Morgenausgabe Nr. 505 A 254 46. Jahrgang Wöchentlich SSV?.«onaSch S.60 VL t« voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitung».«»*J> 72Pfg. Postbestev gebühren. Ausland» abonnemem 6.-» M. vro Monat. Der»Vorwärts� erscheint wochentög» Lch zweimal. Sonntag» und Montage einmal, die Abendausgaben für TerUn ttnb ,m Handel mit dem Titel.Ter Abend". Illustrierte Beilagen.Boll «nd Zeit" und.Kinderfreund". Ferne? �Unterhaltung und Wissen"..Frauen» Kimme"..Technik"..Blick im die Kücherwelt" und.Iugend-Borwärts" Nertiner vowsblatt Sonntag XI. Oktober 1929 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die«(Rlfaiitg« ftcmparc�tyffo 80 Pfennig. Reklameieile 5.—'Nefcb». marl.„LVletne Au�cigev' da? ienge« druckt« Wort 25 Pfennig(zulamg zwef fettgedruckte Worte),«edes weitet i- Won 12 Psennia. Stellengesuch» da? erst» Wort 15 Pfennig, tedes weiter? Wori 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben züblen für zwei Worte. ArbeiismarD Zelle 00 Pfennig. Fomilienanzeigen Zeilz <0 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt- «»lchäft Lindenrn-aße S. wochentäglich »s» SV; hiv 17 Uhr. der sozialdemokratischen Oaviet De«a anzuwenden beschlossen hat, weil dieser sich weigerte, in einem .�.Disziplinarverfahren gegen Unbekannt" das Medattionsgeheimnis zu brechen. Inzwischen ist, wie die Kieler Justizpressestelle der Oeffentlichkeit mitteilt» das Opfer dieses unver» ständlichen Zwangsverfahrens aufgefordert worden, die Haft anzu- treten. Es ist leider so, daß da» Gericht sich auf formalrechtliche Zu» lsssigkeit seines Verfahrens hinausreden kann. Denn bei der letzten Novell« zum Strafgesetz, die das Zeugnisoerweigerungs. recht der Presse ausdrücklich anerkannte, war nur von Straf- »erfahren die Rede, während das Bamühen der Sozialdemo- kraten, auch Disziplinarverfahren diesem Schutz des Verufsgeheim- Visses zu unterstellen, an der bürgerlichen Mehrheit scheiterte. Aber auch wenn formalrechllich alles in Ordnung sein sollte— so ver» stäßtderZeugniszwanz gegen die elementar st en Notwendigkeiten de? Zeitungswcsens. Jeder Re- daktion werden täglich Dinge„anvertraut", das heißt Ihr mitgeteilt im Vertrauen auf dieVerschwiegenheit, die der Redaktion berufsüblich vorgeschrieben ist. Wer dieses Vertrauen mißbraucht, die erwartet« Verschwiegenheit bricht, macht stch in seinem Berufe so unmöglich wie ein Arzt, der aus seiner Praxis ausplaudern würde. Das alles ist den Gerichten wohl- belannt. Wenn sie trotzdem einen Journalisten in Haft nehmen. um ihn zum Zeugnis zu zwingen und erst dadurch die Möglichkeit weiterer Verfahren zu schaffen, so versuchen sie, ihn durch staatlichen Zwang gegen seine Berufspflicht verstoßen zu lassen, ihn also in Gewissenskonslitte zu bringen. Gegen solche modernen Folterversuche muß deshalb das ernsteste Bedenken erhoben werden. Hungerstreik in Horthy« Kerkern. Die Nofivehr der Derzweifelten. In dem Ungarn von heute gibt es nur ein politisches Der- brechen, nämlich den— Zweikampf! Die mehr oder weniger feu- dalen Herren, die stch des meist ungefährlichen Duells schuldig machen, erhalten ein bi» fünf Tage Staatsgefängms. Wehe aber denen, die als Sozialisten oder gar als Kommunisten durch ein un» bedachtes Wort, durch törichte Flugblätter oder durch geheime Unter- 'nehmungen den Blutrichtern in die Hände fallen. Sie alle sind „gemeiner Verbrechen" schuldig und wandern auf Jahre ins Zuchthaus. Dort gibt«s als Verpflegung dreimal täglich Salzwasser, amtlich Suppe genaanl. und einmal täglich 200 Gramm But. Dazu noch die ungarische haurdisziplin, die mit barbarisch« Mißhandlung gleich nach der Verhaftung beginnt... Eine Anzahl solcher Gefangenen, darunter auch zwei Sozial. Demokraten, und fünf Frauen, sind in oerschie�snen Kertern Mlm Hungerstreik übergegangen, um den Qualen«in Endo zu de- reiten. Di« Antwort der Kerkermeister besteht darin, daß man die Gefangenen w Zwangsjacken preßt und ihnen künstlich Nahrung zuzuführen sucht! Die Sozialdemokratische Partei hat in einer Eingabe an die Regierung sofortige Abhilf« verlangt. Korruption in Sowjeirußland. 51 Parteikommunisten der Unterschlagung schuldig. In der Moskau«?„P r a w d a" vom 23. Oktober finden wir folgende Notiz:„Die Unterschlagungen im Rostower Eisenbahndepot baben im verflossenen Jahr« die Summ« von j24 000 Rubel erreicht. IInterdenllZDesraudantenbesindensichZgPar- i e i k o m m ii n i st e n. Die Werksleitung und die Aufsichtsinstan.�» der Panei haben diese Rcchtsabweichung nicht be- merkt." ' 52:114 oder fast 50 Pvog. Was die Unterschlagungen im übrigen mit der„Rechtsabweichung" zu tun haben, bleibt da» Ge- beimnis der„?»awda". Wahlsonntag in Baden. Landtagswahlen nach neuem Wahlrecht. Karlsruhe, 25. Oktober. Am Sonntag, dem 27. Oktober, finden die Reuwahlen zum Badischen Landtag statt. In dem bisherigen vor vier Jahren gewählten Landtag zählt« die Regierungs-sWeimareHKoalition ins- gesamt SO Abgeordnete und zwar: Zentrum 28, Sozialdemo- traten lb, D e m o k r a t e n 6 Die Opposition stellte 22 Abgeordnete, und zwar: Deutschnationale 8, Deutsche Volkspartei 7. Wirtschaftliche Vereinigung 3, Kommunistische Partei 3, Linke Kommuni st en 1. Diesmal haben 13 Par- teien Kandidaten aufgestellt, nämlich außer den genannten Parteien noch die Badische Bauernpartei, die Nationalsozia. listen, der Evangelische Voltsdienst, die Christlich- Sozial« Reichspartei und die V o l k s r e ch i s p a r r e i. Die Wahlen vom 27. Oktober vollziehen sich zum erstenmal nach dem neuen Wahlgesetz, dos an Stelle der bisherigen sieben Wahlkreise 22 geschaffen hat. Durch die Verkleinerung der Wahlkreise wurde vor allem das Ziel oerfolgt, die Abgeordneten in engeren Kontakt mit der Wählerschaft des Bezirks. zu bringen. Die Landesliste ist in Wegioil gekommen. Die Gesamtzahl der Landtagsabgeordneten(z. Zt. 72) hängt wiederum von dem Umfange der Wahlbeteiligung ob. Wie bisher, entfällt auf je 10 000 Stimmen oder einen Schlußrest von mehr als 7S00 Stimmen ein Abgeordneter. Zur Beurteilung der Stärke der größeren Parteien. seien fol- gende Ziffern der letzten Reichsiagswahl(die eingeklammerten Zahlet! stellen die Ergebnisse der letzten Landtagswahl im Jahre 192ö dar) genannt: Zentrum 2S7 822(283 404), Sozialdemokraten 204 307 (ISoSZZ). Deutschnationale 73 SOI(93 727), Deutsch- Volt spartet 86 292(72 882), Demotraten 63 869(66 842). W i r t s ch a f t s p a r t e i 30 850(22 858), Kommunisten 66 868 (47 304). Der Fall Gchütz-Leow. Linkskommunistische Nestäiigung.— KPO.-Zentrale in Verlegenheit. Das Organ der Linkstommunisten, der„Volkswille", gibt den Brief von Max Schütz an Leow wieder, den die „Rote Fahne" ihren Lesern immer noch vorenthält. Der „Vvlkswille" schreibt dazu: „Die in vorstehendem Briefe angeführten Tatsachen über Herrn Leow stimmen ln jeder Einzelheil. Diese Tatsachen waren dem Jen- tralkomitee der KPD. au» dem von Genossen Gerhards zur Der- fügung gestellten Material bekannt. In der lehren Schiedsgerichts- sitzung im Falle Gerhards wurde allerdings festgestellt, daß die Abschrift dieses Briefe» und noch einiges andere ZNaterlol aus den Akten verschwunden war- Dieses Material ist jetzt im„Vorwärts" wieder aufgetaucht. Das Material umfaßt, wie uns bekannt geworden fft, Anklagen gegen noch etliche prominente Führer der KPD., darunter einen jetzt abgesägten Versöhnler und zwei Reichstags- abgeordnete. Die KPD. soll«s mit ihren Freunden und Mitgliedern aus- machen, wie das Material in die Hände des„Vorwärts" g«> kommen fft. Es spricht außerordentlich viel dafür, daß das aus dem engsten Kreis des Zsntralkonutees heraus geschah. Die„Rots Fahne" verdächtigt den Ankläger gegen Willy Leow. Gerhards. als denjenigen, der dem„Vorwärts" und vorher einem bürger- lichen Journalisten das Material gegen Zahlung von S000 Mark angeboten hat. Sie spricht dabei von einem„gewissen Gerhards". Wir wollen nur feststellen, daß dieser„gewisse Gerhards" für di« Kommunistisch« Partei in der Vergangenheit einiges leistete. Er war z. B. als B e trieb s r a t s.v o r f i tz« n d e r von Krupp mit Erich Mühsam. u. a. führend an der Müuchener Räte- repudllk beteiligt und wurde dafür im Herbst 1919 zu zwei Jahren drei Monaten Festung verurteilt. Er war später im Ruhrgebiet als Sekretär mit Arbeiten betraut, welche das größte Vertrauen voraussetzen. Er wurde dafür so- wohl von der Entente wie auch vom deutschen Reichsgericht zur Rechenschaft gezogen uiK» 1926 vom Reichsgericht mit sieben Monat Gefängnis und 100 M. Geldstrafe bestraft. Diesen Ankläger will die KPD. offenbar diffamieren, um damit den korrumpierten Leow zu decken. Dafür hat di« Kommu- nistischc Partei den Ankläger Willy Gerhards unter dem 15. Oktober 1929 aus der Partei ausgeschlossen. Uns nimmt das nicht wunder in dem Korruptionssumpf de? KPD. Der Ankläger Im Falle Willorf, der Kassierer des Bezirk? wafferkanle(Hamburg). Genosse Hugo Dehmel. wurde auä ausgeschlossen, als er Wiltorf die Unterschlagung von wenigstens 1500 TU. Parleigelder nachwies. Bezeichnend ist auch, daß der bisher als Renegat und was weiß man alles beschimpfte Max Schütz am Dienstag nachmittag 4 Uhr ins Zentralkomitee der KPD. bestell: wurde, und daß dort Heckert und Dahlem mit ihm eine Erklärung formulierten, welche die„Rot«. Fahne" am Mittwoch, abdruckt. Räch dieser Erklärung nimm! Max Schütz von den Beschuldigungen gegen Leow nichts zurück. Trotz dieser««drückenden Beweise für die Wahrheit der Bs- schuldigungen gegen Leow, trotz der dem ZK., dm Heckert und Dahlem bekannten Taffach«, daß de? Hinweis in dem Schützschen Briese, daß die Gelder, die für die Leitung des Rotfrontkämpfer- bundcs bestimmt, waren» aber von Leow für sich verwendet wstrden, sich auf einm Betrag von 5000 M. beziehen, die Leow von einer Institutton erhielt, di« wir«am- hast machen können., trotzdem wagt es di«„Rote Fahne". Leow zu decken.und den Ankläger als«in«:„gewissen Gerhard" zu bezeichnen. Dos Zentralkomlkee erklärt zwar gegenüber Max Schütz, daß Willy Leow„erledigt" sei, aber.nach, außen, hin deckt«? Willy Leow, ipeü die Heckert und Dahlem, die Th�imann,,'NeuHiann. Renstnele' nüssen» daß S�ow .,auspaAen"�känn.' Die.korrumpiert« Äureauk'rati« der'KPD. ver- 'sstüht, M'Dbst Lt's�utzen/ indsstistste Seck» deckt" Die Derlegenheiten der kommunistischen Zentrale sink». offenbar-> sie sucht sich gegen die Anklagen aus den Reihen der Kommunisten mit dem Hinweis zu decken, daß sie. Leow aus agitatorischen Gründen vor den Wahlxn nicht disziplinieren könne. Das interessanteste an den Mitteilungen ist die Tatsache. daß während der Tagung des Schiedsgerichts Gerhards— Leow die Leow belastenden Akten aus der Zentrale der KPD. verschwanden. Darum die A n g st! Bluttat in Wien. Entlassener Straßenbahner schießt Betriebsrat nieder. Wien. 2S. Oktober. Der entlassene Angestellte der städtischen Straßenbahn. Spannbaver. gab haute auf den Hauhtvertranens- «rann der Stadtbahn. Hcgmann. drei Schüsse ab. wodurch dieser schwer verletzt wurde. Beim Ver» hör gab Spannbauer an. ihn» sei gekündigt worden, weil er stch geweigert habe, dem republikanischen Schutzbund beizutreten und konfessionslos zu werde«. Die Direktion der städtischen Straßenbahnen teilt dagegen mit. daß für die Kündigung ausschließlich dien st» licheföründe maßgebend gewesen seien. Die politische Gesinnung habe keinen Einfluß gehabt. Starker Oevisenabfluß der?!ationalbank. Der neueste wocheuouemeis der Ralionalbank zeigt außer einer Verringerung des Rokenumlauss und einer Skeigerung de» Wechsel. bestand«?«iuen Abfluß von 17.9 Millionen Schilling au au». ländischeu Devisen und Valuten: ein«euer Beweis für dig Flucht der anBlerfüllkm Geldbesitzer aus der heimwehrbedrohten Heimat in» Ausland. Dichterpräsident und Reklame, Eine Erklärung Walter von Molos. Walter von Molo ersucht uns um Weitergabe nach- slehender Erklärung: Ist mehreren Blättern sind Angriff» gegen mich gerichtet worden wegen lobender Worte über die„Grüne P o st". Daraiff erwidere ich: 1. Die Redaklion der..Grünci: Post" trat im Anfang des Jahres an mich heran aus Anlaß einer erreichten Auflage von über einer Million. Daraufhin schrieb ich 60 Zeilen. Dieser Beitrag erschien in der„Grünen Post" vorn 7. April 1929. In der gleichen Nummer schrieben in ähnlichem Sinne Dr. Stresemann, Dr. Francä, Professor Kleinschmidt, Prinz von Isenburg, Nithack-Stahn, Klara Visbig, Thomas Mann, Staatssekretär Dr. Lewald. Für diesen Aufsatz Hab« ich weder Honorar angeboten erholten, noch gefordert, es wurde auch kein Honorar gezahlt. 2. Im Sommer des Jahres, als ich im Samland war. schrieb di« Redaktion der„Grünen Post" an mich, ob sie den Schlußpaffus des genannten Auffages noch einmal veröffentlichen dürft«. Sie schrieb mir gleichzeitig, daß außer meinen Worten nur noch Worte von Lölsche, Bürgel, Thomas Mann, Stresemann und Graf von Area veröffentlicht würden. Daraufhin gab ich di« Erlaubnis, > selbstverständlich nur als Autor, nickst in meiner Eigenschaft als Vorsitzender der Sektion für Dichtkunst. Daß ich auch bei der ersten Deröffe«lick)ung mit nur meinem Schrfffftellernoinen zeichnet«, geht aus dem oeröffeMlichten Facsimile der erwähnten Nummer hervor. Die Rebaltion der„Grünen Post" hat damals, ohne mich z ir verständigen, über meinen Beitrag gesetzt:„Präsident der Sektion für Dichtkunst der Akademie der Kunst e", und in der neuerlichen Derösfentlichmig wurde eben- fall» ohne Verständigung nstt mir hinzugefügt:„Der Präsident der D i ch t e r a k a de m ie." 3. Durch Vergleich des ursprünglich«,, Aussatzes von 60 Zeilen Läng« in der Nummer vom 7. April 1929 mit de» numnehr allein abgedruckten drei Zeilen ergibt sich, daß der ursprünglickx Aufsatz im Zusaminenhang«inen ganz anderen Sinn hatte als dieser isoliert««atz. Außerdem ist ein Tipp- oder Druckfehler darin cnt- halten, statt„alle r". heißt es in meinem Manuskript:„vieler". Ebenso sagte ich nicht„aller Deutschen", sondern ich sagt«„viele? Deutschen iy: In- und Ausland«". 4. Ich orklSri«, daß ich mit dem Verlage Ullstein in keinerlei geschäfllicher Verbindung stand noch stehe, sondern im Gegenteil in den letzten Jahren wezen Arbeitsüberlastung mehrer« bedeutend« Angebot« des Verlages abgelehnt Hab«. 5. Gegen die Urheber ehrenrühriger Anwürfe, die in«inigen Blättern erfolgt sind, werde ich Klag« erheben. �; V.'altcr von Molo. Zum Tode von Arno Holz. Der Reichskanzler hat an Frau Arno Holz das folgend« Tele- gramm gesandt: Zu dem schweren Derfifft, den Sie und Ihre Angehörigen durch das Hinscheipey Ihres von mir hochgeschätzten Gatten erlitten hoben, spreche ich Jhichn zugleich im Rainen der Reichsregierimg aufrichtiges Beileid aus. Arno Holz wird als schöpferischer Sprachgestalter in der deutschen Literatur fortleben, der er in vier Jahrzehnten so picle geistvolle Werk« schenkte'. Der Reichsoerbond de? Dsuffchen Schrifttum? sandte folgendes Beileidstelegramm:'' „Tiefbewegt von dem so plötzlichen Heimgang Ihres Gatten sprechen wir Ihnen, verehrte gnädige Frau, die aufrichtig« Anteil- nahni« des gesamten deutschen Schrifttums au?. Arno Holz hat sich mit seinem Lebenswerk ein großes und dauerndes Denkmal gesetzt. Reichsverband des Deutschen Schrifttums. Georg Engel. Dr. Waller Harlan, Arnold Zweig." Stresemann- Jitrahe in Hamburg. Der Senat hat beschlossen, die parallel der Hindenburg-Straße laufend« bisherige Flurstraßc und dt« daran anschließende Sengelmann-Stroße bis zur Hochbahnbrücke Strefemann-Straß« zu nennen. Keine Lteberfiürzung! Die kommende Finanzresorm. voo Lrons. Monatelang wird bereits über die Finanzreform diskutiert. Berufene und Unberufen«, Kenntnisreiche und Kenntnislose Haber. der OeffenLichkeit ihr« Ideen von der großen Finan�reform unter, breitet, die nach der Annohme des Doung-Planes beschlossen werden soll. Dagegen ist selbstverständlich nicht»«inzuwenden. Die meisten Reformprogramme stammen von einzelnen Persönlichkeiten, die nur für ihr« Person sprechen und kein« darüber hinausgöhende Per- antwortung tragen. Es kann sogar zugegeben werden, dah die bisherig« Diskuffion einen gewissen Nutzen gehabt hat. daß Tat- lachen und Wirkungen geklärt wurden und in manchen Streitfragen eine Verständigung angebahnt werden konnte. So nützlich aber die bisherige Diskussion gewesen fein mag, so bedenklich sind die Raischläg«, die jetzt insbesondere in der de ni akratischen Presse gegeben werden Es wind verlangt, daß die Reichsregierung ihre Pläne zur Finazrefovm unverzüglich ossiziell veröffentlich« und zwar ohne Rücksicht auf die außen- politische und innerpolitifche Lag«. Di« Annahm« des Poung-Plans, die zwar als die Poraussetzung für die Finanzresorm angesehen wird, dürfe ebenso wenig abgewartet werden, wie eine vorherig« Verständigung der Regierungsparteien mit der Reichsregierung über die Finanzresorm. Das sei notwendig, um wieder eine Vasis des Vertrauens zu schaffen, die kritische Zuspitzung der Wirtschasts- Verhältnisse zu verhindern und um Kapitalbildung, Geldangebot, Zinsfuß, Exportverhältnisse und Arbeitslosigkeit zu beeinslussen. Schon diese Begründung zeigt, wo die Urheber dieser Anregung zu suchen sind. Es sind vor allen Dingen die Jheis«, die durch die Zuspitzung der Börsenverhäitnisse außer- ordentlich nervös geworden sind und die, um eigene Anstrengungen und Leistungen zu vermeiden, sich«inbilden, daß die Sanierung der Börsenverhältnisse durch die Ankündigung von Steuererleichterungen erreicht werden könne. Man braucht gar nicht aus die tieferliegenden Ursachen der Stagnation an den deutschen Börsen einzugehen, um die Wirkungslosigkeit des Vorschlages zu erkennen. Es genügt der Hinweis, daß das Mißtrauen, das Herr Hugenberg und seine Freunde aus politischen Erwägungen im Frühjahr gegen die deutsche Mark gesät und durch ihr Volksbegehren dauernd wachgehaltm haben, durch den Abschluß der Pariser Verhandlungen nur vorüber- gehend gemildert wurde. Herr Hugenberg fand dabei die Unter- stützung gewisser Kreise der Schwerindustrie, die durch ihr« A g i t a- tiongsgendieöffentlichenDetriebe und die äffen t- lichen Finanzen den deutschen Kredit im Auslände schwer ge- schädigt haben. Dnrch die Krise an den wichtigsten ausländischen Börsenplätzen Brüssel, London und New Jork ist schließlich die Lage aus dem Geldmarkt außerordentlich stark verschärft worden. Eine Veröffentlichung etwaiger Finanzplän« der Reichsregierung würde an diesen grund legen- den Tatfachen nichts Snbsrn. Unruhe und Mißtrauen kann man nicht durch Wort« bekämpfen, sondern nur durch Handeln. Pläne der Reichsregierung können zwar Stoff zu Artikeln und Reden liefern, ober, so lange sie in der Luft hängen, nicht Miß. trauen beseitigen oder Vertrauen schaffen. Auch derjenige, der an sich die Finanzreform für eilig hält, wird deshalb«ine vor- zeitige Veröffentlichung für bedenklich halten muffen. Was einer einzelnen Persönlichkeit gestattet ist, well es keinen Schaden anrichtet oder sogar Nutzen bringen kann, ist des- halb noch nicht richtig für die Reichsregierung. Auf ihr ruht eins ganz« ander« Derantwortung als auf einer privaten Persönlichkeit. Sie darf ihre Handlungen nicht von St«mmungen beein- llusien lassen, sondern von der ungeheuren Derantworwng. die die .Führung der Regierung sgefchäste mit sich bringt. Gerade wenn die Reichsregierung die Absicht hat, durch«in« Finanzreform eine Er- leichterung der Wirtfchaftsverhältnisfe herbeizuführen und die Möglichkeiten der Erweiterung der deutschen Produktion zu schaffen, so darf sie nicht leichtfertig Pläne in die Welt setzen, deren Schicksal völlig unbestimmt ist. Beruhigung und Vertrauen lassen sich nur schaffen, wenn der Glaub« am ernsten Willen und stärkste Verant- wortlichkeit nicht durch unbesonnenes Verholten erschüttert ist. Dieser Standpunkt ist um so mehr berechtigt, als die Reichs- regierung schon bei verschiedenen Gelegenhellen ihre finanzpolitischen Absichten in den Grundzügen mitgeteilt hat. Die Oeffentlichtell weiß also, daß nach der Annahme des Voung-Plans mit einem Finanzprogramm der Reichsregierung gerechnet werden kann. Sie weiß auch, daß Umfang und InHall dieses Pro- gromms nicht nur von der Annahm« des Poung-Plans abhängig sind, sondern auch von der Erfüllung anderer Voraussetzun- gen. Die beiden wichtigsten Varaussetzungen sind: die Sonic- rung des' Reichsetats l9?8 uird 1923 durch Deckung dort eiUstondener Fehlbeträge, und die Beseitigung dcrKassen- s ch w i e r i g k« i t e n. Di« erst« Loraussetziing soll durch den Roch- trageetot ersüllt werden. Die zweit« wird mit der Zündholzanleihe zu erreichen versucht. Zlber über diese beiden Voraussetzungen muß doch zunächst ein- inol endgültige Klarheit geschaffen werden. Das ist um so not- wendiger, als die Erfahrung gelehrt hat. daß der Sparsam- kcitspolitik Grenzen gezogen sind. Der Reichstag hat im Frühjahr bewiesen, daß ihn der Wille zur Sparsamkeit leitet. Ein« ganze Reih« der damals beschlossenen Ausgabekürzungen stellen sich als unmöglich heraus. Nennenswerte Ersparnisse könnten thcoretilch erzielt werden, wenn Ausgaben für sozial« Zwecke. Aus- oaben für die Förderung de» Verkehrs und die Förderung der Wirtschaft eingeschränkt werden. Da» aber sind gerade pro- d u k t, v« Au-goben, die zu fordern aller Anlaß ist, wenn man- gelde Auftröge und Arbeitslosigkeit das Wirtschaftsleben bedrohen. Sie könnten auch durch Einschränkung der mlllläkischen Ausgaben «rzieu werden. Dafür fehlt aber der Dill« der bürgerlichen Parteien. Di« Sozialdemokratie empfindet die groß« Sgrg« um die Zu- kunft der deutschen Wirtschaft nicht minder schwer als andere. Si« hat auch stets den inneren Zusammenhang zwischen Finanzpolitik und Wirtschaftspolitik erkannt und ist deshalb für«in« produktions- fördernde Finanzpolitik gerade im Intersfse der Arbeiterklasse ein- geirete". Eine Reuordnung d«r ösfenllichen Finanzen in Deutichland findet deehalb bei ihr nicht nur keine Gegnerschaft, sondern gehört auch zu ihren Forderungen. Aber Finanzresorm ist nicht gleich- bedeutend mit Steuersenkung. Dabei ist sie sich auch bewußt, daß -in« Finanzreform mehr umfassen muß als«ine mechanische Steuer- ''enkung. Jede Finanzresorm, die«inen Nutzen für das gesamte Wirtschofteleden bringen soll, bedingt die Wiederherstellung einer aeordn:ten Finanzwirtschoft in ollen ösfenllichen Körperschosten. Reich. Ländcr und G-meinden müsien die notwendigen Auegaben decken können. Je größer nach der Sanierung der Reichssimmzen, nach der Beseitigung der Kassenschwierigkeiten und nach der Deckung der oolk-wirts-hostlich notwendigen Ausgaben der Spielraum wird, um so nützlicher und erfolgreicher wird die Finanzreform sein. Dieser fest« Boden aber muß erst geschaffen werden, wenn man er- folgreich an die Lösung der Finanzreform herangehen will. Teutohold Siegesschwert geht sich einzeichnen. «Mit Sott für König und Hugenberg! Heute hält mich nichts. Heute werde ich mich einzeichnen." „Solch'«in Pech! Kommt grad der Krause gelaufen. Oer Demokrat braucht das nicht zu sehen. Werd' so tun, als ginge ich rein zufällig vorbei." „Was, als Erster auf die Liste? Mann, ich Hab' Frau„Nun, etugeiragen?"-„Rein, denk vir, es war et» und Kind zu Haufe. Ich werd' de« Teufel tun und mich hier folcherAndrang, daß ich stuudenlana hätte warte» müssen, va blamieren!" Hab' ich'S auf ein andermal verschoben." ___-_»_■_■___' Behörden und presse. Ausspracheabend beim Reichsverband der deutschen presse. Ein« zahlreiche Zuhörerschaft hafte sich am Freitag abend im Sitzungssaals des Reichswirtschaftsrats eingefunden, um einer Aus- sprach« über das Thema„Behörden und Presse� bot» zuwohnen, die besonders di« von den deutschen Preffeoertretarn aus der Haager Konferenz gesammelten Erfahrungen berücksich- tigen und zur Abstellung gewisser Mängel dienen sollte. Daher waren nicht nur zahlreich« Journalisten dem Ruf des Bezirks» Verbandes ihrer Berufsorganisation gefolgt, sondern auch prominente Behörde noertreter und Politiker waren erschienen, u. a. Ministerial. direktor Dr. Zechlin, sowie zahlreiche Herren der Pressestellen der Reichs- und Staatsministerlen, Polizeipräsident Zörgiebel, Reichs- tagsabgeordneter Dr. Breitscheid, Ministerialdirektor Dr. Menzel vom Reichsministerium des Innern, Generalstaatsanwalt Wilde und viel« andere...» Drei kurz« Referate wurden gehalten, das erste allgemeiner Art zum Thema„Behörden und Presse" vom Chefredakteur der Nach- richtenagentur„Transocean" Wilhelm Schwedler. der einen Umriß zu dem Verhältnis zwischen den Pressevertretern und den Behörden bzw- ihren Pressestellen gab. Schwedler erkannte an, daß bei dem noch schlecht ausgebildeten Nachrichtendienst deutscher Zeitungen die Presse in Deutschland auch auf die Informationen durch Behörden und Pressestellen sowie große private Unternehmen angewiesen sei. Jedoch sollten diese Stellen der Presssreportage das Leben nicht unnütz erschweren, besonders durch Zweifel- hafte Dementis und Abwehrmoßnahmen ähnlicher Art. Im Gegen- satz zu anderen Ländern werde die Reportage in der deutschen Presse im allgemeinen viel zu stiesmiftterlich behandelt. Ein Schuß Amerika- nismus täte hier unbedingt not. Der zweite Redner des Abend» war der„Vorwärts". Redakteur, Genosse Victor Schiff, der zunächst in herzlichsten Worten im Namen aller deutschen Konfercnzberichterstotter der vorbildlichen Art gedachte, in der der verstorbene Reichsaußenminister Dr. Htresemann mit den deutschen Pressevertretern auf den internationalen Konferen- �zen zusammengewirkt hafte. Die Versammlung hörte dies« Worte des Dankes an den kürzlich Verstorbenen stehend on. Schifts Kritik richtete sich weniger gegen Personen, als gegen das System, das auf der Haager Konferenz im Sinn« der Rückkehr zu den Methoden der Geheimdiplomatie wieder stärker in Erscheinung getreten sei. Er bemängelt« insbesondere den sachllch völlig überflüssigen Ausschluß der Oeffenilichkeit bereits bei d«r Generaldebatte im Haag und schlug für die Zukunft«in internationales folida- risches Vorgehen der Pressevertreter vor, um einen stärkeren Einfluß der Weltpresse auf das Konferenzoerfahren zu erzielet. Die Uifterblndung der Informationen durch die Delegation des eigenen Landes bewirke lediglich, außer einer berechtigten Verärgerung der Berichterstaller. daß diese schließlich aus die mehr oder weiriger ten- deitziösen Mitteilungen angewiesen seien, die die ausländischen Kollegen von ihren Delegationen erhalten und weiter verbreiten. An dem Verkehr zwischen dem Staatsmann und der Prefle erkenn« man den Grad feiner inneren Sicherheit. Ueberbi«» feien auch die Bsd-ingungen, unter denen die Journalisten unter solchen Ilmstanden wie im Haag arbeiten mußten, ihrer wichtigen Ausgabe nicht würdig und dagegen sollten sie aus eigener Kraft reagieren. (Starker Beifall.) Den gleichen Standpunkt vertrat der dritte Redner, Dr. Friß Klein, Chefredakteur der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", der sich zunächst dem Dank des Sprechers für Dr. Sresemcnrns Verdienst« um die Press« anschloß und sodann an verschiedene» konkreten Beispielen aus den Konferenzen von Locarno und Haag nachwies. daß offiziell« Auskünfte der deutschen Delegation manchmal geradezu irreführend gewesen seien. Man könne zur Rot begreisen, daß in destimmten Situationen eine Delegation ihren journalistischen Begleitern Auskünfte verweigern zu müssen glaube, aus keinen Fall aber dürfe man chnen falsch« Auskünfte geben.(Lebst. Zustimmung.) Das müsse zu einer Vertrauenskrise zwischen den Behörden und der Presse sichren. Oft sei ein Teil der scharfen Gegensätze in der Heimat bei der Beurteilung des Ergebnisses einer Konferenz daraus zurückzuführen, daß man die eigenen Presse- Vertreter am Konferenzort mangelhast informiert und schließlich di« öffentliche Meinung unvorbereitet vor vollendete Tatsachen gestellt habe. In solchen'Fällev-hatien dft Regierungen es sich selbst zuzuschreiben, wenn tste�Presse chri zftr Ilitterstützung ihrer Politik nicht im gewünschesten MaheziXr Vcrfngting'stände(Lebh Beifall) In der Ausipracha erkannte zunächst als Vertreter der Reichs- regierung der Leiter der Presseabteilung Ministerialdirektor Dr. Zechlin die Sachlichkeit an, mit der die Referenten ihr« Bemängelungen vorgetragen hätten. Er sagte die Urrterstützunq der Reichs- steCen bei den Bemühungen der Journalisten zu. bei künstigen Kcmierenzen«in« starker« Berücksichtigung ihrer beruflichen und moralischen Interessen zu erwirken. Hinsichtlich der Information der Press« über noch schwebend« schwierige Fragen müßt« man allerdings den verantwortlichen Ministern das Recht zugestehen, selbst über den Zeitpunkt und das Maß der Informierung zu entscheiden. die sie für zweckmäßig hallen. Die D i s k r e t i o n' der Regierungs» Vertreter sei gewiß manchmal für die Presse bedauerlich, aber im Interesse des Lerhandlungserfolges oft unerläßlich.� Dr. 3. JL Bandy(„BSrsen-Kurier'h schloß sich den Ausführungen Schiffs und Klein? an und bestätigt«, daß die.Haager Erlebnisse für die dortigen deutschen Journalisten wenig erhebend gewesen seien. Cr unterstützte daher den Dorschlag, aus künftigen Konferenzen durch selbstgewählte Ausschüsse Einfluß auf die Maßnahmen der Konserenz- leitung zu gewinnen. Chefredakteur Georg Bernhard(„Vossische Zeitung") wandt« sich gegen die geheimdiplomatischcn Methoden vom Haag. Mär« die Generaldebatte dort öffenttich gewesen, dann hätte si« vielleicht an Scharfe verloren. Man könne es auch nicht ollein den Ministen, überlassen, das Maß der Informationen zu bestimmen, da? sie allein für gut befinden. Er erblicke zwar durchau» keine Er- niedrigung in der R e p o r t e r r o l l e, zu der di« 5)aog«r Honder- berichierstotter gezwungen gewesen seien, aber er sage als Bor- sitzender der Internationalen Iournalistenföderation die Unter- stützung der hier entwickelten Abhilfevorschläg« zu.(Beifall-) Dr. K. 3. von voß(„Ost-Expreß") bemängelte, daß durch ein« unrichtig« Pressepolitik bei den de u t sch- p o l nis ch« n Han» delsoertragsver Handlungen di« von polnischer Seil« stammenden Versionen stets mit Borsprung in die Well hinaus» gegongen seien, wodurch sich Deutschland wiederHoll in ein« Ab» wehrftellung habe hineinmanövrieren lassen. Dr. Stera-Rubarth, Chefredakteur vom WTB.. meint«, man müsse bei den Erhebungen im Haag zwischen dem Grundsätzlichen und dem durch die örtlichen Verhältnisse Entstandenen unterscheiden. Letztere wären trotz aller Mühe der holländischen Gastgeber sehr wenig vorteilhaft gewesen.'-■ Wilhelm hack(Deutsche Tageszeitung") unterstützt« die Kritiken der Referenten und wieg gegenüber Professor Bernhard darauf hin, daß die Arbeitsverhältnisse der Journalisten im Haag zwar subjektiv ganz unterhaltsam gewesen sein mögen, objektiv aber auf den Außenstehenden einen wenig würdigen Eindruck machen mußten. Im Schlußwort faßte der Vorsitzende Franz Stüh,(„Vor. warts") das Ergebnis der Au»spräche dahin zusammen, daß der Berufsverband der Journalisten in offener Aussprache ein« Ab- stellung der Sorgen und Beschwerde» erstrebe, di« die Presse in bezug aus manch« behördliche Stellen habe. Nicht als Pittsteller. sondern als gleichberechtigt« Diener am B0lt»wohl will die Presse behondell sein. Was in der Aussprache hauptsächlich in bezug auf die Internationale Konferenz gesagt wurde/ gilt mit geringen Ab- Wandlungen auch für die Hebnat. Das offene Aussprechen gemeinsamer Wünsch« dnrch Angehörige aller ParUirichtmigen sollt« Anstoß geben, überall die notwendige.Resorm zu sichern. vergeßttch« Kommunisten. Im-Äandkreise-Gummersbach haben die Kommunisten vergessen, ein« Vorschlagsliste für die Kreistagswahlen einzureichen. Beamtenfreiheit von 1881. Wie Bismarck und puitkamer Wahlen machten. jiugenberg und übrige Rechtspresse heulen und zetern über beispiellos unerhörten Wahlterror, seitdem Braun und Severins fest- gestellt haben, daß die Beamten ihre Minister nicht als zuchthmis- würdige Lumpen und Landesverräter hinstellen dürfen. Noch nie- mals ist angeblich Meinungsfreiheit und Wahlfreiheit in Deutschland so brutal vergewaltigt worden wie durch diesen selbstverständlichen tfjinweis aus die Beämtenpflichten. Da kommt gerade zu rechter Zeit ein wahrhaft inter- essanter und sensationeller geschichtlicher Fund. Nicht in einem Aktenstück, sondern lose in einem Umschlag aufbe- wahrt hol man einige Hunderl Briese aus dem Besitz de» ehemaligen Innenministers pullkamer gefunden, die sich auf Vorbereitung und Durchfuhrung der Wahlen von ISSl beziehen. Puttlamer, der Minister des Sozialistengesetzes, ist einer der typischen Verftster des alten Prcußentums. Nicht ohne Grund hat man in den Vorkriegszeiten Ostelbien auch häufig, P u t t k a m e r u u genannt. Schon immer jst gegen Puttkamer von freisinniger Seite der Borwurf erhoben worden, daß er als Minister auch die Wahlen auis stärkst« beeinflußt habe. Aber genauen Eirchlick in die Puttkamerfche W a h l t e ch n i k gibt erst die jetzt aufgefundene Briefsammlung, ins- besondere der Briefwechsel zwischen Puttkamer und Bismarck, über den in der soeben erschienenen 4. Nummer des„Freien Wort" berichtet wird., Zur Vorbereitung der Reichstagswahlen von 1881 unternimmt der damalige Innenminister Puttkamer Dienstreisen in alle Provinzen. um an Ort und Stelle die Wohlaussichten zu prüfen.„3ch war in hen letzten Tagen in Merseburg und gehe morgen noch Arns- berg. Alles in Wahlangelegenheiten." So Puttkmner in einem Brief an feinen Bruder. Die Regierungsbehörden sind überall einheitlich konservativ. Wo aber einmal zufällig ein hoher Beamter sitzt, der nicht unbedingt zuverlässig tonser- V a t i v ist, wird er einfach ausgeschaltet. So erhält der Reglenrngspräsideul in Arnsberg die Weisung. alle nökigen vorarbeiten für die Wahlen zu treffen, aber davon gegenüber dem Oberpräsidenlen„nicht das geringste laul werde« z« lasten." Denn er beabfichlige nichl. schreibt ihm Puttkamer. »den Herrn Oberpräsidenlen zu inkommodieren." Der Ober- Präsident(von hühlwcller in Münster) war— Katholik. Auf diesen Wahsreisen'und in den abgehaltenen Wahlsitzungen wird bestimmt, welcher Kandidat Regierungsunter- stützung erhält und welcher Kandidat von der Regierung mit aller Schärfe zu bekämpfen ist. B i> m a r ck s e l b st stellt vielfach die P r o s t r i p t i o n s l i st e auf und schreibt die Uriasbriefe. So werden auf die f ch w a r z e L i st e gesetzt die Nationalliberalen Lasker, Forcken deck und v. Eynern, die Freisinnigen laugen Richter und R i ck e r t. Aber auch Konservative. die nicht unbedingt Bismarck parieren, werden abgesägt, so ein Herr v. Flügge-Speck in Naugard-Regenswaldc in Pommern. Der Oberpräsident in Magdeburg wird einfach„an- gewiesen", daß die konservativen Gegenkandidaten gegen die Ratio- nalliberale» v. Benda und v. Pernuth aufstellen und diese dem Fürsten Bismarck nicht genehmen'Abgeordneten mit allen Mitteln bekämpft werden sollen. Dem Regierungspräsidenten in Hagen wird der Dienstbefehl erteilt,„vor allen Dingen Richter zu schlagen, gleichviel wer an seine Stelle tritt." wehe dem Beamten, der diese VIsmarck-Puttkamersche Wahl. polilit nicht unbedingt mitmachte. Ein Landrat Knebel in Kreuznach war nationallibe- raler Landtagsabgeordneter. Ohne jede Scheu vor der Abgeordneteneigenschaft verbietet ihm Herr v. Puttkamer, in liberalen W ä h l e r v e r sa m m l u n g e n aufzutreten. Eine Wahlpropaganda gegen den konservativen Profestor von Treitschke, dessen Wiederwahl die Regierung wünsche, werde als eine Demonstration gegen die Reichsregierung aufgefaßt werden: „Ew. Hochwohlgeboren werden sich nicht verbergen können, daß es der Staatsregierung nicht möglich sein würde, einer der- artigen Demonstration gegenüber sich gleichaültig zu verhalten. Sie würden mich durch eine gütige umgehende Mitteilung Ihres Entschlusses zu verbindlichem Danke verpflichten." Landrat Knebel verstand: es � wurde ihm die Wahl gestellt, ent- weder weiter zu reden und zur Disposition gestellt zu werden, oder zu schweigen. Er war Landtagsabgeordneter, aber er zog es vor, in diesem Reichstagswahl kämpf den Mund nicht mehr aufzumachen. Man beachte dabei, daß es sich nicht etwa um grundsätzliche Feinde der damaligen Regierung handelte, um Umstürzler, um Republikaner, sondern durchweg um brave Nationalliberale, die jede Versammlung mit einem Kaiser- hoch schloffen: die nur dos Unglück hatten, nicht restlos die neue Richtung der Politik mitzumachen, die Bismarck seit 1878 einge- schlagen hatte und nun deshalb rücksichtslos mit dem Aufgebot aller stoatlichsy Machtmittel bekämpft wurden. Diese. Regierüngsanweifungen beschränkten sich nicht etwa nur aus die p o l i t i s ch e n Beamten, auf die Londräte, Regierung?- Präsidenten und Oberpräsidenten, sondern erstreckten sich auf samt- liche Staatsangestellte. Bismarck erfährt von einem Lehrer ln Ostpreuße«, der das Der- brechen begaage« hatte, für den liberalen Kandidaten zu sprechen. Er weist oa. den Lehrer, der«och nicht fest angestellt sei. exem- plarisch zu bestrafen und sofort aus dem Dienst z« entfernen. Dem Oberforstmeister wird mitgeteilt, daß einige Oberförster an- scheinend gegen den konservativen Kandidaten eingestelll seien: er soll sofort die notwendigen Maßnahmen treffen, daß sie noch vor der Wahl strasverletzt werden. In einem Bericht Puttkqmers an Bismarck wird ein Zweifel ausgesprochen, ob in einem bestimmten Kreis der konservative Kän- didat die Mehrheit erlangen werde. Sollte das nicht der Fall fein, fo sichert Puttkamer dem Fürsten Bismarck zu, werde er auch darin einen Beweis erblicken, daß der betreffende Landrat für die Verwaltung nicht in jeder Beziehung genüge. Also bei Strafe der Dieaflevllastuug haben die politischen Beamte« für gute Wahlen zu sorgen. Auch bei den Eisenbahnern, den Werftarbeitern und den Postbeamten wird in strengster Weise kontrolliert, daß jedyr einzelne sich der konservativen Wahlpropaganda zur Verfügung stellt, die geringst« politische Abweichung von der Regierungslinie wird ohne weiteres als schweres Dienstvergehen angesehen. So war es zu Bismarcks und Puttkamers Zeiten. So haben es die Konservativen, die Hugenbergs von 1881, getrieben, als sie an der Macht saßen. Und dieselben Leute mächten es jetzt als unerhörte Brutalität und frivolen Rechtsbruch hinstellen, wenn die Regierung sich von Beamten nicht straffrei beschimpfen und anpöbeln läßt! Neun Todesurteile. Die GPU. gibt bekannt, daß in der Stadt — w-----------° �---- v- An sammenarbeitets. Es wurden Waffen und Maschinengewehre ge- funden. Die GPU. hat ohne ein Gericht gegen die Führer der Bereinigung neun Todesurteile ausgesprochen, die sofort vollstreckt wurden. Die übrigen MitMeder der Bereinigung sind nach Sibirien oerbannt worden. Ein Aachtragsetai für il929. Erhebliche Mehrausgaben im laufenden Haushaltsjahr. Die Reichsregierung wird nach der Annahme des Toung-Planes einen N a ch t r a g s e t a t vorlegen, durch den der Etat für 1919 in Ordnung gebracht werden soll. Die Erleichterungen für das laufende Haushallsjahr durch den V�ung-Plan betragen 464,4 Millionen. Mit dieser Summe soll sowohl der Fehlbetrag aus dem Haus- halt des Jahres 19 28 wie auch der voraussichtliche Fehlbetrag des laufenden Haushalts gedeckt werden. Der Fehlbetrag aus dein Jahre 1928 bcläuft sich auf 154,4 Millionen, der Fehlbetrag im laufenden Haushalt wird aus 319 Millionen geschätzt. Bon diesem letzteren Betrag entfallen 14,1 Millionen auf die Einnahmen und 295,9 Millionen auf die Ausgaben. Unter den Mehrausgaben, die im Jahre 19 2 9 ein- getreten sind, spielen die sozialen Auswendungen eine sehr erhebliche Rolle. In erster Linie stehen die 125 Millionen, die aus dem Mehr- aufkommen der Lohnsteuer für die Zwecke der Knappschafts- und Invalidenversicherung verwendet werden sollen. Auch die Zahlungen'an die S a a r g ä n g e r, für die im Etat 6 Millionen Mark vorgesehen waren, werden 11 Millionen er- fordern, also 5 Millionen mehr. Ebenso weist der Reichs Zuschuß an die Invalidenversicherung für die StZ:gerungsbcträge einen Mehraufwand von 22,5 Millionen auf. Aehnlich zwangsläufig sind erhöhte Aufwendungen für die Kriegsbeschädigten. so daß eine Nachforderung von 49 bis 56 Millionen notwendig ist. Auch hei der produktiven Erwerbslofenfürforge reichen die bewilligten Mittel nicht aus. so daß im Nochtrag: etat weitere Mittel bewilligt werden müssen, wenn nicht bereits be» gönnen« Arbeiten eingestellt werden sollen. Es ist auch zweiflhaft, ob die 120 Millionen, die für die Krifenfüriorge bewillgt morden find, ausreichen werden. Trotz einer gewissen Einschränkung der Krisenfürsorge stt die Ausgabe im Sommerhalbjähr höher ge- wefen als die Hälfte der bewilligten Summ«. Er'ahrunasgsm.iß aber erfordert der Winter mit semer stärkeren ArbutslosigVit größere Ausgaben als der Sommer. Nochforderungen werden sich wohl auch hier nicht vermeiden losten. Man sieht bereits aus diesen Angaben, wie schwierig es fein wird, mit dem Nachtragsetat die Sanierung des Etats für 19.'8 und für 1929 zu erreichen. Das. muß aber geschehen. Ohne völlige Deckung der Ausgaben läßt-sich eine Finanzreform nicht verantworten. Ebensowenig aber ist sie möglich durch eine Drosselung so- z i a l e r Ausgaben. Jede Einschränkung dieser Ausgaben be- droht namentlich in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Masten- arbeitslosigkeit das Schicksal von Millionen unverschuldet in Notlage geratener Menschen. Der neue Rechlsbernler Englands. H. W. Malkins stt zum Rechtsberater des englischen Außenanus als Nachfolger Sir Eecil Hursts ernannt worden, der zum britischen Richter für den inter- nationalen Gerichtshof im Haag gewählt worden mar. Malkm war im Kriege stellvertretender Rechtsberater im AußenanU, ge. hörte der britischen Abordnung für die Friedensverhandlungen an und nahm an der Washingtoner Flottenkonferenz 1921 teil. wustolini zieht Amerikaner ein. Die Botschaft der Bereinigten Staaten in. Rom erlhielt vom Staatsdepartement Weisung, mit der. italienischen-Regierung wegen- der Geruchte Rückip-rach- zu- neinma,: nach denen omarikanische'Bürger>:ital!enstchex--Gehurt zumIDieistt- in der IWenstchen Armee.MZtwtNMn. würden.. (Gewerkschaftliches siehe 4. Beilage.) Verantwortlich"ftlr Palltik: Dr. Carl Geyer: Wirtschaft:®. ItliagelhSser: Sewerkschaklsbeweaiing: z. Steiaer; geuivetoa: Zt. S. Döscher: Lokales aat> Sonliiacs: ffrik ltarltädt: Alueiaen: Zd. Sloe«: sämtlich ta Set Ha. Verlas: Vorwärto-Verlag®. rn. b. H. Berlin. Druck: Lorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin EW KS. Lindenltraß«& Sierzn 4 Beilagen nnft.ltnterhaltnng nn» Wissen». Skstildi C2.SPANDAUER STRASSE• KONIGSTRASSE ► V E RS AN D-ABTE I LU N G G Jlr. 505* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 27. Oktober 1929 Z machen Stadtbahn und Luisen st roße liegt der graß« Komplex des Krantenhouses, der jedem berliner mmdestens dem Namen noch bekannt ist, liegt die Charit«. Blumenhändler um- säumen an den"Besuchszeiten dos Tor in der Schumannstraße, ein dichter Strom Menschen flutet aus und«in. Drinnen flankieren den breiten chauptweg Gebäude aus den übelsten Zeiten wilhelminischer Bocksteinepoche, Zwischenglieder non Krankenhaus und Kaserne— mitten drin steht plötzlich irgendein altes, architektonisch höchst an- nehnrbares Gebäude; es macht freilich«inen so schlecht gehaltenen, heruntergekommenen Eindruck, daß man wirklich einen Schreck bekommt, wenn man durch ein Schild„Augenklinik"' daran unterrichtet wird, daß dieser leibhastig« Anachronismus noch immer als Kronkenstotion dient. Links stehen niedere Baracken, gegen- über von der Aufnahme ist die Kinderklinik. Eines der neuen Ge- bäude sieht aus wie dos andere, alle umfassen st« dieselben großen Säle, in allen stehen die weihen Betten, in denen soviel gelitten wird. Und das ist eigentlich olles, was der Berliner von der Charit« zu sehen bekommt, wenn er da mal einen Krankenbesuch zu machen hat— und das ist auch zumeist alles, was er von ihr weiß. 3o, noch eins weiß er— daß«r nicht herein will. Es hat stch da in den letzten Jahren viel geändert, der Berliner ist heute nicht mehr halb so krankenhausscheu, wie er es nach vor dreißig, vierzig Jahren war, aber für den alteren Berliner ist gerade der so tröstlich klingende Name der„Charit«" sBormherzigkeit> mit einem unheimlichen chauch umwittert, ohne daß sich die meisten Nechenschaft geben können, woher da? eigentlich kommt. Wer die Geschichte der Eharite kennt weiß freilich, daß es stch da um eine mündlich weitergetragenc Tra- diticw handelt, die diese Scheu nur zu berechtigt erscheinen läßt. Das Pesthaus vor den Toren. Um da? Jahr 170? verwüstete die Pest Preußen und Branden- burq. und weil der damalige König Friedrich l. auf einer Beis« schwer? Angst vor der Ansteckung ausgestanden hatte, so gab er gleich nach seiner Nückkehr ein Pestreglement heraus, dos für alle größeren OUe die Errichtung eines Pesthauses vorschrieb. IHO wurde da» Berliner Pefthous feierlich eröffnet— und dieses hau» war der Urahn der heutigen„Chante" und lag auf dem gleichen Platze—! vor den Mauern der Stadt. Die Pest verschonte Berlin, dos Pest-; hau? war überflüssig und man dacht« nun an eine anderweitige Be- Nutzung des Gebäudes. Man machte es zum Arbeits- und Spinn- bau?, und außerdem wurde es zum Garisonlazorett„destiniert". Davon wollten ober die Regimenter nichts wissen, sie hatten so ihre eigenen Lazarette und dann— da draußen hörte ja die Welt auf, so weit weg wollte niemand! Und wirNich, der Gang vom Molken- morkt zum.'.Pesthaus" war eine gan.ze Expedition: Die Dorotheen- ftraßc hieß damals ja„letzte Straße" und die Geörgenstraß« .„Kotzrnsteg". Dann ober kamen Wiejen und Aecker... Schließlich mach»? der gewesen« Amts- und Stadtchirurgus chabermoß ein« Eingabe, in der er dem sparsamen König begreiflich machte, welchen Nutzen„zur Auinobm« und Ercolierung der Medizin und der Chirurgie" ein solches choipital und Lazarett hoben würde; und der König, der damit verhindcrn wollte, daß irgendein Unterton an fremde medizinische Schulen ging, stimmt« ,zu. So wurde aus dem Pcstbain'e im Jahre 1727 die„Choritä", die chvfpital, Gor- nifon- und Bürgerlazarett in sich vereinigte und der Armendirektion unterstand. Zu einer derartigen Benutzung des Gebäudes gehörte auch«ine umfangreiche Oekonomie, es wurde ein Woschteller,«in Biitualienlellcr, eine Backstube und— eine„Gelegenheit zum Bronntweinbrennen" eingerichtet. Dieses Ddrurn des„Armenhauses" hostete der Charit« lange an. Beinah alljährlich brach eine Lazarett- sieberepidemi« aus, von ßIKX> Patienten starben 3000. Und als gegenüber die Beel« veicrinsire eingerichtet wurde, bezeichnete ein Witzbold die beiden chäuser als„die, wo man die Menschen wie Hunde und die Hunde wie Menschen behandelt". Selbst der long- jährige Chanteprediger Prahmer schrieb, daß die Kranken an ollein Mangel litten, die Oekonomie die wichtigsten, van den Acrzten gc- forderten Medikamente für die Kranken verweigere und die Pa- tienten in Schmutz und Ungeziefer verkämen. E? war manchmal nicht einmal ein Laken aus dem bloßen St'ohfacf, und an Bleikolik erkrankte Arbeiter wurden mit schwarzem Brot ernährt! Urspräng- lich mar die Charit« ja zur Ausbildung von Feldärzten bestimmt, und long« noch blieb auf irgendeine Weife etwas non der seldschecr- mäßigen Verachtung des Menschenlebens bei ihr Tradition. Erst nls sich über 100 Personen infiziert hoticn, baute man l8Z6 die erst« Jsalierstation! Oos Neueste in der Auch die 1835 auf dem gleichen Gelände errichtete..Neue Eharite" erwies sich bald als unzureichend und unzulänglich, und so Die Charite, wie sie trüber war. wurde am Ende des vorigen Jahrhunderts ein völliger tzkeutau ernsthaft in Erwägung gezogen. Die neue?lnstalt sollte umfassen: 1. die I. medizinische Klinik, 2. die II. medizinische Klinik, A. die chirurgische Klinik und die chirurgisch« Nehenabteilung. 4. die geburtshilslich-gynäkolagischc Klinik, 5. die psychiatrische und Ncrnenklinik, 6. die Kinderklinik, 7. die Klinik für Syphilis imd hautkrankheiien, 8. die Augenklinik, 0. die Ohrcnklinik, 10. die hals- und Nr.scntlinik. Dazu kommen noch allerhand andere Gebäude für Lerwaltung, für die Aufnahme, Küchen- und Wirtschastsräume und die unver- meidliche Aiistaltskapelle, eigenes Elektrizitätswerk, Isolierbaracken. Waschhaus usw.— also die Charite ist eine richtige Stadt für stch. Sind dach schon die Patienten an 2000 Personen— ungerechnet alles ärztlicti« und Pflegepersonal, Zlrbeiter und Wirtschaftshilfen! Durch den in den letzten Aorkriegsiahren durchgeführten Um- und Neubau bekam die ganze Anstalt dieses entsetzliche nüchterne Anstollsgesichi, das geradezu erschreckend wirkt. Unwillkürlich steht man schon die langen traurigen Säle der Krankenstation vor sich; sauber und trist. Aber zwei Häuser zum mindesten gibt es, die diese Vorausficht Lügen strafen: dos i,t die chirurgische Klinik und die Diätslalion. In beiden sind alle Räume in I>ellcr leuchtender Farbe gestrichen, sie machen einen geradezu unwahrscheinlich modernen Eindruck. Sic sind freilich auch erst vor einem holde» und einem Jahr neu hergerichtet. Das Interessanteste ist wohl Außenstehenden augenblicklich die Diaistation, in der Tuberkulöse jeder Form(haut-, Knochen-, Weichteil-, Lungentuberkulose) mit der neuen salzlosen Diät noch Dr. Gerson behandelt werden. Es ist hier nicht der Ort, näher auf diese Diöttheropie einzugehen; st« ist vielfach als ein Allheilmittel ausposaunt worden, das bciiuchc auch Tote lebendig machen kann. Es gibt ein« Form der Tuberkulose, die ichucller„arbeitet", als irgendein Heilmittel wirken kann— sie heißt nicht umsonst golop- pierende Schwindsucht; in vielen Fällen ober wirkt die Diät, und in einem ist sie wirklich ein Wundernlittel: bei der houttuberkulose, dem Lupus, der„fressenden Flechte", hier heilen die Atesten, ver- zweisellsteii Fälle, und es gibt nichts Erschütternderes, als die Wachs- moulinagen der in München geheilten Menschen: Gesichter mit halben Nasen, aus denen schwämmig« Gebilde herauswuchern, mit ange- fressenen Augenlidern, Gesichter von Menschen, die schon in irgend ein Annen- und Eiechenheini verborgen und versteckt werden sollten und die nun wieder gesund und arbeitsfähig sind. Die Klinik ist überbeleg«, die erst« Klasse ist abgcschosst worden, so groß ist der Andrang der Patienten, und sur die meisten bedeutet die Aufnahm« hier ja wirklich eine Lebensreiiung. lind darum tönt in«nein Zimmer dos Spiel einer Laute, darum rennen wir gegen vergnügt quietschende und lachende junge Mädel, darum springt der dreizehn jährig« Junge, dem«in Lupus zwölf Jahre long das Gesicht zerfraß and sogar die eine Hand verkrüppelt«, vergnügt herum: sie alle wissen, daß der Sieg über den unheimlichen Feind ihnen so nahe wie noch nie in ihrem Leben ist. Auf der«inen Veranda dreschen ein paar Männer Skat, viel andere der Patienten haben die Radio Hörer umgeschnallt—- denn hier hat jeder Patient die Möglichkeit, auf der Veranda im Liegestuhl und im. Bett Radio zu hären. Ein? besondere Kostbarkeit, aber ist. die Küche: hier sind natürlich die abscheiikichen großen Kessel abgebemt, man muß ja bei dieser Diät mit der möglichst kürzesten Zeit auskommen, vielfach wird auch Rohkost gegeben. In der Mitte steht ein großer Gasherd, vor ihm ein Spülstein aus weißen Kacheln, in dem das Gemüse so oft gespült werden kann, wie es diese besondere Diätsorni verlangt, an der Wand eine elektrische Universalmaschine zum Zer- kleiner» von Fleisch und Gemüse und zum Saftpresten, in derselben Front zwei blanke Nickelgcsäße:«in Kartoffeldämpfer und ein Milck)- kocher. An der Wand hängt der Küchenzettel. Der zeigt an: Mittag: Grünkernsuppe, Kalbsschnitzel mit Rahm und Champignons, Roten Rübenfolat; abends: Eierauflauf. Kompott. Ilnd dieser Küchenzettel Jofimn 7r hatte keinen Anspruch auf Bezahlung. Er trank nur und überdies sog er m't solchem Genuß an einer stiellosen Pfeife, daß seine beiden Wangen ganz einfielen. Aus seinem Hinteren baumelte noch immer Stroh. Der Oberkosak nickte mitunter Georg Bajda zu- „Iedem gleiche Teile. Nur mir gebührt das Doppelte." Während der Auszahlung sagte mein anderer Großvater bittend zum Oberkosaken: „Ich sage dir. Michael, überlege dir die Sache..." „Ich habe nichts zu überlegen!" gab der Oberkosak heiser zur Antwort.„Ich Hab' gerade genügend nachgedacht, aber vom Kopfzerbrechen allein können wir alle ruhig krepieren!" „Ist das dein letztes Wort. Michael?" „Jawohl!" fuhr der Oberkosak auf. Wenn sie uns zu Tode schinden, nun, dann werden sie die Folgen zu fühlen bekommen. Bis zum Frühjahr warten wir, aber..."— und er erhob sich und schüttelte seine Mähne—,„ober wir sind Alf dem Posten..(Fortsetzung folgt.) gilt«nficitfirf) für t>f« Patienten der dritten wie der zweiten Klaffe! Dafür ist. freilich auch der Satz, den die Kassen hier zahlen müssen, erheblich hoher wie in den anderen Abteilungen: 8,50 Mark, während es sonst nur 6,50 Mark kostet. Aber zweiter Klasse zahlt man sogar 15,50 Mark und hat dafür nur das Vorrecht, daß man fein Zimmer nur mit einem teilen braucht. Freilich sind die anderen Räum« inanchnial sehr dicht belegt im Verhältnis zu ihrer Kröstc, wenn auch nur drei bis vier Patienten drin liegen— aber oftmals kommen Fälle, die man nicht abweisen darf, wenn man nicht allen Lebensmut in ihnen erschlagen will. Das ist nun dar neueste und schönste Eindruck, den die Charite »ermitteln kann: das chaus, in dem wirklich fast immer das Leben über den Tod triumphiert. Aber neben diesem Haus stehen noch, alt und grau, allerlei lleberbleibsel aus alten Zeiten, und es lohnt sich wohl mal, nachzuprüfen, ob das nur architektonische lieber- bleibsel sind. Und darum wird es sich lohnen, noch einmal-n anderer Zeit und Stunde die Ehorhe auszusuchen. Gävel für Eklareks. (Sr diente ihnen als Schutzmann. Man weiß, welche Mühe der kommunistische Stadtrat Gabel sich gegeben hat, die Monopoloertragsrechie der Firma Sklarek zu schützen. Der„Abend*(Nr. 488, 17. Oktober) verösscnllichte einen Brief(Säbels an das Bezirksamt Wedding, das Kleidung für Hilfsbedürftig« außer bei Sklareks auch bei anderen Finnen gekauft hatte. Herr Gabel erlaubte sich, das Bezirksamt wegen dieser Eigenmächtigkeit zu rüffeln und für die Zukunft„restlose* Bedarfsdeckung aus Sklareks Lager zur Pflicht zu machen. Jetzt wird der Bezirtsverjammlung Kreuzberg vom Bezirksamt Kreuzberg ein ähnlicher R ü f f e l b r i e f vor- gelegt, den Gäbet im Februar 1928 an das Bezirksamt richtete. Schon damals wollte das Bezirksauü Kreuzberg andere Firmen mit der Lieferung der an Unter- stützungsempfänger zu verteilenden Kleidung betrauen. Es wandte sich zu diesem Zweck, an die übrigen Bezirksämter und bat um Auskunft, wie und durch welche Firmen sie die Kleidung für Hilfsbedürftige beschafften. Als Stadtrat Gäbet davon erfuhr, schickte er dem Büraerinerfter Dr. Herz, Kreuzberg, folgenden Brief: Der Borsitzende des Aufsichtsrates der Berliner Anschaffungs-G. m. b. H. Berlin, den 23. Februar 1928. Rathaus, Zimmer Nr. 09, Anruf: Mag. 414. Sehr geehrter Herr Kollege! Wie mir mitgeteilt wird, haben Sie unter dem 0. Februar 1928— Gesch. Z. Kreuz. B. 9 Wohls, 1 a/28— ein Rundschreiben an die Herren Bor-sitzenden der Bezirksämter herausgegeben, betr. die Beschaffung von Bekleidung. In diesem Schreiben heißt es u. o.: „Die Beschaffung von Bekleidung für Hilfsbedürftige haben wir bisher ausschließlich durch die Firma Gebr. Sklarek(KVG.) vorgenommen, bei der wir ein eigenes Lager gekaufter Sachen unterhalten. Wir beabsichtigen, dieses Verfahren zu ändern und auch andere Firmen bei der Beschaffung von Belleidung in Anspruch zu nehmen." Di« Absicht, auch andere Firmen bei der Beschaffung von Be» kleldung in Anspruch zu nehmen, würde in Widerspruch zu dem vom Magistrat mit der Firma KLG. abgeschlossenen Vertrag« stehen. Dieser Vertrag, der aus zwingenden Gründen im Zusammenhange mit der Liquidation der städtischen KVG. und der Rcorgaräsation der BAG. geschlossen wurde, ist durch Beschluß der Stadtoer- ordnetenvcrsärnmlunq ausdrucklich bestätigt worden und läuft bis zum 10. Juli 1930. Die Verwirklichung Ihrer Abficht während dieser Zeit würde also bei der Fa. KVG. auf Widerstand stoßen und die Stadt in eine unangenehme Situation bringen. Ich habe die Firma trotz Preissteigerung der Rohmaterialien und Löhne zu uxritgehendcnr Entgegcntonrmen gegenüber den Beziehern verpflichtet. Eine Kontrolle über Qualität und Preise wird von der Haupt- vrüfungsstelle durch Herrn Oberrcchnungsrevifor Sokoloffki ausgeübt. Auch etrrmig« Beschwerden werden von dort geprüft. Beschwerden gegen die Fa. KVG. find mir lowie der Haupt- prüsungsstelle vom Bezirksamt aber nicht zugegnngen, so daß von hier aus keine Veranlassung zu einem«twoigen Vorgehen gegen die Finna vorlog. Nachdem nunmehr die Rund! rage bereits an die Bezirksämter ««gongen ist, bitte ich Sie, die Geschäftsstelle der Vorsitzenden der Bezirksämter zu benachrichtigen, daß das eingehende Antwort- Material der Hauptprüfungsstelle des Magistrats— zu Händen des Oberrechnungsrevifors Herrn Sakoloffki— übermittelt wird. Im allgemeinen wäre ich Ihnen sehr donkbar, wenn Sie mir Mitteilung machen wollten, welches die Veranlassung Ihrer Rund- frage war. Mit vorzüglicher Hochachtung. gez.: Gäbel. Stadtrat. So ivachten Herrn G ä b e l s Augen darüber, daß Sklareks weiter die Kleidung für Hilfsbedürftige zu liefern hatten. Heute aber schreien die Kommumsten und ihre Presse über die Gemeinheit der Lieferung von Schnndware und der Schädigung Hilfsbedürftiger. Strafanirag gegen die Verleumder. Die Stadträtin Genossin Dr. Klara W e y l schreibt uns: „Die„Rote Fahne" hat mir einen Opossum pelz,„Die Welt am Abend" einen Nerzpelz angedichtet: den einen wie den anderen soll ich con der KBG. oder den Gebrüdern Sklarek bezogen, die Das„Rechisbureau" in der Zelle. Gefälfchie Gerichisbeschlüsse.— Gestohlene Akten. Den Gerichtsbehörden hat wohl kaum jemand so viel � Schwierigkeiten bereitet, als der Kaufmann Adolf Kauffmanr». jjegeu den feit Ende voriger Woche eine Reihe mehrerer getrennter Straf- verfahren vor dem Schöffcngerichr Berlin-Mitte zur Verhandlung anstehen. Kauffmann ist schon 16 mal vorbestraft, darunter befindet sich eine Strafe wegen Schleichhandels, und zwar hat er hierfür wohl die einzig dastehende Strafe von 2'A Jahren Zuchthaus erhallen. Trotzdem kl auch nachher noch mehrmals wegen Betruges rechtskräftig venirieilt worden ist, hat K. weder von der Zucht haus st rase noch von den weiteren Gefängnis- lt r a f e>, bisher k e i n e i, T a g v c r b u ß t. Er hat es verstanden, ourch alle möglichen Winkelzücc die Strafvollstreckung immer wieder hinanszuzögern. Seit einer Reihe von Jahren liegt K. mit den Kerichlcn in offener Fehde. Er führt etwa 20 0 Zivil- und Schadenersatzpro zeff« und hat gegen die verschiedensten Behörden Schadenersatzklagen angestrengt. Als dann ina Jahr« 1920 die jetzt zur Verhandlung anstehenden umfangreichen Strafverfahren eingeleitet wurden, nahm man ihn in Untcrfuchunos- haft. Zur Durchführung feiner Zivilprozeffe erhieli er eine Schreibmaschine in die Zelle. Seitdem bombardiert er die Behörden mit Eingaben und Beschwerden in einer Weise, daß sich die Akten zu ungeheuren Stößen angesammelt hoben. K. hatte eine ganze Reihe von Firmen gegründet und schob die Schulden der einen Firma immer der anderen zu. Im Jahre 1920 hat er in der Waldstroße«ine Schokoladenfabrik errichtet, die unmittelbar nach der Eröffnung abbrannte. Auf eine Anzeige fand eine Haussuchung statt. Die Schokoladenfabrik sollte nur der Deckmantel für eine Falschmünzerei in den Keller« räumen gewesen sein. Die Durchsuchung bot dafür keine Anhalts- punkte, wohl aber entdeckte man, daß K. sich g e h« i m e Zu- leitungen von Gas und Elektrizität angelegt hatte, ebenso eine eigene Telcphonverbindung. Darin" erblickte das Schöffengericht schweren Diebstahl, und in dem ersten Prozeß Bezahlung aber vergessen haben. Ich Hab« schon früher erklärt. oaß an diesen Behauptungen kein wahres Wort ist und daß ich niemals geschäftliche oder gesellschaftliche Beziehungen zu den Brüdern Sklarek oder zur KLG. gehabt, überdies einen Opossum- pelz oder einen Nerzpelz niemals besessen habe. Nun sollen die beiden Zeitungen die Gelegenheit erhalten, ihre Erfindungen vom Staatsanwalt prüfen zu lassen. Ich habe bei Herrn Bürgermeister Scholtz beantragt, daß er wegen der gegen mich gerichteten Ver« leumdungen Strafanzeige stellt." Ods Llrieil im Krankfurier Prozeß. Gefängnisstrafen bis zu 6 Monaten. F r a n k s u r k a. d. O d e r. 26. Oktober.(Eigenbericht.) Nach zweieinhalbstündiger Beratung verkündete gestern Abend der Borsilzende. Landgericht sdlrektor S i e w e r t. in dem Prozeß gegen die vier Bcichsbanaerleute folgendes Urteil: Die Angeklagten werden aus dem Z 227 StGB.— wegen Leteill. gung an einer Schlägerei, bei der ein Mensch getötet wurde— verurteilt: Zaschek zu 0 Moaateu Gefängnis. Stirn zu 1 IN o n a t G e f ä n g n i«, Hahn zu 3 w o che n G e. f ä n g n i s. Matfcharck zu 1 lag Gefängnis. Die Strafe ist für Strin, Hahn und Malscharek durch die Unter- suchungshaft als voll verbüßt zu erchaten. Auf Jafäzeks Strafe werden zwei Monate Untersuchungshaft an- gerechnet. Die Zubilligung einer Bewährungsfrist für Jaschck wird van dem Ergebnis der noch anzustellenden Ermittlungen abhängig gemacht. In der Urteilsbegründung fuhrt« der Vorsitzende unter anderem au:„Nicht ausgeschlossen erscheint es, daß die Angeklagten geglaubt haben, angegriffen worden.zu sein. Wer der Angegriffene in Wirklichkeit war, ist n i ch t restlos festzustellen. Soviel läßt sich jedoch sagen: Die Balgerei entstand, und das Ergebnis war die schwere Verletzung des Reisenden. Daß dies Ergebnis von den An- geklagten gewollt war, traut das Gericht ihnen nicht zu: auch daß sie den Entschluß gehabt haben, dj« Waffen in Tätigkeit zu setzen, will das Gericht nicht glauben. Der Tod ist Folge einer Schlägerei gewesen. Mag sein, daß Jaschek in dem Augenblick, da er das Messer zog, nicht das Bewußtsein gehabt hat, der An- greiser zu sein. Jedenfalls war er Täter der verhängnisvollen Handlung: die anderen waren nur an der Schlägerei beteiligt. Allen Angeklagten waten mildernde Umstände zuzuerkennen." Polizeipräsident zum Volksbegehren. Der Polizeipräsident von Berlin hat ein Rundtelegrannn an die ihm unterstellte Beamtenschaft erlassen, in dem er das von ihm aus- gesprochene Verbot der Teilnahme am Bolksbegehren auf» hebt. Er weist aber auf die Erklärungen des preußischen Minister- Präsidenten Braun hin. nach denen die Beteiligung am Volks- begehren gegen die Pflichten des Beamten ver- stößt. Es handelt sich also um eine Auslegung der«rlasiencn ersten Anweisung, die dahin geht, daß zwar das formelle Ver- bot der Teilnahme aufgehoben, der Beamte aber auf die durch den preußischen Ministerpräsidenten aufgezeigten Folgen einer Teilnahm« erneut aufmerksam g«.macht wird. wurde K. wegen dieser Straftaten sowie wegen Scheckbctruges vor- gestern bereits zu einem Jahr und zwei Monaten Zeucht- Haus verurteilt. Gestern begann gegen ihn der zweit« Straf. prozcß. Hierbei handelte es sich um gefälschte Einstellungsbeschluss« und gestohlene Handelsregisterauszuge. Für K. mußte die Staats- onmaUfchajt ein Sonderdezernat einrichten. Am Tag« vor dem gestrigen Prozeß hatte K. zur Herbeischaffung seines Verteidigungs- Materials eine Ausführung nach feinen Geschäftsräumen bewilligt erhalten. Er halte dann zwei Autos voll beiaden mit Akten in feine Gefängniszelle schaffen lasten, und von diesen Akten mach!« er gestern«inen sehr ausgiebigen Gebrauch. Zuerst übcrrafchte er das Gericht damit, daß er zwei ausführliche EM- lastungserklärnnaen eines Iiisherigen Belastungszeugen vorlegte. AI? dem Zeugen diese Schriftstücke nörgelest wurden, war cr sehr er- staunt darüber, weil er von dem Inhalte keine Alznung hatte. Es ergab sich dann auch, daß K. es bei dem Ausgang oorgestern ver- standen hatte, unter irgendeinem Borwand von dem Zeugen die Unterschrift auf einigen Blättern Papier sich zu verschaffen. Der Sachverständig« bekundete das auch, daß diese Erklärungen zwestel- lo? auf der klapprigen Schreibmaschine, die K. in feiner Zelle halte, geschrieben worden feien. Ebenso hatte K. vom Gefängnis ans an sämtliche geladenen Zeugen Briese geschrieben, in denen er chnei, in sehr geschickter Weise vorzuschreiben versucht hatte, was sie aus- zusagen hätten. Weiterhin hatte K., wie die Anklage behauptet, Aenderungen im Handelsregister vorgenommen. Damit bezweckte er. die Zahlungsverpflichtung für Krankenoerficherungsbeträge in Hölze von mehreren taufend Mark seinem Schwager zuzuschieben. Später sind die in Fage kommenden Handelsregisterauszüge restlos ver- schwunden. K. wurde durch seine geschiedene Ehefrau schwer belastet. Ihr hotte er ein« Aktentasche gezeigt und gesagt, das, es eins Leichtigkeit sei. Atteu verschwinden zu lassen. K. hat beantragt, neu« Zeugen zu laden. Der Prozeß mußte darum vertagt werden. Oer Neichsbahnrat freigelassen. Die Urheberin der Vestechungsaffäre bleibt in Hast. In der Pantower Bestechungssangelegenheit sind gestern, wie gemeldet, folgende von der Polizei festgenommene Personen dem Vernehmungsrichter vorgeführt worden: Frau Martha Kloß. Regierung?- und Baurat Eduard Sl r n o l d, Reichsbahnobersekretär Wilhelm Kneifet, Telegraphenobcr- lekretär Hans 2 e b r a m und Oberbaufuhrer Hermann Köditz. Auf Grund der Vernehmung ist gsgen Frau Kloß Haftbefehl wegen des Verdachtes der aktiven Bestechung, Kneisel und Lebram wegen des Verdachtes schwerer passiver Bestechung(Bestechung für eine Handlung, die eine Verletzung einer Amts- oder Dienstpflicht enthält) erlassen worden. Arnold und Köditz sind frei- gelassen worden, weil gegen sie nur der Verdacht einfacher passiver Bestechung(Bestechung für eine nicht pflichtwidrige Hand- lung bei einer zulässigen Höchststrafe von 6 Monaten Gefängnis) besteht. * Das Bezirksamt Pankow teilt nach eingehender Füh- lungnahme mit der Krimimilpostdtenststelle in. der Lberpostdi rektioi« folgendes mit: Es entspricht nicht den Tatsachen, daß irgend- ein Beamter des Bezirksamts wegen Durchstechereien oder Verun» treuungen von der Kriminalpolizei verhaftet worden ist. Es wird lediglich von einem früheren Beamten und einem frühe- ren Tarifangc st eilten des Tiefbauamts Pankow, die beide feit etwa Jahresfrist nicht mehr im Dienste der Stadt Berlin find, behauptet, daß sie in einem Falle Schmiergelder von der Firma Kloß in Empfang genommen haben sollen m der Weise, daß sie eine fingierte Zahlungsanweisung dem Tiefbauuntcrnehmer Kioß zur Verfügung gestellt haben sollen. Wenn überhaupt eine Schäbi- gung für die Stadt Berlin in Frage kommen sollt«, so dürfte dies« eine ganz geringe sein. Alle anderen Nachrichten sind absolut unzu- treffend. Die ganzen Untersuchungsmaßnahmcn richten sich fast ausschließlich gegen Beamte der Po st und der Etsenbahn. Lediglich auch mit Bezug aus dies« Beamten sind Verhaftungen bis- her erfolgt. Todesfturz vom Slotobus. Gestern nachmittag ereignete sich auf dem Kurfürstendamm wieder ein tödlicher Verkehrsunfall. Der 73jährige Kaufmann Hugo Abraham aus der Wielandstraße 10 stürzte vom Trittbrett eines fahrenden Autobus der Linie 1 und erlitt einen Schädelbruch. Der Greis wurde in das Wilmersdorfer Krankenhaus in der Achenbachfiraße gebracht, wo er unmittelbar nach feiner Emlieferung g e st o r b e n ist. Gegen üblen TNundgeruch.„Ich will nicht versäumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich seil dem Gebrauch Ihrer Zahnpaste „Chlorodont" nicht nur reine weiße Zähne besitze, fondern auch den bei mir sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ick) werde Ihr„Chlorodont" aufs beste empfehlen." Gez. E. G., Mainz.— Ueberzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 00 Pf., groß, Tube 1 Mk. Ehlorodont-Zahnbürftcn 1,25 Mk., für Kinder 70 Pf. Ehlorvbont-Mundwaffer 1,25 Mk. Zu haben in allen Chlorodont- Verkaufsstellen. bissen bsTÜgs isksn GL 421, zum KnSpfan, ca. z. 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Im Gegenteil, gerade die Sozialdemokratie erkennt Leistungen und Arbeit der Beamtenschaft für das öffentliche Wohl in hohem Maße an. Der Beweis hierfür ist ihre Arbeit in den Auefchiisfen, in denen sie, ohne viel Phrasen zu inachen, praktisch arbeiten. Wer das erkannt hat, gibt ihr am 17. November feine Stimme. Mehr Macht der Sozialdemokratie! Die Pankow«? Abteilungen der Sozialdemokratischen Partei hatten zu einer öffentlichen W ä h l e r v e r j a m m!» n g nach „Linders Konzerthaus" eingeladen. Die Veranstaltung wurde durch Gesangsvorträge des Arbeitergesangvereins„Zukunft" eingeleitet. Der große Saal war gut besetzt, als Stadtverordneter Lempert das Wort zu seinem tempcranientvollen Vortrage nahm. Er führte aus: Die Kommune ist die kleinste Zelle des Staates, von deren gutem Funktionieren das Wohl des Staates abhängt. Di« Reaktion roc'ch jind fürchtet mit Recht, daß in den Konimunen die Macht für die«-ozial-sten am ehesten zu erreichen ist. Das beweist, wie wichtig diese Stadtverordnetcnwahlen sind, und daß wir mit aller Energie darum kämpfen müssen, a m 1 7. N o v e m b e r die Macht der Sozialdemokratie zu stärken. Wenn man uns fragt, was habt ihr gelogtet und warum nicht mehr, so muß immer wieder gesagt werden, daß manches besser sein könnte, wenn die numerisch vorhandene Linkseinheit nicht durch die reine Agitationspolitik der Kommunisten illusorisch gemacht worden wäre. Das zeigten vor allem die Etatsberatungen. Die Kommunisten wissen genau, daß für die Durchsührung ihrer Anträge keine Deckung vorhanden ist. Der Redner wie« in diesem Zusammen- hange auf die Finanznot Berlins hin und auf die ungerechte Der» teilung der Einkommen und Kraftfahrzeugsteuer, bei welcher Berlin um Millionen zu schlecht wegkommt.- Unser« Forderung ist daher: Mehr Mittel der Kommune Berlin! Wir sind für eine gesund« Anleihepolitit, ohne die eine Behebung der Wohnungsnot nicht möglich ist. Die steigenden Millionen- überichusie der städtischen Werke und Betriebe, in diesem Jahr sind es 80 Millionen, sind«in vorzüglicher Beweis, daß von einer Un- rentabilitiil keine Rede sein kann. Wir sind stolz darauf, in den Zeiten der Inflation der Stadt die städtischen Werk: und Betriebe erhalten zu haben. Wie würden die Tarise aussehen, wenn die Betriebe in Privathand gekommen wären? Unser« Werk- imd Berkehrstarise sind die günstigsten in Deutsch- l a ii d, und selbst da, wv die Kohle direkt gefördert wird, sind die Tarisprcise nicht billiger! Die Sozialdemokratie hat für die Wohl- sahrtspflege, zur Bekämpfung der Tuberkulose und der Geschlechtskrankheiten sowie für dos Schulwesen er- heblich höhere Etatmittel durchsetzen können. Wir treiben ein« weit vorausschauende Bodenpolitik und wir kämpfen um die Erweiterung der Freiflächen. Tie Sozicidemokratie ist die Förderin der Kleingartenbewegung. Nach Kräften ist der Bau von Wohnungen unter dem Gesichtspunkt erschwinglicher Mieten be- trieben worden. Am 17. November müssen die Wähler daran denken, daß es nur dem Wirken der Sozialdemokratischen Partei zu danken ist, wenn es in Berlin vorwärts geht. Unter großem Beifall schloß Stadtverordneter Lempert leine Ausführungen. Der Wahlkampf in Pankow ist erfolgreich eröffnet, und seit heute �friih ruft auch ein riesiges L e u ch t t r a n s v a r e n t an der Berliner Ecke Flora- straße den Wählern des 19. Bezirks zu: Wählt Liste 1, Sozial- demokraten! Die Boöenvorratspolittk der Stadt Verlin. Di« Zehlendorfer Parteigenossen eröffneten den Wahl- kämpf durch eine gtittwsticht« Versammlung, die am 23. Oktober im „Linbenpart" stattfand. Der Redner, Laudlageabgeordneter Gc- nosse Otto Meier, hob besonders die Bedeutung der Stadt- oerordneienwahlen hervor, die durchaus nicht weniger wichtig seien, als die Wahlen zu den großen Parlamenten. Die Kommunen bilden die Zellen aus denen sich der Staat ausbaut. Im Lande finden gleichzeitig die Wahlen zu den Kreistagen statt, die u. a. einen großen Einfluß auf die Tätigkeit der Landratsämter ausznliben haben. Für Verlin haben die Wahlen schon deshalb ihre bchoickere Bedeutung, weil Berlin als Hauptstadt und zweitgrößte Stadt der Wetr anders beurteilt wird, als die übrigen Ge- ineinden. Das gegen den Widerstand aller Reaktionäre Im Jahre 1929«schassen« Gesetz über die Vereinheitlichung Grotz-Berlins ist auf die Initiative der Sozial- d e m o t r a t i e znrückzuführen. Der Redner ging ferner auf die Tätigkeit unserer Partei auf dem Gebiete der Wohrningsbrnipolitik ein." Di« Bautätigkeit Berlins wird durch die ungerechte Verteilung der Hauszinsstcuer sehr stark behindert:»ur etwa ein Drittel erhält die Stadt aus der aufgebrachten Hauszinssteuer zurück. Wie richtig besonders die betriebene Lodenoorratspolitik der Stadt in den letzten Jahren ist, geht sehr drastisch aus einem Beispiel de Vorkriegszeit hervor. So stieg iirfalg« der Bode uspekulat ton der Werl eines G r u n d st ü ck b l o ck s in Charl-ottenburg in dem Zeitraum von 1886 bis 1897 von 45 auf 300 Millionen Mark! Die Berwattung der eigenen Werke durch die Stadt, besonders bei der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserversorgung spricht sür sich. Auch hier ist ein Beispiel außerordentlich interessant: Das Charlottenburger Wasserwerk, das als einziges nach in privaten Händen ist und das auch Zc Hiendorf mit Wasser beliefert, hat«inen Wasserpreis von 34 Pf. und erhebt dazu ein« Verwaltungsgebühr von 4,50 Mark pro Vierteljahr. während die städtischen Wasserwerke ohne Ver» waltungsgebllhr auskommen und das Wasser zum Preise oon 15 Pf- abgeben! Di« Verkehrspolitik Berlins wird in der ganzen Welt als vorbildlich anerkannt. Sehr wichtig ist dir Tätig- keit der Gemeinde auf dem Gebiet der Wohllahrtspslege. Heute werden isse Ilnteritiitzungsempfänger nicht mehr zu Menschen zweiter Klasse degradiert, denen srüher�sogar das Wahlrecht ge-> nonnnen wurde! Trotzdem wird die Sozialdemokratie von de» Gegnern aller Schattierungen auf da., inaßloseste und iirssachllichst« bekämpft. Bei der jetzigen Zusammensetzung des«.'adtparlanPnts könne man nicht von einem„roten Verlin" sprechen, wie es die Gegner so gerne tun. Jedenfalls muß der Einfluß der Sozipl- demokratie bei den diesmaligen Wahlen ganz bedeutend verstärkt werden. Lunge Wähler an die Front! Im Bezirk Wedding fand am Freitag eine Jung- w ä h l e r o e r s a m m l u n g der Partei und der Jmigsozialisten statt. Es sprachen Eladtjugendpfleger Genosse H« nsel und Stadt- rat Genosse Henke. Beide zeigten in ihren Referaten, daß die Interessen der arbeitenden Jugend im Arbeitsgebiet der Kommune nur von der Sozialdemokratie wirk-- sam vertreten werden. Fast alle sozialen Einrichtungen, die die Sozialdemokratie bisher in der Großstadt Berlin durchsetzen konnte und noch durchsetzen will, kommen vor allem der Jugend zugute. Eine sozialdemokratische Mehrheit schaffen bedeutet die Ausmerzung der Sünden des bürgerlichen Vorkriegsregimes auf dem Gebiet des Wohnungsbaues, der K r a n k e n v e r- sorgung, der Sozialhygiene, des«Schulwesens, der Berufsberatung, der Jugendpflege, der Schaffung von Spiel- und Sportplätzen, von Parkanlagen usw. Allein die Sozialdcinvkrat-e leistet praktische Borarbeit für den Aufbau des Sozialismus in den Gemeinden. Sämtliche b ärger- lichen Parteien bekämpfen die Umwandlung der Gemeinde in soziale Fürsorgekörperichaften: die Kommunisten leisten den Bürgerlichen Hilfestellung, indem sie durch Stellung undurchführbarer Forde- rungcn die Arbeit der Sozialdemokratischen Partei hemmen. Die arbeitende Jugend muß mit eigener Kraft an dem Kampf um ihre gemeinsamen Jnleressen mit der gesamten Schar aller Werktätigen mitwirken. Die Referate fanden degeisterte Zu, stimmung. Bürgermeister Leid über die Kommunalwahlen. Die Arbeiter, Ai-gestellien und Beamten des Bezirksamts Wedding veranstalteten eine Bevsammlung. in deb Bürgermeister Strikt, sprach.— 3ir einer Ansprache des&•>, offen Bürgermeister Leid wurden die Versammelten airfgef-ordert, die Zeit bis zum 17. November zur Wahlagentation auszunützen. Die Stadt Berlin ist als Arbeitgeber nicht bei den Arbeitnehmern unbeliebt, aber sehr imbeliebt ist sie bei den Arbeitgebern, weil die soziale G e st a 1 t u n g der Arbeitsverhältnisse den Unternehmern unangenehm ist, denn sie wissen, daß sie auf die Dauer den Wider- stand gegen die gleichen Rechte nicht aufrechterhalten können. Der Abbau aller sozialen Einrichtungen wäre die Folge, wenn die Sozial- demokratie oeschwächt in das Stadtparlament einziehen sollte. Reichs- lagsabgeordneter Wandt zeigte den Beriarnmellen, welche großen Aufgaben unsere Parte! in der Berliner Stadtverwaltung zu erfüllen hat. Mit großem vstol* lcum die Sozial de rrtokrmie aus den Ausbau der städtischen Werke yinweijen, ebenso ofcer auch aus di« Erfolge auf dem Gebiete des Wolflfahrts- und Gesundheitswesen« und im Wohnungswesen. Wir sind erst am Ansang Unserer Arbeitz unser« Aufgaben zu einem guten Ende bringen können wir erst, wenn die Arbeiterschaft auch weiterhin ihr Bertvauen der Sozialdemokrati- scheu Partei entgegen bringt. Nach einer kurzen zustimmenden D!s- Fujfion wurde die Bersam'nlung mit dem Appell an all« Der- sammelten bis zum 17. November noch fleißig für die Sozial- demokratie zu werben, geschlossen. Arbeiter-Fußball. Das Spiel S eh we i s st e r u e gegen B u t a b findet nicht in Köpenick, sondern ach dem st ä d t! s ch e n Sportplatz i n R e n- k ö ll n, Kaiser-Friedrich- Ecke Innstraße statt. Beide Mannschaften lämpfen um die Führung der Abieilungsineisteilchast. Buchb konnte das erste Spiel mit 2: 1 für sich entscheiden. Begimi des Spiels 15 Uhr.___ »Vi« ssaalsbiZegerliche Erziehung de» deutschen Studenten- lautet da? Thema de« Ausspracheabends, den der Deutsche Republitanllche Reichkbund, Ortsgruppe Berlin und„Ter Bund-, Vereinigung ftreihellticher«tademikrr, am Donnerktag, dem Lt. Okiober, abcnds 8 lldr, im Saal des Demo- lrntischcn Klubhauses, Vittoriasirasie 2i, veranftaltet. Referent ist Re- gierungspräsideut Dr. Friede nsburg- Kassel. Keschästsstelle: Bern- burger Straße 18, ö Ti eppen(Telephon fturfürft M60). 74 307 Besucher besichtigten die Ausstellung„Der gut gedeckte Tisch", die ich als erste dieser Art im Jahre 1925 veranstaltete. Den Wechsel der Mode und die erhöhten Anforderungen an die vornehme Kunst des Tischdeckens habe ich in diesem Jahre aufs neue besonders berücksichtigt. Die'Ausstellung„Der gut gedeckte Tisch" beginnt Montag, den 28. Oktober, in meinem Hause Leipziger Str. 20—22. Iuleskl«fL|iin-imi SthUwelr Größtes SvnderhauS für Leinen und Wäsche. m M WWW tN � P F A N G 3(011(1 MWM-MM ntoatag.»en 2t. Odober, anrmittagB J 1 Uhr. In»«n Mrinlnin»- »fllen, woavil. Vcmimasplah yerssmmiung siier Ausgesperrten der Firma Luduiig Lowe Sic Funktionäre werden gebeten,»in 10 Uhr»u erscheinen. Wentaa, 6en 2S. Oflebtr, abtabf Z'• Uhr. imUotleneloal des tlec&an&shaafes. Cioieaffrohc 81 85 Brancnsn-usrsainmiung aller Kopier, Boltrer. stoOer, Fräser und weiblichen ßeruis- angchörigen Tagesordnung� 1. Wer lind die Spalter der freien G«. wirtschaften? Referent: Anliege Paul Sikert. Renollmäckittgter. !, Rranchenangelegendeiten und Per. schieden es M tgliedsknch legitimiert. Zn Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ilt das Srschelnen aller PranchenangehSrigen zwingende Pflicht. Vienskag, beu 29. Oktober. obenbs 5 Uhr. Im Lokal oon Güstin» Grelsenbereerr. Ulllerktratzr S9 (Meßpolalti vsFSsmmiung sei' SGZfföszftinlelis-Eenmeit Tagesordnung: >.«orteag. 2. Branchenangeiegcnheiten. 3. Verschiedenes Alle Kollegen und halleginnen sind ner> oflichtet, zu erfch« nen. vleootag, ben 29- Oktober, abends 7 Ahr. im ZZartorresaal bes verbaabohonses, Ltnleaflrahe 8.5 85 Branchen- Versammlung aller In da- Eijonkonetintrtson, Signal' bau, FabnhiM- und Aafr.ngbaa br- MfaÜtigtrn Kollegen»ovle aller Monlenre nnd Keifer der kanten Tagesordnung: I. Vortrag de, Aollegen Vernhard Ariiaer über: Die Arbeitslosen- »erstcherung. 2. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Utiltmod). ben 59. Oktober, abds. 5 Ahr. Im Gemertsehastshan». Engelnser 24 26(Saal 3> Branchen-Versammlung der metail- u. Revoiuerdreher sowie-drenerinRen Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Lag« in den Ar«»- luren-Deirieden. Referent: Aallege. Henschet. 2. Disku fion. 2 Vranchenangesegenheiten und Verschiedenes. Ofmo Mitgliedsbuch kein Zutritt. Das Erscheinen aller.hollegen ift not- wendig. Mittwoch, ben 39. Oktober. obenbo r Ahr, im Aerbanbshaa». Llnlsnftratze 83 SS Branchen- Versammlung Her Bauanschlager Tagesordnung: I. Verichteriiattnng oon der DerHand» lung über unseree eingereichte For» derung und Stellungnahme dazu. 2. Verschiedene». Bei der Wichtigtrit der Tagesordnung werden die. hellegen ersucht, fich restlos an dieser Versammlung zu beteiligen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 5pis>plsn unserer Sullnrahtetlnng. Zn der Woche oom 28. oktbr. bis 3. Roobr.: 1 Siam, das Lond der weißen Elefanten. 2. Sonne auf Mazedonien. ... Humoresle. Zn der Woche nom 4. bis tO. fliooewber: 1. Der König der Bernina. 2 Brandu» glück in Borsigwalde. 3. Humoreske. Zn der Woche oom N. bis 17. Zionember: l. Rasaf der Madogas«(Sitten nnd Sebräuche auf Madogoskar) 2. Die fchüßende Hand. 3. Humoreske. In der Woche vom 25. Zloo. bis 1. Dezbr.: I. Pamir(Gsp«5ttion noch Zentral-Asien). 2 Wie ein Kragen entsteht: 3. Humoreske. Anfragen wegen lleberlaflung und Bestich der Abteilung sind telephanifch oder schritt- iidi an die»ulturadteilung lBureau. Linienftr. 83.83, Zimmer 20»»u richten vis Ort8ver5»esItoi»K. �Isu! Versuchen Sie Neu! HERKULES BROT (VOLLKORNFEINBROT) Unser Herkules• Brot W«In VeWkrat- Brot. Da« hierzu verwandte VollVommehl macht durch wissenschaftliche Aufbereitung Umwandlungen durch, wodurch das EiweKJ för die leichte Verdauung vorbereitet wird und die eingebetteten Vitamine und N�hrsalz« freigelegt werden. Die wichtigen Mineralstoffe sind reichlich vorhanden, weshalb da» Herkule«- Brot einen Basen Überschuß Im Sinne der neuen Ernährungslehre aufweist. Wittier-Brot-Fabriken N 65 Erhältlich in ca. 7000 Verkaufsstellan »er heutigem Stabtanflage liegt ein Prospekt der»Kaule der Arbeiter, AngestelUen und Ken raten-, Berlin. Wollftr. 63, bei, sowie ein Praspert der Firma A. 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Okiober unser Inserat in dieser Zeitung mit selnon hemerkenswetien Angeboten Akt. 505* 46. Jahrgang 2. Bettage des Vorwärts Gonniag, 27. Oktober 4S2S Schwedenvertrag endgültig unterzeichnet. Die neue Zündholzwirtschast.- Erklärungen des Neichsfinanzministeriums. Gestern nachrnittog um 1 Uhr ist der Vertrag der Reichs- regierung mit dem Schwedcntrust unterzeichnet worden. Di« unren in ihrem Hauptinhalt wiedergegebenen Darlegungen des Reichs- Finanzministeriums unterstreichen besonders das günstige f i n a n- zielle Ergebnis des Vertrages vom Standpunkt der Reichs- sinonzen. Die Preiserhöhung auf 30 Pf. pro Paket ist kein« vorläufig« in dem Sinne, daß weitere Preiserhöhungen vorgesehen seien, wie verschiedentlich behauptet werde. Sie gilt fest auf vier Jahre i später bestimmt allein dos Reich die Preise. Die Interessen der Konsumvereine bleiben unter dem Gesichtspunkt gewahrt, daß der Markt der Konsumvereine auch in Zukunft allein von den Konfumsabriken beliefert wird. Wir halten daran fest, daß die politischen und Wirtschaft»- politischen Bedenken gegenüber dem Schwcdenverlrag sehr stark sind. Di« Finanzsorgen des Reichs sind ernst. Auf der anderen Seite besteht auch heute noch keine Klarheit darüber, ob die sich im Augenblick zwar bessernd«, aber doch noch unübersichtliche inter- nationale Kapitalmarktlage in absehbarer Zeit eine nicht mit wirt- schastlichen Zugeständnissen verbundene große Reichsanleihe zu erträglichen Bedingungen gestattet hätte. So erscheint der Schweden- vertrag als ein Kompromißversuch. dem gewisse Vorteile nicht zu bestreiten sind, zumal in der Frage der Verzinsung und der Zünd- holzpreis« Verbesserungen gegenüber den Forderungen des Schweden- trust« durchgesetzt wurden. Die Entscheidung über den Vertrag trifft der Reichstag. Wenn diese Entscheidung fallen wird, werden alle sich bis dahin verändernden Umstände zu berücksichtigen sein. Die Darlegung des Z�eichsfinanzministeriums «ntwickest zunächst die Umstände, unter denen die Lage der Zünd- holPndustrie ein« Neuregelung notwendig machte und fährt dann fort: Di« Reuregelung der Zündholzwirts chast muß zum Ziele haben, den in Deutschland produzierenden Zündholzfabrikanten rentable Fabrikation zu sichern und damit zugleich die inländische Zündholzfabrikation vor Stillegungen und vor weiterer Ueberfrem- duvg zu schützen. Auch nach der beabsichtigten Neuregelung ist der Sari« der Fabrikanten geschlossen. Di« Zusammenfassung der Fabrikanten in der beabsschtigten Monopolgesellschast ist grundsätzlich lSckenlo»: Aussah««» find nur für den Eigenbedarf der Konsum- genossenschasteu vorbehalten. Diese Ausnahmen beruhen auf der schon im Gesetz von 1927 für sie vorgesehenen Sonderregelung. Die Organisation der Monopolgesellschast entspricht der einer Aktiengesellschaft. Die Aktien sollen je zur Hälfte der schwedischen und der deutschen Gruppe zustehen. Das beherrschende Organ, der Aufsichtsrat, besteht aus 11 Mitgliedern, von denen je 5 auf Vorschlag der deutschen und der schwedischen Seite bestellt werden sollen, während der Vorsitzende, der Reichsdeutscher sein muß und der Bestätigung durch die Reichsregiernng bedarf vom Auf- sichtsrat gewählt wird. Auch die Vorstandsmitglieder müssen Reichs- angehörige sein. Zur Ueberwachung der Gesellschaft werden ferner Reichskommissare bestellt werden. Das Monopol soll dem Reich zustehen und.der Monopolgesellschaft mir zur Ausübung übertragen werden. Die Zündholzfabrikanten werden an der Fabrikation auf Grund von Beteiligungsziffern beteiligt. Das bisherige Verhältnis zwischen den in schwedischen Händen befindlichen Fabriken und den deutschen Unternehmungen von rund 6S: 3S wird aufrechterhalten. Die Monopolgesellschast soll das Recht ausüben, die von den Fabrikanten hergestellten Zündwaren unmittelbar an den Handel weiter zu ver- äußern. Sie erhält das Ein- und Ausfuhrmonopol für Zündwaren. Bestimmungen zur Sicherung der Produktion im Inland, sowie der Qualität der Zündwaren sind vorgesehen. Die Preise der Zündwaren sind grundsätzlich im Gesetz festgelegt, und zwar soll der Uebernahmepreis, den der Fabrikant von der Monopolgesellschaft erhäll, für das Paket Streichhölzer mit 10 Schach- teln zu je KV Zündhölzern 0,13 M. betragen, abgesehen von der 0,06 M. für das Paket ausmachenden Zündwarensteuer, der Monopolpreis, den der Händler an die Monopolgesellschaft zu ent- richten hat, 0,26 M. für das Paket, unbeschadet der Rabatte, und der Kleinverkaufshöchstpreis 0,30 M. für das Paket. Das Monopol wird also eine ganz geringfügige Erhöhung des bisherigen Preises der Zündhölzer bringen, der auch gegenwärtig vielfach nicht erheblich hinter 0,30 M. für das Paket zurückbleibt. Dies« Ausführungen gelten für die sogenannte Konsumware. Nach Ablauf von 4 I a h r e n soll die Bemessung der Preise der Bestimmung des Reiches unterliegen. Für Luxushölzer sind.die Preisbestimmüu- gen vorbehalten. Die Anleihe. Wird die Zündhoizwirtschast in der in großen Zügen vorstehend skizzierten Weise vom Reichstag beschlossen, so ist der schwedische Zündholzlonzern verpflichtet, eine Anleihe des Reichs in Höhe von 123 000 000 nordamerttanifchen Dollars zu übernehmen, die in zwei Teilbeträgen ausgezahlt werden soll, und zwar der erste 7 Monate und der zweit« IS Monate nach der Verkündung des Monopol- gesetzes. Der Auszahlungsturs beträgt 93 Proz. und die Verzinsung jährlich 6 Proz. Di« Anleihe soll 80 Jahre laufen, nach 10 Jahren konvertierbar sein und vom gleichen Zeitpunkt ab amortisiert werden. Für die Ausgab« der Schuldverschreibungen des Reiches durch die übernehmende Gesellschaft besteht eine Sperrfrist von drei Jahre, i, gerechnet von dem Zeitpunkt der Auszahlung des zweiten Teilbetrages. Diese günstigen Anleihebedingungen sind davon abhängig ze- macht worden, daß der Schwedenkonzern an den Gewin- n e n der Monopolgesellschast beteiligt wird. Das Reich behält aus dem Monopolgewinn zunächst für jede Kiste Zündhölzer (10 000 Pakete) 13 M. vorweg; der restliche Gewinn»ird zwischen dem Reich und dem Schwedenkonzern je zur Hälfte geteilt. Die Gewinnbeteiligung der Schweden erlischt grundsätzlich mit der voll- ständigen Rückzahlung der Anleihe, dauert jedoch mindestens 32 Jahrs. Wenn die Anleihe nach Ablauf von 32 Jahren noch nicht voll zurück- gezahlt ist, ändert sich die Verteilung des restlichen Gewinnes in der Weife, daß der Schwedenkonzern nur noch 23 Proz. erhält. Bei der Abschätzung des Monopolgewinnes muß berücksichtigt werden. daß von den Monopolpreisen die erheblichen eigenen Unkosten und die Rabatte, die zu Lasten der Monopolgesellschast gehen, ab- zuziehen sind. Die Neuregelung, wie sie in vorstehendem dargelegt ist, trägt den Iitteressen der notleidenden Zündholzindustrie ebenso wie den Interessen des Handels Rechnung und belastet den Verbraucher in taum fühlbarer Weise. Um die wirksame Durchführung der Neu- regclung zu sichern, ist eine den veränderten Verhältnissen eni- sprechende, nicht unerhebliche besondere Abgabe für die bei Iii' krafttreten der Neuregelung im Monopolgebjet.in andere» Händen als denen der Verbraucher befindlichen Zündwarsii vorgesehen. Die Verbindung der Regelung der Züudholzwirtschaft mit der Gewährung einer Anleihe durch den schwedischen Zündholzkonzern beruht vom Standpunkt des Reiches aus gesehen auf der Erwägung. daß die Sanierung der in Deutschland vorhandenen Zündholz- Produktion notwendigerweise auch der schwedischen Finanzgruppe zugute kommen mußte, weil etwa zwei Drittel der in Deutschland produzierten Zündhölzer von dem. schwedischen Züiidholzkonzern hergestellt werden Es lag nahe, dies'en Vorteil dem ausländischen Kapital nur zugute kommen zu lassen, wenn gleichzeitig damit auch den Interessen der deuischen Jittanzen ggrienf werden konnte. Für das Deutsche Reich ist es in den letzmn Jahren virr in geringem Umfange möglich gewesen, die auf Anleihen aussehen zu wollen--- die neue Winterkleidung muß jetzt heran! Und- wenn noch etwas den Entschluß bestärken kann- dann aind's sicherlich unsere Preise- von denen wir Ihnen hier einige zeigen, und die bereits jetzt einen Tiefstand erreicht haben, wie er sonst nur gegen Ende der Saison üblich war. Wir wollen und wir müssen Umsätze haben. Das ist der Inbegriff dieser unglaublich niedrigen Preise Ihrer ist der Vorteil- nutzen Sie ihn aus- und DRÄNGT darauf HIN! Die Zeit- das Wetter- und-"-VV" der Wunsch, doch wieder modern' Chauneettr.m KSnisttrsSe 33 topn Smitfiet ftahMl AmfiahniioraiciaftifefoUn rrrrTTTS' WRTIt DI« obigen Angebote stehen Ihnen ab Hontag zur Verfügung)- Schriftlich« Bestellungen können nicht berücksichtigt werden i verwiesenen Ausgaben wirklich langfristig unterzubringen. Wenn iws jetzt in einer Höhe van etnki öOO Millionen Mark gelingt, so mußte darauf gesehen werden, hierfür Bedingungen izu erlangen, die, unabhängig von der angcnblickljchen Lage des Kapitalmarktes, auf längere Zeit gesehen, als annehmbar bezeichnet werden können. Gewiß ist es erforderlich gewesen, neben dem Zinssatz von 6 Proz. bei einem Kurs von SZ dem schwedischen Zündholzkonzern Gewinn- Möglichkeiten bei der Monopolgesellschaft zu eröffnen. Aber selbst. wenn man diese Gewinnmöglichkeitcn unter Annahme einer den heutigen Verhältnissen entsprechenden Absotzmcnge an Zündhölzern berücksichtigt, so erreicht doch das Reich damit die Beschaffung der gesamten Kapitalsumme zu einem Satze, der nicht' volle 7 Proz. c r re i ch t. Im ganzen also liegt eine Transaktion vor, wie sie vom Standpunkt der Finanzlage des Reichs als erfreulich bezeichnet werden kann. Es ist geplant, den vorbehaltlich der Zustimmung des Reichstags nunmehr unterzeichneten Vertrag und die Vorschläge für das Monopolgesetz selbst alsbald zunächst dem R e i ch s w i r t sch a f t s- rat zuzuleiten. Das Gesetz wird sodann im Rahmen der gesamten zur R c i ch s f i n a n z r c f or m gehörenden Gesetzentwürfe dem Reichsrat und Reichstag vor- gelegt werden, sobald die Entscheidung über den Poung-Plan herbei- geführt werden kann. Großverdiener Braunkohle. Wie die„Bubiag" ihre Gewinne scheffelt. Als letzter Großkonzern des ostelbischcn Braunkohlenbergbaus veröffentlicht jetzt die Braunkohlen- Und Brikett- t n d u st r i e A.-G.(Bubiag) in Berlin ihren Abschluß für das ain 30. Juni beendete Betriebsjahr 1S28/Z9. Zeigten schon die im Frühjahr veröffentlichten Abschlüsse des Ilsekonzerns, der Petschect- Gruben und mittlerer Unternehmungen, daß das Betriebsjahr 1SZ8 dem Braunkohlenbergbau«ine Glanzkonjunktur beschert hatte, so wird dieser Eindruck bei dem Abschluß des Bubiag-Konzerns noch verstärkt. � Die Entwicklung dieses Konzerns seit dein Ende der Inflation ist ununterbrochener Aufschwung. Jahr für Jahr konnten Rohkohlenförderung wie auch Brikettproduktion g e st e i- g e r t werden, während die Belegschaft erst im letzten Jahr wieder den Stand von 1024 etwas überschritt. Es betrugen: Förderung Britettproduttiou Belegschaft 1024125., cht Will To. 1.3 Mill.'To. 4 2Ö4 t 925/26.. 4,6„. 1,5„„ 4226 1926'27..4.7.„ 1,6„„.3:825 1927/28.. 5.4„. 1,7„„ 4 202 1928 29.. 6,0„■„ 2,0„, 4 327 Während also die R o h k o h l e n f ö r d c r u n g in den letzten fünf Jahren»ni rund 50 Proz., die Produktion an Briketts sogar um 54 Proz. gestiegen ist, hat die Belegschaft nach dem scharfen Abbau von 1925/26 erst in diesem Jahre den Stand von 1924 wieder erreicht und weist mit einer Kopfzahl von 4548 Mann am Ende des Beiricbsjahrcz 1928/29 erst einen Zuwachs von 7 Proz. gegen 1924 auf. Dies ist auf die nach langen Käinpfen endlich erreichte Herabsetzung der Schichtzeit, zurückzuführen, die ab 1. Oktober 9''-! Stunden für den mitteldeutschen Braunkohlen- bau betritt. Wenn die Verwaltung sehr schnell mit der Feststellung bei der Hand ist, daß durch die Vermehrung der Belegschaft infolge Schichtverkürzung die Leistungen im abgelaufenen Betriebs« jqhr zürückge gangen feien, so zeigt die Entwicklung seit 1924 einwandfrei, daß infolg« der Ralianalistcrung die Leistiingen dek Belegschaft um durchschnittlich 40 P ro z.- in den letzten Iahren g e st i e g en finch Obwohl die B e triebsgewinne schon im letzten Jahr um 15 Proz. aus 8 Millionen Mark und in diesem Jahr weiterhin um 10 Proz. aus 8,77 Millionen Mark gewachsen sind, bleibt die Dividende mit 10 Proz. unverändert auf dem Stand der Borjahre. Auch der a ü s g e w i e s c n« Reingewinn hat sich mit 2,31 Millionen Mark nur unwesentlich veränden. Diese Politik der Bubiag- Verwaltung ist ein Beispiel inchr, wie wenig die Höhe der Dividende für den tatsächlich erzielten Ertrag eines Unternehmens besagt, Wie die anderen Braunkohlenkonzcrne betreibt auch die Bubiag in größtem Umfang die Selb st- sina n zierung durch Jahr, für Jahr heraufgeschraubte Abschrei- bungen. So betrugen je geförderte Tonne Rohkohle die 'Abschreibungssätze: 1924 25 1925/26 1926/27 1927/28 1928,-29 41.0 Pf. 48.0.. 37,0„ 64,8„ 66,6„ Die Abschreibungssätze der Bubiag übertreffen also noch bei weitem die in den letzten Jahren glcichsalls hochgeschraubten Säge ' der„I l s c". die aber erst einen Höchststand von 60 Pfennig ze Tonne aufweisen. Den Umfang der Selbstfinanzierung bei der Bubiag kennzeichnet die Tatsache, daß die Gesellschaft in den letzten drei Jahren rund zwanzig Millionen in ihre Anlagen gesteckt hat, die init Hilfe der Abschreibungen oder aus laufenden Gewinnen„über Betrieb" bezahlt wurden. Bon fehlender Kapitalbildung beim Braunkohlenbergbau zu sprechen wirkt also nahezu grotesk. Trotz dieser Gcwinnhäufungcn bleibt bei der Bubiagocrwaltung Sozialreaktion auch jetzt noch Trumpf. Im Mittel- punkt des Geschäftsberichtes steht die Forderung aus gründliche Reform des Rcichsknappschaftsgesekes, d. h. auf eil, en Abbau der Leistungen. Die Herren der Bubiag roareii ja bereits kurz nach der Einführung dieses Gesetzes die Rus«r im Streit und besaßen die Stirn, einen großen Prozentsatz ihrer Belegschaft glattweg a l s Simulanten hinzustellen. Hossenllich trägt diese rigorose Politik t«r Verwaltung dazu bei, daß es endlich auch bei den von der Bubiag hochgezüchteten gelben Gewerkschaften zu dämmern beginnt. Ltm den E>aar-Elektrofn'eden. Eine falsche Darflellung. Zu dein bcoorstehendcn Saar-Elektrofrieden meldst MTB- Han-delsdienst aus Saarbrücken, daß das Präsidium des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerks die Soar-Lothringischcn Elektrizitöts- werke auffordern werde, dem Demarkotionsabtommen zwischen Preußen und dem RWE. bis Ende Oktober beizutreten, widrigenfalls der Beschluß des RWE., auf, das Gebiet der Wciherzentrale eventuell zu verzichten, als erledigt zu betrachten sei. Falls die' Soor-Lothringischeii Elektrizitätswerke dem Dcmorkationsabkormncn beitreten, solle in einer Aussprache mit dem Zweckverband Wciherzentrale, der Preußischen Elektrizitöts A,-G. und den Saar-Lotliringen-Werken die übrige Saar-Elektrofrogc er- örtert werden. Dieser Beschluß des RWE.-Präsidiums bedeute, daß der Zweckverband Weiherzentrale endgültig beim RWE. verbleibe, denn nach dem erwähnten Demarkationsabkommen gehöre der Zweckvcrband zu der Interessensphäre des RWE. unter der Boraussetzung, daß die stimmberechtigten Mitglieder des Zweck- Verbandes sich sür den Anschluß an das RWE. aussprechen, was aber bereits im August 1927 geschehen sei. Zu dieser für die so notwendige Herstellung des Saar-Elektro- friedens sehr wichtigen Frage hären wir,' daß die Saar-Lothringen- Elektrizitätswerk« dem Demarkationsvertrage zwischen Preußen und dem RWE. bereits zugestimmt haben vorbehaltlich der Regelung hinsichtlich der Weiher, zentrale. Das entspricht auch durch- aus dem vom Präsidium des RWE. den Saar-Elektrowerken gegen- über zum Ausdruck gebrachten Standpunkt. Danach hält das RWE. vielmehr an seinem Beschluß vom vorigen Jahr absolut fest, die Wciherzentrale unter bestimmten Bedingungen den Saar- Lothringen-Elektrizitätswertcn zu überlassen. Di« Meldung des WTB.-Handelsdicns!es aus Saarbrücken ist also in jeder Hinsicht irreführend._ Ein neues Kunsiseidekariell. FrieSen zwischen L. G. Farben und Glanzstoff. Die, beiden größten deutschen Konkurrenten vom Kiinstseide- markt, der Glanz st offkonzern und der F a r b c n t r u st, haben nach monatelnngcn Kämpfen jetzt das Kriegsbeil begraben, Man erinnert sich'bei diesem plötzlichen Friedensschluß noch, wie heftig gerade dies« beiden Großen aus den Sitzungen des Kunstserdekartells (Deutsche Msrosc-Konvention) Anfang des Jahres zusammenprallten. Für die Verbraucher hatte der Konflikt Glanzstoss-Farbentrust, der durch das Eindringen der Auslandskonkurrenz hervorgerufen war, die nicht unangenehme Folge gehabt, daß die Kunstseidesabn- kate erheblich billiger wunden. Dys jetzt gelroffenc Ab- kommen zwischen Glanzstoff und dem Farbentrust sieht eine sestc Abgrenzung der beiderseitigen Produktion durch Festsetzung von Quoten vor, so daß bei einsetzender Ueberproduktion ohne weiteres gemeinsame Drossclungsmaßnahmen möglich sind. Da anzunehmen ist, daß auch diä übrigen Deutsche Discose-Fabriken diesem Abkam- wen beitreten werden, so stehen wir vor einer Erweiterung des alten Preiskartells zu einem Produktionskartell. Der schnelle Abschluß eines Kartellabkommens der maßgeben- den deutschen Kunstseidekonzerne wird die Verhandlvngen über die Gründung eines internationalen Kunstscidekartells, das alle europäischen Produzenten umsaisen soll, wesentlich beein- slussen. Dt« Derbrauchermassen werden also damit zu rechnsit haben, in kurzer Zeit einer geschlossenen Phalanx des internationalen Kunstjeidckopitals gegenüberzustehen. Amerika-Anleihe der Giadi Hannover. Sin erster und sehr wichtiger Erfolg. Wie aus. New Park gemeldet wird, ist nach den bisherigen Feststellungen die 3�-Millionen-Dollor-Anleihe der Stadt Hannover stark überzeichnet worden. Die Anleihe ist mit 7 Proz. zu verzinsen, läuft 10 Jahre, wurde zu 98 Proz. aufgelegt und ist mit 105 Proz. zurückzuzahlen. Die Bedingungen sind gegenüber früheren ausländischen Kommunalanleihcn naturgemäß ungünstiger, sür heutige Verhältnisse ober nicht teuer. Die Ueberzeichnung dieser seit Mai 1928 ersten deutschen Kam- munalanleihe in New'gork ist von größter symptoma- t> s ch e r B e de u t u n g. Sie zeigt, daß der deutsch« Komnrunol- kredit trotz aller Angrisse nicht erschüttert ist. daß Amerika deutsch- Anleihen zeichnet und daß hier auch jetzt einer der entscheidenden Wege liegt, die kurzfristige Finonznot der deutschen Städte zu heilen. Seine weiteren Preissenkungen für Molorröder. Das Jahr 1929 ha.- einen starken anhaltenden Preisrückgang für Motorräder gebracht. Man erhält heute bereits sür 500 M. ein brauchbares und betriebssicheres 200- acm-K raftrod. Diese Ver« billigung— insbesondere in der Klasse der Kleinkraströder— ist durch eine gegenüber 1927 verzehnfachte Produktion in der ersten Hälfte dieses Jahres ermöglicht worden, die den Werk«« eine gute Ausnutzung ihrer Produktiönskapazüöt erlaubte. Der geringere Gewinn am Einzetstiick konnte durch Vergrößerung der Umsätze ausgeglichen werden. Angesichts dieser geringen Gewinn- spanne gab die neuerliche Unkostensteigerung der Motorrad- sabrikantenkommission des RDA. auf ihrer Sitzung in Nürnberg Veranlassung, eine allgemeine Hermissetzung der Preise in Er- wögiing zu ziehen. Im Interesie der Verbraucher wurde indessen nach einer Mitteilung des Autoprcssedienstes beschlossen, von einer solchen Preiserhöhung Ab st and zu nehmen. Gleichzeitig wurde festgestellt, daß bei dem gegenwärtigen hohen Stand der Prodiiktiynsanlaoen eine weitere Senkung der Geftehungs- kosten n i ch t m ö g l> ch erscheint, und daß daher mit neuen oll- gemeinen Prcisennafstgnngen für die nächstjährige Saison nicht zu rechnen ist, General Electric Company um ein Drittel höhere Gewinne. Die General Elec.ric Eompany, die sich in der letzten Zeit an ver- schiedencn Unternehmungen der deutschen Elektroindustrie, darumer auch der AEG,, beteiligt hat. weist sür die ersten 9 Monate dieses Jahres einen Reingewinn von 49,9 Mill. Dollar aus. Im Vergleich zu d�m entsprechenden Zeitabschnitt des Vorjahres ist de? Nettogewinn der Gc-lellschoft um 11,1 Millionen Dollar gestiegen. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag. 27. Oktober: 7: funksymnastik. S: Für den Landwirt. 8.55: Stunden gjockcn spiel der PotsdAmcr, Oarnjsonkirchc. 9: Morgenfeier. AnschJleCend Glockenzeiiut, des Derlincr Dornst Wttrcrvorh'er.sagc jiif Soimteg. w 50: Bil-dfknk. N: ■Elternstundc.-livJOs alrtv der aMuefleti Abtcüitng: AnstV.te&trd Mittags- ■fcomert. 14.30: Dr. DolitUco AbcotÄör.'15.15: Konzc«. 18.45: Programm der aktuellen' AbLeiluff?.- Jti.-lO�SchAlVplattenkön�ert. 17.50; Programm dar akta- ellen Abteilung. 18.15: Unterhaltungsni'u'sik. 19.30; Tagcsglosscn." 20: AuS' der Welt des Daaach Tanzmusik. Montag, 28. Oktober:',. 7; Funkgymqaslik. 12 Wettermeldungen für den Landwirt. 13 50: Bildfunk. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45; Der Familien- schütz in der Sozialversicherung. 16.05: Stunde mit Bttchefn". 16.30: Konzert. 17.30: Leo Lania liest aus..Der-Tanz ins Dunker*. 18; Unterhaltungsmusik. 18.45: Der Ablauf des Lebens im Alltag. 19.15: Eine Sfudtc über den Wein und seine Landschaft. 19.35: Die soziale Lage der Angestellten. 3): Die geistige Krise der G.cgeiAvart. 20.30: Musik aus den'Alpen. 20.53: Goethe. 21.05: Konze.t. 22.30: Fink-Tanzunterricht. Danach Tanzmusik Dienstag« 29. Oktober: 7: Funkgymnastik. S: Die Viertelstunde für den Landwirt. 9; Schalfonk. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendstunde. 15.45: Vergnügungsstätten an der Peripherie der Großstadt. 16.05; Kultur des Rundfunkcmpfangs. 16.30: Arnold Ulitz. 17: Unterhaltungsmusik. 18.35: Bildfunk. 18 15; Stunde mit Buchern. 19.15: Deutsche Volkslieder. 19.45; Sechs Jahre Berliner Funk- stundc. 20: Orchesterkonzert. 21.30: Programm der aktuellen Abteilung. Anschließend aus dem Berliner Sportpalast;„Fest der Sportpresse". Mittwoch, 30. Oktober: 7: Funkgrmnastik. 12.1«: Wcltermelduneen tiir den l,and«irt. Ii.»: Bildfunk.- H: Schallpiatlenkonrcrt. lä.2«: Jusendbiibne. 16.20: Unterhaltunss- musik. 17.15: Der Weltspartac und seine volkswlrtsciiaftlicbc Bedeutun«. 17.20: Mexiko, das Land der Zukunft? 18: Konrert. 18.40: Max Herrmann (Neiße) liest eixene Gedichte. 19: Lustiee Lieder und Duette. 19.30: Zum Rcfortnalionsfest. 20: Sc.-.despiele;„Oirof.d-Oirofla", Komische Oper von Lccocu. Danach Tanzmusik. Donnerstag. 31. Oktober: 7: runkej-mnast'k. 8: Schulfunk. 12.20: Die. Viertelstunde für den La-d- Vklrt. 12.50; Bildfunk. 14: Scbaliplattenkonaert. 15.20: Jusrendstunde. 15.45: Das Geheimnis der infra-rolcn■ und ultra-violetten Strahlen. 16.05: Luther und die Musik. 16.10: Neue Lieder. IT: Teemusik. 17.20: Zur Lektüre troßer Dichter. 16: Schallplattenkonrert. 18.15: Crholunssfürforce fßr Kinder und Jugendliche. 18.15: Die Sprachhciischule in Neukölln. 19: Konzert. 19.10: Herbert I h e r i n g spricht im Rahmen der aktuellen Abteilung über Film iin-d Photo anläßlich der Wanderausstelluiig des Stutt- gartcr Werkbundes, die augenblicklich im Lichihc-t des ehemaligen Kunstgcmerbemikseums gezeigt wird. Es ist bedeutiingeooU. daß ein bekannter Berliner Kritiker im Radio vor der größten Häreifchast cinnial energisch Siellur.q gegen die Schludere! im deutschen Film nimmt. Jedes Wort dieses Vortrages ist von einem vorurteilslosen Hörer- zu unterstreichen. Der erste Teil des Orchesterkonzeris a.m Abend)tri)t im Zcichci: Lu-dmig S p o h r s, eines heute zu Unrecht iäft Vergessenen. Bruno S e i d l e r- W i n k l e r spiele die Ietsonda- Ouvertüre, daraus gab Georg K n i e st ä d t ein großes Violinkonzert. Spohr kommt von der musikatischcn Roniamik, aber seine Sprache ist gemäßigter, abgeklärter. Felix Holländer hält die Gedenkrede auf den verstorbenen Arno Holz und durchsetzt sie mit per- sönlicho» Erinnerungen. Gina Mayer liest aus dem„Phantasus". Ein« etwas oberflächliche und trockene Trauerfeier. F. S. Das■ Interview der Woche. 20: Setidespiele:„Prozeß Sokratiss" vor Kysec- 22.20: Funk-Tanzunterrlcht. Danath Tauf musik. Freitag, 1. Novcipbcr: 7:,.Fpnkaymnusük. 12.30; Wettermeldunten für den Lardsv.irf.. 1.1-50; Bfldftnk:1 14: Schni'piatlcnkonzerl. 15.20: Juc'ndsftmde. 15.45: DU Fra«n- bewcjuitg am Wenjipunkl? 16.05: Bekäntptun? den Gartenschhdllnze im Winter. 16.20: O'c.ltesterkonzpr.~30.- 49 4» 69 KaldioMeu triUiee bis 550— Persianer Sdilras früher bis 1100— Awverkni.• Frei. TSO«- Zitfcel _ früher bi? 305.— Ausrcrlt-Pr. tiosläme, Kleider, Kompleis früher bis 35.— Hindermäiifel AuiTcrkaafjtprcU BS»- SO.—<5S.-®-» ö-"1 Z2S«* Sö.* Gonimi-. KerrenslaK-, Trendieoal-. seidene n. kunsiseidene Mäntel 22— 9--- _ früher b's AiMverbsalsprei« 39— -°s.» 63— 29- 53— 4S.> 11.9— «o- Westmann BERLIN W, MOHRENSTR. 37a 2. Haus von der Jerusalemer Straße, an den Kolonnaden | Am 25 OLtoder verschied nach blr.zem schweren Leide»' nnler lieber La: er, ! Schw'.egrr- und Großvater (Zustav Pelseb j im SO Lebensjahre. 3m Namen der 6!itfrrtUehtr.tn Etikabelh Zelfch Große JronÄlUUer mir. 7t Die Tearierieler findet am MUlivocki. dem SO. Oktober, nachm. 4 Uhr, Im Srematornim Gerichrltraße ftat: Seiiliäiei üelZllZsde'MWzml Vervaltuajtsste»« verlla rociTssnzsigs. Den Mitgliedern mr Nachricht, daß unser Kollege, der Surllcr Franz Dworak geboren om 23. 6int(m'ccr 1853, am 13. Oft od er gestorben itl. Ehre feinem Andenken! Die Beerblgnng findet an: Diene» lag, dem 29. Olwbcr, nachm. 3 Uhr, mn der Leichenhalle des Lt Michael- .«tirchbotcs Soifiied» Duafci- Straß? aus stau. Rege Beteiligung wird erwarict. Vis Orfnvernia'.tuvg Am 23. Olioder verichied nach kurzer schwerer Kranlheit mein lieber Mann. unser Lchwiige söhn. Schwager und Onfei Otto I�eumann im 8i. Ledensiah? Necmano. Die Beerdigung nnfcct ont Montag. dem Otlübcr,' Uhr. auf dem Städtischen Friedhof. Neukölln. Gott-- lteb-T'Untel-Stratze, statt VerdsBd der Dcdil) Inder und Paplerverorbelier Ortr.verwoiinnö Bcrila Todssanreige Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser»olleze. der Buchbinder Äuzust �aulick Sreisenhogener Str. 60 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Mittwoch, den 30. Oktober. 13-; lihr, im St:- motorium Gerichtslraße stall. Ziege Beteiliguug erwartet Die 0rt»verHea1tnng Miww W. i äßßmiöüernes BMaos 1590 m Natzräonie aai VunsS soiori freiverdend Anz. 125 000 M.Eest ianglrisüQ ».AilMW 1 V». MtchreDstr. ST. Mfrtznr 5814-17 Snchr ta«u Schuldnerschreibunnsn londschastlichee srttlersd>aftlicher) .fieedirnnstaiten, von Siadttchaiten. PsäNdbriefLMtern ulw. nont 12. Mär» IlW rvreußische Gelcßsannnlung S. liHU und des Säftufasnächiraaes vom ZI.■ Kuli, Lö. Sep!k»tt>«r 1:HS wird das Berliner V-andbries.Zltnt piit Senehgiigpn» der Autiichtsdeh'ordc an die Inhaber von Anteilscheinen zu den a'jf Grund der vorgenannten Bestimmungen ousgegebk. nen Ivrozcntiae» Berliner Goldosandbriefen(Serie-3) aus dem Barbestände der für die Reuen Berliner P'audbrieic alter Währung gebildeten Rtst'eilnngsmasse 3. n. ö. des Eoldmarkbetraae« der Pfandbriese ausschsttten. Auf den Anteilschein zu einem Doidpfandbrielzertifikat von 20 DM. entfallen daher 3— SM 23.. 3.73. einem Soidpfandbrtef tO„,, 7,30", „ 100,„. 15—. „ 700-,. 30-. rs.. � ff tf ff 10, � ,, , 10-0...., 150—„• A' 0„.. 800.—„ Das Berlinir Pfandbeie-Amt forder! hiermit die llnbaber von Anteiischeinen?>: den oben näher bezeichneten Berliner Goldpfandbrierzertifitaten bzw. Goldpfandbriefen auf. d:n ersten Ratrnschein von voegenannten Anteilscheinen zum I. Dezember lbZg einzurtichen. um daae.gen noch Prstsung den darauf entfallenden Barbetrag in dmpfana zu nehmen. Bei Einreichuna mehrerer Ratenscheine ist ein nach Buch» siahen und Nummern aritbmcrisch geordnetes Verzeichnis d:r ersten Natenscheine beizukitgcn. Sie Ginreichung der Rate.nichelne hat ,) beim Berlincr Pfandbrief-Amt. W.!>. Gichhornstrafie 5. b> bei der Berliner Stadilchosts-Lant, Aktiengesellldtait. W. 0, Gichhornstrafie 3. zu ersolaeu.'Bei Aushändigung ist da» Amt zur Prüfung der Legitimation des Einreichers berechtigt ober nicht per, pflldttot. Berlin, im Oktober 1929. Des ÜVrJiiwi Psgnbhrief.Suet. S. D.: D r e n- r. UtSBELOOgN' Villa, westi. Vorort nnierbaut. 4 Finimer. Suche. Rebengeleß Garage, gr Sa.tea, sofort tllr löst,— Mk monail zu vermiete»(auch Ausländer) Oaeeke, Berlin W. IS, gaysriiAe Str. Jl, Billig, schick na« elegant Kurzberg Ist dafür bekannt. Sie crhAltcn bei mir den gediegenen Maßanzug «g Paletot für Nsrll25.« unMarklSS.- aus prltn» Stoffen, guten Zutaten und Verarbeitung Trolzdcm TcitzaliL bis 6 Monate! Maß-SchncIderel I. Kurzberg nur oranlcattr. Sie haben-i „ Stell? n. fertige« elegante SviBdiDitl aa» mitgebraebteD Stoffen nach genauero Maß für M ZS.» einschließlich unserer sämtlichen Zatatea.—- Tadelloser Sita. RoObaarverarbeitnasr* Ana ansOren Stoffen.. von Mark an Reicfabaltiges Stolllager EerreoKeiäer-AnSertlinat Ad ns b des tel I es. 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November, i vormittags UV« Uhr,\ | im Theater am BUlowplatz i Yvonne Georg! und 1 Harald Kreulzberg| Tanzduette 1 Platzkarlen zu 2,—, 3,— und 4,— M.= s bei Wertheim, Tietz, Bote 4 Bock g = und an der Kasse des Thea er» am= BÜIowplatz(10—2 Uhr). muirnnitiinniiiiHMniiiiiiiiiiiiüHiinuHnimminniininMiuiu Metropol-Th. 8'/« Uhr Lebar dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz. Richard Tauber Sonntag 2 u. 5 Uhr Die Fledermaus Sannnnkj- Bahnen Theater In dar KSnlggrätzar StraBa Täglich 8»h Uhr Die erste mre. seiDy mit rnm raasurv Komddlenhaua Täglich 8'I, Uhr lU\M SOPJED siDd die toten mit Kurt Bois CASINP-THEATER Lothringer Strohe$7._ REGIE:-MK CHAREU 3 Sonnlag nachm. nngek., halbe Pr. neu! TagUdsSViUhr Heu! Dertaste Hechzeitsnaciiti und ein erstklassiger bunter Teil Für unsere Lesen Gutschein für 1—4 Personen Fauteull nur 1.25 3L, Sessel L7J M, Sonstige Preise: Perkatt u. Rang 080 M. ROSE -THEATER Billettkasse: Alazander 3422. 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Die Zeiten, wo die. chaugkraben Wurst- waren aus Charlottenburg durch die Berliner..Portontrolle zu schnuggSn pflegten: die Zsiten. wo. die Charlottenburger Pferde- bahn am Lbtzoipplatz an der Schillftraßen-Seite chr« Endstation hatte und am Spanhauer Berg noch zwei weiter« Pferdchen vor- spannen mußte, um den Wagen berghinan zu ziehen! 1871 hatte das Städtchen rund 20 000 Einwohner. Heute zählt der Bezirk 352 700 Bewohner. Heute verfügt die Sozialdemokratie im Charlottenburger Be- zirksparlowent noch nicht über«in Diertel der Stimmen, aber, der starke Aufstieg der Partei ist auch in diesem Bezirk unoerkennbar. IkiKh musterte» wir 38 700 Stimmen. Bei der letzten Wahl konnten wir einen Zuwachs von rund 20 000 Stimmen feststellen. Die Sozialdemokratie ist auch in Charlottenburg die stärkste Partei. We Initiative ging von der Linken im Raihause aus. die Rechte beschränkte fich auf reine Defensive. und gelegentliche Deklamationen. Die ÄPD. drängte zu- nächst ihren Fraktionssührer hinaus, chren fähigsten Kops, und ver- lor stch dann in öde Münzstroßen-Parolen. Ein« solche Kon- fusion riß bei ihr ein, daß sie am 26. Juni 1929 in namentlicher Abstimmung zusammen mit Deutschnationalen. Wirtschaftlern und den Pfar- rern gegen dic-Eheberätungsstelle stimmt«! Trotz aller Widerstände von rechts und link», fetzte die Sozialdemokratie die Errichtung einer weltlichen Schul« durch, die am 1. April 1926«rösfnet wurde. Die Schaffung einer zweiten in Nord- Chärtottenburg ist die Ausgabe der nächsten Wohlperiode. Die Rechte protestiert« wild gegen diese Schule(setzt tn der Pestalozzistrotzc). sie wollte erst das Reichsschulgesetz abwarten. Der Prälat Lichtem b«rg bemühte Porsasiimgs- und Gefetzesparagraphen. imt sie in seinem Sinne gegen die Schule auszudeuten— alles vergeblich? Die groß« Dappelvolksschul«, die am Rande der Jungfern- Heide vorbereitet ist. wird im neuen Wohnviertel die Kinder sammeln und hoffentlich in unserem Sinne erziehen! Leber 3600 Neubauwohnungen wurden errichtet. Ig, wenn von Wohnungen gesprochen wird, wie schilt dann der brave Spießbürger über das Bersagen der Instanzen! Wie groß die Rot ist. das wissen wir gbnau: wir wissen aber auch, wie sehr wir mit allen Mitteln gearbeitet haben, sie zu lindern, und daß wir nicht wenige Erfolge aufweisen können. Von 192» bis zum 30. Zuni 1929 sind in Charlottenburg ZSSS Wohnungen in 600 Reubaulen geschaffen worden. Auf das letzte halbe Jahr kommen allein 1131. Bon 1926 bis 1929(30. Februar) schufen die gemeinnützigen Daugesellschaften 2215 Wohnungen,, die privaten Bauherren 1011. Bon diesen privaten Wohnungen hätte rund ein Aiertel sieben und mehr Wohn- räume! Wie dit Interessenten und ihre Vertreter, die Rechts-, Parteien, in Wohnungsfragen denken, kann man auch aus ihrer Haltpng in Sachen des Mieterschutzes erkennen: die Rechte stimmte am 14. September 1927 gegen unseren Protest betr. Erhöhung der Mieten!.. Grünflöcheu, Spielplätze, Lugendheime. Gerade die Wohnungsnot, so muß dsr verantwortungsbewußte Kommunalpolitiker sagen, gerade sie zwingt zu umsasiender Grünslächen- und Spiesplatzsürsorge. Unsere grak- tion hat in der Näh« des Sportforums die Ausweisung des Morellenberges bis zur Havel durchgesetzt.. Wir find an den systematisch«» Ausbau der Spielplätze gegangen: heufe hat EharloUenburg 6.5 Quadratmeter auf den Kopf der Bevölkerung Spielfläche, d. h. mehr als dos Doppelt«, was der Sozia(hygieniker im Durchschnitt fordert. In diesem Sinne ist der volkspark Zungfernheide von uns geschaffen worden, dies« herrliche Erholungs- stätte der werktätigen Bevölkerung. Ztachdem soeben die Führung des Stichkanals Im Groß-Berliner Schiffahrts- netz festgelegi worden ist. wird nun endlich auch der Ausbau des Tegeler Weg«?, der diesen Stichkanol überguerr. äbschliehend geregelt' werden, und mit ihm wird auch der Berk ehr beguem heran- geführt werden tmrnest. Es sei jernfr an die Kiyderspiel- Plätze aus dem Stuttgarter Platz, am Lützoto, an den Schnjspiel- psotz an her Quedlinburger Straß« erinnert. Hunderte von Bänken sind im Freien ausgestellt worden dank all diesen großen und kleinen(aber nicht unwichtigen!) Maßnahmen unserer Freiluft» fürsorg« ist die Rhachitis heut« in Berlin fast verschwunden. Auch der Ausbau der allen Wofferwerksanlagen auf Westend zu Durch die Initiative der Soziaidemok' atie war de der Volte park June fern. heule geschajjen. Blick auf das Freibad, einem Schwimmbecken fei in diesem Zusammenhang genannt. Eine ganze Reihe neuer Jugendheime tonnte geschaffen werden, so in der S p r e« st r a ß e, in der O l b e r s st r a ß e. auf dem Spielplatz Westend, und neuerdings auf dem Spiel- platz Goethe st ratze. Im ganzen hat Charlottenburg jetzt zehn Jugendheime. Diesen Jugendheimen werden jetzt für j u g e n d- liche Erwerbslose geeignete Wanderbüchereien zur Verfügung gestellt, wie überhaupt die BolksbUdungsarbell— man denke an die Lesehallen, speziell auch für Kinder, an die neue Frei-Hand- Bücherei, an dos Freilichttheater, an die Konzerte usw.— unter unserer Mitarbeit stetig an Einfluß und Bedeutung gewann. Dir' Bildungsarbeit über die Bolksfchule hinaus war früher ein Vorzug der Begüterten. Wir haben das Bildungs- Privileg durch die Staffelung des Schulgeldes, durch Wirtschaftsbeihilfen, freie Lernmittel u f w. g e b r o ch e n. Die Stadt gibt für jedes Volksschulkind rund 170 M. mehr au? all» der Staat, jede» Kind aus der höheren Schule 100 M. mehr. Infolgedessen stieg der Andrang zu den höheren Schulen sprunghallifln� biei T&hren nahm die Zahl derer, die die Grundschule verlassen, um in die Sexten überzugehen, in Chorlottenburg von 25 Proz. auf über 30 Proz. zu. Das Charlottenburger Schulwesen. Zunächst erfolgt« die Reuordnung des Mädchenschul- wcsens. Wir setzten den Abbau der Privatlyzeen durch. Wurden 1925 noch sieben solcher Privatanstallen mit ihrer dumpfen Atmosphäre von der Stadt unterstützt, so ist mittlerweile dies« Frage für Charlottenburg erledigt. Ein Lyzeum wurde verstadtlicht(früher Klockow), eins bleibt ohne städtische Gelder, das katholifche(früher Muche), fünf haben ihre Pforten geschloffen. Für die Lehrkräfte dieser Schulen, die früher so ausgebeutet wurden, hat die Stadt, ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein, großzügig gesorgt. Auf Antrag der SPD. vom 2. November 1927 erhiell die Sophie-Charlotten-Schule die Frauenober- schule, die Königin-Luise-Schule das Oberlyzeum. Di« Westendschule erhielt endlich in einem Neubau das eigene Heim: die früher Klockowsch« Schule wird in dl« Räume der bisherigen H i n de n b u r g- R e a l fch u l e übersiedeln, die Realschule wird ausgelöst. Ebenso verschwand auf Grund unserer Anträge die zwecklose Realschule ain M o m m s« n- Gymnasium, aber auch die Mutterarrstall kann sich nicht hallen und wird an der Heerstraße neu ausgebaut als Schule im Pavillon-Sys(em für das große Neusiedlungsgebiet. Die Sieniens- Oberrealschule entwickelle, ihre realgymnastale Abteilung, die Kaiser- Friedrich-Schule. die schon zu welken schien, baute sich aui unseren Antrdg zum Reformrcalgymnastum um und blülste neu aus. Di« Herder-Schule und die Friesen-Realschul« entwickellen sich zu Oberrealschulen, der Erweiterungsbau.der Friesen-Schul« ist im Gange. Auch auf diesem � Gebiet hat die Sozialdemokratie die Führimg gehakt und die oft zögernd« Schuloerwaltung mit sich fortgerissen. Das alte Mommfen-Gymnasimn wird für Berufs- Elagtoi ick Wmstertarm im Volkspark Jongfernbelde. schulzwecke zur Verfügung gestelli werben, und das Riefen» proiekt des Neubaus zwischen Caprivi- Brücke u n d S ch l o ß b r ü ck«(11 bis 12 Millionen) schreitet seiner Ber- wirklichung entgegen. Altes und neues Charlottenburg. Das alt« Eharlottenburg interessierte sich in erster Linie für höhere Schulen, um reiche Steuerzahler anzu- locken, erst kurz vor dem Kriege begann man sich um die Volksschulen eingehender zu bekümmern(und steckt« dann in die Neubauten— höhere Schulen!), aber die allen Volksschulen und das Fachschutwesen sind traurig« Dokumente kurzsichtiger konununal- liberoler Wirtschaft. Darum sind ja heut« so unzötilige Problem« auf allen Gebieten zu lösen, weil man sich in den„fetten' Jahren allzu behaglich treiben ließ. Revollttionäre Taten sind die Bauordnung von 1925, die. Schulgeldstastelung, die Verkehrsgesellichast- Di« Menschen sind ja so'kurz von Gedächtnis! Wie war es im städtischen Verkehr vor dem Kriege, wie 1923 und wie ist es heute! Der Aus- bau des in städtische Hand übergegangenen Omnibusver» kehrs, besonders zum Grunewald zu, kam in erster Linie Eharlottenburg zugute. Es sei auch an die Verbesterungen im Straßenbahnwesen, z. B. an die Querverbindung der 77. an den Ausbau der Untergrundbahn, an die neuen Ausgänge am Zoo. a n der Bismarckst.ratze erinnert. Einige Strahenbahn-Wartehallen wurden auf unser Drängen errichtet. Die ehemals staatliche Schloßbrücke mußt« erneuert werden und wurde breiter und praktischer von der Stadt wieder ausgebaut. Der große Straßenbahnhof ist fertig geworden, und im Interesse des Verkehrs wurde der Bau einer neuen Kirche auf dem Gustaf-Adolf-Plotz verhindert. Schließlich ist der Aus. bau des Messegeländes in erster Linie den Charlottenburgern zu. gute gekommen. Um die Erneuerung der großen Verkehrsstratzen haben alle Parteien ständig gekämpft, die Finonznot brachte immer wieder unliebsame Streichungen. Die Deutsch, kommunistische N a t i o n a l p a rte!, wie man dieses Bündnis zwischen Herrn von Jecklin und Herrn Fritz Lange in Berlin nennt, ist in Chorlottenburg und in Berlin ewig und immer der Hemmschuh. Die KPD. lehnte jeden Etat ab. die Deutschnationalen pflegen im Bezirk zuzustimmen und erst in Berlin abzulehnen. Wir. haben zwar, iy Charlottenburg� mir Herrn von-Jecklin und nicht Herrn Fritz Lange;- aber die Gesmnungs. Verwandtschaft in Sabotage und hohler Demonstrationspalittk führt die Partejen. immer wieder, auch Tn Charlottenburg,, zusammen. CharloUcnbnrg hat aufgehört,«in rein bürgerlicher Bezirk zu-sein. Unaufhaltsam ist der Ausstieg der organisierten arbeitenden Klassen. Das neue Charlottenburg ist und wird sein' ein Werk der Sozialdemo- kratie. Wir misten, daß auch in Charlottenburg die Liste 1 am Tage der Stadtverordnetenwahlcn siegreich sein wird. Vevkebvsjpcliiik für S chatten dt e Wablkamptmetheden der fgegner Je mehr sich der Wahltampf der Entscheidung nähert, um so mehr werden alle Arbeiten der städtischen Berwallung, an denen Sozialdemokraten hervorragend beteiligt sind, von der gegnerischen Presse einer Kritik unterzogen, die allerdings manch- mal sehr schneidig klingt, die aber auch nur die Spur von S a ch- l i ch k« i t vermissen läßt. In den Kreis dieser lediglich herunter» reißenden Ärittk sind natürlich auch die Berliner Verkehrs- v e r h ä l-t n i s s e hiireingezogen worden, für die der manchen polllischen Parteien unbequemen Berkehrsdezernent, unser Genosse, Stadtrat Reuter, verantwortlich gemacht wird. Daneben wird auf die BVG. geschimpft, well sie das Kunststück noch nicht fertig bekam, in einem Zeitraum von knapp Jahr alle die ungezählten Wünsche der einzelnen Bezirk« nach besteren Der- kehrsverbindungen zu befriedigen. Jede Erwellerung des Liniennetzes ist selbstverständlich mit einem weiteren Ausbau des Wagenparks verbunden. Tatsächlich hat hie BVG. bei allen drei Verkehrsmitteln sowohl bei der Straßen- bahn als auch beim Omnibus und bei der Untergrundbahn die Zahlder Wagen erheblich vermehrt. Es ist allgemein bekannt, daß an der R« o r g a n if a t i o n der Straßenbahn ge- arbeitet wird. Di« BVG. beabsichtigt nicht nur 30 Proz. des Wagenparkes der Straßenbahn durch neue Wagen zu ersetzen, son- dern darüber hinaus den Wagenpark entsprechend den zu stellenden Anforderungen zu vermehren. Auch hierbei handev es fich um Millionen-Projekte, dl« sehr sorglich vorgearbeitet werden wüsten und die neben den großen Kosten auch Zell erfordern. Es werden einige Jahr« vergehen, bevor die jetzt in Angriff g«. nmnmenen Arbellen, stch auswirken werden. Wenn heute beim Spitzenverkehr sämtliche Fohrzeuge überiiillt sind, jo hängt dos einfach mll der Entwicklung der Großstadt an sich zusammen. In allen Weltstädten sind die öfieiulichen Verkehrsmittel zurzeit des Spitz enverkehrs überfüllt. In solchen Stunden werden alle ver- fügbaren Wagen zur Bewälligung des Verkehrs eingesetzt. Wenn behauptet wird, daß die Ueberfüllung der Wagen gerade jetzt größer sei als früher, so beweisen dl« st a t i st i s ch« n Angaben, daß das Gegenteil der Fall ist. Nach Mitteilungen der BVG. beträgt die Ausnutzung der Wagen für das erste Halbjahr 1929 bei der Straßenbahn 31,1 Proz.(34,1 Proz.). beim Omnibus 48,5 Proz. Am 17. November 50!>SiÄSM0iCSteNl wählt Berlin (40,9 Proz.) und bei der U-Vahn 27,8 Proz-(80.5 ÜStoj.). Vi« ht Klammern beigefügten Zahlen geben die enlspre6?endcn Wert« für da« Jahr Z9Z8 an. E» lst alfo kroh der starken Zunahme der Fahrgäste eine vrffe. rung und keine Verschlechterung eingetreten. lrnese Besserung mag gering erscheinen, sie ist jedoch nur unter -ilüsmendung ganz erheblickzer Mittel erreicht worden. Wenn in konimunistischen Blättern darzustellen oersucht wird, daß gerade der Osten und der Norden in oerkehrspolitischer Hin- ficht vernachlosstgt werden, so kann man diesen Vorwurf glatt zurückweisen. Gerade das unter der Leitung eines sozialdemokratischen Dezer- nenten stehende Verkehrsamt hat dasür gesorgt, dast die früher Ii.' den Zlrbeiterbezirken zum Himmel schreienden Verkehr«. verhSttnisse in ständiger Folge verbessert wurden. Wie groß die verkehrspolitischen Ausgabe» sind, die es zu lösen gilt, beweist di« Tatsache, dost Berlin jährlich etwa umSOOOV Einwohner, also etwa um di« Beoölkerungsstärke von Görlitz, wächst. Für dies« neu hinzukommenden Einwohner müssen Wagen eingestellt werden, es müssen auch neue Verbindungen ge- schassen werden, da di« Stadt ständig in ihren Außenbezirken wächst. Die Mittel, die zu diesen Zwecken bereitgestellt weiden müssen, werden mst der Zeit phantastisch« Höhen erreichen. Ein« V« r k« h r sb ed hn g u n g, wie st« mancher gutmeinende Kritiker vielleicht als ideal empfinden würde, setzt einen Kapitalaufwand voraus, den auch«ine Großgemeinide wie Berlin nicht befriedigen könnt«. Darüber hinaus aber müßten, falls di« Stadt nicht durch Zuschüsse(wie z. B. in New Jork) die not- wendigen Ausgaben decken könnte, Fahrpreis« gefordert werden, die einen wirklichen Massenverkehr unmöglich machen. Es wird stets nur möglich sein, ein bestimnites Höchstmaß von Bequemlichkeit, Reisegeschwindigkeit und nutzbarem Wogenraum zur Verfügung zu stellen Und schließlich spielt ja neben der Kostenfrage auch d i e Verkehrssicherheit eine erheblich« Rolle. Man kann den Wagenpark nicht in einer beliebigen Wesse vermehren, weil di« Straßen Berlins viel zu schmal sind, und weil di« Verstopfung dieser Straßen schon heute einen Grad erreicht hat, der vielen un- erträglich erscheint, obgleich Berlin auch in dieser Hinsicht glück- licherweise noch lange nicht ander« Weltstädte erreicht hat. Man kann auch di« Reisegeschwindigkeit nicht über ein gewisses Höchstmaß steigern. Di« vielfach ausgestellten unstnnigen Forderungen an den Ber- liner Verkehr sind natürlich meist nichts anderes, als eine plump ausgezogene W a h l m a ch e. Da dl« Parteien rechts und link» von der Sozialdemokraiie fürchten, durch di« großen kom- munalpolitifchen Erfolge der Part« völlig an di« Wand gedrückt zu werden, oersuchen sie auf jede nur mögliche Weis« di« städtsschen Unternehmungen zu diskreditieren. Wir wissen, daß olle unsere bisherige Arbeil nur erst einen Ansang bedeulel. wir wissen aber auch, daß wir Leistungen vollbracht Häven, die verlreler aller Länder, einschließlich Sawjelrußland, bewundert anerkannl haben und dl« ohne die Sozialdemokratie niemals vollbracht worden mären. Mit uns weiß das jeder denkende Mensch in Berlin. wer den Wunsch und den willen Hai. die begonnene Anfbauarbelk fortgeseßk und noch talenstver betrieben zu sehen, wird daher am 1Z, November der Liste l. Sozialdemokralen, seine Stimme geben! Berliner Lesefieber. B« der ungeheuren Ausdehnung Berlins sind für einen großen Teil der Berliner Bevölkerung täglich oft mehrstündige Fahrten Im Berufsverkehr zwischen Wohn- und Arbeitsstätte erforderlich Dies« Zeit durch di« Lektüre von Zeitungen oder Büchern nicht unaus- genutzt vergehen zu lassen, ist, wie jeder weiß, das Bestreben der meisten Fahrgäste der Berliner Verkehrsmittel. Wie groß das Lese- kwdürsnis der Bertiner Bevölkerung ist, auch die übrigen freien Stunden der Erholung durch di« Lektüre eines guten Buches aus- zufüllen od« sich durch ernste wissenschaftliche Abhandlung«» w«t«r- .zubilden, geht mit aller Deutlichkeit aus der Inanspruchnahme der ftädtischen Volksbücherei hervor. ?n Berlin gibt es nach den letzten Au sammenstellungen insgesamt 106 Volksbüchereien mir 48 Lesehallen und elftem Gesamtbücherdestand von rund 600 000 Bänden. In diesen ,�ihl«n sind jedoch die Leihbibliotheken der Warenhäuser und der zahlreichen Buchhandlungen nicht enthalten. Di« Verteilung der Volksbibliotheken auf das Stadt- gebiet Berlins ist recht veri-tsieden. Unter den einzelnen Berliner Verwaltunasbezirken steht Reinickendorf mit 12 Volksbüchereien an erster Stell«: hinsichtlich des Bücherbestandes aber wird Reinicken- SIND SIE NERVÖS? Sie finden AufkKruna und Rat gegen Ihr Leiden In dem Intereeaenten und. reich Illustrierten Buch„Quter Ret",!£e enthält euBerdem Beschreibungen vieler anderer Krenkheltan und Leiden, mit Angabe der dagegen anzuwendenden Spezialmittel. Sie erhalten dleaea Buch In Ihrer Drogerie umsonst Daselbst auch„Beldrement", die Medizin zur Beruhigung und Stärkung der Nerven. FlasohvMk. I.BO und 3.S(X Wo nicht erhältlich, durch Otto Reichel, Berlin 48 SO, Eisenbahnstr. 4. berf mit rund 24 400 Bänden weit übertroffen durch Ehorlottenburg, wo in vier Büchereien 92 800 Bände zur Verfügung stehen. Den geringsten Bestand mit 10 700 Büchern in sieben Volksbüchereien besitzt Weißensee. Was die Benutzung der Einrichtungen der Volks- buche reien betrifft, so ist das Ergebnis als sehr stattlich zu bezeichnen. Im Laus« des letzten Berichtsjahres wurden rund 1% Millionen Bände verausgabt, zu denen noch über 260000 Bücher d« Stadt- bibliochek einschließlich der im- Lesesaal benutzten Werk« kommen, so daß«ruz öffentlichen Büchereien rund 2 Millionen Bücher snt- liehen wurden. Besonders lebhaft war die Nachfrage nach Lesestoff in Reinickendorf, wo ein Buch im Lauf« eines Jahres durchschnittlich an vier verschiedene Leser verausgabt wurde, während in Charlotten- bürg jedes Buch nur zweimal den Leser wechseUe. Aeußerst int«- essant« Ausschlisss« über die sozial« Stellung der Lejer und die Art der entliehenen Wert« gibt eine Auszeichnung der Stadt- bibliotheken. Von den eingetragenen Lesern sind ZS14 oder 35,4 Proz. kausmännische Angestellt« und gewerbliche Arbeiter. Zahlreich vertreten sind� ferner noch in der Berufsausbiidung be- griffen« Personen, wie Schüler und Präparanden, Fortbildung»- und Handelsschüler sowie Studierende der Hochschulen, auf die 2606 oder 26,2 Proz. der ausgegebenen Leihtarten entfallen. Weiterhin schließen sich an: Verwaliungs-, Wirtschafts- und Sozialbeanüe und technische Angestellte mit 1341 Vertretern: es folgen 583 Personen aus Akademiker- und Offizierskreisen, 468 Lehrer, 309 Redakteure und Künstler sowie 352 selbständige Gewerbetreibende, um nur di« am stärksten vertretenen Gruppen zu nennen. Unter den entliehenen Büchern stehen Werke der Literatur- geschicht« und der Dichtung mit 122 500 od« 53 Proz. an e r st e r Stelle. Erst in sehr großem Abstand« folgen geschichtliche Abhandlungen mit rund 26000 Bänden und Bücher erdkundlichen Inhalts mit 17 000 Bänden. Naturwissenschaften und Medizin sind mit 10 200 und Kunst mst 9600 entliehenen Werken vertreten, während an letzter Stelle Schriften theologischen und Militär- wirtschaftlichen Inhalts stehen mit 800 bzw. 450 Bänden. Oeffentliche WähierKundgebungen Heute, Sonntag, den 27. Ottober: 6. Kreis Kreuzberg. Pünktlich 138i Uhr auf dem Lausitzer Platz, Antreten zum Propagandaumzug durch den Kreis. Anschließend große Kundgebung im.Pittoria- park. Redner: Richard Barth. Charloitcnburg. Zwei öffentliche Wählerversammlungen. 1. Vormittags 10 Uhr im Lokal„Zum Nußbaum�, Inhaber Last, Straße 12, Am Verbindungskanal. Referent: Stadtrat Karrer. 2. Vormittags 10 Uhr im Lokal„Zur Olympiarennbahn", Inhaber Brett- schneidet, Königsdamm. Referent: Walter Reinhold. — Tagesordnung in beiden Versammlungen:„Der Kampf um die Kommune und die Kleingärtner. Morgen, Montag, den 26. Ottober: Kreis F-riedrichshain. Jungwählertundgebung um Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtftr. 36». 5. 52. 19'4 Redner: Franz Lepinski und Ludwig Diederich.— Alle jungen Parteigenossen werden aufgefordert, diese Bersammlung zu besuchen. Dienstag, den 29. Ottober: Abt. CHtrrlottettburg. lO1* Uhr in der 2lula der 35. Gemeindeschule, Kamminer Str. 17. Thema: Die Sozialdemokratie im Wahlkampf um die Kommune. Referent: Stadtverordneter Dr. Siegfried Kawerau, S. Kreis Wilmersdorf. 19� Uhr in der Iohann-Georg- Sälen in Halensee. Referent: Georg Wendt, M. d. R. 12. Kreis Steglitz. 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Heefestr. Oeffentliche Bersammlung der Beamten und Lehrer. Thema: Was erwarten die Beamten von den Kommunalwahlen? Referent: Albert Falkenberg, M. d. R. 85. Abt. Tempelhof. 191? Uhr in der Aula der Volks- schule. Wittelsbacher Korso 48. Referentin: Stadt- verordnete Minna Todenhagcn. Oeffentliche Freuenkundsebungl 3. Kreis Wedding. Mittwoch, den 80. Oktober. 19% Uhr, im großen Pharussaal. Müllerstr. 142, öffentliche trauenkundgebuna.„Die sozialen und wirtschaftlichen ufgaben der Stadt Berlin". Referenten: Stadt- verordnete Minna Todenhagen, Stadtverordneter Fritz Brolat. wahlerlniran und wahler, erscheint In Hassent Arbeiterbildungsfchule. Auf folgende zentral« Kurs«, die in der letzten Woche begonnen haben, sei noch einmal Hingewiejen. Bei allen Kursen beginnt d'e eigentlich« Arbeit erst in dieser Woche, so daß neue Teilnehmer noch hinzutreten können. Alle Kurse finden im neuen Hörsaal der Arbeiterbildungssckntl«, Lindenstroß« 3. 2. Hl»f II, Zimmer 11, staft und beginnen abends 71$ Uhr. Das Hörgeld beträgt 5 Mark für den aejamten Kursus, der 20 Abend« umsaßt. äRoateg. Re-ht-cnwclt Rubels«toborn;.Einführung 1« bi« iStoois- lrbr«"..„ SHtaata«. Dr. Ernst iZrcrnlel:.Die»ebeutung bet aBelMatn«rtsoffun« für boa rolilifdir CrVn bet Srgenwor:". Dosuerstao. �Ucicitiwr Stein: JCicoue unb Pr«D5 bsr tfrfcnter» beiyeaunq"(ÖcuuMaacn des foaiölfrcrnofratifdien VarteiprogrQMmsi. Tittkiaa. Dr.. Alfred«töimSÄt:-Die Elemente der kapitalistischen Sirt- fchatt. Produktion der Warcnfiirkulation des Aapiialt. parieinachrichien fürGroß-Berlin stet» an da» Bezirkssetretml« 2. Hos, 2 Steppen rechts, zu richten. Einsendungen tfi# diese RnbeU find Perlt« SD»5. Slnbenftrafjt 3, 1.»reis Ritte. Dienstag, 29. Oktober, 19H Ubr. bei Dbbrohlaw. Swine. rnUnber Str. 11, Sitning des crweiierten Nreisborslande-.— Äteie Sdntl- gemeinde Berlin-Ritte und Elternbeiräte! Dienstag. 29. Oktober. 20 Uor. im Vereinshaus des Rardens, Dartenstr. 9, Borträge bcs Gdiiilerorchekters einer weltlichen Schule. SntereiTanter Vertrag des Stadtschulrats Dr. Löwen» «ein Uber..Die Aufgabe der weltichen Schul,". Anschließend Aussprache. 3. Kreiß weddiag. Dienstag. 29. Okiober, 19 Ubr. bei Wende. ftetonieflT. 147, Sigung des Nreisvorstandes mtt sämtlichen Abteilungsleitern.... b. ftreiß Ariedrichßbai«. Mittwoch, den 39. Oktober. Uli Ubr, außerordentliche Bezirkspersammlung im Rathaus, Stadtnerardnetenligungssaal.— Tri- bllnenkarten um ISl, Ubr. beim Genossen Mscher. Eingang Spandauer Str. Freie Tchulgemeind«. Genossen, die Mitglieder der ffrrien Schulgemeint« sind, werden gebeten, sich am Mittwach. 30. Oktadee. 19 Uhr, in der Schul- crnla. Dieftelmeyersir. 4/5— Jeim©tnoffen M a r d u ß zu melden.— Asse« Nähere dortleldsi— Ohne Parteibuch kein Zutritt.* I. Ärei« ltrenzberg. Dienstag. 29. Oktober. 19 Ubr. bei flrepp, Planuser 75'70, engere Rteisootflanbsäitung mit allen Abteilungsleitern. � 7,«reis Ebazlßttruburg. Voranzeige! Sonnabend, 2. Ravember. 20 Uhr, 40-Iabrseter der Partei im Spandauer Berg, Spandauer Chaussee 57— «einer feblr!«orten für 60 Pf. des den Abteilungskassierern und Mit. gliedern des Bildungsausschusses.— Dienstag. 29. Oktober, SO Ubr, erweiterte fttcißborftonissitiuna im Zimmer 1 des Rathauses. M.«teiß Steglitz, Lankwitz. Lichterseld». Montag. 28. Oktober. Wh Ubr.«reis- varstandßsstzung an bekannter Stelle.__ 14.«reis Renkölln,«rbelterbildungsschule. Der«urkuo„Marriamus und Welt- Wirtschaft" deginnt am Dienstag, 29. Oktober, im Jugendheim Bergstr. 29, Sof.«immer l. Um rene 9?eteilimmg wird gebeten. 1».«reis. Montag. 28. Oktober, ollnktlich 18H Uhr. In ftopenUf, Schlvb- strafte 27 l. kurze«relsvarstandstitzung. Jede Abteilung muft vertreten l-tu. 17.«reis Lichtenberg. Montag. 2«. Oktober. 18 Ubr. im Ratbaus,«immer S», Sitzung der Vczirksperordnetrnfraktion mit den Bllegerdbputierten.— Mittwoch, SO. Oktober. 18 Ubr. Bezirkspersammlung. Beztrlsfranentgg am' Sonntag, 8. Rooemder, vorm. Vi Uhr,>m großen Sitzungssaal des preußischen Staatsrates. Berlin D 60, Leipziger Straße 3. Tagesordnung! l.»Die sozialen Einrichtungen der Stadt Serlm""; Reserentin: Stadträttn Klara Bei,:. 2. Die Bedeutung der wirtschastlichrn Betätigung der Stadt»erlm auf dem Gelkiete der Massenoerfargung"! Reserent Stadtrat Reuter. 3. Bericht ttder Organisation und Agitätian, Genossin«ätbe Kern.— Futritt zu der Konferenz nur mtt Mandat und Mitgliedsbuch. Inhaber oon Gaftf arten haben nur bei Vaezeigung des Mitgliedsbuches Zutritt zur Tribüne. Türkontrolle 1.«reis Mitte. Da» Fraaenlekzetaeiat. 1 y H s s Ei e» rj 1 heute, Sonntag, 27. Oktober. 44.«it. Die Genossinnen und Genossen betewgen«ich vellzählig an der, Demanltratianßumzug des Reichsbanners«rauzberg heute Sonntag. Sammel. Punkt 1514 Uhr am Lauützer Platz. Akkmarlch Itz� Uhr. 4«.»bt. Demonstration. Antreten um UH Uhr Lausitzer Platz. Morgen. Montag. 23. Oktober. 42. Abt. 20 Uhr»ei Boell«. Bergmannstr. 6». Abrechnung der Bezinkskübre-, 83.«bt.«Ichterselde. Asse Bezirkssührer und sonstigen tätraeu Genossion»« uro Genossen treffen sich um 20 Uhr beim Genofftn Trltz Ouandt. WettfeftT. S.. Ecke Kinbenburgdawm. zur erwetterten Borftandsiitzung.— Sehr wichttge Tagesordnung. Erscheinen ist Pflicht. �. 85. Abt. lempelhal. 30 Ubr bei PinSee. Dorfiir. 50, Ritglißdernersanmilung.- »artrag:.Soziale«timpse der Reichstagsfraktion". Referent: Jdelwut 98. Abt. ReuiiUl». 1W» Uhr bei Teich.«neiebeEftr. 135. sZunktionSrfitzung. Dienstag. 29. Oktober. 32. Abt. vi««Inder der Genosse« finde« tick um 17 Uhr auf dem Schulbd'. «oppeutlr. 8«. zwecks Einübung der Weibnachtslieder ein. 3».«bt..Zwilchen 19 und 20 Uhr Ausgab« der«arten für di« Werbe» eranlklwn, gm 10. November d«l Bartus». Zsriedenitr. 88.— AS«»ezirkßfükirer»Üssen irscheinen. 44.»» t. 19� Uhr w Lalel Schullheift«■«reuzberg.»ichtezscldez Straft, 11. ellgewein, Nitglirderorrsamwlnna.«lfazenti Stodnoeeor». Z »«te»n»zsteh«z Zohonnes Satz, ft« Anlchlaft baZA» findet«ine beianbere Ehrung der Porteisubilar« de»«btellnng Satt.»aterMitwirkaag b-o fi «ebeittrlönaerbaudes,«AI. und«I-berfzennde. Erfcheine» aller«. f4 teilaagaleUer ist Pflicht. ' MWMW l�eB Gnmnassum 82. Abt. Steglitz. 20 Ubr öffentliche Beamttnversammlung im doeseftrafte. Reserent Reichstagsabgeorbneter galkenderg. „40 Jahre Lingner-Wcrke." Weder der Titel noch der Einband bereiten ans den starken Eindruck vor, den dieses klein« Buch beim Lesen hinterläßt. D-r zierlich verschnörkelte Einband deutet am die selbstzufrieden« Pc- schaulichkeit de» Biedermeier. Tatsächlich aber«nlsaltet sich i»i Innern de» Buches das Bild eines ganz außerardtntlich ernsthaften Mannes, sein Schicksal und sein« Lebenearbeit sind von dramatischer Größe. Da, Charakterbild Karl August Lingner». der Odol und Pixaoon geschaffen hat. wird aus den 46 Oktavseiten sehr lebendig- Man versteht, warum diesem vielseitigen Genie der Erfolg beschieden sein mußte,»in Wohlläter der Menschheit zu werden. Man verstehi auch, daß in dem Werk, welche» er geschassen hat, auch nach seinem Tode s«n« Erkenntnis weiterleben muß. daß für das Lolt das Beste gerade gut genug Ist. TWir Für junge Mütter! Noch ist Ihr kleines Tochterchen junj?. Aber die Jahre verstiegen im Nu-- und eine Aussteuer ist zu beschaffen! Wird dann das Geld dafür vorhanden sein? Von dieser Sorge können Sie sidi leicht befreien. Lassen Sie Ihren Mann f&r Ihr kleines Töchterchen eine Lebensversicherung abschließen, die Ihrem Kind eine Aussteuer sichert. Der Beitrag ist um so niedriger, je früher der Abschluß erfolgt Fragen Sie einen Versicherungs-f achmann! Mittwoch- 30, Ottc*er. ff. Übt. 19� jap Bti SBtrger, Levetwwstr. 2t, Mitglied erverfainmiung, ütnr- tros:©os Sßo&miiH5f>aupcofltamm der Stadt Berlin. iRefctent; Stad!- verordneter Bruno Kraule. Die Beurkzfiibrer werden gebeten. do,u ein- . Kohenschänbauicn. Bezirk.Weihe Zand«', Siedluro der Kinder- reichen 18% llbr Mitglielcrx-rlelna-lnno im Laial«niiky. Dinoelltödiri Straß««. Dormärtzleier und Sympathisierend« sind besonder» dorn ein. geladen. .Frauen Veranstaltungen. mmmmäji l_ i, Kreis Ziergarten. Montag. A. Oktober. 19 Uhr. in de« Syrer. W. f>t hal�n. Kirchstr. IS, g-rßer!;rouenwerl>eon S bis 19 Uhr—«ine großc Anzahl von weißen und bemalten Vorzellanen zum Verkauf, die kleiner Fabrikationsfehler wegen mit Nachlaß abgegeben werden. Gs befinden sich hierbei Figuren. Vasen und Vbtmenflafchen, Dosen und Schalen, EmzelMler und Tasten, sowie komplette Tafel-, Kaffee- und Teeservice. Den zahlreichen Liebhabern non Berliner Porzellan ipird Gelegenheit geboten, schöne Stücke zu äußerst günstigen Preisen zu erwerben. W./72. Abt. Wilmeesborf. tt% Sht bei La». Schramm. Eck« Hilbegardflraße. ..Das Bekenntnis der arbelienden Äugend". Referent Hans Silber. Renk-la. 89. Abt. IlKH Uhr bei Gromeck, Sanderitr. 19, Aussptacheabend. . Warum gehSri die Frau in die Sozialdemokratische Partei?",!>l. Abt. Der heutige Frauenabenh fällt au». Dafiir Dienstag. 29. Oktober. Be sichtigung der Ausstellung„Gesunde Nerven" im Gefundheiishaus Kreuzte rg, Berlin 6. Am Urban. Einführender Bortrag des Genosse» StaM« nrzt Dr. Bejach. Treffpunkt 149 Uhr vor dem Gesunbheitshau».„Bor- a>arts".Les«r und Sympathisierende herzlich willkommen.—«. Abi. i9H Uhr bei Grieger. Lefsingftr. 2,..Die Frau und die Kommunalwoble»". Reserentin Frida Glabosch.—>9. Abt. 19 Izllhr bei Hinsgcn, Thomassiraße Ecke Badestraße,„Die Frau in der Kommune". Reserentin Stadtverordnete Bormann.— 97. Abt. 1914 Uhr bei Kutzki. Leine. Ecke Hermannftraß«, »Kommunal« Erfolg« der Sozialdemokratie in Berlin". Referentin Dr. Hilde Begscheider.— 9«. Abt. 1914 Uhr ssci Teich. KnesebeckNr. 13»..Wohnung,. bau und Kommunalpolitik". Referent Stadtrat Waldheim. Ü9. Abt. Britz. 1914 Uhr im Fugendheim Cliausscestroße, Die Arbeit im Raten Haus". Reierent EtaMperordneter Genosse?ohn. IUI. Abt. Treptow. 1914 Uhr im Lokal„Elseneck", Kicfholz. Eck« Slsenftraße, „Wohlfahrt und Kommune". Referent Stadtrat Kißner. Außerdem ernste HertralteZi lOr Hausangestellte hellte. SoBBlaf,«lev 27. Oktober, 13 Uhr, im groben Saal des Vlkiortatzarie»», WllB»er»dor<, Wilhelmsaue 114.— Programm: Konzert— Qesangsvortriae: Käthe Palser-Wegener— Rezitationen Schauspielerin Martha John— Festansprache: August Niemi AnschlieBend grober Ball Eintritt frei! S. Krell Wllmend und heiter« Rizitotisnen. Besonders t>« Frauen der Genossen find«in- geladen. 199. Abt. Sohanulsthal. 1914 Uhr bei Botha. Stubenrauchstr. 12/13,..Kommu» nale Fürsorge". Referentin Stadtverordnete Minna Todenhagen. »9. Abt. Lichtenberg. 29 Uhr bei Bartz. Milllendorf. Ecke Riitergutftraße, „Die Frau und die Kommunalwahlen". Referentin Irma Fechenbach. 132. Abt.»lankentzurg. Der Frauenabend fällt wegen der Elternverfammlung aus. 139. Abt. Tegel. 20 Uhr im kommunalen Jugendheim, Schäneberger Sir. 8, Lichibildervoriraa des Genossen Stadtrat Schäfer,„Kommunalpolitik und Kommunalwahlen". 139». Abt. Tegel, Frei, Schal«. 20 Uhr im Schallenbureau im Lilienthalhsf, »Die Frau und die Kommunalwahlen". Referrntin Bezirksverordnetc Erna Krrsse. Gäste und Sympaihisierende willlommen, Zrauenveranstaltungen. Dienstag, 2g. Ottober. 47. Att. 1914 Uhr In der Schule Waldemorstr. 71, Konferenzzimmer, Wohl. fahrt und Kommune". Reserentin Bezirksverordnete Erna Kresse. 59. Abt. Eharlottenturg. l9>4 Uhr bei Liersch, Kantstr. 82.„Die Stellung der Krankenkassen zur Geburtenregelung". Referent Dr. Friedeberger. 192. Abt. Bonmschlllenweg. l9>4 Uhr bei Haß, Baumschulenstr. 72,„Die Arbeit der Frauen in den Parlamenten". Referrntin Elfried« Ryneck, M. d. L.' 137. Atzt. Reiaickendors.West. 29 Uhr im Volkshaus, Scharnweberstr. 114, „Die Frau in der Kommune". Reserentin Dura Bergas. Zrauenveravstaltungen. Mittwoch. Z0. Oktober. 84. Abt. Lankwitz. 29 Uhr in Lehmann» Feftlälen. Wilhelmitr. 29131,»Die sozialen Aufgaben der Kommune". Referentin Bczirksvrrordnct« Ella Kay. 119. Abt. Lichtenberg. 29 Uhr bei Morr. Bahnhofstr. 29,„Die Gemeinde als Trägerin der öffentlichen Gefundhcilspflegr." Reserentin Marie Sunert, M. d. R. 122. Abt. Bic,barf. 29 Uhr hei Poraih, Marzahner Str. 31...Bevölkerung»- pvlilik und Geburtenregelung". Referrntin Margarete Schenkalowfki. vezirksauschuh für Zlrbeiterwohlfahrt. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Am Dienstag. 29. Oktober. 1914 Uhr. findet im Bezirksamt. Danziger Str. 9t.«ine wichtige Sitzung der Arbett?rmohlfabrt im Keller. Simmer 20, statt. Mitglieder der Dohliahrtskommilsion. Fürsorger und Fürsorgerinnen werden gebe!««, daran teilzunehmen. 7. Krei, Eharlattenbnrg. Freitag. 1. November. IN, Uhr pünktlich. S. 140 Rathaus Eharlattenhurg. Aitenbesprechung. Anschließent. 291) Uhr. S. 1. Los- Verteilung. All« Keifersinnen) der Arbeiterwohliohrt werden gebeten, sich recht zahlreich an dem Losoertrieb zu beteiligen. Zungfozialisten. Grnpv« Lichtenberg: Morgen. Montag. 28. Oktober, beteiligen wir un» ge. schlössen an der Zungwähkerkundgedung der Gruppe Friedrichshain in Schmidts Gesellschgttshgu». Fruchiftr. 39». Gruppe Bavkowt Morgen, Montag. 28. Oktober. 20 Uhr. im Zugendheim Kissingenftraßl. Simmer 5. Vortrag:.Da» preußische Konkorbat". Arbeilsgemeiuschaft ber Siudersreuade Groh-verlin. Gesihästsstell«: Bureau- und Bmckaufsftunden: Montag von Itz—A Uhr, Freitag von 17—19 Uhr: organisatorisch« und pädagogische Beratung während der Berkaiissstunden und Dienstag von 1914—21 Uhr.— Seminar am Donner». der Berkanlsstunde« und Dienstag pou 19'4— 21 1-----_... lag. 31 Oktober. Rathaus Neulillln, wiiß wegen cinsr Versammlung leider ausfallen.— Misikknrs»« beginnt am Freitag, l. Rooeotber, 20 Uhr. Leitung: Fritz Hosfmann. Ott: Bekanntgab« in den rochst-» Tagen.— Fall«asiogst»»d« für Groß-Berlin findet crftmallg am Freitag. 1. Zkoormber. VON 17—19 Uhr statt. Bekannnlgad« de» Ort«, in den nächsten Tagen. Alle Falkengruvveo mit de» Helfern müssen bestimmt teilnehmen. Zweck der Falkensingsiunde: Gestaltung der WintersonnenwenMeier. Kerl» Seddin«: Donner» ia«. 51. Oktober. Kreishelfersitzung an bekannter Stelle. K«:, Kipeoick: Sruvven Friedriche bgg-n und Bohnsdorf treffen sich zum Spielnachmittog um 15 Uhr im SAI.-Zugeodbeim Falkrnberg. Keel» Reinickendorf»v» Pssko»: Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft am Rontag. 28. Oktober. iOlz Uhr. Jugendheim Lindauer Straße. Gruppe Frei« Scholl« wird gebcten. mindesten»«inen Derireter zu entsenden.— Gruppe I»ei»ick«ad»rf-vtt! Donnerstag. 31. Oktober. Fglk-noollv-rkamnllung im Zugind- beim Linbouer Straße. Beginn 1714 Uhr. Tierqarteo, Gruppe August Bebel. Ro«« Falken: Am Diengiag. 29. Oktober. von 17>�— 19>4 Uhr. im Hc.m Daldenserltrgtze. Fatkenoolloersammiung. Zungtalken: Am Dienstag ebenda Diskutier, und Leseabend/— Küken: Am Mttwoch, 39. Oktober, von 17—19 Uhr, im Heim Waldenserstraße Heimabend.—. Gruppe T ergoiten-Tüd: Ain Dienstag. 29. Ottober, und Freitag. I. November, von l?.-19 Uhr. im Heim Blllowltr. 38. Heimabend. Kreis Mitte: Unser Helterbildungsobcnd wird am Montag»m 29>4 Uhr im Jugendheim Sebdenicker Str. Eck« Eormannstraße. ftatitinde». Eltern und inieretsiertc Gerissen der SAI. sind trenndlichst eingeladen.— Die Sitzung des 2'- ote i:. Fg! ten»Ra Ir s wird am Montag. l7'i Uhr. im Heim El!» sabethfirchstraße abgehalten.— Gruppe Arlonaplatz: Alle Fückse treffen 6ch zur Bertolgung der Hasen heute»m 9 Uhr vor dem Heim Glisabethkirchstraße. Dienstag. 29. Ottober, turnen wir»o» 1714— 19>4 Uhr in der Schuir Ruppiner Straße 13. Freitag, l. Nooember, Grupp-nvollversammlung um 1714 Uhr. Rote Falken: Montag. 28. Ok ober. 1714 Uhr. lelen wir die J1S-" Mittwoch. 39. Oktober, tretien wir»US um ltzl: Uhr vor dem Heim. Wir gehe» z»r Kulturabtcilung des DMB.— Zungsallen: Wittwock!. 39. Oktober. 17'4 Uhr. Ausspracheabend.— Restsalien: Montag. 28. Ok'oter. 1714 Uhr. Basteln.. Alle Beranstgltungen sind im Henn Elisadetbkirchstr. 19.— Alle Eltern gehen am Dienstag. 29. Oftober. 29 Uhr, zum Vereinsbau» des Norden». Garten, strafte 8, zur Werbeversammlung der Freien Schulaemeinde Berlin.Mikte. Ge. nosse Dr. Löwenstein spricht über..Di« Aufgaben der wel lichen Schule". Gruppe Weißens««: Morgen, Montag, 28. Oktober. 19?» Uhr, Elternabend im Jugendheim Parfstr. 38. Gäste»ud Parteigenossen sind herzlichst ein. geladen und willlommen. Au» dem Programm: Lichtbilder. Rezitationen, Lieder, Kanons»fw. Gruppe Landsberger Blaß: Sonntag, 27. Oktober: Zungtalken- und KUI �- fahrt nach Brietelang. Treffonntk 714 Uhr Landsberger P'atz. Kost-n tik Zungtalken 40 Pf. für Kllken 29 Pf. Ende gegen 18 Ubr. Montag. 28. Oktober: Für die Zungfalken und Kllken Lichtbildervortrag 18—1914 Uhr im Heim Dienstag, 29. Oktober: Bote Falten gehen zum Film. Treff'» 1714 Uhr Büschingplatz. Kosten 15 Pf. End« 2014 Uhr. Mittwoch. 39. Oktober: Ro e Falken und Zungtalken turnen 17—1» Uhr in der Turnhalle Dieftelmepcr. straft«: anschließend bis 29 Uhr Im Heim Spielen. Küken 18—1984 Uhr Spiel»» im Heim. Donnerstag, 51. Oktober: Für alle Basteln von 18— 191a Uhr im Heim. Freitaa, 1. November: Falkenabend im Jugendheim 18—29 Uhr. Be- svrechung des Monaisprogramms. Wie gestalten wir unsere Geburts'ags» foier? Wann machen wir unsere nächste Fahct? Es ist notwendig, daß alle Falk"» erlcheinen. Neukölln: Wir besuchen Heu!« die Sternwarte. Drefspunkt 14�4 Uhr Hertz- bergplatz. FLbrung: Gruppe Hermannplatz.— Montag, 28. OOober. 17 Uhr, Sprechstunde: l9>»4 Uhr Vorstandsfitzung Baracke Gangboserstrafte. Geburtslage, Zubilaen usw. 128. bi» 139. Abt. Pankow. Dem in der Kleinarbeit nnermtiblcchen Fnal- tionär, Genosse« Hermann Serbich, Schnlzestr. 21, z» seinem 89. Geburt»tag« und 25iährigen Partciiubiläum am Montag, 28. Ottoder, die herz- lichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 82. Abt. Steglitz. Am 28. Oktober oerstarb unser Genosse B» r i h o l d Saniland. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Montag, 28. Oktoder. 13 Uhr, auf dem Friedhof Bergstraße i» Stegtitz. Wir bitten um rege ZV». telligung. 98. Abt. Reukill«. Unser Genosse, der Stuben! Otto Neumanu. ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Montag, 28i Oktober. 14� Uhr. auf dem(sscmetndcfriedhof Maricndorfer Weg. Um rege Beteiligung bittet der Borstand.__ �« SozjalistjscheArbeiterjugendGr.-Verlin ckinse?'. düngen für diese ftufcrtt nur an das Iugendseketariai Äerlinml.'. k,eiSS O.eo Winter-Schals ,->>«», r.rb.n, 1.40 1__ G vorbohalton Aaflrlg« von tuBcrtialb werden gegen Nachnahme uagefOhrf. Freier Vereand voe 20 M. an r«bltr*' Wlnii-r. Gr. 1•« n Cr. lorf,«. U.70 1.95 1.50 w»H«es. n. geb, mit■»__ rofsr K«nt«.. 2 Stijtk 1.06 BAER Berlin N4, nur Chausseestr. 29-30 f'ftiacadtet lt Mr Srndtt Vbtnh in Stät vb-rfKSiuwelte, Sasse»« orwB< 2.— Teo-velho«! Treffpunkt zur KolizdWne 14 Mr Bahnhof Tempel. bof. Seimabend IS llhr. Werbebezirk Wcddiu»: Das Sein SSSnstedilir. 1 ist jetzt wieder jeden Eonntan ddii 18—22 Ufr«eöffnet.— SKotflcn Sptcdidiorprsbc für die Kreis» peranftaltuna der Partei>m Lediqenlieim achönftedtftr. 1. Ferner Prob« Nr die Musiker für unsere Filmperanstaituna am 4. Nopcmder. Wcrbebczirt Prenzlauer Per«! Keim Danziaer Str. 63,.19� llbr. General- probe für unsere internationale Feier:„Nieder die Grenzen". Die Gpred, chorteilnebmer der Abt, Falkplatz I. Il und EdiSnhauser Borftadt, die Musik- oruppen der Abt. Selmboltzplatz und Schönhauser Vorstadt und die Mitwirken- «en in„Ninalen" müssen restlos und pünktlich erscheinen. Werbebezirk Teltowkanal: Genossen, die nach Nowawez zun» Seimadend jähren, treffen sich 17% Uhr Bhf. Fehlendorf-Mitte. Wcrbcabend Neukella: Seimabend 19 Uhr Kanner Straße. Die Aus- peftaltuna Ubernimmt der Spielausschuß. '*—'■"' T--~� i � L I I I 4-i■ uer Viertel, Aote Falke»: Schulaula Friedellstr. ZI, Betziaa erbcfeier. Musik, Rezitationen, Festred«. Lieder zur Laut« usw. Morgen. Montag. 19% Uhr. Kuma»»platz: Heim Scherenbergstr. 7:..Darf die Jugend Politik treiben?" ~ Saasa: WirAbeteiligrn uns geschloffen am Fraucnabeud.— MoabU I: Schule Waldenirrstr. 20:„Unser Wanderu.— Falkplatz I: Schule Sonnenburger Straffe 26:„Von Versailles bis Loag".— Roldoft II: Seim Danziger Str. 62, Eingang I:„Das proletarische Lied".— Schönhauser Vorstadt: Sdiule Sonnen. burger Str. 26:„Die materialislische Seschichtsauffassuna".— Westend: Sport- Platz Westend: Arbeitsgemeinschaft.— Paukow III, R. F.: Seim Sörschstr. 14: — llagespositische Fragen". Voriräge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz Rot Gold". S e f ch ii t t s ü e I l» i Verlin S 14 Sedaftianftr 37/38. So» 5 St Mo»tag, 28. Oktober. Prenzlauer Berg: ISbö Uhr Antretin sönrt» lieber Spielleutc mit Fnftrumrnten wl Altersheim, Danziger Straff«,»rruzbcrg, Jugend"I: 26 Uhr Jugendheim Aorckftr. 11. Jimmrr 5. L.ichtbilderabend. Referent Kam. Dsichmann.— Dienstag, 29. Oktohcr. Steglitz(Kameradschaft): 26 Uhr Saalschutz zur SDD.-Veramtnlung in der Aula des Gnmiiaftuma Seefeftraffe. Pklichtneransialtung. Lichtenberg: IS>d Uhr versammeln fid) bei Stöbet, Jungstr. 28, das gesamte Tatnbpurkorps. die früheren Trommler und Pfeifer fow's Kameraden, die Interesse haben, in dos Tambourkorps einzutreten. SaniiäteabteNung: 26 Uhr Sitzung der Sani- tätsssibrer und ihrcr� Stellvertreter im Gaubureou. Wilmersdorf(Or�pereinl: .— zjcht«Mb«tzg, ':echt- Jeder oo» uns hat es in ftinet Jugentz erlebt,«M» tpschNarAllche» Spielworenfensler dekotmet 9*t Fest tz«« ln einer Klein» oder Trqfffiodt hie weil_________....__— W W--- W WW wtrrden und sich die junoer Zuaen bei all dem Schönen schon lange ppr der« Fest in den Weihnaditsoweö d hinchntränmen. Das Fest der Kinder, bei Ka» ftadt auf dem Se-Mgnnplatz löst durch die gewaltig« Auswahl in der Nie.fcn» adteiluna de» 3. Stoekes stzaniane Freude aus und wenn man die K-nder i» ■- �■■-■-■- ssch in Werhebezirk Osten; Schmidts Gesellschaftsbaus. Fruchtlir. 36a. öffent- Ü Ii che Iungwahlerkundgebung:..Wie mnff die Stellung der Jungwähler sZ . zur Äommunalwahl fein?" K Ludwig Dicderich. Redner: sladlverardnetcr Bruno Theck. Werhebezirk Neukölln: EAZ.-Treffpunkt 1861 Uhr bei Pflanz, Prinz. Sand. leov-Sir. 73 sReftaiirant). Pünktlichrs erscheinen Pflicht. Werhebezirk Paukow: Dienstag, 29. Oktober, W.-B. Mitglicderpersammlung im Leim Görichstr. 14:„Kommunalwablcn und Arbeitersdlaft". Referent Georg Albrccht. Mittwoch, 36. Oktober. Beginn des Bildungskursus:«Einführung in den Sozialismus�. Redner Wilhelm Lewinfki. und Gefomtvorssond müssen erscheinen.— Weddivg: Sportabendc seden Mo». sog Tnrn.halle Gotenburger Str. 2 für Nadfahrerabteilung: jcd'N Donnerstag Turnhalle Lütticher Str. 4 für gesamte Spvrrabtcilung. Berbaod der Wohnuagzinchenden,«. V. Zwei Versammlungeu mit Bor» trägen Rechtsanwalt Dr. Stein und Rechtsanwalt Karl Richter. Dienstag, 29. Ol ober. 20 Ilhr. Ortsgruppe Lichtenberg. Logen-Kassno. Knoripromenade 2. Freitag, 1. Nopember. 26 Uhr. Ortsgruppe Zehlendorf. Burgrestaurant iam Bahnhof Zehlendork-Mitte). Eintritt und Necht-auekunft frei. Bund entschiedener Gchulrcsormer.„Bio-Rhochmus, Per'adenleh-e al» Lebenshilfc." lieber i'etcs Lhrma spricht in öffentlicher Verfaprmwng am Mvrtag. 28. Oktober. 1964 Uhr. im Friedrich-Wilhelm-Spmnasium, Kachftr. 13. S E. I. Leisner. Gasse willkommen. Juristisch« Gesellschaft. Freitag, 8. November. 26 Uhr, im Weinhaus ..Dheingold", MvschelT,b Uhr im Jugendbeim(Städt. Sportplatz in der Sauffstraffe. Röhe Babnhok Reu-Lichtenberg und Stadthaus. Gäste und Gönner willkommen! SociötädcCo vcr-a io- Franfal- e. Moniag. 3ND6 s Saiä Riedel, Belle-Alliance- platz 13.— Lonkärence et discüssicm.— Gäste willlommeni ihrer Sprecktweike hört, so freut man sich noch einmal mit und träumt-. seine chemWge. Kinder, eit Mnein. Im Ber?aufSkellcr unter, dem Lidlthaf nnt> M>r und Moritz mit ihren lustigen streiche» lebendig geworden und zeige» .... r. d-X.__ dO~ I. rt\er>\r>y* rnntrst* Weslerberichl der äffen iiichen Ivelierdirnstslelle Lerkln und Umgegend sNachdr. ocrb.). Wolkig bis heiter, zeiiwe-'e noch RtziglNlg zu einzelnen Schauern, kühl.— Jdr teusschlaud: Im Ziordosten und Nordwesten noch Ziegcniälle. im übrigen Reiche teilweise heiter, nur vereinzelt ierchte Schauer, allgemein kühl. abend bereiten Kak man sehr»iel Geld zur Drrsügung, s» sann man sogar technisch« Wunder auf' den Weihnachtstisch stellen. Ein Besuch dieser reich» haltigin Ausstellung lahnt sich sekbst Nr den weit entfernt B«h«»de»; jeder kann individuell nach der Eharakteranlagr seines Kindes für wenig Gels e.wop Postcvdss erwerben/ �, ------ MM A. Rochman»» >»z besonders ________ HL__________ 1_______________ r„ Verband der Deutschen Zigo?e.iten»Industrie. viele prominente Zigaritteviabrlken. Fach, uirb Tagespresse..Lieferfirmen. Kundschaft. Personal jmd Arbeiterschaft«rschteue» zum Tri! persönlich oder übeimittelten in ausdrucksvoller Weise ihre Slthr» wünsche. Biumenspenden und Geschenke. Di« Ehrbezcugungr-i werden de» Jnbabern der Firma llnsporn sein, weiterhin in den bisherigen Bahnen m wandeln.■-r-.z," Zum SeUfptria»(36. Oktober 1929) den und Bcamtrn Ä..S. dieser Zoitung ficht wir unseren Lesern dringend eMp..««.——«—- I stellten und Beamten Ä.-G. ist eine Gründuno her fiaiev Dewerkschafte» UNS e----- o*-'— chng. us und HWWWWWWWWWWW.___|____________ chäftep. 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Di«„revolutionäre Geworrschafts- Apposition" sollt«„straffer zusammengefaßt", d. h. kommuntstifche Gewerkschaften sollten aufgezogen werden. Wo sind diese Kampfleitungen, diese Massenkämpfe und diese „revolutionären" Organisationen? Wenn man von«inigen kümmerlichen Resten absieht, ist man gezwungen, auf die Phantasie- gebild« der kommunistischen Presse zurürk zugreifen. Prüfen wir einmal, mos sich die KPD. im Bezirk Berlin- Brandenburg vornahm und was sie realisierte. * Nach dem Muster der Bereinigung der Rohrleger sollten die Dreher aus dem Metallarbeitcrnerband horousgeloikt werden. Der Dersuch mißlang n o l l st ä n d l g. Ein gleieher Versuch sollte bei Hilfsarbeitern, Autogenschlossern, Gürtlern, Eleltromonteuren und Bauschlossern gemacht werden. Diese Versuche scheiterten im Keim. Für die Fabrikarbetter kündigte man die Spaltung bereits als vollzogene Tatsache an. Phantasiegebild«! Bei den Tabakurbeitern setzte man die abgesetzt« korrupte Ortsverwaltung ein, um einen neuen Laden auszuziehen. 35 Personen kamen und sahen schließlich den stark angetrunkenen ehe- maligen Bevollmächtigten niit dem Wirt wegen der Zahlung der Saalmiete eine unangenehme Kontroverse austrogen. D o l l st ä n- dig« Pleite. Im Bcrkehrsbund hatten angeblich„Neigungen zur Bei- iragssperre" um stä) gegrisseir. So stark, daß auf dem Verfchmel- zungsiierlxiiidstag sich nicht eine einzige„oppositio- n e l l e" Stimme erhob. Selbstverständlich hatte sich die KPD. die Organisationen aus- gesucht, die ihr«in günstiges Operationsfeld schienen. Man kann danach ermessen, wie es in den anderen Organrsationen um den Einstuß der KPD. steht. • Und nun die ,„K o m p f l« i t u n g e n". Wo sind sie? Wo sind die Betrieb«, wo solch« Kampsleitungen gewählt werden? Es gibt in Berlin einig« Groß- und Mittelbetrieb«, wo bei den letzten Betriebsratswahlen in der Mehrheit kommunistische Arbeiter.- röte gewählt wurden. Wir nennen die Verkehrs A.'G.. Lorenz- Tempelhof, einige Betriebe der AEG., Leiser usw. Von allen diesen Betrieben hört man nichts. Nur bei Lorenz ist krompshast der Versuch gemocht worden, die Arbeiter in den Streik zu ziehen. Trotz oller Beschlüsse seiner kleinen Minderheit) auf sofortigen Streik rührt sich die große Masse nicht. Dos Schicksal der Rohrleger lockt nicht. Auch nicht das der Bauarbeiter, die gutgläubig auf einigen Bauten die Arbeit einstellten. Freilich nicht die kommunistisch zeleithommelten Zimmerer. Lange Resolutionen annehmen, i a 1 Auch noch 25 000 M. bewilligen, damit ander« streiken. Im übrigen betätigt sich die„revaliitionäre" Führung der Zimmerer in der Abwürgung der Streiks. Dazu eignet sie sich hervorragend. Und damit erkauft sie sich bei der KPD. Straflosigkeit. Sonst!... * Sonst würde es ihr gehen wie den Hartz und Genossen von den Schuhmachern. Man denke: Hörtz, statt das Theater in den Rehbergen mitzumachen, war zum Bemerk schaftsfest noch Treptow gegongen. Er vertrat die„gewerkschastsbureatt- kratische" Meinung, gewerkschaftliche Kämpfe seien vvn der Ge- w e r k s ch a f l und nicht von irgendwelchen zweifelhaften„Kampf- leitungen" zu führen. Kein Wunder,- daß ihm die KPD. einheizte. Sie hat aber nicht einmal den Mut, in ihrer Press« mitzuteilen, daß die kommunistisch« Resolution aus dem Karl-Liebknccht-Haus mit Zweidrittelmehrheit abgelehnt wurde. Und das bei den bisher so kammunisteiitreuen Schuhmachern! Uni» nun das Fazit. Der Kampf der Rohrleger und auch ihre Bereinigung find zusammengebrochen. Bor der Spaltung beherrschten die Kommunisten bei den Rohrlegern unbestritten das Feld. Nicht eine Stimme erhob sich, wenn Nicdcrkirchner ge- sprochen hatte. Heute hat die Branche der Rohrleger im Meioll- arbeiternerlrand fast ebenso niele M'iglieder wie vor der Spaltung. Und die kommunistische„Opposition" ist völlig verschwunden. Dasselbe Bild bei den Drehern. Bei den Tabak- a r b« i t e r n ist die Wandlung soft ebenso radikal. Nur ein kleines Häuflein macht noch Krakeel. Wie lange wird die kommunistische Herrlichkeit noch bei den Schuhmachern dauern? Bon Massenkämpfen keine Spur. Um ein paar hundert Rohrleger über Wasser zu halten, geht die KPD. sogar bei den„weiteren Geschäftsleuten" betteln. Das ist für andere Arbeiter wenig nerlockend. Es ist noch weniger revolutionär, bei Unternehmern zu Iwrtlcln um Unterstützung der„revolutionären Machtkämpfe". Von den„Massendemonstrationen" nimmt schon nicht einmal die reaktionäre Presse mehr Roaz. Der Bolschemistenschreck zieht nicht mehr. Die große Spaltung droht ein Zu so ni m« n b r n ch der KPD. zu werden. Winierarbeit im Baugewerbe. Verhandlongen und Versuche. Zwischen dein frsigewerkschaftlichen Malerverband und dem Reichsbund für das deutsche Molergewerbe find seit einiger Zeit Verhandlungen im Gonge, um in möglichst großem Umfange Winterarbeit für das Malergewcri'e zu beschaffen. Es murae vereinbart, daß die beiderseitigen bezirklichen und örtlichen Organi- sationen sich an die größeren?lujtroggeber, vor allem an die Reichs-, Länder- und städtischen Behörden, Reichsbalm. Reichspost und An- stakten verschiedener Art sowie an Fabrikiinternehmer, Hausbesitzer ,isw. wenden, damit auch in der kältesten Jahreszeit Malerarbeii-n iiusgefuhrt werden. In besonderen Werbeschreiben soll mit dem Voruneil ausgeräumt werden, daß Moler- und Anstreicherarbeiten, die in der kälteren Jahreszeit ausgeführt weiden, an Qualität und Aussehen geringwertiger seien als die in der sogenannten Saison hergcjtclltcn Arbeite». Ebenso wird in den Werbeschriften daraus verwiesen, daß I n st a n d s e tz u n g s a r b e! t e n, wenn sie früh- zeitig genug in Angriff genommen werden, weit geringere Kosten verursachen als wenn aus falscher Sparsamkeit länger da- mit gewortet wird. Das Ziel der Winterarbeitsaktion im Maler- geroerbe ist, dem Gewerbe mehr und mehr den Saifoncharak- ter zu nehmen und für die arbeitslosen Maler, Lackierer, An- Streicher und Tüncher Arbeit zu beschoffen. -» Zur Förderung des Winterbouens werden im kommenden Win- ter voin Reich und von den Städten Berlin und Leipzig Der» suchssiedlungen errichtet. Der Versuch des Reichs wird in Haselhorst bei Spandau vorgenommen. In Leipzig stehen die Verhandlungen der Stadt mit den Unternehmern und Arbeitern vor dem Wschluß: nur die F i n a n z f r a g e ist dort noch nicht ganz geklärt. Bei den Versuchssiedlungen sollen vor allein die techni- schen Voraussetzungen für das Winterbauen und die Größe der mit ihm verbundenen Mehrkosten geprüft und festgestellt werden. Jeder Schritt zur Beschaswng von Wintcrarbeit muß begrüßt werden, denn noch immer se b l t es sowohl bei den großen Aus- traggebern von Bau- und Malerarbeiten wie bei den Privatleuten in de Frage des Winterbauens sebr an Energie. Gewiß sind Schwierigkeiten zu überwinden. So lassen sich z. B. Schulen nur während der Ferienzeit wieder instand setzen, obwohl auch hier in der Zeit der Weihnachtsferien manches geschehen könnte. An vielen Plätzen kommt bedauerlicherweise jetzt bereits die Arbeit im Baugewerbe schon wieder zum Stillstand, obwohl finanzierte Bau- Projekte vorhanden sind. Die Veschasfung von Winterarbeit im Bau- gewerbe ist eine so wichtige Angelegenheit, daß die gesamte Oeffentlichkoit. Behörden, Presse und nicht zuletzt die Arbaiterver- trerer in den Kommunen viel stärker für sie eintreten müssen. Beschlüsse der Genfer Konferenz. C'chMh des Personals ter Lustschiffahri. Gens, 2h. Oktober. Der internationale Schi flä hrt sa u» sch u ß bat am"Freitag die Be- ratungen der Fragebogen beendet, welche an die Regierungen ge- sandt werden sollen, um für die nächstjährige Schissahrtskonserenz vier Entwürfe auszuarbeiten. Die vier Vorlagen betreffen: l. Di« Fürsorgepflicht der Reeder für kranke und verletzte Seeleute und die Krankenversicherung der Seelente. 2. Die Förderung der Wohlfahrt der Schisssleute in den Häfen. 3. Mindejterfvrdernis für den Vefähigtingsausweis als Schifjs- kapitän und Wachoffizier. 4. Die Dauer der Arbeitszeit an Schiffsbard. Die Unlernehrnergnipp« stimmt« nur der Vorlage für die Ver- bessernng der Aiifenthaltsverhältnisse der Seeleule in de» Hajen zu. Der deutsche llnternehmervertreter Petzet meinte, daß eine internationale Regelung der Arbeitszeit an Schiffsbard eine Beseitigung aller staailichen Ilnierstiitzunge» an die Schifsahrtsgesell- schaften nach sich ziehen müßte.�»l,«o»fium«, M«ria>»»ca»l»t,. Not«. Wir bitten die Teil- nehmer, voll dieser Berlegung Ro'iz tu nehmen und sich um lg Uhr vollzählig tum Unterricht einzufinden. Tat Sozia lhqgicnisili« Seminar. Leitung Dr. Norbert Marx, tagt von nun ad rogelmäsiig jeden Donnerstag. IS Uhr. im Seminarsoal de» Dngienl. schen Instituts der Universität, Dorotheenstr. 2&>. Interessentcn können noch aufgenommen meiden. In die beiden nachstehenden Lehrgänge können noch Teisnehmcr auf- genommen werden: O. 2. Wirtschaft, Recht und Staat. Lehrer: Dr. Theodor Tichauer. Unter. richt jeden Donnerstag. 1» Uhr. Dieser Snfängerkursu« soll die bauvt- »roblem« kenntlich machen, die auf den verschiedenen Gedieien de» sozialen L»b«n» der Lösung harren, die in Betracht kommenden Lösungen erörtern und durch dir Behandlung diese» Stosse» gualeich der Denk, und Ausdrucksschulurg dienen. tl.«. B»tri»t»wirtsch»sllich« Arbcitergrnooe I. Di« äorwe» der Untrr, »«hwn»g. Lehrer: Dr. S. R. Bark. Untereicht Donnerstog. 1» Uhr. Unter- nehmung und kgviialistischc Wirischaftssorm. Rechtliche Gestaüung der linier. nedmung: a) Personalgtsellschaften: Offene Hondelsgelellichoji. Kommandii- geselllchojt. Slille Eelellschaft: dt.gavlialaesellschaftcn: Aktiengesellschaft. S. m. b. S.. Sommanoitgeselllchast aus Aktien: e> Senossenschasten. Ge. schichte der Sesellschaftssormen. Reue Beide Kurs« im Sophien-LsZeum, formen: Kartell«. Snndikaie, Trusts. kinmcisicrsir. 18—17. SPD.'Sesamtfraktio» der Arbeiter, Angestellten»ad Beamte» bei» Bezirk«»»« Reuiölla ieinjchliesilich Regiernng-Hetriebej. SBD.-�raktio» der Ardeiter. Angestellten. Beamten beim Arbeiteamt Südost. Montag. ISVg Uhr. in den Palsage-lieftsiilen, Neukölln, Bergstr. 181—182, Boll- Versammlung der beiden Traktionen mit Tamilienmiioliedern und Snm. patbisierenden. Tagesordnung: 1..Di« sozialen und kulturellen Aul- den der Semeinde". Refer-nt Nrichsiagsabgeardneirr Stadtrat . LZwcnsiein. 2. Aussprache. Regen Besuch erwarten Bcamtenwerdeauischuß_ Tnmiiasium» Keesestrah«. iissentliche t. vi« Traltio»»»»rsta»be. 20 Uhr,' Steglitz. Diensta«. 20 Uhr, in der Aula des öfienrliche Bersammluna der Beamten und Lehrer". Seenosie«. Talkenber«, M. d. R.. spricht Uber da, Thema .Was erivarten die Beamten von den Kommunalwahlen?" Zahlreichen Besuch erwqrtet Der Berbeausschuh. ■r Verband der Scntinde-»od Staatsarb« ite«, 14. Bezirk Rniköll». Am Miitmach. Z0. Lkiodee. ISth Uhr, i» Städtischen Eag'.bau. Neukölln. Berg. stvahe 147, Tilmveranstallunq. Es läuft der ffilm.BDS" Di« Veranstaltung gilt auch für dir Familienangehörigen der im 14. Verwaltungsbezirk»«ihnen. den Mitglieder. Der Bildungssekretär Hartig»ird Uber das Thema»Die Gewerkschaften und die Biidungsfrag«" speeihe». Wir bitten die Tolleginnen und Kollegen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Di« B»»irt»Ie>t»»g. Achtuag, Lackieeer! Montag. 1»V> Uhr. im Berliner Sewerksäiaklshau». Enaclufer'24— 2S, Saal 5. Sei iio nsoersamml» ng. �john, Tarif und Srsund» heit�chub." Referent Kolleq« Schiemann. Mitteilung Uber da» Wahlergebnis zur Sektionsleitun«.It »iiizubrtugen._ Der«erbrauischusi. Allgemelner V«rba»d der Seutschen Ba»la»g«ilevte». Ortsgruppe Berlin. Dienstag, 39. Okiober. 18 Uhr. in den Germania. Vrachtsolen, Ghaulleestr. 118. öftentliche Bonlangestellieniiindqebvng:..Vonlenfusion und Angestellten sa,,«. lal". Rescrentrn: Mer-, Emonis. Es ist Pflicht jedes Bankangcstellirn, dieje Kundgebung zu besuchen. $&?reie Gewerkschafts-Jugend Berlin. Keilte folgende Veranstaltung: Um lö Ubr Iuqendvarstellung der Ve'le. bllhne im Zhealer am Bülowolatz:„Danions Tod". Kurien zum Pr«>lc von l>0 Pf. sind noch zu haben. Um I8',s Uhr Sprrchchorprobe im Jugendheim des Deutschen Bcrkehrsbuxdes. Gcwerkschaftshaus, Engeluser H'X. Aufgang B, pari. Um 19 Uhr im Rordkre-s. Jugendheim des Deutschen Metall- arbeiterverbandes. Linienstr. 88 8Z. Lichidildcrvortrag:„Die Kirche in der Karikatur"— Achtung. Bor»»zeige! Sonntag, 8. November, um 101, Uhr, im G« werlschaftsbaus, Engelufe? 24 23, Saal 4. Lichidildervorlrag:..Finnland. da, Land der 8S 000 Seen". Olli Suolahti sind zur K-niele. Karten zum Preise von 80 Pf. sind in den Verbands- und Bezirksjugend-zruppcn zu habe». Iuaeadaruppe des ZentralverbondeS der Ansestellten Morgen, Montag. f:nd-n sorgende Veranstaltungen� statt: Weddino: " Jugendheim Turiner Elke Seestrahe. Vortrag:»Wirtschajtsdemokvaiie". Referent Kiirr M-ver.— Schouhoufer Voestadti Jugendheim in der Schule Kaftanienallee 81. Bortrag:„.Bedeutung de, Bcruteschulwesrns". Referent Erwin Bunzel.— llrtaa: I:!grndhe!M robrecht. Ech« Sand-.'itrasic. 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Denn so lange waren sie zusammen. Es war nur einmal. Es war nur«ins Nacht. Eine Frau rief händeringend aus einem Fenster:„Aber Lo, ach Sott, Lo!� Ein Mädchen lief aus einem Hausflur die dunkle Straß« hinauf tmd die Frau oben am Fenster rief noch einmal, bis ein Mann hinter ihr auftaucht«, sie ins Zimmer zog und das Fenster schloß. Das mar die Bekanntschaft mit Lo, Fräulein La. Er stand drüben ein paar Häuser weiter, und als das junge Mädchen an ihm norüberlief. sagte er:„Guten Abend, Fräulein Lo, wohin so eilig?" Sie lief weiter. „Fräulein Lo!" rief er noch einmal ganz laut. Da blieb sie doch stehen. Mit ein paar Schritten war er bei ihr. Sie sah ihn böse an. „Wer sind Sie denn? Ich kenne Sie nicht.. Da lacht« er:„Ich kenn« Sie auch nicht, Fräulein Lo." Sie drehte sich schon wieder um. Sie wollte schon wieder die dunkle Straße hinaufrenn«n, in die helle Stadt hinein, irgendwohin, irgendwohin. Er blieb an ihrer Seit«. „War das vorhin Ihre Mutt«r?" fragt« er. Sie niikt« nur. ».Haben Sie sich gezankt, Fräulein Lo?" Keine Antwort. „Wo wollen S» denn jetzt hin?" „Das weiß ich noch nicht, nur nicht zurück, nur nicht zurück, das sag ich Ihnen. Kein Mensch bringt mich mehr zurück." Er konnte sich schon viel denken. Sie blieb jetzt wieder stehen:„Was wollen Sie denn von mir?" ,O. nichts, Fräulein Lo. Ich sah Sie nur die Straße hinaus' rennen, ich hörte nur Ihre Mutter rufen." Sie sah ihn an. Ein fremder Mann.... Eben war sie von Hause weggelaufen, sie hatte noch Tränen in den Augen und ihre Wangen brannten noch von fünf Fingern Ihres Dater,. „Abends geht immer der Krach los, wenn ich au« Geschäft komme. Ich soll in der Küche Helsen. Ich soll nicht mehr weggehen. Ich soll am liebste» mtt Puppen spielen und keinen Freund haben. ??argot und Erna und all« im Geschäft haben einen Freund. Margot ist auch noch nicht mal achtzehn und ist schon ein« groß« Dame, geht t-.nzen. fährt mit ihrem Freund ins Wochenende und ich soll abends Handarbeiten machen oder das Geschirr abwaschen, wenn ich lieber ins Kino möchte mit meinem Freund." '„So. Sie haben also einen Freund?" „Sie brauchen aber gar nicht so zu fragen, ich weiß schon, was Sie denken, alle denken das immer gleich, es ist nicht schön." „lind was ist denn vorhin vorgefallen, Fräulein Lo, daß Sie nicht mehr nach Hause zurückwollen?" „Ich wollie weggehen und meine Mutter hätte es schon erlaubt, nur Vater wollte es nicht, aber ich habe mir doch dos neue Kleid angezogen und den Hut aufgesetzt und dann riß er mir den Hut vom 5.ops und schrie: Du gehst nicht, und ich sagte: Ich gehe doch und dann tat er mich geschlagen." Sie kämpfte gegen neue Tränen. „Einer Freundin von mir ging es auch so. Und da ist sie von Hause fort in Stellung, zu ihr will ich jetzt hin." „Dann werde ich Sie begleiten, Fräulein Lo, wenn Sie ge- statten." Sie standen vor einein Hause!n der Bergmannstraße. Hier wohnte die Freundin. Aber das Haus war schon zusind rufen konnte man nicht, sie wohnte ganz oben im vierten Stock. Sie warteten nach ein wenig, aber es kam niemand. Fräulein Lo war jetzt eiwas rat- las, aber sie fand einen Ausweg:„Ich werde bei Margo» schlafen." Nun fuhren sie mit der Untergrund bis zum Oranienburger Tor zurück, von hier aus gingen sie ein paar Minuten bis zur Kleinen Hamburger Straße. Hier wohnte Margot. Auch hier war das Haus schon zu, aber man konnte rufen, denn sie wohnt« im ersten Stock. Oben wurde dann auch bald ein Fenster geöffnet, Margots Mutter sah hinaus.»Ach, Sie sind es. Lo. Nein, Margot ist nicht da, sie ist zu einem Vergnügen gegangen." Fräulein Lo war jetzt ganz rotlos. Sie hätte höchstens in ein Hotel gehen können, aber sie hatte nur zwei Mark und fünfzig Pfennige für eine Orangeade im Täschchen. Da sagte er:„Fräulein Lo, wir gehen erst mal in ein kleines CasZ, da überlegen wir weiter." In einer verschwiegenen Nische fanden sie Platz. Die Mustk spielte eben auf besonderen Wunsch, wie der Geiger verkündete, den Tango„Sündig und süß". Der Geiger sang: Dein roter, flammender Mund.... Fräulein Lo hatte auch so einen roten slaimnenden Mund. Sie hatte keine Tränen mehr in den Augen, sondern den Glanz von einem rasch getrunkenen Eherry. Cr freut« sich unter dem roten Schein der Lampe»n ihrem hübschen Gesicht mit dem Mündchen, das«in wenig gefärbt schien und den großen, zärtlichen Augen. Er nahm Fräulein Los Händchen und küßte es. Er legt« seine Hände auch auf ihre Knie, die man unter dem Kleidchen sehen konnte, denn sie saß ja nickst ganz wie«in wohl- erzogenes Psnsionstöchterchen da. Er zog sie auch vorsichtig an sich, ober er riet ihr doch ernst, wieder nach Hause zu gehen. „Ihr Vater hat das Recht, da Sie noch nicht mündig sind. Frön- lein Lo, Sie mit der Polizei zu holen." Sie erschrak ein bißchen. ober dann lächelt« sie halb ängstlich, halb trotzig:„Heute nicht! Sie mögen ein bißchen in Sorge um mich sein. Er hat mich geschlagen, denken Sie, er hat mich geschlagen"— und sie sah ihn dabei an, daß •r nichts zur Verteidigung des Daters zu sagen wußte. „Mein Dater denkt» er kann mich vor etwas bewahren. All« Väter denken das, aber Margot lacht ihren Vater heimlich aus. Wenn der wüßte, was ich von ihr weiß..." „Möchten Sie denn auch wie Margot werden?" fragt««r. .5Wn!* Sie schüttelt« energisch da» Köpfchen. Sie saßen so lang« in ihrer Nische, hi« d«r Ober kam und zwei Kaffee» und z««i Sherrys bezahlt haben wollt«. Dt« Musik wo' längst verstummt, hi« andaren Gäste all« schon gegangen, sie waren dl« letzt«« und ging-n beinah, taumelnd, so versunken hatten sie dort in der Nische gesessen und sich geküßt... Auf dar Straße aber erwachten sie wie aus einem Rausch. Wo wallten st« jetzt bleiben? Lo müßt, nach Hause, sie zitterte schon vor ihrem Bot«, wo» sollt« nur morgen werden? „Lo, Fräulein La. wa, machen«ir jetzt?" sragl« er unter einer Laterne. Sie wußte nichts. „Fräulein Lo. ich bringe Sie jetzt nach Hause— da fuhr st« WV Sie gingen noch einmal zu Margot, ab«r oben war alles dunkel. Eine Stunde warteten sie vor dem Hause, Margot kam nicht, vielleicht schlief sie auch schon. Betrunkene kamen die Straß« entlang und Mädchen mit fremden Männern am Arm verschwanden in kleinen Hotels. Hier und da leuchtete noch ein Schild an den Häusern: Hotel! Pension! Zimmer frei! Fräulein Lo wollte jetzt beinah« nach Hause gehen, sie sah ihren Begleiter manchmal von der Seite an und legte sich auch nicht mehr so fest in seinen Arm. „Wohin führen Sie mich denn?" fragte sie. Er hörte jetzt ein- Stimme: Lo, och Gott, Lo. Er schlug die Richtung zu seiner Wohnung ein... Fräulein Lo." sagt« er dann etwas heiser zu ihr, die müde an seinem Arm hing und jetzt die Augen weit aufriß:.Hier wohne ich, Ärbeitsloser geht über die Straße. Älles ist gut und sris�j und so start au» LOtorgen. Der Häuser blankes VestGt, die atiuendeu Tenster» 5Xäderrolleu und die Stionue» der 2?teusGe» dient alles den» Tag, kennt alles seinen"-Weg. Aus den Kanälen die grünen Dawpser, ein Schlot»nlt dünnen» Rauch, die Rebelfahnen am ernste Gebäude, aus den Promenaden die schönen Binder im Sonnenschein— ist alles so nubeschroert und so herrlich zusriedeu. Rur du gehst mtt verwirr tem Slepf über die feuchte Strajße— von Autos umschrien, ausgestoßen, «in Einsamer, der den Tag haßt und die strahlenden Farben, und das Sattsein in manchem Gestcht: Von dieser löelt nm alles betrogen— Um Brot und Obdach, Glück Und ein wenig Dankbarkeit! Alfred Prügel. Fräulein Lo. Sie können auf dem Sofa schlafen. Sie brauchen keine Angst zu haben." Sie trat«inen Schritt zurück und sah ihn an. Jetzt geht sie nach Hause, dachte er. Sie stand noch da. „Ich werde mitkommen", sagte sie nach schwerem Atemholen. Er ging vor, aber sie stand noch immer da.„Fräulein Lo" rief er. Jetzt kam sie, aber sie sah ihn wie ein Raubtier an, da» eine Gefahr ahnt:„Sie dürfen mich nachher höchstens küssen, nicht mehr, versprechen Sie nur das!" Er versprach es:„.Sie können ja schreie», wenn Sie sich fürchten. Aber sonst müssen Sie ganz leise fein, meine Wirtin darf nichts merken.' Das mit dem Schreien leuchtet« ihr sofort ein.„Das sag ich Ihnen, ich werde ganz, ganz laut schreien, wenn Sie..." Sie sprach es nicht aus, sie sprach wie in Gedanken weiter:„Mein Freund wollte das auch schon einmal, aber da Hab ich ihn gebissen." Sie blitzt« ihn jetzt mit den großen, breiinenden Augen an. als wollt« sie sagen: Ich werde dich auch beißen, wenn du etwa mehr willst als mich küssen. Als sie im ersten Stock waren, blieb sie plötzlich stehen und schrie aus:„Sie Lügner, das ist ja«in Absteigequartier!" Sie wollte her. unterlausen, aber er hielt sie sest.�..Das ist ein Absteigequartier, ja. aber ich wohne doch oben. Seien Sie nur leis«." Sie sah ihn verängstigt und ratlos und schon halb ausgeliefert »n;„0. ich werde schreien, wenn.. „Kommen Sie, Fräulein Lo." ... St« stand oerwirrt in feinem Zimmer und er nahm ihr den blauen Trenchcoat und das blau« Mützchen ab, aber sie wehrte sich ganz leise dagegen„Fräulein Lo," sagt« er.„Sie können doch nicht bis zum Morgen im Mantel dasitzen." Er bot ihr das«osa an. Sie dankt« und setzt« sich auf«in«n Stuhl. Sie zog das Kleid über die Knie und saß mit den Händen im Schoß« beinah« wie«in wohl- erzogene« Pensionotstöchterchen da. Er ging vor Ihr leise aus und ab und ihre Blicke folgten ihm und irrten hinter seinem Rücken hin und wieder zu den Wänden ab. wo ein paar Bilder hingen. Aus dem Nachttisch stand ein Wecker, es war drei Uhr nachts. Sie dachte, daß er wohl müde sein würde und nicht schlafen könnte,� ihretwegen. Sie sah. wie er manchmal aus sein Bett starrte. als möchte er sich hineinlegen und schlafen. Vielleicht mußte er morgen früh wieder zur Arbeit gehen und hätte nicht ausgeschlafen. Sie sah wieder auf den Wecker und«« war jetzt dreioiertel Vier. „Legen Sie sich doch schkosm.' fegte sie leile. Er war so in Gedanken gewesen, daß er förmlich aufschrak, al» st« ihn so ansprach. „Und Sie?" antwortet« er.„Ich werde mich aus das Sofa legen, ob«? die Lamp« muß brennen bleiben." Jöchän."— Er log schon auf dem Bett..Liehen Si« sich dach wenigst«»« die Jack» aus", sagt« sia.„Ach ja. es ist bester," meint« er. Er zog sich die Jacke aus und warf si« auf«inen Stuhl. Fräulein Lo hängt» die Jack« über di« Stuhllehn« und wagt« dabei«inen Plick auf da« Bett. Daun legte si« sich aus, Sola, deckt» sich mst dem Mantel zu. aber si» kannte nicht schlafen. Immer dacht« sie: Schläft er? Sie lauschte auf seine Atemzüge. Ihr Herz schlug aufgeregt. Sie hatte einen ganz trockenen, heißen Mund. Sie dacht«: Ich werde gar»icht schreie« tonne». Werd' ich denn schreien? fragte sie sich und legt« die Hand aus ihr Herz. Margot hat immer gelacht: Auch du wirst einmal schwach, Lo, denk nur nicht, daß du anders bist. Sie war ja gar nicht anders, nein. Sie wurde jetzt schon schwach. Man könnte noch ein Jahr kämpfen oder zwei, aber warum? einmal wird es doch fein. Sie wird nicht schreien, nein, sie wird daliegen, erschlagen von ihrem Schicksal und durchströmt von etwas Neuem, Wunderbarem. Die Mutter ruft: Lo, ach Gott, Lo! und der Bater schlägt sie, aber das Leben ist anders. Das Leben kommt jetzt über sie, grausam schön, und sie wird nicht schreien. Er kommt jetzt, sie hört es. Cr hat ein fremdes, schönes, wildes Gesicht. Dielleicht denkt er: Wenn sie nun schreit! Nein, ich werde nicht schreien, Hab keine Angst. Einmal muh es doch sein. Mach die Lompe aus,»ein, laß sie brennen, ich muß dein Gesicht sehen. Ich muh es ganz tief in mich aufnehmen, für immer, denn du bist der Erste. Ich werde dich nie vergessen können... „Fräulein Lo," klang jetzt seine Stimme»eben ihr,„Fräulein Lo, haben Sie kein« Angst, ich will ja nur«inen Kuß von Ihnen, nichts mehr." Sie küssen sich., „Fräulein Lo, Ich bring« Si« morgen Ihren Estern zurück und Sie werden schon eine Ausrede finden, wo Sie die Nacht gewesen sind. Sie können sagen: Bei Margot. Wir müssen Margot vcr- ständigen. Ihr Vater wird Sie nicht mehr schlagen, das darf er nicht, heute denkt man anders als früher.. „Sie können aber leidenschaftlich küssen, Fräulein Lo." Sic schlägt jetzt schon die Arme um seinen Nacken. Er preßt sein Gesicht gegen ihre Brust. «Ach, werden Sie jetzt schreien, Fräulein Lo?" „Nein, nein, ich Hab nur groß« Angst, aber Si« sind doch er» fahren, Sie werden mich nicht unglücklich machen, nein?" „Du wirst nicht schreien, Lo?" „Nein, Liebster, ich— schreie— nicht..." 3>eler Sdter: tfecii Krulle stand vor dem Spiegel und sah sich lange prüfend an. Gut! dachte er dabei, di« Zeit hat es bester besorgt, als der Friseur e« schaffen könnte. Graumeliert ist di« große Mode. Aber die aparte Wirkung ist ein« Sache für sich. Wenn die gleichmäßig braune Hautfarbe nicht wäre—! Gott sei Dank, ich habe sie. In der Tat: die mit dein ursprunglichen Dunkelbraun de» Haares durchsetzte silbrige Tönung wirkte verblüffend jugendlich. Krulle reckte die Anne und ließ triumphierend den Brustkorb hervortreten. Es war erwiesen, daß er es mit dem Jüngsten aus- nehmen konnte. Aufnehmen? Oho! Cr wiegte sich in den Hüsten. Di« Jüngsten tonnten froh sei», wenn sie mit ihm Schritt hielten. Er, der graumeliert« Krulle, hatte in ungezählten Fällen erlebt, daß die jungen Mädchen mit den Jünglingen nichts tinzlifarrgem wußten. lieber was konnte so ei» junges Ding mit den Gleichaltrigen reden? Spart und nichts als Sport. Eine klagte es der andern. Es war ein offenes Geheimnis, daß sie aus diesem Grunde zu gereiften Männern flüchteten, die natürlich gut aussehen mußten. Ohne Zweifel— graumeliert ist Trumpf. Kriille nahm die Hanteln hoch, Ling in Kniebeuge und arbeitete in schweigendem Ernst geraume Zeit. Mit Genugtuung stellte er fest, daß seine Gesenke wie i» gut geölten Scharnieren gingen. Da fchltc nichts. Er zündet« sich eine Zigarette an und ging mit sedernden Schritten die Straße hinunter. Die Sonne schien, Vögel sangen, alle Menschen hatten heitere Gesichter. Knills fand, daß Gott ihn ausersehen habe, diesen Tag als einen Sonntag zu erleben. In der offenen Straßenbahn, mit der er vor die Stadt hinavssahrcn wollte, saß er, seine aromatische Zigarette rauchend, vom srischea Luitzug umspielt, ii.'d betrachtet« mit ungewöhalich wachen Sinnen die vor- überilitzende Buntheit der Straße. Ein alter 5)err neben ihm, der a» diesem Morgen mit dem vcr- kehrten Fuß aus dem Bett gest'egen sein mochte, und mit Blicken um sich stierte, denen man ansah, daß ihn nichts heiterer stimmen kannte, es sei denn die Gelegenheit, die gallige Stimmung an den Mann zu dringen— dieser»»lfsige Aste halte, sich schon längere Zeit mit sauerer Miene über Krnlles heitere Avsgeglichenheit ge- ärgert. An einer Straßenbiegiing, als die Bahn mit jähem Ri ck herumfuhr und Krulle gegen den asten Herrn geschleudert wurde, wobei sich auch noch etwas glühende Ziqarettenasche auf dessen Aermel entlud, bot sich endlich der ersehnte Anlaß zu eipem Ausbruch. „Pasten Sie doch aus!" keifte der Alte gisiig. und es lag etwas in seinem Ton, das Krulle bestimmte, sich nicht gerade übertrieben höflich zu entjchilldigen. Das kam jenem nur gelegen: er erhob.'Iii wütendes Gebelfer. Krulle antwortete, es ging h.» und her ii»d schließlich schrie der aufgeregte'Alte:„Schümen Sie sich!— S!« junger Mensch, Sie!" Krulle klangen diese Worte lieblicher als das Menuett aus dem „Do» Juan" in den Ohren. Am liebsten hätte er dem bissigen Alte» dl« Hand geschüttelt. Er strahlte über das ganze Gesicht, was wiederum seinem Gegner eine Bestätigung besonderer Herzensroheit dünkte iiiid zur Folge hatte, daß er, zu den anderen im Wogen gewendet, noch mehrmals zeternd bemerkte, von so einem jungen Menschen brauche man sich doch nicht alles gefallen zu laste». Krulle beschloß, dem Austritt ein Ende zu machen. Er sprang. bevor nach der Wagen die Haltestelle erreicht hatte, mit behendem Schwünge ab. Hinter ihm hüpfte ein junger Bursch hirunter, der das Be- dürfnis empfand, Krulle anzusprechen. Indem er eine Armbeweguna erst nach der Straßenbahn, dann aus Krulles Gehwerkzeug« machte, sagte er in arglos fröhlicher Anerkennung: ..A I« Achtimg, Herr— wie ein Junger!"—„Hm.. Krulle, der G.umellerts, bot dem frelii dlichen Jüngling eine Zigarette an. S ihr sagte er nicht. Aber es schien, daß er seinen Weg etwa» weniger hochgespannt sortiere, ol« er ihn begonnen hatte. Altertümliche Zischernehe. An der pommerschen Küste sind ver- einzelt noch sogenannte.Heesen" in Gebrauch. SI» bestehen aus einem ganz schmalen, langen, derben Geflecht, an dessen End« sich Pas eigentliche trichterförmige Fischernotz befindet, das durch Ringe, die sich nach unten hin verengen, nisommenqel, alten wird. Zum erstenmal ermähnt werden die Zeesen bereits in einem Bericht aus dem Jahr« lä/l. Der Pulsschlag des Menschen nimmt inst den Ialzren ob Beim Säugling und bei dem kleinen Kinde schlägt das Herz 1 Üb mal bis UOmai in der Minute, beim erwachsen«» Menschen nur«och 7Zmot, Henkels Aufwasth-Spül-und Remigungsmiltel Jtran Jli's ich noch in Hamburg wohnte, saß ich an einem hcchen Nach- mittag im Garten eines auf der Höh« über dem Hafen gelegenen Restaurants und sah den hinausfahrenden und heimkommenden schiffen zu. Die sonne gleißte auf dem Waffersplegel.(kin wunder- bares Tuicn und Schnaufen, Hämmern und Brause» kam neu Wellen u»id Werften. In den Docks lagen mächtige lleberfcedampfcr, fahrtbereit. Nach einer Weile fetzt« sich ein nobel gekleideter Mann mit feiner Familie an meinen Tisch. Er sah gleich auf den ersten Blick wie ein Spanier aus, wie ein Südländer, dem heißer Wein statt Blut in den Adern springt. Als er sich mit seiner Frau unterhielt, fand ich meine Vermutung bestätigt. Uebrigcns geht mich der Mann nichts an; ich sah wieder über den Hasen hin. Aber nun begann er ein Gespräch mit mir. Er»er stand das Deutfche zu radebrechen. Er sagte, er wallte morgen zurück,»ach Südamerika, noch der Heimat. Deutschland habe ihm prächtig ge- »ollen, 0 herrlich, über die Maßen gut. Und er preßte vor Freund- schaft die Hände aufs Herz. Auch seine Frau und die beiden Kinder sahen mich nüt dunklen leuchtenden Augen an. Er bestellte beiin Kellner ein Getränk sür mich, als wär' ich ein Freund, den er un- oermutet und glücklich wiedergefunden hatte, und ich mußte mit chm trinken und meinen Namen nennen. Er hieß Pcrcira, Suan Pereira. Herr Pereira wollte noch einmal dem schönen Deutschland, dessen Verkörperung in dieser Stunde ich für ihn war, alle niöglichen Ehren antun. Und da er so gut zu mir— gedachte ich zu ihm nach besser zu sein, er sollte am letzten Abend dies Land, das«r liebt«, noch höher rühmen und preisen lernen. Ich nahm also ihn und seine Familie aus der Stelle mit und zeigt« ihnen bis zum Abend, auf einer Autofahrt mit vielen Stationen, die Schönheiten »nd Merkwürdigkeiten der Stadt, die ihnen auf dem Wege der üblichen Rundfahrt natürlich verborgen geblieben waren. Am Abend war Herr Pereira begeistert. Seine Familie schickte er ins Hotel, er dachte gar nicht daran, mich loszulassen. Ich sollte ihm die schönste Weinstube zeigen und' das tat ich auch...Sie können trinken fcrr gut," sagte Herr Pcrcira. Ich sagtei„O ja." und sein« Freundschaft zu mir wuchs dadurch ganz bedeutend. Er wollte mich nach Südamerika mitnehmen, aber darauf ließ ich mich nicht ein. „Es liegen keine Minen im Wasser mehr," versicherte mir .Herr Pereira. Ja, es mar aber nicht wegen der Minen im Wasser, daß ich nicht mit hinüber wollte, ich erwartete sür den übernächsten Abend Besuch in meinem Zimmer, und den wollte ich doch nicht warten lassen, bis ich aus Südamerika zurückkommen würde. Drei Stunden nach Mitternacht ließ Herr Pereira mich los. Er war duhn, ich nicht. Ich weiß nicht, ob es jedermoims Sache ist, zu wissen, was„duhu fein" bedeutet. Darum erwähne ich noch, daß ich den Kellner ein dickes, samtenes Kissen heranbringen ließ. Dies Polster wurde dann auf den Tisch gelegt, und da Hot Herr Pereira nicht immer los auf den harten Tisch fausten müssen, denn das war fein Vergnügen, er schlug auf den Tisch. Dazu rollten sein« schwarzen Augen und blitzten römisch.— Das bedeutet: ,duhn fein". Herr Pereira hatte sich meine Adresse notiert, und am nächsten Abend, als ich gerade ausgestanlden mar, klingelte es oon der * Sin Qefchenk Wohnungstür her. Ich öffnete, und ein kleiner Boy stand vor mir und fragte noch meinem Namen. Er hatte etwas für mich abzugeben, erstens eine Visitenkarte van Herrn Pereira, und dann irgend etwas Lebendiges, das er unter samtener Deck« in seinen Armen trug, und mir so, in der Decke, Ubergab. Ich lüpfte die Docke und sperrte den Mund auf. Ich hielt in meiner Hand— eine ganz klein« Tigerin. In meiner Stube setzte ich die kleine Tigerin in eine Sasoecke Mit ihren Edelsteinouzcn blitzte sie zu mir hinüber. Ich war so betreten, wegen dieses ziemlichen lehäncn Bsfuchs. daß ich noch keinen Ton van mir geben konnte. Ich stand mitten im Zimmer und sah meine Tigerin an. Die Sonne war schon im Untergehen, da mochte die Tigerin steh auf die Beine. Sie fing an, ein bißchen herumzuhopsen, sie konnte dos sehr gut, o die kannte springen. Auf den Tisch, wieder hinunter-- und dabei riß sie«in« blaue Glosschal« zu Boden —