BERLIN Zreitag 18. Ottober 1929 1© Pf. Nr. 490 B 244 46. Iahrgang erschctsttSßltch«oterSonatag«. Zugleich Adendausgabe de«.Dorwürt«'. Dciug«prei« beide Ausgaben 85 Pf.»ro Woche. 3,80 sK, pro Monat. vledaktion und Erredition-, BerlinSW68.!indenKr.s SfuUaui�ajße xlei nV>fu>wi�6 l a,«tgiilpret«tDie einspaltige Nonpareillejeil« «> Pf., Vleklameteile b M. TrmüKigungen nach Tarif. ostschecktont»: Vorwärts-Verlag G. m.b. H.. Berlia Nr.»7538. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Hindenburg gegen Hugenberg. Stellungnahme des Reichspräsidenten gegen Zuchthausparagraphen Amtlich wird mitgeteilt: Im Laufe des heutigen Vortrags des Reichskanzlers nahm der Herr Reichs- Präsident Gelegenheit, den 8 4 des Volks- Begehrens, der Reichskanzler und Rcichsminifter. die den Boung-Plan oder ähnliche Verträge ab- schließen, unter die Anklage des Landes- Verrats stellt, als einen unsachlichen und s»ersöulichc» politi scheu Angriff zu be- zeichnen, den er bedauere und verurteile. Der Herr Reichspräsident ersuchte den Herrn Reichskanzler, hiervon den Mitgliedern des Reichs- ikabinekts Kenntnis zu geben. Oer Kampf ums Rachaus. Die Wahlmache, ein Vorstoß der Privatwirtschaft. Iu eluer überfüllten verfammlong des Bezirk, wil. Wersdorf in den Bicloriafälcn, WUhelwsaue. sprach Stadtrat Reuter zu dem Thema �kampf ums Rathaus". Stadtrat Reuter wie« vor allem darauf hin, dah die privat- «virtschaftlich intereffierten Kreise versuchten, aus einer rein tri, minellenSklaretaffäre einen„Skandal in der Verwaltung Berlins" zu machen. Es handelte sich jedoch einfach um einen Skandal der politischen Presse. Die Privatwirtschaft habe kein« Veranlassung, der ässentlichen Verwaltung etwas vor- zuwerfen. Man denk« nur an den Frankfurter Vcrsicherungsskandal, bei dem es sich um 40 Millionen Mark handele, die verloren sind. In einigen kurzen Zeitungsartikeln wird diese Sache erledigt. Konnnt jedoch auch eine Unterschlagung in der Verwaltung einer Riesenstadt wie Berlin mit ihrem großen Etat vor, so will die Ausregung kein Ende nehmen. Der Skandal wird genau bis zum 17. November dauern, und es wird sich zeigen, daß die ganze Ausregung nur plumpe Wahlmache, ein Vorstoß der Privatwlrt- s ch a f t ist. Wer jedoch unvoreingenommen die Entwicklung Berlins der letzten vier bis acht Jahre betrachtet, in der die Sozialdemokraten entscheidenden Einfluß aus die Gestaltung der Berliner Verwaltung hatten, wird staunen müssen über den gewaltigen Aufschwung, der aus ollen Gebieten kommunalen Lebens zu verzeichnen ist. Der Berliner hat ja selten einen Uebcrblick, da er mitten in der Eni- Wicklung Berlins steht, und so ist es kein Wunder, daß die un- geheuren Fortschritte gerade von Fremden, die im Zwischenraum von Iahren Berlin besuchen, mit Respekt und Bewunderung an- erkannt werden. Es seien nur einige Dinge herausgezrissen: Welch gewalvge Umwandlung hat sich seit Einführung der neuen Bauordnung vollzogen. Ein Gesetz, dessen Bedeutung den wenigsten bekannt ist. Man blick« jedoch einmal um sich, wie in der Vorkriegszeit ohne Rücksicht auf die Gesundheit und das Wohl- befinden der Bürger gebaut wurde. Di« Stadtverwaltung kümmerte sich ja überhaupt nicht um die bauliche Weiterentwicklung der Stadt. Das lag alles in den Hän5en der Terrainspekulation. Und so ist es kein Wunder, daß Hinterhäuser über Hinterhäuser mit schmalen Häfen, die kaum mit Lichtschächten zu vergleichen sind, entstanden. Keine Grünflächen, kein Baum, keine Erholungsstätten, keine Spies- plätz« für Kinder. Nur an die„wirtschaftliche" Ausnutzung des Terrains wurde gedacht. Man sehe sich dagegen heut« einmal in den Vororten um, wo das wirklich« neue Berlin ersteht. Di« weit- läufigen Siedlungen, hie ausgedehnten Parkanlagen, die Hunderte von Spielplätzen, die entstehen. Man denke weiter daran, mit welcher Doraussicht die Stadtverwaltung an die weitere Eni- Wicklung Berlins denkt. In der ganzen Umgegend Berlins sind Güter angetauft worden, so daß es kaum eine größere für den Bau geeignete Fläch« gibt, die nicht der öffentlichen Hand gehört. Man denke an den Ankauf von Gatow und C l a d o w. Jetzt werden die Ufer der Havel der Allgemeinheit vorbehalten. Wie wäre es früher gewesen? Genau so wie am Wannsee, wäre hier ein Dillcngelönde für Begüterte entstanden. Reuter kam dann aus den B e r l i n e r V e r k e h r zu sprechen. Es gibt wohl kaum«inen Menschen in Berlin, der die früheren Ber- liner Verkehrsverhältnisse kennt, und nicht restlos anerkennen muß, daß feit der Zusannnenfchlicßung der Berliner Verkehrsbetriebe und ihrer Uebcrnahmc in die städtische Verwaltung ungeheureVer- bessern ngen erreicht wurden. Das Verkehrsnetz hat sich außer- ordentlich entwickelt. 2n der ganzen Welk gibt es keine ötadi. in der nach dem Kriege eine derartige Verbesserung und Ausdehnung der Verkehrs- bedingungen sich vollzogen hat. Vom Auslande wird diese Entwicklung des Berliner Verkehrs unter den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen Deutschlands immer wieder aufs neue bewundert. Als einmal die Frage an einen Wirt- schaftssührer gerichtet wurde: Was würden Sie an der Verwaltung der Städtischen Elektrizitätswerke ändern, wenn Sie diese privat- wirtschaftlich verwalten wollten? Lantetc die Antwort ziemlich er- staunt: Nun, gar nichts! Der skeptisch Denkende wird allerdings annehmen müssen, daß zum mindesten versucht würde, mehr Dividende aus dem Unternehmen herauszuschlagen. Und das wird IIS .TülT diesen Äufnaßtnescfiein aus! Werde Sozia Cdemo brat! 9 In dieser WerBewode mußt du deinen Be' Bannten, deinen Kodegen zum Eintritt in die SoziafdemoBratiscBe Parfei Bewegen! wahrscheinlich auch immer der Hauptgrund sein, wenn von der Privatwirtschaft die Wirtschaftlichkeit kommunaler Betriebe an- gezweifelt wird. Man denke mir an die Charlottenburger Wasserwerk e�und vergleiche damit die Tarife der st ä d t i j ch e n Gesellschaften, die ihr Wasser noch unter dem Vorkriegs- preis liefern und aus den Gewinnen sämtliche Neubauten aus- führen können. Stadtrat Reuter kam dann auf das große Gebiet der Wohlfahrtspflege zu sprechen. Vor dem Kriege gab es nur eine Armenpflege. Heute sini» im Etat 250 Millionen ausgesetzt für Unterstützungs- und Wohlfahrtszwccke, die von Bedürftigen ohne Entwürdigung angenommen werden. In seinem Schlußwort wies der Redner darauf hin, daß wir als Sozialisten in Berlin noch keine Alleinherrschaft besitzen. Er schloß mil der Aufforderung. daß jeder an seinem Teil daran arbeiten müsse, daß am 17. No- venrber das Rathaus unser wird. Reicher Beifall lohnte die Aus- führungen des Redners. Nach ihm ergriff Stadtrat Neu buscher das Wort, um die Darlegungen seines Vorredners auf die Wilmcrs- dorser Verhältnisse anzuwenden. Llmzugsverboi für Sonntag. Verfügung des Polizeipräsidenten. Der Polizeipräsidenl keilt mit: hiermit verbiete ich aus Grund des Art. 123 Abs. 2 der Tteichsverfafsung für Sonntag, den 20. Oktober 1929, für den Orts- polizeibezirk Berlin alle Umzüge aus ässentlichen Straßen und Plätzen einschließlich der geschlossenen Anmärsche zu Versammlungen unter freiem Himmel oder in geschlossenen Räumen. Gründe: Für Sonntag, den 20. Oktober 1929, hoben Parteien und Vereinigungen, deren entgegengesetzte politische Ausfassung und Betätigung in den letzten Wochen wiederHoll zu blutigen Zusammen- flößen mit den politischen Gegnern, aber auch mit den staatlichen Organen und der unbeteiligten Bevölkerung geführt hat. zu Straßen- Umzügen aufgerufen. Bei der leidenschaftlichen Art, in der die presse der verschiedenen Parteien und Organisationen die Kundgebungen vorbereitet, insbc- sondere sie als Kampfmaßnohmcn gegen die politischen Gegner hin- stellt, Ist mit Sicherheil zu erwarten, daß die geplanten Umzüge zu weiteren blutigen Zusammenstößen führen wer- den. Die össentliche Sicherheit ist somit unmittelbar gefährdet. Großer Lohngelder-Raub. 440 Ovo Mark bei Voswau D Knauer erbeutet. während im allgemeinen in diesem 3ahre die Gilde der Geldschrankknacker wenig Glück hatte, erbeulete eine Kolonne in der vergangenen Nacht nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten die ansehnliche Summe von 140 000 Mark. Auf dem Grundstück Mohren st raße 49 liegen die Ge- schäftsräume der Bausirma Boswau u. Knauer, die mehrere Stockwerke in Anspruch nehmen. Das Haus ist ein fogenanntcs Durchgangshaus, und reicht bis zur Toubenstraße 15. Der Ein- bruch wurde am Freitag früh von den' Reinemachefrauen entdeckt. Die Verbrecher hatten einen alteren Geldschrank, der im Lohnburcou im vierten Stock steht,' kunstgerecht aufgeschweißt. Das Zimmer, in dem dieser Schrank steht, hat nur ein Fenster. In anschließenden Räumen befinden sich die Lohnbureaus. Heber den Schrank hatten die Knacker aus f ch w a r z e m Stoff einen Baldachin gebaut, um sich gegen Sicht zu schützen. Die für die zweite Schichtzahlung am Freitag bereitgestellten Lohntüten nahmen sie heraus und stiegen damit, wahrscheinlich, weil' das Zimmer durch di« Schweißarbeit erstickend heiß und verqualmt war, ein Stockwerk tiefer in ein Zimmer, wo sie in aller Ruhe an einem Tisch Platz nahmen. Die Lohntüten wurden aufgerissen und das Papiergeld herausgenommen.-Hartgeld ließen sie zurück. Auch Beutel mit S i l b e r g r l d, die im Schrank standen, haben sie gar nicht berührt. Nach Spuren, die man gesunden hat, scheint die Kolonne vom Haufe Tauben st raße 14, das» n b c- wacht ist, heraufgekommen zu fein. Die Dächer sind fast alle flach. Schleifspuren und u h a b d r ü ck e zeigen den Weg, den die Verbrecher mit ihren Sauer stofslaschcn und Werkzeug- taschen genommen haben. Ueberßßen Stiefeln haben sie anscheinend Socken getragen, denn man ficht klar die Abdrücke auf der Dochpappe. Sie rissen eine Dachluke mit Gewalt auf und kamen zunächst in die zu einer Kantine ausgebauten Bodenräume. Um sich bei etwaiger Ueberraschung den Rückzug frei- zuhalten, öffneten sie noch einige Luken und Türen. Dos Grundstück wird nur von außen bewacht, in das Innere kommt der Wächter nicht hinein. Das haben die Knacker auch ohne Zweifel gewußt, sonst hätten sie sich wohl nicht soviel Zeit gelassen. Es ist daher anzunehmen, daß sie erst in den Morgenstunden durch das Haus in der Tauben ft raße hinausgegangen sind. Ihr werwollstes Wertzeug haben sie mitgenommen. Auf die Ergreifung der Täter ist eine Sonder- bclohnung, auf die Wiederbeschaftung des Geldes eine solche von 10 Proz. des Wertes ausgesetzt. Personen, die vielleicht in der Taubenstraß« am Freitag morgen etwas Derdächtiges gesehen haben, werden gebeten, sich bei Kriminalkommissar Zopf«, Dienst- stelle L k des Polizeipräsidiums, zu melden. ZAesenbrand in Seattle. Man befürchtet weitere Todesopfer unter den Hotelgästen. New Dort, 18. Ottober. Die Zahl der Opfer des Holelbrandes ist deshalb so groß, weil �a» Jeuer zu einer Zeil ausbrach, als fast sämtliche Hotel- gSslebereils schliefen. Das Jeuer breitete sich mit rasender Schnelligkeit aus. Es wurde von einem Strastenpaffanten entdeckt, der die Jeuerwehr alarmierte. Bis diese aber erschien, halte das Jeuer schon eine solche Ausdehnung angenommen, dajz sich die Löscharbeilen auf die benachbarten Gebäude beschränken muhten. Unter den Hotelgästen brach eine furchtbare Panik aus. die meisten von ihnen sprangen aus den Jenstern in die Tiefe, wobei sie sehr schwer verletzt wurden. Die Zahl der bis seht gemeldeten sieben Todesopfer wird sich noch beträchtlich erhöhen, da von den aus den Trümmern geborgenen IS Schwerverlehlen die meisten mit dem Leben nicht davonkommen dürften, wie viele Hotelgäste beim Sprung in die Tiefe verletzt wurden, steht noch nicht fest. Das Wartelokal. Oer Wablleiter:„Sie haben sick vor drei Stunden in die Liste eingezeichnet, mein Fräulein. Worauf warten Sie eigentlich noch?" Oas ältere Fräulein:„Auf... ach, ich dachte, daß mau hier nette, nationalgesinnte Herren kennen lernen würde... Aber es kommt ja niemand!" „Korilaufende" Begeisterung. Oie Inflationsbegehrer verkrümeln sich. Die Gesamtzahl der am Donnerstag in Berlin erfolgten E i n- Zeichnungen für das Inslationsbegehrcn ist im Vergleich zu den Einzeichnungen des Vortages zurückgegangen. Am ersten Tage waren genau 20111 Einzeichnungen festgestellt, gestern waren es nur rund 17 650. Das ist statt der erwarteten Erhöhung im Vergleich zum Vortage ein Rückgang um rund 2500! Beim Volksbegehren gegen die Fürstenabfindung st e i g e r t e sich die Zahl der Eintragungen am 2. Tage von 36144 aus 40 545! 3m einzelnen gestalteten sich die Eintragungen für das 3 n f l a- tionsbegchrcn am zweiten Tage folgendermaßen: Mitte........ 1 139(Erster Tag 1323) Tiergarten...... 1 699(„„ 1878) Wedding....... 627(„„ 740) Prenzlauer Berg.... 1 035(„„ 1283) Friedrich-Hain..... 723(„„ 814) Kreuzberg...... 1 562(„„ 1751) Eharlottenburg..... 1814(„„ 2090) Spandau....... 325(„., 468) Wilmersdorf..... 1 696(„„ 1984) Zehlendorf...... 405(„„ 483) Schöneberg...... 2 009(„„ 2243) Steglitz....... 1368( ,... 1363) Tempelhof...... 404(„„ 420) Neukölln....... 622{„„ 690) Treptow....... 358(„ 329) Köpenick....... 342(„„ 450) Lichtenberg...... 547(.. 617) Aeißensee...... 183{ ,,„ 162) Pankow....... 461(„„ 628) Reinickendorf,.... 331(„„ 376) Zusammen...... 17 650 Der Rückgang der Eintragungen ersteckt sich also auf alle Bezirke der Stadt! Brautpaar Veutschland-Oesterreich. Ks darf nicht heirate�- aber es lebt zusammen. Pari», 18. Oktober. Mit der Nachricht, daß Oesterreich die deutsch/ National- zmne übernehmen wolle, entfesselt die Rechtspresse wieder in« Anschlußdebatte. Der„Aoenir" vergleicht Deutschland und Oesterreich l mit einem jungen. B r o u t p a a r, das gerne heiraten möchte, aber ans den Widerstand der Eltern, in diesem Falle des Völkerbundes, stößt. Man habe Oesterreich verboten, sich an Deutsch- land anzuschließen. Also werde es sich nicht mit Deutschland ver- einigen. Aber schließlich könne niemand in der Welt verbieten, daß in O« st erreich Deutsch gesprochen werde, daß deutsche Zeitungen und deutsche Bücher gelesen würden. Man werde sich also nicht verheiraten, da der Völkerbund ein Veto dagegen ein- gelegt habe. Aber man werde in gleichem Bett schlafen. vlumenverkaus am Sonntag. Der Verband Deutscher Blumen- ceschöttsinl'aber tetlt mit, daß seine Geschäfte in der Stadt Sonntags non Iii- bis 13� Uhr, die Blumenocschafte außerhalb der Voll- rmglini« in immittelbarer Nähe der Friedhöse von 13 bis 15 Uhr geöffnet sind. Selbstmord der sozialen Semvkraste? Sozialdemokratische Juristen einmütig gegen das richterliche prüfungsrecht. 3n der Vereinigung sozialdemokratischer Juristen referierte Minffterialdirektor B a d t vom preußischen 3nn«nministeriuin über „Die Nachprüfung der Vcrfassungsmäßigkeit der Gesetze". 3edes Gericht nimmt heute das Recht in Anspruch, nachzuprüsen, ob ein Gesetz verfassungsmäßig zustande gekomme» ist und ob es mit der Reichsoerfassung übereinstimmt. Deshalb liegt dem Reichstag ein Gesetzentwurf vor, der den S t a a t s g e r i ch t s h o f als einzige Instanz einsetzen will: er soll auf Verlangen von einem Reichs- tagsdrittel, einem Reichs ratsdrittel, der Neichsregierung und auf Verlangen jeden einzelnen Gerichtes— wenn das vorgesetzte Ober- landesgericht es für begründet erklärt— die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen prüfen und den Reichspräsidenten vor der Verkündung Gutachten erstatten, wenn er Zweifel hat. 3m„Vorwärts" erfolgte von seiten Rofenbcrgs unter dem Titel „Ein juristisches Oberhaus" der erste Angriss gegen den Entwurf, der eine Kontrollinstanz gegen den Reichstag schaffe. Radbruch hat sich für eine andere Be- setzung des Staatsgerichtshofes(3 Gelehrte, 12 vom Reichstag und Reichsrat zu wählende Richter) ausgesprochen. Einen tiefbegründe« ten Angriff hat der Arbeitsrechtler Franz N e u m a n n in der „Gesellschaft", dem wiffenschaftlichen Zentralorgan der Partei, unternommen. Er weist noch, daß die„unveräußerlichen" Grund- rechte der Reich-verfassung(Privateigentum! Vertragsfreiheit! Gewerbesreiheit! Gleichheit!) gegen soziatfortfchrittliche Gesetze ausgespielt werden. Es wird der Ausschluß der Anwälte vor den Arbeitsgerichten bekämpft, weil er gegen die Gleichheit ver- stoße, die Verfassungsrechte der Beamten werden gegen das Ver- bot der Teilnahme am Volksbegehren benutzt, gegen das preußische Wahlrecht liegt eine Klage vor wegen der Benachteiligung der kleinen Parteien, würde ihr stattgegeben, so würden 17 Mann völkische Splitter in den Landtag einziehen und der Koalition die Mehrheit verloren gehen: die Flaggennotverordnung der Preußenregierung zum Berfassungs- tag wurde mit ganz weltfremder Begründung aufgehoben. Bei Streitigkeiten zwischen Reich und Ländern und bei Nachprüfung von Verordnungen prüft der Staotsgerichishof bereits jetzt schon, der Reichspräsident hole sich in Zweifelssragen Gutachten von Be- ainten ein, Reichsgerichtsräte haben die Aussetzung von Schiedsge- richtsoorhabcn über Standesherrenrenten kurzerhand für ver- fasfungswidrig erklärt. Noch gebe die Unterschrift chindenburgs den Gesetzen bei den niedrigen Gerichten noch vielfach Autorität, später werde dies« Hemmung wegfallen. Ein Staatsgcrichtshof könne die Verfassung gegen Mißbrauch des Art. 48 schützen. Entscheidend sei die Personolpolitik: heute seien Beamte, die sich mit dem Volks- ftaate nicht abfinden können, in das Oberverwaltungs- gcricht berufen und können von dort aus die Berwaltung hemmen. 3n dem Entwurf müsse die Beteiligung der Par- lamentarier in� Staatsgerichtshof verstärkt werden. An dies Referat, das also mit vielen guten Gründen dagegen, sich schließlich zugunsten des Entwurfs aussprach, schloß sich eine ertragreiche Debatte. Goldschmidt wollte in dem Problem nur eine Zweckmäßigkeitsfrage sehen. Es handele sich um eine Stabilisierung des Staatsgefüges. Ohne Unterschied der Par- teien seien die Meinungen sehr geteilt: 3» der Nntionalversamm- lung war der Volksparteiler Kahl gegen, der Unabhängige Oskar E o h n für das Prüfungsrecht. N e u m a n n betonte im Gegen- faß dazu, daß es sich um eine Grundfrag« sozialistischer Slaatsgestaltung handele. Man könne zwar daraus rechnen, wenigstens einen Teil republikanische, aber nur wenig sozial!- stische Richter in den Gerichtshof hineinzubringen: er werde „sicherlich nicht nach sozialen, noch weniger nach sozialistischen Ge- sichlspunklcn entscheiden. Die deutsche Staatsrechtsthcorie baue d e Grundrechte mächtig aus. Wegen ihrer Anwendung gegen soziale Gesetze sind der ADG. und Sinzheimer entschiedene Gegner der richterlichen Nachprüfung. Es sei durchaus unnötig, alle politischen Konflikte richterlich entscheiten zu lassen. Wolle er ein Gesetz nicht ver- künden, so habe der Reichspräsident dafür die politische Beranr- wortung zu tragen: unabsetzbar« Richter seien der Oeffcntlichkeit und der Wählerschaft nicht verantwortlich. Staatsrechtslehrer gehen neuerdings soweit, die richterliche Prüfung von Gesehen, nicht nur im Hinblick aus ihre Uebereinstimmuug mit der versasfung. sondern mit dem Rechtsgefühl(d. h. also des Richters!) zu verlangen. Mit dem vorliegenden Entwurf wird die Justiz wichtige soziale Gesetz« vernichten und die Souveränität des Parlaments unter- höhlen. R o s c n b e r g zeigte, daß durch die Konzentration des Prüfungsrechtes bei einem einzigen Gerichtshof desten Entscheidun- gen mehr Autorität gewinnen. Untere Instanzen seien weniger wagemutig. M a h r u m betonte die theoretische Allmacht des Par- lamentes. Der Reichspräsident habe Gesetze nur zu verkünden. Heute sei der Staatsgerichtshof nicht nötig: in Zukunft, wenn die Sozialdemokratie einer geschlossenen bürgerlichen Opposition gegen- überstünde, brauch« sie einen Minderheitenschutz: Oessent- lichkeit und Mündlichkeit des Verfahrens, Ernennung des Richters auf Zeit feien nötig. Katzen st ein verwies auf das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten, das jahrzehntelang die gesamte soziale Gesetzgebung aushielt. Man könne in Deutschland von einer fortwähreuden Gegenrevolution der Gerichte sprechen. Bürgermeister Hertz erwähnte, daß Professoren bereits so weit gehen, den Richtern die Besugnis zu- zusprechen, soziale Gesetze auf die Uebereinstimmung mit der an- geblich in der Verfassung verankerten Synthese zwischen Sozialismus und Kapitalismus zu prüfen. Es besteht die Tendenz, daß die Richter nicht nur die Rechtmäßigkeit, sondern die Zweckmäßigkeit von Gesetzen untersuchen. Der gegen- wärtig« Zustand sei der Zentralisierung vorzuziehen. Löwen- t h a l, Referent im Rcichsinnenministerium, machte die bedeutsame Mitteilung, daß die Ministerialbureaukratie gegen das richterliche Nachprüfungsrecht ist, das die Gesetzgebung störe: so Hab« das Reichsgericht einfach die Verforgungsgericht« für die Schutzpolizei abgeschafft und die Wiederaufnahme von Versorgung?- streitigkeiten vor den ordentlichen Gerichten mit weitgehenden finanziellen Konsequenzen ermöglicht. Die Vorlag« sei nur gemacht worden, weil man Besseres nicht glaubte erreichen zu können. Kirchheimer verwies aus das Sicherheitsdedürfnis des Bürgertums, das die beunruhigende Macht des Parlamentes einschränken möchte. B e n d i x zeigte, daß die jüngere Generation der Juristen gegen, die ältere für das Prüfungsrecht ist. Flatow hielt den jetzigen Zustand für das kleinere llebel, die Tendenz der Vernichtung sozialer Gesetze wird durch die besondere Organisation eine» Stoalsgerichtshofes gefördert. Ob irgendwo ein Amtsrichter einmal ein Gesetz für ungültig erklärt, sei nicht so wichtig. Die Zuspitzung erfolgt bei den großen sozialei?u Gesetzen. Die Wirtschaftsverbände werden sich hinter einzelne Personen und Kommunen stecken, um Prozesse um die Gültigkeit durchzuführen. In seinem Schlußwort sprach sich Badt trotz seiner Bedenken dafür aus, die gegenwärtige Beteiligung an der Regierung auszunutzen, um ein« annehmbare Vorlage durchzusetzen. Der Vor- sitzende, Kurt R o s e n f e l d. stellte deshalb als Ertrag der Aus- spräche fest, daß die ganze Versammlung einmütig und grundsätzlich die Nachprüfung von Gesetzen durch dieGerichteablehne. W. Schw. Oie Kraftfahrer wehren sich. Gegen Verunglimpfung ihrer Arbeit und ihres Berufs. Die zahlreichen A u t o u n j ä l l e der letzten Zeit, besonders aber die Art der Berichterstattung einer gewissen Sensationspresse darüber, hatten den Berkehrsbund(Gesamtoerband) als zuständige Organisation der Berufskraftfahrer veranlaßt, am Donnerstag abend im Gewertschaftshaus in einer Kundgebung der organisierten Omnibus-, Kraftdroschken-, Geschäfts- und Privatwagenchauffeure zu den bedauerlichen Verkehrsunfällen Stellung zu nehmen. Die gesamte bürgerliche Presse, die sich in der letzten Zeit in ihrer Hetze gegen die Berufskrastsahrer gegenseitig überboten hat, war der Einladung zu dieser Kundgebung nicht gefolgt: auch nicht die„Rote Fahne". Di« Vertreter der organisierten Berufskraftfahrer und ehren- amtliche Funktionäre, die am Steuerrad ihr Brot verdienen, legten in überzeugender Weise dar, wie ungerechtfertigt es ist, bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen die Berufskraftfahrer vom Leder zu ziehen. Die Sensationspresse sollte mit ihren Balkenüberschriften wie„Der toll gewordene Chauffeur" oder„Autoraserei in Berlin" etwas zurückhaltender sein und sich erst einmal vergewissern, wer diese toll gewordenen Chauffeure sind. Die Geschäftswagenfahr«r bekommen oftmals so viele Lieferungen aufgepackt, daß sie eben gezwungen sind, „Tempo" zu fahren. Nicht zuletzt spielt aber auch die B e- schafsenheit der Kraftwagen bei der Beurteilung der Schuldfrage eine große Rolle. Wenn die Möglichkeit bestünde, einmal die Wagen vor ihren: Fahrtantritt auf ihre technische Be- schafsenheit zu prüfen, würden den Aufsichtsbehörden vielleicht die Zlugen übergehen. Dann sollte man auch einmal, wie es der Essener Polizeipräsident bereits getan hat, an den Ausfallstraßen die abends zurückkehrenden Loftkraftwagenfahrer befragen, wie lange sie schon an: Steuerrad sitzen. Man würde dann erfahren, daß die krastsohrer oftmals 14 bis 18 Stunden ununterbrochen im Dienst sind. Der gleiche Versuch würde sich auch bei den Prioatchausfeuren lohnen, die nachts vor irgendeinem Bergnügungsetablissement auf ihren Herrn Chef warten und am frühen Morgen wieder auf den Beinen sein sollen. Daß die Priootchauffeure jede freie Minute benutzen, um auf ihrem Wagen ein Nickerchen zu machen, beweist jedem aufmerksamen Beobachter gerade genug. Bor allem sollte man nach jedem Unfall feststellen, ob der Wagen- lenker ein Berufs- oder Hervenfahrcr war, wieviel Stunden Dienst er hinter sich hatte, wie alt er ist. wie lange er schon Kraftfahrer ist und welche Fahrschule er besucht hat. So detailliert müßten auch die Unfallstatistik«n geführt werden. Zu fordern ist aber auch. daßauchdasPublikumzur Ver- kehrsdisziplin erzogen wird und daß nicht nur gegen die Krastsohrer, sondern auch gegen die die Derkehrsoorschrifteb verletzenden übrigen Wegebenutzer vorgegangen wird. Vorbeugen durch Belehrung und Verwarnungen wird die Unfallzisfer viel eher hcrabdrücken als schematisches und oft schikanöses Bestrafen. Das beweist allein schon die Tatsache, daß durch die vielen Polizeislrasen die Unsallzifsern nicht zurück- gegangen sind. Die Versammelten faßten ihre Stellungnahme zu den Fragen der Verkehrssicherheit in- einer einstimmig angenommenen Eni- s ch l i e ß u n g zusammen, in der betont wird, daß nur durch ein verständnisvolles Zusammenarbeiten zwischen Polizei und Presse in der Belehrung der Bevölkerung eine Eindämmung der Der- kehrsunfälle herbeigeführt werden könne. In der Entschließung heißt«s zum Schluß: „Die Presse, als Sprachrohr der- Oeffentlichkeit wird aber dringend ersucht, Meldungen über bedauerliche, oft durch Verkettung unglücklicher Umstände herbeigeführte, unabwendbare Verkehrsunfälle in sachlicher Berichterstattung, unter Fortlassung einseitiger Stellung- nähme zur«chuldfrag« zur Kenntnis der Bevölkerung zu bringe». Fette Balkenüberschriften oder gar gehässige, gegen die Kraftfahrzeug. lenker allgemein gerichtete und über Gebühr aufgebauscht« Berichte, die nur der Sensationslüsternheit Rechnung tragen, dürften zur Te- kämpfung der tiefbedauerlichen Verkehrsunfälle, zur Hebung der Berkehrssicherheit und verständnisvollem Zusamirenarbeiten der be- rcils vorgenannten Faktoren ungeeignet erscheinen. Deshalb haben di« versammelten Berufskraftfahrer mit be« sonderer Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß auch die Polizei durch ihre berufenen Bertreter dies« Art der Berichterstattung bei Meldungen von Verkehrsunfällen zurückgewiesen hat. Di« Berufskraftfahrer erwarten von der Bevölkerung. Polizei und Preste eine gerechte ib-e- verantwortungsvollen und gefahrvollen Berufs und würichcn eine sachliche, unvoreingenommene Zusammenarbeit mit ollen Körperschaften, die zur Hebung der Berkehrssicherheit beitragen wollen." DasMusikheim in Frankfurt a. d.O. Don Or. Paul F. Schmidt. Frankfurt a. b. 0. gehört zu den Städten, die dank einer groß- zügigen Bodenpolitik und Bauwirtschoft in starkem und sichtbarem Ausblühen begriffen sind. Wer zum erstenmal in diese Stadt von 73 000 Einwohnern kommt, ist erstaunt über die Schönheit und Ge- räumigkeit des Stadtbildes vom Bahnhof an bis in den Kern der Altstadt, vor allem aber in den Teilen nach Westen hinaus, wo in den letzten Iahren ein ungeheures Areal bebaut worden ist, stodt- baulich sehr gut an die Tradition der Altstadt anknüpsend, architek- tonisch nicht immer ganz glücklich, aber durchweg in sozialem Geiste i dreistockiger Reihenbau verschiedener Gewerkschaften, Beamten- verbände und dgl. wechselt mit Einfamilienhaussiedlungen ab, und auch diese sind auf dem billigen, der Stadt gehörigen Boden so rentabel, daß es wirtschaftlich beinahe gleichgültig ist. ob man Etagen- oder Einzelhäuser baut. Dieses Glück billigster Wohnungen verdankt die Stadt, die, ein Wunder im heutigen Deutschland, so gut wie kein« Wohnungsnot mehr kennt, der vorausschauenden Arbeit ihrer Verwaltung, die allen Grund und Boden rechtzeitig und wohlfeil sbis zu 10 Pf. für den Quadratmeter hinunter!) gekauft hat: neben dem Oberbürgermeister Dr. Kinne ist da vor allem der Stadtrat Möllenhoff zu nennen. Diese Atmosphäre sozialer Vorsorge muß man kennen, um zu verstehen, wie ein Unternehmen von der Eigenart des Mufik- Heims hier erwachsen konnte. Anregung und Organisation ist vom Kultusminister ausgegangen, ermöglicht aber hat sein« Ver- wirklichung die Boden- und Kulturpolitik Frankfurts, das ein ge- waltiges Areal, an schönster Stelle, hochgelegen inmitten von Obst- Plantagen, mit dem Blick auf die Uferhähen der Oder, bereitgestellt hat. Es ergibt sich die Erkenntnis, daß Musikheim und Frankfurt zusammengehören: man kann sich diesen schönen Bau und seine volkstümlich« Bestimmung nirgends anders mehr vorstellen als in dieser Landschaft und in dieser Stadt. Das Musikheim ist, der Name sagt es schon, kein Konfervato- rium, sondern eine Art musikalisches Dollshochschulheim: bestimmt nicht für die Fochmusiker, sondern für Dolksschullehrer, Jugend- Pfleger, Pfarrer: für die volkstümliche Musikpflege der Stadt und ihrer Umgebung, für Wanderbünde, den deutschen Singkreis, Tänzcrfchule und Spielgemeinde nach Art Luferkes, kurz alz ein Erholungs- und Erneuerungsheim für alle, die im Beruf oder Neben- beruf musikalische Aufgaben zu erfüllen haben. Rückgrat bilden drei Kurse im Jahr zu je zwei Monaten, für Bolksschullehrer: Pflege des Volksliedes und Ehorgesanges steht im Mittelpunkt. Leiter ist Georg Götsch, von zwei Dozenten ossistiert: das ist der ganz« Lehrkörper. Mit Absicht ist alles vermieden, was eine Bureau- krati« heranzichen könnt«: selbst das Verwaltungsperfonol ist auf das geringste Maß reduziert und in einem winzig kleinen ein, geschossigen Flügel untergebracht. Denn die Besucher wohnen hier für Wochen oder Monat« in enger Gemeinschaft, werden verpflegt und wachsen durch ständiges Zusammensein wie von selbst zu einer provisorischen Gemeinde zu- lammen. Man kann die jungen Menschen beneiden, die hier, los- gelöst vom Alltag, in schönster Umgebung ein« fruchtbare und schöpfe- riische Muß« verleben dürfen. Es gibt 31 Wohnzellen, jede nur neun Quadratmeter groß, Bett, Tisch und Wandschrank enthaltend: Wa�. und Badegelegenheit ist gesondert, alles auf möglichst geringen Raumverbrouch reduziert, das ganze Heim mit angemessener Spar- samkeit gebaut. Aber wie sie wohnen, wie Lust und Sonn« und die Heiterkeit der weiten schönen Landschaft mit Blütenbäumen in ihre Zellen hineinschauen— das ist schlechthin bezaubernd. Der Bau dieses Musitheims ist in die richtigen Hände gelegt worden. Otto B a r t n i n g, der Leiter der Weimarer Kunstschule, hat ihn entworfen und ihn mit den Werkstätten seiner Schule durch- geführt, so daß nichts in dem klosterähnlichen Komplex ohne künstle- rische Form geblieben ist. Sehr schlicht der Außenbau, langgestreckt, in Ziegelrohbau mit schworzgrauen Pfannendächern— also nicht, wie man erwarten könnte, slachgedeckt: die Mannigfaltigkeit und strenge Schönheit dieser Dächerfolgen und des Zweiklanges: Rot- Graphitgrau gibt dem Ganzen einen für diese Stelle, dies« Land- schaft unvergleichlich günstigen Charakter. Mittelpunkt ist der Festsaal, der so schlicht gebaut wie schwer zu beschreiben ist: ein Rechteck, Bühne, und Emporeaufbauten an den Schmalseiten, an den Langseiten vor allem bis zum Dachfirst durch- gehende hohe Fensterverglafungen, unten lauter Glastüren, die die Kommunikation mit den Terrassen und dem Garten gestatten. Im rechten Winkel schließt sich nahe der einen Seite der zweigeschossige Wohnflügel an, aus der Stadtseite der Wirtschaftsteil mit der Zen- tral« des kreisförmigen Speiseraumes, der über sich einen runden Bersamimlungsraum enthält. Unterrichtsräume, Lesezimmer und Bibliothek sind vorhanden: alles verbunden durch lange schmal« Gänge, die die horizontale Lagerung und den langgezogenen, zum Lausen und Springen anregenden Rhythmus dieses Hauses sinnlich darstellen. Ein Bau offenbart sich wahrhast erst in seiner Funktion. Am Eröffnungstage konnten wir es mit Entzücken erloben. Im Fest- saal wurden die Reden der Schöpser gehört: die vom Kultusminister Dr. Becker, von Oberbürgermeister Dr. Kinns, von Prof. Moser, Götsch und Pros. Bortying, die Wesen und Simr des schönen Heims deuteten. Dann ober traten die Bewohner selbst in Funktion: Gesang und Festkantate leiteten die Feier ein, ihren Höhepunkt erreichte sie am Nachmittag bei einem„Volksfeste", das die Schuler des Lufsrke-Lehrganges in geistreicher und anregender Weife in sämt- lichen Räumen improvisierten. Es kommt nicht auf die witzigen und an die besten Seiten der Schwabinger Boheme und des Bauhauses erinnernden Einzelheiten dieses„Gschnas" an, das Beglückende und Bleibende des Eindrucks bestand in der Erfahrung, daß das Musik- heim Bartnings ein Organismus ist, den man handelnd, schreitend, schauend, selbstschöpferisch wie genießend als einen lebendigen Bau- körper empfindet, als«in Wohn- und Aktionslabyrinth, das mit der Natur ringsum in unmittelbarstem Konnex steht und Organ des Staates und seiner Musikpflege, der Stadt Frankfurt, der Schüler und Lehrer, der Musizierenden, Tanzenden und Zuschauen- den zugleich und in gleichem Atem ist und beglückend endlich einmal die organisch« Einheit des Lebens auch heute noch, in dieser un- erfreulichen Zeit der kaltschnäuzigen Sachlichkeit, mit der Herrlichkeit menschlichen Gemeinschaftswillens offenbar macht. Vor dem Staatsanwalt. Vernehmung des suspendierten Bürgermeisters Schneider. Das Oberpräsidium beschäsligl sich seil gestern ebenfalls mik der Angelegenheit des Bürgermeisters Schneider. Der Bürger- meister ist ferner heute morgen von Staalsanwaltfchasts- rot Dr. Weißcnberg vernommen worden, nachdem er »elegraphisch die Aufforderung dazu erhalten hatte. Bürgermeister Schneider soll sich über olle Punkte äußern, auf die er in der Sitzung der Bezirksversommlung Berlin-Mitte nicht eingegangen ist, mit der Erklärung, daß er, solange das amtliche Verfahren laufe, aus Gründen der Amtsverschwiegenheit hierüber keine Mitteilung machen könne. Die gestrige Erklärung des Stadtbonkdirektors Schmitt vor dem Untersuchungskommissar, Oberregierungsrat Tapolski, noch der die Stadtbankdirektion immer damit rechnen mußte, daß die Sklareks über alle Maßnahmen der Stadtbank, die sich auf ihre Firma bezogen, durch Indiskretionen ständig unterrichtet waren, sind geeignet, die Angelegenheit Sklarek unter einem recht veränderten Gesichtspunkt zu betrachten. Eine Wendung erfährt die Untersuchung auch in der Richtung nach dem Kernpunkt der ganzen Angelegenheit durch die gestrige Bekundung des Abteilungs- direkiors Schröder gegenüber Oberegierungsrat Tapolski, er habe bereits von seinem Amtsvorgänger, dem verstorbenen Leiter des Kreditkontrollbureaus Hirsch, ein Berfahren bei der Ueber- wachung des Sklarek-Kredits übernommen, das sich von den vor- geschriebenen Verfahren gerade im erheblichsten Punkte unter- schied. Schröders Person wird damit in den Bordergrund des Interesses gerückt, denn Schröder ist es auch, der die gesamte Buch- sührung der Sklareks im Austrage des Stadtbankvorstandes r e g e l- mäßig kontrollierte und immer als völlig in Ordnung befindlich meldete, obwohl sich jetzt bei der Prüfung der Bücher durch den Konkursverwalter Schuster herausgestellt hat, daß die Buchführung der Sklaret-Firmen in keiner Hinsicht den Anforde- rungen entsprach, die an eine kaufmännische Buchführung gestellt werden müssen. Das Schweigen der Gestäupten. Die„revoluttonären" Streikbrecher verlieren die Sprache In der letzten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag haben die Kommunisten durch die Sozialdemokraten ein« Abfuhr erlebt wie kaum je zuvor. Was sie sich in der letzten Zeit an Ber- unglimpfungen, Beleidigungen und Herabsetzungen der Sozialdemo. kratie und ihrer Bettreter geleistet haben, überstieg alle Grenzen, so daß am Donnerstag Stadtverordneter Urich endlich einmal zeigte, wie die Leute aussehen, die Sozialdemokraten nur als Lumpen. Streikbrecher, widerliche Subjekte, korrumpierte Gesollen bezeichnen. Warum die Kommunisten mit Streikbrechern so gut umzu- gehen verstehen, konnte Urich an einem Beispiel zeigen. Ein Mann namens Neu kränz, der im Jahre 1919 bei einem Streik städtischer Angestellter auf dem Weddlng Streikbrecherdienste ver- richtete, mußte damals auf Intervention eines Be- triebsratsmitgliedes hin entlassen werden. Es trifft sich für die Kommunisten schlecht, daß der genannte Neuironz jetzt Berichterstatter der„Roten Fahne" ist und auch Bericht« über die Stadtverordnetenversammlung macht. Der B e» triebsrat von damals aber ist der kommunistische Stadtrat und Sklarek-Freund Dcgner! Unter solchen Bcrhällmssen ist es dann kein Wunder, daß die Kommunisten in all>n Menschen Streik- breche-' vermuten. Wie steht aber die Sache mit dem kommunistischen Stadloerord- neten W i s n e w s k i, dem„beeinflußten Antragsteller"? Wisnewski hielt eine Einladung der Sklareks für so wertooll, daß er in der Bezirtsversammlung Milte seinen Antrag gegen di« Sklareks schleunigst zurückzog. Man sieht, die kommunistischen Sklarek-Freund« wußten Freundschaften zu schätzen! Erbauliches berichtete Urich auch über den„reoolutio- nären" Gewerkschaftsstrategon Repschlöger. Dieser hatte die Freud«, seine Zimmerer beim Bau des Berbandshouses der Metallarbeiter in der Alten Iakobstroßc in einen Streik um die bekannten„zwischentorislichen Regelungen" treten zu sehen. Die kommunistischen Maurer machten mit und die„Rote Fahne" bracht« dicke Ueberschriftcn und lange Berichte. Am Mittwoch hat nun Repschlöger seine Hofsnungen begraben: Er hat den„Streik" abgeblasen und durch Unterschrift anerkannt, daß die Zimmerer und Maurer zu den alten tariflichen Bedingungen die Arbeit wieder aufnehmen müssen. Repschlägcr unterschrieb auch, daß die Gewerkschaften die Wiederaufnahm« der Arbeit oer- anlassen müssen, und daß die Unternehmer vier Tage Zeit zum Wiedereinstellen haben. Das ist revolutionäre Gewerkschaftspraxis! Es ist ein Derdieust, daß Urich diese kainmunistischc Heldentat an die Oefsenllichkeit brachte. Die kommunistische Stadtverordnetcnsraktion Hot am Donners- tag Zeter und Mordio über Urichs Angaben geschrien. In der „Roten Fahne" jedoch findet der Leser nicht ein Ster» benswörtchen von alledem! Man kann wohl einen zwei- spaltig aufgemachten Aufsatz über«ine„Reichskonserenz oppositio- neller Arbeiterschützen"(!) lesen, aber von dem Sklarek-Freund Wisnewski, vom Streikbrecher Reu kränz und vom „Streikabwürger" Repschlöger findet man nicht«ine Zeile. Dieses Schweigen redet Bändel Zm Sladloerordnetensitzungsberichk unserer Freitagmorgen- nummer enthält die Einleitung einen sinnentstellenden Fehler, der infolge eines technischen Versehens entstanden ist. Der richtige Wortlaut ist:„Die sozialdemokratische Fraktion fordert nun in einer an den Magistrat gerichteten Anfrage die dringend notwendige Aerfklärung. Ueber die beschuldigten Fortbildungsschuldirektoren wird behauptet, daß sie Demokraten seien." Rangerhöhung Polens. Der britische Gesandte in Warschau, ist zum Botschafter ernannt worden. Da» russische Außenkommissorlot erklärt auf den deutschen Bor- scklag, die Repressalien gegen chinesische Staatsangehörige einzu- stellen mit dem Ausdruck seines Dankes, darauf nickt eingehen zu können, da die Ranting-Regisrung ihre Versprechungen nicht halte und bis jetzt sich weigere, guten Willen und Bereitschaft zur Em- Haltung von Abmachungen zu zeigen. Die Nanking-Regierung hatte den entsprechenden deutschen Vorschlag im Prinzip angenommen. Zn Sofia gaben zwei Burschen aus den politischen Sekretär der mazedonischen Emigrantenorganisation Dassilef und dessen Begleiter mehrere Revoloevslyüsse ab. Wassiles, dessen Bruder kürzlich«inen Mazedonierführer ermordet«, erlitt schwere Verletzungen, während sein Begleiter mit leichten Verletzungen davonkam. Weiler für verlln und Umgegend: Wolkiges und ziemlich kühles Wetter bei schwacher Lustbewegung.— Für Deutschland: Wolkig oder neblig trübe. Temperaturen im ganzen etwa? niedriger als bisher. »Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Oie leichte Isabetl. Vose-Theater. Ein fideles Singspiel, das nur unterhalten will. Das gelingt ihm auch, denn das Publikum des Rose-Theaterz— es ist ein dank- bares Publikum— lacht, freut sich und applaudiert. Es handelt sich um die Zigarrcnfabrik der Gebrüder Kroll, deren Umsatz sehr zurückgegangen ist. Hilfe ist bitter nöfig,«in Königreich für eine Reklame-Idee. Hanns, ein junger Monteur, steigt durch Zufall mit seinem Kollegen Hugo vom Dache in das Kontor der Firma und hört den erregten Dialog der Gebrüder. Er mischt sich ein, er hat ein« Reklame-Jdee. Ein Los soll in die nächste Zigarrenserie gemischt werden, der Finder des Loses erhält ein junges, hülischss Mädel zur Frau, ein Wochenendhaus und 100 000 Mark Mügist. Hanns wird sofort Reklameches der Firmi. Ein Mädchen vom Lande, dos auch im Kontor zu tun hat— sie heißt Isabell— wird entdeckt, neu eingekleidet und unterzeichnet den Vertrag, den Finder des Loses zu heiraten. Und nun geschehen eine Reihe von Dingen, wie sie in einer Operette zu geschehen pflegen. Alles geht drunter und drüber und schließlich finden sich zwei Menschen, bappz- enä. Text ist von Hans Zerlett, Musik von Robert Gilbert. Hans Rose führt saubere Regie. Der Inusikalische Teil ist aus» gebaut auf eine flotte, einschmeichelnde Schlogermelodie. Van den Darstellern gebührt Lob den Damen Erna Kerstens und Marga Fischbach und den Herren Erich Wilde. Hans Rose und Edgar Konisch. Eine gut trainierte Girltruppe ist da. Alexander von Sacher-Masoch. „Blutschande." Atrium. Dieser Film steht unter dem Protektorat der Liga für Menschenrechte, die auch das Tatsachenmaterial lieferte, nach dem das Manuskript geschrieben wurde. Ein Gärtner verliert seine Frau, die alle kaufmännischen Au- gelegenheiten für ihn erledigte. Ihre Tochter aus erster Ehe nimmt bald die Stelle der Mutter ein. Das Paar will heiraten, da erfährt es durch den Amtmann, daß eins solche Ehe verboten ist. Es wird ein Kind erwartet und darum kommt er wegen Blutschande zwei Jahr« ins Zuchthaus und sie wird auf Grund des gleichen Para- graphen zu sechs Monaten Gefängnis oerurteilt. Als sie die Strafe verbüßt haben, lassen sie nichr voneinander und als das zweite Kind das Licht der Welt erblickt, wird der Mann erneut verhaftet, die Frau aber wirft sich vor einen Eisenbahnzug. Die Bewohner der. Stadt geraten in hellst« Empörung, ihr gesundes Empfinden lehnt sich gegen den ß 173 auf. Ms Gegenhandlung sieht man, wie«ine Mutter, die Geliebte eines reichen Mannes, der ihrer überdrüssig geworden ist, die Tochter zur Heirat mit dem Liebhaber veranlaßt, damit das Geld de, Lebemannes in der Familie bleibt. Und die Tochter ist sofort einverstanden, denn sie hat ja ihren Partner, den sie auch während ihrer Eh« beibehalten wird. Der Film soll zum Nachdenken anregen und der Regisseur James Dauer liefert eine durchaus ernste Arbeit. Mitunter ver- spürt man freilich bei ihm die Spekulation auf«in Gefallen beim Bürgertum. Walter R i l l a und Olga T s ch e ch o w o verzichten auf alle Starallüren, si« erbringen durch ihr Spiel den Nachweis für die inner« Berechtigung des Films. Theodor Laos zeichnet einen feinen Pastor und Paul Henckel» ist«w menschenfeindlich« Amtmann, der mit sadistischer Freude sich hinter die Paragraphen oerschanzt. Grete G r a a l ist keß ohne sede Anmut. Leider waren die Bilder sehr unklar. Das Premierenpublikum war ergriffen. e. b. „Tummelplatz der Liebe." Tiiania-palast. Er ist der stimmgewaltige, wirkungsvolle Ausrufer einer Rummelplogbude. Er kommt nicht mehr frei vom Milieu, aber sein Sohn, der soll etwas lernen, der soll Rechtsanwalt werden. Einmal, während der Ferienzeit, erscheint der Sahn auf der Bi.'o fläche. Der Vater ist ungehalten, doch da die Mutter tot ist und der Junge niemanden auf der Welt hat, muß der Alte einwilligen, daß der Jung« mit der Schau reist. Cr verliebt sich in ein märnier- erfahrenes Mädel, das durch ihn wahre Liebe kenne» lernt. Allen Widerständen zum Trotz heiraten die beiden und der Junge wird — Schreiber bei einem Rechtsanwalt. Der Rummelplatz ist das gegebene Milieu optischer Effekte. Aber wie der Regisseur George Fitzmaurice sie einsängt und wie er sie verwertet, das kann man nur mit ehrlicher Begeisterung erzählen. Bei ihm ist das Milieu selbst nicht nur ein starker Stirn» mungsträger, es wind zum Darsteller. Kann etwas trostloser wirken als ein verregneter Rummelplatz? Kann es tumultuarischer hergehen als bei einer großangelegten Keilerei zwischen dem Janhagel und den Schaubudenleutcn? Die Fohrtbilder jedoch schildert er so. daß wohl in manchem Zuschauer die Begehrlichkeit nach Baga-- bundenblut in eigenen Adern aufwacht. Dabei versteht Fitzmaurice sich auch aus die Menschenschilderung. Dieses fahrende Volt— das man nicht mit den großen Artisten vergleichen darf— ist hart mitgenommen vom Leben, oft explodieren die eigenen Lechenschaften, aber hinter allem Tun steht das wahr- Haft Menschliche. Die vier Hauptdarsteller Milton S ti ll s. Dorothy M a ck a i l l, Betty E o m p s o n und Douglas Fairbanks jun. — und außer ihnen auch der kleinste Statist— find lebenswahr. c. b. Oie Nobelpreiskandtdatur von Arno Holz. Es besteht die Hoffnung, daß in diesem Jahre der Nobelpreis sür Literatur nach Deutschland fällt. Die letzte Verleihung nach Deutschland erfolgte 1912. An erster Stelle der Kandidaten steht Arno Holz, wohl schon deshalb, weil er weitaus die meisten deutschen Stimmen für sich hat. Nicht weniger als viermal wurde der Dichter bisher für den Nobelpreis präsentiert und mit jedem Male erhöhte sich die Zahl seiner Stimmen. Dies- mal ist der Antrag, der von der philosophischen Falkultät der Universität Königsberg ausging, von-ISO Stimmberechtigten, in der Hauptsache Hochschullehrern der Ltteraturgeschicht« und Aesthetik. unterzeichnet. Allerdings ist die schwedische Mademie, die den Preis zu verteilen hat, m keiner Richtung an Dorschläge gebunden. Die entscheidet vollkommen frei. Aber wenn die Wahl, was nach der Meinung Eingeweihter wahrscheinlich erscheint, auf Arno Holz fällt, so hätte die schwedische Akademie das Verdienst, endlich einmal die Aufmerksamkeit der breiten Oeffentlichkeit auf einen Dichter hin- gewiesen zu haben, über dessen Wert und überragende Größe si� nur wenig« wirklich im klaren sind. Edgar Fraak. Solotänzer der Städtischen Oper, hat sich»ei«wer Probe ewe schwere innere Verletzung zugezogen und ist daher gezwungen, die Volle de».Jrtitiz» in dem Ballet.Tovpelia" ahtzusagea.---» Die Rolle wir» von Jeu» Kelch(Staattoper) übervommea. Theater, Lichtspiele usw. Tl|l. 2 Tontefl S ml«'/, Dir Bmbiroia 1266 Unsen icuen Preise; Wectmlrgs i Uhr 60 Pf. Iis 3 lirt TJjl. VI, i. Sonnt 6 DUr 1 bis« Hvk Charlie Rhrel. 3 Whlrlwlnds, LsnqTack San es» ptAarA | Tägl. 5 u. e» Sonnt. 2, J«8" __| Alex. E. 4. 8066 I INTERNAT, VARIETE �-GROSSESSCHflUSPIELHflUS-! 78,1.8 Uhr Regie: ERIK CHARELL Gesf.mtaimtattunj Prof. Ernet Stern Hnsik-Leitong: Ernet Hauke Uhr Sonntag nachm. un�ckürst halbe Preise. Winfer ★ uarren* 18 Uhr» Zenlr. 2819» Raudiea eriauhi 1 „L I D 0 8 r" U.«eitere Attraktionen Sonnabend u. Sonntag Jn 2 Vorstellungen 1 Z» und 8 Uhr. Z» kleine Preise. J ICASINO-TNEATER Lothringer Strahn 17. Renaissance-Theater sv. STEMPELBRUDER Von Duschinsky. Regie: Gust. Härtung. Sonnabend nachm. S Uhr Ton in desTöpfers Hand Von Theod. Dreiser. Sonntag nachm. 11'Ii Uhr Ludwig HARDT- HAMSUN feier Sonntag nachm. 4 Uhr Krankheit der Jugend Von Ferd. Bruckner. Steinplair C t. 0901 o. 3983/04. ROSE •THEATER»ÄMN" Billeltkasae: Alexander 3422. neul Tigltdl S/. Uhr Die aadereSeite Berliner meater Gönhoffl70«>/. U Zwei Krawallen von Georg Kaiser Musik Spoliansky Metropol-Tli. Täglich 8>l« Uhr Lehir dirigiert Das Land des Läebelns Vera Schwarz, Richard Tauber Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8V» Uhr Max Adalbert als Nante am Flügel Rudolf Nelson Sonntag 3P- Uhr kleine Preise Trio Lessing-TBeater Norden 10846 Gruppe Junger Schauspieler Täglich 8 Vt Uhr cyanKali § 218 von FrleOfldi Woit TrFanon-Tli.�r Täglich 8'/» Uhr DerDr.Loslsplelerlaig Das komml doch alle Tage vor Johannes Riemann, Vllma v.Aknay, Max landa.Lotte Klinder Sa 4, Stg. 2>- Uhr Asehenbrödel Sonntag S Uhr Jobannisfeuer Lichterfelder Festsäle Zelalendcnrf er StfroOe S Oekonozn Otto SdaKlIinfig Telephon; Lichterfelde G 3 1445 festsäl« for 1500 Personen mit modern eingeriditeten Bohnen for Veran- staltusgen jeder Ort/ Sodizeitssäle/ Vereinsz mmer Ihr ZO bis 300 Personen Barnowsky- Bohnen Theater in der KBniggrätznr StraBe Heute 7'h Uhr Premiere Die erste mrs. selby mit Frttzi ntasaary Komödienhaus Täglich 8>I, Uhr Mtyl iQPPOD sind die besten mit Kurt Bois Lostspfelbaos Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich SVt Uhr Grand Qotei Lustspiel von Paul Frank Planelarimn w am Zoo Varitoy Josdiimthaler Itnlk B.5 Barbarossa 5578 16'/« Uhr Herbst- ebenda am Sternenhimmel 18'/« Uhr Bis an die Grenzen der Walt 20>. Uhr Rätsel de* Sternenliehtes Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. I Mk. Kinder 50 PI. Mittw,; Erwachsene 50 PL Kinder 25 Pf. Tiieai.BRiKotiD.Tor Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr auch Sonnt. nachm. 3 Ii. Eiue- Sänger 'Der doppelte Alwin!„Ein Weltrekord d. Lach." zur Miete WSO.Ansbachersfr.l Speiial' Bckandi. nur tlr isdiiasl BOHeu. Gessa und Bein, wenn BritLieituesteUl in iSTageuslnd >«u speist man■ 901 und DlliigT *ii r Gross-Berlin Alaxanderplatz idiwere Fälle Deselilut worden. Unaniasiüatt Hellcrtolge. Beslätlgung und Relerenzcn. ärztlich empfohlen. InTelldenttraae 108. 9—11. 1—4. Sonutao 10—12. lacuDr. ftfarkTlrlffC Wlrluam sind dl« uesunuerä K|einen Anzeigtg in der Gesamt. Auflage|.Jf|{0.( des Vorwärts und trotzdem äjlllijgi BETTENHAUS A. SCHONERT Berlin so Oranienstr. 12 Eckhaus Heinrichsplatz. Hochbahn GOrlilzar Bahnhol Dukbettto. Uoterbetten. Kopfkissen. Stippdefon. Oaoiiendedieti Metallbettop ,.. 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Nein, sie wehrte sich nicht, die grellen Lichter der Stadt waren abgeblendet, sie lag still in seinen Armen und war auch keine Schauspielerin mehr. Sie war nichts als eine junge Frau, die ihren Preis bezahlt und mehr gibt, als jemals bezahlt werden könnte. „Marianne/ begann Lyssander leise,„liebe, lieb« Marianne, ich habe mich so sehr auf die Stunde gefreut!" Sie antwortete nichts. „Marianne," begann er von neuem,„es ist heute ein großer Tag." „Weil mein Vater abgereist ist?" fragte sie und wurde Plötz- lich verbittert. Sie ließ die Borhänge an den Fenstern des Autos wieder aufrollen,„weil mein Bater abgefahren ist?" „Nein. Es ist heute noch jemand abgereist.... Vor vier Tagen hotte ich Besuch. Da kam ein junger Mensch zu mir. Sie kennen ihn auch, und er hat mir alles erzählt. Ich bin kein kleines Kind mehr, ober ich habe mich über den Desuch gefreut, Marianne----" „Georg war bei Ihnen?" hauchte sie. „Cr nannte sich Henry Marteau," erwiderte Lyssander.„Ja, er war bei mir und wollte Arbeit haben. Aber das hat er wohl nur so gesagt, um von Ihnen zu erzählen. Ich kenne jetzt die ganze Geschichte von dem Fernrohr und dem Morgen auf dem Bahnhof, ich weiß auch, daß er Sie geschlagen hat, er heulte, als er das erzählte. Und ich weiß auch, daß er der junge Mann bei der Premier« war, auch das weiß ich, Marianne." „Ja," sagte sie trotzig,„es war der junge Mann bei der Pre- miere. Und ich habe Sie belogen, Herr Lyssander." „Sie sind ein Kind, Marianne! Ich freue mich ja, daß Sie endlich mit ihm Schluß gemocht haben. Es mußte so kommen. Die Marianne Hull darf keinen anderen Freund haben außer mir." „Warum?" fragte sie und wollte rebellieren. „Warum? Weil ich Sie liebe!" Sie senkte den Kopf. „Und wo ist der Georg jetzt?" „Er wollte Arbeit haben und ich vermittelte ihm Arbell bei e in er Film expedition, die heute früh nach Hamburg gefahren ist und morgen Deutschland verläßt. Die Reise geht aus ein ganzes Jahr nach Afrika. Georg, oder der Herr Marteau, wie er sich jetzt nennt, war sehr zufrieden." „Ich habe ihn fortgetrieben!" jammert« sie.„Nach Afrika! Au den wilden Tieren!" „U eberall sind wilde Tiere," antwortete Lyssander,„überall sind wilde Tiere. Ich soll Ihnen einen Brief geben. Bitte." Sie nahm den Brief. Georg schrieb ganz kurz, daß er auf ein Jahr ins Ausland gehe. Cr müsse Herrn Lyssander dankbar sein, daß er diese Reis« vermittelt habe. Dann bat er um Entschuldigung wegen des Bor- sall« bei der Premiere, versprach, Marianne immer in Freund- schaft zu gedenken und sagte, daß er ihren weiteren Lebensweg mit großem Interesse oersolge. Zum Schluß wurde er poellsch und schrieb einige Worte vom wechselnden Glüch unter dem wechselnden Mond. Aber auch diese Poesie war wie der ganze Brief von einer so kühlen Zurückhaltung, daß die Verachtung hindurchschimmert« und der Leserin heiß und kalt zu gleicher Zeit wurde. Sie las mit gerunzelten Brauen und zerriß dann das Papier. Die kleinen Fetzen warf sie aus dem Wagen in den Tumult der Straße. Dann wandte sie sich Lyflander zu und fragt« mit einer so fremden Stimme, daß er überrascht aufblickte: „Lieber Freund, was sind Ihre Pläne für heute Abend?" „Ill Ihnen die.Loge zu den mutigen Sternen" bekannt, Ma. rianne?" „Nein. Was sind das für mutige Sterne?" „Eine Gensation für Berlin." „Ich bin für Sensationen. Das Leben ist so kurz, und die Jugend geht viel zu schnell vorbei. Ich bin für die mutigen Sterne." „Das Leben ist so kurz? Da muß man was dagegen tun! Ist es Ihnen unangenehm, wenn wir in der Loge die King treffen würden?" „Wieso? Ich habe nichts gegen Dolora. Aber sagen Sie. mein Freund, was will die Loge? Bitte, erzählen Sie von den Sternen!" „Och weiß wenig," gestand er,„aber der Doktor Wendel wird schon klären und aufklären. Doktor Wendel ist Meister der Magie. ES gibt einen Stern, der heißt Demut,«in anderer Wehmut, es gibt sechs oder sieben Stern« und jeder ist eine Verzückung und Be- glückung, wie Wendel doziert."—„Ist das alles?" „Nein, das ist nur die Beleuchtung, Marianne. Sie selber werden heute noch alles mll eigenen Augen sehen und erleben. Wir speisen erst zu Nacht und gehen dann in die Gieselhardstraße, ll: die Loge." Das Auto wurde in die Garage gebracht, dann saßen die beiden in einem Weinrestaurant, waren gemessene Leute und spazierten in später Stunde über den Kurfürstendamm nach der Gieselhardstraße. In dieser Straße, bei den ersten Häusern schon, blieb Lyssander Copyrigh! 1929 by.Der BOcherkreis ci. in. b. H." Berlin SW 51 stehen, drückte dreimal auf eine versteckte Klingel,«in Fenster schien zu antworten, in ihm blitzten sieben kurze Lichtsignale auf, dann öffnete sich die Tür. Ein junges, blasse Mädchen bot die Herr- ichasten, einzutreten. Die Herrschasten traten ein, das Mädchen tänzelt« ihnen schüchtern voraus bis zum Fahrstuhl. Die erste Etage war schnell erreicht, dort oben wurden sie von einem Diener empfangen. Der. Diener trug eine schwarze Livree, die mit silbernen Sternen bestickt war. Nun standen sie in einem schimmernden Vorzimmer, in dem sich viele Lichter in vielen Spiegeln bettachteten. In einem kleinen, hellblauen Kabinett wurden die Kleider abgelegt, der Diener riß dann eine schwarze Portiere auseinander: vor den Besuchern öffnete sich ein schöner Raum in goldenen Farben» der Teezimmer oder Musikzimmer sein konnte und doch nur Borhof war zu dem Alabostersalon, in dem sich die Mysterien der Sterne zeigten. In dem Vorzimmer in Gold waren ungefähr«in Dutzend Gäste ver- sammelt. Sie ttanken Tee oder standen in kleinen Gruppen bei- sammen. Die Domen zeigten sich in großen Toiletten, die Herren in schwarzer Abendkleidung. Auf den Tischen, in roten Basen, standen weiße Chrysanthemen, und als Marianne mll Lyssander dieses Zimmer betrat, legte sich der gelinde Lärm der Unterhaltung für einige Sekunden, wie sich manchmal eine kleine Sommerwolke für Sekunden auf einem Hügel ausruht, um bald wieder fortzu- flattern. Unter den Gästen bemerkte Lyssander viele Bekanffle, und er stellte sie seiner Dame vor. Da war die Lenck Sperber, die grazile Tänzerin aus dem„Odeon", und, bitte sehr, das hier ist die Gina Rrfelli, die berühmte Sängerin. Natürlich, Leonis Hübsch ist über- all zu finden, Leonis Hübsch, der Star der„Domino". Leoni« machte die Neuangekommenen mll Lola Lopez bekannt. Und so wandelle Marianne, selbst so sicher wie ein Stern, durch den schönen Raum und strahlle. Levnie erzählte leise von der Lopez, die erst einige Tage in Berlin weilte und das Nachtleben studieren wollte. Di« Lola Lopez war die unscheinbare Tochter eines reichen Argen- tiniers und wurde niemals übersehen. Die Gloriole des Reich- tums flammte um sie. Sie hatte ein kluges Gesicht und konnte lachen wie ein unschuldiges Kind. Neben ihr stand ein junger Mensch von jener wächsernen Blässe und zerbrechlichen Schönheit, die als mondän galt. Der junge Herr war Mister Guerra, ein Gentleman aus New Pork. der Lola auf ihrer Europareffc de- gleitete. Dolore King war nicht zu sehen. Sie kam erst später. Nun begann eine tieje Glocke zu läuten und ruhte fest in dem lebhaften silbernen Getöse vieler Glocken. Die schivarze Portiere öffneie sich, die Unterhaltung verstummte: ins Zimcher trat der Doktor Wendel, ein Mann zwischen vierzig und fünszig Jahren mit sanatischem Gesicht und beharrlichen Augen. Er nickte hoch- mütig und zeichnete diesen und jenen Besuchern durch einen Hände- druck aus. Die tiefe Glocke läutete immer noch, die kleinen Glocken verstummten, dann ging Wendel langsam durch das Zimmer. Und plötzlich teilte sich die hinters Wand des Raumes, der Doktor drehte sich langsam um und winkte seinen Gästen. Die Lampen ver- löschten. Aus der brellen Oeffnung, die zum Alabastersalon führte, stürzte Licht, zischendes Licht, und aus der Dunkelheit stürzten die Besucher diesem Lichtquell entgegen. Sie bettoten den neuen Raum wie ein Heiligtum. Hinter ihnen schloß sich lautlas die Wand. Nun konnten die mutigen Sterne strahlen! Der Alabastersalon war ein großer, kahler Raum. In seiner Stirnseite stand«in ebenholzschworzes Pult. Bor dem Pull schwellte und wölbte sich ein bretter, dunkelroter und wollüstiger Diwan. Rund um den Diwan standen in entsprechender Entfernung hohe, schwarze Stühle. Die Wände des Raumes waren mit Alabaster verkleidet. Von der ebenfalls alabasternen Decke strömte Licht. Lyssander führt« Marianne nach einem hohen Stuhl, und als ihn das Mädchen nach dem Sinn der immer noch dunkel schwingenden Glocke befragen wollte, legte er die Finger auf den Mund und schwieg. Alle schwiegen, nur die Glocke klang und schwang, und dann stand der Doktor Wendel plötzlich auf dem Pult und begann zu reden. Das Licht fiel auf«in bleiches Asketengesicht über dem schwarzen Pult. Er begann mit leiser, ober doch dröhnender Stimme, die den ganzen Raum füllte und keinen Platz ließ für andere Gedanken oder Worte, er dröhnte selber wie eine dunkle Glocke, die keine Antwort gibt ans olle Fragen, die selbst Frage ist und Antwort und wühlendes Gefühl. „Schwestern und Brüder," begann der Doktor,„die Stunde der Sterne ist da. Die Sterne sind über uns, die Sterne sind in uns und beginnen zu musizieren. Es erfülle sich das Gesetz." Die dunkle Glocke verstummte. Eine neue Glocke begann zu schwingen und klagte verzweifelt durch den Raum. Doktor Wendel lauschte und sagte dann feierlich: „Menschheit, die leuchtet ein neuer Stern!" Und als sei das«in Stichwort gewesen, verstummte schon das klagende Geläut. Das Licht erlosch auch, aber-hinter dem eben- holzschwarzen Pull blühte ein grünfunkelnder Stern auf. Sein Licht zuckte um den Doktor, um das Pult, und schoß dann in das Zimmer. Die Damen wurden unruhig, die Herren mutig. Die kleine Lola Lopez fragte in ihrem horten Deutsch: „Was/oll das sein, Mister Guerra?" „Still!" „Ruhe! Ruhe!" Viele Stimmen zischelten. „Das Licht sucht seine Gestoll!" schrie die ekstatische Stimme der Lena Sperber. Und das Licht des Sternes suchte seine Gestalt. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Eine heiße Quelle. Di« Hauptquelle der„Sinclair Radium Hot Springs" in Kootenoy-Nationalpark in Britisch Columbia hat eine natürliche Temperatur von 114 Grad Fahrenheit, das sind 43 Grad Celsius. Die Radiumaktioität dieser Quelle ist außergewöhnlich hoch. Ihre Heilkraft ist neben der hohen Temperatur diesem Umstand« zu- zuschreiben. Wie hoch können Wolkenkratzer gebaut werden? Das Bemühen, die sogenannten Wolkenkratzer zu immer größerer Höhe aufzutürmen, hat dem Dorjitzenden des amerikanischen Eisen- und Stahlverbandes Beranlassung gegeben, sich zu der oft aufgestellten Frage zu äußern, bis zu welcher Höhe solche Gebäude überhaupt aufgeführt werden könnten. In einem kürzlich darüber gehaltenen Vortroge in New Dork betonte er, daß der Bau von Häusern bis zu 200 Stockwerken technisch zwar keine Schwierig- ketten biete, daß aber mit dem 73. Stockwerk der Ertragswert solcher Häuser aufhöre. Denn die Herstellung und Crhallung einer noch größeren Höhe, als es 75 Stockwerke seien, erfordere einen derartigen Kostenaufwand, daß van einer entsprechenden Verzinsung nicht mehr die Rede sein könne. Häuser von 73 Stockwerken seien dagegen nach als eine gesunde Kapitalanlage zu betrachten, da selbst in solcher Höhe noch jeder Quadratsuß einen Wert von 200 Dollar besitze. Bei den steigenden Grund- und Vodenpreisen würden daher im Laufe der kommenden Jahr« alle großen Städte in den Bereinigten Staaten, vor allem New Jork, Chikago und Detroit dazu über- gehen müssen, Häuser bis zu 75 Stockwerken zu errichten. Damit häng« dann freilich«ine völlige Umgestallung der Sttaßen zu- sammen, die in vierfacher Höhe übereinander und mit Arkaden für die Fußgänger gebaut werden müßten. Beleuchtung und Durch- lüftung solcher Straßen, die vom Sonnenlicht und von der Luft Freitag, 18. Oktober. Berlin. 16.05 Proiessor Banr. Müncbeberg: Nene Wege der Piiaiizengücitutig. 16.30 Beethoven: 1. Sonate, Q-Moll, oo. 49. Nr. J. 2. As-Dur, op. 110.(Walter Welsch am Flügel.) 17.00 Wolfgang Bardach: Soziale Reportagen. 17.20 Uiterhaltnngsmasik. 13.10 Das aeue Buch. 18.20 Ans dem Hotel Bristol: Teemassk. 18.55 Dr. Kurt Samson: Vom Werden unserer QlUhlarape. 19.30 Programm der aktuellen Abteilung. 19.50 Städtische Oper:„Tiefland". Dirigent: Hans Zander. Nach den Abendmeldungen Bildfunk. AnscUietead Abesdunterhalteng. KSalgswnilerhansen. 16.00 Rektor Fritr Weste-mann: Kurzschrift diktate. 16.30 Nachmittagskontert von Leipzig. 17.30 Dr. ing. h, o. Feldbaus: Fünfzig Jahre elektrisches Licht. IS 00 Landrat Egldi: Praktische Erfahmngen aus der ländlichen Siedlung. 18.30 Englisch für Eortgeschrirtene. 18.53 Reg.-Rat Hagemann: Die Bedeutung der Tegtllwirtachaft. 19.20 Wiascnschaftlicher Vortrag für Aerzte. 20.00 Konzert. gänzlich abgeschlossen feten, geschehe dann auf künstlichem Wege. Wie aber diese künstliche Beleuchtung und Durchlüftung vor sich gehen werde, lasse sich heute noch nicht sagen, da dies von Erfindungen abhängig sei, die erst noch gemacht werden müßten. Ein neuer Weltrekord. Wissen Sie, daß es einen Weltrekord für Dauerschaukeln gab?— Er betrug 352 Stunden und 10 Minuten. Gegenwärtig finden in Chikago erbttterte Kämpfe um diesen Weltrekord statt. Acht Men- schen haben den Rekord schon gebrochen, nun schaukeln sie weiter, bis sie wahrscheinlich selber brechen. Diese armen bedauernswerten Menschen müssen von jeder Stunde 50 Minuten schaukelnd im Schaukelstuhl zubringen. Grammophon, Radio und Musikkapellen sorgen dafür, daß sie bei ihrem schaukeln nicht einschlafen. Gibt es ein besseres Beispiel für den Unfug der Rekord- hascherei in unserer sensattonslüsternen Zeit?' Paläste tür 40 Mark. Reihenweise prangen an den Polästen am Bosporus die Schilder:„Zu vermieten". Dos Angebot ist so groß geworden. daß die Mietpreise bis auf acht bis zehn Dollar monallich gesunken sind. Trotzdem stehen die meisten Paläste öd und leer, da die reichen Türken heute mehr Wert auf nach westlichem Stil eingerichtete Wohnungen legen als auf die weiten Säle mit der üppigen Deko- ration des Orients. Entschuldigungszettel bei Verkehrsstörungen. In Argentinien regnet es zwar nicht oft, aber wenn es regnet, dann gründlich. Und zwar so gründlich, daß die Verkehrsmittel mtt erheblichen Verspätungen rechnen Müssen. Damit die diese Ver- kchrsmittel benutzenden Arbeiter und Angestellten beim Zuspät- kommen in ihrem Betriebe teilt« Unannehmlichkeiten haben, hat die Verwaltung der argentinischen Eisenbahnen an ihre Stationsvor- steher und Schaffner ein Formular ausgegeben, in das nur Tag und Zeit der ZugverfpäMng eingetragen wird und das allen, die darum bitten, auszuhändigen ist. Die argentinischen Unternehmer haben diese sogenannten„Regenzettel" stillschweigend anerkannt. Keine blinden Passagiere mehr, Die Romantik des bänden Passagiers auf den großen Ueberste- dampfern� scheint dem Ende nahe zu sein. Auf den italienischen Linien, die von Trieft aus nach Amerika fahren, sind Dersuch« ge- macht worden, Polizeihunde an Bord zur Aufspürung von blinden Passagieren zu verwenden. Die Resultate waren ganz überraschend, denn schon nach wenigen Stunden waren über ein Dutzend blinder Passagier« aufgefunden. Nach einem Bericht der„Shipping Ga- zette werden auch englische Linien sich jetzt der Polizeihunde be- dienen. Die größten Ochsen... Dörnhagen von Ense erzählt in seinen Erinnerungen einen le�r boshaften Scherz au» der unruhigen Zeit nach der Revolution v'n 1848. Damals war die Zweite Kammer, deren Mttglisder mcht Ab- geordnete, sondern Ernannte waren, zum Herrenhause umbena nt worden. Es kam ein Bauer zu Markte mit einem Fuder Hcu. Es fand sich bald ein Käufer, der ihn anwies, den Wogen nach der Leipziger Straße Nr. 3 zu bringen. Er solle dort nur nach dem Stalle fragen, wo die größten Ochsen seien. Der Bauer suhr hin, uni sein Heu los zu werden. Dort aber sagte man ihm, daß er sich... vor dem Herrenhause befände. -ARBEtm-mSBALL Wer wird Führer der Abteilung A? Der kommende Sonntag wird in der 1. Klasse die Entsitn-idung über die Führung und auch zugleich über die Meisterschaft bringen. Brandenburg kam am letzten Sonntag gegen Lichtenberg I trotz verlorenen Spiels billig zu den dringend notwendigen Punkten, da Lichtenberg vorher verzichtet hatte. Durch diesen Verzicht stehen sich Luckenwalde I und Brandenburg punktgleich. Jede Mannschaft hat zwei Derlustpunkte zu oerzeichnen. In Luckenwalde, dem Austragungsort des kommenden Spiels, wird es deshalb einen schweren Kamps geben. Ueberhaupt hat Luckenwolde Großkampftag. Lichten- berg I spielt dort gegen Luckenwalde III und Neukölln gegen Hertha II. Lichtenberg I sollte es nicht schwer fallen, die Lücken- wawer zu schlagen. Anders steht es mit dem Treffen Hertha gegen Neukölln. Die Neuköllner haben allerdings dos Zeug in sich, das Spiel zu gewinnen. Ob es ihnen ober möglich sein wird, auf un- bekanntem Platz Hertha zu schlagen, bleibt fraglich. In Hoppegarten stehen sich zwei hart« Gegner gegenüber. Germania sowie Hoppe- garten pflegen ein sehr hartes, aber trotzdem immer noch in den Grenzen des Erlaubten bleibendes Spiel. Wer hier Sieger bleibt, ist schwer voraus zu sagen. In der Wuhlheide treffen sich Ober- spree und Wollersdorf. Weitere Spiele: Ruhlsdorf gegen Tempelhof. Nowawes gegen Karow. Borussia gegen Herzfeldc. Wansdorf gegen Saxonia. Eiche-Köpenick gegen Potsdam. Lichtenberg II gegen Weißenfee. Dorwärts-Wedding gegen Pankow.— Zweite Mannschaften: Eiche gegen Potsdam. Lichtenberg II gegen Weißensee. Luckenwolde 1 gegen Brandenburg. Luckenwald« I lAltersmannschast) gegen Brandenburg(Altersmannschaft). Hertha II gegen Neukölln. Nowawes gegen Karow. Borwärts-Wedding gegen Lichtenberg I.— Jugend: Brandenburg gegen Rathenow. Ketzin gegen Spandau. Borwärts gegen Spandau 2. Eiche gegen Lichtenberg I. Weißensee gegen Werder.' Beginn der Spiele: Erste Mannschaften 13 Uhr, zweit« Mann- schaften 13 Uhr, Jugend 10 Uhr. Arbeiter-Hockey. Am Sonntag, 20. Oktober, treffen sich um 13.30 Uhr auf dem Platz in der Laskcrstrohe zu einem Freundschasts- spiel der Berliner Atbletik-Sporlklub und der Derein für Leibesübungen Leipzig-Süd-Oft I. Schiedsrichter: Engler-Puphal FTGB. Ein Zusammeaturnen der Altersriegen aller FTGB.-Abteilungen findet am«onnabend, 20 Uhr, in der Turnhalle des Bezirks Süden, Bocckhsiraße 17/20, statt. Nachdem Sitzung bei Bogt, Boppftraße 8. Arbeiterradsahrervercin<5roß-23 erlin. Sonntag, 20. Oktober, 13 Uhr, Hirschgarten, Weltrestaurant. Start Waldemarstraße Ecke Mariannenplatz. Gäste willkommen. Doranzeige: Sonnabend, 26. Oktober. 10. Stiftungsfest in Treptow, Parkstr. 2. Die Waldläufe beginnen. Am Sonntag: Trebbin und Sadowa. Die Saison der Waldläufe eröffnend, veranstaltet der 4. Bezirk im 1. Kreis des Arbciter-Turn- und Sportbundes Sonntag, 19. Oktober, einen Waldlauf in Trebbin. Mannschasts» und Einzelläufe sowie die verschiedene Länge der einzelnen Strecken geben jedem Sportler Gelegenheit, sich daran zu beieiligen. Den eingegangenen Meldungen zufolge wird es zu spannenden Kämpfen kommen. Der Nachmittag ist ausgefüllt mit zwei Werbehand- b allspielen einer Frauen- und Männermannschaft. Es treffen sich die ersten Frauenmannschaften von Luckenwalde und Schöne- berg. Danach werden sich die Nürnberg- und die Bezirksmannschoft der Männer ein slcttes Spiel liefern. Im Anschluß daran findet im Schützenhaus ein geselliger Abend mit turnerischen Vorführungen und Tanz statt. Treffpunkt für Berliner: Sonntag, 8 Uhr, Vor- Halle Anhalter Bahnhof. Die Mitglieder des 1. Bezirks treffen sich zum diesjährigen H e r b st v a l d I a u s am Sonntag in Sadowa. Die einge- gangenen Meldungen lasten spannende Kämpfe erwarten. Männer, Frauen und Jugendliche treffen in den verschiedenen Klassen in Läufen über 5000, 3000, 2000 und 1000 Atetcr aufeinander. Die Organisation hat durch die FTGB.-Oberspree gute Vorarbeit ge- funden. Der Start der ersten Gruppen erfolgt um 15 Uhr in der Nähe des Spreerestaurant Sadowa. Nach den Läufen wird ein Untcrhaltungsabend Aktive und Gäste noch einige Stunden ver- einen. Fahrverbindung Straßenbahn 87, 95 und 187. Alle Freunde der Arbeitersportbewegung sind zum Besuch freundlichst eingeladen. SPD�Sportlcr im Bezirk Schöneberg-Friedenau. Montag, 21. Oktober, 20 Uhr, Versammlung bei Rosenthal, Ebersstraße 66. Badfohrerdemonstration in Lichtenberg. Donnerstag, 14. Ro- vember, findet eine Radfahrcr-Wahldemonstration durch den Bezirk statt. Wir bitten alle rad- und motorradfahrend« Sport-, Partei-, Iugendgenossen und Reichsbannerkameraden, sich diesen Tag frei zu hatten und sich beim Genossen Franz Kühn, Bcrlin-Lichtenbcrg, Sophienstraße 6 b, zu melden. Sartcll für Arbeite rfport n*h tiörprrpslcgc, Bezirk Tirrparte». Moni»«, 21. Orober, 20 Uhr. Karteltsihuna bei Liek>sck>, Wilhclmshovencr Etr. 4ß. Alle Vereine müssen vertreten sein, besonders TB., Schach und Analer. Ten»is-Rot tSroh-Berlt». Sonntag. 20. Qüober. Vercinswanderuna. Treff- Punkt 8 Uhr Etcttiner Vorortbahnhof, flqrte nach Bernau lösen. Nachzügler 13 Uhr Nestaurant Liepnihfcc, FTGB.-Nordoit. Männer-, fsrauen. und ftugendabteilung: Das Troffen am Dahnhof Weißenfee fallt aus. Turnen ab 20 Uhr Turnholle Keinrich-Roller. Straße.— I. ltinberabteilung! Treffvuntt 1'% Uhr Danziger Ecke Srcifswalder Straße. Besuch de, Bezirks Mitte. Zuaendauslchuß de» 1. Bezirk». 1. ikrei» im ATnSvB.?>u der am Man, tag, dem 21. Oktober, stattfindenden Areisjugendaustchußsitiung in der Schul« Givsstraße kommen die Bcz, rksj uacndausfchichmitalicdcr in derselben Schule um 19 Uhr zu einer wichtigen Besprechung zusammen. Heinz Wagner. Rückschau auf Prag! Die SASI. für den Sozialismus gegen die KPD. Der Kongreß der Sozialistischen Arbeitersport- Internationale,.über den wir schon kurz berichteten, hatte eine außerordentlich reichhaltige Tagesordnung zu erledigen, er stand auf einer bedeutsamen Höhe. Schon die zahlreichen Be- grüßungsreden, unter denen besonders die des Vertreters der Sozialistischen Arbeiter-Internationolc Dr. S o u k u p und von B c y e r l e vom Internationalen Gewerkschastsbureau hervorzu- heben sind, legten Zeugnis ab von der Beachtung, die der inter- nationale Arbeitersport sich in der sozialistischen Welt erworben hat. Davon zeugte aber auch der Inhalt der Tagesordnung. So wurde der zweite Berhandlungstog fast ganz ausgefüllt mit wissenschaftlichen Vorträgen, lieber den internationalen Gesundheitsdienst im Arbeitersport sprachen die Sportärzte Dr. Kruschka-Aussig, Dr. Michaelis-Leipzig und Unwer- stiätsprosessor Dr. Tondler, der Gesundhcitsdezernent der Gemeinde Wien. Dr. Steinemann-Bern hielt einen Bortrog über die sozio- listische Erziehung. Das Thema„Die Frau und der Arbeitersport" wurde von einer tschechischen Lehrerin in recht aufschlußreichen Worten behandelt. Die Aussprache über diese Referate war nur kurz, anders hätte auch das reichhallig« Programm des Kongrestes nicht erledigt werden können. Etwas längere Zeit nahm die Be- Handlung des Punktes Der Fußballsport innerhalb der SÄST. in Anspruch. Der Verband der tschechoslowakischen Arbeitersport- vereine lehnt die Aufnahme des Fußballspiels ab, weil er es vom Standpunkt der sportlichen Erziehung nicht oer- antworten zu können glaubt. Dadurch ist für den Internationalen Arbeiterfußball insofern«ine Lücke entstanden, als die öfter- reichlichen Arbeiterfußballvereine in ihrer nächsten Nochbarschaft keine Spielgelegenheit haben. Im Süden von Oesterreich beginnt die Arbcitersportbewegung in Ungarn sich erst longsam zu cnt- wickeln, sie ist aber durch die dortigen politischen Verhältnisse stark gehemmt. In Italien hat der Faschismus die Arbeitersport- bewegung zunichte gemacht. Die österreichischen Fußballspieler sind also auf Deutschland und die Schweiz als ihre nächsten Nachbarn angewiesen. Die Vertreter des tschechoslowakischen Verbandes haben sich denn auch bereit erklärt, die Frage noch einmal zu er- wägen, und es ist zu hoffen, daß dies« Angelegenheit, die schon lahrelang die Internationale beschäftigt, zu einer befriedigenden Lösung gebracht wird. Unter den Anträgen, die dem Kongreß vorlagen, ist als wichtig zu nennen eine Entschließung über die Stellung zu den Kommunisten und zur„Roten Sportinternational«". Der Kongreß war einmütig der Aufsassung, daß ein weiteres Zusammenarbeiten mit den Kom- munisten unmöglich ist. Meinungsverschiedenheiten bestanden nur darüber, ob dieses Zusammenwirken ausnahmslos zu oerbieten fei oder ob gewisse Spiele mit Verbänden, die heule noch mit Moskau sympathisieren, zum Zwecks der Propaganda zugelasten sein sollen. Der Kongreß entschied sich aber mit großer Mehrheit für ein striktes verbot und nahm folgende Entschließung an: ./Der Kongreß stellt fest, daß die Kommunisten unter der lügenhaften Devise der„Einheitsfront" in allen Ländern dt« Arbeitersportbewegüng gespalten haben. Der Kongreß stellt aber auch mit Genugtuung fest, daß die sozialistischen Genossen sich diesem verbrecherischen Treiben mit allen Kräften widersetzt und die Spalter aus ihren Verbänden entfernt haben. Indem der Kongreß diese Totsachen feststellt, beschließt er: Die Verbände der SAsI dürfen keine Beziehungen zu den Der- bänden der RSI. unterhallen." Von den Vertretern der nordischen Länder wurde bei dieser Gelegenheit ausgeführt, daß der Einfluß Adoskaus in Norwegen und neuerdings auch in Schweden fast völlig verschwunden ist. Die Propaganda für die SASI in diesen Ländern wird dem Finnischen Verband übertagcn. Die auf dem Kongreß anwesenden Frauen beteiligten sich sehr lebhaft an der Aussprache über das Frauenreferat. Die dazu eingebrachten Richtlinien wurden mit einigen Abänderungen angenommen, außerdem wurde beschlossen, einen Ausschuß für das Fraueulurner., bestehend aus sechs weiblichen Mitgliedern, zu errichten, zu dem die Länder Deutschland, Tschechoslowakei(Prager und Aussiger Verband), Oesterreich, Finnland und Belgien je ein Mitglied zu delegieren haben. Die Vorsitzende dieses Ausschusses soll Mitglied des Technischen Hauptausschusses sein. Der Ausschuß soll auf der zweiten Internationalen Arbeiterolympiade in Wien einen Lehr- kursus für den Frauensport abhalten. Die Abhaltung der zweiten Internationalen Arbeiterolympiade Im Juli 1931 in W i e n ist nunmehr gesichert. Dr. Tandler konnte dem Kongreß mitteilen, daß di« Herstellung des Stadions in Wien, das eine vorbildliche Anstalt seiner Art sein soll, rechtzeitig voll- endet wird. Auch sonst sind alle Voraussetzungen für ein gutes Gelingen dieser großen Veranstaltung gegeben. Dazu wurde nach- folgender Aufruf beschlossen: „An die Sozialisten der well! Der 5. Kongreß der SASI, der aegenwärtig in Prag tagt, hat die zweite Arbeiterolympiade für Juli 1931 nach Wien aus- geschrieben. Er ladet hierzu alle auf dem Boden der sozio- listischen Arbeiterintcrnotionale und auf dem Boden der Amster- damer Gewerkschaftsinteinationale stehenden Arbeiter und Angestellten der Welt ein, an dieser Manifestation , internationaler Solidarität und internationaler Kampfentschlossen- hell für die Ziele des Sozialismus teilzunehmen. Der 5. Kongreß der SASI erwartet auch von den Arbeiterparteien aller Länder die beste Unterstützung in der Propaganda und in Aktionen für den Besuch dieser größten Internationalen Arbeitersportoeron- stoltung, die es je gegeben hat, und zweifellos werden wird, wofür das sozialistische Wien uns bürgt. Auf zum sozio- l i st i s ch e n Olympia im roten Wien! Auf zur größten Manifestation des internationalen Arbeitersports und der sozio- listischen Welt! -:> Damll sind die wichtigsten Punkte des Kongrestes skizziert. In seinem Schlußwort konnte der Vorsitzende Dr. Deutsch- Wien hervorheben, der 5. Kongreß der Arbellersport-Internationale habe gezeigt, daß die Arbellersporlbewegung in ganz Europa sich im raschen Ausstieg befindet. Diese Auswärtsbewegung habe ihre Wider- spiegelung m den Verhandlungen des Kongresses gefunden. Die Verhandlungen über den Streit mit den Kommunisten haben gezeigt, daß sich diese Partei nur deshalb auf den Arbellersport stürz«, weil ihre politische Bewgung von Jahr zu Jahr mehr verflache und zurückgeh«. Die Arbeitersport-Intcrnationol«, die dem Wohle der Arbeiterklasse zu dienen habe, werde über die Spallungsoersuche der Kommunisten mit einem Achselzucken hinweg- gehen. Die Kommunisten versuchen im Arbeitersport das zu er» reichen, was ihnen auf dem eigentlichen polllifchen Boden nicht ge- lingen wollte. Aber die Arbeikerfporl-Znternallonale«verde de«» Kommunisten zeigen, daß alle Spallungsversuche zum Schellern ««ernrleill feien. Nach weiteren Dankredcn, von denen besonders die leidenschaftliche Rede des französischen Senators und Bürger- Meisters Auray hervorzuheben ist, wurde der Kongreß mit dem Gesang der International« geschlossen. Gpliitergewerkschafien sind schädigend. Die Erfahrungen von Paul Weyer. Wir erhielten nachstehelkde Zuschrift:„Da es aussichtslos ist, daß die„Rote Fahne" als politisches Skandalblatt weder presse- gesetzlich noch sonst Richtigstellungen bringt, ersuche ich hiermit um Veröffentlichung folgender Notiz: Die„Rote Fahne" brachte einen Artikel, worin behauptet wurde, Weyer habe in selbstloser Manier Vcrbandsinoentar und Verbands- räume für sich behalten, die Beiträge des Industrieoer- bandes seien in die Phöbus Bau-G. m. b. H. gezahlt worden u. a. in. Demgegenüber erklär« ich, daß es unwahr ist, daß ich Ver- bandsinventar mitgenommen habe, auch kann ein Mensch für sich Bcrbandsräumc nicht behalten— sie in die Tasche stecken. Es ist weiter unwahr, daß Berbandsbeiträge des Industrie- verbände? in die Phöbus-Bau-Gesellschaft gezahlt wurden. Wahr «st, daß eine eidesstattliche Versicherung der ehemaligen maßgebende» Funktionäre vorliegt, in welcher dieselben ausdrücklich erklären, daß kein Pfennig aus dem Jndustrieverband in die „Phöbus" gezahlt wurde. Richtig ist, daß ich seit Monajen nicht mehr Gesellschafter der Phöbus-Bau-G. m. b. H. bin. Weiter entspricht es nicht den Tatsachen, daß ich eine, nach der „R. F." reumütige Erklärung an den DMV. gegeben habe. Wahr ist, daß ich eine längere Erklärung über die Gründe, warum ich nicht mehr in der Spliklergenierkschastsbewegung arbeilen kann, der Oeffentlichkeit übergab. Wahr ist weiter, daß ich nach meinen neunjährigen Erfahrungen eingesehen habe, haß es zivecklos und schädigend ist.«veiter Splitter- aewerksthasten am Leben zu erhalten. Deshalb habe ich mich auch als Mitglied zur SPD. gemeldet. Paul Wey« r." Die Arbeitszeit in den Krankenhäusern. ?illnderlaß des Ministers für Volkswohlfahrt. Auf Grund von Beschwerden, die beim preußischen Minister für Volkswohlfahrt über zu lange Arbeitszeit der technischen Assistentinnen in Krankenhäusern eingingen, hat dieser einen Runderlaß an die Regierungspräsidenten und den Polizei- Präsidenten in Berlin erlassen, in dem u. a. gesagt wird: „Ich mache darauf aufmerksam, daß es im Jmeresse der technischen Assistentinnen wie auch ihrer Umgebung notwendig ist, daß eine Arbeitszeit von acht Stunden von ihnen nicht überschritten wird. Der außerordentlich gefahrvolle Beruf der tech- nischen Assistentin erfordert van ihr, daß sie bei ihren Arbeiten mit gespanrllcr Aufmerksamkeit nicht nur die von ihr geforderte Arbeit leistet, sondern dabei auch alle die Vorsichtsmaßregeln beobachtet, die zu ihrem eigenen Schutz wie auch zum Schutz ihrer Ilmgebung gegen Schädigungen notwendig sind. Die Erfahrung hat aber gelehrt, daß es im ollgemeinen nicht möglich ist, die von den technischen Assistentinnen geforderten Verrichtungen mit dieser notwendigen ge- spannten Aufmerksamkeit länger als sieben bis acht Stunden durch- zuführen. Ich ersuche, darauf hinzuwirken, daß die Zahl der in den einzelnen Betrieben anzustellenden technischen Assistentinnen so bemessen wird, daß im allgemeinen für jede technische Assistentin di« Arbeitszeit sieben bis höchstens acht Stunden nicht übersteigt." Velagerungszusiand zum Streikbrecherfchutz. Amsterdam, 17. Oktober.(Eigenbericht.) Am Mittwoch abend kam es in Maastricht zu schweren Zu- sammenstößcn der Polizei mit S t r e i k e n de n der dortigen Zink- weißfabrik.� Ein starker Trupp Streikbrecher, der unter Be- deckung der Polizei nach Hause gebracht«Verden sollte, wurde von einer großen Menschenmenge außerordentlich heftig b e- spöttelt. Die Polizisten sielen plötzlich über die Menschenmenge her, so daß sich eine regelrechte Schlägerei entwickelte, in deren Verlauf vier Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Ein Polizeibeamter wurde von einem seiner Kollegen durch einen Bauchschuß verletzt. Der Streikleiter wurde in der Nacht noch verhaftet, obwohl es feststeht, daß er mit den Unruhen nicht dos geringste zu tun hat. Der Bürgermeister verhängte noch nachts den Belage- rungszustand über die Stadt. Zsriedeiuu! Bon beute ab veröffentlichen wir Dienstags und Treiiao» auch das Progranun der ttronen-Lichtfoielc. Rheinssr. VZ. in unferer Äinotofel. Kriedrichstadt: Von beut« ab veröffentlichen wir Dienstags und Treitags auch das Programm der Passage.Lichtfpiele, Unter den Linde» 22, Weidenboi- Lichtfviele, Weidendammbrücke. in unserer Sinotafcl. Slarden: Die lSala-Lichtiviel-, Usedom strafte, veröffentlichen ihr Programm von beute ab Dienstags und IZreitags in unserer Äinotafei. ÄerMmii? ist die Späkausgabe des„vorwärts". Das Blatt ist bei den Straßenhändlern, an den Zeitungskiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen zum preise von 10 Pf. zu haben. Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des „Vorwärts", dessen Lesern der„Abend" ohne besondere Vergütung ins Haus geliefert wird,«vorwärts" und„Abend". von denen t2 Nummern wöchentlich erscheinen, kosten zusammen nur S5 Pf. die Woche oder 3,60 M. den Monat. Ich abonniere den.Borwärts"(und die Abend- i ausgäbe für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund", sowie den Bei- i lagen„Unterhaltung und Wissen",„Frauenstimme",„Technik", k „Blick in die Bllcherwelt" und„Iugend-Aorwärts" in Groß-< Berlin täglich frei ins Haus. (Monatlich 3.60 Mk.. wöchentlich 85 Pf.) Name Wohnung: Straße Nr. Tr. links— rechts A/ VV-v>/VVVVA� Aussüllen und einsenden an den Verlag des„vorwärts". Berlin SW SS. Lindenstraße 3. \:; PoneUan dekoriert Tassen O*! mit Unterta$g«n/ Goldrand. 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Ou-5 Beilagschalen gQ � Kaffeekannen QR 1.95, 1.45,00-5 Teekannen|JJj( Nadittfadilampen mit Seidenschirm, Q AI« ohne Glühbirne.. ü.öu blampe grüner Glocke A 1 C ohne Gldhbirn. ö«/ ü 1.95, 1.45, SpsiSQZlnUBSrkrO&Q rein Messing. 4-fIammig. mit Seidenschirm, ohne Glühbirnen..... Klavierlampe mit zwei Verstellengen u Seidenschinn, O AE ohneGlühbirneUkUU Porzellan weiß mit kleinen Fehlern Speiseteller QR. tief oder flach, Feston••. IIÜ Speiseteiler QR. tief, glatt.......... Uli Äbendbrotteller 1 Q 19 cm............ Iü-t3 Teller QR. extra stark, flach...... LU�O Terrinen 195 oval oder rund...... I\ Karfoffelschüssel QR, oval mit Deckel...... wÜ-�5 Karfoffelschüssel 1 45 rund mit Deckel•••••• I Salatschüssel 0.95, 0.75, ÜU-d Saucieren �Jj i Fleischplatten RQ 0.95, 0.80, ou-t5 Kompott-.- schälcken o.is, lu.j Obertassen � Q Steingut Speiset eller 1 Q tief oder flach....... I s» Äbendbrotteller 1 Q 19 cm............ I U-J Satz Salats QR 6 teilig........... UU 5 Satz Salats 1 35 7 teilig........... I Puddingformen QQ 0.95, 00-ti KafFec- oder Zucker�QC büefasen mit vemick-Deckel UÜ'tJ Teekannen QR braun Glasur•>•••••. ÜÜ-*� Teekannen QR gelb mit schwarzem Henkel. ff U Salz- oder Mehl- cj* metzen......... uü.j Karfoffelschüssel RQ viereckig...0.89, 0.70, 00-5 Waschgarnifuren Q50 5 tcilig, extra groß, Goldrand U Nachtgeschirre QR bunt...0.95, weiß... ffU-J FREITAG UND SONNABEND EXTRA BILLIGE und GUTE LEBENSMITTEL! HIER EINIGE BEISPIELE Kamskamm.m86.j Bluf-u.LeDerwursf,, 70-5 moiKereiDuner„1.72 lilslier uoüleiipfd 92-j iuienerUfDrstchenH 1.10 Eier-Schninnodeln„42� UiHioria-Erbsenm24-j suppenhOhner� 95� ReDPOiinep suck tb 95-} AtewWC&ZEr* frSMS Restaurant Wenzel Beile-Alliance-Platz 10a Treffpunkt des Zeitungsge werbes N. schuitheiß-Biere, Liköre u. 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Talmadge Jugendliche haben Zutritt Turmsira�e 1Z Kehre zurück! Alles vergeben! mit Dina Gralla Erpressung mit Anny Ondra Alexandersir. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Alibi, Kiiminalfall in 8 Akten , Links der Isar— reebts der Spree g*" FrleetrlchstaBt p Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Zwei Großfilme: Im Praler blOh'n wieder dieBSumc Alibi(der große Kriminalfilm) Weidenhol-Lichtsp. An der Wcidendammbrücko Friedrichstr. 136 Woch. 12, Sonnt 3 U. Es flfistcrl die Nacht mit Lil Dagovcr, H. Stfiwe Die Heireahofsage B Schönaberg h Alhambra Begiva�&h9;,5U' Schöneberg, Hauptstr. 30 BObnensdiau Flucht vor der Liebe m. Jenny Jngo Krieg im Dunkel m. Greta Garbo Frtg, Sbd. 11.15; Nachtvorstellung: Die Nacht der Erkenntnis K I N O-T A F E L Tiiania(ut. sÄberg) Haupwtraße 49 Beginn ab 6.30 Uhr Die fldele Hcrrcirpartlc mit Kamper» Zwischen vierzehn and siebzehn (Sexualnot der Jugend) Friedenau Friedenauer Lichtspiele Kaiserallee III(hundertelf) Wochentags 6"r, Sonntags ab 5 Uhr Sonntags 3 Uhr; Jugendvorstellung Der Ring der Bajadere Pamir(das Dach der Well) Kronen= Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 6,30, 9, Sonnt ab 5 U. Narkose m. Alfr. Abelp Jack Tre vor Erstem kommt es anders mit Ruth Taylor 6 Moabit W Artushot-Lichtspiele Film- and Bühnenschaa Perlebergcr Str. 29 und Stendaler Str. Ich lebe für Dich mit Wilhelm Dieierle Der Hand von Baskcrvillc Bühncnschau Welt-Kino Alt-Moabit 99 Jenseits der Strafe m. Lissi Arna Der Krimlnalkavaiicr W____ ChariottenburgT*"'� Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 7 u. 9.15 U. S- ab 3 U. Lacrccia Borgia m. Veldl, Wegcncr Das sühe Mädel von der Jazzhand W Wilmcrsdor�M> Atrium Beba-Palasft Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7. 9.15, Sonnt 5. 7. 9.15 g 173, Blutschande Auf der Bühne: Ballett Gerard k Stegilt«"g Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Rammelplatz der Liehe Auf der Bühne: Rolls and Roys Will und Billy Blum and Blum ■ Südwesten"U film-Palast Kammersälc Teltower Str. 1—4 Beginn 6 U. Die fldele Herren partie mit Kampers, Picha Die neue Heimat Marlenderf Af- T i Mariendorfer IIa-Lei Lichtspiele Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Jug.-V FrShlingsranschen fnit Wilhelm Dieierle Vorsicht, Zwangsfackel mit Talmadge Bühnenschan g����Südeit...... � Th. am Moritzplatz Beginn; W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Das Sdziff d. verlorenen Menschen Der Narr seiner Liebe ■ sadosten m Filmeck Beginn: Skaiitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Der Krieg 1. Dunkel m. Greta Garbo Bühne: Zlck-Zack(Große Revue) Gate Bühnenscfaaa Luisen-Theater Antw-5,h' Reichenberger Str. 34 Sonnt 3 U. Bühnenschau Es flüstert die Nacht m. LH Dagover Bühne: Flam. HUdegardes Ballett Urania-Theater FnBiihne Wrangelstr. II, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr Der Graf y. Monte Christo(It. Ted) Leonünes Ehemänner Varietöschao Meukölln Primus-Palast Hermannplatz Beginn 7, 9,15 U, Sonnt ab 4,45 U. Frauen am Abgrund mit Elga Brink, Gustav Dief I Auf der Bühne: Paul Scheldon (humoristischer Zauberkünstler) Orlg. Medinl'Trlo und Partner vom Wintergarten Berlin Kuckuck Kottbusser Damm 92 BOhnenschaa Basier Keaton, der Fllmrcporicr Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Stern, Hennanmtraije 49 Meine Schwester and Ich mit Mady Christians I Groteske, Wochenschau, Koltarfilm B v/v c« Af« Woch. 6, letzte 9,15 CrAWCASIUI Sonnt � letzte 9il5 Kaiser-Frietlr�Str. 191 Bfthnenschaa Das Schiff d. verlorenen Menschen Beiprogramm Elysium(fiuPpSh) Hasselwerderstraße 17 �ReinicltendorF-Ogt h Bürgcrgarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 BObnenschao Sonntag 3 Uhr Jugendvorstellung D. fldele Herrenpartie m. Kampers Polizei mit G. Bancroft Norden Pat und Paiacben als Kannibalen Alhamhra Böhne; Eine ßtunde Varleto Böbnenscban Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags 6 Uhr, Sonnabd.S�'-Uhr, Sonntags 3 Uhr Der Hand von Baskcrvillc Auf der Bühne: In Verlretong Drei ungeheuer lustige Szenen mit Albert Panltg, Heinz Gerdon, Geza Weif, Melitta Kleve persönl. Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Narkose mit Alfred Abel Sohn d. gold. Westen rn. TomMU Bühne; Willy Rosen Cc ncordia-Palast Andreasstraße 6t Kehre zurück- alles vergeben! mit Dlna Gralla Zwischen vierzehn and siebzehn Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Es flOstert die Nacfal mit Dagover Tempo, Tempo I nvt L. Albcrtini Grobe Bübnenscban g�_Frtedrlcl���K|~� Kinn Rncrh Be8ir,n täglich ibino Duscn Sj 7 und � üh, Alt-Friedrichsfelde 3 Oer rote Kreis mit Lya Mara, Albers Qualen der Sebald(Wild-West) g Film and Böhne Prenzlauer Allee 58 S. 3,15 Jug.-Vorst Pat und Patazbon als Kannibalen Bühne: Glazaroff-Scban(20 Mitw) Jugendliche haben Zutritt Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Varteteschaa Pat and Paiachon als Kannibalen Revue: Zwischen Pankow n. Spree Beiprogramm „Elysium' Müllerstraßc, Ecke Seestraße Zwischen vierzehn und siebzehn (Sexualnot der Jugend) Bühne: Rcvac der Artisten Colosseum Film- and BOhnenschaa Schönhauser Allee 123 W. 6.30., So. 5.30, Stg. ab 4 ü Narkose mit Jack Treror, Alfr. Abel Bühne: Die weibllcfaen Jazzsinger PROGRAMM für die Zeit vom 18. bis 21. Oktober Skala-Lichtspielc Schönhauser Allee 80 Böhnensdtan Die Todesfahrt Im Weltrekord Bühne: Bruno Wiesner, Humorist „Alhambra" Badstraße 58 BOhnenschaa Heilige oder Dirne m. Maria Corda Beiprogramm Ballschmieder- Liditsp. Badstraße 16 Große BOhnenschaa Die fldele Herrenpartic m. Kampers Der Klub der Junggesellen Humboldt-Theater Badstraße 16 BOhnenschaa Sträfling von Stambnl m. H.George Im Fingboot rund um Afrika Elektra-Palast Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Matterliebe m. Hcntty Porten Beiprogramm— BOhnenschaa Tonfilme Fortuna-Tageskino MOlierstraße I2c Beg. 10 U. vorm. Das föhrende Tageskino ab 10 Uhr splell nur Spitzenfilme der Welt- Produktion GalasLichtbühne Usedomstr. 14 Anf. 6,8,30. S. 5,7, 9 U Es flüstert die Natbi mit Dagover Aufruhr im Junggesellcnheim Metro-Palast Chausseestraße 30 Der Ruf des Nordens m. L. Trenkcr Kehre zurück, alles vergeben i Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U- Stg. 5 U. Stgx.2U. Jugendv Die fldele Herrenpartie mit Kampers, Pandfer Zwischen vierzehn und siebzehn Protcr-Lichtspid-Palast Kastanienallee 7-8 Bübnenscban Die Fahrt ins Feuer mit Vilma Banky Operett-Rev.: Musik für Alle, II.T „Rialto Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Sensallon Im Wintergarten Gestrandete Menseben Bübnenscban Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Grobe Bübnenscban Der Filmreporter m Basier Keaton Beiprogramm k Pankow O Palast-Thcatcr Lichisp. Breite Straße 21 a Meine Schwcs'cr and ich mit Christ(uu Rin-Tln-Tin's Millioncnhalsband Tivoli» Pankow Berliner Straße 27 Bühnensdiaa Manolesca mit Brig. Helm, George Bühne: Sealteil, der ehrliche Gauner Film-Palast Sönhin� Blankenburger Straße, Slraba, der König der Tiere Scbicks als würtel m. KImansu Ret Jugendliche haben Zutritt Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6, 8 W, Stg. 4 Vt, 6 Vs, S9!* Die Arche Noah Spuren Im Schnee Bühne: 3 Pahley mit Ihrem Klclnthcatcv Jugendliche haben Zutritt Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U., Stg. 5, 7,J0 Liebe der Betty Patterson mit Costello Kampf am die Goldfelder mit Barton