Morgenausgabe Nr. 485 ■■■'-x i A 244 46.Iahrgang WSchenlNth SS Pf» monatNch S.K0M. in ooraut zahlbar. Postbezug 4LZ M. einschließlich SV Pfg. Postzeitung»» u-S t2 Pffi. Postbestellgebühren. Ausland»» tbonnemeni ö,— M. pro Monat. Ter.Pons&rt»*' erscheint«ochentSg. lid) zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendau»gaden für Veritn und im Handel mit dem Titel.De» Lbend". Illuftriene Beilagen.BoS «nd Zeit� und»Kinderfreund�. Ferne» .Unterhaltuno und Wissens»Frauen. stimme'..Technik-.Blick in die Buchenoelt- und.Augend-Vonvätt»- Berliner SoltSdtatt Mittwoch 16 Oktober 1929 Groß-Äerlin HP pf. Auswärts 15 pf. Die«Ini»«im»» 5(onparrM«getl« •0 Pfennig. Reklame eil» 5— Bellt»» mark„ftlctne Auzeigsv' da, leitge» druckt» Wort 23 Pfennig zulässig zwei sttt gedruckt» Worte) ,ede» weiter» Won \2 Psennia SteUengeiuld» da» erst« Wort l.S Psennig. iede» weiter» Dor» tU Pfennig. Worte übe» 15 Buchstaben läbien für zwei Worte. Arbeltsmoid Zeile KV Pfennig. Familtenanzeigen Ze.l« 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt. «elchäft Lindenstraß« L. wochentäglich oon SV» dis 17 Ufo Äeniralovgan der sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstrahe 3 Fernsprecher: Dönhoff 2S2— 297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 27 63S.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten, Wallstr. KS. Diikonto-Eesellfchast, Depositenkasfe Lindenstr. Z. Karl Kauisky. Zu seinem 25, Geburisiag. 2:e Blicke der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der ganzen Sozialistischen Arbeiterinternationale sind heute noch Wien gerichtet, wo der Altmeister der marxistischen Theorie, Genosse Karl K a u t s t y. seinen 7S. Geburtstag begeht. Er hat in demselben Jahre schon in oller Stille ein anderes Jubiläum feiern können: das Jubiläum seiner fünfzigjährigen publizistischen Tätigkeit im Dienste der sozialistischen Arbeiterbewegung. Als sich im Jahre 1879 der fünsundzwanzigjährige Wiener Student durch das Gestrüpp der damaligen offiziellen Wissenschaft den Weg zum wissenschaftlichen Sozialismus bahnte, war das wahrlich keine geringe Leistung. Damals schrieb Kautsky fein/ ersten Aufsätze für die Zeitschriften Karl Höchbergs, der ihn im Jahre darauf nach Zürich berief. Hier fand er sich mit Wilhelm Liebknecht und vor allem mit Eduard Bernstein zum gemeinsamen Studium der marxistischen Lehren und zur gemeinsamen Arbeit für ihre Verbreitung. Diese beiden Männer, Kautsky und Bern- stein, noch unter uns, und nach vielen wechselvollen Schick- falen in treuer Freundschaft und Gesinnungsgenossenschaft nebeneinander zu sehen, gewährt tiefe Genugtuung. Kautsky? Lebenswerk schildern, hieße die Geschichte eines halben Jahrhunderts schreiben, das an ungeheuren Ereig- nisten reicher ist als irgendein anderes. Genug zu sagen, daß die Erfüllung der geistigen Oberschichten des Proletariats mit den Lehren von fRarx und Engels ohne die ungeheure Arbeit Karl Kautskys, ohne seine„Neue Zeit" und seine zahlreichen Schriften etwas Undenkbares geblieben wäre. Hatte der junge Marx die Verbindung von Philosophie und Proletariat gepredigt, hatte L a s s a l l c die Arbeiter und die Wissenschaft in blendender Rhetorik nebeneinander gestellt, so ist der gigantische Brückenschlag eigentlich doch erst der nach- folgenden Generation, den Bernstein und Kautsky gelungen. Jetzt erst wurden es wirkliche Masten— wenn auch noch nicht die ganze Mäste—, die sich mit Begeisterung in die immer reicher aufblühende Literatur des wissenschaftlichen Sozialis- mus versenkten und die in den Kampf gingen in dem stolzen Bewußtsein, im Bunde mit der Wissenschaft die Welt er- obern zu können. Wenn unsere Gegner von rechts heute ganz Deutschland voller„M a r x i st e n" sehen— so daß selbst dem verstorbe- nen Strescmann an seinem Grabe nachgesagt wurd?, daß er ein Handlanger des„Marxismus" gewesen sei—, so kommt das freilich zunächst daher, daß die Bezeichnung für ein wissen- schaftliches System zu einem parteipolitischen Schlagwort mißbraucht worden ist. Tatsache aber ist, daß sich in wenigen Jahrzehnten in dem gesamten politischen und ökono- mischen Denken der zivilisierten Menschheit e i n e u n- geheure Umwälzung vollzog, an der der unzählige Male totgeschlagene und doch immer lebendig gebliebene Marxismus seinen bedeutenden Anteil hatte. Selbst die Ideologie des Unternehmertums ist von diesem Prozeß nicht ganz unberührt geblieben. Daß aber die Arbeiter bezüglich der ökonomischen Entwicklung und ihres Einflusses auf das gesamte geistig-politische Leben Erkenntnisse besaßen, denen sich das Bürgertum krampfhaft zu verschließen suchte, sicherte ihnen eine Ueberlegenheit, aus der sich zu nicht geringem Grade di« heutige Machtstellung der politischen und gewerk- schastlichen Arbeiterbewegung ergab. Und so wurde der Ge- lehrte Kautsky Bahnbrecher eines politischen Aufstiegs. Zu leugnen, daß auch der Marxismus selbst mitten in diesen gewaltigen Entwicklungsprozeß gestellt war, hieße den Marxismus und hie von ihm entdeckten Bewegungsgesetze selber leugnen. Nur in seiner russischen Abart, die unbewußt noch mit vielen zarisch-orthodoxen Elementen durchsetzt ist, konnte der Marxismus zu einer starr- unbeweglichen Heilslehre abgewandelt werden, die einer sich ständig ändernden Welt unbewegliche Gesetze des Handelns aufzwingen will. Der Marxismus Karl Kautskys ist nicht von dieser Art: er ist bis zu dem letzten Standardwerk des Meisters über die„Materialistische Geschichtsauffassung" lebendig und darum wirklich marxistisch geblieben, und so ist es nur natürlich, daß er in einen unüberbrückbaren Gegen- satz zum Bolschewismus geraten ist. An Kämpfen, äußeren und inneren, ist das Leben Kautskys reich,. aber dies« Kämpfe haben mit Gelehrten- streitigkeiten landesüblicher Natur nur wenig gemein. Ging es doch in ihnen nicht um mehr oder weniger belanglose Ob- jekte gelehrter Rechthaberei, sondern um das Schicksal der lebenden Generation und um die Zukunft der Menschheit. Es spricht nicht gegen, sondern für Kautsky. daß er sich von schwer Errungenem nicht leicht trennte und daß er seine Ueberzeugung gegen jedermann, auch gegen die besten Freunde, und ohne Rücksicht auf die eigene Person verfocht. Keineswegs aber hat er sich damit der Berpflichtung entzogen, selber«in ewig Lernender zu bleiben und wissenschaftliche Kritik auch als Selbstkritik zu üben. So ist er bis auf den heutigen Tag jung geblieben, jünger als mancher unter uns, der weniger Lebensjahre zählt. Unserer Jugend ober möge der Ehrentag des alten Meisters eine Mahnung sein, immer wieder zu den g c i st i g e n Quellen zurückzukehren, denen die moderne so- zialistische Arbeiterbewegung entsprungen ist. I h m wird es die schönste Geburtstagsfreude sein, wenn i h r Gruß heute hell und siegesgewiß zu seinem Fenster emporklingt. Macdonalds Abschied von LIGA. Franzöfisch-italienische Einheiisfront? £ o n b o n, 15. Oktober.(Eigenbericht.) Ramsoy ZNacdonald ha» bei verlosten de, Territoriums der vereiuigten Staaten eine votschasl an die Vevölkc- ruagderUStl. gerichtet. In der es u. a. heißt: „Der Präsident der vereinigten Staaten und ich haben im Geiste demokratischer Offenheit die Beziehungen unserer Länder zueinander und die Arage der Förderung de, tveltsriedcns erärterl. Ich habe besonders die Wärme des Empfanges gewürdigt, die ich von feiten des Senats und des Repräsentantenhauses während meines Aufenthalts gesunden habe. Ich Hab« jede Gelegenheit crgrisfeu. um euch allen deutlich zu machen, mit welchem Ernste die Bürger des Britischen Reiches euren Wunsch teilen, dem Kriege den Gar- auszumachen. Ich überschreite die Grenze in dem Bewußstein. daß uns zwar der Atlantische Ozean trennt, die Sache des Friedens jedoch einigt. Die» ist die votschaft. die ich mit nach Hause bringen werde." • Wie der a i l q Herold" fessttelll, darf als bestimmt an- genommen inerden. dab bei Zusammentritt der Fünfmächtekonfe- »enz„cht nur eine enzlisch- amerikanische Einigung über die Flottenparität zwischen den beiden Ländern vorliegen werde, son- dern daß auch Frankreich und Italien untereinander zu einer ähnlichen Verständigung gekommen sind. Oie Londoner Geeabrüstungskonferenz Frankreich beschließt Teilnahme pari». 13. Oktober.(Eigenbericht.) Die französische Regierung hat am Dienstag beschlossen, die Einladung zur Londoner Flottenabrüstungs- konferenz im kommenden Januar anzunehmen. Die Ant- wort auf die englische Einladung soll schon in den nächsten Tagen er- folgen, obwohl die technische Denkschrift des Marinemini- steriums über die auf der Konferenz zu behandelnden Fragen noch nicht fertiggestellt ist. Allerdings soll die sranzässtche Antwort, wie der„Temps" zu wisten erklärt, keinerlei Andeutung über die Stellungnahme Frankreichs enthalten. Sie soll le-diglich die Be- r e: t s ch a f t der französischen Regierung erklären, an dieser neuen Abrüstungsbemühung, die im Rahmen des Abrüstungswerkcs des Völkerbundes erfolgt, teilzunehmen. Sie werde dann noch ausdrück- »ich unter Hinweis auf den Text der englischen Einladung betonen, daß Frankreich sich die volle Wahrung seiner Rechte und Jntereffen aus der Konferenz vorzubehalten wünsch«. Volksbegehren und Beamte. > Sine notwendige Warnung. Von Steinkopf. Die Spitzenorganisationen der Beamten, der Deutsche Beamtenbund und der Allgemeine Deutsche Beamtenbund, haben gegen das Volksbegehren Stellung genommen und ihre Mitglieder gewarnt, sich daran zu beteiligen.— Der Reichs- bund der höheren Beamten fehlt noch.— Um so mehr gibt sich die deutschnationale Presse Mühe, die Beamten davon zu überzeugen, daß es nicht nur ihr Recht, sondern sogar ihre Pflicht ist, sich zum Voltsbegehren einzuzeichnen. Man scheut sich nicht, ihnen vorzuerzählen, was für Gehalts- e r h ö h u n g e n sich sozusagen zwangsläufig ergeben werden, wenn wir einfach nicht mehr zahlen. Was für goldene Zeiten müssen anbrechen, wenn man den Spuren der Herren Hugen- bcrg, Seldte und Hitler folgt. Und alles hängt nur davon ab, daß sich alle mahlberechtigten Deutschen und nicht zuletzt die Beamten in die Listen einzeichnen. Das Rheinland frei, das Saargebiet zurückgegeben, der Wtderruf der Schuldlüge von unseren früheren Feinden an- erkannt, keine Reparationszahlungen mehr, Steuerherab- setzungen, Gehaltserhöhungen, und das alles durch ein ein- faches dsuisches Gesetz von nur fünf Paragraphen. Ist es nicht skandalös, daß man dies nicht schon viel früher gemacht hat?— Wir wissen nicht, ob sich wirklich ernsthafte Menschen finden, die hierauf hineinfallen; wir wisten aber, daß die deutschnationale Presse diesem allgemeinen Betrug am ganzen deutschen Volk noch einen besonderen an den Beamten hinzu- fügen will. Es ist elend, zu sehen, wie diese Presse sich bemüht, den Schutz derselben Weimarer Verfassung, die von ihr bis aufs Messer bekämpft und bei jeder Gelegenheit oerächt- lich gemacht wird, für jene Beamten mobil zu machen, die sich dem Volksbegehren anschließen. Dieselben Leute, die sich unter dem früheren Regime nicht gescheut haben, jede andere als die amtlich abgestempelte Meinung bei den Beamten mit den schärfsten Mitteln zu unterdrücken, machen heute den Be- amten klar, daß die Beteiligung am Volksbegehren lediglich die Ausübung eines den Beamten gewährleisteten staats- bürgerlichen Rechtes, eine freie Meinungsäußerung sei, und daß es ferner das gute Recht der Beamten ist, sich mit der Politik der Reichsregierung in Widerspruch zu setzen. Der Beamte sei nur verpflichtet, so schreiben sie, nicht öffentlich gegen die republikanische Staatssorm aufzutreten. Ein An- griff aus die Republik komme beim Volksbegehren aber gar nicht in Frage. Uns will scheinen, daß die Dinge doch erheblich anders liegen. Gewiß kann der Beamte an der Ausübung eines Staatsbürgerrechtes nicht gehindert werden. Wie bei allen seinen Handlungen hat er aber auch hier zu prüfen, ob sich die Beteiligung am Volksbegehren mit seiner Stellung als Beamter der Republik verträgt oder ob er hierdurch mit seinen Beamtenpflichten in Konflikt gerät. Dieser Konflikt muß hier eintreten. Es ist gar nicht ein- mal nötig, auf den 8 10 des Reichsbeamtengesetzes zurückzu- greifen, der den Beamten zur Pflicht macht, sich der Achtung. die der Beruf erfordert, durch ihr Verhalten in und außer dem Amt würdig zu zeigen. Viel klarer sagt der 8 Wo: Er(der Beamte) hat alles zu Unterlasten, was mit seiner Stellung als Bemnter der Republik nicht zu vereinen ist. Unvereinbar mit der Stellung eines Beamten ist aber, wenn er durch seine Namensunterschrift verlangt, daß seine höchsten Vorgesetzten für eine gesetzmäßige Handlung, bei deren Durchführung die Beamten selbst Hilfe zu leisten haben, als Landesverräter mit Zuchthaus be st rast werden sollen. Dieser Gegensatz zwischen der Forderung im Volksbegehren und der Pflicht der Beamten liegt klar zutage, und nichts kann ihn hinwegdiskutieren. Allein die Miß- achtung der höchsten Vorgesetzten, die in dieser Forderung liegt, stellt sich als«in Dienstvergehen dar. Und daß es auf eine Mißachtung der Minister abgesehen ist, zeigt deutlich die „Deutsch« Zeitung", indem sie schreibt: Er(der Beamte) braucht ober nicht einzutreten für die der- zettige Handhabung der Staatsgewalt durch Leute, deren Anspruch auf Achtung mindestens zweifelhaft ist.- Wenn hierzu noch erklärt wird, daß die Achtung vor der Reichsvcrfastung noch lange nickt der Achtung der Mitglieder der Reichsregierung und der Achtung vor der Staatssorm gleichkomme, so ist dies Spiegelfechterei. Achtet man nicht die Republik und die verfassungsmäßig bestellten Hüter der Reichsverfassung, kann man unmöglich vor dieser selbst Achtung haben. Das eine bedingt das andere. Verweigert man das eine, versagt man auch das andere und verletzt somit als Beamter seine Pflichten. Doch dies ist es nicht ollein, was die Beamten zur Vor- ficht mahnt. Nicht umsonst betont die deutschnationale Presse auffallend stark, daß es ja gar nicht gegen die Republik gehe und jedem Beamten schon deshalb die Teilnahme am Volks- begehren durchaus freistehe. Diese Betonung hat gor keinen anderen Zweck, als di« wahren Absichten der sDrahtzieher zu verschleier«. Da man bei den Machern des Volksbegehrens mit einem Mißerfolg mindestens des Volksentscheids bestimmt rechnet, muß die ganze Aktion naturgemäß einen anderen Zweck haben. Und Hugenberg selbst hat je soeben erklärt, daß dies erst der erste Teil seiner Offensive sei. Man will also mit dem Volksbegehren d i e antirepublikanischen Kräfte sammeln, um sie dann zum Sturm auf die Republik zu führen. Der Sturz der Republik ist das tatsächliche Ziel. Und somit wendet sich das Volksbegehren tatsächlich, entgegen der deutschnationalen Darstellung, gegen den Bestand der Republik. Jeder Be- amte, der sich für das Volksbegehren einzeichnet, tritt also — wenn auch nur mittelbar— aktiv für die Beseitigung der republikanischen Staatsform ein und verstößt somit gegen seinen Eid und die ihm gesetzlich obliegenden Pflichten. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß beim Volks- begehren letzten Endes das mit legalen Mitteln erreicht wer- den soll, was beim Kapp-Putsch mit illegalen Mitteln nicht zu erreichen war Wer von den Beamten glaubt, das mit- machen zu können, muß sich über die Folgen seiner Hand- lungsweise klar sein. Es dürfte als ausgeschlossen gelten, daß die Republik eine derartige Stellungnahme ruhig hin- nehmen wird. Dies kann man weder ihr, noch der republi- kanischen Bevölkerung zumuten. Nachdem die Spitzenorgani- sationen der breiten Massen der Beamten der unteren und mittleren Besoldungsgruppen ihre Warnungen ausgesprochen haben, muß es jedem Beamten überlasten bleiben, nunmehr selbst über sein« Haltung zu entscheiden. Wie man weiß, ist die Debatte über das Für und Wider des Berufsbeamtentums noch längst nicht beendet. Zeigt es sich, daß bei dem Volks- begehren eine größere Zahl von Beamten den Deutschnatio- nalen und ihrem völkischen Anhang ins Garn gegangen ist, so dürfte dies zur Stärkung der Sympathien für die Berufs- beamten wahrlich nicht beitragen. Denn das Volk weiß, daß die Listen zum Voltsbegehren nur die Namen derjenigen ent- kalten werden, die sich offen als die Feinde der Republik bekennen. Aniwort an den Stahlhelm. Der preußische Innenminister weist ihn ab. Aus den Einspruch des Stahlhelms gegen die Auflösung der Gaue Industriegebiet und Rheinland hat der preußische Minister des Innern geantwortet, daß ein Einspruch nach den gesetzlichen Be- stimmungen nicht berechtigt sei. Eine Nachprüfung durch irgendeine andere Instanz komme nicht in Frage. Auch der Reichsausschuß für das Voltsbegehren hotte sich be- fchwerdcführend an den Minister des Innern gewandt, daß die Vor- bereitung zum Volksbegehren durch die Auslösungsattion gegen den Stahlhelm außerordentlich gestört worden fei, vor allem in Dort- mund. Der preußisch« Minister des Innern hat darauf geantwortet, eine Störung der Vorbereitung jum Volksbegehren fei weder an- geordnet noch beabsichtigt gewesen. Die polizeilichen Organe in Dortmund seien ausdrücklich angewiesen worden, Material für das Volksbegehren in keinem Falle zu beschlagnahmen. Wo eine Bureau- gemeinschaft zwischen dem Stahlhelm und der Organisation des Volksbegehrens bestanden habe, sei allerdings diese Auseinander- Haltung nicht durchführbar gewesen. In den Beschwerden sei weiter gesogt worden, die Polizei habe dem Major a. D. Heider einen schriftlichen Befehl vorgelegt, durch den"chisdrücklich die Beschlagnahme des Materials für das Volks- begehren angeordnet worden sei. Vom preußischen Innenministerium wird hierzu erklärt, ein schriftlicher Befehl könne nicht in Frage komnien, da die Beamten alle nur mündlich instruiert worden seien. Zu der Feststellung, daß Major a. D. Heider kein Mitglied des Stahlhelms fei, wird erklärt, daß Heider Sportreferent des Stahlhelms für den Landesverband Industriegebiet und bei den inkriminierten Veranstaltungen des Stahlhelms führend betelligt gewesen sei. Abziehende Franzosen. Aus Koblenz und Rad<5ms. S o b l e w z. 15. Oktober. Das 151. französische Znsankerieregiment. das in den Kasernen aus der Karlhause lag. hat heule abend die Sladl Koblenz verlassen. Gegen 7 Uhr rückke eine Maschinengewehrabiellung mik sechs£ofekkenmaschlnengewehren nach dem Rangierbahnhof in tühel ab und gegen 6 Uhr folgken die zwei Znsanleriebataillon« de» Regiments. Das Regiment wurde auf dem rheinischen Gülerbahn- hos in Koblenz-eühel verladen und nach der neuen Garnison in 711 e h kransporkieri. Rad«ms. 15. Ottober. Das hier liegende sranzösische ZnsanieriebalalUon verließ heule abend die Sladl und wurde gegen TNikkernacht in die neue Garnison nach Weißenburg abtransportieri. Vaterländische Tonart. Der Erbfeind von Rreiffcheid bis Gtresemann. Aus der Red«, die der Reichssührer der sogenannten„Bismarck- Jugend", Sieveking, m Bremen gehalten hat:„Der Stahl» helmführer Seldte hat leider recht, wenn er vor einigen Togen sagte, daß der Erbfeind innerhalb der deutschen Grenzen wohne. Es sind dies die Kreis« von Breitscheid bi» S t r« s e m o n n, die lein Vaterland kennen, das Deutschland heißt." UngewoNte Ironie. Wir lesen auf der ersten Seite der.�reuz-Zeitung" in Fett- druck: „Adelsbezeichnungen ausschreiben! Bei der Eintragung in die Lzsten zum Deutschen Volksbegehren müssen alle Adelsb« zeich» uungen des Namens voll ausgeschrieben werden, da die Gefahr besteht, daß nicht voll ausgeschrieben« Namen al» ungültig ange- sehen werden." Bolls begehren— Adels bezeichnungen ausschreiben! Hoffentlich bleibt dies adlige Begehren«ine sehr«xklusioe An» aelegenheit. Besserung im Befinden Leiparts. Zustand hoffnungsvoller. Im Befinden Theodor Leiparts ist, wie von dem Leiter der chirurgischen Abteilung des Hildegard-Krankenhauses, Pro- festor Pribran mitgeteilt wurde, erfreulicherweis« eine wesentlich« Besserung zu verzeichnen. Sein Zustand ist neuerdings hoff- nungsvoller, obwohl er noch immer als ernst bezeichnet werden muh. Niemand zeichne sich ein! Volksbegehren und gesunder Menschenverstand.— Otto Braun mahni. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun hat am Dienstag, dem 15. Oktober, abends 7 Uhr. den folgenden Bor- trag über die Berliner Funtstunde auf allen deutschen Sendern gehalten: Wenn ich als Chef des preußischen Staatsregierung, also als jemand, der vor der Volksvertretung und vor dem gesamten Volke die Verantwortung für das politische Schicksal des größten und volksreichsten deutschen Landes trägt, heute hier zu Ihnen spreche, so will ich nicht etwa all die wirtschaftlichen und finanziellen Einzel- fragen des Dawes. und Nounq-Planes in ermüdender Zahlenreihe an Ihrem Ohr vorüberziehen lassen. Ich will vielmehr mit meiner kurzen Ansprache an Ihren gesundenundklarenMen scheu- verstand, an Ihr Verantwortlichkeitsgesühl als Staatsbürger und Staatsbürgerinnen appellieren. Ich will Ihnen zeigen, daß das. was die Urheber des Volksbegehrens mit Ihnen vorhaben, unvereinbar mit dem gesunden Menschen- verstand ist, und daß Sie sich hüten würden, wenn Sie sich den ganzen Sachverhalt einmal auf Ihr Privatleben übertragen denken, als Privatleute etwas derart Unsinniges und Schädliches zu tun und Ihren Namen für eine solche zwecklose Demonstration her- zugeben. Dazu möchte ich vorweg erklären: Wenn wirklich, wie die Ur- Heber des Volksbegehrens Sie glauben machen möchten— obwohl sie selbst nicht daran glauben—, daß ein einseitig in Deutschland vorgenommenes Volksbegehren und im Anschluß daran ein mit der erforderlichen Stimmenzahl angenommener Volksentscheid uns von den Kriegslasten entbinden und die Kriegsschuldlüge noch dazu gänzlich aus der Welt schaffen könnte, so wäre ich allerdings der erste, der mit Freuden dafür einträte und sich In die Liften ein- zeichnete. So einfach ist das tiefernste Problem nicht zu lösen: wer eine so leichte Lösung den» Volke vorgaukelt, ver- sündigt sich ans das schwerste an ihm. Die Dinge liegen, mit nüchternen Augen gesehen, einfach so: Wenn wir heute durch ein Volksbegehren einseitig in Deutschland feststellen wollen, daß wir am Ausbruch des Krieges nicht schuldig sind und infolgedessen auch nicht nötig hoben, die Kriegskosten der anderen zu zahlen, so ist das«ine Geste, ein« leere Demonstration, die von niemandem auf der Welt ernst genommen würde, und die nur Ge- löchter auslöst. Die anderen Staaten, die sich aus den Bersailler Vertrag als auf das jetzt geltend« Völkerrecht berufen, werden sich jedenfalls nicht im mindesten darum kümmern. Rehmen Sie einmal an, meine Damen und Herren. Sie hätten einen Prozeß verloren und mühten zahlen. Sie erlassen ober zu Hause, nach verkündung des inzwischen rechlskräslig gewordenen Arkells, eine Erklärung, unkerzeichnek von Zhnen und Ihrer Familie. daß Sic im Rechte feien, und daß Sie infolgedxffen rfichl zu zahlen gedächken. Glauben Sie im Ernst, daß Ihr Prozeßgegner und das Gericht sich um solche einseilige Erklärung auch nur einen Augenblick kümmern würden? Im Gegenleil. der Gerichtsvollzieher würde erscheinen. Sie lroh ollem pfänden und vielleicht sogar aus Ihrem heim heraustreiben. � Genau so liegen die Dinge hier. Gegen die Kriegs- f ch u l d l ü g e hat. die deutsche Reichsregierung, ohne die Urheber des Volksbegehrens abzuwarten, schon mehrmals-im Verlause, der Zeit nach dem Kriegsschluß vor der gesamten europäischen Oeffentlichkeit protestiert. Die Welt weiß, wie die deutsche Regierung und das deutsch« Volk darüber denken, und wir sagen ihr nichts Neues. Erreichen wir somit mit unserem Protest gegen die Kriegsschuld- lüge auch bei dieser Wiederholung nicht das Mindest«, so bringt auf der anderen Seite das Volksbegehren, das uns nichts zu nützen vermag, die allerschwerst cn Gefahren für Deutschland für den Fall seiner Annahme. In unerhört zähem, heroischem Ringen hat der viel zu früh verstorbene Außenminister Dr. Stresemann in Fortsetzung und Krönung der von C b e r t und R a t h e n a u ein- geleiteten und unterstützten Außenpolitik es im Haag erreicht, daß auch die dritte Zone des Rheinlandes, die nach dem Friedensvertrag erst 1935 frei werden sollte, schon jetzt bis zum 30. Juni 1930 geräumt wird. Die Durchführung der Räumung d�r Rheinlande fft nun aber an die Bedingung geknüpft, daß der Poung-Plan vom Deutschen Reichstag angenommen und vom Herrn Reichspräsidenten, wie üblich, als Gesetz verkündet werde. Das Volksbegehren aber will den Doung-Plan verwerfen. Wer für das Volksbegehren eintritt, will somit ver- hindern, daß die Rheinlande geräumt werden und daß die rund 50 000 englischen und französischen Soldaten fast 5 Jahre früher, als im Bersailler Vertrag vorgesehen, aus der dritten Zone abziehen. 59 900 Mann, die sonst mit klingendem Spiel abziehen würden, sollen fünf Jahre länger auf deutschem Boden bleiben, auf unser« Kosten essen, trinken, exerzieren und manövrieren, und in der Zeit der allerschwersten Wohnungsnot zehntausenden rheinischer deutscher Familien die Wohnungen wegnehmen! Alle Mühe und Arbeit Stresemanns bis in die letzten Minuten seines lampsreichen Daseins wäre umsonst gewesen, alle Hoffnungen und alle Wünsche des schwer leidenden Rheinlandes, das nach der Hoager Konferenz beglückt auf- atmete, wären jäh zum Scheitern gebracht. Man muß sich an den Kopf fassen, ob man nicht träumt, wenn man diese Konsequenzen überblickt, die die Urheber des Bolls- begehrens über uns heraufbeschwören wollen! Und doch ist die bittere Wahrheit die. daß nicht e i n fremder Soldat abziehen wird, wenn nicht der Poung-Plan angenommen wird. Kommen wir so aus Vernunftgründen auf alle Fälle zur Verwerfung, zur Ablehnung des Voltsbegehrens, so muß auch unser sittliches Empfinden, ja das e! n f a ch st e An st a n d s- g e s ü h l sich gegen den Z 4 des Volksbegehren» empören, der die Minister und anderen politischen Beauftragten des deutschen Volkes, die den Voung-Plan und ähnliche Vertröge unterzeichnen werden, mit Zuchthaus bedroht. Das ist also die nachträgliche Ehrung des großen deutschen Staatsmannes Stresemann, daß man ihn im Grabe noch als Landesverräter imfamieren uni des Zuchthauses würdig erklären will, weil er da« deutsche Rheinland befreit, die Kriegslasten ver mindert und das Ansehen Deutschlands in der ganzer Welt, nicht zuletzt vor unseren ehemaligen Feinden, gewaltig gehoben hat? Sie wissen, meine Damen und Herren, daß die Urheber des Volksbegehrens zuerst auch die verehrungswürdige Gestalt unseres greisen Reichspräsidenten von Hindenburg in diesen Zuchthausparagraphen einschließen wollten. Sie haben den Reichs- Präsidenten dann später formell aus dem Paragraphen heraus- gestrichen, staatsrechtlich aber bleibt die Situation so: Reichskanzler und Reichsminister können«inen Bertrag mit dem Auslände nicht ohne die Einwilligung des Reichspräsidenten abschließen. Und vor allem, der Vertrag kann nicht Reichsgesetz werden, wenn er vom Reichspräsidenten nicht gegengezeichnet und im Reichsgesetzblatt ver. kündet worden ist. Glaub» irgend jemand, daß ein ritterlicher Mann, wie hinden. bürg, zuerst in verlreluug der Lebensinteressen des deutschen Volke» einen Vertrag zeichnen würde, weil er ihn für notwendig hält, dann aber seine Mitarbeiter, den Reichskanzler, den Reichs- außenminister und die übrigen Unterhändler In» Zuchthaus wandernlähl.sich selbst ober hinler dem Schuhe verschanzt, den ihm die Urheber des Volksbegehrens gnädigst gewähren wollen? Das ist— da. wie gesagt, ohne den Reichsprästdenken ein solcher Verlrag gar nicht angenommen werden kann— der Sachverhalt, der in seiner ganzen Schimpflichkeil oder wenn man will groteskea Löcherlichkeik auch den letzten der Männer und Frauen die Augen öffnen sollte, die heule etwa noch mit dem Volksbegehren sympathisieren sollten! Wer deshalb schon jetzt das Volksbegehren zerschlägt, indem er es ablehnt, sich in die Listen einzuzeichnen, handelt wahrhaft im Jnteresie des deutschen Volkes. Daß mit der großen Mehrheit, der Bevölkerung auch dir- Staatsbeamten so Händeln werden, erwarte ich mit Be»~ stimmtheit. Ich würde es für unverständlich halten, wenn Beamte sich für das Volksbegehren mit der schimpflichen Forderung der Zuchthausstrafe für Minister und ander« Beamte, die ün wohl- verstandenen Interesse Deutschlands handeln, einsetzen würden. De» Beamte hat gewiß im Volksstaat, anders als früher, das Recht der Meinungsfreiheit und macht davon weitgehend Gebraüch, aber er hat auch gewisse Pflichten, mehr noch als jeder andere Bürger, dem Staate gegenüber. Hier, wo es um die Lebensinteressen des Volkes und des Staates geht, wo die Autorität der Regierung und ihrer leitenden Staatsmänner in Frage steht, würde er gegen seine Beamtenpslicht ver» st o ß e n, wenn er dgs Volksbegehren«nterftützen wollte. Di« Annahme des Volksbegehrens würde das mühsam ge- womrene Vertrauen unserer Vertragsgegner in offenes Mißtrauen und schärffte Feindseleigkeit wandeln, die schon abzugsbereiten 59909 Mann fremder Truppen wieder umschwenken lassen und von neuein sich mit aller Wucht und Last auf das in allen seinen Erwartungen getäuschte Rheinland werfen lassen. Nur wer den Mut hat, dieses Verbrechen am deutschen Volke um nichts und wieder nichts zu verantworten, der wird sich in die Listen des Volksbegehrens eintragen. Wer dagegen seinen ge- sunden Menschenoerstand beisammen hat, der höre auf die Parole der Reichs- und der preußischen Staatsremerubg. Sie lautet und kann nur lauten: Gegen das unsinnige, volksfeindliche und verberbliche Volksbezehren! Riemaad zeichne sich in die Listen ein! parte»„Wehrwolf". Sie wollen Mandate haben. halle. 15. Oktober. Die Bundesführung des..Wehrwolf" hat den Antrag der mittel- deutschen Gauführer, bei den kommenden Provinzial-Londtags- wählen mit einer eigenen Liste„Wehrwolf" vorgehen zu dürfen, genehmigt. Der Wehrwolf begründet diesen Schritt damit. daß die Parteien, denen dieser Bund bisher Wahlhilfe leistet«, nicht genügend das Wollen der Fronrsoldaten-Generution und der heran- wachsenden Jugend berückflchngen. Verfaffungsreform verschoben. Ziegierungsparteien noch nicht einig. Wien, 15. Oktober.(Eigenbericht.) Am Donnerstag sollte dem Nationalrat die Vorlage über die Verfassnngsreform zugestellt werden. Boraus- sichtlich wird diese Abficht nicht durchgeführt werden können, da Bundeskanzler Schober mit den Regierungs- Parteien noch eine Verständigung über den Inhalt der Vorlage noch nicht erzielt hat. Der Entwurf läuft darauf hinaus, die Rechte der sozialdemokratisch verwalteten Stadt Wien wesentlich ein- zuschränken. Außerdem ist nach den Meldungen christlich- sozialer Blätter eine Einschränkung des Wahlrechts durch Heraufsetzung des Wahlalters von 20 auf 21 Jahre geplant und durch das altosterreichische Erfordernis eines einjährigen Ausenthalts in der Gemeinde erfolgen. Bürgermeister Schneider ausgeschloffen Reschlusi des sozialdemokratischen Rezirksvorstonde«. Der Bezirksvorstand Hot in der Sitzung vom 15. Oktober den Bürgermeister Schneider Berlin-Mittc nach beendeter Prüfunq neu. beigebrachten Materials aus der Partei ausgeschlossen und sondert ihn auf, sein Amt als Bürgevmeffter niederzulegen. Bruhn und Wolf. Ans der deutfchnationalen Neichstagsfraktion„beurlaubt". Die deutschnationale Reichstagsfrattion teilt mit. daß die Reichs- tagsabgeordneten Bruhn und Wolf au» der Frattionsgemcin» schaft beurlaubt worden seien. Sie hat folgenden Beschluß gegen Bruhn gefaßt:„Die deuffchnotionale Reichstagsfraktion miß- billigt die Beziehungen des Abgeordneten Bruhn zu den Gebrüdern Sklarek um so entschiedener, als sie seiner politischen Vergangenheit und seiner in Wort und Schrift betätigten völkischen Einstellung widersprechen." Auch Wolf ist«in« Mißbilligung ausgesprochen wordeo. Aufrufe gegen das Inflationsbegehren.| Zentrum und Bayerische Volkspartei. Der Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, Dr. Ludwig Raas, und der erste Vorsitzende der Landesvorstandsschaft der Bayerischen Volkspartei, Frizz Schäffer, veröffentlichten folgende gemeinsame Erklärung: Die Deutsche Zentrumspartei und die Bayerische Volkspartei erblicken in dem am 28. September eingebrachten Boltsbegehren gegen den Young- Plan teinen geeigneten Weg, das deutsche Volk von dem Unrecht der Kriegsschuldlüge und von den Ketten des Versailler Diftats zu befreien. 19 Sie sehen in dem Volksbegehren, vor allem in seiner verhezzend zugespitzten Formulierung, einen verhängnisvollen Schritt zur weiteren zerreißung des deutschen Bolkes im Innern und eine verurteilenswerte Ausnutzung des deutschen Freiheitswillens für die 3wede einseitiger Parteiagitation. Der in dem Boltsbegehren gewählte weg ist nach der gemeinsamen Ueberzeugung beider Parteien nur geeignet, die in hartem und mühseligem Ringen erkämpften Anfähe zu einem Aufstieg Deutschlands zu hemmen und eine rüdläufige Entwid. lung hervorzurufen, für deren Gefahren fein besonnener Staatsmann die Berantwortung übernehmen kann. Beide Parteien lehnen daher jede Unterstützung des Bollsbegehrens mit Entschiedenheit ab und fordern ihre Anhänger auf, ihm mit allen Kräften entgegenzuwirken. 3u gleicher Zeit erklären sie dem deutschen Bolte und dem Ausland, daß sie nach wie vor entschlossen sind, den geistigen und politischen Kampf gegen die Kriegsschuldlüge und für den friedlichen Aufstieg Deutschlands zu nationaler Freiheit und internationaler Gleichberechtigung unentwegt weiterzuführen. Eine scharfe bayerische Absage. München, 15. Ottober.( Eigenbericht.) In einem überaus scharf gehaltenen Aufruf wendet sich nunmehr auch die Bayerische Boltspartet offiziell gegen die verbrecherische hitler hugenberg Front. In dem Aufruf, der von den drei Landesvorsitzenden der Partei unter zeichnet ist, heißt es: Die Bayerische Boltspartei lehnt das von den radikalen Katastrophenpolitikern eingereichte Boltsbegehren als eine Bersündigung am deutschen Rolfe ab. Sie richtet an alle Männer und Frauen, die es gut mit ihrem deutschen Vaterlande, meinen, die ernste Aufforderung, fich jeglicher Mitwirkung bei diesem Boltsbegehren zu enthalten und sich unter feinen Umständen in die Listen einzutragen. Der böse Geist der Demagogie und der Boltsverheßung, der die Werbungen für dieses Volksbegehren erfüllt, geht aus dem ganz unmöglichen Aechtungsparagraphen(§ 4) des sogenannten Freiheitsgesetzes hervor. In diesem Zuchthausparagraphen wird es ganz offenbar, daß nicht die Befferung unserer außenpolitischen Lage, sondern nur innenpolitische, rein partelische machtpolitische Ziele der eigentliche Beweggrund des Boltsbegehrens find. Zu solch frevlem Spiel fann fich fein denkender Deutscher in dem Augenblid hergeben, wo sich Frankreich anschicken muß, die in Bersailles neu eingeleitete alte Rheinlandpolitik als vollkommen aussichtslos preiszugeben." Die Gflavenexportlüge. Erregung in der Bayerischen Bottspartei. Wie die Augsburger Postzeitung", das Hauptorgan der Bayerischen Boltspartei, bestätigt, ist der Erfinder der Legende, daß nach dem Young- Plan deutsche junge Leute zur Glavenarbeit exportiert werden sollten, der staatlich angestellte Handelsschulrettor Frig Reinhardt, der eine nationalsozialistische Wirtschaftszeitschrift" herausgibt. Die„ Augsburger Postzeitung" bemerkt hierzu: Das Bolksbegehren geht über die Bahn. the ni quodju ZIEL ESSION Begehren Hugenberg " Fehlstart!" Severing IGHWO START 250 1012: Zusammentritt des Landtags. Das Gesetz über die Staatsbanf. 196 150 1qmoR Der Preußische Landtag trat am Dienstag, dem 15. Oftober, zu seiner ersten Sigung nach den Sommerferien zusammen. Bräsident Bartels eröffnete die Sigung mit einem Nachruf auf den verstorbenen Reichsaußenminister Stresemann, den das Haus stehend anhörte. Er machte sodann dem Landtag Mitteilung von der Mandatsniederlegung des Abg. Dr. Brüning( 3.), an deffen Stelle der Abg. Hillebrandt( 3.) eingetreten lei, der aus dem Saargebiet fomme. Er begrüße den Eintritt eines Vertreters des Saargebiets besonders und hoffe, daß nach glücklich beendigten Berhandlungen über die Befreiung des Saargebiets weitere Vertreter nachfolgen werden. pon Zur Geschäftsordnung beantragt hierauf Abg Bork( Dnat.) einen Antrag seiner Fraktion und der Wirtschaftspartei auf Ein fegung 21 Mitgliedern, der die politische Seite des Stlareteines Untersuchungsausschusses Falles in Berlin prüfen soll. Da dem Antrag widersprochen wird, kann über ihn nicht verhandelt werden. Das Haus tritt hierauf in die Tagesordnung ein und überweist zunächst die Dentschrift der Oberrechnungskammer für die Jahre 1924-1926 dem Ausschuß zur Prüfung für die Haushalts rechnungen. schaft und der Duisburg- Ruhrorter Häfen- Aktiengesellschaft werden Die Geschäftsberichte der Preußischen Elektrizitäts- Aktiengesell ohne Debatte dem Hauptausschuß und die Mitteilungen des Wohl fahrtsministers über die Feuersicherheit in Warenhäusern dem Ausschuß für Handel und Gewerbe überwiesen. ändernd. Der Landtag schlude aber jeden Berfassungsbruch.( Ord nungsruf des Präsidenten.) Abg. von Ennern( D. Vp.) äußert ebenfalls schmere Bedenten gegen die Vorlage. Abg. Dr. Zeitlin( Dem.) begrüßt die Umstellung der Staats bant in ein faufmännisches Institut. Im Ausschuß werde man fich weiter darüber unterhalten müssen. Abg. Dr. Schmidt- Hoepke( Wirtschp.) wendet sich gegen den Abbau des Berufsbeamtentums und bezeichnet die beabsich.igte Neuregelung als ein 3mittergebilde. Der Entwurf wird dem Hauptausschuß überwiesen. In persönlicher Bemerkung antwortet Abg. Suffner( S03.) dem Abg. Schulz- Neukölln mit dem Vierzeiler: Anton, sted den Degner ein; Laß mit dem Gäbel das Bieden seir Und lehre sorgsam für und für Ohne Rote Hilfe vor der eigenen Tür.". ( Stürmische Heiterfeit.) Nach Erledigung kleinerer Vorlagen vertagt sich das Haus auf Mittwoch, den 16. Oftober, mittags 12 Uhr. Tagesordnung: Be Auflösung des Stahlhelms in Rheinland- Westfalen ratung des deutschnationalen Mißtrauenantrags gegen das gesamte Staatsministerium wegen der Auflösung des Stahlhelms in Rheinland- Westfalen Deutschnationaler Mißtrauensantrag gegen das Preußenfabinett. Die deutschnationale Landtagsfrattion hat einen Mißtrauens antrag gegen das preußische Staatsministerium wegen des Verbots des Stahlhelms eingebracht. Es folgt der Bericht des Unterrichtsausschusses auf Annahme Duunniteltu antraces, an den pädagogischen Akademien bie Dozentinnenstellen entsprechend der Zahl der Studentinnen zu beantrag setzen und weitergehende kommunistische Anträge abzulehnen. Nach furzer Aussprache beschließt das Haus dementsprechend. Zu den Anträgen des Unterrichtsausschusses, den Hauptausschußantrag abzulehnen, der fordert, daß die Mädchenbildung vorwiegend von weiblichen Lehrkräften durchzuführen ist und der auch Ablehnung eines deutschnationalen Antrags empfiehlt, der die Auftische Betätigung der Lehrer fordert, fand eine kurze Debatte statt. ,, Solange nicht der Reichsausschuß für das Boltsbegehren von dieser blödesten aller Fälschungen abrüdt, fönnen wir seine Mit glieder nicht mehr als politisch reine Gegner ansehen und behandeln. Die Reichsregierung hat an gekündigt, daß sie gegen die unwahrhaftigkeit des Hugenbergschen Boltsbegehrens einschreiten werde. Wir glauben, daß sie allen Anhebung des Ministerialerlaffes über die poli= laß hätte, fofort und zuerst gegen diefen Fälscher Reinhardt einzuschreiten, der noch dazu als handelsschulrektor unsere Jugend im Hauptberuf zu erziehen die Auf gabe hat. Wir sind nicht für Gewaltmaßnahmen, aber unser Verfangen ist sicher nicht zu scharf, daß ein solcher Fälscher nicht mehr im Staatsdienste gelaffen werden kann. Er mag sich von Hugenberg aushalten lassen oder von dem Gewinn seiner Broschüre zu leben versuchen. Weiter verlangen mir, daß die Reichsregierung ebenso wie die Länder regierungen das gemeingefährliche Treiben nicht nur der Nationalsozialisten, sondern des gesamten Hugenbergschen Reichsausschuffes, solange er sich dieser Lügen bei seiner Agitation bedient, verbietet." Die Erregung in der Bayerischen Boltspartei ist verständlich, ihre Forderung schärfften Einschreitens gegen die gewissenlosen Fälscher und Berleumder zu begrüßen. In deffen hat Herr Held, Bayerns Ministerpräsident und prominentestes Mitglied der Bayerischen Bolkspartei, es ab gelehnt, den Aufruf der Reichsregierung zu unterzeichnen. Aundgebung des Epiffopats. Der Kundgebung des Fürstbischofs Kardinal Bertrant- Breslau gegen das Boltsbegehren hat sich inzwischen der gesamte Epistopat angeschloffen. Damit haben sich fämiliche deutschen Bischöfe gegen das Bolts begehren erklärt. Münchmeyer freigesprochen. Die Justizsfandale wachsen. Flensburg, 15, Dftober. Im Prozeß Münchmeyer wurde heute abend das Urteil ver tündet. Der Angeflagte wurde freigesprochen, die Kosten fallen der Staatstaffe zur Laft. Münchmener sollte sich gegen das Republitschutzgesetz dadurch vergangen haben, daß er im Oftober v. 3. in Versammlungen zu Heide und Flensburg die republikanische Staatsform beschimpfte. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe beantragt. Das Lemberger Landesgericht perurteilte die brei Berliner Stu denten Kuhnke, Hahn und Franze wegen Spionage zu je 5 Monaten Gefängnis. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. die Annahme des Antrags auf Verstärkung des weiblichen Einflusses Die Abstimmung ergibt unter Ablehnung des Ausschußantrags in den Volksschulen. Entsprechend dem Ausschußantrage wird der Antrag auf Aufhebung des Ministerialerlaffes über die politische Betätigung der Lehrer abgelehnt. Hierauf stimmt das Haus ohne Debatte den Anträgen des Rechtsausschusses zu, die Prüfung der Möglichkeit verlangen, wie etwaigen Mißbräuchen bei der Handhabung vertraglicher Borfaufsrechte gegenüber notwendigen Siedlungen begegnet werden fann. Ueber das Ergebnis foll bis Ende März nächsten Jahres berichtet werden. Ebenfalls soll geprüft werden, wie die Einrichtung von Gütestellen für Unbemittelte in den Abendstunden gefördert werden tann. Es folgt die erste Lesung des Gefehentwurfs über die Umstellung der Preußischen Staatsbant( Seehandlung). Der Entwurf will die Beamten der Staatsbank durch Angestellte erjegen und moderne faufmännische Grundsäge einführen. Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff begründet die Borlage und bezeichnet die Umstellung der Staatsbant als Folge der Umgestal tung der Preußentaffe. Abg. Dr. Hamburger( Soz.): Der Kampf um den Gerstenzoll. Bäuerliche Schweinemäfter gegen Gerstenzollerhöhung. Die Pläne auf Erhöhung des Zolles auf Futtergerſte zur Erreichung befferer Roggenpreise stoßen bei den bäuerlichen falens auf heftigen Widerstand. In Oldenburg haben sich Mästern Schleswig- Holsteins, Oldenburgs, Hannovers und West Bertreter der Deutschen Bauernschaft, der Christlichen Bauernvers eine und der Bandvoltbewegung zusammengeschlossen, um die landwirtschaftlichen Spizenorganisationen und die Behörden auf die Gefahren hinzuweisen, die den bäuerlichen Schweinemästern Nordwestdeutschlands von der Erhöhung des Einfuhrzolles auf Futter gerste drohen. Es wird darauf hingewiesen, daß ein etwaiger 3wang, Roggen und Kartoffelflocken an Stelle von Gerste zu ver füttern, wie er durch die Zollerhöhung ausgeübt werden soll, die Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Schweinehaltung in Nordwest. deutschland völlig in Frage stellen könne. Die Berfütterung solcher Roggenmengen, die einen maßgeblichen: Einfluß auf die Roggenpreisgeftaltung ausüben fönnten, fäme für: die Mastgebiete überhaupt nicht in Frage, selbst bei einer llm stellung der Mast. Die Vertreter der oldenburgischen Bauern organisationen haben ihren ablehnenden Standpunkt zur Gersten zollfrage gegenüber dem Reichsernährungsministerium scharf zum Ausdruck gebracht. Die Weißgardisten in China. Einbruch im Tientsiner Sowjetfonfulat. Einer Mitteilung aus Moskau zufolge meldet die„ Taß", Wir vermögen vorläufig den Grund nicht einzusehen, weshalb eine Umstellung der Staatsbank erfolgen muß, jedenfalls nicht in in heißgardiſten bätten einen Einbritch in leere sowjetruffifdje in bas leere in dem Etat fünftig nicht mehr gesondert, sondern nur auf der Generalkonsulat in Tientsin verübt und dabei wertvolle Ur= Cinnahmeleite in der allgemeinen Finanzverwaltung erscheinen. tunden gestohlen. Der beutsche Generalfonsul habe fid) Damit ist dem Hause die Mögliuüben Bei den sofort auf das Konsulat begeben, um über die Tat ein Protofsll fein Kontrollrecht eingehend genommen, Gegenregierung. Bestimmungen über die Vorlage des Geschäftsberichts ist versäumt abzufassen. Die chinesische Polizei habe die Weißgardisten vers anzugeben, ob er zur Kenntnis oder zur Beschlußfassung vorgelegt j'haftet. werben soll. Die fehlende Klarheit scheint fein Zufall zu sein, sondern barauf zu beruhen, daß die Rechte des Landtags eingeengt werden sollen. Der Oberrechnungstammer ein mittelbares Rontrourecht zu geben, womöglich die Befugnis, das Anweisungsrecht des Finanzministers gegenüber der Staatsbant nachzuprüfen, hat schwere Bedenken und widerspricht den bisherigen Buständigkeitsregeln. Wir wenden uns dagegen. Der ,, christliche" Marschall Fengiusiang, der eine Zeitlang in guter Freundschaft mit Moskau stand, hat in Pefing eine Gegen regierung gegen Ranting aufgetan und soll vor der Besetzung Santaus stehen. Bis jetzt hat die Nankingregierung die gegneorisch auftretenden Generale meift ,, herübergetauft", sie soll dazu finan ziell auch weiter imftande sein. Der Finanzminister wird nicht damit rechnen fönnen, daß der Entwurf in dieser Form Gefeß werden wird.( Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. von Kries( Dnat.) schließt sich den Bedenken des Vor rebners an Abg. Schulz Neukölln( Stomm.) macht die Staatsbant für Sie Finanzstandale der letzten Jahre verantwortlich und ist der Meinung, daß der verantwortliche Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff langit hätte davongejagt werden müffen. Die Sozialdemokraten sollten Rutiner und Heilmann hinauswerfen.( Bizepräsident Dr. Wiemer rügt diese Bemerfung.) Das Gefeß sei verfaffungsNach einer späteren Meldung ist der christliche" Marschall, von den Truppen des Mandschurei- Beherrschers Jensischan in Schansi eingeschlossen, als dessen Gast" verhaftet! Ungarischer Kulturfortschritt. Dem Parlament wurde eine Reform des Militärftrafgeseges vorgelegt, wonach im Kriege neben Freiheitsstrafen auch die Prügelstra fe verhängt nerden tann. Die Opposition protestierte gegen den Entwurf. Die Betriebsräte für die Partei. Die Arbeiter müssen sozialdemokratiſch wählen. Bor etwa 650 freigemertschaftlich organisierten Betriebsräten, die der Drtsausschuß des ADGB. und des AfA- Ortstartells zu gestern abend nach dem Gewerkschaftshaus geladen hatte, sprach Genosse Schlimme vom Bundesvorstand des ADGB. über die Reform der Arbeitslosenversicherung. Er erinnerte zunächst an die Kämpfe, die das fozialreaktionäre Unternehmertum zuerst gegen die Einführung der Arbeitslosenunter. stützung und nach ihrem Infrafttreten gegen diese Versicherung selbst geführt hat. Der Kampf um die sogenannte Reform der ArbeitsLofenversicherung ist vor wenigen Wochen durch die bekannten Beschlüsse des Reichstags beendet worden. Genosse Schlimme zeigte an der Gegenüberstellung der Abbauwünsche der Unter nehmer und ihrer parlamentarischen Mittelsmänner mit den neuen Gefezesänderungen, daß die Reform dank des energischen Widerstandes der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und der hinter ihr stehenden freien Gemertschaften ohne den geplanten grundsäglichen Abbau der Versicherungsleistungen durchgeführt merben fonnte. Die Gewerkschaften sind der Auffassung, daß die bürgerlichen Parteien sowie die Unternehmerverbände ihren Angriff wahrscheinlich so bald nicht wiederholen werden, nachdem sie den mißerfolg Dieses groß angelegten Kampfes gesehen haben. Von der weiteren Stärkung der politischen und gewerkschaftlichen Macht der deutschen Arbeiterschaft wird es abhängen, ob es in den nächsten Jahren gelingt, nicht nur die sozialdemokratischen Errungenschaften zu halten, fondern die sozialen Einrichtungen noch beffer aus zubauen... Dhne Debatte nahm die Konferenz gegen etwa 20 Stimmen ber sogenannten Opposition" folgende Entschließung an: Kampf bei der Bamag. Ausbruch einer lang gedämpften Erbitterung. Seit Freitag steht, wie bereits gemeldet, die gesamte Belegschaft ber Bamag- Meguin A.-G. wegen schifanöser Maßnahmen gegen die Betriebsvertretung im Streif. Dieser Kampf hat eine lange Vorgefchichte. Im Jahre 1926 griff die Mode der Rationalisierung auch auf bie Bamag- Meguin über. Ein Herr Dr. Brasch von der deutsch amerikanischen Rationalisierungskommiffion, der hier sein unheilBolles Wert begann, hatte Maßnahmen eingeführt, um die Arbeitsverhältnisse in der Bamag zu„ regulieren". Für einen Betrieb, der über 50 Jahre besteht, war ein reichhaltiges Arbeitsfeld für die Einführung technischer Neuerungen vorhanden. Die Firmenleitung stellte aber die notwendigen Geldmittel, die zu einer umgreifenden Neuregelung notwendig gemesen wären, nicht zur Verfügung und so sollte mit den alten Methoden, das heißt verdoppelter Ausbeutung, ein neuer" Zustand geschaffen werden, ohne Anschaffung der dazu notwendigen technischen Mittel. Die Tätigkeit des Dr. Brajch dauerte bis Februar 1929. In biefer Zeit sind eine Ummenge tarif- und arbeitsrechtlichet Diffe renzen ausgetragen worden, die verschiedentlich zu scharfen Aus einandersehungen zwischen Direftion und Belegschaft führten. Die Maßnahmen des Dr. Brasch sollten nicht der Weisheit Letter Schluß sein. Die Direktion fam zu der Ueberzeugung, daß has non ihr gesteckte Ziel mit diesen Mitteln bei weitem nicht er reicht werden fonnte. Es wurde nun in der Person eines Herrn Iff eine größere Rapazität herangeholt( man erzählt sich, er sei der junge Mann eines Herrn von der Borten, einem Spezialgenie im Heraufbringen herabgewirtschafteter Betriebe). Dieser Herr Wulff stellte erst seine foftbare Arbeitskraft dem Schwesterwert in Dessau zur Verfügung. In der Aufsichtsratsfigung im Dezember 1928 wurde mitgeteilt, Herr Wulff hätte das 25fache feines Gehaltes aus dem Dessauer Betrieb herausgewirtschaftet. Was das für die dort beschäftigten Arbeiter bedeutet, tann sich jeder vorstellen. Die im Deffauer Wert geernteten Lorbeeren ließen Herrn Bulff nicht ruhen. Seine ersten Maßnahmen im Moabiter Bert waren auf bem Gebiete ber Lohnverrechnung dazu bestimmt, die Arbeiterschaft so zu vermirren, daß am Wochenschluß jeder in der Lage mar, mohl seine geleistete Arbeit zu übersehen, aber nicht in der Lage mar, sein verdientes Geld berechnen zu können. Die Betriebsvertretung versuchte, die Rechte der Belegschaft zu mahren. Das machte Wulff derart nervös, daß er versuchte, die Betriebsvertretung vollkommen auszuschalten. Der Borfizende des Betriebsrats wurde entlassen, mußte aber wieder eingestellt werden. Unzählige Brozesse und Verhandlungen vor den verschiedenen Instanzen führten nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Schließlich griff Wulff, angeblich im Einverständnis mit der Gene raldirektion, zu einem geradezu unglaublichen Mittel. Er stellte einen Saffulafor mit der Stoppuhr an den Arbeitsplatz des auf Ge1 Die am 15. Oftober 1929 im Gewerkschaftshaus Berlin verfammelten Betriebsräte( Betriebsvertretungen) anerkennen, daß durch den entschiedenen Kampf der freien Gewerkschaften und der fozialdemokratischen Frattion des Reichstags der Sturm der fozialen Reaktion auf das Arbeitslofenversicherungsgesetz a b. gewehrt und grundsätzliche Verschlechterungen dieses Gesetzes verhindert worden sind. Die Ronferenz erhebt gegen einzelne der neuen Bestimmungen trotzdem starte Bedenten, insbesondere erwartet sie vom Verwaltungsrat der Reichsanstalt eine soziale. Löfung der ihm über. tragenen Regelung für Heimarbeiter und unständig beschäftigten Arbeiter. Auch die nunmehr vorgenommene Regelung der Saisonarbeiter unterstüßung scheint der Konferenz noch feine befriedigende Lösung zu sein. Wenn sie auch anerkennt, daß den weitgehenden Abbauforderungen der Unternehmer in feiner Weise Rechnung getragen ist. Im übrigen erwartet die Konferenz, daß der erfolgreichen Verteidigung der Bersicherungsleistungen nunmehr alsbald auch die endgültige Sanierung der Versicherung folgen wird." = beit gegangen wird, als wäre nichts geschehen. Von der Regierungsgruppe find die Hauptdelegierten Englands, Frankreichs und Finn lands für diesen Versöhnungsausschus in Aussicht genommen. Die Arbeitergruppe beschloß, fich zu beteiligen und delegierte Ben Lilled England, Johansen Schweden und Ehlers Frankreich als Bertreter. = Inzwischen haben die vier Rommissionen der Konferenz ihre fachliche Arbeit fortgeseẞt natürlich ohne Beteiligung der In allen Kommissionen ist der Arbeitsplan Unternehmer. festgesetzt worden. Darüber hinaus ist die Arbeitszeittommission in die Beratung der Einleitung der den Regierungen vorzuschlagenden Leitfäge eingetreten. Die Krankenversicherungsfommission hat beschlossen, eine eingehende detaillierte Stellungnahme der Regierungen über den Anwendungsbericht des eventuellen Abkommens bis zur nächsten Seeschiffahrtskonferenz einzufordern. Kommunistische Gewerkschaftsarbeit. Großer Erfolg bei den Buchdruckern. Wie die Kommunisten, fachlich" in den Gewerkschaften arbeiten, dafür zeugt eine Versammlung, die der Gauvorstand der Berliner Buchdrucker am Dienstag für die arbeits. lofen Buchdruder nach dem Gewerkschaftshaus einberufen hatte. Die Tagesordnung der Versammlung war auf die Wünsche und Bedürfnisse der Arbeitslosen zugeschnitten: Genoffe Schlimme, Sekretär des ADGB., sollte über die Arbeitslosenversiche rung in ihrer neuen Gestalt referieren. Weiter stand auf der Tagesordnung: Der Gauvorstand und die Arbeitslosen“;„ Neumahl der Arbeitslosen- Vertrauensleute". Genosse Bredom mies zum Schluß noch auf den von der RBD. einberufenen Reich stongreß der Gemertschafts: oppofition hin. Er betonte unter Zustimmung der Bersamm lung, daß es für jeden Gemertschafter eine Selbstverständ Lichfeit sei, an dieser Konferenz, die die Errichtung eigener fommu- Man sollte nun meinen, daß jeder, dem das Schicksal der Arnistischer Gewerkschaften beschließen foll, nicht teilzunehmen. beitslofen am Herzen liegt, fich darüber freuen mußte, daß der Gleichfalls unter stürmischer Zustimmung forderte Genosse Bredow Gauvorstand eine den Wünschen und Interessen der Arbeitslosen die Betriebsräte auf, die Belegschaften auf die Bedeutung berfo entgegenkommende Bersammlung veranstaltet hatte. Daß die Stadtverordnetenwahl hinzuweisen und allen Arbeitern Kommunisten nicht zu den Freunden der Arbeitslosen gehören, stellte sich sofort nach Beginn der Versammlung heraus. nahezulegen, ihre Stimme der Sozialdemokratischen Partei zu geben. hierzu ebenfalls zu veranlassen. In beiden Bersammlungen war eine faft einstimmige 3ustimmung zu verzeichnen. In der Damenwäsche und Weißwarenbranche lehnen die Arbeitgeberverbände jede Lohnerhöhung Sollte es zu einer friedlichen Verständigung nicht kommen, wird ein Ranips unvermeidlich sein. Festgestellt wurde, daß die Unter bezahlung der Heimarbeiterinnen in Berlin wie auch in der Proving Brandenburg überhand genommen hat. Die Mindestfäße müßten von den Heimarbeiterinnen unbedingt gefordert werden. Die Zwischenmeister nehmen vielfach Arbeit um jeden Preis an. lleberdies nimmt die Zahl der Zwischenmeister hier in Berlin überhand, so daß es bald mehr Zwischenmeister als Heimmeister werden außerordentlich niedrig entlohnt. arbeiterinnen gibt. Die Arbeiterinnen in den Betrieben der Zwischen Vor dem Eingang der Versammlung wartete die tommu= nistische Reichstagsabgeordnete Arendsee darauf, daß fie, entsprechend dem Auftrag der KPD.- Zentrale, zur Ver fammlung als Rorreferentin zugelassen würde. Drinnen betätigten fich inzwischen die Beauftragten der KPD.- Zentrale als Versammlungsstörer. Es wurde die Wahl eines Bureaus verlangt und die bereits erwähnte Zulassung der fommunistischen Abgesandten als Rednerin. Da der Vorsitzende Genosse Braun nicht geneigt war, den Anträgen der kommunistischen Beauftragten ſtattzugeben, wurde von diesen der Antrag gestellt, und leider auch von der Versammlung angenommen, den ersten Punkt der Tagesordnung nicht zu behandeln! Der Vorsitzende schloß darauf furzerhand die Versammlung. Ein Versuch, die vom Buchdruckerverband einberufene Versammlung dann als fommunistische Agitationsversammlung weiterzuführen, scheiterte. Jedenfalls, das wollen wir den Kommu nisten gern zugestehen, haben sie einen durchschlagenden nehmer ihre Konkurrenz untereinander durch Abbau der Aus der Herrenwäschebranche wurde berichtet, daß die Unter- Erfolg erzielt. Es ist ihnen gelungen, neinigteit unter die Arbeiter zu bringen, zwischen den Arbeitslosen und ihrer Orga Attordlöhne aufrechterhalten wollen. Die Betriebsvertretunnisation Mißstümmung zu schaffen und die Wahrnehmung der Ingen wie auch die Arbeiterinnen selber müssen unbedingt darauf teressen der Arbeitslosen zu verhindern. achten, daß die durch die gewerkschaftlichen Organisationen geschaffe nen Pofitionen nicht verloren gehen. Rigoros verfahren die Firmen Mar Strauß und Salomon Mosse. Auch bei der Firma van 2gat, Schmig& Ettihig find in einzelnen Abteilungen die Atfordverdienste so, daß sie nicht die tarifliche Höhe erreichen. Konzentration der Nullen. Dugenberg geht unter die Proleten. Ein im wesentlichen aus einem Gummistempel und einer ( gezahlten? geborgten?) Schreibmaschine bestehender sagenhafter Berufsverband deutscher Reichseisenbahner" tut fund und zu wiffen, daß er zur Welt gekommen ist durch Zusammenschluß von antigemertschaftlichen Eisenbahnergruppen". Schamhaft werden die Namen dieser Eisenbahnergruppen" verschwiegen. Gewöhnlich schließen sich Organisationen zusammen. Hier sind es Nullen. Diese aus mehreren Tullen sich ergebende Null läßt sich also vernehmen: ,, Bersuche ähnlicher Art maren bedauerlicherweise in den letzten Jahren nicht in der Lage, sich gegenüber den alten, ftraffen gemertschaftlichen Organisatio= nen durchzusehen. Da die neue Organisation, der„ Berufsverband deutscher Reichseisenbahner", mit der Spizenorganisation der merfsgemeinschaftlichen Industriearbeiterschaft, dem R. v. 2., in einer Arbeitsgemeinschaft verbunden ist, ist damit die Gewähr gegeben... die Interessen der antigemerffchaftlichen Eisenbahner pofitio und wirtungsvoll gegenüber dem Bariser Tributplan zu vertreten." Also nun weiß man es! Hugenberg fehlte es in seinem AusSchuß bisher an Arbeitnehmern". Diesem Manto ist jetzt mit Hilfe einer Schreibmaschine abgeholfen. richtsbeschluß wieder eingestellten Betriebsrats, ohne daß die ge- Streitbeschluß im französischen Bergbau ringsten Differenzen vorhanden waren. Damit fam er zu seinem erften Erfolg", der freilich nicht eine Produktionssteigerung zur Folge hatte, sondern zu ihrem völligen Erliegen führte. Run gilt es, das von Wulff zerschlagene Borzellan wieder zu titten. Das wird nicht ganz leicht. Gestern fanden zwischen dem Deutschen Metallarbeiterverband und dem Berband Berliner Metallindustrieller langwierige Verhandlungen statt, die noch nicht zum Ziele führten. Elendslöhne in der Wäschebranche. Urabstimmung über die neuen Unterstützungen. Für die Berliner Mitglieder des Deutschen Bekleidungsabeiter Berbandes, Damenwäsche, Weißwaren- und Schürzenbranche jomie für die Herrenwäschebranche wurden fürzlich zwei gutbesuchte Ver: fammlungen abgehalten. alemsty berichtete über die Einführung der Invalidenunterstügung und Aussteuerbeihilfe. Trog aller Warmingen und Unfenrufe, die Gewerkschaften würden bei Einführung von Unterstützungen ihren Klassenfampicharafter verlieren, haben die Gewerkschaften feit Einführung von Unterstüßungseinridy tungen eine gute Entwicklung genommen. Das Unterſtügungswesen hat zu ihrer Stärtung beigetragen. Der Redner ertinerte an den Kampf im Bekleidungsarbeiter- Berband bei der Einführung der Erwerbslosenunterstützung, die von drei Berbandstagen abgelehnt, dann aber in der lir abstimmung im Jahre 1920 mit großer Mehrheit angenommen wurde. Wegen Berlegung der Arbeitszeitbestimmungen. Paris, 15. Oftober.( Eigenbericht.) Auf dem Bergarbeiterkongres in Marseille wurde die Durchführung eines Generalstreifs gegen bie zahlreicher Verlegungen bes Acht. tundentages durch die Arbeitgeber beschlossen. Der Borstand der Gewerkschaft wird den Beginn des Streifs bestimmen. Es geht auch ohne Unternehmer. Die Arbeiten der Geeschiffahrtskonferenz. Genf, 15. Oftober.( Eigenbericht.) Eine von allen Gruppen gemeinschaftlich gebilligte Resolution, die Dbstruktion der Arbeitgeber gegen die Seeschiffahrts tonferenz zu beenden und die Arbeitgeber zur Rüdtehr zu veranlassen, mußte am Dienstag nachmittag als aussichtslos auf gegeben werden. Die Unternehmer stellten Ansprüche an den Tert einer solchen Resolution, die von einem großen Teil der Regierungsvertreter nicht gebilligt merden fonnten und die die Arbeitergruppe schließlich zu der Erklärung veranlaßte, daß sie überhaupt nicht für eine Bermittlungsresolution stimmen werden. Auf einen Borschlag der Regierungsgruppe murde daraufhin versucht, den Streitfall durch einen Neunerausschuß beizulegen. Drei Mann von jeder Gruppe sollen prüfen, ob eine gemeinschaftliche Erledigung des Zwischenfalles mög Salemsin machte genaue Angaben über diese neuen Interlich ist. Man denkt sich bei den Regierungen die Erledigung so, fügungszweige und forderte zum Schluß auf, fich am Dienstag, dem daß eine Bouftigung stattfindet, in der jebe Gruppe in einer furzen 22. Oftober, an der Urabftimmung zu beteiligen und die Gäumigen Erflärung ihren Standpunti darlegt und dann an die fachliche Ar. Reichskonferenz der Eisenbahner. Am 19. und 20. Oftober findet in Magdeburg eine Reichs tonferenz der Angestellten des Einheitsvera bandes der Eisenbahner Deutschlands statt, an der auch Beirat und Vorstand teilnehmen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen: Die Lage der Organisation, Young- Plan und Eisenbahner, Mitgliederbewegung und Beitragsleistung, Tarif- und Rechtsfragen. Lohnerhöhung der belgischen Bergarbeiter. Die belgische paritätische Kohlentommission beschloß, den Berg arbeitern über Tage eine 2ohnerhöhung von 3 Broz. zu gewähren. Die Untertagetransportarbeiter erhalten 6 Prozent Lohnerhöhung. Achtung, Buchdbruder! Morgen, Donnerstag, 17 21hr, im großen Gaal des Geppertschaftshauses, Engelufer, Lehrlingsversammlung. Bich. tige Tagesordnung. Wir erfuchen alle Kollegen, unfere Jungmannen auf diese Versammlung hinzuweisen. Der Lehrlingsausschus. Bezirksamt Schöneberg! Freitag, 20 Uhr, bei Bill, Echöneberg, Martin- Luther- Str. 69, wichtige Fraktionsverfammlung. Enmpathi fierende haben Sutritt. Die Bezirksverordneten der Partei find eingeladen. Genoffe Dreffel spricht über: Die Stadtverordnetenmahlen". Zahlreichen Befuch erwartet Der Fraktionsvorstand. Stäbt. Obbach, GPD. Betriebsfraktion. Freitag, 20 Uhr, im Restau rant Wilhelm Burg, Prenzlauer Alee Ede Raumerstraße, wichtige Fraktionsfigung. Erscheinen aller ift Bflicht. Sympathiserende find eingeladen. Tagesordnung: 1. Bortrag der Genoffin Todenhagen über Rommunalwahlen und städtische Arbeitnehmer. 2. Diskuffion. 3. Berschiedenes, Mitgliedsbficher find zum Einkleben der Fraktionsmarten mitzubringen. FORE TTTITELEFET{ BLE FELICITE Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin. Ditkreis: Beginn des Rurfus: Wirtschaftsmefen Birtidaftsmerden" in der Schule, Echarnweberftt. 29. Seute, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Zentrum: Jugendheim Rehdenider Str. 24-25. Elternabend mit besonderem Brogramm. Rorbring: Jugendheim, Schule Sonnenburgce Straße 20. Bortrag: Erste Hilfe bei Unglüldsfällen". Beißensee: Gruppenheim Weißenfee, Parfitt. 36. Lichtbildervortrag: Der Sozialismus in der Gatira". Süben, Südwesten: Städt. Jugendheim Dordstr. 11( Fabrik. gebäude). Besichtigung des Osram- Lichthauses. Reukölln: Jugendheim Bergftr. 29( Sof). I. Reihenvortrag: Bas ift Arbeitsreihe". Ditfreis: Beginn fchaftswerben". des Ruries in der Schule Scharnweberftr. 29. Wirtschaftswefen Birt Jugendgruppe des Zentralverbandes der Anaeftellten Seute. Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Lebigenheim, 5 Trp.). Brett. Ipielabend. Stralan: Jugendheim in der Schule Goßlerstr. 61. Löns- Abend. Rozboften: Jugendheim Danziger Str. 62( Barade 3). Ausspracheabend: Bie bin ich in den 8d. gekommen?" Diten: Jugendhheim der Schule Bitauer Str. 18. Lieberabend. Renkölln: Jugendheim Böhmische Str. 1/4, Ede Ranner Straße. Bortrag: Bom Rleinhandwert zum Großbetrieb". Refe. rent: Billi Derlow. Suboft: Jugendheim Wrangelftr. 128. Bortrag: Ur. formen der Wirtschaft: Sauswirtschaft, Tauschwirtschaft bis zur Handwerker aeit". Referent: Seina Mann. Spandan: Jugendheim Lindenufer 1. Wir Tefen aus Dehmels Werken. Botsbam- Nowawes: Jugendherberge Nowawes, Briefterstraße. Vortrag: Was will die Gesellschaftswissenschaft?" Referent: Arthur Pachom. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer: Wirtschaft:. Alingelhäfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Zb. Glode: sämtlich in Berlin. und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin SB 68. Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen. Unterhaltung und Biffen und Stadtbeilage" STAATL Natürliches Mineralwasser FACHINGEN Zur Gesundhaltung! Fachinger Yersandstelle, Berlin SW 11 Schöneberger Str. 16a. Tel. Lützow 8260-61 ytr. 4S5* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 46. Oktober 4929 Wohnungsbau der Stadt Berlin. Magjstraisantwort auf Kommunistenanfrage. Die Stadtverordnetenversammlung mußt« gestern wieder einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit auf ein« Debatte über die Amerikoreise des Oberbürgermeisters verwen- den. Unter den in der vorigen Sitzung erörterten Sklorel-An- trägen, über die gestern abgestimmt wurde, war der sozial- demokratische Antrag auf Bekanntgabe der Namen städtischer Beamten und Ehrenbeamten, die zu Sklareks Kundenkreis gehört haben. Der Antrag wurde o n g e n o m- >n e n. Nochher paradierten die Kommunisten mit einer Anfrage wegen der Wohnungsbauten der Stadt. Stadtrat Ge- nasse Czeminski konnte ihnen eine Antwort geben, die ihnen das Konzept merklich verdarb. Der zu Agitationszwecken immer wieder hinausposaunte Schwindel, daß in Berlin über. Haupt nicht gebaut werde, zerstob bei den Darlegungen Ezeminskis. In diesem Jahre waren bis Ende September weit über 42 000 Wohnungen im Bau, und bis Ende De.zember sind etwa 30000 Wohnungen bezugsfertig zu erwarten. Es ist nicht die Schuld der Stadtverwaltung, daß die ungeheure Gesamt- zahl der fehlenden Wohnungen nicht mit der Schnelligkeit erstellt werden kann, die im.Hinblick auf die herrschende Wohnungs- not zu wünschen wäre. Ohne ausreichendes Geld ist kein ausreichender Wohnungsbau möglich. Die Kommunisten wissen das so gut wie jeder andere, aber dos paßt natürlich nicht in ihre demagogische Agitation hinein. L In der Begründung einer deutschnationalen Anfrage wegen der Amerikareise der Magisiratsmitglieder bezweifelte Stadtverordneter Dsundtner, Ministerialrat o. D. und Rechtsanwalt am Kommergericht, daß Oberbürgermeister B ö ß wegen einer Anleihe nach Amerika gefahren sei. Dazu hätte der Oberbürgermeister allein genügt', er hätte ganz bescheiden auftreten müssen, es sei denn,„man hätte sich die Sklareks zum Vorbild genommen!"(Bewegung im Haufe.) Der Magistrat hätte den Oberbürgermeister sofort„zurückpfeifen" müssen! In dieser Ton- ort ging es bei Herrn Pfundtner, dem vornehmen Parlamentarier. weiter. Der Kommunist Fritz Lange hotte die Freude, auch eine Anfrage in der gleichen Angelegenheit seiner Fraktion begründen zu dürfen. Er schloß sich in der Ausführung seinem deutschnatio- nalen Lorredi'>' würdig an. Bürgermeister Scholtz betonte, daß der vorzeitige Abbruch der amtlichen Reise in Amerika den denk- bar ungünstigsten Eindruck gemacht hätte. Allein schon der Beschloß der Stadtverordnete«, den Oberbürgermeister zurück. zurufe«, sei drüben in Amerika sehr ungünstig ausgenommen worden. Boß erwidere den Besuch des New-Porker Oberbürgermeisters vom vorigen Jahr, leiste einer entsprechenden Einladung Folge, sei vom amerikanischen Staatspräsidenten hoover empfangen worden und schließlich diene eine solche Reise doch auch der Nächerbringung der Städte der beiden Kontinente. Die anderen drei Stadträte feien studienhalber nach Amerika geschickt worden. Gegenüber den immer wiederkehrenden Anwürfen wegen der Mitfahrt der Frauen zweier Magistratsmitglieder erklärte Bürgermeister Sck>oltz. daß die Frauen als Privatper- fönen auf Kasten ihrer Männer mitgesahren seien.— Genosse Jlatan wandte sich gegen die Lerquickung des Gegen- ftondes der Anfvage mit der Sklarekaffäre durch die Deutschnatio- nolen. Die Ausnutzung der Betrugsmanöoer im Wege der Flug- blattoerbreitung deutfchnationoler Stadtväterreden lasse doch er- kennen, daß keine ernstlichen Berbcsserungsabsichten dahinter stehen, sondern daß diese Reden von. Ansang an„.zum Fenster hinaus" gehalten wurden.(Bravo! b. d. Saz.) Genosse Fla tau fragte die veutschnotionalen. ob nicht ihr Sladkrat Fangemeister die Anregung zu der Erweiterung der Amerikodelcgotion gegeben habe? (hört! hört! links.� Die Kosten der Amerikareisen seien nmer Berücksichtigung der allgemeinen Finanzlage der Stadt reichlich hoch, besonders, wenn man, berücksichtigt, daß der Magistrat in Aus- nützung seiner Kompetenzen ohne Befragung der städtischen Körper- schasten. diese Reisen festsetzte. Um 7 Uhr erfolgten die in der letzten Sitzung ausgesetzten Abstimmungen zu den Sklarek-Anfragen und-Anträgen. Antrag Wirijchastspartei: Den Bezirksämtern soll aufgegeben worden, ihren Bedarf an Tertilwaren im freien Handel zu decken, Hake hat gar nicht angeklagt! Er schüttelt die„Nachtausgabe" ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung det gestrigen Stodtverord- netenversammlung- erlebte man eine eigenartige Ueberraschung. Stadtverordneter hake von der Wirlschoftspartei gab folgende Erklärung ab: „In der Tagespresse sind verschiedentlich Artikel erschienen, die den Anschein erweeken, daß sie von mir stammen. So befindet sich in der„© e r l i ne r Jlln- strier te« Nachtausgabe" vom 14. Oktober d. I. ein Artikel mit folgender Ueberschrift„Ich k l a g e a«. von Maz: Hake, Obermeister der Berliner Schneider- innnng und Stadtverordneter. Da ich diesen Artikel weder geschrieben»och jemand dazu beauftragt habe, so erkläre ich, daß ich mit diesem Artikel nicht das gering st e zu tun habe. Obgleich ich stets gegen das Shstem irgendwelcher Monopolstellungen einzelner Fir» me« oder Monopolverträgc gekämpft habe und auch weiter kämpfen werde, so habe ich es jedoch immer ver- mieden, die Angelegenheit auf das persönliche Gebiet zu schieben, da ich der Sache dienen wollte und nicht einzelne Personen angreife. Ach muß daher auch von dieser Stelle dagegen Berwahung einlegen, daß mein Name in dieser Weise mißbraucht wird und in diesem Zu- sammcnhange Personen genannt und angegriffen werde«, mit denen ich nichts zu tun gehabt habe." wird in namentlicher Abstimmung mit 101 Linksstinnnon gegen Oö abgelehnt.— Antrag Wirtschaftspartci: Auflösung der Berliner Anschassungsgesellschast gegen Linksmehrheit abgelehnt.— An- trag Sozialdemokraten: Veröffentlichung der zum be- sonderen Kundenkreis der Sklareks zählenden städtisck>en Beamten und Ehrenbeamten wurde mit Mehrheit angenommen.— Antrag lNerlen(Dem.):- Aufhebung aller Monopolverträge, keine Ab- schließung neuer, Erteilung aller Austräge im Wege der Ausschrei- bung, mit großen Mehrheiten angenommen. Die kommunistischen Anträge wurden bis aus den einen, der die Aussetzung einer Bc- lohnung fordert, abgelehnt. Die Amerikadebatte plätscherte noch eine ganze Zeit weiter. Genosse Czeminski über den Wohnungsbau. In einer Anfrage sarderten die Kommunisten Auskunst übe? die Durchführung des zusätzlichen Wohnungsbauprogramms im Jahre 1929. Nach der Begründung durch den Stadw. Schwenk (Komm.) antwortete Stadtrot Genosse Ezeminski ausführlich über Berlins Wohnungsbau im Jahre 1929. Nach dem lehr kalten Winter, wo die Neubautätigkeit völlig stillag, standen am 1. Mai dieses Jahres 15 293 Wohnungen im Neubau. Am Ersten der folgenden Monate betrugen diese Zahlen 23 635, 26 240, 3H217, 30 937. Am 1. Oktober 1929 waren 40141 Wohnungen im Bau. Mit den 2200 Wohnungen, die aus den zusätzlich bewilligten 15 Millionen Mark gebaut werden konnten, waren am 1. Oktober 42 341 Wohnungen im Vau. Das ist also eine ganz außerordentliche Förderung des Wohnungs- baues in der letzten Bauiaison, besonders wenn man bedenkt, daß sich B a u st o f i- und Facharbeitermangel einstellten und daß Geld aus dem illuslande fast gar nicht mehr beschafft werden konnte. Selbst aus dem Inlandsmarkt ist das Geld so knapp— jährlich müssen 180 bis 200 Millionen Mark ausgebracht werden—. daß Genosse Czeminski allen denen öjsentlich Dank zollte, die der Wohnungsbaufinanzierung Hilfe geleistet haben. keine Stadt Deutschlands habe im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl so stark gebaut wie Berlin. Am 1. Oktober 1929 waren 14 000 Wohnungen bezugfertig, am 1. Dezember werden weitere 14 000 bis 16 000 folgen, so daß gegen Ende des Jahres rund 30 000 Wohnungen fertig sein werdm. (Bravo! bei den Soz.) Die weitere Debatte wurde oertagt. Schweres Explosionsunglück in Paris. Ursache noch unbekannt.— Vier Tote! Bari». 15. Oktober. 3n der kraftwagensabrik von T o l b o l in einem Pariser vor- ort ereignete sich am Dienstagmorgen eine schwere Explosion. Gegen S Uhr stürzte unter furchtbarem Getöse das große Gießereigebäude zusammen. Die sofort benachrichtigte Feuerwehr sowie Sa- nitätsmannschaften waren in kurzer Feit zur Stelle. Bisher wurden vier Tote und dreißig verletzte geborgen. An der Unglücksfielle haben sich große Menschenmengen eingesundcn. Die Polizei hat um» sangrciche Absperrungsmatznahmen vorgenommen. Frauen uno Kinder der in der Fabrik beschäftigten Arbeiter umlagern den lln- glücksort und warten auf Nachrichten über ihre Angehörigen, lieber die Ursache de, Unglück» ist noch nicht» Genaues bekannt. * Vom. 15. Oktober. 1 Ein schweres Unglück traf eine Gruppe ehemaliger Kriegs« teilnehmer bei der Rückkehr von einem Besuch der Krieger- gröber auf dem Monte Grappa. Ein mit 33 Teilnehmern be- setzte? Auto geriet bei Bassano(Benezien) aus. abschüssiger Straße ins Rutschen, wabei der Führer die Gewalt über das Fahrzeug verlor. Neun Insassen sprangen in voller Fahrt ab. Bon diesen blieben drei sofort tot liegsn, während sechs weitere schwer verletzt würben. Bon den übrigen Fahrgästen wurde einer durch den Anprall des Kroftwogens gegen einen Felsen ge- tötet und 17 weitere wurden leicht verletzt. Zeppelin zur Balkanfahri gestarlei. Zwischenlandung in Breslau. wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, ist das Luft- schist„Graf Zeppelin" gestern abend 20.26 Uhr zn seiner Valkänsahrt gestartet. Die Schifssleitung beabsichtigt, auf dem Rückwege der Provinz Schlesien den seinerzeit durch die Wetterlage unmöglich ge- wardenen Besuch abzustatten, wobei dos Luftschiff auch auf dem Flughasen Breslau eine Zwischenlandung vornehmen soll. Wenn sich die Fahrt über den Bolkanländern programmäßig ab- wickelt, wird„Graf Zeppelin" am Donnerstag vormittag, etwa um 9 Uhr, Breslau erreichen. Die Rückkehr des Luftschiffes nach Fried- richshafen wird für Freitag früh erwartet. .Gewissensfreiheit in der Schule." Die soziaiisiische Schüler« gememschoft Norden und Westen veranstaltet am Fwütag, dem 18. Oktober, um 19.30 Uhr, in der Fürstin-Bismarck-Schule, Charlotten- bürg, Sybelstr. 2/4, eine öffentliche Kundgebung. Der Ober- studiendirektor am Köllmjchen Gymnasium. Gcnasse Siegfried K a w e ra u, spricht über„Gewissensfreiheit in der Schule". w. y-q n r/or- i>in AifLSTK�L Andreas Pikor, den seit jener verzweifelten Flucht in erster Linie soldatische Einzelheiten interessierten, nickte ernst- Haft: „Ihr habt recht gehandelt. Solche Großmäuler dürfen nicht gegen Leute aufbegehren, die sich im Krieg geprügelt haben." Mein Vater und Georg Vasda sahen mit mildem Spott über die Köpfe der anderen hinweg. Obgleich keiner von ihnen je im Kriege war. Sie tranken wieder. Dann folgte großes Schweigen. Der Rauch war schon so dicht, daß man ihn mit dem Messer schneiden konnte. Durch diesen Qualm entfernte sich die Lampe von mir in weite, weite Ferne und ich sah sie nur mehr so, wie das Licht eines fernen Leuchtturmes über nebel- bedeckten Meeren sein mag. Die Lampe blinzelte und sie bl'nzeUen zurück. So verging eine lange Zeit. Draußen laa das herbstliche Schweigen. Die kleinen Häuser schliefen. Auch der Wächter schlief. Gott weiß, wo sie ihre Gedanken hatten... Einmal nach langer Zeit regte sich der Oberkosat und nickte Georg Vasda zu: � „Wann kommt dieser Landstreicher?" „Joses Paczal?" ''.Ich fand ihn nicht bei seiner Mutter. Cr treibt sich schon wieder irgendwo herum." Die Antwort war noch größeres Schweigen Als hätten sie gefühlt, was jetzt folgen werde. In diesem Augenblick waren sie nicht mehr die übermütigen und selbstbewußten Kosaken. Sie schrumpften zu gebeugten, schwächlichen, ge- brochenen Menschen ein. Elend und Entbehrungen starrten aus ihren Gesichtern. So, vorgeneigt, m Ihren armseligen Klüften, sahen sie einander mit geweiteten Äugen lang an. Wieder war der Oberkosak der erste, der zurückfand. Er hieb mit seiner knochigen Zaust auf den Tisch: „Nun, es ist genug jetzt! Zum Teufel mit diesem Hunde- leben, wir wollen alle Herren erschlagen, die sich uns wider- setzen!" Andreas Pikor sprang auf und hieb gleichfalls auf den Tisch: „Wir erschlagen sie alle! Wir lassen uns nicht ver- Nichten!" Sie tranken darauf. Als sie sich etwas beruhigt hatten und wieder Platz nahmen, ergriff der Oberkosak das Wort. Die übrigen hingen mit den Augen an ihm und lauschten mit großer Aufmerksamkeit. Der Alte sprach dies: „Freunde! Ich habe euch in der heutigen Nacht hierher gerufen, weil wir über unsere Sorgen sprechen müssen. Ihr wißt bereits, daß uns der Verwalter Brugos die Weiden- pacht. die wir seit einundzwanzig Iahren haben, zum nächsten Herbst kündigte. Nun, wir wollen ihm antworten, Herrgott nochmall" und er sprang vom Tisch auf, denn seine Augen waren schon blutunterlaufen. Die übrigen schwiegen. Nur Antal Turbis äußerte: „Es wäre vielleicht gut, wenn wir an den Herrn Grafen schrieben.. Aber alz er den großen Zorn des Oberkosaken gewahrte, schluckte er das übrige hinunter. Der Oberkosak sah die Ver- samm'stsn einzeln an. „Das können wir nicht tun. Der aste Graf, der zu seinen Lebzeiten unser Wohstäter iyar, ist tot. Der junge Graf fährt immer im Ausland umher, es mögen zehn Jahr« her sein, daß er nicht mehr daheim war. Den kennen wir nicht und der würde unseren Brief vielleicht gar nicht erhalten. Und wenn er ihn erhielte, würde er sich sowieso nichr um un» scheren. Ich sage also, daß ich euch rufen ließ, um über unsere gemeinsamen Sorgen zu reden. Ohne die Pacht geht es uns wie dem Fisch am Trockenen. Wir krepieren!". Die übrigen nickten, daß dies wahr sei. Der Oberkosak wurde jetzt leiser in seiner Rede, vielleicht damit jeder»er- stehe, was nun folgte: „Wir gaben Brugos keinen Grund, uns so auszuspielen. Wohin sollen wir denn jetzt, wenn die Kündigung besteht, unsere Pferde treiben? Nicht nur mir, auch die Besitzer. Es gehören ja weit und breit alle Wiesen, Aecker und Wälder den Grafen und den Juden. Wir dürfen ja nicht einmal mehr fischen, weil auch der Latorcabach ihnen gehört. Gut, es möge ihnen alles gehören, aber auch wir müssen leben. Deshalb sage ich, Freunde, daß wir, wenn alle Stricke reißen, mit Brugos abrechnen werden. Dazu haben mir ein Recht, denn.. Hier überschlug sich seine Stimme. Der Zorn spannte sein Gesicht. „... denn, wenn jemand in den Dreck fällt, den müssen immer wir herausziehen. W i r prügelten uns für Räkoczr, als er in der Klemme war, w i r halfen Kossuth, als er die Nachricht sandte, alles müsse kommen, denn sonst sei es zu spät, w i r dienen Franz Joseph... Und wo bleibt der Dank?" „Wahr ist es," nickten die anderen.' „Das mein ich auch," fuhr der Oberkosat fort.„Heute ließ ich nur jene rufen, denen ich bis in den Tod vertraue. Denn, damit ihr erfahrt, worum es sich handelt, nun, es handelt sich darum, daß Josef Paczal nicht erschienen ist, well er sich wieder nirgendwo herumtreibt, der Öum;:. aber wenn Brugos nicht nachgibt, werden wir durch Josef Paczal all sein Hab und Gut anzünden lassen.. Großes Schweigen. Adreas Pikor sah auf, mit einem seltsamen Blick. „Wie denkst du dir das, Michael?" „Wie ich's mir denke?" sagte der Oberkosak hochmütig. „Nun, so, daß wir ihn bezahlen. Zeugen der Tat wird es keine geben, die Gendarmen knöpfen sich Josef sicher vor, können ihm jedoch nichts beweisen und lassen ihn daher laufen. Aber Brugos wird wissen, daß unsere Hand dabei im Spiel ist und wird erschrecken und schließlich doch nachgeben..." Der Bizebürgermeister Georg Sandor kratzte sich den Kopf. „Was wird ober geschehen, wenn Josef Paczal einge- steht, daß wir ihn dazu gedungen haben?" „Josef Paczal?" winkte der Oberkosak überlegen ab. „Da braucht ihr keine Angst zu haben, ich würde ihn ja sonst totschlagen. Dies habe ich ihm bereits geflüstert. Ietzi handelt es sich ausschließlich darum, daß wir nicht nach Amerika aus- wandern wollen, um unser« Familien hier in Gefahr'zu- rückzulassen.. „Wir wollen nicht fort! Wir wollen all« hier leben!" riefen alle gleichzeitig. Bei dieser allgemeinen Zustimmung schmollen am Geier- nacken des Oberkosaken die Adern an. (Fortsetzung folgt.)! Die Untersuchung geht weiter. Neunzehnjähriger Todeschauffeur. Die Bernehmung des Direktors Schmitt. Die Vernehmung der Stadtbankdirektoren Hoffmann und Schmitt ist am gestrigen Dienstag im Oberpräsidium fort. gefeht worden. Auch die Stadtbankdirektor Schmitt zugestellte Disziplinaranflage umfaßt eine ganze Reihe von Unschuldigungspunkten, zu denen er sich gestern geäußert haf. Ebenso wie Direktor Hoffmann hat auch Schmitt eine längere Rechtfertigungsschrift eingereicht, in der er energisch bestreitet, von den Beirügereien der Gebrüder Skaret bis zu deren Aufbeckung auch nur das geringste gewußt zu haben. Die Kreditgewährung fet nicht seine Angelegenheit gewesen, sondern die des Kreditaus: schusses, der sogar einen Unterausschuß eingesetzt habe. Ebenso energisch bestreitet Schmitt die Behauptung, daß er etwa den Sflarets die Vorlage von Rechnungen zur Bevorschussung angeraten oder nahegelegt habe, für die noch keine Lieferungen für die Stadt bestellt waren. Er erklärte dem Untersuchungskommiffar gegen. über, daß er allerdings, wie zahlreiche Beamte der Stadt auf Grund der Inserate, die u. a. im Städtischen Amtsblatt erschienen waren, Einkäufe bei der KVG. getätigt habe. Dafür habe er aber stets die angemessenen Preise bezahlt, und zwar seien die Rechmungen über das Konto von Direktor Schmitt bei der Stadtbant, also durchaus tontrollierbar erfolgt. Zu der Meldung eines gestrigen Abendblattes, daß der frühere Zu der Meldung eines geftrigen Abendblattes, daß der frühere Direktor des Anschaffungsamtes, Rieburg, Zeugen gegenüber geäußert habe, daß Oberbürgermeister 385B bei der RBG. für 80 000 m. Waren gekauft habe, aber mur 2000 m. bezahlte, erklärt der Rechtsbeistand des Genannten, daß diese Meldung in vollem Ilmfange unzutreffend sei. Herr Kieburg habe diese Aeuße= rung weder vor Zeugen getan, noch treffe der Inhalt des angeblichen Gesprächs zu. Much württembergische Schuhfabrif durch Gflarets geschädigt Die Gebrüder Stlaret standen auch in Verbindung mit der Tuttlinger Schuhfabrit E. Reichle, die nun einen Buchverluft von über 100 000 m. erleidet, der sich aber durch Bersicherung bei der Hermes A.-G. auf etwa 50 000 m. ermäßigt. Die Sflarefs haben, wie erst jetzt festgestellt wird, diese Geschäftsverbindung gleichfalls zu großen Betrügezeien benutzt. Der Betrieb der Tuttlinger Schuhfabrik wird wahrscheinlich aufrechterhalten, zumal noch reichlich Aufträge vorliegen und auch die Stadt Berlin mit der Schuhfabrik in Verbindung getreten ist, um die weitere Belieferung der Berliner Bezirksämter durchzuführen. Ilm jegliches unnüße Nebeneinanderarbeiten zu vermeiden, fand am Dienstag auf Bitte des Bürgermeisters Scholt beim Generalftaatsanwalt Wilde eine Besprechung des Fragentompleges Stlaref statt. Aus der Besprechung ergab sich, daß die bisherige Grundlinie des Verfahrens bei zu behalten ist. Der Generalstaatsanwalt wird zunächst sämtliche Prüfungen und unter Umständen Bernehmungen aller Beteiligten vornehmen, während Oberregierungsrat Tapoliti lediglich das Disziplinarverfahren gegen die drei Stadtbankdirektoren meiter betreibt. Der Magistrat wird mit Ermittlungen und unter Umständen einzuleitenden Disziplinarverfahren erit in Aftion treten, wenn der Staatsanwalt ihm die Ergebnisse der Ermittlungen abgibt. Ein höflicher Räuber. Er bittet um Zugang zu den Kaffenräumen. Seine Opfer: Ein Toter und fünfzehn Verletzte. Te Einen wunderschönen Sommerabend wies der 19. Juli auf.| von einer großen Fahrgeschwindigkeit nichts gemerkt haben ein Zeuge Die alte Frau Jakob hatte das Grab ihres Mannes auf dem blieben dabei, trotz der Ermahnung des Vorsitzenden Steglizer Friedhof besucht, die Blumen begossen und ruhte nun bekundete aber, daß er even im Begriff stand, den Fahrdamm der auf dem Rückwege auf einer Bank an der Kreuzung der Bis Bergstraße zu überschreiten, als das Privatauto an ihm vorbeisauste mard und Bergstraße. Ihre Gießfanne stand vor ihr. und er war noch nicht über die Hälfte des 7,60 Meter breiten Fahrdammes, als 300 Meter entfernt der Zusammenstoß passierte, der Die Uhr zeigte 19%. Geschwindigkeitsmesser des Autos zeigte 56 Kilometer. Die Sachverständigen ließen in ihren Gutachten feinen Zweifel: beide traf die Schuld. Das Tempo des Privatautos war ein völlig unzulässiges, es war auch bei der Ueberquerung der Bismarckstraße, die gis Hauptverkehrsstraße zu gelten hat, nicht verringert worden. Chauffeur hat zwar kurz vor der Kreuzung der Bismarck- und Bergstraße ein wenig gebremst, doch nicht genügend, um einer Gefahr entrinnen zu können. Als er zum zweitenmal die Bremje zog und nach links auszuweichen versuchte, war es bereits zu spät. Der Staatsanwalt beantragte gegen Voll 2 Jahre 6 Monate und gegen Motuschte 9 Monate Gefängnis. Das Gericht ist unter diesen Chauffeur hat zwar turz vor der Kreuzung der Bismard- und Antrag heruntergegangen. Das Schöffengericht Berlin- Mitte ver der Zusammenstoß ihrer Wagen am 19. Juli d. I. erfolgte, und urteilte die Autolenter Boll und Matuschte, durch deren Schuld der Tod der alten Frau Jakob verursacht wurde, zu einem Jahr drei Monaten resp. zu vier Monaten Gefängnis. Der warme Abend hatte auch den 19jährigen Generaldirektors John Boll mit seinen beiden 17jährigen Freunden aus der Woh mung gelockt. Sie beabsichtigten, im Auto das Grab eines Fliegers auf dem Steglitzer Friedhof aufzusuchen. Der 19jährige Generaldirektorssohn jagte also fein Auto im rajenden Tempo dahin. Eben erst hätte er beinahe auf der Bergstraße eine junge Frau überfahren, als schon im nächsten Augenblick das Unglück geschehen war. Ein Autodroschke, die die Bismarckstraße entlang tam, fuhr mit voller Wucht in das Vollsche Auto hinein, beide Wagen haften ineinander, machten einige Drehungen, flogen auf das Trottoir und rissen die Ban! samt dem Gemäuer, in dem die eisernen Füße ruhten, nieder. Einer Frau gelang es noch im letzten Augenblid, ihr Kind hochzuheben, Meter hohen Zaun geschleudert, seine Frau lag vernundet auf dem beide erlitten Berlegungen, ein Spaziergänger wurde über einen Boben, neben ihr bewußtlos einige andere Frauen mit Quetschungen und Schenkelbrüchen, die alte Frau Jakob war tot. Ein Insasse des Autos erlitt einen Schädelbruch. der Passagter der Autodroschke Verletzungen am Kopf, zwei große Fleischwunden am Oberschenkel und Quetschungen am Arm. Die beiden Autolenfer waren mit geringen Verlegungen davon gekommen. Gestern hatten sie sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Natürlich traf feinen von beiden die Schuld, Der 19jährige Boll erklärte, er sei vorschriftsmäßig langsam und vorsichtig gefahren. Dasselbe nahm für sich der ebenfalls 19jährige Droschfenchauffeur matuschte in Anspruch. Zwar wollten die Freunde des ersteren Todesopfer des Revolverschützen. Profeffor v. Linstow feinen Verlegungen erlegen. Der Revolverüberfall im Grunewald hat ein Todesopfer gefordert. Der überfallene Landesgeologe Profeffor Otto von Cinto w ist am Montagnachmittag leider feinen schweren Verlegungen erlegen. Nunmehr ist von der Kriminalpolizei für die Ergreifung des noch unbekannten Täters eine Belohnung von 1000 Reichsmart ausgesetzt worden. Der Vorgang selbst hat sich bei beginnender Dunkelheit an der Kreuzung der Jagen 72 und 99 in nächster Nähe der Havelchauffee abgespielt. Zehn Minuten bevor der lleberfall fich an der Stelle ereignete, hatte der Bandjäger sie auf seinem Batrouillengang passiert, doch niemand Berdächtigen wahrgenommen. Da man sich nach der Untat in erster Linie um den Verletzten bemühte und erst später eine Streife durch den Grunewald unternehmen fonnte, hatte der Wegelagerer inzwischen die Flucht ergriffen und mar entkommen. Auch ein Ansehen von Suchhunden blieb erfolglos. Nachfragen bei den auf der Havel chauffee tätigen Arbeitern ergaben, daß diese am Montag im Grunewald zwei junge Burschen gesehen haben, die mit kleinen Pistolen Schießübungen machten. Ob diese Uebungen mit dem UeberIn der Klavierhandlung von Targouloff in der Trebbiner Straße 13 wurde am Dienstagmittag unter eigentümlichen Umständen ein Kaffenraub versucht, der glück- fall auf den Professor in Zusammenhang zu bringen sind, muß licherweise vereitelt wurde. Die Geschäftsräume der Firma liegen im Erdgeschoß. Gegen 1 Uhr mittags flingelte es an der Tür und eine im Bureau tätige junge Dame ging hin, um zu öffnen. Vor ihr stand ein etwa 30 Jahre alter Mann, der ihr eine Schußwaffe vorhielt und mit nicht zu lauter, aber nachdrücklicher Stimme sagte:„ Bitte, die Rassenräume." Die erschrockene Dame schrie laut auf, warf die Tür zu und flüchtete in einen anderen Bureauraum. Der Täter flüchtete mun, und ein anderer Angestellter, der die Hilferufe gehört hatte, sprang mit fühnem Sag aus dem Fenster, über iven fleinen Zaun und begegnete dem aus dem Hause kommenden Täter. Dieser lief zum Tempelhofer Ufer und stieg dort in eine bereitgehaltene Tage. Der Angestellte war dicht hinter ihm. Jetzt verließ der Räuber seinen Wagen wieder, nahm jeine Wasse hervor und hielt sich den Verfolger mit den Worten:„ Bitte, nicht verfolgen oder ich schieße!" vom Leibe. Hierauf nahm er im Wagen Play und fuhr ab. Ein höflicher Räuber, muß man sagen. Diebstahl von Eintrittskarten. Der Klub internationaler Kraftwagenführer E. B. feiert am 2. November d. 3. im 300" fein 24. Stiftungsjeft. Zu diesem Fest sind die Herrentarten Nr. 1-1300 entwendet worden. Es wird darauf aufmert sam gemacht, daß diese Karten an dem betreffenden Tage feine Gültigkeit haben. Der Vorwärts" ist das Blatt der Kopf- und Handarbeiter! Abonniert den Vorwärts"! " Ich abonniere den Vorwärts"( und die Abendausgabe für Berlin Der Abend") mit den illustrierten Beilagen Volk und Zeit" und Kinderfreund", sowie den Beilenen llnterhaltung und Wissen"," Frauenstimme".„ Technit", 8+ die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" in GroßSerlin& lich frei ins Haus Marne:_ Bohnung: ( Ronatlich 3,60 Mt., wöchentlich 85 Pf.) Straße Nr born Hof Quergeb.- Seitenfl. Tr. lints rechts bei erst durch meitere Nachforschungen festgestellt werden. Um den Kreis der Personen, die am Montagabend von 17( 5) Uhr an im südwestlichen Teil des Grunewalds fpa zieren gingen, zu umgrenzen, werden alle, die sich dort aufgehalten haben, dringend gebeten, sich bei der Kommission Raffow im Polizeipräsidium, Zimmer 166( 1. Stock), Anruf 549, zu melden. Man wird sie befragen, was für Personen und wie viele sie auf ihrem Spaziergang gesehen haben. Vielleicht ist es doch möglich, auf diese Weise in den Besitz einer Beschreibung des Täters zu gefangen. Der neue Universitätsdirektor. Der alte feiert die völfifchen Studenten. Am Dienstagmittag fand die feierliche Uebergabe der Rettorwürde der Universität an den für das Jahr 1929/30 gewählten Reftor, den Professor der Mathemati? Ehrhard Schmidt, mit dem ganzen mittelalterlichen Zeremoniell statt, der bei diesen Gelegenheiten üblich ist. Der neue Rektor verbreitete sich in seiner Antrittsrede über die in den letzten dreißig Jahren aufgetauchte Frage, ob denn die Ergebnisse der mathematit so unbazweifelbar und unerschütterlich seien, wie man es früher stets angenommen. Der scheidende Reftor Professor His hingegen fonnte es sich nicht versagen, die deutsche Studentenschaft zu feiern, die man ja, nachdem ihr die staatliche Anerkennung versagt ist, nicht mehr als Bertretung der ganzen Studentenschaft anerkennen könne, die aber doch die größte Gruppe sowohl unter den forporierten als den nichtforporierten Studenten darstelle und den Keim bilde, um den sich wieder die ganze Studentenschaft zusammenschließen werde. Daher müssen, mie herr His meint, Rettor und Senat auch bei verschiedenen Gelegenheiten mit ihr in Verbindung treten. Auch brachte er sein ,, akademisches Mitgefühl zum Ausdruck über die Art, wie die Polizei gegen die unbewaffneten Leute vorgegangen sei, die am Tage des Versailler Dittats zwar gefehlt haben, als sie versuchten, mit ihrem Demonstrationszug die Bannmeile zu überschreiten, die aber doch nur im Ueberschwange ihres patriotischen Gefühls" ge fehlt haben. Die Versammelten spendeten diesen Stellen seiner Abschiedsrede lebhaften Beifall. Die Arbeiterschaft hat seit ihrem ersten bewußten Auftreten vor der reinen Wissenschaft stets unbedingte Hochachtung gezeigt. Erscheinungen wie die des Rettors His, die unter den deutschen Wissenschaftlern und Hochschullehrern feineswegs vereinzelt sind. tragen die Schuld, wenn diese Hochachtung zwar nicht vor der Wissenschaft, aber vor sehr vielen ihrer Träger während des Krieges zu schwinden begonnen hat, ein Vorgang, der sich nach dem Kriege immer mehr verstärkt hat. Freie Sozialistische Hochschule. In der nächsten Woche beginnen, wie bereits angekündigt, die Seminare der Freien Sozialistischen Hochschule. Es find im kommenden Winterhalbjahr folgende Seminare porgesehen: 1. Montags: Friz Naphtali, Der Berteilungsprozeß in der fapitalistischen Wirtschaft und feine Bandlungen", Beginn 21. Dt. tober; 2. Dienstags: Prof. J. Denide, Die Formen ter internationalen Arbeiterbewegung". Beginn 22. Ottober; 3. Donners Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„ Borwärts", tags: Dr. Karl Schröder, Die geistigen Strömungen Deutsch Berlin SW 68, Lindenstraße 3. lands im 19. und 20. Jahrhundert, Beginn 24. Oftober; 4. Frei blend nobon Der traurige Juliabend regt zum Nachdenken an. Sollte nicht das Grenzalter zur Erlangung von Führerscheinen erhöht werden? Befigt ein 19jähriger das Maß von Besonnenheit, Umsicht, Verantwortungsgefühl und Ernst, die der Verkehr in einer Millionenstadt erfordert? In der gestrigen Berhandlung war man geneigt, das zu verneinen Der 19jährige Voll glaubte für sich selbst darin einen Entschuldigungsgrund zu finden, daß ihm das Vorfahrrecht eines die Hauptverkehrsstraße passierenden Autos nicht bekannt sei. Sein Wissen um die notwendigen Verkehrsregeln wird er nun teuer erkauft haben. tags: Wladimir Woytinsty, Die Statistik im Dienste der Arbeiterbewegung", Beginn 25. Oktober. Sämtliche Seminare werden in der Zeit von 19 bis 21 Uhr im Lehraum der Freien Sozialistischen Hochschule, Lindenstraße 3, Die Teilnehmer 2. Hof, 2 Treppen lints, abgehalten. gebühr für das ganze Winterhalbjahr( 20 Abende) feträgt für jedes Seminar 10, M., die in zwei Raten zahlbar sind. ArbeitsTosen wird die Hälfte der Teilnehmergebühr erlassen. Schriftfiche Anmeldungen sind an den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, au richten. Ausführliche Lehrpläne in der Buchhandlung Diez, Lindenstraße 2, und in allen Vorwärts- Speditionen. Internationale Dollarfälscher. Drei Mann in Berlin festgenommen. Einer internationalen Geldfälscherbande von ungewöhnlichem Ausmaße ist die Berliner Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. Drei Vertreiber der gefälschten Banknoten konnten festgenommen werden, und einer hat ein umfassendes Geständnis abgelegt. Seit mehreren Monaten tauchten in verschiedenen Gegenden Deutschlands gefälschte, oder beffer gesagt, verfälschte Dollar noten auf. Die Gauner rechneten offenbar damit, daß der großen Menge des Publikums die Notenbilder der 50, 100- und 500- DollarScheine nur wenig bekannt sind. An sich echte Dollarnoten zu 1, 5, 10 und 50 Dollar ergaben die Grundlage für die Fälschungen. Die Ziffern wurden von den Fälschern vorsichtig ausgewaschen und entsprechend durch 10, 50, 100 und 500 erfeßt. Die Arbeit war so fauber gemacht, daß nur bei genauem Hinblicken und genauer Kenntnis der Scheine die Fälschung zu entdecken war. Die Verbrecher waren flug genug, nur fleinere Kaffeehäuser und fleinere Geschäfte zu wählen, in denen sie ihre ,, Blüten" absetzten. Erst vor kurzem war ein Juwelengeschäft in der Tauenzienstraße schwer. geschädigt worden. Am 14. September d. J. faufte dort ein Mann einen Ring im Werte von 6000 Mart und zahlte mit vier Roten zu je 500 Dollar. Anstandslos wurde ihm der Reſt ausbezahlt. Als man die Berfälschung der Banknoten entdeckte, war der Kunde nicht mehr zu finden. Als vor 14 Tagen ein Mann in einem fleinen Café seine Zeche mit einer 100- Dollar- bte bezahlen wollte, merfte der Stellner den Schwindel und ließ den Fremden feststellen. Auf der Polizei nannte er sich Kleinmann, ist aber in Wirklichkeit ein 35 Jahre alter Hermann Jeremias aus Rumänien. Sein Chef namens Kroner sigt in Antwerpen; er schickt ihn mit den falschen Noten auf die Reise und gibt seinem Reisenden" Prozente. Der Polizei gelang es dann, noch zwei weitere Männer, die schwer verdächtig sind, festzunehmen. Nächtlicher Besuch im Zigeunerlager. Das berüchtigte„ Nachtgespenst" gefaßt? Lebhafte Aufregung gab es in einer der letzten Nächte auf einem unbebauten Platz in der Knesebeckstraße zu Neukölln. Dort sind mehrere Wohnwagen von Zigeunern aufgefahren. In der Nacht erwachte eine der Frauen von der Berührung einer Hand und schlug Lärm. Die Männer tamen alsbald aus den Wagen heraus und erwischten nach längerer Berfolgung einen jungen Burschen, der nicht zum Stamm gehört. Auf der Polizeiwache erkannte man den Ertappten als einen 19 Jahre alten Arbeitsburschen B., der in Neukölln bei seinen Eltern wohnt. Am Sonnabendabend hatte er mit feinen Eltern zusammen ein Vergnügen besucht. Der Bater schickte ihn dann früher nach Hause, während die Eltern noch bei dem Fest blieben. B. fuhr aber nicht direkt heim, sondern nur bis Hermannstraße und schlich sich dann heimlich in das Zigeunerlager ein. Eine Diebstahls absicht hat der etwas eigenartig veranlagte Junge nicht gehabt. Er gibt zu, schon vor fünf Wochen einmal einen ähnlichen Streich verübt zu haben. Damals gelang es ihm, zu entschlüpfen. Da nun seit einiger Zeit ein zweifellos anormaler Mensch in verschiedene Erdgeschoßwohnungen eingestiegen ist und dort schlafende Frauen berührt hat, so nimmt man an, daß der junge B. auch diese Taten verübt hat. " 1 Gegen üblen Mundgeruch. Ich will nicht versäumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich seit dem Gebrauch Ihrer Zahnpaste Chlorodont" nicht nur reine meiße Zähne besize, sondern auch den bei mir sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde Ihr Chlordont" aufs befte empfehlen." Gez. E. G., Mainz. Ueberzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Bi.. große Tube 1 Mt. Chlorodont- 3ahnbürsten 1,25 Mt., für Kinder 70 Pf. Chlorodont- Mundwasser 1,25 Mt. 3u haben in allen ChlorodontVerkaufsstellen. Allgem. Flugblattverbreitung zur Stadtverordnetenwahl Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich daran am Sonntag, dem 20. Oktober! Autobusführer freigesprochen. von Baulichkeiten 94mal herangezogen Die Todesfahrt auf dem Kurfürstendamm. Bor der Sonderabteilung für Verkehrsunfälle beim Schöffengericht Berlin- Mitte fand die Verhandlung gegen den Kraftomnibusführer Paul Haarnad, der wegen fahrlässiger Tötung von zwei Menschenleben angeflagt war, ftatt. Es handelt sich um den tragischen Borfall vom 3. Mai, bei dem an der Haltestelle auf der Südseite des Kurfürstendammes, gegenüber der U- Bahnstation ein sogenanntes „ Cand skiff" vom Autobus erfaßt wurde, wobei die beiden Jnfassen, der Mechanikerlehrling Frih Rohde und seine Begleiterin Frieda Hoggräber unter die Räder des Autobusses geschleudert und förmlich 3 er malmt wurden. Rohde hatte sich das Landsfiff selbst erbaut. Dieses ist ein leichtes Gefährt, das nach Art des von Kindern benutzten sogenannten ,, Holländern" durch Ruderbewegungen vorwärts getrieben wird. Mit diesem zerbrechlichen und wegen seiner Winzigteit schwer überjehbaren Gefährt hatte der junge Man sich mit seiner Begleiterin waghalsig zur Zeit des stärksten Verkehrs in den Strudel des Kurfürstendammes begeben. Als der Autobus hinter der Straßenfreuzung der Uhlandstraße an die Haltestelle heranfuhr, wurde das Landstiff zerdrückt und die beiden jungen Leute fanden ihr schreck Tiches Ende. Die Anklage behauptet, daß der Angeklagte das Gefährt beim Halten vor der Straßenkreuzung schon gesehen, und daß er hätte schärfer Obacht geben müssen. Der Angeklagte be= stritt das entschieden. Er erklärte, daß er das Landskiff überhaupt nicht gesehen habe und daß es ihan von seinem erhöhten Siz überhaupt nicht möglich gewesen sei, das neben dem Kühler fahrende niedrige Gefahrt zu sehen. Das Gericht unterbrach um 26 11hr in Moabit die Verhandlung und begab sich in dem zur Lokalbesichtigung bestimmten Autobus nach dem Kurfürstendamm. Nach einer halben Stunde war der Lokaltermin beendet und das Gericht begab sich in dem Autobus wieder nach Moabit zurück. Auf Grund des Gutachtens von Kriminaloberkommissar Mittmann, erklärte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Ortmann, daß die Bemeisaufnahme eine restlose 1ärung der Schuldfrage nicht ergeben habe. Entsprechend seinem Antrage erkannte nach ganz furzer Beratung das Schöffengericht Berlin- Mitte, daß der Angeklagte nicht schuldig sei imd auf Kosten der Staatskaffe frei gesprochen werde. Die Arbeit der Berliner Feuerwehr. Die Deputation für das Feuerlöschmefen in Berlin ver öffentlicht joeben ihren Jahresbericht, der einen interessanten Einblick in die Vielseitigkeit der Arbeit der Berliner Feuerwehr gewährt. Danach ist die Feuerwehr im Berichtsjahr zu Großfeuern 343mal, zu Mittelfeuern 821mal, zu Kleinjeuern 3597mal alarmiert worden. Blinden Alarm gab es 1443mal, böswilligen Alarm 539mal. Zu Wasserschäden, Rohrbrüchen und dergleichen wurde die Feuerwehr 1902mmal, zu Gasausströmungen 160mal, wegen Ein-| sturz Zur Befreiung von Personen aus einer Notlage murde die Feuerwehr 169mal, zur Befreiung von Tieren 394mal alarmiert. Bei 1598 Explosionen und sonstigen Veranlassungen leistete sie außerdem Hilfe. Gegen die Tendenzjustiz. Protestfundgebung des Frankfurter Reichsbanners. Frankfurt a. M., 15. Oftober.( Eigenbericht.) Der Freispruch des nationalsozialistischen Reichsbannermörders Schüß rief eine Protesttundgebung des Frankfurter Reichsbanners auf den Plan. Tausende von Reichsbannerleuten und Sozialdemokraten demonstrierten gegen das Urteil des Frankfurter Schöffengerichts. Der Reichstagsabgeordnete Broß mig forderte, daß der Reichstag sich mit diesem neuesten Streich der Hafenkreuzjustiz befassen müsse. Trotz der großen Erregung der Frankfurter Arbeiterschaft verlief die Kundgebung ohne Zwischen fall. Zeugen gesucht! Ausflügler, die am 2. Pfingstfeiertag 1928, abends gegen 9 Uhr, auf dem Bahnhof Friedrichs= hagen gesehen haben, wie eine ältere Frau beim Einfahren eines Zuges vom Bahnsteig gedrängt wurde und unter die Räder Funkwinkel. gerlet, werden gebeten, ihre Adresse anzugeben. Vor allem, der junge Mann, der behilflich war, die Frau unter dem Wagen hervor. zuziehen und auf den Bahnsteig zu bringen. Mitteilungen an Krensch, Berlin O 17, Breslauer Straße 6. Religion und Weltfriede. Die jüngst geschaffene Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden" veranstaltet Mittwoch, den 16. Dftober, 8 Uhr abends, in der Hochschule für Musit, Hardenbergstraße, ibre erste öffentliche Rundgebung. Nach Begrüßungsansprachen von D. h. c. Spieder, Dir. Osfar Waffermann und Mfar. Lichtenberg, werden D. Dehn, Pater Stratmann und Rabbiner Dr. Baed das Berhältnis des evan nelischen, fatholischen und jüdischen Bekenntnisses zur Friedensidee beleuchten. Dr. Alfred Rossig spricht über die praktisch- politische Bedeutung der religiösen Friedensbewegung. Die Schlußansprache hält Stadtbaurat Dr. Adler. Aus der Partei. Otto May gestorben. In Kottbus ist nach langem schweren Leiden der langjährige politische Redakteur der Märkischen Volks stimme", Genosse Otto Man gestorben. Genosse May gehörte zu den ältesten Redakteuren der Parteipresse. War er, der aus dem Buchbrucerberuf tam, doch schon 1899 in den aufreibenden Beruf des Parteiredakteurs gekommen. In Erfurt begann seine Laufbahn, die er dann in Solingen, Braunschweig, Dessau, Bremerhaven und Rottbus fortsette. An der Märkischen Volksstimme" war er von 1907 bis 1912 und wieder von 1922 ab tätig, bis ihn sein schweres Leiden am 1. März dieses Jahres zwang, in den Ruhestand zu treten. Nicht lange hat er dieser Ruhe pflegen fönnen. Um die Entwicklung des Niederlaufiger Parteiblattes hat er sich bleibende Berdienste erworben. Daß dem streitbaren Manne im Laufe seiner Journalistentätigkeit der alte Staat nicht weniger als 1½ Jahre Gefängnis aufbrummte, sei nur nebenher erwähnt. Die Tatsache wird sein Andenten in der Arbeiterbewegung gewiß nicht schmälern, sondern heben. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Dienstag, dem 15. Oktober. 1. Rennen. 1. Atlantis( Huguenin), 2. Herzfönigin, 3. Munin. Zoto: 48: 10. Plaz: 16, 16, 14:10. Ferner liefen: Lotos, Brosella, Astanier, Forno, Signora, 2. Rennen. 1. Majordomus( Böhlke), 2. Monsalvat, 3. Chantilly. Toto: 29:10. Blab: 15, 17, 47: 10. Ferner liefen: Tebby, Servus, Eva, Innocenzia, Pfalzmädchen, Ararat, Leichtes Geld, Tongola. Slabel. 3. Rennen. 1. Gesolet( Böhlfe), 2. Männertreu II, 3. Machvoran. Toto: 127: 10. Blag: 51, 25, 62: 10. Ferner liefen: Dran, Eldon, Gebe 4. Rennen. 1. Palfrey( Böhlke), 2. Attila, 3. Masso d'Arezzo. Toto: 58:10. Blab: 15, 11:10. Ferner liefen: Tatius, Hoheit, Rheinart. 5. Rennen. 1. Avanti( R. Narr), 2. Wilfried, 3. Balladolid. Toto: 20: 10. Blat: 14, 15, 18: 10. Ferner liefen: Jwo, Grenadier, Tantris, Die 3igeunertapelle 3. 3arou spielt Unterhaltungsmusif. Sehr viel Schmelzendes und Temperamentvolles, daneben auch die notwendige Melancholie, die nun einmal zu einer anständigen Zigeunerfapelle gehört. Nichts hat sich in den Jahren nach dem Kriege geändert. Romantik muß eben für gewisse Leute da sein. Aber was sonst geschieht, etwa bei der Reportage über die Filmpremiere Die Frau im Mond" ist einfach fürchterlich. Eine große Wichtigkeit, daß Herr Friz Lang und seine Frau, Thea von Harbou, und ein paar Hauptdarsteller absolute Richtigkeiten in das Mitrophon hineinhauchen, und daß ein Ansager zu allem Ueberfluß auch noch beschreibt, welche Gesichter mehr oder minder geistreichen Chalaune, Mirma, Kurmärker, Sergius, Araber, Szin arany, Domfalfe. rafters sich über die Brüstung der Logen neigen. Nein, dieser Unfug muß abgestellt werden. Reflame für eine Filmfirma braucht der Rundfunk nicht zu betreiben. Vor allem eine Reportage dieser Art, die sich allein auf eine fünstlerische Beschreibung der Toiletten und auf eine Aufzählung gleichgültiger Namen beschränkt. Glaubt denn jemand im Ernst, daß diese Filmaufführung cin welt. Servatrix. Toto: 87:10. Blaz: 13, 17, 18: 10. Ferner liefen: Remenc, erschütterndes Ereignis darstellt? Warum wird nicht eine Premiere Die neue Intendanz möge sich por falsch angebrachter Reflame aus den Opern oder prominenten Schauspielhäusern übertragen? hüten! Ueber den Vortrag des preußischen Minister präsidenten Otto Braun gegen das Voltsbegehren wird heute an anderer Stelle berichtet werden. F. S. 1# Avitus. 6. Rennen. 1. Abt. 1. Sonnenstrabl( Böhlle), 2. Dejaneira, 2. A bt. 1. Drferia( 6. Streit), 2. Erifa, 3. Ried. Soto: 45:10. Blat: 19, 76, 21:10. Ferner Itefen: Marketenderin, Freiwilliger, Soravia, Moslem, tefenfurt, Buppe, Mainire, Sella, Bechselburg, Lachesis. Scapos. Magime, Nelle. 7. Rennen. 1. Torrone( 3ehmisch). 2. Beleda, 3. Batras. Toto: Ruzilo, Sternfunde, Fer aut feri. 51:10. Blag: 24, 42, 30:10. Ferner liefen: Osiris, Krönung, Sebaftiano, Mittwoch Kindertag Of. ja! Die Kleinen wissen ganz genau, was sie gern haben möchten und was sie gut kleidet, und oftmals schon war eine Mutter an unserem Kindertag von dem sicheren und treffenden Urteil aus ihrer Kinder Mund überrascht. Mehr allerdings noch von den erstaunlich niedrigen Preisen die es ihr so leicht machen, die Kinder nett und zweckmäßig zu kleiden Auch Sie sollten sich einmal von diesen Preisen überraschen lassen. Nehmen Sie Ihre Kinder bei der Hand und GEHEN SIE ZU Naddrid von Word und Bild verboten Oranienstr.40 Am Orantenplats Harren- bezw. Knaben Kleidung in den beiden Chausseestr.113 Königstraße 33 Geschäften: Chausseestraße und Königstraße Delm Stettiner Bahnhof Am Bahnhof Alexanderplatz 65 85% V C& A BRENNINKMEYER 95 Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin 63 68, 2iubenstraße 3, für Groß: Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Treppen rechts, zu richten. 1. Reis Mitte Freitag, 18. Oftober, pluttlich 19 Uhr, in der Schule Bein meifterstr. 16-17, Beginn des Rurfus: Gozialismus und Staat". Lehrer: 3. B. Mayer. Anmeldungen im Echullotal vor Beginn des Rurfus, 3. Areis Bedding. Alle SPD.- Kleingärtner befuchen am Donnerstag, dem 17. Ditober, 20 Uhr, bie Mitgliederversammlung in den Bharusfälen, Mullerstr. 142. Es ist Pflicht aller Kleingärtner- Genossen, zu erscheinen, Donnerstag, 17. Ottober, 19 Uhr, in der Schule Bant Ede Wiesenftraße, Beginn des Rurfus: Die Arbeiter und der neue Staat". Lehrer: Dr. Gregor Bienstod. Anmeldungen bei Beginn des Rursus. 4. Rreis Brenzlauer Berg: Donnerstag, 17. Ottober, 191 Uhr, im Bezirks amt, Danziger Str. 64, Beginn des Rurfus:„ Broletariers Lebens und Leibensweg im Wandel der Reiten". Lehrer: Studienrat Dr. Sennigsen. Anmeldungen im Schullotal 6. Kreis Kreuzberg. Bezirks. und Stadtverordnetenkandidaten, melche die Ruftimmungserklärung noch nicht unterschrieben haben, treffen sich heute, Mittmod, 16. Oktober, pünktlich 19 Uhr, bei Krepp, Blanufer 75-76. 7. Streis Charlottenburg. Donnerstag, 17. Oktober, 19% Uhr, Beginn des Rurfus: Einführung in den Margismus". Lehrerin: Dr. Dora Fabian. Anmeldungen bei Beginn des Surfus im Soullotal Rosinenftr. 4, Jugendheim. 17. Kreis Lichtenberg. Freie Schulgemeinde. Sille- Feier heute, Mittwod), 16. Oktober, 19% Uhr, in der Aula der Anabenmittelschule, Marktstraße. Lichtbilbervortrag. Gäste find herzlichst willkommen. 18. Kreis Weißenfee. Morgen, Donnerstag, 17. Ottober, 20 Uhr, im Ronferenz faal bes Bauamts, Parfftr. 106, Beginn des Rurfus: Die politischen Barteien Deutschlands und ihre Brogramme". Referent: Paul Bernstein. Heute, Mittwoch, 16. Oftober. 10. t. 6 19 Uhr Werbematerial abholen von Sandow, Flensburger Str. 3. 38. Abt. Die Bezirksführer holen das Werbematerial ab 18 Uhr von Bartusd), Friebenftr. 88, ab. Der Bezirk 154 hält feinen Zahlabend erst am Donnerstag, bem 17. Oftober, im Lokal Blamert, Weberftr. 24a, ab. 42. bt. 19 Uhr Sahlabende im 2ofal Biersdorff, Urbanstr. 6. Bogler, Mittenwalder Str. 16. Thiel, Roffener Str. 1. Braun, Baerwaldftr. 1. Die Bezirksführer holen Material von Wiersdorff, Urbanftr. 6, ab. MentFin. 93. Abt. Bezirke 83, 84, 85: 19% Uhr Werbeversammlung bei Rönig, Referentin: Böhmische Str. 43-44. Bortrag: Rommunale Fragen". Augufte Barthel. 94. Abt. 18 Uhr Berbreitung von Werbematerial in ben alten Bezirken. Jeder Genoffe muß bestimmt an den bekannten Stellen erscheinen. 102. Abt. Tammsonlenweg. Bünktlich 19% Uhr Werbemitgliederverfammlung im gofal Borgmann, Baumschulenstraße Ede Riefholzstraße. Stadtrat Rarl Wermuth fpricht über: Der Weg zum Sozialismus". Sämtliche Mitglieder nehmen hieran teil und werben für ftarten Befuch der Bersammlung burch das Mitbringen von Gästen. 114. bt. Bitenberg. 19% Uhr Mitgliederversammlung im Logenlasins, Knorrpromenade. Portrag des Reichstagsabgeordneten Sermann Müller über ben Doung- Plan. 118. bt. 2irtenberg. 19% Uhr bei Soffmann, früher Albrecht, Borhagener Straße 62, Mitgliederversammlung. Portrag: Berlin vor den Wahlen". Referent: Stadtverordneter Ernst Arndt. 140a. bt, Wittenau, 19% Uhr Werbemitgliederversammlung im Bittenaner Bereinshaus, Dranienburger Str. 88-89. Bortrag: Die Arbeit ber CBD. in 20. Berwaltungsbezirt". Referent: Bezirksverord neter Wollschläger. Göfte find willommen. Morgen, Donnerstag, 17. Offober. 30. t. 19 Uhr Frirazahlabend der Bezirke 121 bis 123 bei Riebergall, Carmen- Ening- Str. 122. 82. bt. Reutöln. Die Einäscherung des Genoffen Reller findet am 17. OL tober, um 17 Uhr, im Krematorium Bauntschulenweg, statt. Bir bitten um rege Beteiligung, 12./130. Abt. Bantom. 18 Uhr in Sindners Ronzerthaus, Breite Straße, Frauenwerbeveranstaltung. 141. Abt. Rofenthal unb Ricberfähönhausen- Meft. 19% Uhr bei Frische, Stieber. ftraße, wichtige Funktionärligung. Frauenveranstaltung. 81. h. Die Funktionärinnen treffen fich Freitag, 18. Oftober, 20 Uhr, Bet Goldfchmidt, Stolpische Str. 86, au einer wichtigen Besprechung. Beşirtsausschuß für Arbelterwohlfahrt. & Kreis Bebbing. Am Freitag, bem 18. Oftober, 19% Uhr, Arbeitsgemein fchaft in der Schulaula Banlite. 17. Bortrag der Genoffin Baul Rurgas über bie politifche Bedeutung der Arbeiterwohlfahrt. Sämtliche Selfer und Wohl fahrtstommiffionsvertreter und pfleger sowie Fürsorger( innen) find heralidift eingeladen. Jungjozialisten. Groß- Berlin. Seute, Mittwoch, 16. Dltober, 19 Uhr, im Jugendheim Bordstr. 11, 3nformationsabend. Bortrag: Die Arbeitslosenversiche rung". Referentin: Mathilde Wurm, M. b. M. 3ntereffierte Bortetgenoffen und die älteren Genossen der S43. find herzlicht dazu ein geladen, Gruppe Neukölln. Heute, Mittwoch, 20 Uhr, im Jugendheim Treplomer Etraße 95-96, Bortrag: Wirtschaftsdemokratie". Referent: Georg Ismer. Werbeausschuß der Post- und Telegraphenbeamten und Anwärter. Am Donnerstag, dem 17. Ditober, findet um 1915 Uhr eine sehr wichtige Versammlung in ben Kammerfalen, Teltower Str. 1-2, statt. Tagesordnung: Die Bebentung der Kommunalwahlen für die Be amten". Referent: Bürgermeister Baul E. Bahlreiches Erscheinen wird erwartet. Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Kreis Brenzlauer Berg. Gruppe Freiheit Mittwoch, 16. Oftober, 17 Uhr, Schule Danziger Str. 23, michtige Fallentatsfizung mit dem Selferkreis. Das Turnen fällt heute wegen Auslegung der Wählerliften aus. Geburtstage, Jubiläen usw. 10. Abt. Unserem lieben Genoffen und langjährigen Bezirksführer Wilhelm Böttcher und feiner Chefrau, Calvinstr. 31, bie berglichsten Glüdwünsche aut Silberhochzeit. 32. Abt. Unferem Genossen Karl Pfeiffer, Andreasftr. 18, bie beralichten Glückwünsche u seinem heutigen 30. Geburtstage. 80. Abt. Schöneberg. Unserem lieben Genoffen Bernhard Bischoff, ber bereits seit Jahrzehnten für bie Bartei tätig ist, au feinem heutigen 70. Scburtstage die herzlichsten Glückwünsche. 111. Abt. Bohnsdorf. Unferem Genoffen Martin Glazer, und feiner Ehefrau bie herzlichsten Glüdwünsche zur Silberhochzeit. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 43. Abt. Unfer langjähriger Genoffe, der Brandmeister Albert Ruthlah Bezirt 123, ift verstorben. Die Beerdigung hat bereits ftattgefunden. Ehre feinem Andenken. 92. Abt. Neuton. Unfer Parteineteran Jakob Reller, Stuttgarter Str. 53, perftarb am 13. D'ober. Ehre feinem Andenten. Einäfcherung am Donners tag, bem 17. Ottober, um 17 Uhr, im Krematorium Baumschulen meg. 103. Abt. Oberschöneweide. Am Freitag, bem 11. Oktober, verfchied plöklio unfer Genosse Sermann. Ehre seinem Andenken. Beerdigung heute, Mitt woch. 16, Oftober, 19 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Finfendungen für biefe Rubrif nur an bas Jugendfefretariat Berlin GB68, Lindenstraße 3 Abteilungsleiter, reicht umgehend den Berichtsbogen nom 3. Quartal und bas Novemberprogramm für Jugend noran" ein. Bolt Die Karten für hie Boltsbühnen vorstellung„ Dantons Tod" am Sonntag, 27. Oftober, 15 Uhr, umgehend ab. Die Ratten werden nur gegen gleichzeitige Bezahlung( Ratte 90 Bfennig) ausgebändigt. Ratten für bie Jugendabteilung der Bolfsbühne find umgehend abzuholen. Bhotographien vom Jugendtag im Schillerpart find eingetroffen. Heute, Mittwoch, 19% Uhr. Artongplas: Seim Elifabethkirchstr. 19. Borttag: Geschichte und Aufgaben ber Sus. Beften I( Rote Falfen): Seim Bülowftr. 88. Seinrich- Seine Abend." Gesundbrunnen: Seim Chriftianiaftr. 38. Bortrag: Siftorischer Materialismus". Webbing: Seim Turiner Ede Geestraße. Bortnag:„ Einsung bebe Gosicions". zeilorverfultur, fortjagune Betersburger Biertel: Seim Eifter G. Anti- Kriegsabend. Steigenberger Biertel: Seim Briser Str. 27-30. Bass trag: Rommuniften und mir Charlottenburg- Nord: Seim Oberstraße. Bottrag: Arbeiterschus". Zehlendorf: Seim Nordschule, Potsdamer Str. 5/7 Rautsin". ( Pavillon). Bortrag: Bernstein Friedrichsfelbe: Bortrag: Bermann Löns". Raulshorf: Schule Adolfftr. 25-26. Bortrag: Rechte und Pflichten des Lehrlings". Lichtenberg- Mitte: Seim Scharnweberftr. 29. 10- Minuten- Referate. Ren- Lichtenberg: Seim Sauffstraße. Vortrag: Bas gibt uns die Arbeiterjugend?" Buchholz: Echule Berliner Str. 19. Treff punit 18 Uhr Rote Ede" zur Flugblattverbreitung. Röllnisder Bart: Seim Baifenfte. 18. Bolitische Arbeitsgemeinschaft. Thema:„ Bahlen". SEG. Wedding: Rote Schule, Gotenburger Str. 2. Vortrag: Cozialismus und Nationalismus". Rote- Fallen"-Gruppe 19½ Uhr Werbebezirk Tiergarten: Gründung einer lut Sugendheim Lehrter Str. 18-19, S. 1. Werbebezirk Kreuzberg: Außerordentliche Mitgliedererfammlung um 20 Whe im Gewerkschaftshaus, Gaal 5. Engelufer Berbebezirk Neukölln: Die 666. veranstaltet in der Aula der Mädchen Es spricht Genose Sarfen Mittelschule, Donaustraße, einen Borinagsabend. Bir beteiligen uns an diefem bend. SEG. Rentu: Deffentliche Sundgebung in ber Schule Donaustraße um 19 Uhr. Vortrag des Genoffen Sarfen: Schülerrecht und Schillerfelbstverwaltung". Morgen, Donnerstag, 19% Uhr. Die BB.- Sigung findet nicht statt. Bewegungschior Don Martin Gleisner in der Schule Danziger Str. 23. Beginn für Anfänger 20 Uhr und Fortgeschrittene 21 Uhr. Besprechung über eventuelle Berlegung. Köpenid: Wir beteiligen uns am Berbeumzug der Partei. Treffpunkt 18 Uhr Wilhelmplak. Werbebegirl Teltowlanal: Die für Sonntag, 20, Dktober, angefekte Reichse tagsbesichtigung findet voraussichtlich erft Sonntag, 3. Rovember, ftatt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. 99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefättstelle: Berlin G 14. Sebaftianstr. 37/88, of 2 It Mittwoch, 16. Ottobez. Schöneberg Friedenau. Rameradschaft Rollente borf, 20 Uhr Bersammlung bei Sell, Barbaroffaftr. 8. Bortrag: Dis Bedeutung der Kommunalwahlen". Referenten die Kameraden Bilh. Frits. Dr. Glaserfeld und Dr. Roch. Donnerstag, 17. Ottober, Brenzlauer Berg Ramerabschaft alfe, Jugend. 20 Uhr Sufammenkunft bei Reuge, Milaftr. 5. Röpenid( Ortsverein). 18% Uhr Antreten mit Tambourforps zum Ummarsch. 19 Uhr Abmarsch vom Wilhelmplak. Anschließend Saalschuh im Stadttheater. Rentälln- Brig. Jungbanner. 20-23 Uhr. Beginn der regelmäßigen Schuhsports abende in ber Walter- Rathenau- Schule, Boddinstraße. Wassersportabteilung. Rug Oberfpree. 20 Uhr Bugfißung im Boo'shaus, Wahl des Zugführers. Er fcheinen Bflicht. Freitag, 18. Dltober. Ziergarten. 20 Uhr Bollversammlung im Restaurant Schultheiß- Bakenhofer. Turmistr. 25. Bortrag des Kameraden Rommunalwahlen". Gäßte Stadtverordneten Robinson: Reichsbanner und willkommen. Borher 19% Uhr Generalappell aller attiven Rameraden in Bundeskleidung auf dem Sof des Lotals, Bflichtveranstaltung. Bilmersdorf. Jungbanner. 1. außerordentliche Generalversammlung im Jugendheim Bile belmtsaue. Reinider borf- Dit( Rameradschaft). 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Richne, Refibensstr. 9. Borstandsmitglieder eine Stunde früher. Marine abteilung. 20 Uhr Turnen im Bootshaus Tegel. Arenabera. Turnabende fallen wegen Ausliegen der Bählerlisten bis auf weiteres aus. Arbeiter Rabio- Bunb Deutschlands c. B. Bezirksgruppe Berlin, Grupps Friedrichshain. Donnerstag, 17. Dl'ober, 20 Uhr, Bastelabend im Gruppen Total Cadiner Str. 10. Gäste miltommen. Deutscher Esperanto- Bund, Ortsgruppe Berlin. Freitag, 20 Uhr, Ronditorei Dobrin, Hadescher Martt. Freibenler des 20. Bezirks! Mimod), 16. Ottober, 19 Uhr, im Restaurant Flügel, Reinidendorf- Schönholz, Brovinastr. 61( am Bahnhof Schönhola), Drise gruppenneríammlung der SBD. Freidenfer des 20. Bezirks. Tagesordninga 1. Stellungnahme zu den Borgängen im Verband für Freidenfertum und Feuers bestattuma C. B.. 2. Neuwahl der Gruppenleitung. 3. Distuffion und Be fchiedenes. Das Erscheinen aller 500.- Genoffen ist unbedingt erforderlich. Reichsburb bez Kriegsbeschäbigten, Ariggsteilnehmer unb Reicgerbinter bliebenen, Gau Berlin. Ortsgruppe Rorben 14. Donnerstag, 17. Dlinber, 20 Uhr, Cafino- Feftfäle, Pappelallet 13, Mitaliebernerfammiung. Referentz Berwaltungsamtmann Billi Lorenz. Thema: Die Rriegsopfer und die Rout munalwahlen". Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegenh ( Rachbr. verb.) Teils beiter, teils woltig. Eagestemperatur menig beränbers lich. Für Deutschland: Algemein zeitweise beiter bei wenig veränderten Tagestemperaturen. 4 IMI T İMİ Ein wahres Vergnügen das Geschirrabwaschen, Spülen und Reinigen mit! Mi verkürzt das tägliche Geschirrabwaschen und Spülen ganz bedeutend. M macht alles viel schneller und gründlicher sauber. Sie müssen einmal die herrlichen H- Geschirre sehen! Wie sie blinken, glitzern, funkeln und gleißen! Versuchen Sie! Säubern Sie auch alle anderen Hausgeräte aus Glas, Porzellan, Metall, Stein, Marmor, Holz usw., ganz besonders aber Mops, Bohner-, Putz-, Spül- und Scheuertücher, überhaupt alles, was Sie schnell sauber haben wollen, mit! Mi Überall erhältlich. Machen Sie sic's leicht durch LOLI IMI 1 EBlöffel( imi auf 10 Liter 1 Eimer heißes Wasser. Henkels Aufwasch- Spül- und Reinigungsmittel für Haus- und Küchengerät aller Art Hergestellt in den Persilwerken 7tr. 4S5* 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 16. Ottober 192S AEG. und Siemens im Kampf. Scharfe Antwort der AGG. an Herrn v. Siemens. Wir haben am Sonntag von dem schweren Angriff des Herrn Dr. C- F. v. Siemens auf jene elektrotechnischen Gesellschaften in Deutschland berichtet, die fremdem Kapital einen Einfluß auf ihr« Unternehmungen zugestanden haben. Wir haben gesagt, daß der Angriff gegen die AEG. gerichtet ist, wenn die AEG. auch nicht mit Worten genannt fei, und die deutsche Oeffentlichkeit hat diesen An- griff ganz allgemein auch nur auf die AEG. bezogen. Man muß es ein bißchen feige nennen, wenn Herr o. Siemens in einem dem „Börfen-Courier" gewährten Interview sagt, sein Angriff sei nicht an eine bestimmt« Adresse gerichtet gewesen, und wenn er sich daraus beruft, daß die Aussührungen schon niedergeschrieben waren, bevor die Press« über die Bildung des Telephonbau-Trusts etwas be- , richtet habe. Es tft deshalb auch berechtigt, daß die AEG. diese Ablenkungen nicht berücksichtigt Hot und in ihrer jetzt veröffentlichten Antwort den Angriff als gegen sich gerichtet bezeichnet. Di« Antwort der AEG. ist massiv. Herr o. Siemens wird direkt gefragt und der Oeffentlichkeit wird dos Urteil überlassen� weshalb er mit doppelten Maßen mißt. Als der O s r a m- Konzern mit 16% Prozent die amerikanisch« Genera! Electric beteiligt habe, habe auch Siemens, und zwar genau so wie die AEG. die Beteiligung gutgeheißen, und auch Siemens hob« dies« Be- teÄigung für volkswirtschaftlich richtig, für mit der nationalen Ehre vereinbar und für prioatwirlschafflich vorteilhast angesehen. Daß die AEG. die mit ihr seit 25 Iahren befreundet« General Electric mit 15 Proz. am Aktienkapital beteiligt habe, habe kein« anderen Gründe, als die Beteiligung der General Electric am Osram- Konzern, der auch Siemens zugestimnu habe.„Warum soll, was in dem einen Fall billig und national ist, in den, anderen Falle unrecht fein und ein« Gefahr für die deutsche Wirtschaft heraufbeschwören,� so fragt die AEG. Aber der Dorstand der AEG. wird noch deutlicher. Er wehrt sich nachdrücklich gegen die Annahme einer Ueberfremdung und sogt:„Die AEG. ist nicht überfremdet, sondern ein deutsches Unternehmen. Die lvtajorität der Aktien unserer Finna befindet sich in der Hand von Tausenden van deutschen Staatsbürgern. Wir glauben begründet annehmen zu dürfen, daß sie sowohl der Zahl nach als mich bezüglich der Summe des investierten Nominalkapitals größer ist als bei den Sismens-Firmen, bei denen bekanntermaßen dio Majorität spakete geschlossenen Besitz darstellen.� Der AEG.-Vorstand nennt die Berufung des Begriffs der Ueberfremdung ausdrücklich eine Siemens-Propaganda. Für dies« Charakterisierung als Sieniens- Propaganda führt der AEG-Dorstand dann aber auch sofort Material ms Treffen. Dos merkwürdige Vorgehen des vevomwortlichen Leiters des Siemens- Konzerns gegen die Gsschäftspolitik eines anderen Clektrokonzerns hol e nochwsttere Gründe, und hier wird die AEG.-Antwort, wenn sie für uns auch nichts Neues sagt, geradezu sensationell Die AEG. spricht nämlich offen aus, daß der entscheidende Anlaß für den Angriff des Herrn v. Siemens in den Vorgängen zu er- bücken fei, die sich m der S ch w a ch st r o m i n d u st r i e Vollziehern Daß die Bildung des deutschen Telephonbau-Trusts gegen Siemens und Halsk« gerichtet ist, hoben wir selbst schon in der vorigen Woche bei der Besprechung dieser wichtigen Neugründung festgestellt. Die Abwehrerklärung der AEG. bringt aber jetzt die interessante Feststellimg, daß es zur Bildung dieses selbständigen mit ausländischer Hilf« errichteten und eventuell gegen Siemens wirksamen Trusts deshalb gekommen ist, weil der Siemens-Konzern auf dem Schwach st romge biet, das für Siemens das lukra- tivste Geschäft ist. ein Monopol erstrebt hat. Die AEG. habe wegen der Sanierung von Mix u. Genest mit Siemens und Halske lang« verhandelt, diese Verhandlungen hätten aber scheitern müssen,„da einerseits die Firma Siemens u. Holste für sich beanspruchte, auch die Entwicklungsmöglichkeiten eines zu bilden- den zweiten Schwachstromgebildes entscheidend zu beeinflussen und wir(die AEG. nämlich) andererseits nicht„Handlanger" eines Monopols werden wollten." Durch dies« Feststellung sind in der Tot außerordentlich inter- esiante Zusammenhänge in der privaten Elektrowirtschost Deutsch. lands aus gehellt worden, und die Hintergründe der Bildung des neuen Telephonbantrusts erfahren eine sehr wertvolle Beleuchtung. , Mit dieser Antwort der AEG. wird die Diskussion zwischen den führenden beiden deutschen Eleltrotmsts sicher noch nicht beendet sein. Dies« Diskussion ist insofern ein h i st o r i s ch c s E r e i g n i s, als es äußerst-selten in der Geschichte des Hochkapitalismus vor- gekommen ist, daß die verantwortlichen Führer hvchbed«utsam«r Trustorganisationen in der Oeffentlichkeit gegeneinander kämpfen. Wir wollen hoffen, daß die Fortführung dieses Kampfes in die Mentalität der deutschen Mrtlchaftsführung noch weiter« Einblicke gewähren wird. Für den Augenblick steht freilich der Kampf für Herrn o. Siemens recht ungünstig. Wir hoben schon am Sonntag sofort die Vermutungen ausgesprochen, daß Herr v. Siemens gegen eine imongenehme Konkurrenz sich zur Wehr setzen und auch von der Wirtschaftspolitik des Deutschen Neiches für seinen Konzern Vorteile gewinnen will, während er so tut. als verteidige er volkswirtschaftlich« Interessen und die nationale Ehre. Was in dem Kampf zwischen Siemens und AEG. besonders peinlich ist, ist dies, daß die Betonung des Nationalen im ganzen Siemenstrust bis hinunter zur kleinsten Gefchäftspolitik immer schon eine Gcschäftswaffe gegen die AEG. war und daß man den Eindruck gewinnt, daß Herr v. Siemens so unglücklich war, dieses höchst peinlich« Verfahren mm auch persönlich zum Instrument eures Angriffes gegen seinen großen Konkurrenten zu machen. Mag man sich darüber streiten, an welchem Punkte eine tatsächlich« Ueberfremdung eintritt(für die Baikzwirtschaft ist sie viel weniger ge- sährlich, als si« scheint), darüber kann nicht gestritten werden, daß Gründe der nationalen Ehre und des volkswirtschaftlichen Inter- esses nicht beschworen werden dürfen, wenn man Geschäftsziele im Aug« hat. Gchwedenanleihe»«»Wallstreet Die Anleiheaussichten in New Ifcrf bessern sich. Die deutsche Finanz- und Wirtschaftspolitik hat in diesem Augen- blick eine folgenschwere Entscheidung zu treffen. Das Anleiheangebot des Zündholztrustes darf nicht akzeptiert werden, wenn die Verhältnisie aus dem ausländischen Kapitalmarkt so sind, daß Deutsch- land eine langfristige Anleihe erhalten würde, die nicht mit Wirt- schaftlichen Konzessionen und nicht mit Ansehensverlusten verknüpft ist. Bisher herrschte bei den maßgebenden Stellen in Deutschland die feste Ileberzcugung. daß eine derartig« Anleihe zu einem Kap ital- preis, der den Kredit Deutschlands auf lang« Zeit nicht schadigt, im Ausland nicht zu beschaffen sei. Die daueriüic Beobachtung der amerikanischen Kopiialmarkoerhältnisse ist deshalb von großer Be- deutung. Nun scheint gerade in den letzten Wochen sich in New Park ein Umschwung aus der Dorfe und auch auf dem Kapitalmarkt im allgemeinen zu vollziehen. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, daß der entscheidende Grund für die Kopitoloertcuerung m Amerika in dem Spekulationsfieber zu erblicken ist, das die ganze amerikanische Finonzwelt in«inen Gewinntaumel versetzt hat. der nur uoch von den Spekulationsgewinnen leben zu tonnen glaubt und auf den inneren Wert und den Ertrag der Aktien über- Haupt nicht mehr achtet. Seit mindestens, einem Jahr« ist das so- genannte Anleihcgeschäft in Amerika außerordentlich stark zurückgegangen, woraus es erklärlich wird, daß in New Park nicht mir das Geld sehr teuer ist, sondern auch auswärtige Anleihen zu erträg- lichen Bedingungen I e iu e Käufer finden konnten. In diesen Dingen scheint sich nun Grundlegendes zu verändern. Es wird aus New Jork gemeldet, daß die letzte Baisse an' der New- Parker Börse die Spekulation ziemlich empfindlich gc- dämpft hat. Nach der Berechnung der„New Park Times" traten im September bei 240 führenden Industrieaktien Kursverluste von nicht weniger als 2,8 Milliarden Dollar ein, nachdem dieselben Aktien im Monat August noch Kursgewinne von VA Milliarden Dollar zu verzeichnen hatten. Unter diesen Aktien erlitten besonders schwere Verluste die des amerikanischen Stahltrusts, des Chemie- konzern du Pont de Nemours und General Motors. Infolgedessen tst das Interesse der amerikanischen Kapitalisten und Spekulanten wieder dem Markt der festverzinslichen Papiere zugewendet worden. deren Kurse während der langandauernden Aktienhausse zwar ge- litten haben, aber gerade während der Aktienbaisse keine Verluste brachten. Kapitalisten und Spekulanten werfen sich deshalb jetzt aus diesen Markt und in der Tat haben mehrere Anleiheaus- schreibungen in den letzten Tagen große Erfolge gebracht. Die Bondsemissionen haben stark zugenommen und in der vorigen Woche wurden 196 Millionen Dollar zur Zeichmmg aufgelegt gegen nur 50 Millionen Dollar in der vorhergehenden Woche und auch nur 47 Millionen Dollar in der gleichen Woche des Vorjahres. Nun muß man sich davor hüten, die Wirkung der Attienbaiss« auf den festverzinslichen Markt in Amerika zu überschätzen. Es gibt Leute in Deutschland und in Amerika, die davon überzeugt sind, daß der amerikanischen Haussespekulation in Aktien so bald nicht bei- zukommen sein wird, woraus sich der Schluß ergäbe, daß die gegen« wattige Belebung des festverzinslichen Anleihemarktes in New Park nur eine vorübergehende Reaktion aus die Aktienbaisse im September sein könnte. Wie dem aber auch sei, die deutsch« Oeffent- lichkeit und die verantwortlichen Leiter der deutsche» Reichsfinanzen müssen mit der größten Aufmerksamkeit die Entwicklung der Verhältnisse aus dem New-Porker Kapitalmarkt verfolgen und sich davor hüten, den Abschluß der unpopulär«» Schwedenanleihe zu überstürzen. Schacht und Schweöenanleihe. Der„Deutsch e" hat in der letzten Woche«ine Aitzahl van Artikeln veröffentlicht, in denen er die Behaupüing zu belegen per» sucht«, daß kein Zwang zum Alffchluß der Schweden anleih« vorliege, und daß das Deutsche Reich vielmehr über ein englisch-amerikanisches Konsortium eine mit wirffchastspolitischen Zugeständnisse» nicht verknüpfte und keineswegs zu teuere Anleihe erhalten könne. Wir haben von den an sich lehr interessanten Aussührungen des „Deutschen" bisher noch keine Notiz genommen, da wir uns nicht davon überzeugen konnten, daß die Unterlagen der Darstellungen ernsthost sein konnten. In dem letzten„Bitte dementiere»" Hot der „Deutsche" seine bisherige Behauptung ausrechterhalten, von einem Monopol-Anleihetrust gesprochen, dem auch der Reichsbankpräsidenf nahestehe und dem Reichsbankpräsidentitzi Schacht vorgeworfen, daß er es abgelehnt Hobe, bei der über das englisch-amerikanffche Kon- sortium erreichbaren Anleihe als Treuhänder und Vermittler mit- zuwirken. Das Direktorium der Reichsbank hat das von dem.Deutschen" erbetene Dementi, unterzeichnet allerdings van dem Reichsbankvize» Präsidenten Drcisse(Schacht ist in Boden-Baden), gegeben Soweit die Beratungsstelle und der Reichsbonkprösident genannt seien, be- ruhe der Artikel auf freier Erfindung und gröbsten Entstellungen. Weder die Beratungsstelle, nach die Reichsbank, noch ihr Präsident haben jemals etwas getan zur Begünstigung von M o n ap olb ildun gen für irgendwelche Anleihen. Der Reichsbantpräsident, der sich durch- aus als Bankier des Reiches jühle, habe nie die Möglichkeit gchabh durch Vermittlung von ausländischen Notenbankpräsidenten in einer der Würde des Reiches entsprechenden Weise dem Reiche Auslands- anleihen zu vermitteln. Tonfilmschmerzen der Llfa. Geschäftsbericht und Abschluß für i92S/29. Die Unioers u m Film A.-G. veröffentlicht jetzt Geschäfts» bericht und Bilanz für das am 21. Mai obgefchlosscne Betriebsjahr 1928/29. Di« wichtigsten Zahlen des Ufa-Abschlusses haben wir be» reits nach der Aussichtsratssitzung bekanntgegeben Obwohl der B« v triebsüberfchuß von 21 B auf 23,1 Moll. M. gestiegen tst, er» gibt das Ergebnis des abgelaufenen Gcschästsjahres einen Vcr» lust von rund 146(XX) M., der nur mit Hilfe des aus dem Vorfahr übernommenen Gewinnvortroges von 161 215 M. in einen kleinen Ueberfchuß von 14 358 M. verwandelt wird. Die Entwicklung de» Unternehmens im zweiten Geschäftsjahr nach der scharfen Sanierung im Frühjahr 1927 wird von der Der» waltung recht eingehend dargestellt, wobei das Schwergewicht auf die durch den Tonfilm hervorgerufenen U m w ä l z u n g« n i n der Filmproduttion gelegt wird. Der Bericht weift darauf hin. daß die Amerikaner durch die klare Patentlog« in den Bereinigtet� Staaten und großzügigen. Kapitalinvestitionen die Filmkris«' schnell überwunden hoben, was für die europäische Filü»»-»l industrie keineswegs zutrcff«. Die Patentkämpfe zwischen den deut. schen und amerikanischen Eleltrokonzcrnen hätten vielmehr die Um-» stellung in bedenklichster Weise aufgehalten, und bei Anhalten dieses Zuftandes müsse die deutsch« Filmproduktion als. ernstlich gefährdet angesehen werden. Di« Ufa hat im April mit der Klangfilm-Gruppe(Siemens— AEG.) einen Vertrag ab- geschlossen, der die Ausstattung neuer Filmateliers mit Aufnahme« apparatcn und die Ausrüstung der Theaterparks mit Wiedergabe»!. apparaten vorsieh! Die von den Unternehmen hergestellten Ton» filme werden im Laufe des November auf dem Markt erscheinen. Da die Ufa-Vilanz bereits mit dem 31. Mai abschließt, sind olsa in den jetzt veröffentlichten Btlanzzahlen die sehr beträchtlichen Un» kosten für die Torcfilnutinstellung, die sich auf mehr als f ün f Millionen belaufen dürften, nur zu einem ganz geringen Teil ent- halten. Der gegenwärtige Stand der Ufa wird daher eine.erhebliche Veränderung gegenüber der Bilanz vom 31. lKai aufweisen. Der wichtigste Bilanzposten„Filme" wird mit 21,1 gegen 24,3 Mill. M. ausgewiesen. Da sich trotz der sehr hohen Wschreibun» gen aus die Bestände von 12,7 Millionen hierunter nach Films älterer Produktion mit einem Wert von 8,1 Mill. M. eingesetzt ssnid, deren völlige Abschreibung von der Ufa-Verwaltung selbst im letzten Jahre als notwendig bezeichnet wurde, so ist der innere Gesundungsprozeß bei dem Unternehmen längst noch nicht ab» geschlossen. Der finanzielle Stand hat sich allerdings entschieden verbessert. Während Bankguthaben, Forderungen und Bargeld nur von 13,2 auf 12,0 Mill M. zurückgingen, konnten die Schulden von. 11,5 auf 5,9 Mill M.. also fast zur Hälfte, zurück, gezahlt werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß allein di« SMg ff. ' f■' fit'? liegt in der Reife der köstlichen Craubcn,. von denen 12 Pfund einer fleisch eA?ei nbrand Gehalt und Wohlgeschmack verleihen. � Wählen Sie die anerkannten Qualitätsmarken Reserve Oer gute Hausgeist Senior Oas Entzücken der Kenner i iZ-rr-t u.v i-.-;-. Idärill Renovierung der Theater im letzten Jahre eine Million erforderte.| laufenden Geschäftsjahr hätten 450 miff. m erreicht und liegen Die feit dem 1. Juni 1928 neu eröffneten Theater in Berlin und im bamit um 50 Bros. über der Umfagentmidlung im vergangenen Reich umfassen etwa 9400 Sippläge. Jahre. Es tönne für 1929 mit der gleich hohen Dividende von 12 Pro3. gerechnet werden. Im einzelnen wurde der Umsatz im Auslande um 15 Pro3. gesteigert, jebodh brachte der Verleih im Ameritageschäft 1.8 Mill. M. weniger ein als im Vorjahr. In der Spielsaison 1928/29 wurden insgesamt 21 gegen 33 Spielfilme, 60 gegen 35 Beiprogramm: Filme und 160 gegen 100 Wochenschauen im Vorjahr hergestellt. Riefenumsätze bei Karstadt. Die Verwaltung zum Kurssturz an der Börse. Die Verwaltung der Karstadt A.-G. nimmt jetzt zu den verschiedenen Gerüchten, die im Anschluß an die Kursverluste der Star stadt- Attien von einem schlechten Stand des Unternehmens wissen wollten, Stellung. Nach der Mitteilung der Verwaltung habe die Entwicklung der Warenhausunternehmungen einen Verlauf genommen, der alle Er wartungen übertroffen habe. So überstiegen die Umfäße in dem neu eröffneten Warenhaus am Hermannplay in Neukölln ben Boranschlag um mehr als 50 Prozent. Personalentlaffun gen seien nicht erfolgt, vielmehr Jeren zur Durchführung des Weihnachtsgeschäfts 1500 Angestellte neu engagiert worden. Eine gleich günstige Entwidlung wie in Berlin sei bei dem neu er öffneten Warenhaus in Celle eingetreten. Auch die Einheitspreisgeschäfte arbeiteten durchaus befriedigend. Das europäische Waggonfartell kommt. Vor dem Abschluß der Verhandlungen. Schon seit Monaten sind zwischen den deutschen und den mest europäischen Waggonindustrien Berhandlungen über den Abschluß eines internationalen Waggonfartells im Gange. Diese Verhandlungen stehen jetzt dicht vor dem Abschluß, so daß in Kürze mit der Bildung eines europäischen Waggonbaufartells zu rechnen ist. Wie wir hören, werden sich dem Kartell nicht nur die deute fchen, französischen und belgischen Werte, sondern mit Ausschluß von England sämtliche bedeutenden Waggonindustrien Europas anschließen. Diese Kartellbildung ist eine Folge der zerrüttenden Preistämpfe bei den internationalen AusSchreibungen. Die Franzosen und Belgier, die vor der Währungsstabilisierung mit Hilfe ihrer schwachen Baluta jede ausländische Ronkurrenz fchachmatt seßen fonnte, haben jeßt, wo fie auf Goldbasis falkulieren müffen, offenbar die Nachteile dieses ruinöfen Breistampfes zu spüren bekommen. Die Kartellabmachungen werden sich ausschließlich auf das Er portgeschäft erstreden, während das Inlandsgeschäft wie bisher jeder Die Börsengerüchte, die den Schuldenstand bei Karstadt auf einheimischen Industrie vorbehalten bleibt. Das Fernbleiben der 150 Millionen bezifferten, seien falsch. Die Gesamtschulden Engländer erklärt sich aus der starten 3eriplitterung des beliefen sich auf 100-110 Mill. M., denen allerdings 25 mill. Menglischen Waggonbaues, die einer einheitlichen Bertretung der Banfguthaben gegenüberſtänden. Die bisherigen Umfäße im britischen Industrie im Auslande im Wege steht. Theater, Lichtspiele usw. Mittwoch, 16. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 222 20 Uhr Mittwoch, 16. 10, Städt. Oper Bismarckstr Turnus IV 19 Uhr Madame Lohengrin Butterfly Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. Vorst. 65 191/2 Uhr am Gendarmenmarkt A.-V. 196 20 Uhr Hans im Salome shakenlod Staatl. Schiller- Theater, Charlth. 20 Uhr 2x2= 5 SCALA Tägl. 2 Varstell. 5 und 8% Uhr Barbarossa 9256 Unsere neuen Preise: Wochentags 5 Uhr 50 Pf, bis 3 Mark Tagl. 82. Sonnt. 5 Uhr 1 bis 6 Mark Charlie Rivel, 3 Whirlwinds, LongTack Sam asw 5 PLAZA Tagi. u. 615 Sonnt. 2, 5 p. 86 Alex. E. 4,8066 Winter Deutsches Theater 0.1. Norden 12310 8 Uhr Letzie Vorstellungen! Der Lebende Springbrunnen Die Fledermaus at Mortado Musik v.Joh. Strauß Regie: Max Reinhardt Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Garten Kammerspiele 40 8 Uhr Zentr. 2618 Rauden erlaubt ,, Linder" u. weitere Attraktionen Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Frühlings Erwachen Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr 2x2= 5 Staatsoper Am Pl. d Republik 71½ Uhr Salome Planetarium am ZooVerläng. Joachimsthaler Straß Direktion Dr. Robert Klein Deutsches D.1. Norden 12 310 81 Uhr Der Unwiderstehliche Komödie von Géraldy und Spitzer Regie: Gustaf Gründgens Künstler- Theat. Die Komödie Barbarossa 3937 814 Uhr Zum 50. Male Die andere Seite Berliner Theater die Sensation des Tages der einzige Mensch, der täglich 3000 Liter Wasser durch seinen Körper strahlen läßt , GROSS- BERLIN" Alexanderplats( Ecke Neue Königstraße) Besichtigung täglich von 12 bis 24 Uhr Deutsche Verkehrs- Kredit- Bank Aktiengesellschaft/ Berlin Bilanz zum 30. Juni 1929 Aktiva 11 Bismck.2414/ 7516 1. Kasse, fremde Geldsorten und Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken 8 Uhr 2. Guthaben bei Banken und Bankiers Kolportage Effekten Komödle von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Wechsel und Schatzanweisungen 5 Inventar 6. Schuldner: gedeckte ungedeckte Donhoff170 84 U Lessing- Theater Grundstücke.. Zwei Krawatten von Georg Kaiser Musik Spolianskv Norden 10846 Gruppe funger Schauspieler Täglich 8 Uhr Cyankall $ 218 Barnowsky- Bahnen von Friedrich Well Theater in der Königgrätzer Straße 814 Uhr B.5 Barbarossa 5578 Hannibal ante 16 Uhr Herbstabende am Sternenhimmel portas INTERNAT. VARIETE 184 Uhr Bis an die Komödienhaus Heute Premiere Grenzen der Welt 2014 Uhr Rätsel des Sternenlichtes Tägl.außer Montags u. Mittw. Erwachs Renaissance- Theater Mk Kinder 50 Pf. Täglich 8 Uhr STEMPELBRUDER Schauspiel von Duschinsky. Regie: Gust. Hartung. Steinplatz C 1. 0901 u. 2583/84. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägi.8 Uhr Mittw.: Erwachsene 50 Pf., Kinder 25 Pf. Täglich 81 Uhr Scribbys Suppen sind die besten Lustspiel von Julius Berstl Reichshallen- Theater Abends Sonntag nachm. Des großen Andrangs wegen immer noch das Fest- Programm mit der Varleté ulkigen Schluss- Revue: , Bei de Stettiner' Billettbest Zentrum 112 63. Dönhoff Brett: Tanz- Konzert. CIRCUS 3Musketiere BUSCH Regie: ERIK CHARELL Gesamtausstattung. Prof. Ernst Stern Musik- Leitung: Ernst Hauke 3 Uhr Sonntag nachm. ungekürzt halbe Preise. CASINO- THEATER Neu! Lothringer Straße 37. Täglich Uhr Sonnabends und Sonntags auch nachm. 3 Uhr Neue Debuts ab 16. Oktober: Der schwed, Meisterdresseur H. E. Orlando mit seinen unübertroffenen, modernen Dressurschüpfungen Hollands Champ. Lina Pantzer's Rynveld, aut Kommande Neu! Täglich 8 Uhr Vertagte Hochzeitsnacht! der singende singende und Zahnathlet sprechende Vögel 4 und ein erstklassiger bunter Tell... Non Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Kaskoversicherung 4 für Motorräder vierteljährlich 6.75 ohne Gelbftbeteiligun, Motorrad Ein heitspolice( Saftpflicht Rasta, Unfall) vierteljährlich 25 MM. Beratung testenlos. Bertreterbefuch unverbindlich Bureau für Bersicherungsberatung und Ueberwachun, Charlbg. 5. Guareate. 31. Vertreter gesucht! plus ultra" der Polls Der portug. Schulreiter R. de Vasconcellos bis 31. Ok oberver ängeri Die neue Preisgestaltung! Kleine, feste Preise Täglich& Uhr und-0,50-5.Sonntagnachm.3Uhr Sonntag nachm, Kinder halbe Preise Sonnabend nachm. für Erw. u. Kinder ermäßigte Preise M. 0.50- m. 3.Ververk.: Circuskasse. A. Wertheim Kleines Theat. 1. Aktienkapital 2. Ordentliche Rücklage Passiva 51 398 631,56 17 184 393,21 3. Delkredere Rücklage f. Frachtstundungen. 4. Beamten- Unterstützungsfonds 5. Gläubiger 6. Uebergangsposten und noch einzulösende Schecks. 7. Gewinn- und Verlustrechnung • 4286 553,53 258 117 322,28 | Deutschland hat 350 Pelzfier- Farmen. Die Züchtung ebler Pelztiere, bie trop mancher Enttäuschungen in Deutschland großem Interesse begegnet, wird zurzeit im Reiche auf 350 Belztier- Farmen betrieben. Es werden bisher in Deutschland gezüchtet Silberfüchse, Blaufüchse, Nerze, Marder, Biber, Waschbären, Stunffe, Karakulfchafe, Kagen, Edelpelzkaninchen usw. Die Borratserhebung des Deutschen Landwirtschaftsrats für den 15. September erhält besondere Wichtigkeit durch die perschiedenen gesetzlichen Eingriffe in den Markt( Bermahlungs3 mang usw.), die auf eine stärkere Berwertung ber Ernte hinzielen. Die Statistit ergibt, daß sich die Weizenvorräte stärker als im vorigen Jahr vermindert haben, jedoch ist der Rückgang so, daß man bezweifeln muß, ob die dafür aufgewendeten Kosten( Unsprechen. Für die anderen Brodufte ist eine stärkere Abnahme nicht wirtschaftlichkeit im Einkauf und Transport) den Ergebnissen entfestzustellen. So waren am 15. September 1929 in Prozenten von der Gesamternte noch zum Verkauf verfügbar: Winterweizen 67,9 Bro3.( 15. September 1928 75,2 Proz.), Sommerweizen 81,4 Broz.( 86,9 Proz.), Roggen 55,6 Proz.( 54,6 Proz.), Wintergerste 16,4 Proz.( 30,9 Broz.), Sommergerfte 68,7 Broz.( 61,7 Proz.), Hafer 43 Broz.( 39,5 Proz.), Kartoffeln 47,7 Broz.( 50,7 Broz.). Die Qualität der Ernte wird als ausgezeichnet an gesprochen. Sie ist noch beffer als die des vorigen Jahres, die bereits sehr gut mar. 17 Das Abbaugespenst in der Werftindustrie. Der Bremer Werfttrust, die Deutsche Schiffbau und Maschinen A.-G. ( Deschimag) hat zur Fertigstellung des Riefendampfers Bremen" im legten Jahr eine Belegschaft von mehr als 16 000 Mann beschäftigt. Nach Fertigstellung dieses Baues ging die Belegschaft um die Hälfte bis auf 8000 Mann zurüd. Jetzt hat der Abbauprozeß neu eingefeßt und greift diesmal auf den Beamtenapparat über. So ist jeg auf der Beferwerft 250 Beamten infolge Befchäftigungsmangel gekündigt morden. ROSE Gr. Frankfurier -THEATER Strabe 132 Billettkasse: Alexander 3422. Täglich 8 Uhr: ( Sonntags 5 und 9 Uhr.) Die leichte Jsabell Jeden Mittwoch 5 Uhr: Das tapfere Schneiderlein Jeden Sonnabend 5 Uhr u. Jeden Sonntag 230 Uar: Schneewittchen. Voranzeige: Sonntag, 20. Okt. Einmalige Fastaufführung: Vor Sonnenaufgang, 6613 628.47 Deutscher Metallarbeiter- Verband 227 704 160,92 68 583 024.77 400 000, 365 704 690,97 4 000 000, 1 400 000, 2 000 000, 400 000, 339 411 591,21 17 114 981,76 1378 118 565 704 690,97 Gewinn- und Verlustrechnung Debet 4 1 378 118, Merkur 1624 1. Handlungsunkosten- Konto Täglich 8 Uhr 2 Reingewinn. Max Adalbert als Nante am Flügel Rudolf Nelson Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8% Uhr 1. Vortrag 1927/28. Kredit 2. Frachtstundungs- Konte 3. Zinsen- Konto 4. Provisions- Konto 2520 600,89 3 898 718,89 180 344, 962 838,74 2314 225,96 441 310.19 3 898 718,89 Die Generalversammlung vom 14. Oktober 1929 genehmige vorstehende Bilanz sowie die Gewinn- und Ver lustrechnung und beschloss, für das Geschäftsjahr 1928 29 Verwaltungsstelle Berlin Todesanzelge Den Mitgliedern aur Nachricht, daß unser Rollege, ber Schloffer Adolf Hildebrandt gebaren 1. Februar 1873, am 13. D faber gestorben ist. Chre seinem Andenken! Die Einäfcherung findet Freitag. den 18. Oftober 1929, 15 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Nach schwerem Zeiden starb am 13. Ottober meine liebe Frau und Lebenstamerabin Justina Steiner geb Sabris Berlin- Neukölln, Böhmische Str. 8. Hermann Steiner. Einäfcherung am Donnerstag, dem 17. Dltober, 18 Uhr, Baumschulenmeg. cine Dividende von 12% auszuschütten. Die taligen Gewinn- Deutscher Metallarbeiter- Verband anteile gelangen auf Gewinnanteilscheine Nr. 6 außer an der Kasse unserer Hauptniederlassung in Berlin und an den Kassen unserer sämtlichen Zweigniederlassungen noch bei Grand Hotel folgenden Banken zur Einlösung: Lustspiel von Paul Frank Theat. d. Westens Tägl. 8% Uhr Marietta Musik v. Oskar Straus Käthe Dorsch Michael Bohnen Metropol- Th. Täglich 8 Uhr Lehar dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Trianon- Th. Merkur 2391 Täglich 81 Uhr Der gr.Lustspielerfolg S. Bleichröder, Berlin, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, München, Bayerische Vereinsbank, München, Ladenoptiker Wochenendbetten, komplett 24.Pappelallee nut 12: Bankow Schmidt. Drake 1 Wochenend- Chaifelongues 24.-, 30,-, 35,-. Bappelallee nur 12: Bankow. Schmidtstraße 1 Mabelläufer merte Arebit unb bar Möbelbazar, große Auswahl. Heine Breifel Beispiele: Schlafzimmer 455. Spelfezimmer 345, Serrenzimmer 260 Spiegelschränke 118. Anrichteküchen 73. Kleiberfchränke 48. Solabettstellen 48. Chaifelongues 28. Metalbetten 16. Auflegematratzen 13. Sonstige Möbel entsprechende Bretie. Teilzahlung aufschlagfrei. Wochenraten, Monatsraten. Kleine Anzahlungen. Ralfa- Rabatte bis zehn Brozent. Kredite bis amei Sabre. Mäkige Rinien, Haupt gefchäft Steglik. Schloßitraße 107: 2. Ge fchaft Neuton, Sermannplak 7: 3. Se fchäft Belle.Alliance- Straße 95. Unter arundbahn: 4. Rüchenabteilung: Reu föln, Sermannplak 4; 5. Gefchäft neu eröffnet Rottbuffer Straße Nr. 23. am Top Musikinstrumente Lintpianos, überaus preiswert. Biano. fabri Lint. Brunnenstrake 35. Soffmann Bisnes. Stammhaus ge aründet 1887, Bignos, Flügel Sar. moniums, 100 Inftrumente, Auswahl, gnerfannte Confchönheit, Breiswürdigs teit, günftige Teilzahlungen, Neue Pianos 900 Mart, gebrauchte 400 Watt an, ftets Gelegenheitstäufe Alte In ftrumente Gegenrechnung. Bianoforte fabrit Georg Soffmann 6. m. b. S., Berlin G. 58. Leipaiserstraße 57 ( Spittelmarkt). 30 monatlich, Vianos 175,-, 275,-, 375. gebrauchte, neue, Graße Aus wahl. Tbile, Rottbuffer Damm 64. 1 ( am Sermannplag). Pianos, neu und gebraucht, mit here. licher Tonfülle, ohne Anzahlung, fleine Raten, fehr preiswert Langjährige Garantie, Bianahaus, Röniggräger. firage 81 Gebraute Qualitätspianos, Bochen raten, Monatsraten. Serer. Prinzen ftraße neunzig. Bonbonions. Lange, Uhlig, meltbe rithmt. Fabriklager, Fabritoreife. Teil sablungen, fleine Anzahlung. Munt. weigel. balbertfrake 91 • Sprechapparate, Blatten, Berte, Ru behörteile, größte Auswahl. Macnom. Weinmeifterstraße 14. Radio noben, Sedhaiger 3 eunaiger 4,40. Sunderter 490, Sparrabren 2,50. p. Freitag, 18. Oftober, abbs. 8 be. im parate Teilaahlung. monteinstraße 2. Sadelchen Hof, Bofenthaler Str.40/ 41 filiale Dresdenerstraße 118. Versammlung aller im Deutschen Metallarbeiterrerband Commerz und Privat- Bank Aktiengesellschaft, Berlin, Darmstädter u. Nationalbank Kommanditges a. Akt, Bla organisierten Kollegen ben Labenoptit mabl, 15.- 20.- 25Deutsche Bank, Berlin, Direction der Disconto- Gesellschaft, Berlin, Dresdner Bank, Berlin, Mendelssohn& Co., Berlin. Reichs- Kredit- Gesellschaft Aktiengesellschaft, Berlin. Deutsche Verkehrs- Kredit- Bank Aktiengesellschaft Der Vorstand: Prerauer, v. Schaewen, Schlesinger -Berlin, den 14. Oktober 1929. Eingel Schutzmarke Gegr. 1858 Vanille- Sahnen- laPfd.2.60M. Mürbes Speculatius Dessert- Gebdak ff. Dresdner Stollen Pfd. 2.60 M. Hausbackene Napfkuchen à Pfd 1.80 M Das kommt doch FW. Gumpert, Konditorei und alle Tage vor Johannes Riemann, Vilma v. Aknay, Max Landa, Lotte Klinder Theat, am Kottb, for Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr Versandgeschäft Berlin C 2, Königstr. 22-24 Zweiggeschäft 0 34. Frankfurter Allee 336 E 1. Berolina 0025 Bug Sonny Hermes nachm. 3 U. EliteSänger Der doppelte Alwin! Ein Welt re ord d. Lach cfonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN In Bruch leiden Hermes Gute Seiterfolge wurden in Fällen, we andere Seilmittel ohne Erfolg perfucht waren, burch unfere Methabe phne Des saifon, chie Giniprigung, ohne Berufstörung erstel unb Sprechstunde unferes Bertrouensarates: Tagesordnung: Bertrag des Kollegen Maffow über die Bustände in der Ladenoptit und der Weg au ihrer Renderung. Berfammlung zu erscheinen. Gs ift Pflicht aller Kollegen, in diefer Die Ortsverwaltung. Fahrräder Gebrauchte Fahrräber, größte Aus 30. 35, Madnom. Beinmeifterstroke 14 Riefenauswahl. Schleuderpreise, alle Sorten Motorräder, nur Motorradhqus Newe, Schönhaufer lee 40a( Bombahstation Danzigerstraße), Laternen 1,50, Fahrradbeden 2,20, Echläuche 1,20, Bedalen 1.50. Bord r räber 3.50. Schönleinstraße 2. Filiale Dresdenerstraße 118. Rastoversicherung. Motorrad, viertelKLEINE ANZEIGEN fabric 675 art, phne Gelbftbeteili Jedes Wort 12 Pt. Fettgedrucktes Wort 25 Pl. ( rulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellanges ache das 1. Wert( fettgedruckt) 15 Pf., jedes weitere Wort 10 Pf. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Anzeigen, welche für die nächste Hummer bestimmt sind, müssen bis spätestens 4 Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Lindenstraße 3. abgegeben werden. Dieselbe Istwochentags von morgens 8 Uhr bis nachm. 5 Uhr ananterbrochen geöffnet. Verkäufe fährlich gung. Einheitspolice( Saftpflicht Rasta Unfall) vierteljährlich 25, Mark. Beatung fostenlos, Bureau für Berfiche= υπό rungsberatung Ueberwachung, Charlottenburg 3, Suarezftraße 31. Kaufgesuche Sahngebiffe. Platinabfälle. Lötzinn. fei. Quedfifber, Gilberschmelze. Gold. fmelaerei Chriftionat. Röpenider ftraße 39( Solteftelle Adalbertstraße) Unterricht Bertaufe: Ruffische Korrefpondenz" Schnellfärbernde Bripatsirkel, Rura Jahrgang 1. 3 und 1. Salbjahr 3; e cheift, Baldinenfchreiben. Buchhaltung. Internationale", Jabraang- Die Bücherrevifor Huli. Sendelstraße 1, Rommuniftifche Internationale", Band Spittelmarkt 1-10; fämtlich gebunden. bote unter BC, an die Borwärts". Ausgabe Rontstraße 128, Breisange Tapeten. Saillat. Rolonieftcake Beachtenswert! Deutfches Teppichhaus Emil Beferre feit 1882 mur Oranien frase 158. Reinerlei Beaichungen aur abnlich flingenben Firma. Man gait auf Bornemen Gmil Möbel Zanalchule Friedrich Donath, Michaelfirchstraße 39. Parnehmes Brivatinsii tut. Täglich Anfängerfurfe. Fortfchritt turfe. Arbeitsmarkt Stellenangebote Behrling, Sohn achtbarer Glern, für finb beftaligt Referenien pp gegen doppeltes üldporto Detentmatrozen simiffima, Retal. Eu pelenat Seemann Balchela, Reyben Berlauf pan Singleum und Bads Berlin Freitag, 18. Oftober, vorm. 9-13, nadm 8-6, Sonne Balter Stargardenfitake achtzehn Rein betten. Juflegematragen. Chaifelongues aun, bringerftrage$ 9. abend, 1 Oftober, prm 9-12 nachm Benfion caben Rarishi, Sarlite 83( beim Bahnhof Srirbricht. euruppin: Millwo, 28, Duober, norm 9-12, Satel Rheinsberger Sa. der Gesamt Rathenow: Donnerstag. 4. Ottober, norm. 8-18, Satel auflage des leftenhaf Rlubleffel unb Sofas, mehrere Sun bett am Bager, teilmeife bis 50 Brosent Akkordkolonnen harabaefent Commer. Sauptstraße 11. für Elsenbiegen u.- veriegen Golaitcake 44. Stealia, Albrechtitrage tel. Möbel- Kamerling, Saftanienabee 56 Servenaimmer, Gobelingarnituren, Rlub. Hichenauswah " Vorwärts Begadenburg: Donnerstag. 24. Dtteber, nachm, 3-6. Bahn hois- Satel und tratzdemp Hermes" eratliches Suftitut für orthopäbifche Brugife, Armlehnfeffel behandlung, G. m., gamburg 36, Ciplanade& billig! Spotipraije, Seblungserleichterung. sowie für Maurerarbellen gesucht. Zu melden bei Fe. Kell& Löser AG für Hoche und Tiefbau, Serlin SW, 68, Kochstraße 10. Mittwoch 16. Oktober 1929 Unterhaltung und ÄVissen Seiloge des Vorwärts Qräfin 3)esfours Sin Sittengemälde aus dem alten Oefterreich Sie wurde mit einem empfinbfamen Herzen geboren. In Linz. Was vieles sagt. Armes, elendkleines Elternhaus. Sie hatte noch zwei Schwestern. Und eine teifenhe Mutter, einen ewig des offenen Vater, der ..Bankalausseher" war, ein kleiner Beamter bei der„Finanz" Koppe Kiej) sie. So ein Name, von dem ein Esterhazy einmal im Äastno der Windischgrähdragoner gesagt hat, dag solche bürgerliche Namen einander gleichen wie ein„Roßknödel" dem anderen. Sllle drei Köppe-Mädeln sind Prostiwierte geworden. Eine Wedekind-Familie vor 1A> Iahren im geruhsamen Linz, was beweist, dah auf der West immer schon alle? dagewesen ist. E? ist die alte und ewig neue Geschichte. Erste Liebe. Versührt und perlassen Die Schande offen vor der ganzen Stadt. Der Kolportageroman wird lebendiges Schicksal. Hinunter, immer mehr hinunter. Nach einem Jahr bekannt in allen Leutnantsbuden und Puffkellern. Da war ein chassterter Rittmeister, Graf Josef Dessours-Walde- rode. Ein Lump, das Sorgenkind seiner Familie. Frühzeitig bereits paralytisch Den sing sich die Johanna Koppe einmal und brachte den Narren dazu, sich mit ihr regelrecht trauen zu lassen. Damit war der Grund zu ihrem merkwürdigen Schicksal gelegt. Sie war nun Gräfin, erlauchte Dame— und mochte sie hundertmal etwas anderes sein. Ein Jahr nach dem unglücklichen Kriege von Iststg zogen Frau Gräsin nach Wien aus den Kleppersteig(heute Teinfalstraße in der inneren Stadt), nahmen eine luxuriös eingerichtete Wohnung, gingen nur zu den Messen, wo sich die vornehme West trqf und hatten im Nu einen gutbesuchten Salon. lllll war ein Graf Starhemberg durch sie bereits vollkommen ruiniert— und ein umfangreicher Akt über sie lag bei der Polizei- Hosttelle. Friedrich von Gentz, ein alter Wüstling, war ihr Lieb- Haber- er teilte seine Geliebte mit zwanzig anderen Männern, das störte ihn durchaus nicht, im Gegenteil. Die entzückendste Frau ihrer Zeit hat er sie in seinen Priesen genannt. In dieser Zell setzten bereits wütend« Angriffe gereizter Gattinnen gegen sie ein und viele Damen der Gesellschaft brachten Himmel und Hölle in Bewegung, um sie per Schub aus Wien weg- zubringen. Nach Prag— in ein Kloster. Aber daraus wurde nichts, denn Gentz tobte wie ein Rasender durch die Poltzeikanzlei. Ihre graste Zeit fiel in den Wiener Kongrest. Sie heimste damals scheffelweise Geld ei» und sie erlangte auch für die Polizei eine gewisse Wichtigkeit, denn sie hiest«? mit de» fremden DiplO- moten. Was für«ine politische Nochrichtenquelle! Schon am Ist Mai lSlZ stand in einem Polizeiberidsti„Prinz de Ligne soll ihr den Grafen Narbonne zugeführt und letzterer viel Vergnügen yn ihr gesunden haben. Es wäre wünschenswert, die Gräfin zu sondieren, oh sie sich etwa bestimmen lassen möchte, in diesem Ber- hältnis zu Narbonne geheime Dienste zu leisten." Es gelang schließlich einigen hvchadligen Damen, die Ausweisung der lockere» Gräfin durchzusetzen, Hie llwstte nach Linz, ihrer Heimat, von wo sie jedoch bald wiederkehrte— ihre Freunde waren zu mächtig. In Wien hatte sie gleichzettig ein Verhältnis mit dem Grafen Narbonne und dem Pqron Mengen, dem Obersten der Schwärzender gulanen. Es kam deshalb zu einem Rencantre der beiden im Paradeisgartl, wq dar Oberst den französischen Diplamaten forderte, weil dieser laut eine perächttiche Bemerkung Über die Gräsin gemacht hatte Daraus bestimmte der Fürst Schwarzenberg aus persönlichen Befehl des Kaisers den Obersten zum Rapport. Unter vielen Schimpfwvrten teilte der Fefdmorfchall dein Obersten schliestlich den Ausspruch de? Monarchen mit, dar gesagt hatte:„Wegen aner Hur derfeng ihnen net schlagen!" Der Rausch des Wiener Kongresses ging vorüber. Die Grosen Noto und Gyullaq blieben aus der Strecke, sie hatten sich für die Gräfin ruiniert. Aber nichts von dem Gew war in ihren Händen geblieben. Sie stand plötzlich vor einer traurigen finanziellen Situation und sie versuchte ihre Finanzen durch einen primitiven Betrug.zu heben. Für den Ball im Hqus eines geheimen Bäte?— viele vor- nehme Häuser luden sie trotz oller Skandale immer wieder ein— hatte sie sich von ihrem Juwelier eine prachtvolle Perlenkette g«° liehen Um Mitternacht verliest die Frau Gräsin den Ball. Als aber ihr Wagen vorfuhr, krawallierte es laut und wild auf der Gasse Die Wächter kamen gelaufen und fanden Erlaucht aus den Stufen liegen, aus einer leichten Wunde blutend. Ihre kostbare Perlenkette, die dem Juwelier gehörte, war oerschwunden— geraubt. Aber die Untersuchung brachte alles an den Tag. Man kam darqus, dast der Raub von der Gräsin inszeniert war. Sie mußte ms Kriminal. Ader ihre Polizeiakten oerschwanden eines Tages spurlos. Die Strafe blieb aus— ihre Liebhaber hatten alles zum Besten geordnet. Nun wurde Fra» Gräfin etwas vorsichtiger. Sie mutzte zwar noch eingemal Wien gezwungen verlassen, konnte aber immer wieder zurückkehren. Sie trat nun vom Hochadel zur Hochfinanz über. Der berühmte Banquier Geymüller, ein Krösus, hiest sie aus. Es war derselbe Geymüller, in dessen Salon Grillparzer seine Fröhlich kennen lernt». Frau Gräfin kaufte sich für das Geymiillerfche Geld den Ko- miker Ignatz Schuster, den Rivalen Raimunds, denn er war ein hübscher Junge und sie schon in den Jahren, in denen man auch etwas für das Herz braucht. So lenkte sich ihr Leben immer mehr in xrihigere Bahnen und nach dem Jahre 18ZZ kam ihr Name nie mehr in den Polizeiakten vor. Die zahlreichen Memoirenschreiber jener Tage reden in dunklen Worten über diese Zeit, da sich ihr tosendes Blut zusehends beruhigt hatte und deuten sogar die er- bauliche Geschichte an, auf die der alte Satz zutraf:„Aus jungen Huren werden alte Betschwestern." Andere wieder behaupten, daß sie alt, unförmlich dick und aller Reize beraubt eine Kupplerin ge° worden sei. Wunderlicherweise trifft beides zu. Tatsächlich wurde sie fromm and um das Jahr l?Z0 herum Vorsteherin des— Busthaufes der Redemtoristinnen. Die Redemtoriftinnen waren von der Konzre- gation der Liguriqner. einer verkappten Fortsetzung des Jesuiten? ordens, abhängig, die im Oesterreich Metternichs eine austerordentlich groste Rolle spielte, und um das Seelenheil besonders des„unteren Volkes" bemüht war. Das Bußhaus der Redemptaristinnen diente ähnlichen Zwecken wie das heutige Louisenheim. Frauen und Mädchen jeder Alters- stufe wurden, wenn sie einen Lebenswandel führten, den die Polizei als sittlich anstößig betrachten mußte, dorthin gebracht, um gebessert zu werden. Zur Tätigkeit der Besserung gefallener Mädchen war also die Gräfin Depfour? als Vorsteherin auserkoren. Die hochwürdigen Bäter hielten fleißig ExHorten, Predigten und Andachten in diesem Bußhaus. Cxhorten, die etwas seltsam ge- wesen sein müssen, denn die Nachbarschaft sah oft im Gaeten des Bußhauses hitzig? Geistliche hinter halbnackten Mädchen herjagen. Immer öfter vernahm man das Geschrei gepeitschter Zöglinge und bald wußte es die ganze Wieden, daß das Bußhaus nichts anderes war als ein Bordell der hochivurdigen Väter Liguorianer. Jg. es ist so weit gekommen, daß Mädckzen mit Gewast von den Priestern dorthin verschleppt und jahrelang festgehasten wurden. Das Amt einer Vorsteherin in einem solchen Bußhaus war für die Gräfin Desfours geradezu geschaffen. Schließlich nahmen sich einige angesehene Bürger, die in der Nähe des Busthauses wohnten, den Mut und machten heim k. u. k. Polizeioberkommissär der Wieden. Letocha, Anzeige von dem Treiben dgr Priester und de? Gräfin. Sie kamen aber schlecht an. Es fehlle nur noch, daß sie der Kommisiär zur Bnstonnade wegen einer solchen Anzeige verurteilte. Seine Gestrengen nahmen die Anzeige einfach nicht zur Kenntnis. Alles in allem klingt diese unglaubliche Wirklichkeit wie ein erhitztes Phantasiestück aus einem allerletzten Schmierrvman. In diesem Milieu vollendete sich das Leben der Gräfin Des- fours. Wann und wie sie gestorben ist, weiß man nicht. Als aber im Jahre lf>4Z die Revolution ausbrach, wallte dos Volk das Büß- Haus stürmen. Die Nationalgarde verhinderte es, durchsuchte aber am nächsten Tage, dem 7. April 18Z8, da? Haus, in dem sie noch fünf' bildhübsche Mädchen vorfand. Die Liguorianer waren in der vergangenen Nacht mst den übrigen Insassinnen chres Bordells verkleidet obgereist. Sie sind nie wieder nach Oesterreich gekommen. Eclc von Reischach. mergmannMuterkaUungslektü Gustav Donnerstag Hatte einen neuen, sünsbändtgen Roman geschrieben. Da betrat Hartmann eines Sonnabendabends eine Buchhand- lung, in der Absicht, den letzten Band der Detetttoserie„Kaviar für den kleinen Mann" für 25 Pfennige zu kaufen, um ein bißchen leichte Abendlektüre zu hoben. Aber da stieß er mit seinem Freund Waldmann zusammen und genierte sich wegen seines bescheidenen Elnkaiiss. lind so kaufte er statt dessen Gustav Donnerstags neuen, dickleibigen, fünfbändigen Roman. Der Roman kostete 20 Mark. Und war unglaublich schwer. Hartmann mußte sich ein Auto nehmen, um das schwere Paket noch Hause zu befördern und hätte sich beinahe verhoben, bevor er keuchend die acht halben Treppen bezwungen und seine Bücher wütend in sein Zimmer getragen halle. Wütend aus Waldmann und noch wütender aus Gustav Donnerstag. Ansangs wollte er das Paket überhaupt nicht ansehen. Aber er war nicht nachtragend, und als er sich oerpustet hatte, riß er. immer noch ein bißchen nervös, das Packpapier auf, schnitt mit markierter Langweile ein paar Sellen des ersten Bande, auf und fing mit skeptischem Lächeln an zu lese«. Er kämpfte energisch da- gegen an, fortgerissen zu werden, und grunzte:..Aeh!* und„Pah!" und„Billig!" Aber da sielen ihm die 20 Mark ein, und er sagte jetzt:„Teuer, teuer, viel zu teuer!" Allmähllch wich indessen sein skeptischer Sefichtsausdruck einem wohlwollenden Lächeln, und er kicherte:„Nicht übeli" und.�>as Ding ist gut!" Und schließlich versank das Lächeln in einem Ausdruck alles verschlingender Gier, und et verschlang Seite für Selle mit offenem Mund und hungrigen Augen und wurde wütend über die kleinen Unterbrechungen, die dadurch verursacht wurden, daß das Buch nicht vorher oufgefchnitten war. Und als Frau Hartmann die Tür ein kleines bißchen öffnete und hineinflötete:„Männe, die Kalbhaxen find auf dem Tisch!" brüllte er zurück:„Störe mich nickst, du siehst doch, daß ich be> schäftigt bin!" Und er sprang auf, schlug die Tür zu, brach seiner Frau das 5)erz und die Nase beinahe auch und klemmte einen Zipfel ihres Röckchens in der Türspalte fest. Frau Hartmann riß sich los und entfernte sich, blaß vor Erregung. Und Hartmann las weiter. Ein paar Stunden später wars er zufällig einen Blick aus die Tür und bemerkte den Zipfel und glaubte, daß er nach zu seiner Frau gehörte. „Sa— du spionierst!" dächte Hartmann höhnisch.„Na. meinet- wegen! Wallen sehen, wer zuerst müde wird!" Und er las weiter. Aber der Zipfel wurde nicht müde. Er reizte ihn unglaublich Er kannte seine Gedanken nicht aus das Buch konzentrieren. Bis Mitternackst hielt er jedoch aus. Dann schlich er sich zur Tür, riß sie polternd auf und brüllte: .Letzt mach aber, daß du fortkommst! Du dummes Ding!" Und er schämte sich sehr. Frau Harttnann wachte von dem unheimlichen Geräusch auf, erschrak, drehte den Schüssel des Dchafzimmer, um und beschoß unter Tränen, am nächsten Morgen einen Nervenarzt kommen zu lösten, Hartmann las indessen weiter. Um ein Uhr hatte er 150 Sellen gelesen. „Nellr. jetzt muß ich doch zu Bett gehen!" dache er.„Ich will bloß nach sehen, wie dieses Abenteuer abläuft." Am Sanntagmorgen um drei hatte Harttnann den ersten Band cmsgekesen. Aber gerade da schwebte der Held in wirklicher Lebens- gesahr. Hartmqnn wollte ihn fy schnell wie möglich retten und fing den zweiten Band an. Um sechs Uhr morgens war der Held so gut wie tot. Um sieben war er aus dem Weg« zur Genesung, aber da sah es sehr schwarz aus ftir die Heldin. Um ach Uhr polterte dos Mädchen herein, um reinznmachen. Hartmann hatte keine Ahnung von Raum und Zeit mehr, er war viel zu tief in den Roman versunken, seine roten, brennenden Augen rutschen über die Zeilen, hin und her. hin und her. Als sich das Mädchen bemerkbar machte, stieß Ijartmann einen Schrei des Entsetzens aus. Aber er war nichts gegen das Gebrüll des Mädchens. Um elf Uhr vormittags kam der Nervenarzt, freundlich und »herzlich und taktvoll. Aber als er gleich darauf die Treppe, hin- untersauste, fluchte und schimpfte er so, daß es nach Schwefel roch Um zwölf Uhr mittags war Hartmann mit dem zweiten Band fertig. Dann atz er ein kräftiges Frühstück und schlief am.Tisch ein. das Gesicht in der Satte mit dicker Milch, und wachte um drei Uhr nachmittags auf, mit einem starken Schnupfen, aber sanft ge- stärkt an Leib und Seele. Und er fuhr mit dem dritten Band fort, den er dann um ein Uhr nachts verschlungen hatte, wonach er un- mittelbar über den vierten Teil herfiel, auf dessen ssebenundsechzigster Seite— Naturbeschreibung— er in einen bitter notwendigen. schwere» Schlaf verfiel, in dem er bis Montag morgens um neun verblieb. Dann rief er im Geschäft an und entschuldigte sich wegen Krankheit. Arn Montagabend um zehn kam er unglaublich matt, aber ziemlich normal und quietschoergnugt zu Frau Hartmann hinein und drückte ihr einen Kuh auf die Stirn— er war mit dem fünften und letzten Band fertig. Aber Frau Hartmann saß da, die Daumen in die Ohren gepreßt und die übrigen Finger in ihrem schönen Wuschelhaar und winkte Herrn ijortmann ungeduldig nnt beiden Füßen ab— sie war schon beim zweiten Band. Sie brauchte vier Tage und vier Nächte, fast ahne Pausen, für alle fünf Bände und außerdem ein halbes Jahr im Sanatorium. Das Mädchen hielt nur zwei Tag« und drei Nächte dabei aus. Aber sie las sehr oberflächlich. Im Übrigen wurde sie mitten Im dritten Band entlasten. Seitdem ist sie nur«in halber Mensch, ihr fehlt der Schluß des Romans, dem Schwedischen»00 Ä.««nsiru» und S. Treittl.) Srkältung und Jtbhäriung Eigentlich sollte man die Frage der Abhärtung im Spätsrühling erörtern und zu dieser Jahreszeit mit den dazugehörigen Prozeduren anfangen. Aber erst wenn dem Menschen das Messer an der Kehle sitzt, beginnt er sich zu sorgen. So auch hier, wenn ihm die Erkältung— symbolisch und tatsächlich zugleich— in der Kehle sitzt. Sobald die Tage rauher werden, kommen die ersten Schnupfe»-. Rachen-, Kehlkopf- und Luftröhrenkatarrhe. Dann erst erwacht das allgemeine Intereste für die Abhärtung, mst» di, Erwachsenen wünschen Rat für sich und die Kinder, wie sie sich vor den drohenden Erkältungen der Uebcrgangszeit schützen können. So manche Mutter glaubt, den richtigen Weg zu gehen, wenn sie ihr Kind mit möglichst kaltem Wasser abzuhärten beginnt. Und doch ist gerade dies ein großer Fehler. Denn Abhärten httßt nicht. den Körper mit Kältereizen Überrumpeln, sondern ihn allmählich daran gewöhnen. Wenn das noch nicht abgehärtete Kind plötzlich aus heiler Haut mit Kaltwasserprozeduren gepeinigt wird, dann kann es leicht passieren, daß die starte Abkühlung zu einer schweren Erkällungskrankheit führt. Zum mindesten aber wird da? Allgemein- befinden des Kindes unter diesen ungewohnten Köttereizen leihe». es wird blau und nervös werden. Wenn die Mutter in dieser Jahreszeit ihr Kind noch abhärten will, so muß sie zunächst die Temperatur des Waschwasier» allmählich bis auf 2v Grad her- abmindern. Weiter herunterzugehen ist bei Kindern unter vier Jahren meist nicht empfehlenswert. Asltere Kinder können bei langsamem Vorgehen im allgemeinen auch niedrigere Temperaturen ohne Schoden vertragen. Man kann übrigens die Abhärtung auch so beginnen, daß man dem Kind erst ein warmes Bad gibt und im Anschluß daran mäßig külst duscht. Späterhin kann dann das manne Bad ganz fortbleiben. Im Anschluß an die Wassergrozeduren muß die Haut stets kräftig frottiert werden: zweckmäßigerweise solgen noch einige gymnastische Uebungen. damit das Kind da» behagliche Gefühl der Wärme bekommt. Mit Rücksicht auf die rauhe Außentemperatur wird man ganz kleine Kinder jetzt wohl kaum ins Freie bringen: höchstens an schönen windstillen Tagen käme dies in Frage. Dagegen kann man Kinder über ein Jahr schon eher dei seuchtkalter Witterung mit hinausnehmen.— Des Abends vor dem Zubettgehen mögen die Kinder, die schon laufen können, im mähig geheizten Zimmer nackt herumspringen oder nackt einige gymnastische Hebungen ausführen. Das Offenhalten der Fenster ist dabei für Abhärtungsansänger selbst- verständlich zu Unterlasten. Aeitere Kinder können ohne weiteres im ungeheizten Zimmer schlafen. Im zaNen Söuglingsaller wird man wohl auch den Schlosraum etwas tnirchheizrii müssen. Keinesfalls sind hochgetürmte Bettdecken zu verwenden: am gesündesten ilt der Scksiaf unter einer leichten Federdecke. Selbst schwächliche Kinder lasten sich bei Befolgung dieser Regeln meist ohne unongenelnne Begleiterscheinungen abhärten: d. h. die Haut lernt es, prompt durch Zusammenzielning und Erweiterung der Blutgefäße auf die wechselnden Temperaturen zu reagieren. Per Organismus setzt der Abkühlung seine natürlichen Abwchrkräste wirksam entgegen.— Das Tempo und das Ausmaß der Abhärrungs- Prozeduren ist jedoch bei den einzelnen Kindern oerschieden. Maß- gebend ist die Reaktion der Haut und des ganzen Körpers. Sobald die Haut nach anfänglicher Blässe wieder rot wird, sobald das an- sängliche Unbehagen schnell vorüber geht, kann die Mutter damit rechnen, daß sie aus dem richtigen Wege ist. Wenn aber die Haut blaß und bläulich bleibt, wenn das Kind vor Frost zittert und sich unwohl fühlt, dann muß die Temperatur des Wassers und der Zimmerluft schleunigst erhöht werden:»nd nur nach einer gewissen Wartezeit darf map wieder beginnen, diesmal nach vorsichtiger und noch langsamer, mit der Temperatur herabzugehen. Alle Gewalt- maßnahmen sind gerade bei der Abhärtung des Kindes von llebel und müssen unbedingt unterbleiben, da sonst meist sehr geschadet als genützt wird.!>. Moshaclicr. Sie erste Glockengießerschule. Eine Schule, die die erste und einzige ihrer Art auf der ganzen Welt ist, wuvde jetzt in dew west- fälischen Äreisstädtchen Brilon ins Leben gerufen. Es ist eine Schule für Glockengießer, die die Kunst des Glockengustes in Theorie und Praxis lehren wird, und zwar haben die ersten Autoritäten am diesem Gebiet« ihr? Mitwirkung bei der Ausbildung der künftig Glockengießer zugesichert. ZZZZZ STADT VORWARTS BEILAGE Unser Kampf gegen Not und Elend. Die Volksspeisung, ein Zweig der Wohlfahrtspflege. Die Pflege und Unterstügung der Armen und Bedürftigen belastet die großen Städte, besonders auch die Stadt Berlin in hohem Maße. Bon den 976 Mill. Mart Ausgaben der ordentlichen Ber waltung entfielen im Etat 1929 auf die öffentliche Wohlfahrt 208 Millionen Mark; rechnen wir die ebenfalls der Wohlfahrt dienenden Musgaben für die Gesundheitspflege von 121 Millionen Mark hinzu, so tommen wir auf die respettable Summe von 329 Millionen Mart. Ein gutes Drittel des gesamten Ausgabeetats. Diese Leistungen der Stadt gegenüber ihren Armen und Hilfs. bedürftigen werden von der Rechten zum großen Teil bekämpft, zum anderen wird ihnen nur widerwillig zugestimmt. Bei den Beratungen des Haushalts 1929 richtete der Deutsch nationale Herr v. Jedlin an den Haushaltausschuß, insbesondere an die sozialdemokratische Frattion die Mahnung, bei der Beratung dieses Kapitels ja rechte Sparsamteit walten zu lassen. Man müffe fich fragen, ob nicht die Stadt Berlin in der Wohlfahrtspflege zu weit gehe. Im übrigen redete er der freiwilligen Betäti gung auf diesem Gebiete das Wort. Nach den Berechnungen des Herrn von Jedlin haben sich die Ausgaben für den Wohlfahrtsetat in den legten vier Jahren um 16 Proz. gesteigert, während sich die Bevölkerung nur um 7,5 Proz. vermehrt habe. Diese Zahlen be. weisen nur, was Herr Jedlin natürlich nicht wahr haben will, daß die wirtschaftliche Lage für eine größere Zahl unserer Mit Bürger schlechter geworden ist. Ein Wort noch über den verstärkten Zuzug der Landbewohner in die Stadt, von dem Herr Jedlin gleichfalls sprach. Seine Parteifreunde, die Großgrundbesizer, verabsäumen alles, was die Landarbeiter an das Land fesseln könnte. Die industrielle großstädtische Arbeiterschaft hat an sich fein Interesse, daß mehr Menschen nach ben Städten tommen, als die Industrie aufnehmen fann. Oder „ Soll und Haben." Aus der Geschichte des Berliner Handels und Gewerbes. 3um Halbjahrhundert- Jubiläum des Vereins Berliner Raufleute und Industrieller, das in diesen Tagen gefeiert wird, veranstaltet das Märkische Museum eine Aus▾ ftellung von Erinnerungsstüden alter und anges sehener Handelsfirmen Unter dem Schlagwort Soll und haben wird hier eine reichhaltige Sammlung von Bildern und Etfiftüden geboten, die zum Teil aus dem Museum und aus Archiven, zum anderen Teil aus Familienbefiz zusammengetragen morden find. Die ältesten Schriftstücke sind eine vom Martgrafen Ludwig im Jahre 1327 gegebene Bestätigung einer Schenkung der Raufleute von Berlin und Cölln zu einem Altar in der Petrifirche und ein im Jahre 1495 geschriebener Geschäftsbrief des Berliner Kaufmanns und Bürgermeisters Thomas Blankenfelde als Begleit schreiben zu einer an den Herzog von Mecklenburg abgehenden Sendung von Wein, Tuch, Samt und Belzwert. Aus jüngerer Zeit sei erwähnt das im Jahre 1794 angelegte ,, Böse Schuldbuch" des Großkaufmanns F. W. Schüße mit den immer wiederkehrenden Bemerkungen, st nichts zu hoffen" ,,, hat falliert" usw. Unter den Firmen, die Erinnerungsstücke beigesteuert haben, sind z. B. Borsig, Ravené, Heinze u. Blankerz, Rudolph Herzog, Heinrich Jordan, Israel, W. Spindler, Siemens u. Halske, Julius Pintsch, 2. Zunz, Pazenhofer und viele andere. Auch Bantfirmen, wie Bleichröder und andere, sind vertreten. Ausgestellt sind auch Waren, 3. B. Borzellane aus der Manufaktur von Wegely( 1751) und aus der Manufaktur von Gozłowsky( 1761-63), Tonwaren von March. Dagegen erfährt man aus d.efer Ausstellung wenig oder nichts über die Lage der Arbeitnehmer im Handel und Gewerbe früherer Zeiten. Die Ausstellung wird am 16. Oftober eröffnet und fann bis zum 15. november täglich( außer Sonnabends) 10 bis 15 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist unentgeltlich. 25500 Kinder befuchten Planschbad Wilhelmstrand Das Planschbad Wilhelmstrand in Oberschöneweide, das Dom Bezirksamt Treptow verwaltet wird, wurde in diesem Jahre Don 25 500 Kindern besucht, während die Besucherzahl im vorigen Jahre 20 000 betrug. Die Besucherzahl wird sich voraussichtlich im nächsten Jahre noch erhöhen, wenn die Berbreiterung des Planschbades vorgenommen sein wird. Das Planschbad wird im nächsten Jahre, wie die Freibäder des Bezirks Treptow, in städtische Regie übergehen. Es ist nicht beabsichtigt, Erwachsenen das Baden im Planschbad zu gestatten, vielmehr ist dieses nur für Kinder zum Blanschen bestimmt. Kinder wie Erwachsene, die baden oder schwimmen wollen, müssen auch im nächsten Jahr die benachbarten Bäder, Oberschönemeide, An der Wuhlheide 242-244 oder Lichtenberg, Großkraftwerf, benutzen. glaubt. v. 3. etwa, man fönne die Freizügigkeit aufheben? Und die freiwillige Wohlfahrt? Nun haben wir nicht erst türzlich von dem Zusammenbruch der Schöpfung der menschenfreundlichen Helene Wangel gelesen? Nein, die Meinung des Herrn von Jedlin, als ob zuviel geschähe, wird die Sozialdemokratie sich nie zu eigen machen. Wie groß die Not und das Glend ist, zeigt die Tatsache, daß die städtische Boltsspeisung am legten Stichtag, dem 1. August 1929: 18 800 Portionen Essen an Bedürftige abgegeben hat, gegen 14 600 am gleichen Tage des Vorjahres. Im Jahre 1928, über das abschließende Angaben vorliegen, wurden in den Städtis fchen Küchen 3 791 913 Ciferporfionen verabreicht. Ans Wert! Eine glänzende Versammlung in Pantow. Der große Saal des Lindnerschen Konzerthauses war bis auf ben legten Blaz gefüllt, als in der Kreismitgliederversammlung Bantom Genosse 2oewenstein über die Sprengstoffattentate und das Hugenbergsche Boltsbegehren Sprach. Die Bombenpolitit gewiffer nationalistischer Buben versucht dis Republit zu unterminieren. Es sei bezeichnend, daß die Leute, die zu diesen Attentaten gebungen werden, nicht mehr in der Stadtbenölkerung, sondern im Landvolk gesucht wurden. Ausgiebig behandelte Loewenstein den Young- Plan und die Arbeitsund Erwerbslosenfragen. Mehr wie je fäne es heute darauf an ,. die Einmütigkeit der Partei zu beweisen, um trog aller An würfe und Berleumdungen der Sozialdemokratie einen neuen Sieg zu erfämpfen. Nach Berlefung der Resolution, die einstimmige Ante nahme fand, führte der Bersammlungsleiter im Schlußwort aus, daß es jetzt gelte, alle Kraft auf den Kommunalwahlkampf zu ton zentrieren. Mit einem Hoch auf die SPD. schloß die glänzend verlaufene Bersammlung. Dazu tommen 2 103 885 Literportionen in den Privatfügen, insgesamt alfo 5 895 798 Portionen. An der Spize fteht der Bezirk Wedding mit rund 925 000 Bortionen, es folgen weiter Lierung garten( Moabit) mit 677 000 und Kreuzberg mit 631 000 Portionen. Der Bezirk Zehlendorf war allerdings in der an genehmen Lage, mit nur 1701 Portionen auszukommen. Un to sten verursachten Städtische Küchen 1521 199 m., die privaten wandten dafür 651 836 m. auf, zusammen also 2173 036 M. Die private Bohltätigkeit tann auf diesem Gebiete augenblid, lich noch nicht entbehrt werden. Der städtische Einfluß nimmt aber dank dem Wirken der Sozialdemokratie immer mehr zu. Die Wähler werden am 17. November zu entscheiden haben, ob fie der sozialdemokratischen Frattion mehr Macht im Rathause geben wollen oder ben Deutschnationalen um Herrn Jedlin, die am liebsten jede öffentliche Wohlfahrt abbauen möchten. Mieterschaft und Kommunalwahlen. Der Berband Berlin im Reichsbund Deulicher Mieter" nahm in einer Mieterversammlung im Bürgerfaal des Berliner Rathauses zu den Kommunalwahlen Stellung. Bundesschatzmeister Grothaus erläuterte die Forderungen, die die deutsche Mieterschaft an die Gesetzgebung stellt. Für die Dieterschaft ist besonders wichtig die Schaffung eines sozialen Miets und Wohnrechtes. Der Redner ging bann auf die Reichstagsver handlungen vom Februar 1928 ein. Gerade diefe Berhandlungen hatten mit aller Eindeutigkeit gezeigt, daß nur die Lintsparteien als mieterfreundlich angesprochen werden fönnen. Die Komununal wahlen haben nicht nur eine große tommunale, sondern auch staatspolitische Bedeutung. Gerade die Kommunen erhalten von den Reichsbehörden Aufgabengebiete zugewiesen, die den Mieter start interessieren. Deswegen ist die Barole des Reichsbundes an feine Mitglieder: wählt teine mieterfeindlichen Bar teien. Der Redner forderte von den Gemeinden, daß sie mehr als bisher Wohnungsaufsicht und Wohnungspflege betreiben und zur Beseitigung der Wohnungsnot den Wohnungsneubau unterstützen. Wie weit die Kommunistische Partei als mieterfreundlich angesehen werden kann, bewies fofort als erster Diskussionsredner der tommunistische Reichstagsabge ordnete Obersdorfer, der sich um die Intereffen der Mieter überhaupt nicht fümmerte, fondern nur wüste Beschimpfungen gegen die Sozialbemotratie varbrachte. Stadtverordneter Lempert wies im Auftrage der Sozialdemokratischen Partei den Kommunisten nach, daß sie zwar ständig Forderungen für den Wohnungsneubau stellen, daß sie selbst aber in den Ausschüssen gegen Bauvorhaben der gemeinnüßigen Gefell fchaften gestimmt haben. Die Kommunisten haben es zwar fertig gebracht, gegen die Hauszinssteuer zu stimmen, aber Borschläge, wie der Wohnungsbau finanziert werden soll, haben sie nicht gebracht. Wie wichtig die Hauszinssteuermittel für die Stadt Berlin find, erhellt schon die Tatsache, daß in den letzten Jahren über 140 000 Wohnungen für 600 000 menschen aus diefen Mitteln gebaut werden konnten. Der Redner der Sozialdemokratie fand mit seinen Ausführungen den stärksten Beifall. Neue Versuche mit beleuchteten Straßenschildern: Nachdem im vergangenen Jahr am Kotibuffer Damm an einigen Querstraßen leuchtende Straßenschilder angebracht wurden, die jedoch bald wieder entfernt wurden, wird jezt ein neuer Versuch in größerem Umfange durchgeführt. Die Straßenschilder sind jezt an den Eckhäusern im rechten Winkel zur Heusfront angebracht und zeigen in schwarzen Buchstaben auf weißem Transparent den Namen der Straße und die Hausnummern. Deffentliche und freie Wohlfahrtspflege. Genoffin Minna Tobenhagen nahm in einer Bersamm. der Funktionäre der Arbeitermohlfahrt Anlaß, ihre 21mtsnachfolgerin als Sekretärin des Bezirksausschusses für Ar beiterwohlfahrt, Genoffin Baula Rurgaß, den Berliner Ge noffen vorzustellen. Genoffin Todenhagen referierte dann über die Sie be Entwicklung des Wohlfahrtswesens in Berlin. nugte die Gelegenheit, einige Unflarheiten über die Richtlinien aus dem Jahre 1925 zur Bereinheitlichung des Wohlfahrtsmefens richtigzustellen. Eine endgültige Lösung für die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege sei bis jezt noch nicht gefunden. Es müsse darauf geachtet werden, daß die Wohl. fahrtstommiffionen weiter als Bewilligungsorgane be Die Arbeiterwohlfahrt versucht durch Schu ftehen bleiben. Iungsfurfe ein Heer von Helfern heranzubilden, das geeignet ist, fachlich einwandfreie Arbeit zu leisten. Die BezirksversammLung hat das Recht, die Kommissionsmitglieder zu mählen. Die sa gewählten Kommiffionsmitglieder müssen das Bestreben haben, zu einer immer verfeinerteren fürsorgerischen Arbeit zu gelangen, um badurch zu erreichen, daß die Grenzen zwischen öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege fich mehr und mehr verwischen. Die Mus führungen der Genoffin Tobenhagen waren geeignet, das Berhält nis mifchen den Wohlfahrtsämtern und den Helfern der Arbeitera wohlfahrt in Zukunft zum Wohl der Fürsorgebedürftigen noch er folgversprechender zu gestalten. Aus den Kreisen der Helfer wurden in der Diskussion Bedenken gegen die Verwendung von Mia litaranwärtern in den Wohlfahrtsâmtern geäußert. Einrichtung einer Krüppelsürsorgestelle in Weißenfee Das Bezirks- Wohlfahrts- und Jugendamt Weißenfee, bem die Durchführung und leberwachung der öffentlichen Strüppel. fürsorge im Bezirf Weißenfee obliegt, hat stets versucht, die Krüppel. fürsorge nach modernen Grundsägen zu gestalten. Neben den Anbulatorium der Krantenfaffen hatte aber der Bezirk Weißenfee ein eigenes Inftitut bisher nicht. Die Fahrten zu hen Behandlungsstellen im Zentrum der Stadt erforderten bei wöchentlich mehrmaliger Behandlung( flinisch orthopädisches Turnen, Massage ufm.) einen für die Bevölkerung oft sehr hohen Aufwand an Zeit und Geid. Dazu trat noch die Gefahr, der die förperlich behinderten Kinder auf dem Hin und Rüdwege bei dem heutigen Graßitadt vertehr ausgelegt waren. Bei Schulkindern mußte außerdem mst einer erheblichen Schulversäumnis gerechnet werden. Dem Bezirks. Wohlfahrts- und Jugendamt ist es jetzt nady langen Bemühungen gelungen, eine eigene orthopädische Behandlungs. ft elle unter der Beitung eines Facherztes in Weißensee einzurichten. Trogdem besondere Mittel für diesen Zmed nicht zur Verfügung ftanden, ist es gelungen, dieses Wert durch vorteilhafte Beschaffung der notwendigen Apparate und unter sparfamster Ausnuzung der vorhandenen Geldmittel zu vollenden. Nähere Auskunft erteilt das Bezirks- Wohlfahrts- und Jugend. Pistoriusstraße 17, amt Weißenfee Abt. Krüppelfürsorge immer 57, während der Sprechstunden an jedem Werktage( außer Mittwoch) von 9-13 Uhr. Städtische Volfs- und Jugendmusikschule Berlin- Süd. Die der 1. Mädchenschule in Neufölin, Donauftr. 120/126( nahe her Bezirksämter Kreuzberg, Neukölln und Treptom haben im Schulhaus mannplay), eine Volks- und Jugendmusikschule errichtet. Sprech stunden finden Dienstags von 17% bis 19% Uhr im Schulhause statt. Die städtische Bolts- und Jugendmusikschule Berlin- Süd ift aus der städtischen Volks- und Jugendmusikschule Berlin- Neukölln hervorgegangen, die im September 1926 gegründet wurde. Aus gangspunkt find grundsäßlich die musikalischen Bedürfnisse, die die Eintretenden zum Anschluß an die Schule bestimmen; Ziel ist die lebendige Anteilnahme an der gesamten volksmusikalischen Erneuerungsarbeit der Gegenwart. Weitere Auskunft gibt das Bolksbildungsamt Treptom. Sprechchor für Proletarische Felerstunden. Die Uebungs. stunde findet in dieser Woche nicht am Donnerstag, sondern er st am Freitag, dem 18. Oftober, 19% Uhr, statt. 1879 JUBILÄUMS- MARKE 1929 Mittlere Formate In allen Preislagen unübertrefflich! Jubeljabr Sumatra- Spezialmarke EXITOS. ELITES. Große Formate 1112 cm 15 Pf. 11% cm 20 Pf. Jubiläums- Marke Sumatra- Spezialmarke AURORAS.... 10% om 15 Pf. APARTOS GRACIAS HERALDOS 11 cm 20 Pf. ..10½ cm 23 Pf. .... 11 cm 30 Pf IN KISTEN z0 50 STUCK 5% Kabatt bei Barbezug von Originalkisten von 500 Stück an 6% Rabatt Jubiläums- Katalog kostenfrei BERLIN WS Jubiläums- Marke FESTIVOS 20 Pt. BANQUETES OTTO BOENICKE BFranzösische Str. 21 12 cm 25 Pf. 114 cm 30.Pf. IN KISTEN ZU 50 STUCK Portofrele Zusendung immerhalb Deutschlands Von M. 20.- en Jubiläums- Katalog kostenfrei 6aus am Zoo Königstr. 49 Kochstr. 59 Bayerischer Platz 9+ Schloßstr. 96, Steglitz Elberfeld, Alter Markt 2 募 Königsberg L Pt., Kneiph. Langgasse 3- Leipzig, Thomasgasse 2