Morgenausgabe Nr. 483 A 243 46. Jahrgang «Scheackch S5Ps,«on�Mch».»V D. im voraus zahlbar. Postbezug 4�2 M. einschließlich 60 Pfg.Postzeitung»' 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»- abonnement S.— M. pro Monat. Per.vorwärt»' erscheint wochentäg. lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Perlt» und tm Handel mit dem Titel.De? Abend', illustriert» Beiloaen.Do« und Zeit' und.Kinderfreuno'. Ferner Unterhaltung und Wissen"..Frauen- limme'..Technik"..Blick in die vücherwelt' und.Ougend-Dorwätt»' WG> H. Berliner VsltSblatt Oienstaz Oktober 1929 Groß-Äcrlin pf. Auswäris 45 pf. Di«» t» s p» i»» g« NonporesVezeae 10 Psenntg. Reklame-eil» ö-- Reich». morT„StletQeAn»eiyeo' da» ter?� druckt« Won 2ö Psennig lzulässtp zwe« fettgedruckte Worv) ledes weiter» Don 12 Pfennio. Stellengesuch» da? erste Won 15 Psenntg, tede» weiter» Won 1V Pfennig. Wone über l5 Buchstoben »Sdlen für zwei Wom Ärbettsma:sp Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil» 40 Pfennig. Anzeigenannahme tmchoupt- seschäst Lindenstraß» 3, wochentSglich ooo SV» bt» 17 Uhr, JentraSovsmi der«Kozialdemoevatischen Vavtei NeutkchlandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhofs 292—207. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H, Postscheckkonto: Berlin 37£36.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Anzestelltcn und Beamten, Wallstr 65. DiZkonto-Gesellschast. Teposiientasse Linden srr 3. An das deutsche Volk! Aufruf gegen das Hugenbergfche Lnflationsbegehren. Seil mehr als zehn Zehren kämpft das deutsche Volk gegen die ungeheuren Casicn. die ihm der verlrag von Versailles als Folge eines heldenhaft gcsührlrn. ober verlorenen Krieges auferlegt hat. Ztach einer Epoche, in der die Siegerstaaten durch Anwendung einer ungehemmten Machtpolitik Deutschland ihren Millen aufzuzwingen suchten, einer Epoche, die Deutschland nahe an den Rand des Abgrundes brachte, gelang es endlich den deutschen vemühungen, einen Umschwung herbeizuführen.?lndere Methoden der Politik kamen zvr Geltung und schützten unser Vaterland vor den drohenden Gefahren. Auf die Zeit der Gewalt und der einseitigen Diktate folgte die Zeit der Unterhandlungen und der Verständigung. Die Vernunft setzte sich durch. Deutsche Männer traten hervor, feste., cherzens und klaren Kopfes, unbekümmert um den Fanatismus, der ihnen aus dem eigenen Volke entgegenschlug: diese Männer wiesen den weg in die bessere Zutuns«. Es zeigt« sich immer mehr, daß nur aus diesem Wege das Ziel der Befreiung Deutschlands erreicht werden konnte. Das Ergebnis dieser mühsamen, aber allein möglichen Politik Ist, daß sich die Stellung Deutschlands unter den Völkern wieder gefestigt ha». Jetzt steht in kurzer Frist die Befreiung dcA Nhcinlandcs von fremder Besatzung bevor. Die Reparationen sollen um erhebliche Jahrcbbeträgc herabgesetzt werden, die dem Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft zugute kommen werden. Tic Touvcränität der deutschen Finanzen und der deutschen Wirtschast soll wiederhergestellt werden. * E» sind Verhandlungen eingeleitet, um auch das Saargebiel alsbald wieder restlos mit dem übrigen Deutschland zu vereinigen. Gewiß sind damit noch nicht alle Ausgaben der deutschen Politik erfüllt. Aber es ist der weg eröffnet, um den Wiederaufbau Deutsch- lands zu Ende zu führen und unserem Lande die Zukunft zu sichern, aus die es ein Recht hat. Diese Entwicklung soll jetzt mit einem Male abgeschnitten werden. Ein Volksbegehren soll zustande gebracht werden, das die grundsätzliche Abkehr von der Politik der Verhandlungen und der Verständigung verlangt, und das den Anschein zu erwecken sucht, als ab Deutschland jetzt seine wünsche und Forderungen den Siegern des Wellkriege, aufzwingen könnte. Deutschland soll sich lossagen von den haagcr Vereinbarungen über die Befreiung de» Rhein- landes: man glaubt durch einseilig« deutsche Beschlüsse die fremden Truppen aus den befehlen Gebieten herausbringen zu können. Deutschland soll die schwebenden Verhandlungen über die Erleichle- rangen der Rcparationslasten abbreckien und an den unerfüllbaren Bedingungen des Dawes-Plane, festhalten. um so eine finanzielle und wirtschaftliche Kata» strophc herbeizuführen, deren unabsehbare Folgen jeder einzelne Deutsche zu tragen haben würde. Ein solcher Plan Ist keine ernsthafte, verantwortungsvolle Politik. Kein vernünftig denkender Deutscher, dem der Wiederaufstieg seine» Vaterland«» am herzen liegt, kann ein solches vorhaben fördern. Trotzdem wagen die Urheber dieses Planes, ein Gesetz vorzuschlagen. das diejenigen Deutschen, die sich in verantwortlicher Stellung zu der bisher erfolgreich betriebenen Verständigungspolitik bekennen. als gemeine Landesverräter behandelt und mit Zuchthaus bedroht, ein vorschga. so ungeheuerlich, daß er als versuch schlimmster votksoerhehung gebrandmark» werden Muh. Das ganze„Volksbegehren" ist auf einer offenkundigen Unehrlichkeit ausgebaut. Es stützt sich auf die unsinnige Be- hauptung, daß die bisherige deutsche Außenpolitik aus der Auer- kcnnung der Kriegsschuld Deutschlands beruhe, und daß die deutsche Regierung den Kriegsschnldarlikel des versoiller Vertrages nur schriftlich zu widerrufen brauche, um Deutschland von ollen Lasten und Fesseln des Vertrages zu befreien. Riemals hat Deutschland den einseitigen Schuldspruch des Verfaillcr Vertrages ancrkannti 3ede deutsche Regierung hol dieses Unrecht in feierlich«» E-Störungen zurückgewiesen. Das ist znlehl poch geschehen in dem Aufruf, den am zehnten Jahrestage der Unterzeichnung de, verfaillcr vertrage, der Herr Reichspräsident von hindenburg und die Rcichsrcgierung an das deutsche Volk ge- richtet haben. Unermüdlich haben daneben die berufenen deutschen Stellen die Welt über die wahren Ursachen des Krieges aufgeklärt. Der Erfolg dieser Arbeil tritt immer deutlicher zutage: der Glaube an das Märchen von der Alleinschuld Deutschlands schwindet immer mehr. Dos„Volksbegehren" würde diese hoffnungsvolle Enlwick- lung um Jahre zurückwerfen. Das deutsche Volk hat jetzt zwischen Vernunft und Unsinn zu wählen. wer nicht in törichter Verblendung den Bemühungen um den Wiederaufstieg des Vaterlandes in den Arm sollen will, muß diesem„Volks- begehren" fernbleiben, wer es unterschreibt, fördert die Zersetzung und die Versklavung des deutschen Volke». » Der Aufruf trögt die Unlerschristen sämtlicher Reichs- minister, des Reichsbankpräsidenlen sowie einer Reihe von führender Persönlichkeiten des össcnllichen und wirtschaftlichen Lebens. Die Gklavenexport-Lüge. Oer„Vorwärts" als Kronzeuge. Die deutschnationalen„Kieler Neuesten Nachrichten" vom 1l. Oktober verössentlichen einen Aufsatz„Volksbegehren und Voung' Plan" van G. Schmidt, in dem folgendes zu lesen steht: „Nach einer Flugschrift von Fritz Rein Hordt„Menschen- export" ist im„Vorwärts" unter der Ileberschrist:„Funktionen und Vorteile der Rcparotionsbank" am 16. Juni d. I. ein Aufsatz erschienen, in dem es als eine„glückliche Idee", als ein „großer Fortschritt" bezeichnet wird, daß dem deutschen Volke jetzt ein Doung-Plan vorgelegt ist, der vorlangt. 1. daß„Deutschland die Möglichkeit genommen wird, sich der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu entziehen", 2. daß„alle großen Finanzmächte der Welt sich gegen Deutsch- land verbünden, um das deutsche Volk eines Tages vor die Wahl ,zu stellen: entweder eine wirtschastlichc und finanzielle Katastrophe i» bisher uivgekannten Ausmaßen über sich ergehen zu lassen oder deulsche Jünglinge und Mädchen als Sklaven aus Deutschland zu exportieren, um deren Arbeilrkrast In großen Unternehmungen der Weltsinanz in ausländische Währung übertragen zu lassen. Für Leser des„Vorwärts" ist es wohl überflüssig sestzustellen, daß die fettgedruckten Worte in seinem Aussatz vom 16. Juni nicht gestanden haben, also eine ganz ungewöhnlich freche Fälschung darstellen. Der„Vorwärts" hat weder den vom Verfasser eigens hin, zugedichteten„Sklavcncxpart" noch auch„daß Deutschland die Möglichkeit genommen wiro, sich der Erfüllung seiner Verpflichtun- gen zu entziehen" als eine„glücklich« Idee" bezeichnet. Von einer„glücklichen Idee" hat er vielmehr nur im Zusammenhang mit der Abschaffung der Dawcs-Organisation ge- sprach«», die tiefgreifende Eingriffe in die Souveränität des Reiches gestattet. In ganz anderem Zusammenhang wurde dann die Fest- stcllung getroffen: Unter der endgültigen Regelung des Rcparations- Problems verstand man jedoch eine solche Regelung, die möglichst vollständig jede politische Unsicherheit ausschließen würde, d. h. eine Regelung, oie Deutschland die Sicherheit gewährt. daß keine neuen Forderungen gestellt werden, und andererseits Deutschland die Möglichkeit nimint, sich der Erfüllung von ihm übernommener Verpslichtungen zu entziehen. Punkt 1 ist also plump zusammengefälscht, Punkt 2 ist einfach dazu ersunden. Der Agitationsschwindel, daß der Boung-Pla» den Export deutscher Jünglinge und Mädchen in die Sklaverei gestattet, ist von den Urhebern des Inslationsbegehrens für die ganz Dummen erfunden worden. Rur ihnen kann auch zugemutet werden, zu glauben, daß der„Vorwärts" als Kronzeuge für einen solchen Unsinn zu brauchen sei. Das Befinden Leiparis. Keine Verschlimmerung. Im Vesinden des Genossen Theodor Leiport ist glücklicherweise keine Verschlimmerung eingetreten. In den Abendstunden erlangte er dos Bewußtsein wieder. Es wird niemand zu ihm gelassen, da «r allergrößter Schonung bedarf. Der Kraftwagenführer B a h m, der bei dem Sturz eine Gehirn- erschülterung erlitt, dürfte aus dem Krankenhaus bald wieder cnt- lassen werden. Ltmgang mit Menschen. Lehren des Kalles Sklarek. Es war in der letzten Zeit notwendig, gewissenlosen Ver- leurndungen einer Sensationspresse und demagogischen Ver- hetzungen, die sich rund um den S k l a r e k- S k a n d a l breit machten, entgegenzutreten. Es war notwendig und es soll auch weiter geschehen, wenn es notwendig sein wird. Auch ehrliche Entrüstung über Korruptionserscheinungen, die ficht- bar werden, ist keine Entschuldigung für leichtfertiges Um- gehen mit der Ehre von Menschen. Wir wollen lieber mit einer Verurteilung, die notwendig sein mag, eine Woche später kommen, als um des Wettlaufes mit den Sensationslüsternen willen es mit der Gerechtigkeit gegen Menschen leicht nehmen. Aber wir müssen immer wieder betonen, daß die aus solchen Erwägungen gebotene Zurückhaltung oder Abwehr nicht das geringste zu tun haben soll mit Vertuschung oder mit Neigung zur Milde im Urteil. Wir wollen streng sein und unsere Partei muß streng sein. Dabei darf kein Zweifel darüber herrschen, daß für uns der Splitter im eigenen Auge wichtiger ist als der Balken im Auge anderer Parteien. Es darf kein Zweifel darüber herrschen, daß die Frage, ob Männer, denen die Sozialdemokratie das Vertrauen geschenkt hat, öffentliche Aemter zu bekleiden, sich dieses Vertrauens würdig erwiesen haben, nicht nach dem Maßstabe des Straf- gesetzes zu beurteilen ist. Für ihre Beantwortung reicht auch nicht der Maßstab bürgerlicher Verkehrssitten aus, sondern wir müssen einen strengeren, aus unserer sozialistischen Hol- tung sich ergebenden Maßstab anlegen. Wir müssen uns auf unsere eigene Parteimoral besinnen. Gibt es eine besondere sozialdemokratische Parteimoral? Wir bejahen die Frage. Es muß sie geben. Wir sagen das nicht aus billiger Selbstgefälligkeit, sondern mit dem schmerz- liehen Gefühl, daß vielleicht in den stünnischen Jahren, die hinter uns liegen, manches versäumt worden ist, um sie im Bewußtsein aller Parteigenossen so mach zu erhalten, daß der höchstmögliche Schutz gegen Entgleisungen gegeben wäre. Insofern liegt vielleicht eine Schuld vor. die über den Kreis der Schuldigen weit hinausgreift. Wir sagen das nicht, um anzuklagen, sondern um uns selbst zu besinnen, um aus Erfahrungen zu lernen. Der sozialdemokratische Maßstab über erlaubt und un- erlaubt in der Haltung der Träger von öffentlichen Mandaten muß strenger sein als der bürgerliche wegen unserer p o l i t i s ch- ö k o n o m i s ch e n Z i e l e. Wo öffentliche Ver- waltung oder Wirtschaft mit privaten Geschäften sich berühren, gibt es unvermeidlich eine Gefahrenzone der Kpr- r u p t i o n. Wenn sich zeigt, daß irgendwo in dieser Zone Unheil eingetreten ist, dann können bürgerliche Politiker nicht die Folgerung ziehen, daß man die Berührungsgebiete ein- engen müßte. Sie können sich die Jnteressentenrufe gegen zentrale Beschaffungen, die zweckmäßig auch mit zeitlich be- grenzten Monopolverträgen verbunden sein können, zu eigen machen, wie wir sie jetzt schon von der Organisation des Einzelhandels gehört haben. Die Sozialdemokraten haben es nicht so leicht. Unser Ziel der Ueberwindung des Kapitalis- mus zwingt uns den Weg der Ausdehnung der össentlichen Wirtschaft auf. Dieser Weg ist in der langen Periode des Ueberganges notwendig mit einer ständigen Ausdehnung der Berührungsflächen zwischen öffentlicher Verwaltung und privater Wirtschaft verbunden. Wir werden uns hüten, der Bequemlichkeit der Einengung der Gefahrenzone auch nur einen Schritt in der Ausdehnung der Gemeinwirtschaft zu opfern. Wir kennen die Gefahr und wissen, daß sie manches Opfer erfordern wird, aber wir wissen auch, daß die neue Gesellschaft, um deren Aufbau wir kämpfen, kein ängst- liches Ausweichen gestattet. Diese Erkenntnis bringt aber auch besondere Verpflichtungen niit sich. Sie verpflichtet zu stärk st er Wachsamkeit gegenüber allen Miß- ständen in der öffentlichen Verwaltung, sie verpflichtet aber vor allen Dingen zu der strengsten Haltung der Funktionäre, die die Sozialdemokratie selbst, als Vertreter der Arbeiterklasse, dem öffentlichen Dienst stellt. Deshalb muß die Partei von dem erwählten Parteigenossen nicht nur die Korrektheit verlangen, zu der jeder öffentliche Funktionär verpflichtet ist, sondern mehr. Jeder Sozialdemo- trat muß sich bewußt sein, daß nicht nur jeder Fehltritt, son- dern schon jede Geschmackswidrigkeil, die er sich zuschulden kommen läßt, eine Sünde gegen den Sozialis- mus und gegen die Interessen der Arbeiterklasse ist, die ihin ihr Vertrauen geschenkt hat, nicht um ihm eine angenehme Position zu verschaffen, sondern um ihm die Möglichkeit zu geben, mit besonderer Verantwortung an der Verwirklichung der großen Ziele der Sozialdemokratie mitzuarbeiten. Des- halb gibt es für uns nicht nur den selbstverständlichen Kampf gegen jede Korruption, sondern darüber hinaus einen strenge- rcn Maßstab, eine Parteimoral, die uns oft eine Milde des Urteils verbietet, zu der wir manchmal aus Verständnis für Menschliches-Allznmenschliches und aus Furcht vor eigenem Pharisäertum neigen werden. Uebcr diese grundsätzliche. Einstellung wird es unter So- j zialdemokratlm— natürlich mit Ausschluß einzelner, die sich zu Unrecht so nennen' und vielleicht auch aus Gründen, die mit Politik und Sozialismus nichts zu tun haben, ein Partei- buch erwarben, wie wir es bei den Sklareks erlebten— wohl kaum eine Meinungsverschiedenheit geben. Viel schwerer ist es, auf Grund dieser Einstellung praktische Regeln für den „Umgang mit Menschen" aufzustellen. Einen „Knigge" für Parteigenossen gibt es nicht, und er wird auch nicht geschrieben werden können, wenn man nicht die viel- fältige Wirklichkeit des gesellschaftlichen Lebens unerlaubt mechanisieren will. Dem Fingerspitzengefühl und dem Ge schmack des einzelnen wird immer vieles überlassen bleiben. Aber leider hat die Erfahrung gelehrt, daß wir uns auf das Vorhandensein dieser Eigenschaften nicht immer allein verlassen können. Deshalb muß es zur Stärkung des Feingefühls einewach sameParteimeinung geben, und es muß das Wissen um eine Unduldsamkeit innerhalb der Partei gegen laxe Moral als erzieherisches Mittel eingeschaltet werden. Daß man mit Menschen, mit denen man als öffentlicher Funktionär zu tun hat. jede private Geschäftsver- bindung oer meiden soll, ist eine der klaren Lehren des Falles Sklarek Denn es geht nicht an, daß beim Vor- handensein solcher Verbindung erst in jedem Falle geprüft werden muß, ob die berechneten Preise angemessen waren oder nicht. Daß man Geschenke von Menschen, die man in irgend- einer Weise als öffentlicher Sachwalter begünstigen könnte— ob man sie begünstigt hat, ist nicht entscheidend— nicht annehmen darf,'ist selbstverständlich. Daß Vorzugspreise den gleichen Charakter wie Geschenke haben, muß jedem bewußt sein. Ihr Angebot muß dazu führen, den Anbieter unsanft hinauszuwerfen und nicht etwa mit sich selbst zu akkordieren welchen gewährten Vorteil man durch eine Wohltätigkeit* spende auszugleichen hat. Menschen, denen man verwandt� schaftlich oder freundschaftlich nahe steht oder mit denen man in privaten geschäftlichen Beziehungen steht, darf man auch durch Empfehlungen an amtliche Stellen oder Personen nicht im Verkehr mit der öffentlichen Verwaltung begünstigen. Hier ist es oft schwer, die Grenze zwischen erlaubtem und un- erlaubtem Verfahren zu erkennen, aber die Erfahrung zwingt zu der Mahnung, im Zweifel immer die Empfehlung zu ver- meiden; sie bedeutet doch meistens den Mißbrauch politischer Beziehungen zu Geschäften. Der schwierigste Grenzfall ist wohl immer der persönliche gesellschaftlich« Verkehr. Wir wollen gewiß nicht einer Absperrung der sozialdemokratischen Funktionäre von anderen politischen und gesellschaftlichen Schichten das Wort reden. Wir wollen nicht eins kleinbürgerliche Kontrolle über den privaten Umgang oder jede gemeinsam getrunkene Flasche Wein einführen. Aber gerade hier muß an den guten Ge schmack und das Verantwortungsgefühl stark appelliert wer den. Wer sich dem privaten Luxus hingibt, wer feine Gäste nur mit Sekt glaubt„standesgemäß" bewirten zu können, wer scheinbar überschüssiges Geld in Rennställen investiert, der wird schon in anständigen bürgerlichen Kreisen meist mit Mißtrauen angesehen, für den ständigen Umgang mit Sozial demokraten taugt er bestimmt nicht. Dabei ist es ganz gleiche gültig, welcher politischen Richtung sich derartige Vertreter ber Bourgeoisie zurechnen. Mit einem guten Abendbrot, emem angenehmen Landaufenthalt oder einer Flasche Wein wird in der Regel keine Bestechung ausgeübt werden, aber es entsteht durch sie leicht jene Form der„K a m e r a d e r i e", die den Geschäftemachern mit den Politikern so erwünscht ist. Und mögen sich doch unsere Parteigenossen stets bewußt sein, daß von diesen Geschäftsleuten ihr Verkehr— der sehr oft politisch bunt gemischt ist— nicht um ihrer schönen Augen willen oder wegen ihres politischen Verstandes gesucht wird, sondern, daß es die„Beziehung" ist, die man in jenen Kreisen so hoch schätzt, weil man weiß, wie leicht sie sich gelegentlich in Profit ummünzen läßt. Der Soziademokrat kann und soll der Berührung mit Kreisen anderer Gesinnung, anderer sozialer Position, anderer geschäftlicher Interessen nicht ängst- lich aus dem Wege gehen, aber er soll Distanz halten und sich nicht von Reichtum imponieren lassen: er muß sich bewußt bleiben, daß die„gute Gesellschaft" die Gesellschaft ist, in der gute Geschäfte gemacht werden und in der die Vor- bereitung noch besserer Geschäfte fast immer der Grund der Ausdehnung des„politischen Freundeskreises" ist. Ist dieses Bewußtsein lebendig, so ergibt sich für den Sozialdemokraten, der seine hohe Verantwortung als Funktionär und seine Ver- bunöenheit mit der diesen gesellschaftlichen Formen fern- stehenden Arbeiterklasse nie vergessen darf, die Distanzierung von selbst. In einem amüsanten Buch„La R�publique des Carna- rades" hat einmal der französische Journalist Robert de J o u- v e n e l eine bittere Kritik der bürgerlichen Republik ge- übt, die mit den folgenden Sätzen beginnt: „Michelet nannte die Republik„eine große Freundschaft". Michelet war ein Poet und die Zeiten haben sich geändert: die Republik ist nur noch eine große Kameraderie. Unter den Männern, die die Ausgabe haben, in irgendeiner Eigenschaft die öffentlichen Angelegenheiten zu kontrollieren, hat sich eine große Intimität breitgemacht. Weder Sympathie, noch Wertschätzung, noch Vertrauen sind die Grundlage dieser Bezeich- nung, sondern wirkliche„Kameraderie", das ist so ein Mittel- ding zwischen Korpsgeist und K o m p I i c« n t u m." Hüten wir uns vor der„Kameraderie". Sie ist gut für Politiker und Geschäftsleute, die das Gemeinwesen als eine Quelle der Bereicherung ansehen. Sie taugt nicht für Sozial- demokraten, die in jeder Amtsstube und an jedem VerHand- lungstikch den Kampf der Arbeiterklasse um den Aufbau einer neuen Gesellschaft zu führen haben. Sozialismus verpflichtet, und wer die Ehre hat, für die Sozialdemokratie eine Funktion zu erfüllen, darf nicht auf die Duldsamkeit der Partei rechnen, wenn er sich in kompromittierende Beziehungen einläßt. Diese Lehre aus dem Fall Sklarek muß rücksichtslos gezogen werden. Um der Partei willen, die die Heimat derer ist, d i e f ü r« i n e ökonomisch und moralisch höhere Gefell- schaftsordnung kämpfen. Gegen die Hugenberg-Lüge! Aufruf des Reichsbanners Gchwarz-Roi«Gold. Magdeburg. 14. Oktober.(Eigenbericht.) Der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold er- läßt unter der Ueberfchrist:„Die Stammrollen der Ehr- abschueider liegen aus" folgenden Aufruf: „Am 3. Oktober sanken die Flaggen aller Staaten aus Halbmast. Die zivilisierte Welt trauerte um einen deutschen Staatsmann. Am 6. Oktober trug Deutschland Gustav Stresemann zu Grabe, der für immer in der Geschichte als einer der großen Männer seines Volkes fortleben wird. Vom 16. bis 29. Oktober liegen die Listen für ein Volksbegehren auf. dos die von Ebert. Erzberger, Rathenau nnd wirth begonnene, von Stresemann erfolgreich sortgesührte Politik der Befreiung des Rheinlandes als ein landesverrätcrische» Verbrechen erklärt, dem Toten ein Zuchthausurteil ins Grab nachwirst und die Fortführung seiner Politik als ehr- lofe und zuchthauswürdige Handlung bezeichnet. Wer sich vom 16. bis 29. Oktober in die Listen des Voltsbegehrens einzeichnet, wirft dem greisen Reichspräsidenten von hindenburg vor, daß erdem Sargeeines landesverräte- rlfchen Zuchthäuslers gefolgt ist und nicht dem des außenpolitischen Führers des deutschen Volkes, der Deutschland wieder in die Reihen der Großmächte der Welt zurückführte, wer sich vom 16. bis 29. Oktober in die Listen des Volksbegehrens einzeichnet. wirft dem Reichspräsidenten von Hindenburg vor, daß er eine Politik des Landesverrates gedeckt und gebilligt habe und von Rechts wegen mit allen Mitgliedern der Reichsregiernng in ein Zuchthaus gehöre. An Stresemanns Bahre rief Vizepräsident von kardorss au«: Unbegreiflich will mir scheinen, daß man es gewagt hat, diesem lreuesten Patrioten die politische, die nationale und die persönliche Ehre abzuschneiden! Vom 16. bis 29. Oktober wird sich erweisen, wer den traurigen Mut aufbringt, mit seinem Namen für ein ehrabschneiderisches Unternehmen einzustehen. Es wird sich erweisen, wer aus parteiagitatorischen Gründen in Deutschland die Fortdauer der Brjchung des Rheinlande» will, wer die in schweren kämpfen erreichten Zahlungsperminderungen Deutsch- lands ablehnt, w e r m e h r z a h l e n w i l l, als die einstigen Gegner im Weltkriege noch fordern, wer eine neue Znflatloas- katastrophe der Politik des planmäßigen Ringens um Deutsch- lands Wiederaufstieg vorzieht. Die fremden Truppen am Rhein sind im Ab- rücken. Zn wenigen Monaten wird derstehte die deutsche Grenze verlosten, wer sich vom 16. bis 29. Oktober in die Listen des Volks- begehrens einzeichnet, ruft die fremden Truppen zurück über den Rhein, gibt Deutschland einer«ene» Znnafla««ad Inflation prei s. stürzt dos deutsch« Volk in ein Ehaos. Schmachvoll wie das ganze Voltsbegehren sind die Mittel der Propaganda für die Einzeichnungen in die Listen. Wie fordern von den Parlamenten und Regierungen de» Reiches und der Länder, daß sie die Flut von Lügen und Verleumdungen nicht widerstandslos über sich ergehen lasten. Die Ehre des deutschen Volkes darf nicht zur Beute von Piraten der öffentlichen Meinung werden. Die im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold vereinigten Kriegsteilnehmer und Republikaner werden von sich ans den Kamps wider die verderber Deutschlands aufnehmen, die das demokratische Mittel des Volksbegehren» mißbrauchen, um inner- politische Ziele anzustreben, von denen sie wistea. daß sie nicht zu erreichen sind. Der alte Segner. Kameraden, den wir vor uns haben, der Gegner, gegen den wir uns vor bald 6 Jahren erhoben haben und den wir schlugen, so oft er sich zum Kampfe gestellt hat. der alte Gegner steht vor uns und spiegelt seiner Gefolgschaft vor, daß er uns schlagen werde mit einer Waffe, über die er bisher nur gehöhnt und gespottet hat. Den Mantel der Demokratie hat er sich umgehangen und die Maske eines Volksbegehrens wegen angeblicher außenpolitischer Ziele soll das heimtückische Antlig des beabsichtigten innerpolitischen Angriffes auf die Ehre der Re- publik verdecken. wir sind gewiß, daß unsere Sameraden«, verstehen werden. sich'n der Abwehr den Mitteln des Angriffes anzupasten. Gegen die Lügen und gegen die Lügner? Für Ehrlichkeit und Wahrheit! Das ist die Parole für die Tage bis zum 29. Oktober. Riemand, der sich vom 16. bis 29. Oktober in die Listen des Volksbegehrens einträgt, darf sich hinterher auf Richtwisten der Wahrheit ausreden. Wer sich in die Listen der Ehrab- schnei der einträgt, muß wissen, daß er für die Folgen seines tjandelns einzustehen haben wird. Wer sich einträgt, muß wissen, daß er sich als Feind der Republik bekennt und Reichspräsident und Reichsregierung auf das schwerste beschimpft. An die Arbeit, Kameraden! Auch diesmal muß der Gegner geschlagen werden. Ehrlichkeit und wahrhe't müssen siegen wider Lügen und Verleumdung!" Der Bundesvorstand. I. A.: Hörsing. Beamte gegen das Volksbegehren. Eine Erklärung des Zteichsverbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamter. Beim Abschluß eines gewerkschaftlichen Schulungskurses des Reichs» e'rbandes Deutscher Post- und Tele- graphenbeamten richtete der Verbandsvorsitzende Kugler an die Berbandsfunktionäre und Mitglieder die Mahnung, sich von dem Volksbegehren gegen den Doung.Plon fernzuhalten. Der Rcichsverband sei ebenso wie der Deutsche Beamtenbund parteipolitisch neutral, bei dem Volksbegehren handele es sich aber um ein Unternehmen, das aus allgemeinen staats- und beamtenpolitischcn Erwägungen abzulehnen sei, zumal damit die höchsten Beamten des Reiches, wenn sie Pflicht- gemäß Parlamentsbeschlüsse durchführen, dem Strafrichter über- antwortet werden sollten. Die Beamtenschaft fühle sich als Diener der Republik und wende sich deshalb"gegen jede Katastrophenpolitik. Die Spitzenorganisation der parteipolitisch neutralen Beamten- verbände, der Deutsche Beamtenbund, habe in seinem Organ gleich- alls gegen das Volksbegehren Stellung genommen. Handelskammer gegen Volksbegehren. In Hamburg. Macdonald fährt nach Canada. Verzicht auf einen Flottenstützpunkt in Halifax? Rem Jork. 14. Oktober.(Eigenbericht.) Ramsay Macdonald hat am Montag New Dort ver- lassen und sich nach Kanada begeben, wo er mit dem kano- dijchen Ministerpräsidenten Mackenzie King die zwischen ihm und dem amerikanischen Präsidenten erörterten Fragen diskutieren will. Wie amerikanische Blätter zu wissen glauben, wird im Mittelpunkt der Befprechuizgen der Plan der britischen Arbeiterregierung stehen, den Flottenstützpunkt in Halifax fallen zu lerfsen. lassen. Die Hamburger Handelskammer hat sich in ihrer Plenarsitzung am 11. Oktober mit dem Doung-Plan beschäftigt. Sie hält den Doung-Plan nicht für eine objektiv befriedigende Lösung, erkennt aber an, daß er eine organische Weiterführung des Weges darstellt,.der schon mit der Annahme des Dawes-Planes nach ernster Abwägung aller wirtschaftlichen und politischen Momente beschritten wurde. „Die Handelskammer würde es für ein Unglück hallen, wenn dos durch die Verfassung geschossene MIlkel des Volksbegehrens. das für Fragen überwiegend politischer Ralur seinen großen Sinn hat, dazu führen würde, bei der Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des Poung-Planes die nüchternen wirtschaftlichen Er- wägungen in den Hintergrund zu drängen, die für da» Schicksal der mühsam wieder erstarkenden deutschen Wirtschaft bestimmend sind." Die Hamburger Handelskammer tut mit dieser Entschließung nur etwas Notwendiges und braucht deshalb kein Lob. Not- wendig ist ober,, daß sich die übrigen Handelskammern ebenso klar gegen das Voltsbegehren äußern, wie es hier ge- fchehen ist. Warnung vor Hugenberg. Kardinal Bertram gegen das Volksbegehren. Breslau, 14. Oktober. Die„Schlesifche Volkszeitung" veröffentlicht folgende Kund- gebung des Fürstbischofs Kardinal Dr. Bertram zum Volksbegehren: Wiederholt haben deutsche Bischöfe eine ernste Warnung zur Teilnahm« an solchem Verlangen und Bestrebungen veröffent- licht, die eine ruhige und gesunde, langsame Festigung des inneren und äußeren Friedens des deutschen Bolkes bedrohen. Nicht parteipolitische Stellungnahme oder Voreingenommenheit ist Beweggrund solcher Kundgebung, sondern die Sorge um den Wieder- a u f b a u dessen, was wir dem Weltkrieg und Umsturz entrissen, ist eine Sorge, die mit schwerer Verantwortlichkeit tastet auf allen, die führende Stellungen im öffentlichen Leben haben. Diese Sorge wccki ernstesle Bedenken gegen das zur Abstimmung gestellte Volkse begehren, dessen Annahme die Bemühungen der Reichs- und Staatsregierung um Verständigung mit den Siegefftaaten des Weltkrieges in ver- hängnisvoller Weise durchkreuzt und die jahrelangen Bemühungen um den Wiederaufstieg des Vaterlandes schwer gefährdet. Da diese Angelegenheit nicht einzig eine parteipolitische, sondern eine allgemein vaterländische ist, so sei dem hochwürdigen Klerus anheimgegeben, in außerkirchlicher Weife dahin zu wirken. daß die Diözesanen diesem Volksbegehren fernbleiben. G-- zeichnet Kardinal Bertram, Fürstbischof. Oie Abwehrattion. Weiteste Verbreitung der Minifierreden. Der Bundesvorstand des Arbeite r- Radio- Bundes har feine Ortsgruppen ausgefordert, d,« in der nächsten Zeit von der Deutfäzen Welle gesendeten, aus alle deutschen Sender übertragenen Reden der Reichs- und Staatsminister über den„Volksentscheid" durch Großlautsprecher zu ver- breiten. Die Veranstaltungen werden nicht nur in Räumlich- keiten, sondern auch auf öffentlichen Plätzen durchgeführt und finden in Verbindung mit Sozialdemokratie, den Gewerkschifte- und allen anderen Arbeiterorganisationen statt. Eine gemeine Verleumdung. Rotwendige Abwehr gegen ein Hugenberg-Blatt. Der Pressechef der R« i ch s re g i e r u n g, Dr. Z-chlin, richtete an die Zeitung„Der Tag" folgendes Telegramm: „Sie schreiben in Ihrer Ausgabe vom 14. Oktober(Nr. Zt.'i A> unter der Ueberfchrist„Guörards Schimpfkanonade": „Guerard, der früher mit manchen anderen den Kreisen nahestand. die in aller Oeffentlichkeit den Gedanken der Loslösung des Rhsin- landes von Preußen propagierten usw." Dieser Satz enthält eine gemeine Verleumdung. Der Reichsminist« o. Guerard hat von Anfang an in seiner ganzen politischen Tätigkeit den Gedanken einer Loslösung des Rheinlandes von Preußen auf das entschiedenste zurückgewiesen. Er hat sich stets gegen-in« Aenderung der politischen Struktur der besetzten Gebiete gewandt. Folgerichtig war er schon im Jahre 1920 einer der Urheber der sc,. genannten Königswinterer Beschlüsse, die alle Parteien des Rhein. londes in dieser Richtung einten. Die Verleumdung gegen Reichsminister o. Guerard muß daher auf das entschiedenste zurückgewiesen werden. Das Schild des Reichsminister? v. Guerard ist blank." Diebe im Geheimarchiv. Lofia, 14. Oktober.(Eigenbericht.) In der Rockst zum Montag brachen bisher noch unbekannte Täter in das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten«in und durchwühlten beionäers das Geheimarchiv. Welche Dokumente ge- stöhlen worden sind, ist noch nicht festgestellt, sondern lediglich, daß die Töter einen größeren Geldbetrag an sich genonnüen hoben. Boche a la mode! oder: Voraussage Hitlers über den �oung-plau. Vis Hitler- Hugenberg- Agitatoren verbreiten die Behauptung, daß nach dem Uovng- Plan deutsche Menschen al« Sklaven in die Kolonien der Entente exportiert werden müßten. Vie Wahrheit ist noch entsetzlicher: Nach dem Uoung« Plan dürfen di: Franzosen all« jährlich zweihundert wohlgemästete Germanen gleich Ochsen am Spieß braten und ver« zehren. Allerdings müssen die Setressenden ihre Eignung zu dieser Ochsenprozedur erwiesen haben, indem sie die tLügen der Hitler- nnd Hvgenberg« presse glaubten und sich für da« Volksbegehren einzeichneten. Kodderschnauzen an die Front! Aus den Geheimnissen des„Siahlhelm". Am 23. Januar o. I. richtete der Freiherr v. F ü r st e n- b« r g an seinen Schulkameraden M a h n k e n folgendes Schreiben: Im allgemeinen Interesse würde es meiner Ansicht nach von großer Wichtigkeit sein, wenn Seoering in seiner Hofburg Dielefeld in dem zu erwartenden Wohlkampf stark und erfolgreich an- gegriffen würde, was nach meiner Ansicht geht, wenn schon bald unter der Arbeiterschaft vorbereitet wird. 70a» heißen würde, daß man umgehend einige geeignet« Nodder- schnauzen In und um Bielefeld in den Tverken unterbringt, die dann schon seht wühlen. Die OG. Bielefeld ist noch schwach, wenn st« sich auch In den letzten Jahren vermehrt und gestärkt hat. Ich glaub«, sie ist wohl in der Log«, einig« Leute gut unterzubringen. Wie wenig leicht es ist. dem Fuchs Seoering beizukommen, beweist nur, wie wichtig es sein würde. Mit bestem Gruß und der Bitte, mal über Severing nachdenken zu wollen. Di« Anmeldungen betreffend 12. Februar werden mit bestem Dank baldigst erfolgen. Front Heil! Ueberflüssig zu sagen, daß das Rezept,„geeignete Kodder- schnauzen" mit Hilfe der Unternehmer in den Werken„gut unterzubringen", und sie dann tüchtig wühlen zu lassen, nicht bloß in Bielefeld befolgt wird. Man sollte in allen Betrieben darauf achten, ob nicht auch in ihnen solche gut untergebrachte Kodderschnauzen zu finden sind. Für den Stahlhelm von Rheinland-Westfalen, der jetzt nach erfolgtem Verbot so harmlos tut, ist übrigens noch ein anderer Dorfall bezeichnend. Am 27. Januar d. I. kehrte eine Stahlhelmabteilung von einer Felddienstübung nach Bonn zurück. In der Stadt ließ der Führer seine Leute haltmachen und hielt an sie folgende Ansprache: j�tmeoaden, unser Gedenken gilt heut« dem treuen deutschen Manne, unserem Ober st en Kriegsherrn, der, verraten iwn feinem Volk, fern von der Heimat seinen Geburtstag feiern mich. Wer haben dieses Mannes heut« gedacht und ihn gefeiert, al» wir in soldatischen Hebungen unsere Körper stählten für den lag. an dem wir mlk den volksverrälern abrechnen werden. Ironl Heil! Jetzt aber schreien die Stahlhelmleute, die von der Republik warum? Weil die Republik wie zum Bürgerkrieg geübt wird, der ihr den Garaus machen soll! verbürgte Freiheit sei in Gefahr nicht tatenlos zusieht, Bayern und der 8oung-plan. Oer Hugenbergblock stellt die bayerische Volkspartei vor die Entscheidung. . München. 14. Oktober. Die deutschnationale Fraktion hat im Bayerischen Landtag«inen Antrag«ingebracht, der die Staatsregierung er- sucht, im R e i ch» r a t ben den Foung-Plan betreffenden A b- machungen der Haager Konserenz ihr« Zuftim- m u n g zu versagen. Bon der Nationalsozialist� schen Fraktion ist ein Antrag in gleichlautender Form emge-�-.. laufen: außerdem haben die beiden Vorsitzenden der deutsch not io> nalen und der nationalsozialistischen Fraktion ein gemeinsame» Schreiben an da» Landtagspräsidium mit dem Antrag auf sofortig« Einberufung des Bayerischen Landtags gerichtet. Negierung Äolz— Vozille wird interpelliert. Stuttgart, 14. Ottober.(Eigenbericht.) Am 22. Oktober wird der Württembergische Landtag zu einer zwei- bis dreiwöchigen Tagung zusammentreten, in deren Verlauf u.a. auch die sozialdemokratisch« Anfrage über die Stellung der Regierung zum Voung-Plan zur De-, batte stehen wird. In der Anfrag« heißt es: „Der Regierung gehören zwei Minister der Deutsch» nationalen, also jener Partei an, die den D o u n g. P l a n im Volksbegehren und Volksentscheid bekämpft, der die Reichsmirnster. eines zuchthauswürdigen und landcsverräterischen Verbrechens beschuldigt. Wir fragen das Staatsministerium, wie sich die wllrttembergischc Regierung bei den bisherigen Besprechungen der Länderregierungcn mit der Reichsregieriing über den Poung- Plan verhalten hat, und ob sie bereit ist, geschlaffen die Reichs- regierung darin zu unterstützen, auf dem Weg« der Abmachungen vom Haag die Rheinlandräumung und eine wesentliche Erleichterung der Finanzlage herbeizuführen." Severins über das Siahlhetmverbot. Ein Abend der Vereinigung Nepublikanifche presse. Die Bereinigung Republikanische Presie veranstaltet« am Montag in den Räumen des Demokratischen Klubs«in« Aussprache über das Hugenberg-Hitler-Volksbegehren. Reichsinnenminister Severing kam dabei �uch auf da» Stohlhelmoerbot zu sprechen und führt« au»: Der politische Kampf hat in diesem Jahr« schon Formen an- genommen, die nur vergleichbor sind mit dem schlim- men Jahre 192 3. Das liegt zum Teil an der Passivität der unteren Behörden. Diese Sitten zu bekämpfen, ist nicht drakonische Gewalt, sondern nur weitreichende Aufklärung fähig. Da die Reichsregierung nicht alle Ort« mit Flugblättern oersorgen kann, hat sie zu dem Mittel der sogenannten Auflage» vortrage gegriffen, die ihr im Rundfunk zustehen. Sie wird weiterhin auch Auslagsnachrichten durch Rundfunk verbreiten lassen in der Form, daß den fast täglich erscheinenden Schwindelmeldungen des Ausschusses für das Volksbegehren sofort da» Dementi der Regierung entgegengesetzt wird. Das Stahlhelm-Verbot im Rheinland hätte schon viel früher ausgesprochen werden müssen. Schon 192k war dieses Verbot möglich, wenn nicht mein Amtsvorgänger die dahingehenden Vorschläge der preußischen Regierung abgelehnt hätte. Wenn trotz des unberechtigten Vorwurfes, der der Reichs- regierung aus Rechtskreisen gemacht wird, daß sie gegenüber dem Volksbegehren Einschüchterungspolitik betreib«, das Verbot dennoch erlassen worden ist, so war dafür folgendes maß- gebend: Der Bericht der Provinzialbehörden über die militärischen Uebungen des Stahlhelms ging vor etwa einer Woche an den preußi- schen Innenminister, und da handelte es sich darum, entweder Der» botenes zu verbieten oder Erlaubtes zu erlauben. Hugenbergs Be» bauptung, das Verbot sei unter Außerachtlassung der gesetzlichen Bestimmungen erfolgt, stellt eine Unwahrheit dar, die bei dem alten preußischen Beamten Hugenberg eigentümlich berührt. Da» Der- bor erfolgt« aus Grund der Aussührungsbestim- inungen zum Friedensvertrag. In diesem Ausführung»- gesetz heißt es, daß alle Maßnahmen der Ländemgierungen au» dem Gesetz der Zustimmung der Reichsregierung bedürften. Angeblich habe ich nun damit, daß ich das Verbot als Ressortminister bestätigte, die gesetzlichen Bestimmungen außer acht gelassen. Die betreffenden Vcrsassungsbestimmungen besagen, daß die Richtlinien der Politik der Regierung durch den Reichskanzler be- stimmt werden, daß aber die Ressort minister im Rahmen ihre» Ressorts frei sind. Derselben Anschauung schließen sich auch sämt- liche Kommentatoren und selbst da» Reichsgericht an, und auch die politische Praxis des Innenministeriums und der K ü l z und K e u- bell hat von 1926 bis 1928, teils aus dem Republikschutzgesetz, teils aus dem Vereinsgesetz, aber auch aus dem Ausfühnmgsgesetz zum Friedenoertrage ohne ausdrückliche Zustimmung der gesamten Regierung zahlreiche Verbote verfügt. Bei Herrn Keudell handelte «s sich allerdings um den Roten Frontkämpferbund! Damit nicht genug, ich habe überdies noch den Reichskanzler und die zuständigen Stellen des Auswärtigen Amtes von dem ge- planten Schritt unterrichtet, ohne auf Widerspruch gestoßen zu sein. Im übrigen können solch« Polizeieingriffe nicht auf lang« Kollektiv- beratunge» warten, um Indiskretionen zu verhüten. Denn der ge- führt« Schlag sollte gründlich« nachholen, was die Bezirksregierungen etwa versäumt hatten. Die Reichsregierung und die preußische Regierung sind sich vollkommen darüber klar: der Stahlhelm ist nicht das harmlose Gebilde, als da» er sich in seinen Erklärungen an den RelchsprSfidenken hingestellt hak. Seine Morschübungen dienen keineswegs bloß der Ertüchtigung, sondern der Vorbereitung des Angriffs auf den sogenannten in- neren Feind. Der Minister sprach dann noch über einig« staatsrechtliche Fragen des Volksbegehrens und sagte u. a.: „Ich möchte mich noch der Frag« zuwenden, wieviel S t i m- men notwendig sind, um dem geplanten Voltsbegehren zum Er- folg zu verhelfen. Bei 41 Millionen Wohlberechtigten müssen meiner Meinung nach mehr als 29 Millionen Stimmen überhaupt aufgebracht werden, unter der Voraussetzung, daß die anderen sich nickt daran beteiligen. Diese meine Ausfassung ist verschiedentlich bestritten worden. Aber der Artikel 75 der Reichsverfassung und säst sämtliche Kommentare lassen keinen Zweifel darüber, daß für das Volksbegehren 4 128 999 Eintragungen notwendig sind. Wenn da? Gesetz dann den Reichstag beschäftigt, kann an der Ablehnung selbst für Herrn Hugenberg kein Zweifel bestehen. Artikel 75 sagt dann ausdrücklich, daß ein ablehnender Beschluß de» Reichstags nur außer Kraft gesetzt werden kann, wenn sich die Mehrheit der Stimmberechtigten am Volksentscheid beteiligt. Dabei spielt es gor keine Rolle, ob dieser Volksentscheid verfassungsändernd ist oder nicht. übrigen bin ich der Meinung, daß der K 4 de,„Freibeit»- begehren»" verfassungsändernd ist. Wenn nämlich der Reichspräsident ol, Stelle, die die au»- wärtigen Verträge abzuschließen hat, auf dem Wege der Gesetz« gebunz durch andere Stellen ersetzt werden soll, die dann allein zum Vertragsabschluß berechtigt sind, so bedeutet das entschieden eine Verfassimgsänderwng. Die Retchsregierung steht zu ihrer Er- klärung, daß sie einen glatten Verlauf des Volksbegehrens garantiere. Es sind bereits Beschwerden eingelaufen, daß das Sammeln auf Sammellisten erschwert worden sei. Schon durch Erklärungen, die ich früher bei Gelegenheit von Wahlen ge- inackt bab« babe ich den unteren Behörden eine liberale Hand- brbung der Kontrolle der Sammlungen befohlen. Dem Volk«- de-.ehren wert en alle verfassungsrechtlichen Garantien gegeben werden, gerade weil der schärfste sachlich« Kamps dagegen gesübrt werden muß. Ich bin nicht im Zweifel, daß die republi- konisch« treffe d esen sachlichen Kampf unterstützen wird," Großer Beifall folgte den Ausliibrungen Severing» Daran schloß sich eine Aussprache, in der auch u. o. der preußisch« Innenminister G r; c s i n s k i das Wort ergriff. Er wandte sich mit großer Entschiedenheit gegen das Treiben der uniformierten republikfeindlichen Verbände. In seinem Schlußwort stellt« der Vorsitzende, Ministerialdirektor z.D. Spiecker, fest, daß die Re- gierung die Führung ergriffen hob« und daß die repubstkamsche Presie bereit sei, ihr zu folgen. Englische Volschost in Marschau. Auch England ist jetzt dem früheren Beispiel Frankreichs und Italien, gefolgt und hat die Üm- Wandlung seiner Gesandtschaft in Warschau in«ine Botschaft amtlich bekanntgegeben. Di« übrigen Großmächt« werden nun kamn umhin können, das gleiche zu tun. Der Ehef der russischen Handelsvertretung in Paris ist von der Tfcheka feine« Amtes enthoben wcnben. Arbeiterregierung in Australien. Ministerpräsident Gwllin. Melbourne, 14. Oktober. Infolge de» Wahlsiege, der Arbeiierparlei Auslra- llen» wird henke Premierminister Bruce sein Amt niederlegen. Ver Führer der ArbeHerpartei, Scnllln. soll sein Nachfolger werden. London— Moskau. Sswjetregierung stimmt den Vereinbarungen Henderson- Oowgolewfli zu. London, 14. Oktober.(Eigenbericht.) Amtlich oerlautet, daß die S o w j« t r e g i c r u n g mit den zwischen Henderson und dem russischen Vertreter Dowgalewfli ver- abredeten Grundlagen für die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen einverstanden ist. Der Botfchasteraustausch wird erfolgen, sobald das britische Unterhaus sein« Zustimmung zu den Abmachungen gegeben hat. Oer Sejm einberufen. Aber zum äußersten Termin. Dt« polnisch« Verfassung schreibt vor, daß der Sei« im Oktober zur Etatsberatwng zusammentreten muß. Pilsudski hat das Parlament durch den Gtaatäpräfidenten Moseiski auf den 31. Oktober einberufen lassen. Man scheut de» offene« Verfassungsbruch, verfetzt aber der Volksvertretung wieder eine» Fußtritt. Di« Vauernpartei„Piast" hat bereits beschlossen, ei» Mißtrauensvotum gegen die Gesamtregierung einzu- bringen. Sozialistischer Aufruf gegen pilsudfti. Der Parteivorstand der polnischen Sozialdemokratie führt in einer Entschließung aus, daß sich die innere Lage Polens in den letzten Monaten bedeutend verschärft hat und die Regie- rungspolitik jetzt ganz im Dienste des Großkapital» und de» Großgrundbesitze» steht. Dieser Zustand der Unsicher- heit wird durch die sich ständig wiederholenden Umsturz» drohungen der gegenwärtigen Machchaber oerschärft. Daher kann der Widerspruch zwischen der Mehrheit der polnischen Oesfem- lichteit und dem gegenwärtigen Regime zu einer S t a a t s k r l f e von unabsehbaren Folgen führen. Der Parteioorstond erklärt die Liquidierung des gegenwärtigen Regimes, da» sich auf die D i k t a» t u r einer Einzelperson stützt, für sein unmittelbare» Ziel. Er ist bereit, zu seiner Erreichung mit allen demokratischen Elementen zusammenzuarbeiten. Jeder Staatsstreich wird auf die entschiedene Abwehr der breiten Masse stoßen. Eisenbahnunglück. Zvgzosammenstoß im Duisburger Hauptbahnhof. Duisburg. 14. Oktober. Montag abend, gegen>49 Uhr, fuhr der Personenzug 260 in Richtung Düsseldorf bei der Ausfahrt auf dem hiesigen Hauptbahn- Hof gegen ein« Rangierlotomokioe. Durch dea Zusammenstoß wurden mehrere Personen verletzt, davon ü oder 7 erheblich. vi« beiden Lotomokiven wurdeu so schwer beschädigt, daß sie abgeschleppt werden mußten. Die Reisenden fetzt« mit einem all- dereu Zuge die Fahr« fort. Es rührt sich bei Siemens? Glänzender Anstatt unserer Werbeattion. Die Arbeiter der Sicmensiverke genießen heute dank der Aufklärungsarbeit der freien Gewerkschaften»nd der So- zialdemokroiischen Partei in den Reihen der gewertschaftlich und politisch organisierten Berliner Arbeiterschaft doch schon«in anderes Ansehen als in der B a r k r i c g s z e i t. Welchen Metallarbeiter überkommt nicht ein Gruseln, wenn er an die Zu- stände bei Siemens vor lSM denkt. Damals war in dieser Weltfirma auch nicht die Spur einer freigewerkschaftlichen Arbeiterbewegung vorhanden. Man kannte oder durfte vielmehr bei Siemens nicht arbeiten, ohne Mitglied des gelben Werkverems zu sein. Der gelbe Terror trieb hier die tollsten Blüten. ch e u t e ist die Gesamtbelegschaft des Siemens-Konzerns immer- hin schon ein Faktor, mit dem auch die Werksleitungen rechnen müssen. Der gelbe Terror bei Siemens ist gebrochen, die Belegschaft erkennt mehr und mehr die Notwendigkeit de» frei- gewerkschaftlichen Zusammenschlusses. Lolches rege Interesse die Siemens-Arbciter den politischen »nd wirtschaftlichen Vorgängen cntgegeirbringcn, zeigte die zu gestern nachmittag nach„Sternfeld" einberufene Betriebsversammlung des Dynamowerks, die den Auftakt einer Werbe- kampogne bildet, die die Partei jetzt im Siemcns-Konzern einleitete. Genosse Emil Barth sprach vor der von etwa kKXl Arbeitern und Arbeiterinnen des Werks besuchten Versammlung über die Kon- zentration und weltpolitische Machtentfoltung des Kapitals, für die gerade der Siemcns-Konzern das beste Schulbeispiel ist. In überzeugender Weise legte er den Versammelten dar, wie notwendig es ist, dem konzentrierten Kapital die politisch und gewerk- schostlich konzentrierte Macht der Arbeiterschaft entgegenzusetzen. Die Versammlung folgte den lebendigen Ausführungen des Reseren- tcn mit gespanntester Aufmerksamkeit und zollte ihm reichen Beifall. Die„revolutionäre" Opposition im Dynamowerk hatte ihre Fraktion in voller Kriegsstärke natürlich zum Bersammlungsbesuch kommandiert. Die eine Hälfte mutzte die üblichen Reden gegen die Gewerkschaftsführer und die angeblich mit den Unternehmern auf Gedeih und Verderb verbundene Sozialdemo- kratie vom Stapel lassen und die andere Hälfte betätigte sich als Claque. Das heitzt, drei Kommunisten traten als Redner aus und hatten bei ihren fünf Parteifreunden beifallsfreudige Zuhörer. Die anderen SOO Versammlungsbesucher verhielten sich zugeknöpft und ablehnend. Die Arbeiter des Siemens-Konzerns wollen sich weder von den Gelben noch von den Kommunisten terrorisieren lassen. Man hat zwar auch im Siemens-Konzern versucht, die bis vor nicht zu langer Zeit verhanden« Zersplitterung unter der Beleg- schaft für die parteipolitischen Geschäfte der KPD. nutzbar zu machen. Durch die systematische Aufklärungsarbeit unserer Genossen und Ge- werkschaftssunktionäre ist ober der zersetzende Einslutz der kommunistischen Drahtzieher stark eingedämmt worden. Der glänzende Verlauf der Betriebsversammlung des Dynamo- nxrles Hot jedenfalls gezeigt, daß die Belegschaft dieses Werkes in ihrer Mehrzahl die freien Gewertschasten und die Sozialdemokratische Partei ol» ihre Interessenvertretung ansehen. In den anderen Versammlungen, die noch im Laufe dieser Woche im Siemenskonzern abgehallen werden, wird sich in dieser Be- ziehung gleichfalls voll« Klarheit ergeben. Aktion des AfA-Bundes. Erfolgreiche Arbeit für die Angestellten. Am Montag trat der B u n d c s a u s f ch u tz des A f A- Bundes zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahmen die Bundesausschutzmitglieder unter ernstester Anteilnahme Kenntnis von dem Unfall, der den Vorsitzenden des ADGB., Theodor L e i p a r t, betroffen Hot. Vorsitzender S t ä h r gab der Hofsnunq Ausdruck, daß Leipart bald wieder genese und in voller Kraft und Aiüstigkeit der deutschen Gewerkschaftsbewegung erhalten bleibe. Den Geschäftsbericht des Vorstandes erstattet Bundes- Vorsitzender A u f h ö u s e r. Er konnte feststellen, dotz die AsA- Zentrale jetzt fast restlos die in den öfjcntlich- rechtlichen Körper- Jchaften tötigen AfA-Funktionäre erfaßt hat: 1116 Arbeits- iinid Landesarbeitsrichter sind für die freigewcrkschastliche Llngestelltenbeweguitg tätig. In"ken Verwaltungsausschüssen der Landesarbeits- und Arbeitsämter ist der AfA-Bund mit 426 Kollegen vertreten. 550 Vertrauensmänner und 1391 Ersatzleute vertreten die AfA-Jnteressen in der A n g e st c l i t e n v e r- fi che r u n g. Die Schulung dieser Funktionäre hat sich der AsA- Dund zur besonderen Ausgabe gestellt. Für sie, aber auch für die in der Gesamtbewegung in gewerkschaftlichen Funktionen tätigen Mitglieder wurden im letzten Halbjahr 6 Kurse von lltägiger Dauer und 15 Wochcnendkursc veranstaltet. Aus diesem Weg« konnten wehr als 1000 Mitarbeiter über Sozial-, Wirtfchofls- und Gewerkschaftspolitik informiert werden. Aufhäuser ging nach diesen Feststellungen auf die wirtschafts- «nd sozialpolitische Arbeit des AfA-Bundes näher ein, über die wir «n anderer Stelle berichten. Auf sozialpolitischem Gebiet trat der AfA-Bund auch in der Berichtsperiode für den Ausbau der Angestelltenversicherung ein. Die im März dieses Jahres verabschiedet« Novelle, die eine bedingt« Herabsetzung der Altersgrenze und die Verkürzung der Wartezeit brachte, ist auf die Lnitiotioe des AsA-Bundes zurückzuführen. Der AfA-Bund erwartet, daß die zurzeit dem Reichstogsousschuß vorliegende weitere Novelle für die Angestellte» einen Leistungsausbau bringt. Bei der Anwendung der zurzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen war es den Vertretern des AfA-Bundes möglich, durch Derwaltungsmatz- nahmen der RfA. Verbesserungen, besonders auf dem Gebiete der Heilverfahren, durchzusetzen. Seine besondere Aufmertsom- keit widmete der AsA-Biinb der Arbeitsvermittlung für Angestellte. Der Information und Instruktion der Mitglieder in den Vertretern des AfA-Bundes möglich, durch Verwoltungsmotznahmen der RfA. Versesserungcn, besonders auf dem Gebiete der Heil- oerfahren, durchzusetzen. Seine besondere Aufmerksamkeit wid- mete der AfA-Bund der Arbeitsvermittlung für An- gestellte. Der Information und Instruktion der Mitglieder in den Verwoltungsausschüfsen der Landesarbeitsämter diente eine am 7. »nd 8. Oktober d. I. stottgestindene Konserenz, in der das Gesamt- problem der Angestelltenvermittlung zur Diskussion stand. Aufhäuser schlah seinen Geschäftsbericht mit dem Hinweis auf die soeben abgeschlossenen kämpfe um die Arbeitslosenversicherung. in denen es den freigewerkschaftlichen Arbester- und Angestellten- organisatianen gelungen sei, einen sozialreoktionären Angriss größten Ausmaßes abzuwehren. lieber den Erfolg frcigcwcrkjchastlicher Arbeit auf der 12. Ta- gung der Internationalen Arbeitskonferenz, die sich mit der Frage der Arbeitszeit für Aug« st eilte beschäftigte, berichtete Dr. P s i r r m a n n. Der Bundesousschuh nahm hierzu«instim- mig ein« Entschließung an, in der es heißt: „Die 3. Bundesausschußsitzung des Allgemeinen freien An- gestelltenbundes am 14. Oktober 1929 erblickt in dem Frage- bogen über die Arbeitszeit der Ange st eilten, in der Fassung, die ihm die 12. Internationale Arbcitskonferenz ge- geben hat, ein« geeignete Grundlage zur Herbeisührung einer internationalen Regelung der Arbeitszeit der nicht vom Washingtoner Ilebereinkommen von 1919 erfaßten Arbeitnehmer, insbesondere der Angestellten. Sic erwartet von der deutschen Reichsregierung, daß diese sich nunmehr unverzüglich mit den An- gestelltenorgonisationen in Verbindung setzt, um deren Vorschläge für die Beantwortung des Fragebogens entgegenzunehmen." „Gireik in der Reichsdruckerei!" Kommunistische Gespensterfurcht. Die neue Taktik der KPD. besteht bekanntlich in der„Auslösung" van wilden Streiks gegen die Gewerkschaften und die gewerkschaftlichen Vereinbarungen. Der Streik der Rohrleger, di« Streiks auf verschiedenen Baustellen sind nur di« Einleitung einer großzügigen Aktion, die in der Spaliung der Gewertschasten auslaufen soll. Nach den Rohrlegern sollen die Buchdrucker dran kommen. Freilich wird das einige Schwierigkeiten mackzen. Hier macht sich allzu sehr der Mangel der sichersten Hilfstruppe der KPD. geltend, nämlich der Unorganisierten. Unorganisierte Buch- druck« in Berlin nurß man mit der Laterne suchen. Auch ist dos Gros der Buchdrucker gut sozialdemokratisch gesinnt und denkt nicht daran, etwa den Moskowitern nachzulaufen. Die KPD. spekuliert also— da es gewerkschaftlich Unorgani- sierte so gut wie nicht gibt— auf di« politisch Unorgani- zierten. Sehr begreiflich. Denn wieviel M i t g l i« d e r hat die KPD. schon unter den Buchdruckern? Wenn«? hoch kommt, ist unter j« 500 Buchdruckern einer Mitglied der KPD. Der eine von 500 ist freilich onch nicht sicher, ob es ihm nicht so geht wie dem einzigen kommunistischen Delegierten auf dem letzten Verbandstag der Buchdrucker, der aus der KPD. und aus der Pcuvag-Druekere: in Hall« in weitem Bogen auf das Pflaster flog, weil er von irgendeiner Linie oder These„abgewichen" war. Auf die politisch Unorganisierten, die nicht im Bilde sind über den kommunistischen S a u st a l l, spekuliert also die KPD. Die wenigen Milglieber der KPD. in der Reichsdruckerei, die sich in einer hoffnungslosen Minderheit missen, haben unter diesen Umständen begreiflicherweise A n g st v o r st« l l u n g'e n. Sie sollen auf Befehl von Moskau wilde Streiks „auslösen". Wie sollen di« armen Teufel aber das anstellen? Und da die Kommunisten heute ja nur nach gegen die Ge- werkschaften streiten und sozialdemokratische Arbeiter bedrohen — da, wo di« Kommunisten nicht ein« so kleine Minderheit sind wie bei den Buchdruckern— glauben sie in ihrer Angst, die so- z i a l de m o k r a t i s che n Buchdrucker in der Reichs- druckerei würden ebenso handeln wie Kommunisten. So ist in viersacher Auflage dasselbe Phantasieprodnkt kam- munistischcr Angstpsychase wiederholt morden. Viermal sind die paar Stalinisten der Reichsdruckerei damit lächerlich gemacht worden. Vielmehr: sie haben sich selbst lächerlich gemacht. In ihrer Angst vor dem Parteibefchl und in ihrer Angst vor der «drückenden Mehrheit der Andersgesinnten und weil sie selbst doch so gern gegen die Sozialdemokraten streiken möchten, schreien sie: „Die Sozialdemokraten wollen gegen die Kommunisten streiken!" Als Menscheiifreunde wollen wir diese Esel in der Löwenhaut beruhigen. Es wird ihnen niemand etwas tun. Im übrigen dürfen sie in ihren Schuttablagestellen ihren Mist abladen und sich blamieren. Es war wieder nichts bei den Buchdruckern! Kretschmer, Krüger, pestold gewählt. Diesmal glaubte die KPD. ganz bestimmt einen Erfolg bei den Buchdruckern davonzutragen, der zu weilcren Taten gegen den Buchdruckerverband anspornen sollte. Drei Beisitzer zum hauvlvorstand roarcn in Berlin zu wählen. Die Amsterdamer Fraktion schlug fünf Kandidaten vor, was zur Zersplitterung führen muhte, während die KPD. bescheiden nur zwei vorschlug, die noch eiuigermohen naäi außen gezeigt werden können und aus d«en Hamen sich olles kon- zentrierte, mos irgendwie mit irgendwelchen INoßnahmcn oder Be- sthlüsien der Organisation unzufrieden mar. Und wer wäre immer mit allem zufrieden? Trotzdem hat es nicht gelangt. Die Kommunisten kamen wohl in die Stichwahl, ab« da es Kier eine Zersplilt«ung nicht mehr gab, konnten die zwei Kommunisten auch nicht mit Hilfe der Unzu- sriedenen in den Verbandsvorstand eindringen. E» war miede? nichts bei den Buchdruckern! hi« das Ergebnis: Abgegeben 12 987 fim I. Wahlganq 12 SSO), ungültig 1ZS Stimmen. Gewählt find unsere Genossen Pehold. K r« l s ch m e r und Krüger mit einer durchschnittlichen Stimmenzahl von 7396. Die Reeder bleiben fest... Sie wollen es sich aber noch einmal überlegen. Genf, 14. Oktober.(Eigenbericht.) Werden di« Arbeitgeber wiederkommen oder nicht? Dos ist di« noch imentschiedene Frag«, di« sich Gens am Montag stellte. Der Verlauf des Tages und das Hin und Her der VerHand- lungen läßt sich nur im Endeffekt angeben. 10 Uhr vormittags: Ausammentritt der Kommission ohne Unternehmer. In ollen Kommissionen wird di« deutsche Sprach« als dritte Uebersetzungs- spräche zugelassen. Die sochliehen Verhandlungen nehmen einen glatten Verlaus. 11 Uhr: Sonderkonferenz der Unternehmer im.Hotel„Des Bergues". 12 Uhr: Erklärst, � einiger Unternehmer vor Pressevertretern:„Wir bleiben fest. 5 Uhr nachmittags: der Vorsitzende der Reeder findet sich im Zimmer des Direktors Sllbert Thon«? ein, wo zwischen ihm, dem Präsidenten der Kon- f«enz, dem englischen Regierungsvertreter und zeitweis« unter An- Wesenheit von Albert Thomas eine Unterhaltung über evtl. V e r- ständigungsaussichten stattsindet. Ein« Resolution wird den Unternehmern vom Präsidium der Konferenz angeboten, in der ausgesprochen wird, daß der Dermal tungsrot des Internationalen ?lrbeitsamts die Frage prüfen soll, in welcher Weis« in Zukunft der besondere Charakter einer Seeschissahrtskonferenz am besten gewahrt werden könnte. De? englische Regierungsvertreter verlangt dazu eine ausdrückliche Bezugnahme, daß die Resolution der Arbeitgeber ab- gelehnt wurde. Am Dienstag früh um 9 Uhr erwarten die Re- gicningen den endgültigen Bescheid der Unternehmer. In der Arbeitergnippe hoben die Vorsälle inzwischen zu einem Beschluß geführt, nach dem man prinzipiell dahin wirken wird, daß gesonderte Skeeschiffahrtskonserenzen nicht mehr stattfinden, und die Behandlung der sozialen Fragen der Seeleute aus allgemeinen Zlrbeitskonjerenzen vor sich gehen soll. Konstitt bei der Vamag. Seit Freitag ist es bei der Bamag-TNegnin IL-G. Hn Moabit zu einem akuten Konflikt infolge aller Differenzen gekommen. Die gesamte Arbeiterbelegschast hat die Arbeit niedergelegt. französischer Vergarbeiierkongreß. Der 42. Kongreß des sranzösischen Bergarbeiterverbandes fand dieser Tage in Marseille statt. Der Generalsekretär unterstrich in seinem Jahresbericht den völligen M i ß e r s o l g J, e r kam in u- n i st i s ch« n Propaganda. Die Arbeiter in Frankreich hätten eingesehen, daß sich durch die Taktik der Kommunisten nichts er- reichen loste. Dogegen fei es den Gemerkschcsten gelungen, die Gehälter ohne Streik auf das D r ei i.i che zu erhöhen und di« Pensionsbcdingungen wesentlich zu verbessern. Ltdinift Zimt u. ie., s»tte»ltrai>c: Donn-rsto». 16 Uhr. im Lokal sf Bil�. Rostockrr Sir. 27, wichUar?Zraktion»r>rrsomm>llna dcr SvD.�Sr- 1� nassen. Enmvothistcrrnd« und SAI. sind mit einarladrn. Dir!Zunk- � fä lionäre ladin ein. 5» wird iahlreich«r Besuch eewortet. vi Der graktiooanorstaxd. S fä Loren,. Tempelhol! Bonner«!»». 16' Uhr. im Lola! 3uop. Tempel, v-i Hof. Molikestrahe Ecke lZriedrich-ZSilhelm-Slrohe, wichiiae Beesammluna «chtni!», Lackierer! Am Bonoerotaa. 17. Oktober. WA Uhr. Im Berlineu Kewerkschasisha»«, Enpeluser 34—26, Soal 3, Bersammlvn» der Innun»«. betriebe der Blech» und MSbeUockierer. 1. Die aeqenwärtiae Laae in der Branche. 2. Wohl de« Bronchenleiters. Piinkiliäxo Erscheinen ist Pflicht. Ohne Berbandsbuch kein Zutritt. »�reie Gewerkfchafts-Zuaend Berlin. Heute. Dien-.taa.!!>>? Uhr. taaen kolaeude Gruppen: Sndlrei«: Be, »Inn de« Iugendkurses im Ivgendhe'm Wallrrtorstr.!». Bortran:..Au« der Geschichte der Ardeilerbcweauna un'er beionderer Berilcklichtiau.in d-r Gewetkschatlokewenuug".— Lumboldt: Iuaendheim Graun- Ecke Sordino. srrape. Borirao:.Moderne Arbeitspolitik de« Unternehmertum»".— Spandau: Städr.?uei«:rdheim Lindenuser I. Lichtbiideroortrao:„Ber Arbeiter in der Kunst".— Mallendars: Jugendheim Barfslr. 7'Alte Schule). Heitere Sa- schichten.— Lichtenbero: Jugendheim Basseftr. 2i Bortraq:„Bursche und Mädel in der Jugendbewegung".— Zleu-Lichtenderg: Jugendheim Gunter- ftrahe 43. Neihenvartrag:.Gewerlschaft»bewe«una i» anderen Ländern.— t. Dir romantischen Länder"— Landsbereier Plag: Gruppenheim Diestei» rnenerstr. n. Spietabend:„Muckl.»eige wa« Di: kannst!"— ikrantforter Allee: Städt. Jugendheim Litauer Str. 18. Lichtbilderoortraa:„Eine Zleise durch Belgien".- Treptow: Schule Wildenbruchltr. 66— 64 svortiei Himer). Karierter Abend. �uoendsruppe des?«nverbande6 ver AnqeFellien ©5? Heute, Dienstag, finden kolgende Veranstaltungen statt: Zkordwest: tzugendheim Lehrer Str. l8— IS. Vortrag: lAlt. Berlin ,u Grahvater, Zeilen". Veserent: Georg Heilbrunn.— Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr.<4. Bortrag:„Die Geschichte der Jugendbewegung". Referent: lZrid Weigelt. Verantwortlich rltr VoliliI: Dr. E»rt Geber: DirtschaU: G. Klingelhöser: Geoarlschaktsbewegung: Z. Steiner: jseutstelo»: Dr. John Sch>k»w,ki: Lokale« und Soulliaes: iZri» Narftädt: An, eigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Vrrlaä: Borwäris-Verlag E. m d. H. Berlin. Druck: Voewörls-Vuchdruckeret und Verlggsanstail Baul Singer u. Co., Berlin SW 68. Lindenstrahe 8. Hier,» 2 Beilage» und»Unterhaltung und Siffen". ermöglicht MAG "U/snige Tropfen verbessern schwache Suppen, Soßen, Gemüse, Salate usw. Är. 453* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 45. Ottober 4929 Die Gklarek-Llntersuchung. Die Vernehmung des Siadibankdirektors Hoffmann. Zm Oberpräsidium haben am gestrigen Montag die Ber. vehmungen des Stadlbankdirektors h o s f m a n n in der Disziplinar. Untersuchung durch Oberregierungsrat T o p o l s k i begonnen, die fast den ganzen Tag über andauerten. Stodtbankdireklor hosfmann werden insgesamt l2 Anklagepunkte zur Lost gelegt, die sich aus die Geschästsabwiiflullg zwischen Stadtbank und den Gebrüder S k l a r e k beziehen. Direktor Wöstmann hat dem Unlersuchungskommissar eine umsangreiche Rechlsertigungscrklärung abgegeben, in der er u. a. folgendes sagt: „Den Kredit, an die Gebrüder Sklarek hätten die Stodtbank- dtrektoren Schmitt und Hoffmann nicht ollein bewilligen können, sondern sie hätten der Genehmigung des Kreditausschusses der Stadtbank bedurft. Die ersten Geschäfte, die di« Stadtbank mit den Skloreks tätigte, hätten in der Bevorschussung von Forderungen gegen die Berliner Anschassungsgesellschaft und die Straßenbahn bestanden. Die Sklareks hätten dann versucht, einen Blanko- kredit bei der Stodtbank zu erhalten, der aber auf Grund der Satzungen agelehnt worden sei. Danach sei ihnen auf gedeckter Basis(Grundschulden) ein Kredit von 50 ODO Mark eingeräumt worden, und zwar am 4. März 1925. Inzwischen seien die Sklareks in immer stärkerem Maße auf Grund der Verträge mit der Stadt zu deren ständigen Lieferanten geworden. Sie hatten dabei zur Bedingung geinacht, daß die Zessionen dieser Forderungen an die Stadtbank eine sogenannt«„stille Zession" sein tollt«. Der Modus dieser Forderungen sei im Bankwesen sehr häufig. Di« Großbanken hätten eigene Formulare dafür. Er bestehe darin, daß der Dritffchuldner, also die städtischen Anstalten, nicht von der Abtretung der Forderung Nachricht erhielten. Die Stadtbank habe diesem B erlangen der Sklareks entsprochen, weil die städtischen Anstalten für die Stadtbonk absolut sichere Zahler darstellten. Di« Auskünfte, die die Stadtbank pflichtgemäß eingezogen hatte, seien g u t gewesen. Die Sklareks seien auch überall mit prominenten Persönlichkeiten gesehen worden, so auch mit den: Stadtkämmerer Lang«. Trotzdem habe der geschäftsführende Direktor Schmitt einmal bei dem Bürgermeister Doflein vom Bezirksamt Tiergarten wegen der Forderungen der Sklareks an diesen Bezirk angoftagt. Durch die Indiskretion eines Beamten hätten die Sklareks von dieser Anfrage erfahren. Sic hätten sehr entrüstet getan und gedroht, den Verkehr mit der Bank abzubrechen. Do sie einen der größten Künden der Stadtbonk darstellten, sei nichts weiter unternommen worden, zumal das Bezirksamt Tiergarten erklärt habe, di« Forde- rungen feien in Ordnung. Ms die Forderungen der Stadtbank gegen di« Sklareks die Summe von 7 Millionen erreicht hotten, Hab« auch Stadtkämmerer Lange davon erfahren. Der Stadtkännnercr habe wegen 0er Herabsetzung des Kredites nichts unternonm»n. Die Höhe der Kredite habe bei der Stadlbankleitung auch deshalb keinen Anstoß errcgl, weil es sich um Ausgaben für soziale Zwecke gehandelt babc und der Wohlsahrtsetat für 1929 155 Millionen Mark vorsah. Die Prüfung der Bücher bei den Sklareks habe keinen Verdacht einer nicht ordnungsgemäßen Buchführung ergeben. Daß es nun möglich war, daß die Fälschungen der Sklareks in den Bestellscheinen, Rechnungen und Büchern nicht herauskainen, log allein daran, daß die„stille Zession" beachtet werden mußte. Als selbstverständlich wurde von seilen der Stadtbankleitung angenommen, daß natürlich nur Lieferungen bevorschußt würden und nicht etwa Be- stellungen, bei denen die Waren noch nicht geliefert oder bei den Sklareks noch nicht zum Abruf eingelagert waren. * Die„Rote Fahne" macht gestern den perfiden Versuch, auch den Siadtoerordnetenvorsteher Haß in Verbindung mit der Sklarek- Affäre zu bringen, indem sie die wclteffchütternden Tatsachen mit- teilt, daß Haß in seiner Eigenschaft als Stodtverordnctcnvorstehcr zusammen mit anderen Vertretern der Stadt auf dem Presssball war. Wenn sich die„Rote Fahne" über Repräsentationspflichten und Repräsentationssorgen näher informieren will, so empfehlen wir ihr, bei ihrem kommunistischen Schwester- und Skandalblatt, der „Welt am Abend" anzufragen. Sie würde dort erfahren, daß deren Chefredakteur Herr Dr. Friedländcr sogar an dem Fest- empfang und Fe st essen für den Acgyptebkönig F u a d im Berliner Rothaus mit aller erforderlichen revolutionären Seelenruhe teilgenommen hat oder, um im Jargon der„Roten Fahne" zu reden, sich auf Kosten der Berliner Steuerzahler„voll- gefressen und vollgcsoffen" hat. Die photographischen Unterlagen stehen gegebenenfalls zur Verfügung. Stadtkämmerer Lange äußert sich. Zu der Erklärung des Direktors Hoftmann teilt das Städtische Nachrichtenamt mit. daß die Bemerkung, daß auch Stadtkämmerer Long« in der Gesellschaft der Sklareks gesehen worden sei, sich auf den Prefseball bezieh«, bei dem Dr. Longe auf Einladung eines Berliner Stadtverordneten in dessen Log« gesessen hat, in der in einem großen Kreise auch die Gebrüder Sklarek sich befanden. Außerdem ist der Stadtkämmerer einmal in einem Restaurant, das er noch einer ossiziellen Feier mit einem befreundeten Herrn auf- suchte, mit den Sklareks zusammengetroffen, ohne daß er wußte, die Sklareks dort vorzufinden. Hiervon abgesehen, hat der Stadt- kämmerer keinerlei persönliche Beziehungen, weder gesellschast- lich noch geschäftlich mit den Gebrüdern Sklarek unterhalten. In der Veröffentlichung werde welter darauf hingewiesen, daß der Stadtkämmerer von dem Sklarek-Kredit Kenntnis erhalten habe, als dieser die Summe von 7 Millionen Mark erreicht habe. Dies war im Februar d. I., als dem Kämmerer ein Revisionsbericht vor- gelegt wurde. Der Kämmerer hat sich daraufhin eingehend über diesen Kredit informieren lassen und erwogen, die Bezirks- ämter anzuweisen, ihre rückständigen Rechnungen sofort zu be- gleickxn, um auf diese Weise den Kredit wesentlich herabzu- drücken. Er hat dann aber davon Abstand genommen, weil er dies nach reiflicher Ucbcrlegung für die finanziellen Interessen der Stadt als vorteilhafter ansah. Nach dieser Mitteilung ergibt sich, daß die Sorge um eine ver- mehrte Augenblicksbelastung schließlich zu einem dauernden Verlust der Stadt führte. Der Kämmerer hat dies nicht geahnt und konnte es nach Lage der Dinge und der ihm vorliegenden Unterlagen wohl kaum voraussehen. Durchstechereien im lsntersuchungsgefängnis. Die Gebrüder Sklarek, die bisher im ffirtersuchungsgefängnis des Landgerichts II aus einem Korridor untergebracht waren, sind vor einigen Tagen auseinandergelegt worden. Max und Willi haben in einem anderen Flügel, und zwar räumlich weit getrennt, Zellen erholten, während Leo Sklarek bisher noch in dem ihn, zuerst angewiesenen Raum gelassen worden war. Seit gesten, ist nun auch der dritte Bruder Sklarek in eine andere Zelle gelegt worden, nachdem sich herausgestellt hatte, daß olle drei Brüder zuin Teil mit, zum Teil ohne Erfolg versucht hatten, Durchstechereien vorzunehmen. Max und Willi hatten sich auf noch nicht aufgeklärte Weise Zigarren beschafft, und er- klärten, daß sie ohne das gewohnte Nikotin nicht leben könnten. Leo Sklarek befaß dagegen eine Vorlieb« für Alkohol. Er ließ sich ebenfalls auf rätselhafte Art und Weise Kognak und Wem besorgen, den er in der Zelle verbarg. Lustizskandal in Frankfurt. Ein nationalsozialistischer Mörder freigesprochen. Frankfurt a. M., 14. Oktober. sEigenbericht.) Das Schwurgericht i« Frankfurt a. M. sprach am Montag den Mörder des Itijährigen Reichs» banuerwaunes Schmidt, den Nationalsozialisten Schütz, frei. An der Begründung des Urteils heißt es. daß die Aufklärung des Falles durch die Beweisaufnahme nicht gelungen sei. Der Staatsanwalt hatte gegen Schütz wegen Körperverletzung mit tödlichem Aus« gang 3 Fahre Gefängnis beantragt. Am Abend des 2b. April veranstaltete dos Frankfurter Reichs- banner einen großen Umzug durch die Stadt. Das ließ natürlich die Nazis nicht schlafen', auch sie zogen mit ihren Gruppen umher. Abends, lange nach Beendigung der Demonstration, saßen mehrere Reichsbannerleute bei einer Geburtstagsfeier in einer Wirtschaft beisammen, als plötzlich die Türe aufgerissen und von einem kommunistischen Arbeiter hereingerufen wurde, es seien Nationalsozialisten im. Anzüge, die bereits einen Reichsbannermann auf der Straße erstochen höhen. Darauf stürzten die Reichsbanner- leute hinaus. Wenige Sekunden später lag der lüjährigc Schmidt verröchelnd in seinem Blute. Während der Sterbende vvn seinen Freunden in das Krankenhaus getragen wurde, fanden oitdere Reichsbannerleute ihren bereits vorher von Messerstichen durch- bohrten Kameraden Koch tot auf der Straße liegen. Mithin das Ergebnis des nationalsozialistischen Umzuges: zweier st schenk; Reichsbannerlcute! i Es blieb die Frage: wer von den Nazis ivarcn die oder der Täter? Soviel Zeit sich auch der Untersuchungsrichter gelassen hatte, dos Ergebnis seiner Ermittlungen war überaus dürftig. Die Toten sind stumm und im Fall Koch lautete heute noch die Aktion„gegen Unbekannt.'" Hätte sich nicht gleich nach dem Vorsall der National- sözialist Schütz auf einer Polizeiwach? in„Schutzhast" begeben,«eil man ihn geschlagen habe und ihn verfolge, dann hätte vermutlich er auch nicht einmal auf der Zlnklagcbank des Schwurgerichts gesessen. Mehr als Totschlag vermochte aber auch der Untersuchungsrichter gegen ihn nicht herauszuholen. Daß der Angeklagte die Tai leugnet und nicht einmal ein Taschenmesser in der Mordnacht bei sich getragen haben will, daß er in seinen Angaben von allen als Zeuge vernommenen National- sozialisten in nahezu einstudierten Aussagen tatkräftigst unterstützl wurde, das ist selbstverständlich. Daß aber der Gcrichtsvor- sitzende diese Hitlerzeugen wie ein rohes Ei be- handelte, im Gegensatz zu den vernommenen Reichsbanner- leuten, erregte in weiten Kreisen bedenkliches Kopfschütteln. Am Freitag meldeten sich freiwillig, von ihrer Arbeitsstätte weg, zwei Zeugen, die die Vorgänge genau beobachtet hatten und nur aus Angst vor den Nntionalsozial'isten und ihren Drohungen bisher nicht gewagt hatten, vor den Zeugentisch zu treten. Mit f JofiajvxTtom&vfru: M rn'C&ucfcm. Unqcüxscfan ' VWv C7/eir�}nr/pf Linn Ich saß verkrochen in einer Ecke der Ofenbant und be- obachtete zitternd den Alten. Im flackernden Lampenlicht erschien er mir grauenerregend. Sein zerwühltes Haar hing herab, von seiner Stirne träufelte Blut und da er sich mit dem Hemdsärmel über das Gesicht fuhr, wurde sein ganzes Antlitz blutig. Und als feine tiefliegenden Augen die dämme- rigen Winkel der Stube durchforschten, sah er aus wie ein sprungbereiter Hamster. Ich fürchtete mich. Jetzt bemerkte er mich und starrte mich mit flackernden Augen an. Wir blieben lange so Aug' in Aug'. Ich an die Wand gedrückt mit ängstlich geweitetem Blick, er im blut- überströmten, gespenstischen Schauen. Vielleicht erbarmte ich ihn. denn er sagte still soviel: „Na, Freundchen, daraus kannst du lernen, wie man feine Ehre rettet." Ich härte den Schlag meines Herzens, während der blutige Alte mir gegenüberstand. Zum Glück trat mein Vater ein, mit dem Pferdedung in der einen Hand. In der andern hielt er einen Knäuel staubiger Spinnweben. „Ich will's gleich zubereiten, lieber Herr Bater", sagte er zum Obertosaken. Er ging in das Borhaus und Holle eine Schüssel voll Wasser. In der Schüssel lag auch ein Brocken Lehm. Er knetete einen Teig daraus. Dann traten sie zur Lampe. Mein Vater fuhr mit einem nassen Lappen über die blutende Stirn des Oberkosaken, preßte jäh die Spinnweben darauf, drückte jetzt den Pferdedung darüber und beklebte schließlich das Ganze mll Lehm. Dann band er ihm ein Handtuch um die Stirn. „Es ist soweit, sieber Herr Dater. „Danke, mein Sohn. Aber wtr haben wenigstens Orb- nung gemacht. Wie?— und er hob seinen verbundenen Schädel. „Wie gewöhnlich." antwortete mein Dater gleichmütig. Gben ko-t G-aßmuftcr zum Borsöbein und brachte vier oder süns Flaschen Schnaps. Nachdem sie die Flaschen aus dem Tisch abgeladen hatte, nahm sie mich mit ins Hinter- haus, um mir ein Abendbrot zu geben. Dort hinten weinte sie dann still vor sich hin, weil sie niemand sah. Und während ich aß, verkroch sie sich in die Ofenecke. Mitunter seufzte sie: „Man wird sie noch einmal erschlagen.. „Mein Vater hat vor keinem Angst," sagte ich darauf. Aber die arme Alte blies nur immerfort ihr eigenes Lied: „Du wirst's erleben, mein Kind, man wird sie sicher morden. Gott behüte, daß auch du so einer wirst,, wenn du groß bist. Letzthin haben sogar die Gendarmen ihre Namen aufgeschrieben." Nach dem Abendbrot entkleidete mich die Großmutter, um mich nach vorn zu bringen. Denn sie schlief in der rück- wärtigen kleinen Kammer, ich aber vorn mit Großvater. Der Oberkosak schlief jedoch niemals in einem Bett, sondern breitete seine Bunda vor die Ofenbank und streckte sich darauf aus. Gewöhnlich konnte er erst spät«inschlafen. Im Finstern, wenn er die Lampe ausgeblasen hatte, wälzt««r sich noch stundenlang hin und her, sprach zu sich selbst, murmelte und es oerging eine lange Zeit, während er immer wieder und wieder aufstöhnte: ,Ao, ho,... die Armut hat es schwer auf der Welt..* Er mochte irgendeinen geheimen Kummer haben, aber ich verstand das damals noch nicht. Großmutter entkleidete mich also, nahm mich in ihre Arme, und trug mich in das Borderhaus ins Bett. Sie deckte mich zu, hüllte mich vorsichtig von allen Sellen«in, gab mir «inen Kuß auf die Sttrn und schsich hinaus. Um diese Zeil war das Dordsrhaus bereits voll Lärm. Um den Tisch und auf der Ofenbank saßen sieben, acht Leute. Sie aßen Speck und tranken Schnaps dazu. Der Oberkosak, dann mein Bater, dann Georg Vajda mit dem blitzenden Geldgürtel am Bauche, auch der etwas gebeugte Andreas Pikor war schon anwesend, meines Großvaters Kriegskamerad in der Schlacht bei Königgrütz, dessen Schnurrbort wie ein Besen abstand, so, daß man seinen Mund nicht sehen konnte, dann der sehr eingebildete Antol Turbis, seines Zeichens Fuhrweser, dem es unsäglich leid tat, daß er die heutige Prügelei versäumt hatte. Gleich neben meinem Bettrond saß Gyuri Saridor, der Pizebüryermeister, dessen Kopf immer ein wenig traurig niederbaumelte, und wiederHolle immer wieder, daß— mögen die Leute im Dorf reden' was sie wallen— zu einer solchen Tat dach nur ge- wesene Krieger fähig seien,,. Nachdem der Speck verzehrt war, tranken sie wieder. Sie holten ihre Pfeifen hervor und bliesen den Rauch vor sich hin. Der Rauch bildete eine dicke Nebelschicht, die unter dem Deckenbalken schwebte, so daß die Kosaken, wenn sie auf- standen, mit ihren Köpfen in den Nebel eindrangen und ihre Köpfe verschwanden. Ich lag zusammengekauert im Bett und lauschte.> Die Flasche ging von Hand zu Hand und es wurde schon weniger geredet. Der Trunk spannte die Haut über ihren Backenknochen aus, ihre Augen begannen zu glänzen und da sich ihre Zähne fest um die Pfeifenstiele schlössen, zeigten die Pfeifenköpfe auswärts und guckten von oben auf ihre Hut- ränder herab. Andreas Pikor, der alte Königgrätzer Kanonier,(der jedoch bei jedem haarsträubenden Rückzug in Wahrheit nur als Brückentischler mitgetan hatte), stützte die Ellenbogen auf den Tisch und nickte meinem Großvater zu: „Wie verlief diese heutige Sache, Michael?" Der Oberkosak lehnte sich protzig zurück: �, „Wie das vor sich ging? Nun, wie gewöhnlich. Wir kommen da von der Hochzeit heim in großer Laune. Bor Lazony kommen sie uns mit zwanzig Wagen entgegenge- fahren. Acht Wagen Ungarn, zwölf Wagen Slowaken. Sicher wollten sie zum Markt nach Nagymihtzly, der morgen stattfindet. Sie, auf zwanzig Wagen, mindestens hundert. Wir, auf einem Wagen, zu Dritt. Als wir in gleicher Höhe waren, blieben wir stehen. Auch sie hielten an. Ich rufe dem ersten Wagen zu: Ausweichen, he, hier kommen die Kosaken! Sie rufen vom ersten Wagen zurück: Wir sch.....' auf die Kosaken! Auch sie mochten vorher getrunken haben, denn sie waren in ähnlicher Laune wie wir. Ich rufe noch einmal hinüber: Ausweichen, h«! Sie lachten. Ich sage daraus meinen zwei Jungen: Den Wagen querstellcn... Georg stelll den Wagen quer, wir springen ab, ich nehme die Deichsel, sie nehmen die Rungen! Auch die Slowaken und die Ungarn springen ab, auch sie greisen nach den Deichseln und den Rungen! Ich rufe nun den Jungen zu, wie gewöhn- lich: Draus, Kosaken! Und dann gingen wir los.... Hier mochte er eine kleine Pause, obwohl alle Anwesen- den vorgebeugt lauschten. Erst drückte er mit dem Daumen die Glut seiner Pfeife zurecht und als sie wieder Zug hatte, sagte er soviel: Alle blieben sie auf der Landstraße und*, im Graben, wir aber fuhren singend heim Ich bedaure sie ja. aber weshalb haben sie mit uns angebunden? Habe ich recht, Gevatter Andreas?(Fortsetzung folgt.) \ aller»estimmtheit, mit jemme* Angab«, her ver«chkeit und der Personen bezeichneten diese beiden Zeugen den Angc- klagten Schütz als den Mörder, der nicht allein Schmidt. sondern mit größter Wahrjchelnlichkeit auch den auf seinem Heim- weg begriffenen völlig wehrlosen Reichsbannermann Koch erstochen habe. Wie viehisch die Täter vorgegangen sind, ergibt sich auch aus den Bekundungen, daß die Zrau des angeklagten Mörders den am Rod«, liegenden und sterbenden Schmidt noch mit dem Fuß treten wollte und nur von einem Zeugen durch»inen Schlag ins Gesicht daran gehindert werden konnte. Die Aussagen der beiden freiwillig vorgetretenen Zeugen tonnten trotz aller Anstrengungen eines aus München herbeigeholten Verteidigers nicht erschüttert werden. Aber es kennzeichnet die ganze Gerichtsverhandlung, daß der Vorsitzende diese beiden durchaus einwandfreien Belastungs- zeugen nicht vereidigte! Grund:„Uneidlich sind jene Per- fernen zu vernehmen, die der Teilnahme an der zur Untersuchung stehenden Tat verdächtig erscheinen. Eine BetSiligung an einer Tchlägerei(so behandelt das Gericht die Tötung von Schmidt) liege schon dann vor, wenn sich jemand nur physisch oder psychisch daran beteiligt. Auch Zurufe sind als Beteiligung anzusprechen. Eine Beteiligung ist es jedoch nicht, wenn jemand selbst geschlagen wird und sich wehrt!" Das war die Richtschnur der Vereidigung oder Nichtvereidigung eines Zeugen, und danach blieben auch die einwand- sreicstcn und klassischsten Zeugen, allerdings Belastungszeugen, un- vereidigt. Das Urteil ist schließlich entsprechend«tusgefallen. Aus dem Fall Schütz ist«in Iunstizfkandal geworden, der unter der republikanischen Bevölkerung Frankfurts, und seiner Umgebung größte Empörung hervorgerufen hat. Lleberfall im Grunewald. Sin Wilmersdorfer Professor niedergeschossen. Auf einem Spaziergange im Grunewald wurde der Landes- geologe Professor Otto von Linstow, der in der Kaiser- alle« IH in Wilmersdorf wohnt, von einem unbekannten Mann durch einen Reoolverschuß in den Leib schwer verletzt. Professor von Linstow ging den Kronprinzessinenweg enl- lang. In der Nähe des alten Forst Hauses Wannsee hörte er gegen 7 Uhr einen Mann hinler sich herkommen. Als er sich um-' drehte, stand er dem Manne drei Meter gegenüber, und dieser gab sofort einen Schuß aus ihn ab. Getroffen brach der Professor zu- sammen, der Schütz« flüchtete. Passanten, die auf die Hilferufs des Professors herbeieilten, sorgten für seine Uebersührung in seine Woh- nung. Allem Anschein nach wollte der Schütze, der leider unerkannt entkommen ist, den Professor berauben.'Hoffentlich gelingt es der Polizei, den Täter bald zu ermitteln, denn ein derartiger Ueberfall muß in der Bevölkerung größte Unruhe hervorrufen. furchtbarer Tod eines Lehrlings. Vom Fahrstuhl zerquetscht. Gestern ereignete sich im Betriebe der Firma persch u. Co. .r in-der L i n d e n st r. Zb in Köpenick ein tödlicher Unfall. Der "lgjährige Schlosserlehrling han» Grübler aus der BIngstr. S2 in L i ch t e r f e l d e war dort mit Reparaturarbeiten an einem Lastenauszug beschäftigt. Beim Ausprobieren des reparierten Fahr- stuhl» geriet der junge Mann so unglücklich zwischen den Fahrstuhl und die Schachtwand, daß er auf der Stelle getötet wurde. Die Leiche wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt und nach der Halle in Köpenick gebracht. * Gestern abend spielte sich im Hause Etargarder Straße 2 ein entsetzlicher Vorfall ab. Aus dem Fenster seiner im 5. Stock. werk des Seitenflügels gelegenen Wohnung stürzte sich der S2jährige Adolf Gabelmann i n d e n H o f h i n a b. Er war sofort tot. Das Motiv zu dem Verzweislungsschritt ist nicht bekannt. Umgang mit Mutter Grün. Fünf Jahr«„Arfo", das heißt, fünfjähriger Kamps gegen die Auswüchse des GrcßstodtoerkeHrs und Hineinwachseu in den Heimat- schutzgedonken. Diese Arbeit hat die„Arfo", die Arbeitsge- mein schaft f ü r For st schütz und Naturkunde, redlich geleistet. Ihr Vorsitzender Erich Griebel konnte in seiner Fest- rede anläßlich der Feier des fünfjährigen Bestehens des Vereins daraus hinweisen, wie sich die„Arfo" aus Kleinem entwickelte: aus dem Zusammenschluß einiger naturbegeisterter Menschen, die sich die Verschacherung und Verschaudelung der Natur in der Umgebung Berlins nicht länger gefallen lasse» wollten. In bisher l öl Füh- r» n g c» von ersten Fachleuten, über die an dieser Stelle mehr- iach berichtet worden ist, wurden die Mitglieder und Gäste mit den Eigentümlichkeiten der Landschaft, der Pflanzen und der Tiere i» der Mark bekannt gemacht. Eine stattliche Mitglieder- zahl steht heute hinter dem Borstand, wenn es gilt, beisondere Ge- fahren der Verschandelung des Landschostsbildes abzuwenden: es sind>i. a. auch?0 Verbände und Vereine der„Arfo" kooperativ angeschlossen. Wie dann Prof. Walter Schoenichen, Der„Vorwärts" ist das Blatt der Kopf« und Handarbeiter! Abonniert den„Vorwärts"! Ich abonniere den. V o r w a r t s'(und die Abendausgabe für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund", sowie den Bei- logen„Unterhaltung und Wissen",„Frauenstimme"..Technik", „Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" in Graß- Berlin täglich frei ins Haus (Monatlich 3,60 Mk., wöchentlich 8K Pf.) Name:___ Wohnung: .Straße Nr.. I vorn___ Hof— Ouergeb.— Seitenfl__ Tr. links— rechts Gefährden ZchnMnngen die Gefnndheii? Eine interessante Untersuchung des Hauptgesundheitsamtes. Die Auswohl des Materials für die Vornahme von Zahn- füllungen ist von großer Wichtigkeit für die Gesundheit des Patienten. Von einem anerkannten Fachmann erhalten wir über die neuesten Forschungen auf diesem Gebiet die folgende Darstellung. Von der ungeheuren Masse aller Zahnfüllungen, die täglich gelegt werden, besteht mehr als die Hälft« aus Amalgam. (Silberamalgam besteht aus Silber und Zinn: Goldamalgam: Silber, Zinn und geringer Zusatz Gold: Kupferamalgam: Zinn und Kupfer. Durch Zusatz von Quecksilber werden diese Metallteilungen plastisch gemacht und finden als Zahnfüllungsmaterial Verwendung.) Dies ist kein Zufall. Das Amalgam hat sich durch seine guten Eigen- schaften Innerhalb der Füllungsmaterialien diese Stellung erworben. In seiner Bewertung wird es nur vom Golde über- troffen. Bis zum Anfang des Jahres 1926 hat man die Amalgamfüllungen sehr geschätzt.� Da erschien ein Alarmruf des bekannten Chemikers Professor Dr. Stock, der aus die Schädi- gungen, welche durch Amalgamsüllungen herbeigeführt werden töimten, die Oeffentlichkeit aufmerksam macht«. Weite Kreise der Bevölkerung fühlten sich beunruhigt und führten Beschwerden— wie Kopfschmerzen, Magen-, Darmleiden, Gelenkbeschwerden, allgemeine nervöse Störungen usw.— auf Amalgamsüllungen in ihren Zähnen zurück. Häufig kamen Patienten in die Praxis mit der Absicht, sich das Amalgam wieder au» den Zähnen herausbohren und andere Füllungen hineinlegen zu lassen. Die große Masse der Zahnärzte stand diesen Erscheinungen a b- lehnend gegenüber, weil sie im Laufe vieler Jahre niemals Schädigungen bei ihren Patienten beobachtet hatte. Das Haupt- gesund heitsamt der Stadt Berlin machte sich sehr verdient, weil es die Amalgamfrag« dahin verlegte, wo sie hingehörte, näm- lich in die dem chemischen Institut des Hauptgesundheitsamtes an- gegliederte Quecksilberuntersuchungsstclle. Dabei stellt« sich sehr bald heraus, daß!�ie schädigende Wirkung bei der Ver- arbeitung des Amalgams allein vom Quecksilber ausgeht. Die Aufgabe, die dem Leiter des Hauptgesundheits- amtes der Stadt Berlin, Herrn Dr. B o r i n f k i, gestellt wurde, lautet dahin, ob aus Amalgamfüllungen Quecksilber in den Körper gelangt und ob hierbei ein Unterschied zwischen Kupfer- und Edel- amalgam besteht. Zu diesem Zwecke ließ Herr Dr. Borinfki folgenden inier- cssanten Versuch an Schülern vornehmen, die noch nie in Zahn- bshandlung gewesen waren. Es wurden S2 Schulkinder ausgewählt, die noch keine Zahnsllllungen besaßen, aber auf Grund ihres schlechten Zahn>;ustandes jetzt in einer Schulzahnklinik Füllungen erhallen sollten. Bevor diese Kinder zur Behandlung ge- langten, wurden Stuhl- und Harnuntersuchungen ausgeführt, um die Anwesenheit von Quecksilber festzustellen. Ebenso sollte die Unter- suchung ergeben, ob sie auf irgendeinem uns bekannten Wege, etwa durch Behandlung mit quecksilberhaltigen Medikamenten oder aus Nahrungsmitteln, Quecksilber aufgenommen hatten. Es ergab sich hierbei, daß von ö2 untersuchten Kindern 2l> Quecksilber in mehr oder minder großen Mengen ausschieden. Diese Befunde sind nicht überraschend. Sie bestätigen nur die auch von anderen Wissenschaftlern gemachten Beobachtungen, daß ver- hältnismähig häufig auch bei solchen Personen Quecksilber gesunden wird, bei denen weder ihrem Beruf nach noch aus sonstigen be- kannten Quellen Quecksilber zu erwarten ist. Dieses ganze Unter- fuchungsergebnis zeigt schon, wie vorsichtig man bei der Beurteilung der Amalgamfrage sein muß. Wenn auch die gesamten Unter- suchungen noch nicht abgeschlossen sind, so dürfte doch folgendes als feststehend anzusehen sein: 1. Die Bemitzung des Amalgams als Zahnfüllungsmaterial findet in einem ungeheuren Ausmaße statt. 2. Di« Zahl der Patienten, die sich durch Amalgam geschädigt fühlen, ist unendlich gering. 3. Soweit eine Schädigung überhaupt in Frage kommt, ist sie nur von der Verwendung des Quecksilbers herzuleiten. 4. Das Quantum Quecksilber, welches zur Herstellung einer Füllung gebraucht wird, ist so gering, daß ein« Idiosynkrasie (Ueberempfindlichkell) beim Patienten vorhanden sein muß, wenn Schädigungen eintreten sollen. DavieleForscherderAnsichtsiud, daß Kupfer- amalgam Quecksilber leichter freigibt als Edel- amalgam, so ist auf die'Verwendung des Kupfer- amolgams möglich st zu verzichten. Hierbei spricht außer- dem mit, daß Kupseramalgamfüllungen die Zähne in sehr häßlicher Weise oerfärben. Dem Publikum ist mit Berücksichtigung des hohen Wertes der Amalgainfülluug als Zahusüllungsmaterial der Gebrauch desselben dringend zu empfehlen. Trotz dieser Feststellung Hot sich Professor Dr. Stock ein großes Derdicnst durch seinen Alarm ruf erworben. Der Zahnarzt und seine Mitarbeiter wissen jetzt, daß sie bei der'Verarbeitung des Quecksilbers besondere Vorsicht zu üben haben. Dr. Alexander Drucker. der Direktor der Staatlichen Stelle für Nowrdenkmalpslege, in seinem Lichtbildervortrag erläuterte, hat sich freilich an den Unge- zogenheiten und schlechten Gewohnheiten der Waldbcsucher nicht viel geändert: immer noch bedecken Papierabfäl!« und Kon- scrvenbüchsen den Waldboden, besonders an den Badestellen der Seenufer. Aber der Gedanke der Erziehung trägt doch schon Frucht, die Jugend wird in diesem Sinne heranwachsen. Die..Arfo" setzt« sich u. a. mit Erfolg für die Erhaltung der Psttt- berge, dieser eigenartigen Erdformation be! Wilhelmshagen, ein: ebenso hat sie energisch für s r« i c n Z u g a n g zu den Usern unserer märkischen Seen gekämpft. Die Freude an der Tätigkeit der„Arfo" kam an dem Festabend durch Ansprachen und Lieder zum Ausdruck. Zeppelins Balkanflug voraussichtlich Dienstag. Friedrichshasen. 14. Oktober. Wie der Lustschisfbau Zeppelin mitteilt, wird„Gros Zeppelin" cun Dienstagabend acht Uhr seine Schlesien- und Balkanfahrt an- treten. Das Luftschiff wird folgende Städte berühren: München, Trostberg, Wien, Preßburg, Budapest, Szegediu, Belgrad, Nisch, Pleona, Alexandria, Bukarest, Kronstadt, Hermannstadt, Temesoar, Szegcdin, auf der Rückreise Budapest, Brünn, Ratibor, Bres- lau. In Breslau will„Graf Zeppelin" eine Landung vor- nehmen und die Fahrgäste aussetzen.• s oet., Aussüllen uns einsenden an den Verlag de«„Vorwärts". Verlin Sw SS. Oindenslraße Z. - Im Auftrag« der Reichsregierung spricht Rcichsminister van Guevard am«onntagobend vom Kölner Sender aus über„Rhem- land und Volksbegehren". Der Bortrag wird auf alle deutschen Sender übertragen. Es ist eine harte Abrechnung mit den Leuten um Hugeirberg, eine Entblößung der B e t r u g s m a- növer dieser Kreise und ein Hinweis�auf die wirtschaftliche und politische Katastrophe, die dem Deutschen Reich von dieser Seite l>«r droht. Interessant im Sonntagsprogramm die Studio- oufführung„Der Stein", eine Kantate für Rundfunk. Kantate ist ein- zu feierlicher Titel. Besser würde Moritat passen. Allerdings werden die Rezitative, aus denen sonst ein Moritat besteht, hier durch lebhaste Gesänge ergänzt. Das Ganze ist ein musikalischer Witz, ein S k e t s ch, der völlig im Akustischen verankert bleibt. Herbert T r a n t o w, der Verfasser und Komponist, ist ein Mann mit Emsällen, und diese neue Gattung lann bei weiteren! Ausbau zu einer amüsanten Erweiterung des Programms werden. Dann ein gutes Konzert am frühen Nachmittag. Rita Weise singt Lieder von Dvorak und Grieg. Ihr reiner glocken klarer So- pran tqstet noch etwas unsicher in der Höhe, er flattert manchmal in die hohen Lagen, aber das Stlinmaterial ist ausgezeichnet. Der Pianist Dr. James S i m a n spielt u.ero«a singt mit sehr getragener Stimme einen Liederzytlus ,Hn Gotteshand" von Bycpalek, Kompositionen, die sehr religiös empfunden sind. F. S. Schwerer Eisenbahnunfall bei Mailand. 6 Tote und etwa-100 Verletzte. Mailand, 14. Oktober. Auf der von einer Privatgesellschaft betriebenen Strecke Mar- tara— Lomello in der Provinz Pavia stießen heute vor- mittag bei der Station Gambolo zwei Züge in voller Fahrt zusammen. Sämtliche Wagen wurden zertrümmert. Der nach Bigeoano fahrend« Zug war von Passagieren, die zur dortigen Messe sahren wollten, überfüllt. Infolgedessen ist die Zahl der Verletzten außerordentlich hoch. Es wurden 6 Tote, etwa 50 Schwer- und 50 Leichtverletzte geborgen. Probeflug des englischen„k.'tOil". Der Start des neuen Luftschiffes„lk. 1 0 1" zu seinem ersten Probeflug ging bei geradezu idealen Flugbedingungen ein- wandfrei vonstatten. Das Luftschiff wurde bei seinem Erscheinen über der englischen Hauptstadt von der Bevölterunz lebhast lx- grüßt: es kreuzte etwa eine lialbe Stunde über Londoii. Das Jntcr- esse der Londoner Bevölkerung an dem neuen Luftschifs war so groß, daß der riesige Londoner Großstadtverkehr völ- lig zum Stillstand kam. Nach ungefähr sünsstündigem Flug traf das Lustschiff wieder in Cardington ein, wo es nach längeren Manövern am'Ankermast festgemacht wurde. Der Kommandant des Luftschiffes erklärte, daß es niemals unter voller Ausnutzung der Motoreustärke gefahren sei, aber trotzdem eine Stunden- geschwindigkeit von 80 Kilometern erreidst habe. Englisch« Kurse für Anfänger: Die Freunde der inter- nationalen Kleinarbeit müssen noch eine weitere 'Ansängerklasse cinricbtcn, so daß jetzt wieder'Aufnahmen erfolgen. „Die direkte Methode" ermöglicht es, den Teilnehmern schon noch 25 Abenden zu je 2 Stunden von 20 bis 22 Uhr, vor der Klasse stehend, frei zu sprechen. Im Sommer kann alsdann bereits ein Besuchs austa usch stattfinden und eine Freund schafts- k o r r e s p o n d e n z gepflogen werden. In fortgeschrittenen Nochmittagszirkeln und Abendklasien sind noch einige Plötze frei. Französische und Esperantoklassen nehmen ebenfalls noch Freunde aus. Da in a l le n Kursen nur Gesinnungssreundc Aufnahme finden, wird gerade von ihnen regste Beteiligung er- wartet.„Der Pionier" resp.„Tbc Pioneer" steht ollen Interessenten zur Verfügung. Anmeldungen mögen umgehend gelangen an die Geschäftsstelle, Genosse W. Floerke, Berlin CW 19, Kur- strabe Z2, vorn 3 Treppen, am Spitlelmarkt. Telephon: Merkur 2196. »öenn m ö« Gtrenge ucköem Arten..... 9 ttft-%Kathr einer mische«-""" tosfdjnmft ettkucknck unö Hilst' fo fdjk sparen, öeun 6fts gmepfutityrttf Eathreinerftst# nur Das wahre Gesicht der Reaktion. Hugenberg-Volksbegehren will neue Inflation. In derKrcismitgliederversammlung des Kr«i ses Kreuzberq sprach rür�ich Genosse Wilhelm Dittmann r>om Parteivorstond. Er gab einen Rückblick über die im letzten Jahre stärker als je hervortretenden Bestrebungen der Rechts- und Linksradikolen, die bestehende r c p u b l i- konische Staatsform z u st ü r Z e n und die Macht an sich zu reißen. Nach der Mainiederlage der Kommunisten, die sie sich infolge ihrer Provokation selbst zuzuschreiben haben, tritt die Aklivität�der Nationalsozialisten und Bölkischen mehr in den Vorder- grund. Seit November vorigen Jahres ist eine zügellose chetz- Propaganda mit den Bombe nottcn taten gegen repu- blikanische Regierungsgebäude zu verzeichnen. Der Zweck beider Parallelerscheinungen ist die Förderung politischer Zer- setzungserscheinungen, die Schonung einer Putschotmo- sphäre. Di« Nationalisten bestreiten zwar den Zusammenhang zwischen ihren Organisationen und den Atientätern und behaupten, die Polizei habe nicht die wahren Täter festgesetzt. Aber dos Aus- hören der Bombenattentate beweist die Richtigkeit der Polizeimoh- nahmen. Derselben Stimmungsmache wie die Attentate dient da» sogenannte chugenberg-Volksbegehren, das erst Hilgenberg mit seinem Geldsack aus einem Pleiteunternehmen des Stahlhelms zu einer Angelegenheit aller„nationalen" Kreise, die sich um den Geldsack scharen, gemacht hat. Was das Volksbegehren wirklich will, ist die Wiederherbeisührung jener unseligen Inflations- zeiten durch Brllskierung unserer früheren Kriegsgegner, die Fortsetzung der unseligen Politik des„passiven Widerstandes". Daß es nicht zum Erfolg führen wird, wissen selbst so beschränkt« Köpf« wie Hugenberg und Claß. Aber durch die Erweckung der dümmsten nationalistischen Illusionen in den Köpfen der Opfer der von den Parteigängern der Hugenberg, Slah usw. hervorgcrusenen Inflation wollen sie ihre illegalen Putschpläne fördern. Der PoungbPlan, gegen den sich das Volksbegehren richtet, ist gewiß noch eine starke Belastung für Deutschland, aber nur ein politischer Narr wird behaupten, daß er keine Erleichterungen bring«. Und an den ge- samten K r i e g s l a st e n des deutschen Volkes sind ja die Kreise um Hugenberg, die alldeutschen Kriegshetzer, die ein- zig Schuldigen. Mit ihren wüsten Annerionspläncn gaben sie der Entente nur das Vorbild für ihre Handlungsweise. Mit der politischen Reaktion Hand in Hand geht der Ansturm der sozialen Reaktion gegen die Sozialversicherung. Die Soztoldemo- kratie stand in diesem Kampf allein z die Kommunisten übten nur groteske Demagogie. Neu« schwere Kämpfe stehen bevor, zu denen sich die Partei in der Wsrbcwoche rüstet. Einer der wichtigsten ist die bevorstehende Kio m m u n a l w a hl, bei der sämtliche Gegner uns wegen des Sklarck-Skandals nist Schmutz zu bewerfen suchen. Keiner unserer Gegner, selbst nicht die Kommunisten, dj« den Fall wie immer nur gegen die Sozialdemokratie auszuschlachten versuchen, sind srei von Korruption. Die Sozialdemokratie wird selbstverstäichlich alle Partei in itglicder. die sich Versehlungen zu- -schulden kommen ließen, rücksichtslos beseitigen, um die Front der Partei rein und geschlossen zu erhalten. 10 Lahre Verwaliungsakademie Verlin Festakt in der Universität. Anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Verwaliungsakademie Berlin fand am gestrigen Montag nachmittag in der Neuen Aula der Universität eine Feier statt, an der zahlreiche hervorragende Vertreter der Reichs- und Staotsregierung, sowie der Beamtenorganisationen teilnahmen. Der Zweck der Verwaltungsakademien ist es, die Beamten und Angestellten der öffentlichen Behörden mit de n Neuerungen der Gesetzgebung, der Umgestaltung der Wirt- s ch a s t und der sozialen Verhältnisse vertraut zu mache». An den Veranstaltungen der jetzt IE Jahre bestehenden Verwaltungs- akadcinie Berlin haben in dieser Zeit 2l?00 Beamte und A n- gestellte aus Berlin und Umgebung, sowie 21 öOO Beamte aus anderen Gebieten des Reiches leilgenommep. Für das jetzt, be- ginnende Wintersemester sind Vorlesungen und Hebungen aus allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung vorgesehen, von denen besonders die Vortragsreihen über Verwoltungsreform, über die Sozialdemokratische Kandidaten für die Wahl am H. November 1929. Auf dem Bezirksparteitag der Sozialdemokratie Grost-Bcrlins wurden die Borschlagslisteu zur Stadtverordnetcuwqhl am»7. November genehmigt. Wir veröffentlichen nachstehend die ersten acht Kandidaten der Stadtliste nnd aus den Listen der IS Wahlkreise je die ersten vier zu wählenden Stadtverordneten. Stadtltfte. l. haß. Johannes, Verhondsvorsitzender (Reinickendorf) 2. Dr. Weinberg, Siegfried, Rechtsanwalt (Mitte) X strille, Richard. Keschästsführer(Neukölln) 4. Reinhold. Walter, Geschäftssührer der Kleingärtner(Treptow) S. Rohde, Robert, Sekretär der Arbeits- invaliden(Cöpenick) 5. Todenhagen, Minna, Angestellte(Treptow) 7. Siegle. Karl, Gewerkschaftsangestellter. (Lichtenberg) 8. Buchholz. Emil, Krankentassenangestellter (Schöneberg) Wahltreiöl 1(Mitte) l. Ries«, Willi, Angestellter. 2. toewy, Siegbert, Rechtsanwalt 3. harsch, Paul, Zigorreichändler. 4. Thomas, Motz, Betriebsleiter Wahlkreis 2(Tiergarten). 1. Bublih, Carl. Geschäftsführer. 2. Elajus, Hermann, Geschäftsführer. 3. Dr. Frankenlhal, Käthe, Aerztin. 4. häbicke, Gustav, Rektor. Wahltreis 3(Wedding). 1. Heimann. Hugo, M. d. R. 2. Brolat. Fritz, Direktor. 3. weide. Wilhelinine, Fürsorgerin. 4. Brich, Mar, Gewerkschaftsangestellter. Wahlkreis 4(Prenzlauer Berg). 4. Döhaert. Adolf. Arbeitsamtsangestellter. 2. kreuziger, Max, Schulrat. 3. Kermes, Georg, Mechaniker. 4. Knopf, Kurt, Angestellter. Wahlkreis 5(Friedrichshain). 1. Büchner, Otto, Krankenkassenangestellter. 2. Müller, Gustav, Metallarbeiter. 3. Günther, Willi. Angestellter. 4. Guleknnst, Ehristian, Tischler. Wahlkreis K(Kreuzbcrg). 1. ctike, Karl. Kossenangestellter. 2. Robinson, Paul, Werkmeister. 3. Barth, Richard, Verbandsvorsitzender. 4. Eichberg, Reinh., Gewerkschaftsangestellter. Wahlkreis 7(ikharlottenburg). I. wilk, Alfred. Stadtrat. 2. Dr. Sawerau. Siegfried, Studienrat. 3. Gebert, August, Gewerkschaftsangestellter. 4. Lange, Else, Ehefrau. Wahlkreis 8(Spandau). 1. Lezinsky, Erich, Redakteur. 2. Kranz, Fritz, Mechaniker. 3. Schulhe, Max, Rektor. 4. Gruse, August, Schlosser. Wahlkreis st(Wilmersdorf). 1. woywod, Hans, Rektor. 2. Oppel, Georg, Stadtrot. 3. Dr. Korach. Alfred. Arzt und Volkswirt- schoftler. 4. Stock. Jenny. Hausfrau. Wahlkreis ist(Zehlendorf. Steglih. Tempelhof). 1. Klose, Otto, Angestellter. 2. Draemert, Richard, Kausmann. 3. Buigemeister, Otto, Verbandssekretä 4. Frach, Gottlieb, Zimmerpolier. Wahlkreis 11(Schöncberg). l. Flatau, Erich, Verbandsgeschäftsführer 2. Kaspar. Fritz, Tischler. 3. hepprtch, Paul, städtischer Arbeiter. 4. Poelke, Max, Techniker. Wahlkreis 12(Neukölln). l. Harnisch, Herm., Gewerkschaftsangestellter 2. Bormann. Anna, Ehefrau. 3. Aschenbrenner. Max, Schlosser. 4. Gärtner, Kurt, Tischler. Wahlkreis 13(Treptow. Köpenick). 1. Strieder. Wilhelm, Kassenangestellter. 2. Woick. Fritz. Geschäftsführer. 3. Lempert. Hermann, Architekt. 4. Statt. Friedrich, Gewertschastssekretär. Wahlkreis 14(Lichtenberg). 1. Tempel, Gustav, Gastwirt. 2. Arndt, Ernst, Kaufmann. 3. käming, Franz, Gewertschastsangestellter. 4. Rogatz. Georg, Gewerkschaftsangestellter. Wahlkreis 13(Wcihcnfce. Pankow» Reinickendorf). 1. Schäfer. Heinrich, kausm. Angestellter. 2. Amberg, Hermann, Verkehrsinspektor 3. Faust. Otto. Lehrer. 4. Meiser, Friedrich, Lehrer. Berliner Kommunalpolitik und über die Ausgaben der gegenwärtigen Schulverwaltung von besonderem Interesse sind. Di« Feier wurde durch musikalische Darbietungen des Bläser- chors des Kammervirtuosen Platz«mtzeleitet. Reichsmimster a. D. Dr. Schiffer begrüßte sodann die erschienenen Ehrengäste. Reichs- wehrminister Gr o e n e r überbracht« hierauf di« Glückwünsche der Reichsregierung, wobei er di« Anerkennung für die von der Per- waltungsakademie geleistet« Beamienbildungsarbeii aussprach. Namens der preußischen Dtaatsregierung sprach Kultusminister Dr. Becker gleichfalls Dank und Anerkennung aus. Die Vorlage über die„Ttresemannstrasie". per Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung ein« Bor- lag« zugehen lassen, in der«r di« Ilmbenennung der Königgrätzer Straß« in„Siresemannstraße" wie folgt begründet:„Für die Aus- wohl dieser Straße bestimmte uns der Umstand, daß sie einerseits in der Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße mit anliegender letzter Wohnstätt« Stresenionns und andererseits im Zuge der nach seinem Grabe auf dem Luisenstädtisäien Friedhof fiihrenden Straßen liegt."_ Die vereinigten Militär Musikkorps des Wehrkreises III veran- stalteten am Sdmttog vormittag im Zirkus Busch ein Wohltätig, k e i t s k o n z e r t. 2>X> Musiker marschierten in der Arena auf unid gaben dann unter Leitung von Professor Hockeuberger ihr Bestes. Die Peer Gynt-Suite von Grieg, wunderbar be» seclt gespielt, leitet« das Programm ein. Glucks Ouvertüre zur Oper„Jphi genta in A u l i s" bildete den zweiten Teil. Auch hier waren die Militärmustker durchaus auf der Höhe künstlerischen Könnens. Später folgten Variolionen über das Lied„D i e Forelle" von Schubert. Ein Walzer von Ioh. Strauß„Du und Du" beschloß das klassischen Teil. Dan» folgten alte Militärmärsche, die in den„Großen Zapfenstreich" ousklangen. Zu der Spaltungsottion der Kommunisten nehmen die SPD.- Freidenker heute, Dienstag. 7VSi Uhr, in einer Mitgliederversamm- lung aller SPD.-Freidenker in der Löwenbrauerei, Hochstraß»� Ecke Badstraß«. Stellung. Einziger Tagesordnungspunkt: Stellungnahme. Referent Josef Sedlmeier. Vollzähliges Erscheinen dringend, ge- boten. Da» volksbildungsaint Wilmersdorf veranstaltet im Stadlbuu«, Kailer. aller l— 12, an den Donnerstagen,>7. u. 24. Oktober, 7.. lt. u. 28. November. 5. n. 12. Dezember, immer 8 Uhr abends, sieben Kunftabend c lOrchester- tonzert, Kammermusik, Liederabend usw.). Für alle Abende geltende Dauer. larten zu 3 M.. 4 M., 9 M. einschl. Kleiderablage, bei: Boltsbildungsamt. im Stadthaus: CöcUienbuchkandlung, Hohenzollcrndamm 13-, Sparkaflenstelle, Berliner Str. 135: Sparkassenstell«. Kurjürltendamm 91: Sparlaslenstelle Schmargendorf. Breite Slr.lt. Erster Abend: 17. Qtlober. Konzert, Lieder. Arien. Auherdeiii werden an den ffreitagcn, 18. u. 22. Oklober, 1., 8.. lö. u. 22. November, immer 8 Uhr abends, sechs Vortragsabende«er- anstauet, an denen Maler Ferd. Krogmann über„Persönlichkeiten im Kunst- tchafien der neueren Zeil�(Leibi, Licberman», Corinth, Sleoogt. Zlboma. Jodler, MaröeS) spricht. Für alle Abende geltende Dauerlarten etnschl Kleiderablage zu 2 M.(Schüler Ich« M.) im VolltbildungSamt und in der Cäcilieiibuchhondlung. Einzellarten einschl. Kleiderablage zu SO Ps.(Schüler 30 Ps.) nur im BolkSbildungSamt und an der Abendkasse. Erster?tbend: 18. Oktober, über Lcibl. Ot>»ihr« was passiert ist� I wo! Frauen Icönnen nickt immer pünlctlick sein(zumal wenn sie sick für das Stelldickein besonders nett anziekenf) Heraus mit dem C-aid» Karton aus dem Paletot! Blumenstrauß und griesgrämiges Oesickt- das verträgt sick nickt.(Mit einer Oaid- Agarette im A/iundc merkt man nickt die Viertelstunde, Zumal Oaid jetzt einen ganz neuartigen Rauckgenuß bietet! CMD 5 Pf. MAS S A R Y- Z I jG A lilll t! BcsucKcn St« dieTausckbüroi: Berlin Ci/SckloßpldU t oder Qiarlottcntur�OoetKcstr.** Eclcc�JWlmersclorfer Stiv young'pfon und Kinanzreform. Bundesausschußsitzung des AfA-Bundes. Auf der gestri-gen Sitzung des Bundesausfchufses des AfA Bundes berichtete G c n o f f« A>u f h ä u j e r zunächst über die Ar- beiten des Bundesvorstandes. In diesen, Bericht war ebenso aus- fällig als erfreulich die Aktivität der wirtschaftspolitischcn Abteilung des Bundes, die in immer größerem Umfang die Voraussetzungen dafür zu schaffen sucht, daß die Wirtschaftspolitik der Arbeiterklasse nicht nur durch genaue Kenntnis der Tatsachen, sondern auch durch konkrete Borschlägc in den einzelnen Wirtschaft?- politischen Fragen gefördert wird. � Gute wirtschastspolitische Bundesarbeil. Zur Frage der Aktienrechtsreform, zur Reform des Reichs- aufsichtsamtes, zur Neufassung des Begriffes..Mündelsichercheii" wurde in eingebender und gründlicher Weife vom AfA-Bund Stel- lung genommen. Die neu eingerichtete Lohn- und T a r i s st a t! st i k des AfA-Bundes wurde voll ausgebaut und ist heut« beispielgebend für das Reichsstatistische Amt. Der Ausbau der Gehalts- st a t i st i k soll demnächst erfolgen. Wertvoll« Erhebungen über die Verwendung des Angestellteneinkomnrens(ch aushalt ungs- statistik) werden demnächst veröffentlicht. Als neues Gebiet wird die Bilanzuntersuchung gepflegt; gerade jetzt ist die erste Schrift über die Waggonindustrie erschienen, die für die ganze In- dustrie«ine einheitliche Bilanzanalyse durchführt. Für die Arbeiterklasse sind dies« Arbesten von hohem Wert, denn was die Unternehmer an Publizität der Oeffentlichkeit verweigern, wird hier durch gewerkschaflliche Arbeit, durch di« Arbeiterschaft selbst der Oeffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Genosse Marx vom Allgemeinen Verband der Bankangestellten regt« eine Erhebung über die Anffichtsratstantiemen an und darüber, wie stark einzelne Persönlichkeiten durch dies« Aufsichtsratstantiemen profitieren. Diese Untersuchung sei nötig angesichts des brutalen Abbaus, zu dem im Zufammeichang mit den gegemvärtigen und kommenden Fusionen in der Bank- und Industriewelt die deut- schen Wirffchastssührer jederzeit berest seien. Beim AfA-Bund wurde auch ein neues Referat für Wohnungswesen errichtet und zwar zur wissenschaftlichen Bearbeitung der Wohnungsfrage, nach- dem die von den freigewerkschaftlichen Spitzenverbänden�gegründete �Dewog" mit ihrer geschäftlichen Tätigkeit voll ausgefüllt ist. Der Bericht über die sozialpolitische Arbeit des Bundes ließ den großen Anteil erkennen, den der Bund und sein Vorfitzender Aushäuser ab dun Kampf um die Arbeitslosen- Versicherung hatte. Genosse Aufhäusor sagte, die Sozialpolitik befinde sich in einem Sladinm. wo es sich im Augenblick nicht etil- scheidend um den Auf- und Ausbau, foaderu sehr ernst um die Verhinderung des Abbaues durch die gefchlosteue Front des Privat- kapitals handele. Biel mehr, als das bisher geschehen ist, müsse dos auch von allen Funktionären im Reiche«rkanist werden. Einen Vorgeschmack von der Schwere dieser Kämpfe habe der Kampf um die Arbeitslosenversicherung gegeben, der ein gewerkschaftlicher Er- folg war, da der Abbau der Leistungen verhindert werden konnte. Für die älteren Angestellten, deren Schicksal immer tragi- scher werde, habe sich noch wenig erreichen lassen. Das Schicksal der älteren Angestellten werd« aber durch die neue Großbanken- fusion auch für den Reichstag zur Debatte gestellt, wob st der AfA-Bund es an den ernstesten Anstrengungen nicht sehlen lassen wird. Genosse Fritz Schröder wies in der Diskussion daraus hin, und Genosse Aufhäuser unterstrich sein« Bemerkungen, daß die noch ausstehende Sanierung der Rcichsanstalt kein polstisches Schacher- objekt bei der Neuregelung der Befitzsteuern werden dürfe.(Dergl. auch Gewerkschoftsteil.) Die größte Aufmerkfamkest der Tagung galt dem Referat des Genossen Dr. Suhr, des Leiters der wirtschoftspolstischen Ab- terlung, über Weltwirtschaft. Reparationen und Reichsfianzen. Die Neuregelung der Reparationen, wie sie im chaag gründen worden ist. sei der Ausdruck des weltwirtschaftlichen Kräfteverhältnisses der Gegenwart: die Durchführung des Poung-Planes sei in Verbindung mit der Reform der Reichsfinanzen von entscheidender Bedeutung für das soziale Gleichgewicht der Klassen in Deutschland. Im.Hintergrund der Houng-Plan- Regelung stehe der friedliche amerikanisch« Imperialismus des U. S..�.-Präsidenten.haover, der umsoifft die Existenz dieses Imperialismus leugne. Was wir in Deutschlaitd negativ U e b c r- f r e mdu ng nennen sei positiv amerikanischer Imperialismus, dessen Zeugen die Aktivität des Bankhauses Morgan und Owen Doungs selber seien, die für die Allianz zwischen der General-Electric und AEG. verantwortlich sind. Die Durch- sührung des Aoung-Planes stoße auf eine immer mehr sich ver- schärfeist!« Konkurrenz und aus immer höhere Zollmauern zwischen den großen Industrieländern, und diese Schwierigkeiten müßten zu «iiwr K r i s i s führen, wenn es nicht gelinge, den Warenstrom des Westhandels in eine andere Richtung zu lenken. Auch diese Richtung sei von den Amerikanern aufgezeigt. Amerika erobere gegenwärtig Rußland und auch die Rcparationsbank habe mit di« große Aus- gäbe, dem Welthandel neu« Absatzgebiete zu erschließen. Die mnerpolillschc Bedeutung des Noung-Planes für Deutschland sei eine Steuerfrage und hänge von der Finanzreform ab, in der entschieden werde, wer die Kriegslasten zu tragen habe.„Steuerliche Kämpfe waren seit jeher Klassenkämpfe. Sic sind es heute mehr denn je. Die Bedeutung der Steuerkämpje wächst in einem Zeitalter, m dem sich noch den Warten Otto Bauers ein Gleich- gewichtsverhältnis der Klassen herausgebildet Hot." Angesichts dieser Verhältnisse sei das Schicksal der öffentlichen Wirt- schoft des Staates und der Gemeinden, deren Privatisierung das Ziel des Prioatkopitols ist, auch für die Arbeiterklasse van großer Bedeutung.„Die politische Macht der Arbeilcrklaste wächst in dem Maße, wie es gelingt, die Kapilalbildung der öffentlichen Hand zu fördern." Die Vertreter des Kapitalismus wollen einen armen Staat, der die Regierung von den Finanzmöchten abhängig macht. Nur ein starker und reicher Staat könne ein fester Rückholt für die Sozialpolitik und für den polstischen Einfluß der Arbeiterschaft sein. Die Wünsche nach fühlbarer Senkung der Steuern seien be- grcistich. Bor jeder Steuersenkung aber müsse die Sanierung der Reichsfinanzen stehen. Bevor die Reparationserleichte- rungen als Steuersenkungen sich auswirken können, müsse der Erat, sowohl der ordentliche als der außerordentliche, saniert werden. Gegenüber der Schwedeminleihc seien die finanziellen Bedenken noch geringer als die durch die scheinbaren Zinsoorteile hervorgerufenen wirtfchoftspolitifchen Bedenken. Die Hoffnung auf eine Auslands- anleihe für das Reich, die mit wirtschoftspolitischen Vcrpslichtrrngcn verknüpft sei, brauche gegenwärtig noch nicht begraben zu werden. In einer Entschließung werden die Forderungen des AfA- Bundes zur innerpolitischcn Durchführung des Voung-Plones grundsätzlich umrissen. „So wünschenswert an sich eine baldige Auswirkung der Reparationserloichievungen in Form einer fühlbaren Steuer- senkung erscheinen mag, dringlicher und lwtwendiger ist die Sanierung der Reichsfinanzen. Die Reparationscrleichterungen dürfen nicht in einseitiger. und schcmatischer Steuersenkung zugunsten einer an.g e.b- l i ch e n K a p i t o l b i l d u n g in den Unternehmen verwandt werden. Unbedingt norwendig ist vielmehr die E r l e i ch t e- rung der Lebenshaltung der brestten Massen durä) eine wesentliche Erhöhung des steuerfreien Existenzmim- rnunis. Die Reform muß die Finanzen von Reich, Ländern und Gemeinden als eine Einheit begreifen und deren sozialen Bedarf unter allen Umständen sicherstellen. Der AfA-Bund wendet sich daher aufs entschiedenste gegen alle Bestrebungen, die die Finonzkraft des Staates und damit die Grundlage seiner Sozialpolitik zerstören." In der Diskussion über diese Entschließung wurden in scharfer Weise schwere Bedenken gegen die bisher bekannten offiziellen Pläne zur Reichsfinanzreform geäußert. Sehr nach- drücklich wurde auch die schärfere Belastung der Gcnußmittel und der Abbau der höheren Sicuersäge abgelehnt. Kapitalmangel/ Kapitalflucht. Ungünstiger Maschinenbaubericht für September. Der Verein Deutscher Maschincnbauan st alten berichtet für den Monat September von einer ungünstigen Eist- Wicklung in der Maschinenindustrie. Sowohl bei den Anfragen als auch bei den Aufträgen sei weder im Inlands- noch im Auslands- geschäft das Augustergebnis erreicht worden, dos seinerseits schon hinter den Jukiaufträgen zurückgeblieben war. Die an der Gesamt- zahl der geleisteten Arbeitcrstunden gemessene Beschäftigung ging von 70 auf 68 Prozent zurück.(Man sollte die Grundlagen dieser Berechnung einmal entsprechend den Rationolisicrungsfortschritten revidieren.) Nachrichte» über Verkürzung der Arbeitszxit und sonstige Betriebseinschränkungen mehrten sich. Es wird die Ver- mutung ausgesprachcn, daß der im Juli und August bereits fest- gestellte ruhigere Geschästsgong mehr gewesen sei, als nur eine Folge der üblichen Geschäftsstille im Hochsammer. Im dritte n Quar- tal sei eine rückläufige Tendenz der Beschäftigung nicht zu verkennen. Immerhin hasten sich die Auslandsaufträge aber doch wesentlich besser geHallen als die Aufträge aus dem Inland. Die entscheidende Ursache für diese Ermattung erblickt der BDMA. im deutschen Kapitalmangel und in der Anspan- nung auf den internationalen Kapital- und Geldmärkten. Die rück- läufige Konjunktur verringere zusammen mit den teuren Kapital- versorgungsverhällnissen die Summe der N e u i n o e st i t i o n e n und müsse auch zwangsläufig einen Rückgang des inländischen Ma- jchinenabsatzes noch sich ziehen. Diese Schlußfolgerung scheint uns etwas übereilt. Einmal dürfte die Äapitalbildung in Deutschland viel größer sein als sie scheint; denn es ist Tatsache, daß deutsches Kapital heute in Massen jenfests der deutschen Grenzen verwaltet wird— man frage einmal die Rechtsanwastsbureaus in der Schweiz und in Holland— und s� Ubr. findet iw Ziaienthaler Hof. Äoientbaler Ttr. 11— 12. eine Sioftionsnptfommiijnu oller IPD-Freidenker statt. Alle Venossuenen und Genassen werden er. sucht, bestiintnt tu erscheinen. Parteiausweis mitbrinqen. Wichtige Sinn«« »er Elternbeiräte am Mittwoch, dem 16. Oktober. 26 Ubr. bei Sviegel. Ackerstr. 1. Jede. G-chule muß nertreten sein. M Z. ftret» Debdina. Heute. DIe«»taa, 16. Oktober. I»'. Ubr,»rei». Bi«italieberaersaininluaa ia de» Pl»arn»sälen, Müllcrstr. 112. Bortrap!?- s. ,Wobliahrt»pfleae im Beiirk Beddüta*. ZIeferent: Stadtrat Otto Krank, t- W SS« Mitglieder müssen erscheine». ». ktrei» Kriedrichabain. ssreitaa. 16. Oktober. 1614 Ubr. ausserordentliche Buirksversammlung im Rathaus. Stadtverordnetensissungssaal. Ginlass. karten ob 16>ä Ubr bei ssischrr. Einqana Lvondauer Strasse. 13. ktrei» Zemoelbas. Oer fllr beute. Dienstag, angesesstc Beginn des ltursus de» Genossen Dr. Gregor Bienstoik in der Schule«urfilrstcnstrasse in Zlloriendorl fällt wegen der beute stattfindenden Bartcioeranstaltung in sscmvelbof au» und findet dassir am Dienstag, dem 22. Oktober, statt.— Mittwoch. 16. Ok'ober. 161? Ubr. Begirksverfammlung in der Aula des Gnmnastums Temvelbof. Germaniastrasse. 14. ktrei» Zienköll«. Heute, Dienstag. 13. Oktober. 16>4 Ubr. Sissung des engeren ktreisnorstandes mit allen Abteilungsleitern. Alle Kandidaten tur Buirks- und Stadtoerordnetenwabl. die ibre Zustimmungserklärung noch nicht unterschrieben baben. werden ersucht, dies umgebend rm Bartei» bureau. Kuldastr. öd— S6. tu tun. Heule. Dienstag. IS. Oktober: 6. Abt. Sie Betirksfllbrer werden gebeten, das Werbemoterial von Richert, Stemmessstr. 66». abgubolen. 13. Abt. Di« Betirksfubrer bolen Werbematerial von Ztrelstn. Butlissstr. 1.1«, ab. 66. Ab«. Sbarlottenbnrg. 26 Ubr im Rankebaus. Rankestr. 4, I SIfl. I. Be. lprrchung unb Materialausgab« ftlr diejenigen Genosflnnc» und Genossen, die ssck an der versönlichcn Werbearbeit beteiligen wollen. «6. Abt. Halenlee. 26 Ubr bei Sandmann. Westfälische Str. 42. Mitglieder. verlammlung. Alle Genossinnen>md Genossen müssen erscheinen. OT. Abt. Wilmeraborf. 20 Ubr bei klulka, Lauenburger Str. 21. Mitglieder. «rsammluna. Bortrag:»Der Knmmunolkamvf und unsere Gegner. Refe» rent: Stadtverordneter Karl Bubliss. 7». Abt. Schöneberg. Bon beut-, ad 16 Ubr, ist täglich Wcrbematcrial vom Genossen Bauboff. Gotenftr. 6S, abzubolen. 66. Abt. Tempeltof. Treffpuntt iur Demonstration ll> Ubr Dorf. Eck« Ber. lin«r Strasse. Alle G«nossen müssen»llnktlich erscheinen. IM. Abt. Dreotnw. 20 Ubr in ber Bormärts-Speditia» Graebstr. 60 Sissung b«» Bildunasausschusse».— Heute, Dienstag, und morgen. Mittwoch, von den bekannten Stellen ou» Klugblattverbrcitung. Morgen. Mittwoch. 16. Oktober: 6. Abt. 20 Ilbr Berkammlung der Elternbeiräte bei Rickert. Eteinmessltr. 36,. Tagesarbnung:..Unser« kommende Winterardeit" Referent: Genosse Sind. stett. Jede. Schule muss vertreten sein. Eltern schulvsiichtioer Kinder sind datu eingeloden. 12. Abt. l«>4 Ubr bei Nachtigall. Beusselstr. ZZ. Mitgliederversammlung. Bor trag:»Die kommendgn Wablen". Referent: Stadtverordneter Karl Bublld. 14. Abt. 20 Ubr Zablobende bei Gattschal?. Puibusser Str. 24. Stork. Put. Kusser Str.>4. Schult. Graunstr. 4l. 16. Abt. I9t? Ubr.oablabende bei Sachse. Lindower Str.-26. Schabe. Kö«. liner Str. S. Schmidt. Kolberger Str. 24. Srcvvlin, Pank. Ecke Battger. strasse und Soraast. Uferstr. 12. 1». Abt. 19>4 Ubr Ägblabend« in solaenden Lokalen: Betirk 666- 606 der Kennig. Pankstr Ä. Betirk 611 bei Brodtinlki. Grüntboler Str. 6. Be. tirk 8IZ bei Schult. Stettiner Str. 62. Betirl 6IZ unb 619 bei Gottscholk. Grüntbaler Str. 14. Br,ir? 614. 617. 816 bei Schuckardt. Ebristiania- strass« 116. Betirk 61.V 616 bei Hass. Grüntboler Str. 66. Betirk 620 bei Stessen. Printenallee dl Am Donnerstag, dem 17. Ok'ober. Kablobend für Betirk 609--610 bei Echrcvet. Grüntdalcr Sir. 16. 26. Abt. it'i Ub» im Lokal Zänecke. Hagenaner St«. 3.' Ausammeukuust der che Sössen de« Betirl» mit den»tageworbeneo Mitgliedern»n einem Au». «eNenlllcde Versammlangen Heute, Dienstag, den 15. Oktober: 85. Abt. Tcuipelbof. Treffpunkt �ur Demonstration püntt- lich 19 Uhr Dorfstraße Ecke Berliner Straße. An- schließend Kundgebung im Lokal„Birkenwäldchen", Monteuffelstraße. Referent: Stadtverordneter Her- mann Lempert. Morgen, Mittwoch, den 16. Oktober: 7. Kreist Charlottenburg. ISVi Uhr im Edenpalast, Kaiser-Friedrich-Str. 24. Vortrog: Das Wohnungs- bauprogramm der Stadt Berlin. Referent: Stadtrat Franz Ezeminski. 32. Abt. Friedrichshai«. 20 Uhr in Schmidts Gefell- fchaftshaus, Fruchtstr. 36a. Bortrag: Berlin vor den Wahlen. Referent: Bürgermeister Paul Mielitz. An- schließend Sitzung aller Abteilungsfunktionäre. Donnerstag, den II. Oktober; 8. Kreis Wilmersdorf. 20 Uhr im Viktoriagarten, Wil- Helmsaue 114/115. Vortrag des Genossen Stadtrat Ernst Reuter. 188. Abt. Köpenick. Treffpunkt zum Werbeumzug um 18?» Uhr auf dem Wilhelmplatz. Anschließend Kund» gebung im Stadttheater, Friedrichstr. 6. Referent: Reichstagsabgeordneter Carl Litke. Erscheint In Massenil spracheadevd. Bnrtraa: Wa« ist und was will die Saualdemalratie?" Nefereut: Kaus Bauer. Borwärtslcser uud TtmuatHifierende fiud will' lonnncn. 58. Bstt. 1»U Uhr in der Schulaula Petersburger Str. 3 Mitgliedeeversaww. luug. Es lauft der Wablfilm:„Was wie schufen". Refereutia: Gtadt, verordnete Dr. Sätbe �raukeuthul. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Sympathisiereude tonnen eivgeffchrt werden. 38. Abt. 19� Uhr außerordentliche Zahlabende*ur Durchführung der. Werbe' wache in den bekannten Lokalen. Die Be�irksführpr. laben bestimmt da�u ein. Sein Mitglied darf fehlen. Der Begirk V>4 tagt bei Blamert, Weberstr. 24«. Die Bezirke lSS und 184 bei Sube, Lichtenberger Str. 23. 43. Abt. UH-3 Ubr Zahlabende in folgenden Lokalen: Be�irck 123 und V24 bei Albrecht. Urban str. 29. Bezirk 125 bei Christen, ssichlestr. 24.c.Be�Lrk 126 und 127 bei Bruhn. Gräfestr. 41. Bezirk 128 und IN bei Krankenhäuser, Iahnstr. 13. Beair! 130 bei Albrecht. Urban str. 29. Bezirk 131 bei Wolter, Poeckhstr. 48. Bezirk 132 bei Krcpv, Planufer 75—76.— Werbc�ahlabend. Bezirk 133 bei Mendler. Nachf. Leuschner. Dieffenbachstr. 54. Bezirk. 134 bei Wolf. Grüfeftr. 28. Bezirk 135 und 138 bei?ogt. Bopvstr. 8. Bezirk 137 und 138 bei Slose. Boeckbftr. 34. 48. Abt. 19'-? Uhr in Hliestugs Feftfalea. Waffertorstr. 88, Werbeverfanu»- luaq. Dortrag:„Warbeivoch« und Sommunalivahlen". Referent: Zsron* Suastler. M. d R. Sympothifiercude und Borwättsleser stud besonders d«uu eingeladen. 49. Abt. Tmwerhöriae. 1V'? Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim Lindcnstr. 4. v. s. Bottrag:„Tpreuqstossuttentate» Svgeabergvottsbegebrea, Goziolreaktiov". Referent: Ernst Renmaun. Vorwärtslefer und Symvathi- siercade find besonders dazu eingeladen. 87. Abt. Grunewald. 20 Uhr bei Wur�bacher. BahnhofÄreftaurant. außerordent. licher Zahlabend. Erscheinen aller Genossen dringend notmendig. 73. Abt. Schmargendorf. 30 Ubr im* Deutschen Haus, Stolzenfelsstrasie. Mib» gliederverfammlung. Wichtige Tagesordnung. 74. Abt. Zehlendorf. 19� Uhr Mitgli edernerfammlung im Liudenvank, Vots. � damer Str. 8, nicht wie sonst Üblich im Kaiserhof. Schoneberg. 7?. Abt. 19U Uhr Zahlabende: 1. Bezirk bei Milbe. Nollenborf» strahe 16. Vortrag des Genossen Gerhard Kramer. Thema wird auf dem Zahlabcnb bekanntgegeben. 2. Bezirk bei Jürgens, Barbarossaftr. 5». Bor» trag: �Kommunalpolitik". Referent: Paul Ratbmaun. 3. BeZ-irk bei Zeugner. Grunewaldstr. 36. Vortrag:„Du und die Arbeit.— Das Problem der. Ardeits/reude". Referent: Dr. Siegfieb Vernfeld. 4. Bezirk bei Will. Martin-Lutber-Stc. 69, Vortrag:..Die kommenden Wahlen und unsere Gegner". Referent: Paul Zudrian. Eingeladene Gäste sind willkommen.-- 78. Abt. 20 Uhr im Gesellschaftshaus des Westens. Kauptftraste. oberen Saal. Bortrag:„Warnm wird man Soiiialdemorrat?" Referent: August Riemauu. lWerbemitglicderversamwlunq.)— 80. Abt. 20 Uhr im Helm- holh.Gpmnastum Rubenstrafie. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Woh- nungs- und Vcrkehrsfragen in Groh.Derlin". Referent: Stadtverordneter Tran* Gutschmidt. 82. Abt. Steglig. 20 Uhr bei Schellhase, Ahoriistr. loa. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Die Wohnungsbauvolitik im Wahlkampss'. Referent: Stadtrat Si«»gsried Hermes. 83. Abt. Lichterfelda. Alle Genossinnen und Genossen treffen sich beim Gr-- nassen Gritsch, Berliner Str. 123b. um 20 Uhr. Genosse Balkow wird über die kommenden Stadtverordnetanwahlen sprechen. Genossinnen uud Genossen aus anschließenden Wahlbezirken sind herzlichst willkommen. 85. Abi. Tempelhof. 1. Bezirk: 20 Uhr Zah labend bei.Ziegener, Borussiastr.'70. Bericht vom Bezirksparteitag. Wahlarbeiten. Sämtliche Gruppenführer werden gebeten, pünktlich anwesend zu sein. 88. Abt. Lichtenrade. Achtung Zahlabend nicht am Mittwoch, sondern erst am Donnerstag, dem l7. Oktober, um 20 Uhr. in der Schule Roonstrafte. Die Bezirksfiihrer laden die Mitglieder ein. Sieugeworbenc Mitglieder sind einzuführen. 91. Abt. ReuLolln. 191* Ubr Zahlabende in folgenden Lokalen: 19.. 20., 21.. 22. und 23. Bezirk bei Köster. Karlsgartenstr. 4. Referent:' Genosse P. Jung. 89. Bezirk bei Litddeke. Karlsgartenstr. 12. Referent: Max Aschenbrenner: 36. und 45. Bezirk bei Stahmann, Flughafen str. 29. Refe» rent: s?rih Waldheim. 48. Bezirk in der Flughafen str. 5. Referent: August Händel. 47. Bezirk bei Balewski. Boddinstrasie. Referent: Genosse Kurtz Gärtner. 43.. 37. und 38. Bezirk bei Palm, Mainzer Ecke Bibricksstrast�. Referent: Stadtrat Schröder. 41. Bezirk im Restaurant s7kughafen. Mo�» lowe.r Str. 10. Refernt: Genosse Otto Gallonska. 109. Abt. Z7ri«drichshagen. 20 Ubr im Lokal Stadttbeater, am Marktplah, Mit* gliederverfammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag:..Das Gefundheitswesev der Stadt Berlin". Referent: Genosse Dr. Korach. 2. Bericht vom Abu teilungsvorstand. 3. Bericht von der Kreisdelegiertenversammluna und vom Bezirtsparteitag. 113. Abt. Lichtenberg. lOU Uhr Zahlabende: 1. Gruppe bei Staber. Jung« Ecke Oderstrasie. 2. Gruppe bei Henkel. Oderftr. 15. 8. Gruppe bei Radtte, Mügge!- Ecke Scharnweberstrasie. 4. Gruppe bei Seipke. Kronprinzenstr. 47. 128. bis 130. Abt. Pankow. Tür die 9. Gruppe findet am Mittwoch der Zahl» abend statt-im Lokal Huth, Wollankstr. 31. 133. Abt. Buchholz. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Rossack. Hauptstr. 71. 135. Abt. Karow. 20 Uhr Zohlabcnd bei Ktix, Pankgrafenstr. 3. 136. Abt. Reinickendorf-Ost. lO1« Uhr finden in folgenden Lokalen die Zahl- a den de statt: 1, Bezirk bei Kcmnift, Graf-Roedern-Allee. 2., 6.. 10. unb 11. Bezirk bei Rochbaus, Residenz str. 156. 7. Bezirk bei Hoffmann. Mafck» strafte Ecke Hossänderftrafte. 8. und 9. Bezirk bei Steinbach. Schiller-- Promenade 48. 12. und 14. Bezirk in der Hansastrafte. 15. und 16. Bezirk bei Neumann. Pr.ovinzstrafte Ecke Pankow er Allee. 17. bis 21. Bezirk, bei Brückner, Provinzstrafte Ecke. Frühlingsstrafte. Die Beziicksführer- haben zu diesen Zoblabenden einzuladen.• 137. Abt. Reinickendorf-West. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Volkshau*. Scharnweberstr. 114. Vortrag:..Der Komps um die Arbeitslosennersichr- rung". Referent: Kurt Kieftmonn. Alle Mitglieder�mAsen erscheinen. 138. Abt. Kermedarf. 20 Uhr im Lokal Okrent, Bahnhof- AEcke Berliner Strafte. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Die kommenden Wahlen". Referent: Stadtverordneter Bruno Krause. 139. Abt. Tegel. 20 Uhr im Alten Krug. Hauptstr. 14, Mitgliederversammlung. Vortrag:„Die Borgänge in der Stadtbank, und die Stellung der SPD/ Referent: Stadtverordneter Heinrich Schäfer. Wabloorbereitunaen. Abt. Schnlzendorf, Reu-Heiligensee, Siedlung aw Bahnhof Hoiligensrr. 30 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Hühnert, am Bahnhof Schulzen, darf. Mitteilungen und Porbereitungen zur Wahl. 140. Abt. Borsigwalde. 19� Uhr im Lokal Woitschacb. Ernststr. 1, Werbewtt- gliedervorsammlung. Vortrag:„Die kommenden K?ahlen und unsere Gegner". Referent: Max Heydemann. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, mit neuqeworbenen Mitgliedern recht zahlreich zu erscheinen. Frauenveranstallungen.. 4. Breie Prenilaner Vera. Dennerstoss. 17. Oktober. 16 Ubr, bei- Slvq. Doniiiier Str. kl, kuric wichtissc BesprrGung.-Alle Äbteilunaen müssen verirrten sein.- ülä Jk.»bt. Miltwocki. 16. Oktober. 191 1 Ubr. bei AUiwr. Wivestr, 16. Dartssonz '-»Die ssian und die Äommunalwoblen". Referent: Mar GillmriNer.'' '| � Wie bereiten Sie Tee? Selhsfversiändlich nur in der uKompleMa�Teekanne" mit dem'Zugsieh, die i»£ enkzGdeen«&». üiB«un8BB b«i Ihr,, EtBltaut.«»BUa«xk« 6 er Tn&.an. Co» Or««ckaB. A. I, Schl-ebk,-� 671. Isisaksss, liciitspisls usw. ( Dienstag, 15.10. Staats-Oper Unter ä. Linden A.-V. 221 1»--.- Uhr DteHodizeit des Figaro Staats-Oper Am Pl.d.Republ. Vorst 61 19': Uhr Dienstag, 15. 10. Stadl Oper Bismarckstr Turnus IV 20 Uhr Samson und Dalila Staat!. SdiaDsph, im Gendarmenmarkt A.-V. 193 20 Uhr Ein Desserer Herr Staatl.SehilIer-Tlteater.Mb. 20 Uhr Der Kanlmaun von Venedig Uli. 2 Vantelt 9 wt S'/, ttr Saikamta KW Uasera neuen Preise; Wutenti(s i Otr M PI. Iis 3 Msrk Tljl. IV, i. Sninl. i Ulr 1 Iis i Hart Charlie Rlvel, 3 Whlrlwlnds. LnngTack Games» T&gl, S Ii. a» Snnnl. 2,5 o 8" [ Alan. E. 4. 8066 INTERNAT. VARIETE Morgen Premiere Renaissance-The&ter Tiglich SV* Ubr STEMPEIBRUPIR Schauspiel von Duscliinsky. Regie: Gust. Härtung. Etemontr C 1. 0901 u. 2583,81. Relchshailen-Theater Abends[T] Sonntag oaebm.|T| Des grossen Andrangs' wegen immer noch das Fest- Prog ra m m mit Sil ulkigen Scblisss-Rcvue: .Bei de Stettiner Bilieltbest Zentrum 11263. Oöol-ioff- ftrottt: Variete— Tan*— Konzert. Winker ★ Garrem « Uhr• zenu. 2810» Raaffien erlaohi j „Linder" n. weitere Attraktionen 1 VoIKsbübne Ibealir am 8lllo«plili 8 Uhr FrOhlings- Erwachen StaatLSdiilier-Ili. 8 Uhr Dor Kaufmann von Venedig Staatboper Am PI. d Republik 7 Vi Uhr Der FrelsdtOtz Piseator- Bühne 8 Uhr Derlaufmanu von Berlin TUeat. d. Westens Tägl. 8V( Uhr Marien a Uaitk*. Oakai Straos Kilbe Doneb Hicbael Dohnen Planetartom ■i am Zoom*» IvUes. Jesdiifflilhalsr Sliali 8.4 Barbarossa 5576 16V« Uhr H erbet tbende am Sternen- hlmmel 18V« Uhr BI« an die Orenzan der Welt 20-, Uhr RSteel de» Sternanllchte» Tägl. ausser Montags u. Mittw. Erwachs. 1 MX» Kinder 50 Pt Mittw.: Erwachsene SO PI» Kinder 25 PI- DeDlsdiK Iheaiei D.I. Norden 12310 8 Uhr laut« Vorsiellanoenl Die Fledermaus Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. VV. Korngold. Ausstatte. UKainei Kammerspiele D.I. Norden 12310 6-/8 Uhr Der ÜDwiderstebliclie Komödie von Göraidy und Spitzer Regie; Gustaf Grür\dgcns Die Komödie JI Bismck. 241 4/7516 6V. Uhr Kolportage Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Lessing-Theater Norden 10846 Gruppe langer Scfaanspicler Täglich 8V4 Uhr CyanKall # 218 von FDgürldl Wo!! Pbliharmonie 8 Uhr SiDfoflie-KoDiert des Philharm. Orch Dirlo. Pro). I. Prflwer Viol- Konz D-dur- Paganini(6 Slamk) Pastorale-Sinfonie- Beethoven Eintritt 1 Mk r- GROSSES SCHflUSRIELHÄUS« TSbI.E Uhr, Regie: ERIK GHARELL Gesamtausstattung Prof. Ernst Stern Musik-Leitung: Ernst Hruko 3 Uhr Sonntag naclixn. ungekürzt halbe Preise. ROSE vuchvbD 8r. Frankluricr -TIICHltK Strasse 132 Blllettkasse; Alexander 3422. Täglich 8" Uhr: CS o n n t a g s» 5 13 und? Uhr.) Die Weber leden Hinwodi s Uhr.- Das tapfere Sdmeiderlein Jeden Sonnabend 5 Uhr u Jeden Sonntag 230 U.ir: Schneewittchen. Voranswlg»: Sonntag, 20. Okt Einmalige FestauffQhrung; Vor Sonnenaufgang. Ab 18. Oktober täglich a» Uhr: Die leichte Jsabeli. Direktion >r. Robert Kleir Peuisches KQDSlIer-Tiieal Barbarossa 3937 8V. Uhr Die andere Seite Berliaer Tliealer JönhofflTO 81,« U- Zvei Irawatlen von Georg Kaiser Musik Spoliansky Sarnowsky-Eohnen Theater in der KSniggrStzer Straße VI* Uhr Hanuibalante porlas Komödi�nhaus Täglich SVa Uhr SEfi&tiys Süppod siodiietiMteD Lustspiel von Julius Be rs tl Theater. Lichtspiele usw. siebe auch nächstfolgende Settel 110.(TM.«rflna*. ffsetta«, l». Oftsb«, i» Mr, M Bern«. Mwtte Strafte 125, Serttag;»Mi Frau uni die«ommunalrvablen". R eiere irtiu! Erna Kresse. 123. Abt. flaulsöotf. Leute. Dienstag, 15. Oktober, 20 Mir, bei Nemnann, Wichelm. Eck« Dabnbofssraft«,»Satiren, Grote�en und luitig« Lieder�. Vortragender: Genosse Loicmann. Bezirksausschuh für Arbeikerwohlfahrt. 2. 5t«>« Tieegarten, Am Donnerstag, dem 17. Ottober, 19H Uhr, läuft im Artusbof, Perleberger Strafte, der Film:»Soziale Einrichtungen der Stadt Berlin". Wir mgä>en die Genoissnnen darauf aufmerksam und bitten um «blreichen Besuch,' Zungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. Heute, Dienstag. 20 Ubr. im Jugendheim Gunter, straft« 11, Vortrag:„Äirtschastsdemokratie". Beserent: E. Beters. Partei, und SAI,. Genassen lind willkamme», Gruppe Eharlottcuburg. Heute, Dienstag. 20 Ubr, im Jugendheim Ra- stnenstr, 4, Probe des Sprechchors. Gruppe Zempeldos-Rariendors. Die siir heute, Dienstag, angesetzte Arbeits- gemeinschakt findet nicht statt. Wir beteiligen un» geschlossen an der Demonstration der Partei in Tempethos. Vereinigung sozialdemokratischer Juristen: Konferenz am Donnerstag, dem 17. Oktober, 20 Ubr, im Eben hals- W laal de» Zlheingold, Potsdamer Str. 3. Vortrag de» Mtnifterial-- diroktors im Preuftiichen Ministerium de» Innern. Genossen Dr Ker. ftH man» Badt Uder:»Die Rachpriitung der Bersassungomäftiglett der, f. Cii■■— J-— GeieH»" nngeiührte Gaste, auch Frauen, willkommen. >>. i i. c i■ c i Ii,>» tr»St 1 1■ heim. Brunnenvlaft, Natt. Nidit am Dienstag, wie irrtümlich angegeben wurde, Kreis Friedrichshain. Freitag. 18. Oktober, findet unsere Kreiselternoer- fammlung im Jugendheim Frankfurter Allee 807 statt. Thema:«Kommune Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groh-Berlin. Krei» Wedding. Die LichtbildsvvarMhrung Ar die Kinder sowie die Eltern- Versammlung findet am Donnerstags dem 17. Oktober, 20 llhr, im Ledigen- te irrtümlich angsgeben wurde. findet unsere Kreiselternoer- W»M.. �...... 17 statt. 3|< und Jugend". Referent: Genosse Stadtfugendpfleger Kohler. »reis Tiergarten. Gruppe August Bebel, Bot« und Inngfalfen: Am Dien». tag. dem 15. Oktober, beginnt unsere Wintcrarbeit in der Waldenferftraftc iSchulel. Küken: Mittwoch, 16. Oktober, ebenda ro» 11—10 Uhr Kükenvvllvcr- fammlung.— Achtung, Rote Falkenl Am Mittwoch, dem>8. Oftober. 19 Uhr, findet die Gründung der SAI.-Zkote-Falkeu.Srupp« im Laim, Lehrter Strafte, .Zimmer l. statt All« über 14 Jahre alten Falken crfchelnen dort. Znkllnit-g- Mitteilungen findet ihr unter Rubrik: ,.SAI."— Gruppe Tiergarten�ud: Dienstag. 15. Oktober, von 17—19 Uhr. im Leim Bülowstr. 88. Sebvrkstage. ZubNSen usw. 18. Abt. Uufer»« Genossen Christian Schlanker und Irin« Ehefrau die hcrglichsteu Sl5� �" 9t. Abt. Renk bin. Unsere« Nebe» Genosse» Friedrich PerfKl,. M-Hlomer Strafte 1, ,u feinen heutigen 70. Geburtstage dir herdlichstra»lückwüniche. Als Mitbegründer des Gemeiude. und Staatsarbeiteroerbandes und langjähriges Parteimitglied bat er stch grofte Verdienste für die Arbeiterklasse erworben. Wir wUnsdica tdm ternerhin Selunddcit und Sohlergrdeu.— Unserem liebe» Genosse» Will» Redoma und feiner Ehefrau die herglichfteu Glückwünsche ,ue Silberhochzeit. 187 Abt. Rejnickeudorf.Wev. Unlerem Genossen Luga Biedermann und seiner Ehefrau,«ntauienstr. 7. zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. 1 SozlalistifcheArbetterjugendGr.-Verlm (tlnfeni. DcrHn e: für dies, Zkubrtk nur an bat Jugendsetrctaciat 00, Ptndlnsiiafte 3 den Berichtsbogen vom Z. Quartal uvd Voran" ein. Holt die Karten für die Boltsbühnenoorstellung.Dantons Tod" am Sonntag, 27. Oktober. 15 Uhr, um. gehend ab. Die Karten werden nur gegen gleichzeitige Bezahlung(Karte 90 Pf.) ausgehändigt. Karten für die Zugendabtrilung der Bollsbühne ssnd umgehend abzuholen. Photographien vom Zugendiag im Schillerpark ssnd «ingei raffen. Heule. Dienstag. 15. Oktober, lg'4 Uhr: Köllnischee Park: Leim Waifcnftr. 18. Bortrag:»Jean Zaurds".— R-fen. thaler Vorstadt! Schule Slifabethkirchstr. 19. Bortrag:..Unser Wandern" Kentrum: Leim Landsl Weste» n: Seim Büloi„ Pank. Ecke Wiefenstraße.|. 20 Uhr.— Gesundbrunnen I: Schule Gotenburger Strafte. Einführungsabend. — Schillerpark: Seim SchSningftr. u, Vortrag:„Darum bin ich in der SAIf" — Wedding(Rote Falken): Schule Lütticher Str. 4. Kille-Abend. Wcddiug- Rord: Leim Lee. Ecke Turiner Straft«. Vortrag:„Barum Sozialistische Ar. bette ringend 7"— Selmholftplnft: Heim Danziger Str.«2, Vgracke II. Vor- trag:„Das Wandern"-» Rordoftea I: Leim Danziger Str. 82. Vortrag:„Was will die SAI?"— Wörther Blaft: Leim Kastgniengllee 82. Vartragsgbcnd.— Sasenheide: Seim Wassertarstr. 9. Arheiisgemeinfchaft.— Süden: Seim Barck- strafte 11, R. 5. Vortrag: Hermann LSns".— Südwest: Leim Lindenstr. 4. Vortrag «ri» I Fahrtl� des Lehrltni �(Rate..... Mädel in der SAZ".(Reterent: Ren« Tondcns.)— ...,. ithaus). Bortrag:„Warum gehen wir auf Mi Keim Flughafenftt. S8. Bartrag:..Rechte und Pflichten ReukAl» IV: Heim Schierkcstr. 41, Einführungsabend.— ig:„Bursche und_____...___ l: Keim Ehgusseestr. 48 tRathgu»), Bartrag: ?"— ReullI» III: Set« Fluzhafenm. »eukökln tt Leun«Stestche«tr. 1—4,* I. Betbaek«*.- llteuMXs«Te Heim Treptower Str. 98—96. Bartrag:„Buh und Mädel".— Reuläll» VH: Karl-Marr-Schul«, Kailer-Friedrich. Strafte. Dartrag:„Berufserlebnisse".— Reu- kdll» VIII: Leim Rütlistrafte, F. 28. Bartrag:„Sexuell« Fragen", Forts.— Neukölln IT: Leim 8. Schule. Mariendarser Weg. 3. 36. Einführungsabend. — Lermsdorf: Leim Raanftraftc(Turnhallengebäude). Vortrag:»Der Wctt. streit um das rote Lautenband".— Reiuick«ndarf»vft: Heim Lindauer Sirafte. Baracke I. Vortrag:„Sexuelle Fragen". Referent: Dr. Lipten.— Wittenau: Seim Rafenthaler Str. 15. Vortrag:„Entwicklung der Arbeiteriugrnd". Forts. — Buchhol,: Schule Berliner Str. 19. Bortrog:„Der Jugendlich« im Betrieb". — Daulom I: Leim Kissingen- Ecke Grgniftstrafte.„öermann-Lons-Abend."— Paukom II: Leim Görschstr. 14.„Alt-Berliner-Lumor."— Tempelhof: Wir beteiligen uns gn der Wghlkundgebung der Pgrtei und treffen uns um 19 Uhr am Ullsteinhaus. Werbebezirk Reukölln: Gründungsahend der„Roten-Falken-Grupve" Reu- kiilln X, Bergftr. 29. Raum M. Alls„Roten Falken" aus den Kinderfreunden ssnd dazu eingeladen. Ausgabe der Merkblätter im Barteifekretariat Fulda, strafte. Idealpassage Alle Gruppen müssen ihr Material abholen. Werbebezirk Ticraarteu: Gründung einer„Raten.FatIcn".E 19 Uhr im Jugendheim Lehrter Str. 18—19. 3. T. Äerdebezirl Prenzlauer Berg: Baden in der Oderbeiger Strafte van 17',» bis 19 Uhr. Eintritt 15 Pf. Mitgliedskarten ssnd mitzubringen. '.Gruppe um wellerbcrichi der öffentlichen wetlerdienstslelle Berlin und llmaegend fNachdr.»erb.) Meist wolkig und zunächst noch mild, keine erheblichen Niederschläge.— Jflt reutfchlaud: Im Süden Bcwölfungszunahme. sonst keine weienlliche Aendcrung. Im Küstengebiet meist stark bewöltt, vielfach auch Regen bei clwas niedrigeren Temveraturen. Im übrigen Reiche größtenteils bewölkt, aber nur geringe Niederschläge, zumeist nur wenig Temperaturänderung. Zirkus Krone kommt nicht nach Berlin. Es war schon fast zu einer lieben Gewohnheit geworden, daß dieses gewciltige Unter- nehmen sein« Sommertournee alljährlich mit einem Gostspiel in der Reichshauptstadt zu beenden pflegte. Wie uns die Direktion mit- teilt, wird Krone in diesem Jahre voraussichtlich nicht nach Berlin kommen, da«r in den nächsten Monaten ein längeres Aus- l a n t» s g a st s p i e l zu absolvieren Hot. Die Direktion holst jedoch, sich Ansang nächsten Jahres der Berliner Bevölkerung in neuer Aufmachung mit einem groben sensationellen Programm vorstellen zu können. Au» Anlah ihre» lojährigeu Bestehen» gewährt die Firma F. B. Grün- seid, Leipziger Str. 20—22. ihren Kunden auf Bareinräut- einen Sonderrabatt in Sähe von 10 Prozent, woraus wir unser» Leser hinweisen. Siehe auch heutiges Inserat. CASINO-TXEATER Lothringer Strafte 37, neu! Tfiglids 8'* Uhr Neu! vertagte HochzBltgnacMi und ein trstklassiger bunter Teil. Für unsere Lesen Qulscheiir'fOr 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.78 M» Sonstige Preise: Parkett u. Rang ESO M Metropol-Th. täglich 8-t. Uhr Lebär dirigiert Das Land des Läebelns Vera Schwan, Richard Tauber TFlanon-Tli.M|I,kr Täglich 8>,'. Uhr Dergr.Lustsplelonoli flas kommt doch alle Tage vor Johannes Riemann, Vllma T.Aknar, Max Landa, Lotte Klioder Dienstag, 15. Oktober nadimitia�s t Uhr. Suche tausefalose 4-6-Ziinmerwohnung gegen Aditand und weiften Hchein mägltchst IM Bezirk Kreuzberg oder Westen. An- 8ebote mit Abstand und Friedeusmiete an: [ort RoUenhageu. Sw. 40, Friedrichstrafte 219(Telephon: Bergmann 9200). 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Die Familien wurden verständigt, daß sie bei der Exhumierung anwesend sein könnten. Niemand antwortete. Nur aus der Bretagne kam ein Brief. Es war der Vater des Soldaten Le Guennec, der im Friedhof der kleinen Kreishauptstadt bestattet lag. Der Vater Guennec teilte mir mit, daß er kommen werde, um den Leichnam seines Sohnes ausfindig zu machen. Aber vergebens wartete man auf ihn und so wurde der Sorg vom Transportdienst an die Grenze gebracht. Am nächsten Tage meldete man mir den alten Le Guennec. Er hatte sich in der Richtung geirrt und«inen langen Umweg gemacht. Es war ein alter, knorriger und schweigsamer Bauer. Er verriet seine Enttäuschung lediglich durch eine unwillkürliche Bewegung seines linken Armes, mit dem er eine alte Blechschachtel gegen die Brust drückte. „Sie sollen nicht umsonst die große Mühe aus sich genommen hoben," erklärte ich ihm,„wir wollen zusammen auf den Friedhof gehen, und, wenn Sie wollen, führe ich Sie auch zu dem Gehöfte, auf dem Ihr Sohn arbeitete... Ich weiß, wie Ihr Sohn ge- starben ist und werde es Ihnen auf dem Weg erzählen.. Vater Guennec nickte Zustimmung und folgt« mir. Ich erzählte ihm, wie sein Sohn an den Folgen eines Hufschlages gestorben war. Schweigend schritt der Bauer an meiner Seite einher: nichts verriet seine Rührung, nur daß er seine Lippen fester auseinander- preßte. Auf dem steilen Fußweg, der zum Friedhof führt«, ent- bläßte er sein Haupt, als begleitete er einen Leichenzug.„Da sind wir," sagt« ich. Man sah, daß die Erde erst vor kurzem aus- gegroben worden war. Ich trat einige Schritts hinter den Allen zurück. Er blieb lange unbewegt, dann sah ich, wie er sich ni«der- kniete und ein wenig Erde aufhob, die er in seine Blechschachtel legte.„Das ist der Wunsch der Mutter," erklärte er mir, indem er aufstand, als wolle er sich entschuldigen.„Sie will in diese Erde in einem Topf«in paar Blumen pflanzen... in diese Erde, die ihr Kind bedeckt hat..." Er sprach ganz ruhig, nur seine alten Hände wühllen in der Erde und zitterten dabei leicht. Wir stiegen wieder ins Dorf hinunter: die Leute blieben stehen oder kamen zu den Türen. Sie wollten den Vater des sranzösischen Soldaten sehen. Viele erinnerten sich an den großen freundlichen Jungen, den ein ausschlagendes Pferd in so sinnloser Weis« getötet hatte. Vater Guennec legte endlich seine Stummheit ab.„Warum schauen sie mich so an?" bhtmmte er.„bin ich denn ein wildes Tier?" Ich glaubte schon, daß er die Leute zur Rede stellen wolle. Aber alle Umstehenden nahmen ihre Hüte ab. Auch der alte Bauer berührte mit dem Finger seinen Hut. Jetzt waren wir mitten auf dem Lande.„Nicht sehr fruchtbar ist der Acker," meinte er mit Kennerblick,„aber gut bebaut." Am Straßenrande. vor dem Bauernhof, erwartete uns der Sohn des deutschen Landwirtes, den ich von unserem.Besuch hatte benachvichtigen lassen. Er entschuldigte seinen sehr bejahrten Vater, der un» nicht hatte erwarten können. Le Guennec nahm wieder seinen harten, undurchdringlichen Gesichtsausdruck an. Die ganze Familie des Landwirtes halle ihre schönsten Kleider angelegt, was dem alten bretonischen Bauern nicht entging.„Sie glauben wohl, das ist ein Festtag für sie," sagt« er lzalblaut.. Aber er sprach diese Worte ohne tiefere Ueberzeugung und ich merkte, daß er in» Grunde über diese Aufmerksamkeit sehr gerührt nmr. Der deutsche Landwirt schien noch gerührter zu sein als Le Guennec. Nach kurzem Zögern entschloß er sich, uns durch den Bauernhof zu führen.„Hi«r hat er geschlafen... Hier hat sich das Unglück ereignet... Und hier hat man ihn gepflegt, bevor er in« Spital gebracht wurde..." Ich übersetzte L« Guennec diese Worte, noch während der andere sprach. So besichtigten wir den ganzen Bauernhof. Der deutsche Landwirt erwähnte von Zeit zu Zsit den Verstorbenen mit einem Taktgefühl, dem ich meine Bewunderung zollte: aber nicht minder staunte ich über die Sachlichkeit, mit der Le Guennec die Erklärungen des anderen entgegennahm. Er stellte keine Fragen und nickte nur mit dem Kopfe, ähnlich einem Vorgesetzten, der den Bericht seines Untergebenen entgegennimmt. Es kam ein Augenblick, da die beiden Männer in einem Räume, einer Art von Waschhaus, allein waren. Le Guennec wollte weitergehen, der andere hielt ihn zurück.� Aon draußen sah ich undeutlich, was sich abspielte. In der Zeichensprache und mit ein paar französischen Brocken versuchte der Deutsche dem Franzosen klar zu machen, daß auch er zwei Söhne verloren habe. Er beruhigte sich erst, als Le Guennec ihn mit den Worten„Ver- standen... ich habe oerstanden..." unterbrach. Von Angesicht zu Angesicht einander gegenüberstehend, schienen sie weniger befangen, als wie wenn sie sich in der gleichen Sprache verständigt hätten. Plötzlich schüttelten sich die Schultern des Deutschen im Weinkrampf. Da sah ich, wie sich die rauhe, gebräunte Hand Le Guennecs auf die Schulter des Deutschen legte und wie sie sodann zart den Rock des anderen streichelte, als wollte er eine Falte glätten. Es schien als wollte ein alter Freund den Deutschen in seinem Grame trösten... Ich hustete, um meipe Anwesenheit zu bekunden. Sogleich trennten sich die beiden Väter, damit ihre Schwächeanwandlung ihr GeH«iimnis bleibe und nicht dem Frem- den. der ich war, preisgegeben werde. Der Landwirt bat so sehr, daß L« Guennec an der in der Küche vorbereiteten Mahlzeit teil- nahm. Rur die beiden Männer hatten Platz genommen. Di« Frauen und Kinder umgaben sie stehend und j«dcr wußte etwas von dem Verstorbenen zu berichten. Mein Begleiter lächelte mir unmerklich zu und berührte kaum die Speisen, die man ihm vor- setzte. Als wir ausbrachen, war es Abend geworden. Ich begleitete den Vater Guenn«c zum nahen Bahnhof. Auf dem Wege Wechsel- ten wir kein Wort. Mehrmals war er schon nahe daran, aber erst un letzten Augenblick entschloß er sich zu sprechen.„Glauben Sie nicht," sagte er,„daß ich mich tHft diesen Leuten zuviel eingelassen habe? Man hat mir zu Hause oft gesagt, daß man dies« Menschen wie Hunde behandeln muß. Aber, wenn man so weit weg'st, weiß man ja von nichts, man glaubt an alle dummen Geschichten ... man setzt sich etwas in den Kopf... und schließlich gibt es doch Dinge, die einen einander näherbringen... Also, glauben Sie, daß mein Junge mit mir zufrieden war«, wenn«r mich so mit den Deutschen gesehen hätte?" Es war das erstemal, das er von seinein Sohne sprach. Das völkerverbindende Kind, wenn auch unter der Erde, hatte seine Sendung erfüllt. Lange zurückgehaltene Tränen rannen über die Wangen des Vaters, eines Landmannes, der aus dem Herzen Frankreichs gekommen war. ckm einen Leich- nam zu suchen, und der nichts heimtrug als ein wenig geheiligte Erde in einer Blechschachtel und das gleichfalls geheiligte Gefühl, mit der Seele eines fremden Menschen eins geworden zu sein... lBrnchtiflte llebertragung ous d«m lZranzösischen oon Leo Korten.) Wie Mom: Aepfel itvi AcrhU In llnseren Garten sind vielerlei Bäume gepflanzt. Unser .Hausherr" meint, di« Kugelakazien feien di« schönsten. Mir ober gefällt ein kleiner Apfelbaum, der hinter dem Haus« steht, am besten. Im Frühjahr war er erst über und über voll von duftenden, rosa- roten Blüten: als ober plötzlich kalt« Nächte mit Schnee und Eis tam«n, ließ er braunverfroren die Köpfchen hängen, um sie auch nicht wieder zu erheben, als die warme Maifonne sie hell und freundlich defchien. Nur«in paar verspätete Knospen sprangen noch auf, und wie die abgefallen waren, hingen acht kleine, putzige Aepfelchen am Baume. Jetzt sind es nur noch sechs, zw«i hat der Sturm abgerissen: und einer davon, der einzige, der sein Gesicht der Sonn« zeigte, hat sogar rote Backen bekommen. Die andern hängen versteckt unter grünen Blättern, und kaum kann man sie schen� Aber ich weiß, wo A«pfel hängen, und«ine seltsame Sehnsucht überkommt mich", wenn ich unter dem Baum verweil« Bilder aus meiner Kindheit und Heimat tauchen vor mir auf, Gärten mll blühenden Obstbäumen, deren reife Frücht« rot und goldgelb in der herbstlichen Sonne leuchten. Ein Somm«r fällt mir ein, da den Bäumen die A«ste brachen, so schwer und überfüllt waren sie von lauter Aepfeln. Und auch d«r bös« Nochbar, der k«in» Kinder leiden mochte. Er halle so herrlich schmeckende Aepfel an seinen Bäumen hängen, aber es war uns v�xboten, sie aufzulesen. Mein kleiner Freund, das Gustävl«, hall« mir gesagt, daß die noch viel, viel besser als di« unsrigen scten— und so wollten wir uns doch heimlich welche hoten.— Aber da kam d«s Nachbars großer Hund, der gerade so bös war wie sein Herr und auch di« Kinder nicht leiden konnte, und riß mir mein rotes Kleidchen in Fetzen und biß mich in di« Hand. Meine Mutter war«rst erschrocken, wie sie da» Blut an meiner Hand sah, als sie aber erfuhr, wie ich zu dieser Verwundung gekommen, gab es noch eine Strafe dazu.— Doch di« Aepfel schmeckten gut, und das nöchstemol versicherten wir uns erst, ob der Hund an der Kelle lag, eh« wir uns von den verbotenen Früchten holten. Wie schön war es. wenn hie Bäume geschüttelt wurden und wir unsere Köpfe schützen mußten, wenn wir darunter standen. Draußen am Gartenzaun standen Kind«, die keinen Garten und keine Aepssk hatten und schnsüchllg zu uns hereinguckten, di« durften wir hereinholen, und si« konnten essen, so viel sie wollten. Wenn si« gingen, bekamen sie die Taschen noch gefüllt. Aber das Herrlichste deuchte mir damals, wenn End««eptember und im Oktober täglich Dutzende von osfenen großen Wagen mit zwei Pferden befpannt, gestillt mll roten und gelben Aepfeln an unserem Hause hinab zur Obstmühle sichren, wo gemostet wurde. Hundert« von Kindern, Mädel und Buben, gingen hinterdrein, und wenn«in Aps«l vom Wagen fiel, stürzten sie sich daraus und gab«n sich Püffe und Schläge, weil jeder ihn haben wollte. Tag und Nacht wurde in der Mühle gearbeitet, und die Straßen waren erfüllt von Dust nach Obst und süßem, schäumendem Most. In großen Fässern, die mit Astern und anderen Blumen um- kränzt waren, wurdx der Most seinem Besitzer zugeführt, und die Pferde hatten Glocken um den Hals. Aus ollen Häusern roch Ä»'. ■ M ÄM-O RM Äf --UM./ Verkäufe _ Einoleum. Ejillat, RolonitBcaft« 4* ZL«bf»hl«t.Zep»iche. Kleine Webfehler 2X3 19,— Mark. Jllcin. 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