Morgenausgabe Vonnersiag fßr"-™™ X X � VIT r November 1929 �Ml W M Sr°5S-,Un,0tt W im tfjTr Wß Hl» I i»D�H? aiuitt"irti 15 w IZ Pkz VostdelleSgebüdr-n Zl�iland»» ��EgK I HM) WW RH HSlj HH bH �H f X BH �SH---- � »tonnfmem 6.— aa vre Monat. AD �H BSH HH SG BS SB BH MW» w) WW HB I v»«I»I»»III,»»«»p-,«i»q-», «SSM» I BB BB DW BH hu DWl WH WH 1HI KB— LH mw t AL. to vi«»»,». zieNi-m»,,,!»».— sttid». TrflH I HH BMI. HB WM HB HH HB SS„Kinne Hw-eigen- du, X>tt.Darmint' erldgelm oodjentÄa- MW I Ms B H>aSaSJBLv BH, B/ Drum. Bon 25 Wenm» aulömj jmei Drt, jtoe.mol. Sonmog, nnb TOontoS H HH BLkBS B H hngebrntflr Borte), lebe. men«. Bon einmal, bie abenbousoaben für SSetlin I HM.) �T/ Wy/ �BB)> HH\>7 B S®f,,n.nlS. Slellengew«. öor eid. imb im ftonbel mit bem liiel Der WM�j � WM> �FX HB\>7 HB Wort 15 Pfennig, lebe, oeitere«ort abend' SUuftnene«Beilooen ZZoll A��Wg�l 1» Plennig. ffiorte übel 15 Sudtftoben und Zeit' und.Kinderfreunb-, Ferner � � � � � � � 2ßor,,,1«'deit.mar» ess&s* Verkiner VvWSblM fesfs» Jenivawvgan de««Sozialdemokratischen Partei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 893— 297. Telegramm Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Am Mittwoch nachmittag traten in der Reichskanzlei die Führer der Regierungsparteien unter dem Vorsitz des Reichs- kanzlers Müller und in Anwesenheit der Minister Curtius, o. Gu�rard. chilferding und S e v e- ring zu einer Sitzung zusammen, auf deren Tagesordnung eine Besprechung über die bevorstehenden Arbeiten des Reichstages stand. Es herrschte darüber Einigkeit, daß dem Aeltestenrat des Reichstages die Einberufung des Reichstages für den 27. No- vember vorgeschlagen werden soll. In dieser Tagung soll zuerst neben anderen dringenden Aufgaben, wie dem Re- publikschutzgcsetz, dem Gesetz über ältere staatliche Renten(Standesherrengesetz), und dem Notgcsetz zur Verlängerung des am 31. Dezember abgelaufenen Zoll- tarifgesetzes auch das Volksbegehren beraten und verabschiedet werden. Des weiteren waren die Regierungsparteien der Anficht, daß der Volksentscheid sobald als möglich durchgeführt werden sollte, was ja auch den von Dem Andenken Hugo Hasses. Zu seinem 10. Todestag. Heute vor zehn Jahren erlag Genosse Hugo Haas« den Folgen eines Atrentats, das- ein Irrsinniger aus ihn verübt hatte. Die sozialistische Arbesterbewegung verlor eisten Mdnn, dem sie viel verdankte und von dem sie noch viel erwartete. Haase, der am 28. September 1863 in Allenstein in Ost- preußen geboren war, hatte Rechtswissenschaften studiert und sich früh der sozialdemokratischen Bewegung angeschlosien. Schon als Referendar hatte er den harten Boden seiner oft- preußischen Heimat zu bearbeiten begonnen und sich Achtung und Vertrauen der Arbeiter erworben. Als Rechtsanwalt in Königsberg war er ein wirklicher Anwalt des Rechts und Schützer der Bedrängten. Er wurde bald in die Stadtverord- netenversammlung und 1897 auch in den Reichstag geschickt. wo der glänzende Jurist und weitschauende Politiker bald eine angesehene Stellung gewann. Nach dem Tode Paul Singers wurde er mit Bebel, nach dessen Tode mit E b e r t Bor- sitzender der Partei. In den inneren Kämpfen der Partei hatte Haase stets auf der Linken gestanden, deren Führung er dann auch wäh- rend des Krieges übernahm. Die Spaltung wurde ihm. wie jedem guten Sozialdemokraten, ein tieferschütterndes Er- lebnis. und er empfand es schwer, daß die vorübergehende gemeinsame Arbest im Rate der Volksbeauftragten mit einem Bruch endete. Es ist tieftragisch, daß dieser Mann, in dem tiefinnerst der Wille zur Einigkeit aufs stärkste ausge- prägt war, den Tag der Wiedervereinigung nicht mehr er- leben durfte. Die diesjährige Revolutionsfeier im Sportpalast(Sonn- abend, den 9. November), wird sich zugleich zu einer Gedenk- feier für Hugo Haase gestalten, dem Genosse Artur C r i s p i e n Worte der Erinnerung weihen wird. Volksparie» und Zenirum. Minister als Interessenten.— Brutalität im Ehekonflikt Dem Pressedienst des Zentrums wird aus Parteikreisen geschrieben: Wir kennen die Wünsch« und Forderungen der Deutschen Volks- Partei, die darauf hinauszielen, unter allen Umständen wieder das Reichcwirtschaftsministcrium zu besetzen. Es sind in erster Linie Wirtschaftskreise, denen persönliche Interessen näher zu liegen scheinen als die Interessen des Staates und des gesamten Voltes. Gegenüber diesen Bestrebungen der Deutschen Volksportei haben wir berechtigte Bc> denken, die nur auf sachlichem Gebiet« liegen und in keiner Weise personelle Wünsche betreffen. Während man so vom Zentrum aus Töne gegen die Volkspartei anschlägt, die alles andere als freundlich sind, läßt es auch die Volkspartei dem Zentrum gegenüber an Deutlichkeit nicht fehlen. Ueber den Auszug des Zentrums- Vertreters aus dem lstechtsausschuß schreibt die„Kölnische Zeitung": Das Zentrum hat eben im Rechtsousschuh des Reichstags ein Kulturbeispiel kulturpolitischer Intoleranz und regierungs- Vonvärts-Verlag G. m. b. H. deutschnationaler Seite an maßgebender Stell« vor- getragenen Wünschen entspricht. Die Regierung erklärte darauf, daß der V o l k s e n t- scheid in diesem Jahre durchgeführt würde. Dar- aus ergibt sich, daß die von verschiedenen Seiten geäußerte Besorgnis völlig unbegründet ist, als könnte durch die weitere Behandlung des Volksbegehrens und der Volksabstimmung die verfassungsmäßige Erledigung des Beschlüsse der bevor- stehenden zweiten Haager Konferenz und des Voung-Planes eine Verzögerung erleiden. Auch die durch den Auszug der Zentrum sver- treter aus dem Rechtsausschuß geschaffene Situation wurde zur Sprache gebracht. Man kam nach länge- ren Debatten dahin überein, daß in der nächsten Zeit die Reform der Ehescheidungsgesetze und die anderen dem Rechts- ausschuß vorzulegenden Entwürfe in einer Konferenz der Regierungsparteien diskutiert werden sollen. politischer Rücksichtslosigkeit geboten. Die Sabotage der Ehe- s ch e i d u n g s r« s o r m, die pratnsch schon mst dem Wiedereintritt des Zentrums in da? Reichskobinett und mit der Uebertragung des Reichejustizministeriums an ein Mitglied der Zentrumsfraktion be- gann, die ober bischer mst den unauifälligeren und bequemeren Mitteln der Verschleppungstaktik betrieben wurde, ist jetzt mit einer kaum überbielbaren Lrutalllät auf die Episie getrieben worden. Die Erklärung des Zentrumsvertreters im Rechtsansschuß schlägt den Grundforderungen, die an jeden Partner einer Koalilionsregie- rung zu stellen sind, ins Gesicht. Wenn sich wirklich die Befürchtung erfüllen sollte, die wir bei de? ersten Kabinettskrise im Jahr« 1928 aussprachen, daß nämlich die Rücksicht auf den Koalilionsbcstand und das Zentrum jede positive Gesctzesarbeit lähmen könnte, dann würden wir diese Koalition für diese und die nächste Zukunft nicht mehr empsehlen können. Auch wir sehen die Schwierigkeiten— wo ist der Aus- weg? Er wird erst dann zu finden sein, wenn die S o z i a l- demokratie stark genug geworden sein wird, um wähl- weise mit dem Zentrum oder den Liberalen eine Mehrheit bilden zu können. Will uns die„Köllnische Zeitung" dabei helfen? Oder hat sie einen anderen Vorschlag? Gemeindewahlsiege in Schottland. Absolute Labour-Mehrheit in Glasgow. London, ü. November.(Eigenbericht.) Die schottischen Munizipalwahlen haben der Arbeiterpartei einen Gesamtgewinn von 17 Sitzen gebracht. Die Arbeiterpartei hat Z5 Sitze neu gewonnen und 18 bisherige Sitze verloren. Zu Glasgow erzielte die Arbeiterpartei mit 102 998 Stimmen eine absolute Mehrheit über die unter der Marke „Gemäßigte" zusammengeschlossenen bürgerlichen Parieien, die insgesamt 83(HS Stimmen erhielten. Amerikas Sozialisten hoffnungsvoll. New York, 6. November.(Eigenbericht.) Die amerikanischen Sozialisten haben unter dem Eindruck ihres großen moralischen Erfolges frei den New-Dorker Bürgormei st erwählen beschlossen, ihre politische Orgamsa- tion nach dem Muster der Labour Party auszubauen. Der sozialistische Kandidat Thomas erklärt« nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses, die Höhe der sozialistische» Stiinmen sei eine Warnung an da s demokratische Hauptquartier und werde dos Wachstum der sozialistischen Partei in Amerika fördern. MIiIerVer§ÄMMlunSen Prenzlauer Berg, Neukölln, Lichtenberg, Köpenick, Tempelhof, Lichterfelde, Kreuzberg und Lichtenrade. Plorggem: Mitte, Weddinff, Prenzlauer Berg, Schöneberg, Char- lottenburg, Steglitz, Zehlendorf, W ißensee, Tegel und Reinickendorf-West. Näheres im Innern des Blattes! Für soziallstiscUen AoIM Für ein sozialistisches BeriinI Postscheckkonto: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wallftr. SS. Dt. B.». DiKc.-Ges.. Tepositenkasi« Lindenstr. 3. Ein Roggenskandal. Privatgeschäfte auf Kosten des Meiches. Seit einigen Tagen ertönt in einigen Blättern der demo- kratifchen Presse das Wehgeschrei des sogenannten freien Getreidehandels darüber, daß ernsthafte Versuche gemacht werden, zwischen der Deutschen Getreide-Handelsgesellschaft m. b. H., die vorwiegend mit Mitteln des Reiches arbeitet und der Getreide-Jndustrie- und-Commission-A.-G., die von der Preußenkasse und der Rentenbank-Krrditanstalt beherrscht wird, ein Uebereinkommen zu schaffen, das die Grundlage einer wirksamen Roggen st ützung bilden soll. Diese Verhandlungen gehen zurück auf die unmittelbare Initiative des Reichsernährungsmini st er s. Irregeführt durch Angaben der Leitung der Deutschen Ge- treide-Handelsgesellschaft und von Vertretern des freien Hau- dels, hatte Dietrich in einer Rede, die er vor einigen Wochen in Mannheim hielt, der Getreide-Jndustrie- und Commission» A.-G. vorgeworfen, ihre Tätigkeit diene nicht den Interessen der Landwirtschaft. Die Getreide-Jndustrie- und Commission- A.-G. hat ihn alsdann von der völligen Unrichtigkeit seiner Vorwürfe überzeugt, die er dementsprechend auf der Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates in Münster in der loyal- sten Weise zurücknahm. Gleichzeitig unternahm er Schritte. um Mißverständnisse, wie sie hier zwischen den beiden Gesell- schaften zutage traten, ein jur allemal unmöglich zu machen und ihre Zusammenarbeit sicherzustellen. Obwohl durch die Erklärung des Ministers ausreichend klargestellt ist, daß es sich bei diesen Angriffen gegen die Getreide-Jndustrie- und Eommission-A.-G. um Verleunl-> düngen handelte, setzen einige Zeitungen ihre Angriffe auch neuerdings noch fort und suchen die Zusammenarbeit der beiden Firmen zu hintertreiben. Hinter diesem Kampf des sogenannten freien Getreide- Handels und einiger weniger Zeitungen, die man in solchen Fragen nicht mehr allzu ernst nehmen kann, stehen, wie dies unmer zu fein pflegt, hoch st reale Interessen. Es ist an der Berliner Produktenbörse schon längst kein Geheim- nts mehr, daß es ein Vergnügen ist, mit der Deutschen Getreide-Handelsgesellschaft Geschäfte zu machen, bei denen das Risiko klein und die Gewinnchancen um so größer sind. An der Berliner Produktenbörse bedauert man freilich ebenso allgemein, daß nur wenige Firmen diese risikolosen Gewinne einstecken können. Dies sind die Firmen Kämpft- meyer, Kabel u. Co.. Artur Lehmann. Martin L. Cohn. Gebr. Tiemann. Die Inhaber der erstgenannten vier Firmen gehören dem Vor stände der Produktenbörse an! Die Firma Kabel u. Co.(Jnh. Gustav Relßner) hat vor de» Aktivität der Deutschen Getreihe-Handelsgesellschast vorwiegend mit Mehl gehandelt, ist also besonders berufen, sich jetzt auf Roggen um- zustellen. Gleichzeitig fitzt ihr Inhaber im Beirat der Deut- scheu Getreidehandelsgesellschast. Die Firma Artur Lehmann handelte in früheren Zeiten vorwiegend mit Futtermitteln und Auslandsgetreide: auch bei ihr ist das Interesse am in- ländischen Roggen erwacht, als das Geschäft mit der Getreide- Handelsgesellschaft sich lohnte. Die Firma Gebr. Thiemann, deren Inhaber nicht zum Borsenoorstand gehört, handelte früher vorwiegend mit Saaten und Effekten. Wäre die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft ein privates Unternehmen, so würden diese Vorgänge im höchsten Maße uninteressant sein. Tatsächlich.aber handelt«s sich hier um ein Unternehmen, an dessen Eigenkapital zwar nur Private (die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, das Kali- Syndikat und das Stickstoff-Syndikat) beteiligt sind, das aber so gut wie ausschließlich mit Reichsmitteln arbeitet. dieihmimDetragevonrund28Mil- lionen Mark zu einem Zinssatz von 1� Proz. (Reichsbank-Diskontsatz 7 Proz.) zur Berfügung stehen, ohne daß bisher das Unternehmen auch nur einen Pfennig Zinsen km das Reich abgeführt hätte. Zu diesem billigen Kredit sind neuerdings noch Zuschüsse getreten: sie belaufen sich bisher auf fast 4 Millionen Mark, die zum Teil ohne parlamentarische Bewilligung gegeben worden sind. Es ist anzunehmen, daß darüber hinaus noch weitere Mittel angefordert werden dürften. Der Reiz des Geschäftes mit der Deutschen Getreide« Handelsgesellschaft liegt darin, daß sie den Einkaufsfirmen. die für sie tätig find, übermäßige Kommissionen zahlt. Bei den Einkäufen, die nicht auf der Grundlage des kommissionsweifen Handels geschehen, ist mangels einer aus- reichenden Kontrolle der Handel in der Lage, beim Land- wirt billig einzukaufen und der Deutschen Getreide- Handelsgesellschaft teuerzu verkaufen. Auf diese Weise sind stellenweise Beträge von bis zu 26 Mark pro Tonne ver- dient worden. Es soll sogar vorgekommen sein, daß die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft das von ihr teuer gekaufte Getreide mit erheblichem Verlust abstieß, um es wenige Tage darauf wiederum teuer einzukaufen. Während in den drei Monaten der Stützungsaktion der Roggenpreis um über 36 Mark zurückging und die S t ü tz u n g s a k t i o n für die Landwirtschaft wirkungslos blieb, haben die Volksentscheid im Dezember. Reichstag 21. November.— Ergebnis der Besprechung beim Reichskanzler. oben gekannten 5 Firmen, in den:n der Vorstand der Der- liner Produktenbörse so ausgiebig vertreten ist. a u f K o st e n des Reiches ein hübsches Vermögen verdient. Weil dieses Vermögen auf Kosten des Reiches verdient wurde, hasten wir eine Umstellung der Getreide- Handelsgesellschaft, die zum Nutzen der Landwirt- schaft und n cht eines Ringes van Getreidehandlern geschaffen wurde, erforderlich. Darüber hinaus scheint es uns nötig, daß die Zusammenhänge zwischen der Pressehetze, die in den letzten Tagen versucht hat. eine derartige Umgestaltung der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft zu verhindern und den so hoch ver- dienten bevorzugten fünf Firmen bzw. den entsprechenden Mitgliedern des Vorstandes der Berliner Produktenbörse ein- mal sehr gründlich geprüft werden. Die Unverfrorenheit joner Kreise, die aus diesen Geschäften Nutzen ziehen, kann nicht deutlicher illustriert werden, als durch ihre Bemühungen, einen der ihren, Herrn Lehmann, zum Nutzen des Geschäfts maßgeblichen Einfluß in der deutschen Getreidewirtschaft zu verschaffen. Schließlich erscheint es notwendig, daß auch einmal die Frage geprüft wird, was eigentlich die Gesellschafter der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft für die Stützung des Roggenpreises geleistet haben und zu leisten gedenken. Als sie vor 3Vj Jahren gegen den Widerspruch der Sozialdemokratie den Reichskredit von 3l) Millionen Mark zu Proz. ohne genügende Sicherung und— Reichsaufficht erhielten, konnte dem Reichstag gegenüber immerhin auf ein nominelles Kapital von 15 Millionen Mark hingewiesen werden, davon wurden jedoch nur oder nur 25 Proz. eingezahlt. Weitere Einzahlungen sind bisher nicht geleistet worden, und offenbar hat man bisher die Frage vernachlässigt, ob solche Einzahlungen nicht bereits aus handelsrechtlichen Gründen dringend erforderlich sind. Wir nehmen an, daß es insbeson- dere dem Stick st off- und dem Kali-Syndikat leicht möglich sein wird, ihrerseits das Kapital der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft aus den an der deutschen Land- Wirtschaft erzielten Monopolgewinnen aufzufüllen. Der ganze Fragenkomplex Deutsche Getreidehandelsgesellschaft bedarf nunmehr dringend einer gründlichen Entwirrung, die in erster Linie von der aufsichtführenden Behörde, dem Reichs- ernährungsministerium, herbeigeführt werden muß. Gklarek-Geld für Deutschnationale Nie deutschnaiionale Organisation in Berlin wiederholt finanziert! Nr. Heim gegen„Grüne Front". Subventionen— ein Ausweg für die Unfähigkeit. Der bayerische„Bauernkönig* D r. Heim beschäf- tigle sich nach den„Münchener Neuesten Nachrichten* in treffender Weise mit den Forderungen der Grünen Front. Er betont, daß die Grüne Frönt sich mit diesen Forderungen wieder einmal aus den Weg der Subventionen begeben habe. Im März 1928 habe man mit den Anträgen Schiele, dem sogenannten Förderungsprogramm mit einem Aufwand von 64 Millionen Mark, den Anfang gemocht. In diesem Tempo soll es weitergehen. Heim stellt dann fest:„Die Sub- rentionspolilik war immer ein Ausweg für die Unfähig- keit. Die Gesamtheit hat von dieser Subventionspolittk nichts. Nur einigd wenige Begünstigte, die an der Krippe sitzen, kommen -um Zug und ein großer Teil der Mittel wird auf unzweckmäßige Weife vergeudet. Aus den Mitteln, die auf Grund des oben erwähnten Förderungsprogramms bisher aufgewendet wurden, ist e i N g r o ß c r T e il g l a t t v e r g'« u d S t." Man kann nicht sagen, daß Heim die verfahrene Politik der Grünen Front und des verflossenen deutschnationalen Reichsernäh- rungsministers Schiele damit unrichtig gekennzeichnet hätte. Hiiler und Rupprechi. Vayr.fche Dolkspartei gegen Hakenkreuz. München, 6. November.(Eigenbericht.) Die Aifäre Hitler— Rupprecht von Wittelsbach zieht weitere Kreise. Nach einer Erklärung im„Völkischen Beobachter* war die Persönlichkeit, die bei Rupprecht intervenierte, keineswegs ein Beaustragter Hitlers und auch kein Nationalsozialist, sondern ein Mann, der seit langen Jahren zum Bekanntenkreis des Kronprinzen gehört. Auf Grund seiner streng monarchischen Einstellung habe er di« Absicht versolgt, weniger im Interesse Hitlers als im Interesse des Kronprinzen und der monarchischen Idee eine Korrektur der lronprinzlichen Einstellung zu erreichen. Durch diese Feststellung erhält das Gerücht ein« gewisse Bestäti- gung, daß die öffentliche Erörterung der ganzen Angelegenheit als der Anfang einer politischen Offensive gegen Hitler zu betrachten ist, di« wohl unmittelbar von der Umgebung Rupprechts ausgegangen ist, hinter d«r aber in Wirklichkeit die m a h- gebenden Kreise der Bayerischen Volkspartei stshen. Diese Ansicht wird gestützt durch die Art und Weise, wie die Bayerische Volkspartei und ihre Presse jetzt den Kampf gegen Hitler iührcn. Erst am Dienstag abend hat der Porteivorsstzende Schäffer in einer Versammlung in Würzburg sich demonstrativ an die Seite Rupprechts gestellt und Hitler einen gemeinen Lügner genannt. Diese Offensive zielt offenbar zunächst darauf ab. nnt Hilfe der Autorität Rupprechts zu erreichen, daß die sogenannte bessere Gesellschast und vor allem die Offiziere der alten Armee abgeholten werden sollen, mit Hitler zu sympathisieren und sich seiner Bewegung zuzuwenden. Dagegen tritt Hiller mit allen Mitteln seiner Agitation und Reklame auf. Am Mittwoch abend hiell er eine Versammlung im Bilrgerbräuteller ab und für Donnerstag kündigt er weitere Enthüllungen in einer Sonderbeilage seines Blattes an. Das Kecht des unehelichen Kindes. Beratungen im Brchtsausfchuh. Der Rechtsausschuß des Reichstages beriet gestern ln Abwesen- heit der Vertreter des Zentrums die ersten Paragraphen des Gesetzes über die unehelichen Kinder. Nach§ 170Z des Entwurfs soll das uneheliche Kind im Bsrhältnts zu der Mutter und zu den 'Verwandten der Mutler die rechtliche Siellung eines ehelichen Kindes haben. Bei der Beratung dieses Paragrapheu wies Abg. Rosen- selb(Soz.) darauf hin, daß nach dem Heidelberger Programm eine Forderung der sozialdemokratischen Partei sei, die Gleichstellung der unehelichen mit den ehelichen Kindern herbeizuführen. Seine Freunde würden sich bei der Beratung der Einzelbestimmungen des Gesetzes bemühen, diese Auffassung im Gesetz zu verwirklichen. § IVOS wurde nach dem Entwurf beschlossen.§ 1703a soll folgendermaßen lauten: Als Vater des unehelichen Kindes gilt, � 1. wer die Baterschaft anerkannt hat, 2. wer auf eine gegen ihn aerichtete Klage des Kindes rechtskräftig als Datcr festgestellt ist. In§ 1705d wurde bestimmt, daß die Anerkennung der Vaterschaft auch in einer Verfügung von Todes wegen geschehen kann. Die Deutschnationalen bestreiten die geistigen Kosten ihres Wahlkampfes gegen die Sozialdemokratie mit der Sklarek-Skandalhetze. Sie preisen sich als Reiniger an— zum wievielten Male eigentlich? Das Geschick will es, daß diese Skandalagitation finanziert wird mit— S k la r e t- Geldern! Die Deutschnationalen haben von den jüdischen Brüdern S k l a r e t genommen, sehr kräftig und aus- dauernd. Der Abgeordnete B r u h n, der ehemalige Parteifreund der Deutschnationalen, enthüllt diese Beziehun- gen in der„Wahrheit". Dort liest man: „Die Brüder Sklarek haben, mit 2000 Mark angefan- gen, wiederholt Geldbeträge durch den deutschnationalen Stadt- verordneten Ganzow an den Landesverband Berlin der Deutschnationalen Volkspartei gezahlt. Die diesbezüglichen Besuche Ganzows erfolgten so oft, daß den Sklarek« di« Zahlungen unbequem wurden und Leo Sklarek gelegentlich äußerte: «Ganzow müsse nun aber mal«Pause* machen." Sklareks oerfolgten mit ihren Geldbeiträgen an die Deutschnatio» nalen Berlins natürlich«inen Zweck. Sie wünschten, daß ihre Geschäft« mit der Stadt Berlin von den deutschnationalen Vertretern in der Stadtverwaltung nicht kritr- siert würden.'Sklareks haben erreicht, was sie wünschten. Aus neuester Zeit. Juli 1929, ein Beispiel: Die Lindcnstraßc wird über die Kommandantenstraß« hinweg ver- längcrt bis zum Spittclmarkt. Das Geschäftshaus der ÄBG. verfällt dadurch dem Abbruch. Sklareks wollten die beiden Grundstücke, di« an der Ecke der Deuthstraße und Spittelmarkt entstehen werden. kaufen. Die deutschnationalen Stadtverordneten haben ein- stimmig dem Sklarekschen Kaufangebot, das sehr günstig für diese sein soll, z u g e st i m m t. Dr. hugenberg kennt seil Ansang Oktober dieses Schmier- und Schweizegeldgefchäsk seines LcmdesverbandsvorMenden mit Sklarek». Wie gut Laverrenz und Ganzow wußten, was sie taten, geht aus dem Verhalten Ganzows hervor. Ganzow wollte nicht allein dafür verantwortlich sein, daß er von Sklareks Geld genommen hatte, er sagte deshalb Laverrenz, er Habs 2000 Mark von Sklareks genommen. Laverrenz war damit einver- standen.* Da gibt es kräftig zu reinigen— im Hause der Deutsch- nationalen Volkspartei selbstl Die Verlogenheit der deutsch- nationalen„Reiniger" ist mit der Aufdeckung dieser Be- Ziehungen an den Pranger gestellt. Tardieus Schwierigkeiten. Starke innere Gegensähe.— Zweifelhaste Mehrheit. Paris, 6. November.(Eigenbericht.) Die 28 Mannen der Regierung Tardieu sind am Mittwoch zu einem«rstenKablnettsrat zusammengetreten Als Versamm- lungslvkal mußten sie den großen F e st s a a l im Innenminist«- rium beziehen, da der gewöhnliche Sitzungssaal sie nicht alle fassen wollte. Ebensowenig wird übrigens auch die Regierungsbank in der Kammer ausreichen. Zu Ehren des Tages wurde der Auf- marsch der Minister zum ersten Male im Tonfilm festgehalten. Das amtliche Kommunique teilt mit, daß das Ministerparlament in seiner Aussprache,„die nichts im Dunkeln gelassen* habe, sich ü b e r a l l e.zur Debatte stehenden Fragen der Innen, und Außenpolitik geeinigt hätte und daß sofort nach.der Verlesung der Regierungserklärung in der Kammer die Debatte über die Inter- pellationen zur allgemeinen, wie auch zur Außenpolitik der Regierung beginnen soll. Ueber die Regierungserklärung selbst schweigt sich das amtliche Kommunique vollkommen aus. Es ist aber kein Gsheimrns, daß die Ausarbeitung dieses wichtigen Dokumentes dem neuen Ministerpräsidenten erheblich», Sopszerbrechen bereitet. Tardieu hat nun einmal den Ruf eines großen Realpolitikers und deshalb erwartet man auch von seiner Programmerklärung wahre Wunderdinge. Aber Tardieu hat in den wenigen Tagen seiner Regierungsherrlichkeit schon die Erfahrung machen müssen, daß es sich mit einer Mehrheit, wie sie ihm zur Verfügung steht, nur sehr schwer arbeiten läßt. Die Gruppe Marin, aus der Tardieu vier seiner Minister genommen hat, entsandte schon am Dienstag «ine Delegation zu ihm, um gewisse Bindungen hinfichtlich einer „patriotischeren* Außenpolitik zu verlangen. Die Gruppe der radikalen Linken, aus der Loucheur und einige andere Minister stammen, hat gleichzeitig mit ihrem Absall gedroht, falls die bisherige außenpolitische Linie abgebogen werden sollte. Die Klerikalen im Kabinett verlangen„Besse- rungen* im Schul- und Kirchenrecht. Die republikanische Linke hat wiederum gegen jede Lockerung der Laiengesetzgebung protestiert. Allen diesen widersprechenden Wünschen gegenüber hat sich Tardieu bisher dahin geholfen, daß er zu allem ja gesagt hat. Aber aus diesem Salat kann nie und nimmer eine Regierungs- erklärung werden. Tardieu wird daher«ine strenge Auswahl treften müssen, um allen Wünschen entgegenkommen zu können. Tardieus Mehrheit ist bei Licht betrachtet s ch o o jetzt nichtmehr vor Händen. Nach den Sozialisten haben nunmehr auch die Radikalen und die republikanischen Sozia- l i st e n. aus deren Reihen Lriand stammt, beschlossen, ein- st immig gegen das Kabinelt zu stimmen. Nei der radikalen Linken dürfte da» Kabinett nur höchsten» auf einen Teil der Stimmen zn rechnen haben. Der Vorsitzende dieser Gruppe, der Abgeordnete Dan ist du. ein enger Freund Briands. macht jeden- falls aus seiner- Gegnerschaft gegen da» Kabinett, keinen Hehl, Zn einer Fraklionsfihung beschloß diese Gruppe die Regierungserklärung abzuwarten und ihre Stellungnahme von deren Zuhält ab- h S u g i g zu machen. Auf dem rechten Flügel der Kammer haben sich die Abgeordnelen Marin und Mandel und ihre Anhänger noch nicht mit der Anwesenheit Lriands ausgesöhnt. Es droht sich also schon gleich am ersten Tage gegen Tardieu die gleiche Oppo- s i t l o a zusammenzufinden, die am 22. Oktober das Kabinett Drtand gestürzt hat. Gestoppie Bäumungsmaßnahmen. Maglnots und Hugenberg«! Zusammenwirken. wie der„Soz. Pressedienst* erfährt, ist der seit Wochen vorliegende Abmarschbesehl für da» in Kreuznach stationierte französische Regiment plötzlich zu- rückgezogen worden. Kreuznach bleibt bi» aus weitere» beseht! Eine französische Kompagnie, die aus dem Mainzer Bahnhos bereit» zum Abtransport bereitstand, erhielt den Befehl, sich in die alten Quartiere zurückzubegeben. Mainz bleibt vorläufig ebenfalls beseht. Mainz und Kreuznach gehören zur dritten Zone des besetzten Gebietes, mit deren Räumung nach den Bereinbarungen zwischen Deutschland und Frankreich an sich erst n a ch d e r Ratifikation des Doung-Plane» begonnen werden sollte. Immerhin hatte die französisch« Regierung in der berechtigten Erwartung, daß Deutschland die verabredeten Vereinbarungen durchführen wird, auch die Räumung des Teiles der dritten Zone schon vor Wochen an- geordnet. » Dieser plötzliche Gegenbefehl hängt offenbar mit dem französischen Kabinettswechsel und insbesondere mit der Ernennung M a g i n o t s zum Kriegsministsr zu- sammen. Maginot und seine Freunde hatten berefts unter dem früheren Kabinett die Auffassung vertreten, daß die Räu- mung der dritten Zone erst nach der Inkraftsetzung des Noung-Planes zu beginnen habe. Der sogenannte„Erfolg" des Hugenbergfchen Volksbegehrens kam nun diesen Treibereien sehr gelegen, und die regierungsoffiziöse Rechtspresse erklärte sofort, daß angesichts des nunmehr aus- stehenden Volksentscheides keine weiteren Vorkehrungen für die Räumung der dritten Zone getroffen werden dürfen. Somit ist als erster„Erfolg" des„Freiheitsgesetzes" die Unterbrechung von bereits angeordneten Räumungsmaßnah- men zu verzeichnen. Herr Maginot kann sich bei Hugenberg und Hitler dafür bedanken, daß sie ihm den V o r w a n d für eine wortbrüchige, verständigungsfeindliche Politik geliefert haben. Aeuer Sturm im Sächfifchen Landtag. Oer Bürgerblock gegen den sozialdemokratischen Präsidenten. Dresden, 6. November.(Eigenbericht.) In der Mittwochsitzung des Sächsischen Land- t a g e s kam es wieder zu heftigen S t u r m f'z e n e n. Der Abg. B l ü h e r(DVp.) übte scharfe Kritik an der Geschäfts- sührung des Präsidenten Meckel(Soz.) und erklärte, di: bürgerlichen Parteien behielten sich eine Prüfung darüber vor, ob nicht eine Aenderung der Geschästsordnunh in bezug auf die Person und die Stellung des Präsidenten angegeigt sei. Blüher forderte weiter die Feiertagsoorlag« sofort zu beraten. Werde dagegen Widerspruch erhoben, so soll« die nächste Sitzung auf Donnerstag vormittag 11 Ahr einberufen werden. Der Kommunist Opitz wurde wegen unparlamentarischer Aus- drücke dreimal zur Ordnung gerufen und darauf vom Präsidenten ausgeschlossen. Als Opitz trotzdem weitersprach, wurde die Sitzung unterbrochen. In der neuen Sitzung war auch Opitz an- wesend. Auf die Aufforderung des Präsidenten, den Saal zu ver- lasten, erwiderte er: ,Jch denke gar nicht daran." Die Sitzung wurde daraufhin auf eine halbe Stunde unterbrochen. Als Opitz auch in der dritten Sitzung wieder erschien, wurden di« Beratungen vertagt._ Fsucht vor einem Toten. Oer Hugenberg-Block und Max von Baden. Karlsruhe, 6. November.(Eigenbericht.) Der neu« Badische Landtag wählte am Mittwoch den Aen- trumsabgeordneten Dr. Baumgartner zum Präsidenten. Der sozialdemokratische Abgeordnete Meyer wurde erster, der volks» parteiliche Abgeordnete Dr. W a l d e ck zweiter Vizepräsident. Baumgartner gedachte nach seiner Wahl in einem kurzen Nach- ruf u. a. auch des am Mittwoch verstorbenen Prinzen Max v. Baden, der lange Jahre dem Badischen Landtag angchört hatte und u. a. Präsident der früheren Ersten Kammer war. Die Deutschnationalen und Nationalsozialisten ve?- ließen bei dem Nachruf fluchtartig den Saal. LleberfaZl auf Parteigenossen. Fünf politische BowdyS verbastet. Gestern abend wurde aus drei Parteigenossen in Mlmmdorf ein gemeiner Ucbcrfall verübt. Die Genossen befandeu sich gegen 22 Uhr auf dem Heimweg, als sie plötzlich an der Ecke Vran- denbnrgische und Berliner Straße von einer Horde junger Burschen überfallen und schwer mißhandelt wurdea. Glücklicherweise war die Polizei so rechtzeitig zur Stelle, daß fünf der Rowdy, festgenommen werden konnten. Die Täter wurden ins Polizeipräsidium gebracht. Bei ihrer Vernehmung bestritten sie. irgendeiner politischen Partei anzugehören. Nach den Zeugenaussagen und nach der Art des Ueberfalles steht jedoch einwandfrei fest, daß e» sich um ein vorbereitetes Attentat handelt. Die politische Polizei hat die weiteren Ermittlungen ausgenommen. Hausbesitzer und GporipZätze. .»Wenn man so denkt, daß hier gut zwanzig Zinshäuser Platz drauf hätten... Na, kriegen wir am 12. November die Mehrheit, dann hört der Gportrummel auf!* Oer Rechnungshof. Sein Verhältnis zur Neichsregierung. In der Mittwoch-Sitzung des Ausschusses für den Reichshoushalt wurde die Beratung dar Novelle zur Roichshoushalts- Ordnung fort- und zu End« geführt. Im Mittelpunkt der Erörterung stand die Frage, welche Stellung dem Rechnungshof im Verhältnis zur Reichsr«gierung zu- komme. Präsident des Rechnungshofes und zugleich Reichsfpar- lommiffar ist gegenwärtig der frühere preußische Finanzminister S ä m i s ch. Gegen diese Personalunion wurden, soweit der jetzige Inhaber der beiden Stellungen in Frag« kommt, Bedenken nicht er- hoben. Alxr es wurde aus der Mitte des Ausschusses mehrfach betont, daß draußen Im Lande die Greb.zen zwischen Rechnungshof und Rcichssparkommisfar sich häufig verwischen. Es müsse eine strenge Scheidung gefordert werden zwischen den Maßnahmen, die der Rechnungshof als solcher oder die der Reichsspartoinmissar treffe. Der Rechnungshof falle sachlich nicht prüfen, ob eine Ausgabe nötig fei oder nicht, sondern nur ob sie mit den Belegen des Etotsrechts usw. im Einklang st ehe. Der Rechnungshof müsse streng darauf achten, nicht in die Erekutlve, nicht in die lausende Verwaltung einzugreifen. Das Recht einer unmittelbaren Kontrolle der Verwaltung, eines unmittelbaren Ein- griffes in die Verwaltung besitz« der Rechnungshof nicht. Ein Vcr- treter des Rechnungshofes erklärte, daß der Rechnungshof es bisher schon immer peinlich vermieden habe, in die Exekutive einzugreifen. Des weiteren wurde der Zustand gerügt, der es nachgeordneten Behö den ermögliche, über die Köpfe ihrer vorgesetzten Behörde hin- weg. sich mit dem Parlament direkt in Verbindung zu setzen. Von der Sozialdemokratie ist seit Jahren die Forderung erhoben morden, daß die einzelnen Behörden so schnell als möglich ihre Kassen � absch'ießen und Rechnung legen sollen, damit der Rechnungshof in den Stand gesetzt werde, seine Denkschrift über die erfolgte Rech- nungrprüfung dem Reichstag beschleunigt vorzulegen. Je schneller d'ese Denkschrift in die chände des Reichstags gelange, um so mehr könne die Rechnungsprüfung durch den Reichstag der Beratung des Etat' für das kommende Rechnungsjahr nahegerückt werden, was für die wirksame Ausübung des Budgetrechts notwendig ist. Es wurde ein Antrag angenommen, der bestimmt, daß der zuständig« Reichsminister im Einvernehmen mit dem Rechnungshof eine Rechnunoslegung auch für kürzere Zeit als ein Rechnungsjahr bei solchen Einnahmen und Ausgaben, bei denen sie möglich oder zweckmäßig ist, anordnen kann. Bolschewistische Sitten. Angriffe auf die N ichSregieruna bei einer offiziellen Revo utionsfeier. Wie aus Moskau gemeldet' wird, hat am Mittwoch in der Moskauer Großen Oper die Feier des 12jährigen Bestehens der> Sowjetmacht stattgefunden, an der die Vertreter des Politbureaus, der Kommunistischen Pariei mit Stalin an der Spitze, sowie Führer der Roten Armee und Flotte erschienen waren. R y k 0 w und M o l 0 t 0 w sprachen über die international« Lage der Sowjetunion. Rykow(der Staatspräjident! Red.) er- klärte, daß di« Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und London ein bedeutender Schritt in der Vsr- besserung der internationalen Lage der Sowjetunion bedeute. Ein Vertreter der deutschen Sommunistischen Partei, die ein« zahlreiche Abordnung aus Berlin nach- Moskau entsandt haste, hielt eine Rede gegen die Reich-regierung und di« Soziatdematraste. Er erklärte/" daß die deutsche Arbeiterklasse die Methoden der russischen Revolution erlernen und versuchen werde,- sie auf deutschem Boden durchzuführen. Heimwehr gegen— Henderson. Schober-Lokele, geh Du voran! Wien. 6. November. fEigenbericht.) Bundeskanzler Schober hat nach Blästermeldungen angeblich feine Demission angeboten, weil er auf Verlangen der Heimwehr- führer di« Erklärung des englischen Außenministers im Unterhaus über die Lage in Oesterreich zurückweisen sollte! Richtig ist. daß es zwischen den Heimwehrführern und den Vertretern der Mehrheitsparteien in den letzten Tagen zuernstenAusein- anderfetzungen gekonunen ist. Di« Heimwehrführer forderten in der Tat eine Zurückweisung der Erklärung Henderfons, Schober l>at das Ansinnen jedoch mit der Begründung abgelehnt, daß eine Zurückweisung doch n i ch t z n ü tz e. Im Zusammenhang damit bot er am Dienstag sein« Demission an, die er jedoch am Mittwoch wieder zurückgezogen haben soll. E? ist für di« Stimmung der bürgerlühen Parteien bezeichnend, daß im Zusammenhang mit dem Demissionsangebot des Bundes- kanzlers Schober in Wien bereits am Mittwoch von einem K a b i- nett Vaugoin gesprochen wurde. Daugoin. der Wehrminister und Vizekanzler, ist einer der Hauptscharfmacher. Der AsrfassiingsunterauKschuh steht vor dem Ende seiner Beratungen. Das liedeutct natürlich nicht, daß der Ver- jassimgsentwurf angenommen ist._ Zunächst folgen jetzt die Der- bondlungen zwischen den Partelen über di« strittigen Bestimmungen. Erst dann w«rd«n die Besprechungsn im grnzen Verfassungsaus- schuh fortgesetzt. � Wettrekord der preffefreiheii. Dieselbe Zeitungsnummer neunmal beschlagnahmt. Vorschau, 6. November. Die christlich-öemokratisch« ,.Eze«zpoipolitq" stellt{est, daß in der letzten Woche 1ö Zeltungen beschlagnahmt worden sind, aste nur wegen Äestbreitung wahrheitsgemäßer Bericht«! Wie der„Robotnik" misteilt, hat der Staatstarost von Leinbarg. K l o tz, den Leinderger.Lurjer Poranny* im Laufe e i n e r N a ch t neunmal beschlagnahmen lasssn und damit wohl einen Welt- r e ko rd auigestellt- Aüf einer Warschau«! Konferenz der Vertreter der am m e i st e n beschlagnahmten Oppositionsblätter waren süns- zehn Zeitungen vertreten. Pie Konferenz wählt« ein A r b e i ts- k o m i t e«, das Mittel und Wege suchen soll, um mit Hilfe von Rechtssachvcrständigen die juristischen Grundlagen für eine Er. lämpfung der Pre'ßfreiheit zu prüfen. putschfolge Kurssturz. Aus New Port wird ein Kurssturz der 7prozentigen Sta- bilisierunzsanteih« von 1027 gemeldet, der mit der politischen Krise in Polen in Verbindung gebracht wird. Di« Stabilisierungsanleihe, die Mitte Oktober onf 81,5 bis 83 Proz. stand, ist gegenwärtig auf 72 Proz. gefallen. Oer Kampf um Innenminister Grzefinski über die In einer überfüllten Wahlkundgebung des Wilmersdorfer Kreises sprach am Mittwoch der preußische Innenminister Genosse Grzefinski über die Bedeutung der preußischen Gemeinde- wählen. Er führte aus: Die Stadt Berlin wählt nach der Entstehung des Groß-Derliner Gesetzes zum ersten Mal« gemeinisam ihr Stadlparlament mit den | übrigen preußischen Kommunalkärperschasten. Uns Berlinern ist es ganz klar, daß es sich beim Kampf um Aie Gemeinden um Politik handest. Es soll in den Gemeinden eine Eliquen- und Geldbeutel- Verwaltung eingeführt werden, die das staatsbürgerliche Recht der Asmein-deselbstverwaltung beseitigt. In den alten Stadtparlamenten wurden viel schlimmer« Korrup- tionssälle begangen als heute. Aber es war das System, das eine Aufdeckung ständig verhinderte. Es war das System, das au» DrundstücksverkSufen. Sub- missiolnsausträgen, Zluchtlinienplänen Vorteile für einzelne schaffte. Wenn heute die Vororte Berlins sich über die schlechte Bebauung und di« unzweckmäßige Straßenanlage, wenn Berlin sich heute mit Recht beklagt über die ungerecht« Aufteilung seines Steuerauf, kommens, dann ist auch das eine Folge der Lodderwirt- schaft der alten Zeit. Vor dem Krieg« erhoben die wesstichen Vororte nicht mehr als 100 Proz. Zuschlag zur Einkommensteuer. Und die Stadt Berlin hat aus Furcht davor, daß sie ihre letzten steuerkrästigen Mitbürger an die westlichen Vororte verlieren würde, ihre Gemeindestcuerzuschläge auch nie weiter zu erhöhen gewagt. Roch der sogenannten Garantiesumme dieser alten Steuererhebungen wurde mangels anderer Unterlogen die jetzt für den Finanzausgleich geltende Verteilung geregelt. Es rächt sich heute, daß man damals in der Kommune aus Steuerdrückebergerei keine sozialere Kullurpolllk treibe« wollte! Infolgedessen müssen die Gemeinden heute ihre Ausgaben über das normal« Maß steigern, weil sie im heute verarmten Deutschland das leisten müssen, was das ehemals reiche Deutschland versäumt hat! Es ist besonders der städtische Mittelstand, der damals diese Politik unterstützte und der sich heute über die Steuerlasten Italiens neuer Boifchaster in Berlin. Orsini-Baroni. Rom. K. November. Ein amtlicher Erlaß gibt die Einzelheiten des Revirements! in der italienischen Diplomatie bekannt, in dessen Rohmen' der italienische Botschafter in Angoro Orsini-Bardni nach Berlin versetzt wird, während der bisherige Botschafter in Berlin Graf Aldrovandi-Marescotti, ebenso wie der Botschafter in Santiago Garbasso zur Disposition gestellt wird. Litauische Militärjustiz. Junge Menschen lebendig begraben. M e m e l. K. November. Wie dem„Akemeler Dampsboot" aus K o w a o gedrahtet wird, Hai dos Kriegsgericht zehn Mitglieder des Sludeateuverbandes Ausra s Sozialrevolutionäre) wegen Vorbereitung eines Atlenlots aus den Innenminister zum Tode verurteil». Das Gericht hat die Todesstrafe in lebenslängliche Kerkerhaft umgewandelt. Die anderen Angeklagten, jugendliche Arbeiter und Gymnasiasten. wurden zu sechs bis fünfzehn Jahren verurteilt, darunter eine Lehrerin an einem üowaaer Gymnasium und der jugendliche Dichter TN o n t v i l a. der zehn Jahre erhielt. Die übrigen Verurteilten sind jugendliche Studenten und Gymnasiasten. pletschkaitianer wieder rechtzeitig erwischt. Sowno, K. November.(Eigenbericht) Die Polizei Hot in dem Grenzort Pievis zwei aus dem 38 Kilo- meter entfernten W i l n a gekommene P l« t f ch t a, t> s> A n- Hänger verhaftet- Die Verhafteten hatten vier Revolver, zehn Bomben»nd eine Höllenmaschine, die im Augenblick der Verhaftung explodierte. Sie erklärten, noch Litauen gekommen zu sein, um das Militärkasino und die Polizeidirektion in Kowno in di« Luft zu sprengen. Instruktionen und Geld erhielten sie von einem gewissen die Gemeinden. Bedeutung der Gemeindewahlen. beklagt. Cr führt heute den Kampf gegen die«irtschafstichc De- tätigung der Gemeinden mit der Belzauptung, daß dies« den Lebens- räum für das Gewerbe und die Industrie einschränke. Es ist be- zeichnend, daß fast alle angegriffenen kommunalen Einrichtungen, auch die vielgenannten.Luxusausgaben", meistens von bürger- lichen Vertretern mitbeschlossen worden sind, weil sie sich bei dem Angewiescnsein auf die Wahlstimmen der breiten Massen nicht trauen, ihre Sonderinteressen offen durchzuführen. Mit widerlicher Heuchelei suchen sie die von ihnen selbst mitgeschafsenen Einrichtungen dadurch zu zerstören, daß sie die Hilse von Reichs- und Staatsinstanzen, von wirtschaftlichen Organisationen, Handels- kommern usw. anrufen. Was als.Luxusausgabe" bezeichnet wird, ist meistens vom Standpunkt des Allgemeinwohls sehr notwendig. Es gibt leider noch sehr weile kreise, die eine hygienische und moderne' Schule, vernünsilge Armenhäuser, Arbeilslosenunter- stutzung und krisensürforge für einen Luxus halten. Diese Kreis« vertreten das nackte privatkapitalistische Interesse,- dos die Werktätigen hilflos in allen sozialen Fragen, besonders aber in den Arbeits- und Lohnfragen, dem Diktat der Unternehmer aus- liefern will. Es ist unverständlich, daß es bssonders der Mittel« stand unter der Führung der W i r t s ch a f t s P a r t e i ist, der am schärfsten gegen die Freizügigkeit der Gemeinden in der wirstchost- lichen, sozialen und kulturellen Betätigung kämpft. Er selbst trägt nicht geringe Vorteile aus dieser Betätigung. Daß der Kampf gegen uns mit schmutzigen Mitteln geführt wird, ist weder neu noch originell. Schon vor dem Kriege ist jede solche Schmutzwelle von uns abgeprallt, und sie wird auch jetzt von uns abprallen! Der sozialistische Geist ist nicht zu täten! Denn unsere rechten und linken Gegner sind gezwungen, aus Angst vor den Massen unsere Argumente und unsere Forderungen zu okku- pieren. Der Gedanke des Gesamtinteresses des ganzen Volkes über- windet auch di« Interesssnpolitik unserer Gegner, und dieser Gedanke ist es.derunszum Siege verhelfen wird." Während der Rede des Genossen Grzefiirski, die einen riesigen Beifall auslöste, wurden einige randalierende Hitlerleut« aus dem Saal geworfen. Paplauskas, dem gegenwärtigen Leiter der Organisation litauischer Emigranten in Polen. * Wem würde es nicht auffallen, daß diese Schwerbewaffneten immer zur rechten Zeit und ohne Gegenwehr ergriffen werden! Ungarn rüstet. Die Sozialisten machen nicht mit. Budapest, 6. November. Im Abgeordneienhause erklärten bei der Beratung des Gcsetz« «ntwurfes über die Militär-Strasprozeßordnvng die Sozialdemokraten, daß sie an der Beratung des Gesetzentwurfes nicht teilnehmen werden: das ungarische Dolk kenne weder äußere, noch innere Feinde. Der Entwurf aber lasse Zweifel oufkomnien hinsichtlich der friedlichen Absichten Ungarns. Die Sozial- demokraten verblieben danach im Sitzungssaal. Der Oberfaschist und Wehrministcr G ö m b ö s erwiderte, die Erklärung der Sozialdemokraten habe den Interessen des Landes nicht gedient. Auch der friedsertigstc Staat brauche«in Militärstrai- gesetzbuch. Es sei un patriotisch, es so hinzustellen, als ob sich der Staat oder die Regierung aus einen Krieg oonbereits Cr habe nichts ZU verheimlichen. Unter den Parteien könne es politische Meinungsverschiedenheiten geben, doch müßte über die großen Probleme der NatiAn Einst! m m i g k e i t herrschen. An der hakenkreuzuniversitäl Wien mußten sich die Ehrengäste der feierlichen Einführung de? neuen Rektors lInauguration)»or den Hochscbiilbiibcn legitimieren, die Freitreppe und Eingang besetzt hielten. Wiederum wurden s o z i a l i st i s 6) e Studenten übersallen. als sie vor der Universität Flugblätter verteilten, uras ihnen der Rektor innerhalb des Gebäudes verbaten hat. Gegen die Hetzpiakatc der Hakcnkrcuzlcr wendet die Behörde nichts ein.— Einen Versiich der Hitleriancr, ins Rathaus einzudringen, vereitelten Pels?-'. und Gemcindewache. Kampf in der Schuhindustrie. Die Ltnternehmer wollen aussperren. Bekanntlich ist der Reichetarif für die Schuhindustrie am ZI. Oktober abgelaufen. Die Forderung des Zentralverbandes der Schuhmacher, die Löhne um 20 Proz. ab l. November zu erhöhen. ist von den Unternehmern abgelehnt worden. Die Schuhindustrie;ahlt heule wahre Elendslöhne. Der Spiheolohu in Ortsklasse l beträgt L7 Pf. In Berlin stehen die Schuhmacher an 2 4. Stelle unter den 24 Verusen, die die Lohnstatistik des ADGB. umfaßt. In den 2ü Orlen, auf die stch die Lohustalistik erstreckt, steht die Schuhindustrie mit unter den schlechte st bezahlten Bernsen.' Richksdesloweniger lehnen die Schuhfabrikanten jede Lohn- erhöhung ab. Der verband der Deutschen Schuhfabrikanten hat zu heute eine Sihung nach Berlin eiuberuien, um zu der Zrage der Aussperrung in allen deutschen Schuhfabriken. die dem verband angeschlossen sind. Stellung zu nehmen. Man muh damit rechnen, dah die Schuhsabrikanten die Aucsperrung beschliehen. von einem solchen Bcschlus; würden etwa 70 000 Arbeiter und Arbeiterinnen betrofsen werden. Infolge der Ablehnung der Lohnforderung sind in Verlin in sechs Schuhfabriken die Arbeiter und Arbeilerinnen gestern in den Ausstand getreten. Es ist damit zu rechnen, dah der Kampf stch weiter ausdehnen wird. Die Lolinbewegung im Braunkohlenbergbau. Geld wie Heu- aber nicht für Arbeiter. Don unierrichteier Seite wird uns zu der Lohnbewegung im Braunkohlenbergbau geschrieben: Wenn jemals eine Lohnerhöhung wirtschaftlich und sozial bc- rechtigt und begründet war, dann ist es die gegenwärtige Lohn- bcwegung im mitletdeiitschen Braunkohlenbergbau. Dieser Braun. kublenbergbau ist im O st e l b i s ch e n und im Mitteldeutschen B r a u n k o h l e ns y nd i ka t zusammengesaßt. Er hat zweifellos für alle möglichen Zwecke Geld, nur nicht für feine Arbeiter. Es fei nur daran erinnert, dah die Braunkohlenunternehnier im Jahre ZchZ? um eine[«Icheibrnc Lohnforderung von Pfennigen zu einem Streik trieben, der unsere Wirtschost sehr schädigte. Durch das 1927 veröffentlichte Schmalenbachgutachten weih die breite Oefientlichkeit von den ungeheuren Ge- «innen in der Braunkohlenindustrie. Sie weiß, dah z. B. die das Syndikat beherrfchsirde Petfchekgruppe übersteigerte chändlergewinne ein st eckt, ohne einen Schlag Arbeit da- für zu tun. 1927 machte d>c Lohnerhöhung 22 bis 23 Pf. pro Tonne titoble aus. Die Werk« behaupteten, nicht in der Lage zu fein, diese Lohnerhöhung zu tragen. Zur gleichen Zeit wurden bei den unter Perfchets Einfluß stehenden Werken 3 Millionen Mark jährlich zu 9iationalisier>ing-.-wecken abgebucht, die in der Bilanz nicht erschienen. Diese 3 Millionen Mark pro Jahr amortisierten sich schon im Lause von zwei Jahren zu je 11- Millionen Mark, so dah schon dadurch ein Rationalisierun gsgewinn von 30 P f. je Tonne entstand. Das waren über 30 Proz. mehr als die Lohnerhöhung, Trotzdem brachte man es fertig," als' die Arbeiterschaft durch Streik die Lohnerhöhung erzwang,- eine K ö h len p re ls e r- höhung durchzusehen. Wie diese Kdblcnpreiserhöhung damals„begründet" wurde, dürfte man im Syndikat am besten wissen. Auch diesmal liebäugeln die Braunkohlenunternehmer mit einer Preiserhöhung. Sie ist aber jetzt ebenso unberechtigt wie vor zwei Jahren. Eine Industrie, die jährlich aus einem Reptilienfonds 3>00 000 M. für den Stahl helni und die National- sozio listen zahlt, wird aiis Preiserhöhungen verzichten miisten Oer Änierfchied. Kommunistisch und gewerkschostiich geführte Kämpfe. Nachdem die großen„Durchbruchsschlachten" bei Lorenz und L o e w e beendet sind, und die Opfer als Arbeitslose auf dem Schlachtseld der KPD. liege», lohnt es sich, auch einmal zu zeigen, wie solche Schlachten unter Führung der Gewerk- s ch a s t e n geschlagen werden. Wenn die Gewerkschaften an irgendeiner Stell« einmal zum Angriff übergehen, geschieht dies freilich nicht mit so großem Schlachtgebrüll, wie es bei den Berufs- revolutionären der Fall ist. Da foiderten kürzlich die Belegschaften der Abteilungen Bau- fchlosserei, Werkzeugmachebei, Wickele, und Schraubenbou der Firma Otis in Wjticnoil Erhöhungen ihrer Löhne um 10 Pf. pro Stunde und der Akkord« u;n 7 Proz. Die Firma lehnte natürlich diese Forderungen glatt ab. Die betreffenden Belegsckzasten trafen in aller Ruhe und im Einvernehmen mit dem Metallarbeiterverband die notwendigen Kampfvorbereitungen und forderten dann nochmals mit allem Nachdruck von der Firma die Bewilligung ihrer Forde- rungen. Als die Werksleitung nunmehr den Ernst der Situation erkannte, lieh sie sich sogleich in V e r h a n dl u n g e n ein mit den Organlsationsvertretcrn und den sreigewerkschaftlich organisierten Betriebsräten, die zu einein ganz ansehnlichen Erfolg führten. Für den Werkzeugbau wurde die Erhöhung sämt- sicher Löhne auf 1,00 M. pro Stunde zugestanden, so daß einzelne Arbeiter dieser Abteilung Zulagen von 5— 10 Pf. pro Stunde er- hielten. Die Löhne der S ch a r f s ch l e i f e r erhöhten sich von 1,40 M. bzw. 1,43 aus 1,50 M. pro Stunde, Di« Löhne der ch i l f s- arbeit er, die bisher wrniger als 1 M. pro Stunde verdienten, wurden generell auf 1 M. festgesetzt, so daß 40 chilf-arbeiter eine Zulage von 2—3 Pi. erhielten. Für die Akkordarbeiter wurde vereinbart, daß durch verbesserte Materialbelieserung und modernere Produktsonsmechoden die Verdienste innerhalb von 14 Tagen von 1,50 M. auf 1,60 M. pro Stunde heraufgesetzt werden müssen. Nach derselben Methode sollen auch die Verdienste der Arbeit« rennen, die bisher 80 Pf. pro Stunde betrugen, auf 90 Pf. aufgebessert werden. Mit dieser Regelung haben sich die Belegschaften der in Frage kommenden Abteilungen, im ganzen etwa 230 Männer und Frauen, einverstanden erklärt. Es wurden zwar keine langen Reso- lutionen sgbriziext, auch keine„Demonstrationen" veranstaltet, noch JAch.-Vcrsprechungen gemacht, sondern im Vertrauen auf die Organisation gehandelt. Das ist im Jargon der Bolsche- wiki„Sozialfoschismus". Verlaffen! Die Zimmerer demonstrieren-- durch Abwesenheit. Die KPD. hatte zu gestern nachmittag 3 Uhr sämtlich« Berliner Ziinmerer, Bauarbeiter, Rohrleger, Dachdecker, Maler und Stein- arbeitet, nach dem Michaelkirchplatz beordert, um„gegen die Gewerk- schaftsspaltung und den Sozialfoschiemus" zu demonstrieren. Da nach den Behauptungen der Moskauer Drahtzieher die 7000 Mit- glieder der Berliner Zahlstelle der Zimmerer angeblich hinter ihrem abgesetzten Borstand stehen und auch die übrigen„opposiitionellen" Bauarbeiter zu diesem Appell kommandiert waren, muhte man er- warten, dah sich der Michaelkirchplatz als viel zu klein für die unge- heute Menge der Demonstranten erweisen würde. Das Bild, das sich aber dem Beschauer um S Uhr bot, war mehr als kläglich. Etwa 500 Menschen, darunter zahlreiche Neugierige, hotten stch eingefunden, die der Dinge harrten, die nun kommen sollten. Um M6 Uhr schwang sich Repschläger auf die steinerne Umfassungsmauer des Engelbeckens und hielt eine„revolutionäre" Ansprache an seine Hcerschar, in der nur immer von den Sozialdemokraten und Soziatsaschisten die Red« war, die die Einheit der Berliner Zimmererbewegung zerschlagen wollen. Kurz vor Uhr setzte stch der„Massenstrom" in Bewegung. Genau 680 Mann, einschließlich der M u s i t k a p e l l e, zogen mit Nieder- ruisn am Gewerkschafrshaus vorüber� Die große Mehrheit dieser„Dkassenkämpser" bestand aus den arbeitslosen Rohrlegern und den K a i se r- Le u t e n. Di« Zimmerer blieben fern, sie sind dem Hauptvorstand dank- bar, dah er sie endlich vom kommunistischen Terror befreit hat. Das Fernbleiben der Zimmerer ist eine Demonstration gegen d i e A P D. Schiedsspruch für das Speditlonsgewerbe. Von den Angesteilten angenommen. Di« Verhandlungen über den'Rsuabichluh des Gehaststarifes für die Aygestellten des Berliner Spedilionsgewerbes haben, wie im„Vorwärts" bereits mitgeteilt wurde, zu keinem Ergebnis geführt. Die Unternehmet hatten nicht nur jedeGehaltserhühung glatt ab gelehnt, sondern darüber hinaus noch erhebliche Aerjchlechterungen des Tarifes, besonders für die Angestellreil der unteren Gehaltsgruppen, gefordert. In den Berhandlungen vor dem Schl i cht u.n.g sa u s f ch u ß Mn Montag verjuckfien die Unterirchiner den Nachweis zu erbringen, daß es nur noch einer geringen Erhöhung der Angeslelltengehälter bedürfe, um das Berliner Spedilioirsgewerbe zmi Erliegen zu bringen. Den Bertreiern der freigewerkschaitlich organisierten An- gestellten fiel es nicht schwer, zu beweisen, dah die Spedition immer noch ein ganz einträgliches Gewerbe fei. lltach niehr als sechsstündigen Verhandlungen kam schliehtich ein Schiedsspruch zustande, der folgende Ge- Haltserhöhungen vorsiehr: Für die Gruppen II und VI um 5 Mark pro Monat, die Gruppe III init Ausnahme der Zlnkangsstufe, die imveränderl bestehen bleibt, um 10 Mark, die Gruppen IV und V tn den erstell beiden Stufen wn 10 Mark und den aiideren beiden Gehaltsstufen um 15 Mail, und in der Gruppe VII um 10 Mark. Die Bezüge der Lehrlinge bleiben unverändert. Der Gehaltstarif soll ab 1. November bis zum 31. März 1931 gelten. Dieser Schiedsspruch lag am Dienstag einer Fachgruppen- versainnliung der im ZdA. organisierten Spedüionsongestelllcil ün Palais des Zentrums zur Entscheidung vor. Entsprechend der Empfehlung der Funktionär« wurde er nach längerer Aussprache, in der besonders die lange Geltungsdauer des Vertrages kritisiert wurde, angenommen. Die Stellungnahine der Unternehmer stehr noch aus. Oer Sireik bei der„Vamag" beendei. Cine Warnung und eine bittere Lehre. Wir berichteten bereits darüber, dah am Sonnabend eine Persammlung der sreigewerkschaftlich organisierten Arbeiter der „Vamag" beschlassen hatte, der Betncbsversammliing am Montag die Wiederaufnahme der Arbeit zu empfehlen, da ein Weiterführen des nunmehr drei Wochen währenden Kampfes zweck- los sei. Di« Betriebsversammlung am Montag wlirds jedoch wegen des zu schwache» Besuches auf Dienstag vertagt. Der Bezirksleiter des Metallarbeüer-Verbandes, Genosse Schmalz, hatte am Dienstag nochmals wegen der Arbeitsauf- nähme mit der Direktion verhandelt. Er hatte von ihr die Zustche- rung erhaben, daß 290 bereits schriftlich zur Arbeitsaufnahme aufgeforderte Arbeiter soiort die Arbeit wieder aufnehmen könnten und weitere 60 iilnerhall, der nächsten Tag«. Die restlichen 53 Mann sollten, iowcit es die betrieblichen Verhältnisse gestatten, innerhalb von vier Wochen wieder eingestellt werden. Die geheime Abstimmung in der Betriebsversammlung am Dienstag ergab zwar mit 251 gegen 116 Stimmen die Ablehnung dieses Verhandlungsergebniffss, ober nicht die statutarisch not- wendige Mchrh«t für die Fortführung des Kample». Der Vertreter des Metallarbester-Verbandes empfahl daher, am Mittwoch die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Versammlung wählte jedoch eine neue Streikleitung, die den Kampf„in verschärfter Farm" weiterführen sollte. Gestern, Mittwoch, morgen, haben aber trotzdem über 200 Mann die Arbeit wieder ausgenommen. so daß der Streik als beendet angeschen werden muß. » Es handelt stch hier um einen durch das Verhalten der Betriebs» leitung hervorgerufenen Streik, der ohne vorherige Beratung mit der Organisation, ohne diese von der Arbeitsniederlegung vorher zu verständigen, impulsiv geführt wurde. Die KPD-, die vergebens „Mosienkänrpfe" zu provozieren versucht, klemmte sich überdies mit den üblichen Parolen in den Kampf hinein. So konnte es nicht ausbleiben, daß der Streik verloren ging. Er ist eine War- n u n g für die anderen und eine bittere Lehre für die Arbeiter der„Bamag". Wenn ein Tarif bestcht, dann muß man sich erst an die Tarifinstanzen wenden, bevor man zum Streik greift. England wird ratifizieren. Das Washingtoner Achtstundenia-obsommen. London, 6. November. Me der parlamenkarische Rlitorbelter des..Daily herald" er- fährt, wird die Regierung noch vor Weihnachken im Unterhaus den Ankrag auf Rakifizicrung des wafhinglonec Achkstundenabkommens einbringen._ Zechenbefitzer gegen Labourregierung. Die Regieruna will durchgre.fen. London. 6. November.(Eigenbericht.) Die von der Arbesterregierung für Mittwoch«mberusen« ge- mciniame Konierenz zwischen Vertretern der Regierung, der Berg- bauunternehmer uiid Bergarbeiter ist durch das beispiellose Verhalten der Unternch'mer nicht zu stände gekommen. Die Umer- nehmer haben am Mittwoch den Beschluß gefaßt, dieEinladung der Regierung nicht a n z u n e h m e n: sie haben ihren Eni- schluß jedoch der Regierung so spät übermittelt, daß er erst noch dem als Beginn der Verhandlungen festgesetzten Zeitpunkt«intraf! Die Regierungsvertreter und Vertreter der Bergarbeiter waren be- reits versammelt, als die ablehnende Haltung der Unternehmer be- kannt wurde. Sie hielten hierauf«ine mehrstündig« Konfe- renz in Abwesenheit der Unternehmer ab. Die Unternehmer lehnien eine Teilnahme an der Konferenz ab. weil sie die Frage des R« i ch s ma n t e l t a r if s nicht erörtern wollten. Die Regierung ist in diesem Punkte mit den Bergarbeitern einig. Sie wird nunmehr gesetzliche Maßnahmen zur Durchsetzung eines Reichsmanteltarifs unter Sicherung des bisherigen Lohnstandards im Bergbau erwägen. Vorerst soll die geplant« halbstündige Arbeitszeitverkürzung durchge- führt werden. Vetriebsraiswahl in derVeichsdruckerei Entschiedene Mehrheit der freien Gewcrkschaflen. Bei der Betriebsratswahl in der Reichsdruckerei am 6. Novem- der wurden. 3030 Stimmen abgegeben. Davon erhielt die Liste der freien Gewerkschaften 1779. die Liste der christlichen Gewerkschaften 282, die Liste der kommunistischen„Opposition" 922 Stimmen. Die Ange st eilten reichten nur eine s r c i- gewerkschaftliche Liste ein, die somit als gewählt gilt. Auf die Liste der freien Gewerkschaften entfallen 8 Betriebsrats- Mitglieder, auf die Liste der„Opposition" 4. Die Liste der christlichen Gewerkschaften erhiell nur 1 Mandat. TPD.-iswiti»» b<««(»itlMml» Tiergartin! Beamten. Werbenu� schuh!. Kreis! ftcute, 10 Übt. in den öoteebaUtn, Airchftr.).8, fltr. sammlun« aller SIrdeltrr, ünocsttllltn und Beamten des Beurleamls Tieraarlen rowic der im Be.zirt modnenden Reichs- und Staatsbeamten. Genossin Bobm. Schlich. M. d. Ä., spricht über.Mir und der 17. Ro. ticmbtc". Zablrerches Erscheinen erwarten Die BZerbsausIchnIsr. Werner. Marieufelde! Zreitaa. 16ZÜ Ubr, im Lotal Wildarube, Marienscldc, am Babnbos, wichtiac iZrattionsversammtuna der SPD.. Gcnosscn. Parteibuch ist MtUubringen. Der Zraltion-uorstanb. �d»�reie Gewerkschafts-LugenS Berlin. Seute, Donnerstag, ISZj Udr, tage« d!« Sruvve»! ZZranlfnrter Allee: Iuaendbelm granifurter Allee»07(Watte»? athcnau.Zimmcr).<£in. Übung unserer.Revue".— Landsberger Plah: Iugendlmrn Große (Zranksurter Str. 1«, gimnrer S. Kurarcserate.— Lichtenberg und Reu Lichten- berg: Iugendbeim Sauft- an der Lcssingstraße. Liederabend.— Zemnellios: Gruppenheim Liueum Germania str. 4— fi. Seimbesorechnng. Berbandsbuch- lontralle.— Südosten: Gruvpcnbeim Reichenberger Str. 86 r-Zeucrwcbrbausj. Seimbeivr-ckung. Berbandebnchtontrolle.— Gclur.bbrnnnen; Zuaendbeim Rote Schule, Gotriidurger Str. 2. Seimbesprcchung: Verbandsbuchtontrollc. Brett'Velabenb. KSvenich: Hugendbe'ln Grünauer Str. 5. Kc-mbcsprechung uird Liederadcnb..-urr'tt nur mit Berbandsbuch und Scimauswcis.— Schitne- we!de: Ttllgendbcim Oberschllnewe'de. Laufcncr Str. z sobercs binteres spmmer). Bo-traa:»11 Sab« Boltsitaat".— Wcdd ng: Gruppenbeim Stadt. Sugendbe'M Orlbstr. 10. Se'mbcsprechunq und Bretispietabcnd. Zn'ritt nur mit Berbandsbnch und Keimausweis.— SKoabit: Gruvvenbeim Stöbt. Suq-ndbinm Lebetet Str. 18—19. Seimdesprechunq. Rcnowt-nsse'er. Sutr'tt nur mit Berdandsbuch und Scimauswe-s.— Achtung! Susammenlunst der Agitat'anslciter aller Grupptn»nd Kreise im Zimmer 7a der Iugendarntrate am Zreitag. 8. November, um ISZb Uhr. Voranzeige! Znsommeniunft der Agiiailonchselter aller Gri-rwen und KreUe am zzreitag. 8. Rovrmber, IM Äonfercn.vimmer(Resiauranrt, Gewcrtichasls. Haus. Sngeluser 24—25. .�u-'entzt'rnvve desZenira'verftanste«! Per Angestellten Treptow__ und Wettverlebr Referent Willi Derlow.— So onebcrg: Ingendbeim Saunt- llraZe>» Gnupvendesprechung. Grimnastillursus im Pestaloaai-Lmcom. Lichtenberg. Vrina-AIbert-Siragc. Beginn 20 Ubr. Berantwortlich Mr Botitil:?r. Gurt Geyer: Wirtschaft:».«lingelhöser: Gcwerkschaitsbewegung: z. Steiner: neuilleton: Ä. S. Dösch.cr: Lokales und Sonlliaes Tritt Karstadt: Anreioen: Tb. Kloche: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärto-Verlag W. m d. S Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Berlaasanstalt Baal Singer u. Co.. Berlin SW K8. Linb-nflraße S. SUtm 2 Beilagen...llvtelbaltung und Wilsen" und.Trauenstimme". ICM. SEIF gibt wahrhaft weiße und Völlig geschonte'Wasche. Audi für die JSrperreird' gung gibt es nichts Besseres. Ar. 523* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 7. November 4929 Die Katastrophe von D 309. Sechs Tote.— Zwei Uebcrlebende in England. Wie bereits i«t einem Teil her gestrigen Abendausgabe mitgeteilt, ist die Deutsche Lufthansa gestern von einem sehr schweren Unglück betroffen worden. Nicht allzuwett von Lnndon ist das dreimotorig« Verkehrs- flugzeug V 309 auf der Route London— Berlin (mit Zwischenlandung in Amsterdam) infolge dichten RsdelS, der die Ficht verhinderte, abgestürzt. Das Flugzeug geriet in Brand und wurde vollständig ver- nichtet. An Lp fern forderte das Unglück: drei F-luggäfte englischer ItaatSangehörigkeit und drei Mann der deutschen Besatzung. Zwei Ueberlebende der llatastrophe befinden sich in einer eng- fischen Klinik. Verhangnisvotte Baumkronen. London, S. November. lieber den Absturz des Verkehrsflugzeuges„D 309" werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Das Flugzeug, das Croydon um 9,4S Uhr verlieh, hatte Godftone in der Grafschaft Keni passiert, als die Sicht so schlecht wurde, daß der Pilot sich zur Rückkehr entschloß, hierbei hat er. wie man annimmt, die höhe der Bäume des Waides in der Zoster Niederung unlerschäizt, so daß das Flugzeug die Banmspihen streifte und dadurch abwärts gerissen wurde, bis schliehlich Feuer ausbrach. Die Feuerwehr i» Caterham wurde zu Hilfe gerufen und mft der Unterstützung einer Abteilung der britischen Luftstreitkräfte wurden die Flammen gelöscht. Sämtliche Toten weisen schwere Brandwunden auf und waren zum Teil nur noch schwer zu erkennen. Die beiden Verletzten, Prinz von S ch a u m b u r g- L i p p e und der englische K o m- m ander Glen sind nach einer Privattlinik in Godftone über- geführt worden. Glens Verletzungen sind verhältnismähig gering, doch hofft man, auch den Prinzen von Schanmburg-Lippe am Leben erhallen zu können. Bei dem bei Marden(Kent) abgestürzten Lerkelzrsslugzeug bandell es sich»n, ein mit drei Motoren ausgerüstetes Flugzeug. An Bord befanden sich vier Passagiere und vier Mann Besatzung. Drei Passagiere und drei Mitglieder der Besatzung sind tot, während ein Passagier und«in Mann der Besatzung schwer verletzt wurden, darunter der zweite Pilot des Flugzeuge». Prinz .zu Schaumburg-Lippe. Unter den Toten befindet sich der Mechaniker und der Funker. Die Namen der tödlich verunglückten Fluggäste find Mr. Znllu» Zoa«. Fahrkarte nach Amsterdam; Mr. Mllae. Fahrkart« nach Berlin und N, Zasper. gleichfall- Fahrkarte nach Berlin. Unter den Toten befindet sich auch der Kapitän des Flugzeug« Rodschlnka. Er war einer der ältesten Piloten der Luft- lzansa und hat bereits über 700 000 Kilometer im Luftverkehr zurück- gelegt. Außerdem wnrden der Funker Mktos und Vordwarl Ullrich getötet. Bon den ersten an der Zlbsturzstelle des Flugzeuges D 903 erschienenen Personen werden erschütternde Schilderungen über den Anblick der zerstörten Maschin« gegeben. We stimmen darin überein, daß da» Flugzeug mit furchtbarer Gewalt aus die Baumkronen auffuhr, etwa hundert Meter durch die Baumspiheu raste, wobei ein Rod und andere Ansrüslungsgegenständ« abgerissen wurden, bis es schließlich mit der Sabin« nnd de« drei Motoren mit etwa hundert Stundenmeilen Geschwindigkeit ausschlug. Bei dem Aufschlag ereignete sich eine, nach einer anderen Lesart zwei Explosionen, die die Trümmerresie sofort in ein Flammenmeer verwandelten. Die Insassen, die bis auf Commander Kidston, der Sekunden vor dem Aufprall abspringen konnte, das Bewußtsein verloren hatten, verbrannten bis zur völligen Unkenntlichkeit. Prinz Eugen zu Schaumburg-Lipp« vermochte trotz schwerster Brand- wunden noch aus dem Trümmerhaufen herauszukriechen. Für die Katastrophe sind zwei Gründe bestimmend gewesen, die völlige Sichtlosigkeit infolge des Nebels und die zu gering« höhe des Flugzeuges. Ein Motorendefekt lag nicht vor. da zahlreiche Personen aussagen, daß sie dos Flugzeug vor der Umkehr hörten und alles in bester Ordnung schien. Das englisch« L u f t f a h r t m i n i st e r i u m hat an den Reichsoerkehrsmimster folgendes Beileidstelegramm ge- sandt: Das Lustministerium hat mit ausrichtiaem Bedauern von dem Absturz des Flugzeuges v 903 der Lufthaiiza und der damit ver- bundenen Menschetwerluste Kenntnis genommen. « Der Unglücksfall des deutschen. Flugzeuges über England ruft die Erinnerung wach an verschiedene Katastrophen, die sich in den letzten Jahren ereigneten. Am 6. September 1928 wurde das deutsche Flugwesen von einem schweren Unfall heimgesucht. Das auf der Strecke Hannover— Erfurt— Fürth— München«ingesetzte Flugzeug v 180, ein einmotoriger Fotker F 3, sollt« planmäßig Erfurt um 12,13 Uhr verlaffen und um 13,30 Uhr in Fürth- Nürnberg eintreffen. Es stürzte um 13.13 Uhr zwischen Bam- berg und Dürnberg, sieben Kilometer südwestlich von Forchheim, bei der Ortschaft Poppendorf ab. Der Pilot, Major a. D. Zander aus München, sowie die beiden Fluggäste, der Fabrikant h a u x aus Ebingen in Württemberg und der Student W e i d« r aus München waren sofort t o t. Der Pilot Zander war einer der befähigsten deutschen Derkehrsflieger.. Schon im Krieg« hatte er sich sehr hervorgetan. Noch in oller Erinnerung ist der Unglücksfall, der sich im Sep- tembcr 1927 bei S chl e iz in Thüringen abspielte. Einer der be- währtesten deutschen Diplomaten, der Botschafter in Washington Ago von Maitz a hn. gehört« zu den Opfern. Bor dem Sturz löste sich ein wichtiger Teil der Maschine, ein F l ü g« l. In beiden Fällen hatte das Versagen von wichtigen Bauteilen die gleichen Folgen. Die Katastrophe von Schleiz«vs ordert« fünf Tote. Bei dem Unglück über England trafen besonder» Verhängnis- voll« Umstände zusammen: Nebel und mangelnd« Uebersicht führten den folgenschwer«» Unfall herbei. Es müßt« der fort» schreitenden Technik geldigen, auch diese Schwierigketten bei der Lustfahrt zu überwinden. Notlandung eines englischen Großflugzeuges. Langenselbold(Kreis Hanau). S. November Das englisch« Großflugzeug„T i t q af Pretoria", das sich auf einem Fbig von Köln nach Nürnberg befand und mtt einem Piloten und zwei Fluggästen besetzt war, verirrte sich im Nebel und mußte hier auf einer Wiese nah« der Kinzig notlanden. Die Landung ging ohne Schaden vor sich, doch war die Perständigung mtt der hilfsbereiten Landbevölkerung sehr schwierig, da die Engländer kein Wort Deutsch verstanden. Feldzug gegen die Verleumder. Es hagelt weiter Strafanträge. Wie der städtlsche Nachrichtendienst milkeilt, hat der Stell oer- treter des Oberbürgermeisters. Bürgermeister S cholh. jetzt gegen die verantwortlichen Schristleiler des„kleinen Journals" und der JDeutschen Zeitung" wegen Öffentlicher Beleidigung des Stadlrais Satz Strafaalrag gestellt. Aus dem gleichen Grunde hat Bürgermeister Scholl; Slrasanlrag gegen den verantwortlichen Schrlsltelter der„Roten Fahne" gestellt, well sie in einem Artikel mit der lleberschrisl„Korruptionsliste der Freunde Sklarets" auch Stadtrat S ch l i ch l i n g angeführt und einer ihr durch Stadlrat Schllchting eingesandten Berichtigung neue Beleidigung hinzugefügt hat. Auch für Frau Stadlrat weyl ist gegen den verantwortlichen Redakteur der„Roten Fahne" durck» Bürgermeister Schottz Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung gestellt worden. Denn trotz einer von Frau Stadtrat weyl im„A b e n d" verössent- ltchten Erklärung, daß sie weder mit der Sleidervertriebsgesevschosl, noch mit den Gebrüdern SNarek jemals irgendeine gesellschaftlich« oder geschäftliche Verbindung gehabt habe, hielt die„Röte Fahne" ihre beleidigende, den Tatsachen völlig widersprechende Behauptung aufrecht. Da auch die„Welt am Abend" äpnsiche Beschuldigungen gegen Frau Stadtrat Weyl erhoben hatte, wurde and) gegen den verantwortlichen Schriftleiter dieser Zeitung Strafantrag durch Bürgermeister Schottz gestellt. In einer öffentlichen Wahlversammlung am letzten Eomttag hat bcr Stadtverordnete Dr. Faltz behauptet, baß Frau Böß die Ausstattung einer Tochter für 80 000 M. bei der Firma Sklarek getauft und mtt einem Scheck von über 2000 M. bezahlt hätte. Diese Angaben sind in allen Teilen unwahr. Kein Stück der Ausstattung der beiden Töchter des Oberbürgermeisters Böß ist bei der Firma Sklarek bezogen worden. Gerichtliche Klage gegen Stadtverordneten Dr. Faltz ist« i n g e l« i t« t. * Im Zusammenhang mit der Stlarek-Afsär« wurde auch der Name des Berliner Stadtschulrotes Nydohl genannt. Nydahl, der augenblicklich erkrankt ist, konnte sich zu den Vorwürfen erst nach Rückkehr von seiner Anrcrikareis« äußern. Alle gegen ihn erhobenen Beschuldigungen haben sich als völlig halllos erwiesen. lim völlige Klacheit zu schassen, hat Stadtschulrat Nydahl fetzt das Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt. Oberbürgermeister Böß erklärt. In einem Spät-Abendblatt wurden gestern Angriffe gegen Bürgermeister S ch o I tz gerichtet. Ein Morgenblatt behauptet gestern dazu, der Artikel und die Angriffe stanmtten von Oberbürgermeister Böß oder einer ihm nahestehenden Seite, mit der anscheinend Ober- magistratsrat Dr. Müller-Wisland gemeint ist. Ob erbürgeom eiste r Böß und Obermogistratsrat Dr. Müller- Wieland erklären. daß sie diesen Angriffen gegen Bürgermeister Schottz völlig fern stehen und st« aufrichtig bedauern. Agitatiousmaterial für die Kommunalwahle». cheft 21 der„Arbetterwohlfahrt* vom 1. November 1929 bring! reiches Material zur Agitation für die Stadt-, Kreis» und Vrovinzialwahlen. Genossin Marie Juchacz. M. d. R-, schildert die„Städtische Wohlfahrtepslcge". Gen. K ro n o ld- Stein- Haus, Londrat,„Die Bedeutung der Kreisiagswahlen für di« Wohlfahrtspflege", Gen. Londrat Paul G e r l a ch, M d. R.,„Die Wahlen und die Wohlfahrtsarbeit in der Provinz. Genossin Berta Schulz berichtet über eine der vielen kommunalen Einrichtungen, die durch sozioltstisch« Kommunolarbeit geschaffen wurden:„Das Bersorgungshaus der Stadt Lerne". %fßrn7(nma}Vfni: 33] 'on�jnn.r�jmdj�jrru: y 'Me pu CCu/c&unlhgccnscJvtn r vw\Cüzxa3v�unn£Aeke}-t.Aiaj H Ci&xanaer-uonSöU��Al&jrxAL Copyriehl by BiicherglJd« Gutenbarg. Berlin. 6. Wenige Tage später, an einem Samstagabend, vernahm man auf der fernen Landstraße Rädergerassel. Als käme eme endlose lange Reihe Fuhrwerker dahergesprengt und lauter Gesang tönte aus dem Räderlärm heraus. Es waren die Kosaken, die kamen. Es war so. daß sie jetzt ii� der Hauptzeit der Feldarbeit bis zum Herbst ihre Unternehmungen in der Fremde aufgeben würden. Das geschah jedes Jahr um diese Zeit. Im Vorjahr hatten sie noch fleißig auf den gräflichen Besitzungen geschafft, nachdem sie mtt Brugos in langwierigen jlnterhandlungen einig geworden waren. In diesem Jahr tonnte man jedoch nicht missen, wie sich die Dinge entwickeln mürden? T>e Kosaken waren also endgültig aus den verschiedenen Weltgegenden heimgekehrt, aber vor der Hand zeigten sie sich weder in unserem Hause noch anderswo. Auch der Oberkosak war seit Tagen verschollen. Meine Großmutter ahnte nur. daß er irgendwo auf der Ebene von Nezpest lagern mochte. Auch Joset Paczal tauchte selten auf. Einmal lag er im (strafe des Kirchhügels auf dem Bauche und fing vor Langer- weile Fliegen und Käfer. Ein Anderes Mal stemmte er seinen Rücken gegen einen Baumstamm, kreuzte seine in die Soidatenhose gezwängten Beine und während er den Wirt- schaflshof betrachtete, von weitem, paffte er aus seiner Pfeife, die keinen Stiel hatte, fleißig spuckend, oder blinzelte mtt verkniffenen Augen zum roten Ziegeldach des Schloßturmes hinüber. Als hielte er Terrainschau. Hinter dem Hof der Dienstleute, im Rücken des Gartens. wurde schon seit Wochen am Dach der Tenne gearbeitet unter Leitung meines Onkels. Dumpfes Hämmern, fröhlicher Gesang klang von dort oben. Manchmal erschien auch mein Großvater auf dem Dache, ergriff die Axt und beaufsichtigte den Bau persönlich. Sein fachmännisches Auge bemerkte hier und dort einen Fehler und er gab den Leuten mit ein. zwei knappen Worten die nötigen Anweisungen. Die hörten ,hm ehrerbietig zu, begannen droben zu hämmern und stimmten irgendein hübsches Lied an. Um die Dämmerstunde pflegte auch Brugos bei der Tenne zu erscheinen. Dann kletterte mein Großvater her- unter und von da ab begannen sie in irgendeiner Ecke des Hofes anhaltend auf und ab zu gehen, mit rückwärts ver- schränkten Armen. Brugos verabschiedete sich meist mit den Worten: „Es ist gut. Balogh. Handeln Sie nach Ihrer Einsicht. Josef Paczal erregte jedoch auch die Aufmerksamkett des Verwalters, als er ihn in größerer Entfernung, dem breiten Hof gegenüber, stehen sah, die trägen Schultern gegen einen Baum gestützt, stundenlang in die Richtung der Tenne äugend. Wie ein Vorposten. Der Verwalter fixierte ihn eine Weile von weitem und als ihm das langweilig wurde, sagte er erbost zu meinem Großvater: „Man müßte diesen Nichtsnutz der Gendarmerie anzeigen. Der brütet Unheil." „Es ist ein hormloser Kerl," beruhigte ihn mein Groß- vater.„Er nimmt das Maul sehr voll und ist ein faules Luder. Zur Arbeit ist er gar nicht zu haben, gnädiger Herr..." Josef Paczal trieb sich gerade in jenen Tagen auffallend oft in der Gegend des Gartens und der Höf« herum. Einmal überraschte ich ihn, als er im Grase lag, rücklings, er hatte dos Hemd ausgezogen und ließ sich die Sonne ans den Bauch scheinen. Ich blieb bei ihm stehen: „Was machen Sie, Onkel Josef?" „Ah, du bist das!" und er sah auf.„Ich nehme eine Bauchkur." „staben Sie etwa Bauchschmerzen. Onkel Josef?" „Neu Schmarren habe ich!" und er lachte.„Ich flaniere nur so für mich, nach der Art der Herren. Nur sind jene verrückt, ich aber bitt vernünftig. Denn die Herren gehen nach Szobranc und andere Kurorte und werfen das Geld scheffelweise hinaus. Ich aber faulenze hier, schön für mich. Nur das Geld macht den Unterschied. Freundchen, aber davon abgesehen, haben wir die gleiche Natur. Weder sie noch ich arbeiten. Er kramte ein Streichholz atts der Westentasche und rauchte so im Liegen an. Und während er paffte, fragte ich ihn:..Was würden Sie machen. Onkel Josef, wenn Sie viel Geld hätten?" „Was ich machte?" und ein schlaues Lächeln huschte um seine Mundwinkel.„Nun, zuerst würde ich Brugos zum ge- wohnlichen Knecht degradieren und dann kaufte ich mir etwa hundert Päckchen Tabak und einen entsprechenden Stiel für diese Pfeife hier! Dann würde ich rauchen, die Welt betrachten und überhaupt nicht nachdenken..." „Sie lieben das Nachdenken nicht, Onkel Josef?" Da setzte er sich auf, immer noch nackt am Bauche und seine Blicke schweiften in die Ferne: „Ich liebe es nicht, Freundchen, denn es ist eine Eselei und überdies schadet es dem Gehirn. S' war ein großer Trottel, der dies erfunden hat. Am besten ist, wenn man was zu rauchen hat und ein schönes Plätzchen zum Liegen, dann schläft man nach Herzenslust und in den Pausen starrt man in die Wolken und denkt nach. Aber diese Gedanken sind so, daß man keine Sorgen davon hat, denn alles, was ich mir da zusammendenk«, springt gleich wieder aus meinem Kopf, ein neuer Gedanke erscheint auf der Bildfläche, aber auch er ist nur von vorübergehender Bedeutung und ich vergegen- wärtige mir, wie schön das Nichtstun ist," und er macht eine überlegene Geste.„Na, und diese Gedanken kommen und gehen, schweben davon wie der Pfeifenrauch und man hat keine Kopfschmerzen davon. Aber das verstehst du so nicht, mein Kleiner, denn dazu ist Grütze nötig.. Es war schon Mai. Und ich trug dem schönen Verwalters- fräulein das Malgestell nach. Denn eines Mittags tauchte der junge Kunstmaler auf, der auch schon im Vorjahr die ganze Gegend durchwandert hatte. Und Fräulein Emmi neigte nicht mehr das Köpfchen, wie früher so oft. Am frühen Nachmittag galoppierte ich ins Schloß hinauf, um dem Fräulein zu helfen. Zwar hatte der Oberkosak mir den Aufenthalt im Schlösse unter Androhung der Todesstrafe untersagt, aber zum Glück war er schon seit Tagen nicht mehr zum Vorschein gekommen und so konnte er nicht ahnen, wo ich meine Nachmittage verbrachte. An diesen Frühsommernachmittagen stülpte der junge Herr seine karierte Mütze mit dem weißen Schild aus den Kopf, klemmte die kleine Holzpfeife zwischen die Zähne und nghm seine Malgeräte unter den Arm. Ich schleppte unter freudigem Herzklopfen das schmale Malgestell des Fräuleins. So zogen wir in die Gegend hinaus. Ich trabte vorn zwischen den kniehohen Saaten, die Acker- rillen entlang, in turmgerader Richtung. Hinter mir Fräulein Emmi mit ihrem breitkrempigen Strohhut, welchen ein Samt- band unter ihrem lieblichen Kinn festhielt. Schweigend legten wir den Weg zurück. Selbst wenn die beiden mitunter einige Worte wechselten, hörte ich sie nur halb, weil sie leise plan- derten.(Forts, folgt.) Notwohnung im Schweinestall. Der j)eimstAierr und sich dort, so gut es eben gehe. einzurichten. Wie wird sich aber der Winter dort gestalten? Bar allem fürchten die Leute für die Gesundheit ihrer beiden kleinen Kinder. Wo sollen sie aber hin? Eine andere Wohngclegcnheit steht ihnen nicht zur Berfüguna, denn sie sind in G.r.-Schönebeck eis Siedler eingetragen und demnach auch nur dort wvhnbercchtigt. I Aach dem Bankrott gestüchtet. Sine Tuchfirma hat 1 000 000 Mark Schulden. De? Aufsehen erregende Zusammenbruch einer seil vier Iahren besiehenden T u ch f i r m a beschäftigt das Betrugs- dczcrnat der Kriminalpolizei. Es handelt sich um das Tuchengroshaus von S a m Miller in der K a i f e r- W i l h e l m- S t r a h e 3 rrn Zentrum Berlins. Miller ist am 2. April 1894 in Moreau in Bulgarien geboren und lebte als Jnnggesellc in der Ricbuhrstraßc 7l zu Char- lattenburg. Seine großen Oeschtiftsräuine, in denen 16 Angestellte tätig waren, befinden sich im ersten Stock des Hauses in der Kaiser- Wilhclm-Strnße. Die Lieferanten sind Engrosfirmcn in Deutschland, Englanä» und der Tschechoslowakei. Vor etwa 14 Tagen siel schon den Angestellten aus, daß die Finna ansing, unsicher zu werden. Sie ahnten aber nicht den vollen Umfang der Schwierig- tüten. Am letzte» Montag abend erteilte Miller noch verschiedene Aufträge, die im Lause des Dienstags erledigt werden sollten und erklärte.dann, daß er geschäftlich nach Dresden reisen müsse. Diese Angäbe ist zweifeklös Nur ein Taus chii n g S m a n ö v e-r gewesen, denn Miller muß gewußt haben, daß der I ufarn m e n- bruch vor der Tür stand. Er ist Im Besitz eines inkernationalen Passes und hat sicher die Grenze bereits überscheillea. Am Dienstag stellten sich die ersten Geschädigten ein. die sofort die Kriminalpolizei in Kenntnis setzten. In Umlauf sind eine Anzahl Gefälligkeitswechsel, die durchschnittlich auf 3009 bis 5000 Mark lauten. Auch Schecks, die nicht mehr gedeckt werden können, sind ausgegeben worden. Bisher haben sich 3 6 G e- schädigte gemeldet, deren Forderungen recht beträchtlich sind. »schätzungsweise beiäust sich der Schoden auf«ine M i l li o n, doch ficht der genau« Umfang noch nicht fest. In den Geschäfts- räumen ist am Mittwoch der Gerichtsvollzieher erschienen, um im Interesse der Gläubiger«inen A r r e st auf die vorhandenen Waren im Werte von etwa 60000 M. herauszubringen. Auch die Kriminal- beamten waren erschienen, um die Mich« zur Prüfung zu be- schlognahmeu. Die Maßnahmen haben naturgemäß große Auf- r e g u n g hervorgerufen. Wohin Miller sich auf der Flucht gewandt hat. ist nock) nicht bekannt. Er wird auf dem internationalen Wege gesucht werden. Weitere Betrogene aus der Provinz und dem Aaslande haben sich bisher nicht gemeldet, weil sie von dem Zusammenbruch sicher noch keine Ahnung haben. Die Kriminalpolizei ist bestrebt, all« Betroffenen aussindig zu machen, und hofft, dies mit Hilfe der Geschäftsbücher zu erreichen. Skandal in Schmargendorf. Ein Schuhmacher als Kinderverfiihrer. Einer trüben Affäre ist man durch die Festnahme eine» Schumachers in Schmargendorf aus die Spur gekommen. In der Breite Straße betrieb ein 53 Jahr« alter Schumacher einen zu ebener Erde gelegenen Flickladen. Das! Geschäst geht nicht besonders gut, es«nährt mit knapper Not feinen Mann,-iacinc Frau hatte sich bereits vor 20 Jahren von ihm getrennt und nichts mehr von sich hören lassen. Wie jetzt festgestellt wurde, neigt der Schuhmacher zum Erhibttionisnuis.' Mit dieser anormalen Veranlagung lockte er vor lk Jahren ein jetzt zwölf Jahre altes M L d ch e n an sich, das ein'paar Schuhe zur Aus- Sck)Mtngendois besucht. Sie halte ein Paar Schutze zur Aus- Mserung zu ihm gebracht. Zwischen den beiden entspann sich bald eine Arr Verhältnis. Das Mädchen führte ihm aber im Laus? der Zeit noch S ch u l k a m e r a d i n n e u zu, die wieder anderen von den Vorfällen erzählten. Die Zahl der Mädchen wuchs so allmählich, wie jetzt jesrsteht. auf sieben an. Möglich ist, daß es noch mehr sind. Dt« Beteiligten ließen weder in d« Schule noch zu Haus« von dem Treiben etwas verlauten. Die Entdeckung kam«st dann, als auch zwei Jungen im Alter von II und 12 Jahren in den Kreis hmeingczogen wurden. Einer dieser Jungen«zählte fernem Dater davon, der sofort der Polizei Mitteilung machte. Der Schuhmacher wurde gestern abend von Beamten der Dienststell« E. 4 fe st genommen und zun, Verhör nach den, Präsidium gebracht. Er bestritt zunächst dt« ihm zur Last gelegten Verfehlungen, mußte sie aber bei der Gegenüberstellung ihr« tziervvn brauchen Baldramenk, ein Pflaneenprcckukt von grober Heilwirkung gegen nervöse Störungen. Erregungen, Schlaflosigkeit. Sdiwindelanttlle, Beklemmungen. El.M l.SOu. I.SO, In Drog und Apotb., sonst durch Otto Reichel, Berlin 43 50. Elsenbohnafr. 4. Oer untergeschobene Erbe. Ein Fall Kwilecki im kleinen. Ein iuteresionlcr Fall der kindesunlcrschiebung, der ein Seitenstück zu dem Prozeß gegen die Gräsin kwilecki bildete. gelangte vor dem Schöffengericht verlin-AIilte unter Vorsitz von tand'Ferichtsdircktor Stcinhorst zur Verhandlung. Auch hier handelt es sich um die Frage des Erben. Angeklagt wegen Kindesunterschiebung und vorsätzlicher Veränderung des Personenstandes(intellektuelle Urkundenfälschung) waren die Ehefrau Elfriede Dyll und ihr Ehemann, der Maurer Fritz D y l l, sowie wegen der Anstiftung zu diesen Taten die Ehefrau Emma Schneider. Der Sachverhalt ist folgender: In Stein- k i r ch e n bei Lübben wohnte der Gastwirt Schneider, ein Dt am, in den sechziger Jahren. Er hatte als einziger Sohn von seinen Eltern den Gasthof und Liegenschaften da.zu geerbt, während seine verheirateten Schwestern noch nicht abgefunden waren. Schneider hatte sich schon einmal verheiratet, diese Ehe war aber ohne Kinder geblieben. Er hat dann sehr spät noch einmal gc- heiratet, die jetzige Angeklagte, Emma Schneider, die etwa 30 Jahre jünger ist als er. Diese Ehe jchien nicht kinderlos zu bleiben. Frau Schneider wurde schwanger und man Erwartete einen Erben. In, dritten oder vierten Monat passierte ihr aber das Unglück einer Fehlgeburt. Hiervon machte sie ihrem Ehemann oder keine Mitteilung, sondern ließ ihn in dem Glauben, einen Erben zu er- warten. Frau Schneider hatte ein großes Interelle daran, ein Kind zur Welt zu bringen, weil sie dann berechtigte Aussiebt hott«, bei dem voraussichUich früheren Tode ihre Mannes mit dem Erben auf dem Hose zu bleiben.« Sie hatte dann die Berwondttchaft des Mannes nicht zu fürchten. Nunmehr wurde folgende Komödie I g e s p I c l t: In Berlin wohnte ch« Schwester Elf riebe, die mit ' einem Maurer Dyll jung verheiratet war. Frau Dyll er- wartete um d i e j e l b e Zeit ein Kind. Ihr mochte nun Frau Schneider den Vorschlag, das Lind, wenn es em Knabe sei, ihr zu überlassen, es auf den, Standesamt als Kind der Schwester anzugeben und es nach Steinkirchen zu bringen. Am 2. November 1927 gebor Frau Dyll einen Sohn und dieser wurde von chr in, Einverständnis mit ihrem Ehemann« beim Standesamt angemeldet als geboren von Frau Schneider. Das geschah in der- Weise, daß Frau Schneider sich am 17. November mit den Papieren ihrer Schwester zum Standesamt begab, sich als Frau Dyll ausgab und anzeigt«, daß von chrer Schwester Emma Schneider in ihrem Bei- sein ein Knabe geboren sei, der den Vornamen Karl-Heinz erhalte». habe. Frau Schneider reiste dann mit den, Kinde der Schwester noch Stein kirchen und präsentierte den strammen Jungen dem Vater. Der Junge wurde von diesem auch anerkannt, bis durch ge»'. schwäßige Zungen die Sache ans Tageslicht kam. Nach anfänglichem Leugnen gestanden die Angeklagten die Kindes- Unterschiebung ein und das Lügengebäude brach zusammen. Der getäuschte Ehemann hat den kleinen Karl-Heinz behalten und will ihn ausziehen. Dos Schöffengericht Berlin-Dkrtte verurteilte die 3 Angeklagten, die Eheleute Dyll und die Ehefrau Schneider zu der Milden Strafe von je drei Monaten Gefängnis. Auf Antrag von Rechtsämvall Walter Bahn wurde den Angeklagten vom Gericht auch DewührunyÄrist in'Aussicht gestellt, falls die Ermitttungen günstig für sie ausfallen sollten. zugeben. Er wirft dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Die' Mädchen sind fast alle aus einer.Klasie. In die Angelegenheit mitverwickelt soll ein unbekannter Wächter sein, der»och gesucht wird. Beamienbank wird liquidiert. Eine neue pressebesprechvng. Die Bank für Deutsche Beamte gab gestern Abend in einer Pressckbesprechung den inzwischen von ihr selbst aufgestellten Status bekanM, dessen offenbar übcrwertcte Aktiv- und Passivseite mit 13,56 Millionen abschließt. Der Verlust ist auf nur 363000 M. angegeben. Das jetzige Vorstandsmitglied der Dank, Recht so nroalt Dr. Harold Gloser, mußte zugeben, daß die Forderungen sehr günstig bewertet seien, da man-hieruMer auch die H o h c n l o h e s ch« n Bilder(!) und die langfristigen Forderungen an den Michael-Konzern— für den Verkauf der Bckleidungsgesellschast—, deren Gegcmoartswert nicht genau feststellbar ist, mit sehr hohen Summen eingesetzt habe. Weiter wurde imtgeteill, daß der einzige Antrag aus E r ö s s n u» g des Konkurses bereits wieder zurückgenommen sei, und daß die Direktion der Bank für Deutsche Beamte am heutigen Donnerstag den Antrag auf ErSffnüng- eines.Vergleichsversährens, stellen will. Ein bestimmter. B e rgle! chs u o r sch lg g lieg« jedoch noch nicht oör, auch seP das Verzeichnis der Gläubiger noch nicht äüfgestellt. Von Interesi« für die betroffenen Beamten war ferner die Mitteilung, daß die Deutsche Bank und Diskontogesellschost vom Freitag ab denjemgen Beamten, deren Gehälter an die Bank für Deutsche Beamte überwiesen wurden und nicht zur Auszahlung ge- langten, auf Grund ihres Behördemmsweises die fälligen Gelder von jeder D e p o s i t e n k a s f e der vv-Bank ausgezahlt würden. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Depositenkossen der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft'durch Nachfrage bei der Bank kür Deutsche Beamte feststellen können, ob der Betreffende zu den Gehaltsübenveisern gehörte. Dr. Glaser erklärte fchließlich, daß eine Liquidation der Lank für Deutsche Beamte unausbleiblich fei. und dieser Teil der Beamten- sinanzwirtschast nunmehr durch die Großbanken übernommen werden würde._* Die Sehnsucht nach der Heimat. Wegen Doppelehe festgenommen. wegen Doppelehe wurde von der Kriminalpolizei ein 44 Zahre alter Schachtmeifier Richard S., der im Süden Berlin» wohut, festgenommen. S. ist gebürtiger M ä r k e r. Vor Jahren kam er auf der Wanderschaft nach dem Elsaß und heiratete dort im Jahre 1918 in Orschweier bei Mülhausen eine Frau namens Iojephtn«. Die Ehe, die der arbeitsame und o r d e n t l i ch« M o n n mit seiner Frau führte, war ungetrübt. Aus ihr gingen zwei Kinder hervor, die jetzt 8 und 11 Jahre zählen. Allmählich aber packte S. die Sehnsucht nach seiner märkischen Heimat, und er bot alles auf, um seine Frau zu überreden, ihm nach den, Norden zu folgen. Sie stand aber völlig unter den, Einfluß ihrer Eltern und Ver- wandten, die sich als gute Franzosen fühlen, und lehnte es ab, aus dem Elsaß fortzuziehen. Schließlich fuhr S- allein weg und besuchte seine Mutter in Strausberg. Von dort schrieb er zu wieder- holten Malen an seine Frau und bat, sie möge ihm folgen. Sic b c h a r r t e aber auf ihrem ersten Entschluß. Als nun die alte Frau S. im Jahre 1927 starb, fühlte sich der Schochtmeister, der sein gutes Auskommen hatte, voltständig vereinsamt und sahte den Plan, sich wieder zu oerheiralen, um r.ichi ganz allein zu sein. Im Mai 1928 heiratete et zum zweitenmal, ohne daß die erste Ehe geschieden war, und zog mit seiner neuen Frau, mit der er zufrieden lebt, nach dem Süden Berlins. Bei der Trauung aus dem Standes- aml halte er die erste Verhelralung verschwiegen. Die Frau Iosephin« hatte aber von seiner Eheschließung erfahren und zeigte den Schochtmeister wegen Bigamie an. S. wurde daraus in seiner Wohnung festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Es ist zu hoffen, daß sein Vergehen, dem ja keinerlei unedle Motive zugrunde liegen, eine milde Beurteilung findet. preiswerter Sarpseuverkaus. Nachdem die Absijchungen der Teichwirt« beendet sind, läßt sich das Resultat der diesjährigen Korpfenernte schon übersehen. Es wird mit demselben Ge- santtquontum von etwa 100000 Zentner deutscher Karpsenzucht zu rechnen sein, wie im vorigen Jahre. Um den Verbrauchern diese wohlschmeckenden Fische zuzuführen, findet' ein preiswerter Verkauf statt, e? werden die Karpfen in den Berkaussstellen pro Pfund von 1,23 M. an abgegeben. Der Berkauf ist Danncrst.zq, Freitag und SonnobeuÄ dieier Woche. Die Verkaufsstellen sind durch Plakat« kenntlich gemacht ltnveranderier Siaud der„6 Tage". Die letzte Nacht. Wie in den Vortagen, unternahm das Fletd auch ift der gestrigen Nachmittagswertung keine nennenswerten Vorstöße. Erwähnt sei. daß Tonani-Negrini, die zehn Runden zurück lagen, wegen Aussichtslosigkeit aus den, Rennen genommen wurden: Lehmann-Wissel Hollen um 9 Uhr mühelos eine ihrer Ver- luftrundcn auf. Wie gesagt, keine Sensattoncn. Bei Beginn der ly-Llhr-Abendwertung wurden 2865,630 zurückgelegte Kilometer gezählt Di« Wertung selbst verlief zahm, die Punkte wurden nur wenig umkämpft. iftur K r ü g« r- F u n d a profitierten im neunten Spurt Sie kamen gut vom Felde und holten nach kurzer Zeit«tue Runde auf. Der von Dorn und Kroschel fortgesetzte Borstoß fand durch einen Sturz Krügers sein Ende. Stand des Rennens: Spitze: Goosscns-Deneef 159 Punkte. 2 Runden zurück: Krüger-Funda 341. Ehmer-Kroschel 126. Dorn- Maezinsti 91 Punkte. 3 Runden zurück: Petri-Tletz 256. Hürtgen-Miethe 102 Punkte. 4 R u n den.zurück: Louet-Mouto» 1 55,-Manthey-Schön 120 Punkts. 5.Rund»'«.-zn rück: Wqutt??. Bermandel 74 Punkte. 7 Runden zurück» Wifsel-Lichmgnn & Plaza, variclö im vslbahnhos. Die Plaza bringt in der ersten Hälfte ihres Noocmber-Programms eine Reihe erstklassiger Artisten. Als Glanzleistung ist der Balanceakt am fliegenden Trapez zu ver- zeichnen. Als Meister des rotierenden Kreisels gelten Me. Sove- reign u. Co. Auch die chinesische Gue-Tsang-Truppc kann sich durchaus mit ihren Produktionen im rotierenden Kreisel sowie an, Reck und an den Ketten sehen lasten. Chris Richards zeigte sich als amerikanischer Exzentriker, seine Tricks sind bewunder-- werte. In ikorifchsn Spähen gefiel die Familie Karl Krems. Ein Gastspiel Karl R o b r e ch t s mit seinen 15 Jazzsinsonikern, sowie Mme. Walkers 8 Akademy-Girls und dann als Meister aller Kraft- jongleure fanden Heros und Partnerin Beifall. Fred Scarletts fliegende Affen mit dem Schimpansen Bobetie sind bewunderswert. Ein sehr gut zusammengesetztes Programm! ""Wf'W" Nur feinste QualUäien Apfelwein,«un, I»............ Liier«.75 Jolittunlsbeer, eOU, dun Beete...... Liter 0.8(1 Kirschweln,■an. de» Feinste..... Liter 1.1» Erdbrerwcin,»00, das Beste...... Liter 1.45 TarraKonn, eclit, süB........ Liter 1.S5 Malaaa, eG)i(,Kaa, ftold.......... Liter I.SO Pepsinwein, echt, tüe Kranke..., Vi Liter 1.30 Bouro Portwein, echt, das Feinste.. Liter S.SO Werniutb, top Kranke.......... Liter 1.S5 Echter weißer Bordeaux, SÜB....... FI. 1,45 Echter roter Burgunder.......«»» FI. 1.25 Sports eiM 32-/-.......... Liter 2.75, FI. 1.25 Aqnavlt 35°/,........... Liter 3.30, Fl;.65 Weinbrand Verschnitt..... Liter 3.60, FI:.S« Weinbrand, echt,•••Steril.. Li«et 4,4«. FI 5.4« Liköre, das Feinste bis 3S»/«. Liter 5.2«, F 4.05 Jatn.-R um-Versöhn., 38°/-... Liter 4.45, Fi S.BO da in.-Knm- Versöhn., 450/o, T«-Sta Liter 6.20, PI. 4.05 Feiaster Alpenkr5nterlik5r. Liter 4.35, Fl. 3.45 Feinster W'einxrosr, 40°/-•.> Liter 4.00, Fl. 3.80 Kostproben gratis vsvptSezkkS«: BERLIN N, Bnuincnstr. 42 Berlin\.......... MOIIerstraOe 144 Berlin 5.......... Chnusseestralle 70 Berlin 5.......... Preuslnner Allee 53 Berlin O.......... KoppenstrnUe 87 Berlin O.......... Petersburaer StrnOe 00 Berlin SO......... Grünnner StrmOe 15 Berlin SO......... Köpenleker StrnOe 121 Berlin W......... Mnrtin-Lnthcr-StrnBeOO StcKllts.......... SehloBstraBe 121 Moabit........... Wilsnncker Straße 25 Pankow.......... Wollnnkstpaße 88 Schönebertr..».»». Kolonnenstrnße 8— 0 Tempclbof........ Berliner StraUe 152 Liebtenbertr....... Wlsmarplats 1 rharlottenhnrar..... Wllinersdorler 8t*. 157 Spandau.......... Potsdamer StrnOe 23 Ober schöne weide.... Wilhelmlnenhofstr. 40 Weißensee........ Berliner Allee 247 Nonkölln........ B ermann»traße 27 Frau klar t/Ode*..... BichtstraBe 73 —— Preise versieh ern sieh ohne dies > Größtes Spez iqlqaschcift s einer Art in qönz Deutscht an cL Aufmarsch der Sozialdemokratie. Ueberfüllte Wahlversammlungen in allen Stadtfeilen. Auf dem„roten Wedding" entfottete die Port«! am Dienitng !yre ungebrochene Werbekrsft in zwei überfüllten Wahlkundgebungcn. �tn den Pi>arussälen sprachen Bürgermeister Eenosse Ostrowski und Stadtverordneter Gen olle Bruno Krause. Bor Beginn der Referat» und am Schluß sang der Meinckesche Männerchor wirkungsvoll einige Lieder. Genosse Ostrowski er- klärte die Ursache der Schöne des jetzt gegen die Sozialdemokratie pefichrkm Kmnpfesi 6m' Gutes.. frat der i SllarÄ-Skandal gehabt: Er hat den Kampf geschürt, dos Kampfmterejsc um die kominu- naken Angelegenheiten und Mochtpositionsn erst gewerkt. Dieser Skan. dal hat enge Verknüpttheit gerade der wichtigsten Arbeiter- interesfcn mit der Kommunalarbeit bewiesen. Schon die Zentral:- sation und die Gleichbehandlung oller Interessen des riesigen Wirt- ichoftsgcbiets war«ine ungeheure Lelstung der Sozialdemokratie. Die Einheil der Arbeitcrmacht wäre die beste Garantie zur Erhaltung und Weiterentwicklung dieser Arbeit. Das Bürgertum erkennt die Getahr, erkennt den Feind und führt gegen die Sozialdemokratie den erbittertsten Kampf. Der Krach um die Sklarcks ist im wssent- lichen Stimmungsmache für den einen Wahllag.— Der zweite Referent, Genosse Kraus«, bracht« speziell« Ausführungen über die trotz allem großen Leistungen auf dem Gebiet des soojel angegriffenen städtischen Wohnungswesens. Unvergleichlich find die Leistungen der städtischen Verkehrsmittel. Die praktischen Leistungen sprechen selbst die. Forderung aus: Sozialdemokratische Mehrheit am lk. No- oembttk In. der zweiten Kundgebung, im ,.S w i n c ni und e r Gesell- s ch a f t s h a u s�. waren in der Mehrzahl Frauen anwesend, d«nn die Genossin Gertrud Hanna behandelte dort als Retcrentin in der Hauptsache Frauensragen. Die Arbeiterfrauen besonders rief sie auf, ihr Recht"der freien Wahl, der Mitbestimmung in der Kommune nicht zu unterschätzen. Sie bauen damit, daß sie ihre Stimmen der Sozialdemokratie geben, nicht nur an ihrer eigenen, sondern weit mehr noch an ihrer Kinder Zukuntt. Bessere Lebensbedingungen hat die Großkommune Berlin schon unter sozialdemokratischer Führung seit lllV s ü r Kleinkinder, Iugendliche und werdende Mütter, sür Kranke und Akte geschossen und wird ste weiter schassen, wenn die Frauen den Kampf an der Seite der Männer un- erschrocken und ohne stch von reaktionären Einflüssen irreführen zu lasten, ausnehmen. Die Frau ist am tiefsten und dringendsten mteresfiert am Aufbau dcs Sozialismus, und der Erund zu diesem Aufbau wird in der Gemeinde gelegt. Dsö Mitglieder des 13. Kreises T c m p e l h o f- M a r i e n-, darf sammelten stch am gestrigen Abend zu einem Werbeumzug in Mariendorf, Ehäusieestraßc. Mit Fackeln und Musik bewegte stch der imposante Zug. der die ganze Stroßcnbreite einnahm, zu beiden Seiten dicht flankiert von Gesinnungstreucn. durch Mariendorf und Dempe-lhof. Fahnen- und Bannerträger gaben den Kundgebungen ein fsstliebes Gepräge und hell ftrahllen die Fackeln durch die sternenklare Nacht. Am Rainerplatz hiell Genosse Otto-.Burg«- meister eine kurze, eindrucksvolle Ansprache. Er sprach von dem, nas zum Wohle der Allgemeinheit nottut. vom künftigen positiven Arbeitsprogramm des Bezirks, i Da fehlt öS am notoenfcigsten: An einem Krankenhaus, an einem Altersheim und einem Heim für die Jungen und auch die Schulverhältnisse haben stch erst in der eller- letzten Zeit ein wenig gebessert i bei dieser Gelegenheit erinnerte der Referent daran, daß bis vor kurzem Sckiütcr noch in Rcstaurotions- röirmen untergebracht wurden. Zu all diesen wichtigen kommunal- politischen Bestrebungen hat die im Bezirk herrschend« bürgerliche Mehrheit sich ablehnend verholten. Soll also der kulturelle Aufbau- gedankc gefordert werden, dann bedarf es der Hilf« jedes einzelnen am 17. November! Unter Abstngung der Internationale nahm die schöne, schlichte Feier ihr Ende. » In einer sehr gut besuchten Wahlkundgebung in der Hohen- zollernichule in Schöneberg setzt« sich der Stadtoerordnctcnvor- stehcr Genosse Haß wirkungsvoll mit den W a h l l ü g e n ausein. ander, die uns jetzt von den Parteien recht? und links entgegen- geschleudert werden. Es geht in diesem Wohlkampf gor nicht um den so unglaublich ansgebauschten Fall Sklarek, sondern um Beseitigung und Verhinderung einer roten Rathausmehrheit. Dieser Wahlkamps ist ein Sturm der P r i v a t w i r t s 6? a s t gegen die mirtsch astliche Betätigung der Stadt Berlin. Die Privatindustrie sieht dos End« der schamlosen Ausbeutung der Bevölkerung gekommen, wenn sich die öffentliche Wirtichoft weiter in so hervorragender Weile entwickcll y>ie in Berlin. Berlin kaiin mit Stolz auf seine städtischen Werke blicken, und es ist in erster Linie der Arbeit der Sozialdemokratie zu danken, wenn aus dielen Werken 8 st Millionen Ueberschuß zum Wohle der Bevölkerung verwandt werden. können. Genosse Haß schilderte im einzelnen die fruchtbar« kommunale Tätigkeit der Sozialdemotroiie und wies belonders daraus hin, daß in den letzten Rechnungsjahren d-e Ausgaben für Wohlsohrts- und Kulturzwecke um 50 Prozent gestiegen sind. Der krampshoste Dersuch der Reckst?- Parteien und der bürgerlichen Prestemeule, in Fortsetzung der Tätig- kcit de? Reichslügenverbandes nunmehr eine bürgerliche Mehrheit zu schoisen, wird an dem geschlossenen Widerstand der Ber- l i n e r A r b e i t e r s ch a s t scheitern. Die Arbeiierschast sieht mir in der Sozialdemokratie die Bertreterin ihrer Interessen. Die Sozialdemokrate ist der Baumeister der Zukunft, wenn die Ar- beiterklassc ihr mit ihren Stimmen die Werkzeuge in die Hand gibt! s- „Achtung! Achtung! Wir wählen Sozialdemo- k roten." Dieser Ruf wurde am Dienstag aben-d wieder durch die Straßen Neuköllns getragen. Die Parteiorganisation hatte zu cnem Fackelzug aufgerufen.?lm Rcuterplatz sammelten sich die Teilnehmer Hunderte von Fackeln beleuchtcien die mitgeführten Transparente. Diesmal ging es durch die Pflügerftraßc über den Kottbusser Damm durch die Hob recht- und Kaifer-Friedrich-Stroßc zur Bergstraße. Und damv durch die Steinmctzstroße bis zur Schillerpromcnoide. wo der Zug aufgelöst wurde. Selbst in den Straßen, die angeblich Hochburgen der Kommunisten sind, standen Hunderte, die den Zug erwarteten. Ucberall fand-dieser Ausmarsch der Sozial- demokratte ungeteilten Beifall. Auf der Schillerpromenade sprach der Landtagsabgeordnele Hermann Harnisch. Sein« markante. Ansprache beendete er mit einem Hoch aus die Sozial- Demokratie, in das d« Wenge begeistert Mssimmte. Die(Jüherfotfenbijrgcr Wahkkundgebung in de? Gemeindeschule in d:r Joachnnsihaler Straße stand auf einem holen Niveau. Nach einem Vortrog von Hsrweghs Gedicht„Die Pariei" folgte ein ausgezeichnetes Referat des Kreuzberger Bürgermeisters Genossen Dr. Karl Herz über„.Kommune' und Sozial- demokratle". Der Referent umriß die Funktionen der Kam- mun« im demokratischen Siaai und berief sich auf Karl Marx, der das Scheitern der 48cr Revolution dadurch erklärt, daß zwar eine Aendentng in d»r Besetzung der Stootshäupfer stottgöiunden statte, daß aber das örtliche Beamtcnheer und das bureaukratifche System geblieben waren. Die'Gemeindeverwaltung ist es. die den direkten erwehr mit derB'evölkerung hat. Ihr Aussehen wird stets entscheidend für die Beurteilung'des ganzen Staats? fein. D'e revolutionäre Umgestallung aus sozialem- Gebiet wirkt sich in der Gemeinde in der Gemeinde aus. Auch auf wir!- fchatilich-techn fchem Gebiet brauchte die Gemeinde eine reoolvtionän« Neugcstaltilnz, um fortschrittliche Bcrke-Hrsrnöglichkciten schaffen zu können. So bedeutet jede einzeln.» kvmmunalpolitische Handlung Dienst am Soziaiisnuts. In der Kommune i ft' d i e M ö g- lichkeit gegeben,«in Stück unserer ersehnten Zukunft schon j e tz t z u v e rw i r k l i che n. Der 17. November gibt uns die Gelegenheit, uns eine solch» Stadtvervrtsnetemserfamm- lüng zu wählen, die uns dem Svziaiisnms n.äbcr bringt. Es liegt an den Wählern, ein wirkliches Rotes Berlin zu schassen.' Die'« Art, sich mit den kvmmunalpolitifchen Problemen auscinardegzusetze», fand«inen solchen Beifall bei der Zuhörerschaft, daß sie aus e>ne Diskussion verzichtete und mit einem brausenden Hoch aus die Sozialdemokratie die Beosammlung beendete. Etala im Aovsmber. Das November-Programm der Scala präsentiert stch als auali- tätsrcicher Saisonoufrokt. Den Freunden der Iozzmusi'k bringt E tt ö mit seinen lb Solisten eine musikalische Delikatesse, aber auch den Gegnern der Iazzrhythmen zeigt er. daß man selbst banalsten Schlagern sinfonilchc Schönheil entlocken kann. Die kleinsten Tänzer der Welt, G e r o l d i n e und Joe, entzücken durch die Anmut ihrer Vorführungen und Alma Bornes verfügt über glockenreine? Siimmmaterial. Paul G a r d o n produziert sich ohne jedes B-stinc»- hilfsmittel aus schwankendem Drahtseil und tanzt mit verblüffender Sicherheit in lustiger Höhe moderne Tänze. Die H a!- Jung- Eh ineseni nippe jongliert und turnt mit unerhörter Gewandthest imd Julius Fürst, der Mann aus den Klötzen, zeigt kopfstehsnderweis», bis zu welch' möglichem Grad man durch Willenskraft seinen Körper trainieren kann. Mit Reisen, Keulen und allen möglichen anderen beweglichen Gegenständen operiert die d' A n j o l y> Truppe, olles bunt durcheinander wirbelnd, um schließlich mit nie versagende? Sicherheit jedes Ding an seinen Ort zu schicken. Tamara am Trapez arbeiten.zu sehen, ist etwas, das man nicht so leicht vergißt. Auch Powers Riesen> T a n z- E l c f o n t e n sind wieder in' der Scala und amüsieren durch ihre drollige Tolpatschigkeit und ihre. unglaublichen Drefsurkunststücke. Wenn ein Elefant den onderrn ein seist, rasiert-»nd pudert, dann biegt sich alles vor Lachen, ehsnfo sind die Fo;trott'tanzcnden Dickhäuter ein zu komischer Anblick. Karl N a p p s Blödsinn, den er lO Minuten lang verzapft, wird wie immer, sehr belacht und gern gehört und die Arthur-Klein-Familie beschließt mit einem guten Radfahrokt das reiche Programm. Die Ausstellung Deutscher Sammlung für deutsch Akademie der Künste, Pariscr- Soniitog, den 10. November, Infolge des starken Interesses trittspreis von Freitag gefetzt worden. Außerdem und Sonntag.von 10 bis 13 Volkskunst aus der S t a a t j i ch e n c B o 1 t? k u n d e sti der Preußischen Platz 4,'ist nur nach bis einschsießlich täglich von 10 bis 17 Uhr geö'fnkt. für diese Ausstellung ist der Ein- an auf einheitlich 10 Pf- h« r a b- finden Freitag von 13-bis 17 Uhr Uhr unentgeltlich« Führungen statt.- !'\————■ JugendÜch-flottesGlok- kenkleid ousCordsarrt. in sdiüner, aparter Aus- fükrang: höher gelegter Gürtel undTeUerArmel; Ueberkragen. Tüchelchen aus Lrtpe de Chine. In beliebten Farben Apartes, elegantes Modekleid: guter Fope- bn- Moir# in flotter Prinieb- Glodrenform Duftiger Crdpe de Chine-Kragen, Teller- Äimel mit Cr« pe de Chi- ne-Futter. Viele Farben 50 � S75 �13 »'undervoIL Ripskleid hochmoderne Piimefe- glockentorm. elegant verarbeitet. Der obere Ted und Tellerirmel ringsum mit(einen Biesen. Reicher Georgette- KragcnJn vieienFarben >�»9" Und dazu Preise, die so erstaunlich niedrig sind, daß jede Debatte über diese Kleiderfrage mit den Worten enden sollte: MMMmSL. 'Tjuig- VomehnvelegantMaeh mitiagskleid aus reinseidenem Cr Jpe-Moro- tain Dieprachtvoll-rei- rhechngsgctührteMicke ret betont die schicke Urüedct hochseaOrtefen Cio50 : T? l.i'.'l'.'.i.VTt.'.lin?! �l'.'-'J'k-SH'.fl Oranlenitr.40 Am OraalaaBiat« Chauneestr.11 3 Königstraße 33 trto Statilaar Safiafior ckm»aiiaiiot tUananoamta» vi» od!«kn ZUtsadsta»takan ihnen ab Donnerstag zur Varfüauns 1— Schriftl. Bastellungen können nlchtberücksicktigt werden l Gegen die öffentliche Kapitalnot. Gelbsthilfe gegen drohende Privatisierung.— Schafft öffentliche Großkonzerue. her Wahlkampf am 17. No»emb«r entscheidet auch über tas Schicksal der öffenlltchen Werke. Mit aller Macht kämpft das Prioatkapital für deren Privatisierung. Die öffentliche Anlechenot soll der Hebel da�u sein. Zur Abwehr des privat- kapitalistischen Anschlags gehört auch die Ueberlegung. wie die öffentlichen Werke ihrer Kapitalnat durch Selbschilfe begegnen können. Dazu spricht hier ein Sachverständiger. D. Red. Im Rahmen der öffentlichen Finanzwirtschaft nehmen die Per- sorgungs- und Verkehrsunternehniungen der Gemeinden und ihr Kapitalbedarf eine besondere Stellung ein. Diese öffentlichen Mrt- Ichastsbetriebe haben im Laufe der letzten Jahre überoll durch die Zusammenballung ständig wachsender Massen in den Großstädten eine geradezu explosive Steigerung ihres Kapitalbedarfs zu ver- zeichnen. Dieser unbedingt' gerechtfertigte öffentliche Kapi- t a l b e d a r f steht an erster Stell« innerhalb der Volkswirt- fchaft und kann nur mit dem der chemischen und Schwerindustrie verglichen werden. Da die Bereitstellung der für die Werkserweite- rung und Erneuerung erforderlichen Mittel von Jahr zu Jahr auf wachsende Schwierigkeiten stieß— sie sind an dieser Stelle immer wieder behandelt worden—, blieb den Städten nichts anderes übrig, als den allgemeinen Kommunalkredit auch für diese Bedürfnisse ein- zusetzen; in welch ungewöhnlichem Umfang, das zeigt die Statistik der Kommunaloerschuldung. Jetzt ist es den Städten fast unmöglich geworden, den laufenden Anforderungen ihrer Werke zu entsprechen. ' Lange genug hat man oersucht, mit kurzfristigen Gcldaufnahmen und Liese rantenkrediter, die Zeit bis zur Konsvlidierungs- Möglichkeit des sich stauenden Kapitalbedarfs zu überbrücken. Diese Hilssmöglichleiten sind erschöpft, und es entsteht die sehr ernste Frage, wie dieses vom gemeinwirtschaftlichen Stand- punkt breniieiidste Problem gegenwärtig gelöst werden kann. Die Bankwelt empfiehlt, durch Abgabe von Beteili- gungen an den Werken die aus- und inländischen Prival- kapitalisten oder mächtige Finanzgruppen zu interessieren, und sieht darin den einzigen aussichlsvollen Weg zur dauernden Beseitigung der heutigen Notlage. Dieser Weg der teilweise« Privatisierung dors nicht gegangen werden. Die Gemeinden müssen ihre wirtschastliclzen Betriebe verteidigen und lieber vorübergehend aus allen, auch den uns wichtigsten Gebieten kommunaler Arbeit eine schmerzhafte Einschränkung in Kauf nehmen, als diese dauernden verhängnisvollen Beteiligungen des Privatkapitals zuzulassen. Darüber hinaus aber muß positiv an der Beschaffung der für die Werke erforderlichen Kapitalien gearbeitet werde». In größeren Städten empfiehlt sich zweifellos die Führung des Unter- nehmens in Form einer Kapitalgesellschaft, weil dadurch die Kapiwlausnahme wesentlich erleichtert wird und diese öffent- lichen Unternehmungen im Ausland einen besonders guten Markt haben. Soweit es aber nur irgend geht, muß eine Zusammenarbeit örtlich benachbarter oder bezirklich zusammen- zufassender Unternehmungen in Großgesellschasteo erfolgen. Die Konzentration der Wirtschaftsunternehmungen, die«ine Folge unserer wirtschaftlichen und technischen Entwicklung ist, kann und darf nicht an den Stadtgrenzen halt machen! Wenn die Kommunaloerwaltungen in der jetzigen höchst gefährliche» Lage sich der Aufgabe der Zusammenarbeit nicht ge- wachsen zeigen, dann werden sie mit ihren Unternehmungen gegen- über der Privatwirtschaft zurückbleiben und ihre führende Stellung im Wirtschaftsleben nachhaltig gefährden, worauf das Privatkapital nur wartet. Bor allem aber kann der künftige Kapitalbedarf nur verringert werden, wenn durch diese Gemeinschaftsarbeit der öffentlichen Hand jede unnötige Kapitalinvestierung auch vermieden wird. Ist es nicht möglich, durch Aufnohnte von Schuldscheindarlehen sbei kleineren Beträgen) den Bedarf zu decken oder in der bisherigen Form Anleihen im Auslande in ausreichenden Summen zu pla- eieren, so müssen neue Weg« gefunden werden, die Kapitalistenkreise zu interessieren, auf deren Zeichnungswilligkeit die Städte oder ihr« Werke angewiesen sind. Offensichtlich sucht man heute Anleihe- formen, bei denen neben der festen Verzinsung dem Geldgeber auch ein Anteil an steigenden künftigen Erträgen zugesichert werden kann. Dies ist vielfach mit den sogenannten Wandelanleihen— mit einem Umtauschrecht der Obligationen in Aktien— versucht worden. Dieser Weg ist für öffentlich« Werk« aber nicht gangbar, weil die Städte uneingeschränkte Lerfügungs- gewalt über ihre Unternehmungen behalten müssen. Es ließen sich aber festverzinsliche Anleihen öffentlicher Unter- nehinungen denken, die den Obligationeninhaber in Form einer zusätzlichen Verzinsung an den steigenden Erträgnissen des Werkes beteiligen. Auch eine derartige Form der Verschuldung geht nicht ohne gewisse Selbstbindungen der Gemeinde lxi der künftigen Tarifgestaltung oder dergleichen, wobei jedoch weitgehende Sicherungsmoßnahmen denkbar wären. Zweifellos aber wäre dies« Obligation so anziehend für Kapitalisten zu gestalten, daß die An- lcihebeschaffung sowohl erleichtert als auch die fest zu über- n e hm ende Zinsverpflicht ung herabgesetzt werden könnte. Bor allem aber verdient diese Art der Kapitalbeschaffung, so wenig sympathisch sie uns ist, angesichts der heutigen Notlage und vom Standpunkt des Vertreters der Gemeinwirtschaft auf jeden Fall den Darzug vor cincr Umwandlung der Werf« in gemischtwirt- schoftliche Betriebe. Internationale Finanzkämpfe. Lim die Sofina und den Korkirust.- Wirtschafisimperiaiismus der Lt.S.A. Auf der gestrigen GsneralpersammhMg der Banqu» he Bruxelles, die em» Kapitalerhöhung von j-Jg auf 660 Mill. bekg. Franken beschloß, wurden vom Präfidenten dar Bank hie Gegensätze zu amerikanischen Finanzgruppen in der Frage des Korkt ruf»? bestätigt, ebenso der Verkauf eines bedeutende» Pakets von Sofinä-Akti«». Seit einigen Wochen liefen beunruhigende Gerüchte über die Banqus de Bruxelles fBrüsseler Bank) um. die nicht nur deswegen in ganz Europa wie in Amerika die Oeffentlichkeit stark beschäftigten, weil es sich um die zweitstärkste Großbank Bolgiens handelt, sondern weil diese Bank mit einer Reche belgischer In- dustriegesellschostcn und ebenso einer Anzahl großer internationaler Trusts aufs allerengfte verwachsen ist. Zwei der wichtigsten weit über Belgiens Grenzen hinausragenden Interessengebiete sind die Sofino und der Korktrust. Die Hintergründe dieser Beunruhigung im internationalen Finanzkapital sind von allgemeiner Be- d c y t u n g. ' Die Sofino ist bekanntlich die größte Finanzicrungsgesellschaft für elektrisch« Unternehmungen in ganz Europa. Sie hat auch enge Beziehungen zur deutschen Gesfürel-Berlin. Als Mitte Oktober die Kurse der Banque de Bruxelles-Aktien immer tiefer sanken, hörte man an den Börsen die Meinung, daß möglicherweise eine Locke- rung der Beziehungen mit der Sofina eintrete. Dies wurde jedoch von der Bonkverwaltung ebenso energisch dementiert wie alle scnstigc» Gerüchte. Es wurde für unrichtig erklärt, daß irgendwelche Differenzen mit der Sofina beständen, die zu einer Zurückziehung der Gelder der Sostna aus der Bank geführt hätten. Vielmehr babe die Sosina nach wie vor ihre Depots(Geldeinlagen) bei der Banque de Bruxelles. Gegen die Verbreiter solcher böswilligen Gerüchte hat die Bant Strafantrog gegen Unbekannt gestellt. Etwa eine Woche später wurde bekannt, daß nickst weniger als 70 Proz. der Aktien des Korktrusts(Compagnie Commerciale et Industrielle du Liege) in spanische Hände übergegangen sind. Der Korktrust hatte mit Hllse der Banque de Bruxelles die Kon- trolle über den wichtigen spanischen Korkmarkt erreichen wollen; das Ergebnis der hierdurch entstandenen Kämpfe ist die Schaffung einer spaniscb-bclgischen Dachgesellschaft, in der neben der Banque de Bruxelles auch spanisches Kapital, insbesondere der Banco Exterior mitzusprechen hat. Diese Derschiebung ist, da sie die Monopolstellung des Trusts letzten Endes noch vergrößert, nicht nur für die Kort- Verbraucher(zu denen u. o. die Linoleumindustrie gehört) von Be- dcutung, sondern auch für die deutsche Korkindustrie, deren wichtigst« Unternehmungen in der Deutschen Bereinigten Kork- indnstrte AG. ziisominciioefaßt sind, einer vom Ka-ktrt'st gc> sMvssenen und lontrollierten Gesellschaft Wenige Tage nach dem Bekanntwerden dieser Vorgänge wurde dann der Oessentlicksteit ouch mitgeteilt, daß 13 000 Sofina- Aktien von der Banque de Bruxelles verkauft worden sind. Käufer wa-en zwei Gesellichafien, an denen die Sofina ihrerseits kapitalmäßig stark beteiligt ist, nämlich dl« E h a d e(Spanisch- Amerikanische Elektrintätc-Gcssllichoft) und die erst vor wenigen Monaten gegründete Eon od, an International Light u. Power Investments Limited lKonadifch« Jnteriiaügnnle Jnb?stler>!nge--ehllicha't iür Lickt- und Krastunternehni'ungen). Do- mit wäre g'sg h- geaenseitlne B-rschackstelung dieser großen Elektrizitäts- und Finanzierung»i.'nteri«bmi!ngen»och größer ge- worden als vorher. Schließlich wurde am 2K. Oktober weilerhrn botamrr, daß die Banque. de Bruxelles ouch noch Aktienpaket« zweier anderer FinanFierungsgesellschaften für«st«llen, 5 Warenhäuser, 5 Manufakturwareuobgabe- stellen und 1 Mäbellag«. insgesamt über 806 Abgab« stellen, di« der Vermittlung van Waren an die Mitglieder dienen. Dazu kommen noch zwei Wanderabgabestellen, mit deren Hilf« di« Mitglieder in abgelegeneren Ortschaften und Siedlungen allwöchentlich mit Lebensenitteln versorgt werden. In der Konsumgenossenschaftlichen Sparkasse übertrafen im Oktober die Einzahlungen wieder um 1560111,28 M. die Auszahlungen. Infolge dieses Zuganges erhöht« sich der Einlagen- bestand aus 40516616.23 M In den Reihen der 1000 deutschen Konsumvereine, die dem Zentraloerband deutscher Konfun,- verein« angeschlossen sind, vermag nur noch die Hamburger Genossen- schast„Produktion"«inen höheren Spareinlagerchestand aufzuweisen. Oeffentliche Werke und SieuersäckeL. Stadt Halle bringt alle Werke in eine Aktiengesel schafi ein. Wie aus Halle gemeldet wird, sind Straßenbahn, Gasmerk, Kraftwerk und Wasserwerks einschließlich der Versorgungsnetze in einer öffentlichen Aktiengesellschaft mit einem Akti n» kapstal von 12 Millionen Mark vereinigt worden. Offenbar handelt es sich um eine Betriebs- und nicht um eine Besitzgefellschasi. Interessant ist die Neuordnung der von den Werken zu leisten- den Abgaben an die Stadt. Zunächst sind jährlich 10 Prozent der Bruttoeinnahmen aus allen Erzeugnissen und Leistungen ob- zuführen; außerdem jährlich 75 Pf. pro laufendes Meter Siari- stromleitung. Dampfrohr, Wasserrohr und Gasrohr sowie 1,59 M, pro laufendes Meter Straßenbahnschiene. Wie sich diese Abgaben auswirken, müßte an Ort und Siell.' untersucht werden. Die Belastung ist aber zweifellos enorm und steht außer allen Vergleichsmöglichkeiten mit städtischen Lasten, d e den privaten Konzessionsgesellschaften früher zugemutet wurdni. Dos System der Halleschen Abgabenerhebung ist neu, abgesehen von der sehr hohen lOprozentigen Bruttoabgabe. Es ist gewissermaßen eine brutal übersteigerte technische Kopssteuer, die nur aus der herrschenden kommunalen Fiuanznot zu begründen ist. Sie wird erhoben zur Erfüllung von Ausgaben, die größtenteils den Städten gesetzlich vorgeschrieben sind und um die Steuerpflichtigen zu schonen. Das Privatkapital oerlangt aber„och stärkere Pe- stouerung der öffentliche» Werke und behauptet deren Unrenlabililät, nur um diese öffentlichen Steuerquellen von heute zu privaten Profitquellen von morgen zu machen. Optimismus bei Gchwarhkopff. Erhebliche Verstärkung der Velegschast. Die scharfen Drosselungsmaßnahmen der Reichsbahn haben besonders die Unternehmen schwer getroffen, oeren Rückgrat der Lokomotiobau bildet. So muß die größter Berliner Lokomotio- fabrik. die M a s ch i n e nb a u- A k t i e n g e s el l s cha f t vorm. L. Schwartzkopfs in ihrem Geschäftsbericht für 1928/2S, der setzt auszugsweise vorliegt, sesistellen, daß nicht e i n e« i n z i g e Lokomotive im letzten Betriebsjahr für die Reichsbahn gebaut wurde. JnfolHedessen ist«in Rückgang des Gesamtumsatzes eingetreten. Fast 60 Proz. des Umsatzes entfielen auf Auslands- lieferungen. Zu Beginn des Jahres hat sich der Beschäftigungsgrad sehr gebessert, da unter anderem auch mehrere große Lokv- motivaufträg« au» dem«uropäischen und überseeischen Ausland ein- gingen. Die Belegschaft konnte gegenüber dem Tiefpunkt de» Vorjahr«? um 55 Proz. vermehrt werden. Die Verwaltung., rechnet für das laufend« Geschästssohr daher mit erheblicher Umsatz- steig« rung. Wie schon in den letzten Jahren kommt auch diesmal nach dem Beschluß des Auffichtsrats eine Dividende nicht zur Aus- zahlung. Im vergangenen Jahr wurde eine Million vom Gewinn gegen den Protest der Aktionäre in Reserve gestellt. Wir kommen auf den Abschluß der Gesellschaft noch zurück. Kink-od« Großhandelspreise. Im Monat Oktober ist der Großhandelsindex gegenüber September von 138.1 auf 137.2 Proz. gesunken. Der Rückgang erstreckt sich nicht nur auf Agrarstosfe, inndern auch auf industrielle Rohstoffe und Halbwaren(Eisen und Metasie, Textilien. Häute) und auf Fertigwaren, bei denen Kon- i um guter weiter von 170,4 auf 169,5 Proz., aber auch Pro- duktionsmittel leicht von 139.7 auf 139,6 Proz. zurückgingen. Duttcrzoll und deulsch-sinntscher Handelsvertrag. Die Erhöhung des deutschen Butterzolls auf 50 M. je 100 Kilo hat neue Verband- lunqen zwischen Deutschland und Finnland über den Handelsvertrag notwendig gemacht. Die finnländifche Regierung fordert für dos Zugeständnis der deutschen Butterzollertzöhung Zollvergünstiqui�en tür die finnische EinfiiKr von Holzerzeugnissen. Papier und Sport- artikeln. Es wird tn den nächsten Tagen die Entscheidung darüber erwartet, in welchem Umfang Deutschland den sinnischen FprderuN- gen«ntgegenlamnien will. Steitere Verschmelzungen im kiahn-Honzern. Außer den bereits gemeldeten Berliner und Chemnitzer Zusammenschlüssen im .Richard- Kahn- Konzern ist jetzt auch im süddeutschen Jnier. «Isengebiet dieser Gruppe eine größere Lerschn,elzni,g ersolgt. So hat die Schnellpressenfabrik Heidelberg mit der Maschinenfabrik Geislingen und der C. Maquet in Heidelberg sich msammengelchlossen. um die schon sefi längerer Zeit durchgesührfi Zusammenarbeit dusch Vereinheitlichung der Beiriebe und der Ver- waktung zu verbilligen. Das Geislinger Wert ist hauptsächlich Maschiiieiigußlieferant und die C. Maquet dos Zieh, und Stanzwerk für di» Schnellpressensabrik Heidelberg. Zur Durchführung der Ver- schmelzung erhöht das letztgenannte Uniernehinen fein Kapital von 0,3.5 auf 2,0 Mill. Mark. Sterksaubauten bei Vuderus. Der größte Konzern im Sieger- lärtder Erzrevier, die E i fe n m c r k« B u d» r u s A.- G. in Wetzlar. hat fetzt mit seinem groß«» Aufbauprogramm« n gesetzt. Zunpckfit ist her Bau von drei neuen Hochofenanlage» in Angniss genommen worden, deren jährlich« H e i st u n g s f ä h> g k-«>. t sich am eiwa 275 000 Tonnen Roheisen belaufen wird. Damit wird die Leistung der bestehenden fünf Hochäsen im, mehr als«In Drittel gesteigert werden. 30 000 Kohlenhändler in venkschland. Nach Angaben, die auf einer Tagung der Kohlenhändler der Provinz Brandenburg gemacht wurden, qibt es in Deutschland 30 MO Kablenhündter, die eine» Umsatz von rund 1 1- M i! l i o r d e n Mark im Hau sbrond- geschäft bewältigen. Bon den'ZOOM Kahlenhnndelsbetriebei, sind 10 000 gemischte Betrieb«(Kohlenhanb.-l ols OleOehfcetn;1.'), U M Kohlengroßhändler und lg OM Kohlcneinzelhändier. Es ergibt sich pro Betrieb im rohen Durchschnitt im Hrnrebraiidgeschäft ein Umsatz von 50 000 Mark jährlich, ein Zeichen, dan auch i», ganzen Reich der Kohlenhandel höchst unwirtschaftlich organisiert ist 18 MSfk dar hoohe/eganta Herren- U!ster*Stoff Koch& Seeland Oertraudtenstr. 20j21 WW5 Xr. 523» 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 7. November 4929 „Die Grenzen nieder!" Unter dieser Losiinq semwelte sich die soziolistssche Zk r bei: e r j uxe n d Werb�zirk Prenzlauer Scrg Georg-Str. 10. 187. Abt. HobenschSuhauleu. Die Riiglleder beteiligen sich heute an bcr öffent. in Garten sterbt HqhenschSnhausril.. Sormers Heute, Donnerstag, den I.November: Prenzlancr Berg 24. und 2.?. Abt. 1914 Ilhr im Alters- heim, Danziger Str. 62.— Referent: Georg Mader- hoiz. M. d. L. Neukölln S3. Abt. 19� Uhr im Lokal Fredersdorf, Jäger- ftraße 3.— Referent: Bürgermeister Alfred Scholz. Neukölln stO. Abt. 19>1 Uhr in der Aula des .Kaifer-Friedrich-Realgymnasiums. Kaifcr-Friedrich- Straße 268/219.— Referent: Stadtrat Karl Schneider. Thema: Sozialistische Kommunalorbeit in der Jugend- Wohlfahrt. Außerdem Filmvorführung. Lichtenberg. 191$ Uhr im Cecilien-Lyzeum. Rathausstr. Vortrag: Sozialistischer Aufbau in Lichtenberg. Refe- rent: Stadcherordneler Ernst Arndt. Vortrag: Warum müssen wir Frauen sozialdemokratisch wählen? Referentin: Käthe Kern. ftupenick. 19 H Uhr im Stadttheater. Friedrichstr. 6. Referent: Stadtrat Ernst Reuter.— Anschließend Filmvorführung:„Die sozialen Einrichtungen der Stadt Berlin." Tcvrpelhof. 26 Uhr in der Aula der Volksschule, Wittels- bacher Korso 48.— Referent: Stadtrat Siegfried Hermes. Zehleudorf. Die für heute angekündigte Wählerkund- gebung fällt aus. Lichterfelde. 191� Uhr in hennigs Festsälen, Lichterfelde« Ost. Am Bahnhof Lichterfelde-Ost.— Referent: Stadt» verordneter Hermann Lempert. Jungwählerversaininlung für Neukölln und Kreuzberg am Donnerstag, 7. November. 1914 Uhr, in Rabes Festfälen, Fichtestr.— Referent: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Lichtenrade: 19!4 Uhr im Lokal Böhm, Äantstr. 42.—> Referent: Stadtverordneter Robert Rohde. Morgen, Freitag, den S. November: Wedding. 1914 Uhr im Patzenhofer, Chauffeestr. 64. Referenten: Stadtverordneter Siegfried Weinberg und Stadtverordneter Gustav Blafchzik. Prenzlauer Berg 26. und 28. Abt. 1914 Uhr in Hoff- manns Festfälen, Sclzwedter Str. 23.— Referent: Stadtverordneter Hermann Lempert. Mitte 7. 3lbt. 26 Uhr im„Nordischen Hof". Invaliden- straßc 126.— Referent: Karl Dressel. Schöneberg. 1914 Uhr im Bürgersaol des Ratliaufes, Am Laulerplag.— Referent: Stadtrat Ernst Reuter. Ztcglih. 26 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Heesestr.— Referent: Stadtbaurat Dr. Wagner. Zchlcndorf. 1914 Uhr im Lokal Brunn, Siedlung Fischtal- grund.— Referent: Käthe Kern. Wcistcnscc. 1914 Uhr im Lokal„Zum Pferdemartt", Schön- straße. Thema: Was erwarten die Kleingärtner von den Kommunalwahlen?— Referent: Walter Reinhold, Gefchäftsfichrer des Verbandes der Kleingärtner. Neinichcndorf-Wcft. 1814 Uhr Antreten zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln vor dem Volkshaus, Schorn- weberstr. 114. Abmarsch pünktlich 19 Uhr.— Referent: Stadtrat Oskar Ewald. Tegel. 191- Uhr im Lokal Seeschloß in Heiligensee.— Referent: Stadtverordneter Heinrich Schäfer. Ocffcntliche Jnngwählerversanrmlung in Charlotten- bnrg. 1914 Uhr in Ahlepts Festfälen, Berliner Str. 88. Tagesordnung: Die Jungwähler und der Kampf um die Kommune.— Referent: Stadtverordneter Dr. Siegfried Kawerau. Männer und Freuen» erscheint in Messen! Morgen. Freilag. S. November. .!* SJf- A flb- bei Lebmann. Bartelstr. 7. TnnktianSrsihunq. IS. Abt. Wicht-, os j?luab7at�verbroiLunfl von fvtoenbcij Lokalen aus: Obialo. «-tralfunder Str. N? Da?>ms. Vinctapiak 7: KuvkoipM, gelbste. B. 25. Abt. Aänuna, Bezirk�iÄhrer! Die ordentliche vTunktianöxsijuma cm cannabcnb, 0. Rapember, fiilll wryen der Nenolutiansfeier ans und finber am Man'aa. IL Nonembor. statt. 31. Abt. 19 Ubr bei Eolbslbmibl, Etalvlsche Str. LS, wichtige ssunkf anör. ».>>nb Matenalauspabe. lieber Bezirk muß unbebinat vertreten sein. K. Abt. IbVj Ubr wichtiqe sZiinlttanärsihuna bei BarinCch. tzricbcns'r. 88. Die Betftkzsübm werben nachmals aniaeiorberi. das enballltiae Eraebnrs her Werbewsck« mitzubringen, 87, Ab».. m: Ull- bd.iiepka. ftbettriftr.. 7. tzunittanürstfmna. «barlottenb-ra. SS. Abt. 20 Übt Set Lpr. Hut'enstr. Ä. Eiimn» be» Ab. teilunasvarstanbes mit den Zablabenbleiter» unb allen Betirksführer».— 34. Abi. 10 Ubr im Iuaenbbeim Rasinenstr. 4 Besprcchnna mit ben Be. tiripkübrern bcr B. unb 7.� Gruppe.— Sannabenb, 9. Sianembcr, non 17 bis 19 Uhr Ausaerbc ber fflnablätter an dit Buirk�gbcer. Eonntaa. 10. Na. nember, sZtuabiat'nerbreitnna. Schönebera. 77. Abt. 20 Ubr bc! pilrnens, Barbawssastr. 5a. Tunktionor. sijrnna.— 70. Abt. 20 Ubr im Lokal Arndt. Bauüener Str. 10. wichtige iTimkfairSrfmimß. Erscheinen aller Sunklionärc brinpend erforderlich. 81. Adi. IZeiebenau. 30 llbr bei Schönfelb. Kicchstr. 33, iZiinktionckrsibuna. ■tiusaab« be, Mitteilunqsblaites. 3u bcr im Ällracrsaal de Ratbanseo. Laiitervlab. stattfinbnibr» Wäblerlunbaebun«. Befereut Stadtrat Ernst Nellter, müssen alle Genosssnnen und Genossen erscheinen. 83. fbt Tcmpeichaj. 3U Übt bei Pommcrenin«. Berliner Str. 100, Tunktipnar. siiiuna. Neu! lln. 80. Abt. 101« ubr bei Gropnneck. Sanberstr. Ist, wlchtipe ffllnk, SPD. 90. Uteilong Neukölln. Am Sonnadenb. bem 2. November. verstarb unser lieber Genosse, der Magiftraloangestell e venno Qüntker Vssastr. 38, im 45. Ledensfabre Ehre feinem Andenken! Trauerieler am Dannerstass, dem 7. November, abends S Uhr, im strc. matorium Baumfchulenweo Zahlreiche Beieilissung erbittet Oer Oorflanb. Webfehler-Teppiche. Webfehler 2x3 10.— Mark. 2X3 24,— Mari 2tbx3>4 38.— Mark 3x4 59,— Mark. 2X3 38.- Mark !'BX3'8 55,- Mark 3 x 4 85,— Mark «leine «leine ZSebiehlcr «leine Webiebler «leine Webiebler Ii Qualität '» Qualität la Qualität ftärrtr, Berlin. Hausnummer beachten. Botsdamerstrassc-Sa. MMi\ Melallarbeiter-Veriianil Verwallunpssleile Berlin Nachruf. Den Mitgliedern rar Nachricht, baß unser stallege. der Bestoßer llelorled krödlleb geb. 20 Januar 1872, am 31. Oktaber gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die«eerbigung hat bereits statt- gefunben. Ortsvemoaltung. kskleickuBglllltiiclie.VföllcbetiZ». Weaiss aetraaene ikraekanrüsse. Smo. kinganitüsse. GebrockaniUsse. Jackett- aniüg». Gummimäntel. Eutawapantstae Babardinemänie!. Caverteoatvaletats. istr jede iZigur passend. So zialität: Bauch. lansflssf fpottbississ. Grsellschaftsanzilge werben verliehen. Halvcm. Nosenthaker. j straße 4. l �.laae■■* OgaisdinKilallalliein-Mjii! uerufsltunssrnstgiiederi Am Freital abenb* 7 Uhr, Ortsoerwallung. bem 8. November. jung der Mittlere» Achtung! Ausgesteuerte u. nicht bezugsberechtigte mtigitederi Bau stavaliere» wenia aetragenc. teil» auf Seide, und neue ssacketranrüge Smokinganrüge. Abendansiiae, Frack- anriiae. Ulsier. Baleiats. Gerockvaletors Banchan-tiiae. iebe Figur passend. Sport. velre. ffit'iwl», Damenvelemäntel Müsikapparaie. Goldwaren enaem billig «eine Lvmbardware. Leihhaus Fried- richstraße 2. Sallefches Tor.__* Getraaene Herrenaarberade. Tvee'aii» täi Bauchfiguren. Ipottdillia. Naß. Gor- mannstraße 25/26 trüber Mnlackssraße- Wenia-äeträaene«avaiieraarberab» van M'llianllren. Aertten. Anwälten Fabeihait billiae Lreike. Empteble Aaillenmäntei. Balelots Fracks. Snia. ring«. Gehrockgnrstge. Hofen. Spart» Gehvel,». SklrgenhellskZule in neuer Garberabe. Weitester Weg lohnend. Lathrinaerstraße 36, t Treppe. Npfen. Muxikinstrumente-' Ohne Aneahlnug. Pianos, gebrauch! und neu. Garantieschein. Thür.«ott. busser Tamm 64. k kam Sermannvlai,! Ohne Anzahlung. 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November verstarb unser Genosse?s i i e d e i ch Klingenberg, Rnkestr. 45. Ehre seinem Andenken! Ginälcherung aue Freitag, S. Zkovcmber. l» Ubr, im gremaiorium Gcrichlftrahe. Wir bitten um rege Beteiligung. vlellrrberichl der SffeaNchea wellerdikosMelle SerN« vnd Umveoevt» (Rachdr. verb.s. Teil« wolkig, tei!« heiler, später Neigung zu Regeniölleli und elwa« milder.— Ahr oculschland gm iJiten noch(eint älcnbeumg, im Westen meist wollig mit etwa« Strich» egen und im ganzen milder. vonnsrotas, prsltas, Tonnabsnct: vrsi Tage laufen die untenstehenden, besonders vorteilhaften Angebote, die schon jetzt zu Weihnachts-Einkäufen Anregung geben sollen! lütTtevibnllcbes Soodsrutsbirt! 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Durch einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg vom 26. Oktober/ 2. November 1929(Z XI 341/29 u. Z XI 841/29) ist den bisherigen Mitgliedern des Zahlstellenvorstandes verboten, über das Vermögen der Zahlstelle Berlin zu verfügen. Es ist weiter angeordnet worden, die Geschäftsräume der Zahlstelle Berlin an den Unterzeichneten als Sequester herauszugeben. In meiner Eigenschaft als Sequester habe ich die Verwaltung der Geschäftsräume übernommen und die Ausübung der Verwaltung an folgende Herren übertragen. 1. Gottlieb Frach 2- Gustav Golze 3. Emil Ziege 4. Ernst Eckert 5. Emil Schindler. Ich fordere alle bisherigen Bezirkskassierer auf, die in ihrem Besitz befindlichen Marken und Geldbeträge aus dem Erlös der Marken, sowie die in ihrem Besitz befindlichen Bücher und sonstige Verbonds»- materialien nicht an den bisherigen Zahlstellenvorstana, sondern an die obengenannten fünf Herren in den bisherigen Geschäftsräumen Engelufer 24-25 abzurechnen bezw. abzuliefern. Ueber die Ablieferung der weiteren Beiträge wird durch den neuen Zahlstellenvorstand eine gesonderte Mitteilung erfolgen. Zugleich fordere ich alle diejenigen Mitglieder, die Prozesse vor den Arbeitsgerichten, Landesgrbeitsgerichten und sonstigen Behörden führen, auf, den obengenannten Herren Vollmacht zu erteilen. Ich weise darauf hin, daß die Mitglieder des ehemaligen Zahl- stellenvorstandes nicht mehr berechtigt sind, Beiträge für den Zentralverband der Zimmerer zu kassieren oder kassieren zu lassen. gez. Dr. Franz Neumann, Rechtsanwalt. An die Mitglieder des Zentralverbandes der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands (Zahlstelle Berlin und Umgegend) Der unterzeichnete Vorstand teilt hierdurch den Mitgliedern mit, daß folgende Kameraden die Geschäfte der Zahlstelle führen: 1. Gottlieb Frach 2. Gustav Golze 3. Emil Ziege 4. Ernst Eckert 5. Emil Schindler Engelufer 24-25, 3. Stock, Zimmer 51. Die bisherigen Bezirkskassierer der Zahlstelle Berlin werden aufgefordert, über die ihnen ausgehändigten Beitragsmarken sich zur Abrechnung bereit zu halten. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß die bisher in der Zahlstelle Berlin üblicken Beitragsmarken nicht mehr verwendet werden dürfen, sondern daß an deren Stelle andere Marken treten werden. Das sich im Besitz der bisherigen Bezirkskassierer befindliche Material ist ebenfalls an den obengenannten Vorstand abzuliefern. Den Bezirkskassierern wird noch Mitteilung zugehen, an welchem Tage und zu welcher Zeit die Abrechnung zu erfolgen hat. Wir warnen die Mitglieder, ihre Mitgliedsbücher irgend jemand auszuhändigen, da die Bücher gebraucht werden, um die Gültigkeit der ferneren Mitgliedschaft im Zentralvorband der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen nachzuweisen. Der Zentralvorstand der Zimmerer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands gez. Adolf Römer, Hauptkassierer. Donnerstag 7. November 1929 Unterhaltung unö AAissen Beilage des Vorwärts &elix SaUen: Stopfens erfles Dos mar ein Abenteuer! Es rih Hops, den munteren Hasen. meg aus der Schar seiner Spielkameraden. Er lernt« sich selbst und das große gefährdete Leben einmal kennen. Nun kam dieses Abenteuer, das Hops dahinsegte. Er saß aus einer engen Blöße an der Solzlecke, die er und die anderen gerne heimsuchten. Dickicht, das schier undurchdringlich, doch nicht sehr geräumig wur. trennte diesen Platz von der Wiese. Beinahe alle erquickten sich zu dieser frühen Morgenstunde an der Lecke. Hops faß ganz am Stein und gab sich schrankenlosem Genießen hin. Die anderen unternahmen inanchmal ein kurzes Hoschenspiel, saßen dann wieder still und zechten innig. Einige hoppelten ins Gras, das gerade hier noch einmal so üppig aufgeschossen war und besonders würzig schmeckte. Nur Hops saß mitten auf dem Trog. Plötzlich merkte er,, daß alle seine Kameraden auseinander- gestoben waren. Was war denn los? Hops richtet« ssch auf den Hinterbeinen auf. Kerzengerade saß er da. die Lössel hochgestellt, die Schnurrhaare, die schmucken, zitternd in Bewegung, die runden, klaren Augen so angstvoll erweitert, daß man das Weiße erblicken tonnte. Und jetzt erschaute er zwischen den Stämmen im Hochholz das riesenhafte, geheimnisvolle Wesen, das auf zwei Beinen aufrecht ging, das von jeglicher Kreatur im Walde mehr als olles ander« ge- fürchtet wurde, und das nun herankam. Ganz nahe war dieses Wesen schon, schlich vorsichtig, tückisch und furchtbar bedrohlich näher und näher. Hops blieb, vom Schrecken gebannt, wie angewurzelt sitzen. Auch die kleinen Hasen hatten schon erfahren, daß dieses grauen- Haft iefftam« Wesen ihr Herr sei, wie Er der Herr über jeglichem Ge- schöpf des Waldes war. Sie wußten, daß Er mit entsetzlichem Donnerschlag von ferne Vernichtung schleuderte. Seine Gelähmtheit löste sich und mit einem hohen Satz sprang er aus der Kiste, stürzte sich ins Gras, das ihn taufeucht umzischt«, indessen er dem Dickicht zustrebt«. Als er es erreichte, atmete er tief und empfand den wohligen Schutz des Pslanzenwuchses, der ihn barg. Hop« fühlte sich wohl im Augenblick zur Not geborgen, aber doch nicht ganz sicher. Die Nachbarschaft des Unheimlichen flößte ihm Bangen ein, die Furcht, die in seinen Pulsen hämmerte, ließ ihn nicht zur Ntch« kommen. Er wandte sich ab und begunn die Dickung in schleunigem Tempo zu durcheilen. Nur fort von hier. Weit fort! Da raschelt« es neben ihm. Etwas tat einen Sprung und schnappte nach ihm. Hops hörte das beinerne Zusammenklappen eines mörderischen Gebisses. Feindselig« Witterung schüttete über ihn her, gifttig, scharf, stinkig, betäubend! Ein Fuchs! Der hatte hier gelegen und sein Ansprung hatte im dichten Buschwerk Hop« um Haaresbrett« verfehlt. Jnftinktmäßig vollführte Hops einen Haken, in der Richtung der Gefahr, doch an ihr vorbei. Das zwang den Fuchs zu einer ganzen Wendung, doch inzwischen hatte Hops schon etwas Raum gewonnen. Er raste davon. Hinaus aus dem gefährlichen Dickicht, dessen Gestrüpp ihn etwa aufhalten oder hindern könnte. Hinaus auf die Wiese, wo die Dahn frei war. Als er in die grüne Weite hinauskam, durchdrang ihn das Ge- fühl. Kraft zur Flucht zu haben, mtt einer Freude, in die sich feine Angst sellsam und aufwühlend mengte. Hops lief geradeaus. In einer präzisen Folg« elastischer Sprünge. Er war schön in diesem Rennen, anmuttg in seiner Jugend, in seiner unbedingten Entschlossenheit zu eniwischen, in allen Bewegungen, darin die leicht und frisch verrichtet« Arbeit des Laufens sichtbar wurde. Nun sauste er dahin, quer über die Wiese, sehnt« sich danach, gegenüber in den knappen Waldstreisen zu gelangen. Dann hin- durch, um den weiten Kahlschlag zu erreichen. Dort würdx er den Fuchs zum Narren machen. Und wenn das nicht glückt«... Er dacht« nichts mehr sonst. Jetzt bot er einen guten Anblick, wie er so den feuchten Rasen durchschnitt und in den von seinem Laufen gebeugten Gräsern «inen Strich hint�ließ, der genau so schmal war, wie sein schmaler. junger Körper. Seine Borüerpfsien waren gerade und parallel gestreckt. Sein Kopf schien sich zwischen diese Pfoten zu schmiegen. Di« Löffel logen ganz dicht an den Leib gepreßt und deckten fast den halben Rücken. Nur die langen Hinterbeine, die unsichtbar blieben, schnellten ihn vorwärts. Die Borderpfoten schienen den Boden kaum zu greifen. Alle« an diesem vollendeten kleinen Geschöpf sprach jetzt: Eil«! Eilell Eile!!! Sprach jetzt: Flucht! Flucht!! Flucht! Und sprach das in höchster Vollkommenheit. Hops wurde reifer hei diesem tollen Laufen, wurde von Sekunde zu Sekunde mehr und mehr erwachsen. Di» treibend« Furcht, die ihn beherrscht«, mildert« sich, je rascher er dahinsegte Und unbewußt wachte in ihm die Empfindung auf, daß er nun seine Bestimmung erfülle. Er rannte um sein Leben. Der knappe Waldstreifen war glücklich passiert. Bor Hop? lag der«»it» Kahlschlag, den nur ein paar vereinzelte Birken. Esch«» und Buchen überragten. Hop? rannte. Jetzt aber begann ihm das Blut im Kopf und in den Ohren zu sausen. Das Herz und die Halsadern hämmerten be- täubend laut. Der Wem fing an schwer zu ziehen und schmerzte brennend a#> Gaumen, in der Kehle, die langsam vertrocknet«, zerriß ihm die keuchende Lunge. Und die Muskeln seiner Beine wurden krampfhaf.- lahmer. Sehnlucht, sich hinzulegen und zu schlafen, beschlich ihn. Ein Schuldgefühl bemächtigte sich seiner, weil er davon lief, weil er zu entwischen strebte. Schuldgesühl. überhaupt auf der Welt zu sein. Allein die Furcht brach überinächtig in ihm aus: er wurde ganz berauscht von ihr und sie trug ihn vorwärts. Jetzt war es einzig die Furcht in ihm, die noch rannte..' Er schlug Haken aus Haken. Er fiel in dichtübcrwachsene, lang« Gräben, lag halbe Sekunden still, rappelte sich auf, sauste die Rich- tung, die er gekommen war zurück und erschien an Stellen wieder, die der Fuchs nicht vermutet hatte. Sein weißes Hasenpanier schwenkte nun weniger blitzatrtig über die niedrigen Hartriegelstauden. Mit einemmal blies ihm der Wind, gegen den er anlief eine grausige Witterung an die verdorrende Nase. Das war Er, der aufrecht Schreitende, Er, der vernichtend« Herr des Waldes. Hops lieh jede Hoffnung schwinden. Verzweifelt machte er kehrt. Ihm war kein rechter Haken mehr gelungen. Nur ein schmächtiger Bogen, der ihm dem Fuchs gerade cntgegenführte. Da krachte der Donner. Hops stürzte, vom Schrecken hingestreckt, nieder und sah zu- sammensinkend, wie der Fuchs dort drüben sich überschlug. Dann war Still«. Am Boden liegend, mit atemlos fliegenden Flanken, behorchte Hops sich selbst. Er war fertig, hatte keine Spur Kraft noch Cnt- schlossenheit zur Flucht. Das helle Fell klebt« ihm kalt am Leib, naß vom Schweiß des Rennens, der Angst und der bebenden Cr- Wartung des Allerletzten. Aber der Donner hatte ihn nicht ge- troffen, hatte ihm gor nicht gegolten. Die grausige Witterung des unbegrcislich Mächtigen wurde nun schärfer, aufreizender fühlbar, immer stärker und stärker. Hops blieb liege», hob nur sein todniüde?, granigezeichnetcs Gesicht, und die schönen weißen Schnurrhaare, die seine Oberlippe urndarteten, gerieten in ein lebhast zitterndes Vibrieren, indessen er die bittere Botschaft dieser Witterung mit schnuppernder Nase einsog. Aber er regte sich nicht. Er war am Ende und. vollständig er- geben. Das Ausruhen, das langsam wieder Atemschöpscn, dos Stillenverden der Pulse, das Sanflerwcrden des Herzpochens erfüll: e ihn mit eiper Entzückung, die er noch nicht kannte. Der Krampf seiner Muskeln begann nachzulassen. Die Beine, die hölzern ge- wesen und schmerzhaft, wurden nun heiß und wie von einem seltsam wonnig brausenden Summen durchströmt. Hops gebot über seinen erschöpften Körper noch nicht. Er hatte ihn bis zum äußersten an- gestrengt, ihn über die Kraft gebraucht. Jetzt hielt dieser ermüdete Leib Hops in feinen Bann. Ein angenehmer Dämmerzustand stieg in ihm aus und verwttrtc seinen Willen. Eine süße Trunkenheil umhüllte seine Sinne. Hops fühlte die gräßliche Witterung näher und näher. Er vec- nahm den Schritt des Zweibeinigen. Und als der Entsetzliche ganz dicht an ihm vorbeiging, blieb Hops reglos liegen. Ohne Erstaunen sahen seine nebelverhangenen Augen, wie Er sich niederbeugte, den Fuchs, der sich nicht mehr bewegte, am Kragen emporhob und ihn davontrug. Dann versank Hops in einen Schlaf, der ein wenig tiefer war als sonst. iAus: ftclir Saltcn„Slinbilin dnCcn",?aul Sfotiioii 9?cr!an, Bcrlin-Wicn.) s. menim: D«« c�cii Ittt Wandel der SBeiten Noch heutigen Tages geben die Eskimos, die ihr Robbenfleisch zum Teil roh verzehren, einen Anhalt dafür, wie die Menschen der Steinzett lebten. Diese schnitten sich aus dem erlegten Wild Fleisch- stücke heraus und verzehrten es, wie es die Statur lieferte. Tie orientalischen Nomaden gingen schon einen Schritt weiter, indem sie das Fleisch unter ihrem Sattel weich ritten. Erst als der Mensch gelernt hatte, sein Essen zu kochen, war er aus eine höhere Stufe gerückt. Bei den alten Kulturvölkern spielten Fleisch und Fisch eine Rolle, aber überwiegend bestand ihre Nahrung aus Pflanzenkost. Die Arkadier lebten von Eicheln, die Athener von Feigen, während die Aegypter den Kohl liebten»nd zu dessen Ehren sogar Altäre errichteten. Auch bei den Griechen und Römern stand Kohl in An- sehen. Es war fein, Kohl zu genießen. 5?oraz berichtet, daß Seipio und Lälius mit dem alten Dichter Lucilius scherzhaften Wortwechsel zu führen pflegten, während ihr Kohl kochte. Die alten Griechen scheuten sich ebenfalls nicht, sich in Küchenangelegenheiten zu betätigen. Odysseus machte Feucr an, Patroblus bereitete das Gemüse zu und kümmerte sich um die Weine, und Achilles drehte den Spieß. Zu Hause in der Heimat hatte man indessen sicher voll- kommenere Kochstätten. Den Gipset der Genügsamkeit erreichten jedenfalls die Spartaner. Schon von ihrem 7. Jahre a» log ihre Erziehung in Händen der Oesfentlichkeit, und als Männer maßten si« stet» an den öffentlichen Tischen speisen. Fleisch kam sellcn auf den Tisch, vielmehr bestand der Hauptteil der Mahlzeiten in dunklem groben Brot, dessen Genuß nur der Hunger erträglich macht«. Als «inst«in Sybarit Sparta besuchte und mit diesem Nationalgericht bewirtet wurde, brach«r in die Worte aus: Jetzt versteh ich auch, warum ihr Spartaner so furchtlos auf dem Kampfplatz seid. Ich möchte auch lieber sterben, als von einem solchen Brot leben! Als einige zu Wolssstand gelangte spartantfche Heerführer ansingen, besser als andere zu speisen, wirkt« dies Beispiel derartig, daß schließlich selbst nicht mehr die Aermstcn das dunkle Brot essen wollten. Das ganze Ctaatssystem erfuhr«ine Aendenmg... und mit der Größe Spartas war es zu End«. Als Schlemmer leisteten die Römer hervorragendes, bis sie zu- gründe gingen. Der schlimmste unter ihnen war Vitellius, der sich häufig von seinen Freunden zu Tische laden ließ, ein« Ehrc jedoch, die höchst kostspielig war, da bei soichcn Gelegenheiten eine Unzohl Mahlzeiten aufgetragen werden mußten. Berseinerter war Luriillno, der aber ebenfalls große Mengen zu sich nehmen tonnte. Sein üppiges Leben, dem er sich nach seiner Verabschiedung als Feldherr hingab, sowie die Einführung des Kirschbaumes in Italien machten ihn berühmter als seine Siege über Mithridates. Die Köche waren natürlich von alters her sehr gcschötzlc Leute und als Künstler verehrt, aber sie sind unbekannt geblieben. So mühte sich der Talmudforschcr Rabbi El Bossam lü Jahre hindurch vergeblich, den Hersteller des berühmten Linsengerichts ausfindig zu machen, für das Esau sein Erstgeburtsrccht opfert«. Auch ist nicht bekannt, wer die Meisterköchc waren, die ein Schwein aus den Tisch bringen konnten, das auf der einen Seite gebraten imd auf der anderen Seite gekocht war. Selbst die größten Persönlichkeiten haben nicht verschmäht, sich für Kochwesen zu interessieren. Alerander der Große, der sein Augenmerk aus so vielerlei Dinge richtete, brachte von einem seiner Feldzüge nach Indien Schnittbohnen mit, und von Aegypten holte er die Zwiebel. Dieses Gewächs wurde sogleich bei der täglichen Kost der Soldaten verwendet, da man glaubte, daß es den Kampfesmut befördere. Der Schwedenkönig Karl XII, verstand sich vorzüglich daraus, Hühner zu braten, aber auf seinen Kriegs- zügen war er nicht sehr wählerisch. Als ihm einst seine Soldaten schimmliges Brot zeigten, das sie als Verpflegung bekamen, aß er davon und sagten Es ist nicht schön, aber man kann es essen I erich QHfar: 3)er neue Attssug Jedesmal, wenn ich vor der Notwendigkeit stehe, einen alten Anzug ausrangieren zu müssen, wird es mir wehmütig ums Herz. Schließlich ist ein Anzug keine Frau. Man steht sich näher. Und abgesehen davon, daß die Unterwäsche nähere Beziehungen nicht auf- kommen läßt, ist man doch den ganzen Tag zusammen. Niel, was man im Leben erreicht, verdankt man doch dem Anzug, den man trägt, und auch das bindet. Aber olle Gefühl«, alle Sentimental!- täten hels«n nichts. Eines Tages, wenn man sich eben entschlossen hat, den Anzug, den man liebgewonnen, noch ein Jahr durch- zutragen, macht man die Entdeckung, doß der Hosenboden durch- gesessen ist. Man kann ihn betrachten, wie man will, man mag sich einreden, daß e? kein Mensch sieht, gegen das Licht gehalten ist der schöne Stöfs, über dessen Festigkeit man soviel Freude empfand, eine Gardine. Und Gardinen sind bei den Mutigen Begriffen von Anstand und Moral nicht geeignet zur Bedeckung menschlicher Blößen. Diese Feststellung ist immer das Wehmütigste. Man denkt, daß man d»n Anzug flicken könnte, aber man bekommt den Stoff nicht. Und wem man ihn bekommt, der durchgesessene Hosenboden war nur das Signal. Andere Fehler melden sich bald. Und es bleibt schon dabei, dos best« ist, einen neuen Anzug zu kaufen. Und dazu kann man sich nicht entschließen, denn so sehr wie einem der alt« Anzug gefiel, gefällt einem kein neuer. Aber was sein muß. muß sein, und so geht man, wenn auch schweren Herzens, hin, um sich einen neuen Anzug zu kaufen. Zunächst gefällt er einem gar nicht. Die Nähte sind steif, die Knopflöcher eyg und der einzige Vorzug Ist, daß die Hos« so schön gebügelt ist. wie man lange keine mehr an den Beinen gehabt hat. Aber sowie man das erst festgestellt hat, beginnt schon das Wunder. Plötzlich entdeckt man hundert Vorzüge an dem neuen Anzug, die der alte nicht hatte. Und mit den: Be- wuhtsein, daß man vorteilhafter aussieht, wöch't auch das Selbstbewußtsein. und plötzlich kann man es gar nicht mehr begreifen. was ncaii an dem alten Lumpen, der nun vergessen im Winkel hängt, gefunden Hut Schließlich, ex war zu setner Zeit ja auch schön, das findet man. Und gesessen hat er auch. Aber der Schnitt war doch allmählich schon sehr aus der Mode gekommen. Und wie man diese Farbe so lange ertragen hat, das begreift man kaum. Nur manch- mal. wenn einem die Erinnerung an irgendeinen Vorteil, den man nur dem alten Anzug verdankt«, damals, als er noch neu war, aufsteigt, kommen wärmere Gefühle aus in einem, aber neue Bor. teile und neue Begegnungen machen die alten vergessen, und wenn uns beim Aufräumen in unserem Schrank der alte Anzug plötzlich mtt dem wehmütigen Blick, den olles Alte, von der Zeit Verbrauchte, an sich Hai, ansieht, brummen wir lieblos vor uns hin: Warum der Lumpen immer noch da rumliegt.. Und den Platz wegnimmt. Wir verstehen selbst nicht, warum wir plötzlich jo lieblos sind gegen den alten Kameraden, aber wir sind es. Und wie es die Menschen fertig bringen, zu dem Gefährten ihrer Jugend, die das Leben schneller verbrauchte, als es sie selbst verbrauchte,„Lnmp" zu sagen und stch mit Ekel von ihnen abzuwenden, wenn sie ihnen unerwartet degegiren, das verstehen wir dann plötzlich auch. Aber besser macht uns diese Erkenntnis nicht. •jOhu Spinnennets als Maromeier Es ist außerordentlich fesselnd, zu beobachten, wie die Spinnen ihr« Netze in Ordnung hatten, ausflicken und ausbauen. Für atmosphärische Emstllsie überaus empfindlich, hüten sie sich, wenn ein Sturm im Anzug ist, den Faden auszufpinnen, während sie bei schönem Wetter fleißig an der Erweiterung»nd Berstärknng des Netzes arbeiten. Man legte daher früher dieser Empfindlichkeit der Spinnen für Witteningseinflüsse die größte Bedeutimg bei und beab- achtete das Spinnennetz ebenso aufmerksam wie heute das Baro- meter. Daß man dieser WstterbeobackMng nicht ohne Grund vertraute, beweist die Geschichte mtt einem lehrreichen Beispiel. Als im Jahre 1795 Genervt Pichegru, der Oberbefehlshaber der an der holländischen Grenze kämpfenden französischen Revolutionearmee, vordringen wollte, sah er sich durch riesige Walsersluten, die das Land überschwemmten, ausgchatten. Es war nicht daran z» denken, daß Mannschaften und Bagage weiter vordringen tonnten. Nach «inigen Tagen des Wartens wollte der General schon den Rück- marsch anordnen, als eine Nachricht von seineiy in Amsterdam gefangen gehaltenen Adjutanten-dJsjonvak eintraf, die aus dem Gefängnis geschmuggelt war. Darin war zu lesen, die Temperatur werde in wenigen Tagen so stark sinken, daß das Walser frieren und dem Heer den Uebergang über das Eis gestatten würde. Pichegrus Soldaten gelangten tatsächlich über das Eis nach Amsterdam, wo der Adjutant sofort befreit wurde. Dieser glückliche Pormarsch war der Aufmerkjamteil zu danken, mit der der Ge- fangen« in seiner Zell« das Verhalten der Spinnen beobachtet hatte. Es war ihm dabei aufgefallen, daß sich die Spinnen in die Mauer- ritzen verkrochen hatten» daß sie sogar nicht einmal daran dachte», ihre Netze auszubessern, die der Gefangene absichtlich zerrissen halt«. Parsümierle„Hexen". Anno 1779 hat das Pariser Stitdlparla- ment ein Edikt«rtassen:„Wer«inen männlichen Untertanen Seiner Majestät mit Hilfe von Rot oder Wein, Parfüme, Elsen una, künst- lichen Zähnen, falschen Hüsten und dergleichen in die Bande der Ehe lockt, wird wegen Hexerei versolgt, und die Ehe wird für nichtig erklärt." Europa, wie lstist du dich oerändert: Ware dieser Erlaß der biederen Pariser Stadtväter heute noch gültig, so müßten 99,9 Prozent der holden Weiblichkeit den Scheiterhaufen besteigen! SozlallstischeArbetterjllgendGr..Verlin ainfenbunaoi für dies« Jtudrt» mir an da« SujeubsetreUrUs »erlin«WS», itndenftrnje 3 rttwlass«in Sonnabend. am 9aia)af vülaw- ffite treffen uns anr Stenolntisnafeiet im ». Nanember, pünMich 18Vj Uhr, untre Ixt Ka strafte. Abmarsch fpiiteftens 18<4 Air. SeAiiIsaseftaubsiiAuiiA äioalaa. U. Ziovember, pllnktliS 1#V> Air. im 5u«enbfjcltn Llndenstr. 4. Zlbleilungsmikgliederversammluugev heule. 19% Uhr. P.ottbufTcr Satt Seim Drifter Str. 27—30.— stipenicker Viertel: Sdittle Weanpeiftr. 128.— Südwest: Seim Llndenstr. 4.— Schönebee« III: Heim Sauriftr. 15.— Tahlem R. ff.: Wir tonen jefti Donneestofts im Seim in neftleitjwrf,»afinlioffit. 3. Seute auftcrordcntlidie Sttitnlicbcrocrfammlun#. " f l UtHpj'.ixc Werbe beftirt Ären, der« nnb Werbe beairk Reulälln: Rades ffeftfüle. Z ?! S., ffirfifrftt.. 21. Snuamäbletneriammlunat.Lunaarbelierfcha ft und£3 K Rommunolo>af)l". Redner Dr. Äurt Locmcnftetn. Beninn ISib Adr. g ffallulaft I: Schule SennenBuraee Str. 20:»Die Kefchichtr der Reualu. Bönen".— Rardaft II: Seim fanslaet Str. 62: Slenalutions-lScdcnFfcict.— SÄjünbaufct Vorstadt: Schule Sonnenburner Str. 20:„Die Toten der Revo- lur'on" Mandolinenauartett. Re/titationen. Referent ffraitn Leninlki.— Kallesches Tor: Seim Borckstr. 11:„Die Gemeinschaft in der SAZ."— fftiebenau: Seim Offenbacher Str. 5a:„Der 9. November und feine Br- dentuna".— Westend: Seim auf dem Svoriplaft Westend: Revolutians-Sedont- frier.— steilendorf: Seim Rardschule. Do'sdamer Str. 5—7: �Sie ksrn ich ,u meinem Beruf?"— Renüilln l: Ereffpualt nur IunnmSdlerverfammlunn U Air Stentetolaft.• Wittenau: Seim Rai — eWtttBa«f*«*t SVS.-stundsebnns in der Daria«.— fenthaler Str. 15: Seimobend. Dortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanuer«Schwarz-Rot-Gold". SofchSttsstelle: Berlin K l4. Sebaftianftr. 37:88. Kot 2 St Donnetefoft. 7. November. Lichtende«!: 1916 Air Saalfchuft öffentliche Dersammlunn. Presse beachten. Weifteufee lMarfckifameradfichaftl: 19 U6t Antreten Antonvlaft. Prenzlauer Bern. 1. Kameradschaft: 19 Übt An. treten Beiftenfe«. Antonvlaft.— ffreita«, 8. Nooember.»renzberft..?uo 1: 26 Uir Verfannnlnna biet Eeehak, Wittibaid-Meris-Str. 5. Lortrao Kam. Sildebrandt. Erscheinen Pflicht. Edarlottendnra, Kameradschaft Rathaus: Die Kameradfchaftsverfammiuna fässt aus. Dafür beteiluien stch alle Käme. taden am Saalschuft in AHIefs ffestfalen. Perliner Str. 58. 20 Ahr Bortraz. für die?uaend im Seim Sptctftt. 30. Lichtendcrn. Kameradschaft Mahlsdorf: 26 Uhr Monatzoerfammluna bei Anders. Bahnhoistr. 35. Reinickendorf: Die Kamcrodtchaften Reinickendoff-Ost. Rofenthal. Sennsdorf und Wittenau: Kriegs. belchädiatenverlammluna in Wittenau. Kameradschaften Reinickentorf.Weft, Teael. Borstawalde und Svielmannstun um 18'a Uhr Verkehrsloial, Schorn. mrber- Ecke Sicht omisttafte.»um ffackelau« der SPD. Sermedorf lKamerad- fchaft): 19.83 Ahr Abfahrt nach Wittenau«um Saalfchuft bei Schult, Berliner Strafte. Pflichtantreten, ffriedrichshain: 1916 Ahr grofte Funktionär. >>WWMWW»»�WW»...... oft« m jetrammlnnn bei DIamert. Weberstr. 24». Referent Gnstav Krautlein über d:» la-Plan. Sanitätsabieilungen, Kreise Süden und Osten: 26 Uhr Perfamin. lunft bei Rook, Sebastianstr. 1.— Sempelhof lOrtsverein): Donnerstag. 7. Rv- vernber, 20 Uhr. Saalfchuft Trmvelhofer ffeld und Lichtenrade Weft-Kslonie bei Böhm._ Arbeifer-Nabio-Bun» Deutschland»,«. V., vrtoarnpve Berlin. Gruvp« ffriedrichsioin. Donnersiaft. 7. November. 20 Uhr. Bastelabend und Mörlen im Krnvvenlokal Eabiner Str. 10. Hof. .Sturmnogel", fflugverbaird der BerfiZiiqrn, e. B., Be,irksaruvpe Temvel. Am Donnersiag, 7. November. 20 Ahr. arfchäftllchr Siftun« und Bor. standswabl im Barbandslokal, Beiths SefeUfchaftskau». TemveAtof. Berlins» Ecke Torfstrafte.— Bciirtsqeuvpe Krcuftdcrft: Seute, 7. November. 20 Ahr. Ku» lammnrckunlt im ffriefenfchlöftchon, SV. 2S. ffriofenftr. 14. IL Bsrtraa de» ffluftlekuers Liebigt ferner Lildunft von Arbeitsa-meinfchaften. Arleitcr.Abviuenten-But.d, Gruvve fftiedrichsiaiu. Donnerstag. 7. R»- oetnber, i 9!' Uhr, Lichtbiidervottrag:„Aus der Werkstatt der Alkohols". Re- forent Genosse Saale. Jugendheim der Weitlichen Sckule. Dieftelmenerstr. 5. Gcfte willkommen. Eintritt frei. t:n> luu uanveezviiovs. lilu»!ouv878. Meetings every Ftiday 8 p NU Cafö Josty, Potsdamer P atz. Lectuter: M'SS R D. Coole on:„fdiomatic Expiessions". Guests, Ladies ei Gentlemett, ara welcome. Sport. Hennen zu Skrausberg am Mikkwoch, dem ö. Hovember. 1. Rennen. 1. TaugenichlS l Lüderl. L. Mäander. S. Mansbach. Toto: 17:10. Platz: 15, �4. 36:10. ferner liefen: Manvn. Retteibeck, (Sodwinu, Maya. Eitterde. Aibana. Begonie. Ztmonelle. L. Nennen, l. Ledon(Haulcr), 2. Black B'idge. 3. Manoir. Toto: 27: 10. Platz: 24, 2t: 10. ffrrne:" liefen: K irlgare XVI, Eiche fgrf.s.ffaustinus. 3. Rennen. 1. Satrap iCoardt), 2. Der Muck, 3. Wupcifü. Toto: 55: 10. Platz: 17. 25, 15:10. Ferner liefen: Rundfunt, Winska, Le, Teja, Gunhiida, MithridaliS. 4. st! e n n e n. 1. Gilde(Coardt). 2. Gezired, 3. Fähnrich. Toto: 42: ly. Platz: 15. 21. 25:10. Ferner liefen: Fechter, Emigrant, Tornado. Baifutz. 5. Renne n. 1. Annchen(Gimpl), 2. Tbhmian. 3. Funler. Toto: 235: 10. Platz: 53, 24, 34: 10. Ferner liefen: Mailrone. Den Jose, slurj» schluft, Zonale. Baidenland, Blaubeete. EliaZ, Äimi. Teulobad. Undine. 5. Rennen. 1. Ktiibna(21. Printen), 2 Petlandabilis. 3. Samum. Toto: 45:10. Platz: 19, 27. 20 t>0. Ferner liefen: Octaoia, Älike, AngrluS, Kistling, lltmingard, KönigSkind, Loti, Paradenia. NP. I Ventell. i H S setz«'/- 5fr Bai bar osu 9256 IPrsisel-SM. WoMg.; 5D.SDPf.-3M. Garaldlna u. Jos, End, Power usw. Voiusbilbne rflsiter aaBülevpUlt R Uhr Fruhiinss Erwachen SlaatLSdiillei-Ib. R Uhr Des Kaisers Soldaten Totaler am sdiinoaatrdaign 8'« lihr Pennäler Mm Tlieater 0.1. N'orden I23I0 86« Uhr Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt [ TSgl. 5 U. eis Sooni.s. Sa su | Alex. E. 4. 8066 I INTERNAT. VARIETE Kammerspiele 0.1. Korden 12310 8», Uhr |UUt< Vorsieliunacn! Oer OowidersteMIche Komödie von Göraldv und Spitzer Regie; Gustaf Gründgens Grosses Schauspielhaus 8 Uhr: Muskettm REGIE:«Ml� CHRREU «9 Sonntag nachm. an gek., halb* Pr. Renaissance-Theater »vi STEMPELBRUDER Von Duschinsky. Regle: Oust. Härtung. OSE VER �r,in'l'nn,r Die Komödie |1 Bismck. 241 4/7516 R Uhr letxig Tonteiianoeni Koiporlafte Komödie von Georg Kaiser Regie: Erich Enget, Biilettkasse: Straße 132 Alexander 342i Täglich 8" Uhr: (Sonntags 8V» und 9 Uhr) Sbä® leldatfe Jsala«ll ieden Minwom& Uhr; Das laplsre Süineiflerleln Jedan Sonnabend S Uhr u. Joden Sonntag 2" U.ir. Frau Holle Reichshaüen-Theater Abends[T| Sonntag nachm. � „Bei de Stettiner" Uik-Reme. Nachmittaos halbe Preise, volles Programm I Blllettbest Zentrum 11263. Dönhoff-Brettl: Faroillen-Varletd- Konzert— Tanz. Direktion >r. Roberl Klein Deulsehei Künsiler-Theat Barbarossa 3937 7'.-, Uhr Seltsames v. Eugene O'Ncill eijU: ßtiazSilMrl Berllnsr Theater L)önholfl70 8V« U. Zwei Irawalten von Georg Kaise: Musik Spoliansky Sonn a-.d. 10 u. 17. November »o Uhr Zwei Irawalten Kleine Preise Trianon-TlL�SJr 8-/« Uhr Elfsabetb Strickrodt in „Die Ballerina des K0nigsM Theat. d. Westens Tägl. 8'/« Uhr Msriena MoslK v. Oskar Straos Mäthc Dorsch Midiarl Bohnen i wo speist man i gut und billig? Nur [ßr�ss- Berlin [ Aj«ander platz Planelulnm �»» am Zoo"— fnlla;. luduosHiiwr itnli S.5 Barbazossa5S7f 161'. Uhr Herdstabande am Sternen- nlmmai 181. Uhr mi»*»lilo»| Snarnonliontas 801'« Uhr ni» an dk Grenzen der Welt Eintritt l Mark, Kinder SO Pf- Mittwochs halbe Kassenpreise. Bamowsky- Sühnen Theater In dar KOnlggritrer StroB* Täglich 8'h Uhr Die erste mrs. Selby mit Ffftzl massary Komädienhaus Täglich»V« Uhr Der HOhnemol v Tristan Bernard Lustspielhxus Friedrichstr. 236 Bergmann 2622 Täglich Vi« Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Wir brinsen in dieser Woche wohlfeüe Waren, aus fast allen Abteilunsen, die sich durch ihre PrelswQrdiskeit schon jetzt zum Einkauf für das Weihnachtsfest ganz besonders eignen. Ein SpezloMiiot unserer Damen- und Klnder-Sekleidunss-ADteiluneen | dum• t8llit. 2816• Hflumeo t � JI»o Bei», Jrvln Siofor»«tc. Kleines Theat. 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