Morgenausgabe 7tt. 429 A 241 46.Iahrg»>chlI«ßlIchM Sfg. tioftjelhinj».»»A R 9fg. tPoftfaeft eUg cbfi Jjr en. Ausland«» «benncmem 6.— TL pro Monat. S«.BoneSrt»*«lchewt»ochantlg. Ich zweimal. Sonntag« und Montag« einmal, die Ldendaueaaben für Verlin »nd im Handel mit dem Ittel.Lee Vdend- Llluftrten»«et lagen.»oll »nd 5-»» und.»inderfr-und'. Ferner bimmi vüchil li -rw-WV, Berliner Vowsbla« voimavend 12. Dffober 1929 Groß-Äerlln 10 Pf. Auswärts 15 pf. Mr tl»|paltl|o g�noDreillegeid, ZleNamezelle i— Jleich» . sennta. Stellengesuch, da» erst, Wort ll Psennig, sedeo wettere Won l» Vsennig. Wort» iidee ld»uchstaden zählen für zwei Wort«. SrdeUnealV Seilt 80»fennig. F am ilten anzeigen Zeil, 40 Pfennig. ZlnzeigenannahmeimHaupl- «efchdit Lindenftraß« I. wochentdgltch an 8V, dir 17 Uhr. Jentralovgan dev SszialdemoSvatische« Partei DeutsGlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292— LS7. Telegramm-Adr.: Sozialdenlokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: verlm Z7S3K.— Bankkonto: Bank der klrbeiter, Angestellten »nd Beamte», Wallstr. SS. Didkonto-Gesellschast, Depositenlasse Lindenstr. S. Ss lebe die Partei! SEum SSeginn der fosialdemokrätifchen Werbewoche, JD ie Partei r Wenn! der Sozialdemolcrai'diese Heiden Worte ausspricht, so erfüllt ihn ein anderes Gefühl ah den'Anhänger irgendeiner bürgerlichen Parteigemeinschaft. Für den echten Sozialdemokraten ist ,�iie Partei' Großes und Größtes. Diese JPartei" war, ist und wird sein die einzige Führerin des 'Arbeitsvolkes. Es gibt nichts an Fortschritten im Lehen der Arbeiterklasse, was nicht durch die Sozialdemokratie errungen, ertrotzt oder aus Furcht vor ihr bewilligt wäre: Gleiches Staatsbürgerrecht für Mann, Frau und Jugend, verkürzte Arbeitszeit von einst 12 und 14 Stunden auf den Achtstundentag oder doch nahe an seine Grenze, Sonntagsruhe, Arbeiterschutz und Arbeiterversicherung, Mieierrecht und Mieter- siedelung, freie Entfaltung aller'Arbeiter-Kampf Organisationen, beginnende Mitbestimmung in den Betrieben, Eindringen von Vertrauensleuten der Arbeiterklasse in die Verwaltung der Staatsmacht. Es gibt nichts an Forderungen für die volle Befreiung des Arheitervolkes, die nicht von jeher Ziele der Sozialdemokratie gewesen wären. Was heutzutage an sozialen und sozialistischen Gedanken auch in anderen Parteien lebt, von den Nationalsozialisten bis zu den Kommunisien, ent st ammt den Theorien und den praktischen Leistungen der Sozialdemokratie. mD ie Partei'. Das ist die Organisation, für die zwei Menschenalter deutscher Arbeiterklasse in ihren besten Männern und Frauen ihre ganze Kraft an Glauben und Opfern hingegegeben haben. Was errungen ist, dankt das Arbeitsvolk diesen Vorkämpfern der Sozialdemokratie. nDieParte i". Das ist die Kampfbrganisation der Gegenwart, die das ganze Arbeitervolk aufrufti Nicht erlahmen. Weiterkämpfen! Bis'das ganze soztatisüache Ziel erreicht ist: Sieg der Arbeit über den Mammon. Herrschaft des Arb eit soolk e s und»ur des Ar.b eii sv olk e s. Brot und Bildung für all*•* �* „D ie Parte i". Sie verficht die höchsten Ziele,'die je von Menschen erdacht und ersehnt wurden. Darum erfüllt sie auch den ganzen Menschen, Darum ist sie unüberwindlich. Darum kann sie auch schwerste Verantwortung, wie die Last der Regierung, nicht erdrücken. Darum kann sie auch, keine Hetze erschüttern. „D ie Partei". Sie ist das Schicksal des Arbeitsvolkes. Aufstieg der Sozialdemokratie bedeutet wachsende Kraft für die Arbeiterklasse. Rückgang der Sozialdemokratie ist Schwächung des'Arbeitsvolkes, ist Triumph aller Arbeiterfeinde. I Das sind die T atsachen, die von der ganzen Arbeiterklasse erkannt werden müssen.>( Vollkommen und ohne Fehler ist nichts auf dieser Erde. Audi die Sozialdemokratie besteht aus Mensehen. Sie gebärdet sich nicht unfehlbar wie ihre großmäuligen Kritiker.„Die Partei" weiß aber eins: Dies* Sozialdemokratie ist die lautere, die unbestechliche, die unzerstörbare politische Front der Arbeiterklasse. Jeder, der tatenlos und opferscheu als Indifferenter in der. politischen Etappe sich auf hält, ist mitschuldig an den Zuständen, die wir ändern wollen. Aus nichts kommt nichts! Das gilt auch für die Politik. Werdet Mitglieder der Sozialdemokratie!„Die Partei" ruft euch! Nicht um ihretwillen, sondern um euretwillen. Denn euch, dem Arbeitsvolke, gilt alles, was die Sozialdemokratie denkt und tut. Warnung an Putschisten? Eine Rede von Innenminister Grzesinski in Hatte. halle. 11. Oktober.(Eigenbericht.) In einer der großen Dolkskundgebungen. die anläßlich der ch Kommunalpolitischen Reichskonferen� in Halle gestern stattfanden, sprach der preußischeInnenminister Albert G r e s z i n s k i mit langanholtendem Händeklatschen begrüßt: Die Sazialdemokratie flehe auf dem Boden der freiesten Demokratie. Die preußische Regierung, an der die Sozialdemokratie seit Jahren maßgeblich beteiligt ist. werde es als ihre Hauptpflicht ansehen, stets die Rechte jedes Staats- bürgers und jeder Staatsbürgerin zu schützen und ausrechtzuerhalten. Aber fie wird sich auch mit allen Mitteln gegen Staatsverbrecher zu wehreu wissen, die es wagen sollten, die Grundlagen des heutigen Staates anzulasten! In dieser Zeit der inneren politischen Hochspannung fallen nicht nur die Kommunalwahlen, sondern auch dos sogenannte Volks- begehren, das der Minister als das Jnslationsbegehren bezeichnet. Das Volksbegehren wird niemals durchgehen. Dos wissen auch. sein« Urheber. Deshalb sag« ich. die ganze Aktion hat nur innenpolitische Bedeutung mit dem Ziel, die heutige Demokratie m Deutschland zum Nachteil des ganzen Volkes und zugunsten der besitzenden Schichten zu untergraben. In einer der Versammlungen, in der einige Stahlhelm- leute zu randalieren versuchten, erklärte der Minister:„Der Wahl- kämpf wird bestimmt in voller Ruhe durchgeführt werden. Die Staatsgewalt wird dafür sorgen, daß der friedliche Bürger ungestört seine staatsbürgerliche Pflicht erfüllen kann. Da, Reich und Preußen sind stark genug, um über diese Staats. Verbrecher mit einer Handbewegung hinweggehen zu können. Es kann sich kein Staat gefallen lassen, daß Verbände unter einer politischen Maske versuchen, die Grundmauern des Ztaafes zu erschüttern. Diese sogenannten„nationalen� Verbände werden ihre Absichten und ihre Ziele niemals verwirklichen können. Um das zu verhindern, ward auch der Stahlhelm im Rheinland und Westfalen verboten.(Langanhaltender Beifall.) Ich las in diesen Tagen das Programm von Personen und Parlamentariern, die diesem Verbände nahestehen und versuchen wollten, eine Auf- Hebung des Verbots zu erwirken. Solange ich die Ehre Hab«, auf meinem Posten zu stehen, werden diese Bemühungen keinen Erfolg haben. Andere Verbände, die gleichfalls ver- suchen sollten, die Ruhe und Ordnung des Staates zu stören, werden dem Stahlhelm folgen, ohne Rücksicht, wer sie sind»nd wer an ihrer Spitze steht! Auch Innenminister Remmele schreitet ein. Karlsruhe, 11. Ottober.(Eigenbericht.) In Ermangelung eines Gesetzes zum Schutze der Republik hat der sozialdemokratisch« Innenminister Badens gegen die volksver- hetzende Tätigkeit der Nationalsozial i st en ein« scharfe Warnung erlassen. In der Warnung heißt es u. a.:„Aus Gründen der Agitation für die bevorstehend« Landtagswahl in Baden und für die Ein» Zeichnung zum Volksbegehren verbreiten die Mitglieder der Natio- nalsozialiftcn Behauptungen, daß die nach dem Poung-Plan zu er- richtende Reparationsbank das Recht erhalten werde, deutsche Jung- linge und Mädchen als Arbeitskräfte nach den Kolonie» zu expor» tieren. wo sie zugunsten der deutsch«» Handelsbilanz Dienste leisten müßten. Es werden ferner Plakate veröffentlicht mit dem Inhalt,' im Haag sei der Schlußstein zur Versklavung des beut- f ch e n Volkes gelegt worden, dahingehend, daß Deutsche als Sklaven exportiert würden, wenn die Tribute nicht mehr geleistet werden können. Diese und ähnliche öffentliche De- hauplungcn sind unwahr, sie sind, wie sich jetzt bereits er- wiesen Hot. im höchsten Maße ungeeignet, das deutsche Volk zu beunruhigen und die allgemeine Ordnung zu gefährden. Außerdem stellen sie schwere verleumderisch« Angriffe auf die Reichs- re g i e r u n g d a r. Da in Ermangelung des Republikschiltzgesetzes «ine schnelle justizmäßige Abwehr gegen«inen derartig ordnungs- widrigen Zustand nur sehr schwer möglich, andererseits aber ein« Gefahr im Verzug« ist, sehe ich mich in meiner Eigenschaft als für die Aufrechtenhaltung der öffentlichen Ordnung verantwort» lichen Minister genötigt, der Verbreitung dieser unwahren Behaup- tungen entgegenzutreten/ Zwei Redeverbote gegen Nationalsoziali st«n hat der badische Innenminister bereits erlassen. Der anhaltisch« Abgeordnet« S o r g« r und der bekannt« Verleumder Pastor Münchmeyer dürfen in Baden bis auf weiteres nicht rede». Auf den Verleumder Goebbels, der sich zurzeit ebenfalls in Baden aufhält, hat die Mahnahme des badischen Innenministers bereits außerordentlich beschwichtigend gewirkt. Die neuest« War- nung des badischen Innenministers ist zugleich die letzte an die Adresse der Nationalsozialisten. Sie zeigt, daß Minister Remmel« entschlossen ist, den Meinungsstreit der Parteien in sachliche Bahnen zu lenken. Stahlhelm und Reichsbanner. (Sin Zusammenstoß in Breslau. Breslau. 11. Oktober. In der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr kam es auf dem Ringe zu einer schweren Schlägerei und Schießen zwischen Stahlhelm- und Reichsbannerangehörigen. Es gab blutige Köpfe. Die Schüsse gingen fehl. Die Polizei verhaftete zwei Angehörige des Reichsbanners und einen Stahlhelmcr. Ein Aufruf der Reichsregierung. Gegen Hilgenbergs Inflationsbegehren. Die Rcichsregicrung wird sich in den nächsten Tagen mit einem Aufruf gegen das Volksbegehren an die Oeffentlichkcit wenden. Der Aufruf ist van einer ganzen Reihe führender Per- sönlichkeiten der Politik und Wirtschaft unterzeichnet. Sozialdemokratie und Kommanalivahlen. 4. Reichskonferenz für Kommunalpolitik. Brd. Halle a. d. 11. Oktober.(Eigenbericht.) In der Zlrbeiterstadt Halle tagt zurzeit die 4. Reichskonferenz für Kommunalpolitik, die von der Koinmunalpolitrschen Zentralstelle der Sozialdemokratischen Partei einberufen worden ist. Zu der Tagung sind aus allen Teilen des Reiches führende und verdiente sozialdemokratische Kommunalpolitiker zusammengekommen, um über die Erfahrungen auf den einzelnen Gebieten sozialdemokratischer Kommunalarbeit zu berichten. Im Mittelpunkt der Beratung steht der kommende Großwahlkampftag. Der Auftakt der Tagung, zu der u. a. Reichsinnenminister S e o e r i n g, preußischer Innenminister Grzesinski und der Präsident des Deutschen Stadtetages, M u l e r t, erschienen sind, bildete eine Begrüßungsfeier im großen Saale des Dolkshaufee. Den Kongreß selbst eröffnete Reichstagsabgeordneter Stelling in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des kommunalpolitischen Bei. rats. Die Tagung sei der Austakt der Sozialdemokratie für die bevorstehenden Kommunaiwohlen. Die Wahl gilt der Abwehr der heute mehr dem» se von prlavt- kapitalistischer Seite erhobenen Forderung der Enlkammunali- siernng. E, gelt« zu werben und zu wirken, die Säumigen aufzurütteln, die Schlafenden zu wecken. Der preußische Innenminister führte aus, er weil« auf dieser Konferenz nicht als Minister, sondern als Sozialdemokrat. Die Sozialdemokratie ist genau so revolutionär geblieben, wie sie es in der Vorkriegszeit war. Sie Hab« nur ihr« Taktik geändert. Die Tatsache, daß heute rund 4(5000 Parteigenossen in den Kommunal- Verwaltungen in Deutschland tätig sind, zeigen, wie stark und unaus- rottbar der Einfluß der Sozialdemokratie innerhalb der Selbstver- waltung geworden ist. Das erste Referat hielt der Oberbürgermeister von Altona, Genosse Brauer. Er sprach über>,Die Sozialdemokratie und der Kommunalgroßwahltag unter Berücksichtigung der Wahlen in Preußen". Don Rudolf Benningsen stamme das Wort:„D i e Macht im Staat geht über die Rathäuser in den Städten." Für die politischen Verhältnisse bedeutungsvoll seien im besonderen die Zusammensetzung der Kreistage und Prooinziallandtage. Durch die Wahlen zum Staats- und Reichsrat wirkten die Prooinziallandtage sich politisch bis in die Gesetzgebung von Reich und Staat aus. Bedeutungsvoller als der Kampf um die äußeren Formen der Deutschen Republik seien Inhalt und Entwicklung des Volksstaates. Für die Erfüllung der großen sozialen und kulturellen Aufgaben liege das Schweraewicht in der gemeindlichen Arbeit. Renner sage ganz richtig:.Wenn sich die Arbeiter fragen, was die Republik gebracht hat, so müsse die Antwort die Gemeinde geben." Zm Mittelpunkt der gemeindlichen Aufgaben stehe der Wunsch. den Mensthea gesund zu erhalten; den Besitz feiner Arbeitskräfte zu sichern, bedeute Erhaltung der nationalen Kraft. Ueber die Gemeindewahlen in Sachsen referiert Stadtverordneter Genosse Uhlig, Chemnitz. Die Wirtschaft- lichen Verhältnisse de« Industrie- und Arbeiterlandes Sachsen hätten es mit stch gebracht, daß die politischen Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit in Sachsen von jeher mit großer Schärfe und Heftigkeit ausgetragen werden mußten. Die Sozialdemokratie habe in Sachsen alle erforderlichen Vorbereitungen getrofsen, um dem Ansturm des Bürgertums und der Kommunisten, die sich in Sachsen im Zustande hoffnungsloser Zersetzung befinden, erfolgreich zu begegnen. Sie werden ihre Liste gegen alle Gegner von rechts und links zum Siege führen. Dann ergriff das Wort Bürgermeister Genosse Treu aus Nürnberg, der über den kommunalen Wahlkampf in Bayern sprach. In seinem Lande wird am 8. Dezember gewählt werden. Bayern gehöre heute zu den finanziell schlechtesten Ländern, es müsse eine Neuregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich und Ländern unbedingt bald erfolgen. Gestützt auf die bisherige Tätig- keit der Sozialdemokratie in den Gemeinden und Vertrauen auf den gesunden Sinn der arbeitenden Bevölkerung in Stadt und Land gehe die Partei auch in Bayern mit froher Zuversicht in den Wehl- kämpf. Ueber die K o m m u n a l w a h l« n in Hessen, wo die Amtszeit der im November 1926 gewählten Mitglieder der Ge- meinderät«, Stadträte, Kreistage und Prooinziallandtage mit dem 31. Dezember 1929 abläuft, sprach der Bürgermeister von Michel- stadt. Landtagsabgeordneter Genosse Ritzel. Abhold jeder Phrase, einig in dem Bewußtsein ihrer geschichtlichen Mission. gehe die hessische Sozialdemokratie geschlossen und stark in den Wahlkampf. Ueber„Die Frauen in Staat und Gemeinden" referierte Reichstagsabgeordnete Genossin Iuchacz. Einleitend erinnert die Rednerin an die Zeiten, da die Frauen noch kein Wahlrecht hatten. Man müsse feststellen, daß die Frauen heute Im kommunalen Leben noch viel zu wenig vertreten seien. E» gelle daher, die Frauen auch für die Kommunalpolitik aktiv zu machen. Die Frauen geben der Sozialdemokratie das Vertrauen, daß sie ihre Pionierarbeit auch auf diesem Gebiete weiter fortsetzen werde. Nach Genossin Iuchacz sprach über das Thema:„Jung- Wähler und Gemeindewahlen" Genosse Erich Ollen- Hauer. Der Kampf um die Jungwähler werde auch in dem kommenden tommunalpolitischen Wahlkampf ein« erhebliche Rolle spielen. Die Herabsetzung des Wahlalters auf das 20. Lebensjahr und das immer stärkere Eindringen der Jugend in das Wirtjchafts- leben habe die Jungwähler zu einem wichtigen politischen Faktor unseres öffentlichen Lebens werden lassen. Ein wichtiges Kapitel sozialistischer Kommunalpolitik sei die Fürsorge für die erwerbslose Jugend. Da die Sozialdemokratie durch positive Leistungen bewiese,» habe, daß sie wirkliche Iugendpolitik treibe, werde sie die Jung. wähl«? in großer Mehrzahl auf ihrer Seite haben, und sie als aktive Mitarbeiter in der sozialistischen Bewegung wiederfinden. Die Beratungen werden morgen fortgesetzt. Neben Gemeinde- Vorsteher Zimmer aus Düneberg wird Stadtrat Reuter(Berlin) über„Gemeinwirtschaft in den Kommunen" referieren. Das Inflationsbegehren. Soll die Zeit der Ruhrbesehung wiederkehren? Vor einigen Tagen sprach der preußische Minister- Präsident Otto Braun in einer sozialdemokratischen Ver- sammlung in Königsberg: „Es ist kennzeichnend, daß die Kreise, die den Währungsversall seinerzeit mUrnachten, zweifellos zum Teil identisch sind mit den Kreisen, die heute eine Politik propagieren, die uns zu einem erneuten, gleich katastrophalen Zusammen- b r u ch m Deutschland führen müßte. In der kritischen Zeit vor dem Zusammenbruch habe ich ein« Unterredung mit Etinne« über das Währungsproblem gehabt, und dieser hat mir erklärt:„Tun Sic alles, damit wir zu keiner Stabilisierung der Währung kommen. Da? wäre das größte Unglück für dle Wirtschaft." Stinnes ist tot, aber Hugenberg ist lebendig, und er tut alles, was er kann, um eine neue Katastrophe, ähnlich der von 1923, herbeizuführen. Sein Volksbegehren ist ein An- griff auf die staatliche und wirtschaftliche Stabilität. Er will die Dawes-Krise, er will künstlich zene Situation wieder herbeiführen, die Ende 1922, vor Beginn des Ruhreinmarsches bestand. Die Konsequenzen der Hugenberg-Aktion hat der rechtsradikale Herr von Gleichen, der das Volksbegehren unterstützt, in folgenden Worten aufgezeigt: „Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß, wenn das Volksbegehren durchgeht und«ine Regierung zustande kommen sollte, welche dem durch das Voltsbegehren geschaffenen Gesetz gehorsam ist, folgende außenpolitische Konsequenzen vielleicht nicht zu vermeiden sind. Die Wieberbesetzung des schon geräum- ken Gebietes; Sanktionen: auch durch weitere Besetzung im Westen und im Osten... Jedenfalls müssen die An- Hänger des Volksbegehrens, die auf seinen Sieg Hessen, mit diesem Ausgang rechnen." Und dann? Dann kommt die völlige Zerrüttung der Staatsfinanzen, die Banknotenpresse beginnt wieder zu arbeiten, die Zeit der bunten Zettel kehrt zurück, auf denen phantastische Ziffern stehen, für die keiner sich etwas taufen kann, und die Jahre seit der Ruhrbesetzung werden um» sonst gelebt sein. Umsonst alles Wirken und alle Er- fahrungen, umsonst die Leiden der Arbeiterschaft, die mit langen Arbeitsstunden und gesenkten Reallöhnen den müh- seligen Wiederaufbau bezahlen mußte, während die ganz Großen der Wirtschaft ihre wirtschaftliche und finanzielle Position festigten und die Opfer dem übrigen Volke über- ließen! Das ist das Ziel, auf das Hugenberg und die Seinen lossteuern! Das nennt Herr Hugenberg eine„6 e s u n» d u n g s k r i s e"! Durch Opfer und Rot ist am Ende der Inflation der Stinnes-Götze zerschlagen worden, die Wahn- idee, daß durch die Zerrüttung der Währung, der Grundlage des Wirtschaftslebens, dem deutschen Volke geholfen werden könne— Hugenberg aber will zurück zu diesem Wahn und nennt es„Gesundung". Gesundung! Wir missen von denen, die in der Inflation„gesund" geworden sind, von denen, deren Vermögen und Wirtschafts- macht ins Gigantische stieg, während das Volk hungerte, der Mittelstand zusammenbrach, und die deutsche Intelligenz dem physischen Untergänge geweiht wurde. Das waren die Herr- lichen Zeiten, in denen Hugenberg für 43 Goldmork von der Landbank Vermögenswerte in Höhe von 4S0l)00 Goldmark erwarb, die Zeiten, in denen das Königreich Stinnes zusammenspekuliert wurde, das in der Zeit der Stabilisierung krachend wieder zusammenbrach. H u g e n- b e r g aber hat sich behauptet— er benutzt heute seine Wirtschaslsmacht. um für die Wiederkehr dieser herrlichen Zeiten zu wirken. Dawcs-Krise heißt seine Losung. Er erzählt seinen Anhängern, daß die Krise nur den Gläubigern Deutschlands schaden werde, daß sie nur einigen Banken und Firmen vorübergehende Unannehmlichkeiten bringen würde.„D i e Großen halten es aus, die Kleinen gehen zugrunde!" das war die Antwort, die Stresemann kurz vor seinem Tode auf diese Vorspiegelung erteilte. Um Hugenberg, den Propheten der neuen Inflation, die heimliche Hoffnung der Putschisten und Faschisten in Deutsch- Innd, drängen sich die Abenteurer und Glücksritter, die in einem allgemeinen staatlichen und wirtschaftlichen Zusammen- bruch nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen haben. Da ist der Spekulant und Putschist Wilhelm von Gaza. derselbe, der die Magdeburger Getreidebank in den Zu- sammenbruch geritten hat. Der hofft auf den Putsch, weil er ihn sanieren soll, der hat brieflich die Reichswehr bestürmt, gegen die Verfassung loszuschlagen. Für ihn ist die„Ge- sundungskrise" ein Rechenexempel. Er hat sein Gut im Werte von 300 000 Mark mit Schulden in Höhe von 1 100 000 Mark belastet. Hugenberg-Krise mit nachfolgender neuer Inflation würde für ihn Entschuldung bedeuten— ein glänzendes Geschäft! Gesundung! Der Schrei verkrachter Existenzen und Routiniers der Inflationsspekulation noch Bereicherung auf Kosten des Volkes! Hugenberg und die Seinen sind klug genug, die wahren Ziele ihres Inflationsbegehrens nicht offen zu enthüllen. Also schrieb die„Deutsche Zeitung": „Was nach dem Volksbegehren kommen soll, ist eine Frage der Zukunft... Der Feldherr behält sein großes Ziel im Auge. per Feind aber kann nicht erwarten, daß der Führer feine Absichten vorzeitig enthüllt: das wäre Selbstmord." Ja, es wäre Selbstmord, wenn die Macher des Jnfla- tionsbegehrens das Bild der Zeiten entrollen würden, denen sie uns entgegenführen wollen! In der Erinnerung steht dieses Bild mit all seinen entsetzlichen Einzelheiten noch vor uns? Es ist jene Zeit, in der das Wort Westarps fiel,„D a e Volk verhungert bei vollen Scheuern!" Es� ist die Zeit, in der die Arbeiterfrauen mit den Papierzetteln, die ihre Männer nach Hause brachten, im Laufschritt nach den Bäckerläden liefen, um für die Millionen und Milliarden wenigstens noch ein Brot kaufen zu können, es ist die Zeit, .in der das sprunghafte Steigen des Dollars den Papierlohn in der kurzen Zeitspanne des Weges von der Arbeitsstätte zum Brotladen entwertete! Das sind die herrlichen Zeiten. die Zeit des angstvollen Jagens nach dem Stückchen Brot. de? allgemeinen Unsicherheit, des Zusammenbruchs aller Existenzsicherheit. „Die Krise wird die große breite Masse der Wirtschaft und des Volkes nicht treffen"— so sagt Hugenberg— derselbe Hugenberg, der vor wenigen Wochen vor Marburger Studenten erklärte, daß er zusammen mit dem ganzen Volke Proletarier sein wolle, wenn die Krise käme. Waren die Hugenberg und Stinnes, die Thyssen und Krupp in der Zeit der Inflation Proletarier? Mußten sie hetzen und jagen nach dem Stückchen Brot? Ihr Reichtum und ihre Macht wuchs, je ärmer das Bolk wurde! So war es! So soll es wieder sein nach Hugenbergs Inflationsbegehren! Eine dreistere Spekulation auf die Ver- geßlichkeit des Volkes ist noch nicht gemacht worden. Laßt Hugenberg und seine Clique, der es nach neuer Inflation gelüstet, unter sich, straft das I n f l a t i o n s- begehren mit Nichtbeachtung! Volksbegehren und Rundfunk. Sine schwindelhoste Srstärvng des ReichSavsschusseS. Der Hugenbcrgjche Reichsaussihiiß veröffentlicht ein Lamento darüber, daß er nicht zum Rundfunk zugelassen sei, um sein Volksgehren zu begründen. Er bezieht diese Beschwerde auch auf die von der Deutschen Welle(DeutfchlanÄfendcr) veranstalteten Zwiegespräche über öffentlich« Fragen. Hierzu ist zu bemerken, daß die Leitung der Deutschen Welle und ihr Ueberwachungsausschuß stch sehr gründlich bemüht haben, die Herren des Ausschusses zu einer Auseinandersetzung über ihr Volksbegehren vor dem Sender zu veranlassen, und zwar in der Weif«, wie solche Diskussionen auf der„Deutschen Welle" immer geführt werden, daß nämlich ein Anhänger und ein Gegner des jeweiligen Distujsionsgegenstandes ihre Meinungen austauschen. Dies Bestreben ist aber bisher an der Haltung des Hugenberg- Ausschusses gescheitert. Wie bereits mitgeteilt, war sogar Herr Hugenberg persönlich zur Vertretung seines Standpunktes ein- geladen, er hat ober— seiner üblichen Kneiftaktit entsprechend— auch hier abgelehnt. Vordem war schon mit dem Hugenberg« Ausschuß verhandelt worden. Der Reichsausschuß„benannte" da- mals den Kappisten Bang als Redner. Herr Bang wurde jedoch wegen seiner persönlichen Hemmungslosigkeit, die ihn für den Rund- funk ungeeignet macht, vom Ueberwachungsausschuß abgelehnt. Es wurde aber beschlossen, den gewiß nicht sanftmütigen und Herrn Hugenberg sehr nahestehenden Abgeordneten Dr. Ouaatz um Uebernahme des Referates zu ersuchen. Herr Quatz zeigt« sich zu- nächst auch geneigt. Er wurde daraus zu einer Aussprache mit seinem Gegenpart, Abg. Georg Bernhard,«ingeladen, die einer ungefähren Festlegung der Aussprache dienen sollt«. Zu dieser Aus- sprach« konnte der Direktor der Deutschen Welle, Prof. Schubotz, wegen dringender dienstlicher Verhinderung persönlich nicht an- wesend sein.'Er hotte jodoch seinen Vertreter bestellt, und dieser war anwesend. Die Nichtanwesenheit des Prof. Schubotz genügte nun Herrn Ouaatz als Vorwand, wieder nach Haus« zu gehen und in einem unqualifizierbaren Schreiben an die Deutsche Well« jede weitere Tätigkeit abzulehnen. Di« Leitung der Deutschen Welle erwiderte den Brief, indem sie noch- mal» darlegte, daß die Besprechung sehr wohl auch ohne Professor Schubotz hätte stattfinden können, da st» ja erst in erster Linie der Aussprach« mit Herrn Bernhard dienen sollte und da außerdem Prof. Schubotz durch seinen amtlichen Stellvertreter hinreichend ersetzt war. Auf diesen Brief hat Herr Ouaatz überhaupt nicht mehr geantwortet. . Das ist die typische Kneifmethode der Leute, die m Lorausflcht des sicheren Mißerfolges nach Vorwänden angeln, stch zu drücken, um nachher sich beschweren zu können, daß man sie nicht heran, gelassen habe. Beamte und Volksbegehren. Sie wollen Ztochsniinister ins Zuchthaus sperren. Im„Berliner Tageblatt" wird mitgeteilt, daß sich in die Voreinzeichnungslist« zum Volksbegehren die u» Berlin wohnhaften Kammergerichtsrat Hans Beyer, Land» gerichtsrat Wittel und Reichsbantrat Lehmann eing«, zeichnet haben. Außerdem hat sich der bisherige Ministerialdirektor im preußischen Kultusministerium N e n tw i g, der am 1. Oktober ist den Ruhestand getreten ist, eingeschrieben. Rentwig muß sich danach noch vor seiner Pensionierung eingezeichnet haben. Sollten das alle aktiven Beamten sein, die sich in die Von- einzeichnungsiist««ingetragen haben und die R e i ch s m i n i st e r Äs Tröger der deutschen Außenpolitik ins Zuchthaus ge- I sperrt wissen wollen? In deutschnationalen Kreisen zir- kuliert jedenfalls das Gerücht, daß sich mehrere Reichsbankrät« und Landgerichtsräte, dazu zahlreich« Lehrer und Polizeibeamte b e» reits in die Loreinzeichnungsliste eingetrogen haben. Ein Kapitel für sich ist übrigens der Fall des preußischen Ministerialdirektors Rentwig. Dieser Mann hat, als er noch in Amt und Würden war, vor Loyalität gegenüber seinem Minister gestrotzt. Er hat vor der Republik förmlich gekatz. buckelt. Kaum hat er die Pforten des preußischen Kulwsministe- riums verlassen, da zeigt er sich in seiner ganzen reaktionären Gesinnung. Es fragt sich nur, was ihn mehr charakterisiert, feine„Loyalität" zu Amtszeiten oder die Offenbarung seiner wahren Gesinnung nach dem Abgang. Auiwori an den Hugenberg-Ausschuß. Geichs, nnenminister Severing läßt»hn ablaufen. Reichsminister Severing hat auf das vom Reichsausschuh für das deutsche Volksbegehren an ihn gerichtete und durch die Presse veröffentlichte Schreiben folgendes erwidert: „Auf Ihr Schreiben vom heutigen Tage erwidere ich, daß ich einen Auftrag zur Abhaltung von Haussuchungen und insbesondere zur Beschlagnahme von Werbemateriol für das Volksbegehren selbst- verständlich nicht erteilt habe. Meine Zuständigkeit beim Ber- bot des Stahlhelms beschränkt stch auf di« Erteilung der Zustimmung zu dem Berbot. Das Verbot selbst und die damit zusammenhängenden Maßnahmen hat entsprechend der gesetzlichen Verteilung der Zuständigkeit der Herr Preußische Mini st er desInnern angeordnet und durch die ihm unterstellten Behörden durchgeführt. Daß der Herr Major a. D. Heider dem Stahlhelm nicht angehören sollte, nimmt mich besonders deshalb wunder, well er neben dem Oberst a. D. Exner nach den Feststellungen der preußischen Polizei das Manöver geleitet hat, das den Grund für dos Verbot des Stahlhelms im Rheinland und West. falen gab. Weitere Einzelheiten der Verbotsdurchführung entziehen sich meiner Kenntnis. Ich mache Sie jedoch darauf aufmerksam, daß bei der Beschlagnahme von Schriftstücke« sowohl im gerichtlichen wie im polizeilichen Verfahren die Exekutivbeamten regelmäßig nicht an Ort und Stelle die einzelnen Schriftstücke genauer auf ihren Inhalt prüfen, sondern daß diese Prüfung im gerichtlichen Versahren dem dichter, im außergerichtlichen Verfahren den oberen Dienststellen vorbehalten ist. Bei diesem Versahren, das im Interesse der von der Haussuchung Betroffenen und zur Vermeidung von Indiskretionen angeroandt wird, kann es nicht ausbleiben, daß neben den gesuchten Schriftstücken' auch ander« Schriftstücke zunächst sichergestellt werden, die nach Prüfung wie im vorliegenden Fall« der Eigentümer alsbald wieder zurückerhält. Ich werde im übrigen Veranlassung nehmen, mich über die Einzelheiten des Falles amtlich unterrichten zu lassen. Da Sie Ihre Anfrage an mich der Presse zur Verfügung gestellt haben, darf ich anheimstellen, der Oeffentlichkeit auch von dieser Antwort Mitteilung zu machen.� Skandal bei der Marine. Omtschnationale Beamte und Angestellte unter Anklage. Kiel, 11. Oktober.(Eigenbericht.) Di« Kriminalpolizei hat festgestellt, daß aus dem Marin«> Sperrdepot feit Jahren von deutschnationalen Be- amlen und Angestellten Materialien Mitwendet und an Kieler Produktenhändler weiter verkauft worden sind. In einer ganzen Anzahl von Fällen kaufte die Marin«'die gestohlenen und verschobenen Waren später wieder zurück. Der Umsatz an diesen Waren beziffert sich auf etwa IlXXX») M. Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt gegen 30 Angestellt« und Beamte Anklag« zu erheben. Lueigebrunes Bombe. In der„Laadvolk�-Dersammlung geplatzt. Aus Rendsburg wird uns geschrieben: Am letzten Montag fand hier eine Vertrauensmännerversamm- lung des.Landvolkes" statt. Bisher wurde von den Führern der Landoolkbewegung die- Behaupwng oerbreitet, die Verhaftungen wegen der Bombenattentate seien zum größten Teil zu Unrecht erfolgt und die Attentate selbst wären bestellte Arbeit der Polizei. In dieser Versammlung waren etwa 2l)<1 Vertrauens- l c u t« aus allen Teilen der Provinz Schleswig-Holstein versammelt. Hier erklärte Rechtsanwalt Luetgebrune, der die Verteidigung einer großen Anzahl Verhafteter übernommen hat, sehr ernst und eindringlich, es stünde leider fest, daß ein großer Teil der verhafteten Führer der Landoolkbewegung durch Geständnis überführt wäre, an den Attentaten beteiligt zu fein. Der Angeklagte Klaus Heim wäre sehr schwer belastet. Die Landoolkbewegung wäre dadurch diskredi- tiert, daß in der Redaktion der Landvolkzeitung dem Redakteur Johnson die Höllenmaschine übergeben wurde, mit der er das Attentat auf das Landratsamt in Itzehoe ausführt«. Diese Ausführungen wirkten auf die blindfonotischen Bauern niederschmetternd wie«in« Bombe. Di« Bauern hotten fest an die Lügenmeldungen ihres Blattes geglaubt. Selbst ihr Führer Hamkens, der bekannllich wegen dieser Attentate oerhaftet, aber wieder freigelassen worden war. konnte mit seinen Aus- führungen ihr« Bestürzung nicht hemmen. Viele der Erschienenen erklärten, sie wollten mit einer Bewegung, die sich derartig mit Verbrechern eingelassen Hab«, nichts mehr zu tun Hadem Bor der Rede Luetgebrune« wurde bekanntgegeben, daß bisher ISO Aktten zu je 1000 M. für die Landvvlkzeitung abgefetzt und zu je ein Viertel angezahlt worden seien. Unter den Zeichnern wurden Landwirte genannt, bei denen die Steuern im vergangenen Jahre zwangsweise hatten eingetrieben werden müssen. Da die Druckerei der Landvolkzeitung sich im Privatbesitz von Pramor in Itzehoe befindet, besteht da«„Vermögen" der „Aktiengesellschaft" nur aus der Redaktionseinrichtung! Außer dem. Bombenwerfen verstehen die Macher also noch da» Aktienfabri zieren!_ Blutschande. Die Regelung im neuen Strafrecht. Der Ettafgesetzousschuß des Reichstags oerabschiedet« am Frei» tag nach kurzer Beratung Z 289, der die Nötigung Abhängiger zum Beischlaf betrifft, in folgender Fassung: „Wer eine Person unter ZNißbranch ihrer durch ein Dienst- oder Arbeilsverhältni« begründeten Abhängigkeit zum außerehelichen Beischlaf nSligt, wird mit Gesängui» bestraft Der versuch ist firasbac. Ebenso wird bestraft, wer eine Istinderjährige unter Mißbrauch dieser Abhängigkeil nötigt(ich zur Unzucht mißbrauchen zu lassen." Alsdann beriet der Ausschuß Z 290 des Entwurfs, der wegen Blutschande Zuchthausstrafe demjenigen androht, der mit einem Verwandten absteigender Linie den Beischlaf vollzieht und Sefäng- nis bis zu zwei Jahren vorsieht für denjenigen, d»r mit einem Ber- wandten aussteigender Linie den Beischlaf vollzieht. Abg. Scheiter(Z.) wünschte die Annahme dieses Para- graphen, da in den verschiedenen vom§ 290 betroffenen Fällen Verbrechen gegen das Rechtsgut der Sittenreinheit der Familie vorliege. Abg. Moslowski(Komm.) verlangt die Streichung de» ganzen Paragraphen. Abg. R o s e n f e l d(Soz.) begründete den sozialdemokratischen Antrag, der bei Verwandten zwischen auf. und absteigender Linie nur die Verwandten aufsteigender Linie(Eltern usw.) bestraft wissen will, und bei einem Verkehr zwischen Geschwistern überhaupt keine Stro'e wünscht. Der Grund für die Bestrafung der Blutschande liege in dem Mißbrauch des Autoritätsoerhältnisses bei gewissen Verwondtschaftsoerhältnissen, davon könne aber zwischen G e- schwistern nicht die Rede sein. Ob au, biologischen Gründen Verkehr zwischen Geschwistern strafbar sein müsse, sei äußerst zweiselhafl. Sowohl die Bereinigung sehr stark verschiedener Erbmassen unterlieg« groben Entartungen wie auch die fortgesetzte Paarung erbärmlicher Individien. Bei dem Zusammenkommen un- gleichwertiger Erbeinheiten, das zu großem Unheil führen könne, denke niemand an Bestrafung, also sei auch bei Geschwistern ein biologischer Grund zur Bestrafung nicht ohne weiteres ersichtlich. Es komme doch häufig vor, daß Eltern sich zusammenfinden, die nicht frei von allen krankhaften Erbanlagen seien. Der Staat denke da an ein Einschreiten gewiß nicht. Di« Geschichte liefere z. B. bei den ägyptische« Pharaonen, in deren Familien die Bruder-Schwester- Eh« nach dem Beisrnel von Isis und Osires Tradition gewesen sei, den Beweis, daß Inzucht nicht notwendigen Schaden hervorrufe. Wenn als Grund für die Bestrafung des Verkehrs zwischen Ge> schwistern angeführt werde, daß der Staat für die S i t t e n r« i n- heit der. Familie zu sorgen Hab«, so müßte der Staat erst ein- mal für menschenwürdiG«»»h»»erhSltnisse gesorgt Die Sklarek-Hetze. .Sachte, sachte! Mir scheint, die Herren haben selber gerade vreck genug am Stecken!� Trotzki unterwirst fich. Das Ende der Lintsopposition. Erst kürzlich berichteten wir über«inen Bruch, der sich zwischen Trotzki und der Mehrheit seiner übrigen deutschen Anhänger unter Führung von U r b o h n s vollzogen hatte. Die„Fahne des Kommunismus", das Organ der Urbahns-Gruppe, berichtet nun auf vielen enggedruckten Seiten über die Gründe dieses Kon- fliktes. Sie veröffentlicht ein« Anzahl von Dokumenten, aus denen sich klar ergibt, daß die letzten Rebellen der russischen Links- opposition, einschließlich ihres Häuptlings Trotzki, vor Stalin förmlich kapituliert haben. Es handelt sich zunächst um eine Erklärung von R a k a m s k i. Cossior und Olentschawa vom 22. August an das Zentral- komitee der russischen Kommunistischen Partei. Darin wird die „rechte Gefahr" als die unmittelbare Gefahr sür die Bolschewistische Partei bezeichnet. Di« wichtigst« Aufgabe des Bolschewis- mus sei jetzt der Kampf gegen das Kulakentum(gegen die Großbauern), den die.linke Opposition stets gefordert habe. Die noch vorhandenen Differenzen könnten das Wegbleiben der Linken aus den Reihen der Partei nicht länger rechtferttgen. Die Verfasser erklären daher ihre Bereitwilligkeit, sich„von den srak- iionellen Methoden des Kampfes l o s z u s a g en" und sich„ganz und gar dem Part«statut und der P a rt e i d i s z i p l i n zu unterwerfen". Diesem Schreiben hatten sich bis Ansang September „400 Oppasitionejlle aus 8ö Konzentrations- lagern(!) angeschlossen". In einem aus Konstanttnopel vom 2Z. September datierten Brief an Rakowski und Genossen hat sich nunmehr a u ch T r o tz k i mit diesem Schritt solidarisch erklärt. Dies bedeutet— vorausgesetzt, daß Stalin diese Kapitulation ebenso wohlwollend zur Kenntnis nimmt, wie er es in den früheren Fäll«» Sinowjew, Radek, Smilga, Probaschenski usw. getan hat— das Ende der Trotzki st«n-Rebellion. Nach verhältnismäßig langer Zeit sind„die letzten Mohikaner" unter den Gegnern Stalins auf der L i n k e n zu Kreuze gekroch-?». Kein Wunder, wenn man bedenkt, mit welchen rücksichlslosen, ja grausamen Mitteln sie verfolgt und mürbe gemacht wurden. Allein die von der„Fahne des Kommunismus" so ganz nebenbei erwähiue Feststellung, daß„400 Oppositionelle aus 85 verschiedenen Konzentrationslagern" sich diesem Schnitt Rakowskis und Genossen angeschlossen haben, spricht Bände. Es ist mensch! ich begreiflich, daß die verfolgten und verbannten Rebeven vor dein tragischen Ende eines Joffe schließlich doch zurückgeschreckt sind. Ihnen bot der erbitterte Kampf, den Stalin neuerdings gegen die agrarfreundliche Recht« führt, den gegebenen Borwand zu dieser Kapitulation: sie können sich ja schließlich darauf berufen, daß es ihre eigenen Ideen der Bekämpfung des Kulaken» tu ms und des oerschärften Industrialisierungs» t e m p o s sind, die Stalin neuerdings gegen Bucharin. Tomski und die übrigen Exponenten des rechten Flügels ins Feld führt. Trotzki und Rakowski bieten gewissermaßen Stalin ihre Hilfe.zur Bersol. gung der Rechten an, nachdem sie bisher selber grausam verfolgt wurden. Die langatmigen und langweiligen theoretischen Darlegun-» gen, mit denen sie ihre Unterwerfung begründen, vermögen diesen tragikomischen Tatbestand nicht zu verschleiern. Es bleibt abzuwarten, wie Stalin auf dieses Unterwerfungs» angebot reagieren wird. Er dürste zwischen seinem noch ungestill» ten Rachedurst und seiner Angst vor den Bauern schwanken, gegen die ihm jede Hilfe wertvoll sein dürfte. Daß die Mehrheit des deutschen„Lenin-Bundes" unt-r Führung des dickschädeligen U r b o h n s nicht mitmacht, ist völlig belanglos. Eine Minderheit mit G r y l« wicz hat sich bereits dem Schritt Trotzkis und Rakowskis angeschlossen. haben, denn dies« seien die Houptursache für solchen Berkehr zwischen Geschwistern. Häusig beschäftigten die Gerichte Fäll«, in denen nur infolge de» zusammengedrängten Lebens der Eltern mit erwachsenen Kindern in einen Raum Verkehr zwischen Geschwistern vorgekommen sei. Solange nicht die Wohnverhältnisse sich gebessert hätten, müsse man jedenfalls von Strafbarkett absehen. Bei der Abstimmung wurden die sozialdemokralischen Anträge abgelehnt die Bestimmungen des Z 290 nach dem Entwurf ange- nommen. Rur ein sozialdemokratischer Antrag, der die höchstzulässige Zuchthausstrafe von 10 auf 5 Iahren herabsetzen wollte, wurde angenommen, dabei enthielten sich sonderbarerweise die Kommunisten der Abstimmung, obwohl sie vorher für die Streichung des ganzen Paragraphen gestimmt hatten. Schließlich wurde ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, der wenigstens für Derwandte, die zurzeit der Tat noch jugendlich sind, Straffreiheit vorsieht. 3n§ 291 des Entwurf«, der Zuchthausstrafe bis zu 5 Zahren denjenigen androht, der abgeseheu von den Fällen des 8 290 mit einem minderjährigen verwandten absteigender Linie Unzucht treibt Abg. Warum(Soz.) begründete einen Antrag auf Streichung des Paragraphen, indem er darauf hinwies, daß diese Strofbe- ftimmung dahin führen würde, daß der Staatsanwatt und Polizei sich mit den intimen Beziehungen zwischen Vater und Tochter be- schästtgen würde. Das würde zu einer unerträglichen Schnüffelei führen. Schtießlich würde die Bestrafung eines Vaters davon ab- hängen, daß geprüft werde, ob irgendeine Berührung der Tochter auf väterliche Liebe oder Wollust zurück.zuführen sei. Jede Zärtlich- kvit de« Vaters würde dann zu einer Bestrafung wegen unzüchtiger Handlung führen. Bisher sei man ohne diese Strafbestimmung aus- gekommen und es fei nicht einzusehen, warum sie notwendig sei. Nach längerer Beratung wurde die Sitzung abgebrochen und auf Dienstag vertagt. Lm Kamps um die Reichsbahn. Einheitsfront der Eisenbahner. Was für die Verkehrspolitik und das Schicksal der deutschen Eisenbahn bei der Neuregelung des Reichsbahngesetzes auf dem Spiel« steht, haben der ADGB. und die freigewertschaftlich organi- sierten Eisenbahnerverbände bereits im Juli in einer Eingabe an die Reichsregierung zum Ausdruck gebracht. Die Denkschrift der freigewerkschaftlichen Eisenbahner gipfelte m der Forderung, dem Deuffchen Reich die verkehrspoliliische Führung zurückzugeben und die Reichsbahn wieder zu einem gemeinwirffchastlichen Unternehmen auszubauen, da« allein volkswirtschaftlichen Interesse« dient Jetzt haben auch sämtliche nicht f r e i g e w e r k s ch a f t, l i ch organisierten Eisenbahnerverbände mobilgemacht und in einer Kundgebung zu der bevorstehenden Reform des Reichsbahngesetzes Stellung genommen. In dieser Kundgebung kam mit erfrischende? Deutlichkeit zum Ausdruck, daß auch die christlichen und Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften jede Herrschast des Privatkapitals bei der Reichsbahn auf das schärffte bekämpfen. Der Vorsitzende des Zentralgewerkschaftsbundes Deutscher Reichsbahnbeamter, Wieg, der in längeren Ausführungen das ganze Roichsbähnproblem behandelte, wandte sich sehr scharf gegen den bekannten Brief des Reichsbankpräsidenten Schacht an Owen Poung, bei dem man das Gefühl nicht loswerde, daß geheim« Kräfte am Werke seien, den Willen der Reichsregierung und der Bolksvertretung zu durchkreuzen. Offen- bar wollen gewisse kapitalistische Kreise das Reichsbahnunternehmen eigennützigen Interessen dienstbar machen. Behäll die Reichsbahn den Charakter einer privaten, vom Reich unabhängigen Gesellschaft sc würde der Berussstand der Eisenbahner schwersten Schoden leiden. Es würde dann eine gewisse Oberschicht kettender Beamter von dem Willen eines Derwaltungsrats abhängig, der sich Haupt- sächlich gewissen Kapitalskrästen verpflichtet fühlt. Zum Schluß betonte der Redner nochmals die Forderung, daß der Einfluß des Reiches auf das wichtigste Unternehmen für den deutschen Staat und die deutsche Volkswirtschaft unbedingt gestärkt werden müsse. Die Stellungnahme der nicht freigewerkschaftlich organisierten Eisenbahnerverbänd«, die sich wirtschaftspolitisch weitgehend mit den Forderungen der freien Gewerkschaften deckt, kann mit Befriedi- gung verzeichnet werden. Di« großkapttalistischen Kreise aber, d>« jetzt den Zeitpunkt für gekommen erachten, sich die Reichsbahn dienstbar zu machen, müssen mit dem einheitlichen Widersta-� sämtlicher Eisenbahnerverbände rechnen. Der deuffche Kommunist Leo Günther und sein englischer G?- smnungsgenosse Charles Lust, die an einer Tagung der kommunisti- schen Jugend Frankreichs in Paris teilgenommen hatten, wurden von der französischen Polizei verhaftet. Günther, der dem Zentral- komitee der deutschen kommunistischen Iugendverbände angehört, hatte keinerlei Ausweispapiere bei sich. Güncher und Lust werden in den nächsten Tagen von der Polizei per Schub in ihre Heimat- ländcr zurückb«fördert werden. Unser neuer Roman. Abenteuerliche Menschen, abenteuerliche Sitten, abenteuerliche Vorgänge. Halbasien. Mal was anderes. Und, wie wir hoffen, nichts Schlechtes. Johann Komaromi, der als der begabteste Dichter des jungen Ungarn gilt, hat den lllc"— geschrieben. Sonnab, 12. ia Stiats-Oper Unter d. Linden A.-V. 218 IV/» Uhr Hditilu Staats-Oper Am Pl-d-Republ. R.-S. 171 20 Uhr jphigenie autlaurls Sonnab, 12. 10. Stadl Oper Bismarckstr Turnus III 19'� Uhr Die ZauHte StaatLSitaospb. U) Besdvnunmarkl A. V. 1« 20 Uhr Ein besserer Herr Stsatl.SehiUer-Tlieater.Charltb. 20 Uhi Der RaalfflaoavaDVeDedlg SjOTQ TIH. 2 luiML •«V, Ar I lutamn BS! Uaitit mwi frei«: «Kttnip i Ar H PI. Ht I M TW.*•. taat i Ar 1 kbl ant Ctarll» ftlnl. 3 WhlrMnA. Lang Tuk San m. plAza TSgl.» a.•" J samLis«.«» | Alu. e. 4.«066 INTERNAT. VARIETE - GROSSES SCHaUSPIELHIüS Sonntag, 20. Okt ElnnaUga FnotautfBkrung: Vor Sonnenaufgang. Ab 1 A Oktober tSgUeh 8-- Uhr: Die leichte Jsabell. bietet müssen IRKAUF, ie nutzen: Vb- V: 2''- M•■■ x-> ! Renaissance-Theater Täglich»-/. Uhr STEMPELBRUDER Schauspiel von Doschlnsky. Regle: Gust. Härtung. stoinolaa C 1. 0801 a. 2583,8t. cus SCH Tlgllcb S Uhr Sonnabend« and Saantag«»tk aaebm. 3 Ubr. Heute lonnolienil nachmittags S Uhr: ! Das ganzo Abendprogramm bei ermaBigtenPrelaan [ fOr Erwachsen* u. Kinderl Nachm. 3 II., lowlb abds. 8 U.: 1-SämtiUhe Attraktionen n B«lchshallen>Th«alar Aheada[T] Sonntag nartim.[T| Des großen Andrangs wegen Immer noch das Fest-Prooramm nittar ulkigen Schluss-ReTue »Beide Stetfilier' Billettbest Zentrum 112 63. 'Dönhoff- Brottl: Varlok»— Tanx— Konzort. Damen- Kleid aas Trtcot chanaease r J im U; fi G TSest.saRoiu.Tsr Kottbusser Str. 6 TSgl.(Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U. Eiue- sanßer Der doppelte ilvlel.Ein Welt- re;ord d. Lach.* Planelarliun — am Zoe— Virlln. Sinti B.S Barbarossa SS78 I6V« L'hr Harbot- o bände am Stornan- hiaimal 18V» Uhr Bio aa dl. Oranzen der Walt 20'/, Uhr Ritoel da* Stanwaliobtaa Tägl.außer Montags u. AUttw. Erwachs. I Mk, Kinder 50 PI. Mittw.; Erwachsene 50 PL Kinder 25 PL EINIGE BEISPIELE; Dnmen-Strümpfß-r— f-50„ Damen-Handschuhe�dS. Dnmen-Filzhut—--s I90 I Domen Sdildpfer�.. I90 i Domßn-ltnchtlißmd—„.l90 Lumberlah � 285 Nfidchen-Kleid 285 LoMonSßnschuhß—c675 R °»s t'.rv. Mi v.-.hom'A' WM IliOtld V./ vT*V Fi/R<_>JP� BIlllO CUT W1 Ediien Bienenhonig versende Ich Infolge reicher Ernte solange Vorrat reicht zu folgenden Preisen: 10 Pfd. Poateimer.... hl. 15,80 5....... 8,00 Nachnahme frei Haus Bei Nichtgefallen wird Ware rurOckgenommen O.EIImaorer.TDtfllrgen-Dalfemlal 085 Württemberg. IM ALLEM£ TA DT TEIL EN ßeBttmet meatei D.I. Norden 12310 6U- Ende gegen II Die FledermaBS Musik v.|oh. Strauß. Regie-, viax Reinhardt. Musik. Einrichtung e. W. Korngolü. Aussta tg l_ Kainet •— öbDOlao—- nachm 3>» Uhr Die Fledermaus in-l. Abendbesctx Kleiner, Kammerspicle D T Norden 12 310 S'.vEnde gesjen 101? Oer III Komödie von C�rßliiv und Spitze i Keeie: C»ai.ra( Orüudgens Die Komödie jl Bismck.2414/7516 5' 4 Cbr Ende geg. IC1� Uhr lwiperlsge Komödie vjii Georg Kaiser Regie Erich Engel Tri8iiflü-Th.M$r Täglich SV» Uhr Dst ui Lusisplelerlol Das 1(2 vi iiü doch alie Tags vor So.«, Stg. 2' Aschenbrödel Sonn rag 5 Uhr gut una billigt Nur Bross- Berlin Alaacanr. Roberl Klelr Deulsebes XOnstler-Theal Barbarossa 3937 SV. Uhr Die andereSeile BerilDir Theater )önhoffl70 SV, U. Zwei Krawallen von Georg Kaiser Musik Spolianskv Baraowsky Thaatar in dar KBnlggrltzar StraS. 8V» Uhr Hannibalante portas Komödlanhaua Täglich 8V> Uhr Itrinhyi Snppee siDdiliebeiteD Lustspiel von Juli u s Berstl Netropol-Tb. Ttglich 8>f« Uhr Lebhr dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz» Richard Tauber Kleioes Tbeat. Merkur 1624 Täglich SV, Uhr Max Adalbert als Nnnle am Flügel Rudolf Nelson Eröffnunq: HockescherMarlcft Üjg&ndZaibriJbaiicrro 6ezil8r i r k e n. Aber interessierte Kreise melden sich, wenn es gilt, z. S. gegen städtische Abgaben und Steuern, gegen Strahen- repsrol'.'ren. llnterarundbahnbau und ähnliche Rotwendigkeiten zu protegieren und über Schädigung zu klagen. Jeder Einwohner der Stadt sollte sich um die kommunalen Arbeiten kümmern. Wichtig ist cs z. V., mo und wie die neuen Wohnhäuser in der Stadt gebaut werden. Verlangen mutz man, daß für diese Sied- lungsbautcn gute Verkehrsmittel geschaffen werden. 54 Pro-, der Bevölkerung sind erwerbstätig. Sic olle haben ein Interesse daran, daß ihnen nicht dir Freizeit durch lange Wege und Fahrten oerkürzt wird. Alle Einwohner der Stadt geht es auch rn. ab wir billige Fahrpreise haben, und auch das, ob die Gas-, Wasser- und Elcktrizitätspreise niedrig sind. Noch viel mehr wird jede Familie vor» der Gestaltung der sozialen Verhältnisse berührt. Schule, Wohlfahrt, Ge° sundheitswesen gehören zu den großen Aufgaben der Stadt. Haß betonte wiederholt, daß jeder Wahlberechtigte sich Klarheit über die Kommunalpolitik verschaffen müßte. Oer 42. November, ein Großwahltag. Zu wählen sind am 17. November nicht nur in Berlin ??o Stadtverordnete und 78K Bezirksverordnete, sondern alle Ge- rnondeparlamcntc in ganz Preußen, Sachsen, kiesfen, Boyern, des- gleichen die Kreistage und die Provinziallandtage. An Reichstags- wohlen beteiligen sich fast immer über 80 Proz. der Wohlberech- ttgten. Bei Kommunalwahlen sehen wir sehr viel ge- ringere Beteiligungen, an manchen Orten nur 20 Proz. und darunter. An den Berliner Konimunalwahlen beteiligten sich 1921 SS Proz. und 192 S 83 Proz. In 1925 hoben 37 Proz., 1 082 000 Wahlberechtigte, ihr Wahlrecht nicht ausgeübt! Da» erklärt sich hauptsächlich aus Gieichgültigkeit. Bei vielen mag auch mitsprechen, daß Berlins Stadtparlament nicht gerade einen guten Ruf Hot. Aber daß hier zu wenig gearbeitet wird, trifft nicht zu. Unsere Stadtverordneten- rersannnlung gehört zu den arbeitsreichsten Deutschlands. In den vier Jahren 1925 bis 1929 hat sie über 3000 Perhandlungsgegen- stände(Vorlagen des Magistrats und Anträge der Parteien) zu verhandeln gehabt. Sie hat weitgehende Aus- und Aufbauarbeit geleistet, die natürlich auch bedeutende Geldmittel erfordert«. Um- fassende Kenntnisse und volle Hingabe werden von einem Stadt- verordneten verlangt. Wer als Konnnunalpolitiker ernsthaft und erfolgreich mitarbeiten will, muß viel Zeit und Mühe aufwenden. Die diesjährige Stadtverordnetenwahl hat eine besonder« Bedeutung, weil in der Arbeitsperiod« des neuen Stadtparloments und der neuen Bezirksporlamentc der Magistrat und die Bezirksämter durch Wahlen neu zusammengesetzt werden. Von den Parteien in der Stadtoerordnctenver- sammlung ist die größte die Sozialdemokratische Partei mit 73 Mandaten, dann folgen Deutschnationol« mit 47 Mandaten, Kommunisten mit 43, Demokraten mit 2l, Deutsche Volkspartei mit 14, Wirtschaftspartei mit 10, Zentrum mit 8, Deutschvölkische und Deutschsoziale mit je 3, Evangelischer Gemein- fchaftsbund mit 2, Unabhängig« mit 1 Mandat. Da für die Mehr- best im Stadtparlament 113 Stimmen erforderlich sind, müssen bei jeder Abstimmung Parteien sich zusammenfinden. In den letzten vier Iahren sind die Entscheidungen mit wechselnden Mehr- heilen geschaffen worden. Die Linksmehrhcit besteht aus 73 So- zioldemokraten und 43 Kommunisten. Sie fand sich besonders bei sozialistischen Entscheidungen zusammen. Die zweite Mehrheit besteht aus 73 Sozialdemokraten, 2l Demokraten, 14 Volkspartcilern und 8 Zentrumsocrtrctern. Sic wird„Große Koalition" genannt und ist die E t a t m c h r h c i t, die in den letzten vier Iahren den Stadthaushalt beschloß, während Deutschnationale, Kommu- nisten und Wirtschafrsportci ihm die Zustimmung versagten. Diese Etotmehrheit Hot auch die großen Gesetze und Vorlagen ver- abschiedet, so über die Finanzpolitik, die Bcsoldungsordnung, den Zusammenschluß der Berkehrsgesellschasten und die Tarispolitik der Werke und Gesellschaften. Eine Bcrständigung zwischen diesen Par- feien mar nicht immer leicht. In den 20 Bezirksversamm- lungen sind vertreten: Die Sozialdemokraten mit 251 Mandaten, Klmrmunisten mit 147, Demokraten mit 77, dos Zentrum mit 21, Deutsche Volkspartei mit 49, Wirtschaftler mit 32, Deulschnationale mit 181, Völkische mit 4, allgemeiner Mischmasch mit 8 Mandaten. Es läßt sich noch nicht voraussagen, welche Problem« und welche Beschlüsse der städtischen Körperschaften im Wahlkampf eine Hauptrolle spielen werden. Die Einheitsgemeindc Groß-Pcrlin wird nicht mehr heiß umstritten sein. Die Los-von- Berlin-Bcwegung ist verstummt. Gerade die dissentierenden Bor- orte haben die größten Vorteile von dem Zusammenschluß gehabt Dagegen wird die Vcrwaltungssorm der Stadt Gegen- stand der Erörterung sein. Die städtischen Körperschaften haben, soweit es möglich war, durch Ortsgesetze und Satzungen die innere Organisation der Stadt selbst bestimmt. Dabei sind die Interessen- gegensätze sehr weitgehend ausgeglichen worden. Rlcht olle Ange- legenheilen einer Ivcllstadt können durch zentrale Verwaltung er- lcdigt werden. Gestritten wird nur um das Maß der Selbständig. keil, die den Bezirken zu gewähren ist. Die Finanzhohelt muß der Zentrale verbleiben und kann nie aus die Bezirke übergehen, die ja von verschiedener Größe und nicht gleicher Zusammeuseßung find. Durch die Finanzhoheit der Zentrale wird der innere Lasten- ausgleich zwischen den reichen Bezirken des Westens und den pralc- tarischen des Nordens und Ostens herbeigeführt. Dagegen wi>d jeder Kommunalpolitiker den Bezirken die Berwattung überlassen und ihnen auch die Initiative für neu zu Schaffendes zubilligen. Hier tarrn weitgehende Selbständigkeit ohne Schaden für das große Berlin gewährt werden. Das ist sogar nötig, denn die Zentrale ist schon stark in Anspruch genommen durch die grundsätzlichen Aus- gaben, die von allen Seiten immer mehr auf sie einstürmen. In einigen Iahren dürfte nach den gesammelten Erfahrungen der Landtag das Gesetz Groß. Berlin ändern. Für die Stadt am günstigsten wäre die Vollmacht zu Aenderungcn, die eine nicht zu teure Verwaltung schaffen und doch die. lebendige Ver- bindung zwischen Stadtlcitung und Bevölkerung herstellen. Bei der Stodtvcrordnctenwahl ist leider keine Entscheidung möglich, die volle Selbstverwaltung der Stadt herbeizuführen. Hier ist Berlin in der Kaiserzeit immer stiefmütterlich behandelt worden. Auch jetzt klagen die Stadtvöier immer wieder über den ungerechten Finanzausgleich zwischen Reich, Staat und Gemeinden. Die Staat sm'ssichl und unwürdige Bevormundung ist ein lln- recht gegen die Stadt Berlin. Daß Berlin immer nach der Slädleordnong von 1S5Z untersteht, entspricht nicht mehr der Sladtgröße nnd den Zeltverhältnissen. Berlin gebührt die Stellung eines Stadtstaates, wie Hamburg es ist. Die Mittel, die Berlin dann aus Ueberweifungssteuern erhielt«, reichten aus, die sozialen und kulturellen Aufgaben zu erfüllen und auch die Wohnungsnot zu lindern. Berlin- Lichierfelde- Machnower Schleuse Das praktische Ineinandergreisen der Straßenbahnlinien gestattet einen sehr schönen Ausslug nach der Machnowcr Sch eüse unter Benutzung eines Fahrscheins für 20 Pf. auszu- führen. Er ist um so wertvoller,. als er mit leichter Mühe in schöne Waldspaziergänge ausklingen kann, die jetzt bei dem kühleren Wetter großen Genuß gewähren. Nach Lichter- f e l d c(Bahnhof O st) führen zwei Linien: die 98 von der Bchrenstraßc aus und die 58, die von Pankow herkommt. Für den äußeren Westen kommt noch die vorbeisührcnde Linie 42 in Be- tracht, die. von Steglitz kommend, die wichtige Verbindung zwischen den beiden Bahnhöfen von Lichterselde darstellt. Von Bahnhof Ost führt nun die Linie 100 über Teltow nach der Machnower Schleuse. An der Strecke wird fleißig an der Fertigstellung des zweiten Gleises gearbeitet, aber ist erst mal das Dorf Klein- Machnow erreicht, so ist auch die Romantik des märtischen Waldes da. Und das- Bild der Schleuse selbst wirkt stets von neuem mit unwiderstehlicher Gewalt. Es sitzt sich gut auf den etwas teuren Stühlen des Schleusengartens— wo der schwarz- weißrote Automobilklub sein Wappenschild heraushängt, spielen die Arbeitergroschcn keine Rolle—, aber man kann auch„gratis" das Schauspiel der sich hebenden und senkenden Tore der zwei Schleusen- kammern von hoch oben(von der Brücke) genießen. Aber schließlich reißt man sich doch los und es geht hinein in den Wald. Ein Spaziergang links nach Kohlhasenbrück. rechts nach W a n n s e c mis Rcbcnpfadcn einer geteerten Chanssee. Hat man den oltchi würdigen Königsweg erreicht, so bemerkt man bald schöne Eichen, deren Fuß von Mauerwerk umgeben ist: an dieser Stelle wurde die Chaussee erhöht, und um den Bäumen die alte Luft zu lassen, wurde ihr Fuß ummauert. Auf diese angenehme Episode folgt aber bald das die Ohren marternde Krachen d-r „Handfeuerwaffen" in der bekannten„Versuchsanstalt"— man bs- greift den Unwillen der Wannseebewohner über diese dauernde Ruhestörung. Der Wanderer oergißt sie freilich schnell beim Anblick des immer in Anmut dem Blicke sich darbietenden Sees. uondJV\/\oms}Vffu<•« jb W C&uo/amUngxxnscAan n CUexaricieri*onS6u£ßr*/ia»R>ofL * 1- Mdine Großmutter kam ängstlich aus dem Vorhaus herein. ..Sie haben sich schon wieder geprügelt, irgendwo. Heilige Muttsr, erbarme dich unser!" Aus der Richtung der kleinen Brücke erscholl Pferde- getrappel. Ihr Wagen bog gerade in den Hof ein. Sie saßen darauf zu dritt: Mein Großvater, der Oberkosak, dann sein Schwiegersohn namens Georg Vajda. der erster Schafmeister all�r Herden war, die sich in den Wäldern von Lazony vor- fanden und— mein Vater. Sie sangen ein an Kriegsgesänge gemahnendes Lied und mein Großvater jodelte mitunter da- zwischen. Meine Großmutter stand in der Mitte des Zimmers und wahrend sie die. Hände faltete, flössen Tränen über ihr vie'gnwachtes Gesicht: ...Man wird sie noch einmal irgendwo erschlagen.. Von draußen vernahm ich die Stimme meines Droh- va ers. wie er dem Kutscherburschen aufgebracht zurief: „Spanne die Pferde aus, du!" Dann ging er auf das Haus zu. Im nächsten Augenblick trat er in das Zimmer , Na, die haben ihre Gebühr bekommen!" Er r ß die Lammfellmütze vom Kopf und schleuderte sie auf das Bett. Auf seinem Halse, der voller Falten war, wie d-r Hals eines Geiers, leuchtet? eine frische Schlagwunde, sein Hemd war zersetzt. Er sah sich um, schnaubie zwei, dreimal und blieb mit gespreizten Beinen in der Mitte des Zimmers stehen. Jetzt erblickte er meine Großmutter, die still trauernd in der Kaminecke kauerte. Er rief sie an: ..Was soll diese Miene, he?" Großmutter stand auf und flüchtete erschrocken ins Vor- hv.ia Der Oberkosac blieb weiter in der Mute des Zimmers mit gespreizten Beinen. Seine gebogene Schnabelnase hob sich scharf van der Fensterscheibe ab, auf der schon das kranke Grau der Dämmerung lag. Sein Haar hing ihm über die Ohren. Plötzlich griff er in seine Mähne: „Hü. wie mich der Zorn schüttelt!" Da trat Georg Vajda ein. mit dröhnenden Stiefeln. Seine Schultern waren so breit, daß er nur seitwärts zur Türe hereinkonnte. Auf seinein Bauche baumelte ein kupser- beschlagener Geldgürtel. Ihm folgte mein Vater, der ein.ge- drungener, niedriger Mann war, aber mit Beinen wie Säulen. Der Oberkosak rief begeistert „Na, Kinder, die Kosaken haben nicht zu ihrer Schande gearbeitet! Wie wir gerauft haben, Herrgott nochmal! Acht Wagen voll Ungarn und zwölf Wagen Slowaken blieben halb tot auf dem Plan! Ich bin zufrieden, Kosaken! Darauf wollen wir trinken..." Georg Vajda und mein Vater ließen sich beim Tisch nieder. Der Oberkosak begann das Zimmer zu durchforschen: Wahrscheinlich suchte er etwas. Dann rief er hinaus: „He. Frau, wo ist der Schnaps?" Großmutter öffnete die Türe, aber nur halb. Sie blieb auf der Schwelle stehen: „Der Jude sagte, daß er nichts mehr pumpt.. „So, das sagte er?" lachte der Oberkosak und in seinem Lachen war hohes Selbstvertrauen und unerhörter Spott. „Habt ihr's gehört. Kinder? Diese Kretze hat es gewagt, zu erklären, daß sie nichts mehr pumpt. Die Läuse sollen seinen Bart fressen!" Er blickte jäh auf Großmutter. Und es schien ihm etwas «inzufallen, denn er fuhr sie rauh an: „Halt die Klapp« und lüge mir da nichts vor! Wo ist die Schnapsflasche? Gestern, als wir zur Hochzeit fuhren, blieb eine Flasche zurück. Wo ist der Schnaps?" Meine Großmutter wandte sich um und verschwand laut- los weinend im Hinterhause. Als sie wiederkehrte, brachte sie die Fhasche unter ihrer Schürze. Sie stellte sie auf den Tisch und ging hinaus. Sie trat auf den Fußspitzen auf. Das tat sie immer, wenn die Kosaken sehr zornig waren. Der Oberkosak nahm den Liter und goß ein. Er warf sich stolz in die Brust: „Himmel, diese acht Wogen Ungarn und jene zwölf Wagen Slowaken sehen jetzt gut ans!?lber es geschieht ihnen recht, den Großmäulern. Weshalb haben sie mit uns ange- bunden?" Er trank. Nach ihm trank Georg Vajda. Nach diesem mein Vater. Ich hatte mich in die Kaminecke zurückgezogen. Der Ober- kosak bemerkte mich: „Her mit dir, Bengel! Trink!" Er riß mich an sich und steckte mir die Flasche in den Mund. Das Getränk war bitter und mir schwindelte davon. Ich schüttelte mich. Der Oberkosak hieb mir lächelnd auf die Schulter: „Hör zu, Kerl! Wir Kosaken haben heut nachmittag ein halbes Dorf verprügelt. Wir, zu dritt! Aber weshalb sind sie uns auch nicht ausgewichen?" fragte er gleichsam sich selbst.„Sie starben alle, es geschah ihnen recht du, Kerl", er maß mich von oben bis unten,„hör jetzt zu, denn wenn du größer bist und nicht so raufen wirst, wie dein Vater und dein Großvater, dann dreh ich dir lieber gleich den Kragen um! Verstanden?" „Jawohl, Großvater." Sie tranken wieder. Mein Vater schwieg vor sich hin. Georg Vajda bemerkt«: „Möglich, daß die Gendarmen uns holen kommen." Der Oberkosak lachte grell auf: „Uns holen kommen? Sie mögen's probieren! Aber Georg, daß du dich nicht schämst." Dieser Tag war der späte Nachmittag eines Sonntags. Der Herbst ging zu Ende. Ich mochte damals noch nicht neun Jahre alt sein. Der Oberkosak stand protzig in der Mitte des Zimmers und verspottete seinen Schwiegersohn Georg Vajda, der die Meinung vertrat, daß sie es diesmal mit den Gendarmen zu tun haben würden. Der Oberkosak lächelte, aber es war auch schon Zorn in ihm: „Wenn ich nicht wüßte, daß ihr, wenn es sein muß, immer euren Mann stellt,- würde ich euch gleich aus meinem Hause werfen..." In jenem Augenblick vernahm man Lärm u~d Füßc- stamp-en von der Straße her. Dann drängten mehrere Ge- stalten in unseren Hof. Der Oberkosak war bereits im Vor- haus. „Na, was gibt es? Warum drängt ihr so?" „Gevatter Michael! Gevatter Michael!" riefen mehrere durcheinander.„Im Wirtshaus raufen die Ungarn van Nüst und die Slowaken von Märk! Sie morden einander!" „Ich verstehe die Sache nicht!" rief der Alte„E r- mr rede!".(FoctseZiing folgt.) Jijeute bemühen mir uns immer noch um einen gerechten Finanz- ausgleich, um aus der Finanznot herauszukommen. Don 464 Mil- Honen Steuereinnahmen im Haushalt 1929 sind 162 Millionen Ueberrneisungssteuern, deren Höhe die Stadt nicht beeinflussen kann. Der Berechnungsschlüssel ist so ungerecht, daß in 1929 allein von der Berliner Einkommensteuer uns 3 2 Millionen für ander« G«m«!nden entzogen werden. In den letzten vier Iahren gingen so 12 0.6 Millionen an andere Gemeinden. Noch krasser sind die Zahlen bei der Hauszins st euer. Bon 338 Millionen aus Berlin flössen i n 1929 an den Staat und an andere Gemeinden 19 9 M il l i o n e n. Stellen wir diesen Zahlen die Ausgaben sür sozial« und kulturelle Zwecke gegenüber, so wird die Not sichtbar. In den letzten zwei Jahren stiegen in Berlins Haushalt die Aus- gaben überhaupt um durchschnittlich 12 Proz., aber die Ausgaben für Ißohlfahrtszwecke um 50 Proz., weil die Not gebieterisch höhere Unterstützung forderte. 1929 kommen in der ordentlichen Der- waltung von 976 Millionen Gesamtausgab« 208 Millionen auf Wohlfahrt, 121 Millionen auf Gesundheitspflege, 167 Millionen auf Schulwesen, sind zusammen 493 Millionen, über die Hälft« der Gesamtausgabe, also auf sozial« und kulturelle Zwecke mehr als die gesamten Steuereinnahmen. Stadtverordnetcnvorsteher Haß schloß mit der Feststellung, daß in den letzten vier Jahren große soziale Not wenigsten» gelindert worden ist. Sie zu beseitigen, liegt nicht in der Macht der Stadtverordneten und der Bezirksverordneten. Berlin hat in den letzten Iahren ein« riesenhafte Entwicklung durchgemocht. Jeder Wahlberechtigte sollte sich in der Wahlbewegung hierüber unter- richten und sollte es dann für seine staatsbürgerliche Pflicht halten, am 17. November an der Entscheidung teilzunehmen, wie Berlin in den kommenden Jahren gestaltet werden soll. Berlin mehrt sich jährlich um 80 000 Personen. Für sie werden Wohnungen, Straßen, Schulen, Gas, Wasser, Elektrizität usw. gebraucht. Die Durd� sichrung dieser Arbeiten dient zur Arbeitsbeschaffung für Arbeits- lose. Darin darf auch künftig kein Stillstand«intreten. Immer wird es Aufgabe der Stadt sein, durch Anspannung aller Kräfte dafür zu sorgen, daß Berlin das fortgeschrittenste Gemeinwesen und das wirtschaftliche und kulturell« Zentrum Deutschlands wird. Die Wähler haben die Pflicht, am 17. November zur Wahl zu gehen, um mllzuhelfen, aus Berlin ein blühende» Gemeinwesen zu machen. Gasunglück im Lt-Bahnschacht. Vier Arbeiter betäubt. Gestern nachmilkag ereignete sich im Schacht der im Sau befindlichen ll-Daha in der Frankfurter Allee ein schwere, Gasunglück, bei dem vier Arbeiter betäubt worden. Eins Kolon« von vier Arbeitern war gegen 16 Uhr im U-Bahnschacht mit dem Legen von Gasrohren beschäftigt. Dabei wurde ein Gasrohr undicht und größere Gasmengen konnten ungehindert ausströmen. Die an der Unfallstelle Beschäftigten sanken unter der Einwirkung der Gas« bewußtlos zu Boden. Der Borsall wurde zum Glück von anderen Arbestern bald entdeckt und sosort die Feuerwehr alarmiert. Di« Bewußttosen wurden ins Freie geholt und nach längeren Bemühungen gelang es, alle vier ins Leben zurückzurufen. Di« Arbeiter Hermann Grünau aus der'Eitelstraße 78 und Friedrich Wolfs aus der Wilhelmstraße 50 in Lichtenberg, deren Zustand zu Besorgnissen Anlaß gab, wurden durch Rettungswagen der Feuerwehr ins Krankenhaus am Iriedrichshain gebracht. Die Gasgefahr wurde durch Abdichtungen nach kurzer Zeit beseitig t. Windhose über Staaken. Hunderte von Häusern abgedeckt. Gestern nachmittag wurde Staaken bei Spandau von einer Windhose heimgesucht, hunderte von Dächern wurden abgedeckt. Um 18.30 Uhr ging über Staaken ein schwerer Wolken- b r u ch nieder. Plötzlich raste über die Ortschaft eine Windhose hinweg, die in einem Zeitraum von nur wenigen Minuten außer- ordentlich schweren Schaden anrichtete. Di« Dachziegel wurden durch die Gewalt des SKrmes herausgerissen und zu Tausenden auf die Ströhen geschleudert. Zahlreich« Häus«r wurden völlig abgedeckt, nur di« Dachsparren sind geblieben. Besonders schwer sind die Derwüstungen in der Lehrter Straß«, am Kurzen Weg und in der bekairnien Scholzschen Siedlung. Auch Neu-Staaken wurde von dem Wirbelsturm schwer im Mitleidenschaft gezogen. Eine ganze Laubenkolonie ist fast dem Erdboden gleichgemacht worden. Die leichtgebaulen Lauben stürzten wie Karlenhäuser zusammen. Dach- und Holzteile wurden Hunderte von Metern weit niitgesührt. Ueberall Zeigte sich das Bild schwerster Verwüstungen. Glücklicherweis« sind, soweit bisher bekannt geworden ist, Menschen nicht zu Schaden ge- kommen, da sich bei dem Unwetter kamn jemand aus der Straße befand. Der Schaden ist groß. Der genaue Umfang der verheenrngen wird sich erst heute feststellen lasten. Ltntermieter rechtlos. Man kann sie ungehindert auf die Straße sehen. Di« Not der Zeit zwängt Menschen verschiedensten Kalibers gc- wostsam unter ein Dach, und längst ist der Begriff„Familie", „Heim" ein mehr als problemaiischer geworden. Heut« sitzen Mann, Frau und Kinder als Untennieter geduldet in fremden Wohmmgen und haben sich allen Wünschen oder, bester gesagt, Schikanen des .Hauptmieters restlos zu unterordnen. Tun sie dies nicht, dann sind Zank, Streit und Verbitterung täglicher Gast im Haus«, und schließlich sind sie es, die das Feld räumen müssen. Im Hause Prinz- Handjery-Straße 2 bewohnt das Ehepaar M. mit zwei kleinen Kindern feit mehreren Monaten Stube und Küche als Untermieter des Herrn L. Im Anfang war alles gut und schön, besonders darum, weil sich die Leute einverstanden erklärt hatten, eine mehrmonatig« Mietevorauszahlung zu leisten. Jetzt sind sie dies nicht mehr imstande, und was tut der Wohnungsinhobe r? Er kündigt ihnen einfach, und als sie am Zieh- tag di« Wohnung nicht verlosten, läßt er durch Ziehleute gewaltsam olle Möbel nach dem Hausflur schaffen und erklärt den ver- sammelten Hausbewohnern, die Leute zahlten ihm keine Miete. In Wahrhest haben die UMermieter die Oktobermiete bis aus einen kleinen Rest schon im voraus bezahlt. Bier Tag« lang, gerade zur Zeit der großen Regenperiode, mußten vier Menschen im Hausflur kampieren-, mitleidig« Nachbarn nahmen sich nachts der Kinder an, Mann und Frau hielten abwechselnd Nacht- Nöß Ende Oktober zurück! Magistrat nicht sür frühere Rückkehr. wie das Nachrichtenaml der Stadl Berlin milleilt. ist der Magistrat in seiner gestrigen außerordentlichen Sitzung dem letzten Beschluß der Skadlverordnelenversammlung. der die s o f o r k i g e Rückkehr des Oberbürgermeisters und der in Amerika weilenden Sladkräle fordert, aus den vom Bürgermeister Scholtz bereits in der letzten Stadtverordnetenversammlung dargelegten Gründen nicht beigetreten. Der Mogistrat beschloß lediglich. Oberbürgermeister Boß in einem ausführlichen Sabeltelegramm von den letzten Ereignissen sowie von dem Beschluß der Stadtverordneten. Versammlung und der ablehnenden Stellungnahme des Magistrats in dieser Angelegenheit In Kenntnis zu sehen. Boß bezahlt zwei pelze? Wie die Frühausgab« eines demokratischen Blattes mitteilt, haben die Gebrüder Sklarek ihrem Verteidiger gegenüber festgestellt, daß Oberbürgermeister Böh eine pelzgefütterte Herrenjack« sür 275 M. geliefert erhielt. Als dem Oberbürger- metster der Preis zu gering erschien, habe er nach ihrer Weigerung, mbhr anzunehmen, 1000 M. einer Wohlfahrtsorganisation überwiesen. Der Verteidiger Dr. Julius Meyer I teilt uns zu der Pelzmantel- lieferung für Frau Böß mit, daß den Sklareks nichts davon be- kannt ist, weil sie bei ihrem großen Kundenkreis nicht von jeder einzelnen Bestellung Kenntnis erhalten konnten. Wenn Frau Böß einen Pelzmantel für 4000 M. erhalten hat, ist er auch im vollen Betrage von Böß bezahlt worden. Es lag gar keine Veranlassung vor, den Oberbürgermeister vorzugsweise zu behandeln. Nach der Aussage de» verhasteten Sekretärs der Sklareks, Lehmann, sollte bekanntlich Herr Böß nur 400 M. bezahlt haben. Niemand kann behaupten, daß die Angaben der Sklareks stimmen müssen: man kann sichäuf sie ebenso wenig verlassen, wie auf die Aussagen des Lehmann. Hoffentlich wird es mit den vollbezahlten 4000 M. feine Richtigkeit haben. Was aber die zweite Angelegen- heit betrifft, die durch die Erklärung des Oberbürgermeisters selbst aufgeklärt ist, so muß man sagen: Herr Löh hat in diesem Falle nicht richtig gehandelt. Hatte«r schdn das Gefühl, daß die ihm gelieferte Pelzjacke zu billig war, so hätte er bester getan, sie üb erhaupt nicht anzunehmen. Denn es ist unzulässig, daß Geschäftsleute, die mit der Stadt arbeiten, beamteten Personen geldwerte Gefälligkeiten erweisen, und es ist unzulässig, daß beom- tet« Personen solche Gefälligkeiten annehmen. Natürlich ist der Gedanke absurd, Herr Böß hätte für eine billig gelieferte Pelzjacke den Sklareks Millionenschwindeleien erlaubt oder bewußt Geschäfte geduldet,-die der Stadt unzuträglich waren. Aber um jeden bösen Anschein zu vermeiden, sollten Beamte zwischen sich und Lieferanten, mit denen sie geschäftlich zu tun haben, Distanz halten. Herrn Böß wäre heute gewiß wohler, wenn er seine Pelze wo anders gekauft hätte, wo man ihn nicht zu Vorzugspreisen bedient hätte. Es ist selbstverständlich, daß das Gesagte nicht nur für Herrn Böh gilt, sondern auch für alle anderen ohne Unter- schied der Partei, die sich etwa ähnlich verhalten haben sollten. Nicht zum ersten Mole zeigt sich, daß sich jede Laxheit der Äuffastlingen auf diesem ffletztek bitter rächt. ■........■■>,...■ Inzwischen ist vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg dos Disziplinarverfahren gegen die Sladkbankdirektoren Schmitt und Hofsmann und den Ableilungsleiter Schröter förmlich eröffnet worden. Das Ziel des Verfahrens ist die A m t s e n t h e b u n g, vom Amt fuspensiert sind die Beamten bereits. Es wird Sache der Untersuchung sein, Widersprüche in den Aussagen der drei Beamten auszutlären. Schmitt und Hofsmann behaupten nämlich, daß Schröter aus eigener Machtvollkommenheit die Anordnung gegeben habe, ein« Nachprüfung der von Sklarek eingereichten Unterlagen soll« nicht mehr erfolgen. Schröter dagegen hat sich gegen diese Darstellung angeblich energisch verwahrt und behauptet seinerseits, daß Schmitt und Hoffmann um die Dinge genauBe scheid gewußt hätten und daß auch sie mit der Maßnahme einverstanden gewesen seien, daß die Prüfung der Rechnungen nicht mehr erfolgen solle. Die gerichtlich« Untersuchung der Affäre Sklarek wird sich in ihrem weiteren Verlaus auch damit befassen, in welchem Umfange die Sklareks Zuwendungen an die kommunistische „Rote Hilfe" gemacht haben. Einer der Sklareks hat bereits gestern bei seiner Bernehiming angegeben, daß die„Rote Hilfe" Jahre hindurch am Abschluß jeder Saison die gesamten unmodernen R e st- bestände des Lagers ohne jede Gegenleistung er- halten habe. Der Wert dieser jährlichen Zuwendungen ging jedes» mal in die Zehntausende Mark. Oer Hoftifchlermeister lädt ein! Wie der demokratische Stadtverordnete Meyer in der letzten Sitzung der Stadtverordneten mitteilen konnte, hat das Mitglied der Bersammlung, der deutschnationale Stadtverordnete,„Hos- Zeichner und Hoftischlermeister Seiner Majestät des Kaisers und Königs", Herr Wilhelm K i m b e l noch in den letzten Tagen des September die Sklareks zu einer Besichtigung von China- und Japansachen nach der Stegützer Straße eingeladen. Herr Kimbel teilte mit, daß außerdem Bürgermeister Schneider von Berlin- Mitte und der kommunistische Stadtrat Degner ebenfalls zu der Besichtigung, zu einem„guten Trunk und dem dazu gehörigen Esten" geladen feien. Die deutschnattonale Presse tischt jeden Tag ihrem Publikum allerhand Schwindel über den„roten Sumps" aus. Solche Dokumente jedoch unterdrückt sie. Betrügerischer(Stadiinspektor. Fälschungen über Summen in Höhe von UV 000 Marl. Der Stadlinjpeklor Will beim Bezirksamt Tiergarten, der Z00 pflegschaslen über Gebrechlich« zu führen hatte, hat Veruntreuungen begangen, indem er sich Gelder aus den Renten und Penfionsbezügen feiner Psleglinge angeeignet hat. die er an die Sezirkskaste zur Deckung der durch die Anstaltspsleglinge entstandenen kosten hätte zahlen müssen. Zu diesem Zweck hat er Quittungen der Bezirks« kasseu selbst angefertigt und die Unterschriften gefälscht. sowie aus den Kostenblättern, deren Führung ihm oblag, falsche Ein- tragungen gemacht. Die Fälschungen sind mehrere Jahre lang vor, genommen, so daß die defraudierten Beträge recht erheblich sind Sie betrogen ungefähr 10000 Mark. W. hafte eine Vertrauensstelle. irtne, er ist 57. Jahre alt und hat sich in seiner längen Beamtenlaufbahn nichts zuschulden komme» lasse», galt vielmehr als pflichttreuer und zuverlässiger Beamter. Der Bezirksbürgermeister des Bezirks Tiergarten hat sofort das Straf- und Disziplinarver- fahren eingeleitet. Der Antrag auf Eröffnung des D i s z i p( i<> narverfahrens und Suspendierung vom Amt dürfte beim Oberprösidium bereits eingegangen fein. 2. Kreis- Tier�arien Heute Sonnabend, den 12. Oktober, groSe Werbedernonstradon. Alle Genossinnen und Genossen sowie die Soiialistiscbe Arbeiterjugend treffen sieb pünktlich I7"j Uhr im Kleinen Tiergarten und zwar nldtl am Kriegerdenkmal, sondern anf der anderen Seite am Sprlngbrmmen. Fahnen, Banner, Transparente und Flugblätter sind von den Abteilungen mitzubringen. DSe Partei rn«, Tolizaiiltges Ersdielnen Isf Pflldil I wache bei ihrer Habe. Run haben sie sich auf Grund einer einst- meiligen Verfügung und unter dein Schutz der Polizei ihr Wohn- recht zurückerobert. Inzwischen hatte der geschäftstüchtig« Haupt- mieter die Stube bereits vermietet, und der neue Mieter, der voraussichttich. ebenfalls seinen Obulus schon entrichtet hatte, wollt« natürlich den Platz nicht räumen. Die Ausficht auf eine eigene Wohnung ist sehr gering: so heißt«s denn, in Haß und Feindschaft nebeneinander weiterleben, immer auf der Hut: was wird der andere jetzt gegen dich unternehmen? Durch Zufall erfuhren die Leute, daß im Nebenhaus« schon lang« Zeit«ine Wohnung leersteht, da die Frau gestorben ist und der Mann im Stift lebt. Man versetze sich in die Gemütsstimmung dieser Ausgesioßenen, die kaum ein Dach über den Kopf ihr eigen nennen. �evolutionsfeier und Gedenken an Hugo Haase. 'Am heutigen Sonnabend im Sportpalast, Potsdamer Straße 72. Es wirken mit: das verstärkte Sinfonie-Orchester, Chöre des Arbeiter-Sängerbundes, der Sprechchor für Proletarische Feierstunden und Einzelsprecher, Die Gedenkrede hält Reichstags- abgeordneter Arthur C r i s p i e n.— Di« Feier beginnt abends 7 Uhr, der Saal wird um 6 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Karten sind bei allen Funktionären zu haben. Da Alfred Beierle entwickelt sich zu einem immer erfreulicheren Funkjprecher. Man spürl jedesmal, wenn er vor dos Mikrophon tritt, einen wetteren Fortschritt in seiner isprech- und Vortragstechnik. In dieser Jack London gewidmeten Abendstunde stört« kein schriller, unbeherrschter Ton.— Ein Kammerkon z�rt brachte ausgezeichnet ausgewählte und vorgetragene Musik für Blas- inftrument«.— Als Abschluß des Abends folgte ein Dialog „Stationen— Ablauf des Lebens im Alter", der Kinderkrankheiten behandelt Das Zwiegespräch war sehr ausschlußreich und dabei amüsant; leider fand es zu etwas sehr vorgerückter Stunde statt. Manche arlzeitsmüde Mutter wird infolgedessen außerstande ge- wesen sein, es abzuhören.— Ein Vörlmg des Stadtvcrodneten- Vorstehers Haß. der„Die Bedeutung der Stodtver- ordnetenwahlen" behandelte, wird an anderer Stelle des Blattes eingehend gewürdigt werden. Res. noch dem Beschluß des Bezirksvorstandes in den Kreisen keine Sonderveronstaltungen stattfinden, wird erwartet, daß durch zahl- reichen Besuch ein wuchtiger Festakt zustande kommt. Sämt- liche Abteilungsfahnen und Banner müssen mitgebracht werden. Todesurteil gegen Or. dichter bestätigt. Am 18. Juni i>. I. wurde vom Schwurgericht Bonn aus Grund erdrückender Indizien der 30jährige praktische Arzt Dr. Richter aus Bingen wegen des Giftmordes an feiner Geliebten, der geschiedenen Iuwelenhändlersgattin Mertens, zum Tode verurteilt. Auf die Revision des Angeklagten hin hat jetzt das Reichsgericht dl« Revision als unbegründet verworfen, so daß nun- mehr das Todesurteil rechtskräftig geworden ist. ErsteS Tchupokouzert. Mit«inem fein gewählten Programm eröffnete das Schupo- Orchester in der Staatlichen Hoch schul« sür Musik den neuen Konzertwinter. Der Trauermarsch aus„Götterdämmerung" als stilles Gedenken für Stresemann leitete oen Abend ein. Dann salg,e Pfitzners anmutiges Tonbitd„Christelflein": im Bruchschen G-Moll- Konzert für Violine und Orchester brillierte Martha Linz durch brovoureus« Technik und seinen Bogenstrich. Eine prächtige Kantilene, besonders im Adagio, brachte der Künstlerin stärksten, wohl- oerdienten Beifall: die ausgezeichnete orchestrale Unterstützung darf hier nicht vergessen werden. Den Schluß des Abends bildete die Sinfonie Nr. 3 von Dvorak. Die schillernde Lebendigkeit des Tschechen, seine geniale Instrumentation, sichern seinen Merken immer wieder vollen Ersolg. Dos Orchester, unter seinem bewährten Führer Camilla Hildebrand, erfreut immer aufs neue durch jem: hochwertigen künstlerischen Leistungen. Unter den zahlreichen Gasten sah man Reichsminister Gen. Severing, Ministerialdirektor Klausner, Kommandeur Heimannsberg u. a. Sport. Renaeu zu Sarlshorst am Zreikag. dem lt. Oktober. 1. R e n n e n. 1. Erlkönig II(R. Derichugl, 2. MenelaoS, 3. Donnerschlag. Toto: 35:10. Plötz: 13, 13, 19:10. Ferner liefen: Vezno, Gerold fgef.), Mo Lord IX, Schlehblüte. Timgod. Soll saus gebr.). ll. 31 enn e n. 1. Honesta lWoiff). 2. Rohrpost, 3. Siesto. Toto: 28:10. Plötz: 13,11,35:10. Ferner liefen: Amönenworte, gncberun, Gollma kges), Redopp, Mibgcrd. Grohmut, Arcbello. 3. Rennen. 1. Fechter lHr. Ochme), 2. Tornobo, 3. Patriotin. Toto: 40:10. Platz: 12, 11, 13:10. Ferner tiefen: Dtooi, Gladiator, Andromache, Hallenser. 4. Rennen. 1. Feima'uS lSchwilowski). 2. Firn II. 3. Lall. Toto: 25: 10. Platt: 17, 48. 29:10. Ferner liefen: Logo, Silbersasan. Nandgloste, Cheri, Felix Eilo, Black Bridge, Dellerwald, Forno 5. R e n n e n. 1. Greis(Hr. Lehme), 2. Rheinland. 3. Dorn II, Tota: 100:10. Platz: 19. 16, 12:10. Ferner liefen: Manitou(geh), Vigar(ges,), Rappelkops(ges), Brandmeister(angeh l. 6. R e n n c ii. l. La Paloma(SjausetV. 2. Brabant, 3. Rodames. Toto: 48:10. Platz: 27, 67,104:10. Ferner liefen: ffiubtiiu, tzLinska Der Muck kgefd. Minty kangeh:), Roxane. Äunbsunt, Leubelsing, Eminenz.- Ostmaus(angeh.), Eaiior.' 7. R e n n e n. 1. Panier(2t. v. Holl eh). 2. Dietrich o.SScni, 3. March esa. Toto: 22:10. Platz: 12, 13, 15:10. Ferner liefen; Maid, ManneZireue,' Graziella, Thea, Spats, Carmenta, Mosellaner.' Ostelbien in Berlin. Ein Rotschrei aus den Molkereibeirieben. Seit«inigen Iahren ivird für den Milchverbrauch eine lebhafte Propaganda betrieben. Ein sogenannter R e i ch s- M i l ch- ausschuh ist eingesetzt worden, der dies« Propaganda über das ganze Reich systematisch leitet. Dagegen läßt sich gewiß nichts einwenden. Milch ist gesund und bekömmlich— wenn sie unter hygienisch einwandfreien Bedingungen gewonnen und entsprechend behandelt wird. Im allgemeinen nimmt man an, dah das auch geschieht, da die Berliner Kuh st alle ja wohl ohne Ausnahme unter tierärzt- licher Kontrolle stehen. Das heißt, die Tierärzte achten darauf, daß die Kühe, die dem Berliner die Milch liefcni, gesund sind. Auf die Menschen, die diese Kühe zu pflegen und zu behandeln haben, erstreckt sich die sanitäre Kontrolle leider nicht, obwohl das mindestens ebenso notwendig wäre. Mit der menschlichen Arbeitskraft wird hier zum Teil förmlich gewüstet. Hier ist der Achtstundentag noch völlig unbekannt. 1l> bis 12 Stunden tägliche Arbeitszeit ist gang und gäbe, in vielen Fällen, namentlich im Sommer, muß bis 14 Stunden täglich gearbeitet werden, sogar auch Sonntag», da für da» Molkeveiperfonal Sonntagsruh« ein unbe- kannt«r Begriff ist. Es kommt also eine wöchentliche Arbeit». zeit von 70 bi» 80 Stunden für den Melker heraus, in manchen Fällen sogar bi, zu 100 Stunden!! Dafür gibt es dann 20bishöchstens 28 Mark Wochenlohn mit Kost und Logis. Letzteres mit 13,50 M. in Rechnung gestellt, ergibt also einen Wochenoerdienft von 40 M., im besten Falle 43 M. Dazu muß man aber die Logis in den meisten Lerliner Molkerei- betrieben kennen! Oftmals nur ein Bretterverschlag neben dem Stall oder in demselbn. Wenn«»„besser" ist, dann ist es ein« Kammer, in der neben dem Bett noch allerhand Gerümpel aufbewahrt wird, jedenfalls ein Raum, in dem man sonst Menschen nicht unterzubringen pflegt. Mitunter ist es auch der Heuboden. Jedenfalls ist es so, daß aus die Ruhe- und Lagerstatt de, Vieh«» größere Sorgfalt verwendet wird alz aus die de, Viehpflegers! Dies« primitiven Verhältnisse in Verbindung mit der sehr schweren Arbeit wirken naturgemäß auch nachteilig auf den Gesundheitszustand des Moltereipersonals. Auf der vorjährigen Ausstellung „Die Ernährung" wurde ein Kuhstall gezeigt, in dem«in Melker 7 bis 8 Kühe zu betreuen hott«. In der Wirklichkeit ist es anders. Da hat der einzeln« Melker IS bis 20, ja s« l b st b i s z u Z 5 K ü h e n zu bedienen. Auf der Ausstellung wurde elektrischgemolten. In den Berliner Kuhstöllen dagegen ist mit wenigen Ausnahmen noch immer der Handbetrieb Mich Die es bei einer der- artigen Belastung des einzelnen Melkers mit der Hygiene des Kuhstalles aussieht, kann sich vielleicht auch der Laie ausmalen. Dabei wird so viel geredet und geschrieben von der notwendigen Qualitätssteigerung der Mllch! Wie«ine solche unter derartigen Verhältnissen zustand« kommen soll, da» wissen wahrscheinlich auch die Kuhstallbesitzer selbst nicht. Die Kuhstallbesitzer verleugnen ihre geistige Verwandtschaft mit dem Agrariertum nicht, soweit die Behandlung der Arbeiter in Frage kommt. WillkürlicheEntlassungendes Personals sind an der Tagesordnung. Mangels eines Lohntarifes sind die Betroffenen in den meisten Fällen recht- und schutzlos. Denn es ist den Herren Molkereibesitzern im vorigen Jahre unbegreiflicherweise gelungen zu beweisen, daß sie„t a r if u n s ä h i g" sind. Hinsichtlich der Gestaltung der Milchpreis« merkt man von solcher„Torifunsähigkeit" nichts. Es wird Zeit, daß Gewerbe- a u f s i ch t und Gesundheitspolizei hier einmal noch dem Rechten sehen! Oer Rohrlegerstreik verloren. Sin böser Anstatt znr Spaltung. Der Streik der kommunistischen Rohrleger sollte der sieg- reich« Auftakt werden zu der von langer Hand vorbereiteten Spaltung der Gewerkschaftsbewegung, die mit dem Kommunistischen Gewerkschaftskongreß am ZV. November und 1. Dezember eingeleitet wiit». Man darf wohl sagen, daß in diesem Fall« Moskau es weder an Geld noch an der übllchen Schwindelpropaganda hat fehlen lassen. Auch heute tut man in der kommunistischen Presse noch so, als sei man des Sieges gewiß. Noch heute kann man dicke Ueberfchriften lesen von dem Kampfe„bis zum Sieg", von der angeblich wachsenden Solidarität der Arbeiter, von der Verjagung der„Streikbrecher", ja sogar von der Erhöhung der Streikunterstützung.„Der Heldenkampf der Rohrleger ist ungebrochen", wird zur Einleitung einer neuen Bettel- aktion verkündet. Alle diese blechernen Phrasen werden das Schicksal des Rohr- legerftreiks nicht mehr abwenden. Die KPD. hat— das kann jetzt schon festgestellt werden— ihre große Schlecht gegen den Deutschen Metallarbeiteroerband verloren. Daß dies« Schlacht nicht den Unternehmern geliefert werden sollte, wird ja heute offen von den Kommunisten ein- gestanden. Der größte Triumph der KPD. war es, als es ihr gelungen war. die Arbeiter der Firma Held u. Franck«, die bei dem Lau des Metallarbeiterhaujes beschäftigt sind, zur Niederlegung der Arbeit zu verleiten. Den Schaden davon wird frellich nicht der Deutsche Metallarbeiterverband haben, sondern werden die Bauarbeiter haben, die den Lockungen der Kam- munistcu gefolgt sind. Ganz abgesehen von den Verbrechen, die deutsche Kewcrkschasts- bewegung zu spalten, hätten die Handlanger Moskaus sicherlich sich die Sache zweimal überlegt, ehe'sie den Versuch unternommen haben, mit dem Häuflein der Niederkirchner-Leute die Millionen- organisation des Deutschen Metallarbeitcrverbandes zu berennen. Sie hätten es sich zweimal überlegt, wenn sie noch das Recht haben würde», selbständig zu entscheiden und zu handeln. Eine Anweisung von Moskau ersetzt bei diesen Leuten das Gehirn. Vom Gewissen wollen wir nicht erst reden. Di« Erfahrung, die die deutschen Scharfmacher gemacht hoben, daß man mit Korruption und Spaltung die deutschen Gewerk- schaften nicht in die Lust sprengen kann, muß jetzt Moskau mit seinem Geld« wiederholen und müssen die Arbeiter, die den Mos- kauern, auf den Leim kriechen, mit Entbehrungen bezahlen. Das Schicksal des Rohrlegerstreiks ist besiegelt. Die von den Sklarcks mit Kleidern reichlich bedachte IAH. wind dieses Schicksal nicht mehr abwenden können. Di« Spaltung der deutschen Gewert- schasten beginnt mit einer Pleite. Oie Opfer der Akiion. Die„erfolgreiche" Niederlage. Die„erfolgreichen" Bauerarbeiterstreiks auf der Friedrich- Eberl- Siedlung. Müllerstraß«. erweisen sich immer mehr als eine katastrophale Niederlage. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, daß die im Schlepptau der KPD. segelnden Gewerk schaften jegliche Zielklarheit vermissen lasse». Noch am Sonn- tag berichtete das Bolschewistenblatt von einem„schmählichen Ver- rat" des Baugewerksbundes, der christlichen Bauarbeiter und des Verbandes der Akkordmaurer, dl« in einer Sitzupg der Tarif- instanzen im Gegensatz zum Zimmererverband erklärt hätten, daß die Arbeitseinstellungen aus der Friedrich-Ebert- Siedlung ta rif widrig seien. In einer Sitzung der Tarifinstanz am Donnerstag, in der ein Antrag der Unternehmer wegen der Arbeitseinstellung bei der Firma Monierbau, ebenfalls auf der Friedrich-Ebert-Siedlung, verhandelt wurde, stimmten die Der- treter des Zimmererverbandes für die Feststellung, daß die Arbeite niederlegung iartfwidrig ist.(Auch du, Brutus?) Bei den kommunistischen Aktionen sind nicht nur auf der Lau- stell« Britz Bauarbeiter auf der Strecke geblieben, sondern auch auf der Laustelle Friedrich-Ebert-Siedlung. Bei der Finna Monierbau wurden 13 Bauarbeiter nicht wieder«iw gestellt, darunter sogar zwei Baichelegierte! Wo bleibt die Solidaritätsaktion der Niederkirchner Rohrleger? Haben ste jetzt nicht die Pflicht, sich für die gemaßregelten Bauarbeiter einzusetzen, die doch zur Unterstützung des Rohrtegerftreiks in den Kamf ge- treten waren? Die gemaßregelten Bauarbeiter werden lange darauf warten können. Was kümmert auch die KPD. das persönliche Schicksal der Arbeiter! Gialinisierung in Rußland. Ol« Gewerkschaften werden gereinigt. Die Stalimsi«rung der russischen Gewerkschaften vollzieht sich in raschem Tempo. Nachdem Ganütnrwechsel in dem Zentralgewerk- schaftsrat der Sowjetunion(Tomfki u. a.) kommen die einzelnen Verbände an die Reihe. Vor kurzem wurde dos Zentralkomitee des Metall- arbeiteroerbandes radikal„gereinigt", wobei die alten Gewerkschaftler, obwohl lauter Bolschewisten. durch Stall n-Leute abgelöst wurden. In diesen Togen wurde diesekb« Abbauoperation im Buchdruckerverbande wiederholt. Die außerorderüliche Plenarsitzung des genannten Verbandes Hot anerkennen müssen, daß das bisherige Präsidium, das die leitenden Funktionen ausübt, nicht in der Lage gewesen sei, die notwendige klare politische Leitung des Verbandes zu sichern. Der Leitung wurde besonders verübelt, daß sie es nicht verstanden habe, die„richtige Stellung" während des Kampfes mit dem Opportunismus innerhalb des Verbandes cinzu- nehmen und daß sie selbst in der Praxis„opportunistische Tendenzen" gezeigt habe. Sie habe nicht vermocht, die Aufnrerksamkeit der Massen auf den Kampf um die„Generallinie" der Partei zu lenken. Es sei dem Präsidium auch nicht gelungen, die Arbeiterklasse für den Gedanken der Landesverteidigung zu mobilisieren, und ihre Aufmerksamkeit auf die Kriegsgesahr zu richten. Ebenfalls Hobe die Leitung in den Fragen der durchgehenden Arbeitswoche, der Herabsetzung der Herstellungskosten und der Stärkung der Arbeitsdisziplin versagt. Die alten Mitglieder des Präsidiums Borschatfchawefki, Ubogow, Gendelsmann und S o l o w j« w wurden a b- gebaut und durch Stalinisten ersetzt. Die Sabotage der Reeder. In der Sackgasse. Genf. 11. Oktober.(Eigenbericht.) Der Vorschlagsausschuh und das Präsidium der Seeschiff- fahrtskonferenz beschlossen am Freitag abend, die Eni- schließung der Reeder am Sonnabend in zwei Plenarsitzungen der Konferenz behandeln zu lassen. Die Abstimmung darüber soll| spätestens am Sonnabend abend stattfinden, so daß die sachlichen| Bcrhaitdlungen der Konferenz am Montag beginnen können. Vorläufig ist es den Regierungen trotz aller möglichen Koni- promißvorschläge nicht gelungen, die Reeder zur Preisgabe ihrer unannehmbaren und undurchführbaren Entschließung, oder zu- mindestens zu einschneidenden Aenderungen zn bewegen. Die Ilnternehmergruppe, die sich den holländischen Reeder zum Vor- sitzenden gewählt hat. hinter dem die englischen Reeder stehen, Hove» sich i» eine Gktuatio» hineimnanövriert, ans der es kaum noch ein Zurück gibt. Kommt ihre Entschließung zur Abstimmung, so ist ihre Ablehnung sicher und damit sind die Unternehmer vor die Frage gestellt, ihre Drohung wahrzumachen und die Kon- serenz zu verlassen, oder durch Verzicht auf die Konsequenzen sich lächerlich zu machen. Die Slrbeiter fordern auf jeden Fall Fortsetzung der Konferenz, und der obige Beschluß des Vor- schlagsausschusses zeigt, daß auch die meisten Regierungen nunmehr keine andere Möglichkeit, als die Ausfechtung des von den Reede"» provozierten Kampfes sehen., In öffentlicher Sitzung setzte die Konferenz am Freitag ihre Kommissionen zusammen, die sich abends konstituierten. Die Arbeiter haben auch diesmal den faschistischen Seeleuten Sitze in den Kommissionen nicht zugebilligt. Die Transportarbeiter-Jnter- nationale hat dem Arbeitsanit inzwischen bereits ein Protestschreiben gegen die Ernennung von Faschisten als„Arbeiterdelegiertc" zugeleitet. Die deutsche Ratifizierung und ihrEchs. Kein Protest. In der Morgenausgabe vom Dienstag berichteten wir auf Grund einer Genfer Meldung, daß der englische Unternehmer- oertreter und der polnische Regierungsvertreter gegen die Mitteilung de» Direktor» in der Sitzung des Verwaltungsrats des Internatio- nalen Arbeitsamt», die deutsche Regierung habe ein« Vorloge zur Ratifizierung de« Abkommens über den Achtstundentag misgearbeitet, protestiert hätten. Wie uns aus Genf mitgeteilt wird, handelt es sich um eine Verwechslung. Gegen die Ankündigung der deutschen Ratifizierung sei von keiner Seite Protest erhoben worden. Verufsfeuerwehrleute für Vereinigung. Ein Verbandstag soll entscheiden. Di« Erklärung des Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Beruf-- feuerwehrleut«, Grollmu», auf dem Verbandstag des neuen Gesamtverbandes, daß auch seine Organisation den Anschluß an die neue Großorganisation vollziehen will, stand in der Mitglieder- Versammlung der Berliner Ortsgruppe des Verbandes am Donnerstag im Mittelpunkt der Debatte. G r o l l m u s erinnerte zunächst daran, daß schon vor Iahren von einem Teil der Mitgliedschaft der Anschluß an eine größere Organisation gefordert wurde. Als die Vereinigungsfrage beim Derkehrsbund, dem Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter und dem Gärtner- verband bejaht wurde, griff auch der Verbandsoorstand der Berufs« feucrwehrmänner die Frage wieder auf und führte mit den Vor- ständen der jetzt vereinigten drei Einzelverbände Vorbesprechungen. Es wurde den Derufsfeuerwehrmännern zuge- sagt, daß sie auch im Gefamtverband als besondere Fach» g r u p p e ihr organisatorisches und vor allem ihr berufliches Eigenleben genau so weiterführen könnten wie die anderen jetzt vereinigten Verbände. Zugesagt wurde ferner, daß bei gleicher Beitraasleistung auch die gleichen, teilweis« sogar noch besseren Gegenleistungen der Orgcmisaiion gewährt würden als bisher im Verband der Berufs- feuerwehrmänner. Ein Nachteil würde also für die Verbands» Mitglieder bei der Vereinigung mit dem Gesomtverband keinesfalls erwachsen. Gerade für die zum größten Teil im Kommunaldienst stehenden Feuerwehrleute ist die Tatsache von Wichtigkeit, daß im Gesamtoerband Parlamentarier in führenden Stellungen sind. Wenn sich ober auch V e r b a n d s v or st a n d und- o u s s ch u ß einstimmig für die Verschmelzung ausgesprochen haben, so hoben doch die Mitglieder in dieser Frage das letzte Wort. Der Verbandsvorstand hat deshalb auch bereits zum 30. Oktober «ine Konferenz der Ortsgruppenvertreter und zum rZ. und 14. Dezember nach Berlin einen außerordentlichen Verbandstag einberufen, die über die Vereinigung mit dem Gesamwerba-nd endgültig entscheiden sollen. Der Verbandsvorstand wird sich, entsprechend feinem Beschluß, auf beiden Tagungen für die Vereinigung einsetzen und hofft, daß auch die Berbandsmitglieder und ihre Funktionär« die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieses Schrittes einsehen werden. Diese Empfehlung ist etwa kern Eingeständnis einer organisatorischen oder finanziellen Schwäche des Verbandes Deutscher Berussfcuerwehrleute, sondern aus der klaren Erkenntnis der gewerkschaftlichen Notwendigkeit heraus entsprungen. Die meisten Redner begrüßten die Maßnahmen des Verbands- Vorstandes und setzten sich für die Vereinigung mit dem Gesamtverband«in. Geht nicht nach Holland? Da? Sekretariat der holländischen Sozialdemokratischen Arbeiter» parket macht daraus aufmerksam, daß es für zureisende ausländische Arbeiter so gut wie ausgeschlossen ist, in Holland Arbeit zu finden. In letzter Zeit haben sich zahlreiche ausländische sozial- demokratische Arbeiter an die Partei mit der Bitte um Beistand und Arbeit gewandt, die nicht erfüllt werden konnte, da die Arbeits- l o s i g k e i t in Holland gegenwärtig groß ist. der Vrtrirb«««»..Turbine, v«r»m, Adrema und S gzuietulch Monta», 15!� Ulir, im Lokal Ztordwest-Kaiino, Alt. M rj Moabit 55— 56. Referent Genosse Dresses. Svmpathisierende sind mit H ß-z ein»uladen. zahlreiche» Besuch erwarten Die Fraitionevorstände. 7- 1"'— i— l i tk. t i foffm'e Gewerkfchafts«fugend Berlin. Acht»»«, Rödel! Trekfxunkt Air den Wachenendkursus der Mädöien um 19 btm. a Ufic am Rathaus. Einaanz Ndniastranc.— Gruppen- leite«: Am Montaa miisscn die Meldunaen fiir die Iuaendlursc in der Zusammenkunft der Gruvpenlcitunqen abaegeben werden. Die Meldunp mug enthalten: Vor. und Zuname, Adresse. Verbaedsiugehöriokeit und Geburt«. dotuni. Beginn der Kurse um 19!h Uhr. Südlrci«: Dienstag, 15. Oktober, im Iugendhcim Masserlorstr. 9. Thema:„Aus der Geschickte der Arbeiter- bewegung— unter besonderer BerMichligung der Gewerkschaftsbewegung". Oftkreis: Mittwoch. 16. Oktober, i» der Scbarnwcbcrstr. 29. Thema:„Wirt- schastswese»— Wirtschastswcrden". Ro.dkreis: ssreitag, 16. Oktober, im Konsereiuaiimner der Schule Evtrnburger Str. 2. Thema: „Iugendpspchologie". Sie sind immer 3ufneden mit GR'O'SSTE DEUTSCHE SCHUHFABRIK Finanzkapital/ Wirtschast/ Politik. Oer Klassenkampf der Unternehmer./ Die öffentlichen Werke als Sturmbastion. Mit dcr Fusion der Deutschen Bank und der Diskonto-Gesell- schost wird die Knnzentrotionsbewegung im deutschen Bankwesen x/wiß noch keinen Abschluß sinden. Es ist vielmehr zu erwarten, daß auf diesem Gebiete eine weitgehende Umgruppierung der Kräfte erfolgen wird mit Kämpfen um die Kunden und nanientlich um den Einfluß auf die verschiedenen Wirtschaftszweige und Unter- nehmungen. Andererseits bedeutet die Konzentrationsbewegung bei den Banken eine Stärkung des Bankkapitals gegenüber dem Iii- dustrie- und Handelskapital, größere Möglichkeiten der Beeinflussung der Industrie- und Handelsunternehnningen und des Druckes gegen einen eventuellen Widerstand. Also— so könnte man die weiteren Schlüsse ziehen— sind verschärfte Kämpfe zwischen den einzelnen kapitalistischen Gruppen zu erwarten— und damit eher eine Schwächung als eine Stärkung der wirtschaftlichen und politischen Machtpositionen des Kopitalismus. Eine solche Schlußfolgerung wäre aber falsch. Das erstarkte Finanzkapital bedroht die Vorherrschaft der Schwerindustrie. Die Kämpfe zwischen den Kapitalisten bzw. kapitalistischen Gruppen»der verschiedenen Formen des Kapitals(Bankkopitol, Iirduslriekapital, Handelskapital) vollziehen sich in den Grenzen, die durch die gemeinsamen Interessen der Klasse und durch das Vorhandensein der gemeinsamen Gegner gegeben sind. Wie oft hoben wir es schon erlebt, daß sich die Fertigindustrie der Führung der Schwerindustrie fügte trotz der vorhandenen Jntcr- essengegensätzc. Wenn es jetzt der Schwerindustrie nicht gelingt, die gesamte„Wirtschaft" für ihre Katostrophenpolitik in der Reparationsjrage zu gewinnen, so liegt«s nicht an den Kämpfen zwischen den einzelnen kapitalistischen Gruppen wegen der Ver- . schiedenheit ihrer Interessen, sondern daran, daß sich die maß- gebenden schwerindustriellen Kreise zu stark aus die Bahn des poli- tischen Abenteurertums begaben. Die von diesen Kreisen angestrebte gewaltige Rcparationskris« würde für viele Industrie- und Handels- Unternehmungen den wirtschaftlichen Ruin bedeuten, und, wo von dieser Unternehmung nichts anderes als Selbstmord verlangt wird, dort hört die kapitalistische Einheitsfront auf. Sic kann nur dadurch wieder hergestellt werden, daß die Schwerindustrie sich in den Rahmen der für die anderen Gruppen tragbaren Politik ein- .reiht. Die Stärkung des Einflusses der Banken wird wahrscheinlich .eine solche Umorientierung der kapitalistischen Front bewirken und wird in dieser Hinsicht den Wünschen breiter kapitalistischer Kreis« , entsprechen, für die die schwerindustrielle Führung zwar oft als«ine .Notwendigkeit, aber dennoch als eine unangenehme und nicht un- gefährliche Lost erschien. Das System der Aufsichtsräte ist ein Herrfchaftsinstrument. Damit ist aber noch nicht gesagt, daß jetzt die Banken eine unbedingt vorherrschende Stellung einnehmen und die wrrtschastspolitische sowie allgemeine politische Führung des Unternehmer- .. t u m s an sich reißen sollen. Was eher zu erwarten ist, das ist viel- mehr ein neuer Ausgleich zwischen verschiedenen Kräften inner- halb eines nach außen(d. h. nicht dem Auslande, sondern den anderen sozialen Gruppen gegenüber) ziemlich abgeschlossenen Ganzen, wie oo das Finanzkapital wiederum werden soll. Für diesen Ausgleich sind schon geeignete organisatorische Formen vorhanden. Nicht nur wirtschajtspolitische und sozialpolitische Organisationen wie der Reichsoerband der Deutschen Industrie und die Arbeitgeberveremi- gung. In Deutschland verfügt das Finanzkapital über eine zu seinen Zwecken besonders geeignete Organisationsform, nämlich über die Aufsichtsräte. Diese entwickelten sich immer stärker zu d e r Organisation des Finanzkapitals. Darüber besteht bei uns, scheint mir, noch keine genügende Klarheit. Ueber die Aufsichtsrätc wird jetzt sehr viel diskutiert— im Zusammenhang mit der verlangten Altienrechtsresorm überhaupt oder speziell mit solchen Erscheinungen wie zum Beispiel der Kroch der Frankfurter Allgemeinen. Es wird besonders stark bemängelt, daß die Aufsichtsräte oft ihre Kontroll- .funktionen nicht erfüllen oder daß an sie unberechtigt hohe Tantiemen verteilt werden. Es wurde sogar von mancher Seite die Abschaffung der Aufsichtsräte gesordert. Mag diese Kritik an sich völlig richtig sein, sie übersieht aber, worin tatsächlich diccigentlicheBcdcu- t u n g der Aufsichtsräte besteht. Die Aufsichtsräte sind faktisch(wie es rechtlich ist, ist eine andere Frage) nicht dazu da, um die Geschästsführung der Unter- nehmungen im Interesse der Aktionäre zu beobachten. Sie sind vor ollem die Organe der kapitalistischen Verflechtung, der gegenseitigen Beeinflussung und des Ausgleichs der verschiedenen Interessen und Strömungen innerhalb des Finanzkapitals, und sie dienen vor allem dazu, daß die Einheitsfront des Finanzkapitals trotz allen Konkurrenzkampfes, trotz aller Interessen- oder Anschauungs- gegensätze doch zustandekommt. Auch die hohen Tantiemen sind keine Nebenerscheinung, sondern gehören zum Wesen der modernen kapitalistischen Struktur. Es ist ein« wesentliche Tendenz der Entwicklung, i daß die kapitalistischen Gewinne weniger in der Form der Dividenden an die Aktionär« ausgeschüttet und mehr in der Form der hohen Direktorengehälter und Aufsichtsratstantiemen verteilt werden. Die moderne Kapitaloligarchie ist zugleich eine neue kapitalistische B u r e a u k r a ti«. Sie besteht-nicht aus den einzelnen Aktienbesitzern und nur zum geringeren Teil aus den selb- ständigen Unternehmern im älteren Sinne, sondern vornehmlich aus den Vorständen, Aufsichtsräten, Direktoren und Syndizi. Dement- sprechend hat sich auch die Verteilung der kapitolistischsn Gewinne wesentlich geändert. Die Eigenschaft. Kapitalist zu sein, wird seht weniger durch die Größe des Vermögens als dnrch die Funktionen bestimmt. Ein Jakob G o l d s ch m i d t bezieht seinen Anteil am kapitolistischc» Gewinn nur zu einem Bruchteil aus den Dividenden für seine Aktien- paketc, sondern auch aus seinem Direktorengehalt und aus den Ton- tiemen für seine KS oder 7V Aufsichtsrotsposten. Trotzdem ist der Vankdirektor Jakob Goldschmidt ebenso ein Großkapitalist wie zum Beispiel der Rechtsanwalt Hermann Fischer vom Hansabund- Vräsidium auch. Kleinere Aktionäre fühlen sich mit Recht benach- teiligt, wenn sie sehen, daß die Dividenden nicht in der Höhe aus- oefchüttet werden, wie es eigentlich den erzielten Gewinnen entsprechen würde. Ein immer größerer Teil des Gewinnes stießt an diese kapitalistische Burcaukrotie oder wird zur inneren Kapitalbildung, d. h. zur Akkumulation des Kapitals innerhalb der Unternehmung selbst und nicht auf dem Wege über den ofsenen Geld- markt, verbraucht. Die Umanippicr-mz innerhalb des Finanzkapitals wird den vollzogenen Verschiebungen der mirtichaitlichen Kräfte entsprechen. Sie wird Ne Weitgritiing des deutschen Kapitalismus wieder heben u-d gleichzeitig die Versorgung der deutschen Wirtschast mit dem vorläufig fehlenden neuen Kapital fördern. Sic wird aber auch ohne Zweifel eine vereinheiklichung der kapitalistischen Aktivität aus dem Gebiete der inneren Politik bewirken. Es handelt sich dabei weniger um einen Ausgleich zwischen den grob reaktionären und nationalistisch orientierten Kreisen auf der einen und den kläglichen Resten des deutschen Liberalismus auf der anderen Seite, als um eine durch die vor- handene reale Macht bester fundierte, aber auch schärfere und geschlossenere Frontbild nng gegen die gemein- samen Gegner. Ich glaube nicht, daß dos reformierte Finanz- kapital die Versuche einer brutalen Niederwerfung der Arbeiter- organisotionen riskieren wird, es wird voraussichtlich noch einen größeren Wert daraus legen, um als„human" und„sozio l" .zu erscheinen. Es wäre ein« zu utopische Politik, die direkte Einschränkung der politischen Rechte der Arbeiterschaft zum Ziel seiner Beftrebun- gen zu machen. Keine bürgerliche Partei könnte das jetzt wagen. da jede zu stark von ihren Wählermosten, Nicht zuletzt von den proletarischen Stimmen abhängt. Um so intensiver muß das Kapital den Kampf gegen alle Erschcimingen führen, die die Grund- läge der kapitalistischen Wirtschaft zu unterwühlen drohen oder als Ansätze zu einer neuen Wirtschaftsordnung gelten dürfen. Daher schon jetzt dieser besonders heftige Haß gegen die Arbeitslosen- Versicherung, durch welche der Druck der Reservearmee aus den Arbelitsmarkt gemildert nnd die Bewegungsfreiheit der Unter- nehmer in den Zeiten schlechter Konjunktur gehemmt wird. Daher auch dieser immer schärfere Kampf gegen die öffentliche und besonders die kommunale Wirtschaft. Auf diesem Gebiete liegen für uns auch die größten Gefahren. Die konzentrierte Macht des Finanzkapitals verfügt über wirksame Mittel, die Richtung des K o p i t o l st r o m c s zu lenken. Es wird schon versucht und wird weiter in einem noch stärkeren Maße versucht werden, für die Kommunen die Auinahme der nötigen Kredite zu erschweren und sie zur allmählichen Privati- sierung ihrer Betriebe zu zwingen. Auch in dieser Hinsicht war die Rede von Kehl in Düsteldorf ein nielsagendes Programm. Der Kampf gegen die öffentliche Wirtschaft wird nicht mar mit rein wirtschaftlichen, sondern auch mit allen anderen Mitteln ge- führt. Jetzt wird besonders die Stimmungsmache anläßlich der Mißstände in der kommunalen Wirtschaft gepflegt. Bon den Mißständen in der kommunalen sowie in der kapi- talistischen Wirtschaft muß noch ausführlicher und mit aller Offenheit und Schärfe gesprochen werden. Ich möchte ober auch hier mit allem Rochdruck sagen, daß unsere Stellungnahme allen Miß- ständen gegenüber eine absolut eindeutige sein muß. So wenig zum Beispiel jetzt schon ein abschließendes Urteil beispielsweise über die Sklarek-Asfäre möglich ist, so kann man doch nicht daran zu zweifeln, daß gewisse Korruptionserscheinungen in der Stadiverwoltung vorliegen. Unsere Partei muß die erste sein, die gegen solche Erscheinungen mit aller Entschiedenheit und Schonungslosigkeit vorgeht. Die Meldung, daß die.Sklareks aus der Partei ausgeschlossen sind, war für viel« Parteigenosten eine sehr peinlich« Uebcrraschung, natürlich nicht deshalb, weil ste jetzt aus- geschlossen sind, sondern weil sie Mitglieder der Partei waren. Man vermißt bei den Kommunalpolitikern, die Freunde und Gön- ner der SNareks waren, die Einstellung zu ihren kommunalen Funktionen als zu einer hohen gesellschaftlichen und politischen Pflicht. Bei uns selbst muß eine solche Einstellung ein unerschüt- terlicher Grundsatz sein, um in unserem schweren Kampfe für die Umgestaltung der Wirtschaft restlos alle Energie entwickeln und ausnutzen zu können. Georg Decker. Für Hugenbergs Mappe. Dos große französische Wasterkraftwerk aus Reparations- t o n t o am Fluß Berdon im französischen Alpenvorland ist Sm Bau. Der„Matin" berichtet, wie bei den Ortschaften Castellane und Castillon ein richtiges deutsches Dorf der deutschen Ingenieure und Arbeiter entstanden ist. Das ist neuer Stoss für Hugenberg. Hier ist der„Beweis", daß der Reparationstribut deutsche„Jünglinge" zur„Sklaverei" im Ausland oerurteilt. Gewiß,«in verlorener Weltkrieg hat notwendig auch solche Folgen. Hätte Deutschland ihn gewonnen, stünden sicher sranzöstsche„Jünglinge" in deutscher„Sklaverei", und Hugenberg hätte es nicht billiger gemacht als die anderen. Warum spricht Hugenberg nicht von den Dividenden, die deutsche Bausirmen auf Reichstosten(das heißt nämlich Reparationskonto) aus dieser Versklavung deutscher Jünglinge zieht? Aus dem Giegener Land. Nach einem Aufsichtsratsbericht war bei den B u d e r u s Eisenwerken in Wetzlar, des größten Werks im Siegen« Land, in den ersten neun Monaten des neuen Geschäftsjahres der Ilm- s- tz um 8 bi, S Proz. höher als im Vorjahr, und es wird mindestens die Vorjahrsdividende von 8 Proz. für die Aktionäre er- wartet. Anfang Oktober waren die Werke noch gut beschäftigt, und man erwartet für den Winter nur saisonmäßig« Einschränkungen. Daraus ist zu schließen, daß auch das Siegeiter Land an der im ganzen sehr guten Eisen- und Stahlkonjunktur teilgenommen hat. Oer letzte Raiffeiseu-Jahresbericht. Don Thema wird nicht gesprochen. Der Generawerband der Deutschen Rmsfeisen�Senostenschaften E. V. legt jetzt seinen Jahresbericht für 1928 vor. Da nun schon seit zwei Jahren die Ratsseisen-Berbände und-Institut« sehr stark in den Vordergrund des allgemeinen Interesses gerückt sind, würde man diesem Bericht eine besondere Aujmerksamkeit schenken in der An- nahm«, daß er wesentlich neue und beachtliche Dinge zu den de- kannten Vorgängen bringt. Tatsächlich ersaßt jedoch der Bericht d i e neuesten Ereignisse und Erörterungen über die Raiffeisen- bank nach nicht. Er gibt zwar mit anerkennenswerter Ausfuhr- lichkeit Darstellungen, die bis zur Generalversammlung der Raisf- eisenbank vom l.T März ISZS reichen und verbreitet sich auch sehr ausführlich und mit bemerkenswerter Anerkennung über die bisherige Durchführung des landwirtschaftlichen Rotprograntms. enthält aber «igentkich nicht«, mal nicht trn einzelnen schon in Destatt von Räch- richten durch die deutsche Press« gegangen wäre. Die genostenschaft- liche Statistik, besonders diejenige über die Betriebsgenostenschaften (An- und Verkauf, Molkerei, Viehverwertung, Weinbau, Drcsch- genossenschaften, Elektrizitätswerke usw.) wird in ihrem Werte stark dadurch beeinträchtigt, daß die Gesanitheit der Genossenschaften— wie der Bericht mehrfach ausdrücklich feststellt— mir zu einem Bruchteile ihr Material für die Statistik zur Verfügung gestellt hat. Wo Selbsthilfe noch fehlt. Die Landwirte haben die Derbesserung der Absahmethoden unterlassen. Die„Deutsche Tageszeitung" hat anscheinend einge- sehen, daß dann und wann auch den Landwirten die Meinung gesagt werden muß. In Nr. 462 spricht Dr. B i c r c i- Cell« zu dem Thema „Sclbsthilse der Landwirtschaft" und sogt über die heute üblichen Absatzmethodcn in der deutschen Landwirtschast: „Die leichtverderblichen Erzeugnisse haben an sich iniolge der gewaltig zugenommenen Konsumkraft der Groß.>md Industrie- städte theoretisch«inen hervorragenden Markt. Sie sind aber praktisch marktlos. weil die Absatzwege zum Markt fehlen. Das ist der Kern der Absatzregulicrung. In den Groß- und Industriestädten haben sich die Konsum- genossenschaften entwickelt. Ihre Eristenz kommt uns Landwirten sehr zu statten. Sic sind Großabnehmer, die auch nur mit Großanbietern arbeiten können. Großanbieter kann der einzeln« Landwirt nicht sein, durch Zusammenschluß zwecks Herstellung und Lieferung großer Mengen leicht verderblicher Erzeugnisse von einheitliches Beschaffenheit muß dieses Ziel erreicht werden. Auch wir haben es in der Hand, Heroorragendes zu leisten. Wir brauchen auch gar nicht nach ausländischen Mustern zu schielen, denn unsere eigenen, deutschen Ersohrungen und Beob- achtungen genügen vollauf, das Rechte zu tun." Stimmt. Die Landwirte sind an der Zuspitzung der Situation in der Landwirtschast wirklich nicht unschuldig. Deutschland als Kunstfeideproduzent. Die amerikantjche Fachzeitschrift„The Textile World" schätzt die Kunstseidenerzeugung Deutschlands für das laufende Jahr aus 44 Mill. Pfund(englisch) und stellt Deutschland an die dritte Stelle unter den europäischen Produzenten. Als größter Kunstseidenproduzent Europa? wird Italien mit einer Erzeugung von schätzungsweise öl) Mill. Pfund im Jahre 192? genannt. Groß- britannien solgt mit 48)4 Mill. Pfund, während Frankreich mit einer Produktion von 38 Mill. Pfund an vierter Stelle hinter Deutschland steht. Die Produktion derVereinigtenStaoten wird für das laufende Jahr mit I3l Mill. Pfund und die gesamte Weit- erzeugung mit 397 Mill. Pfund veranschlagt gegen 347,4 Mill. Pfund im Jahre 1928. Die Dresdner Bant über die wirkschastliche tage Im September. Nach dem Septemberbericht der Dresdner Bant hielten sich Pro- duktion und Beschäftigungsgrad im September etwa auf ihrem bisherigen Stand, wobei die hier und da bemerkbore Holling durch die rückläufige Bewegung in anderen Wirtschaft»- zweigen ausgeglichen wurde. Sa konnte auf der einen Seite eine weitere, häufig allerdings nur unbedeutende Besserung in der Textilindustrie sowie in stärkerem Maße in der S ch u h. u n d Lederbranche festgestellt werden. Auch in der elektro- technischen Industrie ist der Absatz teilweis« lebhafter geworden. Andererseits hat sich der Rückgang der Lautätigkeit fort- gesetzt und Zu einer weiteren Abschwächung auch in der Baustoff- industrie geführt. Der Baumarkt Hot naturgemäß unter den ungünstigen Verhältnissen am Kopitalmarkt besonders zu leide». Unter diesen Umständen hat der Herbstbeginn noch nicht zu der um diese Zeit üblichen erneuten Entlastung des Arbeitsmarkt«» geführt. wieder erhöhte Gewinne bei Minimax. Die Minimax A.- G. in Berlin und Reuruppin, das bekannte Spezial- unternehmen für Feuerlöschapparate, konnte auch im letzten Ge- schästsjahr 1928/29 seine Gewinne weiterhin steigern. Die D i v i- d e n d e ist mit 19 Proz. wie in den letzten beiden Jahren unverändert geblieben, jedoch hat sich die Dividendenjumme seit 1926/27 von 238 999 auf 399 999 Mark erhöht, da erstmalig das herausgesetzte Kapital voll zu verzinsen war. Der Rohgewinn ist von 2,79 auf 2,87 Millionen gestiegen, während der ausgewiesene Reingewinn mit 0,40 Millionen Mark den des Vorjahres um rund 11 Proz. übertrifft. Da im Geschäftsbericht erwähnt wird, daß die gesamte Umstellung der Neuruppiner Werke vom Dampsbetrieb zum elek- irischen Betrieb über Bctricbsunkosten verbucht wurde, läßt sich die Erhöhung der Generalunkosten von rund 2,9 ans 2,17 Millionen leicht erklären. Die tatsächlichen Unkosten aber dürften trotz der erhöhten Erträge im letzten Betriebsjahr eher zurückgegangen als gestiegen sein. Der Geschäftsbericht erwähnt den sehr guten Umsatz bei gewinnbringenden Preisen in den ersten sechs Monaten des letzten Betriebsjahres. Auch in der zweiten Hälfte hielt die Umsatz- steigerung an. Auch im lausenden Jahr steht da- Unternehmen gut. Der Auftragsbestand ist so umfangreich, daß die Gesellschaft mit dem gleich hohen Gewinnergebnis auch sllr das Geschäftsjahr 1929 rechnet. Einschließlich ihres starken Vertreterstabes beschäftigt das Unter- nehmen annähernd tausend Arbeiter und Angestellte. Die Arbeit des Tcheuer-Konzerns. Aus einem dem Arbeits- ausfchuß der Getreide-Jndirstrie- u. Eonnnissions-A.-G.(Scheuer- Konzern) erstatteten Bericht ist bemerkenswen, daß die Gesellschaft im laufenden Gejchästsjahr, d. h. vom 1. Juli ab, bereits 259 999 Tonnen inländischen Getreides ans dem Markt genommen hat, was einen wesentlichen Teil des vor- handenen Angebotes darstellt. Es wurde festgestellt, daß die vielfachen Presseangriffe gegen die Geschäftspolitik der Gesellschaft haltlos sind und jeder Grundloge entbehren. Mit Befriedigung wurde davon Kenntnis genommen, daß der Reichsernährungsminister seine in Mannheim über die Gesellschaft gemachten Aeußerungen auf der Tagung des Deutschen Landwirtschastsrats in Münster in loyaler Weise klargestellt hat. Eine Filiale der hannoverschen Lodenkrcdit-Vank ist in Berlin, Wallstr. 69. errichtet worden. Die Hannoversche Bodenkredit-Bunk ist jenes Pfandbriefinstiwt, dos sehr eng niit der Bank der Arbeiter, A n ge stellten und Beamten A.-T. zusammenarbeitet und besonders zur Finanzierung des R e u w o h n u n g s- b a u c s regelmäßig Goldpfandbrief« verkaust. Da» Verkchrsgewerbe im Reichswirlschastsrot. Die führenden Verbände des deutschen Verkehrs- und Bädergewerbes haben bei den zuständigen Gremien den Antrag eingebracht, im Reichswrt- schostsrat sowie in den Londeseisenbahnräten ständigen Sitz und Stimm« zu erholten. Die Brown. Boneri n. Eie. A..G. in Baden(Schweiz) wird ihr Kapital von rund 39 Millionen Schwätzer Franken aus 47 Millionen erhöhen. Bcrantworllich«llr Tolitil: Dr. Cur!«eq-r: Wirtscha«:«lirgclh-srr: Gev-«rtschaktsbew»gung: z. Sl«wr«: gruilleton: Dr. Zoh» Schltam»«:«llkale« Uttb Sonftiars: Stift«otfiSM: arrtiocn:».(Heilt: fSmtlufi in Berlin.' Brrlag:?orwärt,.Vrrlag®. nt. b. t).. Berlin. Druck: L-rwäri�Buckidruckerei und SHlomanltelt Paul Singer n. Ca.. Berlin SM«8. Lindcnstrahe 3. Sicnu l Beilage und.Uaterbaltnaa und Eigen'. -um Eisorren Kreuz, Berlin N SS. Kastanlanallee 2. Tetephon; HumboKt» 1088-1090, Gonnobenö 12. Oktober 1929 Unterhaltung und AAssen Vellage des Vorwärts Xein,ichMemmer:Weiß Mild SchWaTm Sin amerikanisches Sittenbild hinter meinem Rücken l>efin!>et sich eine ganz gewöhnliche Tür, die nicht einmal wattiert ist und überdies meist ossen steht: ihic Besonderheit besteht einzig und allein darin, daß sie in das Arbeite- labinett eines Multimillionärs sührt. Wünscht Mister Francis Wood eme Austunjt, so schreit er durch die osiene Tür zu mir heraus, lohe ich indessen einen der Notobeln Chikogoz ein, so schließt sich höslichkeitshalber die golden« Psorte. Mir gegenüber besindet sich eine noch viel gewöhnlichere Tür, zu der Hot jedermann Antritt, und man gelangt durch sie zu einer Art Barriere aus cholz und Glas. An dieser muß mir ein jeder sein Ailliegen vortragen, und von .Plünderten lasse ich kaum«inen zu Boß. Wir sind kein« Firma. Die Geschäste besorgen Akliengescllschasten und Banken sür uns, wie es sich bei den oberen Vierhundert geziemt. In unseren Bureaus sind knapp zwei Dugend Personen tätig— das Geld arbeitet sür sich allein. Es fließt in Strömen herein und nur in kleinen Bächlein wieder hinaus. Chariiy? O, wir geben stets für wohltätige Zwecke. „Hier, Madame, sind tausend Dollar, ich kann es verantworten. Wie... eine Stellung? Am Korridorende links, young lady... was? als private Schreibkraft zu Mister Wood empfohlen, treten Sie bitte ein." Es war ein Mädchen mit blendend weißer Haut und pechschwarzem Haar. Sie sah aus, als käme sie geradewegs vom Colleg. hatte ober etwas Wiegendes in ihrem Gangs, wie ich es bei keiner Weißen noch gesehen. Die Tür zum Dollarmillionär blieb offen. Die Tippmamsell sprach ein paar Sätze in misfallend reinem Englisch, er brummte ein einziges Wort: allnsbt. Am nächsten Morgen saß sie bei ihm. Die Tür blieb immer noch ossen stehen, und Mister Wood schrie nach wie vor zu mir heraus. Zu Miß Myriam sprach er freundlich- sachlich, wie zu ollen anderen angestellten Damen, hübschen sowohl wie häßlichen. Sie olle waren außerordentlich ladylikc und man behandelte sie alle wie Ladys. Das heißt: Francis Wood behandelt« natürlich seine Burcauladys viel anständiger als di« Ladys vom Jacht- und Golsklub: mit diesen(und nur mit solchen) spaßt, flirtet, i.anzt und spartet ein reicher Amerikaner. Die hübsche Henrietta P aig zum Beispiel hat mein Francis einmal in den Schnee ge- warfen und eingerieben. Henrietta war dann aufgesprungen, gab ihm einen Klaps auf die richtige Stelle und kollerte ihn den Hügel binunter: dergleichen ist vollständig allnirbt und gilt als vornehme Ungezogenheit, denn Henrietta Haig ist die Tochter einer anderen Ehikagoer Millionärsfamilic, so reich, so vornehm und alteingesessen wie die Woods. Die mehr als hübsche Miß Myriam bekam des öfteren im Woodcastle, dem Marmorpalast am Michigansee, eine Tasse Tee gereicht, wenn sie bei der stolzen alten Dome und dem gichtgcplagten alten Wood zu arbeiten hatte. Wochen und Monat« ginge» dahin, ein halbes Jahr, ohne daß sie in Evidenz trat. Eines Morgens ober erschien die schöne Miß Myriam nicht im Bureau, und auch Mr. Francis blieb diesen Tag aus. Waren beide erkrankt? Am dritten Tage erfuhr ganz Ehikago die Wahrheit: Durchgebrannt waren sie miteinander. Das Aufsehen war ungeheuer. Bold beruhigten sich aber die Gemüter der puritanisch empfindenden Stadt: Das Paar war heim- lich getraut worden. Der alte Wood, der jetzt hinter meiner Tür saß, ächzte und stöhnte, weil di« Gicht ihn plagte und wahrscheinlich die Haigs ihn über die Achsel ansahen: aber er ließ sich trösten. Die alte Dame war kühl wie ein Eisberg: schwer getränkt in ihrem Mutterstolz: da kamen plötzlich die Ausreißer vor dem Marmor- polast angerattert, um d«n elterlichen Segen zu erflehen. Nach cinigeni Zögern umarnite Mistres Wood die Neuvermählten, die rote Dalay, das Stubenmädchen, hat's mit angesehen. Ich aber stand nianche Nacht in der Michigan-Avenue und blickte nach den Schloßfenstern hinauf, die ihre Lichtkegel weit über den See warfen— sah noch den Silhouetten der Tänzer hinauf, lauschte den wilden Klängen, die sich mit der lauen Frühlingsluft mengten, und betrachtete die Autos unten, daran ich sofort erkannte, wer an den Festen teilnahm: Getreidemagnaten, Bankers und Brokers, neuwelt- liche Aristokraten vom Kolonialklub, alles, was zählte, nur nicht die Haigs und ihr Anhang. Mistres Myriam wurde der Liebling der Chigaoer vornehmen Gesellschaft, sie war darüber gar nicht stolz, hatte nichts von der -ynischen Zurückhaltung, dem unsichtbaren Eisenpanzer oineri- lanischer Millionär« an sich, und es schien mir, als wären ihre Haare noch schwärzer, ihr« Haut noch weißer, und ihr Gesicht noch modonnenhafter geworden. Plötzlich tuschelt« man etwas in allen Räumen des großen Ge- schästshauses. Bis zur Tür hinter meinem Rücken drang das Ge- Wisper. Ein« Flut von Gerüchten, die von dort wieder zurückebbten. Was gab's? Eins Gerichtsverhandlung. Niemand aus meinen Be- kanntenkreijen konnte daran teilnehmen. Es war eine zwar nicht geheime aber streng exklusiv geführte Berhandlung. zu der auch viel weniger gewöhnlich« Menschen, als wir Angestellten keinen Zutritt hatten. Angeklagt waren Mister Francis Wood und Mistreß Myriam Wood. Wessen? Sie lebten in Konkubinat, si« waren nicht rechts- gültig verheiratet. Wer behauptet das? Miß Henrietta Haig. Wieso? War nicht der Trauschein richtig ausgestellt, waren nicht alle For- malitäten erfüllt?. Ja: aber di« Ehe war dennoch illegal. Miß Henrietta Haig konnte die nötigen Beweise beibringen. In der Tat, das konnte sie. Das hübsche Millionärstöchierleiu war nich: gesonnen, sich von einer Tippmamsell beiseite schieben zu lassen. Sie war zwar nicht gerade mit Francis verlobt, aber di« beiden waren einander zu- gedacht gewesen, also gab Henrietta die Hoffnung auf Francis nicht auf und focht sein« Ehe an. Die Vorarbeiten reichten bis auf die Flitterwochen zurück. Schon damals hatte Miß Haig Privatdetektive engagiert und Nachforschungen über das Vorleben der jungen Frau Wood anstellen lassen. Es erwies sich, leider, als makellos. Aber in der Folge r�e-chte einer dieser Herren die Entdeckung, das Mistreß Myriam regelmäßig kleinere Geldbeträge an eine Frau in Covington, Kentucky, sandte. Was hatte es damit für eine Bewandtnis? Man 'orfchte weiter. Die Empsängerin war eine alte Negerin. In welchem Verhältnis standen di« beiden Frauen zueinander? Was konnte die iunge weiße Frau veranlassen, der alten Negerin Geld zu senden? Lange drang man in sie, aber di« Alte war mißtrauisch und ver» schlössen. Da hatte Miß Haig selbst einen Einfall.(Nichts macht er» nndungsreichsr als unglückliche Liebe.) Henrietta ließ der alten Negerin mitteilen, Myriam sei krank und verlange nach ihr.„Armes �ättunchen", sagte dies«, rannt« zum Dahnhos und fuhr nach Ehikazo. Dort führte man die Negerin aber nicht in den Marmorpalast der Woods, sondern vor den Untersuchungsrichter. Sie mußte auf die Bibel schwören und wurde ausgefragt. Kannte sie Myriam? Wie lang«? So, zwanzig Jahr«. Damals war ja Myriam noch ein Baby. Wo war die Mutler? Tot. Wieso hatte die Weiße ihr, ein« Negerin, das Kind in Pflege gegeben? Sie war ihre Amm« gewesen. Sonderbar: wer waren denn Myriams Elt«rn? Unter Tränen bekannte die Alte, daß ihr Mündel die Tochter einer Weißen und eines Mulatten fei, in den sich di« Mutter verliebt hatte, woraus sie von dem Elternhaus verstoßen wurde und ihr Heil in der Fremde suchte. Aber sie konnte keine Ruh« finden, wo immer sie sich hinwendete. An Leib und Seele gebrochen kam die unglückliche Mutter mit der kleinen Myriam nach Covington zu der Negerin und starb bald daraus. Die„Ma-mi", die schwarze Amme, ließ die Waise mit dem erhaltenen, gar nicht geringen Bargeld, dem sie ihre eigenen Ersparnisse beifügte, im feinsten Colleg Bostons studieren. Myriam, blendend weih, wie si« war, galt überall als Weiße. Sie hielt sich selbst für ein« Weiße. Sie muht« nichts von ihrer„dunklen" Herkunft. Sic ahnte nicht, daß sie ein« weiße Negerin sei.„Armes Lämmchen," schloß die Mami träncnüber- strömt,„jetzt bist du verloren". Mistreß Myriam Wood war totsächlich verloren, das wußte si« von dem Moment an, wo sie die gerichtliche Borladung zugestellt be- kommen halte. Do war sie schon gerichtet und mußte die Konsequenzen daraus ziehen. Sic gab fortab keine Befehle, äußer:« kein« Wünsche. Wie«in« Geächtet« ging sie umher im Marmorpalast am Michigansec. Noch vor der Verhandlung verließ sie ihren Gatten und s«in Haus und zog ins Madifon-Hotel. Ihre vornehmen Freunde kannten sie nicht mehr. Sie war eine Mulattin, das mußte sie in oller Augen degradieren, auch in denen ihres Mannes, der sie noch immer liebte, aber nicht mehr lieben durfte. Er durfte nicht zu ihr. Eine Barriere stand zwischen ihnen aufgerichtet: Die Barriere zwischen Weiß und Schwarz. lieber Myriam war nach ein Sachverständigenurteil zu fällen, sie mußte sich untersuchen lassen und nach mehreren Tagen wurde eine neue Berhandlung anberaumt. Negevblut läßt sich oft schwer erkennen. Maßgebend war das Fehlen des„Mondes", des kleinen weißen Kreisausschnittes am Nagelende. Dadurch galt als erwiesen: Mistreß Wood, kuir Liebling der Ehicagoer Gesellschast, hatte Neger- blut in ihren Adern. Sie kannte also nicht die rechtmäßige Gattin eines weißen Amerikaners sein, auch wenn der sie als seiner eben- bürtig betrachtet. Nach amerikanischem Gesetz sind Ehen zwischen Weißen und Farbigen ungültig. Francis und Myriam waren nicht rechtmäßig miteinander verheiratet, sie konnten und dursten nicht miteinander leben, si« mußten sich trennen. Miß Haigs Triumph war vollständig. Mr. Francis Wood mar wieder— nein noch immer— Junggeselle. Er wird sich eine Frau aussuchen, mit der er nicht Gefahr läuft, braun« oder schwarze Kinder zu haben. Wir haben damals olle Zeitungen durchgesehen, aber kein Wort über die Verhandlung jinden können. Hatte man das Schweigen erkauft, oder hinderte der Respeli vor der Familie Wood die Blätter am Sprechen? Ich weiß es nicht, habe aber von der alten Negerin nach allerhand erfahren. Mr. Wood hatte Myriam eine ansehnlich« Abfindungssumme angeboten. Myriam wies si« zu- rück:„Keinen Cent!" Sic beglich Ihr« Hotclrechnung mit den Er- sparnisscn aus ihrer Bureautätigkeit und fuhr mit ihrer Amine noch Covington. Ich brachte sie zum Bahnhof. Ihre Haue war fast durch- sichtig und ihre samtenen Augen starrten ins Leere. Wir blieben die Warte im Halse stecken, als ich Abschied nehmen wollte. Miß Haig hatte aber doch falsch kalkuliert. Francis heiratete sie nicht. Francis führ nach Paris, führte ein wüstes Leben und vergeudete Unsummen. Mister Haig brachte den Woods finanziellen Schoden bei, wo immer er konnte. Die Tür hinter meinein Rücken schloß sich für immer, nachdem der alte Herr einem Schlagfluß erlegen war. Francis, von seiner Mutter zurückgerufen, kam zerstört, verlebt, kaum erkennbar. Eines Tages fuhr er mit mir nach Eovingt'n. Dort suchte ich und fand die beiden Frauen: si« bewohnten«ine klein« Brettercottagc vor der Stadt. Nach Negerart war rundum olles mit rotem Mohn bepflanzt: der blühte. Ich konnte nur die alte Negerin sprechen. Nun, wie gehts denn? Es ging schlecht. Mi?riam war immer wieder über di« Hängebrücke nach Cincinatti gegangen, einen Posten zu suchen, ober man nahm sie nicht auf oder behielt sie nicht. Den Weißen galt sie als Mulattin, den Farbigen als Ab- trünnig«. Sic irrte zwischen Weiß und Schwarz umher. Bon den beiden, einander tödlich hassenden, bis aufs Blut sich bekämpfenden Rassen der Union wurde sie in gleicher Weise ausgestoßen. Geliebt nur von ihrer alten Mami, deren Tage gezählt waren und deren Dollars zu Ende gingen.„Francis ist da", sagte ich,„er wird helfen." Ich lief hinaus ihn zu holen, da kam er schon. Im selben Moment stürzte Myriam aus der Tür, um mich aufzuhalten. Als sie ihren geliebten Mann wiedersah, schrie sie laut auf, breitete ihr« Arme aus und fiel,«he ich sie auffangen konnte, in den roten Mohn. Ich dachte, es fei nur«in Nervenanfall aus übermäßiger Erregung. Als wir sie aber aushoben, fielen ihre Arme matt herab: es war zu Ende. Einen Monat später war es auch mit dem Hause Wood zu Ende. Francis fuhr nach Paris zurück. Ich habe nichts mehr von ihm gehört. &rank �hiess: 3)as Qeheimnis der Vögel Es gibt zweierlei Menschen: solch«, die Tiere lieben und solche, die Tiere nicht liebe». Was diese angeht, so sollen sie sich nicht erst die Mühe machen und in diese Skizze schauen. Es steht nichts in ihr, was sie verstehen könnten. Den qndercn aber will ich sagen, daß nicht der Mensch, sondern das Tier des Lebens Geheimnis kennt. Was ist dies für ein Ge- heimnis? Ich sag es ain Schluß. Der Mensch nennt sich die Krone der Schöpfung und ist über- zeugt, daß alles ringsherum, die Wälder und Meere und Flüsie und neuerdings auch die Lüfte, nur für ihn da ist.„Nur sür ihn!" ruft er und hebt mit leicht pathetischer Bewegung den Arm. Und die Versammlung stimmt dem Redner zu. Es ist kein Widerspruch in der Runde, und wenn etwa ein kleiner Hund im Saal sein sollle, so wird auch er nicht widersprechen, denn er legt keinen Wert daraus, Gegenteiliges nachzuweisen. Und wenn Schwalben, die vielleicht in dem Hause, darin der Mensch stolz tut, nisten sollten, dies Worr vernähmen, und es Möven zutrügen, die über dem Hafen kreisten, so würden weder Schwalben noch Möven darüber auch nur im geringsten beleidigt sein. Sie würden es nicht einmal den kleinen Fischen erzählen, weil diese ohnehin keine Meinung haben, auch nicht den Sperlingen, deren Interesse konkreteren Fragen zuge- wandt zu sein pflegt, allenfalls den Lachtauben könnte man damit Stoff zum flüchtigen Gelächter geben. O Mensch, mit deinem Polmenzweige! Wenn dies die Schöplung ist, was da ringsum mit Interessen- verbänden, Ausschüssen, Gerichten, Parlamenten und Rationen gegenseitig sich in die Haare und in die Taschen fährt, so bist du, Mensch, fraglos Herr der Schöpfung. Und wenn dies Schöpfung ist, was der Mensch seit Jahrhunderten mit geistvoll-fürchterlichem System vernichtet, die alten Wälder und einsamen Seen, die ver- borgenen Bergtäler und Inseln im Meere, die Bären, Wölfe, Luchse, Hermeline, Marder, Elche, die königlichen Wler unh wilben Schwäne, die Kraniche, Falken und Zllbatrols«, die wunderbaren Walfische und Elefanten und die lieblichsten unter de» kleinen Boten Gaites, die Lerchen, wenn dies Schöpfung ist und der 5)iin>nel dazu, darin sie schwingen und jubeln, dann ist dieser Schöpfung Krone allein das Tier. Wenn Christus den Menschen erlöst hat, wer erlöst die Tiere vom Menschen? Das ist das Licht und füllt den ungeheuren schwarzbraunen Raum. Keine Wolke ist ain Himmel, aber in der Tief« atmet die Bläue auf und nieder in rhythmischem Wogenspiel. Und nun flattert etwas blendend Weißes aus dem Raum, senkrecht hinab auf die Bucht, bremst in glitzernder Spirale hart übenn Wasser, hebt ein-, zweimal graziös die weißen Flügel und schaukelt auf den gläsernen Wogen. Ein Mövenschwarm. Und wir bleiben am Ufer stehen und sehen ihm zu. Sieh die Möven, sagen wir. „Sich die Menschen", sagen die Möven, schwärmen auf und umtanzen das Heck des Dampfers. Dahin drängen sich dle Tier- freunde, die Guten mit ihren Kindern und werfen zu eigenem Pläsier, doch leicht gerührt über ihr« gemütvoll« Beschäftigung, den weißen Vögeln Nahrung zu. So fliegt es durch die Luft: Brosamen, Schinkenrond, Wurstpellen, Leibnizkeks, Pappschachteln. Zigaretten- hülsen. Und der.Klügste unter den Knaben ist schon empfindlich, daß die Mövc», nachdem man ihnen soviel Keks gegeben, nicht einmal Pappschachtelfegen fressen wollen. Wöhrend aber di« Menschen noch stehen und ihr großes Schau- vergnügen mit ihrer dürftigen Gebelust wie«in Kartenspiel mischen. schwingen sich di« Möven unter lautlosem Defehl auf und sausen schräg empor in di« Sonn«. Und wir können ihnen nicht einmal nachsehen, so blendet es. Oben aber, irgendwo im Licht, stoßen sie ihre kurzen, flägcnden. hellen Schreie aus. Und wer bei ihnen ist, vermag zu hSrest. daß,, dies andere Rufe sind als sie unten ertönten. Daß heller in jedem Ton der Jubel am Leben aufblinkt und di« Leichtigkeit des Fluges grenzenlos ist. Wer Schwalben kennt, weiß, daß diese winzigen Kunstflieger sich zunächst einmal durch Humor van allen anderen Vögeln unter-. scheiden. Sie haben eine Dackelsecle. Sie wissen z. D. ganz genau, daß ich es nicht leiden kann, wenn sie mein sauber abgezogenes Regattenboot als Toilette benutzen. Der See ist groß genug dazu und obendrein hat er Wasserspülung. Wie oft habe ich ihnen das gesagt. Rein— sie fliegen gleich noch dem Morgenfrühstück eine Sttinde lang mit den verrücktesten Kapriolen um die Mastspitze, lachen sich mit ihrem„wid-woid" scheckig über mich, und ich kann nachher Bootsrand und Segel scheuen:, so abscheulich sieht es aus. Und an kühlen Nachmittagen ist der Mensch sür sie nichts anderes als ein senkrechtes Ererzicrfeld. Ich gehe spazieren, sechs Schwalben dauernd um mich hcruni. Die ihnen vom Flugführer gestellt« Aufgabe lautet: Umsonst das lange Mensch so nah wie >Vglich, berührt sein«,: Hut, stempelt seinen Mantel, aber laßt euch nicht kriegen. Wer sich kriegen laßt, darf nicht mit nach Asrika. Und während des ganzen Spazierganges spiele ich die törichte Rolle eines täppischen Bären, der nichts fängt und sich obendrein hinterher seinen Pelz reinigen muß. Zweimal aber habe ich sie doch erwischt. Nicht im Fliegen, o nein, sondern draußen vor der Tür im Grase. Das erstemal war's ein eisiger Morgen nach eisiger Septembernacht. Da lag eine User- schwalbe halb erfroren vor der Schwelle. Ich hob sie auf, wärmt« sie, streichelt« sie, sprach si« an. Sie hatte winzige Augen und eiskalte kleine Füße. Ich legte sie meiner Frau aufs Bett, ach,«ine unendlich rührende Familienfzene. Und dos Schwälbchen, von Liebe über, wältigt, kroch in den Hcmdausschnitt, hockte sich zwischen zwei Hügel und schlief dort eine Stunde. Eine Stunde log meine Frau steif wie ein« ägyptische Mumie, um den Schlaf des Schwölbchens nicht zu stören. Dann kroch es wieder heraus und sah sich um. Wir traten in den Garton, die Sonne glitzerte im Tau. Das Schwälbchen faß auf der ausgestreckten Hand. Es faß und sah sich den hellen Septcmbertag an. Und plötzlich rief es„wid-woid-wid" und flog davon. Da steht nun der Mensch und sieht ihnen nach, der Ueberlegene, der Bezwinger der Natur. Die Natur aber umarmt brüderlich ihre kleinen Wesen und flüstert ihnen das Geheimnis des Lebens zu: ganz auf dieser Erde und ganz in Gott zu sein. Und so sehr der Mensch sich anstrengt, das Flüstern zu deuten, er vernimmt kaum einen Hauch. Zudcn und Araber In Palästina. Nach amtlichen Angaben der palästinensischen Mandatsnorwnltung«»hitten in Palästina am 1. Juli 1929 insociamt 816 964 Menschen. Davon wor�n 572 443 Mohammedaner, 154 330 Juden, 80 225 Christen und 9066 Andersgläubige. Denmach find gegenwärtig rund 70 Proz. der Bevölkerung Palästinas Motämmedaner(also Araber), rund 19 Pro.z. Juden und rund 10 Proz. Christen. Weiß? NashSrner leben im Zululande noch in einer Anzahl von etwa zwanzig Exemplaren in einem besonderen Schutzgebiet von etwa 150 Ouadratkilomerer Fläche. Es wird jetzt erwogen, die Tiere«inzufangen und sie in dem 700 Meilen entfernten Krüger- Nationalpark wieder ons.zusetzen. dach sind ernst« Bedenken laut ge- worden, ob die Tiere diese Umpflanzung schadlos vertragen werden. Zm Dienste der Ailmlvdustrie werden jährlich 18 bis 20 Millionen Meter Rohsilm im Werte von 5 bis- 6 Millionen Mark verbrauche. diese Rubrik fl-d ». LiadexstraKe Z. Parteinachnchten ffäm für Groß-Berlin stet, OB bM B«jirt»s-kret-ri-u 4.®df, Z Treppe» recht»,,» richte». RboU Tiergprte»._____.. Streifes trifft sich heute, Souilade� strutuin mit den Besiickstassdelesierte» des *J: lj foatml»; Acht»»«. SMitlstoflSbtleaieTte! D» Eonnabeud. 12- Otto be IL WA Wr oi .. ilntana .der Semon« ei StrSger. Putlich- ..««. Dienstaii, IS. Ottober. UVi in den Ph»rusf-jlen. MWerftr. 1<2. Uhr, Streismitsliederver- INMMIUN« IN den Muruslalen. mauttctto. uz. ..«reis aharlottenbur«»ab Spandau. Juristische Sprechstunde heute. Sonn- abend. 12. Ottdber, npn 17—18 Uhr tnt Jugendheim Rastnenstr. 4. che- lepeuheir*»m Kirchenaustritt! 18. Streis Treptow. Seifte. Sonnadenb. 12. Ottober. 20 Uhr, findet im Lata! Svreegarten in Alt�treotow der Zabilar.»ad»pueertabeud statt, ffestrede: StodtSItester Genosse Suao Seimann. M. d. R. Ge. sanol ssrau»eli Seermann. Sopran. K«rr Wilhelm Guttmann non D der Stddt. Ooer. Muli! wird ousgefiihrt»on Mitqliedern der Etaatl. Sochlchule für Musil. Eintritt 50 Pf. einschl. Tan,. 17. streis Lichtende«. Achtuno. Kreisnorstand! Montao. 14. Ottober, ISih Uhr, !ur,e wichtiae Befprechun» im Rathaus, Zimmer zs. '0. Sireis Panlow. Bildanftwiusfchuh: Die Nachricht im.Abend" vom l'onnersta», 10. Ottober, ist irrtümlich erfolot. Die Eihun« findet am ' Oftober, 20 Uhr. im Tiirfifchen Zelt. Breite Etrahe. statt. heule, Sonnabend, 12. Oktober. übt. Das Werbematerial steht den Be,irtsfl!hr«rn ,ur Berfiloun» heute no» IS— 20 Uhr bei Dobrohlaw. Ewinemilirder Str. 11. .......-jj»■•---=r.._ 0. Ls-i. Alle Mitolieder beteiligen sich heute an der Demonst Eben. falls heteilioen sich alle an der Flugblattverbreitun« für die Werbeor ab heute, 18 Uhr, bei Sübner. Wilsnacker Str. Z4. Sonntag ab 2 uod die folgenden Tage ob 18 Uhr. Niemand darf fehlen. IS. Ab». Alle Mitolieder beteiligen sich heute gefchlassen an der Deman- straiion_. 32. Slbt. Die Gruppenführer werden gebeten, da« Berbematemal van stromphardt, Paul�Singer�Ztr. 49, abzuholen. 33.«bt. 20 Uhr Kerbftfest sSeiterer Abend) in der Alte» Taverne. Alt. Stralau 28. Der Ueberfchuh lammt de» i-ualiden»ab arbeit». Z losen Partei, uad Iugeadgeuossea ,agate. Bart«««. Renae, goma». m stifche und turnerische Borführungeu, Tau,. Alle Geuofstnaen uad Sc- Sä aossea stad mit ihrea Angehörigen. Freunden uad Pekaaatea her,lichst dg,« eingeladen. 47. Abt. Die Saiten für da« Serhstvergnügen und die Iubilarfeier sind be. stipimt am Sonntag, s8 Uhr. an der Sasse im Gewerlschaftshaus. großer Saal, mit dem Genossen Marsanfe abzurechnen. fö. Abi. Tempelhof. Die Parteigenossen von Alt-Tempelhof werden gebeten, die Einladungsiettel für die am Dienstag, 15. Ottober, 1» Uhr. statt. findende Demonstration und Sundgebung Sonnabend nachmittag, Witestens Sonntag früh von ihren zuständigen Bezirksfühlern zweet» Berteilun, abzuholen. 124. Ahi. Mahleborf. Materiafausgabe zur Werbewoch«. Nordbezirl: Lessal Nordstern. Länower Str. s. Ort: Anders, Bahnhofstr. 37. Morgen, Sonnlag. 13. Oktober. 5. Abt. 9 Uhr Fluablefttoerbreitung bei Matthia. Llnienstr. 2g. 41. Abt. Di« Genossen treffen stch g Uhr in ihren Zahlahendlotalen zur Flu»hlativerbr-itnng. Arauenveranstallung. 30. Abt. Diejetiiaen Genossinnen, die sich noch feine Flugblätter zur Per. holt �''■■■.....' trt, 19', f Uhr" bei Rabe. Fichtestc. 29. 3um Preise von 10 Pf. sind bei d-r Genossin Hansen. Oranienstr. 122.»v haben. 3ungsozialislen. (Kruppe GfatlotleuBtttfl: Sonntaa. 13. ÖftoBer, Treffpunkt L Uhr Bahnhof ChQctottennurg?ur ssahrt nach Stangenhagen. Kö!ls!iük>u884 Uhr»üstriner Plag. Wimpel mitbringen.— Montag, 14. Ottober: Iungfalten und Silken 18— 191b Uhr im Seim, Bunter Abend.— Dienstag, 15. Orioder: Rot« Falken treffen sich zum Film 17(4 Uhr Büschingplaß: 15 Pf. mitbringen.— Mittwoch. 16, Ottober: Basteln für alle 18—19-)» Uhr im Seim.— Donnerstag. 17. Ottober: Aussprache für alle 18—19(4 Uhr im Seim. Unsere Serbstsersenfahrt.— Frei- tag. 18. Ottober: Roter Falkenabend 18—19)1 Uhr im Seim. Wir lese» aus dem Faltenbuch. Zeder Falte muß erscheinen, da Neueinteilung der Sorben.— Achtung, Glter»! Zur Morgenfrier der SPD.. 5. Srei», am Sonn- tag, 13. Ottober, 10 Uhr. treffen stch alle Eltern 9 Uhr bei der Gruppe.— Freitag, 18. Ottober: 19)1 Uhr im Keim Gruppenbeskersißiing. Znteressierto Eltern tonnen teilnehmen. Geburtstage. Jubiläen ujw. 3. Abt. Unserem laagjährigea Genossen S- r l W i t t r a», Michael- kirchstr. 5, zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. 5. Abt. Unserem Genossen Z w i e t l e r und seiner Ehefro» die herzlich. sten Glückwünsche znr Silberhochzeit. 18, Abt. Unserem Senosse» Brnno Geilsdorf nnb feiner Eh« i ran znr Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche.— Unsere» Genossen Minna nnb Otto Krüger znr Silberhochzeit die herzlichsten Gljickwüosch«. 78. Abt. Schöneberg. Unserem Genossen Klebanschke»ab feiner The. fron znr______. 94.«bt. Reuti f chini, Beifes t ble herzlichste» Glückwiiasch«. n. 52. Bezirk: Unserem«ften Genossen Pank Marl- »» seinem 70. H«bnrt»taa« di« herzlichfte» Glückwüosch«. Mr' wünschen � ihm'se«e. Gesundheit'-nd Wohlleben. ,7. Abt. Renköllu."'"''- heutige» 65. Geburt- 105. Abt. Bdlerai Ghef«» z» ihrer Gill Unsere« lieben Genossen An g»st Bogel*■ seinem «tage di« herzlichsten Glüetwüasche. eshof. Unserem Genossen Franz Meint« nnb seiner ilberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. EOi� SozlalistischeArbeiterjllgendGr.-Verlin ainsendunzen für dies« llinbrik nur on dos Zozendsefreieriot Berlin SZVS8, üindenstroje 3 Zui-mmenlnnlt der AbteUnnastassierr« heute, 19(4 Uhr, im Zugend. Z heim EW. 88, Lindenstr. 4. Alle Abteilungen müssen oertreten sein." Abteilungsleiter, reicht umgehend den Berichtsbogen vom 3. Ouarial und da» Rovember-Programm ein. heule, Sounabeud, WA Uhr. Artonaploß: Schule Elifabethtirchstr. 19: Werbung für die Partei.— Stralaner Viertel: Seim Goßlerstr. 81: Wir gehen geschlossen zum Pgrtrisrft. Tresspuntt 19 Uhr vor dem Jugendheim.— Kopenicker Viertel: Seim Wrangel. straße 128: Uebungsabend.— Rentöll» II: Fahrt Bernau— Ueßdori. Treff. Punkt 20 Uhr Bhf. Neutäll».— Süden: Fahrt Melchow— Ronnenfließ. Treff- punlt 18 Uhr„Rote Ecke".— gehlendorf: Fahrt Trebbin. Treffpunrt 14 Uhr an der Säiule. SS«. Prenzlauer Berg: Heim Danziger Str. 62. Baracke Z:„Jungarbeiter und Schüler". Tambourtorp» Prenzlauer Berg: Uebungsabend im Seim Danziger Str. 62. 20 Uhr eine turze Sißung. Erscheinen aller notwendig. DI» Flöten müssen mitgebracht werde». M- neuen Flöter müssen da sein. All, anderen Zn. strument« tonnen zu Sause bleiben. Werbebezirl RmftZlln: Wichtig« Sifcun« des engeren Werbebezirt«Vorstandes mit den Abteilungsleitern im Partersstretariat, Fuldastraße. 19 Ubr. Jede Gruppe muß vertrete» sein.— All« tunkt im Zugendbetor Lindenstr. 4. " irt Prenzlauer Berg: S-fsierrr gehe» DP» sticksie'ei«>lommen> 19(4 Ubr im Jugendheim Danziger MiUien durch ihr« Borsißenden und Zugendbetrate tagen für das 3. Ouartal müssen auf jeden Fall mitgebracht werden. Werbebezirk Beddiag: Baden im Stadtbad Gerichrstraß« 19(4 Uhr. Einlaß- maicken sind nur beim Genossen Richard Broer bis IS(4 Ilbr erhältlich. Später �ÄÄzft�Teltowlanal: Werbebegirlsvorstandssißung pürcktlich IS llhr im Zugendbeim Stegliß, Albrechtstr. 47. Morgen, Sonntag. Fall» lob I: Treffpuntt zur Fahrt 7 llbr Bhf. Gefundbrunnen, Eingang Bellermannstraße. Abfahrt 7�9 llhr. Fahrgeld 40 Pf.-«riß l und ll: Fahrt in den Sräiner sKartenlefen). Treffpunkt 7 Uhr Zahn. Ecke Rudower Straß«.— Norden: Treffpuntt zur Fahrt 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen— NrutMa I und vni: Rad'ahrt. Tresspuntt 7 Uhr Reute rplaß.— Lichtenberg. Rorst: Fahrt durch den Krämer. Tresspuntt pünttlich 8(4 Ubr Bbf. Frank. �Werbebezirk Krenzbrrg: Montag, 14. Ottober, 20 Ubr, im Saal der De. zirksversamml'tng Kreuzberg. Yorckstr. 11. Filmabend des Zugendamies. „Technit des Sltlaufs und Wunder des Echneeschubes", 2. Teil. Eintritt frei. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schnlatj-Rot-Golb*. Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 37/38, Sof 2 Tr So»»abend, 12. Oktober. Mite, 6. Kameradschaft: Der Kamerad Snngneff ist verstorben. Einäscherung 18 Uhr Krematorium Gericht. straße. Antreten 17(4 llhr Krematorium Serichtstraße. Bernau: 19 Uhr An. treten in Bannrrtleidung im Bereinslokal Modisch zur Fahrr nach Röntgen. thal. Stärkste Beteiligung erbeten. Fcstbeitrag wird nicht erhob«". Ruder. rieg«: 19(4 bis 21 Ubr Kastenrudern in den Ruderanlagen der Berliner».urncr- schast, Stralau, Tunnelstr. 4. Beginn eines neuen Anstingerkursus. T,-r«-rtrn! Achtung! 18 Uhr Antreten in Banncrkleiduns zur SPD..Demonftrat>on!>» Kleinen Tiergarten.— Sonntag. 13. Oktober. Kreis Süden: Alle disnstfrelen Kameraden treffen sich um 14 Uhr Bahnhof Adlershof zum Ummarfch durch Adlersbof. Ortsverein: Pünktlich 9 Uhr sämtliche Funktionäre in Banner. Ouf � ITaTvirsr/t �FTtmlnomnftrtl Moatda, 14. inlctafnecien Seimabend«orckstr. 11, Zimmer 5. Referat Kam. Keck-„Aktuelle politische Tagtssiaqen. Wilmersdorf, Sporiabteiluna: Die Turnabende finden vom 14. Oktober ob Turnhalle T> lKaineradschaj.,.------------------_------... buschstr. 90.«am. Mischler spricht über.Lcimwebr und Schußbund■ M-'- qliedadücherkontrolle. Tempelhof: 20 llhr erweiterte Borstandsstßung bei Ma-Li. Mariendorf. Ehausseestr. 801._ Sonntag. 11 Uhr. Pappelallee 15, Portrag des Moses Sozialist?" Sarmonium: Kol nitre«Bruch). International« Franenliga für Frieden»nd Freiheit, vrt«rnPpe Berlin. Sonntag. 13. Ottober, um 15(4 llbr, in der 5. Gemeintcschule, Neukölln. Mariendorfer Weg 69—70 lRingbabnhof Sermannstraße).„Waffenlose, Seld-n. tum", Reisebericht der fünf mit Preisen bedadjten Schüler. Verband der Wohunngsuchenden, e. V. Versammlungen mit Vortragen lRechtsanwalt Dr. Stein und Rechtsanwalt Karl Richter). Ortsgruppe Weißen. lee- Moniag. 14. Oktober, 20 Uhr, Berliner Kindl„ Berliner Wse 211.— Ortsgruppe Renkölln: Donnerstag, 18. Ottober, 20 Uhr, Bürgersäle, Bergstraße 147. Eintritt und Rechtsauskunft frei., Bund religiöser Sozialisten. Montag. 14. Oltober. 20 Uhr. ,m großen«aal de» Demeindebause«, Sertastr. 9 in Neukölln, Lichtdildevabend über Lille, den Maler de« Proletariats". Eintritt frei._ �. R«puÄIIa»isch« Rednern ereinigung. Montag, 20 Uhr, Vortragsabend mit Diskussion im„Alton A-ianier". Anbaltstr. 11. Es spricht Srrr Schwarz über„Kriegsdiensiverweigung". Eäsi« willtommen. Wetterbericht der öffenttichen weklerdienffflelle Berlin und Umgegend (Nachdr. verb.) Unbeständig wmdig und kühl mit einzelne» Regenschauern, westliche biS nordweslliche Winde.— Aür Leulschland: Allgemein veränderlich und tiihl, strichweise leichte Regenschauer. Im Küstengebiet Nordweststurm. Di« bekannte RSdelfisma Robert Seelisch, Rigaer Sil. 71—73, Nosenthaler Straße 9, eröffnet heute am Sackeschen Markt 4 ein« neue Filiale. Zn den neuen Beriautoräitmen wird seder Käufer bei kulantesten Zablungsbedingun. gen das finden, was zu einem aeschinackpollen und g-ouitlichen Seim gehört. Das langjährige Bestehen und stete Wachsen der Firma birgt für Sächst» le istung in der Qualität mit äußerst bMigrn Preisen. Verein der Berliner Buchdrucker und SchTiftgießer(Gau Berlin, V.D.D.B) Dienstag, den IS.Oktober, mittags 1 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 25, Saal 4; Versammlung der arbeitslosen Buchdrucker Tzgesonfnung: 1. Die Arbeitslosenversicherung. ReferentHermann Schlirame,Sekr«tirdesADG8. 2 Der Gauvorstand und die Arbeitslosen 3. Neuwahl der Arbeitslosenvertrauensleute. 4. Verschiedenes. Arbeitslose Buchijruckerkollcgcn! Btrliner Oauvorstand ordnungsgi Besucht diese vom einberufene Ver- ssmmlung- Hier ist unsern Kollegen Gelegenheit gegeben, ihre Beschwerden und Wünsche dem Gauvorsiand vorzutragen. Das Referat über die Arbeitslosenverslchbnjpg wird den Kollegen Aufklärung geben, was in dieser Fräge erielcht werden Konnte und was nicht möglich war. Ferner sind in dieser Versammlung auf BeschluB des Gauvorstandes d'e Vertrauensleute der Arbeitslosen neu zu wählen. Der Gauvorstand ersucht um das Erscheinen aller Arbeitslosen, Äff Legitimation in die Arbeitslosenkarte vorzuweisen. Der Gauvorstand. Am 10. Oktober verschieb nach kurzem ichweren Leiden mein lieber Mann. unser treusorgender Bater. Großvater und Gchwiegetväter Lmil Bratke noch nollrndeiem 8S, Lebensjahr«, Die trauernden Hinterbliebenen kss« Berta Bratke geb. Werner nebst Kindern. Die Einäscherung findet Montag, bin 14. Oltober. nachm. S'k Uhr. im Srcmototium Baumschulenweg statt Freie Turoerscbaft Grofj-BerUo e. V. �M-�A�T-u�Sgj-B� Apt Montag, dem 7. Oftober, verstarb unser Mitglieb. ker Genosse Alex Grosskreutz Zn ihm verliert die FTGB,. be. sonders aber der Kanubezirt einen der besten Genossen, Ehre seinem Andenke». van Vorstand. Die Einäscherung findet am Sann- abend, dem 12, Oktober, nachmittag» 5 Uhr, im Kreneotorium Baumschulen- weg, Kiefholzstraße, statt SSI loo QaUtongS'.BabaH' ü-Beklarntmirken gegen Nachahmung gesetzt, gesell. fertigt seit 45 Jahr als Spealalltlt, Conrad Himer Leipzig- Schkeuditz SP" L-Juergens Alexanderplatz Neue Königsir Nachttisch.Basel. lampe Messing, moderner Beidensohkn».. ?5>0 Zoelseilmmer. krön« Messing, mit Beidevsobirm 1 Harrenzimmer.M a£ kröne Messing, ßjL sfiammig........ HERNANN HEIZ 0as WwenKaus Berlins in allen 9iadüeilen! Verkäufe Linolen«. Szillat, Kolaniestraß« 9' Bettenverlaus! Neue 12ch0t 15,— I 19250! Prachtvolle 25,—! 27,501 Bauern- betten 29,—! 33,—! 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