Morgenausgabe Dienstag a 26i9""5<>w-»s\f 5. November 192?' ______ MM»##### tf�> JL br.KrajaDlbat,« ofdjtju| CH 5*. DD �Dl�Ms H H H W Allswäl�s 15 Pf. „nichli-blich«o Psz. P°ft,.uu»s». Mj l-JSm M B B Ux B KS B B B B A Br s? Poftdeftellzebühn» AfgjSm frjH Bj>W M) Hj B B HR B HH r— obonntmtnl 6.— ÜJL pr» IRoikU. RBBB H�SHS j VW WD WH RH KM WW WH Bl HW RW) WW RH/«, ,«»>», III,, ftoRputlBnefb «aB I HB BB B B B B BB B B Mi m vfnmi»»-«.lch» » VrjBH I RB B If HB Hl l �HL HE WW|B �W B«ort.„«leine Anzeigen" ias trtiar. �Äf�;nÄ„?ö■■ ji�bI im> mw:'� B �Wi Bll» �7 ML 7/ B W.a, k..°.ngewch. 6a..ri.. »nd n» f)«bel mSoem litd.»« HDÜ DD 1 Oh« I? � � X JHB Stt,R%"ffl*««" RrMUmJS• � Vevlinsv Vvwsblatt wDWWs Aentvalorsan dev SozialdemoSvatischen Vartti Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dörchost 232— 237. Telegravim-Adr.: Sozialdemolrat Berlin. Loadon. L November.(Eigenbericht.) W>g. L a th a», MitgliÄ» des Parteioorstandes der Arbeiter- portei, lenkt« im Unterhaus die Aufmerksamkeit der Regierung beson- dcrs auf die Heimmehr-Erklärung vom 30. Oktober, die mit einem bewaffnetenLorgehen zum Zwecke der Durchsetzung gewisser Aenderungen in der deutsch-österreichischen Verfassung droht. Be- obsichtigt die britische Regierung, so fragt Latsan, irgendwelche Vor- stcllungen bei der österreichischen Regierung zum Zwecke des Schutzes britischer Interessen unch der Aufrechterhaltung des Friedens in Zentraleuropa zu unternehmen. Außenminister henderson antwortete wörtlich:„Beide Parteigruppen erörtern gegenwärtig die Versassungsfrage in der durch die parlamentarischen Einrichtungen gegebenen Weis« und in einem diesen Institutionen entsprechenden Geist«. Die britisch« Regierung hofft auf das Nachdrück- lichste. daß die republikanischen Institutionen das Land in den Stand setzen werden, mit groher Beschleunigung zu nor- ma l« n Verhältnissen zurückzukehren und die halbmilitärischen Orga- nisatlonen zu e n t w a f f n e n, die den Fortschritt in Oesterreich und die Arbeit des Landes hemmen. Icker Zusammenbruch des parkr» montarischen Regimes in Oesterreich und jeder Versuch, die schweben- dev Problem« auf andere Weis« zu lösen, mühten die britische Regierung mit schwerer Besorgnis erfüllen, da damit die internationale Stabilisierung auf ernste Weise g e- fährdet würde.* In Erwiderung von Anfragen des Abg. Charles B u x t o n er- klärte Henderson, der Dölkerbundrat habe das Schreiben der Warschau, 4. November.(Eigenbericht.) Die ablehnende Haltung des Sejmpräsidenten D o s z y n s k i, einer Einladung des Staatspräsidenten M o s c i s k i Folge zu leisten, wenn auch P i l s u d s k i komme, hatte einen Brief- Wechsel zwischen dem Staatspräsidenten und Daszynski zur Folge. Der Staatspräsident hat anscheinend unter dem Druck Pilsudskis an Daszynski einen Brief gerichtet, in dem er dessen Ablehnung trotz der Sonnabendunterhaltung dahin auslegte, daß der Scjmmarschall an der Aufklärung der Vorgänge im Sejm kein Interesse habe! Darauf hat Daszynski erwidert, daß Pilsudskt einen Aus- gleich der beiderseitigen Differenzen unmöglich gemacht habe, weil Pilsudski ihn beschimpft hat. Bereits in der am Sonntag im Schloß geführten Auseinandersetzung mit dem Staatspräsidenten habe er(Daszynski) darauf hingewiesen, dah das Land um scken Preis Ruhe und innere Ordnung haben müsse; er habe den Staats- Präsidenten daher mit Rücksicht auf dt« innerpolitische Lage ge- beten, entweder den Sejm auszulösen oder die Regierung abzu- berufen. Wahlbilanz der Tschechoslowakei. Lldrzal soll wieder die Regierung bilden. Prag, 4. November. Die Zentrolwahlkoimnission führte heute den zweiten und dritten Wahigang für dos Abgeordnetenhaus durch. Danach stellt sich der Stand der Mandate der einzelnen Parteien wie folgt: Von den deutschen Parteien erhalten die Deutsche Wahl- semeinsihaft(Bund der Landwirte und Deutsche Arbeits- und Wirt- schaitszemeinschaft) 10 Mandate gegen 24 im Jahre 1925. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dah bei den letzten Wahlen auf die Ge> boerbepartei und die Ungarisch« Nativnalpartei, die in Ltstenverbin- dunq mit der Deutschen Wahlgemeinschast standen, acht Mandate entfielen. Von den jetzt erlangten 16 Mandaten erhielt der Vund der Landwirte 13 Mandate, während drei Mqndate auf die Arbeits- «nd WirtschastSgemeiirschasj entfallen. Die Deutschen Sozialdemokraten erhalten 21 Man- date(Gewinn 4). die Deutschnationalen 7(Verlust 3). die Christlich- Borwärts-Verlag G.m.b.H. Botfchafterkvnferenz vom 23. Mai 1929 bezüglich der R i cht« d« r ü st u n g Oesterreichs noch nicht geprüft. Henderfon verneint« auch die Frage, ob die Regierung Oesterreichs der britischen Regie- rung versichert habe, daß die dem Schreiben der Botschofierkonferenz zufolge im Besitz von Waffen befindlichen Verbände in Oesterreich sofort entwaffnet und aufgelöst werden sollen. Ungarn bewaffnet die Heimwehr. In der vorigen Woche sind aus dem ungarischen Grenzort Güns, wo eine Garnison der ungarischen Armee und ein« starke Gruppe der Reservearmee„Levente* ist. mehrere Maschinen- g« w e h r« nach Lockenhaus im Burgenland ge° bracht und dort von einem Funktionär der Heimwehr, dem christlichsozialen Larcktagsabg. Hollenthannen, übernommen worden. Der Transport wurde aber von der österreichischen Zollbehörde entdeckt. Er läßt eng« Beziehungen zwischen der öfter- reichischen Heimwehr und der ungarischen.Armee vermuten. Professor hetzt— Hakenkreuzler schlagen zu! Wien. 4. November. An der Technischen Hochschule forderte der Professor Dr. Turbo in seiner Vorlesung die Studenten auf, seine» Vortrag über die Kriegsschuldlüge zu be- suchen. Dieser Aufforderung folgten dann einige Worte des Profestors über die schmachvolle Haltung eines bestimmten Teils des deutschen Vol» fes. Darauf fielen die Hakenkreuzler über die jüdischen und die sozialistischen Studenten her. die v e r- prügelt wurden. Der Rektor verfügte de« Legitima- tionözwang. Einige Personen, die nicht nachweisen konn- teu. daß sie technische Hochschüler sind, wurden verhaftet. Unmöglich fei der Zustand, den Sejm weiterbestehen zu lassen und ihn gleichzeitig sorlgesehl zu schmähen, weder die würde der Abgeordnete«, noch die des Volkes würde ein derartige» Schauspiel erlragen. Mit warschall Pilsudski werde er (Daszynski) außerhalb de, Sejm nichi sprechen, und aus die Bc- schimpfuuge» werde er mit Verachtung antworten. Er freue sich. mitteilen zu können, daß Millionen treuer Polen so wie er über die Beschimpfungen Pilsudskis denken. In dieser äußerst zugespitzten Situation soll am Dienstag mittag 12 Ahr der Sejm zusammentreten. Auf Anordnung des Sejmmarscholls wird der Haupieingang des Parlaments geschlossen bleiben. Ein Extrablatt des«Robotmk' mit dem Wortlaut des Briefes des Staatspräsidenten und der Antwort des Sejmmarfchalls ohne auch nur ein Wort des Kommentars ist non der Polizei b e f ch l a g» nahmt worden, obgleich weder der Brief des Staatspräsidenten noch die Erklärung des Sejmmarfchalls nach der Verfassung befchlog- nahmt werden dürfen!' Soziaken 14(Gewinn 1), dt« Deutschen Nntionaifoziotisten 8(Ge- winn 1). Von den großen tschechischen Parteien gewannen die Sozialdemokraten bei 39 Mandaten 19, dl« Narional sozialen bei 32 Mandaten 4, die Notwnaldcmckratcn bei 1? Mandaten 2. die Großagrarier bei 4«j Mandaten ein Mandat Es verloren die E-nverbepartet bei 12 Mandaren ein Man-> dat. die Klerikalen bei 25 Mandaten 0, die Slowakischen Volkspar- t eiler bei 19 Mandaten 4, die Kommunisten bei 39 Mandaten 11. Dem Gesamtergebnis zulfolge erhielt die bürgerlich« Koalition 147 von 399 Mandaten, sie fcU neun Mandate verloren. Der Präsident der Republik hat den bisherigen Ministerpräss- denten Adrzal(Tfchech.-Agr.) mit der Kabinettsbildung betraut. Di« bisherigen Regierungsparteien lassen durch ihre Press« er- kennen, daß sie um joden Preis wieder eine Bürgerreg ic- rung bilden möchten. Diese Hoffnungen dürsten sich jedoch kaum erfüllen. Es sst vielmehr wahrscheinlich, daß es zu einer Regierung mit den Sozialisten beider Nationen kommt. Postscheckkonto: Berlin 37538.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 85. Dt. v. n. TiSe.-Ges.. Depositenkall« Lindeiytr 3. Zentrum, wohin? Verschiebung der Fronten. Von Voorx Docker. Es wird in der letzten Zeit sehr viel von der Umgruppie- rung der bürgerlichen Parteien gesprochen. Man will wissen von den bevorstehenden oder sogar schon vollzogenen Grün- düngen der neuen Parteien. Zwei Tatsachen: der Tod von Stresemann und die katastrophale politische Pleite von Hugen- berg, haben diesen Spekulationen eine besonders reiche Nahrung gegeben, und es muß zugegeben werden, daß diese beiden Tatsachen die Situation geschaffen haben, die eine Umgruppierung der bürgerlichen Parteien wahrscheinlicher denn je erscheinen läßt. Trotzdem ist allen sensationellen Meldungen über die neuen Parteigründungen gegenüber eine Mahnung zur Lor- sicht am Platze. Die bestehenden Parteien besitzen in ihren organisatorischen Apparaten, in ihrer Führerschaft und in ihren Fraktionen eine konservative Kraft, die unter Um- ständen diese oder jene Partei, aller Logik der politischen Entwicklung zum Trotz, in ihrem durch die Entwicklung offenbar völlig überholten Zustand noch weiter erhalten kann. Dennoch müssen wir Kitt einer politischen Umgruppierung, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf, auch in dem Falle rechnen, wenn keine neue Parteibildung zustande- kommt. Wir kennen schon im deutschen politischen Leben Erscheinungen, die d e r B i l d u n g v o n„B l o ck s" aus den Bertretern der gleichen Interessengruppen in den beiden großen Parteien in Amerika ähnlich sind. Bei uns entstehen wenigstens verschiedene„Fronten". Gelegentlich kommt die Einheitsfront der Gewerkschaften aller Richtungen zustande: es besteht eine„Grüne Front", in welcker sich der Zentrums- mann Hermes in Gemeinschaft mit den Deutschnationalen sehr wohl fühlt; um den Reichsverband der Deutschen In- dustrie bildet sich eine Front der Industriellen und Bankleute verschiedener politischer Richtungen; weniger ernst zu nehmen, aber von ähnlicher Art. ist die Front der mehr lärmenden als denkenden Geschäftsleute im Hansa-Bund. Nun scheint jetzt noch eine„Front" von anderer Art in Vorbereitung zu sein, die für unsere Politik eine dauerhafte und ernsthaste Bedeutung bekommen kann: eine, wenn wir sie mit einer Formel bezeichnen wollen,„ch r i st l i ch- k o n- servativ-soziale" Front, deren Grundlage eine vielleicht organisatorisch sehr lockere, aber faktisch doch fest zusammengebundene Arbeitsgemeinschaft gewisser Kreise des Zentrums und der Deutschnationalen werden dürfte. Für die Zentrumspolitiker würde es eine Anknüpfung an die alte Tradition ihrer Partei bedeuten, und es ist gewiß kein Zu- fall, daß der Prälat Dr. K a a s in seiner Kölner Rede in «inigen dazugehörenden Redewendungen an Windthorst und andere alte Zentrumsführer erinnern ließ. War doch diese Rede nichts anderes als ein Abklang der Erklärungen von Windthorst, als er am S. Just 1879 im Reicbstaa auf„das ständige Hinweisen auf das angeblich verdächtige Zusammen- gehen des Zentrums mit den Konservativen"' zu sprechen kam. „Ich bedaure," führt« Windthoist aus,„daß in diesem Augenblick... ein dauerndes Zusammengehen dieser Slrt schwer sein wird, denn so lange der.Kulturkampf" dauert.... bleibt unsere Stellung unverändert. Ist dieser beseitigt und können wir dann mit den Konservativen gehen, so wird uns das«ine herzliche Freude fein, nicht zu einer Reaktion zwar, welche auch die Konservativen nicht wollen, wohl aber zu einer Revision einer ganzen Reihe von Ge> setzen... Ich bin der Meinimg, daß nach dem Lauf der Dinge der Pendel der großen politischen Ahr, welcher bisher sehr stark nach links schlug, jetzt mehr nach r e ck) t» schlägt, und ich will hoffen, daß er nun das richtige Gleichmaß hält, damit nicht demnächst wieder«in Schlag nach links erfolgt." Wenn man in diesen Aeußerungen von Windthorst den „Kulturkampf" durch den„Kampf um den Young-Plan" ersetzt, so werden sie sehr aktuell klingen! In diesem Zusammenhang gewinnt noch eine Erschei- nung ein besonderes Interesse und muß sehr aufmerksam ver- folgt werden. Wir meinen die Beziehungen zwischen g e- wissen Zentrumstreisen und den ö st e r r e i ch i- schen Christlich-Sozialen und die Beeinflussunas- versuche, die von der letzteren Seite kommen. Im Juli dieses Jahres erschien der„streitbare Prälat" Dr. S e i p e l in Tübingen, um die Heimwehren als die Träger der..wahren ! Demokratie" zu preisen Jetzt erscheint in einer so repräsen- I tativen katholischen Monatsschrift wie„A b e n d l a n d" (Oktober 1929) ein Artikel über die H e i m w e h r b e w e- »ung in Oesterreich, der politisch und nur politisch bewertet werden muß. Der genannten Monatsschrift konnte man bisher ein anständiges Niveau nicht abstreiten. Dieser Artikel, von Heinrich P r in z S ch w a rz e n b e r g ge- schrieben, hat das Niveau des„Wiener Journals", welchem bei uns ungefähr das Niveau der Hugcnberg-Presie entspricht. Prinz Schwarzenberg schreibt«inen Werbeartikel für die Heimwehren, er versucht, das deutsche Zentrum für die Heimwehrbewegung zu gewinn e n. Die Heimwehrbewegung sei in den Zentrumskreisen völlig miß- London ermahnt Wien. (Sine Erklärung des Außenministers. Heute Parlament in Warschau. Zn äußerst gespannier Siiuation. Das Kabinett Tardieu. Ein unlogischer Ausgang. Nach fast zweiwöchiger Krise hat Frankreich wieder eine Regierung. Das Ministerium B r i a n d war durch ein Miß- trauensvotum der Linken gestürzt worden. Dieser erfolg- reiche Vorstoß richtete sich vor allem gegen die außen- politische Zweideutigkeit, die durch die Reden des Kolonialministers M a g i n o t über die Haager Abmachungen und gegen die Rheinlandräumung geschaffen worden war. Und als Endergebnis dieser Krise ist nun glücklich ein Kabinett zu- stände gekommen, das einen unzweifelhaften Ruck nach rechts bedeutet: Briand selbst ist zwar Außenminister ge- blieben, aber er ist sozusagen der letzte, ziemlich isolierte Ex- ponent der Linken in einer Regierung, in der die halb rechts und ganz rechts stehenden Elemente das Uebergewicht besitzen. Am stärksten wird diese Entwicklung durch den Umstand charakterisiert, daß M a g i n o t vom Kolonial- zum Kriegs- m i n i st e r gewissermaßen befördert wurde, welchen Posten er bereits während der Ruhrbesetzung bekleidete. Jetzt soll er, ein Gegner der Rheinlandräumung, die militärischen Räumungsmaßnahmen anordnen. Das kann zu allerhand wenig wünschenswerten Erscheinungen führen, zumal wenn die dritte Zone an der Reihe ist. Dieser Ausgang der Krise ist, wenn man sich ihren Ur- sprung vergegenwärsigt, unlogisch und vom internatio- nalen Standunkt aus sehr bedauerlich. Für uns bildet diese Wendung keine Ueberraschung, vielmehr hatten wir sie am Tage des Sturzes Briands genau vorausgesagt für den Fall, daß die Soziali st ische Partei ihre Beteiligung an einer Regierung der Linken versagen würde, die ohne sie nicht möglich war. Toedieits Riesenkabinett. Parts. 4. November.(Eigenbericht.) Das Kabinett Tarbieu ist in der Nacht zum Sonntag gebildet worden.(Ivie wir im größten Teil unserer Sonntog-ausgabe schon berichten konnten. R. d.„ZZ.".) Es umfaßt 28 Minister und Unlerstaatssekretöre, während die letzte Regierung Polncaräs und Briands nur tk Mitglieder zählte. Bon deu 28 Mann gehören 4 dem Senat und 24 der Kammer an. Bon den Senatoren zählt politiscki der Finanzminister Eheron zur republikanischen Union: die übrigen drei, der Justizmlnlster Hubert, der Unterrichlsminister Marraud und der Penflonsminister Galtet gehören der radikalen Linken im Senat an. Die 24 Abgeordnetenminister verteilen sich wie folgt: zwei Republikaner, zwei Mitglieder der unabhängigen Linken, sechs Mit» glieder der radikalen Linken, acht linke Republikaner, zwei Mitglieder der Dcmokratisch-Sozialcu. drei Mitglieder der Gruppe Marin und ein Demokral. Boa ihnen gehören nicht weniger als lS Mann unbedingt zu den reaktionären Parteien. Als Linksvertreler können nur die Mitglieder der demokratischen Linken, der unabhängigen Linken, der radikalen Linken in der Sammer und der Republikaner gerechnet werden. Rein ziffernmäßig tendiert also das Kabinett Tardieu stark nach rechts. Das Außenmillisterium hak B r l a n d übernommen. M a g i u o l ist Sriegsministcr, während Loocheur das Arbeitsministerium behalten hat. Das Luflfahrtministerium bleibt in den Händen des Radikalen Eynac. Tardieu selbst verwaltet gleichzeitig da» Mi» n i st e r i um des Innern. Die Aufnahme des Kabinetts Tardieu ist in der Presse nicht gerade enthusiastisch. Die„Ere Nouoelle" erklärt, Tardieu habe zwar eine Ministerliste, aber kaum eine arbeitsfähige Regierung zustande bringen können. Schon die Tatsache, daß Paiirleve dem neuen Kabinett nicht angehöre, sei für die reaktionäre Einstellung der Regierung bezeichnend genug. Immerhin scheinen sich die bürgerlichen Linksparteien in dem Gedanken zu beruhigen, daß Briand der neuen Regierung angehört und seine Außenpolitik un- verändert fortsetzen wird. Tardieus Absichten. Paris, 4. November.(Eigenbericht.) Das Kabinett Tardieu wivd versuchen, in der Kaminer zunächst die E t a t b e r a t u n g, die bis zum 31. Dezember beendet sein soll, in den Vordergrund zu stellen und die Erörterung aller anderen aktuellen Fragen zu oertagen. Insbesondere die Debatte über die Haager Konferenz soll bis ins nächste Jahr hinein zurückgestellt werden. Die Interpellationen, die evtl. gefähr. lich werden könnten, will man nach bewährtem System in Fort- setzungen behandeln und so ihrer Durchschlagskraft berauben. Immerhin wird die Regierung eine allgemeine Aus- spräche über ihr Programm zu überstehen haben. Bei dieser Ge- lcgenheit dürften bereits einig« reckst unangenehm« Fragen ange- schnitten werden. So hat der Linksrepublikaner Bureau eine Interpellation über die Saaroerhandlungen ein- gebracht, der Abgeordnete Franklin-Bouillon verlangt Auskunft über die Rheinlondräumung, die sozialistische Partei protestiert in einer Interpellation gegen die Ernennung M a g i n o t s zum Kriegsminister, die ihr mit der Außenpolitik Briands nicht in Einklang zu stehen scheint. Die radikale Partei nimmt vorläufig gegenüber dem neuen Kabinett noch esn« abwartende Haltung ein. Trotz- dem ist kaum ein Zweifel darüber möglich, daß auch sie unter der Führung Daladiers früher oder später zur Opposition stoßen wird. Erste Wirkung der �0,06 Prozent. Paris, 4. November.(Eigenbericht.) Tardieu, der Meister des neuen reaktionären Kabinetts in Frankreich, läßt am Montag durch die ihn nahestehende Presie ver- künden, daß er sich angesichts des Hugenberg-„Sieges" genötigt sehe, die Pa rlamentsdebatte über die Ratifizierung der Haager Abkommen bis nach der endgültigen Volks- abstimmung in Deutschland zu vertagen. Es geht nicht an, läßt Tardieu erklären, daß Frankreich sich durch Annahme des sloung-Planes festlege, bevor.sich Deutschland endgültig entschieden babe. Selbstverständlich habe Frankreich jetzt auch keinen Grund, mit der Räumung des Rheinlande? fort. zufahren, da die Boraussetzung dieser Räumung die Inkrast- fetzung des Doung-Planes bilde. verstanden, und der Grund dafür bestehe darin, daß man in Deutschland das wahre Gesicht der österreichischen Sozial- denwkratie nicht kenne. Herr Schwarzenberg macht darauf aufmerksam, daß die Kommunistische Partei in Oesterreich vollkommen bedeutungslos ist,„dagegen ist die öfter- reichische Sozialdemokratie bedeutend weiter linksstehend als die deutsche, in ihrem maßgebenden linken Flügel sogar noch weiter links als die deut- s ch e n K o m m u n i st e n". Sie„hat also in Oesterreich die Rolle der deutschen Kommunisten übernommen"! Dafür führt der tapfere Prinz zwei Beweise an. Erstens habe Otto Lauer auf dem Parteitag in Linz erklärt,„daß sie(die Sozialdemokraten) den heutigen Staat... als Ueber- gangsstadium zur Räterepublik betrachten". Der zweite Beweis:„Eine Tafel, die im Fcstzug des 2. Internationalen Sozialistischen Jugendtreffens im Juli 1929 durch Wien ge- tragen wurde, die die Aufschrift trug:„Republik, das ist nicht viel! Sozialismus heißt das Ziel!" Daß die Behaup- lung über die Rede von Otto Bauer falsch ist, davon kann sich jeder durch das Lesen des Protokolls des Linzer Partei- tags überzeugen. Zur Information der Redaktion des „Abendlandes" sei hier nur eine Stelle aus der Rede des Genosseu Bauer zitiert:„Soweit es auf uns ankommt, wollen wir im Kampf um die Staatsmacht denWegderDemo- k r a t i e gehen... Soweit es auf uns ankommt, wollen wir, wenn wir die Staatsmacht mit den Mitteln der Demokratie erobert haben, sie auch üben mit den Mitteln in der Form und unter allen Bürgschaften der Demokratie." Und wie ist es mit der Tafel? Die Aufschrift billigen wir in ihrem ersten Teil nicht, da wir in ihr die Verkennung der gewaltigen Be- beutung der Republik gerade für unseren Kampf für den Sozialismus sehen. Sie läßt aber schon aus dem Grunde keine Schlüsse auf die Einstellung der österreichischen Sozialdemo- kratie zu, da die Tafel mit dieser Aufschrift einer reichsdeutschen Gruppe der Arbeiterjugend gehört und von dieser Gruppe nach Wien gebracht wurde! Durch diese Proben ist das echt Hugenbergsche Niveau des Artikels genügend gekennzeichnet. Was über die Heim- wehrbewegung gesagt wird, ist auch keine objektive Schilde- rung, sondern pure Agitation. Natürlich wollen die Heim- wehren ihre Ziele„nur auf legalem Wege" durchführen. Sie wollen„die Stärkung der Staatsautorität und die Befsiti- gung der Parteienoligarchie" usw. Schluß: �.Wenn einst der Zusammenschluß unserer Staaten erfolgen soll, io wird das Deutsche Reich gewiß lieber einem innerlich gefestigten Oesterreich die Hand zum Bunde reichen als einem Oesterreich, in dem heute so gut wie morgen der offene Bolschewismus ausbrechen kann, lind gerade Euch, deutsche Katholiken, wird es freuen, statt eines sozialistischen«in wieder katholisches Oesterreich begrüßen zu können. Und das werdet Ihr nicht zuletzt unseren Hcimwehren zu danken hoben." In einer Zeitschrist, die keine rein politische ist, ist eine aewiste Freiheit der Meinungsäußerungen ja selbstverständ- lich. Sie pflegt aber ihre Grenze zu haben, die durch die grundsätzliche Einstellung der Redaktion gegeben wird. Wenn ein solcher Artikel wie der von Prinz Schwarzenberg mit keinem Avpell an die deutschen Katholiken nicht im„Lokal- Anzeiger. sondern in einem angesehenen katholischen Organ, an welchem sich Leute wie zum Beispiel Professor Brauer, Professor Goetz-Briefs oder Prälat Schreiber beteiligen, er- scheint, so gibt das zum Nachdenken. Sind gewisse Preise(und keine ausgesprochen„rechte") im Zentrum schon so weit, daß sie sich entschlossen haben, die Heimwehr- dewegung offen zu unterstützen? Die Frage an diese Kreise ist berechtigt: Wohin geht der Weg? Reichstag erst im Dezember? Besprechungen beim Reichskanzler. Am Mittwoch wird ein« Besprechung der Partei- nihrcr beim Reichskanzler Müller stottsinden. an der auch der Reichstagspräsident L ö b e und der Vorsitzende des aus- wäriigen Ausschusses Abg. Scheidemann teilnehmen. Schon hieraus geht hervor, daß es sich bei dieser Besprechung in erster Linie um die Frage handelt, ob und wann der auswärtige Ausschuß bzw. das Plenum des Reichstages zusammen- treten sollen. Da die Schlußkonferenz im Haag durch die Verzöge- rung des Abschlusses der Arbeiten der Kommissionen nicht vor End« 'Rsvember stattfinden wird, so wird zu entscheiden sein, ob die E i n- berufung des Reichstages nicht bis nach dieser Konferenz vertagt werden soll. Das Braunkohlengeld. Die finanzierten Parteien schweigen, Aus Halle wird uns geschrieben: „Die Zahlungen aus dem Reptilienfonds beim Ost- cibischen Braunkohlensyndikat an die Rechtsparteien werden insbesondere dadurch verständlich, daß die beiden Berwalter dieses Fonds, Oberstleutnant a. D. K ersten und Generalsekretär H c u b e l von der Firma I. C. Heye, den Rechtskrersen nahe- sieben. H e u b c l ist Mitglied des Stahlhelms. Heubel hält auch die finanziellen Beziehungen zwischen dem Stahlhelm und dem Reptilienfonds aufrecht. Die Briese des Stahlhelms gehen z B. an seine Adresse. Die Zahlungen aus dem Repti- l i e n f o n d s selbst betragen monatlich 30 000 Mark. In diesem Betrag sind die W a h l g e l d e r, die aus dem Reptilienfonds a n die Deutschnational« Partes gezahlt werden, nicht ein- bczrisscn. In letzter Zeit wurden insbesondere die National- s o z i a l i st e n durch den Reptiliensoiids begünstigt." Aus unser« Behauptungen über den Reptilienfonds des Braun- kahlensyndikots und dessen Zahlungen an die Deutschnatio- nale Partei, den Stahlhelm und die National- s o z i a l! st e n hoben die Geldgeber und Geldnehmer auch bis beute noch nicht reagiert. � Sie schweigen, obwohl sich alle Beteiligte an dieser Korruption in den letzten Tagen wiederholt mit unseren Behauptungen befaßt haben. Aber weder Hugenberg, noch Seldte. noch Hitler hatten bisher die Sttrn. irgend etwas zu bestreiten. Botschafter Maurice Herberte gestorben. Montag nacht ist In Paris der fronzösisch« Botschafter in Brüssel Maurice Her- bette im Alter nsn 58 Jahren gestorben. Zu Beginn seiner diplo- matilchen Laufbahn war er Attache an der französischen Botschaft in Berlin, wo sein Vater lange als Botschafter Frankreichs weilte und«o er selbst dos sranzöfische Gymnasium in der Dorothensttaß« besucht hott«. Das Znflattonsbegehren. Vorläufiges Ergebnis: �0,06 Prozent. Noch Mitteilung des Reichswahlleiters stand am Montag abend folgendes Ergebnis der EintraMngen für das Volksbegehren fest: Im ganzen sind 4 147 723 Eintragungen erfolgt, das sind 10.03 Proz. der Gesamtstimmberechtigten. Das Ergebnis au? drei Gemeinden des Stnnmkreises Magdeburg steht noch aus. HugenbergS Parteitag. Di« Deuttchnaticmale Pressestell« teilt mit: Wie bereits bekanntgegeben, findet der Reichsparteitag der Deutschnationalen Volkspartei am Freitag, dem 22. und Sonnabend, dem 23. November, in Kassel statt. Die Tagung am 22. November be- ginnt um 2.43 Uhr nachmittags mit dem ausführlichen Bericht des Parteivo rsitzendeii. Die weiteren Borträge stehen unter dem Motto:..Der geistige und wirtschaftliche Kampf gegen den Marxismus." Das erste Thema hierzu wird lauten:„Der Kulturkampf unserer Zell— Christentum gegen Marxiz. m u s." Die Tagung am Sonnabend beginnt um 9X Uhr vormittags und wird mit dein Thema:„Der Daseinskamps der Eigenwirtschaft und der Persönlichkeit" eröffnet.„Die Selbstverwaltung als Kampf- selb gegen den Marxismus" ist dos Thema des letzten Referats. Die zweite Schlacht oder diesmal Elaß an der Spitze. Hitlers Lorbeeren lassen Herrn Elaß vom Alldeutschen Der- band nicht schlafen. Er möchte bei der Bolksetrtscheidungskompagn« die Rolle spielen, die Hiller beim Volksbegehren hatte. Damit ihm keiner juvorkoirnnt, hat er schon am Sonntag angefangen, und laßt durch die„Deutsche Zeitung" verkünden:„Auftakt zur zweiten Schlacht. Die Alldeutschen voran!" Herr Elaß hat die„zweite Schlacht" mit einer Rede auf einer Tagung des Alldeutschen Verbandes in Frankfurt a. Main erösinet. Zunächst mit der Behauptung, daß außer den t Millionen Ein- Zeichnern weiter« 8 Millionen sich hätten einzeichnen wollten, aber durch„unerhörten Druck" daran verhindert worden seien. Warum nicht gleich 37 Millionen? Die„zweite Schlacht" geht also gleich mit einem hanebüchenen Schwindel los. Wessen sich die Deutschnationalen bei der Parole„Elaß voran" zu versehen haben, darüber läßt er keinen Zweifel: „Endlich fei erwähnt, daß die Bemühungen um das Volks- begehren die Heranbildung einer neuen Führer- schichr wesentlich gefördert haben, ein Umstand, dessen Bedeutung sich in der nächsten Zukunft zeigen wird." Lei diesen Leuten werden d i e Führer, die die größten politischen Niederlagen herbeiführen. Je größer die Pleite, um so genialer der Führerl Be! solchen Prinzipien wird die.zweite Schlacht" natürlich ein herrlicher Erfolg werden! Hitlers Ultimatum. Wie die„Münchener Neuesten Nachrichten" van unbedingt zuverlässiger Seite erfahren, entspricht die gernellhue Darstellung der„Müncheiier Telegrammzeitu-ng" über das Ulli mal um Hitlers über den früheren Kronprinzen Rupprecht vollinhaltlich den Totsachen. Leicht und die Ehescheidung. Eine rückschrittliche Erklärung. Der Führer der Reichstagsfraktion der Bayerischen Botf sparte*, Prälat Leicht, hat sich in einer Versammlung in Bomberg sehr heftig gegen die Resormarbeit im Rechtsausschuß des Reichstags gewandt. Er hat erklärt, daß eine Erleichterung der Ehescheidung unter keinen Umständen eintreten dürfe, nachdem er zuvor mit dem Gedanken des Austritts aus der Regierung?' koalition im Reiche gespielt hotte. Hakenkreuz-Streicher verurteilt. Zwei Monate Gefängnis wegen Ritualmordhetze. Nürnberg, 4. November. Dos Schwurgericht Nürnberg verurteilte heut« den Abgeordneten und Stadtrat Hauptlehrer a. D. Julius Streicher wegen Nelcgionsoergehens, begangen durch die Presse, zu zwei Mo- naten Gefängnis, und den Stadtrat und' Buchhändler Karl Holz. Schrislleiter des..Stürmers", wegen fortgesetzten Religions- Vergehens, begangen durch die Presse, zu drei Monaten 13 Tagen Gefängnis. Der Buchdruckererbesitzer Hiiz wurde freigesprochen. Die Angeklagten hatten die jüdische Retigionsgemeinschast nach der Anklage in Artikeln des„Stürmers" durch falsch« Wiedergabe von Talmundstellen beleidigt. Streicher hatte den Gladbeck« Gymnasiastenmord.zu einer schrankenlosen Ritualmordhetze gegen das Judentum benutzt. Vandervelde in Hamburg. Haag noch nicht das letzte Wort. Hamburg. 4. November.(WTB.) Im hiesigen Gewerkschastshaus, in den, Saal«, in welchem sich nach dem Kriege die Sozialistische Internationale wieder zusammen- schloß, sprach gestern der ehem-alig« belgische Außemninist« Bandervelde in französischer Sprache über den Kamps um den Frieden. Der Redner betonte, die sozialistische Interna» anale Hab« nicht ausgehört, die Abmachungen von Versailles, die keinen Vertrag, sondern ein Diktat darstellen, zu bekämpfen. Lang- [am hätten inzwischen auch die Regierungen die gleiche Anschauung über jene Regelung gewonnen. Es seien Fortschritte zu ver- zeichnen, aber auch das jüngste Ergebnis vom Haag entspreche noch nicht den Wünschen und Forderungen der Internationa!«. Er, Bandervelde, betrachte das Haager Ergebnis nicht als end- gültig. Das letzte Wort in dieser Angelegenheil liege bei ten Vereinigten Staaten von Amerika. Die sozialistische Internationale, so schloß Vonderveld«, hofft auf den Frieden, glaubt an den Frieden und kämpft um den Frieden. vergeßliche Kommunisten. Der Wahlausschuß für die Kreis- tags wählen m Düren hat die von den Kommunisten eingereichten Wahl Vorschläge nicht zugelassen, weil sie 35 Stunden z u spät cingercicht wurden. Auch die Vorseht ag« der Nattanalsozialisten wurden nickst zugelassen, weil sie statt der erforderlichen 10 nur 9 Unterschristen trugen. Ein Nattonolsozialist hatte unberechtigter- werf« auch für sein« Frau di« Unterschrist geleistet. Schützt eure Anlagen bei der Kommunalwabl am 17. Metnber! W— //u. Go möchte die kapitalistische Spekulation eure Erholungsstätten zurichten! Oesterreich und die Internationale. Von Emile Vandervelde(Brüssel). Angesichts der Entwicklung der Dinge müssen die Ereignisse in Oesterreich bei allen Sektionen der Internationale die ernsten Besorgnisse hervorrufen. Die wunderbare Sozialdemokratische Partei i Oesterreichs, die die Revolution von 1S18 durchgeführt, die es ver- ! standen hat, in einem vom Kriege verwüsteten und verstümmelten ; Lande ein Stück Sozialismus zu schassen, das Vorbild und Beispiel � für die Arbeiter ganz Europas ist, steht in einem scharfen Konflikt, der droht, zu einem Bürgerkrieg zu werden. In einem Kon- slikt mit einer Regierung, die von allen Kräften der klerikalen und bürgerlichen Reaktion gebildet wird und unzweideutig die Absicht bekundet, die demokratische Verfassung unter dem Vorwand einer Revision zu beseitigen. Gewiß kann man mit Sicherheit annehmen. daß die Sozialisten tn diesem.Konflikt 90 Proz. Aussicht auf Erfolg hoben. Sie haben das Gesetz auf ihrer Seite. und wenn die Gegner oersuchen sollten, den Boden der Gesetz- Mäßigkeit.zu verlassen, um ihr Ziel zu erreichen— und anders können sie es nicht erreichen— und sich entschließen sollten, die stets gefährliche Rolle des Angreifers zu übernehmen. würde ihnen eine kampjentschlosjenc und für den Kamps lang« vor- bereitete Arbeiterklasse entgegentreten in einem Kamps, der für sie, für ihre Organisationen, für die Bewahrung der eroberten Recht« und Garantien ein Kampf auf Leben und Tod wäre. Aber unsere öfter- reichischen Genossen dürfen in den Schwierigkeiten, die sie zu über. winden haben, nicht bloß auf sich selbst gestellt sein. Es ist unerläß- sich, daß die Internationole schon jetzt Mittel und Wege sucht, um sie zu unterstützen, nicht nur durch bloße Erklärungen und platonische Sympathie, und Solidaritätskundgebungen. Der Sozialismus ist heute in Europa nicht mehr bloß die Kraft einer Idee. Männer, von denen man überzeugt fein darf, daß sie ent> schlössen sind, ein Attentat auf die Demokrat!« zu verhindern, sind Mitglieder von Regierungen, die, wie man im diplomatischen Jargon in Versailles sagt«: „Mächte mit allgemeinen Interessen� darstellen: und diesen Regie- rungen stehen überdies gegenüber jenen, die in Wien oder anderswo versucht sein könnten, zur Gemalt zu greifen, vielerlei und sehr wirtsame Mittel zur Verfügung, um ihnen Vernunft beizubringen. Gewiß, Oesterreich ist ein„Volk, das sich frei regiert", im Vollbesitz seiner Souveränität und gerade in den sozialistischen Kreisen hat man in den letzten zehn Jahren immer wieder die schärfften Pro- teste gegen die Kontrolle und die finanziellen Eingriffe erhoben, die die Souveränität Oesterreichs einzuschränken suchten. Aber wer könnt« es wagen, zu behaupten, die Souveränität denen, die sie in den durch ihr verfassungsmäßiges Mandat festgelegten Bedingungen ausüben, das R«cht gibt, durch Verfassungsbruch, durch einen Staats- streich, ein« Diktatur zu errichten? Für die Regierungen, denen die europäische Solidarität nicht nur eine leere Phrase bedeutet, ist es nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht, zu handeln und zwar vorbeugend, mn zu verhindern, was für Oesterreich eine vielleicht nicht wieder gutzumachende Katastrophe und sür da» übrige Europa eine neue Duelle von Unruhen und gefährlichen Ver- Wicklungen wäre. Uebcrdies braucht man gor nicht erst besonders informiert zu werden, um zu wissen, daß man schon jetzt in London. in Verlin. in Pari? und Prag, die Ereignisse mit höchster Aufmerk. samkeit und Wachsamkeit verfolgt und nicht erst gewartet hat, bis die Loge sich- verschlimmert, um den österreichischen Bundeskanzler vor den Folgen oller Art zu warnen, die eine Politik des Verfassungsbruches und des Staatsstreiches nach sich ziehen könnte. Daraus erklärt sich auch zweifellos, daß die klerikal-kapitolistijche Regierung nach ihren anfänglichen draufgängerischen Reden es für nötig befunden hat, eine offizielle Note zu veröffentlichen, in der sie erklärt, die Verfassungsreoision„auf gesetzlichem Wege" durchführen zu wollen. Cs ist möglich, sogar wahrscheinlich, daß dies augenblicklich ihre Absicht ist und in diesem Falle könnte es scheinen, als ob die Sache geregelt wäre. Aber dos Proletariat ist schon durch zu viele grausame Erfah�mgen belehrt worden, was die Absichten und Versprechungen schwacher Regierungen wert sind, die durch brutal« und zu ollem bereite Gruppen zur Macht gelangt sind und von einem Tag zum anderen durch offene Regierungen dieser Gruppen ersetzt werden können. Darüber zu wachen, daß sie zur Ohmnacht verurteilt werden, daß die Debatte auf den gesetzlichen Boden innerhalb der in der Verfassung der österreichischen Republik vorgesehenen Grundsätze beschränkt bleibe, bedeutet nicht, das Selbstbcstimmungsreckst Oesterreichs einzu- Ichränken: nein, im Gegenteil, das heißt, dafür sorgen, daß dieses Recht nicht und von niemandem verletzt werde! Es gibt in dem Europa, da» aus dem Weltkrieg hervorgegangen ist. keine isolierten Staaten mehr. Der Kampf, den unsere Genossen in Oesterreich für die Verteidigung ihrer Freiheit und ihres Rechts führen, ist nicht nur ihr Kampf, es ist auch der v n f r i g e: es ist ein Kampf zwischen der sozialistischen Demokratie, die im Vormarsch ist, und dem reaktionären Faschis- mus, der keine Mittel scheut, um ihr den Weg zu versperren: und dieser Kampf kennt nicht mehr die Grenzen der Staaten. Di« Internationale und alle ihre Sektionen müssen daher in den Kämpfen in Oesterreich alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel aufbieten. Die demokratischen Regierungen Westeuropas vermögen viel zu tun, damit sich die Dinge nicht zum schlimmsten wenden. Aber ihre Aktion wird um so wirksamer sein, je mehr es die sozialistischen Parteien verstehen werden, durch Wort und Schrift auf die öffent- liche Meinung einzuwirken. Der Anfang dazu war ausgezeichnet. Man kann von ihnen daher nur eins verlangen: ihr« Aktion weiter. zuführen und sie noch zu verstärken. Labour bekämpft die Arbeiislofigkeit. Das Programm der Arbeiterregierung. London, 4. November.(Eigenbericht.) Di« wichtigste und in mancher Beziehung kritischste parlamen- tarische Woche, die Großbritannien seit sieben Jahren erlebt hat, wurde mn Montag mit einer Debatte über die Arbeitslosigkeit ein- geleilet. Der Minister für Arbeitsbeschaffung Thomas begann seine Aussührungen damit, daß das Programm, das er vor den Ferien vorgelegt habe, nicht nur bei der Opposition, sondern auch bei einem Teil seiner eigenen Partei kein« begeisterte Aufnahm« ge- iunden habe. Der Minister erläuterte dann, wie er es durch Er- Weiterung der Bssugmsse des mit der Vergebung öffentlicher Arbeiten betrairten Komitees ermöglicht Hab«, daß Arbeiten im Betrag von 220 Millionen Mark vergeben worden sind. Dies entspreche einer einmonatigen Beschäftigung von ZOO 000 Mann. Unter den in Aus- ficht genommenen Arbeiten sind besonders Bauten zur Verbesserung der Wasserversorgung, die während des trockenen Sommers teilweise völlig versagt haben. Thomas ging auf feine Bestrebungen ein, d'« auf den Bau von 20-Tonncn-Frachtwaggons und Ausbau der Frachtbahichöfe hinzielen. Ssiner Anregung, die ausländischen cholz-Eisenbahnschmellen durch solch« aus britischem Stahl zu ersetzen, sei nach einer Reihe von Experimenten statt- xegebcn und während der beiden letzten Monate bereits 13 000 Tonnen britische Stahkschwellen in Auftrag gegeben worden. In- bezug aus den Straßenbau plane die Regierung sich im besonderen dem Problem des Zwischenhandels zuzuwenden und bald einen entsprechenden Gesetzentwurf einzubringen. Zusannnenfassend betont« der Minister, daß Arbeiten im Betrag« von S40 Millionen Mark bewilligt worden seien. Kanada Hab« sich verpflichtet, jährlich 3000 in Großbritannien Ausgebildete ein- wandern zu lassen._ Bergbaukonferenz in England. Zu Mittwoch anberaumt. London, 4. November. Die Regierung hol das Zentralkomitee der Vereinigung der Kohlcnbcrgwerkebesiher und die Exekutive der vergarbeilergewerk. tchast aufgefordert, kommenden Mittwoch zu einer Konferenz zu- sammenzutreten. an der auch einige Minister teilnehmen werden. Stimmungsmache gegen Labour. Wegen der IndienerNärung des ronservativen Mzetönigs- London, 4. November.(Eigenbericht.) Verschiedene Persönlichkeiten der englischen Konservativen Partei haben in den letzten 24 Stunden verzweifelt versucht, in England«ine politische Krisenstimmung zu erzeugen. Anlaß hierzu bot" ihnen die Erklärung des Vizekönigs von Indien über die Entwicklung Indiens zum Dominium und die Tatsache, daß die Verfafsungskommission für Indien über die Erklärung von der Arbsiterr-gi«rung nicht befragt worden ist. Die Log« ist besonders dadurch außerordentlich verwirrt, daß ein Teil der Konservativen Partei die Gelegenheit zu einem scharfen Angriff auf Baldwin benutzt und der gegenwärtige Dizekönig von Indien, die Haupt- triebkrast der Regierungserklärung über Indien, der Konservativen Partei angehört. Die konservative und liberale Presse bieten ein Bild schlimmster Konfusion und benutzen die Gelegenheit zu. einer großen Stiwmungtmoche gegen die Arbeiterrcgierung. Es scheint sedoch, daß di« Opposition ihren Feldzug nicht bis zu einem Miß- irauensootum zu treiben gedenkt. Die entscheidend« Debatte wird am Donnerstag im Unterhaus beginnen, doch wirb von keiner Seite ein direkter Mißtrauensantrog eingebracht werden. Ltaliens neues Strafgefehbuch. Abschaffung der Zwangsverbannung? Mailand, 4. November.(Eigenbericht.) Da? neue italienisch« Strafgesetzbuch, das jetzt fertig ist, sieht u.a. di« Wiedereinführung der Todes- straf« vor. Auf Todesstrafe muß erkannt werden bei Anschlägen gegen die Sicherheit des Staates, gegen das Leben des Königs, der königlichen Familie und des Chefs der Regierung. Der Gesetzentwurf sieht ferner die Abschaffung derZwangs- Verbannung vor und fetzt an ihre Stell« dos Aufenthalts- verbot, das auf«in oder mehrere Gemeinden, ein oder mehrere Provinzen sich erstrecken kann. Baden-Vadener Gtadtrai in Ravenna verhastet. Karlsruhe, 4- November. Der Doben-Badener Arzt und Stadtrat Dr. 5) ü b n e r, der gegenwärtig als ärztlicher Reisebegleiter mit einer englischen Dame in Italien' reist, wurde, wie diese Dam« mitteilte, in Ravcnna plötzlich verhaftet. Di« Gründe sind noch nicht bekannt. Der Oberbürgermeister der Stadt Baden-Daben hat sofort die beut- sche Botschast in Rom benachrichtigt, die ihr Emgreisen zugesagt hat. Ose Nombenaffäre. Et tlassung des Gastwirfs Gencelahty. tz» der Voruntersuchung wegen der Bombenattmtate hat der stmcrsuchungsrichter beim Landgericht I den gegen den Gastwirt Lothar Gengelatzty erlassenen Haftbefehl aufgc- b- b e n, weil nach dem jetzige» Stand �der Ermittlungen Mit- "erschast— Vergehen noch§ 13 des Sprcngstofsgesetzes— in üV.irqcht kommt und die zu erwartend« Strafe nicht so hoch ist, daß ■ btverdacht begründet erscheint. Für die Beschuldigten Weschke und Pünjer ist von dem Ver- t Wz« Hastbeschwerde eingelegt, über die di« Strafkammer dem- nächst befmden wird. Lombenfreund ausgewiesen. Lisgnih. 4. November. ungarische Staatsangehörige Georg K e n st l c r. der zeit- mciiig in Reichenbach O.-Schl. an der Grenzlandschule beschöstigt war. ist auf Anordnung des preußischen Ministers de» Innern a l s lästiger Ausländer aus Preußen ausgewiesen worden, nachdsm es sich In dem Ermittlungsverfahren gegen die Urheber der Sprengstoffattentate in Schleswig-Holstein und Hon- nover ergab, daß Kcnstler sich in Verbindung mit rechtsradikalen Persönlichkeiten in staatsfetndtichem Sinn« betätigt hat. Mit seiner Betätigung als Artamanenführcr hat die Ausirei- iung nichts zu tun. Die Engländer verboten In Jerusalem das hebräische Sozialisten- Matt„Davor" wegen Verösfentlichung der polizeilichen Geheimliste der Kommunisten. Oer Kall Leow. Die Inseratcnexpedition für die kommunistische Presse schickt uns zu den Verofjentlichungen des linkskommunistischen„Volts- willen" zum Fall Leow die folgende Berichtigung: „1. Es ist unwahr, daß Mitte des Jahre» 1926 der Bertrag zwischen dem Rot-Front-Verlag und her Inseraten-Expedition ohne sichtlichen Grund erneuert wurde. Wahr ist vielmehr, daß am II»» IM!!I»I»II II IWMWtllUHB—— Deutsches Künstlertheater. O'TleiU:„Seltsames Zwischenspiel�. Nachdem von 7 vis 1412 Uhr acht Akte vorübergerollt sind, stehle ich mich aus dem Theater, um diesen Vorbericht zu geben. Vis jetzt hadei? wir rund zwei Dutzend Jahre in den acht Akten erlebt. Es gibt in dem amerikanischen Stück genügend« Quantitäten litc- ravischer Kunst, von der Qualität wollen wir morgen sprechen. Ein erlesenes Publikum folgte den wirklich seltsamen Vorgängen nnt Interesse. Das Spi«l,> vor allem von Rudolf Forst er und Elisabeth Bergner. ist hervorrage?�. Dgrr. 22. April 1926 ein neuer Vertrag abgeschlossen wurde, weil die Vundesleitung de? RFB. eine Erhöhung ihrer Anteile an den Inseratenseiten in der..Roten Front" forderte. 2. Es ist unwahr, daß die Bundesleitung auf Grund des neuen Vertrage? anstatt der vorher sestgesetzten 33H Proz. nur noch 30 Proz. von den Einnahmen für die Inserate der„Roten Front" erhielt und daß dadurch die Inseraten-Expedition einen jährlichen Mehrgewinn von über 40 090 M. hoste. Wahr ist vielmehr, daß der neue Vertrag eine Erhöhung der?snteile für die Vundesleitung bzw. den Rot-Front-Verlag um über 19 Proz. brachte. 3. Es ist unwahr, daß der zweite Bundesführer des RFB., Leow, als Gegenleistung für die Vertragserneucrung S000 M. von der Inseraten-Expedition echielt. Wahr ist vielmehr, daß Leow niemals auch nur einen Pfennig von der Inseraten-Expedition bekommen hat. Jrsseraten-Expedstion für Arbeiterzeitungen. Biermann. Th. Will." In Kabul h'ingerlchtet wurden Habibullah. der gestürzte Usurpator, sein Sohn und elf seiner Stützen. Di« Regierung er- klärt zur Begründung, sie habe Nachrichten erhalten, daß Anhänger Habibullahs planten, ihn gewaltsam aus dem Gefängnis zu befreien. In Djellalabad, Kandahar und anderen Städten wurden mehr als 70 Personen verhaftet, di« sich an der Verschwörung«">' die Regierung Nadirs beteiligt haben sollen. Gegen die Arbeiterschaft. Das Wahlziel der Standalpreffe. Die Lertmer Zlrbeiterschast nriib gegenwärtig im Einblick auf die Wahlen von der gesamten Skandalpress«— und di« veuht von den Kommunisten bis zu den Nationalsozialisten— mit ungeheuerlich verzerrten und aufgebauschten Skandalgeschichten bearbeitet. Der ? weck dieses konzentrierten Trommelfeuers ist die Eicher- stellung einer reaktionären Mehrheit im Berliner Etadtparlament. Die Berliner vrbeiterschoft, besonders aber die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft, muß sich klar darüber sein, was es be» deutet, wenn es der Skandalpresse gelingt, den Einfluß der Sozialdemokratischen Partei im Berliner Rathaus zu schwächen. Ein großer Teil der Gewerkschaften hat sich bereits mit erfreulicher Deutlichkeit gegen die schamlose und beispiellose Hetze und für die Sozialdemokratische Partei ausgesprochen. Die Stadt Berlin ist einer der größten Unternehmer. Ei« be- schaftigt in den Verkehrsbetrieben, in den städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken, in der Straßenreinigung, in den Kranken- onstoltcn, im Fuhrwesen ein riesiges Heer von Arbeitern und Angestellten, ganz abgesehen von den Angestellten und Beamten der eigentlichen Berwoltung. Die Stadt Berlin schafft durch den Wohnungs- und Straßenbau Arbeft für Zehn- taufende. Es kann der Berliner Arbeiterschaft nicht gleichgüllig fein, von welchem sozialen Geist die Stadtverwaltung be- herrscht wird. Ob es sich um die Ausführung von Arbetten m eigener Regie. ob es sich um Deraebung von Ärbeften handelt, immer wird es wichtig für die bei diesen Arbeften Beschäftigten sein, ob m der Stadtverordnetenversammlung prwgtkapitalistische Profitinter- esse» oder das sozialdemokratische Gemeinschafts- i n t« r e s s e die Oberhand haben. Trotz der ungeheuren Hemmungen, die der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion durch die Tatsache erwachsen, daß sie nur «ine Minderheit ist, hat diese e» durch ernste und zielsichere Arbeft verstanden, die Stadtverwaltung in neue Bahnen zu lenken. Gegen diesen sozialen Geist ist die ganze Hetze ent- faltet worden, die an die Betrugsafsäre der Gebrüder Sklarek an- gehängt wurde. Man oersucht den klaren Blick der Arbeiterschaft durch Stinkbomben zu benebeln. Unter dem Deckmantel der „Reinigung" wird das schmutzigste Wahlmanöver ausgeführt. Der Bau gesunder und moderner Wohnimgen soll abgestoppt werden und die Arbeiterschaft soll wieder verwiesen werden auf die Wohnhöhlen der Vorkriegszeit. Die soziale Wohlfahrts'ürsorge soll wieder zur Armenpflege degradiert werden. Dos kapitalistisch« P r o i! t i n t e r e s s e soll wieder den Vorrang haben vor den Interessen der Gemeinschaft, und die Interessen der Arbeiterschaft sollen den Unternehmern geopfert werden. Das ist der Kern und der Zweck der Hetze. Die gewerkschastlich organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten haben die Pflicht, in den nächsten Tagen ausklärend zu wirken. Um ihre S ach e geht es. Aeue Ortsverwaliung der Zimmerer. Durch den Zentralvorstand ernannt. Zm Anzeigenteil finden unsere Ccsec die Mitteilungen, daß nunmehr die neue Ortsverwaliung der Zahlstelle Berlin und Kcigebung des Zenlralverbandes der Zimmerer vom Zentral- vorstand ernannt worden ist. Es sind dies: 1. Gotilieb Frach. 2- Gustav Golze. 3. Emil Ziege, 4. Ernst Eckert, 5. Emil Schindler. Oer versuch der kommunistischen Partei, di« Berliner Zimmerer von ihrer Gewerkschaft abzutrennen und sie in Gegensatz zu ihrer Organisation zu bringen, kann jetzt schon als g e s ch e i t e r t bslrochket werden. Die Zimmerer lehnen es ob, sich von der KPD. zu gewerkschaftsfeindlicheu Zwecken mißbrauche« zu lassen. Sie haben die Diktatur der ausgeschlossenen Handlanger der KPL. mit einer staunenswerten Geduld erlragen. Sie sind endlich von dieser Gesellschaft befreit worden und atmen jehl aus. Die Einheit der Arbeiterbewegung ist damit auch bei den Zimmerern sichergestellt. Oer Fußtritt. Hörst ausgeschlossen. Zoller und Genoffen verwarnt. Die Bezirksleftung der KPD. gibt bekannt: „Die Bezirksleitung der KPD. Berlin-Brandenburg hat in ihrer Sitzung vom 22. Oktober H ö r tz aus der KPD. ausgeschlossen. Dr? Verholten der übrigen Genossen der Ortsverwaltung, die sich ji:;t Hörtz solidarisieren, zwingt die KPD., auch gegen sie ernste Maßnahmen zu beschließen, falls sie nicht begreifen, daß ihr Weg zum Reformismus führt." Als Hörtz tu der Versammlung an: 23. Oktober sich gegenüber der„revolutionären Opposition" daiWt brüstet«, daß er sein Mft- glicdsbuch der KPD. in der Tasche habe, wußte er also nicht, daß er bereits den Fußtritt bekommen hatte. Und das ist be» KÜchiur.d für die Zustände in der KPD. Erfahrene und erprobte Kampfer, die auf verantwortungsvollem Posten stehen, werden, os?ns auch nur gehört zu werden, ausgeschlossen. Eine „revolutionäre Kraft" von 16 Iahren und ein„Himmelsahrtarbeiter" wiegen schwerer. Oder vielmehr: Diese Sorte Menschen sind die richtigen Kreaturen, die die KPD. braucht, Und nun ruft die KPD. die Schuhmacher auf, den„Kampf»m die revolutionäre Einheit" zu führen. Dieser Ruf wird wohl nicht uitgchürt verhallen. Die organisierten.Schuhmacher, die sich bisher von der KVD. gegeneinander verhetzen ließen, werden die Reihen schließen. Draußen wird nur die KPD. bleiben. Die Schuhmacher werden dem„Apparat" den Fußtritt recht kräftig zurückgeben. Und das wird ein wohlverdienter Fußtritt sein. KpO. durch Kommunisten gerichtet. Sozialdemokratie die Partei der Gewerkschaften. Die Ortsverwaltung des Fabrikarb eiterverbandes haste der Ge- ueroGersammlung am Sonntag im Gewerkschaftshaus einen sehr eingehenden schriftlichen Bericht über das dritte Quartal vorgelegt, so daß der Bevollmächtigte Genosse R ü ck e r nur einige Erläuterungen zu geben brauchte und sich dafür mehr der„Opposition" widmen konnte. Der gedruckte Geschäftsbericht rekapituliert kurz die wichtigsten vnrischafts- und sozialpolitischen Ereignisse des letzten Quartals und b ihondelt dann das Organisationsleben selbst. Von den vielen Lohnbewegungen wird besonders auf die in der Schall- plattenindustri« hingewiesen, wo sich mit aller Deutlichkeit zeigte, in wie engem Zusammenhang das Organisationsverhältnis und die Lohn- und Arbeitsbedingungen zueinander stehen. Der straff organisierten Arbeiterschaft der Schall- plattenindustri« gelang es. die gute Konjunktur auszu- nutzen und die Löhne teilweise durch Streik, teilweise durch Ver« Handlungen ansehnlich aufzubessern. In der Mitglieder- b e w e g u n g ist ein geringer Rückgang um 64 Mitglieder«in- getreten: die Ortsverwaltung zählle am Schluß des Z. Quartals S288 Mitglieder. Dieser nur auf die weiblichen Mitglieder entfallend« Rückgang ist nicht sehr verwunderlich, wenn man bedeukt, in welcher wüsten Weis« die„Opposition" besonders m den Betriebs- Zeitungen gegen die freien Gewerkschosten hetzt. Der Lokal- kassenbestand hat sich um 4128 M. ans 7V 467 M. erhöht. Genosse Rücker schilderte an verschiedenen Beispielen, so am Rohr leger streik, dem provokatorischen Vorgehen der ab- gesetzten Leitung der Berliner Zahlstelle der Zim mer« r, der Ein- berumng des sogenannten oppositionellen Gewerk- schaftskongresses usw., wie die KPD. systematisch die Spaltung der deutschen freien Gewerkschaften betreibt. Für die Gewerkschaften gibt es nur noch den r ü ck s i ch t s- losen Kampf gegen diese Zerstörer der Arbeftcrbewegung. Nach- dem sich die KPD. als Todfeind der freien Gewerkschaften entpuppt hat, kann für jeden Gewerkschafter nur noch di« Sozialdemo- k r a t i s ch« Partei als die einzige politische Interessenvertretung '« Frage kommen. Den Kommunisten waren ob dieser gründlichen Abfuhr offenbar alle Parteiparvlen und Richttimen entfallen. Ein kommunistischer Redner betonte unter schallendem Gelächter der Versammlung, daß es für di« Kommunistische Partei zwar«in« Kleinigkeit sei. die deutschen Gewerkschaften zu zertrümmern, daß dies aber gar nicht ihre Absicht fei. Der zweite kommunistische Redner zeigte geradezu erschreckende„reformistische Abweichungen". So gab er seiner Meinung über di« Gewerifchaftstaktft der KPD. dahin Aus- druck, daß durch die gewerkschaflsfeindliche Schreibweise der kam- munistijchen Presse kein Unorganisierter zum Eintritt in den Verbaicd gewonnen werde, und es auch nicht der Arbeiterbewegung dien«, wenn, wie es die KPD. mach«, die Unorgänisiertsn zu sehr poussiere. Die Offenheit, daß er und di« weist«» feiner Parteigenossen über die Aussichtslosigteft des wilden Rohrlegerstreiks von vorn- herein klar waren, werden ihm seine Parteiinstanzen bestimmt sehr übel nehmen. Di« Debatte zeigt« jedenfalls, daß die„Opposition" schon selbst nicht mehr weiß, welches eigentlich die richtig«„revo- ftrtionäre Linie" ist. Gegen wenig« Stimmen nahm die General- Versammlung folgende Entschließung an: „Die am 3. November 1923 tagende Generaloersammlung der Zahlstelle Berlin des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands stellt fest, daß die gewerkschaftliche Einstellung der kommunistischen Partei nie klarer zutage getreten ist. als zurzeit. Die wilden Streiks. namentlich der Rohrlegerstreik, der sich direkt gegen die freien Gewerkschaften richtete, ferner die Einberufung de» sogenannten oppo- silionellen Gewerkschaftskongresses lasten keinen Zweifel darüber, daß eine Spaltung der freien Gewerkschaften beabsichtigt und damit nicht nur eine Schädigung und Schwächung derselben, sondern gleichzeitig der gesamten Arbeiterklasse herbeigeführt wird. Die Tätigkeit de? KPD. wirkt reaktionär. Die einzige politische Arbeiterpartei, welche die freien Gewerkschaften rücksichls- los unlerftntzl und auf die sie sich nnbedingl verlassen können, ist die Sozialdemokratische Partei. Deshalb muß für alle Mitglieder unsere» Verbandes am 17. November die Parole lauten: Alle Stimmen der List« I." Dauerschlaf der Handelskammer Hamburg. Länger als ew halbes Jahr. Die Hamburger Handelskammer hat einen Aus- ichuß sin gefetzt, der sich nnt dem Washingtoner Abkam- nie» über den AchifUntdenisg beschäftigte. Er ist— natürlich— zu dem Ew'chfuß gekommen,„für«ntschiodene Ablehnung der Ratifikation" einzutreten. Soweft wäre alles in Ordnung. Bemerkenswert ist nur die D e- gründung. Es wird da nämlich verwiesen auf die englischen Revisionsonträge, die die Ratifizierung durch Deutfclssa-nd verböten. Das einzige, was Deutschland tun könne, sei, sich den eng« tischen Zievifionsanträgen anzuschließen. Die Handelskammer von Hamburg hat einen gesunden Schlaf. Sie hat verschlafen, daß die englischen Revifionsanträge der früheren koniervativen Regierung abgelehnt worden sind. Sie hat oerschlafen, daß die englische konservativ« Regierung von den englischen Wählern gestürzt worden ist. Sie hat schließlich verschlafen, daß die englische Rogierimg, wir meinen die bestehende. denn eine ander« gwt es nicht, die Ratifizierung des Abkam- mens von Washington vorbereitet und dies offiziell in Genf mitgeteilt hat. Und nun kann die Hamburger Handelskammer weiter schlafen. �Massenstreik� in derporiefeuittebranche 20 unorganisierte Lugendliche als Massenkämpfer. Die Kommunistische Partei soll und muß außertariflich«, gegen die Gewerkschaften gerichtet« Kämpf«„auslösen". Aber er- wachfene, organisierte Arbefter fallen auf den Schwindel nicht herein. Also hält sich die KPD. an den unorganisierten Jugend- l i ch e n schadlos. Die lassen sich leichter beschwindeln. Jetzt hat die KPD. in der Lederwarenbranche einen außertariflichen„Massenstreik" organisiert. Bon 66 Beschäftigten der Firma L e u s ch n e r, Riiterstraße 12, vermochte der„revolutionäre Jugend- ausschuß" auch 20 Mädchen im Alter von 16 bis 21 Iahren aus dem Betrieb zu locken. Massenstreik! Besonderes Kennzeichen: Nicht ein einziges dieser jungen Mädchen ist gewerkschaftlich organisiert. Im übrigen handelt es sich um eine tar istreue Firma. Neben Forderungen, die sich sehr leicht durch Derhandlungen ini Betrieb regeln lassen, wird auch die nach„Beseitigung der disse- renzierten Löhne" gestellt. Eine ungelernte Ansängerin hat also dm Lohn eines Facharbefters zu bekommen. Besonders wenn sie unorga- nisiert ist. Daß diese„revolutionären Dorkämpferinnen" in ihrer jugendlichen Unersahrenheit den gewissenlosen Drahtziehern in der KPD. auf den Leim kriechen, ist nicht sehr ernst zu nehmen. Höchstens für die armen Mädchen, die außer Lohn und Brot gebracht werden. Die KPD. verschickt aber auch ein Rundschreiben an die Arbeiter der Lederwarenindustrie des Bezirks Kreuzberg. Bon da soll wohl die „Weltreoolution" ihren Ausgang nehmen. Es wird zu einer Der- fammlung und natürlich zu Sammlungen«ingeladen. Der Verband der Sattler, Tapezierer und Portejeuiller steht der ganzen Schmicrenkamödie fern. Der„Massenstreik" ist offensichtlich gegen die Gewerkschaft gerichtet. Darum Taschen zu! Den jungen Mädchen aber geben wir den Rat. sich zunächst gewerk- schastlich zu organisieren und künftig, ehe sie Revolution spielen, sich bei ihrer Gewerkschaft Rat zu holen. Schiedsspruch für die Großschiffahri. Hamburg, L November. Die Schlichlungs Verhandlungen in dem Tarifstreil zwischen den Reedereien und den seemännischen Berufsoerbäadeo, die am Sonnabend um 11 Uhr begonnen hallen, dauerten bis zum Sonn- tagmorgen 1 Uhr 30 Rlinulen. Der vom Schlichter gefällte Schiedsspruch sieht eine Lohnerhöhung um einige Prozent vor. Proteststreik in polen. kattowlh. 4. November. sElgenbericht.) Eine Konferenz freigewerkschastlicher Bergarbeiter aus allen polnischen Sohlengebieten beschloß am Sonntag den Schiedsspruch abzulehnen und am 6. November aus Protest gegen die Ablehnung ihrer Lohnforderung einen eintägigen vemon- st ratioos streik durchzuführen. Au dem Streik werdeu sich auch die Hüttenarbeiter beteilige,». Heut« werden di« Direktoren sämtlicher Werke zusammen- treten, um zu den Forderungen der Arbeiter nochmals Stellung zu nehmen.?kach dieser Konferenz sollen neue P erhand- lungen mft den Arbeiterorganisationen aufgenommen weiden. Bezirksamt Krirdrichahai»? Mittwoch, 4914 Uhr. Brrsatnmlima«Her Arbritu. Anärstelltrn und Beamten des Bezirksamt» griedrichsbain in den Andreas-Feftlalen, Zlndreasftr. 21. Thema:.Tie Dedeutuna der ttommunalwohlen fitr die städtischen Arbeiter. Anaestellten und Beam- ten". Zieferent Büraermeiftrr Paul Mielid. Di« Tätialert und Erfolge des Bezirksamts für das Wohl der Beniilkerung zeigt der ffilm»Aus dem Alltag empor-. Enmvathillrrcnd« und.Vorwärts"-Leser find ebenfalls eingeladen. Um recht zahlreiche» Erscheinen bittet Der«cibeau»Ich»h»er SPD. Aricdrichshaln. Bezirksamt Nreuzberg! Donnerstag. 20 Uhr. in Ewald, sseitsalen, Skaliher Etr. UZS. jjffentliche Versammlung aller Arbeiter. Angestellten und Beamten de, Bezirksamts strcuzberg. Tagesordnung:»Dia Be- den hing der»ommunolwablen-. Rrfereut Genosse Rochowsli. Aus- sprach». Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird zahlreicher Be- such erwartet Bezirkaoerbaad der SPD.. Betriebalrkrrtariat. SPD.-Kraktlo, de» Bezirksamt» Tiergart«». Beamte uro» rbeans- >74 % Ui U W P g 1 s schuh 2. ftirt«. Donnerstag. 1» Uhr. i» de» S»r»«-»Lallen. Sirchstr. 13. K- iiffentliche Versammlung aller Arbeiter. Angestellte» und Beamten de» W Bezirksamts Tiergarten sowie der im Bezirk Tiergarten wohnenden W Reichs» und Staatsbeamten. Genossin Bohm�Schuch, M. d. R., spricht über»Wir und der 17. Nooemder". Es wird zahlreiche» Erscheinen sk erwartet. Die Werbe«»»schülse. Schultheih-Bahenhasrr, grenz bergl Donnerstag, 1614 Uhr, im Lokal fM ssSrstcr, Dreibundstr. 11. lZrakt-onspersammlung der SPD.-Genossen, t-z Snmpathillerende können eingeführt werden. Tagesordnung:»Di« De.'- beutung der Kommunalwahlen für die Arbeiterschaft-, Referent Ge. th noffe E. Eabath, M. d. L. Zahlreiche» Besuch erwartet Der itraktiaunarffa»». p ��reieGewerkschafts-LugendVeflin. Seut«. Dien Starz. 1914 Uhr. tagen die Gruppen: 7sr»»ks»rtrr Allee: Stadt. Jugendheim Litauer Str. IL. Srimbesprechunq. ftutritt nur mit Verbandsduch und Seimausweis.— La»d»derger Bläh: Gruvvenheim Diestclmrncrstr. ö Seimbesprechung. Ohne Seimbesprechung und Verbands- buch kein.Zutritt.— Zieu-Lichteuberg: Jugendheim Sunterstr. 43. Seim. bcsprechung. Ohne Berbondsäuch und Seimauswri» kei» Zutritt.— Lichten. bcrg: Jugendheim Dossestr. 22. Seimbesprechung. Brt»at Letmausweiz und VerbanosduS» mit. Mariend» rf: Jugendheim Dorfsir. 7, alt« Schule. Seim- besprechung. Gewerkschaftlicher Dirkussson-abend. Vcrbandsbuaikouirolle.— Humboldt: Jugendheim Graun» Ecke Lordingstrahe. Seimbesprechung. Ver. bandsbuchkontrolle.— Treptow: Kruppenheim Schul« Wildcnbruchstr. 53—», sSortzimmer). Bunter Abend.— Spauda«: Städt. Jugendheim Lindenufer 1. Lciinbckxrechung. Ohne Bcrbandsbuch und Jeimauswris keilt Jutritt. Iuaendarupve Ves�entralvertanveS ver Anaestellten ■J)': Leute, Dienstag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Lichtenderg: Jugendheim Eunterstr. 4Z. Vortrag:..Der Sozialismus— von der Utopie zur Wissenschaft". Rcserrnt Dr. Schütte.— Rordwes«: Jugendheim Lehrter Str. 18—1». Seimbesprechung. Urbungeabend des Errech, und Be. wegungschors in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Beginn 20 Ubr. Verantwortlich wr Politik: Dr. Eaek Geyer: Wirtschaft: S. Kliagclhösee; Gewerkschaftsbewegung: z. Steiner: Feuilleton: K s. Döfcher: Lokale, und Sonstiges!srig Karstadt: Anzeigen: Tb. Glack«: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m b. H.. Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruilrr'i und Berlagsanstalt Paul Singer u. Ca., Berlin SW«3 Lindenstrahe 3. Sierzn 1 Beilage und»Uatcrhaltuua»ad Wisse»-. ImSIÄ» bei Rheuma. ■llll 1 Ischias, Hexen« fchuß, Nerven- und Erkäl- ribuiss... Z 7!-ll..,«L-nu.. tungsfchmerzen. In Apv- B �intk» tinD 5HoSni(Zitin»!Ofl. 19,14« st*.»<„, v.c-not, 6M ssixiu ioo sm._ theken u. Drogerien erhältl. AMOL Är. 5i9» 46. Iahrgong 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, S. November 4 929 Eisenbahnerstadt zwischen Seen. Ein« Station hinter Brandenburg. an der Streck« nich Magdsburg, liegt die Ortschaft Kirchmöser, klein und beschei- den. Uebcrfilickt man aber vom nahen Vdühlenlxrg die weite, wasserreiche Umgebung, so fällt einem so- fort die riesige Anlage des Reichs- bahnwcrkes„Brandenburg-West" ins Auge. Ring» von Seen(Gross wüster- witzer-, Wend-, Plauer- und Mässr- sees umschlossen, liegt dieses grohe Werk auf einer chalbinfel, die sowohl mit der Reichsbahn als mit der eis? irischen Straßenbahn von Branden- bürg über Plaue erreichbar ist. Die während des Krieges erbouten An- lagen dienten erst der Pulver- und Munitionserzeugung. 3000 Fraurn waren bei dieser gefährlichen Industrie beschäftigt und noch heute er- inner» die zwischen mächtigen Erd- wällen angelegten Pulvermagazine an die ursprüngliche Bestimmung der Werksbauten. Als letzte Cr- innerung an die Errungenschaften des großen Krieges prangt dos kil»mctsrlange eiserne Festungsgittcr, das nach der Cr- oberung de, Forts Maubeuge hier praktische Verwertung als Zaun sznd. Nach dem Vcvsailler Pertrag sollten die Werke zerstört werden, doch gelang es der Reichsbahn, die ganze Anlage zu verhältnismäßig billigen» Preis während der Inflationszeit zu erstehen. 2573 Arbeiter und 190 Beamte sind in dieser Stodt beschäftigt, die aus-100 Fabrikgebäuden um 1200 Wohnungen für zirka 4000 Personen besteht. Ucbcr tausend Arbeiter kommen täglich auf Arbeiterzügen von Brairdeirburg zur Arbeit. Eine elektrische Zentrale versorgt nicht nur dos Werk und die beiden ständig wachsen- den Siedlungen, sondern auch den Kreis Jerichow II mit Strom. Ein großes Wasserwerk, eine Fernheizanloge. eine kleine Landwirtschaft, Krankeithaus, Volksschule, alles finden»vir in dieser Eisenbahnerstadt, die mit einem Werkpendelzug mit Brandenburg in dauernder Verbindung steht. An den interessantesten Anlagen gehört unstreitig das L o k o- motiv werk. Bor der Hanptsrout rangieren auf kreisförmiger Gleisanlage zahlreiche Lokomotiven, um mittels Drehscheibe schließ- lich den Weg in die wcitläusigon.hallen des»Lokwerkes" zu finden. Unter dem ohrenbetäubenden Geknatter der Preßluft- und elektrischen Hämmer mcrden hier Tag für Tag durchschnittlich 1K Lokomotiven repariert. Einen Monat dauert ungefähr die Ueberholimg jedes einzelnen Teiles. Sechzig Tmirenkraire heben die mit anatoniischer Gründlichkeit zerlegten Lokomotivrümpse hoch; die»erbrouchlen Teile gehen ins Ersatzteillager, wo sie, soweit als»näglich, wieder auf neu hergerichtet»»erden. Auf alle Fälle wird immer ein neuer' Kessel eingebaut. All« vier Jahre einmal schlägt jeder Lokomotive die Stunde gründlicher Ueberhalung. Nach dem Ratianalisierungsprinz-p beschränkt man sich auf nwglichst wenig Gattungen, in„Branden- bisrg.West" sieht man mir Personenzuglokomotiven. Dutzende von Kesseln aus der einen Seite, Dutzend« von Rädern aus der anderen Seit«, ganz« Gossen von Führerstondcn. von surrenden Kronen durch die Luft getragene Lokomotivrümpfe, so gibt uns diese Werkstötte das gigantische Bild eines modernen Riesenbetriebes, in dessen Miftelpunkt die Lokomotive steht. Rasch nach einen Gang in die Zentralschule, die vor llj Jahren gegründet und in den schönen Räumen des ehemaligen Feuerwerkslaboratoriums untergebracht wurde. lieber hundert Reichsbahnbedienstet« vervollständigen hier ihre Ausbildung. Sie sind in hellen, freundlichen Räumen untergebracht, erholten in dem Das ffeichsbahnwerk Brandenburg-West. ebenfalls in dei�Schule untergebrachten Kasino ihre Verpflegung und können am rci�haltig ausgestellten Lehrinaterial Auschauungsunter- licht erhutteii. Da gibt es die vollständige Einrichtung zur Güter- abferligung und Fahrkartenausgabe, wobei veraltete uitd unmoderne Systeme klug gegenübergestellt werden. Am Lehrstellwerk kann man Eingang zur Eisenbahn-Zentralschule, die Wirksamkeit des elektrischen und mechanischen Stellwerks er- proben, mit dem eine Außenanlage mit Signoleinrichtitngen ver- Kunden ist. Im Oberbaufaal gibt es Schielten und Schwellen, Loka- mativteilc, T«lographei'o>Zporote. Ein großer Vortragssaal mit maderncm Filmvarsührungsapporat, ein Zeichen- und Physiksaal vervollständigen die Einrichtung dieser modernen Schule,' deren guter Ruf auch viele Ausländer herailzieht. „Schulbücher in der Republik." Frau Olga Dubisloo bittet jms zu de» Ausführungen in Nr. 517 um die Aufnahme des folgenden:„Die FmniUe Dubislav legt Wert auf die Feststellung, daß sie aus die inhaltliche Gestaltung der Ilnterrichtswerke „Dubislav uild Boek" seit dem Jahre 1921 bedauerlichenveise keinen Einfluß hat." Straßenbahnanhänger umgestürzt. Weil die Bremse versagte.— Drei Verletzte. Am frühen Nachmittag des Montag ereignete sich in der R v- dower Straßein Britz ein schwerer Slraßenbahnunsall. Belm Einbiegen in die dort befindliche Weiche wurde ein Anhänger der Straßenbahnlinie 4S von einem Triebwagen der Linie 6 gerammt. Zwei Jahrgäste und der Schaffner erlitten erhebliche Verletzungen. Der wagen, in dem sich süns JahrgSsle und der Schafs- ner befanden, sprang aus den Schienen und stürzlemitgroßem Krach um. Sämtliche Scheiben gingen in Trümmer und eine Seitenwand wurde eingedrückt. Während drei Fahrgäste wie durch ein Wunder mil dem Schrecken davonkamen, mußten der 5Zjährige Kaufmann Otto Di ehr aus der virchowflroße 4, der Schassner Stephan U r b a n i ck aus Buckow, Wcidenweg 29, und die 54iöhrige Frau Marie Fuchs aus der Okerstraße 38 durch die Feuerwehr, die mil drei Zügen angerückt war, ins Buckower Krankenhaus gebracht werden. Die Verletzungen erwiesen sich glücklicherweise als nicht gefährlich. Die Ursache des Zusammenstoßes konnte Zwar noch nicht einwandfrei geklärt werden, ist aber nach den bisherigen Ermittlungen ossenbar auf ein versagen der Bremse zurückzuführen. Zusammenschluß der Geschädigten. Versammlung der Gläubiger der Beamtenbank. Am Montagnachmittag fand in den Geschäftsräumen der Bank für Deutsche Beamte«ine Versammlung von Gläubiger», und zwar votwiegend Beamten der verschiedensten Behörden statt, die zu solgender Entschließung führt«: 1. Die durch den Zusammenbruch der Bank für Deutsch« Beamte Geschädigten schließen sich zu einem Schutzverband zusammen, der die Bezeichnung„Schutzverband der durch den Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte e� G. m. b. H. Geschädigten" führt. 2. Zweck des Schutzverbandes ist: a) den ge n a u e n Sachverhalt derjeitigen Vorgänge, die zum Z u s a m- m e n b r u ch der Bant führten, f e st z» st e ll« n und zu prüfen, inwieweit sich aus der Art der Geschäftsführung Rechte der Geschädigten herleiten lassen: b) die Interesse» der Geschädigten in Verhandlungen mit Vankgruppen»ind Behörden zu vertreten, insbesondere zu erstreben, daß unter A b< wendung des Konkurses im Wege eines Vergleichs die Kunden baldmöglichst auf ihre Guthaben Abschlagsquoten aiisgezabl» erhalten, andererseits von de» Genossen nach Möglichkeit jede Hof- tung abgewehrt wird. 3. Der Schutzverband wird durch einen Ausschuß vertreten.>eu» zunächst 6 Personen angehören, die Geschäftsführung Ii gt in den Händen des Herrn Rechtsanwalts Dr. Hans Roth zu Berlin C. 2, Breite Str. 35, und des Herrn Rechtsanwalts Dr. Hins Wolfs zu Berlin, Friedrichstr. 175.'Amneldi'ngen und Anfiaoen sind zunächst an diese Adressen zu richten. 4. Ilm nach Möglichkeit die s ä in t l i ch e n Geschädigten zu erfassen, sollen tunlichst Unterausschüsse bei ollen dmsentz'en Behörden, denen die geschädigten Beamten vv-'iriegeitd angchör.'i», j gebildet werden :»■ Bei der DeutschDn Bank und Discaytogcsellschasl besteht, wie'' der„DHD." meldet, Bereitwilligkeit, von der Bank für Deutsche Beamte die debitorijchen Beawtenrechnungen nach Prüfung zu übernehmen und den Beaintenschilldnerii für die 2lbd«ck»ng weites C-»- gogeukommen einzuräumen. Es ist vorgesehen, ans den ans d'ose Weise geschassenen flüssigen Mitteln iin Veroieichsivege w schnell wie möglich Rückzahlungen an die Gläubiger zu leihe». Den Beamic»- gläubiger» der Bant für Deutsche Beamte(allen ft riier �lltrsä'-is'e bis zur Höhe eines Monatsgehalts gewählt werden. Auf die Bor- schüsie sollen die von den Behörden bereits vorschußweise gcz.th't'n Beträge In Anrechnung gebracht werden. Sämtliche Dcpnsi.enkasie.i der Deutschen Bant und Disconiogesellschafi werden schon im Lause der nächsten Tage mit den Zahlungen beginnen. Tofwvx"T�narofru: 21) /onajvx sw/naro/ru: y /. Jh kk0$m' W CQxre/emUnyanscAen i/TV*("y/c /*//}**- rt Gufc/amUng&nscApn ►o*. CUejcärxdey von Lopi-rirb» hy BHchergilde Gutenberj. Beriin. Sic beugte sich zu mir und streichelte mich:„Wir werden es schon irgendwie richten. Du»virst mit Bandi zusammen wohnen. Du hilfst ihm beim Lernen und wir»verden mit Äutter das Schulgeld bezahlen. Aber rede mit niemandem darüber, damit es mein Bater nicht erfährt." „Ich werde schweigen, Fräulein Emmi", und vor Dank- barkeit traten die Tränen in meine Augen. Sie bemerkte es nicht, denn sie zog aus ihrer Schürzen- lasche einen kleinen Brief hervor und las ihn mit großer Aufmerksamkeit. Ein unerwartetes Geräusch kam aus der Richtung der Küche, worauf sie den Brief eilig versteckte. Sie sah noch immer nicht auf:„In einem Monat gehe ich wieder in die Gegend hinaus malen. Du begleitest mich auch jetzt, n'cht wahr?" „Ich gehe immer mit Ihnen. Wird auch der junge Herr Maler da sein?" Ihr Köpfchen blieb weiter gesenkt:„Er wird da sein..." „Ist der junge Herr ein Verwandter von Ihnen. Fräu- lein Emmi?" fragte ich ungeschickt. � „Sehr entfernt, Hänschen... sehr entfernt..." Ein böses, kleines Lächeln zuckle um ihren Mund und sie sah mich an. lS'ie erblickte die Tränen in meinen Augen. Sie beugte sich zu mir, umarmte mich:„Es wird schon irgend- wie sein, Hänschen. Ich werde dich nicht vergessen... Steh doch ein bißchen auf.. Ich stand auf. Ich war kaum größer, wie sie sitzend. Sie zog mich an sich:„Nicht wahr, du hast inich lieb'." „Sehr lieb. Fraulein' Emmi", antwortete ich verlegen. denn es wurde mir sehr warm dabei. Sie prüft« meine Augen„Nicht wahr, du wirst mich auch dann lieben, wenn... wenn ich zuföllig recht bald... ver- lassen... Wenn ich fortginge..." Ich begriff nicht, was sie wollte. Stockend sagte ich:„Ich werde Sie nnmer lieben..." V« küßte mich. Mein Kopf sank auf ihre kleinen Brüste, mir schwindelte... Als sie mich losließ, ging ich schwankend aus der Veranda Ich sah n»ich nicht mehr»m. In diesen Tagen lag schläfrige Ruhe über der Gegend, und bei Nacht reichte das Himmelsgewölbe bis zu geheimnis- vollen Höhen hinauf, und die Sterne zuckten. Der Oberkosak »mar seit Tagen verschwunden und auch die Kosaken hatten sich letzten Sonnabend nicht gezeigt. An den späten Abenden schwebten violette Nebel von den fernen Gewässern der La- bore und Ondava herüber, die hohen Steinmauern der Speicher und Tennen leuchteten gelb zu unseren Fenstern herüber. Der Mond hing verspätet über dem Sumpf. In diesen drückenden Tagen trat unerwartet ein Er- cignis ein, wie es nicht einmal die ältesten Dorfbewohner jäh ähnlich erlebten. Erst wagte man es. nur flüsternd davon zu sprechen, aber nach zwei, drei Tagen bewunderte inan de- reits mit einer Mischung von Furcht und Erstaunen den un- erbittlichen Mut meines Großvaters, des Kosaken. Es geschah nämlich, daß der Oberkosak in einer Nacht mit dem Tode raufte. Mindestens eine halbe Stunde lang in einem fort. Mit dem leibhaftigen, überirdischen Tode. Das war eine große, eine sehr große Begebenheit... Ich bringe es nicht fertig, darüber zu lächeln, es überkommt mich vielmehr großes Mitleid und Rührung, wenn ich an diese tollkühne Verwegenheit meines Großvaters zurückdenke. Wir sahen auch damals nicht klar in dieser Sache, und heute taucht dieser Ringkampf meines Großvaters mit dem Tode nur mehr ans dem sagenhaften Nebel vor mir auf. Unter allen Taten des Oberkosaken war das die größte. ... Aber auch der Tod war auf dem Posten. Er hieb zurück, daß dem Alten feurige Funken vor den Augen zu tanzen begannen, und ehe er noch einmal zu Arem kam, er- griff ihn der Tod um den Hintern bei der Hose, hob ihn hoch, schüttelte ihn in der Luft, und während der Oberkosak sein Bewußtsein verlor, drehte ihn der Tod über seinem Kopf und schleuderte ihn weit von sich. Der Alte sauste mit verwedelten Gliedmaßen durch die Luft und stürzt« mit einem großen Krach unter die Hecke des gräflichen Gartens. Dort fanden sie ihn am Morgen in Leib und Seele zerschmettert. So oerlies dieser häßliche Raufhandcl! Großmutter salbte den Rücken des Oberkosaten mit Fett. Erst stöhnte der unerbittliche Mann, denn er hatte Handteller- große Flecken auf dem Rücken. Aber nachdem er etwas zu sich kam, bat er um feine Pfeife. Er steckte sie an, stützt« sich auf den Ellenbogen und sah gedankenvoll vor sich hin— Nachdem Andreas Pikor die Einzelheiten des furchtbaren Ringkampfes zu Ende vernommen hatte, wiegte er seinen Kopf ernst hin und her:„Mit dem Tode anzubinden!... Das kannst auch nur du wagen, Michael..." „Wir haben einander ordentlich versohlt, Andreas, das ist nicht zu leugnen", nickte der Oberkosak.„Ader mit mir kann man nicht herumspielen, Bruder.. Er sog an der Pfeife und wimmerte. Am nächsten Margen klopfte auch mein anderer Groß- vater bei uns an:„Gelobt sei Jesus Christus!" „Servus", begrüßte ihn der Oberkosak. Mein Großvater setzte sich an sein Bett, denn der Ober- kosak lag noch immer mit verbundenem Schädel. Er begann auck jetzt mit sanften Reden:„Ich höre, du hattest irgendeine nächtliche Rauferei. Es wird erzählt, daß du es mir dem Tode zu tun hattest. „Freilich!" Der Oberkosak hob den Kopf.„Ich langte ihm ein paar ordentliche. Als sie so plauderten, erwähnte mein anderer Großvater einmal:„Um die Wahrheit zu sagen, ich bin gekommen, Michael, um dir ins Gewissen zu reden. Einigt euch mit dem Herrn Verwalter..." „Wie denkst du dir das, Georg?" Der Oberkosak sah ihn befremdet an. Mein Großvater fuhr mit viel Ruhe fort:„Ich denke mir. Michael, daß es nicht dafürsteht. Schau, ihr seid unter Prozeß, und vergessen wir nicht, daß die Herren eher Recht zu erhalten pflegen wie unsereiner." „Davor habe ich keine Angst", schüttelte der heisere Alte den Kopf.„Wir werden mit jedermann fertig... Du ver- stehst das nicht, Georg." Aber mein anderer Großvater ließ die Sache nicht ruhen. Er sprach mit reifer Ueberlegung zum Oberkosaken, daß der Verwalter Brugos einer Einigung nicht mehr so fremd gegen- überstände, wie er aus seinen Worten entnommen habe. „Ich", fuhr er mild fort,„habe den Herrn Verwalter öfter gebeten, er möge euch verzeihen.. Der Oberkosak begann zu keuchen:„Was verzeihen? Wen: verzeihen? Aber, aber, Georg, stecke deine Nase nicht in Dinge, die dich nichts angehen!" Aber mein Großvater erhob sich auch jetzt noch nicht, um etwa fortzugehen. Und das war«in Glück. Denn aut sein langes Zureden begann der Oberkosak nachzugeben. Mein Großvater sagte schließlich:„Glaub mir, Michael, es gibt nichts Schöneres als die Einigkeit. Unser Leben ist so kurz, wozu sollen wir es mit Hader füllen? Rufe deine Leute zu- fammen und trage ihueu die Sache vor."(Forts, folgt.) Die Aufgaben der Volksbühne. Hauptversammlung wählt Geidel in den Vorstand. Die diesjährig- Haupkvecjammlung der Volksbühne war voa den Delegierten der MUgliedjchast stark besucht. Die üblich, gab es einige Zusammenstöße zwischen der großen vlehrheit der Delegierten und den Führern der Opposition, mit denen etwa der sechste Teil der Anwesenden stimmte. Doch war der Verlauf der Versammlung im allgemeinen ruhig. Die Versammlung wurde eröffnet mit einem instruktiven Referat Richard Seide??. Er charakterisiert« zunächst die Missidn, die die Volksbühne in den neunziger Iahren des vorigen Jahrhunderts erfüllte, und behandelte dann die Aufgaben der Volks- bühne in der Gegenwart. Er wies darauf hin, daß die Volksbühne heute unter mannigfach anders geart«ten Verhältnissen arbeite als vor 40 Iahren, daß insbesondere auch der Besitz des eigenen großen Theaters, heute Voraussetzung sür jede programmatische Betätigung der Organisation, neue Verantwortung bedeute. Nach wie vor müsse es Aufgabe der Volksbühne fein, im Rühmen des Künstlerischen auch Wagnisse zu unternehmen: aber es gäbe hier weit mehr als in früherer Zeit Grenzen, die vielleicht im letzten Jahr schon gelegentlich überschritten worden wären. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Dann verlas Nestriepkc den schriflich niederlegten Vor- stands- und Geschäftsbericht. Dieser bat zunächst«in Bild von der Entwicklung und den Ereignissen im Geschäftsjahr 1928/20. Die vorgefehene Mitglicderzahl konnte nicht voll erreicht werden, die Arbeit des Vereins wie des eigenen Theaters hatte mit einer sehr ungünstigen Stimmung der Oeffentlichkeit zu kämpfen, und die vom Verein für sein Theater Aufzuwendenden Mittel konnten nicht voll aus den laufenden Einnahmen aufgebracht werden, so daß es nötig war, etwa 180 000 Mark durch Anleihen zu decken. Immerhin gelang es, diesen Betrag zinslos von der Stadt Zu erhalten. Auch brachte das Jahr künstlerisch manch« schönen Erfolge, und die Angriffe von außen konnten das Gros der Mitgliedschaft nicht verwirren. Dem Bericht über das Gc- schäftsjahr 1928/29 folgten wertvolle Mitteilungen über das neue Spieljahr. Die vorgesehenen Abteilungen konnten restlos gefüllt werden, der Besuch der Vorstellungen entwickelle sich so günstig, wie seit langen Iahren nicht, und die künstlerischen Leistungen standen auf voller Höhe. Die anschließend« Diskussion behandelte neben den Referaten auch mehrere Anträge. In einer sehr langen Resolution waren die verschiedenen programmatischen und organisatorischen Forderungen des Arbeitsausschusses der Sonderabteilungen zusammengefaßt. Die groß« Mehr- heit der Versammlung beschloß, darüber zur Tagesordnung über- zugehen. Mit der gleichen Mehrheit fand ein Antrag Ablehnung, die Volksbühne solle sich der unter koinmunistischcr Führung stehenden „Interessenpcnicinschast für Arbeit erkultur" anschließen, ebenso ein Antrag, der durch eine Satzungsänderung erreichen wollte, daß stets ein Mitglied des Arbeitsausschusses der Sonderabtcilungen der Ver- waltung angehören müsse. Annahme fand dagegen ein Antrag, der dem vorstand Dank und vertrauen aussprach. Die Redner der Sonderabtcilungen suchten diesmal ihre Kritik an der Vereinsleitung in gemäßigtem Ton vorzubringen und zögerten auch nicht, sehr energisch von den Sudclfritzen abzurücken, die seinerzeit das chaus der Volksbühne mit Agitationsphrasen beschmiert hatten. Manche ihrer Behauptungen und Forderungen riefen aber natürlich doch lebhaften Widerspruch hervor.'Mit Heiterkeit wurde der Vor- schlag aufgenommen, die Volksbühne solle Piscator ein Theater ein- richten, und wenn es auch nur„ein kleines" wäre. Natürlich fehlte es nicht an Zurückweisung der von den Sonderabteilungen geübten Kritik. Der Arbeitsausschuß mußte sogar heftige Kritik einstecken. Den Abschluß der Versammlung bildeten die Wahlen. An Stelle des verstorbenen Borsstzenden Springer, dem der Versamm- lungsleiter Eurt Baak« eingangs warm: Worte des Gedenkens gewidmet hatte, wurde mit sehr großer Mehrheit Richard Seidel gewählt. Ein Gegenkandidat war gar nicht vorgeschlagen. Im übrigen wurden alle ausscheidenden bisherigen Derwaltungsmitglieder wiedergewählt. Soweit von der Opposition Gegenkandidaten vorgeschlagen wurden, erhielten sie nur wenige Stimmen. Ein lebhafter Kampf entspann sich um die Berufung eines Ersatzmitgli�des für Seidel in die Bcrwaltung. Gegen den vom Vorstand vor- geschlagenen Robert Breuer wandte sich ein Oppositionsvertrcter, indem er Ausführungen Breuers aus der„Weltbühne", die im Jahre 1918 erschienen waren, zitierte. Breuer verwies darauf, daß schon der Abdruck des Artikels in der„Weltbühne" wohl vor dem Ver- dacht schützen könne, daß er bei seinem Artikel in nationalistischer Kriegsbegeisterung gemacht habe. Wenn sein« damaligen Aus- führungen Mißdeutungen zuließen, so wäre zu berücksichtigen, daß in jener Zeit die Zensur oft weitgehende Verstümmelungen vorge. nommen habe. Die Mehrheit der Dersammlung trug denn auch kein Bedenken, Robert Breuer gegen den von der Opposition vorge- schlagenen Kandidaten die Stimme zu geben. Mit einem H o ch a u f dieBolksbühne schloß der Borsstzende die Bersammlung. OieGeheimtonten derGklarekS Disziplinarverfahren auch gegen Stadtrat Venecke. Wie die B. S.-Korrespondenz meldet, soll es der Polizei und der Staaisanwaltfchaft gelungen fein, Aufzeichnungen über Geheim- kanten der Gebrüder S k l a r e k zu finden. Die drei Brüder Sklarek sollen, um die Namen prominenter Kunden oder guter Freunde zu verschleicr», die Konten unter Decknamen führen. Hinter der Be- Zeichnung„Gustav" soll«in leitender hoher Beamter der Berliner Stadtverwaltung zu suchen sein, während hinter der Bezeichnung „Hammel" sich ein Beamter der Stadtbanik verbergen soll. Für das Konto des kommunistischen Stadtrats Gäbet soll man die Bc- Zeichnung„Gabriel" gewählt haben, während der kommunistische Stadtrat Degner den Uebernamcn„Dolch" erhielt. Für den Bürger- meister Schneider soll da- Pseudonym„Schuster" gewählt worden sein. Die Gebrüder Sklarek haben bisher die Taktik verfolgt, nichts offen zuzugeben, sondern nmner nur halbe Andeutungen zu machen, so in der Art, daß man zwar nicht offen von ihnen Geld verlangt, daß man aber in schwierigen Situationen die Augen zugedrückt habe, so daß sie sich verpflichtet gefühlt hätten, sich erkenntlich zu zeigen. Die GehcimkonteN werden vom tlntersuchungsrichier jetzt unter Zuziehung gewiegter Sachverständiger und erfahrener Kriminalisten weiter nachgeprüft, denn nur wenn es gelingt,«inen Zusammenhang zwischen der Annahme von Geldern und einem Einfluß auf die Amtstätigkeit der betreffenden Person nachzuweisen, wäre eine Be- strafung aller Angeschuldigten möglich. Zu der Mitteilung über die Geheim kanten der Gebrüder Sklarek wird der B. S.-Korrespondenz von den Stadträten Gabel und Degner, ebenso von dem Anwalt des Stadtbankdirektors Schmitt mitgeteilt, daß die drei Hcrern erklären, sie hätten von den Gebrüdern Sklarek kein« finanziellen Zuwendungen erhalten. Stadtrat Degner teilt ferner mit, daß seines Wissens sein Konto nicht unter dem Namen„Dolch", sondern unter dem Pseudonym „Lindem" geführt worden sei. Diese Mitteilung Hab« er gelegentlich seiner Vernehmung von Oberregierungsrat Tapolski schalten. » Stadtrat B c n e ck e hat gestern bei Bürgermeister Scholtz den Zlntrag aus Einleitung des Disziplinarverfahrens gestellt, um Gelegenheit zu haben, sich gegenüber den gegen ihn er- hobenen Beschuldigungen, die er für unrichtig erNärt, zu verteidigen. Gefährlicher Warenhausbrand in Köln. Zwei Feuerwehrleute durch Rauchgase gelötet. Köln, 4. November. In der Filiale des Einheitspreiskaufhauses Ehapc in Köln- Ehrenfeld brach am Monkag morgen in dem Reservckellec aus bisher ungeklärter Ursache ein Brand aus. Da bisher der Keller keine Lüftungsanlage aufwies, war ein außerordentlich starker Bauch entstanden. Außerdem konnien durch den engen Keller jeweils nur zwei Feuerwehrleute nach unten vordringen. Als die beiden ersten Feuerwehrleute, m i l Gasmasken versehen, an den Brandherd vordringen wollten und lange ausblieben, sandle man zwei weilere Feuerwehrleute in den Keller, die ihre beiden Kameraden besinnungslos am Loden liegend vorfanden. Man schaffte die Bewußtlosen sofort ins Krankenhaus, wo sie inzwischen gestorben sind. Die Feuerwehr sah sich schließlich gezwungen, um den Brandherd bekämpfen zu können, im verkaussraun, m e h r e r e Lp t» den Fußboden zu schlagen, um zunächst einmot den stärken Rauch abziehen zu lassen. Erst dann gelang es in Mühevöller Arbeik, das Feuer zu löschen. Bei einer Karbidexplosion getöiet. Gasexplosion in der Vrunnenstraße. Gestern nachmittag ereignete sich im Norden Berlins in der Orlhslraße in einem Fabrikbetrieb eine schwere Karbid. explosion, die den Tod eines Arbeiters zur Folge Halle. Der Z2jährige Schmiermeister Artur Schrank hantierte mit einem Karbidapparat, der aus ungeklärter Ursache explodierte. Mit schweren Berletzungei, wurde Schrank in das Birchow-Krankenhaus gebracht, doch war bei seiner Einlieferung der Tod bereits eingetreten. Im Haufe Brunnenftr. 129 ereignete sich gestern abend kurz nach 18 Uhr eine heftige G a s e x p l o s i o n, die in der Haupt- ocrkchrsstraße lebhafte Beunruhigung hervorrief. Es gab plötzlich eine mächtige Detonation, und über den Fahrdamm der Brunnen- straße prasselten Glas- und Holzteile hernieder. Die erschreckten 'Passanten sahen, wie aus de» Fenstern einer Wohnung im zweiten Stockwerk auch gleichzeitig Flammen hervorschlugen. Di« alar- mierte Feuerwehr schlug die Wohnungstllr ein und löschte zunächst das Feuer. Wie die Untersuchung ergab, stand die Wohnung seit 11 Uhr vormittags leer. Der Schlauch des Gaskochers war schadhaft, und im Lause der vielen Stunden bildete sich durch ausströmende Gase ein starkes Gaslustgemisch, das sich an noch glimmenden Kohleteilchen in einem Kachelofen entzündete. Mörder oder Heiratsschwindler? Festnahme eines Schwerverdächtigen in Duisburg. Am 19. Juni v. Z. wurde, wie damals ausführlich berichtet, das Händlerehepaar Schulz au» Staffelde im kreise Soldin in der Neumart aus der Ehaussce er. mordet und beraubt aufgesunden. Der Täter, der ungesehen entkommen war. muhte beide mil einer sicher gesührlen Parabellum-Pistole niedergeschossen haben. Nunmehr ist es, wie au» Duisburg gemeldet wird, zwei ver. lstchr'SrimStMKramlen ln Zvfammenarbeil mjt der Duisburger Kriminalpolizei gelungen, eine» Hausierer Wilhelm Stellen aus Verl!« festzunehmen, der In dem dringenden verdacht steht, das Händlerehepaar Schulz ermordet und be- raubt zu haben, ver verhaftete wurde nach Berlin über- geführt. Bei den Nachforschungen zur Aufklärung des furchtbaren Ber- brechen? lenkte sich nach der Tat der Verdacht auf einen Russen, der in der Gegend unter dem Namen„A lex" bekannt war. Er hatte erzählt, daß er früher russischer Ossizier gewesen fei. Jetzt betrieb er einen Handel mit Wäsche in den Schnitter- kafernen. Als man ihn vernehmen wollte, war er aus der Gegend verschwunden und ist bisher noch nicht wieder aufgetaucht. Er hatte Papiere auf den Namen„W ilhelm Sielten, geboren am 26. Januar 189S in Hinsbeck" bei sich. Bor einiger Zeit erstattete nun bei der Berliizer Kriminalpolizei ein junges Mädchen Anzeige gegen einen Mann namens Wilhelm Sielten wegen Heiratsschwindels, der sie um 1000 Mark geschädigt hatte. Auch er hatte sich als russischer Offizier bezeichnet. Nach diesem Sielten wurde jetzt gefahndet und er wurde jetzt in Duisburg fest- genommen und noch Berlin gebracht. Verschiedene Umstände, deren Prüfung noch nicht abgeschlossen ist, lassen es allerdings zweifelhast erscheinen, ob dieser Heiratsschwindler Sielten identisch ist mit jenem Alex, der zu dein Kreise der Mordverdächtigten gehört. Grünauer Strasienbahuunglück vor Gericht. Der Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen in Grünau am 21. Juli 1928 gegen 9 Uhr abends beschäitigi- das Schöffengericht Berlin-Mitte. An dem Unglückstage, einem sehr heißen Sonntagabend, war ein Wagen der Linie 83 E infolge falscher Weichen st ellnng ans das andere Gleis geraten und auf einen aus entgegengesetzter Richtung kommenden Wagen aufgesahren. Bei dem Zusaunnenftoß wurden SO Per- sonen mehr oder weniger schwer verletzt. Angeklagt war der Fahrer der Linie 86 E, Willy B. Er gab zu seiner Ver- teidigung an. daß er das erstemal aus dieser«trecke gesahren sei und sich das Unglück nicht erklären könne. Das Gericht erkannte wegen fahrlässiger Körperverletzung aus eine Geldstrafe von 150 M. Meuterei in rumänischem Zuchthaus. 34 Sträflinge sind seit Qbkr einem Monat im Hungerstreik. Lokarest. 4. November. Im Zuchthaus zu D o j t e a n a. wo sich A 4 S t r ä f l i n g e seit mehr als einem Monat im H u n g e r st r e i k befinden, ist ein« Meuterei ausgebrochen, an der sich jedoch nur einige Sträflinge beteiligten. Die Meuterei steht in keiner Verbindung mit dem Hungerstreik, sondern ist darauf zurückzuführen, daß drei Straf- lingen, die in«ine andere Strafanstalt abtransportiert werden sollten, ihr« Wertsachen nicht ausgehändigt wurden. Die Zuchthaus- leitung ließ ein starkes Aufgebot von Polizeibeamten kommen, mit deren Hilfe die Ueberführung der drei Sträflinge ohne weiteren Zwischenfall durchgeführt wurde. Tachftnhlbraud in Treptow. Am Montagabend brach gegen 20 Uhr im Dachstuhl des Hauses G r a e tz st r. S 1 in T r e p t o w— im Nachbarhaus befindet sich eine V o r w ä rt s f i l i a l e— aus noch unbekannter Ursache Feuer aus. Ein starker Feuerschein gab dein zuerst am Brandort erscheinenden Löschzng Veranlassung sofort II. Alarm an die Hmiptwache in der Lindenstraße uniiterzumelden. Obgleich die Flammen schon«inen erheblichen Teil des Dachgebälks ergriffen hatten, wurde der Brand bereits nach halbstündiger Tätigkeit gelöschr. Die Ausstellung„kriegsgtäberfürsorge" in der Neuen Wache' ist wegen des starken Besuches bereits bis einsck)Iießlich Sonntag. den 3. Novemiber, verlängert worden. Da auch jetzt noch das In- tsrefje für die Zlusstellung offenbar groß ist, wird der Balksbund Deutsche Kriegsgräbcriüriorge die?lu°stellung van Bußtag, den 20. Nooember, bi? einichließ'.ich Totensonntag, den 24. November. nochmals össncn. Eintritt ist tu:« bisher frei. Drama aus hoher See. Das Rätsel am die Toien eines lettischen Schiffes. Kopenhagen, 4. November. Von einem geheimnisvollen Drama auf hoher See wir!» ans Sven»borg benchlck. Einige Iifchcr von der Insel Langeland haben cliva 2 Stunden von Jogcnkomp entfern»«in gesunkenes lettisches Schiff gesunden, von dem nur die Masken über dem Wasser emporragten. Der Dampfer einer deutschen 'SeselTschast. der das Wrack untersuchte, fand unter dem Deck die Leichen des Kapitäns und des Steuermanns. Oer Kopf des Kapitäns wies ein großes Loch auf, und dem Steuermann mar di? Kehle durchschnitten. Ferner wurde festgestellt, daß sich an Dord des Schiffes ki,c Frau, einige Kinder und Z oder 4 Mann befunden hoben muffen, die das Schiff wohl in einem Rettungsboot vor dessen Untergang occlaisen haben. Da dieses aber nirgends aufgetaucht ist, muß angenommen werden, daß sie olle umgekommen find. Der Zustand der Leichen gibt zu der Vec- mutung Anlaß, daß sich an Dort» entweder eine Explosion ereignet Hot oder daß der Kapitän und der Steirermanu während einer Schlägerei getötet wurden. Man nimmt an. daß das Schiff während des heftigen Sturms vor etwa Z Wochen unter- gegangen ist._ Einsam und allein 35 WS geflogen. Deutscher Wettflieger in New sscr». Rem Jork. 4. November. Der chindenburg-Fliegcr Freiherr von K ö n i g- W a r t- Hausen, der sich mit seinem 2st-D5.-Klemm-Leichtiliigzeug„5)üne- seid" auf einem Fluge um die Welt befindet, ist von Albany kommend in New Jork gelandet. Er wird sich nun in den nächsten Tagen mit einem Dampfer des Norddeutschen Lloyds nach Deutschland ein- schissen, wo er dann nach der Landung in Berlin seinen Wcltflug beendet haben wird. Sein Flug führt« ihn über Rußland, Persien, Indien, Slam, China, Japan, Mexiko und die L e r- einigten Staaten. Die Strecke betrug insgesamt V) 000 Kilometer, die oh n e jede Beschädigung der Maschine durch- geführt wurde. Herr von König hat die gesamt« Strecke ganz allein ohne Navigator oder Begleiter zurückgelegt. Bezirksamt hat völlig korrekt gehandelt. (Zrqebnts der Llntersuchvng in Lichtenberg. Zu Anfang bewegten sich die Berhoichlungen der Bezirksver- sinnnlung Lichtenbergs durchaus in einem nchigen Fahrwasser. Es ist bezeichnend für kommunistische Politik, daß man die Not der Erwerbslosen zum Gegenstand undurchführ- barer Anträge bei unzuständigen Stellen macht. Ihre Be- gründungen sind weiter nichts als Wahlmoche und nur daraus ab- gestellt, den Erwerbslosen Sand in die Augen zu streuen. Dieses verwerfliche Spiel kann und wird die Sozialdemokratie nicht mit- machen. Wir sind verantwortungsbewußt genug, im Rohmen des Möglichen sür die Sache des erwerbslosen Proletariats bei den zuständigen Instanzen ohne viel Geschrei zu kämpsen. Die Prüfung der Iahresrechnung des Bezirksamtes halte zu Be- nnstandungen nicht Anlaß gegeben. Etwas mußten di« Kommunisten ober„herausfinden", lind so bemängelten sie, daß das Bezirksamt »einmal einen. Schrank für eine Wnrprcswbc augcblich zu te»er, be- zahlt hätte. Dieser Fall' zeigt tressend die„sachliche Arberk" der Kommunisten in der Verwaltung. Eine besondere Debatte löste die Mitteilung aus, daß der Magistrat die Arbeiten dos von der Bezirks- Versammlung eingesetzten Untersuchungsausschusses beanstandet bat, soweit es sich um Untersuchungen handelt, die die Wahl von Beamte» angehen. Bekanntlich wurde» gegen das Bezirksamt Vorwürfe er- bobcn, daß es nach einseitigen Gesichtspunkten Beamte eingestellt Hobe und daß Unregelmäßigkeiten bei der Vergebung von Bau- arbeiten vorgekommen seien. Der Untersuchungsausschuß war zu dem Ergebnis gekomincn, daß das Bezirksamt in einwand- i r e ie r Weis e bei der Vergebung der Bauarbeiten gebandelt hatte. Diese für die Kommunisten so ungemein blamable Feststellung ver- anlaßte sie zu den unglaublichsten Verleumdungen gegen unseren Genossen Stadtrat S t i m in i n q. Der Kommunist GoüdKach besonders erging sich, wie schon wiederholt, in den ge- bäsiigsten persönlichen Bvrwürsen, die er demnächst vor dem Stra'- richtet zu beweisen Gelegenheit haben wird. Es ist typisch sür diele Borlcumderaesellschast, daß sie ans alle Anschuldigungen unter Gelächter der Versammlung den Beweis schuldig blieb. Dieselben immer wiederkehrenden und schon wiederholt als nnwohr sestgestelllen Angriffe gegen das Bezirksamt und seine Beamten wies Genosse Bürgermeister Dr. S i g g e l auf das schärfste zurück. Selbst ein Vertreter der Rechten, die mit der KPD. als treuer Bundesgenosse in einer Reihe marschiert im Kamos gegen die Sozialdemokratie, konnte sich der Feststellung nicht enthalten, daß die Versammlung wohl gezwungen sei. sich hier mit den Kommunisten zu unterhalten, daß ober wohl keiner im Haus« sei, der sonst mit ihnen auch nur ein Wort wechseln würde. Di« nächske Lißung der Sladlvcrordnekenversammlung findet am Donnerstag, dem 7. November, um 16 Uhr, statt. Die Tribünen- karten für diese Sitzung sind bereits völlig vergriffen. Der deutsche Wald bittet um Schuh Ein Ruf an alle Heimaisreunde und Wanderer. - Wenn der Tonnen grüne Lichter im Sonnenschein das Auge des Menschen erfreuen,- nimmt die schweigend« norddeutsche Forst einen Schimmer von Poesie an. Der sandige Boden bringt kein« Riesen hervor, wie etwa der Schwarzwold, aber gute Pfleg« und richtige Bcwirttchasiung sichern auch dem bescheidener gearteten Walde sowohl den erstrebten wirtschaftlichen Nutzem wie auch die Bedeutung als Erholungsstätte für die in Städten zusammengedrängte Bevölkerung. Gerade in Deutschland ist die Liebe zum Wald« kein künstliches Erzeugnis. Anders als die südländischen Europäer, haben wir zu allen"Zeiten in dem Walde einen Kiriturfaktor erblickt, und es bereitet uns Kmnnkt, wenn wir hören, daß besonders schöne Wälder reich begütorten Privalpersonen ausgeliefert sind. Glllcklichenveise haben viele kleine deutsch« Städte aus den Zeiten ihrer Gründung beträchtlich« Waldslächen bis in die neueste Zeit hinüber retten können. Ab es wo Licht ist, ist euch Schatten, und die mit der Bevölkerungsdichte sich einstellende stärkere Benutzung der Wälder durch die crholungsucherden DcKsmasscn hat vielfache Uebelständ« zur Folge gehabt. Wer im Waldgebiet zu tun hat, wird darin übereinstimmen, daß aus keinem anderen Gebiete ein„Ruf an olle" so dringend notwendig ist, als auf dem des Forstbetriebes. Naturschäden. Die Elemente hassen das Eeblld von Menschenhand— aber auch-das von selbst Gewachsen«, das Naturprodukt— ist dem Wasser, Feuer, Frost, Wind, Dürre, sast schutzlos preisgeaebelr Wir alle luden wohl schon aus Wonderungen oder beim Ferienaufenthalt die Verwüstungen kenneng-lermt, die dies« Elemente dem Wald« zufügen. Sumpf und Moorgebicte enistehen, wo langem dauernde Ueber- schwenrmungen das Land unter Wasser hielten, gewaltig« Kahlstellen zeigen an, wie Feuer alte und junge Stämme verzehn« und zerstörte Schonungen sprachen von Beschädigungen durch Schneedruck, durch Trockenheit, oder Spätsröst« im Frühjahr, wenn die jungen Trieb« im üppigen Grün stelz«». Daß diesen Elenienkrrschäden gegenüber die menschliche Weisheit meist versagt, ist begreiflich. Ilm die Folgen fölcher abnormer Wetter- crscheiniingen abzuwehren, bedarf es nresst großzügiger technischer Anlagen, wie Bau von Staubecken. Regulierung der Flüsse, Anlage von Bewässerungssystemen, meist Dinge, deren Notwendigkeit sich erst dann herausstellt, wenn dos ,„Kmd in den Brunnen gefallen ist". Hinsichtlich der Bekämpfung der Schäden durch Feuer, dessen Ursache oft auch Funkcnsprühcn der Lokomotiven ist. . hat mo on die des Fouers bessere Resultate aufmessen, als nicht geschulte Freiwillige oder tum fernher gebrachtes Militär. Tierische Feinde des Waldes. In engem Zusammenhang mit den Verheerungen durch Natur- gemalten stehen die Schäden, die die tierischen Feinde des Waldes verursachen. Welchen Ilmsang sie annehmen können, möge ein Berspicl aus neuester Zeit zeigen. Vor wenigen Jahren sind die oft- deutschen Kiefernwälder, besonders in der Neumark, von einem Raupenfraß betroffen, wie ihn die Geschichte der deutschen Wälder bisher m»ch nicht kannte. Allein in den peeußischcn Staatsforstcn bezeichnen mehr als 30000 Hektar Kahlflächen die Verheerungen des Fraßes der Forleulenraupc. Damit ist der große Schadenumfang gekennzeichnet, den die tierischen Schädlinge dem Walde verursachen. Nennen wir bloß die große Äiefernraupe, Kiesen, spaimer, Forleulc, Blattwespe, Kiefernschwärmer, so weiß jeder einigermaßen Natur- kundige, daß es unmöglich ist, dieser Plagen Herr zu werden, wenn der Waldschaden bereits einen gewissen Ilmfong angenommen hat. Der menschliche Geist hat sich die neuesten- Erfindungen nutzbar gc- macht, mit Streuvorrichtnngen zur Schädl i> rg L be kam p im ig aus- gerüstete Flugzeuge und Motorverstäuber sind dankenswerte Pro- duktc der Technik. Aber Vorbeugen ist das besser« und da müssen mir der tierischen Freunde des Waldes gedenken, der Vögel vor allem. Gerade der letzte strenge Winter legte jedem denkenden Menschen die Pflicht auf, selbst von seinenr kargen Brote noch einige Brosamen den zu Haus« gebliebenen Dögeln zukommen zu lassen, von denen übrigens die hübsch aussehende und alles fressende Meise der größte Wohltäter für den Wald ist. Auch die Raubvögel sind als Mäusevertilger wertvolle Mitarbeiter: auch soll man Fleder- inäuien nicht»achstellen, und selbst die Ameisen verdienen den Schutz des Menschen. Daß durch technische Mittel, die zweckentsprechende Eingatterung ganzer Forstgebiete, sowie Sicherung einzelner be- sonders wertvoller Bau-me durch Drahtbefpannung dem Wildverbiß vorgebeugt werden sollte, liegt auf der Hand. Endlich kann die richtige Wahl von Bäumen gegen die Vernichtemg des Waldes durch tierisch« Schädlinge ankämpsen: die glatte Traubeneiche ist z. B. besser als di« Stieleiche, da das Ungeziefer die borkigen Nester bevorzugt. Laul Dobert-Tossen. Vulkankatastrophe in Mittelamerika. Beretts über 20 Tote. New Bork. 4. November. Wie Associated Preß aus Guatemala berichtet. sind durch die Gruptio« des 7Y Meile« westlich von Guatemala liegenden Vulkans Santa Maria zwanzig Personen ums Leben gekomme». Auch der Sach» schaden ist groß. Im Laufe des heutige» Tages find noch mehrere kleinere Eruptionen eingetreten. Oer neue Weg zum Gpittelmarkt. Durchbruch Lindenffroße. Nachdem der Magistrat in seiner Sitzung vom Z8. Oktober den Durchbruch der Linden st raße nachdem Spittelmarkt nunmehr endgültig genehmigt hat. wird dos Bezirksamt Mitte im Lauf« der nächsten Woche mit dem Abbruch der Häuser Bcuthstraße 14, 1Z, 16 und Kommandantenstraße 82 beginnen. Das Haus Kommandontenstraße 80/81(in dem sich zurzeit die KVG- befindet) wird, sobald die Möglichkeit besteht, das Haus zu räumen, ebenfalls abgebrochen werden. Man rechnet, daß die Abbruchs- arbeiten ungefähr drei Monate dauern werden. Dann soll mit der provisorischen Pflasterung der neuen Straße begonnen werden. l Die beiden Beschuldigten wurden auf die Anzeige hin von der Dienststelle F. 4 der Kriminalpolizei vernommen und dann entlassen. Sie sind im August resp. September aus der Handelsvertretung bereits ausgeschieden. Das Material ist der Staatsanwaltschaft zur iveiteren Veranlassung zugeleitet worden. Vier Spihenpaare! Krüger— Fun da führen. Auch in» der vierten Nacht wies die Halle wieder guten L e s u ch auf. Am Stand des Rennens hatte sich nach den beiden Nachmütagswertungen nichts geändert! Goossens-Doneef, Dorn'-Moczinskr und Hürtgen-Mretho bildeten noch wie'vor die Spitzengruppe! Bis zum Beginn der lo-Ahr-Abendwerlung Zur Unterschlagung bei der russischen Handelsvertretung. Zu der Unterschlagung bei der Russischen Handelsvertretung erfahren wir noch, daß die Gesellschaft den früheren Leiter der Kino- abteilung, EdnrundCörcr.dss Betruges beschuldigt. Ihm und seinem Uiitergobenon, einem gemissen Ronin, wird zum Vorwurf gemocht, die Gesellschaft um 1000 Dollar betrogen zu haben. Es handelt sich um den Ankauf des Films.Nuri, der Ele- fant". Eörcr und Ronin gaben, als der Film zuerst angeboten würde, ein ungünstiges Urteil ab,« r w a r b« n dann den Film für 1000 Dollar durch einen Agenten und verkauf. ten ihn wieder an die Handelsvertretung für das Doppelte, für 2000 Dollar. wurde nicht ein einziger Vorstoß unternommen. Nach 72 Stunden sind insgesamt 1803,110 Kilometer zurückgelegt. Stundenergob- nis 23,710 Kilometer. Im dritten' Spurt stürzten in der Aus- laufsturve G o o s s e n s und Dorn und in der Zielkurve Wolke. Es scheint so, als sollte auf dieser Bahn die Austragung eines Spurts ohne Sturz nur schwer möglich sein. Das Rennen wurde für kurze Zeit neutralisiert. Räch etwa 10 Minuten waren alle Fahrer wieder auf der Bahn. Nur die Walkes fehlten. Im siebenten Spurt ging Krüger mit tbuchtigem Antritt davon. Nach kurzem Kampf tonnte dann auch die Mannschaft Krüger- Funda das Feld überrunden, also zur Spitze ausrücken und hier, da sie die meisten Punkte hatten, die Führung übernehmen. Ein Vorstoß D o r n- M a c z i n s k i im neuten Spurt, der anfangs Erfolg zu versprechen schien, verpuffte. Ohne viel Aufregung gewamren nach 11 Ilhr die Mannschaften Tonani-Negrini, Wauters-Vermondel und Lehmann-Wissel je eine Runde zurück. Der Stand des Rennens ist somit folgender: Spitz«: Krüger-Funda 200: Gossens-Denecf 103: Dorn-Mac. zinski 53; Hürtgen-Miethe 38 Punkte. 1 Runde zurück: Petri-Tietz 155 Punkte. 2 Rundest zurück: Ehmer-Krofchel 77. Wiauters-Der- mandel 46 Punkte. 3 Runden zurück: Louet-Moton IIS Punkte. 4 Runden zurück: Gebrüder Wolke 87; Manthcy-Schön 56, Lehmqnn- Wissel 47 Punkte. 5 Rundon zurück: Tonani-Negrini 64 Punkte. Nach 73 Stunde»(11 Uhr) hat das Feld 1 833,730 Kilometer bewältigt. s Li* i* t- und St3dtev«r>pei»Her Erdteil* l a C e t d- uni S i l b e r d r m»*, Dt* F S£ U D E d t i KURMAR K-�AUCHE 85 Defc lue Kund und 3U, wisscn�was vom. posmyen. Qenuss öes Rauuüc%ns denkt Der geistige Arbeifer- So 5en po» lLLvcn, Genius Wenn Ich fn meiner Skadfcrvhihe silie and über df# grofsen Qelefet- und Menschheiitproblome räch- «Inne, dann finde Ich höchtie Konzentrierung meiner Qedanlten im Rauchen von Cigareffen ausgeglichener QescbmodUwirKung. KURMARK die. dffcunMc der neuen. G poeige 1 3- 3.3«-.„«-r.-, /.-c..«uimak�MVat.ackonc. r-... oenenmche WähierKundgebungen Heute, Dienstag, den S.November: WodÄlng. Id'A llfjr in den Pharussalen, Müllerstr. 142. Referenten: Bürgermeister Dr. Ostrowski und Stadt- verordneter Bruno Krause. Swinemünder Gesell« Ichaftshaus, Swinemünder Str. Referentin: Eertnid Hanna, M. d. L. Prenzliuer Berg 29. und 39. Abt. 19�» Uhr in den Kasino-Festsälen, Pappelallee 15. Referent: Stadtver- ordneter Karl Bublitz. Cyartottenbung. 19� Uhr in der 8. Gemeindeschule, Joachimsthaler Str. 31/32. Referent: Bürgermeister Dr. Herz. Tchönebcrg. 20 Uhr in der Hohcnzollernschule. Belziger Straße Ecke Eisenacher Straße. Referent: Stadtver- ordnetenvorstchcr Johannes Haß. � Treptow. Treffpunkt zur Demonstration und Abmarsch 18 W Uhr Wiener Brücke, mit Musik. Anschließend Wählerkundgebung im Lokal Viktoriapark, Am Trep- tower Park 26. Referent: Stadtverordneter Wilhelm Strieder. Neukölln. Haupttreffpunkt zur Demonstration um 19 Uhr Reuterplatz. Umzug mit Musik und Fackeln. Treff- punkte der einzelnen Abteilungen: 89. und 90. Abt. l8*i Uhr Reuterplatz. 91., 94. und 95. Abt. 1814 Uhr Boddinplatz. 62. und 93. Abt. 1814 Uhr Böhmischer Platz. 96., 97. und 98. Abt. am Bahnhof Hennann- straße. 99. Abt. Britz 1814 Uhr Reuterplatz an der Wage. Tcmpclhof-Mariendorf. Antreten zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln pünktlich 19 Uhr in Mariendorf. Ehausseestraße, Ecke Dorfstraße. Referent: Otto Burgemeister. Baumschulenweg. 19 i4 Uhr in der Aula des Lyzeums. Baumschulenstraße. Referent: Stadtverordneter Her- mann Lempert. Zehlendorf. 1911 Ichr im Gesellschaftshaus Bonow, Karlstraße. Referent: Hanz Holz. Mitte 6. Abt. 19)4 Uhr in Hoffmanns Fcstsälen, Schmedter Straße 23. Referent: Stadtverordneter Willi Riese. Morgen, Mittwoch, den 6. November: («harlottcnburg 51. Abt. 20 Uhr im Wohlfahrtssaal, Königin-Elisabech-Straße 6 Filmvorführung: Was wir schufen.— Referentin: Stadtverordnete Dr. Käie Frankenthal. Charlottcnburg 55., 56. Abt. 19)4 Uhr im Edenpalast, Kaiser-Fricdrich-Strahe 24.--- Referentin: Mathilde Wurm. M. d. R. Fricdrichshagen. 20 Uhr im großen Saal des Gesell- schaftshlUlfes, Friedrichstr. 137. Referenten: Stadt- verordnetenvorsteher Johannes Haß und Bezirks- verordneter Max Tolksdorf. Fnlkcnberg/Alt-Glienickc. 19)4 Uhr im Lokal„Deutsches Haus". Alt-Glienicke, Grünauer Str. 55, Filmvor- führung: Freie Fahrt. Referentin: Stadtverordnete Minna Todenhagen. Mohlsdorfs 20 Uhr im Lokal„Nordstern". Hönower Straße 49. Referent: Stadtverordneter Willi Riese. Mcliitaer und Frauen, erscheint in Nassen! Em verhängnisvolles Stelldichein. Brutaler Lleberfall auf de» frühere» Liebhaber. Zltil einein brutalen lleberfall schlimmster Art, bei dem das Opfer mit einer besonderen Heimtücke in die Falle ze- lockt worden rvar, hatte sich das Schöffengericht Schöneberg in zw-itögiger Verhandlung zu beschäftigen. Angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung war ein gewisser Wilhelm R n b a ck und wegen Beihilfe war mitangeklagt die Hausangestellte Emma ll. und die 7Zjährigc Witwe S. Die Angeklagte U. Hatte früher ein Liebesverhältnis mit einem f. ausmann M. gehabt, mit dem sie sich auch noch vorübergehend traf. odwchl sie inzwijchn mit Ryback in Beziehung getreten war. Am 12. November 1927 erhielt M. von seiner früheren siravndin einen Brief, in dem sie ihn um eine Zusammenkunft cm 14. Nooenrber, abends um!49 llhr, an der Haltestelle Wiesen- baude in Lichterseld« bat, da sie sehr unglücklich sei zmd ihm ihr Herz ausschütten müsse. M. war auch pünktlich au der verabredeten Stell« und schlug vor, ein Cafe aufzusuchen. Aus Wunsch der U. machte er mit ihr ober einen Spaziergang durch den Part. An einer einsamen und dunklen Stell« kam dem Paare em Mann entgegen, der einen Sock über der Schulter trug, durch den sc in Gesicht oerdeckt war. Dies« Last warf der Fremde M. plötzlich ror die Füße, so daß er strauchelte. In demselben Augenblick wurde M,. hinterrücks gepackt, gewürgt und mit Fäust«» und einem harten Gegenstand derart bearbeitet, daß er blutllbev- ft.inmf in Boden fiel. Auch auf den am Boden liegenden Mann schlug der Fremde mit Foustschlägen«in und mißhandelte ihn in rohester Weise mit Fußtritten. M. blieb bewußtlos liegen und wurde von Passauten ins Krankenhaus geschasft. Die IL war bei dem Austauchen des Fremden, ohne Hilfe zu rufen, davon geeilt. Krankenhouse stellte man �st, daß M. eine Reihe Stich» wunden auf dem Kopf und eine in der Nähe de» linken Auges, sowie zahlreiche blutunterlaufene starke Schwellungen am ganzen .Korper davongetragen lzattc. Man fand in seinen Kleidern das Schreiben der IL, die noch in derselben Nacht festgenommen wurde. Sie leugnete zunächst, gab dann aber zu. daß sie einen ge- wissen Aiktor Schernin kennengelernt lzabe. der ihr die GH« versprachen hatte. Nachdem dieser von ihren früheren Beziehungen zu M. erfahren und sie ihm auch mitgeteilt hatte, daß M. sie vor den, neuen Bekannten gewarnt hatte, mußte sie aus Diktat ihres neuen Freundes den Brief schreiben. Schernin habe ihr auch später gesagt:„Na. der wird Dich nicht mehr in den Schmutz ziehen." Die Polizei«rmittelte, daß Schernin 'dentisch mit dem angeklagten Ryback war. der sich als verheirateter Mann der II. gegenüber nur unter diesem Namen ausgegeben hatte. Bei der Gegenüberstellung widerrief die U., nachdem Ryback sie starr angesehen hatte, ihr Geständnis. Ms dann Ryback abgesühri worden war. wiederholte sie ihr Geständnis. Sie blieb auch bei der ganzen Gerichtsverhandlung dabei. Ryback bestritt, der Täter zu sein und berief sich auf das Zeugnis semer früheren Pflegemutter, d«r alten Frau S., daß er um die fragliche Zeit bei ihr zur Besuch gewesen sei. Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr schwierig, da weder das Opfer des Ueberfalles noch andere Leute, die dem fremden Manne im Park begegnet waren, hätten das Gesicht erkennen können. Der Angeklagte Ryback ist als Boxer ausgebildet, gilt als gewalttätig und war schon in mehrere Ennittlungsoerfahren wegen Mißhandlung verwickelt gewesen. Die auf Antrag von Rechts- anwalt Dr. Andersten geladenen Sachverständigen bezeichneten ihn als einen schweren Psychopathen und Querulanten. Das Schöffengericht oerurteilte in später Wendstunde den Kauf- mann Ryback wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Gefängnis. Das Verfahren gegen die Angeklagte N. wurde ein» gestellt, Fra» L. wurde freigesprochen. konzert am Sonntag nachmittag brachte van'Patck» Tafal« und Fritz Kreisler. "---- g. Auch die Ber« Das Schallplatt enL musttalisch« Vortrüge vc sin« Stund« fchönfter wem, allster Unteichaltung. Auch d answltung»Russisch« Kind«r. und Dvlt»li«d«r" war «ine angenehme Gab« für den Sonntag. Die»russisch« Mode" mit Öaii ewigen Balaleilagczwitscher und den stereotypen Wolga- Ledern«st gottlod vorbei. Die„zwei Gardonorvs" sind aber nicht nur wirklich stiimmbegabte Sänger, sondern auch� Meister des Vor- trag», denen man gern zuhört. Alerauder v..wacher- Mos och las einige seiner Zigeunergeschichten, die in ihrer Wnzifelierten Prosa wie stimmungsvolle Volkslieder anmuten Nicht die ruhelosen Kinder der Steppe werden in diesen kleinen Erzählungen gegeigt— nur etwas von dem Geheimnis, das ihr Leben umgS». Die schkchte Vortragsweife des Verfassers erfaßte die-otimmrung der Geschichten gut. Am Montag abend wurde in der„akiueven Abteilung" aus dem Tomilm„Atlantic" übertragen, fast eine halb« Stuttd« lang. Filmtext ohne Bilder sozusagen. Das einzige, was hör- wirksam war, das letzte Zusammentreffen der Pastagier« des uuter- gehenden Schiffes in religiösem Taumel, der Gesang, das zerfetzte. nerzweifelte, in seinen„Bitten" sinnlos geworden«„Bater unser", das hätte man in wenigen Minuten bieten können. Das un- sinnig« Experiment dieser langweiligen Uebertragung mutete wieder einmal wie eine ausdringliche Filmreklame an. Eine gut« Idee lag der Beranstaltlmg„Lebendige Dichtung" zu- gründe. Man wollte beweisen, daß Dichtung und Leben kein« Gegensätze sind, daß der Dichter in seinen Werten aus dem Leben schapst, das Leben nachgestaltet, s«!n« Geschehnisse erklärt, ihren Untergrund auideckt. Die Beispiele waren eindrucksvoll gewählt. Aber wie kamite�man neben den starken Rezitator Walter Frank ein« so sorblos« Sprecherin wie Lotte Lenja stellen? T«. Aus der Partei. Der Parteiausschuß der Sozialdemokratie der Schweiz beschlaß mit 32: 21 Stimmen, dem Parteitag die Teilnahm« an den Wahlen zum Bundesrat v o r z u f ch l a g e n. Der Zsntrolvorstand der freisinnigen Partei hat beschlossen, den durch den Rücktritt non Bundesrot Dr. Ha ab freurerdend-n Sitz in der Bundesregierung einer„bisher im Bundesrat nicht vertretenen Partei"(gemeint ist die S o z i a l d« m o k r o t i o) zu überlasse n. Den Grund sieht man darin, daß in freisinnigen und demokratischen Kreisen keine Einigung über den Nachfolger zu erzielen mar. Da die Sozialdemokraten, allerdings mit geringer StimmenMeh feit, beschlossen haben, sich als zweitjtärkste Partei an der Regierung zn beteiligen, wolLa man lieber freiwillig aus den Regierun zssitz verzichten, als eine offene Niederlage erleiden. Soz!alifiischeArbelterjugendGr..Verl!n (ktnsendimaen für diese Subri? nur an da« Zvgeedseteeiariai Benin SÄd«. rindenfiraße J Sinlirreis. SUtflcn, nittaaä, 6.«oucntdct, 19% Uhr. Uebiurasst»!!»-'IN Sri» Lii-.danftr. 4.«arn t Tr. Abteilungsmilgliederversammlungen Dienskag. 19'4 Uhr. «aste» TI: Seim PiUowftr. f.— Brnricurlnti: Weltlickie Sdiijic»ari. Crrfc Wiesenstraß«.—(Sciundbeunner,[; Schule iSotcnbutgcr öle. 2.—£■ ü Jidtl: Schule Schöll iiifUtroSc-— Wcddi>!i,..Nold:£cim Müller. Scke 3t ftr.roöe. — Weddiu«. 91. K.: Schule Libticher Str. 4.- Süden: Seim VnrSItr. II. SoBtaih: Semeiud-schul- S-iu-Istrane.- Steoliü: Helm Albrech-itr.<>'. £*tm»b»rt: Keim RoonstraKe.— Rci»!ck-n»-rf.vft: Seim Stnbauct Siros-,-- Panlow II: Seim Sorschstr. 14. Slolenthalr« BoritoM: Schule Eliiabethiiechstr. 19:-ftinierfrcuiibe uu» S-J(5"— Zentrum: Seim Lontsbcrcier Sir. SO:»Renolutiaiiszeit".— tl ic- raolbet Platz: Seim Raiten burger Eck- Wchlauer Straße:„Ärdeits o.>-u.:. üöierunn".— Rerdoitcn i: Seim Baiuiacr Str. SS:»Der 9. Ztonemaer". Zchiinhauier Borstadt: Schule Sonnenbnrqer Str. 20; ,Sto.ontalfo=-.pi". Wörth«! Platz: Schule Sailanicuallec«2: Sinittlirunaral'end.—«■ Hain: Seim Diestelmenerstr. 3-6: gunllionikrsitzuna.— Schöneinrq i: i: in Sauptstr 15:„Wen und Ziel des Nationalsspalismua".— Schonrateii!>i Seim Sauvtstr. 13 iRiedersachienlandtimmerl:..Die grau im Mraerlichen irr. setzduch".— Schiinelmr« III; Seim üauvtllr. 15: Sinsllhrunasabend.• Wae,-". Herl:«lte Schute. Dorfstr. 7:.z-lcgeliahre".- T-mnclhal: Pünl:l,s> 19 mir .-«««-— r-r,»-- c.----- i � S«»-:$>0 r. .SexueVc Kraqu vor?:-«.ire oaiuu:. �dctiic.«.„«tu-hluuui-i..•' ilRaricniorf« Torfstraße..',ur Demonstration mit der Partei.— Wittenau: He in Rosenthaler Str. 15: Mitgliederversammlnng oder Portrag: Joe ((Jinführnjnfl).____ s-s: Orrbebciiri Rrutölln: Trekfvuxkt Mir Äundaedunfl d«r Parlel ss ri 19 tllir Reulervlatz. Zahnen und Transparente sind mttjubnnflcn. «erbeb«, irl Panlow: Morqen. Mittwoch. Seim Giirschstr. 14:«urw». besinn:„Einfiihruna in den So,ialismus". Referent Senoile Sans Bald mann. Jede Rdtoilun» delegiert Genossinnen und Genossen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz-Rot-Gold". Geschiftskellet Jerltn E. U. Sebattianftr. 37/38. Kok? Ti m........................ mmmmm Di«»»t>m. 5. Sl-aember. Tieraarteu. Iungbanner: t9ZH Uhr PN'ch. antreten im«leinen Tiergarten in Bannerkleiduna.»r«n,«rg> Uhr. Zug 3.Zugpersammlung im Metzvalast. Alte Ialobitr. 14, Ecke Ritt e> srrasc. Vortrag«am. Rdolph Sofsmann. M. d. L. Ernstes und Settere» au» ö-n Tagen des Zulammendrucks. Reg««etelllguna M't�äraucn"waNei. Zuao-r'dmmlung de: Gritndler, Zimmerst!. M. Portraa.— Rrut.n. Zur SPT'.-aundqchui'g in Zinil mit Bundesnadel 18 u.>r Reuurvlatz. Mitte 8«ameradichatt: 2V Uhr«omeradschartsversaimntung Rungeitr. SU- P°rt-ag:'«amerad 8SffI«t; �ioung.Plan'. Tcmvelh-I: t» Uhr PN'ö>.antreten Martendars. lhausse«- Eck- l5orfstraße. Lichteubcra lOrtsoeretni: 19': Uhr Rn tretr-n im GöclIte.n.Un»eu»l. Ratbausstvatze. Saalschutz>ll Piircheslleiduii!'.-- Wittwach. it. Aoiember. Tiergarten,«ameradschaft Stephan: Wonatsveriamm lunn mit Gästen bei«chlcssnaer. Lübecker� Str.. 3. �«rrnzbetg: Zugveriamm I 30 Uhr. Zug 2»ei MW lungen um 20 Uhr. Warten hue-zitr. 11. Bortrag'~' _...»repp, Planufer 73—76. Zug 9 hei Grahl. Zug 7 im Neichenderger Sas. N-ichenherg-r Str. I �»4_— r-rj-r-T— r-___________ %\'Sbr"(S nmin �Branden bürg. Straiouer CMr Waisenitratze. W-rina-bteilnng; TOH Udr Begwn ftjr. al>end« in der Turnholl- der BoSeschul« in der Blbrechtstr. 30 lRah»?hl Ztzriebrichitrahel. Reuanmeldungen für dm Warineadtetlmra werden dprttrlhii e atgegengenomoren.—«tmtet«: SintrittsIatUn sum R�dläangch-M verbn f. st am Dienetag. 19. Noveurbei. im Berliner«onjerthaue.Glau, Malier. Itrasse W. find mm Prelle San 1 M. hei allen gunltiondrea und im Gau dureau. Sebaftianstr.»7—!«. mi haben. Zdeichlasse fmdet nicht statt. Keiu anspräche Bundesvorfitzender Äam.. Hörftn�. � Kameraden andrer Ortsvereine. »>', ttLf-rr—_____ � sauuitLiiit«" i � find herelichst«ingeladen.- chaUitäteabtellm,«: Di« SanitätMurfe tinden wie folgt statt: Dienstag. 3. Navemder. Alu— W UHr de» Dr.€iien«chet Strasse SL Mittwoch. 8. Z!»ve-nber. 20-22 llhr. 9. D-nmuchefchul-. R-u?«". «atset.ihriedrich.Str. 4. Donnerstag. 7. Ropeurder, 2»— 22 Übt,.süd-fchis Kranlenhaus. Scet,!etstrasse. Jeder«ursns beittb' aus l2 aumelhunaen werden noch angenommen.—«asletiportabteilung.«arten sttt den Ulav ie» nur noch in delchränltcr«n»adl bei den bekannten Ptriauls- stellen ju bade».____ «nhaltstr. U IGrofier Saal. 1 Treppe),«ortrag non»ertn Dt.«tonrad M-Ndelfohu.„iSoa bringt uns das neue Thesch-idungsgefi»?.-X Berliner Zithei-Club, gegr. 1878. übt leden Dienstag. 20'., Uhr. INI«lob. hau». Obtnstr. t«Vieler und Gäste willkoomien.. �. gln neper Sipetant-iutt.'rrichtelitilll» für Aniänger beginirt Mittwoch. 8. Zlovoither. 2st llhr viwkNIch.'n der«aiserssZriedrickbSchule,«nescbeckstr. 24 tSanionnvlatz). lllmueldungen im Schullokal._ Meterverhand«entiln.Brttz, e im Reichalnind Deutscher Mieter, e. 23. OeffentUche Wieteroersammlung am Mittwoch. 8. Nooember. 20 Uhr. im grossen Saal der Berlin««indl.Brauerer. Neukölln. Hermannstrasse, an der Iügerstrasse. Bundesschassmelst« Grothans svrtcht über das Thema.Das kommende neue Mietrecht und unser« Ausgaben tu den Ävmmittialwah lcn". tzreie Aussvrache. Mietlir. etiÖyeittt in Massen! long«ilow EngUsü Dcbatlng Cfob. Mittwoch 20 Uhr: 2�ahnSrrtehdus Bfliowstr. 104, QuttmanvMal: Mi. Bulman Smith, M A;„Cooperation'■ wetlerverichl der SffenNichen wellerdieoststelle»«Na and Umoegrnd (Nüchor. verb). Wieder zunehmende Bewölkung mit ansteigendc» Teuide raturen, später auch Neigung zu Regcnsällen.— Zür Leulichland:•>>» Süden noch leine wesentiich« Aeiiüerung, im weitUchen Teile DeuIIchland� stark wolkig mit etwas Regcu und höheren Tageitrinperaluren, im öftlichcn Teil von West nach Ost fortschreitende Eintrübung mii zunehmender Regen- »tigung wid etwas ansteigenden Temperaturen. Bm richtiger Ernährung wird er bald laufen können Das Etikett mit der Kuh Im blauen Dreieck bürgt für bette Qualität" Seine gut entwickelten Glieder und gesunden Knochen verdankt er der regelmäßigen Ernährung mit Libby's Milch. Ubby's Milch enthält die Fette, natürlichen Salze und Proteine, welche die Milch zu einem vollkommenen Nährmittel machen, „Ubby's evaporierte Milch" ist so frisch, so rein und so nahrhaft wie die beste KuhirT'i mit dem einen Unterschiede, daß sie evapo; homogenisiert und sterilisiert und dadurch leiciit verdaulich gemacht worden ist. Libby's Milch stammt von ostfriesischen Kühen ans dem rühmlichst bekannten Weidegebiet Nordwestdeutschlands. Sorgen Sie dafür, daß immer Vorrat an. Libby's Milch im Hause ist. Evaporierte Milch Deutsche Ubby GeseUscbaft m.b.H., Hambunt I Dienstag 5. November i929 Unterhaltung unü ÄNissen Beilage des Vorwärts menry Meiiiwu: 3)ie � Bei bei» legten Kämpfen in Nordchina haben die Soldaten di« Gräber der Mandschu-Kaifer in der Nähe von Peking geplündert. Der Wächter der Gräber, selbst«in Mandschu, Pulin, lieh alles im Stich und flüchtete nach Dalnn. Ungeheure Schätze waren im Lauf der Jahrhunderte mit den toten cherrfchern, ihren Frauen und Nebenfrauen aufgehäuft worden. Nun vermeldet ein bisher un- bekannter Li V'ng-chou, dessen Großonkel Li Lien-ying. der Lieblingseunuch der alten Buddha, der Katferwitwe Tze chfi gewesen war, daß sich in ihrem Sarg« allein Juwelen in einem Werte von niedrig gerechnet 50 Millionen Taels befunden hätten. .. Lien-ying hatte am Kaiserhofe innerhalb der Mauern der verbotenen Stadt mehr Macht als irgendein anderer im ganzen Reiche. Di« Dizetönige der Provinzen, die Zensoren� die Kabinetts- minister... alle mußten sie zu dem alten häßlichen Eunuchen mit dem faltigen Gesicht und der Kinderstimme gehen, wenn sie etwas durchsehen wollten. Er führte sorgfältig Tagebuch über alle Bor- konnnnisie, und als seine Herrscherin zu Grabe getragen wurde, verzeichnete er genau jeden einzelnen Schmuck, den sie mit aus die Reise in die Unterwelt erhielt, und fügte ein« Bewertung hinzu. Wenig« verstanden sich so auf Juwelen und ihren Preis wie der Lieblingseunuch. Sein eigenes Bermögen, aus Bestechungen her- stammend, war fürstlich. Li Ping-chou veröffentlicht jetzt im„Chao Pao", einer chinesischen Zeitung Pekings, den Abschnitt aus dem Tagebuch des Großonkels, der von der Beerdigung der alten Buddha handelt. Sie starb vor genau zwanzig Iahren. Der Lieblingseunuch erzählt, daß Tze Hsi auf ein« Matratze aus Golddraht mit eingewebten Perlen, sieben Zoll dick, gelegt wurde. Ueber das Seidenlaken wurde«in« Schicht Perlen gestreut, insgesamt 2400, jede einzelne fehlerfrei und ganz. rund. Ihr Haupt ruhte auf Lotusblältern aus grünem Jode, ihre Füße auf einer Lotosblume, die aus einem märchenhast großen Smaragd ge> schnitten war. Sie war buchstäblich in gesponnenes Gold und Perlen gekleidet, und ein« Perlenschnur wand sich neunmal um ihren Körper. Auf ihren Armen lagen achtzehn Perlen-Buddhas und an jeder Seite ihrer Füße waren Schmuckstücke angebracht in Form von Pfirsichen, Birnen, Aprikosen, Datteln, sowie zwei Zuckermelonen mit Fleisch aus gelbem Jade und zwei Wassermelonen mit Schale aus grünem Jade, Fleisch aus rotem Jade und Kernen aus weißem Jode. Tiefe Wassermelonen wurden von Li Lien-ying als die wertvollsten unter ollen Kostbarkeiten der Kaiserin be- trachtet. Der Eunuch schätzt' sie aus mehr als' auf 2 Millionen Taels, und man glaubt, daß es den Grabräubern gelungen ist, sie aus China hinauszuschmuggeln: sie sollen bereits nach Japan gebracht worden fein, um von dort aus auf den iickernationalsn Markt geworfen zu werden. An Tze Hsis linker Hüfte lag ein Schmuck in Form einer Lotuswurzel mit Erdklumpen daran: die Wurz�. trieb Blüten und Bläiter und alles war in verschieden- farbigem Jod« verarbeite». An Tze Hsis rechter Hüft« log«in Koravenbaum mit roten Kirschen und einem kleinen Kolibri aus schimmernden Edelsteinen auf einem Zweige. Es gab da auch zwei Kehlköpfe aus Jade und in den Herzblätiern saßen Grille» und Wespen aus gelben Diamanten. Achtundvierzig kleine Buddha- figurcn waren aus einem milchartigen Jade geschnitten, hatten aber alle gelbe Schuhe. Prinzen, Palastdomen und hohe Würdenträger am Mandschuhofc entleerten ihre Iuwelenlchreine in den offenen Sarg. Mehrere tausend loser Saphire ließ man über die Tote rieseln, und noch im letzten Augenblick, als. man den innersten Deckel auflegen wollte, kam eine Mandfchuprinzefsin und legte eine Kette aus acht galoppierenden Pferden auf den Leichnam. All diese Schätze sind also nun zerstreut. Eine Untersuchung ist eingeleitet, und man richtet seine Aufmerksamkeit besonders auf die Antiguitätenhändler, die ihre Kunden in den mondänen Hotels von Peking suchen. Es wird behauptet, daß nicht nur gemeine Soldaten, sondern auch hochstehend« Beamte an der Plünderung der Mandschugräber beteiligt gewesen seien, und Chinesen in den nördlichen Provinzen werfen, wenn sie einander begegnen, einen hastigen Blick auf die Hände des anderen. Sind die Handflächen schwarz, so verraten sie, daß der Betreffend« an einer Leichen- räuberet beteiligt gewesen ist! Man spricht in China von der „Bande der schwarzen Hände"'... darunter versteht man die Leichenräuber, und ihrer sind viele, denn die Toten schwatzen nicht, und es ist«in erheblich kleineres Risiko mit dieser Branche des Verbrechergewerbes verbunden, als mit verschiedenen anderen, die lebendige Menschen zum Gegenstand« haben. Selbst Leute von ganz durchschnittlichem Wohlstand nehmen oft Schmuck im Wert von etwa zehMousend Taels mit sich in das Grab. Dos sehen die Kulis, die zum Ankleiden der Leiche gemietet werden, und die Ver- suchung, sie des Nachts wieder zu entkleiden, ist unbezwinglich. Ein paar Landarbeiter waren einmal im Begriff, die Leiche eines reichen Chinesen zu entkleiden, als plötzlich der Blitz niederschlug und einem von ihnen die Hände verbrannt«. Nur er empfand Schmerz, doch als der Tag anbrach, zeigte sich, daß sie alle schwarz« Handflächen bekommen hatten, und seitdem sind die Leichenräuber UTwrklärlicherweis« mit schwarzer Haut auf der Jnnenhand gezeichnet. Man suchte eine praktisch« Erklärung, und ein durchtriebener Fachmann machte geltend, daß der Tot« selbstverständlich die Götter um Hilfe angerufen halte. Das klang sehr wahrschein- lich, und nun nehmen die Leute, die auf Leichenraub ausgehen, immer eine große, lockere Semmel mit sich. Sobald sie den Sargdeckel abgenommen haben, stecken sie dem Toten die Semmel in den Mund, um ihn daran zu hindern, die Götter anzurufen. � Es sind in den Gräbern der chinesischen Herrscher immer noch Schätze verborgen, die— wenn sie ans Tageslicht gebracht und ver- äußert würden— sämtliche Kosten des Weltkrieges bezahlen könnten. Allein in den Särgen der jetzt geplünderten Mandschukoiser waren genug Juwelen, um mit Leichtigkeit Chinas Schulden an das Aus- lond zu decken. Die Joelen- sintz fvr�.piele/dflvon�viglleiäit in den Händen von Leuten, did keine Ähnung von ihrem Wert haben, und in ihrem leeren Sarkophag liegt die alt« Buddha, stumm, mit einer Semmel im Mund«...'' rtw, dem SäitlWbm liiertetzt wn». ff. ckZ 9Uirl Jteber: 3)as Ende der Variier Straflenfänger Lor hundert Iahren schrieb Heinrich Heine:„Ohne die Straßenfänger wäre Paris nicht Parts." Was wird alio jetzt mit Paris geschehen? Das Polizeipräsidium hat den Verkauf von Liedern aus öffentlichen Straßen und Plätzen verbalen. Angeblich wird durch das Stehenbleiben der Zuhörer der Verkehr gestört. Und so muß ein« der schönsten und ältesten Tradiiioncn von Paris, die noch von den Troubadours her stammt, dem modernen Verkehr Platz machen. Man darf die Straßensänger nicht mit den Hofmusikanten ver- wechseln, die es in jedem Land gibt. Der Hofmusikant spielt irgend ein altes oder neues Lied und geht dann absammeln. Der Straßen- sönger arbeitete ganz anders. Kaum hat irgend ein Lied oder Couplet auf den Boulevardsbühnen Erfolg gehabt, bemächtigten sich seiner die Straßensänger. Manch« unter ihnen haben«in außerordentliches Talent, den Melodien einen populären, oft auf aktuelle politische Ereignisse anspielenden Text unterzulegen. Das so neu hergerichtete Lied ließen sie aus eigen« Kosten drucken und sangen es auf belebten Siraßen und Plätzen, um die Zeit, wenn Medinetten. Arbeiter und Angestellte aus den Werkstätten, Ge- schäften und Bureaus strömten und sich der größte Verkehr abspielte. Die Pariser sind stets zum Gaffen und Herumstehen geneigt und rasch bildete sich ein Kreis um den Sänger, der das Lied einigemal hintereinander saug und spielte. Dann verteilte er den Text und forderte die Zuhörer auf. mitzusingen. Zum Schluß kauften natür- lich alle das Blatt und bald sang ganz Paris den gleichen Resratn, bis wieder etwas Neue» auftauchte. Bor dem Krieg nährte das Gewerbe des Straßensängers reichlich feinen Mann. Er verkaufte jedes Lied für 10 Centimes. Das Drucken kostete ihn 45 bis 20 Franken pro Täufer». Die Straßensänger hotten ihren„Generalstab" in einem kleinen Wirts- haus in der Ru« Notre Dame d« Razarelh. Dort versammelten sie sich regelmäßig, hielten ihre Besprechungen ab und teilten Paris in Sektoren auf, um sich nicht gegenseitig ins Gehege zu kommen. Doch schon vor ihrer endgültigen Abschaffung erlitten die Straßensänger einen schweren Schlag. Di« Musikverleger beschlosi-n eine» Tagez. die von Straßenmusikanten gedichteten Text« nicht y-ahr zu oerlegen. Die Sänger waren also gezwungen, ihr Material beim Verleger teuer zu kaufen, und dementsprechend auch wieder teuer zu verkaufen, zu einem Preis, den ihr übliches Publikum irichr zahlen konnte. Die Zahl der Straßensänger nahm ab, und die Verleger sahen«in. daß sie nicht das erreicht hatten, was sie eigentlich wollten. Da versuchten sie, billige Lieder durch Kolportage auf den Straßen zu vertreiben. Doch das Pariser Volk ist konstr- vativ und kauft« dies«„stummen" Lieder nicht. Schließlich fand man die wahren Straßensänger nur vereinzelt vor, hauptsächlich auf Volksfesten und auf den Märkten der Pariser Vororte. Doch gab es unter den Stroßensängern einige, die mit Leib und Seele an ihrem Beruf und an ihrem Publikum hingen und sich dem Gesetz der Verleger nicht unterwerfen wallten. Do die Per- leger nichi mehr erlaubten, daß nian auf ihre Musit einen neuen Text mach«, beschlossen die treuen Sänger, sich ihre Musik auch s-!bst zu machen. In zwei winzigen Cafehäusern der Rue V«rt-Bois, in der Bar Volta und im„Petit che« soi* versammelten sie sich. Der Besitzer der beiden Lokal« und Meister dieses sonderboren.Konser- vatvriums" war«in alter Auvergnate. Ihm spielten die Musikanten jeden Abend ihre„Werke" vor, und«r bestimmte, was guk und was schlecht sei.„Ich kenne den Geschmack des Publikums und irre mich nie," pflegte er zu sagen. Gefiel ihm ein Lied, ließ er es sofort drucken, verteilte es an seine Truppen, die damit in Paris, in den Provinzstädten und sogar in Belgien herumzogen. Moiiche Typen unter den Stroßensängern sind charakteristisch« Gestalten von Paris geworden und man erzählt sich von ihnen die sonderbarsten Geschichten. So ist der kleine bucklige Sänger Lagard�re im Dolt bekannt, der durch seine„Zusammenstöße" mit der Polizei populär geworden ist. Fast täglich spielt« sich die gleiche Szene ab: Wegen irgend eines geringfügigen Vergehens schritt ein Polizist auf ihn zu. LargardKre schlüpft« sofort hinter seine riesige Gitarre, die ihn ganz oerdeckte. Doch sah er, daß es sein Feind ernst meinte, schwenkte er drohend sein Instrument und schrie:„Skonun mir nicht zu nahe, sonst geschieht ein Unglück!" Doch der Polizist pslegt« kurzen Prozeß zu machen, nahm den Zwerg einfach unter den Arm und schleifte ihn so, unter dem Gcjohl der Menge, auf die nächste Wachstube. Eine andere bekannte Gestalt unter den Stroßensängern war Philog�ne, berühmt durch seine sonderbaren Einfäll«. Er erfand zum Beispiel ein geniales System, sich Geld zu sparen. Kam er abends nach Hause, griff 1er in die Tasche und warf olle Münzen, dt««r tagsüber verdient hatte, in die Luft und ließ sie auf den Boden fallen. Di« Münzen, die in der Mitte des Zimmers liegen blieben, hob er wieder aus, die aber unter die Möbel gerollt waren. ließ er ruhig dort liegen: sie bildeten seine Ersparnisse. War er in Geldnot,' so begann er seine Stube gründlich auszukehren. Sogar der Tod ovn Philog&te ging nicht auf normale Weise vor sich. Eines Abends hotte er die Idee, so zu tun wie Jesus Christus, und auf den Wellen zu wandeln. Ruhig stieg er ins Wasser und sank natürlich sofort, unter. Zwei Tag« nachher wurde seine Leiche aus der Seine gezogen. So ging allmählich eines der ältesten und poetischsten Ge- werbe von Paris zugrunde, bis ihm die Polizei vor einigen Togen endgültig den Todesstoß versetzt hat. Bon wem werden jetzt die sangeslustigen Pariser ihr« Lieder lernen? Schwebende heilige. In das seltsame Kapitel des religiösen Abergtaubeno gehört eine noch im 19. Jahrhundert in Italien ver- breitete Vorstellung, daß ein Mensch, der«in Heiliger sei, frei über dem Boden in der Luft schweben könne. 1826 wallsahrtele man zu einem Mönch in Albans, den Frauen der ersten Kreise gesehen haben wollten, wie er in seiner Zelle drei Fuß hoch schwebte und dann verschwand. Aon einem Mönch in Monte Cave wnrd« im 16. Jahrhundert dos gleiche behauptet, und es wurden ihm die wunderbarsten prophetischen Gaben nachgerühmt. .Hntfc SEellerflröm: AS ÄASN Manche Leute fragen viel und dumm. Ich selber frage fast nie. Man braucht ja so wenig zu wissen. Und wenn man etwas nicht weiß, dann orientiert man sich darüber, ohne zu fragen. Viele Leute sühren aber ihre Unterhaltung durch Fragen. Dieser Gattung ant- warte ich stets mit Lügen und Unrichtigkeiten. Teils soll sie bestraft werden, teils will ich mich amüsieren. Diese sinnlosen, albernen Fragen sind etwa so: Ich sitze im Restaurant und esse Mittag. Da kommt jemand, lächelt blöde und fragt: „Ach, du ißt hier Mittag?" Wenn ich erwidere:„Nein, ich spiele Billard im Stadthotel in Trclleborg" oder sonst was Gutes, dann sogt der Frager nur: „Du altir Witzbold! Hahahal" Und wenn ich in irgendeine Provinzstadt komme und einen Bekannten aus dem Marktplatz treffe, dann sagt er: „Nanu, du bist hier?" Ich antworte:„Nein, ich bin auf dem Lande bei einer alten Tonte." „Alter Witzbold!" Vor ein paar Tagen habe ich ober einen Frager gezüchtigt. Ich komme ruhig dahergegangen. An einer Ecke steht ein Menschenschwann der mich nichts angeht, denn ich bin nicht neu- gierig. Ich gehe also vorbei und weiß von nichts, als ein Herr, den ich nicht kenne und den ich nie zuvor gesehen habe, auf mich zukommt, auf den Menschenschwarm zeigt und fragt: „Was ist denn da los?" Ich wiederhole nochmals: ich lMe den Mann nie gesehen, ich kannte ihn nicht, ich hatte keine Ahnung, wer er war— mit welchem Recht überfiel er mich also mit einer so dummen und blödsinnigen Frage? Ich blieb mitten auf der Straße stehen, streckte die Arm« in die Lust und schrie aus Leibeskräften: -„Schutz mann!!! Schutzmann III" Der Menschenschwarm von der Ecke kam sofort zu mir herüber, und zwei Schutzleute kamen angestürmt, mit gezücktem Gummi- knüppel. Man drängte sich um mich herum, und alle fragten: „Was ist denn los? Was ist denn los?" „Was los ist? Ich komme hier die Straße entlang und weiß von nichts, als ein jremder Herr, den ich noch nie gesehen habe, der, der hier steht, auf mich zustürzt und mich wahrscheinlich be- rauben will. Er hat mit einer sinnlosen Idioienfrage angefangen, aber man weiß ja, wie schlau und gerissen Verbrecher sind. Ich bin überzeugt, daß er mir die Uhr stehlen wollte!" „Er sieht auch ganz heimtückisch aus!" sagte jemand in der Menge. „Mitten am hellichten Tage!" sagte ein anderer. „Es ist schon Schlimmeres pasiiert," sagt« ein dritter,„ober die Polizei müßte ihn-festnehmen." ..-.Ha," sagte ich, ,chie Zeiten werden immer unsicherer für e.ycn lNenfthen, der- pünktlich seine Steuern bezahlt. Wo soll denn dps hin? Ich frage, wo soll das hin? Das einzige, worauf nian sich verlassen kann, ist die Sicherheitspolizei, eine aufgeklärte und ener- gisch arbeitend« Sicherheitspolizei." Hier schritten die Schutzleute«in. Sie. packten den ftemden Warm bei den Armen und führten ihn mit Hilfe der Volksmenge unter heftigem Widerstoitd auf die Wache. Er wurde trotz hartnäckigen Leugnens wegen Raubversuchs auf offener Straße zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Ich glaub«, er wäre glimpflicher davongekommen, wenn er ein- gestanden hätte. dem SHwedifchen von Aqe Avenstruv und Etlsadedb TreltelZ fflallo! Ein Iflenlch! r Arn 14. Oktober ging«in kleiner Drahtbericht durch die Zei- tungen:„Zwischensall am elektrischen Stuhl: Bei der Hinrichtung des 21jährigen Carl Horb auf dem elektrischen Stuhl des Slaalsgefängnisses in Eddville(Kentucky) ereignete sich ein Zwischenfall. Nachdem man einen Strom von 2000 Volt durch den Körper des Verurteilten gejagt hatte, richtete Hord sich auf und sagte ruhig:„Ich bin nicht tot, Jungcns!" M- t zwei wet- teren elektrischen Ladungen wurde Hord schließ- lich getötet." Am 19. Oktober kam das Telegramm aus Innsbruck:„Haksmonn zu vier Iahren schweren Kerkers verurteilt, verschärft durch einen Fast tagjährlich." Am 20. Oktober wurde das Buch„Flammende Tage" von Karin Michaelis(Carl Reißners Verlag, Dresden) ver- sandt, das all das enthält, was man empfindet, wenn man diese beiden Telegrammnachrichten begriffen hat: Entsetzen, Verzweiflung, Mitleid, Wut und Willen zum Umsturz, Willen zur Revolutionie- rung der Geister. Willen, die Herzensträgheit aufzupeitschen. Daß es anders werde, daß es bester werde, daß es gut werde. In diesen„Aufsätzen zur Gemeinschaft der Geschlechter" wird alles, was faul und schief ist, aufgedeckt und zur Anklage gebracht. Die Freuen und Kinder in Polen, in Serbien, in Amerika, eine Wienerin und dänische„Mädchen in Not" werden gezeigt. Frau— Ehe— Kind: das Recht jeder Frau auf Mutterschaft und das Recht auf Fruclstverhütung: das(Erwachen, das Werden der Kinderseele— alles wird lebendig gemacht. Das steht in Sätzen, die für den Philosophen zu einfach sind, die dem Denken eines schlichten, jedem nahen Menschen entstammen, sehr überzeugende Worte. In dem Teil des Buches, der„Kämpfe und Kämpfer" heißt, wird von der amerikanischen Justiz, von den Fällen Berkmou, Sacco und Vau- zetti, Moouey gesprochen und von serbischen Gefängnissen, unter- irdischen Räumen, durch deren Wände Wasser geleitet wird, das auf die Gefangenen tropft, und von russischen Methoden,„Feinde" zu „bessern". Karin Michaelis pack/ olles fest an. Sie zeigt Unrecht jeder Art und die Kämpfe und die Kämpfer um dos Gute Dieses Buch. das eine so stark« Anklage ist, ist dos positivste seit langem. Daß da„unter der großen Herde der Menschen ein Wesen ist, das mit leidet". Daß„ein« Seele das Spiegelbild der leidenden, bangen. verarbeiteten Kreatur mit sich schleppt"— das macht das Buch so einzigartig und wert-, neben allem, was von gelchrlen Partei- menschen gesagt werden lann. „Flammende Tage"— flammender Protest— flammender Wille— Gruß und Handschlag, Karin Michaelis!.Gerda Wey!. Oer Kampf um die Kinauzreform. Abwehr sozialwirtschastlicher Reaktion./ positive Rationalisierung des Systems. Man weiß, daß im Reichssinanzministerium an einer um- fassend«!, Finanzreform gearbeitet wird. Ihre Grundidee ist, die Lastensenkung, die mit der Annahme des Voung-Planes zu erwarten ist, mit einem Umbau des Finanzsystems zu verbinden, der der Wirtschaft Erleichterungen bringen und die Kapital- bildung fördern soll. Es ist auch schon eine Reihe anderer Vorschläge zur Finanzreform aufgetaucht, die alle die gleichen Ziele versolgen. In diesen Ideen steckt ein richtiger Kern. Zunächst muß nltm— gerade vom Standpunkt des Marxismus aus, der alle gesellschaftlichen Erscheinungen als historisch bedingt ansieht— jedes Finanzsystem in seiner historischen Bedingtheit verstchen. Das Finanzsystem eines Staates kann niemals etwas Endgültiges, Ab- geschlossenes sein, sondern muß sich so elastisch w-e möglich den wechselnden wirtschaftlichen Verhältnissen und Bedürfnissen anpassen. Und wenn man die heutige Lag« der deutschen Wirtschaft übersieht, muß man sicherlich die Förderung der Kapitalbildung als«in erstrebenswertes Ziel bezeichnen, damit der schwere Zinsdruck, der auf der Wirtschaft lastet, gemildert wird und damit durch verstärkte Neuanlage von Kapital, sowohl der Privatwirtschaft wie vor allem der öffentlichen Hand, die Arbeitslosen weitmöglichst aufgesogen werden. Aber bei dieser grundsätzlichen positiven Einstellung zur Finanzreform muß doch vor zweierlei gewarnt werden. Ersten» muß festgestellt werden, daß manche der von bürgerlicher Seite aus gestellten Forderungen zur Finanzreform offen oder versteckt, bewußt oder unbewußt einen ausgesprochen reaktionären Charakter tragen. Reaktionär ist di« Forderung, die Kapitalbildung durch Senkung der öffentlichen Ausgaben zu fördern, soweit damit auf«ine Herab- drückung des Aufwandes der öffentlichen Körperschaften, insbesondere der Kommunen, für soziale Zwecke abgezielt wird. Und reaktionär ist des weiteren die Forderung, die Kapital- bildung dadurch zu fördern, daß man die steuerliche Eni- lastung aus den Besitz beschränkt oder gar den Besitz noch darüber hinaus durch eine Mehrbelastung der arbeitenden Be- völkerung entlastet. Solchen Bestrebungen, die heute sehr populär geworden sind, weil sie vom Meinungsapparat der bürgerlichen Press« vielfach pro. pagiert werden, muß entgegengetreten werden. Es muß ihnen ent» gegengehalten werden, daß jeder derartige Druck auf das pro» letarijche Einkommen nicht nur aus sozialen Gründen unerträglich ist, sondern auch aus volkswirtschaftlichen Erwägungen. Denn es trifft ja längst nicht mehr zu. daß das Kapital hauptsächlich oder auch nur überwiegend von den oberen Einkommensschichten gebildet wird. Es ist also zum mindestens fraglich, ob eine Berschiebung der Einkommensoerhällnisse, die die Durchführung solcher Borschläge mit sich bringen würde, wirklich zugunsten der Kapitalbildung gehen würde. Darüber hinaus aber ist gegen solche Bestrebungen einzuwenden, daß, wenn das Ein- kommen der arbeitenden Bevölkerung herabgedrückt wird, die Wirt- fchast ihrer stärksten Antriebskrast beraubt wird, nämlich einer kauf. kräftigen Nachfrage für die Massenkonsumgüter. Grenzen neuer kaplkalbildung, Ein weiteres Bedenken richtet sich gegen die in der Diskussion über die Finanzreform häufig festzustellende Ueberschätzung der Möglichkeiten, unter 2lufrechterhaltung der notwendigen Staats« und sozialen Aufgaben die Kapitalbildung auf finanzpolitischem Wage zu fördern. Man könnte sich ja vorstellen, daß durch schärfste Einschränkung des Verbrauchs— des öffentlichen sowohl wie des privaten— eine stärkere Kapitolbildung erzwungen werden könnte. Aber wenn man wie wir diese Bestrebungen aus den oben er» wähnten Gründen als sozial unerträglich und volkswirtschaftlich ver» fehlt ablehnt, dann wird man sich vor Vorstellungen hüten müssen, wie sie in der Oeffentlichkeit verbreitet werden, als könnte durch eine Finonzrcform die Kapstalbildung um einen gewaltigen Betrog über dos Maß der natürlichen Steigerung der Kapitolbildung hinaus erhöht werden. Aber von diesen Vorbehalten abgesehen, die in der Diskusiion über die Finanzresorm von unserer Teste immer auss deutlichste ausgesprochen werden müssen, wird man sich der Richtigkeit des Gedankens einer Finanzreform in der gegenwärtigen Situation der deutschen Wirtschaft nicht verschließen können. Wenn beute gewisse bcdeiüiiche Erscheinungen am Kapitalfonds der Wirt« fchast zehren— es ist hier in erster Linie an die steuerliche Kapitalflucht zu denken— und wenn die Wirtschaft durch manche Steuern, vor ollen Dingen durch die Gewerbesteuern, un- gleichmäßig und unrationell belastet wird, dann wird man über «inen Umbau des Steuersystems nachdenken müssen, der hier soweit als möglich Abhilfe schafft. Und man wird dabei sicher- lich auch auf das Verständnis und die Zustimmung der arbeitenden Bevölkerung stoßen, vorausgesetzt natürlich, daß nicht in eine solche Finanzresorm eine Berschiebung im Verhältnis zwischen Besitz, und Massenbelastung zugunsten des Besitze» eingeschmuggelt wird. Offene Wege.— Rationalisierung des Ainanzfystem». AnÄererfeits gibt es eine ganz« Reihe von öfferatllichen Ausgaben, die ohne Beeinträchtigung der sozialen und kulturellen Auf- gaben der öffentlichcir Körperschaften gesenkt werden konnten. Man denke nur an die Ausgaben für militärisch« Zwecke und sür den Lustverkehr. Wichtiger als dies erscheint es ober. Weg« zu finden, um die steuerliche Belastung der Dolkswirt. schaft zu mildern, ohne die übrigen öffentlichen Ausgaben senken zu müssen. Es gibt solche Wege und si« sind in der Theorie schon gesunden: Diese« so überaus erstrebenswerte Ziel kann nur durch eine Rationalisierung des Finonzapparates her- beigeführt wenden. Ein« weseistlichc Rationalisierung und Steig«. rung der Leistungsfähigkeit her Finangverwaltung kann durch einen Abbau der Lohnsteuer, vor ollem durch ein« Erhöhung de» steuerfreien Ex istenz Minimums erreicht werden. Sie muß zu diesem Zweck freilich so weit gel)«», daß der größte Teil der Lohn« und Gehaltsempsänger lohnsteuerfr« wird. Allerdmgs würde sich in diesem Fall«, besonders wenn man auch, einer alten Forderung der Sozialdemokratie nachkommend, die unsozial« Zucker st euer aufheben würde, eine gewisse Erhöhung der Genußmittel st euern nicht ganz vermeiden lassen. Der andere Weg der Rationalisierung ist V die Reform des Branntweinmonopols und die Einführung des Tabakmonopols. Die eine Maßnahm« müßte zum Ziel haben, die verlustbringenden Verkäufe der Branntweinmonopol-Verwaltung aus der Welt zu schaffen. Das Tabakmonopol könnt« für den Staat durch die Ratio» nalifterung des übersetzten Tabakhandels zu einer reichen Einnahme» quelle werden, ohne daß die steuerliche Belastung des Tobaks erhöht zu werden brauchte. Die Bedenken des Reichsfinanzministeriums gegenüber diesen Monopolplänen müssen insofern anerkannt werden, als so weitgehende Maßnahmen nicht von einem Tag zum anderen durchgeführt werden können. Aber es müßte sich ein Weg finden lassen, sie so bald als möglich in Angriff zu nehmen und noch in das Programm der Finanzreform einzufügen. Der finanzpolitische Kampf, der in der nächsten Zeit zu sichren sein wird, wird also in zwei Richtungen gehen: einerseits muß er zum Ziel haben, die reaktionären Anschläge, die sich in manchen VorfchiSgen zur Finanzresorm verbergen, abzuwehren, andererseits ober wird es erforderlich fein, finanzpolitisch Forderungen auf» zustellen, von denen eine Förderung der Wirtschaft und damit der Kapitalbildung zu erwarten ist, ohne daß sie der ardestenden Be- völkerung neue Opfer auserlegen. A. Brauntbal. Sorgen der Bergarbeifer. Um das polnische Kohlenkontingent. Die freigewerkschaftllchen Arbeiter, und Angestelltenoerbänd« und der Hirsch-Dunckersche Gewerkoerein in Waldenburg betonen m einer Entschließung, daß ein polnisches Kohleneinfuhr- k o n t i n g e n t von monatlich ZSv 000 Tonnen rund vier Fünftel des gesamten niederschlesischen Kohlenabsatzes ausmache und das schwer notleidende niederschlesffche Kohlenrevier am härtesten treffen müsse. Das Kontingent mache den Abbau eines Teiles der Belegschaft unvermeidlich. Die Maßnahme bedeute ein« weitere Verschlechterung der ohnehin ungünstigen sozialen Lage der Berg- arbeiter. Di« Befürchtungen der Waldenburger Bergarbeiterschaft sind begründet, wenn auch die polnische Kohleneinfuhr aus wichtigen Ge- bieten keine Konkurrenz für die Waldenburger Kohle bedeutet. So eignet sich die Waldenburger Kohle sehr gut zur Berkokung, die polnisch« sozusagen gar nicht. Aber auch wenn man davon absehen will, muß ein Korstingent von 3S0 000 Tonnen auf die Absatzgebiete der Waldenburger Kohle drücken. Wir hoben deshalb bereits vor Jahren verlangt, daß der Waldenburger Markt die La st de» polnischen Kohlenkontingents nicht allein trägt, sie muß auf sämtliche deutschen Märkte verteilt werden. Aus diesem Grunde ist die Uebernahm« der polnischen Kohle durch die Syndikate und der Vertrieb durch die Großhandelsfirmen unbedingte Voraussetzung sür das Kontingent. Es muß vor allem eine Preisunterbietung durch die polnische Kohle vermieden werden, damit diese keinen Lohndruck in Waldenburg auslöst. Die Forderungen der Gewerk- Ichasten in Waldenburg bewegen sich ja auch nach dieser Richtung. Si« hoben z. B. ein Zusammengehen mst den Unternehmern, di« das Kohlenkontingent auf jeden Fall verhindern wollen, ob- gelehnt. Das schließt aber ein, daß die Regierung den Forderungen der Waldenburger Gewerkschaften entgegenkommt. E« muß aus der anderen'Seite berücksichtigt werden, daß die schlestsch« Industrie am meisten unter dem deutsch-polnischen Zoll- und Wirtschaftskrieg leidet. In Breslau� liegen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit höher als in anderen deutschen Städten. Das gleiche gilt für die schlesssche Textilindustrie. Eine ganze Reih« schlesischer Wirtschaftszweige hat unter dem Zollkrieg mit Polen stark gelitten. Dadurch ergab sich a u ch«ine Verknappung im Absatz der W a l d e n> burger Kohle. In dem Augenblick, wo der Vertrag mst Polen zustande kommt und die Kampfzölle gegen die deutsche Industrie- wareneinfuhr liquidiert werden, eröffnen sich sür di« schlesischen Industrien neue Absatzgebiete in Polen. Dadurch wird man'die schwierige Lag« der schlesischen Industrie nicht befestigen können. Aber man kann sie mildern und eine solche Entwicklung bedeutet auch zusätzlichen Absatz für den Waldenbur- gerBergbau._ Unzufriedene Braunkohlenaktionäre. Gegen die Gewinnanhäufung bei der Bubiag. In dam kürzlich besprochenen Gewinnabschluß der Braun, kohlen, und Brikettindustrie A.-G.(Bubiag), des größten Unternehmens im Lousitzer Revier, hatten wir bereits darauf hingewiesen, daß ine 1 0 p r o z. Dividende der Gesellschaft in keinem Verhältnis zu den tatsächlich«zielten Gewinnen steht. Wie fast alle Braunkohlenunternehmen betreibt die Bubiag eine ausgesprochene Thesaurierungspolitik. Die Werksaus- bauten der letzten Jahre, die rund 20 Millionen gekostet haben, wurden aus lausenden Betriebsgewinnen bezahlt, die Abschreibungen Jahr sür Jahr heraufgesetzt und außerdem noch Rücklagen gemacht. Di« Gesellschaft kann aber ihrer Belegschaft.machweisen'. daß die Dividenden fest 1924, wo bereits 10 Proz. gezahlt wurden, nicht mehr erhöht worden seien. Di« Aktionäre der Gesellschaft, für di« eine derartige Politik natürlich nicht sehr erfreulich ist, machten auf der gestrigen General- Versammlung aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Man wies darauf hin. daß die Bubiag glatt IS Proz. Dwidende hätte zahlen können, und daß es Zest fei, mit der ständigen Anhäufung der Ge- winne endlich Schluß zu machen. Diese Feststellungen im kapitali- stffchen Lager dürfte die Bubiag-Belegschaft im Hinblick auf kommende Lohnverhandlungen sehr interessieren. Für di« VerwÄtung antwortete Herr Büren, der die Tatsach- der Gewnrnhäufung natürlich nicht abstreiten konnte. Er versucht« sie mit der ständig fortschreitenden Mechanisierung und den großen Umstellungskosten zu begründen. Der Hinweis, daß die Werke zur Selbsffinanzierung gezwungen seien, weil es unmöglich fei, im In- lande wie im Auslande Anleihen zu erhalten, kann natürlich kaum ernst genommen werden. Im laufenden Betriebsjahr hat di« Konjunktur unverändert angehalten. Die geförderte Kohle fand glatten Ab- s a tz, so daß überhaupt keine Stapelungen vorgenommen wurden. Auf Grund der durchweg sehr guten Betriebsloge wird man im ostelbischen wie im mitteideurschen Braunkohlenbau mindestens die gleich hohen Gewinne wie 1928 auch für das laufende Jahr erwarten können. Gerechtigkeii für Konsumvereine. Zieichsfinanzministenum gegen die Lockspitzeln. Das Reichssinanzministerium hat durch eine Verordnung vom 5. Oktober endlich den niedrigen Lockspigelmethoden gewisser privater Händlergruppen, di« durch vorgetäuscht« Mitglieds- einkäuse den Finanzämtern den Nachweis des Verkaufs auch an NichtMitglieder bringen wollten, einen Riegel vorgeschoben. Nach der Verordnung sollen allgemeine Behauptungen ohne Beweis- Material bei den Finanzämtern unbeachtet bleiben. Den Beamten wird unter Hinweis auf die Strafbarkest der Verlsstung zu unbe- fugter Warenabgabe die selbständige Vornahme von Ermittlungs- «inkäufen verboten: steuerliche Erfolge dürfen mit strafbaren Handlungen nicht erzielt werden. Wenn das privat« Beweis- Material gering ist, hat das Finanzamt erst mst der Genossen- fchast in Verbindung zu treten und sie zur Lieferung des Nachweises aufzufordern, daß sie alles Gebotene getan hat, un» den Abschluß von unzulässigen Geschäften mit NichtMitgliedern zu verhindern. Das gilt besonders dann, wenn dritte Personen, die nicht Mitglieder sind, in strafbarer Weise zu'den Einkäufen ver- anlaßt worden sind. Eine Reichszentralkasse für Beamtenbanken. Der Deutsche Beamtengenossenschastsverband hat den Beschluß gesaßt, eine Reichszentralkasse der Beamtenbanken zu bilden. Die zu bildende Reichszentralkasse soll als Garantie- und Girooerband aller dem Genossenschaftsoerband an- gehörenden Beamtenbanken fungieren. Zu diesem Zoxck werde.» olle bestehenden Zentralkassen verschmolzen. Um für ähnliche Fälle wie jetzt bei.der Bank für Deutsche Beanst« eine Rücklage zu schaffen, soll durch Erhebung eines je nach der Zahl der Mitglieder gestuften Aufnahntebeitrages«in Garantiefond» gebildet werden. Die beschlossene Maßnahme ist zweckmäßig: zweckmäßig im Rahmen der nun einmal besteheirden Zustände in der Beamtengeld- Wirtschaft. Am nötigsten Mr« aber eine Vorsorge dagegen, daß überhaupt noch eine unkontrollierte Gründung von Deamtenbankcn erfolgen kann und daß sich Veamtenbanken einer zuverlässigen Revision, wie im Fall der Bank für Deutsche Beamte, entziehe» können. Lerllncr!Naschinenziffam»r»enschluß. Auf der Zluffichtsrats- sitzung der Deutsche Riles-Wert« A.-G. in Weißens«« wurde beschlossen, der Generalversammlung eure Dividend« von 6 Proz. oorziifchlageu. Außerdem soll eine Erhöhung des Aktienkapitals von 1 auf 2ö Millionen Mark beantragt iverden. um di« Versch«»«lz»mg mit der Reiß und-Martin A.-G. in Reinickendorf und der Max Hess« u. Co.. Berlin, durchz'i- führen. Außerdem hat die Deutsche Niles-Wecke A.-G. die beiden Ehenmitzer MafchiireitbaurinterTlehmungen Sondermann und Stier, somi« die Werkzeugnnffchinmfabrik Oscar Ehrlich vor wenigen Moi»aten erworben. Die Arbeitsgebiete der fünf Unter- 'men sollen im Weißenseer rntd Reinickendorfer Betrieb.zusammen- aßt»oerdci». Stadt Stettin hilft den Skoew erwerken. Das neu« Abkommen der Stadt Stettin mit der Stoewerwerke A.-G. ist ein neues Beispiel dafür, wie gern sich die Privatwirtschaft aus die Schultern der vielgelästerten Kommunen stützt, wenn sie selbst nicht mehr ganz taktfest fft. In dem neuen Abkonnnen über- nmmlt die totaibt Stettin 500 000 M. Aktien der Stoewer-Werle und verpflichtet sich in» Laufe der nächsten Jahre dem Unternehmen zwei Darlehen bis zu 000 000 M. zu gewähren. Die Stadt- Verwaltung hat sich zu dieser Hilfsaktion entschlossen,»im den Ardeitsmarkt Stettins durch eventuell« Betriebseinstellui-g der Stoewer-Werke nicht noch mehr zu belasten.— Der kürzlich bekanntgegebene Abschluß der Stoctver-Werke für das Geschäftsjahr 1928 ließ unzweifelhaile Rationalifierungser folge erkennen. Trotz der Einstellung des Baues von 4- und 6-. Typen und der durchgeführten Umstellung auf die 8-Zylinder-Type konnte der Umsatz um25Proz. erhöht werden. Die iulernationale Rohstahlgemeinschoft hat beschlossen, die Produktionsquote mit Wirkung vom 1. November i»m 10 Proz. ein- zuschränken, was einer jährlichen Produktionsverringerung von Z,2 Millionen Tonnen Stahl eirtspricht. Diese Herabsetzung der Produktionsquot« ist die erste Maßnahme dieser Art seit dem Be- stehen des Internationalen Rohstahlkartells. Die anhaltend gute Eisenkonjunktur während der legten Jahre in Europa und auf dem Weltmarkt hatte bisher eine mehrfache Herauffetzung der bestehenden Produktiorrsquoten erforderlich gemacht. Die Ermäßigung erfolgt von 32,29 auf 29,07 Mill. Tonnen. Siemens u. Halske baut in Georgleu. Wie in Bestätigung früherer Nachrichten gemeldet wird, wurde an» Mittwoch zwischen dem Volkswirts chastsrat der Republik Georgien und der Firma Siemens u. Halske ein Vertrag unterzeichnet über den Bau einer Ferro-Mongan-Fabvik in Tfchiaturi. Eine Gruppe solvjetrusstfcher Ingenieure begibt sich nach Deutschland, um dort die Möglichkeiten iür den Bau dieser Fabrik zu studieren. Einzelheiten über diesen Vertrag fehlen noch Deutschland» Auteil am potnischen Außenhandel betrug in den ersten acht Monaten 1929 aus der Einfuhrseite 26,9 Proz.(gegen 26.6 Proz. im Vorjahr), aus der Auzfuhrjeit« 30,3 Proz.(gegen 33,6 Proz. im Borjahr). Nie SpSehvaren-AaiSsfeliaRSfieiii sind ernffsi«! 1 Leipsiger Str astet Familie DackeUeia am» Weih nach t»- «takaof te Berlin Andreas» strass« r Berliner Kinder fr etuiea An die Mitglieder des Zentralverbandes der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands (Zahlstelle Berlin und Umgegend) Der bisherige Zahlstellenvorstand, bestehend aus den Herren Repschläger, Schilf, Ihm, Gumz, Throne, Krenz, Anders, Brose, Zager, Hoppe und Brauer, ist durch den Zentralvorstand aus dem Zentralverband der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands wegen verbandsschädigenden Verhaltens ausgeschlossen worden. Durch einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg vom 26. Oktober/ 2. November 1929(Z XI 341/29 u. Z XI 841/29) ist den bisherigen Mitgliedern des Zahlstellenvorstandes verboten, über das Vermögen der Zahlstelle Berlin zu verfügen. Es ist weiter angeordnet worden, die Geschäftsräume der Zahlstelle Berlin an den Unterzeichneten als Sequester herauszugeben. In meiner Eigenschaft als Sequester habe ich die Verwaltung der Geschäftsräume übernommen und die Ausübung der Verwaltung an folgende Herren übertragen. 1. Gottlieb Frach 2. Gustav Golze 3. Emil Ziege 4. Ernst Eckert 5. Emil Schindler. ich fordere alle bisherigen Bezirkskassierer auf, die in ihrem Besitz befindlichen Marken und Geldbeträge aus dem Erlös der Marken, sowie die in ihrem Besitz befindlichen Bücher und sonstige Verbandsmaterialien nicht an den bisherigen Zahlstellenvorstand, sondern an die obengenannten fünf Herren in den bisherigen Geschäftsräumen Engelufer 24-25 abzurechnen bezw. abzuliefern. Ueber die Ablieferung der weiteren Beiträge wird durch den neuen Zahlstellenvorstand eine gesonderte Mitteilung erfolgen. Zugleich fordere ich alle diejenigen Mitglieder, die Prozesse vor den Arbeitsgerichten, Landesarbeitsgerichten und sonstigen Behörden führen, auf, den obengenannten Herren Vollmacht zu erteilen. Ich weise darauf hin, daß die Mitglieder des ehemaligen Zahlstellenvorstandes nicht mehr berechtigt sind, Beiträge für den Zentralverband der Zimmerer zu kassieren oder kassieren zu lassen. gez. Dr. Franz Neumann, Rechtsanwalt. An die Mitglieder des Zentralverbandes der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands (Zahlstelle Berlin und Umgegend) Der unterzeichnete Vorstand teilt hierdurch den Mitgliedern mit, daß folgende Kameraden die Geschäfte der Zahlstelle führen: 1. Gottlieb Frach 2. Gustav Golze 3. Emil Ziege 4. Ernst Eckert 5. Emil Schindler Engelufer 24-25, 3. Stock, Zimmer 51. Die bisherigen Bezirkskassierer der Zahlstelle Berlin werden aufgefordert, über die ihnen ausgehändigten Beitragsmarken sich zur Abrechnung bereit zu halten. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß die bisher in der Zahlstelle Berlin, üblichen Beitragsmarken nicht mehr verwendet werden dürfen, sondern daß an deren Stelle andere Marken treten werden. Das sich im Besitz der bisherigen Bezirkskassierer befindliche Material ist ebenfalls an den obengenannten Vorstand abzuliefern. Den Bezirkskassierern wird noch Mitteilung zugehen, an welchem Tage und zu welcher Zeit die Abrechnung zu erfolgen hat. Wir warnen die Mitglieder, ihre Mitgliedsbücher irgend jemand auszuhändigen, da die Bücher gebraucht werden, um die Gültigkeit der ferneren Mitgliedschaft im Zentralverband der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen nachzuweisen. Der Zentralvorstand der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands gez. Adolf Römer, Hauptkassierer. •' m k TV•* i V 011� til/m v*, v vi.»-«p! >. O/''" vv; riV ,>x. v»' '*// /% vli-29 oeBU" Hm teV� m. •uf Ihren Besuch In den Eröffnurgs *»x Uullerstrasse kedau- -. dous Schumann,«ionskirchstton« 38. Fabrikaedäude, Nähe«astanienallet. «iiche» in rah von' 88,— an, lackiert und lästert bis 700,—. Berg. Luisen, ufer U, Fobriigebaudc N.____ «leide rspinde». 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Abholung Mittwoch.* D-tetti»bur»au Staschel. Cd-nner- straße 77 Fernsprecher Norden 7888 Beobachtungen, Ermittelung«». Aus. küntte allerorts.» tz Einsendungen für diese Subtil sind «etlin SS«8, Liudenstratze 3. Parteinachrichten für Groß-Verlin stet»«» da»«etitk»sereet»ti»t 2. Hos, 2 Steppe» techt», zu eichte». Zur nächsten Ttattverordueteufiisung find di« Tribünenkarten völlig vergriffe«! 5. Ntei»?ti«dtichkbain. lung im Äc>!l>iuz, Mittwoch. Roneniber. l8>4 llkir. Zeziicksvetsamm- Siadtoctordnetensldungssaal. Ttidllnenkarte» ad IShi Übt beim Genossen siisckxt. Einaano Sponbaner Straße. It. Atel» Neukölln. Die Abteilungen können sämtliches Material sofort vom Parteibureau, ssuldastr. ljö— Wi. abholen. 18. 5lrei» Weißensee. Mittwoch.«. Roocmber. IS!» Uhr, Israktionssihunq im Rathaus. � Zimmer 21. Heute. Dieuskag, 5. November. 1. Abt. M Uhr äußcrsk wichtige isunktionärsißung bei Spiegel, Ack-rstr. l. 13. Abt.»Unser Weg" kann oom Genossen ilrefsin, Putlihstr. 1ö». abgeholt werden. 84. Abt. Lankwih. 20 Uhr Mitglirderversaimnlung bei Lehmann, Kaiser» Wilhclm-Str. 20—31. Kein Genosse darf fehlen. Morgen. Miilwoch. 6. November. 12. Abt. 19' j Uhr bei Schmidt, Wiclesstr. 17. ssunkitonärsikung. Zii. Abt. 19' e Uhr wichtige ssunktionärnßung bei Gue»Iowsk>, Echreinersir. 38. 4g. Abt. 2" übr bei Keusner. öagclberacr Str. 20a, Zunktionärsißung. Wichtige Dagesordnung, kein Genosse darf fehlen. 8«. Abt. schöncbcrq. 29 Uhr bei Gürlich.«cgasssr. 1. Zusammenkunft-lier lsunltionäre und Wohlhelfer ilweets Besprechung und Einteilung der Wahl» arbeiten itlr den 17 blooember. Alle Vermlichteten müssen erscheinen. 81. Abt. Friedenau. Bildungskreis jüngerer Parteigenossen: A>>.� Uhr bei Klabe. Handjernstr. öl, offener Diskusssonsabend. Tliema:»Wirt» schartsdemok-atie". Referent Genosse Dr. Draunthal. Um pünktliches Er- scheinen wird gebeten. Studentinnen! Studenten! kommt zu unserer MfentUdteo Stadenlenvenammlnng am Mittwoch, dem 6. November, 20 Uhr. in der Aula des Köllnischen Gymnasiums, InseselstraBe, nahe Untergrundbahnhos Inselbrücke.» Es spricht Luitpold Stern, Wien. Ober das Thema:„Koltor und Klauenkampf Vereinigung Soztaldcmokrattsdber Studierender 82. Abt. Stealitz. 30 Uhr im Lokal Schellhase, Ahornstr. lb», isuicktionär. 83. Abt-�ichterfelde. 30 Uhr bei Reinhold Schmidt. RoonÜraße Ecke Hinden. biirqdamm. ssunktionärssjtung. lll. Abt. Bohnsdorf. 20 Uhr bei Hcimann, Waltersdorfer Str. 100, Bersamm» lung für Mitglieder und Freunde der SPD. Tagesordnung:»Wohnungs» wirtichakt in der Ztachkricaszcit". Referent Stadtverordneter ilraiij Gut» schmidt. 13«. Abt. Selmsdorf. 20 Uhr bei Dkrent. Berliner Eck« Bahnhofstrahe. ssuick» tionärngung und Maierialausgabe. 141. Abt. Rofcnthal und Niederichönhonsen-West. 1914 Uhr gemeinsamer Zahl» abend bei Sofsmann. Kronprinzen» Ecke Edelweißstraße. Thema:»Legte Wahlvorbereitungen". Sohenncuendorf. 20 Uhr öffentlich« Versammlung im Restaurant Mchtenhain. Genosse Stettrr spricht über»Die Bedeutung der Bahlen am 17. Ro- vembcr". Arauenveraastallungen. I, Abt. Mittwoch, 8. November. 1914 Uhr. bei Hühner, Wilsnacker Str. 84, »Sozialpolitik in Berlin". R-sereutin Gertrud Eisfelder. M 32. und 38. Abt. Heul«. Dienstag, ä. November. 1914 Uhr. in hü Schmidts Gescllschai'shaus, gruchtstr. 30-.„Sozialistische Erziehung". '? Referentin Klara Bohm-Schuch. M. d. R. 33. Abt. Heute. Dienstag, ä. Rooember. 1914 Uhr. im Konferenzzimmer der Schule Hshenlohcstr. 10,»Hungersnot und Kinderelend in Rimland". Referentin Dr. Judith Grstnfcld. 3 117. Abt. Lichtenberg. Heute. Dienstag, 5. November, 1914 Uhr, W bei Brunn. Tllrrsdnnidtftr. 40, Lichtbildervortraa: JUaits Bohnen und S Bauen". Referentin Margarete Hartig. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrk. 3. Kreis Seddin«. Die sittung fällt aus wegen ilffentlicher Wahloer. sammlunq. �..... 4. Krei, Prenzlauer Berq. Donnerstag. 7. November, 1914 Uhr pünktlich. wichtig- Sittung bei Klug«. Danzigcr Str. 71. Alle Hclfersinnenl der Brbettev. woblsahrt werden gideten, zu erscheinen. Iungsozialisteu. Gruppe Tempelhof-Marlendors. Wir beteiligen un» beut«, Dienstag, go» schlössen an der Demonstratwn der Partei. Der Heimabend fällt aus. Geburlstage, Jubiläen usw. I. Att. Bezirk 802: Unserem Senosten? r I 8 B n i« r, Schwedtrr Straße 237, die besten sl-ckwitnsche zu seinem 30jähtt»en Znbilöltm in dct Partei und Gewerlschaft. Sterbetafel der Groß- berliner Partei- Organisation\ 27. Abt. Die Einäscherung unseres verstorbenen Genosse» Schäfer findet nicht um 16'- Uhr. sondern erst um 1714 Uhr statt. 87. Abt. Sharlottcnburg. Am Sonnabend, 2. November, verstarb Bläßlich unser Genosse und lieber Freund Josef Rademacher. Pestalozzistr. 13. Infolge eines Herzschlages. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Mit!» wach, 0. Noveindcr, IS's llhr, im Krematorium Wilmersdorf. W.r bitten u« rege Beteiligung....._„... 128.— 130. Abt. Pankow. Am 2. November verstarb im 87. Lebens>ahr« unser bewährter Genosse Friedrich Sali-, Mllhlenstr. 22. Ehr« seinem Andenken! Einäscherung Mittwoch, s. November. 12 Uhr. im Krematorium Gerichtstraße. � T keaiev, Lidtispiele usw. j Dienstag, 5. 11. Städt. Oper Bismarckstr. S�atlSdiaosph. am bendarmenmarkt ■fustag, 5. lt. Staals-Oper Unter d. Linden A.-V. 241 19'/» Uhr Schöpfung Salai Der KSnig Iföäts-Oper Am P.d.Republ. Vorst. 77 19'4 Uhr Mwm [ftälilBsaeD Staatl.ScliilMeater.fflarltlL iu Uhü Des Kaisers Soldaten T3|l. 2»irrten. 5 u<>'/} Ukr Bl turuu S2S6 | Preis: 1- SM. Wodientq.: SU. 50 Pf.- 3 M. Geraldine u.Joe, Ette, Power anv. I Tägl. 5 u. 0tS j Senat. 2, 8 n Bu | Alex. E. 4. 8066 1 INTERNAT. VARIETE liossas Schauspielhaus 8 übt IMuMittt REGIE: CHBRELL 3 Sonntag nachm. nnpek. halb« Pt. VolBsbttline TheatirainBaiowilisli 8 Uhr Frflhlings Erwachen StaatLSdiiller-Hi. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Staitsoptran Piau der DeilBhilK 7": Uhr HoffmanBS Erzählanfiea Theater am saimiaoerdanna 8'/« Uhr Pennäler Metropol-Tli. 8Vi Uhr Letair dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarr, Richard Tauber HOSE TUESTED 6r- Fraaklarter -InCMlEK stniBel32 Billettkasse: Alexander 2422. Täglich 8" Uhr. (Sonntags S'k und 9 Uhr) WS« BeictaÄe Jscabell lesen mmwoffl 3 Uhn Das tapfere Sdmeiderlein reden-Sonnabend 5 Uhr u Jaden Sonntag 2™ Unr; frau Holle BS fianiowskjr-ilUinn Thaatar i« dar Kaniggritzar Strefi. Täglich 8«4 Uhr Die erste mrs. Seibjf FlHtZl mit Komödienhaua Täglich SV» Uhr Oer HahRemot v. Tristan Bemard (Md. bWbaiaa»an Gemüse«. Obst Kochbirnen....... IÖpl Ess- u. Kochapfel kcartaelME\ Pfd. 40 Pf. j Grüne Heringe..s na. 65pl j Pori.OclsardIncn«Dot95Pf. Geflügel 5trkhahneriimin.irtek 1,50| Suppenhühner?* ecnS5Pt»a RebhfihneraaaIM»St.T.l,05aa| Ganses iückenfleisdi ,H.>.1,15m I AusMrdM Frisches Fleisch Brotwurst.......... m 1,16 Suppenfleisch pu™ 85 � Kassier � ��1�8« S ch morfleisch K�pfi 1,28 Schweinebauch0 pS: 1>26 Schweinekamm... «dar-aehoH. ohne Beilege, PM. 1,38 Hammclvorderfl.... Pfond Ton 1 ,05 mi Eisbein»II tpitMs. PkNvä 88 P! CeMeHteiach Suppenfleisch wa.«>» 68� Hammelvorderfl.lü 86� Rinderlunge 48ps. Euter Mack............ pm. 34pf. WOHLFEILE WOCHE fht bringen h dieser Weebe wohlfeile Waren ans fast allen Ibteilungei, die sieb doreh Ihre Preiswürdlgkeil sehen letzt znn Einkauf für das Weihiaebfsfest ganz beseidnrs eignen. Winter ck Garren� i: Uhr» Inn». 2811» Baidin crlanbl Jlta Bols, Jrvln Slstar* etc. CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. neu i Tigudi»>/. uhr neu I tfertagte Hocbzeltsnachtt und ein erstklassiger bunter Teil. 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Norden 12310 8'A Uhr» Der Onwiderstehilehe Komödie von Gdraldy und Spitze, Regie: Gustaf QrOndgens Die Komödie 1 1 Bismck. 2414/7516 8 Uhr lelxie Vorstsllmiieol Kolporlage Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Enge] Am 4. November entschlief plötzlich und nn- erwartet mein lieber Mann unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Otto Schein Im 68. Lebensjahr. In tiefer Trauer Berta Schein, geb. s W st nrhit Kindern und Enkel. Berlin O 34. Löwestraße 18. III. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 7. November, mittags 12 Uhr, Im Krematorium Gerichtstraße statt Eentral. TheaSer 1 AUe JaKobstr.32 lüaslspiej d. Th. d. Westens I Täglich 8'/, Uhr IStg. 4 u. 8'/. Uhr Friederike 1 DtrWslitrioli. von Franz Leh Freunden und Bekannten zur Nachrieht daß unser lieber Bruder und Schwager, der Steinmetz Franz Platz nach kurzem, schwerem Krankenlager im Alter von 54 Jahren verschieden ist Dies zeigen an Bruno PUtz und Frau Margarete, geb. Hemschel Fritz Hering und Frau Meia, geb. Platz., B!n.-Licfttenb£rg, Boxhagener Straße— Leipzig. Die Beerdigung findet am Freitag dem 8. November 1929. ßVUhr, von der Kapelle des Zentralfriedhofes Friednchsleide, aus statt Lj Tneai. a. Roiu.Toi Kottb»tr. 6 Tägl. 8 Uhr auchSunnt. nad m 3U EHle- Sänäer nie Welt gehl unter! UHan. tu4taitnra4i. Lustspielhans Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich SVa Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Philharmonie 8 Uhr SiotoDie-Koozeit des Philharm. Orch llirlg. Pro!. I. Präwei Viol-Karr A-dur- Mozart(Hänkc) Sinf. C-dui-Schub Eintritt 1 Mk. Tbeai o. Westens rägt.8i:4 Uhr. auf dem städtischen Friedhof in Neinickendor!, Humdoldtstraße. statt. Ehre Ihre« Andenken! Rege Beteiligung erwartet VI« Orknoerwnlknng. Die Einäscherung meiner liebcu Frau Ida Stegemann findet am Donners-ag, dem 7 No» vemder, nadimittag» 4'/, Uhr. tm Krematorium Wllmersdors siaiL Otto Stetfemann. f nserake im Vorwärts sichern tstfoIglitofU Snc« 40 Irtdi. Motorräder, Riescnauswahl, Svolt. preis«, auch steuerfreie. 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