes blaues Veloutineklcid. Von den Wänden des Wandelganges des 1. Rings» grüßten Kunstblätter von van Gogh, HeNselmann Cecanne ii si- legten ein imponierendes Zeugnis ab für die Auswohl, die die ..Frauenwelt* auch auf diesem Gebicl getroffen hat und weiter»in- halten wird. Besonder- gefiel ein Pastell van Sisiner:„Fischer- inädchen". Die Ausstellung als Gcfamteindruck ein bunter und reicher Farbenstrauß aus moderner und modernster Molerei ge- bunben, erfreuend und belehrend gerade auch für das ungeschulte «der besser gesagt unverbildete Auge. Di« Feierstunde in der Dolksbübne, in ihrer glücklichen Synthese van ernster Politik und heiterer Kunst, war ein wohlgdungenes Experiment, das, nach dir Nachfrag« zu urteilen, einem Bedürfnis aller Leserinnen der„Frauenwelt" entsprach und dem man nur ei« Wiederholmez wünsch« kamt. j. M. Raketen-Träume. Aus Einladung der„Deutschen Gesellschaft 1914" schilderte Pro- fessvr H. Oberth in einem Vortrag über„Die Rakete in Vergangenheit und Zukunft" die Ergebnisse jahrzchnte- langer eigener Forschung. Nach einer Darstellung der Funktions- iveis« der gewöhnlichen Rakete und einem historischen Ueberblick über ihre seitherige Verwendung— als Brandgefchoh und als Leuch:- körper im Krieg, als Feuerwerkskörper und als Hilfsmittel zur Ueberquerung unwegsamen Geländes— wies der Vortragende dar- auf hin, daß die noch sehr begrenzte Leistungsfähigkeit der Rakete in erster Linie auf ihre geringe Treffsicherheit zurückzuführen ist. Daneben Ist die Anwendung der Pulvcrraket« wegen der Explosions- Möglichkeit prablemotifch. Ersetzt man jedoch das Pulver durch Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Benzin, Alkohol, verflüssigten Wasserstoff, Acylylen in Verbindung mit flüssigem Sauerstoff, so wird eine verhältnismäßig hohe Ausströinuiigsgeschwlndigkeit der Gas« erreicht(-1999 Meter in der Sekunde, seither 1199 bis 1399 Meter), außerdem wird eine Explosion vermieden, und man kann die Rakete in beliebiger Größe bauen. Da die Ratctenwönde dabei ziemlich dünn gehalten werden können, wird man dann etwa zwanzigmol soviel Brennstosf, wie das Gewicht der leeren Rakete beträgt, einfüllen können. Legt man fchließlick) noch verschiedene Ra- keten entsprechend aufeinander, so läßt sich eine bedeutende Steige- rung der Anfangsgeschwindigkeit erzielen. Und nun der Nutzeffekt dieser flüssigen Ratete, mit deren Kon- sttuktion sich der Redner gegenwärtig beschäftigt: die Raketen trnden zunächst in höhereLuftschichten geschossen, um deren meteoro- logisch« und chemische Verhältnisse zu«rtunden. Aber auch der Ver- kehr soll van dem Segen etwas abkriegen— Briefbcförde- rung durch Rakete! In knapp drei Stunden wird Post vom Kon- tinent nach USA. saufen! Der bereits auskolkuliertc Selbsttosten- preis: für ein Gramm Fracht innerhalb Deutschland 1 Pf., nach Amerika 8 bis 9 Pf. Endlich, als letzte Etappe, das Weltraumschiff. Von 11 Kilometer Sekundengeschroindigteit an wird die Rakete der Zu- kuirft nicht mehr aus den Erdball zurückkehren... Für diesen Fall lassen sich ebenfalls heute schon—„theoretisch", fügt der Redner be- hutsain hinzu— Methoden aufzeigen, durch die verhütet werden kann, daß die Rakete an einem fremden Welttörper zerschellt. Di« letzten Aufschlüsse über diese Angelegenheit aber soll ein demnächst erscheinender Ufo-Film geben.... W. Seh. Die erste ärztliche Ferndiagnose durch Jlldsunk. Zum erstenmal wurde dieser Tage dos Problem der ärztlichen Fernkonsultation durch Bildfunk verwirklicht. Ein argentinischer Arzt in Berlin sandte vom Berliner Haupttelegraphenamt einem berühmten Spezialisten in Buenos Aires, Prof. Caftex, die Photographie des kranken Auges eines in einem Berliner Sanatorium liegenden Patienten. Die unter so ungewöhnlichen Umständen erfolgte Konsultation glück:« restlos. Die Pholographie des erkrankten Auges wurde in Buenos Aires klar und scharf aufgenommen, und Prof. Eastöx erhielt nach erfolgler Bildübertragung noch einige erläuternd« Bemerkungen seines in Berlin weilenden Kollegen über die Symptome der Krankheit auf sunkentalephonischcm Weg« übermittelt. Die Bildübertragung war so einwandfrei, daß sich det Spezialist in Buenos Aires schnellstens üder die Diagnose schlüssig werden konnte. Eine Versammlung, die IH Minute dauerte. Die diesjährige Generalversammlung der englischen Aktiengesellschaft Whitwarth and Mitchell dürste wohl die kürzest« Versammlung sein, die je abgehalten worden ist. Aus dir Mitteilung des Direktors, daß d'e Gesellschaft den größten Reingewinn seit Bestehen zu verzeichnen habe Und eine Dividende von 99 Proz. verteilen könne, erhob sich der Hauptaktionär und erklärte, daß weiter« Mitteilungen nicht interessierten, woinlr er volle Zustimung fand. Nach genau mittllflichek Dauer wurde die Versammlung geschlossen, Ein» vtoerephte Gugov Stieleivann» ih» viele» BItdekn tivd eine, PoitiötHeichiiiinft v»n Lins Mulblnnitan. nptt Rudol» Ol den belf.iht, wird in den nächüen Tagen im Ernst-Roivohll-Derlag, Berlin, erscheiiien. 3« der voltabithne iü die Sritauljübruvq»an Wetekindl.flrühlini,»- criDiichen*«ii( den Ii. Oklober setlcieleht Walter flranck lvielt den .BermmniNten Herrn". Bcier Lorre den.vkoritz Lliesei", Knrl Ballhau» und Hanns Kaichlm Naevi» den„Melchior Stabot'. Zm r rlfing-INuleum iprlibt ToimcrStag. ß llbr. Dr Zsiitb». Schutze. Mäorinih über.Griechische Frauciigeklallen." Miisik au-Z Glucks„vljeefie* Und„OrbheuS"; Lrahm»„Lopphilche Ode'. GesSNgri Erna Jacoby. Ein Seethoven-Venkmal wurde unter Teilnahme zahlreicher auswärtiger Gäste in Karlsbad erthülll. Ein neues Drama gegen den Ab- ireibungsparagraphsn. Carl Cred«, praktischer Arzt in Celle, Enkel des weltberühmien Gynäkologen Credo, Verfasser der rllcksid)'slos wohrhastigeii Bücher: „Vom Korpsstudenten zum Sozialisten" und„Frauen in Not", liekert mit seinem dreiaktigen Drama:§ 2 18(Gequälte Menschen) einen bedeutsamen Beitrag im Kamp! um die Beseitigung des bösartigen Gosetzes. Das Stück ist von Piscator zur Aufführung erworben worden, im Leipziger K o m o d i c n h a u s, das sich dtird) Mutige Premieren auezeichnet, gelangte es mit starkem Erfolge für Spieler und Autor zur Urauführung. Trotz des krassen und drohen- den Schlusses gab es nicht den leisesten Widerspruch, denn der Paragraph 218 ist schon lange nicht mehr allein eine Svche des Proletariats, abschon dieses naturgemäß von ihm am härtesten be- troffen wird. Credä zeigt das Schicksal einer Arbeitersran,.dfg durch Kurpfuscherei ihr Leben einbüßen mutz, weil drr hilssbereite, aber schon verdächtigte Arzt die Unterbrcchnung Nicht wagte. Credö hat nicht wie Friedrich Wois in„Eyankali" die Katastrophen gehäuft. sondern nur«in armes Leben hingestellt, das trotz guter Acrzte, trotz menschlicher Richter umkommen muh, weil es diesen Z 218 gibt. Es ist dabei kein dramatisches Kunststück entstanden, keine Dichtung. sondern eine im Technischen etwas unbeholsene, aber im Tatsachen- bericht kräftig zupackende Mischung von Zillescher Milicustudie und sozialpolitischem Lehrstück mit Dialogen über den Gewissenskonflikt der Aetzte. Ehrlich und furchtlos, nicht nur primitiv« Hörer ei- schütternd, ist es nicht allein«in Beispiel dafür, wie das Voltsstück, das ehedem ins Blaue und Leere hineinphantasierte, sich ernsthaft der wichtigsten aktuellen Probleme bemächtigt, sondern wird darüber hinaus vielleicht ein hilfreicher Bundesgenosse, den sinnlosen Paragraphen auszulöschen. �Vd. Oer neue Tater. Der neue Tatar. Dos neuerdings in Umlauf gesetzte Dreimark- stück, mit dem Hindcnburgkopf aus der Vorderseite und einer Schwurhand auf de» Rückseite, ist tünstlerifch wie mllnztechnifch so ziemlich das elendeste, was einem Volke geboten werden darf. Zu diesem vernichtenden Urteil kommt der Bremer Museums- direktok Dr. Emil Waldinann jetzt- im„Cicerone" Den Hinden- burgkopf nennt er schlecht in der Modellierung; schon bei den nicht abgegriffenen Stücken ist er flach und ohne jenes zarte Auf und Ab i» den Flächen, das man audz bei wirklichem glatten Geld ver- lange» kann und selbst in Deutschland früher gehabt hat; Wald- mai», erinnert an das ausgezeichnete Fünfmarkstück, das der Hilde- brand-Schüler Georg Römer im Jahre 1999 für Sachfen-Meiningen im Auftrag« des Herzogs Georg V. mit seinem Bildniskopf ge- macht hat, und an das neue italienische Zehn-Lire-Stück, das di« beste Form des heutig-en Geldstücks darstellt, die man kennt, trotz» dem-Viktor Cmaimel doch nicht gerade«inen edlen Römerkopf hat und trvtzdem das Zweigespann auf der Rückseite an Münzen von Syrakus erinnert. Man versteht nicht recht, wie in Deutschland, wo doch die Hildebrand-Schule, z. B. Hermann Hahn, zu guten Leistungen befähigt ist, eine so mißlungene Münz« ausgegeben werden muß. Leider ist es kein Einzelfall Die goldenen GÄ>enk- münzen an den Weltflug des Zeppelin mit de» Profilköpfsn Zep- pelins und Ecdeners und mit den drei Profilköpfen von Zeppelin, Ecken« und Dsirr, von der Staatlichen Münze in Berlin geprägt, sind genau so minderwertig. Und dabei ist durchaus nicht nötig, daß große Leistungen unserer Technik mit Münzen„gefeiert" wer- den, die so wenig Höchstleistungen sind. „Sunstbtakt"-Ausstellung junger Künstler„Das Kunstblatt" veranstaltet auch in diesem Jahre zur Förderung de? Künstlernach- amchies eine„Ausstellung junger Künstler". Die Ausstellung, an der sich junge Maler und Bildhauer aus ganz Deutschland beteiligen können, wird in t-e» Neuen Ausstellungsräumen des Verlages Her» Mann Reckendorf, Hedemannstr. 24, stattfinden Die Bedingungen sind durch„Das Kunstblatt", Berlin, Hedemannstr, S4. kossenlos erhältlich. Dürerg„Rosentranz-Madonna". die sich in dem Stift Strahow bei Prag befindet, sollte ins Ausland verkauft worden. Die tschecho- slowakische Republik wird jetzt ober das Gemälde in Staatsbesitz übergehen lassen. Das Kunstwerk soll nach Restaurierung dem Präger.Mudvlpiwzn" zugeführt werden. Ein edles Gechsgespann. Oeutschnationale Geschästsgebarung unter dem Schemwerfer. Bevor wir die Geschästsgebarung der Raiffeisen-Bank in der Deslationsperiode betrachten, müssen wir einen Blick aus ihre Lei- t u n g werfen.' An der Spitze stand seit 1310 selbstherrlich und selbstbewußt der Geheimrat Dietrich- P renzlau, als Vizepräsident des Deutschen Reichstags eine unbedingt repräsentative Figur, schneidig und ans Befehlen gewöhnt. Ein solcher Mann ist naturlich Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle und der Bericht v. Kameles bescheinigt ihm auch das, nur muh der Bericht selber«ine kleine„Unkorrektheit" des Herrn Dietrich fest- stellen: Herr Dietrich hatte nämlich seine eigene Bank angepumpt! Der Bericht o. Kamckes sagt darüber: „Geheimrat Dietrich hat sich in seiner Stellung als General- direktor eine gewisse Blöße dadurch gegeben, daß er selber, obwohl seine damalige Bermögenslagc das sicher nicht notwendig machte, einen größeren Kredit bei der Bank in Anspruch nahm. Am 31. Dezember 1925 betrug sein««chuld in laufender Rechnung 72 173 Reichsmark und auf Währungskonto(Frankenkontoj 33 584,23 Reichsmark... Ohne auf den eigentlichen Grund dieses Geschäftes näher einzugehen, sei hier nur soviel festgestellt, daß der erste Leiter der Lank besser die Kreditinanspruch- nahme, die nur als schlechtes Beispiel dienen konnte, unterlassen hätte." Erst während der Inflationszeit bekam bei einer Neuorgani- fation der Bank Herr Dietrich zwei Kollegen in Gestalt des deutsch- nationalen Landtagsabgcordnetcn S e e l m a n n und des bei der Raisfeisen-Bank heraufgedientcn Direktors Schwarz. Sselmann wird allgemein das Zeugnis eines anständigen Menschen, aber reinen Theoretikers ausgestellt, der vom praktischen Bankgeschäft als Jurist nicht viel verstand. Ueber Schwarz wird noch zu reden sein. Er wurde von dem Direktorium meistens vorgeschickt, wenn es galt, der Prcußcnkasfe gegenüber mit unwahren Angaben aufzuwarten. An den Schiebcrgcschäftcn der Raisfeisen-Bank trägt er eine starke Mitschuld. Jedenfalls waren die drei Direktoren durch anderweitige Pflichten riel zu sehr in Anspruch genommen, um sich eingehend den Geschäften ilsrer Bant zu widmen. Bei Dietrich und Seelmann dlirfte hr parlamentarisches Mandat als starke Ablenkung mftgewirkt haben. Je mehr die Prominenten sich vom eigentlichen Geschäft zurück- hielten, desto freiere Hand hatten die sechs Abteilungsdirektoren, die ein wahres Musterscxtctt— wenigstens nach der Schilde- rung des Berichts v. Kamekcs— gewesen sein müssen. Als ersten nennt der Bericht den 2l b t e i l u n g s d i r e k t o r Dr. Lange, ein spezielles Protektionskind des Generaldirektors Dietrich, der feine Beförderung zuni Raiffeisen-Direktor als frühe-er Rechtsanwalt wahrscheinlich dem Umstand verdankt, daß er mit einem deutschnationalcn Landtagsabgeordneten und Justiz rat assoziiert gewesen war. Ueber Dr. Lange sagt der Bericht: „Er, Dr. Lange, genoß bei der Banklciiung großes Pertrauen. Während seiner Tätigkeit bei der Bank trieb er einen Aufwand, der außer Verhältnis zu seinem an sich nicht kleinen Einkommen stand. Ihm, müssen olso nebenher erhebliche Mittel zugeflossen sein. In einem Prozeß Härdp u. Cic. gegen die H. u. P. Sauer- inann A.-G. hat omiermanir als Zeuge bekundet, daß er aus seinen Mitteln Dr. Lang« einige Male Betrage ausgehändigt habe, über deren Höhe er heute keine Auskunft mehr geben könne. Lange wurde durch den Generaldirektor Dietrich eingestellt... Im Herbst 1321 wurde er Leiter der Kreditabteilung. gewann als solcher... einen sehr großen Einfluß und hat bei der Entstehung der Verlustkonten entscheidend mitgewirkt." Nummer 2 ist der H a u p t k a s s i c r c r K r a u s«. Er wird im Bericht v. Kamckes folgendermaßen charakterisiert: „Krause soll an sich ein brauchbarer Kassenbeamter gc- wesen sein.' Auch er soll, wohl verdorben durch die Znflation, nebenher viel Geld erworben haben. Als zweifelsfrei hat sich herausgestellt, daß er bei dem Krebst- geschäft Graf Rothenburg eine persönliche Provision rcn 13 333 Reichsmark erhalten hat. An den Geschäften mit der gräflich Rathenburgschen Guts- Verwaltung hat die Raisfeifen-Bank auf verschiedenen Konten nahezu 2 Millionen Mark verloren. Aus dem Bericht v. Kameles geht ferner hervor, daß an einer Firma Kullack u. Müller— Wallst rb- Holzhandlung— die Roiffeifen-Bank durch Kreditgewährung über 233 333 Mark verloren hat. Tatsächlicher Inhaber der Firma und Vorsitzender ihres Auffichtsrats war— Prokurist und Abtcilungs- direktor Krause von der Raisfeisen-Bank! Nummer 3 ist der Chef der Buchhaltung, B ll ch c n. von dem wir schon erwähnten, daß er jede Revision der Buchhaltung durch Drohung mit Amtsniederlegung jahrelang zu oerhindern wußte. Bon ihm sagt der Bericht v. Kameles: „Direktor Schwarz... stellt ihm(Bächen) ein gutes Zeugnis aus, dos aber sicher mit einigem Borbehalt aufzunehmen ist. da B. cln« seiner wesentlichsten Stützen war. B. hat sich jedenfalls auf das entschiedenste gegen die Kontrollabteilung gesträubt, er ist den an ihn gestellten Anforderungen unter keinen Umständen gewachsen gewesen." Nun tritt als Nummer 4 eine ganz besonders niarkante Person in Erscheinung: Leiter der Börse nabteilung in der Raiff- eisenbank war nämlich kein anderer als der berüchtigt« Schieber Rathkc, der zuletzt durch den Waldenburger Stadt- onleihejkandal in gewohnter übler Weise von sich hat reden machen. Hier seine Charakteristik: „Er ist einer der Hauptschuldigen an dem verlustbringenden Ankauf der ostpreußischen Dampswollwäschereiaktien. Seine Ent- üissung erfolgte bereits 1324, allerdings erst mehrer« Monate nach der von ihm oeranlaßten und durchgesührten Ostwolle-Aktion(die der Raisseisenbank einen Verlust von über 5 Millionen einbrachte. Red. d. B.). Sein damaliges verhalten bot genügend Grund zur sriftlosen Entlassung. ie auch folgerichtig sofort hätte vorgenommen werden müssen." Nunmehr folgt als fünfter der P r o k u ri st T a n n e n. Er ist noch dem v. Komeke-Bericht Mitbegründer der Firma Thias u. Co., der von der Raisseisenbank ein Millionenkredit gegeben wurde, als dessen Deckung die Inhaber der Firma gesälschte Wechsel in die Tresors lieferten. An der Firma Thias u. Co. verlor die Raiffeisen- bank über 833 333 M. Tannen wurde bei Raiffeiscn Leiter der Warenkreditabteilung, die dem Direktor Seelmann unterstellt war. Seine Charakteristik im Remstonsbericht ist kurz und vielsagend. Der Bericht sagt nämlich über Tannen: „Seine Tätigkeit war verhängnisvoll. Sie endete mit der Uebernahme Tannens zu Riebe at» dessen Generaldirektor." Wozu lediglich hinzuzufügen ist, daß an diesem Rieb«, der den Prokuristen Tonnen ol» Generaldirektor anstellte, die Raiffeisem bank durch eine Kreditgewährung von fast 15 Millionen Mark über 8 Millionen Mark glatt verloren Hot. Bon dem Sechsten, P r o k u r i st e n M ö h r i n g. wird im Bericht o. Kamekcs gesagt: „Er war Leiter der Essektcnabteilung. Auch er war ein Versager. Bielfach Hot er ganz eigenmächtig Kredite gewährt und auch selber sür seine Spekulation bei der Bank Kredit in Anspruch genommen. Später gab man ihn an die Landmann-Bank ab." Die hier genannte Landmann-Bank war eine Tochtergesellschaft der Raisfeisen-Bank,, die«s verstanden Hot, bei 53 333 Mark Gold- kapital innerhalb eines Jahres mit 71, Millionen Mark Verlust abzuschließen. Sa sah die Leitung aus, mit der das deutschnotionol-agrarische Bankunternehmen durch die schwierigen Zeiten der Deflation steuern sollte. Kein Wunder, daß es bald als stcuerloses Wrack dahmrieb! Oie Vau? der Schieber und Glücksritter. Mit der Deflation war für die Raiffeisenbank eine völlig neue Lage geschaffen. Während in« Kriege und der Inflationszeit aus der Landwirtschast das Geld der Bank zuströmte, so daß sie es kaum unterzubringen wußte, setzte nun auf einmal die bekannte Geld- knappheit ein. Aber man zog keine Konsequenzen daraus. Der Bericht v. Kamckes sagt: „An Stelle des kaum abzudönnnenden Geldzuflusses aus den. Genossenschaften hotte sich«in steigender und schwer zu bc- friedigender Geldbedarf herausgestellt, so daß nunmehr die srühercn zwingenden Gründe für die Geldanlage außerhalb der Genossenschaften nicht mehr vorlogen. Man hätte jetzt also er- warten müssen, daß Borsland und Aufsichtsrat angesichts dieser völlig veränderten Lage zu der Handhabung des außergenosscn- schaftlichen Geschäftes grundsätzlich Stellung nehmen würden. Nichts davon geschieht. In der Ausschuß, und Vorstandssitzung vam 27. Februar 1324 werden die Unregelmäßigkeiten bei der Deutschen Girozentrale besprochen. An die Gestaltung der Bcr- Hältnisse im eigenen Hause denkt niemand." Erst im Oktober 1325, als das Unglück restlos geschehen war, wurde offiziell der Beschluß gesaßt, sich im wesentlichen aus das Gcnossenschaftsgeschäft zu beschränken. Unwiderbringlich zu spät. Was war inzwischen geschehen? Wir lesen: „Während zu Beginn des Jahres l324 das Geschäft mit Privaten in großem Ümsongc ausgenommen und in steigendem Maße forciert wird, werden den Genossenschaslcn di« von der Preußenkasse zugeleiteten Gelder in mäßigen Grenzen mit aller gebotenen Vorsicht und Einschränkung zugeführt. Schieber und Glücksritter mannigfachster Art-»rängen sich an di« Sank heran, werden sogar durch ihre Beamten heran- aewgen und empfehlend eingeführt, erhalten überall Dank der guten Beziehungen zu diesen Beamten den vortritt. Dagegen müssen die Genosscnschaftcil und deren Vertreter bescheiden im Hintergrund stehen und sindcn mit ihren berechtigten Wünschen kaum Gehör. Während solchen Leuten wie Uralzcfs und Riebe bereits im ersten Biertelsahr mehrere Millionen her- gegeben, während allein in dem Geschäft mit der Ostpreußischen Dampfwollwäscherei rund 7 Millionen. Mark investiert werden, erhält der große Fitialbszirk Königsberg für alle, seine Kredit- gcnossenschaften in derselben Zeit rund 1 Million Mark... Die Filiale hilft sich dadurch, daß sie, um die allerdringendstcn. Kredit- bedürsnisse zu befriedigen, etwa 3 Millionen Wechsel bei der Rcichsbank gegen Sicherung durch crstslellige Feingoldhypothcken diskontiert. Als man dann von Königsberg aus... über die neugeschaffene Lage mit der Zentralleitung Berlin verhandelt, werden von dieser dem Filialdircktor die allerschwerstcn Borwürfe gemacht. Er wird von Dr. Seelmann darauf Hingewiesen, daß eine einzige Filiale durch«ine derartige verfehlt« Geldpolitik die deutsch« Raiffeisenbank unter Geschäftsaufsicht zwingen könnte." Zur gleichen Zeit hatte die Raiffeisenzenirale Berlin schon über 23 Millionen in wilden Spekulationen stecken. Aber sich selbst mochte sie keine Vorwürfe wegen Gefährdung der Bank. Denn sie vertraute auf ihre Schieber und Glücksritter, auf die Urolzefs und Riebe. Weltkohlenkonferenz. Zur gemeinsamen Regelung ver Arbeitszeit. Gens. 7. Ottober.(Eigenbericht.) Der Berwaltungsrat des Internationalen Arbeit samtes beschloß am Sonnabend die Einberufung einer technischen vorbereitenden Konferenz sür die Arbeits- bcdingungcn des Bergbaues. Die Konferenz, die am 6. Januar zusammentritt, soll von den neun europäischen Kohlcnländern bc- sch ckl werden. Jedes Land wird durch einen Rcgierungsvertreter, einen Unternehmer und einen Arbeiter vertreten sein. Anträge der Unternehme/, auch di« Kansumentcnländcr einzuladen und den außereuropäischen Kohlenländern die Teilnahme freizustellen, wurden abgelehnt. Der Berwaltungsrat wird auf der Konferenz durch ein Mitglied jeder Gruppe vertreten sein, jedoch ist die Teilnahme des Berwaltungsratcs n»r zur Information, ohne Stimmrecht gedacht. Im Mittelpunkt der Arbeiten dieser Konferenz wird li.> Schassung eines internationalen Abkommens über gleich- mäßige Berechnung der Arbeitszeit und zwar namentlich der ArbeitSKit unter Tage stehen. Eine Vereinheitlichung der übrigen Arbeitsbedingungen des Bergbaues stoßt auf vorläufige unüber- windliche Schwierigkeiten. Eine internationale Regelung der Lohnfragc wird auch von den meisten Gewerkschaftsvertretern im Dcrwaltungsrot abgelehnt. Die Lohnfrage, betonte zum Beispiel der schwedische Arbeiter, müsse Sache des gewerkschaftlichen Kampfes bleiben. Sehr schwierig gestalteten sich die Derhandliungen über die Zusammensetzung des Angestelltenausschussses, der auf der Arbsitskonferenz auf deutschen Antrag hin beschlossen worden ist. Polen, dos im Ausschuß nicht vertreten sein soll, ver- langt- Vertagung der ganzen Frage. Man will bis zum Montag versuchen, die Widerstände gegen die Zusammensetzung des Ausschusses zu überwinden. Berliner Gewerkschaftsschule. Aus dem Lehrplan der Gewerkschaftsschule ncrösfentlichen wir nach nachstehende Lehrgänge, die wir für die Ausbildung der Gewerk- schaftsfunktionäre für besonders wichtig halten, und empfehlen ollen Genossen und Genossinnen, die als Funktionäre in Ihren Verbänden tätig sind, die Gelegenheit nicht vorübergehen zu lasten, von dieser Ausbildungsmöglichkeit Gebrauch zu inachen. SO. 1. Sa« muß hn Betrieb» rat und derc«r sich noch vorstellen konnte, kam Lyssander leichtfühig her- üb«r, verbeugte sich vor Mariane und sagte: „Dorf ich gnädiges Fräulein um«ine kurze Unterredung bitten?", Marianne verwandeile sich in eine große Dome. Si« nickte Ckorg zu, dann erhob sie sich Und folgt« Lyssander. Er führte si« durch den Raum nach dem kühlen Flur und von da durch einen Blumengarten, in dem Lorbeerbäume, Oleander und klein« Palmen standen. Er ging weites, und bald standen sie vor der Halle. Di« Sonn« glühte über den wogenden Feldern. Marianne blieb stumm. Lyssander brach das Schweigen. „Fräulein Hull," sagte er demütig,„zuerst mutz ich um Ver- zeihung bitten. Ich habe mich damals schmählich betragen." „Ich verzeihe, Herr Lyssander." Er drückte ihre Hand. „Wie kommen Sie nach Staaken?" fragt« er dann. „Ich bin auf Besuch. Die„Luna" will eine Probeausnahm« von mir machen." „Das die„Luna" kann, kann die„Lux" schon lange, Fräulein Hüll," sagte Lyssander,„die„Lux" bietet größer« Chancen" „Aber ich habe doch schon so gut wie zugesagt!" „Keine Angst, wir werden das mit der„Luna" schon«r- ledigen... Ich habe immer an Sie gedacht, Fräulein Hull," fuhr er fort und seufzte,„wir hoben eine n«ue Sache vor. und ba habe ich gedacht, wenn Sie eine Rolle übernehmen könnten. Wie sehr Hab« ich an Sie gedacht!" „Ich habe auch an Sie gedacht." sagte Marian« und spielte große? Spiel. Si« wußte genau, daß dies die Stunde der Eni- fcheiduitß mar. .Hut öfcr Uftl „Kehr bSfe �„ M IUI „Btt mir wer et gerti* IV ich glücklich, daß ich Sie gesprochen habe. Ktr hllbtt-'»t»„ rosse frei. Und wenn alles gut geht, können Sie die Nsll« fpiel--«- „Und Dolora King?". .L>as wissen Sie auch schon? Berlin�»st«>n Dor,- Anna ÜRcijcr ncrläfet leider unsere Strmo. .,*a»r ist Anna Wen er? Fräulein Copyright I?j9 by.Der Dfleherkreis C- m t>- H.". Berlin SW6I „Dolora King!" Jetzt lochte Marianne. „Schön," sagte si«,„ich stehe zu Ihrer Verfügung." Si« tot jmm«r noch kühl, aber ihr Herz triumphierte. „Dann wollen wir alles mit Herrn Kretz besprechen," saglo Lyssander.„Darf ich bitten, Fräulein Marianne?" Er führte sie zurück und sagte, als er an den Tisch kam:„Darf ich vorstellen: Mariann« Hull, Herr Kretz, Herr Bencke. Fräulein Hull interessiert sich für unseren neuen Film." Di« Herren verbeugten sich. Mariarme setzt« sich und ertrug gelassen die eingehend« Muste- rung von Daniel Kretz und Bencke. Kretz machte ganz orientalische Augen. Bencke lächelte freundlich. „Wir hoben von Ihnen schon gehört, gnädiges Fräulein," sagte Kr«b,„unser Freund Lyssander hat schon viel erzählt. Nun wollen wir sehen, wie es geht, ich für meine Person glaube, daß es geht. Haben Sie schon mal gespielt? Wir können dann gleich anfangen. Bencke macht die Aufnahme." „Ich habe Fräulein Hull in einer sehr guten Rolle gesehen, Kretz." antwortete Lyssander schnell,„Frät�ein Hull ist aus- g«zeichn«t"» „Wir werden sehen," dämpfte Kretz«in wenig die Begeisterung Lyssand«rs. Marianne entschuldigte sich für«inen Augenblick. „Ich will nur dex„Luna" absagen," sagte sie,„ich bin für die Aufnahme bereit." Sie ging den Tisch zu Georg zurück. Di« Blicke der Männer folgten ihr. .Lyssander, Sie haben kein Wort zu viel gesagt: eine Madonna," flüsterte Kretz.„Der Typ wird den Leuten gut gefallen. Wo haben Si« denn da» hübsche Fräulein aufgegabelt?" „Das sst mein Geheimnis, Kretz," sagte Lyssander. Mariann« fand Georg mit trotzigem und verbittertem Gesicht. Reinacker machte erstaunte Augen. „Du scheinst ja den Herrn Lyssander bereits zu kennen?" sagte Georg,„und j«tzt weiß ich, lvarum ich nicht zu ihm gehen sollte. Jetzt wird mir vieles klar. Woher kennst du ihn?" „Ich habe ihn nur einmal gesehen, und da mutzte ich nicht, daß es Lyssander war," sagte sie. „Was wollte er von dir?" „Er fragte, ob ich in einem neuen Film mitspielen wollte. Und da habe ich zugesagt." „Das sst schade," sagte der junge Regisseur. ,cha wird also aus unserer Probeaufnahme nichts mehr?" „Nein, und es tut mir leid. Herr Kretz sagte, ich solle bei ihm eine kleine Rolle bekommen.� „Dann darf ich gratulieren," sagte der junge Regisseur und war beleidigt. „Und ich gratuliere auch," sagte Reinacker. Georg war nicht begeistert. „Ich habe mich so gefreut, mit dir in einem Film heraus- zukommen" sact« er,„und dah du mit Lyssander schon bekannt bist, freut mich gar nicht. Du hättest mir ein Wort sagen joUcK Dann wäre alles viel einfacher gewesen. Er hätte uns schon viel früher geholfen." Marianne machte ein hilfloses Gesicht, aber hinter oller Hilf- losigkeit stand«ine starre Maske. Jetzt nicht nachgeben, dachte sie. Georg ist«in Kind, alle Männer sind Kinder, alle versprechen das Glück, aber sie wollen nur ihr Glück, und die Frau muß immer de- zahlen. Und wenn sie schon bezahlen muß, soll der Kaufpreis hoch sein. „Es»vor nie die richtige Zeit da, um dir diese Geschichte zu erzählen, Georg." jagte sie demütig.„Aber ich will dir heul« abend, lvenn du es willst, alles sagen." »ar Weißensce im Faustball überlegen, gegen Hohenschönhausen war das Ergebnis 48: 64, gegen Nordost 38. 54. Nur ein Spiel gegen eine ton, dinierte Mannschast Oberspree-Nordring ging mit 52: 34 verloren Ueber die l e i chck a t h l e t i s ch e n Wettbewerb« orientieren die nach- stehenden Ergebnisse: Xw Rcter, Aronei,: 1 Siibor.Sohtiifdicnliaufcn 16�; 2. ganscn-Nordost 17. im) Mctcr, Iunond I: 1. jilbidt.äioririnn 12,0: 2.(f aBlct.Obccipccc 13,1.— 4X488 Meter, Slönnct; 1.»otjenWimtviufni 4.17: 2. Weißensce 4.22.— 1888 Meter, Engend! 1. Wdicke-Nordrina Z,8: 2. Ä»n,c-Ol.crspree 3,93.— Kteine Olympiade, Stauer.: 1. Nordast IL«: 3. Weißensce 1,88.— Schweden. siasiel, Zugend: 1. Nordost 2L7: 2. Weißensee 2,39.— Im.stnaben- und Mädchen-Drcikampf siegte beide Male ASC. tiberlegcn. lumende Mütter und Väter. Das Fest der Ahersriegcn. Der Spruch:„Jung gewohnt ist alt getan!" besagt nur, daß schon in der Jugend Sport nötig ist, den man dann sinngemäß bis ins hohe Alter fortsetzt. Da aber viele in der Jugend— besonders die Mädchen— diesen Spruch nicht beherzigen, so hat der Arbeiter- sport seine besondere Z we ck g y m n a st i k, an der sich auch jeder II n g e ü b te beteiligen kann. Dieses Bild sahen wir am Sonntag in der Werbeveranstaltung der A l t e r s r i e g« n in der Z e n t r a l t u r n h a l l e. lieber 250 Aktive, Männer und Frauen, inarschierten mit dem Gesang des Bundesliedes in die festlich mit roten Fahnen und Bannern ge- schmückt« Holle. Kreisvertreter Reichert begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Unser Ziel, die körperliche Gesunderhaltung, ist gleichlaufend mit dem politischen und gewerkschaftlichen Kamps der sozialdemokratischen Arbeiterschaft. Eine„Neutralität" gibt es auf keinem dieser Gebiete, es kann daher ein aufgeklärter Arbeiter nicht gleichzeitig Mitglied eines bürger- lichen Turn- oder Sportvereins fein. Diese Erkenntnis müssen wir überall zum Durchbruch bringen!— Das Programm begann mit der Zweckgymnastik der Männer und Fronen. Ohne vorheriges lieben wurden die Körper d'.irchmassicrt, einfache Uebungen, durch Musik zu einheitlichem Rhythmus verbunden. Das Interessante ist dabei der Wechsel zwischen Spannung und Lockerung. Es ergibt sich das gleiche Gesühl der Freude und des Wohl- feins wie beim lustigen Spiel. Beschreiben kann inan das nicht in seiner vollen Wirkung, das muß man selbst probieren. Das Geräte- turne und die Spiele gaben ein vielseitiges Bild. Die Muster- r i e g e n der Männer am Barren(Luckenwalde), Reck und Sprung- tisch mit Trampolin(FTGB.) zeigten das Kunstturnen mit beacht- lichen Leistungen, während die Frauen Gesundheilsturnen leichterer Art vorführten, und zwar am Kasten(Osten), Schwebebaum(Neu- tälln) und Barren(Süden), sämtlich FTGB. Dafür brachten die Frauen der FTGB. bei den S o n d e r v o r f ü h r u n g e n ein wir- kungsvolles Massenbild, einen„bewegten gymnastischen Chor", bei dem ein besserer Abschluß die Wirkung noch erhöht hätte. Die Luckenwalder boten in einer Eondervorführung fleißige Arbeit. Be- sondere Beachtung fanden das Trockenschwimmen und die R e t t u n g s ü b u n g e n der„Freien Schwimmer Groß-Berlin", die durch gute Erläuterung allen Zuschauern leicht verständlich wurden. Das Handballspiel zweier guter Mannschaften (Luckenwalde-Schöneberg) wurde flott durchgeführt und sollt« vor allein der Werbung dienen. Es endete durch ein Selbsttor mit 1:0 für Schöneberg. Den Abschluß bildete die Leichtathletik: Stafetten- läuf« in der Gasse der Männer und Frauen. Die Neuköllner machten bei beiden das Rennen. In der anschließenden Sitzung gab der Leiter Stanislaus einen kurzen Bericht. Das Slltersriegenturnen steht gut da, die Spaltung ist überwunden, es geht vorwärts. Die nächstjährige Wanderso.hrt soll zweitägig sein, sie geht am ersten Sonntag im September nach Reu- oder Zlltruppin, verbunden mit Dampfers-chrt nach Tornow. Ein geselliges Beisammensein bildete den Zlbschlnß gut gelungenen Werbefestes. Langsircdkenregatia der Arbeiteispoi t.ci. Infolge zu späten Eintreffens des Berichtes von der Lang- strcckenrcgatto der Arbeiterwassersportler können wir erst morgen über diese letzte wassersportlich.' Bananstaltung des Jahres berichten. Die Lichtenbeiger Ortsgruppe der Freien Schwimmer(Brvß- J erlin eröffnet in diesem Winterhalbjahr im Volksbad Hubertus- straße einen besonderen Uebnngsabend für ihre weiblichen Mit- glieder. Der weiblichen Bevölkerung, besonders Nichtschwimmern, ist Gelegenheit zur Ausbildung durch erfahrene Schwimmlehrer gegeben. Uebungszeiten: Dienstags 20—21 11- Uhr. (xriinciscn Weltmeister im Ringen. Im Zirkus Busch in Breslau wurde am Mittwoch die Welt- Meisterschaft der Berussringer im Mittelgewicht noch inehrwöchentlicher Kampfdaner entschieden. Der Favorit Kley- Beriin, Weltmeister 1928, schied leider zwei Tag« vor Schluß des Wettstreits wegen einer sehr schmerzhaften Prellung der rechten Schulter aus. Um die Krone stritten am letzten Tag nur noch die beiden Unbesiegten, der junge deutsche Kämpfer und der ausge- zeichnete Schweizer Grüneisen. Erst nach I Stunde 27 Minuten fiel die Entscheidung. Griineisen faßte plötzlich mit ungeheurer Kraft einen Untergriff von vorn und legte damit den zwar stärkeren aber nicht so raffinierten Gegner überraschend aus die Schultern. Erster im Wettstreit und damit Weltmeister für 1929 wurde G r ü n ei s« n- Schweiz mit zwölf Siegen, zweiter wurde Kämpfer- Deutschland mit einer Niederlage bei dreizehn Siegen, den dritten Platz belegte Ehiruchin-Rußland mit drei Niederlagen und zehn Siegen vor dem Enropameister Faore-Frankreich, der drei Nieder- logen und neun Siege buchte. Die Spritstour nach Japan! Der Leichtathietik-Länder- kampf Deutschland— Japan in Tokio endet« mit einem knappen Sieg der deutschen bürgerlichen Sportler, die 79 Punkte auf ihr Konto brachten und damit die Japaner um 8 Punkte schlugen. Tauriftcirurrei»„Die Raturireunbe", geutrale Wie«. Abt. Sricbrich»!>»:»: ?:en»taa, 8. vitybcr. 20 Uhr. Sranksllrter Allee 307. Lichtbildervarira«: .Karikatur be» 19. Jahrhundert»"..— AM. Starb«*: Dienstag. 8. Ottsber, 28 Uhr, Eonnenburger Str. 39, Sreitörbeckultur.— ZageadaruHpe her Ab- teil»»* SxInnbbrnAne» u»b Wrdbina: Schönlledtflr. I. Dienswq. 8. Oktober. 29 Uhr. Wcrdeatxnd. Choryrlang, Rezitationen, Mnflk. Vortrag:„Unser I«!t. layer 1939".— Abt. Sriehenan: Menstaa, 8. Oklodrr, 38 Uhr. Offenbacliee Straße S», Mlwliederoerfammluna.— Zuotiban»»« der«Mrilun, Sgfcoft: Dienataa, 8. Oktober, 19 Uhr, Wassertorftr. 9. Bunter Abend.— Ini>e»b. »tn**« Öfter: MiNrvoch, 9. Oktober. 90 Uhr, Goßlerftr. 61. Vortrag:„Sc, sundheltspfleae auf Wanderfahrten". STtSB., Bezrrl«esten. Seutc, Montag. 20V: Uhr, bei A.«.int. Stein. meßftr. 36a, Vezirisoiartelfahraaerfammlung. Mitgliedsbücher mitbringe». Unsere Turnabende sind jeßt Dienstags und Donnerstags o»n 29—22 Uhr Culmstr. 19. Während der Schulferien halten wir unseren Turnbetrieb aufrecht.— Srei- »tirperinlturspart«. Die Gnmnaftikitbungen der Iugendgruvve» beginnen heute. Montag, 29 Uhr, Neukölln, Mariendorfer Weg, untere Halle..Zutritt nur für Mitglieder, b*». nach Voranmeldung. SPD.. Sportler de» 17. Verwaltung» bezirk». Die für heut«, Montag, an- gcscßte Versammlung wird auf einen fväteren Termin oerlegt. Brkonnt. gäbe erfolgt an dieser Stelle. Kartell Weißens««. Hvhenichöudauie». Heut», Montag, 36 Uhr, Sorten sißung im Lokal oon Peters, Lichtenberger Str. 11. Die ersten und die letzten Radrennen. Premiere im Sportpalast— Abschied bei Rütt. Am Sonnabend öffnet« der Sportpalast sein« Pforten zur Winterpremiere! Massenbesuch vermochte allerdings der Eröfsnungs- tag nicht aufzuweisen. Es gab überall noch leer« Reihen, die oft tot.' Stimmung überbrückten hervorragende Leistungen einzelner Akteure cmf der sauberen Holzbahn. Die Fahrer hatten viele Borpriisungen zu bestehen, die fast ohne Ausnahme scharf umkämpft waren. Einige Ausländer konnten infolge mangelnder Bahnkenntnisie hier nicht so recht mittun, doch dürsten sie bis zum nächsten Renntag ihren „Arbeitsplatz" besser studiert haben. Es verging eine geraume Zeit, ehe die Teilnehmer für die End- laufe der Wettbewerbe festgestellt waren, E h m e r zeigte sich in großer Form! Er trat u. a. im ersten Vorlauf zum„Großen Preis der Inländer'�gegen Oszmella und Krüger an und hielt beide in eineni grandiosen Zwei rundenspurt, der wahre Bei- sallsstürme entfesselte!' Auch den vierten Dorlaus zum„Großen Preis der Nationen" wußte der Berliner überlegen gegen Stesses und van Kempens„kleinem Bruder". Jan. zu gewinnen, nachdem er sich an Stesses Hinterrad gelegt hatte und dann kurz vor dem Ziel zum Vorstoß ansetzte. Im ersten Vorlauf hatte Knappe, der sich im zweiten Vorlauf und auch im Hossnungslauf zum„In- länder-Preis" nirgends placieren konnte, leichte Arbeit. Er fuhr hier mit Bergamini und G o o s s e n s. Der Italiener hatte den Sieg sicher in der Tasche. Da hörte er die Glocke und glaubte, da- mit den Schluß des Laufes angezeigt zu sehen. Er stoppte, und Knappe konnte nun leicht vorbeigehen. Der zweit« Vorlauf wunde eine knappe Beute Degraeves gegen Buschenhagen, der nicht recht bei der Sache war. Oszmella oerwies im dritten Vorlauf Linari und den schwach fahrenden Jensen aus die Plätze, um später auch im ersten Zwischenlauf in famosem Antritt Bergamini und De- graeve abzufertigen. Ehmer war wieder der Mann des zweiten Zwischenlouss, wo er Linari und Knappe hinter sich ließ. Schließ- lich ging's in die.E n d l ä u f e. Goossens holte sich endgültig den „Ausländer-Preis". Gespannt war man, ob Ehmer im„Preis der Inländer" bestehen würde, zwei Rbeinländer, Oszmella und Stesses, hotte er gegen sich. Er überwältigte b e i d e in scharfer 10-Sekunden- Fahrt. Im ersten Endlaus des„Preises der Nationen" traf Ehmer auf Oszmella und Degraeoe. Nun aber ausgegeben, mußte er Oszmella und Degraeoe den Bortritt lassen. Den Lauf selbst gewann Oszmella. Den ersten Platz im zweiten Endlauf belegte Linari vor Bergamini und Knappe. Den Abschluß des Abends bildete ein 5 0- K l l o m e t e r- Mannschafts-Rennen, aas 10 Paare bestritten und Wissel- Lehmann in hervorragender Führung sah. Nach der vierten Wer- tung setzte der stark fahrende Wissel zum Porstoß an und über- rundete noch langer Jagd mit seinem weniger starken Partner Leh- mann las gesamt« Feld und beide behaupfcttn den Rundengewlnn. Sie siegten in 1' 09: 51,6 mit 17 Punkten. Ein« Runde zurück: Krügzr- Funda, 33 Punkte, vor Goossens- Denecf mit 26, Ehmer- Kroschel mit 24, Degraeoe- I. v. Kempen mit 7 und Knappe- Buschenhagen mit 2 Punkten, Linatt- Bianchi lagen 6 Runden zurück an achter und Bergmnini- Jentseii 7 Runden zurück an neunter Stelle. Oszmella- Stesses, die ebenfalls weit zurücklagen, gaben vorzeitig auf. II..8clt. Dreimal Sa�all bei Rütt. Zum letztenmal im Jahr« ertönte gestern ans der R ü: t- A r e n a die Startglocke, mit einem großen ausgezeichneten Programm verabfchiedete sich Walter von seiner zahlreich erschienenen Sportgemeinde. In den drei Steher-Handikap- dominierte Walter Sa wall ganz überlegen: der junge Stettiner Corpus und der Holländer Blekemolen schlugen sich am besten. Das„Flieger-Onminm" gewann der Favorit Tonan! vor dem nach langer Zeit wieder in Bettin startenden van Kempen-, Buschenhagen fuhr für den Sprinter Ehmer, Petri enttäuschte mit seinem ersten Start in Berlin. Das Omnium, bestehend aus einem 30-Runden-Pniiktesahren. einem 500-Meter-Zeitfahren und vier Fbiegerläusen, sah im ersten Endlauf Petri vor Buschenhagen ersolgreich, den zweiten Lauf ge- wann Tonani vor seinem alten Rivalen van Kempen mit nur einer Handbreite. Im öOV-Meter-Zeitsahren fuhr Piet va» Kempen mit 32,5 Sekunden die best« Zeit heraus. Das Punktefahren gew«nn Buschenhagen mit einer Runde Lorsprung, die ihn von den sechs Wer- tungen in fünf an erster Stelle placierte: Tonani wurde zweiter, der Holländer und der Amerikasahrer Petri teilten sich mit gleicher Punkt- zahl den dritten und vierten Platz. Im Klassement siegte der Favorit Tonani mit 1019 Punkte vor van Kempen, Buschenhagen und Petri, der zum Schluß des Rennens das Publikum gegen sich hatte. In den drei Dauerrennen startete Walter Sawall jedesmal als M.il- mann. Der Exweltmeistsr überragte alle um eine Klasse, gegen ihn hatten Bauer, Bergomini, Blekemolen und Earpus nie eine Chance. Im ersten 30-Kilometer-Laus mußte Sawall bis zu vier Runden Bor- gäbe ausholen. Schon beim 10. Kilometer hatte er sich den driften Platz erkämpst und vom 20. Kilometer übernahm er bis zum Schluß die Führung. Die jalgenden Plätze belegte Corpus vor Bauer, der weit zurück blieb. Die Einteilung der Vorgaben für die beiden nächsten Läuse geschah aus Grund des Zlbschneidens der Teilnehmer im ersten bzw. zweiten Lays, ober diese Vorgaben waren für de» sich verabschiedenden Meister kein Hemmnis, auch in den beiden Schluß-Handikap» mußte has Feld dem Meister die Lorbeeren über- lassen. Blekemolen, der im zweiten Lauf mit vier Runden Vorgabe bedacht wurde, landete 20 Metxr zurück aus dem zweiten Platz. Interesiant war der letzte Lauf des Handikaps. Nach hartem Kampf mit dem Holländer Blekemolen tonnte Sawall kurz vor Schluß des Rennens abermals die Führung an sich bringen. Blekemolen wurde auch in diesem Lauf zweiter, 25 Meter hinter dem Sieger. Berga- mini, mit fünf Vorgabernnden bedacht, sichette sich mit 48t) M?tr zurück noch den dritten Platz: vierter: Bauer, 635 Meter zur � fünfler: Corpus, 2800 Meter zurück. Vom D. 1314 gesehen. 3m Mugzeug über dem Reichstag. 11 Uhr. Der Berliner Zentrolflughafen liegt unter einer leichten ftcbelschicht, die den Häusergürtel in Neukölln und Tempelhof mehr erroten als erkennen läßt. Ein Sportflugzeug, das soeben auf- gestiegen ist, verschwindet zur allgemeinen Verblüffung dicht über unseren Kopsen, obwohl es soeben noch ziemlich deutlich und groß zu sehen war: so tief hängen die Wolken.— Gleich danach taucht es wieder auf mitten im blauen Himmels Der Nebel zerreißt. Die Sonn« bricht durch. Vor den Hallen und dem Hauptgebäude steht ein Dutzend Großflugzeuge der Lufthansa, einige davon mit langen schwarzen Traucrwimpeln an de» Flügeln.' Die Feier im Reichstag ist längst im Gange. Erst gegen'?e12 werden die journalistischen Gäste der Lufthansa aufgefordert, Platz in einem der fünf d r e i m o t o r i g c n F l u g r i e s« n zu nehmen, die zum Ehrengeleit für den taten Dr. Stresemann auf- geboten sind. Man schaut unruhig und etwas ungeduldig auf die Ilhr: zehn Minuten vor 12. Um diese Zeit sollte die Feier im Plenarsaal beendet und ihre Fortsetzung auf dem Platz der Republik bereits im Gange sein:„Ach was!" meint ein Fachmann,„in höchstens fünf Minuten sind wir am Reichstag." Ein Flugzeug nach dem anderen rollt und steigt auf, ein Abstand von etwa 2lX> Metern trennt die einzelnen Apparate. Wir sitzen im D. 1314. Man überfliegt zunächst die Neuköllner Laubenkolonien am slld- östlichen Ende des Tcmpelhofer Feldes, dann das Neuköllner Häuser- nieer— der Wolkenkratzer von Karstadt scheint den Hals zu uns hcroufzustrcckcii. Der Höhenmesser zeigt 200 Meter. Der Urban- Hafen. Die Städtische Sparkasse am Mühlendomm zwischen den Armen dor Spree, die aussieht wie die Pappfestung in einem Blei- soldatcnspicl von anno dazumal. Dicht unter uns das Rote Haus. Ein scharfer Bogen»ach Westen: Wir fliegen jetzt über der Stadtbahn. Eine endlos schmale Gerade zeigt uns die Friedrich- st ra ß c. Und gleich danach taucht der Reichstag aus dem Dunst heraus. Es bleibt noch diesig, obwohl die Sonne über den Platz der Republik scheint und sich ziemlich grell in der Spree wider- spiegelt uhd den fürchterlichen Engel auf der Siegesfäule goldener denn je schimmern lqßt. Man erblickt die riesigen Menschemnasscn um das Bismarck-Denkmal herum, die Abgeordneten auf der Frei- I treppe, die Schupoabteilung davor und den vierspännigen Trauer- wagen dazwischen. Aber ehe das Auge alles richtig erfaßt hat, ist olles bereits cnt- schwundcn: Brandenburger Tor und Pariser Platz fesseln den Blick— auf wie lange? Auch die sind schon längst vorüber. Indessen sollten wir Gelegenheit haben, olles gründlicher zu beobachten, indem wir jeden Fleck zwar immer nur auf wenige Sekunden, aber u m so häufiger erblickten: wir kreisen in weitem Bogen um den Reichstag herum, einmal, zweimal, fünfinal, achtmal. � Herr von K a r d o r f f redet noch immer. Man sieht das weiße Blatt seines Manuskriptes sich auf und ob bewegen, ihn selbst kann man natürlich, zumal auf dem schwarzen Hintergrund, nicht erkennen. Mustergültige Ordnung herrscht, von oben gesehen, am. Brandenburger To r und am Pariser Platz. Die langen, schmalen braungclbcn Ketten, die man zunächst in ihrer Gradlinig- kcit für Bordschwellen holten konnte, erweisen sich bei näherer Bs- trachtung als die tadellos ausgerichteten EHrcnspalierc des Reichsbanners. Allmählich wird das dauernde Herumkreisen etwas monoton, außerdem ist man der schiefen Lage etwas überdrüssig, in der sich das Flugzeug fast ständig befindet. Endlich hat sich der Trauerzug in Bewegung gesetzt— aber nur langsam! Zweimal noch macht das Flugzeug den riesigen Bogen, bevor der Trauerwagen den Platz vor dem Brandenburger Tor erreicht. Dann, senkt es sich ein letztes Mal, als Gruß für den Toten,.um etwa 50 Meter, und steigt wieder zu seiner ständigen Höhe von 200 Meter empor. Jetzt ist es noch einer halben Stunde zum ersten Male wieder in normaler wage- rechter Lage. Das Schienennetz des Potsdamer und des Anhalter Bahnhofes zur Rechten, zur Linken der Belle-Alliance-Plotz und das „V or w ä r t s"- H a u s. Wenige Sekunden später hört plötzlich das Krachen der Motoren auf, die Propeller drehen sich zwar noch, aber nur mit stark verminderter Tourenzohl, das Flugzeug senkt sich drei Sekunden lang, als stürzte es herunter, die Menschen auf dem Tempelhoscr Feld werden einzeln deulliä) erkennbar, das Flugzeug wird kurz vor deni Boden wieder aufgefangen, ein starker Ruck, mir sind gelandet unmitelbar vor der Flugzeughalle der Lufthansa, in die der Apparat langsam hineinrollt. In diesem Augenblick wird der Trauerwogen— bestenfalls— das Brandenburger Tor erreicht haben! V. Soli. Stresemann im Völkerbund. Was der Genfer Generalsekretär sagt. / Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, der an den Beisetzungsfeierlichkeiten teilnahm, sagt« über die Rolle Stresemanns u. a.: „Dr. Stresemann Hot sich nicht nur das deutsch« Volk zu Danke verpflichtet, als er es in den Völkerbund führte und ihm dort durch seine Tatkraft, den Reichtum seiner Gedanken und den Zauber seiner Persönlichkeit den bedeutenden Platz sichert«, den es heute in Genf einnimmt; Dr. Stresemann hat darüber hinaus den vösterbund selbst gefördert und gefestigt, indem er ihm die unermüdliche Mitarbeit seiner besten Lebensjahre scyankt«. sich mutig und kraftvoll mit seiner ganzen Persönlichkeit für das neue Werk einsetzte, seinen unerschrockenen Glauben an die notwendige friedliche Zusammenarbeit unter den Nationen und sein festes Vertrauen in den Völkerbundgedanken bekundet«. Gustav Stresemann stand bis zum letzten Augenblick in der ersten Reihe derjenigen, die den Völkerbund mit II e l> e r ze u g u n g de- jahten und dadurch, daß sie ihre persönliche Autorität in seinen Dienst stellen, die Autorität des Bundes und damit seine Wirksamkeit für den Weltfrieden zielbewußt erhöhten." Die Umwandlung des Völkerbundes. Der Nachruf der Deutschen Liga für Völkerbund lautet: „Die Deutsche Liga für Völkerbund und mit ihr alle, die in der Organisation der Staaten die Grundlage für die Sicherung des Weltfriedens sehen, betrauern in Dr. Stresemann den großen curo- päischen Staatsmann. Cr war es, der das deutsche Volk in den Völkerbund hineinführte und ihm im Rate und in der Versammlung der Völker ein« gleichberechtigte und hochgeachtete Stellung erkämpfte. Der in ihm verkörperten Politik ist es zu verdanken, wenn der Völkerbund, der als eine Organisation von Siegennächten ins Leben trat, zu einem Bunde wird, der ollen Mitgliedern die gleiche Freiheit gewährt, in Frieden und Sicherheit für dos eigene Beste und für das Allgemeinwohl der Menschheit zu ringen. Die Deutsche Liga für Völkerbund verliert in Dr. Stresemann nicht nur ihren hervorragenden Ehrenpräsidenten, sondern auch ihren tackräf- tigen Förderer. Er war überzeugt davon, daß die Arbeit, die im Völkerbünde von den Regierungen geleistet wird, die politische und wirtschaftliche Wirklichkeit nur umgestaltet, wenn eine Bewe- gung der Völker die Genfer Arbeit unterstützt, kritisiert und vor- wärlstreibi." Tie englische Völterbundgesellschaft verqnstaltet am Dienstag in London einen Gcdächlnisvolksdienst. Vom Internationalen Arbeitsamt nahm der 2. Direktor Butler an der Beerdigung teil. Achtung! wichtige Fiinklionärsihung. 39. Abt. Heut«, Montag, 20 Uhr, wichtige F u n k t i o n ä r s itz u n g. in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstraßc 3. Niemand darf fehlen. Seinen achtzigsten Geburlslag feiert heute Genosse Wilhelm Pelz er. Bereits mit Ist Jahren schloß sich Genosse Pelzer der Parteibewegung an, der er während seines ganzen Lebens die Treue hielt. Seinen Geburtstag, an dem wir ihm unsere besten Wünsche für das nächste Jahrzehnt übermitteln, verlebt Genosse Pclzer im Hufeland-Hospital, Hans 2, Zimmer 49. Einbruch in die Französische Boifchafl. Für 30000 Mark Schmuck erbeutet.— Hohe Ve'.ohnung ausgesetzt. Ein schwerer Einbruch, bei dem den Tätern sür über S0 000 Mark Schmucksachen in die Hände sielen, wurde am Sonnabend abend in der Französischen Botschaft am Pariser Platz 5 cnldeckt. Das Botschaftsgebäude ist zurzeit mit einem Baugerüst um, kleidet, weil Ausbesserungen vorgenommen werden. Auch im Inner:» werden Räume renoviert. Während der Arbeiten hatte der Botschafter M. de M a r g e r i e, am 20. August mit einem Teil des Personals das Haus verlassen. Zurückblieben der Hausmeister und einige Diener. Nachts wird das Haus, auch im Innern, bewacht. Keiner hat aber irgend etwas Verdächtiges bemerkt. Als nun der Botschaftschauffeur am Sonnabend nachmittag durch den an der Hinterseite gelegenen Garten ging, fand er drei leere Schmuck» c t u i s aus der Erde. Er machte von dem Fund sosort dem Haus- merjtcr Mitteilung. Als ani Abend M. de Margerie zurückkehrt� um an den B c i s c tz u n g s f c i c r l i ch k e i t e n für den verstorbe- ncn Rcichsaußemninister teilzunehmen, wurde ihm der Fund ge- meldet und er erkonnte die Etuis als Eigentum seiner verstorben-n Gattin. Die Kriminalpolizei wurde benachrichtigt und Kriminal- kommissar Büsdorf mit mehreren Beamten zur Untersuchung ent. sandt. Es ergab sich, daß im Schlafzimmer des Botschafters, das nach dem Pariser Platz zu liegt, ein Schreibtisch von dem Diebe geschickt geöffnet worden war. Auf den ersten Blick war keine Beschädigung zu entdecken. In dem Schreibtisch bewahrte der Bot- schofter den Schmuck seiner verstorbenen Gattin und eigene Sachen auf. Der gestohlene Schmuck hat einen Wert von über 80 000 Mark. Wie der Dieb sich in dos Gebäude eingeschlichen hat, weiß man noch nicht. Am Sonnabend früh sah der Pförtner an der Garten- seile im Erdgeschoß ein Fenster offen stehen. Es führt zu einem Borraum. Der Dieb kann sowohl an dem Baugerüst emporgeklettert als durch das Fenster an der Gartenseite eingestiegen sein. Für die Wicderbeschaffung des Schmuckes wird eine hohe Belohnung aus- gesetzt werden. Mitteilungen erbittet Kriminalkommissar Büsdorf, Zimmer 132b, Anruf 215 im Polizeipräsidium. Sie werden auf Wunsch vertraulich behandelt. >1ontsx, 7. Oktober. Berlin. 16.05 Hans Ullendorf!, Kew York: Taffesiragen der Amerika-Ausfuhr. 16.30 Konzert. 1. W. A. Mozart: Divertimento für Violine. Viola und Violon- cell(K.-V. 573)— 2. L. van Beethoven: Streichtrio D-Dur, vp. 9 Nt. I. (Nicolas Lambinon, Frieda Mosheim, Godfried Zcelander.) 17.30 Walter von Molo liest ciKenc Dichtungen. 1,8.00 Unterhaltungsmusik. 19.10 Schabcrt-Lieder.(Johannes Willy, Bariton. Am Flügel: Willy Jaegcr.) 19,35 Dotninicus: Luftsport und Publikum. 19.45 Dr. med. Ernst Rothe; Soll man optimistisch sein? 20.10 Aus der Singakademie: Sinfonie-Konzert. Dirigent: Generalmusikdirektor Carl Schuricht. 1. O. F. Händel: Öuv. D-Dur.— 2. Paul HintJ-mith: Kammermusik Nr. 4(Violinkonzert op. 36 Kr. 3).(Konzertmeister Maurifs van den Berg.)— 3. Max Reger: Variationen und Fuge über ein luttigcs Thema von J, A. Hiller. op. 100(Berliner Funk-Orchester). 22.30 Funk-Tanz-Unterriclit. Anschließend, bis 0.30: Tanzmusik. Wahrend der Pause: Bildfunk. Königs Wusterhausen. 16.00 Englisch(kulturkundlich-literarische Stunde). 17.30 Dr. Johannes Günther: Geschichte der Fabel. 18.00 Dr. M. H. Boebm: Volk, Staat und Nation. 18.30 Englisch für Anfänger. 18.55 Rittergutsbesitzer Reinhardt: Diingcmittcllehrgang. 19.20 Eduard Voigt: Aus der Praxis des Motorradfahrcis. weiter für Berlin: Heiter bis leicht wolkig, nachts sehr kühl. Tagcstempcraturen wenig verändert. Für Deutschland: Nachts kühl, vielfach Morgensrost, auch am Tage ziemlich kühl, im Westen wolkig, im Osten ziemlich heiter. SfronlTDoril.»üt die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin: Anzeigen: Th. Stocke. Berlin. Berlag: Borwoelo Bering(5. m. 6. S.. Berlin. Druck: Borwijr:, Buch» druckerei und Berlagsanstalt Banl Einger& Co.. Berlin ED 68, Lindenltra�e i Hierzu 1 Bcilagr. DeMiitaMMM sauanschifigeri Die Drallchenversammlung findet nicht am 8., sondern am Cicnstag. der» 16. Ottober, in dewsellieo Lokal statt. Vonnervtag, de« 10. Ottober. oben»« pi.o Uhr, im Voroerksihosl»- hau«. Sagclnfcr 24 26(Grober Saal) Branchen- Versammlung der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, Eicher u. Eicherinnen Tagesordnung 1. Bortrag: Das Problem der Arbeits- Io!en>Versicherung. Referent: Kolirge Emil Barth. 2. Diekulfio». -i. Branchenaiizetegenheiten. Rliigiiedsbuch, mit einem der obigen Bcriifc versehen, legitimiert. S» ist Pflicht �ebes�Kollegen.»Lnkllich • zu erscheine». : OrtoTcrwaltaBfi. kr""-■■ i». i., T lieblet, Cichlspiele usw.| Montag, 7. 10. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 213 19 Uhr sMlMl Staats-Oper Am PI.d.Republ. Vorst 59 19', Uhr Don Giovanni Montag, 7. 10. Stadt. Oper Bismarcks tr. 20 Uhr WoHene UIIddi StaatLSduosph. am SendarmMmirkt R.-S. 51 20 Uhr Hans Im Sdioakenlodi Stasll. Schiller-Theater, Cliarltli. 20 Uhr DerKaufmaonmoVanedio ■rrtimr»—■ Volksbühne Tbuter aratlllovglili 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regie: Karl Heinz Martin Staat!. Sdiiller-Tli. 8 Uhr Der Kaufmann von Venedig Staatsoper AmPI.d Republik 7>.- Uhr Don Giovanni Plsctlor- Bahne 8 Uhr OerKenfmann von Berlin Netropol-Tb. Tägl. S'Jt Uhr Narlelfa Uoilk v. Oskar Straas Käthe Donth Mldiacl Bohnen Luslsplelbaas Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich SVe Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Theal. d. Westens Täglich SV* Uhr Der Welt er folg Friederttte Musik von frams Ltbar Rose- Th eater, Gro.hr Frankforicr Sir. 1 3 2. Billeitkaue: Alexander 3422 Täglich 8.15 Uhr Die Weber von Gerhard Haapimaca Jeden Mittwoch 5.00 Uhr Das tapfere Schneiderleln Jeden Sonnabend 5.00 Uhr und jeden Sonntag 2.30 Uhr Schneewittchen Reichshallen-Theater Abends[ bJ Sonntag nacjim. 1 3 1 Des großen Andrangs wegen immer noch das Fest- Prog ra rn m mit der ulkigen Schluss-Revue: ,Bel He Stetliaer Billettbest Zentrum 112 63. Dönhoff- Brett«: Iet6— Tanz— Konzert, CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. neu! Täglich SV« Uhr RCU! uertagte Hochzeltsnacht! und ein erstklassiger bunter Teil. Fflr unsere Leser Gutschein fflr 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M-, Sessel 1.75 M., SoiuUge Prent; Parkett u. Ring 0.80 M. ri|l. 2»untell. S n<$7, Ulr BaiUresu it-t liniere nerren Prell«: «,cd«ni-,t S üür M PI. Iii 3 Mark Tlzt. 17; r Sout. S Ulr 1 klt( Berk Charlie Rivsl. 3 Whir!*inds, Long Tack Sern osw Tägl. S u. S» Sonnt. 2. 5ii 8" I Alex. F. 4. 8066 INTERNAT. VARIETE Renaissance- Theater Täglich 8';. Uhr STEMPELBRUDER Schauspiel von Duschjnsky. Regie: Gust. Härtung. tteinolatr C 1. 0801 u. 2583/84. Vorverkauf auch im Pavillon der Rein hardtbühnen, Kurflirstcndamm, Ecke Uhlandstraßc Bismarck 448/449 D.I. Norden 12310 S-Us Ende gegen II Die Fledermans Musik v.Joh.Strauß. Regie: Max Reinharde Dirigent H. W. Korngo Id. Aussiattg. L-Kaine Kammerspiele D.I. Norden 12310 8Vr, Ende gegen 107» Der Dnwiderstehlielie Komödie von Gdraidy und Spitze: Regie: Gustal Griindgens Die Komödie J1 Bismck.2414/7516 87a Uhr Ende geg. 107, Uhr KolportaCe Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel SanowskHOiiBeii Theater i« dar kSfliggritzar Straße 87a Uhr flannibalante portas Kpmödlenhaus Täglich 8V, Uhr Scritiliys Joppen {iotl die besten Lustspiel von Julius Berstl Trianon-Th.�r Täglich 8". Uhr Der or.Lnitsplelerlola Das kamml doch alle Tm vor Johanne* Riemann, Vllma v. Aknay, Max Landa, Lotte Klindcr Lessing-Theater Norden 10846 Gruppe fanger Schauspieler Täglich SVf Uhr cyankali I 218 von Frledrlfli WoH Direktion '3r. Robert Kleir Denlsches Xilnstier-Theal Barbarossa 3937 8',a Uhr Die andere Seite Berliner Mer JönlioH170 SVa U. Zwei Irawatien von Georg Kaiser Musik Spolianskv Kleines Kieat. Merkur 1624 Täglich 87. Uhr Max Adalbert als Nante am Flügel Rudolf Nelson Többi. am Koiio. lo: Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr auci Sonnt. nachm. 3 U. Ellüe- sanger Dtmopptlte 41 Villi.Ein Veit- re ordd. Lach." Planeiarlnm — am Zoo....... Verilni. Jcadiimitha'crlitraB' B. 5. Barbarossa 5578 16 bis 19 Uhr Llcht- Bildsrausstedung 19bis IQVi Uhr Oer AbeRdbimmel 20'. Uhr Das Wettall im Lichtbild 8 Uhr M'"«' aNZEitsüN In der Geaamtauflage de» ,Vonvirts'«ind beaonder» wirksair und trotzdem vehrimiiä! Möbelkänlee meete fltebit unb bar Sfiöbelbazar. arohe Auswobl. Heine Preise! ..... Beilniele: schlat.vmmer 455. Speisezimmer 343, Serrenzimmer SWL ecitacUt ranke 118, Rnrichietüchcn 75, Klciderlchränte 48. zäclzbeitllellen 48. Chailelonaues 28. Mciallbelten 18. Aufleaemairaaen 13. cpnftiqc Möbel entsprechende Preiie. Tcilzabluna aulschlaasrci. Wochcnraten. Monalsraien. fileine Anzablunaen. Kalsa-Rabaitc bis zehn Prozent. Kredite bis zwei Jahre. Mäniae Zinsen Soaupt. aeschäkt 6t«a!ik. Echlohsirahe 107: 2. Se. Ichäst Neukölln. Sermannplab 7: 3. De» Ickält Belle.Rlliancc.Dirahe 85. Unter» arnndbahn: 4 Itllchenabieilnng: Neu. kölln. 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