Morgenausgabe 3 ni noitinsfC πr. 489 A 246 46.Jahrgang Bentlich 85 B1, menetid 3,00 R um voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 R. einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- umb 12 Bfg. Boftbeftellgebühren. Auslands abonnement 6.-M. pro Monat Der Borwärts ericheint modentég lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend. Juuftrierte Beilagen Boll und Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen", Frauen Stimme. Technit", Blid in bie Büchermelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Beeliner Botesblatt Freitag 18. Oftober 1929 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die et tige Ronpareillezet 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart Kleine Anzeigen das etige Drudte Wort 25 Pfennig zuläsing met fettgebrudte Morte), fedes meitere Bor 12 Pfennig. Stellengesuche das erite Bort 15 Bfennig, febes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben äblen für amet Borte. Arbeitsmart Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen 3e le 60 Pfennig. Unzeigen annahme imhaupt eschäft Lindenstraße 3, mochentäglic eon 8 bis 17 Ubz. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G.m. b. H. Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Boftschedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten and Beamten, Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasie Lindenstr 3. Die Republif macht ernst. Kommunale Finanzpolitik. Regierungsrat vom Dienst suspendiert.- Disziplinarverfahren eingeleitet. Regierungsrat Bierbach bei der Regierung in| nugung die raditale Oppofition gedeihe und die Berhebung ihre Düsseldorf ist wie der Soz. Pressedienst" erfährt vom Amte suspendiert worden, weil er einen von Gemeinheiten strokenden Aufruf zur Teilnahme an dem Volksbegehren unterzeichnet hat. Das Disziplinarberfahren gegen Bierbach ist be reits eingeleitet worden. * Früchte zeitige. Was die radikale Opposition in den letzten Monaten an Befchimpfungen und Beleidigungen des Staats und seiner führenden Männer geleistet habe, fei taum noch zu überbieten. So werde es von den weitesten Kreisen des deut schen Boltes lebhaft begrüßt, daß Reichs- und Staatsregierung den Rampf mit den radikalen Elementen aufnähmen. Das Bolts begehren sei ein Ausfluß des Kampfes gegen den Staat und es sei nicht nur Aufgabe, sondern auch Pflicht der leitenden Beamten, daß sie die Regierung in diesem Kampfe unter ftüßen. Die Zeit sei vorbei, wo sich ein Beamter während der Dienst. und heße. Die staatsbürgerlichen Freiheiten müßten eine Grenze schluß gegen den Staat und seine Symbole agitiere im Treueverhältnis zum Staat und im Dienste finden. Deshalb im Treueverhältnis zum Staat und im Dienste finden. Deshalb gehöre ein Beamter, der fich beim Boltsbegehren aktiv gegen den Staat betätige, nicht in den Dienst des Reiches, des Staates oder der Kommune. Für das Rheinland stehe beim Boltsbegehren seine Freiheit auf dem Spiele. Die Rheinländer dächten nicht daran, eine Katastrophenpolitit mitzumachen. Die Erklärung des preußischen Ministerpräsi denten im Landtag über die Auffassung des preußischen Kabinetts hinsichtlich der Teilnahme der Beamten am Boltsbestunden auf den Boden der Tatsachen" stelle und nach Dienst gehren und die Stellungnahme des Reichsinnenministers zu dieser Frage find vom preußischen Innenminister inzwischen allen nach geordneten Behörden nochmals schriftlich übermittelt worden. Der preußische Innenminister hat gleichzeitig gebeten. die Er flärungen allen Staats- und Gemeindebeamten zur Kenntnis zu bringen und alle Beamten, die gegen die Auffassung der Reichs- und preußischen Regierung handeln, zu melden. Die übrigen preußischen Minister merden ähnlich verfahren und die ihnen nachgeordneten Behörden ebenfalls zur Meldung der pflichtwidrigen Beamten auffordern. Die richtige Antwort. Der Reichsausschuß für das Inflationsbegehren hat auch am Donnerstag mieber ein halbes Dugend Ertlärungen herausgegeben und, wie in den noraufgegangenen Tagen, Briefe an die Ministerien gerichtet. Die Briefe find zum Teil eines derart unverschämten Inhalts, daß sich der Reichsminister des Innern zu folgender Antwort gezwungen sieht. 3m übrigen lehne ich es ab, weiterhin auf Eingaben von Ihrer Seite zu antworten, soweit beren überheblicher Ton der im Geschäftsverkehr mit Behörden üblichen Gepflogenheit fachlicher Erörterung widerspricht.iso : Das ist der richtige Ton im Umgang mit Butschisten. Der Machener Regierungspräsident über Bollsbegehren und Beamtenpflicht. Aachen, 17. Oftober. In eeiner Besprechung mit den Landräten und den Oberbürgermeistern des Regierungsbezirts wies Regierungspräsident Stieler auf die wirtschaftliche Notlage hin, unter deren AusLandtagsdebatte beendet. Von Bruno Asch, Stadtkämmerer in Frankfurt a. M. Die deutschen Gemeinden befinden sich in schwerer finanzieller Not. Die ungünstige Wirtschaftslage schmälert ihre Einnahmen, aber sie führt gleichzeitig zu ständiger erheblicher Steigerung ihrer Ausgaben. Die Budgets der Wohlfahrtsämter nehmen einen immer bedeutsameren Plaz im gemeindlichen Haushalt ein. Die langwährende Arbeitslosigkeit führt zur Aussteuerung zahlloser erwerbsfähiger Arbeitslosen, die von der Versicherung zum städtischen Wohlfahrtsamt hinüberströmen. Die Ziffer dieser Erwerbslosen steigt von Monat zu Monat. In einzelnen Orten übersteigt fie bereits die Zahl der von der Arbeitslosenversicherung be treuten Personen. Damit entstehen für die Gemeinden nicht nur schwere organisatorische Probleme, sondern natürlich auch finanzielle Fragen allererster Ordnung. Es handelt sich um Mehraufwendungen, die in den Großstädten Millionensummen erreichen und deren Deckung ohne die Zuführung neuer Mittel unmöglich ist. Droht die Flut der sozialpolitischen Erfordernisse jeden noch so sorgfältig aufgestellten Voranschlag umzuwerfen, so bereitet uns das Problem der großstädtischen Ver fehrsverhältnisse faum geringere finanzielle Sorgen. Die Automobilisierung des Verkehrs erfordert nicht nur umfangreiche Straßenneubauten, wenn es nicht zu schweren Hemmungen des örtlichen Verkehrs- und Wirtschaftslebens tommen soll, sondern vor allem auch fostspielige Straßenverbesserungen. Der Zustand der Straßen ist zumeist höchft unzulänglich für den Verkehrsstrom, den sie aufnehmen sollen. Der Bestand der angrenzenden Häuser wird in vielen Städten geradezu gefährdet, wenn nicht durch neue erschütterungsfreie Straßendecken Wandel geschaffen wird. Gegen die Hakenkreuzpest. Auflösung einer nationalsozialistischen Versammlung. Freiburg i. Br., 17. Oftober. *** Gestern abend wurde eine nationalsozialistische Bersammlung polizeilich aufgelöst, da sich der Redner, Reichstags: Die Lage des Kapitalmarktes ist seit Jahr und abgeordneter Dreher, in maßlos beschimpfenden Tag schwierig. Die Beschaffung der für die dringlichsten und aufreizenden Aeußerungen gegen den Staat und Aufgaben erforderlichen Mittel ist kaum möglich, die Vereinzelne Bevölkerungsklassen erging. Der Redner und der Verlängerung der bestehenden kurzfristigen Berbindlichkeiten sammlungsleiter wurden furze Zeit von der Polizei festgemacht überall Sorge. Für das Budget aber wirken sich bei halten, um eine Weiterführung der Versammlung in einem dauernd steigenden Zinssägen für furz- und langfristiges anderen Lokal zu verhindern. Die zu der Bersammlung einladen Geld die Mehrbelastungen am Kapitaldienst bedenklich aus. den Handzettel waren auf Antrag der Polizeibehörde wegen ihres Auch hier unvorhergesehene Mehraufwendungen, die den Etaiaufreizenden Inhalts vom Amtsgericht Freiburg i. Br. vorher be ausgleich in vielen Gemeinden gefährden. Ichlagnahmt worden. *** Hafenkreuzheher verhaftet. München, 17. Oftober.( Eigenbericht.) In Roburg wurde laut Mitteilung des Bölkischen Beobachters" der nationalsozialistische Lehrer Dietrich, früher Reichstagsabgeordneter und verantwortlicher Redakteur eines Revolverblättchens der Hafenkreuzler, von auswärtigen Krie minalbeamten verhaftet und abtransportiert. Ueber die Gründe der Berhaftung ist Näheres nicht bekannt. Auseinandersetzungen der Koalitionsparteien des Reichstags mit der Fraktion der Boltspartei über die Arbeitslosenversicherung nicht Innenpolitisch merden mir deshalb wahrscheinlich in eine Zeit fortgesetzter Krisen hineinsteuern. Abstimmung über das deutschnationale Mißtrauensvotum zweifelhaft ſein. am Mittwoch. Der Landtag beendete gestern die Beratung über die deutschnationalen Agitationsanträge. Greift man aus der Fülle gegenwärtiger fommunaler Finanzsorgen einiges heraus, so gewinnt auch der Außenstehende ein Bild unserer Lage. Die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde find notwendigerweise der Punkt, von dem aus das fommunale Leben in allen feinen Teilen entscheidend bestimmt wird. Die kommunale Finanzpolitik wird damit zum Kern der gesamten Gemeindepolitik. Die Arbeiterschaft hat ein besonderes stärkstes Interesse an der Entwicklung der örtlichen Gemeinwesen, insbesondere der großen Städte. Ihre Lebensbedürfnisse auf den vec schiedensten Gebieten Mutterschutz, Kinderpflege, Schulwesen, Gesundheitsfürsorge, Berkehrsverhältnisse und vieles andere können nur von der Gemeinde zweckmäßig befriedigt werden. Ihr ist es nicht möglich, angemessene Lebensbedingungen in der Stadt zu erreichen, sofern diese nicht durch die örtliche Gemeinschaft follettiv gesichert werden. Der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion Enz: Sanierung des englischen Bergbaues. minderbemittelte Bevölkerung in entscheidendster Weise. Es Barmen legte dem Hause eine Fülle von Beweismaterial vor, aus dem hervorging, daß die Stahlhelmorganisation zweifellos auf dem Grundjag der Gemalt gegen die Republit aufgebaut ist. Die Abstimmung über das Mißtrauens notum findet am nächsten Mittwoch statt. Der von den Deutschnationalen und der Wirtschaftspartei beantragte Untersuchungsausschuß zur Aufklärung der politischen Seite der Stlaret Angelegen heit wurde dem Borschlag des Aeltestenrats entsprechend auf 29 Mitglieder festgejezt. Der Kurs der Volkspartei. Die Rechtsträfte am Werte. Am 4. November trift in Berlin der Industrie. und Handelsausschuß der Deutschen Boltspartei zu sammen. Während der volksparteiliche Parteitag und andere schon feit Monaten anberaumte Tagungen der Deutschen Volkspartei mit Rücksicht auf den Tod ihres Führers abgejagt wurden, fomnte der Industrie- und Handelsausschuß gewissen Persönlichkeiten nicht schnell genug zusammenberufen werden: ein charakteristisches Borzeichen für die tünftige politische Orientierung der Boltspartei und ihrer Reichstagsfrattion. Starte reattionäre räfte find hier om Wert, um das Steuer scharf nach rechts zu richten. Die bevor stehende Tagung des Industrie- und Handelsausschusses hat den Zwed, diese Bestrebungen zu unterstützen und vor allem auch auf den fünftigen wirtschaftspolitischen Kurs bestimmenden Einfluß qus zuüben. In welcher Richtung das fann nach den legten schweren Arbeitszeit ab 1. Januar 7 Stunden. Die Erschütterung der fommunalen Finanzkraft, die in diesem Jahre sich bereits in ihren Wirkungen deutlich zeigt und zweifellos in der allernächsten Zukunft noch stärker in Erscheinung treten wird, berührt daher die arbeitende und darf feine Unklarheit darüber gelassen werden, daß wir vor Rüdfchritten und Störungen der kommu nalen Sozial- und Kulturpolitif stehen, die tiesgreifende Folgen für Wohl und Aufstieg der Arbeiterklasse dhaben werden, wenn es nicht gelingt, bei der Neuordnung des Finanzausgleichs wesentlich günstigere Beteiligungsverhältniffe am Gesamtsteueraufkommen für die Gemeinden durchzufeßen als bisher. sit Condon, 17. Oftober. Die Regierung hat ein Programm aufgestellt, das in der Hauptfache bejagt: Die Grubenbesizer haben ein Berkaufsfyftem ausgearbeitet und ber Regierung vorgelegt, das nach der Zustimmung durch die Bertreter der Berbraucher und die Bergarbeiter im Januar 1930 ein geführt werden soll. In der Frage der Verkürzung der achtstündigen Arbeitszeit ist man übereingefommen, die Arbeitszeit zunächst auf 7½ Stunden ab 1. Januar herabzusetzen, da nach Ansicht der Regierung eine Herabsetzung um eine volle Stunde schmere Folgen für die englische Bergwerksindustrie nach sich ziehen würde. Da die 7% ftündige Arbeitszeit die Zeit der Ein- und Ausfahrt nicht umfaßt, foll es der Bergarbeiterorganisation freistehen, sich für die achtstündige Arbeitszeit einschließlich der Ein- und Ausfahrt zu entscheiden. ostic Die jetzt bestehenden Lohnfäße sollen trotz der verfürzten Arbeitszeit in Kraft bleiben. Die Löhne der Stüdwerfarbeiter sollen um 6 Proz. erhöht werden. Von der Regierung werden Schritte unternommen, um den Abschluß eines nationalen Lohnabtommens zwischen den Bergwerksbefizern und den Bergarbeitergewerffchaften zu ermög lichen. In der Frage der Unterstügung alter Bergarbeiter wird die Regierung das Pensionswesen weiter ausbauen und später ein Gejez einbringen, in dem ein Mindestlohn für Bergarbeiter feft. gesetzt werden foll Man hat in den letzten Jahren die Signale, die hier und dort auftauchten und den Ernst der Lage fennzeichneten, nicht beachtet, sondern sich gern, an vereinzelte Mißstände an einzelnen Orten anknüpfend, gegen die Gemeindefinanzwirtschaft gewandt. Die Warnungszeichen, die jetzt kommen und deren Dringlichkeit kein Verantwortlicher übersehen sollte, zwingen zur Stellungnahme. Insbesondere zur Stellungnahme der sozialdemokratischen Vertreter in Reich und Land, die fich darüber klar sein müssen, daß fleine Mittel, wie man sie durch Lastenverschiebung zwischen den Gemeinden angewandt hat, feine wirtjame Hilfe bringen fönnen. Man hat den Kommunen die bedeutsamsten Aufgaben auf dem Gebiete der öffentlichen Fürsorge zugewiesen, aber man enthält ihnen gleichzeitig die notwendigen Mittel vor, um diese Pflichten zu erfüllen. Die Steigerung der Realsteuern und der Werktarife, die in den letzten Jahren ein überaus unerfreuliches Mittel der kommunalen Finanzverwaltungen zum Haushaltsausgleich gewesen ist, ist wirtschaftlich faum noch vertretbar und politisch faft überall undurchführbar. Hier kann nur im Rahmen einer grundlegenden Reform geholfen werden, die einerseits den Gemeinden einen angemessenen Anteil an den große» Reichs- und Landcssteuern gewährleistet, ihnen aber auf der anderen Seite auch für die autonome örtliche Besteuerung eine Bewegungsmög-'ichkeit gibt, die im Interesse der Siche- r ung kommunaler Selb st Verantwortung nicht länger entbehrt werden kann. Die vekstsinerie Opposition. Eine Rede des Prälaten Kaas. In Dortmund hat der Führer des Zentrums. Prälot K a a s. am Donnerstag in einer öffentlichen Versammlung eine politische Rede gehalten, die den Anspruch erhebt, gehört zu werden. Äaas bedauert die innere Schwäche der gegenwärtigen Reichsregierung, die nach seiner Ansicht an dem Mangel einer engeren Bindung der beteiligten Parteien krankt und die in» solgedessen nicht die notwendige Führerenergie auf- bringe, zu der sie verpflichtet sei. Alle beteiligten Parteien, vor allem die Sozialdemokratie(!) müßten den Mut zur Un» Popularität in höherem Maße ausbringen als bisher. Im Anschluß an diese Mahnung fährt Kaas fort: Das Ilnbefrikdigende dieses Zustandes wird verschärft durch die staltung der sogenannten nationalen Opposition und durch d!« Versteinerung, in die diese politische Gruppe durch den„Kurs stugenberg" geraten ist. Dadurch, daß hier scwalst wie im Außenpolitischen ein Programm gegeben wurde, d�is in absehbarer Zeit auf keinerlei Verwirklichung rechnen kann, c ot Außenpolitik, die gleichbedeutend ist mit einem Sprung ent- wFder in das Nichts, oder in das Thaos, und daß man dieser Gruppe ein« Zielsetzung gibt, die vielfach ein« Dekla- mation darstellt, aber kein fachliches Ernstprogramni, hat man die toalitionspolitischen Möglichkeiten des deutschen Parlamenls in unnatürlicher Weis« verändert und uerschlechiert. Dadurch erhielt die Sozialdemotratte in der heutigen Koalition eine Machtstellung, die im Interesse eines aus- geglichenen politischen Arbeitens nur bedauert(!?) werden kann. Wie anders würden sich die Dinge gestalten, wenn die Recht»- ovposition in dieser nun einmal vorhandenen und als historisches Entwicklungsergebnis zu betrachtenden Staats form wertvolle Kräfte konservativen und christlichen Denkens einsetzen würde gegen das forciert« und unorganisch« Entwicklungstempo, wie es vielen sozialdemo- k r a t i sch e n Vertretern des republikanischen Gedankens vorschwebt. Trotz dieser stillen Liebe zu den.Kräften konservativen und christli6)en Denkens" muß Kaas sich doch in aller Schärfe gegen das sogenannte Volksbegehren wenden, von dem er sagt, daß Hasardeure nichtzu ertragen seien. Be» sonders Hugenbergs Redensart, daß„jeder bereit fein müsse. zum P r o l et a r i e r zu werden", beantwortet er mit der Frage, wie hoch wohl im Kreise Hugenbergs die Gefabr der Proletarisierung im Ernstfalle eingeschätzt würde! Koos hält ein Weitertreiben der Verständigungspolitik nach außen für notwendig, aber daraus ergebe sich zunächst die Pflicht, im Innern finanzielle Ordnung zu schaffen. Dabei dürften die sozialen Gemeiuschafts- pflichten nichr vernachlässigt werden, aber auch die Ar- b e i t e r müßten daran denken, die Sozialversicherung so zu gestalten, daß sie ihrem ethischen Zweck und der Wirtschaft- lichen Kraft des ganzen Volkes angepaßt" ist. Das ist orakelhaft gesprochen. Aber die Zentrumsär- bester, die die vorhergehenden Sätze über den Zwang zur Unpopularitöt gehört haben, werden den Sinn der Worte so- fort verstanden, nämlich ihn in Verbindung mit der Ar- beitslosenoersicherung gebracht haben. Und das war wohl mich der Zweck der Uebung. Saubere Verichterstaiiungsmeihoden. Otto Drauns„neueste Tliederlagr". Daß die wirtschaftlichen Ausführungen In der Festrede des preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun am Mittwoch abend vor dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller den eng- stirnigen Reaktionären um Hugenbcrg nicht gefallen würden, war vorauszusehen und ist für ihn nur ein« Ehre. Daß aber die fort- schri tlichen, klarsehenden Elemente unter den Kaufleuten und Industriellen für den Standpunkt des heutigen demokratischen Staates in seinem Verhältnis zur Wirtschaft durchaus Berständnis haben, das konnte jeder Rundfunkhörer aus dem spontanen und leb- haften Beifall entnehmen, der dies« Rede wiederholt unter- brach und namentlich am Schluß besonders stark zu hören war. Die deutschnationale Presse, voran die Söldlinge Hugenbergs, i ü g l aber ihren Lesern nicht nur vor, daß der Beifall sehr matt war, sondern sie unterstellt sogar den Festgästen ein flegelhaftes Verhalten, indem sie von einem starken Zischen erzählt, das am Schlüsse der Rede zu vernehmen gewesen wäre. „Schmähliche Abfuhr s ü r Braun! Die neueste Niederlage des preußischen Ministerpräsidenten", so lauten die Balkenüberschristen des Hugenbergschen Nachtgeschirrs. In seinem Bericht schreibt dieses berüchtigte Skandalblott: „Die Niederlage, die der preußische Ministerpräsident aus sich nehmen mußte, hatte aber ihren Ausdruck in einer außer- ardenkllch gut abgewogenen und ganz hervorragenden Red« des Dräsidenlen des verein». Alexander Flinsch, der die parteipolitische Neutralität des Vereins gegenüber den zarten Andeutungen des preußischen Ministerpräsidenten für eine Propaganda gegen das Volksbegehren hervorhob." Es folgen nun einige Stellen über die Rede von Flinsch, aus der man eine schroffe Gegnerschaft der von ihm vertretenen Wirt- schaftskreis« gegen die Aiisfassungen Brauns herauslesen könnt«. Was in diesem Bericht freilich nicht steht, das ist in dem Bericht anständiger Blätter zu lesen. Danach führte Herr Flinsch aus: „Der Verein habe nicht«inen Mann der Wirtschaft, sondern den preußischen Ministerpräsidenten gebeten, die Festred« zu übernehmen, um dadurch zum Ausdruck zu bringe«, daß die Wirt- ichast allen Grund habe, diesem Manne, der schon 10 Jahre an der Spitze der preußischen Regierung stehe, sür leine rastlose Tätigkeit im Dienste des vaierlaudes zu danken. Es werde der Verbesserung der öffentlichen Eitlen unseres Landes nicht im Wege stehen, wenn wir den Männern, die die Staatsoelchäfte unter Hintansetzung ihrer persönlichen Interessen. ibrer Gesundheit und mitunter auch ihres Lebens führen, auch einmal öffentlich Donk sagen." Was der„Verbesserung der öffentlichen Sitten unseres Landes" im Wegs steht, das sind die Methoden der Lüge und der Fälschung, dl« von der Hugenberg-Presse angewendet werden und die wir in diesem neuen, krassen Fall niedriger hängen. Bei der lvassenstlllstondsfeier in London am lt. November wird auf Verlang«« der Avbeiterregierung die Zahl der teilnehmenden Soldaten, Matrosen und Flieger stark herabgesetzt, um den zivilen Charakter der Feier zu betonen. Reaktion i Eintägiger Generalstreik untei Riga. 17. Vktober.(Eigenbericht.) Di« lettische Regierung hat de« Srankeukassea auf dam Berordnu«gswege ihre bisherige Selb st der- waltungzzenommen. Die lettische Sozialdemokratie wird diese« Streich am Freitag mit einem General- streik beantworte«. Die Absieht der lettischen Regiernng steht im W i d e r- spruch zu einem Beschluß des Jnternatio» n a l e« Kr aut kenkassen-Kongresses in Zürich. aus dem eine Entschließung für die Selbstverwaltung aller Kraukenkaffea verabschiedet wurde. Im übrigen ist der Entschluß des lettischen Kabinetts auch mit der Verfassung nicht vereinbar. Ein Telegramm an die GAI.« Zürich. 17. Oktober.(Eigenbericht.) Das Sekretariat der Arbeiterlnternationale erhielt aus Riga von der lettischen Sozialdemotratte folgendes Telegramm: „Im Widerspruch zur Verfassung hat die Regierung Lettlands einige Tage vor Erössnung der Parlamentssession ein Notgesetz er- lassen, da» den Krankenkassen die Selbstverwaltung raubt und ihnen die Hälfte der bisherigen Zuschüsse entzieht. Die SozialdemokratischePartei und die Gewerkschaften haben gegen diesen Rechtsbruch den schärfsten Protest erhoben und organisieren für den 18. Oktober einen eintägigen General- st r e i k." Kampfmaßnahmen der Regierung. Riga, 17. Ottober. Die R e g i e ru n g hat alle Maßnahmen ergriffen, um Ruhe- störungen während des eintägigen Generalstreiks, der am Freitag um 0 Uhr beginnt, zu verhindern. Der Innenminister hat nicht nur alle Kundgebungen, Umzüge und Derfamm- l u n g e n unter freiem Himmel, sondern auch in geschlos- senen Räumen(!) verboten, da bekannt geworden ist, daß die Kommunisten Ruhestörungen planten. Di« Generaldiret- tion der Eisenbahn hat alle Beamte und Arbeiter angewiesen, Dienst zu hin, widrigenfalls ihnen die Entlassung drohe. Durch den Generalstreik werden auch die Zeitungen teilweis« am Er- scheinen verhindert sein. Die Regierung hat dafür Sorge getragen. daß die Arbeit in den lebenswichtigen Betrieben nicht unterbrochen wird. Ein sozialdemokraiisches Volksbegehren Ueber die allgemeine politische Lage in Lettland, die sich in letzter Zeit zugespitzt hat, unterrichtet eine uns kürzlich vom Abg. Genossen Bruno Kalnin-Riga zugegangene Zuschrift: Zum zweitenmal sieht sich die lettische Sozialdemokratte ge- zwungen, im Kampf gegen dos vereinigte Bürgertum z u m B o l k s- begehrenzu greifen. Das erstemal war es 1325. als die bürgerlichen Parteien die Absicht hatten, die radikal« Agrarreform duri# hohe Entschädigung an die«hemallgen Gutsbesitzer zu er- schüttern. Es gelang damals der Sozialdemokratte, die nötige StimmenzaHl im ersten Gang des Volksbegehrens zu erreichen und damit den Antrag dem Parlament zur Beratung zu übergeben. Die Mehrheit der bürgerlichen Parteien hotte keine Lust, sich in dieser heiklen Frage vor den Augen der breiten Bolksmassen zu entblößen. und so beschloß das Parlament, den baltsschen Baronen keinen Groschen zu bezahlen. Die Sozialdemokratte hatte gesiegt. Lettland befindet sich jetzt in einer ähnlichen Situatton. Zehn Jahr« nach dem national-revolutionären Befreiungskrieg 1319 bis 1320, der damals hauptsächlich gegen die Truppe des baltsschen Adels— die„Baltische Landeswehr"— und die Baltikum- Putschisten aus Deutschland geführt wurde, hat die lettische Dour- geoisie sich mit der baMsch-deulsche« Reaktton ausgesöhnt. In der jetzigen Bürgerblockregierung sitzt als Iusttzminisier der deutschbürgerliche Rechtsanwalt Berendt. Di« Deutschbürgerlichen haben im Bürgerblock erreicht, daß die Regierung ein« Verfügung erlassen hat, laut welcher die Landeswehrleute von 1919 das Bor- recht bekommen, zusammen mit den Teilnehmern an der Revo- lution von 1905 und den Soldaten des republikansschen Heeres von 1313 bis 1320 beim Verteilen von Land in die erste Kategorie «ingereiht zu werden. Di« Republik gibt also Vorrechte, erteilt besondere Geschenke an Leute, die nicht nur immer Gegner der Republik waren, sondern die 1905 an der Spitze von z a r i st i s ch e n Strasexpeditionen die Revolution in Lettland blutig unterdrückten, und die 1313 unter Führung des reichs- deutschen Reaktionärs v. d. Goltz gegen die Republik gekämpft haben! Das lettische Volk, ganz besonders aber die Arbeiterschaft und die Sozialdemokratie, hat in den schicksalsschweren Stunden des Landes gerade von dieser Baronentruppe und ihren Vorgängern am meisten gelitten. 4000 erschossene Arbeiter uud Dauern. republikanische Soldaten und Offizier«, die 1913 in Riga, in Kurland und in Lioland gefallen sind, haben die Landeswehrleute auf dem Gewissen. Unter diesen Umständen ist c» verständlich, daß der Erlaß der Regierung wie« i n H o h n auf die gefallenen Freiheitskämpfer klang und höchste Empörung in den Arbeitennossen hervorrief. Die Sozialdemokratie oersuchte zuerst den Regierungserlaß im Parla- ment zu Fall zu bringen. Als dieses nicht gelang, griff st« zum Volksentscheid. Es begann ein« fchr lebhaft« politisch« Agi- iation: an drei Sonntagen fanden in unserem kleinen Lande mehr al» 500 Versammlungen statt. In der Agitation wurde unser« Partei sehr aktiv durch den Lerband ehemaliger rcpublikanc- scher Krieger unterstützt. Anfang September wurde sestgestelll, daß der sozialdemokratische Bolksentscheidsantrog 208 000 Stimmen er- halten hat, d. h. z w e i m al so viel wie es im ersten Gang des DoUsbegchren» notig war(man muh im ersten Gang ein Zehntel aller Wählerzahl«rreichen. also wie in Deutschland), um die Frag« einer nochmaligen Beratung im Parlament vorzulegen. Jetzt hat das am 22 Oktober zusammentretend, Parlament das Wort. Die verschiedenen Gruppen des bürgerlichen Zentrums werden Farbe bekennen müssen, ob sie in dieser, das ganz« Volk aufwühlende Frage mik der deutsch-lettischen Reaktion oder mit der Sozial- demokralie gemeinsame Sache machen wollen. Entscheiden sie sich für das erste, dann kommt der sozial- demokratische Antrag zum zweiten Gang de» Volksentscheides, an n Lettland. sozialdemokratischer Führung. welchem sich zumindestens 50 Proz. der Wähler, d. h. 500000 be» teiligen müssen, um dem Entscheid die Gültigkeit zu geben. Geht das bürgerlich« Zentrum mit der Sozialdemokratie, dann zerfällt die Koalition und wird die jetzige Bürgerblockregierung Zelmin- Laimin zurücktreten müssen. Man hat von deutschbürgerlicher Seite im Ausland verschiedent- sich oersucht, die Haltung der lettischen Sozialdemokratie in der Landeswehrsrage als«ine nationalistisch« zu verdächtigen. Diese Beschuldigungen muß man auf das entschiedenst« zurückweisen. Di« lettische Partei hat sich immer zu einer konsequent internationalistischen Politik bekannt, hat dies« auch während des Weltkrieges in äußerst ungünstigen Umständen fortgeführt und hat am meisten dazu beigetragen, daß die junge lettische Republik»n heutigen Europa als ein Musterbeispiel richrig gelöster Minoritätenfrage dasteht. Gerade die Sozialdemokratie war es, die in den letzten fünf Iahren den nationalistischen Faschismus bekämpft und auch zu Fall gebracht hat. Im Kampf um die M i n o r i t ä t« n« rechte haben auch die Deutschbürgerlichen stets die Unter« stützung der Sozialdemokratie gesucht und gefunden. Die Landeswehrsrage ist nun kein« nationale, sondern eine rein politische Frage. Zur Landeswehr gehörten nicht nur deutsche Adlige und Bürgersöhne, sondern auch lettische Real- tionäre. Di« Landeswehr war die Trupp« der in t e r n a t i o- n a l e n Reaktton in Lettland. Gegen sie kämpften die Arbeiter und Republikaner 1919; jetzt muß, zehn Jahre später, die Sozial- demokratie noch einmal gegen die beabsichtigte Bevorzugung auf- treten. Unser« Partei führt diesen Kampf als ein« wahrhaftig in- ternationale proletarische Partei, denn sie zählt neben lettischen Par- teiorganisationen auch Sektionen deutscher, russischer, polnischer und jüdischer Sozialdemokraten. Diese natio- nalen Sektionen der Partei haben die Aktion gegen die Landeswehr vollkommen gebilligt und unterstützt. Die densschen und lekttschen Sozialdemokraten eeittand» hallen In der Landeswehrsrage eine und dieselbe Ausfassung. Die Sozialdemokraten und Republikaner in Deutschland sollten noch gang anders daran erinnert werden, daß die Landeswehr eine Truppe gewesen ist, welche zusammen mit reichsdeutschen Monarchisten und sogar unter ihrer Führung gekämpft hat. Ein General von der Goltz war der damalige Oberbefehlshaber. Die deutschnationalen Majore Fletcher und Bischof waren die militärischen Führer der Landeswehr. Roßbach und feine Baltitumer haben zusammen mit der Landeswehr in Lettland gehaust. Der jetzt in Oesterreich berüchtigt« M a j o r P a b st ist auch zusammen mit anderen reichsdeutschen Pusschisten in Lettland ge- wesen. Es sind dieselben Leute, die, nachdem sie bei Wenden und Riga von den Republikanern Lettlands geschlagen wurden, nach Deutschland zurückkehrten, um dort den K a p p-P u t s ch und andere Aufstände gegen die Republik zu versuchen. Als am 22. Mai 1923 ein Landeswehrdenkmal in Riga enthüllt wurde, da kamen viele Stahlhelmleute nach Lettland, die 1919 zusammen mit her Landeswehr gegen die letttsche Republik gekämpft hatten. Jetzt führen dieselben Leute den Kampf gegen de« deutsch« Repudlik weiter. Wenn trotzdem die ganz« d e u t s ch b ür g erll ch« Frak« tion-samt ihrer liberalen Dr.»Schiemann-Grupp« die bat- ttsche Landeswehr verteidigt, so ist das nur Vi«dermn«in. Aarer Beweis, daß die Politik der Deutschbürgerlichen in den baltischen Republiken noch immer unter starkem Einfluß des reaktionären Adel» steht. Di« Deusschdürgerkichen haben überhaupt in der letzte» Zeit eine überm» kraurtge Rolle in der lettlandsschen Politik gespielt. Sie sind durch Dick und Dünn mit d«m lettischen Vauerntmnd und den faschistischen Rationalisten gegangen. Als vor kurzem die Sozialdemokratie das Parlament zur außerordentlichen Session einberufen hatte, da halsen die deutsch- bürgerlichen den lettischen Reaktionären sämtliche sozialdemokratische Interpellationen abzulehnen. Dadurch gaben sie die Möglichkeit. einem nationalistischen Kriegsminister die Heeresverwaltung im Sinn« der Reaktion zu reorganisieren und mehrere demokratische Offiziere aus dem Heere zu entfernen. Die Krankenkassen sind bedroht(diese Ankündigung ist nun durch die gestern einge- troffen« telegraphische MAdung bestätigt: Red. d.„B."), man will ihnen die Halste der Slaatszujchüss« wegnehmen und Bertreter der Unternehmer in die Berwaltungsorgane einführen. Die korrupte K r e d i t p o l i t i k der Regierung, die groß« Summen Staatsgelder von halbbankerotten Banken des Bauer nbiindes nicht zurückfordert, wurde gutgeheißen. Die Deutschbürgerlichen, unter Führung von Baron W. Fircks und Dr. P. Schiemann, sind die tteuesten Schlep- penträger der lettischen Reaktion geworden. Die Sozialdemokratie Lettlands wird ihren Kampf gegen die im Bürgerblock vereinigte lettisch-deutsche Reaktion weiterführen. fern von jedem Nationalismus, aber gestützt auf die Folgerungen geschichtlicher Bergangenheit und der jetzigen policsschen Situation. Zweierlei Maß bei Hitgenberg. Die nationale Beschwerdestelle. Im„Tag" vom 13. Oktober 1923 ist zu lesen, daß in Berlin eine besonder« Stelle eingerichtet worden ist,„die die Aufgab« hat, An- fragen des Publikum? über dos Volksbegehren zu beantworten und Beschwrden aller Art zu prüfen und in Verbindung mit dem Reichs- ausschuß für das deutsche Volksbegehren und den zuständigen Be- Hörden zu erledigen". Sieh, sieh! Also eine Sammelstelle für Beschwerden. Gesetzlich zulässig? Zwessellos, vgl. Reichsoerfassung Artikel 126. Diese neu« Beschwerdestelle ist eine Nachahmung der seit fünf Iahren b«. stehenden Republikanischen Beschwerdestelle. Die Re- publikanische Beschwerdestelle ist von jeher von der„nationalen" Presse in der übelsten Weis« beschimpst worden, großenteils auch aus dem Grund«, weil sse BefchWerden von Einzttperl'onen entgegennimmt und diese Beschwerden in eigenem Namen, nicht im Namen der Einzelpersonen— die bei Namensnennung in den meisten fällen dem wüstesten Terror der„nationalen" Kreis« ausgesetzt sein würden — an die zuständige Amtsstelle weitergibt. Da hagelt es gegenüber der Republikanischen Beschwerdestelle in der„nationalen" Presse nur so von Beschimpfungen, wie..Feigheit. Gemeinheit, Denunzianten, tum. Spitzeltum Schnüffele!" usw. Jetzt wird oiif genau derselben Grundlage, auf der d!« Re. publikanische Beschwerdestelle beruht, ein-„nationale" Beschwerde« stelle eingerichtet: sie nennt sich sklbstverständlich„Volks"beschn>ecde. stelle. Bei dieser Beschwerdestelle ist nun natürlich von Feigheit, üblem Denunziantentum usw. nicht die Red«. Alles ist in bester Ordnung. Auslandsanleihe und Monopol Meldung über ein deutsches Telehponmonopol. Aus Frankreich kommt«in« kurze, aus besonderen Gründen nan der»deutschen Oeffentlichkoit nicht zu übersehend« Meldung. Die„Agence Economique et Financiere", die wichtigst« französische Wirtschafts, und Finanzzeitschrift, meldst ohne nähere Angaben, daß ein« englisch-amerkanisch« Bankengrupp« dem Reich eine Anleihe angeboten hat mit dem Ansinnen, dieser Vankengruppc die Ausnutzung eines Telephonmonopols zu überlosien. Eine Nachprüfung dieser Meldung war uns nicht möglich. Wir smd nicht geneigt, trotz der Ernsthaftigkeit der Quelle, diese Nachricht zu überschätzen. Aber folgendes ist zu bedenken: Vor wenigen Tagen ist unter der Führung der International Telephone and Telegraph Corporation und der AEG. ein Telephonbautrust gegründet worden, was zu der vielbeachteten scharsen Kontrovers« zwischen der AEG. und Herrn C. F. von Siemens geführt hat. Wäre das genannte Angebot gemacht worden, so käme nach Kapitalkraft und Leistung für die BeHerr- schung eines deutschen Telephonmonopols nur die Gruppe der International Telephone and Telegraph Corporation in Frage. In Deutschland wäre«in Telephonmonopol nur möglich durch Heraus- lösung des Telephonbetriebes aus der öffentlichen Reichspost und durch dessen Privatisierung. Die Deutsche Reichspost ist der aus- schlasgcbende Kunde für die deutsche Schwachstromindustrie. Es ist anzesichts der offenkundigen Anlcihenot des Reiches und aller öffentlichen Betriebe in Deutschland nicht von der Hand zu weisen, daß die große hinter dem neuen deutschen Telephonbautrust zu- sammengeballte ausländische Kapitalmacht durchaus ernsthaft mit t;m Gedanken spielen kann, die allgemein« öffentlich« 5tapitalnot zu einem Anleiheangebot an das Reich auszunutzen, deren Gegenleistung ein Telephonmonopol wäre. Diese Möglichkeit liegt um so näher, als der unbestrittene Privatisierungswill« der organisierten Unternehmer Deutschlands die öffentliche Kapitalnot bewußt zu oerstärken bemüht, um die öffentliche Wirtschaft zu cröbern, und daß der Privatisierungswille des deutschen Privat- tapilals durch die Verstärkung der öffentlichen Finanznöte auch die Angrifkskraft des ausländischen Kapitals auf die deutsche öffentlich« Wirtschost erhöht. Beweise liegen vor, daß das Auslandskapital, nachdem in früheren Iahren die besten und billigsten Anleihechancen Deutschlands durch die Politik der Beratungsstellen versäumt worden sind, heute Kapitalanlagen in Deutschland mit dem Ziel der Industriebeherrfchung sucht. Herr Dr. Kehl hat tn Düsseldorf gezeigt, daß dos deutsche Bankkapital dazu den Weg zu weifen bereit ist. So nruß die Meldung der„Agence Economique et Fmanciere*. auch wenn sie heute noch falsch wäre, in hohem Maße be- unruhigend wirtenl Es ist notwendig, daß die. zuständigen öffentlichen Stellen klipp und klar erklären, ob sie von einem ähnlichen Angebot jemals gehört haben. Es ist weiter not- wendig, daß Regierungen und Oefsentlichkeit mit gespannte st er Aufmerksamkeit besonders die Entwicklung in der Elektro� Industrie und der öffentlichen Kraftoersorgung verfolgen, denn hier fcmf)?n zunächst die ernstesten Gefahren. Es muß auch erwogen werden, inwieweit die wirtfchoftspolitischen Konsequenzen des Kreuzer- Angebots die Tendenzen zur Vi- schränkung der wirtschostzpolitischen Autonomie Deutschlands zu verstärken geeignet sind, besonders auf dem Gebiet der öffentlichen Wirtschaft. Die Liste der Lnflationsfreunde. Die gestrigen Einzeichnungen für das Hugenberg-Vegehren. Am Donnerstag zeichneten sich für das Hugenbergsch« Inflations» begehren ein: Verwaltungsbezirk Tiergarten.. lSSS(am Mittwoch 1878) Wedding... 627<.. 74g) „ Prenzlauer Berg 103S(,, 12-38) , Fricdrichshain. 720(,, 814) . Kreuzberg.. 1562(». 1751) » Neukölln... 605(»„ 609) In diesen Bezirken sind die Eintragungen gegenüber dem Vor- tage erheblich zurückgegangen. * Der Pressedienst des Hugenberg-Ausschusse» verbreitete gestern zur Stimmungsmache ein« Meldung, daß das Ergebnis des ersten Einzeichnungstages sehr günstig sei. Soweit Zahlen aus dem Reich vorliegen, sind sie kläglich. Es trugen sich ein: Hamburg 1650, Altona 256, F r o n k f u r t o. M. 620, Leipzig 797. Das Stimmvieh. In der Press«, die für das Inflationsbegehren agitiert, wird feit «inigen Tagen dauernd Klage geführt über angeblich« Sabotage dieser Aklion durch die Behörden, namentlich durch den Berliner Magistrot. In einer Zuschrift anstiie.Kreuz-Zeitung" wird zunächst darüber Klage geführt, daß die Bekanntmachungen über die Eintragungslokale zu hoch an den Litfahfäulen angebracht sind, fo daß der kleine Druck nicht zu lesen sei. Der zweite Punkt dieser Beschwerde lautet: Die Bekanntmachungen für da« Volksbegehren sind oft über den Bekanntmachungen für die K o m m u n a'l wa h l am 17. Ro- vember 1929 angebrocht, wodurch viele Leute die unkere Bekannt. machung nur lesen werden und dann nur die Wählerlisten ein- sehen und glauben, damit auch für da» Volkbegehren ihre Pflicht getan zu haben. Damit bestätigt die.Kreuz-Zeitung". daß viele Leute, die man für eine hochpolitische Aktion einzuspannen hofft, die für das Schicksal D:utschland» entscheidend sein würde, auf einer so nie- drigen g« ist igen Stufe stehen, daß sie die einfachsten Be- griffe nicht voneinander unterscheiden können. Was müßten dos für politische Analphabethen sein, die die Nachprüfung einer Wählerlist« mit einer Eintragung für das Dolksbegehren oer- wechseln?! Aber die Hugenberger unterstellen sogar vielen ihrer Anhänger dieses nicht zu überbietende Maß stoats- bürgerlicher Idiotie. Wir sind zu höflich, um dieser Vermutung zu widersprechen, zumal die Drahtzieher des Volksbegehrens ihr« eigenen Leute wohl om besten lennen. Sie haben seit jeher die eigenen Wähler nur als Stimmvieh betrachtet und genieren sich nicht, ihnen dies öffentlich zu bescheinigen. SchiebungSversuche der Hugenberger. Amtlich wird mitgeteilt: Es sind Bestrebungen im Gange, auf Gemeindebehörden in dem Sinn« einzuwirken, daß sie Listen zum Volksbegehren amtlich anerkennen, deren Ein- tragungen durch UmhertragenvonHauszuHau» zustande gekommen sind. Demgegenüber wird daraus hingewiesen, daß n u r solche Listen Gültigkeit haben, die in der amtlich vorgeschriebenen Einzeichnungestell« beschriehen worden sind. Hilgenbergs Volksbegehren startet... Kopflos und zwei lahme Beine- wenn das man gut geht! Beamte der Republik! Wie sie ihren Diensteid auffassen. Wir erfahren aus dem Landgericht I Berlin:» Wie weit die Verblendung gewisser für das Volksbegehren agi- tierender Kreise geht, zeigt folgender Vorfall. Der Rechnung?- rat K. des Berliner Landgerichts I konnte es nickst unterlassen, an der Hand eines völkischen Flugblattes in einer Geschäfts. stelle dieses Landgerichts Hetzreden zu führen und die Beamten zu versichern, daß sie sich durch Unterzeichnung des Bolls- begehren? nicht strafbar machten, wobei dieser völkische Held Rede- blumen wie„j ü d i s che r T e r r o r",„asiatisch« Schweine. bände" und„sozialdemokratische Verbrecher, die ins Zuchthaus gehörten," in feine Agitationsrede einflocht. Hierfür wurde er zur Rede gestellt und angesichts des � ihm drohenden Disziplin« rverfah cen»,� über- dessen Ausgang auch er wohl-j; nicht im Zweifel war. hielt tr es doch für der Weisheit besseren Teil und entschloß sich, in derselben Geschäftsstelle in Anwesenheit der Beamten- und Betriebsoertretung, sich zu entschuldigen und alle getanen Ausführungen und Schimpfreden mit dem Ausdrucke de» Bedauerns zurückzunehmen. Oer!Reichsbankrat. Der Reichsbonkrat Z. treibt in den Dien st räumen der Reichsbant während der Dienststunden Propaganda für Hugenbergs Inflotionsbegchren und sammelt Gelder für die Hugen- berg-Propaganda. Herr Z. ist strammer Stahlhelm-Mann. Oer ÄegierungSrat. In der soeben herausgekommenen Nr. 40 des Mitteilungsblattes „Kreislandbund Rothenburg O.- L." findet sich ein Aufruf des „Ausschusses für das deutsch« Volksbegehren im Kreis« Rothenburg O.-L.". Unter den vielen hochtonenden Nomen, die unter dem Ausruf stehen— Rittmeister a. D., Doktoren, Grasen, Rechts« anwälte, Freiherren, Fabrikbesitzer, Direktoren, Gutsbesitzer usw.— „prangen" auch solche von hochgestellten und gut bezahlten B«-- amten der Republik. An erster Stelle glänzt da vor allem Regierungsrat Ca r g a nie o-.Rothenburg. Er setzt seinem NaPen- auch heute noch den Amtstitel bei:„Leiter des Finanzamt» Rot he n b u r g Las Finanzamt ist eine Reich». b«Hörde. Der vorgenannte Leiter ist eingesetzt zur Wahrung der Interessen des Reiches, aber nicht zu dessen Schädigung. Senn dieser höher« Beamte in seiner amtlichen Eigenschaft sich dazu her. gibt, den Staat untergraben zu helfen, dann ist es höchste Zeit, daß der Reichsfinanzminister sich diesen Herrn ansieht. Dach weiter:„Wie der Herr— so's Gescherr." Als Nr. 2 eines Beamten zeichnete der Finanzamtssteuerinspektor P ö t s ch k e- Schneider, der seinen Titel als Stadiverordnetenvor- steher hier mißbraucht. Dann fehlt auch nicht der Amts- und Gsmein de vor- st eher Vetter- Gebelzig unter dem Aufruf, ferner der Herr K a n�t o r Schnecke- Horka. Ein immuner Feigling. Aus der nationalsoziaiistifchen Verbrecherpresse. Die nationalsozialistische„Berliner Arbeiter-Zeitung", verantwortlicher Redakteur Gregor S t r a s s e r, M. d. R., schreibt zum Aufruf der Reichsminister gegen das Inflations- begehren: „Am Tag« vor Beginn der Einzeichnung zum Bolksbegehren gegen den Aoung-Plan oeröfsentlichtc die Presse zwei Aufrufs gegen dos Bolksbegehren, deren Inhalt so schäm- los, deren Geist so ungeheuerlich und deren Zweck so verbrecherisch ist, daß für einen Augenblick long eisiges Ent- setzen dos Herz packt:„das ist doch unmöglichl"— bis man begreift, daß«z doch möglich ist und das Entsetzen dann abgelöst wird von Verachtung und Wut und Racheschwur! Der eine Aufruf, unterschrieben von sämtlichen Reichsmimstern und einer Reihe prominenter Vertreter des heutigen Systems, wie: Dr. Adenouer-Köln, Dr. Blüher-Drcsden, Otto Braun-Preußen, Professor Einstein, Gerhart Hauptmann, Professor Kohl, Frau von Oheimb-Kardorfs. Professor Liebermann, Dr. Schacht, Karl Severmg usw. ist ein Dokument so offener Lüge und so ungeheuerlichen Betrüge», daß man sich scheut, an- zunehmen, jeder der Unterzeichner hätte den Aufruf überhaupt nur gelesen, geschweige nachgeprüft. Ist dieser Aufruf so ein Dokument der Lüge und des B e t r u g s, so ist der Aufruf des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold, gezeichnet Hörsing, ein Dokument der Ehrlosigkeit und Scham- losigkeit, wie es in diesem Ausmaß selbst seit den Rooembertogen 1918 ohne Beispiel ist. Ist es denkbor: Deutschs gibt es,„Führer" des deutschen Doltes, die mit Lüge und Betrug, mit Haß und Ehr- abschneidung gegen den Tcrsuch kämpfen, neu« drückend«, unwiderruflich« Versklavung vom deutschen Bolke fernzuhalten. Brandmarkt sie mit dem Kainszeichen der Verräter! Schreit es ihnen offen ins Gesicht:„Agenten Frankreichs!" Der Strolch, der diese Beschimpfungen fabriziert hat, ist obendrein feige, weil er nicht für sie einsteht: es ist Herr Gregor S t r a f f e r, M. d. R., und deshalb Immun. Noch eine Beschimpfung der Z�eichsregierung. Di«„Deutsche Zeitung" vom Donnerstag schreibt: „Die Reichsregierung der Müller, Seoering und Hilferding hat also auch damit den aeschichtlichen Nachweis geliefert, daß e» ihr eiliger um die Berfklavung de» deutschen Volkes ist, als selbst den verschworenen äußeren Feinden der Nation." Diese Sorte von Presse bemüht sich, Material sür die Not- wendigkeit des neuen Repüblikschutzgesetzes beizubringen. (Sie schreien über Terror! Die„Pommersche Tagespost", dos Organ der Deutschnotionalen in Pommern, veröffentlicht das folgende Gedicht: „Fragt alle, die noch abseits stehn: Wollt ihr, daß Deutschland soll untergehn:' Seid ihr Deutsche?— Und sind sie es nicht, Tilgt sie aus jeder Gemeindel Speit ihnen in das T e u f e l s g e s i ch t,— Sie sind im Dienste der Feinde." So etwas schreit über Terror, wenn die Regierung zur Abwehr übergeht! Oer Ltmsturz in Afghanistan. Radir Khan zum König gewählt. H o b i b u l l a h hat sich endgültig ergeben. Die sosort ein» berufene Nationalversammlung des Landes hat seinen Besieg«, Nadir Khan, angeblich trotz seines Widerstreben?, zum König gewählt. Der neue Herrscher will all« Gesandten Asgha- nistans im Auslande entlassen, weil sie sich während der kurzen Herrschast Habibullahs als unzuverlässig erwiesen haben. Di« alten Verträge zwischen Afghanistan und der S o w s e t u n i o n sollen wiederhergestellt werden. Eine siebente Bundesrepublik der Sowjetunion. Tadschikistan, da» bisher der Usbekenrepublit angehört«, wurde auf dem in Dueschamb« eröffneten außerordentlichen Rätekongreß zur Bundes- republik erklärt. Somit zählt die Sowjetunion nunmehr sieben Bundesrepubliken, nämlich: RSFSR.(Jnnerrußland). Ukraine nebst der moldauischen autonomen Republik, Weißrußland, Trane- kaukasische Föderation, Turkmenrston, Usbekistan und Tatschikistan. Die neu« Bundesrepublik umfaßt ein« Fläche von 150 000 Quadrat- kilometer und zählt etwa«ine Million Einwohner. In der an den Berghängen Pamirs gelegenen Republik wird Baumwollbau getrieben. vi« fiandesrechtllche Erschießung de» Slowenen Sorton in Polo hat lebhaft« Empörung und Protestkundgebungen in Belgrad aus- gelöst. Das wahre Gesicht des Stahlhelms Abrechnung mit den Staatsfeinden im Preußischen Landtag. In der weiteren Aussprache des Preußischen Bandtags über die beutschnationalen Anträge und das Mißtrauensvotum, über die wir bereits im gestrigen Abend" berichteten, wandte fich der Abg. Riedel ( Dem.) gegen die fyftematische Ausschlachtung des Stlaret Falles zu Agitations- und Sensationszweden. Das Boltsbegehren fei eine un glaubliche Berhetzung. Die Deutschnationalen operierten bewußt mit unwahren Angaben, aber sie haben bisher unterlassen, zu sagen, was sie im Falle der Annahme des Voltsbegehrens an die Stelle des gescheiterten Young Planes fezzen wollen. Abg. Heftermann( Wirtschaftspartei) lehnt für seine Fraktion den Young- Plan ab. Er verurteile das Boltsbegehren auf das schärfst e. Selbst deutschnationale Beamte hätten es als pollkommenen Unsinn bezeichnet. Trotzdem halte er das Borgehen der Regierung gegen die Beamten für zu scharf. Das StahlhelmBerbot zeige, daß es die Regierung jegt wie früher an nationalem Tafte fehlen lasse. Deshalb werde seine Fraktion für das Miß trauensDotum stimmen. Abg. Kaufmann( Nat.- Soz.) bezeichnet den Young- Plan als Vorherrschaft des internationalen Finanzfapitals. Die ministerielle Rundfuntatrobatit werde den Erfolg des Volksbegehrens nicht beeinträchtigen. Die fremden Truppen würden nur deshalb vom Rhein zurückgezogen, weil der Innenminister fängst die Aufgaben der französischen Bajonette übernommen habe. Seine Partei fürchte nicht die starke Faust des Innenministers, der mit seinem Waffenarsenal gestern einen Fastnachtsscherz aufgeführt habe. Die gezeigten Waffen stammten von Lodspiteln. Abg. Enz- Barmen( Soz.): Die unglaubliche Zahl der Roheitsbelifte der Nationalsozialisten ist gerichtsnotorisch, aber es ist zwecklos, mit Herrn Kaufmann dar. über zu diskutieren. Ebenso zwecklos ist es, sich mit den Deutsch nationalen über den Young- Plan und über das Boltsbegehren auseinanderzusetzen. In der Auseinandersetzung über diese Frage haben hier eine Reihe von Vertretern verschiedener Parteien eine fehr tomische Rolle gespielt. Ich erinnere nur an die Ausführungen bes Herrn Dr. Boehm von der Boltspartei und an den Wirtschaftsparteiler Hestermann. Mehr als alles andere fennzeichnet den moralischen Tiefstand der politischen Auffaffung das Gelächter, in das die rechte Seite des Hauses ausbrach, als der Minister gestern die Mordwassen der Nationalsozialisten zeigen ließ.( Unruhe rechts.) Diesen Waffen ist jeder anständige Bürger, jeder Republikaner ausgefeht. Wir begrüßen deshalb das energische Borgehen der Regierung. Es ist nicht meine Aufgabe, hier einzelne Fälle von Roheiten und Gewalttaten bes Stahlhelms vorzutragen. Diese Taten sind nur möglich durch die Sezarbeit der Führer der Rechts. rabifalen. Es ist deshalb notwendig, von der geistigen Einſtellung des Stahlhelms zu reden. Diese wird dadurch schon ge. nügend gefennzeichnet, daß er sich mit dem Fememörder Schultz in öffentlichen Kundgebungen solidarisiert. In Berlin ließ man bei einem limzug das Lied singen: Ebert an den Galgen, die Juden an die Wand, Die rote Front ins Zuchthaus, dann wird Ruhe im Land." Das ist zweifellos Aufforderung zu Gemalt= faten! Auch die Haßbotschaften des Stahlhelm liegen auf der felben Linie. Freilich hat man hinterher dem Herrn Reichspräfi benten mitgeteilt, daß das alles nicht so gemeint gewesen ist, daß Die Ziele des Stahlhelm mur auf legalem Wege erreicht merden sollen und daß es sich mur um Opposition gegen das parlamentarische System handelt. Berantwortliche Führer des Stahlhelm haben den eben verstorbenen Dr. Stresemann den Gerichtsvollzieher unserer auswärtigen Politit genannt und ganz offen damit gedroht, daß der Stahlhelm bei geeigneter Gelegenheit seinen Charakter als Abwehrverband beweisen werde, indem er auf die Straße geht und handgreiflich wird. Man hat die Parlamente Quaffelbuden und die Abausgesprochen, daß er eines Tages zum Reichstag fagen werde: geordneten Halunten genannt. Und Herr Seldte hat die Hoffnung Ich beurlaube euch. Ich habe unten eine Batterie auffahren lassen". Solche Aeußerungen beweisen, daß der Stahlhelm sich das Ziel gesetzt hat, die Berfaffung mit Gewalt zu beseitigen. In seinen amtlichen Nachrichten hat der Stahlhelm nach dem sogenannten Geländespiel von Langenberg allen Teilnehmern Dank und Anerkennung für die ausgezeichneten Leistungen ausgesprochen, die das wirksamste Bekenntnis für den Wehrgedanken seien. Es sei besonders wichtig, in der neutralen Zone troß des Verbots militärischer Betätigung Wehrsport zu treiben und die alten Soldaten tugenden zu festigen. Es war also ganz offenbar Abficht, durch dieses Manöver der Regierung außenpolitische Schwierigkeiten zu machen and innerpolitische Berwicklungen hervorzurufen. Man weiß nicht, ob es Dummheit oder Frechheit ist, wenn jetzt die Landsknechtsführer Seldte und Düsterberg in der Beschwerde an den Reichsmimster des Innern über das Berbot ihre Unschuld be: teuern. Sie reißen das Maul auf, wenn sie nicht gefaßt werden und feifen, wenn die Regierung mit starker Hand zupact. Wir begrüßen diefes Borgehen und wünschen mit dem Zentrum, daß es auch auf die Nationalsozialisten ausgedehnt wird.( Sehr gut! links.) Uebrigens beweist eine befannt gewordene vertrauliche Rund gebung des Stahlheim an die Landesführer, daß man jetzt auch lager ist Linz bezeichnet worden. Man will damit der faschisti intensive Berbindung nach Desterreich fucht. As Hauptsammel. schen Bewegung in Defterreich, den Heimwehren, zu Hilfe tommen. geber für dieje dunklen Ziele find.( Hört, hört! bei den S03) Uns ist bekannt, daß die Großkapitalisten Deutschlands die GeldEs ist nur merkwürdig, daß die verantwortlichen Leute, sobald fie im Parlament darüber sprechen, sich auf die Reichsverfassung und auf die darin gewährleistete politische Meinungsfreiheit berufen. Sie Republikanern den Krieg. zu erklären und feifen, wenn sie gestellt werden. Das sind Errungenschaften, die ein guter deutscher Mann mit Feigheit und hinterlist bezeichnet.( Sehr gut! bei den Soz.) Aber den Herren müßt alles nichts. Das Beweismaterial, das wir in Händen haben, zeigt, daß der Stahlhelm in feiner geistigen Berfassung und seinem Charakter nach eine Organisation ist, die auf dem Grundsatz der Gewalt gegen die Republik aufgebaut ist. Darauf fommt es an. Deshalb ist auch ein Vergleich mit dem Reichsbanner völlig unzulässig. Das Reichsbanner ist gegründet worden, um der Gemalt des Stahlhelm im politischen Leben ent gegenzutreten. Daß das Reichsbanner diesen Zwed erfüllt hat, regt Sie so auf und erklärt Ihr ganzes Verhalten. Wir sind stolz darauf, daß 9 Millionen Wähler hinter uns stehen. Und die Herren von rechts dürfen sich darauf verlassen, daß wir noch eine ganz erfleckliche Zahl Mitstreiter in unserer Werbewoche hinzuholen werden. Wir begrüßen das feste zupacken der Regierung und wir unterstügen es.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) 2fbg. Dr. von Winterfeldt( Dnat) gibt eine Erklärung ab, aus der hervorgeht, daß die deutschnationale Frattion den Staats WERTHEIM Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Or. Sillck Ill Stick Silick 10 gerfishof anrufen wirb gegen bas Berbot ber Regierung an die Beamten, fich für das Boltsbegehren einzuzeichnen. Dieses Berbot sei nur ein plumper Einschüchterungsversuch. Abg. Meistermann( 3.) meint, daß es den Deutschnationalen bei der Behandlung des Sflaret- Falles nur darauf antame, dem per haßten Staat alles in die Schuhe zu schieben. Keine Partei sei gegen unsaubere Elemente gefeit. Abg. Nuschte( Dem.) erklärt, daß sich nicht diskutieren lasse. menn Herr Steuer behauptet, er vertrete nationale Interessen und Erscheinungen wie im Fall Stlaret um Nahmirkungen der Inflation, die Republikaner ein System der Korruption. Es handele sich bei die unabhängig vom politischen System find. Korruption gebe es auch bei den Deutschnationalen, er erinnere mur an den Abg. Bruhn. Abg. Ladendorff( Wirtschaftspartei) macht die Einführung des sozialistischen Wirtschaftssystems in den Kommunen dafür verant mortlich, daß sich Sflared Fälle ereignen tönnen. Es sei notwendig, sich nur auf die Regelung des öffentlichen Bedarfs erstrecken. einen solchen Saustall auszuräumen. Die Kommunalisierung dürfe Abg. Kohl( Boltsrechtspartei) bezeichnet den Young- Plan als ebenso untragbar wie den Dames- Plan, aber das Boltsbegehren sei der Beamten nicht angetastet werden. Ratastrophenpolitit. Seine Freunde seien dafür, daß die Grundrechte das Verbot des Stahlhelm. Die Liebedienerei der MiAbg. Dr. Ponfid( Christl. Nat. Bauernpartei) wendet sich gegen nister gegenüber dem Auslande habe Formen an. genommen, die man als würdelos bezeichnen müsse.( Ordnungsruf des Präsidenten.) erklärt Abg. Kube( Nat.- Soz.), daß er die Behauptung des InnenDamit schließt die Aussprache.-In persönlicher Bemerkung ministers, er führe den politischen Kampf mit Berdächtigungen seiner Gegner, zurückweise. Er sei erst in einen Prozeß verwidelt worden, Nationalsozialisten, sondern ein Dr. Braun aus Bremerhaven habe den jezt der Innenminister gegen ihn angestrengt habe. Nicht mitgeteilt, daß der Innenminister dort betrunken gewesen sei. Nach dem Schlußwort des Abg. Lindner( Dnat.) zu den deutschnationalen Anträgen ertlärt Staatssekretär Abegg zu der persön lichen Bemerkung des Abg. Kube namens des Innenministers, daß sich der vom Abg. Kube erwähnte Zwischenfall weder in Bremen noch in Bremerhaven abgespielt habe und daß der Innenminister erwägen wird, nicht nur gegen Abg. Kube, sondern auch reg. leiten, das ja volle Klarheit bringen werde. dessen Gewährsmann Dr. Braun ein Strafperfahren einzuEin von den Kommunisten vorgelegter Gefeßentwurf über Aenderungen der zur Auflösung der Familiengüter und der Hausvermögen ergangenen Gejezze und Verordnungen wird dem Rechtsausschuß überwiesen. Die nächste Sigung findet am Mittwoch, dem 23. Oftober ftatt. Tagesordnung: Abstimmung über die von den DeutschAbstimmungen beginnen um 2 Uhr. nationalen gestellten Anträge und über das Mißtrauensvotum. Die Tagung des Republikanischen Studentenbundes. Bom 24. bis 27. Ottober d I. hält der Bund auf Burg Vauenstein( Obfr.) eine bedeutsame Arbeitstagung. Es werden hierbei sprechen: Geheimrat 2erebne, Agrarreform"! Prof. Meujel, Das Grundeigentum"; Staatsfeftetär Strüger, Innere Kolonisation"; Dr. Adolf Damajchte, Bodenreform". Oberbürgermeister Luppe wird hier sprechen über Republif und Akademifer. Die Tagung endet mit einer gemeinsam mit dem Reichsbanner SchwarzRot- Gold veranstalteten öffentlichen Kundgebung, für die Oberpräsident Hörsing und Regierungsassessor Kolb als Redner gewonnen sind. ( Gewerkschaftliches fiche 3. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer: Wirtschaft: G. Klingelhöfez; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. B. Döscher; gotales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin G. 68. Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen, Unterhaltung und Biffen und Stadtbeilaget Stlick Gr.IV Stick 10 10 Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisches Fleisch .Pfund 0.85 Kalbskamm u.-Brust Kalbsnierenbraten...... Pfund 0.94 Kalbskeule ganz u. geteilt, bis 9 Pid., Pid. 1.05 Kalbsschnitzel Pfund 2.10 Querrippe Ptd. 0.80 Gulasch Pid. 0.95 Rinderkamm u.-Brust Pfund 0.85 Rindfleisch mit Knochen 1.10 Pfund Knoch. 1.30 ohne Roastbeef mit Knochen....... Pfund 1.10 Frische Rinderzungen... Pfund 1.20 ..Plund 0.85 Rücken mit Bellage, Pfund 1.24 Blatt mit Bellage, Plund 1.26 Schweineschinken mit Beilage, Pfund 1.30 Gehacktes Schweinebauch Schweinekamm Kahler mild gesalzen .... Pfund 1.28 Prima Gefrierfleisch Hammelrücken Pfund 0.88 Pland 0.94 Hammelvorderfleisch Rinderkamm u. Brust... Pfund 0.80 Konserven 1 Dose 1 Dose Br.-u. Schnittbohn. 0.57| Stg.- Spargel extra stark 3.10 Stg.- Wachsbohnen 0.92 Pflaumen. Haushalt- Gemüse 0.80 Gem. Gemüse mittelfein 1.10 Junge Erbsen... 0.70 Kaiserschoten... 1.65 Jg. Erbsen at Karettes 0.70 Kohlrabi mit Grün 0.65 Bruchspargel mittel 2.75 Stg.- Spargel mittel 2.90 ... 0.65 Mirabellen..... 1.00 Saure Kirschen mit Stel 1.10 Pfirsiche kalifornische 1.45 Senfgurken 2 kg- D. 1.80 Würstchen 5 Paar 0.95 Sardinen Bese 0.36 0.45 Heringe nerweg., in Tomaten 0.68 Konfitürelmer Pflaumen 0.92 Orange 1.00 Aprikos. LIO Kirsch L20 Erdbeer L40 Ananas 1.45 Weintrauben Pfund 0.18 Möhren gewaschen. 0.05 Weißkohl.. ... Pfund 0.05 Obst u. Gemüse Preiselbeeren 5 Pid. 0.85 Kochäpfel 3 Pfund 0.28 Kochbirnen 3 Pfund 0.28 Holl, GraubirnenPt. 0,18. Tafelbirn, Beurre blane 0.20 Gewürzbirnen Pfd. 0.20 Baumann- Renetten 0.18 Goldparmänen Ptd. 0.20 Fr. Ananas Pfd. v. 0,95 an Winterkartoffeln Rot- Wirsingkohl 0.08 Blumenkohl Kopf v. 0.10 an Zwiebeln 2 Pfund 0.15 Sellerie... Pfund 0.22 Märk. Rübchen Pfd. 0.25 Grüne Bohnen Pfd. 0.25 Zentner von 3.25 an Zusendung in Groß- Berlin per Zentner 0.50, Sackpland 0.50 Wurstwaren Zervelat u. Salami 1,80 Speck fett... Plund 1.35 Schinkenspeck Prd. 2,05 Dampfwurst. Pfund 0.95| Feine Leberwurst. 1.80 Sülz- u. Rotwurst Ptd. 1,10 Wien. Würstchen Pid.1.20 Hausm.Leberwurst 1.25 Fleischwurst Pfund 1,25 Mettwurst( Br. Art). 1.45 Jagdwurst.. Pfund 1.45 Mettwurst gekochte 1.55 Filet- u.Schinkenw. 1.65 Plockwurst westf., Pid. 1.65 Königstr. Insenthaler Str. Moritzpl: Landleberwurst Pid.0.95 Berl. Mettwurst Pfd. 1.15 Polnische Wurst Ptd. 1,45 Bierwurst... Pfund 1.45 Wein Preise für 4. Flasche, ohne Glas 1928 Wöllsteiner milder Tischwein 0.88 1928 Dürkheimer Portugieser milder Rotwein 0.95 1928 Heßlocher Berg saftiger Rheinhesse. 1.20 1926 Niersteiner fein entwickelt 1.40 1.60 9 1921 Grand Poujeaux suffiger Bordeaux 1928 Edigerer Sonnenseit spritziger Mosel.. 1.60 1927. Niersteiner Domtal fruchtig, würzig.... 2.00 Ruster Gold suc....- Liter- Tokajerflasche 1.20 Malaga Gold u. Wermut ,, Evisa" 1.40 Deutsch. Weinbrand**. Halb& Halb mit Plasche 3.80 Renetten- Apfelwein süddeutscher. vom Fab, Liter 0.58 Johannisbeerwein sup, reintönig.. vom Faß, Liter 0.80 Tarragona Special kraft. Qualität.. vom Paß, Liter 1.10 Jamaika- Rum- Verschnitt..... vom Fab, Liter 4.50 Holländische Blumenzwiebeln Hyazinthen Gr. 10 0.70 6.75 0.50 4.75 Stück Gr. 0.30 2.75 0.22 stuck 1.90 Stück Stück einfache Narzissen 10 Stück Stuck 0.10 S 0.95 gefüllte 0.25 10 1.10 2 Stück Stück Wintergarten Kakteen- Schau reichhaltige Sort, Topf von 0.35 an Leipziger Str.: Kolonialwaren Bruch- Reis großkörnig 0.20 Amerik. Reis Pfund 0.30 Linsen... Pfund 0.20 Viktoria- Erbsen 0.24 Gelbe Erbsen Pfund 0.32 Weiße Bohnen Pid. 0.32 Kartoffelmehl Ptd. 0.20 Auszugmehl Pfund 0.24 Gem. Backobst Pfd. 0.48 Amerik. Ringäpfel 0.62 Bosn, Pflaumen a. st. 0.68 Kalif. Aprikosen Pfd. 0.85 Ital. Makkaroni Prd 0.75 Ital. Spaghetti Pfd. 0.75 Kontitüren Olympia- Kakao Pid. 0.90 Speculatius Pfund 1.20 Gold- Bonbons Pfand 0.70 Vollmilch- Schokolade Tafel à 100 Gramm 0.23 Kattee elgene Rösierel Konsum- Misch, Ptd. 2.10 Haushalt- Misch.Ptd 2.60 Sonder- Misch, Pfund 3.00 Olympia- Misch, Pfd. 3.40 Globus- Misch, Pfund 3.80 Residenz- Misch.Pfd 4.20 Camembert Verkauf in allen 4 Geschäften Käse u. Fette 0.23 vollfett, Schachtel Emmenthaler volltett, Schacht, 6 Portion. 0.75 Limburger 0.58. 1.10 HolländerPtd. 0.72 1.10 u. Steinbuscher volifett 1.00 Edamer Pid. 0.78 u. 1.10 Tilsiter Art ohne Rinde, Pfd. 0.78 Tilsiter vollt., Ptd. v. 0.95 Münster volltett, Pfund 1.15 Schweizer Art ohne Rinde, Did. 1.15 Schweizer, dän., Pfd. 0.95 bayer., vollfett, von 1.28 Margarine Pfund 0,50 Kokosfett Pid.- Tafel 0.50 Kalbsnierenfett 1 Pfund- Tafel 0.68 Molkereibutter Pfund 1.82 Grasbutter... Pfund 1.92 Tafelbutter... Pfd. 2.10 Dän. Butter billigst Räucherwaren Fettbücklinge 0.38 0.45 Kieler Bücklinge I 0.48 Fleckheringe Ptund 0.62 Bundaale Bund v. 0.28 am Spickaale. Pfund 2.55 an Lachs in Stücken billigst Geflügel u. Wild Pfund von 1.05 an Tauben...... Stück von 0.68 an Suppenhühner frische.. Pfund von 0.88 an Bratgänse I Brathühner Enten.... Rebhühner .. .Pfund von 1.10 an .Pfund von 1.25 an Stück von 1.05 an Hirsch- u. Gänsefleisch billigst Fische Schellfische Goldbarse ohne Kop! .Pfund 0.38 Pfund 0.34 an Tee Kabeljau ohne Kopf, ganze Fische, Plund 0.38 Zander gefroren.. Pfund von 0.58 a Ceylon II. Pfund 1.25 14 Grüne Heringe feine dänische Indien...%. Pfund 1:55 3 Pfund 0.55 0.65 China Lebende Karpfen. ... Plund 1.70 Pfund von 1.10 an Fischfilet billigst Ceylon....% Pfand 1,85 Darjeeling Pland 2.00 31. Beilage des Vorwärts Rr. 489 46. Jahrgang Radau im Rathaus. Kommunisten toben Deutschnationale freuen sich. werden kann. Herr Steiniger, früherer Kämmerer von Berlin und derzeitiger deutschnationaler Stadtverordneter, hat wenigstens solche Angstzustände schon in Flugblättern offenbart. Genosse Gut schmidt schloß: Herr Steiniger ermahnt seine Gesinnungsgenossen, gegen die rote Macht" zu arbeiten und nicht zu Hause zu bleiben; nun wohlan, die Sozialdemokraten werden in kürzester Zeit dafür sorgen. daß recht viele Deutschnationale am 17. November zu Hause bleiben!( Lebhaftes Bravo! bei den Soz.) Das Brandunglüd am Kurfürstendamm, bei dem drei Feuerwehrbeamte ums Leben tamen und 12 andere schwer verunglückten, gab damals der sozialdemokratischen Fraktion Anlaß, folgenden Antrag einzubringen: Abrechnung mit den Kommunisten hielten gestern in der Stadt| daß ihnen die Gemeinwirtschaft als rote Macht" sehr gefährlich verordnetenversammlung wieder die Sozialdemokraten. Bei der Fortsetzung der in der vorigen Sißung abgebrochenen Debatte über den Wohnungsbau der Stadt nahm unser Genosse Gutschmidt das Wort, um sinnlose Angriffe gegen die Gehag zurückzuweisen. Aus den Erfolgen der Gehag erklärte er den Haß, mit dem Kommunisten und Deutschnationale die Arbeit dieses gemeinnüßigen Unternehmens herabzusehen sich bemühen. Nachher gab es eine erregte Debatte über eine neue Kor= ruptions affäre, die aus dem Berufsschulmesen gemeldet worden ist. Der Kommunist Lange hatte sie mit dem üblichen Geschrei in der Roten Fahne" auf seinem Gäbelchen ausgespießt, und die sozialdemokratische Fraktion fordert nun in einer an den Magistrat gerichteten Anfrage die dringend notwendige Aufklärung über die beschuldigten Fortbildungsschuldirektoren und behauptet, daß fie Demokraten seien. Aber Herr Lange und die Rote Fahne" brauchten einen Sozialdemokraten und so mußte diesmal Stadtschulrat Nydahl als der Schulbige" hingestellt werden, der die Sache habe ,, vertuschen" wollen. Unser Genosse Flatau tennzeichnete dieses Treiben gebührend. Schon hierbei ergingen sich die Kommunisten in lärmenden Zwischenrufen. Im legten Teil der Debatte aber brachten sie wieder die gewohnten Radaufzenen zustande, ohne die sie den Abend für verloren gehalten hätten. Die Deutschnationalen freuten sich darüber, mie immer, menn Kommunisten gegen Sozialdemokraten wüten. Im Haß Im Haß gegen die Sozialdemokratie findet sich die Einheitsfront der Deutsch nationalen und Kommunisten immer wieder zusammen. Ein Dringlichkeitsantrag der Kommunisten erhebt Brotest gegen das von der Reichsregierung beabsichtigte 3ünd holzmonopol und fordert den Magistrat auf, die zuständigen Stellen auf die Auswirkungen der bevorstehenden Preiserhöhungen hinzuweisen. In der Debatte über die Anfrage der Kommunisten betreffend Durchführung des zusätzlichen Wohnungsbaues fprach nach den Stadtverordneten Fedler( Dnat.) und Weber( Dem.) Genoffe Gufschmidt. Er polemifierte gegen die Kommunisten, wobei diese nicht gerade porteilhaft megfamen. So zum Beispiel: Die Großsiedlung der Geha g" in Brig wird von den Kommuniften als Bonzendorf" bezeichnet und des öfteren in Flugblättern angegriffen. Man macht der wohnungbauenden Gehag ben Borwurf, mur Wohnungen fertigzustellen, die zu groß und zu teuer und für Arbeiter" nicht beziehbar seien. Dabei rechnet die Rote Fahne Handwerker und Witwen nicht zu den Arbeitern. Schallendes Gelächter löfte es in der Versammlung aus als Genosse Gutschmidt mitteilte, " daß der eines der Flugblätter verantwortlich zeichende Reichstagsabgeordnete Beutling fich felbst bei der Gehag um eine Wohnung in der von ihm befehdeten Siedlung„ Bonzendorf" beworben habe. ,, Das am 28. August 1929 am Kurfürstendamm 178 geschehene Brandunglück hat drei Feuerwehrleuten das Leben getostet und acht weitere Beamte sind dabei verlegt worden. Wir fragen an: 1. Worauf ist dieser so verhängnisvolle Ausgang eines an sich nicht bedeutenden Brandes zurückzuführen? 2. Welche Vorkehrungen gedenkt der Magistrat zu treffen, um das Leben der Beamten mehr als bisher vor solchen Katastrophen zu schützen. 3. Welche Vorsorge hat der Magistrat getroffen, um die Hinterbliebenen vor Not zu schützen?" Hinterbliebenen gefordert, die Kommunist en verlangten eine Die Demokraten hatten besondere Zuwendungen an die Erweiterung der Befugnisse der Feuerwehr in der Richtung der Kontrolle von Bauten. Genoffe Urich fragte, ob es wahr fei, daß, wie behauptet wird, die Feuerwehr zu spät am Brandherd einMusterschule in Köpenick. Berlins Aufbauarbeit im Schulwesen darf jetzt vorbildlich genannt werden. Unter Führung der Sozialdemokratie wird mit Eifer die innere und äußere Weiterentwidlung ber Bolfsschulen, der mittleren Schulen und der höheren Schulen gefördert. Anappheit der Geldmittel erschwert und verlangsamt leider die wünschenswerte Erneuerung veralteter Schulbauten. Wo Zu den Bohmungsbewerbern bei der Gebag", der von den Gemertschaften gegründeten gemeinnüßigen Wohnungsbaugesellschaft, gehört auch Herr Rintorf, Mitglied der Kommunistischen Partei. ( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten und den anderen Parteien.)| aber neue Schulhäuser geschaffen werden, sind sie ausgestattet mit Genoffe Gutschmidt rechnete dann noch mit den deutschnatio: den Einrichtungen, die dem Fortschritt der Schulbau nalen Sachverständigen" in den städtischen Körperschaften ab tech nit entsprechen. Ein moderner Schulbau dieser Art ist das und bewies, daß, wenn schon Stadtverordnete Intereffenpolitit tehnit neue Heim des Dorotheenlyzeums in Röpenid, dessen Grundstück an der Berliner Straße liegt und von der Spree begrenzt wird. Das jetzt fertig gewordene Schulhaus, das schon in seinem Aeußeren gar nicht an die Schulhäuser der alten Art erinnert, ist wieder ein Denkmal sozialdemokratischen Schaffens. treiben, es die deutschnationalen Privatarchitekten sein tönnen, die allein für sich arbeiten, während doch beispielsweise der Vertreter der„ Gehag" die Interessen von Tausenden von Arbeitern und Angestellten wahrnimmt. Unsere Gegner rechts und links haben gemerkt, daß die Sozialdemokraten auf dem rechten Wege sind und Johann Komáromi: 6] He, Kosaken! Caus dem Ungarischen von Cllexander von Sacher Maroch Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin. Mehrere Leute hörten, wie Antal Turbis zweimal als Antwort vor sich hin murmelte: ich weiß, Frau, ich weiß... Und vor zwei Tagen als Antal Turbis aus dem Wirtshaus heimging, stand plöglich in der Nähe des Glockenstuhles ein Mann ohne Kopf vor ihm und ging immer einen Schritt vor ihm bleibend nach rüdwärts. Denn Turbis versuchte ihn mit der verkehrten Linten eins zu verseßen. Als ihm das in seiner großen Angst endlich gelang, fiel der geföpfte Kerl der Länge nach zu Boden, und es blieben an seiner Stelle nur zwei Sad voll Asche übrig. Noch in der gleichen Nacht tanzten Teufel unter Turbis Fenstern, schlugen flirrend gegen die Fensterscheiben, und während der zur Salzsäule erstarrte Antal drinnen betete, lockten ihn die Teufel unentwegt: tomm heraus! tomm heraus! Diese Geschehnisse erfüllten mich mit großer Furcht, und ich schluchzte still vor mich hin. Als mir der Gedante tam, daß die tote Frau Turbis sich vielleicht auch hierher verirren tönnte, stoďte mir der Atem... Da hörte ich Schritte aus der Richtung der Wehr. Energische, feste Schritte. Der Obertofat fonnte es nicht sein, denn der war zu Pferde. Ich steckte vorsichtig den Kopf heraus. Droben, vor der Behr, näherte fich niemand anderer als Josef Baczal, nach welchem der Obertojat nun schon seit Tagen wie nach einer Stecknadel fahndete. Bie mich das freute! " Grüß Gott, Ontel Josef", rief ich freudestrahlend. Er blieb vor der Hütte stehen, sein Kopf reichte fast bis ans Dach heran: ,, Servus, Junge! Bist du allein?" Jawohl. Onkel Josef, moher belieben Sie zu kommen?" Woher?" und seine Stimme schwoll an vor Ueberlegenheit. ,, Nun, aus der großen, weiten Welt, wie gewöhnlich. Und jetzt bleiben Sie daheim, Ontel Josef?" Ja." Er sah sich im Regen um, hob seine Nase dem Wind entgegen und starrte, die Fäuste in den Taschen vergraben, zum Röhricht hinüber. Nach einer Weile wandte er sich um: ,, Wie ich höre, sucht mich dein Großvater..." Ich antwortete nicht. Ich ahnte nämlich, weshalb ihn der Alte so sehr suschte. Er sagte noch etwas, aber es schien, als stellte er sich selbst die Frage: ,, Ich weiß nicht, was er von mir will, daß ich ihm auf einmal so wichtig geworden bin. Und indem er dem Herbststurm standhaft entgegensah, begann er wohlgelaunt zu pfeifen. Ich betrachtete den pudelnaffen Gesellen, wie er da vor der Hütte stand, die Fäuste in den Taschen. Er war ein hoch aufgeschossener, etwas vornüber gebeugter Kerl und trug den Stoffhut, der feine Krempe hatte, hinten über das Ohr gefchoben. Er stand da in einem vielfach geflicten, hinten an zwei Stellen zerrissenen furzen Rock, auf den Beinen trug er vollkommen verblaßte Soldatenhosen und als deren Fortsehung schaftlose Stiefel. Die beiden Schäfte hatte nämlich Josef Baczal schon im Vorjahre abgeschnitten und irgendwo pertrunken. Sein Gesicht war von slowakischem Typ, die Augen standen weit auseinander, und während er, mit den Händen in den Taschen, vor sich hinträllerte, praffelte der Regen auf sein Gesicht hernieder. Ich bestaunte die engen Hondedbeinkleider, die in der Mitte der Baden endeten weiter unten, bis zum Beginn der schaftlosen Stiefel, waren die metallfarbenen Beine Josef Baczals sichtbar, von dichten Haaren überwuchert. Er sah mich aus den Augenwinkeln an: ,, Du gudst meine Hosen an? Bei Gott, sie halten wader stand." Waren Sie auch Soldat? Ontel Josef?" fragte ich arglos. Josef Paczal mieherte unterdrückt: Ob ich Soldat? Ich habe ja nicht Schuhwichs gegessen, um drei Jahre lang den Ranzen zu schleppen! Ich bin ein freier Bursche, mein Söhnchen!" Der Regen praffelte weiter auf ihn nieder und floß von feinem rotgegerbten Halse auf seine Brust und seinen Bauch herunter. Er trillerte noch eine Zeitlang vor sich hin, dann fah er mich an, aus den Augenmiteln: ,, Weißt du denn überhaupt, Kind, unter welchen Voraussetzungen die Soldaten doktoren einen zu den Husaren oder zur Infanterie einreihen?" Ich weiß es nicht, Onkel Josef", beeilte ich mich zu antworten. Denn über soldatische Dinge hörte ich für mein Leben gern erzählen. Freitag, 18. Oftober 1929 getroffen ist und ob Wassermangel vorgelegen hat? Urich fragte weiter, ob es an der Konstruktion des Baues gelegen habe, daß der Brand so verheerende Folgen hatte. Stadtrat Genosse Ahrens ver= neinte die ersten beiden Fragen. Seit vier Jahren war die Berliner Feuerwehr von großen Unglücksfällen verschont, erst in diesem Jahr sind wieder Feuerwehrleute ihrem schweren Beruf zum Opfer gefallen. Der Brand am Kurfürstendamm sei ein an sich normaler Brand gewesen, der nur durch die veraltete Konstruktionsart der Decke im vierten Stock so schwerwiegende Folgen hatte. Leider ist die Hängefonstruktion" noch heute zulässig, aber die Feuerwehr wird die Häuser mit solchen Deckenkonstruktionen fenntlich machen, um die Feuerwehr von Anfang an zu warnen. Für die Hinterbliebenen sei nach Maßgabe der bestehenden Bedingungen gesorgt, besondere Unterstügungen würden aus Etatmitteln und Stiftungen gegeben. Die Baupolizei sei bestrebt, mit der Feuerwehr Hand in Hand zu arbeiten. Genoffe Urich bat den Kämmerer, bei der Festsetzung des neuen Etats die Mittel für die technische Ausgestaltung der Feuerwehr nicht zu streichen. Der Redner betonte die Notwendigkeit des Schuzes von Leben und Gesundheit der Feuerwehrmänner. Die Anträge wurden angenommen. In einer Anfrage nahmen die Sozialdemokraten Bezug auf einen Artikel der Roten Fahne", der Angriffe gegen das Berufsschulwesen enthielt; an den Magistrat werden eine Anzahl Fragen gerichtet. Genoffe Flatau legte flar, um was es sich handelte: der Werkmeisterverband hatte Berufsschulturse durch städtische Berufsschullehrer einrichten laffen, und diese Lehrer und der Schuldirektor hätten sich dafür unberechtigterweise beahlen lassen. Der Rebner nannte dieses Verfahren zum mindesten sehr ungewöhnlich und betonte, daß die Sozialdemokraten und insbesondere er selbst als Vorfizender des AfA- Ortskartells alles Interesse an einer völligen Klarstellung hätten. Deshalb seien auch die Unterstellungen der Kommunisten und ihrer Presse in dieser Hinsicht halt los. Die Schulverwaltung soll Auskunft über alles geben. Stadträtin Kausler( Dnat.) stellte in Vertretung des Stadtschulrates Nydahl fest, daß allerdings vom Wertmeisterverband in verschiedenen Handwerkerschulen Kurse eingerichtet wurden, daß er dabei die Hilfe der Lehrer und Direktoren fand, daß aber die Schulverwaltung feine Mitteilung erhielt und daß deswegen gegen Lehrpersonen das Disziplinarverfahren eröffnet sei. Der Kommunist Lange behauptete, Stadtschulrat Nydahl habe die Angelegenheit bewußt an fratischen Schulleitern angerichteten Mist von das Handelsministerium weitergegeben, um den von demobem of ratischen Ministerialbeamten zudecken zu laffen!" Selbstverständlich kehrte Lange die ganze Angelegen heit wieder gegen die Sozialdemokraten, denen er alles mögliche anhing. Genoffe Flatau stellte an den Magistrat die Frage, ob er es bei den mageren Erklärungan der Stadträtin Kausler bewenden lassen oder ob er nicht zu den ungeheuerlichen Anschuldigungen des Lange irgendwie Stellung nehmen wolle? Stadträtin Kausler be tonte, daß die Aften feine Anhaltspunkte für nicht einwandfreies Berhalten des Stadtschulrates enthielten. Während der Verhandlung der Anfrage wegen der Vorgänge im Berufsschulwesen fam es zu Krawallizenen der Kommunisten. Die Kommunisten, unter Anführung ihres fattsam bekannten Friz Lange Neukölln, hatten sich insbesondere unseren Genossen Urich aufs Korn genommen. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß der verlorengegangene fommunistische Rohrlegerstreit, der an dem gewerkschaftlich einwandfreien Berhalten der im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Rohrleger scheitern mußte, die Veranlassung zu der Nervosität bei den Kommu misten gab. Als schließlich Genoffe Urich sich in längeren Aus führungen gegen die Kommunisten wandte, erreichte der Lärm seinen Höhepunkt. Genosse Urich sagte den Kommunisten, daß fie feine Beranlassung hätten, über Korruption zu schreien, folange sie sich noch gewisse Mitglieder in ihren Reihen gefallen ließen. Dem Stadt verordneten Wisnewsti sagte Genosse Urich: ,, Ein Mann, der, wie er selbst zugibt, einmal bei Sflaret war und dann hinterher einen gegen die Kleidervertriebsgesellschaft eingebrachten Antrag im Bezirk Mitte wieder zurückzog, hat fein Recht, hier so aufzutreten." Die Kommunisten, die unseren Genossen Urich fortgefeßt als Streitbrecher beschimpft hatten, mußten sich von Ürich sagen lassen, daß jetzt Leute die Berichte aus der Stadtverordnetenversammlung für die ,, Rote Fahne" machten, die noch vor wenigen Jahren als Streit brecher aus den Betrieben gejagt wurden. Damals handelte es fich allerdings im Gegensatz zu dem jetzigen Rohrlegerstreit um einen ,, Nun, die Voraussetzungen sind diese: Es handelt sich jeweils darum, wie die Ferse des Rekruten steht. Dessen Ferse nach rückwärts steht, der wird Husar, weil er gerade in die Steigbügel hineinpaßt. Derjenige aber, dessen Ferje gerade steht, fann nur mehr in die gemeine Infanterie aufgenommen werden, weil er gut marschieren fann..." ,, Und wenn mal einer da ist, dessen Ferse nach vorn steht, was geschieht mit diesem?" fragte ich ungeschickt. Josef Baczal dachte nach. Ich weiß nicht, ob es je einen Dienstpflichtigen gegeben. hat, der solche Fersen hatte. Wenn aber ja, dann wurde er sicher zu den Fuhrwesern geſtedt.. Er schwieg, als wäre er selbst nicht ganz mit dieser Antwort zufrieden. Er zwirbelte seinen Schnurrbart und mur melte vor sich hin. Der Wind faufte noch immer, das Schilf ringsum wogte und flüsterte, aber der Regen schien nachzulassen. Ich warf ein paar Zweige aufs Feuer. Es mochte um die Mittagszeit fein. Und auf einmal versuchten die Wolken sich drüben über den Unger Bergen zu lichten, und in Handtellerbreite schimmerte das helle Blau des Himmels durch, als wäre der Himmel geborsten. Und unerwartet tauchten auch die Kosaten auf, wie sie das schwere Neh hinter sich her schleppten und durch. den Moorgrund stampfend ein seltsam langgezogenes Lied fangen. Vielleicht aber irrte ich mich und es war nur das Rauschen des Schilfmeeres. Wieder hörten wir ein, zwei Schreie aus der unbekannten Ferne, als riefe irgendeine ertrinkende Seele um Hilfe. Fern, sehr fern, schien es, als tauchten die Wälder von Lazony auf, in deren Tiefe es zahle lose Herden gibt, unter Georg Bajdas Oberbefehl. Linfer Hand tauchte einige furze Bausen lang die Ebene von Mézpest auf. In ihrer Mitte standen Ziehbrunnen, und im Kreise um den langen Brunnenarm stand die Pferdeherde zusammengedrängt und die Tiere legten die Köpfe einander über die Nacken. Am drüberen Rande der Ebene trauerten tahle Weiden, aber so fern, daß sie vielleicht nur in Gedanken da maren. Dort mußte der Oberfosal irgendwo lagern. Dann schlossen sich die Wolfen genau so plöglich, und. ringsum wurde wieder alles finster. Wir fahen die Kojaken nicht, die Wälder von Lazony verschwanden, die Ebene von Nézpeft mit ihren Ziehbrunnen ging unter. Nur das Röhricht wogte und der Regen praffelte in das Antlig der Gewässer. ( Fortseßung folgt.) von den freigewerkschaftlich Organisierten geführten Streit. Urich betonte auch, daß ihm auch Leute wie der Kommunist Repschläger nicht beleidigen könnten. Repschläger habe erst am 16. d. M. eine Ver mit unterſgreiben müſſen, den Kommunisten im Baugewerksbund und im Zimmererverband an gezettelten wilden Streit beim Verbandshausbau des Deutschen Metallarbeiterverbandes sang- und flanglos quittierte. ,, Solche Leute," betonte Urich noch einmal mit besonderem Nachdruck ,,, können mich nicht beleidigen." Die Kommunist en veranstalteten während der Ausführungen des Genossen Urich einen fürchterlichen Spettafel. Wisnewsti machte viele Worte über seinen zurückgezogenen Antrag gegen die Stlarets; daß er aber bei den Stlarets gewesen war, bestritt er nicht. Der Bevollmächtigte des Zimmererverbandes, Repschläger, brachte es fertig, die von ihm unterschriebene Verurteilung des wilden Streits zu verteidigen. So sehen die kommunistischen Helden in der Berliner Stadtverordnetenversammlung aus. Die sozialdemokratische Fraktion hat folgenden Antrag eingebracht: " Berträge, durch die die Stadt zu Leistungen irgendwelcher Art über das laufende Rechnungsjahr hinaus verpflichtet werden soll oder durch die die Stadt über das laufende Rechnungsjahr hinaus Dritten Rechte zugesteht, unterliegen der Beschluß fassung durch die städtischen Körperschaften. Die vorstehenden Vorschriften gelten nicht für im Rahmen der laufenden Berwaltung abgeschlossene, ihrer Natur nach regelmäßig wiedertehrende Verträge." Mit Gas gegen die Ehefrau. Drei Jahre Zuchthaus wegen versuchten Mordes. Der 28jährige W., von Haus aus Schloffer, zurzeit Mufifer, hat in der Nacht vom 12. zum 13. Juli d. 3. 3 weimal hintereinander den Gashahn geöffnet, um feine schlafende Ehefrau schmerzlos in den ewigen Schlaf hinüberzuleiten. Das erftemal erwachte die Frau, das andere Mal führte er feine Abficht nicht ganz aus. Er hatte sich vor dem Landgericht III wegen verfuchten Mordes zu verantworten. Die Berhandlung enthüllte traurige eheliche Berhältnisse. Der junge Ehemann war von seiner Frau in der Ehe geschlechtlich angesteckt worden. Um seine Frau an Ordnung zu gewöhnen, verschaffte er sich durch das Wohnungsamt eine Wohnung, taufte schöne Möbel auf Abzahlung und hoffte nun, ein trautes Heim zu haben. Aber auch das muhte nichts. Die Streitigkeiten zwischen den Eheleuten hörten nicht auf. Da übermannte ihn eines Tages die Verzweiflung. Er öffnete den Gashahn, schloß die Fenster und entfernte sich. Erft um 7 Uhr morgens fehrte er in seine Behausung zurüd. Die Frau schlief. Nun legte er an das Gasrohr einen verlängerten Schlauch an und setzte diesen an das Schlüsselloch der Schlafzimmertür. Dann pacte ihn abermals die Reue. Er weckte mit Schlägen an die Tür seine Frau. Einige Tage Sarauf besuchte die Schwiegermutter ihren Schwiegersohn. Er flagte ihr sein Leid. Die Frau aber erzählte ihrer Mutter, was sich zugetragen hatte. Die Schwiegermutter bestand auf Anzeige bei der Polizei. Auf dem Revier erklärte sie: Ich will nicht anzeigen, meine Mutter verlangt es aber. Jetzt leben die Eheleute einträchtig beieinander. Die Frau sorgt für Ordnung. In der Gerichtsverhandlung verweigerten sowohl die Ehefrau als auch die Schwiegermutter ihre Aussagen. Der Sachverständige Dr. Leppmann fonnte nicht mit Bestimmtheit ſagen, ob dem Angeklagten im Augenblick der Tat die Ueberlegungsfähigkeit gefehlt habe. Der Staatsanwalt beantragte drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Das Gericht verurteilte den Musiker wegen versuchten Mordes zu drei Jahren 3uchthaus, gab aber schriftlich zu Protokoll, daß die vom Gericht erkannte Mindest strafe angesichts der Tat und der Persönlichkeit des Täters eine zu schwere sei und deshalb auf Gnadenwege in eine mildere Strafe umzuwandeln sei. Die Kredite der Stadtbank. Die Wer verhinderte die Kontrolle? 28 Eine der Haupffragen bei der Untersuchung im Falle| fönnen, und aus diesem Grunde wird bereits in den nächsten Tagen Stlaret drehte fich bisher darum, wer den Auftrag gegeben der jezige stellvertretende Bürgermeister des Bezirks Mitte, Oberhabe, die kontrolle der eingereichten Rech- magistratsrat Gordon, gehört werden, der die Geschäftsführung nungen zu unterlassen, die die Sklarets als Unter- Schneiders genau fennenzulernen Gelegenheit hatte. Außerdem lage für die Kredite der Stadtbant gegeben haben. Bei den sind, wie wir hören, bereits am gestrigen Tage von mehreren Begeftrigen Vernehmungen hat nun einer der Beteiligten, und girtsverordneten Beschwerden beim Oberpräsidium eingegangen, in zwar Abteilungsleiter Schröder, die sensationell wirkende denen ein disziplinares Vorgehen gegen Schneider verlangt wird. Auskunft gegeben, daß nicht er diese Maßnahme eingeführt habe, sondern sein Borgänger Hirsch, der frühere Abteilungsleiter bei der Danat- Bant, der in diesem Frühjahr gestorben ist. Unter Hirsch soll die Kontrolle bereits aufgehört haben, und Schröder habe im Sinne seines Borgängers weitergearbeitet. Db diese Angabe richtig ist, wird von Regierungsrat Tapolski noch weiter nachgeprüft, denn dem Disziplinaruntersuchungsrichter liegt ein Bericht Schröders aus dem Herbst 1929 por, in dem ausdrücklich dem Vorstand der Stadtbant gegenüber alle Maßnahmen aufgezählt werden, die veranlaßt worden waren, um eine Ueberschreitung der Kredite zu verhindern und die Stadtbank gegen Ausfälle zu sichern. Diese Darstellung wird allerdings von Direktor Schmitt nicht in dem oben wiedergegebenen Sinne voll bestätigt, der der Ansicht ist, daß, wenn wirklich bereits unter dem Abteilungsleiter Hirsch die Einstellung der Kontrolle vorgenommen worden wäre, Schröder bei der Uebernahme des Amtes bem Vorstand und der Direktion von dieser so wichtigen Maßnahme hätte Renntnis geben müssen Direktor Schmitt machte auch bei seinen Bernehmungen sehr interessante Mitteilungen über die Art und Weise, wie den Sflarets über jede Maßnahme der Stadtbant sofort von ihren Freunden Mitteilung gemacht worden sei. So habe er einmal gesprächsweise sich mit einem Bezirts bürgermeister darüber unterhalten, ob die Lieferungen der Stlarets auch alle in Ordnung gingen. Der Bürgermeister habe das bestätigt, aber schon zwei Tage später sei Mag Stlaret zu Direktor Schmitt gekommen, habe sich sehr erregt über dieses Gespräch geäußert und sich dahin ausgesprochen, daß er die Anfrage Schmitts an den Bürgermeister geradezu als einen Bruch des Bante geheimnisses betrachte. Stlaret verbat fich für die Folgezeit der artige Anfragen. Eines Tages habe die Direktion dem Kreditausschuß den Vorschlag gemacht, daß die Stadtbant von den Sflarets eine besondere Brorision für die Kredite verlangen müßte, wie das bei Privatbanken auch der Fall sei. Schon am nächsten Tage tam Sflaret wiederum zu Direktor Schmitt und erklärte, daß er auf feinen Fall eine solche Belastung übernehmen werde. In beiden Fällen ist also Stlaret von dem Inhalt der Gespräche Schmitts sofort benachrichtigt worden. Die Guspendierung des Bürgermeisters Schneider. Bürgermeister Schneider ist, wie bekannt, durch seinen augenblicklichen Disziplinarvorgefeßten, Bürgermeister Scholz, vorläufig suspendiert worden. Diese Maßnahme ist jedoch ein Provi forium, das, wie wir erfahren, sobald als möglich dadurch besorium, das, wie wir erfahren, sobald als möglich dadurch behoben werden soll, daß von der zuständigen Stelle, nämlich vom Oberpräsidenten, ein Disziplinarverfahren ein geleitet werden soll. Der Magistrat will jetzt Material sammeln, um dem Oberpräsidium die notwendigen Unterlagen geben zu Hotelbrand fordert sieben Opfer. Das ganze Haus völlig zerstört. Seattle( USA.), 17. Ottober. Herr Schneider versendet übrigens durch seinen Rechtsbeistand Justizrat Berthauer eine Ertlärung, in der er es für durchaus unrichtig bezeichnet, irgend etwas mit den strafbaren Handlungen der Gebrüder Stlaref zu tun zu haben. lau Das Berleumder- Gesindel. Die kommunistischen Pelzläuse haben mit unserer Genoffin Stadträtin Weyl großes Pech: erst sollte sie einen australischen Opossumpelz besitzen, jegt einen er 3. Genossin Weyl teilt uns mit, daß fie auch gegenüber dem neuesten Schwindel vom Nerzmantel an ihrer früheren Erklärung festhalten fann: weder Pennt sie die Sflarets, noch hat sie jemals von ihnen direkt oder indirett etwas erhalten oder bezogen. Genoffin Weyl ist zurzeit auf einer auswärtigen Tagung. Nach ihrer Rückkehr wird sie sich über dus weitere Vorgehen gegen die Berleumder schlüssig werden. Bezirksamt Kreuzberg padt zu. Die Nachtausgabe" vom 11. Ottober brachte im engen tertlichen Zusammenhange mit Mitteilungen über die Stlaret. Affäre eine Notiz, wonach das Bezirtsamt Kreuzberg eigens ,, mehrere handfeste Leute" angestellt hätte, die als„ in. auswerfer" die sich über Preis und Qualität der Stlaretschen Ware beschwerenden Unterstügungsempfänger aus dem Gebäude zu entfernen hätten. Diese Behauptung ist im ganzen Umfang un wahr. Gegen den verantwortlichen Redakteur der Nachtausgabe" wird vom Bürgermeister des Bezirks, Genossen Herz, nicht nur wegen übler Nachrede, sondern darüber hinaus wegen Bers le umdung Strafantrag gestellt. Ein Bergleich mit einer Notiz des„ Lokal- Anzeigers" ergibt, daß die Beziehung auf SflaretBeschwerden erst von der Redaktion der Nachtausgabe" hineingebracht worden ist. Die Staatsanwaltschaft wird ersucht, das Strafverfahren möglichst zu beschleunigen und auf baldige Herbeiführung des Hauptverhandlungstermins hinzuwirken. Vorgänge, die sich vor und nach dem Erscheinen des Artikels abspielten, legen bemerkt hierzu das Nachrichtenamt des Magistrats den Berdacht nahe, daß mit der Veröffentlichung von einer Seite, die sich durch die Stadt geschädigt glaubt, ein Drud auf die Organe des Bezirtsamts zur Durchsehung eines zurzeit vor Gericht anhängigen 1 Klageanspruchs ausgeübt werden sollte. Der Sachverhalt wird der Staatsanwaltschaft zur Prüfung übermittelt, ob ein strafrechtliches Einschreiten wegen versuchter Erpressung gegeben ist. Gegen die ,, Welt am Abend", die im Anschluß an die Notiz der Nachtausgabe" gegen den Wohlfahrtsdezernenten des Bezirkss amts Angriffe tn beschimpfender Form gerichtet hat, wird gleich falls Strafantrag gestellt. Der hier zugrundeliegende Sach verhalt ist bereits früher durch einen Ausschuß der Bezirksverfammlung als völlig einwandfrei flargestellt worden. Mit 150 Paffagieren in die Luft. Eine beabsichtigte Refordleistung des„ Do. X". Friedrichshafen, 17. Oftober. 1 Aufregung in der Potsdamer Straße. Feuer zerstört. Nach den bisherigen Ermittlungen find min- Flüge mit dem Großflugzeug Do. X" verhindert haben, find verLaftauto fährt in ein Schaufenster. Ein schlimmes Ende nahm gestern abend eine Diebesfahrt mit einem gestohlenen Last auto. Durch die Potsdamer Straße raste gegen 45 Uhr ein Lastschynellauto der Malerhütte. Vor dem Hause Potsdamer Straße 123b verlor der Führer des Autos die Herrschaft über die Steuerung. Im Zidzadkurs fuhr der Wagen über den Bürgersteig und landete mit großem Krach in dem Sch a ufenster eines Papiergeschäfts. Einige Fußgänger, die in diesem Augenblick die Unfallstelle passierten, hatten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen fönnen. In der ersten Aufregung gelang es dem Führer des Autos, zu flüchten. Sein Mitfahrer dagegen fonnte fe ft gehalten und der Polizei übergeben werden. Auf der Revierwache wurde die überraschende Feststellung gemacht, daß der Lastwagen vor dem Hause der Arbeiterbank in der Wallstraße, mo er einige Zeit gestanden hatte, gestohlen worden war. Der Festgenommene, ein gewisser R. aus der Ringbahnstraße in Tempel hof, der den Betrunkenen martierte, gab an, den Chauffeur nicht zu fennen. Er sei von ihm unterwegs zur Mitfahrt aufgefordert worden. Ob diese Angaben stimmen, wird noch nachgeprüft. * Reichsrichter unter Anklage. Die Berufungsverhandlung Schwarzschild- Bewer vertagt Die Berufungsverhandlung in der Verleumdungsklage des Redakteurs des Tagebuch" Leopold Schwarzschild gegen den Senatspräsidenten des Reichsgerichts Reichert und den Reichsgerichtsrat a. D. Bewer nahm einen eigenartigen Berlauf. Rechtse anwalt Dr. Paul Levi hatte, wie bereits im„ Abend" berichtet wurde, den Antrag auf Verlesung des Urteils im Rogens- Jakubowski- Prozeß gestellt. Das Gericht lehnte den Antrag ab mit der Begründung, daß die im Urteil getroffenen Feststellungen für diesen Prozeß ohne Bedeutung seien. Als Rechtsanwalt Dr. Levi darauf aus dem Urteil einige Säße verlesen wollte, um bezüglich der darin festgestellten Tatsachen an die Angeklagten einige Fragen zu knüpfen, widersprach Rechtsanwalt Elsaß. Es folgten einige erregte Auseinandersehungen, die damit endeten, daß der Vorsitzende eine Pause anordnete. Das hiefige Portlandhotel wurde heute früh durch ein deftens fieben Personen umgekommen und zwölf verletzt worden. Aus dem niedergebrannten Portlandhotel sind bisher sieben Personen als Leichen geborgen worden. Mehrere Personen haben lebensgefährliche Verlegungen erlitten. Das Hotel war ein Badsteinbau. Es war innerhalb einer Stunde ein einziger Trümmerhaufen. Beim Schiedsmann. Neben feinem Dugend Amtsgerichten befigt Berfin noch 514 Schiedsmänner, moderne abendländische Rabis, die furzer hand zahlreiche Streitfälle schlichten und die Gerichte entlasten sollen. Im vergangenen Jahre bearbeiteten diese Berliner Scheriffs insge samt 17 294 Rechtsstreitigkeiten und Straffälle, so daß auf jeden Berliner Friedensrichter durchschnittlich rund 34 Fälle tamen, Hierbei waren die Charlottenburger Schiebsmänner Berlin- Mitte nur je 22 mehr oder weniger umfangreiche Razbalgeam schärfften angespannt, nämlich mit je 68 Fällen, während in reien und Strafdelikte auf jeden Schiedsmann entfielen. nung den Kreis der Tätigkeit der Schiedsmänner wesentlich er= Seit zwei Jahren hat eine neue Schiedsmannsord: weitert und ihr Hauptwirken erstreckt sich jetzt im Gegensatz zu früher auf Straffachen. Sie sind die zuständige Bergleichsbehörd für die Fälle des Hausfriedensbruchs, der Beleidigung, der leichten oorfäglichen und der fahrlässigen Körperverlegung, der Sachbeschädi gung, der Verlegung fremder Geheimnisse und der Bedrohung und und Beschuldigter zur Sühneverhandlung erschienen. Von den so in 92,6 Proz. aller derartigen Fälle sind im Vorjahre Antragsteller unternommenen Sühneversuchen sind insgesamt 37,6 Proz. erfolg reich ausgegangen. Bei den rein bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten ist der Prozentsatz der erfolgreichen Vermittlung noch höher, denn bort gelang es in nicht weniger als 67 Broz aller Fälle bringen. Allerdings ist die Zahl der Sühneverhandlungen vor einen außergerichtlichen Bergleich zustande zu dem Schiedsmann in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten nur gering, fie betrug im vergangenen Jahre im ganzen Gerichtsgebiet von GroßBerlin nur 113 Fälle. Geschenke und Geschäfte. 200 Ein Mittagsblatt brachte am Freitag einen Auffah betitelt Städtebauamt verbietet geschenfte Autobuswartehalle". Da dieser Artikel offenbar auf einseitiger In formation beruht, find wir gezwungen, folgendes festzustellen: Nach der Pause machte Rechtsanwalt Dr. Levi noch einmal den Bersuch, noch einmal einige Stellen aus dem Urteil im Prozeß August Nogens und Genoffen zu verlesen. Der Borsigende hinderte ihn daran. Dr. Levi erklärte darauf: Wenn das Gericht tein Verständnis dafür hat, daß die Berlesung dieser Stellen aus dem Urteil für diesen Prozeß unbedingt erforderlich ist, so werde ich der Verhandlung weiter nur als stummer 3uhörer beiwohnen. Ich sage kein Wort mehr. Borerbieten handelt, mit dem ein Gastwirt seine Geschäfte sigender: Stellen Sie irgendwelche Anträge? Dr. Levi: Nein. Der Vorsigende beugt sich nach rechts und nach links zu den Schöffen und verkündet: 3ch vertage bie Berhandlung. Dies Ende hatte niemand erwartet. Zunächst ist ganz allgemein zu sagen, daß es Geschenke gibt, die man ablehnt, und daß auch die Stadt Berlin oder die Berliner Ber tehrs- A.- G. es vorziehen muß, dann ein Geschent abzulehnen, wenn es fich nicht um ein bedingungsloses Geschent, sondern um ein Anmachen will. Die geplante Wartehalle ist nämlich nicht nur eine Wartehalle, sondern das flug ausgedachte Kernftüd eines neuen Gastwirtsbetriebes, den sich der Gastwirt auf dem Umwege über ein„ Gefchent" to stenlos zulegen wollte. Die starten Nebel, die in der letzten Zeit auch tagsüber größere schwunden. Die Dornier- Werte beabsichtigen deshalb, am Freitag nachmittag zweimal einen größeren Flug durchzuführen. Das Flugschiff wird am alten Rhein mit 150 gluggäffen aufsteigen. Außer einer größeren Anzahl Preffevertreter werden Werftangehörige das Flugschiff füllen. Der Flug wird infofern eine Refordleiffung darstellen, als noch nie eine so große Zahl von Menschen durch die Luft befördert worden ist. Weitere Befferung im Befinden Leiparts. Genosse Theodor Leipart hat auch den gestrigen Tag, wie Oberarzt Dr. Kleiber aus dem Hildegard- Krankenhaus mitteilt, fehr gut verbracht. Die Temperatur war normal, dic Besserung schreitet fort. Eine erfreuliche Nahright! Billiger Sonnabend im 800! Am Sonnabend, dem 19. Dftober, beträgt das Eintrittsgeld in ben 800 ab 2 Uhr nachmittags nur 50 Bf. für S wachsene, für Rinder 25 Pf. Die schönen Serbsttage, die uns lezt noch be schert find, eignen fich ganz besonders zu einem nachfommerlichen Befuch unferes 800, der in schönster Serbststimmung beim Anblid ber schreienben Sirsche und aller fonft noch im Freien befindlichen Tiere sein Beftes hergibt. sild es on exed mmol) cheb di 3 tablin Das Wohl Ihres Kindes geht Ihnen gewiß über alles! Beobachten Sie, wie gern viele Kinder Milch trinken, wenn Kaffee Hag dazu gegeben wird. Auch für Ihr Kind ist der coffeinfreie Kaffee Hag das gegebene Getränk. Kaffee Hag ist ein Genußmittel, das selbst dem zarten' Organismus des Kindes nicht schädlich ist. Sie sollten unbedingt einen Ver. such mit Kaffee Hag machen. Viele Ärzte sagen: ,, Kaffee Hag ist ein Segen für die Menschheit." E STADT BEILAGE DES Schützt die öffentliche Wirtschaft! Die Notwendigkeit der Aufnahme von Anleihen. Es wird feinen Politifer geben, der naiv genug ist, zu glauben,| umfaßt die Alt- und die Neuverschuldung. Eine wirkliche Rapital. daß die bürgerlichen Parteien und ihre Breffe die aus Anlaß der zufuhr stellt mur die feit der Währungsstabilisierung im In- wie Stlaret Affäre entfachte e te gegen die Berliner im Ausland aufgenommene Neuverschuldung dar; fie beträgt mit Stadtverwaltung nur aus Gründen der Reinlichkeit betreiben. 4636,5 Millionen ungefähr vier Fünftel des Gesamtbetrages. Der wahre Grund ist vielmehr der, daß sie in dieser Affäre eine Die so heiß umstrittenen kommunalen Auslandsanleihen machen wirtfame Waffe gegen die verhaßte Berliner öffent. an der Neuverschuldung mit ihren 541,5 Millionen nur liche Wirtschaft gefunden zu haben glauben. 11,7 Proz. der Neuverschuldung aus. = Schon seit Jahren wird von der Privatindustrie ein erbitterter Kampf gegen die immer mehr erftartende öffentliche Wirtschaft der Kommunen geführt. Bisher ohne Erfolg trog tat fräftigster Unterstützung der sogenannten Beratungsstelle" und der Reichsbant. Die bevorstehende neue Lastenverteilung aus Anlaß des Young Planes hat diesen Kampf der Entscheidung nahe. gebracht und aufs äußerste verschärft. Erst vor furzem hat die Dornehmste und größte Unternehmerorganisation, der Reichsverband der Deutschen Industrie, durch seinen Präsidenten Duisburg ertlären lassen, daß der Reichsverband für die Durchführung seiner Forde rungen gegen die wirtschaftliche Betätigung der öffentlichen Hand ,, sich mit aller Energie, unaufhörlich und unerbittlich einfegen werde". Der Kampf gegen die Kommunalwirtschaft wird daher bei den tommenden Kommunalwahlen nicht nur in Berlin, sondern überall das Hauptobjekt des Kampfes bilden. Es kommt hinzu, daß in allerfürzester Zeit auch die Entscheidung darüber fallen wird, ob, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Kompetenzen die Beratungsstelle" weiterbestehen soll. Nach der vernichtenden Kritik, die der Enqueteausschuß an ihrem bisherigen Birken und damit zugleich an der Auslandsanleihepolitik des Reichsbankpräsidenten geübt hat, wird es für ihre Befürworter nicht ganz einfach sein, sie in ihrer bisherigen Art weiter ,, beraten" zu lassen. Bei dieser Sachlage ist es zu begrüßen, daß vor kurzem zwei Auffäße erschienen sind, die in wissen schaftlicher, der Tagespolitik entrüdter Weise die Ergebnisse der letzten Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts zur fommunalen Verschuldung würdigen; der eine im Septemberheft der Mitteilungen des deutschen Städtetages" von Dr. H. M., der andere in Heft 37 des Wirtschaftsdienstes" von Wilhelm Frant, Berlin. Aus ihnen feien nachfolgend einige Angaben wiedergegeben. Der für den 31. März 1928 ermittelte Schulden bestand fämtlicher Gemeinden und Gemeindeverbände von 5774,4 millionen " Das Schwergewicht der Neuverschuldung liegt ganz überwiegend auf der inländischen Berschuldung( 4095 Millionen= 88,3 Proz.). Bei den Auslandsschulden handelt es sich fast ausschließlich um langfristige Kredite( 94.5 Broz. mit mehr als zehnjähriger Laufzeit). Die inländische Neuverschuldung ist dagegen nur zu drei Fünftel( 2570,4 Millionen) als langfristig anzusehen. Die langfristigen Schulden sind durchschnittlich um mindestens 1 Proz. niedriger verzinslich als die mittel- und kurzfristigen Kredite. Diese durchschnittlichen Angaben erfassen nur die nominellen Binsfäße. Die effettive Zinsbelastung ist wegen der Auszahlungsspesen und der unter Bari liegenden Begebungskurse höher. Die gesamte fommunale Zinslast in 1928 für alle Schuldarten einschließlich der Altverschuldung beläuft sich auf rund 400 Millionen Mart. Von der gesamten Neu verschuldung der Gemeinden über 10 000 Einwohner( 3711,1 Millionen einschließlich Hypotheken) sind allein 1458,1 Millionen oder etwa zwei Fünftel den Werken und Betrieben aller Art sowie der Vermögensverwaltung zugeführt worden. 791,5 Millionen, also ein weiteres Fünftel, entfallen auf den Wohnungsbau. Für Straßenbau und Kanali. fation, die mit dem Wohnungs- und Siedlungswesen aufs engste zusammenhängen, find 558,2 Millionen oder 15 Broz. verwendet. Auf das Bildungswesen( in der Hauptsache Schulbauten) entfallen 3,7 Proz., auf das Wohlfahrtswesen( Krankenhaus bauten) 6,1 Proz., Förderung der Wirtschaft 1,4 Proz., allgemeine Verwaltung 1,7 Broz., Anstalten und Einrichtungen verschiedener Art 1,1 Proz. Für Sportanlagen sind nur 0,4 Proz. aufgewendet worden. Schon diese wenigen Ziffern belegen die wirtschaftliche Notwendigkeit der Verwendung der aufgenommenen Gelder. " Die Tätigkeit der Beratungsstelle" wird durch die folgenden Zahlen beleuchtet: In den Jahren 1925 bis 1928 hat sie von den beantragten ausländischen Kommunalanleihen in Höhe von RK VORWARTS 2038,5 Millionen Mart 930 Millionen( 45,62 Broz.) befürmortet, der Rest( 54,38 Broz.) wurde nicht befürwortet. Bon staatlichen Anleihen dagegen wurden 91,98 Broz, von landwirtschaftlichen Anleihen 97,54 Broz. befürwortet. Bährend also allen Anleihesuchern ausländische Anleihen fast restlos genehmigt wurden, stellte sich den Kommunalbehörden, die ausländische Anleihen aufnehmen wollten, in weit über der Hälfte aller Fälle die Beratungsstelle" abweisend entgegen. Die angeführten 3iffern zeigen schlagend die Unehrlichfeit der gegen die Gemeinden wegen ihrer angeblichen Berschavendungsjucht entfachten He he. Sie zeigen zugleich, wie schädlich und verteuernd die von der Beratungsstelle betriebene Politik fich letzten Endes für die öffentliche Wirtschaft der Kommunen und damit für die gesamte öffentliche Wirtschaft auswirkt. Die werktätige Bevölkerung, die die Vorzüge und Vorteile der kommunalen Wirtschaft täglid, felber empfindet, wird hoffentlich am 17. Jovember, dem Tage der Stadtverordnetenwahlen, dieser verlogenen Hehe ein Ende machen. Wählerversammlung in Charlottenburg Genoffe Czeminsti über den Berliner Wohnungsbau Wie eng die sozialdemokratische Wählerschaft mit der Partei verbunden ist, zeigte am Mittwoch abend eine überfüllte Werbefundgebung des Kreises Charlottenburg im großen Saal des Edenpalastes. Stadtrat Genoffe Czeminski hielt ein ausgezeichnetes Referat: Er legte eingehend die Arbeit dar, die die Sozialdemo tratie auf dem Gebiete des Wohnungsneubau es geleistet hat. In Berlin sind in den letzten Jahren 140 700 Wohnungen erstellt, das ist Wohnraum für 600 000 Perfonen. Wenn nicht noch mehr geleistet werden konnte, so in erster Linie weil die Beratungsstelle für Auslandsanleihen den ausländischen Rapitalmarkt für den Wohnungsbau verschließt. Wir haben dafür gesorgt, daß feine Hinterhäuser mehr errichtet werden dürfen. Die neuerbauten Wohnungen sollen Heimstätten sein, in denen sich der Arbeiter wohlfühlen kann. Genoffe Wilt schloß die Bersammlung mit einem Appell an die Wähler, nicht nur für die Sozialdemokratie am 17. November zu stimmen, sondern sich auch als attive Mitglieder in die große Partei der Arbeiter einzureihen. Wiebereröffnung des Stäbtischen Schulmuseums. Bom 20. Oftober ab tann an jedem 1, und 3. Gonntag jeden Monats in der Reit von 10 bis 12% uhr bas Städtische Schulmuseum( Rettor- Roß- Stiftung) in der 309. Bolts Schule, Dunderstraße 64, wieder besichtigt werden. Der Eintritt ist vollkommen frei. Auch während der Sommerzeit, in welcher das Museum geschlossen war, find von verschiedenen Seiten, auch von Schülern, wieder manche wertvollen Stücke dem Museum augeleitet worden. Die 309. Voltsschule liegt in un mittelbarer Nähe des Bahnhofs Brenzlauer Allee und ist außerdem mit ben Straßenbahnlinien 71, 72, 73 sowie Omnibus 30 leicht au erreichen. stup 2TGAT20AN donub ods T Motto: stetso .Von jetzt an stets gut gekleidet!" 0+ ob aspinsw\ 09229 192299 Um Himmelrillen, Dick, solch teuren Mantel?" Beruhige Dich, Kiddy er ist halb so teuer. wie er aussieht." bay Der Mantel, der halb so teuerist, wleeraussieht, ist unsere Stärke. Hier ist ein famoses Beispiel dafür, einen welch modernen, guten Mantel Sie schon für Mk. 6250 bei uns bekommen können, ein Mantel, dessen Wert wohl beinahe jeder auf Mk. 100- und mehr schätzen würde. 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Die letzte Bezirksverordnetenversammlung fonnte endlich, nach bem durch das tumultuarische Verhalten der Kommunisten bereits zwei Bersammlungen ergebnislos abgebrochen werden mußten, den Haushaltsplan gegen die Stimmen der Kommunisten ver abschieden. Nach Erledigung einiger einer Vorlagen tamen Anfragen der Bürgerlichen Vereinigung, der Sozialdemokratischen Partei und der Kommunisten, die sich alle mit dem Fall Sttaret befaßten, zur Beratung. Der Kommunist Pogede benutzte die Belegenheit, um eine der üblichen Schimpftanonaden gegen unsere Partei vom Stapel zu lassen. Einen durchschlagenden Heiterfeitserfolg erzielte er, als er sich von seinem Wahrheitsdrange soweit hinreißen ließ, zu erflären: Wenn er alle diejenigen aufzählen sollte, die wegen Kor ruption aus der Kommunistischen Partei ausgeschloffen seien, dann brauche er Stunden dazu." Die Antwort des Genossen Bürgermeister eid war eine glänzende Rechtfertigung sozialdemofratischer Rommunalpolitit im Bezirt Wedding. Genoffe Leid konnte feststellen, daß der Bezirk Wedding durch die Ge brüder Sflaref in feiner Weise geschädigt ist. Soweit heute feststeht, ist auch kein Beamter des Bezirksamtes in die Affäre verwidelt. Einen peinlich verlegenen Eindruck machten die Kommunisten, als Genosse Leid den Brief des tommunistischen Stadtrates Gäbel verlas, den wir bereits im gestrigen Abend" veröffentlichten. Der Bürgermeister wies in diesem Zusammenhange noch besonders darauf hin, daß Oberbürgermeister Böß im Jahre 1926 allen Bezirksämtern in einem Rundschreiben mitteilen ließ, daß die Geschäfte der Anschaffungsgesellschaft nunmehr in die Hände der KVG. übergegangen fei. Man mußte damals annehmen, daß die neue Firma lediglich die Aufgabe haben sollte, die Liquidation durchzuführen. Erst durch den Brief des famosen Herrn Gäbel wurde man eines anderen belehrt. Damals wäre es Pflicht des tommumistischen Stadtrates gewesen, darüber zu machen, daß nach der Liquidation wiederum die Stadt die Führung erhielt. Genosse Weide stellte fest, baß gerade durch den von Babel abgeschlossenen Vertrag mit den Stlarets, der ihnen eine Monopol stellung einräumte, die Korruption gefördert worden sei. Bu einer unglaublichen Szene fam es während der Rede des Genossen Urich. Die unbequemen Wahrheiten, die sich die Kommunisten von ihm sagen lassen mußten, tonnten sie nicht anders als mit einem tätlichen Angriff begegnen. Die Bezirksver: fammlung artete in einen wüsten Tumult aus und mußte daraufhin ein brittes Mal, ohne ihre Tagesordnung erledigt zu haben, durch die Schuld der Kommunisten vertagt werden. So sieht die fommunistische Kommunalpolitit aus. Aber die Weddinger Arbeiterschaft wird ihnen dafür bei den Kommunalwahlen die gebührende Quittung erteilen. Eigene Listen der Linkskommunisten. 18. Bezirk Weißenfee. Die Beratung der Bedarfsanmeldung beschäftigte die legte Bezirksversammlung. Für unsere Partei sprach Genoffe Falten stein. Er schilderte kurz die Entwicklung des 18. Bezirks seit der Surch uns geschaffenen Einheitsgemeinde Groß- Berlin bis zum heutigen Tage. Die Straßen find bedeutend verbessert worden, viele Wohnhäuser haben wir entstehen sehen, ein Lyzeum ist neu erbaut worden, eine meltliche Bolfsschule ist im Bau begriffen. Die Errichtung des Altersheims und der Neubau des Stadtbaurat Wagner antwortet. Gegen verleumderische Presseangriffe. Da es Stadtbaurat Genosse Wagner geschäftsordnungsmäßig Hauses der Kinder sowie die Schaffung des Freibades Drantesee nicht möglich war, eine von der Demokratischen Stadtverordnetendienen hervorgehoben zu werden. Als dringende fünftige Aufgaben frattion gestellte Anfrage sofort zu beantworten, ließ er gestern den bezeichnete Genosse Falkenstein die Erweiterung des Kranten Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung eine Erklärung über hauses, den Bau des Feuerdienstgebäudes und des feine Stellung zu der Zeitschrift„ Das neue Berlin" zugehen, die wir Hallenbades sowie weiterer Schulbauten. Faltenstein erklärte, nachstehend auszugsweise wiedergeben. daß die Partei, die mit zirka 22 Millionen abschließende Bedarfs- und erklärt, was jedem Zeitungsfachmann natürlich bekannt sein Wagner wendet sich gegen die Angriffe der bürgerlichen Presse anmeldung annehmen werde. Kommunisten und Deutschnationale erklärten, daß sie die Bedarfsanmeldung ablehnen. Der Lints- mußte, daß er mit dem Verlagsgeschäft der Zeitschrift ,, Das tommunist Böttcher rechnete alsdann in temperamentvoller, aber Neue Berlin" nichts zu tun habe. Er fährt dann fort: Sn einer fachlicher Weise mit der KPD. ab. Er gab den Kommunisten politisch aufgeregten Zeit, in der auch der sauberste Mensch vor den den Rat, nicht dauernd von den glänzenden Verhältnissen Rußlands vergifteten Pfeilen einer entarteten Bresse nicht sicher iſt, zu sprechen, wo doch aller Welt die Rüdrevidierung Ruß versucht man sich die Aufklärung aller auch nur scheinbaren Fehler lands bekannt ist. Böttcher fündigte an, daß die linken Kom hochgestellter Beamter zunächst persönlich zu verschaffen. Das iſt, munist en mit eigenen Listen in den Kommunalwahlkampf ausgeber der Zeitschrift„ Das Neue Berlin" habe ich mit dein was ich ausdrücklich feststellen möchte, nicht geschehen. Als Her eintreten werden. Die Bedarfsanmeldung wurde ohne Spezial Berlagsgeschäft und der Anzeigenwerbung ebensowenig etwas zu beratung mit 15 gegen 11 Stimmen en bloc angenommen. Angenommen wurde ferner ein Dringlichteitsantrag und Stadtbauräte, die an der Herausgabe irgendeiner wissenschafttun wie Dutzende namhafter Wissenschaftler, Stadträte der SPD., der das Bezirksamt bittet, beim Magistrat auf schleu- lichen oder fulturellen Zeitschrift beteiligt sind. Darüber hinaus habe nige Errichtung des Feuerwehrdienstgebäudes hinzuwirken. Eine lichen oder kulturellen Zeitschrift beteiligt sind. Darüber hinaus habe ich die Beziehung zwischen dem Berlagsgeschäft und meiner Tätig Anfrage unserer Partei in der Stlaret- Angelegenheit beantwortete ich die Beziehung zwischen dem Berlagsgeschäft und meiner Tätigder Bürgermeister Genoffe Pfannkuch dahin, daß Lieferungsfeit als Herausgeber zu einer gewiß sehr ungewöhnlichen aufträge des Bezirksamtes gefälscht worden sind, daß aber das Klarstellung und Säuberung dadurch gebracht, daß ich es Bezirksamt nicht geschädigt worden ist. schon bei der Uebernahme der Herausgeberschaft abgelehnt habe, für diese Tätigkeit ein direktes oder indirektes honorar entgegenzunehmen. Ebenso habe ich es abgelehnt, mir irgendeinen eigenen literarischen Beitrag in dieser Zeitschrift honorieren zu laffen." Die Partei in der Werbewoche. Glänzende Veranstaltung im Friedrichshain. " Genosse Wagner fagt weiter, daß natürlich keine Zeitung heute ohne Anzeigen bestehen könne, daß er aber bereits in einem Schreiben vom 18. Januar d. I., also bei Erscheinen der ersten Nummer der Zeitschrift, den Verlag dringend ersucht habe, bei der Wer. bung von Anzeigen seinen Namen nicht in den Vordergrund zu stellen, und daß er den Verlag nach Anforderung des gerügten Werbeschreibens heute von neuem aufgefordert habe, bei der Anzeigenwerbung feine Namensnennung zu unterlaffen. Schon vor Monaten habe er den Berlag darauf aufmerksam gemacht, daß er seine Herausgeberschaft mit dem ersten ideellen Ausbau der Zeitschrift beendet sehen möchte. Im Rahmen der sozialdemokratischen Werbewoche Deranstaltete auch die 32. Abteilung des 5. Kreises Friedrichshain in Schmidts Gesellschaftshaus eine öffentliche Versammlung. Der Bürgermeister dieses Bezirks, Genoffe Mielig, erörterte die Frage Warum muß jeder Sozialdemokrat sein?" unter Berücksichtigung der verschiedensten Gesichtspunkte. Er verfuhr dabei sehr objektiv und versuchte nichts zu verschönern. Es mar interessant zu erfahren, mit welchem Eifer Herr Stadtrat Gäbel dafür gesorgt hat, daß die Sflarets nur ja sämtliche Aufträge zur Ausführung erhielten. Genosse Mieliz ging dann dazu über, in seiner Rede eine Schilderung von den sozialen Einrichtungen der Stadt Berlin zu geben, die alle nur dem Antrieb der Sozial demokratie zu verdanten seien. Man müsse immer wieder betonen, daß am Ende der Inflation nur völlig leere Kassen vorhanden waren. Die Sozialdemokratie hat nicht nur das Chaos verhindert, sondern hat Leistungen vollbracht, die in der ganzen Welt bewundernd anerkannt worden sind. Eine Partei, die so in Kom mune, Staat und Reich manchmal mit dem Mut zur gelegentlichen Unpopularität gearbeitet habe, hat den Beweis erbracht, daß sie des Bertrauens der Massen wert ist. Unseren Gegnern, die zahlreich sind, fönnen wir mit voller Berechtigung zurufen Ihre alt. Der Eintritt ift frei. Infolge der bestehenden Bestimmungen, hemmt un s, doch ihr zwingt uns nicht!" In das vom Abteilungsleiter ausgebrachte och auf die internationale Sozialdemokratie stimmte die ganze Bersammlung begeistert ein. Es gingen bedeutend mehr Sozial. demokraten fort als gekommen waren. Der glänzende Berlauf aller unserer Werbeveranstaltungen zeigt, daß die Werbe= mo che nicht nur für die Mitgliederziffern der Partei einen großen Erfolg bedeuten wird, sondern daß sie sich auch für die Ent scheidung am 17. November günstig auswirken wird. Die Erklärung schließt mit folgenden Worten: ,, Aus dieser Festftellung werden Sie entnehmen müssen, daß die Anfrage der Demofratischen Partei einer sensationslüfternen Breise teine Veranlassung geben fann, mein Amt und meinen Namen in die ziehen. Sollte es troß dieser Erklärung dennoch geschehen, dann Giftgasatmosphäre der Sklaret- Angelegenheit hineinzuhätte ich keinen dringenderen Wunsch als den, der hier am Dienstag von Herrn Dr. Caspary ausgesprochen wurde, und der dahin ging, eine Liga anständiger Menschen aus allen Parteien zum Schutz der Ehre und des Namens der im öffentlichen Dienst stehenden Bersönlichkeiten zu bilden. Die Freie Schulgesellschaft Berlin- Tempelhof veranstaltet am Sonntag, ben 20. Ottober 1929, nachmittags 5 Uhr, in der Aula der 1. Boltsfchule, Tempel hot, Manteuffelftr. 66, einen Werbenachmittag. Unter anderem findet ein Lichtbildervortrag über: Die Arbeit in der Gemeinfchaftserhittet die Freie Echulgesellschaft Anmeldungen für die weltliche Schule his spätestens 15. November an Frau M. Geiff, Braunschweiger Ring 46. Erkältungsfrankheiten, wie Grippe, Influenza, Rheumatismus, fönnen sich nicht so leicht in einem Organismus festießen, der miderstandsfähig ist. 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Ds. 0.28 Junge Erbsen fein...... 2 Pfd. Ds. 0.98 Junge Erbsen m. Karotten 2 Pfd. Ds. 0.25 Junge Schnittbohnen .2 Pfd. Ds. 0.5% Gemischtes Gemüse... 2 Pfd. D., 0.95 Stangen- Spargel dünn. 2 Pfd. Ds. 2.20 • Brech- Spargel dünn.... 2 Pld. Ds. 2.00 Konfitüren Honigbonbon Malzbonbon.... ....... Pid. 0.45 Kokosflocken mit Schok. Spekulatius Rhein..... Spitzkuchen. .Pfd. 0.45 Pid. 1.00 Pid. 0.60 Pid. 1.00 Teegebäck- Mischung....... Pd. 1.00 .Pfd. 0.58 Haushaltkakao Mengenabgabe vorbehalten Vollmilch Burgmühle..... 100gr.TA.0.25 KARSTAD U- BAHNHOF HERMANNPLATZ, DER KARSTADT BAHNHOF Preißelbeeren, schwed....... 5 Pfd. 0.85 Graubirnen sum Einmachen Gelbe Tafeläpfel Franz. Goldwein Tomaten.... Bohnen Wirsingkohl..... Kartoffeln.. .Pid 0.18 Pfd. 0.18 Pfd. 0.43 Pid. 0.15 Pfd. 0.25 Pfd 0.04 10 Pid. 0.32 Backwaren Rollkuchen Spritzkuchen Buttercremetorte Apfeltaschen Hbg. Klöben Berl. Napfkuchen Mohnstangen Wiener Gebäck. ... Stch. 0.75 3 Stck 0.25 .. Stck. 0.95 .. Stah. 0.15 Stck 0.50 .. ab 0.50 .Stck. 0.50 3 Stch. 0.10 Fische 0. .......... Pfd. Schellfisch m. Kopf.. Rotbarsch o. Kopf. Grüne Heringe.. Leb. Spiegelkarpfen Bücklinge 0.35 .Pfd. 0.40 .3 Ptd. 0.68 Pfd 1.18 Pfd 0.38 Versand nach allen Stadtteilen ausgenommen verderbliche Waren Kr. 489 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Verschleierte Bilanzen. Die Rückstellungspolitik der Bauunternehmungen. Im Zusammenhang mit der Rundfrage des Reichsjustiz| ministeriums über die Aktienrechtsreform ist in vielen Blättern wiederum auf die üble Gepflogenheit, die Bilanzen zu verschleiern, hingewiesen worden. Die grundfäßliche Kritif, die daran geübt wurde, sei hier durch Darstellung von Einzelfällen er gänzt. Als Material dienen die Jahresausweise sämtlicher Bauunternehmungen mit 2 Millionen Mart Mindeſtfapital, deren Attien oder Anteile gehandelt werden, achtzehn an der Zahl. Den Bauunternehmungen ist es seit der Stabilisierung Jahr für Jahr beffer gegangen. Bon insgesamt 70 Abschlüssen weisen nur 3 Dividenden reduktionen auf; im legten Jahr blieb teine Firma dividendenlos. Selbstverständlich ist die fortschreitende Besse rung der Geschäftslage an den Abschlüssen nicht spurlos vorüber gegangen. Was fie an Spuren hinterlassen hat, bleibt hinter dem wahren Grad des Erfolganstiegs meit zurüd. Die Bildung pffener sichtbarer Reserven aller Art gibt die wirklich erfolgte Bermögens Stärkung zweifellos nicht wieder. Es fällt jedenfalls schwer zu glauben, daß die Geschäftsleitungen im Laufe einer Reihe erfolge reicher Jahre ihren Aktionären ausnahmslos ein Mehrfaches dessen zugewandt haben, was sie zur Auffüllung ihrer Reserven verwandten. So gab die Firma Philipp Holzmann 3( feit 1926) Grün u. Bilfinger 4 1925) Berlinische Boden 4( 1925) An die offenen Reserven 902. 179 000 281 000 d. H. an die Attionäre... Broz. im Lauf por ... Dividenden jahren an die Attionäre M. mehr als an die off. Referven 5 215 000 1766 000 1440 000 3000 Proz 600 164 000 800 845 000 76 000 1100 1 108 000 900 000 40 000 100 000 2750 900 44 000 Aug. Häuserbau 3( 1926) Boswau u Knauer 3( 1926) Gebr. Goedhardt. 3(. 1926) 21- G. f. Bauaus 300 000 680 führungen.. 2( 1927) Das sind diejenigen Unternehmungen, die feit 1925 feine Kapitalerhöhung norgenommen haben, bei denen die Reserpen also restlos aus Betriebsgewinnen gespeist werden. Bei ben anderen, die ihre Reserven außerdem mit Emissionsgeminnen auffüllen fonnten, liegen die Berhältnisse nicht anders; mur find fie der Schwierigkeiten wegen, denen die Trennung des Reserven zuwachses nach seiner Herkunft begegnet, meniger eindeutig. Soweit fie dies aber find, fügen sich die Firmen der Aufstellung zwanglos ein. Gerade bei einer Firma, die seit 1925 ihr Rapital erhöht hat, ist das Mißverhältnis zwischen Zuwendungen an die Aktionäre und Zuwendungen an die offenen Reserven besonders groß. Es handelt sich um Julius Berger. 057174 Dieses Unternehmen, dos in den letzten Jahren stets die höchsten Dividenden erflärte, führte seit 1925 dem Reservefontó aus Betriebs gewinnen ein einziges mat gange 42 000 m. zu, während an Die Aktionäre 4163 000 m. ausgeschüttet wurden! Diese einmalige Bumendung ftellt fraglos eine Verlegenheitsbuchung dar, Fenn irgendein Anlaß, gerade im Jahre 1926 gerade diesen Betrag zur Dotierung des Refervefontos zu benutzen, ist nicht ersichtlich. Julius Berger verfolgt ganz offenfundig das Prinzip, aus Betriebsgewinnen überhaupt teine offenen Reserven zu bilden, deren Auffüllung vielmehr nur Emissions gewinne heranzuziehen. Daß die Relation zwischen Reserve und und Aktienkapital mit trapp 40 Broz gleichwohl überaus günstig und höher als bei jeder anderen Bauunternehmung ist, liegt an der Höhe des Börsenturies; auch bei Einräumung günstiger Bezugs redyte wird Berger immer noch hohe Emissionsgewinne erzielen. Wo diese Quelle spärlicher fließt oder mo Rapitalerhöhungen gar vermieden werden, weist die Reserve bei Befolgung dieses Prinzips eine ganz unscheinbare Höhe auf. Am trasfesten zeigen dies die Bilanzen von Bos mau und Knauer. Nach drei guten Jahren hat man dort das genannte Berhältnis von gut ½ Broz auf 1,7 Broz. gebracht! Man wird nicht der Uebertreibung geziehen werden können, wenn man feststellt, daß eine folche Art der Bilanzierung dem Grundsatz der Wahrheit geradezu Hohn spricht. Für das Berhältnis zwischen Geminn verbleib und Gewinnausschüttung ist dasjenige von Zuwendung an die offenen Refernen und Gewinnausschüttung nicht tennzeichnend. Es gibt einen Beg, Gewinne fichtlich dem Unternehmen zu sichern, ohne die offenen Reserven zu erhöhen: Abbau der Schulden. Die Jahresausweise übergehen ihn freilich, indem sie das Gewinn tonio um den Betrag, der zur Berringerung der Schuldenbast worunter nur langfristige festverzinsliche Schulden zu verstehen find, denn andere find in dieser Beziehung erst gar nicht zu verfolgen Dorweg bient, vor weg türzen. Selbstverständlich ist diese buchungstechnische Maßnahme auf die Tatsache, daß es fich hier um echte Verwendung eines Teils des Gewinnes zugunsten der Unternehmung handelt, ohne jeden Einfluß. Einige Bauunternehmungen sind in dieser Weise verfahren, so 5101 daß das Verhältnis zwischen offen einbehaltenem und ausgeschüttetem Gewinn bei ihnen besser ist als die genannten Zahlen befagen. Relativ ist es sogar bedeutend besser; die Ueberschußquote sinkt bei Gebr. Goedhardt von 900 Broz auf 450 Broz, bei Boswau und Knauer von 2750 Broz. arf 1450 Proz. Aber die so berichtigten Ziffern sind immer noch zu groß, als daß sie den anfangs ausgesprochenen Zweifel, die Reservebildung erfolge tatsächlich so, wie in Gewinnverteilungsplan, Erfolgsrechnung und Bilanz dargetan wird, beheben tönnten. Freitag, 18. Oftober 1929 reichender Höhe mahmen leztes Jahr, das in dieser Beziehung günstig dasteht, mur Industriebau- held und Frande, Grün und Bilfinger, Allgem. Häuserbau und drei bis vier weitere Firmen vor. Aber der Geminnvortrag soll auch eingestandenermaßen nicht mehr zum Gewinnausgleich in der Zukunft dienen; mie tönnten sonst Bank und Freitag den Bortrag, den sie in ein Jahr rückläufiger Dividendenbemeffung übernommen haben, unverändert in das nächste übertragen! In Wirklichkeit ist er eben nur noch eine bedeutungsInfe Rechengröße, deren Fehlen die ohnehin schon undurchsichtige Rechnung nicht sonderlich berühren würde. Berstedte Reserven. Wären die offen ausgewiesenen Rücklagen die einzigen, die die Bauunternehmungen gemacht hätten, jo märe es um die Fähigkeiten ihrer Leiter in Finanzfragen schlecht bestellt. In Wirklichkeit wurden weitere Rücklagen gemacht, die als solche mir nicht fennt Rückstellung im eigentlichen Sinne des Wortes, wenn auch nichtlich sind. Wahrscheinlich sind diese versteckten Reserven sogar um für eine längere Spanne als ein Jahr gedacht, ist auch der Gewinn vortrag. Seine ursprüngliche Funktion war, etwaige Gewinnrüdgänge auszugleichen, die Beobachtung einer stabilen Dividenden politit zu erleichtern. Heute hat er sie eingebüßt. Was will es zum Beispiel besagen, wenn Julius Berger Vorträge in Höhe von 50 000 bis 73 000 m. ausmeist; sie sind zu bescheiden, um erforderlichenfalls die Stüßung der Dividende um auch mur 1 Broz zu erlauben! Genau so steht es bei Bosmau und Knauer, Lenz und Co., und Hoch tief, nicht viel besser bei vielen anderen. Gewinnvorträge in aus ein Mehrfaches größer als die offenen; andernfalls stünde die Freigebigkeit gegenüber den Aktionären in feinem Verhältnis zur Kapitalbildung innerhalb der Betriebe. Daß diese allgemein be trieben wird, ist bekannt, und ein Grund, gerade für die Bauindustrie, deren Kreditsituation nicht die beste ist, das Gegenteil anzunehmen, liegt nicht vor. In Berücksichtigung der günstigen Geschäftslage wird man die Jahresausweise der Bauninternehmungen als Schulbeispiele für die Bilanzverschleierung zum Zwecke des Gewinnverstecs onF.F. sehen müssen Möglichkeiten der Konzentration. Bankenfufion und Industrie. 3. Bintsch A. G., die Deutsche Telephonwerte und Rabelindu strie A.- G.. In der Metallverarbeitung und im Maschinenbau sind als enge Geschäftsfreunde der Deutschen Bank zu nennen: Hirsch Kupfer, die Maschinenfabrit Budau, Schu. bert u. Salzer, Borsig, Mannesmann usw., andererfeits für die Disconto- Gesellschaft außer Ludm. Loewe die Sächfische Maschinenfabrit Richard Hartmann und die Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg( MAN.). Ben zwei Banten vom Range der Deutschen Bant und der feits von der Deutschen Band die Bergmann Berte, die Disconto- Gesellschaft, Banten, die so eng mit zahlreichen Industrie, Transport und Handelsgesellschaften verwachsen sind, miteinander verschmelzen, fo muß das für alle diejenigen Gesellschaften, deren hauptsächlichste Bankverbindung bisher eine diefer beiden Banken gewesen ist, ebenfalls von entscheidender Bedeutung werden. Die Fusion wird den Bantinstituten, die im Ausland miteinander im Wettbewerb standen, aber die im Inland einen freundschaftlichen Rontakt mahrten, die Möglichkeit geben, ihre industriellen Interessen, die sie bisher trennten, zu vereinen" mit diesen Worten fennzeichnete dieser Tage eine befannte franzöfifche Wirtschaftstörrespondenz( Agence Economique et Finan ciere" vom 30. September) die wichtigste wirtschaftliche Konsequenz des 3Zusammenschlusses. Es ist natürlich nicht anzunehmen, daß nun auf einen Schlag etwa alle gleichartigen Industrieunternehmungen ebenfalls miteinander verschmolzen werden; denn auch die Deutsche Bant stand bereits seit Jahren in intinsten Geschäftsbeziehungen zu einer ganzen Reihe Maschinen, oder Tertilfirmen, ohne daß sie bisher diefe ihre Kunden zu einer Fusion veranlaßt hätte Trozdem wird auf jeden Fall munmehr eine neue Periode großer Industrie fufionen zu erwarten sein überall mit dem gleichen 3med, größere, fapitalfräftigere Konzerne zu entwickeln, deren Broduktions- und Vertriebskosten zu vermindern und insbesondere auch das Lohnfonto zu schmälern, das heißt nach Möglichkeit Ar beiter und Angestelltenentlaffungen vorzunehmen. Nicht zuießt diese Seite der Bankenfusion ist es daher, die von der Arbeitertlaffe mit ganz besonderer Aufmerksamkeit beachtet wird; denn es handelt sich bei den Firmen, die mit diesen beiden Banten verbunden sind, um einen sehr großen Teil der deutschen Wirt schaft. Einige wichtige Beispiele solcher Konsequenzen feien hier genannt. In der Kaliindustrie, wo seit Jahren eine starte Tendenz zu immer stärkerer Konzernbildung und Rationalisierung zu beob achten ist, steht die Disconto- Gesellschaft dem Konzern Salzbet furt Aschersleben Wefteregeln nahe, während die Deutsche Bank an der Ralichemie A. G. interessiert ist, jenem talichemischen Konzern, der im vergangenen Jahr durch Verschmel. zung des Kalifonzerns Neustaßfurt- Friedrichshall mit der Rhenania Runheim Berein Chemischer Fabriten A.-G. entstanden ist. AP In der Elektro- und Elektrizitätsindustrie steht die Deutsche Bant schon seit Jahren, zum Teil Jahrzehnten, dem Siemens Konzern besonders nahe, ebenso auch der mit Sie mens zusammenarbeitenden Finanzierungsgesellschaft Elettrische Licht und Kraftanlagen A.-G. Erst im vergangenen Jahr hat diese Finanzierungsgesellschaft ihr Aftienfapital erhöht und ihre Verbindung zu Siemens noch mehr verengert. Andererseits arbeitet die Disconto- Gesellschaft aufs engste mit der größten deut schen Finanzierungsgesellschaft für Elektrizitätsunternehmungen zufammen, nämlich der Gesfürel( Gesellschaft für elettrische Unter nehmungen). Auch zu der Firma Ludm. Lpeme, die heute mehr eine Dach und Beteiligungsgesellschaft als eine Maschinenfabrit ist und die ihrerseits mit der Gesfürel seit Jahrzehnten verbunden ist, steht die Disconto- Gesellschaft in allerengften Geschäftsbeziehungen. Ferner wird von der Disconto- Gesellschaft die Deutsch Attan tische Telegraphen Gesellshaft fontrolliert, anderer. In der Papierindustrie steht die Disconto- Gesellschaft dem Zellstoff- Waldhof- Konzern nahe, die Deutsche Bant unter an deren der Barziner Papierfabrit. Sehr wichtig fann die Bantenfusion auch für das Reedereiwesen werden. Die wichtigste Bankverbindung der Hapag läuft auch heute noch, trotz des Eindringens der Darmstädter und Nationalbant, zur Disconto- Gesellschaft, während hinter dem Nord. deutschen Lloyd vor allem die Deutsche Bank steht. Die Erdölintereffen beider Banken( Deutschen Grdöl -G., Deutsche Betroleum- Gesellschaft, Rutgersmerte) find bereits feit einigen Jahren zu einer engen Arbeitsgemeinschaft zufammen. geschlossen. Diese Beispiele zu erwartender Interessenverknüpfungen fichen fich auch für andere Gebiete noch vermehren, so zum Beispiel für die Montanindustrie( Haniel- Konzern, Klödner Konzern), für den Stein und Braunkohlenbergbau( die Silverbergsche Rheinische Braunfohlen A.-G., Harpener Bergbau usw.) und auch für die Textilindustrie. Die Arbeiterschaft, die ja durch solche Fufionen und Intereffen. gemeinschaften zunächst am härtesten betroffen wird, hat um so mehr Anlaß, diese Folgen der Banfenfufion ins Auge zu faffen, als an der Börse bereits mit bestimmten Zusammenschlüssen dieser h. Art gerechnet wird. Merkwürdige Zurückhaltung. Kohlenwirtschaft- Wirtschaftsminister- Genossenschaften. Der vom Reichstag im Juni 1929 gefaßte Beschluß zu den Ausführungsbestimmungen des Kohlenwirtschaftsgefeßes, wonach die Bereinigungen der Verbrauchergenossenschaften die von ihnen benötigten Kohlenmengen zu den gleichen Preisen und Lieferbedingungen erhalten wie der Handel, scheint in den Labyrinthen des Reichswirtschaftsministeriums ein merkwürdiges Schidfal zu erfahren. Er liegt auf der Hand, daß gewisse Stellen teine Freude an diesem Reichstagsbeschluß haben. So hat bereits der Reichstohlennerband in einem Schreiben an das Reichswirtschaftsministerium gegen die Beschlüffe des Reichstags Stellung genommen. Auch das Ministerium selbst, das nach dem Kohlenwirtschaftsgesetz verpflichtet ist, den genossenschaftlichen Ga danken zu fördern, hat bis jetzt für die Berwirklichung der Beschlüſſe nichts getan. Dagegen haben sich andere Seltsamteiten und Mertwürdigkeiten ergeben. So liegt gegenwärtig dem Reichswirtschaftsministerium eine Darstellung des Zentralverbandes der Rohlenhändler var. die sich selbstverständlich auch gegen den Reichstagsbeschluß aus fpricht. Man darf auch annehmen, daß die Kohlenhändler vom Ministerium um bie Darlegung ihrer Auffaffung ersucht worden sind. Die große Auswahl der SALAMANDER Herbst- Modelle wird Sie überraschenHOW DAZU DIE PASSENDEN STRÜMPFE ELEGANTE ÜBERSCHUHE 36 MARKER SALAM Es ergibt sich also, daß die Genossenschaften, die an dem Reichstagsbeschluß vom Juni 1929 in erster Linie intereflert find, werbeversammlungen bis zur Stunde noch nicht über ihre Meinung befragt murden. Dagegen tommen im Reichswirtschaftsministerium die Heute, Freitag, den 18. Oftober: Gegner der Genossenschaften und des Reichstagsbeschlusses vom Juni 92. Abt. Neukölln. 20 Uhr in den Passage- Festsälen, Berg1929 austömmlich zu Worte. 101. Es ist immerhin eine seltsame Art, mie das Reichswirt schaftsministerium feiner im Kohlenwirtschaftsgefez niedergelegten Berpflichtung entspricht. Es darf sich dann auch nicht mundern, wenn es falsch informiert wird. So strogt die oben erwähnte Dar ftellung des Zentralverbandes deutscher Kohlenhändler von unglaub. lichen Berdrehungen; 3. B. wird auf die Notwendigkeit der Lagerhaltung durch den Handel verwiesen. In der Kälteperiode 1928/29 haben wir aber etwas anderes erfahren. Die Deutsche Kohlenzeitung und fein Geringerer als Dr. Silverberg vom Rheinischen Kohlensyndikat haben damals offen zugegeben, daß der Handel in folge Rapitalmangels den Forderungen der Lagerhaltung nicht ge= mügte. Läßt sich aber das Wirtschaftsministerium in 3utunft weiter einseitig informieren, so entsteht die Gefahr, daß es diese offensicht lichen Un mahrheiten als Wahrheit hinnimmt. Das sollte m man im Reichswirtschaftsministerium zu vermeiden wissen. Stahl und Walzwerke im September. Erstmalig flärterer Rüdgang der Produktion. Nach dem sehr starten Aufschwung in der Montan. industrie tommt in den Produktionsergebnissen des Septem ber zum erstenmal seit dem Frühjahr ein stärkerer Rückschlag zum Austrud. Wie die Zeitschrift Stahl und Eisen" mitteilt, belief sich die Rohstahlproduktion an 25 Arbeitstagen im September auf 1,23 gegen 1,40 Millionen Tonnen an 27 Arbeitstagen im August. Arbeitstäglich ging die Produktion im Berichtsmonat auf 49 232 gegen 51 912 Tonnen im Vormonat zurüd, liegt aber noch um 3,5 Pro3. über den Leistungen vom September 1928. In geringerem Maße gingen im Berichtsmonat die Leistungen der Walz und Preßwerte zurüd. Sie verringerten sich von 120. straße 151. Zur Aufführung gelangen die Filme ,, Brüder" und ,, Die Kinderrepublit". Referent Stadtrat Hermann Köhn. " Abt. Treptow. 19% Uhr Film- und Vortragsabend im Lotal vorm. Nitschke, Am Treptower Part 25/26. Filmvorführung: Was wir schufen". Ansprache: Stadtverordnete Dr. Käthe Frankenthal. Achtung! Vor der Versammlung Demonstration durch den Ort. Abmarsch mit Musik pünktlich 18% Uhr von der Wiener Brücke. Abt. Friedrichsfelde. 19% Uhr im Lofal Tempel, Brinzenallee 45, Filmvorführung Freie Fahrt". Anschließend Vortrag des Genossen Hermann Harnifd) über das Thema:„ Der Kampf um die Stadtverwaltung". Zum Abschluß laufen zwei kleine Filme. Eintritt frei. Charlottenburg 52 st. 19 Uhr Funktionärihung bei Babe, Raiferin Augufta Allee 52. Rur Flugblattverbreitung treffen fich die Genossen Conntag, 20. Oftober, 8% Uhr, ebenfalls bei Babe, 53. bt. Conne ebend, 18 Uhr, und Conntag, 9 Uhr, Flugblattverbreitung von den Lokalen Lur und Schweitert aus. Alle Genoffinnen und Genoffen müffen 55. Abt. Connabend ab 18 Uhr und Sonntag fich reftios beteiligen. 1 ab 9 Uhr. 8. Gruppe bei Schuk, Walstr. 99. 9. Gruppe bei Reimer, 58. Abt. Wilmersdorfer Str. 21. 10, Gruppe bei Röhricht, Schloßftr. 45. Bon 17-19 Uhr Ausgabe des Flugblattmaterials im Kantehaus, Ranke ftraße 4, 1. Gtfl. 1. 71. Abt. Wilmersdorf. Flugblattabholung durch Bezirksführer von 17½ bis 19 Uhr bei Lau; Sildegardstr. 14. 75. Abt. Waunfee. 20 Uhr Bahlabend in total Reichsadler, Königstraße. Vortrag: Die Eosialdemokratie im Rampf". Referent: Karl Dressel. Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. 79. bt. Schönebera. Ab 17 Uhr Flugblätter abholen von Groß, Eedauftr. 17. Gonntag, 20. Ottober, beteiligen fich alle Mitglieder an der Flugblattperbreitung von den Bezirkslotalen aus. 81. Abt. Friebenau. Ab 17 Uhr Flugblattverbreitung bei Alaade, Sandjern[ traße 60-61. Erscheinen aller Genossen dringend erforderlich. 86. Abt. Marienborf. b 18 Uhr bei Rienborf, Chauffeeftz. 19. Achtung! Der 1., 2. und 7. Bezirk verteilt vom gofal Reumener aus. Neukölln. 92. Abt. Material zur ersten Wahlflugblattverbreitung ist am Conn abend, dem 19. Oftober, ab 17 Uhr, bei Wolff, Raifer- Friedrich- Str. 173, abzuholen. Bezirle 32 und 23: Flugblattverbreitung ab 18 Uhr vort 96. Abt. Amischen 16 uns Lolol König, Wildenbruch. Ede Beferstraße. 18 Uhr Flugblätter abholen von der Spedition Glegfriedstraße. Conntag, 9 Uhr, Flugblattverbreitung. 16. Abt. Johannisthal. 18% Uhr bei Gobin. Soonftr. 2. Flugblattverbreitung. sihtenberg. 114. Abt. 19% Uhr Sidtbilbervortean. Anidlicher im Logen. Alle Genoffen müffen fich beteiligen. fafino. Knorrpromenade 2, gemütlides Peisammenfein mit Zanz 116. bt. 17 Uhr vom Lofa! Morr, Nere ahnhofstr. 28. mid tine Flu blattverbreitung. 117, Abt. 19 Uhr bei Gievert, Schiller. Cde Rante straße, und bet Bflug, Emanuel. Ede Beopoldstraße, Extrazahlaberd. Wichtige Tagesordnung. 119. bt. 19 1hr bei Park, Möllendorfstraße, Flugblattverbreitung. Alle Genoffen miten erscheinen. 124a. Abt. Mahlsdorf- Süd. 20 Uhr bei Draber, Uhland- 123a. Abt. Raulstorf- Cüb. 20 Uhr Mitgliederversammlung im eftaurant straße 18. Referent: August Niemann. Sonntag, den 20. Oftober: Blankenfelde. Antreten zum Werbeumzug pünktlich Jägerheim" Bortrag: Kommunale Fragen". Referent: Stabiverordneter Franz Räming. Sonntag, 20. Oftober: 28. st. Flugblattverbreitung von ben bekannten gofalen. Die Beairfsführer holen fich das Material am Connabend vom Genossen Binner, Tresdow ftraße 86, ab. im Lolal von Zinius. Heuptstraße, eine Werbeveranstaltung fett, e Genoffinnen und Genofen bes 19. Rreifes Bantam, auch der Wertree, merben gebeten. fich volaäblia au beteiligen Treffen um 13% Ube urb bmarin vom Straßenbahnhof Norbend. Raifer Wilhelm- Straße zügler bis 14% Uhr in Blantenfelde zwischen alter unb neuer Chauffee. tolt Frauenveranstaltung. 14% Uhr in Blankenfelde an der Gabelung der alten 131. bt. Riederichönhausen. 15 Uhr findet für die Ortsgrunne Blentenfelde und neuen Chaussee. Um 15 Uhr Rundgebung im Lokal von Tinius, Hauptstraße. Ansprache: Stadtverordnete Minna Todenhagen. Mitwirkende: Sozialistische Arbeiterjugend, Sprechchor, Reichsbanner usw. Genoffinnen und Genossen aus anderen Bezirken, die sich an der Veranstaltung beteiligen wollen, fahren ab Bankow mit dem Omnibus S bis Blankenfelde. Fahr: zeit 25 Minuten. Eintritt frei. 1,01 auf 0,90 Millionen Tonnen und arbeitstäglich von 37 674 aufzeit 25 Minuten. 36 242 Tonnen, also nur um 3,8 Proz. Gegenüber dem September 1928 liegt die Produktion im Berichtsmonat noch um rund 6 Proz. höher. Nimmt man die durchschnittliche arbeitstägliche Produktion der deutschen Stahlwerke in den letzten vier Monaten, so ergibt fich mit 53 157 gegen 49 328 Tonnen in der entsprechenden Zeit des Borjahres eine Mehrleistung von rund 8 Proz. Die arbeitstäglichen Leistungen der Walz und Breßwerte vom Juni bis September dieses Jahres übertreffen mit 37 829 gegen 35 946 Tonnen die Borjahrsproduktion in den gleichen Monaten und mehr als 5 Prozent. Deffentliche Bauspartaffe für Brandenburg. Der Berwaltungsrat ber Brandenburgischen Provinzialbant und Girozentrale in Berlin hat die Errichtung einer öffentlichen Bauspartasse unter dem Titel Oeffentliche Bauspartaffe für die Provinz Brandenburg( Abteilung der Brandenburgischen Brovinzialbant und Girozentrale) beschlossen Nach Genehmigung der Grundsäge für die Organisation und Ber maltung burch die Aufsichtsbehörde wird die Deffentliche BauSpartasse für die Provinz Brandenburg ihre Tätigkeit aufnehmen. Reichsbantausweis und Wirtschaftslage. Die Reichsbant be richtet für die Woche zum 15. Oftober eine Gentung der Wechselbestände um 326,5 auf 2082,4 millionen, der Bestände an Reichsichatwechseln um 92 auf 10 Millionen und eine übliche Erhöhung der Lombarddarlehen um 57,5 auf 134,2 millionen Mart. Die bisherige Entlastung von Wirtschafts- und Banffrebiten im Monat Oftober ist außerordentlich start, ein Zeichen zum mindesten dafür, daß das gegenwärtige Herbstgeschäft teine großen Krebitansprüche zur Folge hat und baß die weitere Birt fchaftsentwidlung nicht günstig beurteilt wird. Die Rotendedung- der Umlauf beträgt 4349,5 millionen hat fich bei ungefähr gleichgebliebenen Gold und Devisenbeständen Derbessert; die Deckung durch Gold allein ist auf 50,9 Broz., die durch Gold und Devisen zusammen auf 59,0 Proz. gestiegen. Goldwährung in der Tschechoslowakei. Der tschechische ministerrat hat jetzt einstimmig die Einführung der Gold mährung in der Tschechoslomatei beschlossen. Der entsprechende Gefeßentwurf sieht vor, der Tschechentrone einen Goldwert von 44,58 Milligramm Feingold zugrunde zu legen. Die Nationalbant ist nerpflichtet, den Kurs der tschechischen Banknoten auf diesem gefeßlichen Niveau zu halten. Ferner sieht der Gefeßentwurf die Einführung der Golddedung vor, die 25 Broz. bis Ende dieses Jahres, 30 Prog. bis Ende 1930 und bis 1935 mindestens 35 Broz. des Notenumlaufes betragen muß. Die im Umlauf befindliche Tschechentrone entspricht einem Wert von 12 Goldpfennigen. Eine Zuschrift aus der Bernsteinindustrie weift darauf hin, daß im Gegensatz zu einer früheren Meldung des Borwärts" die. deutsche Bernsteinindustrie noch nicht poll verstaatlicht ist. In Berlin, 3oppot, Rönigsberg und Stolp beständen noch einige felbständige Bernstein verarbeitende Firmen. BEIM ANZIEHEN Parteinachrichten infendungen für diese Rubrik find Berlin SB 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten. 5. Areis Friedrichshain. Die Arbeitsgemeinschaft der Rinberfreunde hält heute, Freitag, 18. Oktober, 20 Uhr, im Jugendheim Frankfurter Allee 307, ihre Elternverfammlung ab. Tagesordnung: 1. Rommune und Jugend. Referent: Genoffe Rohler. Distuffion, Berschiedenes. 12. Streis Steglig- Santwig- Lichterfelbe. Seute, Freitag, 18. Oftober, 19 Uh, Beginn des Winterkursus der Arbeiterbildungsschule Steglik, im Lefc. faal der Stadtbücherei Grunewaldstr. 2. Thema:„ Geschichte der Revo Tution". Referent: Vaul Bernstein. Heute, Freitag, 18. Oktober: 7. Abt. 19% Uhr bei Bärwalde, Schlegelitt. 8, Funktionärkung. geftellten Randidaten müffen erscheinen. Flugblattausgabe. De auf46. Abt. Heute, Freitag, Sonnabend und Sonntag bei Eichhols, Cusroftr. 23, Flugblattverbreitung. Reutila, 90. abt. 33. Begirl. Extrasahlabend um 20 Uhr im 3beal- Rafius, Weichselstr. 8. Vortrag: Die tommenben Bahlen". Referent: Stadtver orbneter Richard Krille. Distuffion. Barteiangelegenheiten. Alle Mitglieber milffen erscheinen. 95. Abt. Alte Bezirte. Bezirksführer oder beren Stellvertreter holen heute, 18 Uhr, Don Reil, Brinz- Sandjern- Str. 38, Flugblätter und wichtiges Material bestimmt ab, 97. Abt. 19% Uhr Funktionärigung bei Rohr, Siegfriedftr. 28-29. 128. bis 130. Abt. Tantow, Die für heute angefekte funttionärligung fällt megen ber Rreisdelegiertenverfammlung aus. Erscheinen fedes Dele. gierten unbedingt notwendig. Morgen, Sonnabend, 19. Oktober, Flugblattverbreitung und Flugblattabholung von den nachftehend angegebenen Lofalen aus: 12. st. Gonnabend ab 18 Uhr und Sonntag ab 3 Uhr Flugblattverbreitung von Schmidt, Wiclefftr. 17. 14. Abt. Bon 18-20 Uhr von den Rahlabenblokalen aus. 16. bt. Ab 17 Uhr bei Arilger, Suffitenftr, 34, Ede Gheringstraße. 22. Abt. Die Bezirksführer holen die Flugblätter am Sonnabend, dem 19. Oktober, amifchen 16 und 18 Uhr, von Bortowsti, Brüffeler Str. 43, ab. Die Flugblattverbreitung erfolgt von den Sablabendlofalen am Connabend ab 18 Uhr und am Sonntag ab 9 Uhr. 23. Abt. 18 Uhr Flugblattverbreitung von den hablabenblokalen aus. Die Bezirtsführer holen biefelben vorher vom Genoffen Grunewald, Rameruner Straße 19, ab. 24. Abt. Ab 18 Uhr: 1. Gruppe bei Rößner, 3mmanuelfirchstr. 25. 1a. Gruppe bei Abifchläger, Winsstraße Ede Christburger Straße. Gruppe 2 bei Bogel, Jablonskiftr. 9. 3. Gruppe bei Röhler, Schweizerhäuschen, Greifswalder Str. 80b. 25. bt. 20 Uhr bei Rramer, Cotheniusfte. 3. Gigung des Abteilungsvor ftandes mit den Bezirksführern. Jeder Beairt, muß vertreten sein. 26. Abt. Ab 16 Uhr bei Beinlich, Weißenburger Str. 1. 27. Abt. 18 Uhr von den Rahlabendlokalen aus. Die Bezirksführer treffen fich um 17% Uhr bei Mehlberg. Gaudnftr. 6. 31. Abt. Ab 16 Uhr im gofal von Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Flugblatt. perbreitung. 23. Abt. 18 Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Lokalen aus: Sahn, Simon Dach- Str. 9. Lojad, Begmestr. 8. Bertalla, Sohenlohestr. 3, und Soffmann, Stralauer Allee 17. 41. Abt. Am Sonntag, dem 20. Ottober, treffen fich fämtliche Genoffinnen und Genossen Aur Flugblattverteilung um 9 Uhr in ben Rahlabend lofalen. Die Bezirtsführer holen am Sonnabend, dem 19. Ottober, das Material um 17 Uhr im Lotal Lipfert, Mariendorfer Str. 6, ab. 43. bt. Ab 18 Uhr bei Krepp, Blanufer 7576. 44. Abt. Achtung, Bezirksführer! 16% Uhr Flugblätter abholen von Schie. bold, Admiralftr. 5. 45. Abt. Ab 16 Uhr. Gruppe Soch bei Wiengiers, Reichenberger Str. 104. Gruppe Sohlfstein bei Bertsch. Wiener Str. 39. Gruppe Ruden bei Hone feit, Reichenberger Str. 73. Gtuppe Kiniti bei Minnig, Laufiger Str. 44. Außerdem für alle Mitglieder wichtige Mitteilungen. 33. Abt. Sonntag, 20. Oktober, Besichtigung des Sospitals. 10 Uhr auf dem Sofe des Hauses Balisadenstr. 37. Jungfozialisten. [[+] FESTE Treffpunkt Gruppe Schöneberg. Seute, Freitag, pünktlich 2014 Uhr, Jugendheim Sauptstr. 15, Vortrag des Genoffen S. Ctröbel über den YoungBlan" Die Mitglieder der benachbarten Gruppen und intereffierte Partei und Su3.- Genossen find herzlichst eingeladen. odsj Gruppe Webbing- Gesundbrunnen. Heute, Freitag, 20 Uhr, beginnt d'e Arbeitsgemeinschaft des Genossen Bottliker im Rahmen der ArbeiterbiThungr schule über: Die wirtschaftlichen Rusammenhänge der Außenpolitit". Tagungs ort: Seim Orthstr. 10. Varteigenoffen und SAJ. find hierzu eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. 17. Rreis Lichtenberg. Freitag, 18. Ottober, Faltenvollverfammlung in Raulsdorf. Treffpunkt 17% Uhr am Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde. Sonntag, 20. Ottober. Treffpunkt 14 Uhr Rote Ede. Bir achen zur Sternwarte. Kreis Friedrichshain. Seute, Freitag. Kreiselternverfammlung im Jugende heim Frankfurter Allee 307 um 20 Uhr. Thema: Rommune und Jugend". Referent: Genosse Stadtjugendpfleger Rohler. A HEFTER SEIT 75 JAHREN HEFTERS billige Qualitäts- Fleischwaren: Rindsrouladen Schweinebauch m. Blg. Schweinekamm u. schuft m. Blg. Mk. 1,45 p. Pfd. 1,20 1,28 Außerdem in altbekannter Spitzenqualität BEFTERS prima Ochsenfleisch feinster Stalimast HEFTERS prima Lammileisch feinster Stallmast BEFTERS prima Doppellender Halbfleisch Aus HEFTERS Geflügelabteilung Prima Junge Matermasiganse v. Mk.1,35 p. Pid. an von Mk. 1,20 p. Pfd. an Stücken fleisch. Hautfelt Doppelkeule Liesen Gänseklein ohne Magen Gänseschmalz mit Liesen Prima Suppenhühner Feinste junge Brathühner Junge Masienten • 199 94 1,401,601,70 1,10 1,60 p. Pfd. • v. Mk. 1,35 p. Pfd. an 1,70 V. 1,65, an HEFTERS frische Blut- und Leberwurst jeden Donnerstag und Freitag in bekannter Frische und Güte Ausnahme- Angebot! Hochfeine Molkereibutter Mk. 1,98 p. Pid. erst einmal bald öfter, dann immer Feiner Holländer ohne Rinde pro Pfund Mk. 1, A HEFTER DURCH ELEKTRIZITÄT! MORGENS 010 910 IM NU WÄRME W WOHLIGE AM FRÜHSTÜCKSTISCH 9119 Издивот Allgem. Flugblattverbreitung zur Stadtverordnetenwahl Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich daran am Sonntag, dem 20. Oktober! Geburtstage, Jubiläen usw. 45. Abt. Unefrer lieben Parteiveteranin Sophie Tesle, Reichenberner Straße 122, au ihrem heutigen 70. Geburtstage die her li en mil 53. Abt. Charlottenburg. Unserem lieben Genossen und langjährigen Funt tionär Abolf Rasenad und seiner lieben Gattin zur bereits stattgefundenen Gilberhochzeit bie herzlichsten Glüdwünsche. 128, bis 130. Abt. Bankom. Unserem lieben Genoffen Paul Gruß zu feinem 70. Geburtstage die herzlichsten Glüdwünsche. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 17. bt. Unfer Genoffe Kurt Dienst, Kiautschouftr. 1, ist verstorben. Ehre feinem Andenten. Beerdigung am Sonnabend, dent 19. Otlober, 15 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof in der Humboldtftraße. Sonntag, 20. Dttober. Mitte. 3. Ramerabfchaft. 9 Uhr Sigung aller aktiven Rameraben Rungestr. 30. Erscheinen Pflicht. Wichtige Tagesordnung. Kreuzberg. 6% Uhr Fahrt nach Golßen von Fontanepromenade. Pankow( Ortsverein). 134 Uhr Antreten Straßenbahnhof Nordend zur Rundgebung in Blankenfelde. Bundestieidung. Erscheinen Bflicht. Lichtenberg( Ortsverein). Die Wahlperfammlung findet nicht wie angegeben am Donnerstag, dem 17. Oktober, fondern am Freitag, dem 18. Oktober, in Bruno Tempels Feftfälen, Friedrichs felbe, Brinzenallee, statt. Friedrichshain, Kameradschaft Petersburg. Sonn abend, 19. Oktober, in den Gesamträumen der Brauerei Schultheiß- Bagen. hofer, Landsberger Allee 24-25, Serbstvergnügen. Rameraden und deren An gehörige herzlichst eingeladen. Eintritt 1 M. Reukölln- Brig. Gonnabend, 19. Oktober, 17 Uhr, für die Neuköllner Kameradschaften, Ordnerdienst beim Werbeumzug der SPD., Brik, Rochowstraße. Reinickendorf( Ortsverein). Sonnabend, 19. Oftober, Antreten 19 Uhr Hermsdorf, Endhaltestelle des Omnibus 14, aum Saalfchug nach Glienide. Spielleute vollzählig erscheinen. Reichstartell Republik. Sonntag, 20. Oftober, Sportplas Friedrichsfelbe. Bon 9-12 Uhr schießen die Ortsvereine Friedrichshain und Mitte, von 12 bts 17 Uhr die Ortsvereine Treptow und Lichtenberg. Die folgenden Tage bis verein). Ab, 9% Uhr Uebungsschießen im Sportreftaurant Wilhelmshof, am Bahnhof Hirschgarten. Sozialiſtiſche Arbeiterjugend Gr. Berlin Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Freitag bleiben den obengenannten Ortsvereinen ebenfalls frei. Söpenid( OrtsGinfendungen für diese Rubrit nur an bas Jugendfefretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 „ Dantons Tob" wird gespielt in der Boltsbühne am Sonntag, dem 27. Ottober, 15 Uhr. Karten zu 90 Pf. find im Jugendsekretariat erhältlich, fofort abholen. Abteilungsleiter, reicht umgehend, soweit noch nicht geschehen, das Brogramm für November und den Berichtsbogen vom 3. Quartal ein, erledigt die noch ausstehenden Abrechnungen, Abteilungstaffieret, rechnet die Beiträge heute zwifchen 17 und 19 Uhr ab. Die Photographien vom Jugendtag im Schillerpart find eingetroffen. Heute, Freitag, 19½ Uhr. Rosenthaler Borstadt: Schule Elisabethkirchstr. 19. Bortrag: GAS. und KJ." Artonaplag: Schule Elisabethtirchstr. 19. Politisch- fatirischer Abend. Sanja: Seim Bochumer Str. 8b. 10- Minuten- Referate. Moabit I: Gchule Waldenferstr. 20. Bortrag: Arbeiterjugend und Berufsausbildungsgefek". Moabit II: Seim Lehrter Str. 18-19. Bortrag: Die fozialistische Familie". Arnswalber Play: Heim Raftenburger Ede Wehlauer Straße. Borttag: Die Lage der Jungarbeiterschaft". Selmholgplak: Seim Danziger Str. 62, Barade 2. Bortrag: Der Young- Blan". Sohenschönhausen: Seim Freienwalder Str. 6. Lichtbilder: Jugend und Theater". Sumannplag: Seim Scherenbergstr. 7. Bortrag: Die Bedeutung des Lehrvertrages". Rorboften I: Heim Danziger Str. 62, Barade 3. Bortrag: Sozialversicherung". Referent: Genoise Faltenstein. Andreasplag: Seim Brommnftr. 1. Bortrag: Sonzentration in der deutschen Industrie". Baltenplak: Seim Tilfiter Str. 5. Bor trag: Neue politische Satire". Friedrichshain: Heim Dieftelmeyerstr. 5/6. Borirag: Politische Satire". Stralauer Biertel: Seim Goßlerstr. 61. Bor trag: Jugendpflege einft und legt".- Barschauer Biertel: Heim Litauer Straße 18. Vortrag: Bürgerliche und margistische Weltanschauung". Schöne beag 1: Seim Sauptstr. 15. Vortrag: Die proletarische Frau und ihre Er ziehungsaufgaben". Lichterfelbe: Seim Lichterfelde- Weft, Albrechtstr. 143. Bortrag: Biele der SAJ." Mariendorf: Alte Schule, Dorfftr. 7. Bortrag: med und Siele der Gewerkschaften". Steglik( R.-F.): Seim Baulfenfte. 22. Seimabend. Neukölln VI: Seim Treptower Gtr. 95-96. Werbeabend( Mufit, Pesitationen, Lichtbilder). Köpenid: Heim Dablwiger Straße. Borttag: Bas will die SAJ.?" Rieberschöneweide: Schule Berliner Str. 31. Bortrag: Die fozialistische Gesellschaftsordnung". Treptow: Seim Elsenstr. 3. Bicht hilder: Durch Deutschlands Gauc" Ren- Lichtenberg: Heim Sauffstraße. Bor. trag: Einführung in den Gozialismus". Lichtenberg- Rorb: Seim Gunter. ftraße 44. Gatirischer Abend. Schöneberg TV( R.-F.): Heim Sauptstr. 15. Bortrag: Rechte und Pflichten des Lehrlings". Rentän I unb III: Aula ber Mäbchen- Mittelschule, Donauftraße, Einführungsabend. Mufit, Lichtbilder, Rezitationen usw. Werbebezirk Webbing: Aelterengruppe. Seim Gerichtftr. 12-13. Borttag: rbeiterbewegung während und nach dem Kriege". Referent: Gen. A. Stein. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Wochenendkurse 19.- 20. Oftober für Jüngere in Briefelang. Um dies Geele der Jungarbeiterschaft." Treffpunkt 18 und 19% Uhr Bahnhof Schönhauser Allees Musikinstrumente, Fahnen und Deden mitbringen. Fahrgeld hin und zurüd 6 Bf. Für Aeltere in übersdorf: Uzbeiterbewegung in anderen Beltteilen." Treffpunkt 17% und 2 Uhr Bahn hoi Brenalauer lee. Deden mitbringen. Fahrgeld hin und zurüd 60 Bf. Berbebezirk Reutälln: Sonntag, 20. Ottober, Filmabend im Eaalbau Bergftraße 148. Es wird 11. a. gespielt Brilber" ate Fallen", Magdeburger Parteitaa". Eintritt 50 Bf. Einlaß 19% Uhr. Beginn 20 Uhr. Beginn der Bildungskurse: Werbebegirl Teltowtanal( Jüngere): Connabend, 19. Oftober, Seim Temoc hof. Germaniaftr. 4-6.„ Die Geschichte der Arbeiterbewegung." Referent: Aifred Nau. Berkebezirk Brenzlauer Berg( Süngere): Dienstag, 22. Oktober, Schule Connenburger Str. 2. Neue Menschen." Referent: Stabtrat Genoffe Rwölfer. Werbebeairt Lichtenberg( Aeltere): Dienstag, 22. Ottober, Sein Hauff ftraße( Sportplak). Einführung in den Marrismus." Referent: Bruno Bord ( Süngere): Seim Scharnweberstr. 29. Die Gefchichte der Arbeiterbewegung. Referent: Sans Turk. Werbebezirk Reinidendorf: Seim Lindauer Straße, Barade 1.„ Einführung in den Sozialismus." Referent: Frik Botava. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefättstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte. 37/38, Sof 2 St. Freitag, 18. Ottober, Tiergarten. 20 Uhr Bollverfammlung im Restaurant Schultheiß- Bazenhofer", Turmstr. 25. Bortrag bes Sameraden Stadtverordneten Robinson: Reichsbanner und Rommunalwahlen". Gäste miltommen. Borher 19% Uhr Generalappell aller attiven Kameraben in Bundestleibung auf dem Sof des Lotals, Erscheinen Pflicht. Treptow( Orts Derein). 19% Uhr Bersammlung fämtlicher Sandballspieler und Schuhsportler Neue bei Winkler, Oberschöneweide, Wilhelminenhof Ede Schloßparkstraße. Spieler willkommen. Sichtenberg. Kamerabschaftsversammlungen um 20 Uhr: Rameradschaft Boghagen bei Stöber, Jungftr. 27. Kameradschaft Trapeplak bei Seiple, Scharnweber. Ede Kronprinzenstraße. Kameradschaft Rummelsburg bei Brunn, Türrschmidtstr. 40. Kameradschaft Rarishorit bei Rommel, Tresdom. Ede Waldowallee. Rameradschaft Raulsdorf bei Sübner, Bahnhofftr. 18. Rame rabfchaft Mchlsdorf bei Anders, Bahnhofstr. 35-37. Bernau, 2014 Uhr wichtige Bersammlung im Bereinslotal Modisch. Sonnabend, 19. Dtober. Lichten berg. Versammlungen um 20 Uhr: Kameradschaft Gustav Tempel bei Erich Tempel, Gudrunftr. 7. Kamerabfchaft Biesdorf bei Porath, Marzahner Str. 31. Ruberriege. 19½- 21 Uhr Raftenrubern in den Ruberanlagen der Berliner Turnerschaft, Stralau, Sunnelstr. 4. Beginn eines neuen Anfängerkursus. Der Vorwärts" " ist das Blatt der Kopf und Handarbeiter! Abonniert den ,, Borwärts"! N Jch abonniere den Vorwärts"( und die Abendausgabe für Berlin„ Der Abend") mit ben illustrierten Bei lagen Bolt und Zeit" und" Kinderfreund", sowie den Bei lagen Unterhaltung und Biffen"," Frauenstimme". Technit", Blid in die Büchermelt" und Jugend- Borwärts" in GroßBerlin täglich frei ins Haus Name: Wohnung: ( Monatlich 3,60 r., wöchentlich 85 Pf.) Dorn Straße Nr Hof- Quergeb.- Geitenfl Tr. links bei rechts Ausfüllen und einfenden an den Verlag des Borwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachbr. verb.). Meist wollig, ohne mesentliche Niederschläge, menig Temperaturänderung, mäßige westliche Winde. Für Deutschland: Im Norben wollig, stellenweise beiter, leichte westliche Winde, wenig veränderte Temperaturen, im Süden feine Aenderung des ruhigen Herbstwetters. Miß Germany", die deutsche Schönheitsfönigin, der die Herzen des Publikums in allen großen Städten Deutschlands zufliegen, tommt nun auch nach Berlin, um im Warenhaus Karstadt Dom 21. bis 26. d. m. intl. tostenlosen Rat über Schönheitsfragen zu erteilen. Die Berliner Damenwelt wird sicher großes Interesse befunden, diese blonde Schönheit zu sehen und von ihr alles Wissenswerte über moderne Schönheits fultur erfahren wollen. Biele Herren erfälten fich erft und taufen bann den Wintermantel. Gerade bie Uebergangszeit zwingt zur Anschaffung warmer Kleidung. Wenn Sie für bie Balte Jahreszeit einen Anzug oder Mantel brauchen, so laffen Sie sich von Beet u. Cloppenburg den neuen Ratalog toftenlos ins Saus schiden. Er sagt Shnen, wie Gie fich in dieser Gaifon fleiben müssen und wo Sie preiswert Laufen. Für Ihren Einkauf gilt das Wort: Beet u. Cloppenburg, der Begriff guter Rleidung für Herren und Knaben. hus Funkwinkel.z Dr. Schmitz spricht über eine Reise durch Spanien und Marotto. Er macht sich, trotzdem er Ergebnisse einer Filmreise vorträgt, von dem visuellen Eindruck völlig frei. Architekturen, Bildwerke und alles, was nur durch das Auge aufgenommen werden fann, dienen dazu, einen Rahmen für die Psyche des Volkes zu geben. Schmitz bemüht sich, einen lebendigen Eindruck von dem Land zu vermitteln, ein Bemühen, das ihm gelingt. Gut ist das ,, Verwandte Instrumente", das Vorträge der Orgel, des Harmoniums und des Bandoniums bringt, teils im Original, ie Is in der Wiedergabe auf Schallplatten. Zum Ausdrud kommt dabei die Verwandtschaft der Instrumente in der Klangfarbe und überhaupt in ihrem ganzen Klangcharakter. Am Abend wird Paul Apels Komödie Hans Sonnenstößers Höllenfahrt" als SendeSpiel aufgeführt, einstmals mit Heinz Salfner der große Erfolg eines Berliner Theaterwinters. Es ist ein Spiel, in dem der Student der Philosophie Hans Sonnenstößer, seine Aengste und Freuden träumt, in dem Traum und Wirklichkeit sich ineinanderschieben. Vielleicht erscheint heute manches in tiefem reizenden Spiel veraltet; denn die Typen sind in den letzten Jahren andere geworden. Es ist vieles aus einer Literatenperspektive gefehen, die uns heute fasch erscheint. Was jetzt noch gefällt, ist der Wig, mit dem Apel die Dinge durcheinanderrührt. Allerdings fehlt bei der Sendung das Bühnenbild, das groteske Aussehen der Traumgestalten. Troydem eine wirkungsvolle Aufführung dank der Regie Apels, der die Stimmen sehr schattiert, die Pointen sehr fein herausarbeitet.. Käthe Haad, müthel und Florath sind die Darsteller. Was sagt der Bär? WID KON LINON F. S. JOSETTI JUNO Der echte Berliner liebt die Kürze. Er spricht von seinem ZOO"-und jeder ist sofort im Bilde. So kurz und bündig fordert auch der Raucher seine Marke als: JUNO Berlins meistgerauchte 448 Cigarette 0.05 Heute zu Ticks: billige und gute Lebensmittel einkaufen Verkauf sowelt Vorrat- Mengenabgabe vorbehalten 191 Gemüse und Obst Möhren gewaschen............ Ptd. 5Pt. Kartoffeln.......... Kohlrüben.. Weisskohl ........... 10 Ptd. 32Pt. Ptd. 4Pt. Graubirnen ..Ptd. 15Pt. Pid. 5Pt. Kochäpfel u. Essäpfel 4 Ptd. 30Pt. Rotkohl od. Wirsingkohl Ptd. 7P. Schweizer Essäpfel....... Pid. 18PL Grüne Bohnen 2 Ptd. 38Pt. Französ. Wein........ Ptd. 38Pf. .3 Ptd. 20Pt. Zitronen.... Dutzend von 38Pt.an Zwiebeln......... Neue Bergamotten 35 Paranüsse 62 PL Pf. PL Pfund Diabetiker- Brot nach Dr. Benttner 45 Pf. brot, Stuck 50Pf. stellt, Roggenbrot, St. Neuseeland- Honig....... Käse und Fette Romadour..... Stück 22Pt.| BlockkäseTilaltArt, 20% Pd. 78Pt. Allg. Stangenk. 20%, Pid. 58Pt. BlockköseEmmenth.Art, 30%, Pfd.1,15 Holländer.... 20% Ptd. 78Pf. Milch 2 gr. Da. 85, 4 kl. Ds. 95Pf. Edamer....... 20%. 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Kn., Ptd. 1,28 HammelvorderfleischPtd. v. 1,08 an ganz oder geteilt................ Pid. 1,05 Schabefleischu.Hackepet., gew., Pfd.1,28 Schweinebauch o. Beilage, Ptd. 1,28 Schweineschinkenod.Blatt, Ptd. 1,30 Rückenfett bratf., o.Schwart., Pid. 1,18 Schweinekamm oder-schuft, .Ptd. 1,34 Schweinekotelett..Ptd. von 1,38 an Kassler mild gesalzen, Pfd. von 1,28 an ohne Schwarte.. Kalbsroulade gerollt... Ptd. 1,58 Roastbeef ohne Knochen, Pfd. 1,58 Rinderleber gefroren... Pid. 1,25 Rinderzunge m. Schlund, Ptd. 1,08 500 .Pfd 1,12 Gefrierfleisch Schmorfleisch ohne Knochen, Pfd. 1,20 Hammelkenle Suppenfleisch....... Pfd. von 68Pf. an Rinderbacken ohneKn., frisch, Pfd. 58Pt. Gulasch ohne Knochen........ Pid. 98Pt. Rinderherzen frisch......... Hammelvorderfleisch Ptd. v. 86Pf. an Euter frisch Hammelrücken....... Geflügel Pid. von 98PL an Suppenhühner frisch......... Pid. von 90PL an Junge Enten..... Hirschblätter... Tauben ausländische.. ...... Pfd. von 1,25 an .Pfd. von 98Pf. an Stück von 65Pt. an Birkhühner ausländische........ .Stück 1,50 Haselhühner ausländische....... Stück 1,50 Gänse- Ausschlachtartikelzu bill. Tagespreisen .Pfd. 70Pf. .Pid 36Pt, Pid. 94Pf. Schweineköpfe m.Backe, frisch, Pfd. 58Pf. Fische und Räucherwaren " Grüne Heringe..3 Pid. 68Pt.1" Leb.Spiegelkarpf.Pid.v.1,20an * Schellfisch i. g..... Pid. 30PL. * Kabeljau o.Kopf, 1. ganz, grosse Fische........ Pfd. 40Pf. Zander gefroren... Pfd. 58Pf. Senfgurken, Essiggurken, Salzgurken..... Seeaal geräuchert... Pfd. 88Pf. Bundaale.......... Bund 28Pf. Geräuch. Aal stark.. Pfd. 2,90 Bücklinge........ Pid. 38PL Mixedpickles, Dose 250 g 50pt PL " Nur Leipzig. Str., Alexanderpl., Frankft. Alles, Kottbus. Damm, Bell.- All- Str., Wilmered. Str. Does Obst- und Gemüsekonserven Dose Gemfiseerbsen.................. 50 Pf.| Leiziger Allerlei............... 95 Pf.| Prelaselbeeren....... Berliner Allerlei.. 80 Pf. Erbsen, fein, mit Karotten.......... 1,25 Stachelbeeren........ Sauerkirschen mit Stein....... 1,10 Reineclauden.. Erbsen mit geschnittenen Karotten 75 Pf. Aprikosen, Frucht........... 1,40 Gemischtes Gemüse, mittelfein.... 1,10 Süsskirschen ohne Stein........ 1,45 Konfitüre Vierfrucht- 85 Eimer ca. 2 Pfand marmelade Pflaumen 92 JohannisPf. beer Wurstwaren .1,20 1,00 ... 1,00 Salze........ Ananas( Hawaiian) 8 Scheib., Ds. 1,20 115 Kirsch 135 40 Erdbeer Ananas 1 Himbeer 35 Billige Angebote unserer Wein Abteilung Spezial Apfelwein 1928 er Ingelheimer Rotw. FL für Bowlen und Kurzwecke Liter 48Pf., 10Liter Roter süsser 50 1927 er Ensheim. Rheinh. 1928 erOberhaardt. Maik. 1928 er Obermoselers GriechischerMuskatwein Roter Tarragona... 100 00 Johannisbeerwein Jam.- Rum- Verschnitt, 40%, 4.00 vorzügliche Qualität 1927 er Senheimer Lay.. 1928 er Liebfraumilch... Zur Bowle: 1/ F1. 10 Fl. 1928er Wiltinger Mosel 2 Fl. 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HERKULES BROT ( VOLLKORNFEINBROT) Unser Herkules- Brot ist ein VollkraftBrot. Das hierzu verwandte Vollkornmehl macht durch wissenschaftliche Aufbereitung Umwandlungen durch, wodurch das Eiweiß für die leichte Verdauung vorbereitet wird und die eingebetteten Vitamine und Nährsalze frelgelegt werden. Die wichtigen Mineralstoffe sind reichlich vorhanden, weshalb das Herkules Brot einen Basenüberschuß im Sinne der neuen Emährungslehre aufweist Wittler- Brot- Fabriken N65 Erhältlich in ca. 7000 Verkaufsstellen Reichenbedar JUERGENS bei Alexanderplatz Neue Königstr. 43 Tüchtige Rohrleger für Gas, Wasser und Heizung( nur erfahrene Fachleute) per sofort gesucht. Stundenlohn Mk. 1,70. Meldung von Arbeitern anderer Berufe zwecklos. Originalzeugnisse sind mitzubringen, Wolfferts& Wittmer, Berlin W 8, Mauerstraße 86/88. Verkäufe Musikinstrumente Linkpianos, überaus preiswert. Biano. fabril gint. Brunnenstraße 35. Fahrräder Gebrauchte Fahrräder, größte Aus wahl. 15, 20-25, 80, 85, Machnow. 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Es ist kein in erster Linie die Reichs post und Reichsbahn, gemeint, die alltägliches Schauspiel, daß die prominenten Herren der Groß- jährlich hohe Millionenaufträge an die Schwachstromindustrie verfonzerne in aller Deffentlichkeit ihre schmutzige Wäsche waschen. Es geben. Ein besonderer Appell an die Reichsbahn erscheint allerdings müssen schon besondere Gründe vorliegen. wena Herr von Siemens höchst überflüssig. Schließlich ist Herr von Siemens Präsident des fich plöglich bemüßigt fühlt, die AEG., die vor wenigen Monaten Berwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn. 30 Mill. ihres Aktienkapitals, also etwa 15 Broz, dem amerikanischen Elektrokonzern General Elettric Compagnie abgegeben hat, anzurempeln. Die AEG. hat ja in ihrer Antwort bereits durchblicken lassen, daß Herr von Siemens offenbar deswegen so verschnupft ist, weil er mit seinen Plänen, ein großes deutsches Schwach strommonopol aufzurichten, Panne erlitten hat. Von anderen Stellen wieder verlautet, daß der Siemens- Konzern sich schon längere Zeit mit dem Plan getragen hätte, durch Verschmelzung mit der AEG. einen riesigen deutschen Elettrotrust aufzu bauen, und daß diese Pläne jetzt durch das Eindringen amerikanischen Kapitals bei der AEG. ins Wasser gefallen sei. Natürlich deckt Herr von Siemens bei den Angriffen auf die AEG. die wahren Hintergründe seiner Unzufriedenheit nicht auf. Er spielt den nationalen" Mann, dem die„ lleberfremdung" der deutschen Wirtschaft teine Ruhe läßt. Er wird da sogar poetisch. Er vergleicht sich mit einem Kapitän, der sich unter größten Schwierigkeiten bemühe, sein Schiff mit eigener Mannschaft durch den Sturm der Zeiten zu steuern, während die anderen sozusagen fahnenflüchtig werden und fremde Lotsen an Bord nehmen. Hinter diesem poetischen Vergleich schaut aber der geschäftliche Pferdefuß hervor. So werden die öffentlichen Stellen angerufen, denen die Aufgabe und Verantwortung auferlegt sei, für Die Reeder friechen zu Kreuz! Eine nichtsfagende Kompromißresolution. Genf, 17. Oftober.( Eigenbericht.) Eine Konferenz der Regierungsvertreter und der Arbeiter auf der Seeschiffahrtsfagung nahm am Donnerstag den Bermittlungsvorschlag mit 54 Stimmen der Regierungsvertreter gegen 19 Stimmen der Arbeiter an. Ein Teil der Arbeiter fehlte. Die Kommissionsberatungen konnten danach unter Teilnahme der Arbeitgeber fortgesetzt werden. Sie mußten sich jedoch damit abfinden, ihre Meinung zu den schon behandelten Punkten schriftlich einzureichen. In der Acht stundentags- kommission befonte der Borsitzende der Arbeitgebergruppe, daß er es für unmöglich halte, die Arbeitszeit an Bord international festzusetzen. Die Arbeitgebergruppe werde einen Minderheitsbericht ausarbeiten. Im übrigen zeigten fich die Arbeitgeber sehr zurückhaltend. Als wahrer Grund der brutalen Aktion der Unternehmer zeigt sich immer mehr die Angst vor dem Zustandekommen des Achtstunden tagsentwurfes. Die Reeder haben sich nunmehr bereiterklärt, zur Seeschiffahrtskonferenz zu rü dzukehren, weil ihnen von den Regierungsvertretern eine nichtssagende Entschließung angeboten wurde, die die Reeder in der vorigen Woche abgelehnt hatten und in der die Konferenz den Berwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts bittet, alle geeigneten Mittel zu ergreifen, um den Schwierigkeiten, wie sie sich bei dieser Seemannskonferenz gezeigt haben, fünftig vorzubeugen. Die unverschämte Forderung, wonach die Unternehmer bei der Auswahl der Arbeiterdelegierten mitzubestimmen hätten, ist gebührend zurückgewiesen worden. Wenn die Reeder jetzt als die Blamierten zur Konferenz zurückkehren, so wohl aus der Erwägung heraus, daß die Beschlüsse der Konferenz ohne Mitwirkung der Reeder nur günstiger für die Seeleute sein fönnen als bei Fortdauer des Unternehmerstreifs, der vor allem die Entbehrlichkeit der Unternehmer aufgezeigt hat. Seit Jahr und Tag haben die Arbeiter und Ange= stellten bei Siemens zu hören bekommen, daß sie zu teuer arbeiteten und daß man auf Heller und Pfennig kalkulieren müsse, um nur einigermaßen fonkurrenzfähig zu bleiben. Auch hat es Herr von Siemens nicht unterlassen, wieder und wieder in der Deffentlichkeit über die ungeheure„ Belastung“ und„ mangelnde Kapitalbildung" der deutschen Industrie zu jammern. Wenn er jezt in dem Konflikt mit der AEG. betont, daß es dem SiemensKonzern bei den bevorstehenden Kämpfen in der Elettrowirtschaft gelingen wird, seinen bisherigen Charakter zu wahren, so heißt das auf deutsch, daß der Siemens- Konzern in den letzten vier Jahren aus seinen Konjunkturgewinnen sich derartige Fettpolster hat an legen können, daß er auch den schärfsten Konkurrenztampf nicht zu fürchten braucht. Herr von Siemens verschweigt natürlich, daß die ganze Last der bevorstehenden Kämpfe auf dem Elektroweltmarkt wiederum der Belegschaft in Form eines verschärften Antreiber systems und noch rücksichtsloseren Ausbeutung der Arbeitskraft auf gebürdet wird. Will die Arbeiterschaft nicht das Opfer im Kampfe des Elektrotapitals sein, so muß sie den Einfluß der Sozialdemokratie stärken und durch lückenlosen gewerkschaftlichen Zusammenschluß allen Willfüraften des Kapitals entgegentreten können. Bilanz der Abwehr. Die Novelle zur Arbeitslosenversicherung. Zuschüsse des Reichs oder Beitragserhöhung das ist noch immer die Frage. Als die Reichsregierung den Vorschlag machte, die Beitragsfrage erst zusammen mit der großen Finanzreform zu lösen, mußte sie sich darüber klar sein, daß ein solcher Beschluß für das Reich die Uebernahme einer finan ziellen Verantwortung bedeutet. Auf diesen Umstand hat nicht umsonst vor furzem die Bewertschafts- 3eitung", das Organ des ADGB., mit besonderem Nachdrud hingewiesen. Die Finanzfrage der Reichsanstalt steht also noch offen. Anders liegt es bei dem sozialpolitischen Problem. Der sozialpolitische Teil der Versicherungsreform muß als abgeschlossen gelten. Für die freien Gewerfchaften ist er abgeschlossen, und nur aus diesem Grunde konnte von ihnen auf die sofortige Beitragserhöhung verzichtet werden. Die Andeutungen in der bürgerlichen Bresse, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen die Möglichkeit bestehe, bei Neuanschwellen der Arbeitslosigkeit die Wartezeit zu verlängern und die Unterstützungsdauer zu fürzen, sind höchst unangebracht. Wer sich die Finger verbrennen will, der mag eine neue Debatte über die Arbeitslosenversicherung heraufbeschwören. Die Finanzlage der Reichsanstalt. Günftiger als bei der Reform angenommen. Von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslojen versicherung wird mitgeteilt: Freitag, 18. Oftober 1929 anspruchnahme der Versicherung geben. Anknüpfend an die Darlegung der durch die Novelle geschaffenen Ersparnisse gab der Präsident ein Bild der finanziellen Lage der Reichsanstalt. Daa nach werden sich Einnahmen und Ausgaben etwa bis Anfang Noa vember die Waage halten. Der in den Sommermonaten angesammelte Notstoď von nur 28 Millionen Mark dürfte voraussichtlich bis Mitte Dezember ausreichen. Das Beitragsaufkommen hat sich günftiger entwidelt, als seinerzeit bei der Borbereitung des geltenden Gesetzes angenommen wurde, so daß die Reichsanstalt fünftig et ma 850 000 Hauptunterstützungsempfänger im Jahresdurchschnitt aus eigenen Einnahmen tragen tann. Doch hat sich infolge der sehr ungünftigen Monate April und Mai die Durchschnittszahl für die legten 6 Monate bereits auf 928 000 Hauptunterstüßungsempfänger erhöht. Angesichts der vielen unübersichtlichen Faktoren, insbesondere der Witterung, der allgemeinen Konjunktur und des Kapitalmarktes ist eine einigermaßen sichere Voraussage über die Belastung der Arbeitslosenversicherung im kommenden Winter Baum möglich. Immerhin muß wohl mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß eine Ziffer von mindestens 1,65, wahrscheinlich aber von 1,8 Millionen unterstüßungsberechtigter Arbeitsloser im Durchschnitt der Wintermonate erreicht werden wird. Der Betrag von 68 Millionen Mart, der im Reichshaushalt für Darlehen an die Reichsanstalt noch zur Berfügung steht, wird daher bei weitem nicht ausreichen; vielmehr muß damit gerechnet werden, daß das erforderliche Darlehen bis zur Größenordnung von 200 bis 250 Millionen Mark ansteigen fann. Wenn die Reichsanstalt bereits jetzt durchschnittlich für 850 000 Hauptunterstüßungsempfänger aus eigenen Mitteln die Ausgaben zu decken in der Lage ist, wird sich in den nächsten Jahren taum eine Inanspruchnahme des Reichs notwendig machen. Der diesjährige Mehrbedarf ist in der Hauptsache zurückzuführen auf die Auswirkungen der Winterkatastrophe. Kommunisten 1 Prozent. 17,8 Prozent der Eisenbahner für den Einheitsverband. Die Bedeutungslosigkeit der Kommunisten bei den Eisenbahnern ergibt sich schlagend aus dem jetzt vom Einheitsverband festgestellten örtlichen Ergebnis der Bes triebsräte wahlen. Danach haben die Kommunisten von insgesamt 17878 örtlichen Mandaten 180 Mandate, d. h. ein Prozent der Gesamtzahl erhalten. Der Einheitsverband fonnte seine Mandatsziffer trot maßloser tommunistischer Hetze und den gehässigen Berleumdungen seiner übrigen Gegner von 12879 im Vorjahre auf 12 913 örtliche Mandate erhöhen. Der Anteil des Einheitsverbandes an der Gesamtzahl der Mandate beträgt 77,8 Prozent, während die christlichen Gewerkschaften 2569 Mandate gleich 14,3 Prozent und der Hirsch- Dunckersche Verband 723 Mandate gleich 4 Brozent erhalten haben. Der Reft verteilt sich auf sonstige Gruppen und Unorganisierte, auf diese entfallen 362 Mandate, das heißt 2 Prozent. Doppelt bemerkenswert ist, daß die Zahl der unorganisierten Betriebsräte in den Bezirten am höchsten ist, wo die tommunistische Heharbeit seit dem vorigen Jahre am schlimmsten betrieben wurde. Der Einheitsverband hat seine Wahlerfolge der entschlossenen und zielbewußten Interessenvertretung der Eisenbahner zu verdanken. Reform des Versicherungsgewerbes. Stellung der Versicherungsangestellten. Der Zentralverband der Angestellten hatte die im Versicherungsgewerbe tätigen Angestellten zu einer Tagung nach Elberfeld geladen, um zu den Fusionen im Versicherungsgewerbe Stellung zu nehmen. Der Leiter der Reichsfachgruppe Privatversicherung, Genosse Ermin Brillte, Berlin, behandelte das Thema in gründlicher Weise. 2,3 milliarden Mart Prämieneinnahmen haben jeẞt die privaten Versicherungen im Deutschen Reiche. Nicht alle Unternehmer handeln als Treuhänder des ihnen von den Versicherten anvertrauten Geldes. Aber die Versicherungsangestellten fühlen sich als diese Treuhänder. Der Berwaltungsrat der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung beschäftigte sich bereits am 17. d. M. mit dem neuen Gesez zur Reform der Arbeitslosenversicherung und behandelte die ihm durch die Novelle zugewiesenen neuen Aufgaben. So faßte er die erforderlichen Beschlüsse zu den Fragen der besicherungsgewerbe ist unbedingt notwendig. Trotz des gewaltigen rufsüblichen Arbeitslosigkeit und trat in eine erste Aussprache über die Neuregelung der Versicherung für Haus gewerbetreibende und Heimarbeiter ein. In einem zusamenfassenden Bericht stellte Dr. Syrup die wichtigsten neuen Bestimmungen dar, die der Verwaltung eine Handhabe zur wirksamen Bekämpfung mißbräuchlicher InDie Demokratisierung der Berwaltung im Ber Aufschwungs der privaten Versicherung in Deutschland hat die Maffe der Versicherten keinen Einfluß gewonnen. Das Gewerbe wird ausschließlich von den Großattionären aus Banken und Industrietreifen beherrscht. Die Konzentration im Versicherungsgewerbe ist ebenso start vorgeschritten wie in anderen Industrie, Handels und Gewerbezweigen mit hochkapitalistischer Organisation. Die An Qualitätsschuhe aus unseren eigenen Fabriken schon zu 50 in Lack, 12.50 braun, Boxcalb, feinf. Kalbleder combiniert usm Mercedes In Berlin eigene Verkaufsstellen an allen Hauptverkehrspunkten gestellten sind dadurch schwer betroffen worden. Die Frankfurter] Vorgänge und andere sind ein Beweis dafür, daß das Verficherungsgewerbe sich bei der Anlegung der Gelder auf abwegige Gebiete begeben hat. Banten, bantähnliche oder sonstige Unternehmungen, wie Absaßfinanzierung, Kreditvermittlungsunterneh mumgen, Auskunfteien und dergleichen, gehören nicht zum Aufgabengebiet des Versicherugsgewerbes. Weite Kreise fordern jetzt ein gesehliches Eingreifen. Das größte Intereffe daran haben die Versicherungsange= stellten. Der 3d2. hat als Berufsgewertschaft dieser Angestellten bereits die notwendigen Schritte eingeleitet. Im Vordergrund einer gesetzgeberischen Reform muß in erster Linie die Garantie für die Bersicherten stehen. Schließlich muß die Forderung verwirklicht werden, daß bei Fufionen und ähnlichen Vorgängen die Existenz der Versicherungsangestellten ausreichend geschützt wird. Daneben ist zu fordern, daß die Rückversiche= rung und andere noch unbeaufsichtigte Versicherungszweige unter die Reichsaufsicht gestellt werden. Das Betreiben versiche rungsfremder Geschäfte muß den Gesellschaften verboten sein. Auch auf flare und einwandfreie Versicherungsbedingungen und -tarife ist hinzuwirken. Der Versicherungsbeirat im Reichsaufsichtsamt muß so zusammengesetzt werden, daß die Versicherten und Angestellten zur Geltung fommen. Eine ständige Revisions. stelle im Reichsaufsichtsamt, die die Aufgaben nach§ 65 VAG. laufend übernimmt, muß geschaffen werden. In einer Dentschrift werden die freien Gewertschaften zu dem gesamten Fragenkomplex demnächst öffentlich Stellung nehmen. Die Attion gilt den Interessen der Millionen der Versicherten. Die Bersicherungsangestellten haben die Pflicht, sich geschlossen zu den Forderungen zu bekennen. Der Bortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, die den gewerk. schaftlichen Forderungen zustimmt. Gewerkschaften und fommunistische Partei. Die Kluft vertieft sich. Der Berband der Lithographen und Steindruder hatte zu Dienstagabend nach dem„ Deutschen Hof" eine allgemeine Mitgliederversammlung einberufen, in der der Bürgermeister, Genosse Rei mann, zunächst ein Referat über die Bedeutung der StadtDerordnetenwahlen hielt. Genosse Reimann forderte zum Schluß seines Referats die Mitglieder dieser Organisation auf, am 17. November der Sozialdemokratischen Partei ihre Stimmen zu geben. Der einzige Kommunist, der in der Diskussion für seine Partei Propaganda machte, fand in der Versammlung fein Echo. Mit erbrüdender Mehrheit stimmte die Bersammlung den Ausführungen Reimanns zu. Die Versammlung beschäftigte sich dann mit der angeblichen Bermittlung von Streitbrechern" durch den Angestellten der Drganisation, Genoffen Sadina. Die tommunistische Presse hatte mehrmals die Behauptung aufgestellt, daß Genosse Sadina seine Stellung als Verbandsangestellter mißbraucht und für die Baugenossenschaft deal in Briz Arbeitskräfte als Rohrlegerhelfer vermittelt habe. Sadina ist Vorsitzender des Aufsichtsrats dieser Baugenossenschaft. Als die Niederkirchner- Bereinigung dazu überging, auch diesen durch Arbeitergroschen aufgebauten Betrieb in ihren wilden Streit einzubeziehen, setzte sich Sadina im Auftrag des Aufsichtsrats der Baugenossenschaft Ideal" mit dem Metall arbeiterverband, bem Baugewertsbund und der Hawag in Berbindung, damit diese freigewertschaftlich organisierte Arbeiter zur Fortführung der stillgelegten Rohrlegerarbeiten entfenden sollten. Die Baugenossenschaft Ideal" mußte auf die Weiterführung der Rohrlegerarbeiten dringen, weil sie gegenüber ihren Mitgliedern die Berpflichtung eingegangen war, die Wohnungen bis zum 1. bzw. 15. Dezember fertigzustellen. Da die für die Neubauwohnungen vorgemerften Genoffenschaftsmitglieder ihre Altwohnungen bereits zu diesem Termin g efündigt hatten, mußte die Baugenossenschaft sich darum bemühen, mit Hilfe der freien Gewerkschaften die begonnenen Rohrlegerarbeiten beendigen zu lassen. Die Bersammlung zeigte auch für das Ber halten des Genossen Sadina das vollste Berständnis. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit erklärte der Borfigende, Genoffe Hoffmann, daß sich jedes Verbandsmitglied, das für den tommunistischen Reichstongreß der sogenannten Gewerkschaftsopposition in irgendeiner Weise Propaganda macht oder sich etwa zu diesem Kongreß delegieren läßt, automalisch außerhalb der Organisation stellt. Diese Erklärung wurde Don der überwältigenden Mehrheit der Bersammlung mit stürmischem Beifall begrüßt. Arbeitszwang in den Gaargruben. Bei Verweigerung Unterstügungsentzug. Saarbrüden, 17. Ottober. Die Direktion des Innern der Regierungstommiffion hat dem Oberbürgermeister mitgeteilt: Die Regierungstommission hat beschlossen, daß diejenigen arbeitslosen saarländischen Bergarbeiter des Grenzbezirks, die die ihnen angebotene Arbeitsgelegenheit in den französischen Gruben verweigern, der Arbeitslosenunterstüßung berluftig gehen. Berliner Gewerkschaftsschule. Heute, Freitag, beginnen folgende Rurfe: im Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag. SO. 1. Bas mus ber Betriebsrat und der Gewerkschaftsfunktionär vom Betrieb und von der Wirtschaft wiffen? Lehrer: Richard Schulze. Beginn: 19 Uhr. S. II. Nationalökonomisches Seminar. Volkswirtschaftliche Aussprachen und Uebungen, insbesondere über das Lohnproblem. Leitung: Dir. Paul Roste. Beginn: 19 Uhr. In den Räumen der Gewerkschafts Schule, Gewerkschaftsbans, Engelufer 24-25. Gew. 10. Brattliche arbeitsrechtliche Uebungen für Fortgeschrittene. Lehrer: Ministerialrat Joachim. Beginn 19 Uhr. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin. Seute, Freitag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Nord- Nordwestkreis: Beginn des Rurfus:" Jugendpsychologie". im Ronferenazimmer der Schule Gotenburger Str. 2( Rote Schule). Charlottenburg: Jugendheim Spreeftr. 30, Rari- Ettlinger- Abend. Reppelinplak: Jugendheim bes Bezirksamts Wedding, Turiner Ede Geeftraße( Eingang Turiner Straße). Seiterer Scherz- und Nedabend. Sermannplak: Jugendheim Ganderstr. 11, Ede Sobrechtstraße. Bortvag: Das Berhältnis der Jugend zu den Gemertfchaften". Süben, Südwesten: Gruppenheim Waffertorftr. 9, p. pt. Borttag: Wovon man spricht". Baumschulenweg: Jugendheim Baumschulenweg, Ernststr. 16. Unterhaltungsabend. Webbing: Jugendeim Gee. Ede Turiner Straße. Mufitalischer Tanzabend. Nordring: Jugendheim Sonnenburger Straße 20. Sosemann unternimmt mit uns Streifzüge durch die Dialett Itteratur der deutschen Lande. Juaendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Seute, Freitag, findet folgende Beranstaltung ftatt: Sübweft: Jugendheim Nordstr. 11( Simmer 5, 2. Sof, Quergebäude 1 Treppe). Lefe abend: Romain Rolland und feine Werte". Muſifaufträge übergibt man nur dem Nachwets bea Deutschen Mufiterverbandes, Berlin, Rom mandantenstr. 63,64 Dönhoff 3277-78 Beschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr Auf Wunsch: Bertreterbefuch. K .09 innomsi Ein besonderes Angebot! 3 Spezialserien unübertroffen in Stoff, Nr. 111 Ulster aus vorzüglichem, reinwollenem Cheviot, moderne graublaue Farben, Überkaro M. 98.Nr.222 Form, Auswahl und Preis Moderner Ulster aus feinem welchen Velours, reine Wolle, hochmod. blaumelierte Farbtöne M. 125.Vorrätig in mehr als 40 verschiedenen Größen ' Nr. 333 Hocheleganter Ulster dunkelmarengo, aus allerbestem, reinwollenem Velours M. 145.Ausgestellt in Fenster 24/25 PEEK& CLOPPENBURG BERLIN, GERTRAUDENSTRASSE 25-27 notuoteviquel molls no nolletestuste snegle mihed n 251 ..cSr,™-Unterhaltung unü AAlssen JCuShün: Wir itinacit ttn folge nien das SdituStopUel aasdet in ffdina feie IflannUn Novelle»Di« wahre Geschichte vom Kuli Ah-Q. G» handelt sich um die Tarslellung eines Menschen au» der»erochtetlten sogialen ftlafse. Die Erzählung verrichtet aus alle märchenhaften llmtlcidungen, die bisher so charakteriftisch für die epischen Literaturer�ugnils« der Chinesen waren, und wird so rur« r si e n dcmcrlenswerten Selibpfung der neuen literarischen Bewegung in China. V. B. Nachdem die Familie Tschau beraubt worden war, erfüllte Freude und Furcht die Bauern von W«i-chuang. Der Kuli Ah-Q erlebte die gleiche Freud« und die gleiche Furcht. Aber vier Tage später wurde er plötzlich mitten in der Nacht verhaftet und mit Gewalt in die Bezirksstadt gebracht. In der Finsternis machten sich leise«in« Kompagnie Soldaten, ein Trupp der neu geschaffenen Bürgerwehr, ein« Abteilung Polizei und fünf Spione auf den Weg nach Wei-chuang, und im Schutze der Dunkelheit umstellten sie den zersall«nen Tukutempel, in dem der Kuli hauste. Sie richteten ein Maschinengewehr unmittelbar dem Tore gegenüber auf. Si« warteten und lauerten: aber Ah-O rannte nicht heraus. Als nach langer Zeit sich noch immer nichts rührte, wurde der leitende Offizier höchst aufgeregt. Er versprach eine Be- lohnnng von 20 000 Käsch für d«n, der als erster die Behausung des Kulis betrete. Nun erst wagten zwei Leute der örtlichen Miliz den anscheinend gefährlichen Weg und Netterten kaum hörbar über die Mau«r. Si« öffneten blitzschnell die Tür, und die bewaffnete Rotte strömte ein. Sie risien den Kuli vom Lager und untersuchten ihn. Dieses aber taten sie erst, als sie ihn aus dem Tempel her- ausgeschleppt und in die Nähe des lauernd-stummen Maschinen- gewehres gebracht hatten. Der Kuli wurde allmählich wach. Als sie in der Stadt ankamen, war es bereits Mittag geworden. Ah-O sah sich in ein verwahrlostes Amtsgebäude hineingezogen, und nachdem er an fünf oder sechs Gangecken vorbeigekommen war. stieß man ihn in einen schmalen Raum. Er war kaum hinein- gestolpert, als auch schon die Türe, die aus stämmigen Gittern be- stand, sich hinter seinen Fersen schloß. Die Wände waren fenster- lose feste Mauern. Als er genau hinsah, bemerkt« er zw«i Männer in einer Ecke de» Raumes. Obgleich Ah-Os Herz ein wenig schwer war, fühlte er sich doch nicht übermäßig niedergeschlagen: denn er bemerkte bald, daß sein eigener Schlasraum im Tukutempel nicht so groß wie diese Zelle war. Die zwei anderen, die in den Ecken tau«rt«n, schienen arme Bauern zu sein, mit denen er zu plaudern begann. Der eine erzählte ihm, daß der ehrenwerte Herr Tschü als Bor. steher seines Heimatdorfes bestimmt worden sei. den Pachtzins ein- zuziehen. Da sein Großvater aber nicht zahlen könne, so säße er hier gefangen. Dann sprach der andere: aber er wußte nicht so recht, w«shalb man ihn eigentlich verhastet hatte. Dann fragten sie Ah-Q. Er antwortete sofort:„Ich habe immer gewünscht,«in Revolutionär zu sein. Das wird wohl der Grund feinl� Der Kuli sagte dies ruhig und fast heiter. Am späten Nachmittag wurde er aus der vergitterten Zelle .herausgeholt und ta die große Hall« gebracht. Ganz oben faß«in glatt geschorener Greis. Ah-Q hielt ihn zuerst für einen Mönch. Aber als er eine Reihe Soldaten etwa» unter ihm aufgestellt sah, dann m«hrer« Reihen von Männern, die alle lange Röcke trugen —«» waren wohl Volksbeoufttagte und Richter—, die zu beiden Seiten standen und die all« genau so sauber rasiert waren wie der alte Mann da oben, dann andere, die nur fußlanges Haar lose bis an die Schultern trugen, die alle sehr feindselige Gesichter machten und ihn mit bösen Blicken ansahen: da wurde es ihm klar, daß der Alt« da oben jemand von großer Bedeutung fein müsse. Un- willkürlich lösten sich in ttefer Ehrfurcht seine Muskeln und er sank in die Knie. „Steh auf. Kuli, und red«! Was kniest du da!" schrien die Leute mit den langen Röcken. Obgleich Ah-Q die Worte zu verstehen schien, spürte er den- noch, daß es unmöglich sei aufzustehen. Sein Körper beugte sich noch ttefer. Cr war ein armseliger Kuli. Wer mochte aber dieser hohe Herr da oben sein!„Sklaoenseele!" spotteten die Männer in den langen Kleidern, aber sie befahlen ihm nicht aufzustehen. Der tonsurierte alle Mann schaute unverwandt in Ah-Os Ge- ficht. Dann sagte er ruhig und mit klarer Stimme:„Wenn du dir die Folter ersparen willst, so bekenn« die Wahrheit! Ich weiß ja längst schon alle Einzelheiten deines Falles. Sprich, und du bist frei!" „Die Wahrheit!" schrien die Männer mit den langen Röcken. „Ich hatte den Wunsch..., mich zu verbinden.... zu kam- wen," munnelte Ah-Q unverständlich und in großer Verwirrung. Er arbeitete unter einer Last schwerer Gedanken. „Ja— und warum kamst du nicht?" fragte der alte Mann freundlich. „Man wollt« mich nicht lassen..." „Geschwätz! Wenn du nicht gleich die Wahrheit sagst, wird es für immer zu spät sein. Sprich, wo sind deine Komplicen jetzt?" „Was?" „Die anderen Burschen, die die Familie Tschau In jener Nacht ausgeraubt haben!" „Sie haben mich nicht gerufen, sie haben alles selber weg- geschleppt," sprudelte es heraus. Ah-Q schien fast«in wenig ärger- lich zu sein. „Wo gingen sie hin? Sag es und wir werden dich freigeben!" redete der alte Man* freundlich auf den Kuli ein. „Ich weiß es nicht— sie kamen mich nicht rufen..." In diesem Augenblick machte der Alte«in Zeichen mit den Augen, und Ah-O wurde hinter das Gitter seiner Zelle gebracht.— Am Morgen des nächsten Tages wurde er zum zwetten Mal« aus der Haft vorgeführt. In der Halle war alles wie gestern: etwas über ihm sah der Greis mit dem glattgeschorenen Kopf. Ah-Q kniete von neuem nieder. Der alte Mann fragte ihn freundlich:.Last du heute irgend, etwas zu sagen?" Ah-O dachte gehorsam und angestrengt nach. Da er nichts fand, was er sagen sollt«, antwortete er offen:„Nichts!" Da brachte einer der Männer im langen Rock ein Blatt Papier und einen Schreibpiniel, den er vor Ah-Q legte Er verlangte barsch, daß der Ku!i den Pinjcl in die Hand nehme. In diesem Augenblick erschrak Ah-Q sehr. Sein kleiner Geist begann ausein- ander zu fließen: denn es war das erstemal in seinem Leben, daß sein« Hand in Berührung mit dem Schreibpinjel kam. Er wußte Oiuli fllrM nicht, wie er ihn halten sollte. Der Mann neben ihm sah dies alles nicht: er deutete auf eine bestimmte Stille auf dem Papier, auf die der KuN seinen Namen zeichnen solle. „Ich.., ich... kann nicht schreiben," flüsterte Ah-Q er- schrocken und beschämt, als er ungelenk den Pinsel in den Händen drehte. „Um so besser für dich! Dann brauchst du nur«inen Kreis zu malen." Ah-Q war im Begriff, einen Kreis zu ziehcn: aber die Hand, die den Pinsel hielt, zitterte. Da breitete der Mann das Papier vor ihm auf die Ende aus. Ah-Q beugte sich tief, und mit aller Kraft versuchte er einen Kreis zu malen, in großer Furcht, daß die anderen ihn auslachen würden. Er war fest entschlossen, den Kreis rund zu ziehen: aber dieser tückische Pinsel erwies sich nicht nur schwer, sondern mich ungehorsam und zitterig. Wie er den Kreis S&eSuch der Jgel Dom Frühling bis zum Herbst wohnte ich in einer alten Wasser- mühle, die seit Jahrzehnten leer gestanden hatte. Es war ganz einsam dort: die neue Mühle lag ein paar hundert Meter weit entfernt und die einzigen Besuche, die ich bekam wurden mir von Eichkatzen abgestattet und von den Hunden der Nachbarschaft, die kilometerweit herkamen und abends Serenaden vor meinen Fenstern veranstalteten, vielleicht, weil sie manchmal, aber doch höchst selten, einen Knochen bekamen, oder weil sie mich liebten. Woher soll ich wissen, warum die Hrnrde kamen? Der Kuckuck schrie die ganze Nacht, Käuzchen zeigten sich red- selig, und es gab keine Automobile, die einen Mißton in die Natur- sinfonie hätten bringen können. U eberall waren ttese Sandwege, und die Stinkkutschen wären unrettbar stecken geblieben, um nach hundert- taufend Iahren als Zeugen einer untergegangenen Kultur von neu- gierigen Gelehrten ausgegraben zu werden. Wenn es dunkel wurde, war jedes Geräusch doppelt laut zu hören. Ich stand am Bache und sah noch den fernen Wäldern, über denen die letzte Glut der Sonne stand... Da raschelt« es im Ufer- gebüsch, stark und anhaltend. Ich ahnt« schon, wer's war— Taschen- lampe heraus und angeknipst!— und als ich hervorsprang und unter einen Strauch leuchtete, hockte dort richtig die Igeimama, umgeben von sechs hellen, weichstachligen Pfannkuchen, der weiten Familie. Zum Jgelfangen braucht man nur ein Taschentuch und einen Stecke». Das Taschentuch breitet man auf der Erde aus, und mit dem Stecken rollt man das zusanimengeknäulte Stachelpaket aufs Tuch, nimmt die vier Zipfel zusammen und geht heim. Die sechs Junioren steckte ich mit der Hand zur Mama ins Gefängnis. Es stellt« sich heraus, daß die jungen Herrschaften bevests aus dem Säuglingsalter waren, und ich hatte schwere Nahrungssorgen wegen meines Familien.zuwachfes. Milch allein genügt« nicht, und auf Spcck legten die Herrschasten keinen Wert. Schabefleisch war nicht zu haben: der Metzger schlachtel« im Sommer nur einmal in der Woche und wohnte fünfviertel Stunden weit entfernt. Di« Eichkatze half mir aus dem Dilemma. Als sie am nächsten Morgen wieder ihren unziemlichen Lärm vollführte, langt« ich sie schließen wollte, rutsche der verdammte Pinsel nach außen, so daß das erhoffte Rundzeichen die Form einer Melone bekam. Während Ah-Q große Scham über seine Ungelehrsamkeit ver- spürte, schien der Mann nicht die geringste Notiz von seiner Ver- lcgenhcit zu nehmen, sondern brachte nur Pinsel und Papier hin- weg. Dann führt« man ihn wieder in die vergitterte Zelle zurück. Als er den schmalen Raum zum dritte Male betrat, fühlle er sich nicht sonderlich niedergedrückt. Denn er glaubte, daß die Men- schen, die zwischen Erde und Himmel geboren worden sind, es als ein ihnen zugeteiltes Schicksal erdulden müßten, arrettcrt und in die Zelle und aus der Zelle geführt zu werden, außerdem dann und wann auf ein Stück Papier zu malen. Dieses Wissen um das unverständliche Schicksal des niedrig geborenen Menschen be- ruhigte ihn. Aber trotzdem war es ihm peinlich, daß der Kreis ihm nicht gelungen war. Wer weiß, die feinen Leute da draußen wür- den das vielleicht als einen Mangel in seinem Charakter ansehen!—- Aber nach kurzer Zeit schon fühlt« er sich bemhigt: er dachte: „Meine Söhne und Sohneskinder werden es besser können als ich, sie werden schreiben und schöne Kreise ziehen können." Er schlief ein.—(Schluß folgt.) mir vom Daum herunter. Ihr folgten noch verschiedene Artgenossen. Es ergab sich, daß die jungen Igel fast ausfchkießNch die Leber fraßen. Di« Familie lebte in einer hochwandlgen Kiste. Die Kleinen waren noch nicht groß genug, um die Kisternvände übersteigen zu können, und die Mama, für die die Kletterpartie eine Kleinigkeit gewesen wäre, ließ ihre Babys nicht im Sttche. Wer sie war und blieb scheu und ließ sich nie anfassen, ohne sofort die Dolche zu zücken. Sie hatte Angst und Kurrmrer, und wenn«s auch bei einem Igel nicht einfach ist, nach dem bloßen Augenschein festzustellen, daß er sich nicht wohl fühlt, hier konnte kein Zweifel bestehen. Es gab keinen Weg der Freundschaft. So nahm ich eines Abends die ganze Familie und setzte sie dorthin, wo ich sie gefangen hatte. Erst blieb es ganz sttll. Dann raschelte es, und als ich nachleuchtete, war schon nichts mehr zu sehen, Nicht einmal„Danke!" haben sie gesagt, die Undankbaren. Kürzer war das Gastspiel, das ein alter Igelpapa mir gab, den ich im Chausseegraben fing. Er war gar nicht scheu, und als ich ihn aus den Tisch in der Laube setzte, lies er darauf hermn, schnupperte mit seiner Schweineschnauze am Lampenzylinder und war sichtlich ungehalten, als er sich daran verbrannte. Er ließ sich streicheln, ohne sich zusammenzurollen(man kann mit der nötigen Borsicht einen Igel wirklich streicheln), und bei dieser Gelegenhett konnte ich feststellen, daß Igel mehr Flöhe als Stacheln haben. Glücklicherweise machten sich die Flöh« nichts aus mir und benahmen sich außerordentlich zurückhaltend. In der Nacht na hui ich den Igelpapa mit in mein Schlafzimmer. aber nach zwei schlaflosen Stunden expedierte ich ihn aus den Flur hinaus. Igel haben in einer nächllich stillen Stube die Angewohnheit, herumzutrampeln wie ein« Horde barfüßiger Jungen. Am nächsten Morgen war der Papa verschwunden, obwohl die Türen fest verschlossen gewesen waren. In einem Winkel fand ich des Rätfrls Lösung: er hatte einen offenbar losen Ziegel aus der dünnen Houswand in den Bach gestoßen, der zwei Meter tiefer oorbeifloß, und war dann dem Ziegel gefolgt und übers Wasser, go- schwammen. Am anderen User sah ich im Schlamm deutlich sei«: Fährte. c. R &ueh: Qurken- nichts als Qurken War man da irgendwo ganz oben auf den an und für sich löb- lichen Gedanken gekommen, daß die Besatzungen der Ostfront an den ruhigeren Stellen zur Erleichterung der Ernährungslage Deutsch- lands durch fleißigen Gemüsebau hinter den Stellungen beitragen könnten. Also wurden uns im Winter 16/17 Sämereien für das Frühjahr angekündigt. Einige Bauern behaupteten zwar, Ferkel zur Aufzucht wären ein« fettere Angelegenheit, aber die große Mehr- heil träumte doch von Kohlrabi, Möhren, Retttch, Spinat und ähn- lichen friedlichen Dingen. Wir— die Sumpfbatterie— brachten die 300 Quadratmeter festen Bodens, die sich links hinter der Batterie als schwach« Boden- well«(und Flankendeckung für uns) erstreckten, rechtzeitig in Orb- nung. Unser Wachtmeister, dem wir verschiedentlich von unseren Fischzügen in den Pinaarmen abgegeben hatten, stellte sogar ein Gespann zum nächtlichen Mistholen aus einem zerschossenen Guts- Hof in der Nähe zur Verfügung: ein Bize, der Dorfschullehrer war, brachte die Geschichte auf ein höheres Niveau mit einem großartig blau und rot gezeichneten Anbauplan. auf dem Spinat, Möhren, Kattoffeln und andere für alle Fälle schon auf dem Papier standen. Die Russen setzten zwar einmal eine Fünfzehnergranate in den zukünftigen Gemüsegatten, aber wir hofften, daß si« bis zum Som- mer diese Schußrichtung wieder vergessen haben würden. Es wurde März, es kam nichts. Der Dorfschullehrer murrte und behauptete. Deutschland nicht retten zu können, wenn die Sämc- reien zu spät kämen. Eine Anfrage bei der Division sollte den April als Lieferungsmonat ergeben haben, folglich kam auch im Apttl nichts. Der Mai war ein schöner Monat und alle Knospen sprangen. Nur unser Gemüsegatten sproß infolg« mangelnder Sämereien nicht.(Dafür setzte der Russe zwei Fünfzehner dicht vor tue Batterie, wobei er einem guten Kameraden ein Sprengstück in den Oberschenkel vettieh. Immerhin atmete der Dize auf, die Richtung Gemüsegatten hatten die dadrüben, schien es, wirklich vergessen.) Aber im Juni! Aber im Juni! Man war oben ordnungs- liebend und großzügig wie immer gewesen. Der Samen kam. Fast ein ganzer Sandsack voll für die Battett«. Der Mze befühtte den mit der Feldküche gekommenen Sandsack von allen Seiten, machte ihn auf, ließ den Samen durch die Finger gleiten und schrie den Küchenbullen an:.Dussel, ihr habt ja alles durcheinander ge- schüttelt!" Der»ehrte sich gekränkt: in denselben Sandsack sei der Samen von der Intendantur hineingeschüttet worden. Und er hatte recht. der Samen war wirklich nicht durcheinandergeworfen worden. Es war nämlich nur e i n e S o r t e I Di« hervorragend geniale In- tendantur hatte die Detteilungsfroge fabelhaft gelöst: jede Truppen- formation hatte«ine Satte Samen bekommen. Die Landsturm- bngade hatte Mohrrüben erhalten, die Kavalletteschlltzendivision südlich von uns Salat, unsere Division— wie ein Divisionsbefehl zwei Tage später stolz verkündete: Gurken! Den Anbauplan des Biefeldwebels schnitten wir in schöne rechteckige Stücke, packten ihn in ein Kuvett und adressietten ihn„Offizierslatrine der Armee-, iniendantur". Hoffentlich ist er angekommen. Aber schließlich sind Gurken besier als gar nichts, und auf Guts, hofmist wachsen sie in tropischer Fülle. Im August also gab es Gurken. Gurken bei der Infanterie, Gurten bei der Division. Der Preis für Gurten sank in Pinsk rapide. Hatten die Juden Anfang August noch ein halb Pfund Zucker oder 10 Zigaretten für ein Dutzend Gurken gegeben, so gaben sie Mitte August höchstens einen erbärmlichen Schnaps dafür. Nur die Intendantur hielt Preis. Sie kam nämlich mit einer Einschränkung der Rattonen.auf Grund der selbstgebauten Lebensmittel der Truppenteile". Wir fluchten und aßen Gurken. Niemand hätte den Gurten eine derattige Biel- seitigkeit zugetraut. Gurkensalat(natürlich ohne Oel und Zucker) kennt jeder Mensch Gurkenscheiben als Wurstersatz sind schon ein« zweifelhaftere Delikatesse, wenn man kein Rohkostler ist. Aber in eigenem Saft geschmotte Gurken, Gurkenscheiben in schwarzem Kaffee als Brattattoffeln gebraten, Gurkenmayonnaise mit kondensierter Milch eingerührt. Gurken als Fleischersatz mit Dörrgemüse zusammengekocht, Gurten als Kattoffelersatz mit gekochten Hand- granatenfischen, Gurken früh, Gurken mitags und Gurken abends bringen schließlich Erscheinungen in menschlichen Gedärmen hervor, über die man öffentlich lieber nicht redet. Schließlich kam ein unwirscher Erlaß yom Armeeoberarzt gegen übermäßigen Gurkengenuß und am selben Tage eine Ankündigung der Abteilung über«in« einmalige Extrabeilage in dicken Sand- sacken. Es fühlte sich an wie harte Schlackwurst. Rur die Menge machte mißtrauisch, und die hatten langen Schlackwürste waren grün. Sie waren auf eigenem Mist gewachsen— nämlich Gut« k en l Man schickte uns die Gurken, die wir mit Freuden als übe» zählig nach hinten abgeliefett hatten, großmütig als.Extrabeilage zur Verpflegung" zurück. Der Küchenbulle erlebte etwas, was ein Kriegsgericht zweifellos als Meuterei bezeichnet hätte, trotzdem Botterieleutnant und Unteroffiziere am wütendsten mittobten. Kanoniere sind friedliche Leute und praktische Leute, wir legte» zu sauren Gurken ein, was nicht beim Bombardement in Mus zev- spritzt war. Dill gab es irgendwo auf einem ehemaligen Bauern» feld, Essigessenz in der Kantine und Wasser im Sumpf. Wir stopf- ten die Munittonsunterständo mit Tonnen. Kartuschhülsen und Koch- topfen voll Gurten voll. In zwei, drei Monaten, sagten die Kücher» kundigsten, würden wir in sauren Gurken schwelgen. Bis dahin hielten die grünen vor.... Und sauer ist immerhin etwas andere», Nach vier Wochen kamen wir. als einzige felddienstfähige Ar» ttllerieabteilung, nach dem Westen. Da gab's kein« Gurken mehr. Da gab es mir noch Saures. TELE FUN KENW Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 18. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 224 1912 Uhr Die Sonntag 11.30 TELEFUNKEN- MATINEE IM GR. SCHAUSPIELHAUS Freitag, 18. 10. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Zauberflöte Tiefland Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. 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