BERLIN Dienstag 22. Ottober . 1929 10 Pf. Nr. 496 B 247 46. Jahrgang erfS«tattä,lich»olerSsaatas«. Zugleich Admdauegab« de«.Dorirärrs'. BeiugSvrei« beide Ausgaben 85 Pf.»ro Woche. S�nM. vre Monat. Redaktion und Lrredillon; Berlin SWSS.Liodenßr.S nVyfu>tU46 l nselgeBoteiC Die einfältige Nonvarekllqetl« «o Pf.. Reklameteilt S M. Ermäßigungen nach Tarif. oüfcheckkont»! VvrwärtS-Derlag G. m. b.H.. Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Dönhoff sS2 bi« so? Oer Giaatsgerichtshof tagt. Er verhandelt über eine einstweilige Verfügung. Briand will abtreten. Leipzig, ZZ. Oktober. Um 10,4S Uhr erschien, geführt von Reichsgerichtspräsident Dr. Dumte, der Ktnatsgerichlehos in folgender Besehung: Vorsitzender Reichsgerichtrpräsident Dr. Sumte. Beisitzer die Reichsgericht s- räte hogemanv. Irebc und Schmitz und die Oberver- «altungsgerichtsrätc Dr. Groethuyse«. Luxemburger und Dr. Otto. Das Protokols führt Rcg>erungsinspektor Krause. Zu Beginn der Verhandlung stellte der Vorsitzende Dr. Sumte fest, daß eine Verhandlung zur Sache nur dann möglich fei. wenn beide Parlelca damit einverstanden feien, da noch 6 der Geschäftsordnung des Staategerichtshofc» eine vierzehn. tagige Laduogsfrist gewährt werden müsse. Rechtsanwalt Dr. Seel. mann stimmte zu, Rlinlstcrialdirektor Dr. B a d l widersprach, so daß sich die heutige Verhaudluug nicht aus die Tache selbst erstrecken darf. Dar Vorsitzende brachte sodann ein« Erklärung des Rcichsauischvffe, für da» Volksbegehren zum Vortrag, wonach dleses sich der Klage gegen das Land preuszen anschlietzt. vlinisterialdirckkor Dr. Ladt widersprach der Zulassung. Mit dieser Erklärung sei. so führte« aus. klar- gestellt, daß es sich um eine typische Relchsvcrsassuvgssache handele. Der Reich»ausschuh hätte seine Klage gegen die Reichsregierung rlchien müssen, wofür ober keine höchste Znstonz bestehe. Zedcnsolls handele es sich nicht um einen Verfassung» st reit Innerhalb eines Landes, der allein nach Artikel 19 der Reichsversasiung die Zuständigkeit des Slaatsgerichtshases de- gründen würde. Der Antrag sei als unzulässig z u ver- werfen. Ministerialdirektor Dr. Sodl widersprach sodann auch der Verhandlung über die einstweilige V e r s ü g u u g, da e» sich nicht um eine echte einstweilige Verfügung handeli, sondern um eine unechte, die die Entscheidung zur Sache vorweguehme. Eine einst- weilige Verfügung müsse reparabel sein, während in diesem Aalle eine einstweilige Verfügung des Staatsgerlchtshoses bereits die entscheidende Acststellung enthalten mutzte, datz die Kundgebungen des preuhischen Staalsministeriums nicht versafsungsmähig seien. Bei einer Vertagung der Verhandlungen würde ein irreparabler Schaden für das Volksbegehren auch nicht entstehen, da. soll» der Staats- gerichlshof gegen den preutzischen Staat entschcidea sollt«, der Schoden durchaus wiedergutgemacht werden könnte. Auherdem würde durch eine einstweilige Verfügung den Rechten des Parlaments vorgegriffen werden, dos aus versassungsmähigem Wege, d. h. durch Mitztrauensvotum durch Anklage vor dem Staatsgerichishos wegen Versaflungsvcrlehung mit dem Ministerium abrechnen könnte. hieraus zog sich der Slaolsgerichlshos zur Beratang zurück. Der Beschluß. Gegen 1�2 Uhr erschien der Slaatsgerichlshof, und Reichs- gerichtspräsident Dr. Vumke gab folgenden B e f ch l u tz bekannt: i. Der Anschluß des ReichSausschusses für das Volksbegehren an den Klageantrag wird zurück» gewiesen. Begründung. Der Slaksgerichkshos ist nur zuständig für Strelligkeileu innerhalb eines Landes. Da der Reichsans- schütz für des Volksbegehren aber seine Tätigkeit«m ganzen Reichsgebiet enkfallel. kann er nicht als preutzlfch« Landesstelle betrachlek werden. Der Anschlutz und die Anerkennung als Partei ist daher unzulässig- 2. Der Vrrtagnngsantrag dcS LaudoS Preußen wird abgewiesen. Begrüadong: Drr 8 0. Absah 2 der GefchSflsordunng für den Staalsgerichwhos ist nicht gültig für elostwetltge ver- fügungen. wie sich bereits aus der bisherigen Tätigkeit de» Staatsgerlchtshoses ergibt. Trotzkr» bleibt es natürlich dem Ge- richlshof vorbehalten, auch iw Verlaufe der weiteren Ver- Handlungen von Amts wegen zu prüfen, ob eine Vertagung opportun ist. ebenso können die prozetzparleieu jederzeit einen ueuen Verlogungsantrog ciureichcu. Nach Naiifizierung der Haager Verträge. pari». 22. Oktober.(Eigenbericht.) Die diesjährige Herbsttagung des Parlaments, die heute noch- mittag mit Eröffnungssitzungen von Senat und Kammer beginnt, Hot einen sensationellen Auftakt gefunden. Der Pensionsminister hat infolge seiner bei den Senatswahlen erlittenen Niederlage, noch ehe «r aus seinem Wohlkreis nach Poris zurückgekehrt ist, dem Minister. präfideicken Briand telephonsich feine Demission mitgeteilt. Briand soll die, Demission jedoch nicht angenommen haben mit der Begründung, daß sosorl nach der Rallfizterung der haagcr Verträge das Kabinett ohnehin seine Gcsamtdemission geben werde. Ein heute vormitrag stattfindender Ministerrat, in dem dos Pro- gramm für die Poriamentsfitzung- endgültig festgelegt und die von der Negierung nach der Ratifizierung. des Poung-Plans zu ergreifenden Schritte einer Vorberatung- unterzogen werden sollen, wird sich nochmals mit dem Demisiionsgesuch des Pensionsministcrs zu bc- fasten haben..... Einen wichtigen Beitrag, zu der tiugeublickiichcn innerpolitischen Loge bildet eine am Montag m Earcossonnc gehaltene große pro- grammatische Rede Leon Btu.m s. Blum zeigte sich in der Be� urteilung der' bevorstehenden Entscheidungen in der französischen Jimenpolitik äußerst skeptisch..Die parlamentarische Majorität, die Poincare bis zur Zustimmung zum sranzösisch-amerikainschen Schuldenobkommen treu gefolgt sei, und selbst den Ersatz-Poincare Briand geschluckt hob«, werde all�r Poraussicht nach dem von den Mittel- und Rechtsparteien lonzierten Kandidaten Tardien ebenfalls zustimmen. Mc steht es nun mit den. Chancen einer Linksregieruag in Arankreich? Di« drei ausgesprochenen Linksparteien im französischen Parlament, nämlich Sozialisten, Radikalsoziale uni> die kleine Gruppe der republi- kanischen Sozialisten vereinigten insgesamt 223 Sitze. Zur Errichtung einer lebensfähigen Regierung fei aber eine Majorität von 323 Deputierten notwendig. Es sei daher unerläßlich, eine Entscheidung der Mittelparteien herbei.züsiihren. Die Sozialisten würden daher in der kommenden Tagung die Taktik besolgen, daß sie dem Parlament eine Reihe von„Prusungssragcn"— Fragen von gru ltdlegender sozialer Bedeutung— vorlegen■ und dadurch die politisch Schwan- kenden zwingen, Farbe zu bekennen. Solche Prüfungsfragen würden sein: die Sozialoersicherung, die Steuerermäßigungen, die sofortige, in großem Maßstab durchzuführende Herabsetzung des Militärbudgets. Volksbegehr« Flaute. Was ist Verlumpung? Aus ver kommunistischen Tobsuchtszelle. Wie weit die Unverfrorenheit der Kominunistenpresse geht, den Sklarek-Fall— trotz Gabel, trotz Degner, trotz Wisnewsli, trotz Rater Hilf«— gegen die Sozialdemokratie auszuschlachten, dafür gibt die Sonntagsausgabc der„Roten Fahne" ein drastisches Beispiel. Auf der Borderjeite der ersten Beilage wird«ine angebliche Qucktung des Reichsbonners vom Mai l!ZW über eine Wahlspende der Gebrüder Sklarck im Betrage von 130 Mark produziert als „Dokument, sozialdemokratischer Käuflichkeit u n ti verlumpung" Auf der Rückseite des gleichen Papiers wird die Resolution einer Fnnttionärversdmmlung der R o t e»-hi l s c abgedruckt, die „mit Eickrüstung die verläuindcrischc Behauptung des„Vorwärts" zurückweist, die die Rote Hilfe mit dem Scheber und Be-- t r ü g e r S klaret in Verbindung bringen will". Die Fnnktionärvcrsammlung nennt den Hinweis des„Vorwärts" an die Kleiderspende der Sklareks an die Rote Hilfe„eine politische verlumpung. die die Verachtung aller'Arbeiter ver- � dient".— Nach eigener Angabe hat die Rote Hilfe zu Weihnachten von den Sklareks Spenden im Werte von etwa 1000 Mark angenommen, nach sachverständiger Schätzung war der Wert weit höher, Was ist also in kommunistischem Sinne Verlumpung? Es er- gibt sich folgende merkwürdige Gleichung: Annahm« einer Wahlspende(vor anderthalb Jahren, wohl- gemerkt) von 150 Mark ist K ä u f l i ch t e i t und Verlumpung. (Da Empfänger Republikaner.) Annahme einer Weihnachtsspende von lOOll Mark ist keineswegs Berlumpung, sondern— im Gegenteil— der Hinweis aus die Tatsache dieser Spende ist Verlmnpung!!!(Da Empfänger Kommunisten.) Schöner als die„Rote Fahne" es hier tut, kann man fein eigenes Anstands- und Sauberkeitsgosühl nicht demonstriere». Oer Kommunist(mm Oentschnalionalen):„Genau so ist es mir voriges Jahr mit meinem Volksbegehren .Panzerkreuzer" ergangen!" Agrarierierror. Ein offenes Eingeständnis. I» der vorigen Woche hatte der Gutspächter v. Kleist aus Karthun bei Bad Wilsnack in der Westpriguitz feine Arbeiter und Arbeiterinnen mit einem mit Guirlanden und einer schivarz- weißrotcn Fahne geschmückten Leiterwagen zum Gemeindevorsteher gefahren uiid die Unterschrist zum Jnflat>onsbegehren von ihnen dadurch erpreßt, daß er ihnen mit Entlassung drohte, salls sie sich weigern würden. Auf einer gestrigen Stahlhelmversamnilurnj in Bad Wilsnack fühlte sich Herr v. Kleist bemüßigt, mit geschwollener Brust zu sagein „Ja. das habe ich getan. Wenn der Innenminister seine Beamten zwingt, dem Volksbegehren fernzubleiben, dann kann ich von meinen Arbeitern auch die Unterschrist zum Volksbegehren erzwing« n." Ist dos nicht Nötigung? Daher der Name„Deutsches Freiheitsgesetz"! Gemeindevorsteher und Gutsbesitzer arbeiten Hand in Hand. Wir erhasten aus D eu t s ch- W i lte n, Kreis Barienstem (Ostpreußen) folgende Mitteilung: Der Gemeindevorsteher in Deutsch- Wisten hat folgende Bekanntmachung erlassen: .„Zwecks Einzeichnung in die Lifte des Volksentscheids liegen die Äste» beim Gemeindevorsteher täglich von 4 bis h Uhr aus. Um den etwa sich unterzeichnen Wollenden in den abliegenden Ortschaften Gelegenheit zur Einzeichnung zu geben, werde ich oder ein Schösse im betreffenden Gutshaus« mst der Liste sein. In Frage kommen die Ortschaften: Gut Abbarten, Sophien- thol und Bothkeim." Es erschein: also der Gemeindevorsteher beim Gutsbesitzer, und die Leute müssen antreten! Dieser Fall ist kein Einzelfall. Aehnliche Misteilungen gehen uns aus verschiedenen Krersen zu. Das Oder- Präsidium ist»an diesem Mißbrauch in Kenntnis gesetzt. Keine Spur von Dr. Aron. Oer Staatsanwalt prüft die Depots. Die Ztachsorschungen der Kriminalpolizei nach dem ver- jchwandenen Ehepaar Uro» haben bisher noch keinen Erfolg gehabt, von keinem Orte ist bisher eine Meldung eingegangen, daß dort ein Paar, aus da» die Beschreibung zuträfe, gesehen worden ist. Der Brief, den Aron an seine Schwester zurückließ, ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Er gibt ziemlich genauen Aufschluß über die einzelnen ziemlich verwickelten Geschäfte. Aron hatte schon vor Iahren geäußert, daß er gute Freunde hätte, die ihn in Geldgeschäfte mit Kommunalanleihen oerwickelt hätten, und daß er dabei große Verluste gehabt habe. Persönlich pflegte er mit diesen Leuten keinen Verkehr mehr. Bei einem Termin, der jetzt stattfand, sollte er jetzt ein« größere Summe zurückzahlen. Es handelt sich um die Forksche Pflegschastssach«, die jetzt zu einer Beistandssache geworden war. In Frage kamen 400 000 M. in bar und zwei Hypothekenbriefe zu je 730 000 M. Wie festgestellt wurde, sind von dem baren Gelds noch 283 000 M. vorhanden. Aron hat''Kommunalpapier« der Stadt Waldenburg in Höhe von 3 Millionen beliehen mit l 8S0 000 M. Davon war 1 Million in bar an die Äadt gezahlt morden, während die restlichen 880 000 M. jetzt fällig waren. Wo sie geblieben sind, muß noch festgestellt werden. Staatsanwalt Mittelbach und Kriminalkommissar Kaphengst werden sich heute damit beschäftigen, die einzelnen Depots, die alle auf den Namen Arons lauten, durchzusehen und zu prüfen. Man glaubt, daß er die Depots wieder weiter beliehen hat. Aron hat außerdem noch Lombardgeschäft« gemacht, um die oft großen Verluste zu decken. Er hat an seine„guten Freunde" bis zu 14 Prozent Zinsen zahlen müssen. Llnglaubwürdig- weil ungläubig. Amerikanische Spießer lehnen Entlastungszeugen ab. New Jork, 22. Oktober. 3n Charlotte(Nordkarolina) wurde das Urteil In dem Prozeß gegen sieben Mtglieder der kommunistischen lexlilarbeiler- Union gefällt. Die Angeklagten waren beschuldigt, bei Streik- unruhen einen p o l l z e i o f s i z i e r erschossen und drei Polizisten verletzt zu hoben. Die Angeklagten worden nach einstündiger Beratung der Geschworene» des Morde» im zweiten Grade sür s ch u l d I g erklärt, vier von ihnen wurden zu t? bis 20 Jahren Gefängnis, einer zu lS Zahren und die beiden übrigen zu 12 bis 15 Jahren Gefängnis verurteili. Zm Verlause des Verfahren« wurden die Aussagen mehrerer Entlastungszeugen als unglaubwürdig zurückgewiesea, weil sie aus Befragen des Vorsitzenden crklärlen, sie glaubten nicht an Galt und an eine götlliche Strafe »ach dem Tode. Ferner wurde von der Verteidigung sestgestelll, daß einer der Geschworenen geäußert halte, man brauche in den Ver- einigten Staaten keine Bolschewisten. wenn die Angeklagten nicht an Göll glaubten und keine guten Bürger sein wollten, solle man sie einfach an die wand stellen und erschießen. Zugführer durch Starkstrom getötet. Schwerer Unfall auf Bahnhof Lichtenberg«Friedrichsfelde. Aus dem Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde trug sich heute 'früh ein Unfall zu, bei dem der ZKjährige Hilfszugführer Hans Pacholke aus der Eitelstraße 88 in Lichtenberg den Tod fand. P. war lürz vor 7 Uhr am Führerwagen mit dem Abnehmen der Lampen beschäftigt. Mit einem Fuß stand er aus dem Tritt« brett des Wagens, mit dem anderen berührte er unglücklicherweise die unter hoher Spannung stehende Stromschiene. Er wurde von dem elektrischen Strom getroffen und brach bewußtlos zusammen. Von einem Bahnarzt, der zunächst noch schwache Lebenszeichen bei dem Verunglückten feststellte, wurden sofort Wiederbelebungsversuche vorgenommen, die fast drei Stunden lang durchgeführt wurden. Leider blieben alle Bemühungen ohne Er- folg, der Zugführer starb unter den Händen des Arztes. Bauernfreund Hugenberg. Er hat 30 000 Mark Roggenrentengeld in der Tasche. Am 1 März 1S28 wies der sozialdemokratische Reichstags- abgeordnete Robert S ch m i d t auf die Tantiemen hin, die der Vor- stand der zentralen Roggenrentenbank im Jahre 1926 bezogen hat. Insgesamt wurden an den Vorstand der zentralen Roggcnrentenbank 300 000 M. ausgezahlt. Unter den Herren des Vorstandes waren auch der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Hugenberg und der inzwischen so oft genannte deutschnational« Reichstagsabgeordnet« Dietrich-Prenzlau. Die beiden deutschnationalen Herren und Freunde des Volksbegehrens haben je 30 000 M. besonder« Absindung aus der Roggenrentenbank erhalten. Ms im Reichstag diese Tatsache geschildert wurde, warey sowohl Dietrich-Prenzlau als auch Hugenberg im Sitzungssaal anwesend. Beide Herren haben nichts daraus zu erwidern gehabt, sondern haben fein geschwiegen, weil sie die 30 000 M. in der Tasche hatten. Hugenberg, der Vater des Volksbegehrens, wird nun den de u t- jchen Bauern vorreden, er wolle ste vor dem Bankrott be- wahren. Jedenfalls mögen die Bauern, die Inhaber von jetzt ent- merteten Roggenrentenbriefen sind, dara»� denken, daß Hugenberg selbst dazu beigetragen hat, daß die Bauern nichts be- kommen hoben, wohl aber seine Tasche gefüllt wurde. Einstürzende Mauer tötet Menschen. pari». 22. Ootkber. Ein schweres Einsturzunglück ereignete sich, wie die Blätter melden, gestern in M e t n e s(Marokko). Ein etwa 100 Meter langes Stück der noch aus dem 17. Jahrhundert stammen- den 8 Meter hohen und 1 Meter breiten Stadtmauer brach plötzlich zusammen. Die Schuitmassen begruben 8 an die Mauer angebaute Häuser mitsamt den Bewohnern unter sich. Bisher wurden 11 Leichen von Eingeborenen aus den Trümmern hervorgezogen. Lleberfchwemmungs-Katastrophe in Argentinien. Nach einer Vieldung aus BuenosAirssistderRioUru- guay über die Ufer getreten und hat seinen üblichen Wasserstand weit überschritten. Ungeheure Flächen sind überschwemmt. Tausend« von Menschen haben die Flucht er- griffen und Hause» im Freien. Ob Menschenleben zu beklagen sind, steht noch nicht fest. Die argentinische Regierung hat sojor« die notwendig«, Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung der überschwemmte» Gebiete ergriffe«. Eisenbahner gegen Volksbegehren. Polizei- und Postbeamte zum 17. Rovember. Eine von 230 Delegierten beschickte Konferenz der Aug«- stellten des Verbandsbeirats und des Vorstande» des Einheitsver- bondes der Eisenbahner Deutschlands in Magdeburg nahm zum Tjaung-Plan und Volkbegehren folgend« Entschließung an: „Es muß anerkannt werden, daß der Doung-Plan die Tendenz enthält, den Weltfrieden zu sichern und die Wirtschaft Europas im Interesse der Völler Europas zu entwickeln. Bedeutsam ist die mit der Annahme des Planes verbundene Wiederher- stellung der Souveränität der deutschen Repu- blik, die Räumung des besetzten Gebietes und die hoffentlich bal- big« Wiederoereinigung des Saargebietes mit dem deutschen Mutterlonde. Die finanzielle Erleichterung, so ungenügend sie auch sein mag, ist eine Lebensbedingung für die deutsche arbeitende Bevölkerung. Die Reichsbahn besonders bedarf einer. Entlastung. Sehr wichtige Bestimmungen des Aoung-Planes entsprechen hingegen keineswegs den berechtigten Forderungen der Eisenbahner. Die Konferenz erwartet, daß die bisherige Bcnachteili- g u n g des Personals in bezug auf seine Rechts- und Dienstverhält- nisse unbedingt beseitigt wird. Es ist im höchsten Grade unge- recht und eine schlechte Entgelwng sür schwer« verantwortlich« Arbeit und aufopfernd« Pflichterfüllung, wenn die Eisenbahner noch fernerhin minderen Rechts sein sollen wie andere Lohn- und Gehaltsempfänger der öffentlichen Betriebe. Die Konferenz anerkennt die vom Verbandsvorstand in Gemein- fchaft mit anderen nationalen und internationalen Organisationen und Instanzen unternommenen Schritte, sie stellt sich hinter die der Reichsregierung im Juni 1929 übermittelte venkschrist. und sie er-. wartet weitestgehende Berücksichtigung derselben durch Regierung und Parlament. Die Konferenz betrachtet das mit hohlen, irreführenden Schlag- warten durch nationalistische Kreise inszenierte Volksbegehren als einfrevelhaftes, gefährlichesSpiel, das sich gegen den Bestand der Republik und deren Lebenstnteressen richtet. Die Konferenzteilnehmer wenden sich entschieden dagegen und werden Sorge tragen, daß sich die Eisenbahner für diese staatsfeindliche und den Weltsrieden gesährd/nde Machinatton von unverantwort- lichen Treibern nicht mißbrauchen lassen." Lokomotivführer und Volksbegehren. Von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer wird uns ge- schrieben: „Die Nachricht des„Berliner Lokal-Anzeigers" über eine an- gebliche Neutralitätserklärung der Lokomotivführer ist irreführend. Die deutschen Lokomotivführer mit ihrer großen Organisation von über 70000 Mann stehen zur Reicheregierung gegen das Volks- begehren. Die Organisation, die sür das Volksbegehren eintritt, isteineganzkleineGruppe.der sogenannte„Bund Deutscher Lokomotioführer". die noch nicht 1000 Mitglieder besitzt. Di« deutschen Lokomotiosührer haben in ihrem Organ, dem„Voraus", zum Doung- Plan und zum Volksbegehren Stellung genommen und sich für die Politik der Verständigung ausgesprochen. Sie lehnen das Volksbegehren und jegliche Einzeichnung da- für ab." Wahlversammlung der Polizei- und Postbeamten. Das Betriebs- und Beamtensekretoriat des Bezirksverbandes der SPD. Berlin hatte kürzlich eine Wahlversaminlung für die Polizei- und Postbeamten«inberufen, in der Bezirksbürgermeister M i« l i tz referierte. Genosse Miclitz zeigte die erheblichen B« r- besserungen im Berliner Gemeinde wescn aus, die durch die zielbewußte Arbeit der SPD. hinsichtlich der Kranken- Häuser, der Wohlfahrts- und Jugendpflege erzielt werden konnten. Di« Berliner Derkehrsmittel haben die billigsten Fahrpreis« der ganzen Welt und die verschiedenen großen Städtischen Werke sind durchaus rentabel. Wenn man der SPD. die Schuld an der Sklarekaffäre zuschieben will, so muß dieser Versuch als Wahlmanöver zurück- gewiesen werden. Verantwortlich sind die Stadtbonkdirektoren, von denen keiner der SPD. angehört. Di« gleiche Berantwortung trögt der kommunistische Stadtrat Gäbet, der für diesen Monopolvertrag oerantwortiich fft und der den Bezirksämtern den anderweitigen Bezug von Sachen verboten hat. Die nicht ganz unbeteiligren Deutschnationalen haben mit ihren eigenen Skandalen zu tun. die bis in die Gründerzeit zurückreichen. Die Leistungen der SPD. auf kommunalem(gebiet können sich durchaus sehen lasten. Es gelang ein Groß-Berlin zu schaffen und zwar in einer Zeit, wo die Gemeinde� herunter- gewirtschaftet waren. Wie sah die Straßenbahn aus als sie über- nommen wurde? Und die Städtischen Gaswerke waren mehr als veraltet. Heute haben wir 37 Städtische Gesellschaften und 16, an denen die Stadt beteiligt ist. Bei solchem Riesenbetrieb ist es kaum zu vermelden, daß hier und da einmal Schönheitsfehler auftauchen. Nicht weniger ols105 000 Arbeiter, Angestellte und Beamte beschäftigt dl« Stadt Berlin. Die Erfolge dieser Arbeiten werden erst in späterer Zeit gebührend gewürdigt werden. Dann wird man auch allgemein zugeben müssen, daß der Erfolg in erster Linie der SPD. zu danken ist, die stets führend war. Di« Ausführungen des Genosten Mielitz wurden durch den Londtagsabgeordneten Z a ch e r t dahin ergänzt, daß er auf dos Volksbegehren einging und mit den Deutschnationalen über ihre außenpolitischen Vorschläge und Anträge abrechnete. Di« rege Aussprache bewies, daß es auch im Interesse der Postbeamten vnd der polizeibeamlen liegt, am 17. November der Liste der SPD. ihr« Stimme zu geben. Immer weiter abwärts. Gestern nur TS 000 Eintragungen. für Hugenberg aber nur 13000. Insgesamt haben sich in Berlin bisher 108 834 Wähler ein- getragen._ Rangs Klagelied. Herr Bang, Intimus von Hugenberg, hat«ine Rede für das Inflationsbegchren geholten, der man die Panikstimmung deullich anmerkt. Er sprach von„einer Art seelischen Belagerungszustand" über das Volk und über den Reichs- Präsidenten: „Wir beklagen es aufs tiefste, daß es dem Parteiregiment von heute gelungen ist. auch über Hindenburg»ine Art psychologischen Belagerungszustand zu ver- hängen, ihn entgegen seinem zwei Tage vorher verkündeten Willen zur Parteinahme zu veranlassen und seinen großen Namen zu mißbrauchen für ein« schlecht« Sache, für die Sache der Versklavung unseres Volkes." Herr Bang, der nach Entschuldigungen für die Hugenberg- Pleite sucht, weiß gar nicht, was er da gesteht: dos volle Fiasko der verlogenen Hugenb«rg-Propaganda, die gegen die Front der Wahr- heit nicht durchdringt._ Koalitionskrach in Thüringen. Eine vemokratische Erklärung. Weimar. 22. Oktober. Zu Beginn der heutige» Sitzung de» Thüringischen Landtages ?ab der Abgeordnete prosestor De. S r ü g e r im Namen der d e m»- ralischen Fraktion eine Erklärung ab. ln der es heißt: zwei Parteien der bisherigen Regierungskoalition hätten e» für richtig befunden, ohne die beide« andere« Partelen zu verständigen, mit den Deuischnalionale« und de« NaNovalsoztalisten über«inen An- krag zu verhandeln und ihn dann gemeinsam beim Thüringischen Landtag einzubringen.(Es handelt sich um den Antrag gegen den Zoung-Plan.) NU diesem Vorgehen, das die Regierung notwendig zum Rücktritt zwingen wird, sei die bisherige Regierung» koali- tio« ausgehoben. Die Demokralen seien nach wie vor bereit. für da» wohl de» Lande» parlamentarisch mitznarbellen. aber ohnejedcfioalltionsbindnng. •_■«lim l�ache der Enttäuschten. Friedrich Ebert-Oenkmal in Königsberg besudelt. Königsberg. 22. Ottober. I« der vergangenen Naetzt habe« unbekannte Täter das Friedrich»Ebert-Deukmal ans dem Rudauer Platz mit roter Oelfarbe besudelt. Sie haben die Farbe auf den Kopf der Figur gegossen, so daß sie am Sockel herunterlief. Zündholzanleihe und Zentmm. „A»cht ohne Finanzreform." Die„T e r m a n i a" schreib!: „Die Tatsache, daß das vorliegende Projett an sich einiger- maßen annehmbar erscheinen muß, darf jedoch nicht darüber hinweg- täuschen, daß es einen Schritt empfiehit. der in der deutschen Finanz- geschichte nicht nur völlig ungewöhnlich ist, sondern unter nor- malen Berhällnisten mit seinem Ruf und Ansehen auch nicht vertrag- lich wäre. Um so notwendiger ist es. daß streng darauf geachtet wird. daß die Erträgniste der Anleihe zu nichts anderem, als zu der notwendigen Beseitigung der nun einmal vor- handenen anormalen Kassen- und Finanzlag« be- nutzt werden. Aus dem schwedischen Kommunique geht ja bereits hervor, daß die Urheber des Projektes selber es in einen engen Zusammenhang mit Poung-Plan und Finanzreform bringen wollen. Nur ais einem ersten und von ihr untrennbaren Schritt zu einer entschlossenen Reichsfinanzreform kann man dem Zündholzanleiheplan bei allen sonstigen Bedenken schließlich doch Zustimmung gewähren." Einstein ielephoniert rnii Aew Öork. Sein Glückwunsch an Edison. In Amerika wird zurzeit überall das goldene Jubiläum des elektrischen Lichts unter großen Festlichkeiten begangen. Man Halle Professor Albert Einstein gebeten, als Bertreter der dc>ut< schen Wissenschaft dem Konstrukteur der elektrischen Giüb- birne Thomas Edison die Glückwünsche telephonisch auszusprechen. Die Verbindung wurde in der vergangenen Nacht, gegek 2.50 Uhr, hergestellt. Einstein begann sein Gespräch mit herzlichen Glückwünschen für Edison. Er fuhr dann fort: ,"�4 großen Schöpfer der Technik, von denen Sie einer der erfolgreichsten sind, Haiden im Lauf« eines Iahrhunderls die Menschheit in«ine ganz neue Situation gebracht, der sie sich noch lange nickit anoepoßt hat. Der Mensch bedars nämlich heute zur Erzeugung der zum Leven notwendigon Güter kaum mehr der Muskel- arbeit. Er braucht nicht mehr Motor oder Sklave zu sein. Di» großen Scköpser der kommenden Generationen wer- den wohl Manner der Organisation sein, welche dafür zu sorgen haben, daß die Mächt« der Technik nicht mehr dem Kriege dienen� sondern der wirtschastlichen Sicherung und Befreiung der Dos Gespräch war in Deutschland im Rundfunk icher den Sender Berlin und den Deutschlandsender Königswusterhausen zu hören. Ausstellung deutscher Volkskunst. Von Or. Paul F. Schmidt. In den gegen den Pariser Plat, gelegenen Rämnen in der Akademie ist am Dienstag eine Ausstellung eröffnet worden, die oon den Staatlichen Museen gemeinsam mit der Akademie der KÄnste und dem Verband deutscher Vereine für Volkskunde ver- anstaltet ist. Sie.mthält auserlesene Stücke aus der Sammlung für Deutsche Volkskunde und will damit an dos vierz'g- jöstrige Bestehen dieses Museums erinnern, sowie daran, daß es an seinem gegenwärtigen Orte, Klosterstr. 36, nicht mehr lange rmid bleiben können und dringend einer Neuordnung bedarf. In den hellen und schönen Sälen der Akademie kommen die Schütze des Museums derart zur Geltung, wie es in der dunklen und fürchterlichen Enge der ehemaligen Gewcrbe-Akademie niemals möglich gewesen ist. Die Berliner kennen sie schwerlich anders als aus Kindheitstagen, wo sie in Schulllalsen durch die überstopften, gänzlich unzweckmätzigen chinterräume elnes ehemaligen, auf Schlüters Umkreis zurückgehenden Palais geführt wurden, ohne etwas wirklich sehen zu können. Die wahrhost köstlichen Schätze dieses Bolkemufeums find jetzi zum ersten Male richtig ans Tages- licht getreten. Was sie für uns bedeuten könnten, erkennt man aus der knappen Auslese m der Akademie, die freilich große Gebiete ganz übersehen muß: Bauernstuben und Modelle von Bauern- Häusern, Möbel, Haus- und Landwirtschostcgeröte treten gar nicht in Erscheinung. Im ersten Raum sieht man Trachten, volkstümliche Weberei, Stickerei und Schmuck(unbeschreiblich schöne Fil'gmn- arbeiten!); im zweiten ein« kleine Sammlung von Keramik und Zinngeräten von erstem Rang: im dritten Spielzeug, Holzschi, itzc- roien. Wachs- und Modellgüsse religiöser Volkskunst, geschnitzte Masken, eisern« Dotive, Hinterglasbilder. Krippsrlstguren und andere sehr merkwürdige Erzeugnisse folkloristischer Anschauunzen und Gebräuche. Es ist unmöglich, auf einzeln« Dinge hinzuweisen, es handelt sich hier auch nicht um«ine Schaustellung der üblichen Art: ledig'ich Beispiele und Stichproben aus dem unermeßlichen Schatz der Volks- kunst und Volksgebräuchc Deutschlands find hier ausgestellt: aller- dings von einer so ungewöhnlichen Qualität, von einer so starken Formschönheit, daß man unbedingt Lust bekommen muß, das Ganze zu sehen. Man soll nicht glauben, dies wären abgetane und ver- altete Dinge, die uns nichts angehen. Dies« Bauerntrachten, Schüsieln, Figurentücher, Schnitzereien, Schmucksachen sind so über- zeugend in ihrer Schönheit wie Gebrauchsfähtgkeit. in ihrem De'o? wie in ihrer geheimnisvollen, uralten Bestimmung, daß sich der Betrachter merkwürdig erregt und bei seinen tiefsten Empfindungen und Instinkten angerührt fühlt. Diese Dinge sind ausnahmslos vollkommen wie Naturprodukte: das Dolk selber hat sie erzeugt, hier und da werden sie vielleicht immer noch hervorgebracht trotz aller Fortschritt« der großstädtischen Technik, die sie fast überall ver- drängt hat. Es steht aber wohl so. daß diese alten Kostbarkeiten. die das Boll sich zum Gebrauch, zur Erbauung und zum Spiel er- zeugte, nicht bloß antiquorisch-künstlerischen Wen haben(dessen» hohen Rang wir eben erst zu schätzen angefangen haben, gleich der Kunst der Nawroölker). sondern daß sie mit tausend Wurzeln in dem Unbewußtsein unserer Volkszugehörigkeit haften, daß wir ihre Notwendigkeit und Schönheit als etwa« sehr Großes und Notwendi- ges blutmäßig empfinden, und daß sie schließlich auch auf unsere Gegenwart wirken können. Nicht als nachzuahmende Vorbilder, sondern durch den vorbildlichen Geist, der die Form aus dem Not- wendigen des Gebrauchs und des Glaubens(an Gott aber Mode oder Technik), hervorgehen und so die parallelen Möglichleiten unse- rer gegenwärtigen und der uralten Dascinsersordernisse«rkcn-nen läßt. Bewundernswert bleibt die Art, wie diese unerschöpfl che— und heut« längst nicht mehr erreichbar«— Sammlung herrlichsten Volksgutes zustandegekommen ist. Der Staat hat stets nur die leeren Räume und die Verwaltung dafür geliefert-, seit der B?- gründung eines privaten Komitees unter Führung Dirchows, 1888, seit der Eröffnung des Museums in der alten Gewerbe-Akadem� in der Klosterstroße am 27. Oktober 1889. sind es einzig private Schenkungen und Sammlerliebe gewesen, die den unersetzbaren Schatz zusammengebracht und vermehrt haben. Als eines der ver- dienstvollsten Förderer muß James Simons gedacht werden. Man darf hinzufügen, daß die Kreise, die Vaterland und Nationalismus gepachtet haben und fortgesetzt im Munde führen, sich n c um diese echten Werte des Deutschtums gekümmert habe», und daß sogar 89 Proz. der Schenkungen von Juden herrühren. Die Ausstellung in der Akademie zeigt mustergültig, wie diese Dinge dargeboten werden sollen. Große moderne S�ränke mit glatt durchlaufenden Glasflächen, schön in den Verhältnisien und bis in jeden Winkel überschaubar, und Pultkästen von ebensolcher Einfach- heit sind locker, aber ohne kunstgewerblichen Snob'smus. in gefälliger und überzeugender Anordnung gefüllt: das Notwend'ge: Licht kann überall hin. Es«Wäre aber sinnlose Arbeit gewesen, wenn diese drei Wochen währende Schau nicht praktische Folgen haben sollte. Uebrigens muß der alte Bau auch in kurzer Zeit einem Straßendurchbruch geopfert werden. Was soll dann mit dem Museum für deutsche Volkskunde geschehen'? Es gibt allerlei Möglichkeiten, und da gilt es, rechtze'tig die staatlichen und kommunalen Stellen. Parlament und Minister zu interessieren. Einmal wird demnächst die frühere Kunstgewerbe- schule in der Prinz-Albrecht-Strahe frei, die zurzeit an Private vermietet ist. D'c Sammlung käme dort in helle Räume und in die sinngemäße Nachbarschaft der Lipperheideschen Kostümbiblioihek und des Museums für Völkerkunde. Vielleicht wäre aber noch glücklicher ein Freiwftmuseum, ähnlich wie in Stockholm und Oslo. weiter draußen, etwa in dem leerstehenden Jagdschloß Grunewald. „Aoch entschiedener und rückfichtsloser" Htut Provokation der KPO. Der Ausruf, den die Berliner Bezirksleitung der KPD. mit einem Teil ihrer Filialen am 17. Ottober an die Berliner Arbeiter- fchaft„erlosien" hat. forderte Bauarbeiter und Zimmerer a u f. die im Deutschen Mclallarbeiterverband organisierten, zu tarls lichen Bedingungen arbeitenden Rohrleger von den Baustellen zu vertre'.beu. Di« Arbeiter allgemein wurden ansgesordert, solche von der KPD. als„Streikbrecher� bezeichnet« Rohrleger— in einem wilden Streik, der sich direkt gegen die freigewerkschoftliche Organi- lation richtet— nicht in ihrem Hause zu dulden. Mit anderen Worten, sie nach wie vor al?„Streikbrecher" anzuprangern, ihnen beim Verlassen der Wohnung aufzulauern, um sie heimtückisch zu überfallen und schwer zu mißhandeln. vertreibt die Streikbrecher auf bolschewistische Art von den Bau- stellen und aus den Arbeitervierteln! Am nächsten Tage wurde diese komniunistische Hetze gegen ge- werkschastlich organisierte Arbeiter wiederholt, unter der lleberschrist: Jawohl, aus bolschewistische Art! Den gegen die Melallarbeiterverbands-Rohrleger aufgehetzten Bauarbeitern wird die Provokation der KPD. als eigener Wille unterschoben:„Die Bauarbeiter wollen nicht mit Streikbrechern zusammenarbeiten, dabei bekommen die Streikbrecher oft die prole- tarisch« Faust zu spüren. Das spricht oon dem glühenden Soli- daritätsgefühl.* In Wirklichkeit spricht es sür die zweiselhaften„Erfolge" der KPD. der es gelungen ist, organisierte Arbeiter gegen ihre eigenen Ecwerkschastsgcnossen zu verhetzen. Ein Teil der sreigewerkschostlich organisierten Arbeiter läßt sich von der Kommunistischen Partei so weit herabwürdigen, die Parolen dieser Partei höher einzuschätzen als ihr« gewerkschaftlich« Organisation: läßt sich so weil herab, gegen ihre Gewerkschastrgenossen die Hand zu erhebe«. um den gewerkschaftsfei'idlicher! Plänen der KPD. Vorschub zu leisten! Am Sonnabend wurden die Handlanger der KPD., die sich ihr als Streikleitung des wilden Rohrlegerstreiks zur Dersügung stellen, verhaftet. Die KPD. trat nun offen hervor und schickte ihren Per- treter zu den in den unsinnigen Streik gegen den Deutschen Metall- arbeiteroerband gehetzte» Rohrlegern, um deren Versammlung zu leiten und ihnen neue Parolen der KPD. zu übermitteln. Die Verhaftung der Streikleitung, die die KPD. selber provoziert hat, benützen ihre Drahtzieher zu neuer hetze gegen den Metallarbeiter. verband. Heute gibt die„Rot-: Fahnc" die neue kommunistische Parole als:„Die Antwort!" der Arbeiter aus, indem sie so nebenbei be- richtet: „Außerdem haben die größten Berliner Baustellen scharse Protestresolutionen angenommen(Nicht etwa gegen das verbreche- rrsche Treiben der KPD, sondern gegen die Festnahme der„Streik- leitung". D. Red.) und beschlossen, die strcikbrecherische« Rohrleger noch entschiedener und rücksichts- loser al» bisher oon den Baustellen zu eutferoeu". „Rücksichtsloser als bisher" ist wohl kaum möglich. Roch rück- sichtsloser kann kaum mehr die kommunistisch« Hetze betrieben werden als bisher.* S Aber„noch entschiedener und rücksichtsloser" als bisher können und müssen uusere Gewerkschastsgenossen dem verbreche- rischeu Treiben der SPD. begegnen, das auf die Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften hinaustäuft. Um in Moskau«in« große Nummer zu bekommen, sind die Angestellten der Berliner Moskausiliale jeden Tag bereit, die „reformistischen" Interessen der deutschen Arbeiterschaft zu ver- raten. Und nur diesem Zweck dient der von der SAD. angezettelte wilde Rohrlegerstreik gegen den Melallarbeilerverband. Herr von Ggan-Krieger. Auch er will von der �«publik leben. Der Geschäftsführer des Reichsausschusies für dos Volks- begehren. Major a. D. v Egan-Kireger, ist staaatlicher Lotterietollekteur w Potsdam. Major a. D. v. Egon- Krieger zeichnet einen großen Teil der Flugblätter des Reichsou». fchusses für das Volksbegehren verantwortlich. Das preußische Finanzministerium hat angeordnet, daß ihm seine Kollekte wieder entzogen wird. Sie spucken aus die Republik— aber leben wollen sie alle von ihr! Es sind walzrhast vornehm« und ausrechte Leute, die Trabanten Hugenbergs! Wieder einer. Wegen Ueberschreitung seiner Befugnisse und persönlicher Be- leidigung des Landrots in Glogau gelegentlich der Agitation für das Volksbegehren ist der A m t s o o r st e h« r o. D. gleicher in Sa- lisch Kreis Klogau, vom Amte suspendiert und gegen ihn dos Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Metisteitter Jeiiung. Auch ein Amssblott. Die„A l l e n st e i n e r Zeitung". Verkündungsblott für amtliche Bekantmachungen der Staats- und Gemeindebehörden, setzt ihr« Propaganda sür das Inslattonsbegehren und gegen die preußisch« Staotsregierung unbekümmert sort. Der Besitzer der Zeitung ist zugleich preußischer Lotterieeinnehmer. Oer Tod der Greisin. Kein Mord in dir Elisadethstraße Gestern abend war in der Clisobethstroß-. wi» her„Banvärts" bereit» berichtete, das Gerücht von eln«m Morde verbreitet. Di« 7Zjähng« Wilwe Ottilie Roth« war in ihrer Kellerwohnung tot ausgesunden worden. Frau R. war schon seit Iahren bettlägerig und wurde von einer Nachbarin betreut. Ein Teil der geräumigen Wohnung war an mehrere Schlafburschen abvermietet. Als gestern abend die Nachbarin noch dem Rechten sehen wollte, fand sie ihren greisen Pflegling im Bett tot aus. Der Arzt der nächsten Rettungs- stell« tonnt« die Todesursache nicht feststellen: die Leiche wurde aus diesem Grund« zur Obduktion ins Schauhau» gebracht. Der- lctzungen waren an der Toten nicht festzustellen. Man nimmt an. daß die Greisin an Altersschwäche ge» fiorben ist. FestgenoMme» watte daher bis jetzt niemand. Eine Haupimaun-Gedenkstunde. »Bor Sonnenausgang" im Rose-Theater. Das Rose-Thsater hat des Tages gedacht, an dem vor vier Jahrzehnten nicht nur ein deutscher Dramatiker den bedeutungsvollen ersten Schritt auf die Bühne wagte, sondern darüber hinaus das gesamte deutsch« Drama und die deutsche Bühne in ein entscheidendes neues Stadium traten: am 29. Oktober 1889 startete die„Freie Bühne" Paul Schlenthers und Otto Brahms das soziale Drama des jungen Gerhart Hauptmann„Vor Sannenausgang". Man sieht heute wohl schärfer als da-nals die Mängel dieses typischen Erst- lingswerks, das weithin Menschengestaltung durch Lehrhafttgkest und «ine synthetisch« soziale Kritik durch zu stark betont« Einzelmomente 1 Ersetzt. Solche Gesichtspunkte mußten vor vierzig Jahren zurück- treten hinter der Tatsache, daß mit diesem Stück das Drama»ei uns einen neuen Gehalt bekam. Die Bühne erhielt eine revolutionäre Bestimmung. Die Schilderung des sozialen Elends nimmt in diesem Erstling«inen geringeren Raum ein als die Darstellung der erblichen Belastung. In den„Webern" wird dann das proletarische Schicksal in seiner vollen Tiefe ausgerollt— von einem Dichter, der I ein Menschenbildner geworden ist und mit erfchütternber Kraft zu den Herzen spricht. Daß diese Erfüllung kam. dazu war dos Ver. sprechen jenes 29. Oktober nötig. Dazu mußt« zunächst für das sozial« Drama ein« interessiert« Gemeinde ins Leben gerufen werden, die den Dichter durch ihre Zustimmung förderte. Im Rose, Theater wurde großenteils in einem verflossenen dar- stellsrischen Stil, aber mst sichtlicher Liebe gespiest. Der junge Sozialist Willi Roses erhob sich picht aus dem Bereich des Papiers. Dagegen hatte Traute Ros« sehr schöne durchlebte Augenblicke, vor allem In den Liebesszenen, deren Sacharincharaktor sie durch srische Munterkeit milderte. Das Publikum harrte mit Interesse bis in d>e mitternächtliche Stunde aus und nahm di« pietätvolle Er- innerung mit großem Beifall entgegen. W. Seh. « Gerhart Hauptmann hat dem Rose-Thcater seinen Donk sür di« Emlodung zur Ausführung und für diese selbst ausgesprochen. „Ich Hab' mein Herz im Autobus verloren." primus-palast. Ein Backsischfilm mit Sensationen. Sie fährt morgens in die Schul«, und«r nstt einem dicken Geldpoket im Auftrage seines Onkels im Auto zu einem Bankier. Da ss« beide Abenteurer und Tunichtsgut« sind, vereinigen sie sich zu einem Aussluge und ver- gessen alles ander« darüber. Die Polizei wird ihrer habhost, sie kommt in ein« strenge Pension und er ins Kitichen. Ausbruch. Gemeinsame Flucht. Die Abenteuer der Landstraße beginnen, die Picknicks im Freien, die Berkleidungen, di« Autosei, sattonen. Schließ- lich landet dos Pärchen— sie ist jetzt auch als Mann kostümiert— als Chauffeur in einem vornehmen szause, nachdem man zuvor noch di« herrlichsten Landschaften genossen hat. Die Verkleidung führt zu neuen Konflikten und schließlich zur Enttassung, aber schon naht das Schicksal in Gestalt des Onkels. Nachdem man sich vorher noch als Lebensretter produziert hat, steht dem längst erwarteten Final« nichts mehr im Wege. Solch« Sorgen hat nun der deutsch- italienisch« Film! Italienisch? Verfasser und Regisseure sind, dazu ausgeboten. Der Hauptdarsteller G a m b I n o. der gleichzeitig Regle führt, Ist ein höchst gewandter, in allen Auto- und anderen Künsten wohlbeschlagener Darsteller, der in seiner Regie Milieu und Landschaft gut auszunutzen weiß. Aber dos best« gibt Truus van Aalten: sie ist ein bubenhofter Backfisch, der für jeden Slreich zu haben ist und einem immer Spaß macht. r. 3n Theaternen Hauptanteil haben neben dem Orchester die von Karl R a n k l ge- lenkten Ehöre in dieser echten Volksoper. K. F. Die(Zdison-Zeier in Amerika. Der Edison-Aedenttog ist im ganzen Lande festlich begangen worden. In allen größeren Städten wurden abends FestbÄeuch- tungen veranstaltet. Edison beteiligte sich sehr lebhaft an allen Ver- anstaltungen. Am Abend führte Edison, nachdem ringsum alles Licht ausgelöscht worden war, vor der Festversammwng mit seinen alten Mitarbeitern sein erstes Experiment mit der Glühlampe vor. Schließlich hör'en die Festteilnehmer eine Rede Professor Ein« st e i n s, die von Berlin aus durch drahtlose Telephon!« übertrage» wurde. Ford hat in Dearborn mit einem Kostenauswanb von 2,3 Millionen Dollar«in Edison-Museum gegründet. Du» etil« Konzen der Volksbühne briuflt Sonntag, den 37. Oktober mittags'lj\2 Uhr. im Theater am külowplat,.Kammermusik und siilm« musst". Äax Butttng. Paul Dessau. Ernst Toch haben»u heileren ftilme» paffende Musik komponiert(Uraussührungen). Uuterhaltunglomfik litt»ie Der Ziaiffeisen-Mtter. Llralzeff, der Reiter aus dem Pfuhl. Mit UrcUzeff stand die Raiffersenbank schon seit 1923 in Ge- (chäftSDcrbinöunj. Der Prokurist Krause hatte ihn als Kunden zugeführt, der seinerseits di« Vckanntschast des interessanten Mannes in der deuischnationalcn Stammkneipe, dem W e i n h a u s Pfuhl in der Königgrätzer Straße gemacht hatte, allwo die deutschnationale Führerelite aus den benachbarten Partei-, Landbund-. Raifseisen- usw. chäusern zu verkehren pflegt. Es ist interessant, daß etwa um die gleiche Zeit, in der llralzeff im Pfuhl als Retter erschien, dort die Konserenzen der Herren Bacmeister und Leopold mit den Staatsanwälten Kuß- mann und E a s p a r t stattfanden. In denen Herr Baemeister den .Herren Assessoren Sekt spendierte und die best« Methode aus ihnen herauszuziehen suchte, die Sache Barmat in möglichst sensatio- neller Weise für die Dcutschnationalen auszuschlachten. Ein reizendes, ein überwältigendes Bild: an einem Tische des gleichen Lokals versammelt die.�einiger Deutschlands". die Drachentöler der Korruption, sich mit Enthüllungen gegen die Republik bewaffnend— am Nebentischc Herr llralzeff mit den deutschnationalen Direktoren der Raiffeisen- dank, dunkle Schiebergeschäfte in O st w o l l e ausheckend.„Sieh, das Gute liegt so nah. worum in die Ferne schweifen", konnte man de« biedern Korruptionsbekömpsern zurufen. Sie hätten nur an den Nebentisch zu gehen brauchen, um ein reiches Betätigungsfeld bei Herrn Uralzefs und der Raiffeisenbank zu finden. Aber das paßte freilich nicht ganz in ihren parteipolitischen Kram. Wer war llralzeff? Niemand weiß es bis heute. Generaldirektor Dietrich hat ein Jahr später in einer Aufsichtsrat!'- sitzung vom 29. April 1923 laut Kameke-Bericht folgende Schilderung des Mannes gegeben: „Es Handels sich um einen Mann, dem man unter allen Umständen Vertrauen schenken könne. Er sei zwar körperlich hinfällig und neige zu nervösen Zufällen, aber der Mann stehe noch unter den Eindrücken der Schrc�ensherrschaft des Bollche- wismus: er sei nur mit knapper Not den Händen der Boljche- misten entgangen, die ihn bereits zum Tode oerurteilt hätten. Der Herr habe in den letzten Jahren durch diese Dinge in Rußland die schwersten seelisckien Erschütterungen zu überstehen gehabt. die heute noch seine Persönlichkeit ungünstig beeinflußten." Dr. S e e l m a n n bezeichnete gleichfalls llralzeff als anstän- d.gsn Geschäftsfreund, betonte seinen griechisch-katholischen Glauben und das Faktum, daß llralzeff bisher prompt, reguliert habe. Wozu der KaMoke-Pericht bemerkt: „Diese prompte Regulierung bestand allerdings im wefent» lichen darin, daß er die fällig werdenden Lcrbindlich- leiten mit neuen Krediten, die ihm wieder von der Bank bereitwilligst eingeräumt wurden, abdeckte." Lb es nun letzten Endes die nervösen Zustände, der griechisch- katholische Glauben oder das Todesurteil der Bolschewisten mar, was llralzeff kreditwürdig machte, ist nicht festzustellen. Jedenfalls � erhöhte sich sein Konto, das Endo 192Z bescheiden mit 20 000 Goldmark eingesetzt hatte, bis l. April 1924 sehr rasch auf mehr als 1 Million. Aber ins Große stiegen llraizefis Kredite doch erst, als er anscheinend die Raisseisenbank aus ihrer O jt> woll.e-Not befreite.. rr..' Als man nämlich wogen dieses dreifach überbezahlten Pakets im Direktorium in immer größere Verzweiflung geriet, da man in ganz Deutschland keinen Käufer fand, verfiel schließlich irgendwer auf den Gedanken. man solle doch da» Paket einem Ausländer aufhängen, .zum Peifpiel diesem Russen llralzeff, der doch nach der Höhe seiner Kredite ein potenter Käufer zu sein schien. Wer beschreibt die Freude und das Entzücken, als Herr llralzeff sofort mit großer Gebärde sich bereit erklärte, die gesamten 4400 Stück Aktien zum Kurse von 133 Proz.. für 6,82 Millionen Mark, akso mit rcchr geringem Perlust für die Raiffeisenbank. zu kaufen! Man glaubt fast an«in Wunder: Allsrdings hatte es mit dem Kam so einige ganz klein« Hocken: Herr Uralzefs bezahlte zunächst keinen Pfennig Kausgeld. Cr wollte dos Paket auch gar nicht für sich taufen, sondern nur sozusagen als Vermittler für ein.holländisches Konsortium" von zwei.Herren. Damit dieses holländische Konsortium aber die Aktien tatsächlich kaufe, sei«ine kleine Manipulation notwendig... Welch«? Ein Brief der Raiffeisenbank(gez. Schwarz), datiert vom gleichen Tage(17. 3. 24) wie der Kaufvertrag mit llralzeff, und ebensalls an llralzeff gerichtet, gibt darüber lehrreichen Aufschluß. Der Brief lautet: „wegen der Verkaufs der Ostpreußtfchen vampfwollwäfcherel- aktien durch zwei Herren überlassen wir dhvcn gern 300000 VI. zwecks Abfindung dieser Herren. Sie wollen die Summ« an unserer Kasse in Empfang nehmen, wir danken Ihnen für Ihre Bemühungen." So bestand der„Erfolg" des Verkaufs an llralzeff für die Raiffeisenbank zunächst einmal nur in der Hingabe eines Schmiergeldes von 300 000 Vl. in bar au den findigen Rüsten, Wir schlecht das Gewisten der Raiffeisenbank war, geht daraus hervor, daß diese 300000 M. auf ein Geheimtonto„Dr. Lange- Krause" verbucht wurden. Der Bericht von Komeke sagr: „Die Einrichtung dieses Konsorlialkontos ist laut Brief vom 31. Juli 1924 von Dr. Seelmann und Dr. Lang« angeordnet; offenbor wollte man damit das eigentliche zugrunde liegende Geschäft in der Buchhaltung verschleiern." llralzeff steckte die 300 000 M. ein— und dabei blieb es. Denn das hinter ihm stehende„holländische Konsortium" war ein Gebilde eigener Art. Die Raiffeisenbank, blind wie immer, hatte sich um die Zchammenletzung dieses Konsortiums zunächst gar nicht ge- kümmert. Der von Komeke-Vericht sägt: „Später wurden(durch llralzeff) van diesem angeblichen Kon- sortium die Namen de Peterson und Keßler bekannt. Ob der Letztgenannte überhaupt ext st ierthat. erscheint mehr als zweiselhaft. Bestensalls handelt es sich um einen ausgesprochenen Strohmann. De Peterson war ebensalls wie llralzeff eingewanderter Rüste,.der sich anfänglich in Holland als Dolmeffcher ernährte, dann sich gefchästlich be- tätigte und 1921 Konkurs machte. Nach der erst in der zweiten Hälft« des Jahres 1925 eingeholten Auskunft waren feine Mittel ganz geringfügig. So sah im wesent- lichen das sogenannt« hollandische Konsortium aus." Das Konsortium gab als Sicherheit Wechsel, die selbst- verständlich van der Raiffeisenbank aus ihre surisftschc Seite nicht geprüft wurden(von drei Vorstandsmitgliedern waren ja auch nur zwei Rechtsanwälte.') und di« sich später als nach holländischem Recht ungültig erwielenl Ein verpfändetes Lager in Holland erwies sich als verschobene R c paro ti cmsware!_ Der Effekt war. daß die Raiffeisenbank aus den Ostwolleaktien sitzen blieb, den Kaufpreis weder von llralzeff noch von seinen hlulermänncru erstatte» bekam und ans der ganzen verkauf»- lransaklion mit llralzeff nicht» als einen weiteren Verlust von 300 000 Al.. der gezahlten Schmiergeldprovision, buchen konnte. Dach sollte sich an diesen direkten noch ein viel größerer indirekter Verlust knüpfen. Denn fölänge die Raiffeisen- direktion hinsichtlich des Verkaufs der Ostwalle an llralzeff noch gläubig war, fühlte sie sich zwar von einer Sarge befreit, aber dos böse Gewissen schlug jetzt nach einer anderen Richtung: indem sie Herrn llralzeff ein Paket, von dem sie wußte, daß es kaum 2 Mill. Die Wählerlisten liegen nur noch bis zum 25. Oktober zur Einsicht ans. Viele haben den Weg zn den Ansiegesteilen noch nicht gefunden. Gehörst du auch zu ihnen? Dann hole noch heute das Vers&umte nach. Aus den amtlichen Bekanntmachungen an den Anschlagsäulen ersieht ein Jeder, welche Auslagestelle für ihn zuständig ist. Nur noch bis einschließlich Freitag kann man in der Zelt von 12 bis 19 Uhr die Listen prüfen. Die Zeit drängtl Keine Stimme darf der sozialdemokratischen Partei am i7. November verloren gehen! mtxi war. für fast 7 NA. aufhängte, betrog sie Ihrerseits Herrn llralzeff und seine Hintermänner. Und lnes� schäbige Manöver gegenüber dem noüen, anständigen llralzeff mußt« die Raiffeisenbank doch irgendwie gutmachen. Sie tat es. indem sie llralzeff als Dank und Belohnung für sein Einspringen in dieser kummervollen Sache von nun ab mit Krediten geradezu überhäufte: Herr llralzeff wurde der Großschuldner der Raiffeisenbank. Das Theaier der Kinder. Als am Sonnabend Im Theater am Schifsbauer» dämm ein frischer, unbefangener Vub mck.Liebe Jungen und Mädel" beginnend, ein paar einleitende Worte für da» Theater der Kinder sprach, da fühlten sich die Erwachsenen als Gäste der Kinder. Zur Autführung gelangte, in der Neubearbeitung von Lisa Tetzner,„Der große und der kleine Klaus". Gespielt von Woligang von Schwind, Maria L e i k o, Paul Ä e m'p. Dore T h a l m e r und Fritz Staudt« in echter Liebe zu Kindern. Renata Hart führte die Regie. Bei ihr spürte man ein starkes Einfühlungsvermögen für die kindliche phontosiereichc Vorstellung. Schars und klar waren di« Gedanken, die zum Gemeinschoftsgesühl erziehen. Herausgearbeitet; ebenso wie der Hinweis auf den nötigen Zusammenschluß der Schwachen den Kindern verständlich gemocht wurde. Alle Sympathien hatten daher der kleine Klaus und der lahme Kasper, und Warnrufe und Freudenschreie durchgellten den Raum. Bedenklich jedoch erschien manchem Erwachsenen die Ehebruch- szen«. Für kleinere Kinder bsieb die ziemlich derb« Liebelei der Bmiernsrau mit dem Küster unverständlich, und größere Kinder wurden durch sie mit einer Angelegenheft befchäftigt, die noch außer« halb ihrer eigenen Gedankenwelt liegt. Doch werden in Zukunft wohl gerade solche Stellen aus- gemerzt werden durch die Mitarbeit der Kinder. Sollen doch aus jeder Berliner Schule zwei Kinder dem Theater angehören, die beim Einstudieren der Stücke zugegen sind. Sie sollen sagen, was ihnen gefällt und was sie gespielt hoben möchte». Ferner wurden durch Fragebogen die Kinder zu Kritikern bestimmt. Da ferner durch Preisausschreiben systematisch an«ine Gedankenbereicherung durch di« Kinder hingearbeitet wird, ist es nicht ausgeschlossen, wirklich zu erfahren, was di« kindliche Phantasie und Gestaltungs- kraft bewegt und welche Forderungen die heranwachsende Jugend an das Theater stellt. e. d. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahd. 2- Kreis, Tiergarten. Wichtige Sitzung aller Funktionäre und Funktionärinnen, Dienslag. den 22. Oktober. 20 Uhr. bei Trump er. Flensburgcr Straße 3. LoUerisbefprechung. 13. kreis Tempelhof. Der zu heut« Dienstag angesetzte Be» ginn des Kursus Dr. Gregor Bienstock muß umständehalber o e r» schoben werden.— Der eigentliche Beginn wird nach bekannt- gegeben. Dlenstaz. 32. Oktober. Ber If n. 16.05 Max Zodykott!„bet'bnndeeboreot Didiibr". 16.30 Stunde blinder Künstler. 17 ,30 Lothar Briejer:„Karl Larsson und Schnedes". 18.00 Uaterhaltangsmasdk. 19.00 Reichspostovinlsler Schitiel:„Das■ Volksbegehren", I9.Ä Der diesjährige Kleistpreisträger(Bildtunk). 19.35 Wilhelm von Scholz: Der Kleistpreis. 30.00 Aus Stettin:„Dantons Tod". Von Georg Bhcbner. Regie: Alired Bratnv Anschließend Presseumscban des Drahtlosen Dienstes(am Mikrophon: Dr. Josef Rauscher). Nach den Abendmelduogeo Bildfunk. Ktnigswister han.se«. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Heinrich Heine.(Einfflhrnng; Dr. Ernst Weif. Rezüanon: Else BeyerJ 18.00 Dr. Karl Loesse; Der Kraftfabret im Recht. I8J0 Französisch für Fortgeschrittene. 19.00 Reicbspostmtnlster Schätze):..Das Volksbegehren"'. I9J0 Albrecht Scfaaetfer liest aus eigenen Werken. 3005 Von Köln:„Es war einmal". Von Hau. Eberl. Anschließend: Von Frankfurt, Zwlscbensender Kassel: Arie»: and Lieder abend. ScalSIa: Wir machen unser» Leser und Parteinennisen auf unser» Sin». tofel anfmerisam in der nun itftf ab auch bi« S u ck u ck». SKtlfist. unb Stein-Ltchttviel« Ihr Prosrauun nerüffettflichen. Beronttnortl.'üt hie Rebakttun: Sulfftang Schwär». Berlin:«njeiaen: Tb.«In de, Berlin. Drrlag: Sutntütfu Verlag®. m. 6, s.. Berlin. Druck: SunDirts Buch. brutftrei und Berlaguan stall Raul Singer ch Tu.. Berlin SB 68, Llttbcn strafte 3. St«» 1 Beilage. Aligemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin, Sektion Lichtenberg. �inladunst jui eufterorbentlid-en 9lu-!chttft- Sitzung nm Mtlttunch, dem SO. Oft oder 1930. nach- mtltags S Uhr im ftatfenlotol. Deutfch- metsterstrafte Ede Parfnue iLtchtHof). Tageaurbnting: 1. Sotlcpung und Belchlufttcstung Ober den Rechnungsubichluß|Ut die geil oum I. I. dt» 31. 5. 23. S. Kasienangelegenheiten. Fefditnerbrn und jlnfragen, zu denen die üinfichtnobme m die Bücher notwendig ist. sind der Verwaltung 3 Tage onrhk, dekanitt zu geben. Der Vorstand. O. Seikel. Verl K. Schulte. Schriftl. Diens a-, 22. 10. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V 228 20 Ubr De? Barbira Sevilla Dlens'ag. 22>0 Stöfll Oper Bismarcksti Turnus i 10 Uh» Staals-Oper Am PUd.RcDubl \torst 60 20 Uhr Staat!. Sdiauspö. im junSarmonmar A�V. 201 20 Uhi Staat!. SchÜler-Tliesler.CharltJ). Uh' Berüner iiiK-TriO N.ukölln. W- uüuMf.w»! Direktion >t. Robert KIcir Csuisches fUnstler-Theal Barbarossa 3937 «-/» Uhr Die andereSeite BtrHaer Theaier Dönhoff 170 8>/« U, Zwei (ravatien von Georg Kaisei Musik Spolianskv Baniowsky- Sühnen Theater la der KBniggrdtrer 3 trade Tädllch 8i8 Uhr Die erste mrs. seiDy mit NIM Mi KomSdlanhauu Täglich 8-1, Uhr tolöhyj Sappen siadiiiehetteo mit Kurt Bois r- GROSSES SCHAUSPIELHAUS— Tlgl.8 Uhr Regie: ERIK CHARELL Gesamlausataltuag Prot. Ernst Stare Musik-Leltuug: Ernst H-uks Volksbühne rhutu imailivalil: 8 Uhr FrQblings Erwachen StaatUdriller-TIi 8 Uhr 2x2= 5 Staatsoper Am PI. d Republlh 8 Uhi Salome Theater am loilendarlplalz 81,4 Uhr Mllltännnslk D.L Norden 12310 SV, Uhr Der Kaiser v.« merika von Bemard Shaw Reg: Mai Reinhardt Kammerspiele D.I. Norden 12 310 8-8 Uhr Dwr Onvlderstetilielie Komödie von Gäraidv und Spitzet Regie; Gustaf Grflndgens Die Komödie |1 Bismck.2tI4/7Sl* 8 Uhi Kolportade Komödie von Georg Kaiser Regie Erich Engel Trlanoii-TlL�r Täglich',1/4 Uhr DsrerJjuBtileiedolg Das kämmt doeb alle Tage tot üemayn. v. Akoay. ' anda, Kllndcr Mi und So. 4 Uhr AsebenbrAdei 3 Uhr Skhnnta� na« Tim. an pe kürzt halb« Prclon. rdeai. o. Westens Tägl. SV, Uhi Nariella MiwlS T. OUai Slnm: Käthe Donto Mlcbecl fiobBca Lnslspleihaos Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich«'4 Uhr Grand Botel Lustspiel von Paul Frank Metropol-Yh. Täglich 8-14 Uhr Lebdr dirigiert Das Land des Lacheins Vera Sdiwars, Richard Teober Win Ter ★ Garten* 1 8 utr> znir. saie• Bandia erUoti j I Oabiart-Truppa, luobollla tulz and weltare Attraktlanan Reichshailen.Theater Abcada[T] Sonntag aechm.( 3| Immer noch; „Bei de Stettiner" Nachmitta',s halbe Preise, .volles Programm! Billettbest Zentrum 1126.3. önho,-• Br« i Don oroßo Oktobor-Proo'omm FuUcwor-Orch— tr— Tanz. Kleines Inest. Merkur 1624 TJglich»k Uhi ax Adaiber als «ante am Flüge Ludolf Neisoi. Lessing-Theaier Norden 10846 Gruppe ander Sdtaupieler Täglich SV, Uhi Cyankail I 218 von FrlMrlA Wall PtilJharmonJe 8 Uhr Haydn-Vozui- Beetnoren- Ibend des Philharm. Orch O'rijj. PmL I. Prtiwfii Sinionlan: G-dur- Haydn.»dur Zu- oitert-Mozarf. No. 1 C-dar-Bee hoveo. Eintrln I Mk SlnnenspendeD «der dtt licert prti um« t Paul Oolleic norm. Robert Me;cr MorluaeaatraAe> Scke Naunyuftrafte Amt Norispl 193 62 HOSE TUCnTED Br- BTuMnrtir -THcATcR strafte 132 Bllletlkasse: Alexander 3422. Täglich 8® Uhr: (Sonntags SV« und 9 Uhr) Die leldmtfe Jsabell Sic zahlen für Rg.-Balkon(Seite) SO PL, für einen guten Miitel- Rang 80 PL. für Seitenparkett I Mk., für II. Parkett 1.20 Mk, für 1. Parkett und Rang-Balkon Mitte 1,S0 Mk. Juduo SuDusbeat 5 Uhr s Juden SaanUq 2» U tr Schneewittchen. Inten Uinwodi 9 ddr Das tapfere Sflmeiflerlein CASINO.TNEAt£« . olhrln«er Strafte 57 neui Täglich sv, uh. neu! uoptagto Hoctizeitsnacht! jnd ein rstidassiger bunter Teil Für unsere Leser - u 1 sen e 1 n> 9 1 t Pe t sonc i Pauteuii nur 1.25 M., Sessel 1.73 M- onstiee Preise: Parkett u Ran« 080\ Renaissance-Theater Täglich SV, Uhr STEMPELBRUDER Schausniel von Duschinsky Regie Oust. Härtung. Sttlo»i«U C 1. 0M1 a. 2313, M> SCäM Tip. tTanWL Snl(kr loftvRn ea «Ktnt-p i(kr H Pt. Mi I Ivt Uli c/z r SkRt I Mr 1 Ml I Martt Chsrtle Rtvtl, 3 Wklrtmudu, ünoTick Zum u Tbgl.» u. 8» Sonnt. 1, 9■ 8" | Alan. E. 4. 806« INTERNAT. VARIETE Planetarinm v am Zoo ava ....in od mtiui» traC. 3.3 Barbarossa.357' 'ft'/i Lhr Hertut- abun uam Starnu Immai 181.4 Uhr Bit tu Ul Qrunzun H, Welt 20V, Uhr Rä u.1 aw SUnwnlle tat Tägl.aoSer Montag: u. Mim» Erwachs I Mk, Kinder 50 PL Mim». Erwachsene 30 PL Kinder 2.3 PI TBnaLamKoitD.iuil Kottbusser Str 1 1 o ragi-tut' tue Sam I rachm. 3 l I Elite- SAn�ei s Oer Hoppelte; iwtnl.EinWet-J re-I"t«LLacb■ I Gegründet 1895 gibt Aasflee. Ultfor, Pa'efott USW ab. soweit nicht am Lager Ex ra- nfenigung BR ohM Prelsauf schlag mma Bitte tlbersengea fti« tldil J.Coper,Kalser-Wilbeln)'Str.24I (ßeflate Dienstag. 22 Oktober 1929 DprftJptii �,'Jf>,,kriftClo s/01 IbuyasA Vom Säuglings- und Kleinkinderturnen Neue Wege der Jugendhygiene Das lunten, besonders aber das orthopädisch« Turnen, das immer umer ärztlicher Zluisicht stehen sollte, muß als vorbeugendes Mittel bei gewissen trankhasten Störungen des Körpers angesehen werden, und es wäre durchaus erwünscht, wenn die öffentlichen Stellen ihm diejenige Förderung angedechen ließen, die es nach seiner Bedeutung beanspruchen darf. Ein Zeitalter wie das unsrig«, in dessen Mittelpunkt verschärfter als je der Kampf um das tägliche Brot steht, schafft keine günstigen Bedingungen für die körperliche Ertüchti- gung. Di« Ziffern, die die Statistiken über die Verbreitung der Tuberkulose und der Rachitis angeben, sind so erschreckend hoch, daß mit einer vorbeugenden Behandlung nicht früh genug begonnen werden kann. Schon in einem Alter von vier Monaten kann die sogenannte Säuglingsgymnastik einsetzen. Die Säuglingsgymnastik wird besonders bei muskelschwachen und leicht rachitischen Kindern mit größtem Erfolge angewandt, und da die Handhabung leicht und schnell zu erlernen ist, wäre es wünschenswert, wenn indenFür. sorgest elle» Kurse eingerichtet würden, r» den«, Mütter m der Säuglingsgymnastik unterrichtet würden, oder»och besser, in denen ständig ein« Gymnostin arbeitet, die nach der vorgeschriebeneu Weise mit den Säuglingen turnt, Wenn ein Kind das erste Lebens- zahr überschritten hat, so ist meist der Zestpunkt gegeben, wo das Kleinkinderturnen einzusetzen hat. Hier werden Hebungen gegeben, die eine ebenso � stgske körperliche wie seelische Wirkung haben, und jede liebung. die das'Kind versichtet, soll nicht nur seinem Körper nützlich sein, sondern ihm auch Freude bereiten. Gesondert von der Kleinkindergymuastik muß das o r t h o- pädische Turnen behandelt werden, dem wir die größte Bedeu, tung beizumessen haben, da es zur Behebung körperlicher Schäden gnaewandt wird. Wenn man einmal die Statistik über die Ber- kruppelung beachtet, so wird man erstaunt sei», wie gering der Prozentsatz derjenigen Menschen, die als Krüppel zur Welt kommen, gegenüber denjenigen ist, die erst allmählich zu Krüppeln heranwachsen. Der bekannte Arzr Schmidt-Bonn anerkennt nur 6 Proz. aller Skoliosen d. h. seitlicher Berbiegungen der Wirbel- faule als angeboren, während er die übrigen als erworben be zeichnet. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, mü den gegebenen Mitteln. d. h. also durch orthopädisches Turnen, das Wachstum zu beeinflussen und ein« Dertrüppelung zu verhüten. Die Ursachen für eine erworbene Verbiegung der Wirbelsäule beruhen in den nieisten Fällen auf einer Rumpfschwächc, die durch Rachitis oder Jistektionskrankheiten entsteht oder auch onge- boren sein kann. Bei allen rumpfschwachen Kindern ist frühzeitige Behandlung unbedingt erforderlich. Schulkinder mit sthwacher Rumpfmuskulatur oder auch nur schwacher Körpcrbeschassenheit sind durch das sogenannt« Schul sonderturnen, einen Unterricht. der vorbeugend und ausgleichend wirkt, vor der Gefahr einer Der- kruppelung geschützt. Anders aber ist es mit den v o r s ch u l- pfü ch t i g« n Kindern. Wenn hier die Fürsorgen nicht.eingreisen, um durch orthopädisches Turnen«ine Besserung der Konstitution zu erzielen, so ist die Gesundheit in ernster Weise gefährdet. Gleich, ob «in Kind einen flachen Brustkorb oder einen runden Rücken hat, in fast allen Fällen, in denen es sich um Rumpischwäche» oder-deformi. täten handelt sind die Lungen in Mitleidenschaft gezogen. Bei mangelhafter Leistung des Brustkorbes werden die Lungen immer weniger entsaltet und nicht genügend ernährt. Das aber führt zu «wer solchen Schwächung, daß die Lunge�schließlich nicht mehr wider- standsfähig gegen Ärantheitskeime und nicht mehr imstande sind, die in sie eindringenden Tuberkelbazillen unschädlich zu machen. Sine ausgezeichnete vorbeugende oder auch heilende Maßnahme bildet in di-sen Fällen das Klappschr Kriechversahren. das auch bei Drustkorbre'-bildungen. wie Trichter- und Hühnerbrust und bei Schädigung des Äzeus mit großem Erfolg angewandt wirb. Das schwächliche Kind m den Anforderungen de, Hebungen im Stand körperlich nicht gewachsen und durch die Klappsche Kriech- mechod« wird eine rein« Rumpfgymnasti� betrieben, die, da sie Än« Bewegungsgymnastik ist, den Kindern eZreude macht und schnell von ihnen. gelernt wird. Di« Kriechübungen werden aus- geführt zur Kräftigung. Streckung und Beweglichkeit des Rumpfes und zum Ausgleich bestehender Rumpsverbikdungen. Die Vierfüßler- stellung auf Knien und Handflächen entlastet die Wirbelsäule und erhöht ihre Beweglichkeit gegenüber dem aufrechten Stand erheblich. Ferner wird m dieser Stellung der Brustkorb vertieft und der Blut. kreislauf erleichtert, da das Herz weniger Pumparbest zu leisten hat. Alle Hebungen dieser Methode bauen sich auf dem einfachen Vier- füßlergang— einem Kreuzschritt— aus. Er wird durch Arm. und BeintäÄgkeit erwestert und durch Verlagern des Schultergürtels läßt sich eine freiere Deweglichkest in den Teilen der Wirbelsäule erzielen. wo sie zum Ausgleich erforderlich ist. Ebenfalls sind alle Kriech- Übungen als Kräftigungsübungcn anzusehen. Ein weiterer Dorteil liegt darin, daß man dies« Hebungen alsDauerübungen anwenden kann. Das ist von besonderer Wichtigkeit bei der Lehaud- lung von Kindern, die schon Rumpfyerbil düngen aufweisen, weil dies« nur durch Dauerübungen günstig zu beemslusien sind. « Häufig entstehen schwere Rückgratsoerkrümmungen durch Der. kürzung eines Beines und durch einseitigen Plattfuß. Meist wird der Plattfuß als ein bloßer Schönheitsfehler angesehen, über den man sich mtt einem Lächeln hinwegsetzt. Wer aber weiß, daß er nicht nur schädigende körperliche Hrsachen hat, sondern auch den Menschen in der Ausübung seines Berufes völlig hemmen kann wie bei Kellnern und Friseuren—, der weiß, wie ungeheuer wichtig es ist, dieses Leiden zu beseitigen. Das läßt sich erzielen, indem man schon in frühester Jugend mü einer Hebungsbehandlung beginnt. Einlagen müssen auch da, wo keine andere Hilfe mehr möglich ist, als trauriger Notbehelf angesehen werden, da sie nicht elastisch sind und den Fuß in seiner Beweglichkeil hemmen. Das Turuon dient also nicht nur dem Spiel und Sport, sondern ist mich eine Methode der Medizin, ine. so jung sie ist, ihre Existenz- berechtigung bereits bewiese» hat. Auch von der Stadt Berlin wird diese Art von Gymnastik beachtet. Vereinzelt« Bezirke verfügen bereits über orthopädische Turnlehre. rinnen und wenn rückschrittliche Kreise— wie es immer geschieht. wenn es sich um Bedürsnisic der Volkshygiene handelt— eine systc, matische Einführung des Säuglings- und Kleiukinderturnens in der Fürsorge aus finanziellen Gründen ablehnen, so gilt es eben auch hier, am 17. Nooemberzuzeigen, daß die Berliner Bcvölke. rung sich ihre Ansprüche auf Volkshygiene nicht nehmen läßt. Lstber.?eiser. NKeiprasidiiim und Volkshygiene Ein Umriss—» Von Oberregierungsrat Dr. Walter Lustig SW N«n«runas- und Red!Ä»ali»rt Dr. L«Uq ist mü ZSirtmi« vom . 1. Oktober 1929 JWnt Sberr-qierunes. und-modinnalrat des Polizei- priisitiumo und somit AUM Leiter des Medisinnldezeenates dieser Bc» Hörde ernannt worden. Mit diese» Zimt ift der Sorfiu des Gericht--. • ii rötlichen Ausschusses für die Gtodt Berlin»rblinden. Dr. Walter Lustift hat eine w-iiiell chirurgisch« Ausbildung acuoflcn. war früher Odeeariu der chirurgischen' Abteilung des madtlschrn' Wentel-üancke- Lranirnhauses in Breslau. Bevor er in die naalltchc Medüinol- bcamtenlausbahn eintrat, war er Biosektor des Anatouiiicheu Ivstirutrs der Universität Bonn, wurde dann Meditinalaslessor in Noblen.-, ver» waltete mehrere Nreisarzislellev im Rheinland und war dann mehrere $ 5ahrc Referent hei der Zieail der Regierung in Ttadc. Seit Berlin tSii«. Dr. Lustig hat e........ 1...... lich« Arbeiten veröffentlicht, die sich hauvtsächlich aus dem Gebiete der forialeu sowie der Berwaltungsmedtein und dem Sren, gebiet- zwischen Iura und Medigin bewegen. Auch mehrere Bilcher von ihm sind im Buchbarchel erschienen, vo» denen nur das große Handbuch für Mcdi. ziual.. Bcrwaltungs. und richterliche Beamte..Der Ar« als össent- licher Gesund heitsbeamter,� Sciundheitspotitilcr und gerichtlicher' Soch. versiändigrr" erwähnt sei. Der Polizeipräsident von Berlin, dem hier auch die Ausgaben des Regierungspräsidenten zusallen. ist die ausübende Aufsichtsinstanz auf dem Gebiete des gesamten öfseallichen Gesundheitswesens. Sern Wirtungskreis ist im allgemeinen durch das Landesverwaltungsgesetz vom 30. IuS 1883 in Verbindung mit der Regierungsinstruktion vom 23. Oktober 1817 und der Sabin ettsorder über die Organisation der Provinzialbehörden vom 31. Dezember 182? geregelt. Für dieses besondere Arbeitsgebiet ist dem Polizoipräsi- denten vom Ministerium für Volkswohlfahrt ein Oberregie. rungs- und Ober medizinalrat beigegeben, dem wiederum noch ein Regicrungs- und Medizinolrat und drei weitere höhere Medizinalbeomtc zur Seite stehen. Von den zahlreichen Auigaben, die dieser Medizinalabteilung zufallen, können im Rahmen dieser Aussührungen mir die wichtigsten Erwähnung finden. Von bestmderer Bedeutirng ist die Durchführung der Gesetze und Verordnungen zur Verhütung und De- kämpfung an st eckender Krankheiten. Beim Auftreten übertragbarer Krankheiten müssen sofort alle erforderlichen Maß- nahmen zur Verhütung der Weiterverbreitung der Krankheit ge- troffen werden. Dazu gehören mitunter solche, deren Durchführung sich bisweilen für den einzelnen als Härte darstellt, für die Allgemeinheit und nicht zuletzt für den Betrofienen selbst jedoch von Segen Ist. Hiermit in Zusammenhang steht die Aus- stcht über das Desinsektionswelen und darüber, daß die Beseüigung der A b f a l l st o s f e und Abwässer einwandfrei, d. h. ohne Belästigung und Schädigung der Bewohner erfolgt. Dos ist bei einer Millionenstadt wie Berlin besonders wichtig. Auch die Heberwachung der Trinkwasserversorgung und des Der- kehrs mit Nadrungs- und Genußmitteln gehört hierber. Der Polizeipräsident sorgt für d!« Durchfübrung der auf diesem Gebiete ergangenen zahlreicken Gesetze und Verordnungen imd bat selbst besondere Polizeioerordnungen über den Verkebr mit Kuhmilch und Sahne und über den Verkehr mit Rohrungs- und Genußm'tteln erlasien. In dem Medizinaldezernat werden ferner b-orbeitet die Ange- legenheiten aller A« r z t e, Zahnärzte. Dentisten und Hebammen, sowie aller nicht ovprobierten Heil- personen und des ac samten ärztlichen Hilssperso, nals. der Masieure, Desinfektoren. Kranken-, Irren, und Säug- linospflegeperfonen und der tecknifben.Assistentinnen. Die Berufsausbildung de- emöbrrten ärztl-�ri'.sdistsnerfonals unter, Pent der A"H?rf>f d»» PoH?rnräPd(>ntrn. In Betracht kämmen hier die Lebrankkasten kür technische Assistr''s'nn?n. die Krank«», und Saxalmg�vstege-. De-'mektoren-"»d Mgstagejchvlen In diesem �"f-mm-nb-nge seien ferner �ie We!blfabr«-sch,,5.n«rmäbni. in denen die WaMiabrirnfrcnsrinnen für die drei �-"inttächer..Iua'r-bn'as's, fxbrr-psteae. fflffurchdertrf"'rforge und Wirtschdfts. und Bsrufs- fürsnrae" oitsoeWlM werden. Ei» arobe? Arbeitsasbiet im Medtoinaldezernat nimmt die Heberwalbuna des Handel" mit A r z n e i m,i t t e l n inner- u nd außerhalb der Apotheken ein. Der Medizinal- dezernent revidiert zusammen mit einem Pharma zeutfichen Bevall- mächtigten die Apotheken, überwacht die Ausbildung der angehenden Apotheker und regt die Gründung neuer Apotheken an. Gerade auf letzterem Gebiete wurde tm vorigen und in diesem Jahr durch. zahl?. reiche Neugrüirdungen uict getan mid so vielen älteren Angesielsteiir'."t die infolge der langen Wartezeit das ,?<). Lebensjahr weit überschrütena m hatten, zur S e l b stä n d i gt e t t oerholfem In dieses Arbeitsgebiet gehört auch die Heberwachung des Handsls mit Rauschgift«>l und die Durchführung des Opiumgesetzes. Der Mediziiralabteilimg fällt als weiter« Aufgabe die gesuridheiispolizeiliche Aufsicht über die öffentlichen und privaten Kranken-, Eni bin- dungs- und Irrenanstalten, sowie die S ie chenh ä u s« r zu. Die Projekte von Neu. und Hmbauten öffentlicher Krauken- anstalten unterliegen ihrer medizinalpollzellichen' Begutachtung, die privaten Krankenanstalten der besonderen von ihr zu erteilenden Konzession. Die öfientlichen und privaten I r r c nä n st o l t e n werden jährlich von einer besonderen Besuchskommission revidiert, die der Medizinalreferent dos Polizeipräsidiums führt, die privaten Irrenanstalten außerdem zweimal jährlich von den Kreisärzten. 'Abgesehen von den hygienischen Belangen wird bei jedem Kranken genau die Rechtmäßigkeit seiner zwangsweisen Zurückhaltung nvchgeprüst. Bei allen Anstallen wird auch den wirtschaftlichen Vor, hältnisien und der Arbeitszeit des Pflegepersonals besondere Aufmerksamkeit geschenkt, soweit es sich nicht um Ange- hörig« geistlicher Genossenschaften oder solcher Vereine handelt, die sich aus überwiegend religiösen oder sittlichen Beweggründen mit der Krankenpflege beschäftigen. Die Medizinälalüeilung sargt ferner für die Heberwachung der gesundheitlichen Verhältnisse der Bolls-, Mittel- und höheren Schulen, der Säuglingsheime, Krippen, Kindergärten sowie der Badeanstalten, Asyle und Massenquortiere. Aus besonderen Austrag des Präsidenten des Strofvollzugsamtos werden Strafanstalten in gesundheitlicher Hinsicht jährlich besichtigt. In das Arbeitsgebiet der Medizinalabteilung fallen auch alle Fragen der Gewerbe- Hygiene und des Schutzes der Einwohner vor Belästigungen durch gewerbliche Betriebe. Für die Durchführung des Arbciterjchutzcs sieht dem Polizeipräsidenten ein besonderer Fachmann, der Gewerbe- »redizinalrat. zur Verfügung Der Oberregierung?- und-medizinal- rat ist V o rsi tz e n d e r der staatlichen Prüfungskommission für die Vorprüfung der Apotheker, für die Prüfung der Wahlsahrts-, Kronken- und Säuglingspslcgerinnen, sowie der Desinfektoren, Masieure und technischen Assistentinnen. Er ist ferner Vorsitzender des Gerichtsär.ztlichen Ausschusses für die Stadt Berlin. Dieser Zlueschuß, der früher Provinzialmedizinal-Kollegium hieß, ist eine wistenschaftlich und tech- nisch ratgebende, kollegiale Behörde mit der Ausgabe, eine ober- gutachtliche Tätigkeit im Fache der gerichtlichen Medizin für die Gerichts- und Verwallungsbehörden auszuüben. Ihm gehören als Mitglieder die namhaftesten Vertreter der verschiedensten itzedi'i» nischen Spezialgebiete an. Der Medizinalreferent des Polizeipräsidenten steht ferner dem Oberpräsidcnten zur Bearbeitung sachlicher Fragen zur Verfügung, die sich auf die gesamte Provinz bezieh«« oder die Aisikallen und Einrichtungen betreffen, die desien Aussicht unterstehen. Dazu gehören die Provinzialanstalten und besonders in Berlin die Einrichtungen der öffentlichen und privaten Fürsorge. Der Oberregienmas- und-medizinolrat ist Mitglied des Landes» fügend- und Wohlfahrtsamtes und der Pravinzial,' h e b o m in e n st e l l e. Als noch geordnete belondere(SesundMts- behörden sind dem Poliiripräsidrnten 14 Kreisärzte unterstellt, die für ihre Be-irke als staatlich" Gefunddeitsbeamte tätig und als solch« technische Berater der zuständigen Poli-e'bebörde sind. Ihr Airfgabenkreis ist ein äutzerft umfangreicher. Endlich sei noch daraick hingewiesen, daß die in Berlin tätigen ho"vtamtlichen Gericht sär' dienstlich dem Polizeipräsidenten unterstellt sind. I�pmon vonlTlaxßarikel (26. Fortsetzung.) Die Autoren hotten ihr bie Rolle auf den schönen Leib gs- schrieben, aber sl« hatten ihr auch Leid zugemessen, denn sse muht« in dem Spiel den herzigen Erzherzog Franzi lieben. Sie muhte für Franzi schwärmen, die ganze Stadt wußte von der Geschichte und weinte selige Tränen. Und ein alter Herr, der berühmte Komponist Johann Strauß hatte für diese Liebschaft, für Mariandl, einen extraschönen Walzer geschrieben. Aber wie kann ein Erzherzog ein Bürgermädchen heiraten? Und darum und im kühnen Gegensatz zu Mariannes ersten Film, in dem am Schluß der Adel siegte, hatten die revolutionären Schriftsteller im neuen Spiel den Bürger siegen lassen, eben den Herrn Mister Gould, der eigentlich gor kein so grauslicher Amen- koner war, wie es anfangs schien, er war, das stellte sich zur rechten Zeit heraus, ein Wconer Bua, der vor dreißig Iahren nach New Port im Zwischendeck reiste und sich seine erste Dollar- Million als Schuputzcr und Zeitungshändler verdiente. Den Herrn Mister Gould— Johann Strauß, ihn spielte Glaß — Johann Strauß mußte laut Textbuch immer:„Herr Minister Gould" und einmal, um aktuell zu sein:.Lerr Goldminrfter* sägen: diesen Goldminister spielte Lyssander. Und auch diese erschütternde Tatsache entschleierte sich in dem Spiel, daß der Milliardär gar nicht Gould hieß, sondern Seppe! Wutzelmoser. Und dann kämpften Seppl und Franzi aus der vor Wien liegenden Jacht um die Liebe der Mariandl auf Leben und auf Tod. Den Franzi spielte eine ausgeliehene männliche Fllnrschönheit von der„Luna", die durch Leina nsky diesen Streifen mitfinanzicrte. Siebenhuirderttaufend Mark sollte der Film kosten. Die Regie führte Herr Gramp, der dem deutschen Volke schon viele Monumentalwerte geschenkt hatte. Bencke war mit einem anderen dunklen Lichtspiel beschäftigt. Das Atelier war in der großen Kuppelhalle der ehemaligen Luftschiff werft ausgebaut. Im Atelier lag auch das gewölbig« Gerippe der Lustsacht. Der Jacht gegenüber, aus einer kühnen Tribüne, stand mit seinen Operateuren und Hilfsmonnschaften Herr Gramp und brüllte durch das Megaphon sein« Befehl« in das Spiel. Das Spiel war in voller Entfaltung. Zwei Männer kämpften an Bord des Schiffes auf Leben und Tod miteinander. Ihr Kampf ging um Marianne. Sie stand hilflos und jammernd auf der .Kommandobrücke. Ihr« Kleider waren zerrissen. Durch die sfat- ternden Fetzen fchünmerte die nackte Schönheit. Di« Wölbung ihrer Brust war sickstbar. lieber der Jacht und der Tribüne hütg an eisernen Gerüsten ein ganzes Sonnensystem gleißender Lampen. Di« Komparsen an Bord des Schisses hielten guten Abstand und zügelten ihre Leidenschaft und Wut. um die Bilder»cm den Kämpfern nicht zu gefährden. Auf den Planken des Schisses lag«in Operateur mit seinem Apparat! und suchte neue Einstellungen. Lyssander hielt den jungen Erzherzog mächtig umklammert. Auch die Toilette der beiden Schauspieler war in Ünordmmg. Aber st« kämpften, umschlangen sich und keuchten. Das Licht der Lampen spritzt«. Marianne spieüe mit. Ihr Gesicht war Angst, Aufruhr. Lieb«, Haß. Sie rang verzweifelt die Hände. Die halbnackt« Brust hob und senkte sich. Der Regisseur brüllt« sein« Botschaften nach dem Schiff. Di« Komparsen rückten vor. Di« Operateure drehten wie verrückt. Es war Großkampftag. Lola Lopez stand mit Glaß zusammen auf einer anderen Tribüne und beobachtet« dos Spiel. Glaß war schon als Walzerkönig ge- schminkt und machte sein« Glossen. Lola lachte und erzählt« leise von Hollywood. Die runden Wände der Halle waren mit Bildern von Wien bemalt. Man sah den Stephansdom. das gotische Rathaus, das quadratisch« Gebirge der vielen Häuser und hinter ihnen die schweifenden und schwärmerischen Berge des Wiener Waldes. Die Jacht ruht« brsit auf fester Erde, auf grüngefärbtem Sand. Heber dem Sa ich lag noch ein bewegtes, blaues Tuch und gab die Illusion der strömenden Donau. Di« Männer an Bord kämpften immer noch Die Komparsen rückten immer näher. Marianne ging unter in dem Gewoge der vielen Männer. Dann pfiff Gramp ab. Viele Pfeifen gellten. Die Operateure blieben an ihren Apparaten. Das Sonnensystem der gleißenden Lampen ging über der Jacht unter, nur über der Regisseurbühne leuchtete noch Licht, stürzt« aus den Regisseur und überflutet« feinen Standpunkt. Die beiden Männer und auch di« wild andrängende Komparserie oerwandelten sich aus das wüst« Pfeifen hin in friedliebende Bürger. Lyssander und sein Todfeind verließen lachend das Schiff. Marianne blieb noch auf der Kommandobrücke, die Komparsen drängten sich an die Bordwand, bald zischten die Lampen wieder aus. Das Spiel ging weiter und zauberte in die Gesichter der Komparsen das Eut» setzen und machten auch das Mädchen wieder verzweifelt schön. Gramp nahm das Megaphon und verkündete neue Befehle. An Bord der Jacht erschienen zwei Männer Sie waren wie die beiden Kämpfer verkleidet und geschminkt. Sie umhalsten sich, sie rangen miteinander und oersuchten, sich in den nnaginären Fluß zu werfen. Di« vichtsonnen gleisten, die Operateur« drehten, die Komparsen erstarrten, und plötzlich stürzten die beiden neuen Spieler .kopfüber in die Tiefe. � Sie stürzten in die Tiefe, aber sie waren Artisten und retteten sich aus die Füße. Der Sturz wurde gedreht. Ein Operateur be- lauerte das Gesicht Mariannes. Di« Komparserie schrie gellend auf. Die Artisten versanken im blauen Tuch über dem grünen Sand und zitterten. Gramp blieb der strenge Gott und donnerte durch sein Megaphon: .Licht au». S.zen« unverholen!" Die beiden Männer klüterten noch«imnol wf das Schiff,«ch Copyright 19» by.Der BOcherVrels C. rn d. H* Berlin SW 61 einmal tobte der Kampf, noch einmal stürzten sie in die Tiefe. Aber diesmal stand nur einer wieder auf. Der andere log auf dem Tuch und stöhnte. Er hatte sich den Fuß verstaucht. Diesen Fuß machte auch Gramp mit seinem Donnerrohr nicht «(oder heil. Er ließ abblenden, verließ nicht seinen Platz, schickte einen Hilfsregisseur zu dem Verletzten und gab neu« Befehle zum Umbau der Dekoration. Es sollte eine Szene in der Luxuskabin« der Jacht gedreht werden. Heber den Hnfall wurde nicht viel gesprochen. Bei Herrn Gramp gab es ab und zu Hnsülle. Herr Gramp war von seiner Firma beauftragt, dem Publikum immer neu« Sensationen zu liefern. Gut. Er lieferte sse. Den beiden Artisten, die für Lyssander rnzd den anderen Schauspieler eingesprungen waren, hatte man hundert Mark Gage zugesagt. In diesen hundert Mark war di« Ristkoprömie mit«inbegriffen. Den verrenkten Fuß mußte der eine Springer ollein und auf seine Kosten ausheilen. Die Firma hatte damit nichts zu tun. Gramp war ein berüchtigter Regisseur. Bei seinem bekannten Weltuntergangsfitm mußte ein junger Artist den halsbrecherischen Sprung von einer Zuchthausgalerie zwanzigmal wiederholen, bis Herr Gramp zufrieden war. Für diesen Sprung gab es achtzig Mark, für den geglückten Sprung, alles in allem wurde jeder Sprung, der jedem anderen Menschen das Genick gebrochen hätte, mit vier Mark bewertet. Zu Gramp gingen die Artisten nur, wenn svnst keine andere Arbeit auszutreiben war und wenn sie nichts zu fressen hotten. In einem seiner anderen berühmten Filme, die in der Völkerwanderung spielten, mußten die Komparsen als hunnische Reiter stundenlang in grimmiger Kälte durch die Winterlandschaft rasen, big der Regisseur die richtigen Bilder hatte. Er selbst war gut und warm angezogen. In seinem Biberpelz spürte er die peitschenden Stürm« und hackenden Schauer nicht. Die peitschenden Stürme und hackenden Schauer trafen aber die halbnackten Leiber der armen Komparsen, die für zwanzig Mark am Tag hunnische Reiter spielten. Von diesen Rettern„gingen einige Mann ein", wie später auf dem Arbeits- gericht bei einer Klage gegen Gramp festgestellt wurde. „Das ist Barbarei!" erklärt« die kleine Lopez wütend, als der Verunglückt« weggeführt wurde.„Das ist Barbarei, Mister Glaß. Bei uns springen die richtigen Spieler vom Schiff und bicht die Ersatzleute, und wenn doch ein Erfatzmann springt, ich weiß das nicht ganz gut, da kommt der Regisseur, wenn einer verunglückt, und sagt:.Lalla, old boy. wie sein dewe Adresse. Du bekommst einen Scheck. Warum kümmert sich Mister Lyssander nicht um den Mann, der sein für ihn gesprungen?" „Das ist die Sache vom Regisseur, Gnädigste/ luümertete Glaß, und als Gramp an ihnen vorbeiging, um nach der neuen Dekoration zu sehen, rief ihn der geschminkte Johann Strauß an: „Sjaüo, Herr Gramp. olles in Ordnung? Wie geht's dem armen Artisten?" „Habe einen Mann geschickt, soll nach ihm sehen. Warum, edler und verehrter Messt«?" „Miß Lopez interessiert sich für die Höhe des Schecks, den der Ersatzmann bekommt." „NM, komma, null Pfund!" lochte Gramp und ging breit- beinig vorüber. „Ich will wissen, wo sein Direktor Kreß." wandte sich Lola an Glaß und ihre Augen funkellen,„ich will wissen und fragen, was der Ersatzmann van der Firma bekommt." Da erschien Daniel Kreß. Er kannte die Argentinerin und begriißle sie lächelnd. Heberhaupt lächelten sich fast alle Leute in den Ateliers zu. In fast allen Gesichtern war jenes flache Lächeln, das in Amerika erfunden wurde und als flache Schutzmarke eines flachen Optimismus auch die deutschen Gesichter umprägte. „Mister Kreß" stürzte sich die Lopez aus den Direktor.„Mister Kreß, was bekommen ein Ersatzmann, wenn er verunglücken bei der Arbeit. Wie hoch sein die Höhe seines Schecks?" „Für die Aufnahme ist Gramp verantworllich. Warum? Ist wieder ein Mann verunglückt?" .La. einer von den Artisten hat sich den Fuß verstaucht," er- klärte Glaß. er wurde Zynisch und sagte:„Gramp hat olles getan. was er für ihn tun konnte, er hat sich nach feinem Befinden er- kündigt, Daniel." „Na also," antwortete Kreß.„Aber wir werden seine Gage verdoppeln, ausnahmsweise, Miß Lopez. Wir sind zwar kein Heim für gefallene Männer," er lachte über den Witz,„aber wenn einer fällt, muß man ihm schon wieder auf die Beine helfen." Dann grüßte er jovial mit der Hand und ging wetter. „Was bekommen ein Ersatzmann für«inen Sprung?" wollte Lola wissen. „Fünfzig Mark. Vielleicht auch hundert. Ich weiß es nicht genau." „Davon wird kein kranker Fuß wieder heil," erklärte Lola heftig.„Ich bitten sehr, Mister, verschaffen Sie mir die Adresse von dem Mann. Ich selbst will schreiben einen Scheck für ihn." Glaß rief einen Hilfsregisseur heran und erfuhr von ihm den Namen und die Adresse des Berunglückten. Die Lopez bat, daß man sie zu chm führe. Der Hilfsregisseur brachte sie in die Garderobe der Komparserie. Dort trafen sie einen Sanitäter, der sich mtt dem kranken Fuß beschäftigte. Der Artist oerbiß die wütenden Schmerzen. Lola machte keine großen Worte. Sie schrieb«inen Scheck auf hundert Dollar für Mister Sowieso oder Heberbringer aus und drückte ihn dem Mann mtt dem schmerz- lichen Gesicht in die Hand. Sie wartete keinen Dank ab und lief davon. Sie lief zur Jacht zurück und traf dort Marianne. Sie war abgeschminkt und umgekleidet. Lola nahm ihren Arm und entführte sie. In der neuen Dekoration wurde ein« Szene gedreht. Mister Gould. alias Seppl Wutzelmoser alias Lyssander, besprach sich mit Johann Strauß alias Bernhard Glaß wegen dem herzigen Mariandl alias Marianne Hull. Hitd die richtige Marianne HM nickte Lyssander freundschaftlich zu. und die beiden Mädchen verließen die Kuppelhalle und strichen durch die qnderen Ateliers. Sie gingen durch die Kulissen viel« Dekorationen und besahen sich die Arbeit der anderen Gesellschaften. Sie sahen viele Bilder aber kein Bildnis. (Fortsetzung folgt.) WAS DER JAG BRINGT. Die Robinsoninsel zu verpachten. Di« chilenische Regierung bringt jetzt die Robinsoninsel zur äfjentlichen Pachtausschreibung. Nachdem m letzter Zett verschiedene Versuche gemacht wurden, den Fremdenverkehr nach dieser Insel zu letten, war die Insel zuletzt an eine Gesellschaft oerpachtet, di« Schildkröten und Bogeleier sammelle und zum Export brachte. Schon früher sind verschiedene Versuche gemacht worden, die Insel für Siedlungszweck« zu benutzen. In der Mitte des vergangenen Jahr. Hunderts war die Insel an ein« deutsch« und an«ine Schweizer Gesellschaft verpachtet, doch haben mertwürdig«wess« alle Pächter sich niemals länger al» einige Jahr« dort aufhalten können. Amerika.»» Da sich trotz aller Propagandamaßnahmen di« vollschlank« Linie nicht durchsetzen ließ, sind die„angejahrten" Damen Chikogvs zu einem Berzweiflungsmittel übergegangen. Einig« Chikagoer Aerzt« haben sich berqtt erklärt,... Bandwürmer künstlich einzusetzen, um so ein Dickwerden zu vermeiden. Der letzte Mann. Bor einigen Tagen sst der einzige Einwohner einer ehemaligen Großstadt gestorben: Jim Walker aus Boddie. 2S Jahre lang lebte dieser seltsame Mann völlig allein und einsam in der Riesenstadt, die vor ungefähr 70 Iahren über 100 000 Einwohner zählte, aber seit mehreren Jahrzehnten völlig verlassen sst. Boddie war da» Zentrum der treibhousariig hervorwachsenden Goldgräberstädte In Kalssornien. Heute wächst aus den ehemaligen Straßen das Gras meterhoch, und nach dem Tode Jim Walkers ist es völlig von Menschen verlassen. Die Zahl Sieben im Aberglauben. Di« Zahl Sieben nimmt neben d« Drei den größten Platz im Bolksaberglauben ein. Sie sst aber eine uralte Macht, eine Zauber- zahl ägyptischen Hrsprunges. Sie kommt aus der Sternkunde, von den damals allein bekannten sieben Planeten. Auch die Delta- Mündung de, Nil», de» großen, geheimnisreichen Üebensspenders. hatte sieben Arm«. Aus Aegypten brachten sie die Juden herüber und füllten ihr« Mythen damit, die ja von ägyptischen Einflüssen durchtränkt sind. Es beginnt mit der Erschaffung der Well in sieben Tagen. Aus sieben Jahren bestand dos Sabbathjahr, aus siebenmal sieben dos Jubeljahr. Sieben Paar Weh nahm Nocch in die Arche mtt, nach sieb«» Tage« brach dl« Sintflut herein, gm siebenten Monde der Sintflut blieb die Arche auf dem Berg Arorat hängen. Pharao träumte von sieben fetten und siebiu mageren Kühen, von den sieben hürren Halmen, die die vollen Aehren verschlangen. Das Passah- und das Laubhüttenfest dauerten sieben Tage Der sieben- armige Leuchter dieitt« dem Kull. Jakob war um Rahel sieben Jahre in der Knechtfchoft. Die katholische Kirche nennt sieben Sakrament«, sieben Todsünden. Sieben Helden zogen gegen Theben. Vi» Plejaden sind dos Siebengestirn. Es gab sieben Wellwunber. Griechenland nannte sieben Weife fei» eigen. Di» Siebenschlöser sind sieben Trabanten des Kaisers Decius. die als Berfalgte in einer Höhl« einschlzefen,.um nach mehreren hundert gohran aufzuwachen. Ihr Tag ist der 27. Juni, und wenn es an ihm regnet, glaubt die Bauernregel an sieben Wochen Regen. Di« Legend« kennt auch sieben schlafende Jungfrauen— wie sie von sieben törichten und sieben klugen Jungfrauen spricht. Die Bibel spricht von einer siebenfälligen Rache. Sieben Siegel sind di« besonderen Bewahrer des Geheimnisses. Zu einem gülligen Spruch verlangte man sieben Schöffen. Sieben Zeugen mußte em Angeklagter zu feiner Reinl gung mitbringen, und man nannte das..Heberstebenen". Den Kaiser mußten sieben Kurfürsten wählen. So ging die Sieben auch in das Märchen ein, zu Schnee wittchens sieben Zwergen hinter den sieben Bergen, die möglicherweise hinter dem rheinischen Siebengebirge zu suchen sind. Schwarze Katzen werden im siebenten Jahre zu Hexen. Sin schwarz« Hahn legt im siebenten Jahre ein Ei. aus dem der Basilisk«ntkriecht, der«ine Krone trägt und über unermeßliche Schätze verfügt. Sein Blick vetftemert. Hall man ihm ab« von hinten«inen Spiegel vor. daß«r sich selbst erblickt, so stirbt er an seinem eigenen Aug«. wie di« Medusa. Ein böses Weib heißt eine böse Sieben. Ber- borgen« Schätze dringen alle sieben Jahre an die Oberfläche, sie „rücken", und können dann gehaben werden. Wenn Schwalben sieben Jahre in einem Nest gebrütet haben, so lassen st« de» Schwalbenstein darin zurück. Der sst von ganz besonder« Hell- traft, vor allem gegen Augenleiden. Auf den Gestorbenen warten im Glauben de, Islams die siebey Himmel Mohammed». Die Tugendkönigin. In dem französischen Städtchen Monte» an der Seine besteht der Brauch, jede» Jahr eine Tugendkönigin zu krönen. Auch in diesem Jahre hatte man ein Mädchen mit reinem und unschuldigem Gesicht zu dieser hohen Ehr« auserwählt. Der Bürgermeister setzte ihr die Krone aus und wollte sie nun aus den Festplatz geleiten. Aber als sie beide zusammen di« Trepp« hinuntergingen, stolperte die Tugendkönigin, fiel und— und gebar einen gesunden Knaben! Der Bürgermeister soll ob dieser Tugendhaftigkeit ein sehr merk- würdiges Gesicht gemacht haben! Ein Stein wackelt, Sei Piedra Eolgada, etwa ein« Stund« von der nordchinesischen Stadt Atacamo entfernt.-steht aus einem Hügel etwa 250 Meter über der Umgebung ein etwa 20 Meter hoher pyramidenförmig.'r Stein mit der Spitze in der Erde. Der Stein ist dreikaittig und er bewegt sich im Wind« hin und h«. Trotzdem Nordchil« häusig von Erpdeben heimgesucht wird, sst dies« Stein noch nicht gestürzt. Fenelon,\ der spät«« Erzbischpf von(Jambrni, war d« Hvfkaplinr Ludwigs XIV. Eines Sonntags fand der König nur eine kleine Anzahl von Zuhörern in der Kirch«, in dar Fenelon den Sonntags- gottesdienst für dos königlich« Haus abhielt. Auf die erstaunt« Frag» d«s Königs, wie das zu erklären sei.«rhiell er von Fenelov die Antwort, er, Fenelon. habe nur einmiMfeststellen wollen, wieviel der Kitchenbesucher kämen, um den» König zu schmeicheln und wie »iele wirtlich kämen, um Gatt zu ehren. Er habe deshalb hl? Nachricht verbreiten lasten, daß der König diese» Sernntaa d-,, Sottevdienst nicht besuch«... Neues von den Holzbahnen. Radsportliches Allerlei. ?iecht interessant aerltef das l0t>-AUl0m«ier°MannIchaftsf unter- nahm auf der Bahn von Florenz einen Angriff aus den Well- rckord über 500 Meter mit fliegendem Start. Es gelang, ihm, die von Wellmeister Michard mit 31 Sekunden gehaltene Bestleistung auf 30,6 Sekunden herunterzudrücken. Sein Rekordversuch über den Kilometer mißlang, denn er brachte es nur auf«ine Zeit von 1 Minute 10 Sekunden.— Vor Antritt seiner Amerikafahrt ging der Schweizer Richli noch an den Start bei den Erösfnungsrennen auf der Winterbahn in Bases. Er fuhr zwei schöne Siege heraus. Einmal gewann er das Matsch-Omnium gegen den Luxemburger N. Frantz, H. Suter und Weltmeister Rousse-Belgien, und dann das Punktefahren über ein« Stunde. Hier legte er 36,360 Kilometer zurück und sammellc 28 Punkte. Der Deutsche Damerow, der sich an den Dauerrennen über 10, 13 und 20 Kilometer beteiligte, be- legte mit 44,700 Kilometer den zweiten Platz hinter Bohrer-Schweiz (44,950), während der Italiener Zucchetti(43,803 Kilometer) dritter wurde.— Eine erstklassige Besetzung wies das 100-Ailometer- Dauerremren um den Prix Gustave Ganay auf, das auf der Rad- rennbahn in Marseille zum Austrag gelangte. Victor L i n a r t siegte in 1: 2D: 13 mit einer Runde Borsprung vor Parisöt, eine weitere Ruiche zurück jolgte Paul Suter als Dritter, während Bräau aufgegeben hatte.— Weltmeister Lucien Michard bestritt in Tours einen Zweikampf mit dem Italiener Martinetti, dem er in beiden Läufen sicher das Nachsehen gab. Das fliegen ohne Netor! Wie lange blieben die Flugpioniere in der Luft? Die von dem Oberleutnant D i n o r t vom Iägerbataillon Ortels« Hurg geschossene neu« Welthöchstleistung im Dauersegelflug mit 14 Stunden 43 Minuten ist eine sportlich« Großtat, geeignet,- das Interesse weitester Kreise zu erwecke» und für die Sege'fllegeroi erneut zu werben. Gründlichc ärodynawische Kenntnisse in Ver» blndung mit Kaltblütigkeit sowie völlige Konzentration gehören dazu, um mü einer motorlosen Moschine die Gesetze der Schwerkraft »chigsich durch geschickte Ausnutzung der Windströmungen umgehen gv können. Bei Dinort kommt noch hinzu, daß er seine Höchstleistung aus dem Rossittener Gelände zum weitaus größten Teil m völliger Dunkelheit abflog. Er hat damit das Erbe des unvergeh-, lichen Ferdinand Schulz, des großen deutschen Vorkämpfers für die Segelflugbewegung angetreten. Ein Rückblick über die Entwicklung des Dauerflug-Welt- i e k o r d s im motorlosen Fluge ist interessant. Die Liste weist insgesamt neun Namen aus, darunter jedoch nur drei Ausländer. einen Amerikaner und zwei Franzosen. Der erste offizielle Well- rekord reicht bis in die Vorkriegszeit zurück, wo Wilbour W r i g t h im Jahre 1909 auf dem Gelände von Dayton Besch, das später den Ueberrennwagen zu Weltrekordfahrten diente. 9 Msnuten 43.4 Se- lunden in der Lust blieb. Erst im Jahre 1V21 machte sich der Deutsch» Slemperer daran, während des 2. Rhönsegelslug- Wettbewerbs die Leistung de» Amerikaners zu vrrbeffern. Von da ab steigerten sich die Leistungen schon im Lause de« nächsten Jahres sprunghalt, bis ihnen am 3. Mai 1927 durch Ferdinand Schulz mit 14 Stunden 7 Minuten eine schier unerreichbar erscheinende Grenze gesetzt u.urde. 1909 w. Wright 30. 8 21 Slemperer 13. 9 21 Horch 18 8. 22 Martens 19 8 22 Hentzen 24 8 22. 21 1. 23 Maneyrol 22 1. 23 11. 5. 24 Schulz 26. 7. 25 Mossaux 2. 10 25 Schul; 3. S. 27 Amerika Deutschland — Frankreich Dayton Rhön AI 10. 29 Dinyrt 9:43.4 13:03 2l:37 : 00:00 ; 00:00 : 10:00 : 22:00 England : 04: 30,4 : 42:09 :19;43 :06:22 :07;00 : 45:00 Rossitten Baupille Krim Rvssisten Um die Schachwcltineistcrschaft. Alf echin führt lOV.jd'/,. In der am Montag gespielten 17. Parti«, der letzt»» de« Bßr- k i n« r Spielabschnittes um die Schach- Weltmeisterschaft, trug Schachwellmelster A l s e ch i n einen zlemllch schnellen Sieg über seinen Herausiorderer Bogaljubow davon. Die von Aljechin mit dem Damenbauer» crösinetc Partie verlies sehr eigeuarlig. Im Ii Zuge hotte der Titelverteidiger seinen.�-Bauern bis»6 vorgestoßen. Bogoljubow besaß zwar die Bauernmajorität aus dem Damenflügcl. hatte aber seinen Königsslügel stark geschwächt und mußte schließlich noch dem 33. Zuge aufgeben. Aljechin hat Sa- mit seinen 8. Sieg errungen, während es Bagoljubaw bisher nur auf 4 Erfolge bei fünf unentschiedenen Treffen bringen konnte, der Weltmeister führt also mit: 6)4 Punkten. Am Mittwoch verabschieden sich die beiden Schachmeister mit einer allernierenden Simullanoorstellung an 40 Brettern vor der Berliner Schachgc- metnd«, um sich dann nach Holland zu begeben, wo die nächste» sechs Partien wie folgt erledigt werden: 18. und 19. Partie vom 26. bis 29. Oktober im Haag, 20. Partie vom 30. bis 31. Oktober in Rotterdam. 21. und 22. Partie vom 1. bis 4. November in Amster- dam, 23. Partie vom 5. bis 6. November im Haag. Bon Holland aus geht es dann wieder nach Wiesbaden, wo der Rest der 30 Par- tien ausgetragen wird. -ARBEITER. TUSSBALL Resultate vom 10. Oktober. Regen und Nabel lagen auf den Fußballplätzen am letzten Sonntag. So konnten die entscheidenden Spiele in Luckenwalde zwischen der ersten Abteilung und Brandenburg sowie der dritten Abteilung und Lichtenberg l nicht stattfinden. Auch alle anderen Serienspiele fielen dem Regen zum Opfer. Einzig und allein das Pflichtspiel zwischen Lichtenberg II und Weißensec wurde zu Ende geführt. Weißens«:'kannte bis zur Pause, dank der Heroorragenden Leistung des Borwärts, mit 1: 0 in Führung gehen. Die Weißenfeer, die nur mit 10 Mann antraten, ließen dann merklich nach. Als nach 70 Minuten Spielzeit durch einen zweifelhaften Elf-Meter-Ball der Ausgleich erzielt war, klappte es bei Weißensee nicht mehr. Di« Lichtenberger kamen mehr und mehr auf, und 10 Minuten vor Schluß gelang das siegbringendc Tor. So hat wieder einmal ein zweitklassiger Verein einen erstklassigen geschlagen.— Das Spiel der zweiten Mannschaften endete 2:1 für Weißensee. Die Kraft, die Böses will- und Guies schafft! Gegenwärtig, rast der„Sportkommissar" der KPD., Fried- mann, Berlin, mit seinem Auto in Sachsen von Ort zu Orr' und treibt unter den Arbeitersuhballspielcrn mit den gemeinsten und brutalsten Mitteln ein« Hetz« gegen den Arbeiter- Turn- und Sportbünd, Versammlungsterror und Fausirecht sind unter anderem seine und seiner Parteigänger Mittel. In Leipzig ist man sogar nicht vor dem Diebstahl von Vereinseigentum bundestreuer Fußballspieler zurückgeschreckt. Langjährige Partei- Mitglieder und-sunktionärc, Gründer der Arbeiiersußballbewegung und führende Fußballfunktionärc erklären, angewidert von der brutalen Spaltung der sächsischen Arbeiterfußballbewegung durch den Beauftragten der KPD.-Zentrale, ihren Austritt aus dieser Partei. In den letzten Tagen haben linier anderem die Vor- sitzenden der FnßbaUbezirke Riesa, Plauen und Zwickau ihr« Mitgliedschaft in der KPD. aufgegeben. Dem Bezirksvorsitzen- den von Plauen hatte der Spalterkommissar Friedmann mit dem Ausschluß aus der KPD. gedroht, für den Fall, daß er die Partei- anweisungen im Arbeitersport nicht durchführe. Der Zwickauer Be- zirksvorsitzende, der Gründer der Arbeiterfußballbewegung in seinem Bezirk, hat der KPD. ein Schreiben zugestellt, in' dem es u. a. heißt: „Mit heutigem Tag« erkläre ich meinen Austritt aus der KPD.... Diese Zuspitzung durch die verrückte Führung der heutigen Zentrale der KPD. und ihren getreuen Helfershelfern Dahlem»nd Friedmann(ehemaliger un- garischer Offizier, jetzt Häusermakler) bewegen mich zum Austritt aus dieser Partei... Solange eine derartige gewissenlose Politik von einigen bezahlten Gaunern gemocht wird, kann die Partei ' niemals die Führung des Proletariats übernehmen. Auf Grund -in er Einstellung zu dieser Spaltarbeit, bin ich mir zum Aus- schließen durch derartige grün« Jungens, dte Sportfraktionen gründen wollen und der großen Arbeiter-Turn- und Sportbewc- gung nur schaden, viel zu gut." So wirken Moskaus Abgesandte wie die Amokläufer. Daß mit diesen„Erfolgen" die Parteileitung zufrieden ist, zeugt von einer rührenden Bescheidenheit. Interessant ist aber, welcher Subjekt« sich die Kommunistische Partei zur Ausführung ihrer Aufträge be- dient: Ein kaiserlich-königlich ungarischer Offizier, der in Berlin dunkle Eiergeschäfte macht und dann Häusermakler wird, ist des Vertrauens würdig, Abgesandter der KPD. zu werben. foc�f 6er Bär? iBfoV.,-»! 4)4', 5* im A 3er echte Berliner Hebt die Kürze. Er spricht von seinem ,iZOO"~ und Jeder ist sofort im Bilde. So kurz und bündig fordert auch der Eäucher'seine Marke öis- «XI/ATO Borlins meistgtora uchte£ Cigarette Daß solch«„prvletarische Gestalten* ntcht recht w den AVD.-N«Ä«ch hineinpassen, scheinen jetzt selbst die kommunistischen Arbeitersportler zu merken. Auf einer Tagung der Spielleute protestierte man gegen eine.Lnteressengemeinschast'. die Friedmann mit erspekulierten Geldern zum Zwecke der Zusammenfassung kom- munistischer Spaller gegründet hat. Den Protestierenden dämmerte offenbor etwas von.Lorruptwn und Äorrumpierung� und da schien ihnen ausgerechnet Herr Friedmonn-Hoidu doch etwas anrüchig. Der' linkskommunistischc„Volkswille� betont rn seinem Bericht über die Tagung, daß„auch in zahlreichen Zwischenrufen die Abneigung gegen Friedmann deutlich zum Ausdruck kam". Bis auf Nitfchke und Plehoer lzwei aus dem A.-T. u. Sp.-B. ausgeschlossene Fichtesportlern) hätten sich all« gegen die Friedmann-Interessengemeinschaft gewandt, bo- r.ierkte der„Bollswille". Wann wird man von neuen Parteiausschlüssen s la Gäbe! und Degner hören? Württembergs Funktionäre für den Bund. Am 20. Oktober fand in Stuttgart eine erweiterte 18«» zir?» vertrete rtonferenz des Kreises Württemberg im Arbeiter. Turn- und Sportbund statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein ausführliches Referat des Bundesvorsitzenden Geliert über die Situation im Bund«. Der Bundesvorsitzend« rückte an Hand ciinoandfreien Nochweisungen, die jqstematische ZerstörungS» arbeit der KPD.-Sportfraktionszentrale u»rd die Handlungen der Spall« Friedmann u. Co. in das rechte Licht. In der Aussprache üb«r da» Referat wurde die Linie des Bundes unterstrichen, folgende Entschließung fand einstimmige Annahme: DI« am 20. Oktober tagend« Funktionorversammlung des Kreises Württemberg im A.-T. u. Sp.-B. erkennt nach Anhören des Referats des Bundesvorsitzenden Gellert, daß für sie nach wie vor, die Beschlüsse des Bundestages zu Recht bestehen. Sie sind sich mit der Bundesleitung einig, daß die nur daraus entspringende Politik den Bund vorwärts und auf- wärts führen kann. Die Anwesenden verpflichten sich, in den Reihen der Krcisvereine im Sinne der Beschlüsse ausklärend zu wirke», weil sie überzeugt find, daß nur so die Einheit des Bundes und Kreises gewahrt wird. �.rbeiter-�intersport. Die Skisahrer und Cisläuser des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund haben in Derbindung mit de» Wintersportlern des Touristenvereins„Die Naturfreunde" olle Lorbereitungen für den kommenden Wintersport getroffen. Eine ganze Anzahl von Lehr- kursen beginnen im November, eine großzügige Propagandaveran- staltung wird im Dezember Weg und Ziel der Bewegung der Ar- beiterlchoit Groß-Berlins bekanntgeben. Alle am Wintersport interessierten Arbeitersportler trerfen sich am 30. O kt o b e r. 20 Uhr. im Restaurant des Holzarbeiterverbandes, Rungeftr. 30, zu einer Besprechung. Arbeit«. wasi«boll«— l. Kreis. Mittwoch, 20 Uhr: erstmalig Börsenabend bei Johann, Brüderstr. 16(Nähe Spittelmarkt). All« Lsrcine muffen vertreten sein.— Spiclousschußsitzung daselbst, IS Uhr. Villardweltrekord. Eine bisher noch nicht dagewesene Leistung njllbrochte der französisck�! Billardmeister Roger Conti- in Parrs bei einem Schaukamps- mit dem Münchener Schweinböck im Zwei- ballcgdre. Im Verlaus des Spieles gelang Conti eine Serie von 847 Bällen, die weitaus die größte ist, die bisher er- rcichk wurde. 3)as Mugseug der f 2 Uloloren. £He Aufnahme meigl die vordere Stellte der asitölf über den klügeln angeordneten tttotore des Stiesenflugseuges~3>o X', dos geflem mit 160 Verfonen flog _•- Bewunderung für Do. X. .Eil» neues Kapitel in der Geschichte der Lustfahrt...* condon, 22. Oktober. „Daily Expreß" sagt in einem Leitartikel über den Flug des Do. X.; Deutichland will sich zum Hauptquartier der Handelsluit- fahrt in Europa machen. Wir begrüßen diesen Entschluß als Beispiel, das Nachahmung verdient. Deutschland hat das beste Luftschiff gebaut und es um die Erde herum gesandt. Es hat fegt ein Flugboot gebaut, das ein neues Kapitel in der Ge- schichte der Luftfahrt einzuleiten oerspricht. Dies« Fortschritt ist zurückzuführen auf das immer stärker werdende Ge- fühl des großen und beharrlichen deutschen Volkes, daß seine Zu- kunft in der Luft liegt. Paris. 22. Oktober. Zu dem Flug des Do. X mit 169 Personen an Lord schreibt das„Echo de Poris", diese glänzende Leistung bilde«in b e- wundernswertes Ereignis in d« Geschichte der Luft- s ch i f f a h r t.__ Welter für Berlin: Wechselnd bewölkt, ohne wesentliche Niederschlage, weiterhin kühl.— Für Deutschland: Ueberall kühl, im größeren Teile des Reiches noch zeitweise heiter, im Küstengebiet und Alpenvorland stärkere. Bewölkung. Glänzende Wirischastssührung. Eisenbahnwagen und Lastkähne werden nicht entlade«. Di«„Prawba"(Nr. 229) meldet:„Auf der Oktober-Eisenhahn liegen zurzeit 3ö00 unentladene Eisenbahnwagen. während die zulässige Höchstnorm 1800 Wagen beträgt. Außerdem zähll man in Leningrad 236 unentladcne Flußkähne, von denen ein Teil bereits am 6. August in Leningrad eingetroffen ist." Diese riesige Ansammlung von Güterwagen und belade neu Flußkähnen trägt sehr stark dazu bei, daß die Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung der Großstädte unausgesetzt fortdauert, denn ein Teil der herangeschafften Lebensmittel geht infolge von B erq w e f u n g für di« Ernährung verloren. Auch eine Girasmilderuug. 53 statt 60 Iahre Zuchthaus.- Das Belgrader Berufungsgericht setzte die Strafe des Skupt- fchina-Allerttäters R a t f ch i t f ch von 60 Jahren Kerker aus 33 Jahr« 8 Monate Gefängnis herab. Der Freispruch seiner Mitangekiagten wurde aufrecht erhatten. Praktisch hat kne Herobfetzung der. Strafe keine Bedeutung, da nach dem jugoslavischen Strafgesetz jede Kerker- strafe nach 20 Iahren als verbüßt gitt. t ( Programm T Bd? B MB WM AU MB W» B| Programm (Gr die Zeh vom I JA WM»|H M��R �RB»MW WI I fQr die Zeh vom I Ii. bü U. Oktober 1 B MW WW M JpW ot HB NB I 22. bi» 24. Oktober 1 moQ Potsdamer Strohe 35 We Flndüi vor der Liebe mit Jenny Jotfo Der Held des Tages 6 Akte mit Glenn Tryon Rheinstra�e 14 Verlängert; £visdien vierzehn«rad siebsehn Der Sohn des goldenen Westens Anfangsiceit: 6 tu 0 Uhr, Eröffn.Ä Uhr. Odeon« Potsdamer Str. 75 Du«rthje Moookcl mit Slnart Webb« Tevre Hclmai (Drei machen ihr Qliiek) Turms tra�c 12 Da« SchUf der rerloreBea MemdieB mit Frllx Koriner Vonlchtt Zwangtfadtel t mit Richard Talnadde Alcxanderstr. 39-40 (Paaaage) Den ganren Tag geflftnef Seiuatfoa In Wtaiiergarin mit Oatrc Ronner Der fliegende Teufel von Teu» mit Hool Gibion W Frledrlchafdt> c-Licfatspide Unter den Linden 22(Pa5sage) Das groSe Lichtsplelhauider City Begmn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Die Verbamtea SchnreacbahhaadUeB Weldenhof-Lichtsp. An der WeidendammbrOckB Friedi Iclwtr. 166 Woch. 12. Sonnt 8 U. rincht vor der Uebe m Jenny löge Die fr au im Talar m Frlts Kortna d Schgnnixra � Alhambra Be��8hVsu- ScMnaberg, Hauptstr. 60 BOhnentdun Waj eine Tran in Prttbllng trlinnf Die Insel der Liebe Tilania(ui. /SSSberg) Hauptstraße 4? Beginn ab£30 Uhr Die fidele Herrenpartie mit Kampe.« Zwischen vi ersehn und siehsei» (Sexuainot der Jugend) Flinctnnau Friedenauer Lidüspicle Kalserallee Iii(hundcrtelf) Wochentags ft'-j, Sonntags ah 5 Uhr Die verschwundene Fran mit Harry Halm Lustige. Delprogn Kronen« Lichtspiele Rheinstr. 6A W. 6J0,», Sonnt, ab S U. Des gr. Erfolges wegen verlänger« S'rtrKo.e m. Aifr. Abel. Jack Trevot Erstens kommt es anders mit Rutb Taylor j Mo. Bit» Artushof-Liditsplele Film- uod BOhnenadtaa Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Dulderin Weib mit Maria Corda GlOck bei Franca Welt-Kino Alt-Moabit 99 Sensation Im Wintergarten Der Krtrainalkavalier g CBartottwibura M Schlüter-Theater Schlflterstr. 1 7 W 6 30 U, S. SU ,3 U. Jgdv Kaneradschaftsehe mit O. Fjord, Vercbes 9 Mädels and Ihre Freier Atrium Beha-Palast Kalserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7. 9.16, Sonnt 3, 7, 9.15 ft 179. Blutschande Auf der Bühne; Ballett Oerard ■»fgnt« B Titama-Palaxt Steglitz, Schloßstr.S. Ecke Gutsmuthsstr. UiauffOKrung; Sein basier Freund mit Harry Fiel Auf der BOhn«: Original Medlnl-T>(« >1»uawnsten■ FOm.Paiaii KammcrsSle Teltower Str. 1-s Beginn 6 U DVe Adele Herren partfe mit Kanprrs. PIcha Die Marlandorf fefm T S Marien dort rr lia-tel Lichtspiele Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr|ug.-V. �«11« der Sirage mit Lissl Arna Panzeranio mit Carlo Aldlnl Gute Böhnriucbau ■—"■ Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Link» der Isar— rechts der Spree Die Vcrtührcrin mit Lissl Arn« B Südosten W Fümeck Besjnn:WtÄ Skalitzer Straße, am Oöriitzer Bahnhof Der Schwor des Harry Adams Bühne: Zlck-Zacfc(Große Revue) Gute BObnenschan Luisen-Theater m'jv: Relchenberger Str. 34 Bfibnensdiao Sündig und»Qh Die Rache des Verlassenen Bühne: Musik fflr alle Urania-Theater FUSahBe Wrangelstr. n, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3, S, 7, 9 Uhr Die kensche Kokotte O do nein Heimatland Gro(e Varletäschaa Primus-Palast Hermannplaa Beginn 7. 0,15 U, Sonnt ab 4.45 U Das grOae Monokel mit Stuart Ufebba Auf dar Bühne; Lea Jarldns, akrobat Tankduo Nicola Jarconl. Kolora ursänger Und Nlees, musik. Parodlst Kuckuck KGtfbo&ser Damm V Bflhnmschao Jenseits der Strafe mit Ltwi Arno Fahrt ins Feuer mft Vilm« Banky Stern« Hermannstrahe 40 Wochent ab 6 16 Uhr, Sonnt 4 Uhr Das Panseranto mit Carlo Aldlnl Hcisfagd ani Menschen und Tier Bflhnenschan 23 YCssl clril* Woch- 6, letzte 9.15 Cr**'*11® Sonnt, i letzte 9,15 Kaiser-Friedr.-Str. 191 Bdhnenschoa Bobby Born», der Benzins: Fran oder Geliebte m Cor.' � Woder�channweldnp Elysium Go�Sast) Hasselwerderstraße 17 Die Todesfahri im Weltrekord mit Oßre Rommer. persönlich Balalalkan3cfate, russ. Emigrant- F. Bflhnmsdh«q ■ o»«*"* Germania-Palast Frankfurter Alice 311 Wochentags 6 Uhr, Sonnahd.5>,zUhr, Sonntags 3 Uhr Narkose mit Alfred Abel und Jack Trevor Ja, ja, die Fran, sind meine schwache Seite mit Haas Albers Ausgewählte BQbneaschaa Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Varietesdhao Balelaikanßcfaie mit Gdna Man es Der Postillion von Moni Cents mit Ma eiste Concordia-Palast Andreasstraße 64 D. Adele Herrenpartie m. Kampers Siiberkßnigs letzter Sieg mit Thomson Kosmos-Lidhtspiele Lichtenberg. Lückstraße 70 Die Nibelungen, I. und II. Teil in einer Vorstellung Grobe Bahnenschao Jugendliche haben Zutritt d FrlndrlctuPnldo A Kino Busch Alt-Frledrichsfelde j 5, 7 und 5«