IN BERLIN Freitag 11. Oftober 1929 Erfdetut tagli Der Abend asser Sonntag Sugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts" 10Pf. Nr. 478 B 238 46. Jahrgang Muzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Sekschecktonte: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 87 536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Nationale Geschäftemacher. Das Bankrottspiel einer Hugenberg- Bank. Den nachstehenden, für die Geschäftspragis deutsch nationaler Politiker tennzeichnenden Artikel, entnehmen wir der Nummer 2 der sozialdemokra tischen Zeitschrift Das freie Wort". Die Gemeinnützige Siedlungs- Attiengesellschaft Landbank sah fich am 8. Januar 1926 gezwungen, beim Amtsgericht Berlin- Mitte den Antrag auf Verhängung der Geschäftsaufsicht 311 stellen. Aufsichtsratsvorsitzender der Landbank war Geheimrat Sugenberg; dem Aufsichtsrat gehörten ferner an: der frühere deutsch nationale Reichstagsvizepräsident, Geheimrat Dietrich Prenzlau, jezt allbekannt als verfrachter General direktor der Raiffeisenbank, Kapitänleutnant Mann, Landesökonomierat Wegener usw. = Der Antrag auf Geschäftsaufsicht hatte taum Aussicht auf Erfolg. Der vom Amtsgericht Berlin- Mitte bestellte Sachverständige erklärte zusammenfassend in seinem Gutachten: Borliegend find nach Ansicht der Unterzeichneten die Voraussetzungen für eine Geschäftsaufsicht nicht gegeben. Dieselbe fann auch der Schuldnerin nichts nügen, wenn nicht eine fräftige Hand unterstützend einspringt oder der Staat sich finanziell der Sache annimmt. Selbst ein Kontursverfahren fann hier in Ermangelung aller Mittel nicht in Frage tommen, es sei denn, daß zur Bestreitung der notwendigen Bedürfnisse und der Kosten des Verfahrens ein Vorschuß Don menigstens 150 000 Reichsmart zur Verfügung gestellt wird." Die Landbank( Aufsichtsratsvorsitzender Geheimrat ugen. berg) war also bankrott, superlativisch bankrott, denn der ge= richtliche Sachverständige nahm an, daß die Eröffnung des Ronfurses mangels Masse nicht stattfinden könne. Immerhin entwarf der Vorsitzende der Landbank ein Schreiben an das Amtsgericht Berlin- Mitte vom 28. Januar 1926, handschriftlich persönlich mit den Anfangsbuchstaben gezeichnet von den Direktoren der Landbank Paschte, Tetens und Strezemfti morin der Antrag auf Eröffnung des Konkurses der Landbank gestellt wurde. Dieser Konkurs der Landbank( Aufsichtsratsvorsitzender Geheimrat Hugenberg) wäre ein Musterexemplar eines befrügerischen Bankrottes gewesen und hätte die dafür Verantwortlichen, Borstand und Auffichtsrat, ins Gefängnis oder Zuchthaus bringen müssen: es lagen ungefähr fämtliche Kontursverbrechen ver, die es überhaupt gibt. Die Geschäftsführung der Landbank( Aufsichtsratsvorsitzender Geheimrat Hugenberg) fann sich getrost neben die. der Raiffeisenbank stellen; sie nehmen sich beide nichts. Aus der Fülle der abenteuerlichen Geschäfte der Landbank nur ein paar Beispiele: Die Landbank besaß in Eduardsfelde, Provinz Posen, ein Gut. Dieses Gut tauschte sie gegen ein Gut in Havelberg ein und verfaufte es an einen Gutsbefizer W. Nach allerlei Verrechnungen blieb W. aus diesem Gutskauf 370 000 Mart schuldig. Die Landbank gab dem W. weiterhin Kredit im Jahre 1917: 210 000 Mart, 1918: 150 000 Mart, 1919: 150 000, 1920: 1699 000 Mart, 1921: 5 190 500 Mart, 1922: 1 154 100 Mart, insgesamt war Das neue Heim des 3dA. Ein gewerkschaftliches Meisterwerf. Berlin ist um eine Sehenswürdigkeit reicher. Das ist teine Uebertreibung. Man sehe sich nur Hedemannstraße 12, im Erdgeschoß, die bildhaften übersichtlichen Darstellungen über die Leistungen und Entwicklung des Zentralverbandes der Angestellten an. Ebenso übersichtlich und sinnvoll sind auch alle Innenräume, vom Erdgeschoß bis zum 4. Stod, gestaltet. Die Ortsverwaltung des 3d A. ist so gewachsen, daß fie für ihre Zwecke ein eigenes Haus mit vier Stockwerken im geschäftlichen Zentralpunkt Berlins braucht. Zur Bequemlichkeit der Mitglieder sind im Erdgeschoß des neuen Hauses, das von dem Architekten Albert Gottheiner zu einem Schmuckästchen umgestaltet worden ist, alle Einrichtungen untergebracht, die von den Mitgliedern selbst am stärksten in Anspruch genommen werden. Da ift die Stellenvermittlung, die Unterstützungsabteilung ZENTRALVERBAND DER ANGESTELLTER und die Berufskrankenkasse. Alle Räume sind freundlich und zwec W. der Landbank über 1 million Goldmark schuldig geworden. Er hat darauf knapp 3000 Mark abgezahlt, während der noch immer über 1 Million betragende Rest einfach ausgemäßig gestaltet worden. bucht worden ist. Das war auch das Bernünftigste, was man tun fonnte; denn die Wechsel des W. waren schon erfolglos zu Protest gegangen, ehe man ihm das Eigentum an dem Gut übertrug und ehe man ihm den ersten Kredit eröffnete; schon zu der gleichen Zeit hatte W auch den Offenbarungseid geleistet! Die Landbank brauchte wieder einmal Geld. Sie wandte sich Deshalb an Frau von Gamp, die Witwe des befannten früheren freitonservativen Reichstagsabgeordneten Freiherrn von GampMassaunen und entlieh sich von ihr gegen eine Vergütung von 80 000 Mart ein Paket 3. G. Farben- Aktien im Werte von etwa 800 000 Mark; diese Aktien sollten bei einer Großbant lombardiert und dadurch der Landbank flüssige Mittel zugeführt werden. In Wahrheit wurden die Aktien einer minderwertigen Kleinbankfirma Blaustein u. Härtel übergeben und bei einer Privatbant nicht etwa für die Landbant, sondern auf den Namen von Herrn Blaustein hinterlegt. Herr Blaustein hat sich dann natürlich eines Tages die Aftien abgeholt, als fie im Kurse stiegen, und die Landbank hat die Affien nie wieder gesehen. Sie mußte sie wieder beschaffen, und da der Kurs der 3. G. Farben Aktien damals sehr erheblich gestiegen war, hat sie dafür eine große Mehraufwendung machen müssen und dieses Kreditgeschäft mit einem Berlust von 791 351,60 Mark abgeschlossen. Bei ähnlichen Finanz ( Fortsetzung auf der nächsten Seite.) Der erste Stod ist mit den verschiedenen Abteilungen der Berwaltung ausgefüllt. Hier sind untergebracht die Kartel, das Archib, die Regiftratur, die Bücherei sowie die notwendigen Einrichtungen zur Abwicklung des Berkehrs mit den Mitgliedern, den Behörden und den befreundeten Organisationen. Im zweiten Stod sind die verschiedenen Sekretariate Außerdem sind hier das der Fachgruppen untergebracht. Jugendsekretariat, das Bildungssekretariat und das Rechtsschutzfefretariat tätig. Die Geschäftsleitung, die Gauleitung und die Buchhaltung befinden sich im dritten Stod. Hier ist auch ein freundlicher Soulraum eingerichtet, der für die Fachkurse diem. Im vierten Stod befinden sich die Sizungs- und Ver= sammlungsräume sowie eine Kantine. Diese etwas trockene Aufzählung gibt nur einen schwachen Einblick von der vielseitigen Tätigkeit des 3d2., der heute im Reich rund 200 000 Mitglieder umfaßt, in Berlin allein 35 000 Mitglieder zählt. Man kann sich auch nur schwer eine Vorstellung machen von der farbenfrohen und doch so zweckmäßigen und wirklich praktischen Ausgestaltung der Räume. Da ist z. B. der Raum, wo u. a. alle Einladungen und Rundschreiben hergestellt und adressiert werden. Innerhalb drei Stunden können hier die Adressen und Einladungen für 3000 Funktionäre des 3d2. expeditionsfertig gemacht werden, Da ist so daß in dringenden Fällen innerhalb weniger Stunden der gesamte Funktionärförper zusammenberufen werden kann. eine andere Einrichtung, die es ermöglicht, jeden Angestellten durch Lichtzeichen sofort zu benachrichtigen, daß er in einem anderen Stod und einem bestimmten Raum verlangt wird. Es würde zu weit führen, alle die wirklich sinnvollen und auch fünstlerisch vollendeten Einzelheiten aufzuzählen und zu schildern. Wir können dem 3dA. zu seinem neuen Verbandshaus nur gratulieren. Herr Wilhelm piec. Der Revolutionär in Filzschuhen. Die Rote Fahne" beschimpft in der üblichen Manier den Genoffen Künstler, um andererseits die Erhabenheit von Wilhelm Bied, dem ,, lauteren Revolutionär", zu feiern. Herr Wilhelm Pied ist Berufsrevolutionär, aber in Filzschuhen und mit dem Blick nach der sicheren Kante. Herr Wilhelm Pieck gehörte in seiner sozialdemokratischen Zeit dem Verein Arbeiterpresse und seiner Unterſtügungsvereinigung an. Nach der Revolution von 1918 verblieb er in dieser sozialdemokratisch- freigewerkschaftlichen Einrichtung. Er schätzte die Lebenskraft und die Zukunft der Sozialdemokratie so hoch ein, daß er die ziemlich hohen Beiträge risfierte. Er blieb auch nach der Umorganisation der einzige Kommunist unter den vielen Mitgliedern. In seinem ,, revolutionären" Geschäft ist Herr Wilhelm Piec der lautere Revolutionär, der fest an die Machteroberung seiner Partei in Deutschland, an die Zerschmetterung der Sozialdemokratie und ihrer Einrichtungen glaubt im Privatleben zog er es vor, bei einer ausgesprochen sozialdemokratischfeformistischen Einrichtung pensionsberechtigt zu werden, bis diese Einrichtung ihm am 1. Februar 1929 vor einem halben Jahr!- eine Abfindung für seine Beiträge zahlte, um das unnatürliche Verhältnis zu lösen. So sehen die ,, lauteren Revolutionäre" aus. Revolutionäre mit bem großen Maul, aber ihr Glaube an die anständige sozialdemo Pratische Arbeiterbewegung, die sie bespucken, ift größer als ihr Glaube an ihre eigenen Phrasen! Wahrheit Bruhn, M. d.R. Die Judenfreundschaft des Hakenkreuzlers. Wir pflegen uns mit der Wahrheit" des Herrn Bruhn sonst nicht zu befaffen. Diesmal müssen wir von unserer Uebung abweichen, weil der deutschnationale Reichstagsabgeordnete und antisemitische Matador bezeichnenderweise ohne seine persönliche Unterschrift- an der Spize seines Blattes eine Erklärung über seine Beziehungen zu den Stlarets abgibt. Ueber die auffälligen Infernte der Stlarets in der Wahrheit" läßt Herr Bruhn sich folgender maßen aus: ,, Herr Bruhn tennt die Stfarets von einer Zeit her, als diese überhaupt noch fein Geschäft hatten, für das sie inserieren konnten. Sie haben nach Uebernahme der KG. so wie in anderen Zeitungen auch in der Wahrheit" inseriert. Daß die Stlarets in der Wahrheit mehr inserierten, war auf ihre persönliche Bekanntschaft mit Herrn Bruhn zurückzuführen." Herr Bruhn erklärt, daß seine persönliche Bekanntschaft mit den Sflarets zu einer Bevorzugung mit Inseraten, das heißt, zu seiner persönlichen Bereicherung, führte. Etwas unverständlich ist daher, wenn der Artikel in den Schluß ausmündet: ,, Nur insofern fann Herrn Bruhn ein Vorwurf gemacht werden, daß er sich mit Juden in persönlichen Verkehr einließ. Gut, diesen Vorwurf wird er hinnehmen müssen. Weiter ist aber auch nichts zu bemängeln." Dies verkündet der Mann, der ein Borkämpfer des Radau Antisemitismus in Reinfultur war, dessen Blatt den Kampf gegen die Juden in persönlich zugespigter Form führte! Nationale Geschäftemacher. ( Fortjehung von der 1. Seite.) geschäften mit einer Bantfirma M. u. Co. hat die Landbank 1,4 Millionen verloren. Ein nachträglich angestrengter Ersatzprozeß ist vor nicht all zu langer Zeit natürlich zuungunsten der Landbant entschieden worden. Bei einer Beteiligung an einem 3ement industrie Unternehmen man beachte, was alles zum Geschäftsbereich einer gemeinnüßigen Siedlungsaktiengesellschaft gehörte! wurden 460 000 Mart verloren, an weiteren Industriebeteiligungen insgesamt 850 000 Mart. Aus der Ausgabe von Roggen- Rentenbriefen ergab sich infolge denkbar unvorsichtigster Geschäftsführung ein Verlust von über einer halben Million. Während somit die Landbank( Aufsichtsratsvorsitzender Geheimrat Hugenberg) recht schlechte Geschäfte gemacht hatte, hatten ihre sämtlichen vier Vorstandsmitglieder, meist mit der Landbank felbft, recht gute Geschäfte gemacht. So hatten z. B. sämtliche vier Borstandsmitglieder der Inflationszeit, die Herren Ullrich, Hoffammerrat Paschte, Strezewski und Dr. Knörrich, größere Darlehen für ihren Privatbedarf von der Landbank erhalten, und die Zementatfien, an denen die Landbank deshalb so starke Verluste erlift, weil sie sich als fast wertlos herausstellten, hatte einer der Direfforen felbft zu dem phantastischen Kurs von 1060 Prog. an die Landbank verkauft! Aber noch viel bessere Geschäfte als die Direktoren hatte mit der Landbank der Aufsichtsratsvorsitzende Hugenberg getätigt. Im August 1923 wurde das Kapital der Landbank von 20 Millionen auf 65 Millionen erhöht. Die neuen 45 Millionen Aktien übernahm ein Konsortium unter Führung der Neuland- A.- G. und der Ostdeutschen Privatbank, d. h. also ein Konsortium Hugen berg, das damit die Mehrheit in der Landbank erhielt und dem entsprechend in Herrn Geheimrat Hugenberg den Aufsichtsratsvorsitzenden stellte. Auf die 45 Millionen Marf neuer Aftien wurden eingezahlt: am 3. August 1923 11 250 000 Papiermart gleich 42,93 Goldmart, am 3. Oftober 1923 33 750 000 Papiermart gleich 0,03 Goldmark, zusammen 42,96 Goldmark. Für 42,96 Goldmark hatte das Konsortium Hugenberg 45 Millionen Aktien, die Majorität der Landbank, erworben. Das Hugenbergtonfortium übernahm freilich noch eine Neben leistung. Die Landbank hatte aus der Zeit vor dem Kriege eine holländische Guldenschuld, und das Konsortium Hugenberg ver. pflichtete sich, die erforderlichen Guldenbeträge im Gesamtbetrage bis zu 540 000 Gulden vorzuschießen; die Landbank sollte die vorgeschossenen Beträge zuzüglich Zinsen allmählich abzahlen. Tatsächlich hat das Hugenbergfonsortium im November 1925 für die Landbank 58 300 Gulden( rund 99 000 Goldmart) gezahlt, sich aber dann durch den Vorstand im März 1926 von der Berpflichtung meiterer Zahlungen ohne jede Gegenleistung befreien lassen. So fahen die Leistungen des Konsortiums Hugenberg für die Landbank aus. Was leistete umgekehrt die Landbank an. das Konsortium Hugenberg? Aus der Substanz der Landbank wurden fast sämtliche realen Bermögenswerte an das Konsortium Hugenberg zu Händen seiner Ostdeutschen Privatbank herausgegeben. So gab die Landbank( Aufsichtsratsvorsitzender Geheimrat Hugenberg) an die Ostdeutsche Privatbant des Geheimrats Hugenberg 800 000 Goldmart Saarow- Pieskower Landhaus- Siedlungs- Aktien im Werte von über 300 000 Mart und 101 000 Goldmart Aufwertungshypotheken im Werte von 80 000 Mark. Die nach dem Zusammenbruch der Landbank vorgenommene Revision sagt über dieses Geschäftsmanöver: ,, Mit anderen Worten: Der damalige Vorstand der Landbank hat die Vermögensgegenstände im Werte von 400 000 bis 450 000 Goldmart an das Konsortium ( Hugenberg) ohne Gegenzahlungen aus der Sub. stanz der vor dem Konkurs stehenden Landbant herausgegeben. Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Berlin, hat mit einem Schreiben vom 6. März 1926 Geschäftsnummer VI/ 5799 das Unzulässige diefer auf die Berantwortung des Vorstandes der Landbank gehenden Trans: aftion ausdrücklich festgestellt." " Mussolini verhöhnt den Hitler. Der deutsche Faschismus" wird auch Reparationen zahlen. Die italienische Faschistenbewegung hat im franken Europa, das nach Heilmitteln und neuen Lebensformen sucht, manche Nachahmung gefunden, und solche Nachahmungsversuche sind von Italien aus ftets mit lebhaftem Interesse verfolgt worden. Mit wohlwollenden oder auch ungünstigen Zensuren begleiten die faschistischen Blätter wie Popolo d'Italia", Lavoro Fascista" die Diktaturerfolge in Ungarn, Spanien, Jugoslawien und die faschistischen Strömungen" in Deutschland, England, Frankreich, Amerika und anderswo auf dem weiten Erdenrund. Und man kann der italienischen Faschisten preffe im allgemeinen nicht den Vorzug guter Informiertheit über die gleichgearteten Bewegungen in der Welt absprechen. " Auch der Faschismus ist eine„ Internationale", in deren Zentralstelle man weiß, was in den einzelnen nationalen Gruppen vorgeht, was von ihnen zu halten und zu hoffen ist. Bezeichnenderweise kommen bei dieser Heerschau des Weltfaschismus in jüngster Zeit die deutschen Refruten am schlechtesten meg, und in der von Mussolini selbst herausgegebenen Monatsschrift ,, Gerarchia"( ,, Die Hierarchie") wird mit giftigem Spott von dem Pseudofaschisten Hitler" gesprochen. Bei der frischfröhlichen Nach ahmung von Uniformhemden und gen Himmel geredten Handflächen durch die Truppe des Münchener Duce muß man sich zunächst wundern, womit dieser die unwillige Ironie der römischen Faschisten furie auf sein Haupt beschmor. Bir erfahren es aus einer aus gedehnten Betrachtung des deutschen Faschismus" in der Auguſtnummer der genannten persönlichen Zeitschrift Mussolinis, einer Betrachtung, die für uns heute mindestens ebenso zeitgemäß ist, wie sie es im Augenblick ihres Erscheinens war. Hitlers neueste Allianz mit dem Stahlhelm, dem Kleinbürgerlich- konservativen Kriegerverein Modell 1909, und seinem Protektor Hugen berg wird von den Originalfaschisten jenseits der Berge als Ro= mödie empfunden und mit einer Lawine des Gelächters übergoffen eine merkwürdige Antwort auf die Lobreden und Annäherungsversuche, die der italienischen Diktatur auch von dieser Seite des ,, deutschen Faschismus" zuteil wurden. In Mussolinis ,, Gerarchia" wird zunächst die Methode des deutschen Faschismus, das Volksbegehren als Mittel, um das Parlament seines unheilvollen Einfluffes auf das öffenliche Leben der Nation zu entfleiden", verlacht. das„ eine Sorte Die echten, transalpinen Faschisten nennen das eine Sorte Revolution sozusagen oder Staatsstreich auf dem Wege der Gesetzgebung mit allen in der Verfassung vorgesehenen Formalitäten gewiß " ein recht intereffantes Prinzip des deutschen Faschismus". Dann wird Hitlers neugeheďter Bruder, der Stahlhelm, vor. genommen. Es genüge, sich die Namen seiner Führer anzusehen: lauter Würdenträger aus der wilhelmi nischen Zeit, die nicht, wie in Italien, die Masse des Bolts repräsentieren, das die Opfer des Krieges brachte. Es sind Ver treter der Militärtaste, die Generationen hindurch Deutschland mißregierte, es in die Katastrophe von Versailles führte und jezt mit Hilfe einer nationalistischen Propaganda, die ausschließlich ihren Interessen dient, versucht, den politischen Boden und die wirtschaftliche Macht wieder zu erlangen." Die Zündholzverhandlungen. 500- Millionenanleihe und Streichholzpreise. Bon zuständiger Stelle werden folgende Erklärungen über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen des Deutschen Reiches mit dem schwedischen Zündholztrust abgegeben: Die Bildung des Zwangssyndikats und das Sperrgesetz von 1927 hätten sich notwendig erwiesen, um eine völlige Aufsaugung der deutschen Produktion durch den Schwedentrust zu verhindern. Zur. zeit würden 65 Pro3. der Zündholzfabriken in Deutschland vom Schwebentrust beherrscht, während sich 35 Broz. noch in deutscher Hand befänden. Den Anlaß zu den jezigen Verhandlungen habe die schlechte Produktionslage und die durch die Russen tonturrenz hervorgerufenen Abfagichwierigkeiten ge geben. Als Es ist feine juristische Frage, wie im Falle des Konturjes das Gericht die Ausplünderung der Landbank durch das Konfortium ( Hugenberg), den eigenen Aufsichtsratsvorsigenden der Landbant, angesehen hätte. Ueber das Urteil in diesem Falle wird selbst der Wenn das Reich jetzt durch die Bildung eines Zündholzmonopols größte juristische Laie nicht einen Augenblick im Zweifel sein. Das die Verhältnisse in Deutschland saniert, so fommt diese Sanierung ganze Glück der Direktoren und des Aufsichtsratsvorsißenden derin erster Linie dem Schwedentrust zugute. Landbank besteht darin, daß es zu diesem Prozeß und diesem Gegenleistung sei die bereits genannte Anleihe von Konturs nicht gekommen ist, weil das preußische Staats- 500 Millionen gedacht. ministerium unter Otto Braun die Landbank saniert hat. Kurz ehe die Landbank Antrag auf Geschäftsaufsicht und Konkurs stellen mußte, im November 1925, wandte sich ein Direktor der Roggen- Rentenbank( damaliger Aufsichtsratsvor sigender der Roggen- Rentenbant Geheimrat Hugenberg) an den sozialdemokratischen Landeshauptmann der Provinz Posen Westpreußen, Dr. Caspari, mit der dringlichen Bitte, den 3u= sammenbruch der Landbank doch um jeden Preis zu verhüten. 280 kleine Siedler fäßen auf dem Grund und Boden, der der Landbank gehörte, aber das Eigentum fei ihnen noch nicht übertragen; gehe die Landbank in Konkurs, dann würden diese 280 Siedler von ihrer Scholle heruntergejagt und ihre Anzahlungen und all ihr aufgewendetes Geld und ihre Arbeif feien verloren. Landeshauptmann und preußische Staatsregierung wollten die 280 Siedler nicht zugrunde gehen lassen; sie erklärten sich bereit, die Landbank mit ausreichenden Geldmitteln zu versorgen, wenn ihnen die Mehrheit der Aktien übereignet und die Bestimmung des künftigen Geschäftsführers überlassen würde. Das geschah. Der von der preußischen Regierung eingefeßte( politisch rechtsstehende, aber ordentliche und gefchäftsgewandte) neue Generaldirektor Roderwald hat die Landbank von Grund auf saniert, alle siedlungsfremden Geschäfte und Spetulationsobjekte abgestoßen und allmählich eine geschäftliche Besserung des Unternehmens erreicht. Durch die Preffe ging in den letzten Tagen die Meldung, daß in der legten Fraktionsfihung der deutschnationalen Reichstagsfraktion Geheimrat Hugenberg darauf gedrungen habe, den Reichstagsabgeordneten Bruhn wegen seiner Beziehungen zu den Brüdern Stlaret fofort aus der Fraktion auszuschließen. Die Deffentlichkeit weiß, was Herr Wilhelm Bruhn, der Herausgeber der berüchtigten Wahrheit", wert ist. Aber ausgerechnet der Geschäftemacher hugenberg als Siffenrichter das ist patador. Gegenwärtig schwanke der Kleinhandelspreis für ein Batet Zündhölzer in Deutschland zwischen 25 und 32 Pfennig, während sich die Preise im Ausland ganz bedeutend höher stellten. So zahle Desterreich im Durchschnitt 32 bis 39 Pfennig, Italien und Frankreich 30 bis 60 Pfennig und die angelsächsischen Länder 64 Pfennig bis 1 Mark je Paket. Die im Gesetz von 1927 gewahrten Interessen der Konjum genossenschaften sollen auch bei der Neuregelung durch das Reichsmonopol möglichst erhalten bleiben. Das Ende des Prozesses v. Monroy. 3 Monate Gefängnis mit Strafaufschub. Die Verhandlung im Prozeß gegen Fräulein v. Monton geftaltete fich heute morgen fur3. Die Angeklagte war wieder zu spät gekommen und erhielt vom Borsitzenden eine Rüge. Da ihr geffern gestattet worden war, ihre Erklärungen fitzend zu geben, glaubte sie auch heute von vornherein bei den Fragen des Vorsitzenden nicht aufstehen zu müssen, weswegen sie zur Rede gestellt wurde. Das eine wie das andere ift für die Angeklagte äußerst charakteristisch. Der noch als Zeuge vernommene Schriftsteller Dr. Schotte, der zweieinhalb Jahre in einem Hause mit dem Rittmeister a. D. sem Berstorbenen aus dem Jahre 1928. Der Rittmester a D. n. Wedel gelebt hatte, erzählte von einer Interhaltung mit v. Wedel sagte ihm, daß feine Braut vorläufig noch gezwungen sei, im Bureau zu arbeiten, und daß er selbst noch nicht über die Mittel verfüge, um sie ernäh e und daß er selbst noch nicht über die Mittel verfüge, um sie ernähe zu fönnen Er hoffe aber, im Frühling seine Legs jomeit gebeli r zu haben, daß er imstande sein werde, seine Braut zu heiraten. D. Zeuge ist der Ansicht, daß Rittmeister v. Wedel damals nicht ge glaubt haben könne, der Schmud gehöre der Komtesse Monroy. = zu einer Sind es wirklich Bewunderer des alten Preußentums, die h: cr so sprechen? Redet so, wer ein Bündnis begehrt mit einen faschistischen Deutschland, das auf Kriegspfaden seine Freiheit sucht? Ja, die Epistel des Faschistenblattes an die deutschen Parteigänger wird noch deutlicher, wo sie auf die Losung des Stahlhelms..Befreiung und Rache" zu sprechen fommt und davon berichtet, daß gleichzeitig Herr Hugenberg sich aufs schärffte gegen alle Ansprüche der Alliierten auf Reparationszahlungen wandte". Ist dies der 3wed der Uebung, so hört der deutsche Faschismus" auf, ein Erneuerungsversuch des deutschen Boltes zu sein und wird einfach Erweiterung der nationalistischen Kreise und zu einem Organ der Revanchepropaganda. Was soll das Bedeutet diese recht offene Sprache nicht ganz einfach: heißen? ,, Wenn ihr deutschen Bewunderer unserer italienischen Diftatur ernstliche Versuche machen wollt, eure Regierungsform der unseren anzugleichen, das heißt ebenfalls eine Dittatur zu errichten, so ist euch unsere Sympathie für das löbliche Beginnen gewiß. Je weiter auf dem Erdenraum sich unsere Idee verwirklicht, desto besser für die moralische und faftische Position ihrer ursprünglichen Träger, das weiß man in Rom so gut wie in Moskau. Aber Kindsköpfe seid ihr oder wüste Demagogen fogar, wenn ihr mif der Codfpeise födern geht, eine Faschiffenallianz werde eurem Kampf gegen Reparationen und Bersailler Welfordnung dienen. Auch Italien ist ihres Segens teilhaftig und beschuldigt euch der Urheberschaft am Kriege ebenso wie seine Verbündeten von gestern!" und dann folgt die Schlußquittung, welche die Römerzentrale der deutschen Faschistenfektion ausstellt: ,, Der sogenannte deutsche Faschismus arbeitet also im leeren Raum. Er hat weder eine gute Organisation noch hat er Führer. Und wenn er morgen in die Lage fäme, eine Bewegung anzuführen, so würde er aus Armut an Ideen die Rückkehr Wilhelins des Zweiten fordern." Wir find nicht in der Lage, die hier wiedergegebenen Kennzeichnungen der deutschen Stahlhelmbewegung und des deutschen Faschismus" durch eine ausländische Publizistik zu widerlegen. Und wenn gar der Zäsarenerbe selber durch seine Zeitschrift mit aller Deutlichkeit erklären läßt, die deutschen Faschisten sollen vor allem mal Reparationen zahlen und auf Revanche verzichten, so erledigen sich wohl die weltpolitischen Utopien dieser Bewegung ohne unser Zutun. Es bleibt nur mehr der ,, Erneuerungsversuch des deutschen Boltes", der von Rom uns in lehrhafter Weise nahegelegi wird. Auch wir sind der Ueberzeugung, daß es im schwer ringenden Deutschland manches gibt, was der Erneuerung, der Gesundung und der Besserung bedarf und würden uns freuen, wenn der Hirtenbrief aus der ewigen Stadt bei denen, zu deren Belehrung er geschrieben ist, zu der Erkenntnis beitrüge, daß die Kräfte zu solcher Erneuerung nur im eigenen Volfe zu suchen sind nicht zuletzt unter denen, die der Sprachgebrauch des deutschen Faschismus von vornherein aus der Reihe der vollwertigen Deutschen ausscheidet. Franz Joseph Furtwängler. Die Beweis aufnahme wird dann geschlossen und der Staatsanwalt erhält das Wort zu seinem Plädoyer. Er hält die Angeklagte aller vier ihr zur Last gelegten Handlungen für schuldig: des Juwelendiebstahls, des Betrugs, der Ur. tundenfälschung und des Diebstahls von 50 m. beim Diener der Gräfin Hermersberg. Er ist, auch der Ansicht, daß, wenn auch der Rittmeister v. Wedel die führende Rolle gespielt hat, die Angeklagte durch ihre Leidenschaft zu dem Rittmeister sich zu den ihr zur Laft gelegten Handlungen habe hinreißen lassen. Er beantragte eine Gesamtstrafe von sechs Monaten Gefängnis und stellte dem Gericht anheim, der Angeklagten eine, B. währungsfrist zuzubilligen. Der Verteidiger Rechtsanipalt Dr. Frey bestritt mit aller Ents schiedenheit, daß Helga v. Monron sich des Diebstahls der 50 M. schuldig gemacht habe und will ihre Handlungsweise allein aus ihrer Liebe erklären. Das Gericht verurteilte die Angeflagte wegen Diebstahls in einem Falle und wegen Urkundenfälschung und Be= trug zu drei Monaten zwei Wochen Gefängnis. Da sie ihre aus: strafbaren Handlungen nicht aus verbrecherischer Neigung, sondern aus Unerfahrenheit, Berführung und Not begangen hat, so wird die Strafvoll stredung auf drei Jahre ausgesetzt mit der Aussicht eines Gnadenermeises bei guter Führung. In der Urteilsbegründung führte der Borsigende u. a. Den Diebstahl von 50 Mart bei dem Diener der Gräfin Hermersberg, der sehr schwer ins Gewicht gefallen wäre, konnte das Gericht, troz schwerer Bedenken, nicht als erwiesen erachten. Helga v. Monroy mußte deswegen von dieser Anklage freigesprochen werden. Der Tatbestand des Betruges und der Urkundenfälschung war dagegen gegeben. Das Gericht ist der Ueberzeugung, daß diese Handlungen nicht aus der Angeklagten allein heraus entstanden sind, fondern unter Veranlassung und wesentlicher Mithilfe des Rittmeisters v. Wedel. Liebestragödie in Berlin N. Zwei Schüffe in der Nacht und zwei Schwerverletzte. In einem fleinen Hotel in der Chausseestraße spielte fich heute früh eine Liebestragödie ab. Am Donnerstag abend feh te ein junges Paar ein, das sich als Arbeiter Walter Hirsch und Ehefrau Elisabeth, geb. Brühmüller, eintrug. Sie erhielten ein Zimmer im ersten Stod. Heute morgen um 3% Uhr ertönten plöhlich aus dem Raum zwei Schüife. Angestellte des Hauses und ein Kriminalbeamter der Hotelftreife, der zufällig anwefend war, braden die Tür mit Gewalt auf und fanden die Gäffe mit jóweren Schußverlegungen in den Betten liegen. Der junge Mann, der sich einen Kopfschuß beigebracht hatte, war befinnungslos. Seine Begleiterin, die einen Bruffschuß hatte, tam einen Augenblid zu sich und konnte angeben, daß ohne ihre Einwilligung auf fie gefchoffen worden sei. Die Schwerver. letzten wurden sofort dem Birchow- Krankenhaus zugeführt. Der mee Mann hat seinen on geben. er wohnt in der 0.lenader Straße. Scine Begl. tes in 1 feine 21 Jahre alte Brauf, die in der Heideftraße wohnt. Was ihn zu der Tat veranlaßt hat, weiß man noch nicht. Es spukt... Dos„Tempo" berichtete in ltroher Auf- machung über«»puterei in einem Charlotten- burger Hause. illstein melbet« die Kunde, '?ie setzt geht von Mund zu Munde. Durch die erste Temposeite, Aiifgemzcht in ganzer Breite Als die große Sensation Aus der vierten Dimension: Schwarz auf weiß steht es gcdnt' E s spukt! Wo? In EhorloUenburch, Allwo die Geschichte durch Zeugen als ganz einwandsrei Erwiesen ist als Spukerei! Es erscheint da. wenn es donkel, Einer Nichte guter Onkel, Den man längst begrub als Leiche. Auf Urlaub aus dem Schattenreiche Dort vor den entsetzten Ohren Der Gelehrten und Doktoren Fing die Wand an zu rumoren: .Ontel Hans", der einst so nett, Zerrt« an des Mädchens Bett, Schob den keuschen Gegenstand# Mit Getöse von der Wand: Dann, mit schaurigem Geklirr, Schwenkte er das Nachtgeschirr: Ander« Gefäße schwebten — Männer sahen es und bebten— Plötzlich durch die Lust, die leere, Frei von dem Gesetz der Schwer«: Durch das Zimmer sreuz und guer Flogen Stühle hin und her Und wie ein papierner Wisch Hob sich der Zweizentnertisch: Selbst die hingestellte Klingel Schwang der geisterhaste Schlingel. Des Skelettes Klapperknochen Hört« man im Takte pochen., Uebrigens war nichts zu seh'n Vom„spontanen Phänomen": Kurz und gut, man ist verwundert Daß an zwanzigst«n Jahrhundert, Ein Toter, den das Heimweh plagt, Sich wieder unter Menschen wogt! Eines aber scheint allein Vor ollem andern klar zu sein: Es fühlt ein Geist sich leicht gekränkt, Wenn man ihm viel Beachtung schenkt. Denn seit im„Xempo"« r s gelesen, Ist„Onkel Hans" nicht dagewesen.— Es spukt?!— Bold kommt es mir so vor, Als spukt's bei Ullstein im Kontor! Otto Meier. pnvaijustiz des Unternehmers. Keine unbillige Härte. Bei einer großen Firma der Metallindustrie ging ein anonymes Schreiben ein, worin einer ihrer Ange st eilten beschuldigt wurde, vor mehrerenIahren Textilwaren, die sein Schwager gestohlen habe, an Angestellte des Betriebes verkauft, also sich der Hehlerei schuldig gemacht habe. Die Firma ließ die Angelegen- heit durch ihre Privatpolizei, den Wertsicherheitsdienst, unlersuchen, welcher„f e st st e l l t e", daß die anonyme Anschuldigung der Wahrheit entspreche. Der beschuldigte Angestellte wurde fristlos entlassen. Da er seine Unschuld beteuerte und Bc- weise gegen ihn nicht vorlogen, erhob der Angestelltenrat gegen die Entlassung Einspruch und Klage beim Arbeitsgericht. Hier ergab sich durch die Verhandlung und Beweisausnahme folgender Sachverhalt. Der Schwager des Entlassenen hat vor einigen Jahren Textil- waren gestohlen und ist deswegen gerichtlich bestraft worden. Die Frau des Diebes hat der Frau des Entlassenen«inen aus dem Diebstahl herrührenden Schal gegeben, den die Empfängerin nicht verkauft, sondern selbst benutzt hat. Nach Iahren oerfeindeten sich die beiden Familien, und im Verlauf der Feindseligkeiten kam die Angelegenheit mit dem Schal auch zur Kenntnis dritter Personen. Auch die Frau des Bureauvorstehers, dem der Entlassene unter- stellt war, erfuhr davon. Anscheinend hat sie in dem Famllienstreit Partei ergrifsen. Jedenfalls steht fest, daß sie dea anonymen Brief geschrieben hat, der den Stein ine Rollen brachte. Dafür, daß der Entlassene gestohlene Waren an Kollegen»er- kaust hat, konnte kein Beweis erbracht werden. Die er versicherte, hotte er erst später erfahren, daß der von seiner Frau noch jetzt getrogene Schal aus dem Diebstahl herrührt. Weil er nun dos gestohlene Gut ruhig im Besitz seiner Frau ließ, hat er sich nach dem Gesetz allerdings der Hehlerei schuldig gemacht, und der Vertreter der Firma sagt: Einen solchen Mann können wir in unserem Betriebe nicht dulden. Auch der Vorsitzende des Gerichts gab der Meinung Ausdruck, daß es wohl nicht als unbillig« Härte angesehen werden könne, wenn ein der Hehlerei schuldiger Angestellter entlassen wird. Der Vorsitzende riet zu einem Vergleich, wozu auch der Der- treter der Firma bereit war. der wohl einsehen mußt«, daß von der anonymen Anschuldigung und von den„Ermittlungen" des Werk- flcherheitsdlenste« nicht viel übrig geblieben war. Der Vergleich wurde dahin abgeschlossen, daß die Firma dem Kläger, der sieben Jahre bei ihr beschäftigt war und eine Eni- jchädigung von 1400 M. gefordert hatte. 700 M. zahlt, ihm ein Zeugnis über zusriedenstellende Führung und Leistung erteilt und sich oerpslichtet. bei Anfragen anderer Firmen, bei denen sich der Kläger um Stellung bewirbt, sich nur auf das Zeugnis zu beziehen, also von der Hehlerei nichts zu erwähnen. Ohne den Gebrauch eines gestohlenen Gegenstandes durch die Fra; des Kläaers irgendwie zu beschönigen, müssen wir doch sagen, daß«vir e» für eine unbillige härte hallen, wenn der Mann mit dem Derlust seiner Stellung gestraft wird für«in vor Iahren de- gangenes Vergehen, das der Strafrichter, wenn«s zur Anzeige gekommen wäre, wohl nur mit der gesetzlich zulässigen Mindeststrafe belegt hüte_ Wctler für Berlin: Kühl, veränderlich und noch ziemlich win- dig mit einzelnen Regenschauem.— Für Deutschland: Allgemein unbeständig und kühl mit wiederholten Schauern, im Küstengebiet stürmische westliche Winde. Berliner Ausstettungen. Die„Blauen Vier" und Lasko. Der Name„Blaue Vier", die bei Ferd. Möller am Schönebergcr I Ufer eine ausgezeichnete Sonderschau veranstalten, stammt von der losen, nur durch Freundschaft und gleiche Ziele verbundenen Künstler- I Vereinigung, ,i>cr blaue Reiter". Ihr Führer und unermüdlicher 1 Streiter, Franz Marc, ist der Sinnlosigkeit des Krieges zum Opsc' s gefallen: er fand den Namen und redigierte das außerordentliche Buch, das diesen Namen trug, 1012 bei Piper in München erschien und die Oesfenllichkeit mit den neuen romantischen Absichten dieses Kreises bekanntgemacht und aufwühlend gewirkt hat, wie kaum eine andere Schrift jener Jahre vor dem Kriege. In diesem Blauen Reiter von sagenhastem Symbolcharakter waren Kandinsky, Klee und Iawlensky neben Marc die wesentlichen Künstler. Daß sie wieder einmal gemeinsam ausstellen und ihren allen Namen oder vielmehr ihr Feldgeschrei von 1912 zur Ehre bringen, ruft die Erinnerung an jene Zeit wieder hervor, als die„Junge Kunst" noch jung und feurig, aufs bitterste befehdet, aber auf ihrem schöpferischen Höhepunkt war. Inzwischen haben sie sich alle weiter entwickell, drei von ihnen — Kadinsky, Feininger und Klee— sind Prosessorren am Dessau« Bauhaus, ab« im letzten Grund« ist ihre Kunst die gleiche geblieben wie zur Zeit des Blauen Reiters. Die schönste Ausstellung bei Ferd. Möller beweist es. Bei Iawlensky kann man die ganze Entwicklung von 1911 bis zur Gegenwart verfolgen. Die Mittel sind sublimer geworden, die Form strenger: aber die Idee blieb die gleiche, aus der Gestoll menschlicher Köpf« das stärkste an allgemeinem Ausdruck herauszuholen. Seine Borkriegsbilder suchen das in etwas barbarischer, aber großartiger Malerei zu erreichen: ssit 1917 festigt sich die Form, die Farbe klärt sich zu symbolischer Stärke, und diese Köpfe od« Konstruktionen von A-ipfen geben ein Letztes an Innerlichkeit. Noch entschieden« offenbart sich bei Kadinsky der Wandel zu strenger KoristkUktivitöt. Die Gemeinschaft mit den Genossen am Bauhaus est diesem großen Phantasten der Abstraktion zum Glück ge- diehen: man kann fast mit jede'm Jahr eine größere Vertiefung und Vereinfachung seiner Form feststellen. Bei Möller überzeugt man sich mühelos von der fortschreitenden Kpnzenttation des Gefühls: es gibt da einige Bilder, die fast unheimlich pieken vor verschleierter Stimmung, bei strengster Abstraktion: Farbe? und Komposition streben immer stärker nach präzisem Gefühlsau sdr-stk. Bei Paul Klee braucht man das kaum zu betonen: die Myst'k seiner Bildchen, ihr Reichtum an Gefühlswerten überschwenglich fremder Art ist bekannt. Hier steht man nur Aquarelle, i? denen ohne Zweifel seine Stärke liegt. Immer wieder erschüttert die föff, die Launig keit, der großartige Welthumor seiner Erfindungen, bi? grenzenlose Variabilität feiner Technik und ihre ergreifende Schlichcheit. Auch bei F e i n i n g c r ist der Fortschritt seiner Form evident Hier zeigt er sich fast noch stärker als in den Oelbild«»(von denen namentlich die letzten Segler- und Mecresstückc ein großes Gefühl für Raum und Bewegung in kristallener Klarheit aufblühen lassen), in Aquarellen, die über alle früheren Versuche in dieser Technik hinausgehen. Das landschaftlich und stimmungshaft Besondere er- fährt in diesen köstlichen Blättern durch die Schärfe der Feder- konturen und großen Fnrbcnflächen eine Erhöhung ins Allgemeingültige. Gegenüber diesen großen Künstlern d« Abstraktion und kon- struktiver Beherrschung der Fläche wirkt ein Maler, wie der junge Ostpreuße L a s k o(in der Kunstkammer von Wasservogel) beinah« altmodisch. Schüler von Degner in Königsberg, hat er seine brillante Postelllechnik doch vorwiegend an Liebermann und Ury gcschull. In Pastell sind seine meisten Bilder gemalt: Motive aus Berlin und Paris und vor allem von den märkischen Seen um Berlin, deren individuellen Zauber er trotz der pastosen Auslockerung seiner Technik mit instinktiv« Genauigkeit trifft: so daß man jeden Winkel bei ihm wiederfindet, sofern man die Städte oder die Seen nur einigermaßen kennt. Eine Grenze findet dieses leicht und liebcnwürdig schassende Talent noch vor der menschlichen Gestalt, die Lasko zu meistern sich müht, ab« noch ohne die notwendige Beherrschung der Formen: ein Kursus strengen Figurenzeichnens dürfte diesem Manko sofort ab- helfen. Mit besonderer Sympathie muß man hier noch die Preis- Politik begrüßen, die Künstler und Kunsthändler gemeinsam treiben. M. Wasservogel Hot seinem Katalog eine kluge Einleiiunz „Kamps gegen Kitsch" beigegeben, in der er die Künstler zur Be- sinnung aufruft, ihnen eine Beschränkung ihrer heute unsinnig hohen Bilderpreise auf ein für jedermann tragbares Maß empfiehlt, damit Bürger und Arbeiter nicht immer wieder dem billigen Kitsch und der Reproduktion verfallen. Das Beispiel von Lasko, dessen Bilder zwischen 100 und 200 Mark kosten, beweist die Richtigkeit dieser These: in den ersten Tagen war schon«in Dutzend verkaust. Man kann diese Binsenwahrheit unseren deutschen Künstlern nicht oft und heftig genug ins Ohr sagen. Sie wollen nicht hören, sie behaupten. in Deutschland kauften nur die Reichen Bilder, und die glaubten nur an hohe Preise, und außerdem müsse der Verkauf eines Bildes die Kosten für zehn gemalte einbringen. Diesen Wahnsinn widerlegt ja allein schon die Tätigkeit der Deutschen Kunstgemeinschast. Wenn der Arbeiter und Mittelständler erst weiß, wie das in Frankreich d« Fall ist, daß zu niedrigen Preisen gut« Bilder von jungen Künstlern zu haben sind(abzahlungswerse meinethalben), wird die Rot und das Mißverständnis ein Ende haben. Es fällt keinem ein Stein aus seiner Krone, wenn er kleine Oelbilder zu 1ll0 bis 200 Mark, jjmiarelle zu 30 bis 80 Mark verkaust. Dr. Paul F. Schmidt. „Oas Land des Lächews." Metropol-Theatef. „Dos Land des Lächelns� heißt diese neu« Operette des Mettopotthoaters.„Oas Land des Lgchelns", so möchte auch dos Metropoltheater genannt sein. Der fein gedämpfte Kammerton hat es dem Hause angetan, den Michael BoHnens Louis Napoleon hier angegeben hat. Der Komiker und das Lachen sind daraus verbannt. Man hat distinguierte Gefühle und äuß«t sie in distin- guierten Formen. Aber das Lächeln, zu dem dieses Bornehmtun der Operettenbühne reizt, ist wohl nicht ganz von der«r- wünschten Art. Das neue Le h a r- Erzeugnis ist ein Rückfall in die schlimmsten Methoden der Wiener Operette. Drei berusscrsahrene Männer haben sich zusammengetan, um dem Komponisten die textliche Unterlage zu liefern: als Summe ihrer Einfallslosigkeit resultiert eine Parodie von schlechtem Opernlibretto. Und Franz Lehar, Musiker von Handwerk immerhin, macht dazu Musik, die leider nicht ernster zu nehmen ist. Aber er hat mit der Routine von Jahrzehnten ein paar Nummern für die Hauptdarsteller— Richard Tauber und Vera Schwarz— geschrieben, und die machen den Erfolg. An freundlichen Zutaten fehlt es nicht: die freund- lichste ist die zierliche Hella Kürty, die in Tanzduetten mit ihrem liebenswürdigen Partner Willi S t« t t n e r angenehm auffällt. K. P. 4 778 Wolkenkratzer in LlGA. Nach einer soeben verösf«l»tlichten Statistik, die 173 Städte der Vereinigten Staaten mit einer Bevölkerung von mehr als S0 000 Einwohnern umfaßt, besitzen die Staaten zurzeit 4778 Gebäude, die aus mindestens zehn Stockw«ken bestehen. Von diesen Ge- bänden erheben sich nur 377 über zwanzig Stockwerke hinaus. Annähernd die Hälft« aller Gebäude mit mehr als zehn Stock- werken stehen in New Port. Wie aus der Aufstellung ferner hervorgeht, befinden sich 50 Proz. der New-Borker Wolkenkratzer auf dem Arsenal zwischen der 14. und 59. Straße. Geht man die Ziffern im einzelnen durch, so ergibt sich, daß New Park 188 Ge- bäude mit über zwanzig Stockwerken, Chitago 65, und Philadel- phia, das an dritter Stelle steht, 22 solche Gebäude besitzen. Nur sechs der amerikanischen Städte zählen hundert oder mehr Bauten von über zehn Stock. Zehn Gebäude in den Vereinigten Staaten sind höher als 170 Meter, und fünf weitere, die gleiche Höhe auf- weifend, befinden sich zurzeit im Vau. Dos höchste Gebäude war bisher das„Wohlworth Building", dessen rund 264 Meter in sechzehn Iahren nicht überschritten wurden. Aber der Rekord dieses Riesen wird in diesem Jahre von dem„Chrysler Building" ge- schlagen werden, dos sich in einer Höhe von rund 273 Meter über den Erdboden erheben wird. Inzwisck�n sind die Pläne für den Vau der Bank von Manhattan fertiggestellt, und der Bau des Ge- bäudes ist begonnen worden, das eine Höhe von annähernd 280 Meter haben soll, und damtt den Anspruch«heben darf, da« luftigste Gebäude der Welt zu werden. Ein staatliches Sowjet-Filmtheat«. Eitx Organisationsausschuß von Fümsacksteuten. in welchem alle großen Filmgesellschaften der Sowjetunion vertreten sind, plant in Moskau die Schaffung«nes Akademischen Theaters der Sowjettinematographie. Dies« Anstalt soll neben der ständigen Vorführung von Spitzenfilmen allgemeine» Zwecken der Filmkultur dienen. Geplant sind in dem Hause die Veranstaltung von Vorträgen, Diskussionsabenden und Ausstellun- gm sowie die Errichtung emer Kivobibliothek nebst Lesehalle. Leogt Berg in de» Sammerlichtiplelea. Ab heute bringt Senat Berg seinen Film„Die letzte» Adler", in den Sammerlichtspielen am Potidmuer Platz»nr SorfShmug: er spricht perjSnUch dazu „Zenfeiis der Siraße." Atrium. In Amerika t10* �ic Produktion der stummen Filme, wie es scheint völlig ausgepört. Lämmle. einer der Großproduzenten. Hot in einem Interview' kil'�lich ausgeplaudert, daß« für seine Person diese Entwicklung beklag.?.- da er ein Freund der bisherigen Filme fei, aber sich dem Strom'»icht entgegenstemmen könne. Es wäre bedauerlich wenn auch in �xusschland der Tonfilm gleichfalls den stummen Film verdrängen wün'*- Ein ausgezeichnetes Beispiel da- für. was der Film alten Stiles'<*" künstlerischen Wirkungen zu leisten vermag, ist der neue Pron��eusfilm. Hier haben wirklich einmal Manüskviptverfass«, Regisset" und Photograph in einem Geiste zusammengearbeitet, und es ist �was entstanden, und jroch dazu ohne sehr große Mittel, das schlaget*� beweist, daß der tfilm ohne Kamelgeschrei und gesprochenen Dialog wtt auskommen kann. Die künstlerische Linie dieses Filmes, ikanz und nur auf die Bildwirkung eingestellt ist, würde durch TonM'.�den in seinem einheitlichen Charakter nur gestört werden."u' Die Handlung ist ganz einfach, ein Fall aus dem Alltag den man in der Zeitung liest(und so wird es auch im Film gezeigt), ohne daß man sich weiter darüber aufregt. Und doch stehen ganze Schick) ale hinter dieser Notiz, die uns durchaus angehen, wenn sie menschlich und künstlerisch gesonnt werden. In einer großen Hafenstadt sitzt an einer belebten Eck«■+- prachtvoll ist das Borbeifluten der Passanten dargestellt— ein alter Bettler. Eine vorbeihuschsnd« Dam« verliert eine Perlenkette, er steckt sie ein, aber eine„jenseits der Straße" hat es gesehen. Di� Gier nach der Kette ist in ihr entzündet. Der Zufall will es, daß sie einen jungen arbeitslosen Burschen, der mit dem alten Bettler zusammen in einem Wohnkohn haust, kennen und lieben lernt. Sie oerleben eine Nacht zusammen, und wunderbar ist es, wie aus der Dirne ein liebendes Wesen wird. Jetztflammt die Gier nach der Kette auch in dem jungen Burschen auf. Da der Alte sie nicht freiwillig hergibt, kommt es zum Kampf: er fällt ins Wasser und ertrinkt, hebt aber wie zum Hohn noch ein- mal die Hand mit der Kette aus dem Wasser. Das Glück, das die beiden jungen Leute ersehnten, ist erloschen. Sie geht wieder«us die Straße. D« Regisseur Leo Mittler hat die Handlung in ein oibnerendes Milieu versetzt. Wie pulsiert die Straße, wie er- leben wir die Wunder des großen Hafens mit seinen Riesenschisfen, seinen Drehbrücken und stillen Kanälen. Wie phantastisch umfängt uns das samtene Helldunkel der Kneipenspelunte und das Gewirr des Gängeoiertels Die Darsteller machen sich nicht wichtig, spielen nicht auf den Effekt hm, sie sind dienende Glieder in diesem fast symbolisch an- mutenden Beispiel aus dem Alllag. Lissy Arno ist als Dirne möglichst zurückhaltend, fast diskret. Sie will das Menschliche zeigen, das auch in dieser Ausgestoßenen aufleuchtet. Fritz G e n scho w, der Arbeitslose, ist ganz jung, frisch, unerfahren:- das Abenteuer packt ihn und reißt ihn aus allen Gewohnheiten. Eine interessante Charakterstudie ist der alte Bettler des Paul R e h t o p f. Gut durchgearbeitet sind auch die anderen Besetzungen: der Hehler Sieg- fried Arnos und die Kuppelwirtin Margaret« Kupfers. D. Eine inicressontc Filmstatistik. In den Bereinigten Staaten— wo denn sonst?— wurde kürzlich eine Statistik über die Kinobesucher der ganzen Welt veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß täglich(eine Vorstellung und«in halb ausverkauftes Haus gerechnet) ein rund elfmilllonenköpfiges Publikum die Erzeugnisse der internationalen Filmindustrie üb« sich ergehen läßt. Die Industrie selbst steht in Amerika an dritter Stelle: Stahl. Erdöl und Film sind die drei„Fürstlichkellen" im Reiche der gesamten Großindustrie.— Film- theat« gibt es in Amerika 25 000. in Europa 22 000, in Asien SOO". in Australien 1200 und in Afrika 800. Der schwarze Erdteil i' demnach stark zurückgeblieben, denn allein die Hauptstadt des D schxn Reiches weist nicht wenig« als 420 Kino» ans. Die arbeitenden Rohrleger. Gegen die kommunistische Mache. " wöchentlich 20 Mart, als Helfer 15 Mart zugunsten der Streffenden, abführt. Man fann sich jetzt schon ausrechnen, wieviele Arbeiter sich das auf die Dauer gefallen lassen werden. Chors, hatte ein dankbares Publitum gefunden, das feine Dars bietungen mit großem Beifall aufnahm. Die Begrüßungsansprache hielt Genosse Ortmann, der die Mit diesen Dingen beschäftigte sich gestern abend eine voll- Bedeutung des Zusammenschlusses hervorhob und der neuen Riesenfommen überfüllte Branchenversammlung der im DMV. organi- gewerfschaft große Erfolge in Aussicht stellte. Mar Roth von Wenn es nicht eine so traurige Angelegenheit für Hunderte von Arbeiterfamilien wäre, dann könnte man lachen über den täglierten Rohrleger und Helfer. Unter stürmischer Zustimmung der lichen Eiertanz der Roten Fahne", die ständig den Unternehmern Versammelten betonte der Bevollmächtigte des DMV., Genoffe der Zentralheizungsindustrie den verschärften Kampf" an- Eckert, daß den Drahtziehern dieses frivolen Spiels, den Niederfündigt, im selben Moment aber den Unternehmern die Ber firchner, Kohn und Gesellen, für immer die Tore des DMV. verhandlungsbereitschaft der sogenannten„ Bereinigung" an- schlossen bleiben, ebenso den Rollkommandos, denn im DMV. bietet. Daß übrigens Niederkirchner das Wasser bis zum ist kein Platz mehr für irgendwelches Räubertum. Halse steht, ersieht man aus seinem Schreiben an die Unternehmer. Dieses in weinerlichem Tone gehaltene Schreiben beginnt mit einem Verhandlungsangebot der Bereinigung" und endet mit einem solchen Angebot. In den Zwischensägen läßt Niederkirchner seine Wut über den mit dem DMB. abgeschlossenen Bertrag aus. Dieses ununterbrochene, nunmehr auch schriftlich for mulierte Betteln um Verhandlungen hat den Unter nehmern einen solchen Schrecken eingejagt, daß sie in ihrer legten Generalversammlung einstimmig beschlossen haben, den Bettelbrief Niederkirchners überhaupt nicht zu beantworfen, da für fie feine Bereinigung“ eriffiert. Unter der Wucht dieser Backpfeifen wird es jetzt auch den Drahtziehern in der 3entralstreifleitung" ungemütlich. Hier erklärte Niederkirchner, man habe sich doppelt ver= rechnet. Einmal habe man gedacht, die Unternehmer feien in 14 Tagen überrannt und dann habe man nicht erwartet, daß so viele Kollegen im DMB. bleiben würden. Mit diesem bezeichnen den Eingeständnis vergleiche man weiter die Tatsache, daß die Bereinigung" die Streitunterstügung, die sie zahlt, um ein Drittel getürzt hat, aber jedem die Arbeitsberechtigungsfarte abnehmen will, der nicht als Rohrleger t In dieser Versammlung wurde auch vom Branchenleiter, Genossen Friedrich, der dokumentarische Nachweis geführt, daß am 2. Oftober 2982 Rohrleger und Helfer in Arbeit standen, eine Zahl, die sich im Laufe der letzten Tage noch erheblich erhöht hat. Außerdem haben während des gewiffenlos angezettelten Streits 400 Kollegen den Weg zu ihrer Organisation, dem DMV., zurüdgefunden. Mit einem Hoch auf den Deutschen Metallarbeiter. Berband wurde die imposante Bersammlung geschlossen. " Ein Gewerkschaftsfest. Zum Abschluß der Verschmelzung. Der Gesamtverband der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs" veranstaltete zu seiner Gründung am Mittwoch in der„ Neuen Welt" für seine auswärtigen Delegierten und seine Berliner Funktionäre eine mustergültige Feier. Das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Georg Ostar Schumann und unter Mitwirkung des LendvaiZu noch nie dagewesenen Preisen bringen wir Stores, Gardinen Bettdecken Künstler- Gardinen in besten Qualitäten von Halbstores in allen Webearten von Bettdecken von Dekorationsstoffe von 2.25 an 1,75 2,50 Einzelverkauf von 9-7 Uhr Spezial- Gardinen- Werkstätten S. Krüger Neukölln, Berg- Straße 67 2. Stock am Ringbahnhof Kein Laden! Beleuchtungs Körper A AUGH BIS ZU 18 jeder Art Raddatz Berlin Lelpingerstr. 122-2 der Staatsoper sang die Schlußansprache des Hans Sachs aus Die Meistersinger von Nürnberg"; seine Leistung wurde gut aufgenommen. Doch am meisten Anklang fand wohl die Ouvertüre solonelle 1812 von Peter Tschaikowsky: ,, Durch Kampf zum Sieg." Auch das Berliner Sinfonie- Orchester war an der Feier beteiligt. Es soll hier keine kritische Würdigung der musikalischen und gefanglichen Darbietungen gegeben, sondern lediglich zum Ausdruck gebracht werden, daß es eine seltene, fünstlerisch hochstehende Feier war, die das Leben des neuen Verbandes erwartungsvoll einleitete. Die Antwort der Arbeitervertreter. Auf die Ausflüchte der englischen Reeder. Die auf der Internationalen Arbeitskonferenz vertretene Gruppe der Reeder hat als einen der Vorwände, um die Konferenz scheitern zu lassen, sich gegen den englischen Arbeitervertreter Ben Tillett gewandt, der nicht Vertreter der eigentlichen Berufsorganisation der Seeleute sei. Die Reeder würden offenbar lieber mit Leuten wie Havelock Wilson verhandeln. Die Arbeitergruppe hat in Beantwortung der Kampfanfage der Reedergruppe den englischen Arbeitervertreter Tillett zu ihrem Gruppenvorsigenden ernannt. Berantwortl. für die Redaktion: Bolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. heue Welt Kalender 1930 0 16 700 Das Haus das Jeden anzieht empfiehlt Winter- Ulster Dunkler, blaugrauer Winter- Cheviot mit breitem Rückengurt 64 Mark Dunkelbrauner, karierter Cheviot mit gestepptem Futter 09 47.Mark 63.Blaugrauer Winter- Cheviot, modern kariert, Strapazier- Qualität. Mark 69.Modefarbiger Flausch- Cheviot mit aparten Karos.. Mark 82.68 Dunkler, blaugrauer Cheviot mit dezenten Karos GAT 64 taillierte Form -Mark 97.Blaugrauer Ulster- Paletot, elegante 69 Mark 116.Dunkelbrauner, dezent karierter Cheviot, schwere Qualität.. 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Oktober 1899, mit dem Eindringen der Buren in die britisch« Kolonie Natal begann, um erst am 31. Mai 1902 mit ihrer Wafsenstreckung zu enden, bietet einer Generation, die von 1914 bis 1918 den organisierten Massenmord in weit phantastischerem Maßstab erlebt Hot, an militärische« Problemen wenig Fesselndes. Durch die Burentaktik— ganz dünne Feuerlinien, Verwendung von Schützengräben und als Folge von beiden.,L«ere des Schlachtseldes" — wurde er zum Vorläufer des Weltkrieges, aber die damals be- rüchtigten Lydditgranaten der Engländer njirken wie Kinderspielzeug neben den an unserer West- und Ostfront beliebten Blaukreuz-, Grünkreuz- und Gelbkreuzgeschossen. Auch erschien es nicht als Wunder, daß zwei kleine Staaten, die knapp 50 000 Kämpfer auf die Bein« brachten, am Ende dem britischen Niesenreich erliegen mußten, das schließlich über 200 000 Mann noch Südafrika geworfen hatte. Weit denkwürdiger ist denn der Burenkrieg, weil er wie kein anderes außenpolitisches Ereignis zwischen 1870 und 1914 das deutsche Volk in Atem hielt. Die Schlachtberichte von Colenso, Tugela-Rioer, Magersfontein und Spionskop wurden mit einer Leidenschaft verschlungen, als gehe es um deutsches Schicksal, und die burcnbegeistert« Front begann nicht mit Ludwig T h o m a, der im„Simplizissimus" fang: Es ist ein guter Grund zum Zechen, Wenn deutsche Bauern für die Freiheit fechten, und endete nicht bei Wilhelm Liebknecht, der in der letzten Rede seines Lebens den südafrikanischen Krieg brandmarkte als„den niederträchtigsten Raubkrieg, der semals geführt worden ist". Immerhin hielt sich die Sozialdemokratie, obwohl sie in dem impe- rialiftifchen Drang nach einem britischen Afrika von Kairo �his zum Kap die tiefere Ursache des Konflikts erkannt«, im wesentlichen frei von der Burenschwärmerei sonder Maß und Ziel, in der der deutsche Pfahlbürger schwelgte. Denn weder hatte die Freiheit, für die Transvaal und Oranje fochten, mit dem Frerheitsideal des zwanzigsten Jahrhunderts sehr viel gemein, noch waren d i e Bure n die biederen und harmlosen Hirten und Jäger, als die jeder schwarzwcißrote Stammtisch sie onprostete. Sprach schon die durchgängige Käuflichkeit und Bestechlichkeit ihres Beamten beredt genug gegen das: In der Steppe gibt's ka Sünd!, so war das Volk als solches eine herrschende Minderheil von SNavenhaHern! Die Rechtlosigkeit der farbigen Eingeborenen als Hauptstück im kleinen Katechismus dieser frommen holländischen Großfarmer bildete eine Quelle steten Zwistes mit den Briten, die, freilich auch nicht aus christlicher Nächstenliebe, dem Schwarzen ein Mehr an Frccheit und Bürgerrecht ließen. Auch daß die nach Entdeckung der Goldminen am Witwatersrand ins Land geströmten Fremden namentlich britischen Stammes zwar Riesensteuern ausspucken, aber der politischen Rechte entbehren mußten, war«in« eigen- tümlichc Art republikanischer Frecheit, und schließlich gehörte Expansionslust auch bei den Buren zu den Kriegsgründen: obwdhl der Präsident von Transvaal, Ohm Krüger, keine andere Politik als ine Bibel bin Friedensfreund Zum 5. Todestage von Anatole France Am 13. Oktober 1924 wurde im Pantheon der Grabstätte der ganz großen Persönlichkeiten Frankreichs, ein Mann zur ewigen Ruhe getragen, der als Kommunist die Augen schloß, der das letzte Jahrzehnt feines Lebens und länger als Sozialist gedacht und gefühlt hatte, und vor dessen menschlicher Größe und Reinheit sich das offizielle Frankreich wie der letzt« unbekannte Leser Irgendeines zivilisierten Landes der Erde in Ehrfurcht neigten. Zehn Jahre nach Beginn des schrecklichsten aller Kriege schien sich die Welt, die in gehetzterem Tempo als je dahinrast, einen Augenblick zu besinne», um in gemeinsamer Ergriffenheit ein europäisches Genie mehr: einen europäischen Menschen zu feiern. Fünf Jahre sind seitdem dahingestürmt, aber wenn je die mate- rialistische Wahrheit gilt, daß die Unsterblichkeit eines Mensche» in seinem Werk als seiner sprechenden Hinterlassenschaft besteht, so gilt diese Wahrheit für Anatole Franc«. Und es gilt im beson- deren Maße für ihn, daß nur die Uebereinstimmung von Werk und Persönlichkeit den toten Buchstoben mit Geisteslebendigkeit und Fülle durchtränkt. Sollen wir, um«in Streiflicht auf diesen großen Menschen zu werfen, die zahlreichen Bände vor uns auflegen, die wir chm als unvergängliches Erbe danken? Zwei Blätter mittleren Um- fqnges genügen, um den Rohmen für sein Bild zu spannen.„D e r kleine iß e t e r", der autobiographische Roman, der die ersten Jugendjahre Anatole Frances schildert und„Die Vormittage der Villa Said", das die van Paul Gsell gesammelten Gespräche mit einem Borwort von Heinrich Mann enthält. „Du kleines, liebes Kinderzimmer! Zwischen deinen vier Wänden suchten mich nacheinander die sarbigen Schatten der Wisien- schaft heim und die Illusionen, die mir die Natur oerborgen haben und zwischen der Natur und mir einen immer größer werdenden Wall bildeten, je mehr ich sie zu entdecken sucht«: zwischen deinen vier mit Blumen besäten Wänden erschienen mir, zuerst unbestimmt und fern, die fürchterlichen Trugbilder von Liebe und Schönheit." In diesen Worten Anatole Frances findet eine zwar wesentliche, aber nicht beherrschende Seite seine? Menschtums Ausdruck: seine Skepsis ollem menschlichen Geschehen gegenüber. Aber diese Skepsis findet nicht einen erlösenden Ausweg i,, transzendenten Spukulationcn oder in irgendwelchem mystischen Jenseitsglauben, ju jindet ihr« w v>«n» mat das Heseßche • zu kennen vorgab, schwebte manchem seiner Berater ein großes holländisches Südafrika vor, zu erreichen, wenn man die Engländer ins Meer geworfen hätte. Auf der anderen Seite erwiesen sich die Briten keineswegs als die schnöde Krämernation der alldeutschen Hetzpresse Mit Recht hatte Chambcrlain, einer der fanatischsten Kriegstreiber unter den britischen Imperialisten, vorausgesagt, daß es„ein langer Krieg, ein bitterer Krieg, ein verlustreicher Krieg" sein werde, denn Eng- land zahlte die Eroberung von Transvaal und Oranje mit 22 000 Toten, darunter über 1000 Offizieren. Aber während des härtesten Ringens erhoben sich bei den gleichen Engländern, deren angeblich« Parole: Ri?h or wrong, my coirntry! Recht oder Unrecht, ich steh zu meinem Vaterlande! unseren Ratio- nalistcn so wohlgeföllt, auch außerhalb der Arbeiterpartei die Stimmen heftigster Anklage gegen den Krieg. Hätte in Deutschland in ähnlicher Lage eine Partei ein Hundertstel dessen zu sagen gewagt, was täglich in den Reihen der liberalen Opposition tagtäglich gesagt wurde, wäre das Geheul der Hurra-Kanaille über die„Londesverräter" zum Orkan angeschwollen, ober unverzagt geißelten die Eampbell-Ban»ermann, Stanhope, Harcourt, Bryc«, Morley die verbrecherische Politik, des konservativen Kabinetts, Männer von Rang und Namen wie der Feldmarschall Sir Ncville Ehomberlain oder der Vizekönig von Indien Marquis of R i p a n protestierten öffentlich gegen die Niederbrennung der Bureniarmen und die Schrecken der Konzen- trationslager, und als 1900 dos Volk an die Wahlurnen trat, errang zwar die Regierung mit 2,5 Millionen Stimmen so etwas wie einen Sieg, ober 2,4 Millionen Wähler entschieden sich, vom Kriegsfieber nicht angesteckt, für die Opposition! Daß derart der britische Imperialismus im eigenen Lande auf ernste Widerstände stieß, verschwiegen die Schrittmacher des deutschen Imperialismus wohlweislich, denn ihnen, in erster Reihe den Alldeutschen, liefert« der Burenkrieg erwünschte Gelegenheit zu tobsüchtiger Hetze gegen alles, was englisch hieß. Für die nationalistische Presse war 1899 die Generalprobe für 1914 mit seinem lächerlichen: Gott strafe England!: nichts fehlt« bis zu dem Geblödel vom Rassenkampf, der von den„germanischen" Buren gegen die„keltischen" Engländer geführt werde. Vor den Karren dieser Hetze wurde auch Wilhelm II. gespannt und nicht ohne Grund! Als Anfang 1896 die Buren einen Vorstroß des britischen kapitalistischen Freibeuters Dr. Jantes o i>'gcgeü Johannesburg aufgefangen hatten, wünschte ein Telegramm des Hohenzollern dem Ohm Krüger Glück, daß es ihm gelungen sei",' s „ohne an die hilf« befreundeter Möchte zu appellieren". die Unabhängigkeit des Landes zu wahren. Hinter dieser Kund- gebung stand das Auswärtig« Amt mit seinen unersorschlichen Rat- schlüsselt, aber sie paßte so gut zu der wilhelminischen Politik der Plötzlichkeiten, daß Freund und Feind die Verantwortung dem un- verantwortlichsten Monarchen Europas zuschob Darob in England tiefst« Verstimmung und bei den deutschen Kriegshetzern Jubel und das Gelöbnis,„daß die ganze Ration hinter ihrem Kaiser stelzt, wenn er•feine starke Hand schützend über den bedrohten Bruderstamm in Südafrika hält". Aber wahrend des Burcnkrieges kannte Wilhelm II. angesichts der Großmama auf Englands Thron Wort in diesem Zusammenhang gebrauchen darf— schlägt um sn die edle Leidenschaft, mit der France als Bürger zunächst und später al� Sozialist für Recht und Gerechtigkeit eintritt, eine Leidenschaft von nicht geringerenz Pathos, ms es einst den großen Skeptiker des 18- Jahrhunderls und Geistesvorgönger France«, Voltaire, beseelt hatte. Bei der D r e y f u s- A f f ä r e, ein von den traurigsten Per- irrungen erfüllter Abschnitt in der Geschichte Frankreichs,»us dem der Anklageschrej Zolas bis in unsere Tag« hinübergellt, legt er das Band der Ehrenlegion ob aus Protest gegen den Ausschluß Zolas.„Ich weiß nicht, warum die Franzosen das Kreuz der Ehrenlegion so sehnsüchtig begehreu. Sind sie eitler als andere Menschen? Nein,!>as glaube ich nicht: die Menschen sind überall gleich. Ich glaube lediglich, daß die Aeußerungen der Eitelkeit bei jeder Nation aiiiers sind. Die Italiener sind auf tönende Titel stolz: Eavaliere, Commendatorc: die Deutschen aus: Herr Doktor, Herr Professor und die Amerikaner auf ihr Scheckbuch: der ein« ist «ine Million wert, der andere zwei." Aus der Skepsis, so zitiert Heinrich Mann ein schönes Wort Anatole Frances, wird Hilfsbereitschaft! denn d:e Erkennt- nis der menschlichen Schwäch« und des sinnlosen Leidens, das Menschen einander zufügen, müsse im Denkenden Mitleid erwecken und ihn zum hilfreich Handelnden machen. Dies ist der Wert pn- nachgiebigen Denkens.„Wer dagegen immer nur beschönigt, ab- schwächt, vergemütlicht, kommt nie zu der Ehr«, bester« zu wollen. I« hübscher die Welt in den Büchern ist, um so- häßlicher pflegt sie sich wirklich auszuführen." Auf diesem W«ge des Mitleidens. des Mitsühlens kommt Franc« zum Sozialismus. Pariser Arbeiter wollen den„Genosten Anatole" als Abgeordneten auf- stellen: aber Franc« lehnt ab. Er bewundert die Männer der Politik, doch er kann ihr Amt nicht teilen. Seine Mission ist— er fühlt es richtig— andersartig zu anderen Zielen. Wenn Literatur— nach dem guten Woxt Heinrich Manns— nur die Gültigkeit und Bedeutung hat, wo sie zur sozialen Literatur wird, so erfüllt sie diesen ihren eigentlichen Sinn im Lebenswerk Anatole Frances im weitesten Ausmaß. Denn die Ironie, die in der Dichtung Frances stärkstens zum Ausdruck kommt und für ihn mindestens so charakteristisch ist wie die Skepsis, hat nichts mit der Ironie etwa der Romantiker zu tun, wie wir sie insbesondere von der deutschen Romantik her kennen. Sie schlägt bei Franc« leicht in jenes Pathos um, daß der romanischen Rasse eigentümlich und ihr mindestens ebenso geistesverwandt ist, wie die klar« Logik der Gedanken. Dieses Pathos aber gewinnt bei France die Größe, die dem Genie eignet. Und von der Warfe de« jrHtal keinen bedrohten Bruderstanmr, er verhielt sich kusch, und dem alten Krüger, der im Winter 1900, ein hilfeslehender Greis, seinen Stab nach Europa setzt«, blieb das Tor des Berliner Schlosses wie einem lästigen Bettler verschlossen. Als der politische Pastor B o d e l- s ch w i g h darauf einen Petitionssturm gegen den Kaiser entfesteln wollt«, befahl Wilhelm in unverfälschtem Kaschcmmenjargon, „ihm den Bauch so zu polieren. daß er fürs erste ein Eingreifen in meine Privilegien durch Volts» abstimmungen in Form eines von Postoren, Junkern und alten Komtessen geleiteten Konvents gefälligst unterläßt". Aber im Herbst 1908 kam es noch bester, als Wilhelm II. einem Engländer vorprahlte, er habe damals einen Feldzugsplan gegen die Buren entworfen und nach London gesandt. Herrschte da Heulen und Zähneklappern bei Alldeutschen und Nationalisten, daß unser Kaiser, unser Kaiser unverblümt für die britischen„Händler" gegen die burischen„Helden" Partei ergriffen hatte! Doch auch die Buren selbst zahlten für die tatzengoldene Freundschaft, die di« deutschen Englandsresser ihnen entgegen» gebracht hatten, gebührenden Lohn. Nach der Eingliederung von Transvaal und Oranje in das britische Reich bekamen nämlich ihr« Bewohner, anders als Polen, Dänen, Elsäster und Lothringer in der deutschen Zwangserziehungsanstalt, ein gestrichenes Maß Selb st Verwaltung. Da 1908/09 die beiden Staaten mit Natal und Kapkoloni« zur südafrikanischen Union verschmolzen, setzte§ 137 der neuen Bundesverfassung die unbedingte Gleichberechtigung der beiden offiziellen Sprachen, holländisch und Englisch, fest, so daß jenes gegen die Zeit vor dem Krieg sogar an Boden gewann. Diese staatsmännischc Behandlung bewirkte, daß die Buren 1914 für die Ziele des britischen Imperialismus zu den Waffen griffen und, mit ihren eben erst vom deutschen Phalbürger angeschwärmten Führern an der Spitze, Brudcrstamm hm, Bruder- stamm her, den Engländern Deutsch-Slldwest eroberten. General B o t h a starb als britischer Feldmarschall. Erloschen freilich sind die früheren Gegensätze auch heut« noch nicht. In der Union befehden sich hitzig zwei Richtungen, die m«hr holländisch gesinnte mit H e r tz o g, die im wesentlichen di« Land- bevolkerung hinter sich hat, und die mehr englisch betonte mit S m u t s, die auf der Stadtbevölkerung fußt. Gegenstand des Streits ist nach wie vor die Behandlung der Eingeboreuen, denen jene das politische Recht weigert, dies« in gewissem Maß« zuteilen möchte. Damit aber ist eine ernstere Frage ausgerollt als der Widerstreit zwischen Briten und Buren, denn in Südafrika stehen einer und einer halben Million Weißer fünfcinihalb Millionen Farbiger gegenüber, deren Unterdrückung eine soziale Gefahren- quelle ersten Ranges bildet.„Wir sind," rief im Namen der filh» asrikanischcn Schwarzen ein Zulu aus dem Brüsseler antiimperia- listischen Kongreß aus, „Sklaven in unserem eigenen Voierland!" Daß sie es sind, zeigt klärlich, wie auch dieser mit Rücksichr und Entgegenkommen liquidierte Krieg ein untaugliches Mittel war, di« Probleme des Landes, drehten sie sich nun um Briten, Buren ade? Schwarze, wirklich zu lösen. bedingten Leidenschaft kommt er wie von selbst zur gesellschaftlichen Kritik, zur Kritik der Gesellschaft. Dieser Dichter, der sich gewiß nie mit Marx beschäftigt hat, ist doch weit mehr als nur gefühlsmäßiger Sozialist! So existiert für ihn nicht das Problem der„Van pour l'art", die Frage, ob die künstlerische Aufgab« auf dos Gebiet der Kunst beschränkt sei, oder ob die Arbeit des Künstlers auch anderen Zlufgaben und Dingen, die außerhalb der Sphäre des stofflichen Künstlerischen liegen, zugängig gemacht werden kann. Kunst hin, Tendenz her— was ein Künstler anpackt, ist und bleibt Kunst, gleichgültig, welch« Zwecke er damit oerfolgt. So nimmt France zu allen Problemen des Tages, die«hin wesentlich erscheinen, Stellung. Stets ist die Politik in den Bereich seines Interesses gezogen, und gerade für die Gegenwart sind seine Worte über Krieg und Chauvinismus von besonderer Bedeutung.„Spielt man ein nationales Benmßtsein gegen das andere aus, so treibt man schändlichen Mißbrauch. Die Achtung vor anderen Böikern sührt uns zur Anbetung unseres eigenen Vaterlandes. Leider aber ist das Vaterland nicht nur eine Zu- sammensassung lichter Gedanken. Es bedingt auch aus sozialen Gründen eine Unmenge von finanziellen Unternehmungen, von denen man nur wenige billigen kann. Besonders der Kamps zwischen den bisweilen sehr ungerechtfertigten kapitalistischen Begier- den treibt die Nationen zu Zusammenstößen und ist die Ursache moderner Kriege. Das ist wohl das Traurigste auf der Welt." Und was France über den E h a u v i n i s m n s gesagt hat, �nter dem er während des Krieges auss schwerste litt, das hat er als Vermächtnis allen Völkern der Erd« gesagt:„Die Chauvinisten sind dumm und hastenswert, wenn sie sagen, daß der Krieg er- haben und di« Schul« aller Tugenden sei, daß er di« Menschen stähl« und verjünge, daß die Vorsehung den Würdigeren den Triumph schenk«, daß die Größe seines Volkes an der Zahl seiner Siege gemeflen werde, das heißt, an den Morden, bei denen mit den Feinden auch di« eig«n«n Landeskinder umkommen." pr. Dichterstimmen auf Schallplatten. Die Pariser Academi« Nationole de Musique hat«Ine Anzahl von Schallplatten aufnehmen lasten, die von modernen sranzöstschen Dich- törn besprochen wurden. Man will so die Stimmen berühmter Lite- raten der Gegenwart auch späteren Generationen erhalten. Es liegen bereits jetzt Platten von Tristan Bernard, Andrö Dumas, Maurice Roftond, Paul Dalery, �»er Colette u. a. m. vor. Im An- schluß daran arbeitet der Dichter Andre Rivoire an einer sprechenden Ltttheisgiq lebend«? Dicht«?. f�oman von Ulax ßarlkel (17. Fortsetzung.) lieber gelegentliche Küsse war Lyssonder bei Marianne noch nicht hinausgekommen. Er wollte in jenen Tagen auch nicht mehr haben. Er'war der gute Freund und besorgte Ratgeber. Er half ihr beim Spiel, wo er nur konnte. Nach den Aufnahmen führt« er sie oft in seinem Wagen spazieren, in den Grunewald, nach dem Spreewald, nach der Märkischen Schweiz, und an einem Sonntag zeigte er ihr sogar die Ostsee. An einem spielfreien Tag reisten sie nach Dresden. Er gewohnte sie systematisch an dos gute, angenehme Leben, und sie paßte sich schnell und leicht an. Er zögerte auch nicht, ihr das Glanzbild eines großen Stars in den leuchtendsten Farben auszumalen, und gab ihr auch ohne Worte zu verstehen, daß es in seiner Macht läge, einen Star aus ihr zu machen. Marianne wußte das sehr gut ohne viele Worte. Und dann kamen die letzten Aufnahmestunden: die allerletzte Szene wurde gedreht. Im hellen Lichte des Glücks lächelte Marianne über die Schultern des Grafen selig und verklärt in das Publikum. Dann pfiff Benckc ab und dieser letzt« Pfiff löschte oll« Lampen, ließ die Musik verstummen, die Lichtrpogen und Dekorationen beiseiteschieben. Die Komparsen wurden entlassen, die Schauspieler schminkten sich ab: der Film:„Maria und das Glück" war fertig. Nichts blieb als dos leere Atelier und die Trümmerhaufen der Dekorationen,«in Ehaos, in dem ober schon die Grundrisse neuer Pläne enthalten waren. Dann saßen Lyssander und Bencke ein« Woche über den Bildstreifen und schnitten und montierten die Szenen. Bald darauf kamen die cherren Derleiher noch der Friedrichstraß« und b«sahen sich die Bilder. Sie waren entzückt und machten ihre Abschlüsse. Es war schon so, wie Daniel Kreß prophezeit hotte: die Marianne Hull würde den Leuten gefallen, sie würde ein guter Schlager sein. Auch Kreß war sehr zufrieden. Er hatte sich in seinen Kal» kulotionen nicht verrechnet, am Tage nach der Berliner Uraufführung wollte er seinen Vertrag mit dem Mädchen abschließen. Ihr Bater, der Briefträger Eugen chull, war nach Berlin eingeladen worden, Mariann« brauchte ja noch sein« Unt«rschrist, es würde alles gut gehen. Auch Lyssander wußte von dem angesagten Besuch. Er rüstet« sich zum großen, entscheidenden Schlag. Gloß lächelte tragisch. An die Gritt Eisemann hatte er geschrieben und mitgeteilt, daß sie bei dem nächsten Film eine kleine Rolle haben solle. Dann kam der Abend der Premiere. Das Theater lag am Kurfürftcndamm und war ein Prunkraum in Gold und Grün. Unter den eingeladenen Gästen waren viel« Leute vom Film. Winn ein bekannter Star seine Loge betrot, spwltc die Musik einen Tusch, und die Scheinwerfer schleuderten Licht. Glaß hatte eine sehr geschickte Reklame aufgezogen, sie sang schon einige Tage ihre chymnen aus Marianne. Und alz Marianne mit Lyssander, Kreß, Bencke und Glaß ihr« Log« betrat, verzehn- sachte sich das Licht der Scheinwerfer, di« Musik wurde bremsender, viele Augen richteten sich auf die Loge. Leiser Beifall klatscht« hier und da. Unter den Gästen befand sich auch Dolora mit Lemansky. Sie lächelte zärtlich nach der Loge, in der Marianne saß. Marianne lächelte zärtlich zurück.— Für den Film war eine eigene Musik geschrieben worden, und«in jüngerer che er, der in musikalischer und lyrischer Konfektion machte, hatte einen Extraschloger verfertigt und in Musik gesetzt. Dieser Schlager, auf weißes Bütten gedruckt, wurde durch aufmerksame Boys verteilt. Kreß wußte schon, wie«ine Sache auszuziehen war. Der Schlager bestimmte auch dos Leitmotiv der Musik und hieß: Maria Maria ging die Straß« hin, Das große Glück lag ihr im Sinn, Maria unter Steinen War arm und mußt« weinen. Refrain: Und wenn Maria weinet sehr, Da kommt das große Glück daher, Ein Gentleman,«in heißer Blick, Maria weiß, das ist das Glück! Maria. Maria, Das große Glück, Maria! Maria geht nicht mehr zu Fuß, Die ganze Welt entbietet Gruß, Maria lächelt wieder Und singt das Lied der Lieder: Refrain: Und wenn Maria weinet sehr, Da kommt das große Glück daher, Ein Gentleman,«in heißer Blick, Maria weiß, das ist das Glück! Maria, Maria, Dos groß« Glück, Maria! Diesen Schläger bekam auch Georg in die chand gedrückt, der mit Reinack«r die Premiere besuchte. Er saß ganz vorn in den ersten Parkettreihen, und als er Marianne in der Log« mit Kreß und Lyssander sah, bebte sein cherz in chaß und Liebe. Aber das Mädchen bemerkte ihn nicht, sie laß schön und starr wie«ine Puppe da und lächelt« und lächelt«. Sie hatte Angst und Lampenfieber, sie sah in viele Gesichter, sie suchte das Gesicht ihres Daters. Wie würde er da» Abenteuer eines Lichtspiele? bestehen? Aber der Bater war an diesem Abend noch nicht gekommen. Dann begann die Musik aufzubrausen, ein schönes Borspiel begann, dos mit melodischen Träumen die Menschen betrog und sie in di« schwarz. weiß« Landschaft des Filmes einführte. Als sich die ersten Bilder zeigten: Marianne geht mit Gläß einsam und verlassen über eine Copyright 1929 by.Der Biieherkreis O. m b. H.", Berlin SW61 versteinert« Straße, da begann der Schlager von Maria und ihrem großen Glück. Die alten Träume waren tot, ein neuer Traum kam mit weiten und feurigen Flügelschlägen, der Traum der kleinen Mädchen von heute: aufzusteigen und den kreiselnden Maschinen der Tiefe zu entgehen. Schon hier setzte der erste Beifall ein. Die Claque begann zu arbeiten und riß einen Teil der Gäste mit. Nach der Loge mit Marianne richtete sich wieder das Blickfeuer der Neugierigen. Kreß faß wie ein alter, alleswisiender Chinesengott da. In seinem Gesicht war ein Lächeln, das ebensogut Freude wie Haß oder Verachtung sein konnte. Benckc begrüßte von der Loge aus einig« Regisseure, Bernhard Glaß machte seine Randbemerkungen, Lyssander strahlte. Marianne: das war sein Werk. Sie lächelte immer noch, aber die Starrheit hatte sich gelöst, und sie hatte kein« Angst mehr. In der großen Paus«, die zugleich Empfang und Parade war, kamen unter vielen Besuchern auch Dolora King und Lemansky. „Fabelhast, liebe Marianne," sagte Dolora.„Fabelhaft. Ich gratuliere zu dem großen Erfolg." Dann summte sie einige Takte des neuen Schlages:„Ist das Licdchen. nicht entzückend? Ich rufe motzen än. Liebste, und werde mir erlauben, Sie recht bald zu bc> suchen." „Gnädigste haben großen Erfolg, darf ich gratulieren?" begann Lentansky und ahnte endlich die Zusammenhänge, warum Kreß die Dolora so schnell abgetreten hatte.„Ein großer Erfolg, Gnädigste!" Er beugte sich zu Kreß und sagte leise:„Wir müssen uns bald ein- mal sprechen, Kreß. Sie haben ja unerhörtes Glück gehabt. Ich bin morgen im Filmklub. „Bitte sehr, Lemansky, also auf morgen abend. Ja, es ist ein Erfolg," antwortete er und hob die Stiimne,„wem habe ich das zu verdanken? Fräulein Hull, Herrn Lyssander, Herrn Bencke und unseren Freund Glaß darf man auch nicht vergessen." „Die Verleiher reißen Ihnen den Film aus den Händen, Kreß," begann Lemansky vom neuen. „So schlimm ist es nicht, aber ich habe gute Abschlüsse erzielt". gab Kreß zu. Dann kamen andere Besucher und wollten vorgestellt sein und sagten Artigkeiten. Marianne empfing sie olle und lächelte und schüttelte viele Hände. Sie sah sehr schön aus und trug ein Kleid aus meergrüner Seid« mit Brüsseler Spitzen, die wie die leichte Brandung eines kleinen Gewässers anzusehen war. Und dann vor- löschten die Lampen. Die Besucher entfernten sich. Die Musik begann wieder zu spielen, und die letzten Bilder rollten sich aus der Leinwand ab. Mitten im Spiel wurden Blumen vor die Bühne getragen, viele Blumen kamen auch i» die Loge. Schwellende Gärten waren an dem Tag sür die eine Stunde Licht dcr Marianne Hull geplündert worden, eine berauschende Orgie von Glanz, Duft und Farbe. Als das Spiel zu Ende war, als der Schlager von Maria und ihrem Glück aufdröhnte, fangen die Gäste mit. Dann muhte sich Marianne von der Loge, und als sich der Beifall nicht legen wollte, von der Bühne aus vielemol zeigen. Sic zeigte sich gern, und als sie an der Rampe stand, entdeckte sie auch Georg. Sie sah seine großen Augen, sie sah seinen schmerzhasten Mund und durfte doch nicht sliehen. Das Theater leerte sich langsam. Die Herren von dcr Presse wollten Auskünfte, sie bekamen die Auskünfte, dann verließ auch Marianne mit ihren Begleitern das Theater. Vor dem Eingang aber stanh immer noch eine Menschenmauer, die in Beifall Zer- splitterte, als sich die Schauspielerin zeigte. Die Männer bahnten einen Weg durch die laute Begeisterung und gingen zu ihrem Wagen. Plötzlich drängte sich ein junger Mensch vor und riß die Wogentür auf. Dann stürzte er sich aus Marianne zu, faßte ihren Arm und schrie: „Marianne! Marianne!" Es war Georg. Sie schrak zusammen, aber schon kam Lyssander und drängte den jungen Menschen beiseite. Kreß half dem Mädchen galant in den Wagen, zwei, drei Leute lachten. Dann fuhr das Auto leicht an und entschwand. „Was war das für ein junger Kerl?" fragte Lyssander. „Ich weiß es nickst, ich habe ihn nie gesehen. Vielleicht war es ein Wahnsinniger," antwortete sie. Ihr Herz hämmerte. Lyssander vergaß den Vorfall. Er war glücklich. Die Premier« war ein großer Erfolg. Da saß nun die kleine Marianne, und er dachte an seine erste Begegnung, an ihre Schönheit und an ihre Flucht. Er lächelte. Jetzt würde sie nicht mehr entfliehen. Der Wagen hielt vor einem Weinrestaurant. Kreß hatte sie zu einem kleinen Bankett eingeladen. Dcr Sieg sollte gefeiert werden. Marianne sollte gefeiert werden. An jenem späten Abend wurden viele Reden und viele Trinksprüche gewechselt. und fast all« Reden und Trinksprüchc waren Lobgesängc auf Marianne und Lyssander. „Herrschaften," sagte Kreß, hob sein Glas und trank Marianne und Lyssander zu, die wie ein Brautpaar an dcr blumengeschmückten Tafel saßen,„Herrschaften, es lebe der Film, es lebe das Leben!" Lyssander hob sein Glas.„Es leb« Marianne Hull!" Die Gläfer stießen zusammen und klirrten. In der dritten Morgenstunde löste sich die Gesellschaft aus. Glaß war betrunken, und hielt eine asketische Rede über die Einfachheit des Leben», Kreß sah nichts als Marianne, die mit Lyssander im Auw davonfuhr. Nur Bencke war kühl und nüchtern. Lyssander fuhr in di« dämmernde Dunkelheit, in der man schon das Licht der Frühe ahnen komüe. Das Mädchen gab sich seinen Küssen willig hin. Jetzt war die Stunde da. Jetzt mußte sie ihren Kaufpreis bezahlen. Sie hielten vor der Pension.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. aiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimnuuiiiniuniiiiiiiiiiuiniMiiuuimiuniiininiMnHnminmiiiuiiiiiniiiiauuiinmiiiiimiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiimuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiuiiuiiiiiiiiiniiiiiniiMiiiu Ein georfeigter Kurfürst. Man schreibt uns: In Ihrem Artikel über Wilhelmshöhe ist von einer Ohrfeige die Rede, die der ehemalige Landgraf Karl von Hessen-Kassel seinem Sohne,'dem späteren König Frisdrich von Schweden versetzt haben soll. Als Seitenstück dazu möge hier die Geschichte einer Ohrfeige erzählt werden, die ein Kurfürst von Hessen-Kassel tatsächlich und in oller Oesfentlichkeit erhalten hat. Empfänger dieser Ohrfeige war Kurfürst Friedrich Wilhelm, der letzte, 1866 ab- gesetzte Kurfürst, der im Verein mit seinem Minister H o s e n p f l u g — Hessenfluch nannte man ihn in Kassel— sein Erstand ins Elend regierte. Ohne auf die in dem'genannten Artikel erwähnte Behand- lung des berühmten Komponisten und Geigenvirtuosen Spohr näher einzugehen, sei hier nur erwähnt, daß per Kurfürst kaum ein Konzert Spohrs versäumte— freilich nicht, um sich an dessen Kunst zu erfreuen, sondern um den Künstler zu ärgern. Zu diesem Zweck pflegt« er entweder mit lautem Räuspern aus seiner Loge in den Saal zu spucken oder bei besonders leise und zart gespielten Stellen mit seiner Theatcrtasse laut zu klappern oder seine Lakaien in jener Weise zurechtzuweisen, die dies« veranlaßte, ihrem Herrn und Meister in der Stille seines Arbeitszimmers gelegentlich eine Tracht Prügel zu versetzen. Zu den Vorzügen des kurfürstlichen Londesvater» gehörte auch der Besuch der Spielbanken in Homburg und kreitag. 11. Oktober. Berlin. 16.05 Priti Windiseh: Die Kohlenslure als Kühlbriketl. 16.30 Max Kolpe liest Oebrauchslyrlk. 17.00 l. Mozart: Sonate für Violine und Klavier B-Dnr(K.-V. 378).(frands Aranyi, Violin« und Susanne KiB-Qottlried, PliUel).— 2. BartÄk: Rumänische Volkstänze(Susanne KiB-Gottfrjed).— 3. a) Chopin-Wllhelmy: Nocturne: b) Pugnanl-Kreisler; Tempo di Mennetto: c) Aranyi-Woiln: Alt-Unjarlscbe Weisen Nr. S(Francis Aranyi). 18.00 Stadlverordnetenvorsieher HaB; Die Bedeutunt der Stadtverordneten- vahlen. 18.25 Das neue Buch. 18.35 Unterhaltungsmusik. 20.00 Jack London.(Gelesen von Alfred Beierie.) 20.40 1. Mozart: Oointett für Oboe, Klarinette, Hont, Fagott und Klavier Es- Dur K. V. 652.— 2. Roussel: Divertissoment op. 6 fttr Flöte. Oboe, Klarinette, Fagott. Horn und Klavier.— 3. Thuine: Sextett,«p. S, für Flöte, Oboe. Klarinette, Fagott, Horn nnd Klavier(Erich Schröder, Flöte: Willy Sigismund, Oboe: Hermann Schräder, Klarinette; Emil Seide, Horn: Walter Ruit, Fagott und Walther Kaempfcr am Flügel). 21.35 Kinderkrankheiten des Körpers. Nach den Abeadmeldungen Bildfunk. 22.80 Abendunterbalttmg. KBaigj-arasterhausen- 16.00 Diol.-Handelslebrer Kitzmann: Berieht übe« die 18. deutsche Berufsschnl- lagung in Halle. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig- 17.30 Gespräche über Musik(Arbeitsgemeinschalt). 18.00 Dr. Kaysenbrecht; Die Wandlungen der Wirtschaft in den Diktaturlindern. 18.30 Einglisch für Fortgeschrittene. 18.55 Dr. Karl Luesse: Der Kraltfahret hv Recht. 19-20 WUieBsehaltUoher Vertrag für Zahnärzte. 20.00 Seadeepiele.„Louise." Ems, und hier geschah es, daß ihm di« Ohrfeige appliciert wurde. „Krumm vorgebogen" spielte er dort den ganzen Tag: unaufhörlich schob er das Gold hin und her.„Ein widerwärtiger Anblick, schrei, t ein Anwesender,„der deutsche Fürst unter dem Spielervolk und mit dem Golde nochmals dos Blut seiner verkauften Unterthanen schnöd vergeudend." Bei einer solchen Gelegenheit hotte er einmal seinen Platz verlassen, und fand ihn, als er wiederkam, besetzt. Voll W t stieß er darauf den Spieler, der den Platz eingenommen halte, heftig mit dem Ellenbogen an, und blickte dann dem Gestoßenen, statt sich zu entschuldigen, frech ins Gesicht, worauf der ander« sich erhob und den Kurfürsten zurückstoßend, ins Gesicht schlug. Heber diese Szene entstand zwar in dem Spielsaal großes Aufsehen, aber es fand sich keiner, der sich in diese Sache einmischte, so daß der Kurfürst„brummend" den Saal verlassen mußte. Das Alter der Bäume. Man spricht so gern von tausendjährigen Eichen, von tausendjährigen Buchen, von den Bäumen, die auf die Germanen schon herabgesehen haben und ahnt gar nicht, daß Bäume, welcher Art sie auch sein mögen, bei weitem kein so hohes Alter erreichen. Nach einer kürzlich von naturkundlicher Seite veröffentlichten Aufstellung gehören die Fichten zu den Bäumen, die das höchste Alter erreichen, man nennt dafür siebenhundert Jahr«. Es folgen die Tannen, die 425 Jahr« alt werden, die Stechpalme mit 415 Iahren, Eichen mit 300 Iahren, Lärchen mit 275 Iahren und Buchen mit 246 Jahren. Heber 100 Jahre alt werden außerdem noch Birken, Eschen, Holunder, Ulmen und einige andere Baumarten. Selbstverständlich gibt es Fälle, in denen einzelne Bäume der genannten Gattungen das angegebene Alter überschreiten, aber das sind Seltenheiten, die nicht als Regel gewertet werden dürfen. Wozu ein Lippenstift gut ist, In der Stadt Milwaukee sollte ein großes Schwimmsest statt- finden. Um den Zuschauern di- Kontrolle der Wettkämpfer zu er- möglichen, war den Schwimmern ein« Nummer auf die Rückseite des Badeanzuges gemalt worden. Die Farbe war jedoch nicht echt und oerlief im Wasser, so daß jede Unterscheidung der Wettkämpfer unmöglich war und die ganze Veranstaltung zu„verschwimmen" drohte. Da erschien als Retterin eine Schreibmaschinendame bei der hohen Festleitung und stellte ihren Lippenstift zur Verfügung. Heberraschende Gesichter. Was sollte man denn mit dem Lippen- stift?— Den Bewerbern Nummern auf den Rücken malen!— Man zweifelte zunächst, ob das so ohne weiteres möglich ist, aber ein Versuch überzeugte und so konnte durch den Lippenftist die Vcr- anstaltung zu einem glücklichen Ende gebracht werden. Eine Pilsudski- Anekdote. Wenn auch nicht wahr, so doch im echten Pilsudskiton erfunden, ist folgendes Geschichtchen, das jetzt in Polen kursiert: Der amerika- nische Finanzberater D e w e y wollte vor einer Reise nach New Port noch mft dem Marschall sprechen. Ein Mittelsmann bewirkte den Empfang: al» er Dewey nachher fragte, wie«s gewesen wäre, ant- wartet« der Amerikaner:„Es war entsetzlich. Die ganze Zeit lief d« Marschall, die Fäuste an die Schläfen gepreßt, auf und ab. ohne auch nur ein Wort zu sprechen. Können Sie mir das erklären?" Der Mittelsmann fragt Pilsudski selbst, was denn passiert wäre und erhält diesen Bescheid:„Denke dir nur, di« ganze Zeit sucht« ich angc- strengt, tonnt» aber nicht und nicht finden, wie man auf englisch sagt:(folgt natürlich die Aufforderung des Götz von Berlichwgen). ~ Sport und Spiel~ England organisiert jetzt den Arbeitersport Abpaddeln überall! Die Arbeiter- Wasserfahrer machen Schluß. Nachdem das offizielle sportliche Leben und Treiben der Berliner Arbeiterruderer und Kanufahrer mit der Langstreckenregatta beschlossen wurde, werden die letzten schönen Sonntage zum Ab= paddeln bemußt. Am Sonntag, 13. Oftober, veranstaltet die größte bundestreue Kanuorganisation Berlins, die Freie Kanu= Inion, ihre lezte Fahrt in dieser Saison. Das Ziel der Fahrt ist das Restaurant Batschte in Gosen. Start der Boote: aus Sadowa um 9 Uhr, aus Wilhelmshagen und Erfner um 10 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen! Ein Arbeitersportler, der als Arbeiterstudent| die meist von bürgerlichen Größen, Unternehmern und konservativen nach London fuhr, schreibt uns über die englischen Arbeiter. Barlamentariern ausgehalten werden. England und besonders sportverhältnisse, insbesondere die in der englischen Hauptstadt: London haben erst in den letzten Jahren begonnen, städtische Sportpläge zu bauen. Wollten die Arbeiter also Sport treiben, Wer hätte im Juli beim Bundesfest des Arbeiter- Turn- und aus eigenen Mitteln Sportpläge schaffen, wäre unmöglich gewesen. Wir wissen ja selbst recht gut, welchen Aufschwung unsere Arbeiter: sportbewegung erst mit dem Bau städtischer Sportanlagen genommen hat. Eine vierhundert Mitglieder starte Arbeitertennisorganisation in Berlin zum Beispiel wäre ohne städtische Plätze einfach unmöglich. nicht die ideologischen allein, sondern auch und vor allem die tatsäch lichen Hemmungen, also das Fehlen der Pläge, ließen es erst in den letzten Jahren zu einer Arbeitersportbeme= gung in England fommen. Sportbundes in Nürnberg nicht nach Genossen aus England mußten sie irgendeinem Klub beitreten, denn beispielsweise in London jelliges Beisammensein. Der Ruder und Kanuverein gefragt. Ja, wer von den Arbeitertennisspielern insbesondere hätte nicht nach den englischen tennisspielenden Genossen beim ersten internationalen Arbeitertennisturnier ausgeschaut. Aber England, das Land mit der größten Tradition in allem was Sport heißt, war auf diesen Festen überhaupt nicht vertreten. Konnten oder wollten die englischen Genoffen nicht fommen? Seit drei Jahren etwa, höre ich von dem englischen Genossen, der hier in Bestlondon attiver Politiker und Arbeitersportler ist, organisieren die lokalen Londoner Arbeiterparteien und Gewert schaften Arbeitersportklubs, das ist ungefähr seit dem Bau der ersten städtischen Sportpläge durch die Londoner Gemeinden. Die Fußball- und Kricketklubs sind in London bereits zusammengefaßt, im tommenden Winter sollen die Tennisklubs vermehrt und zentral organisiert werden. Die englischen Genossen haben es weit schwerer als wir, eben weil sie sich gegen eine Werksportbewegung durchzusetzen haben, wie wir sie gar nicht fennen. Wir haben nicht nur um jeden einzelnen Arbeiter, sondern auch gegen eine große Sportpresse, die die öffentliche Meinung macht, zu fämpfen, erklärt mir der englische Genosse, und wir haben nur eine Arbeiterzeitung mir der englische Genosse, und wir haben nur eine Arbeiterzeitung in England. Ja, jagen die ,, Englandkenner", englische Arbeiter unterscheiden sich ebenso von deutschen Arbeitern wie sich englisches Leben von deutschem Leben unterscheidet. England hat nicht nur im politifchen, sondern in allem öffentlichen Leben, auch im Sport, demokratische Traditionen. Der englische Arbeiter, sagen sie, sei nicht Klaffen tämpfer wie der deutsche, er würde nie einsehen, warum Arbeiter eigene Sportvereine haben und sich von der übrigen Sportbewegung abschließen sollten. Es wäre geradezu paradog für England, meinen die Englandkenner", jemals Arbeitersport und bürgerlichen Sport zu unterscheiden. Nie würde England eine Arbeitersportbewegung haben. Sogar jo fluge Leute, wie der Londoner Korrespondent der Frankfurter Zeitung", glauben, der englische Arbeiter wünsche nichts anderes als Spielgelegenheit, er sei ohne Hintergedanken erfreut über die menschenfreundlichen Unternehmer, die Wertsportpläge bauen! Es ist richtig, daß die demokratischen Traditionen in England ein meniger gespanntes Berhältnis zwischen den Klassen herbeigeführt haben. Richtig ist weiter, daß auch ein großer Teil der sozialistisch In diesem Sommer wurden die ersten Fußballspiele in London organisierten Arbeiter Sport in den Werkvereinen treibt. Sicherlich und in Deutschland zwischen englischen und deutschen Arbeitersportlern haben ihnen die deutschen Arbeiter das. Mißtrauen, zu dem die ausgetragen. Im kommenden Sommer sollen, das wollen wir und feudalen Alüren von Staat und Unternehmertum im Borkriegs die englischen Genossen möglich zu machen versuchen, die ersten deutschland sie erzogen haben, gegen Werfsportverine und alles| Tenniswettspiele englischer und deutscher Genossen stattfinden. Es ähnliche voraus. Aber auch die englischen Arbeiter ist mehr als höchste Zeit, daß auch auf diesem Wege die Arbeiterist mehr als höchste Zeit, daß auch auf diesem Wege die Arbeiter iporteln nicht aus lauter Liebe zu ihren Unter| internationale verwirklicht wird. Wir sollen nichts unversucht lassen. nehmern in den Wertsportvereinen und den Klubs, Werner Schiele. Laßt Sonne auf die Schulhöfe! Gestaltet sie zu Spielplätzen um. Das Gebiet der Leibesübungen ist in der Nachkriegszeit nicht| Reinigung der Turnhalle, so daß dieje zu einem erheblichen Teil nur vielseitig ausgebaut, sondern auch start verändert worden. An als unhygienisch bezeichnet werden müssen. die Stelle des Hallenturnens sind in den Sommermonaten die Uebungen im Freien, besonders Spiele aller Art, getreten. Die Stadt Berlin hat dem Bedürfnis nach Spiel und Sportplägen noch Möglichkeit Rechnung getragen. Aus der Wüste Rehberge ist ein herrlicher Volkspart entstanden, auf dem Sandboben des Tempelhejer Feldes sind jegt eine Reihe großer Sportpläge, Kinderspielpläge und gleichfalls ein Boltspart im Entstehen begriffen bzw. schon in diesem Sommer fleißig benutzt worden. Ferner haben Die Außenbezirke zum Teil recht große Sportpläge, und in den neuerbauten Schulen sind die Schulhöfe gleich zu imposanten Spiel plägen ausgebaut worden. In der Innenstadt sieht es zu einem großen Teil aber noch recht trübe aus. Für Sportpläge ist fein freier Raum mehr vorhanden, und fann auch nicht geschaffen werden, da die Boden preise zu teuer find. Der einzige Ausweg bietet sich hier durch den Ausbau der Schulhöfe. Teilweise sind die Schulen freilich derart in der Borkriegszeit verbaut worden, daß nur mit einigen Schwierig. feiten eine Spielfläche geschaffen werden fann. In früherer Zeit gingen die Kinder in wohlgeordneter Reihe in den Baufen auf dem Schulhof spazieren, die hohen und eng gepflanzten Bäume sorgten auch dafür, daß die Kinder weder Sonne noch Spiellust betamen. Es war alles gut reglementiert wie in der Kaserne. Inzwischen find an Stelle der früheren zwei bis drei wöchentlichen Turnstunden der höheren und Boltsschulen pier bis fünf Stunden Leibesübungen getreten. Es ist daher feine Seltenheit, daß bis fünf Klaffen in einer kleinen Halle zu gleicher Zeit turnen! Infolge des Turnhallenmangels dehnt sich der Turnbetrieb in vielen Schulen bis Z Uhr abends aus. Dadurch wird nicht nur das Bereinsturnen behindert, sondern es fehlt auch jegliche Zeit zur gründlichen ARBEITER FUSSBALL Spiele am 13. Oktober. 1 Der kommende Sonntag bringt wieder für die bundestreue Arbeiterfußballbewegung einige wichtige Treffen. Auf dem Sportplatz in der Kynaststraße, am Bahnhof Stralau- Rummelsburg, stehen fich Lichtenberg I und Brandenburg a. d. 5. gegenüber. Die Bran denburger fonnten in der ersten Runde die Lichtenberger, die durch Arbeitsverhältnisse gezwungen waren, mit vier Mann Ersay an zutreten, hoch schlagen. Ob es den Brandenburgern wieder gelingen wird, die in Fahrt befindlichen Lichtenberger zu schlagen, ist sehr fraglich. Auf jeden Fall wird es ein sehr interessantes Spiel um die Punkte geben. Ein wichtiges Spiel findet auch in Weißensee, Stadion Fauler See, statt; hier treffen sich Weißensee und Oberspree. Die Weißenseer fämpfen um die Beibehaltung der Spitze, während die Overspreer den Anschluß nach oben suchen. Die Oberspreer haben in ihren legten Spielen bewiesen, daß sie zu den spielstärksten Mannschaften der Abteilung B gehören. Auf dem Tempel hofer Feld, Freifläche, spielen Neukölln und Germania. Beide Mannschaften befeßen gute Mittelpläge in der Tabelle. Auf dem Exerzierplatz in der Schönhauser Allee, Eingang Cantianstraße, herrscht Hochbetrieb: Boruffia und Butab spielen hier um 14 Uhr. Für Butab gilt es weiterhin, die Spige in der Abteilung zu halten, die Borussen verfügen durch Zuwachs aus dem bürgerlichen Lager über eine spielstarte Mannschaft. Nach diesem Spiel stehen sich Sagonia und Freie Scholle auf dem gleichen Platz gegenüber. Weitere Spiele: Luckenwalde I gegen Ruhlsdorf, Rathenow gegen Tempelhof, Luckenwalde IT gegen Hertha 11, Botsdam gegen Jüterbog, Spandau 25 gegen Trebbin, Werder gegen Reinidendorf, Borwärts- Wedding gegen Bansdorf, Aligließen gegen Schweiffterne, Qudenwalde III gegen Treuenbrießen, 3weite Diesen unhaltbaren Zuständen tönnte wenigstens in der Sommerzeit durch Ausbau der Schulhöfe zu Spielplätzen abgeholfen werden. Das Stadtamt für Beibesübungen hat bereits vor längerer Zeit in diesem Sinne beschlossen, so daß eine baldige Besserung er wartet merden fonn. Einige Widerstände sind aber noch zu überwinden, und hierzu ist die Mitwirkung von Lehrerschaft und Eltern unbedingt notwendig. Biele Schulhöfe sind noch durch Hecken, Mauern und Gitter für Knaben und Mädchen geirennt, durch deren Entfernung ein ausreichender Spielplatz geschaffen werden kann. In anderen Schulen find fleine Schulgärten angelegt, die jede Bewegungsmöglichkeit der Kinder hemmen. Dann wieder sind Gullys, Luftschächte, Hydranten, Aborte usw. zu verlegen, die zwar nicht den Parademarsch der Borkriegszeit behinderten, aber die jetzige Spieltätigkeit unmöglich machen. Vielfach sind auch noch die alten festen Turngeräte auf dem Schulhof vorhanden, die so gut wie gar nicht benugt werden, aber viel Reparaturkosten verursachen. Eine tatkräftige Unterstützung dieser Bestrebungen durch Lehrerschaft, Gltern und Sportvereine muß in Anbetracht dieser Schwierig feiten gemimicht werden. Es ist hier der Einwand erhoben worden, daß der Baumbestand sehr vorteilhaft ist, weil die Kinder den Wechsel der Jahreszeiten, die tnospenden und weltenden Blätter und die Bögel beobachten fönnen. Für diesen Zweck erscheint uns aber eine Wanderung in den Wald oder eine Besichtigung großer Bartanlagen viel vorteilhafter. Und wenn die Schulkinder während des Unterrichts im Schatten fizen, so wird ihnen in der Bause oder während der Turnzeit die Sonne auf dem Spielhof sicher will fommen sein. Gebt den Kindern so viel Spielgelegenheit wie möglich, damit sie nicht nur singen: Hab Sonne im Herzen!" sondern damit man es an ihren freudigen Gefichtern auch sieht. Von den übrigen Arbeiter- Wasserfahrvereinen haben am fommenden Sonntag noch ihr Ab paddein angejekt: die Freie Rudervereinigung 1913", das in Form eines Stafettenruderns stattfindet. Anschließend ab 11 Uhr in Karolinenhof: ge1924" fährt am Sonntag von seinem Bootshaus in MahnsdorfMüggelwerber nach dem Spree- Ed. Abfahrt: pünktlich 9 Uhr. Die Einzelfahrer im 1. Kreis haben ihr Abfahren für Sonnabend, 12., und Sonntag, 13. Oktober, nach Gojen zum Restaurant Gatschke angesetzt. Am Sonntag, 9 Uhr: Propagandafahrt auf dem Seddinsee. Die Einzelfahrer auf der Havel beteiligen sich an dem Abpaddeln der Freien Faltbootfahrer". Treffpunkt und Aufbauplatz beim ,, Alten Freund" um 8 Uhr. Abfahrt 9 Uhr. * Freie Ruderer und Kanufahrer, 1. Kreis. Alle Kanufahrer der Unterhavel beteiligen sich an dem Abpaddeln der Freien Faltbootfahrer Berlin". Sonntag, 13. Oktober: Don Spandau nach der Pfaueninsel. Abfahrt: 9 Uhr am Gemünde( Bichelsberge). Szumann, Hennig. Das große Reinemachen! Alle Bezirke gegen die Kommunisten. Dieser Tage fand der Bezirkstag der Halleschen Arbeiterfußballspieler statt. Der fommunistische Klassenkampf" hatte die Delegierten aufgefordert, sich nicht schlapp zu zeigen, die bundestreue Bezirksleitung abzufägen, den Spielverkehr mit den Ausgeschlossenen aufzunehmen und den Klassenkampf" wieder als amtliches Organ anzuerkennen. Die hallische KPD.- Bezirksleitung hatte am Borabend der Tagung durch Rundschreiben ihre getreuen Mitglieder unter den Fußballspielern zur Frattionsligung ge laden und dort legte Anweisungen" herausgegeben. Aus den frommen Wünschen der KPD. wurde auf dem Bezirksfußballtag nichts. Die alte Leitung wurde wiedergewählt, außer dem Borsigenden sogar einstimmig, drei bestellte Resolutionen gelangten nicht erst zur Abstimmung. Dagegen wurde folgende Erklärung angenommen: „ Der Bezirtstag der Fußballsparte des 6. Bezirks im 2. Kreise erkennt die Bundesbeschlüsse an und will nur danach arbeiten und handeln." Die KPD.- Beauftragten besaßen bei der namentlichen Abstimmung nicht den Mut, dagegen zu stimmen, sie schwiegen. Der Organisationsvertreter Rasch Halle, Mitglied der KPD., erklärte den Oppofitionellen: Der laffenfampf" jei nun einmal als amtliches Organ verboten, dagegen fönne der Fußballbezirk nichts unternehmen! Im Borzimmer zum Tagungsraum saßen zwei Führer der ausgeschlossenen KPD.- Sportler. Sie rechneten auf eine Oppofitionsmehrheit, um dann auf dem Bezirtstag zu Worte kommen zu tönnen. Wie die betrübten Lohgerber zogen sie dann aber ab. Union" im Sportpalast. Tallmann- Kalupa Sieger der Zwei Stunden". Zahlreiche Zuschauer wohnten den Amateurradrennen im Sportpalast bei, für die die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Im Mittelpunkt des Radfahrer- Union als Veranstalter zeichnete. umfangreichen Programms stand ein Zweistunden Mannschaftsfahren, das reich an Jagden war und schließlich die Berliner Tallmann- Kalupa mit Rundenporsprung in Front sah. Auch in den übrigen Wettbewerben vermochten sich die ausmärtigen Teilnehmer nicht durchzusehen. -Ergebnisse: Flieger Bierfampf: 1. Räber( Berlin) 10 Puntte; 2. Kusche( Breslau) 7 Puntte; 3. Kolbe( Berlin) 7 Buntte; 4. Schuler( Mannheim) 4 Puntte. Malfahren: I. Prä 1. Tadewald; 2. Giehl; 3. 5. Wolfe( alle Berlin); mienfahren: 1. Steinede; 2. Kulide; 3. Scheurig( alle Ber lin). II. Brämienfahren: 1. Matern; 2. Giehl; 3. Bischnewfti( alle Berlin). 3 weistunden Mannschaftsfahren: 1. Tallman- Kalupa( Berlin) 84,230 Kilometer, 10 Puntte; 2. Kolbe- Horn( Berlin) 12 Punkte( eine Runde zurück); 3. Matorn- Quint( Berlin) 3 Punkte( zwei Runden zurück); 4. KnöfelRusche( Brestau) 23 Punkte; 5. Rauhut- Güttner( Berlin) 18 Punkte. # Touristenverein„ Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Gefundbrunnen. Fahrt Sonnabend, 12. Oktober, von Biesenthal nach Bahnhof Befundbrunnen. Neukölln. Freitag, 11. Oktober, Bordem Ueberfee. Sonntagsfarte bis Biesenthal. Abfahrt 20% Uhr trag Riggmann: Faschismus, nicht nur in Italien. Mannschaften: Lichtenberg I gegen Brandenburg, Rathenow 3 gegen Knoblauch, Rathenow 2 gegen Schöneberg, Neutöün gegen Germania, Weißensee gegen Oberspree, Potsdam gegen Butab, Borwärts.Wedding gegen Karow, Brandenburg- Altersmannschaft gegen Verlängerung der Magdeburger Sportausstellung. Die MagdeBorwärts 3. Jugendmannschaften: Weißensee gegen Brandenburger Sportausstellung, die sich eines regen Befuches erfreuen burg, Rathenow gegen Lichtenberg I, Spandau gegen Lichtenberg II, Spandau 2 gegen Eiche- Köpenid, Werder gegen Vorwärts, Kegin gegen Freie Scholle, Saronia gegen Bansdorf. fonnte, wird bis Mittwoch, 16. Oktober, verlängert. Am letzten Tage der Ausstellung werden die Hallen erst um 22 Uhr geschlossen werden. Der fekte Ausstellungstag steht unter der Devise: Billiger Boltstag". Radpolo der Arbeiterradfahrer. Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 11. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 217 20 Uhr Freitag, 11. 10. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus III 19 Uhr Intermezzo Lohengrin Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. Vorst. 62 20 Uhr Spanische Stunde. Der arme Matrose. Angélique. am Gendarmenmarkt A.-V. 192 20 Uhr Wallensteins Lager Piccolomini Staatl. Schiller- Theater, Charlth. 20 Uhr 2x2= 5 Winter Garten⭑ 8 Uhr Zentr. 2819 Rauchen erlaubt ,, Linder" u. weitere Attraktionen Sonnabend u. Sonntag je 2 Vorstellungen 330 und 8 Uhr. 30 kleine Preise. Renaissance- Theater Täglich 8 Uhr STEMPELBRUDER Schauspiel von Duschinsky. Regie: Gust. Hartung. Steinplatz C 1, 0901 u. 2583/84. ROSE Gr. Frankfurter -THEATER Straße 132 Alexander 3422. Jeden Sonntag 3 Vorstellungen: 230 Uhr: Schneewittchen" 515 und Die Weber" 9 Uhr: Wochentags 8 15 Uhr: Die Weber Jeden Mittwoch 5 Uhr: Das tapfere Schneiderlein Jed. Sonnabend 5 Uhr u. jeden Sonntag 230 Uhr: ,, Schneewittchen" Voranzeige: Ab 16. Oktober täglich 815 Uhr: ,, Die leichte Isabell". Sonntag, 20. Oktober, abends 9 Uhr Einmalige Festaufführung: " Vor Sonnenaufgang" von Gerhart Hauptmann. CASINO- THEATER Neu! Lothringer Straße 37. Täglich 84 Uhr Meu Vertagte Hochzeitsnacht! und ein erstklassiger bunter Teil. Gutsche Für unsere Leser: n für 1-4 Personen 1.25 M., Sessel 1.75 M., Fauteuil r Parkett u. Rang 0.80 M.| Sonstige Preise. PROGRAMM für die Ze it vom 11. bis 14. Oktober BTC SCALA Tägi. 2 Vorstell 5 und 812 Uhr Barbarossa 9256 Unsere neuen Preise: Wochentags 5 Uhr 50 Pf. bis 3 Mark Tagl. 81/2 u. Sonnt. 5 Uhr 1 bis 6 Mark Charlie Rivel, 3 Whirlwinds, Long Tack Sam usw. Tägl. 5 u. 815 PLAZA Sonnt. 2, 5.8% INTERNAT. VARIETE Alex. E. 4.8066 Reichshallen- Theater Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Dantons Tod v. Georg Büchner Regie: Karl Heinz Martin Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr 2x2= 5 Piseator- Bühne 8 Uhr Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937 8 Uhr Die andere Seite Berliner Theater Dönhoff170 814 U Zwei Krawatten von Georg Kaiser Musik Spoliansky Abends Sonntag nachm. DerKaufmann Trianon- Th. Merkur 8 3 Des großen Andrangs wegen immer noch das Fest- Programm mit der ulkigen Schluss- Revue: Bei de Stettiner Billettbest. Zentrum 112 63. Dönhoff- Brettl: Varieté- Tanz Konzert. Lessing- Theater Kleines Theat. Norden 10846 Gruppe junger Schauspieler Täglich 84 Uhr Cyankali § 218 von Friedrich Wolf CIRCUS BUSCH Merkur 1624 Täglich 84 Uhr von Berlin Staatsoper Am Pl. d. Republik 8 Uhr Spanische Stande Der arme Matrose Angelique Deutsches Theater Max Adalbert D. Norden 12 310 als Nante am Flügel Rudolf Nelson Täglich& Uhr Sonnabends und Sonntags auch nachm. 3 Uhr. Morgen Sonnabend nachmittags 3 Uhr: Das ganze Abendprogramm bel ermäßigten Preisen für Erwachsene u. Kinder! Nachm. 3 U., sowie abds. 8 U.: :: Sämtliche Attraktionen: GROSSES SCHAUSPIELHAUS tägl. 8 Uhr 3Musketiere Regie: ERIK CHARELL Gesamt- Ausstattung: Prof. Ernst Stern. Musikalische Leitung: Ernst Hauke. 3 Uhr Sonntag nachmittag ungek. halbe Pre'se. 8 U., Ende gegen 11 Die Fledermaus Musik v. Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Sonntag nachm. 3% Uhr Die Fledermaus 2391 Täglich 8 Uhr Der gr.Lustspielerfolg Das kommt doeh alle Tage vor Johannes Riemann, Vilma v. Aknay, Max Uhr Landa, Lotte Klinder So. 4, Stg. 2 Aschenbrödel Sonntag 5 Uhr Johannisfeuer Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8% Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Theat. d. Westens Tägl. 8% Uhr ind. Abendbesetz Marietta Kleinen Preise. Musik v. Oskar Straus Käthe Dorsch Kammerspiele Michael Bohnen D.1. Norden 12 310 81/2, Ende gegen 10% Der Unwiderstehliche Komödie von Géraldy und Spitzer Regie: Gustaf Gründgens Metropol- Th. Täglich 8% Uhr Lehar dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Die Komödie Theat. am Kottb.Tor J1 Bismck.2414/ 7516 8 Uhr Ende geg. 1012 Uhr Kolportage Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Barnowsky- Bühnen Theater in der Königgrätzer Straße 81 Uhr Hannibal ante portas Komödienhaus Täglich 812 Uhr Scribbys Suppen Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U. 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S. ab 3 U Schöneberg, Hauptstr. 30 Bühnenschau Polizei mit George Bancroft Das Mädel mit der Kamera früher Titania( Ufa Schöneberg Hauptstraße 49 Beginn ab 6.30 Uhr Der Filmreporter m.Buster Keaton Schutzmann a. D. m. W. Fairbanks Friedenau Mädchen am Kreuz mit Eveline Holt Tonnerwetter, Monty Banks Ba bnenschau Welt- Kino, Alt- Moabit 99 der Liebe Osten Germania- Palast Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Frankfurter Allee 314 Meine Schwester und ich mit Mady Christians Hingabe mit Marc. Albani Filmeck Südosten Beginn: W. 5.30 Uhr Wochentags 6 Uhr, Sonnabd.5 Uhr, Sonntags 3 Uhr Links der Isar, rechts der Spree mit Albert Paulig, Hella Helios Auf der Bühne: Paul Scheldon( Humor. Zauberer) Das Edwardowa- Ballett( 14 Mitw.) S. 3 Uhr Luna- Filmpalast Flucht voialugo mit Jenny Held d. wilden Westen Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Unkas, deri Charlot enburg Schlüter- Theater U., S. ab 3 U. Wildnis Schlüterstr. 17 W. 7 u. 9.15 Es flüstert die Nacht mit Lil Dagover Simba, nie geseh aus der Wilmersdorf Atrium Beba- Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Die Arche Noah Guie Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Luisen- Theater Anf. W. 51, Sonnt. 3 U. Bühnenschau Reichenberger Str. 34 Die Arche Noah Jugendliche haben Zutritt Urania- Theater Film u. Bühne Istr. 11, Köpenicker Brücke Wrange 8 und 9 Uhr. Stg. 3, 5, 7, 9 Uhr. Der Graf von Monte Christo Täglich 9, 9.15, Sonnt. 5, 7, 9.15 Woch. 7, Jenseits der Straße Auf der Bühne: Kleinkunst- Tanzpaar Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Frühlingsrauschen mit Wilhelm Dieterle Bühne: Willy Rosen Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1-4 Narkose Beginn 6 U. mit Alfred Abel, Jack Trevor Mascottchen mit Käthe v. Nagy Mariendorf Friedenauer Lichtspiele Ma- Li Mariendorfer Kaiserallee 111( hundertelf) Wochentags 62, Sonntags ab 5 Uhr Sonntags 3 Uhr: Jugendvorstellung Der Leutnant Ihrer Majestät mit Petrovich Lustiges Beiprogramm Lichtspiele ( 1. Teil) Der Turfknig ( Internationales Varieté) Neuke Primus- Palasi Hermannplatz Gr. Frankfurter Str. 121 Norden Alhambra Filiale: Berlin- Tempelhof, Berliner Str. 132 Müllerstraße, Ecke Seestraße Pat und Patachon als Kannibalen Gr. Ausstattungs- Revue: Zick- Zack Colosseum Schönhauser Allee 123 Film- und Bühnenschau W. 6.30., So. 5.30, Stg. ab 4 U Das Schiff d. verlorenen Menschen Revue: Im Rausche des Harems Elektra- Palast Tonfilm Beiprogr. Des Riesenerfolges weg. verlängert Im Prater blüh'n wieder dieBäume Ausstatt- Rev: Rund um d. Ozean Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Concordia- Palast Andreasstraße 64 Das Schiff d. verlorenen Menschen Einmal, aber richtig( Gr. Revue) Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Autobus Nr. 2 mit Lee Parry, Kampers Nachtlokal mit Eveline Holt Große Bühnenschau Friedrichsfelde Kino Busch Beginn täglich Alt- Friedrichsfelde 3 5, 7 und 8.45 Uh: Der schwarze Domino mit H. Liedtke Vorsicht, Verräter! mit H. Junkermann Nordosten Beginn 7, 9,15 U., Sonnt, ab 4,45 Elysium" Narkose mit Alfred Abel, Jack Tre Auf der Bühne: Or U. Rolph Erwin, d. bekannte Schagerkomponist am Flügel Leonar Gautier( Hunderevue) Niederschönewelde früher Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Jug.-V. Elysium( Film- Palast) Die fidele Herrenpartie mit Kampers Sein Herzensiunge mit R. Schildkraut Bühnenschau Hasselwerderstraße 17 Die fidele Herranpartie Das letzte Fort m, Pandter, George Bühnenschau Prenzlauer Allee 58 Film und Bühne Der Ruf des Nordens mit Luis Trenker B.: Curt Vespermann, Leo Peukert, Grete Reinwald, Robert Thiem Weißensee Die Arche Noah Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Fortuna- Tageskino Müllerstraße 12c Beg. 10 U. vorm. Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Weltproduktion Metro- Palast Chausseestraße 30 Es flüstert die Nacht m. Lil Dagover Seine Gefangene mit Milton Sills Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U., Stg. 5 U. Stgs. 2 U. Jugendv. Pat und Patachon als Kannibalen Todesfahrt im Weltrekord Prater- Lichtspiel- Palast Kastanienallee 7-8 Bühnenschau Jonnys Bummel durch die Männer Ausstattungs- Revue: Rosen u. Frau'n, 12 B. Rialto" Film u. Bühne Schloßpark Film- Bühne Reinickendorfer Str. 14( am Wedding) Berliner Allee 205-210 Varietéschau Im Prater blüh'n wied. die Bäume D. grüne Monokel m. Stuart Webbs Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstraße 51 Bühnenschau Krieg im Dunkel mit Greta Garbo Beiprogramm- Bühnenschau Revolution der Jugend Goldgier Bühnenschau Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Männer ohne Beruf mit Harry Piel Bühne: Negerstepptänzer 39 PROGRAMM für die Zeit vom 11. bis 14. Oktober Gesundbrunnen Alhambra" Badstraße 58 Bühnenschau Die Verführerin mit Lissi Arna Das liebt Berlin( Ausst.- Revue) Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Große Bühnenschau Im Prater blühn wieder die Bäume mit Werner Fütterer Schützt eure Töchter mit Werner Fütterer persönlich Humboldt- Theater Badstraße 16 Bühnenschau Die Todesfahrt im Weltrekord mit Salto King Herr der Steppe Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Große Bühnenschau Das Schiff d. verlorenen Menschen m. Marlene Dietrich u. Fritz Kortner Pankow Palast- Theater Lichtsp. Breite Straße 21 a Ich lebe für dich m. Wilh. Dieterla Dazu das ausgez. Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Bühnenschau Pat u. Patachon als Kannibalen Bühne: Moabiter Bilderbogen Niederschönhausen Film- Palast Blankenburger Straße+ Niederschönhausen Adien, Mascotte mit Lilian Harvey Das brennende Herz mit M. Christians Tegel Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W. 6, 82, Stg. 44, 62, 8% Männer ohne Beruf mit Harry Piel Gutes Beiprogramm Bühnenschau Union- Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U, Stg. 5, 7.30 Die Tochter des Silberkönigs Meineid( Paragr., d. Mensch. töt)