MorZenausgabe �r. 525_,, A264" �rgang «Biüjtntri®«DI.«iBHetna uo st im oorau» zohlt-i"Coftbtjuj 02 St. »wschll-ßNch 60 Dfg. tSoft�f itung5- ffVfQ. DoftbefteDgcböIjren Äu»Iaild» abonnemem 6.— M. pro Stonoi. Sa.SamSrts* aldjtho woch-ntjz» Uch zweimal, Eannlag, und Sionlaa» «mmol, die Ldendousgaden für Balm und ,m Sandel mü dem ZAel.Sa Abend" Illuftrierle Veilaoen.Doli und Lei!" und �kinderfreunb", Ferna .Unterhalwng und Wissen"..Frauen. stimme".Technil".Slltf iu die Kücherwelt" und. Jugend- Dorwürr»" �■ Berliner Voltsblatt �reiiag 8. November 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts i5 pf. T>H• I■ 9 f a) 1 1 g• Nonparelllezel»« •ü Pfennig.*RefIame�eilr 5.— Neich»- mark„Kleine Anzeigen� da? ieua- druckt» Wort 25 Pfennig(zuloliy �wet fengedruckie Worte), ledes weiter» Won \2 Pfennig Stellengesuch» da? erst« Won 15 Pfennig.|ebe« wener» ffiorf tu Pfennig. Wort? über 15 Buchstaden zoblen für zwe« Worte Arbeitsmortt Zeile 60 Pfennig. Fomilienanzeigen Zeil« Pfenntg. Anzeigenannahme imj'iaupr« «elchäit Lindenstrofte 5. wochentäglich- ovo dr, l? Uhr. Jentralovgan der Sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 3753(5.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. u, Disc.-Ges,, Depositenkasie Lindenstr, 3. Notwehr gegen Nohlinge. Ein Siebzigjähriger ohrfeigt einen kommunistischen Verleumder. Stadtverordnetenversammlung im Tumult aufgeflogen. Im Berliner Rathaus gab es gestern eine mehr als stürmische Stadtverordnetenversammlung. Sie endete schließlich in Tumult und mußte ergebnislos a b- gebrochen werden. Wieder, wie so oft schon, übersteigerten die Kommunisten ihre lümmelhafte Zlusdrucksweise bis zu den schamlose- st e n B e s ch i m p f u n g e n der Sozialdemokratie und ihrer Vertreter, bis schließlich unseren Genossen die Geduld riß und der älteste von ihnen, der Parteiveteran Tempel, zur Rednertribüne schritt und dem dort gestikulierenden Neu- köllner Lange mitten auf sein Lästermaul schlug: Der mehr als Siebzigjährige, der seit Jahrzehnten in Stürmen und Wettern für die Partei der Arbeit gekämpft hat, war wie alle aufs tiefste empört über die bodenlose Niedertracht des kommunistischen Schimpfapostels, der sich n'cht scheute, mehrfach und immer betonter die Sozialdemo- kraten im Saale und außerhalb des Saales als„sämtlich Betrüger übelster Sorte" zu beschimpfen. Es gibt Augenblicke, die auch dem Geduldigsten das Blut in die Wangen treibt. Ein solcher Augenblick war gekommen, als der kommunistische Provokateur, der seit Wochen fast als einziger noch geduldeter„Sprecher" seiner Fraktion auftrstt, sich über sein übliches Schimpfregister hinaus zu der gewollten Verleumdung verstieg, daß sämtliche Sozialdemokraten Betrüger seien. Der Greis stieg hinauf ünd stopfte das Lästermaul des Buben, der fein Mandat zu solchen Schamlosigkeiten mißbrauchte. Kommu- nisten, die chrem Lange zu chilfe eilten, rissen den alten Ge- nassen Tempel um. so daß er die Treppenstufen hinabfiel, glücklicherweise ohne erheblichen Schaden zu nehmen. Im allgemeinen Tumult mußte die Sitzung dann unter- brachen und schließlich vertagt werden, da die Kommunisten sich im Aeltestenausschuß nicht einmal zu einer Zurücknahme ihrer Verleumdungen und zu einer Entschuldigung für die Lümmeleien ihres Lange verstehen wollten oder durften. Der Zweck der Sitzung war damit vereitelt. Die Kom- munisten hatten bekanntlich den Antrag gestellt, dem Ober- bürgermeister Böß das Mißtrauen auszusprechen und ihn ohne Pension sofort seines Amtes zu entkleiden. Deutsch- nationale, Anüppelkunze-Partei, Wirtschaftspartei, ja auch die Voltspartei und das Zentrum hatten sich bereit erklärt, für das Mißtrauen zu stimmen, während Sozialdemokraten und Demokraten erklärten, sich an der Abstimmung nicht zu beteiligen. Durch die namenlosen Provokationen des Lange in seinem Schlußwort wurde aber die Abstimmung ver- hindert. Die körperliche Züchtigung, die der Dreißigjährige von dem Siebzigjährigen einstecken mußte, war das Signal zur völligen Sprengung der Versammlung. Niemand wird, von den berufsmäßigen Prügelhelden abgesehen, an diesen Szenen eine Freude haben. Aber jeder wird verstehen, daß auch dem Sachlichsten einmal die Galle überläuft, wenn er sich der nacktesten Schmähsucht und dem Kaschemmenton der moskowitischen Provokateure ausgeliefert sieht. So war die Ohrfeige zu begreifen, die Tempel dem Lange gab. Sie gast gleichzeitig dem Sauherdenton der ganzen Kommunistischen Partei und mag als solche gefühlt werden. �' Für jeden, der ernst an einem Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung arbeitet, sind die Rüpelmethoden der Kommunisten längst unerträglich geworden. Mehr noch: sie sind die schlimmste Schädigung des demokratischen Selbst- bestimmungsrechts und damit der höchsten Interesicn des Volkes. Es� gibt nur eine Macht, die diese Rohlinge aus dem öffentlichen Leben verbannen kann, das ist die Wählerschaft selbst. Jede Stimme, die den Kommunisten am 17. November zufällt, ist ein Schlag gegen d i e'I n t e r« s s e n der Arbeiterschaft! Jede kommunistische Stimme ist eine Unterstützung des politischen Freibeutertums. Sorgt dafür, daß Berlin von diesen Schimpf- und Raufbolden befreit wird. Schafft die sozialdemokratische Mehrheit im Rathause! * Den Bericht über die Stadtverordnetenversammlung geben wir an der Spitze der ersten Beilage. prachivoller Aufstie». Oer Erfolg der Werbewoche- Bisher über 50000 neue Mitglieder. Aus dem Pnrteivorftand wird uns geschrieben: 4 i> 9 t N Männer und 10 4 4 4 Frauen, insgesamt 5 1 3 6 3 Neuaufnahmen sind bis heute aus 3S Partei- bezirken dem Parteivorftand als vorläufiges YrgebniS der diesjährigen Werbeaktion gemeldet worden. Von 202 Parteizeitungen berichte« 102 einen Zugang von 430 3 0 neuen Abonuenten. Dabei ist die Werbung«och an keiner Stelle abgeschlossen. Ueberall sind die Funktwuäre und Mitglieder der Partei eifrig bestrebt, das jeht schon aus- gezeichnete Ergebnis noch zu verbessern. Mit welcher Rührigkeit und Liebe für die Partei gearbeitet wird, zeigt ei« Bericht aus dem Chemnitzer Bezirk, nach dem dort ein Genosse 63. 2 Genossen je 44, 3 Genossen je 42 und 23 Genosse« je 16 bis 28 neue Mitglieder der Partei zugeführt haben. Das ist die beste Vorarbeit für die bevorstehenden S-ommunalwaHlen! De? Erfolg beweist aufs neue die große Anziehungs- kraft der Sozialdemokratischen Partei; er wird die Genossinnen und Genosien im ganzen Reiche bewegen, ihre volle Kraft einzusetzen, um den.Kommunalwahl- kämpf und die Werbeaktion zn einem glänzenden Sieg der Partei z« gestalten. Lndiendebatte im Ltnierhaus. Saldwin gegen Kr.ftnlreibereien, aber gegen schnelle Lösung. Loadon. 7. November(Eigenbericht). Am llnterhous begann am Donnerstag die große Indien» ebotte. Der Verlauf der Debatte bewies, daß die Krisentrcibereien eines Teiles der Kanservativen völlig o e r p u f f t sind. Die Aussprache wurde durch eine Rede des ehemaligen konser- vativen Ministerpräsidenten B a l d w i n eröffnet, die in ihrer ruhigen Würde und-Zurückhaltung olles vermied, was die Stellung der Regierung gegenüber Indien erschweren oder benachteiligen könnte. Baldwin betonte nach einer vernichtenden Kritik der gegen ihn in der konservativen„Daily Mail" erhobenen Angriffe, daß es völlig absurd sei, von einer politischen Krise wegen Indien zu sprechen. Es gäbe keine Krise und hätte nie ein« gegeben. Di« Lage verlange jedoch eine Ausklärung. Taldwin wiederholte dann die von Lord Reading. dem früheren liberale» Vizetömg von Indien, am Dienstag im Oberhaus gestellten Fragen und suchte in einer groß angelegten grundsätzlichen Darstellung die Indien- positik der Konservativen zu erläutern. Seine Rede klang in den Zlusführungen aus, daß Großbritannien das Wort von Gl? und 1919 zu halten wünsche. Aus seinen abschließenden Sätzen wurde jedoch deutlich, daß er den Uebergang Indiens zu einem sich selbst regierenden Glied des britischen Reiches nicht für ein« Frage von Jahren, sondern von Generationen halte. Lloyd George betont«, daß Großbritannien keinen Schritt hinter seinen bisherigen Erklärungen zurückgehen durfte. Wählerversammlungen J£eule: Mitte, IVeddinq, Prenzlauer Berg, Charlottenburg, Schöneberg, Steglitz, Zehlendorf, Tegel, Weißensee und Reinickendorf- West. morgen und Sonnlag: Mitte, Wedding, Frenz auer Berv, Schöneberg, Kaulsdorf, Biesdorf, Mahlsdorf Blankenfelde und Müggelheim. Näheres im Innern des Blattes! Qegen das IProfUintrresse der gro$hapHali»lent 7tir die öffentliche ITirtschnfil Wir ein freies. Verlin! Stalins Kommunismus. Gefahren der Verfuchspoliiik. Von Polor Garwy. 12 Jahre Sowjetrußland. Wie gewöhnlich— Kricgs- parade am Roten Platz. Auf der Tribüne neben den „Führern der Weltrevolution"— Auslandsdelegationen und Diplomaten. Geschütze, Tanks, Flugzeuge. Bewaffnete Jugendliche und Frauen. Unendliche Demonstrationszüge mit auffordernden Plakaten. Trotzdem— ein Jubiläum ohne Freude. 12 Jahre Sowjetrußland. Und das Fazit? Außenpoliti- sche Isolation, Kriegsgefahr im Fernen Osten, Wirtschafts- krise und wachsende Gärung im Lande. Es ist kein Zufall. daß diesmal das Jubiläum des Bolschewismus mit einer neuen Blutwelle des Terrors zusammenfällt, die sich durch ganz Rußland wälzt. Der Dauerlauf der Diktatur ist ein Kreislauf. Er endet, wie er begann— im Blut. Der allmächtige Diktator haut blindlings nach rechts wie nach links. Die eigentlichen Urheber der„glorreichen Oktober- revolution" sind verfolgt, verbannt, expatriiert. Es genügt, die Namen Trotzki und Bucharin zu nennen. Der Allein- Herrscher Rußlands fühlt sich von allen Seiten von Feinden umgeben. Er bemüht sich, seine wirklichen oder eingebildeten Feinde einzuschüchtern und möglichst auszurotten. Hunderte von Hinrichtungen, was für ein abstoßendes Bild gerade an den Iubiläümstagen! Der Terror in Permanenz ist eine Folge der Diktatur in Permanenz. Und die Diktatur in Permanenz ist ihrer- sests die Folge nicht nur der Machtlust der Bolschewisten, sondern auch ihrer utopistischen Versuchspolitik. Die Der- suchung, die bauernbürgerliche russische Revolution über ihre geschichtlichen Grenzen zu treiben, führte unvermeidlich zu einer Minderheitsherrfchaft. Dabei mußte das Fehlen der sozialökonomischen und kulturpolitischen Voraussetzungen für die Errichtung des„sofortigen" Sozialismus durch die Ge- waltmethoden der Diktatur ersetzt werden. Die gegenwärtige Verschärfung des Terrors ist mit dem Stalinschen Linkskurs auf das engste verbunden. Als Froktionsmanöver im Kamfc mit der Trotzkischen Links- opposition gedacht, hat sich der Stalinsche Linkskurs längst in ein Dauersystem verwandelt. Zwar ist die Kapitulation der Linksopposition mit Radeck, Rakowski und Trotzki an der Spitze ein beredtes Zeugnis für die Rückgratlosigkeit dieser „Weltrevolutionäre". Aber es ist nicht zu leugnen, daß die Linksopposition um so leichter ihre Waffen vor dem Diktator strecken konnte, als ihr kriegskommunistisches Programm durch die Stalinsche„Generallinie" weit überholt ist. Kein Zufall gleichfalls, daß das Trommelfeuer jetzt fast ausschließ- lich nach rechts gerichtet wird. In der allerletzten Zeit wird die Anwendung der schärfsten polizeilichen Maßregeln gegen Bucharin und andere Rechtsabweichler vorbereitet, die den Stalinschen Linkskurs als ein Verhängnis sowohl für die Volkswirtschaft, als auch für die Parteidiklatur bezeichnen und wenn auch schüchtern, bekämpfen. Das linkskommunistische Programm lief nur auf die for- cierte Industrialisierung, auf die Bekämpfung des Kulaken- tums und auf die Förderung der Kollektivwirtschaften auf dem flachen Lande hinaus. Der Stalinsche Linkskurs hat sich dies Programm der Linksopposition nicht zu eigen gemacht, sondern es in ein Programm des integralen Kommunismus verwandelt. Die„A te m p a u s e" so- wohl im Auslande als in Rußland selbst wurde für b e e n d e t erklärt. Die„sozialistische Offensive" auf der ganzen Front — in Stadt und Land— wurde proklamiert. Die Nep, d. h. die neue Wirtschaftspolitik, die von Lenin 1921„im Ernst und auf die Dauer" als Uebergangsform und-stufe zun» Sozialis- mus verkündet wurde, wird zwar formell nicht abgeschafft, aber in der Praxis beseitigt. Das Privatkapital wird aus der Kleininduftri« und aus dem Handel fast völlig verdrängt. Die forcierte Industrialisierung stellt sich nach dem revidierten Wirtschaftsplan zum Ziel, in fünf Jahren die vorgeschritten- stcn Industrieländer von Europa und Amerika„einzuholen und zu überholen". Zu diesem Zweck wird die Arbeitsinten- sioierung ohne entsprechende Entlohnung in der demaqogi- schen und heuchlerischen Form des„sozialistischen Wett- bewerbes" getrieben, die Arbeitslöhne auf dem niedrigen Niveau gehalten, die„durchgehende Arbeitswoche" plötzlich eingeführt, die die letzten Reserven für die forcierte Industrialisierung ausschöpfen soll. Schließlich wird die„ein- heitliche Betriebsleitung" durchgeführt, die„alle Macht dem Roten Direktor" im einzelnen Betriebe wie dem Stalin in der Partei und im Staate einräumen soll. Aber der Schwerpunkt der Stalinschen Politik des„inte- gralen Kommunismus" liegt auf dem flachen Landx. Die Sozialisierung der Landwirtschaft ist auf die Tagesordnung gestellt. Die Rep bedeutete die Entwicklung der privatwirtschaftlichen Elemente im Dorfe und folglich in der Stadt. Aus politischen Erwägungen wurde Stalin zur radikalen Revision der gesamten Agrar- und Bauernpolitik der Partei in der Richtung der Ueberwindung der privat- wirtschaftlichen Elemente gedrängt. In derselben Richtung Tardieus Programmrede. Ltnbestimmt in der Außenpolitik- großsprecherisch in Finanzfragen. drängten ihn aber auch die ruirtichaftlichen Erwägungen. Die forcierte Industrialisierung konnte bei dem Versagen der ausländischen Kapitalsquellen � hauptsächlich auf Kosten der Tauernschaft vor sich gehen. Nun versagte aber die Landwirtschaft. Erstens verma"- Velten sich die ungemein zersplitterten Bauernschaften in lauter Konsulnwirtschaften, die fast kein Getreide und keine Nutzpflanzen für die Städteversorgung und für die Staats- ifldustrie abwerfen konnten. Das war zum großen Teil die Folge der Entkulakifierungs- und Nivellierungspolitit der Sowjetmacht selbst. Zweitens beantwortete die Bauernscliaft den Stalinfchen Linkskurs mit der spontanen passiven Resistenz in Form des Gstreidestreiks und der Verminderung der Anbauflächen. Die Bauern weigerten sich immer mehr, ihre Erzeugnisse den Staatsorganen zu festen Spottpreisen zu veräußern, um mit dem entwerteten Geld ungemein teure und schlechte Industriewaren zu bezahlen. Die eingetretene Degradierung der Landwirts ckzast führte zur andauernden Ernährungskrise, zu Brot-, Milch-, Butter-, F.'eisch-, Zucker-, Oelbüchern in den Städten wie in den Zeiten des Kriegskommunismus. Nun kam die neue Agrarpolitik. Um den Widerstand der Bauernschaft zu brechen, wird in diesem Jahre mit allen, auch schärfsten, Druckmitteln gearbeitet. Die Steuerschraube wird bis zur äußersten Grenze angezogen. Die bemittelt« Bauernschaft wird unter dem Terrordruck der sog.„sozialen Meinung" der Dorfarmen gestellt.„Dorfpläne" der Getreide- bereilstellung werden für jedes Dorf aufgestellt, was faktisch die Rückkehr zu dem kriegskommunistischen„Umlagesystem" bedeutet, das seinerzeit zum Kronstadter Aufstand geführt hatte. Um die Abhängigkeit des Staates und der verstaat- lichten Industrie von den 27 Millionen individuellen Bauern- wirtschaften zu überwinden, wird in schnellstem Tempo die Zwangskollektivierung der Bauernwirtschaften betrieben und Sowjetgüter im großzügigen Maßstabe gegründet. Gleich- zeitig werden die Bauern durch ein„Kontrahierungssystem" zur Abgabe ihrer Erzeugnisse zn festen Preisen genötigt. Der „sozialistische Faktor" soll hiermit in der allerkürzesten Zeit den privatwirtschaftlichen auch auf dem flachen Lande ver- drängen und ersetzen. Damit wird die Utopie des„integralen Kommunismus" vollendet. Slber zwischen dieser Wirtschaftsutopie und der traurigen Wirklichkeit besteht nicht nur ein wirtschaftlicher Riß, der sich zu einem Abgrund zu erweitern droht. Es handelt sich gleich- zeitig um einen sozialen und politischen Riß zwischen Stadt und Land. Die Sozialisierungspolitik im Dorfe wird durch die Bauernschaft als die„Rückkehr zur Leibeigenschaft" empfunden und bekämpft. Die Rechtsoppo- sitionellen sprechen von einem„Kriegsfeudalismus". Richtiger ist, von einem Feudalkommunismus zu sprechen. Die verzweifelte Bauernschaft wird in die Enge getrieben. Der Terror von oben wird durch den spontanen Terror von unten beantwortet. Die bäuerlichen Stimmungen werden in die Fabriken und besonders in die Rote Armee hinein- getragen. Es riecht nach Kronstadt.... Graf Westarps Albdruck. OaS Grauen vor dem Volksentscheid. Graf Westarp veröffentlicht in der„ftreuz-Zeitung" einen Aufsatz:„2 0 Millionen Stimmen?" Diese Frage ist oin Ausstöhnen. 20 Millionen Stimmen bei 4 Millionen im Volksbegehren— das ist ein hoffnungsloser Fall. Graf Westarp plädiert mit viel Eifer und wenig guten Gründen dafür, daß es billiger gemacht werden müsse. Es schwebt ihm vor, daß bei 4 MillionenIa stimmen und Nichtbeteiligung der Gegner der famose Inflationsgesetz- entwurs eigentlich angenommen sein müßte. Denn darüber ist er sich hoffentlich im klaren, daß von allem anderen abge» sehen eine Aufforderung der Sozialdemokratie an ihre Wähler, im Voltsentscheid mit Nein zu stimmen, völlig ge- nügen würde, um Herrn Hugenberg eine zweite vernichtend« Niederlage beizubringen. Graf Westarp weint über die 20 Millionen Stimmen, er weint über den Artikel 75 der Reichsverfassung, über die Borschriften der verfassungändernden Gesetzgebung und dann ergreift ibn der Zorn. Ueberhaupt keine Demokratie, sondern nur Herrschaft parlamentarischer Mehrheiten! so ruft er, und entrüstet sich über den Mangel an Demokratie in Deutsch- land. Das ist für einen alten Konservativen etwas unlogisch, und außerdem kommt es zu spät. Alles, worüber er weint, hat er vorher gewußt, als das famose Hugenberg-Begehren eingeleitet wurde. Nun ist auf einmal die Demokratie schuld. Natürlich ist siecharan schuld— denn sie verhindert eben, daß eine hoffnungslose Minderheit der gewaltigen Mehrheit ihren Willen aufzwingen kann. Wer«in Volksbegehren anfängt, muß nach der Mehrheit trachten. Wenn der Herr Graf in- zwischen seine Illusionen verloren hat, kann ihm niemand helfen, so sehr er auch weint. Hakenkreuzzetle im �steichsdienst. Eine amtliche Erklärung. Der Präsident des«tati stischen Reichsamts schreibt uns: „Gegen die in Ihrer Nummer 521 vom 6. November d. 3. in einem Artikel..Hakenkreuzzell« Im Reichsdienst" enthaltene Mit- teilung, dah sich das Statistische Reichxamt„mehr und mehr zu einer Domäne nationalsozialistischer Bestrebungen entwickelt", muh ich Verwahrung einlegen. Bon bestimmter SeUe werden allerdings dahingehende B e h a u p t u n g e n. ausgestellt, während die Person, die angeblich entsprechende Propaganda für das Boltsbe. gehren betrieben haben soll,«in derartige» Verhalten«ntschie- den in Abrede stellt. Die Angelegenheit wird untersucht. da bedarf keiner besonderen Erwähnung, dah die Amtsleitung m i t allen ihr zu Gebole stehenden Mitteln ein schrei- ten wird, wenn die Mitteilung zutrisst," Die Fememörder. Anklageerhebung gegen Aahlbusch und Schul, Gegen den Landwirt und ehemalige» Feldwebel August Fahl- busch. der beschuldigt wird, in der Rocht vom IS, zum 19. Juli IdZZ bc! Rathenow den Feldwebel Wilms und in der Nacht vom 2. zum A. August 1923 den Unteroffizier Brauer ermordet zu haben, und gegen den Oberleutnant a. D. Paul Schulz, der beschuldigt wird Fahlbusch zum Mord« an Brauer angestiftet zu haben, ist von der Staalsanwaltschast III Anklage er- hoben worden. Varl», 7, November.(Eigenbericht.) Das erste ösfemliche Auftreten des Ministerpräsidenten T o r d i e u war ein großer Publikum serfolg. Selten waren Saal und Tribünen im Palais Bourbon so überfüllt wie am Donnerstag. Als das Kabinstt im endlosen Gänsemarsch seinen Einzug in den Saal hielt, wurde es von d» Reaktion demonstratio empfangen. Die Linke macht ironische Zwischenrufe. Tardieus Regierungserklärung, in der hin und wieder einige schneidig klingend« Redewendungen aufsollen, ist mit ziemlich dema- gogischem Geschick abgefaßt. Zunächst wird mit einem offensichtlichen Seitenblick auf die Galerie die vergangen« allzu lange Regierungs- krise beklagt. Dann wird in unverbindlicher Höflichkeit das„immense Wiederaufbauwerk der letzten zehn Jahre" anerkannt und erklärt, daß es jetzt nach der Liquidierung des Krieges gelte, k o n st r u k- tive Zutunftsarbeit zu leisten. Die außenpolitischen Programmsorderungcn stehen an der Spitz« der Regierungserklärung. Sie find recht unbestimmt gehalten. Die Organisation des Wettfriedens und der Sicherheit Frankreichs feien Leitgedanken der Regierung, aus denen sich für sie folgende drei Prinzipien ergeben würden: 1. nichts dürfe vertraglich abgeschlossen werden, was die Souveränität des Parlaments beeinträchtigt: 2. die Garantien für die materielle und rnoralische Unabhängigkeit Frankreichs dürften nicht vermindert werden: 3. unter diesen Boraussetzungen sei Frankreich bereit, an jeder Abmachung teilzu- nehmen, die den Frieden in der Welt stärken könne. So seien, heißt es unmittelbar weiter, auf der Haager Konferenz von den französischen Unterhändlern keinerlei Vereinbarungen gebilligt worden, die mit diesen drei Prinzipien In Widerspruch stünden. Ob es sich nun um den P o u n g> P l a n handele, der noch zur all- gemeinen Schuldenliquidierung gehöre, oder um die Räumung der dritte« Rheinlandzone, die der Znkrasssehung de» Zoung.plane» untergeordnet sei, oder endlich um das wirtschaftliche Regime im Saargebiet, wo die Möglichkeiten einer für alle Teil« dauernd vortetthasten Vereinbarung zu prüfen seien Trotzdem, fährt dann die Regie- rungserklärunz wiederum ohne Uebergang fort, werde die Regie- rung den Ausbau der definitiven Organisation der Grenzen mtt aller Energie betreiben. Anschließend tritt Tardieu in sein eigentliches Element ein: mit allen Details gibt er an, zu welchem Zweck er die Mit- liardenreserven der Tresors, die die Sparpolitik Poincaräs in de» letzten Jahren ongesammelt hat, verwenden will. Fast zwei Milliarden sollen für die Landwirtschaft. 2 Milliarden für die Industrie, den Ausbau der Straßen und Häfen sowie des Elektrizi- tatsnetze, und endlich sollen 1V$ Milliarde für die Tuberkulose. sürsorge, für den Bau von Krankenhäusern und Schulen ausgegeben werden. In der Steuerpolltik bringt die Regierugserklärung groß« Usberrafchungen. Zunächst wird die Abschaffung der Trans- port st euer kür Düngemittel und landwirtschaft» liche Erzeugniffe, lowie die Ermäßigung der Luxus st euer für Automobil« und pharmazeutische Waren verkündet. Ferner verspricht die Regierung, die Einkommensteuer um ein Zehntel Prozent herab- zusetzen, sobald es das Budgetgleichgewicht erlaub«. Im nächsten Jahr sollen nur neun Zehntel der fälligen Einkommensteuern eingezogen werden. Der Rest würde erst im Falle eines offen zutage tretenden Defizits«ingefordert werden. Damit soll jeder Steuerzahler an der Finanzverwattung direkt interessiert werden. Abschließend heißt es dann, die Regierung wolle«in«„Politik des Wohlstandes" treiben, indem sie die Produktion und gleichzeitig den Gewinn des Unternehmers wie auch den Lohn des Arbeit. nehmers erhöht. Sie wolle im Augenblick nicht mehr Programmforderungen verkünden, denn sie fei entschlossen zu hatten, was sie verfpreche. Reu« Pläne wevde sie später vor- legen, wenn die Kannner bereit sei. der Regierung so lange ihr Vertrauen zu gewähren. Die Debatte. Auf Tardieus Borschlag trat die Kammer sofort noch der Verkündung der Regierungserklärung in die Diskussion der eingebrachten Interpellation«in. Der ehemalige Sozialist varenne, als erster Interpellant, be- zeichnete unter stürmischem Beifall der Linken, die Regierung?- crklärung als ei» geschicktes W a h l P r o g r a m m. Das neu« Kabinett sei«in große» Ministerium, allerdings nur der Zahl seiner Mitglieder nach. Die Linke habe an die Regierung vor ollem z w« i Fragen zu richten, nämlich die, ob sie entschlossen sei. die Beschlüsse der Haager Konferenz restlos durchzu- führen und die zweite, ob die Regierung sich in der F r a g c d c r Rheinlandräumung de« Standpunkt Driands oder de« ZNaginots zu«igen mache.(Lebhafter Beifall der gesamten Linken.) Die Linke habe die ernsten Besorgnisse, daß Lriand der Gefangene der neuen Mehrheil sei. die es ihm nicht erlauben werde, seine Außenpolitik in voller Freiheit fortzusetzen. Auf i n n e n p o l i- t i s ch e m Gebiet sei Tardieus Versuch der republikanischen Kon. zentration kläglich gescheitert. Da» neue kabi.-ell sel ein ausgesprochenes Rechtsminlsterium. Die Linke werde es« n t- schlössen und rücksichtslos bekämpfe» und sich quch durch die Drohungen einer Auflösung der Kammer nicht ein- schüchtern lassen. Franklin Bouillon hielt ein« einzig vom Chauvinismus und Haß getränkte Rede gegen Deutschland, wie man sie seit Iahren in der französischen Kammer nicht gehört hat. Ans der Häager Konserenz, führte er aus. habe Frankreich das leer« Versprechen der Erfüllung des Poung-Planes an England in bar, an Deutschland auf Kosten seiner eigenen Sicherheit bezahlen müssen. Dieser Kuhhandel sei weder für Frankreich güust'g noch für die zukünftige Gestattung seiner Beziehungen zu England. Die Hauptschuld trage die mangelhafte Vorbereitung der Konferenz. Sein Protest richte sich in erster Linie gegen die neuen französischen Konzessionen irt der Frage der Räumung und das Zugeständi», in die Verhandlungen über die Rückgabe des Soargebiete»«inzutreten. Er oerlang« von der Regierung Auskunst darüber, ob sie sich auf der zweiten Haager Konferenz In der gleichen Weise manövrieren zu lassen gedenke. Er verlange serner eine klare Auskunft auf folgende drei Punkte: ob die Regierung bereit fei, auf die weitere Liquidierung des ehemals deutschen Eigentum», aus die Ausübung einer Kon- trolle auf die international« R e p a r a t i o n sb a n k und auf die Kommerzialisierung der deutschen Schuld als Vorbedingungen für dl« Räumung zu verzichten? Di« Eile, die die französische Regierung zu haben scheine, das Rheinl-and zu räumen, sei vollkommen unbegründet, da Deutschland keineswegs allen seinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen sei. Der Doung-Plan basiere ausschließlich aus dem guten Willen Deutschlands. Gegen ihn aber hätten sich gerade dieser Tage vier Millionen deutscher Wähler ausge- sproäien. darunter die Itnivcrsitäten, die Schwerindu, strie, die Armee(Welche? Gemeint sind wohl die Offiziere der früheren kaiserlichen Armee! Red.) usw. Im Rheinland werde schon jetzt offen der Reoanchetag vorbereitet(!?), und zwar von der Reichswehr selbst(!!). Unter den Augen der französischen Besatzung habe man in Trier 20 neue Rongier- gleif« gelegt, dank deren künftig täglich 120 Züge nach der Grenze ge» lettet werden können. In Kaiserslautern seien ähnliche Darbe» rettungcn getroffen worden. Ueber den Rhein habe man zehn neue Brücken geschlagen und das Material für den Transport der Truppen stehe überall schon bereit. Auch die fünf großen Autostraßen, die Deutschland zwischen Koblenz und Luxem- bürg konstruiert habe, die keinerlei wirtschaftlichen Interessen dienten, seien lediglich zu militärischen Zwecken gebaut. Itt Frankreich sei demgegenüber nichts geschehen, um die Verteidigung der Grenzen zu organisieren. An eine Zurückziehung der französischen Truppen sei unter diesen Umständen nicht zu denken, solange nicht der Artikel 43 des Friedensvertrages seinem Geiste und seinem Buchstaben nach voll erfüllt sei. Angesichts der aus- gesprochen feindlichen Haltung Deutschlands(?) sei es unverantwortlich, daß man ihm außer der Rhein- landräuinung min auch noch die vorzeitige Rückgabe der Saar zugestehen wolle. Wie es in Wahrheit um Deutschlands Friedens- willen stehe, zeigten am besten seine Rüstungsausgaben, di« seit dem Jahre 1925 um 30 Prozent erhöht worden seien. Statt der 102 000 Gewehre, die der Friedensvertrag der deutschen Arm?« gestallet, habe sie vom Reichstag einen Kredit für 350 000, statt der 252 Kanonen einen Kredit für 2000 bewilligt erhalten. Den Vorwurf, daß seine Red« die deutsch-französische Annäherung störe, irehnie er gern auf sich, denn den Super-Nationalismus, der darin bestehe, die Auren zu schließe» und die Grenzen zu öffnen, lehne er für sich ab. Der Abg. Frossard(Soz.), glänzend in Form, überschüttet das neu« Kabinett mit Ironie und Hohn. Tardieu hält er vor, daß er feine Versuche, eine Regierung zustande zu bringen, bei den Freimaurern begonnen habe, inn schließlich im reaktionären Lager zu landen. Aber der Ministerpräsident, her so schnell seine Ueberzeugung und sein Programm zu wechseln ver- steh«, täusche sich, wenn er auch auf wechselnde Mehrheiten spekuliere, und daß die Lmk« sich dazu hergeben werde, die Außen- Politik eines durch und durch reaktionär kapitalistischen Kabinetts zu unterstützen. Diesem Ministerium gegenüber gebe es für die gesamte Linke nur xine Parole: Kampf bis zum äußersten! . Weiterbcraiung Freitag. ■*. Auf die krankhaften Phantasien des Abgeordneten Fronklin-Bouillon des näheren einzugehen, lohnt sich nicht. Dieser Mann hat seinerzeit gegen den Bersailler Vertrag gestimmt mit der Begründung, daß er die Sicher- heit Frankreichs nicht genügend verbürge, weil er Deutsch- land nicht genügend entwaffne und ihm das Rheinland lasse. Von einem Manne, der überhaupt für die L o s l ö s u n g des Rheinlandes vom Reiche war, kann man nicht erwarten, daß er sich mit der Räumung des Rheinlandes abfinden werde. Seine Argumente find allerdings von einer rührenden Naivität: alle die teuflischen Revancheoorbereitungen, die er „enthüllt", werden nach seinen Angaben von der Reichs- wehr(die es im Rheinland gar nicht gibt) durchgeführt. und zwar unter den Augen der französischen Militärbehörden. Entweder sind die zehntausend französischen Offiziere in Trier, Kaiserslautern usw. blind oder sie sind blöd. Nach der Logik des Herrn Franklin-Bouillon müßten sie alle, General Guillaumat an der Spitze, eigentlich vor das Kriegsgericht wegen Landesverrats geschleift werden. Aehnliche Reden hielt in früheren Iahren nur der Ab- geordnete Andrä Lcfävre, der am Mittwoch gänzlich vergessen und unbeachtet gestorben ist. In seiner Glanzzeit hatte dieser ehemalige Mitarbeiter Clemenceaus den Vorteil. daß die Kriegsspychose noch anhielt und er daher viele Dumme fand, die ihn ernst nahmen. Franklin-Bouillon hat das Pech. daß sich die Völker heute größtenteils von dieser Psychose befreit haben und solche hysterischen Weiber nur noch aus- lachen. Aber schließlich, wenn es in Deutschland einen Hugenberg und einen Hitler gibt, die mit aller Mühe ein Zehntel des Volkes für ihren Irrsinn zu gewinnen ver- mögen, warum soll es in Frankreich einem Franklin- Bouillon verwehrt fein, feinen Unfug zu treiben? Maqinot leugnet. Paris. 7. November.(Eigenbcrichl.) Der französische Kriegrministcr Rlaginol hat am Donnerstag auf die Aleldunq des..Soz. Pressedienst" von der Zu- rückziehung bestimmter Marschbefehle für die sran- zSsischen Desahung-lruppen durch die halbamtliche französische Havas- Agentur folgendes erwidern lassen: »Diese Rackzrichl ist entschieden zu dementiere«. Sie kanu sich nicht ans die Einstellung der Räumung der dritte« Rhein- landzone beziehen aus dem eiufache» Grunde, weil dies« Räumung noch uichl begonnen hat und auch nicht in Frage kommen kann, solange der Poung-Plan nicht angenommen ist und solange das Parlament darüber nicht beraten hat. Oa» die gemeld?len Truppenbewegungen anlangt, so ist zu sagen, daß sie durch Gründe der Hygiene und Umgruppierung der Einhellen verursacht worden sind. Mas die zweite Jone anlangt, so haben, wie vereinbart, die Militärbehörden es für nützlich erachtet, die Verteilung der noch verbleibenden Besatzungs- trvppen zu ändern." » Der neue französische Kriegsminister steht nicht zu seinen Taten. sondern versteckt sich hinter faule Ausreden. Seine Erklärung beginnt mit einer forschen Ablcugnung und schließt mit einem ver- schwömmen«« Teilgeständnis. Es sind präzise Tatsachen behauptet worden. Stimmen sie, ja ober nein? Ist dos französische Regiment in Kreuznach geblieben, obwohl sein Abtransport ten zuständigen Behörden bereit» ange- kundigt war, ist eine Kompagnie in Mainz kurz vor dem Abgang des bereits aufgestellten Zuges, der sie nach Frankreich zurück- bringen sollt«, wieder in seine alte Kaserne zurückmarschiert? Dar- auf kommt esan. Und das ist es, was Maginot nicht demen- lieren kann, weil es so i st Ebensowenig wird er unsere weiter« positiv» Behauptung in Abrede stellen können, daß in verschiedenen Fällen Eisenbohnzvge, die bereit? bei den deutschen Behör- den angefordert waren, um Truppen und Material nach Frankreich zu befördern, wieder abbestellt worden sind, und zwar erst in den allerletzten Togen, also nach Bildung der Regie- rung Tordieu-Maginot. Der französische Kriegsminister beruft sich darauf, daß nach den •ftaager Abmachungen eine Räumung der dritten Zone :rst nach erfolgter Ratifizierung des Poung.Plonz begonnen werden soll. Das ist richtig, aber das hatte die frühere französische Re- pierung nicht gehindert, auch in der dritten Zone bereits Räumunps» reabnahmen einzuleiten: wir verweisen nur auf den bereits durch- <«führten Abtransport der größten Teile der Besatzung von Bermersheim in der Pfalz, iowi« anderer Orte. Herr Maginot bot offenbar bei seinem Amtsantritt beweisen wollen, daß er mit dieser weitherzigeren Auslegung der Haaqer Vereinbarungen durch leine Vorgänger nicht einverstanden ist und einen neuen Kurs ein- " schlagen gedenkt, zu dem ihm die 4 Millionen Unterschriften des '""'"-nbergschen Volksbegehrens den schlechten Dorwand geliefert bal'en. Nun: dann soll er für seine Handlungen gerade stehen und sie -ar dem französischen Parlament offen vertreten, aber nicht mit (•""arten von..Hygiene",„Umgruppierung" und„Truppen- Verteilung" den wahren Tatbestand verschleiern! Wer im Glashaus sitzt... Oie Scharfmacher. Oer Vorstoß der rechten Dolkepartei. Der Reichstaqsabqeordnete Dr. Hugo, einer der Scharfmacher der Deutschen Volkspartei, erläßt zu den Ver- iiffentlichungen des„Berliner Tageblatts" über die Pläne und Drohungen des rechten Flügels der Volks- n a r t e i eine lange Erklärung. Sie b e st ä t i g t, daß die Industrievertreter in Bremen mit der Fraktion der Volkspartei unzufrieden waren, daß sie „die Besorgnis hatten, daß die Fraktion den ganzen tiefen Ernst der wirtschaftlichen Lage vielleicht nicht genügend würdigen und sich zu sehr auf taktische Rücksichten einstellen möchte". Ferner wird bestätigt, daß die Industriellen eine Frak- tionssitzuug gefordert haben, und daß Herr Dauch ihr Kan- didat für das Wirtschaftsministerium ist. Herr Hugo bestreitet, daß die Schwerindustrie dabei den Ton angegeben habe. Es ist bezeichnend, daß aus- gerechnet schon Herr Hugo die Schwerindustrie für so k o m- p r o m i t t i e rt ansieht, daß er sie aus dem Spiel habeil möchte! Er bestreitet ferner, daß die Trennung von Partei- uorsitz und Frattionsvorsitz geplant sei. und daß man mit dem Abmarsch Pu den Deutschnationalen gedroht habe. Alles m allem ist diese Erklärung eine Bestätigung. Die. Industriellen versuchen, die Bolkspartei völlig zu erobern, um den Anschluß nach rechts herzustellen. KraMonSvorstandSsihung der Volkspartei. Der Fraktionsvorstand der Deutschen Bolkspartei hielt am Donnerstag im Reichstag eine Sitzung ab. die sich mit den fchwe, b enden politischen Fragen beschäftigt«. Gegenstand der Beratungen mar insbesondere die Frag« der Persönlichkeit für den Posten de» Reichswirtschaftsministers. Eine endgültige Lösung ist nicht vor Sonnabend zu erwarten. Oie Deutschnationalen:»Wir hoben in der Sklareksache zu blindlings mit Steinen geworfen. Nun«st unser eigenes schönes Glashaus futsch!" Aas Sklarek-Geld der Äeulschnaiionalen. . Oie ertappten Reiniger drehn und winden sich. Die deutschnotionale Presse sucht den Eindruck der Enthüllungen der Finanzierung der Deutschnationalen durch die Sklareks adzu- schwachen— aber vergebens. Die Tatsache, daß der Kassierer des Landesverbandes Berlin genommen hat, läßt sich nicht aus der Welt schaffen. Herr Laverrenz beehrt uns mit einer Berichtigung, der wir folgende Stellen entnehmen: „Es ist unwahr, daß die Brüder Sklarek„wiederholt Geldbeträge durch den dcutfchnationalen Stadtverordneten an den Landesverband Berlin der Oentschnationalen Bolkspartei gezahlt haben", und daß Herr G a n z o w wiederholt in Geldsachen des Landesverbandes bei den Sklareks gemacht habe. Wahr ist vielmehr, daß im Jahre 1SZ6 ein Parteifreund, dem die Sklareks für P r i v a t z w e ck e 2000 M. zur Verfügung gestellt hatten, diesen Betrag durch Herrn Gaiazow an den Landes- verband Berlin der 2 N V P. w« i t e r g e g« b c n hat. Wahr ist ferner, daß außer Herrn Ganzpw bis vor wenigen Tagen kein Angehöriger des engeren oder weiteren Bor- ftandss unseres Landesverbandes darüber unterrichtet war. daß der obig« Betrag dem erwähnten Parteifreund von dritter Seu« zur Verfügung gestellt war. Unwahr ist schließlich, daß der Vorsitzende Laverrenz des Landesverbandes Berlin von Herrn Ganzow über die Herkunft des fraglichen Betrages unterrichtet worden fei. Wahr ist viel- inehr, daß der Vorsitzende erst vor ganz kurzer Zeit im Zufamnren- hang mU der Angelegenheit Bruhn von der»Herkunft der trag- liehen Spende etwas erfahren hat." Wie sich Herr Laverrenz auch drehn und winden mag, er macht die Sache nur noch schlimmer. Da taucht nun ein Parteifreund der Deutschnalionalen auf. der von den Sklareks 2000 W. für Privatzwecke erhalten hat. Was waren dies für Privat- zwecke, wer war dieser Parteifreund? Das scheint— immer vorausgesetzt. daß diese Behauptungen stimmen— noch ein inter» essontes Kapitel im Sklarek-Foll zu eröffnen. Wie dem aber auch sei: das Geld ist in die deutschnanonale Parteikasfe geflossen! Hugenbergs„Nachtausgabe" ruft voll Erbitterung nach„ernst- haster und entschiedener Untersuchung der Borgänge beim Landesverband Berlin der Deutschnalionalen Bolkspartei". Wir verstehen den Schmerz. Es muß peinlich sein, wenn man öffentlich festgestellt sieht, daß die Derleumdungskampagne der Reiniger mit Sklqrek- Geld bezahlt worden ist! Die Vraunkohlenhemden. Jud petfchek, sein Geld und das Hakenkreuz. Wir lesen im Hakenkreuzblättchen des Herrn Gregor S t r a s s e r den folgenden heuchlerischen Erguß: „Mit der Gesetzmäßigkeit eines Naturereigniffe» verlangt die K yhlanindustri« bei Eintritt der kosten Jahreszeit eine Cr- höhung der Preis«(trotzdem der gesund« Menschenverstand annehmen mächte, daß doch gerade d-r dann einsetzende hohe Um- satz eher ein« Derlnlligung gestattet). Weil oll dies bekannt ist, doxum konnte Iud Petschek. der Beherrscher der deutsche» Braunkohlenindustrie.«s wagen, gerade jetzt ein« Preiserhöhung um sin« Mark pro Tonn« zu verlangen und— selbstverständlich— z» erhalten, obwohl die Braunkohlenindustrie Im abgelaufenen Jahr« mit riesigen Gewinn«,, ..gearbeitet" hat. die Z. B b,t der Bubiag(Braunkohlen, und Brltettindustri« A.-G.) von 2,40 Millionen aus dem Jahre 1S27/28 auf 5,52 Millionen Mark im Jahre«928/2!') stiegen." Das Drängen von„Iud Petschek" um Breiserhöhung bat schon seine Gründe.„Iud Petschek" ist der Häupt- ling desselben Syndikats, das die National» soziolisten finanziert und selbstverständlich seine Ausgaben für diese angenehmen Zeitgenossen aus die Preise aufschlägt. Es sind saubere Burschen, diese H i t l e r s ck e n Braunhemden, die von vorne gegen„Iud Petschek" aufbegehren und hinter dem Rücken die Hand hohl machen, um das Petschek-Gsld in Empfang zu nehmen. Mit Braunkohlengeld bezahlte Braunhemden— echte Brauntohlenhemden! Hunne Hindenburg. Di«„Berliner Arbeiterzeitung", das Hakenkreuzorgon Strassers. wärmt die Erinnerung an den Hitler putsch vom 9. November 1923 auf. Es schreibt dabei: E? hat sich nichts geändert. Damals hieß die Reihe: ft a h x Lossow— F a u l h a b c r-t Geeckt. Heute heißt sie: Hindcnbyrg— Mahraun Kga z— S e- v a r i n g. Es hipße unsere Toten schänden, wollten wir unsere Hände denjenigen reichen, aus deren Lager die Kugeln und Messer stammen, die unsere Kameroden gefällt. Ihres Fluches aber sind wir gewiß. y»enn wir nur einem dieser Hunnen die Hand reichen." In diesem Sinne wird weiter detlamiert:„Zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und den anderen gibt es keine Brücke." Das fängt schon wieder sehr nett an für den Volks-- entscheidl t Die Wiener Hochschule geschlossen. Alle Studenten für den Hakenkreuzterror bestrast. Wie«,?. November. Tie Rektoren der Universität, der Technischen Hoch- schule, der Hochschulen für Bodenkultur. Tierheilkunde und Welthandel haben heute abend beschlossen, diese Hochschulen bis auf weiteres zu schließen. Der Zu- tritt ist nur Studierenden gestattet, die zn einer Prüfung oder Promotion vorgeladen sind. Durch diese Maßnahme verlieren alle Studenten das Semester, d. h. sie müssen ein Halbjahr länger studieren: nicht betroffen sind die Kunst- und die beiden Handels- akademien. Hätten viele Professoren den Terror der Haken- kreuzler nicht geradezu großgezogen, so wäre dieses äußerste Mittel nicht nötig gewesen! Don Bericht über die Ausschreitungen, die zur Schließung der Hochschulen geführt haben, lasten wir folgen. Das Anatomische Insistvt der Universität ist schon öfter der Schauplatz wüster Exzesis akademischer Rowdy? gewesen: der Institutsleiter und berühmte Anatomielehrer Pros. Dr. Julius T a n d l e r steh, nämlich zugleich als Stadtrat der städtischen Gesundheitsfürsorge vor. Heute versuchten die Hakenkrelzzbuhen die Vorlesung Tandlcrs zu sprengen. Der Hörsaal war jedoch schon am frühen Dormiitog von Hörern besetzt worden, die studieren wollten: sie verhinderten fäm'.lichc Hakentrcuzler am Eintritt und schlugen ihre wiederholten Angriffe zurück, so daß Professor Tandler seine Lorlesung beenden koniüo. Als die Haken- kreuzler ihren Plan gescheitert sahen, randalierten sie in den Neben- räumen des Instituts und verhinderten schließlich die Hörer am Verlassen des Gebäudes. Die jüdischen und die sazialistilchen Studenten konmen nur auf Leitern in? Frei« gelangen. Zluf der Universität wurde ein Hörsaal von Völkischen gestürmr. Mit den Rufen„Juden hinaus!" durchzogen sie die Korridore und zertrümmerten die Glasscheiben der Anschlag- toseln der sozialistischen und der jüdischen Hochschüler. Der Rektor, Prof. Dr. Gleispach, und die Professoren versuchten vergebens, vermittelnd einzugreisen. Jüdische und sozialistische Hochschüler wurden mißhandelt. Als das auch auf der Rampe vor der Universität westerging, trennt« Polizei die Gegner. Neichsdeutfcherpressebeiratbeim Heimwehrbankett? 7. November.(Eigenbericht.) Die Arbeiterzeitung teilt mit, daß die Heimwehr zu einem Bankett am 28. Oktober eingeladen hatte. An diesem Bankett nahmen zahlreiche zuvorlässige rechtsgerichtete ausländisch» Iourna» listen teil, darunter der Pressechef der Deutschon Ge- s a n d t s ch a s t in Wien und Vertreter des WTB., Hauptmann q. D. ' Helmut von den Hagen. Steible erklärte, daß dt« Heimwehr in der Lage sei, eine mit reichen Mitteln arbeitend« Presse- Propaganda zu organisieren, die namentlich im Ausland zu ar- besten hätte. � Moskauer Festreden. Im Posthornton vor„Weitrevolution". Gestern abend sprachen über den Moskauer Sender nnstsche und ausländisch« Kommunisten vom Staateseiertag. Sämtliche Reden wurden ins Deutsche übersetzt. Ein Vertreter der Moskauer Sowjets begann mit den Worten: Soldaten und Proletarier der Imperialistischen Länder, hallet euch borest zum legten großen Kampf um Lenins Werk. Das rustsiche Proletariat uanspricht euch beizustehen. In Deutschland wie überall marschier: der Fafchiemus mit seinen Lakaien, fron Sozialfaichisteu, sie alle streben nach einem neuen imperialistisch«,, Krieg. Deutsche Arbeiterklasse, sei berest!. Dann schimpfte ein deutscher Kommunist auf„Zörgiebel und Kompagnie" und schloß damit, si« hätten In Deutschland schon lang« eingesehen, daß der Oktoberweg der einztge richtig« sei. Dem erst-- sprachen die weiteren Hetz, und Putschreden. Nachdem oll« sich gegen den Militarismus ausgetobt hotten, schloß die Veranstaltung inst der M i l i t ä r r e d e eines roten Generals, von dem Ludendorf noch lernen könnte. Der Belchsral erledigte in seiner öffentlichen Vollsitzung vom � Donnerstag nachmittag, die von Staatssekretär Zweigert geleitet j wurde, wiederum nur kleinere Vorlagen. veaeiuclo hat wegen des Rehelleneinfolls mit Hilfe des Dampfers„Falte". Firma P r e n z l a u- Hamburg, noch nickt Strosaistrag gestellt: deshalb konnte ein Strasprozeß auch noch nicht eingeleitet werden. Auch Dänemark weist Troßki ob: aus da? Einreilegesuch über norwegische und dänische Sozialdemokratie erging die Antwort, Däne- mark könnte Trotzkis Sicherheit nicht verbürgen. Der kanadische Premterm'nister klng erklärte emen, Mcnnontten- bischos. die devtschrussischen Auswanderer diese? Glaubens könnten nur dann eingelassen werden, wenn ihr: kanadischen Glaubens- genossen ihren Unterhalt garantierten. Die vier russischen Ozeanslieger vom Flugzeug„Land der Sowjets" wurden von der Lustsahrt-Handelskammer in New Park gefeiert. Generalstaatsanwalt a. D. O t t i n g e r sagte eine neue Freundschaftsacra USA.— Rußland voraus. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand- Abt) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten.- Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Jßehensmittel Frisches Fleisch Kalbskamm u.'Brust...Pfund 0.84 Kalbsmerenbraten...... ptund 0.90 Kalbskeule x-nz u. geteilt, die s Pfd., Pfd.|, 00 Kalbsschnitzel.......... pw°d 2.20 Querrippe pw. 0 80 Gulasch(d. 0.95 Rinderkamm u.-Brust ptund 0.90 Schmorfleisch Kn�3 1.1 0 Ä 123 RoSStbect mit Knoclien.......Pfund 1.10 Schweinebauch �'müf�ge. ptnud 1.22 Schweinekamm u- Phmd 1.25 Schweincsdiinken mit Beixge, piund 1.28 Kaller mild gesalzen.........Pfund 1,28 Gehacktes.............ptund 0.85 Prima Gefrierfleisch Rinderkamm u.-Brust..ptund 0.80 Hammclvorderfieisch...ptund 0.86 Hammelrücken......... Pfund 0.95 Häse u. Fette Camembert voiifeti 0.20 Steinbuscher0.68 1.05 Limburger 0.58 u. 1.00 Edamer m 0 74 o- 1.05 Holländer 0.74 u. 1.05 Tileiter Art._Q ohne B.nde. Pfd. 0.78 Tilsiter vom., ptund 0.98 Münster vollieft, Pfand 1.15 Tee-Mischungen Ceylon II Indien China Ceylon Darjeeling Wursiwaren Konfitüren Schweizer Art,._ ohne R>nde, Pfd. l-'ö Schweizer dan.,pid 0.92 bayi., vollf» Pfd. v.|.28 an Margarine-.pfund 0.50 Kokosfett" Pld.-Taiel0.50 Schweineschmalz 0.70 Molkereibutterpiund|.78 Grasbutter-• Pfund 1.90 Tatelbutter I Pfund 2.04 Pfeffeikiichcii-xiscb.ffiL 0.72 Spekulatius.Pfund 1.20 Dossert-Brezein 0.95 Crem Schokolade_ 2 Tafeln ä I-.0 Oramm 0.45 Kattee Va PM. 1.25 1.55 1.70 1.85 2.00 Konsum-Misch.Pfd. 2.00 HaushaIt-Mi8ch.Pfd.2.60 Sonder-Misch.P'und 3.00 Olympia Misob. Pfd. 3.40 GlobUS-MiSCh. Pfund 3.80 Obst u, Gemüse Leberwurst naifench 0.72 Blutwurst hall, Pfd. 0.72 Dampfwurst. Pfund 0.95 Fieischwurst Pfund|.I5 Wien. Würstchen Pfd. 1.20 Hausm.Leberwurst 1.25 Mettwurst(ßr- Ar». 1.45 Jagdwurst.. piund 1.45 Filet- u.Schinkenw. 1.65 Teewurst..■ Pfund 1.80 Feine Leberwurst. 1.80 Zorvelat u. Salami 1.80 Speck f«l> 1,35 mager 1,60 Schinkenspeck Pfd. 1.95 Nußschinken 2.10 Künlgtlr. Siiisnlbalir Str. IStrlbiil: LandleberwurstPfd0.95 Knoblauchwurst Pfd. 1.15 Polnische WurstPfd 1.45 Bierwurst...Pfund 1.45 Musäpfel mit 2 pm. 0.25 Brunneräpfel rfund 0. 18 Jägeräpfel. P'-nd 0.20 Boskop-Renetten 0.20 Kochbirnen iir. 2 M. 0.25 Bergamotten 5"d. 0.95 Weintrauben franz. 0 36 Bananen...Pfund 0.45 Kolonialwaren Viktoria-Erbs. o.is 0.24 Gelbe Erbsen 0.30 0.45 Linsen P'una 0.28 0,38 Bohnen weise 0.36 0.42 Rauchet waren Fettbücklinso 0.35 0.42 Flundern Pfund v. 0.45 an Kieler Bücklinge 0.48 101 ein Preise iir>| Flssdie, ohne l ies Konserven Treibhauswein p Elmer >1, Dose Stg.-Spargel stark 2.85 Spinat........ 0.58 Tomatenmark v. 0.30 Mirabellen...... 1.00 Saure Kirschen.• 1.10 Preiselbeeren■. 0.98 Oelsardinen 0.36 0.45 Heringe«»n»«»f-u»-» 0.70 Pflaumen 0.92 Johannis- Haferflocken P'und 0.21 Tatelreis pm 0.24 0.30 Backobst»» 0.43 0.68 Pflaumen 0.56 n-sidt 0 68 beeren, Aprikos. 1.15 Kirschen 1.20 Erdbeer. 1.40 Makkaroni-Bruch Harfgiicu, pid 0 42 Eier. Pfd. 0.48 Fleckheringe Pfund 0 65 Räucheraale Bund 0 28-n Spickaale• Pfund 2.65 an Frankfurter Apfelwein„Rackles Urquell" 0 68 1928 Bergzaberner Letten Tischwein..... 0.35 1928 Dürkheimer Portugieser Rotwein... 1.00 1927 Mandeler Rosengarten notier Nahcwefn. 1.50 1928 Edigerer Sonnenseit spnoiger Mosel... 1.6O 1921 Medoc gehst, voller Bordeaux......... 1.80 1920 Beaujolais Superieur wolifger Burgunder 2.00 1927 Liebfraumilch irole Kapsel) besfeeh. Blume 2.00 Vtsch. Weinbrand„3 Kronen" vom Pa». l-lfer 4 60 Jamaica-Rum-Verscbnitt vom Pao..... uier 4.60 9 Sorten Wein vom FaB xu bililoon Preisen Geflügel u. Wild Suppenhühner t-tsehe.. Pw-d von 6 93>n Junge Brathühner.. pfund von 1.10«n Pulen feine.......... Pfund von 1.10 SS Enten.............. Pfund von 1.25 zn Bratganse billigst Fcltgänse ungarische..... Pfund too 1.25 an Rebhühner......... swek von 1.05 Kanin dien gestreift.... Pfund von 1.23 an Hasen gestreift.......... Pfund 1.40 SU Fische Dorsdl ausgeweidet...... Pfund 0.12 0.16 Goldbars ohne Kopf........ Pfund 0.30 Schellfische mlttelgroDe...... Pfund 0.30 Kabeljau ohnt KopÄViund 0.34 0.40 Zander................ Pfund von 0.58 an Grüne Heringe fein...... ptund 0.65 Fischfilet............... pmud 0.68 Lebende Karpfen...pfondvon 1.05 an Lebende Hechte..... prundve« 1.15 n Weine und Spirituosen (Preise verstehen sieh orne Flasche). ISZIerirklieiDigiilolwiüiiogs a.so 1928er Eiiepk.l(loi!erad[er 0.95 9.59 larragona..... 0.95 i.so Malaga____... 1.95 5 99 Insel samos..... 1.05 5.99 Roter ooura-PoMn 2.10 10.00 viemnrand spezim. 3.55 m MM Verschnitt 2.95 1.60 j.-Rüni-uersGiin.38«/.3.i5 1.79 nopflpßi.brrwe,Ä.2.95 1.35 i ihilPO Hausmarke, Abtei, IrlllUl u aoldwasser, Allaiei,. 9 sc 1 Tn Prunelle.CncrryBrantfr.Ourscao U. i l) I• I U �oKottiolfoorcn Eiarsclinlitnudein. � 0.42 EierDrucnmaHHaroni. 0.42 Bonnen.ei«e...-.0.23 miscnßtisi. 0.42 oosenmifcli..Kgv.Do.euO.85 Rundöonnen____ 0.40 ZüCHeriinsen...�0,25 liai. Reis..... Pfund 0.25 Konfitüren Plellernüsse... im 0.56 Braune Riisse..�0.56 GeidilrzpiaizGiien. �0.25 spitzkucnen... 0.55 oomlnosieine.«0-0.20 LeDkucnenHerzen 0.25 Biatienelg-Breizein, m 0.95 BßnDon-imsGiiung. pw--. 0.39 Konzernen..do.« suppen-Ertisen..... 50� | Haroiien geFchnlfcn• Spinat Püaumen mit stein Preise eur Freitag und Sonnabend/ Verkauf soweit Verrat/ Srrif&e* AleiZw Piund Kaibskamm'....... 0.86 Kalbsbug u.-Brust... 0.90 Kalbskeule........ 1.05 Schweinekamm u. Schuft 1.38 Schweineschinken und Blatt 1.28 Schweinebauch..... 1.25 RÜCkentett, bratfertig.,,. 1»16 Hammelkeule...... 1.28 Hammelvorderfleisch 1.12 Schmorfleisch...... 1.26 Suppenfleisch.... ab 0.84 Kavier.......... 1.28 Eisbein mit Spitzbein, gepökelt 0.96 Wttv nnO Geflügel uiüdragout.... p,� 0.50 HirsGtiDianer.. ,.„0.95 Hirsctikeuie.... 1.70 uiiidsciiufGiniiianer Pundl.05 lüiidsctiiifeinkeüie m-d 1.70 uiiidscnueinriiGhen mod 1.40 suppennünner �«0.95 Brainonner.. s.°ck.d 1.25 Enian,,,,. ptu-d»>> 1.25 oanse...... pw-d.u 0.98 AusgeschlacliteiBGansearllkslzu den Dekannien Dillisen Preisen 0.58 0.65 Gefrier FlelZW Pfund Schmorfleisch ohne Knochen.. 1.20 Reaslbeef mit Knochen..... 0.98 Suppenfleisch....... ab 0.72 Hantmelverderflelsch.... 0.86 Hammelkeule........ 1.10 Euter, frisch.......... 0.36 Rinderbacken ohneKnoch.. frisch 0.53 Schweinekopf mit Backe.. 0.S6 Mengenabgabe vorbehalten 3ftcltti$ertimr*n un5 Aeliküleffen FetiDückiinge Flundern Bundaale......»--0.28 stQckeniactis.«-0.45 Feimeringe.. z stock 0.15 Pfund 0.38 Pfund 0.46 Hering I. eeiea, itupM-mp t»<>-« RoiimODSs. Bratnarioga. ZZ� Bocktuiirsie«soev. uo« iss Dal i kateBuie rstchan d««(»p.«) 95 � Wurfilvoren Dampiivursi____ �-0.95 uiieiier uiürsicnen. Pw-d 1.15 speckuiursi. m„c 0.98 HaiismaGner-Leiierui.p.u o.98 Salami- u.zerueiati»yrsM.65 FilS JUPSI..... Pfund 1.68 Küfe nnO Fette Romadour�.. 0.20 Margarine<«--d g«u-d 0.50 Siangenkdae.«--d 0.58 Ronscnmaiz....«** 0.70 Harzer Kase____«--d 0.40 TllSller Volllett Pfund 0.98 sieinDusciier h�wut, ptonc 0.68 Dan. schweizer. 0.84 moikereinuiter 1.78 laieinulter dA-�-.. p* 2.18 Hußerdem: Fortsetzung unseres großen Propaganda-Verkaufs >WW>WlWW>»VUU liliBilia�liM���.......■■■................. xum Zwecke großzügiger Kundenwerbung und um unsern allen Kunden unser Haus In empfehlende Erinnerung zu bringen. 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Das wüste Geichimpfe, mit dem der Kommunist Lange seine den Antrag begründende Rede„schmückte", fand, wie üblich, bei den Deutschnationalen verständnisinnige Zustimmung. Bei der von unserem Genossen Fla tau vorgetragenen Erklärung über die Stellungnahme der soztaldcm akratischen Fraktion und die Gründe ihrer abwartenden Haltung mochten wieder die Deutschnationalen mit den Kommunisten gemein- same Sache, nnd beide beantworteten die Erklärung mit höhnendem Lärm. Als im Schlußwort der Kominunist Lange die Mirgliedcr der sozio ldemo-krotis chen Fraktion„politisch« Bc- trüger übel st er Art" zu nemwn sich erfrechte, übermannte unseren alten Genossen Tempel der Zorn. Der in schwerer Zeit der Partei bewährte, jetzr im 71. Lebensjahr stehende Parteiveteran schrnt zur Tribüne und hieb dem Longe ins Gesicht. Der Kornmimist Pejchke wars unseren Genossen Tempel zu Boden, hinzuspriugenden anderen Genossen gelang es aber, den Bedrohten aus den Händen des Kommunisten zu befreien. Die Sitzung endete dann im Tumult. Auf«ine dringliche A n i r ag e der demokratischen Fraktion antwortete Bürgermeister Scholtz, daß die eben beendete Amerikareise der Magistrorsmitglicdee geringere Wösten verursachte, als die vorhergegangenen Reisen. Dann gab Bürgermeister Scholtz folgende Erklärung ab: Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat heute den Antrag des Oberbürgermeisters Boß auf Eröff- nung des Disziplinarverfahrens genehmigt. Bäh ist zunächst aus vier Wochen beurlaubt. Der Ober- Präsident hat gebeten, den städtischen Körpenchaften Kenntnis davon zu geben, was hiermit geschieht. Zu dem Mißtrauensantrag der Kommunisten gegen den Oberbürgermeister wird sich der Magistrat nicht äußern.(Zurus des Stodtv. Lange(Komm.): Das ist die Schiebung! Glocke des Dorstehers.) Während das Djsziplinarversahren läuft, kann der Magistrat sich nicht äußern. (Zuruf des Lange: Das ist die Schiebung, auf die wir gewartet haben!) Ms dienstältester Stadtrat gab namens der Magistratsmttgliedtt eh t hat. Sie lehnt ex jedoch nachdrücklichst ab. sich ihr Verhallen diktieren zu lasten von einer skrupellosen Sen- satianspresse, der im Verlaufe dieser Skandalassäre wieder. holt nachgewiesen worden ist. daß sie die Ehre kommunal- politisch tätiger Persönlichkeiten ohne den Schatten eines Beweises indeu Schmutz gezogen hat. Ebensowenig kann die sozialdemokratische Sladtverordnelensraktion die durch diese Presseexzesse aufgepeitschten, aus den Straßen skcmdaliercnden Elemente als Richter anerkennen. Diesen Standpunkt nimmt die sozialdemokratische Frvktion auch gegenüber den Angrissen aus den Oberbürgermeister e i n. Sie wartet das Ergebnis des auf seinen Antrag eingeleiteten Disziplinerversahrcns ob und wird dann aus Erund dieses llntersuchungsergebnisses ihre Entschlüsse endgültig fassen. An der Abstimmung über den Mißtrauensantrag beteiligt sich die sozialdemokralischc Fraktion deshalb nicht. Der Demokrat Meyer beries sich darauf, daß ein Mißtrauens- antrag in der Stadtverordnetenversammlung andere gesetzliche Grundlagen Hab«, als in Reichs- und Länderparlamenten. Die Demokraten würden sich deshalb an der A b st i m m u n g nicht beteiligen. Die Sache mit dem Pelz billige und verteidige seine Fraktion nicht, Böß hätte sich jedoch in jahrzehntelanger ehrenvoller Laufbahn um Berlin Verdienste erworben.— Das Z e n t r u m und die Wirtschaftler erklärten, f ü r den ersten Teil des Antrages (Mißtrauenserklärung) st i m m e n zu wollen, den zweiten(Pensions- entziehung) lehnten sie ab.— Rechtsgerichtete Splitterparteien wollicn dem Mißtrauensantrag zustimmen, die unabhängige Stadtverord- nete Frau Wiegmann lehnte den Antrag ab, weil er von„einer Konmuinistischen Partei" kommt. Frau Wieqmann mußte sich dafür persönlich anrempeln lasten. Herrn Lange war diese Kennzeichnung sehr unangenehm, man merkt das immer an der Stärke seiner Aus- drücke. Lange erklärte, die während der Werbewoche in die Sozial- demokratische Partei eingetretenen neuen Mitglieder seien olle Krippenjäger, die mir aus Posten rechneten.(Empörung bei den Sozialdemokraten.) Lange fand nicht Maß und Ziel in seinen Beschimpfungen. Als er in den Saal schrie: Jawohl, die Sozialdemokralen sind alle Betrüger, war die Erregung über diesen Psychopathen auf dem Höhepunkt. Unser alter. 7ljährigcr Genosse Tempel, der über 50 Jahre im Dienste der Partei steht, der 26 Jahre Stadtverordneter und Ehrenbeamter der Stadt ist, ging ruhigen Schrittes auf die Rednertribüne und verabreichte Lange ein« Ohrfeige! Lange wich zurück, Kommunisten und Sozialdemokraten stürmten auf die Tribüne, ein Handgemenge entstand, der Kommunist P c s ch k e stieß den Genossen Tempel zurück, so daß er zur Erde siel. Die Stadträte Reuter med Schtichting traten dazwischen, inn weiteres zu verhindern. In de» Bankreihen der Linke» herrscht großer Lärm. Fäuste werden geschwungen, doch scheinen die Kommu- nisten die Situation für sich doch als bedenklich einzusebc». Der Vorsteherstellvertreter Dr. Easpari hatte inzwischen die Sitzung durch Verlassen seines Platzes aufgehoben: der Aelteftenrat trat zusammen. Bei Wiedereröffnung der Sitzung erklärte Vorsteher- stellvertretcr Dr. Easpari: Di« Oesfentlichkest ist wiederhergestellt, die Sitzung ist eröffnet. Meine Damen nnd Herren! Im Acltestenrat ist keine Einigung erzielt worden, die Sitzung ist deshalb geschlossen. Daher konnte natürlich auch die Abstimmung über den kommu- nistifchen Antrag nicht vorgenommen werden. Darauf verließen die Stadtverordneten den Saal. * Im Aelteftenrat erklärten unsere Genossen, daß«ine Eni- schuldigung durch Herrn Lange die Voraussetzimg für die Weiterverhandlungen im Plenum sei. Die Kommunisten ver- weigerten diese Entschuldigung und so unterblieb die Einigung.— Dem Vernehmen nach höben sich Deutschnaiionalc und Kommunisten verbündet, um eine neue Sitzung zustande zu bringen. Es gehören dazu die Unterschriften von einem Drittel der Stadtverordneten. Das Drittel würden diese beiden Parteien aus- bringen. Kommunisten über Lange-Neukolln. Kurz nach den turbulenten Auftritten in der Sitzung saß Genosse Tempel mit einigen Parteifreunden im Vorraum des Sitzungs- saales. Da trat der Kommunist Roth-Schöneberg an Tempel heran und fragte ihn, warum er als alter Mann sich denn an dem jungen Lange verqrissen habe? Als Tempel ibn darauf hinwies, daß er als Einundsiebzigjähriger sich doch unmöglich«inen Betrüger nennen lassen könne, bemerkte Herr Roth:„ülber Tempel, d» kannst doch diesem jungen Mann nichts übel nehmen, dn weißt doch, wer es gesagt hat!" Wir haben dieser Kennzeichnung des Lange durch seinen Parteigenossen nichts hinzuzufügen. Jofann T�nmajxml:~ x, U Vfc CCujobun Unqtznschzn '"»o«. CüeJc&rucfavcnSöuJx£rtM3JT>ah. Copyright by Bächergilde Gutenberg, Berlin. Wenn das Darf schon weit zurücklag, suchte der junge Herr irgendeinen geeigneten Platz aus. Einmal eine Rasen- ecke, hinter welcher ein Zwergweidenwäldchen schlummerte. d-sien Hintergrund die zwei bleistiftspitzen Türme des Dorfe? weiß hervorblitzten. Ein anderes Mal schlugen wir unser Lager vor einem runden Hügel auf, auf dem Hügel schwiegen ein paar alte Buchen und im Hintergrund, viele Tagemärsche weiter, waren blaue Berge zu sehen, aber in märchenhaftem Blau, wie ein Hauch nur. Und jenseits der Linie dieser blauen Berge sprühten, halb an den Horizont gelehnt, in blendendem Weiß die mageren Grate noch fernerer Berge. Die Alpen waren es, die Alpen! Ich legte mich in das hohe Gras und betrachtete mit auf- gestützten Ellenbogen den blauen Himmel und die blauen Berge. Hier unten war alles grellgrün, in den Saaten brauste der verwegene Chor der Grillen und von Süden sahen uns die Grenzweiden der Ebene von Rezpeft graugedantenvoll an. Das Sumpfgebiet von Medoec stand regungslos im gifti- gen Grün und über dem Weidenwald und dem Ried spiegelten sich unentwegt die Wasser der Fata Morgana. In diesem trügerischen Wasser zitterte die Pferdeherde und die drei lang- armigen Ziehbrunnen bebten und schwebten mit großer Ge- schwindigkeit vorbei. Dort mußte der Oberkosak irgendwo lagern. Der junge Herr und das Fräulein malten inzwischen. Der junge Herr begann damit, daß er sich vor seiner Staffelei aufstellte und. den Pinsel mit der Rechten vor sich hinhaltend, das eine Auge zusammengekniffen, vor sich hin zielte. Als nähme er Maß von etwas. Diese Bewegung wiederholte er öfter. Manchmal ging er zu Fräulein Emmi hinüber, die da bereits barhaupt arbeitete, mit etwas zer- zausten Haaren. Aber so war sie vielleicht noch hübscher. Der junge'Herr stellte sich hinter das Fräulein, hob den rechten Arni und auch das Fräulein macht« es ebenso mit dem ! Llniel. Ich Pacht« mr flkich, daß matt fe da» Male»»u erlernen pflegte. Da jedoch der junge Herr ganz nahe bei dem Mädchen stand, ließ er seinen Arm plötzlich auf ihre Schuster fallen. Er zog sie an sich, umarmte sie. Das Mädchen ver- suchte sich zu wehren. „Ich klopfe dir auf die Finger, Geza.. Sie machte sich frei, war jedoch nicht übermäßig böse. Denn der junge Herr schlich sich später wieder hinter sie und Fräulein Emmi oerbat sich es nicht schon vorher, sondern erst, als das Malheur schon geschehen war. Ein- zweimal besann sie sich und wandte sich entschuldigend an mich. Aber sie lächelte: „Siehst du, Hänschen, man soll nicht zu vertrauensselig sein.. Manchmal hielt auch ihr Bruder Bandi mit uns. Dann strolchten wir zwei halbe Nachmittage lang nach Vogelnestern. Einmal knöpfte ich ihn mir vor. „Sag mal, wer ist dieser junge Herr?" „Ein Verwandter", sagt mein Kamerad.„Mein Vater ist sein Onkel. Aber mein Vater liebt es nicht, wenn er mit Emmi herumzieht." „Weshalb liebt er es nicht?" „Deshalb, weil er in Pest Künstler ist und immer nur malt, und mein Vater hat es ihm gestern rund herausgesagt, er möge sich einen besseren Beruf suchen.. „Und weshalb mengt sich dein Vater in die Angelegen- heilen des jungen Herrn?" Bandi starrte mich mit kreisrunden Augen an und dann begann er zu lachen. Aber so, daß er sich im Grase wälzte. „Weshalb? O du mein Gott, was bist du für ein Esel! Wie sollte er sich nicht darum kümmern, wo doch Onkel Geza Emmi heiraten will. Nun, deshalb sagte er ihm, du Alles- wisser, daß er sich einen anderen Beruf suchen solle, na. Tut er es nicht, dan bekommt er sie nicht. Verstanden?" „Natürlich verstehe ich's," antwortete ich verärgert, denn es kränkte mich, daß der Kerl über mich lachte.„Und liebt Fräulein Emmi den jungen Herrn?" Bandi winkte mit müder Geste: „Das ist es ja gerade. Und darum ist Vater bös«, und damit Emmi�nicht mit ihm außer Hause herumsteigt. Heute morgen sagte der Alte zu Mutter: er wird ihr noch den Kopf verdrehen, aber dann erlebt ihr etwas!" „Daß der junge Herr ihn verdreht?" „Nun, freilich" ..Und auf welche Weise verdreht er ihn?" Bandi zuckte die Achseln, daß er es auch nicht wisse und so blieb ich weiter unaufgeklärt. Und je ausgelassener ich das! Rädchen von tum ob jäh. um jo mehr bedauerte ich jje. 1 Und ich begleitete sie nicht mehr in die Gegend hinaus, nur noch ein einziges Mal. Danach sah ich sie monatelang nicht mehr, denn sie verschwand eines Nachts und ließ nicht einmal die Spur ihrer kleinen Schuhe auf den winkeligen Pfaden des Gartens zurück. Bei diesem letzten Ausflug verwirrte mich Fräulein Emmi so, daß es mich bei der bloßen Erinnerung noch heute heiß überläuft. Aber ich will am Anfang beginnen. Am zweiten Tage nach dem letzten Mal malten die beiden wieder in der Gegend, aber an diesem Nachmittage war ich nur allein mit ihnen. Der junge Herr hatte einen Winkel ausgesucht, in einer Biegung des Helmecbaches. Drei breite Pappeln rauschten am nahen Hügel, ein Mohteppich flammte auf der grasgrünen Saat und die zwei Kupfertürme des Dorfes glänzten von weitem. Friedliche Stille lag über der Gegend und an einzelnen fernen Punkten arbeiteten die Men- schen wie emsige Ameisem Jenseits des Baches graste eine Rinderherde, und das Geläut der Kuhglocken scholl herüber. Aber in großen Zwischenräumen und kaum vernehmlich. Die Hügel, die runden Wäldchen und drüben das Ried badeten in tiefem Goldton. Schweigen war im All, tiefes Schweigen. Nicht einmal das Krähen der Hähne vernahm man hier, das an so schläfrigen Nachmittagen häufig zu hören ist. Aber das Dorf war fern, sehr fern.'.. Und jenseits des Dorfes, der Hügel, der runden Wäldchen, schlummerten die Berge ovalblau am Rande des Horizontes und über ihren Schultern blitzten die mageren Grate der Alpen aus der Ferne... Da stehen diese Alpen noch heute, aber ich sehe sie nicht mehr. Sie gingen mir verloren, wie meine alte Laune mit der unwiederbring- lichen Jugend... An diesem sonnigen Nachmittag, lag ich im Grase und mein Herz war so gefüllt mit süßem Sehnen, daß ich fast weinte. Der junge Herr und Fräulein Emmi pinielten in einiger Entfernung auf ihrer Leinwand. Ich beachtete sie nicht sehr. Denn seitdem es für mich unzweifelhaft geworden war, daß Emmi in den jungen Herrn vernarrt fei, betrübte mich ihre leichte Untreue. Manchmal traf mich die glockenhelle Stimme des Mädchens: „Ich- klopfe dir auf die Finger. Geza!" Dann beschlich Wehmut mein Herz. Denn in der Abwehr des Mädchens war nicht ein Schimmer ernstlicher Per- stimmnng. Sic drohte dem jungen Herrn eher scherzend. Und während ich im Grase lag, begann das Gras mit einemmal aus einer Richtung zu ranscheit. Als näherte sich jemand,___ tFortjetzung folgt.) Dsrn-MacztnfltSTage-Sieger Eine letzte ruhige Stunve. oeffeniiiche Uf ähiepMundgeDungen Heute, Freitag, den S. November: Wcdding. 19'/, Uhr im Patzenhofer, Chcmsseestr. 64.— Referenten: Stadtverordneter Siegfried Weinberg und Stadtverordneter Gustav Blaschzik. Prenzlauer Berg 26. und 28. Abt. MX Uhr in Hoff- manns Festsälen. Schwedter Str. 23.— Referent: Stadtverordneter Hermann Lempert. Mitte 7. Abt. 20 Uhr im„Nordischen Hof", Invaliden- straße 126.— Referent: Karl Dressel. Zchöncbcrg. 19� Uhr im Bürgersaal des Rathauses, Am Lauterplatz.— Referent: Stadtrat Ernst Reuter. Steglitz. 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Heesestr.— Referent: Stadtbaurat Dr. Wagner. Jehlendorf. 19� Uhr im Lokal Brumm, Siedlung Fischtal- grund.— Referent: Käthe Kern. Weihcnsee. 19� Uhr im Lokal„Zum Pserdemarkt�, Schönstraße. Thema: Was er-varten die Kleingärtner von den Kommunalwahlen?— Referent: Walter Reinhold, Geschäftsführer des Verbandes der Kleingärtner. Rcinickendorf-West. 18� Uhr Antreten zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln vor dem Volkshaus, Schorn- weberstr. 114. Abmarsch pünktlich 19 Uhr.— Referent: Stadtrat Oskar Ewald. Tegel. 19� Uhr im Lokal Seeschloß in Heiligense e.— Referent: Stadtverordneter Heinrich Schäfer. Leffentliche-Jungwählcrversammlung in Charlotten- bürg. 19)4 Uhr in Ahlerts Festsälen, Berliner Str. 88. Tagesordnung: Die Jungwähler und der Kampf um die Kommune.— Referent: Stadtverordneter . Dr. Siegfried Kawerau. Morgen, Sonnabend, den 9. November: Biesdorf. 20 Uhr im Lokal Burghardt, früher Dietz, Bies- dorf-Süd, Köpenicker Str.— Referent: Willy Rogge. Sonntag, den 10. November: Mitte 3. Abt. Treffpunkt zum Demonstrationsumzug um 11'/ Uhr Rungeftr., Parkseite. Wedding. 14 Uhr Kundgebung im Schillerpark.— Redner: Otto Wels, M. d. R. und Bürgermeister Carl Leid. Treffpunkte der einzelnen Abteilungen: 14., 15., 16. Abt.: 12/ Uhr auf dem Vinetaplatz. 18.. 19.. 20. Abt.: 12% Uhr auf dem Brunnenplatz. 17., 21., 22.. 23. Abt.: 12� Uhr auf dem Zeppelinplatz. Abmarsch vom Vinetaplatz pünktlich 12.45 Uhr, vom Brunnenplatz und Zeppelinplatz um 13 Uhr. Unter Mitwirkung des Meinekeschen Männerchors. Prenzlauer Berg. Propagandaumzug durch den Kreis mit Musik. Treffpunkt: 12/ Uhr am Arnswalder Platz. Abmarsch pünktlich 13 Uhr. Schönebcrg. Propagandaumzug mit Musik. Abmarsch 14 Uhr von der Innsbrucker Str., am Untergrund- bahnhof Hauptstr. Von 13)4 bis 14 Uhr Platzkonzert auf dem Rudolf-Wilde-Platz. Kaulsdorf. Werbeumzug mit Musik. Treffpunkt: 14)4 Uhr Bahnhof Kaulsdorf. Anschließend um 17 Uhr öffent- liche Wählerkundgebung in der Turnhalle. Adolfstr. Filmvorführung:„Was wir schufen."— Ansprache: Genosie G. Weber. Mahlsdorf. 14 Uhr Treffpunkt zur Demonstration am Dreieck, Zeppelinstr. und Hönower Str. Anschließend Wählerkundgebung im Lokal Jakobs, Lemkestr., Ecke Kieler Str.— Referent: Stadtverordneter Hermann Lempert. Blankenfelde. 16 Uhr im Lokal Tinius, Hauptstraße. Referent: Iugendsekretär Bruno Lösche. Achtung! Treffpunkt der Genossen aus Niederschönhausen zur Beteiligung an der Kundgebung pünktlich 15 Uhr in Nordend. Müggelheim: 15 Uhr im Lokal„Zur großen Krampe". Referent: Friedrich Klatt. Männer und Frauen« erscheint In Massen! Mit der Mannschaft aus dem Nachwuchs der Fahrer Torn-Maezinski als Sieger ging gestern abend 11 Uhr das 22. Berliner Sechs-Tage-Rennen zu Ende. Dorn- Maczinski gewannen die Ilä-Stundenfahrt mit vier Runden Borsprung und 127 Punkten. In den Nachinittags- und auch in den Abendstunden ver- änderte sich nishrfach der Stand des Rennens. Doch wuhtcn die bisherigen olleinigen Spitzenreiter Dorn-Maczinski, ihre Position nicht nur zu behaupten, sondern auch noch zu verbessern. Sie gingen mit drei Runden Vorsprung in die letzte Wertung. Vor Beginn der letzten ununterbrochenen Spurtstunde gingen wegen der Sturzverletzungen Wissels Lehmann- Wissel aus dem Nennen. Herzlicher Beifall be- gleitete sie auf ihrer Abschiedsrunde. Als die acht Paare sich zur Spurtstimde anschickten, waren nach 144 Stunden 3419 Kilometer zurückgelegt. Die letzte Stunde brachte keine sonderlichen Jagden, oerlief vielmehr oollkonnnen ruhig. Rur in den letzten drei Minuten gab es noch einige Vorstöße, in deren Verlaus sich Dorn-Maczinski abermals eine Runde Vorsprung sicherten und nunmehr vier Run- den vor dein Felde lagen. Das Ergebnis: 1. Dorn-Maczinski 127 Punkte, vier Runden zurück E h m e r- K r o s ch e l 168 Punkte, Huertgen-Mieth« 136 Punkte, fünf Runden zurück Louet-Mouton 223 Punkte, sechs Runden zurück Krüger-Funda 394 Punkte, sieben Runden zurück G o o f f e n s-D e n o e f 278 Punkte, acht Runden zurück Manthey-Schön 147 Punkte, neun Runden zurück P e t r i- T i e tz 337 Punkte. Insgesamt wurden in den 145 Stunden 3454,200 Silometer zurückgelegt. Mit Blumen bekränzt, fuhren Dorn-Maczinski, die nunmehr ihren ersten Sechs-Tage-Sicg errungen haben, eine stünnifch be- jubelte Ehrenrunde. Die Quittung des Oberbürgermeisters. Leichtfertige Verbreitung unrichtiger Nachrichten. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: „Es wird verbreitet, daß die Pelzrechnung des Oberbürgermeisters in Höhe von 375 IN. noch nicht bezahlt sei. Laut Zahlkarle find die 375 M. auf P o st s ch e ck k o n l o der Firma Sklarek Verlin 16S9S am 7. Februar 1929 überwiesen worden. Die Quittung befindet sich in Händen des Oberbürgermeisters". Dies« Nachricht war nötig geworden, weil die B.-S.-Korre- spondenz gestern mittag folgendes verbreitete: Oberbürgermeister Büß hat bekanntlich erklärt, daß er nach dem Empfang der Pelz- sacke im Herbst 1928 von den Gebrüdern Sklarek eine Rechnung verlangt habe. Aus den Unterlagen, die die Staatsanwalt- schaft b«i der KBG. beschlagnahmt hat, geht jedoch hervor, daß eine Rechnung über 375 M. erst im März d. I. abgesandt worden ist. Ein Kassenbeleg über den Eingang der Summe findet sich in den Geschäftsbüchern der Sklareks überhaupt nicht und der hierzu vernommene Buchhalter Lehmann bekundete, daß ihm von einer Zahlung nichts bekannt sei. Da durchaus die Möglichkeit besteht, daß die Gebrüder Sklarek aus irgend welchen Gründen, vielleicht auch aus Vergeßlichkeit den vom Ober- bllrgermeistcr Boß gezahlten Preis für die Pelzjacke nicht gebucht haben, soll durch die eidliche Aussage des Oberbürgermeisters hier Aufklärung geschaffen werden.' Es muß einmal mit aller Schärf« betont werden, daß es unverantwortlich ist, derartig« Nachrichten ohne vorherige Prü- fung in die Oeffentlichkeit zu lancieren. » Bürgermeister Kohl, Köpenick, dessen planmäßiger Erholung?- Urlaub am 6. November ablief, hat mit Genehmigung des zur Zeit die Geschäfte des Oberbürgermeisters führenden Bürgermeisters Scholtz einen weiteren Urlaub angetreten. Bürgermeister Kohl hat bereits vor Wochen seinem Disziplinarvorgesetzten, den, Bürgermeister Scholtz, eine genau« Darstellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingereickst und die Einleitung des Disziplinar- Verfahrens beantragt. Die Amtsgeschäst« des beurlaubten Bürgermeisters Kohl werden von dem stellvertretenden Bürgermeister. Stadtrat Ehrlich, weitergeführt._ Zusammenstoß zweier Flugzeuge. pikotrn retten sich durch Fallschirmabsprung. London, 7. November. Bei einer Gefechtsübung in d« Luft stießen zwei ein- sitzige Flugzeuge der englischen cuskstreitkräsle nicht well von dem Schauplatz de» Unglücks de» deutschen Verkehrsflugzeuges zusammen. Beide Flugzeuge gerieten in Brand und stürzten au» etwa 1500 Bieter Höhe in die Tiefe. Wie durch ein Wunder gelang es den beiden Piloten, fich rechtzeitig aus den brennenden Apparaten zu befreien und mit Hilfe von Fallschirmen den Erdboden zu er- reichen. Eine Maschine stürzte aus das Dach eines Hauses, das so- sorl in Brand geriet. Blitzschlag in eine Schule. Zahlreiche Schulkinder verletzt. Rom. 7. November. Im neapolitanischen Dorfe Pellezzano hol der Blitz während des Unterrichts in das Schulhaüs und direkt in ein Klassenzimmer eingeschlagen. Das ganze Zimmer geriet sofort in Brand. und auch die Kleider einiger Schüler fingen Feuer. Unter den Kindern brach eine furchtbare Panik aus. Ein Knabe erlitt lebensgefährliche Brandwunden, zehn weitere wurden schwer verletzt._ Aachtliche Messerstecherei. Ein Schlosser an den Folgen verstorben. Eine Messerstecherei mit tödlichem Ausgang spielte sich. wie erst jetzt bekannt wird, Mittwoch abend um 11.45 Uhr vor dem Hause Prenzlauer Allee 211 ab. Der 24 3aHre alle Schlosser Artur Hesse, der erst jung verheiratet ist und in der Grelistraße 17 wohnt, halte eine Mieterversammlung in den Sophien- säten besucht. Als sie zu Ende war, wollte er noch Hause gehen. 3n der Prenzlauer Allee begegneten ihm etwa 10 bis 15 junge Burschen, mit diesen geriet er zusammen. Zwei Augenzeugen, die sich jetzt gemeldet haben, machen folgende Angaben: Sie beobachteten, wie sich die Rotte um den jungen Hesse ansammelte. Schimpfrufe fielen. Er wurde gestoßen und plötzlich liefen all« davon: nur Hesse schwankte auf dem Fahrdamm hin und he?. Die Zeugen eilten hinzu, um ihn zu stützen. Dabei entdeckten sie, daß«r vollkommen mit Blut besudelt war. Sie brachten den Angefallenen zur Rettungsstelle in der Winsstraße, und von dort wurde er sofort ins Krankenhaus am Friedrichshain transpor- tiert. Die Aerzte stellten u. a. einen tiefen Rücken st ich fest, der die Lunge durchbohrt hatte. In den frühen Morgen- stunden ist Hesse an den Folgen dieses Rückenstichs gestorben. Was die Rotte veranlaßt hat, den jungen Mann anzufallen, der nach den Aussagen der Zeugen ruhig seines Weges ging, ist unklar. Die Polizei hat sofort die Nachforschungen nach den leider noch un- bekannten Tätern aufgenommen. U- Bahnschacht eingestürzt. Waren Sie Hol, Versteifungen überlastet? Am Donnerstag nachmittag ereignete fich beim U-Bahnbau in der Bronnenstraße in nächster Bähe des Bahnhofes Gesundbrunnen ein schwerer Schacht- cinsturz, bei dem glücklicherweise Arbeiter, die an der Anfall- stelle in größerer Zahl beschäftigt waren, nicht verletzt worden sind. Die Tunnelwände an der Einsturzstell« sind bereits fertiggestellt. An einer Stelle des Schachtes, gegenüber dem Haus Brunnen- straße 196, ist hart am Rande ein Drehkran aufmontiert, mit dem die unten freigelegton Sandmaffen nach oben befördert und zum Abtransport auf Lastautos geschüttet werden. Um 16.2ö Uhr, als sich der Kran in Tätigkeit befand, stürzte plötzlich die Mauer des Schachtes in einer Länge von etwa 16 Metern krachend ein. Seines Haltes beraubt, fauste der Kran und ein daneben stehendes Lastauto mit Anhänger 15 Meier in die Tiefe. Zuerst wurde Schlimmstes befürchtet. Man vermutete unter den Trümmern verunglückte Arbeiter und benachrichtigte sofort die Feuerwehr und das Rettungsamt. Auf dem Alarm„Schachtein- stürz— Menschenleben in Gefahr" eilte unter Leitung des Ober- branddtrektors Ge.m p p ein großes Aufgebot von Rettungsfahr- zeugen an. Zum Glück bewchrheitet« sich die Vermutung, daß mehrere Arbeiter verschüttet seien, nicht. Durch Namensaufruf konnte bald festgestellt werden, daß von der Belegschaft niemand fehlte. Zwar waren einige der im Tunnel Beschäftigten in große Gefahr, doch hatten sie sich, als die H o l z o e r st e i f u n g« n mit einem weithin vernehmbaren Knacken nachgaben, rechtzeitig in Sicherheit bringen können.' Der Einsturz ist vermutlich durch Ueberlastung verursacht worden. Die Kommunisten feierten gestern abend den 12. Jahrestag der russischen Revolution mit einer Kundgebung im Lust- garten, die im Gegensatz zu den letzten öffentlichen Aufmärschen der Kommunisten etwas stärker besucht war. Die Veranstaltung verlief trotz der Hetzreden einiger kommunistischer Redner vollkommen ruhig. Kommerzienrat als Gattenmörder. Aufsehenerregender Sistmord in Kulmbach. Bayreuth. 7 November. Am Mittwoch früh wurde die Gattin des Großindustriellen Kommerzienrat Meußdörser in Ku l m b a ch in ihrem Bett tot aufgefunden. Der Leiche waren die Hände zufammen- gebunden. Gleich am Vormittag ging eine Gerichtstommisston aus Bayreuth nach Äulmdach. In Kulmbach umlaufende Gerücht«, die von der Ermordung der Frau sprachen, erhielten endlich am Donnerstag nachmittag durch ein« Mitteilung der Staatsanwaltschaft ihre Bestätigung. Es ist noch nicht einwandfrei festgestellt worden, welche Todesursache vorliegt, da das Ergebnis der Untersuchung noch aussteht. Es handelt sich vermullich um Giftmord. Am Donnerstag nachmittag wurde der Gatte der Berstorbenen, Kommer- zienrat Meußdörser. unter dem Verdacht des Gatteranordes von der Staatsanwaltschaft Bayreuth verhaftet. Nrichsbahn duldet Hakcnkreuzgeschmier. Alz ich, so schreibt uns ein Leser, am Sonntag nach Treptow hinausfuhr, sah ich zu meiner Uederraschung an den Seiten- mauern der Ringbahnüberführuna» also auf einem der Reichsbahn gehörenden Gebiet, zwei Inschriften in riesengroßen Buchstaben Die eine lautete:„Heraus zum deutschen Volks- begehren" und die ander«:„Noch ist die Freiheit nicht verloren". Dahinter Hakenkreuze. Es wirkt mehr als befremdend, daß niema»d von der Reichsbahn, hier doch vermutlich die Bahn- hofsoerwoltung Treptow, es für nötig gehalten hat, diese ausreizenden Inschriften zu beseitigen. Ich vernrut«, daß. wenn „Persönliche Erinnerungen an Arno Holz" schilderte Dr. Franz Scroaes. Er war mit dem Dichter weniger als mit dem Menschen Arno Holz bekannt— und nur von diesem Menschen konnte er daher sprechen. Man empfing ein lebendiges Bild von dem genialen kindlichen Menschen— aber keinen Eindruck von seiner wirklichen Bedeutung. Deshalb sprach Dr. Servaes eigentlich nur für die. denen das Wert des Dichters vertraut ist und denen solch« persönlichen Schilderungen eine willkommen« Ergänzung sind. Die große, abendsüllende Arno-Holz-Feier, die diesem überragenden Dichter gebührt, ist uns die Berliner Funk st und« bis heute schuldig geblieben. Hassent- lich holt sie das Versäumnis bald nach.—„Tiroler Volks- k u n st" war eine irrcsühreilde Bezeichnung für die Abend- vcranstallung; denn durchaus nicht all« Dichtungen trugen echt volkstümlichen Charakter, und das Turl-Damhofer-Gefangsensemble war— glücklicherweise— stimmlich recht geschult. Es oerfügt in Käthe Damhofer über«in« Sopranistin, die nicht nur eine prächtig« Stimme, sondern auch musikalisches Temperament und Humor besitzt. Ueberhaupl trug die ganze Veranstaltung den Stempel echter Heiterkeit.— Wilhelm v. Scholz las aus seinem Roman „Der Weg nach I l o k". Man konnte aus diesem Bruchstück iildessen nur einen unbestimmten Eindruck von den Menschen und der Gestaltung der Handlung empfangen.— Verlockend und anschaulich schilderte Robert Petschow„Die Wunder einer Frei- ballonfahrt". Tes. es sich um sozialdemokratisch« Plakate oder Ausschriften handelte, ie schon längst beseitigt worden wären. Man kann aus der Tat- ache, daß die Reichsbahn derartiges Geschmiere duldet, seine be- onbcren Schlüsse ziehen._ Oelmenhorster Mordrätsel ungeklärt. Wiederaufnahmeverfahren endgültig abgelehnt. Oldenburg,?. November.(Eigenbericht.) Das Oberlandesgericht in Oldenburg hat in der AfsSre der Händler Lehing und Schmidt eine folgen- schwere Entscheidung getroffen. Nachdem die ver- tcidigung von Lehing und Schmidt in achtjährigem Kampfe veweismalerial für die Unschuld der beiden herbeigeschafft hatte, ist wider Erwarten der Antrag auf Wiederaufnahme nunmehr endgültig abgelehnt worden. Diese Entscheidung ist um so verwunderlicher, weil eine Zeugin im Beweistermin ausgesagt hat, die beiden Verurteilten am Mord- tage, dem 28. November 1S13 in Bremen gesehen zu haben. Wie manchem Leser erinnerlich sein wird, wurden die Händler Lehing und Schmidt am 24. Juni 1314 zu je 14 Iahren Zuchthaus verurteilt, weil sie beschuldigt waren, am 28. November 1313 zwei Kassenboten von der Hanseatischen Iutespinnerei in Delmen- Horst überfallen, getötet und beraubt zu haben. Trotz der aufgebotenen 117 Zeugen wurden die Angeklagten auf Grund von Indizien verurteilt Nach sieben Iahren bereits war der Zweifel der Behörden an der Schuld der Berurteillen so stark, daß man sie trotz der Schwere der Tat bedingungslos begnadigt«. Seit dem Jahre 1321 haben nun Lehing und Schmidt einen wechseloollen Kampf um ihre Rehabilitierung geführt, der nun zunächst durch den unerwarteten Spruch des Oberlandesgerichts zuungunsten der beiden entschieden worden ist. Eine unverständliche Entscheidung, wenn man die starken Zweifel an der Schuld dieser beiden Männer kennt. Wintergarten. Die große Sensation des Nooemberprogramms sind die Pariser Revue st«rn« Geschwister Irvin; st« be- ginnen mit einem Tanz aus dem Jahr« 1880, zeigen ihr« wunder- baren Körper ziemlich hüllenlos in einem Tanz aus den, Jahr« 1313 und enden mit dem Tanz von 1323. Zwischendurch tanzt Jenny Steiner, u. a. eine köstliche Parodie auf Josefine Baker, die schokoladenbraun« Venus. Bon den beiden schönen«chwestern ober geht ein unbeschreiblicher Zauber aus, dem sich niemand entziehen kann.— Und dann kommt Ilse Bais mit einer glänzenden Parodie:„Varietö, Darietö!" von Kurt Robitschek. Leider vergißt sie sich und muß schließlich über sich selber lachen, aber das gutgelaunte Publikum lacht mit.— Die Fritz- Klein-Familie führt atemraubende Kunststücke hoch unter dem sternenblitzenden Dach des Hauses aus.— Die drei C r eff o s, die ihre Akrobatik „Rur die Ruhe" nennen, zeigen ihr« schwierigen Sachen im Zeit- lupentempo.— Ueiber die Dame mit der Maske plaudert das Programm allerlei Geheimnisvolles. Wie dem auch fei, die Geheimnisvoll« ist sehr schön und st« st n g t sehr schön.— Sylvia Dell führt den großartigen Tierimitator Latell als urkomischen Bonzo vor.— Mit ganz neuen Spähen unterhatten die Cavallini-Elowns.— Die Wunderzwerge Paul Rem vs sind von ihrer Amerika reise zurückgekehrt und sind wieder das, was sie schon früher waren, bewunderungswürdig« kleine Menschen von großem Können.— Area n os moderne Mystik verblüfft trotz allen,, was man nun schon kennt.— Die famosen Stratzenmusikanten D u n i o n und G e g n a und der flotte mexikanische Akt der Jackson Co. sollen nicht unerwähnt bleiben. Im ganzen wieder ein buntes abwechslungsreiches Programm, das «ine aaßerordentliche artistische Höhe zciat und icbr flott abge- wickelt wird. Greisin hilflos verbrann«. Am Donnerstag nachmittag ereignet« sich im Hause Lübecker Straße 38«in schweres Brandunglück, bei dem eine 72jährige Frau Elisabeth Thiele den Tod sand. Mieter bemerkten aus dem Treppenflur starken Brandgeruch, der aus der Woh- nung der Greisin, die dort eine Kochküch« innehat, drang. Da auf Klopsen niemand öffnet«, wurde die Feuerwehr alarmier, die sich gewaltsam Einlaß verschaffte. Die eindringenden Beamten sandcn die Greisin in der brennenden Küche tot auf. Ofsenbar hat st« beim Hantieren mit Streichhölzern einen Schwächeanfall er- litten, wobei ihre Kleider Feuer fingen. Siebentes Todesopfer der Flugzeugkatast, ophe. Der bei der Katastrophe des Flugzeuges„V 903" schwerverletzte Prinz Eugen von Schau n, bürg- Li ppe ist, wie aus London mitgeteilt wird, am Donnerstag g« st o r b e n. Damit er- höht sich die Zahl der Opfer des Unglücks von Warden aus sieben. Der jetzt Verstorbene hatt- erst vor kurzem auf dem Tempel, hofer Feld sich mit Erfolg als Kunstflieger vorgestellt. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 11. Abt. Bttb Souptwerkstatt de» Stralbnbabn Userltr.». Unser unermiid. lilber. treuer unb tUchtiaer Kämpfer unserer Partei. Genosse Hermann Knorr, ist un« am S. November frlUi durck, den Tod entrissen. Wir mcrde» sein Andenken stets hoch in Ehren halten! Einäscherung am Montag. II. No- vcmber. IS Uhr. im Krematorium Gerichtstrage. Wir bitten um recht reg« Beteiligung. 29. Abt. Am S. November verstarb unser Genosse Heinrich Klingen, berg, Rvkestr. 4S. Ehr« seinem Andenken! Einäscherung am Eonnabend, S. November, I9i4 Uhr, im Krematorium Gerichtstrasse. Wir bitten um reg« Beteiligung. 39. Abt. Am Montag, 4. November, verftarb vlbblich unser treuer ISenoss« Otto Schein, Läweitr. ,8. Ehr« seinem Andenkenl Die Einäscherung fand bereits am Donnerstaq statt.' 85. Abt. Serapelftof. Unser Genosse, der Lokomotivführer Mar W e s ch k e, NIngbahnslr. 58. ist verssvrben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung heute, lZreitag, 8. November, IS'.i Uhr. im Krematorium Daumschulenmeg. Reg« Be- teiligung wird erwartet.__ wellerderichi der össentlichen wcllerdicnstsleUe Lerlin und Umregend lNachdr. verb.l. Stark wolkig bis trübe mit einzelnen leichten Regeniällen. Im ganzen etwas milder.— Für l'eut'chland: Im Süden und Südosten meist trocken und teils heiler, teil« nebelig. Im übrigen Reiche Neberoang zu stark wolkigem bis trübem Wetter und besonders an der Zlüite vielfach leichte Regensälle. Gemütlichkeit ist's boppelte Leben! Jeder sollte daran denken und stch'» in seinen Mußestunden so angenehm wie m»glich machen. Es gibt dabei keinen treueren Heiser al» ein Gramola-Mustkinsirument. Es kennt keine Stimmun» acn, immer ist's gut ausgelegt. Gerade iebt ist die beste Zeit, um an die An- schassuna berangugehcn. 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Schon jegt sind dort, gefördert durch dies« Fusionen, Bonkinstiwtc entstanden, deren Eigenkapital bei weitem das Kapital der berühmten englischen „Big Aivc" (Große Fsini) übersteigt, d. h. derjenigen Danken, die vor dem Kriege als finanzielle Zentren der Well galten. Ende June 1929 betrug das Cigenkapital(Aktienkapital und Reserven) dieser„Big Five" 2,37 Milliarden Mark, während allein die drei größten Danken der Vereinigten Staaten ein Eigenkapiial von 3,18 Mil- liarden Mark aufweisen konnten. Run richtet sich aber die Finan- zierungskrast der Banken nicht nur nach dein Cigenkapital, scndern auch nach dem Fremdkapital, allo denjemgen Sum- men. die das Kapitalisteirpublikinn der Bank in Form von Depo- sicen usw. zur Verfügung stellt. In dieser Hinsicht stehen die drei größten Banken Englands auch heute noch M't unerreicht hohen Ziffern an der Spitze aller Banken der Erde. So betrugen z. B. die Kreditoren der englischen Midland Bank Ende Juni 7,73 Milliarden und die der Lloyds Bank 7,13 Milliarden Mark, während in den Vereinigten Staaten die National City Lank 0f New Jork mit 6,18 Milliarden Mark an der Spitze stand. Diese wichtige Tatsache, d. h. die im Verhältnis zum Eigen- kapital geringe Höhe der Kreditoren, ist charakteristisch für die gegenwärtig« Lage der amerikanischen Banken. Ursache hierfür sind Verfassung und Gesezgebung in USA. Bis vor zwei Fahren war es den Banken allgemein untersagt, außerhalb des betreffen- den Staates, in dem sie ihren Sitz haben, Zweigbetriebe zu unterhalten,..und in 26 Staaten von den 46, die insgesamt die Vereinigten Staaten bilden, ist auch heut« noch der Filiakbctricb ganz oder größtenteils unmöglich gemacht. Das in USA. fehlende Filialsystem bedeutet«ine Erschwerimg für die großen Banken, diesenigcn Sum- men fremder Gelder an sich zu ziehen, die sie für ihr immer weiter wachsendes Finanz iervngsgeschöft auf industriellem und konnnerziel- lem Gebiet brauchen. Aus den immer noch besiehimden starken Einschränkungen des Filialsystems folgt, daß das Interesse insbesonder« der größeren Banken, diese Hemmungen durch Uebernahm« anderer B a n T'c n teilweise' zu' überwibden, auch'weiterhin anhält. „Die Vereinigten Slaa>tgn..gehtn nstt großen Schritten«»an gang nenen Systenr�eh'Orgairisicrung der Bonken entgegen. Alle kkeinen�autorgairifw.innen wrrdeir'rerschwiirden ui?d' ersetp wer- dew ditrch niächri ge K mnWnafionen, von denen jede mehrere der bestehenden großen Banken umiaßr." Dies« Sätze stammen von M. A. Traylor, dem Präsidenten der First Rational Bant of Chicago, der seit einigen Wochen in Baden-Baden als amevikonischer Delegierter für den Organisations- ausschuß der Rcparationsbank weilt. Rur nebenbei>'« erwähnt, daß diese Bank kbemalls durch eine Reiht Fusionen sich zur zweitgrößten Bank Chicagos und zur neuntgrößten der Vereinigten Staaten gemacht Hot. Achnlich wie- Traylor- ertlärte in der letzten Oktoberwoche Charles E. Mitchell, der Präsident der National City Bank, daß er nicht g la übe, daß die. Bankfustonen in New Aork und im übrigen Amerika beendet sind. Der Unterschied zwischen dem Grad der deutschen und der amerikanischen Bankenzentralisierung geht anschaulich aus folgender Gegenüberstellung hervor. In Deutsch- land verfügt die mü der Disconto-Gcsellschost verschmolzene Deutsche Bank über fast 39 Prozent der Einlagen aller 191 Aktien- banken. Diejenige Dank, die in den Dcreiniglten Staate« über die höchste Depositenfumme verfügt, ist die Narional City Bank mit 1,7 Milliarden Dollar, was 3 bis 4 Prozent der amerikani- sehen Geiannsumnr« ausmacht. Am 31. Dezember 1928 bezifferte sich das Gcfamtvermögen aller amerikanischen Banken aus 3 9,39 Ihr husten quält Sic so. Bei stechendem Husten, Heiserkeit, Schleimoerhärtung oder starkem Auswurf, rauhem und schmerzen- dem Hals Helsen Ihnen Reichels Hustentropfen, die alt- erprobte Hustenarznei. Zu hoben in Apotheken und Drogerien, aber echt nur mit der„Marke M e d i c o". Milliarden Dollar(rund 139 Milliarden Mark): es ver- keilte sich am 7633 Banken. Einige USA.-Vankrlejen als Beispiel. An der Spitze steht die National City Bank, die 1929 zwei große Banken übernahm: die Farmers Loon u. Trust Co. und die Cor» Exchange Bank. Ihre gesamten Vermögenswerte belauien sich gegenwärtig auf ZM Milliarden Dollar Di« eigenen Kopitalmittel(Ättieirkapitäl und Reserve) beziffern sich aus 279,14 Millionen Dollar, d. h. am das Drei- bis Vierfache des Eigen- kapitals der Deutschen Dank und Disconio-Gesellschaft. An zweiter Stelle hinsichtlich des Gesamwennögens steht die dem.Haus I. P. Morgan u. C o. nahestehende G u a r a n t y Trust Co., deren Eigenkapitat(Ende Juli 283 Millionen Dollar) dos der Rational City Bank sogar noch etwas übersteigt. Im Früh- jähr dieses Jahres wurde sie mit der Rational Bank of Commerce zusammengeschlossen, einem ebenfalls mit I. P. Morgan eng ver- buitdenen Bankhaus. Mitte Oktober wurde bekannt, daß John Pierpont Morgan ein noch viel weitergehendes Fufions- Projekt vorbereitet: eine Verschmelzung der Guaranty Trust Co. mit der Bankers Trust Co. und der First National Bank. Sollte die Fusion dieser Banken, an denen sämtlich I. P. Morgan stark interessiert ist, zustandekommen, so würde ein Bank- rief« entstehen, der ein Cigenkapital von fast 499 Millionen Dollar (1,7 Milliarden Mark) und Einlagen in Höhe von etwa 8 Ii! Milliarden Mark haben würde. Dies wäre dann in jeder Hinsicht die größte Bank der Welt. Die dritte Stell« nimmt die Chase National Bank ein, die vor einigen Monaten die Rational Park Bank übernahm. Ende August verfügte sie über 242 MWonen Dollar Eigenkapital und 1.96 Milliarden Dollar Depositen. Parallel zu den Fusionen geht, soweit zugelassen, der Aus- bau des Filialsystems vor sich. 1999 gab es insgesamt erst 69 Bankfilialen, 1903 ichoii 166, 19 2 8 dagegen 2989 Filialen— trotz der in den Jahren 1916. 1922 und 1926 angenommenen sehr scharfen Resolutionen der American Bankers Association(iNncrikanischer Bankiertag) gegen diese Eni- Wicklung. Was bedeutet diese Konzentration des amerikanischen Jiaanzkapilals? Sie bedeutet erstens innerhalb der Vereinigten Staaten eine st ä r k e r e Front des privaten Bankkapitals gegenüber dem Föderal Reserve Board und den Föderal Resernc-Vanken, einer Einrichtung, die etwa der Deutschen Reichsbank entspricht. Zweitens verschöfsen sie einen stärkeren Einsluß der Bänke» aus das Industriekapital. Drittens vergrößern sie die Machtstellung des New-Porker Kapitalmarktes dem Ausland gegenüber: sie laste» finanzielle Zentren entstehen, die im Lause der Jahre aus die übrige Welt wie Magnete wirken müssen. Nach dem Stand der Dinge ist eine weitere Konzentration un° abwendbar. Nicht weniger als 3 9 9 9 Banken sind im Laufe der letzten sieben Jahre in de» Dereinigten Staaten zusammen- gebrochen. Zwar sind gleichzeitig wieder unzählige neu« In- stitute entstanden, aber die ganz ungewöhnlich hohe Ziffer der Zusammenbrüche zeugt von der Unfähigkeit der kleinen Banken, ihre Ausgabe mit kleinen Mitteln zu erfüllen. Der Baden für neu« Fusionen und für die Bildung jener„mächtigen Kombi na- t'aneit, die alle kleinen Vankorganisattonen ersetzen", ist überreif. Die jetzige Börsenkrise wird ortahrungsgemäß diese Entwicklung noch beschleunigen. Denn während die meisten Großbanken schon seit den Sommermonaten sich aus der Aktien- spekulatian mit gutem Gewinn zurückgezogen haben, sind es in der Hauptsache die kleinen Banken, auf die die große Masse der Börsen- Verluste sich konzentriert. Bisher gab es kaum«ine Krise in den Vereinigten Staaten, aus der die Großbanken und die großen Emrffionshöuser nicht mit erhöhter Atachkstellung herausgekommen wären.-h. Die Aktion der Städte. Llnternehmer wollen Sparsamkeit— aber keinen Verzicht auf Aufträge. Wie gemeldet wird, hat auch der Reichs st ädtebund für die ihm angeschlossenen 1339 Mittel- und Kleinstädte sich der Um- schuldungsaktion der Städte anzuschließen beschlosten. Bei den Mittel, und Kleinstädten lägen die Dinge insofern anders als bei den Großstädten, als Fälle besonders hoher Verschuldung fehllen. Zu der Verschuldung der deutschen Städte gibt die„Frank- furter Zeitung" einige neue Ziffern. Danach betragen die kurz- fristigen Verbindlichkeiten der Kommunen bei Girozentralen und Sparkosten insgesamt 1.38 Milliarden, wovon der größte %iil, rund 850 Millionen, aus die Girozentrale entfallen. Am 39. Inm"1929 seien von 6J7 Milliarden Spar- und Giroeinlagen der Sparkasten im Reich 1,1 Milliarden oder 11/5 Proz. auf den lang- und kurzfristigen Kommunalkredit zu rechnen. Die 25prozentige Grenze fei im Durchschnitt ebenfalls längst nicht er- reicht. Die von uns kürzlich ausführlich gewürdigte Spar- und Um- fchuldungsatrion der deutschen Städte hat bei den deutschen Unter- nehmern, die bisher nicht genug nach größerer Sparsamkeit bei Staat und Kommune schreien konnten, sehr gemischte Gefühle ausgelöst. Besonders interessant ist eine Ei n g a b e des örtlichen Bezirksvereins des Reichsverbandes des deutschen Tiefbaugewerbes an den Magistrat der Stadt Berlin, die sich gegen den Spar- erlaß des Berliner Kämmerers richtet, nur noch die dringendsten Bauten fortzuführen und Neubauten überhaupt nicht mehr i» An- griff zu nehmen. Die Unternehmer beklagen sich über die große Unruhe, die dieser Erlaß bei den Bauunternehmern hervorgerufen habe, und weiter darüber, daß man die beteiligten Wirtichaftskreise nicht vorher gehört habe. Das freie Unternehmertum fei ein ebenso schutzwürdiger und s ch u tz b e d ü r f t i- ger Beruf wie jeder andere! Bor T i sch hat man es anders gehört. Jetzt, wo die ersten Auswirkungen der durch die Politik der Unternehmcrpartc'en und durch die Unternehmerpreste den Kommunen aufgezwungenen Spar- fomkeit in Erscheinung treten, da ist der Jammer über die ausfallen- den Aufträge sehr groß. Die einfache Abc-Schülerwelsheit, daß man nicht gleichzeitig Ausgaben verringern und doch wie bisher Aufträge erteilen kann, hätten die deutschen Unternehmer früher begreifen müsten. Die Hand an der Gurgel. Privatisierung der öffentlichen Werke oder Finanzsperre. Der Kampf des deutschen Privatkapitals gegen die öffentlichen Werte geht weiter. Die„D. A. Z." veröffentlicht einen Artikel .von Finanzfeitc", der unter dem Titel..Privatisierung"!" ganz deutlich ausspricht, daß die deutschen Banken nur dann bereit seien, die Befriedigung des Kopitalbedarfs der öffentlichen Werke zu fördern wenn die öffenllichen Werke wenigstens dazu bereit sind, sich in gemischtwirtschaftliche Gesellschaften unter Beteiligung der Privatwirtschaft überführen zu losten. Ganz klar wird in dem Artikel ausgesprochen, daß das Angriffsziel der Privatwirtschaft die Gesamtheit der öffentlichen Gas-, Elcktrizitots. und Berkehrsgefellfchaften ist. In völligst Verdrehung der Tatsachen wird behauptel, daß.die dauernden Ansprüche der ösfentlichen Hand und der ösfent- lichen Werke an den Kapitalmarkt den Verfall des öffentlichen Anleihekredits herbeigeführt haben. Die Neigung der Privatkopitalisten im Inland und ini Ausland, auch an den zukünftige» Erträgen öffentlicher Werke über die Anleihezinsen hinaus beteiligt zu wer- den, müsse zu einem mirbestimmenden Faktor bei der zukünftigen Gestaltung des Schicksals der öffenllichen Werke werden. Die Um- Wandlung der Regieuntcrnehmungen in öffent- liche Aktienuntern eh m.u n g e n könne nicht genügen. es fei ein g r u n s ä tz l i ch e r Moydcl erforderlich, da bei dieser Um- Wandlung die öffentliche Hand in der Regel j o d o ch hundertprozen- tiger Eigentümer der Substanz ble-be� Hier wird erkennbar, daß es dem deutschen Privaikapitol, ins- besondere den deutschen Banken, nur daraus ankommt, durch die mindestens teilweise Eroberung der öffentlichen Werke sich neue Profitchancen auf Kosten der Allgemeinheit zu sichern. Aber auch die Bedingungen, untet denen das Privatkapital eventuell den Kapitalbedarf der öffentlich«» Werke zu befriedigen geneigt fein würde, werden genannt. Mindestens soll die Anlehnung an bestehende gemischtwirtschaftliche Unternehmungen oder die Ueber- fühning in solche Unternehmungen garantiert werden. Wirtschast und Finanz müssen in ausreichender Weife im Aufsickitsrat vertreten sein. Hier hat man endlich das Programm, nach dem das deutsche ilderßttn man nur Dem JtadiiMt* Druttchen MulUrrnrrdandrs. Brrlin. Jtom. manftantenftc 63,64 Dimhols 3277—71 »etchäftszeil 0—5 Sonntag» tO— 1 Uhr. Buk Wunsch- Bertrrterbcsnch kieiiDb i*> KURMARK-RAUCHERS. Sen, posffiven. Qemiss des Rauchens efa ircffcnb(Dcrrf. ' lA 1'MAZt D o n e n- �// /-?,\ W ............ WWW AU RtpriseiutiaKtpeckuitf für Gachenkt and fm«. 4*a Eaaci- ud SckrtibtUcl loritrA Sit. aJkUlMAlK."f UVAIIACXU NGj. Co hm Pttitauiuhitg� Der Sporfsmann- sp----- NurCJ ßaruJ and den tkheren BlfcX. An Sieoer nufnet Wagen* kämpf* 1A fltr den trSH mein«* land** und fabriKakc«. letzte Nervenantponnung vor dem Steg I reizte Nervenarupannong vor dem Siegl Nur Ogareffen atugeallehener üeiehmaauvditimg geben mir mH der Rahlen BetonnenheB die ruhige Hand und den«Jäheren BUcX. So ad�afp. imv poafltvat, Genua* KDRMÖRK die Ggcreüe Oer neuen. Epoche> Priootkapital verfährt� In seinem Auftrage legen die deutschen Nanken den öffentlichen Werken die chand an di« Gurgel. Die Parole heißt: entweder kapitalisieren oder auf die Äopitalbeschasfung verzichten. DM er würdelose Kampf mfl silbernen Kugeln in einem Augenblick, wo die Lage auf den Kapitalmärlten die öffentlichen Werke zunächst bewegungsunsähig macht, setzt sr:i- kich voraus, daß Volk, Regierungen und Parlamente gegenüber dem brutalen Zugriff des Finanzkapitals Waffenlos sind. Das deutsche Priootkapital soll sich aber nicht irren. Die elfte Antwort wird es am 17. November erhalten. Ob darüber hinaus nicht der Not- stand der öffentlichen Werke auch die Schaffung eines Not- rechtes rechtfertigt, dos wird sich noch zeigen. Bergarbeiier und polenverirag. Das Kohlenkontingent. Der Derband der Berg bauin du st riearbeiter Deutschland» und der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter haben ein Schreiben an den Führer der daut- scheu Hanidelsdeiegatio n in Warschau, den Gesandten Rauscher, ge- richtet, das sich mit dam Kohleneinftchrkontingent in chöhe von ASOllCÖ Tonnen pro Monat beschäftigt. In dem Schreiben heißt es wörtlich: „Als besonders erschwerend sehen wir die offenbar von polnischer Seite vertoiwjte Soldicrung des deutsch derartig auswirkenden Saldo klausel in dem Dcrtvaasentwurf dringend abraten. Auch bitten wir zu erwägen, in welcher Weis« di« aus dem lhe reinströmen polnischer Kohl« nach Deutschland zu befürchtenden Preiskämpfe ausgeschlossen werden könnten. Wir haben immer wieder die Erfahrung machen müssen, daß bei solchen ungeregelten Wettbewerbskämpsen die Berg- orbeiter die Leidtragenden sind." Di« Darstellung schließt mit dem Hinweis daraus,„daß die Bergorbeiterschaft immer wieder gegenüber Hilferufen ihre Bereitschaft, dein Bolkswohl zu dienen, durch die Tat bekundet Hab«, sofern dies« Hilferuf« oolks- mirtschastlich und nationalpolitisch gerechtfertigt waren. Ein« solche Rechtfertigung könne aber für«in polnisches Kohleneinfuhrkontingent in einer Hohe von 350000 Tonnen pro Monat nicht als gegeben betrachtet werden" Deshalb wird der deutsche Delegotionssuhrer gebeten,./ruf ein« erhebliche Minderung der aus dem Koirtmgent zu erwartenden Belastung der deutschen Bergarbeiter hinwirken zu wollen". Wir haben bereits anläßlich der Kundgebung der Waldenburger Bergarbeiter darauf hingewiesen, daß dem Kohlenkontingent seine gefährliche Auswirkung besonders für die schlesischen Arbeitsmärkt« genommen und eine Verteilung über sämtliche deutsche Reviere vorgenommen werden muß. Das gleiche gilt hinsichtlich der Preisfrage. Durch eine Ausgleichsrechnung darf auch das Kohlenkontingent unter keinen Umständen vergrößert werden. Es wäre angebracht, die Führer der deutschen Bergarbeiter über di« Pläne der deutschen Delegation zu unterrichten und sie zu den Der- Handlungen hinzuzuziehen.__ Konjunkiur und Arbeiisemkommen. Nach den Feststellungen des Institut» für Konjunkwrforschung darf man für das dritte Vierteljahr' 1929 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres ern« Zunahnre des Arbeitseinkommens in Deutschland von 0,3 Milliarden Mark annehmen, obwohl die Arbeitslosigkeit größer war als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Di« Zunahm« erklärt sich nicht aus einer entsprechenden Steigerung des Einkommens pro Kopf, sondern aus der an sich stärker als die Arbeitslosigkeit gestiegenen Zahl der erwerbstätig Gewordenen. In der Regel erreicht das Arbeitseinkommen gegen das Ende des dritten Quartals sein Iahresmaximum. Der Konjunkturrückgang in den letzten Monaten hat aber dazu geführt, daß die erwartete saifonmäßig« Steigerung des Arbeitseinkommens geringer als normal geblieben ist. Bilanz der Oeuifchen Beamtenbank. Wir haben früher schon an anderer Stelle dieses Blattes darauf hingewiesen� daß die von der jetzigen Leitung der Bank für Deutsche Beamte veröffentlichte Vermögensübersicht zu günstig aufgemacht sei. Dafür gibt der sehr große Posten von 4,5 Mil- lionen Mark ein Beispiel, den die Bank für Deutsche Beamte gegenüber dem Wichael-Konzern als Forderung in die Bilanz ein- gesetzt Hot. Diese 4,5 Millionen setzten sich zusammen aus einem in zehn Iahren fälligen Betrag von 1 Willion Mark, der mit 10 Proz. zu verzinsen ist, einer Summ« von einer halben Million. die mit 7 Proz. zu verzinsen ist und einer Forderung von 4,2 Mil- lionen, die während 3 5 Iahren in Monatsroten von 10 000 Mark abzudecken ist. Der Gsgenwortswert der Gesamtsorderung beläu>r sich auf etwas mehr als 1 H Millionen Mark. Dennoch wurden 4�5 Millionen Mark in die Bilanz eingesetzt: eine absolut zu hohe Bewertung. Außerdem hat sich der Michael-Konzern vorbehalten, daß er seine aus eine Million Mark zu veranschlagende Haftung als Genossenschafter von seiner Schuld in Abzug bringen darf. wenn di« Haftung gegen chn geltend gemacht wird, was bei der Liquidation wahrscheinlich ist. Gutes Geschösl in der eletlro-medizinischen Apparaleiaduskrir. Obwohl der Rciirgewinn bei den elektro-medizlnischen Apparaiebou- unternehmen Reiniger, Gebbert und Scholl in Erlonzen gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um 25 Proz. aus- weist, bleibt die Dividend« mit 7 Proz. unverändert. Die Gesell- schaft hält, wie schon seit Iahren, an chrer vorsichtigen Politik fest. einen größeren Restdetrog de» Reingewinn» für Betriebszwecke flüssig zu holten. So werden auch diesmal wieder 212 000 M. die einer Dividende von 3 Proz. entsprechen, auf neu« Gewinnrechnung vorgetrogen. Noch dem Geschäftsbericht waren die Werke im abgelaufenen Betriebsjahr durchweg voll beschäftigt. B:- merkenswert ist, daß infolge der Rationalisierung und der durch- geführten planmäßigen Arbeitsvorbereitung die Rohmaterialien von 0,39 auf 0,23 Millionen Mark wesentlich gesenkt und auch die Halb, und Fertigfabrikate von 1,18 auf 0,91 Millionen Mark verringert werden konnten. Dementsprechend hat auch die Anspannung bei den Finanzen merklich nachgelassen. Die Forderungen haben sich mit rund 4,2 Millionen Mark verdoppelt, während die Schulden von 3,2 auf 4,6 Millionen Mark nur um 40 Proz. gestiegen sind. Die Valästina-Kali-Gcsellschaft gegründet. Um di« Ausbeutung der Kalischätze des Toten Meeres ging feit vielen Iahren ein harter Kampf der interessierten Finanzmächte. Jetzt ist in London zur Verwertung der seinerzeit erteilten Konzeision die P a l ä st i n e Potash-Eompany mit einem Aktienkapital von 400 000 Psund Sterling oder rund 8 Millionen Mark gegründet worden. 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Meilen- stein zuschritten, um dort mit dem Zug nach der Stadt zurückzu- fahren, sahen wir plötzlich dicht vor uns ein schwarzes Biest von einer Kobra. Der Biß der Kobra ist unbedingt tödlich: andererseits ist die Kobra, museumsgerecht in ein Glos Spiritus geringelt, ein gut bezahlter Exportartikel. Di« Schlange richtete sich sofort zum Angriff auf. ihr Kopf schwoll an und wurde dreieckig. Mein Iagdgenosse, der den jetzt so gangbaren Namen Charlie führt, warf, um den giftigen Kopf fernzuhalten, der Schlang« das solide große Schmetterlingsnetz über. Die Kobra, in ihrer Wut, schoß mit dem Kopf vor und verstrickte sich in das Netz. Rasch setzte ihr Charlie die Eisenspitze des Stockes auf den Nacken. Und ich goß fast eine ganze Flasche Chloroform in den sich öffnenden Rachen. Langsam legt sich der Kopf seitwärts: die Schlang« rührt sich nicht mehr. Gut. denke ich, es ist aus und geschehen mit ihr. Freund Charlie nimmt das tote Vieh und ringelt« es in einer Reservepappfchachtel ein. Wir hasten nach der Haltestelle und haben das große Glück, den Zug noch zu erreichen. Nachdem wir eine Viertelstunde gefahren find... ,L>u, das Luder beginnt sich zu rühren/ sagte Charlie der Schmetterlings- fänger,„hast du noch etwas Chloroform/ Die Kobra hatte ein« halbe Flasch« voll oerschluckt: es war kaum noch etwas übrig. Mein Begleiter nimmt die Schlange aus der Schachtel.(Große Emotion im Abteil.) Die Nerven des Tieres beginnen zu arbeiten. Plötzlich zuckt die Schlange und ihr Kopf kommt. Charlies Hand mitreißend, meinem Gesicht grausig naht. Es hätte nicht viel gefehlt und es wäre aus gewesen mit mir und meinen Feuilletons. Die letzten zehn Minuten fuhr Charlie mit ausgestreckter Hand, die Schlange fernhaltend von sich und von mir. Die Mitreisenden waren auf die Gepäckregale geflüchtet oder hingen von den Trittbrettern herab. Zlls wir ausstiegen, leert« sich der Perron. Entsetzen verbreitend fuhren wir mit unseren Stammrikschas durch die Stadt. Zu Hause angekommen, ließ Charlie die Kobra mit dem Schwanz voran in«ine mit Spiritus gefüllte sogenannte Ltopflesh, eine Flasche mit schwerem Glasdeckel, sinken, tiefer und tiefer. Di« Schlange peitschte herum, bis der Deckel über ihr ge- schloffen wurde, dann stieß sie dagegen. Kaum stand die Flasche auf dem Schränkchen bei den aufgespießten Faltern, da gabs einen Krach. Di« Kobra,«ine starke Alkoholikerin, war ganz aufgebläht und hatte die dicke Flasche gesprengt. Wir riss«n aus: weiß man, was«in« betrunken« Kobra zu tun imstande ist? Indes blieb es bei einem Sprung im Glas. Die Kobra starb an Alkoholver- gifwng und liegt jetzt korrekt zusammengeringelt in irgendeinem Museum zur allgemeinen Besichtigung. „Kiek mal an/ sagt der Vati zu seinem Fritze,„det i» n« Kobra/ Bei Gott: und was für eine! Oer Affe, das Baby und ich. „Da? ist ein nettes Baby", sagte ich zu dem würdevollen Hindu- gcntlemen, der in schneeweißem Baumwollanzug mir gegenüber faß in d«r Zahnradbahn von Motheran herunter. Das Baby ftiergrotesken strampell« mit seinen schokoladeforbenen Beinchen, daran die Silber- spangen klirrten, krümmte die große mit einem Ring gezierte Zehe und zupfte an dem rosaroten Schleier, der um Taille und Schulter der schon mädchenhaften Figur gewickelt war. „Wenn Sie wußten, was mir das Mädchen schon für Sorgen gemacht hat", sagte der Hindu mit einem Seufzer. „War die Kleine krank?" „Nein, sie war mir gestohlen worden!" „Don Zigeunern, von Räubern?" „Nein, von den Affen." „Wie ist das möglich?" fragte ich erstaunt. „Das will ich Ihnen sagen.— Wir haben ein Bungalow, in Matheran oben, dort verbringen wir die heißesten Tag«, denn wir Ind«r leiden ja auch unter der Hitze. Das Sommerhäuschen: das Bungalow ist gut verschließbar und bleibt meistens verschlossen, wie alle Matheraner Bungalows, wegen der vielen Affen. Matheran ist voll von Affen. Es gibt in Matheran hundertmal soviel Affen wie Einwohner. Die Affen stehlen. Lebensmittel, Juwelen, alles Glitzernde, und besonders gern Kinder nehmen sie weg, und laufen damit auf die Bäume hinauf." „Wollen Sie mir sage», daß die Affen dieses Kind auf einen Daum getragen haben?" „Jawohl. Eine Aeffin hat sie entführt. Die Aeffinnen sind sehr kinderlieb. Die klein« Varbati, damals kaum zwei Jahre alt, spielte im Garten. Die Aya, die Amme, hatte sich einen Augenblick entfernt. Als sie zurückkam, war das Kind verschwunden. Sie sah sich nach allen Seiten um: keine Barbati zu sehen. Plötzlich hörte sie ein schrilles Gekreische von einem Banyanbaum her. Auf dem höchsten Zweig saß eine Aeffin, wie eine gute Mutter das Menschen- baby in den„Armen" haltend." „Herr je, was haben Sie gemacht?" „Da ist nichts ur machen. Je mehx man schreit, desto mehr kreischt die Aeffin. Man muß sie in Ruhe lassen, durch gute Worte herumkriegen, anruken, beschwören. Wir holten den Brahmanen. Er breitete einen Teppich irnter den Banyanbaum, entzündete Weih- rauchstangen aus Sandelhaus und sang Gebete. Zwei Stunden dauerten sein« Beschwörungen und all dieweil schaukelte die Aeffin das Baby in ihren Armen. Dann hieß uns der Brahmane ins Haus sehen. Wir sahen durchs Fenster. Di« Aeffin kam herab, legt« das Kind auf den Teppich und hielt Wache auf einem nahen Strauch, um das Baby vor anderen Aeffinnen zu beschützen. Ich kam her- aus und nahm dos Kind. Es war unverletzt. Es weinte nicht ein- mal. Es hatte sich vor der Aeffin nicht im geringsten gefürchtet. Nur ich war halbtot vor Schreck." „Warum schießen sie die Affen nicht ab?" „Uns Hindus verbietet das die Religion und den Moslem der gesunde Menschenverstand. Je mehr Affen man tätet, desto mehr kommen aus dem Dschungel, um die Toten zu rächen. Sie bom- bordieren uns mit Steinen und Kokosnüssen, die sie von der Höhe herabßbleudern." „Neralk" rief ein brauner Schaffner.„Da, ist die Endstation der Zahnradbahn," sagte der Hindu,„wir müssen in den Zug nach Bombay mnsteigen." Ich nahm die kleine Barbati auf den Arm und wollte sie über den Bahnsteig tragen. Do sing sie zu brüllen an als ab sie am Spieß steck«. Ich kann eben nicht halb so gut mit Kindern umgehen wie ein Affe. Beilage des Vorwärts Die Krise in der Medizin wird nicht durch den Kampf der Lehr- ineinungen behoben, sondern nur durch die angleichenden Ersah- rungen und Erfolge, die die Behandlungsmethoden innerhalb der drei großen G/üppen aufzuweisen haben Nicht da» Laboratoriums- experiment, das bei jeder Versuchsanordnung ander« Resultate er- geben kann, ist ausschlaggebend, sondern die Beobachtung am Krankenbett. Auch hier sind Grenzen gesetzt. Nicht der Arzt heilt den Kranken, sondern er kann nur den Körper, die Natur, die Zelle» unterstützen in der Erneuerung des Zerstörten o-dcr in der Ver- nichtung der äußeren und inneren Gift«. Der gute Arzt kann de»! Kranken unendlich nützen, aber er nniß sich seiner Grenzen bewußt bleiben. Nicht aber in dem Sinne, daß das augenblickliche Spezia- liftentum noch weiter auf die Spitz« getrieben wird, sondern daß der unumgänglich notwendige Zusammenhang zwischen Psycbe und Konstitution des Patienten nicht vernachlässigt wird. �orM: Eine Qlocke wird eingeweihl Im SitbkN-Stäbc-Verlaa, Stuttgart. trsck>ci»t demnäckisl da« neu- Werk-non Maxim Gorti„Sias L-bcn des NIim iäamain". In dickem Wert, aidt Gorti in der Sntwictlun«»incs junacn Siudcnt«» im zari- ktischcn, Rußland«in Nnlturbild dicscr Zeit. Wir ofiBffcntlid)«» m.t iSenehipiaun» des Perlaars nachloiacndcn Abschnitt! Makarow kam und fragte, ob Klim mit ins Dorf gehen wollte. Die Glocke sollte aufgehängt werden. „Natürlich komme ich niit!" antwortete Kliin fröhlich. Die besonnte Dorfstraße war dicht vollgepfropft mit Bewoh- nern und Landleuten aus den umliegenden Dörferm Die Bauern verharrten schweigend. Sie hatten ihre kahlen, zottigen oder mit viel Oel eingeriebenen Köpfe entblößt. Unter den vielfarbigen, zitzenen Kopsen der Frauen hervor stieg das schluchzende Geflüstcr der Gebete. Einige hundert weit geöffnete Augen waren auf eine» Punkt gettchtet: auf die blaue Zwiebel des plumpen Glockenturms mit den leeren Henkeln, durch die ein Stuck des entfernten Himmels hindnrchleuchtete. Turobojew ging voran und drängte sich durch die nachgebende Menschetifoand. Ihm folgten im Gänsemarsch die anderen, und je näher'die fleischige Masse des Glockenturms heranrückte, desto vc'- »ehmlicher die beschwörenden Stimmen der Geistlichkeit, die die Masse abhielt. Im Mittelpunkt eines kleinen Kreises stand ans dicken Stangen eine zweihundert Pud schwere Glocke. Der kleine Pope umschwebte die Glocken, sang mit Heller Tenorstlmnie und besprengte das Metall mit Weihwasser. Klim Samgin beobachtete, lauschte und fühlte» daß Einpörung in ihm hochstieg. Im Kopf brauste noch das betend« Geflüster der Weiber. Der Gottesdienst war zu Ende. Ein unförmig langer und dünner Greis warf seinen Wams ab, bekreuzigte sich, zum Himmel schauenö», dreimal, kniete vor der Glocke nieder, küßte drei- mal ihren Rand und kroch unter Bekreuzigungen und Verneigungcn vor den Abbildungen der Heiligen auf den Knien rings um sie herum. Der Lärm auf dem Platz flaut« ab. Alle verfolgten aufmerksam PaNow, der an der Erde kroch und den Rand der Glocke küßte. Äie Menge zerriß unter Schreien langsam in drei Teil«: zwei wichest in der Diagonale nach recht» und links von der Glocke aus, der.dritte entfernte sich auf der geraden Linie von ihr. Alle drei Haüftn trugen sorgsam wie Perlenschnllre die Seile und schienen an ihnen aufgereiht. Die Seile liefen an den Henkeln der große» Glocke zusammen, die sie gleichsam nicht von sich ließ und immer straffer anspannte. Die drei auf die Seil« aufgereihten Menschenhaufen gerieten in Bewegung, schwankten, stemmten sich mit den Füßen gegen den Bohen und legten sich nach hinten über, wie Fischer, die«in Netz ziehen. Drei graue Saiten spannten sich in der Luft. Auch die Glpcke rührte sich, schaukelte unschlüssig und hob sich widerwillig von der Erde. „Gleichmäßiger, gleichmäßiger, Kinder Gottes!" schrie mit seiner Bruststimme der Verfertiger von Bierflaschen. Stumpf gegen die Sonne blinkend, schwebte die schwere kupferne Kappe in weitem Bogen hinauf. „Gleichmäßiger, Rechtgläubige!" trompetete Panow. Der Landgendarm wiederholte nicht ganz so ohrenbetäubend, doch s?hr strenge:„Gleichmäßiger, Gerechte!" Die drei Menschengruppen, die die Glocke eniporwanden, stöhn- ten, ächzten und brüllten. Der Flaschenzug winselte. Etwas im Glockenturm knarrte, doch es schien, als erlösche» alle Laute und als würde gleich eine feierliche Stille eintreten. Kliin wünschte es aus irgendeinem Grunde nicht, er fand, hierher gehörte ein Heid- nisches Jauchzen, wilde Schreie und geradezu etwas Lächerliches. Plötzlich, in der Höhe des letzten Drittels des Gloetentnrin--, durchlief ein Beben die Glocke, pseisend wand sich das gerissene Seil durch die Luft. Die linke Menschengruppe geriet ins Wanten, die hinteren sielen haufenweise um, ein einziges hysterisches Gehe"! ertönt«: „Hilf Hi— i— mmol!" Die Glocke schaukelte und stieß lräge mit dem Rand gegen die Ziegelwand de» Glockenturms. Es regnet« Späne und Kalkstaub. „Ach, ihr Teufel!" murmelte Lsutow und spie aus. „Haltet fest, Rechtgläubige!" brüllte Panow»nd fuchtelte, zu- rückspringend, mit den Armen. Der krummbeinige Schmied lief jener Gruppe in den Rücken, die gerade gegenüber dem Glockenturm am Seil zog, und begann das Seilende»m die Wurzel eines dicken Weidenstamme» z» schlingen. Das Seil, das sich immer straffer spannte, schwang wie eine Saite, die Leute sprang.», zurück, der Schinied brüllte: „Haltet fest! Ich schlag euch tot!" Klim bedeckte die Augen, er erwartete jeden Augenblick, die Glocke aus die Erde schmettern zu hören, und lauschte, wie d« Leute heulten und wimmerten, der Schmied brüllte und Panow trompetete. „Knotet zusammen!" „Fürchtet euch nicht. Rechtgläubige! Ruhig! Einniiitiz! La— os!" Die Glock- schwebte von neuem, fast unmerklich. In die Höhe, aus dem Fenster des Glockenturms steckten Bauern ihre Köpfe. D e heulenden Litaneien zweier Baucrnweibcr drangen vom Platz her. Der längste zusammenhängend' Schienenllrang der Erde ist die evre.päiick-asiotiscke PaMkbahn, tie van Lissabon über Moskau nach Tfcheljabinfk vn'' von hier über Omsk, Tomik, Irkvtik bis Wladiwostok sübrt. Die Gesaantiänge der Bahn beträgt l? 600 Kilometer: das ist«in Drittel des Erdmrtfanges. Dr. med, 3K, tKahnl: Heuer diurs in der heutigen Utedisiu? Es hat in den drei Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte sicherlich wohl mehr Krisen in der Medizin gegeben, als uns be- kannt geworden sind. Auch die heutigen umwälzenden Erkenntnisse auf dem Gebiet der Therapie, der eigentlichen Heilkunde, haben sich nicht sprunghaft entwickelt. Es gibt eine heutige wissenschaftlich moderne Medizin vielleicht seit 50 Iahren. Tlber es gab schon immer Aerzte und heilkundige Laien, die wohl nur sehr wenig von den anatomischen und physiologischen Eigenarten der menschlichen Organ« verstanden, die aber, ausgerüstet mit einer sehr feinen Beobachtung?- gäbe, in der Beurteilung eines Kranlheilszustandes selbst unseren heutigen technischen Hilfsmitteln in der Medizin gleichzukommen ver- mochten. Diese intustive Beobachtungsgabe, erwachsen aus der Erfahrung am Lebenden und der Erkenntnis über den Wert jahrhundertelang erprobter Heilmittel, ist durch die enormen Fortschritte von Wissen- schalt und Technik seit der Jahrhundertwende verdrängt worden. lirsamen und Wirkungen aus den, Gebiet der Medizin wurden seither nur beurteilt nach mikroskopischen und chemischen Analysen. Di« Forschungsergebnisse eines Koch. Birchow. Ehrlich u. v. a. schufen ein reue» Gebäude der Heilkunst, dem das Dogma vorangestellt war, daß olles, was mit Chemie und Mikroskop nicht z» erfassen sei, at» überhaupt nicht vorhanden zu betrachten wäre. Das niensch, liehe Leben war nach dem Ausspruch eines Forschers nicht» weiter als ,/in« Reaktion in wässeriger Lösung". Gewiß benutzte man die alten Drogen, Salze und Metalle.�ol'er ein neuer Geist beeinslußte die Anwendungsweise in dem Sinne de» Streben» nach der reinen Wirkung. Au» den Pflanzen wurden die wirksamen Stofse isoliert, an Tieren erprobt und wieder zurück- schließend beim Menschen angewandt. Gifte von ungemeiner Stärke und Sicherheit in der Wirkung wurden gesunden, unendlich groß ist die Reihe der Betäubungsmittel, pie der häutigen Chirurgie zu ihrem so hohen Stand verholfen haben. Di« Entdeckung der Bakterien als Erreger der sieberhaften Erkrankung beeinflußt« die BeHand. lungemethoden. Man hoffte, durch die Einspritzung- chemischer Reag«'Zjeit das Blut und den Körper sterilisieren zu können. Im Reagenzglas- sah man, wie die Bakterien abstarben— warum sollte es im Körper ander» lein? Aber gerade aus diesem Gebiet hat sich dann nur allzu bald der Gegensatz zwischen Theorie und Praxis in betrüblichster Welse gezeigt. Wer außerhalb dieser wiisenschasllichen Schule der Allopathie nach neuen Wegen suchte, z. B. die Unter- drück-, ng des Fiebers bei Insekronekranlheiten mißbilligte, war ein Pfuscher und nicht würdig, den ehrenwerten Namen eines Arztes -u tragen Wer von Diät, Tceabkochungen, Ilinschlägen, Bädern usw. sprach, wurde milde lächelnd zu den unverbesserlichen Kräuterwcibern gerechnet oder rücksichtslos bekämpft. Wie anders heut«. Gymnastik. Licht, Luft, Sonne und gesund- hcitsgemäh« Ernährung sind in ihrer Heilsomen Wirkung plötzlich wieder entdeckt und wissenschaftlich begründet.„Zurück zur Natur" heißt die Parole, und damit sind wir wieder bei dem„alten Adam" angelangt, dessen Körper unberührt von wissenschaftlichen Theorien geblieben war, aber auch gebieterisch sein Recht verlangte. Es sind die Aerzte wieder zu Ehren gekommen, die es ablehnen. Irgendein körperfremdes Mittel zu verordnen. Sie kannten die Schädigungen der Fleischnahrung und der konservierten Nahrungsmittel lange bevor es gelang, die Wirksamkeit der Vitamine nachzuweisen. Die Grund- läge ihrer Lehr« beruht auf der Anschauung, daß jede Krankheit ein« Störung de» Stoffwechsel» bedeutet, und daß zu ihrer Beseitigung vor allem ein« neue Belebung des Stoffwechsels durch eine lim- stellung der Lebensweise, vornehmlich der Ernährung, notwendig ist. Auf einmal besann man sich wieder auf die alten Heilmittel und die Heilwirkungen, die durch sinngemäße Anwendung der natürlichen Kräfte unserer Pflanzenwelt die Grundlage der diätetischen Heil- behandlung bilden. Die erst in den letzten Jahren aufgedeckten Zu« sammenhängc zwischen Ernährung und Krankheit sind so weit auf- gehellt worden, daß man heute schon von einer Ernährungstherapie sprechen kann, als deren aufsehenerregendstes Ereignis die Gerfon- Sauerbruchfeye Behandlungsmethode der Houttiiberkulofe durch koch- salzarme, obst. und gemiisereiche Diät anzusprechen lst. Dieser Erfolg beeinflußt die Richtung der wissenschaftlichen Medizin im Sinne einer Umwandlung der bisher bestehenden Lehrmcinung von der allein seligmachenden Allopathie zu einer neuartigen Reform der natürlichen Heilversahren. Ader auch die dritte große Richtung in der Medizin, die Homöo- pathi«, hat in den letzten Jahren ständig an Boden gewonnen. Wen» auch wegen der perschiedenen Anschauungen über Krankheit. Heilung und(gesundheit und Per Art der Dosierung nach tiefe Gegensätze zwischen Allopathie und Homöopathie bestehen, fo scheinen diese dach nicht mehr unüberbrückbar, da in der örztliche» Praxis sich wähl niemand mehr scheut, dann oder wnnn auf Grund der guten Erfahrungen homöopathisch« Mittel zu verabreichen. Fördernd In dieser Hinsicht wird sich auch die Errichtung des Ordinariats für Homöo- pathie an der Berliner Universität auswirken, sowie die Entschieden- heit, mit der Geheimrot Bier sich für die Wirksamkeit der homöo- pathiseben Arzneimittel einsetzt. Immer»der wird es unmöglich sein, mit einem Schema alle Krankbeiten heilen z» können, denn niemand richtet sich weniger nach System und Vorausbercchnung als der kranke oder auch per gesunde menschliche Leib. Er ist im wesentlichen der gleiche geblieben im Lause der Jahrhunderte, so starken Schwankungen auch die Behandlung menschlicher Leiden unterworfen war. Si Blendungen fflr diese Rndrik find v e r l I n SW SS. Lindenitrage Z. G pürieinachrichten�M.fürGroß-Veflin stet»«» da» Bezirt»s«kretnrinl 2. Hos, 2 Treppen recht», zu richte». 3. Stets Mitte. Die Abteilungsleiter»erben gebeten, umgebend die Trans» varentc twm Sciiosscn Teelänber. Lebarreultr. 22. abzubolen. fjEaas f fem,' a fr- 4. Sreis Prenzlauer Perg. Heute. Freitag. S. Ranember. Iti» llhr, S M im Altcesheim Tanziqer Str. S2,~ IT Tagecardnung! 1. Ansprach« de, B« ßZ tragt„Beamte und Sommunalwohl f Palizeibeantter. Aussprache. K Ii. Sreis Neuliilln. Sgrten zur Revolutionsfeier sind beut«. Freitag, abends, im Bartcibureau zu babett. iHezirZ Tiergarten. Freitag, 18 Ubr, wichtige Dezirl sncrsammlnng in der Aula Dpchumer Ttr. 8d. heute, Jreitag, S. November. kl. Abt Achtmiq, Dezirksfltbrcr! Wichtiges Material ist sosorj von ber Ge» lestgstsstelle, Uircöiter Str. 21, obzubolen. Zt. Abt. Wichtige Flugblattverbreitung ab 18 Uhr von balgenden Lokalen aus: 1. Gruppe: Riisner, Immanuclkirchftr. 25. I». Kruppe: Abllchlüarr. Bing Erle(ibrisrburger Straße. 2. Kruppe: Bogel. Fadlonslisir. 0. Gruppe: kitbicr. Grcitstvalder Str. M> lSchtpeizerhauschen). ZZ. Abt. Achtung, Genossen! Hei,!«. 20 Ubr. bei.gramer. Cotbeniussir. 8, sind wichtige Dczirksfluqbliitter in Empkang zu nebmen. Di« Rezirks- »tibrer sind eine bald« Etunbr vorbei ebändort anwesend. 41. Abt...Unser W'g" kann vom Genollen E. Marzonke abaebolt werden. 8«. Abt. Schöneberg. 20 Uhr öffentlich» Snndqebung im Bitrqersaal des Friedenauer Rothaule». Sa wird der Desuch oller Mtglieder unserer Abteilung erwartet. >7. Abt. ReukrNn. 2» Uhr bei Ziahr. Ticgiriebsie. 28— I», wichtige Funltioaör. sst-nag. Niemand seble! »22. Abt. Biesdorf. 20 Uhr bei Dorath, Marzahner Straß«, außerordentlich« Funllionürstßttng. »2.7. Abt. Saulsdorf. 20 Ubr in der Dchüdenllani«, Hönowee Str. 7, Mit- gliederveriammlung. Dortrag!.Beamte und Sommunalwahleu'. Reserent Robert Breuer. Alle Genossinnen und Genossen, desaader, parteigenösstsch« und sympathisirrend« Beamten sind eingelade». B0. Abt. Zteroichend« rs �st. Mi brteiligen uns heute veftla« am ber Demon» ftratian der 187. Abteilung. Tresfüunkl 18� Uhr Bollsbaus, Reinicken. dorf.Wesi. Scharr.wcberstr. 114. 130a. Abt. 20 Uhr im Tchollentrug Mitgliederrerjammluag. Zhewa:„Site Arbeit der SPD. im 20. Bezirk. Reiereut Bezirlsvrrvrdaetcr Dtto itoch. ZNorgea. Sonnabend. 9. November. 0. Abt. 18 Uhr und Sonntag 0 Uhr Flugblattverbreitung bei Silbner. Wils» nacker Str. M. 11. Abt. Sonnabend und Sonntag Flugblatt Verbreitung bei Berget. Levettow- slraßr 21. 15. Abt. Berichtigung! Wichtige Flugblattuexbreitunq von folgenden Lokalen aus: Dbialo, Stralsttnder Str. ll: Dohms. Binctavlab 7: Surlowsli, Ketd- ftraße 3. iRicht. wie zuerst angegeben, am Freitags 30. Abt. Ab 17 Uhr Flugblattvcrbreitung bei Dobst, Lnchener Str. 103. Sonntag beieiligen sich olle Genossen an dem Bropagondaumzua des Kreises. 73. Abt. Schmarn-ntors. Ab 18 Uhr Flugblätter abhole« von Balir, Breito Straße 23. 101. Abt. Treptow. Sannabend und Sonntag Flugblativerdreitung sur die Iunawäblerveifgmmlunq von den bekannten Stellen aus. 1«."'''' �'---| na. HMWi. WWWW... Gass Landhaus, Schmöckwiß. an der Brücke. 110. Abt. Lichtenberg. Ab 17 Uhr Fluqblattverbreitung bei Morr. Neue Bahn- hofitr, 23. lZZs. Abt. Sanlsdaes-Süd. Repolutionsfeicr um 20 Uhr im Lokal Zägerhetm. Zieterrnt Stadtverordneter Ernst Arndt. Alle Senoisinnrn und Genossen, .BorwärtO�.Leser und Sqmp-thisserenbr ssnd dazu eingeladen. 124. Abt. Mabledors. Reoolutionslcier und Fudilarfeier um 2l> Uhr im Lokal Anders, Babnhosstr. 37. Reserrnt Snrt Kiehmann. All« Senoistunrn und Senoflrn find mit ihren Angehörigen,.Borwirts'-Lelern und Sompathi fterende» srenndlichst eingeladen. 137. Abi. Zleinickendors-West. Revolntionsfeier um 20 Uhr in der Aula der 0. BoNsIchnlr, Auguste-Btttoria-Aller 37. Rezitationen. Rustk, Festrede: Stadtrat Alfred Senk«. Sonntag, 10. November. 10. Abt. Ab s Uhr hei Sandow. Flensburger Str. 5, Flugblattverbrcitun«, 12. Abt. 0 Uhr Flugblattvcrbreitung bei Schürdt, Wiclefstr. 17. 15. Abt. Alle Genossen beteiligeii sich an der Demonstration des Kreises nach Tresspunkt mit der 14. und 18. Abteilung 12'.; Uhr dein Schillervark. Binetaplah. 22. Abt. Die Genossen treffen flch me Kundgebung i» Schillervark 125, Uhr Fevvelinvlaß. 25. Abt. IZ�r Uhr Arnswalder Blatt finden sich olle Mitglieder zum fteat*» uweug ein. Grlcheiuen ist Pflicht. 27. Abt. Ab 9 Uhr Flugblattneroreitung von den bekonnten Lokalen au». Dir Brzirissiibrer sinden sich bereits um SS Wr bei Reetz. Sonnen» burger Str. I, ein. 32. Abt. Die Erupvenssthrer werden ersucht, am Sonntag. 9 Uhr, zu Ärompharbt. Battl-Sinaer.Str. 43. s« drei Genossen zu entsenden. Die Genossen sind verpflichtet, vünktlich 0 Uhr bei Sromvharbt zu erscheinen. 30. Abt. Alle Genossen und Snutvalhistercnde beteiligen sich au der Kund» geduna in der Plaza. Karten sind noch bei den Brzirksiührarn zu haben. 37. Abt. Alle Genassen, dt« nicht zur Plaza gehen können, treffen sich S'; Uhr bei Middeldorf. Ebeiingstr. 1. zur Flugblattverbreitung. 45. Abt. Ab 3 Ubr Flugbla'tvrrbreitung bei Dienzters, Reichenherarr Straß« 104. Erscheinen dringend erforderlich. 97. Abt. Reulölln, Achtung! Am Sovai«a siudei ans Wunsch der Dcz-rl». leituog Braudenbueq noch eiumal»in« Auto.Prvpaaaudasahrt statt. Wir bitte» um rege Betciliquog. llntostea rntNebeu nicht, da dieselben»om Bezirlsoorstand Sroodenburg getragen werden. Abiahrt 7 Ubr bei Schauer. Frauenveranslalkungcn. 28. Abt. Di« Genakssnncn treffen sich am Sonnabend,?. Rovcmber, 18 Uhr, bei Betulich. Weißenburger Srr. 1. zur Berteilting der.Frauenstimme". 43. Abt. Alle Genpsstunen treffen sich am Sonntag. 10, Rovrmbrr, 9 Uhr. bei Wicnziers. Reichenberger Etr. 104. zur Flugblat'verteilung. 34. Abt. Eharlottcuburg. Sonnabend, 9. November, ab 17 Uhr. u» Zugenv» heim Rvssnenstr. 4, Flugdlattocrbreitunq. Alle Genossinnen und auch di« Genossen stellen ssch zur Verfllgung. Jungsozialifken. Gruppe Schoneberg: Seut«, Freitag, 2v Uhr. im Zugandheim Souvtstr. 15, Sckwabenlandzimmcr. innenpolitischer Fnsormationsabend. Gruppe Eharlottenburg: Sonntag, 10, November, Fahrt nach Döberiü. Treffpuntr 75» Uhr Bahnhof Gharlottenburg. Kruppe Bedbing.Eesurbbruune»: Seute. Freitaq, 20 Uhr. im Fugendhei» Orthstr. 10, steigt der Heitere Abend. Musikinstrumente ssnd mitzubringen. Gäste find willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Sindersreunde. Zfrei, Frkdrichshai». Gruppe Paul Singet: Heute, Freitag. 8. November. 20 Ubr, Grupp:n es' ernvcrsamm lung bei Kromphardt, Batil-Singer-Str. 43. Krri, Wilmmdors: Freitag. 175; Ubr, Zicooltrtionsfeier. Bericht d s Gr» Vossen Schüler. Sonntag: Bote Falken und Fungfalk:« treffen ssch:; Uhr Fehrbellincr Blaß zum gemeinsamen Desuch der Reooluttonsopfer. 20 Pf. Fahrgeld mitbringen. " /n unserem Resfaarani wmm ! Leipziger Sir esse,\>. Stock \ Freiiag, den 9. Nov. 1920 Gedeck-1,75 Königin. Suppe Fricauö [«om Huhn mit Reis tt Spargel Reineclauden Berliner Apfelstrudel ■«W Gedeck 2,S0 Königin-Suppe HeVbnfie gekocht, mii Edel- piliiunkc.Pcier- silienkarioffcln Fricass* vom Huhn mü Reis u. Spergel Reineclauden Berliner Apfelstrudel W7W PMiR Mmm Ä m fr". i■>,,5 M 'äNw aA väj •v*;.,--75 JkM&fg i In unserem Restaurant ddek Leipziger Sirosse, U. Sioc': Sonnabend, den 9. Nov. 1929 Gededc i,7S Gedeck 2, SO Hamburger Krebssuppe Mastkalbskeule in Sah'e. m i frisch. Blumen- kohl, hoV&xd., Rdsikarioffebi Kalifornische Aprikosen Kirschtarie- Hamburger Krebssuppe Sch'rie in DIE m» Sdnvenkkait Ma stka!bsl.-eaie in Sahne, mii frsch. Blumen- koh hallancL, Rösikarioffcln Kolifomisdve Aprikosen Kirsel tori e* Fdica mii Sahne] ■: 1 GeHäget Suppenhtthner friech....PM, Ten Mpt.»a Ctssooc, Pfd. to»»,VS»u Enten..................... Pfd. tos 1,15 u Birkhühner»tullndlaehe.etek. tob I.SOsb Rebhühner»asUBdlseb», Stock tob VSpf.ta HlrtchbUUter............ Pfd. tob MPf.*» WQdtchwcln, Hindi, Ginocflelodk bUUdotl Käse und Fette Romadour....................... Stdek»Pf. Stangenkäse...................... Pfd. 55pf Steinbusdier rolllett................ Pid. 1,04 Münster Tollfett.................... Pfd. 1.15 Dän. Sdiwelier««/,............... Ptd. OOpf. Biockkäse TUsHer Art, 20«?,......... Pfd. 78pf, Blotkkssse Bmmth»ler Art, 30r....... Pfd. 1.15 Holländer 20«f,.... Ptd. 75pt., 40«/» Pfd. 1,05 Edamer 20«/,...... Ptd. 7SPt,«0»/» Ptd. 1,05 Illslter............................. Ptd.»»p,. Margarine.......................... pm. 50pf. Kokosfett........................... pfd. 50pf. BrafensehmaU..................... pfd. 78pf. Grlebensdimalt.................... Pfd. 88pt Molkerelbutfer...................... ptd. 1,75 Grasbuller.......................... Pfd. 1,88 Tatelbuher.......................... pm. J,04 Konserven„_ Dose Apfelmus.............................. 58P(. Pflaumen 82pl Heidelbeeren»Opf, Stachelbeeren 1,00 Reineclauden........................... 1.00 Mirabellen............................. 1,00 Ananas Hswsl.......................... 1.Z0 Spanische Aprikosen.................. 1 jo Schnittbohnen ja»*«.................. 57pf. Drethbohnen junr«................... 57pf, Junge Wechsbrechbohnen............ 75pf. Berliner Allerlei...................... 80pf. Gemisch es GemOse uiltteltet»........ 1,25 Gemischtes Gemüse fein.............. 1.50 Brechspargel danc..................... 3,15 Stangen spargel mltt»!.................. 3.70 Kolonialwaren Tafelrelt.......................... Pfd.33pt Palna-Reis......................... ptd. 30pf. Viktoriaerbsen................... pfd. SZPk. Ei bscn gescliilt.................... pfd. 35p(. Weisse Bohnen.................... p,d. 38Pf. Elermakkaronf..................... p(d. 58p f. Eierschnittnudeln.................. p/d. 45pt H Drogen Regta-KohIent8ureb8der mit und ohB« FiehtenBad«!— fftlck 1,30, 10 St 11,00 Regia- Sauersloftbäder gt. 2,00, 10 8t 19,00 Rcgla-Edelfannen-Eedctabletten Rolle mit 5 Stack 50pf„ mit 10 Zt. SZp, Regla-Edellannen-Badesal» «lsrk»romatlsoh............... Dose 50, 95pf. Plnon-Flchfennadel-Badeextrekt 1 kB eopf.. m, kB 1,90, 5 kg 5,70«xkl. Tsune Regia Binden... p»k«t«. 10 Stack 93rt 1,15 Regla>Blnden mit reiner Wette* fttllune......... Paket mit 10 Stack 1,35, 1,50 Strlckbln en weleh, itach, 8 5t 95,4 St95pf. Bindengürtel verseil. Ausfahrest 25, 40 65pf 50 1 100 I 250 ISOg Verbandwalte xa. Qual, 55! 55p(.'1,351 2.60 Mullbinden geeehaltt 4|< 1 8 1 lOembrelt ataek 8. 12,1 15.! 20 pt. Mullbinden mit 4|« 1 8 noembrt :et»:er K»me, 4 IN Ung 1 5.' 20. 25,' 30pf. bysoform..... FUsehe 1.10, 200, 3,80, ajv». EuSpfel............ Jägcräpfel.......... Kochfipfel.......... Prinräptel......... Graubirncn....... Kochbimcn gross. 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P'd 4üp,. 'Gröne Heringe............. 3 Pfd. öSpf. 'Spiegelkarpfen......... pid. von 1,1 San 'lebende Hechte........ pid. tob 1,15 an sducherheringe.............. Stück 10p/. Bundtiele...................... Ront 50p?. Bfickllnge....................... pm. 33?l Schellfisch...................... p/d. 42ef. Makrelen........................ pfd. JJpt. BrathSppchen.................. voso 50 st?. Toslug. Oelsa rdineh......I.i.Vot« SJpt Porhig-Oclsardlaen.......... voso 45pf. Poriui7.0elsard.rn=n 4 Fort-Dosen 95pf. •Hurleiprlgerttr.. Aesasd.'rplatz, Fnrk.'urtorilLe, Rostdaser Damm, Etilo-Rlllaac: Str.,1t'ilmEridorl. Sir. Wurstwaren Leberwurst......................... p/d, 70pi. Rotwurst........................... Pfd. 70pf, Sülzwurst.......................... pfd. 90 pf. Dampfwursf........................ pid. 95 p/. Landleberwursf................... Pfd. 95??. Berliner Mettwurst............... ptd. 98pf. Hausmacher Leberwurst......... Pfd. 1,10 Knoblauchwurst................... 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Novem- der 1919 in Washington, die u. a. auch den Entwurf eines lleber- einkommens betreffend Festfehung der Arbeitszeil in gewerblichen Betrieben auf acht Stunden täglich und 48 Stunden wöchentlich beschloß, ist ein v ol l e S Jahrzehnt verstrichen. Erst jetzt und auch erst nachdem die englisch« Arbeiterpartei Regierungspartei ge- worden ist, scheint es endlich dahin zu kommen, daß das Washing- jener Achtstundentagabkommen in allen europäischen Industrieländern Gesetz wird. Eine erneute Bestätigung der Erfahrung, daß die Gesetzgebungs- Maschinerie auf sozialpolitischem Gebiet den Verhältnissen nicht bahn- brechend voraufgeht, sondern ihnen stets nachhinkt, den praktisch «rzielten Fortschritten den amtlichen Stempel aufdrückt. Das Washingtoner Abkommen sollte bahnbrechend wirken. Seine gesetzliche Sanktion fehlt heute noch: sie kommt zu spät, selbst wenn sie in den nächsten Wochen vollzogen wird. In dem letzten Jahrzehnt ist die technische Entwicklung weit rascher vor sich gegangen als sonst. Sie war durch den Krieg gehemmt, doch als die Schleusen wieder geöffnet wurden, setzte sie sich zunächst um so flotter durch. Die unerläßliche R a t i o n a l i- s i e r u n g der Betriebe führte zu vermehrter Produktion bei ver- minderter Arbeiterzahl und verschärfter Arbeitsintensität. Die rationalisierte Betriebsweise macht eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit möglich und notwendig. Rctwerchlg nicht etwa nur im Interesse der Arbeitnehmevschaft, notwendig auch im öffentlichen Interesse. Das ständig« Heer der Arbeitslosen wird größer, sein« Versorgung schwieriger. Notwendig aber auch für die Arbeitnehmerschaft selber, weil ihre Arbeits- leistungen weit anstrengender geworben sind. Das Unternehmertum beansprucht alle Vorteile aus der Vetriebsrationalisiening f ür sich und wäszt alle Nachteile auf die Arbeitenden ab, indirekt auch«ruf die Arbeitslosen und darüber hinaus auf die A rbeitslosen vc rsiche ru n g und die Wolssiahrtseinrichtungen der Genteinden. Wo keine öffentlich« Sozialversicherung existiert, wie in den Ver- einigten Staaten Nordamerikas, die Arbeitnehmerschoft die Lasten der Rationalisierung ollein tragen soll, macht sich der Zwang zur VerkürzungderArbeitszeit offenbar stärker geltend. Ein« Reihe führender Großbetriebe und Industrien ist bereits zur Fünftage-Arbeitswoch« übergegangen und damit ist die Bewegung zur Durchführung dieser Reform aus der ganzeir Linie in Fluß gekommen. Auf die Dauer wird sich die fünftägig« Arbeits- wache mit 49 Arbeitsstunden als noch zu lang erweisen. Denn auch bct dem gänzlichen Fortfall der ohnehin jast durchweg kürzere» Arbeitszeit am Sonnabend�wertiÄ, t e i ue A rb ei t s p lä tz e f rei, nicht mehr Arbeitet gebraucht. Die Wiedereinstellung der Arbeits- losen oder doch eines größeren Teils derselben in die Betriebe soll durch die Arbeitszeitverkürzung mit erreicht werden. Mag ein Vierschichtwechsel bei sechs st ündiger Arbeitszeit heute noch Zukunftsmusik sein, in einem weiteren Jahrzehnt kann er vielleicht schon recht aktuell sein. So erwünscht dem einzelnen Unternehmer auch eine stark« Zlrbeitslosenreserve ist, das Interesse der Industrie an der Hebung der Zahl und der Kaufkraft der Verbraucher ihrer Produkte muß sich als stärker erweisen Beachtenswert ist in dieser Beziehung auch das Experiment der n e u e n A rb e i t s- woche in Sowjetrußland. Hier trägt der Staat ausschlicß- (ich die Losten der Arbeitslosenversorgung, deren er sich selbst durch alle möglichen Verwässerungen des Unterstützungswssens nicht ganz entledigen kann. Daher der Versuch, die Anzahl der beschäftigten Industriearbeiter um ein Fünftel zu erhöhen, durch Einlegung eines Ruhetages nach je vier Arbeitstagen. Run haben wir neben den rationalisierten Industrien aber auch noch mit zurückgebliebenen Industrien zu rechnen, wie dem englischen Bergbau, in denen ein« Rationalisierung kaum durchführbar ist. Nach dem unglücklichen Ausgang des wenig glücklichen englischen Bergarbeiterstreiks wurde die Arbeitszeit im Bergbau verlängert und der Arbeiterrcgierung fällt es heute sehr schwer, sie auch nur wieder auf den früheren Stand jurückzubringen. Dic englische Arbeiterschaft hatte sich den A ch t st u n d« n- tag früher erkämpft als die Arbeiterschaft der übrigen europäischen Länder. Trotzdem erlebten wir. daß gerade von England aus der schärfste Widerstand gegen das Achtstundentag- abkommen erhoben wurde, wodurch hauptsächlich feine allgemeine Ratifizierung verhindert wurde. Länglich dein letzten Wahlsieg e«r cnzlischen Arbeiterpartei ist es zu verdanken, wenn nunmehr die Ratifizierung allgemein durchgeführt wird. Das deutsche Unternehmertum scheint feinen W i d c r st o n d gegen die Ratifizierung auszugeben. Ob in der Erwägung, daß durch die nachträgliche gesetzliche Anerkennung des Waslnngtoner Abkommens auch für Deutschland— die die geltmd« Arbeitszeit ziemlich unberührt läßt— die Bewegung sür«ine weiter« Verkürzung der Arbeitszeit gelähmt oder doch gehemmt werden könnte, mag dahingestellt bleiben. Auch ein« solch« Spekulation würde die deutsche Albeitnehmerschaft nicht abhalten, nach wie vor für die endliche Ratifikation des Achtstundentag- abtommens einzutreten, noch sie daran hindern, die weitere Ver- kürzung der Arbeitszeit zu betreiben. Für den Meinungsumschwung in den Kreisen der Unternehmer ist ein kürzlich in der„D A Z" erschienener Artikel über.�nter- nationale Sozialpolitik" bezeichnend. Die Ratifikation wird darin nicht nur als ziemlich unbedenklich, sondern aus Gründen des internationalen Wettbewerbs für die deutsche Wirt. schast sogar als erwünscht erklärt, wenn die Gewähr ge- geben werde, daß auch die übrigen Länder sich den gleichen Bindungen unterwersen. Die Zeiten hätten sich geändert. Die Entwicklung habe sich in Deutschland im Lause der letzten Jahre soweit dem Achtstundentag angenähert, daß schon jetzt im wesentlichen vi« Vorschriften von Washington ersüllt, zum Teil sogar überschritten seinen. Wenn man den Standpunkt vertrete, daß der stärkste treibende Faktor für die international« Sozialpolitik der Wettbewerb aus dem Weltmarkt sei. so Hab« die deutsche Regierung ein gewisses Interesse daran, daß die sozial« Vorbelastung, mit der sie rechnen müsse, auch von de« anderen Lärchern getragen werde. Deutschland habe seinen Ehrgeiz, an der Spitze der intcrnotio- nalen Sozialpolitik zu marschieren, befriedigt. Daraus ergebe sich die ganz nüchterne Stellungnahm« zu der Genfer Politik und zu der sozialen Entwicklung in der übrigen Welt, eine Stellungnahme, die manche Kreise in Deutschland zu einer psychologischen Umstellung veranlasse. Gerade am Beispiel des Washingtoner Abkommens könne man diesen Prozeß gut studieren. Dieses Abkommen, das 19 Jahre lang in der ganzen Well heftig uinkämpst worden sei, habe eigentlich seine hauplmission in dem Augenblick erfüllt, in dem es von den wichtigsten Staalcn erst ratisizierl werden soll: Als mahnender Wegweiser zum Grundsatz des Achtstuichentages. Geben unsere llnternehmerorganisationen ihren Widerstand gegen die Anerkennung des Washingtoner Abkommens auf, um so besser. Die Gewerkschaften werden jedcnsalls ebenso wie bei ihren Tarisvertragsabschlüssen auch hierbei den alten Grundsatz vertreten, daß bestehende günstigere Verhältnisse, nicht verschlechlerk werden dürfen. Die Geschichte des Washingtoner Abkommens zeigt erneut, daß wir mit der Verbesserung unserer Existenzbedingungen nicht warten können, bis sie in diesem oder jenem Punkte gesetzlich herbeigerührt weiden: sie zeigt uns auch, daß selbst die günstigsten gesetzlichen Arbellerschutzbestimmungen nicht genügen, wenn nicht starke Gewert- ((haften da sind, die für ihre Durchfiihrung sorgen können. Di« allgemein« Ratifizierung des Washingtoner Achtstundentag- abkommens bildet den formellen Abschluß des vierzigjährigen Kampfes um den Achtstundentag, den der Internationale Arbeiter- und Sozialistenkongreß zu Paris im Jahre 1889 eingeleitet hat. Oer Kampf in der Schuhindustrie. Die Arbeiter kündigen. Nürnberg, 7. November.(Eigenbericht.) Das Verhallen des Arbeitgeberoerbandes der deutschen Schuh- industrie ist offenbar daraus angelegt, es zum Kampf zu treiben. Die Unternehmer haben es sich schon zur Gewohnheit gemocht, Forderungen der Arbeiter nicht nur abzulehnen, sondern auch jede Verhandlung darüber zu verweigern. Es ist nun schon das drittemal im Laufe der letzten Jahre, daß der Unter- nehmcrvcrband dies« Scharfinachertaktik anwendet. Die Unternehmer verbreiten die Meldung, daß der Zentral- verband der Schuhmacher eine Erhöhung der bestehenden Löhne um 29 Proz. fordert. Tatsächlich verlangen die Arbeiter eine Erhöhung der Tariflöhne um 29 Proz. Die Unternehmer behaupten da, daß die tatsächlich gezahlten Löhne weit über die Tariflöhne hinausgehen. Wäre das richtig, dann würde die tarif- liche Lohnerhöhung die Unternehmer um so weniger kosten. Di« tendenziöse und widerspruchsvolle Behauptung der Unter- „ehrner beweift aber nur ihr schlechtes Gewissen. Infolge ihrer Weigerung� die Forderung der Arbeiter zu bewilligen, hoben diese in einer Reihe von Städten das Arbeitsverhältnis gekündigt. In Berlin, wo keine Kündigungsfrist besteht, sind die Arbeiter, wie bereits gemeldet, zunächst in sechs Fabriken in den Ausstand getreten. Di« Kündigungen sind ausgesprochen worden in Breslau, in Burg b. Magdeburg in Burgkundstadt, Hameln und in einer Reihe anderer Orte. Di« Unternehmer werden erst heute zu der geplanten Aus- sperrung Stellung nehmen. Auf jeden Fall muß mit einem großen Kampf in der deutschen Schuhindustrie gerechnet werden. Lehrlingsfragen in der Vauschlofferei. Keine Einigung über die Arbeitszeit. Bei den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß über die Beilegung des Bauschlosser st reiks war auch die Regelung der Lehrlingsverhältnisse besprochen worden. Di« Unternehmer hatten auf Anraten des Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses auch zugesagt, mit dem Gesellenausschuß über die Regelung der Ar- beitszeit der Lehrlinge zu verhandeln. Am 13. Oktober kam es in der Sitzung des Vorstandes der Berliner Schlosserzwangsinnung mit dem Gesellenausschuß lediglich über die Neuregelung der Kostgeldsätze zu einer Verständigung. Das sogenannte Kostgeld wurde mit Wirkung ab 21. Oktober erhöht und zwar sür Lehrlinge im ersten Lehrjahr auf 3 M. pro Woche, im zweiten Jahr auf 7,39 M., im dritten Jahr auf 19 M. und im vierten Jahr auf 14 M. Di« vom Gesellenausschuß beantragte Urlaubsoerlänge- r ti n g wurde von dem Innungsvorstond abgelehnt. Wegen der Arbelkszeilregelung der Lehrlinge kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Die Unternehmer bestritten, daß der Schlichtungs- ausschuh den Parteien empfohlen habe, für die Lehrlinge genau so wie für die Gesellen die 46�- stündige Arbeitswoche festzusetzen und lehnten jede Verhandlung über diese Arage glakt ab. Sie erinnerten sich auch nicht daran, daß sich beide Parteien über diese Frage damals bereits einig waren. Die Innungsmeister erklärten einfach, daß sie gar nicht daran dächten, die 4 8- S t u n- d e n- W o ch e für die Lehrlinge aufzugeben, sondern daß sie noch darüber hinaus auch weiterhin das Recht in Anspruch nehmen werden, die Lehrlinge eine halb« Stunde länger mit Auf- räumungsarbeiten zu beschäftigen. Der Metallarbeiterverband wird sich nunmehr an den Schlichtungeaueschuß wenden und dafür Sorge tragen. daß den Berliner Schlossermeistern das Gedächtnis etwas geschärft wird. Der ganze Vorfall zeigt jedenfalls wieder einmal mit oller Deutlichkeit, welcher sozial rückständige Geist bei den Innung?- meistern noch herrscht.____ Kurze Geschichte eines„Kampfbeschlusses". »Gegen wenige Stimmen." In einer Betriebsversammlung der Buchdruckern Maurer u. Dimmick war nach einem Bericht der„R. F." beschlossen worden, den Ausschluß von vier Kommunisten aus dem Buchdruckerverband zu mißbilligen. Daraufhin ging uns eine Entschließung von 48 bei der Firma beschäftigten Verbandsmitgliedern zu, die wir am Sonntag brachten, in der die Betreffenden sich gegen den„Kampfbeschluß" schärfstcns oerwahrten. Nun schickte uns der Arbeiterrat der Firma«ine B c- r i ch t i g u n g nach ZU zu, die sich gegen diese Entschließung wendet und die der„R. F." übermittelte Darstellung als richtig bezeichnet, wonach der Kampfbeschluß„gegen wenige Stimmen" angenommen worden sei. Di« Angelegenheit wurde am Dienstag in einer Betriebsver- sammlung erörtert. Dabei wurde zunächst sestgestellt, daß über den Verlauf der Generaloersammlung des Buchdruckerverbandes, die den Ausschluß der vier Kommunisten beschlossen hat, der Belegschaft von Maurer u. Dimmick ein ganz schiefes Bild— um nicht zu sagen«in falscher Bericht— gegeben wurde. Wahr ist, daß von 139 beschäftigten Personen an den beiden Abstimmungen nur 86 Personen teilnahmen, von. denen 63 für den„Kampfbeschluß" stimmten und auch von diesen der größte Teil nur deshalb, weil er f a l s ch unterrichtet worden war. Die Stimmen der Kollegen, die sich von der Kampfbeschluß- Affäre fernhielten, wurden von dem tüchtigen Arbeiterrat wohl mit als Ia-Stimmen gezähll, so daß der„Kampfbesckssuß" nur „gegen wenige Stimmen"(23 gegen 63!) angenommen war. Da eine derartige Rechenmethode jedoch unzulässig ist, müssen die 44 Stimmen der Kollegen, die sich der Aktion fernhielten, zu den 23 Gegenstimmen zählen, woraus sich ergibt, daß der jetzt ohnehin erledigte„Kampfbeschwß" mit 67 gegen 63 Stimmen abgelehnt und nicht angenommen war. Da die Betriebsversammlung weiter beschlossen hat. über lolche Vorgänge im Betriebe fortab nichts mehr in die Presse zu bringen, handeln wir im Sinne dieses Beschlusses, wenn wir den Wortlaut der„Berickstigung" nickst bringen. Wir berichten deshalb auch nicht über die Sache mit dem Vertrauensvotum. Oer Lohnstreit im nordböhmifchen Kohlenrevier. Prag, 7. November.(Eigenbericht.) In der Aussprache am Donnerstag im Arbcitsministerium zwischen den Vertretern der Bergarbeiter der nord- und Nordwest- böhmischen Kohlenreviere mit den Grubenbesitzern wurde insofern eine Einigung erzielt, als sich die Grubenbesitzer bereiterklärten. über die Forderungen der Bergarbeiter ohne Kündigung des Kollektivvertrages zu verhandeln. Die Arbeiterschaft fordert eine löprozenfig« Lohnerhöhung. Oas Spiel der englischen Grubenherren. Gegen Lohnregelung und Arbeilszeitverkärzung. -London. 7. November. Die Weigerung der Kohlengrubenbesitzer, die Regierung?» einladung anzunehmen, wird in einem Schreiben des Vorsitzenden Evan Williams von der Vereinigung der Grubenbesitzer näher beleuchtet. In dem Schreiben wird erklärt, daß sich die Vereinigung nicht mehr weiter mit der Lohnsrage befassen könne, seitdem die Lohnregelung den Bezirksvcrcinigungen übertragen sei. Eine Verkürzung der Arbeits st undcn würde eine unheilvolle Auswirkung auf die Kohlenindustrie haben, weshalb die Vereinigung unabänderlich sich jedem Aenderungsvorschtag widersetzen müßt«. Die Tagung der englischen Bergarbeiter. London. 7. November.(Eigenbericht.) Der außerordentliche Verbandslag des Lergarbcilerverbandes trat am Donnerstag zu weiteren Beratungen zusammen, ohne jedoch zu einem abschließenden Ergebnis zu gelangen. Die Sitzung mußte zum dritten Wale v e r l a g t werden. ver für die(ft. fti: jähr« gefällte Schiedsspruch, der eine Er- höhung der Heue n um h bis 6 Proz. vorsieht, ist auch von den Unternehmern mmen worden. f Freie G ewerkschafts-Jugend Berlin. Seilt«. SZtcilon, 19H Ulir. Wae» die Gruvven: Sermannplatz: tzujcnt. heim(Honiwritr. 11. Ecke Sobrechtstrane. Se'mbespreckmna. Liederabend. Verbandsbuchlontroll».— Süden. SiibilWften:(Sruppmiicim WaZscrlo» urüH« fl, vorn part. Lichtbildcrabrnd:..Wilhelm Busch".— Baumschuie»!»«»: ssuhendhelm Taumschulcnwen. Ernstste. 1«. Bortraa:»Die Bedeuwng des 9. N». pentder".— Sdarlottendur«: Iuqendhrim Spreeftr. Z0. Bortraa:»Was ist Arbeitsrecht?"— Zeppelinplah: Iuaendheim des Bezirksamts Weddina, Turiner Ecke Seeftrasie sEinaana Turiner Sttöftc). IZortlctmna des Sortrapes..Aufbau eines modernen Großbetriebes".— Rordrinp: Iuprntheim Sonncnburper Straß« 20..Revolutionsfeier."—«chtunp. Apiwti-n-leiter oller Gruppe:, und Kreis! Leute Sißuns im Konferenzzimmer. Sewcrkfchafishau». Enpelufer Luoendoruppe desfZentraiverbandes Ver Anoeffellten Seut«. ffreitaa, finden folacnd« Beranftalwnpen statt: SLtnocst: Iupenb» heim Borckstr. 11. 2 S-f. Vortrap:.Emiehunq»um Gewerkschafter". Referent Dr.«ucharfki.- vberspr«: Iupendheim Laufcner Str. 2. Dortraai „Auipaben der Gewerkschaften". Referent Sein, Moni).—«openick: Zuaenb. beim Grünauer Str. i. Bortraa:.3«tf London, ein Dichter unserer Seit. Referent Lewinski. „Ach, sehen Sie aber gut aus!" So fühle ich mich auch t Ich trinke seit einiger» Wochen nur noch Kaffee Hag. Meine Migräne und Abgespanntheit sind verschwunden,— Wache Ich morgens auf, so fühle Ich mich springlebendig.— Der coffelnfrele gibt tatsächlich mehr Genuß und gute Gesundheit." Sozialistische Brbeitersugend Sroß-Verlin. Revolution�- und Hnso-Haase-Feier m-iaea, Sonnabende im Sportpala�. Tresfpnnlt der Seiamtorganilatioa Uhr nnter der Äo�bahn am Vhf. Lülowstrabr. Abmarsch pünktlich iSM Uhr. Kahne» nicht rcraessca. Leiit« Bdrechuunft der Beiträge, Ausgabe des Jugend voran" und der .Arbelter-Zugenii* sm/.dKU 17 und 19 Uhr. AbkeilungsMitgliederversammlungen. Freitag, i9'A Uhr. KohenschönhMsen: Seim irrcienwalder Etr.«.— Neukölln V: Leim Töhmische Str. 1—1.— Riedecschäuemeidc: Lchulc Berliner Str. ZI. veixerlbchaktshau»: Gründung der Abteilung, Schule«ävenickee Etr. 125 — Arkonaplah: Schul« Elisabethllrchftr. 19: Revolutwnsgedeultag. -- Lansar Heim Bochunier Str. Sb:„Der 9. November".— Moabit 1: Schule IBalfrcnferftr. 20:»Die Sommunalpolitlk vor und nach dem Ärlege".— Moabit II: Seim Lehrter>qtr. 18—19:»Der 9. November".— Lruawalder Pich: Seim Wehlaucr Naftcnbucflct Strafte: Nevolutionsfcicr.— Kall. Strafte 63; EinsllarungÄäbend:„Wir sind das Bauvolk der kommenden Zeit�.— Weiftenfee: Leim PeuÄtr. Z6: Revolutionsfeier.— Wörth«, Plaft: Schule Kasianienallee 82:„rtvct Jahre Sruppenarbeit".—«ndreasolah: Seim Brommnltr. 1:..Albvnol und Nikotin".— Baltenvl-H: Seim Tilsiter Str. 4—5: ll � C1 1 f. r\ M d* IT»»„ i 9».. 1 � t..:—. ,-1_?__•. ri,____. r, f n �..___„**___ AJ „Die enalisch« Ärbeiterbewegung".— warschauer Viertel, R. F.: Seim Litauer Strafte 18:.Fommunalroahlen".— Kallesche» Tor: Keim Wassertorstrafte:„Ein- sührunq»i. den Sozialismus".— Schöneberg l! Seim Sauptstr. 15:„Von der Sievolutian bis zum Kapp-Putsch'.— Schöneberg IV. R. F.- Keim Sauvtsir. 15: „Geschichte der Arbeiterbcweaung".— Sharlottenbnrg: Seim Rosinensir. 4: ..JsrvalUtion".— Charlottenbnrg.SLd: Leim Snbelstr. 2: Kein« Mitglieder. veriamniluug. Beteiligung an der Iungroählervcrsommlung Berliner Etr. 88. Mitgliederversammlung am Dienstag. Alle erscheinen.— Mariendors: Alte Schul«, Dorfsir. 7:»Erlebnisse eines Arbeiter- und Soldaienraies.— Dahlem, R. K.: Der Seimabend sollt heute aus!— Eteglih: Wahlkuudgedun« 20 Uhr Schule Leesestrafte.— Reuköll» VI: Leim Treviower Str. 95—96:„Die Stellung der Soiialdemokratie vor dem Kriege".— Köpcntck: Seim Dahlrviher Strafte: „Kommunalwahlen und Arbcstcriugent".— Baumichnlenmeg: Seim Ernst- strafte IS:„Note» Kalken. Krane".— Johannisthal: Ratskeller: Di- Revolution ron 1918".— Lichtenberg-Mitt«: Seivl Scharurvcberstr. 29: Rcvolutionsgcdcnt- tag.— Reu- Lichtenberg: Heim Sauffstrafte: lO-Minuten-Referate.— Lichten- berg-Rord: Seim Sunterstr. 44:„Die Novemberrevolution". Borsigwalb«: Heim. abend fällt aus, da das Leim nicht lur Verfügung steht.— Reinickendorf. Ost: Heim Lindauer Strafte:„Der 9. November". W-rdcbeiiri Wedding: Beginn des Bildungskursus der Aeltercngruvv«: „Marx ökonomische Lehren". Wericbeiirl Rculölln: Seim Klnghvfensir. 68: 29 Uhr äußerst NN cht ige Werbcausschuftsiftung. Alle Grupven müssen vertreten sein. Wcrbebeiirk Teltowkaaal: Leute Icftter Tag zur Anmeldung für die Land- agitationsfahrt durch Bvtsdam I. Morgen, Sonnabend. Treffpunkte zur Feier im Sportpalast. - R-I-nAal-r Vorstadt: 1754 Uhr Rosenthaler Bläh. Nachzügler 1854 Uhr Lochhhf. BUlmv strafte.— Dahlem, Zt. K.: 1754 Uhr..Role-Kalken.Ecke".— Stralaner Viertel: 1754 Uhr vor dem Leim.- Werbebezirl Sedding: Bad«. abend fällt aus. Beteiliguna an der Revolutionsfeier.— Werbebezirl Schöne. berg: 17H4. Uhr Kaiscr.Wilhelm.Ploh snicht Rudolf-Wilde-Blah).- Werbe. bezirk Neukölln: 1754 Uhr Schönstedt strafte. Vorträge, Vereine und Versammtungen. W lein Reichsbanner»Schwarz-Rot Gold". Gelchästsstell»: Berlin S 14 Sebastianstr 87/38 So« 2?r Freitag, 8. Nooembee. Frledrichshala: 1954 Uhr große Funktionär. Versammlung bei Blawert, Wcderstr. 24». Referent Gustav Kräut. „Boung.PIan. Treotew lOrtsverein): 1954 Uhr Versammlung aller Sanddallsvieler bei Winkler, Oberschöneiveidl«, Wilhelmlnenhoi strafte. Reue Evieler willkommen.. Pa»t»w /Jungkameradschafts: 29 Uhr Versammlung im Jugendheim Görfchstr. 14. Sanitätsabteilungen, Kreis« Süden und Osten: 29 Uhr Versammlung bei Rook, Sebastianstr. l. Kameradschaft Amtsbezirk Schbnrlch«! Achtung. Kameraden! Um 29 Uhr findet bei Wiedemann unsere Monatsversammlun» statt. Vortrag de» Herrn Rechtsanwalts Joachim über „Rcvublik und Justiz".— Rudcrriege: Das Kastcnrudcrn am Sonnabend, 9. Ro. vcmder. fällt au».— Souutag, 1«. November. Mitte: 11 Uhr Anticicu nut Svielleutsu ohne Fahnen Köllnischer Park, Demonstrotionszug der«BD. Pslichtveranstaltung. Wedding: Zum Schuh der Kundgebung-im Schillerparii Antreten aller aktiven Kameraden wie folgt: 1. Kameradschast Binetaplah. 2. Kameradschaft Brunnenplah, 3. Kameradschaft und Tambvurlorps Zcvpelin- vlah. Prenzlauer Berg: 125, Uhr Antreten mit Musik»h»- nahnen zum Demonstiationszug der SPD. Ariiswalder Bläh. Friebricheihai»: 9 Uhr An- treten Küstriner Plah in Bundeslleidung zum Saalfchuh insttotionszug der..�M-W— i Küstriner Plah in Vundeskleidung zum Saalschuh. Wilmersdors lOrte- verein): 13� Uhr Antreten mit Epiellenten Rudolf.Wildc.Plah. Echonebtrg. zur Demonstration mit Ortsverein Schöneberg. Echonederg. Friedenau: 135, Uhr Antreten auf dem Rudolf-Wilte-PIah zur Wahldcmonstration. verbunden mit Vlahkonzcrt. Anschlirftend Umzug mit Musik. Tempelhos, Kameraduimst Lichtenrade: Beteiligung an der Autosahrt de- SPD. Treptow sOrtsverem): 8 Uhr Antreten sämtlicher Radfahrer zur Propagandafahrt Bht. N:cderichonc. weide. Rückkehr 13 Uhr. Lichtenberg: Der aesamte Radfahrerzug und alle rad. fahrenden Kameraden sammeln sich pünktlich 15- Uhr Augustavlaft. Propc- gandafahrt mit dem Sport, und Kulturkortcll. Tambourkorps vollzählig zur Stelle. Wrifteusee fOrtsverein): 13 Uhr Antreten mit Sp'.clmannszug und Fahnen«ntonulah.— Mitte. 5. und 6. Kameradschaft! Freitag, 8. Navemoer, ie!4 Uhr. Soalschud im Nordischen Hof. Invaiidenstr. 126- Tierg-rten: Achtung! Borstaudssihuna am Freilaa. 8. November, 29 Uhr, nicht bei Trllmper, fondern bei Schmidt, Wiclefstr. 17. N«ich»lartell Republik. Sonntag, 19. November. Eharlottcnburg iO-ts. verein): Ab 19 Uhr Schieften im Schühenhaus Zehlendorf. Steglih lOrtsvercin): '...........-..........."tnhaus. S»ortpl-tz lauer Berg unb __ folgenden Tage bi» einfchlieftlich Freitag blesben den genannten Ortsvercwcn gleichfall, frei. Topographische» Orchester. Freiwg, 2954 Uhr, Uebungsabend in Neukölln, Lermannstr. 199. Dirigent: Erich Gutzeit. Sonnabenb, 16. November, 29 Uhr, in«liems Fcstfälcn foberer Saal). Sasenhcid«: Familienabend. Konzert. Gcsang.Trio, Gemischter Chor„Stidring" lDlachö), Tanz bis 5 Uhr früh. Karten zu 1 M. bei Borsihenhen Johanne» Schulz, Berlm.Brih, Pintschallee 43, bei den Mitgliedern und an der Abendkasse.... Rceich-verbauh Deutscher Kriegsbeschädigte«»uh kriegerhiaterbliebenea, Bezirk 1 sMille). Freidag. 8. November, 29 Uhr. im Lokal G. Müsch,«runuen. '��speraatv. Gesellschaft ckharlotlenburg. Montag. U. November. 29 Uhr, Konditorei Wolter, Ghorlo'ienburg, Bismarcksir. 114/2 Uhr Letxts Torsteilangeol Dsr CnwIderstehDehe Komödie von Cdraldy und Spitzer Reale: Gustaf Oründgens Renaissance- Theater ei. STEMPELBRUDER Von Duschinsky. Regie,(just. Härtung. OSE -mmisü caw Bi.lettkass«' Alexander 3122 Täglith 8" Uhr (Sonntags 5V. und 9 Uhr Ee&cfivtfe Jsal>«ia faden»litwodi z tut Oas taptere Sdineidcrlein edan Scnnchanl s Uht u Joder Sonntag 2-"-i U.ir Frau Hol�e Die Komödie 1 1 Bismck.2414/7S16 Nur heute. Sonnab. und Sonntag 8>/. Uhr Erstn Berliner luttrEtea Uday Shan Kar und AmM indische Tänzer. Preise 4 M. bis 12 M Montag, d. II. Nov. TVi Uh! Zum 1. Male Tom Tcnfel gebolt von Knut Hamsum Regie. Vax Reinhardt Ib. a. Holltodortplatz Vorvk. 10-2. Kf 2o9I Täglich SV. Uhi laitsplM dci Dca'.sAsa Tdeaiert Sie Fledeius Rigid; Mu Reloliirit, Lnsispieihaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 81, Uhr Grand Hote! Lustspiel von Paul Frank Direktion >r. Robert Klein Dentsehes lansder-Theit Barbarossa 3937 71.4 Uhr Seltsames Zwlsfliensple v. Eugene O'Neill üigit; Hdai Hilpert Seriloer Theater DönhoH170 8'/. U. Zwei Krivatlen von Georg Kaiser Musik Spoiiansky Sonntf.d. 10 a. 17 November 9» Uhr Zwei Krivttlen Preise 9�9- 8,99 M '•ntral- Theater 1 Alte Jakobstr32 läasisplel d. Tb. d. Westens 1 Täglich SV. Uhr |Stg. 4 u. SV» Uhr Friederike IDcrVcirnitlo von Fraaa Lehir Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8/. mu Rem waitagte Hoctizeitsnachi! und ein trstklassiger bunter Teil. 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Str. 6 Tägl.» Uhr auchSonnt. eich 01.31} CUte- Mnster DU Voll Btsi utart 55555 AHEFTER SEIT 75 JAHREN hefters Quamits-FUischwaran; HBFTGBl piima Otktenileti« leinster SUUmaji BBFTBES prtma l ammiietsdi leimler ttaupun UEFTEUS prima Mppeueader-HalblieUdi Am HEFTERS Geflügel- Abteilung: Feine Junge HafermMltflaM. von 1,25 p. Pfd. an Pr ma SuppenhQhner...» 1-20,. Felatie fange Brathühner.., 1.65., Jan je MaitcnJcn...... 1.70,, Ganteanstdiiadi'aiiä In allen Filialen. HEFTERS onerreidite Spßzialßrzeasaissß: HEFTERS Rlesendampfwortl. 0.55 p HEFTERS Redeatbaräer... 0.25 Stck. bervor- ragead d.Relahclt, Güte oad Wohl- desdunade HEFTERS QSnsel eber-Trütfelwuri t HEFTERS QattleberwarU HEFTERS Gn«flel«dh warst HEFTERS SchwelnwülzwarU Ken anlgenommen: HEFTER« KalbfleUd»»«l»e... I.»9 p. Pich HEFTERZ SdtvelBeftelsdisaixe.. 1.40.„ Ausnahmeaneshot: Feiner Hollfinder ohne Rinde Mk. 1,— pro Pfund AHEFTER Am 5l November irllh verstarb nach schwerer Krankheit unser lang. jähriger Genosse Hermazm Knorr Wkr weiden ihm ein ehrende» An- denken bewahren. HauptwertftaU Userstr. Dl« Gknäscherung findet am Mon- tag, dem ll. November, abend» 8 Uhr. >m Krematorium Gerichtstrafte statt Nach langer, schwerer, mit Geduld getrogenet Krankheit entschlief santl am Dienstag, dem 5 Zlovemder 1939. >rllh 4 Uhr 59, mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Bater. Bruder. Schwager und OnkeL der Lagerhalier Hermann Knorr im Sl. Lebensjahre. In tiefer Trauer Emma Knorr, vcb. Reimanr nebet Kindern Berlin 9L20, Groptnsftrafte 5. Die Gwäschening findet Montag, ll. November.>8 Uhr, Im Krematorium Gertchtstrafte 87,88 statt HeMtt lletallartieiter TeriiaDi! Vefwaltuoesstc le Berlin Todesanzeige. Den MUgiiebern»ur Nachrichb das unser Kollege, der Zuleger »IZdelm K3Dpker geb. II. Dezember 1881, am S Rt- vemder gestorben ist Di» B rrdigung findet am Sonn. abend, dem 9. November. 134'» Uhr. von der Letcheuhalle de» Stäi tischen Friedhofes in NoienthaL Uhlaitditr au», siat- Rege Beteiligung wtrv erwarrri. Nachruf. Am 2. November starb unser Ko! lege, der Umschläge Max Pppen geb. 28. Februar 1879. Die Slnäscheruug hat bereit» statt gesunden. Ehre ihre« Andenken! Die Ortanermaltung. J Scbmerzlicbes Gedenken. Heute vor einem Jahr»aiim mir I der Tod meinen guien unvrroeft. lichen Mann" Paul Okun In tiefem Schmer, Elise Oku. Berlin, den 8 November 1929 Rund um unsere Panke, Was sozialdemokratische Arbeit in Pankow erreidite. Ml dem Abdruck des nachstehenden Artikels setzen wir unsere Vcrössenllichung über die Arbelt'der Sozial- demokralie in den einzelnen Bezirken Grog- Berlins sort. Die zahlreichen Erfolge sozialdemokrafischen Wirkens lassen sich durch keine noch so widerwärtige Hetze hinwegleugnen. Die Partei hat den Beweis erbracht, daß sie als Vertreterin der Arbcilnehmerinleressen allein imstande ist, eine dem Allgemeinwohl dienende Kommunal- Politik zu treiben, wir sind erst am Ansang unserer Arbeit. vieles ist»»och zu tun. Nur sozialdemokratische Mehrheiten können ganze Arbeit leisten. Ein jeder nutze deshalb die nach- sten Tage zu aktivster Werbung für den Wahlsieg der Sozialdemokratie am 17. November. Bei ihrer Arbeit im Bezirk Pankow betrachtete die Co- zialdemokratie die Förderung der vorbeugenden Gesund- heitspflege als eine ihrer Hauptaufgaben. Es galt in erster Linie, die erforderlichen Räumlichkeiten zu schaffen. Kräftig wurde ans Werk gegangen und es gelang, das zentral gelegene Gesund- heitshaus zu erbauen. In dem neuen Haufe, das 2L00 Quadratmeter Zdutzflächen aufweist, sind untergebracht: die Schwangeren- und Wöchnerinnenbcratung, die Säuglings- und Schulgcfundheits- fürforge, eine Jahnklinik, eine Beratungsstelle für Lungenkranke• mit eigener Röntgendurchleuchtungsanlage, ferner eine Trinker- und Psychopatenfürforgestelle, eine Beratungsstelle für Ehe- und Sexual-, fragen und schließlich die Geschlechtskrankensürsorge. Die Rettung-- wach« und ein Bortragssaal mit Ausstellungsraum sowie die Der-! nxiltung des Gesundheitsamts haben hier gleichfalls Unterkunft � gefunden. Die Erfolge sozialdemokraiischer Arbeit. In der Jugendpflege, die durch die Gemeinde vor dein Krieg« gang vernachlässigt wurde, war gerade in Pankow vieles nach- zuholen, heute weift der Bezirk auf: einen Kindergarten für Kinder von 3 bis 6 Jahren in Riederfchönhaufen, einen Kinderhort für 6- bis 14jährige Kinder im gleichen Ortsteil in der Kaifer-Wilhem-Straße. Im Haufe Kifsingenstraße 48 wurde ein Jugendheim mit Bastei- und Lesestube eingerichtet. Es ist stets höchste Aufgab« der Sozialdemokratie gewesen, sich der heranwachsenden Generation besonders anzunehmen. In Pankow haben jetzt unsere Jungen und Mädel eine Anzahl Turn- und lSp-ietplätze zu ihrer. Verfügung. Zuerst den David-August-Bolle-Sportplatz in Nordend mit drei Spielflächen, einer Kampfbahn, zwei Tennisplätzen, einem Turn- und einem Faustballplatz: dann den Sportplatz an der Pfeilstraße in Nieder- schönhausen und ferner den schönen Sportplatz an der Kissingen- ftraße. Dos verdienstvollste Werk des neuen Pankow aber ist der von der ganzen Bevölkerung geschätzte große Dolkspark, dem„Paradies an der Pank«". Er ist mit zwei Brücken über die Panke mit dem.Bürgerpark" verbunden. Im Sommer finden auf der weiten Wiese und an den Usepn des Flustes Taufende Erholung und Freude. Unsere sozialdmeokratischen Freunde haben aber auch die alten Leute nicht vergessen. Der„Vorwärts" hat erst kürzlich das Haus„Abendfrieden" als mustergültig und nachahmenswert geschildert. Gegenwärtig werden für das Altersheim in Buch- holz die letzten Bauarbeiten vorgenommen. Nach Fertigstellung dieses Haufes wird es vielen alten Leuten«inen ruhigen und zu- friedenen Lebensabend bescheren können. Uiuere Schulpolitik in Pankow. Ueber die Einrichtung der Versuchsschul« in Nieder- schönhausen haben sich die Gegner fortschrittlicher Schulpolitik bis heute noch nicht beruhigen können. Dabei vergeht kaum eine Woche, in der nicht Studienkommissionen die Schule besichtigen und über das Gesehene ihre Anerkennung aussprechen. Durch den Umbau des Niederfchönhaufener Rathauses zu einem Reolgym- n a s i u m erstand eine Schule, die den Anforderungen moderner Pädagogik in jeder Hinsicht genügen dürfte. Die im Bau befindliche Bolksschule in Buch wird, falls bosoickere Schwierigkeiten nicht eintreten, 1930 dem Betrieb übergeben werden können. Um die Arbeit des Bezirksamts zu konzentrieren und die Mög- lichkeit planmäßiger Arbeit zu gewährleisten, ist die Zusammen- legung der einzelnen bisher zerstreut untergebrachten Verwaltungen erforderlich geworden Die notwendigen Räume werden durch den Rathauseriveiterungsbau, der demnächst bezugsfertig ist, geschaffen. Schließlich wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß die zahlreichen Siedler und Laubentolonisten der an unserer„lieben Panke" gelegenen Vorort« nnt Freuden die in Arbeit befindliche R e g u- lierung des Flühchens begrüßen werden. Die Verkehr5verbe»»erungen. Große Fortschritte konnte Pankow dank sozialdemokratischen Wirkens auch in den für«inen Außenbezirk so wichtigen L« r° kehrsfragen feststellen. So erhielt beispielsweise das früher von jeglichem Verkehr abgeschlossene Blankenfelde eine Omnibusverbindung. Pankow selbst wird demnächst die Möglichkeit haben, die Untergrundbahn zu benutzen. Die Bewohner von Heinersdorf, Blankenburg, Karow und Buch werden ebenso wie die Blankenfelder Einwohner schon demnächst mit dem Omiribus in die Stadt fahren können. Wir wissen sehr wohl, daß trotz des Erreichten. auch in Pankow noch ein reiches Arbeitsfeld zu beackern ist. Wenn ein lustiger Coupletdichter die Berliner einst mit dem„Schlager" erfreute:„Das Paradies liegt an der Panke...", so wissen wir, daß noch manches zu tun fein wird, um dem lustigen Sänger vollends recht zu geben. Die Möglichkeit, die Entwicklung des aufsteigenden Bezirks tat- kräftig fördern zu helfen, haben unsere Volksgenossen am Wahl- tag«, wir rufen ihnen allen zu: Llnsere personalpoliiit. Eine klare und deutliche Wnlwort. Ein lommunilKf«« Antra« in bet Bezirks»« rsammluna Berlin. Mitte lautete:„Nach den un»«machten Mttrilunaen sowie eidcsstatt. Ilchcn Verlicherunaen wird bei Entlassungen b,w. Einst-llungen ron -Inaeltrllten des Bezirksamtes die Weiterbelchäftigun« oder EinsteHuna rott der Rufifböciflltit»ur Sogialdimokratiichen Partei abhängig g«. macht. Die Bezirk»uerfanimlung beschließt daher die Uinseftung eines llgliedrigen Untersuchungsausschusses zur Nachprüfung aller vom Be- zirksamt vorgenommenen Einstellungen, Entlassungen und sonstigen Tersvnalvcränderungen." Trotzdem Arm in Arm mit den Kommunisten di« Deutsch- nationalen für die Nachprüfung dieser sozialdemokratischen ,For- ruptivn" im Bezirksamt plädierten, beschloß dl« Bezirksversammlung nicht nach dem Wunsche der Kommunisten, sondern sie nahm einen Antrag der Mittelparteien an, bei Einstellung von Beamten und An- gestellten nur nach der Eignung der Beamten zu verfahren und die Weiterbeschäftigung oder Einstellung auf keinen Fall von der Zugehörigkeit zu irgendeiner politischen Partei abhängig zu machen. Diese Vorgänge, die sich im Bezirk Mitte abspielten, haben tat- sächlich eine tiefere Bedeutung, als es die von den Kommunisten dazu kolportierten Klatschgeschichten ahnen lassen: es handelt sich um di« Grundsätze sozialdemokratischer Personalpolitik. Genosse Bernau gab den Antragstellern und ihren d-utschnationalen Freunden- in der Bezirksversammlung die richtige Antwort. „Wenn«ine republikanisch« KLmmunalverwaltung Arbeiter, Angestellt« und Beamte einstellen will, dann inuß sie inerster Linie darauf sehen, daß sie solche Arbeits- kräfte gewinnt, di« treu zur Republik und ihren Einrichtungen st ehe n. Sämtliche Einstellungen im Bezirksaknt Mitt« sind unter Kenntnis und Zustimmung der gcsetz- lichen Betriebsvertretung erfolgt, die selbstverständlich stets bei gleicher Eignung zweier Bewerber demjenigen r e p u b l i k a- nischer Gesinnung den Vorzug gegeben hat Herr Döring, der deutschnationale Redner zu dieser Frage, hätte alle Ursache gehabt, mit seinem Korruptionsgeschrei besonders vorsichtig zu sein, denn Herr Döring, der als Rektor einer staatlichen Schule sein Ge- halt von der Republik beziehe, habe einen Aufruf zum Volks- begehren mit unterzeichnet und dadurch bewiesen, daß er sich nicht scheue, die höchsten Beamten der Republik zu beschimpfen. So etwas könne sich weder ei« Staat noch eine Kommune gefallen lassen und es fei deshalb Pslicht eines Gemeinwesens, sich durch eine gcrad-. linige Personalpoliiit vor solchen„Mitarbeitern" zu schützen. Unaufhaüsam ist der Aufstieg der Sozialdemokratie] Ueber 4500 Berliner Frauen und Männer hciSjes? sich erdt kürzlich wieder der großen Partei«l'pr deutschen Arbeitnehmerschaft angeschlossnm. Täglich verstärken neue Mitstreiter die Kampffront der Soziaidsmokrat�e! Reihe auch du dich ein! Jeder einzelne muß mithelfen am Aufbau des sozialistischen Berlin. Es gilt die efffent- liehe Wirtschaft gegen das Profitstreben einiger Großkapitalisten zu verteidigen. Deshalb heißt die Losung: Weiter werben und wirken! Berliner, wählt am 17. Novemher Sozialdemokraten! Krauen, denkt daran! Di» beschichte einer sozialdemokralischen Petition. Den größten Prozentsatz der deutschen Wähler bilden die Zsirauen. Ihre Rechte sind in der Deutschen Republik genau die gleichen wie die der Männer. Sie haben rechtlich i Vkc'«pllle Möglichkeit, die Politik des Reiches wie die Bec- voltnng der Länder und Gemeinden maßgebend zu bestimmen. Se.r Frauen diese Rechte sich zunächst gegen die eigene Partei kehren könnten. August Bebel, der begeisterte und be- geisternsde: Borkämpfer für die Rechte der Frauen, schrieb in seinem bwihinkm Buch:„Die Frau und der Sozialismus":„Ein gutes Recht w ird nicht schlecht, weil derjenige, der es gebraucht, seinen richtigen Gebrauch noch nicht erlernt hat." Roch den Witzeleien wurden unsere immer wiederholten Forderunge», den Frauen staatsbürgerliche Rechte zu gewähren, mit dem berüchtigten Grund- satz, we« nicht mit täte, d. h. Steuern zahle, dürfe auch nicht mit raten, durch Jahrzehnte hindurch von den bürgerlichen Parte?:in geschlossen abgelehnt. G s. kam der Weltkrieg mit seiner ungeheuerlichen Per- wüstung blühender Männerleben und zahlloser Kulturgüter aller Art. Sdhn« die aufopfernde Mitarbeit, der Frauen hätte die gapze Kriegswirtschaft nicht aufrecht erhalten werden können und»iure bald elend zusammengebrochen. Die Leistungen der Fraue ß, ihre Hingabe an das Gemeinwohl wurde denn auch bei allen Gelegenheiten von den staatlichen und kommunalen Würdenträg« nt überschwenglich gefeiert. Um die Prob« auf das Exeinpel zu machen, brachte die Berliner sozialdemokratische R a tls a u s f ra k t i o n um die Wende des Jahres 1917 den Antrag i[/.n, daß die Berliner Stadtverordnetenversammlung in einer Pets-tion an den Preußischen Landtag die Einführung des all- geW�yx,,. gleich«», direkten und geheimen Wahlrechts sllr alle Mtshjlen, mindestens aber die Gewährung des kommunalen Werjh.lrechts an die Frauen fordern soll. Die Begründung war Zeicht. Man brauchte nur Stellen aus den zahllosen Lobes- hytzmtt'N zu zitieren, die auf die Frauen gehalten worden waren. Der Antrag wurde in einen Ausschuß verwiesen und dort unter Heniorkehrung mrmer neuer baltloser Bedenken verschleppt. Dabei warpyi die,füi>renden Mitglieder der'Freisinnigen Partei die beiden Re tchstagspräfidenten K ä m p f und Dove, Cassel, Momm- s e it usw., Mitglieder der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Ine Herbst 1918 fand wiederum eine. Sitzung des betreffenden Aus- schttfses statt. Der sozialdemokratische Vertreter wies auf das ein- dr bcgkichste daraus hin, daß niemand mehr sich den Zeichen der Zeit ve ifchließen könne. Die neue Zeit poche bereits an die Türen der Rathäuser. Man solle freiwillig geben. v»as man binnen kurzem doch nicht mehr würde versagen können. ktber alles Reden war umsonst. Die Freisinnigen konnten sich in k fusser Zeit nicht einmal zu solcher Petition an den Preußischen Landtag aufschwingen. Bald darauf gab die Revolution der«ozial- demokratie die Möglichreit, den ganzen mittel- alterlichen Schutt fortzukehren. Wenn die Frauen jetzt mit den Männern und Brüdern zur Wahlurne gehen können, sollen sie dieser Geschehnisse gedenken und ihre Stimme der Partei geben, die sie zu gleichberechtigten Staatsbürgern gemacht hat. Darum wird jede denkende Frau am 17. Novem- ber für die Liste 1. Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands, stimmen. Einnahmen und Ausgaben der Stadt Berlin"1928. Der Städtische Nachrichtendienst veröffentlicht eine Uebersi-ht über die Einnahmen und Ausgaben der Stadt Berlin im Rechnungs- fahr 1928. Danach schließt der o r d e n l l i ch e H a u s h a l t für das Rechnungsjahr 1928 im kassemnähigen Ergebnis mit einer Mehreinnahme von 5 191 000 M. ab. Es handelt sich hier um die tatsächlichen Jstausgaben und-einnahmen. Unter Einbeziehung der Resteinnahmen und Restausgab cn, die für das Jahr 1923 vor- blieben sind, schließt das Rechnungsjahr 1928 mit einer Mehr- ausgab« von 8544990,43 M. ab(rechnungsmäßiges Er- gebnis). In beiden Fällen ist di« Abweichung nach der einen oder cmderen Seite weniger als 1 Proz. des Haushaltesolls. „Die billige, schöne Wohnung". Das Bezirksamt Berlin- Friedrichshain veranstaltet« in diesem Herbst eine Ausstellung„Die billige schöne Wohnung", dl« außerordentlichen Erfolg hatte und stark besucht wurde. Der„Vorwärts" berichtete seinerzeit nussührlich darüber. Jetzt l)at der Bezirk im Verlag des„AÄGB.", Berlin S 14. Jnselstr. 6a,«in Heft herausgegeben, in dem in wohlgelungenen Lichtbildern die Abteilungen der Ausstellung gezsiat werden. Stadtrat G e n s ch hat zu dem Heft«in« außerordentlich instruktive Einteilung geschrieben, die in�Kürze die Wohnungsverhältnisse in den Arboiterbczirken schildert und die Wege zu einer Besseruirg weist. Besonders wertvoll für den Interessenten ist ein Inhalts- Verzeichnis mit Angabe der Preise für die einzelnen Gegenstände. lieSÜ dasz, hielt es die KPD. für ersorderlich, noch einmal ihre sechs Monare alten R u n d r e i s e a n t r ä g e über die Vorgänge o in I. Mai, Verbot der„Roten Fahne" und des Roten FroMföiruisex-Bundes zu begrmrden. Aus die auf tiefstem Niveau stehen!-? Schimpf- kanonade des Kommunisten Bittorf antwortete unftfr Genosse B ü ch n e r. Aus tiefster innerer Erregung l)eraus nagelte Genosse Büchner die skandalöse Art fest, mit der die Kommunisten un- organisierte und undisziplinierte Arbeiter auf die Strafe Hetzen, während die Führer in sicherem �sänterh'ilt sitzen. Die erbärmliche Haltung der KPD. halse die Ar- beiterschait auch diirchmis erkannt. An Hand eines überruis reich- haltige» Materials wies Genosse Büchner nach, in welch bewußt provokatorischer Weise die KPD. Zuscmnnenstös se mit der Polizei Herbeigeführt Hot Jeder Satz Büchners»var ein P e i t s ch e tr s ch I a g, der auf die Kommunisten niedersa Ufte. Der sonst führenden„Sozialfaschisten" zum Geburtstag gra tuliercnde F r a k t i o n s f ü h r e r der KPD., der als„foul r vzd vom Opportunismus angesressen" nicht mehr kandidieren dar?, unter- nahm noch einmal einen lahmen, völlig daneben gclsungencn Rettungsversuch. Selbst die Protokollführer schienen geltingweilt. lim bei diesen wenigstens eine Resonanz zu erzielen, gtr�fs der Redner zu einem Glas Wasser und goß es den Beamten ülb>:r den Kopf. Dieses unbeherrschte und würdelose Verholten p tauge rtc »mser Genosse P 0 h l i n a gebührend an. Die Kommunis tcn. die seit langem nicht so gründlich gestäupt worden waren, unterhielten sich dann durch 0 ch s e n ä h n l i ch e s Tuten auf ein. sm undefinierbaren Instrument. Es war darum kein Wunder, daß der nachfolgende kplinnu- n istische Redner selbst bei seiner Fraktion kein Gehör mehn fand. Eine Fortsetzung der Sitzung war bei der aufgekoppizenen Stimmung nicht nichr gm möglich. Nach zweistündiger Tsauer schloß Genosse Kayser die Sitzung. -14000000 vom Gtai gestrichen. 10. Bezirk— Zehlendorf. tuiT rl tn In der letzten Bezlrksversammlung spraij� der Vorsitzende über den Haushaltsplan. Er beklagtp,. daß der Berliner Stadtkämmerer, von den angeforderten 1(5 Millionen Mark mehr als 14 Millionen gestrichen hat. De» Press«»er- tretern, die auf einer hohen Galerie schlecht hören und� noch schlechter sehen können, teilte er mit, daß sie, wenn sich die bereits getroffenen Verbesserungen als ungenügend herausstellen solffen, künftig im Saal untergebracht werden sollen. Da eine allgem»ine Aussprache über den Etat nicht gewünsäst wird, werden bei einzel sien Kapiteln besondere Wünsche geäußert, die sich hauptsächlich auf N» u Pflasterung der Straßen beziehen. Auf ein Schreiben K lein gart«»bczirksverban des Zehlcndorf, der beklagt, daß zum 1. November wieder 149 Kleingärtner, die einem Grünstreifen an der Seehofftrahe sitzen, gekündigt wori smd. erklärt das Bezirksamt, daß, um dort bauen zu können, s br Entwässerung gesorgt werden muß. In erster Linie ist«in Samnuß- decken nötig. Genosse Schnorre hält die Kündigung für v e r t- s r ü h t, da wahrscheinlich noch 10 Jahre vergehen werden, bis dif: Rtittel bewilligt werden und das Bauen beginnen kann. Nachder.» olle Parteien ihr warmes Herz für die Kleingärtner entdeckt hatten. mtlärt auch das Bezirksamt, alles tun zu wollen, um die Klein-1 gärtner anderswo unterzubringen. Hierauf beschäftigt sich die Ver- sammlung mit den Strompreisen der Potsdamer Elek° trizitätswcrkc, den«n Waniisee leider noch angeschlossen ist, der Vertrag, der einerseits bis weit in die wilhelminische Zeit zurück- reicht und andererseits noch bis 19ö2 läuft, ist für die Wannfeer b«- sonders drückend. Alle Versuche, den Bertrag. der Strompreise von kl> Pf. ausweist, auf die Groß-Berliner Strompreise von 16 Pf. zu bringen, scheitert an der Hartnäckigkeit der Potsdamer Werte. Ge- noffe F l ö r k e schildert die schlechten Z u st ä n d e in'der Strom- lieferung, Lampen brennen schon seit Jahren nicht, weil die Kabel so schlecht sind, sodaß dadurch dauernd Störungen hervorgerufen werden: er erwartet, daß das Bezirksamt endlich soviel Energie aufbringt, um die Werke zu ihrer Vertragspflicht zu zwingen und bei dieser Gelegenheit eine Preisregulierung ähnlich den Berliner Preisen, die auch für die jetzt zu Berlin gehörenden Wannsecr notwendig seien, anzustreben. Auch die Deutschnationalen verlangten energisch eine Besserung dieses uichaltbaren Zustandes, dabei waren es die Deutschnationalen selber bzw. die Konservativen, die diese Verträge und diese Zustände herbeigeführt haben. Ein An- trag, dahin zu wirken, den Bertrag mit Potsdam aufzuheben, wird angenommen.— lieber den ruhestörenden Lärm, der durch die dauernde Schießerei in der Versuchsanstalt für Hand- seusrwaffcn verursacht wird, wird berechtigte Klage geführt. Einem Antrag, den Berliner Magistrat zu ersuchen, in Berhandlungen ein- zutreten, um durch Schalldämpfungen oder durch unterirdische Schieß- stände diese Geräusche herabzumindern, wird zugestimmt. Ein An- trag,, die Freifläche am Kirsch- und Königsweg wieder aufzuheben, wird auf Anregung des Genossen D r a e m c r t einein Ausschuß zur Beratung überwiesen.__ Die Rechte stellt Agitationsanträge. 15. Bezirk— Treptow. Auf Grund eines sozialdemokratischen Antrages be- fchloß die Bezirksverjammlung. den Mogistrat Berlin zu ersuchen, die näheren Unterlagen für die»chaffung eines Volkstierparks der Bezirksoersammlung zugängig zu machen, damit die Wünsch« der Beoötkerung und der Treptower Verwaltung bei der endgMigen Gestattung des Projekts Berücksichtigung finden. Genosse Lempert empfahl, schon bei den Borverhandlungen daraus bedacht zu sein, daß dieser Volkstierpark nicht lediglich zu einem Geschäfts unter nehmen gestaltet wird. Von einem Schreiben der Reichsbachndirektum Berlin, das die Oeffrwng des Zu- bzw. Abgangs an der Rudower Chaussee auf dem Bahnhof Adlershof-Altalienicke in Aussickst stellt, wird gleichfalls Kenntnis genommen. Nach Begründung durch den Genossen Liedel stimmt die Versammlung einem Antrag« unserer Fraktion betr. Errichtung einer. st ädt i s ch e n Rettungsstelle in Ober- oder Nieder- schöneweide zu, Von den Kommunisten lagen wieder verschiedene „Serienanträge" vor, die bis auf zwei abgelehnt wurden. In einem Antrage verlangten di« Kommunisten die Belieferung von Winter- kleidunq und Brennmaterialien an Hilfsbedürftig«. Aus der Debatte ergab sich, daß sie diesen Antrag allerdings nur gestellt hatten, um Gelegenheit zu haben, die Sklarek-Assär« nochmals zu behandein. Die Genossen Lehn er und Lempert vertraten unsere Meinung und wiesen die Angriffe der Kommunisten und Deutschnationalen aus das entschiedenste zurück Aus Wahlpropaganda beaiüragte die Rechtsfraktion, allen Wohlfahrtsempfängern usw., die sich durch die Kleiderlieferung der Firma S'larek benachteiligt fühlen, Ersatz zu liefern. Der Antrag wurde siegen die Stimmen unserer Fraktion angenommen. Für den inzwischen zusammengebrochenen wilden Rahrlegerstreik beantragten die Kommunisten die Zahlung von 6(100 Mark. Die Genossen Becher und Schneider kenn- zeichneten die Unsinnigkeit dieser Forderung vom gewerkschaftlichen Twndpunkte aus. Bon unserer Fraktion'wurde� ein ausführlicher Antrag betr. Ausbai. der Berliner Straß« zwischen Marggrassbrücke und Bahnhossplatz in Niederschöneweide eingebracht. Nach eingehender Begründung durch den Genossen Becher wurde das Bezirksamt ersucht, mit allem Nachdruck bei den zuständigen Stellen— insbesondere auch bei der Städtischen Berkehrs-Aktien- Gesellschaft— dafür einzutreten, daß die Fluchtlinien für die Berliner Straß- gemäß dem Antrage der sozialdemokratischen Fraktion neu festgesetzt werden. Der Antrag der Fraktion Block der Mitte auf Einsetzung eines Ausschusses im Falle Sklarek wurde zu rückgezogen, da feststeht, daß bei dem Bezirksamt Treptow keinerlei Unebenheiten vorgekommen sind. Schließlich wurde noch ein« Anfrage unserer Fraktion behandelt, die aus Anlaß einer Veröffentlichung in der Zeitschrist„Oberspree-Sirene"(kom- munistisehe Zeitung)' gestellt wurde. Die Genossen N« u m a n n und Todenhageji rechneten mit den Kommunisten scharf ab, so daß dies« zum Schluß keine Entsehuldigungen mehr fanden. In einer Anfrage wünsche der Block der Milte noch ein« Auskunft, ob allen Parteien des Bezirks Abbildungen der Ein- richtmigen des Jugendamts zur Verfiigimg gestellt würden. Genosse Bürgermeister G r u n 0 w beantwortete die Anfrage. Betonstraßen in Berlin. Verringerung der Anliegerbeiträge in Siedlungen. Dia Anliegerbeiträge spielen bei der Mietskalkulation von Neu- bauten etn« oft überaus stark verteuernde Rolle. Seit längerer Zeit ist man daher bemüht, besonders bei den sogenannten„Wohn- straßen" ein« Verbilligung in der Straßenherstellung zu erreichen. Das Bezirksamt Reinickendorf hat jetzt 16 000 Quadrat- meter Betonstraßen in Neubausiedlungen ausführen lassen. Es hat sich ergeben, daß das Betonverfahren eine bedeutende Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Straßenbesestigung ermöglicht. Bei den vom Bezirksamt Reinickendorf ansgefüh'.ten Straßendecken sind die Kosten auf ctuxi 10,50 M. bis 11,50 M. je Quadratmeter veranschlagt worden. Die sonst üblichen Befestigungen stellen sich je nach der Bebauung und der danach erforderlichen Stärke der Straßendecke auf mindestens 12 50 M. pro Quadratmeter, in Berlin aber bewegen sich d!« Kosten zumeist zwischen 15 M. bis 25 M. Als Betonstraße ausgeführt wurde die Busiardstraße in Konradshöhe, verschiedene Sisdlungsstraßen in Heil-.gense« und in der Siedlung Bergwald in Hennsdorf. Während die Busiardstraße eine 25 Zentimeter starke Betondecke(20 Zentimeter linterbeton und 5 Zentimeter Deckbeton) aufweist, sind die anderen Straßen durehweg 20 Zentimeter stark (13 Zentimeter linterbeton und 5 Zentimeter Deckbeton). Bewährt sich das System der Betonstraßen, so dürften wir einen beträchllichen Schritt in der modernen Straßenbefestigung voran- gekommen sein. Eine dadurch erreichte Verringerung der hohen An- liegerbeiträge wäre im Interesse des Wohnungsbaus nicht hoch genug einzuschätzen. Bisher sind die neueren Versuche durehaus erfolgreich gewesen._ Eine große Taubenschau veranstaltet die Vereinigung der Rassetaubenzüchter-Vereine, Berlin, vom 9 bis 11. November 1929 in Berlin-Pankow, Konzerthaus Breitestr. 34. Zur Schau gelangen über 1000 Tauben sämtlicher Rossen. Die Ausstellung ist von 9 bis 21 Uhr geöffnet. fÜR IHRE GESUNDHEIT/ WASCHEN SIE Zirre Leibwäsche sollte man schon aus hygienischen Gründen warm und nur mit einer ganz reinen, milden Seife waschen; nur so werden alle fett- und schwcisshal- tigen Absonderungen des Körpers vollkommen entfernt. Waschen Sic zarte Leibwäsche im lauwarmen Schaum der milden Lux Seifenflocken. So waschen Sie grundlich und vor allem hygienisch. 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