BERLIN Freitag 8. November 192» Srscheiat täglich«Itter GoantM«. Zugleich Abendausgabe bei.Vvrwärtt'. Betugspreii beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, s,«oM. pro Monat. Lledaktion und Expedition; Berliu SW 68, Lindenstr.s ** 10 Pf. flr. 526 B 262 46. Jahrgang leigenprels: Die einfältige Nonparekllezeile Pf., Vleklameteile SM. Ermäßigungen nach Tarif. ftscheckkonto: Vorwärts-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr.*753«. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis A? Lampel verhastet. Cr wird der Beteiligung an einem Fememord beschuldigt. Heut« früh ist i» Berlin eine i» politische««reise« großes Aufsehen erregende Verhaftung erfolgt. Der be- kannte und tu letzter Zeit besonders hervorgetretene Schriftsteller Peter Mart't» Lampel wurde in feiner Wohnung in der Beethovenstraße von Beamten der politische« Poligei unter Mordverdacht fest- genommen. Lampel, der Derbasser der.Aevokte im Erziehung?» haus",.Pennäler" und.Giftgas über Berlin", wir» beschuldigt, au einem Fememord, der sich in Oberschlesien abgespielt hat, beleiligl gewesen zu sein. Wie weit diese Beschuldigungen zu» treffen, wird von dem Ergebnis der Dernshniung. die bisher noch Vicht erfolgt ist, abhängen. Bon dem Untersuchungsrichter des Landgerichts in Liegnitz ist gestern spät abends das Ersuchen eingegangen. Lampel, der im dringenden verdacht steht, in Oberschlesien zur Zeit de? Selbst- schütze» bei dem Mord eines Kameraden mitgewirkt zu haben, un- verzüglich sestzuuehmea. Wie bekannt wird, gehörte Peter Martin Larnpel de? Organisation„Oberland" an und war später Mit» glied der Schwarzen Reichswehr in Küstrin. Ob Lampel nach Liegnitz übergeführt wird oder aber vom Landgericht Liegnitz die vorläufige Untersuchung in Berlin vorgenommen wird, ist noch virgewiß. Wie wir erfahren, sind die Akten„Fememord Lampel und Genosjen". die all« Einzelheiten enthalten, unterwegs nach Berlin. Die Ursache der Verhaftung. Es handelt sich dabei um einen Mordfall, der erst kürzlich unter eigenartigen Umständen an dos Licht der OeffenUichkeit gekommen ist. Im verlaus des Ehefcheidungsprozesies des Rittergutsbesitzers Freiherr» v. Richthofen auf Gut Kohlhöhe bei Striegau in Schlesien erfolgte eine Anzeige von einer dem Gutsbesitzer bisher nahestehen- den Seite, wonach sich im Jahre 1921 auf dem Besitz R i ch t h o f e n s ein sogenannter Fememord ereignet habe. Es war damals die Zeit der Polenkämpfe in Oberschlesien, zu deren Niederschlagung sich deutsch« Eelbstschutzorganisationen und ehemalige Freikorpssormationen in Niederschlesien, wo sie auf Güter verteilt wurden, bereit hielten. Aus dem Gut Kohlhöhe war«ine Abteilung «hemoliger Boltikumer. die größtenteils dem Freikorps„Oberland" angehörten, untergebracht, und zwar unter Führung eines gewissen Müller, der sich„Leutnant Brand" nannte. Bei dieser Abteilung befand sich ein Ballikumer Fritz Köhler, der unter dem Namen v. Lancken" auftrat. Köhler geriet eine» Tages bei seinen Käme- roden in Verdacht, daß er die Anwesenheit der Selbstschutz. formationen oerraten Hobe, und nach den bisherigen Feststellungen soll er daraufhin bei einer unter Führung Müllers mit drei weiteren Boltikumer» unternommenen Autofahrt erschossen und in der Gegend von Neustadt i. Schi, in einem Walde verscharrt worden sein. Das Geständnis eines der Beteiligten hat bereits zu der B«r- Haftung des Komma ndosührers Müller geführt, und es scheint, als ob dessen Aussagen schwerbelastend sür Lampel waren. der auch zu dieser Abteilung gehört haben soll. Daraufhin erfolgte das entsprechende Ersuchen an die Berliner Politisch« Polizei, Lampel zu verHost«« Bisher steht es noch nicht fest, ob Lampel noch Lieanitz übergeführt werden oder ob der dortige Untersuchung»- rlchter. Londgerichtsrat Dr. Gostau. Lampel hjer oernehmen lassen wird. Im übrigen stehen in dieser Angelegenheit noch weitere Verhaftungen bevor. Peter Martin Lampel hat ein ziemlich wechsewolle, Dasein geführt. Nachdem er am Kriege als Fliegerosfizier teilgenommen hatte, ging er mit dem Korps„Oberland" in, Baltikum und nach Schlesien, wo er auch zu Oberleutnant Roßbach in Fühlung trat. Später wechselt« er von der rechtsradikalen noch der linksradikalen Seit«, betätigte sich studienhalber als Jugendpflege? in einem Erziehungsheim der Stadt Berlin, wo er das Material für fein« oielumstrittene„Revolte im Erziehungshaus" sammelt«. Wester wird uns über den Werdegang Lampels mitgeteilte Peter Martin Lampel hat eine sthr bewegte Bergangrn- heit hinter sich. Er gchört zu jenen aufgeregten, immer zu Extre- wen neigenden Naturen, die zwischen äußerster Rechter und ä ßer- ster Linker hin und her pendeln. Lampel war im Jahre 1922 Leut- nant inderthüringischenSchutzpolizei, damas extrem rechts eingestellt. Führer der Thüringer Schutzpolizei war zu gleicher Zeit der Polizeimajor Müller» Brandenburg,»In« dem Lampel in vielem ähnliche Natur: vor dem Krieg« Flotten- oereinler, nach der Revolution begeisterter Republikaner und Mit» (Fortsetzung aus d« 2. Seite.) Sie lassen sich nicht entwaffnen. Oesterreichs Heimwehren gegen die innere Abrüstung. Wien. 8. November. Die Pressestelle der österreichischen Kelbsischuhverbände verössenl- lichk eine Kuadgeboug, in der e» heißl: Die sozialdemokratische Presse Oesterreichs und die von ihr mehrfach zur Hilfe gcrusrnea Ge- sinnungsverbände de» Auslandes sprechen neuerdings wieder von dem Plan der inneren Befriedung durch Entwaffnung der beiderseitigen wehrorganlsationen, eine Maßnahme, die praktisch immer nur die Sclbslschutzvcrbäudc treffen würde. Demgegenüber erklärt die Pundessührung mit allem Nachdruck, daß jeder Versuch. ihre Organisalion zu enlwaffuen, entschlossenen wehrhasteu Widerstand hervorrufen müsse und daß sie die Enkwafsnung, von welcher Seile sie auch immer kommen möge, unter keinen Um» ständen dulden könne, da dadurch die Zukuust des österreichischen Volkes und Staate» bedroht würde. Das sollten sich besonder» jene politischen und«irlschastlichea Körperschosten gesagt sein lassen, die in dem falschen Glauben an einen ernsten Friedenswillen der öster- reichische o Sozialdemokratie geneigt seien, durch Auflösnng der Helm- wehrbewegung die Zustimmung der Sozialdemokratie zur ver- fassungsresorm zu erhandeln. Verfassungskampf um Wien. � Wien, 8. November. Der parlamentarische Unterausschuß zur Beratung der Der- fassungsresorm hat gestern die Erörterung über die Bersassungs- Novelle zu Ende geführt. Bezüglich der Stellung des Landes Wien erklärten die Sozialdemokraten, sie müßten jede Bestimmung, welche Wien seiner Stellung als Land beraub« oder es schlechter behandeln würde Äs die anderen Länder, ablehnen. Ueber ein« vollständige Trennung der Aufgaben von Gemeinden und Land und über«ine Neuregelung der Ausgaben, die das Land Wien für den Bund im übertragenen Wirkungskreis führt, sei ein« Diskussion möglich, aber nur im Wiener Landtag und Gemeinderat. da diese Fragen nur in der Wiener Landesverfassung und in der Wiener Gemeindeord- nung geregelt werden können. Im Rahmen der Verhandlung über die Bundesverfassung müßten die Sozialdemokraten daher jede Diskussion über diese Frage ablehnen. Demgegenüber vertraten die Mehrheitsparteien den Standpunkt, daß der Nationalrat als die Kennen wir! Oer SPD.-Arbeiter:„Ihr braucht euch gar'?! vorzusteileu!* verfassunggebende Körperschaft des Bundesstaates allein zur Rege- lung dieser Berfassungsbestimmunge» berechtigt sei, und wenn die Opposition eine fachliche Diskusston der Artikel üb«? die Stellung Wiens im Bunde ablehne, so sei es auch jür die Mehrheitsparteien nicht möglich, aus«ine Erörterung der von der Oppositiou gemachten Borschläge, die übrigens ja ganz allgemein gehalten seien, ein, zugehen. Im übrigen verharrten sie auf den Bestimmungen der Regierungsvorlage. Zur Frage des Länder- und Ständerats gab die Regierung eine Erklärung ab. wonach sie die allgemeinen Bestimmungen über diese Körperschaft aufrechterhalt«, um gemäß den aus der Bevölkerung heraus laut gewordenen Wünschen den Ständerat in der Verfassung zu verankern. Da aber die Frage der ständischen Organisationen noch nicht ausgereist sei. beantrage sie. die Bestimmungen über die Zusammensetzung und Kompetenzen des Länder» und Ständerats zu streichen. Di« Sozialdemokraten sprachen sich gegen die Bestim- mungen über den Länder- und Ständerat aus und beantragten die Schaffung eines Bundes-Wirtschaftsrats, der ungefähr die gleichen Kompetenzen zugewiesen erhalten soll wie der Deutsche Reichswirtschoftsrat. Auch die beantragte Zusammensetzung de« Bundesversammlung lehnten die Sozialdemokraten ab. Opfertod für St. Lorenzen. Wien, 8. Noverrtber. Nach mehrmaliger Operation ist der Arbeiter Sivko witsch gestorben, der seinerzeit in St. Lorenzen von der Heimweh? mehrer« Schüsse in den Rücken erhalten hat... Er ist das dritte Todesopfer jener Schlacht, alle drei waren Sozialistei», Athlet oder Charlatan. Jubel und Tadel für Tardieu. 0 Pari», 8. November.(Eigenbericht.)' Die Regierungserklärung Tardieus wird in der Morgenpresje von der Linken abgelehnt, von der Rechten bejubelt. Di« reaktto- när« Presse steht ihre Stunde gekommen, um die Offensive gegen die Politik von Loearno und für ihren Exponenten Briand mit erneuter Heftigkeit aufzunehmen. Sie feiert Tardieu als den Vertreter eines amerikanisierenden Reformgeistes auf finanz- potilifchem Gebiet und zieht aus seinen außenpolitischen Erklärungen oll« Konsequenzen, die ihr genehm sind. Pertlnax konstatiert im „Echo de Paris", daß endlich einmal in einer Regierungserklärung die allen Couplets über Kellogg-Patt und Dölterbund usw. aus- geblieben sind.„Endlich«in Athlet," jubell das„Echo de Paris",„nach oll den Schwöchlingen, die bisher Politik gemacht haben. Es gelle heute, den Grenzschutz«mszubauen, die Armee zu reorganisieren. der französischen Flotte ihren allen Rang wiederzugeben, die verlräge von Gens und Locarno. sofern diese mit den außen- politischen Prinzipien Tardieus in Widerspruch stünden, zu revidieren und für die Räumung des Rheinlandes befriedigendere G a-i rantien zu fordern. Die Linkspresse macht keinen Hehl daraus, daß es ihr schwer fällt, die Regierungserklärung.Des kleinen Musso- lim in dem großen Kabinett", auf den Herr Tardieu hinaus spielt, ernst zu nehmen. Tardieu hat wirklich ein außerordentliches Programm eutwickell, erklärt der sozialistische„Populaire". Man könnte glauben, daß er den Ausrufer auf einen Jahrmarkt spiele. Leider habe Tardieu. um dieses Programm zu verwirklichen, sich Mllarbeller ausgesucht, die seinen wesentlichen Punkten durchaus feindlich seien, und eine Majorität, die dieses Programm ablehnt. Ebenso lächerlich sek es. Briaich und Maginot auf außenpolitischem Gebiet unter eine Kappe bringen zu wolleu. Das ganze Schauspiel sei komisch und erbärmlich. -.Radikale" lleberläufer. Pari». 8. November.(Eigenbericht.)' Bier Mitglieder der radikalen Kammerfraktion, darunter d« Herausgeber des„Hamm« Libre". kündigen ihren Austritt aus der Fraktion der radikalen Partei an, da sie nicht gegen da« Kabinett Xoubwu{tannuai wollen. i Lampel verhastet. (Fortsetzung von der 1. Seite.) i>.. gründe» des Aepublikanischcn Führerbundes, zurzeit Agitator iiö Stahlhelms. Damals hatte Müller-Brandenbuqg seine republtia? »ische Periode mit der Folge, daß sein Leutnant Lampel ihn lvsg,'n Hoch- und Landesverrats, geheimen Einverständnisses mit de» Korn- munisten usw denunzierte. Mllller-Brandenburg mußte längere Zeit in Untersuchungshaft sitzen. Schließlich aber wurde Lampel als Psychopath erkannt, seine Beschuldigungen als nicht glaubhaft angesehen. Lampel geriet daraus in die Freikorps-Bewegung. Im Herbst des bewegten Jahres 1923 geschah es, kurz vor dem Putsch der Schwarzen Reichswehr, daß in Berlin am Anhalter Bahnhof. «ine Truppe von mehreren hundert Freischärlern plötzlich mit der Bahn anlangte, um in Berlin zu kampieren 5i» wurde von der Polizei entwaffnet. Führer dieser Truppe war— Peter M a r- t i n L a m p r s!— Und dann wurde Lampel Kommunist Von Law« eingeschloffen. Männer, Krauen und Kinder in Todesnot. Wie die„Associated Preß" aus Guatemala be» richtet, wird die Zahl der Lpfer des Vulkanaus- bruches von Santa Maria amtlich mit 400 ange- geben. Gin Flieger hat das Gebiet in der Nähe des Balkans überflogen und berichtet, daß er aus Verhältnis- maßig geringer Höhe zahlreiche Männer, Frauxn und Kinder sehen konnte, die durch den Strom glühender Lava vollkommen eingeschlossen si» d. Tie genaue Zahl der Opfer des Bnlkanansbruchs wird sich erst nach geraumer Zeit feststellen lassen, ist aber, wie man befiivchtßt, außerordentlich hoch. Brände auf der Gtadt'bahn. Kurzschlüsse auf den Bahnhöfen Bellevue und Börse. heute früh wurde der Stadtbahnocrkehr auf der Strecke Schfessscher Bahnhof— EhorfottenbArg von .wei empfindlichen Störungen betroffen. Einmal geriet auf Sahnhof Bellevue der wagen eines elektrischen Slpdlbahp- zuges in Brand und knapp eine Stunde später wurde durch einen Kabeldefekt im Stromschaltcr auf Bahnhos Börse der Berkehr abermals lahmgelegt. Um 7.33 Uhr lief ein aus Richtung Schlesischcr Bahnhof kommender elektrischer Stadtbuhnzug sahrplanmäßig aus Station Bellevu««in. Em Teil der Reisenden war bereits beim Aus- steigen, als plötzlich vom Ende des Bahnsteigs der Alarmrus „Feuer" ertönte. Aus dem vorletzten Wagen init II. Klasseabteil, au« dem dichle Rauchwolken ausstiegen, eilten die Fahrgäste auf den Bahnsteig hinaus. Das bretmeude Abteil wurde, nachdem zuvor dj« Streck« stromlos gemacht worden war, unter Wasser gesetzt. Di« Flammen, die bereits Hotztelle und die Polster im Innern d«s Wagen» ergrist«, hatten, waren bald gelöscht. Ein Ueber- greisen aus die anderen Wagen des Zuges konnte verhindert weiden. Der Betrieb war durch den Vorfall in Richtung Qtyariottenburg bis um 8.85 Uhr, also nahezu«irre Stunde lang gestört. Als Eni- ftehungsursach« des Brandes wurde Kurzschluß vermutet. Um 8-29 Uhr setzte aus derselben Strecke die zweite Stö- rung»in. In der Fnhrtrichtungszeigeranlage auf dem Bahnsteig des Bahnhof« Börse trat Kurzschluß ein und die Kabel sch»nort«n unter heftiger Qualmbildung. Di« Feuerwehr wurde ge- rufen und nach kurzer Zeit gelang es. d?n Brand unter Zuhilf«- nähme von Tetra-Apparaten und Auswerfen von Sand zu ersticken. Wöhrend die Beamten auf deyi Bahnsteig noch mit den Lösch- arbeiten zu tun hatten, erfolgte in der Gleichrichteranlage im Erd- geschoß ein zweiter Kurzschluß. Aber auch diese Gefahr könnt« bald beseitigt werde,,. Aon 9.26 Uhr ab tonnte der Beirieb wieder ausgenommen werden. Ob der Kurzschluß aus Bahichas Pprs« in ifgendeinem Zlrsmnmcnhang mit dem Brand des Stadt- bähnmageus steht, muß noch geklart werden. Oer Kampf im englischen Bergbau. � Differenzen unter den Brrgarbejtern. Londop, S. November.(Eigenbericht.) ?or der vertqgung de» außerordentlichen- Verbandstages der Bergarbeiter aus den 2p. November haben sich, wie nachträglich de- savus wird, überaus stürmische Szenen abgespiest. die unter ltmstüiche« zu einer schweren Krise de» Verbandes sühren sännen. Die Sposfrenz befahle sich sn erster Pinie mit der Frage einer eventuellen Unterstützung der von der Regierung zur»eorgani. jation de» Bergbaus geplanten waßnahmen. Die Vertreter de» Wesirs» gorsshire lehnten diese Unterstützung ab, well die vorschlage der Regierung keine volle Erfüllung der vor den Wahlen gegebenen Versprechungen bedeute. Sie verließen d a s a v s h i n unter Führung des Vorsitzenden der britischen Berg. arheiterverbände Herberl Smith demonstratio den Sihungs- a U Die Konferenz nahm daraufhin eine Entschließung an, in der den einzelnen Distrikten empfohlen wird, bei der bevorstehenden Urabstimmung die Vorschläge der Regierung grundsätzlich anzunehmen. Di» Situation wird insbesondere durch die Grundsätze von her- der« Smith außerordentltchernst beurteilt. Mao gibt jedoch der Hoffnung Ausdruck, daß die vorläusige Absplilterung der Berg- orhelter de» Bezirks Zorkfhire nicht zu einer dauernden Spaltung de» verbände» sühren wird. London, 8. November. Wie der polilifche Korrespondent des Daily Ehronicle" bcpichtet. hat die Regieruyg infolge der Haltung der Bergarbeiter und der Zeche an- gegriffen« Polizei aussagen. Da passiert es, daß er plötzlich fract: Sind Sie Mitglied des Reichsbanners?" Als ob das mit dem Skandal der Landvolkbauern in einem Zusammenh.'ng stünde. Oder der zweite Apwalt der Bauern fragt einen Be- lastungszeugen:„Warum leisten Sie den weltlichen Eid? Ist das Verabredung oder Anweisung? Sie sind aus der Kirche ausgetreten?"—— Das ist das Niveau diZes Prozesses. Stundenlang, tagelang läuft die Lernehmuirg der Zeugen. Und immer neu« beantragt die Bertcidigung zu laden! Derweilen sitze» an die zehn Berichterstatter im Saal und warte». Woraus? Aus die Sensation, die nicht komm«» will!! Sie wqrten umsonst! Zu einer, Sepsaiian könnte dieser Prozeß nur werde», wei», die lfntesgründc aufgehellt uns> hie Hinter- m g p n« x hervorgeholt würden. Aber den Ilntergründen weicht die Staatsanwaltschaft aus, und die Hintermänner, die fitzen in Moabit wegen der Bombenattentate. Welches die wahre» Absicht»� auch dieser blutigen Laichvolk- demonftratipn gewesen: Neumüiyter wird daraus leine Antwort geben. Bielleicht Berlin, wenn der Prozeß wegen der Bomben- anschläge begonnen wird. Wirtfchastsminister Moldenhauer. Zur Simtsübernqhm� bereit. Köln, 8- Raoenrber. Wie dem Düsseldorfer Perichterstattar der„Kölnischen Zeitung" au» Kreisen der rheinisch-westfälischci, Wirtschajt versichert wird, werde Reichstagsabgeordneler Prof. Dr. Moldcnhauer(Köln) mit der Leitung des Relchswirtschaftsministeriums betraut werden. Mit feiner Ernennung sei bereits am Sonnabend zu rechnen Wie die„Kölnische Zeitung" weiten erklärt, hat Prof. Mol- dcnhauer, der am 9. November von seiner Amerikareis« zurück- kehrt, bereit» telegraphisch sein« Zustimmung gegeben, den Posten de» Reichswirtschastsminifters zu übernehmen. Die Meldungen, daß ein« Entscheidung über die Perjön- lichkeit des neuen Reichswirtschaftsministers i» der gestrigen Unterredung zwischen den« Reichspräsidenten»und dem Reichskanzler bereit» gefallen sei, eilt den Tatsachen voraus. Eine Eni- schcidung ist— wie von zuständiger Seite versichert wird— erst möglich nach dar Rückkehr de» Abgeordneten Moldenhauer und einer persönlichen Rücksprache zwischen den maßgebenden Per- sönlichkciten des Reichskqbinetts und ihm. Oer„Klassenkampf" der Wirtfchastspartei. (Zrfle Zforderung: Abschaffung d?r Arbeit6lo;enversichtrung. Einen nierkwüvdigen Eindruck hinterließ ein« kürzlich im Herren- haus von der W i r t s ch a f t s p a r t e i- veranstaltet« Kundgebung ..Gegen die Prolelarisierung des Mittelstandes' Allein I«chs cder sieben Redner sollten chrc politischen Gedanken den versaairmellen Berliner Kleingewerbetreibenden. Kleinmeistern usw. vortragen. Die wirtschaftliche Lage großer kleinbürgerlicher Schichten ist gewiß nicht beneidenswert: aber wie ratlos ebenso große Teile des„Mittel- ftonbes" den ipirischaitliche,, und politischen Problemen gegen? iber- stchen, mit denen si« zu kämpfen haben, dafür waren di« mit großem Beifall ausgeiwmm«n«n Plattheiten der Herr«» Mollath. Co- losser. Kinscher usw. charakteristisch. Mit einem geradezu lächerlichen Pathos proklamierte Herr Mollach den..Klassenkampf des M i f t e i>t a n d e s". Gegen wen? Nicht etwa allein gegen die Parteien und die Vertreter d«s Äroßunteritohmertums, von denen sich di« Schichten des Mittelstandes seit Inflation und Ayswertungslchwindel v e' r a t« n sühUn, sondern auch und in erster Linie gegen jedes Vordringen sozialistischer und gemeinnütziger Cinrichtuitgen. Als «in Schreckschuß war die Verlesung de» s o z i a ld e m o k r a t? j ch« n Kommuno gl Programms gedacht. Es fttzlt« in dieser Ver- sa-mmsung auch nicht an infamen Beleidigungen der Arbeiter- schaft als„organ>si«rt« Faulenzer". Die Herren Cqlosstr und Kinscher ermangelten zwar des von H«trn Mqllath beliebten Pathos, aber sie säten nichts weiter als sein« allgemeinen Redensarten in kynkretet« Fotherung«n zu über- setz«». Man proklamierte solgcich«, al» zur Rettung Deulschlands notig: Abschaffung dar Arbeitslosenversichcrung. Auslölung der wirtschaftlichen Kommunolbetriabe, Streichung der . Luxusausgaben" yfw. Ein weiteres Eingehen auf die teils irr-•■ lich. teils sstbelrassilnd uoroetrageuen Aeußerungen wollen wir uns und unseren Lesern ersparen.___ Aussperrung öer Werstarbelier in Be*af?. London. 7. November. Durch die Aursperki'na de� T> s ck l e r in den KchlsftwcrMen in Lelsöst sind bereits a4e:c A he. ecgr Uppen belrofsen- Der Neubau pop etwa lpo 000 Tonnen Schijssraum ist dadurch In Mit- leldenschast gezogen worden. Kommunisten versuchen putsche Sie zwingen d e Polizei zum Schießen. Berliner Chor- nnd Ocheflerkvnzerie. Konzertrundschau von Klaus prlngsheim. Bolkschor-Konzert. Es find dr«i grundsätzlich verschiedene Qneslen, aus denen unsere grohcn Ehor- und Orchesterkonzerle Laben gewinnen, der Kunstwille der musizierenden Gemeinschaft; die schöpferisch« Krqst des nachzuschassenden Werkes; und die Persönlichkeitswirkung, die vom Führer. d«in Dirigenten ausgeht. Von der«rsten Art sind die besten und stärkst«,, Kräfte, die in unseren Arbciterkonzerten wirk- sam werden. Von gemeinsamem Lunstwillen erfüllt, d«r Aus- führende und Empfangend« eint, ist das große Konzert des Berliner Volkschors zu dem in feiner Art außerordentliche:!! Ereignis geworden, das wir erwarten dürft»»; der„S r e u z Z u g der Maschine� hat als„Wer? der Mass«* sein» hohe Bestimmung erfüllt. Di« Wirkung auf die Masse der Hörer, die den Riesensaal der„Neuen Welt" füllte, war so groß wi« die Begeisterung, nüt der alle Mitwirkenden sich ihrer Sache hingegeben haben. Unter Dr. Ernst Zanders überlegel�r Leitung stand die Ausführung auf sehr hoher Stufe, die Chöre— ein besonderes Wort der Aner- kenming gebührt dem von Walter Hänel geführten Kinderchor— haben die erheblichen Schwierigkeiten einer durchaus neuartigen Aufgabe mit überraschendem Gelingen überwunden; das nie ver- sagende Symphonieorchcster und die in Sprechpartien mitwirkenden Solisten taten das ihre zum ungewöhnlichen Erfolg. Ueber die Anlage des Werkes sind unsere Leser unterrichtet. Der Komponist Arthur Wolfs ist am stärksten in d-n Mikglifchen WsipiM, denen seine Partitur vermutlich ihr« Entstehung verdankt, vor allem in der tomnalerisch eindringlichen Charakterisierung der Maschinen« melt; für ihr Stampf«« und Dröhnen, für das unaufhaltsam Treibende, Zermalmende findet er, nicht ohne Anlehnung an Gustav Mahler freilich. Töne und Rhythmen von suggestiver Jtrast. Weniger geglückt, ein bißchen opernhaft geraten ist ihm die Schilderung der kapitalistischen Welt im Tanz um das golden« Kalb, und vom Mufiterstandpunkt find im einzelnen formal« und technische Ein- wände gegen seine Arbeit ohne Zweifel berechtigt. Gewiß könnte das Ganze, vor allem iw zweiten und im dritten Teil, durch beträcht- liche Kürzungen an Wirkungskraft noch erheblich gewinnen. Das wird Sache späterer Aufführui�en sein, ulch auch an die von den Autoren gedacht« optisch« Gestpitung der dichterisch- tmisikalifch dargestellten Vorgänge wird inan sich wohl einmal wagen müssen- Aber durch solche Feststellungen wird und wurde der starke Gesamt- eindruck der Uraufführung nicht abgeschwächt; er bestätigt ganz nn Gegenteil, daß hie Arbeiterschaft für künstlerisch« Baranstaltungen großen Stils, fifp die Betätigung ihres Kurfstwiljelis und ihrer künstlerischen Kräfte ein Werk gewonnen hat. das wahrhaft Be, reicherung bedeutet; freuen wir uns für die Zukunft dieser seltenen Gelegenheit fruchtbarer künstlerischer Arbeit. )m Zeichen Bruckners. Als Hauptnummer hat das heutige Symphoniekanzert der Ktaatsoper Nnfcx stinden, tzas erst« dfesep tzaispn, einx Symphom« agn Äntpn Bruckner, di« Fijnsft! im Programm. Wein. pcrer hat, wir wir uns erinnern, die Symphonietonzerte der Republik-Oper mij einer Bruckner-Symphonie, her Neunten, Furt- wangler hat die Philharmonische in diesem Jahr mit der Achten, im aarigen Jahr mit der Piekten«röfsnet. Neulich hat die„Bruckn«r, Bereinigung unter Führung de» sachkundigen und begeifterten Dr. Felix M. Satz ihren siebenten Konzertwinter begonnen; am selbe» Abend spielte dos Symphonieorchester in einem auherordeiii- lichen Konzert seines ersten Dirigenten Dr. Ernst Kunwald die Dritte von Bruckner... Bruckner ist kein Beethoven, pnd seine innere Abhängigkeit von Wagner— eine Abhänzigkcit in ollem Fachlichen und noch mehr in der Kunftanschauung— wird uns stihl- barer, je öfter wir ihn hören. Was ist es, das djesen gewiß großen, gefühlstiefen, geistig unkomplizierten Symphoniker, diesen gläubig- einfältigsten MuMr Im großstädtischen Musikleben der Gegenwart. die von all dem so wenig hat,«ine solche Rolle spielen läßt? Die Gelehrten der Zeit sollten sich mit der Frage befassen, jedensalls: das symphonische Gesamtwerk Anton Bruckners ist eine der großen Kraftquellen des Berliner Konzertlebens geworden Bruno Walter in Berlin. Psxsönlichfeits Wirkung, die yapt Führer, dem Dirigenten aus- geht: selten sind wir ihrer sp bewußt geworden, wie jüngst im ersten Bruno, Walftr-Konzert in der Philharrnonje. Allein Wirkung danke» dies« Konzerte neben den durch alte Draditipn geweihten Philharmonischen ihren Rang und ihre unerschütterliche Position in der Konzertweit. Die Tatsache ist um so bedeutsamer, spricht um so«indringlicher, seitdem der Dirigent Walter, nur noch Gast von Konzert zu Konzert, durch kein Amt und kein» amtliche Verantwortung an Berlin gebunden ist. Persönlichkeitswirkung, selbst- verständlich bedeutet das bei ihm aste» andere als: Wirkung um der Persönlichkeit willen. W>« befruchtend, bereichernd, erziehend, auf- bauend dies« Persönlichkeit sich zu entfalten vermqg, das wissen wir aus den Jahren seiner ständige» Berliner Wirksamkeit: und be- glückend ist es an diesem Konzertabend von neuem offenbar ge- worden, in dem wahrhast produktiven Kontakt zwischen dem Dirigenten und dem Orchester, zwischen dem großen Musiker und dxr Hörerschaft. In einem klassifch-romantischen Programm gab Bruno Walter uns diesmal eip Bild von der Universalität seines Musiker. tums. Das beste des Abend war— eine Haydn-Symphonis; sie war mehr, als man erwartet hatte- Mit Schlagworten wie„Neu- entdeckuirg" wird heute viel Mißbrauch getrieben; hier von Neu- «ntdeckung zu reden, wäre keiner. Noch nie haben wir«in Werk dieser durch Generationen aßgespieften Gattung in solcher Frische, in so abgeklärt reiner Heiterkeit gehört. Dazu Sigrid O n e g i n als Solistin: ein Abend der Schönheit und idealen Musikerlebens. Lunge Oirigenien. Im Bach-Saal präsentiert sich Hellinuth T h i e r f» l d e r an der Spitze des Syniphomsorchesters: als stäiMger Dirigent neben Dr. Kunwald. Der Posten ist wichtig, di« regelmäßigen Symphonietonzerte, zumal die Sonntagskanzsrte. haben ihr« Bedeutung wi Konzertwinter; es ist wichtig, daß st» in gute» Händen sind- Der neue Mann macht«inen guten Eindruck, soweit sichs um das Dirigieren handelt, also darum, seinen Willen auf das Orchester zu übertragen: der Hill«, den«r� an einem Beethooenabend in der Interpretation der siebenten e-yinphonie bekundet«, war weniger angetan, überzeugend zu wirken. Um fovfel rhythmische Ber- xMqngen, soviel vergriffene Tempf glauhhaft zu machen, bedürft« es stärkerer Kräfte, als sie diesen! Dirigenten wohl zu Gebote stehen. Und in der Philharmonie debütiert an der Spitze eines impo- sanfen Orchester- und Ehorapparates«in junger Mann noch un- bekanten Namens: Theodor Jakob i. Bar kurzem noch an der Hochschule Schiller Julius Prfiipers, empfiehlt«r sich durch auffällig« Sicherhell und überlegene Ruhe am Pult des Dirigenten. Er sucht für ein großes neues Werk zu interessieren,„Totentanz", ein Mysterium vo» Felix Woyrsch. Neu ist es für Berlin, aber drei Jahrzehnte nach feiner Eiftstehung vermag cs uns heule leider nicht viel neues mehr zu sagen. H a in b u rg. S. November.(Eigenbericht.) Zu Hamburg versuchten am Donnerstag die Kommunisten an mehreren Stellen der Stadt gegen dos von der Polizeibehörde aus- ocsp.ochene Verbot der kommunistischen Reoolutions- s e i e r zu demonstrieren. Die Ansammlungen wurden überall durch polizeibcamle zerstreut. Zn der Nacht kam es am Großneumarkt jedoch zu einem crustcn Zusammenstoß. Etwa 5 0 0 Kam- inunisten griffen Polizeibeamte an. bewarfen sie mit Mauersteinen und Vauhölzcrn. die zum Teil aus umliegenden Häusern herabgefchleudert wurden. Mit großem Lärm und den Busen„Schlagt die Bluthunde tot" drang mau aus di« Beamten Für Korruption! Die Kamera bringt es an den Tag. Oie'es Bild fiebt in der bevtigen Ausgabe der„Boten Fahne" auf Seite 4 Es stellt die kommun fiifche Demonstration im Lustgarten dar. Ganz deutlich erkennt man links und rechts Oes Sowjetsterns und der Albei'erhand zwei große Schilder. die zusammen ergeben: Für Kolruptiou.— Die photo- graphifche Linse hat offenbar mehr von den kommunistischen Stadtrate« Gabel und Oegner gewußt und ist objektiver als die kommunistische Leitung. ein, die schließlich von ihrer Schußwaffe Gebrauch in achten. Daraushiu zogen sich die Angreifer zurück. Drei Per. sc. neu wurden sestgenommcn. Durch die Slelnwürse wurden mehrere Beamte verletzt._ «Eine anständige Familie." Szenen aus einem pariser Gesellschastsssandal. Zn> Pariser Z u sti z patsfi fzüelle sich zwei Tage laug unter Aueschluß der Oesscntlichkrit ein Gesellschastsskandal -oh, der unbarmherzig den Schleier von einem scheinbar hochaustäudsi xc« bürgerlichen Farnttienleben riß. Die Ehefrau des Flieger- lcusnouts W«iler war durch ihren Mann zur Dirne gewardcn. \ einem Augenblick höchster Verzweiflung hatte sie ihn nieder- c jchosscn und dann an da» kommijjariat telephoniert:„Zch bin . reu Weiler und Hab« soeben meinen Man getötet." Die Gerichts- ve7handlung enthüllte Unglaubliche». Die 3Sjährige Jeane Weiler mar die Tochter eines reichen ?nd!>strisU«n. Achtzehnjährig, heiratet« sie zum erstenmal; ihr Mann s arb In, Jahre 1018 ging sie mit einem jungen Brasilianer«ine velle Ehe ein. Mutter zweier Kinder, verließ sie ihren Mann, als tiefer sich etwas zufchulde» kommen sieß. In, Jahre 1923 lernte sie Robert Meiler kennen. Fünf Jahre lebten beide in freier Lieb«. Cm, Februar 1928 gebar sie ihm sin Ppchterchen. Zwei Monat« späier heiratete sie ihren Geliebten. Das war im April. Im Dezember tötet« sie ihm Rob«rt Weiler war am 15. Dezember von einer Reise aus der Schweiz zurückgekehrt. Am 16. begaben sich Ii» Eheleute auf«inen Nachtbumss.el. Zluf dem Neger ball un Ri-e Bloznet teilte eine Negerin aus Martinique beim Gstt ihre Gesellschaft. Man nahm sie mll; als vierten einen Freund. Dann ging es durch verschiedene Lokale. In Einzelkabinetten wurden Orgien gefeiert— zu Biexen, Gegen Morgen treimte man sich von der Negerin. Im Schlofgemach folgten schnell auseinander die ein- -einen Szenen des blutigen Dramas. Der Mann wollt« die Frau nftedcr auf hie Straße schicken. Sie weigerte sich. Er bekam«inen I.'Iner nervösen Wutanfälle. Dann beruhigte er sich und schlief ein. Kurze Z«ll daraus erwacht« er. Wie von Sinnen, versuchte er seine Frau zu würgen.„Du sollst nicht mehr leiden", schrie«r,„ich mache allem ein Ende' nnd lies aus dem Zimmer; sie holt« ihre:, Revolver. Gerade wollte sie in das Schlafzimmer des Kindes, als er«intrat. „Ich lote dich und das Kind." Ti« drückte ab. Der zweite Schuß trat die Brust. Er stöhnte in je>n«m Blut. Sie drückte das dritte Mal ab.„Aus Mitleid', sagte sie vor Gericht. Bor Gericht erfuhr man di« volle Wahrheit. Robert Weiler hatte mehrer« grauen. Die beiden �ersten erschienen vor dem Richter- tisch, um für die Angeklagte zu zeugen. In grauenliasten Anfällen hotte Weiler mehr als einmal seine erste Frau zu würgen versucht. Al««r perverse Ansinnen an sie stellte, ging sie von ihm. Die -weit« Frau unterlag seinen Drohungen und wurde ständige Kundin eines„Rendevouzhouses", wie man es in Paris nennt. Slls di« Zeugin ihr« Ehetrogödi« stockend unter Tränen erzählte, weinte auch die Angeklagte.„So hat er auch mich unter Bedrohung mit dem Repolver dazu gezwungen.",.. Dos war der Fliegerosftzier Robert Weiler. Im Kriegs verschüttet, ljtt er an Anfällen, während deren er fast wie von Sinnen schien; er renqmmtdrte mit einer Schädel- operativ», die er nicht gehabt, und stolzierte umher mit dem Kriegs- kreuz und anderen Orden, die ex»icht besaß. Sein Monntsverdienst be! der Autofirmo Citroen betrug 800 Franken, der Wochenzufchuß des Schwiegerpater» 300 Franken. Dem Ehrennionn genügt« das nicht. Di« Frau, sexuell ihm hörig, wurde zum Werkzeug seiner Perversität«». Eine loyale, anständige, liebenswürdig« und gute Eh-srau nemvi« sie ihr yor Gericht ols Zeuge anwesender zweiter Ehemann. Und ihre fsüher« Schwiegermutter weinte um sie. Di« Geschworenen sprachen Jeane Weiler des Totschlag» unter Zubilligung müdernd-r Umstände schuldig. Das Gerillst ver« urteilte sie zu fünf Iahren Gefängnis. wegen Slreikauclchrkitunaen wurden Pier Pekinger Rikschaführer vor einer riesigen Menschenmenge kriegegerlchtiich erschossen. Di« Straßenbahn steht seit vielen Wochen still- »volk und Zeit", unlere illustrierte Wochenschrift, und »Der kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. Oer neue iürkische Sonntag. Räch den, mon zwei Jahr« sang über die Frage verhandelt hat, wird der Nationalversammlung in Angara demnächst die Regierungsvorlage unterbreitet werden, die an Stelle des Freitags den Sonntag zum Ruhe- und Feiertag erklärt. Dies ist der radlkalsto Schrift, den die modern« Türk« seit ber Absehafsung_bes Kalifats und der Trennung von Kirche und Staat getan hst. selbst in den Kreis«» der Anhänger des Präsidenten Kemal Pascha ist man recht geteiltsr Meinung über ds« Zweckmäßigkeit dieser einschneidenden Aendcrung, die schon jetzt zahlreich« Pxoteste aus allen Teilen der Türkei qusgelöst hat. Trotzdem bleibt die Uebsrzeugung bestehen, daß sich dos Dolt apch diesmal dem Willen des Gashj fügen wird. Di» Forderimg, de» Sonntag zum Feiertag zu erklären, wird vor allem von Finanz- pnd Handelskreissn gestützt. Di« entschiedensten Verteidiger der Neuordnung sind die Direktoren der„Türkischen Nationalbant"- Di« Nationalbank, die ihren Haupisitz m Angora hat und der«n Filialnetz sich über di« ganze Türkei erstreckt, ist bisher gezwungen, ihr« Schaller am Freitag gsschkossen zu halten und alle Arbeft ruhen zu lassen, während an diesem Tage in den Ländern des Westens das Geschäft seinen normalen Gang geht- Eine ober. flächliche Schätzung erbringt den BcaieU, tzgß mindestens ein Drütef de» Geschästsjahres unproduktiv bleibt. Vom Minoiaurus-Labyrinth. Ais Gast der ungarländischen Bolksbitdungsvereinigung in Budapest hiell d«r Präsident der österreichischen Gesellschaft für Höhlenforschung Dr. Adalbert Martopttsch«inen Vortrag über die Ergebnisse der zweijährigen Forschungen seiner Gesellschaft in Gri«chenltmd. Sein Verdienst ist e», dqß er die allsteinzeitlich« Kultur in Grieche ifto nd, die higher von keinem Archäologen gefunden worden war, entdeckt hat. Fexner ist es ihm gelungen, das Problein des kretischen Minotaurus-Ladgrinths zu löse», da sich in Mllelgriechenlaich ein« Kap!« dfeses Labyrinths fand, ha? sich als ein römischer Steinbruch entpuppt«. Im Zusammenhang bcmnt konnten viele mythotogische Momente der Argonautensage klargestellt werden. Eine Arnspbolz-Ausslellvvg hti Lildl'auers I I« n st« s n iit gegen« wärtig in der Tci'Ilcken Äiii ilgcmeinfchait im t>erl!ncv Dchleß zu ieben. V» „eist eine Lammlung von?Iqii«i»vin. L.andzeilb>mng«n und Radierimgcn «owie cin?roii-tpo>tiä» de« Ttlite,«.?ie Slueslellirng ist täglich»on S—s 9, LonntogS von 10- 18 Uhr hei ßeiem Eintti» geöisnet. Zm verlii er T>>»«I«r findet Tonnte«, sO. nnd J7. d M.»m St/, Ubr je ein» NsldmiltagSoorstevung von»Zmei Krawattens zu fltlnen Pieiien statt. Ive csgliid plaxer»!m Oofidjrn ktünftlerlliealer. Sonnla«. 119, Uhr »oim IiagS. wlid VoS englölte Krimestück.llourn?�» Nnä" ges, en. Tonn. sbcud ii> d Montag finde» Ngä'miltog-'voriiellungen um 3 lftr statt. AIS letzte«iiftfib'ung oebt» die Engländer TienSlag, nachm NUbr, John Drin- materS Ksinohie ,Birä>n Laie Na vulgalaw, der letzte Telretär Tolstoi?, wird Montag. S Uhr, struchtstraße St. eine» t'ortiog halten über da« Thema:»Tolstoi— lleuiu— Äha�nd»"x � „Aapoleon aus Si. Helena." llfq-pavilion. Das Bedürfnis noch Heldenverehrting. das in der bürgerlichen Wels in den Jahrzehnt«» vor d«m Weltkrieg noch sehr lebendig war und sich befqnders auf Napoleon konzentrierte, ist heute erloschen. Der neue Film, der sich erfreulicherweise von dem theatralischen Phatos d«s letzten groß«» sranzösischei, Napoleon-Films fernhält und nur das Leiden und Sterben des Gefangenen von St. Helena in der sehr saubaren„nb sorgsamen Regie von L u p u Pick schildert, wird kein«? Renaissance des Napoleon-Kultus heraufbeschwören. Zum Schluß wird wohl dos Testament Napoleons zitiert, in d«m er von dem im Fxicde» geeinten Europa schwärmt, uird auch da» lttapoleon- Wort erneuert:„3m Kamps zwischen Säbel und Geist wird immer der Geist siegen." Trotzdem kommt keine groß«r« innere Anteil- nahm« an dem Geschick dieses Mannes auf, von dessen wellhistprsscher Bedeutung als Bgllstreckar der Französischen Revolution uns der Film nichts erzählt. Freilich unendlich interessanter ist dieser Film als das, was pns im Duxchschnift im Kino sqnst geboten wird. Die Manuskriptversosser Will! H o a ß und Lupu P i ck haben d!« reiche Meinoirenliteratiix getreulich benutzt und geben gewiß«in historisch echt«» Bild des gestürzten Kaisers. Wir sind Zeugen davon, wie er sich nach der Schlacht von Waterloo utzter den Schutz' der Engländer begibt, wie dies» ihn stall nach England auf die wüste, mitten!>>' Ozean gelegene Insel St. Helena bringen und das große Raubtier im Käfig durch ihren Dompteur Hudson Lowe bewachen, schikanier«» und quälen lassen. Unter dem Gefolge Napoleons, zwischen seinen Ge- nerälen und ihren Dome», brechen Intrigen, Haß und Streitigkeiten aus, und nichts Menschliches wird denx Mann erspart, unter dessen Fuchtel ganz Europa gestöhnt hat. Einige Züge der Menschlichkeit blitzen gelegentlich auf, aber im ganze» fährt er sott, sein altes Leben weiterzuführen, Er inszeniert Empfänge und organisiert das Leben seiner Kolonie, als ob er noch in den Tuilerien herrscht«. Noch einmal narrt ihn di« Hossnung, Frontreich wieder erobern zu können, dann ergibt«r sich der Resignation und dem Tod«. Den stärksten Eiirdruck vermittelte Werner K r a u ß als Na- palcon. Wohl müssen wir uns erst an fein Geficht und seine Gestalt gewöhne», dic zunächst nicht unseren traditionelle» Borstellungen entspricht. Aber Krauß läßt un» bald solch« Einwände pexgessen. Er gihs der Fi�ur Größe und Bedeutung und fasziniert uns dprch sein reiches Spiel. Groß ist er besonders in der Sterbsszen», aber auch in den affektbctonten Murnentei, stebt er seinen Mann. Unter der'Fülle der übrig«» Darstellar prägen sich»in Philippe Htriat als der getreueste General Bertrand, und vor ollem Albert B a s s e r- mann als der Kerkermeister Hudson Lowe. Möglicherweif« gibt er dieser vielumstrittenen Persönlichkeit zuviel Bedeutung und Eho- rakter. S« kommt einem der Gedanke, daß er im Affekt, in seinem Herrischtuix ganz wie ein zw-'ter Ranfteon wirkt, der auch'einerlei menschliche Rücksichtnahme kannte. Hanno Ralph als Madame Bextrcmd ist die einzige Frau, die stärker hervortritt. N. Artedel hinh- veranstaltet an, 9. November, L Uhr, im Meisterlaal ihren einzigen Vortragsabend in diesem Sinter. „» druckerei und Vcrlaasanftalt Paul Singer& Co. Berlin SW SS. Lindeulträhe 3. Hierzu I Beilage. Das Geheimnis des erfolgreichen Mannest Er weiß, wte viel gute Kleidung för ihn bedeutet Cr trägt deshalb nur die gute Kleidung Und Sie?---- Sie braudien einen Mantel Der gesdunackvoUe, tadellos sitzende Weiß-Mantel ist richtig auch fürSie! Wir fabrizieren selbst,«ieshalh ist unsere Kleidung nicht nur gut, sondern auch hervorragend preiswert Ulster und Paletots 39.- 48-- 57.- 65.- 7&- 85.- 110.- 135.- GottUeb Ifeitt Schöneberg* Hauptstraße löl VolUsbtliiiie rneittr an Sülwiiatj 8 Uhr Frflhlings Erwachen Staat). Sdiiller-Th. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Thnur un saittbaBtniuni 8>/» Uhr Pennäler stuusopsr an Plau dar sapamik 7»fe. Uhr Die FleMos Dentsdies Theater D.i. Norden 12310 Wi Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt Eammersplele D.U Norden 12310 8V; Uhr Ißöic Vorsteilunoan I Der Dnviilerstebllehe Komödie von Gdraldv und Spitzer Regie: Gustaf Gründgens manlraU Theater i Alte JaKobstr,32 läastspiel d. Tta. d. Westen s | räglicti«' i Uhr |Stg. 4 u. S'/i Uhr Friederike Du weitdloig| von Franz LchAr j | Theater, (> Lichtspiele usw. Tlfl. Z Vorstoü. S«nl Si/, IN» Birbaratu IPreiul-SM. Wodienh.: 5 LSI PL-SM. SoraJdin« u. Joe, End, Pewar un.. | Tigi. 5 a. et» , sonLt.JnS" | Alu. E. 4. 806« 1 INTERNAT. VARIETE Grosses Schaospielbaiis 8 Uhr ßMuttettm REGIE: CHMEll 3 Sinntag naabm. oneok.. halbe Fr. ROSE -THEATER Billettkasse: Alexander 3422 Täglich 8» Uhr (Sonntags SV» und 9 Uhr) DI« leldatfe 18400 Ulttwoe 3 BIT: DastaplereSduieiderliUD Mden Smuhand 3 Uhr u. Jadoo aanntna Unr Frau Holle Renaissance-Theater •Vi STEMPELBRUDER Von Doschinsky. Regie; Gust Hartang. Relchsha ilsn-Theater Abanda Sonntag nachm.[ 3| g„Bei de Stettiner" Ulk-Eevoe. SK•» Nachmitta-s halbe Preise, ir\ volles Programm I l\\ VÄM Billettbest Zentrum 11203. 7jl>*' Dönhoff-B rottl: Familien-Variete— Konzert— Tanz. Berliner lllk-TriO NoukOlln. W uhntr.M/ai Winter i* Garren. 8 onr- Ztr. 2818— Rauchen erlaubt Jlse Bois und 10 weitere KunstKratie von internationalem Rui. s» und und Sonntag in 2 Vorttnllungnn Ml 8 Uhr S" kleine Preise. £s ist Mar daß Sia In einem groBen Spezlalgeechlft, wie in dem unseren stets auch elae große Auswahl vorrätig findiel «ul Ottomtno mi Steffen lliecher Art genz euf Futter Pelzbesatz..... nur eue Velour und Che-meleiee, �w pe ganz euf Steppfutter mit � m gtoOem Pelz Hottielgg etackenmgntel m. seht. 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MitfituLRiilklueD IL- tl- 24.» 28.- Klndarbctten. BicsenUkgar In Metallbettstellen und Kfndarbc« laoerbnsuch für alle Artikel reichlich lohnend, <ßei1a�e Freitag S. November 1929 SprAbnid SuUaiUeaäntm i�wäxa Aus dem Tohuwabohu des Kaiserreichs Anarchie und Korruption unter der Flagge Schwarzweissrot Der Ossterrscher Karl Friedrich Nowak, in desien Brust schon verschledene hohe Herren ihr« Schmerzen ergossen haben, damit sie in seinen Büchern als„objektive Wahrheit" aus die Nach- welt kämen, ist in seinem neuesten Werk„Das dritte Kaiser- r c i ch". dessen erster Band mit dem wenig begründeten Titel„Die übersprungene Generation" eben im Verlag für Kulturpolitik, Der- Im, erscheint, seiner Ueberlieserung treu geblieben. Material genug trug er nicht nur emsig aus Staats-, Geheim- und Hausarchioen zusammen, sondern vermochte sich auch fast bei all denen, die in den Tagen Bismarcks und Wilhelms II. Einblick in die Dinge oder mindestens das Auge am Schlüsselloch hatten, persön- lich zu unterrichten. Nicht zulegt, sagt der Waschzettel des Der- lages, war es .Kaiser Wilhelm II. selbst. der in Gssprächen, eigenhändigen Niederschriften und Mitteilungen sowie in seinen handschriftlichen Kommentaren zum dritten Band von Bismarcks„Gedanken und Erinnerungen" dem Autor alles zur Verfügung stellt«, was er selbst an unveröjfenrlichtem und un- bekanntem Geheimmaterial besaß". Kein Wunder, daß Nowaks Buch, dos von der Thrvnbe- steigung Wilhelms II. bis zur Entlassung Bismarcks reicht. wenig von der wissenschaftlichen Objektivität offenbart, die Profestor Ernst Gagliardis Werk über den gleichen Gegenstand aus- zeichnet, und statt dessen auf Schritt und Tritt in ein advokatisches Plädoyer für den armen, verkannten und entthronten Hohenzollern ausartet. Was an der Erscheinung schon des jungen Kaisers die Nahestehenden befremdet« und abstieß, wird, sicher zu unrecht, einzig auf das Schuldkonto seiner Mutter und seines Erziehers gesetzt und im übrigen nach Kräften abgeschwächt und umgefärbt. Daß beifalls- lüsternes Komödiantentum der Grundzug des Kaisers war, drückt Nowak aus:„Es war, ots trüge er immer sechs oder sieben Menschen und noch mehr Fachleute in sich. Sie sührten alle ein gesondertes Dasein. Niemand wußte vorher, wen von den sieben er mitgebracht hatte... Aber im Verein mit seinem unzweifel- haften theatralischen Bedürfnis spielte er dennoch die Menschen nicht, die er in sich trug und zeigte. Er lebte sie". Und daß Wilhelm bis zum Größenwahn eitel, bis zur Lächerlichkeit von der Majestät seiner Person und dem Gottesgnadentum seines Be» rufes durchdrungen war. kleidet Nowak in die seltsamen Worte: „Fast war es so, daß er in vollem Ernst, unsichtbar die Eh-ren» bezeugung leistete, wenn der Kaiser, also er selbst, an sich vorüberkam." Auch be, Wilhelms Konflikt mit Bismarck wird.olle Schuld dem macht- und herrschsüchtigen Hausmeier der Hohenzollern aufgebürdet, und der junge Kaiser erscheint als mit sich Ringender, der gegen seinen Willen, nach ernster Gewissens- Prüfung, unter dem Druck unerbittlicher Notwendigkeit dem Kanzler den Stuhl vor die Tür setzt, während Gagliardi in seiner hieb- und stichfesten Abhandlung„Bismarcks Entlassung" seststellt, daß der Monarch in diesen Februar- und Märzwochen 1890„abstoßenden Egoismus" mit„Boreiligkeit und Unreife des Urteils" und „widerwärtiger Schauspielerei" gepaart Hab«. Aber selbst wer Nowaks Mohrenwäsche am Charakter Wik- Helms II. als geglückt ansieht,«rhäll den Eindruck, daß da» wilhelminische System ein wüstes Tohuwabohu darstellte, da in den.Höchsten Regionen" ein Kampf aller gegen alle um Macht und Einfluß entbrannt war„nö zu Anarchie und Korruption soichergleichsn führte. Weil die Hochmögenden und Ge- bietenden der Welt, deren Sonne Wilhelm hieß, in Nowaks Schilderung scharf herauskommen, kommen sie nicht gut weg. Da war General Graf Waldersee, als Ränkespinner von vielen Graden das genaue Gegenteil einer offenen, ehrlichen Soldaten- nawr:„Nie gab fein Blick, der schnell und listig war, der jeden Augenaufschlag beherrscht«, der ganze Skalen von Gefühlen sprechen lassen konnte, seine wirklichen Gedanken preis": im Kreis« seiner Altersgenossen und Bekannten führt« der General den Spitznamen „Der Dach s", weil er gern unter der Decke wühlte. Das Ziel dieses geborene» Intriganten in der inneren Politik: Reichskanzler zu werden, in der auswärttgen Politik:� einen Präventiv- krieg zu entfesseln. Er nannte D«utschlam>s Zukunft.Hoffnungs- los, wenn wir nicht rechts oder links einen totschlagen": er hofft«. daß dos Auswärtige Amt schon einen Anlaß.zum Krieg finden werde und erbost« sich gegen Bismarck, der diesen gemeingesährlichen Plänen widerstrebt«. Gras W a l d e r s e e wurde von Wilhelm II. zwar nicht zum Reichskanzler, aber inunerhin zum Chef des Großen Generalstabes gemacht. Noch unheimlicher heben sich aus dem Zwielicht die Ilmriste des Geheimen Legationsrats Baron Holstein ab, den Bismarck den„Kerl mit den H y ä n e n a u g e n" zu nennen pflegt«. In der Mitte der siebziger Jahre hatte sich der Kanzler des jungen Legationssekrctärs bei der deutschen Botschaft in Paris bedient, um den Botschafter Grafen Arnim auszujpitzeln, der im Verdacht stand, eine in Berlin nicht gebilligte, eigene Politik zu treiben. Der Erfolg dieser anrüchigen Tätigkeit verschafft« ihm bei Bis- ma rck einen Stein im Brett, zog ihm aber die Verachtung aller anständig denkenden Standesgcnosten zu. Von ihnen geschnitten, deutlich isoliert, auf sich selber zurückgeworfen, haute er sich als Vortragender Rat in seinem Arbeitezimmer im Auswärtigen Amt eine neu« Welt auf. Durch Arbeitseifer— morgen» der erste, abends der letzte in der Wilhelmstraße y— eignet« er sich nicht nur eine seltene Sachkenntnis an, die er unbedenklich zu vörsenfpekulalionen ausnutzte. sondern legte sich auch Geheimakten über die Angehörigen der sogenannten Gesellschaft an: Er hatte ein Register für Homosexuelle, ein Verzeichnis für Ehebruch, ein Konto der Verschuldeten, der Spieler, der Trinker. der Sadisten, der Bankrotteure. Er komtte. wen er wallte, mit einem einzigen unerwarteten Schlage hinstrecken. Er ver. mochte seine Rache zu kühlen, wenn ekner ihn verletzt hatte. Und verletzt fühlte dies«? Lichtscheue sich fast immer. Mißtrauen kehrte sich über Nacht gegen junge Diplomaten, denen gestern noch seine Gunst gelächelt hatte. Plötzlich und grundlos fanden sie sein« Tür versperrt, auf der Straße grüßt««r sie nicht mehr. Von krank- haftem Argwohu gepeinigt, gab er dem Fürsten Radolin, Botschafter des Reiches in Paris, zu wichtiger Aussprache ein Stelldichein um Mitternacht auf dem Berliner Zietenplatz!„E r litt an Verfolgungswahn. Vielleicht war er irrsinnig." Und durch Jahr und Tag hat cküf die fchickfalsvolle auswärtige Politik eines Landes von sechzig Millionen Einwohnern niemand so entscheidenden Einslutz ausgeübt wie dieser Verfolgungswahn- sinnigel Schon zu Bismarcks Zeiten hotte Holstein sich allmichkich des Apparats bemächtigt, den jener allem spielen zu können glaubt«. In dem, was Nowak an kennzeichnenden Einzelzügen über den Kanzler beibringt, erscheint Bismarck mehr als asiatischer Autokrat, als orientalischer Großvezier denn als preußischer Ministerpräsident. Da er mit den Millionen des Welfenfonds ganz nach Gutdünken, ohne jede Kontroll«, schalten und walten konnte. korrumpierte er mit diesem Geld, wer ihm nahe kam. Er bezahlte die Schulden„seiner" Minister, um ihnen gegebenen Falls«inen Strick daraus zu drehen. Als er«inen Minister weggeschickt sehen wollt«, und dem Kaiser der Grund: „Er paßt mir nicht mehr!" zu wenig einleuchtete, erklärte er ver- ächtlich:„Ah, er ist ein schlechter Charakter, er hat Geld von mir genommen. Ich habe ihm 30000 Mark jze- geben." Da Lucanus, zum einflußreichen Chef des Zivil- kabinetts ernannt, sich bei Bismarck meldet«, schob ihm der— „Sie werden sich natürlich neu einrichten müssen: erlauben Sie, daß ich Ihnen das zur Verfügung stelle!"— einen Beutel mit Geld über den Tisch und platzte, abgewiefen, mit ehrlicher Heber- raschung heraus:„Sie sind der erste, der mir das jagt, der erste, ver nicht nimmt. Meine Minister habe« alle genommen!" Daß es zwischen diesem Selbstherrscher und dem neuen Mann auf dem Thron, der Selbstherrscher sein wollte, wegen der Sozialdemokratie zum Bruch kam. hotte die innere Logik für sich, denn die Arbeiterfrage war>nK> wurde mit jedem Tag mehr das Zeitproblem der müteleuropäischen- Staaten. Bismarck träumte von nichts als blutiger Gewalt gegen die Arbeiter. Daher das Sozialistengesetz, daher die tobende Wut gegen die Schweiz, als sie einen seiner Lockspitzel festgenommen hatte:„Der Kanzler begann Drohungen auszustoßen... In semer Umgebung sprach Bismarck davon, daß er auch vor einem Krieg mit der Eid- genossenschaft nicht zurückschrecken wolle!" Es war aber keineswegs so. wie Nowack schildert, daß in der Kaisers Politik die Menschlichkeit einen breiteren Raum«innahm als in der des Kanzlers. Weshalb Wilhelm II. sich für Einbringung eines Arbeiterschutzgesetzes einsetzte, gestand er in seinen, dem Band an- gefügten Brief an Franz Joseph vom 3. April 1890, nämlich, „damit nicht die Sozialdemokraten uns zuvorkämen und die An- gel«g«nhett auf ihr« Fahnen schrieben, wie sie es noch sicheren Nachrichten vorhatten." Daß Bismarck und Wilhelm yur in der Taktik, nicht im Prinzip zur Arbeiterfrage verschieden standen, erwies sich, als der Kanzler im Februar 1890 auf einen oft angedeuteten Plan zurückkam und dem Kaiser mit zynischer Offenheit vorschlug: „Geben Sie mir 24 Stunden Zeit und ich arrangiere Ihnen in Berlin«inen Ausstand, mit dem alles sofort erledigt sein wird! Da können Sie die Leute ni e de r k a r t ä t s ch e n." Der Hohenzoller aber, schwachnerviger und überzeugt, die Sozialdemokratie aus der Well reden zu können, wehrte ab: „Wenn all« anderen Mittel erschöpft sind, dann mach« ich den Appell an die Waffe. Dann rasiere ich auch, wenn» sein muß, einen ganzen Sladlieil. Aber vor meinem Gewissen muß ich es verantworten können." Sie waren im Grunde einander wert, der ein«, der mit der Abgebrühthell eines ergrauten Verbrechers zum Zweck eines großen Autbades einen Aufftond„arrangieren" wollte, und der andere, der, zurückschreckend, sich doch an der Vorstellung erhitzt«, einen Teil Berlins dem Erdboden gleichzumachen. Darüber hat die Ge- schichte ihr Urteil gefällt. Was aber sogt nicht die Geschichte, was sagen die H u g e n b e r g e zu der Korruption, daß ein Reichs- kanzler die Minister aus amtlichen Fonds prioat schmierte— im Kaiserreich, persteht sich, im Kafferreich, nicht in der Republik! Hermann Wenäel. Zwischen Kalkutta und Birmingham Das Arbeiterproblem in Indien Mit brennenden, Interesse verfolgt die europäische Arbeiter- schaff den sozialen Besreiungskampf der werktätigen Massen in Indien. Ein glänzendes Zeugnis für das wachsende Klassenbewußtsein der indischen Arbellerschaft legte erst im vergangenen Jahr der unter heroischen Opfern durchgeführte, acht Monate an- haltende ArbeitÄampf in der Textilindustrie von Bombay ab. Ander«rseits zeigten die ErAgniffe vom Februar dieses Jahres, daß das britische Regime in Indien vor keinen noch so brutalen Maßnahmen zurückschreckt, wenn es gill, die um ihr Meiffchenrecht kämpfenden indischen Arbeller auf die Knie zu zwingen. Man er- innert sich noch, daß das damalige konservativ« Kabinett in England sich bemühte, die Straßenkämpfe m Bombay als Religions- kämpfe zwischen Mohammedanern und Hindus abzustempeln, während es sich in WirAichkell um Hungerrevolution der ausgesperrten Textil- und Pettoleumarbeiter handelte. Zum Schutze der britischen und einheimischen Uitternehmerschast und ihrer be> rüchtigtcn Streitbrechergarden, der aus Nordindien herbeigeholten völlig unkultivierten Panthams, wurden in den blutigen Februar- tagen die Straßen in den Arbeitervierteln nicht allein mll Infanterie und Maschinengewehren, sondern sogar mit Geschützen gesäubert. Franz Josef Furtwängler, Sekretär im Allgemeinen Deutschen Gewerkichastsbund, der schon durch sein Buch„Das werk- tätige Indien" der breiteren Oeffentlichtest bekanntgeworden ist, ver- öffentlicht jetzt ein« zweite Schrift, die sich mll den aktuellsten Pro- Memen des indischen Industriearbeiters befaßt.(Die weltwirffchaft- tiche Konkurrenz des indischen Industriearbeiters, Leipzig 1929, Deutsche wisienschaftliche Buchhandlung, 64 Seiten, kort. 3 M.) Furtwängler, der mll englischen Gewerkschaftern«in« längere Studienreise durch Indien unternommen hat, ist mit der dortigen Arbeiterbewegung in engste Fühlung getreten. Er hat die Elends- höhlen der Industriestädte Bombay und Kalkutta ebenso gut kennen- gelernt wie die Leiden der entwurzelten Bauern in den riesigen Teeplantagen des Landes. Einleitend schildert der Derfaffer In einem kurzen Abriß die Industrialisierung Asiens durch den britischen Kapitalismus. Die bei der Erscbließung anderer überseeischer Gebiete in Afrika und Asien angewandten Gewaltmethoden imperialistiseber Politik finden wir in vlllsach zugespitzter Form auch m Indien wieder. Für die älteste und größte Industrie Indiens, die Baum- Wollindustrie, bedeutete die Wektkriegskatastronhe und die Mobilmachung aller produktiven Kräfte im enalischen Weltteich ein« Befreiung von d«n ihr auferlegten Fesseln. Auch neue Industrien wuchsen:n diesen Iahren wie Pihe au» dem Boden. So hat euch der indiscke Erz- und Äohlenbergber durch den curvpäffcben Krieg erst weltwirts-boitliche Bedeutung erlangt. Di- Revolutionieruna der indischen Massen, besonder» der zwangsweise auf die euroväis-ber. Sch'acbtselder verfrackteten indischen Truppen- teile, bildet die Gmndlaa« für die gegenwärtige national, und sozialrevolutionäre Bewegung in Indien, deren Tendenzen obne die durch den Weltkrieg geschaffenen Lage nicht zu verstehen sind. Die einmal in Fluß befindliche und durch den Weltkrieg sprung- Haft gesteigerte industrielle Entwicklung Indiens und Ostasiens war im letzten Jahrzehnt durch künstliche Droffelungsmaßnahmcn natür- lich nicht mehr auszuhalten. Der englischen Textilmacht, die vor dem Kriege die Well beherrschte, sind jetzt in ihrem eigenen Tribut- lande Indien wie auch in China und Japan die gefährlichsten Konkurrenten erstanden. Die Dauerkrise, unter der Hundert- tausende von britischen Textilarbellern seit sieben Iahren zu leiden haben, wird aus der Entwicklung in Asien ohne weiteres verständ- lich. So hat der ständige Rückgang der britischen Aussuhr nach Indien dazu geführt, daß heute noch knapp 50 Proz. der Gesamteinfuhr Indiens gegen fast 90 Proz. in der Borkriegszell von Groß. brllannien stammen. Die Darstellung Furtwängler» wird dadurch sehr belebt, daß immer wieder die großen wirtschaftspolllischen Linien und die Zu- sammenhänge hcrausgearbellet werden, welche durch die In- dustrialisierung Asiens und durch die Weltkriegskatastrophe zwangs- läufig die jetzt im Fluß befindlich« Entwicklung in Indien herbei-' geführt haben. Bei der Einhaltung dieser großen Linie sind jedoch die sozialpolitischen und soziologischen Einzelheiten nicht zu kurz ge- kommen. Die Herkunft des indischen Industtieproletariats, seine Lebensbedingungen, die Einreihung weiblicher Arbeitekräste in die Textil- und in die Schwerindustrie wird eingehend behandelt. Der- gleicht man die 100- bis 300proz«ntigcn Dividenden indischer Unternehmungen, deren Herren irgendwo in England odv an der Reoiera ein sorgenfreies Dasein führen, mit monatlichen Hoch st löhnen von 30 bis 00 M. für gelernte Arbeller und von 8 bis 12 M. für Frauen, so wird die ganze Schwere der sozialen Frage in Indien offenbar. Auch der anspruchs- loseste indische Arbeiter ist bei 30 bis 60 M. Monatslohn noch gezwungen, Frau und Kind in den Arbellsprozeß einzuspannen, um das Existenzminimum für eine vier- bis fünfköpfige Fmmlie zu er- lallen. Mit dem immer wieder auftauchenden Märchen von der mangelhaften Leistungsfähigkeit des indischen Industriearbeiters räumt Furtwängler gründlich auf. Wohl trifft es zu, daß in der Textil- und Schwerindusttie der indische Arbeiter nur die Hälfte bzw. ein Drlltel von dem leistet, was in England und Deutschland als Durch- schnittsleistung angesprochen wird, jedoch sind hierfür auch klimatische und ganz besonders auch die sozialen Verhältnisie ausschlaggebend. Jedenfalls stehen die Differenzen zwischen der Leistungsfähigkeit und den Löhnen der indischen und europäischen Arbeiter in gar keinem Verhältnis, denn 30 indische Textilarbeiter ver- dienen noch 40 Proz. weniger als 10 englische Ar- b e i t e r. Wie alle Gewerkschaftsbewegungen, ist auch die indische ein Kind der Not. Das iitteresialtteste Beffpiel indischer Organisationen bildet der Textilarbeiter-Verband, der unter dem Protektorat des bekonnten indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi steht. Mit Hilfe einer großen Anzahl hockintelligenttr und gründ- lich vorgebildeter Unterführer konnte dieser Verband bere'ts ein ganzes Syftem von sozialen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Speiseanstol«»» und Schulen schaffen. Inspesomt sind gegenwärtig «me baw« Million Arbeiter in Indien gewerkschaftlich organNert, was für die erst zehn Iobre alte B-wegnna als ein großer Erfo'g bezei-�net werden kann. Wertvolle Unterstützuna erhält der Kampf der Gewerkschaften durch die wachsende Rebellion der Landbevölkerung gegen den Steuerdruck der englischen Regierung, der tn erster Linie zur Entwurzelung der bäuerlichen Bevölkerung beitrug. Furtwänglers Schrift wich» sich viele Freunde erwerben Sie bringt nicht nur eine Fülle neuen Matgrials über das in Gärung befindliche neue Asten, sondern der lebendige Stjl und die konzentrierte Form, mll welcher der Stoff gemeistert ist, machen die Lektüre auch zu einem großen Genuß. (1. Fortsetzung.) „Attentate/' sagte Mussolini,„sind die Berussunsälle der Könige/ Weiter warf er Bissolati seine Zustimntung zum Kolonial- krieg vor:„Ihr bürgerlicher Patriotismus führt Eis irre. Wik haben kein Baterland, solange die Bourgeoisie am Ruder ist/ Auch gegen die Reformpolitik wendet« sich der junge Mann, weil sie den Klassenkampf auswattiert. Bissolati wurde aus der Partei ausge- schlössen und wenige Monate später saß sein Ankläger als Chef- radakteur am Redaktionstisch des.Avant!" Dann kam der Krieg. Bissolati trat als erftek für den Eintritt Italiens an der Seite Frankreichs ein. llnd nahm selbst— obwohl über 6 Jahr« alt— am Kriege teil. Als dann aber der Faschismus über die Arbeitekniassen herfiel, war Bissolati natürlich auf der Seite d«r Arbeiter. Im Jahre lüZst war der„Avonti" Nicht nur Um seiner politi- schSn Bedeutung willen die erste Zeitung in gtalien, sondern nähm es auch der Verbreitung noch niit den führenden Organen der bürger- lichen Informotionspresis auf. An seinem bdedättionstisch war auf Bissolati Enrico Ferri gefolgt mit seinem formalen Revo- lutionarismus und ssiner HisirionsN-Eltelteit. Dann Claudio T r e v« s, der heute als Flüchtling in Paris lebt, schließlich Mufsb- lim, der zum FeinV überging. Aus dem kleinen Blatt vom Jahre lb9a war eine große Zeitung geworden. In Jahre 1898 hatte der», Avant!" der R«aktion stand- gehalten unter Ausnahmegesetzen und Belagerungszustand. Unter der Leitung S e r r a t i s hatte er verzweifelt gegen den Krieg ge- kämpft, in hartnöck'geM, zähem Widerstand gegen di« Uebermacht. Seine Luflagg stieg mit jedem Tage. An freiwilligen Spende» floß ibm in einet» Jahre eins Million Jim zu Mit großer Feierlickkeit wurde der Grundstein zu einem Hau» des„Avanti" gelegt. Bissa- laji war damals schon ein Sterbender. Das Mailänder Proletariat kannte ihm noch«in letztes Mal danken, und er soll geweikt haben» als Man ihm die Kunde der ergreifenden Demonstration brachte. mit der man den Nomen des ersten Chefredakteurs des„Avanti" ehrte. Mussolini war abwesend. Er hatte seine Sache verraten und bereitete sich darauf vor, das zu zerstören» woran der italienische Sozialismus arbeitete und baute. 3. DesroteMuffolini. An jenem Morgen— es war der 16. Oktober 191!»» war Ich im Gefängnis in Forli in der denkbar schlechtesten Laune aufgewacht. Es war da« mein erstes Erwachen in einer Gefängniszelle. Wohl hatte ich schon gelegentlich ein paar Tage in Polizeihaft verbracht, aber diesmal galt es, eine größere Rechnung zu begleichen und ich wußte, daß ich sobald nicht die Freiheit wiedersehen würde. Mit Kummer dachte ich an die Meinen zu Hause. In der Nacht hatten mich die Wanzen nicht schlafen lassen und auch der Lärm der Auf- seher bei ihrem Rundgang. Aber in meinem Alter läßt man den Mut nicht sinken. Ein Zwanzigjähriger gewöhnt sich an allesiunti braucht auch im Gefäng- nis nicht viel Zeit, sich zu akkliinakisieren. Mit ein paar guten Büchern, etwas Philosophie» einiger Phantasie und guter Laune kann man aus der Gefängniszelle einen Palast machen. AIS Ich hinausgeführt wurde, Um frische Luft zu schöpfen, deutete mir ei» Mitgefangener durch Zeichen an» daß es etwas Neues gäbe: aus seinem Mi.enenspie! verstand ich, daß in dör Nacht neue „Pensionäre" eingetroffen waren. So benutzte ich eine» Augenblick der Unaufmerksamkeit Meines Wächters, um mich an der Mauer cAvantif WWW». ZWWWWWM- MKZM r-—" Z.* Ttt-If-! /Ä.-ICL nMr-«' c-r/ V-SKr i«jKrrSccjf ____ Dl© erste Nummer des„Ävftutl", die am 25. Deiember 1896 ia Rom ersohleo hochzuziehen, die meinen Hof vom Nebenhof trennte. Da sah ich einen am Boden kauornden Mann, der sich au,«wem Topf Wasser auf seinen völlig glattrasierten Kopf schüttete. „Nanu. Mussolini!" Cr hob das Haupt.„Dönermstter!(Im Fluchen war er groß.) Keine Ahnung, daß du hier warst." «Sind noch Genossen hier?" .Ich denke, wir sind unserer zehn." „Da wird man tüchtig mit uns abrechnen." „lind diese Feiglinge, die nicht den Generalstrük prötlamiereni" Die Feiglinge waren Unsere Genössen... Die Aufseher waren aufmerksam geworden, so daß ich die vor- teilhaste Stellung, in der ich war, schleunigst räumen mußte. Es waren nicht besonders schwerwiegend« Ereignisse, di« Musso- lim und mir die Anklage wegen Verbrechens gegen die öffentliche Ordnung und gegen den Staat«ingetragen hatten, aber sie waren Anzeichen einer Gsistesverfassüng, die sich nicht an jenes Gleich- gewicht änzupalsen wußte, das Giolitti, der seit 1961 fast ohne Unterbrechung Ministerpräsident war, im Parlament und Im Lande herbeigeführt hatte. Man könnte den Giollttismus definieren als einen Liberalismus ohne freiheitlichen Geist oder als eine Demo- kratie ohne den Geist der Selbstbestimmung. Ich meine damit, daß Giolitti vor keiner, auch der radikalsten politischen Resorm, zurück- schreckte, daß ihm aber jeder Glaube an den Wert der Freiheit fehlte. Bor allen Dingen war ck ein Meister der Korruption. "Im Jahre 1900, als eben die Kämpfe der äußersten Linken gegen C r i s p i und die militärische Reaktion vorüber waren und die Konservativen die Leiche König H u m b e r t s der in M o n z a von dem Anarchisten BreScl ermordet worden war, wie eine Fahne im Kampf gegen den Liberalismus verwerten wollten, hatte Giolitti es gewogt, den Arbeltern das Koalitionsrecht und das Recht, zu streiken, offen zuzusprechen. Er hatte den Sozialismus als ein großes politisches und soziales Problem bezetchnet und den Ber- such abgelehnt, ihn als Pösizeiangclegenheit auszutragen. Erste Folge dieser Politik war das Ausbrechen zahlreicher Streits, die ein wahres Jammergeschrei der Bourgeoisie auslösten. Italien sollte am Bande eines Abgrundes stehen, dem Untergange geweiht sein, wenn die Regierung nicht Einhält gebot. Statt des Sturzes in den Abgrund erfolgte das Gegenteil: unter dem Druck der organisierten Massen naht» das wirtschaftlich« Leben des Landes einen gewalligen Aufschwung. Der Sozialismus schickte sich an, die Bevölkerung moralisch und. physisch umzugestalten. Aus einem hungrigen verkommenen Pöbel machte er Arbeiter, die das Bewußtsein ihrer Rechte hatten. Wie in allen Ländern mit großen sozialen und geographischen Verschieden- heiten wirkte der Sozialismus in Raiisn als ein Element der Eini- gimg. Bis dahin waren die Landleute den Priestern unterworfen, hie erklärte' Feinde der italienischen Einheit waren. Der Sozialts- mus vereinigte Industriearbeiter und Landvolk, Nord und Süd, die einander bisher im Namen ihrer-Sonderinteresien enigegeirgetretetr waren. Er erschloß den Massen neue Ausblicke. Sie wurden Nicht nur der Sakristei entrissen» sondern auch dem WirksHous; man gab ihnen Schule und Bücher als Ersatz. So kam allmählich einem Teil der Bourgeoisie die Erkenntnis, daß der Teufel gar nicht so schlimm war, wie man ihn geschildert hatte, und daß sich mit dem Sozialismus ganz leidlich auskommen lieh. Gleichzeitig entwickelte sich die sozialistische Bewegung Im Sinne des parlamentarischen Reformismus. Dagegen schien jeder Tag zu beweisen, daß man aus dem Wege des Kompromisses zwar langsam, aber beständig vorwärts kommen konnte. In sSnem Jahre— 1911— vollsührte Giolitti noch ein Meister- stück politischer Schlauheit. Während er einerseits das Land in den Kolonialkrieg um Tripolis, verwickelte, bot er der Demokratie und dem Sozialismus ein wertvolles Geschenk: das ollgemeine Stimmrecht. Das war ein gefährliches Geschenk. Im allgemeinen sind Re- formen wertlos, die nicht durch schweren Kampf errungen we:v n. Sie bleiben auf dem Papier. Sie können in den Gesetzbüchern stehen, aber sie leben nicht im Bewußtsein des Volkes. Dabei v:r- lieren die Parteien an Einfluß Unh das Parlament auch. An Stelle des Kampfes tritt das Kompromiß, an Stelle der Organ sation lie Klüngelwirtschoft. Selbst das geistige Leben einer Nation wird so mit Ohnmacht geschlagen. Obwohl sich die Regierung aus formell demokratische Jnstitutianen stützt, übt sie«ine wirtliche Diktat, r aus oder wenigstens eine paternalistische Herrschaft, wobei sie sich selbst die Aufgaben anmaßt, die in einer Demokratie der Initi t v: des Volkes überlassen sein sollten. Dies war die Läge in Italien um 1910 und 1911. Der pol.i!- schen und parlamentärischen Zlllmachi Giolittis entsprach die org-- nische Schwäche der Parteien und Organisationen, einschließlich:er sozialistischen Päriei. Die katholische Kirche, die bis dahin den einheitlichen Staat nicht anerkannt hätte, organisierte jetzt die Mäsieit im Staat und für die Eroberung des Staates. Nach dem Genera streik von 190§ hatte Pius X. das„Nc>n e-epeäit" das Verbot der Bc- teiligung an den Parlamentswahlen für die Katholiken, ausgehoben. Die Zell nahte» in der Giolitti vor einem Bündnis mit der Sakriilei nicht mehr zurückschrecken würde. All diese Ereignisse bewegten und ergrisfen den jungen Nachwuchs. Der Geist der Opposüion gegen den Giollttismus Nahm in Italien verschiedene Formen an. Auf rein intellektuellem Gebiet bildete sich in Florenz, im Bannkreis der Zeitschrift„La Boce", eine aniipositioistische Be- wegung» die einen bedeutenden Einfluß auf die studierende Iuxeiid ausübte. Der heute geächtete Ga e t a n o S o l v e M i n i scharle um seine Zettschrift„Unit a" eine geistige Elite» di« kiese Ver- achtllng für de» Giolitttsmus zur Schau trug. In der Gewerkschäfisbewegung faßten die oitttteformistischen Strömungen im Geiste Sorels Ftzß. Auch die sozialistische Par ei entging der Krise nicht und erfuhr eine Verschiebung ihres Schwer- Punktes nach tinks. Gleichzeitig begann sich eine nationalistisch« und iMpsriälist'she Bewegung zu bilden» diö sich sowohl gegen den Sozialismus und Liberalismus als gegen Giolitti wendete.(Fortsetzung folgt. 1 T WAS DER TAO BRINGT. •niiiiiniNimiiiiiiiiniiimmiiiniiiiiiiiii:iiiiiiiitiitiininni>niiiiiiimiiiiiiiiiiiuiiiHiiiiiiiiituiimiuiiiiiiiniiiiiiiiiiitiiiiiitiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniininiiiininiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiimiiuiui Konkurrenz drückt die Preise. Ich mußte» nachdem ich ein paar Tag« auf der griechischen Insel Aimts verbracht hatte, nach Athen, beziehungsweise nach dem Piräus' zurückfahren: eine Affäre von 4 bis 5 Stunden und löO Drachmen oder zwei Dollar. Mif dein Wege zur Pier Mosten sich Mir zwei Herren an, die Vertreter zweier rivalisierenden Schiffahrtslinie»: der eine ging rechts, der andere links von ittik den ganzen» gut einen Kilometer langen Weg hinab, Und beide waren bestrebt, mich als Pastagier für ihre Lim« zu gewinnen. Der Rechtsseitige wollte mich für 130 Drachmen mitnehme», aber sein Rivale unterbot ihn» und sein Preis lautere 123 Drachmen und keine Lepta mehr. Dies hörend, wollte der linksfettige Agent schier zerspringen, beherrschte sich aber noch und setzte seinen Preis Mit Todesverachtung auf hundert Drachmen herab, einfach rund hunderi. Jetzt bekam der rechtsseitige Agent«inen Töbsuchlsanfall. Er risf die Götter des Olymps zu Hilfe und schwor bei Ihne», daß er sich ruinieren werde: Total zugrunde richten wolle er sich uftd gebe lieft Passageschein für 50 Drachmen her, bitte schön fünf-�zig Drachme», hat matt je so etwas gehört? Der linke Agent zuckte ZU- sammen, er spie aus und rollte fürchterlich feint Augen. Dann bot er mit die Fahrt für eine Schachtel Marouli-SpeZialziga rette» an im Werte von 14 Drachmen oder 83 Pfennigen. Rh hätte jetzt nachgerade Mitleid mit dem rechten Agenten» sö erbost schien er über das rivalisierende Schleuderangebot zu sein. Die ASelt Und alles darin schienen ihn mit soubäräNef Verachtung Freitag, 8. November. B« f H B. 16.05 Dr. Samson; ZiirB Sä. Geberistaj<«r tltttrlöeli«» Qliibl-irfte. 16.30 linterhaHnnrsmusili. Ii. 10 Oskar loerke: Eigene Gedichte.» lä.ÖO Max Cohin-fteuS, M. d. RNvR.: Öefienttlchi Virt'chaft und PrTva wirt- -cfitit, II.SÖ Vlhllnvorlfift. Nardini, Boecherlnh Löcatelü, Ponritf(Btllfic« Reichert, ViolinS; am ElB*«: SeHltt-Wihgief). I83S DU neos Bach. 19.06 Vollttliedei. 19.30 Prof. Dr. Oeeri Weganei: ürtredeag« der(jeepolluk. Mkd fiordiscje fimi und tiedtr OSernliirl Syrtsron ati Everl Sahthtre, Vieliae). 20.30„B. Ö. B. taö, rao— Föja.'1„Krassin" rettet».stallt". Bich den Aheadmeidangen hli 0.30 rarigmatik. 8 dnl(f«t»a»tfcf haaetn. 16.00 Fadmt: Das Österreichische Schslwesen. 1630 Kontert von Leiptie. 1730 DT. Franz Mayer; Chemie int täglichen Leben, 19.00 äeh.-Rat Demalh; Zotabewesen and Reklame. 18.30 Englisch für Fortgeschrittene.• 19.55 Hagemann: tzat Tcxlilgewetbe. 19.20 Wissensehaiiliolier VortraJ Ihr ZahnSrtle. A>.w Philharmonie: lieder(Richard Crooks, Tenor; am rtösM: Micha«) Rancheisen). AnsehlieSend Central-Kotel; UnterhaUungsmnsJt. zu erfüllen; Ein Schisfsbillett? Gut, er schenkte mir eines. Da: ich soll«S umsonst haben. Ais dies der Litte Agent vernahm, knirscht« er mit den Zähnen, daß mit angst und bange wurde. Schließlich erhob cr nochmal seine Stimme und sagte mit königiichcr Geste: Ich gebe noch etwas dazu. Sie sollen«inen Käfs«« an Vord haben, wenn Sie mit mir fahren. Ich fuhr mit ihm, denn der griechisch« Kaffee— muh man wissen— ist der hoste der Welt. be Ire. Ein Serum liegen Verbluten? In Poris soll der vielseitige Vertreter der medizinischen Wissen- schaft, Jean Painleöe, einen erfolgreichen Versuch mit einem Serum gemacht haben, das bestimmt ist» nach schwere» Blutverlusten die erloschen« Lebenstätigkeit wieder zu erwecken, öh»« daß man zur Transfusion seine Zuflucht zu nehmen braucht. Das Experiment wurde an einem Hunde ausgeführt, der durch einen Einschnitt in den Magen entblutet worden war. Ms das Tier die üblichen Sym- ptame des eingetretenen Todes zeigte, wurde ihm nach dem Ver- binden der Wund« das Sermn unter die Hut gespritzt. Wenige Sekunden nach der Einspritzung spraiu, der Hund auf, trank äus einem Napf Wasser ut« lief luftig um den Operotwnstifch. Der Entdecker des Serums ist ei» Arzt, der.zurzeit am Pasteur-Jnstttut in Hanoi tätig ist. Einer seiner in der französsschen Arme« dienenden Assistenten hatte eine Quantität des Serums erhalten und das Ver- fahren mit ausgezeichnetem Erfolg an einem Motorvadfahrer erprobl, der bei einem Unfall an die zwei Liter Blut verloren hatte. Wss eine Schwalbe verzehrt. Ein Schwalbenpaar ist täglich IS Stunden auf der Insekten- jagd. Jede Schwalbe trägt in einer Stunde den Jungen etwa 20 Schnäbel voll Nährung zu. Dabei erscheinen Männchen und Weibchen rund S40mal täglich im Nest. Jede- der beiden Tiere schleppt jedesmal an die zehn Insekten mit. Das Paar vernichtet demnach täglich 6400 Insekten, die für die Veriorgung des Nclt- geteges verwendet werden. Zum eigenen Unterhalt verbraucht las Schwalbenpaar daneben rund 6000 Infekten, fo daß die Schwalb. m- fomttie lögltch über 12000 Infekten vertilgt. Verbrecherstatistik aus Schweden, Die Zahl der m Schwedelt itchäf tieften Personen benninderk sich von Jahr zu Jahr und betrug Ende Juki d. I. im ganzen Lande, nur 2000. Das Gespngnis in Varkierg an der schwedischen Westküste zählt m den letzten beiden Jahren durchschrt tätlich nur 2 kns 3 Infassen. In diesem'Jahre sogar bloß einen. Auch das Gefängnis ist ENgslhäkm beherbergte im vorigen Jahr« nur sineit sinzigen Gefangenen, wozu zwei Wärter angestellt sind. Das Ge- fängnis in Visby und das in Haparanda hatten je drei Infasikn. Man plant nunmehr die Gefängnisse zusammenzulegen Und di? Gebäude nützlicheren Zwecken dienstbar zu machen. Üfh eini fasse Tee, In den letzten lägen wurde in dem Mischen Lmchvn und Manchester verkehrenden D.Aug die Notbremse gezogen. Ata die Beamten nachforschten» ergab sich, daß«in» ältere Dam« die Not- bremse gezogen hatte, und aus Vorhaltungen erklärt« sie zr»™- bebend, daß sie bereit» über eilte halbe Stund« auf ihren Tee «arte, den sie im Speisewagen bestellt hatte. Diesen Grund san- den die Beamten sä wenig einleuchtend, daß die Dante wegen öffentlichen Unfugs mit einer Strafe von 15 Pfund Sterting be- legt wurde. (Jho�unolcJ/Züzl R.V.„Vorwärts" räumt auf! Er hat's leicht— die Krakeeler gehen selbst. Als in den Uftleii Monaten das provokatotische Treiben der appositionellen(lieS: koMmunistischeii) Mitglieder des Arbeiter- Rudcrvereins»Vorwärts" einen immer größeren Umfang annahm, fäh ftch der Vorstand gezwungen, seine Loyalität auszu- geben und gegenüber diesen Mitgliedern eine klare, einwandsreie Abwehrstellung einzunehmen. In der Mitgliederversammlung vom Oktober wurden von einem oppositionellen Mitglied in äuherst un- fairer Weise ÄNgrisse gegen den Bor st and gerichtet, die absolut jeder Grundlage entbehrten. Ein gegen dieses Mitglied wegen der Verleumdungen und wegen vereinsschädigenden Verhaltens gestellter Ausschluhantrog konnte statutengemäh erst in der nächsten Gttzung auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die in- zwischen tagende Dorstandssitzung verurteilt« den Versuch, die Ge- schlossenheit des Vereins wegen dieser kleinen Minderheit aufs Spiel zu fetzen Und einstimmig wurde ein entsprecheiMr Antrag angenommen, hinter dem sich geschlossen die letzte Mitgliederversamm-- lung stellte. In der Debatte über den Ausschluhantrog rückton die Mitglieder aufs entschiedenst« von der Wühlarbeit des tietresseNdeN.Kommunisten ab. Ein von det Opgosttiön eingebrachter Gegenantrag wurde von einem Oppositionellen gestellt, den-die laufenden Vereinkgrschäfr« monatelang Nicht iM geringsten, interessierten. Sobald es aber heißt, die kommunistische Zellenarbeit mit Nachdruck zu betreiben und das Ansehen des'Vereins in der Oefscntlichkeit zu schädigen, dann treten er und seine Genosien geschlossen oN Die Mitglieder des Vereins aber waren nicht gewillt, die. rnonatelange Wühlarbeit noch länger zu dulden und hatten es satt, �ich weiterhin für die„Cinheitsbestrebungen" im Arbeitersport mißbrauchen zu lassen. Mit überwältigender Mehrheit wurde der Ausschluhantrag angenommen. Wie wen'g aber die Opposition selbst mit einer günstigen Beurteilung oder sogar Annahme ihres Gegenantrages gerechnet hat, beweist die Tatsache, daß sie unmittelbar nach der Abstimmung eine fix und fertig mitge- brachte, von 16 Ihren Austritt erklärenden Mitglikdetn Unterzeichnete Erklärung abgab, in ber gegen den-»Akt der TerrZrisiening der freien Willensäußerung" Protest eingelegt wurde. Die vom Oppositionsblatt„Spiel und Sport" angekündigten Abwehrmahnahmen der„geschlossenen Opposition'' sind vom Rüdek- verein„Vorwärts" in gebührender Weise beantwortet worden. Mit blXl Mitgliedern in Männer». Frauen- und Jugend- äbttilungen steht der Berein nach wie vor an der Spitze der Ar- beltet-Ruderbswegung und läßt sich in feinkM Ziel, jetzt und in Zukunft für die Idee des bUirdestreUin Arbnterspsrtp zu kämpfen, nicht beirren. Wer im Nächsten Jahr« den Rudersport ausüben Möchte, melde sich schon jetzt zu dem demnächst stattfindenden Ruderkursu«. der in der eigenen Wliuerruderäntage des Per- JirtS abgehälter> wird öie sechzehn Ztadauniächer haben Slätz ge� macht tür anständige Arbeitersportler. Meldungen sind erbeten an: Alverr Schreck, Treptow.»ieshMzstrnß« 1» * Ucbcrstandcn! Dsrn-Macillnski kriegen den Lorbeetkran2. Mtt �ern Stege ber Mannschaft DokN-Macjtnski hat ein Sechstogerennen eilt Ende gesunden, dos die Veranstalter amerikanisch aufziehen wollten und schließlich dl« gestellte Aufgabe itnr sehr bedingt läsen konnten. Die letzt« Stunde war«Ine tote Stunde! Gewiß, es gab Jagden Und Ueberrundungan, doch in den ineisten Fällen ging olles„drunter und drüdek". d.h. viele Fahrer wußtest vst Nicht, daß sie ein Sechstagerennen fuhren. Damit wurde es nicht so genau genommen, ja da» pflichtgemäße „Nachsetzen" hlied allzuost au», die Versylgung eines Aüskeißers wurde zur Farcel So wurde» Riinden gewonnen, so wurden Runden verloren. Allerdings nicht Immer! Kern tegifttlert man die fair« Fahrweise des„Nochwuchses", die fast immer dabei waren, wenn es galt nachzugehen. Von Gooßens-Deneef Niüß ma» SS ander« berichten. Sie bremsten osi ob. ja D e n e e s„fiel" am letzien NachMIttäg. der Noch einige Jagden brachte. Mit Absicht vom Rade, bekam eine Geldstrafe von löst Mätk oufgebkuMMt UNd wurde dem Sportausschuß de« BDR. zur B- st r ä f u n g angezeigt. Auch die Deutschen Petri�Tieg trudelten oft Vit sie gerade wollten. Die siegend« Mannschaft hat durchgehalten bis zuletzt, die Anstren- gin, gen dieser artistischen Leistung überwindend: daß sie mit vier RuimeN Boksprung diese Fährt beendeten, lag an dem Ausbau dieses Rennens. Ger» fei auch der Name Ehmers erwählst, der sich im Verlauf des Renneiis darauf besann, einen starken Und gewandten Fahrer zum Partner zu haben, der jedoch unmöglich all die zu leistende Arbeit allein schassen konnte. Walkes waren den Anstrengungen des Rennens Nicht gelvachseu, stürzten viel und mußten so früh aufgeben. Wissel-Lehmann gingen um 10 Uhr des letzten Tages aus dem Rennen. Wissel war durch die Stürze zu sehr mitgenommen. Tonani, der das Pech hatte, zuerst mit Binda zu fahren, kam auch mit Negrini nicht vom Fleck. Wauters-Ver- wandet hatten nicht viel zu bestellen. Bermandel stürzte am letzten Tag noch so, daß er die letzte Stunde Nicht mehr mitnwchen konnte. Dafür plänkelten Louet-MoutvN, doch auch ohne sonderlichen Erfolg. S ch r u b b Y. Das Schwimmfest des FSC Am Sonntag in Charlotlenburg. Das am Sonntag, 10. November, stattfindende Jubiläums- Schwimmfest ber„Freien Schwimmer Chatlotie»- bürg 04" verspricht ein großes Ereignis zu werden. Ueber tzSÖ Startende treffen sich in den Kämpfen. Schon die 10 X 50- Meter-Bruststaffel der Männer bringt beste Berliner Mannschoste,, an den Start, von denen sicherlich chellas-Eharlotteiiburg und Freie Schwimm�r-Groh-Bertin das Ende unter sich ausmachen werde». Die Sensation des Tages bildet die 3 X lOO-Meter-Lagenstasfel der Männer der.X-Klassc, die ein« gut« Besetzung ausweist. Auher- ordentlich stark beletzt sind die 100-Metcr-BrustschwimmeN der Jugend, sowie der Männer der A- und S-Klasse. 49 Teilnehmer kämpfen in diesen drei Konkurrenzen um den Sieg. Erwähnene- w>rt ist das 200-Metek-FreistilschwimMen der.�-Klasse, in dem Grühn-Chartoitendurg nach seiner hervorragenden Leistung am letzten Sonntag im Luno-Bad aller Wahrscheinlichkeit nach als Sieger eingehen wird. Ebenso dürfte es iM 100-Mctcr-Männer- Rückenschwimmen einen außerordentlich scharfen Kamps geben. Don den Wettkämpfen der. Jugendklasse interessiert die 4 X SO-Meter- Bruststasette der weiblichen urcki die 6 X SO-Metcr-Freistilstafscl der männlichen.Jugend. Ein Kunst- und ein Gruppenspringen dürfte bei keinem der Zuschauer seine Wirkung verfehlen. Was den volkstümlichen Tett des SchwiMmsestes de- trifft, so möchten wir nicht unterlassen, auf die Rettung»vor- sührungen, das Speziolgebiet der Arbeiter-Schwimmer, hinzuweisen, die bisher nie ihr« Wirkung auf die Schwimmfestbesucher verfehlten. Sie sind besonders deshalb Interessant, Well sie als Wettkampf gezeigt werden. Eine Tauchstaffel übet 4 X 25 Meter sowie eine Paddelstassel gehören ebenfalls In dos Gebiet des Rettungsschwimmens. Eine Abwechselung tm sportlichen Teil des Programnis bieten zwei Retgen, von denen besonders der F k a ü e fl- r« i g« v gefallen wird. Den Abschluß des Feste» bilden Walser- bollspiele, von dsnen besonders das Spiet chclloS'.VMantlschist gegen Charlottenburg-�-MaNnschost interessiert, insofern nämlich. als Deilas durch seine letzten Siege attgeNiein als der zukünsiigs Krelsmelsiet'bezeichnet wird. Alles iN allem zeigen die Freien Schwimmer«in Programm, das selbst den verwöhntesten Ansprüchen gerecht wird. Beginn des Schwimmfestes nachmittags 15 Uhr in der VolksbadeanstSlt Charlottenburg, Krumme Stk. 10. Der Eintrittspreis vSn 75 Pf. dürft« es jedem ermögliche», das Fest zu besuchen. Arbeiter'was*erball. Die Serien spiele um die Kroismeisterschaft nehmen ihren Fortgang. Am Sonnabend findet im Wellenbad LüNäPork das Sviel' gegen FSÄB.-Lichtenberg statt. Bon Lichtenberg hat man In diesöNi Iaht noch Nichts iiki Wasierbäll gehört. Sie sind das große Ftage- zeichen unter den Mannschaften. Früher eine sehr gute Mannschaft, haben sie unter dem Fortgang einiger guter Spieler gelitten. Berlin XII wird dos Spiel Nicht auf die leichi« Schulter nehmen, wenn sie als Sieger dos Wasser verlassen wollen. Beginn>»10 Uhr. Neben den Spielen um die Kreismeisterschaft trägen die Berliner Vereine noch zahlreiche Gesellschaftsspiel« au«. Auf dem letzten BörsenabcNd wurden nicht weniger als 48 Gesellschaftsspiele abgeschlosleN. Mit etN Beweis dafür, daß die kommunistische Wühl- arbeit unter den Schwimmern am wenigsten Anklang gefüstden hat. In der nächsten Wbchc finden folgende Spiele statt.- Am 14. November: Spandau-Jugend— HellosiIügend, 8W liht: Spandau, Nsu-Memensstadt, uNd EhorloitenbUrg-Iugend-�-GieMeNS- stadi' Jugend, VA Charlbg. DdffMaNN, Steglitz AM Iß. NdveMber: Berlin Xkl-Yugend— SPäNdau-Iugend und Berlin Xkl-�-Siemens- stadt, 9 Ukjr Steglitz, Hildebrand, Neukölln; Freiheit-Iugend— Kreuz- berg-Iugend, 8 Uhr. Odekberger Straße. ThieMe, Hellas. Am 19. Mnember: Neukölln S— Berlin Xll 3, S A Uhr, Neukälttr. Koch, Freiheit; Union 2— Charlottenburg 2, 8V2 Uhr, Schillingbrückc, Reimer« Lichtenberg. -ARßEJm WSSBALL Spiele am 10. November. Der kommende Sonnlag bringt wieder einige inleresianie Spiele. Interessant deshalb, weil sie entscheidend für die Spitze in den Abteilungen sind. Woliersdors bei Luckenwalde erwartet den Besuch der Weißcnseer.— In der Hetzheide in Luckenwalde steh?» sich die i. Abteilung und Eiche-Köpenick, sowie die II. Abteilung und Germania-Pankbw gegenüber.— Im Köpenickcr Stadion treffen sich die Schweifsternc und Herzfelde.— Im Gesellschaftsspiel stehen sich am Bahnhof Stralau-Rmmnelsburg die beiden Lichienberger Fußballgbieilungen der FTGB. gegenüber. Die II. Ab- teilung Lichtenbergs steht in ihrer Gruppe mit an der Spitze und hat daher all« Aussicht, in die erste Klasse auszurücken.— Butob spielt gegen Saxonia in Spandau, Seeburger Straße. Karow spicli gegen Hertha 11. Brandenburg gegen Ruhlsdorf. Tempelhos gegen Luckenwalde V. Neukölln gegen Nowawes. Caputh gegen Jüterbog. Cladow gegen Sokol. Butab 2 gegen Saxonia 2. Neukölln 2 gege n Nowawes 2. Schönow 1 gegen Karow 2.— Jugend: Mit einer Abwechslung in dem Serienbeirieb wartet Lichtenbergs Jugend auf. Die rührigen Lichte», berger haben sich ihre Altere kameraben aus Küstrin geladen, um das fällige Rückspiel zu er- ledigen. Das Spiel findet auf dem Sportplatz in der Kynaststraßc am Bahnhos Stralau-Rummelsburg um 13,30 Uhr statt. Weiler spielen Ketzin gegen Brandenburg. Spandau 1 gegen Saxonia. Vorwärts 2 gegen Eiche 2. Weißensee gegen Eiche 1. Neukölln gegen Spandau 2. � Beginn der Spiele: 1. Maimschasten 14,30 Uhr; 2. Mannschaften 13 Uhr. Iügendmannschaften 10 Uhr. �rbeiter-5chach. Die Länderspiele in Budapest. Di« Schach-Länderkümpfe Ungar»-Deutschland- Oesterreich wurden am 1., 2. und 3. November in Budapest an fünf Brettern ausgetragen. Am 1. November früh ständen sich Deutschland und Ungarn gegenüber. Der Kampf hielt bis in die späten NachmiklagsstundeN an. Infolge Zeitnot gingen einige Por tien für Deutschland verloren. Das Resultat lautet für Ungarn 4%, für Deutschland A Punkte. Am 2. November standen sich Delttschland-Orsterreich gegenüber. Der Kampf endete mit 3 für Oesterreich, 2 Punkten für Deutsl�knnd. Am 3. November trnien sich Oesterreich und Ungarn.« Resuttat: 4: 1 für Oesterreich. Ge samtresullat: Oesterreich 7. Ungarn 5!-, Deutschland 2A Punkte. Gleichzeitig fand zwischen Wien und Budapest ein Städte- WelttäMpf statt a» 16 Brettern. Am 1. November spielte Wien weiß, Budapest schwarz. Resultat: Wien Ii'4, Budapest 4A Punkte. Am 3. November spielte Budapest weiß und Wien schwarz. Resultat: Budapest 7ll-, Wien 8H Punlte. Gesaml resuttat: Wien 20, Budapest 12 Punkte. Den internationalen Schach- Veranstaltungen wohnten an allen Tagen zahlreiche Zuschauer bei. Wassersporl» Ausstellung»Grüne Woche" 1930. Äus der in der Zeit vom 1. bis 9. Februar in den fallen am Katserda mm stattfindenden 5. Grünen Woche Berlin 1930 wird auch dem Wassersport ein erheblicher Raum gewidmet sein. In einer besonderen Abteilung„Wassersport-Ausstelluyg", an der sich der Verein-Deuifcher-Flußjchissswerstsn e. V., Ortsgruppe Berlin, durch eine große Kollektivausstellung führender Berliner Boöts und Kachtwerften beteiligt, werden erstmalig die neuesten Motorboot- und Dachtmodclle des Jahres 1330 gezeigt werden. Vom seetüchtigen 12-Meter-Kreuzer bis zum kleinste» Kanadier werden olle Zlrten von Wosserftihrzeugen vertrete» sein. Auskünste erteile»: Verband der Ftußschstsswerften Deutschlands e. V., Ortsgruppe Ber- lktt und das AusstelluNgs-, Messe- und Fremdenvertehrsamt der Stadt Berlin, Ehnrlottenburg 9. Soutifttttvttclh ,.®if Sotuifttimfc«", Scntiol« Wien. Abt. Cdarlottenbura: Freübn,_S. SWMBiStt. 20 Uhr. Sprccstr. 30. ÄrichäfUichcg, öiitflfanfl.— Abt. Sbb-ft: Erettoa, S. November. 20 Ufte, Britzrr Str. Abt. Treptow: �relwit. 8. November, 20 llbr, Elstnstr. 3. . Seiicrc tOeschichtr».— Stint. S. SKnBIÜtUttSrJ Sichtunpen.— ÜR. SeuliBit: isreitao. S. NoveNiber. 2>> Uhr, Klughafe». ltr-he 08. RevoluttottZfeicr.— 3oltb,0ti>btc>li. November, im Neii- ben»N»stS»i Biumevstr. 10, Lerbstverailiigen. Nächste«ihung Freitag. IS. Zio- vrncher, SO lltir. TaUenilcilistr. 40. Mitglitdtr werbest aufgenonune». zerio zaltboottobr«? Berlin. Die Eportgcnoküst Marn Jacob! ist verstorben. Beerdigung Montag, 11. November. Itti llljr, äriedhof Baumschulenweg. immer Kroh-flerlin E. fl.. iüruvpc Friedrichohain tAllcroriegcl. Dienstag. 12. November, 20 Uhr, bei Lehnigk, Msthlcnstr. 33 ihi). öllus j.s Jeden anzieht- empfiehlt fsrtife$€seUschaftskleiditnp in besitr fre r a r i* d£ m n f SMÖKtNe-ANZÜC£ ßtestoa» k-HckVist, öckiwt ez � Volk>.>- Mark 07s-* Meltofl, prima OnAÜtSt � �- Mark......«. 1ÜO.- Meltöö, prima OualitSt � Mark m e,»•»'*>■* äÖs Mellen an! 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Cor.Grlffilh Alexandersir. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geüffnetl Fat and Pafachon ala Kannibalen Kamerad Slag, Abenteuer in 8 Akten Jugendliche haben Zutritt � SriaOrlchstaOt"k Die Kamera Unter den Linden 14 Therese Raqutn Beiprogramm Ab Sonntag: Oer Florentiner Hat Passage-Lichispiele Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der Qty Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Die Lady von der Strafte mit Lope Velez, William Boyd Drr Trust der Dlcbc tn. A.Eziernnzy Weidenhof-Lichisp. An der Weidcndarambrücke k Friedtiphstr. l.Vi Woch. 12, Sonnt 3 U. Die Dame in Schwarz m. Liane Haid Fat and Patadion ab Detektive 9 Hoablt 8 Ariushof-Lidiispicle Film- und BOhnenschaa Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Zwischen 14 and 17(Sexualnot) MdbL Zimmer mit Haos Albers Wcli-Kino Alt-Moabit 99 Sein beitcr Freand mit Harry Fiel Bühne; Der Polizeihand Greif jugendliche haben Zutritt Schlüicr-Thcaicr Schlüterstr. 17 W.b30.9U. Stg.sa,Jg.3 Diefidele Herrenpartie m. Kamper« Da* Schiff d. verlorenen Menschen mit Fritz Korincr, MarL Dietrich U Atrium Beba-Palazt Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Täglich 7.13, 9.IS, Sonnt. 4.30, 7, 9.15 Vorverk: 11—2 u. ab 5, Stgs. ab 3 Mcnsdhen-Anena! Bühne: Gr Ig. rnu. Gesang«- a. Tanztrappe Der goldene Hann, 14 Mitwirkende Alhambra abfuhr""' Schöneberg, Hauptstr. 30 BOhnenMhaD Jcmcii« der Strafte mit LU.I Araa Bühne: Kerne der Komiker Titania(ufa s'lhWberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6J0 Uhr Docks von New York mit G. Bancrofi Das Tagebnd, einer Verlorenea Friedenauer Lichtspiele Kaiserallee III(hundertelO Wtg. 6.30, 9 U-, Stg. 3 U. Jug., S, 7. 9 U. Der Kriminal-KavaUcr Dyckerpotis Erben Kronen-Lichtspiele. Rhein str. 55 W. 6�0. 9. Sonnt, ab 5 U. Madame Collbrl m. Maria facobfoi GehehnnU der Hdilenscbladii mit Gibson N ftfant» fc Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. S. Ecke Gulsmuthsstr. Wochentags 6-40, 9 Unr The singing Fool(D. singende Narr) mit AI JoUon Sonnabend ll-k): Nachtvorstellung g���SarTewclorS ä Vf a � II Marlendorter Lichtspiele 1 Bühnrnscbau Chausseestraße 305 Stg. s Uhr(ug.-V. Das MSdcfaenschiff(Lebende Ware) Uraufführung:. Der Tmsf der Diebe SIMwMtMl Füm-Paiast Kammcrsälc Teltower Str. 1 BOha Tagebuch einer Verloren: mit Lonlse Brooks Vorsicht, Zwangslackel Südan Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Die Adele HcrrcnparHe mit Kampers, PtWt»MMW»W>W»SS>WWWSS»WWW»>�WMWgWM»»ftM�r Kino Busch �uw Alt-Friednchsfelde.• Der Herzenspbotograpb mit Harry Uedlkr, La Jana Ztrkasleben 8»ordoston■ „Elysium" Prenzlauer Allee 56 S..4.15 Jug-Vorsi Jubiläumsprogramm I Los, Harold, loa m. Harold Lloyd Revue: Die Sache mL Schmidt WhiOMISM Schloßpark FUm. Bühne Berliner Allee 205—210 Varieteschan Sein bester Freund m. Harry Fiel Revueburl. Nachtlicht Beiprogramm Jugendliche haben Zutrillf Norden Alhambra Müllerstraß«; Ecke Seestrtße Vater und Sohn mit Harry Lledlke Betprogramm— Bühi�cnsdiao Colosscum ♦s!g.sabb3Su0h5Jhr Schönhauser Allee 123 Trust der Diebe Bühne; Die Revue modern Schlager von Hans May Sonnabend: Groftes Nach tcabarrti Elektra-Palast Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Meine Schwester and ich mit Mady Christians Beiprogramm— BOhnenschaa Gala-Lichtbühnc Usedomstt. 14 Anf. 6, 8.30, S. S, 7, 9 U Adlcn Mascoite mit LUlan Harvey Der Biegende Tente! mit Hoot Gihson Metro-Palast Chausseestraße 30 Die Adele Herrenpartie mit Kampers Jenseits der Strafte mit Llsai Arna Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U� Stg. 4 U. Stgs. 2 U Jugendv Vater und Sohn m. Harry Lledlke Uraufführung: Der Trust der Diebe Prater-Lichtspicl- Palast Kastanienallee 7-8 Bllbneaschaa Im Praier blüb'a die Blnme Gnies Beiprogramm Pharus-Lichtspielc Müllerstraße 142 w. S)U U Stg. 4 U Stg 2U. lugendvbrstcll Tagebach einer Verlorenen trüt Louise Brooks Beet a. Steak(Lustsp.) mit Siegfr. Arno und K. Gerron Beiprogramm „Rialto- Film u. Böhne Relnickandocter Str. 14(am Wedding) Tenra Heimat(3 machen ihr Glück) Menschen ohne Gewissen Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee SO BOhnensdiaa W. 6, Stg. 450 U Das Gcmetnmis der Höllensdilncht Seelenverk*nfer «Alhambra" Bad Straße 58____ Zwisdren 14 und 17(Sexualnot der Jugend) Der rätselhafte Qnb Ballsdunicdcr-Udilsp. Badstraße 16 Grofte Btlhnenschaa Das Tagebuch einer Verlorenen Große Ausstatmngs-Revue; Perlen der Musik Humboldt-Theater Badstraße 16 Flacht vor der Liebe m. Jenny Jago Revue: Lachen Ist Trumpf Kristall-Palast Prinzenalice 1— 6 Große BOhnenschaa Die Docks von New York mit George BancroÖ Grones Beiprogramm ■ ft.nkow h Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 w �emdran Vater und Sohn m. Harry Lledlke Aul der Bühne; Araber-Trappe Film-Palast IdTönbansen Blankenburger Straße'W. 6.30, 9 U. Stg, 4-JO, 6.45, 9 ü. Manolescu mit Brigitte Helm. Iwan Moslaldn Ja, ja, d* F anen s. m- schw. 5elic ■* Filmpalast Tegel RlhnhofstT. 2 W. 6, 8 to, Stg. 4 LT, 6' a, h»c Fat nnd Pafachon als Kannibalen Sem HerzentJ an ge lugendl che häben Zutrit Stg. 5. 7�0 Union-Theater Hauptstraße 3 Beg- Wtg.» U. Oer Sohn des goldenen Westen mit Tom Ml* Abschiedswa zer (Cnopins letzte LiebeJ & galnickeiidfoVf-Ost B Bürgergarten-Liditsp. Hauptstraße al Film- n. BOhnenschaa Das Schiff der verlorenen Menschen mit Fritz Kortner Charlies Karriere mit Charlie Chaplin Bühne; Liebe zn dilti