Morgenausgabe Nr. 491 A 247 46.Isr«t» lotlfcot, Pow-jllj 1Ä K. »inschltehlich 60 Vsg. PostzeituNA».«4 n Pfg- VostbeKtllzlbühi»». Sufloik«. «ionnimna 1— SS. sra JOtaMt litt.Stntati* crf�ctM as�eatif Bd> imelmat. Sonjöojs M!d VLarJigt ttnmtl kit Bbenbausaeitn für Serlu ■nk tm Handel mii dem Site].So Adenk» Snuftriert» Beilaaen.Satt «nk Seit* unk.Äinkerfreunk*. Ferno -llnterkaltung unk BiRen*..Frane». Pjmme-,.Xcihait*..SlUt in ktt Bü4'nstU* und.Sujenk-SanBärU* Nerliner Vvttsbla« Sonnabend �9. Okiober 1929 Gwß-Berlin ly Vf. Auswäris iz vi. Ti* ItonjpvrriOtfttfl« •9 Vsenntg.!Äef Begriff im höchsten Grade irreführend und dadurch überaus bequemes Mittel politischer Irreführung. Es ist so oft als solches benutzt worden, daß Leute, die aus der Erfahrung zu lernen nerstebcn. dort wo sie bei politischen Kundgebungen auf dasselbe in dieser Anwendung stoßen, als- bald Unrat wittern und sich gewarnt sein lassen. Leider gibt es jedoch nach gor zu viele, die trotz aller Erfahrung immer wieder auf dasselbe hineinfallen. Aehnlich steht es auch mit dem Gebrauch des Wortes , Volk" als Borsilbe. Im ursprünglichen Geschäftsoerkehr diente es lange als ehrlicher Hinweis, daß es sich um eine Sacke nach den Wünschen oder im Interesse der breiten Bolls- masse handelte. In dem Maße aber, als die zunehmende Konkurrenz zu steigender Anmenduna starker Anziehung?- mittel trieb, verlor die Borsilbe„Volk" ihre einstige Harmlosigkeit und ward zum Mittel mehr oder weniger rafsinierter Ausnutzung von Bolksvorurteilen für die tendenziös« Be- orbeihmg der Geister. Ich war noch nicht lange aus dem Knabenalter heraus, als befreundete Altersgenossen und ich dahinterkamen, daß hinter der Ankündigung„Volks- tbeatet*' in der Mehrheit der Fälle geistig recht minderwertige Darbietungen steckten. Und wenn ich auch vorurteilslos genug war. diele Erfahrung nicht kritiklos zu verallgemeinern, habe ich' sie mir immerhin als eine Warnung dienen lassen, was ich lsxnn such nie zu bedauern gehabt habe. Jetzt ruft die Treiberei mit dem sogenannten„Volks- beaehren" sie mir wieder ins Gedächtnis. Ich brauche an d'eftr Stelle nicht zu wiederholen, wieviel verbreche- rische Unwahrheit in dem Machwerk enthalten ist, das der Masse unseres Volkes mit dem schöntlingenden Titel . Volksbegehren" unterbreitet wird, um Unterschriften Leicht- sftöubiaer einzulangen. Es genügt, ftstzustellen, daß dieses . Begehren" nicht im a-ringsien vom Volk ausgebt, sondern Erzeugnis von CinblL'ern und Agenten der Beattians- narteicn ist, bestimmt, die dielen unbequeme demokratische Republik wenn irgend möglich in eine Lage hineinzutreiben, die eine Erneuerung der Schrecken des Wellkrieoes mit ihren furchtbaren Nachwirkungen bedeuten würde. Führends Mit- alieder der Neicksregierung und hervorragende Vertreter der demokratischen Barteien haben sich das Verdienst erworben, die schamlosen Unwahrheiten und gewissenlosen Hetzereien diefts„Begehrens" vor aller Welt aufzudecken. Cs liegt mir selbstverständlich meilenfern, das Verdienst ihrer Vorträge i-'aendwi« verkleinern zu wollen. Und doch muß ich um die Erlaubnis bitten, mit dem armen Ol'ver Twist des unsterb- I-cken Charles Dickens das Gesuch äußern zu dürfen:„Bitte, bitte, noch etwas mehr." Denn dieses sogenannt«„Volks- begehren" hat selbst Leuten, die sonst sich streng gemäßigt aus'udrücken pflegen, wenn sie das Wort als Uebsrschrist «"blickten, den erbitterten Ausruf auf die Lippen gedrängt: .Volksbegehren? Nein und tausendmal nein! Ein ganz verruchter Volksbetrug!" Kaas und seine Ausleger. Lufr-edenes.Tageblatt" und begeisterte.Krevz-Zeiiung". ' Herr Koos, der Zentrumsführer, ist ein Schüler H e r t- l i n g s. Es war die Art des Freiherr» v. Hertling: Reden zu basten, die ein merkwürdiges Gemisch von Selbstver- ftänolichkeiten und Schwerverständlichkeiten, von hellen Ein- deutigkeiten und dunklen Andeutungen bildeten. So wußte zum Schluß niemand recht, was Hertling eigentlich gesagt hatte, aber allgemein konnte man hören, daß dies wieder „die Rede eines Staatsmannes" gewesen sei. Herr Kaas hat am Donnerstag in Dortmund eine Rede gehalten, deren Hauptinhalt hier schon gestern als etwas ..orakelhaft" bezeichnet wurde. Aber Herr Kaas hat mit seiner Rede seinen richtigen Hertling-Crfolg: er wird überall els Staatsmann gefe-ert und überall verschieden ausgelegt. Am Freitag abend brachten sowohl das„Berliner Tageblatt" als auch die„Kreuz-Zeitung" Leitartikel über die Dortmunder Red«— und siehe da: sie sind beide von ihr gleich angenehm berührt. Das„Tageblatt" ist sehr erfreut über die Schärfe, mit der Kaas„die Vergiftung der öffentlichen Meinung" durch die Bolksdegehrler gegeißelt hat. Es findet die Rede„be- merkenswert". Die„Kreuz-Zeitung" findet sie„hochbedeut- sam". Kaas erklärt den gegenwärtigen Zustand für unbe- sriedigend.„Ganz unsere Meinung." versichert die„Kreuz- Zeitung". Er spricht von der Möglichkeit einer„Staats- krisis". Die„Kreuz-Zeitung" plakatiert die„Staatskrisis" über zwei Spalten ihres Blattes. Darüber, daß Kaas mit dem Gedanken spielt,„wertvoll« Kräfte konser» vatioen und christlichen Denkens einzusetzen gegen das forcierte und unorganische Entwicklungstempo, wie es vielen sozialdemotratlfchen Vertretern des republikanischen Gedankens vorschwebt", gerät die, Kreuz- Zeitung" vor Entzücken vollends aus dem Häuschen. Wie sollte sie auch nicht? Riechen doch die Worte„konservativ und ckiristlich", miteinander in Verbindung gebracht, so schön nach der guten, alten Zeit, nach Monarchie und Junkerherr- schaft. Dacht« Herr Kaas daran, daß„konservativ und christ- lich" d«« politisch« Schlagwort war. mit dem die Herren des preußischen Dreiklassenparlaments alle ihre Infamien deckten? Die...Kreuz-Zeitung" erinnert sich sofort daran, und das ist nur selbstverständlich. Da» deurschnational« Blatt macht dann lange Ausfüh- runqen übe? die„nationale Opposition". Sie sei jetzt nur deshalb io böse, weil man sie seinerzeit, al» sie in der Regie« nunq saß, so schlecht behandelt habe. Das ist einer der Fälle, in denen der belle Berliner sagt:„Rachttgoll, ick hör dir loofan." Di«„konservativen" Kräfte bieten den„christlichen" gegen Zusicherung guter Behandlung ihre Dienst« an. Die„Germania", zwischen„Tageblatt" und„Kreuz- Zeitung" gestellt, schreibt von der Dortmunder Rede:„Es ist ein» Red«, die unmißverständlich zeigt, wo das Z e n t r u m st e h t." Da die Verstandeskräfts offenbar in den verschiedenen Redaktionen verschieden ausgebildet sind. muß die„Germania" jetzt wohl die Güte haben,„unmißver- f'ändfich" zu entscheiden, wer recht hat: dos„Berliner Tage» blcü»" oder die.„Kreuz-Zeitung"! Der» Proz., sür den Regierungsblock 16(20) Proz. und für die Deutsch. Bürgerlichen 6.7(9.2) Broz. Außerdem er- hielten Stimmen und Mandate di« Chnstlich-Demokraten und einig« kleinere Gruppen. In der Stadt Posen wurden auch vier Kom. munisten gewählt. Kommunistische Gewerkschafisspaliung. Ehor der Industriellen:, Herrlicher Anblick?- Schade, daß der Kerl so schwächlich if!.. Sie widerrufen. Die Sklavenexportlüge als Fälschung zugestanden! Vor einigen Togen hängten wir einen Artikel der deutschnotio. naken.Kieler Neuesten Nachrichten� niedriger, in dem der Admirol o. D.®. Schmidt auf Grund eines gefolichten Zstats die Aehaupwng aufstellte, der„Vorwärts' habe es als einen großen Fortschritt begrüßt, daß der Doung-Pton der Weltfinanz gestatte, deutsch« Jüngling« und Mädchen als Sklaven aus Deutschland zu exportieren, um deren Arbeitskraft in großen Unternehmungen der Weltfinanz in ausländische Währung übertragen zu lassen. In ihrer Nr. 242 vom 1k. Oktober IS29 sieht sich die Redaktion der„Äieler Neuesten Nochrichten' auf Seit« Z zu folgendem Widerruf genötigt: Zur Auftläruug bemerken wir. daß der erwähnte Artikel de, ..vorwärts' vom 16. ZunI nicht die Aussasiuna vertreten hat. daß nach dem goung-plon deutsche Jünglinge und Mädchen al» Sklaven exportiert werden könnten. Diese Perspektive ist die Aus. fassung des Verfassers, der aus den Darlegungen des „vorwärts' seine Aolgerungen zieht. Selbstverständlich enthielt unser Artikel vom IS. Juni nichts, woraus«n Mensch mit fünf gesunden Sinnen und ohne Fälschungs- absichten derartige Schlüsse hätte ziehen können. Zudem aber war in den„Kieler N..N.' die vom Sklovenexport handelnde Stell« durch (bänscsüßchen ausdrücklich als angeblich wörtliche» Zitat aus dem „Vorwärts' kenntlich gemacht. ■ Hierzu sucht sich nun der Versasier selber, der Admiral a. D. G. Schmidt durch die Ausred« herauszuwinden, daß„durch ein Derschen' in seinem Manuskript die Gänsefüßchen— und zwar gleich an zwei verschiedenen Stellen!— fortgeblieben seien. Derartige „Versehen' kennt man zur Genüge. Aber selbst ein solches kann Herrn Admiral a. D. G. Schmidt von dem Vorwurf der Fälschung nicht befreien. Sein angebliches„Dorwärts'-Zitat lautet« nämlich: daß„alle großen Finanzmächte der Welt sick gegen Deutschland verbünden, um das deutsch« Volk eines Tages vor die Wahl ru stellen: entweder eine wirtschaftlich« und finanzielle Katastrophe in bisher ungekannten Ausmaßen über sich ergehen zu lassen oder deutsche Jüngling« und Mädchen als Sklaven aus Deutschland zu exportieren, um deren Arbcitskrast in großen Unternehmungen der Deltsinanz in ousländtsche Währung übertragen zu lassen. Wenn wir der Ausrede des Admlrals Schmidt folgen, so sollen in seinem Manuskript hinter dem Wort„verbünden' Gänsefüßchen rortgeblieben sein, die angezeigt hätten, daß nur die ersten zehn Wort« des Zitats dem„Vorwärts' entstammten. Auch dann bliebe das Zitat eine glatte Fälschung. Derartige Gänsefüßchen mitten in einer Satz- tonstruttion. deren wichtigster Teil erst folgt, können beim Leser unmöglich die Vorstellung hervorrufen, daß hier das Zitat bereits ende! Im vorliegenden Fall geht das um so weniger, als sich an das Wort„verbünden' eine„um-zu'-Konstruktion anschließt. Di« Dort«„rnn-zu' bedeuten nun gerade, daß das Folgend« im Sinne des Vorangegangenen gesagt ist. sie drücken die innere Absicht der geschilderten Handlung aus. Damit besteht zwischen Vorsaß und Nachsatz em so inniger Zusammenhang, daß der Leser beides— trotz Gänsefüßchen— als geistige Einheit werten muß. Und das ist auch die Absicht dieser verzwickten Zitiermethode! Mü oder ohne Gänsefüßchen bleibt das Zitat des Admirals a. D. G. Schmidt ein gewissenloser Fälschertrick, den seine Ad m i r a l s u n if o r m offenbar nicht an solcher Unehrlich'e't hiMertl-:....- r Oer Reichsernahrungsminifier spricht. Zurückweisung der Landbuudpropogando im Rundfunk. Reichsernährungsminister Dietrich sprach gestern abend im Nundfunk über das Thema.Landwirtschaft und Volts- begehren'. Cr wies die Unrichtigkeiten de« Aufrufs des Reichs- landbundes für das Volksbegehren nach und kennzeichnet« mit treff- lichen Argumenten die Unsinnigkeit der Hugenberg-Aktion. Die Kreisblätter. Di«„A l l e n st« i n e r Zeitung', die sich L« r k ü n d i- gungsblatt für amtliche Bekanntmachungen der Staats- und Gemeindebehörden' nemrt, veröffentlicht an der Spitz« ihrer lldummer 243 einen Aufruf für das Hugen- bergsch« Inflationsbegehren, zugleich mit beschimpfenden Angriffen gegen die Reichsregierung und die preußisch« Staatsregierung. Hitler-Anleihe bei der KPO. Nationalsozialisten veranstalteten in Breslau einen Sprechchor frei nach Thölmann-Remmele: „Deutschland erwach«! Wer hat euch verraten! Die Sozial- demokraten. Loht euch nicht betören, stimmt sür das Volks- begöhren.' Di« innig« Gemeinschaft im Stumpfsinn zeigt sich bei Haken- kreuz und Sowjetstern allerorten. Fälschung bei Hugenverg. Inserat im„Cottbusser Anzeiger': „In dem gestern veröffentlichten Volksbegehren sind ohne deren Einwilligung die Nomen verschiedener Geschäftsleute aufgesührt. Wir weise» eine derartig« Handlungsweise ouss schärfste zurück und denken nicht daran, als Mittel zum Zweck zu dienen. Wir stehen auf dem Standpunkt: Keine Stimm« dem Volksbegehrens' Ei« greifen zur Fälschung, roeil sie selbst an ihrem Erfolg vcr- zweifeln.__ Oas wahre Gesicht des Stahlhelms. Zllirdr'ge Gesinnung und schmutzige Gemeinheit. In einer in Eisleben abgehaltenen Versammlung für da? Volksbegehren führt«&er zweite Vorsitzende des Stahl- Helm», D u e st« r b« r g. u. a. aus: ..So frei sind wir jetzt, daß sich bei uns in Deurfchland jede-t S-bw-in in seinem Dreck h«umsudeln kann. Herr GrzesinSti macht sich zum Ausführungsorgan der Feind. mächte. Hoffentlich verleihen fi« ihm auch die Ehreickegion. in« er dann auf den Frack heften tonn, damit man ihn b« i seinen Gelagen vom Oberkellner unterscheiden kann. Herr von H a r n a ck. der neue Regierungspräsident von Merseburg, ist auch so einer. IudasIschoriotist mirlieber, denn er hangt« sich wenigstens nach seiner Schandtot ousi Hongen Sie in Verl«- bürg«ine Hose aus. in der nichts darin ist und schreiben Sie S« o e r i n g daraus. Dann gehen Geheimrätc katzbuckelnd vor diesem neumodischen Geßlerhut worbei." Di« Gemeinheit dieser Agitation ist nicht mehr zu überbieten. Dies« Burschen kennzeichnen sich selbst und ihre niedrig« Gesinnung dazu. Aeue Attacke der grünen Krönt. Wieder ein Goforiprogramm. Wie wir erfahren, will die unter Führung des Reichstand- bundes stehend«„Grüne Front' der landwirtschaftlichen gnteresien- Vertretungen einen neuen Angriff gegen Reichsregie. rung und Parlamente vortragen, um die Forderung des auf der letzten Tagung des Deutschen Landwirtsck)aftsrates entwickelten Rentabilitätsprogramms durchzusetzen, von dem Herr Dr. Brandes selbst gesagt hat, daß die Landwirtschaft auf andere Berufsstände keine Rücksicht nehmen könne. In der Tat würde die Durchführung dieser Forderungen, mit denen keineswegs nur wirtschaftliche Ziele verfolgt zu werden scheinen, wieber einen großen Teil des deutschen Handelsvertragsystems über den Haufen werfen und die deutsche Exportsituation ohne Vorteil sür die Landwirtschaft noch bedeutend erschweren. Auch hier wird wieder mit einem„Sosortprogramm' gear- bettet, da? entweder wegen der bestehenden hondelsvertraglichen Bindungen nicht durchführbar ist oder für die erstrebten Ziele ver- sagen würde. Weder ist aus die Dauer eine vernünftig« Agvar- polüik zu machen, noch überhaupt ein« industriell« Ausfuhrpolitik mit den Sosortprogrammen der Männer der Grünen Front rnög. lich. Der neuen Attacke muß man deshalb schon jetzt skeptisch gegenüberstehen._ Keine Mcktriiisabsichten Macdonalds. Er ist nvr durch die Reise ermüdet. ' London. 1«. Oktober, s Eigenbericht.) Eine Bemerkung Ramsan Macdonalds in einer in Ottawa(Kanada) gehaltenen Rede, in der er den anstrengenden Ehoratter seiner offiziellen Reise beklagte, hat einer Reihe Londoner Abendblätter Anlaß zu sensationellen Rleldungei» über an geb. liche Rücktrittsabsichten de» sozialistischen Ministerpräsidenten gegeben. Der»Daily herald' ist van Macdooald zu der Erklärung ermächtigt worden, daß Macdonald kein es- wegs an einen Rücktritt denke. Ivi« das Blatt der Arbeiterpartei «eiler erfährt, ist Macdonald zwar durch die Anstrengungen seiner Reise ermüdet, alle Rachrichl-n. nach denen der Ministerpräsident »einem Zusammenbruch nahe sei', wären jedoch gtattersundcn. Oeuischlands Vermittlung gescheiieri. fHa Rußlands Weigerung/ China war einverstanden. Die deutsche Vermittlungsattion in dem russisch- chinesischen Konflikt ist infolge der ablehnenden Haltung Rußlands ergebnislos verlausen. Die chinesische Nationalregierung hat sich dagegen im Prin- zip bereit erklärt,„den deutschen Vorschlag anzunehmen, un- geachtet der Tatsach«, daß die in China zurzeit in Haft befindlichen sowjetrussischen Staatsangehörigen wegen des Verdachts der Der- letzung der chinesischen Gesetz« in Hast genommen wurden und ein Verfahren vor chinesischen Gerichten gegen st« eingeleitet ist, die chinesischen Staatsangehörigen dagegen, die in Moskau und anderen Plötzen Ruhlands oerhaftet wurden, friedlich« und rechtsliebend« Kaufleute und Arbeiter sind, die nur mit dem ausgesprochenen Ziel verhaftet wurden, Repressalien aus« zuüben'. Stalin weist die Vittenden zurück. Trotzkis Gesuch um Wiederaufnahme in der russi- schen Kommunistischen Partei ist von der russischen Parteileitung abgelehnt worden. Inzwischen hat Stalin nach einer Mitteilung der linkskommu- nfftischen Opposition in Deutschland Ralows kl auf Grund seiner Kapitulotionserklärung in Saratow oerhasten und nach Barnaul in Sibirien. 350 Kilometer südlich von Tomsk, deportieren lassen. Diese Maßnahme wird als ein« scharst Absage an Trotzki bezeichnet. R a d« t ist dagegen in Gnaden wieder aufgenommen worden. Jetzt darf er Artikel gegen Trotzki und seine Freund« schreiben. Leiiland im Sireik. Die Aktiva vollkommen gelangen. 8110 a, 18. Oktober,(Eigenbericht.) Der vo« der Sozialdemokratischen Partei und de« Gewerkschaften durchgeführte eintägige General- st r e ick ist in ganz Lettland glänzend gelungen. S0 Prozent aller Fabrikarbeiter streikten. I» Riga ver- kehrte» weder die Straßenbahn noch die Autobusse; auch der Hafen lag still, viele Streikpofte« wurde« von de« Polizei terrorisiert. Massaker in Süd-Algerien. 50 Fremdenlegionäre getötet. Paris. 18. Oktober.(Eigenbericht.) Ja Algerien waren am Tonnerstag schwere blutige Zusammen st öße zu verzeichne«. Der Kriegsminister gibt dazu in einem offiziellen Kommunique bekannt, daß eine Abteilung der Fremden- legiou in Südalgerien von Aufständischen augegriffen» in den Hinterhalt gelockt und vollständig aufge» rieben wurde. 80 Frcmdenlegionäre wurde« massakriert. 21 verwundet, nur siebe« konnten un» versehrt entkommen. Ein Militärflieger, der Zeuge des furchtbaren Blutbades war, konnte den nächsten Militär- Posten alarmieren. Die herbeieilende Verstärkung mußte sich darauf beschränken, die Verwundeten zu bergen und die»»Verfolgung des Feindes aufzunehmen". Btuibad in Bolivien. Oer Herr Votschaster in Paris und seine Privatarmee. Pari», 18. Oftober.(Eigenbericht.) Der bolivianischeGcsandte Simon Potino ist am Frei- tag, wie die französisch« Press« meldet, von seiner Regierung plötzlich seine» Postens enthoben worden. Hücker dieser unscheinbaren Meldung verbirgt sich ein« diplomatische Slandqlafsär.o, in« die Arbeilsvethält- nifl« in den südamerikanischen Staaten in furchtbarem Licht er- scheinen läßt. Patino ist Besitzer einer der größten Zinnloger in Süd« omerika, die ihm einen märchenhaften Reichtum und neben- bei auch den von ihm bekleideten Posten eines diplomatischen Der- treters von Bolivien in Paris und Madrid eingebracht haben. Pa- tino hatte der bolivianischen Regierung zur Befriedigung seine» politischen Ehrgeizes vorgeschlagen, die Botschastsspesen aus eigener Tasche zu bezahlen, wenn sie ihm erlaube, den Dipiv- malen zu spielen. Dieser Zustand hat nun aber ein unerwartetes Ende genommen. Palma beschäftigt« in seinen Gruben einige hunderttausend Indioner. die ganz erbärmlich bezahlt wurden und im furchtbarsten Elend-in menschen- unwürdiges Dasein führten. Um den ständig ausbruchbereilen Revolten der Indianer vorzubeugen, mußte sich Patino ein« Privatarme« von nicht weniger als 16 000 Mann hallen, die mit den modernsten Mitteln, wie Flugzeugen, Maschinengewehren und Gasbomben, ausgerüstet war. Trotzdem kam es wiederholt zu Aufständen, d!« auch den Völkerbund beschäftigten. Bei einer der letzten Revolten hat nun die„Armee' Patino» ein so furchtbares Blutbad unter den Eingeborenen angerichtet, daß der Skandal nicht weiter zu verheimlichen war und die bolivianische Regierung ihren Bot- schafter seines Amtes entheben muhte. „Verfluchte Chinesen!" Kommun stische Dölkerversöhnnng in ver Praxis. Ein Vorfall, der die Früchte kommunistischer Erziehungsarbelt zeigt, spielle sich am Mittwochabend Ecke Tauben- und Friedrich- straße ab. Ein arnerikontfcher Schriftsteller Dr. G onfalez, der etwa» fremdländischen Typ besitzt, wurde van fünf Kommunisten, die ihn für einen Ehincsen hiellen, überfallen und unter dem Ruf« „Verfluchte Ehincsen. euch werden wir es heim« zahlen' verprügell. Als die Polizei einschritt, flohen die Angreiser und entkamen. Der Uebcrsallene hat nicht unwesentlich« Verletzungen davongetragen. „Siegreich wolln wir China schlagenl' Dos kommunistisch« Verhallen kam, mir oerglichen werden mit dem patriotischen Mob von 1S14, der wahllos alles verprügelt«, wo» er in seiner Einfall als Engländer, Franzosen, Rüsten, Spion usw. ansah. Wer damals auf der Straß« ein Won in fremder Sprach« hören ließ, war seine» Lebens nicht mehr sicher. Daß die kommunistischen „Döllerverjöhner' einen ganz unbeteiligten Amerikaner für einen Chinesen ansahen, paßt, so lächerlich es ist. durchaus in den Rahmen de« Vergleich». Aber selbst wenn der Mann wirklich E h i n« s« ge- »esen wäre hätte es nicht ein Anhänger Moskaus sein können. einer von denen, die man noch vor drei Jahren in allen kommu- nistischen Versammlungen und bei Pisoator aus der Bühne hoch. leben lieh?! Der angeblich«„Klassenkamps' der Kommunisten ist dank der lmperiakistischen Sowjetpropagartdo längst zum ganz gemeinen Völker» und Rastenhaß herabgesunken.„Euch Chinesen werden wir «, heimzahlen,— hoch die dritte Internationale!' Wer lacht da? _ Sfödfb&hnhoF Friedrlchsfr. 94k JE* SCHfP/NSK!•KAfE KÜHL* 1 VnH.BENtXWStHHElCXOÜUNCKEf? k und■*i9t*mr*tiiAt-hr&i.ien a, t M KA SthJO TA A/ Z Jm vouudmwe fnntimHIwIitT 8 Uhr FrQhHngs Erwachen Staat!. Sdiiller-Tli. 8 Uhr 2*2= 5 Ttieat. d. Westens rägl.SV« Uhr Marieita idislk». Oskar Stmi Kkthc Donch Michael Bohaea Sonnab. a Sonntag 4 Uhr FrtederiKc T!|l. 2 Vtrsltll. 5t-»'/- U-r W uu KU Haler««Biet Pre" «KtMlrti I Otr U PT. II« 1 k«r» T)|l.«'/-«. lont. 5 Dir 1 1is I lUrl Clilf Iis Riva', 3 WhlrlvinDs, LantTack Sam n« r- GROSSES SCHAUSPIELHAUS-1 Tljl.S Uhr ÄMusMiesv Regie; ERIK GHARELL Qssamlausstatlung Prot. Ernst Slsrn Musik-Leitung: Ernst Hanks 3 Sonntag Uhr HSshu. ROSE •THEAHR"Ä?,™' Blllettknstc: Alexander 3423. Täglich 8» Uhr; Die lelcMe Jsabell Am Sonntag, dem 30. Oktober 3,13 u.. Die ielebteJsabeli 0 Uhr: Einmalige Fetta uff Ohrung; Vor Sonnenaufgang von Gerhart Hauptmann. Sie rahlen für Rg.-Balkon(Seite) 30 PI., für einen guten Mittel- Rang 80 PI, für Seitenparkeu I Mit, lür N. Parken I.ZO MK, für I. Parken und Rang-Balkon Mitte 1,30 Mk. ledsn Sonnabend S Uhr «. Itdta Danatag Z" Unr: Schneewittchen. Kden Ulttvsdi s utu: Das tapfere Sdmeideriein Renaissance-Theater •v« STEMPELBRUDER Von Duschinskv Regle: Gust. Härtung. Sonnabend nachm 3 Uhr Ton in des Töpfers Hand Von Theod. Dreiser. Sonntag vorm IJt-s Uhr Ludwig HARDT- HAMSU�fsier Sonntag nachm 4 Uhr Krankheit der Jugend Von Ferd- Bruckner. ?teiODlltr C 1 0901 u. 3533/84. Rejchshalleii>Th«atar Ahcads|T| Sana tag nadms.[T| Immer noch; Jti de SfetüBer ulkige Fest-Revue! Nachmittass halbe Preise, „„t'Olles Programm! Billettbest. Zentrum IIZM. Dönhoff. Brettit ------ oOktober-S Pailmee-Orehenter Da« BroBeOWober-Proarommi "" s»— Tees. Mie*" •*" ** '<-�Ts k)*1' OTRIUm KAlSEBAUEE 1 CASINO-THEATER Lothringer Str«Ae 97_ Heul ragltdl SV. Uhr neu Ii vartaste Hoctizetisnachü und ein erstklassiger bunter Teil. Fflr unsere Leser Gutschein fflr I— 4 Personen Fauteuil nur 1.25 M, Sessel 1.73 M, Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Frankfuiiar Allee 3I3>314 Ab Freitag, 18. bis Montag, 21. Oktober: Fitani 8er Hood von Basherville tlDO«gm gleieiunlkSB Rsmai tor SBtrlea Hninrs Bfihnet Die lustige Szene von Heinz Gordon; In Vertretung Mitwirkende; Albert Paolig, Melitta Klever. 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Max Reithardi von Bemard Shaw ►utsch ■ied eg; Max Bühnenbilder; Ernst Schütte Kammersplele D.I. Norden 12310 8>H Uhr Ilnviilerslehlielie Komödie von Gärald� und Spitzet Gustaf Grflndgens Die Komödie II Bismck.241 4/7SI6 %8 Uhr KoiporlaCc Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Ab morgen tägl. 8 Uhr BaraowjkHte ThMfp i««er tBatggrttnr SlrsSe Täglich Ski Uhr DM erste mrs. Selby mit Komödlwnhaua Täglich SM, Uhr iDibliri flippen iiDl die toten mit Knrt Bois Direktion >r. Robert Klefr Deolsehes Künstler-Theil Barbarossa 3937 SV« Uhr Die andereSeiie Berliner Ibea!« Jönl;offl70 8'.« U. Zwei Krawatten von Georg Kaiset Musik Spoliansky MS Lessing-Theater Norden 10846 Gruppe fnoger Stttatuplcler Tägücli SV« Uhr cyanhaii # 218 von Frtecndi voll Theai. am koiin. ror Kottbusser Str. 6 Fägl.aUhr euch Sonnt. nachm. 3 L1. EUle- Sänger Bcrooppeiit „Ein Wehre ord d. Lach." II wlnl TrlaDon-TlLM2",kr Täglich 8','« Uhr DirBi.Ustsptel8rtolp Das kemml doeb alle Tage vor Johannes Riemann. 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Die Beerdigung stnbet mn Moning. dem 21 Oftober. I3V. Uhr,»nf dem 3i nltalfritbljor Beriin-Zriebrichaleibe itott Zahlreiche Beteiligung»bittet vle Ortsverweltttttd- Verband der Bndiblnder und Paplerveraröeuer OrtdTCrwaWun,� Bertin- Todesanzeige $cn MitgUebem jur Nachricht, baß unsere Äaflcgtn, die g-aLjerin Martha Gerbrccht wohnhaft N, Bergs! r. 26.»»starben ist. Ehr« Ihrem Wnbeitfeit! Sie Beerdigung findet am Sann. abend, dem lu. Oftoder. 12-, Uhr. cui dem Stnbtijchen Friedhos, SalUied- Dnitiel-Siraße. statt. Nege Beteillgung»wartet Dia Ortxvervaltung. ülelvez liiest. Merkur 1624 Täglich VI* Uht Nai Adalbert alt Hdnte am Flüge! Rudolf Kilian Sonntag 3-.-r Ulir kleine Preis« Trio Neuregelung der Arbeitsvermittlung Sueben wirb im 5!e!ch4ge!etzblalt Teil 1, Nr. 33, amtlich UerSffenMcht; Geleh zur Aenderung des Gesehes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung 'Bekanntmachung der neuen Fassung beS Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Preis her Nummer etwa 90 istpf. ailSichiieglich her PsitgebüHten. Zleichsverlagsamt f, Berlin XW 40, Scharnhorststraße 4 Spulel- 1 jl.*__ w HBtlen. Sesfltt srlSffliOSiS'Äffl' nsrlilr i» isupgn ilnfl severe Fälle keuillei«arten. UaamasUiare UzUcnulge. Beslütlflug ead ktierenica. irnneh ueptMiM. iBTailieastrateloe. 8—H, 1—•. Seeetee 10-12. locobr. BeflahteiirBesmiin ThOrlngischesPartelbiatt sucht per bald Redakteur.neflektiert wird auf eine Kraft, die bereits in der Redaktion selbständig tät.g war, über entsprechende Kenntn'sse und Erfahrungen ver Ogtund über Erfolge berichten kann. Der Bewerbune ixt Lebenslauf beizufügen, ebenso i« mlrzuteilen wie lange nolliisch und K�wAMläh.'A''� vÄÄg-Ääkl 3lr. 491* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend/ 19. Ottober 4S29 Vemehmung der drei SiMbankdirektoren. Gin Revisor der Siadtbank enthüllte den Schwindel. Die Vernehmung der drei Kiadtbankdirektoren Schmitt, kinffmann und Schröder durch Oberregicrungsrat Dr. Tapolski fördert jetzt allerlei neue� Material zu läge, das sehr gceiguel ist, das Dunkel zu lichten, dos bisher noch immer über dem Aall Sklarek liegt. Gleichzeitig verdichten(ich {wmU aber auch die v o r w ü r( e, die gegen den Zlbteilungs- leiter Direktor Schröder erhoben worden(ind und die jetzt von Dr. Tapolski mit aller Energie weiter verfolgt werden. Bei den Vernehmungen Schmitts und ch o f f m a n n s war auch die Frage der K r e d i t u b c r w a ch u n g untersucht worden, wobei die Frage entstand, ob die beiden Direktoren— Hoffmann unterstand die Giroiafle— alles getan hätten, um zu ner- hindern, daß die Sklareks durch ihre Täuschungsmanöver die Stadt- dank schädigen kynnten. Dabei stellte es sich heraus, daß die Sklareks ihre Fälschungen bei der Verrechnung mit der Stadt. ban? eigentlich in sehr plumper weise dur6>gesühr» haben, daß ober merkwürdigerweise der mit den Ermittlungen be- austragt« Direktor Schröder in den Sklorckjchen Geschäfts- büchern die Täuschung nicht entdeckt Hot. Die Sklareks sandten bekanntlich ihre Rechnungen der Stadtbank ein, wo sie in dem Kreditüberwochungsbureau des Direktors Säiröder lausend numeriert und dann der Giro- kasse weitergegeben wurden, wo der Leiter Ho g« die Rechnungen im eingeschriebenen Brief an die Bezirksämter zu schicken hatte, um festzustellen, ab die gelieferten Waren mit den Fakturen überein- stimmten. Norihdem jedoch diese Kontrolle plötzlich aufgehört hatte. mußten die Sllorek?, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, der Stadtbank selbst die Summen überweisen, die sie angeblich von den Bezirksämtern zu erhalten hatten. Das taten sie in der Weise, daß sie mit Hilfe der blauen Schecks des Pnstschecksamies der Stadtbank Beträge von NtKiO v's 150(KK) Mark überwiesen, als?lbiender aber nickt ihre eigene Finna, sondern das Bezirksamt angaben, aus das die Rechnungen, die Nü der Stadtbank logen, lauteten. Eines Tages siel nun einem Revisor in der Slodtbonk a»s, daß «s doch geradezu eine Unmöglichkeit bedeute, daß das Bezirksamt der Stadtbank solche hohen Beträge durch den Dostscheckverkehr überweise, da einmal die Kassen der Bezirksämter gewöhnlich über derartige Summen gar nicht verfüocn und da wester die Bezirksämter ihre Guthaben all* bei der Stadtbank besitzen. Der Revisor macht« der Direktion der Stadtbank eine entsprechende Meldung und Direktor Schmitt vermutet«, daß hier eine unreelle Handlung ent- meder beim Bezirksamt oder bei den Sklareks vorgekommen sei. Er beauslrogte deshalb Direktor Schröder, die von Amts wegen die Bücher der KPG. ständig zu prüfen hatte, sosort zu den Sklareks zu fahren und dort in die Kassenbücher Einsicht zu nehmen. Direktor Schröder kam nach einigen Stunden wieder und er. klT(■, daß der Fall in Ordnung sei. .Sklarek und d*r Buchhalter Lehmann hätten ihm erklärt, daß bei dieser Ueberweisung im Bezirksamt Prenzlauer Berg ein Versehen vorgekommen sei. Ein Kaisenbeamter habe den Austrog gehobt, der Stadtbank die Zahlungsanweisung'sür die KBG. zu übermitteln. lhrrtümlick habe er aber den Sklareks den Barbetrag über das Post- fcheckomt geiandt. Ilm nun diese» Kassenbeamten keinen Aerger zu bereiten, hätten die Sklareks die Summe von sich aus der Stadtbank zugesandt und dabei als Absender das Bezirksamt Prenzlauer Berg angegeben. viceklor Schmitt ha» doraushin Majr Sklarek kämmen lasten. der ihm in der selevlichsten Form versicherle, daß sich die An- gelrgenhci» so und nicht anders verhalten habe. Gärtner tragen. Wer anderen die Bücher aushändigt, lernst Gefahr, alle Rechte an den Verband zu verlieren. In den übrigen Bezirken bitten wir, den Spaltern die Tür zu weise« und nur die Anweisungen der P e r b a n d s l c i t u n g zu befolgen. Besucht keine von der Opposition unter unserem Namen einberufene Mitgliederversammlung. Sie wollen euch täuschen. Gebt den Kommunisten keine Mitgliedsbücher! Oberregierungsnot Tapolski will min jedoch nachprüfen, wie Direktor Schröder zu der Ansicht gekommen ist, daß die Sklareks ihn nickst belogen haben, sondern aus Grund ihrer Unterlagen in dem Stadt- bankdirektor die Meinung erwecken konnten, daß die Angelegenheit sich so nerholten Hobe. Zu diesem Zweck werden die Kassenbücher der KBG. herangezogen, denn selbstverständlich müssen zum Schein mindestens Eingang und Ausgang dieses Betrages verbucht worden sein. Dagegen ist es rätselhaft, wie die Sklareks dem Direktor Schröder die Unierlogen für diese Buchung, nämlich den Abschnitt des Postscheckamtes vorgelegt haben wollen, auf dem außer der angeblich gezahlten Summe auch der Absender, nämlich das Bezirksamt vermerkt sein mußte. Obcrregierungsrat Tapolski wird zu diesem Thema nicht nur Schröder hören, sondern auch wahrscheinlich den Buchhalter Lehmann und andere An- Angestellte der KLG, sowie Beamte des Bezirksamtes, da schon jetzt feststeht, daß dos Bezirksamt niemals eine Barzahlung an die j KVG. geleistet Hot. Bürgermeister Schneiders Vernehmung. D�e Iustizpressestelle teilt mit: „Der Bürgermeister Schneider ist von der Stoatsanwaltschost I nur zu Erörtertinge» des Vorwurfs der Bestechung vernommen worben. Er soll zugunsten der Silarcks Pflickstwidrigkciten begangen und dafür Vorteile erhalten haben." Bürgermeister Schneider ist am gestrigen Freitag von 10 Uhr morgens bis 5 Uhr abends— mit einer kurzen Pause— durch Staatsanutelijchastsrat Dr. Weißcnberg vernommen worden. Zunächst ist Echucidär nach der Höhe seines Per- inö g e ii s gefragt worden. Die Staotsanwaltschan hat dem Beschuldigten aufgegeben, bis zum Sonnabend sämtliche Banken zu benennen, bei denen er oder seine Gattin in den letzten Jahren Konten gehabt hoben. Di« bctrefsendeii Baukinsti- tute werden aufgefordert, Kontoauszüge einzureichen, über die sich Schneider dann zu äußern haben wird. Weiter ist der Bürgermeister ini Verlauf des Verhörs betragt worden, wie er die Sklareks kennengelernt habe, welche Geschenke er von ihnen erhalten und wieviel Anzüge er bei der KVG. gekousr habe. Da Schneider sich im einzelnen nicht zu erinnern vermochte, ist ihm aufgegeben worden, bis zum heutigen Sonnabend die O u i t t u n g e n beizubringen, die sich in seinem Besitz befinden müssen. Ferner wurde der Bürgenneister darüber befragt, ob er mit der Ausstellung der Rechnungen sür das Bezirksamt Mitte oder mit Verträgen zwischen der Stadt und den Sklareks etwas zu tun gehabt, ob und inwieweit er an Grundstück- und Hypotheken- geschästen beteiligt gewesen sei. Zu den Aussagen Schneiders wer- den jetzt zunächst Zeugen gehört, ebenso wie die Sklareks zu der Aussage des Bürgermeisters vernommen werden sollen. Freidenker, seid gewarnt! Die Bezirksleilung Gboß Berlin des Verbandes für Freidenkcrtum und Feuerbestattung E. D. teilt folgendes mit: Nachdem die kommunistische Opposition im Freidenkerverband die Spaltung beschlossen bat und eine neue Organisation aufzieht. versuchen sie unter falschen Angaben, unseren Mitgliedern die Mitgliedsbücher abzunehmen. Diesen Machenschaften treten wir jetzt dadurch entgegen, daß unsere Hauskassierer in den Kassiererbezirkcn 5, 0, 7, 8 und R(Wedding und Weihensc«) eine außergewöhnliche Kontrolle vornehmen und die Mitgliedsbücher einsammeln. Die Bücher dürfen nur an die Hauskassierer gegen Quittung abgegeben werden, die einen rote» Ausweis mit Lichtbild besitzen und die die Unterschriften S i e o c r s oder Nicht die Papiere, sondern das Geld. Versuchter Totschlag eine«! Stahlhelmfreundes. Da» tandgerichk III verurieille gestern den ehemalige» Fürsorgezögling und Oandarbeiler Bruno D. wegen ver» suchten Tolschlags an den Landwirt Schulz in Arensdors zu 1 Jahr 9 Blonolen Gefängnis. Eine Be» möhrungsfrist wurde abgelehnt, desgleichen hafteutlafsuug. Dos Dorf Arensdorf weckt traurige Erinnerungen an den hinterhältigen lleberfall auf die Reichs- bannerleute. Der LIjöhrige Landarbeiter Bruno einst Rotfrontmann, war, wie er selber erzählte, zu den Rechten über- gegongen, war zwar kein Mitglied des Stahlhelms, aber mit den Stohlhelmern befreundet. Er beteiligte sich an ihren Ausmärfchen und nahm auch einen Revolver niit, den er van einem Stahl- h c l m c r gekauft hatte. Außerdem hotte er noch einen Gummi- knüppel. Seit dem 1. Juni war D. in Arcn-dorf beim Landwirt Schiilz beschäftigt. Am 24. Juni meldete er sich krank: er hatte Leibschmerzen. Am Nochmittag gingen sämtliche Hausbewohner aufs Feld, nur der Schwiegervater seines Arbeitgebers Schulz blieb auf dem Gehöft und machte dem Erkrankten heiße Umschläge auf den Leib. Als er zum zweitenmal das Zimmer betrat, stand D. angezogen da, mit vorgestrecktem Revolver in der Hand, und rief dem bestürzten alten Mann zu: Hönde hoch! Der Alte meinte: „Du bist wohl verrückt!" und machte kehrt. In diesem Augenblick traf ihn schon die Kugel, prnllte aber an der Rippe ab. Der alte Mann riegelte schnell von außen die Tür ab. Als domt die Leute vom Felde kamen, war D. schon längst entflohen— durch ein Loch in der Zimmcrwand und über dos Dach. Am nächsten Tag bereits wurde er in Oranienburg erwischt. Vor Gericht erklärte er, er habe den alten Mann nicht er- schießen, sondern ihn nur zivingen wallen, ihm seine Papiere auszuhändigen, da seine Frau, die im selben Dorf beschäftigt war. sich über ihren Arbeitgeber beklagt habe und sie deshalb beide beschlossen hätten, nach Oranienburg zu fahren: er habe gefürchtet, man würde ihm sein« Papiere nicht aushändigen. Der oite Mann meinte aber, der Angeklagte dürkts es wohl auf die 400 Mark abgesehen haben, die gerade an diesem Tage von der Bank abgehoben worden waren. Die Anklage lautete auf versuchten Mord. Das Gericht erkannt« auf versuchten Totschlag und versagt« dem Angeklagten auch mildernde Umstände. Sein Vater, Arbeiter in Oranienburg, hatte 13 Kinder. Der Bruno kam im Alter von 10 Jahren in Fürsorgeerziehung, weil er seine Eltern be- stahl und in der Schule faul war. Aus der Fürsorgeanstalt wie auch später aus der Prooinzialirrenanstalt Potsdam lief er immer w«eder davon. Er galt als schwerer Psychopath; als solchen bezeichnete ihn auch der Sachverständige. Wieder einmal ein charakteristischer Fall: der Psychopath nsigt zum äußersten Radikalismus, sowohl nach links wie nach rechts. Nächtliche Einbrüche in einer Großsiedlung. Bereits seit Wochen werden die Bewohner der G eha g- Großsiedlung im Fischtalgrund in Zehlendorf durch nächtlich« Einbrüche und Diebereien auss schwer st e beunruhigt Da nun in dieser Großsiedlung mir K l« in Verdiener wohnen, finden die Einbrecher zwar nicht viel: Fahrräder, Gartengeräte, Wäsche usw., aber auch diese Verluste sind sür die davon Betroffenen sehr unangenehm. Es ist dringend nötig, daß die Polizei für wirk- s a m c n nächtlichen Schutz sorgt. JoAarvx TGmarafru 'onann. r�nmararru■ y /, K � C&uo/am Urtgcuvchen f 'Cäuobm UmjforiscJytn kwx&lßj(&ydervonS6uzfi&xAisjVCh. Copyright by Biidicrgildc Gutenberg, Berlin. Josef Paczal stand vor der Hütte, jedoch er trällerte nicht mehr. Er sah nur dem Sturm ins Gesicht, der den Regen gegen feine Backenknochen Ichlug. Ich sprach ihn an:„Sie lieben es nicht, zu fischen, Onkel Josef?" „Ick, möchte schon, mein Sohn", durch die unerwartete Frage zuckte er auf.„ober es geht mir nicht von der Hand. Wozu auch? Die Zigeuner haben recht und ich: Rur die Narren arbeiten. Denn es ist so, mein Kind, daß mit der Arbeit nur Unannehmlichkeiten und Sorgen verbrüdert find und man trotzdem arm bleibt. Ich bin auch so arm, aber ich lebe meinen Passionen. Er sann vor sich hin:„ e war cm Esel, der die Arbeit er- funden hat. Die Grafen machen das geschickt, sie arbeiten nicht. Ich auch nicht. Nur bin ich ein größerer Herr als alle Grafen und Barone zusammengenommen, denn sie zahlen Steuern, daß ihnen das Jucken in die Sohlen käme! Wer aber treibt bei mir«steuern ein?"— und er begann leise z» grinsen. „Ich bin ein Freibursche. Freundchen!" „Sie lieben die Grasen nicht, Onkel Joses?" „Den Teufel, sie sind mir ganz egal! Sie gehen noch rechts, ich nach links. Nur das eine hätte ich an ihnen aus- zusetzen, daß sie nun sogar die Flüsse uns Armen nehmen wollen. Das ist freilich eine Unverschämtheit!" Allmählich wurde er zornig. Er rief durcheinander:„Du mußt nämlich wissen, daß auch sie fischen gehen, wenn es ihnen sehr langweilig wird. Aber sie schießen mit Gewehren ins Wasser oder brennen Patronen ob. und davon krepieren die Karpfen! Das ist natürlich nur eine Herrschaftliche Flo- niererei, denn das Netz müßte ja gezogen werden, und dazu muß man die Beine gut vorstemmen.� Das mögen sie natür- sich nicht, weil sie Tagediebe sind..." ,.?lb?r Sie arbeiten doch auch nicht, Onkel Josef!" warf ich ein wenig dumm dazwischen „Run, da? ist wahr", und er kicherte wieder leise.„Den- lwch sind die Grafen und Barone große Hunde, daß sie doch vom Iltis gebissen würden! Warte nur, da wird es noch ein großes Theater geben, wenn sie sich viel mit den Kosaken herumspielen werden� Denn wisse, mein Freund", und er warf sich in die Brust,„das Recht ist immer aufseiten der Kosaken.. Er sprach nicht mehr. Ex stand weiter dort im Regen und ich sah die Spuren von Sorgen in seinem verhungerten Gesicht. Ich hatte das Gefühl, daß Josef Paczal in seiner Brust große Pläne wälzte, aber vorläufig s ehr acht hatte, sich nicht zu verraten. Ich sagte:„Mein Großvater ist sehr böse auf den Verwalter Brugos..." .Weil er recht hat. Wir werden Brugos schon in den Hintern treten, wenn er hier viel angibt. Denn wenn ich ein- mal etwas sage, das stimmt immer! Es wird also gut für ihn sein, weniger den Schnabel zu wetzen..." „Onkel Josef, Sie sind ein sehr gescheiter Mensch, nicht wahr?" Josef Paczal sah mich aus den Augenwinkeln an und ein schlaues, kleines Lächeln zuckte um seine Mundwinkel:„Das will ich meinen!" Von da ab sagte er nichts. Er summte irgendein komisches Lied, während sich ihm sein nasses.izaar ins Gesicht klebte und das Wasser von seinem Kinn herabfloß. Jetzt aber begann sich das Wetter zu klären. Die Wollen zerflatterten unerwartet, die Nebel flogen auf und die weiten Sümpfe der Medvec standen klar und scharf vor uns. Von weitem, aus großer Ferne, glänzten metallisch leuchtend die Berge herüber, nur an ihren Kuppen schleppten sich noch träge Wolken vorbei. Rur der Wind tönte nooh im Röhr-cht. Die Kosaken näherten sich langsam dem Ufer. Josef Paczal stand gleichmütig pfeifend unter der. Wehr. Und da tauchte aus der Richtung der großen Ebene von Nözpest der Oberkosak aus Erst erschien er uns so klein wie eine Wespe, ober diese Wespe, wuchs mit Windeseile an, während sich der Oberkosak uns mit ungewohnier Schnellig' kest paloppicrend näherte. Sein nicht ganz bis an die Knie reichender Rock hatte sich geöffnet und knatterte im selbst er- zeugten Wind, der Wiesenrond erzitterte dumpf, denn er war schon nabe und wuchs immer mehr an und zog fchiießlich einen großen Bogen um dos Röhricht,, während das Pferd lang- gestreckt unter ihm dahinraste. Jetzt erreichte er die Tiefe der Wehr, sprang ab. band das Pferd on einen morschen Baum- stumpf und kam auf uns zu. Er hatte eine Lammsellmütze auf dem Kopfe, die bis zu den Augen herabgestülpt war. Er mochte von starker Erregung ergriffen sein» denn sein Gesicht war rot und die Haut spannte sich über seine Backenknochen. Er spuckte und krächzte in einem fort. Josef Paczal regte sich. Der Alte rief ihm aufgebracht zu: „Ich suche dich seit Tagen! Wo treibst du dich denn schon wieder herum?" „Ich habe mich ein wenig in der Welt umgesehen", ant- wartete Josef Paczal gleichmütig. Der Oberkosak stand bereits vor der Hütte, dem Land- streicher gegenüber. Er schnaubte einmal kräftig:„Ich Hab etwas mit dir zu bereden. Brugos, dieses Schwein, will uns aus unserer Pacht verjagen. Nun, er solls versuchen!" Josef Paczal wollte ihn beruhigen:„Seien Sie nur ohne Sorge, Gevatter Michael. Mit Brugos werden wir paar Leute schon noch fertig werden. Aber wir müssen zusammen- halten, sonst haben wir keine Kraft..." Durch diese gereifte Rede Josef Paczals wurde selbst der Oberkosak etwas nachg ebiger. Lang stand er Aug in Auge mit dem Barfüßler. Seine Augenlider zuckten. Dann sagte er gebändigt, mit erstickter Stimme zu ihm:„Wenn er uns angreift und nicht nachgibt, wirst du seinen ganzen Besitz an» zünden. Verstanden?" „Wie denken Sie sich das, Gevatter Michael?" fragte«r „Run so. daß du zuerst den Speicher anzündest.. „lind wenn die Gendarmen kommen?" Der Oberkosak winkte, daß die Gendarmen nichts erfahren würden. Er fuhr flüsternd fort:„Wir ziehen dich aus der Tinte. Wir werden den Gendarmen beteuern, daß du zu jener Zeit bei uns warst. Verstanden?" „Ich verstehe, Gevatter Michael", überlegte Josef Paczal, „wenn sie e? aber nicht glauben werden?! Beim Pilaüts. dann sehe ich gut aus!. Die bearbeiten mich dann wieder mit ihren Stiefeln, so. daß aus allen meinen Unterteilen das Blut nur so spritzen wird.. Den Ob-rkosoken übermannte der Zorn:„izall dein Maul. wenn du mir noch viel erzählst! Erstens werden wir dir ein paar neue Stiefel kaufen..." Josef Paczal beäugte seine schaftloscn Stiefel:„Das wäre nicht jo ohne." „Außerdem kaufen wir dir eine Hose und auch»v« Gatyehosen sollst du bekommen", fuhr der Obsrkosak fort. „denn das hoben wir schon untereinander ausgemacht. Nun, sind wir einig?" Josef Paczal begann sich den Kopf zu kratzen:„Das märe ja alles schön, ahcr wenn mich die Gendarmen..." (Fortl'etzullg folgt.) Die Kronen werden entferni. Es war unliebsam empfunden worden, daß in dein yroßcn Schwurgerichts! aal des Kriminalgerichts noch folgender Spruch sich befand:.Jeder Richter(ißt o n Kaisers Statt". Dieser Spruch war über dem Podium, auf dem dos Gericht sitzt, zu lesen. Außei-dem befanden sich noch in dem neuen Gebäudeteil Nachbildungen der früheren preußischen Königskrone. Die Republikanische Beschwerdestelle wurde deshalb am 7. Februar bei dem Kammergerichtspräsidenten Tigges vorstellig und erhielt unter dem 2. O t t o b e r folgenden Bescheid: „Die Nachprüfung der Hinweise auf die frühere Staat-sarm im alten und neuen Kriminalgerichtsgcbäude hat zu dem Ergebnis geführt, daß die in der Mittelhallc des neuen Strafgerichtsgebäudes auf der rechten und linken Steinbrüstung des dritten Stockwerks befindlichen Kronen einschließlich der darunter liegen- den Steinkissen entfernt werden. Die Beseitigung des»an Ihnen erwähnten Sinnspruches wird bei Gelegenheit einer Erneuerung der Wandflächen des großen Schwurgerichtsfaalcs erfolgen, gez. Tigges." Herr Präsident Tigges möge uns nicht für unbescheiden halten, wenn wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Angelegenheit zur Erneuerung nicht mehr so lange auf sich warten läßt wie seine Ant- wort auf die Eingabe der Beschwerdestelle. Wir sind weiter auch gar nicht so unbescheiden, die Erneuerung der ganzen Wandflächen zu beanspruchen. Es würde schon genügen, wenn das Spruchband überpinselt und mit einer neuen Inschrift versehen würde, etwa mit dieser: Die Staatsgewalt geht vom Bolke aus. In der Morgenausgabe vom 13. September hatte der„Bor- wärts" davon berichtet, daß trotz der grüirdlichen Renovierung des Bahnhofes in Erkner die Reichsbahnverwaltung dabei sei, die alte, beinahe ei» Meter hohe Königskrone neu auf- arbeiten zu lassen. Auf Grund dieses Tatbestandes wurde die Republikanische Beschwerdestelle Berlin bei dem Präsidenten der Reichsbahndircktion Berlin vorstellig und erhielt folgenden Bescheid:„Die Krone im Giebelrelief des Empfangs- gebäudes Erkner ist entfernt worden, gez. Fehling." Die Reichsbahn hat mit erfreulicher Schnelligkeit gearbeitet. � Gastragödie in der Kruchtstraße. Doppelselbstmord oder ilitglücksfall? Gestern in später Nachmittagsstunde wurden der 87jährige Rentenempfänger Rudolf G u n n e r und seine 49jährig« Tochter in ihrer Wohnung in der Fruchtstraße ö8 durch Gas ver- giftet tot aufgefunden. Hausbewohner nahmen gegen 18 Uhr auf dem Treppenflur starken Gasgeruch wahr, der, wie bald ermittelt wurde, aus der Wohnung Gunners drang. Als auf Klopfen nie. mand öffnete, alarmierte man die Polizei und die Feuerwehr. Den «intretenden Beamten bot sich ein erschütterndes Bild. In dem gas- erfüllten Schlafzimmer lagen der greise Gunner und feine Tochter leblos in ihren Betten. Wiederbelebungsversuche der hinzugerufenen Feuerwehr blieben ohne Erfolg. Neben ihnen lagen zwei Katzen gleichfalls tot. Eine dritte Katze saß an der Wohnungstür und schrie jämmerlich. Bezirk Weddinst rüstet zum i7. November. Stadtrat Genosse Frank berichtete in der Mitgliederversammlung des Bezirks Wedding über seine Arbeit in der Wohl- s o y r t S p s l e g e. Der Referent stellte zu Beginn seiner Aus- führungen die heutige Wohlfahrtspflege der früheren Armen- Unterstützung gegenüber. Früher sah der Staat seine einzige Aufgabe darin, verarmten Leuten einen Bettelpfennig hin- zuwerfen. Dafür entzog er jedem Unterstützten sofort das Wahl- recht. Krieg und Jniiation haben größere Aufgaben gebracht. Es rändelte sich nicht mehr um Hilfe in Einzelfällen, gange Bolls- chichten waren verarmt. Im neuen Staat witti trotz großer finanzieller Not umfassende Hilfe gewährt. Gemeinsam mit den großen Verbänden, wie der Arbeiter Wohlfahrt, wurde von den Behörden eine fast unmögliche Arbeit bewältigt. Wie unsäglich groß die N o t und wie durchgreifend die Hilfe des Bezirksamis Wehding war. zeigen die Ziffern. Im Jahre 1323 wurden etwa 8 Millionen Mark und im Jahre 1328 über 14 M i l- l i o n e n Mark für die Wohlfahrtspflege ausgegeben. 28 000 Per- fönen wurden laufend unterstützt. Außerdem wurden noch Weih- nachtsbeihilfen und Kohlen ausgegeben. In dem strengen Winter 1323 wurden allein SSI 030 Zentner Kohlen, das sind 313 Waggons zu je 30 Tonnen, verteilt. 38 830 Personen wurden Weihnachten mit einer Geldunterstützung bedacht. Das Wohl- fahrtsamt Wedding— verwaltet von einem Sozialdemo- k r a t e n— hat in höchster Not den ärmeren Volksschichten bei- gestanden. Gerade in diesem Bezirk hat die Sozialdemokratie mustergültige Arbeit geleistet. Jetzt ist es die Ausgabe jedes Parteigenossen, diefe Tatsachen auszuwerten. Für den Aus- gang der Kommunalwahlen wird diese Zl u f k l ä r u n a»b e i t entscheidend sein._ 1 8 s: Da, Luftschiff„Gras Zeppelin" wird am nächsten Sonntag, vormittags 3 Uhr, unter Fuhrung von Dr. Eckcner in Friedrichshafen aufsteigen und eine Fahrt durch Württemberg machen. Nach Beendigung dieser Fahrt wird das Luftschiff eine 36stündige Fahrt nach Spanien ausführen. Der„Vorwärts" ist das Blatt der Kopf- und Handarbeiter! Abonniert den„Vorwärts"! Ich abonniere den„Vorwärts"(und die Abendausgabe für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund", sowie den Bei- lagen„Unterhaltung und Wissen",„Frauenstimme".„Technik", „Blick in die Bllcherwelt" und„Iugend-Vorwäris" in Groß- Berlin täglich frei ins Haus (Monatlich 3.60 Mk, wöchcntlich 85 Pf) Rameu. J Wohnung: .Straße Nr. i* vorn bei.,.- Hof— Quergeb.— Seitenfl— Tr. links— rechts llusfullen und eiusendca an den Verlag des„Vorwärts". Berlin SB 68, Lindensiraße 3. Nach Friedrichsfelde und Marzahn. Fric-drichsfelde ist Enhstation der Linie 63, die von Fvie- bcnau her kommt, Berlin also von Westen noch Osten durchquert. Eine zweite Linie— die 70— verbindet den Mittelpunkt Berlins, Behrenftrahe, mit dem Ort und geht weiter noch Johannis- thol: an Gelegenheiten, diefen Teil Berlins zu erreichen, fehlt es somit nicht. Der Schloßpark von F r i ed r i ch s f e ld«— feit dem Ausgang der Freiheitskriege Privatbesitz, ober dem Publi- kum geöffnet— lohnt sine solche Fahrt. Stattliche Eichböume und andere Baumriesen geben willkommenen Schatten, und Liebhaber historischer Erinnerungen können sich in die Zeit versetzen, da Prinz Louis Ferdinand hier das Licht der Welt erblickte oder König Fried- rich August von Sachsen unter diesen Bäumen al»„Gefangener" promeniert«, mit diesem„Martyrium" seine, durch das Blut vieler braven Sachsen besiegelte Treu« zu Napoleon abbüßend.— Wenige Schritte die Schloßterrasse zurückgehend, stoßen wir aus den dort haltenden Autobus 37, der uns mit demselben Fahrschein nach Marzahn führt. Ein ländliches Idyll, das an einer Stelle an „Beide in den Tod". Ein Vater wirst sein Kind in die Elbe. Harburg. Wilhelmsburg. 18. Oktober. Eine verzwciflungsiak verübte der Fabrikarbeiter Wil- Helm Thielmann. Er Holle seinen sieben Zahre allen Sohn Erich aus der Schule ab und fuhr mit ihm nach Hamburg, wo Aulofahrken unternommen wurden. Der Rückweg wurde zu Fuß zurückgelegt. Auf der harburger Elbbrücke warf der Haler den Zungen über da» Geländer ins Wasser. Da das Wasser jedoch flach war. gelang e» dem Knaben, sich herauszuorbeiteu und sich zu retten. Zu der Kleidung des Knaben wurde ein Zelkel mit der Auf. schrifl„V e i d e t n d e n T o d" gesunden. Der Haler ist bisher nicht ermillelt worden. Es wird angenommen, daß er sich späier in die Elbe gestürzt hat und ertrunken ist. Er hat offenbar zusammen mit seinem Sohn aus dem Leben scheiden wolle«. Alkohol und Volksnoi. Der Zentralverband deutscher Enthaltsam» keitsvereinigungen konnte dieser Tage auf ein 2 S j ä h- riqes Bestehen zurückblicken. Seine aus diesem Anlaß oeran- staltet« Tagung in Berlin stand unter dem Leitwort„Alkohol undBolksno t". Auf dem Begrüßungsobend gab Genosie Prof. Dr. Strecker, der Vorsitzende des Zentraloerbandes, eine aus- führlich« Uebersicht über den in den letzten Jahren geführien Kampf um sinnvolle Gestaltung einer Gesetzgebung zum Schutze vor den Alkoholgefahren. Er zeigte dann die Anforderungen, die die Ent- Wicklung der modernen Technik und Industrie an jeden einzelnen Menschen stellt und die von jedem Höchstleistungen oerlangt. Höchst- leistungen aber können nur von nüchternen, klar denkenden Menschen erzielt werden, die ihre Willens- und Entschlußkraft nicht durch Narkotika gelähmt haben. Pros. Dr. Abderhalden- Halle, der bekannt« Mediziner und Ethiker, sprach über dos Recht und die Pflicht zur körperlichen und seelischen Gesund- e r h a l t u n g. Auf Grund seiner Erfahrungen, die er bei einer längeren Amerikareise gesammelt hat, kam Abderhalden zu dem Schluß, daß mit Verbotsgesetzen im deutschen Volke gegenwärtig keine wirksame Bekämpfung des Altoholismus möglich fei. Es kommt darauf an, den erzieherischen Einfluß geltend zu machen und besonders dafür zu sorgen, daß eine Industrie geschaffen werde, die geeignete Ersatzgetränke herstelle und sie so wie in Amerika zu erträglichen Preisen auf den Markt bringe. Die Arbeit, die von den Alkoholgegnerorganisationen auf dem Ge- biete der T r i n k e r r e t t u n g geleistet werde, sei äußerst wichtig und müsse noch weiter ausgebaut werden. Es muß verlangt werden, daß der Staat für die Arbeit in der Trintersürsorg« genügend Mittel bereitstelle, denn es gehe nicht an, daß die Organ!- sationen, die die Arbeit der Trinl'errettung leisten, auch noch die Mittel dazu aufbringen. Der Wirtschaftspolitiker Genosse Dr. Weber- Köln behandelt« die Alkoholenthaltsam keit als Glied einer modernen Konsumreform. Er schil- derte die Zusammenhäng« zwischen Alkoholismus und Volkswirtschaft und wie« in diesem Zutammeiihang die stark demagogisch wirkende Behauptung zurück, daß mit den Ausgaben für alkoholische Getränke ein großer' Teil der Reparationsabgaben befahlt werden könnten. Zweifellos würde aber durch starke Einschränkung des Alkoholisimis auch die Finanzgebarung des Reiches und der Kommunen eine Um- geftaltung erfahren, denn mit dem Sinken des Alkoholkonsums sinken selbstverständlich auch die Slusgaben. die zur Reparierung der Alkoholschäden aufgewendet werden müssen, und diese Summen würden den Wohlstand des Reiches und der Kommunen wesentlich heben. Die Konsumgenossenschaften haben in dem Kampf gegen den Alkoholismus kaum eingegriffen. Sie betrachten es als ihre Aufgabe, für die Bedarfs b e f r i ed i g u n g ihrer Mit- glieder zu sorgen, ohne auf die Bedarfs e rz i e h u n g Einfluß zu nehmen.— Die Tagung schloß mit einer gutbesuchten Kundgebung, in der Redner der verschiedensten Richtungen sprachen. Zur Pädagogik der Pferde. Der Inspektor Hans Franck vom Verein„P'erdewohl" in Dresden fetzt feine reichen Erfahrungen daran, die Untugenden der Pferde zu korrigieren. Dabei soll nichr unerwähnt bleiben. daß in fast ausnahmslos allen Fällen die Bösartigkeit der Pferde durck ichlschte Behandlung verursacht ist. Ist das Pferd erst einmal mit Untugenden behaftet, wird es für sich und sein« Umwelt zur Gefahr. Da heißt es min, nach den Ursafben der Unart zu forschen und dem verdorbenen Tier mit Liebe. Güte und Vernunft zu be- gegnen. Hans Franck ist durch praktische Vormhrungen in vielen Siädtcn bekannt, nun hat er sein« Methoden in einem sehr lehrreichen Film ziisammcngeiaht. Hier sieht man an Gegenüberstellungen, wie es gemacht werden muß und wie es nicht gemacht werden darf. R'e soll man ein Pserd durch Schmerz(Naienbremle, Obrenbremse. Zange und Notstand) für die Schmiede willig machen wollen. Man verdirbt das Tier nur noch mehr. Man muß es schmerzlos ablenken, man muß es ihm beibringen, daß ihm in der Schmied« kein Leid geschieht. Ebenso muß man mit Vernunft und nicht mit Gewalt schwirrtge Pferde im Wagen ver- bessern. Keinem Menschen und keinem Tier ist damit genützt. wenn sich ein widersetzliches-Ptcrd den Halswirb«! oder den Unter- kieter bricht, sich die Zunge oder cin.Ohr abreißt. Ein solchrs Unheil wird gegebenenlalls ollein schon durch einen richtig gebundenen Strick verhütet. Gleichzeitig wunde aus die F o r t! ch r> t t e in der Pserdepslege hingewiesen. Kann man dach heute bereits den Staubsauger, versehen mit einer dementsprechenden Kömnworrich- tung, beim Pserdeputzen benutzen. Der Film lies erstmalig in den Kammerlichtspiolen vor einem geladenen, sehr stark interessiert« Publikum, Amerikas kolonial« Tage erinnert. Rechts und links Feld, aus dem in der Ferne gepflügt wurde und Kartoffelfeuer brannten. Der be- kannte Eisenpsahl„Haltestelle" gebietet dem Gefährt Halt— eine Frau steigt aus, mit dem in Berlin gefüllten Tragnetz querfeldein ihrem«infamen Haufe zustrebend. Di« meiste Zeit hindurch jedoch begleiten uns zur Linken die Siedlunzen fleißiger Menschen, die dem nicht üblen Boden Gemüse und Blumen abgcminnen. Große Flächen von Porree senden Heiden Dust zur Straße hin— der Bauer ist zum Gemüsebau übergegangen: zeitgemäße moderne Em- stellung! Eine Windmühle ist zu sehen, aber sie ist o. D. Von der einzigen noch klappernden Mühle im nahen Hohenschönhausen haben wir seinerzeit gesprochen. Im Dorse Marzahn selbst sollt die statt- liche Schul« angennehm aus: sie ist por dem Kriege erbaut, aber die Umwandlung der Spiel- und Turnsläche zum grünen Plan stammt aus neuerer Zeit. Einen schönen Abschluß findet der Au s? lug ins Ländliche durch Weiterwanderung nach Hohenschönhausen, das durch Wald und Wasser verschönt ist. Oder man benutzt den Autobus wieder zur Rücksahrt und geht mit der 70— wie schon eingangs bemerkt— oirf dos linke Sprecufer über. Das Los der Arbeiier. Verschüttet— erschlagen- ertrunken. Auf der ZecheLothringen bei Bochum wurden die Berg. leute Fritze und Karbinski auf dem Weg« zum Schacht von herein» stürzenden Gesteinsmasscn oerschüttet. Erst noch längerer Arbeit gelang es, die beiden Verschütteten zu bergen: sie hatten aber so schwere Verletzungen erlitten, daß sie bald darauf starben. Auf derselben Schachtanlage verunglückte der Bergmann Ioswig dadurch, daß er bei der Bedienung des Stapelkorbes in den Stapelschacht stürzte, wobei er den Tod fand. Wie aus Lodz gemeldet wird, ereignete sich dort bei Kanal!. sationsarbeiten ein schweres Unglück. In einem 11 Meter tiefen Stollen stürzt« dos Gerüst ein. und die nachrutfchcnden Erdmoffen begruben sechs Arbeiter unter sich. Die Feuerwehr barg die Verschütteten, die alle schwere Der» l e tz u n g e n davongetragen haben. Ein gr o ß e r B a g g e r k a h n, der sich im Schlepptau eines kleinen Dampfers befand, ist bei Vardoe in Norwegen während eines schweren Sturmes gesunken. Von der Besatzung konme mir einer gerettet werden, sieben Mann sind er» trunken._ Selbstmord eines Vankdirektors. Infolge Nervenzerrüttung hat sich der Direktor und Vorstand der Bayerischen Bauvereinsbonk München, Walter Z f ch o ch, erschossen. Nach den bisherigen Prüfungen hat sich Direktor Zschoch in. keiner Weise irgendwelche Unregelmäßigkeiten zuschulde» kommen lassen.. Buckower Kleinbahn elektrisch. Der im Sommer begonnene Umbau der Buckower Kleinbahn. die Normalspur erhält und elektrisch betriebe» werden soll, schreitet rüstig vorwärts. Di« Kleinbahn erhält. einen gänzlich neuen Bahnkörper parallel der alten. Aus dem Reichsbahnhos Dahms- dvrs-Müncheberg wird für die Kleinbahn ein neuer Bahnsteig er- rickstet werden, da der bisherige dem stark gewachsenen Berkehr hingst nicht mehr gewachsen ist. Für den Verkehr sind vorerst drei Trieb-- wagen und drei Anhänger vorgesehen, die ähnlich wie die modernen Stadlbahnwagen«ingerichtet sind. Nach dem Umbau wird die Buckower Kleinbahii den außerordentlich st arten® o�ch e n• endverkehr besser bedienen können als die bisherige Schmal- spurbohn. Für später wird eine Einrichtung von Pendelzügen, die von Strausberg nach Buckow durchgehen, beabsichtigt. Ein neuer Kreuzer„Leipzig" ist in Wilhelmshaven voi« Stapel gelausen. Reichswehrminister Groencr hielt eine An- spräche, in der er u. o. sagte: Ein solches Schiff kostet natürlich Geld. Und es ist in unserer Notzeit nicht immer leicht, die Mittel zu beschaffen. Der Dank dasür gebührt vor allen Dingen den gc- setzgebenden Körperschaften, den hier bei dieser Gelegenheit obzu- statten mir aufrichtigstes Bedürfnis ist. Die Wehrmacht steht, wie alles andere, das im öffentlichen Leben eine Bedeutung hat. in einem Kampf der Geister, und dieser Kampf der Geister muß eben von uns durchgekämpft werden. Wir werden diesen Kampf mit besseren Aussichten durchkämpfen, wenn auch wir von der Wehr- macht uns bemühen, den we.it en Kreisen des deutsche« Volkes möglist näherzutreten. weNerbcrichi der öfieollichen ZveNerdieyslslelle Berlin und Umgegend tNnchdr. vertO Völlig, bei wenig geänderten Tcmveraturen. südwesillKe Winde.— Für veutl«bland: Im Mozdwcstey rcznerisitz, sonst wolkig b>a beiter. wenig Wärmeänderung._ Äü-iMSie öenn nun Mieri-?~ -WsPekWe «HKathreiner ksßliueiftfm! einlenbungen für bitte Zlubril sind Berlin SW 63, Sindcnilraje 3. parieinachrichien��� sür Groß-Verlin stets an da» Bezirkssekretarlat Z. Hof. 2 Treppen rechts, zu richte». 7. Äreis CharloLtcnburq und R. Kreis Spandau. Juristische Sprechstunde findet am Sonnabend, dem 19. Oktober, von 17—18 Uhr, im Iustendheim >osinenstr. 4 statt. Geleaenheit zum Kir�cvaustritt! 10. Kreis Zchlendorf. Arbcitermohlsahrt. Kostenlose Sprechstunde in allen Wohlfahrtsanaeleqenheiten beim Genossen Lander, Ihlendorf, Sven-Hcdin» Strafte 74. Tonnerstaas von 17— 1 9 Uhr. 14. Kreis Reuköll». Die sozialistische Arbeitcrjuacnd veranstaUet am Sonn- tag, dem 20. Oktober, 20 Uhr. im Caalbau Bergstr. 147, einen ssilm- abend. Die Borteigcnossen werden um Beteiligung gebeten. Gintrrtt 50 Pfennig. heule. Sonnabettd. 19. Oktober: 1. Bbt. Suite, von 18'-A lldr. und moraen, Eonntas. von S— ic> Uhr, Ansgade her ss!u«blat'rr, Ackcrstr. 1, dri Spirgel. 2. Abi' Ab 17 Uhr Abholung der IslugblSttrr von Ohngcmach, Koinman» ixrntenktr. 88. Z. Abt. Seute ab 17 Uhr und Sonnlag, ab 9 Uhr sstugblattverbreitung vom Lc!al Rungestr. Z0 aus. Alle Eenossrn lvcrdcn aufgciorbrrt. sich daran stark ,u beteiligen. i- Abt. Seute ab IS Uhr von Vrandicz, Stralauer Sir. 1ahlabendlokgl zur Flugdlattverbreitnng.— Erscheinen ist Pflicht.— 32. Abt. Ächtung l Die Genosstnnen und Genossen treffen sich zur Flugblatt. verbreiküna»m 6 Uhr in den belannten Lofglen. Nestlole Beteiligung aller Genossen wird erwartet. Am Dienstag. 20 Uhr, findet bei Kromv Hardt, Paul-Singer-Str. 49. eine Zeitungstommissionssistung stall Die ■ Dbleute der Abteilungen müssen ebensolls anwesend lein. Die Bezirts- führer der 32. Abteilung müssen an diesem Abend die vom Zeliungs» obmann angegebenen Bücher zur Durchssch, bestimmt abgeben. Die Funk» Iwnäre können diele Bersammlung besuchen. 34. Abt. 9 Ubr Flugblaitverbreilung vom Lokal Eadiner Str. 10. Beteiii» gung aller Genossen Pflichi. 42. Abi. 9 Ubr Flugblattverbreiiung von den bekannte» Lokalen aus. 43. Abi. Flugblatfverbreiiung von den Zgblabendlokalen aus. Eharlottenbnrg. 34. Abi. Ab 9 Uhr Flugblativerbreilnng, Fuaendheim Ro» sinenstr. 4. Abieilung-abend am Mittwoch, dem 23. Oktober. Genosse Löwenstein speich« über:, Kampf um das rote Laus". Die Funktionäre laden ein.— 36. Abt. 9 Uhr Flugdlatlverbreitung von den Lokalen Foskowigk. Lolzendorfstr. 20. unb Lnrlch, Kantstr. 62, aus. Montag, 21. Oktober. 20 Uhr, Funktionärveriammlung bei Liersch. Kantstr. 62. 78. Abt. Achalargeubori. 10 Ubr Flugblottverbreitung von Bahr. Breite Straße 23, aus. Sämtliche Genossen müssen sich daran beteitigen. 74. Abt. Zehleudorf. Alle Genossen beteiligen sich an der Flngbätlverbrei' tung in ihrem Mohnbezirk. Meldungen bei den Bezirkstllhrern. 82. Abi. Steglist. 9 Ubr Flugblattverbreitnng von folgenden totalen aus» 1. bis 4. Bezirk Schellhaie. Ahornstr. 13a. 5. und 6. Bezirk Selir, Bis, marckstr. 63. 7. Bezirk Südende. Lichierfelder Str. 1. 8, Bezirk Humboldt- Ecke Elisen strasie 9. Bezirk Wernicke. Berliner Ecke Nugestrafte. 83. Abt. Lichterseide. Die Genossen treflen sich 9 Ubr zur Flngbiaitverbre!» tung im Westen bei Qiiandt. Molckeste. 31. Ecke«öindenburgdamm. im Osten bei Kraft, Leiner-dorser Str. 17. und im Süden bei Breilschneider. Berliner Sir. 1238. Alle Genossen haben d«e Pflicht zu erscheinen. 93. Abt. Bezilt Siedlung am Dammweg. 10 Uhr Flugblaltverhreiiung im .Bärwinkel. Wer&eversammiungen Heute, Sonnabend, den 49. Oktober: S9. Abt. Brib-Buckow. 17 Uhr Werbeumzug. Treffpunkt Rochow- Ecke Chausseestraße. Im Anschluß an den Umzug findet eine Funktionärsitzung bei Günther, Chausseestr. 43 II, statt. Morgen, Sonntag, den 20. Oktober: 131. Abt. Nicdcrschönhauscn. 15 Uhr findet für die Gruppe Blankenfelde im dortigen Lokal Tinius, Haupt- ftraße, eine Werbeveranstaltung statt, an der sich alle Genossen des 19. Bezirks beteiligen. 1,30 Uhr Treffen und Abmarsch vom Straßenbahnhof Nordend, Kaiser- Wilhelm-Straße. Nachzügler bis 2,30 Uhr in Blanken- felde zwischen alter und neuer Chaussee. Blankenfelde. Antreten zum Werbeumzug pünktlich 14� Uhr in Blankenfelde an der Gabelung der alten und neuen Chaussee.— Um 15 Uhr Kundgebung im Lokal von Tinius, Hauptstraße. Ansprache: Stadt- verordnete Minna Todenhageu. Mitwirkende: Sozia- listische Arbeiterjugend, Sprechchor, Reichsbanner usw. Genossinnen und Genossen aus anderen Bezirken, die sich an der Veranstaltung beteiligen wollen, fahren ab Pankow Kirche mit dem Omnibus K bis Blanketifelde. Fahrzeit 25 Minuten. Eintritt frei. 99. Ate. Brih. 4. Bezirk. 9 Uhr Flugblattverbreitung von Benisch, Rudower Strohe 33, au». 163. Abt. Oberschöneweide. 8 Uhr treffen sich die Ernossen zur Flugblattver. breitung in den Zahlabendlokalen 163. Abt. Ablersbol. 9 Uhr vom Lokal Schmidtbauer, Bismarckstr. 74, Flug- blaliverbreitung. 113. Abt. Lichtenberg. 9 Ubr in den bekannten Zahlabendlotalen. Treffpunkt zur Flugblattverbreitung. 128. bi, 136. Abi. Pankow. 9 Uhr Flugblattverbreitung von solaende» Lo> kalen aus: Gruppe 1.„Noack". Kaiser. Friedrich. Str. 33. Gruppe 2...Zum Hamburger", Marimiliansir. IIb. Gruppe 2a...Köder". Prinz-Leinrich- Strasie. Gruppe 3.„Bader", tfrllher Drenrrl, Kissingenstr. 4. Gruppe i. „Türtische» Zelt". Breite Strohe. Gruppe>.„Klenims Bierbollen",■Berliner Str. 118. Gruppe 6,„Neumann". Mendelsir. 17. Gruppe 7. Traut» mann sPrivatwohnungj. Görschftr 13. Gruppe 8. Löffler lPriva.'wohnungl. Gaillordstr. 18. Gruppe 9..Luid". Wollantstr. 31. 134. Abt. Buch. 9 Uhr bei Säpfcrt Flugblattverbreitunq. Alle Genossen müssen erscheinen. Jungsozialisten. Senpp« ScnläOn. Morgen, Sonntag. 20. Oktober. Fahrt. Treffpunkt 7>a Uhr Ringbahnhof Neukölln. Gruppe Bohnsdors. Dienstag, 22. Oktober, 19' ä Uhr. Zuaendheim Wachtel. steohe 1, Diskussion:„Zusammenarbeit zwischen Alten unb Jungen". Diens» tag. 29. Oktober, 1914 Uhr, Zugcnbbcnn Wachtelstr. 1, zweiter Kursusabeud übet:„Einführung in den Äarrismus". Referent: Gen. D. Fadian. Gäste herzlich willkommen. Dienstag. 3. November. 19>4 Uhr. Fugendheim Wachtel- steohe 1,.Zehn-Minuten-Refeeate über:„Srnossensckiostswesen". Gäste will- kommen. Aus der Städtischen Oper in Charlottenburg wird d'Alberts„Tiesland" übertragen. Ist dies ei» Fortschritt oder Stagnation? Im Laufe der legten Jahre ist„I i e s l a n Ö" einige Male übertragen worden. Sicherlich gehört diese Oper zu den beliebtesten, aber schließlich ist es nicht Ausgabe des Rundfunks, nur populäre Opern zu senden oder zu übertragen. Die Idee, neu einstudierte Werke oder Uraufführungen den Rund- funkhörern zu übermitteln, ist glücklich. Es warten also aus.allen drei Opernhäusern neu einstudierte Werte auf ihre Ilebertragung, zum Beispiel der„Lohengrin" aus Charloitenburg, der„Tonn- Häuser" aus der Lindenoper" oder die drei französischen Einakter, die die Äroll-Oper einstudierte. Andererseits soll der Rundsunk in seinen Sendungen einen Ausgleich zu den Spielplänen der Opern- Häuser bieten, das heißt Opcrn zur Aufführung bringen, die nach irgendeinem unerforschlichen Ratschluß aus dem Repertoire gestrichen sind. Aersuche sind gemacht, etwa mit Rossinis„Teil" oder mit C h a r p e n t i e r s„Louise". Dieser Weg muß weiter beschritten werden, die Sendung von„TUslnnd" ist aber durch nichts gerechtfertigt. Die Leitung des Rundfunks muß sich einmal über die Probleme der Sendeoper klar werden und hier klare Richtlinien zu sind«» versuchen.— Hilde Oppenheimer tröstet die Hörer über die drohende Arbeitslosigkeit hinweg, indem sie sagt, man werde auch in Deuffchland Möglichkeiten finden. im Winter Bauarbeiten zu verrichten.— Minister Dietrich spricht gegen das Bolksbegchren im Zusammenhang mit den Aus- Wirkungen auf die Landwirtschost. F. S. Arbeiksgemeinschasl der stinderfreunde Groß-BerNru Kreis Neukölln. Gruvpe Lichtkämpfer. Sonntsa, 20. Ottober, �abrt nach Birkenwerder. Treffpunkt 71* Ubr Unterpruydbabnbof Berxistrafte. Gruppe Elbe» sirafte. Die SeimnachlNittokic beginnen am Dienstan. dem 22. Oktober, 17� Ubr, Schule Glbestrofte. Gruppe Landsberger Plaft. Sonntaq, 20. Oktober. Iunqfalken nnh Küken fabren nach dem Grunewald. Treffen 8 Ubr Landsberger Vlaft. Kosten 2V Pf. Sude 18 Ubr. Gimpel und Ball niäit vergessen. Montau. Ä. Oktober. Alle. Iuncifalkon und Küken 18--19U Ubr im Heim. Dienstag. 22. Oktober. Alle Ncten ssalken«ehen.nun!?ilm. Treffen 17'* Ubr Büschingplaft. Kosten 15 Pf. Ende 20�4 Ubr. Achtung. Eltern! Zu dcr Tabrt am Sonntag sind die Eltern herzlich willkommen. Eltern �ablt pünktlich eure Beiträge. Geburtslage, Jubiläen usw. >6. Abt. Unserem Genossen Frih Dehandin» und Fr«, nur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche der Abteiluno. 19. Abt. Unserem lieben Parteiaenossen Hermann Knorr, Gropinsstr. 5, und seiner Gattin die herzlichsten Glückwünsche znr Silberhochzeit. 32. Abt. Unserem bewährten Genossen Hermann Biader, Pnnl'Elnqev» Strasse 81, die berzlichfie» Glückwünsche ,n seinem 73. vebnrintaae. SozjalistjscheArbetterjugendGr.-Verllu Ginsendvngen für diese Rubrik mir an da« Fugendsekrrtariai Derlin SD»8, Ttndensirahe z A„Danions Tod" wirb in der Boltsbühne am ZT. Ottoder. 15 Uhr. H aesvielt. Karten zu 90 Pf. sind im Sekretariat zu haben und müssen HZ sofort abzehott werden. Berichtsboaen vom 3. Quartal stehen noch aus, unb müssen sofort ab» aeholt werden. heute, Sonnabend, 19. Oktober: Kvitbusser Tor: Seim Beiher Sir. 27—30. Lichtbilder: Heinrich Zille".— Dahlem iR.-F.l: Flnablotiveebreituna. Treffvunkt 19 Übe„Rote-Falben".Ecke. — Kallesche» Tor: Fahrt durch den Krämer. Treffpunkt 18 Uhr Stettiner Bor- ortbahnbof. LSG. Prenzlauer Ber«: 20 Uhr Leim Danziaer Str. 62, B. 3..Bcrfassmm und wir." SSG. Reukölln: Radfahrt noch Zossen. Tresfpunkt 13 Uhr Rathaus Neukölln. Werbebezirl Prenzlauer Berq: Wochenendkurse. Für Aün«rre in Brieselang. Thema:„Um die Seele der Zunaarbeiterschaft". Treffpunkt 18 uui Illlh Uhr Bahnhof Schönhauser Wer. Musikinstrumente, Decke» und Fahnen mitbeinaen. Faheaeld Für hin und zurück 60 Ps. Für Aeltere in Rüdersdorf. Thema: „Arbeiterbeweauna in anderen Weltteile»". Treffpunkt 17'3 und 20 lllir Bahnhof Brenzsauer Allee. Decken nicht veraessen. Fahrarld hin und zurück 60 Pf� Werbebezirt Ltchtenbera! Leim Guutrrstr. 44, 19 Uhr.„Die Kommune Lichtenbera." Referent: Ot'o Br:e»e. Morgen, Sonnlag. 20. Oktober: Kottbnsser Tor: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Kottbusser Tor.— Dahlem tR.-F.s: ssohet. Treffvunl' 9 Übe Bahnhof Zehlendorf.Mit'e.— Lantmih: Fahrt. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Lichterfelde-Oft.- Tempelhot: Fahrt nach Köniaswusterhausen. Treffvunkt 7 Uhr Bahnhof Tempelhof. Werbebezirt Mitte: Tluablattnerbrettuna. Treffpunkt für Köllnischen Part und Zentrum 9 Uhr Köllnilcher Park, für Rosenthaler Borstadt und Arlona- plah um 9 Uhr Nofenihcler Plass. Sonnabend, 29. Oktober. Werbebazirks» vorstand ssikuna. Elisabethtirchstr. 19. Werbebezirt Neukölln: Filmabend im Eaalbau Berastr. 147. Es wird u. a. aefpielt:„Brüder",„Rote Falken",„Malldeburaee Parteitag". Eintritt so Pf. Einlass IS'o Uhr. Beginn 20 Uhr. Beginn der Bildungskurse: Werbebezirt Teltowkanal: sIüngere.l Leute, Sonnabend, 20 Uhr. in Tempel» Hof. Germaniaftr. 4—6:„Die Geschichte der Arbeiterbewegung". Referent: Alfred Nau. Werbebezirl Prenzlauer Berg: sFüngere.l Dienstag. 22 Oktober. Schula Sonnenburger\Otr. 20.„Reue Menschen." Referent: Stabtrat Genosse Zwölfer. Werbebezirt Lichtenbereü lArliere.Z Dienstag. 22. Oktober. Leim Hauff. st risse tSvortvtassl.„Einführung in den Morvi-mus." Referent: Bruno Borch. tIüngere.) Seim ffiebatnwcierfte. 28.„Die Geschichte der Arbeiterbewegung." Referent: San, Turss. Seebebe, irk Reinickendorf: Dienstag. 22. Sktsbrr. Leim Lindauev Strasse. Baracke I.„Einfübrung in den Sozialismus." Referent: Friss Dvtava. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle:«erlin s>4. Sebastianstr. 87138. Lot 2 Tr. Sonnabend, 19. vltobee. Friede, cha Hain. Kameradschaft Petersburg. Fn den Gefamträumen der Brauerei Schultbeiss-Passenhofer, Lands» berger Allee 24—23, Lerostvergnügen. Kameroden und deren Angehörige herz. lichft willkommen. Einttiit 1 M. ReulellN'Briss. 17 Uhr ssir die Neuköllner Kameradschaften Ordnerdienst beim Rerbcumzug der SPD.. Briss, Rochow- strasse. Reinickendorf iOetsvereini. 19 Uhr Anireien iVrmsdotf. Endhatte- stelle des Omnibus 13. zum Saalschuss nach Glienicke. Spielleuie vollzählig erscheinen. Reinickendors.vst tSomerabfchafi). Stetiinfaher treffen stch um 1737 Uhr Stettiner Fernbabnhoi. Schöueberg.Friedenau. Dcr Ortsverein feiert in den Epicherniaien fein diessähriges Lerdstverqnügen. Korten zum Prrisa von 1.23 M. bei den Funktionären und in der«sieschäitsstelle. Reinickendorf» West. Sirtiinkahrer tresien sich i7ti Uhr in der Vorhalle des Stettiner Vor» orikohnhofs. Meidunaen dor- bei Kamerad Greilich. Sonntaasriiekiahrkarten einschliesslich Eilzug 7,80 M. Alle anderen Kameraden treten um 1814 Uhr im Berlebrslotal a». Saolichuss Glienicke. Nachzügler 19 Ilhr Lerm-dorf, End» Haltestelle Autobus 1.3.— Sanntag, 26. Oktober. Neukölln. Bein. Iunabanner. 9 Ubr Tressen am Evitielmartt znr Führung durch Alt-Berlin.— Montag. 21. Oktober. Prenzloner Berg. Kameradschaft Senrselder Plass. 20 Uhr Per- sammiung bei Heiles. Messer Strasse Ecke Prenzlauer All-e. Friebr'chshain. 20 Uhr Fungbannerversammlung im Jugendheim Franksutter Allee 307. Walier-Roihenau-Zimmer._ Aebeiter.Ahsiinenien.Buoh, Gau Peelin-Brandenbueg. Am Sonnabend, dem 19. Otiober. 1914 Übe. Äustreicn der Tanz- und Musikgruppen, anschliessend Mitgliederversammlung. Freireligiöse Seweinbe. Sonntag. 11 Uhr. Pappelallee 1.3, Vortrag des Leren E Witihauer. Uroeschichtsioeschung und ihge Gegner. Harmonium: Prrghiera iSchuoeri). Gäste willkommen. Gemischter ckhor d-r Wasserspari. und Rattlesrenade. Uebungsabenda sehen Dienstag. 201» Uhr, Tegeler Weg 97. bei Luber. Gesang und Gesellig» keit liebende Damen und Herren herzlich willkommen. Verlangen Sie Beweise für clie Leistungsfähigkeit eines Wagens auf allen Gchieten, bevor Sic Ihre Wahl trefFen! 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Die Bank für inteniationalc Zahlungen soll nach dem Ionng- Plan mit einem Kapital von 100 Mill. Dollar gegründet werden, von denen zunächst Zü Proz. einzuzahlen sind. In Baden-Baden sind die Vertreter der sieben Zentralnotenbanken übereingekommen. die Garantie auf die Zeichnung>d«r 100 Mill. Dollar gemeinsam zu übernehmen. Gleichfalls soll ein Aktienverkauf an andere Länder nur gemeinsam erfolgen, damit all« sieben Zentralbanken der beteiligten Länder stets ihren bestnnmten Anteil an der Kon- trolle der Aktien behalten. Der Aufbau des Vcrwaltungsrats der Neparotionsbani soll nach folgenden Grundsätzen durchgeführt werden i Eine erste Gruppe besteht aus den Gouverneuren der beteiligten sieben Notenbanken mit Ausnahme der Amerikaner, die eine direkte Beteiligung abgelehnt haben. Die zweite Gruppe wird aus je einem von den Gouverneuren gewählten Londesvcrtreter gebildet, die sich aus Männern der Finanz, der Industrie und des Handels zu- lammenfetzen und ständige Vertreter der Gouverneur« darstellen. Hierzu gehören auch die beiden von dem deutschen und sran.zösischen Notenbankpräsidcniten gesondert zu ernennenden Wirtschastsvertre- ter, die zu dieser Gruppe noch hinzutreten. Ferner soll eine dritte Gruppe aus den Vertretern derjenigen L ä n de r gebildet werden, deren Zentralbank eine Mitwirkung abgelehnt hat. Für diese Gruppe kommen also zunächst zwei Amerikaner in Frage. Dann ist noch an eine vierte Gnipp« gedacht, für die neun Vertreter von den an der Reparationsbank beteiligten Länder nach dem'Vorschlag der Notenbanken gewählt werden. Von Bedeutung ist, daß die sechs Gouverneure der Nepara- tonsbank bzw. ihre ständigen Vertreter dauernde Mitglre- d e r des Bcrwaltungsrots sein sollen. Ilm die internationale Mitarbeit an der Bank lebendiger zu gestalten, hat man beschlossen, für die übrigeil Mitglieder des Verwaltungsrats einen dreijähri- gen Turnus einzuführen. Man Hot beschlossen, daß die Mit- glieder des Verinoltungsrots nicht unbedingt in Europa leben müssen, sondern es genügt, wenn sie an den Hauptsitzungen teil- nehmen. Die Zusammenkünfte des Berwoltungsrats sollen nicht auf den Sitz der Bank beschränkt bleiben Der Verwaltiungsrat soll aber in der Reparationsbank grund- sätzlich nicht auf die Stellung eines nur zeitweise tätigen Aussicht- rats hcrabgedrückt werden, sondern man hat in Vadc»-Baden dem Verwaltungsrot durch die besonders ausgeprägten Rechte seines Präsidenten volle Machtbefugnis erteilt. Von dem P r ä s i- deuten des Verwaltungsrats wird die wirischastspolitische Linie der Bank festgelegt. Demgegenüber wird der vom Verwaltungs- rat ernannte Generaldirektor der Bank nur der betrieb?- technische Leiter des Bankopparotes sein. Man kann damit rechnen, daß für den außerordentlich verantwortungsreichen Posten eines Vermaltungsrotspräsidenten ein Amerikaner bestimmt wird. Von grundsätzlicher Bedeutung ist die künstige Stellung der Reparationsbank zu den übrigen Notenbanken der sieben beteiligten Länder(Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Italien, Japan, Vereinigte Staaten». Der Orgonisations- ausschuß in Baden-Baden hat festgelegt, daß die Bank für int.'r- nat-ionale Zahlungen ihre Ausgabe keineswegs im Wettbewerb gegen einzelne nationale Zentralbanken oder graßc Privatbanken sieht: eine Konkurrenz gegenüber den bestehenden Kreditinstituten soll nach Möglichkeit vermieden werden. Eine Notenausgabe kommt für die Reparationsbank nicht in Frage. Ferner wird die Bank als Goldköufer auf dem Weltmarkt nicht in Erscheinung treten, sondern sie wird vielmehr regulierend auf den internationa- len Goldstrom einwirken. Di« Hugenberg-Behauptung, daß die Internationale Bank ein« Diktatur aufrichten wird, unter die sich auch die deutsche Gesetz- gebung zu beugen Hot, ist Unfug. Zunächst ist van Kontrollrechten der Reparationsbank überhaupt nicht die Rede, sodann besitzt jede einzeln« Zentralnotenbank, für Deutschland die Deutsche Reichsbant, ein Vetorecht gegen alle Maßnahmen der Internationalen Bank, die in das Arbeits- und Währungsgebiet der betreffenden Zentral- natenbank übergreisen. Auch ist das Stimmverhältnis im Verwolwngsrat nicht so ungünstig für Deutschland, wie es nach der Zusammensetzung dieser Organisation den Anschein hat. Natürlich befinden sich die deutschen Vertreter gegenüber den Gläubigermäch- ten in einer Minderheit, jedoch ist für ein« größere Zahl besonders bedeutungsvoller Befchlüsic im Statut eine qualifizierte Mehrheit festgesetzt, so daß neben dem Betorecht der Reichsbank gegenüber Geschäftsmaßnahmen der Reparationsbank auch im Ver- waltungsrat nach ein gewisser Schutz vor lieber roschungen liegt. Di« Verhandlungen in Baden-Baden dauern noch fort. Anleihen mit Monopolrecht. Kein Telephonmonopol. Die gestern von uns gestellte Frage, ob den zuständigen Reichs- stellen etwas von einem Anleiheongebot bekannt ist, dos mit dem Wunsch nach einem Telephoumonopol oerknüpft wurde, ist vom Reichssinanzministerium und vom Reichspostministerium o« r> uei nt worden. Wir haben selbst keine andere Antwort erhofft. Daß die Frag« aber überhaupt gestellt werden muhte, ist symptomatisch für den hohen Grad von Unsicherheit, zu dem der Wille der deutschen Unternehrner zur kalten Privatisierung bereits geführt hat. Bon unseren gruridsötzlichen Bemerkungen ist durch die glücklicher- weise verneinende Antwort nichts überflüssig geworden. Wieder deuifche Anleihen in Aew 8ork! Nach achtmonatiger pause. Wir hoben in der letzten Zeit mehrfach über die sich verbessern- den Aussichten auf dem amerikanischen Kapitalmarkt gesprochen, langfristige Anleihen unterbringen zu können. Sehr schnell sind unsere Erwartungen bestätigt worden. Unter Führung der Guaronty-Trust- Eompagnie wird augenblicklich eine ü-M!llionen-Dollar- Anleihe der Deutschen Dampfschifsohrtsgesell- s ch a f t.„H a n s a" in Bremen in New Park zur Zeichnung auf- gelegt, die mit 6 Proz. verzinslich ist und mit 03 Proz. begeben wird. Dos ist seit acht Monaten die erste deutsche Obligationsanleihe, deren Unterbringung auf dem amerikanischen Kapitalmarkt versucht wird. Zinssatz und Zeichnungspreis find durchaus günstig. Im Februar d. I. wurde die Oprozeiitige Anleihe der Preußischen Eletlrizitäts-A.-G. zu 91 Proz. und die Oprazentige Anleihe der Harpener Bergbau-A.-G. zu 90 Proz. ausgelegt. Es ist ein interessanter Zufall, daß die eben- falls kprozentig« Kreuger-Anleihe mft 93 Proz. zur Auszahlung kommen soll, womit natürlich nicht gesagt wird, daß das Reich jetzt auch schon Anleihechancen für seinen großen Kapitalbedarf in New Dork hätte. Immerhin ist die Auflegung der Hansa-Anleihe von großer symptomatischer Bedeutung. Diesen verbesserten Anleihechancen in New Jork ist natürlich im Gefolge der Aktienbo'sse eine Kurserholung der deutschen festverzinslichen Werte in New Park vorangegangen. Seit dem 1. Oktober sind die verschiedenen deutschen Amerikaanleihen der Länder, Städte und öffentlichen Werke bis um ZI- Proz. gestiegen, die Oprazentige Anleihe der Rentenbankkreditonstalt hat sich sogar um soft 5 Punkte erhöht, während nur die Obligationen privacer deutscher Unternehmungen eine geringere Kurssteigerung ausweisen. Freilich wird man zunächst das Zeichnungsergebnis auf die Hansa-Anleihe abwarten müssen. In 5 Jahren 200000 Opelwagen. Das erwartet Mister Sloon. Mister Alfred P. Sloon, der Präsident der General Motors Eorp., hat vor den Handelsvertretern der Opel A.-G. Rüsselsheim über die Zukunft desOpelgeschäftes gesprochen, und zwar sehr optimistisch. Opel fabriziere zurzeit jährlich etwa -tOOOO Automobile. Mister Sloan erklärt ober, daß er trotz der allgemeinen schwierigen Lage in Deutschland enttäuscht sein würde, wenn nicht nach Ablauf von fünf Jahren Opel über 20O00O Automobile im Jahre herstellen würde. Er gab das Versprechen ob, daß das Opelgeschäft grundsätzlich als deutsche Institution erhalten werde, daß mft anderen Worten deutsche?lrbeiter und deutsche Beamte beschäftigt und in größtmöglichem Ausmaß deutscbes Material verwendet werden solle. Daß General Motors gleichzeitig nach Deutschland Autos importiere, sei auf die Weiterentwicklung des Opelgeschäftes ohne Einfluß, denn auch in Amerika konkurrieren die verschiedenen General Motors-Tnpen miteinander. An dieses Ver- sprechen wird man natürlich keinen strengeren Maßstob anlegen dürfen als an jedes andere Kausmonnzvcrsprcöhcn auch. Die Divi- dende war noch immer wichtiger als national« Interesien, und die Opeldividende fließt schließlich fast lOOprazentig noch Amerika Es wurde noch mitgeteilt, daß Herr I. I. Reuter, bisher leitender Direktor verschiedener General Mators-Betriebe in den Vereinigten Staaten, die verantwortlich« Leitung des Opelwerke über- nommen habe. Reuter wird von Mister Sloon als einer der fähigsten Leiter der General Motors Corp. bezeichnet. Händler und Konsumvereine. Ein abgewiesener Angriff.— Nach dem Eingreifen des Neichsgerichts. Der II. Zivilsenat des Reichsgerichts in Leipzig beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit einem Rechtsstreit, der für die gesamte Genossenschaftsbewegung von größter Bedeutimg ist. Im Jahre 1920 brachte die Konsum- und Spargenosienschaft in Ulm an den Anschlagsäulen und ihren Verkaufsstellen ein Plakat an, in welchen sie fiir Verdrängung des privaten Profitbestrebens eintrat und anderseits für geisosienschaftlichen Zusammenschluß und planvolle geiwssenschnsilich« Eigenproduktion aller Bedarfsgüter unter ?liisschaltung des Profits. Zugleich wurde zur Beteiligung an dieser Einrichtung der Verbraucher aufgefordert unter Hinweis auf die dabei übliche Abgabe von guter und vollgewichtiger Ware, die Vor- bildlichkeii der Warenpreise, die Auswertung der Spareinlagen und die Verteilung des erzielten Mehrerlöses. Gegen dieses Plakat nahmen die genossenschoftsseindlichen Handelsvereinigungen sowie die Innungen Stellung in einem Flug- blott. Das Flugblatt endete mit der Auftordenmg:„Heraus aus der Konsum- und Spargenosienschaft". Außerdem wurde die Ulmer Genossenschaft verklagt. Es wurde von der Konsum- und Spar- genossenschast verlangt, daß sie in Zukunft nicht mehr behaupten solle, daß olle Handelskrcise sich zusammenge-schlossen haben zu dem Zweck, die Verdienstspanne möglichst hoch zu halten. Es fanden sich auch Richter, die die Beklagte verurteilten. Die Beklagte legte Berufung ein, und das Oberlandesgericht in Stuttgart hob das vorinstanzliche Urteil auf und wies die Kläger tosten- pslichtig ab. Auf die Revision der Kläger hin hob das Reichsgericht das oberlondesgerichlliche Urteil auf und wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Vorinstanz zurück Am 20. Dezember 1928 fällte dos Oberlondesgericht folgendes Urteil: Der Kläger wird mit seiner Klage abgewiesen.' Die mmmehr auch gegen dieses Urteil einaelegie Revision wurde vom Reichsgericht als völlig unbegründet zurückgewiesen und dem Kläger die nicht unerheblichen Kosten des Rechtsstreites auserlegt. Damit ist den Genossenfchastsfeinden im Reich ein« schwere und wohlverdiente Niederlage bereitet worden. Die Gticksioffpreise satten. Die Stickstnfspreise für dos Düngejohr 1929/30 hoben eine de- ochtliche Herabsetzung erfahren. Dos ist auch im Preußischen Land- tag auf eine Kleine Anfrage der deutschnationalen Fraktion fest- gestellt worden. Di« Preisveränderung ist bei den Sorten mit größerem Absatz folgende: ?tlna»riahr lSB-A Dilnaerjahr 1929'30 Schwefelsaures Ammoniak.. 0,85— 0,95 0,80— 0,90 Kaliltickstosf....... 0,78—0,88 0,70—0,86 Kolksalpeter....... 1,13 1,03— 1,07 Natronsalpeter...... 1,23 1,13— 1,17 Das ist eine Preissenkung van durchschnittlich 0 Proz. Der gesamte Jahresverbrauch der deutschen Landwirtschojt an reinem Stickstoff betrug im Düngejahr 1928/26 425 000 Tonnen. Mit dieser Ziffer als Berechnungsgrundlaqe bringt die.Herabsetzung der Stick stoffpreise eine Entlastung des Ausgobenkontos der landwirtschast- lichen Betriebe um 20 bis 25 Millionen Mark. Diese Entlastung schlägt in der landmirffchiftsichen Betriebsrechwmg nicht imbracht lich zu Buch. Die Kreuger-Derhandlungen. Fortsehung nächste Woche. Die Anleiheoerhandlungen der Reicksregierung mit der Kreuzer. Gruppe werden in der nächsten Woche sortgesetzt. Inzwischen hat die bürgerliche Presse eine ganze Reihe van Einzelheiten gemeldet, die entweder ganz falsch oder teilweise falsch sind. Bei so säMicrigen Verhandlungen ist es selbstverständlich, daß dw Oefscut- lichkeit erst in vollem Maße untcrriäitct werden kann, wenn ein gewisser Abschluß erreicht ist. Ein anderes Verhalten macht erfolg- reiche Verhandlungen von vornherein unmöglich. Nach unserer Kenntnis besteht gegenwärtig zwischen der Auf» fossung der Reichsregierung und dem Schweden lonzern in einer ganzen Reihe van wichtigen Fragen ein erheblicher Gegen- s a tz. Das ist ganz natürlich. Die Reichsregierung geht von der Absicht aus, die sanierungsbedürstige deutsche Zündholzwirtschaft in Ordnung zu bringen, ohne dadurch die deutschen Ver» braucher unberechtigt zu belasten und den Interessenten unberechtigtS-Gewinne zn verschossen. Sie will weiter erreichen, daß die als Gegenleistung für die Sanierung der Zündholzwirtschost zu gewährend« Anleihe zu Bedingungen abgeschlossen wird, die nicht nur eine Verbesserung gegenüber den jetzigen Bedingungen des Reiches bei kurzfristi. gen Kredite» darstellt, sondern auch geeignet sind, die deutschen Kreditverhältnisse sür die Zukunft günstiger'zu gestalten. Die geplante Neuregelirng tastet in keiner Weise die bisherige unabhängige Stellung der Groß» ein kauf sgefellschaft deutscher Konsum oerein« auf dem Gebiete der Zündholzproduktion an. Es sit vielmehr anzunehmen, daß noch der Verständigung, die zwischen der Reichs» regierung und der Großeinkaufsgesellschoft deutscher Konsumvereine bereits erfolgt ist, während der Dauer des Zündholzmonopols Sicher» heit für die Befriedigung des wachsenden Bedarfs der konsum- genosienschostlichen Verbraucher durch die Ausdehnung der Eigenproduktion der GEG. gegeben ist. Fusion im Preußen-Elekroirust. Im Macht- und Einflußgebiet der Preußischen Elek- t r i z i t ä t s- A.- G., des Elektrotrusts des preußischen Staates, ist ein wichtiger Zusammenschluß durchgeführt worden. Die Braun- schweigijch-Hannoversche Ueberlqndzentrole A.-G. Nordstemmen, dos Elektrizitätswerk Söhlde G. m. b. H. und die Kreiselektrizitätsoer- sorgung Sulingen sind von der Hannoverschen.Stromversorgung A.-G. aufgenommen worden. Diese selbst hat sich mit der Ueberland- werk Brounschweig G m. b. H. verschmolzen. Dys Gesamtunter- nehme» trägt den Nomen Honnover-Braunschweigische Stromver- sorgungs-A.-G. und verfügt nach einer Kapitalerhöhuiig über ein Kapital von 12 Mill. M. In der Hand der Preußischen Elektrizitäts- Zl.-G. befinden sich davon SM Mill. Während die Gesellschafter der fusionierten Ueberlondwerk Braunschweig G. m. b. H. 8,12 Mill. zur Einbringung in eine zu bildende Finanzierungsgesellschaft übernommen hoben.___ i 450 Millionen Sarstadl. Umsah. Noch einer Erklärung des Karstadt- Konzerns wird sür das Jahr 1929 ein Umsatz von 450 Millionen Mark erwartet gegenüber nur 254,4 Millionen im Jahre 1928. Die Karstadt- Verwaltung rechnet auch wieder mit der Ver- teilung einer zwölfprozentigen Dividende. LShn« und Arbeitszeit im Sohlenbergbau der well. Dos Genfer Internationale Arbeitsamt wird demnächst die Ergebnisse einer Erhebung über Löhne und Arbeitszeit im Kohlenbergbau 1927 verössentlichen. Die Erhebung wird zum ersten Male Statistiken und Unterlagen auf einheitlicher und vergleichbarer Grundlage für die wichtigsten Kohle produzierenden Länder bringen. Tewlnuanszug 1. Klasse 34. Preubisch-Süddeutsche Klassen-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ans sede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar I« einer aus die Lose gleicher Rümmer in den beiden Abteilungen I und ll I. Ziehungstag 18. Oktober 1926 In der heutigen Dormitlagsziehung wurden Gewinne über 6 sie jede Faser seines Fleisches verbrennen wollte». Jetzt aber sab er noch»i« gesehene, noch schrccklick�rc Wolss- äugen, die in de» Gesichtern der Menschen flackerten: stumpf worcu sie und doch so schneidend schari. Sic hotten sein ganzes Leben hindurch alle seine Worte gebissen und gefressen, jetzt aber ver- schlangen sie sogar die Atmosphäre um ihn. Diese Augen folgten ihn, nun in der immer gleichen Distanz, sie kamen nicht näher, sie blieben nicht zurück: sie schienen sich auf der Sehne eines Bagens zu sammeln, um vcrtausendsältig ihn zu treffen,-sie waren bereit, dort auf dem Platze seine arme Seele tot zu beißen...... ./stiff!"............ Mer in Wirklichkeit hat der Kuli nicht seinen Mund aufge- tan. Eine ungeheure Schwärze brauste in seine Augen hinein. Der Ton sausender Kugeln zischte durch sein« Ohren. Es war, als flöge sein ganzer Körper auseinander wie sehr leichter Staub. Ah-O war nicht mehr. * Im Dorfe Wei-chuang, iki dem Ah-Q so lange gelebt hotte, waren alle Leute überzeugt, daß dem Kuli recht geschehen sei. Denn er war schlecht, und die Totsache, daß man ihn erschossen halte, war der sicherste Beweis für seine Schlechtigkeit. Denn, wäre er nicht verdorben gewesen, wie hätte man ihn dann erschießen können! Die Leute in der Stadt aber waren wirklich unzufrieden mit Zlh-O. Eine Exekution durch Gewehre war lächerlich. Warum hatte man ihn nicht enthauptet?! Zeuge zu sein, wenn der Schädel fiel, lohnte sich. Und dann: was für ein armseliger Delinquent war doch Ah-Q gewesen, den man so sehr lange öffentlich durch die Straßen geführt hatte und der vor seinem End« nicht einmal, wie die großen Räuber, Lieder au- irgendeinem heldischkn Schauspiel gesungen hatte! Verdammt! Sie waren olle umsonst mitgelaufen. (Erstmalig in, Tcutsche itbcrscstt von Kanno Maria L u i) speer: Jluf ffcii Spuren Doti Quichottes Jluftin Di? Mancha...... Wenn Dante Spanier gewesen wäre, hätte er zweifellos den Eingang zur Hölle in die Mancha verlegt. Trostlos öd? und dürr, flach und grau füllt sie den Raum zwischen olivenbestandcnen Hängen der Toledaner Berge im Nord- westen und den kahlen Zügen des schwarzen Gebirges, der Sierra Morena. im Süden. Trüge wälzt die Zancora ihre schlammigen Wellen durch die Monotonie der Ebene, da und dort Sümpfe oder Moraste oder die klaffenden Erdipalie» füllend, die die trockene Erde unter dem Grollen unterirdischer Gewitter oder den sengen- den Strahlen der Sonne geöffnet hat. Schnurgerade führen die Eiscnbohnlinien, zwei an der Zahl, durch die traurigste Landschaft Spaniens und ohne Aufenthalt durcheilen die Züge die sasl 200 Kilometer lange Strecke, als sei ihnen daran gelegen, die lähmende Oedc je früher desto besser hinter sich zu lasten. � Dennoch scheine» sie kaum oo» der Stelle-u kommen Kein Mal. lein Stützpunkt bietet sich de» Augen des Reisenden dar. den» ewig gleichförmig und mit polarer Hoffnungslosigkeit dehnt sich der Horizont. Sellen ekn Baum,«ine verkümmerte Olive, ein kleiner Wald von Sumpsvegetation, ein Grasfleck, spärlich besät, kaimi hinreichend, die so genügsamen Schafe und Ziegen zu ernähren, kaum irgendwo ein Zeichen menschlicher Ansiedelung, ein v.aus oder Dorf.— Erfüllt nan Andalusienschnsucht zöbll man die Telegraphen- stanzen, zieht Karl« und Uhr und entsinnt sich vielleicht, wenn nicht dos letzte Denkvermögen in stumpfem Dahindömmern geichwunden ist. sich auf einem Boden zu bewegen, dem eine der mioergöng- lichst-n Gestalten der Weltliteratur entwachsen ist. Die Mancha ist im Spanischen ein Begriff, für den sich im Deutschen ein annäherndes Beispiel nicht finden läßt. Alcarria wird sie auch genannt: dos platte Land. Dorther ließ Don Miguel Cervantes Saaoedra das bizarr« Gebilde seiner Plzantasie, Hidalgo Don Quichotte, kommen, denn er erkannte wohl, daß der„caballero clc In triste figura", an dessen Beispiel er die Zustände seiner Zeit und die modischen Ritterroman« im Sinne eines Amadis glossieren wollte, von nirgend anders her- komme» konnte. Cervantes war kein Stubengelehrter, kein auf dem Parnaß gcbarener Dichter, der es als seine Pflicht ersann, sein Publikum zu belehren oder zu unterholien. Durch die Schule des Lebens und die Fernen der Welt war er gegangen, bis auch er als alternder Mann sein Golgatha erlebte, wo er zur Erlösung der Menschheit beitragen mußte, was in seinen Kräften stand. In der Seeschlacht von Lepanto hatte er, wie er selbst sich aus- drückt,„die linke Hand zum höheren Ruhm der rechten" verloren, fünf Jahre war er als Sllave eines tunesischen Paschas zurück- gehalten worden, um endlich, in die Heimat zurückgekehrt und einer besseren Zukunft entgegensehend, als Steuereinnehmer fälsch- lichcrwcise der Unterschlagung von Staat-geldern angeklagt und eingekerkert zu werden. Es erwies sich zwar feine Unschuld, des Verdrusses jedoch war er nicht ledig. Die Ueberlieferung füllt gern die Lücken in seiner Lebensbeschreibung, die es urkundlich zu er- bellen bisher nickst gelang. Sie erzählt, wie das Schicksal Dan Miguel zu Argainasilla, einem Flecken der Mancha. abermals binter Schloß und Riegel setzt, wenngleich dies aus den Gründen, die sie dafür angibt, einem alten.Houdege'n edelster Herkuust, dessen Geschlecht sich der Verwandtschaft mit den Habsburgern rühmte, ge, wih nicht widerfahren wäre. Wohl um Fremde anzulocken, die anders gewiß keine Vcran- lasiuitg hätten, den staubigen Flecken Argomasillo mit seinen Schas- ställen und Olincnpt essen aufzusuchen, zeigt ein eingeborener Ciec- ronc dortselbst in der Easa de Medrano einen engen dunklen Raum, wo Cervantes zur Feder gegriffen hoben soll, um den ersten Teil von„Leben und Taten des icharssinnigen Edlen Dan Ouichottc von la Manche" niederzuschreiben. Vereckstigte Zwciscl bringen die düstere Szene um ihre Wir- kung, wenn auch Cervantes nicht der einzige spanisch« Poet ge- wesen wäre, der seinen Pegasus im Kerker tuminellc. Viel echter, zlaubhafter ist das Leben, die Menschen, die Landschaft draußen. Aus der Mancha, dem platten Land Neukastiliens, war Don Ouichottc gekommen, das Urbild des Spiegelfechters und bramar- basierenden Phantasten, der in edlem Größenwahn und triefend von heldenhailem Pathos Frau Avcntüre und feiner Dulzinea von Tobaso sich verschrieben hat, so wenig sein Knappe Sancho Pausa, dieser erdcnschwcre Fcttwonst, dies auch verstehen kann. Mehr als drei Jahrhunderte ist es her und vieles hat sich seither verändert. Die Mancha ober ist heule noch so wie einst, erfüllt von grauer Erde, dürr und voll Staub, wellig und gottverlaisen, von Rissen und Runzeln durchzogen oder von Morast durchtränkt. Und, als hätte der Mcnschengoist Furcht vor ihrem bangen Wesen, wagte er ez nur, schmale Brücken über dos Oedlond zu werfen, die der Kultur wohl keine Rast, aber doch einen Durchzug gestatten.-- Im Gleichtakt des Schienenstoßes müht sich die faule spanische Lokomotive der Sierra Morena zu. Es scheint fast, als hätte sie hier ihren Trott beschleunigt, um dem Fremden Spanien bald wieder von einer besseren Seit« zu zeigen. Telcgraphcnstange �.. nicht?. Telegrophenstange... nichts, dos platte Land, der Horizont, die dem dümmsten Primaner die Begriffe: Ebene— Linie unvergeßlich ins Gehirn zu hämmern imstande wären. O. Don Miguel, wie kanntest du die Geheimnisse des Menschen- geistcs! Dan Ouichottc mußte aus der Mancha kommen, denn wer lange hier weilt, wird zum Phanfaften. lieber diesem ver- körperten Prinzip des Horizontalen muß ihm die Fata Morgan« ferner Länder und kühner Taten erblüh», wenn sein Geist nicht der Schwermut der Mancha zum Opfer sollen soll. Phantasie und Humor, die fernsichligste und sonnigste Seite des Mcnschengemütes, Helsen eine Mancha ertragen, wenn es just auch nicht scne ist, die durchreisen muß, wer von Madrid nach An- dalusien will. irawzenbckämplung durch Spinnen In alten Witzblättern findet man den Borschlog, Wanzen durch amerikanische Riescnwan.zen zu bekämpfen: diese sollen die kleineren nithcimischc» fressen, so daß man sie los ist. Eine ähnliche Methode, die sich jedoch nicht daraus beschränkt, den Teufel mit Beelzebub aus- zutreiben, hat man nun in Athen gefunden. Di« Hauptstadt Griechen- lands scheint überhaupt ein mit diesen Tierchen überreich ggjegnetcr Ort zu sein�der Muscumsdirektor S. Pittokis nennt die Stadt geradezu Koreapoliz(Wonzcnstadt). Dies« Parasücn haben sich aber schon im grauen Altertum dort heimisch gefühll, denn sie spielen schon in den Komödien des Aristophanss ein« Rolle. Als Athen 1922 die Flüchtlinge aus Klcinasien aufnahm, wurde es in ihren Baracken so arg. daß sie ihre Betten ins Freie trugen, um nachts einigermaßen schlafen zu können, doch wanderten die anhänglichen Haustiere dorthin nach. Alle Desinfektionsmittel erwiesen sich als machtlos, bis 1924 die Plage allmählich von selbst erlosch, so daß man 1925 keine Wanzen mehr fand. Man untersuchte die Sache näher und fand, daß die Blutsauger anderen Insekten zum Opfer gefallen waren, nämlich einer merkwürdigen Spinnenort. Dies« Spinn«» sind 1,5 Zentimeter lang. 0,75 Zentimeter breit, haben vier Beinpaarc und können mit Leichtigkeit Wanzen und Fliegen«in- sangen, auch ohne ein Netz zu bauen. Di« Wanzen, die sich keiner Gcsohr bewußt sind, kriechen an ihnen vorbei: und schon stürzen sich die Spinnen von rückwärts auf sie und saugen ihnen das Bsttt voll- kommen aus, daß nur noch eine leere Hüll« bleibt. Ist ein« Spinne gerade bei der Mahlzeit und sie will sich noch ein zweitesvorbci- eilendes Opfer als Nachspeise reservieren, berührt sie dieses mit.dem Hinterbein, worauf die Wanze ohne Stichverlegung in lalaleplische Starre verfällt und uvhrlos ist. D>c ungisligen harmlosen Spinnen, die der Familie Thomisida slamdus Simon angehören, verzehren 30 bis 40 Beutetierc täglich. Das Weibchen legt 30 gelbe Eierchen, aus denen im Sommer nach 18 Tagen die kleinen Spinnen aus- kriechen, die sich sofort auf viel größer« Wanzen stürzen und sie töten. Es wäre zu empfehlen, diese Spinnen für den Gebrauch in verunreinigten Baracken, Kasernen usw. zu züchten. XeparaüJren ani Sinochengerüfl Auf dem zurzeit in Paris tagenden Chirgurgenkongreß konnte der Präsident die Behauptung wagen, daß bei dem heutigen Stand der chirurgischen Technik der menschliche Körper, mindestens aber sein Knochengerüst, ebenso leicht und zuverlässig ipie Holz oder Metall bearbeitet werden könne. Der amerikanische Chirurg Dr. Ferd. H. Mb«, der sich durch seine Operationen auch in Frankreich einen Namen gemacht hat. führte den Kangreßmitgtiedern eine elektrisch betriebene Maschine vor, die der Verpflanzung von Knochentetleu dient, ein Apparat, der e- dem Arzt gestattet, am Operationstisch alle die Reparaturen auszuführen, die in eine: Mafchinenwerlstatt an Holz- oder Mctallteilen vorgenommen werden. So kamt man beispielsweise mit der elektrisch betriebenen Maschine in allen Fällen von Rückgraiverkrüminungen die de- formierten Knochen entfernen und durch mechanisch bearbeitete, korrekt gestaltete Knochen ersetzen. Die für die Reparatur an der verkrümmten Rückomnarksaule ersorderlicheu Knochenteile werden aus dem Schienbeiiitnochen mit einer«lekirischen Säge herausgesägt und dann zu der gewünschten Form herausgearbeitet. Die Wirbelsäule kann in Wahrheit repariert werden, genau wie eitt aus dem Lot geratener Schornstein. Der einstige Zusonimenhang von Afrika und Südamerika dürfte jetzt als erwiesen gellen. Der englische Geologe A. L. Du Tost hat in einem Werke:„Die geologische Vcrgleichung von Südamerika mit Südafrika" alle einschlägigen Materiakistt. welche die geologische Achnlichkeit ausweisen, zusanmienoelragen und so reiche Ausbeute erzielt, daß Zweifel an der 2luseinanderschiebi>ng der beiden einst oereinigten Kontinente kaum mehr aufrechterhosten werden können. Der größte Stoßzahn des asrikamschen Elefanten soll sich!in naturhistorischcn Museum New Port befinden. Der dortige Zahn ist 349 Zentimeter lang. Ein Stoßzahn des indischen Elefanten im Museum zu Bangkok mißt 302 Zentimeter. Ein Mammutstohzohn im Vduseum zu Mexiko Hot eine Länge von 5 Metern. „Störung des Lohnfriedens" Wovor deutsche Ltnientehmer Angst haben. Es ist bekannt— das Anwachsen der Arbeitslosigkeit zeigt es laglich—, daß die deutschen Unternehmer ihre amerikanischen Kollegen in der Forcierung der Rationalisierung der Betrieb« noch zu überbieten suchen. Sie denken aber nicht daran, auch da» amerikanische Beispiel bei de» Löhnen und bei der Verkürzung der Arbeitszeit nachzuahmen. Indem sie derart die Absatzmöglichkeiten der gesteigerten Produktion einschränken, stellen sie, auch vom rein kapitalistischen Stand- punkt, den gesamten Erfolg der Rationalisierung wieder in Frage. Es heißt einfach die aufgewandten Kosten für die Rationalisi«ru.ig oerschleudern, wenn der mechanisierte Betrieb nicht voll ausgenutzt werden kann. Und dann gehen unsere deutschen Unternehmer und ihr« Organe hin und jammern über die mangelnde Kapitalbildung! Wie wenig die deutschen Unternehmer daran denken, sich etwa die amerikanischen Löhne zn eigen zu machen, dafür ist ein Artikel bezeichnend, den die„Deutsche Allgemeine Zeitung" in ihrer gestrigen Abendausgabe veröffentlicht. Der Artikel ist aus Genf datiert und stammt„von einem gelsgentlichen Berichterstatter", also von einein Unternehmersyndikus, der sich gegenwärtig in Genf auf- hält- Bekanntlich hat der V e r w a l t u n g s r a t des Internationalen Arbeitsamtes in feiner letzten Tagung ein A n e r b i e t e n des ameri- kanischen Kapitalisten F i l e n e angenommen, in 17 europäischen Städten eine Erhebung zu veranstalten, um festzustellen, wie hoch der Lohn des Arbeiters auf Grund der Lebenshaltungs- kosten sein müßte, um denselben Lebensstandard zu erreichen, den die Fordarbeiter haben, die den M i n d e st l o h n(30 Dollar gleich IZb Mark pro Woche) erhalten. Für diese Erhebung sind von Filene 25 000 Dollar zur Verfügung gestellt worden. Ford beabsichtigt nämlich, in seinen europäischen Konstruktionsmederlagen die amerikanischen Reallöhne einzuführen und will dazu die nötigen amtlichen Unterlagen haben. Darüber ist nun der„gelegentliche Berichterstatter" der„DAZ." ganz aus dem Häuschen. Obwohl die Unternehmer dem Internatio- nolen Arbeitsamt immer zum Vorwurf machen, seinen Wirkung»- kreis zu sehr auszudehnen, behauptet der„gelegentliche Bericht- erstattet, daß im Internationalen Arbeitsamt„Mangel an wirklich ernsthafter Tätigkeit" herrsch«. Deshalb habe der Venvaltungsrat diesen„Privataustrag" angenommen. Es wird dann von einer„schemanschen Ueberlragung" amerikanischer Löhne auf europäische Betriebe geredet, während es sich tat- sächlich um die Anpassung an die Lebenshaltungs- k o st e n der verschiedenen europäischen Städte handelt. Besonders ergötzlich ist, daß der„gelegentliche Berichterstatter" der„DAZ." befürchtet, die Löhne der Arbeiter könnten dadurch herabgesetzt werden! In seiner Sorge um die so schrecklich gut bezahlten europäischen Arbeiter befürchtet der„gelegentlich« Berichterstatter", daß durch die Anpassung des Lebensstandards der europäischen Fordarbeiter an den Lebensstandard der anieritanischen Fordarbeiter eine Nivellierung der europäischen Löhn« eintreten könnte", die nicht un- bedingt ein Vorteil für die Arbeiter sein muß". Am meisten Sorge macht ihm aber das Schicksal der europäischen Konkurren- ten der Firma. Das Vorgehen Fords bedeute„eine Störung des Lohnfriedens". Und nun kommt eine höchst komische Schlußfolgerung, die wir am besten wörtlich zitieren. „Denn entweder werden sie(die europäischen Konturrenten) selbst zur E r h ö h u n g der eigenen Löhne und dannt zur Drosselung ihrer Konkurrenzfähigkeit oder zu einer Lohnherab- s e tz u n g in ihren Betrieben gezwungen, um mit der amerikanischen Firma konkurrenzfähig bleiben zu können. Für die Arbeiter der europäischen Automobilindustrie läuft das Vorgehen der Ameri- kaner im Endeffekt auf Entlassungen oder Lohnherab- s e tz u n g« n hinaus." Also wenn die europäischen Fordarbeiter dieselben Real- löhn« bekommen wie die schlechtest bezahlten amerikanischen Fordarbeiter, so müßten die europäischen Unternehmer die Löhne ihrer Arbeiter herabsetzen und infolge der Steigerung der Kauf- kraft der Fordarbeiter die Produktion einschränken und Arbeiter entlassen! Vor dieser Logik verstummt jede Kritik. Im übrigen möchten wir bemerken, daß zur Herabsetzung der Löhne zwei gehören: die Unternehmer, die sie durchführen, und die Arbeiter, die sie sich g e f a l l e n l a s s e n./ hatte. Auch fand der AteLerlester, eine Anfängerin müsse froh sein, wenn sich die Gelegenheit bietet, für ein derartiges Gehalt ihr« Künste auszuüben: vielleicht wird er in Zukunft von jüngeren Leuten noch Zuzahlung zu den Betriebsunkosten verlangen. Der Streit endete mit einem Vergleich auf Zahlung von insgesamt 150 Mark, den selbst da? Gericht als außerordentlich günstig für die beklagte Firma bezeichnete. II. W. So„kämpfen" sie! Seid solidarisch mit den Angestellien! Kaust Sonnabend nicht nach L 7 llhr.— Versuch bei der KG?. Der Berliner Polizeipräsident, Genosse Z ö r g i e b e l, wandte sich bekanntlich vor einigen Monaten in einem Aufruf an die Berliner Einzelhändler, in dem er disstn im Interesse der Förderung der Wnchenendbewegung die Einführung des FL nf u h r- Lad enf ch l uf s« s nahelegt«. Di« Unternehmer des Berliner Einzelhandels, die sich sonst gern ein soziales Mäntelchen umhängen, haben die Anregung in schärfster Form bekämpft. Es war daher zu begrüßen, daß die Parteibuchhan dlung von I- H. W. sd i« tz R a ch f. als erste das Eis brach und für chr« Bsr. lagsangestellten den Sonnabendfrüh schluß einführt«. Der Zerftraloerband der Angestellten und der Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbefter sind zurzeit bemüht, in dem größten E'genbetrisb der Berliner Arbeiter- und Angestelltenschaft. per Konsumgenossenschaft, die Dovaussetzungen siir die Einführung de-i Sonnabends nihschlusses.zu schaffen. In einem Flug. bkatt wenden sich die beiden Organisationen on die Mitglieder der Konsumgenossenschaft, worin dies« ausges ordert«erden, ihr« Ein- Hause an den Sonnabenden rechtzeitig vorzuno�nen und oach fünf llhr nachmittags die Verkaufsslellen nicht mehr zu betreten. Es wird weiter die Erwartung ausgesprochen, daß die Konsum- Mitglieder nun nicht etwa ihre Emkäuse, die sie sonst zwischen fünf und sieben Uhr im Konsum vorgenommen haben, in privaten Gkfchästen besorgen, sondern sie mir zeitlich vorverlegen. Die Konsummitglieder, die ja als Arbeiter und Angestellte selbst c i n Interesse on der praktischen Durchführung des Wochenendes hoben, sollen durch ihr« Disziplin beweisen, daß die Theorie der Berliner(Jinzelhöndler falsch ist, rnotvKh der Sonn- abgndsrühschluß zwangsläufig ein« Senkung des Warenumsatzes nach sich ziehen müsse. Dem Wunsche der Gcwerkschosten der Konfumangestellten kann jedes Mitglied der Konsumgenosseikschoften entsprechen. In fast asten Berliner Betrieben ist die Lohnzahlung schon lang« auf den Donnerstag oder Freitag gelegt, so daß jede Hausfrau ihre Einkäufe am Sonnabend bis um fünf Uhr beendet haben kann. Es muß für jede? Mitglied der Berliner Konsumgenossenschaft besonders für jedes partergenösfrsche Mitglied emsoch eine Ehrenpflicht sein. durch Einwirken aus seine Familienangehörigen und Bekannten den Angestellten einen früheren Sonnabendschluß ,zu ermöglichen, den viele von ihnen ja schon selbst haben. Auch in dieser Kultursrag« muß die organisierte Arbeiter- und Angestelltenschaft bahnbrechend wirken und durch Selbst- z v ch t und Solidarität den Starrsinn der prioatkapitalistischen Einzelhändter brechen helfen. Wenn es der Berliner Konsum- genossenschaft durch die Einsicht ihrer Mitglieder mög- Kch gemacht wird, ihre Geschäfte am Sonnabend früher als bisher schließen zu können, werden auch die Privatunternehmer nicht mehr lange gegen den Strvm schwimmen können. Beamienrechiliche Korderungen. Tagung der Kommunalbeamten. Eine gut besucht« Delegiertenoerfammlung der Reichs» gewerkschoft Deutscher Kammunalbeamten be- schöftigte sich am Freitag mit den bcamtcnrechtlichen Forderungen, die von den freigewerkschaftlichen Leamtenorgonisationen an die Reichsregierung und an den Reichstag zu stellen sind. Der Referent, Genosie Dr. Draht von der Rechtsabteilung des ADV., zeigt« an Beispielen, daß die Beamten, die»st in der Oefsentlichkeit, auch au» den Arbeiter- und?lngestelltenkrcis«», wegen ihrer Borrcchte angegriffen werden, in Wirklichkeit rechtloser als die Ar- beiter und Ange st eilten sind. So fehlen für die Bealmten die Arbeitsschutzoorschrif- t« n; außerdem besitzen sie weder«in Recht auf Urlaub noch auf ein« Höchstarbeitszeit. Di« ollen Beamtengesetze haben mit der Entrpi�lung der demokratischen Staatssorm und des Rechtsempfin- den? nicht Schritt gchalten. So kennt das Reichsbeamten- g e s e tz kein Wiederaufnahmeverfahren im Disziplinarrecht. Der Beamte ist dadurch schlechter gestellt als jeder ander« Staatsbürger. Wenn der ADB. die Forderung aufstellt, dos Deamtenrecht dem allgemeinen Arbeitsrecht anzugliedern, so bedeutet da» nicht, das Beamtenrecht durch larifoertrög« zu ersetzen, sondern uns kommt es darauf an, die Überhollen Beamtengesetz« durch modern«, soziale Beamteng ssetze zu ersetzen. Wichtigste Forderung der Beamtenschaft müsse sein, recht bald das in der Verfassung zugesagt« Beamtenoertretungs- g e s e tz zu erhalten, da nur dann der Willkür der Bureaukratie in der Verwaltung wirtsam entgegengetreten werden kann. Der Beamte müsse als Arbeitnehmer auch im Beamtenrecht alle Sicherungen erhalten, die feit langer Zeit bei den Arbeitern und Angestellten durch die Macht der freien Gewerkschaften ihren Nieder- schlag im Arbeitsrecht gefunden haben. Die Versammlung beschäftigte sich weiter mit der durch den Zu- sammenschluß des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeller, de» Berkehrsbundes und des Gärtnervsrbandes zu einer Einheits- organisation für die steige werkschaftliche Kvmmunalbeamten- bewegung geschaffene Situation. Es bestand Einmütigkell darüber, daß die Tendenz, alle gewerkschaftlichen Kräfte zufammenzirfassen. auch von der Reichsgewerkfchoft Deutscher Kommunalbsamten ge- fördert werden muß. Lohnbewegung der WachangesteNten. Seit August stehen in« Berliner Wachongeftestten m einer Lohnbewegung. Der Schlichtungsausschuß hat auch bereits einen Schiedsspruch gefällt, der ab 1. November ein« geringe Lohn. «rhdhung vorsieht. Dem Antrag auf Berbindlichkeits- e r k l ä r ,i n g ist der schlichter au» formalen Gründen nicht nach- gekommen. Die Stellungnahme der � Unternehmer zu einer Lohn- erhöhung der Wächter verdient der'veftentlichkeit unterbreitet zu werden. Schon bei den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausjchuß haben die Unternehmer es für unverstandlich gesunden, daß der B«r< kehrsbund eine Lohnerhöhung fordert. Der Index fei seit einem Jahre nicht gestiegen. Besonders die kleinen Wachgesellsck)aften unter Führung des Rechtsanwalls Honet von der Wachgesellschaft für Berlin und Nachbarorte versuchte» jede Lohnerhöhung zu unter- binden. Was sich aber beim-Schlichter abspielte, spoftet jeder Beschrei- buna. Hier wogte der Kamps der kleinen Gesellschaften gegen die Grohgesellschaflen und gegen die Arbeitnehmer. Mit den faden- scheinigsten Gründen operierte Rechtsanwalt Hanel gegen die be- antrogte Verbindlichkeitserklärung. Und warum? Vor dem Inkrafttreten des Konzession sgeseges zahlte Herr Hanel in sehr vielen Fällen keinen Tariflohn, obwohl der Tarif sogar allgemeinverbindlich war. Beim Gewerbe- bzw. Arbeitsgericht war der Herr sehr oft Gast. Aber auch die anderen van ihm vertretenen Gesellschaften taten dasselbe. Der Kampf des Herrn Hanel gilt nicht nur den großen Gesellschaften, sondern dem Tarifvertrag im besonderen. Herr Hanel sagte, wir befänden uns in einem sozialistischen Staat, wo freies Spiel der Kräfte wirken müsse. Der Hohn aus den sozialistischen Staat muß deshalb besonders beachtet werden, weil der Herr Rechtsanwalt ganz gern auch das Geld von sozialistischen Abonnenten einstockt. Die Löhne der Borkriegszeit von monatlich 70 bis 80 M. sind die Ideale der Kleinunternehmer. Eins Lokalkorrefpondenz meldet: Auf dem Neubau in der Wisbyer Straß« Z7 wurde gestern abend gegen 9 Uhr der dort tätige Zgjährige Hllfsrohrleger Erich Reutsch aus der Uhland- straße 62 von einem streikenden Rohrleger durch einen Messerstich schwer verletzt, so daß er in das Krankenhaus in Weißensee gebracht werden mußte. Der Täter hat sich seiner Feswahme durch die Flucht entzogen. Streik der Tankwagenfahrer beendet. New gor?. 18. Ottober. Der Streik der Ehauffeur« der Benzinlieferwagen ist gestern unerwartet rasch zu Ende gegangen. Die Streikenden haben be- dingungslos den Streik abgebrochen. Die Entschließung der Chauffeure ist auf die Weigerung der Bruderverbände zurückzuführen, in einen Sympathiestreik einzutreten. Die vaugenossenschask„Zdeal" war gegenüber ihren Mitgliedern Verpflichtung eingegangen, die Wohnungen bis zum 1. bzw. September und nicht, wie es infolge eines Druckfehlers gestrigen„Vorwärts" hieß, bis zum l. bzw. IS. Dezember, die IS. im fertigzustellen. »KreieGewefkschafts-Iuaend Verlin. Sprech, und Beweannodchlir!-Achtuna. Cborvrob« heute abeni im Jugendheim des Deutschen Bertehrsbiindes. Engeluter 2z— 23. Äui- g«ng B, PI., riinitlitf) IS',- Uhr.— Achtung. Vdrundeiael ,5?inttlaiid. das Land der zz ovo Seen" im Lichtbild und Gesang am Sonntaa. dem z. Sia- nember 1029, um 19l'j Uhr. im Eewertsiiiafisdous, Berlin cO. 16. Enge..' ufer 24—26. 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