BERLIN Dienstag 15. Oktober 1929 10 Pf. Nr. 484 B 241 46. Jahrgang erscheillttägkichanterSonntaz«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezugiprei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, Z.soM. pro Monat. «edaktioo und Expedition; Berlin GW es. tindenßr.» ntäftourfa n iaigenpretsi Die einspaltige Nonpareillezeil« Pf.. Reklamezeile t M. Ermäßigungen nach Tarif. stscheckkoot»: DorwärtS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr.>7&S6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Landbundterror. Einzeichnungen für Lnflaiionsbegehren sollen erpreßt werden. Vor mrs liegt ein Rundschreiben des Landbunds, Kreis» gruppe Arnswalde, vom 3. Oktober, das sich mit dem Volks- begehren befaßt. Das Rundschreiben ist unterzeichnet: Der(Be- schäftSführer Freiherr v. Bothmer, der Arbeitersekrctär Lip- p e r t. Der Herr und sein gehorsamer gelber Knecht. Nach der verlogenen Behauptung, daß das Bolksbegehren den Reickispräsidenten v. Hindcnburg gegen die„pazifistisch und inter- national ciirgestellte Regierung' schützen müsse, heißt es in diesen: Rundschreiben: „Jeder wahlberechtigte Deutsche, also jeder Mann, jede Frau, jedes Mädchen und jeder Jüngling vom vollendeten 20. Lahre an müssen sich in der Zeit vom 16. bis 29. Oktober in die Liste beim Gememdcvorsteher eintragen. wer sich dieser Ehrenpflicht entzieht, muß als Verräter an Deutschland innerhalb der Gemeinde geächtet werden." Die„deutsche Freiheit', wie Hugenberg sie auffaßt, soll mit derbrecherischcm Zwang herbcigeknüppelt werden! Unter Aus- Nutzung des wirtjchastlichci, Uebcrgewichts der Großgrundbesitzer soll die Meinungsfreiheit und die politische Ber- n u n f t aus dem flachen Lande versklavt werden, dos Landvolk zu Hörigen einer Clique gemacht werden, die politisch ausgespielt hat. Das Ganze nennt sich dann„Aktion gegen die Berskla- v u n g des deutschen Volkes'. Zur Lüge, Derleumdung und Gemeinheit tritt der Terror. Die Hugenbcrg-Clique glaubt selber nicht, daß ihr die Landbevölkerung aus freien Stücken Gefolgschaft leisten werde, sie greift deshalb zu Nötigung und Erpressung. Angesichts dieser terroristischen Versuche muß die Regierung dafür sorgen, daß die Landbevölkerung erfahrt, daß die Regierung entschlossen ist, solchem Terror entgegenzutreten. Die überwältigende Mehrheit des deutscheu Volkes lehnt den Lrrsinn des Hugenbergschen Iuslotionsbegchrens ebenso ab wie die verleumderischen Methoden des Herrn Hugenberg und seines Reichs- ousschusses. Nach der Agitation, die diese Leute beliebe», bestünde die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes aus„V e r- r ä t c r n a m D e u t s ch l a n d". Vor zügelloser Beschimpfung des deutschen Volkes sind diese Afterpatrioten niemals zurückgeschreckt. Beamte und �Volksbegehren". Dieselben Kreise, die dort, wo sie sich mächtig fühlen, durch den schärfsten Terror Unterschriften für ihr Volksbegehren zu e r- pressen versuchen, schreien über Verletzung verfassungsmäßig gewährleisteter Frciheitsrechtc, wo sich die Staatsmacht ihrem Treiben entgegenstellt. Der Hugenbergsche„Reichzausschuß" hat sich beim Reichsinnen. minister über„Verfassungsbruch" beschwert, weil in Bremer- v ö r d e den Beamten, die einen Aufruf sllr das Begehren unter- zeichnet hatten, vom Landrat mitgeteilt wurde, daß das Disziplinar- verfahren gegen sie eröffnet sei. Die Beamten seien auch vor der Eintragung gewarnt worden. Die Rechtspresse beruft sich auf die Verfassung, die den Beamten die Freiheit ihrer persönlichen Gesinnung gewährleistet und aus das Reichsbeamtengesetz, in dem es jedoch heißt: Dem Reichsbeamtcn ist... untersagt, in der Ocssentlichkeit gehässige oder ausreizcnde Bestrebungen zu jördern, die auf Wieder- Herstellung der Monarchie oder gegen den Bestand der Republik gerichtet sind oderjolche Bestrebungen durch Verleumdung, Beschimpfung oder Verächtlichmachung der Republik oder von vlllglledern der im Amt befindlichen Regierung des Reiches oder der Länder zu unterstützen. Das„Volksbegehren', für das jetzt agitiert wird, erklärt die Mit- glieder der Reichsregierung, die für den Young-Plan eintreten, für zuchthauswürdige Landesverräter. Das ist, nach der Meinung der Rechtspresse, kein« Verleumdung, Beschimpfung und Verächtlichmachung von Reichsministern! Di« Freiheit der Beamten in ehrlich und anständig ge- führten politischen Kämpfen will niemand antasten. Eine ganz andere Frage aber ist es, ob sich Beamte an einer Hetzkampagne beteiligen dürfen, die mit den Mitteln der Aechtung und der Be- orohung gegen die ihnen vorgesetzte Regierung und alle zu ihr stehen- den Dolkskreise arbeitet. Es handelt sich hier nicht mehr um einen Meinungskampf innerhalb der Demokratie, sondern um «inen Macht kämpf gegen die Demokratie, der von ihren Gegnern entfesselt worden ist und von ihnen mit den verwerflichsten Mitteln geführt wird. Beamte, die glauben, in diesem Machtkamps auf die Seite der Staatsfeinde treten zu dürfen, befinden sich in einer bedauerlichen Geistesverwirrung. Sie zwingen der Regierung die Pflicht auf. für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Hakenkreuz-pefi. Ein pollzeibeamter erstochen.- Offene Hetze zum Hochverrat. Hannover, IS. Oktober.(Eigenbericht.) Die Nationalsozialisten veranstalteten gestern eine ihrer üblichen Hetzversammlungen im Arbeiterviertel von Linden. Ter Saal selbst war schwach besetzt und die Versammlung verlief ruhig, obgleich der Reichstags- abgeordnete Wagner. Bochum, in übelster Weise hetzte und Schimpfworte wie Lügner, Betrüger, Lumpen. Hallunke«, marxistische KuliS usw. gebrauchte und er- klärte, daß man der Regierung das Genick um- drehen müsse. Bor dem Lokal hatte sich eine nach taufenden zählende Menschenmenge eingefunden. Nach Schluß der Ber- sammlung, als der Saalschutz der Rattonalsozialisten, der in Stärke von 120 Mann auS per ganzen Provinz Hannover und selbst auS Braunschweig zusammengezogen war, abziehen wollte, kam es zu Zusammen st ößen. Die Polizei versuchte, die abmarschierenden Hitler- Jünglinge gegen die Angriffe und Steinwürfe aus der Menge zu schützen. Dabei wurde ein Polizei- beamter durch Messer st iche schwer verletzt, er ist inzwischen verstorben. Außer dem Polizei- beamten wurden zwei Personen schwerer verletzt und sieben Personen zwangsgestellt. Zw Beginn der Ber- sammlunng wurde eine Durchsuchung der National- sozialiste« auf Waffen von der Polizei vorgenommen. Dabei wurde eine ganze Anzahl von Waffen gefunden und die Waffenträger festgenommen. Oeutschnationaler Marxismus. Einige Fragen an Herrn Hugenberg. Vau Ruckolk Brvitscdolck. Hilgenberg hat mir in einer auf ber deutschnationolen Saar- tagung gehaltenen Rede die Ehre angetan, mich als den Feind zu bezeichnen. Stresemann, so sagte er nach Zeitungsberichten, dürfe als toter Mann nicht mehr der Zielpunkt von Angriffen fein, die sich nur gegen das System richteten. Mit diesem System hätten die Deutschnotionalen in den letzten Jahren schon immer den Namen B r e i t s ch e i d verknüpft, und wenn man die Sache recht besehe, so sei die auswärtige Politik der letzten Jahre im Grund« eine marxistische Politik gewesen. Hugenberg kämpft nur gegen das System, aber um das System zu treffen, scheint er eine Person zum besonderen Objekt seiner hetzerischen Angriffe machen zu müssen, und ich soll in dieser Bezielsting sozusagen Stresemann-Ersatz sein. Ich könnt« nun dem Führer der Deutschnationalen mit dem bekannten Wort des Generals Wrangel antworten:„Exzellenz überschätzen mir.' Ich könnte die Lächerlichkckt einer Darstellung erweisen, nach der ich so etwas wie der böse Geist Stresemanns gewesen sein soll. Ich verzichte auf ein so überflüssiges Unterfangen, und ebensowenig möchte ich mit Herrn Hugenberg eine von vornherein zur Unfrucht- barkeit verurteilte Diskussion über marxistische Außenpolitik eröffnen. Der Dater des Volksbegehrens würde zu diesem Thema ebenso- wenig Zu sagen wissen, wie seine nationalsozialistischen Verbündeten, aus deren„geistiger' Rüstkammer er seine Argumente entleiht. Indessen ist es wohl angebracht, diesen Vorkämpfer nationaler Ehre an einige wenige Tatsachen zu erinnern und damit die Aufforderung zu einer Rückäußerung zu verknüpfen. Ich habe Heute abend 7 Uhr spricht der preußische MinUtsrpräliöeBt Olto Brann im Rundfunk über alle deutschen Sender über da« Thema; VolfesbegehreD o. gehinder Menidiemltanfl niemals mit Stresemann in einer Regierung gesessen. Wohl obck die deutschnationalen Herren Neuhaus, Schlieben, Schiele, H e r g t, Koch und v. Keudell. Die Frage ist wohl am Platze, was diese Persönlichkeiten, die doch den unmittelbarsten Einfluß auf die Regierung besaßen, getan haben, um der verhängnisvollen marxistischen Politik ihres Kollegen im Außen- Ministerium ein Ende zu bereiten. Vielleicht entgegnet man uns, daß die Deutschnationalen im Jahre 192S das Kabinett verlassen haben, bevor der Loearnovertrag unterzeichnet wurde. Gewiß, aber sie sind 1927 zurückgekehrt, nach- dem sie Richtlinien anerkannt hatten, in denen es hieß: Fort- führung der bisherigen Außenpolitik im Sinne gegenseitiger friedlicher Verständigung. An- erkennung der Rechtsgiltigkeit des Vertragswerts von Locarno. Und nebenbei gesagt, auch von der loyalen Mitarbeit im Bölkerbund war in diesen Richtlinien die Rede, nachdem Herr Hergt zwei Monate zuvor verkündet hatte:„Was wir im Wlkerbund treiben können, wird keine deutsche Politik sein.' Muß Herr Hugenberg nicht zugeben, daß seine eigenen Freunde gegenüber dem„Marxis- mus" kläglich versagt haben? Aber wir können noch einige präziser« Fragen stellen, zu denen das Volksbegehren nach einem„Gesetz gegen die Versklavung" Frankreich gibt �I-Boote nicht auf. Drohung, die Abrüsiungskonferen; zu sprengen. Paris, 15. Oktober. Roch dem Rem Aork„herald" soll gestern in ossiziellen sranzösischeu Kreisen die Erklärung abgegeben worden sein, daß Frankreich Zlalien eine Zlotkenparitäl, falls sie gewünscht werden sollte, nicht verweigern würde. Zedoch müsse Frankreich betonen, daß eine Abschaffung der Unterseeboote unmöglich sei. Sollten die vereinigten Staaten und England aus der Londoner Konserenz daraus bestehen, dann würden die französischen Delegierten möglicherweise die Konserenz verlassen. Anlaß bietet. In dem ersten Paragraphen dieses Volksbegehrens wird der Reichsregierung zur Pflicht gemacht,„unverzüglich in feierlicher Form" den auswärtigen Mächten Kenntnis davon zu geben, daß das erzwungene Kriegsschuldanerkenntnis der geschicht- lichen Wahrheit widerspricht, auf falschen Voraussetzungen beruht und völkerrechtlich unverbindlich ist. Daß verschiedene Regierungen ähnliche Erklärungen abgegeben haben, kann hier beiseite bleiben. Jedenfalls haben sie den Deutschnationalen nicht genügt. Aber es ist doch nicht anzunehmen, daß sie sich erst in den letzten Monaten von der Notwendigkeit einer so„feierlichen" Kundgebung überzeugt haben, und so bleibt die Frage offen, warum sie in den Kabinetten, deren Mitglieder sie waren, diese Forderung nicht erhoben haben, und warum sie auf ihken Posten geblieben sind, wenn sie etwa mit ihrem Verlangen nicht durchdringen konnten. Herr Hugenberg soll antworten und sagen, ob hier nicht ein elendes Heuchelspiel getrieben wird. Genau dasselbe gilt von dem zweiten Paragraphen, nach dem die Reichsregierung daraus hinzuwirken hat, daß Kriegs- schuldanerkenntnis und Sanktionsartikel förmlich außer Kraft gefegt und die besetzten Gebiete unverzüglich und bedingungslos geräumt werden sollen. Sind das auch Programmpunkte, deren Bedeutung die Freunde des Herrn Hugenberg erst erkannt haben, nachdem sie durch die Wahlen vom Mai 1928 in die Opposition gedrängt worden waren? Und schließlich der dritte Paragraph, der besagt, daß aus- wärtigen Mächten gegenüber neue Losten und Verpflichtungen nicht übernommen werden dürfen, die aus dem Kriegsschuld- anerkenntnis beruhen, und der ausdrücklich die aus dem Poung- Plan stammenden Verpflichtungen in diese Ablehnung mit einbezieht. Nun sind nach deutschnationaler Auffassung doch wohl alle Lasten, die Deutschland auf sich genommen oder auf sich zu nehmen .hat, aus dem Kriegsschuldanerkenntnis herzuleiten. Wie war es dann möglich, daß die Partei im Jahre 1921 den Dawes-Gesetzen zur Annahme verhelfen konnte? Die Tatsache, daß ihr von den voltsparteilichen Nachbarn für diesen Fall mit einer Anzahl von Ministerportefeuilles gewinkt worden war, konnte den schmählichen Verrat an geheiligten Grund- sätzen doch nicht rechtfertigen. Paris mag eine Messe wert sein und für die Deutschnationalen die Regierungsbeteiligung eines Opfers der Ueberzeugung. Jedoch in ein Kabinett zu gehen, das den Dawes-Plan anerkennen mußte, und das darüber hinaus an den Londoner Zahlungsplan gebunden war, der die Gesamt- Verpflichtung Deutschlands auf 132 Milliarden festgesetzt hatte— »as war das anders als ein Verbrechen von der Art, wie es jetzt nach dem Volksbegehren mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft werden soll? Oder will man stch etwa darauf hinausreden, daß nur der Reichskanzler, die Mimster und deren Bevollmächtigte die Zucht» hausstrafe verwirkt haben? Wir sollten meinen, daß diejenigen nicht geringere Verbrecher sind, die den Ministern und ihren Beauftragten die parlamentarischen Voraussetzungett für die Unterzeichnung landesverräterischer Verträge geschaffen und dann durch den Eintritt in die Regierung die Mitverantwortung für ihre Aus- führung übernommen haben. Welcher Ansicht sind Sie, cherr Hugenberg? Aber ein Narr wartet auf Antwort von einem Mann, der ja auch bisher nicht den Mut aufgebracht hat. feinen Gegnern im Parlament Rede zu st ehe n. Herr Hugenberg wird in seiner verlogenen Hetzarbeit fortfahren. Cr wird, nachdem ihm Strcsemann genommen ist, seinen haß- erfüllten Feldzug gegen die„Marxisten" führen, und er wird mit eiserner Stirn leugnen, daß gerade seine Partei, die sich doch die Bekämpfung des Marxismus zur ersten Pflicht gemgcht hat, dessen, was er die marxistische Sünde nennt, in hohem Maße teilhaftig ist Kassiber und Drohbriefe. D!e Sklareks schieben im Untersuchungsgefängnis weiter. Wie bereits gemeldet, find die drei Brüder Sklarek aus ihren bisherigen Zellen im Untersuchungsgefängnis in den Flügel der Bombenattentäter verlegt worden, wo man sie in besonders sicheren Zellen untergebracht hat. Die Untersuchung' gegen die drei Brüder Sklarek wegen der Durchstechereien hat allerlei interessante Dinge ergeben, die dazu führen dürften, daß man auch im Untersuchungsgefängnis selbst die Aufsicht erheblich strenger durchführen sollte, als es bisher der Fall gewesen ist. Wie jetzt bekannt wird, haben die Sklareks, denen ä)as Unglücksauto. 3>er tragen, in dem gestern genösse Xelparl remnglilrktr, nach dem Unfall. natürlich darum zu tun war, sich über ihre Aussagen vor dem Ver- nehmungsrichter zu oerständigen, s i ch bei den Beamten beliebt zu machen versucht. Zu diesem Zweck« gaben sie reichliche Zigarren spenden und suchten a-uch auf andere Weise sich das Wohlwollen des Aufsichtspersanals zu erringen. Da es ihnen jedoch zu gefährlich erschien, mit Hilfe der Beamten einen Berständigungsverkehr einzurichten, machten sie sich an die Kal- s a k t a r e n, also an andere Gefangene, die innerhalb des Gc- bäudes Dienst verrichten und ein« gewiss« Bewegungsfreiheit be- sitze». Offenbar von diesen haben sie den Rat erhalten, schriftliche Mitteilungen in der Form wetterzugeben, daß sie sich gegenseitig Zigarren und Zigaretten sandten ,in die die Kassiber geschickt ein- gefügt waren. Sa hatte man z. B. bei den Zigaretten am oberen Ende den Tabak zu zwei Dritteln aus der Zigarette entfernt, den GeHeimbries hineingesteckt und die Zigarette aben wieder mit Tabak befüllt, so daß dem llneln- geweihten diese Art der„Gesängnispost" kaum ausfallen konnte. In ähnlicher Weise wurden auch die Zigarren präpariert. Darüber hinaus haben die drei Sklareks versucht, sich mit Lehmann in Ber- bindung zu fetzen. Auch hier wurde wiederum die Hilfe der Kal- faktoren in Anspruch genommen, die, soweit sie nicht seibst Bestel- lungen ausführen konnten, anderen Gefangenen ihres Ranges die Zigarren und Zigaretten übergaben, so daß die Schreiben innerhalb kurzer Zeit an Lehmann gelangten. In diesen Briefen haben die Sklareks zwar in sehr höflicher, aber doch in unverhüllter Form Lehmann davor gewarnt, etwa allzu viel„auszupacken". Sie droh- len damit, daß auch in ihrer jetzigen Lage ihre Machtmittel durch- aus nach nicht erschöpft seien. Die Gebrüder hatten jedoch das Pech, daß Lehmann sich durch die Drohungen nicht einschüchtern ließ, sondern von dem Kassiberverkehr Mitteilung machte, so daß durch verschärfte Aussicht den drei Sklareks das Briestchreiben im Unter- juchungsgefängnis jetzt einigermaßen erschwert worden ist. Die Untersuchung wegen dieser Angelegenheit erstreckt sich aus mehrere Beamte und Strafgefangene, die in den Zellen der Sklareks zu tun gehabt haben und deshalb im Verdacht liehen, daß sie die Beförderung der Kassiber übernommen hoben. Um Befinden de, Genossen Leipart ist im Laufe der Nacht und des Bormittags eine leichte Besserung eingetreten. Der Zustand des Kranken ist jedoch immer noch ernst. Wetter für Berlin und Umgegend: Teils heiter, teils wolkig, am Tage noch etwas wärmer, schwache nach Süden drehende Winde.— Für Deutschland: Im ganzen Reiche beständiges Wetter mit ziemlich hohen Tagestemperatriren, auch im Nordosten Beruhiglmg des Wetters, Die Entrechtung Wiens. Die plane der Berfaffungsreakiion in Oesterreich. Wien, 15. Oktober. Die„Arbeiterzeitung" nimmt am Dienstag fchärfflens Stellung gegen den neuen verfafsnngsenlwnrs. Diese Vorlage, so schreibt da» Blatt. entHalle Bestimmungen, die die Sozialdemokratie unbedingt ablehnen werde. Das gelte vor allem für die künftige Stellung Wiens. Der Verfassungsentwurf wolle die Wiener zu Bürgern minderen Recht» machen. Die„Arbeiterzeitung" hält dem Innenminister Schumy die Aeußerung vor, die Sozialdemokratie habe zwischen Krieg und Frieden, zwischen Demokratie und Diktatur zu wählen. „Nie wird eine sozialdemokratische Stimme sür diese Entrechtung und Vergewaltigung Wiens zu haben sein. Drohl die Regierung dann mii dem Kriegszusland, droht sie mit der Diktatur, werden wir es darauf ankommen lassen. Sie möge den Bürgerkrieg nur beginnen!" Die„Arbeiterzeitung" malt dann die Folgen eine» solchen Kriegszustandes aus: Znsammenbruch der Banken. Znflatton, Stockung des Verkehrs und d�r Erzeugung. Blutvergießen und Eingreifen des Auslandes. Der Artikel schließt: „Die Regierung möge sich nicht läuschen, erpressen lassen wir uns. nicht. Der Appell an die Furcht wird in den herzen der Arbeiterklasse kein Echo finden. Unter dem Druck von Drohungen mit Bürgerkrieg und Diktatur wird über die Verfassung nicht verhandeil werden." Wahlatter heraufgesetzt.— Vertretung der Stände. Klagenfurt. 14. Oktober. Der Minister des Innern und Obmann des Landbundes Schumy hielt in einer stark besuchten Versammlung eine politische Rede über die Ausgaben des Kabinetts Schober, wobei er zum ersten Male eingehendere Mitteilungen über die von der Regierimg vorbereiteten Entwürfe zur Verfassungsreform machte. Danach soll der Bundespräsident das Recht zur Auflösimg des Nationalrates, zur Ernennung und Entlassung der Minister sowie ein beschränktes Notverordnungsrecht erhalten und die Befugnis, über einzelne Gebiete der Republik den Ausnahmezustand zu verhängen. Der Bundespräsident soll außerdem das Recht zur Anrufung des Volkes besitzen, worunter die Initiative zu einem Plebiszit oder Referendum zu oerstehen sei. Die Wahl des Präsidenten erfolgt durch das Volk. Die Berücksichtigung des ständischen Gedankens erfolgt in der Weise, daß dem Bundesrat neben 18 Länder- Vertretern 36 Vertreter der Stände angehören. Jedes Land besitze ebenso wie die Bundeshauptstadt Wien zwei Mandate, während die landwirtschafitichen Uitternehmer und Arbeiter 12, Handel, Gewerbe und Industrie 9, die Arbeiter und PrioalaNgeslellten 9, die öffentlichen Anstalten 3 und die freien Berufe ebenfalls 3 Delegierte in den Bundesrat entsenden. Der Nationalrat werde, wie bereits gemeldet, 12V Abgeordnete gegen bisher 163 zählen. Auch die Landesregierungen und Landtage sollen in mähigen Grenzen verkleinert werden. Der Staat soll in 60 bis 8Y Wahlkre's: und das Wahlalter hinaufgesetzt werden. Die Neuordnung der Kompetenzen zwischen Bund und Ländern, so die Uebergabe der Zentralisierung der Polizeigewalt in die Hände des Bundes, betreffe vor allem die Stellung Wiens. Wien soll eine bundesnnmittelbore Stadt werden, so daß der Posten des Landeshauptmannes hier ver schwindet und der Instanzenweg vielmehr vom Bürgermeister direkt an das Ministerium geht. Andererseits würde das bundesunmittelba-rc Wien mit weitergehenden Sonderrechten ausge- stattet. Die E n t p ol i ti s i e r u n g soll sich auf das Bundesheer, den Berfasfungsgerichtshof erstrecken. Die Berfassungsreoision werde u. a. durch ein Gesetz zum Schutze der Arbeitsfreihett ergänzt. Damit das Verfassungswerk gelinge, müßten sich die Heimwehren in den Dienst der Refornwrbett stellen, Ruhe halten und auf weiter- gehende Aspirationen verzichten. Aber auch die Sozialdem»- kratie müsse eine starke Einsicht bekunden: denn sie habe zwischen Krieg und Frieden, zwischen Demokratie und Diktatur, oder, genauer gesprochen, zwischen geordneten Zuständen und scharfen Kämpfen zu wähle». „Wollt ihr, daß ich zum Mörder werde?" Ein Zurückgesetzter unter Anklage des Mordes. Am 24. Würz diese» Jahre» lötete der Schmied Friedrich Vogel den Emaillierer Waller R o s e n o w: der Schuh gegen seine frühere Braut Hedwig kohl, die derzeitige Verlobte Rosenow», versagte, vagel hat sich heule vor dem Landgericht III wegen Mardcs zu verantworten: die Anklage nimmt an, daß er seine Tat mit lleberlegung ausgeführt hat. Der Angeklagt«, im Jahre 1901 in Verlin gebaren, schildert seinen Lebenskaus, seine Beziehungen zur Braut und die Tat selber mit eigentümlicher Ruhe und kaum sichtbarem Lächeln. Gegen den Borsitzenden ist er öfter auffahrend.„Reden Sie dach nicht solch ein Zeug," sagt er. Seinen Beruf erlernte Vogel bei seinem Bater, mit den Eltern«istzroeite er sich bald, weil, wie er behauptet, ihn die Mutter schlecht behandelte. Er arbeitete in verschiedenen Be- trieben, auch auf dem Lande, und hing sein Herz an Mädchen.„Da ich dach kein Elternhaus mehr hatte," sagte er. Im Jahre 1925 lernte er die Hedwig Kohl kennen. Die Eltern waren gegen eine Heirat. Die Verlobung kam aber zustand«, das Verhältnis war trotz verschiedener Zwischenfälle anfangs gut. Hedwig Kohl arbeitete als Hausangestellte in Kaulsdorf, seit 1928 in einer Fabrik. Als dem Angeklagten sälschlichertveise hinterbracht wurde, daß fein« Braut«ine Herrenbekanntschaft gemacht habe, da verschlechterte sich das Verhältnis zwischen beiden. Bogel mißhandelte seine Braut. Sie stellte sogar eimnal Strafanzeige gegen ihn. Es kam aber zur Versöhnung, weitere Mißhandlungen salgten. Im Februar 1929 gingen die Beziehungen endgültig in die Brüche. Hedwig Kohl lernte Rosenow kennen und o e r l o b t e sich mit ihm. Der Angeklagte ließ aber va» seiner früheren Braut nicht ab. Er bat sie, sie möge sich mtt ihm oersöhnen, er suchte auch Rosenow auf und sarderte van ihm, er möchte van seiner früheren Braut ablassen. Als alles nichts half, schrieb er D r o h b r i e s e. Sa an Rosenow.„Treten Sie bitte zurück, ich kenne meine Braut schon 314 Jahre, sie gehört mir mit Leib und Seele. Ausgeschlossen, daß Sie meine Braut bekommen. Lebend jedenfalls nicht. Eher können Sie aus einen Kranz sparen. In meiner Berzweislung bin ich zu allem bereit. Sie sind nicht in der Lage, das Mädchen zu schützen. Sie werden sie nicht heiraten. Lassen Sie aber von ihr ab, sa bin ich Ihnen dankbar fürs ganze Leben." Am 9. März erhielt Hedwig Kohl eine Karte, in der es hieß:„Du entrinnst mir nicht, ich gebe Dir den legten Termin, sonst geht es mit uns beiden rettungslos bergab." In einem anderen Brief jagte er:„Weshalb läßt Du mich warten, ich bin ganz verzweiselt. Ich gebe Dich nicht auf, solange ich Dich liebe. Des anderen Frau wirst Du nie. Ich habe nichts mehr zu verlieren." Am 10. März schrieb er:„Verzeih mir alle meine Missetaten, gebe Gatt, daß wir beide gleich tat sind, ich will gut zielen. Ich schreibe jetzt meine Abschiedvbriefe. Auch bei deinen Eltern wirst du dich nicht verstecken können. Wollen wir uns versöhnen? Mein Vater hat mir Unterstützung versprochen. Wir können in vier Wochen heiraten. Dein dich lieben- der Fritz." Der letzte B r i« s kam am 15. März. Am Abend de» 23. März hatte der Angeklagte vielgetrunken. Arn Sonntag, dem 24., begann er seinen Margen gleichfalls mit verschiedtneii Glas Bier. Gegen mittag begab er sich mit seinem Freund in seine Wohnung und nahm einen Revolver an sich. Dann begab er sich zur Danckelmannstrah«, wo die Schwester seiner früheren Braut wohnte. Unweit des Hauses traj er Rosenow mit seiner früheren Verlobten. Er stellte sie zur Rede urfd sagte u a.:„Wollt ihr, daß ich zum Mörder werde?" Sie bestiegen ein Auto und fuhren davon. Er fuhr ihnen in einem anderen Auto nach. Am Bahnhof Charlottenburg stieg er zu gleicher Zeit mit ihnen aus. Als er auf die Kohl zugehen wollte, lief sie davon. Vogel wandt« sich nun gegen Rosenow und feuert« auf ihn einen Schuh ab Die Kohl stürz!« auf den Knall hin herbei, Vogel legte auch aus sie an. der Schuß versagte aber. Rosenow hatte einen Schuß in die Magenaorta erhalten und verschied unmittelbar. Der Angeklagt« erklärt, er habe überhaupt nicht die Absicht gehabt, ihn zu töten. Auch habe er keinen Haß gegen ihn gehegt. Seiner Braut habe er nur einen Denkzettel geben und sich dann selbst erschießen wollen. Lübecker Senator ertrunken. Das Opfer eines Unglücksfalles. Lübeck, 15. Oktober.(Eigenbericht.) Die Leiche des seil über acht Tagen vermißten Senatars R i e b o u r ist heute sriih kurz nach 7 Uhr bei der Struckfähre ge- funden worden. Als der Fährmann die Schraube feine» Bootes abließ, gewahrt« er drei Meter vom Ufer entfernt eine Leiche, die bald darauf als diejenige des Senator» Riebour erkannt wurde. Es steht nunmehr fest, daß Riebaur da» Opfer eines Unglücksfalles geworden ist. Sämtliche Wertsachen wurden bei ihm gefunden. Autounglück bei Nauen. Ein Toter, ein Schwerverlehter. Aus der Ehaussee unmittelbar van den Toren Raven» ereignete sich ein schweres Autounglück. Der 45jährig« Karl F r eh l a nd aus Hamburg hatte mit feiner 18jährigen Tochter auf seinem Motorrad«ine Fahrt nach Berlin unternommen. Auf der Rückfahrt wurde das Motorrad von einem dänischen Privatauto, das von dem Besitzer, einem dänischen Kapitän a. D., gesteuert wurde, angesahren. Das Rad wurde völlig zertrümmert. Frehland erlitt so schwer« Verletzungen, daß er auf dem Transport zum Nauener Kreiskranken- Haus st a r b. Die Tochter wurde schwer verletzt, es besteht jedoch keine Lebensgefahr. Der dänische Autofahrer ineldete sich nach dem Unfall sofort bei der P a l i z« i o e r w a l t u n g in Nauen und gab den Hergang des Unglücks zu Protatall. Dei Schuldfrage konnte bisher nicht einwandfrei geklärt werden, da eine Vernehmung der Tochter des tödlich Ver- unglückten nach nicht möglich war. Altohalsreies Ministcrhaus. Frau Snowden hat erklärt, daß die Amtswohnung des Schatzkanzlers in der Downingstraße 11 von jetzt ab„trocken" sein werde. De la Croix gestorben. Der belgische Hauptoertreter im Organisationsausschuß der Bank für iitternational« Zahlungen, de la Croix, hat einen Herzschlag erlitten. SUfcWsnM MiffeV/ette 3m Kaschistengefängnis erleuchtet. Slowenen vor dem Spezialgericht.— Oer Angeber und Täter entlassen. > Locarno. 14. Oktober. Am 14. Oktob«r wir> bas iaichistische Spezialgericht, das soeben Cssare Rosii zu dreißig Jahren Zuchthaus verurteilt hat, in P o l a tagen, um gegen sünf Slowenen vorzugehen, die beschuldigt sind. „eine Handlung begangen zu haben, die darauf abzielte, die Be- völkerung zum bewaffneten Ausstand gegen die Staatsgewalt zu verleiten"(§ 120 des Strafgesetzbuches). Das Ausnahmegesetz vom November 1926 sieht für dieses Verbrechen die T od e s st r a s e vor. Der Prozeß hat die folgende Vorgeschichte. Am 24. März dieses Jahres, an dem in Italien die sogenannten Wahlen statt- fanden, wurden die Wähler von Villa Treoifo in der an diesem Tage üblichen Weise, nämlich in Kolonnen, wie Sträflinge, von den faschistischen Parteifunktionären zum Abgeben des Stimmzettels geführt. Auf dem Wege wurde von einem Walde aus auf die Kolonne geschossen. wobei es einen Toten und einen Derwundeken gab. Ein« halbe Stunde später wurde, etwa 30 Kilometer von dem Wald« entsernt, auf eine andere Wählevhevde geschossen, aber ohne Schoden an- zurichten. Da» Durchsuchen des Waldes war erfolglos! man fand nur leere Patronenhülsen eines Militärgewshr». Bei solchen Nach- sorschungen zeigt sich in der Regel nachträglich ein phänomenale? Physiognomicngedächtnis und ein« märchenhaste Sehschärfe. Nach «inigen Tagen hotten sich diese Fähigkeiten bei einem gewissen Tue tan, dem Bruder des Getöteten, entwickelt, so daß er jetzt im- stände war, die Namen von zwei der im Wald« verborgenen An- greiser zu nennen. Divoda und Gort an. Erkannt hat er sie an den... feldgrauen Hosen... Am N. März wurden die beiden auf so überzeugend« Weise Identifizierten verhaftet. Bei Gortan fand man vier Papierschnitzel, aus denen sich der Stempel einer jugoslawischen natioiwlisttschen Vereinigung zusammenstellen ließ! des weiteren einen Polizei- ausweis. der Gortan als Staatsbürger Serbiens kennzeichnet«, drei weiße Fedorstutze und ein« Jacke mit Erdflecken an den Ellbogen. Vivoda wurde in Polszeibehandlung genommen, mit dem Ergebnis, daß er am 14. Mai eine List« von Schuldigen von sich gab. aus Grund jener besonderen Erleuchtung, die in Polizei- gesängnissen nicht selten ist. Der an der Hose«rlamrte Vivoda endigte nach oben in einen ganz besonders schlauen Kops, so daß er fünf Mitschuldige nomhaft macheu konnte und selbst, obwohl er sich ini Zustand der Polizeierleuchtung schuldig bekannt hatte, in Freiheit gesetzt wurde. In den Krallen des Spezialgerichts blieben Vladimiro und Vital« Gortan, zwei Brüder Laoadaz und Vittono Bacchiaz. Diese fünf sollen gestanden haben. Offenbar nimmt aber das Gericht derartige Geständnisse nicht allzu ernst, wenn es Vivoda trotz des Geständnisses in der Voruntersuchung freigesprochen hat. Charakteristisch für dos geplante„Gerichtsverfahren" sind die folgenden Auslassungen der Doruntersuchungskvmmission: „Es kann nicht in Zweifel gezogen werden, daß ein Attentat auf dos Leben der Bürger und Wähler in dem Augenblick, wo sie sich anschicken, jür das sofchistiiche Rechme zu stimmen und auch der bloße Versuch, sie an der Abstimmung zu hindern, einem Attentat auf dos Leben des Staates gleichkvinmt. der. neben anderem, von der freien Zustimmung aller Bürger -genährt wird, sowohl in der Vollziehung ihrer Pflichten als in der Ausübung ihrer Rechte." ?! Es ist vorsichtig von der Untersuchungskommijsion. nur die Attentate auf Wähler, die für die Faschisten zu stiminen in, Be- griff sind, als Verbrechen gegen den Staat zu bezeichnen, denn sonst könnten etwa andere bei der Ausübung ihres Wahlrechts Getötete aus dem Grabe auferstehen und Rechenschost fordern. Und dann müßte dos Spezialgericht nicht nur in Pala tagen, sondern auch in Bologna, Florenz, Reggio Enrilia und in Dutzenden anderen Orten. Im übrigen ist es tröstlich zu erfahren, daß der Staat von der „freien Zustimmung aller Bürger" genährt wird! da muß man hassen, daß der faschistisch« Staat dem dauernden Nahrungsmangel nicht mehr lange widerstehen kann. Wir werden über den Prozeß berichten. Zahl der unterstützten Arbeitslosen. Langsame« Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Noch den endgültigen Berichten der candesarbeilsämter ist in der zweiten Septemberhälfte die Zahl der hauplunter- slühungsempsänger In der Arbeitslosenversicherung um nicht ganz 14 000 Personen oder 1.S p r o z. g e st i e g e n. van den am 30. September gezählten rund 750 000 Unter- stützten waren Söö 000 Männer und 16Z 000 Frauen. Auch in dem vorliegenden Berichtszeitraum beschränkte sich die Zunahme der Unterstützten ausschließlich aus Männer l-t- 20 000), während bei den Frauen wiederum eine Abnahme zu verzeichnen war s— 6500). Die gleiche Erscheinung ließ sich auch in der K r i s e o u n t e r- st ü h u n g feststellen. Die weiblichen hauptunlerstützungsempsänger nahmen hier um rund 1 proz. ob, während die männlichen um rund 2 proz. anstiegen. Die Gefamtzunahme belies sich aus 1500, so daß die Zahl der Unterstühlen in der Srlsenunterstühung nunmehr rund 162 000 beträgt. Beffedowski belastet Cachin. Paris, 15. Oktober. Der ehemalig« Botschafstrat B eff ed owft i fetzt seine Eni- hüllungen über die Lorgänge, die sich hinter den Kulissen der russi- schcn Dots6>ast abspielten, fort. Bessodowsti erzählte dem Vertrete? des„Paris Midi" interessant« Einzelheiten über die Aorgänge, die sich anläßlich der beabsichtigten Reise Trotzkis nach Frankreich abspielten. Als Trotzki, der aus Ruhland verbannt ist. bei der französischen Rcgicruirg um die Einreiseerlaubnis vachsuchte, sei der Führer der französische» Kommunisten, C a ch i n, auf der russischen Botschaft erschienen und Hab« in einer zweistündi- gen Unterredung versucht, den Botschafter D o w g a l e w s k i zu bewegen, bei der französischen Regierung Schritte zu unter- nehmen, um die Einreise Trotzki, zu verhindern. Cachin habe betont, daß Trotzki in kurzer Zeit die sronzosischen Kom- munisten auf seine Seite ziehen würde und die Botschaft dadurch ihrer einzig wirtlichen Freunde verlustig gehe. Dowgalewski habe auch Mo«kau telegraphifch um Erlaubnis zu einem der- artigen Schritt gebeten. Man habe ihm jedoch geantwortet, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland im Augenblick nicht dazu angetan seien, ein.-n derartigen Schritt zu unternehmen, der wahrscheinlich gerade die gegenteilige Wirkung haben würde. Man weiß, daß die französische Regierung auch ohne das Eingreifen Domgalewfkis die Aufenthaltsgenehmigung für Trotzki »«rweisenteL ! Wedekinds„Frühlings Erwachen" Theater am Bülowplah. Vor 38 Jahren hat Wedekind dieses Drama geschaffen. Domalz eine unerhörte Offensiv« gegen die Grundmauern falscher Moral, gegen Enge. Konvention, Vorurteil. Eure Kinder irren im Dunkeln umher, sie gehen durch verriegelt«, dämmerige Zimmer, diese Aierzehn-, Fünfzehnjährigen, kein Lichtstrahl dringt zu ihnen und sie sind in diesen schwersten Jahren innerer Haltlosigkeit und sexueller Gärung fürchterlich mit sich allein. Ihr aber, ihr Eltern, seid un- nahbar, eure Miene ist psäffisch, glatt und abweisend, wie sie euch Feigheit und Bequemlichkeit eingibt. Ihr öffnet kein Fenster, kein« Tür« der Liebe und der oerstehenden Freundschaft, die allein die Wunden junger Seelen heilen und zur Klarheit führen kann. Ihr wollt keine Klarheit, keine aufrechten Kinder, die die Kraft haben, den Dingen ins Auge zu sehen, well ihr euch selbst nicht bezwingen und nicht über euch hinaus werden wollt. Und so streckt sich gerade in der schwersten Zeit kein« gütige Freundeshand aus, mn Dunkel- heiten zu glätten, und in verschlossenen Herzen schäumen die Stwm- schnellen und Wirbel des Blutes um so wilder und stärker. Das und noch mehr sagt Wedekind in„Frühlings Erwachen". Eltern und Er- zieher übernehmen die Pflicht, ein Leben zu bauen und nur dem, der sich aufopscrt, der fähig ist, den Weg seiner eigenen Entwicklung rückwärts zu schreiten, selbst Kind zu werden, Freund, Kamerad zu sein, wird es gelingen, zu Helsen. Der Starke muß sich dem Schwachen nähern, ohne seine Ueberlegenheit zu zeigen, als Gleicher dem Gleichen. Und heut«? Es Hot sich nicht viel geändert, die Klujt zwischen den Generationen besteht fort, der frühe Drang sexueller Reif« gilt noch wie vor als„unsittlich", ein« oft kalte, geschäftsmäßig betriebene „Aufklärung" hat nichts mit jener Führung gemein, die unmerklich ist und zu der uns die Lieb« allein berechtigt. Erziehertum, wie es uns Wedekinds„Frühlings Erwachen" gebietet, kann nicht erlernt werden, sondern muß erkämpft sein. Martins Inszenierung zeigt uns dos Stück in neuem, natürlichem Gewand. Er hebt die handluirg aus dem Milieu des «instigen Gesellschastsstückes heraus und nähert sie unserer Gegenwart. Das gleiche— in der Gegebenheit der Lebensbedingungen und in Fragen einer Weltanschauung verändert«, aber nur äußerlich veränderte— Bürgertum mit Plüschsosa und geschmacklosen Möbeln, die Atmosphäre verlogener Seichtheit. Die Schul« nnl den gleichen verknöcherten Figuren verständnisloser Lehrer, dem gleichen Drill und der gezüchteten Unnahbarkeit sich gvttähnlich gebärdender Menschlein. Aber die Luft ist anders, ver Atem unserer Zeit weht über die Szene, das Tempo, die hast unserer Großstadttage steht deutlich erkennbar im Hintergrund. Rummelplatzatmosphärc, hohe licht- und lustlose Hose und bei Nacht Lichtreklame und das ferne Brausen und Jagen der Stadt. Martin bringt da» Stück fast ohne Streichungen, unmerklich trägt diese Regie des heute hast in das gestrig« Stück. Nicht als Dichtung, als Reportage zeigt uns Martin„Frühlings Erwachen". Eine wertvolle Leistung. Nur die Sitzung de? Lehrerkollegiums ist uneinheitlich im szenischen Ausbau. „ Aus der Fülle der Darsteller gebührt ungeteiltes Lob Peter L o r r e, dessen eigenartiges Talent in der Gestaltung Moritz Stiefels klar hervortritt. Ein ungemein geschickter Taktiker. Er baut die Darstellung aus kleinen, scheinbor nebensächlichen Gesten und Betonungen zu wuchtiger Wirkung»ns. Er spielt kaum, manchmal hat man die Empfindung, als spräche er nnt sich selbst. Rauhe Kehllaut«, hastige, überstürzt« Sprache, jähes Stocken, schwer- fällige Haltung, lässige Bewegungen. Dos olles macht den Eindruck großer Natürlichkeit und ist doch bis in das Kleinste durchdacht und abgewogen."Aber seine Orgsnalität hilft ihm darüber hinweg, sich im Technischen zu oexlieren. Helen« Sieburg, zum ersten Male in„großer" Rolle. zeigt sich von der besten Seit«. Aus anfangs verständlicher De fangenheit spielt sie sich mehr und mehr frei und wird in der Kind- bettszene erschütternd echt. Auch sie orbeitei mit einfachen Mitteln. Es scheint ein Borzug der Jugend zu sein, ein« Oekonomie in die Darstellungsform einzubringen, mit wenigem viel zu gestalten. Helen« Sieburg ist«ine zarte, durchgeistigte Wendla, wie das Wedekindfche Stück sie damals nicht meinte, aber die Gegenworl vielleicht erfordert. Leider hat sie in Helen« Eisenstaedt als Frau Bergmann keine gleichwertige Gcgenspiel-erm. Sie ist pathetisch und fahrig. Carl Balhaue gibt einen über den Durchschnitt guten, warm empfundenen Melchior. Walter F r a n ck ist als vermummter Herr etwas zu sehr ä«us ex machina, zu wenig unmittelbar. Lotte L e n j a als Ilse sehr packend,«ine leise, singende Stimme, die wie verzaubert ist und von ganz fern zu kommen scheint. Ellen Schwan neke zeigte«rsreulichen Humor im Ausdruck. Josef Almas war ein feiner Herr Stiesel. Karl E t t l i n g« r ein scheußlicher Rektor, also gut. Grete Bäcks Frau Gabor war nicht ganz tief empfunden. Hans Peppler gestaltete als Herr Gabor einen Typus, den wir gut kennen, ohne ihn zu lieben. Zuletzt soll noch die Leistung Ernst Ginsbergs hervorgehoben werden, der als Hönscheu Rilow Glänzendes leistete. Er hat Jugend gestaltet, wie sie war und ist. Caspar Neher» Bühnenbild war, abgesehen von zu viel Persil, modern und wuchtig. Ein großer Erfolg. Das PuW.ck.um stand mindestens zehn Bor- hänge durch und applaudierte begeistert. Alexander von Sacher-Masoch. Song und Kox. Leichte Gchollplattenmusit. Was ist«in„Song"? Kurz gesagt, ein Strophenlied mit tanze- risch-rhythmisierter Musik, die jeder versteht, mit einem Refrain, der sich wie von selbst nachsingt. Die Gattung, wie sie heute bei un» bräuchlich ist, international, ist amerikanischer Import. Schade, daß die ausgezeichneten Songs aus der„Dreigroschenoper" bei El.*) kein« bessere Wiedergabe gesunden haben; wann wird das Kanonen- lied von Harald Paulfen auf der Schallplatt« zu hören fein? Im übrigen empfiehlt sich's, nicht nur die Gattung, sondern auch ihre Vertreter einstweilen von den Amerikanern und den hierin ameri- kanisierten Engländern zu beziehen. Man muh Jack Smith, den liebenswürdigsten Meister des Genres, in seinen neuesten Sachen bei El. hören, oder immer wieder die Revellers, unnachahm- lich im Bezirk des vierstimmigen„Song", nun etwa in dem anmutig leichten„Blaue Schatten". Oder ist e, nur ihre 5lrt des Singens, die ein gewöhnliches Lieddzen so zart und anmutig macht? Man kennt A l I o l s o n au» dem Tonfilm„Der singend« Narr", durch den er berühmt geworden, oder eigentlich, den er berühmt gemacht hat; nun ist er als Sänger in den bekanntesten Nummern, wie „Sonny Boy",(und auch al» Kunstpfeifer) auf Br.-Platten zu hören-, es bleibt«in persönlich gewinnender Eindruck. Auch Harry R i ch m a n hat alz Sänger«in« ausdrucksvolle)«rfzillte Art, solch« Kleinigkeiten zu bringen, daß sie in der Tot aufhören, Kleinigkeiten ZU sein. Amerika hat es besser, auch in puncto Tanzmusik, nämlich Tanzkapellen; das ist, ohne tieferes Bedauern vielleicht, festzustellen: dach eben, es ist festzustellen, jeden Monat gibt Br. dafür neue Belege. Diese Amerikancr haben in ihrer Amüsiermusik mehr Klang- kultur, sie haben eiqe gepflegte Kühle des Zlusdrucks, die sie vor sentimentalen Exzessen»nd vor Entgleisungen ins schlechthin Ordinäre bewahrt. Viel neue Namen immer wieder neben den schon bekannten: die lustig-frechen, bravourösen„Iumping Jack»" in neuen Foxtrotts; die Broadway Broadcasters in ihrem Foxtrott„Pampanola", apart al» Komposition, mit Raffinement instrumentiert. Aber Komposition, Bearbeitung. Instrumentierung, Ausführung, es wirkt alles zusammen und vereint sich zu dem nun schon garantierten Gesamtniveau. Ben Bernie, Joe Riner, Arrowhead Inn, Bob Höring,... es ist unmöglich, olle Namen zu nennen: das C o l on i a l« E l u b- Orchester, das Bilk- m o r e- Hotel-Orchester nicht zu vergessen, auch Ray Miller nicht in einem Waltz, der sich freilich nicht ohne Uebertreibung„Ein u»- vergeßlicher Walzer" nennt.(All dies bei Br.) Bei Ho. Fred B i r d mit seiner Marimba-Band: bei D. G. Lud G l u s k i n: und vor allem, bei El., immer wieder: Paul Whilemon: was er in „Zurück", einem Fqxtrott wie viele, an Harmonischen und instrumentalen Feinheiten gibt, ist von allerhöchstem artistischen Reiz. Typisch« Tangos, sehr charaktervoll in ihrer strengeren Harmonik und Rhyth- mit, bringt ho., gespielt vom Ambasador- Orchester und vom Orchester Robert Gaden. Endlich sei auf die reizvolle Spezialität der Royal hawaianz(Br.) hingewiesen: vielleicht erschienen uns ihr« heimatlichen Klänge weniger exatisch-reizooll, wenn sie nicht just unser« Antipoden wären. Und Tr. bringt Russisch. Nationales: Darbietungen de» R o m a n o f f- Balolaiia-Orchestere. darunter eine„Mondschein".Ballad«, aber ganz ohne konventionelle Mondscheinseligkeit in hinreißendem Crescendo mit prachtvollem Elan musiziert. Und die„seichte Musik" unserer Zonen? Sie hat einstweilen in den Operetten von Strauß, ein paar Jahrzehnte ist'» her, ihren Gipfel erreicht. Bei O. ist nun das zweit« Final« aus dem„Zigeunerbaron" aufgenommen, in wahrhaft glänzender Be- fetzung— Lofte Lehmann. Grete Merrem-Nikifch, Karin Bronzell, Tauber, Stägemann—; ein Stück Opereitenfestspiel, es lohnt sich, dabei zu sein. —-- Klaus Pnngsheim, *) Abkürzungen; Br.— Brunswick: D. G. Deutsche Grammophon: El.— Electrola: ho.= homocovd: O.— Odeon: Tr. » Triergon. Kortner Theaterdirekior? Direktor A u f r i ch t und K o r t n« r verhandeln über die Grün- dung eines Theaters, an dem Aufricht Direktor. Kortner Mitdirektor und Darsteller. P i» c a t o r Regisseur sein soll. Es Handell sich ober nicht um das Theater am Schissbauerdamm, sondern um«ine funket- nagelneue Bühne. Indessen— die Verhandlungen schweben noch und vor der nächsten Saison dürste nichts zu erwarten sein. Chaplins„Karriere." Llfa-pavillon. Ein sehr lehrreicher älterer Chaplin-Film. Noch ganz in der Art wie die meisten anderen amerikanischen Grotestfilme, in denen ein vom Schicksal dazu Vorbestimmter alles falsch macht, die größten Verwirrungen anrichtet, aber ein echtes Stehaufmännchen, immer wieder auf die Beine gerät, alle Widersacher überlistet und schließ- lich— aber das nur so nebenbei— auch noch ein Mädchen abkriegt. Trotzdem das hier allgemein Amerikanische noch überwiegt, ist doch die Eigenart Chaplins deutlich genug ausgeprägt. Er ist bei aller Aehnlichkeit der Situationen doch ein ganz anderer als etwa Düster Koaton, er ist behende, witzig, jeder Situation gewachsen. Er Hand- habt olle Tricks glänzend, wir kennen sie freilich inzwischen schon, ober«» macht uns immer noch Spaß, zu sehen, wie er die Falltür handhabt, wie er seinen Ulk mit der Drehtür treibt und im Grunde alle beherrscht. Manches freilich ist auch oerallet und wird heute in seiner Wiederholung zu breit für uns. Ob Chaplin als Kellner unter den Gästen wie in der Küche sein Unheil anrichtet, ob er auf der Rollschuhbahn seine vive Gelenkigkeit zeigt oder als Feuerwehr- mann alle aussticht, immer wieder hat man seine Freude an dem Kerlchen mit dem todernsten Gesicht. Was für Abenteuer er in einem Schmierenfilm und nur gar erst im Sanatorium erlebt, das geht auf keine Kuhhaut. Chaplin kommt vom Clown her, ja seine Ahnenreihe geht noch viel weiter zurück: er ist nichts als die lustige Person de» allen Volksstücks, die wieder bis in die ällesten Zeiten des Theaters zurückreicht. Zlber mit welchem quickxn Leben erfüllt er diese alte Figur, die er ganz und gor modernisiert hat. und wie läßt er schon ahnen, daß noch viel mehr in ihm steckt, obwohl es ja genug wäre. allseitiger Belustiger zu sein. r. -• Oer Aufwand für die staatlichen Theater. Der houptausschuß des Preußischen Landtages beschäftigt« sich mit der Frage des Aufwandes für die staatlichen Theater. Er trat dem Beschluß seines Unterausschusses, einen Zentrumsantrag auf Annahm« eines besonderen Gesetze über di« Tvagung des Aufwandes für die staatlichen Theater Preußens m Berlin, Wiesbaden und Kassel abzulehnen, bei und nahm einen sozialdemokratisch- demokratischen Antrag an, der das Staatsministerium ersucht, mit Berlin, Kosseh und W i es b a d e n wegen angemessener Be- leiligung am Zuschuß zu d«n Staatstheatern zu verhandeln und über das Ergebniis dem Landtag zu berichten. Annahme fand ein deutsch- nationaler Antrag, die Dotationen der preußischen Landesbuhn« für das lausende Haushaltsjahr außerplanmäßig um 300 000 Mark auf 1,5 Millionen Mark zu erhöhen. „Außerordentliche Rohelt." Die Londoner Blatter berichten, daß Remarques Kriegsbuch„Im Westen nichts Neues" aus der öffent- lichen Leihbibliothek in Northampton entsernt worden ist. trotzdem di« Nachfrage danach groß war. Ein Mitglied des Verwaltung»- ausfchusses der Bibliothek gab al» Grund die„außerordentliche Roheft" des Buches an. Auch der Stadtrat von LamOetH hat das Buch aus den städtischen Bibliotheken entfernen lassen. Sine SchausplelernochtrorsleUmig von»A I t- B- r Ii u" mil Mm Adalbert und der Prcmierenbelctzung. finde! am 17., abends U'/.Ubi im Kleinen Theater statt. Der Gesamtreinertrag flieht den Wobl- sahrtikassen der Bübnengenosseuschast zu. Karte» im Bezirk« verband Kcilü- strotze 11. Zimmer IS. Deutschnationaler Ziaiffeisensumpf In die Ostwolle geraten. Das erste große Geschäft, das die kaufmännischen Fähigkeiten der Raiffeisen. Direktion erweisen sollt«, war die„O st w o l l e". Für chakenkreuzler uird Rassereiniger: Unter Ostwolle versteht man hier nicht etwa das wollige Haar eines Ost- juden, sondern das Wort ist die Abkürzung für ein alteingesessenes, an sich solides Känigsberger Unternehmen: die st p r e u tz i s ch e Dampfwollwäscherei A.- ffl.". Mit diesem Unternehmen hott« die Raiffeisenbank ihrem Zweck und Statut nachi. etwa so viel zu tun wie ein Wäschegeschäft mit einer Schokoladenfabrik. Aber man schrieb 1324. ein Personal von 1400 Köpfen war aus der Inflationszeit zurückgeblieben, das erforderte Besoldung, die für soviel Köpse aus dem soliden Gcnossenschaftsgeschäft nicht zu er- übrigen war. So fuhr denn die Raiffeisenbank mit vollen Segeln, geschwellt von den kühnsten Gewinnhosfnungcn, in die wilde Spekulation. Am 21. Februar 1324 rief der Börsenvertreter der Raiffeisen» bank, R a t h k e, von der Börse aus an und teilte dem Direktor Schwarz mit: Er habe ein fabelhaftes Geschäft an der Hand, doch müsse man sich in wenigen Stunden entscheiden. Schleu- nigst auf Bureau gerufen, trug Rathke(nach dem Bericht von Kameka) folgendes vor: „Durch Vermittlung des Banthauses Fabian tönne man 12S1 Stück Aktien der Könrgsberger Ostwolle von dem Pro- kuristen Förstner der Banksirma Schreib, der von dieser Firma auszuscheiden wünsche, zu 143 Proz. kaufen. Der amtlich notierte Kurs bewege sich leinerzeit zwar um zirka 115 Proz., die Firma Schreib wünsche aber aus bestimmten Gründen die qualifizierte Minorität zu erwerben und würde daher für dieses Paket einen erheblich höheren Kurs anlegen. Das Geschäft würde sich bis spätestens 31. März 1324 abwickeln und eine Kapitalaufwendung von etwa 1,5 t is 1,6 Mil- l i o n e n erfordern." Bei der Raiffeisenbank wußte man zwar weder etwas von Ost- wolle, noch von den Bankhäusern Fabian und Schreib, aber aps das Stichwort„Verdienen" sprang man mit beiden Mßen in das Geschäft. Der Bericht von Kameke jammert: „Man kannte nicht die Königsberger Dampfwollwäscherel, ge> schweige denn den inneren Wert ihrer Aktien. Es wurde auch gar kein Versuch gemacht, sich über die wichtigsten Daten dieses Unternehmens zu orientieren. Hätte man das getan, fo hätte man feststellen können, daß das Friedenskavital der Gesellschaft 533 333 M. betragen hat und während der Inflation durch Reu- emissionen aus 5 Millionen Papiermark gebracht wurde, daß also der derzeitig amtlich notierte Kurs von IIS Proz. kaum mehr ver- tretbar war. Eine nähere Erkundigung an Ort und Stelle, wozu die Königsberger Filiale die Möglichkeit bot, und wie sie späterhin norgciroinmen wurde, hätte schon damals Einzelheiten ergeben, die einen derartigen Entschluß verhindert hätten. Man gab sich auch nicht einmal die Mühe, vor einem Ankauf von fast einem Drittel des gesamten Aktienkapitals sich die Firmen und Personen, die bei diesem Geschäft mitwirken sollten, näher anzusehe« und fiel blindlings aus die sehr dürstigen und wenig greifbaren Angaben des Herrn Rathke hinein. Tatsächlich kauft« nun dieser nicht von dem Prokuristen Förstner, sondern von Schreib selber, und zwar zu dem erhöhten Kurse den ge- samten Posten auf einmal." Also jener Schreib, der angeblich ein Interesse daran hatte, die Aktien der Ostwolle zu erhöhtem Kurse der Raiffeisenbank a b z u« nehmen, trat selber als Verkäufer auf; er benutzte die Ge- legenheit, um seinen Aktienbesitz an Ostwolle zu einem Kurse loszuwerden, den er sonst niemals erzielt hätte! Alles spricht dafür, daß Schreib, Rathke, Förstner, das Fabian usw. unter einer Decke spielten, um die Raiffeisenbank hereinzulegen.— Aber dabei blieb es nicht. Statt der vereinbarten 1251 Stück kaufte Rathke nach und nach zu ständig gesteigerten Kursen 34g3Stück derDampfwolle- Aktien, angeblich um den Kurs an der Börse zu regulieren. Am 14. März 1324 waren bereits über 5M Million Gold- mark in dies„Geschäft" gesteckt, der Kurs der Dampfwolle war durch die ständigen Käufe bis auf 138 Proz. getrieben, zu einer Zeit, wo ein erstklassiges Papier wie Harpener, eine Aktiengesell- schaft, die ihr Friedenskapital niemals verwässert hatte, an der Börse mit 73 Proz. notierte! Die unerklärliche Kurssteigerung der Ostwolle bildete das Tages- gsfpräch an der Börse. Als aber KönigsbergerRaiffeifen- direktoren, stutzig gemacht durch die Nachricht der Börsen- Zeitungen, daß Raiffeisen hinter diesen Käufen stände, in Verlin an- fragten, wurde ihnen bedeutet, s i e möchten sich nicht um Dinge kümmern, die sie nichts angingen. Inzwischen kaufte Rathke munter weiter Ostwolleaktien zu höchsten Kursen auf. Er war der Raiffeisenbank auch vollkommen gedeckt, denn am 23. März 1324 hatte ihm der Borstand der Raiffeisenbank folgende Blankovollmacht ausgestellt: „Herr Direktor Rathke ist berechtigt, alle Angelegenheiten, be- treffend die Dampfwollwäschereiaktien, selbständig zu fuhren und zu erledigen." Natürlich legt« Rathke diese Bollmacht für sich in weitgehend- ster Wesse aus. Im April 1324 hatte erschließlich zirka 4330 Aktien der Dampfwolle, Lteberm Löffel balbieri. Der ebemaliae Reicki-taam-iterrälident und Raiffeisen. Sirektor Dietrich acstand Nor dem Untersuchung«,!». schub. daß ihm rumiinische Evekulationsvaviere im Wert« von Z0«V00 Kranken in eine« Rastcrsalon gestohlen worden seien. Da sein kaufmännisch' Talent entdeckt er (Zwar verstand er nichts von solchen Sachen), Sprach Herr Dietrich, Generaldirekter: „Jetzt laßt mich mal auch Geschäfte machen." Und er machte! Hin ging er zur Bant von Markiewiczen, Der zwar Jude war, und sagte diesem: „Wall'n vom Braten Inflation die Sauce titschen, Schieben wir rumänische Devisen." Gemacht, sprach Markiewicz. Hochgeschwcllt das Portefölch von Franken Dietrich zog die Friedrichstraße— bon! Da kam er auf. gndere Gedanken: Ecke Miltelstraße winkte ein Salon. (Rasieren und Haarschneidcn.) Zur Erleichterung— natürlich beim Rasieren— Dietrich legte seinen Gehrock ab, Um die ganzen schönen Franken zu verlieren. Als man ihm den Gehrock wieder gab. So ein Pech, Onkelchen! Leser, daß dich hierdurch unterweisen: Spekulieren bringt gewiß Berdruß. Tu die Finger von dem heißen Eisen, Auch Raiffeisen ist oft hohler Guß. Das kann man wohl flüstern. Ist der Generaldirektor unsolide,, Wird er überm Lössel leicht balbiert, Und das schlimme Ende bleibt vom Liede, Daß er im Rasiersalon sein Geld verliert,— Statt wenigstens noch an der Börse! Jonathan. d« heihk. ru«d 90 Proz. de» gesamt« AkSenkapital». zu einem Durchs chailtskurse von 165 Proz.. das heißt, mit rnnd 7.1 Mill. RM. erworben. Mehr als ein Drillet de» gesamten Aktienkapital» der Raiffeisenbank war in diesem dunklen Geschäft festgelegt, ohne daß der eigentliche Vorstand sich im geringsten darum gekümmert hätte! Jetzt endlich erwachte er aus dem Winterschlaf und beschloß mm, nachdem man das gesamte Paket bereits erworben hatte, sich auch einmal nach dem Wert dieser Aftien zu erkundigen. Eine K o m» Mission wurde von Berlin nach Königsberg geschickt, sie war selt- sam genug zusammengesetzt, denn es gehörte ihr jener Spekulant R i e b e an, der selber die Raiffeisenbank bereits um mehr als 8 Mil- lionen an Krediten erleichtert hatte. Trotzdem war, was diese Kommission berichtete, der Wahrheft nahekommend und einfach niederschmetternd: sie stellte nämlich fest, daß das gesamte Unternehmen, dessen Aktienmajorität man eben mit einem Kapitalaufwand von über 7 Millionen erworben hatte, bei optimi- slischer Schätzung höchstens 2.1 Million« in seiner Gesamtheit wert war.(Später hat sich al» Gesamtwerk de» llnlernehm«» noch nicht einmal 1 Million herausgeslelll!) Immerhin, die Raiffeisenbank mußte erkennen, daß sie winde» st c n s 5 Mill. M. zuviel für die Aktien bezahlt hatte. Auch setzte, sobald ihr« Käufe aufhörten, ein gewattiger Kurssturz ein: Im April fiel der Kurs der Dampfwolleaktien bereits auf die Hälfte! Daß man glatt betrogen worden war, ergibt sich auch aus Brief« des Bankiers Schreib, des angab- lichen Käufers und tatsächlichen Verkäufers der Aktien, in dem es heißt: .hoffentlich hott sich der Käufer einen gehörigen Schnupfen. Sollte aber der Kur» bedeutend runtergehen. so werde ich mir ein Vergnüg« daraus machen, falls es möglich ist, ihm die Ware recht niedrig abzunehmen." An diesen Schreib wandte sich nun in ihrer lllot die Raiffeffenbank mtt dem Anerbieten, ihr dos Aktienkapital für den vor ihr gezahlt« Preis von 7,1 Million« abzunehmen. Hohn- lachend lehnte Schreib ah! Jetzt war guter Rot teuer. Man war sich klar, daß dies fatale Geschäft in den Büchern der Rafffeisenbank nicht stehenbleiben konnte. wozu halle man aber eine Tochlergesellschafk. die Dandmannbank? Di« Landmannbank befaß zwar mir ein Goldtapital von ganzen 53333 Mark, aber das hindert« nicht, daß sie der Räiffeisenbank das Gesamtpatet für 7,1 Millionen abnehmen durfte, mtt welcher Sumnre sie nun in den Büchern der Rafffeisenbank belastet erschien. Und als das ftellver- tretende Auffichisratsmitglied der Rafffeisenbank, Pfarrer D o y e, durch Börsengerüchte stutzig gemacht, in der Raiffeisenbank erschien, um sich über das Ostwollegeschäst zu informieren, tonnt« ihm der Borstand mft Viedernwnnsmiene versichern, daß die Raiffeisenbank kein einziges Stück dieser Aktien mehr besitze, sondern das ganz« Paket „verlust los abgestoßen" habe: Indes: für alle Ewigkeft konnte das Paket auf der Landmann- bank nicht bleiben. Deswegen wurde dies« einige Wochen später ersucht, den größten Teil der Aktien wieder einzuliefern. Der Bericht von Kameke sogt hierzu: „Diese Manipulationen hatten offensichtlich nur den Zweck, nach außen hin den wahren Tatbestand nicht zu zeigen. Taffächtich fft das gesamte Risiko aus diesem Gx- schäst stets der Raiffeisenbank geblieben. Im April 1324 betrug schon der kursmäßige Verlust annähernd 3 Mit- lionen Mark, der der Direktion natürlich schwer« Sorgen machte (sie ober nicht verhinderte, das Paket der Landmmmbank zur Kurs- höhe von 7,1 Millionen statt 4,1 Millionen anzurechnen!— Red.). Der Vorstand war nach seinen Angaben schon nahe daran, dem Aussichtsrat von diesem Konto Mitteilung zu machen: da erschien als Retter in der Not am 17. Mai 1S24 der Russe Michael llralzeff." Mit diesem„Retter aus der Not" sollte ein neues, nicht weniger amüsantes und nicht weniger vertu streiches Kapitel der Rafffeisenbank beginn«. Dienstag, 15. 10. Staats-Oper | Unter d. Linden A.-V. 221 191: Uhr DieUodizeit des Figaro Staats-Oper Am Pl.d.Republ. Vorst 64 >?>- Uhr .« Dienstag, 15. 10. Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Samson und Dalila StaatLSdiausph. am Gendarmenmarkt A.-V. 195 20 Uhr• Ein Desserer Herr Stsall.SchllMeater.Charltli. 20 Uhr Der Kaufmann von Venedig Tl|l. i»nrjtell. S flnl•. e.«. S066 INTERNAT VARIETE Morgen Premiere Renaissance-Theater Taglldi 8, Uhr Oer Unwiderstetilielis Komödie von adraidy und Spitzer Regie: Gustaf Grlindgens Die Komödie J I Bjsmck.2414/7516 8','s Uhr Kolportage Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Direktion Or. Robert Kiels Beotsebes KOnslltr-Theal Barbarossa 3937 8>/. Uhr Die andereSeile Berliner TBeater DönholfITO 8V. U. Zwei Krawatien von Georg Kaiser Musik Spoliansky Kleines Ideal. Merkur 1624 Täglich 8Vs Uhr Max Adalbert als Ranle am Flügel Rudolf Nelson Samowsk)- SDhnen Theater le der Xbniggrätzer StraBe 8Vs Uhr flannibaianle portas Komödienhaue Täglich 8Vi Uhr toiBbyt Soppen sind die besteo Lustspiel von Julius Bers tl Planeiamun am Zoo »Silas'oadueithale'.tn6 B.S Barbarossa 5578 16Vs Uhr Herbas- a beaile im tternee- Timmel IS1/« Uhr Ble in tflt Grenzen der Wnlt 20V« Uhr Ritsnl du SterndnlieMea Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. Mk„ Kinder SO Pt Mittw.: Erwachsene SO PL, Kinder 25 PL -GROSSES SCHAUSPIELHAUS n Tlgl. 8 Uhr Regie; ERIK GHARELL Gnsimtauaatattung Prof. Ernst Stern Masik-Leiteng: Ernst Hauke Uhr Sonntag nactim. unjfekttrxt halbe Preise. i: Winfer ★ Qarren* 8 Ufir* Zeatr. 281»• Hanöien erlanft „Linder" u. weitere Attraktionen Metropoi-Th. Täglich 8V. Uhr Lebir dirigiert Das Land des Läebelns Vera Sdrwarz. Ridiard Tauber TriABBii-Trar Täglich SV« Uh/ Dergr.Loslsplelerlaip Das kämmt doea alle Tage tot Johannes Riemann, Vilma v.Aknay, Max Ltndn, Lotte Klinder CASINO-THEATER cothringer Strafte 97 Heul Tlglidi 8 trieb gestellt worden. Die Omnibusse enthalten unter anderem eine vollständige � Schlaswageneinrichtung, sie können genau so viele Reisende aufnehmen wie ein Eisenbahnwagen, bieten dieselben Be- quemlichkeiten wie die Luxuszüge, sind aber nicht an den Schienen- weg gefesselt. Momentaufnahme. Abendliche Eroßstadtstraße. Die grellen Lichter des mächtigen Warenhauses locken die Menschen an/wie Infekten. Vor mir geht ein Arbeiter mit seinem vielleicht zwölfjährig«'' Sohn Wie sie in den Lichtkreis kommen, stockt ihr Schritt. Der Junge will scheinbar an die Schaufenster mit den herrlichen, ach. allzuherrlichen Dingen heran. Der Vater spricht ein paar Wor!e, so leise, daß:ch es nur sehen kann. Der Junge schaut ihn an und es ist, als verbeiße er die Tränen Dann aber nehmen sie sich s«st bei den Händen und gehen in schnellem Schritt über die Straße, um im Dunkel zu ver- schwinden.,.., Veyc. Allerlei Radsport. Kehraus bei„Solidarhäi".— Aus dem Beruisfahrerlager. Am letzten Sonntag traten die Rennfahrer des Arbeiter- Rad- und Kroftfahrerbundes Solidarität auf der Radrennbahn in Wannsee an, um mit einigen Trainingsrennen die diesjährige Saison zu beenden. Die Hauptnummcr des Programms war das Z 0> Ä i l o m e t e r- Mannschaftsrennen nach Sechstageart, zu dem 3 Paare sich dem Starter stellten. Die Wilmersdorfcr Schlumm-Gänderich ver- suchten gleich nach dem Start das Feld durch einen Vorstoß zu über- .rumpeln, der sie im Handumdrehen auch 130 Meter vorwärts bracht«, nur Reichenbach-Schwarz konnten sich bei den Ausreißern halten. Unter Führung Seits und Prausc setzte das überraschte Feld ledoch nach und nach 7 Runden Kampf glückte es auch, wieder Anschluß an die Spitzenreiter zu bekommen. Kaum war die erst« Wertung vorbei, machten die Berliner Köllner-Prause einen kräftigen Vorstoß und che noch die übrigen Mannschaften die Situation erkannten, war das völlig überrascht« Feld überrundet und damit auch schon das Rennen entschieden. In den 10 Wertungen waren es die Mannfchaften Reichenbach-Schwarz, Schlumm-Gänderich, die sich abwechselnd die Höchstpunktzahl sicherten, die nächstfolgenden Punkte holten sich Seits- Uhlemann und Kollner-Prausc. Einige schwächere Mannschaften mußten allerdings klein beigeben und zweimalige Ueberrundungen hinnehmen. Nach der Neunten Wertung zogen nochmal Schlumm- Gänderich davon, um zur Spitze aufzuschließe», doch das Feld war auf der Hut und so blieb es denn bei dem Verbuch. In der Schluß- Wertung konnten sich die W i l m« r s d o r f e r die g r ö ß t e P u n k t- zahl vor Köllner-Prause, Seits-Uhlemann und Reichenbach-Schwarz sichern. Ilmrahmt wurde dos Programm mit einem Jugendlaus über 1300 Meier sowie dem S-Kilometel-Punkietohren, jede zweite Runds eine Wertung: in beiden war Hildebrandt siegreich vor Hans Rehbeck. Resultate: SO-JlUomctei.aSaanfibaftffaJiten: 1. Köllner-Prause. Berlin. Ii Punkte, Zeit: 1:24:13: 2. Schlunim.Känderick, Wilmeretwrf. 37 P.. X Suidit ? ,riick: 3. Sans SeirftcnuaA-ctfimor�, Lichtersclde. 34 Pn 4. Eeits- Uhlemann. Rrrlin, 18 B.: 5. Unaer-Sullchinski. Berlin, 1 B.: 6. W. Rcichenbach.TSpfcr, S'-cflterfcIIic," P.: 7. Eeener.geschie. Berlin, i P.. 2 Runden zurück.(Neue Rlannschasti.—?uaend-Rnnltcsa>iren über z Kilometer, ä Wcrrunoen: 1. Silbe- trnndt. Berlin. 20 Blinkte. Zeit: 9:!4,2: 2. Sans Rehbcck. 17 V.: 3. Jahn, 11 P.: 4 Werner Rcbkuck. 4 B.— Iuaendklnfle, 1300 Meter: 1. Hildedrandt, Zeit: 2.!2i 2. Sans Rehbcck: 3. Robert Rcinbolz. l)»e letzten Kennen. vic �Vivterbaknev beginnen. Am Sonntag öffnete die Kölner Rheinlandhalle ihre Pforten zur Winterpremierc. Hauptpunkt des Programms bildete cin Z-Stunden-Mannschaftsrenne n. Die stark jährenden Belgier Gooßcns-Denees tonnten im Verlauf in einer von Krügcr-Funda entfesselten Jagd das gesamte Feld überrunden und ihren Sieg mit 86,166 gesahrenen Kilometern und 14 Punkten sicher- stellen. Eine Runde zurück: Z. Krüger-Funda 31 Punkte: 3. Härtgen-Göbel 22 Punkte: 4. I. v. Kempen-Pynenburg 18 Punkte: ,3. Eharlier-Duray 12 Punkte: 6. de Martini-J. Schorn 3 Punkte. Weitere Resultate: H a u p t f a h r c n: 1. Steger: 2. Meycr-Ehemnitz: 3. Schorn. Jnländer-Punktesahren: 1. Oßmella 14 Punkte: 2. Gabel 11 Punkte: 3. Petri 10 Punkte: 4. Dann 8 Punkte. Ausländer-Punktefahren: 1. Deneef 1 Punkt. Eine Runde zurück: 2. Charlier 16 Punkte: 3. Linari 14 Punkte: 4 I. v. Kempen 8 Punkte. 2-Ztunden-Mannschasts> s a h r e n: 1. Goßens-Deneef 14 Punkte, 86,166 Kilometer.— Auf der Bahn in Hamborn gewann Sa wall beide Dauerrcnnen, allerdings ohne crni'te Gegnerschaft. Er gewann einmal die 20 Kilometer in 18:02 vor Cop(30), Damerow(40 Meter zurück), 4. Rosellen, 3. Miguel. Mit 42:18 stellte Sawall im 50-Kilometer-Lauf einen neuen Bahnrekord auf. Hier wurde Rosellen zweiter(180) vor Damerow(200), Cap(1370) und Miguel(12 900 Meter zurück).— Beide Rennen über insgesamt 73 Kilometer gewann im„Kehraus" in Braun schweig der Hannoveraner Wißbröcker mit 74,330 Kilometer vor Jürgens(73,550), Rohde(64,770) und Schröder (63,600 Kilometer). Stettin sucht für seine aus städtischem Gelände erbaute Radrennbahn einenneuenPächter. Von den sechs Bewerbern soll Walter R ü t t die größeren Aussichten auf Zuteilung Hoden. Den Rennbetrieb auf der Arena in der Hasenheide wird Rütt nach wie vor aufrechterhalten.— Alfredo B i n d a ist für das 22. Berliner Sechstagerennen, das bekanntlich vom 1. bis 7. November im Sportpalast rollt, verpflichtet. Sein Partner steht noch nicht fest. Binda unternahm auf der Mailänder Simplonbahn einen neuer- lichen Versuch zur Verbesserung des Stunden- Weltrekords ohne Schrittmacher für eine Stunde, den der Schweizer Oscar Egg seit dem Jahre 1914 mit 44,247 Kilometer hält. Auch diesmal schlug der Versuch fehl, denn Binda brachte nur 43,777 Kilometer hinter sich. Cr fuhr aber weiter und drückte die erst vor acht Tagen von seinem Landsmann Gajoni geschaffene Weltrckordzeit über 50 Kilometer von 1:10:16 auf 1:08:35 hinab.— Auf der Bahn in Basel trafen sich P a i l l a r d und K r e w e r. Zwei Läufe über je 50 Kilometer wurden ausgefahren. Gesamtergebnis: 1. P a i l l a r d 99,973 Kilometer: 2. Krewer 99,760 Kilometer: 3. Läupii 99,565 Kilometer: 4. Maronnier 99,460 Kilometer.— Infolge Defekte stark gehandicopt war Möller auf der Pariser Winterbahn. Er sicherte sich jedoch im Gesamtklassement— zwei Läufe über je 30 Kilometer— einen zweiten Platz hinter Grassin vor Jucchetti und Linart. Am Freitag: Sportpalast. Für das 100-Kilometer-Mannschaftsrennen am kommenden Freitag im S p or t p a l a st, das, vielfachen Wünschen entsprechend, in einem Lauf ausgefahren wird, sind bisher folgende zwölf Paare verpflichtet worden: Louet-Mouton(Frankreich) Choury-Fabr«(Frankreich) Wauters-Vermandel(Belgien) Tonani-Tietz(Jtalien-Deutschland) Ehmer-Kroschcl(Deutschland) Krüger-Funda(Deutschland) Lehmann-Wisscl(Deutschland) Buse-Dahms(Deutschland) Beinert-Mondelkow(Deutschland) R. Wolke-Dorn(Deutschland) Wette-Nickel(Deutschland) Moczynski-Kantorowicz(Deutschland). Fest steht auch die Teilnahme Miethes, dessen Portner aber noch nicht bestimmt worden ist. Neben Louet-Mouton, die sich am letzten Renntag in ganz großer Form präsentierten, vertritt also noch das ausgezeichnete Paar Choury-Fabre die Farben Frankreichs. Zwei der stärksten belgischen Fahrer kommen mit Wauters-Vermandel an den Start. Sie werden namentlich in den Jagden Großes leisten. Interessant ist die Paarung Tonani-Tietz. Der Italiener, der am letzten Renntag sich nicht so recht entfalten tonnte, weil sein Landsmann Dinale noch nicht auf der Bahn eingefahren war, wird erst mit einem so starken Partner wie Tieg, der im Zweistunden- rennen durch seine mit Kroschcl entfesselte erfolgreiche Schlußjagd Begeisterungsstürme hervorrief, eine entscheidende Rolle spielen. Gespannt darf man sein, ob der Steuerkünstler Kroschcl auch mit seinem alten Partner Ehmer so gut abschneidet wie am letzten Freitag mit Tietz. Sehr zu begrüßen ist die Verpflichtung von Lehmonn-Wissel und Krüger-Funda. Lehmaim-Wkssel haben im Er- Lfsnungsrcnnen triumphiert und auch in den„Zwei Stunden" ehrenvoll abgeschnitten. Krüger-Funda haben jetzt in Köln durch ihren zweiten Platz bewiesen, daß sie neben Lehmann-Wkssel zu den besten Nachwuchsmannschaften zu zählen sind. Buse-Dahms haben aus belgischen Bahnen manchen Erfolg errungen. Gute Leistungen sind auch vom„Berliner Mannschaftsmeistcr" Mandelkow und seinem Partner Beinert und den vorstoßsreudigen Paaren R. Wolke- Dorn, Wette-Nickel und Maczynski-Kantorowicz zu erwarten. -ARBEiTEH Lichtenberg I schlägt Brandenburg 5:1. Eine schwere Niederlage holte sich der Spitzenreiter der Ab- teilung A der,1. Klasse, Brandenburg, von Lichten- b e r g l. Da das Spiel der ersten Serie in Brandenburg mit dem hohen 7: 2-Sieg der Havelstädter endete, glaubte man im allge- meinen an einen weiteren Sieg. Wir sagten allerdings in unserer Porschau bereits, daß mit Lichtenberg I sehr gerechnet werden muß, daß die Niederlage der Brandenburger jedoch so hoch aussallen würde, hatte niemand erwartet. Bis zur Paus« leisteten die Bran- denburger noch erfolgreichen Widerstand, was auch aus dem 1: 1-Resultat ersichtlich ist. Dann versagten ste vollkommen. Lichtenberg erzielte noch vier Treffer. Damit wurden die Branden- burger zum ersten Male in dieser Saison geschlagen. Germania-Pankow mutzte sich auch im zweiten Spiel gegen Neukölln eine Niederlage gefallen lasten. Di« Neuköllner waren während der ganzen Spielzeit die technisch bessere und flinkere Elf. Bis zur Pause stand das Spiel 1:0 für Neukölln. In der zweiten Halbzeit gelang den Pankowern eine zeitweise Ueberlegenheit. In der auch der Ausgleich erzielt wurde. Damit war aber auch dos Pulver verschossen. Kurz vor Schluß errang Neukölln den zweiten und damit den siegbringenden Tresser.— Hertha mußte auch an Luckenwalde II durch eine 2: 1-Niedcrlage die Punkte abgeben.— Luckenwalde I blieb mit 4: 1 gegen Ruhisdorf stegreich.— Weißcn- see behauptete seine führende Stellung durch einen 4: 0-Sieg über Oderspree. Weitere Resultate: Saxonia gegen Freie Scholle 2: 2. Rathenow gegen Tempelhof 2: 4. Spandau gegen Trebbin 1■ 4 Luckenwalde III gegen Treuenbrietzen 2:3. Borussia gegen Butab 1: 5. Kladow gegen Nowowes 2: 2. Werder 77 gegen Reinicken- darf 1:1. Potsdam gegen Jüterbog 0:2. Lichtenberg II gegen Pankow 10: 0. Herzfeld gegen Eiche-Köpenick 4: 2. Havelberg gegen Pritzwalk 6:0.— Zweite Mannschaften: Rathenow gegen Schöneberg 1: 7. Kladow gegen Rowawes 1: 0. Perleberg gegen Kyritz 2: 1. Lichtenberg I gegen Brandenburg 2: 6. Wcißensee gegen Oberspree 3:0. Vorwärts gegen Brandenburg(Alters- Mannschaft) Z:5.— Jugend: Weißensee gegen Brandenburg 1: 1. Werder 77 gegen Vorwärts 3: 2. Saxonia gegen Wansdorf 12:1. Spandau 1 gegen Lichtenberg II 2:0. Spandau 2 gegen Eiche-Köpenick 0: 3._ Reichsbanner Ski-Trocken Kurse. Die Reichsbanner-Winter- f Portabteilung vevanftalret auch in diesem Winter wieder An- fang November einen Ski-Trocken- Kursus. Kursusgebühr einschließlich Lcihskier 4 M. für Erwachsene, für Jugendliche bis zu 20 Jahren 2 W. Anmeldungen find baldigst an die Geschäftsstelle der Reichsbanner-Wintersportabteilunq, Berlin SW. 68, Markgrafen- straße 22(Tel. Dönhoff 7876) zu richten. Gleichzeitig wird daraus hingewiesen, daß Mittwoch, 23. Oktober, 20 Uhr, im Bürgersaoi des Berliner Rathauses, Königftratze, ein Bortrag von Dr. Dietzel-Weimar üher das Thema„Wintersport— Volkssport" stattfindet. Im Rahmen dieses Vortragsabends wird der fünfaktig« alpine Film „Ski-Heil" vorgeführt._ Arbeiter-Schach! Die Rundenkämpfe. Die Vorrunde um die B u n d e s m e i st e r s ch a f t des Deut- schen Arbeiter-Scliachbundes ergab folgende Resultate: Berlin— Danzig 8:2 Breslau— Leipzig 7:3 Nürnberg— Gera 6J4: SVj Essen— Frankfurt a. M. 7H;2){- Hamburg— Halle TA: 2V} In der Zwischenrunde am 1. Dezember treffen folgend« Ver- eine aufeinander: In Forst(Nicderlausitz) Berlin— Breslau, in Bielefeld Hamburg— Esten. Die Sieger hieraus trogen mit dem spielfreien Nürnberg 1930 in Düsseldorf die Endrunde aus. Freie Arbeiter- Schachvereintgung Gr.-Berlin: Sonntag, 20. Oktober, nehmen die M a n n j cha f l s k ä m p f e ihren Fortgang. Es spielen: �.-Gruppe: Treptow— Prenzlauer Berg, Lokal Döhling, Elsenstraße 100: L- G r u p p e: Weißensee— Siemensstadt, Lokal Gallas, Berliner Allee Ecke Lehder Straße: Neukölln— Lichtenberg: Lokal Grimm, Boddinstraße 10; Falkenberg- Grünau— Humboldlhain, Gcmcinschaftshaus Gutshof Falkenbcrg: Memel-Moabit, Lokal Lücke, Memeler Straß« 10. Resultate sofort an Hans Groß, Charlottenburg, Rosincnstraßc 6, einsenden. Die SASI. gegen die R$1.1 Prag. 15. Okiober.(Eigenbericht.) Der Kongreß der Sozialistischen Arbeiter. Sport-Iokernationale nahm am Montag in seiner Schlußsitzung eiae R e s o l u l i o u an, in der es heißt, daß die verbände der Sozialistischen Arbeiter- Sporl-Znieraatlonale keine Beziehungen zu den verbänden der rufflfchen Sport. Internationale unterhalten dürfen.— Die Neuwahlen führten zur Wiederwahl des bisherigen Bureaus mit Deutsch. Wien uod G eitert. Leipzig an der" Spitze. Der nächste Kongreß soll 1932 in Kopenhagen flallsinden.— lieber die weiteren Ver- Handwagen berichten wir morgen. Die„'Turn- und Sportpartei"! Mandatklimmzüge getälllg? Eine Berliner Sportkorrespondenz weiß zu meiden: Daß den Leibesübungen nicht annähernd jene Unterstützung aus öffentlichen Mitteln zuteil wird, die ihnen im Interesse der Volks- gesundheit gebührt, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Der „Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen" allerdings hat es in ununterbrochenem Bemühen(!) erreicht, daß im Reichstag sowie im Preußischen Landtag eigene Ausschüsse für Leibesübungen gebildet wurden, deren segensreicher Einfluß sich bei der Bewilligung von Reichs- und Staatsmitteln schon fühlbar gemacht hat. Aber das ist erst ein Ansang, es muß noch ganz erheblich mehr für die Sache der Leibesübungen getan werde». Auch in den Städten, zumindest in denen, die nicht gerade ausgesprochen sportfreundliche Verwaltungen haben. Um«ine Vdu rung herbeizuführen, hoben in einigen süddeutsche» Städten, nämlich in Frankfurt a. M., München und jetzt auch in Nürnberg die Stadt- verbände für Leibesübungen den Beschluß gesaßt, eigene K a n- dlda t e nl i st e n sür die St a dt v e r o r d n e t e n w a h l e n auszustellen. Man hat in diesen Städten zunächst oersucht, von den Parteien Zusagen für verstäiÄniisvolles Entgegenkommen zu er- halten, ist aber mit diesen Versuchen nicht weit gekommen, da sich die Parteien nicht binden wollte». Die Stadtoerbände werden nun eigene Listen aufstellen, um diejenigen, die nicht blind auf eine Partei eingeschworen sind(!) und vor allem diejenigen, die aus Abneigung gegen das Parteigetriebe den Wahlen lieber ganz fern bleiben, unter der parteilosen Parole(!)„Förderung der Leibes- Übungen" zu sammeln. Auch in Berlin sind ähnliche Bestrebungen im Gange(?), allerdings sind in einer Vier- Millionenstadt die Schwierigkeiten unendlich größer. Aber selbst wenn die„Turn- und Sportpartei eine Utopie bleiben dürfte, eine erhöht� Aktivität der Turn- und Sportoerbände bei den Wahle» kann der vache der Leibesübungen selbst dann nützen, wenn sie nichts anderes erreicht, als eine Aufklärung der Kandidaten über den Wert der Leibesübungen. Den Kandidaten der„Turn- und Sportpartei" in den jüddeui- schen Städten wünschen wir viel Glück bei der Wahl. Was Berlin anbetrifft, so sind uns derartige Bestrebungen noch nicht bekannt geworden. Wir wollen aber gern den bürgerlichen reaktionären Sportverbänden bei der Auswahl ihrer„Turn- und Sport- kandidatcn" behilflich fein und nennen als ersten Herrn Freiherrn v. Dalwigt zu Lichtenfels, Vizeadmiral a D., ferner Herrn Wilhelin Müller-Loebnitz, Oberstleutnant a. D. und 5)errir v. Jecklin, Major a. D., die jetzt schon dcutschnationale Mitglieder der Deputation sür Leibesübungen sind und iniolge ihrer Vorbildung durchaus die Gewähr dasür bieten, daß sie die Sportplätze zu Kasernenhöfen und die Leibesübungen in militärische Exerzitien uin- wandeln werden. Im übrigen werden die Arbeit ersportler der Sozialdemokratie Gefolgschaft l« i st e n. die allein sür vernunftgemäße Leibesübungen und deren Fördenina durch Reich, Staat und Kommunen eintritt. WerftUfurt Zu der am Sonntag, 20. Oktober, stattfindenden Wochenend- fahrt nach Brandenburg an der Havel, der tausend- jährigen Stadt, sind noch Teilnehmerkarten in der Geschäftsstelle llc des Vereins, Berlin N. 24, Iohannisstr. 15, täglich außer Sonnabends von 17 bis 20 Uhr, serner bei Schmidt, Rankcstr. 30: Walter, Neu- tölln, Siegsriedstr. 55: Meckelberg, Treptow, Graetzslr. 50: Sinn, Stettiner Str. 30: Thomas, Luxemburger Str. l, erhältlich. Der Kartenverkauf wird am Donnerstag geschlossen. » Vor drei Jahren wandelten die„Naturfreunde" ihre Gau- wandcrauskunftsstell« in ein„R e i s e b u re a u" nni und machten sich an die Organisierung billiger Urlaubs- und Wochenendfahrten. Der Gedanke schlug ein und heute kann die Arbeit des Reisebureous kaum noch ehrenamtlich erledigt werden. Schon die Unmenge An- fragen nach Unterkunftsmöglichkeiten oder nach Tourenvorschlägen erfordern alle Kräfte, die eigentliche Aufgabe-des Reisebureaus ist aber die Organisation der Fahrten. Drei Alpensahrtcn, zwei nach dem Schwarzwald,«in« nach Bornholm, zwei noch der Sächsischen Schweiz, dazu die Dreiländerfahrt wurden durchgesührt, abgesehen von den kaum noch zu zählenden Wochenendfahrten und Städte- besichtigungen. Di« Weihnochtsfohrten nach dem Riesengebirge und dem Harz stehen noch aus. Inzwischen ist auch das Ferienheim des Berliner Gaues am U e d e r s e e weiter gewachsen, der Rohbau ist fertig. Pfingsten nächsten Jahres wird Einweihung sein. 100 Betten, teils in Zimmer, teils in Sälen, werden denen eine Unter- kunftsmöglichteit bieten, die kein Geld für weite Reisen haben. Die Teilnehmer, an den Wochenend- und Urlaubssahrten ver- einigte das Reisebureau des TV. am Sonntag zu einem geselligen Zusammensein. Man war besonders erfreut, zu hären, daß die 300 Mitglieder, die in diesem Jahre neugewonnen wurden— der Abgang ist bei den 300 schon abgerechnet—, sich zu 23 Proz. aus den Reihen dieser gelegentlichen Nutznießer naturfreundlicher Wander- organisation rekrutieren. Das Reife- und Fahrtenprogvamm, das D a m n i tz in feiner Ansprache mitteilte, ist übrigens weit umsang- reicher als das diesjährige, ein Zeichen, auf welch fruchtbaren Bv"-'' die Idee des Reisebureaue gefallen ist. Ffcue Boxmeister. Der Tag der Meisterfchasten hatte der Dortmunder Westfalenhall« einen starken Publikumserfolg verschafft. Die Kämpf r wurden mit dem Profi-Debut des Mittelgewichtlers S k i b i n s k i- Bochum eingeleitet. Es kam über de» Belgier de Keyfer zu einem leichten Punkterfolg. Das Meisterschaftsprogramm begann mit dem Treffen der Bantamgewichtler. Der bisherige Titelhaltsr Otto Z i emd orf- Berlin streckte gegen den Hamburger Karl Schulze in der 13. Runde die Waffen. Recht eintönig war der Kampf der Federgewichte zwischen den qualifizierten Anwärtern Franz D übb c rs- Köln und Heinrich Gohr«?- Duisburg. Das Treffen ging über die ganzen 15 Runden. Dübbers erlangte ein kleines Plus, das zu einem knappen Punktstege reichte. Dieser Urteilsspruch wurde jedoch vom Hause mit starkem Mißfallen ausgenommen. Im Leichtgewichtskampf zwischen Jacob-Dom- g ö r g e n und dem Thüringer Walter Heinisch war Domgörgcn sportlich hoch überlegen. Um so unverständlicher war das Urteil ..unentschieden", da Domgörgen als der bessere Techniker klar nach Punkten vorn log und diese Entscheidung unbedingt verdient hatte. In der Leichtgewichtsklosse gibt es zurzeit keinen Meister, da dem bisherigen Meister Fritz Reppel-Herne der Titel wegen Nicht- antrete»? aberkannt worden war. Hans S e i f r i« d- Bochum � tonnte feinen Meistergürtel gegen den Herausforderer Otto Lauer- Saarbrücken erfolgreich verteidigen. Rcnnlah«!„Salibar-lät*. Diensta». U. Ot'abce. 20 Uhr, Srnfllioniit. Nuns, Stilitrf«. M— 18,®onncr»ma,. 17. Ollober. 20 llfur, StoHfdjrcibti. fttafjc 29, bei iSdjuItfiefc, Sifcuna der Ziennfadrerab teilung. Säfte sind um stets uitllfoiitmcn. Neue MitgNeber iverden hier aufsennmmen. »B>ß.»«li». Dienstag.!ö. Oktober. 20 Uhr. Werneuchen«-: fichloß. Elbinger Str. 87. Sockeysitzung. Mitglieder werde» noch aufatnoamtu. Kein Beamtenabbau in Preußen. Finanzminister Or.Höpker-Aschost überBeamienabbau unb Verwaliungsreform. In der Soniiabeiidsitzung des Beamtenausschusses brachte Abg. Simon(Soz.) einen Aufsatz der..Deutschen Allgemeineii Zeitung" vom Sonnabendmorgen zur Sprache, der in positiver izorm ein.'u z e h n p r o z e n t i g e n Beamte nabbau aus Grund der vom preußischen Finanzministerium an die Einzelressorts ergangenen Richtlinien ankündigte. Genosse Simon beantragte die Ladung des Finanzministeriunis zur Montagsitzung des Ausschusses, um die ossenbaren Unrichtigkeiten der Veröffentlichung der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" richtig zu stellen. In der Montagsitzung gab der Finanzminister nun folgende Er- klärung ab: „Aus den von der Finanzverwaliung aufgestellten Richtlinien für den Etat sind Bruchstücke in die Oeffentiichkeit gekommen und dort oerschieden gedeutet worden. In den Richtlinien vom 22. Mai 1929 sind die Ressorts darauf hingewiesen worden, daß auf der Einnahmeseite voraussichtlich eine Verschlechterung von 38 Millionen Mark eintreten würde, und sie sind ersucht worden, init Rülksicht hierauf ihre Anmeldungen aufs äußerste einzuschränken. Durch ein Rundschreiben vom 13. September 1929 sind diese Richtlinien er- gänzt worden, weil sich zeigte, daß die Lage in Wahrheit noch viel u»günstiger sei. Mit besonderem Nachdruck wurde auf die drohende Erhöhung der Personalausgaben hingewiesen. Hierzu bestand besonderer Anlaß. Die Besoldungeau:- gaben des Jahres 1928, des ersten Jahres, das die vollen Aus- Wirkungen der Besoldungserhöhung erkennen läßt, liegen erheblich über den Ansätzen. Die Auswirkungen der B e s o l d u n g s- crhöhung sind unterschätzt worden. Diese Mehrausgaben konnten im Jahre 1928 noch dadurch gedeckt werden, daß die lieber- Weisungen an Reichssteuern das Soll erheblich überschritten. Diese Mehrerträge stehen nicht mehr zur Verfügung, da dem Reich bekannt- lich bei den lleberweisungssteuern«in Voraus von 12.Z Millionen eingeräumt worden ist, und die crwaigen Mehreinnahmen der Lohn- steuer für die Sozialoersicherung zurückbehalten werden. Es wurde daher als erstrebenswertes Ziel bezeichnet, die Perso- nalträste allmählich um 10 proz. zu verminder». Dabei war nicht etwa an eine Wiederholung des Personalabbaues gedacht, sondern an eine planmäßige Verminderung des Personalbedarfs durch Einschränkung der Verwaltungsausgaben und Verbesserung der Verwaltung, die es ermöglicht hätte, sreiwerdende Slellen nicht wieder zu besehen. Die Finanzverwaltung war sich außerdem darüber im klaren, daß diese Verminderung leider nur al? e n sehr fernes Ziel betrachtet werden könnte. Die Lag« ist folgende: Der preußische Staat beschäftigt in runden Zahlen 299 999 Beamte, Angestellte und Arbeiter. Dazu noch 119 999 Volksschullehrer, für die Zuschüss« an die Landesschulkassc gezahlt werden müssen. Hierzu ist folgendes hervorzuheben: 1. Die Verminderung der L e h r p e r s o n e n wäre nur möglich, wemi die Klassenfrequenzen in die Höhe gesetzt würden. 2. Eine Verminderung der P o l t z e i k r ä f t e srund 81 999) wär« nur möglich, wenn wir die uns zugestandene Höchstzahl nicht ausnutzen würden. 3. Eine Verminderung der in der Justizverwaltung beschäftigten Kräfte(rund 59 999) wäre nur möglich bei einer durchgreifenden Justizreform, die wiederum nur ourch Reichs- gesetze herbeigeführt werden könnte(Betreuung inehrerer Amts- aerichte durch einen Richter, Errveiterung der Zuständigkeit der s Amtsgerichte, Einführung des Einzelrichters an den Landgerichten,> Einschränkung der Rechtsmittel, insbesondere Einschränkung der j Berufungs- und Bagatellsachen). 4. Eine Verminderung der Personolkräfte der Steuer- Verwaltung(rund 19 999) wäre möglich, wenn unsere Steuer- aesetzgebung endlich zur Ruhe käme und nicht infolge allsährlicher Verbcsserungen die Steuerbehörden dauernd mit neuen Ausgaben überschwemmt würden. 5. Ganz allgemein wäre eine Verminderung der Personal- träft« möglich, wenn Lokal b�e Hörden rücksichtslos zu- sammen gelegt würden, Sonderverwaltungen in diest allge- meine Verwaltung hineingenommen würden und die doppelte Be- setzung der Provinzialinstanz beseitigt würde. Die Schwierigkeiten, die den hiernach notwendigen Mahnahmen culgegeustchen, sind bekannt. Sie liegen nicht zum geringsten in der unglückseligen Aufteilung der Kompetenzen zwischen Reich und Ländern. Von den Ressorts ist dem Mahnruf des Finanzministers bisher nicht Rechnung getragen. Sie hätten ihn ja auch ohne die bezeichnete Reform kaum Rechnung tragen können. Im Gegenteil, es sind 2 7 9 9 n e u e B e a in t e n st e l l e n und 3 399 Höhergruppie- ru n g cn angemeldel worden. Diese Anmeldungen sind von der Finanzverwaltung ohne Ausnahme abgelehnt worden. Lediglich für überalterte Anwärter sind einige neue Stellen bewilligt worden, ohne nennenswerten Kostenaufwand, da die Bezüge der Anwärter alsdann in Wegfall kommen.— Das ist der Stand der Sache! Es kann schon jetzt gesagt werden, daß mit den bisher ergriffenen Maß- nahmen der Ausgleich im Haushaltsplan für 1939 nicht herbeigeführt werden kann. An die Erklärung des Ministsrs schloß sich eine allgemeine Aus- spräche. Abg. S i m a n- Reusalz(Soz.) sprach sicy für Beseitigung von Härten in der Beamtenbesoldung aus.— Abg. M e y e r- Her- ford(D. Vp.) vertrat gleichfalls diesen Standpunkt und billigt« im übrigen die Ziele des Finanzministeriums. Minister Dr. H ö p k e r- A s ch o f f betonte noch, daß neue Stellen in dem Umfange bewilligt werden sollen, wie überalterte Stellenanwärter zu berücksichtigen sind Darüber hinaus könne die Bewilligung neuer Stellen nicht in Frage kommen. Zu warnen iei vor Aenderungen der Besoldungsordnung. Dos Aufrollen von Ein- zelfragen würde eine Wicderaufrollung auch an anderen Stellen zur Folge haben. Damit war die Aussprache über die preußische Beamtenpolitik beendet. Der Ausschuß behandelte sodann eine Reihe von Eingaben. Ein ungarischer Gnadenaki. Eoziawemolratische Führer dürfen straflos heimkehren. Die Budapester Regierung hat Ernst G a r a m i, E m a n u« l B u ch i ii g e r und Jakob Weltner amnestiert; es sind die bekanntesten Führer der inadjarischen Sozialdemokratie, sie waren vor der Revolution von 1918 öfter auf reichsdeutscheu Parteitagen und Reichskonserenzen. Weimer ist bereils vor längerer Zeit nach Ungarn zurückgekehrt und wurde prompt unter Anklag« gs- stellt. Buchinger und Garami veröffentlichen folgende Erklärung: In ihren Beschlüssen und Ausfassungen vertritt die ungarische sozialdemokratische Partei den Standpunkt, daß für Ungarn eine Besserung seiner heutigen außenpolitischen Lage nur«in- treten kann, wenn vorerst das Land eine innere demo- k r a t i s ch c Umgestaltung erfährt. Diese Auffassung ist außer in den bekannten Parteitags- beschlllssen letzthin in der Resolution des Parteiausschusses und in dem Züricher Beschluß der Exekutive der Jnter- nationale zum Ausdruck gebracht. Wir erklären mit größtem Nachdruck und auf das entschiedenste, daß wir an dieser Erkenntnis und an diesen Beschlüssen der Partei und der Internationale f e st- halten. Unsere politische Wirksamkeit wurde bisher von dieser Stellungnahme der Partei geleitet und wir sind auch nach unserer eventuellen Heimkehr n i ch�t gewillt, diese unsere Auffassung in irgendwelcher Richtung zu ändern. Wir betrachten es als eine natürliche Vorbedingung unserer eventuellen Heimkehr, daß unsere politische Stellungnahme und unsere Wirksamkeit durch nichts anderes beeinflußt werden kann, als durch die in voller Freiheit gefaßten Beschlüsse der Partei und deren Instanzen. ' CrtOnrng«iderlegk die Behaupümzen, eis ob»uchwge« und Garomi nun die Partei in das Lager Bethlens führen wallten. Der Parteivorstand teilt mit, daß er die Erklärung Buchinger-Garami vollkommen billige._ Gustav Busse bittet uns um Veröffentlichung folgender Dank« sagung: Anläßlich meines 89. Geburtstages sind mir Gratulationen und Ehrungen in Wort, Schrift und Tat von lieben Freunden, Kol- legen und Genossen in so großer Zahl zuteil geworden, daß es mir einfach unmöglich ist, jedem einzelnen zu danken. Nehmt alle, alle meinen herzlichsten Dank entgegen! Der Gewerkschaftshaus G. m. b. H. und dem Lederarbeiterverband für das schöne Arran- gement besonderen Dank! Gustav Busse. „Das wahre Gesicht der Reaktion." In der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom Dienstag wird über ein Referat des Genossen Dittmann auf einer Kreismitgliederoersammlung berichtet. Genosse Dittniann referierte im Kreis Neukölln, nicht im Kreis Kreuzberg, wie es im Bericht heißt. Saftwicl der.R-tc» zunler" aus München. Die.Anten Funker". beliebt und bekannt in flän* Südbanern. fpc�icQ in Münmen. kommen m. dieser Woche nach Berlin. Vie gemischten Cböre..Volks ch o r R ei u t ck e n« darf" und„Gesanqsqemeinschaft Neukölln veranstalten mit den„No'en bunkern".-.wei voikstitmlidie Abende, an welchen Scherz. Err.ft. Satirc in Chorgesanq und Spiel dargeboten wird. Vottschor Rernt�ndorf am Donnerstag, dem 17. Oktober, in den Ge rma n la-Prach t s äl en, Verlin. Groß-Berlmer pariemachrichten. 135.«W. Ättw». Heute, Dienstag, 15. vktober,A Ubr. M Klir. Vankgrafenftr. 3. Zahlabenö. lRicht, wie angegeben, am Mittwoch.) SivÄSmtö ist die Spätausgabe des..vorwärts". Das Blatt ist bei den Strahenhändlern. an den Zeitungskiosken und in den Bahn- Hofsbuchhandlungen zum preise von 10 Pf. zu haben. Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des ..Porwärts". dessen Lesern der..Abend" ohne besondere Der- gütung ins Haus geliefert wird...vorwärts" und„Abend", von denen 12 Nummern wöchentlich erscheinen, kosten zu- sammen nur 85 pf. die Woche oder 3,bO W. den Wonat. Ich abonniere den„Vorwärts"(und die Abend- � ausgab? für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- h lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund", sowie den Bei- � lagen„Unterhaltung und Wissen".„Frauenstimme".„Technik". „Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" in Groß- Berlin täglich frei ins Haus. (Monatlich 3,69 Mk„ wöchentlich 85 Pf.) Name— Wohnung: -Straße Nr.. vorn- Hof— Quergeb.— Seiienst.— Tr. links— rechts bei Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„vorwärts", Berlin Sw S8. Lindenstraße 3. Lerantworll.'üt die Redaktion: Wollgaig Sqwarj, Berlin: Rnzeiaen: 54. Berlin. Bcrlag! Borwärt, Verlag IS. m. d. H.. Berlin. Druck: VorwSrt, Buti». drucke»! und Lcrlas-anstalt Paul Singer& Co. Settin SW 68, Lindenstraie 8. Hierzu 1 Beilage. »ROGRAMM für die Zeil vom 15. bis 17. Okiober mo\Q Potsdamer Strafe 38 Kehre zurfick I Alles vergeben! mit Dina Gralla Erpressung mit Anny Onara Rheinstrabe 14 Ka�chej Verlängert! Die Arche Noah, gigantisches Filmwerk, mit Dolores Costello, George O' Drlen Jugendliche haben Zutritt K I N O-T A F E L PROGRAM» für die Zeit vom 15. bis 17. Oktober Odeon. Potsdamer Str. 75 Sensation Im Wintergarten mit Clalre Römmer, Paul Richter (7 Akte) Der fliegende Cowboy mit Hoot Gibson Turmstrafze 12 Die Fraa im Talar mit Fritz Korlner Erstens kommt es anders (6 lustige Akte) Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Die Frau Im Talar mit Frilz Kortner Die Sdemugglerbraul ▼. Mallorca mit Jenny Ingo Schöneberg Alhambra Schöneberg, Hauptstr. 30 DtUmeiudiao Um Mitternadit mit Lon Chancy Lord Bluff Titania(«. sÄeberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6.30 Uhr Der Filmreporter m. Basier Keaton Schatzmann a. D. m. W. Fairbanks ff"' Frletfenau> F riedenauer Lichtspiele Kaiserall-e 111(hundertelf) Wochentags 6'?. Sonntags ab 5 Uhr Sonntags 3 Uhr; Jugendvorstcllung Heimliche Ehe mit Harry Uedlke Wenn man verliebt Ist•• a Moabit Artushof-Licfaispielc Film- and BOhncnschaa Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Männer ohne Berat m. Harry Picl Die Insel der Gestrandeten BQhncnscfaan Welt-Kino Alt-Moabit 99 Das Fürst enkind m. Harry Liedtke Die verschwundene Frau m. M. Kid Schlötcr-Thcatcr Schlüterstr. 17 W. 7 u. 9.15 S. ab 3 U. Nacht ohne Hoffnung mit E. Barthelmess Um seine Ehre mit G. Ekmann g Wilmersdorf Atrium Bcd-.F.t».f Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 9. 9.15, Sonnt. 5, 7, 9.15 Jenseits der Strafe Auf der Bühne: Kleinkunst— Tanzpaar a stegnt« j Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Rummelplatz der Liebe Auf der Bühne: Rolls and Roys Will and Billy Blum und Blum Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1—4 Beginn 6 U. Einmal um Mitternacht mit Alfons Fryland (großer Gesangsfilm) Nacfatbesucfa am Geheimtresor g Marienjarf"g Ma T i Mariendorlei l Jä-1.1 Lichtspiele ChausscestraSe 305 Stg. 3 Uhr Jug.-V. Die Halbwüchsigen (Reifendes Geschlecht) Qualen der Schuld SfibncnMhau Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Die Scfamcgglerbranl v. Mallorca mit Jenny Ingo Vorsicht, MSachenhlndler Südosten Filmeck Beginn: Skalitzcr Straße, am Görlitzer Bahnhof Die Arche Noah B: Konzert d. Filmeck-Orchester» Gate BQhnenscfaaa Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater sonnt'lu' Reichen berger Str. 34 BQbnenschao Maeiste, d. Posllllon v. Monte Cenls Jagd nach der Erbschaft Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Der Graf von Monte Chritfo (Beide Teile) internationale BOhnensdiaa Concordia-Palast Andreasstraße 64 Zündenfall mit Vera Schmlterlöw Port(aus afrik. Busch) Bühne; Unter einem Llndenbanm Bühnenscbau Urania-Theater Fi,SüS-ne Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7, 9 Uhr Sklavin einer Ehe m. Dol. dcl Rio Die von der Scholle Varieteschau B HguköHn 1 Primus-Palast Hermannplatz Beginn 7, 9,15 U, Sonnt ab 4,45 U. Bis Donnerstag verlängert Narkose. mit Alfred Abel, Jade Trevor Auf der Bühne: W1U, Carr und Heed (Jazz auf drei Flügeln) Elysium(FiÄIasi) Hasselwerderstraße 17 Alibi Der Tag der Vergelfong Aufder Bühne; Sketch; Nette Mleier BOhnenwhda f Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags 5 Uhr, Sonnabd.51 jUhr, Sonntags 3 Uhr Kolonne X. mit Reinbold Scbfinzct Die Jagd nach der Erbschaft Auf der Bühne; Große Revue:„In Vertretung" mit Alb. Panllg, Melitta Kiers n. a. Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg. Lückstraße 70 Goldrausch mit Cbarlle Chaplin PrSriehotel mit Tom Mix Grobe Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Kinn Rii«rh Be8inn«ägiich UUSCU Sj 7 und 8.45 Uhr Alt-Friedrichsfelde.< Geld, Geld, Geld) m. Brlg. Helm Die schönsten Seine ron Berlin mit S. Kästner Nordosten ■T1 „Elysium" Film und Bühne Prenzlauer Allee 58 M&dchen am Kreuz m. Evelyn Holt Bü: Gasisp. Hugo Werner-Kahle g WelOensee H Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Varielgschan Einmal nm Mitternacht(Singfilm) Aufruhr Im JunggeaeUenbeim mit Siegfried Arno W Rlnlckandor�O»«- b Bürgergartcn-Liditsp. Hauptstraße 51 Bflhnenschao Mittw. 4—6 große Jugendvorstellung Vererbte Triebe mit Walter RHU Der rasende Teufel m R. Talmadfe Nordon Alhambra Mfllierstraße, Ecke Seestraße Fat and Paiacbon als Kannibalen Gr. Ausstattungs-Revue: Zick-Zadc Colosseum vübne�Tan Schönhauser Allee 123 W. 6.30., So. 5.30, Stg. ab 4 L Ihr großer Flirt Sensation im Wintergarten Bühne; 4 Herakles Elekfra-Palast BTÄ. Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Die Arche Noah Bahnenachau Jugendliche haben Zutritt Fortuna-T ageskino MQllerstraße 12c Beg. 10 U vorm. Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Welt- Produktion Mefro-Palast Chausscestraße 30 E« flOaterf die Nackt m. LH Dagovcr Seine Gefangene mit Milion SUU Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 UN Stg. 5 U. Stgs.2U Jugendv. Pat und Patachon ab Kannibalen Das ausgezeichnete Beiprogramm Pratcr-Lichtspiel-Palast Kastanienallee 7-8 Bühnenscbau Der schwarze Domino m H.Lledlke Qualen der Schuld Bühne: Sketch> Fahrende Leute von heule Rialio* Film u.Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Das RAtsel Afrikas Btthnensckau Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Bühnenschau Männer ohne Beruf mit Harry Fiel Auf der Bühne; NegerslepplSnxer GesunctBr „Alhambra" Badstraße 58 Bühaenschaa Die Verführerin mit Listi Arna Wir halten fest und treu zusammen Baiischmieder- Liditsp. Badstraße 16 Große Bühnenschau Narkose m. Alfr. Abel, Jack Treror Die Zirangsfacke Humboldt-Theater Badstraße 16 Bühnen schsu Die Herrin der Futzla Unkas, der Heid des Westen vildcn Kristall-Palast Prinzenallee 1— 6 Große Bfihncnsckaa Das Schiff d. verlorenen Menschen m. Marlene Dietrich u. Fritz Korlner Palast-Theater Li ditsp. Breite Straße 21 a Indizienbeweis mit Ruth Weyher Die letzte Warnung mit La Plante Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 BOhnenschau Teure Heimai(3 machen ihr Glück) Sensailon Im Wintergarten Film-Palast Blankenburger Straße Der StrSfling ans Stambul mit George.... StWebbs-Filn»! D. gzüne Monokel Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W. 6, S'a, Stg. i1-, 6'i, 8-r* Anschlug um Mittemachi m. Alban! Die Verführerin mit Llssl Arna Bühne: Fr. Kronstrüm, Tr. Lehmann Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U. Stg. 5, 7.30 Der Herr der Steppe mit T. MU Dürfen wir schwelgen T mit Veldt. Kortner