BERLIN Äienstag 29. Oktober 1929 10 Pf. Nr. 508 B 253 46. Jahrgang CifAetat ta«tt4«ifetSoanttg«. AugKick Adendaasgade de«.Vorwirt«'. Bezugerrci« beide Ausgaden SüPf.»ro Woche, S.snM.»ro Monat. Sledaktlon und Lxredition-, Berlin SWes.LiodenKr.s nVtfutoLffa lK|(i|«B»l((«iSi( einspaltige Nonpareille, ekle •0 Pf., gletlameieile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. Vostscheekkoatoz Vorwärtt-Derlag G.m.b.H.. Berlin Nr.»?öSS. Fernsprecher: Dänboff 2S2 die 2S? // Pater Raymundus. // Oer Feldgeistliche der Hugenberg-Armee. »Venn ich bin die Wahrheit und da« Lichts— „Ich* ist in diesem Falle der Herr PfarrerKarlKöniz. Dad Honnef am Schein, Postscheckkonto Amt Köln 99 172. Tete- phon 307. Dieser versendet am 26. Oktober d. 5. ein gedrucktes Zirkular. Das geht so an: „Sehr verehrter Herr! Lieber Freund! Seit Iahren kennen wir uns wohl. Wenn auch, um der Katokombenarbeit willen, unter Pressedecknomen und im Schützen- graben geborgen.* Ein mutiger christlicher Kämpfer unter Decknamen, im Schützen- graben geborgen. Das läßt schon allerlei erwarten. Sein« Parole lautet: »Segen Zentrum und Sozialdemokratie!" „Gegen M.-Gladbach, Severing und„Berliner Tageblatt*." „Für den christlichen Staat: für ch r i st l i ch e Schul« und Sitte; gegen Berliner Korruption!" Der wahrheitsliebend: Gottesstreiter teilt dann mit. daß er„seit etwa Z Iahren aktuelle P r e ss ei n s o r m ati o n en" heraus- gibt, die mit„steigender Froud« und steigendem Gewinn(in bar für den Bersaster) gelesen und in die Tat umgesetzt werden". Dann h.üßt« wörtlich weiter: „Die Einheitsfront:„Glaube und Heimat". .Glaube, Volk, Doterlond" zieht sich zusammen, bereit, de« Diktator die Wege zu bereiten, dem christlichen Mann, der nur eins kennt:„Gott und mein Volk!" »Zeutrum besiegt, alles besiegt." Der ganz christliche Mann will nunmehr seine.Presseinforma. tionen" als„M a s s e n f l u g b l ä t t e r" herausgeben, die„bis zum letzten Mann hindringen und vordringen" sollen. Bisher wurden sie„nur ganz streng vertraulich(ein sehr mutiger Gottesstreiter) den ersten Führern zugestellt". Er teilt mit, daß er die erst« Sendung der Flugblätter zugleich mit dem Anschreiben sendet und alle Woche eine Ladung schicken wird, und spricht die„innige christlich« und vaterländische Bitte" aus, dieselben im ganzen Bezirk zu verbreiten und Ihm die Zahl der Abonnenten sowie der Vertrauensleute und Ortsverein« des Regierungsbezirks baldigst mitteilen und mit Flugblättern ver- sehen zu wollen. Dann enthüllt sich der„Heldenpsarrer" vom Rhein in seiner ganzen Tapferkeit als Wahrheitskämpfer. Er schreibt wörtlich: „Ich bitte, auch in Zukunft aller strengste Vertrau- lichkeit hinsichtlich der Quell.' oder des Ver- f a s s« r s, auch den engeren Freunden gegenüber, zu wahren. Mein Na we soll nur für Sie selbst, den Bezirksleitern aller Grup- pen im gänzen Regierungsbezirk bekannt sein. Bei den übrigen vorständen und Mitgliedern möge ich welker gellen als Pfarrer Pater Raymuadu»" Im ktamen Christi und des. Vaterlandes� Ihr ganz ergebener� Alsdann folgen Angaben über Erscheinungsart, w der Regel zweimal die Woche. Einen Monat sollen sie unentgeltlich geliefert werden, dann für Z bi» 5 Pf. das Stück, jedesmal beim Empfang zu zahlen. Die erst« Auflage beträgt 50 000. Sehr oft waren neu« Aus- lagen erforderlich." Man denke, vor der ersten Auflag«! Das ist allerdings«n noch nie dagewesener Erfolg. Nun aber noch eine Perle aus dem P. S. seines Zirkulars: Er konstatiert, daß„schon rein zahlenmäßig in dem Kämpf«« und Siegen der christlichen Diktatur für die ganze nächst« Zelt' »der katholische Volteteil den Ausschlag geben muß, ergibt sich ohne weiteres die außerordentliche Wichtigkeit im- serer heutigen Aufgabe— das sowohl das katholisch« wie dos eoan- gellsche Volk In völlig gleicher Weise haben muß". Daraus wird klar, obwohl er selbst feststellt: „79 Proz. unserer Leser waren bis heute evangelische Mitbürger", «Parum für den Pfarrer Karl König aus Honnef am Rhein ein Pater Raymundus aus nirgendsheim weiter gelten muß. (Fortsetzung auf der 2. Seite.)___ Die Gründung der Ztiesenbank. Herrn Wassermanns'großer Tag.— Eine AngesteNtenarmee vor dem Ztain. 3a den grüßten Lankpalästen Berlin» wurde heule die Fusion der Deutschen Bank und der Disconlogesellschasi beschlossen. Es ist damit die größte Lank des europäischen Kontinents entstanden, die mit fast 300 Millionen Aktienkapital«in D r i i t e l de» gesamten privaten deutschen Bankkapitals und damit einen sehr großen Teil der deutschen Industrie beherrscht. Nach sahrzehntelongem schärfsten Konkurrenzkampf hat die üvjährige Deutsche Bank die 80jährige Discontogesellschoft gefressen. Aber es gibt Sieger und besiegte Notleidende in diesem Kampf. Sieger ist Herr Oskar Wassermann, der Führer der Deutschen Bank, Notleidend« viele Tausend« von Angestellten mit ihren Familien, die durch die Fusion vor Arbeitslosigkeit und Elend gestellt werden. Die vorstände, dl« Aussichisräte. die Direktoren, die Aktionäre der beiden Baaken werden nicht» verlieren. Für sie ist die Fusion die Fortsetzung eines guten alten Geschäfts und auch in der Zukunft die Sicherheit einer reichlich bemessenen Hitler und Hugenberg. In 25 gingen zwei Drittel der deutsch nationalen Wähler zu den Nazi« über. Hugenberg:„Das haif ich mir umgekehrt gedacht../ Exsstenz. Zitternde Angst dogegm liegt über jenem kriegsstarken Armeekorps von 24 000 Angestellten der beiden zusammengeschlossenen Danken, bei denen für einen großen Teil— man rechnet mit 3000 bis 7000 Mann— die Fusion die Arbeitslosigkeit bedeuten wird. Mit den Familienangehörigen sind es zwei bis drei kriegs- stark« Armeekorps, ist«s die Bevölkerung einer großen Stadt, die um ihr zukünftiges Schicksal bangt und ist es immer noch ernc Stadt von 10 000 bis 15 000 Einwohnern, der mit Sicherheit dos Schicksat der verlorenen Existenz beschert wird. Die Generalpersammlung der Deutschen Bank wurde von dem uralten Herrn Kommerzienrot Steint al präsidiert, der durch sein« Person beweist, daß man für den Posten des Aufsichtsrotes und die damit verbundenen hohen Bezüge nicht zu alt werden kann. Der Sieger das Tages, der kluge Herr Oskar Wassermann, hat vor leinen Aktionären keine Siegerrede gehalten, und er wußte sehr wohl, warum. Er mußt« selbst feststellen, daß dos private deutsche Bankkapital bisher, während in der übrigen deutschen Wirtschaft viel zum Wiederaufbau geschehen war, zur Ralionolisicrung der Bankenwlrtschast alle» unterlassen hak. Mit dem Hinweis darauf, daß heute noch die Zahl der Bonken sich nicht verringert hat, daß sie im Gegenteil gegenüber der Vorkriegs- zeit sich noch enorm vermehrt hat, obwohl das Geschäft kaum größer geworden ist, erhob er ungewollt die schwerst« Anklage gegen den prioattapitalistrschen Profitwillen, dessen Führer, soweit sie im Finanzkapital tätig sind, für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschast versagt haben. Herr Wassermann sagte auch, daß die Wirtschost keineswegs von der Fusion ohne weiteres eine Zins- verbilligung erwarten könne. Diese Feststellung ist auch keineswegs verwunderlich, denn nach den bisherigen Erfahrungen war das Wort Verdienen bei aller privatkapitalistischen Rationalisierung immer größer geschrieben als das Interesse der Volkswirtschojt. Herr Wassermann stellte selbst fest, daß die Personalersparnis nicht nur der größte vorteil, sondern auch da« Hauptziel der Fusion sei, wobei wir wieder nach alter Erfahrung hinzufügen dürfen. daß dies« Ersparnis sich nicht oder kaum nach oben, sondern nur nach unten auswirken wird, trotz der platonischen Versicherung des Leiters der neuen Riesenbank, daß die Personolvermindcrung bis in die höchsten Spitzen durchgeführt werden würde. Man hört die Botschaft wohl, doch fehlt der Glaube. Dieser Glaube fthlte auch jenen Vertretern der Angestelltengewerkschaften aller Richtungen, die in der Generalversammlung als Aktionäre— die Gewerkschaften können nicht anders zum Worte kommen— für ein besseres Schicksal der in der Zukunft abzubauenden Angestellten kämpften. Herr Fürstenberg vom DHB. führte den Nachweis, daß die Personal- kosten nicht der Anlaß zur Verschmelzung fein können, denn die Gehält«? der Angestellten haben heute noch nicht die Krafkraft der Friedenszeit und Benno Marx fügt« in einem Zwischenruf mit Recht hinzu, daß die Friedensgehälter keilweise auch nominell noch nicht erreicht seien. Di« Generaloersammlung einschließlich der sehr stark vertretenen Press« konnte sich dem Eindruck der von den Angestelltcnvertretern geschilderten Elendstoge der Abzubauenden nicht entziehen. Die Generalversammlung der Deutschen Bank dauert bei Re- daktionsschluß noch fort. Oeffentlichkeit und Regierung werden mit größter Sorgsalt verfolgen müssen, was das Schicksal der 5000 bi» 7000 in Berlin und im Reich abzubauenden Angestellten sein wird. Es darf nicht dazu kommen, daß diese Ricsenaktion des deutschen Bantkapitals nur zum Nutzen der Aktionäre, der Bor- stände, Direktoren und des Aufstchtsrates erfolgt während die Volts- Wirtschaft und die schaffenden Kräfte schließlich nur benachtei- l i g t werden. Die Toten von Lupeni. Schuld der BergwerkSgesellschasten und Behörden. Bukarest, 29. Oktober. Der Ministerrat beschästigle sich am Montagabend mit dem Bericht über die Untersuchung der blutigen Zwischenfälle von Lupen i. zu denen e» Ansang August im Zusammenhang mit einem Bergarbeiterstreik gekommen war. Der Ministerrat stellte fest, daß die Bergwerksgesc l l- schafieo Verantwortung lresse, da sie durch ihre Haltung einen Zustand dauernder Gespanntheit geschossen hätten. Andererseits trügen auch die Ausständigen Schuld, da sie gegen die Gesehe verstoßen und selbst die Pflichten gegen ihre Sameraden verletzt hätten, als sie Angriffe unternahmen und Sabotageakte verübten. Ferner wurde d i e Schuld der Zivil, und Militärbehörden festgestellt, die es nicht verstanden hätten. die notwendigen Mahnahmen zur Verhinderung von Zwischenfällen zu ergreifen. Der Ministerrat beschloß daher, alle in diese Zwischenfälle verwickelten Vertreter der Zivil- und Militärbehörden ihre« Amte» zu entheben. Anter ihnen befinden sich der Präfekt des Departements, R o s- b aui. der Erste Staatsanwalt und der Kommandeur des Gen- dormerie-Regiments. Es wurde beschlossen, einen Sonder- kommissor für die Verwaltung des Bergwerks- gebiete, von Lvpeul zu ernennen. „Pater Naymundus" (Fortsetzung von der I.Seite.) ist Doicthd) die Hohe der christlichen Wohrheitsiiede und Ehrlichkeit! Doch nun zu den Massenflugbiättern, nut welchen der Held am Rhein hofft, den„letzten Mann— die Frau schweige in der Ge- meinde gilt wohl für Herrn König noch heute?— seelisch und un- desieglich mit religiösen, konservativen Motive» zu erfassen und so dem christlichen Führer und Diktator die Wege zu bereiten''. Vom Oktober 1929 sendet er gleich vier Törten: Nr. 31 bis 34. Alle tragen den Titel:„Die Stimme des Volkes" und den Vermerk: Als Manuskript gedruckt ohne Quellenangabe. Nr. 31 hat die Ueberschrift: „Schlagzeile für die Deutsche Zeitung„Kon- sratres!" Nun verkündet der rheinische Mit- und Amtsbruder: „Noch niemals ward ein Volk von seinen eigenen Brüdern .5 verkaust, wie heute Deutschland verkauft werden soll." Wir glauben, Herr Pfarrer König hat sich den Pfarrer eben- so angeniaßt wie den Pater, denn sonst müßte er in seiner Tätig- keit doch hin und wieder auf das zweite oder achte Gebot gestoßen sein. Im ersteren heißt es in der Lutherfchen Erklärung u. a.: „Wir sollen nicht lügen oder trügen, auch nicht zaubern," also Herr Pfarrer-Pater, keinen faulen Zauber vormachen. Im achten Gebot aber heißt es für Katholiken wie für Evan- gelische:„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten." Ohne Umgehung dieser Gebote ist aber die ganze Königs che Massenflugblätterfabrik unmöglich. Und ein solcher Mann spricht in demselben Flugblatt von „Wiedererweckung von Treue und wahrhastigteit, Reinheit. christlichen Idealen." Ja, wer König im Lügen ist, hat das als Pfarrer wie als Pater gleich dringend notwendig. Weiter heißt es:„Es geht am 16. Oktober— Beginn der Ein- iragung für das Volksbegehren— Konfratres um unseve eigene feelforgliche Vertrauensstellung und um unsere eigene seel- sorgliche Ehre." Und zum Schluß: „konfratres! wir find geweiht für Christus und die Seelen, nicht für wirth, Severing und Freimaurer Slrefemann." Herr Pater-Pfarrer König! Es heißt in dem zweiten Gebot: „Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen." Unter- schrieben ist dieses Flugblatt: Pfarrer F. p. in Rl. Also wieder mit einer von Mut triefenden Unwahrheit! Das Flug- blatt 32 beginnt: „katholisches Volk von ganz Deutschland! Auf dich kommt es an. Du mußt am 16. Oktober beim Kampf um die Freiheit deiner Kinder der erste fein... Zehn Iahre long hat man das katholische Volk gekettet an die Freimaurerei, ans Zudenlum und an die Sozialdemokratie. Wir wollen es am 16. Oktober nicht vergessen, daß man erbarmungslos Land und Volk an die Loge in Paris und die Seele des katholischen Volkes an Severing und ans„Berliner Tageblatt" verkauft hat. Damit einige K r i p p e n h e n g st r sich mästen konnten." Uns scheint, der„König der Pater" hat noch übersehen, daß Paris noch seinen Verstand als Zugabe gratis erhalten hat. Er schließt diese katholische Nummer mit dem Ruf: „Das K a t a k o in b e n- D e u t s ch l a n d steigt zu Tage!" Im Flugblatt 33 öffnen sich nun diese Katakomben, aber nicht die alten römischen, auch nicht die bombensicheren von 1918. Weder tot« noch lebendige Helden steigen zu Tage. Was sich öffnet, sind die Kanalisationsröhren der Abwässer und eil, Iauche-König dirigiert den Schlauch Der Inhalt geht auf Gott und die Welt über. Zuerst nach der Richtung der Ueberschrift: .Karl Severing, Sklorek. Bäh und der Gummiknüppel." Dann auf die Berliner Polizei, Grzesinski, die„Berliner Jaden" mit dem„bebenden Hosenboden", die„nur noch vom Laternenpsaihl träumen". Der Gottesmann schreibt: „Bravo Karl Sevcrüig! Wir haben wirklich ein Schweine- glück! Wir werden dir, wenn du einmal dich aufgelöst hast,«in Denkmal setzen mit der Inschrift:„Dem Radialen des Berliner Kabarettkabinetts der Persönlichkeiten! Dem Beschützer de» Volks- iiaates! Dem Reklamechef des Hauses Hugenberg-Hittler-Seldte! Cr hat zwar ein bißchen teuer gearbeitet, auch ein bißchen umständlich, auch ein bißchen nervös! Aber er hat Glück gehabt, der Erfolg läßt sich nicht leugnen." Aber dann überkugelt er sich selbst: „Wir aber, wir Brüder vom Rhein und Westfalen, die wir die Besatzung gern gelragen haben und gern weiter tragen wollen, wenn es not tut: sedenfalls viel lieber tragen wollen, viel lieber, wenn es sein inuß, auch noch zehn Jahre lang, als die Versklavung aller Unserer Brüder und unserer Kinder 76 Jahre lang auf unser Ge- missen zu laden: wir, eure Brüder von, Rhein, denen die Berliner setzt, durch die Auslösung des Stahlhelms, ihren Dank abstatten für die Treue, die sie unter zehnjähriger Besatzung in Not und Gefängnis und Armut sürs deutsche Vaterland getragen haben: wir, eure Brüder vom Rhein, rufen euch be- geistert zu:„Nun erst recht! Darauf. Herr Radiot Karl Severing, baben wir nur gewartet! Läutet zum Sturm! Auf die Schanzen! Der letzte katholische Iunginann hinein in unsere Reihen! Jetzt ommt die Zeit der Märtyrer!" lind weiter tobt er: „Ja: Wir, eure doppelt gefesselten und doppelt freien Brüder m Rhein, gefesselt in Pariser Ketten durch Erzbergers atanische Tat: gefesselt in Berliner Ketten durch des Zentrums Schuld, wir schwören es euch, wir, hier im Rheinland, wir schwören es euch draußen im Land am heutigen lag«:„Run erst recht!" Run kommt für unser Volk die Zeit, von der ein Bismarck gt:„Jetzt wird Deutschlands Geschichte nicht mehr mit Tinte c schrieben. sondern mit Blut!" Setzt kommt, nach zehnjähriger furchtbarer Judenherrschaft der ~ag des Sieges und der Freiheit." lind nun kommt die„Tot": „T-'c erste A n t w o.» der Tat, Radiot Karl Severing, aro die sein:„Am 16. Oktober, morgens 9 llhr, werden ibeioll unsere Scharen, die Männer und Jungmäimer voran, i» dichten ZNauern dastehen, um das Volksbegehren zu unterzeichuen. für das Freiheitsgesetz mit Stolz und Freude ihr- Stimme ab- öfbeu vor oller Welt: geschmückt mit den Zeichen des Stahlhelms. Nieder mit Berlin! Nieder mit Versailles! Nieder ::.-r„großen Koalition! V Hoch die„deutsche Koalition"! Hoch die„christliche Koalition"! soll der Schlachtruf klingen am Morgen des 16. Oktober. S o schön soll dieser 16. Oktober werden wi« jener 16. Oktober 1813 vor den Tore» vor Leipzig, der Tag der großen Völkerschlacht." Jawohl, der König rief und alles, alles schlief. Und so etwas verschickt der Mann noch am 2 6. Oktober, als Herr Hugenberg selbst sckion von„seinem Volksbegehren" den Kanal bis zur Halsbinde voll hatte! Wenn König dann in diesem Flugblakt, das noch die„Volks- begehrlichen" zu dichten Mauern antreten läßt, behauptet, das Zentrum und die Bayerische Volkspartei haben den Mittelftand, Bauern und Akademiker an die Sozialdemokraten und Juden verkaust, dann haben sie ganz sicher auch den Verstand des Herrn Pfarrer König veffchachert. so weit das Borhandenfein eines solchen je nachweisbar war. Das vierte, vorläufig letzte Flugblatt Nr. 34, beginnt wieder mit der Anrede: „katholisches Volk Deutschlands!" In diesem spricht der Herr Pfarrer wieder als Pater und sagt u. o.: „Wir aber, katholisches Volk, wollen in den Tagen vom 16. bis 29. Oktober wieder kämpfen für die Auferstehung von Wahrheit. Freiheit und Recht." (Sollte er es wirklich mal mit der Wahrheit versuchen wollen?) Cr verfichert dann: „Wir wollen in jenen schweren aber schönen Kämpfen des Volksbegehrens, des Freiheitskampfes, kämpfen gegen Korruption für die Reinheit des öffentlichen Lebens. Wir wollen kämpfen, daß Politik wieder Seelenforge fei: Sorge an den Seelen: Ausbreitung des Reiches Gottes, Herrschaft der zehn Ge- böte und der acht SeÄigkeiten. Keiner ans uns, kaihoNsches BoV, möge es mit aufs Sterbebett nehmen, sein Boll am 67 Jahre verkaust zu haben. Gott will«4 Wer mich vor de» Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem himmlischen Bater bekennen: wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde ich auch vor meinem himmlischen Vater verleugnen! Pater R a y M u n d» s." Jawohl, Herr Pater-Pfarrer, Gott will es, daß, wer ihn vor den Menschen bekennt, es nicht unter einem Pseudonym tut, sondern mit seinem ehrlichen Namen und unter Bckennun'g seiner Religion. Denn es steht geschrieben:„Denn ich bin die Wahrheit und das Licht!" Vielleicht sieht sich die Behörde ani Rhein den christlichen Mann, der so nach Blut schreit, etwas näher an. Wir haben indessen, weil„Pater Raymundus" sich selbst in seinen Schriftwerken aui die„D e u t s ch e Z e i t u n g" bezieht, dieses edle Organ, des Alldeutschtums einer Durchsicht unterzogen und fest- gestellt. daß ein Teil der Elaborate dieses Paters Raymundus tatsächlich in der„Deutschen Zeitung erschienen ist. Die„Germania" hat sich vergebens den Kopf darüber zerbrochen, wer dieser„Pater Raymundus" sein mag. Wir nehmen an, daß die Lösung dieses Rätsels— als Beitrag zur Geschichte des von Alfred Hugenberg geleiteten„deutschen Freiheitskampfes"— auch eine breite Oesefntlichkeit interessieren wird. Sozialisten lehnen Beteiligung ab. Oie Entscheidung des Landestongreffes der französischen Nationalisien. Kommer keine stabile Linksmehrheil vor- Paris. 29. Oktober.(Eigenbericht.) vor der Eröffnung des Delegiertenlages nahm die ständige Verwaltungskommission der Partei gegen vier Stimmen eine Entschließung an, in der die Entschließung der sozialistischen Parlaments f r a k t i o n als im Widerspruch zu den Parteitags- beschlüsfen stehend erklärt und die Ablehnung des Angebotes von Daladier gefordert wird. Der Delegierlentag, an dem u. a. auch der Generalsekretär der zweiten Internationale. Adler, teilnahm, begann mit einem ausführlichen politischen Erpofee des Parteiführers Blum. Dann sehte der Aufmarsch der«eleiligungswilligen ein. Es sprachen u. a. die Abgeordnelen Url, R e n a u d e l. Grumbach, der Bürger- meister von Marseille, M o r q u> t und der Bürgermeister von Lille S a l e n g r o für den Eintritt in die Regierung, wobei sie ils wichtigstes Argument ins Feld führten, daß man ein Rechts- kabinctt Tardieu unbedingt verhindern müßte. Die Abgeordneten Lcbas und Zyromski vertraten die entgegengesetzte These. Die Partei dürfe heute, so erklärten sie, ihre bisherige reislich überlegte hallung nicht plötzlich über Rächt umstürzen, zumal in der augenblicklichen handen sei. Daladier selbst hat in der Zwischenzeit die ersten Vorfühler ausgestreckt, um sich die Mitwirkung der rechts von der Radikalen Partei stehenden Miitelgruppen der Kommer zu sichern. Abgelehnt! Paris, St». Lktober.(Eigenbericht.) Ter außerordentliche Telegiertentag der Sozialist!- ichan Partei, der sich nach der ersten, die halbe Nacht währenden Sitzung aus heut« früh vertagt hatte, ist nur 10 Uhr wieder zusammengetreten. Nach vierstündiger lebhafter Diskussion kam es um 2 Uhr mittags zur Ab- st i m m u n g über das lllngcbot Daladiers. Das Angebot Taladiers. die Sozialistische Partei möge sich an der neu zu bildenden Negierung beteiligen, wurde mit 1660 gegen 1461 Stimmen abgelehnt. Oer Abgesang. Nicht einmal 250000 in Der MermillionenstaDt. Am Montag zeichneten sich in begehren 24 367 Personen ein. Die Berlin 214 374. Aus den einzelnen sultaie vor: Berlin für das Inflations- Gesamtziffer betrögt damit in Bezirken liegen folgende Re-' lim den totalen Mißerfolg seines großspurig ongesongenen Begehrensunternehmens einigermaßen zu verwischen, erläßt Hugen. berg einen neuen Aufruf:„An die wirklich Freien!" Darin spricht er von„sichtbaren und unsichtbaren Netzen", van dem„Deutschland umspannt" sei, und davon, daß„die Fäden vom Auslände her ge- zogen" würden. Der Stil erinnert so stark an die Verlautbarungen des großen Erich Ludeirdorff, daß die Fren.nde Hugenbergs bereits von ernster Sorge um das Wohlbefinden ihres Meisters befallen sind. SchwereKohlenoxydvergistung Elf Arbeiter und Arbeiterinnen erkrankt. In einer Metallwarenfabrik in der Gericht- strafte 2 im Norden Berlins ereignete sich heute vormittag ein schweres Kohleuoxt, dgasunglüst. Während der Arbeitszeit sanken gegen 10 Uhr in einem Arbeitsraum unter der Einwirkung der gefährlichen und geruchlosen Gase elf Personen der Belegschaft bewustlos zu Boden. Die Feuerwehr und der Arzt der Nettungsstclle Lindenstrafte leisteten den Verunglück- tsn die erste Hilfe. Der von dem Gasunglück bctrosfene Betrieb ist die Mctallwaren- sabrik„Amcfa", die ihre Werkstätten im 3. Stockwerk auf dem 3. Hof des umfangreichen Fabrikkomplexes hat. In einem großen A r b e i t s s a a l war kürzlich ein Koksfcuerungsofen neu aufgestellt und heute- früh zum ersten Male in Betrieb genommen worden. Außerdem steht etwa in der Mitte des Raumes ein großer Härteofen. Mehrsr: Tt'iitdcn nach Arb it b�in, i'o;t:n p ö>, lich mehrere Arbeiter und Arbeiterinnen, die i» nächster Nähe des Heizungsosens arbeiteten, über starkes Benommensein. Zwei Ar- j bciter brachen ohnmächtig zusammen Sie wurden von Arbeits- kollegen sofort ins Freie gebracht. Zunächst wnrde eine Gasaueftrömung aus dem Härteofen ver- mutet. Die Feuerwehr der benachbarten Weddingwachs eischie.r- unter Leitung des Oberbranddi-ettors L i e p st r e u auf den Alarm „Gas, Menschenleben in Gefahr" mit einem Spezialfahrzeug und mehreren Rettungswagen an der Unfallstelle. Außerdem war der Arzt der Rettungsstelle in der Lindenstraße alarmiert worden. Den Bemühungen der Samariter und des Arztes gelang es bald, die Be- wußtlosen ins Leben zurückzurufen Bei zwei Arbeitern, dem 24jährigen Willi P e i t s ch l e r aus der Schöningstraße 19 und dem Zlljährigeu Kurt Opel aus der Hohenfriedbergstraße 19, war der Zustand so ernst, daß sie durch die Feuerwehr sofort ins Virchow- Krankenhaus gebracht werden mußten. Gklarek-ttntersuchung im Landtag. Oer Ausschuß beginnt seine Arbeiten. Der Sklarek-Untersuchungsausschuß des Preußi- schsn Landtags nahm am Dienstag feine Arbeiten auf. Unter dem Vorsitz des kommunistischen Abg. Schwenk' hatten sich die 29 Aus- Ichußmitglieder eingefunden, um zunächst einmol«inen Zeugen- bericht über den historischen Werdegong der Kleider-Verlriebs- Gesellschaft, ihre Verbindungen mit den städtischen Anschaffungs- stellen und den Sklareks entgegenzunehmen. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Vorsitzende den an ihn gelangten Wunsch eines Spätabendblottes mit, eins photo- graphische Ausnahme vom Sklaret-Ausschuß machen zu. dürfen. Da hiergegen von Mitgliedern der Rechts- und der Mittelparteien Ein- fpruch erhoben wurde, versagte der Vorsitzende die Phntoerlaubnis. Er teilte dann mit, die Stadt Berlin habe in einem Sckireiben an den Ülusschuß erklärt, datz der Magistrat seinen Beamten und den Bezirksämtern in vollem Umfange Aussage- gcnehmigung erteilt har. Weiter wies er darauf hin, daß er den Magistrat um Uebeffendung des Aktcnmatcrials ersucht habe. Zunächst Hot die Stadt Berlin dem Ausschuh eine kurze Z u s a m- m e n f a s s u n g der Entwicklung ihrer Verträge mit den Gebr. Sklarek bzw. den Gesellschaften gegeben. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde festgestellt, daß die iU vernehmenden Zeugen jeweils erst nachträglich vereidigt � werden sollen. Hierauf wurde der Leiter des Berliner Anschaffungs- amtes, Obermagistrotsral Scholldach, als Zeuge vernommen. Er führte zunächst in zusaniinenfossendir Darstellung u. a. aus: Ich bin vom Magistrat zur Leitung der Anschafiungsgesellschast de- stimmt worden. Die Kleider-Dertriebs-Gesellschaft ging aus der Berliner Kriegsgefellfchaft für Kleiderverwertung hervor und hatte den Auftrag, Heereogutbestände der minder- bemittetten Bevölkerung zu übergeben. Hinter ihr standen zunächst der Verband der Warenhäuser, der Verband der Gewerbetreibenden und Zwci andere Verbände, d>e zusannnen ein Stammkapital na-r 26066 M. hotten. Als 1920 auch Lie Reste der Kriezcgestlls!'ost:n aufgelöst werden sollten, übernahm die Stadt Berlin die Anteile der Bertriebsgefellschaft und übertrug sie auf zwei Stadt. röte und zwei Stadtverordnete, darunter auf den Bürgermeister von Köpenick. Kohl 1921 wurde die Kletder-Vertriebs-Gesellschost ins Handelsregister eingetragen. Direktoren wurden die Herren K i e b u r g und K i st e n m a ch c r. 1 9�2 übernahm K i« b u r g auch die Anschaffen i:''"Mi Durch die so cm- stehende Personalunion tauen Anschassungsgesellschast und Kleider-Vertriebs-Gesellschaft in Geschäftsoerbindung. Film un Tonfilm„Atlantic". Gloriapalost. Allen, die sie miterlebt haben, wenn auch nur in Form der Lcitungsber>6)t«, steht die Katastrophe des englischen Riesenschiffes „Titanic", die im April 1912 mit einem Eisberg zusammenstieß und mit über 1609 Personen in di« Tiefe sank, lebendig oor Augen. Man erinnert sich an die Begleitumstände, den Uebermut und Leichtsinn des Direttors der Schisfsgeseltschaft, der mit an Bord war. an die Panik, die unter Passagieren und Mannschaft ausbrach, die wilde» Kämpf« uni di« Boote, wobei der Direktor«ine unrühmliche Rolle spielte, und schließlich an das Ergebnis der Untersuchung, di« große Mißstände zutage förderte. Wenn jetzt in einem Tonfilm, der unter der Regie E. A. D u« p o n t s von einer englischen Gesellschaft gleichzeitig in englischer und deutscher Fassung herausgebracht wird, dieses Ereignis neu belebt wird, so ist eine groß« Aufgabe heraufbeschworen. Obwohl nicht verkannt werden soll, daß der Film in technischer Hinsicht einen Fortschritt bedeutet, so ist doch trotz des großen Aufwandes an Mitteln und künstlerischen Kräften das Gesamtergebnis ziemlich mager. Stellen wir zuerst das Plus fest: Es ist der erste deutsche Filni, der die Tonsilmeinrichtung benützt, um nicht nur Geräuschs, eingestreute Lieder und die Musikbegleitung, sondern auch den vollen Text im Worte wiederzugeben. Di« Musik ist nicht irgendwie her» vorstechend, sie beschränkt sich im großen und ganzen auf die Leistungen der Bordkapelle, tiefere Wirkung erzielt sie nur, wenn kurz vor dem lintergang ein Choral intoniert wird. Um so besser aber ist der Dialog geraten. Man hört klar und deutlich jedes Wort, und auch der Klangcharakter der Sprechenden kommt gut heraus und dos, trotzdem allerhand Schwierigkeiten vorliegen, da mit einem amerikanischen Apparat aufgenommen und durch«inen deutschen wiedergegeben wird. Die Premiere litt darunter, daß ein Teil der Vorführung viel zu lichtschwach ausfiel. Die Mängel des Films sind im wesentlichen Mängel des Manuskripts. Die Handlung ist aufgelöst in kleine Szenen und reine Dialoge, die alle zwischen den Passagieren der besseren Plätze spielen und di« ganze Hohlheit und Nichtigkeit dieser Klasse wiederspiegeln. Kleine Familien- und Liebeegeschichten, ja di« Gewohnheiten des Alltags mit Poker, Spiel und Alkohol kennzeichnen die Sorglosigkeit der Passagiere. Als es dann Ernst wird, gruppiert sich das Inter- esse uni das Schicksal einiger Paare, in deren Mittelpunkt der vchriftsteller Heinrich Thomas steht, sin Zyniker, der gelähmt, wie er ist, wenigstens im Sterben noch seinen Mitmenschen hilfreich die .Hand bietet. Cr redet den nichtsahnenden Frauen zu, sich zu retten, versöhnt ein verfeindete? Ehepaar, hilft einem jmigen Mann, der in Verzweiflung über die Trennung von seiner jungen Frau zusammen- gebrochen ist, zur Rettung. Er selbst stirbt heroisch mit seiner Frau, die sich von ihm nicht trennen will, umgeben von den Passagieren und der Mannschaft, die jetzt kurz vor dem Ende noch gesellschaftsfähig geworden ist, und in der ersten Kajüte zwischen Poker und Alkohol den Choral mitsingen und das Vaterunser mitbeten darf. Di« wüsten Vorgänge, die sich in Wirklichkeit beim Untergang der„Titanic" abgespielt haben, sind sehr gemildert, wie denn der ganze Film den Eindruck macht, daß er nirgends anstoßen will. Trotzdem find die Szenen des Rettungswerkes auch filmisch noch die wirksamsten. Der Zusammenstoß mit dein Eisberg versagt. Unter den Darstellern zeichnet sich Fritz K o r t n e r als der überlegene Schriftsteller aus, sonst sind Heinrich Schrojh, Franz Lederer und Luci« Mannheim, das jung« Ehepaar, Hermann Vallentin als humorvoller Alkoholiker, Philipp M a n n i n g als Kapitän, der immer die Ruhe behält, und G. A. Koch als menschenfreundlicher Offizier zu erwähnen. Die große seelische Wirkung bleibt aus: die Schicksal« dieser Menschen mögen uns kaum zu rühren, geschweige denn zu er- schütter». Sie bleiben klein und unbedeutend mich im Tode. Sie als Bestien zu zeigen, dazu fehlt auch der Mut. Und die Mann- schaft wird uns summarisch in ihrer festen Disziplin gezeigt. II. > Musik. „Die Straße der verlorenen Seelen." Eapitol Die Dirne, die am gebrochenen Herzen stirbt, ist schon feit langem eine Lieblingsfigur der internationalen Filmindustrie. Darum war es ziemlich unklug, auch den neuen Pola-Regri-Film wieder im Dirnenmilieu spielen zu lassen. Sie liebt einen Leuchturmwärter auf den ersten Blick.(. ie bittet ihn um Errettung aus ihrem Milieu. Er will nichts von ihr-wissen, doch als er in Seenot ist, schwört er zu Gott„Rettest du mich, rette ich die Dirne." Darum heiratet er sie, als er dem Tode entrinnt. Die beiden finden zueinander und leben glücklich, bis ihr ehemaliger Zuhälter im Dorfe erscheint. Er ist ein von der Polizei verfolgter Verbrecher, der aus der Flucht stirbt. Die Frau aber sucht den Freitod, weil ihr Mann sie zu Unrecht eine Hure nannte. Paul C z i n n o r führt gute Regie. Er vermeidet alles Krasse und läßt die Handlung sich ruhig entwickeln. Vor allen Dingen gibt er P o l a R e g r i die gewünschte große Rolle. Pola Negri ist eine verführerische Dirne, ein liebendes Weib und ein seelisch zer- brochener Menfch. Der interessant« W a r w i ck Ward spielt ein- drucksvoll den Zuhälter und Hans R e h m o n n ist als Mann eine echt« Persönlichkeit. Der Photograph Adolf Schlasy ist viel- seitig, er oersteht sich auf Stimmung sowohl in den Landschafts- aufnahmen wie im Millieu. Ebenso sicher beherrscht er aber auch die künstlerische Personenphotographie. Schade, daß Paul Czinners Manuskript nur auf den Serien- erfolg spekulici't, zumal sein Können als Regisseur Ihm den Ehrgeiz nach einer Spitzenleistung erlaubt. e. d. Herbstkonzert in Südende. Die Gesangsgemeinschaft Friedenau-Steglitz (Chormeister Otto Schumacher) und Tempclhof-Marien- darf lWilli Friedrich) gab im Parkrestaurant in Süd- ende ihr erstes Konzert. Es war erfolgreich und gediegen. Ein vorbildliches Programm, aus dem klassischen Fonds der schwereren Kampflieder(von Trunk, Swbbe, Eschbach und Uthmann u. a.) und aus den populärsten Volksliedern in den besten Bearbeitungen zu- sammengesetzt, wurde sehr tüchtig.und sangesfreudig interpretieri. Die Gefangsgemeinschaften erweisen sich überhaupt immer mehr als eine sehr glückliche Idee, sowohl aus künstlerischen Gesichtspunkten heraus(größere Fülle des Chors, anregender« Aufgaben) als auch vom Standpunkt der genießenden Hörsrschaft aus. Mag auch aus technischen Gründen nicht alles restlos aufgehen, so überwiegen die Vorteile des Grundsatzes„Getrennt marschieren, vereint schlagen" doch bedeutend. So auch in diesem Konzert, in dem Otto Schumacher die gemischten Chöre und Willi Friedrich die vereinigten Männer- chör« dirigierte. Beide Chormassen haben gutes, gebildetes Material und streben unter erstklassiger Leitung noch wirkungs- vollster Ausbeutung. Chormeister Schumacher, der bei seinen Frauenstimmen«ine sonst leider noch recht seltene Höhe der Gc- sangskultur erreicht hat, und der trotz seiner großen Jugend ab- solitt sattelfeste Friedrich sind zwei Musikernoturen, die direkt zur gegenseitigen Ergänzung vorherbestimmt erscheinen. Und zwar ist der ältere der intensivere, feurigere, exklusivere, während der jüngere. der kühlere, fast etwas blasierte, aber routiniertere, noch über- legen«?« ist. Ein seltsames Naturspiel: Unter den bis jetzt weniger bekannten Liedern sind der prachtvoll«, tief und unmittelbar wirkende„Chor der Vcrgleute" von Richard Trunk und das Abend- lied, ein« lyrische Delikatesse von Karl Thiel, besonders zu erwähnen. Selbstverständlich ist. daß die humoristischen, samos hingelegten Vclksliedchen noch weit mehr wirkten, als die schweren Chöre, in denen ernstere Kunst steckte. 1k. dl. Der Sltmnbell, daZ bekannte Künstlei-Kostümicst der Expresfionikten, findet am IS. November im KeiclllchailSbauS. Potsdamer Straße 0, statt. Auskunft und Karten Kurfürstendamm 173, Oliva 5073. KpO. will Blut sehen! Hetze zum Strasienkampf. Seit einiger Zeit signalisieren oppositionelle Komnmnistenblätter neue Straße n kampfabsichten der KPD.-Zentrale, die sie mit Recht als ein„Verbrechen an der Arbeiterklasse" bezeichnen. Bis gestern konnte man diese Boranzeigen für Produkte eines überhitzten Richtungskampfes halten. Heute ist das nicht mehr möglich. Das Zentralorgan der KPD. berichtet heute über Verhältnis- mäßig unbedeutende Rempeleien, die am Sonntag in oer- fchiedenen Städten zwischen kleinen Kommunistenhaufen und der Polizei vorgekommen sind, in einer Weise, die nur als Bor- bereitung zu Neuen Aktionen von gleichem Stil aber größerem Ausmaß gedeutet werden kann. „Seit den Maikämpfen", jubelt die„Rote Fahne",„stand das deutsche Proletariat nicht in so aktiver Gegenwehr, im direkten Zusammenstoß mit der Staatsgewalt wie an diesem Tage... Die Staatsautorität... scheiterte an der offenen Auflehnung der Arbeiterbataillone..." Wie sehr das geschwindelt ist, geht aus der Verlustliste der „Fahne" selbst hervor, die in Leipzig 54, in Dresden 50, in Düfscl- dorj 40 Verhaftete und„zahllos« Verwundete und Verhaftete in den übrigen Städten" meldet. Ueberoll gelang es der Polizei, di« Demonstranten zu zerstreuen. Todesopfer hat es diesmal glücklicher- weife nicht gegeben. Aber nun genieße man die„revolutionären" Siegesberichte der „Roten Fahne": Aus Leipzig:..Mehr als 40 Polizeilschakos bedeckten nach der t-äumung des Platzes den Lindauer Markt." Aus Hamburg:..3 m Handgew enge wurde auch eine An- zahl Polizeibeamle erheblich verletzt." Aus Essen:„Ein Arbeiter streckte einen Polizisten durch einen kräsligen Fausthieb nieder, so daß ihm der Unterkiefer zer- fchmetkcrt wurde." Aus Düsseldorf:„Am Nachmittag kam es zu schweren Zusammenstößen, nachdem... die Beamten mit Stühlen und Bierglösern zurückgeschlagen wurden." Aus Königsberg:„Die Menge nahm aktiv gegen ine Polizei Stellung." Die Krawalle, die weit unbedeutender waren, als die „Fahne" es wahr haben will, waren überall nach dem gleichen Schema aufgezogen. Leute in der Uniform des verbotenen„Rot- irontkämpferbundes" wurden auf die Straße geschickt, und bei dem Versuch der Polizei, sie festzustellen, wurde gegen die Beamten iätlich vorgegangen. Die Art, in der das kommunistische Zentralorgan diesen oer- brecherischen Blödsinn verherrlicht, kann keinen Zweifel daran lasien, daß weiter« Heldentaten solcher Art beabsichtigt sind. . Mit Politik hat dieses Treiben kaum noch etwas zu tun. Daß ruf diese Weise„Revolution" gemocht und die„Diktatur des Pro- lemrials" erreicht werden kann, das zu glauben, sind selbst Thäl- mann und L e o w nicht dumm genug! Vielleicht aber sind sie klug genug, durch Ablenkung nach außen ihre Rettung aus den K o r r u p t i o n s a f f ä r e ii zu versuchen, in die sie sich verstrickt baden. Di« neue Straßenkampshetze der Kommunisten ist eine kriminelle Angelegenheit. Pflicht der Regierung ist es, g-gen diese organisiert« Gefährdung von Menschenleben zweckdienlichen und gesetzlich zulässigen Maßnahmen zu ergreifen.. Die„neuiralen" Höheren. preußische höhere Derwaitungsbeamte kehren ihrem Berufsverein ven Bücken. Der„Reichsbund der höheren Beamten", dessen Vorsitzender der «'.krankte volksparteiliche Fraktionsführer Scholz ist, hat es abge- lehnt, aus Gründen angeblicher Neutralität Stellung zum Hugen- b:ra-Begehren zu nehmen. Er mußte allerdings in einer zweiten Erklärung hinzufügen, diese Nichtstelliingiiahme dürfe nicht als eine Zustimmung zu dem Inholt des Hugenberg-Gefstzes gedeutet werden. Eine ähnlich ausreichende Stellungnahme hat auch der Beruisverein der höheren Verwaltungsbeamtcn Preußens fiir ge- nügend gehalten. Darauf sind die im preußischen Ministerium des Innxrn tätigen höheren Verwaltungsbeamlen gemeinsam aus dem„neutralen" Berufsverband ausgetreten, indem sie das Verholten des Vereins scharf oerurteilten und er- klärten: „Wir lehnen es ab, uns weiter von einer Organisation ver- treten zu lassen, die in einer Schicksalsfrage des deutschen Volkes nicht die erforderliche Verantwortung und Entschlußfreudigkeit hat aulbringen können." Diesein entschiedenen Vorgehen ihrer Kollegen aus dem Innen- Ministerium haben sich jetzt auch die höheren Beamten im preußischen Wohlfahrtsmini st«rium anoeschlossen. Auch sie haben ihren Auc tritt aus dein Berufsverband erklärt. Weitere Austritts- erkiärungen dürften folgen._ Die Nauernrevolie in Holstein. Zusammenstöße von Beumnnster vor Gericht. Reuniünsker, 29. Oktober.(Eigenbericht.) Bor dem erweiterten Schöffengericht in Neumünstcr begann am Montag der Prozeß gegen die an dem Zusammen st oß zwischen Landvoltanhängern und Polizei am I. August beteiligten Personen. Insgesamt sind 107 Zeugen geladen. Der Prozeß wird vier bis fünf Tage dauern. Der Llniergang der„Ciiy s? Aome". Drei Leichen bisher geborgen. Mailand. 29 Oktober. An der toskanischen Küste ist das englische Großflugzeug„City of Raine" untergegangen. Trotz eifriger Nachforschungen tonnte auch am Montag keine Spur gefunden werden. Bis jetzt wurden in d.'r Nähe von Spezia z w e i L e i che n. und zwar die Leiche des Radiotelegraphiften Stoni und die des Piloten Birt aufgefunden und von einem Beamten der Imperial Airways Co. identifiziert. Der Frau des Radtotelegraphisten Stoni. die in Nervi ansässig ist, wurde die Nachricht von dem britischen Konsul in Spezia überbrocht. Die Arbeiten der zur Hilfe ausgesandten Torpedoboote gestalten sich äußerst schwierig, da die See dort 100 Meter tief ist. In letzter Stunde wird berichtet, daß eine dritte Leiche x-su c worden jei. Unter den vier Passagieren des Wasserflugzeugs befand sich auch«ine Dame. Ludwig-Hardi-Matinee. Im Benaissonte-Theater. Ludwig Hardt ist einer von jenen Vortragskünfttern, wie wir sie heute kaum noch haben. Er ist von Wort besessen. Er spricht ein« Dichtung nicht; man kann nicht einmal sagen, er gestatte sie. Denn nichts, was«in Nachformen,«in Fellen verrät, wird in Hardts Vorträgen fühlbar. Es ist, als schaffe er alles im Augenblick neu, ja, als fei er mir das Medium, dem das Werk entsttömt. Dabei ist Hardt aus seine Vortragskunst eitel und bespiegelt sich gern selber darin. Dann bringt er bisweilen«in« Dichtung virtuos, manieriert, cffetthoschensch. Aber man ist iyuner wieder hingerissen, wenn man«riebt, wie Hardt manchmal«in Wert so voll Selbst- gefälligkeit beginnt und dann plötzlich von der Dichtung überwältigt wird und gor nicht mehr anders kann, als sie vollkommen sprechen. In dieser Matinee sprach er Wedekind, eine Novelle von Man- possant und Heine, seinen Lieblingsdichter. Die„Erinnerung an Krähwinkels Schreckenstage",„Karl I.", Prinzessin Soball" hat man schon so ost von Hardt gehört. Man hört sie immer wieder neu. Wedekinds Verse peitschte, bänkelsängerte er dahin, daß sie von unerhörtem Leben leuchteten. Eine Kostbarkeit war der Vor- trag der Prosadichtung„Rabbi Esra". T«. Feierliche Zonglierkunst. Lohelan d-Gymnafiik auf dem Podium. In feierlichen weißen Kitteln, ungeschmintt. ernsthaft und sehr jung standen fünf Loheländerinnen aus dem Podium des Bach- Saales. Man sah ihnen ist die Gymnastik Ausdruck der Weltanschauung, Raumgefühl, nicht körperliches, sondern seelisches Er- leben. Das machte ihre Bewegungen beängstigend feierlich und hiett jedes fröhliche Lächeln von ihren Lippen zurück. Me Bewegungen schienen das vorgeschrieben« Zeremoniell eines strengen Kultus zu sein. Daß trotzdem die Darbietungen weder Spott noch Langemelle heraufbeschworen, lag an der Tatsockx, daß diese fünf jungen Mädchen wirklich etwas konnten. Sie besitzen ein erstauniiches gym nastisches Training, das allerdings di« Durchbildung der Bein, und Hüftpartien nicht so zu berücksichtigen scheint wie die des Ober- korpers. Schließlich begannen sie, mit Kupserkugeln und-stäben regelrecht zu jonglieren. Das Programm teilte mit, daß man im Lohelandbund dem Kupfer«inen therapeutischen Wert zuspricht: vielleicht trägt dieser Glaube dazu bei, daß di« Loheländerinnen mit den schweren Kugeln>• D Stäben, die beim Herunterfallen eine ganz bedeutende Wucht verrieten, so jorglos und sicher spielten, als seien es leichte Bambusstäbe und Gummibälle. T. E. Schuir. Heinrich Heine in Moskau. „Bücher haben ihre Schicksale", könnte man von der neuen Hein«-Ausgab« des Moskauer Staatsverlages sagen. Es gibt von bedeutenden russischen Dichtern stammende musterhaft« Uebersctzungen Heines, doch dies« oberflächlich redigiert« Sammlung ist wahllos zusammengekleistert und prunkt geradezu In Derballhornungen Heinescher Verse und Rhythmen. Das Lied„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" z. B. ist in folgendem Polkarhythmus ühenfs!'- „Ach was soll es wohl bedeuten, Das mein-Herz so traurig ist.. Noch komischer aber ist ein anderes Pech, da? dem angeblich marxistischen Textrevisor passiert ist. Er hat nämlich in seiner Ahnungelosigkeit die vom religiösen Standpunkt vorgenommenen Zensurstrichc aus der Vorrevolutionszeit in dies« Sowjetausgab« itbernommen und präsentiert uns einen„entgifteten" Heine. Sa heißt es z. B. statt:„Mir träumt': ich bin der lieb« Gott"— „Mir träumt': ich bin der Jupiter", und in demselben Gedicht stall „Engel Gabriel"—„Merkurius". Sogar durch Pünktchen kenntlich gemachte Zensurlücken sind unbeanstandet stehen gelassen worden! In Moskauer literarischen Kreisen erregt dieser zahme Sowjet- Heine ungetrübt« Heiterkeit und man fragt sich beklommen, wie wohl die anderen Weltklassiker aussehen werden, die der Moskauer Staatsverlag laut dem Fünsjahrplan als Serieliausgabcn In einer Gesamtauflage von 131,81 Millionen Exemplaren vorbereitet. Baleska Gert. Sie produziert« sich im S ch w e ch t« n s a o l. Neben bekannten Nummern(darunter„Sport", der nicht besser geworden ist. und die immer noch glänzende„Canaille") gab es mehrere Neuheiten. Aber das Tänzerische trat fast ganz in den Hintergrund. Ein Genre, das noch keinen Namen hat, wurde gepslegt. Musikalische Parodien: „Song",„Chansonette" und— die Gipfelleistung des Abends— .Koloratursängerin". Man hörte Töne, die an nichts Menschliches mehr erinnern. Man hörte ein Klavier, das mit zwei Fäusten bearbeitet wurde. Man sah«ine famose Verulkung der charakt«- ristischen Gavotteschritte und-schwünge und man sah«ine Menuette, die in feinen, langsamen Arm- und Handbewe-pingen, in erstaunlich zarten Zusammenfallungen ahnen ließ, welch starke tänzerische Be- gabung in dieser Künstlerin schlummert. Und man fragt« sich wieder. ob grelle Fratzen, schrille Tön«, überhitzte Verrentungen das Beste sind, was sie zu geben hat. Die Gert verdankt dieser Spezialität ihren Ruf. Das Publikum jubeltc. Aber mir scheint, daß eine Manier, die nur durch dauernd« bewußte Uebersteigerunii der kan- katuristifchen Esselte wirken kann, schließlich erlahmen und auch in ihrem Eindruck auf die große Menge verblassen muß. J. 5. / 3)as neue Steint. Am lelalen Sonnabend feierte die&rankfurler.Tolksstimme' ihr dOjähriges Stestehen, Terbunden damit war die f in weihung der neuen Stetrieb* und Tenvaltungsgebäude.Ton einem 1100 Quadratmeter großen Qrundstüdt»iedelte die.Tolksstimme' nach einem über 11000 Quadratmeter großen über. Sin sichtbares Zeichen der Aufwärtsenl Wicklung. Barth bring«* eittpfohten, vi et mehr als bisher fich der E?«n- bahne? in politischer Hinsicht anzunehmen. In seinem Schlußwort forderte Genosse Barth die Eisenbahner cms. am 17. November ihre Stimme für die sozialdemokratische Liste abzugeben, was durch leb- haften Beifall zugesagt wurde. In ähnlichem©irnie wurden die kurzen Ausführungen des Vor- fitzenden in der Versammlung unterstrichen. Zehn Lahre AfA-Ortskartell. Die gestrige Keier im Gewerkschastshaus. Die Geschäftsstelle des Ortskartells Berlin de» AfA-Bundes beging Montagabend im Berliner Gewerkschaftshaus in eindrucks- voller Weise ihr zehnjähriges Bestehen. Im festlich geschmückten großen Saal des Roten Hauses am Engelufer hotten fich außer den ssiunktionären der freien Angestelltenorganisationen auch zahlreiche Vertreter befreundeter Verbände eingefunden, der staatlichen und kommunalen Behörden, wie der freigewerkschaftlichen Spitzenorga- nisationen. Nach einleitenden Gesangsdarbietungen von Mitgliedern des Berliner Lendvai-Ehors und Vorführungen des Sprech. und Dewegungschors der Berliner ZdA.-Iugend nahm der geschäftsführende Vorsitzende des AfA-Ortskartells, Erich F l a t a u, das Wort. Er schilderte besonders ausführlich de« Kampf der Berliner ZNekallangestcllkeu im Sommer ISIS, der als erster richtunggebender Erfolg der freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung bezeichnet werden muß. Dieser Kampf ließ den Gedanken entstehen, eine dauernde örtlich« Zusammenfassung der Berliner Angestellten zu schaffen. Die gleichen Betriebsfunltionäre, die diesen Kampf geführt hatten, waren es, die im Sommer 1919 zur Gründung des Orts- sekretariats Berlin der Arbeitsgemeinschaft freier Angcstclltenvcr- bände schritten. Während sich das Ortssekretoriat in der ersten Zeit seines Be- stehens hauptsächlich mit Tariffragen befaßte, wandte es sich später der Schulung der Mitglieder, der Vorberei- tu ng der Wahlen zu den Organen der Sozialoersicherung usw. zu. Besonders günstig für die Arbeiten des Ortskartells wirkte sich die Tätigkeit Flataus im Berliner Stadtparlament aus. Wenn diese Arbeit auch in erster Linie eine politische war, so bat sie sich doch oft zum Vorteil für die organisierten Ange st eilten ausgewirkt. Die sozioldemokrollsche Sladlverordnekenfraktion Hot stets die gerechten Wünsche der Angestellten unterstützt. Gerade im Hinblick auf die bevorstehende« Wahlen muß das mit aller Deullichkeil aus- gesprochen werden, und zwar mit einer Betonung, die zugleich den Dank an die Sozialdemokratische Partei erkennen läßt. Diesen Donk werden die freigewerkschastlich organisierten Berliner Angestellten der Sozialdemokratischen Partei am 17. November abstatten. Es hielten dann noch kurze Ansprachen der Präsident des Landesarbeitsamts Brandenburg, Brühl, der Polizeipräsident Z ö r g i e b e l, Stadtrat W u tz k y als Vertreter des Berliner Magistrats, der Vorsitzende des AfA-Bundes, Aushäuser, der Vor- sitzende des Ortsausschusses des ADGB., Robert Bredow, oer Vorsitzende des Bezirksausschusses Groß-Berlin des ADV., Paul Heyne und Walter E s ch b o ch von der Freien Angestelltenjugend. Mit dem Gesang von Tord Foleson schloß die würdig verlaufene Jubiläumsfeier. Eisenbahner- und Kommunalwahlen. Die organisierten Elsenbahner wählen sozialdemokratisch. Am 25. Oktober sprach in der Kindl-Brauerei in Neukölln in einer überfüllten Eisen bahnerversammlung des Werkes T e m p e l h o f Genosse Emil Barth über das Thema: „Die Arbeitslosenfürsorge und die Kommunal mahlen". Der Redner führt« den Nachweis, daß lediglich die Sozialdemokratische Partei und die freie« Genier kschaften es verhinderten, daß die Rechtspartei und die Konununiften den weiteren Ausbau der Arbeitslosenversicherung zerschlugen.» Die Versammlung hörte diesen Ausführungen mit der größten Aufmerksamkeit zu, wenn auch das Betriebsratsmitglied der revo- iutionären Opposition Hollmann durch einige Zwischenbemerkungen glaubte, von den für die Kommunisten verloren gegangenen Seelen in dieser Versammlung noch etwas retten zu können. Zieht man in Betracht, daß die Kommunistische Partei vor einiger Zeit eine Versammlung für Groß-Berlin einberief, die von annähernd 40 Eisenbahnern besucht war und deshalb nicht statt- fand, so geht daraus hervor, daß die Kommunistische Partei bei den bevorstehenden Wahlen bei den Eisenbahnern nichts mehr zu er- warten hat. Nach wiederholten persönlichen Aufforderungen einer Anzahl Eisenbahner wurde unseren Parteigenossen und auch dem Genossen Kleingäriner und Wahlen. Zwei ösfenllich« Wählerversammlungen 1« Chat. l o l ie«b u r g sollten den Kleingärtnern zeigen, wie der Kamps um die Kommune gleichzeitig auch der Kamps der Kleingärtner um ihre Scholle ist. Walter R e i n h o l d, der Vorsitzende des Provinz ialverbandes Groß-Berlin, referiert« in der Versannnlluig am Königsdamm. Reinhold, der selbst die Kleingartenbewegung fördert und miterlebt hat, bestätigte, daß keine Entwicklung und kein Schutz des Klein- gartcnwms zu denken gewesen wäre, wenn sich nicht die Sozial- demakraten im Reichstag, im Landtag und vor allem auch im Ber- liner- Stadtparlament für die Laubcnbesitzer eingesetzt hätten. Der Redner schilderte die trostlosen Zustände vor dem Kriege und wie die erst« öffentlich-rechtliche Anerkennung der Fanderungen der Laubcnbesitzer während des Krieges erfolgte. In vielem Anträgen im Reichstag und im Landtag setzten sich unsere Genofien dafür ein, dos vielbefehdete Kleingortengesstz nicht nur zu schützen, sondern im Reichsheimstättengesetz u. a. Vorlagen die Interessen der Kleingarten- Pächter zu verankern. Bei der Abwehrstellung der Städte gegen die Ausweisung o»n Freiflächen und Dauerkolonien vertraten unsere Genossen in der Berliner Stadtverordnetenfrattion immer den Standpunkt der Kleingärtner und es ist ihnen auch gelungen, noch schwerstem jahrelangem Kamps bedeutende Gebiete an Freiflächen den Kleingärtnern auszuweisen. Letzthin sind auf Antrag der Sozial- demokraten im Berliner Magistrat wesentliche Mittel zur Errichtung neuer Dauerkolonien bereitgestellt worden.— Der Redner wies sehr richtig darauf hin, daß für die Zukunft das bereits Erreichte imr erhalten und weiter ausgebaut werden könnte, wenn die Fraktion der SPD. verstärkt ihren Plag im Stadtparlament einnimmt. Im Lokal„Zum Nußbaum" am Verbindungskanal sprach Stadtrat K a r r e r zum gleichen Thema. Wiedereröffnung der Tagesheime lm Bezirk Treptow. Die Tagesheim«(warme Stuben) im Verwaltungsbezirk Treptow werden am 1. Novenrber wieder in Betrieb genommen. Sie befinden sich: Treptow, Kiefholzftr. 412(Befuchszcit werktäglich von 3— 7 Uhr): Niederfchöneweid«, Berliner Str. 21: Johannisthal. Königsplatz 1: Adlershof, Bismarckftr. l: Altglienicke, Mlhelmftr. 1. Besuchszeit werktäglich von 2— 7 Uhr. Die Eröffnung eines Tagesheims in Oberschöneweide steht in Kürze bevor. Der Gemischte Chor Groß-Berlin. Mitglied des Deutschen Ar- beiter-Sänger-Bundes— Dirigent Georg Oskar Schumann— begeht im Februar nächsten Jahres dos zehnjährig« Bestehen. Aus diesem Anlaß übt der Chor Werke seines Gründers Hermann Scherchen neu ein. Do der Elzor sich restlos den proletarischen Veranstaltungen zur Verfügung stellt, richtet er an die werktätige Bevölkerung Groß-Berlins, an all« Männer und Frauen, die über gut« Stimme und Gehör verfügen, die Bitte, sich dem Chor anzuschließen. Einer Einladung österreichischer Sangesgenossen Folge leistend, begibi sich der Chor im nächsten Jahre zu Pfingsten auf ein« Kon,zertreile noch Linz o. d. Donau. Neuausnahmen jeden Freitag in der Uebungsstunde 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums zum Grauen Kloster, Berlin C, Klosterstrahe 74. Weiler für Berlin: Wechselnd bewölkt und weiterhin kühl, nur vereinzelt leichte Schauer, mäßige westliche Wurde. Für Deutschland: Nur im äußersten Osten und im Süden stärkere Regenfälle, im übrigen Reiche veränderliches Wetter und stellenweise leichte Regen- schauer, Temperaturen überoll wenig verändert. Berantwortt. HU die Redaktion: Soligong Schwan». Berlin: Anzeigen: Zh. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b K.. Berlin. Druck: LorwSrto Buch. druckeret und Bcrlagsanltall Paul Singer& Co.. Berlin Sffi 88. Lindenltrake 8. Kierzu 1 Beiloge. Die gegen Gichi und Rheumaiismns. Sie wissen kein/ sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Eüirtibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Ucbel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mitt.-l, und Sie sollten es selbst versuchen, ohne daß es Sie �twas kostet: aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briese: Seit mehreren Iahren habe ich mit Rheuma- tismus zu tun gehabt, so daß mir das Laufen vor Schmerzen sehr erschwert wurde. Daher kann ich jetzt mit Freuden bekunden, daß mir die von mir eingeschlagene Kur mit Gichtosint-Tabletten äußerst putgctan Hot und ich von meinen heftigen Schmerzen gänzlich befreit bin. Jedem Rheumatismuskranken kann ich diese Kur mir empfehlen. Hochachtungsvoll A. R. in M. Ich will Ihnen hiermit von dem überraschen- den Erfolg Ihrer Gichtosint-Tabletten berichten und donkbar sein. Ich habe 10 Jahre mit Rheu- matismus zu tun gehabt, so daß ich vor Schmer- z.m bald nicht mehr gehen konnte, hauptsächlich im Winter. Jetzt kann ich mit Freuden berichten, daß ich keine SctMerzen mehr habe. Nochmals meinen besten Dank. Hochachtungsvoll Frau M. H. m O. Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch Ent- giftung des Blutes. Dief.-s ist verunreimgt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigimg der Harnsäure dient das G i ch t o s i n t. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben. Teilen Sie uns Ihre Adresse aus einer Post- karte sofort mit und adressieren Sie diese' an: Gcneraldepot der Viktoria-Apotheke. Berlin A 275, Fri.'drichstraße 19; es geht Ihnen dann voll- ständig kostenfrei eine Pride Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchs- anweifung zu. Thealet LiJilsptele usw Dienstag, 29 10. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 234 20 UIU Andrt Chenier Staals-Oper Am PI.d.Republ. Vorst 73 19� Uhr RottniaDßs MMm Dienstag, 29 10. Stadt. Oper Bismarckstr Turnus II 19V2 Uhr Staatl. Sdiauspli. am Gendarmenmarki A.-V. 207 20 Uhr Staat). Schiller-Tbeater.Citaritli. • üh» SX»---» —MaBBBBBgg—i Brssses Scltauspleiltaus 8(Ihr: JMMlm l Winrer * Cjarren* 8 tibi> Zcnir. 2819• Banthen erlanbt Letzte Tagel „L I n d• r" die Ton-Sensation 888 weitere Attraktionen. Reichshallen>Theater Abends|T] Sonnlatf nachm.| 3| Immer noch: Bei de Stettiner" ulkige Fest-Rerue! Nachmitiaes halbe Preise, volles Programm! Billettbest Zentrum 11263. "önhotr- Srott'i Das oroße Oktober-Programml Falknor-Orehnstor— Tons. REGIE: CHSRELL 3 Sonntag nachm. halbe Pr. ROSE -THEATER«'stM" Biileukasse: Alexander 3422 Täglich 8" Uhr (Sonntags SV» und 9 Uhr, Die leidaie Jsabell leiten Mltiwoffl 3 Utir, Das tapfere SdiDeiderlein Jeden Sonnabend 5 Uhr u Jaden Sonntag 2*° Unr Frau Holle BarnowsllHllliiien rhaater in dar klniggrStzsr StraBa Täglich 8% Uhr Die erste fflrs. Selby mit Frltzl Masssrv Komödionhaus Täglich 8-1, Uhr mit Kurt Bois Lnstspielliaas Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich«Vi Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Metropol-Th. 8-/. Uhr Lebär dirigiert Das Land des Läebelns Vera Sdhwarc, Richard Tauber Pianeiariiun m» am Zoo— Ksrlän:. Joadinulbilo jtnt B.5 Barbarossa 557F l6Vi Uhr Harbat- abendtam Sternen- niramal I8V1 Uhr Bia an dK Grenzen dar Walt 20-,i Uhr Rätaal daa Sternenlientei Tägl.aoßer Montags u. Mittw. Erwachs. 1 MIc. Kinder SO Pf. Mittw.: Erwachsene SO Pf. Kinder 25 Pf. Oenttdies T&ealet D.I. Norden 12310 8Vi Uhr Der Kaiser v.Amerlka von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt Kammersplele D.I. Norden 12310 8'i Uhr Der Onwidersteblietie Komödie von Cdraldy und Spitzet Regie; Gustaf GrQndgens Die Komödie JI Blsrnck.2414/7516 8 Uhr Kolportage Komödie von Georg Kaiser Regie Erich Engel Direktion Roberl K eti Peuisches Könstler-Theal Barbarossa 3937 «Vi Uhr Die andere Seite Berliner Theater Jönhoffl70 SVi U. Zwei Iriwatien von Georg Kaiser Musik Spolianskv Lessiog-Theater Norden 10846 Gruppe fnnger Smaiupleler Täglich 8 Vi Uhr Cyankali I 218 von FrUdltdl VBll Kleines Tiieat. Merkur 1624 Täglich 8-/i Uhr Hax Adalbert als Kante am Flügel Rudolf Nelson Trlafion-Th.M�lur 8-/i Uhr „Die Ballerina des Königs" mit Elisabath Striekrodt, Leumann, Strom, sera'er, Ludwig, Barden rneai.ainKoithJor Kottbusser Str. 6 rägl-tUhr auc« Sonnt. nachm. 3 U. ElUe- sanier DernopDelie 41 Will„Ein-Welt- re ord d. Lach* PIHIhannonie 8 Uhr fieeth.-BrahiDi-Jlb. des Philharm. Orch Dlrtfl. Prot.|. Prilwer Septett- Beethoven. Sinfonie No. l C-moli-Brahms Eintritt I Mk TheiL«. Westens Tägl. 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In dem nachfolgenden Aussah weist Dr. Käthe Franken- thol die Wege, die die Sozialdemokratie im Interesse des proletarischen Berlin zu gehen sür richtig hält. Das chauptgesundheitsamt hat im Verlaufe dieser Wahlperiode zwei Denkschriften herausgegeben. Die«ine er- schien im Jahre 1327 und befaßt sich mit den Kur- und Ver- p s l e g u n g s s ä tz e n. Die zweite Denkschrift, die in diesem Jahre erschienen ist, handelt über Stand und Ausbau der städtischen K r a n k e n a n st a l t e n. In der ersten Denkschrift wird festge- stellt, daß die laufenden Kosten für die Krankenhäuser sehr erheblich gestiegen sind. Es werden ganz richtig die inneren Grunde für den stärkeren Zustrom zu den Krankenhäusern aufgezeigt: die Woh- nungsnot, Erwerbslosigkeit, sehr erhebliche Zunahm« der Vevölke- rung usw. Da die städtischen Krankenhäuser Zuschußbetriebe sind und auch stets Zuschußbetriebe bleiben müssen, ist es selbstvelständ- lich, daß mit einer erhöhten Inanspruchnahme«ine Erhöhung des laufenden Bedarfs einhcrgehen muß. Bei dem jetzigen Erhebungssatze von 6 M. kostet jeder Kranke die Stadt etwa 4,50 M. Zuschuß. Die Zahl der städtischen Ver- pflegungstage ist von 3,5 Millionen im Jahre 1921 auf 4,7 Millionen im Jahre 1928 gestiegen: ein Mehr von 1,2 Millionen Tageiu von denen jeder einen Zuschuß erfordert, muß sich natürlich im Etat auswirken. Dazu komint, daß etwa 45 Proz. der in städtischen .Krankenhäusern aufgenommenen Patienten W o h l f a h r t s» paticnten sind, die auf Grund der Fürsorgepflichwerordnung von der Gemeinde verpflegt werden müssen. Diese Patienten bc> lasten Den Etat mit den vollen Selbstkosten, das sind zurzeit etwa le-SO M. ! Die Vorschläge, die das Hauptgesundheitsamt in seiner ersten j Denkschrift macht, gleichen haargenau den Anträgen, die die | Deolschnationalen in jedem Jahre zum Etat stellen und wegen deren Ablehnung sie den Gesamtelat ablehnen. Diese Borschläge sind, kurz zusammengefaßt Verschlechterung der tariflichen Bedingungen, Verlängerung der Arbeitszeit und Herab- drückugg der Gehälter und Erhöhung der Erhebungssätze. Da der " Erhebungssatz für die Wohlsahrtskranken, für die die Stadt die vollen Kosten trägt,' belanglos ist, weil er ja nur«ine Umbuchung zwischen Wohlsahrts- und Gcsuiü>heitsetat bedeutet, würde die Bc- lastung sich vorwiegend auf die Krankenkassen auswirken. Da die Kassen aber keine Zuschußbetriebe sein dürfen und nicht über ihr« finanz'ellcn Möglichkeiten hinausgehen können, würde sich zuletzt eine Abwälzung der Losten auf die versicherte Bevölkerung ergeben. Die Vorschläge des Hauptgesundheitsamts zur Verbilligung dos Be- trisbes sind für die sozialdemokratische Fraktion nicht disku- tabel. Die zweite Denkschrift befaßt sich mit dem B«tt«n- mangel. Sie ist außerordentlich o p t i m i st i s ch in der Beurtci- lung der in den letzten Jahren erfolgten Verbesserung. Seit dem Jahre 1923 hat die Bettcnzahl um 2700 zugenommen. Davon sind aber nur die Hälfte neu erstellte Bett«n: die ondA:e Hälfte ist gc- schaffen durch lleberbelegung der bestehenden Krankenräumc, ferner durch Belegung von Tagcsräumen und Pcrsonalräumen. Es ist selbstverständlich, daß die letzteren Betten nicht als Vermehrung zu zählen sind: sie sind als ein sehr unzulänglicher Notbe- helf anzusehen und müssen schleunigst wieder verschwinden. Die Einwohnerzahl Berlins hat sich seit dem Jahre 1923 um 378 000 vermehrt. Wenn wir die Bettcnzahl nur auf der jetzt bestehenden Höhe von 6,5 pro Tausend halten wollen, dann hätten seit dem Jahre 1923 allein sür den Zuwachs der Bevölkerung 2450 Betten neu geschaffen werden müssen. Da aber nur 1350 tatsächlich neu erstanden sind, hat sich die Betten- Versorgung nicht verbessert, sondern verschlechtert. Es ist wieder- holt darauf hingewiesen worden, daß di« Zahl von 6,5 pro Tausend unzureichend ist und Berlin zuin mindesten in den nächsten Jahren auf die Zahl von 7 pro Tausend kommen muß. Es wird errechnet, daß bis 1935 5490 Betten bereitgestellt werden müssen. Wo und wie diese Betten erstehen sollen, ist eine sehr wichtige Frage. Die G e s u n d h e i t s d e p u t a t i o n hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt. Wenn auch die Kranken- Häuser nicht nur den Bedürfnissen ihres Bezirks dienen, sondern durch den zentralen Bettennachweis belegt werden, so ist es doch unbedingt erforderlich, daß die dichtbevölkerten proletarischen Stadtteile in erster Linie mit Betten versehen werden. Es kann der Bevölkening nicht zugemutet werden, daß sie ihre Angehörigen in weit entfernt liegend« Anstalten geben, wo sie sie nur nrt.r Aufwendung von großen Opfern an Zeit und Fahrgeld besuchen können. Besonders schlecht versorgt ist der Osten. In Fried- r i ch s h a i n und Kreuzberg liegen die ältesten Kranke, hiius?: B rlins. Der große Bezirk P r e n z l a u e r B e r g besitzt überhaupt kein Krankenhaus Die Deputation stellte sich aus den Standp m't. daß in erster Linie der Ausbau schon vorhandener Anstalten erfolg.n soll, weil die Bettenerstellung in solchen An'stallen. wo die technischen und wirtschaftlichen Anlagen bereits vorhanden sind, sich relativ bill g gestalten läßt. An neuen Krankenhäusern wurde projektiert in erster Linie Prenzlauer Berg und in zweiter Linie Wilmersdorf. Diese Beschlüsse scheint das Hauptgcsundheüsamt bei Ausarbeitung der Denkschrift völlig vergessen zu haben. Wir finden hier in der Dringlichkeitsfolge vorgeschlagen in erster Line Wilmersdorf, zweiten» den Zlusbau von Urban mit 300 Betten Vermehrung und an dritter S'ell« den Neubau in Prenzlauer Berg. Es wird ge- schätzt, daß bei Neubauten ein Krankenhausbett ohne Grundstück sich auf 11 000 M. stellt, während z. B. beim Erweiterungsbau des Urbankrankenhouses dos neu zu erstellende Bett auf 7000 M. geschätzt wird. Die Dringlichkeitsfolge, die für das Ctatsjahr 1930 von der Gesundheitsverwattung vorgeschlagen wird, weicht noch viel mehr von der Ansicht der Deputation ab.?ln Neubauten ist h'«r aufgeführt an erster Stell« Wilmersdorj mit eurer Baurate von vier Millionen, dann folgt Prenzlauer Berg mit einer Baurate von 1,7 Millionen. Für beide Krankenhäuser war eine Ausdehnung auf 900 Betten vorgesehen, und für beide ist in der Denkschrift die Summe von 9,3 Millionen als voraussichtliche Baukosten angegeben. Weder die Rangordnung noch die Verteilung der Mittel, die die Ge- sundheitsoerwaltung vorschlägt, entspricht also dem Willen der De- putation, die Prenzlauer Berg vordringlich behandelt wissen will. Es kommt hinzu, daß in Wilmersdorf jetzt ein katholisches Krankenhaus erbaut wird. Der Stadtmedizinalrat von Berlin hat sich sür den Bau konfessioneller Krankenhäuser stark interessiert. wir werden weiter größten Werl daraus zu legen haben, daß der Neubau von Prenzlauer Berg in erster Linie gefördert wird. Der Ausbau des Krankenhauses am Urban, der einen Bettenge- winn von 300 bringen soll, ist in der Dringlichkeitsfolge so gruppiert, daß er im kommenden Etatsjahr kaum noch Berücksichtigung finden wird. Wir halten auch diesen Ausbau für durchaus vordringlich und können uns auch hierin mit den Vorschlägen der Gesundheits- Verwaltung nicht einverstanden erklären. Man wird endlich zu der Frage Stellung nehmen müssen, wie in Berlin die Krankenhäuser gebaut werden sollen. Die Bedeutung von Licht und Lust wird theoretisch durchmis in den Vordergrund gestellt. Im Krankenhaus Moabit nähert sich jetzt der Westpavillon seiner Vollendung. In diesem Bau hat man teilweise das System durchgeführt, das von dem Berliner Stadtmedizinalrat besonders propagiert wird, nämlich Krankenräume mit breiten Schiebefenstern, wie sie von Dosquet angegeben werden. Dies« ermöglichen es, jederzeit den Kronkensaal in eine Art Liegehalle umzuwandeln und machen selbstverständlich besondere Liegehallen überflüssig. In Moabit entsteht imn ein Kuriosum, nämlich Dosquet-Räume mit vorgebauten Liegebalkvns. Man muß schon feststellen, daß dieser Bau so ziemlich den Gipfel an Systemlosigkeit vorstellt, den man erreichen kann. Die Dosquet-Bauten— darüber sind sich die Fach. leute einig— haben eine sehr beschränkte Berwcndungsfähig- keit und eignen sich keineswegs für die allgemeine Krantenver- sorgung. Mit mehr Glück hat man in Berlin die Errichtung von Bauten gefördert, di« sozialhygienischen Zwecken dienen sollen. Im Hauptgesundheitsamt ist durch Umbau die zentrale Beratungs- und Behandlungsstelle für Geschlechtskranke errichtet worden. Wen» man diese Stelle in ihrem früheren Zustande kannte, wo sie in völlig un- zulänglichen Räumen im Polizeipräsidium untergebracht war, muß man allerdings feststellen, daß hier eine wirkliche Verbesse- rung eingetreten ist. Die Behandlungsräume sind hell und aus» reichend mit Wasser und allen erforderlichen Einrichtungen ver. sehen. Zu jedem Behandlungszimmer gehören drei Umkleidekabinen, so daß ein schnelles Arbeiten gewährleistet ist, wobei es jedoch ver- mieden ist, daß eine Massenabf«rtigung stattfindet. Es hat vielmehr jeder Patient die Möglichkeit, sich in einer geschlossenen Kabine auszuziehen und auch bei der Untersuchung und Behand- lung ist der Patient mit dem-Arzt und dem ärztlichen Hilfspersonal allein im Räume. Bevor die Paticnten zum Arzt gelangen, werden sie von der Fürsorgerin in Empfang genommen. Der ganze Aufbau dieser Stelle beweist, daß man in Berlin endgültig mit der Reglementierung und sittenpolizeilichen Maßnahmen g e- brachen hat. Geschlechtskrankenfürsorge bedeutet hier Seuchen- bekämpfung und persönliche Fürsorge. Im Bezirk Tiergarten ist durch die Initiative unserer Parti! die Säuglingsfürsorge, die früher in durchaus unzurcichendeir Räumen untergebracht war, umgebaut und modernisiert worden. Auf dem Gebiete der Säuglingsfürsorge haben wir mehrere modern« und allen Anforderungen entsprechende Einrichtungen, vor allem auch das Mutter- und Säuglingsheim in Neukölln, das als Muster» anstatt getten kann. Daneben haben wir allerdings noch eine große Reih« von Für>sorgceinrichtung«n, die so unzulänglich untergebracht sind, daß sie kaum ehren Zweck erfüllen können. Die bauliche Gestallung der gesundheitlichen Einrichtungen ist ein Problem, das auch die neue Stadtverordnetenversammlung noch stark beschäftigen wird. Die Sozialdemokratische Partei hat immer den Kamps geführt für eine großzügige Arbeil auf diesen» Gebiete und für eine gerechte Berleilung der Mittel unter Berück- sichtigung der proletarischen Bezirk«. lväth- Frankenthal. Privatdozent Dr. H. Küstner, Oberarzt der Universitäts-Frauenklinik Leipzig Verhütung von Geburtsschädigungen Für die Frage der Säuglingssterblichkeit, speziell der Früh- stcrblichkcit in den ersten acht Tagen sind Schädigungen des Kindes bei der Geburt von größter Bedeutung. Die Ursachen für die Schädigungen des Kindes liegen beim ausgetragencn reifen Kind sehr häufig in einer Verengerung des mütterlichen Beckens: außer- dem haben die Schwierigkeiten, welche die Wcichtcile der Mutter der Geburt des Kindes in den Weg stellen, eine gewisse Bedeutung für diese Frage. Drittens können Schädigungen des Kindes durch besondere Störungen bei der Geburt(Nabelschnurvorfall, vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens, Falschlage des Kindes usw.) eintreten. Einen beträchtlichen Teil dieser Geburtskoniplikatloncn können wir vor Beginn der Wehcnstätigkeit nicht im voraus erkennen, so daß in manchen Fällen, auch bei jorgsältigster und geschultester Ge- burtsleitung,«in Unglück nicht verhütet werden kann. Di« höheren Grade von engem Becken sind wohl meist vorher zu erkennen und die einzige zweckmäßige Geburts- beendigung durch Schnittentbindung kann vorgenommen werden. Schwierig ist dagegen die Frag« zu entscheiden bei den- jcnigen Formen von Beckcnvcrengcntng, die an der Grenze des Normalen sich befinden, da hierbei die Größe des Kindskopfes, die wir nicht vor der Ausstoßung des Kindes bestimmen könn«n, eine sehr wesentliche Rolle spielt. Auch bei solchen Grenzfällen wird häusig die Vornahme der Schnittentbindung vorgeschlagen, doch bc- deutet das eine wesentliche, vielleicht nicht immer berechtigte Steige- rung der Gefahren der Entbindung sür die Mutt«r. Wird einmal in solchen Fällen die Schnittentbindung ausgeführt, so muß bei weiteren Schwangerschaften meist der gleich« Weg beschrttten wer- den: man kann aber einer Frau nicht unbegrenzt oft eine Schnitt- entbindung zumuten. Wir werden also immer bei mäßig verengtem Becken mit einer gewissen Verlustzahl an Kindern zu rechnen haben. Die durch W e i ch t e i l st r a f f h e i t e n der Mutter bedingten Schwierigkeiten lassen sich meist ohne Gefahr sür Mutter und Kind durch rechtzeitige Einschnitte beseitigen. Was die falschen Kinds- lagen und die durch anderweitige Störungen hervorgerufenen Gefahren für das Kind betrifft, so haben wir nur die Möglichkeit, sie durch zweckmäßige Geburtsleitung zu beseitigen. Der Hauptwert bei allen diesen, das Leben des Kindes gefährdeten Komplikationen liegt in der rechtzeitigen Erkennung der Gefahren und einer dann einsetzenden sachgemäßen Geburtshilfe. Eine wesentlich« Besserung der Frühsterblichkeit kann also nur erzielt werden durch ein« gute Schulung und ein zweckmäßiges Hand-in-Hand-Arbeiten der die Geburt leiteirden Personen. Drei Instanzen kommen in Betracht: Erstens die Hebamme, zweitens der hinzugezogen« praktische Arzt und drsttens die Entbindungs- oiistalten und Krankenhäuser. Es muß aber, wenn Erfolge erzielt werden sollen, unbedingt gefordert werden, daß die Ausbildung der Hebammen und praktischen Aorzte auf dem Gebiete der Geburts- bilfe besser wird, als es birher in vielen Fällen der Fall ist. In Großstädten, wo die Möglichkeit dazu gegeben wäre, sollte die Erlaubnis zur Ausübung operativer Geburtshilfe nur an Spezialfrauenärzte erteilt werden. Außerdem müßte den Frauen, bei denen eine Komplikation zu erwarten ist, di« Mög- hchkett gegeben fein, in Entbindungsanstalten eine Aufnahme zu finden, da die soziale Lage und die Wohnungsnot eine sachgemäß« Gcburtslcitung im Prioathaus bei dein größten Teil der Bcvölke- rung nicht gestattet. In zweiter Linie kann die Frühsterblichkett gebessert werden durch Verhütung der Frühgeburten. Wir wissen, daß frühge- borene Kinder gegenüber allen äußeren Einwirkungen sehr wenig widerstandsfähig sind: auch schon die bei der Früch- gcburt in den meisten Fällen nur sehr geringe Gcwalteinwirkung während der Geburt führt in vielen Fällen zu schweren Gesund- heitsstörungen, evtl. zum Slbstcrben des Kindes. Di« Schnitt- entbindung zur Vermeidung dieser Geburtsschädigung und Ilm- gehung des Gebnrtskanals kommt bei Frühgeburten nicht in Be- trncht. Es läßt sich also durch die Geburtsleitung die Schädigung der zu früh geborenen Kinder nicht vermeiden. Wir müssen daher versuchen, den vorzeitigen Eintritt van Wehen zu verhindern. Die Schwangerschafts st örungen lassen sich in den seltensten Fällen voraussehen und daher auch meist nur bedingt ver- meiden: die Schwangere soll sich möglichst schonen, alle seelischen Er» regungen sollen von ihr ferngehalten werden, und auch geringe, aber dafür häufig auftretende Erschütterungen des Körpers(Eisen- bahnfahrten, Straßenbahn, Automobil usw.) sollen bei empfindlichen Frauen vermieden werden, da sie erfahrungsgemäß zur Früh- geburt führen können. Die wiederholt auftretende Früh- und Fehl- geburt bei bleichsllchtigen, körperlich schwachen Frauen oder bei anderen körperlichen Mängeln läßt sich durch sorgfältige ärztliche Beobachtung und Behandlung in manchen Fällen verhindern. Ganz andere Handhaben.zur Verhütung der Frühgeburt bieten uns die chronischen Allgcmeinerkrankungen der Mutter. Speziell die Syphilis, bedingt in vielen Fällen Absterben der Frucht im Mutterleib vor dem Ende der Tragzeit oder die vorzestig« Ausstoßung des noch lebenden Kindes. Auch die Schwongerschaftsvergiftiingen spielen hierbei eine Rolle. Die Zahl dieser Frühgeburten läßt sich aljo vielleicht durch eine sorgfältige. weiter als bisher ausgedehnte Schwangerenfürsorge verringern. In den Schwangerenfllrsorgestellen müßten die Schwangeren auf Syphilis, mittels der Wassermannschen Reaktion, untersucht werden und auf körperliche Veränderungen aufmerksam gemacht werden, die eine durch die Frucht bedingte Schwangerschaftsvergiftung er- kennen lassen. Allerdings erscheint es mir zweifelhaft, ob sehr viele Frauen behördlich eingerichtete Beratungsstellen aufsuchen und den Anordnungen des beratenden Arztes folgen werdcn. Es erscheint mir zweckmäßiger, die Schwangerenberatungs. stellen an die schon vorhandenen Entbindungs- an st alten anzugliedern, damit im Fall« einer bereits vor» handenen oder drohenden Störung der Erkrankung gleich dort die notwendige Behandlung eingeleitet werden kann. Durch eine sorgfältige Ueberwachung der Schwangeren und I genaue Registrierung der körperlichen Befunde lassen sich später � dann bei Zusammenstellungen gut« Schlüsse über die Fragen, wie � häufig die einzelnen Schwangerschaftskomplikationen als Ursachen sür Frühgeburt in Betracht kommen, ermitteln. Außer diesem Weg ließe sich noch ein zweiter beschreiten. Wenn bei jedem Neuge- borenen das Nobelschnurblut aufgefangen und auf Syphilis unter- sucht würde, so würden alle Fälle von Erbfyphilis erfaßt werden können. Es ließe sich dieses wohl unschwer in der Allgemeinpraxi» einführen. Die Hebamme müßte das Blut auffangen und in der nächsten Wassermani,-Station untersuchen lassen. Die Resultate würden dem zuständigen Kreis- oder Bezirksarzt mitgeteilt werden. Ferner müßte bei sämtlichen totgeborensn, ausgetragenen und nicht ausgetragenen Kindern und ebenso bei allen in den ersten sieben Tagen gestorbenen Kindern zwaiigcmäßig die Sektion vorgc- nommen werden, um die Ursachen für die Totgeburt oder die Früh- stcrblichkeit genau ermitteln zu können. Auf diese Art und Weise ließe sich zunächst einmal ein gutes Uebersichtsmaterial gewinnen, aus dem weitere Schlüsse zur Hebung der Geburtenschädigungen und Einschränkung der Zahl der früh, d. h. in den ersten acht Tagen, sterbenden Kinder gezogen»Verden können. (tbman von fllax ßarlkel (32. Fortsetzung.) „Kindskopf lochte Marianne.„Und grüß« auch die alten Tonten zu Haufe recht schön von mi�I" „Soll ich auch die Putzmacherin grüßen?� „Natürlich. Auch die Putzmacherin. Bei der haben wir uns ja tennengelernt. Flora. Und nimm für meinen Vater Rauchzeug mit!* sagte Mariane und holte das silbern« Kästchen mit den vielen Zigaretten. Marianne sah das Lehen Floras bildmäßig wie«inen Film: den Aufstieg aus dem Dunkel, die schmerzliche Kurve da oben b«im Theater und in Berlin und nun die Vollendung in der Heimkehr. Sie saßen noch eine kleine Weile zusammen, zwei gute Freundinnen und hatten sich wiedergefundeu. Dann meldete sich Lyssander telephonisch an. Und da trennten sie sich. Marianne hatte Flora hundert Mark geschenkt. Und als sie sich zum letztenmal die Hände schüttelten, flog Flora ihr um den Hals und küßte sie. Sie lachten und weinten, die «iegerin upd die Unterlegene, sie trennten sich endlich, und als Lyisonder kam, hatte Marianne immer noch verschleierte Augen. „Du hast geweint?* fragte er besorgt. „Ja, ich Hab« geweint. Ich habe Abschied von einer ollen Freundin genommen. Flora ist noch Hause gefahren. Und auch ich habe ein wenig Sehnsucht nach dem Bodensee.* Und als er sie tröstete, erzählte sie langsam und stockend die Geschichte von Herrn Aribert Hondt, die Geschichte von der Probe und von den vielen, kleinen Mädchen, die der Agent vermittelte und auf dem Gewissen hatte. „Dieser Hund,* wütet« Lyssander,„wir sind alle keine Engel, aber dem Schuft will ich schon das Handwerk legen. Wir haben Verbindung mit dem Polizeipräsidium, und ich weiß, daß die Leute dort auf Material warten. Sie sollen es haben.* Marianne lächelt«, aber mitten im Lächeln dachte sie an die vielen vielen Mädchen in den Cafes und auf der Filmbörse, die sich auch oerkaufen müssen, Tag für Tag, und für die keine Hilfe und Rettung war. Herr Hondt, das war nicht ein einzelner Mann, das war ein ganzes System. „Sehnsucht nach dem Bodensee hattest du?* fragte Lyssander, „und Paris hast du vergessen, Marianne?* „Paris vergessen? O nein, die Lola hat erst heute wieder geschrieben, ober wir wollten ja erst im Frühling fahren,* ont- wartete sie. „Ja, aber ich habe«ine große Ucberraschung, Liebling. Wir können, wenn du willst, schon morgen reisen,* sagte Lyssander.„Ich komme vön Kreß. Neue Pläne schweben. Eine ganz groß« Sache wird gedreht. In vierzehn Togen ist sie so weit. Wollen wir eine Woche nach Paris fahren? Und wenn du keine Angst' host, fliegen wir mit dem Flugzeug nach Berlin zurück.* Sic stürzte in seine Arme. Die Perlenkette. Die russischen Filme stürzten auch in Deutschland wie Gewitter in die allen Bilder einer allen Well, und Daniel Kreß, der ja auch aus dem Osten kam, besah sie sich nicht nur als Geschäftsmann. Er lebte In Deutschland und wußte, daß hier zwanzig Millionen Fabrikarbeiter und Angestellte in den Kullurverbänden, Sport- nrganisationen. Genossenschaften und in den politischen Parteien organisiert. Si« mochten Geschichte auch an den Maschinen und veränderten den Erdball- Sie hatten selbst ein« grandios« Ge- schichte hinter sich. Ihr Aufstieg in den letzten achtzig Jahren war ein Heldenepos. Aus der Geschichte der Revolution schöpften die Russen mit Vorliebe die Vorbilder ihrer Filme. Jeder gute RussenfUm wirkt« sich auch in Deutschland bei den Wahlen als Machtfaktor aus. Worum drehten die Deutschen keine Arbeiterfilme? Warum ließen sie ihre Geschichte nur in Leitartikeln, historischen Broschüren oder dicken Wälzern behandeln? Warum rückten sie ihre historische Vergangenheit nicht in dgs richtige Licht? Darüber dachte Daniel Kreß manchmal nach. Den Anstoß zu diesen Gedanken hatte Glaß gegeben, der einmal ausführlich von feinem nächtlichen Streifzug durch das östliche Berlin berichtete. Zuerst hatte Kreß müde abgewinkt, aber dann kam ihm bi« Erleuchtung. Er ließ sich Glaß noch einmal kommen und seine Ideen entwickeln. Glaß hatte viele Ideen, und als er nun um Borschläge befragt wurde, sagte er: „Deutschland ist groß und gewaltig, Kreß, und was wissen wir von Berlin? Berlin bei Nacht im dunkeln Osten! Dort lebt das Volt! Wie lebt aber dos Volk? Das müßten wir einmal schildern. Daniel, Deutschland muß ja noch einmal entdeckt werden l Dierund- sechzig Millionen! Und das sind vierundsechzig Millionen Schick- sale! Jedes Schicksal, wenn man es recht betrachtet«, rollt wie eine Kugel aus dem Dunkel ins Licht und wieder in das Dunkel zurück. Fangen wir bei Berlin an! Drehen wir einen grandiosen Film über Berlin, Kreß!* „Den gibt e» ja schon,* meinte Kreß,„den von Ruttmann. Ich bitte um konkrete Vorschläge, lieber Freund. Greif ein« Kugel heraus!* „Gut. Ich greife. Ruttnwnn hin, Ruttmann her, mir schwebt so etwas wie„Dokument von Berlin* vor. Eine grandiose Sache. Dos Volk. Wie lebt dos Volk? Wovon träumt das Volk." „Wir hatten im vorigen Jahr.„Das Dokument von Schanghai" von den Russen. Die Idee ist nicht neu. Strenge dich an. Meister, andere Bilderl" Copyright 1«9 by„Der BDchcrkreis O. m. b. H." Berlin SW61 „Andere Bilder. Gut. Mein Vorschlag ist, einen Film zu machen: Der Bahnhof. Was kommt auf einem Bahnhof alles zu» sammen! Die ganze Welt trifft sich da. Nehmen wir einen öst» l'chen Bahnhof in Berlin. Zeigen wir die Bewegung der Land- ichaften, der Dölker Zeigen wir die Straßen um diesen Bahnhof. Die Oberwelt. Die Unterwelt. Lassen wir einen Provinzonkel auf- tauchen. Er will sich den'Nachtbetrieb ansehen. Rollen wir die Geschichte einer Nacht aus. Der Mann fällt unter die Räuber und wird durch ein kleines Mädchen gerettet." „Ausgeschlossen,* sagte Kreß mürrisch, ,chas können wir nicht zeigen. Dieser Film wird uns von der Zensur so zerschnitten, daß wir einpacken können. Denke nach. Meister. Wir brauchen eine ganz ausgefallene Sache." „Ich denke nach,* antwortete Glaß und oersank in sich. Dann fuhr er aus und sagte triumphierend:„Ich hab's, wir machen einen Film: Die Perlenkette!* „Was ist das?* fragt« Kreß mißtrauisch. „Eine ausgefallene, aber ausgezeichnete Geschichte,* erwiderte Glaß.„Zuerst ein Ouerschmtt durch ein Hinterhaus. Da.zähen wir viele Schicksale. Das ist aber nur der schwarze Hintergrund, vor dem sich eine rührende Liebesgeschichte abspielt. Höre zu. Daniel'.* Und dann erzählte er die Geschichte von dem kleinen Chinesen, der sich In die blonde Berlinerin verliebte, von ihr abgewiesen wurde und ins Gefängnis kam. Und als er dann frei kam, war sein erstes, der weißen, schönhautigen, kühlen und bösen Frau eine Perlenkette zu schenken. China war modern. Di« Revolution hatte ex in den Blickpunkt des Weltintcresies gerückt. Die kühle und schöne Frau würde eine Bombenrolle für Marianne Hull sein. Als Glaß endete, sagte er: „Die Idee ist gut. Schreibe sofort ein Expose. Aber m:hr als zwohundert Mille darf die Perlenkette nicht verschlingen.* „Wir werden bescheiden sein, aber ich sehe nicht viel Möglich- lest, in der Perlenkette eine große Rolle für unseren Freund Lyssander zu schaffen.* „Ich werde mit Lyssander sprechen,* murrte Daniel.„Mit Lemansly schweben Verhandlungen wegen einer anderen Sache. Lcmansky nimmt Lyssander mit Kußhand!" „Ist Lyssander nicht an der„Lux* beteiligt?* „Wir haben Verträge,* sagte Kreß gleichgültig,„aber Per- träge kann man ja lösen." „Lieber Kreß, wir kennen uns schon dreißig Jahre. Das ist «ine lange Zeit. Dreißig Jahre, Kreß! Darf ich dir einen guten Rat acbcn?* „Bitte.* „Daniel, laß die alten Verträge. So«ine Kanone wie Lyssander bekommst du nicht wieder. Ich weiß,* fuhr er verlegen fort,„ich weiß, dich interessiert die kleine Hull, und darum willst du Lyssander abschieben und glaubst du, er ließe sich einfach so glatt erledigen?" „Das will ich eben ausprobieren, Bernhard,* sagte Kreß.„Ich denke, die Hull hat kein Herz im Leibe,* fuhr er fort,„ich weiß, sie hat sich einfach an Lyssander verkauft. Sie geht zu dem Manne, der das meiste Geld hat.* „Nein, sie geht nicht zu dem Manne, der dos meiste Geld hat, Dan." ereiferte sich Glaß.„ich kenne die Hull vom ersten Tag an. sie war eines der kleinen Mädchen, eines der armen Dinger, denen nur«in Weg zur Höhe übriggeblieben ist. Und jetzt ist sie obin auf der Höhe. Und wenn sie einmal von Lyssander geht, geht sie nicht zu einem asten Mann, Dan, geht sie nicht zu dir oder zu mir. sie geht zur Jugend, wo sie hingehört. Ich habe das Gefühl, Daniel, daß sie schon jetzt manchmal über uns lacht, ich habe das Gefühl, sie benutzt uns nur und läßt uns einmal lachend und herzlos fallen. Eben weil sie ein Herz hat. Dann Adien, schöne Hull!* „Du host wie ein Rabbi gesprochen, Bernhard. Du siehst Ee- spcnster. Ich sehe da viel klarer. Mit Geld kann man alles machen," antwortete Kreß.„Und jetzt laß mich ollein. In einer Stunde kommt Lyssander." Kreß war mürrisch, ober klug genug, seinen Groll zu unter- drücken. Die beiden Männer besprachen die Idee des neuen Films. Lyssander fand die Geschichte mit der Perlenkette ausgezeichnet. „Das kann ein Schlager werden, Kreß," sagte er und übersah dabei, daß eigentlich für ihn, den Frauenliebling, kein« tragende Rolle in dem Spiele war, aber er dachte nicht an sich, er dachte an Marianne und sah große Möglichkeiten für sie. In vierzehn Tagen sollte mit den Aufnahmen schon begonnen werden. „Ja, und was ich noch sagen wollte, Lysionder." bemerkte Kreß am Ende der Unterhaltung.„Wir führen seit einiger Zeit mit Lemansky Verhandlungen wegen einer Interessengemeinschaft. Sie sind davon unterrichtet. Haben Sie was dagegen, im nächsten Film bei Lemansky ganz groß herauszukommen? Es soll eine ganz unerhörte Sache werden." Lyssander stutzte. „Ich denke, wir drehen die Perlenkette? Soll dabei auch schon Lemansky beteiligt sein?" „Nein, die macht die„Lux", die machen wir. Aber ich sehe im Augenblick keine Möglichkeit, Sie in diesem Film groß herauszubringen. Da haben wir den Chinesen und die Hull. Das sind die beiden Hauptrollen." „Ausgeschlossen, lieber Kreß, zu Lemansky geh« ich nicht. Ich bin ja schon ganz groß und unerhört herausgekommen. Deshalb haben wir ja unseren Laden aufgemacht. Gefällt Ihnen mein Gesicht nicht mehr?" „Aber Freund," wehrte Kreß mit beschwingten Gesten ab, „aber lieber Freund, davon kann ja gar keine Rede sein! Wir haben so viele Jahre immer im besten Einvernehmen miteinander gearbeitet. Stimmt's oder stimmt's nicht? Sie nicken mit dem Kopf. Gut. Sie haben in den ganzen Iahren immer ihren Willen durchgesetzt, und wenn ich nun einmal einen Vorschlag mache, lehnen Sie ab. Das ist nicht recht von Ihnen, Lyssander," schloß er weinerlich.(Foriietzung solgi) WAS DER TAG BRINGT. «iiiitiiiniimiiimmiiiiiiniiiniiimiiuiuiiiiiiiiimumniiiiiiuiummiiiiiiiiumiiiuiiiuimuuliiiiiHHiimiiiuiiiuiiiiiniimiiiiiiiiiiiiuuliniiiiiiiiiiimiiiiimiiiiiiniiiiiiiimiiiiiimiiiiiiiiiii Andersens Märchen erobern Japan. Vor zehn Iahren erschien im Verlag Fusanbo in Tokio die erste japanische Auflag« von Andersens Märchen. Der Name des Heber- setzers war Mikihiko Nogata und das Buch hieß auf japanisch „Andersen Orogi Bonashi". Die Auslage von 5000 Exemplaren hatte einen starken Erfolg und war bald ausverkanst. Seitdem haben nicht weniger olzn zwölf japanische Berlcger Andersens Märchen herausgebracht. Alle Uebersetzungen gehen auf den englischen Text zurück. Die meisten Ausgaben sind auf billigem Papier und mit schlechten Bildern versehen. Im Juni 1924 überraschte der Verlag Bunko in der Industriestadt Osaka, mit einer Luxusausgabe von Andersens Werken. Die Auflag« von SSOO Exemplaren war trotz des verhältnismäßig hohen Preises von 2 Ten in kürzester Zeit vergriffen. Nun setzte«in« wahre Hausse in Andersens Märchen ein. In kürzester Zeit erblickten sechs neue Ausgaben das Licht der Leserwest— 30 000 Andersen-Bücher erschienen ans dem japanischen Literatunnarkt und wurden verkaust. Der große japanische Ars- Verlag unternahm dann einen starten Feldzug, um die romantischen Werke des dänischen Dichters im japanischen Land« volkstümlich .zu machen. Cr bringt dieser Tag« eine geschmackvolle Ausgabe heraus, streng in Schwarz und Weiß gehalten, von 80 000 Exem- plaren. Andersens Werke gehören heut« zu dem eisernen Bestand der Bibliothek eines gebildeten Japaners. Unfreiwillige Pazifisten. Die argentinische Regierung hat bei einer englischen Werst ein Kriegsschiff bauen lassen. Die Werst weigert sich jedoch, das Schiff herauszugeben, da die argentinische Regierung es nicht voll bezahlt hat, und da die argentinische Regierung bekanntlich sehr knapp an Geld ist, so wird sie wohl vorläufig nicht in den Besitz des Schisses kommen. Die bereits nach England abkommandierten Marinesoldaten gehen dort einstweilen stillvergnügt spazieren und müssen unsnei- willig Pazüfist spielen... Ein 864 Meter tiefer Brunnen. Um einwandfrei sauberes Wasser zu gewinnen, hat eine chemische Fabrik in Narwa einen Brunnen bohren lassen, der ein« Tics« von 864 Meter erreicht. Die Arbeiten am Brunnen dauerten rund ein Jahr, die Herstellungskosten betragen IS 000 Kranen. Dieser Brunnen ist der tiefste in Estland. Unkraut vergeht nicht! Wer ein Stück Land, zu beackern hat. wird ein Lied davon singen können, wie das Unkraut alle Kulturpflanzen überwuchert und nur unter großen Schwierigkeiten zurückgehalten werden kann. Als Hauptgrund muß die außerordentlich hohe Zahl der Samen bei den Unkräutern genannt werden. So zähst man beim Hederich bis zu 2000 Samen je Pflanze, beim Hirtentäschelkraut bis 4500, bei der Wucherblume bis 13S00, bei der Hundskamille über 14000 und beim Klatschmohn über 50 000 Samen. Die Samen werden durch den Wind, Kleider. Geräte usw. in allen Richtungen oerbreitet und finden meist einen günstigen Boden für ihr Gedeihen. Selbst wenn man annimmt, daß nur 30 Proz. der Samen keimfähig sind und davon nur 10 Proz. sich wirklich entwickeln werden, kann man sich leicht ausrechnen, mit welchen Unmengen Unkraut wir es in Feld und Garten zu tun haben. Hinzu kommt, daß das Untraut sich bisher frei entwickeln konnte und auch unter weniger günstigen Umständen gedeiht, während die Kulturpflanzen immerhin gewisse Vorbedingungen für ihre Entwickelung brauchen und deshalb schwerer vorwärtskommen als das Untraut. Unheilvolles Glück. Wie aus Bgmboy berichtet wird, hoben Fischer im Persischen Golf eine ungewöhnliche Perle gefunden, die ttwa 50 Gran wiegt und annähernd eine Million Mark wert ist. Eine derart kostbare Perle wird durchschnittlich nur alle hundert Jahre gefunden. Einer der Fischer wurde wahnsinnig, als er feinen Anteil an dem Erlös der Perle ausgezahlt bekam. 1700 neue Brietmarken. Aus dem auf dem englischen Buchmarkt vorliegenden neuen Brisfmarkenkatalog geht hervor, daß im Jahr« 1028 1700 neue Briefmarkenarten herausgekommen sind. Die Gesamtzahl der Marken beläuft ssch dem Katalog zufolge auf etwas über SO 000 Stück. Straußenleder. Die Haut van mehr als 12000 Straußen ist in den letzten fünf Monaten aus Südweftaufrika nach England gebracht worden. Eine neue Industrie hat sich entwickest, da sich aus der Haut dieser Tier« ein vorzügliches Leder herstellen läßt, dys zu Handtaschen und Damenschuhen oerarbeitet wird. Dieses Lcder liefert allerdings nicht der schöne Strauß, dessen Federn früher eine Zier der Damen- hüte bildeten, sondern der wilde Strauß, der auf den weiten Gras- steppen des früheren deutschen Südwestasrika gejagt wird. Auf dem Markt von Mndhnk wird für jede Stranßenhaut ein Preis von IS Mark bezahlt. Rettung des weißen Rhinozerosses. Die Erhaltung des weißen Rhinozerosses, dos vom Untergänge bedroht war, kann jetzt durch die Schutzmaßnahmen als gesichert gellen. Wie aus Durban berichtet wird, Hot man in dem von der Regierung der Südosrikanischen Union geschaffenen Umsolosi-Schutz- gebiet festgestellt, daß die letzte noch übrig gebliebene Herd« dieser Tiere, die sich aus etwa 50 belies, aus 172 Stück angewachsen ist. Im ganzen befinden sich in diesem Wildschutzgebict etwa 4000 Tiere, darunter 1000 Büffel. 700 Zebras und 700 Wildebceft-Gnus. Ein schnell beendeter Roman. In Pariser Theaterkreisen erzählt man sich folgende Anekdote: Ein sehr reicher Südamerikaner lernte in einer Mustkhalle eine bekannte Pariser Schauspielerin kennen. Sich in sie verlieben. htnauseiien, ein niedliches Notizbuch zu taufen war das Werk eine» Augenblicks. Er traf die Schauspielerin jedoch nicht mehr an und legte 10 Tousen�franken-Villetts in die Seiten feines Notizbuches. das er der Schauspielerin in ihr« Wohnung sandte Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:„Ihr kleines Buch hat mich der- art entzückt, daß ich den.... nächsten Band dieser Geschichte kaum erwarten kann." Unser Südamerikaner war indes schein- bar ein Freund des Humors: er beschasste sich nochmals ein gleiches Notizbuch, legte Vieder die Scheine ein. bemerkte jedoch am Schluß des Büchleins:.End« des zweiten und letzten Bandes." # dflf�undofriLel -ARBBIEH 7USSBALL Resultate vom 27. Oktober. Eine arge Enttäuschung wurde den Fußballinteresseriten bereitet, die den Weg nach Neukölln in die Kaiser-Friedrich-Straße mochten. Der Wärter dieses städtischen Sportplatzes weigerte sich, den Platz zu öffne«, mit der Begründung, der Platz wäre nicht spielsähig. Da- durch wurde die Entscheidung um die Meisterschaft der Abteilung B der 2. Klasse wieder aus einige Zeit Hinausgeschaben.' Die Schweif- stcrne und Butab stehen also wieder vor einer Ungewißheit.— Lichtenberg I hotte Besuch aus Luckenwalde. Die V. Abteilung der Luckenwalder Turnerschaft holte sich mit einen 4:»-Resultat die Niederlage.— Lichtenbergs 2. Mannschaft hatte ein« kombinierte Mannschaft Borussias zum Gegner. Das 3: 3-Resultat zeugt von einer guten Leistung der Lichtenberger.— Eine hohe Niederlage mußte sich choppegarten von Neukölln gefallen lassen. In der ersten Spielhälste konnten sich die choppegartener noch halten. Darm kam beim Stande von K: 1 der Zusammenbruch. Noch sechs mal kormte Neukölln einsenden und damit das Resultat auf 12: 1 stellen.— Lichtenberg II fuhr mit zwei Mannschaften nach cherzsetde, um hier für die Bewegung zu werben. Während sich die ersten Mannschaften mit 2: 2 in die Ehren des Tages teilten, tremüen sich die zweiten Mannschaften mit dem Resilltat von 4: 1 für Lichtenberg.— Lichtenberg I Jugend gegen Saxonia Jugend 1: 1. In Wien taitcn die Naturfreunde. In der roten Stadt an-der Donau, in Wien, tagte dieser Tage der Hauptausschuß des internationalen Tourisdenvereins „Die Naturfreunde". Vertreten waren der Zentralausschuß und sämtliche Ländervertreter mit Ausnahme von Holland. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Präsidenten, Nationalrat Richter- Wien, gab der Sekretär der Internationale ausführlichen Bericht über die letzte Entwicklung des Vereins. Allenthalben ist ein stetiger Aufstieg zu verzeichnen, dessen Tempo von den wirtschaftlichen Verhältnisien in den«inzelnen Ländern bedingt wird. Neuerdings hat die Bewegung in Dänemark(Kopenhagens und in Australien(Sydney und Mel- bourne) Fuß fassen können. Die Finanzloge des Gesamtvereins gilt als vollkommen gesichert, jedoch hat die bessere Ausgestaltung der Aeieivs Zeitschrift„Der Naturfreund" größer« Anforderungen-finan- zieller Art gestellt. Es mußte deshalb eine geringe Erhöhung der Beiträge an die International« beschlossen werden. Die Vertreter der Länder, insbesondere die Deutschlands, wollen im Hinblick auf die Wirts chaftsv«rhältmsse von einer Beitragserhöhung Abstand genommen wissen, mußten sich jedoch von ihrer Notwendigkeit über- zeugen lassen. Große Verdienste hat sich der Verein in den letzten Iahren durch die Erbauung einer Anzahl Ferienheime und Unterkunfts Häuser für das schaffende Volk erworben. In den Wintermonaten wird an einem noch näher zu bestimmenden Tag eine internationale W i n t e r s p o r t-V« ra n st a l- t u n g der Naturfreunde in den Kitzbühler Alpen durchgeführt. Die große Arbeiterfport-Olympiade 1931 in Wien wird den Nalur- freunden Gelegenheit geben, ihr« Massen aufmarschieren zu lassen, um nach außen hin die Größe der Bewegung zu zeigen. Aus diesem Grunde wurde auch die für 1931 nach Hamburg einberufene Haupt- Versammlung auf 1932 verschoben. Sie wird verbunden m't einem großen internationalen Naturfreundetreffen, an welches sich See- und Nordlandfahrten anschließen werden. Der Hauptausschuß lehnt es einmütig ab, die Naturfreunde- bcwegung für Bestrebungen der Kommunistischen Partei mißbrauchen zu lassen, wie dies in verschledenen Fällen eeschah. Wer künftig derartige mißbräuchlich« Handlungen unter- nimmt, hat schärfst« organisatorische Maßnahmen zu erwarten. Der- urteilt wurde ferner die Schreibweise des württcmbergifchen Gau- blattes, weil es dazu mißbraucht wird, Geschäfte der Kommu- nistischen Partei zu besorgen und dadurch«inen Großteil der wärt- tembergischen Mitgliedschaft von der Bewegung abstößt. Bon der wütrtembergischen Mitgliedfchoft wird erwartet, daß sie sich mehr alz bisher gegen diesen Mißbrauch wendet. Die bundcstrcucn Arbeiter-Schützen. Neben der kechtmaßigen bundestreuen Ortsgruppe Berlin im Arbeiter-Schützen-Bund Deutschlands E. B. besteht ein« Organisation, die den Namen Zlrbeiter-Schützcn-Bund, Orts- grupp« Berlin, zu Unrecht tragt. Es handelt sich um die aus dem Bund ausgeschlossenen kommunistischen Krakeeler, die den Namen als Deckmantel für alle möglichen Kongreffe und Kundgebungen für Sowjetrußland mißbrauchen. Bom Oberpröstdenten der Provinz Brandenburg und von Berlin sind sie als leibesübungcntveibende Organisation nicht anerkannt, wähernd die Buudestrcuen aus Grund wirklicher Sportbetätigung gefördert werden. Zur Infor- motion geben wir die U e b u n g s a b c n d e und Anschriften der bundesireuen Abteilungen bekannt: Slbteilung Schöneberg. 1. Vor- sitzender Otto Sieoext, Schöneberg, Akazienstr. 22, Uebungsabend jeden Montag bei Jürgens, Barbarosfostr. 3«: Abteilung Mitte: 1� Vorsitzender Hugo Hennig. O 112, Neu« Aahnhofstk'. 34, Uebungs- abend jeden Dienstag 20 Uhr bei Lohan. Brüderstr. 1K/18 Ferner jeden Donnerstag 1914 Uhr Turnhallenübungsabcnd Köpenicker Straße 123 sowie Sonntags 9 Uhr Sportplatz Friedrichsfelde, am llppstallweg. Der geringe Beitrag ermöglicht es jedem, der gewert- fchaitlich und sozialdemokratisch organisiert ist, Mitglied zu werden. Gaste willkommen. Auskunft erteilt die Geschäftsstelle: Stefan Vrumirski, SW. 19. Kommondantenstr. 77, Merkur 7752. Ist das Absicht? Just der Hugenberg-Woche bringt der Nachnchteirdienst des „Deutschen Reichsausschulses für Leibesübungen" einen Artikel des alten Herrn Müller- Meiningen, den der Verfasser im August in den„München« Neuesten Nachrichten" veröffentlicht hat. Der Artikel führt mit Recht Klage darüber, daß der Sportsonds des Reiches um ein Drittel gekürzt werden mußt«, um den Reichshoushalt ms Gleich- gewicht zu bringen. Nachdem der Verfosier den Jahresbericht des Reichsausschusies«In paarmal zitiert und festgestellt hat, daß die Ausgaben für Leibesübungen die Sozialloste» um dos Mehrfache ihres Betrages herabdrücken, weil sie vorbeugend wirken, fährt er fort: ..... Auch die Nachgiebigkeit gegenüber einem v o m G l ü ck e begünstigten Feind« muh ihre Grenzen haben! Hier aber wird die Substanz unseres höchsten Vermögensgutes in Gefahr gebracht und dem Feinde ausgeliefert. Die kommende Generation würde solchen Verrat niemals oergeben. Sollen wir wirklich noch lernen, uns vor unseren Kindern und Enkeln zu schämen?..." Das wurde, wie gesogt, im August geschrieben, ober der Deutsche Reichsausschuß hat es sich ausgerechnet für die Hugenbergsche „Volts"-Begehrens-Woche ausgehoben. Das muß angenicrkl werden! /uKeudfeiern. Es ist wirklich jammerschade. Der schöne pralle Rucksack ist spindeldürr geworden und hangt neben dem zusammengepackten Zelt in der dunklen Kammerecke. Der mollige Wasierstrand sieht jetzt bitterböse aus, im Sonnenbad faucht und pfeift es. M i t d e m Wochenende ist es zu Ende. Wir müssen uns«ine andere Bleibe suchen. Deshalb brauchen wir nicht trauern. So um diese Zeit klopft Mutter Holle gewöhnlich ihre Betten aus. Und eines guten Morgens ist alles mit Schnee bedeckt. Das ist Sache. Wenn dazu die Eis- bahn kommt, so können wir wieder Mutter Grün besuchen, die sich in ihrem weißen Kleid ganz knorke macht. Hoffentlich dauert? nicht mehr lange. Uebrigens wollte ich davon gar nichts erzählen, sondern von Iugendfeiern! W i r wollen eine Feier machen, ganz wie draußen bei Mutter Grün. Mit Tanz und Spiel, lustig wie auf der Wiese oder am Strand. Aber wo? Da haben wir schon den Salat. Wenn wir ein Dutzend sind, quetschen wir uns in ein Jugendheim. Das geht dufte. Wir sind ober hundert, oder Zweihundert. Und da sehen wir wieder, daß für die Jugend nichts da ist. Unsere Stadt- und sonstigen Väter haben für den Sommer oorgesorgt. Spiel- und Sportplätze sind da, wachsen weiter. Aber ein richtig- gehendes Iugend-„Heim" haben wir nicht. Das sind kleine Stuben. Turnhallen? Nichts zum Sitzen. Schulaulen? Nur zum Sitzen. Wir brauchen ein Mittelding, mit Sitz- und Tanzgelegenheit, auch eine Limonade ist mal nötig. So was hat die große Stadt Berlin nicht. Da müssen wir in die Provinz gehen. Wir wollten unser Fest aber diesmal in Berlin machen. Da haben wir den großen Saal von Vater Haberlandt genommen. Bloß eine Sorge, wie wird der Besuch? Bolkstanzabend, auch andere Tänze, nun agitiert fleißig. Und sie kamen, es war knackevoll. Manche sagten sogar, es ist zu voll. Das war aber nur die ältere Jugend, denn die Eltern wollten sich auch einmal ansehen, was die Jugend treibt. Schön war's doch. Wanderkleidung, luftig wie draußen. Turner und Turnerinnen machen die Bortänzer, mit Ab- lösung tanzt der Chor, damit alle mal ronkommen. Dazu die allen, schönen Tänze. Ein holländischer Tanz auf der Bühne in Holz- galoschen, das hat fein geklapp— ert. Beinohe wäre auch noch ein RezUator erschienen und Lieder zur Laut« gesungen worden, aber nur beinahe. Sonst war's sehr vergnügt. Es ging nur gar zu schnell zu Ende. Da habe ich nun neulich von einem„Alten" gelesen, daß jedes Arbeiterfest sich als solches präsentieren soll. Damit ist jedenfalls so etwas von dem sozialistischen Gedanken gemeint. Es müßt« so ein feiner oder mal kräftiger roter Faden durch das Fest- getriebe gehn. Etwas, das erhebt, idealisiert, begeistert. Wir sind jung, die Welt ist offen: wir erstürmen die Burg des Alten und bauen das Neue. Jugend voran! Gib den Festen ein neues Ge- präge, schaff« eine Kämpferschar. Wir haben schöne Gedichte-, vem Jürgen Brand und anderen. Motive für Sprechchor sind auch da. Der Bewegungschor sucht Beschäftigung. Sprechen und Singen braucht nicht gleich Kunst zu sein. Kleine Feste sind die Proben für große Veranstaltungen. Spiel und Tanz sind Elemente der Freud«, die größte Freude bringt aber das positive Schaffen! Deshalb bin ich nicht ohne Hoffnung. Vielleicht«rgreift die Jugend die abgenützte Fahne der sogenannten„Volksfeste", die so sehr nach Rummel aussieht. Und bringt uns eine neue, selbst geschaffene, der man gleich ansieht, das ist die neue, sozialistisch« Festkultur. Das wäre eine Tot. ist, Wie lange noch„Friedmann"? Ein Freund des Reiefasverbandes der Industrie! Das Organ der KPD.-Oppvsition„Gegen den Strom" setzt den Kampf gegen die parteiamtlichen Arbeitersportspatler mit aller Energie fort. Bei diesem Bruderzwist erfährt der zuhörende Dritte die Wahrheit in ihrer vollen Reinheit. In dar Nummer 42 liest man folgendes über den Reiseonkel in Sporffachen. Herrn Friedmann-Heidu: Es häufen sich die Fäll«, daß die Arbetterspvrt-OppasiLon durch den ominösen Frtedmann diskreditiert wird. Frredmann ist neben Bergmann seit dem Frühsnhr vorigen Jahres der intime Vertrauensmann Dahleins in ArbcitenportjrageN. Auf Dohlems Anweisung verfaßte er im Sommer vorigen Jahres ein verlogenes Memorandum über die Tätigkeit des Genossen Wiest, das Dahlein an die RSI. und die Komintern weiterleiten ließ. Friedmann und Bergmann waren auch die Drahtzieher, die nach dem Leip- ziger Bundestag den im ÄTSB. mit Ausschluß bedrohten Ge- Nossen Paul Zobel zwangen, als Kandidat zum Vorsitzenden des Berliner Arbeitersportkartells aufzutreten, um dadurch den von lvildunq und Gellerl erstrebten Anlaß zum Ausschluß des Berliner Kartells zu geben. Im letzten Jahr wurden w-ederholt Fälle bekannt, daß Friedmann in Berlin,-sachsen und Thüringen Bundesmttglieder unter allerlei Versprechungen.zu ködern ver- suchte, daß er thnen sportliche Konkurrenzen in Frankreich, der Tschechoslowakei und Sowjetrußland versprach, um sie in den Verbänden ousschlußreif zu machen...— Ein schwarzes Kapitel für die oppositionelle deutsche Arbeltersportbewegung ist durch Friedmann aufgeschlagen. Ein Jahr Tätigkeit in der oppositio- ndlen Arbeilersportbewegung hat genügt, um seine Früchte reifen zu lassen. Es ist Zeit, daß die Arbeitersportler wie die Parteigenossen diesen Burschen näher betrachten. Di« Behörden wissen durch ihn selbst, daß der Teilhaber einer großen Haus, und Grundbesitzgesellschaft und früher« ungarische Offizier Heidu ohne revolutionäre Vergangenheit identisch ist mit dem in der Arbeuer- sportbewegung und in Partcikreisen als großer revolutionärer Phraseur bekannten Friedmann. Friedmann» Treiben im Ar. beitersporl ist schon lange ein Skandal. Jetzt wird es zu einem Skandal der Opposition und der Partei. Die Verbindungen, die Friedmann zu namhaften Personen des Reichsoerbandes der deutschen Industrie unterhält, weisen immer deutlicher darauf hin, daß Friedmanns Arbeit in der Arbeiterbewegung anderen Zwecken dient... Ein Friedmann schwer belastendes Anklagcmaterial liegt feit langer Zeit einem Berliner Parleischiedsgcrichr vor. Letzteres darf aber feine Arbeit auf Befehl von Dahlem, Pieck und Pfeiffer nicht zu Ende führen." „Gegen den Strom" bemerkt dazu, daß den Artikel ein Mann geschrieben hätte, der Bescheid weiß. Das kann man nur bestätigen, 1 und wir glauben auch nicht fehl zu gehen in der Annahme, daß .der Artikesschreiber der Mann ist, der auf dem Bundestag des Arbester-Turn- und Sportbundes 1928 in Leipzig im Auftrage der .KPD.-Zentrale solchen„oppositionellen" Spektakel machte, daß er— buchstäblich— hinausgeworfen werden mußte. Damals war er als Kommissar der Zentrale auf hohen Rossen— kurze Zeit danach stand sein Stuhl vor der Tür und er saß daneben. Er heißt— Wiest!_ Radsporiliches Allerlei. Die Liste tiir Berlins„Sodistage". Der Beginn des 2 2. Berliner Sechst«.tzerennens rückt näher, die Teilnehmerliste scheint vollständig zu sein. Nach ihr werden 13 Paare— 8 deutsche und 6 ausländische— am Start zu finden sein. Und zwar: Petri-Tietz, Deutschland Dorn-Macziniki, Deutschland Miethe-Hürtgen, Deutschland Kirardcngo-Ncgrini, Italien Ehmer-Kroschel, Deutschland Rinda-Tonani, Italien Lehmann-Wissel, Deutschland Raynaud-Dayen, Frankreich Krüger-Funda, Deutschland Louet-Mouton, Frankreich Manthey-Schön, Deutschland Wauiers-Bernaudel, Belgien Gebrüder Wolke. Deutschland Goossens-Deneef, Belgien Ein Standen-Punktefahren. für nicht am Sechstagerennen teil- nehmende Fahrer leitet den Freitagabend ein. Zu gleicher Zeit starten in Stuttgart ebcvffalls 13 Mannschaften zum 3. Sechs- tagerennen. Ms Vorrennen kam hier in der Stadthalle ein 100-Kila- meter-Einzelfahren in zwei Läufen über je 39 Kilometer zum Aus- trag. Der Belgier Charlier beherrschte das gesamte Feld, und zwar so, daß Fahrer wie Viouäon, Zkroschel und l'tickel, die sich noch ck», besten zu dem Betgier halten konnten, im Gesamtergebnis drei Runden hinter Charlier zurücklagen. In der Breslauer Spoxtarena veranstaltete die dortige Ortsgruppe der Deutschen Radfahrer-Union ein Zweistunden-Mann- fchastsrennen, das die„Lokalen" Kupke-Müllcr in Rekordfahrt ge- wannen. 89,280 Kilometer wurden zurückgelegt. Die Berliner Ussat-Kittler gaben auf halbem Wege auf. In, Auslande wartete in Paris die Winterbahn u. a. mit einem Zweistunden-Mamifchasts- rennen auf, das flott ausgefahren wurde. Den Sieg rissen Eh. Pellifsier-Leducq mit Rundenvorfprung an sich. Sie fuhren 88.873 Kilometer und sammelten 12 Punkte. G. W a m b st- L a q u e h a y lagen drei Runden zurück, und kamen an 13 Stelle ein. Im nächsten Jahre werden übrigens die beiden Franzosen ihr Heil als D a u e r- fahrer versuchen. Der Schweizer Paul Suter wird George Wambst und der Franzose Seres Laquehay führen.— Debunne- Desmedt gewannnen mit nur zwei Punkten Borspnmg in 2:12:34 auf der Brüsseler Winterbahn das lOO-Kilometer-Mann- fchaftsrennen gegen Bonduel-Ban Rysselberghe. Weltmeister Rousfe fiegt« im 1»»-Kllometer-Einzelfahren auf der G e» t e r Winterbahn in 2:28:01 vor O. van Hevel.— Bei den letzten diesjährigen Rad- rennen in Nancy bestritt Weltmeister Paillard u. n. ein 4»-K!lo- meter-Rennen, in dem er von seinem in 37:00,2 siegenden Lande- mann Glassin um 3«) Meter geschlagen wurde. Paillard gewann dafür sein« Zweierläuse über je 10 Kilometer gegen Parisot in 9:10 mit 350 Meter Vorsprung und gegen Grassin in 9:04,2 mii 10 Meter Vorsprung. Hellas wieder Wasserbalimcister, Im Lunaparkbaü wurde gestern das Endspiel um die Deutsche Wasserball Meisterschaft der bürgerlichen Sportier, für das sich Hellas-Magdeburg und die Wassersrcunde-Hannover qualifiziert holten, ausgetragen. Wie zu erwarten war, gab es einen inter- essanten und harten Kampf, den Hellas» Magdeburg mit 4: 2 Toren(2: 0) für sich entschied. Eine leichte Ueberleg-enheit der Hellenen zeigte sich während des ganzen Spiels. Im zweiten Teil des Spiels drehte» die Hannoveraner zwar mächtig auf, aber mit „Cte" Rndemacher im Tor konnten die Hellenen beruhigt sein. Auch Bahre im gegnerischen Joal vollbrachte Meisterleistungen und hiclt mehrere Bombenschüsse ganz ausgezeichnet. Die Ersatzleute der Hannoveraner entpuppten sich als hochveranlagte Spieler, die die gegnerischen Angriffe recht oft erfolgreich zerstörten. Bier Ausländer im„Ständigen Ring". Zlnläglicki seiner 60._ Veranstaltung bringt der Ständige Boxring in den Berliner Spichernsälen am Donnerstag, 31. Oktober, ein recht gut besetztes internationales Programm zur Abwicklung. Den Hauptkampf bestreiten Bojo-Dortmund und der Amerikaner Singer. Ferner treffen Pfitzner-Berlin mit Leenaerte-Belgien, Eh. Tonner-England mit Richter-Dresden, T. Poetfch-Tschechoflowakei mit W. Bolz-Bcrlin sowie die beiden Berliner Ahrens und Glaser zusammen. Bewegungschor der FTGB. Di« diesjährige Winterarbeit wird mit einer chorischen Aufführung von Bewegungsspielen geschlossen. Für das Frühjahr ist ein umfassendes Programm vorbereitet. Inter- essritten, die durch gymnastische Hebungen und in freier chonscher Gestalluiig ihren Körper schulen wollen, haben setzt durch Beitritt die beste Gelegenheit, ilebungsstunden: Mittwochs, Schule Frieden- straße 31, 20— 22 Uhr; Freitags, Schule Zchdenicker Str. 17— 18, von 19— 22 Uhr. Auskunft erteilt Willy Henke, Berlin NO. 18, Kniprodestr. 8. Ziu.Zilso.Zunqmädchcnableilung de» Sporl-Elub„Einigkeit 26". Einem vielseitigen Wunsche entsprechend beginnt oui Freitag, dem 1. November, in der Turnhalle Koppenstr. 84. ein Jiu-Jitsu- Kursu S für F ro u« n. Da schon mehrere Teilnehmerinnen vor- gemerkt sind, bitten wir die Meldungen zu diesem Kursus um- gehend bei A. Dietze, Berlin 0, 17-, Madaistr, 2, abzugeben. Zur Teilnahme sind alle sozialistisch denkenden Frauen und Mädchen eingeladen. T->»«istr»-Ber»ii,„Die Saiutfccunbc', 3cj>ttoU Wir». Ortsruppc Berlin, Sonnwa, z. NlwemSrr: All« Abteilungen erscheinen aurn Richtetest noch dem Uedcrsc«. Treffpunkt: 11 tlbr,<5tctnfuri>>.— Abteilung lfriedrlchshain: Dienstag, 2S. Ottober: 20 Uhr, ssrankfurtrr Wer ZU7. Ecschüftliches.— Abteil»»» iirledrnau: Dirnstog, 20. Oktober: 20 Uhr, Offcnbachec Etr. 5», Lustiger Abend.— Abteil«»» Aordr»! Dienstag, zg. Oktober: 2» Uhr. Sonnen. burger Str. 20, Wie stellen wir UN» ,ur Religion?— Abteilung Wcdbing. Iugenbgruppe und Zugendgrnppe Scluudbruaren: Dienstag. 20. Oktober: 2V Uhr, Schtinstedtstr. 1, Llterariichcr Abend.— Wintcrwoltlcr: Mittwoch, 80. Ottober: 20 Uhr, im Rcstauranr des Holgarbcitcrverdandcs, Ruiigcstr. 00, .ZusWirmenkunft aller Sklfghrcr und Schliitschubläuler sgcmeimam mit den »«Nossen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes),— Iugenbgrupp« Osten: Mi«. woch, SO. Oktober: 20 Uhr. Goßlcrstr. 61, Geschästliche?.— Abt. Südost, Jugend. grupp«: Mittwoch, 00. Oktober: 20 Uhr, Wassertorstr.9, Sing, und Eviel- abend.— Abt. Prenzlauer Berg: Donneratag, M. Ottobrr: 20 Uhr, Donziger Strasse 62. Baracke u. Lichtbttdervortraq. Wcrbeabcnd,— Abt. Gesundbrunnen: Donurrstag. Ol. Oktober: 20 Uhr, Pank.. SSc Wiescnstrassc, Literarischer Abend.— Abt. Lichtenberg: Donncrsiaa, 01. Oktober: 20 Uhr. Gunterstr. 44, Vortrag.— Abt, Eiibweft: Donnerstaq, 01. Oktober: 20 Uhr, Aorclslr. 1l, .Dura, Tirol und die Äohen Taurrn"«mit Lichtdildcr).— Roturlaudlichc Abt.: Donnerstag. 01. Oktober: 20 Uhr, Iohanniostr. lö, Geschäflllcheo. R»d«r«erria Sollcaia. e. B., Charlottenburg. Sonntag, 0. November. Wanderung nach dem Urdersce. Treffpunkt: P» Uhr Stettiner Bahnhof, Sonn. tagsrückfabrkarien biz Melttom lösen. Unser Kassenrudern beginnt Diens» tag. ,ö. November, in der Ruderanlage.Bvrmärt". von 18—22 Uhr. Sportlartell Sbarlottrnburg. Die BereinsvvrstLnbe werden ersucht, um. gehend die Fragebogen an Wolffberg einzusenden. Die Genossen beteiligen ssch an der 40.Iahr.Iseier der SPD. ssharloitcnburg am 2. November im Lokal Svtnbaner Bock. Karten ssnd bei den.Kartclldclcgiertcn �um Peeii'e von 60 Pf. erhältlich. Are!« Schwimmer Berlin IUI. Mittwoch, 30. Oktober. 20 Uhr. bei Schul,. Birlbuschstrasse, erwettert» Borstaitdsslssung. Mittwoch. 6. Rvveniber, 20 Uhr, bei Schutt. BirSpschssrass«. ollgemein« Mitgliederversammlung. ssTSB.. BeZi« Stralan. Leute. 20 Uhr. bei Kallenbach. Alt-Stralau 22. wichtige Mitglieder»:! rernnluvo. Beto-'b"» f:?g"b'-gr'sr-'-l:r müssen er lcheincn. Der Skandal um„Kalke". Soll der Piraienkapitän das Patent behalten? Hamburg, 29. Oktober.(Eigenbericht.) Die Rebelleufahrt des Hamburger Dampfers..Falke" nach ZZcnezuela, über die kürzlich die gesamte deutsche Presse aufsehen- erregende Meldungen brachte, scheint sich zu einem große nSkan- d a l auszuwachsen. Zlin Sonnabend sollte ursprünglich vor den: Hamburger Seeamt über diese 2lngelegenheit verhandelt werden. Ganz plötzlich wurde diese Verhandlung aber abgesetzt, angeblich, weil inzwischen gegen die verantwortlichen Personen, die aus eigene Faust„Krieg mit Veneznale" machten und de» Hafen von Cumana angriffen, ein Strafverfahren eingeleitet war- den sei und daß zuerst das Ergebnis dieser Verhandlung abgewartet werden soll. Eingeweihten Sceleutekreisen kam diese Aussetzung der Ver- Handlung nicht überraschend. Sie hatten damit gerechnet, weil bei ihnen die Vermutung gehegt wurde, daß man dem Kapitän unter allen Umständen das Schissspalenl lassen wolle. Dieses Kapitanspatent kann nach einem alten Secrecht nur von einem Seeamt oder einem Oberseeamt aberkannt werden. Die Ab- setzung der Verhandlung kann also dazu fuhren, daß der Kapitän zwar strafrechtlich verfolgt und verurteilt wird, aber trotzdem sein Kapitänspatent behält. Auf dem Hain« burger Seeamt trug man sich auch mit der Frage, ob die ganze Angelegenheit juristisch überhaupt für ein Seeamt zuständig sei, da ja«in eigentlicher Schadensfall nicht vorliege, weil sich inzwischen herausgestellt hat, daß der ursprünglich als vermißt gemeldete dritte Offizier auch noch am Leben ist. Aufsallend an der ganzen Sache ist auch, daß man ausgerechnet den Dampfer„Falke" für das verwegene Manöver ausgesucht hat. Das Schiff scheint für solche Aufgaben prädestiniert Zu sein. Dafür spricht vor ollem die ausfallend starke Maschinenanlage. die das Schiff ha». Diese Anlage ist so stark, daß sie von einem Dampfer von mehr als dreifacher Größe, wie es der„Kalkeist, ausreichen würde. Bemerkenswert ist auch, daß der Dampfer„Falke" in früheren Iahren schon einmal in der deutschen Reichsmarine bei Flotten- Manövern zu speziellen Zwecken Verwendung gefunden hat. Das Ungeheure der ganzen Angelegenheit ist, daß der Kapitän die Mann- schaften unter Mißbrauch der veralteten Seemannsordnung, und wo das nichts half, mit geladenem Revolver zum „K r i eg s d i e n st" zwang. Eine inzwischen herausgegebene amtliche Erklärung bestätigt im wesentlichen die aus Seeleutekreisen stammenden Vermutungen. Es muß daher unbedingt Aufgab« der maßgebenden behördlichen Instanzen sein, Licht in das Dunkel der „FaIkc"°Angel«genheit zu bringen, damit jede Vertuschung unmög- lich gemacht wird. Llnvotlständige Rechnungsprüfung. ?ieichsbank und Reichsbahn außer jeder Kontrolle. Der Rcchnungsunterausschuß des Haushaltsausschusses des Reichstages genehmigte den von dem Berichterstatter Abg. h e i n i g(Soz.) vorgelegten Bericht über die Prüfung der Haushaltsrechnungen von 1918 bis 1924. Bei den geprüften Rechnungen selbst, die schon mehrere Jahre alt sind, wurde bemängelt, daß fast bei allen Behörden die B« s o l d u n g s d t e n st a l t e r zu hoch berechnet und bei der Wehrmacht die Rechnungen viel zu spät geliefert werden. Bei der Marine wurden verschiedentlich unzulässige Rechnungen festgestellt. Das Reichssinanz- Ministerium hat nur unvollständige Verzeichnisse der Reichsbeteili- gungen an Gesellschaften usw. vorgelegt. > Wichtiger sind die Bemerkungen des Äerichts über das P r ü- f ungerecht des Rechnungshofes gegenüber der Reichsbahn und der Reichsbänk. Mit dem Reichsbahn- gefetz von 1924 ist die Prüfungstätigkeit des Rechnungshofes ausge- schaltet. Nach Meinung des Unterausschusses erscheint es dringend notwendig, daß bei der D u r ch f ü h r u n g d e s J o u n g- P l a n e s unter allen Umständen das voll« Prüfungsrecht des Rechnungshofes bei der Reichsbahn wieder hergestellt wird. Weiter wird die Fest- st el lu n g der Vermögenskonten seit dem Uebergang der Eisenbahnen an die Reichsbahngcsellschaft gefordert. Auch bei der Reichsbank ist ein Prüfungsrecht des Rechnung?- Hofes feit Einführung des neuen Rcichsbantgesetzes im August 1924 nicht mehr vorgesehen. Der Rechnungsuntcrausschuß ist aber der Auffassung, daß eine Kontrolle in dem Umfange, wie sie früher aus- geübt wurde, unbedingt geboten ist. Nach dem Dawes-Plan sei die Reichsbänk allerdings von jeder Regierungskontrolle und Ein- Mischung befreit. Das Reich sei aber an den Gewinnen der Reichs- bank beteiligt. Deshalb müsse eine Stelle vorhanden sein, die un« abhängig prüfe, ob der dem Reich zustehende Gewinnanteil ordnungs- mäßig berechnet und restlos abgeführt wird. Der Rechnungsunter- ausjchuß fordert deshalb, daß die Reichsregierung bei der Annahme des Voung-Planes auch für die völlige Wiederherstellung des Kontrollrechte� des Rechnungshofes gegenüber der Reichsbank sorgt. „Revolutionäre" in der Praxis. Wer sind die Arbeiterverräter? Von einem Arbeiter des Siemens-Konzerns wird uns geschrieben: Bei der Bauabteilung des Siemens-Konzerns. Abteilung Zimmerei, entstanden Disferenzen wegen Zahlung von Schmutzzulagen. Die Firmcnlcitung rief den Verband der Baugeschäfte an. der die nächste tarifmäßige Schlichlungsinstanz, die U n t e r k o m m i s s i o n, in Bewegung setzte. Die Unterkommission, bestehend aus einem Vertreter des Verbandes der Baugeschäste und einem Vertreter der Zahlstelle Berlin des Zentroloerbandes der Zimmerer, nahm einen Lokaltermin vor, zu dem, wohl auf Einladung des Arbeitgeberoertreters, zwei Firmenvertreter, aber kein Belegschaftsvertreter teilnahmen. Der Verbands- Vertreter, ein st r a m m e r B o l s ch e w i st, hielt es nicht für»öl- wendig, den Vertrauensmann der Belegschaft hinzuzuziehen. Der Lokaltermin fiel auch ganz im Sinne der Unternehmer aus. Der Rußlandanbeter unterschrieb ein Protokoll, noch dem die Forderungen der Zimmerer unberechtigt sind. Ermutigt durch diesen Erfolg, beantragten die Firmenvertreter nun auch eine Besichtigung der Arbeitsstelle, für die eine Höhen- zulage gefordert und bereits bewilligt war. Hiervon erfuhr der Vertrauensmann durch Zufall und war zur fest gesetzten Zeit ebenfalls zur Stell«, um zu erfahren, daß auch hier die Kommission nichts finden könne, was Zulagenzahlung rechtfertige. Einwände des Vertrauensmannes blieben unbeachtet. Anträge wurden von dem revolutionären Verbandsvertreter nicht unterstützt. Einmal allerdings ereignete sich so etwas wie eine„revolutionäre" Tat. Auf energische Vorstellungen des Vertrauensmannes, ins Pro- iokoll einzutragen, daß zur Zeit der Arbeitsausführung keinerlei Abdeckung vorhanden gewesen sei, fragte der Sozialistenfresscr, „ob es denn nicht ginge, diese Einitragung zu machen". Als aber der viel energischer auftretende Arbeitgebervertreter abwinkte, war der Elan des Bolschewiften gebrochen. Unbesehen unter- schrieb er das Protokoll, durch das schon bewilligte Zulagen gestrichen wurden. Das ist„praktische" Arbeit„oppositioneller" Gewcrtschafts, strategen. Wer sind nun die wirklichen Arbeiterverräter? Streik im polnischen Bergbau. Zum 5. November angedroht. Warschau. 2S. Oktober.(Eigenbericht.) Eine Souserenz des zentralen polnischen Bcrgarbeilerverbandcs. an der 139 Delegierte von 61 Gruben des oberschlesifchen, Dom- browaer und Krakauer Kohlengebietes teilnahmen, beschloß für den Kall, daß bis zum 31. Oktober die Löhne der Arbeiter nicht bedeutend erhöht werden, den Streik zu proklamieren. Der Generalstreik soll spätestens am S. November in sämtlichen polnischen Bergbaurevieren beginnen. Die Lage ist auherordent- lich ernst. EMenstax. 29. Oktober. B e r 1 iji. 16.05 Hans Neoert:„Kultur des Rundfunkcmpfanjs". 16.30 Arnold Ulitz. Einführung: Dr. Lutz Weltmann.(Leseproben: Margaretha Hruby.) 17.00 Unterhaltangsmusik. 18.35 Hans Eidcsser am Mikrophon(Bildfunk). 18.45 Stunde mit Büchern. Bücher über England.(Am Mikrophon: Dr. Lothaf Erdmann.) 19.15 Deutsche Volkslieder.(Konzertvereinigung: DoppclQuartelt des Berliner� Lchrer-Oesangyereins: Ltg.: Johannes Müller.) 19.45 Er. G. Knöpfke: 6 Jahre Berliner Funk-Stunde. ?0.00 Orcbestcrkonzert. 1. J. 5. Bach: Suite C-Dur.—' 2. Mozart: Arie aus „Don Juan"(Hans Fidesser, Tenor).— 3. Mozart: Konzert für Violine und Orchester O-Dur(K.-V. 216)(Konzertmeister Maurits van den Berg. Violine),— 4. Beethoven: Einleitung zum II. Akt und Arie des Florcstan aus„Fidclio"(Hans Fidesser).— 5. K. Wclgl: Schlußsatz der sinfoni« sehen Kantate„Wcltfcier", op. 17.— 6. Rieh. Strauß: Till EulenspiegeLs Iflstige Streiche(Berliner Funk-Orchester; Chöre: Maximilian Albrecht), 21.30 Was hörten Sic das erstemal? Eine Rundfunkfragc. Anschließend: Presseumschau des Drahtlosen Dienstes.(Am Mikrophon: Dr� Josef Räuscher.) Nach den Abendmcldungcn: Bildfunk. Anschließend(22.25 etwa): Aus dem Berliner Sportpalast; fest der Sportpresse� Reportage aus dem Sportprogramm. Y öoigswusterhaasea. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dictzcnschmidt: Dichtung und Religion. 16.00 pr. Arndt: Die Schätze des Mce/es. 18.30 Französisch für Fortgeschrittene. 18.5.5 Prof. D. Paul Altbaus: Die gcistesgeschicitliche Bedeutung der ReforJ mation. PROGRAMM für die Zeit vom 29. bis ZI. Okiober K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 29. bis 31. Okiober I CDOQ Potsdamer Strafe 35 Der Rai des Norden* mit Lais Tfenker Es flOsterl die Nschl m. L. Dagorer Rheinstra�e 14 Ä-Iäe) Verlängert: Charlies Karriere m. Ch. Chaplin Vogcltrei mit Hoof Gtbson .Jugendliche haben Zutritt Odeon* Potsdamer Sir. 75 Meine Schwester and Idi mit Mady Christians Frau oder Geliebte m. Cor. GHflith Turmstratjc 12 Rummelplatz der Liebe mit Miltoa Sllls Bobby, der Benslnlimde mit Boras Alexandcrstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geOffnefl Der SfrSfllng ans Stambal mit Heinrich Oeorge Sein Herzensfange mit Rndoli Sditldkrant � FriedrichsfOt M Die Kamera Unter den Linden H Ein Mensdi der Masse Das Volk der schwarzen Zelte Verlorene Well Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das gro6e Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Die lidela Herrenpartle Die erste Fran Im Lehen Weidcnhof-Lichtsp, An der Weidendammbräcke Friedtichstrl 136 Woch. 12, Sonnt 8 U. Es war, nach Sudermanrt Der Steolflzler mit Kam. Novarro o Moaoit U Artushof-Lichtspiele Film- and Bfibncnschaa Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Sftndlg and sOA mit Anar Ondra VAier, ich klage Dich anl_ Welt-Kino Alt-Moabit 99 Fat nad Paladhon als Kannibalen Der Schrecken tob Oklahoma Jugendliehe haben Zo tritt W Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W.6.30.9 U. Stg.5U.,Jg.3 Neuaufführung: Lady Hamilton m.Veidt, Kraaft, Schänzel, L. Haid Atrium Beba-Palasl Kaiserallee, Ecke Berliner StraSe Täglich 7.15, 9.15, Sonnt 4J0, 7, 9.15 Vater nnd Sohn mit Harry Liedlke Auf der Bühne: Wilhelm Bendow Ri-Ro-Rn, Jazz-Symphoniker Alhambra Schöneberg, Hauptstr. 30' BOhnen schan Basier Kealon, der Fllmrcporler Revue: Maslk für alle Jugendliche haben Zutritt Titama(ufa sIhBncberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6.30 Seine Oclangcne mit Millon Sllls Frau oder Gellebie m Cor. Griffith Uhr Friedenau Friedenauer Lichtspiele Kaiserallee 111(hundertelf) Wochentags 6>h, Sonntags ab 5 Uhr Der König der Bernina Da* Schicksal einer Nacht mit Harry Liedlke Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 6�0, 9, Sonnt ab 4 U. Des gr. Erfolges wegen verUngert; Sensation Im Win ergarten mit Ciaire Rommer O. ▼erliebte Reporter(Lusts 3.7 Akt) ■««egnt»■ Titania-Palast Steglitz, Schloßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr. Wochentags 630, 9 Uhr The einging Fool(D. singende Narr) Tonfilm-Beiprogramm M> Ma T 1 Martendorfer na-1»! Lichtspiele Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Jug.-V. Seelcnkäafer Oer Klnh der JvnggcaeUcn Gate Bahneaacbae SOdwatten FUm-Paiast Kammersäle Teltower Str. 1—4 Beginn 6 U. Es flüstert die Nadhf mit LH Dagover Was Ist los mit Nanette? Süd an Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Links der Isar- rechts der Spree Die Verführerin mit Lissl Ana SQdosten Filmcck Be8inn:W-£Ä Skalitzer Straße, gm Oörtitzer Bahnhof Die fidcle Herrenpartle m.Kampers Bühne: Kolfal-Rerne Luisen-Theater sSinTtv. Reichenberger Str. 34 Bühnenschao Kehre znrflck- alle* Ter gehen mit D. Gratia PrSrlefalle Bühne: Vieky Werkmeister Urania-Theater FUBa£se Wrangelstr. II, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3. S. 7, 9 Uhr Lanaen einer schönen Fran Um Recht and Freiheit Bühne; MordprozeS der Hanna Günther Primus-Palast Hermannplatz Beginn 7, 9,15 U, Sonnt ab 4,45 U Jennls Bammel durch die MÄnn er mit Tran* von Allen Beiprogramm-- Bühnenschao Achtung] Sonntag, 3 November,«AS Uhr: Konzert Dajoa BAI. Kuckuck Kottbusser Dahim 92 Bühnenschao Die stärkere Macht(Die Nacht des Schreckens) mit Fritz Kortncr Beiprogramm_ Stern, Hermaimstra�e 49 Wochent ab 6 15 Uhr, Sonnt 4 Uhr Bobby Borns, der Benzlnfanie Fraa od. Gellebte 7 m Cor. Gritfllb BQbnenscfaao Excelsior Woch. 6, letzte 9,15 Sonnt 4, letzte 9,15 Kalser-Frledr�Str. 191 Bühnenschao Die Flacht vor der Liehe mit J. Ingo DI« lagd nash Pharaos Lcnchte Oat•„ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags 6Uhr, Sonnabd.SUiUhr. Sonntags 3 Uhr Das große Doppelprogramm: Die Fran Im Talar m. Frlts Kortner Der Sittcnpag(Polizei mstr.Tagajeff) Auf der Bühne: Die große Glazareff.Schao 20 Mitwirkende Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Die Nibelnngen, beide Teile! Bühne: Internationales Varleft Concordia-Palast Andreasstraße 64 Bflhnenschan Moderne Mütter mit Irene Rieh Der Klnh der Junggesellen Norden Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Narkose m. AI fr. Abel, Jack Trevor Böhne: Revne der Artisten ColOSSCUm Bühnen schan Schönhauser Allee 123 Beg. 5,7,9Uhr Land ohne Franca mit Conrad Veidt, Elga Brink Die Hauptdarsteller am Dienstag persönlich anwesend Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Groüsfadlschmetterllng mit Anna Mar-Wong Der rasende Rift Grote Btthnenscban W NlndnrzchBnnw�do� Elysium Hasselwerderstraße 17 Vorteteschan Einmal am MltternachfG e san gsfil m Der SiftenpoS(Polizcimstr.Tagajelf) Kino Busch Alt-Friedrtchsfelde j Adien, Mascot'el mit Lllian riarvey. Harry Halm Was kostet Liebe? Q Wordogfw> „Elysium" gS&r4 Prenzlauer Allee 58 S. 3,15 lug.-Vorst Des gr Erfolges wegen verlängert. Die ndele Hencnpartle mit Kamoecs Bühne: Haas Kollsdier Schloßpark Fflm. Bühne Berliner Allee 205-410 Varl et«schan Es flüstert die Nacht mit L. Dagorer Fcholdlg mit WMy Frttech Mctro-Palast Chausseestraße 30 Elektra'Palast Be?pro?. Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Das letzte Fort mit Helnr, George Todesfahrl Im Weltrekord BQbnc_ F ortuna-T ageskino Müllerstraße 12c Beg. 10 U. vorm Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Welt- prodaktioq_ Gala-Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf. 6,8.30. S.5, 7 U. Drei machen Ihr Glück Wenn M&dchen trXamea mit Gnnnar Tolnaes_ Erprestnng mit Anny Ondra Spiel am den Mann m. Liane Haid Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U-, Stg 4 U. Stgs.2U lugendv Spiel am den Mann m. Liane Haid Bobbr Borns, der Benzlnjunge Sllberkönlgs le''"- mit Thomson letzter Sieg Pratcr-Lichlspicl-Palast Kastanicnallee 7-S öübneascfaau Nachtlokal mit Eveline Holt Drei machen ihr Glück Bühne: Rcvaeszcncn Pharus-Liditspielc Mflllerstraßc 142 W.S'/sU Stg 4U Stg 2U. lugendvorstell Was 1*1 los mit N an eile 7 mit Alexander Schnizmann a, O. mW. Falrbanfct „Rialto" Film u. Bühne Reinickcndortei Str. 14(am Wedding) Schützet eure Töchter(Sittenfilm) Beiprogramm— Bühnenschao Skala-Liditspiele Schönhauser Allee 80 Bühnenschao D. Ruf de* Norden* m Lols Trenker Sein Herzensfange mit R. lehlldkranf W Gesundmunncn W «Alhambra" Bad Straße 58 Bühacnschaa Fraa oder Gelieble m. Cor. Griffllh Der Kampf nm die Goldfelder Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Groge Bühnenschao Die Fahrt Ins Feuer m.VUma Bankr __ D. Sltlenpag(Polizeimstr.Taga|eft) Humboldt-Theater Bad Straße 16 Bbbnenschaa Falschspieler Das Geheimnis des Zirkos Barr� mit Harry Plcl Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gro(c BfUmenschao Pat and Paiachon als Kannibalen Beiprogramm— BQbnenscfaaa ■ p.wrqw m Palast-Theater Liditsp. Breite Straße 21 a Die Frau Im Talar m. Fritz Kortner Verirrte Jugend_ Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Bühnenschao Flacht vor der Liebe m. Jenny Jago Beiprogramm- Hübncnschaa W HleclcrtchBnhatucn P Film-Palast Blankenburger Straße Sensation Im Wintergarlcn mit Rommer Leolnant ihrer MnfesiUt mit Pclrovldti g ReinicMenäörr.Qzt � Burgerg artcn-L i ch tsp. Hauptstraße-t Film- n. Bfihnmcchan Mittwoch 4 Uhr Jugendvorstelluna Mädchen am Kreuz m.Ereline Kol! Das Mädel mit der Kamera ■ T*g*' � Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6.8 ü-, Stg. 4 Vi, 6»/», SA» Bühne Cläre Waldoff Jennys Bummel durch die Männer Die 17 fährigen m. Grete Mosheim Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U. Stg. 3, 7J0 O. Adele Herrenpartle m. Kampers Meine Schwester and Ich mit M. Christian»