Morgenausgabe Nr. 495 A 249 46.Jahrgang Böchentlich 85 Bt. aonatlich 3.60 T im voraus zahlbar. Bostbezug 4.32 m. einschließlich 60 Pfg. Boftzeitungs- urb 72 Bfg. Boftbeftellgebühren. Auslands abounement 6- m pro Monat # Der Bormarts" erscheint mochentóg fich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin and im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen".. Frauenftimme". Technit". Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts* Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 22. Oftober 1929 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die taipeitige Ronpareillezetle 80 Bfennig. Reflemezetle 5.- Reichs mart. ,, Kleine Anzeigen das tetige Drudte. Wort 25 Pfennig( zuläffig zwet Fettgedruckte Borte), jedes meitere Bor 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jedes mettere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Famillenanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imhaupt. fchäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8 bis 17 Ubt. Bentralvegan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts- Verlag G.m.b.H. Boftschedlonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Das Volf bleibt fern. Es will von Hugenbergs Inflationsbegehren nichts wiffen. Die deutschnationale Pressestelle veröffentlicht ein Bulletin zur Beruhigung der Hugenberg- Front über die bisherigen Ergebnisse des Inflationsbegehrens. Das Bemerkenswerteste daran ist, daß feine 3ahlen genannt werden, daß das Geständnis abgelegt wird, daß nur mit geringer Teilnahme der großen Städte gerechnet und die Hoffnung auf den Terror auf dem platten Lande gesetzt wurde, und daß schließlich von teilweise ganz überwältigender Teilnahme" geredet wird. In der Tat, die Teilnahme ist ganz überwältigend", nur nicht so, wie man es bei Hugenberg meint. Die Deutsche Zeitung" überschreibt dies Aufmunterungsbulletin ,, Borwärts auf der ganzen Linie". Sind die aber bescheiden! Die Antwort des Rheinlands. Das wichtigste Merkmal ist bisher die Absage des Rhein fandes an die Hugenberg- Politit. Es zeichneten sich ein bis einschließlich Sonntag: Köln 1787, Düffeldorf 2791, Trier 40, Mainz 100, Koblenz 332, Bonn 820, Aachen 203. Massenandrang" in der Pfalz. Die Einzeichnungen zum Voltsbegehren ergaben bisher in der Pfalz folgende Ziffern: Ludwigshafen( 3 Tage) 75, Fran tenthal( 2 Tage) 1, Bad Dürrheim( 2 Tage) 7, Neustadt a. 3. 5) bt.( 2 Tage) 29, Speyer( 3 Tage) 32, 2 and au( 2 Tage) 20, Raiserslautern( 2 Tage) 60, Pirmasens( 2 Tage) 460, 3 weibrüden( 2 Tage) 81, Oggersheim( 2 Tage) 4. Die Einzeichnungen in Berlin. Starter Rückgang gegen Sonntag. Die Zahl der Eintragungen in Berlin am Montag ist, soweit Berichte aus den Bezirken vorliegen, gegenüber Sonntag erheblich zurückgegangen und ist etwa wieder auf das Niveau vom Sonnabend gesunken. Es trugen sich ein: Sonntag 1200 860 Friedrichshain Neukölln Kreuzberg Lichtenberg . Sonnabend 624 Montag 661 515 1438 2454 565 933 502 1318 452 Mar Schütz an Willy Leow. Ein Briefwechsel fommunistischer Reichstagsabgeordneter. Mag Schuh, 1921 Bezirksfekretär der SPD. in Gelfenfirchen, 1923 Mitglied der 3entrale der kp D., Mitglied des Reichstags von Mai 1924 bis Mai 1928, jetzt aus der KPD. ausgetreten. Laßt uns ruhig noch eine trinken, die dummen Proleten müssen ja doch alles bezahlen." Sie haben gegen diese Rede teine Stellung genommen, sondern haben dem Verlangen Ihrer Freundin stattgegeben. Dies beweist schon genug, welche Meinung Sie von den willy Leow, Bundesvorsitzender des Roffronf. gegeben. Dies beweist schon genug, welche Meinung Sie von den Interessen der Proleten haben. fämpferbundes in Berlin, Mitglied des Reichstags feit 1928. Mar Schüß, Berlin N 24, Oranienburger Str. 21. Tel.: Norden 115 42. Berlin, den 22. April 1929. Herrn Willy Leow, Mitglied des Reichstags, Berlin NW 7, Reichstag. Ich bin heute davon unterrichtet worden, daß Sie vor einigen Tagen einen Brief geschrieben haben, in dem auch ich im Falle Gerhards genannt werde. Sie belieben darin Ausdrücke zu ge brauchen, auf die ich weiter nicht eingehen will. Sie teilen in diesem Brief auch mit, daß es schon allerhand fei, wenn ein Strolch sich auf den sogenannten Schüß" beruft. Ich habe bisher im Intereffe der Kommunistischen Bartei und des Rotfrontkämpfer Bundes zu allen Borfommnissen gej wie gen. Dies wird aber unmöglich, wenn ein Mensch wie Sie, der leider noch eine führende Rolle in der Kommunistischen Bewegung spielt, sich anmaßt, über Personen ein Urteil zu fällen, um seine eigene lumpenproletarische Anwandlung in der Deffentlichkeit zu Derbergen. Ich bin aus der Kommunistischen Bewegung ausgeschieden, weil ich meine Meinung nicht für Geld verkaufe. Fest steht doch wohl bei Ihnen, daß Sie für Geld immer und jederzeit fäuflich sein werden. Ihre politische Bergangenheit ist dafür Beweis genug. Sie haben sich veranlaßt gefühlt, gegen einen Ihrer Parteigenoffen ein Schiedsgericht einzuberufen, weil er Dinge zur Sprache gebracht hat, die Sie betreffen. Ich möchte hierbei erwähnen, daß ich diesem Threm Genossen die Tatsachen nicht unterbreitet habe, fie wohl aber alle lenne. Sie haben nicht mur in einem Café am Meganderplatz eine Zeche gemacht, die Sie mit Ihrem eigenen Gelde nicht bestreiten fonnten, sondern haben Sie immer auf großem Fuße gelebt und dazu immer die Mittel aus den Ihnen zur Verfügung stehenden Raffen genommen. Würde die Parteileitung eine ordnungsmäßige Revision der Kasse vornehmen, so würde man sicher bald darauf stoßen, wieviele Taufende von Mark einen unbekannten Weg ge gangen find. Darf ich Sie vielleicht auch daran erinnern, daß Sie Gelder, die Sie für die Leitung des Roienfrontfämpfer Bundes bekommen haben, für sich verwendet haben? Darf ich Sie weiter daran erinnern, daß Sie bei einem roten Treffen in Dortmund abends diefes rote Treffen mit Wein und Seft gefeiert haben? Beranlassung dazu gab Ihre Freundin, die sich nicht scheute, im Beisein von Parteigenoffen( Kellner des betr. Lotals) zu erklären: Sie sind der Meinung, wenn Sie einige Rotefronttämpfer hinier fich haben, daß Sie dieselben so aufhezen können, mit Knüppelmethoden die Leute niederzuschlagen, die einiges aus Ihrem Leben wissen. Da ich dieses weiß und auch andere, wird man sich natürlich Staat und Beamte. In der Republik in der Monarchie. Von Wilhelm Frick. Die Verhegung und Irreführung der Beamtenschaft durch die Hugenberg- Bresse nimmt in den letzten Tagen nachdem bisher schon die rechtsradikalen Putschverbände das menschenmöglichste auf diesem Gebiete geleistet haben Formen an, die eine große Gefahr für jegliche gesunde staatliche Weiterentwidlung in sich bergen. In einem Artikel mit der Ueberschrift: Darf sich der Beamte zum Volksbegehren eintragen?" tommt der Berliner Lokal- Anzeiger" unter Berufung auf die Artikel 118 und 130 der Reichsverfassung,§ 107 des Strafgesetzbuches und einiger Kommentare dazu zu folgender Schlußfolgerung, die in großem Fettdrud herausgestellt wird: ,, Die Beamten sind nicht weniger als andere Staatsbürger. Sie dürfen sich nicht nur für das Boltsbegehren einzeichnen, sondern auch dafür agitieren. Ihre staatsbürgerliche Freiheit ist festgelegt durch die Reichsverfassung und geschützt durch die Gerichte. Jede Androhung von Schikanen ist rechts- und verfassungswidrig." Es ist charakteristisch, daß sich dieselben Leute, die sonst in der Berächtlichmachung der Demokratie und ihren Einrichtungen sich gegenseitig überbieten, sich, wenn es gerade paßt, als die berufenen Hüter der Weimarer Verfassung auffpielen. Sie tun ganz so, als hätte die gutmütige Republik die staatsbürgerlichen Freiheiten nur deshalb in der Verfaffung veranfert, damit ihre Gegner ihr mit diesen Waffen den Garaus machen können. Die verfassungsmäßigen Rechte der Beamten auf freie Meinungsäußerung und die Freiheit der politischen Gesinnung schließen nicht die besonderen Pflichten, die der Beamte auf Grund seiner besonders gearteten Rechtsstellung dem Staate gegenüber zu erfüllen hat, aus. Die fraglichen Beamtenartikel der Reichsverfassung fönnen nur im Zusammenhang mit den gültigen beamtenrechtlichen Bestimmungen und der ganzen traditionellen Stellung des Beamten zum Staate gesehen werden. Es ist ein großer Unfug, den Beamten einreden zu wollen, daß es für sie feine Einschränkung in der politischen Betätigung gäbe. Die politische Betätigung der Beamten muß dort ihre Grenze finden, wo sie in offenem Gegensag zur perfaffungsmäßigen Staatsgemalt und zu den Gesezen tritt. Schon der Treueid verpflichtet den Beamten zur Treue und zum Gehorsam der Regierung und den Gesezen gegenüber. irlich fſchüßen fönnen. Stefen Zeiten mit met barn, dos liber Gänglich verschwiegen wird von den Trabanten HugenIhnen möchte ich mit diesen Zeilen nur nahelegen, daß ich mir nicht gefallen lassen werde, von Ihnen irgendwie angegriffen und belästigt zu werden. Sie sehen ja, daß ich anständig bin, obwohl Sie das gar nicht verdienen, und mit feiner über Sie gesammelten Erfahrung nicht an die Deffentlichkeit trete. Da ich mich aber perfönlich mit der proletarischen Bewegung viel fester verbunden fühle als Sie, fann ich es natürlich nicht zulassen, daß Sie gegen Ihre Parteigenoffen in dieser Weise vorgehen. Sie werden gut tun, in Ihrem eigenen Interesse den Antrag bei dem Schiedsgericht zurückzunehmen. Ich werde Herrn Gerhards eine Abschrift. Dieses Briefes aus händigen, und wenn Sie den Antrag nicht zurückziehen, so wird wohl Herr Gerhards darauf dringen, daß Sie mich verflagen werden. Wie Sie bei einer Rage abschneiden werden, überlasse ich Ihrem Ermessen, da ich alles, was ich zu meiner Rechtfertigung ins Feld führen werde, beeiden kann. Sollte ich nochmals hören, daß Sie sich über mich ungünstig äußern, so werbe ich natürlich gezwungen sein, das, was ich weiß, der Deffentlichkeit preiszugeben, damit endlich einmal die Deffentfichleit erfährt, wer in Wirklichkeit der große Führer des Rotenfrontfämpfer Bundes ist. Bielleicht mag es Sie noch interessieren, daß sich in meinen Händen noch eine Aufstellung befindet über Gelder, die Sie, als Sie noch ganz, ganz klein waren, an die Flüchtlinge der Märzaktion auszahlen mußten. Die Liste konnte ich später, als ich Mitglied der Zentrale war, mit Ihrer Aufstellung vergleichen und konnte fest ftellen, daß Sie sich bei der Auszahlung immer wesentlich zu Ihren Gunsten geirrt hatten. So fing der fleine Leow an. Indirekt waren damals verschiedene Flüchtlinge gezwungen, da die Gelder aus blieben, im Bergbau zu arbeiten. Möglich war damals die Unterbringung verschiedener Flüchtlinge bei der Zeche Mont Ceni in Sobingen. In diese Zeit fiel gerade das große Gruberunglüd, wobei verschiedene verfolgte Parteigenossen ihr Leben einbüßten. Db fie zu retten gewesen wären, wenn Sie Geld zur Verfügung gestellt hätten?? Diese kleine Auslese mag heute genügen. Sie brauchen fich mit mir in einen Schriftwechsel nicht einzulassen und betrachte ich mit diesem Brief die Angelegenheit vorläufig als erledigt. Hochachtungsvoll. Mar Schüt bergs bei ihrer beamtenrechtlichen Deduktion, daß der§ 10 des aus dem kaiserlichen Deutschland übernommenen Reichsbeamtengesetzes folgenden Wortlaut hat: ,, Jeder Reichsbeamte hat die Verpflichtung, das ihm übertragene Amt der Verfassung und den Gesezen entsprechend ge missenhaft wahrzunehmen und durch sein Verhalten in und außer dem Amte der Achtung, die sein Beruf erfordert, sich würdig zu erweisen." Erweist sich ein Beamter der Republik der Achtung, die sein Beruf in und außer dem Amte von ihm fordert, würdig, wenn er durch Namensunterschrift einen ,, Appell an das Volk" unterstüßt, der Reichstanzler, Reichsminister und deren Bevollmächtigte wegen der Durchführung ordnungsgemäß beschlossener Gesetze zu 3uchthäuslern stempelt? Die Lammesgeduld republikanischer Minister und das oft mehr als zweifelhafte Verhalten von Behörden, öfters allerdings auch die häufig recht lare Einstellung der republikanischen Volksgenossen ist zweifellos die Ursache dafür, daß in den letzten Jahren allzu viel Exzesse gegen die Republik von Beamten verübt werden konnten. Es ist höchste Zeit, daß man den Treueid der Beamten nicht länger zu einer Farce machen läßt. Es ist für die republikanisch gesinnte Beamtenschaft eine Herzensstärkung, eine Befreiung aus den drückenden Gefühlen, die auf ihr ob dem Verhalten mancher Regierungsstellen gegenüber frecher Anmaßung von Staatsfeinden lasten, wenn ab und zu der„ Moral mit doppeltem Boden", wie fie in rechtsgesinnten Beamtenkreisen gepflegt wird, energisch zu Leibe gegangen wird. Die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Beamten, wie sie in der Reichsverfassung und der Verfassung der Länder veranfert ist, bezieht sich in erster Linie auf diejenigen Staatsbürgerrechte, die nicht unbedingt mit der Beamtenstellung follidieren. Es gibt allerdings feine genaue Grenzziehung für die politische Betätigung. Auch im faiserlichen Deutschland hat es eine flare juristische Definition der Grenzen zwischen Staatsbürgerrecht und Beamtenpflicht nicht gegeben. Der§ 10 des Beamtengesetzes in bezug auf das Verhalten in und außer dem Amte war umstritten, solange er besteht. Das heute noch gültige Reichsbeamtengesetz datiert aus dem Jahre 1873. Es ist jedoch intereffant, an einigen Beispielen die Ver waltungspraris des alten Deutschland aufzu= zeigen. Vielleicht wird die Hugenberg- Bresse und ihre Gefolgschaft, die sich so gern auf die damalige Reichsordnung und ihre prominenten Bertreter beruft, doch noch eines anderen belehrt. Wenn nicht, finden immerhin die Republikaner darin einen Maßstab für die Beurteilung der staatsrechtlichen und Staatspolitischen Stellung des Beamten. Bei einer Debatte über das Verhalten der Beamten bei Wahlen führte Bismarck im Reichstag in einer Sizung am 24. Januar 1882 folgendes aus: ,, Man erwartet von den Beamten nicht, daß sie sich jeder Agitation enthalten, sondern nur, daß sie nicht in würdeloser Beise Agitation treiben, nicht ihr Amt mißbrauchen und nicht Handlungen in der Wahlbewegung vornehmen, die mit dem Berjahren eines anständigen Mannes im allgemeinen und mit der Achtungsteliung eines preußischen Beamten im besonderen nicht im Einklang stehen." Das Reichsgeschäft mit Kreuger. Der Zündholzvertrag unterzeichnet.- Der Reichstag soll ihn genehmigen. Amtlich wird mitgeteilt: Zwischen dem Reich einerseits und Herrn Jvar Kreuger andererseits ist im Reichsfinanzministerium ein Borvertrag über eine im Zusammenhang mit der Neuregelung der deutschen Zündholzwirtschaft stehende Anleihe paraphiert worden. Ueber die Grundlage eines endgültigen Bertragsabschlusses besteht volles Einverständnis. Einige Einzelheiten find noch Gegenstand von Berhandlungen. Der Abschluß des BerDie Amtspflicht des Beamten dem Staat gegenüber wird trages felbst wird in einigen Tagen erfolgen. Die Oeffentlichkeit in einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts wird fodann über den Inhalt des Abkommens eingehend unterrichtet vom 11. Januar 1888 folgendermaßen umschrieben: ,, Die Kollision zwischen der Amtspflicht und der allgemeinen staatbürgerlichen Befugnis der Teilnahme am öffentlichen politischen Leben erheischt in dem Falle eine abweichende Beurteilung, wenn diese Teilnahme zugunsten einer Partei stattfindet, die grundfäßlich die Grundlagen der bestehenden Rechts und Staatsordnung angreift. Denn da die Aufrechterhaltung die erste und vorzüglichste Aufgabe des Staates und demgemäß auch jedes Staatsamtes bildet, so verlegt jeder Beamte die besonderen Pflichten schon dann, wenn er die Bestrebungen einer solche Ziele verfolgenden Partei bewußt unterstützt oder fördert, z. B. durch Hergabe eines Saales zu Wahl oder sonstigen Bersammlungszweden an die Sozialdemokratie."(!) Wie man in jener Zeit, obwohl der Beamte nicht auf den Staat, d. h. auf das souveräne Volt, sondern nur auf den Monarchen vereidet war, Beamte behandelte, die eine sozialdemokratische Gesinnung äußerten, zeigt folgender interessante Vorgang. Der Minister des Innern von Dallwig führte. in der Sigung des Breußischen Abgeordnetenhauses vom 31. Mai 1912 über den Beamteneid folgendes aus: Der Anschauung des Abgeordneten Hirsch gegenüber. daß die Wahl eines Sozialdemokraten mit dem Beamteneid wohl vereinbar sei, und daß eine abweichende Auffassung die Erziehung der Beamten zu Heuchlern zur Folge haben würde, müsse er betonen: ein Beamter, der seinem Landesherren den Treueid geleistet hat, bricht diesen in dem Augenblick, in dem er mittelbar oder unmittelbar die Bestrebungen einer antimonarchischen Partei zu fördern unternimmt. Wenn ein Beamter noch ein Gefühl für Anstand und Gewissen habe, so werde er in dem Augenblicke, wo er glaubt, der Sozialdemokratie sich anschließen zu müssen, daraus die Konsequenzen ziehen und aus seinem Amte aus= scheiden. Tuter das nicht, dann wird er zum Eid brecher und Lügner." Hinsichtlich der Lehrer stellte sich der preußische Kultus minister Dr. von Trott zu Solz in der Sigung des Preußischen Abgeordnetenhauses vom 16. März 1912 auf folgenden Standpunkt: „ Es ist selbstverständlich, daß ein Lehrer nicht Sozial demotrat sein fann. Wenn man sich die Grundsäge der Sozialdemokratie vergegenwärtigt, und wenn man bedenkt, was ein Lehrer nach seinem Berufe seine Schüler zu lehren hat, dann steht das in schreiendem Gegensatz. Es ist schlechterdings unmöglich, daß cin Sozialdemokrat als Lehrer seinen Beruf so erfüllt, wie er ihn zu erfüllen hat. Wer Sozialdemokrat und Lehrer zugleich ist, der ist gezwungen, tagtäglich zu heucheln, wenn er sich aber auch äußerlich zur Sozialdemokratie befennt, dann muß er aus dem Lehrerstande ausscheiden." Man könnte noch an einer Fülle derartiger Beispiele zeigen, wie früher mit Beamten umgesprungen wurde, die es magten, eine der Monarchie unfreundliche Gesinnung zum Ausdruck zu bringen. Diese Verfechter des alten Systems, die die Koalitionsfreiheit und jede Meinungsäußerung der Beamten rücksichtslos unterdrückten, muten der Republif zu, fie folle dulden, daß sich ihre Beamten an jeder Heze gegen den Staat und seine Repräsentanten beteiligen dürfen. Die Reichsregierung und die republikanische Presse haben die Pflicht, diesem Treiben gegenüber mit allen verfügbaren Mitteln aufzutreten. Die republikanisch gesinnte Beamtenschaft hat ein Anrecht darauf, vor der Demagogie und den fortgelegten beleidigenden Aeußerungen über Beamtenpflichten in Schuß genommen zu werden. Wie es ihr ergehen würde, menn die Treiber des sogenannten Volksbegehrens das Heft in die Hand befämen, bedarf faum weiterer Ausführungen! Bor der Gihung des Staatsgerichtshofs Bertrauliche Gitung des Reichsdisziplinarhofes. Leipzig, 21. Oftober. Die angekündigte Besprechung des Reichsdiszipli= narhofes über die Feststellungsklage der deutschnationalen Frattion des Preußischen Landtags gegen die preußische Staatsregierung, zu der Reichsgerichtspräsident Bumte die Mitglieder des Disziplinarhofes einberufen hatte, war vertraulich. Ergebnis der Besprechung ist die bereits gemeldete Einberufung des Staaisgerichtshofes zu Dienstag vormittag. Konferenz der Senatspräsidenten. Leipzig, 21. Oftober. Im Reichsgericht war am Montag eine Konferenz der Senatspräsidenten unter dem Borsiz des Reichsgerichts präsidenten Dr. Bumte zusammengetreten, die bis in die späten Nachmittagsstunden dauerte. Den Inhalt der Besprechungen bildeten im wesentlichen die rechtlichen Schwierigteifen, denen fich Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke als Vorsitzender des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich am Dienstag gegenübersieht, menn die Beschwerde der deutschnationalen Landtagsfraktion gegen. das Land Preußen zur Berhandlung kommt. werden. Diese etwas lafonische Meldung wird von der Direttion des schwedischen Bündholztrustes durch Bekanntgabe der wichtigsten Bertragspunkte ergänzt. Es heißt in dem dazu ver öffentlichten Kommuniqué, daß der Vertragsabschluß definitiv fei, vorbehaltlich der Ratifizierung durch den Reichstag und daß er abhängig sei von der Annahme des Young- Planes. Die Zeit für die Ueberlassung des Monopols fei festgestellt worden zu wenigstens 32 Jahre und höchstens 50 Jahre, und zwar in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt der Rückzahlung des der deutschen Regierung gewährten Darlehens. In der Vertragszeit dürfen feine neuen Zündholzfabriten in Deutschland angelegt werden. Die Hälfte der Aftien der Monopolgesellschaft soll direkt oder indirekt vom Schwedentrust und die andere Hälfte von den deutschen Fabriken und der Reichsfredit- 2.- G. übernommen werden. Die Produktionsquoten bleiben wie früher ungefähr 65 Pro3. für den Schwendentrust und 35 Proz. für die deutschen 65 Proz. für den Schwendentrust und 35 Proz. für die deutschen Fabriken. Der Einzelverkaufspreis soll von 25 auf 30 Pf. pro Patet erhöht, ausführliche Bestimmungen für die Preisfeststellung sollen in dem Vertrag aufgenommen werden. Den Aktienbesizern der Monopolgesellschaft wird eine feste Dividende von 9 Proz. zugesichert. Die Reichsregierung erhält 13 Mart pro Kiste von 10 000 Schachteln, der darüber hinaus gehende Gewinn wird zu gleichen Teilen zwischen dem Deutschen Reich und den schwedischen Interessenten verteilt.( Die in Berbindung mit diesem Vertrag dem Deutschen Reich gewährte Anleihe von 125 Millionen Dollar läuft auf 50 Jahre, ist mit 6 Pro 3. verzinslich und wird zu 93 Pro3. ausgezahlt. Die Anleihe tann vom Deutschen Reich nach zehn Jahren fonvertiert bzw. gefündigt werden. Das Darlehen zerfällt in zwei Teile, von denen der eine zu 50 Millionen Dollar sieben Monate nach dem Inkrafttreten des Bertrages und der Rest von 75 Millionen Dollar nach weiteren neun Monaten zu zahlen ist. Nach dem ,, Soz. Pressedienst" ist es in den letzten Verhandlungstagen gelungen, noch einige Berbesserungen zugunsten des Reiches und der Verbraucher durchzusehen. Der Schwedentrust muß sich die Mittel für die Anleihe, die er dem Reich zur Verfügung stellt, selbst beschaffen, daß er auf dem inter nationalen Geldmarft eine sogenannte Bonds. Anleihe im gleichen Betrage aufnimmt. Diese Anleihe wird wahrscheinlich zu einem Zinsfuß von 5 Broz. unterzubringen sein, aber nur unter der Bedingung, daß die Bonds mit dem Recht zum Umtausch in Attien ausgestattet sind. Dadurch wird die Effektiv verzinsung einer solchen Anleihe mejentlich erhöht. Infolgedessen war der Schwedentrust nicht in der Lage, fich mit einer Effettio verzinsung bei der deutschen Anleihe mit 6,6 Proz. zu genügen. Kreuger stellte daher die Bedingung, daß ihm aus Mitteln des Monopols noch eine jährliche 3uzahlung geleistet würde. lleber den Umfang dieser Zuzahlung hat man sich in den letzten Verhandlungen geeinigt. Sie erhöht die Gesamtverzinsung noch etwas; jedoch fann schon heute gesagt werden, daß die gesamte Binsbelastung des Reiches wesentlich geringer sein wird, als in Zinsbelastung des Reiches wesentlich geringer sein wird, als in den letzten Pressemeldungen angenommen worden ist. Für die Verbraucher am wichtigsten ist die Tatsache, daß der Preis für die Zündhölzer, der ursprünglich mit 35 Pf. das Batet in Aussicht genommen war, auf 30 Pf. festgelegt Die Pleite. Weitere Einzeichnungsziffern aus dem Reich. Es trugen sich bisher ein( einschließlich Sonntag): Hamburg. München Leipzig Dresden Stimmenzahl von Deutschnationalen und Nationalfozialisten bei ber Reichstagswahl vom Mai 1928 Eintragungen 8.600 99 250 . 9.498 68 200 • 3.900 39 800 5 200 60 250 Hannover 2563 26 500 Magdeburg 5911 20 000 Dortmund 700 14 300 1000 29 000 1327 16 000 Essen Kaffel. Der Terror auf dem Lande. Arnswalde, 21. Oktober.( Eigenbericht.) Auf dem Gute Rölzig( Kreis Arnswalde) werden die Listen zur Eintragung für das Boltsbegehren nicht etwa nur in einem bestimmten Einzeichnungslofal ausgelegt. Ein Vertreter der Gutsverwaltung geht unter den Anwohnern des Ortes mit der Liste hausieren, um so einen Druck auf die Einzeichnung auszuüben. Es handelt sich um einen Bensionsbezieher der Republik, den Major a. D. Tornow. Wie wir aus dem Kreise Landsberg( Warthe) erfahren, war die Zahl der Eintragungen zum Boltsbegehren auch am Sonntag trotz aller Bemühungen der Vertreter von Stahlhelm und Ueber Berlauf und Ergebnis dieser Sigung können Einzel- Landbund wider alles Erwarten gering. In Ortschaften, in denen heiten naturgemäß nicht bekanntgegeben werden. Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages zur Prüfung der Stlaref Affäre wird sich am Mittwoch- Nach mittag tonstituieren. Die erste Sigung ist lediglich formaler Art. Nach dem Zusammentritt des aus 29 Mitgliedern bestehenden Ausschusses werden die Schriftführer und Berichterstatter bestimmt merden. Anschließend soll eine Aussprache über den Arbeits: plen erfolgen. Die Kommunisten haben ihre Dispofitionen über hie Benennung des Borsitzenden, die der kommunistischen Frattion der Reihenfolge entsprechend zufällt, wiederum geändert und den g. Schment( Berlin) als Borsigenden benannt. In Rumänien verhaftet wurde am 7. September ein gewisser Gyoery in Temesvar; es wird ihm die Absicht eines Attentats auf den Hofzug der Königin- Mutter Maria zugeschrieben, die da mals in Temesvar erwartet wurde. bei der Reichstagswahl über 200 deutschnationale. Etimmen gezählt wurden, beträgt die Ziffer derer, die sich bisher einzeichneten, etwa 30 bis 40. Die Wahrheit marschiert. " Die Presse Hugenbergs hat sich von den Deutschnationalen nöllig losgelöst und betätigt sich als Parteigängerin der Nationalfozialisten. Der Tag" äußert seine Freude darüber daß bei einer Stadtratswahl in Apolda die Nationalsozialisten ihre Stimmen: zahl auf Rosten der Deutschnationalen vervierfacht haben. Er feiert die Berliner Sportpalastversammlung der Nationalsozialisten, und schließt seinen schwülstigen Bericht mit den Worten: die Wahrheit marschiert. Womit er das meint, was von Herrn Goebbels verzapft wird, nicht die ,, Wahrheit" des Herrn Bruhn. Wir wissen freilich | worden ist. Der Schutz der Verbraucher bleibt im übrigen durch die genossenschaftliche Eigenproduktion der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine völlig unangetastet. Die Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine, die zwei große leistungsfähige Zündholzfabriken betreibt, behält die Sonderstellung, die ihr durch die bisherige Gesetzgebung gewährt war. Sie kann deshalb jeden entstehenden Mehrbedarf durch ihre Eigenproduktion decken. * Es ist kein Zweifel, daß der jetzt unterzeichnete Borvertrag gegenüber früheren Forderungen Kreugers gewisse Besse= rungen gebracht hat. Insbesondere ist dem Vorschlag Rechnung getragen worden, den die Sozialdemokratie mit allem Nachdruck als die Voraussetzung der günstigen Beurteilung der ganzen Anleihe bezeichnete, daß keine Erhöhung um 10 Bf., sondern um 5 Pf. pro Patet eintritt. Auf der anderen Seite war die Lage des Reichsfinanzministeriums sehr schwierig, und man darf ihm glauben, daß die Kaffenlage des Reiches für den Abschluß der Anleihe eine fühlbare und besonders in der späteren Zukunft recht wirksame Entlastung erfahren wird. Die Bedenken aber, die wir zu einem früheren Zeitpuntt an dieser Stelle geäußert hatten, sind keineswegs zerstreut. Volkswirtschaftlich fann, wenn die Regierungsverhältnisse in Deutschland sich ändern, die Verkoppelung der Anleihe mit der wirtschaftspolitischen Maßnahme des Monopols als schlechtes Beispiel wirken. Herr Ivar Kreuger selbst hat in einem Interview in diesen Tagen noch darauf hingewiesen, daß große Unternehmungen damit meint er offenbar fich selbst der Allgemeinheit großen Nuzen bringen fönnen dadurch, daß sie neue Kanäle für die Kapitalbewegung schaffen. Im Falle der Schwedenanleihe erfolgt zwar keine neue Ueberfremdung; denn an den Herrschaftsverhältnissen des schwedischen Kapitals in Deutschland ändert sich im ganzen nichts. Es fann aber und darin liegt zweifellos eine ich were volfswirtschaftliche Gefahr die Vertnüpfung von Monopolbedingungen mit öffentlichen Anleihevermittlungen zum System werden mit dem Ergebnis, daß ganze Wirtschaftszweige und nicht zuletzt Teile der öffentlichen Wirtschaft unter ausländische Kontrolle gebracht werden. Sicher ist es schon ein sehr hoher Preis, wenn bei der Kreuger- Anleihe die an sich keineswegs jehr bedeutende deutsche Zündholzwirtschaft monopolmäßig ihre Gewinne für mindestens 32 Jahre gesichert erhält, wobei dem Schwedenfapital 65 und mehr Prozent dieser Gewinne zufließen. Hinter den sogenannten Prestigegesichtspunkten, die feineswegs gering genommen werden dürfen, stecken also sehr beachtliche Realitäten. Es muß auch sehr ernsthaft untersucht werden, wie groß der gesamte privatwirtschaftliche Vorteil ist, der dem Schwedentrust zufließt. Schwedische Finanzkreise haben vor kurzem den finanziellen Gesamtvorteil des Schwedentrusts aus dem deutschen Geschäft auf 500 000 Pfund Sterling oder rund 10 millionen Mart jährlich ge= schäßt. Eine sorgfältige Nachprüfung der Vorteile für den Schwedentrust, zu denen nicht nur die Erhöhung des Ahnahmepreises für die Betriebe und gewisse Vorteile aus den teureren und den Lurushölzern gehören, sondern vor allem auch die Mattsetzung des russischen Zündholzkampfes gegen= über Kreuger in Deutschland kommt zu dem gleichen Zehn Millionen- Ergebnis. Sicher wäre es sehr wünschenswert, bald eine Kalkulation darüber fennen zu lernen, wie dieses ZehnMillionen- Geschäft die Effektivverzinsung der Anleihe unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten erhöht. Der Reichstag wird bei der Ratifikation der jezt abgeschlossenen Borverträge eine schwere Entscheidung zu fällen haben, und auch die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird vor eine ernste Verantwortung gestellt sein. nicht, was vorzuziehen ist: die Wahrheit des Herrn Goebbels oder die Wahrheit" des Herrn Bruhn. " 1 Der fleine Goebbels und der große Mund. Herr Goebbels hat am Sonntag im Berliner Sportpalast den Rampf gegen den Young- Plan für Hugenbergs Inflationsbegehren als eine Sache der Ehre bezeichnet und daran die Parole geknüpft: Jns Zuchthaus und auf den Block mit denen, die in Zukunft diese Ehre mit Füßen treten." Für wen diese Großmäuler reden, wird am Mißerfolg des Hugenbergbegehrens von Tag zu Tag sichtbarer: nicht für das deutsche Volk, das nichts von ihnen wissen will. Vielleicht erzählt der fleine Goebbels, wie er es zu machen gedenkt, wenn er mit seinen Radaujünglingen über 90 Proz. des deutschen Volkes auf den Block zu legen gedenkt? Beamte der Republif. Landsberg a. d. W., 21. Oftober.( Eigenbericht.) Im Nezekreis an der deutsch- polnischen Grenze haben sich 120 Personen zu einem Aufruf für das sogenannte deutsche Volks. begehren zusammengetan. Das Beachtlichste an diesem Aufruf sind diese Unterschriften: Studienrat Dr. Flörke, Oberrealschule Schönlante, Oberpoſtlefretär i. R. Hanow- Schönlante, Konrettor i R. Waager- Schönlante, 2ehrer der Evangelischen Schule Par- Schönlante, Borsitzender der Vereinigten Vaterländischen Verbände und Stadtverordneter Ronrektor der Evangelischen Schule Blagens- Schönlante und Direktor der Landwirtschaftlichen Schule von Stebut- Schönlante. Diplomatischer Gfandal in Berlin. Ganze Faschistenbotschaft wird abberufen. Der italienische Botschafter in Berlin, Graf Aldovrandi, ist von Mussolini abberufen und durch den gegenwärtigen italienischen Bolschafter in Mostau, Dr. Cerutti, erfekt worden. Die Abberufung erfolgte, weil vor furzer Zeit auf bisher ungeflärte Weise der geheime diplomatische 3iffernfchlüffel der italienischen Bolschaft entweadet wurde. Außer dem Botschafter wurde auch das gesamte Botschaftspersonal ersetzt. Der bulgarische Politiker Radoslawoff ist 75jährig in Berlin gestorben. Da er als Ministerpräsident die Politit Ferdinands, Zu fammengehen mit den Zentralmächten im Weltkrieg, mitgemacht hatte, mußte er nach der Niederlage Bulgarien perlaffen. Um den Emelka- Kauf. Informationen der Parteiführer am Mittwoch. Am Mittwoch findet eine Parteiführerbesprechung ftatt, in der Reichsfinanzminister Hilferding und der Reichsinnenminister die Gründe darlegen werden, die die Reichsregierung bestimmt haben, weitere 51 Prozent der Emelta- Aktien in den Besitz des Reiches zu bringen Zugleich werden in dieser Sitzung auch die Bedingungen für den Rauf mitgeteilt werden. Besonders das letztere iſt dringend notwendig. Bon verschiedenen Seiten wird nämlich der Vorwurf erhoben, das Reich habe diese Attien zu teuer erworben. Im freien Börsenverkehr hätten die Aktien einen Kurs von etwa 80 Proz., während das Reich 117 bzw. 125 Proz. zahlen müsse. Bei dem Kurs von 80 Proz. handelt es sich, soweit wir unterrichtet sind, um eine rein fiftive Wertfeststellung. Da die Aktien sich in festen Händen befanden, so ist es wenig wahrscheinlich, daß zu diesem Preis ein Erwerb der Mehrheit der Aktien möglich war. Immerhin muß dieser Punkt aufgeflärt werden. Ebenso dringend ist die Klärung des lle ber= nahmepreises. Es wird behauptet, daß die Commerzbank die Aftien zu einem Kurs von 117 Proz. gekauft habe, fie aber jetzt zu einem Kurs von 125 Broz. an die Reichsregierung verkaufen will. Sollte das zutreffen, so wären auch hier starke Bedenken angebracht. Da das Reich sich der Commerzbant wohl nur als Vermittler bedient hat, so fönnte man doch erwarten, daß es sich auch ausbedungen hat, daß ihm die Aktien zu dem Kurs überlassen werden, zu dem fie gefauft worden sind. Gegen den Erwerb der Emelfa- Attien wird von der Rechts. presse, die selbstverständlich die ganze Aktion scharf bekämpft, auch eingewendet, daß es sich um ein Berlust geschäft großen Stils handelt. Auch diejenigen, die die politischen Gründe für die Erwerbung der Reichsregierung billigen und für ausschlaggebend halten, werden sich auf das entschiedenste dagegen wehren, daß das Reich nun aus diesem Anlaß mit dem großen Risiko der Filmproduktion und der Filmvorführung belastet werde. Wir möchten deshalb nach wie vor annehmen, daß die maßgebenden Reichsstellen sich auch weiterhin nur von der politischen Ansicht leiten lassen werden. Wenn das der Fall ist, dann ist die Gefahr von größeren Verlusten kaum gegeben, im Gegenteil, dann ist der Erwerb der Aktienmehrheit vielleicht sogar cin geeignetes Mittel, die drei Millionen zu sichern, die das Reich aus früheren Zeiten( Phöbusangelegen= heit) noch als Forderung gegen die Emelka besitzt. Spannungen in Bayern. Der Konflift in der Koalition. München, 21. Oftober.( Eigenbericht.) Die bayerische Regierungstoalition ist gegen märtig von schweren Ronflitten bedroht. Die sozialdemo: fratische Frattion des bayerischen Landtags nimmt dazu folgende Stellung ein: Das neue Heldengeschlecht. Immer wieder erfcholl der Ruf: ,, Lieber tot als Glaven! Bericht des Lot.- Anz." von der Stahlheim- Rundgebure ( DIA H „ Lieber tot als Gflaven!- Gelbstverständlich. Aber dafür Selbstverständlich. Aber dafür brauch' ich mir doch feinen Schnupfen zu holen!" Der australische Arbeiterwahlfieg. Ein Land vorbildlicher Sozialpolitik. London, 21. Oftober( Eigenbericht). Noch liegen von den australischen Wahlen vor mehr als einer Woche die endgültigen Ergebnisse nicht vor. Die ungeheure Ausdehnung des Landes, etwa dreißigmal Großbritannien, und die Notwendigkeit, lokale Ergebnisse oft tagelang in Autos, mit Kamelen oder auf noch primitivere Weise zur nächsten Zentralstelle zu befördern, bringt Verzögerungen mit sich, wie sie Europa mit ihren Telephon- und Telegraphenneken nicht fennen. Aber, wie immer die restlichen Stimmen lauten mögen, sicher ist, daß die australische Arbeiterpartei einen entscheidenden Sieg errungen hat und mit einer absoluten Mehrheit von 11-14 Sigen ins Bundesparlament einziehen mird. Damit fehrt, nach dreizehnjähriger Opposition, die Partei zur in der Führung der Regierung zurückbliden fann. Bereits 1904 besaß der junge australische Bundesstaat in Christopher Watson einen Ministerpräsidenten aus der Arbeiterpartei zwanzig Jahre ehe das Mutterland Großbritannien die erste Arbeiterregierung betam. Der Arbeiterführer Fisher war zweimal vor dem Kriege und nochmals während des Krieges das Haupt einer Arbeiterregierung. Ueberdies hatte die Arbeiterpartei in den sechs australischen Bundesstaaten, Neu- Süd- Wales, Queensland, Victoria, Südaustralien und Tasmania, zeitweise die Macht und legte hier ,, Das politisch Bedeutungsvolle der gegenwärtigen Situation in Bayern ist die Tatsache, daß eine Regierungspartei, ohne die Regierung und die anderen Koalitionsparteien zu verständigen, in ciner lebenswichtigen politischen Angelegenheit mit einer gemacht zurüd, die bereits auf eine lange und ehrenvolle Erfahrung missenlosen Oppositionspartei gegen die Regierung vorgeht. In jedem Land, wo man auf politisches Ansehen und saubere Verhältnisse noch etwas gibt, würde ein Schritt, wie der der Deutschnationalen in Bayern, die Kündigung der Regierungstoalition bedeuten. In wenigen Tagen muß sich entscheiden, ob die Mehrheit der Regierung, Bayerische Boffspartei und Bauernbund diese politische Reinigung herbeizuführen gemilf sind, oder ob sie sich weiter zum Schwanzstück der deutsch nationalen hafentreuzlerischen Ratastrophen polititer hergeben wollen. Wieder einmal steht Bayern vor einer Situation, die eine Bereinigung der widernatürlichen zwiespältigen politischen Verhältnisse bringen könnte. Für die Zukunft und für die Wohlfahrt des Landes geht es um die Frage, ob jich die Regierungsparteien im Lande vollends vor den Hafentreuzlern und Hugenbergern erniedrigen lassen und damit jeden politischen Respett verlieren. Auf der Bayeri schen Boltspartei liegt die Berantwortung vor dem ganzen Lande, ob sie sich von den Katastrophenpolitikern, die das Chaos herbeischnen und dann im Trüben ihre parteipolitischen Geschäfte machen, mun endlich trennen will. Die Sozialdemokratie hat auf Grund ihrer parlamentarischen Tätigkeit das moralische Recht, die Verantwortung der anderen Bartelen flar zu umreißen. Bleiben ihre Mahnungen unbeachtet, dann wird sie an die bessere Einsicht der Wähler im Lande zu appellieren haben." Eine Verfügung gegen Hakenkreuzterror. München, 21. Oftober.( Eigenbericht.) Der bayerische Innenminister hat endlich und zwar unter dem Drud der Deffentlichkeit an die bayerische Polizei eine Berfügung gerichtet, die einen befferen Bersamm lungsschuß bezwedt. Bersammlungsverbote sollen ausge. sprochen werden, wenn die Polizeifräfte zur Sicherung des friedlichen Verlaufs einer Bersammlung nicht ausreichen. Da die vielfachen Sympathien der Polizei gegenüber den Nationalsozialisten auch dem Minister offenbar nicht unbekannt sind, schloß er seine Berfügung mit der vielfagenden Warnung an die Polizeibehörden, daß die Frage der Berantwortung der Ueberwachungsorgane in allen Fällen, wo es zu Tätlichkeiten in politischen Bersammlungen fommt, aufs strengfte geprüft werde. Sowjetführer ermordet. Mostau, 20. Oktober.( Ost- Expreß.) Das Mitglied der Zentraltontrollkommission der Sowjetrepublik Aserbeidschan Sajenz ist ermordet worden. Er hatte sich in letzter Zeit bei der ,, Säuberung" der Sowjetbehörden und Parteizellen durch besondere Strenge ausgezeichnet und es besteht der dringende Berdacht, daß die Mörder unter den Gemaßregelten zu suchen find. Radet Chef der KPD. Bum Leiter der deutschen Abteilung der Romintern ernannt. Wie der Ill. aus Moskau gemeldet wird, hat bas Präsidium des Bollzugsausschusses der kommunistischen Internationale den ehemaligen Führer der Trozlistischen Opposition in der Sowjetunion, Karl Radet, zum Leiter der deutschen Ab= teilung der Kommunistischen Internationale ernannt.( Das märe sehr schnell gegangen. Bestätigung bleibt abzuwarten! Red. des ,, Borwärt".) die Grundlagen zu einer ffaatlichen Sozialpolitit, die alles an Arbeiterfürsorge übertrifft, was die Proletarier Mitteleuropas in den letzten zwölf Jahren erreicht haben. In Australien wurden, im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts staatssozialistische Experimente erfolgreich durchgeführt, die in der fozialistischen Arbeiterbewegung Europas wohl nur deshalb geringe Beachtung fanden, weil die Entfernung, somie die dauernde Nicht zugehörigkeit der australischen Arbeiterpartei zur Internationale, eine Berbindung zwischen dem Proletariat Australiens und Europas nicht auffommen ließen. = = Im Mittelpunkt der gesamten Sozialgesetzgebung Australiens steht die industrielle Schiedsgerichtsbarkeit. Als in andern Ländern von einer Anerkennung der Gewerkschaften durch Staat und Gesellschaft nicht die Rede war und das Unternehmertum Europas noch den Herrn im Haus" spielen fonnte, begann in den australischen Bundesstaaten bereits der Aufbau einer Schiedsgerichtsbarkeit, die sich auf die volle Anerkennung der Ge werkschaften durch den Staat stüßte. Diese Entwicklung erfuhr 1904, unter der ersten australischen Arbeiterregierung, ihre Krönung in der Schaffung eines Bundes Schiedsgerichshofes, dem alle industriellen Streitigkeiten unterstehen, sofern sie über die Grenzen eines einzelnen Bundesstaates hinausgehen. Die Schieds. gerichtsbarkeit ist obligatorisch und macht Streifs wie Aussperrungen in Süd- und Bestaustralien, Tasmanien und im Wirkungsbereiche des Bundesschiedsgerichtshofes ungefeßlich, ohne daß freilich des Bundesschiedsgerichtshofes ungefeßlich, ohne daß freilich der Ausbruch wilder Streits völlig verhindert werden konnte. Besonders Neu- Süd- Wales war und blieb ein Herd dauernder Unruhen. Unter dem Schuße dieser, im allgemeinen fortschrittlich ausgeübten staatlichen Schiedsgerichtsbarkeit hat die australische Arbeiterschaft begünstigt von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes cinen ungewöhnlich hohen Lebensstandard erzielt, und schon lange vor der Washingfoner Konvention dem Achtffundentag allgemeine Gelfung verschafft. - Die Tätigkeit des Schiedsgerichtshofes wurde in jenen Jahr zehnten dadurch erleichtert, daß die wirtschaftliche Konjunktur günstig war, die Nachfrage nach Arbeitern das Angebot überstieg Mord an einer Greifin? Mordfommiffion in der Elisabethstraße. Geffern in später Abendstunde wurde die Mordkommiffion nach der Elisabethstraße 60 gerufen, wo die 72jährige Witwe Difilie Rothe in ihrer Wohnung unter verdächtigen Umständen tot aufgefunden wurde. Man glaubt, daß die Greifin einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Unter dem Berdacht der Täterschaft wurden, wie es heißt, mehrere Untermieter verhaftet. Frau Rothe hatte vor einigen Tagen ein Laubengrundstüd veräußert, wofür fie einen Kaufpreis von 1000 m. erzielte. Das Geld konnte bisher nicht gefunden werden. und damit eine obejektive Grundlage für ein ständiges Steigen der Löhne existierte. Aber mit dem Umschwung der Konjunktur wuchsen, wie in allen Ländern mit staatlicher Schiedsgerichtsbarkeit, die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der Schiedssprüche, sei es bei den Unternehmern, sei es bei den Arbeitern. Diese Schwierig. teiten haben in den letzten Jahren solchen Umfang angenommen, daß der konservative Ministerpräsident mit einer allgemeinen Ber. ärgerung über das Prinzip der Schiedsgerichtsbarkeit rechnete und unter der Parole Abschaffung der Bundesschiedsgerichts. barkeit" an das Land appellierte. Die Wahlen haben gezeigt, daß die konservative Spefulation falsch war. Die Arbeiterschaft sah in dem konservativen Plan einen Angriff auf ihre Lebenshaltung und andermeite, außerhalb der Gewerkschaften stehende Schichten, stimmten dem Arbeiterführer Scullin zu, der zwar die Mängel der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit feineswegs zu leugnen fuchte, aber in ihr, trop aller Schwierigkeiten, die wichtigste Grund lage der industriellen Stabilität Australiens" und das wichtigste Instrument zur Verwirklichung der fozialen Gerechtigkeit gegenüber den Lohn- und Gehaltsempfängern" erblickte. Die Niederlage des australischen Konservativismus am 13. Dt. tober sichert den Bestand der Bundes Schiedsgerichtsbarkeit. die mit der machsenden Industrialisierung naturgemäß von Jahr zu Jahr an Wichtigkeit gegenüber der bundesstaatlichen Schieds gerichtsbarkeit gewinnt. Auch in Australien wachsen die Arbeitsfonflifte wie überall, über ihre lofale Bedeutung hinaus. Der Sieg Labours in Australien hat jedoch daneben noch eine außenpolitifche Bedeutung: die Dominien haben mit ihrer machsenden Selbständig. feit eine immer gewichtigere Rolle bei allen großen diplomatischen Entscheidungen des Reiches zugewiesen erhalten. Ihr Wort ist für die Außenpolitif Großbritanniens von Jahr zu Jahr bedeut famer geworden. Das fonservative Regime Bruce war durchaus in machipolitischen und imperialistischen Borstellungen befangen und machte sich im Rahmen des britischen Reiches als ein aus gesprochen rüdschrittlicher Faktor fühlbar. Der Uebergang der Macht an eine Arbeiterpartei jo turze Zeif nach dem sozialistischen Wahlfieg in England, räumt eine der ernstesten Schwierigkeiten aus dem Wege, der sich Macdonald bei seiner Friedenspolitif im eigenen Hause gegenüberjah. Unter einer Arbeiterregierung wird die australische Politik die pazifistische Politif Londons daheim im eigenen Lande, im Rate der Mitglieder des britischen Reiches und in Genf mit allen Kräften freudig unterſtüßen. Krise in der englischen Wollindustrie. Drohender Arbeitskampf. E. W. London 21. Oftober.( Eigenbericht.) Die schleichende Krise in der britischen Wollindustrie hat am Montag eine weitere Berschärfung erfahren. Wie auf einer gemeinfamen Sigung der Arbeitnehmer und Arbeitgebervertreter in Bradford mitgeteilt wurde, haben sich die organisierten Arbeiter der Induftric in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit gegen die Forderung der Unternehmer nach einer Lohnherabfehung von 8,3 Proz. ausgesprochen. An der Abstimmung nahmen 22 Gewerkschaften feil. Sämtliche Gewerkschaften erklärten sich mit Majorität gegen die Annahme der Unternehmerforderungen, die einen Cohnausfall von 4,70 m. pro Mann und Woche und 2,80 für Frauen wöchentlich dargestellt hätte. Bom drohenden Arbeitstampf find 150 000 Arbeiter, darunter in der Mehrheit Frauen, unmittelbar betroffen. Mit dieser Abstimmung sind die Verhandlungen zu Ende gekommen, und einige Firmen haben bereits den bestehenden Arbeitsvertrag gekündigt. Dies Borgehen der Unternehmer ist dadurch möglich geworden, daß die Industrie seit Monaten ohne Kolleffivvertrag arbeitet. Die Lage in Yorkshire, wo die weitaus größte Mehrheit der Wollarbeiter Großbritanniens anfäffig ist, wird als überaus ernst bezeichnet. Der Ausbruch des Arbeitstampfes scheint unvermeidlich, falls fich die Unternehmer nicht doch noch in lehter Minute entschließen, dem bisher stets abgelehnten Vorschlag der Gewerkfchaften Folge zu leiffen und den Streitfall einem Schiedsgerichtshof zu unterbreiten. Fürst Bülow erkrankt. WIB. meldet aus Rom, daß der ehemalige deutsche Reichskanzler Fürst Bülow fich eine schwere Ere fältung zugezogen habe, die ihn für mehrere Tage an das Bett feffeln wird. Das Befinden des Kranken habe sich jedoch bereits wesentlich gebessert. Einem römischen Bericht der Boffischen Zeitung" zufolge handelt es sich aber beim 81jährigen Altreichstanzler um emen leichten Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen. Grüne Anarchisten. Ihre Kraftprobe in Pommern. Die offene Sabotage der pommerschen Landbündler gegenüber der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts ist das Tollste, was bis jetzt in einem Arbeitskonflitt vorgefomunen ist. Wir haben es mit einer beispiellos unverschämten Der Bommersche Landbund will den Landarbeitern| prozesse um Lohndifferenzen geführt, und das Arbeitsgericht in die Lohn- und Arbeitsverhältnisse diktieren, die er mit den Stralsund z. B. ist bereits mit Klagen total überlastet. Gelben abgefartet hat. Der Deutsche Landarbeiterverband denkt jedoch nicht daran, sich von den Junkern als Hampelmann behandeln zu lassen. In Bommern kam es deshalb zu einem scharfen Arbeitstonflikt. In den Lohndifferenzen war am 27. Februar d. I. ein Schiedsspruch gefällt worden, der am 23. März für ver bindlich erklärt wurde. Gegen den Schiedsspruch ist der Landbund, mit einer Feststellungsflage vorgegangen. Alle Arbeitsgerichtsinstangen bis hinauf zum Reichsarbeitsgericht haben jedoch den Spruch als zu Recht bestehend erklärt und die Klagen und Beschwerden der agrarischen Scharfmacher abgewiesen. Obwohl die Gerichte klar und deutlich gesprochen haben, denken die Agrarier nicht daran, sich zu fügen. Der Geschäftsführer des Bommerschen Landbundes im Kreis Demmin besaß sogar die Kedheit, in einem vom 25. September datierten Rundschreiben die Arbeitgeber offen zur Mißachtung der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts aufzufordern. Kurz und bündig erklärte er, daß auch fünftig die Entlohnung nur nach dem Landbund Tarif erfolgen müsse. Andere Löhne dürften nicht gezahlt werden. Die Landarbeiter, die den Lohn des Schiedsspruchs verlangten, müßten gefündigt werden. Wo ein Betriebsrat oder ein Betriebsobmann nicht eriſtiere, sei die Kündigung einfach, da ein Einspruch nicht möglich sei. Die Mitglieder des Landbundes sollten die Dinge ruhig an sich heranfommen und fich lieber pfänden lassen als nachgeben. Tatsächlich haben nun auch bereits die Kündigungen massenhaft eingesezt, und da die Landarbeiter mit Einzelflagen vorgehen, sind die Arbeitsgerichtsbehörden mit Klagesachen förmlich überschwemmt worden. Massenhaft werden ArbeitsRohlinge und Lügner. Bolschewistische Art. Man fennt das innige Zusammenarbeiten der Bolschewisten mit der GPU., der russischen politischen Polizei. Es liegt alfo nahe, daß die ausländischen Niederlassungen der russischen Bolschemisten andere hinter dem Busch suchen, hinter dem sie felber fizen. Die„ Zentralstreifleitung der Rohrleger", in Verbindung mit der Berliner Bezirksleitung der KPD. und deren Filialen, erließen am letzten Donnerstag einen Aufruf, die ,, Sireifbrecher( d. h. die freigewerkschaftlich organisierten Rohrleger, die nach einem vom Metallarbeiterverband vereinbarten Tarifnertrag arbeiten) auf bols chemistische Art von den Baustellen und aus den Arbeitervierteln" zu vertreiben. Die rohen Gewaltatte wurden hier also offen als bolfchea mistische Art verkündet und verherrlicht. Darauf fat die Bolizei, was ihre verdammte Pflicht ist( denn sie hat für die Sicher heit auch der Personen zu sorgen, die nicht ein Parteibuch der KPD. in der Tasche haben): sie nahm die Zentralftreitleitung" beim Kragen und lochte sie ein. Sicher ist, daß diesen Rohlingen nicht der zehnte Teil der Strafe aufgebrummt werden wird, die sie in Sowjetrußland be: fämen, wenn sie sich unterfangen mürben, zu Gewalttaten auf zufordern gegen Arbeiter, die auf Grund eines staatlich garantierten Tarifvertrages arbeiten. Aber die eigentlichen geistigen Anstifter Dieser Roheiten begnügen sich nicht, die Rohrieger ins Unglück zu reiten und sich selbst in Sicherheit zu bringen. In ihrem Schund blatt heßen sie weiter, indem sie dort die freche Lüge verbreiten, Ulrich und Künstler hätten die Polizeiattion veranlaßt. So steht in der dreispaltigen Ueberschrift. Im Text selbit, mo über die Verhaftung berichtet wird, sucht man allerdings vergebens auch nur den Versuch eines Nachweises, daß Urich oder Künstler irgendwie bei der Verhaftung beteiligt gewesen wären. Dagegen wird dort behauptet, daß Genosse Ernst Vogeler am Freitag in einer freigewerkschaftlichen Funktionärfonferenz die Berhaftung angekündigt habe und daß Genosse Lehmann in der letzten Bersammlung der Branche der Rohrleger des Metall arbeiterverbandes die Verhaftung gleichfalls angekündigt habe. In Wirklichkeit hat Vogeler, wie uns vom Deutschen Metallarbeiterverband mitgeteilt wird, nach der Schilderung der beispiel los rohen Gewaltakte hinzugefügt, daß die Ueberfallenen den Tatbestand bei der Polizei zu Protokoll gegeben haben und daß man die Täter mit der Strenge des Gesetzes zur Berantwortung ziehen müsse. Die irregeleiteten Täter mögen sich dann bei ihren Drahtziehern für ihre Strafe bedanken. Genosse Lehmann hat über beporstehende Berhaftungen überhaupt nicht gesprochen. Auflehnung gegen die Staatsautorität zu tun. Die pommerschen Agrarier glauben anscheinend, daß un bequeme Arbeitsgerichtsentscheidungen nur für die Arbeiter, nicht aber für sie Geltung haben. Sie pfeifen auf die Gerichte, wenn sie ihnen nicht zu Billen sind. Man darf darauf gespannt sein, was die Behörden zu der Herausforderung der Anarchisten des Bommerschen Landbundes zu sagen haben und gegenüber ihrer dreisten Auflehnung gegen das Gefeß veranlassen. Die Freien Gewertschaften, d. h. vor allem der Deutsche Landarbeiterverband, der mit dem Sabotageaft gegen das Gesetz zugleich getroffen werden soll, sind das zeigt sich schon jetzt in dem großen Ringen bestimmt nicht die Berlierer. Der erbitterte Kampf um die Sicherung eines besseren Lohnes, der feit Monaten im Gange ist, der Berlauf des Rechtskonfliktes und die Flut von Einzelprozessen ums tägliche Brot haben das pommersche Landproletariat aufgerüttelt. Ueberall in Pommern geht durch die Gemertschaftsbewegung, durch die der Landarbeiter wie der gewerblichen Arbeiter ein frischer 3ug. An manchen Stellen ist schon heute das Organisationsverhältnis außerordentlich günstig. So find z. B. auf Rügen in den Getreidebrüchen die Arbeiter fast bis zu 95 Prozent organisiert. Drud erzeugt Gegendrud. Gefahren und Verfolgungen, mit denen in Pommern das offene Be. fenntnis zur freiorganisierten Arbeiterbewegung verknüpft ist, find gerade für die tatkräftigsten, unerschrodensten und, charaktervollsten Elemente Anreiz und Ansporn. Solange Körperverlegungen unter Strafe stehen, haben die Ueberfallenen das Recht, den Schutz der Polizei in Anspruch zu nehmen. Die Rohlinge, die über Greife mit Messern herfallen, haben auch moralisch nicht das Recht, fich zu be schweren, wenn sie die Polizei beim Widel nimmt. Die Arbeiterschaft wendet sich von solchen Methoden mit Etel und Ber a chtung ab. Der beste Beweis für die Empfindungen der Arbeiterschaft ist die Tatsache, daß die RBD. die Berliner Bauarbeiter zu gestern aufgerufen hat, in einen Broteststreit gegen die Berhaftung ber Anstifter dieser Gewalttaten einzutreten. Nicht ein ein. siger Bauarbeiter ist diesem Aufruf gefolgt. Eine schärfere Berurteilung dieser Banditenmethoden fann man sich nicht denken. Ueberall kommunistische Mordheize. Brag, 21. Oftober.( Eigenbericht.) Im nordwestböhmischen Brauntohlenrevier befinden sich feit Streit, der von den Rommunisten eima einer Bode einige Tausend Bergarbeiter in einem milden aus agitatorischen Gründen im Hinblick auf die bevorstehenden Barlamentswahlen entfacht wurde. Da es den Kommunisten nicht gelang, die Mitglieder der freien Gewerkschaften mitzureißen, organisierten fie Terror trupps, provozierten 3ufam menstoße mit der Gendarmerie und griffen schließlid), da alles nicht fruchtete, zu einer bisher unerhörten Mord. Propaganda. Am Montag wurde auf den Bechen ein von der Zentrale der KPTsch. gezeichnetes Flugblatt verteilt, in dem es u. a. wörtlich heißt: Organisiert proletarische Abwehr- Formationen. Tod den faschistischen Lafaien der Bourgeoisie. Tod den Faschisten. Schlagt die Sozialfaschisten und Faschisten, wo Ihr sie trefft..." Die Arbeitszeit der Steinträger. Nicht länger mehr als acht Stunden! übrigen Arbeiterschaft schuldig, eine länger als acht Stunden dauernde Arbeitszeit zu verweigern. Sollten die Bau oder Fahrstuhlfirmen wegen der Einhaltung der achtstündigen Arbeitszeit Schwierigkeiten machen, dann werden die Organisationen der Steinträger hinter ihnen stehen. Nachstehende Entschließung wurde einstimmig angenommen: ,, Die am 20. Oktober in den Andreas- Festsälen versammelten Steinträger des Baugewertsbundes und der Freien Vereinigung beschließen, ab Montag, den 21. Oktober die Arbeitszeit pro Tag nicht über acht Stunden auszudehnen. Sie verpflichten sich weiter, wie alle übrigen Bauarbeiter, erst mit dem Pfeif- oder Klingelzeichen des Poliers die Arbeit aufzunehmen. Differenzen in der Schuhfabrik ,, Arena". Die Abteilung Gamaschenstepperei der Schuhfabrik Arena" in Berlin, Michaelfirchstraße 17, hatte am 19 Ottober beschlossen, am 21. Oftober vor Beginn der Arbeit eine Betriebsversammlung abzuhalten, um allen Arbeiterinnen der Abteilung Gelegenheit zu geben, an einer Aussprache teilzunehmen, da dies abends infolge der Ueberstundenarbeit nicht durchführbar ist. Die Versammlung fand am 21. Oftober um 7% Uhr früh statt. Die Arbeiterinnen stellten nach eingehender Aussprache an die Firma die Forderung tariflicher Löhne, da die Firma selbst in einem Schreiben an die Gewerkschaft behauptet hatte, nicht unter den Reichstarifvertrag für die Schuhindustrie zu fallen. Ferner wurde die Abstellung der Ueberstunden verlangt, die das ganze Jahr über verlangt werden und oft bis 19 Uhr, in einzelnen Fällen bis 23 Uhr, ausgedehnt worden sein sollen! Schließlich stellte die Arbeiterschaft an die Firma das Verlangen, daß alle Akkordsätze zu vereinbaren sind und, soweit die Affordarbeiter im Zeitlohn beschäftigt werden, diese den Durchschnittsverdienst der letzteri vier Wochen erhalten. Die weiteren Forderungen auf eine anständige Behandlung und ausreichende Garderobenräume wurden zurückgestellt bis zur Erledigung der Lohnangelegenheiten. Einer von der Belegschaft abgesandten Kommission erklärte die Firma, daß die Forderungen bewilligt würden, aber es müßte erſt die Arbeit wieder aufgenommen werden. In einer geheimen Abstimmung beschloß die Belegschaft gegen eine Stimme, solange zu warten, bis die Firma Verhandlungen aufnimmt und ein Ergebnis vorliegt. Die Belegschaft der Abteilung Gamaschenstepperei betrachtet fich fomit als im Streit befindlich und ersucht die in den übrigen Abteilungen Beschäftigten, jede Streitarbeit zu ver weigern. Einigung im englischen Eisenbahnbetrieb. Lohnfürzung von 2½ Proz. bleibt noch 6 Monate. Condon. 21. Oftober. Eine Bertretertagung der Eisenbahnangestellten in London be schloß am Sonntag, der Bereinbarung zwischen den drei Eisenbahngemertschaften und den Eisenbahngefeilschaften auf Beibehaltung der etwa Jahresfrist durchgeführten Lohnverminderung von 2½ Proz. für weitere sechs Monate zuzustimmen. Dor Lohnabkommen für Kautabafarbeiter. Die Rautabaffabrikanten in Nordhausen, Galza, Wanfried und Efchmege, die sich zunächst den Forderungen des Deutschen Tabat. arbeiterverbandes gegenüber völlig ablehnend verhielten, haben min doch eingesehen, daß fie so nicht durchkommen. Am 14. Oftober fam. es zu einer Bereinbarung, wonach mit Wirkung vom 15. Dttober d. 3. the Löhne um 5 Proz. erhöht werden. Am 15. Oktober des nächsten Jahres tritt eine weitere zweiprozentige Lohnerhöhung in Kraft, die bis zum 31. März 1931 Geltung hat. Außerdem ist die Zahl der Ferientage von 8 auf 9 erhöht worden. Eine in ihren Auswirkungen gleiche Bereinbarung wurde in Hannoversch- Münden getroffen. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin. Heute, Dienstag, 19% Uhr, tagen folgende Gruppen: Sumboldt: Jugendheim Graun- Ede Lochingstraße. Läns- Abend. Spandau: Städt. Jugendheim Linden ufer L. Das. moderne Bühnenbild". Mariendorf: Sugendheim Dorfitt. 7( alte Schule). Lichtbildervortrag: Wande rungen der FGJ." Lichtenberg: Jugendheim Dosseftr. 22. Hofemann bringt ftets etwas Neues. Neu- Lichtenberg: Jugendheim Gunterftr. 43.„ Ein Abend im Gefängnis". Landsberger Blak: Gruppenheim Diestelmenerstr. 5. Lichtbildervortrag: Der Arbeiter in der Runft". Frankfurter Aice: Rede- und Antwortspiel: Sur Gefchäftsordnung". Treptom: Schule Wildenbrud Vortrag: Das internationale Arbeitsamt in Genj". ftraße 53-54( Sortzimmer). Jugendarupve des Zentralverbandes der Angestellten Am Sonntag nahm in den Andreas Festjälen eine gemeinsame Bersammlung der Steinträger des Baugewerksbundes und der Freien Bereinigung zur Arbeitszeit der Steinträger Stellung. Krause vom Baugewerksbund und Bathte von der Freien Vereinigung referierten. Beide Referenten brachten zum Ausdrud, der gegenwärtige Zustand, daß die Steinträger länger arbeiten als die übrigen Bauarbeiter, müsse endlich aufhören. Die Steinträger aungschors ab 20 Uhr in der Turnhalle der Schule Paruther Str. 20. Ballen dürften nicht länger arbeiten als alle übrigen Bauarbeiter. In der Diskussion, an der sich auch Jaenide vom Berband der Attordmaurer beteiligte, fam einmütig zum Ausdrud, daß endlich Schluß gemacht werden müsse mit der längeren Arbeitszeit der Steinträger. Die Steinträger seien es der gesamten Erfreuen Sie Ihre Gäste U Seute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Läns- Abend. Lichtenberg: Jugendbeim Gunterftr. 44. Ausspracheabend. Uebungsabend des Eprech- und Bi fchuhe mitbringen. Berantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Genez: Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Discher; Botales - und Sonitices: Krik Raritädt: Unsciaen: Th. Glade: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. 6. S., Berlin Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanftalt Baul Singer u. Co., Berlin SW 68. Lindenstraße B. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". durch besonders zubereiteten Kaffee Beachten Sie, wie begehrt Ihr Kaffee sein wird, wenn Sie Libby's Milch dazu geben. Libby's Milch hebt den Geschmack und das Aroma Ihres Kaffees. Ihre Gäste werden Ihnen Komplimente über Ihren Kaffee machen. Der Zusatz von Libby's Milch gibt Ihnen die Sicherheit, daß guter Kaffee vorzüglich in Qualität und Geschmack bleibt. Libby's Milch ist flüssig wie bester Rahm und preiswert; sie ist stets gleichbleibend in Qualität und Reinheit zu jeder Jahreszeit. Libby's Milch stammt von ostfriesischen Kühen aus dem rühmlichst bekannten Weidegebiet Nordwestdeutschlands. Sorgen sie dafür, daß immer Vorrat an Libby's Milch im Hause ist. Libby's Evaporierte Milch Deutsche Libby Gesellschaft m.b.H., Hamburg 1 Das Etikett mit der Kuh im blauen Dreieck bürgt für beste Qualität Libby's Sterilisierte Evaporierte Milch Nr. 495 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Großfeuer in der Urbanstraße. Oberstockwerf eines Fabritgebäudes ausgebrannt. Ein Großfeuer von ungewöhnlicher Ausdehnung beschäf. tigte geffern abend sieben Löschzüge in der Urbanfraße 70a stundenlang. Das 5. Stockwerf des Seitenflügels und Quergebäudes brannten in furzer Zeif völlig aus. In dem 5. Stockwert des großen Fabrikgebäudes befinden sich die Lagerräume der Metallwarenfabrit von M. Keßner, Der Matraßenfabrit F. Brandt, der Projektionsmaschinen Gesellschaft und der Firma Berliner Baumertftätten für Innenarchitettur. Sturz vor 19 Uhr bemertten Hausbewohner des Bordergebäudes in den Lagerräumen der Berliner Bauwerkstätten starken Feuerschein. Fast im gleichen Augenblick zersprangen laut flirrend zahlreiche Scheiben und gewaltige Flammengarben schossen aus den Fenstern heraus. Die Feuerwehr rückte auf den Alarm Großfeuer" sofort mit sechs 3ügen an die Brandstätte. Bis zum Eintreffen der ersten Löschzüge hatte der Brand eine ungeheure Ausdehnung angenommen und nur unter großen Schwierigkeiten konnten die Löschtrupps gegen den Brandherd vordringen. Das 5. Stoɗwert und der darüberliegende Dachstuhl wurden ein Raub ter Flammen. " 1 lim 20.15 1hr gelang es der Feuerwehr, in die Räume einzubringen, und der Gefährdung der beiden Geschosse soweit Einhalt 31 gebieten, daß das Signal Feuer aus" gegeben werden fonnte. Die Löschzüge blieben jedoch weiter an der Brandstätte, ebenso blieben die Schlauchleitungen in Tätigkeit, da das Feuer immer wieder an den verschiedensten Stellen aufflammte. Eine Besichtigung des Dachgeschosses ergab, daß sowohl das fünfte( Dach-) geschoß sowie das darunter liegende Lagergeschoß bis obenhin vollkommen vollgepfropft waren mit Möbeleinrichtungen, Matraßen, Poistern, Sperrholzplatten und ähnlichem, leicht brennbarem Material. In dem von der Feuerwehr gehaltenen Seitenflügel fand man einen großen Schrant Filmkapseln. Die Feuerwehr nimmt an, daß auch in den brennenden beiden Stockmerten Filme gelagert haben, da sonst eine derartig schnelle Ausbreitung des Brandes nicht möglich gewesen wäre. Dachgeschoß und fünftes Geschoß bilden einen wüsten Trümmerhaufen. Man sieht überall Reste von Möbeln, Schreibtischen, Schränken, Konsolen, Bettstellen, dazwischen die Reste von Matragen und Bolstern. Die Feuerwehr war bis in die späten Abendstunden mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Es wurde dann eine Brandmache zurückgelassen, die bis zum frühen Morgen den Brandherd zu beaufsichtigen hat. Dienstag, 22. Oftober 1929 Der neue Bülowplatz Groß Destillation Tuchlager Jene Gegend um den Bülomplatz herum, die durch ihre engen, winkligen. alten Bauten reich an düsteren Schlupfwinkeln des unterirdischen Berlins mar. wird sich zu einem der schönsten Plätze entwickeln. Die Volksbühne hat allmählich eine roürdigere bauliche Umgebung erhalten. Unser Bild läßt noch einmal zurückblicken auf die Zeit des Scheunenviertels. Ein Zeuge, der noch übrig ist von den alten, baufälligen Häusern wird gezeigt. Das Haus liegt im Zuge der Linienstraße. Die beiden mächtigen Nachbarn bringen seine Armseligkeit erst recht zum Ausdruck. Zusammengedrückt steht es zwischen den mächtigen Brandmauern. Auch sein Widerstand wird gebrochen werden. Noch einige Bauplätze harren ihrer Gestaltung, dann wird auch der Büloroplatz Zeugnis ablegen von dem neuen Geist, der die Stadt roachsen läßt nach Gesichtspunkten, die das Wohl aller Bewohner berücksichtigen. Das roerktätige Volk hat sich hier mitten im Herzen Berlins einen Tempel der Kunst und einen Platz, der seiner würdig ist, geschaffen. finanziell einen erheblichen Wert darstelle. Durch die Aufhebung dieses Vertrages durch den Magistrat seien die Werte, die das Ab: tommen an sich repräsentierten, imaginär geworden. Disziplinarverfahren gegen den Stadtfämmerer. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt folgendes mit: Es sind in den legten Tagen in verschiedenen Zeitungen BorRonfursbeschwerde der Gflarefs abgewiefen. mürfe gegen ben Stadttämmerer De Lange erhoben 1,8 Millionen 2ftiben und 10,8 Millionen Poffiven. Die Konfursbeschwerde der Gebrüder Sflaref, in der die Zuständigkeit des Amtsgerichts Berlin- Mitte angezweifelt worden war, weil die Privatfojuldner, nämlich die drei Brüder, morden in der Richtung, daß er es in seiner Eigenschaft als Borfikender des Berwaltungsrates der Berliner Stadtbont an der den Schaden, der durch die Betrügereien der Gebrüder Stfaref nötigen Aufsicht babe feblen lassen und dadurch für Teufel Morphium. Ein Friseurladen als Rauschgifthöhle. Die Kunden des Friseurladens G. in der X- Straße ahnten nicht, daß der Chef dieses Ladens, seine Gehilfen und selbst der Raffierer, Morphinisten waren. Eine regelrechte Morphiumhöhle mar dieses Friseurgeschäft. Der Geschäftsinhaber mar der Hauptlieferant des Rauschgiftes. Ein fleines budliges Männlein, von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt, bösen Stimmungen unterworfen, fand er im Morphium eine Quelle der Freude und Lust. Im Krantenhaus begann es, als er an einer Rippenfellentzündung daniederlag. Zuerst ließ er fich das Gift von einem Arzt verschreiben, dann von einem anderen. night im Bereiche des Amtsgerichts Berlin- Mitte wohnten, erwachsen ist, mitverantwortlich sei. Der Stadttämmerer hat beshalb Er brauchte mur feinen Lehrling mit einem Briefchen zu Dr. M. ift abfchlägig befchieden worden. Das Landgericht hat erklärt, daß die Zuständigkeit gegeben jei da ber Wohnfig ber offenen Handelsgesellschaft 23. in BerlinMitte sich befände und da im Interesse einer einheitlichen Durch führung des Konfurses bas Amtsgericht auch über das Bermögen der privaten Inhaber den Konfurs verhängt habe. Interessanter ist dagegen die Feststellung des Amtsgerichts, die fich gegen die Erklärung der Sflarels menbei, ihr Geschäft sei nicht überschuldet. In den Entscheidungsgründen heißt es nämlich, daß nach den bisherigen Feststellungen die Aktiven der KG. 1,8 Millionen Mart betrügen, während sich die Baffioen auf 10,8 millionen Mark beliefen. Ebenso wurde die Behauptung in der Beschwerde der drei Brüder zurück gewiesen, daß ihr Vertrag mit der Stadt Berlin, der bis 1935 gehe, Johann Komáromi: 9]. He, Koraken! Chardam Ungarischen von Clexander von Sacher Maroch Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin. Die Rojaten natterten mit ihren Wagen über den Feld meg. Den ersten Wagen lenkte der Oberto at persönlich. Und da fie in eine tolle Laune geraten maren, begannen fie wild zu fingen. Wie gewöhnlich, begann der Oberfojat damit, die anderen vliesen es ihm nach, mit dem Winde um die Für drei Guiben, für drei Gulden Bette: Kaufe dir ein Tuch, Marie..." Der Schall ihrer Gefänge reichte bis an das Ende des Dories. Denn die Rosalen liebten es nicht, ohne großen Tumult heimzukehren. 3. Bon da ab sah ich die Kosaken längere Zeit nicht. Denn wie die Abenbe immer fälter und fälter wurden, und aus den Wolfen der Schnee allmählich zu sieben begann, lebte ich schon seit Wochen im Hause meines Großpaters mütterlicher Seite. 4. gegen sich selbst bie Gröffnung des Difsiplinarberfahrens beantragt, damit ihm auf diese Weise die Möglichkeit gegeben ift, fid) gegenüber biefen Borwürfen zu rechtfertigen. Der Leiter der Berliner Anschaffungsgesellschaft, der volts parteiliche Obermagistratsrat und Stadtverordnete Schallbachchmerzen au lindern, hatte ihr ihr Mann eines Tages eine bat gegen ben deutschnationalen Stadtverordneten Major D. Merdel Strafanzeige wegen öffentlicher Beleidigung stellen lassen. Stadtverordneter Merckel hat nämlich eine Broschüre veröffentlicht, in der gleich auf der ersten Seite im Fettbrud ber jetzige Leiter der Anschaffungsgesellschaft genannt und mit der Sflaref Affäre in Zusammenhang gebracht wird. Schallbach verlangt, daß die Broschüre von den Herausgebern zurück gezogen werde, meil durch den Titel ,, Die Sklarets und ihre Helfer" in der Deffentlichkeit ein falscher Eindruck erweckt wird. Ich hatte die Kosaken schon seit Monaten nicht mehr gesehen. Denn an einem Spätherbstmorgen fletterten sie auf ihre Wagen und fuhren unter hellem Gesang zum Dorf hinaus. In schwarzen Röden, mit hohen Lammfellmügen auf den Köpfen, waren sie dreißig an der Zahl abgefahren, und seit her verirrte sich nur selten Runde über sie in meines anderen Großvaters Haus. In diesen Wintermonaten rodeten die Rofaten Holz in fernen, sehr fernen Gegenden, im Schoße der Urwälder. Der Obertofat führte sie an und die von ihm verpflichteten Rojaten fällten so lautete die Nachricht bis an die Gürtel nackt, Baumstämme in den Wäldern. Dann wieder fämpften fie tagelang mit den Wölfen, wenn diese zähnefletschenden Bestien, vom Hunger getrieben, sie aus den Felsflüften überfielen. Natürlich blieben die Kosaken obenauf, well fie die Aegte mit viel Geschicklichkeit und noch viel mehr Verwegenheit gebrauchten. Manchmal hielten sie einen Siegesschmaus in den schneeverwehten Wäldern, und von ihrem wilden Lieb hallten die Alpen und Wälder wider. Das verstanden die Rofaten. Denn, obwohl sie im Blute wenig mit den Rosalen gemein hatten, die auf der anderen Seite der Berge wohnten, so waren sie dennoch Kosaken; hervorragendere Kosaken als die russischen. Wegen seiner unverträglichen, leicht erregbaren Natur nannte man meinen Großvater zuerst so, mit diesem friegerischen Namen, und im Laufe der Zeit war diese Bezeichnung auf alle jene übergegangen, die sich unter seiner Anführung zusammengetan hatten, um mit ihren fnochigen Fäusten das magere Brot zu erarbeiten. Denn die Kosaten gingen jede Arbeit an, und Gott weiß, was ihre wahrer Beruf war bei diesen vielseitigen Unternehmungen? Dieses Haus steht hinter dem gräflichen Garten, ganz am oberen Dorfende, am Anfang des Wirtschaftshofes. Dar über hinaus folgten in einem ungeheuren Biered die Bohnungen der Dienstleute, dann die Stellungen und Steigen, die Speicher und Magazine. An falten Morgen rauchten im äußersten Ende des Hofes die Dunghaufen und dahinter Der Oberfosat wäre um diese Zeit Herdenwirt gewesen. folgte der geheimnisvolle Garten des Grafen. Am Morgen, Im Berein mit mehreren Rosalen pachteten sie schon seit wenn ich mit umgehängtem Seitenbeutel zur Schule mußte, langer Zeit die Ebene von Nézpest. Er hatte sechs Pferde, brachen vom Brunnen bes ungeheuren Hofes unter großem auch die übrigen Kojaten stellten vierzig Stück, dazu tamen Gellirr die herrschaftlichen Wagen zu ihren fernen Fahrten die Tiere der Besizer und die so zusammengeworbene Herde auf, die Treiber zogen ihre Lammfelimüßen weit in den weidete vom Frühjahr bis zum Herbst auf dem großen Raden, daß nur ihre Augenbrauen und ihre frostbeschlage- Wiesenplan, dessen Grenzen die fern trauernden Weiden annen Schnurrbärte hervorugten, und fnatterten, unter großem zeigten. Drei, vier Pferdeburschen bewachten die Herde. Lärm über die Brücke rollend, in die Welt hinaus. Sie Der Oberkosat ritt mitunter zu ihnen hinaus und lud sie nahmen auch Alerte mit, denn auf diesen Fahrten pflegten sie zu einem Trunt ein oder bedrohte sie mit feinem Stod. Je mit den Wölfen zu raufen An diesen falten Tagen nachdem. Dann sprengte er davon und sie sahen ihn tage trieben die Bichtnechte das Bieh zu den Brunnentrögen und lang nicht mehr. führten es dann wieder in die Stallungen zurück. Die Denn die Kosafen gingen auch andere Unternehmungen Kälber hatten zerzauste Felle, und sie brüllten langgezogen| an. Im Frühjahr zogen sie als Grubenarbeiter in die Jms und traurig vor ihren Trögen. reger Berge und sprengten haushohe Felsblöde mit Dynamit. wurde zu schicken, drei Mart dazu und schon hatte er ein tüchtiges Quantum Morphium. Mehr als 300 Rezepte in etwa 16 Mona ten erhielt er und mehr als 100 Rezepte seine Frau, denn auch fie war Morphinistin geworden. Um ihre Gallenblasen. Sprihe verabfolgt. Seitdem tam sie nicht mehr davon los. Und unfall erfitt, erhielt auch er als eines Tages der Bruder des Friseurs einen MotorradMorphinist. Mit ihm seine Frau. Die Beiden versorgte wieder eine Sprize und ein anderer Arzt mit Rezepten. Wenn man aber Morphium befißt, so ist man nicht fleinlich und gönnt ihn gern auch seiner Umgebung. Arbeit erschöpft: Eine Sprize Morphium gefällig? Und sie erhielt Die Friseurgehilfin, Fräulein B., war eines Tages von der vielen sie. Ein zweites, ein drittes Mal und schließlich wurde auch sie Morphinistin. Die beiden Friseurgehilfen hatten Kopf| Diese Berge lagen viele Kilometer weit entfernt, aber im Dorfe flirrten die Fensterscheiben bei diesen luftaufwirbeln den Sprengungen. Alle wußten, daß die Kosaten in der Tiefe der Gruben arbeiteten, und es war sicher, daß auch der bejahrte Andreas Bitor darum wußte. Aber Andreas Bifor war Soldat gewesen und deshalb hob er bei diesem fernen Dröhnen die Nase in die Luft und schnupperte in alle vier Windrichtungen: Das sind Kanonen. Wahrscheinlich zieht Franz Joseph gegen die Preußen, hellige Mutter Gottes, was das noch geben fann! Die Kofaten versuchten es noch mit allerlei, solange sie auf dieser Erde lebten. Sie brachen mit ihren Wertzeugen, ein ganzer Trupp, auf und zogen zur Eisenbahn, die an der Brenge des fiebenten Dorfes vorbeifuhr. Und sie wurden den Sommer hindurch Bahnarbeiter. Sie lockerten mit großen Stangen, die in eiserne Haten ausliefen, die Schienen und dann riefen sie alle gleichzeitig: 5000 ruck! Hooo rud!" Diese Rufe schallten weit über die schnurgeraden Schienen, und dann ergriff immer tiefes Mitleid mein Herz. Denn mein Vater nahm mich einmal für eine Woche mit. Ich sah unter dem glühenden Himmel halbe Tage lang den Rosafen zu, wie sie mit schwarzgebrannten, vom Fasten fantigen Gesichtern, feuchend, mit wirren Haaren und zitternden Sehnen in großer Anstrengung schafften und mit an den Schläfen vorspringenden Adern alle zugleich riefen: ,, Hooo rud!" Sie traten nur dann für einen Augenblick beifeite, den Schweiß von ihren klebrigen Gesichtern wischend, wenn der Schnellzug vorüberfligte. Aus den Fenstern sahen glänzende Herrschaften gleichmütig über sie hinweg, der Schnellzug jagte weiter und nach zehn Minuten zeigte nurmehr der leichte Rauch seinen Weg an der Grenze des Horizonts. Dann ergriff zumeist unbekannte Sehnsucht mein Herz. Ich wäre gern mit diesen strahlenden Menschen gefahren, den fernen, im Horizont versunkenen Welten entgegen. Und oft stellte ich mir selbst die Frage: Woher famen sie und wo würden sie einmal aus jenem Zuge aussteigen?... Oder ich legte mich unter dem kleinen Weidengestrüpp, bas die Schienenstrede entlanglief, auf den Rücken und lauschte mit unter dem Kopf verschränkten Armen auf das geheimnis poll rauschende Lied der Telegraphenstangen. Als sprächen die in eine andere Welt eingegangenen Seelen aus irgendeiner Sphäre miteinander. Ich verstand das nicht, fonnte es gar nicht verstehen. Einmal erklärte mir donn mein Bater, daß die Herren und die Generäle fich telephonisch und telegrophisch unterhielten, von Wien nach Homonna, von Lemberg nach Budapest. ( Fortseßung folgt.) oder andere Schmerzen. Ein Sprißchen gefällig? Und sie erhielten sie. Der Kassierer der war ja von Hause aus Morphinist. So murde drauflosgespritzt. Bis es eines Tages zum flappen fam. Die vielen Rezepte des Dr. M. hatten bei den Behörden Verdacht erregt. Man forschte nach und stellte fest, daß er ohne vorhergegangene Untersuchung, ja, ohne nur den Verfuch zu machen, die Eheleute Ge. zu einer Entziehungskur zu veranlassen, sie mit Morphium in viel zu großen Mengen versorgte. Dr. M., G., dessen Frau, Bruder, Schwägerin, Friseurgehilfen und Kassierer hatten sich schließlich vor dem Schöffengericht Berlin Mitte wegen Bergehen gegen das Rauschgiftgefes zu verantworten. Die Brüder G. hatten inzwischen eine Entziehungskur durchgemacht und waren vom Morphium entwöhnt. Das Gericht verurteilte Dr. M. zu 1000 Mark Geldstrafe. G. zu 500 Mart. Die übrigen Angeklagten zu Geldstrafen von 10 bis 200 Mart. Das war das Ende der Morphiumhöhle im Friseurladen. Der verschwundene Rechtsanwalt. Er follie heute als Zeuge in Moabit erscheinen. Bor der Berufungsstraffammer des Landgerichts I stand gestern nachmittag eine Verhandlung an, in welcher der seit einigen Tagen verschwundene Rechtsanwalt Dr. Siegfried Aron eine gewisse Rolle spielt. Er war daher auch als Zeuge geladen worden. Es handelt sich um eine noch heute recht dunkle Schedaffäre. Der Bankangestellte Siegfried Beiser hatte im Juni 1925 bei der Industrie- und Handelsbank einen Scheck über 150 M., der die Unterschrift Dr. S. Aron trug und der auf das Bankhaus Molling gezogen mar, in Zahlung gegeben. Peiser hatte versprochen, den Scheck am nächsten Tage einzulösen, kam dann aber nicht. Auf Anfrage bei dem Banthause Molling stellte sich heraus, daß Dr. Aron dort nie ein Konto gehabt hatte, wohl aber Peiser, auf dessen Konto fein Guthaben mehr vorhanden war. Gegen Peiser wurde Anzeige erstattet, die Staats anwaltschaft schickte die Akten an die Polizei und als diese zurückkamen, war der Scheckt aus den Akten verschwunden. Das Verfahren zuhte vorläufig, dann aber Straßenbahnunglück am Königstor Acht Schwer: und mehrere Leichtverletzte. Gestern abend ereignete fich in Nordosten Berlins am Königsfor ein schweres Straßenbahnunglüd, bei dem acht perfonen schwer und mehrere leichter verletzt wurden. Feuerwehr und Rettungsamt forgten für den Abtransport der Berletzten nach dem nahe der Unfallstelle gelegenen Krankenhaus am Friedrichshain. Vermutlich ist das Unglück auf Bersagen der Bremse zurückzuführen. Gegen 18.30 Uhr näherte sich dem Königstor, von Weißensee fommend, ein Straßenbahnwagen der Linie 63. Der Fahrer hatte bereits die Weiche gestellt und wollte in die Frieden straße, die parallel zum Friedrichshain läuft, einbiegen. In diesem Augenblid fam ein Straßenbahnwagen der Linie 74 aus Richtung Kniprodestraße heran. Angeblich infolge Bersagens der Bremse, wie der Führer der Linie 74 später bei seiner Bernehmung angab, fuhr der Triebwagen mit großer Wucht und furchtbarem Krach in den Wagen der Linie 63 hinein, der ziemlich vorn am Führerstand erfaßt wurde. Durch die Bucht des Zusammenpralles wurden beide Fahrzeuge mit den Anhänge wagen aus den Schienen geschleudert. Der Triebwagen der Linie 63 stellte sich quer über den Fahrdamm und nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß er nicht umstürzte. In das Krachen der zersplitternden Scheiben mischten sich die Hilfe und Schmerzensschreie der Fahrgäste. Polizeibeamte und Passanten eilten hilfsbereit hinzu und machten sich an die Bergung der Verletzten. Die alarmierte Feuerwehr der Zug mache Friedrichshain erschien unter Leitung des Baurats Mener schon nach wenigen Minuten. In kurzer Zeit waren alle Verletzten ins Freie gebracht. Eine Frau, die völlig geistesabwesend in dem zertrümmerten Straßenbahnwagen saß, wollte den auf sie zugehenden Feuerwehrleuten 20 Pf. Fahrgeld in die Hand drücken, sie hatte einen schweren Nervenschot erlitten. Acht Verletzte, ein Schüler Werner Simon aus der Landsberger Straße 14, der Fahrer der Linie 63, Friz Pufung aus ein Fräulein Margarete Lichterfelde, Hindenburgdemm Montefiuri aus der Pasteurstraße 21, eine Frau Margarete Hartfe aus der Eibinger Straße 32; weiter ein Hugo Reichert, eine Frau Wilhelmine Levy, eine Frau Marie Kühn und ein Walter Rocktasch, deren Wohnungen nicht bekannt sind, wurden ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Die letzten vier tonnten nach Anlegung von Notverbänden auf eigenen Wunsch in ihre Wohnungen entlassen werden. Außerdem erlitten mehrere Per sonen leichte Quetschwunden und Glassplittervers legungen, so, daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben mußten. Die Eingleisungsarbeiten an der Unfallstelle, die von der Feuer. wehr im Verein mit der Mannschaft eines Hilfsgerätewagens der Straßenbahn vorgenommen wurden, dauerten über 30 Minuten. Der Verkehr war dadurch in der Hauptverkehrszeit längere Zeit empfindlich gestört. Die schwerbeschädigten Wagen mußten abgeschleppt werden. wurden die großen bekannten Moabiter Attendiebstahle Gegen nationalistisches Volksbegehren! ähen Arbeit zu vertuschen. aufgedeckt, an denen ein Beamter der Staatsanwaltschaft beteiligt mar, ebenso aber auch Beiser, der in einer anderen Strafsache gegen ihn selbst mit den Beamten Aftenschiebungen vorgenommen hatte. Nunmehr wurde gegen Peiser das Strafverfahren wegen Schedbetrugs wieder aufgenommen. Vor dem Schöffengericht behauptete Beijer, daß im Vorzimmer bei Dr. Aron auch ein Dr. S. Aron aus London gewartet habe. Dieser habe einen Scheck ausgestellt und er, der Angeklagte, habe dann den ihm von Rechtsanwalt Aron ausgestellten Scheck offenbar verwechselt. Als Zeuge hatte Rechtsanwalt Dr. Aron nur aussagen können, daß die ihm seinerzeit vorgelegte Unterschrift auf dem Scheck nicht von ihm stamme. Das Schöffengericht hatte Peiser verurteilt. Dieser hatte aber Berufung eingelegt, um neue Beweise vorzubringen. Zu diesem Zweck war Rechtsanwalt Dr. Aron wieder als Zeuge geladen worden. Stadt Waldenburg wiederum geprellt. Die Straffammer fam zu dem Entschluß, daß dem Angeklagten die Beweise nicht abgestritten werden könnten, zumal die Ermitt lungen nach Dr. Aron noch im Gange seien. Der Prozeß wurde daher auf unbestimmte Zeit vertagt. Durch die plötzliche Flucht des Berliner Justizrats Aron iſt, wie fich jetzt herausgestellt hat, die Stadt Waldenburg schwer ge= Ich a ðigt worden. Dr. Aron hatte gegen Hinterlegung von 1,86 Millionen Mark Frankfurter Obligationspapiere der Stadt Waldenburg seinerseits einen Lombard von 1 Million Mart gegeben. Die Stadt hatte sich inzwischen von der Frant furter Pfandbriefbank die Summe von 1 Million Mark beschafft. Dieses Geld follte an Justizrat Dr. Aron gezahlt werden, wofür er die bei ihm liegenden Dbligationspapiere am gestrigen Montag herausgeben wollte. Dieser Verpflichtung hat sich Dr. Aron jezt durch die Flucht entzogen. Die Stadt ist voraussichtlich um 600 000 m. geschädigt worden. Ausstellung, Kriegsgräberfürsorge". In der Neuen Wache. Zum zehnjährigen Bestehen zeigt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge E. V. in einer Ausstellung seine bisher geleistete Arbeit. Die Säulenhalle der Neuen 23a che am Zeughaus ist mit reichlichem Grün ausgeschmückt und wird bei Einbruch der Dunkelheit von 32 Fackeln würdevoll beleuchtet werden. Am Eingang ist eine Gedenktafel, die demnächst in Frank reich auf einem Friedhof zur Aufstellung fommen foll, eingelassen. Die Innenräume sind weiß ausgeschlagen. In der größeren Halle stehen ausgewählte Bilder der Friedhöfe, die bisher vom Bunde gebaut und betreut werden. In Bildern wird der neue Eingang zum deutschen Sammelfriedhof Cair, das Sammelgrab auf dem Friedhof Cheppy, der Eingang zum deutschen Ehrenfriedhof De Ruyter und die Ehrenstätte für die Bejagung des " U 12" in Tarent gezeigt. Einige Modelle und Grundrißzeich nungen geben ein anschauliches Bild von Friedhöfen, wie fie in der nächsten Zeit in Frankreich hergerichtet werden sollen. In der zweiten Halle liegen mehrere Mappen aus, die die gesammelten Bhotographien der vom Auswärtigen Amt betreuten Gräber und Friedhöfe enthalten. Wir warnen voll tiefer und ernster Besorgnis..." 311 Eine große Anzahl führender Persönlich feiten in der Provinz Brandenburg und der Stadt Berlin erläßt gegen das Volksbegehren derer um Hugenberg und Goebbels einen Aufruf, der darauf hinweist, daß mit den Mitteln der Verfassung diesen gehört das Volksbegehren niemals gegen das Diftat von Versailles vorgegangen werden könne. Die Weimarer Berfassung sage im Artifel 178 flar, daß sie den Friedensvertrag nicht berühre. Der Aufruf fährt dann fort: „ Das dem Volksbegehren zugrunde liegende Gesetz kann weder nach außen noch nach innen eine Wirkung ausüben. Es kann aber unsagbaren Schaden verursachen. Es wird eine Lage geschaffen, durch die die Vorteile der bisherigen Verhandlungen, wie die alsbaldige Räumung der Rhein lande, die vorzeitige Räumung des Saargebietes und die zeitliche und ziffernmäßige Begrenzung der Zahlungen an die Gläubigerstaaten gefährdet werden. Seibst die Verteidiger des Boltsbegehrens geben zu, daß im Falle seiner Annahme zunächst eine Krisis die Folge sein würde. Sie behaupten, diese wäre nur vorübergehend. Wer will das Maß von Not und Elend, das diese Krisis für Volk und Staat bringt, vorausbestimmen? Die Verteidiger des Volksbegehrens tennzeichnen die Gläu biger Deutschlands als hart und eigensüchtig und fürchten im Falle der Annahme des Young Blans von ihnen immer neue Be drudung. Glauben fie, daß fie gegenüber diesen Gläubigern wirf lich Milde, Einsicht oder gar die Anerkennung deutschen Rechtes ,, erzwingen" fönnen? Mit welchen Mitteln sollte das ge= schehen und zu messen Leid und Kosten? Wir fürchten, alle Bemühungen zur Erleichterung von Deutschlands Lage würden bei Annahme des Boltsbegehrens auf lange Zeit vereitelt werden. Wir warnen Doll tiefer und ernster Besorgnis, fich dem Volksbegehren anzuschließen, mögen noch so sehr Not, Mißmut und Unzufriedenheit hierzu verlocken." Der Aufruf ist u. a. von folgenden Persönlichkeiten unterzeichnet worden: Regierungspräsident Bartels, Frankfurt a. d. O. Rittergutsbefizer von Bethmann bollweg, Hohenfinow. Staatsminister Dr. Dr. h. c. Drews, Präsident des Preußischen Oberverwaltungsgerichts. Reichsminister a. D. Dr. Bernhard Dernburg, Berline Grunewald. Oberbürgermeister Dr. Fresdorf, Brandenburg a. d. H. Dr. Ludwig Fulda, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Bühnen schriftsteller und Bühnenkomponisten, Berlin. Ministerialrat a. D. Albert Faltenberg, M. d. R., Vorsitzender des Allgemeinen Deut schen Beamtenbundes, Berlin- Friedenau. Alexander Flinsch. Vorfizender des Vereins Berliner Staufleute und Industrieller, Charlottenburg. Bankdirektor Karl Fürstenberg. Geschäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft, Berlin. Stadtverordnetenvorsteher Sab, Berlin. Prof. Leopold Jeßner, Generalintendant der Staatlichen Schauspiele, Berlin.- Prof. Dr. h. c. Mar Liebermann, Präsident der Deutschen Akademie der Künste, Berlin. Dr. Maier, Oberpräsident der Provinz Brandenburg und von Berlin. Franz von Mendelssohn, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Berlin. Justizrat Dr. h. e. Albert Pinner, Berlin. Dr. Artur Salomon john, Geschäftsinhaber der Diskontogesellschaft, Berlin. Sobernheim, Direktor der Commer; und Privatbant, Berlin. Erster Bürgermeister Stoll, Fürstenwalde. Bürgermeister Scholt. Berlin. Dr. Christian Schreiber, Bischof von Meißen, Apostolischer Administrator von Berlin.- Prof. Franz Schrefer. Reftor der Sochschule für Mujit, Charlottenburg. Franz Scheffel, M. d. M., Vorsitzender des Einheitsverbandes der Eisenbahner. Dr. Zigges, Präsident des Kammergerichts, Berlin. Frizz Tarnow, M. d. R., Mitglied des Reichswirtschaftsrats, Vorfikender des Deutschen SolzKarl Ballauer, Präsident der Deutschen Büh nengenossenschaft, Charlottenburg. Bolizeipräsident von 3izewik, Botsdam. Polizeipräsident Karl 3örgiebel, Berlin. arbeiterverbandes. In den nordöstlichen Randstaaten Litauen, Lettland und Livland sind die Arbeiten des Auswärtigen Amtes beendet. Die Ausstellung ist bis zum 27. Oftober geöffnet, wird aber auch am Totensonntag dem Publitum zugänglich sein. Eröffnung der Arbeiterbildungsschule. Gestern abend wurden in den neuen, schön ausgestatteten Räumen der Arbeiterbildungsschule in der Lindenstraße 3 die zentralen Kurse des diesjährigen Winterhalbjahres er öffnet. Genosse Franz Künstler begrüßte im Namen des Bezirksvorstandes die erschienenen Hörer und Lehrer. Es sei nicht leicht gefallen, führte er aus, der Arbeiterbildungsschule ein neues Heim zu schaffen, der Bezirksvorstand habe aber die nötigen Opfer gebracht in der Erkenntnis, daß viel mehr als bisher für die systematische Schulung der Parteigenossen getan werden müsse. Es müsse erreicht werden, daß unsere Schule, wie in der Vorkriegszeit, zu einem geistigen Mittelpunkt der Berliner Ar beiterbewegung gemacht werde und mit ihrer Tätigkeit hinausstrahle in alle Gebiete unserer Arbeit. An den Genossen und Genossinnen liege es mun, durch eifrigen Besuch der Schule thren weiteren Ausbau zu fördern, der dem Bezirksvorstand steits am Herzen liegen wird. Nach dieser Begrüßung, die programmatisch die Stellung der Berliner Parteileitung zur Bildungsarbeit umreißt, begann Genoffe R. Abraham feinen Kursus Einführung in die Staatslehre": Mettere zentrale Kurse beginnen täglich( mit Ausnahme von Mittwoch und Sonnabend) um 19 Uhr in denselben Räumen. Anmadungen im Bildungssekretariat oder im Rurfuslotal. Die Frauen werben für die GPD. Kurt Im Rahmen der sozialdemokratischen Werbewoche fand ein Frauen Unterhaltungsabend des 6. Kreises statt. Puggi Mud bot sein Bestes, am Klavier gab Johanna Thoms- Paetom Proben ihres Könnens. Genossin Henny Rewald würdigte in ihrer AnSprache die besondere Bedeutung der Werbewoche anläßlich der bevorstehenden Wahlen. Die Rednerin gab ein furzes Bild der Arbeit, die die Sozialdemokratie in sozialpolitischer and fultureller Hinsicht im Stadtparlament geleistet hat. Dieses michtige Kommunalpolitik aktiver als bisher zu machen. Es gelte, in dem Material muß den Frauen nahegebracht werden, um sie auch für die bevorstehenden Wahlkampf sich energisch gegen alle Gegner durch zusetzen, um der Sozialdemokratie neue Macht im Interesse der Arbeiter und Angestellten und insbesondere der Frauen zu geben. Erfreulicherweise fonnten zahlreiche neue Mitglieder während der Veranstaltung aufgenommen werden. Der In einer gut besuchten Werbeveranstaltung in MahlsdorfSüd sprach am Freitag abend Genosse Aug. Niemann. Redner zeigte die wahren Hintergründe der schwarzweißroten Reaktion beim Boltsbegehren auf und bewies, daß es den Kreisen tommt. Treffende Morte fand er gegen die Bütteldienste der um Hugenberg lediglich auf eine Unterhöhlung des Boltsstaates an Rommunisten. Man versuche den nicht scharf genug zu verurteilenden Schieberstandal der Sflarets in einen müsten Berleum dungsfeldzug gegen.die große fozialdemokratische Arbeiterpartei auszubeuten, Durch die Methode versuche man, die Erfolge unserer T zähen Arbeit zu vertuschen. Wir stehen allein und das ist gut so, man mag uns vorübergehend hemmen, aber man zwingt uns nicht. Unsere große Idee wird siegreich bleiben. Geekatastrophe in Norwegen. Acht Menschenleben vernichtet. Ein Oslo, 21. Oftober. Aus Bardö wird gemeldet, daß an der norwegischen Küffe eine neue Schiffsfatastrophe eingetreten ist, der acht Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Dampfer der Hafenverwaltung fam kürzlich in den Hafen und brachte die Meldung mit, daß die große Baggermaschine ,, Ruskin", die der Dampfer nach Bardö im Schlepp hatte, unterwegs in der Nacht gesunken fei. Es herrschte in der Nacht ein rafender Sturm, und gegen 3 Uhr hörte die Dampferbefehung plötzlich Notschreie von dem Bagger, der einen Augenblic später in den Wellen verschwand. Bier Mann der Besatzung waren an Ded gekommen, wurden aber von dem Wirbel mit in die Tiefe gezogen. Nur ein Mann der Besatzung konnte gerettet werden, acht Menn erfranken. Neufuhren, 21. Dttober. Heute früh hat sich hier ein schweres Unglück zugetragen. Von neunzehn in der Nacht auf der Fischfang ausgefahrenen Kuttern ist einer im Sturm getentert. Die vier Fisher sind erfrunten. Die übrigen Boote sind wohlbehalten zurückgekehrt. Beratung über die„ Stresemann- Straße". Die nächste Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, dem 24. Oftober( Beginn 16% Uhr, pünktlich), wird sich u. a. mit der Vorlage betr. die Umbenennung der Königgräzer Straße in Stresemannstraße" beschäftigen. Die Deutschnationalen haben wegen der Beteiligung der städtischen Beamten an dem Volksbegehren eine Anfrage eingebracht. " Heute, Dienstag, abends 7½ Uhr, Arbeiterbildungsschule. beginnt der Zentralfurjus des Genossen Dr. Ernst Fraentel über Die Bedeutung der Weimarer Verfassung für das politische Leben der Gegenwart". Schullokal Lindenstraße 2, Hof II, 3immer 11. 3m Sekretariat der SAJ., S., Lindenstraße 3, 2. Hof 2 Trp. links, 3immer 2, find Einlaßkarten für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren erhältlich für Dantons Tod", gespielt am Sonntag, dem 27. Oftober, 15 Uhr, in der Boltsbühne. Karte 90 Pf. Der Präsident des Landesfinanzamies Berlin teilt mit, daß die evangelische Kirchensteuer für das 1. und 2. Bierteljahr 1929 durch Nachnahme eingezogen wird. Bei fleineren Beträgen erfolgt der Einzug durch Mahnzettel. So feht's im Kochbuch: ... nicht nur überbrühen, den Kathreiner, fondern einige Minuten tochen laffen... So kommt nämlich richtige erft der Kathreinergeschmac zur Geltung! Kathreiners Malzkaffee Wissen ist Macht! Der Lehrplan der Volkshochschule Groß: Berlin. Die Bollshochschule Groß- Berlin veröffentlicht ihren Lehr plan für das neue Lehrjahr 1929/30, der eine große Reihe von Wissensgebieten umfaßt. Ihre Kurse stehen grundsäßlich den Angehörigen aller Schichten offen; doch ist der Ausgangspunkt für ihre Arbeit das Bildungsbedürfnis der werftätigen Bevölkerung. In ihrer Leitung sind unter anderen auch die großen Arbeiter, Angestellten. und Beamtenorganisationen vertreten, mit denen sie, ebenso wie mit den städtischen Bolts tildungsämtern, in engstem Einvernehmen stehen. Die Ausschaltung jedes Wassenbetriebesfein Rurfus umfaßt mehr als 30 Hörer forgt dafür, daß jeder Teilnehmer in eigener ernster Mitarbeit seine Persönlichkeit und seine Auffassungen zur Geltung bringen und die entscheidenden Erkenntnisse des von ihm gewählten Wiffengebietes erringen fann. In der Regel find die Surfe in drei Lehrabschnitte eingeteilt( Dttober bis Dezember, Januar bis März, April bis Juni). Für einen Lehrabschnitt jedes Kurses werden 2 M. Gebühren erhoben. Ehefrauen und Kurzarbeiter zahlen die Hälfte, Erwerbslose sind frei. Durch die äußerst niedrige Bemessung der Gebühren ist es jedem Erwerbstätigen auch bei niedrigem Einkommen möglich, diese Gelegenheit auszunügen, um mit neuem Wissen neue Waffen für den Lebenstampf, für den Sampf seiner Klasse um den Anteil an der menschlichen Kultur zu crobern. Auch die Räume zur Berarbeitung des gewonnenen Wissens, zum Lesen und zum Einnehmen des Abendbrotes vor den Sursen stehen den Hörern im Heim der Volkshochschule( Montags bis Freitags von 17 bis 20 Uhr) zur Verfügung. Teilnehmertarten und Lehrpläne werden ausgegeben in der Geschäftsstelle der Boltshochschule, C. 2, Breite Str. 11, 9 bis 19% 1hr, in der Buchhandlung I. H. W. Diez( Borwarts), Lindenstr. 2, in der Geschäftsstelle der Voltsbühne, Linienstr. 227, in der Volksbühnenbuchhandlung, Köpenider Str. 68, im Bezirk Charlottenburg im Boltsbildungsamt und in den Stadtbüchereien, in Spandau in der Stadtbücherei und in allen übrigen Stadtbezirken in den Volksbildungsämtern. Außerdem sind die Karten am ersten Unterrichtsabend in den Schulen erhältlich. Die Unterrichtslokale sind im Lehrplan verzeichnet. Die einzelnen Kurse weisen eine ungeheure Mannigfaltigkeit der Themen auf, fast alle Gebiete der Natur und Geisteswissenschaften und der für die Arbeiterschaft befonders wichtigen Sozialwissenschaften werden behandelt. Besonderes Interesse beanspruchen da die Einführung in das nationalökonomische System von Dr. Alfred Braunthal, ein Kursus über„ Das Kapital" von Karl Marx, geleitet von Mar Raphael, ein Kursus Die philosophischen Grundlagen des Sozialis mus" des Genoffen Georg Raible und der Kurjus, Karl Marg als Bhilosoph". Mit Spezialfragen beschäftigen fich Kurse über die Sonjumgenossenschaftsbewegung( Dr. K. Bittel), über ,, Das statistische Bild der Gesellschaft"( Dr. K. Pintschovius),„ Der Industriearbeiter heute und morgen"( Ministerialrat Genosse Professor Woldt) ,,, Die politischen Parteien in Deutschland"( Dr. E. S. Neumann) ,,, Mensch und Wirtschaft in Mittelalter und Neuzeit"( Dr. G. Fischer),„ Das Bahlrecht im parlamentarisch regierten Staate"( Dr. Margarete Bernhard) u. a. m. Dem großen Interesse an naturwissenschaftlichen, technischen und mathematischen Fragen, das mit der technischen Entwicklung der Gegenwart zusammenhängt, fommt eine große Zahl von Kursen über Botanit, 3oologie, Medizin, seguelle Probleme, Chemie, Phyfit und Mathematit entgegen. Barcelonas Städtebau. leber Barcelonas Städtebau und Weltausstellung sprach im Architekten und Ingenieur- Verein Regierungsrat Genzmer, der es bei seinem Besuch in Spanien an gründlichen Studien nicht hat fehlen lassen. Herr Genzmer tennzeichnete den Widersinn, der be: Ansonders deutlich in den Ausstellungen in Sevilla und Barcelona zum Ausdrud kommt, wo man die offenbar mit Freude und technischem Verständnis verwendeten modernen Baumaterialien und Konstruf tionen mit den wesensfremden Formen aus der baugeschichtlichen Bergangenheit Spaniens verkleidet hat. Weit beffer und viel einheit licher sind die menigen der sogenannten, Heimatkunst" zuzurechnenden Ausstellungspaläste, die den geschichtlich überkommenen Baugebanten mit liebevollem Berständnis weiterentwickeln und auf moderne Kou struttionen verzichten. So hat man in Barcelona auf der Internationalen Ausstellung ein, panisches Städtchen, das eine Zusammenstellung typisch spanischer Bauwerte der Vergangenheit zeigt. Die schönen Aufnahmen, die der Bortragende an Ort und Stelle gemacht hat und die er in Lichtbildern seinem fesselnden Bortrag beigab, übten einen eigenartigen Reiz auf den Besucher, der mit dem Berstand wohl dem Vortragenden Recht gab, mit dem Herzen aber bei all den schönen südländischen Dingen war. Der Redner führte weiter aus:" Für uns Deutsche ist es eine Genugtuung, daß der einzige Bau, der irgendwie hervorragend mirft und die gedant liche Auseinandersegung mit ihm gebieterisch verlangt, der Bavil Ion des Deutschen Reichs von Mies van der Rohe ist. Hier | | find auf technisch- logischer Basis Wirkungen rein geistiger Art erzielt morden, die den deutschen Bavillon in die vorderste Reihe derjenigen Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Bauten der Gegenwart stellen, die die Neuentstehung einer Baufunft in absehbarer Zeit erhoffen lassen. 7 Aus der Partei. Achtung, Abteilungsleiter, es stehen noch immer. Berichtsbogen vont III. Quartal aus! Reicht fie fofort ein. diesjährige Ziehung der Anleihe ablösungsschuld des Ziehung der Anleiheablösungsschuld. Am 16. Oftober fand die Heute, Dienstag, 19% Uhr: Röllnischer Part: Seim Waifenftr. 18: Fahrtenaussprache. Rosenthaler Deutschen Reiches statt. Die Bant der Arbeiter, AngeBorstadt: Edule Elifabethkirits. 19: Friz- Reuter- Abend". Zentrum: Seim stellten und Beamten, A.-G., Wallstr. 65, hat sich bereit erLandsberger Str. 50: Sequelle Fragen". Westen II: Seim Bülowstr. 88: SRD. und Kommunalpolitik". Brunnenplag: Schule Pant- Ede Wiesenflärt, die bei ihr vorgelegten Stüde auch für Nichtfunden fost enstraße: Bub und Mädel". Gesundbrunnen I: Gchule Gotenburger Str. 2: frei auf Berlosung zu prüfen. Geschäftsstunden 9 bis 15 Uhr, Wir und unsere Eltern". Schillerport: Schule Schöningstraße: Das Recht des Lehrfings im Betrieb". Wedding( N..): Schule Lütticher Str. 4:„ SadSonnabends 9 bis 13 Uhr( Schalter 7). Um denjenigen, die während fonbon- Abend".-Wedding- Nord: Heim See- Ede Turiner Straße: Lieder zur Laute. dieser Zeit nicht abfommen können, Gelegenheit zu geben, ihre Stücke Arusmalber Blas: Seim Rastenburger Ede Wehlauer Straße:„ EtTebnisse eines Reporters". prüfen zu lassen, wird in der nächsten Woche der Schalter auch nachhilfe bei Unfällen". Selmholtplag: Seim Danziger Str. 62:„ Erste Mordosten I: Seim Danziger Str. 62: Proletarischer Dichterabend. Wörther Blag: Echule Rastanienallee 72: 10- Minulen- Referate. mittags von 16 bis 18 Uhr geöffnet sein. Stralauer Biertel: Seim Goßlerstr. 61: Politische Tagesfragen". Südwest: Beim Lindenste, 4: Seiterer Abend.-Schöneberg II: Seim Hauptfit. 15: RartenIefen. Schöneberg IV( M..): Seim Hauptstr. 15: Kurzreferate. Chara lottenburg: Seim Pofinenstr. 4: Scinrich- Rille- hend". Seim Rehlendorf, Bahnhofftr. 3: Internationale Feierstunde. Lichtbildervortrag:„ Studienfahrt durch die Länder der sozialistischen Jugendinternationale". Steglis( Helfere): Heim Albrechtftr. 47a, Sugend und Stadtverordneien mahlen". Neukölln 1: Seim Sander Ede Sobrechtstraße:„ Sozialismus, Kommunismus ufw.", 1. cit. Reutölu III: Seim Flughafenftr. 68: Werbeabend. Reukölln IV: Heim Schierkeftr. 44: Arbeitsgemeinschaft. Renfälln VI: Seim Treptower Str. 95: Berufsschulfragen". Menkölln VII: SariMarr- Schule, Sailer- Friedrich- Straße:„ Calzer- Aberd". Neukölln VIII: Schule Mariendorfer Wen. R. 36: Tagespolitik". Pütliftraße, 8. 28: Unfer Rampf gegen die Kirche". Neutra IX: Schuje Rieberichöneweide: Schule Berliner Straße 31: Die Aufachen der Funktionäre und der Mitglieder" Hermsborf: Seim Poonstraße, Turnhallengebäude: Kameradschaft, Freundschaft, Liebe". Wittenau: Seim Posenthaler Str. 15: Broletarische rnd bürgerliche Dichtung" Bucholz: 19 Uhr Treffpunkt Rote Ede". 20 Uhr Bortrag: ma und Biele" im Seint Berliner Cir. 19. Pantom I: Seim Riffingen, Ede Granisstraße. Der Douro- Plan und seine Vorteile". Bantow II: Seim Görichstr. 14: Saarspolitische Fragen". Werbebezirt Schöneberg: Seim Sauptfte. 15:--Mitaliederversammlung. Alle Seimabende fallen aus. Tambourtorps: Alle interessierten Genolien August Herter gestorben. Zürich, 21. Oftober.( Eigenbericht.) Heute verstarb hier im Alter von 77 Jahren der Genosse August Herter, der in der Geschichte der schweizerischen Sozialdemo: fratie eine bedeutsame Rolle gespielt hat. Herter, von Beruf Bud beiterbewegung an und entwidelte besonders als Journalist aus: binder, schloß sich schon. In jungen Jahren im Jahre 1876 der Argezeichnete Fähigkeiten. Als in den achtziger Jahren des ver gangenen Jahrhunderts Hermann Greulich von der Redaktion der Züricher Arbeiterstimme zurüdtrat, wurde ihm die Redaktion übertragen, die er zur vollen Zufriedenheit der Schweizer Genoffen treffen fich 19 Uhr im Seim Hauptstraße. führte. Aber auch die deutsche Sozialdemokratie ist August Herter zu hohem Dante verpflichtet. Dennt als in der harten Zeit des Sozialistengefeßes die Parteipreffe in ganz Deutschland unterdrückt war und als Ersag für sie in der Schweiz der Sozialdemotret" gegründet wurde, erklärte er, der gebürtige Schweizer, Gefchichte der Arbeiterbewegung." Feferent Sans Turk. sich bereit, das Blatt der reichsdeutschen Genossen als verantwort licher Redakteur zu zeichnen. Herter führte dieses Amt in den Jahren 1879-1880 und hatte sich der Freundschaft Eduard Bernsteins und der anderen für den Sozialdemokrat" tätigen Ger nossen zu erfreuen. Den noch Lebenden von ihnen steht er als aufrechter Mann und stets bereiter Helfer in Erinnerung. Funkwinkel. Bor 40 Jahren, am 20. Oftober 1889, wurde in Berlin in einer Matinee der Freien Bühne“ Gerhart Hauptmanns Drama Bor Sonnenaufgang" uraufgeführt. Es war der Anfang einer neuen dramatischen Epoche. Alfred Kerr er innerte am Sonntag an diesen Tag in einem Vortrag so einfach und unliterarisch, wie man ihn sich für die Radiohörer nur wünschen fann. Aber er war begeistert und mußte zu begeistern. Hauptmann wird selten so fritisch gefeiert, Hauptmann wird heute selten dem großen Publikum so wahrhaft nahegebracht. Kerr zeigte die Fülle feiner Werke, die bleibt. wenn man auch manche Niete abzieht. Hauptmann, den großen Sozial- und Zeitfritifer, der zum erstenmal in dem Drama Bor Sonnenaufgang" spricht, stellte Kerr neben Hebbel. Noch ein Gedenktag murde an diesem 20. Oktober begangen: der 75. Geburtstag des Bagabundendichters Arthur Rimbaud. In genialem Feuer verzehrte sich sein Leben. Arthur Wolfenstein ffizzierte die pilde Phantastit dieses Daseins; Ernst Ginsberg las von Wolfenstein verdeutschte Dichtungen Rimbauds. Protestiert werden muß gegen die neuerdings eingeführten Uebertragungen von Bühnenwerfen, die ohne Rüdficht auf ihre Wirz fung vor dem Mitrophon ausgewählt werden. Alt Berlin" nach Szenen von Glaßbrenner mag auf der Bühne ganz amüsant mirten. Für die Rundfunfübertragung ist es nicht geeignet. Darüber fonnten auch die zum Teil sehr hübschen musikalischen Illustrationen und einige wirtungsvolle Gesangnummern nicht hinwegtäuschen. Königswusterhausen fandie als Abschluß seiner Abenddarbietungen virtuose Gitarrenvorträge von Luise Walker, die vor dem Mikrophon ausgezeichnet zur Geltung famen Interessant mar am Montag die Vorlesung Hermann Restens aus eigenen Werten. Man hörte einige gekürzte Kapitel aus dem Buch„ Die Liebesbeirat, die Schilderung zweier Menschen, die durch Ehe und bürgerliches Empfinden aneinander gefettet find und die doch sinnlos aneinander vorbeileben. Grausam und überscharf wurde hier hinter die Kulissen des gesetzlich formu fierten Begriffs Ehe" geleuchtet. Ein Konzert am Nachmittag bot gute Kammermusif, doch sollte man bei den Kurzprogrammen des Rundfunks ciwas mehr Einheitlichkeit wahren und nicht in vier Darbietungen vier ausgesprochen verschiedene Stile geben. Tes. Raucher oder Nichtraucher? Keine medizinische Streitfrage! AM Greifen wir hinein ins Leben, in den Alltag: Um die Stunde, da er beginnt. Während der Fahrt zur Arbeitsstätte. Sid bardus Bettmüdigkeit, Unlust über so vielen Gesichtern im Nichtraucher- Wagen. Anders im Raucherabteil! Hier schon aufgeräumte Frühmunterkeit, hier entschlossene Bereitschaft, obenauf zu bleiben, was der Tag auch bringen möge. Eine Zigarette, wie Massary- Caid, ist eben mehr als Genußmittel. CAID 5P Pf. MASSARY- ZIGARETTE! Nie war CAID so reif Beginn der Bildungskurse. Dahlem( M. R.): Werbebezirk Brenzlance Bera( Jüngere): Edule Connenburger Str. 20. Neue Menschen." Referent Stadtrat Genosse Swölfer. Werbebeziet gichtenbera( Aeltere): Seim Sauffstraße. Einführung in den Gosialismus." Referent Bruno Borch.( Jüngere): Seim Scharnweberstr. 29. Werbebezirk Reinickendorf: Seim Lindauer Straße, Barade 1.„ Einführung in den Sozialismus." Referent. Frik Botava. Werbebezirk Webbing( Jüngere): Freitaa. 25. Oktober, Seim Schönsted: str. L. Geschichte der Vrbeiterbewegung. Peferent Genoffe Rudat. Berbebezirk Kreuzberg: Freitaa. 25. Oftober. Heim Waffertorstr. 9.„ Einführung in den Cozialismus." Referent Genosse Anita. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14. Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 St. Gauvorstand: Mittwoch, 23. Of ober, 20 Uhr, spricht der Gausekretär Dr. Diekel, Weimar, im Bürgerfaal des Berliner Pathauses, Rönigstraße, über das Thema„ Wintersport Volkssport". Außerdem gelangt ein Wintersportfilm zur Vorführung. Den Kameraden wird der Besuch dringend cmpfohlen. Eintritt frei. Dienstag, 22. Oktober. Wilmersdorf( Ortsverein): Gaalschuß der SPD.- Versammlung bei Wurzbacher, Pahnhof Grunewald. Schöneweibe- Johannisthal: 20 Uhr Saalichuk. Treffpunkt Looenhaus, Johannis thal, Friedrichftr. 61. Neukölln- Prik, 2. Kameradschaft: 20 Uhr Kameradschafts versammlung mit Frauen bei Balewski, Boddinstr. 57. Vortrag des Ram. Rüter. Mittwoch, 23. Ditober. Charlottenburg, Rameradichaften Wittenberg und 800: 20 Uhr Eaalschuk für die EPD. Bersammlung Schillerstr. 25. Tempel. hof( Ortsverein): 19% Uhr Bhf. Tempelhof Pflichtantreten zum Ummarich des Kreifes Silden. Rentölln- Brig: Pflichtantreten 19% Uhr Bhf. Tempelhof. Röpenid( Ortsverein): Zusammenkunft aller, auch der gewesenen Mitglieder des Tambourkorps im Restaurant Braun, Flemmingstr. 11. Berliner Zither- Club, gegr. 1858, übt ieden Dienstag, 20% Uhr, im Klubhaus, Ohmftr. 2. Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege, e. B. Eikung am Dienstag, 29. Oktober, 20 Uhr. im Snaienischen Institut der Universität. Berlin, Dorotheenstr. 28a. Herr Stadtarzt Dr. Röder hält einen Vortrag über„ Die Organisierung und Eingliederung des Anstaltswesens in die Gesamtgesundheitsfürforge". Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Aerate Deutschlands. Einladung zur Gikung am Donnerstag, 24. Ottober, um 20 Uhr, im Sauptgefundheitsamt ber Stadt Berlin, Fischerfte. 39-42. Tagesordnung: 1. Dr. Hans Kollmis ir.: tommen. Meine Eindrüde in Mostau". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Gäste mill. Berliner Gesellschaft für Psychologie und Charakterologie. Orden liche Sikuna Donnerstag, 24. Ottober, 20 Uhr in der Aula der 20. Boltsschule, Charlottenburg, Bleibtreuſtr. 43. Serr Dr. Paul Cohn, Guben:„ Bodura Boltsbund Naturschuk, B. Freitag, 23 Oktober, 20 Uhr, Aula des Schliemann- Gymnasiums, Gleimstr. 49, Rundgebung für die Erhaltung der märkischen Geen und Wälder; Lichtbilderrortrag Dr. Alofe( gemeinsam mit dem Touristenverein Die Naturfreunde", Sentrale Wien). Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ariensteilnehmer und Aricorrhinder. bliebenen, Ortsgruppe Charlottenburg. Mitgliederversammluna Dienstag, 22 Oktober, 20 Uhr pünktlich), in Edmanns Feitsälen, Berlin- Charlottenburg, Echarrenftr. 34. Tagesordnung: Die Kriegeopfer und die Berline: Stadtver. ordnetenwahlen". Referent Ramerad Baul Mende, Gauleiter. Bereinigung der Frauen und Mütter von Groß- Berlin. Der Beratungs abend für die Frauen und Mittter von Groß- Berlin findet am Montag, 28. Oftober, im Bürgerfaal des Berliner Pathauses, Rönigstraße, statt. Bortrag des Herrn Staatsanwalts Quentin:„ Beweggründe zum Berbrechen". Dis fuffion. Anfang 20 Uhr. Zutritt frei. Defterreichisch- Deutscher Volkskund, e. B. Portragsabend. Der Sektions chef im Bundesministerium für Unterricht in Wien, Dr. Josef Pohl, spricht im Rahmen des Schulausfchfies des Bundes am Donnerstag, 24. Oktober, 20% Uhr, in der Deutschen Gesellschaft", Schadowstr.6-7, über„ Das öster reichische Bildungswesen". Diskussion. Gäste, auch Damen, willkommen. Anmeldungen an die Geschäftsstelle des Boltsbundes, Berlin N. 40, Kronprinzen. ufer, 19, erbeten. Long e: low English Debating Club. Mittwoch 20 Uhr: Zahnärztehaus, Bülowstr. 104. Guttmannsaal: Mr William Mann M A: The Present Political Outlook in England." und ausgeglichen. mal probieren! Jetzt muß sie jeder MASSARY ZIGARETTEN The Matiko Besuchen Sie die Tauschbüros: Berlin Cz, Schloßplatz 1 oder Charlottenburg, Goethestr. 42, Ecke Wilmersdorfer Str. Parteinachrichten für Groß- Berlin Werbeversammlungen Sinfendungen für diese Rubrik sinb Berlin G ftets an bas Bezirkssekretariat 68, Lindenstraße 3, 2. Sof, 2 Steppen rechts, zu richten. Heute, Dienstag, 22. Oftober. 6. W 19 Uhr wichtige Funktionärfttung bei Dobroblam, Swinemünder Straße 11. 2. Mht. Die fchulpflichtigen Rinder der Geneffen finden sich heute um 17 Uhr auf den Schulhof Roppenftr. 84 meds Cinübung der Weihnachtslieder ein. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Mittwoch, 23. Oftober. 1. t. 20 Uhr bei Spiegel, derftr. 1. Zusammenkunft allen Funktionäre und bgabe ber Aufnahmen von ber Werbewoche. 4. Mat. 19% he bei Brandis, Stealauer Gtt. 10, Sabtabenb. michtige Mitteilungen. Meusezt 5. t. 19% Uhr im Rosenthaler Sof. Rosenthaler Str. 11-12. Bericht erftattung rom Bezirksparteitag. 6. b. 19 Uhr Rahlabende in den bekannten 2otalen. 7. b. 19 Uhr im Bereinshaus des Nordens, Gartenstr. 6, Borttag:„ Der Rampf um die Arbeitslosenversicherung". Referent Bernhard Strüger. 8. Sibt. 19% Uhr im Rationalhof, Billowstr. 37, Vortrag: Die tommende Finanzreform" Referent Dr, Braunthal. 9. bt. 19% Uhr int Urhushof, Berleberger Str. 29, Bortrag: Die Aus mirtungen des Young- Blanes". Referent Dr. Serined. 10. Abt. Achtung, neues Lotal! 19% Uhr Lotal Steinmeyer, Stabtbahnbogen, Brüderallee, Bortrag: Berlin vor den Wahlen". Referent Georg Maberbola. 2. b. 2. 14. Sbr. 20 Uhr in der Schule, Butbuffer Ste. 3, Vortrag: Die tontmenden Wahlen. Referent Stadtverordneter August Händel. 15. Sibt. 19% Uhr bei Aurtowfti, Felbfte, 8, Bortrag: Die politische Beben. tung bes Stlaret- Stanbals." Referent Reichstagsabgeordneter Rünstler. Berichterstattung vom Bezirksparteitag. Frana 17. 6t. 19% Uhr bei Gchreiber, Triftstr. 63, Bortvag: Berlin vor den Bahlen." Referent Etadtverordneter Karl Bublig. 18. 6. 19% Uhr in der Löwenbrauerei, Sochstr. 2-4, Bericht vom Bezirtsparteitag. Berichterstatter Genoffe Schaffet. 18. st. Die Abteilungsversammlung fällt aus. 20. Abt. 19% Uhr bei Wende, Roloniefte. 147, Borttag: Außenpolitisches." Referent Wolfgang Schwarz, Redakteur. Achtung! Die Bezirksführer treffen fich bereits um 19 Uhr ebendort zu einer wichtigen Besprechung. 21. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Dafür um 19% Uhr Sahl. abende in folgenden Lokalen: Brofius, Reinidenendorfer Str. 63; Böhm, Magstr. 18; Damme, Schulstr. 24. Der Rablabenb im Lofal Silmann findet diesmal im Lotal Schauer, Utrechter Str. 24, statt. Kroll, Utrechter Straße 21; Meyer, Prinz- Eugen- Str. 7; Scholz, Abolfftr. 12. Der Bahls abenb int Lotal Schrepel wird ausnahmsweise nach dem Lotal„ Gachfened", Gerichtstraße, verlegt. Rehfeld, Schulstr. 119. 22. Not. 19% Uhr in der Hochschulbrauerei, Seeftraße Ede, Amrumer Straße, Filmvortrag: Freie Fahrt". Vortrag: Wohnungsfragen." Referent Stabtvarordneter Franz Gutschmidt. 24. 6t. 19% Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62, Borttag: Etatfragen." Referent Siegbert Loewn( Stadtverordneter und Rechtsanwalt). 25. Uht. 19% Uhr im tieinen Gaal bes Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain, Bortrag: Die Wahlkampagne gegen die SPD." Referent Stadtverordneter Mar Urich. 27. Ust. 19% Uhr in den Schönhauser Festfälen, Schönbaufer Allee 129, Bortrag: Sozialpolitische Probleme." Referent Genosse Klausner, M. d. 2. Achtung! Die Bezirtsführer treffen sich um 19 Uhr ebendort. Freidenker. listen mitbringen. 28. Abt. Achtung! Die Mitgliederversammlung Mittwoch, 23. Ottober, fällt GUS und findet dafür Mittwoch, 30. Ottober, statt. Nähere Bekanntnachung erfolgt noch. 20. bt, 20 Uhr Rahlabende in folgenden Zotalen: Klug, Danziger Str. 71, Bortrag des Genoffen Richard Schröter. Clauß, Prenzlauer Allee 51 Referent Genoffe Schönfeldt. Richter, Schliemannitt. 39. Referent Walter Löffler. Riebe, Dunterstr. 15.. Referent Genosse Bohl. Buchhola, Brenz Tauer Allee Ece Stargarder Straße. Referent Genoffe Rnopf. Gäſte fönnen eingeführt werden. 30. 251. 19% Uhr in den Casino- Feftfälen, Bappelallee 15, Bortrag: Apm munale Wirtschaft." Referentin Stadtverordnete Dr. Räthe Frankenthal. 31. 5. 191 Uhr in der Schulaula, Schönfließer Str. 7, Borttag: Die voli. tische Lage," Referent Mag Sendemann. 32. Abt. 20 Uhr in Schmidts Gefellschaftshaus, Fruchtftr. 36a, Bortrag: Bas hat bie Sozialdemokratie auf jugendpflegerischen Gebiet geleistet?" Refe tent Stadtrat lobt. Gympathifierende tönnen buro unsere Genossen eingeführt werden. 33. b. 19% Uhr Mitgliederversammlung mit Gäften in her Schulania, Behenloheite. 10, Bostrog: Celämpft den Sozialismus." Referent Dr. Start Compenftein, M. b. R. Mit dem Thema stehen Soul und Kulturfragen aur Debatte. 34. bt. 10% Uhr Sahlabende im Lotal Neumann, Gubener Str. 48, Botines bes Genoffen Geotg Stieglis. Botal Geiblis, Romintener Str. 7. Bot trag: Sugenberg- Beltsbegehren." Referent Genft Reumann. 35. h. 10% Uhr bei. Goul, Samariterftr. 38, Bostraga ufunftsaufgaben fofalitischen Stommunalpoliti Referent Stadtrat Will Günther. 36. 25. Die Mitgliederversammlung fällt aus. 37. 6. 1914 Uhr in ber Pasenhofer Braueret, Bandsberger ee 24/27. Bichtige Bartelfragen. Mitgliedsbuch legitimiert. 38. b. 19 Uhr wichtige Funktionärsigung bei Schmidt, fruchtfte, 364. Beairfsführer mufen erscheinen und bringen bie Ergebniffe bet Berbemode mit. Anschließend un 20 ht benfalls het Schmidt, italiebeaverfamme fung. Bottag: Bier Jahre Reinarbeit im Stadtparlament. Referent Sigoineroroneter Alfred John 39, 61 20 Uhr in Gigungstaat bes Baugemattshaufes, Großbeerenfe. 96, Bozitage Die fommenden Wohlen. Referent mich noch befanntgegeben. tung! Um 18% Uht Funktionärligung im gleichen aum 41. A. 30 Uhr im Botol Friesenflaschen, Stiefenitz 14, Bomisag: Die Bebeutung ber Kommunalwahlen" Referent Grid Flatos, Stabtoen nbpeter. Gäste unb Bormarts Sefer find mitzubringen. 42. 6 20 2hr im Bücherfaal, Bilderfir, 61. Bortrag: Bahlen." Referent Cbuard Bachert, M. 6. 2. Berlin bor bett 43. bt. 19% 1hr bei Rabe, Fichteftr. 29, Vortrag: Die tommenben Bablen Referent Stadtrat Rarl Segfchnld. Gaite baben Butritt. 45. Abt. Die Abteilungsperfammlung Mittmod fällt Defilt Gruppenabende. Gruppe Ainfti bet Minnig, Laufiger Ctr. 44. Referent Genoffe Grün. Gruppe Rubent bei Matfchens. Forfter Git. 9. Referent Milli Marsie. Grappe Soch bei Bienaiers, Reichenberger Str. 104, Refe tent Genoffe Giemert. Gruppe Sohlftein bei Gommer, Wiener Str. 20. Referent Gentofte Fischer. 46. bt. 19% Uhr im Lofal zum Krokodil", Sochbahnhof Schlefifches Ton Vortrag: Berlin vot den Wahlen." Referent Friebrid Dreifer. 47. BE 20 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25 Bortrag: Die Gozialdemokratie und die Kommunalpolitische Zätigteit." Referent Stabt. verordneter Rarl Sitte. Gäfte und Borwärts Leler find herzlichst mill. Fomment. Charlottenbuza. 31. t. 1914 Uhr Sablabende. 1. Gruppe: Schellbach, Sönigin Elisabeth- Str. 3, Bortrag: Unser Recht in Rommune, und Staat. Stefe tent Simon Ragenstein. 2. Gruppe: Sofal Jamin, Gophie- Charlotte Str. 88. 3. Gruppe: Lotal Dörre, Dandelmannftr. 18. Vortrag: Unfer Redyt in Kommune und Staat." Referent Stabtverordneter Gustav Söbide. 54. 6. 20 Uhr in Jugendheim, Rosinenfte. 4. Bottoag: Unfer Ramaf um bas tote Saus." 81. Abt. Friebenau. 20 Uhr 8ablabend bei Baginsti, Stubenrauchstraße Ede Taunusstraße, Bottrag: Berlin nor den Wahlen. Referent Guftqu Gabath, M. D. 2. 82. Ant. Steglig. Die Zahlabende für Ottober finden heute in folgenden 26talen ftati: 1. und 2. Beairt: Schellhafe, Ahornftt. 15a; 8. und 4. Beaizf: Richter, Feldstr. 8, Bortrag: Rommunalpolitik." Referent Genoffe Sarmes; 5. und 6. Bezirk: Gelir, Bismedffr. 65; 7. Bezirk: Silbende, Lichterfelder Str. 1; 9. Bezirk: Bernide, Berlinideste, 1, Bortrag: Rom munale Cleftrigitätsr.irtschaft". Referent Genoffe Dir. Echäfer( Bemag). 8. Besir tagt erft am 30. Oftober. 85. Abt. Tempelhof. Die Genoffen beteiligen fich an ber, Demonstration bes Reichsbanners, Treffpunkt 19 Uhr Bahnhof Tempelhof. Reutöllu. 93. bt. 83., 84. unb 85. Besirt: 19% Uhr Sahlabend im Sotal König, Böhmische Str. 43/44, Bortrag: Kommunale Fragen. Referent Stadtrat Reinhardt 98. Abt. 19 Uhr bei Teich, Rnefebeditt. 185, Funktionärligung. Die Bezirksführer find dazu eingeladen. Sichtenberg. 15. 261.19% Uhr bei Goffe, Finomstraße Ede Charnweber. ftraße, Schlußabrechnung von der Fahnenweihe. 118. bt. 19 Uhr in der Schulaula, Siegfriedstraße, Bortrag: Berlin vor den Wahlen." Referent Stadtverordneter Sermann Amberg. 128. bis 130. bt. Bankow. 10% Uhr Ballabend des 3. Bezitts bei Boreit, Berliner Str. 98/99. 136. ht. Retnidendorf- Dit. 19% Uhr im Schenhaus, Resibenaftr. 1, Bor trag: Die Bautätigkeit der Stadt Berlin. Referent Gentofte Dietmann ( Geschäftsführer des Märkischen Wohnungsbau"). Sympathifierenbe baben au Diefer Berfammlung Butritt. Die Bezietsführer laben ein, 139. b. Segel, Senelort. 20 Uhr im Lokal zum Schwan", Mitgliederper jammlung, Bortrag: Unfere tommunale Arbeit." Referent Begirtsner. orbacter Saupt. 42. Abt, den Mitgliedern zur Kenntnis, baß die von der Genoffin Bost gefundenen Schlüffel im Botal Bietsborf, Urbanite, 6, abzuholen find. 85. Apt. Tempelhof. Die ursprünglich auf Dienstag, 22. Oftober, angefeßte Mitalieberneriammlung fällt aus und findet am Montag, 28. Dltober, ftatt. Beute, Dienstag, den 22. Oftober: Wilmersdorf. 20 Uhr im Lotal Wurzbacher, Bahnhofsrestaurant Grunewald. Referent: Stadtbaurat Dr. Martin Bagner. Johannisthal. 19% Uhr im Logenhaus, Friedrichstr. 61. Referentin: Stadtverordnete Minna Todenhagen. Morgen, Mittwoch, den 23. Oftober: Zehlendorf: 19% Uhr im Lotal Lindenpart, Berliner Str., Ede Gartenstr. Referent: Otto Meier, M. d. L. 23. Abt. Webbing. 19% Uhr im oberen Saal des Lotals Steinader", Seestr. 44, Ede Müllerstr. Referent. Stadtverordnetenvorsteher Johannes Haß. 57. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr in der Aula des Schiller Realgymnasiums, Schillerstr. 26. Referent: Stadtrat Albert Horlig. 101. h. Erentom. Mittwoch, 23. Dftober, Befuch der meltlichen Gamle in der Rütlistraße. Treffpunkt 9 Uhr an der Bouché Ede Graekstraße. 1404. 20. Bittennu Allen Genoffinnen zur Kenntnis, daß unser Frauen obanb augunften ben heutigen Kreisneranttaltung in Waidmannslu. LOLI Bergichios, am Bahnhof, ausfällt. Die Genoffiunen beteiligen fic ait der öffentlichen Wählerinnenversammlung teftios. Jungjozialisten. Gruppe Zempelhof Marienbarf, Unser Seimoberb fällt aus. Die Sempel. bofer Genoffen beteiligen fich an der Mitgliederversammlung der Bartei. Geburtstage, Jubiläen usw. 16. b Unieren Genaffen Artur& nael und feines Ghefton bie her Boten Glidmünite zur Gilberhochzeit. 34. Abt. Unferem Leben Genofjen Emil Jahn und Ehefrau, Bofenez Straße 10, nachträglich bie herzlichten Glückwünsche zur Silberhochzeit, 77. bt. Schöneberg. Hajerem altbewährten Genossen Bilheim Briefest an feinem 70. Geburtstage bie herzlichsten Glüdwünsche. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation $ g 9. Abt. Unfer lieber Genoffe Baul Road, ber langjährige frühere Abteilungsleiter der 9. Abteilung ist aut Freitag, 18. Oktober, verstorben. Chre feinem Andenken! Die Einäfcherung wird noch bekanntgegeben. 10. Abt. Unfer lieber Genoffe Rai Saedel ist im Alter von 46 Santen petitorben. Chre feinem Andenken! Einäfcherung morgen, Mittwoch, 23. Olio33. bt. Unfer Genosse ftis Rösler fen., It Stralan 50, ist im tog. 22. Oftober, 16 Uhr, auf dem Friedhof Alt- Stralau. 58. Bebensjahre verstorben. Ehre feinem Andenken! Bestattung heute, Diens. 109. Abt. Friedrichshagen. 20 Uhr im Gesellschaftshaus, ber, 13% hr, it rematorium Gerichtstraße. Friedrichstr. 137. Werbefundgebung und Feierstunde. Musit, Rezitation. Bortrag des Reichstagsabgeordneten 48, Abt. Unfer lieber Genosse Sugo Adam, Brandenburaftr. 73, ift Friz Ebert. Wir wollen werben mir wollen meden. Eintritt frei. Die Nachbarabteilungen sind herzlichst torium Wilmersdorf. Alle Genoffinnen und Genoffen, die fich an dieser Zeit eingeladen. nach längeren Zeiben am 18. Oktober verstorben. Genosse Adam gehört zu benjenigen, die fchon vor dem Cozialistengefeh für die Bartei tätig waren. Ehre feinem Andenten! Einäfcherimg heute, Dienstag, 14% Uhr, im Krema, freimachen fönnen, werden gebeten, fich an der Feier zu beteiligen. Erscheint in Massen!( Rabr, berb.), abgefeben von Morgennebein am Tage ziemlich beiter Frauenveranstaltungen. 9. Streis Bilmersdorf. Donnerstag, 24. Oftober, 20 Uhr, bei Shlenfeldt, Uhland Ede Günzelstraße, wichtige Funktionärinnenbesprechung. 20. Streis Reinidendorf. Seute, Dienstag, 22. Oftober, 20 Uhr, öffentliche Wählerinnenverfammlung in Waidmannsluft, Restaurant Bergfchios, am Bahnhof. Ansprachen ber Genoffin Dr. Räthe Frankenthal und des Genoffen Gufton Areutlein. Sie wünschen frische Milch- frisches Fleischfrische Eier- aber auch frische Margarine. Mit Recht. Denn FRISCHE bedeutet hier alles. Rama im Blauband bietet Ihnen die Gewähr für frische Qualität durch das Datumzeichen auf der Packung. Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend auch in den Mittagsstunden fühl. Für Deutschland: Morgens vielfach nebelig, am Tage meist heiter bei wenig veränderten Temperaturen. Cine Safe Rathreiner mit Milch und Rudee für 10 Pfennig. In Gelfen. fitchen, in Effen und in Berlin sind vor furzem einige Kathreiner- Kaffeestuben eröffnet worden, die schnell beliebt geworden find. Biele tausend eilige Leute bie fich für 10 Pfennige eine vernünftige Erfrischung aönnen wollen merden täglich in den Kathreiner- Stuben bewirtet. Goulfinder auf dem Heimweg, Sausfrauen, die Eintäufe gemacht haben, Arbeiter und Angestellte trinken mit Behagen ihre Taffe Stathreiner und effet ihr Gilddhen Ruchen dazu. Sin und wieder fommt mal jemand, der Kathreiner noch nicht fennt, um iht A probieren. Mehr als elflaufend deutsche Aerzte empfehlen ihn in schrift. lichen Gutachten. MARGARINE Rama im Blauband doppelt so gut Pfd 50 Pfg mit Garantie- Zeichen für frische Qualität JMKARSTADT KELLER Heute NEU! Ketten, Choker-75 Groke Vorftednadeln: 65 Ganz besonders preiswerte Partie U BAHNHOF HERMANNPLATZ DER KARSTADT BAHNHOF Rr. 495 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Auch das ist„ Privat" wirtschaft! Die Nutznießer des Wiener Bankenfrachs.- 3ft es in Deutschland anders? In Wien brach fürzlich die ehemals führende Bank Die Bodentreditanstalt hatte zuletzt einen Stab Don Desterreichs, die Allgemeine Desterreichische Direktoren, der weit größer war als vor dem Kriege, als sich Bodentreditanstalt, zusammen. Eine für die ge noch ihr Betrieb über die ganze Monarchie erstreckte! Sie hatte samte österreichische Boltswirtschaft drohende Katastrophe jezt neben dem Präsidenten und seinem Stellvertreter 5 Bor murde nur durch das Eingreifen der Bundesregierung und durch eine Zwangsfusion mit der Desterreichischen Kreditanstalt für Handel und Gewerbe abgewendet. Der Artikel schildert die ungeheuerliche Art der persönlichen Bestellvertreter, von denen nur der Direktor Weiner ausreicherung, mit der österreichische Wirtschaftsführer, die zugleich die Führer der sozialen Reaktion waren, an dem Zusammenbruch mitschuldig wurden. Der Wiener Fall ist auch sehr lehrreich für Deutschland wo die Unternehmer nicht genug über angebliche Mißstände in der öffentlichen Wirtschaft und die Berschwendung von Staat und Gemeinden flagen fönnen, um von Mißständen in der Privatwirtschaft abzulenfen. Nur zu schnell werden in Deutschland Standale wie der Frankfurter Berficherungskrach und die Raiffeisenaffäre vergessen. Die Red. stands direttoren, 5 Titulardirettoren, 5 Diret toren stellvertreter und 11 Titulardirettoren Wien, 19. Oftober. mest Der Zusammenbruch der Badentreditanstalt wird dem Staat, wie nach der Riesensumme von 132 Millionen Schilling, die die österreichische Postsparkasse zu fordern hat, anzunehmen ist, rund zwanzig Millionen fosten. Die Aktionäre tleinere Kapitalisten, die ihre Ersparnisse in Attien dieser einst so vornehmen Bank angelegt hatten- werden sieben Achte I ihres Bermögens verlieren, die ganze österreichische Wirtschaft wird auf das schwerste erschüttert, drei hundert An gestellte der verkrachten Bant sollen abgebaut werden, und in den Industriebetrieben, die der Bank gehörten, dürfte es auch zu manchen Einschränkungen kommen.. furz überall not und Elend als Folge des Krachs, menn auch mirtlich dank der gelungenen Fusion im legten Augen blid noch eine viel ärgere Katastrophe, ein wirklicher Zusammen bruch unserer ganzen Wirtschaft verhindert wurde. Not und Elend überall. Nur die Schuldigen, die, Leiter des Unter nehmens, die durch Leichtfertigkeit und Unfähigkeit all dies Elend herbeigeführt haben, nur sie lachen sich ins Fäustchen. In dem allgemeinen Elend tönnen sie sich als schwerreiche Leute mit ihrer Beute ins Brinatleben zurückziehen. Allina Unsere Abgeordneten Dr. Bauer, Dr. Danneberg und Dr. Bauer, Dr. Danneberg und haben in den Beratungen im Nationalrat und im Aus. schuß soviel Material darüber vorgebracht, das nicht abgeleugnet werden konnte, daß man über die ungeheuren Beträge, die die Direktoren aller Kategorien vor und nach der Katastrophe ein geftedt haben, ziemlich genau informiert ist. geschieden ist. Die Direktoren hatten ein Einkommen DON 130 000 bis 200 000 Schilling im Jahr, die Stellvertreter 60 000 bis 70 000 Schilling. Standalös, ja geradezu betrügerisch wie Bauer und Danneberg feststellten war die Wirisaft mit den Lantiemen der Direttoren. Es wurden nicht nur Tantiemen von den Jahreserträgen, sondern sogar Vierteljahrs: tantiemen ausbezahlt und zwar auf Grund von Bilanzen, die, pie die Leitung schon damals wußte und wie jetzt ganz offenfundig ist, falsch, wenn nicht gefälscht waren. Die letzten Vierteljahrstantiemen wurden noch am 30. September 1929 ausbezahlt, wo sich die Leitung über die Situation des Unternehmens in feinem Zweifel mehr befunden haben kann. Allina stellt fest, daß schon im Jahre 1927 der Deffentlichkeit eine falsche Bilanz vorgelegt wurde, und daß die nur seit Einführung der Goldbilanz unberedfigterweise ausbezahlten Dividenden und Tanfiemen nicht weniger als 25 Millionen Schilling ausmachen! Die Bodenkreditanstalt hat wegen des Geschäftes mit der Bojt sparkasse den Kurs ihrer Aftien fünstlich hinaufgetrieben, und sie hat zu diesem Zwecke sogar falsche Bilanzen veröffentlicht, in denen Reingewinne ausgewiesen wurden, die gar nicht erzielt wurden. Von diesen falschen Reingeminnen wurden dann die Iantiemen ausbezahlt. Im vorigen Jahre hat der Staat der Donau- Dampfschiffahrts- Gesellschaft, einem Konzernunternehmen der, Bodentreditanstalt, eine Subvention von zwei Millionen Schilling zunächst für das laufende Jahr bewilligt, damit der Personenverkehr aufrechterhalten werden könne. Bon dieser Subvention haben sich, wie Danneberg unwidersprochen erzählte, die Bermaltungsräte fofort 58000 Schilling als die Berwaltungsräte fofort 58000 Schilling als Tantiemen auszahlen lassen... Man sieht, wie ungleich hier die Folgen des Zusammenbruchs verteilt sind: die Schuldigen haben jedenfalls nicht zu flagen. Daß sie obmohl mir ein Banthaftungsgefeß und ein Strafgefeß haben vor den Zivil- und Strafrichter tommen, dürfte kaum anzunehmen sein. Beratungsstelle lebt weiter. P. Da ist vor allem der Präsident Sieghart, Berlängerung der Richtlinien bis Ende dieses Jahres. dar Hauptschuldige, der sich mit einem Bermögen von fünf Millionen Dollar also rund zwanzig Millionen Zwischen dem Reich und den Regierungen der Länder ist leberMart in das Privatleben zurückzieht. Diese einstimmung darin erzielt morden, daß die Richtlinien der Be Gumme ist zwar mir fchäzungsmeise feftgestellt, aber fic murderatungsffelle für Auslandskredite, deren Gültigkeit am 20. Oktober sowohl von Dr. Bauer wie von Allina angeführt, ohne daß jemand fie zu bestreiten wagte. Es ist jedenfalls nicht zu verwundern, menn mon erfährt, daß Sieghart ein Einkommen von 500000 Shilling( 300 000 mart) jährlich versteuerte, wofür die Steuer allerdings nicht er selbst, sondern die Bank bezahlte. Allina, der Obmann des Reichsvereins der Staatsbeamten, verglich dieses Einkommen mit dem des ehemaligen Präsidenten Theodor Taussig, dessen Genialität das Unternehmen großgemacht hatte und der nur ein Siebentel davon, nämlich 70 000 bis 80 000 Schilling jährlich Einkommen hatte. Daneben hat Sieghart auch noch seinen Angehörigen riesige Kredite bei der Bank weit unter dem üblichen Zinsjust vermittelt. Daß der Schwieger schn Siegharts im Finanzministerium Präsidialist war, sei nur nebenbei erwähnt, obwohl es mit der Duldung und Förderung, die diese Wirtschaft bei der Regierung fand, nicht außer Zusammenhang stehen dürfte. Die Mißwirtschaft der Oberleitung. Wie freigebig man gegenüber den Direktoren war, zeigt die schon seit längerer Zeit bekannte Tatsache, daß der General direktor Beiner, der sich mit dem Präsidenten Sieghart nicht vertrug, nicht nur mit einer Abfindung von 700 000 Schilling ( 420 000 mart) entlaffen wurde, fondern auch noch eine Pension von 180 000 Schilling( 108 000 Mart) jährlich nebst einer Personal zulage, deren Höhe allerdings nicht befannt ist, erhält. Da seine Benfionierung schon Ende 1923 erfolgte, hat er bisher etwa amei Millionen Schilling bezogen. MNU WOHLICE abgelaufen war, bis zum 31. Dezember dieses Jahres in der bis herigen Form verlängert merden. Die ungeflärte Lage am internationalen Kapitalmarkt und die noch ausstehende Klärung der innerpolitischen Finanzfragen sollen Anlaß zu dieser Verlängerung gewesen sein. Durch diese Vereinbarung besteht jetzt wenigstens Klarheit, mas mit der Beratungsstelle a un ä ch ft geschieht. Auch die provisorische Berlängerung des Instituts der Beratungsstelle ist aber an sich bedauerlich. Es wäre wünschenswert gewesen, daß schon bis zum 20. Ottober das Definitivum angestrebt worden wäre, nachdem über die Unhaltbarkeit des jetzigen Zustandes auf gar keiner Seite mehr 3weifel bestanden haben. Wenn in der bürgerlichen Preffe darauf hingewiesen wird, daß die Fortdauer der Beratungsstellenkontrolle einen Schaden anrichten tönne, weil ohnehin im Ausland feine Möglichkeit für die Aufnahme von Anleihen bestehe, so trifft das nicht ohne weiteres zu. Es läßt sich feineswegs über: sehen, wie die Verhältnisse auf dem ausländischen Kapitalmarkt sich entwickeln, denn gerade die allerlegten Tage haben gezeigt, daß von 3 Stunde zu Stunde auf den internationalen Kapitalmärkten ein um fchwung eintreten kann. Die New Yorker Aktienbaile hat sich bereits auf London und andere europäische Märtte über tragen, und der Kurseinbruch auch an der Berliner Börse vom vorigen Freitag und Sonnabend hängt mit diesen Borgängen zu sammen. Zugleich haben sich in New York während der letzten acht Tage die Kurse der deutschen Anleihen recht erheblich gebessert, so daß im ganzen besonders wenn man die wieder diskutierte Möglich: teit einer Distontfentung in New York hinzunimmt die Dienstag, 22. Oftober 1929 Chancen für Auslandsanleihen sich plötzlich ge= beffert haben. Sofortige Ausnutzung befferer Möglichkeiten ist ober das erste Gebot bei Anleihetransaktionen, und diesem ersten Gebot kann die unveränderte Berlängerung der bisherigen Bestimmungen für die Anicihekontrolle entgegenwirken. Immerhin fann Schaden verhütet werden. Es müßte dafür gesorgt werden, daß die Anleihekontrolle so durchgeführt wird, als ob sie nicht mehr bestünde. Zu dieser Liberalität müßten sich die entscheidenden Stellen gerade im gegenwärtigen Augenblick bereit finden. Die Berliner Elettro- Konzentration. Ludwig Loewe mit der Gesellschaft für elektrische Unternehmungen verschmolzen. Die schon seit Jahrzehnten bestehende enge Zusammenarbeit zwischen der Ludwig Loewe AG. in Berlin- Moabit und der Geffürel( Gesellschaft für elektrische Unternehmungen) hat jetzt zu einer völligen Berschmelzung dieser beiden Unternehmungen geführt. zugleich wird auch die Agwea( AG. für Gas-, Wasser- und Elektrizitätsanlagen) in die Fusion einbezogen. Die Ludwig Loewe AG., die in der Deffentlichkeit vielfach noch als ein reines Maschinenunternehmen( Werkzeugmaschinenbau) angesehen wird, besitzt schon seit Jahren nicht mehr den Charakter eines ausgesprochenen Fabrikationsunternehmens. Allein der Buchwert der in der Bilanz ausgewiesenen Elettro= beteiligungen beziffert sich auf rund 10 Millionen Mart, während ihr tatsächlicher Bert sich auf annähernd 30 Millionen Mart beläuft. Dagegen werden in den eigentlichen Fabrikationsbetrieben zurzeit höchstens 2000 Mann beschäftigt, so daß die Entwicklung der Ludwig Loeme AG. zu einer Holdinggesellschaft deutlich sichtbar wird. Daß Ludwig Loewe seine Kapitalien fast ausschließlich in der Elektroindustrie investierte, ist auf alte Berbindungen mit der Geffürel zurückzuführen. Dieses Unternehmen, daß nach der Inflation sein Kapital auf 30 Goldmillionen zusammenschnitt, hat in den letzten Jahren einen taum zu stillenden Kapitalhunger gezeigt. In überraschendem Tempo wurde das Rapital seit 1926 von 30 bis auf 75 Millionen Mark herausgesetzt. zur Durchführung der Berschmelzung mit Ludwig Loewe( Kapital 20 Millionen Mark) wird die Gesfürel ihr Attienkapital um weitere 25 auf 100 Millionen Mark erhöhen. Die Bedeutung dieses Unternehmens liegt auf dem Gebiet der Finanzierung des in ständiger Entwicklung be findlichen Elektrifizierungsprozesses. Seine wichtigsten Beteiligungen in Deutschland liegen in Schlesien, mo es an sämtlichen größeren Kraftwerken beteiligt ist, somie in Bayern und Baden. Auch im Auslande hat die Gesellschaft erhebliche Kapitalien investiert. Der 3wed der Verschmelzung ist, durch Zusammenschluß der bisherigen Gemeinschaftsarbeit eine größere Stoßtraft zu verleihen. Da besonders Ludwig Loeme und die Geffürel über millionenschwere innere Reserven verfügen, so wird die Stoßkraft Des neuen 100- Millionen- Unternehmens sich mit den führenden deutschen Elettrotonzernen messen fönnen. Wie noch mitgeteilt mird, ist ein Personalab bau bei der Fusion nicht be= absichtigt. Ford baut in Köln. Die Berliner Fabrik wird aufgelöst. Durch Berhandlungen zwischen dem Kölner Oberbürgermeister und dem Berliner Ford- Bertreter ist jetzt festgelegt, daß Ford seine deutsche Autofabrit im Industriegelände von Niehl bei Köln errichten wird. Der Bau einer Montagefabrit soll sofort begonnen, von der Montage soll später zur Bollproduktion übergegangen werden. Zunächst dentt man mit tausend Arbei tern auszukommen. Mit der Errichtung des Kölner Betriebes soll die Ford- Erzeugung von Berlin nach Köln verlegt und das Berliner Wert geschlossen werden. Köln ist deshalb gewählt worden, weil das Ruhrgebiet das größte Absatzgebiet Deutschlands ist und Köln sowohl frachtgünstig für die Zufuhr der Rohstoffe aus England für die Montage als auch später aus dem Ruhrgebiet für die Produktion liegt. Opel- General Motors und Elite: Werke. Die Elite- Diamant- Werte. G. stellt ihre Zahlungen ein. Die Elite- Diamant- Werke. G. ftellt ihre Zahlungen ein. Wie aus Chemnitz gemeldet wird, hat die Elite DiamantWerte A. G. ihre Lieferanten davon verständigt, daß sie ihre Zahlungen einstellen müsse. Die Elite- Diamant- Werte 2.-G. find alio fontursreif. Für die gegenwärtige Belegschaft von etwa 400 Arbeitern und Angestellten bedeutet das die Arbeitslosigkeit. Sm vorigen Jahre ist die Herrschaft über die Elite- Werke auf DURCH ELEKTRIZITÄT! ABENDS WÄRME BEI LEKTŰRE UND ERHOLUNG die heutige Adam Opel A.-G. übergegangen. Man vermutet, daß die Adam Opel A.-G., die heute mit der General Motor Corporation identisch ist, sich an der Motor- und Fahrradproduktion der Elite merte fünftighin nicht mehr beteiligen wollte. Die Adam Opel 2.-G. batte danach mit anderen Worten den Elite- Werken ihren Kredit entzogen und die weitere Finanzierung der Eliteprobuftion abgelehnt. Praktisch hat die Adam Opel A.-G., wenn die ausgesprochene Bermutung richtig ist, die Herrschaft über die EliteWerte also deshalb erworben, um einen Konkurrenten loszuwerden. Die Adam Opel 2.-G. schreibt lieber das erworbene Aktienpaket ab, als daß fie die Eliteproduktion aufrechterhält. Auffallend ist, daß Opel- General Motors, die fünf Sechstel des Attienkapitals von 6 Millionen bei Elite besigen, noch vor 2 Monaten sich eine Forderung über 1,5 Millionen haben hypothefarisch sichern laffen. Wie wird General Motors für die arbeitslos Gewordenen forgen? Meichsbahn hat Rumänien leiht deutsche Reichsbahnlokomotiven. Die Deutsche August dieses Jahres und zwar auf Grund einer Vereinbarung vom den rumänischen Staatseisenbahnen aus ihren Beständen schon einmal hundert Lokomotiven geliehen. Töne unter der Lupe... Auf Wunsch der rumänischen Staatsbahn leiht die Deutsche Reichs bahngesellschaft jest weitere 50 Güterzuglofomotiven. Man hat von diesem Leihgeschäft bisher wenig gehört, feine ge= schäftlichen Auswirkungen wären auch für die deutsche Deffentlichzeit interessant. Der russische Zündholzerport. In den ersten neun Mo= naten 1928/29 hat Rußland insgesamt 9832 Tonnen Zündhölzer im Werte von 3,50 millionen Rubel exportiert gegen 5349 Tonnen im Werte von 1,71 Millionen in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Man nimmt an, daß von diefer gewaltig gesteigerten russischen Zündholzausfuhr mehr als 50 Broz nach Deutschland gegangen sind. Die Tonkurven der ParlophonPlatte zeigen mikroskopisch feineAusschläge: die Obertöne. Sleerzeugen den weichen, klanggesättigten Ton. Die Lindström- Aufnahmetechnik erschliesst die ,, Obertöne" Jeder Ton, so einfach er uns erscheint, ist aus einem Grundton und mitschwingenden Obertönen zusammengesetzt. Diese Obertöne erst ergeben Glanz und Fülle des Tons der Parlophon- Platten. Besonders empfehlenswerte neue Platten: P. 9855/58 Konzert für Violine mit Orchester ( Tschaikowsky), op. 35 Bronislaw Huberman. von P. 9434/39: III. Symphonie ( Beethoven), Max Schillings mit Orchester ( Mitglieder der Staatskapelle). P. 9861: O lieb', so lang du lieben kannst( Liszt); Die Nacht( Rubinstein). Meta Seinemeyer mit Orchester ( Mitglieder der Staatskapelle). B. 12093: Strömt herbei, ihr Völkerscharen; Das Herz am Rhein. Emanuel List mit Orchester. Musikapparate auch auf Teilzahlung. 16 Winterjoppen werden jetzt besonders verlangt! Wenn Sie eine warme und bequeme Joppe brauchen und billig kaufen wollen, kommen Sie zu uns! Herrenjoppen 33. 27. 24. 18. Knabenjoppen 24. 18, 12, 850 Strickwesten mit Kragen 975 720 Verlangen Sie gratis unseren neuesten Katalog! BAER SOHN= Berlin N4, Chausseestraße 29/30 Direktion Dr. Robert Kleir Deutsches Kunstler- Theat PARLOPHONE hat die natürlichen Obertöne . Parlophon- Musikapparate und-Platten führt bereitwilligst ohne Kaufverpflichtung vor: Odeon- Musikhaus, G.m.b. H., Berlin, Leipziger Str. 110 Parlophon- Haus, Friedrichstr. 91 Columbia- Musikhaus, Kurfürstendamm 29 Richard Rühle, Musikhandel, Oranienstr. 64 sowie jedes gute Fachgeschäft • CARL LINDSTRÖM A.-G., BERLIN SO 36 Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 22. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 228 20 Uhr Dienstag, 22. 10. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus! 19 Uhr Der Barbier von Lohengrin Sevilla Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. Vorst. 69 20 Uhr am Gendarmenmarkt A.-V. 201 20 Uhr Salome Musik Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr 2x2= 5 SCALA Tägl. 2 Verstell. 5 and 812 Shr Barbaresse 9256 Unsere neuen Preise: Wochentags 5 Uhr 60 Pf. bis 3 Wark Tigl. 82. Sonnt. 5 Uhr 1 bis 6 Mark Charlie Rivel, 3 Whirlwinds, Long Tack Sam asw Tägi. u. 815 PLAZA S2, 58.8 Alex. E. 4.8066 INTERNAT. VARIETE CASINO- THEATER Heu! Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr Neu! Winter Garten* 8 Uhr Zentr. 2810 Rauchen erlaubt Deblars- Truppe, Isabelita Ruiz und weitere Attraktionen Volksbühne Deutsches Theater Theater am Bülowplatz 8 Uhr D. 1. Norden 12 310 8 Uhr Der Kaiser Frühlings v.Amerika Erwachen von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardt Staatl. Schiller- Th. Kammerspiele 8 Uhr 2x2= 5 Staatsoper Am Pl. d. Republik 8 Uhr Salome D.1. Norden 12 310 8% Uhr Der Unwiderstehliche Komödie von Géraldy und Spitzer Regie: Gustaf Gründgens Die Komödie Theater am J1 Bismck.2414/ 7516 Kollendorfplatz 81 Uhr 8 Uhr Kolportage Komödie Militärmusik von Georg Kaiser Regie: Erich Engel Renaissance- Theater Täglich 84 Uhr STEMPELBRUDER Schauspiel von Duschinsky. Regie: Gust. Hartung. Steinolatz C 1. 0901 u. 2583/84. Rennen zu Vertagte Hochzeitsnacht! Strausberg und ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser: Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägl.8 Uhr Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8 Uhr Barbarossa 3937 Max Adalbert Die 81 Uhr andere Seite als Nante am Flügel Rudolf Nelson Berliner Theater Dönhoff170 84 U Lessing- Theater Zwei Krawatten von Georg Kaiser Musik Spoliansky Trianon- Th. Merkur Norden 10846 Gruppe funger Schauspieler Täglich 8 Uhr Cyankali § 218 von Friedrich Wolf U- Bahn: Stettiner Bahnhof Deutscher Metallarbeiter- Berband Donnerstag. ben 24. Oftober, Donnerstag, den 24. Ottober, Berbandshauses, Cinienfte. 83/85 nachm. 5 Uhr, in Ewalds Vereins- abends 7 Uhr, im Barterrejaal des haus, Staliger Straße 126 Lehrlings- Versammlung Vollversammlung aller Graveur- und Ziseleur- sämtlicher Lehrlinge d. Branche Lehrlinge Tagesordnung: 1. Bortrag: Bub und Mädel". 2. Berufs- und Betriebsangelegenheiten. Jugendkollegen! In dieser Berfammlung dari fein Rollege fehlen Agitiert in der Werkstatt und in der Schule für einen guten Besuch und bringt alle Jugenblollegen, die unserer Organi fation noch nicht angehören, mit. Donnerstag, den 24. Offober, abends 7 Uhr, im Colal von Safe, Lindower Str. 26( Wedding) 2391 Täglich 81% Uhr Der gr.Lustspielerfolg Das kommt doch Theat. d. Westens alle Tage vor Tägl. 8% Uhr Riemann, Aknay, Marietta al er Wicker und Wicklerinnen, Landa, Klinder Mi und So. 4 Uhr Masik v. Oskar Straus Aschenbrödel Käthe Dorsch Michael Bohnen Theat. Kottb.Tor 3Musketiere arnowsky- Bühnen Kottbusser Str. 6 Regie: ERIK CHARELL Gesamtausstattung Prof. Ernst Stern Musik- Leitung: Ernst Hauke Sonntag nachm. 3 Uhr Uhr gekürzt halbe Preise. ROSE Gr. Frankfurter -THEATER Straße 132 Billettkasse: Alexander 3422. Täglich 81 Uhr: ( Sonntags 5% und 9 Uhr) Die leichte Jsabell Sie zahlen für Rg.- Balkon( Seite) 50 Pl., für einen guten MittelRang 80 Pf., für Seitenparkett 1 Mk., für II. Parkett 1,20 Mk., für 1. Parkett und Rang- Balkon Mitte 1,50 Mk. Jeden Sonnabend 5 Uhr u. Jeden Sonntag 20 Uar: Schneewittchen. Jeden Mittwo 5 Uhr: Das tapfere Schneiderlein Mein KapitänDienstag, 22. Oktober Kautabak nachmittags 1%, Uhr. schmeckt mir doch am besten! Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8% Uhr Die erste Mrs. Selby mit Fritzi Mossary Komödienhaus Täglich 8, Uhr Scribbys Suppen sind die besten mit Kurt Bois Tägl. 8 Uhr auch Sonnt. nachm. 3 U. Ellie Sänger Der doppelte Alwin! Ein Weltrekord d. Lach." am Zoo Planetarium Verling Joachimsthaler Straße B.5 Barbarossa 5578 16% Uhr Herbstabende am SternenMitglieder- Versammlung Isollerer und Isoliererinnen Tagesordnung: der Bau- und Geldschrankschlosser Berlins Tagesordnung: 1. Bericht von dem beendeten Girrit Der Bau- und Geldichrantschlosser und unsere Forderungen dazu. 2. Betriebsfragen. 3. Berschiedenes. 8ahlreiche Beteiligung wird erwartet. Donnerstag, den 24. Oftober. abends 7 Uhr, im Parterrefaal des Verbandshauses, Linienstraße 83/85 Branchen- Versammlung der Einrichter und Revisoren Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Emil Barth. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. 1. Die wirtschaftliche Lage in der Bahlreiches Erscheinen ist unbedingte Elektro- Industrie. 2. Diskussion. Ohne Mitgliedsbuch ein Sutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, den 24. Oftober. abbs. 7 Uhr. im Signngsiaal bes Berbandshauses. Linienfir. 83/85, II. Konferenz der welblichen Vertrauenspersonen und Betriebsräte Tagesordnung: Pflicht. Donnerstag, den 24. Oftober, abends 7 Uhr, im Cofal РОВ Wollschläger, Adalbertstraße 21 Branchen- Versammlung der Drahtarbeiter Die Tagesordnung wird in der Verfammlung bekanntgegeben. Da wichtige Fragen zu erlebigen sind, werden die Rolleginnen und Kollegen er fucht, beftimmt und pünktlich zu erscheinen. Die Bersammlung wird pünktlich er 1. Die Frauen und die Kommunalöffnet. wahlen. Referentin: Rollegin Räthe Kern. 2. Berbandsangelegenheiten und Ber fchiedenes. Betriebsräte! Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 21 int Da es sich um wichtige Fragen handelt, erichtenen und fann gegen Vorzeigung der ift es bringend notwendig, daß jeder Be- Begitimationstarte des Betriebsrats Ob trieb vertreten ist. Die Funktionärinnen mannes in unserem Bureau, Simmer 5, 18 Uhr Bis an die tönnen organisierte Kolleginnen als Gäste täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr. Grenzen der Welt einführen. himmel 20 Uhr Rätsel des Philharmonie Sternenlicates 8 Uhr Tägl.außer Montags u. Mittw. Erwachs. Haydn- Mozart- 1 Mk., Kinder 50 PL Beethoven Abend 4 des Philharm. Orch Mittw.: Erwachsene 50 Pl. Kinder 25 Pf. Dirig. Prof. 1. Prewer Wo spelst man Sinfonien: D- durHaydn, C- dur( Jugut und billig? Nur piter)-Mozart, No. 1 Gross- Berlin C- dur- Beethoven. Eintritt 1 Mk Alexanderplatz Reichshallen- Theater Abends Sonntag nachm. Immer noch: ,, Bei de Stettiner" uikige Fest- Revue! Nachmittags halbe Preise, volles Programm! Billettbest. Zentrum 11263. Oönhoff- Brett: Das große Oktober- Programmi Tanz. Falkner- Orchester Anschluss Hi lentgegengenommen werden. Die Ortsverwaltung. Lasch Tische von Mk 145an 18 RATEN MONATS Metropol- Th. Lustspielhaus Täglich 84 Uhr Lebár dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 84 Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank VAUEN Raddatz Gesundheitspfeife Berlin, Leipzigerstr. 122-123 Dr Perl Schont Herz und Lunge Unbedenkl Rauchen! Arztlich empfohlen Dienstag 22. Oftober 1929 Unterhaltung und Wissen Sylvester Pepper: Wie es kam, daß Begeistert war ich in New York auf ein Schiff gestiegen, um in die Heimat zu reisen. Ich hatte den Entschluß ganz plöglich gefaßt, war von San Franzisto nach New Dort gefahren, hatte Abschied genommen von Freunden und Feinden und war ganz erstaunt, daß die Behörden, die sich meiner Einreise mit allen Regeln der Kunst widersetzt hatten, meiner Ausreise gar teine Schwierigkeiten in den Weg legten. Ganz im Gegenteil, alle Türen wurden gewissermaßen für mich geöffnet, es ging alles wie geölt. Onkel Sam hatte mich in aller Höflichkeit angespien. Nun denn: goodbye! Wir fuhren los. Mein deutscher Patiotismus regte sich mächtig, als außerhalb der Zwölfmeilenzone die Bar geöffnet wurde. Es gab wieder Bier! Um den Ausschant war ein Gedränge mie bei einem Saisonausverfauf. Ein langer Bayer blies mir den Schaum, der auf seinem Glase war, ins Gesicht und freute sich darüber, wie über einen Wig. Die Kapelle spielte das Lied von den alten Deutschen, die auf der Bärenhaut lagen und immer noch eins tranfen, und als dann um Mitternacht die Bar geschlossen wurde, fletterten wir schwankend aufs Ded und tranten dort aus den Flaschen weiter, die wir mit genommen hatten. Es war so feierlich. Da war das weite Meer, und am Himmel erglänzten die Sterne. Wir hielten uns umschlungen und tüßten uns, fangen Heimatlieder, und je leerer die Flaschen wurden, um to rührseliger wurde unsere Stimmung. Einige, unter denen auch tch befand, weinten laut und priesen das deutsche Baterland und fein Bier in allen Bariationen. So vergingen die Tage, und das Gefühl, bald heimzufommen, wurde direkt schmerzhaft. Endlich dann Curhaven!. Die Sonne schien freundlich, und das rote, schräge Dach eines fleinen Häuschens verseßte mich in Entzücken. Wir wurden ausgeladen. Das ging in aller Eile und war gar nicht romantisch, obgleich eine Kapelle uns zu Ehren spielte. Unsere Papiere waren den Leuten wichtiger als mir selber. Die Zollbeamten fluchten und riffen unsere Roffer auf. Ueberall war eine gräßliche Unordnung. Männlein und Weiblein rannten herum und suchten ihre Sachen zusammen. Ich wurde ein pcarmal recht liebevoll angeschauzt, und ein Zollbeamter, der einen Säbel trug, sagte zu mir:„ Schmeißen Sie mal die dreckige Wäsche aus Ihrem Koffer raus, ich will sehen, was drunter ist." D, Heimat, wie bist du so schön! Auf dem Bahnhof stand wieder der Mann mit der roten Müze und mit einem Instrument, das aussah, wie ein Kochlöffel. Man mußte wieder seine Fahrkarte abgeben, wenn man den Bahnhof verlassen wollte, und ich war noch nicht einmal zu Heus, da faß mir der Teufel des Spottes schon im Nacken. Die Eltern empfingen mich herzlich. Das war schön und echt, eber alle anderen Leute staunten mich an und brachten es so weit, daß ich mich als etwas ganz besonderes fühlte. Ich ging darauf ein und trat so auf, wie sie sich vorstellen, daß ich auftreten müßte. Neben einer unverehelichten Röchin, die Zwillinge bekommen hatte, war ich die neueste Sensation im Orte. Es gab da Menschen, die ganz laut wissen wollten, wieviel Dollar ich mitgebracht hätte. In Wirklichkeit hatte ich gar feinen, tat aber immer jo, als wenn es felbstverständlich wäre, daß ich welche hätte. Daraus machten fie gleich ein arabisches Märchen, und ich staunte über ihre Phantasie. Ich murde ein bißchen berühmt". Die Gastwirte fetten ein Lächeln auf, wenn ich ihr Wirtshaus betrat und gewährten mir soviel Kredit, daß es mir schwer gefallen wäre, ihn auszunügen. Die Mütter heiratsfähiger Töchter öffneten mir Tür und Tor. Man föderte nach mir mit den feinsten Abendbroten. Ich, mit dem noch por vier Wochen tein Hund achtbarer Eltern aus einem Napfe gegeffen hätte, ich, der ich als Landstreicher und Weltenbummler der Schrecken guter amerikanischer Bürger gewesen war, vor dem sich fömtliche Türen mit präziser Bünktlichkeit schlossen, ich stand jegt in de Heimat an erster Stelle auf den Listen vernünftiger Eltern heiratsfähiger Töchter von eventuell in Frage fommenden anständi gen, unbescholtenen jungen Männern mit aussichtsreicher Zukunft. Ich lebte herrlich und in Freuden. Aber da alle Herrlichkeiten der Welt einmal ein Ende nehmen, so ließen auch die Einladungen nach, die Gastwirte lächelten gezwungen, wenn ich tam( fie gedachten der vielen Striche in ihrem Hauptbuch), die Berühmtheit fiel von mir ab wie das Laub von den Bäumen, turz, man hatte gemerkt, daß die Märchen, die über mich im Umlauf waren, gar nicht zu mir paßten, und das Betragen der Leute schlug um. Sie verziehen mir nie, daß sie sich in mir getäuscht hatten. Mit meinem Ruhm war es vorbei. Die Köchin mit den Zwillingen und ich, wir hatten geglänzt. Nur ein räubiger Hund, der eigentlich niemanden gehörte und der von der Jugend des Dorfes geprügelt wurde, blieb mir dankbar und medelte mit dem Schwanze, wenn er mich sah. Ich hatte ihn in den Tagen meines Glanzes einmal gefüttert, und da mais hatte man das einstimmig als menschlich und mitleidig gepriesen. Als ich auch jetzt noch zu dem verhungerten Hunde und der Köchin hielt, sprach man ebenso einstimmig das Berdammungsurteil über mich aus. Mein Geld war radikal alle. Ich stand vor der Notwendigkeit, mir Arbeit zu verschaffen. Wohlmeinende Menschen hatten mir den Rat schon lange gegeben, und nun trieb mich der Funger, ihn zu befolgen. Ich hielt mir selbst erst eine Rede über die Würde der Arbeit und versuchte dann mein Glück. Der erste Unternehmer jah so feist und dick aus( er hatte ein Doppelkinn und eine Glaze), daß mir der Schalt gleich auf die Zunge sprang und ich ihn folgender maßen anredete: Hochverehrter Herr, ich habe die halbe Welt bereist und nirgends gefunden, daß sie rund ist. Ich habe mit Chinesen Tee getrunken und beim Baden in den Gewässern der Südsee mit Haifischen getändelt. Ich hab die Bekanntschaft mit den Läufen der amerikanischen Einwanderungshallen gemacht, und da ich nun auch die Ehre habe, Sie fennen zu lernen Raus flog ich. Ich konnte mich melden, wo ich wollte, hinfommen, wo ich wollte, immer wollte man Papiere, Zeugnisse sehen. Himmeldonnerwetter, ich hatte feine! Man sagte mir, dann täte es ihnen leid", und sie ließen mich stehen. Ich hatte wenig Luft, mehr zu scherzen. Ich war einfach ohne Zeugnisse fein Mensch: niemand wollte mich einstellen. Ich lernte, daß es für einen Deutschen Lebensnotwendig feit war, fich mit einem Sad voll Zeugnissen zu schleppen, die meistens das Gegenteil von dem fagten, was der Betreffende leistete. Die deutsche Bureaukratie zeigte mir ihre Zähne. Es ging mir schlecht, es ging der letzte Pfennig, und ich fand feine Arbeit. Es nügte mir gar nichts, daß ich mich auch in der Südsee durdge schlagen hatte und mit japanischen Fischern verhandeln fonnte; ich mar in fein bestimmtes Fach einzureihen, und man übersah mich. Da erinnerte ich mich, daß mir ein amerikanischer Zeitungsmensch einft gesagt hatte, ich könnte schreiben, wenn ich weniger Romantiker fein würde. Ich wandte mich also an Zeitungen mit Artikeln und Gedichten und bekam sie mit mechanischer Regelmäßigkeit zurück. Inzwischen starb ich nicht, aber ich lebte auch nicht. Ich weiß noch gonz gut, wie ich einmal zu einem Redakteur fam mit einem Artikel, auf den ich meine ganze Hoffnung gesetzt hatte. Er lief aufgeregt im 3immer auf und ab diftierte einem Mädchen etwas in die Maschine. Ich blieb an der Tür stehen und wurde übersehen. Endlich nahm er mir den Artikel ab und warf ihn zu einem Stoß von anderen Papieren, die auf seinem Schreibtisch lagen. Er schaute fortwährend nach der Uhr. Irgendwo war eine Wohltätigkeitsveranstaltung für arme Künstler, die ihren Höhepunkt in einem Eisbeinessen haben sollte. Er hatte es eilig und durfte sich einfach nicht verspäten. Ja, ja, der Mensch ist gut! Es ging bergab mit mir im Vaterland, in dem ich, wie ein schwankendes Rohr, bei jedem Sturm zerbrechen fonnte. Meine Gleichgültigkeit hatte eigentlich schon ihren Höhepunkt erreicht, als ich von einem Vereinsvorsitzenden aufgefordert wurde, einen Bor trag zu halten. Ich bat um einen Vorschuß, und ein Wunder war geschehn! ich erhielt ihn. Nachdem ich mich von dem Gelde erst einmal satt gegessen hatte, legte ich mich unter einen Baum in herrlich weiches Gras. Ich rauchte eine Zigarette mit der Nachlässig keit eines Lenauschen Zigeuners und dachte über das Leben nach. Aber da Denten nicht nur alt, sondern auch müde macht, schlief ich darüber ein und wachte erst auf, als mich jemand in die Rippen stieß und mir barsch erklärte, daß es verboten sei, hier zu liegen. Ich hatte mich strafbar gemacht. Ein gelangweiltes Gähnen vermochte ich nicht zu unterdrücken. Seit ich wieder in Deutschland war hatte ich mich schon so oft strafbar gemacht, daß es wirklich schon allen Reiz für mich verloren hatte. Die Sonne schien golden und warm. Der Beamte in seiner dicken, eng zugefnüpften Uniform Maleranekdoten Der befannte Maler Wilhelm Beckmann, der in seinem foeben bei E. S. Mittler u. Sohn in Berlin erscheinenden Buch mandel der Zeiten" aus seinem Leben erzählt, ist mit vielen hervorragenden Persönlichkeiten in Berührung gekommen und weiß besonders von seinen großen Malerkollegen allerlei zu berichten. So schildert er z. B. einen Besuch Leibls in Düsseldorf, wo Beckmann die Akademie besuchte. Leibl wollte den von ihm Beilage des Borwärts schwitzte. Ich bedauerte den armen Kerl. Aber es ist ja Staatsverordnung, daß Beamte in dieser Marterkluft steden müssen auch noch im zwanzigsten Jahrhundert! Nach Erledigung der For malitäten schlenderte ich weiter. Ueberall waren Tafeln angebracht und auf teiner fehlte das bedeutungsvolle Wort: Verboten! Ich lief ziellos durch die Straßen. Es wurde Abend. Die Fenster ganzer Häuserreihen glühten von der sinkenden Sonne. Die Leute, denen ich begegnete, sahen befremdend zufrieden aus. Irgendwo blühte der weiße Flieder wieder auf einem Grammophon. Liebespärchen gingen eng aneinander geschmiegt. Eine forpulente Frau stand auf einem Balton und sang andachtsvoll in falschen, hohen Tönen: Wenn ich ein Böglein wär.. Ein besoffener Kommunist hielt eine geräuschvolle Rede und brüllte:„ Nieder! Nieder!" Ich ging meiter. Ich war in der Heimat, ja. Warum war ich eigentlich wiedergekommen? Mit einer wehmütigen Macht hatte es mich heimgezogen. Jezt merkte ich, daß ich fremd und überflüssig im lieben Deutschland war. Ich war eben kein Ansässiger, nach der Handwerkermoral des Mittelalters, auch keiner, der in gutem Ackerboden fest verwurzelt war. Ich hatte eigentlich teine Heimat. Keine Feimat.. Aber war denn die Welt nicht groß und waren die Menschen nicht überall närrisch? Ich fragte weltvergeffen einen martialisch aussehenden Landjäger nach dem nächsten Weg nach San Franzisto. Er überlegte fiefsinnig und antwortete:„ Da müssen Sie die Kleinbahn nehmen und in Dinkelsbühl umsteigen, glaub ich." Nacht, Sterne und weites Feld. Ganz hinten schwarz zusammengeballt: der Wald. Große, schwere Stelle. Und was da in mir empormallte, das was echtes, tiefes Heimweh. Heimweh nach nackten braunen Mädchen armen und frischen Lippen, Heimweh nach vergangenen Abenteuern mit zerfumpten Gesellen der LandStraße und des Schienenstranges, und trotz allem auch Heimweh nach der Zuckerrohrernte in Sonnenglut und mit knurrendem Magen! Der Wind strich über die Felder. Grillen zirpten. Ich sah mich auf dem Schiff. Besoffen und greinend... auch aus Heimweh! Lächerlich. Es war alles so anders, so ganz anders. seiner Billa zu San Domenico: ,, Welch eine Erscheinung war Arnold Böcklin! Ein stark gebauter Mann mit hoch gewölbter Brust, ohne mit der auffallend kleinen Pupille brach ein durchdringender Blick. die geringsten Allüren eines Künstlers. Aus dem stahlblauen Auge Die quadratische Stirn war tief gefurcht, borstig und struppig 30gen sich die Augenbrauen hin. Trotz des Alters erschien seine Gesichtsfarbe blühend gesund, nur der Bart war start ergraut. Er erzählte, daß er zum erstenmal, als er nach Italien fam, nur eine Woche dann wurden acht Jahre daraus. dort bleiben wollte Jetzt bin ich zwar hier feßhaft," fuhr er fort ,,, fühle mich auch glücklich, aber immer wieder zieht es mich zum Meere. Am liebsten möchte ich wieder in der Umgegend Neapels wohnen und nach Ischia überdamals alle Orte in Schutthaufen verwandelte, hinweggetrieben hat; am Meere möchte ich mein Leben beschließen." Dentt man sich zwischen Erde und Sonne eine gerade Linie gezogen, so gibt es auf ihr einen Punkt, der von der Sonne ebenso start angezogen wird wie von der Erde. Er ist 250 600 Kilometer vom Erdmittelpunkt entfernt. Man könnte jeftsetzen, daß dort der Beginn des Weltraums" zu sehen ist. Dann wäre unser Mond, hoch verehrten Meister Ludwig Knaus perföhnlich fennen lernen, und da gerade in Düsseldorf der Karneval gefeiert wurde, machte er die berühmte Maltastenredoute mit. Am folgenden Morgen, gegen neun Uhr," schreibt Bedmann, fanden die Hofgartenwächter fiebeln, von wo mich seinerzeit nur das furchtbare Erdbeben, welches unter den tahlen Büschen im hohen Schnee, fest eingeschlafen, einen Mann liegen, der als Bekleidung nur ein Wolfsfell umgeschlungen hatte. Sein Rausch war noch nicht so weit verflogen, daß er auf Befragen Rede und Antwort stehen fonnte, und so brachten fie mühselig den„ Germanen" zum nahen ,, Mallasten". Dort erkannte Inführ: Wo fängt der Weltraum an? man den Findling sofort wieder. Es war Wilhelm Leibl. Schnee und Kälte hatten ihm nichts geschadet, und abends saß er wieder gemütlich mit Knaus und Munkascy beisammen." Eine Fülle von bezeichnenden Zügen weiß der Verfasser von Menzel mitzuteilen. Er traf Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Meister in Garmisch zusammen und machte dem Hochbetagten Komplimente über sein vortreffliches Aussehen, meinte, er müsse sich hier in der Höhenluft gut ausruhen. Ich fenne fein Ausruhen, ich fenne nur Arbeit," wandte Menzel schroff ein. Was machen Sie denn hier?" Fußtouren." Da tönnten Sie auch etwas Besseres tun. Sehen Sie mal, ich bin erst seit drei Tagen hier und habe schon zwei Zeich nungen angefangen. Morgen früh um sieben tommen Sie mit Threm Stizzenbuch mit mir zu der Kirche von St. Peter, da arbeite ich." Als Beckmann erwiderte, er habe gar tein Stizzenbuch mit, fuhr ihn die fleine Exzellenz wütend an: Dann können Sie mir gestohlen bleiben." " Ein Beispiel für den unermüdlichen Arbeitseifer Menzels war auch sein Besuch in der Münchener Glyptothef, bei dem ihn Beckmann beobachtete: Ich erblickte den 90jährigen Herrn auf dem marmornen Fußboden tniend, in die Betrachtung des Barbarinischen Fauns versunken. Eine Stunde fast brachte er mit dem Studium diefer einzigen Figur zu. Um 1 1hr wird die Sammlung auf eine Stunde geschlossen. Als ich beim Verlassen des Museums den Haus: inspettor fragte: Wissen Sie auch, wer hier ist?" entgegnete er mit Stolz: Sie meinen wohl Exzellenz von Menzel? Ja, der war schon um 10 Uhr da, als geöffnet wurde, der bleibt über Mittag hier und läßt sich einschließen und geht erst als letzter bei Schluß um 4 Uhr fort, das macht er jedesmal so." Ich war bis ins Innerste beschämt. Sechs Stunden ohne Mittagsmahlzeit in einer Galerie zu verbringen!? Auf diese Weise hat Menzel keine Stunde seines Daseins verzettelt." Am Tage nach dem großartigen Fest zu seinem 80. Geburtstag, an dem er zum erstenmal den schwarzen Adler. orden getragen, beobachtete Beckmann ihn abends auf der Pots damer Straße, wo er plötzlich mie gebannt vor dem Schaufenster des Aschinger- Ausschantes stehen blieb.„ Sehen Sie mal, diese Lichtwirtungen, die Reflege, die Spiegellichter!" jagte er zu dem Herantretenden und zeigte auf die Vitrine mit den Butterbroten, den Lachs- und Sardinenbrötchen auf den schillernden Glasplatten. ,, Das Lachs- und Sardinenbrötchen auf den schillernden Glasplatten. Das ift prachtvoll," meinte Menzel, das muß ich malen." Er setzte dann seinen Weg zu Frederich fort, zu seinem Stammlofal, wo er stets ein und denselben Platz einnahm. Menzel war ein starker Effer. Das Gehirn verbrauchte zuviel, man sah es dem Kopfe an. Nach dem frühen Abendessen nahm er stets gegen 11 oder ½/ 12 Uhr Nach dem frühen Abendessen nahm er stets gegen 11 oder 12 Uhr noch ein großes Beefsteat mit Spiegeleiern zu sich und trant dazu Rotwein. Dafür schlief er, der spät zu Bett ging, lange und gut." Ueberaus streng mar er in der Beurteilung seiner früheren Arbeiten. Bei einer Ausstellung des Künstlerhauses hatte ein Liebhaber ein älteres Bild Menzels erworben und hegte den lebhaften Wunsch, den berühmten Maler fennen zu lernen. Menzel erschien auch in der Ausstellung und ließ sich das vor etwa 40 Jahren entstandene Bild, ein wahres Kabinettstück, zeigen. Lange bejah er es schweigend durch seine Lorgnette. Dann polterte er los: Das ist ein ganz schlechtes Bild, das muß ich total umändern und übermalen. Sie müssen mir das Bild morgen nach meinem Atelier schicken." Der glückliche Ersteher und alle Umstehenden waren wie aus den Wolken gefallen und konnten nur mit Mühe den Meister von dieser Idee abbringen. Der Berfasser befuchte Böcklin an seinem 70. Geburtstag in Trabant, denn als unser Bruderplanet anzusehen. Erde- Mond find der etwa 384 000 Kilometer von uns entfernt ist, weniger als unser ein Doppelplanet, der Schwerpunkt liegt freilich innerhalb des Erdtörpers. Gewöhnlich stellt man sich aber vor, daß der Weltraum dort beginnt, wo die irdische Luft aufhört. Die Höhe der Lufthülle hat man früher start unterschätzt, heute fann man annehmen, daß es sich um ungefähr 1000 Kilometer handeln wird. lleber den Zustand an der Grenze tann man sich feine genauere Borstellung machen. Meist wird angenommen, daß eine feste biegsame Schicht von gefrorenem Stickstoff die Erde umhüllt. Wäre eine solche Hülle( die bekanntlich zur Erklärung des Fadingeffektes im Rundfunk von Heavside erfunden oder erdacht wurde) nicht vorhanden, so müßte die Luft ständig Gas in den Weltraum verlieren. Hält man diesen Gedanken an eine feste Grenzschicht für richtig, so folgt für die Temperatur dieser Schicht weniger als 200 Grad unter Null, für den Druck der innerhalb befindlichen Luft findet man einen Bruchteil von einer Atmosphäre, der mit 33 Rullen beginnt, also praktisch= den Druc Null. Wie es dort aussieht? An der Grenze des Kosmos ist die Schwere auf% gesunken, man fann sich also leichter bewegen. Aber jeber Schritt außerhalb des verschlossenen Raumes unseres Expeditionsschiffes ist der sofortige Tod. Nicht nur die tiefe Temperatur, nicht nur der luftleere Raum, sondern auch die ultravioletten Strahlen der Sonne töten. Wir müssen die Umwelt durch schützende Fenster betrachten. Von der Erde sehen wir nur einen unbestimmten Schein, einzig die Küstenlinien sind erkennbar, das Gesichtsfeld hat einen Durchmesser von 7000 Kilometern, man kann also beide Küsten des Atlantischen Ozeans sehen, und wenn wir einige Stunden da oben schweben, so merken wir, daß wir nun selber zu einem Monde geworden sind. Wir bleiben nämlich hinter der Erddrehung etwas zurück, die äußeren und hochgelegenen Luftschichten rotieren langsamer um die Erdachse als die Erdoberfläche. Sind wir über die Mitte der Atlantik, so wird Europa langsam unseren Blickén entschwinden, Amerika aber wird aufgehen". Von der gewohnten Tageshelle ist an der Grenze des Kosmos feine Spur mehr. Schon in Höhen von mehr als 50 Kilometern wird es halbdunkel, darüber hinaus mehr und mehr dunkel. Denn die Helligkeit unserer irdischen Tage ist eine Erscheinung der Lichtzerstreuung in der dichten Luft nahe der Erdoberfläche. Blickt man nicht gerade in die Sonne, so sieht man also die Sterne. An der Weltraumgrenze beginnt die kosmische Nacht Die reichste Flora. Von allen Ländern der Welt ist Indien die vielfältigste Flora. Man hat dort nicht weniger als 15 000 Pflanzenarten gezählt, während ganz Europa nur etwa 10.000 auizumeisen hat. Dabei ist anzunehmen, daß die indische Flora noch feineswegs vollkommen bekannt ist. Der Gummibaum liefert bei faft täglichem Bohren bis zu einem Alter von zwanzig Jahren Saft; dabei ist beobachtet morden, daßz die ältesten und häufigst angebohrten Stämme die größte Saftmenge liefern. Heute zu Ticks: billige und gute Lebensmittel einkaufen Wurstwaren Dampfwurst............ Pid. 93Pt. Fleischwurst............ Ptd. 1,20 Jagdwurst................ Pd. 1,20 Hausmacherwurst.. Pa. 1,05 Corned beef lose....... PM 1,20 Sülzwurst................ Pd. 98PL. * Schollen Fische ' Grüne Heringe..... a Pid. 62Pt. 3 PM 40Pf. ............ 1 PM, 30Pt. ......... Pd. 48Pt. * Rotbars ' Flundern Bücklinge................ PIL. 42Pt. Stückenlachs geräuchert, Ptd. 1,50 War Leipziger Strasse, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kottbuser Damm, Belle- Alliance- Str., Wilmersdorfer Str. 195 Verkauf sowelt Vorrat Mengenabgabe GEMUSE UND OBST= Kohlrüben..... Möhren Weisskohl....... Rotkohl Wirsingkohl Spinat ........ Ptd. 4Pf. Paranüsse neue Ernte........ Pid. 62Pt. Pfd. 5p. Kochbirnen Pastoren....... 2 Pid.25Pt. .Ptd. 5P. Graubirnen...... .Pfd. 7Pt. Essäpfel..... Ptd. 7Pt. Boskop Ptd. 12Pt. Franz. Wein. Stück von Tauben ausländische. FRISCHES FLEISCH 65 .......... PL .Ptd. 18Pt. .Ptd. 10Pf. .Pid. 18Pf. .Ptd. 38Pt. Schweinekammo. Beilage, Ptd. 1,34 Bratwurst oder-schaft ..... Pt 1,18 Schweinekoteletts Pta Ton 1,38an Rückenfett bratfertig........ Ptd. 1,18 Schweinebauch o. Bellage, Ptd. 1,28 Hammelvorderfleisch 1,12a Pfd. Kassler mild gesalzen.. Pid von 1,28 an Schmorfleisch Kenle, o. Kn., Ptd. 1,32 GEFRIERFLEISCH von Schmorfleisch ohne Knochen, Ptd. 1,20 Hammelvorderfleisch Pav. 86 Suppenfleisch...... Ptd. von 68 Rinderleber. Bürstenwaren P an Scheuerbürsten........... Stack 35Pt.| Peter Mop gebrauchsfertig, Stück 2,85 Schrubber Handbürsten...... Stack 8, 12, 25PL Kleiderbürsten Stück 25, 50Pt. Ideal- Mop- Politur Rosshaarbesen.. Teppichbürsten........ ***** s .Stack 50, 95Pt. Stück 50Pt. .......... Stack 95pt ..... Stück 95Pt. an an Ptd. 1,28 Papierwaren 1 Rolle Butterbrotpapier fettdicht, 75 Blatt 25Pt., 150 Blatt 50Pt. 1 Sort. Tortendecken 18 Stack 50Pf. 100 weisse Servietten........ 35Pt. Käse und Fette Allgäuer Stangenkäse 20%...... Ptd. 62Pt. Dän. Schweizer 30%... Ptd. 98PL Münsterkäse vollfett.... Ptd. 1,20 Harzer Käse............ Ptd. 38PL Margarine................ Ptd. 50Pt. Molkereibutter........ Pt 1,75 Kolonialwaren Neue Linsen............. Ptd. 38 PL. Victoria- Erbsen. ....... Ptd. 24PL Schnittnudeln........... Pd. 42Pt. Eiermakkaroni........ Pd. 48PL Gebr. Gerste............ Ptd. 23PL Gebr.Kaffee PH. 2,80, 2,40, 1,90 200 farbige Servietten....... 75Pt. 95Pt. 8 Rollen Tollettepapier...... 95Pt. 3 Kassetten Briefpapier ca. 25/25 cm, sortierte Muster....... DAS WAHR ZEICHEN FUR BILLIGGUT Die wirksamen Hauptbestandteile von Okasa" werden jetst nach einer Methode, welche durch das Deutsche Reichspatent No. 471 798 geschützt ist, hergestellt! Alles Nähere bitten wir aus unserer unten angegebenen Literatur ersehen. Wenn berhaupt noch eine Verbesserung unseres seit Jahren bewährten Okasa" möglich war, so ist dies jetzt endlich durch diese Methode, welche in langjähriger Arbeit von einem deutschen Arzt entdeckt wurde, gelungen. Es dürfte dadurch ,, Okasa" wirklich das unübertroffene Präparat sein. Ein Geheimnis? Männer! Neue Kraft! " Okasa"( nach Geheimrat Dr. med. Lahusen) Das unübertroffene hochwertige Sexual- Kräftigungsmittel( sexuelle Nexrasthenie). Keir Reizmittel, für das gesamte Nervensystem überaus wohltuend. Ueberraschende Wirkung! Notariell beglaubigte Anerkennungen von zahlreichen Aerzten und tausende Dankschreiben dankbarer Verbraucher beweisen die einzig dastehende Wirkung! Trotzdem gibt es noch Zweifler! Wir versenden daher nochmals von diesem neuen Präparat Zehntausend Probepackungen umsonst. Soeben ist neue Broschüre erschienen. In neuer, gediegenster Ausstattung! Mit neuem, bedeutend erweitertem, hochinteressantem und belehrendem Text! Wir legen diese Broschüre jeder Probepackung kostenlos bei Es sind lediglich 40 PL für Doppelbrief- Porte beizufügen( anverlangte Nachnahmen kennen wir principiell nicht). Zusendung diseret verschlossen durch das Generaldepot u. Alleinversand für Deutschland: Hadlaners Kronen Apotheke, Berlin W. 61, Friedrichstraße 161 Okass( Silber) für den Mann, Originalpackung 9.50 M. zu haben in allen Beachten Sie genau! Okasa( Gold) für die Fran, Originalpackung 10,50 M. Apotheken! Verkäufe Achten Sie auf den Namen Okasa und darauf, dass jede Packung den Namenszug Geheimrat Dr. med. Lahusen trägt es existieren Nachahmungen! ginoleum. Saillat, Roloniestraße 9. Webfehler- Teppiche. Kleine Bebfehler 2 × 3 Aleine Webfehler 2x8 Kleine Bebfehler 2x3% 38, Kleine Webfehler 8x4 Ta Qualität la Qualität Ta Qualität Rehfelb, Babstraße 34, Hausnummer Ohne achten, verlauft fpottbillig gutladierte Speisezimmer, Serrenzimmer, Rüden, Anzahlung. Schlafzimmer, Anrichteküchen 125,-, 148, 195, Ia- Bolfterwaren, Einzelmöbel 15m. Au fierte Rüldjen 195, 275,- ufm., Bücher. enorm billigen Breifen mit langfristigen fchränke 48,-, 78 ufm., Diplomaten. Ratenzahlungen. Fuchs u. Co., Inva fahreibtische 79, 98, lidenstraße 35, eine Treppe, Ede Künstlerbedarf JUERGENS bei Alexanderplatz Neue Königstr.43 Am Sonnabend, dem 19. Oktober, verschied plötzlich an einem Herzschlag mein guter Mann, unser lieber Vater und Schwiegervater, der Korrektor Heinrich Vok im 55. Lebensjahre. In tiefer Trauer Margarete Voff, geb. Burkert. Charlottenburg 5, Sophie- Charlotte- Straße 84. Die Einäscherung findet Freitag, den 25. Oktober, nachm. 5 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Soffmann Pianos. Etammhaus gegründet 1887. Bianos, Flügel, Sar moniums, 100 Instrumente, Auswahl. anerkannte Tonfchönheit, Preiswürdig teit, gilnftige Teilzahlungen. Neue Pianos 900 Mart, gebrauchte 400 Mart an. Stets Gelegenheitstäufe. Alte In ftrumente Gegenrechnung. Vianoforte. fabrit Georg Soffmann G. m. b. S.. Berlin SW. 53. Leipzigerftraße 57 ( Spittelmarkt). Ohne Anzahlung. Bianos, gebraucht und neu. Garantieschein. Thür, Rott buffer Damm 64. I( am Sermannplak). behörteile, größte Auswahl. Machnow Sprechapparate, Blatten, Berke, Ru Weinmeisterstraße 14. Fahrräder 19,- Mark. 24 Mart. Speisezimmer, wundervolles Biteinen. Chauffeeftcake. Mart. bilfeit, Rrebenz, schwerer Aussiehtisch. Batentmatrazen, Bolsterauflagen, 9- wahl. 15, 20,- 25,- 50,- 35, Gebrauchte Fahrräber, größte Aus Mark echte Beberstühle, 875,-, 495,-, 675,-Bapvelallee 12. Bantom. Schmidtftr. 1. Machnow. Beinmeisterstraße 14. Mart usw. Babftraße 34. 59, 2x3 38, 2X3% 55,- Mark. Webfehler- Teppiche. Webfehlerteppich Webfehlerteppidy Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Möbelläufer merte Krebit 18. Garten, Laube u. Balkon Obstbäume aller Art, Beerenobit, Mofen, Riergehölze in reicher Auswah! Sllustrierte Breisliste gratis. Tempel. Albrechtstraße. Fernfpr.: Südring 739. hofer Baumschulen, Berlin- Tempelhoi Kaufgesuche Unterricht Serrenzimmer, Bibliothek, Diplomat 3x4 85 Mark mit englischen Rügen, runder Tifch, und bar Käener, Berlin, Botsdamerstraße 26a. Seberfeifel, Lederstilhle, 295, 375, Möbelbazar, Sausnummer beachten. 495,- ufw. Babfirage 84. große Auswahl. Rehfelb, Babftraße 34, Sausnummer tleine Breife! 23 16- Mart achten, verkauft[ pottbillig Ankleide. Schlafzimmer 455. Speifesimmer 517. Beispielsweise. Webfehlerteppich 2 × 8 22 Mart fchränke mit Spiegel 98,-, 135, 195 Webfehlerteppich 21X3% 34,- Mar? usw., moderne Bettstellen 36, 48, Dielengarnituren 88. Anrichtelüchen 99. Serrenzimmer 389. Spiegelschränke 118. Webfehlerteppich 25% 42, Mart 58,-, Patentmatragen 15.-, 15, Auf Meffingbett ftelle 66. Kleiderschränke 48. 8X4 55 Mark Tegematragen 19,50, 25,- 36, Mar Auch Teilzahlung ohne Aufschlag. mer- Waschtoiletten mit Spiegel 98,-Auflegematraßen 13. Gonftige Möbel Chaifelongues 28. Metallbettstelle Aberhach, Friedrichstraße 163, Etage, 125, Nachttische 19,50, 29, Ede Behrenstraße. 8abngebiffe, Blatinabfälle, Bötzinn entsprechende Preise. Teilzahlung auf Rehfeld, Babstraße 84, Sausnummer fchlaafrei. Bodenraten. Monatsraten. Blei, Quedilber, Gilberschmelze, Gold. Christionat, achten, verkauft fpottbillig Blüfchlofas Rallarabatt bis zehn Bro ent, and it fmelserei Röpenider 98, 125, 148,-, Ruhebetten, prima Anzahlungen. Kleine, auch ohne Ansah. ftraße 39( Salteftelle Adalbertstraße). Getragene Serrengarderobe, Spezia!! 48,-, 65, Rohrstuhle 6,95, 7,50, 9,50, Rinfen. Sauptgeschäft Steglik. SchloßArbeit, 30, 45, Ausziehtische 39,-lungen. Arcbite bis zwei Jahre. Mäßige tät Bauchfiguren, fpottbillig. Nas, Gor Flurgarderoben 29.50. Sorbieffel 7.30, ftraße 107: 2. Geschäft Neuköun, Her mannstraße 25/28. früher Muladftraße. 9,50, 14,-. mannplag 7; 3. Gefchäft Belle- AllianceBenig getragene Ravaliergarderobe non Millionären, ersten, Anwälten. achten, verlauft( pottbillig Schlafzimmer 5. Geschäft, neu eröffnet, Rottbusser ftraße 3. Rebfeld, Badstraße 34, Sausnummer Abteilung Neukölln, Hermannplak 4: Regierungsbaumeister, Berlin, Neander Straße 95, Untergrundbahn: 4. Spezial Technische Privatschule Dr. Werner, Fabelhaft billige Breife. Taillenmäntel, Baletots, Frads, Smo toilette, Bettstellen, Nachttische, Stühle, Empfehle mit großem Anbleibefchrant, Marmor- Straße Nr. 23, am Tor. Ratalog franto. Hochbau, Tiefbau, Steinmenschule, Sei Maschinenbau. Elektrotechnit, fings, Gehrodanzilge, Sofen, Sport, 375-495-650,- usw. Batentmatraßen Teimiffima", Metallungstegnit, Gehpelze. Gelegenheitstdufe in neuer Technikerkurse, Meister Garderobe. Weitefter Beg lohnend. Rebfeld, Babftraße 34, Hausnummer Walter, Etargarderstraße achtzehn. Rein betten, Auflegematragen. Chaifelongues. furfe, Bolierturfe. Lothringerftraße 56, 1 Treppe, Rofen. aten, verlauft nur zeelle Tischlerarbeit. Baben thaler Blak. auds gegen Teilzahlung bei mäßiger Leibhaus Morigplaz 58a. Bertaut sou nach außerhalb. Rinsberechnung. Freie Lieferung, auf Stsdwerken. Schlafzimmer, Speisezimmer, Möbellchau im Fabrilgebäude, in fünf Ravalier- Garderobe, tells auf Geibe, Herrenzimmer, Küchen, Einzelmöbel sind Röpenid, Baristusstr. 2. Telephon 1235. Schneeweiß wäscht Maria Welke, Jadett, Frad, Smolingangülge, Babar. Rüchen in rob von 30- an, Tadiert muftergültig aufgeftelt. Günftige Rah Leibmäfche 15. Abholung Mittwoch. dinemäntel, Bauchanzilge, file jebe Figur und laftert bis 700,- Bern, Oranien Jungsweise bis 24 Monate. Möbelfach saffenb. Extra- Angebote für neue Gat. ftraße 138, Ede Brandenburgftraße, und haus Schumann, Rionskitcftraße 38. berobe. Belziaden 50 Belamäntel Quifenufer 11, Fabrilgebäude II. Stafchel, Chauffee Fabrikgebäude Nähe Rastanienallee. 95, Sportpelge 85,-, Gehrelse 100,-. Fernfprecher Rorben 7886 Reine Lombarbwarel Ermittelunger Aus Musikinstrumente intpianos, überaus preiswert. Bians abrit Lint Brunnenstraße 35. Möbel Möbel Kamerling, Raftanienallee 56. Schlafzimmer, Ruhebetten, Metallbetten. Riefenauswahl. Spottpreise. Rahlungs erleichteruna. Rahlungs- Erleichterung ohne Breisauj Total- Ausserfauf wegen Aufgabe des Klaviere. 150,-, 175,- 200,-, 275, fchlag. Schlafzimmer 550,-, Speisezimmer Lagers. Neuzeitliche Speife, Serren 425,-, gebrauchte, große Auswahl au 450, Serrenzimmer 800,-, Anileibe- und Schlafzimmer, Einzelmöbel. Gesta in neuen. fetante mit Spiegel 95, Rilchen, Sale, Dranienftraße 127. Bolstermöbel. Möbelhaus Stein, Bein. bergsweg Rr. 24, c Verschiedenes Detektivbureau traße 77 Beobachtungen, fünfte allerorts. Vermietungen Mietgesuche Langjährige Garantie. Be fichtigung lohnens. Eeilzahlung Möbliertes Rimmer fucht Bartelge Chaiselongues, mie neu, 20 M. ftattet. Sezer, Brunnenstraße 191, naffe nähe Sallefdes Tor. Offerten Pappelallee 12. I Treppe( Rofenthaler Bles): unter R. 24 Borwärts- Haupterpebition. Ziehung v. 9. bis 15. Nov. 1929 Zehnte große olkswohlVo Lotterie 48 098 Gewinne u. 2 Prämien im Gesamtwerte von RM Höchst 430000 150000 gow. a. c. Doppellos Höchstgew.a 2 Hauptgew. z.je 50000 RM in Einzellos 75000 100000 50000 Hauptg40000 2 Hauptgew. z.je 25000 RM z.le 20600 RM Hauge 20000 2. je 10000 RM, Lose ru 1RM Doppellose za 2 RM Glacksbriefe pm. 3 Lesen sort. ER versch. Taus. UM Glacksbrieferch Ta 10 Porto und Gewinnliste 35 PE In allen durch Plakate kenntlich. Verkaufsstellen und durch G. Dischlatis& Co. Berlin C2, Königstr. 51 Postscheck: Berlin 6779 Sämtliche Gew. auf Wunsch 90% bar. Am Freitag, dem 18. Otober, starb nach schwerem Leiden mein Schwager, unser Ontel, der Lederwarenfabritant Hugo Adam menige Tage vor Bollendung des 78. Lebensjahres. Berlin Banfmig. Anna Adam Kurt Adam Alara Adam Hermann Adam Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Schlosser Karl Schwarz geb. 14. Mai 1883, am 19. Ottober ge storben ist. Die Einäfcherung findet Donners tag, den 24 Oftober, 15%, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Am 18. b. M. ftarb unser Rollege, ber Maschinenarbeiter Max Beck geb. 17. Januar 1872. Die Einäscherung hat bereis stattgefunden. Ehre threm Anbenten! Die Ortsverwaltung Verband d. Buchbinder u. Papierverarbeiter Ortsverwaltung Berlin Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unjer Rollege, der Bresser Max Günther wohnhoft Reinidendorf, Resibenz straße 64, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donners tag, dem 24. Oktober, naam. 2 Uhr. auf dem Städt Friedhof Reinidendorf, Humboldtstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Hühneraugen die neuerdings Fußquäler heißen, sowie alle anderen Hornhautstellen beseitigt unblutig Kuliroe Eine Packung Kukirol- Pflaster mit dem Garantie- Schein kostei 75 Pfennig. Kukirol hilft sicher! Sie erhalten bei Nichterfolg Ihr Geld zurück! Wundlaufen, Brennen und andere Fußbeschwerden werden durch das Kukirol- Fußbad rasch be- 75 seitigt. Das Kukirol- Fußbad erfrischt und stärkt die Füße und beseitigt die schnelle Ermüdung. Packung mit 4 Bädern TP.