Morgenausgabe Ar. 427 A 240 46. Jahrgang «iq-olllch ÄS 5t. raonatfilt UO K. Im»or»u» zahlbar. Pallbezuz<22 M. »taschlie�llch 60 Pfg. Pastzritung». m» b 7! Vlg. Bastlxft-llzedührru.«uslanh» «bonnrm«« 6.— M. pn VtanaL £ci.Sormärt»*«Idjelm wachrnlhL. lid) zweimal. Eonntoga und Manko?» einmal, die Abendausgaden für Verlin und im Handel mil dem Ittel.Der Bbenl)-. Illustrier» Beilagen.Volk und Zelt- und.Ztinderfreund'. Ferner .Unterhaltung und Wissen�,.Frauen. fstmme-.Technik-..Blick in de, Bucherwelt- und.Jugend-vorwirt»- Berliner Voltsblatl Zreitag 11 Oktober 1929 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Stt«lfi|pai!iga AonparnHejefU 80 Pfennig. Retlamezetle 5.— Reich». mark.„Kleine Anzeigen' va, letlgG- oruckte Wort 2ö Pfennig tzulässlg zw»« kttgedruckte Porte), jedes weiter» Won 12 Pfennig. Stellengesuch» va? erit, Wort 15 Pfennig, jedes wener» Don 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zödlen für zwei Worte Arbeitsmork« Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil» <0 Pfennig. Anzeigenannahme im�aupt« Feschäfi Lindenstraße 3. wochentöglich von B1/} bis 17 Uhr. Äentvalovsan der Sozialdemokratischen Partei Veutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Frrnsprecher: Dönhoff 292—297. Tclrgramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 S36.— Bankkonto: Bank der Arbeilcr. Angestellten und Beamten, Wallstr. KS. Diskonto-Gefellichaft, Depostlenkasie Lindenstr 3. Oer Kern des Skandals. Moralische Züchtigung der Verleumder. China und die Zwangsverträge Aantings Kampf um die Gleichberechtigung. Die gestrige Stadtverordnetensitzung hat- einstimmig einen sozialdemokratischen Antrag angenommen, der strenge Prüfung aller mit der Angelegenheit Sklarek zusammenhängenden geschäftlichen und dienstlichen Vorgänge, sowie das Verhalten aller mit dieser Frage in Zusammenhang stehenden Personen oerlangt und dar- über hinaus eine Nachprüfung des gesamten Geschäfts- und Betriebsgebarens des S t a d t b a n k. Sie hat ferner beschlosten, Oberbürgermeister Pöß zurückzurufen. , Die Sensationsmacher und Verleumder, die Hetzpresse und mit ihr die Kommunisten, hoben in dieser Sitzung eine Z:er schmetternde moralische Niederlage erfahren. ' Durch die Rede des Bürgermeisters S ch o l tz, vor allem aber durch die temperamentvollen Ausführungen des Vor- fitzenden der sozialdemokratischen Stadtverordnctenfraktion, F l a t a u, die wie ein reinigendes Gewitter wirkten, ist die Wolke der Verleumdung zerstört worden, und der K e r n der Angelegenheit tritt wieder klar hervor. Es liegt vor ein Millionenbetrug, den die Brüder Sklarek an der Stadtbank verübt haben. Es liegt die Tatsache vor, daß die Kontroll« an der Stadtbank völlig unzureichend und sträflich lässig war. Ob dabei'strafbare-Handlungen und Unterlassungen vor- gekommen sind, muß die Unkersuchung ergeben. Die Sozial- demokratie hat von Anfang an auf strengste Untersuchung gedrängt. Es liegt ferner die Tatsache vor, daß der kommunistische Stadtrat Gabel seinerzeit den Vertrag mit den Sklareks eigenmächtig verlängert hat. Hier hat die kommunale Aufsicht versagt. Es muß Vorsorge getroffen werden, daß sie strenger gehandhobt wird. Dieser Kern der Sache ist verdunkelt worden durch das Geschrei von Zeitungen und Leuten, die beim Skanda! und mit dem Skandal Geschäfte machen wollten. Die Art des Einkaufes einer Riesenstadt ist ein ernstes Problem, das durch Mittelstandsgeschrei und Er- klärungen des Einzelhandels nicht gelöst wird. Man erzähle uns nicht, daß der Handel einzig und allein das Bestreben hätte, möglichst gut und möglichst billig zu liefern! Die Er- fahrungen sprechen dafür, daß alle privaten Interessenten das Bestreben haben, möglichst teuer zu verkaufen und mög- lichst viel zu verdienen. Die Interessen der Stadt müssen gegen die Interessenten gewahrt werden. Die Bestrebungen, mit Skandalgeschrei einen privatwirtschaftlichen Fischzug bei der Stadt einzuleiten, werden auf energischen Widerstand der Sozialdemokratie stoßen. Wir verstehen wohl, daß das Skandalgeschrei von Wahl- interessen und von dahinterstehenden Privatinteressen be- stimmt wird, die sich jetzt als Reiniger gebärden! Zu ihnen haben sich die politischen und journalistischen Geschäftemacher gesellt. Sie haben eine Wolke schamloser Verleumdungen verbreitet, und haben dabei von den Haupt- punkten abgelenkt. Sie sind gestern gestäupt worden. Kleider und Pelze, Jagdvillen und Rennbahntips und Herrenparticn, taktloser Verkehr von städtischen Funktionären mit protzig auftretenden Geschäftemachern— von denen natürlich kein Mensch ahnte, daß sie obendrein Betrüger waren— das ist nicht das Entscheidende. Hier kann rasch und gründlich Ordnung geschafft werden. Die Sozialdemokratie versteht es, Ordnung zu schaffen. Bei sich, aber auch in der Verwaltung. Ihre Arbeit in der Berliner Verwaltung war für die Stadt wie für die Beoölkc- ruug nutzbringend. Sie ist nicht mit lautem Reklamegeschrci begleitet worden, war dafür aber um so wirksamer! Ihre Leistungen für die Bevölkerung sind ansehnlich. Eben deswegen hat sich gegen sie ein gehässiger Ansturm erhoben, der Versuch, ihre Leistungen im Lärm der Skandal- scnsation und im Gestank der Verleumdung zu ersticken. Dieser Versuch ist zwecklos. Die Sozialdemokratie ist ent- schlössen, bei sich selbst nach dem Rechten zu sehen— aber ebenso entschlossen, alle Sch mächen und Fehler in der Kommunaloerwaltung syste- matisch auszumerzen. Es gibt noch genug Fehler aus der Zeit her, wo die Stadtverwaltung eine Domäne des Bürgertums war, und die Erinnerung an Fälle von schäm- loser Ausbeutung städtischer Interessen aus dieser Zeit ist noch recht lebendig! Die Sozialdemokratie' moralisch zu diskreditieren, das war das Ziel des Hetzfeldzuges der letzten Tage. Er hat gestern den Hetzern und Verleumdern selbst eine wohl» verdiente moralische Züchtigung gebracht! Giahlhelmgeschrei. Erklärungen der preußischen Regierung. Der Stahlhelm stürzt sich in seiner Wut über die Auflösung auf den ganz nebensöHlichcn Punlt der Auflösungsverordnung, daß Seldt« bei der Kriegsübung von Langenberg zugegen gewesen sei; er behauptet, daß sein alleroberster Kriegsherr an den betreffenden Tagen der Reichshauptstadt die Ehr« seiner Anwesenheit geschenkt habe. Die preußische Regierung sagt dazu, daß in den Stahlhelm- organen für Westdeutschland die Teilnahme Scldtes an dieser Uebung ausdrücklich angekündigt war und das Manöver zweimal mit der Begründung verschoben wurde, Seldt? habe gerade keine Zeit. Wichtiger ist eine Erklärung der preußischen Regierung, wenn sie auch nur selbstverständlich ist/ daß keinerlei Einwirkung aus, ländischer Mächte die Auflösung angeregt oder herbeigeführt hat. Auch das Reichsaußenministerium ist von der bevorstehenden Aus- lösung durch Preußen in Kenntnis gesetzt worden. Ausdrücklich wird betont, daß irgendein Vorgehen gegen die Ausschüsse des Hugenberg-Bcgehrens weder ange» ordnet noch ausgeübt wurde. Wenn ein solcher Ausschuß im Stahlhclmbureau untergebracht war und die Polizeibeainten bei der Beschlagnahme der Stahlhclmpapiere auch Material der 5)ugen- berg-Aktion mitgenommen haben sollten, so wird es selbstverständlich alsbald zurückgegeben werden. * Stahlhelm und Hugenberg-Block erheben ein Protest- geschrei wegen der Auflösung des Stahlhelms in Rheinland- Westfalen und der damit verbundenen Haussuchungen. Der Hugenberg-Ausschuß stützt seinen Protestlärm darauf, daß bei Slählhelmsührern Volksbegehrensmaterial mit beschlagnahmt worden sei. Soweit dies der Fall war, ist es wieder frelge- geben worden. �, Der Hugenberg-Ausschuß hat sich diese vorübergehende Beschlagnahme selbst zuzuschreiben, da er sich mit einer gegen die Gesetze verstoßenden Organisation verbunden und sein Material in deren Bureaus aufbewahrt hat. Nach bewährter Methode schreit dieser Ausschuß über Verfassungsoerlctzung und ruft nach Bestrafung der Schuldigen. Neuer Zuchthausparagraph gegen Preußenregierung und Reichsregierung gefällig? Daß doch immer gerade die Herrschaften, die sonst auf die demokratische Verfassung pfeifen, am lautesten über Ver- fassungsverletzung schreien, wenn sie bei Vorbereitungen zum Angriff gegen die Verfassung ertappt werden, wie es beim Stahlhelm unzweifelhaft seit langem der Fall ist! Sie propagieren die Diktatur, fordern aber, daß die Re- gierung. ihren staatsseindlichen Tendenzen liberal und tolerant gegenüberstehe bis zur Pflichtverletzung gegenüber Staat und Verfassung. Sie können sich darauf verlassen: wenn sie glauben, die Heimwehrmethoden in Deutschland einführen zu können, so werden sie höchst unangenehme Ueberraschungen erleben— trotz ihres heuchlerischen Geschreis! Westarp muß interpellieren. Die deuischvationalc Reichstagsfraktion hat wegen des Verbots des Stahlhelms in Rheinlanb-Westsalen im Reichstag ein« Anfrage eingebracht. Die Seeabrüstungskonferenz. Amerika nimmt Einladung nach London an. Washington. 10 Oktober. Zm Auftrage der Regierung der vereinigten Staaten hat der amerikanische Geschäflsträger in London heule dem britischen Aus- wörtigen Amt die 71 o l c überreicht, in der Amerika die Einladung zur Londoner Seeabrüfiungskonferenz annimmt. Von?otvr Sarvy. Der Antrag Chinas, den Artikel IS der Völkerbundssatzung, der die Revision unhaltbar gewordener Ver- träge vorsieht, zur Wirklichkeit zu bringen, platzte bekcktint- lich in Genf wie eine Bombe. Zwar verfolgte dabei der chinesische Vertreter rein nationale Ziele. Die von W u geforderte Anwendung des Revisionsartikels 19 bildet in der Tat nur eine Etappe des unablässigen Kampfes gegen die seinerzeit China aufgezwungenen„ungleichen Verträge". Aber bald gewann der chinesische Antrag eine allgemeine Be- deurung. Er hat eine außerordentliche Erregung in den Reihen der Delegierten eines Teiles der Siegermächte hervor- gerufen, die befürchteten, daß damit Deutschland und den anderen besiegten Mächten ein Mittel in die Hand gegeben wird, die Revision der Friedensverträge zu verlangen. Da- gegen setzten sich die Vertreter der durch die Friedensdiktate benachteiligten sowie der außereuropäischen, dem Imperialis- mus ausgesetzten Nationen entschieden für die chinesische Initiative ein. Die Verallgemeinerung der von China ausgerollten Frage drohte anfangs die speziell chinesischen Interessen ganz in den Schatten zu stellen. Letzten Endes aber eröffnet die von einem Unterausschuß des Völkerbundes einstimmig angenommene Kompromißformel auch für China die Möglichkeit, nötigenfalls an den Völkerbund zwecks Revision der„un- gleichen Verträge" zu appellieren. Die Kompromißformel lautet nämlich, daß„jeder Vertrag oder alle Verträge, von denen ein Mitglied glaubt, daß sie unanwendbar geworden sind, oder daß ihre Fortdauer den Weltfrieden stören wird, in einer Form vor die Völkerbunds- Versammlung gebracht werden müsse, daß ihre Vorbringuyg durch den' Artikel 19 gedeckt wird." Es ist freilich eine ziemlich verklausulierte Formel. Jedoch ist es kaum zu bezweifeln, daß die China ausgezwungenen„ungleichen Verträge" unter diese Formel fallen, da sie wirklich„unan- wendbar geworden sind" und da„ihre Fortdauer den Welt- frieden stören würde". Es genügt, nur auf den kriegsgefähr- lichen Zustand im Fe r n e n O st e n hinzuweisen. Natürlich ist von der grundsätzlichen Bestätigung der Allgemeingültigkeit des Revisionsartikels 19 des Völkerbundpaktes bis zu seiner praktischen Anwendung in bezug auf die„ungleichen Ver- träge" der Großmächte mit China noch ziemlich weit. Immer- hin war der chinesische Vorstoß in Genf für die Siegermächle keine angenehme Überraschung. Kann denn in diesem Falle überhaupt von einer Ueberrajchung die Rede sein? Es war im voraus klar, daß die Nankingregiernng in ihrem Kampf um die Wiederherstellung der Souveränität Chinas auch an die durch den Völkerbundpakt gebotenen Mittel greifen wird. Und noch mehr! Die Nankingregierung wurde dazu durch die abneigende Haltung der Mächte in der Frage der Abschaffung der Exterritorialmächte gerade g e- zwangen. Bekanntlich bildet der Kampf gegen die„ungleichen Ver- träge" und insbesondere gegen die Vorrechte der Ex- t r r i t o r i a l i t ät» die China in seinem Verhältnis zu den Mächten in den Rang einer Kolonie herabwürdigen, d i e sitt- liche Idee der chinesischen Revolution. Das politische Ver- mächtnis des großen chinesischen Revolutionärs und Patrioten Dr. Sunjatsens stellt in den Mittelpunkt die Wieder- gewinnung der Souveränität Chinas und die Beseitigung der„ungleichen Verträge", wie er sie stempelte. Die Konsulargerichtsbarkeit wendet bekanntlich auf dieselben Delikte je nach der Nationalität des Angeklagten eine verschiedene Rechtsprechung an. Sie hat kein wirksames Mittel, um sich die Zeugenschast von Personen anderer Nationalität zu verschaffen. Sie bewirkt Komplikationen und Verzögerungen. Sie steht der Unparteilichkeit des Urteils im Wege, da die Konsuln ihren eigenen Volksgenossen gegenüber Richter und Partei zugleich sind. Wenn in den letzten Revolutionsjahren die Konsulargerichtsbarkeit auch allmählich oerschwindet, so besteht sie doch noch immer mit allen ihren Mängeln. Die gemischten Gerichte nehmen den chinesischen Behörden ihre Rechte auf uneingeschränkte Rechtsprechung nicht nur über Ausländer, sondern auch über chinesische Staatsbürger, die auf Konzesiionsgebieten(Fremdennieder- laffunqen) wohnen. Auf den, letzten Parteitag der Kuomintang-Partei im März dieses Jahres wurde daher die Abschaffung der Konsulargerichtsbarkeit und der Fremdenniederlassungen als das Hauptziel der chinesischen Außenpolitik festgesetzt. Bereits am 27. April wurden durch den chinesischen Außen- minister D r. W a n g die bekannte Note an hie fünf Vertrags- mächte gerichtet, in der die Abschaffung der Konsulargerichts- barkeit gefordert wurde. In der Note wurde u a. darauf hingewiesen, daß außer den vielen schon jetzt bestehenden gesetzlichen Bestimmungen schon ein bürgerliches und ein Handelsgesetz ausgearbeitet sind, die noch vor dem 1. Januar 193v in Kraft gesetzt werden. Modern eingerichter? Gerichts- Höfe und Gefängnisse seien im ganzen Lande vorgesehen. Die Note beruft sich darauf, daß gewisse Nationen(Deutsch- Vor Abschluß der Zündholzanleihe 500 Millionen für das Dfcich. wie die„Vossische Zeitung' witteilt, hängt der gestrige Vesuch des Präsidenten der Schwedischen Staatsbank mit Verhandlungen über eine Anleihe des schwedischen Zündholztrosts für das Deutsche Reich zusammen. Der Leiter des Schweden- trusts, Zvar Kreuzer, soll noch im Laufe dieses Tages gleich- falls in Berlin eintreffen, um an den entscheidenden Beratungen über die Schaffung eines deutschen Zündholzmonopol» teilzunehmen. Nach den Mitteilungen der„Dossischen Zeitung' soll die Anleihe 5 0 0 Millionen Mark betragen und ein« Laufzeit von 5 0 Jahren haben, lieber die Bedingungen schweben noch Der- Handlungen mit der Reichsbank und dein Relchsfinanzminifterium. Der bisher in Aussicht genommene Zinsfuß soll 6 P r o z. betragen. Als Gegenleistung für diese Anleihe soll in Deutschland e:n Reichsmonopol für Zündhölzer geschaffen werden. Da« neue Monopol erstreckt sich lediglich auf den Zündholzvertau f. Die Zündholzfabriken in Deutschland, die zu etwa 70 Proz. vom Schwedentrust beherrscht werden, bleiben also in privaten Händen. Dagegen dürfen die Fabriken ihre Erzeugnisse ausschließlich an das Monopol verkaufen, dem allein dos Recht zustehen soll, die Zünd» Hölzer zu»vertreiben sowie die Preis« für die Fabriken sowie für den Groß- und Kleinhandel festzusetzen. Wie die„Dossische Zeitung' ferner mitteilt, sind die Preise, die für die nächste Zeit in Aussicht genommen sind, in einem schon fertig vorliegenden Gesetzentwurf festgelegt. Der Reichstag wird über ihn zu befinden haben. De� Entwurf sieht eine Preiserhöhung vor. Da künftig das Reichsmonopol allein das Recht haben soll, Zündhölzer zu importieren, würde auch die russische Einfuhr, die im Lause dieses Jahres dem Schwedentrust mit wachsendem Erfolge Konkurrenz gemacht hat, unter Kontrolle kommen. Auch die Aus- fuhr von Zündhölzern soll dem Reichsmonopol unterstellt werden. Di« Zugeständnisse an den Schwedentrust.werden also in erster Linie in der Preisfrage und in der Ausschaltung der jetzt noch existierenden deutschen Außenseiter sowie der russischen Konkurrenz liegen. Es war uns nicht möglich, vom Reichsfinanzmirtisterium eine Bestätigung für die Richtigkeit dieser Mitteilungen der„Bossischen Zeitung' zu erlangen. Unsere schweren Bedenken jjegen die Zündholzanleihe des Schwedentrusts haben wir bereits in Nr. 4.öü vom 28. September dargelegt. l a n d, Rußland!), die ihre diesbezüglichen früheren Borrechte in China ausgegeben haben, mit dem ihren Untertanen durch die chinesischen Gesetze gegebenen Schutz zu- friedengestellt seien. Leider hat die Rote der Nankingregierung ihr Ziel der- fehlt. Die Antwortnoten der Mächte ließen zunächst lange auf sich warten. Ihr Wortlaut verspricht keine allzu großen Hofsnungen. In ihrer Antwortnote vom 5. September weigert sich die amerikanische Regierung, auf die Ex- territorialität sofort zu verzichten, da die chinesischen Ge- richte bereits noch nicht imstande seien, die Interessen der Aus- länder zu schützen. Die amerikanische Regierung beantragt im übrigen, in Unterredungen über„die st u f e n w e i s e und teilweise Abschaffung der Exterritorialität" einzutreten. Auch die Antwortnote der englischen Regierung klingt leider ablehnend. Die Arbeiterregierung erkennt zwar, daß das System der Konsulargerichtsbarkeit mancherlei Mängel und Unzuträglichkeiten aufweise. Sie betont, daß sie die Be- strebungen zur Abschaffung der exterritorialen Rechte mit Auf- merksamkeit und Sympathie verfolgt habe, und daß sie auch ihre Bereitschaft zu erkennen gibt, zusammen mit der chinesischen Regierung das ganze Problem einer neuen Prüfung zu unterwerfen, und zu ermitteln, welche weite- ren Schritte zurzeit geschehen könnten. Bevor aber den an die Rechtsprechung zu stellenden Bedingungen nicht in weit größerem Maße entsprochen werde, als es anscheinend zurzeit der Fall sei, so schein« es der Arbeiterregierung kein« praktisch durchführbare Möglichkeit zu geben, al» das bestehende System der Bertragshäfen aufrecht zu er- halten, wenn auch in einer modifizierten �orm. In dieser Note der Arbeiterregierung kommt die gewisse Gebundenheit ihrer Außenpolitik nicht nur durch ihre Lage als eine Minder- heitsregierung, sondern auch durch die von ihr«ingeschlagene Politik der anglo-ameritanischen Annäherung zum Borschein. Immerhin ist die ablehnende, jedenfalls höchst reservierte Haltung der Auslandsmächte in bezug auf die Abschaffung der Exterritorialitätsrechte-«ine schwere Niederlage für die Nankingregierung, die ihr Prestige im Innern wie nach außen stark erschüttert. Es ist kein Zufall, daß die bolsche- wistische Presse die ablehnenden Antwortnoten der Großmächte mit Schadenfreude registriert. Es ist zwar nicht ganz klar, inwieweit die gewaltsame Aneignung der Ostchinabahn die in ihren Borrechten gleichfalls bedrohten Großmächte ver- anlaßt hatte, in der Frage der Abschaffung der Konsular- gerichtsbarkeit vorsichtiger vorzugehen. Unbestreitbar aber ist, daß diese ablehnende Haltung der Mächte die Stellung der Nankingregierung in dem ostchinesischen Eisenbahnkonflikt und in den schwebenden Unterhandlungen mit Moskau ungemein geschwächt hat. Es ist nicht verwunderlich, daß die Weigerung von fünf Mächten, auf die Exterritorialität zu verzichten, von der Nankingregierung dahin beantwortet wurde, daß China, falls der Verhandlungsweg versage, durch eine einseitige Er- k l ä r u n g die Privilegien der Vertragsmächte anfangs nächsten Jahres annullieren werde. Kaum ist aber dieser Weg für die Nankingregierung, die auf die Auslandskredite angewiesen ist, um den Neubau Chinas zu verwirklichen, praktisch gangbar. Die a u ß e n politische Schwächung der Nankingregierung droht jedenfalls auch ihre inner politische Stellung zu be- losten. Wieder regt, sich das Gespenst des. Bürger- k r i e g c s. Der„chriftlich-lowletistische" General F e n g schiebt nach wie vor seine„Auslandsreise" hinaus. Er lauert auf den gängigen Moment, um seinem Rivalen Tschangkai- schek' einen Todesstoß zu versetzen. Laut den letzten Nach- richten aus China hat der General W u f u l i n die Selb- ständigkeit der Provinz Hupey erklärt. Dabei habe er ver- kündet, daß er die Politik der Generale Feng und Ian-sin- tjchang gegen Nanking unterstützen werde. Aehnliche Alarm- Meldungen kommen aus der Provinz Kuangsi. Mögen diese Alarmnachrichten übertrieben sein, mögen die Generalsauflehnungen und Volksaufständ« zum gewissen Teil auf die Unterwühlungsarbeit Moskaus zurückzuführen sein, das durch die Lockerung der Nantingregierung sie in den Unterredungen über die Ostchinabahn nachgiebiger zu machen sucht. Es ist aber gar nicht zu bestreiten, daß die Haltung der Mächte in der Exterritorialitätsfrage die Stellung der Nankingregierung im Innern ungemein schwächt und gerade den Kommunisten in die Hand spielt. Dabei läßt es sich natürlich nicht von der Hand weisen, daß die partei» militärische Diktatur Tschangkaischeks durch ihre arbeiter- und bauernfeindliche Politik in der Hauptsache die Schuld an der Schwächung der nationalen Regierung trägt. Immerhin würde ein neuer Ausbruch des Bürgerkrieges in China«ins Katastrophe nicht nur für China selbst, sondern auch für die Außenwelt bedeuten. Die Großmächte müssen die Umstellung ihrer Chinapolitik beschleunigen, um ihr Ziel nicht zu verfehlen. Die Abschaffung der Exterritoriali- tät und der Fremdenniederlassungen ist eine geschichtliche Notwendigkeit geworden. Die Verschleppung dieser überreifen Frage wird sich grausam rächen. Kein Weltfrieden ist mehr ohne Gleichberechtigung der Nationen möglich. Berlin an Aanking und Moskau. Für Freilassung aller Verhafteten. Die Reichsregierung hat die Regierungen in Nanking und Moskau ersucht,„aus Gründen der Menschlichkeit auf die im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Konflikt gegen Privatpersonen getroffenen Maßnahmen' zu verzichten. Dieser Dorschlag gilt dem Ziel, Menschen die Freiheit wiederzugeben, die als Geiseln für politisiche Interessen in Haft gehalten werden. ver Vorschlag der Rcichsregierung ist darauf zurückzuführen, daß sie die Sowjetinteressen in Ehina und dte chinesischen Interessen im Gebiete der Sowjetunion seit dem russisch-chinesischen Konflikt vertritt. Da» neu« Republik- Sckiuhgeseh. Gegenüber anderslautenden Meldunzen der Presie wird festgestellt, daß der Rcichsminister des Innern nicht beabsichtigt, die Bestimmungen des alten Republik- Ichutzgefetzez über Aufenthaltsbeschränkungen in das neue Gesetz wieder aufzunehmen. Für das hugenberg- Begehren sind nach der Feststellung des Reichswohllciters<127889 Stimmen erforderlich. DI« pariser Ausgabe der„THIcago Tribüne' berichtete gesterix, dob Genolle Hermann Müller in einer Kabinettssttzung feine Absicht geäußert hätte, aus Gesundheitsgründen zurückzutreten. Das B.att nannte bereits Severing als den mutmaßlichen Nachfolger Müller.» als Reichskanzler. Diese Meldung, die übrigens von Paris aus Eingang in die englische Presse gefunden hat, ist eine Erfindung. Gegen die Hugenberg»Lüge. Rundfunfrede des NeichSjustizmimfiers. Auf amtliche Veranlassung wird das Nundfunkpro» gramm am Sonntag, dem 13. Oktober» abends 7 Uhr, eine Aenderung erfahren. Herr ReichSminister von Guörard spricht an Stelle der vorgesehenen Veranstaltung vor dem Mikrophon der Deutsche« Welle über„Das Volksbegehren". Auch dieser Vortrag wird wiederum von samtlich«« deutschen Rundfunksendern verbreitet werden. Das weitere Programm ist wie folgt festgelegt: Dienstag, IS. Oktober: Ministerpräsident Braun; Freitag, 18 Oktober: Reichsernährungsminister Diet- r i ch; Sonntag, 20. Oktober: preußischer Innenminister Grzesinski; Dienstag, �22. Oktober: Reichspost- minister Dr. S ch ä h l. Diese Vorträge werden von Berlin aus ebenfalls ans alle deutschen Tender über- tragen. Als Zeitpunkt ist 7 Uhr abends festgesetzt. Hugenberg kneift. Der U« b« r wa chu n g saus schu ß für die Deutsche Welle hak dem Dater des Dvlksbegehrens, Herrn Hugenberg, dieser Tage den Vorschlag machen lassen, gleichzeitig mit einem Gegner des Volksbegehrens in Red« und Gegenrede vor dem Mikrophon über den Aoung-Plan zu sprechen. Das Zwiegespräch sollte auf alte deutschen Sender mit rund< Millionen Hörern übertragen werden. Hugenberg hat diesen Vorschlag ohne weitere Erörterungen abgelehnt, obwohl auch die deutschnationalen Mitglieder de» Ueberwachungsaueschusses ihm nicht nur zugestimmt haben, sondern geradezu begeistert von ihm gewesen sein sollen. Man fragt sich: Was hat ihn abgehalten, den Dorschlag anzunehmen? Wie im Reichstag, fo geht er auch jetzt jeder sachlichen Auseinander- setzung ans dem Wege. Seine Press« wird dennoch weiter zetern über die ein. s« i t i g e Politisierung des Rundfunks. Oer Kreis verengert sich. Auch der Arbeiisaosfchuß gegen KriegsschuldlSge rückt ob. Der sogenannte Arbeitsausschuß deutscher Verbände sieht sich veranlaßt, öffentlich von dem Volksbegehren Hugenberg.Hitlcrs abzu- rücken. Er behauptet, daß seine Flugschrift„Zehn Jahr« Versailles— zehn Jahre Krieg-schuldlüge' von den Unterorganrsationen des Hugenberg-Ausschufses widerrechtlich verbreitet wird. Er habe gar nichts mit dem Volksbegehren zu tun. Aus dem Neichsrai. Arbeitslosenversicherungsreform genehmigt. Der Reichsrat hak gestern von der Novelle zum Gesetz über Arbeiksvermilklung und Arbeikslosenoersicherung Kenntnis ge- nommen, ohne Einspruch zu erheben. Ein staatsrechtlicher Vorstoß. Am Beginn der Sitzung de» Reichsrats gab der Vertreter Schleswig-Holstein namens der dreizehn preußischen Provinzialvertreter eine Erklärung ob. Er protestierte dagegen, daß die Reichsregierung über ihre auswärtigen Verhandlungen di« Ministerpräsidenten der Länder unterrichte, ober nicht den Reichs- rat. Die Provinzialvertreter würden sich die verfosiungswidrig« Ausschaltung nicht länger gefallen lassen, es gehe um die Wahrung der Würde der Provinzen und der persönlichen Würde ihrer ver- ireter. Die Reichsregierung erklärte sich bereit, dem Verlangen des auswärtigen Ausschusses des Reichsrats zu einer Aussprache über die Haager Konferenz zu entsprechen. « Der verstorbene Reichsaußenminister Dr. S t r e s«- mann pflegte am Schluß wichtiger außenpolitischer Konfe- renzen, wenn er vor den deutschen Pressevertretern den Ver- lauf und die Ergebnisse der Verhandlungen rekapitulierte, mit einem tiefen Seufzer zu bemerken, daß er damit eine Serie von Vorträgen einleite, in denen er so und so oft das gleiche wiederholen würde. Einmal zählte er diese Vorträge auf und mußte sogar auf Zurufe aus dem Iournaliftenkreis zugeben, daß er diesen oder jenen Zwischenbericht zu erwähnen vergessen habe. Die Liste lautete: 1. Bericht an die eigene Delegation am Konferenzort: 2, Bericht an die deutsche Presse am Konferenzort,(manchmal anschließend daran auch ge- trennter Empfang der ausländischen Presse): 3. Bericht im Reichskabinett: 4. Bericht an den Reichspräsidenten: 5 Bericht an die Führer der Koalitionsparteien: S. und 7. Bericht an die Führer der Opposition,(es war in der Zeit der Re- gierung Marx, so daß die Vertreter der Deutschnationalen und die der Sozialdemokraten getrennt empfangen und informiert werden mußten): 8. Bericht an die Pressekonferenz in Berlin: S. Bericht im Auswärtigen Ausschuß des Reichs- tages; 10. Bericht in der Konferenz der Minsterpräsidenten: 11. Bericht in der Plenardebatte des Reichstags. Etresemann bemerkte nicht mit Unrecht, daß ein Minister damit nicht nur unendlich viel Zeit vergeuden müsse, sondern auch daß ihm die ewige Wiederholung derselben Argumente und Tatsachen zum Halse heraushänge. Aber an- scheinend war diese Vortragsliste nicht lang genug: der Reichsrat hat auch seinen auswärtigen Ausschuß und will sein Vergnügen haben... Kommunist und Offenbarungseid. Er wollte seinen Anzug nicht bezahlen. Der kommunistische Landtagsabgeordneta Tuntel kaufte sich von der Firma Braun in Breslau Anzug». st o s f, weigerte sich aber, zu bezahlen. Darauf erließ die Finna einen Zahlungsbefehl und die Pfändung blieb frucht. l o s. Nunmehr beantragt« die Firma die Ableistung eines Offen« barungseides, dem sich der Abgeordnete Tunkel entzog. Der Anwalt beantragte deshalb den Haftbefehl und dazu beim Preußischen Landtag die Aufhebung der Immunität, Unter diesem Druck vereinborte Tunkel mit dem Anwalt Teil, zahlung des etwa 75 M. betragenden Streitgegenstandes. Tunkel bezahlte auch einmal im Juli 59 M. und ließ dann nichts wieder von sich hören. Darauf beantragte der Anwalt noch«in. mal die Aufhebung der Immunität und der Landtags, ausschuh hat gestern auch der Aufhebung der Immun»-« tät zugestimmt. Der Ausschuß war der Meinung auch kons« muniftische Abgeordnete müßten ihre Anzüge bezahlen. Aufgehobene Lmmunttäi. Hetzer und Verleumder. Der Geichöstsordmmgsausfchuß des Preußischen Landtag« beschäftigte sich am Donnerstag mit einer Reihe von Straf ver- folgungsanträgen. Er genehmigte in sechs Fällen die Straf« Verfolgung derjenigen kommunistischen Landtagsabge« ordneten, die trotz des Polizeioelbots zur Teilnahme an der Demonstration am I.Mai ausgefordert hatten. Ferner wurde di« Genehmigung zur Strofversolgung des Abg. Kub«(Nab-Soz.) erteilt, der dem Minister des Innern vov- geworfen hatte, er habe sich in Bremen bei einem Frühstück des Senats fo stark betrunken, daß man chn durch eine Rollwand vor den Blicken der Teilnehmer habe schützen müssen. Christliche Arbeiter zurückgesetzt. Oer neue Präsident des Bayerischen Landtags. München, 10. Oktober.(Eigenbericht.) Die Landtagsjraktion der Bayerischen Bolkspartei hat am Donnerstag als Nachfolger des verstorbenen Landtags- Präsidenten Königbauer den Abgeordneten Studien- Professor Stanz, den zweiten Vorsitzenden der Bayerischen Volks- partei, einstimmig gewählt. Stang ist 50 Jahre alt. Die Wahl bedeutet für den Gewerkschastsflügel der Partei wiederum«inen Mißerfolg. Da der verstorbene Präsident Königbauer aus Gewerkschoststrersen gekommen war, ver- langten die Arbeiteroertreter, daß auch sein Nachfolger ihren Reihen entnommen werde, zumal ihr Einfluß in der Partei zugunsten des Bauern- und Beamtenflügels ein sehr geringer sei. Um die christ» lich« Arbeiterschaft zu beruhigen, hat die Fraktion den Gewerkschafti- sekrctär Abgeordneten Funke für den Posten des Borsitzenden im Staatshoushaltsausschuß vorgeschlagen. Kommunistische Verleumder! Keine Lüge ist ihnen zu gemein. Ein kommunistisches Abendblatt verösfenllichle vor einiger Zeit elne Rokiz, wonach der zu ZM- Jahren Zuchthaus verurteilte Kassierer der Städtischen Stadtbankfilial« In Neukölln, R o w o l d t elngc- schrlcbenes Mitglied der Sozialdemokratischen Partei sei. Mir haben damals dieser Verleumdung keine besondere Beben« tung beigelegt, weil es schlechthin fast unmöglich ist, jede kommu- nistlsche Gemeinheit zu berichtigen. Da ober die übrige kommu- nislische Presse diese Lüge ausgenommen hat und beharrlich sesihü't, erklären wir, daß Rowildt nie Mitglied unserer Parteiwar. Obwohl keine Partei, auch nicht die Kommunistische, gegen solch« Elemente gefeit ist. wollen wir zur Ergänzung noch mitteilen, daß R. in streng nationalem Geiste tätig war. Al» Reserveossizler und Vorsitzender elnes Znsanterleregimentsverein» hat der Herr sogar 1000 M.(eintausend Mark) für einen Denkmalfond» gezeichnet. Oer verbeulte Stahlhelm. »vgenderz Grzeiinsk» Dater Hugenberg:»Junge, wie trittst du denn zu meinem Volksbegehren an?!' Söhnchen Stahlhelm:»Das Hab' ich nur von dem dummen Kriegspielen!� Einig gegen die Heimwehr! Kür bauernfreundliche Bodenreform.— Schluß des österreichischen Parteitages. Die Ltnzuchtparagraphen. Sozialdemokratische Verbesserungsarbeit im Ausschuß. Der Strafgesetzausschuß setzte in seiner gestrigen Sitzung die Beratung der Unzucht betreffenden Paragraphen fort. § 287 droht Zuchthausstrafe nicht unter 10 Jahren oder lebenslange» Zuchthaus demjenigen, der durch eine Unzuchtshandlung den Tod oder ein« schwere Körperverletzung oder die Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit herbeigeführt hat. Abg. M a r u m(Soz.) begründet« einen sozialdemokratischen Antrag auf Streichung des lebenslangen Zuchthauses und auf Herabsetzung der Mindeststrase auf 3 Jahre. Reichsjustizminister v. Guörard erklärte sich mit dem ersten Antrage«inverstanden, die seit 1918 nur zweimal auf lebenslanges Zuchchaus erkannt worden sei, wobei auch ander« Straftaten zu berücksichtigen gewesen sind. Die Herabsetzung auf 3 Jahr« gehe zu weit. Abg. L a n d.s b e r g(Soz.) macht« darauf aufmerksam, daß hohe Mindeststrofen immer Grauen erweckten, da die unheilvolle Wirkung solcher Mlndeststrafen aus der Praxis bekannt seien. Oft seien Richter gezwungen, schärfere Strafen auszusprechen als sie für richtig hielten, nur weil Mindeststraf« vorgeschrieben war. Bei der Abstimmung wurden die beiden sozialdemokratischeu Anträge angenommen. Kommunisten und Deutschnotionale ent- hielten sich der Abstimmung, was bei den Deutschnationalen durchaus verständlich ist, bei den K o m m u n i st e n aber im völligen Widerspruch zu'rhrer Behauptung steht, daß sie sich um die Milderung d«r Strafandrohung des Strafgesetzes bemühten. § 287 droht Zuchthausstrafe bl» zu 10 Jahren demjenigen an, der ein Sind zur Unzucht mißbraucht oder verleitet. 8 288 jetzt Gefängnisstrafe bi, zu fünf Jahren gegen denjenigen fest, der ein Mädchen unter 1ö Jahren zum Beischlaf verführt. Abg. Dr. R o s e n f e l d(Soz.) begründet«inen sozialdemokra. iischen Antrag, die Höchstgesängnisstrase in§ 288 auf ein Jahr herabzusetzen, da auch nach dem geltenden Gesetz eine höhere Strafe nicht angedroht sei, dies aber niemals als eine zu geringe Straf- an>drohung empfunden wurde. Die Statistik zeige, daß wegen V«r- führung im Jahre 1923 nur in 47 Fällen auf Gefängnisstrafe mit drei Monaten bis zu einem Jahr, in 38 Fällen nur bei Gefängnis» strafe unter drei Monaten erkannt worden sei. Im Jahre 1926 sei die Zahl noch günstiger: 34 respektive 74. Abg. Dr. M a r u m(Soz.) hob hervor, daß die Strafbestim- mung des 8 288 nicht auch aus Personen unter 18 Iahren An- wendung finden dürfe. Er verlangte ein« Aenderung, nach welcher 8 283 nur auf Personen über 18 Jahre Anwendung finden dürfe, gegen Jugendliche aber lediglich mit den Mitteln des Vormund- schaftsgenchts vorgegangen werden dürfe. Bei der Abstimmung würbe dieser Antrag angenommen. Der sozialdemokratische Antrag auf Herabsetzung der Höchst- strafe(ein Jahr) wurde abgelehnt. Darauf beantragte Dr. R o s« n f e l d(Soz.) die Höchst- strafe auf zwei Jahre festzusetzen. Dieser Antrag wurde angenommen. ß 289 droht Gefängnisstrafe demjenigen an. der ein« Jtm unter Mißbrauch ihrer durch ein Dienst- oder Arbeits- Verhältnis begründeten Abhäaglgkeil zum anßerehellchen Bei- schlaf nötigt. Slbg. Pfülf(Soz.) begründet« einen sozialdemokratischen Ag�rag. nach welchem derjenige strafbar sein joll, der eine' weil'- liche oder männliche Person, die auf Grund eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses von ihm abhängig ist, durch Benachteiligung in seinen Dienst- oder Arbeitsverhültnisien oder durch Bedrohung mit solchen Benachteiligungen vder mit Kündigung nötigt, sich zu geschlechtlichen Handlungen mißbrauchen zu lassen. Fortsetzung Freitag. Räumung von Germersheim. 400 von S00 Rann abtransportikrt. Germersheim. 10. Oktober. In Anwesenheit des General» G u i l l a u m a r hat heut« abend das 2. Bataillon de» 171. Infanterieregiments Gennersheim ver- lassen. Es wurde mit der Bahn über Landau— Weihenburg nach seiner neuen Garnison Besan�on befördert. Der aus sechs Personen- wagen und 41 Materialwagen bestehende Räumungszug führt« etwa 4M Mannschaften und Offiziere und die Bagage des Regiments fort. Der Abzug geschah ohne jegliche Formalität. Man rechnet damit, daß der zurückbleibende Teil des Regiments, der etwa 8M Mann stark ist, im Dezember abbefördert werden wird, so daß Germersheim noch in diesem Jahre geräumt werden würde. Oer Abzug der Engländer. Wiesbaden, lü. Oktober. Am Sonnabend wird das in Wiesbaden-Biebrich lie- gende 2. Bataillon de» Infanterieregiments Royal Welsh Souvenir nach England abtransportiert werben. Krankreichs Ziel an der Saar. Intkrnationaiisiervng ver Gruben? Paris. 10. Oktober.(Eigenbericht.) Die deutsch-sranzösischen Saarverhondlungen werden, wie der„Temps' mitzuteilen weiß, am 16. Oktober in Paris beginnen. Di« deutsche Berhgichlungsdelegation trifft schon tag» zuvor an Ort und Stelle ein. Die französische Delegation Hot ihre Vorarbeiten zur Aufstellung des französischen Lerhandlungsprogramms bereits be- endet. Sie hält am Freitag ihr« letzte Vollsitzung ab. um ihren Bericht an die Regierung fertigzustellen. Wie die französische Presse mitzuteilen weiß, will Frankreich als Gegenleistung für den„Verzicht" auf die Volksabstimmung womöglich eiye In t e r n a t i o- n a l i s i e r u n g der Saargruben und die Einrichtung eines besonderen Wirtschaftsregimes im Saargebiet ver- langen, das als Versuchsfeld für eine zukünftig« wirtschaftliche Zu- sanimenarbeit gedacht wird. Eine InterNationalisierung der Saargruben kommt für die Bevölkerung des Saargebiets und die Reichsregierung nicht in Frage._ Reichsverweser Aadir Khan. Oer Umschwung in Afghanistan. wie au» T e h e r a a gemeldet wird. Wendel sich Badtr «hon in einem Ausruf an die Afghanen, w dem er sich al» Reichsoerweser bezeichnet. Er hat sämtlich« Gesetz«, die habibullah unterzeichnet hat. sür unwirksam erklärt. Wien, 10. Oktober.(Eigenbericht.) In der Donnerstagsitzung des Parteitages der österreichischen Sozialdemokrat!« wurde die D e b a t t e über das Referat Dr. Bauers fortgesetzt. Nationalrat Dr. Deutsch. Obmann des republikanischen Schutzbundes, erklärte, der Schutzbund sei ein« Organisation der Verteidigung, und dies« Organisation sei in einer gewissen Entwicklungsstufe des Proletariats notwendig gewesen. So» lange diese Notwendigkeit aber bestehe, würde die Sozialdemokratie niemals müde, den Schutzbund weiter auszubauen. In de» letzten Wochen habe der Schuhband eiueu große« Auf- schwang erlebt. Die Heimwehren, die glaubten, die Sozialdemokratie überrennen zu können, hotten das' meiste dazu beigetragen, die soziolsstsschen Organisationen zu stärken und mit Kampfesmut zu erfüllen. Natianalrot Abram, Innsbruck, führt« aus, daß die Tiroler Arbeitsbauern kein Interesse daran hött«n, dem Ruf« der Hcimwehr zum Marsch auf Wien zu folgen. Steidl« wäre nie da? geworden, wa» er sei, wenn die großkapitalistisch« Presse von Wien nicht so gute Reklame für ihn gemocht hätte. Eine S cha n de sei das Verhalten des katholischenKlerus. Nationalrat Dr. Ellenbogen erklärte: Man könne sich des Ein- drucks nicht erwehren, daß S e i p e l darauf wart«, Schober an der Mauer de» Faschismus anrennen und scheitern zu lassen, um sich m diesem Augenblick dem Volk als Retter des Vaterlandes zu präsentieren, der dann mit den„wahren Demokraten", P a b st und Steidle die„Demokratie" unter Beseitigung der Gesetz« und des Rechtes aufrichten würde. Nationalrot Leutner hob hervor, daß es in der Frag« der Ab- wehr der heimwehren kein recht» und keln links gebe, sondern nur völlig« Einheit de» Denken» und Empfinden». In seinem Schlußwort stellt Dr. Bauer fest, daß der Partei- tag eine völlige Einheit der Meinungen gezeigt Hab«: „Wir sind über den Weg, den wir zu gehen haben, über unser« Stellung in der Verfassungsfrage, in der Frage der inneren Ab- rüstung und der Neuwcchlen vollkommen einig." Es wurde dann ein Antrag des Parteivorstandcs angenommen mit Richt- l i n i c n für den Kampf um die Demokratie, die nächsten Wirtschaft- Oie Organisation Europas. Hernot in Verlin. Mit einem Nachruf auf den verstorbenen Minister S t r« s«« mann wurde die Veranstaltung der Paneuropäischcn Union am Donnerstag eröffnet, in der der ehemalig« französische Minister- Präsident Edouard Herriot über„Die Organisierung Europas" sprach. Herriot knüpfte an die Aeußerungen Briands an, der sich kürz- lich für die Verwirklichung eines europäischen Staatenbundes ein- setzte. Herriot, der sich als erster Staatsmann öffentlich für den Ge- danken einer paneuropäischen Union eingosetzt hatte, oersuchte die Verwirklichungsnwglichkeiten des Gedankens zu unt«rfuchen. Er wandte sich zunächst gegen die von verschiedenen Staaten kommenden Einwände gegen den europäischen Staatenbund, die ein« Bedrohung ihrer Interessen in dem Plane sehen. Er stellte fest, daß sich der Plan weder gegen die Vereinigten Staaten, noch gegen Eng- land, noch gegen Ruhland richten könne, wenn er übechaupt Aussicht auf Verwirklichung haben wolle. Amerika könne nur ein positives Jnteresie an einem wirtschaftlich und politisch gefestigten Europa haben, dessen bisherige wirtschaftliche und politisch« Schwierigkeiten vielfach in seiner Zerrissenheit begründet waren. Rußland müßte gesagt werden, daß sein Argwohn unberechtigt sei: Europa denke nicht daran, die unselige Geschichte der reaktionären Heiligen Allianz zu wiederholen. Englands Interesse an der Verwirklichung der Paneuropäischen Union, die kein Bundesstaat, sondern ein wirtschaftlich-politisches Bündnis sein soll. li«ge hauptsächlich aus dem Gebiete der Regelung der europäischen Kohlenwirtschiaft, einer englischen Lebensfrage. Vor- arbeit auf dem Gebiet der Wirtschaft sei bereits geleistet worden. Herriot wies auf die internationalen Wirtschaftszusammenschlüss« hin. Al» er dabei den Nomen des bei dem Vortrag« anwesenden Herrn von Rechberg nannte, erhob sich allerdings Gelächter im Saal«. Di« europäische Wirtschast sei interessiert am Schwinden der Zollgrenzen, an der Beseitigung der anarchischen Zersplitterung und Desorgani- sation Europa«. Und daß die Geisteshalwng ganz Europa«, daß di« europäisch« Wissenschast auf ein« Ver«tniglmg hinarbette, sei kein« llchen und sozialen Ausgaben und die Stellung zur inn«r«n Ab- rüstung und Verfassungsresorm. In ein«m besonderen Antrag wird die Ratifikation der Washingtoner Vereinbarung über den Mutterschutz gefordert. Der Parteitag nimmt schließlich noch zur Frage der Bodenreform eine Entschließung an, in der ein« großzügig« Bodenreform ver- langt wird, da nur dadurch dem Landvolk der Boden, den es brauche, billig zugeführt werden kann. Am dringlichsten sei die Boden- reform im Burgenland, wa einer mit Boden besonders kärglich ausgestatteten Bauernschaft ein unermeßlich reicher Groß- grundbesitz gegenüberstehe:„Der Parteitag begrüßt das Programm der Bodenreform, das der Landesporteitag der burgenländischen Sozialdemokratie beschlossen hat und fordert di« sozialdemokratischen Landesparteien der anderen Bundesländer auf, die Osfenstve der Heimwehr-Grasen und Heimwehrsürsten zu beantworten mit dem Kampf um die Bodenreform im Sinne des sozialdemokratischen ?lgrarprogramms mit der Porole: Weg mit den Fidei- k o m m i s s« n, Heimstätten sür die Landarbeiter, Siedlungsland für die Dauern, mehr Streu, Weide und Holz für die Bauern und Abschaffung der Eigenjogdrechte." Am Nachmittag wählte der Parteitag den bisherigen Parteivorstand in seiner alten Zusammensetzung wieder. Di« Beratungen des Parteitages waren damit beendet. In seinem Schlußwort führt« der Vorsitzende, Bürger- meister Seitz, aus:„Wir danken unseren Freunden aus allen Ländern für ihre Grüße und für ihre Erklärungen ihrer tatkräftigen Unterstützung und wir geloben, daß wir uns ihrer würdig erweisen werden. Wir werden mit dem Heimwehr« spuk schon fertig werden, und es wird der Arbeiterklasi« in Oesterreich schon gelingen, die Narren zu beruhigen und das Bürger. tum zu der Erkenntnis zu bringen, daß wir in friedlicher Entwicklung in den Formen der Demokratie Oesterreich aufwärts und vor- wärts bringen werden."(Stürmischer Beifall.) Mit dem Lied der Arbeit und der Internationale wurde der Parteitag geschlossen.— Der neugcwählt« Parteioorstand wählte nach Schluß des Parteitags Bürgermeister Seitz zum Vorsitzenden, Bauer und T o m s ch i ck zu Stellvertretern. Frage. Europa müsse sich vereinigen, sonst könne es mcht weiter- leben. Reben Herriot sprach noch Gras Toudenhove-Calergi. der seine Idee von Paneuropa entwickelte. Beffedowski drohi. Moskau rügt und„reinigt" die pariser Botfchast. Pari», 10. Oktober.(Eigenbericht.) Di« russisch« Botschaft in Paris hat wegen des Skandal» B e s s e d o w s k i ein« schwere Rüge von den Moskauer Gewalt- habern erhalten. Gleichzeitig wurde ihr eine neue Reinigung unter dem Personal befohlen. BessedowfN benlltzt sein« Freiheit inzwischen weiter zu In- diskretionen aus der Botschaft. Wenn di« Botschaft gegen ihn Klage wegen Unterschlagung einreich«» würde, erklärte er am Donneretag dem.�Intransigeant", dann werde er dem Gericht mitteilen, wohin die Geheimfonds der Votschaft ge- flössen seien, die sein bisheriger Kollege, der zweit« Botschaftsrat A r« n a, verwalte. Pieck dementiert Die„Rote Fahne" teilt mit: In der Stadwerordnetenverfamm- lung stellte der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, Flaiau, die Frage, ob der kommunistische Reichstagsabgeordnet« Wilhelm Pieck an einem Gelage im Zentralhotel mit den ehemaligen kom» munistischen Stadtverordneten Gäbet und Degner sowie den Ge- brüdern Stlaret teilgenommen habe. Der Abgeordnete Pieck erklärte dazu:„Ich habe die Gebrüder Sllaret Nie in meinem Leben gesehen, noch mit ihnen ein Wort gewechselt, geschweige an einem „Gelage" teilgenommen." Doumergue und vriand sind zu einem Staatsbesuch in Brüssel eingetroffen, wo sie lebhaft gefeiert wurden. Es handelt sich um einen Gegenbesuch ohne besondere politisch« Bedeutung. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Preise für Freilag n. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Moritzplatz Holländische Blumenzwiebeln Krokus...... 10 siadc 75 pt TulpOfl einfache.. 10 Stade 85 Pt Tulpen gefDUIe.. 10 Stade 95pC. Ii WlilerjirtM l/ol/'faon.QpHüil rekhhaiuge Sorl., Lllpzlgst Str.: IVclIviöOll ObllaU Verkauf In alle Schneeglöckchens? 65 an Narzissen lOstadevon 95� Hyazinthen 5 sraavon 95� Topf von 0.35 an len 4 Geschäften Frisches Fleisch Kalbskamm u.'Brust...muad 0.84 Kalbsnicrcnbraten...... ptu«,- 0.94 Kalbskeule gund 0.80 Geflügel u. Wild Tauben........... Stück von 0.72 an Suppenhühner...... ptund von 0.88» Bratganse......... Pfund von 1.00» Brathühner......... Pfund von 1.10 an Enten............. Pfundvoa 1.25 an Rebhühner ausUndische.. Stack von 1.05 an Wildenten......... stock von 1.35» Fische Grüne Heringe feinste deutacbe, Pfd. 0.25 an Goldbar se Ohne Kopf........ Pfund 0.38 Scfacllfiscfac............ Pfund 0.40 Zander gefroren........ Pfund von 0.58» Obst u. Gemüse Räudierwaren Konseryen Pflaumen 5 Ptund 0.45» Kochbirnen 3 Pfund 0.25 Gewürzbirnen P'und 0.18 Grumbkower ptund 0.20 Gute Luise.. Pfund 0.25 Große Musäpfel p» 0.10 Tafeläpfel...Pfund 0.15 Baumann-Renetten 0.18 Goldtrauben Pfund 0.35 Winterkartotfeln..... Zusendung in Groß Berlin per Preiselbeeren 5 pid.0.95 Möhren gewaschen. 0.05 Weißkohl Holst. Pfd. 0.05 Rotkohl noint...pid. 0.03 Wirsingkohl.Pfund 0.08 Blumenkohl Kopfv.O.IOan Rosenkohl..ptund 0.32 Senfgurken 3 Pfund 0.20 Zwiebeln 3 Pfund. 0.20 ...... Zentner von 3.25» Zentner 0.50, Sackpiand 0.50 Wurstwaren Blut- u.Leberwurst 0.72 Dampfwurst. Pfund 0.90 Sülz- u.Rotwurst pfd. 1.10 Wien. Würstchen pid. 1.15 Hausm.Leberwurst 1.25 Fleischwurst P'und 1.25 Mettwurst cßr. Art).|.45 Jagdwurst.. Pfund 1.45 Filet- u.Schinkenw. 1.65 Käse u. Fette Camembert Aiig, voll»ett,Sc;iachl,6Hort. U.OD Emmenthaler von- fett, 6 Forlionen...U./t) Limburger 0.58 u. 1.10 Holländer 0.72».|,|0 Steinbuscher 0.75 u. 1.05 Edamer Pfd. 0 78 u. 1.10 Tilsiter voiifett, ptd. 0.92 Tilsiter Art„__ ohne Rinde, Pfd. U./ö Fettbücklinge 0.35 0.45 Kieler Bücklinge 0.48 Seelachs, Rotbars„__ Pfund U.OO Spickaale letne p.d 2.55-n Flundern große ptd 0.82«n Lachs In SIDck Pfd. 1.45 an Kontitüren Feine Leberwurst. 1.80 Zervelat u. Salami 1.80 Speck 1.55«-« 1.35 Schinkenspeck m 2.10 Kfialgsfr. EnnaolcrUr. Ulnrltipl,: LandleberwurstPid. 1.00 Knoblauchwurst Pfd. 1.15 Polnische WurstPfd. 1.45 Bierwurst.--pfund 1.45 Olympia- Kakao Pfd. 0.90 Spaculatius. Pfund 2.00 Gold-Bonbons p'nnd 0.70 Vollmilch 2 Tafeln) JOOOr. Vollmilchnuß iT«f i 0.80 Kattee Emmenthaler Art.._ ohne Rinde, Pid.»>5 Schweizer, dga ,Pfd 0.95 bayer., feiner vollfell|,28 Margarine.- Pfund 0.50 Kokosfett i Pfd.-Tatci 0.50 Schweineschmalz 0.72 MolkereibutterPiund 1,85 Tafelbutterpfd 2.00 2.10 Dün. BulSer billigst Tee J/i Dose Leipziger Allerlei 0.80 Gem. Gemüse>-»> 1.50 Junge Erbsen-.•• 0.70 Jg. Erbsen sehr fein 1.45 Karotten geschnllten 0.42 Jg. Karotten ganze 0.68 Br.-, Schn.-Bohnen 0.75 Spinat........ 0.53 Stg.-Spargel AA' 2.90 Konfitüre V. Eimer Orange 1.00 Aprikos. 1.10 4/i Dose Bruch-Spargel»tra 2.95 Mirabellen..... 1.00 Heidelbeeren... 0.90 Saure Kirschen.- 1. 10 Aprikosen kaiiio™. 1.60 Brat u.Bisrnarck-) H-ir v. beringe, Hering I. 70 Gelee, Rollmopsil w"- Oelsardinen � 0.36 Pflaumen 0.92 Kirsch 1.20 Erdbeer 1.40 Kolonialwaren Konsum-Misch. Pfa. 2.10 Haushalt-Misch.Pfd 2.60 Sonder-Misch.PiundS.OO Olympia- Misch. Pfd- 3.40 Globus-Misch. Pfund 3.80 Residenz-Misch.pw 4.20 Schnitlnud.fn0.42 0.58 Makkaronif« 0.42 0.58 Haferflocken Piund 0.22 Weizengrieß 0.24 0.29 Tafelreis pm. 0.26 0.32 Backobst Pfd 0.48 0.68 Ringäpfel Pfd. 0.68 0.92 Linsen....Pfund 0.20 Linsen«a« Em« 0.34 0.45 Viktoriaerbs. 0.24 0.29 GrüneErbsen lewErit« 0.24 Gelbe Erbsen 0.32 0.45 WeißeBohnen0.32 0.45 Vit ein Preise fürahre in demselben 5)ause und kann durch Belege nachweisen, daß- ich meine Miete pünktlich zahle und keine Rückstände habe. Ich entrichte an Miete monatlich 239 M., so daß mir nach Abzug dieses Miet- betrages noch 399 M. zur Verfügung stehen. Können Sie mir auf mein Einkommen, das sich aus Abvermietung mit Iahresoertrag und Gehalt zusammensetzt und aus meine Wohnungseinrichtung ein Darlehen von 599 M. geben und zu welchen Bedingungen?"— „Warum nicht"— jagte Herr Hammer.„Die Bedingungen sind folgende: 2Proz. Zinsen pro Monat, d h. 24 Proz. im Jahr Das macht bei 699 M. Darlehn.... 129.— M. 3 Proz Provision für mich(nämlich noch- mal Hammer)........ 15.—„ Rechcrchegcbühren für Besichtigung der Wohnung.......... 15.—, Macht zusammen 150.— M. Das Geld kostet also knapp 30 proz. Zinsen. wobei so verfahren wird, daß die 15 Mark Recherche- gebühren sosort bezahlt werden müssen, während die 15 M. Provision für Herrn Hammer gegebenenfalls vom Darlehen gleich abgezogen werden. Nach meinen Angaben, so sagte ich Herrn Hammer, müsse er doch beurteilen können, ob ich das Darlehen bekommen kann oder nicht. Denn, so erklärt« ich ausdrücklich, sonst habe ich keine Lust, zwecklos 15 M. für ein« Recherche herauszuwerfen.—„Darum nicht," antwortet Herr Hammer.„Wenn alles so ist, warum nicht.— Wir sind sehr flüssig. Wir haben 4599 Kunden. Aber die Recherche mutz sein. Der Rechercheur mutz die Mietbelege sehe» und all« Möbel einzeln aufnehmen. Und"— sagt Herr Hammer— „Mittwoch ist Auszahltag. Heut« ist Montag. Wenn Sie den Antrag sofort stellen, dann können Sie gegebenenfalls schon übermorgen dos Geld haben."— Ich leg« alio 15 M. auf den Tisch und unterschreibe einen Schein,«mf welchem steht, daß ich alles freiwillig tue, mich in tetner Notlag« befind«, und datz die 15 M. Recherchegebühr nicht znr Hergabe de» Darlehens verpflichten. Am nächsten Tage kam der Rechercheur, besah die Mietbelege und notiert« die Möbel. Am Mittwoch, dem Auszahltag, kam— kein Bescheid von Herrn Hammer. Am Donnerstag rief ich ihn an. Ja, die Sache käme erst heut« zur Besprechung, ich bekäme schon Nachricht.— Am Freitag erhalte ich den Bescheid, datz mein Darlehensgestich abgelehnt ist. Die Ablehnung wird damit begründet, datz mir nach Abzug der Miet« nur 399 Mark zur Verfügung stehen. Die Rückzahlung von 52 M. monatlich erscheint daher nicht garantiert. Datz mein Gesamteinkommen über 599 M. beträgt, spräche nicht mit.—„Und die Möbelsicherheit"— wende ich ein. Di« Möbel spielen überhaupt kein« Rolle, erklärt auf einmal Herr Hammer. Denn die bleiben ja in der Wohnung: also sei diese Sicherhest gar nicht zu werten. Ich wies Herrn Hammer darauf hin, daß er dos alles doch schon >er gewußt hat, und daß zur Erhebung der Recherchegebühren von 15 M. die Möbel doch die ausschlaggebende Rolle gespielt haben.— Aber Herr H. schien solch« Einwendungen gewohnt zu sein. Er erklärt«, gegen die Ablehnung meine» Gesuches nichts macheu zu können. Die Angelegenheit scheint für ihn zur vollsten Zufriedenheit erledigt zu sein.--- So ein Finanzbureau muß«in« lohnende Sache sein. Das Wartezimmer ist immer gerammelt voll von den Augen, die sich durch Herrn Hammer vor Aerger und Verlust bewahren wollen. Wenn nur 19 Leute täglich 15 M. Recherchegebühr bezahlen, so macht das immerhin 159 M. pro Tag, wovon man doch ganz gut leben kann. Selbst wenn man den Rechercheur berücksichtigt, der ein paar Mark für jede Recherche bekommen wird.— Da sitzen nun all« die Frauen und Männer, die plötzlich zu irgendeinem Zwecke Geld brauchen.„Der Kluge wendet sich vertrauensvoll..." Und dann zahlt so mancher diesem Herrn Hammer 15 M. und kriegt trotz aller Sicherheiten kein Geld. Der angeführt« Fall beweist zur Genüge, datz es sich hier offenbar n u r um die Erhebung der söge- nannten Recherchegebühr von 15 M. gehandell hat. Denn die Lage ist Herrn Hammer rechtzeitig und genau bis ins kleinste geschildert worden. Sie entsprach der Wahrheit und Herr Hammer hätte sofort die Möglichkeit gehabt, das Gesuch mit derselben Be- gründung abzulehnen, die er nach der Recherche angab. Man wird es begreiflich sinden, datz ich mich betrogen fühlte und es erscheint mir sehr wünschenswert, wenn sich die entsprechenden Stellen einmal dieses Darlehnsgeschäft etwas näher ansehen würden. Ts wird nun die Frag« auftauchen, weshalb man nicht zu einer Bank geht bei einem nachweisbar so hohen Ein- kommen und einer Sicherheit von der angeführten 6-Zimmer. Wohnung. Als Antwort die Auskunft, die ein« hiesige Beamten- dank(Erotzbank kommt natürlich nicht in Frage) gegeben hat: 19 Proz. Zinsen, Zeichnung von 3 Anteilen von je 19 M., die zurück- gezahlt werden. Derlangt wird GehaU»Überweisung und Verpfändung der gesamten Wohnung». einrichtung. Man sollte annehmen, datz dies« Sicherheiten für ein Darlehen, dos wenige: als j i n Monatseinkommen beträgt, genügen!— Weit zwei(einer genügt nicht) Beamte. Und wenn man ganzen Häuserblock als Sicherheit für 599 M. anbietet, zwei Bürgen müssen sein. Und wer diese nicht hat oder niemanden in sein« Verhältnisse einweihen will, der muß eben zu Herrn Hammer gehen, der dann zwar auch, wie der Fall lehrt, kein Geld gibt, von dem man aber um eine Erfahrung reicher und um 15 M. ärmer zurückkommt. Abermals ein tollwütiger Hund. Hundtsperre verlängert. Im polizeiamtsbezirk wilmersdors(Kur. sürsleudamm) ist ein neuer lollwuksakl eine» Hunde» amtstierärztlich und durch die Untersuchung de» Gehirn» eine» Tieres im Znstitul Robert Koch festgestellt worden. Der aus Polen am 29. September hier eingeführte Hund ist auf der Straße ohne Maulkorb frei umhergelaufen Er hat nicht nur mehrere Hunde, sondern auch zwei Personen gewissen. Da dieser neu« Tollwutanfall in der Mitte de» alten Sperrgebiets im Polizeiamtsbezirk Wilmersdors in der Näh« de» Bezirks Charlottenburg vorgekommen ist,- hat der Polizeipräsident von einer Ausdehnung der Hundesperre auf bisher freie Stadtteil« vorläufig abgesehen. Es bleibt demnach weiter bei den in der vieh- seuchenpolizeilichen Anordnung vom K. August 192S gegebenen Bestimmungen, das heitzt: all« Hund« in den Polizeiamtsbezirk«! E Harkottenburg, Wilmersdorf. Spandau, Ret« nicken orf, Wedding, Mitte, Tiergarten, Kreuz» b e r g und Echöneberg sind festzulegen oder mit beitzsichere» Maulkorf, kurz a�i der Leine zu führen. Der Polizeipräsident. der beabsichtigte, die Hundesperre November aufuheben, sieht sich durch diesen neuen Tollwutanfall zu seinem grötzten Bedauern ge» nötigt, die Sperre bis vorläufig 1. Januar 1939 aufrechtzuerhalten. Der Polizeipräsident weist erneut daraus hin, datz nur durch strenge Durchführung der angeordneten Schutzmaßnahmen die Bekämpfung der für Menschen und Tiere gefährlichen Seuche möglich iff. Deshalb sollten alle Hundebesitzer schon im eigenen Interesse die Borschriste« genau innehalten. Schwedischer Dampfer gestrandet. Die dritte Katastrophe an derselben Stelle.' Stockholm. 19. Oktober. Am heutigen Donnerstag hat sich in unmittelbarer Röhe der Stelle, wo beim Untergang von„Haaton VII*, so viele Menschenleben verloren gingen(die genaue Zahl konnte noch immer nicht festgestellt werden), und wo kurz daraus der norwegische Dampfer„Arnfinn Iarl" strandet«, das dritte Schiff»» Unglück ereignet. Weniger als ein« halbe Meile von„Haokon VU� entfernt strandete der schwedische Dampfer..Eons»! O l e s o n" au» Helflngborg, der sich auf dem Weg« nach Trams» havn befand. Der Dampfer erhielt ein großes Leck und mußte. um das Untergehen zu verhindern, auf Grund gesetzt werden. Der Bergungsdompfer„Jason" ist zur Hilfeleistung abgegangen. Obwohl, soweit bis jetzt bekannt, kein« Menschenleben zu beklage« sind, hat das Schiffsunglück deswegen großes Aufsehen erregt, weil die drei Katastrophen so kurz aufeinander folgten. E» gilt al« erwiesen, daß die Leuchtfeuer bei Florö nicht zureichen. Dampfer»Travemünde" in der Ostsee aufgelaufen. Lübeck. 19. Oktober. Der 1759 Brutto-Rcgislier-Tonnen große Dampstr„Traoe- münde" der Reederei Lübeck-Linie A.-G. in Lübeck ist in der Ostsee bei O e g b y auf Grund geraten. Das Schiff hat auf drahtlosem Wege Bergungshilfe angefordert. Daraufhin sind zwei Hamburger Bergungsdompfer an die Unfallstelle ab« gegangen. i'-x Urtri-ttti rn •*:*?>"b1? VootcWwtf* gut gekleidet)* Der erfolgreiche Mann! ist ans deswegen ein so angenehmer Kunde, weil er am schnellsten" merkt, wo sein Vorteil liegt. Ihn zu uberzeugen, wie vorteilhaft man bei uns kauft, ist Kinderspiel. Gute Kleidung brancht er unbedingt (ist das doch ein Teil seines Erfolges) und er sieht schnell— wenn er zu uns kommt— daß er hier mehr bekommt, als er gibt. Einen herrBchen Ulster wie den nebenstehenden z. B. H. der nach M 100.- aussieht * und nur M. 78.50 kostet das heifit erfolgreich kaufen. Männer, die Ihr nach Erfolg strebt, Euch in erster Linie gilt der Rat: Om obifl« Angebot steht Rindfleisch un plummen. Zur Ausstellung der Zentrale der Hausfrauenvereine Groß'BerUns. Was— Wie— Wo— D. h. Was, wie unb wo kauft die Hausfrau. Und das soll in dieser Ausstellung in den Gesamträumen des Zoologischen Gartens gezeigt werden; dementsprechend nimmt natürlich die Messe, die Ausstellung der verschiedensten Mode,— Nahrungsmittel- und Jndustriefirmen auf dieser Ausstellung einen sehr breiten Raum ein. Außerdem werden freilich noch allerlei Küchenkniffe, Ausbewahrung und pfleglich« Behandlung von Nahrungsmitteln und Wirtschaftsgegenständen gezeigt, aber— aber da hängen in einem Raum tief unten im Erdgeschoß allerlei statisti- sche Wandbilder, die nach den Zahlen des Instituts für Konjunktur- forschung hergestellt sind, sehr lehrreiche Dinge. Eines der lehr- reichsten freilich ist ein kleines Plakat, das die Einkommens- gruppen der Bevölkerung zeigt; 20 Millionen erreichen höchstens die Grenze von 1500 M. jährlich, IMlZ bis 2000 M. verdienen 6 Millionen Menschen— und denn verjüngt sich der'Stusenausbau rasch bis zu den 1300 Menschen, die über ein Jahreseinkommen von über 50 000 M. verfügen. lind nun wird in einem andern Raum eine sicher für viele auch sehr instruktive Diätküche vom Reichsverein Volksernährung gezeigt. Da stehen sehr schätzenswerte Menüs; Für Fett- süchtige, für Magen- und Darmkranke, für Nierenkrankheiten und für Juckerkranke. Man höre: Zum zweiten Frühstück ein weiches Ei mit Zucker und Milch, zum Mittag Käsesuppe, Rindssilet haschiert, Wirsing Haschee, Kartoffelpüree und Milcheiergele», zum Abend Ei im Nest und Apfelmus... und so gibt es noch viele schöne Küchen- zettel. Aber einer proletarischen Besucherin werden wohl bei diesen und manchen anderen schönen Dingen die Worte der Tagelöhner des Herrn Pomuchelskopp einfallen:„Rindfleisch un Plummen sind een schön Gericht! Je Herr— Wi kregen se nichl" Daneben werden allerlei wirklich wissenswerte Dinge gezeigt: Herstellung von Gerichten aus den„Innereien", Fischgerichte, Kartofselkochen, Resormküchcn usw. Ausstellungsobjekte sind u. o. auch die Wirtschaftslehrling« mit ihren Lehrfrauen. Modenschau, Kinderwettkochen usw. Die Tot- fach, daß heute 81 Prozent der persönlichen Ausgaben für Nahrungs- und Genußmittel und Bekleidung verbraucht werden müssen, wird aber wohl trotz aller„Reichsausschüsse für" und aller Hausfrauenausstellungen noch so tüchtiger Damen von einer andern Seite aus geändert werden müssen. Im übrigen wäre es sehr, sehr schätzenswert, wenn man sich bei Führungen usw. möglichst der Versuche einer politisch eingefärbten Erklärung enchielt«— aber das ist chahrscheinlich wohl in Hinblick auf die Veranstalter wi« auch auf manch« Aussteller zuviel verlangt. R. E. Tod zwischen den Gleise«. Aus den Gütergleisen des Bahnhofes Grunewald ereignete sich gestern ein tödlicher Unfall. Der Bahnarbeiter P r c u ß l« r, der in der Betriebswcrkstätte Grunewald beschäftigt war, wurde in Gleis 79 t o t aufgefunden. Die Leiche war schwer zerstümmelt. Ossenbor ist P. dos Opfer eines Unglücksfalles ge> worden..Andererseits läßt der Befund auch den Schluß zu, daß Preußler sich in selbstmörderischer Absicht vor einen BsI Schwindclanfällen, schwerer Unruhe, NervenkrSmpfen usw. nehmen Sie Daldramenf Reichel, das natürliche Sedativum von prompter Wirkung. FI.Mk. 1.50 und 2.50. In Drogerien und Apotheken, sonst durch Otto Reichel, Berlin 43 SO, Eisenbahnstr. 4. Güterzug geworfen hat. Sein« Leiche wurde beschlagnahmt; die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen aus- genommen._ Oer Winter vor der Tür. Erster Schnee im Riesengebirge, Harz und Westerwald. Der Einbruch vom Meer kommender polarer Luftmasien. der in Berlin einen Wettersturz, ein Sinken des Thermometers um 12 Grad zur Folge hatte, wirkt sich auch in unseren Mittelgebirgen aus. Im R i e s e n g e b i r g e auf der S ch n e e k o p p« ist die Tem- peratur auf 5 Grad Kälte gefallen. Außerdem hat Schneefall eingesetzt. Auch im O b e r h a r z ist der erste Schnee gefallen. Es ist eine auch im Harz seltene Erscheinung, daß schon zur Hirsch- brunstzeit der Vorbote des Winters beobachtet wird.— Aus verschiedenen Orten des West erwaldes kommt die Nachricht, daß dort der erste Schnee gefallen ist, und die Höhenzüge in ein weißes Kleid gehüllt wurden. Auch über dem Vogelsberg in Ober- Hessen steht ein heftiger Sturm, der in den niedriger gelegenen Gebietsteilen starke Regenfäll«, In den Höhen dagegen den ersten Schnee bracht«. Schlefienfahri des ,Zeppelm' verschoben. Friedrichshafe«. 10. Oktober. Den Pasiogieren, die sich an der Fahrt des Luftschiffes„Graf Zeppelin" nach Schlesien beteiligen wollten,- teilte Kapitän Lehmann heute nachmittag im Auftrage Dr. Eckeners, der von seinem Ber- liner Aufenthalt heute mittag wieder hierher zurückgekehrt ist, mit, daß sich der Luftschiffbau angesichts der immer noch un- günstigen Witterungsverhältnisf« genötigt sehe, die Fahrt des Luftschiffes nach Schlesien weiterhin, und zwar um min- deftens«ine Woche zu verschieben. Da ein« Landung in Berlin in diesem Jahre nicht mehr in Frage kommt wird der Ausgangs- punkt der Schlesienfahrt nach wie vor Friedrichshafen fein Nach Beendigung der vorgesehenen Fahrten soll das Luftschiff in der Halle ausgelegt und gründlich überholt werden, damit es für die Polar fahrt rechtzeitig fertig wird. Die Zubiläumstagung vom Zentralverband Deutscher(Ent- hallsomkeilsvereinigungen findet vom 11. bis 13. Oktober im Brüder- vereinshaus, Berlin W. 30, Kurfürstenstraße 115, statt. Am II. Oktober ist ein Fest- und Begrüßungsabend vor- gesehen, auf dem u. o. Prof. Dr. Strecker spricht. Am Sonn- abend, dem 12. Oktober, vormittags 9 Uhr, findet eine Arbeitstagung statt. Es spricht hier u. a. Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Adder- Halde n- Halle über das Recht und die Pflicht körperlicher und seelischer Gesnnderhalttmg, um 15 Uhr nachmittags Dr. Weber. Köln über Alkohol eitthattsamteit als Kraft einer modernen Konsumreiorm, im Anschluß daran Frau Luise Floß-Münster über Alkoholeniholtsamkeit als Voraussetzung sozialer Fürsorgearbeit. 20 Uhr abends groß« öffentliche Versammlung. Am Sonntag Tagung der abstinenten Jugend. Romenteier de- Dildu.i<>»au»schlifl» griedrichvd«!». 8ur EinMbncn« in die Bilduncisarbkit de» kreise« findet am Eonniaci. 1?. Ottoder, ta Uhr. im Andreas-Ztealanmiiasium. kopperstr. 7S. eine Maraenfecer statt. Die Partei- aenoffen werden„ebeten, recht aadlreich Zu der geier Zu erscheinen. Unsere Ardeitsaemeinschotten beainnen erst mit dem IS. November. Anmeldunaen werden aber schon ieht von den Bildunssobleuten der Abteilunzen entaegen- genommen.__ Wetterbericht der öffentlichen wetlerdienffftelle Berlin und Umgegend sNachdr. verb.) Start bewöltt bis trübe, später erneute liiederschlaflS- iieigung, Temperaturen im ganzen wenig verändert.— Aür Oentschtand: Nur im Süden vorübergehend etwas Wettetbesserunz. sonü überall stark bewölkt bis trübe, vielfach auch Regen bei wenig geänderten Temperaturen. Aus der Partei. Der Vereinigungskongreß der deutschen Sozialdemokraten Pole«» in Lodz begann mit einer Feier am Denkmal der Revolutions» opser von 1905/06, wobei auch Genosie Stelling- Berlin als Vertreter der Internationale und der reichsdeutschen Sozial- demokratie sprach. Auf dem Kongreß führte Abgeordneter Genosse Krön ig-Lodz den Vorsitz, K o w o l l- Kattowitz und Zerbe- Lodz referierten. Gewählt wurden in das Präsidium der Deutschen Sozialistischen Partei Polens Kuk.Hönigsmann und P e f ch k a als Vorsitzende. Unter stürmischem Beifall spradz Stelling, der Glückwünsche zur Vereinigung aussprach und den Kampf der Ge- nossen m Polen um die Demokratie würdigte. Njedzialkowski für die PPS., Ehrlich für den Bund jüdischer Arbeiter, Vertreter der Gewerkschaften usw. hielten begeistert aufgenommene Ansprachen. Di« Bromberger Organisation hat die Vereinigung noch nicht mitgemacht: ihr Führer P a n k r a t s ist auf der deutschen Ge- meinschastsliste in dem Sejm gewählt, während die deutschen Genossen von Lodz und Bielitz mit den polnischen Genossen zu- salnmengehen. Verantwortlich für Politik: Dr. Surf flkcjer; Wirtschast:®.«tlingrlhöfrr! Groerkschaftsbewegung: 3. Ltrtarr; ffruillrton: Dr. John Lchikowokt: Lokale» und Sonstiae«:(Zrili«arstädt: ÄnZeiaen: Tb. Stocke: sömtlich in Berlin. »erlag: Vorwärts-Verlag D. m b. H.. Verlin. Druck: Lorwarts-Vuchdruckrret und Verlagsanslalt Paul Singer u. lo., Derlin SD K8. Lindrnltrab« L »irr,» 2 Beilagen..Untechaltnng und Wissen� und.Stadtbcilage' Neu! Neu! HERKULES BROT (itollftonifeliibrol) üncer Herkole»-Brot ist ein Vollkraft- Brot. Das hierxu rerwandte Vollkornmehl macht durch wissenschaftliche Aufbreitung Umwandlungen durch, wodurch da» Eiweiß für die leichte Verdauung vorbereitet wird und die eingebetteten Vitamine und Kthr- salxe freigelegt werden. Die wichtigen Mineralstoffe Bind reich- lieh rorhanden, weshalb das Her- kalea-Brot einen Basenüber- schuß im Sinne der neuen Ernährungslehre aufweist. Wittler• Brol- FaMknMes �hältllc* POQ VerK0�." Besser essen /weniger da-für ausgeben/ durch I�ADSTADT's gu+e Buiiev und Kasel Kolonfalu>aren| Werne u. Spirituosen! Konfitüren Delikatessen t| GcfhUsc-Konsepren i i Molherti-ButttT........... Pfd. 4.B2 Dänischl Butter.......... Pfd. 2.23 Taftlmargarine........... Pfd. O.SO Emmenthuler...•/« es*1« ScJiadiW 0.68 Edamer..*)»/„ Pfd.».»» 20«/, Pfd 0.80 Tilsiter.,.35»;, Pfd.#.»» 20S'o Pfd. 0.60 Gouda............... 20»/, Pfd. 0.66 Camembert.........•/, Schachul 0.6* Fettheringe in Tomotm...... Da 6.10 Anchovis................. Gl 0.60 Salz- od. Pfeffergurken...2 Sedt. 0.28 Sauerkohl.............. Pfd. 0.62 Brat- od. Bismarckheringe Lt-Di 0.18 Salm.................... Di 6.88 Feinkostsülzt......... i Pfd. Ds. 0 08 Senfgurhrn........... KUo-Dm. 6.00 Dampfuiurst............. Pfd. O.OO Sülzwurst............... Pfd 0.88 Frische Blut«. LeberwArst.p/d. 0.18 Berliner Mettwurst....... Pfd. 0.98 Jagdwurst................ Pfd 6.6S Fleischwurst.............. Pfd. 6.6S Wiener Würstchen........ Pfd 6.6S Hausm. Leberwurst Pfd<-»»».io 0.10 Tauben............... ob Steh. 0.68 Junge Mast-Gänse..... ab Pfd 0.98 Junge Mast-Enten..... ab Pfd 6.20 Mast-Hühner......... ab Pfd 0.08 Hirschblätter............. p/d. 0.08 Wild-Ragout............. pfd O.OO Wurst und Fleischwaren Hutzucker............... Pfd 0.8S Auszugmehl......... s-Pfd.-BO. 6.68 Hartweizengries»itt-I...... Pfd 0.28 Bohnen wtf.............. Pfd 0.68 Viktoria-Erbsen........... Pfd. 6.88 Einsen neu« Emu....... Pfd. o.ss 0-88 Burma-Vollreii........... Pfd. 0.26 Graupen................. Pfd 0.23 Gemüse-Erbsen..........'I, Ds. O.SO Junge Erbsen mttulfeM....."/, Di. 0.88 Junge Erbsenftin......... Vi D«. 0.98 Junge Erbsen m. Karattm... Vi D». 0.18 Stangen-Spargel dünn.... Vi Di. 2.26 Brech-u. Schnitt-Bohnm. fünf"1 Dt 0.81 Gemischtes Gemüse..... Vi v». 0.98 Rote Beete............. ViD». 0.80 Gutsleberwurst........... Pfd. 6.60 Feine Leberwurst........ Pfd 6.60 Bierwurst................ Pfd. 6.88 Sfreickmeftw. Braun kW. Ah.Pfd 6.60 Zervelat und Salami..... Pfd 6.68 Braunschw. Plockwurst....Pfd 6.08 Braunschw- Zervelatwurst.. Pfd 2.20 Grobe Teewurst......... Pfd. 6.68 Apfelwein.......... I92Sct Edenkobener.. 1928*1 Gauweinheimer Johannisbeerwein.... Utiel(Span Rotuifin)». Tarrogona Malaga Muskat Wermut kwein Douro-Portwem...... Weinbr.„Spesial" z5°i> Wein brand Verschnitt j&l, 1 Ltr. Fl Rum-Verschnitt /»%....iLh.Fl Alter Wackkolder..., Ltr.-Krm Jägerstolz(EtUOtam).... i-Llr. n. Bccondor* billig« Flaschenweine {«toMslBl. Ofa«! 1727*7 Maikammerer AbUbf.>/i Fl I926*r St. Martiner Berg... Vi Fl IPZ7„ Bechtheimer...... Fl 1 725-1 Wackenheimer Held*nht.'l,FL 1925*7 Bayerfelder Schloßbg.>/, Fl 1925er Geisenkeirner....... Vi Fl. 1922*7 Niersteiner Domtal./, O« 6.00 Mirabellen.......... Dt. 6.00 Stachelbeeren........... Vi D« 6.00 Ananas............... Vi D«. 6.20 Pfirsiche kelifornitch*....... ViD». 2.28 Obstsalat............... Vi D» 8.88 3 8iM9«igsfisr Rößimret Columbia-Mischung....... Pfd 6.20 Costarica............... Pfd 8.66 Santos II................ Pfd. 2.80 Santos IV................ Pfd 2.60 Konsum-Mischung........ Pfd 2.20 Auslese-Kaffee............ pfd 6.90 Kaffeegewürz„KarUbaito-...Fcb*. 6.28 Tee lose.............. an Pfd 2.80 Backwaren Berl. Pfannkuchen...... 3 Stck. 6.28 Plunder kränse........... Sick. 0.20 Sckok. Puffer.........«n Sicfc. O.SO Bunte- Schüssel...........» 5t M. ermäßigt werden, sobald der Jnlandszuckerpreis einen gesetzlich festgesetzten Höchstpreis von 21 M. für den Zentner überschreitet. Vereinigung von Er- zeugerschutz und Derbraucherschutz ist also der Sinn dieses Gesetzes: Dem deutschen Zucker soll der deutsche Markt voll gesichert werden gegenüber einer Welttonkurrenz, die mit Verlustpreisen und in maßgebenden Zuckerexportländern mit ausge- sprochenem Dumping arbeitet. Es sollen ihr jedoch nicht, wie beim früheren Zollsystem die Mittel on die Hand gegeben werden, um ihrerseits hinter den Zollinouern aus dem Verbraucher das letzte herauszupressen und sich mit den gefüllten Kampfkassen an der Schleuderkonturrenz auf dein Weltmarkt zu beteiligen. Di« deutsche Zuckerwirtschaft soll also aus dem von spekulativen Schwankungen erschütterten Weltmarkt möglichst lo-gelöst werden, an die Stelle der wilden Preisschwankungen soll wenigstens für unseren Inlands- markt ein ausgeglichenes Preisniveau treten. Die Preissiabilisierung ist erreicht. Die Entwicklung der Zuckerpreise in den letzten Jahren zeigt, daß diese Absicht des nenen Gesetzes im wesentlichen erreicht ist: vor dem neuen Gesetz starke Preisschwankungen entsprechend den Welt- Marktvorgängen, seit dem neuen Gesetz eine ausgeglichene Preislinie. Innerhalb des Verbrauchsjahres steigen dabei, den natürlichen Der- Hältnissen entsprechend, die Preise vom Schluß der Kampagne bis zum Schluß des Verbrauchsjahres von Monat zu Monat, ent- sprechend den Zins- und Lagerkosten und am Schluß des Ver- brauchsjahres leitet ein Preisabfall zu der neuen Kampagne über. Dabei ist dies« Preisstcbilisierung erreicht worden, ohne daß der Staat irgendeinen neuen Beamten anzu- st e l l e n oder gar einen bureaukratischen Apparat zur Handhabung der.�Zuckerplanwi rlschast" zu schassen brauchte. Der organisatorssch« Zusammenschluß der Zuckerindustri« war bereits unter dem alten Zollsystem im Interesse der Zollauenützung soweit ausgebaut worden, daß der Gesetzgeber es beruhigt den Interessenten überlassen konnte, aus dem neuen Gesetz die erforderlichen organisatorischen Konsequenezn zu ziehen. Das über der Zuckerwirtschast hängend« Damoklesschwert, nämlich die ruckweise Zollherabsetzung von 25 M. auf 10 M., die eintritt, sobald der Höchstpreis überschritten wird, zwingt die Produzenten auf der«inen Seite, alle Maßnahmen zu ergreifen, damit die Preise dies« Gefahrengrenze nicht überschreiten. Auf der anderen Seite hat natürlich der Gefetzgeber auch damit gerechnet, daß die'Ptödüzenren' nun ihre Organisation auch so weit ausbauen würden, um möglichst vollständig in den Genuß des ihnen zugestandenen Zuckerpreises zu gelangen. Im Licht der Interessenten. In einem interessanten Artikel„Die Neuorganisation der deutschen Zuckerindustri«"(Wirtschaftsdienst vom 20. September 1023) legt Dr. Robert P l a t o w den Zusammenhang zwischen der neuen Gesetzgebung und der organisatorischen Weiterentwicklung in der Zuckerindustrie dar. Er erkennt mit deutlichen Worten an, daß„diese neue Organisation nur aus der Zollgesetzgebung vom Dezember vergangenen Jahres zu verstehen ist". Besonders interessant ist gerade für die Sozialdemokratie on diesen zweifellos der Zuckerindustrie nahestehenden Darlegungen, daß nach Ansicht der Industrie der Zuckcrhandel eine grundlegende Umgestaltung erfahren hat. „Für den Zuckerhandel.werden sich natürlich aus dem Berliner Abkommen gewisse Wandlungen ergeben. Es scheidet einmal das Spekulalionsrisiko aus: damit entfällt die Möglichkeit, Spekulationsgewinne zu machen. Die Zuckerindustrie rechnet aber damit, daß sich der Handel bald den neuen Verhältnissen anpassen wird. Im Zusammenhang mit der Stabilisierung des Zucker- markte? wird auch das Geschäft in ruhiger« Bahnen gelenkt werden. Der Zwischenhandel wird sich einen festen Kundenkreis sichern und wird sich vielleicht mit einer Uerdiensispanne begnügen müssen, die möglicherweise einen kleineren Nutzen läßt, die anderer. seits aber die Gefahr der Verluste beseitigt." Kann somit die Sozialdemokratie mit der Wirkung des neuen Gesetzes bezüglich der planwitrschaftlichen Weiterentwicklung der Zuckervcrsorger zufrieden sein, so muß auf der anderen Seit« die Preisbildung unter dem neuen Gesetz mit aller Auf- merksamkeit verfolgt werden. Bei der Schaffung de» neuen Gesetzes war von der Sozialdemokroti« ein Höchstpreis von 19 M. vorgeschlagen worden, von den bürgerlichen Parteien der Regierungskoalition ein Höchst- preis von 23 M. Als Kompromiß ergab sich schließlich der im Gesetz festgelegte Hoch st preis von 21 M. G e g e n die Sozialdemo- kratie wurde jedoch im Juli vom Reichstag ein« Abänderung des Zuckerhöchstpreises vorgenommen, zwar kein formelles Abrücken von dem Höchstsatz von 21 M., aber die Einführung von Zuschlägen für Zins- und Lagerkosten von 15 Pf. pro Monat, was tatsächlich mit einem Herausrücken der Höchstpreisgrenze um 1,35 M. gleichbedeutend ist. Von den bürgerlichen Parteien wurde diese Preiskorrektur damit begründet, daß nach den Erfahrungen der letzten Kampagne ohne dies« Maßnahme ein ausreichendes Rüben- geld für die rübenbauend« Landwirtschaft nicht zu erzielen sei. Dabei ist jedoch mehrerlei übersehen worden: Klagen der Industrie und der Dauern unberechtigt. Das Rübengeld für die letzte Kampagne hat bei der Mehr- zahl der Fabriken etwa 1,40 bis 1,b0 M. für den Zentner betrogen. ,Da der Landwirt vor dem Krieg« für den Zentner Rüben etwa 1 M. erhielt, bedeutet ein durchschnittlicher Preisstand von 1,50 W. bereits»inen recht günstigen Preis, verglichen mit den Preisen anderer landwirsschastlicher Erzeugnisse und mit den Preisen der lcrndwirtschafllichen Produktionsmittel. Dabei ist jedoch in der letzten Kampagne der Zuckererlös von zwei Seiten her gedrückt gewesen. Einmal mußten trotz der neuen gesetzgeberischen Regelung nicht unerhebliche Zuckermengen zu Derlustpreisen aus den Weltmarkt abgestoßen werden, nicht zuletzt auch deshalb, weil noch kurz vor der Schaffung des neuen Tefetzes erhebliche Mengen tschechoflo« waksschcn Zuckers als ausgesprochene Dumpingeinfuhr nach Deutschland hereingekommen waren. Da bei der Ausfuhr auf den Welt- markt nur etwa die Hälfte des gesetzlich zugelassenen Inlandspreises erzielt wurde, bedeutete dies« Aussuhr einen Gejamtverlust von etwa 40 Millionen Mark und eine Verschlechterung des Durch- schnittserlöses der Fabriken um etwa 1,20 M. je Zentner Zucker. Im kommenden Jahre wird diese Ausfuhr nicht nötig sein, und für die Zukunft besteht ja die Absicht des neuen Gesetzes überhaupt darin, der Industrie möglichst keinerlei Anreiz zur Beteiligung an den Verlustkämpfen auf dem Weltmärkte zu bieten. Eine Derbesse- rung des Zuckererlöses um 1,20 M. je Zentner bedeutet aber be- reits eine Erhöhung des Rübengcldcs um etwa 15 Pf. je Zentner. Zum anderen aber bringt die neugeschaffene Verkaufsvereini- gung«ine weitere sehr erhebliche Verbesserung des durchschnitt- lichen Zuckererlöses. So schreibt Dr. Platow in dem oben ge- schilderten Artikel:„Die 21-Marr-PreiSgrenze soll nicht mehr nur die höchste unübcrschreitbare Grenze darstellen. Man will vielmehr die tatsächlich gezahlten Preise auf diesem Niveau stabilisieren, um damit also die gesetzlich gebotenen Möglichkeiten bis aufs letzte aus- zunützen..„Für die deutsche Zuckerindustrie bedeutet die Grün- dung der Vereinigung zur Verbrauchszuckerverteilung einen Schritt zur Verbesserung ihrer Lage. Einer ihrer maßgebenden Führer, der an den Verhandlungen in Berlin tsilgeiiommen hat, betonte erst in diesen ll�agen, daß die Preise ohne diesen neuen Vertrag mindestens l bis 1,50 M. niedriger stehen würden." Nochmals 1 bis 1,50 M. wäre also nach dem' eigenen Einge- ständnis der Industrie gegenüber der letzten Kampagne durch den Zusammenschluß gewonnen, so daß sich insgesamt im lausenden Jahr gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung des Zuckererlöses um 2 bis Z AI. und damit eine Erhöhung des Rübengeldes um 30 bis 40 Ps. je Zentner ergeben würde. Gefahren in der Zukunft. Ein Rübengeld von 1,80 M. je Zentner bedeutet aber einen Preisstand von 180 Proz. der Vorkriegsprcise, d. h. einen Preisstand, der weit über den Preisstand aller vergleichbaren Er- Zeugnisse und auch weit über die Entwicklung der landwirtschaft- lichen Produktionskosten hinausgeht. Auch wenn die diesjährig« Ernte knapp ausfallen sollte, ist ein solcher Preisstand übermäßig hoch. Es droht daher die Gefahr, daß eine unverhältnismäßig hoch angesetzte Rentabilität des Rübenbaues zu einer allzu großen Produktions st eigerung führt und uns etwa gar auf diesem Wege wieder dazu bringt, doch on den Verlustverkäusen aus dem Weltmarkt teilzunehmen. Diese Gefahr kann mir dadurch ge» bannt werden, daß entweder der Reichstag entsprechend den sozialdemokratischen Dorschlägen die übermäßig hohe Fest- setzung*der Preisgrenze wieder revidiert oder daß, falls dies nicht zu erreichen ist, die Landarbeiterschaft in den Rüben» baugebieten auf dem Wege des Lohnkompfes dafür sorgt, daß die Baun?« nicht in den Himmel wachsen und die Zuckerrübengewinn c uns nicht wieder in die Dumpingpolittk hineinführen. Klöckners Maschinenbetriebe. Starke Umsahst eigerung bei verringerter Belegschaft. Di« Maschinengruppe des Klöcknerschen Stahl- und Zechen- konzerns, die Maschinenfabrik Humboldt und die Motoren- fabriken Deutz und Oberursel, deren wichtigste Abschluß- Ziffern wir schon mitgeteilt haben, veröffentlichen jetzt ihre Bilanzen und Geschäftsberichte. Wir haben bereit- daraus hingewiesen, daß infolge der unübersichtlichen Abrechnungsmethode der drei in Jnter- essengemeinschaft verbundenen Maschmenwerke ein lieberblick über die Ergebnisse in den einzelnen Betrieben unmög- l i ch ist. So viel läßt sich jedenfalls feststellen, daß die Maschinenfabrik Humboldt, die jetzt die Dimdendenzohlung mit 3 Proz. wieder aufnimmt, auch im letzten Jahr noch mit V e r l u st gearbeitet hat und nur durch die Gewinnoerteilung innerhalb der Interessen- gemeinschaft zu einem Reingewinn gelangt ist. Auch die Motoren- fabrik Deutz zahlt für dgs abgelaufene Geschäftsjahr 3 Proz., während Werk Oberursel seine Dividende vo.n 8 auf 10 Proz. heraussetzen kann. Insgesamt hat sich der Stand bei der Älöcknerschen Moschinengruppe gegenüber dem letzten Jahre ganz bedeutend verbessert. Während im vergangenen Jahr nur Oberursel einen Gewinn von 630 000. Mark, Deutz und Humboldt dagegen«inen Verlust von mehr als einer halben Million auswiesen, stellt sich der Gesamtgewinn für 1328/29 auf 13 Millionen. Äei der Maschinenfabrik Humboldt, der 5iauptverlustquell« in der Moschinengruppe Klöckners, wurde im letzten Jahr eine scharf« Rationalisierung der Betriebe durchgeführt. Der Geschäftsbericht er- wähnt, daß die unrentablen Betriebszweig« abgestoßen oder stillgelegt wurden. So ist im Laufe des vergangenen Jahres der Lokomotiobau abgegeben und der Dampfturbinenbau stillgelegt worden. Ferner wurden Dampfmaschinen- und Kompressorenbau der Firma Bors ig überlassen. Der Ausfall wurde durch Ueber- nahm« einer Großdiesel-Type von Deutz und durch Zusmnmenfass-.mg der übrigen Produktion gedeckt. Alle drei Werke der Maschinengruppe waren im letzten Jahr durchweg gut beschäftigt. So erhöhte sich der Unssatz bei Humboldt von 35,8 auf 39,9 Millionn. bei der Motoren- fabrik Deutz von 36,5 aus 40,6 Millionen und bei Ober- ursel verhältnismäßig am stärksten von 33 aus 13,1 Millionen. Die Umsatzentwicklung bei der Interessengemeinschaft in den letzten drei Jahren zeigt deutlich den kräftigen Ausschwung bei der Klöck- nerschen Maschinengruppe. So betrug der Gesamtumsatz 1926/27 1927/28 1928/29 59,8 Millionen Mark 81,8 93,7 Bei Humboldt war im letzten Jahr das Ausland mit etwa 30 Proz. und bei den beiden Motorenfabriken sogar mit 50 Proz. am Umsatz beteiligt. Daß bei dem Absatz sehr gute Preise erzielt wurden, geht daraus hervor, daß bei der Maschinenfabrik Humboldt der wertmäßige Umsatz um 12 Proz., der Menge:Mimsatz dagegen nur um 1,3 Proz. gestiegen ist. Während Humboldt über sein« Belegschaft keine Angaben macht, weist der Geschäftsbericht von Deutz darauf hin. daß die oerstärkte Produktion bei Deutz-Oberursel von 13 000 Motoren gegen 14 000 ftn Vorjahr mit durchschnittlich geringerer Belegschaft durchgeführt wurde. Schon bei gleichbleibender Belegschaftsstärke wäre eine Steigerung der Leistungsfähigkeit von mehr als 33 Proz. eingetreten. So aber kann man bei dem vorgenommen«« velegschaftsabbau mit einer durchschnittlichen Lcisttmgssteigerong je Mann und Schicht von etwa 40 Proz. rechneu. Die Frage, ob entsprechend der erhöhten Leistungen und der verstärkten Ausbeutung der Arbeitskraft auch die Löhn« ge- stiegen sind, werden sich die Belegschaften am besten selbst bean!- warten können. Oer pariser Autosalon-tSZS. (Bon unserem Sonderberichterstatter) R. W. Pari», im Oktober. Bon allen internationalen Automobilausstellungen nimmt Paris den ersten Platz ein. Der Pariser Salon ist traditionsgemäß die Ausstellung. Hier werden nicht nur die neuesten Modelle der kommenden Saison gezeigt, vielmehr strämen hier aus aller Herren Länder die Interessenten zusammen. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb diesmal die deutsch« Automöbilindustrie so zahlreich im Grand Palais des Chomps Elysees oe.sammelt ist. Abgesehen von vielleicht zwei oder drei Firmen denkt keine deutsche ornsttich daran, etwa aus dem französischen Markt Absatz- zu finden. Di« Preieunter- schiede sind zumeist doch zu groß, Frankreich hat sich außerdem mit einer 45prozentigen Zollmauar umschlossen. Noch bis vor einem Jahre sah man auch in Frankreich ver» HAtnismäßig nur sehr wenig Amerikaner laufen. Das hat sich indes doch gründlich geändert. Trotz allen Schwierigkeiten, die hier in Frankreich jedem außerfranzösischen Fabrikat entgegenstehen, hat Amerika auch hier sich durchgesetzt und größeren Absatz gefunden. Frankreich sst zweifellos der schwierigste Markt in ganz Europa. Daß nun auch hier die Amerikaner in größerem Umfang vor- gedrungen sind, sollte allen europäischen Automobilfabriken ernsthast zu denken geben. Wenn man hier auf den einzelnen Ständen nun die deutschen mit den ausländischen Wagen vergleicht, so kann man erfreulicher» weise konstatieren, daß unsere Erzeugnisse im allgemeinen Spitzen» leistungen darstellen. Die Vervollkommnung, die unsere Kraftwagen erfahren haben, wird allgemein anerkannt. Die deutschen Firmen legen hier dos Schwergewicht darauf, neue Exportbeziehungen zu den Vertretern der verschiedensten Länder anzuknüpfen. Schon die ersten Ausstellungstage haben gezeigt, daß aus Holland. Spanien, den Balkanländern, Skandinavien und selbst Belgien starkes Interesse für deutsche Wogen besteht. Diesirnrl zeigt der Pariser Salon nicht im gleichen Maße soviel Neuheiten wie in früheren Jahren. Es gibt eine Reihe neuer Modelle, verschiedene Achtzylinder vor allen Dingen, darunter auch einen Zwölfzylftrder, ohne daß jedoch grundlegend Neues zu finden wäre. Einen neuen Borderradantrieb zeigt der amerikanische Auburn„Cord". Ein anderer Amerikaner, Duesenberg, leistet die Kleinigkeit von 265 LS. In öer Preisbildung sind keinerlei Veränderungen wahr» zunehmen. Die vorjährigen Preis« haben sich allgemein behauptet, eher sind da und dort sogar einige klein« Aufschläge gemacht wordeir. Eifenprodukiion bleibt stark. Die Leistungen der Hochöfen im September. Wie die Zeitschrift„Stahl und Eisen" mitteilt, belief sich dir Roheisenproduttion der deutschen Hochöfen im September aus 1,10 Millionen gegen 1,16 Millionen Tonnen im Vormonat und 0,98 Millionen Tonnen im September 1928. Der Rückgang der Gesamtproduttion im Berichtsmonat sst in erster Linie darauf zurückzuführen, daß im September nur dreißig Tag« gegen 31 Tage im August gearbeitet wurde. Die durchschnitt» liche arbeitstägliche Leistung ist daher gegenüber dem Vormonat ganz unwesentlich von 37 671 auf 36 964 Tonnen. also nur um 2 Proz., gesunken. Daß die Eisenproduktton in den letzten drei Monaten noch weit über dem Stande der entsprechenden Zeit des Vor» jahres liegt, wird daraus ersichtlich, daß von Juli bis September dieses Jahres die durchschnittlichen arbeitstäglichcn Leistungen der Hochöfen mit 37 816 Tonnen gegen 32 778 Tonnen Juli bis Sep» tember 1928 eine Mehrproduktion von rund 16 Proz. gegenüber dem Vorjahr ergeben. Tariferhöhung wegen Kapitalmangel. Sie Tragödie der kommunalen Finanznot. Wie gemeldet wird, hat die hamburgische Bürger» s ch a f t beschlossen, die ollgemeinen Derkehrstarise zu erhöhen, um 4,8 bis 5 Millionen Mark zu beschaffen, die zur Fertigstellung der U-Bahn vom Dammtorbahnhof zum Iungferisstieg beschafft werden müssen. Dieser mit großer Mehrheit gefaßte Beschluß kann nur als eine Ausflucht der Verzweiflung bezeichnet werden. Senator Dr. Motthäi, der Vorsitzende der Finanzdeputation. wies darauf hin, daß andere Städte in den letzten Wachen für kurz- fristige Anleihen, und zwar ohne jede Amortisation, nicht weniger als 1014 und 11 Proz. Zinsen hätten zahlen müssen, und daß Hamburg im Interesse seines Kredits umnöglich solche Wege gehe» könne. Die Folge war der Beschluß der Tariferhöhung. Dieser Beschluß heißt, daß Hamburg zur Kapitalbeschaffung für unumgängliche Verkehrsbauten, also für absolut normale und auch als produktiv anerkannte Anlcihezwecke, feine dauernden Verkehrs. einnahmen durch Tariferhöhung hat steigern müssen. Kapital. beschaffung durch Tariferhöhung! Das ist in der dornenreichen Geschichte der kommunalen Finanznot ein neuer äußerst schwerer und symptomatischer Fall, der zeigt, zu welchem wirtschaftlichen Wahnwitz die künstliche Beschränkung der kommunalen Kapitalbeschaffung und die kommunalfeindkiche Steuerpolitik sich schon übersteigert haben. Gewinnbeteiligung in England. Nach einer Erhebung de» englischen Arbeitsmmisters aus dem Jahre 1928 belauft sich in Großbritannien und Nordirland die Zahl der Unter. nehmungen mit Gewinnbeteiligung der Arbeiter auf 471 mir 515 000 beschäftigten Arbeitern, von denen 251 000 am Ge- winn beteiligt sind. Die Zahl der Gewinnbcteiligungssysteme hat sich gegenüber dem Vorjahre vermindert, während sich die Zahl der Arbeiter von 235 000 aul 251 000 erbödt bat / Llebles Spiel der englischen Zieeder Ltm die Regelung der Arbeiisverhäliniffe der(Seeleute zu sabotieren. wie tu der Jtage der Ratifizierung des Washingtoner Ab- kommen» da» englische Unternehmertum es war. das aus der Unter- nationalen Arbeitskonserenz eine Verständigung zu hintertreiben suchte, ist seht das englische Unternehmertum in der Reederei am Werke, die vom Znlernationalen Arbeilsamt eingeleiteten VerHand. lungen zur internationalen Regelung der Arbeitsverhältnisse der Seeleule auffliegen zu lassen. Der nachstehende Bericht zeigt, mit welchen Finessen die Herrschaften ans Werk gehen. Genf. 10. Oktober. Die 13. Internationale Arbeitskonferenz, die sich ausschließlich mit Fragen der internationalen Regelung der Arbeitsver- bältnisss der Seeleute, darunter vor allem mit der Frage des Achtstundentages an Bord der Handelsschiff« zu befassen hat. ist in Anwesenheit von rund 250 Delegierten und Sachverständigen aus 32 Ländern, darunter zwölf außereuropäischen Staaten, zusammen- getreten. Außer dem Achtstundentag stehen noch drei Punkte zur Debatte: Schuß der Seeleute In Krankheitsfällen einschließlich ihrer Be- Handlung bei Verletzungen, die sie sich an Bord zuziehen, die Berbesserung der Aufenthaltsbedingungen in den Seehäfen und schließlich Minimalbefähigungsnachweis der Offiziere der Handels- marin«. Die vier stimmführenden deutschen hauptdelegierten auf der Konferenz sind für die Rcichsregierung Ministerialdirektor Dr. Grieser und Ministerialdirigent Dr. Mewes, beide vom Reichs- arbeitsministerium, für die Reeder Regierungsrat Petzel vom Nord- deutschen Lloyd und für die Arbeitnehmer der Vizepräsident des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Müller bzw. Köhler, Hamburg, vom Deutschen Transportarbeiterverband. Gabotageversuche der englischen Heeder. Die Vertreter der englischen Reeder sind wohl in Genf an- wesend. jedoch„inoffiziell". Norwegen ist nur durch ein Beob- achter der Regierung vertreten, während die Reeder sowohl als auch der norwegische Seemannsverband noch nicht einmal einen Beobachter geschickt haben. Das Reedereiunternehmertum, instxe- sondere die englische Gruppe, versucht die Kompetenz der Konferenz anzuzweifeln, sich für die Seeleute einzusetzen. Da die Vereinigten Staaten von Nordamerika der Konferenz nicht angehörten und die englischen Reeder die Konferenz sabotieren, vfsentlich nicht dabei sind, hintenrum jedoch mit Hochdruck Stimmung gegen sie machen, fehlten 40 bzw. 50 Proz. der Welthandelsschiff- fahrtstonnage auf der Konferenz. Außerdem beanstandet das englische Unternehmertum die Qualifikation des englischen Arbeitervertreters, der von der englischen Regierung aus dem Gerverkschaftsitongreb entnommen wurde, obwohl diesem seit dem englischen Generalstreik vom Jahre 1020 der eigentliche englische Seemannevcrband(Seemann-Union) nicht mehr angehört. In englischen Gewerkschaftskreisen weigert man sich jedoch, den Vertreter eines Verbandes zu«nffenden, der dem Gewerkschaftskongreß nicht angehört, während in Reederkreisen der Konferenz unter Berufung auf Artikel 380 des Versailler Ver- träges nur die Seemanns-Union als die dort vorgesehen« reprösen- totive Berufsoertretung der Seeleute angeschen wird. Dabei ist auch dem englischen Unternehmertum bekannt, daß die Seemann»- Union aus der Reihe getanzt war und sich neuerdings um die Wiederaufnahme in den englischen Gewerkschaftsbund bemüht hat. Daraus ergibt sich, daß die englischen Reeder eine inlernatio- nale menschenwürdige Regelung der ArbeUsverhällnifle der See leule mit allen Mitteln zu Hinlertreiben suchen. Wie die Reeder sich entschließen. Genf, 10. Oktober.(Eigenbericht.) Di« Unternehmervertreter auf der Seeschiffahrtskonferenz haben dem Plenum am Donnerstag eine Dringlichkeits-Ent- s ch l i« ß u n g unterbreitet, die am Freitag früh der Konferenz zur geschäftsordnungsgemäßen Behandlung vorgelegt werden soll. Di« Entschließung zeigt, daß innerhalb der Unternehmergruppe nur mit Müh« ein Kompromiß zwischen den Befürwortern sofortiger Boykotliernng der Konferenz und den ruhigeren Elementen zustande- gekommen ist. daß aber die Unternehmer einig darin sind, den inneren gewertschafllichen Streit zwischen der englischen Trade Union und dem englischen Verband der Seeleute für ihr« Zwecke auszunutzen. Die Unternehmergrupp« sei nicht in der Lage, in die Beratung der Tagesordnung einzutreten, solange ihr nicht zugesichert werde, daß erstens die jetzig« Methode der Auswahl der Nicht-Regierungsvertreter verlassen und zweiten» der Mangel der Konferenz an repräsentativem Eharakter beseitigt werde. Die Kon- ferenz soll beschließen, daß die Unternehmer, und Arbeitnehmer. Vertreter aus den„repräsentativen Reeder, und Seeleute-Organi- sationen" zu entnehmen sind. Ferner soll der Berwaltungsrat be- auftragt werden, entsprechend« Maßnahmen zu ergreifen." Geschäftsordnungsmäßig rennt diese Resolution zum Teil offene Türen ein.__ Die Internationale der Seeleute. Schwindelmeldunqtn der Reeder aufgedeckt. Die Seeleutesektion der Internationalen Transport- a r b e i t e r f ö d e r a t i o n, die in der neuen cheimstätte für See- lcute des Deutschen Verkehrsbundes in Cuxhaven tagte, be- fchäftigte sich vorzugsweif« mit Presienachrichten, wonach sich eng- lifche Seeleute gegen die internationale Fest- setzung der Arbeitszelt erklärt hätten. Im Laufe der Be- sprechung stellte sich heraus, daß dies« Nachricht den Tatsachen nicht entspricht und daß sie von den Reedereien in die Zeitungen ge- schmuggelt wurde. Die Tagung nahm dazu einstimmig eine Ent- s ch l i e ß u n g an. in der es u. o. heißt: ..Nach Anhörung eines Berichtes von I. ch e n s o n vom enolifchen Transportarbeiterverband stellte der Seeieutebeirat fest. daß keine Versammlungen zu diesem Zwecke in Großbritannien stattgefunden haben und daß die Forderungen der See- l« u t« in bezug auf die Regeluna der Arbeitszeit auf See. d. b. die 48.Stunden-Woch«, genau dieselben sind wie im Jahr« 1010. Der velral vervrteill die von den Reedern angewandte Taktik und bestätigt die Forderungen der Seeleute, wie sie im gemein- samea Programm der ITF. und der ISF.(«ine während des Krieges von chavelock Wilson gegründet« Seeleute-Jnternationale, die inzwischen zugrunde gegangen ist) niedergelegt und im Früh- jabr 1026 dem Internationalen Arbeitsamt unterbreitet worden ist." Weiter wurde da» Sekretariat beauftragt, ein« Untersuchung über die Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Fischerei der verschiedenen Länder durchzuführen. Das Resultat soll der See- lcutesektion in einer ihrer nächsten Sitzungen unterbreitet Verden. Schwarze Listen. Unter den Textilindustriellen. Der Arbeitgeberveoband der Deutschen Textilindustrie hat bisher immer das Vorhandensein schwarzer Listen geleugnet. Jetzt ist der Deutsch« T ext i l a r b e i t e r- B e r b a n d in den Besitz eine? Rundschreibens gekommen, aus dem unwiderleglich hervor- geht, daß der Textilarbetterverband mit schwarzen Listen arbeitel. Dieses Schreiben fft ausdrücklich vom Arbeitgobsroerband der Deut- fchen Textilindustrie E. B. in Berlin gezeichnet und richtet sich an die Mitglieder des genannten Verbandes. In ihm heißt es: „Wie uns der Industrie- und Arbeitgeberverband für den Frei- stoot Oldenburg mitteilt, ist bei der oben genannten Firma am 7. August«in Streik ausgebrochen, weil die Firma sich roeigerte. auf die maßlosen Forderungen des Deuffchen Textilarbeiler-Ver- bandes, Gau Hannover, einzugehen. Der Streik wird feit über fünf Wochen von beiden Seitcn mit allergrößter Hartnäckigkeit geführt. Es Hot den Anschein, daß die Acwerkschoften nicht so sehr der etwa 00 Mann starken Belegschaft der Firma Tameling und S t b o e wegen, als vielmehr aus tattischen Gründen aus die Durch. sühning der Forderungen Wert legen. Da in den letzten Tagen, wie eine Notiz im Oldenburger Volke- blatt auch bestätigt, ein Teil der streikenden Weber Varel verlassen ho», um anderweitig Arbeit zu suchen, bittet der Industrie, und Ar. beitgeberverband für den Freistaat Oldenburg, unsere Mitglieder- verbände auf den Streik hinzuweisen und veranlassen zu wollen, daß Arbeitsuchende, die von der Firma Tameling und Stove kommen und dort am Streit fristlos entlassen sind, nicht ein- gestellt werden. Wir glauben aus dem dargelegten Grund«, daß es zweckmäßig ist. dem Wunsche des Industrie, und Arbeitgeberverband«» für den Freistaat Oldenburg nachzukommen und bitten Sie daher, das Notwendig« bei ihren Mitgliedsfirmen oeronlassen zu wollen. Fall» Arbeiter von der bestreikten Firma in dem Bezirke eines unserer Mitgliedsoerbände auftauchen, waren wir um kurze Mitteilung hier- über dankbar." An dem Streit in Barel waren 80 Textilarbeiter beteiligt. Sie wollten durch die Arbeitseinstellung zu einem Tarifvertrag kommen. Nach 5 Wochen wurde der Kampf am 11. September von der Arbeiterschaft abgebrochen. Da sich die Firma weigerte, die Leute wieder restlos einzustellen, sah sich eine Anzahl Textilarbeiter auswärts nach Arbeit um. Das will man nun mit schwarzen Listen verhindern. Du» Vorgehen des Arbeitgeberverband«? ist ungeheuerlich. Ts verstößt gegen die Strafbestiminungen. Deshalb halten wir es für uirbodingt erforderlich, daß die Staatsanwaltschaft sofort eingreift. Vaier Busse SO Jahre alt. Heute vollendet unser lieber Partei, und Gewerkjchaftegenoss« Gustav Busse sein achtzigstes Lebensjahr. Seitdem das Berliner Gewerkschaftshaus im Betrieb ist, stand Vater Busse in seinem Dienst und es warcn gut« und treue Dienste, die er mit Hilfe seiner verstorbenen Galtin der Herberge unseres Gewerkschostshmffes ge- leistet hat. Seine zahlreichen Freund«, die er sich im Lauf« seiner Tätigkeit erworben hat. werden mit uns den Wunsch teilen, daß Väter Busse noch manches Jahr der wohlerworbenen Ruhe in alter Rüstigkeit vergönnt sein möge. Man gründei Zwangsinnungen. Um Innungekrankenkassen zu gründen. Um die lästigen Aorschristen, die bei Gründung einer B e- triebskrankenkasse eingehalten werden müssen, zu umgehen. versollen di« kleineren Unternehmer auf den Ausweg, zunächst Zwangsinnungen zu gründen, aus denen dann wieder die gegen die allgemeinen Ortskrankenkasfen gerich- tetenInnungskronkenkossen hervorgehen können. Dabei braucht nicht die Genehmigung der Arbeitnehmerschoft«ingeholt werden: nach dem Gesetz ist der Gescll.enausschuß nur zu „höre n". Leider wird von den Versicherungsämtern immer noch viel zu oft die Genehmigung zur Gründung dieser Sonder- krankenkassen erteilt, die nachgewiesenermaßen durchaus gegen die Interessen der Arbeitnehmerschaft«ingestellt sind. Ueberall da, wo die Arbeiter bestrebt sind, große, geschlossene Organisationen zu schassen, um ihre Machtstellung im Wirtschafts- kämpf zu stärken, bemüht sich die Gegenseite, diese Stellung durch Zersplitterungen zu schwächen. Das wäre zu ertragen, wenn mit ehrlichen Mitteln gekämpft würde: leider gelingt es den Unter- nehmern aber nur zu ost, unaufgeklärte Arbeiter vor Ihren Korren zu spannen. Deshalb kann nicht genug darauf hingewiesen werden, daß auch die straffe, einheitliche Organisation de» Kranken- kassenwesens ein Teil dessen fft, wo» die Arbeiterschaft In ihrem Interesse fordern muß. All« Zersplitterungsabsichten, von welcher Seite sie auch kommen mögen, sind also unbedingt als schädlich zurückzuweisen. Eingeständnis der Schwäche. Im w Iden Rohrlegerstrcik. „Unternehmer wollen nur Urich- Anhänger. Kommunistische Rohrleger können sie nicht gebrauchen." Die» di« Ueberschristen zu dem üblichen Appell,«inen Stundenlohn für die oerfehlt« „revolutionäre" Niederkirchener Aktion zu opfern. Der hartnäckige versuch, die Tatsachen immer wieder auf den Kopf zu stellen, trotzdem ihr Schwergewicht st« auf den Deinen hält, wirkte belustigend, wenn er nicht gar so dumm wäre. Di« refor. mistisch« Gewerffchoftsbureautratie stehe mit den Unternehmern in einer Front gegen die streikenden Rohrleger. Tatsach« ist, daß di« Berliner Ortsverwaltung de, Deutschen Metallarbeiterverbande» mit den Unternehmern j m T o r i s v e r- tragsverhältnis steht und die Ncederkirchner Gruppe durch ihren wilden Streik der geltenden Tarffgemeinschast den Krieg er» klärt und ein«„revolutionäre" Front bilden möchte, die sich gegen die rechtmäßige Organisation der freigewsrkschaftfich organisierten Rohrleger und Helfer wie der Metallarbeiterschast überhaupt richtet. Und zwar einmal aus Rache wegen des Aus- schlusses Niederkirchners aus dem Verband, den er seit langer Zeit provoziert hat, dann aber aus Befehl der ge- werkfchaftsfeindlichen KPD.-Zentrale. Solange in der deutschen Gewerkschaftsbewegung die tarisoer- tragliche Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen Geltung hat. solang« müssen die außenstehenden Feinde des Tarisoer- trag» aus der einen wie auf der anderen Seite bekämpft werden. Mißvergnügte, die wild« Streiks vom Zaun brechen, dürfen nicht andren die Schuld zuschieben wenn ihre wilde Kiste, aus Phrasen aufgebaut, zusammenbricht, trotz der Päckchen, die die kommunistisch« IAH. für sie zurechtmacht. Die Bauarbeiter sollen wild streiken. Um den wilden Rohrlegerstreik zu rett-n. Di« Kampffront sür Niederkirchner soll erweitert werden. Auf der Baustelle der Firma Lerche u. Rippert, Steglitz, Dirkbuschstrah«, wurde seit einigen Tagen von den Radikaiins-kis versucht, di« Bauarbeiterschaft zur Arbeitsniederlegung gegen die zum Tarisvertrag arbeitenden Rohrleger zu erzwingen und die Rohrleger von der Baustelle zu jagen. Insbesondere waren es di« Zimmerleut«, die hier die Parole der KPD. in di- Tal umsetzen wollten. Ihre Rechnung aber hatten diese Helden ohne die sreigewerk» schastlich organisierten Bauarbeiter gemacht. In der Vau» arbeiteroerfammlung der Baustelle, am Dienstag, noch Arbeitsschluß, wurde mit übergroßer Mehrheil beschlossen, die dort arbeilenden»ohrleger nicht an der Arbeil zu hindern, da sie zu den Bedingungen de» Metallarbeiterverbande» arbeiten und nicht al» Streikbrecher zu belrachlen sind. In der Aussprach« wurde mehrmals von dem Betriebs- rat der Firma die Frage an die Versammelten gerichtet: Wünscht noch jemand das Wort? Trotz dieser Ausforderung meldete sich kein Zimmerer und auch kein I n d u st r i e o c c b ä» d l e r. Wie sehen non diese Radikalinskis der Zimmerer in Wirklichkeit aus? Nach den Beschlüssen und der Einstellung des Vorstandes der Zimmerer gibt es in Berlin für die Zimmerer keine Akkordarbeit. Aber diese Helden aus dieser Bau- stelle, die die Rohrleger zur Arbeitsniederlegung zwinge» wollen. sollten erst einmal die Beschlüsse ihrer eigenen Organisation ein- halten. Was sagt Repschlüger und sein Vorstand zu diesen seinen Mitgliedern?__ Berliner Gewerkschafisfchule. Nachstehend veröffentlichen wir noch einige wichtig« Kurse aus dem Lehrplan der Berliner Gewerkschaftsschule und empfehlen allen in den Verbänden täffgen Genossen und Genossinnen, von dieser Ausbildungsmöglichkeit möglichst regen Gebrauch zu inachen: C.».«-bettttechtlich«»I«,», fät«afänaer. Lebe»! Ob-rNnail»rat Ätl*. Schiwbeck. Scflinn: Donnersta«. den 17, Oltoder 1928. ,9 Ubr. 1. S-läuteninq allaemeiner rechtlicher«Srundbeartste: Seflnff des Rechts'/»d seine Äovw- aeten: O-ff-ntli»', und vrinnte» Recht. Zivilrecht und Strasrecht Schuldrecht »nd Sachenrecht usw. Eingehender: Bertroqsrecht. insbesondere: lsea'nseitlac- -Ärtrafl, Dortrsst �ununsten Dritter usw. Sodann: Äroettsvertragsrrmt. svclrev Ard«it»verfclssun.ftsrcä>t und Arbeitsschutzrecht. �.... Gew. 9. ÄrbeitereckNi»« Gruppe IJ: Betriebsräterecht kür Fortgef�ntten«. Lehrer: Dr. Srnft tränke! uui) Dr. ffrana Nevmann. Beginn: Montag. I«. Oktober 19». 19 Ubr. l. Sur Sozioloale de» SetnebsrätTOefeno. 1. Do» RSteliiNcm und der«rtitel>« der Rcichsocrfalluna. 2 Beftieb-rSte und «eewerkschaften.— II, Do, Betriebsr-it-a-leS,- Ttr. Die»etrrebor-t- im Aulllchtorat,— IV. Betriebsröte und Ärdeitsoertraa.— V. Betriebsrat- und Tariloeriro».— VI. Petrieboröte und Arbeitskompf_ SO. 11. Die dentlch« unk die wteniationol« Lebrer: Hermann Schlimme. Brflinu: Mittueoch. b-n 16. Oktober 1929, 19 llbr. Entwicklung der Wirtlckaii»um modernen«opitalisnm».—„Die loAialtn lbrundloorn der ibewerkschaltsbeweaunei. iSewerkschofNiche Oraamtationsformen «Berulo-, Betrieb», und Suduitrienerböndel—«ampfmitiel und kompo Methoden der lhewerkschaft-n, Gewerkschaftlich- Spidcnoraanilotmncn, chew-rt. schaiti-richtungen. Wirischaft»srikdliche Beweguna. Unternehmeroraauis-tlonen lsozialuoiltische. wirtschaftorolitische. öffentlich-rechtliche).— W'.rtschastodemo. kratie und Wirtichoft»nar!am-ntori»mu«,.... SO. 12. Sozialpolitische«rl>eit«srnppe fite gortpeschritteu«. Lehrer: Vit« Back. Beainn: Diens'aa. den 1ö, Oktober 1929. 1» Ubr. Wirtschaft und Sozialpolitik.— Die Sozialpolitik in Berfa Ifung und Geset>a-buna der»«it. scheu Republik.— Brobleinc de» Rrbeitsmaekti».— Da» Arbeitskchukaefeß.— Dte sozialen Verfichcrunorn.— Unfalllicherheit und,— Mieler. lchuk und S!edl»namp-sen al, Faktor der sozialen Mrfk»Kebunn,— Wohllobrt und soziale gtirforge.— Di« international« Oraanilotion der Arbeit unb Ihre Einwirkiinaen auf die sozialpolitisch« Ibesrtmebuna der Lönder. Die mit einem bezeichneten.Kurse sinden im Sophien- Lyzeum, Weinmeisterstroße 18/17, die mit einem4 Ubr. im Lokal Eb-rt. Brlllfeler Sie, 20. wichtlne Bcrlommlunp oller Barteiaenossen, Nie. maud darf fehlen. Ter ikrali!oo«v»rstand. Achluno, t-Bahoerl Am Sonnabend. 12, vktolxr, findet um 19 Uhr« im Lokal von Hpifmann, Schwedier Sir, 23 lt. Bahn di» Eenelelder»(N plak). ein« wichtiii« graktian»s!kuno sämtlicher Genossen der U-Bahn ltail. wozu auch Snmpatbisierende«inaeladen sind. Referent Genosse Emil Barih. Bollzöbliae» Erscheinen erwartet Der graktionioorftaad. 7- wmsem b � ßbfrrde Gewerkschafis�uqend Berlin / Heut«, greitaa, t91h Ubr. laaen die Gruppen: Ehanlottinburat ssziaend- heim Spreeftr, 68. Baliswirtfchoftlich« Blaudereicn. S«pp«li:!Plah: Zuoendheim de, Bezirkramt, W«dd>na. Turin«« Eck« Eeessrah«oa»a Turin»? Strahe). llampfliederadend.— Wedtino! Iuo.'ndh«!m Tur.ner Elfe Siestrah.. Bortroa:„Knlaoes Umpanq mit Menschen".— Hcrroi ajl»«,! ssuaendheim Eanderflr. ll. Eck« fcobrechlftrobe. Di« ssllnaeeen flefla:)-- a-n Abend au»,— Süden, SSdl»«ft«n: Gruppenheim Wosscrtorssr, 9. vorn tl' Lichtbild« rnortrao:„Der Arbel'cr ln der ltunlt",—?auml5nl»pv' iursu» und fllr Aelterenkurfu». f Iuaendciruppe stes?e»'sro>perdal;df'S ster Vl...ffte» beut«. gr»ila«, find«» sala«nd« B»ransta!tun«n flott: Ci'oH'.i Jugendheim Laufener Str. 2. Bortraa:„Der kaufmönn'schc krbriln- nd fein« Auib'lduno". S!,ferent Heinz Mann,—«Spenick: Sua-ndhrm >«« Etr, 5(Sirnrnet 2). Vortrag:„l'p on Slnelair,»in Scheins, essxr Seit, Referent Wllh, Lewinski,— Slldirclt: ssuaendheim Dsyess,�� ,, lSimme« 5, 2. tos. Oueroed. 1 Er.). Bortraa:„Schuk der Arbelt-kraft". "efertnt Dr. Luckarfki. uberqlbi man nu»»em ,!acho.ei» o� Drut'chen Mulltervrrdonde», Bertin ssam. muiidautenstr 63 6» Dönhofi 6271-7» ®«(4äft»j«it»—5, Sonntag» io-j uht Auf Wunsch:«ertretrrdefuch. Freitag 11. Oktober 1929 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts Srederik tPoulfen: 3)as gute S (Schluß.) „Ctem liegt in ihrem Bett und hat es gut," sagte die Mutter, „jetzt wollen wir dir aus den Sachen helfe», mein armer, lieber Junge. Ach, Irini, siehst du die blutigen Streifen auf seinem Rücken? Nimm ein Stück Leinwand vom Gesims in der Schlaf- kammer. Im Küchenschrank ist Del im der Flasche. Du wirst gut verbunden werden, Jannakis, du mein Augapfel." .Me gut du bist, Mutter, und ich kann es dir nicht vergelten." .Still, mein liebes Kind! Nur weil du lebst, nur weil ihr lebt, ihr meine kleinen Duellen, lebe ich auch noch. Sonst wäre Charos mein Bräutigam." Ein Abgrund öffnete sich vor Mitsos. Für die anderen würden Tränen rinnen wie Bergbäche im Frühling, während er im Spinn- web des Totenreiches gequält würde. Ach, diese Esel, wie er sie alle haßte! Er wollte nicht wieder hinein. Ruhelos und hungrig trieb er sich auf dem Landweg umher. Er verfluchte sie alle, während ihre gegenseitigen Liebeswort« in seiner Seele brannten. Cr wanderte und wanderte, im Sonnenschein und bei Sonnen- Untergang, in der Finsternis und bei Mondschein. Wenn er den Kopf rückwärts drehte, erblickte er die Gipfel des Taygetos, schwarz von treibenden Wolken selbst bei Mondlicht. Er dachte an das Volkslied: Was sind die Berg« so schwarz, So von dunklen Farben verhülli? Bekriegt sie der Wind? Peitscht sie der Regen? Kein Wind bekriegt sie, Kein Regen peitscht sie: Charos zieht vorbei mit den Toten. Plötzlich erinnerte er sich auch an den Schluß: Di« Seele bittet Charos, in» Dorf zu ziehen und an der kühlen Duelle zu rasten. Charos antwortet: Dort können wir nicht rasten, Di« Mütter würden Wasser schöpfen lind ihre Kinder sehen, . Die Gatten würden sich erkennen \ Und nicht zu trennen sein." Seine Frau aber würde sich nicht an ihn schmiegen, sie würde eh» noch Charos bitten, ihn fester an den Sattelknauf zu binden und weiter zu reiten. Und kein« Träne würde stießen, keri Schluchzen würde ihn erquicken. Mitsos kam an den Fluß Magula und stand ratlos auf der Brücke. Ungern wäre er zur Nachtzeit durch Sparta gegangen. Herberge suchen wollte er auch nicht. Weshalb sollten die Leute sich wundern? Aber er war müde wie ein Bettler, und wie ein Bettler mußte er ein Nachtlager suchen. Er schlich sich in die Felder, riß und stach sich an den Kaktushecken, fand endlich einen strohgedeckten Schuppen am Fluß und warf sich nieder. Die Nochtkällc ließ ihn vor Sonnenaufgang munter werden. Der Mond war verschwunden, Mitsos bahnte sich einen Weg durch die Dunkelheit zum Fluhufer hin. Er wusch Gesicht und Hände in dem kalten Wasser. Als er wieder aufstand und den Kopf hob, hatte er eine Erscheinung, die Ihn starr machte vor Entsetzen. Der Himmel hatte sich geöffnet. Durch einen Spalt im Westen blickte er direkt in den weißen Himmel hinein. Ein Aufblitzen, der Spalt wurde größer, eine Tür öffnete sich, und Engel mit weißen Flügeln schwebten hervor. Mitsos ertrug es nicht länger. Er fiel nieder auf sein Angesicht und betete. Er war wie Paulus auf dem Weg nach Damaskus. Er fühlte Reu« und gelobte Besserung. An seiner Seite gluckst« das Wasser de, Flusses und dieser friedliche gleichmäßige Laut tat ihm wohl.- Etwas späte? stand er auf und ging. � Erst als es ganz hell geworden war, sah er sich wieder um. Der ganze Schneerücken des Taygetos war in der klaren Morgensanne sickstbar. Einen Augenblick streifte ihn wohl der Gedanke, daß er vorhin den ersten Sonnenstrahl aus dem Schnee gesehen horte. Aber er wies den Gedanken von sich. Dann wäre ja nichts daran gewesen. Die Engel hatte er doch gesehen. Und Engel wanderten ja nicht auf Berggipfel umher, sie waren in Luft und Himmel zu Hause. Als er den roten Höhenzug diesseits des Eurotasslusses erreicht hatte, drehte er sich um und überblickte dos Tal. Spartas klein« weiß« Häuser lagen da, umrahmt von grünem wogenden Korn, in dessen Fläche dunkle Dlivenbäume und helle Maulbeerbäume Muster bildeten. Der Drangendust aus den Gärten Spartas kam ihm entgegen zugleich mit dem Geräusch rinnenden Wassers. Mitsos faltete die Hände um seinen Stab und dachte, daß sein Land gut und schön sei. Wahrlich, er war stolz darauf, Lakonier zu sein. Um die Mittagszeit erreichte Mitsos Wafio. Der Bauer Eafiris trat gerade aus dem Stall, nachdem er nochmals versucht hatte, die verfluchte Kuh zu melken. Am vorigen Abend hatte er die Kuh noch«ntschuldigt. Sie war wohl müde von der Wanderung des Tages. Am anderen Morgen war die Erklänmg schon etwa» schwieriger, warum aus dem einen Strich nur ein wenig Milch tröpfelte und au» den anderen drei gar nichts. Aber als es zum dritten Mal« schlecht ging, schäumten seine Lippen und das Licht de? Wahrheit erstand vor seinem inneren Auge. Da Safiri» Unerwartet Mitsos vor sich sah, vollführte er die schrecklichste Gebärde des Fluches: er str«ckt« die Arme aus wie zum Willtommensgruß, beugte sie und schleuderte etwa» Unsichtbares Widerliches rückwärts über die linke Schulter. Dieser Gruß kann in zweifacher Weis« beantwortet werden: der Feige schleicht mit einem Achselzucke» davon, der Ehrenhaft« nimmt einen Stein oder ein Messer zur Hand. Mitsos aber tat keine von beiden, er stand ganz ruhig da und reichte da» Geld hin— 260 Drachmen— und bat s«ine Kuh zurück. Da» war ja sehr merkwürdig. Der Bauer kratzte sich im Racken und begriff, daß er noch einmal geneppt werden sollte. Waren die Hörner mit Edelsteinen gefüllt? Oder waren Goldstücke ins Euter eingenäht, so daß da keine Milch herauskam? Safiri» blickte auf die Drachmen, stierte Mitsos ine Gcsickst und sagte: „Ich möchte gern die Kmh noch einige Toge�behalten." .Wo» soll dos heißen? Eben verfluchtest du mich und jetzt, wo ich komme und alles wieder gutmach«» will, willst du die Kuh nicht fortgeben? Bist du verrückt geworden?" .Nein, da- nicht, aber ich kann mich nicht ja schnell von der Kuh trenne«. Ich habe sie lieb gewonnen, als ich mit ihr abzog. Sie hat so liebe Augen. Jedenfalls will ich sie noch em wenig de- halten." Was der ander« auch einwandt«, es half nichts. Mitsos mußl« ohne seine Kuh wieder nach Mistra. Mit erhobener Stirn und leuchtendem Anlitz trat Mitsos in sein Haus und ging an Jannakis' Bett. Er erzählte von dem Himmelsgesicht und von der Kuh. Das erst« klang recht glaubhaft, das zweite dagegen erregte dos Mißtrauen von Jannakis. Mitsos mußte beim heiligen Michel schwören, bevor der Sohn ihm glaubte. Die Frauen kamen herein, und jetzt erst merkte Mitsos, daß er hungrig war. Länger als oierundzwanzig Stunden hatte er nichts gegessen. Trotzdem bat er sie sanft, sich nicht imnötig zu beeilen. Er könne warten. Während die Hansfrau und Irini!k» der Küche arbeiteten, sprach Mitsos sich mit seinem Sohne aus. „Jannakis, ich bin ein großer Sünder gewesen, aber mm will ich Buße tun. Du bist so gut und fromm, Jannakis, hast du keine Lust, Mönch zu werden? Dann kannst du für deinen Vater beten, auch wenn ich tot bin. Du bist niein einziger Sohn, aber ich will gern ein Dpfer bringen." Jannakis dacht« ein wenig nach dann antworteke er:„Ich will nicht ins Kloster gehen, Vater. In den reichen Klöstern sind die Mönche hofsärtig und weltlich. Die armen Klöster haben keinen Zuspruch Wenn die Mönch« nicht selbst genug Brot haben, hat man kein Zutrauen zu ihnen. In alter Zeit ehrte man die Heiligen, gerade weil sie arm waren. Jetzt ist die Welt gierig und gottlos." „Aber Jannakis, könntest du sie denn nicht bessern, indem du in die Berge hinausgehst und Einstedler wirst und predigst?" „Der Mann, der in die Einsamkeit geht und über die Welt we.int, wird ohne Augen sterben. Mein Vater, ich bleibe hier und tröste die Frauen. Die meisten Frauen sind unglücklich. Sie kommen zu mir, ich spreche mit ihnen und muntere sie auf. Alte Hexe, sagen die anderen Jungen und spucken sie an.— Alte fromme Frauen, die viel ertragen und viel geweint haben, sage ich.— Sprich zu uns, du kleiner Gottesengel, und sage uns, wozu wir leben, klagen die Frauen, wenn ihr Mann sie schlägt oder ihr kleines Kind stirbt. Dann spreche ich zu ihnen von den Prüfungen der heiligen.Männer, und ihre Tränen versiegen. Deshalb muß ich viel lesen, Bater. Ich muß für jeden Kummer, den sie mir erzählen, eine Geschichte kennen. Denn die Frauen halten es nur aus zu leben, wenn sie etwa, über andere zu hören bekommen, die mehr litten als sie selbst und doch in Frömmigkeit durchs Leben wanderten. Deshalb will ich nicht ins Kloster gehen. Wenn ich als Mönch dasäße und die Hand einer Frau in meiner Hand hielte, würden die Leute mir mißtrauen. Laß mich lesen, Vater, und klug werden, damit ich die Frauen trotz aller Tränen zum Lächeln bringen kann." Mitsos verstand ihn nicht ganz, aber es war doch etwas Großes und Seltsames in den Worten des Jungen, das ihm überwältigte. Er beugte das Haupt und bat: „Segne mich, Sohn Jannakis." Als die Frauen mit dem Essen kamen, lag Mitsos am Bett weinend auf den Knien. Frosini bekreuzte sich und murmelt«: ,/£in Mund voller Honigsüße ösfnet sogar ein eisernes Tor." Einige Tage später kam der Bauer aus Wafio nach Mistra. Tief beschämt stand er vor der Haustür. Er hatte die Kuh ge- schlachtet, hatte sie an allen Ecken aufgeschlitzt, die Hörner und jeden Knochen gespalten, aber nichts entdeckt, was den heimlichen Wert der Kuh erklärt«. Und jetzt weinte er und bat um das Geld oder um einen Teil davon. Mitsos führte Safiris zu Jannakis hinein, der noch im Bett lag, und ließ den Knaben dos Urteil.sprechen. „Ihr sollt alle beiden leiden", sagt« Jannakis,„Bater für seine erste Handlung, Safiris fiir sein Mißtrauen. Die Kuh war nur die Hälfte wert. Die andere Hälfte wird in zwei Teile geteilt, den eine» Teil nimmt Safiris, den zweiten Teil bekoimnen die Armen." So wurde es gemacht. Sie«'Inigten sich dahin, die Geschichte nicht weiter zu erzählen. Sie war ja auch nicht besonders ehrenvoll für die Beteiligten. Jannakis durfte lesen und wurde einer der berühmtesten Ge- lehrten des Landes. Er wählte sich ein« arme Frau: Wenn er zu Besuch nach Hause kommt, strömen alle Frauen und Kinder aus Mistras Gärten zusammen und bringen ihm frisch« Blumen. Mitsos ist alt geworden. Er sieht dem Tode ruhig entgegen. Die Frauen des Hauses werden ihn die«rsten Jahr«, die für den Toten am schwersten sind, beweinen. Wenn die ersten Jahre über- standen sind, so ist es der Seele leichter, sich zu bergen. Vielleicht kann Jannakis' Fürbitte ihm Eingang verschaffen zu jener Pforte, die sich schon einmal, als er noch ein großer Sünder war, vor s«lnen sehenden Augen geöffnet hat. dem Dünischen flbeesetzt von 9. Luschtto!.) Akan« Sochacsetver: IUI Clljfl? Aus dem im Paul-zsolnan-Berla». Berlin-Wien, erscheinenden Roman von Hans Eochawwcr„Menschen nach dem Nrieae' verSsfent. lichen wir mit Senedmiguna des Vcrlaaes folgenden Abschnitt: „Wissen Sie, Herr Nock, ich werd« Ihnen mal etwas erzählen. Sie als Regisseur werden vielleicht zu würdigen wissen, was ich berichte. Ick) bin erst cinundvierzig Jahre, und es geht mir seit einer Reihe von Iahren ganz gut. Wirtschaftlich meiiw ich. Ick) leb« ohne Sorgen, ich muß nicht mehr auf meine dicken Finger passen, ob ein Hundertmarkschein zu leicht und zu leichtsinnig durch sie gleitet: will er, so mag er's. Ainen. Dann gibt's Ersatz auf meinem Bankkonto. Ick) bin kein Protz, hören Si«, ober es geht eben leidlich. Nun, verheiratet bin ich nicht. Da hat man denn seltsame Erlebnisse. Du lieber Gott, ich werde meine Unanständig- ketten l'egehen im Leben wie jedermann. Wie jeder Mann. Wenigstens sind mir Ausnahmen nicht bekannt geworden. Aber manchmal... denken Sie sich, manchmal, wenn ich in einer fremden, halbfmnden Stadt bin, allein, denn ich reise niemols mit einer Frau gemeinsam, ist mir zu unbequem, man kaum sich nicht rühmen. Ich verlier« geradezu die Lust, sobald ich weiß,«ine Frau ist neben mir, die ich nicht nach Belieben wegschicken kann. Sie begreifen, dos braucht um des Himmels willen nicht grob zu ge- schehen, es handelt sich mir darum, durch«in Wort, ein gutes Wort, allein zu sein, statt zu zweit— ja, wo wollt? ich hinaus? Ja, also, in einer fremden Stadt allein kann es mir geschehen, daß es mir doch und allem zum Trotz leid tut, eine Freundin nicht mitgenommen zu hoben. Ich bin nicht gebildet, ich Hab« knapp Volksschulbildung, ich weiß den Teufel etwas von Kunststil und Kunstschulen oder Zeitaltern, und Gotik und Barock sind nur Worte für mich, keineswegs Begriffe; was ist der Unterschied im Stil? Wann entstanden diese, wann jene Werk«? Davon Hab« ich keine Ahnung. Aber, wissen Si«, Nock, auch ohne das kommt es vor, daß mich, wenn ich «in gutes Projekt abgeschlossen habe und durch die Straßen schien- dere, eine Kirche packt oder ein anderer Bau: es gibt mir geradezu einen Stich. Ich kaufe nur dam Ansichtskarten von solchen Häusern oder Gotteshäusern; ich bewahre schon ein Schock. In solchen Augenblicken eben bedauere ich, der Freundin nicht zeigen zu tönmen, was mich rührt. Dann denke ich, sie kennt dich nur als einen Mann, der ihr leicht Geld schenkt oder einen Pelz, als eine im Grunde des Berliebtfeins ganz unwürdige Figur, die man»m- armt, mit der man zusammen lebt, um gut leben oder doch besser, als man es sanft könnte. Vielleicht, denk« ich, würde das Mädchen einen richtiger kennen lernen, wenn sie einen so sähe. Na, und dann endet's damit, datz ich in irgendein Kassechous laufe. Und mm hören Sie mal. In allen Kaffeehäusern sitzen stets neben den jungen Lernten und Händlern, die«Waas besprechen, und Frauen, die warten, ältere einsame Männer. Haben Sie die schon einmal beobachtet?" Nock spürt« ein«n fragenden Blick. Holunder hatte sich längst wieder gesetzt; er sprach nicht ganz deutlich, weil er seine Zigarre während der Rede nicht aus dem Munde nahm; dadurch wurde seiner Erzählung in gewisser Weise die leicht« Sentimentalität, die ihr anhaftet«, entzogen. „Weiter, Herr Holunder," sagte Nock. „Na, also, Herr Nock, ich jedenfalls habe sie oft beobachtet. Zw«! Drittel von ihnen sind über die fünfzig weg. Von ihnen wiederum ist höchstens»in Drittel verheiratet. Da liegt der Fall klar. Ts sind Männer, dt« auf«in paar Stunden einem Krach entgangen sind, bis zum Half« überdrüssig der Frau, der Kinder, der Sttiben- lust, d«r Bettenlust, der Stink-, wollt« sagen, her Stickluft dccheim. Da sitzen sie nun und wollen nicht an daheim denken, überhaupt nicht grübeln und glotzen in ihren Kaffee, der nicht viel taugt, oder vielleicht in den Tee oder Glühwein. Und bisweilen essen sie ein Stück flvchen, was schon geradezu kindlich anmutet; bitte, stellen Sie sich so einen Fünfundsünfzigjährigcn vor, dem etwas Apfelkuchen mtt Sahne an der Mundecke hängt. Na, also. Zwei Drittel jener zwei Drittel aber, die über die Fünfzig hinaus sind, gehören den Junggesellen an. Man ahnt es sofort. Sie knautschen an Ihrer Zigarre wie ich, halb zufrieden, halb unappetitlich, bisweilen blicken sie in eine Zeitung, die sie gar nicht interessiert, oder sie suchen ver- geblich in Witzblättern nach einem neuen, nicht zu anständigen Wi!.;, den sie weitererzählen könnten. Dder sie holen ein Stück Papier aus der Tasche, reichlich zerknittert, ähnlich wie Iungens Bindfaden aus der Hosentasche ziehen, und bedecken das Papier mit Zahlen. Kann ja sein, daß das Ziffern ihres Umsatzes, ihres Verdienstes sind. Ernsthafte Zahlen also, kann ja sein. Dach ich glaube eher, es ist Humbug. Sie langweilen sich nur, die armen Kerls, der Tag ist vorbei oder wenigstens der Arbeitstag, niemand hört sie mehr mtt an, keiner empfängt sie, das Nein« Hotelzimmer ist ihnen ein Graus, sie kennen es auswendig, da sitzen sie also in ihren, Cofä und tun, als täten sie. Glatzen, müde Schädel alle miteinander, und natürlich nicht nur Kaufleut«. Einigen sieht nwn an, daß sie das Cafe und die Stadt kennen, das sind die Sicheren. Für sie ist trotz ihrem Alter und ihrer zweifelhaften Beschaffenheit Abwechslung möglich. Aber die meisten sind fremd. W»s sollen si« denn be- ginnen? Gott, vor lauter Langeweile nehmen sie sich ein Mädchen. Und nun hören Sie mal. Kürzlich saß ich in einer großen deutschen Stadt in einem Cafe. Stand auf. Ging hinter einem Mädchen her. Ich hotte zuvor gerade bedauert, allein zu sein, dachte etwas an sin Mädchen, das ich leiden kann, und darum sind wir bisweilen zusammen, ich weih nicht, ob's ihr angenehm ist, hob' mir das Fragen danach abgewöhnt. Aber plötzlich wendet« sich das Mädchen um. Es war ein ganz junges Geschöpf, kern» von der Straße, und «rst siebzehn, achtzehn Jahre alt. Wissen Sie, ich schwankte geradezu zwischen Begierde und Väterlichkeit. Und sah herausfordernd aus. soweit ich das kann, also vielleicht etwas frech, aber auch so, als wäre da etwas Zärtliches und so, als empfing« das Mädckzen zum ersten- mal einen solchen Blick. Während ich e» so anschaute, verliebte- ich mich gerade.Kl und dachte, schade, daß sie nichts von dir wird wiflen wollen. Sie aber wandte sich ab mit einem Ausdruck, ja, wie fall ich Ihnen das sagen? Als- sei sie bereits aller Erlebnisse satt, als empfände sie alles bereits als widerwärtig; sie wurde in diesen wenigen Sekunden um Jahre älter im Gesicht. Ich, wissen Sie, bekam einen solchen Schreck. Sie können sich's kaum denken. Na es endete damit, daß wir zusammen im das Hotel gingen. Und dort—" Holunder stand wieder auf, streift« erneut die Asche van seiner geliebte» Zigarre, schnüffelt? etwas:„Und dort, wissen Sie, siegt« das Väterliche. Ick) kann das nicht ausführlich erzählen. Es würde sich auch lediglich schlecht anhören. Ich bin sowieso sehr wettläusig gewesen. Das Däterliche jedenfalls siegte. Sie tot mir leid. Natür- lich hatte sie Hunger. Tat etwas hochmütig. Wenn man auch so schön ist. Außerdem hatte st« wohl Angst. Ich freute mich anfangs sehr, si? zu einem Kuß bewegen zu diirfem. Aber dann... Gott, wie jung sie war. Ich mochte nicht. Ich rief nur: essen Sie, junges Fräulein, essen Sie, nur los. Und'sie schluckt«, immer der Reihe nach Suppe, Tränen, Broten, Tränen. Als da» Kompott kam, er- zählt« ich ihr einen Witz. Wissen Sie, so einen, wj« Sie ihn Ihrer Mutter erzählen dürfen. Sie lochte, die Kleine. Na. und dann ging sie fort. Mißverstehen Sie mich nicht, das olle« fiel mir nur «in, w� ich von ihr träumte vorgestern. Im Grund« lag mir mir daran, Sie auf diese Leute in den Kaffeehäuser» aufmerksam zu machen. Sehr wahrscheinlich hoben Sie selber schon-darauf geachtet. Nur, Sie verstehen doch, ich wollte Ihnen zeigen, daß auch ich mich zu orientieren weiß. Daß auch ich nicht nur den Blick besitze für da» Geschäftliche, sondern«ftich für b» Welt. Richtig, da» noch. Immer, wenn ich dies« einsamen Männer da hocken sehe, den?' ich, wer wird zugegen sein, wenn sie krank sind." 1 SoziaWscheArbtlterj»ge«dSr..SeM öinfeibunstn fir Wtfe Thjtirtf mir•<»«< �«»tBMeJTTkTW Berlin«W«, Ondenstr-ß- 3 Ruiamnicnlunft b«t«Meilnn(ul«t(hm Sonuabenb, Ii Of»»Wr, 1«4 USt, DB Iuae»i>heim öffl. 68. Sinienttt. i. Alle Adtrilunaex müssen»ertreten sein. «bteilun«»Ieiter. reicht umgehen» ben?erlchtsbogrn vom 8. Quartal unb ins Rovcmb-r. Programm ein. Heule. Zrellag. 19i/2 Uhr. Arkonaplah! Filmabend Brunnenftr. 181.—»oabit 1: Sei» Wawenser. Strasse 20—21 lSchule)!.25 Jahre Arbeitenugend".— Moabit II; Srtetlmung an der Fahnenweihe von Hansa.— Aranwaldee Plass: Heim Rastenburger Wcrbefeier.— Schönhauser Borstadt: Zusammeniunst der älteren«AI.�benossea um 20 Uhr in der Schule Schönsliesser Str. 7. Thema;..«lassentamvse' lArbeitslosenuerllcherung, da» neue Revublikschussgesess und Fmanzresorm).— Balteaniah;. Het» Zilsiter Str. t-i>:«insabruna-abend.— Friedrichahain: Keim Dieitelmouerstr. 5—6:«infiihtungsaben».— Stralauer«Uttel: Seim Sosslerstr. 61: Sauptprobe filr das Parteisest.— Warschauer Viertel; Heim Litauer Str. 18: Uebung-abeiid für alle Witwirlenden am 27. Oktober.— Warschauer Biertel: Heim Litauer Str. 18: Lesrabend:~3acf Londoni— Schönebera I: Heim Hauvlstr. 15:„Spott und Wandern-.—«harlottenburg: Seim Ronnrnstr.<:.Die politische Lage".— Charlotten bürg. Süd: Heim Snbelstr. 2: Wiener Abend.— Dahlem sZiote Kalken): Heim Zehlendorf. Bah::. hesstr. 8:.Demokratie oder Diktatur".— Lichterselde: Seim Albrechtsir. 11.:: Diskusssonsabeud.— Stegliss(Rote Kalken)! Seim Aibrechtstr.<7:.Alkohol und Nikotin".— SSpenick; Seim Dahlwisser Strasse: SinMhrungsabend.— Nieder- schäueweibe: Schule Berliner Str. 81:.Die russischen Reoolutionen von 1817 und 1618".— Treptow: Heim Elsenstr. 8:.Die Ziele der Parteien".— Lichten- der» Nord: Seim Gunterstr.«:„Die Bedeutung der«ommunalwahlen". Re- ferrnt Genosse Schubert.— Neini-kendors-Oss: Sei» Lindauer S trage, Baracke l: Tage apolitische Fragen.— Sesundbrunneu I: Wir treffen uns ,ur gemein. s-nnen Werbearbeit pünktlich 18' z Uhr vor dem Jugendheim Gotenburger Strasse. — Neukölln III: Heim Bergstr. 28: Heimabend.— Sohenschönhausen: Seim Freienwalder Str. 6:„Warum bin ich in der SAZ?"— Snmannplah: Seim Scherenbergstr. 7 sEchule): Iv-Minuten-Referate.—»aumschuleuweg: Seim Ernststr. 16:.Das Betriebsrätegesess". Werbebenirk Beftru: Die für heute festacsesste Mitgliederversammlung muss bis zum 25. Oktober verlegt werden. Werbebezirk Weddiug: Seim Gerichtsir. 12—18: Aeltrrengruppe. Thema: „Parteigruvvierung in der deutschen Neaktion". Werbebezirl Neukölln: Zlreismitglirderversommlung der Partei IN liliema Festsälcn. Alle Iugendgenossen werben gebeten, sich an dieser Versammlung zu beteiligen.....„ Werbebezirt Prenzlauer Berg: Am Sonntag. 18. Oktober, pünktlich 18 Uhr, sind die Probe» für unsere internationale Keier„Nieder die Grenzen" in der Turnhalle Schönsliesser Strasse. Die Mitwirkenden des Sprechchors der Ab, teilungen Falkplass I und II und Schönhauser Borsiadt müssen pünkllich rr, scheinen, sowie die Mitwirkenden in„Rivalen". Werbebezirl Schöaeberg: Werbebezirksvorllandsssssung IS Uhr Seim Saupd- stiasse 16. Erscheinen oller Genossen ist Pflicht. WM j '7>- Verkauf soweit Vorrat- Mengenabgabe vorbehalten A Gemüse a, Obst Möhren ge«aMh«a........ pm. 5pf. Kohlrüben............... Pfd. 4pf. Webskohl............... Pfd. Svt. Rotkohl hoIUndioohCT... Pfd. 7pr. Schmorgarken..... 4 m lOrt Zwiebeln............. s pm. IOpi. Kartoffeln......... to pm. 32pf Holl. Graubirnen... Pfd. 24p'. Kochbirnen......... spm. 15p?. KochSpfel........... 3 Pia. lOpr. Gelbe Etsäpfel........ p/d. lOp?, Franzö». Wein.......?n.3Zpt. Bananen............... Pia. 42pf. Nene Paranüsse...... Pfd. ülpr. Zitronen.... Sitzend von SSP'.zn Amer.GravensfeinerPM. JOpf. Frisches Fleisch Kalbshaxen................. pmnd 68pi. Kalbskamm ohne Beilege...Pfund 84Pf. Kalbsnierenbraten». Big., pid. 94pl ,, 1____|— Ms» Pfund schwer.« IvalDSKCUle gMi od. geteilt, Plnnd»>00 Suppenflcisdl....... Pfand von SSPf. an Gnlasch...................... pfmd 1,10 Schmorfleisch Kamle«Xnoch� Pfd. 1,28 Schabefleisch.............. ptnnd 1,28 Hackepeter gewant........ Pfand 1 ,28 Hammelvorderfleiscfamr. 98p(.» Schweinebauch ohn« Baiuge, ptd. 1/18 Schweineschinken o.-buit.pid. 1,30 RÜdcenfettbritltg,, O.Schwarte, Pfd. 1,14 Rinderzunge mitScblnnd, Plind 1,04 T alg iiagelusea. .. Plnnd 38pt Schweinekamm o.4diaft. pid. 1,34 ScfaweinekoteIettSFM.von 1,38« Kassier mild gesalzen, Pfund von 1 ,28 an Kalbsroulade geroiu.... ptand 1,50 Kalbsschnitzel.......... p.-ond 2,10 Roastbeef Ohne Knochen, Pfand 1,54 Warsiwaren bdlze................ PM. 45Pf. Sülzwursl........... Pfd. 88P(. Dampfwurst........ Pfd. 90Pf. Hausm.-Leberwursi Pfd. 66p?. Spedcwunt......... Pfd. 98p(, Fetter Spede......... Pfd. 1.24 Fleisch- u. Jagdwurst Pfd. 1,20 Kolonialwaren Talelrels............... Pfd. 25p?. Bohnen grai«......... Pfd. 26pf. Viktoria-Erbsen........ Pfd. 24p?. Linsen nana Ernte..... Pld. 34pi Elerbandnudeln....... Pfd. 42Pf. Hartgriessmakkaronl..PM. 45 Pf. Meftwursl n. Br. kvi, Pld. 1.30 Schlnkenpolnlsehe..Pfd. 1.35 ff. Leberwurst....... Pfd. 1,45 Zervelatwurst....... Pfd. 1.65 Salami.............. Pfd. 1.65 Schlnken-u.Teewurst pm.1.80 Wiener WOrsfehen..pm. 1.15 Gefrierfleisch Scbmortteisch ohne Knochen....... iPfd. 1,30 Galasch ohne Knoebea................ PM. 98P(. Sappenfleisch............... Pfd. vonOSPf. an Hammclvorderfleiich....... Pfd. an 88? an Hammelrfldcen.....................PfCMPf. Hammelkeale........................ Pfd. 1,13 Rind er schwänze frisch.............Pfd. 84Pf. Rinderbacken ohne Knochen, frisch, Pld. 58Pf. Rinderherzen krisch................ PM. 68Pf. Riaderlungcn frisch................ Pfd. C4Pf. Enter frisch........................... PM.33Pf. Schwelnekflpfe mit Backe Irlach, PM. SSPf. Käse und Fette Romadour........... stsch 22 p?. Allg. StangenkSze 20°/»Pl/, Fracht... 1.45 Reineclauden............... 1.00 Stachelbeeren............... 1.00 Preiselbeeren.............. IJO Unser orosser SerienVerkauf bietet Vorteile die Sie nutzen müssen! prarw , UBW W W WpW ii 1 ( I i 4 I 4 t 4 I 4 I 4 I I I Setl f »WWWWWWWWWWW� W W i» I "WWWI 'WWWWWWWWW Was in Neukölln erreicht wurde. Zahlen beweisen die Erfolge sozialdemokratischer Arbeit. Wie war es früher in der ArbeiterftaSt Neukölln? Obwohl die Sozialdemokratie damals trotz des Dreiklassenwahlrechts und des Wahlrechtsraubes von 72 Stadtverordneten 33 Vertreter zählte, konnten im Jahre 1913 nur rund 820 000 M. für Zlrmenunter- st ü tz u n g durchgesetzt werden. Und wie wurden die Opfer der Arbeit behandelt? War es nicht entehrend, dotz die, die jahrzehntelang für die Gesellschaft gearbeitet, weil sie Armenunterstützung be- zogen, das Wahlrecht verloren? Wie sprang man sonst mit den Armen um? Einer heute sehr bekannten sozialdemokratischen Be- zirksverordneten wurde noch im Jahre 1917, obwohl ihr Gatte seit Ansang des Krieges im Felde stand, die Mietsbeihilse verweigert, weil, wie der Beamte so schön mit Rotstift unterstrichen hatte, ihr Mann und sie Sozialdemokraten waren. Wie anders heute! Von 71 Wohlfahrtsvorstehern und 892 ehrenamtlichen Pslegern sind weitaus der gröht« Teil P r o l e- tarier, die Not und Elend am eigenen Leibe erfahren haben. Heute ist der Gang der Armen zum Vorsteher nicht mehr so schwer wie früher. Die Ausgaben des Ivohlfahrlsamles haben sich nach dem letzten Geschöstsberichl seit dcm Zohre 1913, von 820 000 M. aus 9 971 937 M. erhöht. gegen 8 355 450 M. im Vorjahre. Wieder eingezogen von Fürsorge- verbänden, Versicherungsträgern, Unterhaltspflichtigen und Unter- stützten wurden 617 130 M., das sind noch nicht 6/4 Proz. Es wurden verausgabt an rund 6 7 0 Kleinrentner 470 989 2H.,, für 3600 Sozialrentner 1 440 354 M., an Gleichgestellte 900 971 M., an Sonstige 121 860 M. Die Erwerbslosenhilfe ersorderte für 2224 Personen 851 602 M. Di« einmaligen Barunterstützungen beliefen sich bei 3000 Personen auf 1 286 557 M.: 191211 Zentner Brennmaterialien wurden geliefert, Mietunterstützungen in 3457 Fällen 100 216 M. gezahlt. Aus dem Wohltätigkeitssonds wurden 3561 M. bewilligt, an Darlehen erhielten 55 Bedürftig« 11580 M. Die ärztliche Versorgung ersorderte 52 809 M., Arzneien und Heilmittel 180 743 M., die Hauspslege 5219 M. Die Kur- und Pslegekosten in den städtischen Krankenhäusern betrugen 660 261 M., in den privaten Anstalten 97 633 M. In vier Altersheimen sind 106 Personen untergebracht. Wir sorgen für die Alten. Für die Kleinrentner, Sozialrentner und sonstige Wohlsahrts- Unterstützungsempfänger wurden, wie in den Vorjahren, vom No- vember bis April drei Tagesheime ofjengehalten, die täglich 275 Besucher hatten. An die Heimbesucher gelangt« täglich unentgeltlich Kassee und Gebäck zur Ausgabe. Di« Städtische Bolksspeisung gab 242 065 Literportionen Essen aus, davon 124 339 Portionen für 10 Pf. und 66 277 Freiportionen. Das Essen wurde für 25 Pf. an Selbstzahler abgegeben, obwohl die Herstellungskosten durchschnitt- lich 44 Pf. betrugen. Sonntags wird ein besonders gut zubereitetes Essen, bestehend aus vier Gängen, zum selben Preise verabreicht. Vom Wohlfahrtsamt wurden im Wege der öffentlichen Fürsorge für die an Bedürftige abgegebene Essensportionen 100675 M. aufgewendet. Um den Erwerbslosen und Hilfsbedürftigen die Möglichkeit zu geben, ihr Schuhzeug zu billigen Preisen auszubesiern und besohlen zu lassen, wurde vor Iahren aus Mitteln der Erwerbs- losenfürforge«ine Städtische Schuhrcparaturwerk- statt«ingerichtet, die sich durchaus bewährt hat. Der Verwaltungs- ausschuß des Landesarbeitsamtes und auf Beschwerde der Vorstand der Reichsanstalt haben voriges Jahr.zwar die Weiterzahlung des Zuschusses abgelehnt, aber die Wohlfohrtsdeputation hat ein- stimmig die Weitersührung der Werkstatt als Wohlfahrtseinrich- hing beschlossen. Anfang Januar wird voraussichtlich auch das neue Obdach, das 500 Insassen ausnehmen soll, erössnet werden können. Durch die Strafentlassenenfürsorge wurden 242 männlich« und 11 weibliche Personen betreut. Arbeitsbeschaffung für Erwerbslose. Neben der Behebung der ersten wirtschaftlichen Not wurde nach wie vor auf die Arbeitsunterbringung das Hauptaugenmerk ge- richtet. In der A r b e i t s f ü r f o"r g e sind etwa 1400 Arbeiter und Angestellten untergebracht. Wenn diese Einrichtung von den Kommunisten auch dauernd bekämpft und die Beschäftigten des öfteren zu Arbeitsniederlegungen gezwungen werden, ist doch fest- zustellen, daß der übergroße Teil mit den getroffenen Maßnahmen einverstanden ist. Sozialistischer Grundsatz war schon immer:..Wer arbeitsfähig ist, soll arbeiten!" Da in der Arbeitsfürsorg« grund- sätzlich Tariflohn gezahlt wird, kann auch tarifmäßige Leistung ver- langt werden. Die Rechtsauskunftsstellen im Rathaus und in Britz wurden von rund 13 000 Ratsuchenden in Anspruch genommen. In der Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge waren 1000 Kriegsbeschädigte, 3700 Kriegerwitwen, 4100 vater- bzw. elternlos« Kriegcrkinder und 1000 Haushalt« von Empfängern von Eltcrnrentcn und Eltern- beihilfe zu verzeichnen. An Barmitteln zum Lebensunterhalt wurden gewährt 22 413 M., einmalige Unterstützungen in Höhe von 148 636 Mark, Mietbeihilfen 79 732 M. Für Brennstoffe 89 725 M..«in- malige Winterbeihilfen 77 065 M., die Erholungsfürsorge kostete 75 130 M. Darlehen wurden im Betrage von 68 400 M. bewilligt. Di« offene Krankensürsorge erfordert 104796 M., die geschlossene 65 000 M. In städtischen Haushaltungsschulen für Krieger- waisen waren 55 schulentlassene Mädchen und in gleichartigen städti- schen Werkstattschulen bzw. einem städtischen Lehrlingsheim 12 schul- entlassen« Knaben untergebracht, um für einen künstigen Beruf vor- bereitet zu werden. Die Ausgaben für Zufatzrenten betrugen 1 821 937 M., für Kapitolabfindungen zum Erwerb und zur wirt- schaftlichen Stärkung eigenen Grundbesitzes 147 38« M. Die Leistungen der Zugendfürsorge. Was ist in der Jugendfürsorge geleistet worden? Wir brauchen nur zehn Jahre zurückzugehen. 1918 gab es überhaupt kein« be- sondere Fürsorge für Jugendliche. Die Betreuung erfolgt« lediglich nach armenrechtlichen Grundsätzen. Seit 1920 haben wir zcrad« diesem sozial«« Problem dw gröht« Aufmerksamkeit geschenkt. Bei 110 beamteten Personen sind noch 228 ehrenamtliche Helfer tätig. Statt drei Jugendheimen im Jahr« 1920 haben wir jetzt neun, das zehnte Heim in der Ziethenstrahe ist im Ausbau. Nicht anders ist es mit den Kindergärten und Kinderhorten. Auch da konnte die Zahl gesteigert werden, obwohl immer noch ein Mangel herrscht. Aber daran ift schuld, daß geeignete Räume nicht zu haben sind. Beisondere Pflege haben wir dem Haltekinderwefen, dem Kinder- schütz, der Psychopathenfürsorge und vor allem der Krüppelfürsorz« gewidmet. Seit 1923 ist die Zahl der Beireuten von 1349 aus 2416 Kinder gestiegen. Leider sind immer noch 356(im Vor- jähre 631) schulpflichtige Kinder gewerblich tätig, davon 12(32) vor Schulanfang. Beim Zeitungsaustragen helfen 83 Kinder(156). Jedes Jahr haben wir dies« Unsitte gerügt. Daß unsere Kritik geholfen hat, beweist der Rückgang um fast die Hälfte. Es miß auch in Zukunft gefordert werden, daß diese Unsitte ganz unter- bleibt. Die Wochenfürjorg« und der Mutterschutz erforderten die Summe von 25 911 M. Die Jugendpflege hat sich weiter«nt- wickelt. Zur sportlichen Betätigung standen sechs Sportplätze in einer Größe von 19 640 Hektar zur Verfügung. Im Vergleich hierzu waren im Jahre 1920 nur 4270 Hektar Spielfläche vorhanden. Inzwischen ist auch der Sportpark Tempelhofer Feld in Benutzung gegeben worden. Der erwerbslosen Jugend wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In zwei Tagesheimen waren Jungen und Mädel im Zeichen- und Tischlerkursus, resp. Näh-, Handarbeits- und Wirtfchaftskursus beschäftigt. Die Jugend- lichen konnten sich auch eigene Sachen anfertigen, wozu das Material kostenlos geliefert wurde. Während der Aufenthaltszeit von 11 bis 17 Uhr rm Tagesheim werden«ine reichliche Mittagsmahlzeit, ferner nachmittags Kakao und Schrippen gewährt. Diese Einrichtung hat sich sehr gut bewährt. So sehen wir auf allen sozialen Gebieten trotz der finanziellen Not der Stadt Berlin ein langsames, ober stetes Vorwärtsschreiten dank dem Wirken der Sozialdemo- krotie. Wir wissen, daß es noch Not und Elend genug gibt und daß noch viel zu tun übrig bleibt. Aber nicht mit kommunistischen Phrasen ist das Elend zu bannen, sondern nur durch ziel- bewußte Arbeit wie sie die Sozialdemokratie seit Jahr- zehnten leistet. Denke jeder Wähler am 17. November daran: Jede sozialdemokratische Stimme ist ein Baustein für eine bessere Zukunft der arbeitenden Menschen! I „Aus dem Attiag empor!" Oer Ulm des 5. Bezirks. Das Arbeitersport- und Kulturkartell Friedrichshain zeigte kürz- lich in den Konkordia-Lichtspielen den Film de? Bezirksamtes Fricdrichshain„Aus dem Alltag empor!" Bürgermeister Genosse M i e l i tz gab ein fesselndes Bild der kulturellen und Wohlfahrtseinrichtungen diese? Bezirks. Friedrichs- Hain ist nämlich der kleinste, dabei bevölkerungsreichste Bezirk. In vielfach engen Straßen mit noch engeren Häsen wohnt zusammen- gepfercht die werktätige Bevölkerung. Durch die planvoll« irnd intensive Arbeit insbesondere der sozialdemokratischen Bertreter wurden in den Nachkriegsjahren eine Menge Wohlfahrts- einrichtungen geschassen, die Freude und Bewunderung' erregten. Dieses für die bevorstehenden Stadtocrordnetenwahlcn interessante Material zeigte uns der Film des Bezirksamts Friedrichshain. Wir sehen das Straßcnbild, Schiffe, Dampfer und Kräne auf der Spree, die Border- und Hinterhäuser mit ihren kahlen und dunklen Steinbauten. Dann kamen die Lichtseiten, in den letzten Iahren entstanden. In der Säuglings- fürforgc kommen die Mütter mit ihren Babys, wir �sehen die hübschen, sauberen Kinderzimmer, wie mit den Kleinsten, die selbst noch unbeholfen sind, Zweckgymnastik getrieben wird. Ein lustiges Bild boten die Kinderspielplätze. Dann kam die Fürsorge sür Erwerbslose, das Krankenhauswesen, die Sportplätze und das Stadtbad Friedrichshain. Der systematische Schulschwimmunterricht dieses Bezirks sorgt dafür, haß kein gesunde� Kind die Schule ver- läßt, ohne Schwimmen gelernt zu haben. Das Gesamtbild war so überzeugend, daß man nur den Wunsch haben kann, diese positiv« Arbeit möchte durch die Wahl recht zahlreicher sozialdemokratischer Stadt- und Bezirksverordneter einen verstärkten Antrieb erhalten. Der Arbeitcr-Sportkluh„Einigkeit 1926" zeigte dann mit großem Beifall ausgenommene artistische Darbietungen von künst- lerischem Wert. Der Film vom Bundesfest des Arbeiter. Turn- und Sportbundes hat überall große Begeisterung erweckt— wo er vorgeführt wurde. Das gleiche würde sicher auch in Berlin der Fall gewesen sein, wenn--. Aber das sonst sehr rührige Bezirks- kartell Friedrichshain scheint in dieser Sache Pech zu haben. Der Film war wieder nicht eingetroffen. GqmBe Aervett. Ein Auesteil; ra f-'ir rie Gesundheit des Geistes. Das Bezirksamt K r e u z b c r g hat im Gesundheitshaus Am Urban 10/11«ine erste Ausstellung für psychische Hygiene unter der Devise„Gesunde Nerven" veranstaltet. Bei der Eröffnung wies Bürgermeister Genosse Dr. Herz darauf hin, daß diese Ausstellung einen ersten Versuch darstelle. Wenn sich auch einige Männer besonders um dos Zustandekommen der Ausstellung, insbesondere der verstorbene Dr. Joel, bemüht hätten, jo wäre die Fertigstellung ohne die Mitarbeit der vielen ungenannten amt- lichen und ehrenamtlichen Funktionäre nicht möglich gewesen. Von diesen ungenannten Arbeitskräften sei auch in erster Linie die ungeheure Arbeit geleistet worden, die Berlin in den letzten Iahren vollbracht habe. Genosse Herz begrüßte den aus London gekommenen berühmten Erforscher der experimentellen Graphologie Dr. Sau- k e r, der heute abend um 20 Uhr im Gesundheilshaus einen Von- trag halten wird. Dr. F r ä n t e l, der Leiter der Fürsorgestelle für Gemüts- und Nervenkranke, zeigte sodann den Sinn und Zweck der Ausstellung auf. Die Arbeit, das werktätig« Schaffen der Mensche» ste�e im Mittelpunkt der Ausstellung. Das sei kein Zufall. Bon diesem Mittelpunkt lasse sich alles vetfolge», was die psychische Hygiene angehe. Man müsse sich vor Augen halten, daß von 894 Menschen, die in einer Woche des Jahres 1928 in Berlin ums Leben kamen, 87 auf Grund seelischer Erkran» k u n g starben. In der Ausstellung wird zum erstenmal der Versuch unter- nommen, darzustellen, daß nicht bloß sür die Gesundheit des Körpers gesorgt werden muß, sondern ebenso sehr für die Ge-- sundheit des Geistes. Unsere Zeit ist aufreibend und kostet Nerven. Wir brauchen deshalb, wie Haut oder Lungen, eine Nerven-Hygiene. Zur rechten Zeit müssen die geistigen Kräfte geschont, geübt, gepflegt werden. Wann und wie dies geschehen soll, zeigt diese Ausstellung. Der Rundgang durch die einzelnen Abteilungen gibt einen Ucberblick über den Ablauf des menschlichen Lebens. Die psychische Hygiene kann nicht früh genug einsetzen: Säugling und Kleinkind müssen gesund aufgezogen werden. Nicht Bitdungskasernen, sondern Erziehungsstätten für das Schulkind. Die Mahnung wird ausgesprochen: Beseitigt bie Kinder- arbeil! Ausbau der Sonderschulen wird gefordert. Der Weg in das Berufsleben soll über die Berufsberatung führen. Wohnungssleird, Mangel an Möglichkeiten zur Erholung, falsche Berwendung der Freizeit sind Feind« psychischer Hygiene. Das Alter bedarf erhöhter Fürsorge. Es wird hingewiesen auf die schädlichen Einflüsse des Alltags, die nach Möglichkeit zu meiden sind. Seelische Leide« bedürfen in gleicher Weise wie körperlich« der ärztlichen Behandlung. Diese Ausstellung des Bezirksamtes Kreuzberg ist als neue Tat der Volksbelehrung sehr zu begrüßen. Nur hätte man es vermeiden sollen, der Großsiedlung e. V. eine neue Reklamemöglichkeit innerhalb der Ausstellung zu geben. Bekanntlich ist den Bestrebungen dieser Bereinigung gegenüber im Intereff« der Arbeiter und Ange� stellten größte Vorsicht geboten. Die Ausstellung ist werktäglich von 16 bis 21 Uhr, Sonntags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Kinderfest der Arbeiterwohlfahrt. Der Kindergarten der Arbeitcrwohlfahrt in der Blumenstraße hatte ein Kinderfest im Wiesengrund veranstaltet. Di« Eltern waren auch dabei. Was man da beim Spielen sah, ist natürlich nicht rein sozialistische Erziehungsarbeit, wie sie etwa im Hort oder bei den Kindersrcunden geleistet wird. Der Leiterin ist es aber gelungen, guten Gemeinschaftsgeist bei den Kindern zu erwecken. Mit den primitivsten Mitteln hatte sie eS verstanden, Kostüme sür die Ausführung des guten alten Struwwelpeters herzustellen. Die zuschauenden Kinder waren genau so ausgeregt wie die aufführenden. Am liebsten hätten sie die Ausführung gleich wiederholt. Aber da kamen Kasperletheater, Wettlauf und Kreisspiele und was der Herrlichkeiten auf der schönen, sonnigen Wiese mehr waren. Die Kinder werden nicht beschäftigt, sondern sie beschästigen sich selbst. So werden sie früh zu selbständigen und verantwar- tungeoollen Menschen erzogen. Die Eltern freuten sich über diese Art von Erziehung. Urrtt der Fackelzug, den die Kinder bis zum Bahnhof Fricdrichshagen veranstalteten, verstärkte noch den schölten Eindruck, den alle von diesem fröhlichen Fest mit nach Haus« nahmen. �_ Äerbessernngen im Strahenbahnverkehr. At> 1. Oktober d. I. fährt die Straßenbahnlinie 71 aus dem Wege der Linie 177 von Sieglitz(Hindenburgdamm) über Häiidelplatz, Steglitzer Straß«, Drakestraße, Ringstraßc, Carstenstraße, Luzerner Straße bis Lichterselde-Süd(Eugcn-Kleine-Brücke) im lO-Minutenverkehr. Sie ergänzt sich mit der Linie 177 auf der Strecke nach Lichterfeide-Süd zu einem 5-Minutenbetrieb. Die Linie 8(Südring) wird durch die Beusselstraße und die Straße Ali-Moabit(statt bisher Turmstraß«) und die Linie 63 Britz Kotz- kowskystraß«. Eck« Turmstraße über Rathenower Straße, Turm- ftraße(statt bisher Alt-Moabit, Beusselstraße) geführt. Ab 1. Oktober d. I. erhält die Omnibuslinie M, Bahnhof Köpenick—(Müggelheim), die Bezeichnung A 43 und fällt damit tariflich unter-deir Einheitstarif. l Doppelseitig' eine erstklassig elektrisch aufgenommene Schallplatte mit aktuellem Schlag er-Repertoire ClchcfiiXvta. ChefieAhcßa. Denken Sie daran auch im Mustkgeschaff! «in. S036.1ll*ubachnfer'18 Gesunden Schlaf kräftige Ne ryen ■verschafft bei tangererKup lUZ.3t2687./t1än achte auf den ff ex gesch. Hamen. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Wo nicht erhältlich, weisen wirVerkaufssteilen nach Otto Stumpf A.-G.. Chemnitz. Alexanderplatz Neue König8tr.43 kefonderf wirksam sind die KLEINEN ANZEKiEN in der Oes amt- aufläge de« ..Vorwärts» und trotzdem uuuttn \ Aus Beratung der Redarfsüberficht. 5. Bezirk Friedrichshaln. Nur ein Punkt beherrschte diesmal die Tagesordnung der Bezirksversammlung: Di«. Beratung des Haushaltsplanes für das Jahr 1930. Als Berichterstatter des Ausschusses referierte unser Genosse Klingler. Der Ausschuß hat nach s-ehr ein- gehenden Beratungen den Boranschlag mit nur ganz geringfügigen Aenderungen angenommen. Im Namen des Ausschusses bat der Redner um unveränderte Annahme des Etats. In der darauf ein- setzenden Generaldebatte sprach als erster der Kommunist O st r o w- s k i. In einer langen aber dafür desto nichtssagenderen Rede ver> suchte er eine Kritik des Etats. Für die sozialdemokratische Fraktion hielt Genosse Pohling die Etatsrede. Er wies darauf hin, daß die Haushaltspläne der letzten Jahre stets von den Kommunisten abgelehnt worden feien. Die Sozialdemokratie habe in all den Jahren Wirklich k«itspolitik getrieben, und ste habe dadurch alles das, was bei der Beschneidung der städtischen Finanzen überhaupt möglich war, für den Bezirk Friedrichshain heraus- zuholen, auch herausgeholt. Die Sozialdemokratie habe in den wenigen Iahren nach der Inflation trotz aller Widerstände für die arbeitende Bevölkerung soziale Einrichtungen und Verbesserungen geschaffen, die ohne aktive sozialdemokratische Mitarbeit gar nicht denkbar wären. Der diesjährige Voranschlag mit einer Brutto- ausgäbe von 45 X Millionen Mark übersteige nun schon um nahezu 12 Millionen den vorjährigen Etat. Gegen das Jahr 1924 habe der Etat ein« Steigerung von 359 Proz. erfahren, während di« Lebens- Haltungskosten im selben Zeitraum um 46 Proz. gestiegen seien. Die Mehrausgaben, die stch in der Hauptsache auf die allgemeine Wo-hlsahrt, Iugendwohlfahrt und Gesundheit«- w« s e n beziehen, sind somit unserer bedürftigen arbeitenden Bevölkerung zugute gekommen. Trotzdem müsse die sozialdemokrati- sche Fraktion wünschen, daß der Stadtkämmerer bei der späteren Zuweisung der Mittel unseren Bezirk nicht gegenüber anderen Be- zirken zurücksetzt. In dem fast gleich großen Bezirk Charlotten- bürg betragen die Bruttoausgaben pro Kopf der Bevölkerung 132,64 M., bei uns nur 100,47 M. Selbst bei einer Umlegung auf alle Berliner Bezirke komme der Bezirk Friedrichshain noch um 10 M. pro Kopf schlechter weg. Trotz des schon Erreichten, hätten wir gern noch mehr geschaffen, insbesondere an Krippen, Rinder- gärten, Horte, Ausbau unserer vollständig veralteten Schulen, den Neubau eines Iugendhaufes, eines Gesundheitshauses, einer zweiten Badeanstalt und dergleichen mehr. Die Hetze der Kommunisten und der Deutschnationalen im Falle Sklarek untergrabe ganz bewußt den Kredit der Stadt. Wenn Schwierigkeiten in der Ausführung geplanter Projekte entstehen, so sei das allein die Schuld der äußer- sten Linken und Rechten. Auf die vorwürfe des Bezirksv. Ostrowski, daß die Sozialdemokratie ihre Rechte mißbrauche, um ihre Partei- anhänger in amtliche Stellen zu bringen, wies«r darauf hin, daß gerade die Kommunisten sich nicht scheuen, sozialdemokratische Ab- geordnete oder Beamte um Unterbringung In amtliche Stellen zu bitten. Ostrowski, der am lautesten nach den Namen dieser„kor- rupfen* Kommunisten schrie, mußte dann erleben, daß er in erster Linie damit gemeint ist. Die durch die glänzend« Rede Pohlings aufgescheuchten Kommunisten, die sich in den üblichen beschimpfenden Zwischenrufen nicht genug ergehen konnten, schickten nun noch einmal Ostrowski vor, damit er sich rehabilitiere. Das gelang ihm jedoch nicht, er mußte sich von dem Genossen Brückner neue unbequeme Wahrheiten sogen lassen. Auch Bürgermeister Genosse M i e l i tz konnte erklären, daß O. zu ihm ins Amt gekommen sei und gebeten Hab«, ihn an- zustellen. Das fei jedoch nicht möglich gewesen. Diese Feststellungen verschlugen dem kommunistischen Führer Ostrowski vollständig die Sprache. Mit einer dem Weinen nahen Stimme mußte er zugeben, den Genossen Mielitz trtn eine Anstellung gebeten zu haben. Etwas sehr betreten und niedergeschlagen nahmen di« Kommunisten die gründliche Stäupung ihres.Führers* hin. Auf Antrag des Kenosien G u t e k u n st wurde dann der Etat gegen die Stimmen der Kommunisten und Deutschnationalen angenommen. Gegen journalistisches Apachenium. 11. Bezirk— Schöneberg. In der Bezirksversammlung Schöneberg wurde am V. Oktober aus Anlaß einer deutschnationalen Anfrage über di« Be- stellungen des Bezirksamts bei der Firma Sklarek erneut diese Affäre ausgerollt. Der deutschnationale Stadtverordnete Merkel wiederholte all« das. was er in der Berliner Stadtverordnetenversammlung ausge» führt hatte und was zum Teil gar nicht mit dem Fall Sklarek zu- sammenhing, sondern nur den Versuch darstellte, den Sozial- demokraten die Schuld an dieser Katastrophe aufzubürden. Genosse F l a t a u prangerte diese deuffchnational« Wahldemagogie an und ting im besonderen auf die unerhörten Angriff« ein, die in trautem terein die S ch e r l- und U l l st« i n- Presse sowie die„Rot« Fahne* gegen ihn erhoben hatten. Er wies auch auf die Feigheit hin, die in dem jetzt bemerkbar werdenden Rückzüge liegt und hob hervor, daß er hoffe, daß die anständige Presse von solchen Taten eines journalistischen Apache ntums weit abrücken werde. Es war zu bemerken, daß di« Worte des Genossen Flotau bei allen Fraktionen nachhaltigen Eindruck machten und daß selbst sein« Gegner davon überzeugt sind, daß er in keine Verbindung mit dieser schmutzigen Affäre gebracht werden kann. Dann wurde der finanzielle Bedarf des Bezirksamts festgestellt. Ueber die vorangegangenen Haushaltsberatungen berichtet« als stell- vertretender Ausschuß'vorsitzender Genosse Flata u. Ein im Haus- haltsousschuß angenommener Antrag, für öffentliche festliche Auf- züg« der Schulen schwarzrotgoldene Fahnen anzuschaffen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 22 gegen 20 Stimmen von der Bezirks- Versammlung abgelehnt. Die„Volkspartei* stimmte dagegen, s e l b st v e r st ä n d l i ch auch die gesamte bürgerliche Rechte. „Wir sind gewappnet!" 14. Bezirk— Neukölln. In der ersten Bezirksversammlung nach den Ferien gab der Vorsteher Genosse Gr�ßmann Kenntnis von dem Austrills- schreiben des ehemaligen Kommunisten Farwig. EF lautet:„Mit dem heutigen Tage leg« ich mein Mandat nieder und erkläre meinen Aus- tritt au« der Kommunistischen Partei. Die Poliklk der gegenwärtigen Parleileilung ist ein höhn«ms di« Einheitssronllaklik: ich kann sie daher nicht länger mehr mitmachen.* Wie unangenehm der KPD. diese Erklärung war, ging aus der ersichtlichen Unruhe m ihren Reihen hervor. In der darauf folgenden Beratung der Bedarfsanmeldung für das Jahr 1930 gab der Kämmerer Genosse R a d t k« ainen kurzen Ueberblick über den Etat, der,«ms der Rot der Zeit geboren, nicht alle Wünsche befriedigt. Neukölln ist nun einmal in der Vorkriegszeit und auch nach der Verschmelzung seiner sozialen Struktur und seines riesenhaften Aufschwunges etrlsprechend zurückgeblieben und muß langsam und stetig versuchen aufzuholen. Der Etat schließt mit einer Ausgabe von 58'A Millionen ab; davon sind allein für die drei großen Gebiete des Wohlfahrts-, Schul- und Ge» it der Bezirke. sundheitswesens etwas über 48 Millionen eingesetzt. Der Redner der Schwarzweißroten Langula machte zunächst eine tiefe Vec- beugung vor den Arbeiterwählern seiner Partei, indem er die Aus- gaben für das Wohlfahrts- und Gesundheitsamt anerkannte, dann aber sofort gegen die Schaffung von Groß-Berlin, seine Kam- munalbetriebe, Schulneubauten und insbesondere gegen die Personal- Politik des Genosien Löwen st ein wetterte. Dabei mußte er zu- geben, daß die Anstellungen im Schuldezernat durchaus legal seien. Etwas verwirrt gab er seiner Enttäuschung darüber Ausdruck, daß die Demokraten, die Wirtschafts-, die Zentrums- und di« Deutsche Volkspartei Verhandlungen führen: natürlich ohne die Deutschnatio- nalen zu fragen, um im kommenden Wahlkampf gegen die Sozia!- demokrati« gemeinsam vorzugehen. Der Demokrat Bornemann setzte sich für einen Ausgleich und größere Selbständigkeit der Bezirke ein und ritt das bekannte Steckenpferd:„Weg mit dem kommunalen Weinkeller und dem Sargmagazin.* Die Kommunisten hatten nach heftigem Fraktionskampf Radd atz als Redner bestimmt. Er brauchte»nur* IM Stunde, um zu beweisen, daß in den letzten zehn Iahren in Berlin nichts geleistet worden sei. Unser Fraktionsrsdner Genosse Harnisch zog mit seinen ausgezeichneten Ausführungen bald alle Fraktionen und die Tribüne in seinen Dann. Gespannt lauschten ste den nicht zu widerlegenden Beweisen sozialdemo- kratischer Kommunalpolitik. Der Redner erinnerte an- knüpfend cm di« Schaffung von Groß-Berlin, an all die Errungen- schaften, die zum Teil durch heftigen Widerstand der bürgerlich-n Parteien und der Kommunisten auf dem Gebiete der Gas-, Wasser- und Elektrizllätswirffchaft und des Verkehrswesens geschaffen wurden. Uebergehend zu den Zukunstsaufgaben unserer SommunolpoMIk. zeigte er in großen Umrissen, wie die Sozialdemokratie auch weiterhin Pionierarbeii leisten wird. Di« Formel der Kommuncsten, die Ausgaben zu erhöhen und die Einnahmen zu verringern, können wir nicht mitmachen. Das Be- stehen der Kommunistischen Partei ist ein Hemmschuh des kultu- rellen und sozialen Aufstiegs der Arbeiterschaft Wir haben heute gehört, daß alle Parteien gegen uns in den Wahlkampf ziehen. Mr sind gewappnet und werden mit S i e g e s g e wi ß h« i t kämpfen. Der Etat wurde gegen die Stimmen der Kommunisten und der Bürgerlichen Bereinigung verabschiedet. Oeutfchnaiionale gegen Kindergarien. 15. Bezirk— Treptow. In der letzten Sitzung der Bezirksversammlung Treptow wurde der Haushaltsvoranschlag für 1930 eingehend beraten. Gen. Bürgermeister Grunow begründet« den Voranschlag. Im Auftrage des Rechnungsausschusses erstattet« der Gen. L ü d t« den Bericht. Er teilte mit, daß die Kommunisten im Ausschuß verschiedene Anträge gestellt haben, die aber olbgelehni werden mußten, weil di« Richffätze diesen Anträgen entgegenstehen. Im Auftrag« unserer Fraktion sprach Gen. Becker. Ein sozial- demokratischer Antrag, bei der Straßenreinigung nicht nur 90, sondern 96 Arbeiter wie im Vorjahre einzustellen, wurde a n- genommen. Die Kommunisten stimmten dagegen. Desgleichen fand ein Antrag, den wir im Rechnungsausjchuß gestellt hatten, An- nähme, der das Bezirksamt ersucht, nur solchen Firmen Aufträge zu erteilen, die di« tariflichen Bestimmungen für ihre Arbeiter innehalten. Di« Kommunisten benutzten di« Etalsberatung dazu, um in aller Breite ihre bekannten Anwürfe in der Sklarek- Angelegenheit zu erheben. Gen. Lempert wies ihr« Anwürfe energisch zurück. Der Voranschlag wurde gegen die Stimmen der Deutschnationalen und Komnmmsten angenommen. Den ein- maligen Anforderungen für 1930, di« einen weseMlichen Bestandteil des Haushaltsvoranschlages ausmachen, hatte die Bersammlung in einer früheren Sitzung einstimmig zugestimmt. Vom Bezirks- amt wurde die Bereitstellung von 10 000 Mark zur Errichtung eines Kindergarten- und Hortgebäudes in einer Siedlung der Gemeinnützigen Baugesellschost Berlin-Ost in BerlimOberschöne- weide beantragt. Ein deutschnationaler Redner bat, diese Borlage abzulehnen, da man das Geld für andere Zwecke oerwenden konnte. Kindergärten und Kinderhort« soll« man in Baracken unterbringen. Gen. Stadtrat Peters ersuchte die Bersammlung, den Wünschen der Deutschnationalen nicht Rechnung zu tragen, da gerade auf dem Gebiete des Kindergarten- und Hort- wesens noch viel« Sünden der Politiker der Vorkriegszeit gutzu- machen sind. Wirkungsvoll wies di« Genossin Todenhagen die Angriffe der Deutschnationalen zurück. Gen. Lehner betonte noch einmal die Notwendigkeit der Errichtung von Kindergärten. Nach ausgedehnter Debatte wird die Vorlage schließlich angenommen. Bon unserer Fraktion wurde beantragt, schnellstens di« not- wendigen Schritt« zu unternahmen, um die K ö n i g s h« i d e der Bevölkerung zu erhalten. Di« Königsheide darf nicht dem gleichen Schicksal entgegengehen wie ehemals die W u h l h e i d e. Bäderausbau. 20. Bezirk— Neinickendorf. Die Bezirksversammlung stimmt« bei Beginn der Beratungen dem Ankauf einiger Grundstücke in Heiligensee zu. Dann er- folgte die Beratung des Haushaltsplanes von 1930, der einen Bedarf von 34 Millionen Mark aufweist. Der Bezirksbürgermeister Rei chhelm machte auf die Forde- rungen für sozial« Zweck« aufmerksam, darunter 9 Millionen Mark für Schulen, 4,7 Millionen Mark für die Wohlfahrt und 2 Millionen Mark für das Gesundheitswesen. Genosse Elpe! wünschte eine ausreichende Straßenbeleuchtung, bessere Berkehrsmöglich- leiten im Bezirk, besonders die Berlängerung der Autobuslinie 13 bis zur Teichstraße, di« Errichtung des Jugendheims, eine Warte- Halle an der Haltestelle der Berliner Ecke Humboldtstraße, und be- antragt« für di« SPD.-Fraktion die besonder« Einsetzung von 5000 Mark für die Ausschließung von Dauerkolonien. Damit di« Erweiterung des Krankenhauses In Reinickendorf erfolgen kann und der Bau des Hallenbaues in Reinickendorf sorvie des Freibades in Tegel begonnen«erden kann, beantragte unsere Fraktion die sofortige Freigabe der Mittel hierfür. Für das Freibad Lübars wünschen wir einen Sprungturm und Sprungbretter und die Be- Nutzung der Wannenbäder in Tegel an allen Wochentagen. Der Sprecher der Kommunisten kündigte eine ganze Anzahl von Anträgen an. erklärte dabei aber selbst, daß di« Bezirksverordneten allen Anträgen doch nicht zustimmen können. Der Redner der Bürgerlichen bezeichnete die neuen Schulen im Bezirk als Luxus- bauten. Genosse Wollschläger wies darauf hin, daß es recht und billig sei, wenn di« Bolksfchulen ebenso der Zeit entsprechend hergerichtet werden wie die höheren Schulen. Stadtrot Genosse Henke konnte erklären, daß in den Schulen nichts Ueberflüssiaes hergerichtet worden sei, und gab bekannt, daß der Bau des Frttbades in Tegel im Frühjahr 1930 seine Verwirk- lichung finden werde. Wie notwendig der Bau des Freibades Lübars war, zeige die hohe Besucherzahl im Sommer dieses Jahres. Es waren ungefähr 175 000 Badende dort. Da von den Kam- munisten 33 Anträge zum Haushaltsplan eingereicht waren, mußt« die Einzelberatung auf«ine spätere Bezirksversammlung vertagt werden. Neue Schule in Köpenick. Mit Jugendheim und Stadtbücherei. Der Neubau des Dorotheen-Oberlyzeums tn der Berliner und Mentzel-Straße in Köpenick nähert stch seiner Vollendung. Damit wird in Kürze eines der modernsten Schulgebäude Berlins seiner Bestimmung übergeben. Es umfaßt das Schulgebäude, zwei Turnhallen, das Wohnhaus für den Di- reltor und ein aus dem Hintergelände an der Spree liegendes Schülerbootshaus. Die Ansichtsflächen an den Straßen und auf der Hofseite sind mit gelben Keramikplatten, Sockel und Portal mit Eisenilinkern verblendet, �öie verleihen dem sonst im besten Sinne sachlich gehaltenen Bau eine repräsentative, einfache Note. Der Entwurf ist gemeinsam vom Architekten B. D. A. Max Taut und dem Bezirkshochbauamt aufgestellt. Das Gesamtgrundstück hat eine Größe von etwa 27 000 Oua- dratmetern. Ein Teil dieser Fläche wird für das Jugendheim und die Stadtbücherei verwendet, so daß für die Schule ins- gesamt rund 23 000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die Schule umfaßt 22 Klassenräume, 2 Turnhallen(je etwa 12X20 Meter groß mit den üblichen Nebenräumen), ferner Sonderunterrichts- räume für Physik. Chemie, Biologie, Erdkunde, Werkunterricht, Nadelarbeitsunterricht, Zeichnen und Gesang. Ferner ist ein« A u l a mit Podium und Ankleideraum vorgesehen. Im Keller befindet sich «in Brausebad, eine Kastenruderanlage sowie ein Raum zur Ausbewahrung der Fahrräder. Das Gebäude enthätt ferner eine Frauenschule mit Lchrküch«, Vorratsräume, Plätsstube, Waschküche. Eßzimmer und 2 Klassenräume. Im Hinteren Teile des Grundstücks werden ein Schulgarten und Pavillons für den Unterricht im Freien angelegt, während ein großer Teil des früheren Mentzelschen Parks und damit der sehr schön« Daumbestand erhalten bleibt. Kür Wohnfultur, gegen Schund und Kitsch. Der Berliner Ausschuß zur Bekämpfung der Schmutz- und Schundliteratur und des Unwesens im Kino hielt kürzlich eine Tagung für Wo h n k u l t u r ab, an der zahlreiche Behördenoertreter, Lehrer und Schüler teilnahmen. Eröffnet wurde die Tagung durch Begrüßungsworte der Stadt- rätin Genossin W e y l, die den Borsitz in dem veranstaltenden Aus- schuh führte. Genosse Stadtrat G e n s ch begründtte kurz Sinn und Zweck der Tagung. Wenn es auch vielen merkwürdig erscheinen mag. daß ein Ausschuß zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in der Literatur ein« Aussprache über Wohnkultur herbeiführe, so liege doch die Erkenntnis auf der Hand, daß die wirksamste Be- kämpfung von Schund und Schmutz mit Aussicht auf Erfolg nur bei einer Beseitigung des fürchterlichen Wohnungselends durch- geführt werden kann. Der erste Referent, Dr. Müller-Freienfels, untersuchte die Möglichkeit der Charakterbildung der Jugend durch die sachlichen Dinge des täglichen Lebens. Er zeigte, daß, wenn der Mensch auch Produkt seiner Umwelt ist, er doch formend auf fein« Umwelt ein- wirke, und bestätigte damit den von Karl Marx ausgesprochenen Satz:„Die Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber nach vor- gefundenen Umständen.* Es gelle, den durchaus nicht selbständigen Formwillen des Kindes vorsichtig und ohne Dergewaltigung der grundsätzlich vom Erwachsenen verschiedenen Psyche des Kindes be- wüßt zu lenken und aktiv zu machen in Richtung auf Qualität, Echt- heit, Zweckmäßigkeit, Schönheit und soziale» Berständnis. Die Ausführungen des Redners trugen den Stempel indwidualistssher Ueberschötzung der„Persönlichketts'-Züchwng. Der zweite Referent, Hermann H ä f k« r- Colmnitz, sprach über„Möbel und Hausrat als Ausdruck von Zeit- und Kultur- werten.* Er betrachtet di« Frage der Hebung der Massen- kultur als die soziale, das heißt wirtschaftliche Frage. Am Nachmittag brachte Genosse Fritz Hellwag vom Reichs- verband bildender Künstler das sehr interessante Thema.Praktische Maßnahmen für die Wohnungskultur durch die amtliche und freie Dolksbildung* klar und einprägsam zur Sprache. Die krei«delegiert enversammlung de, 10. Sreife«. Zehlendorf. beschäftigte stch in ihrer letzten Sitzung mit den Kandidaten für die Stadtverordnete» und Vezirksverordnetemvahlen. Spitzenkandidat für die Stadtverordnetenwahl ist Genosie Richard Draemert. Für die Bezirksverordnetenwahlen wurden in dieser Reihenfolge die Genossen Stolz, Flörke(Wannsee). Schneider, Marie Böhme, Zietemann, Schloz, Bohsen(Wannfee) und Wirth(Dahlem) an äussichtsreicher Stelle plaziert. Vegläckwilnschung. Reichsverkehrsminister Dr. Etegerwald richtet« an Gustav Likenthal folgendes Glückwunschtelegramm: „Dem Druder und Mllarbeiter des Altmeisters des Menschenfluges spreche ich zur Dollendung des 80. Lebensjahres meine aufrichtigsten Glückwünsche aus.* Äkr sein kmd l'JUL 'ke/ßfUß Kithreiner — mib Mch z« stinkt«! Mr atz flooo ökOMÄÄeempDm Kathreiner inDMchencdutachtm/ «Xt&remn? Kaltkafito » Kampf der Gozialreaktion! Mitgliederversammlungen der Berliner Sozialdemokratie. Die Reihe der großen Kreismilgliederver- sammlungea der Berliner Sozialdemokrakie, die sich mii den Sprengflossallentalen. dem hugenberg-Volksbegehren und dem Vorstoß der Sozialreaklion beschäftigten, wurden gestern fortgesehl. Alle Versammlungen waren übersülll, eine Re- folui'.on, in der jede Frau und jeder Mann ausgerufen wurde, in den Reihen der Sozialdemokratie den Kamps gegen jede Reaktion zu führen, fand überall einstimmige Annahme. Leider können wir aus plahmangel nicht über sämtliche Versammlungen berichten. Die versammelten gingen mit dem Bewußtsein auseinander, daß der 17. November einen neuen Erfolg der Berliner Sozialdemokratie bringen wird. In der Kreismitgliedcrversammlung des Kreises Kreuzberg, die stark überfüllt war, sprach Genosse Aushäuser. Er untersuchte die Zusammenhänge zwischen den Bombenattentaten der letzten Monate, der Hintermänner des Volksbegehrens und den schon seit soft einem Jahr geführten Vorstoß der Sozial» r e a k t i o n gegen die gesamt« deutsche Sozialpolitik. Die Bomben- attentate sind nur ein Symptom für das soziale Elend breiter kleinbürgerlicher Schichten, die zunächst den Verlockungen der de- magogischen nationalistischen Illusionen erliegen. Di« Bomben- attentate werden den Bau der deutschen Republik zwar nicht er- schüttern. Aber die Verbindungslinien von dort zur gesamten So- zmlreaktion sind allzu deutlich, als daß die Arbeiterschaft diese Attentate als Signale unterschätzen dürfte. Genosse Aufhäuser ging dann auf die Einzelheiten des Kampfes der sozialen und po- iitischen Reaktion ein, die sich in geschickter Arbeitsstellung einer- seits gegen den Poung-Plan wendet, andrerseits in der Person der gioßen Unternehmer den Doung-Plan zwar annimmt, aber die finanzielle Entlastung des deutschen Reichsetats allein zu ihren Gunsten ausnützen will. Die Demagogie Hugenbergs und seiner Nationalsozialistischen Mitläufer hat nur den Zweck, die sozialen Bedürfnisse breiter Bolkskreise und auch von Teilen der Arbeiterschaft, die leider dieser Streitbrechergarde noch nachlaufen, zu betäuben. In dem«inen großen Kampf um ein» der Kernstücke der So- zialversicherung, um die Arbeitslosenversicherung hat die Sozialdemokratie infolge ihrer Zähigkeit und Geschlossenheit im Kampfe einen vollen Sieg errungen. Es g«lang, den Grundgedanken der Arbeitslosenversicherung aufrechtzuerhalten und die Front der bürgerlichen Parteien, die noch im April von den Demokraten bl» zu den Deutschnationalen ging, zu erschüttern. Aber die weiteren Kämpfe, die jetzt folgen werden, um die Finanzreform, um die Arbeitsschutzgesetze und den Achtstundentag sind nicht minder lebenswichtig für die gesamte deutsche Arbeiterschaft. Es ist b«- zeichnend, daß die Kommunisten in all diesen Kämpfen auch im Kampf um das Republikschutzgesetz stets gegen die Sozialdemokratie im Bunde mit den scharfmacherischsten Vertretern des Bürgertums gestanden haben. Für die bevorstehenden Kämpfe, die die Sozial- demokratie als einzig« wirMche Vertreterin der Arbeiterinteressen führen wird, ist es nötig, ihre Massenschlagkraft besonders durch die kommende Werbewoche zu erhöhen. In der Versammlung des Kreises Reinickendorf sprach Genosse Heinig. Einleitend wies er darauf hin, daß es nicht das erstemal ist, daß sozialdemokratische Führer in übelster Weise ver- leumdet wurden. Was haben ober alle diese unbewiesenen Be- schuldigungen mit unserex Tätigkeit in der Kommune zu tun? Di« geleistete Arbeit der Sozialdemokratie kann durch solchen Schutz nicht verdeckt werden. Natürlich sind noch viel« Fragen zu lösen. Wir sind dabei und führen in dieser Arbeit einen dauernden Klassenkampf. Es gibt außer uns noch andere Mächte im Staat. Die Reaktion versucht, durch das Volks- begehren ihre Kräfte zu sammeln. Mit dem Volksbegehren treibt man eine Dernebelungstattik, denn es geht um die Frage: Wem sollen die 600 Millionen zugute kommen, um welch« die jähr- lich« Schulde nzohlung Deutschlands geringer wird. Man sagt im Hugenbergschen Volksbegehren: es gehe um Weltanschauungsfragen.' In Mrklichkest geht es um nichts weiter als Geschäft. Das wird man nicht vergessen können. Einheitlich und geschlossen wird die Sozialdemokratie den Kampf ausnehmen. In Schöneberg sprach Genosse Künstler. Der Referent verstand es, selbst diejenigen bis zum Schluß der Versammlung zu fesseln, die in fürchterlicher Enge gerade noch ein Stehplätzchen erwischt hatten. Und»ls der Referent am Schluß seiner Aus- fichrungen auch den unvermeidlichen Fall S k l a r e k streift«, hatte er die stürmische Zustimmung aller Anwesenden, als er in seiner Eigenschaft als Vertrauensmann der Berliner Parteiorgoni- fation erklärte: Ist jemand von unseren führenden Genossen belastet, so wird er zur Rechenschasl- gezogen, wir wollen uns aber vor Klassen, und Schnelljustiz hüleu, die wir in anderen Fällen oft genug gerügt haben. In einer kurzen und sachlichen Aussprache wurden noch einige wertvolle Anregungen für die so notwendige Betriebsagitation gegeben, und die Versammelten trennten sich mit dem Gelöbnis, die bis zum 17. November verbleibenden Wochen zu einer regen Agitation für die Stadtoerordnetenwahlen zu benutzen, aus daß in Broß-Berlin sowohl, als auch im Bezirk Schöneberg die Sozial- demokratische Partei als Sieger aus der Wahlurne hervorgeh«, trotz aller Verleumdungen von rechts und links. Die vom Bezirksvorstand vorgelegte Resolution wurde«instimmig angenommen. Reichstagsabgeordneter Faltenberg vom ADGB. sprach in Wilmersdorf über die politische Situation, wie sie durch Bomben- attentate, Volksbegehren und Arbeitslosengesetz gegeben ist. Obwohl die Rechtspartelen von der Aussichtslosigkeit des D o l k s e n t- fcheids letzten Endes überzeugt seien, versuche man, mit solchen demagogischen Mitteln die Republik zu unterhöhlen. Ebensalls sei der Kampf gegen das Arbeitslofengsfetz nur ein Mittel gewesen, den Abbau der Sozialgesetzgebung in die Weg« zu leiten, der be- reits mit dein durch Severing abgewehrten Angriff auf die Schlich- tungsordnung«ingesetzt hätte. Die Situation zeige ein« große Gefahr für die ArbeiterNasse auf. da den Rechtsparteien un- beschränkte Geldmittel zur Verfügung ständen, während die Republik in ihrer Abwehr sich nur auf den Beistand jedes einsichtigen Menschen stützen könnte. Jeder Sozialdemokrat und besonders der Angestellt« und Beamte müßte sich dies vor Augen halten und in unermüdlicher Kleinarbeit, iin Werben neuer Mitglieder für die Partei ihre Macht so stärken, daß sie den diktatorischen Wahnsinn der Putschisten abwehren könnte Der Parteivor- stand wurde in der Diskussion ersucht, jeden Schädling der Partei- interessen im Falle Sklarek rücksichtslos zu entfernen. Di« Kreismitgliederversannnlung des Bezirks Wedding im Patzenhofer-Ausfchank in der Chausseestraße war überfüllt. Genossin Hanna gab in lebendigen Ausführungen ein« Analyse der politischen Situation. Sie schilderte die skrupellose Agitation der nationalisti- schen Rechten, der der Kampf gegen den Doung-Plan nur Vor- wand sei, um zur Macht zu gelangen. Diesem„Volksbegehren" gilt unsere schärffte Gegnerschaft!— Sozialpolitischer Abbau, maß- lose H«tze, Bombemverfen und kultureller Rückschritt—, so sieht das Programm der Volksbegehrler aus!— Unablässige Aufklärung tut Not. Die Mitgliedschaft in der Sozialdemokratie ist der beste Schutz der Republik gegen alle putschistischen Bestrebungen des Rechtsradikalismus. In der Diskussion, die sich auch mit dem Fall Sklarek beschäftigte, wandt« sich Genosse U r i ch gegen die Verlogenheit der Kommunisten, deren Korruptionsgeschrei nur von den eigenen Sünden ablenken wolle. Ein Antrag, der vom Bezirks- vorstand die Einsetzung eines Sklarek-Untersuchungsausschusses ver- langt, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Reichstagsabgeordneter Genosse Karl Litte sprach in der Ver- sammlung der Charlottenburger. Nachdem er die National- s o z i a l i st« n treffend gekennzeichnet und sich in seiner Red« mit der Infamie des vottsbegehrens beschäftigt hatte, ging er aus- führlich auf die Reform des Arbeitslofenversicherungs- gesetzt» ein. Die Sozialdemokratie ist entgegen allen Verleumdungen ihren Fraktionsbeschlüssen vom 25. April 1929 treu geblieben. In diesen Beschlüssen legt« sie sich gegen einen Abbau der Versichern ngsleistungen fest, wehrt« sich gegen den Ausschluß der Saison- und Heimarbetter und stimmt« einer b es listeten Beitrags- erhöhung zu. Daß es gelungen ist, den Angriff des Unternehmer. tum» auf die Arbeitslosenversicherung abzuwehren und die For- derungen der Sozialdemokratie durchzusetzen, können wir als einen vollen Erfolg für uns buchen. Wie vor allen Wahlen aber, müssen wir dessen ungeachtet eine Flut von Beschimpfungen über uns ergehen lassen. Uns kann das aber nicht beirren, wir werden das rote Danner der Aassenbewußten Arbeiterschaft am 1 7. R o- v e m b« r zu einem neuen Siege führen. parieinachrichten fürGroß-Berlin Clafcatngcn fB» diel« Rubrik find B« r l t a SB 68, Liadeaftraß« 3, itt» an da* l. Hof, 2 Treppen recht», za richten. Achtung, Bezirksparteitag Die am Lezirksparkeilage als Gäste keilnehmenden Genossinnen und Genossen werden gebeten, an der Kontrolle außer der Gaslkarle auch ihr porteimilgliedsbuch vorzuzeigen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. • 1. Ritt« Mitte. An der Zusammenkunft der Bezirksiagsdelealertea nimmt auch der engere Rreiovorfiand teil um Z0 Uhr bei Dobrohlam, Swine- mstnder Str. II. 2. Rwi» Tiergarten. Heute, ffttiio«, 11. Oktoder, 20 INZr. In der Schulaula Waldenlerfir. 21, Werbeseier der SAZ.-Sruppe Hansa. Die Senosfinnen und Senoffen werden um rege Beteiligung gebeten. ». Rrei» Friedrich, bain. Di« 33. Abteilung veranstaltet am Eonnobend, 12. Oktober, 20 Uhr. in der Alten Taverne, Alt-Stralau 2K, einen Seiteren Abend, bestehend au» Vorträgen, Revue,«vmnastischen und turnerischen Borfllbrungen. Anschließend Tang. Um»ahlreichen Besuch wird gebeten. 16. Rrei» Treptow. Eonnabend, 12. Oktober, 20 Uhr, Im Lokal Epreegarten, Alt-Treptow, Jubilar-»nd Ronzrrtabend. Festrede: Ge» noss« Hugo Seimonn, M. d. R. Gesang: Bellt Leermann, Wilhelm Guttmann sEtättische Oper). Musik, ausgeführt von Mitgliedern der Staatlichen Hochschule für Mus?. Gintritt 50 Bl. einschließlich Tan». Barteigenossnnen und»genossen, sorgt für regen Besuch! Heule, Areikag. 11. vkkober. 126. Abt. FriedrUnseld«. Achtung, Bezirksiührer! Material für die Werbt- woch« ad 17 Uhr vom Abteilungsleiter. Walterleeltr. 2S. abholen. Di« Hörer bekamen bei der Veranstaltung„Wasser", vom Deutschlandsender gegeben, ein fürchterliches Sammelsurium emsig eingeheimster Lefefrüchte vorgesetzt. Man umrahmt« dies«„Aus- wohl" mit einem Geschwätz von so unerhörter Banalität, daß einzig die Erinnerung an geistesverwandte Schulaufsätze einen Vergleichs- Maßstab gab. Dabei hätte sich ein« solche Veranstaltung sehr ein- drucksvoll gestalten lassen. Wasser, dos großartigste und vielseitigste Ausdrucksmittel der Natur, ist Dichtern und Komponisten zum Er- lebnis geworden. Eine Reihe solcher Erlebnisse hätte sich ohne be- sondere Mühe sinnvoll zusammenstellen lassen. Heber gute Sprecher versugt man.— Berlin sandte Charpentiers„Musikroman", die Oper„Louis«'. deren stimmungsstarke Musik bei einer guten Bühnenauftührung dem Werk immer noch zur Wirkung verhilft. Für die Rundfunkübermittlung fehlt ihr die Einheitlichkeit.— Dis .Interview d« r Woche" brachte Luig« Pirandello vor das Mikrophon. Man erfuhr, was solche Interviews gewöhnlich ver- raten: der Ausgefragte ist irgendwo geboren, hat irgendwann irgend- einen Beruf ergrissen— Pirandello hat sogar in Deutschland studiert— und vor allen Dingen, der Ausgefragte, falls er Aus- länder ist, hegt allerhöchste, unerschütterliche Hochachtung für das Land des Interviewers. Heer wenigstens wich Pirandello von den üblichen Programmontworten ab: ihm gefällt die modern« deutsche Dramenproduktion nicht: sie ist ihm zu tendenziös. Das Interview der Woche sollte aktueller werden und statt Namen Leben bringen. Möglicherweise— sehr wahrscheinlich sogar— hätte Pirandello manches Wesentliche auesagen können: aber wenn man es nicht aus ihm herauszufragen wußte, so hätte man auf das Interview lieber ganz verzichten sollen. De». Morgen, Sonnabend, 12. Oktober. t. Abt. Die Au»a Deschättsstelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 87/38. Lok t T«. Freitag, 11. Oktober. Friedrlchshaiu, Kameradschaft Memel: 1914 Uhr Rameradschaftsocrsammlung bei Lentschel, Memeler Str. 13. Rameradschaft Büsching: 1914 Uhr bei Dlawcrt, Weberstr. 24a. Referent Kam. Stadtrat Rostin. Auch die passtven Kameraden haben zu«rfcheinen. Pankow, Jungkameradschaft: 20 Uhr außerordentlich« Mitgliederversammlung im Jugendheim Görschstr. 14. Erscheinen Pflicht.— Sonnabend, 12. Oktober. Mitte, 6. Rameradschaft: Ramerad Langneff ist verstorben. Einäscherung IL Uhr Rrematorium Gerichtstraße. Antreten 1714 llhr daselbst.- # Berg, Rameradschaft Wörther Plah: 29 Uhr Lerbstvergnitgen in den Berv» lino-Frstsälen. Schönhauser Allee 2». Ansprach« Rom. Dr. Ostrowski. Alle Rameradrn stnd herzlich eingeladen. Reinickendors.West: 5. Stiftungsfest im Strandschloß Tegel. Eintrittskarten zum Preis« von 1 M. bei den Gruppcn. stthrern. Kameraden anderer Ortsvereine nebst Angehörigen stnd herzlich ein» geladen.— Mar»cadteilung! Sonntag. 13. Oktober, 9 llhr, Arbeitsdienst.— Kreuzberg, Jugend I: Autokarten für den 20. Oktober stnd bis 14. Oktober »um Preise von 1 M. bei Kam. Kran», Dreibundstr. 21, zu entnehmen. � Reichskartell Republik. Sportplaß Friedrlchsfclde: Sonnabend, 12. Oktober. ab IS Uhr, Arbeitsdienst für alle freien Kameraden. Anschließend Besprechung der Funktionäre. Sonntag, 13. Oktober, von 9—12 llhr schießen die Ortsverrin« Prenzlauer Berg und Kreuzberg, von 12—17 Uhr die Ortsvereine Wedding und Reinickcndors. Die folgenden Tage bleiben bis einschließlich Freitag für die obengenannten Ortsverein« ebenfalls frei. Internationale»elellschaft für cmpirisch« Philolophi«. Dienstag, 15. Ok.o. ber. 20 Uhr. spricht im Hörsaal der II. Medizinischen Klinik, Echumannstr. 21, Dr. Ludwig von Bcrlalanffn.Wien über„Tatsachen und Theorien der organi- schen Formbildun« als Weg zum Lebenspiablem(mit Lichtbildern). Professor Friedrichs Krau» und Privatdozent Dr. Walter Dubislao bringen einen Nack»- ruf für Prof. Joseph Pchold. Tvpographtlche» Oechefter. Mustkverein Berliner Buchdrucker. Dirigent: Erich Gutzeit. Vorsthender: Johanne» Schulz, Verlin. Beiti, Pintschollee 43. Ucbungsabend Irden Freitag, 2014 bis 2214 Uhr in Neukölln. Hermannstr. 199 (Restaurant Lausch. Sänaerheim). Blattsvieler stet» willkommen. Deutscher Arbeiter.Mandolinift-n.Bnnd, Gruppe Moabit. Sonntag, 13. Oktober, 17 Uhr, große» Mandolinenkonzert in den Arminius-Festsälen. Berlin NW., Bremer Etr. 72—73. Anschließend Tan». Bund Berlin für Einheitskurzschrift. Uebung in allen Geschwindigkeiten Irden Freitag ron 20—22 llhr im Französtschen Gnmnastum, Reichstagsufer 8, am Reichstagsgebäud«, und jeden Dienstag von 20 bis 22 Uhr im Schulhause Utrechtcr Str. 80-31, am Weddin«. Anfängerkurse sowie Aufnahme neuer Mitglieder zu jeder Zeit. Auskunft erteilt Friß Plauschinn, Bcrlin-Zchlcn. dorf, Scharfestr. 18. Reichsverband Deutscher Rriegsbeschädigitcr nnd Rrleaerhinterbliebener. Bezirk 1(Ritte). Freitag. IL Oktober. 20 Uhr. im Lokal S. 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JudumthiiD StraBi B.S Barbarossa 5578 I6V« Uhr Herb.t- abonde an StiriMn- blmm.l I8V< Uhr kl»»n die Grenzen dar W.lt 20'/« Uhr Rät.el 4M SternmlichtM Tä| U.W l Mk„ Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 PL Kinder 2.5 Pf. ägl.außerMontags . Mittw. Erwachs. Täglich 8 Ubr Sonnabends und Sonntags aucn nachm. 3 Uhr, CIRCUS BUSCH Morien Sonnabend nachmittags 3 Uhr: Das ganz. Abendprogramm bei ermäBlgten Preisen fdr Erwachsene u. Kinderl Nachm. 3 u., aosrla ab da. 8 U.: :: Sämtliche Attraktionen:: Rennen zo Karlshorst Freitag, den II. Oktober nachmittags 2 Uhr, SdiDiidtPaolI-JagdrenDen. Bamowsky- Bohnen Theater in der KSniggritzer Straße SV« Uhr flannibalante Portas Komödienhaus Täglich 8».'2 Uhr Krilibyi läppen sinil die besten Lustspiel von Julius B e rstl !riaiion-Tli.M|$r Täglich 8V. 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SSSSSS» o eeseee Dentsdier Metallarbeiter-VerbaDil Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schmied doset Probst geboren S. Mai 1881, am 8. Oktober geitarben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 12. Oftober. 15'/, Uhr, von der Leichenhalle des Emmans-Kirchhofes in Neukölln, Sermannstr., aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Am 1 S.September starbnnser Kollege der Werkzeugmacher Karl Qritzbach geb. 20 Mai 1679. Die Beerdigung hat bereit, statt» gesunden. Shrr ihrem Andenken! vi« Otf.Detrnalhtng Verkäufe tzpetez. Szillat. Koloniestraste 9 Kl-bseficl, Bollrindleder. 65,—, 88.—. Oö,— Mark, Prachtmodelle 133,—, 145,— Mark, imitiert Wildleder 48,—. S6.—, 95,— Mark, Klubsessel-stischer, Pats» damerstraste 10Sa, an der Kurfürsten- straste. � Torwarts". Leser Ertrarabatt. Läuserstaffe, Kokas, Meter 1-35. l.SZ Mark. Bauele, Meter 2L0, 3,90 Mark, Velour, Meter 6,50, 8,50 Mark, Riesen» auswahl für Sausbefister und Private. Seit 1884. 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