Nr. 50. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Poft Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inferate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sachsen. Die Berufung der Landesversammlung ist erfolgt. Den fächsischen Parteiorganen ging nachstehender Aufruf zu: An die Parteigenossen Sachfens! Die gegenwärtige politische Situation in Sachsen veranlaßt die Landtagsfraktion, die diesjährige Landesversammlung der sozialdemokratischen Partei Sachfens auf den 7. und 8. April d. J. Freitag, den 28. Februar 1896. 3 alle anderen sächsischen Partei Drgane dargelegt. Und sollte das Wahlrechts Attentat auch vor dem 7. April perfekt geworden sein, so ist unseres Erachtens eine Mandatsniederlegung auf der sächsischen Landesversammlung eine noch viel imposantere Manifestation, als eine Mandatsniederlegung in der sächsischen Kammer. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: Der Beugnißzwang im Disziplinar- Verfahren. artikel zu schreiben, der das Verfahren gegen einen der poliEs widerstrebte uns, in eigener Sache" einen Leit. Nun finden wir aber in einem unserer Partei ferustehen tischen Redakteure unseres Blattes in helle Beleuchtung stellte. den Organ, der fortschrittlichen Breslauer Morgen- Zeitung", einen Leitartikel, der unter obigem Titel dieses Verfahren " Kurz, wir sehen schlechterdings keinen Grund zu ungeduldigem Drängen. Und ein schwerer nicht leicht gut zu machender Fehler an der Partei würde es sein, wollte man jetzt in einer Frage, in der alle Parteigenossen einig sind Beginn der Verhandlungen am 7. April vormittags 11 ist eines Nebenpunktes wegen einen Streit in der Partei wir ihn nachstehend zum Abdruck bringen. Er lautet: Uhr. gegen so daß nach Dresden einzuberufen. Zages Ordnung: 1. Bericht des Zentralkomitees. Berichterstatter E. FischerDresden. 2. Die Thätigkeit des Landtags. Berichterstatter H. Gold ft ein Zwickau. V nicht versandt. aufachen. Doch wir haben keine Besorgnisse der gesunde Sinn unserer altbewährten, wohlgeschulten sächsischen Genossen dulden. wird eine solche Diversion zu gunsten unserer Feinde nicht Wir haben jetzt in Sachsen eine vorzügliche Position wollen sie uns nicht selber verderben. Den Wahlrechts Attentätern und Umstürzlern fängt an, bange zu werden. wir wider Wie wir kürzlich berichteten, ist der Redakteur des Vorund Freitag Nachmittag wieder entlassen worden. Der Grund wärts", Dr. Braun, vorigen Mittwoch Abend in Haft genommen war Meineidsverdacht wegen seiner Aussage vom 31. Januar, 3. Wahlrechtsänderung und die Stellung der Partei zu der die er in einem Disziplinar- Untersuchungsverfahren felben. Berichterstatter Fr. Geyer- Leipzig. Unbekannt" hatte abgeben müssen. Er hatte damals ausgesagt, 4. Anträge der Parteigenossen. der oder die Schuldigen seien ihm nicht bekannt; inzwischen sind Anträge, die auf der Landesversammlung zur Verhandlung die Thäter entdeckt worden. Dies Vorkommniß zeigt deutlich die tommen sollen, find bis zum 24. März an Unterzeichneten einverfahren führen kann, und es erscheint uns deshalb angemessen, ernsten Konsequenzen, zu denen ein derartiges Ermittelungszusenden; dieselben müssen vom Bureau der Versammlung oder es vom Vertrauensmann mitunterzeichnet sein. bei der Wichtigkeit der Sache und der jederzeit vorhandenen Ganz aus dem Häuschen ist die Nationalliberale Möglichkeit einer Wiederholung mit kurzen Worten darauf zurück. Es wird den Genossen empfohlen, nicht mehr als vier Korrespondenz", daß der Vorwärts" den Sieg des sächsischen zukommen und die jeßige Praxis, sowie einige denkbaren MöglichDelegirte aus jedem Reichstags- Wahlkreise zu entsenden. Nur mit Mandat versehene, in öffentlichen Versammlungen Dynastie hingestellt hat. Wir Sozialdemokraten sind Nationalliberalismus als eine Gefahr für die sächsische feiten zu beleuchten. gewählte Delegirte haben Stimmrecht. Mandats formulare werden nicht die Hüter der Monarchie; aber wir sind Geschichtszeitig bewirkte Beröffentlichung des kaiserlichen Amneftie- Erlaffes Es handelte sich bekanntlich um die vom Vorwärts" vorDie Bekanntgabe des Lokals, in welchem die Landes- schreiber, die das verzeichnen, was unter unseren Augen vor für das Heer. Der Kriegsminister hegte den Verdacht, daß durch versammlung stattfindet, erfolgt später. sich geht. Und ist es nicht eine Thatsache, daß der die Indiskretion eines von ihm ressortirenden niederen Beamten Röschenbroda Dresden, Nationalliberalismus, feiner großkapitalistischen, eines Angestellten der Druckerei des Armee- Verordnungss blattes eine Abſchrift des Erlasses dent„ Vorwärts" vorzeitig Staat als zentralisirtes Geschäft auf in die Hände gespielt worden sei. Gegen irgend eine bestimmte fassenden Weltanschauung nach den Einheitsstaat strebt, Person lag fein Verdacht vor; daher führten die Aften der Die sozialdemokratische Landtagsfrattion. und daß insbesondere die sächsischen National alsbald eingeleiteten Disziplinar- Untersuchung das Rubrum J. A.: August Kaden. Das„ Leipziger Tageblatt" höhnt, daß die Landes- liberalen offen und mit den gewaltthätigsten wider Unbekannt". Zur Ermittelung des Schuldigen requirirte Das Leipziger Tageblatt" höhnt, daß die Landes- revolutionären Mitteln die Annexion Sachsens der Minister auf grund der§§ 157-160 des Gerichts- Verfassungsverfammlung nicht schon auf nächste Woche berufen worden an Preußen, also die Entthronung des Hauses Gesetzes das Berliner Amtsgericht, und dieses lud sämmtliche ist. Der Hohn des„ Leipziger Tageblatt" zeigt, daß ihm Wettin erstrebt haben? Wit wohlfeilen Wigen, daß wir Redakteure und noch andere Angestellte des„ Vorwärts" zur Verder sofortige Zusammentritt erwünscht gewesen wäre, und Sozialdemokraten sicherlich keine Freunde der Monarchie nehmung als zeugen vor. das ist ein Wink für die Genossen, die etwa abweichender find, kommt man über diese fatale Thatsache nicht hinweg. welchem der Erlaß abgedruckt war, zuerst vernommen wurde, Dr. Braun, der als Redakteur des politischen Theils, in Meinung waren. Was den Feinden mißfällt, ist sicher in Gewiß, wir Sozialdemokraten sind Republikaner, aber protestirte gegen seine Bernehmung in dem Disziplinar- Ermitteunserem Interesse. Rasches Handeln, wo es nothwendig- wir haben noch keinen Landesverrath lungsverfahren, weil seines Erachtens ein solches auf grund der feine Ueberstürzung, wo es gilt einen wuchtigen Schlag zu geübt und noch keine Verschwörung gegen Strafprozeß Ordnung nicht statthaft war; er fügte sich aber führen. Nervöse Haft ist ein Zeichen der Schwäche; das den Bestand der Monarchie eingefädelt, wie das unter dieser Verwahrung dem Zwange, da ihm die Verhängung Bewußtsein der Kraft giebt Ruhe. sächsischen urkundlicher Maßen gethan haben. und insbesondere die der Haft drohte, und sagte aus, daß ihm die Person, durch welche der Redaktion eine Abschrift des Erlasses zugegangen war, unbekannt sei. " Schüßenstr. 1, am 26. Februar 1896. die Nationalliberalen, den # V Die Leipziger Volkszeitung" fordert uns auf, flipp und klar zu erklären, ob wir für sofortige Mandatsniederlegung sind. Das fofort", dächten wir, sei durch die Herren Nationalliberalen sehr unbequem ist: daß gerade welches das Feuer scheut, denn genau ein Jahr vorher hatte er Und auch die andere Thatsache steht fest, die den Er befand sich nämlich in der Rolle des gebrannten Kindes, Ex Exzellenz von Buttkamer in Mißkredit gekommen. Wir siejenigen Bevölkerungsklassen, die jetzt durch das in einem ganz gleichartigen Verfahren den Verluft seiner per sind für die Niederlegung aller sozialdemokratischen Man- sächsische Wahlrechts Attentat des bate, wenn das Wahlrechts- Attentat verübt ist Wahlrechtes be- sönlichen Freiheit zu beklagen, weil feine journalistische Ehre raubt werden und für politisch einflußlos erklärt werden ihn zur Verweigerung seines Zeugnisses zwang. Damals hatte der haben wir mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit im sollen, es gewesen sind, die in den 60er Jahren Vorwärts" einige vertrauliche Erlasse des Landraths von " Vorwärts" wiederholt ausgesprochen, und mündlich, im der nationalliberalen Annexionsverschwörung entgegen- Nieder- Barnim an die ihm untergebenen Behörden veröffentlicht, Streis nächftbetheiligter Genossen, schon ehe in der Leipziger gewirkt haben. Volkszeitung" davon die Rede war. Tas ist klipp und klar." das Daß die Niederlegung der Mandate aber nicht eine Frage von acht oder vierzehn Tagen ist, das hat die Sächsische Arbeiter- Zeitung", und das haben mit Aus nahme der Leipziger Boltszeitung" unseres Wissens " 66 99 Clotilde. -W Doch lassen wir das. Wie sagte doch der alte Goethe? Sebe jeder was er treibe, Gehe jeder wo er bleibe, Und wer steht daß er nicht falle. Die Sozialdemokratie steht fest. Friedrich erhielt keine Antwort mehr auf alle seine ( Nachbruck verboten.) Fragen, erfüllt von banger Bejorgniß wich er nicht von Hannen's Lager. Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Hanne fühlte sich sofort heimisch in diesem Raume, fie fezte sich aufs Copha und zu Friedrich sagte sie: ,, unfern Eingang jegne Gott!" Erhole Dich nun und mache es Dir bequem hier als Raftellansfrau," sagte Friedrich. 38. Trok aller Geheimhaltung verbreitete sich noch an demselben Abend wie ein Lauffeuer durch die Stadt die Schauerkunde von dem plötzlichen Tode der Brambach'schen Eheleute. Es hieß: Brambach habe sich und seine Frau er Die Oberin rieth indeß Hanne, sich sofort zu Bett schossen. zu legen. e Allerhand Vermuthungen wurden laut, aus welcher Da tam auch schon der Stiftsarzt. Er fand Hanne Ursache er dies gethan; den wahren Grund ahnte sehr entkräftet und krank, sie werde wohl auf längere Zeit man nicht. das Bett hüten müssen und nur bei sorgsamer Pflege Viele wollten das vorausgesehen haben, zu welchem werde Besserung und Genesung eintreten. Ende es führen müsse, wenn man wie Brambach alles mitmache und selbst soviel verbrauche. ,, Herr Doktor," sagte Friedrich ,,, meine Frau, meine Hanne will ich schon gut pflegen und alles daranseßen, daß sie ihre rothen Backen wieder bekommt." Hier ist es nobel! Hier wohnt sich's wieder gemüthlich," sagte Friedrich, als sie allein waren. Welche Wohlthat, frei aufzuathmen nach dreijähriger Gefangenschaft im feuchten Kerfer; und nun wirst Du frant!" und der Landrath des Kreises, welcher von der Ansicht ausging, nur ein ihm unterstellter Beamter könnte dem Blatte die Schriftstücke mitgetheilt haben, hatte ein Disziplinarverfahren ,, wider Unbekannt" eröffnet und das Berliner Amtsgericht zur Vernehmung Braun's requirirt. Braun hatte seine Aussagen verweigert und war deshalb in 3wangshaft genommen worden, und das Landgericht hatte seine gegen den Haftbeschluß erhobene Beschwerde zurückgewiesen. Mann habe seinen Bankrott heraufbeschworen. Es sei ihm nicht wohl an dem Abende gewesen und nicht fidel erschienen, wo es nicht dazu gekommen, daß er Champagner zum besten gegeben habe. Verschiedene, die wohl ihr Gutes dabei genossen, bes dauerten Brambach, er sei ein. Lebemann gewesen, der nie filzig und berechnend war, der vielmehr als nobler Ges sellschafter auch andere dazu veranlaßte, das Geld, wie er, unter die Leute zu bringen. Für alle die neidischen und hämischen Menschen, die nur am Mißgeschick anderer sich freuen und warten, daß wieder einer zu grunde gegangen oder die Zahlungen eingestellt, war dieser Fall ein willkommener, er gab Stoff zur Schadenfreude und zu Klatschereien. Triumphirend zogen sie von Haus zu Haus und fagten hämisch und frech zu jedem: Wissen Sie das Neueste schon? Auch Brambach ist taput, ist pleite, ihn und seine schöne Frau hat das Großthun umgebracht. Im allgemeinen war der Eindruck, den die Schreckens botschaft hervorrief, doch ein tiefernster. Er erzeugte auch Bestürzung und Niedergeschlagenheit bei leichtsinnigen Zecha brüdern. Andere, besonders die Weiber, gaben seiner Frau die Schuld, sie habe ihn durch ihre Buzsucht und Vornehmthuerei Wir wollen es hoffen", erwiderte der Doktor, lassen ruinirt und bei einem häuslichen Zwift sei der Mann zum Sie die Kranke nicht allein, die Arzenei, welche ich hier Aeußersten wohl gedrängt worden. Man rechnete es ihr ausgeschrieben, wird Ihnen die Wärterin bringen." nach, daß sie jeden Monat einen Gesellschaftsabend gegeben und allwöchentlich das Damenkränzchen bei sich abgehalten habe. Mancher fühlte sich getroffen und sah eine Warnung Besonders diejenigen, welche dabei gewesen waren und denen darin. das Essen und Trinken immer gut geschmeckt hatte, fanden jetzt, Mancher zog daraus die große Lehre: dahin kann es daß Georgine Brambach viel zu verschwenderisch gewirthschaftet kommen, wenn man zu hoch hinans will, zu flott lebt, zu habe. Es war immer alles gut und in Menge dagewesen. oft Gesellschaften giebt und hochmüthig auf Aermere herab= Ja bei jeder derartigen Gelegenheit habe Frau Brambach blickt. immer einen anderen Anzug und stets etwas Neues getragen, Am anderen Morgen erschien die Brambach'sche nur um sich zu zeigen und die anderen Frauen in den Landeszeitung" mit einem breiten schwarzen Trauers Schatten zu ftellen und zu ärgern. rande. Allen Freunden und Lesern brachte sie die tiefbetrübende Kunde, daß der langjährige Eigenthümer worden. Hanne, die lebensfrohe Hanne war sehr einfilbig ge" Ach, Friedrich!" sagte sie kleinlaut, indem sie ihm ihre Hand aus dem Bette entgegenstreckte, wenn mich der Gedanke nicht gesund macht, daß wir nun für schuldlos gelten, dann hilft mir keine andere Arzenei." Hanne!" Einige vertheidigten wieder die Frau und sagten, ihr Er hatte in seiner Beschwerde geltend gemacht, der§ 157 des <Äerichls-Verfassnngs-Ges etzcs bestimme nur, daß die Gerichte sich m bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und in Strafsachen Rechts- Hilfe zu leisten haben. Danach erscheine seine gerichtliche Ver» nehmung als Zeuge auf Requisition des Landraths, zumal in einem Disziplinarverfahren, nicht zulässig. Und er hatte ferner darauf hingewiesen, daß die Ausdehnung der lediglich für Straf- Prozesse giltigen Bestimmungen über die Zwangshaft aus ein Disziplinarverfahren gar nicht zu rechtfertigen sei. Bezüglich des ersten Punktes wird man ihm vielleicht nicht beipflichten können, da die Frage, ob nicht blos Gerichte unter einander, sondern auch Gerichte und Verwaltungsbehörden sich gegenseitig Rechtshilfe leisten sollen, im öffentlichen Interesse wohl zu bejahen sein wird. Hinsichtlich des zweiten Punktes aber liegt die Sache doch ganz anders. Die Bestimmungen über den Zeugnißzwang finden sich im Z 69 St.-P.-O. Dort heißt es im zweiten Absätze:„Es kann zur Erzwingung des Zeugnisses die Hast angeordnet werden, jedoch nicht über die Zeil der Beendigung des Verfahrens in der Instanz, auch nicht über die Zeit von sechs Monaten, und bei Ueberlretungen nicht über die Zeit von sechs Wochen hinaus."— Die Zwangshaft ist also nach der Schwere der Strafthat, über die der widerspenstige Zeuge vernommen werden soll, abgestuft; bei Verbrechen und Vergehen, die mit dem Tode, mit Zuchthaus, mit Gefängniß oder mit Geldstrafe von mehr als 159 M. be- straft werden, beträgt ihr höchstes Maß sechs Monate, bei Ueber- tretungen, auf denen nur Hast- oder geringere Geldstrafen stehen. sechs Wochen. Daraus ist klar und deutlich der Wille des Gesetzgebers er- sichtlich, ein Mißverhältniß zwischen der Strafe des Zeugen und der möglichen Strafe des Delinquenten zu vermeiden. Es ist deshalb für den beschränkten Unlerthanenverstand, soweit er sich mit dem gesunden Menschenverstände ideutifizirt, schlechterdings unbegreiflich, wie das Zeugniß.ZwangSverfahren, insonderheit die Vcrhängung der Zwangshast, auf ein Disziplinarverfahren aus- gedehnt werden kann, wo überhaupt nicht strafbare Handlungen im Sinne des Strafgesetzbuches vorliegen, und wo in keinem Falle auf eine Freiheitsstrafe erkannt werden kann. Allein das Berliner Landgericht hat den Einwand Dr. Braun'S für unzutreffend erklärt und seine Beschwerde zurück- gewiesen. Und da diese fZurückweisung auf analogen Ent- scheidungen des Kammergerichts, des höchsten Gerichtshofes in Strafsachen, soweit sie nach preußischen Landesgesetzen zu be- urtheilen sind, fußt, so ist sie für das Königreich Preußen sum- mum jus. Dem Betroffenen aber konnte sie wohl als summa injuria erscheinen, wenn er sich daran erinnerte, wie einst die über. wiegende Mehrheit des gesetzgebenden Körpers sich zu der Frage der Zeugnißverweigerung seitens der Zeilungsredakteure gestellt hatte. Bei der zweiten Berathung der Strafprozeß-Ordnung hatte der Reichstag in großer Majorität sich für folgende Bestimmung entschieden:„Wird der Gegenstand einer Strafverfolgung durch den Inhalt einer periodischen Druckschrift gebildet, für welche nach§ 20 Abs. 2 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 der verantwortliche Redakteur als Thäter haftet, so sind Verleger, Redakteur und Drucker, sowie deren zur Herstellung der Druckschrift verwendetes Hilfspersonal berechtigt, das Zeugniß über die Person des Verfassers und Einsenders zu verweigern." Zwischen der zweiten und dritten Lesung machten sich jedoch von feiten der Regierung Einflüsse geltend, die diese Bestimmung zu Falle brachten. Wären damals die Volksvertreter steifnackiger gewesen, so hätte der Entwurf Gesetzeskraft erlangen müssen, und dann wäre in einem solchen Falle, wie der vorliegende, die Maß- regelung eines Zeugen nicht einmal- im ordentlichen Straf- verfahren möglich gewesen, geschweige denn im Disziplinar- verfahren. Es scheint uns geboten, noch auf eine Möglichkeit hinzuweisen, die eine recht bedenkliche Perspektive eröffnet. Wenn man auf dem betreteneu Wege weiter wandelt, er- scheint eS nicht ausgeschlossen, daß man eines Tages auch dann. wenn ein Verdacht gegen eine bestimmte Person in solch' einem ? falle vorliegt, das Disziplinarverfahren„wider Unbekannt" ein- eitel und den muthmaßlichen Thäter selber als Zeugen vorladet, nur zu dem Zweck, um ihn in eine Zwangslage zu bringe», in die er niemals kommen könnte, wen» er als Beschuldigler ver- nommen würde. Denn als Zeuge müßte er dann seine Aussage unter Hinweis auf den Umstand verweigern, daß er sich durch die wahrheitsgetreue Beantwortung der ihm vorgelegten Fragen selbst einer strafbaren Handlung bezichtigen und einer Straf- Verfolgung aussetzen würde. Und durch diese Begründung seiner Zeugnißverweigerung würde er sich selber ausliefern. Würde nicht das Verfahren eines Richters, der einen Zeugen mit Kenntniß des gegen ihn vorliegenden Verdachtes i» dieser Weise inquirirte, an den Thatbestand des Z 343 St.-G.-B. streifen? Dieser Paragraph bestimmt, daß ein Beamter, welcher in einer Untersuchung Zwangsmittel anwendet, um Geständnisse oder Aussagen zu erpressen, mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren bestraft wird. Man sieht daraus, wohin man noch gerathen kann, wenn und geschickte Leiter dieses Blattes, Herr Kommerzienrath, Ritter:c. Heinrich Brambach, sowie seine Gattin gestern plötzlich verstorben wären. Diese erschütternde Nach- richt sei um so mehr geeignet, allseilig Bedauern und Theil- nähme zu erwecken, als die Verblichenen sich eines weiten Bekanntenkreises und allgemeiner Beliebheit erfreuten, sich daher ein reges Beileid und stetes Andenken gesichert hätten. Dieser fettgedruckten Todesanzeige folgte in begeisterten Worten eine ehrenvolle Anerkennung der Verdienste Bram- bach's. Von wem kamen diese Worte? Der Mann, den Brambach in seiner letzten Lebens- stunde beleidigt und fortgejagt, Eichwald, widmete seinem ehemaligen Freunde einen warmen Nachruf; der also lautete: Dem verstorbenen Heinrich Brambach muß jeder zum Ruhme nachsagen: er war ein ausgezeichneter Geschäftsmann mit weitem Blick und zielbewußt. Er ver- stand sein Fach nicht nur aus dem Grunde, er hatte sich darin bis zu hoher Kunstfertigkeit empor- geschwungen, seine Schöpfungen und Erzeugnisse hatten Ruf, sein Name war weit über die Grenzen seines Vaterlandes vorgedrungen und wurde überall rühmend genannt. Unterstützt durch den feinen Geschmack seiner hochgebildeten Frau, ersann er Verbesserungen auf dem Gebiete des Kunstdrucks, die tonangebend wurden. Er verfolgte seine weit angelegten Pläne mit eiserner Kon- sequenz. Er war Egoist, aber sein Personal verliert in ihm ein thätiges, streng aus Ordnung haltendes, an Wissen reiches Vorbild. In der letzten Zeit litt er oft an Anwandlungen krank- hafter Erregung. Er starb früh. Für seine Fachgenossen wird er als bahnbrechender, schöpferischer Geist noch lange fortleben." Diese Worte der Anerkennung waren um so schwer- wiegender, als sie von einem Manne herrührten, der nur zu oft die Launen und Schwächen in verletzender Art gefühlt von dem, dessen Verdienste er hier verherrlichte. Sie zeigten aber den gerechten, edlen Charakter Eich- wald's im schönsten Lichte. (Fortsetzung folgt.) man die letzten Konsequenzen zieht. Gebe Gott, daß wir zu schwarz sehen! Dr. Braun hat diesmal die Zwangshaft nicht zu kosten brauchen, da er mit gutem Gewissen bekunden konnte, daß er den Thäter nicht kenne. Dafür ist er, nachdem derselbe entdeckt war, schnell noch in den Verdacht des Meineids gekommen und deshalb in der vergangenen Woche verhaftet worden. Doch scheint der Verdacht auf sehr schwachen Füßen gestanden zu haben, denn, wie wir eingangs mittheilten, ist der Haftbefehl bereits wieder aufgehoben worden, ohne daß man die von Braun angebotene Kaution, obwohl er Ausländer ist, angenommen hat. Das ganze Verfahren giebt indeß zu denken. Jeder Ne- dakteur wird sich sürderhin mit dem Gedanken vertraut machen müssen, gegebenenfalls vor der Alternative zu stehen, entweder ein Lump, oder ein Gefangener zu sein, und zwar— Von Rechts wegen._ pottkifche Aebevstchk. Berlin, 27. Februar. Die Wnhlrechts-Attentäter in Sachsen sollten sich die letzte Rede des österreichischen Ministerpräsidenten Graf B a d e n i hinter den Spiegel stecken. Derselbe er- klärte gestern im Ausschuß des Reichsraths über die Wahlreform-Vorlage: „Nach eigener Ansicht der Negierung „haben die bisher Nichtwahlberechtigten „einen Anspruch aus Ertheilung des „Wah l rechts." Mit der Art, wie Graf Badem diesen Anspruch zu be- friedigen sucht, haben wir es hier nicht zu thun; aber er erkennt doch das Recht an. Und während der erste Minister Oesterreichs das Recht der Nichtwahlbercchtigten auf Ertheilung des Wahlrechts ausdrücklich anerkennt, ist die Regierung des politisch und wirthschaftlich höchstentwickelten Staates in Deutschland darauf bedacht, der Mehrzahl der bisher Wahlberechtigten das Wahlrecht thatsächlich zu nehmen. Dieser Kontrast zeigt recht deutlich, wie der Kampf gegen die Sozialdemokratie ein Kämpft st gegen die Kultur.— Die sächsische sozialdemokratische Landtags- f;raktio» beruft zum 7. und 8. April die diesjährige andesversammlnng nach Dresden ein.(Siehe auch Leit- artikel.) Bis zum Zusammentritt der Landesversammlung wird im Landtage das Wahlgesetz durchgepeitscht sein und die Genossen im Lande haben bis dahin auch Zeit, sich darüber klar zu werden, was nun zu geschehen habe. Unser Leipziger Bruderorgan ist über die vermeintlich ver- spätste Berufung der Landesverfammlnng sehr ungehalten und es ruft der Landtags-Fraktion zu: „Mach: Euren Beschluß, die Landesversammlung erst auf den 7. und 8. April einzuberufen, rückgängig, beruft sofort eine außerordentliche Konferenz ein und erklärt, daß Ihr Eure Mandate sofort bei Annahme des Gesetzes niederlegen werdet!" Wir gestehen, daß wir die Aufregung unserer Leipziger Freunde nicht begreifen. Getreu dem in der Partei von jeher hoch gehaltenen Grundsatze, daß zur Entscheidung in wichtigen Fragen möglichst alle Betheiligten herangezogen werden müßten, erscheint es uns selbstverständlich, daß die Frage, ob Mandatsniederlegung oder nicht, nicht einseitig durch die Fraktion oder durch eine aä boo berufene Kon- ferenz entschieden werde. Diese Frage geht die Gesammt- partci an und das entscheidende Wort in der Sache hat die Landesversammlung zu sprechen. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, erscheint uns nicht zweifelhaft, und unsere eigene Meinung haben wir ja auch schon deutlich genug ausgesprochen, aber irgend etwas zu überstürzen, dazu liegt gar kein Anlaß vor. Die Partei darf nicht mit Theater- Effekten rechnen, sondern sie muß planvoll und zielbewußt handeln. Dazu gehört aber vor allem Geschlossenheit und Einigkeit; diese um der Vorliebe für Knalleffekte willen stören, wäre unverantwortlich. Vorläufig heißt es noch alle Kraft zur Bekämpfung der Vorlage zusammen- fassen, tritt dieselbe aber— was ja sicher scheint— trotz- dem in's Leben, dann ist unsere Kampfeslinie neu zu for- miren, und daß dies in einer Weise geschieht, die der Partei zum Nutzen, unseren Gegnern aber zum Verderben dienen wird, dafür bürgt uns die altbewährte Tüchtigkeit unserer sächsischen Freunde.— Das französische Ministerium wird von einigen Zeitungen hartnäckig für ein sozialistisches erklärt und zwar aus grnnd der Aeußerung des Ministers Mesurcur in Chalons, daß das Kabinet ein radikal- sozialistisches sei. Auch die„Vossische Zeitung", die sonst auf dem Gebiete der auswärtigen Politik� gut Bescheid weiß, ist durch ihren Rothkoller zu diesem Jrrthum verleitet worden.„Radikal- sozialistisch" nennen sich in Frankreich seit den Wahlen des ahres 1889 die radikalen Republikaner, die mit den pportunisten nicht verwechselt sein wollen. Diese radikal- sozialistischen Republikaner, zu denen auch Bourgeois nebst seinen Kollegen von jeher gehört haben, unterscheiden sich streng von den Sozialisten, mit deren parlamentarischer Gruppe in der Kammer sie nie etwas zu thun gehabt haben. Die Radikal- Sozialisten haben im Gegentheil bei jeder Gelegenheit betont— wie das auch Bourgeois und die übrigen Kabinetsmitglieder, Mesureur eingeschlossen, betont haben—, daß sie aus dem Boden der bürgerlichen Gesellschaftsordnung stehen. Das hindert jedoch nicht, daß alle ehrlichen radikal- sozialistischen Republikaner mit Nothwendigkeit durch die Entwickelung der Dinge zum Sozialismus hingedrängt werden, denn der Sozialismus allein kann die Lebens- bcdingungen schaffen für eine demokratische Regierung und für eine ehrliche Republik— wir nehmen das Wort in seinem wörtlichen Sinn— eine Republik, in der nicht die Spitzbuben herrschen, sondern die ehrlichen Leute.— Italien. In wenigen Tagen soll das Parlament wieder zusammentreten. Crispi hatte für diesen Zeitpunkt ganz bestimmt glänzende Waffenerfolge in Afrika erwartet, mit deren Hilfe er sich, um den klassisch gewordenen Aus- druck zu gebrauchen, vor der Kammer und dem Lande mit Gott durchzulügen gedachte. Allein es ist anders gekommen. Die Waffenerfolge sind aus- geblieben— schwere Niederlagen haben die italienische Expeditionsarmce heimgesucht, deren Rest in der Gefahr j vollständiger Vernichtung schwebt. General Baratieri ist in vollem Rückzug. Im Dezember stand er 463 Kilometer von Massauah, d. h. vom Meer, nach den letzten Berichten war er nur noch 216 Kilometer davon entfernt. Das ganze dazwischen liegende Land mußte den Abessy. niern, den ursprünglichen Herren, preisgegeben werden; und Baratieri wird von Glück sagen können, wenn er die Küste erreicht. Jetzt erst, wo es wahrscheinlich schon zu spät ist, be« ginnt Crispi, der Italien mit bodenlosem Leichtsinn in dieses Abenteuer gestürzt hat, die ungeheuere Größe der Aufgabe und den furchtbaren Ernst der Lage zu ahnen. Nun sollen mit einein Mal 50 0Q0 Mann ausgerüstet und nach Afrika geworfen werden. Aber das kostet ja viele, viele Millionen. Und werden die SO 000 Mann noch zur rechten Zeit eintreffen? Und wenn, was dann? Die Abessynier und Schoaner haben so bedeutende militärische Hilfsquellen; Klima und Terrain bieten der Vertheidigung solche Vortheile, daß sie selbst im Fall einer Niederlage im offenen Feld, den Krieg auf Jahre hinausziehen können. Woher aber die nöchigen Gelder nehmen? Italien ist lange am Rande des Bänke- rotts— auch bei günstigstem Ausgange bedeutet dieser Krieg den finanziellen Ruin Italiens. Und bei ungünstigem Ausgang ist die Katastrophe unübersehbar. In Italien ist die Auf- regung fieberhaft. Tie wachsende Roth treibt die Massen mehr und mehr in das Lager der Sozialdemokratie und bald wird es besserer Nerven bedürfen, als der eisenstirnige Crispi sie hat, um dem frivol von ihm entfesselten Sturm Trotz bieten zu können.— Deutsches Reich. — Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sitzung dem Ansschußantrag betreffend den Handel mit denaturirtem Branntwein sowie dem Ausschußautrag zu dem Antrage Preußens betreffend die Regelung der Arbeitsverhältnisse in Bäckereien undKonditoreien dieZustimmung ertheilt.— —„Praxis und Theorie in der Politik", so überschreibt die„Post" ihre gewundene Antwort aus den offenen Bries des Professors Delbrück an Herrn Stumm über die Au- griffe der Freikonservativen auf das allgemeine Wahlrecht. Das würdige Blatt sucht sich um die gestellten Fragen herumzudrücken, es gesteht blos ein, daß nunmehr ernste Zweifel in der frei- konservativen Partei entstanden sind,„ob die Voraussetzimgeu. unter denen über die gegen dasselbe hinsichtlich seiner sachlichen Richtigkeit bestehenden Bedenken hinweggesehen werden kann, noch vorhanden sind". Dann schreibt das Blatt: „Die Zunahme der Degeneration der Wähler, der Kandidaten und der Wahlen und das damit zusammenhängende Sinken des Niveaus der parla- mentarischen Thätigkeit mit den zerrissenen parlamentari- schen Parteien, die Z u r ü ck d r ä u g u n g des Einflusses der gebildeten und von selbstlosem Patriotismus be- seelten Elemente unseres Volkes gegenüber denen, welche lediglich und meist in der gewissenlosesten Weise die größten materielle» Interessen und Leiden- s ch a f t e n nähren, die tiefe Zerklüftung der Wählerschaft. welche sich in immer stärkerem Maße als der Rückstand jeder Reichstags-Wahl ergiebt und schließlich das Hervortreten eines scharfen Klassengegensatzes zwischen den großen urtheils- losen Massen und der besitzenden und gebil- deten Minderheit sind Wirkungen des Reichs- Wahlrechts, welche nur derjenige nicht sieht, welcher den Vorgängen des politischen Lebens fern steht und sie nur auS dem Wolkenkuckucksheim der Gelehrtenwelt betrachtet......" „Es kommt aber noch ein zweites Moment hinzu. Wie die Sozialisten einen in Wirklichkeit nicht vorhandenen Gegensatz von Arbeit und Kapital annehmen. weil sie die geistige Arbeit, welche der Erwerb und die Erhaltung gröberen Besitzes bedingt. als solche nicht auerkennen, so wird völlig willkürlich ein Gegensatz zwischen Besitz und Bildung konstruirt, in dem letztere als Monopol der Gelehrtenwelt, insbesondere der an den Hoch- schulen thätigen Gelehrtenwelt angesehen wird." Wir glauben durch Hervorhebung einiger Stellen durch ge- sperrten Druck uns jede weitere Kritik dieser Auseinandersetzungen des Organs der Stumm und Kardorff ersparen zu können.— — Auf dem christlich-sozialen Parteitage wurde folgende Resolution des Grafen Solms-Laubach gefaßt: 1. Wir billigen den nach Lage der Sache unvermeidlichen Austritt Stöcker's aus der konservativen Partei. 2. Wir konstituiren unS hiermit zu einer selbständigen christlich- sozialen Partei und bestätigen das Eisenacher Programm vom 6. Juni 1395. Wir bekämpfen nach wie vor jede konservative Richtung, die der Politik der Mittel- Parteien grundsatzwidrige Konzessionen macht, ebenso wie einen Konservatismus, der einseitig die materiellen Jnter- essen vertritt. 3. Wir erstreben auch in Zukunft eine größere ökonomische Gleichstellung von Reich und Arm und die gesetzliche Unleistützung der Bestrebungen der wirthschaftlich Schwächeren. Aber wir verwerfen radikale Theorien, welche die absolute ökonomische Gleichheit aller verrreten. Ebenso bekämpfen wir die Machtentfallung übergroßer Vermögen. insofern sie die Freiheit der Staaten oder die Wohlfahrt des Volkes gefährden.. 4. Wir erachten den Kampsi unter der Fahne de? wahren lebendigen Christenrhums als den einzigen stegverheißenden gegen die Mächte des Umsturzes. Den Kampf gegen diesen nimmt die christlich- soziale Partei mit aller Kraft auf.— Auch die vom Pastor Wahl gestellte Resolution wurde mit allen gegen drei Stimmen angenommen: „Die heule in Frankfurt a. M. u. s. w. erklären, daß ihnen ein politisches Zusammengehen mit der sogenannten jüngeren christlich-sozialen Richtung trotz mancherlei innerer Berührungspunkte schon deshalb nicht möglich ist, weil ihnen kein klares Programm jener Richtung gegenüber« steht." Ueber die Organisation der Partei referirte Hofprediger Stöcker. Er empfahl, eine Partei über das ganze Reich zu bilden und lokale wie staatliche oder provinzielle Mitgliedschaften zu organisiren. Als Ehrenpräsident wurde Geh. Reg.-Rath Prof. Dr. Adols Wagner-Berlin gewählt. Der erste Präsident ist Hof- Prediger a. D. Stöcker, der zweite Gras Solms-Laubach. Reichstags-Abgeordneter Prof. Hüpede», P. Weruer-Beckendors, Dr. Burckhardi-Barmen und Schneidermeister Willenbrock-DreSden bilden mit dem Recht der Zuwahl den Vorstand.— — Der„Bund der Landwirthe" berichtigt. Auf vorgedrucklen Formularen, denn der„Bund der Landwirthe" scheint den Gebrauch und Mißbrauch des§ 11 des Preßgesetzes im großen zu betreiben, sendet uns der Direktor des„Bundes der Landwirthe" folgende zwei Berichtigungen: 1. In dem„Vorwärts" vom 13. Februar 1396 findet sich die Behauptung, daß ich eine Beleidigungsklage gegen den Pfarrer Caesar in Wiesenthal angestrengt habe, weil derselbe in einer Wahlversammlung sagte, der„Bund der Landwirthe" arbeite mit Lug und Trug, sowie ferner, daß der von mir angestrengte Prozeß in zwei Instanzen zu nieinen Ungunsten entschieden worden sei und daß ich nunmehr die entstandenen Kosten zu zahlen habe. Demgegenüber erkläre ich: Es ist unwahr, daß ich eine Beleidigungsklage gegen den Pfarrer Caesar in Wiesenthal überhaupt angestrengt habe. II. In dem Bericht des„Vorwärts" vom 19. Februar 189« über die Generalversammlung des„Bundes der Landwirthe" findet sich die Behauptung: 1. daß, während der„Bnnd der Landwirthe" 189 000� Mit- glieder zählen solle, die Auflage des obligatorisch ein- geführten Bundes-Wochenblattes nur IMOtXZ Stück betrage; 2. daß der„Bund der Landwirthe" seinen Mitgliedern im vergangenen Jahre für mehr als 700 000 M. Düngemittel vermittelt habe. Demgegenüber habe ich zu erklären: »ä 1. Es ist unwahr, daß das Bundes-Wochenblatt obligatorisch eingeführt ist. Dasselbe erhalten nur die mindestens 2 M. Jahresbeitrag zahlenden Mitglieder. Einen Rückschluß von der Höhe der Auflage des Bundes-Wochenblattes aus die Zahl der Mitglieder zu ziehen ist daher unrichtig. aä 2. Nach dem von Herrn Reichstagsstenographen Cohnen gefertigten stenographischen Bericht über die Verhandlungen wahrend der Generalversammlung habe ich wörtlich folgendes gesagt: „Es wurde an Düngemitteln im letzten Jahre vermittelt mehr als 700 000 Zentner, also eine viertel Million mehr als im vergangenen Jahre." — Zum Essener Meineids-Prozeß wird der „Rheinisch-Westfälischen Arbeiter-Zeitung" aus Herne berichtet: Bergmann Thiel von hier, der einzige Angeklagte, bei welchem in dem bekannten Meineidsprozeß Schröder und Genossen fahr- lässiger Meineid angenommen wurde, ist nach überstandener sechs- monatiger Gefängnißstrafe aus dem Gefängniß zu Siegburg ent- lassen worden. Thiel bleibt dabei, damals die Wahrheit beschworen zu haben, und, falls er zu dem Prozeß des Redakteurs Hofrichter in Köln als Zeuge geladen werde, dann könnt« er, wollte er nicht die Unwahrheit sagen und meineidig werden, nichts anderes bekunden, als was er seinerzeit beim Essener Prozeß unter Eid ausgesagt, selbst wenn ihm da» durch aufs neue schwere Zuchthaus st rase drohe.— Hamburg, 27. Februar.(Eig. Bericht.) Ueber 20 000 Per- sone» proteftlrten gestern Abend in 16 großen Versammlungen im Hamburger Staalsgebiet gegen die Hamburger Verschleppungs- Politik und die Rechtlosigkeit der arbeitenden Klassen im Ham- durger Staatswesen. Eine dahingehende Resolution wurde überall unter stürmischem Beifall angenommen. Oesterreich. Wien, 26. Februar. Im Ausschuß für die Wahl- reform vorläge führte Ministerpräsident Graf B a d e n i ans, er müsse großes Gewicht darauf legen, daß die Wahl- resorm thunlichst gefördert, eventuell in möglichst kurzer Zeit zu stände gebracht werde. Eine rasche Erledigung liege nicht so sehr im Interesse der Regierung, als des Staates. des Hauses, der Parteien und der Bevölkerung. Daß die Vorlage schwache Seiten habe, sei schon in der ersten Debatte im Abgeordnetenhause zugegeben worden und er mache ausdrücklich auf dieselben aufmerksam. In den erläuternden Bemerkungen zu der Vorlage sei ebenfalls darauf hingewiesen worden. Sein heutiges Eingreisen in die Debatte bezwecke den Stand der Dinge zu präzisiren. Be- stehende Interessen würden durch die Vor- läge nicht geschädigt. Andererseits habe eine Er- Weiterung des Wahlrechts nicht nur wegen der früheren Regierungsvorlagen nöthig geschienen, sondern auch des- halb, weil nach der eigenen Ansicht der Regierung that- sächlich ein Anspruch der bisher Richt-Wahl- berechtigten aus Gewährung desWahlrechts vor- h a n d e n s e i. Tie Vorlage sei derartig abgefaßt, daß man mittels derselben der Gefahr entgehen dürste, das allgemeine Wahlrecht zu einer unpassenden Zeit einführen zu müsse n. Keine Partei brauche durch Annahme der Vorlage von ihren Grundsätzen etwas Wesentliches preiszugeben. Gegenüber Amendements werde die Regierung wohlwollendes Entgegenkommen beweisen, sofern dieselben sich innerhalb gewisser Grenzen bewegte». Ueber die festgesetzte Erweiterung des Kreises der Wahlberechtigten werde die Regierung nicht hinausgehen, auch wolle sie keinen Schritt in ent- gegengesetztem Sinne gehen. In bezug auf das direkte oder indirekte Wahlrecht müsse die Entscheidung den Landtagen überlassen bleiben. Graf Badeni wiederholte nochmals dringend den Wunsch, das Haus möge die Frage in kürze st er Frist erledigen. Vor der Rede des Ministerpräsidenten hatte der jung- ezechische Abgeordnete Brzorad Uebergang zur Tages- ordnung über die Regierungsvorlage und Annahme des Antrages Slavik aus ein all- gemeines Wahlrecht beantragt. Abg. Romanczuk befürwortete einen Antrag Bareulher. betreffend W a h l m i ß- b r ä u ch e. Abg. Bauer wünschte Feststellung einer qualifizirten Majorität für weitere Aenderungen der Wahlordnung in den Kurien der Landgemeinden und Städte. Abg. Depauli verlangte Herab- setzung des Zensus. Nach der Rede des Ministerpräsidenten sprach Abg. Goch. Hierauf wurde die Generaldebalte geschlossen. Abg. Serenyi trat für eine Minoritätsvertretung ein. Abg. Lupul begrüßte die Wahrung der Individualität der Länder als einen Vorzug der Vorlage. Nächste Sitzung Freitag.— Wien, 27. Februar.(Abgeordnetenhaus.) Der A ck e r b a u m i n i st e r Gras v. Ledebur-Wicheln brachte einen Gesetzentwurf ein betr. die Errichtung von BerusS- genosfenschaften der Landwirthe.— Frankreich. — Gegen die Einkomniensteuer, also gegen die Regiernng erklärte sich der Präsident der Budgetkommission, Cachery, in seiner Ansprache zur Eröffnung der Kommissions- Verhandlung. Er will nichts wissen von„Schnüffelei in die Vermögensverhältniffe", nichts von„Ungleichheit der Bürger"». Die„Ungleichheit" soll darin bestehen, daß die Retchen mehr Stenern auf das Hundert des Einkommens bezahlen sollen als die Armen. Die Herren Geldsäcke scheinen das Wort„Gleich- heit" eben so schamlos mißbrauchen zu wollen, wie sie ein halbes Jahrhundert lang und mehr das Wort„Freiheit" miß- braucht haben. Die Regierung läßt sich übrigens durch derartige Dcmon- strationen nicht aus der Fassung bringen. Die Reform- bewegung gegen den Senat ist im Wachsen und durch den ernsthaslen Versuch, endlich einmal den Schmutz aus dem Staate herauszuschaffen, hat die Regierung sich solch« Sympathien im Land erworben, daß eS den Herrn Panamisten aller Art nicht so leicht werden wird, sie zu stürzen. Muß doch sogar die„Kreuz-Zeitung" heute in ihrem Slbend- Leitartikel zugeben, daß das radikale Ministerium(sie sagt:„das s o z i a l i st i s ch e") sich verdient gemacht habe um die Sache der öffentlichen Moral.— — Präsident Faure wird eine Reise durch Frankreich machen. Die Reaktionäre fürchten, er werde im Lande gegen sie agitiren.— — Der Arton-Prozeß wirst seine Schatten voraus. Di« Untersuchung darüber, warum Arton so lange nicht ver- haftet ward, scheint greisbare Resultate ergeben zu haben. Namentlich scheint der Ex-Minister Ribot arg kompromittirt.— Belgien. —„Gegen die Blutsteuer", da? heißt gegen die Konskription und den Militarismus fand am Sonntag in Brüssel vom„Maison du Peuple"(Volkshans) ausgehend eine imposante Demonstration statt, an der sich über 12 000 Menschen: Männer und Frauen— auch eine beträchtliche Zahl von Rekruten— be- theiligten. Nach Ansprachen im Maison du Peuple bewegte sich der Zug, die sozialistischen Abgeordneten und die Redaltion des „Peuple" an der Spitze, durch die Stadt. Rothe Fahnen mit bezeichnenden Inschriften:„Nieder mit den Kriegen!"„Wenn der Kapitalismus gefallen, dann ist Friede!"„Nieder mit der Blntsteuer!" u. f. w. belehrten das Volk über den Zweck der Kundgebung. Die Polizei machte keine Hindernisse, und so ver- lies alles in Ruhe und Ordnung.— England. — G o s ch e n, der erste Lord der Admiralität, hielt gestern im Unionistenklub eine Rede, aus der folgender Passus von Interesse für uns ist: Einige Streitfragen seien noch unerledigt geblieben. Ohne diplomatische Geheimnisse zu verrathen, könne er erwähnen, daß ein hochbedeutender deutscher Staatsmann, jedoch nicht etwa Fürst Bismarck, in vergangenen Jahren überzeugt gewesen sei, England werde es niemals wagen, seineJnteressen im Auslande mit Gewalt zn schützen, und könne zu Kriegsoperationen nur durch einen Angriff auf das Zentrum seiner Interessen in England selbst gezwungen werden. Einer gesährlicheren Täuschung habe sich noch nie ein verantwortlicher Staatsmann hingegeben; er hoffe indessen, daß mit dieser Ansicht gebrochen sei und daß denjenigen, welche eine ähnliche Anschauung hätten, durch die jüngsten Ereignisse der Jrrthum benommen sei. Die Beziehungen der englischen Regierung zum deutschen Kaiser seien so herzlich, wie sie im gegenwärtigen Zeitpunkte nur sein könnten, und sie würden beiderseits ausrecht erhalten von Männern, die sich dessen bewußt wären, daß jeder einzelne seine eigenen Rechte und Interessen vertheidigen müsse. Bezüglich der Sonderstellung Englands, erklärte Redner, England würde mit Freuden in ver- schieden« Gruppen der fremden Mächte aufgenommen werden, es sei indessen nicht willens, die verlangte ausschließliche Hingabe zu gewähren. Deshalb sei man etwas ärgerlich über England; man habe den Versuch gemacht, England zum Anschluß an eine Gruppe von Mächten zu bewegen. England habe aber dem Bestreben, es zu fangen, widerstanden und dadurch Erbitterung hervorgerufen. Tie Sonderstellung Englands beruhe nicht aus der Schwäche. sondern auf der Freiheit des Handelns. Redner schloß, indem er der Freude darüber Ausdruck gab, daß das ganze Land durch die! jüngsten Ereignisse von der Nothwendigkeit überzeugt sei, Maßregeln bezüglich der Flotte zu treffen, welche die Wirksam- keit des Auswärtigen Amtes verstärken und das Land besähizen würden, jeder Eventualität, die sich etwa zeigen möchte, zu be- gegnen. Wer der„hochbedeutende deutsche Staatsmann" wohl ist? Doch nicht Herr von Marschall. Dieser hat bisher keinen Grund gegeben, ihm ein« solche Dummheit zuzutrauen.— London, 27. Februar. Bei der Wahl in Lichfield wurde der Radikale Warner mit 4483 Stimmen gegen den Unionisten Darwin mit 8955 Stimmen gewählt. Warner tritt an Stelle des Radi- kalen Fulsord, dessen Wahl, welche im vorigen Jahre nur eine Mehrheit von 44 Stimmen erzielte, für ungiltig erklärt wurde. Dies ist im Verlaufe weniger Tage die dritte Nachwahl, die mit einer Niederlage der Regierung endet.— Italien. Rom» 26. Februar. Wie die Abendblätter melden, wäre General Baldissera im geheimen von Brindisi abgereist und sei im Begriffe, nach Pord Said zu gehen, von wo er sich nach Erylhräa begeben wolle, um das Oberkommando über die Kolonial- truppen zu übernehmen. General Baratieri, der durch die Entsendung eines neue» Oberkommandanten nun auch von der Regierung ein Miß- trauensvotum erhält, befleißigt sich deshalb wieder, Siege zu melden, was bekanntlich besonders bei großen Entfernungen be- deutend leichter ist. als Siege zu erfechten. So meldet er nun: Oberst Stcvani, welcher den wichtigen Punkt Maimarat befehligt, stieß auf einem Rekognoszirungsniarsche heute früh mit einer ungefähr 1000 Gewehre starken Schaar des von den Italienern abgefallenen Ras Sebat zusammen. Er griff dieselbe an, schlug und zerstreute sie. Die Aufständischen hatten einen Verlust von ungesähr 60 Tobten und 100 Verwundeten. Die Italiener verloren an Weißen S Tobte und 12 Verwundete, an Eingeborenen 4 Todle und 16 Verwundete. Am Kampfe nahmen zwei Bataillons Bersaglieri, zwei Kompagnien Eingeborene und eine Batterie theil. Spanien. Madrid. 26. Februar. Der Ministerrath beschloß die Auslösung der Cortes(des Parlaments). Die Neu- wählen für die Deputirtenkammer sind auf den 12. April, die der Senatoren auf den 26. April festgesetzt. Die Kammern sollen am U. Mai zusammentreten.— Türkei. Konstautinopel, 25. Februar.(Time?.) Revolutionäre Schriften werden von Agenten, die mit Revolver» bewaffnet sind, in großer Anzahl in den entlegenen Theilen der Stadt ver- breitet. Tie Polizei hat Befehl erhalten, nicht einzuschreiten, da mau im Iildiz- Kiosk befürchtet, daß der Gebrauch von Feuer- waffen aus die Bevölkerung eine verhängnißvolle Wirkung haben könnte. Alle diese Schriften sind gegen eine An- nzendung von Gewalt gerichtet. Der Sultan hat angeordnet, daß zwei kaiserliche Firmans vorbereitet werden, durch welche Prinz Ferdinand zum Fürsten von Bulgarien bezw. zum Generalgouverneur von Ost-Rumelien ernannt wird.— Amerika. Washington, 27. Februar.(C. N. of G.) Präsident C l e v e l a n d, unterstützt vom Doyen des Senats, Sherman von Gio, und dem Vorsitzer des Ausschusses für auswärtige An- gelegenheiten des Repräsentantenhauses, bat sich in der heutigen Kabtnetssitzung zu g u n st e n amerikanischer I n l e r- vention in den Angelegenheiten der kuba- nischen Freiheitskämpfer ausgesprochen, mit dem Vorbehalt jedoch, daß diese Intervention erst dann geschehe, wenn die Regenzeit dem offenen Feldkampse ohnedies Ein- hall thue. Die Republikaner dringen dagegen aus sofortige Schritte seitens der Regierung.— — Nach einer Depesche der Madrider Zeitung „Heraldo" aus Havannah haben sechs Zusammenstöße zwischen den spanischen Truppen und den Aufständischen stattgefunden. Am bedeutendsten war der Zusammenstoß an der Eisenbahn von Jovellanos. Dort griff eine Truppenablheilung die 4000 Mann starke Schaar Maceo's an und bemächtigte sich deren Stellungen. Die Aufständischen verloren 42 Tobte und 6 Gefangene. Auf feiten der Spanier wurden 16 Mann verwuudet. Von spanischen Siegen wird hier nichts gemeldet. Die amerikanischen Journalisten, welche in Havannah fest- genommen worden waren, sind gegen ihr Ehrenwort, Kuba so- fort zu verlassen, wieder in Freiheit gesetzt worden.— Der Nusptttnd ver Mexkilarveiker in Dottvus. Die Fabrikanten- Koalition veröffentlicht in Berliner Zeitungen und auch in den einflußreichen Zeitungen anderer Städte folgende Erklärung: „Die im Namen der streikenden Arbeiter veröffentlichten Darstellungen zwingen uns zur Berichtigung: Als im Mai v. I. der Frieden durch das weite Entgegenkommen der Arbeitgeber bald hergestellt war, ergingen sich gerade die jetzigen Führer der Arbeiter in den lebhaftesten Danksagungen und bereits im Juli war es fest beschlossene Sache, daß�tn diesem Frühjahr gestreikt tverde. Die hiesigen Textilarbeiter sind nnverhältnißniäßig— um 25 bis 30 p C t.— besser gestellt, als in allen Nachvarstädten und selbst böher als in den meisten rheinischen Fabrikorlen, in denen das Leben theurer ist als hier. Die Koltbuser Industrie hat infolge dessen in den letzten sechs Jahren unausgesetzt ge- litten, während sie sich» in den Nachbarstädten in demselben Maße hob. 8 biS 15 Mark, wie das Flugblatt der Arbeiter angiebt, er- halten junge Leute und solche, welche einfache Arbeiten verrichten. Geübte, fleißige und geschickte Weber und andere gelernte Arbeiter haben zwischen 15 n n d 25 Mark in der Woche verdient. Die Arbeitszeit ist bei den M i t g l i e d e r n des Vereins, die�/io der ges ammten hiesigen Textilarbeiter beschäftigen, eine 11 stündige und wurde nur in seltenen Fällen im vollsten Einvernehmen mit den Arbeitern über- schritten. Wenn Arbeiter bei einer dem Verein nicht an- gehörigen Firma nachts gearbeitet haben, was wir miß- billigen, so haben sie wohl gewußt, daß sie hierzu nicht ver- pflichtet waren, und freiwillig und aus Gewinnsucht das Ueber- maß an Arbeit und Anstrengung übernommen. Wenn die Arbeiter über die Behandlung durch Beamte zu klagen hatten, haben sie stets Gehör gefunden. Für jeden Miß- griff den Arbeitgeber selbst verantwortlich zu machen, wäre ebenso falsch, als wenn wir die Schuld einzelner Hetzer, welche plan- mäßig in die Fabriken vertheilt worden sind, und die Verantwortlichkeit dafür, daß die Fabriken abgesperrt, friedliche Arbeiter mißhandelt und schutzlose Frauen und Kinder auf der Straße insultirt worden sind, der ganzen Arbeiter- schaft zur Last legen wollten. Trotz der an sich schon hohen Löhne sind in der vergangenen Woche von vielen Arbeitgebern noch weitere Erhöhungen zugestanden worden. Anfänglich durch diese Erhöhungen sehr zufriedengestellt, haben dieselben Arbeiter wenige Stunden später auf Befehl der Agitatoren noch höhere Forderungen erhoben, welche nun allerdings abgelehnt werden mußten. In etwa 12 Fabriken haben hierauf die Arbeiter ohne Kündigung und unter Kontraktbruch sofort die Arbeit niedergelegt. Um diese Fabriken zu schützen, haben die übrigen Mitglieder des Vereins als Gegenmaßregel ihren Arbeitern am 21. d. M. zum 7. März er. gekündigt. Die Arbeiter hätten also noch ruhig 14 Tage bei der Arbeit bleiben können und es wäre in dieser Zeit ein Umschlag ihrer Stimmung nicht ausgeschlossen gewesen. Ein großer Theil von ihnen war hierzu auch gern bereit, ist jedoch durch Schmähungen und Drohungen anderer abgehalten worden; die Fabriken waren von Agitatorenposten umstellt. Wenn, wie behauptet wird,„6000 Arbeiter und Arbeiterinnen auf der Straße liegen und 16 000 Köpfe brotlos sind", so ist keiner von ihnen in diese Lage durch die Arbeitgeber, sondern durch eigenen Willen und durch Nachgiebigkeit gegen agitatori- scheu Zwang versetzt worden. Die schweren und dauernden Folgen, durch welche die Ar» beitcr selbst, die Arbeitgeber, die ganze Industrie und die Ge- meinde geschädigt werden, sind nicht den Fabrikanten, sondern den Hetzern und Agitatoren und der gegen dieselben von den Arbeitern bewiesenen Schwäche zur Last zu legen. Verein zur Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der Tnchsabrikanten zu Kottbus." Diese Erklärung zeigt die Schwäche der Fabrikantenposttion auch dem blödesten Auge. Löhne von 8— 15 M. werden dadurch noch lange nicht genügend, daß die Personen, die sie bekommen, einfache Arbeilen verrichten. Aber selbst die geübten» fleißigen und geschickten Arbeiter verdienen nach eigenem Geständniß der Fabrikanten nur z w i sch e n 15 und 25 M. Es ist bestimmt anzunehmen, daß die Löhne nicht in der Nähe der 25 M.. sondern in der Nähe der 15 M. herumschwanke», sonst würde das streikende Proletariat der Kottbuser Tuchmacher« sicherlich höhere Forderungen stellen, als es der Fall ist. Wie wir schon in der Mittwochsnummer mittheilten, wird eine Regulirung der Preise nach der Richtung hin verlangt, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen bei voller Arbeit eines Wochenverdienstes sicher sind, der je nach der technischen Rangstufe der Arbeitsleistung 13,50—22 M. beträgt. Für junge Leute unter 18 Jahren werden 16 Pf. Stundenlohn gefordert. Daß die Bewilligung dieser gewiß nicht übermäßigen Forderungen die Kottbuser Texlilwaaren- Industrie konkurrenzunfähig machen würde, glaubt den Fabrikanten niemand, und gewiß am wenigsten glauben eS die Fabrikanten s e l b st. Wenn wirklich die übrigen Lausitzer Fabrikanten und die der rheinischen Gegend noch schlechtere Löhne zahlen sollten als ihre Kollegen in Kottbus, was vorderhand noch zu beweisen bleibt, so mögen die Kottbuser Fabrikanten ihre gewiß noch lange nicht ärmlich« Profitrate etwas herabsetzen. Jedenfalls giebt es auch für sie kein Recht, die Proletarier. auf deren Arbeit doch die Unternehmer-Existenz gegründet ist. ewig am Hungertuch nagen zu lassen. Die übrigen Angaben der Fabrikanten- Erklärung sind so nichtssagend, daß ein Eingehen daraus überflüssig ist. Bemerkt sei nur noch, daß die Macher der Fabrikanten-Koalrtion wohlweislich verschweigen, daß ein« Anzahl Fabrikanten sich bereits mit ihren Arbeitern geeinigt hatten und zur Kündigung ihrer Personale sich nur genöthigt fühlten, weil auf Zuwiderhandlung gegen die Be- schlüsse des Fabrikantenvereins eine Konventionalstrafe von 800 M. für jeden Webstuhl gesetzt ist. Kurzum, die Kottbuser Fabrikanten hätten gescheiter gethan, die Hunderte von Mark, die die Veröffentlichung ihrer belang- losen Erklärung im Annoncentheile der Zeitungen kostet, zur Aufbesserung der jämmerlichen Löhne ihrer Personale zu �ver- wenden. Momtnunsles. Stadtverordneten-Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donner st ag, 27. Febr. Stadtverordneten- Vorsteher Langer Hans eröffnet die Sitzung um ö�/s Uhr. Stadtv. Dr. Schwalbe berichtet über die Vorlage, be- treffend die anderweitige Organisation der städtischen Webe schule. Danach soll die Schule in eine„Städtische Höhere Webeschule, verbunden mit Wirk-, Posamentier» und Färbereischule" mit besonderen Kursen für Slndirende der Wirkerei. Studirende der Pasiementerie, Musterzeichner, sowie für Käujleute des Textilfaches und für Färbereibeflissene auS- gestaltet werden. Der Ausschuß beantragt, daß die Versamm- lung sich mit den Aenderungen des Organisationsplans ein- verstanden erklärt, jedoch den Magistrat ersucht, in Verbindung mit dem Ministerium und den übrige» Webeschulen vom Etatslahr« 1897/98 ab eine Aenderung dahin herbeizuführen, daß der bezüglich des Schulgeldes gemachte Unterschied zwischen Preußen und nicht- preußischen Deutschen wegfalle und statt dessen für„Deutsche" ein jähr- liches Schulgeld von 200 M. bezw. für Hospitanten von 10 M. festgesetzt werde. Ferner soll die Versammlung den Magistrat ersuchen, für größere und häufigere Bekanntmachung der städtischen höhereen Webeschule Sorge zu tragen und die Mittel dazu event. durch Verstärkung der betreffenden. Elatsposition bereit zu stellen. Die Versammlung nimmt ohne Debatte die Anträge des Ausschuffes a». Es folgt die Vorlage betreffend die Festsetzung deS Stadt« haushalls-Etats für 1396/97. Derselbe schließt in Ein- nähme und Ausgabe mit 89 117 812 M. ab. d. h. 1263 553 M. weniger als im Vorjahre. Kämmerer M a a ß: Der Etat balancirt mit 89 117 312 M. Die festen Stenern ergeben 8 542 000 M., die Gemeindegrund- steuer 15 846 000 M., die Gewerbesteuer 5 860 000 M., die Ein- kommensteuer 22 261 000 M. Es werden erhoben 148 pCt. an Realstenern und 9$2/3 pCt. an Pcrsonalsteuern. im laufenden Etat waren es 144 beziehungsweise 96 pCt. Es sind ganz geringsügige Mehrbedürsnisse erforderlich. Der von " Das Etat ist mit Knappheit und Sparfamkeit bemeffen. Abgesehen Die Bauverwaltung scheint mehr und mehr die in Berlin, bei welcher Herr von Runowali bie Stellung eines der einen Million für den Inselspeicher ist teine Arbeiten den Privatunternehmern zu übertragen, um der sozialen Generalagenten inne hatte. Im Jahre 1885 wurde dem Herrn Position darin, die Ihnen nicht schon bekannt ist. Pflicht gegen die Arbeiter, auch in bezug auf Unfall, Alters- v. Hammerstein aus der Kasse der" Borussia" ein Darlehn von Die Steuerreform hat sich bezüglich der drei Hauptsteuern ohne und Invalidenversicherung, überhoben zu sein; der Schuh gegen 15 000 Mart gewährt. Er hatte dafür ein Pfand hingegeben, Schwierigkeiten vollzogen, die Umsatzsteuer muß aber noch die Arbeitslosigkeit ist die beste Armenunterstüßung. Amsterdam, deffen Sicherheit einigermaßen zweifelhaft gewefen zu fein umgestaltet werden, werden, sie hat statt zwei Millionen nur London, Paris schließen mit den Unternehmern fefte Kontrakte scheint. Ob die Behauptung wahr ist, daß es fouponlose Pfandeine Million erbracht. Sie macht fich aber( Heiterkeit) über die Bedingungen für die Arbeiter ab. Wo ein Wille ist, da briefe gewesen, ließ sich gestern nicht mehr feststellen; das und wird noch besser werden. Ein Schmerzenskind ist dagegen ist auch ein Weg. Auch in Berlin muß die Stadtverwaltung gegen befundete der Direktor Eck von der Borussia", daß die Bauplatzsteuer.( Zustimmung.) Die Beunruhigung dar- begreifen, daß sie sozialpolitische Aufgaben zu erfüllen hat. ihm, als v. Hammerstein die 15 000 m. nicht pünktlich zurücküber ist aber viel übertrieben, man sprach von einer Be- Ich habe es für meine Pflicht gehalten, nicht nur über den Etat zahlte, das Pfand nicht genügend schien und er seinen lastung mit 11 Millionen und es sind nur 1/2 Millionen. zu sprechen, sondern die Aufmerksamkeit auf alle diese Aufgaben eigenen Kredit in Anspruch nahm, um die 15 000 M. der Kasse Wir müssen aber erst Erfahrungen sammeln, ehe wir zu lenken, die erfüllt werden müssen, weil die Ehre unserer zurück zu zahlen. v. Hammerstein hat dann seinerseits nach ein abschließendes Urtheil fällen können. 1 pet. mag Stadt dabei im Spiele ist.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) furzer Zeit seine Schuld beglichen. Fünf Jahre später, am für viele Fälle allerdings zu hoch sein; es fragt fich Stadtv. Mommsen will nicht auf alle diese Wünsche 26. November 1890, erstattete v. Runowsti gegen die Vernur, wie Remedur einzutreten hat. Es ist keine Bau- eingehen, die Versammlung habe die ganze Bürgerschaft zu verwaltung der" Borussia" eine Anzeige, in welcher gegen stellensteuer, besteuert soll der Mehrwerth eines Grundstücks treten, nicht nur die Kreise, welche Herr Singer vertritt. die Direktoren der Gesellschaft schwere Anschuldigungen werden, der dadurch entsteht, daß eine Baufluchtlinie festgesezt Die Gesundheitspflege ressortire nicht von der Armen erhoben wurden und auch das Darlehnsgeschäft mit wird. Wir wollen erst eine Entscheidung des Oberverwaltungs- direktion, den guten Ruf in bezug auf Gesundheitspflege, Herrn v. Hammerstein zur Sprache gebracht wurde. Es wurden gerichts abwarten und bis dahin die Bauplatzsteuer nicht er den Berlin hat, wollen wir uns nicht nehmen.( Bustimmung.) darauf hin eingehende Untersuchungen angestellt, die damit heben. Der Beitrag des Staats zu den Volksschullasten ist mit Der Etat ift sparsam aufgestellt und die Steuerlaft wird nicht endeten, daß einige statutenwidrige Unregelmäßigkeiten zwar fest970 000 m. wieder eingestellt, obwohl er uns durch das größer. Die Verhältnisse haben sich gebeffert, wie aus den Ergeb- gestellt, strafbare Handlungen der Direktoren aber nicht nachLohnbesoldungsgesetz vom 1. Oktober ab bis auf ein Minimum nissen der staatlichen Einkommensteuer hervorgeht; da das gewiesen werden konnten. v. Kunowsti ist im Anschluß an diese genommen werden soll. Der Städtetag hat dagegen Steuersoll der staatlichen Einkommensteuer steigt, fönnen wir den Vorgänge seiner Zeit von dem Direktor Krüger gefordert eine Petition eingereicht, wir können nur wünschen, daß sie Erfolg Prozentsat unserer Zuschläge vielleicht noch ermäßigen. Ju worden; er hat das Duell abgelehnt unter der Er haben möge. Redner wendet sich schließlich gegen die Annahme, Hochbau- Etat und im Tiefbau- Etat finden wir neue Forderungen, flärung, daß Krüger nicht fatisfaktionsfähig sei. als ob die Stadt von der Steuerreform Vortheil gehabt habe. für welche die Projekte noch nicht feststehen; diese müßten wir Difiziers Ehrengericht hat diesen Grund nicht für stichhaltig Stadtv. Gerstenberg: Wir stehen diesmal nicht nur aber erst abwarten, ehe wir die Forderungen bewilligen fönnen. erklärt, v. Kunowsti hat aber doch das Duell abgelehnt, weil mit Wohlwollen, sondern mit Anerkennung dem Etat gegenüber, Die Bauplazsteuer bleibt vorläufig am besten außer Hebung. Krüger inzwischen den Klageweg beschritten hatte und ist deshalb denn es hieß schon in den Zeitungen, daß 120 pCt. Einkommen: Ein Schlußantrag wird abgelehnt. vom Ehrengerichtshofe des Titels eines Rittmeisters und des fteuer erhoben werden würden. Ich kann dem Kämmerer in Stadtv. Hugo Sachs bestreitet dem Stadtv. Singer, daß Tragens der Uniform verlustig erklärt worden. Er hat in Breslau allem nur beipflichten, die Steuerreform hat uns keinen Vortheil die Versammlung sich auf die Einrichtung, des Gewerbegerichts eine das Prinzip der Gegenseitigkeit nicht vertretende Ver gebracht, aber unser Finanzsystem ist immerhin noch ein gesundes. erst gezivungen eingelassen habe, ein Ortsstatut sei lange vorher ficherungs- Gesellschaft unter dem Namen„ Ostdeutscher Hagel Ausgebaut werden muß aber noch das Gebiet der Abgaben und Ge- berathen, aber nicht genehmigt worden. Nicht 200 Des- versicherungs- Verband" begründet und diese wirkt naturgemäß als bühren. Durch die Verbreiterung der Königstraße werden z. B. die infettionen haben in einem Jahre stattgefunden, sondern Gegnerin der Boruffia". Sachwalter des Herrn v. Kunowski in Grundstücke werthvoller, fie können also besonders herangezogen 7990. Redner widerspricht der Anregung das indirette Steuer- feinen Zivilansprüchen gegen die Borussia" war der Rechtswerden. So können wir das Kommunalabgabengeset noch mehr für system auszubauen. Eine Reihe von Vororten haben allerdings anwalt Feige in Breslau. Dieser hat nun, nachdem er femem uns ausnutzen. Mit der Verbilligung der Gaspreise find wir auf nach der Biersteuer- Musterordnung des Herrn Finanzministers Klienten davon Mittheilung gemacht, die Hammersteiniade" richtigem Wege, der Ausfall wird durch die Vermehrung des Miquel das in Berlin gebraute Bier besteuert. Berlin müsse in einer Versammlung des freisinnigen Volksvereins Franz dabei Konsums gedeckt. Die Zuschüsse an die Echulen sind sehr ungleich, demgegenüber zu Retorsionsmaßregeln greifen und Produkte aus Ziegler" in Breslau zur Sprache gebracht und für einen Schüler ist zu zahlen ein Zuschuß an Gemeindeschulen den Vororten nicht unbesteuert einlassen. den Direktoren der Borussia" vorgeworfen, daß sie, um 60 M., an Gymnasien 108 M. und an Realschulen 120 M. Das Stadtv. Singer erwidert, daß es erst des Eintretens der das Hammerstein'sche Darlehen zu verdecken, falsche Bilanzen beweist, daß die Erhöhung des Schulgeldes den Besuch der Voll- Sozialdemokraten in diese Versammlung bedurft hätte, um für aufgenellt und sich gegenseitig Provisionen aus der Kasse be anstalten vermindert hat. Auffallend ist der Rückgang der Aus- das Gewerbegericht ein Ortsstatut zu erlassen. Das Reichs- willigt hätten. Gegen Feige ist inzwischen von den Direktoren gaben für die Jrren- Anstalten, wohl infolge geringerer Belegung. gesetz über die Gewerbegerichte datire von 1890, für Berlin sei der Strafantrag geftellt worden. Die Mittheilungen des Rechtss Tie beiden Bade- Anstalten in Moabit und an der Schillings: das Gewerbegericht erst 1892 eingerichtet worden. anwalts Feige wurden in einer Breslauer Korrespondenz der brücke bedürfen eines geringeren Zuschusses, nehmen also einen Darauf wird der Etat einem Ausschuß von 15 Mit- Vossischen Zeitung" wiedergegeben, sie gingen in erfreulichen Fortgang. Zum ersten Mal zeigen sich die Erfolge gliedern überwiesen. andere Blätter über, erfuhren aber eine Berichtigung von seiten der Dienstalterszulagen. Ich danke dem Magistrat, daß er uns des tontrollirenden Aufsichtsraths- Mitgliedes der Boruffia". mit dem Etat den rechten Weg zu weiser Sparsamkeit gezeigt hat. Die Deutsche Versicherungs- Zeitung" hat dann den Artikel der Stadtv. Kalisch: Ganz so günstig kann ich den Etat nicht Boff. 3tg." und die Berichtigung abgedruckt und in einem selbstan ehen. Die Schulden der Stadt haben auf den Kopf der Beständigen Nachfaße ihren Lesern flar zu machen gesucht, wer der völkerung berechnet nicht abgenommen. Mit der Ermäßigung Herr Runowsti eigentlich sei. Unter Hervorhebung der Entfernung des Herrn v. K. aus dem Offiziersstande wurde ihm der Gaspreise haben wir einen großen Fortschritt gemacht. Ich bitte aber den Magistrat, den eigenen Gasverbrauch der Stadt Mit der kostenlosen Ueberlassung des Festsaales im Rath- vorgeworfen, daß er als Direktor einer feudalen Hagelgenau festzustellen und im Etat mitzutheilen. Ferner bitte ich Hause für Sonnabend, den 29. Februar cr., nachmittags, an den versicherungs- Gesellschaft den politischen Gegnern der Mitglieder um eine Regelung der Gehälter an den städtischen Werken. Der Berliner Verein für häusliche Gesundheitspflege behufs Ab- der letteren vergiftete Waffen in die Hand gegeben und Besuch der höheren Schulen hat sich vermindert, aber wohl nicht haltung einer Generalversammlung erklärt sich die Versammlung mit unbegründeten Denunziationen operirt habe, die unter dem Deckmantel eines politischen Zweckes darauf berechnet seien, eine infolge der Schulgeld Erhöhung, denn die Frequenz an einverstanden. Landtöniglichen Anstalten ist ist auch geringer geworden. Der Die Vorlage, betreffend den Erwerb von Ländereien Konkurrenz- Gesellschaft in ein böses Licht zu bringen.. Grund liegt wahrscheinlich an der Einführung der zwei- zur Erweiterung der nördlichen Riefelfelder tags- Abgeordneter Nad byl als Vertreter des Herrn v. Kunowski hielt den in dem Artikel enthaltenen Schlag gegen die Ehre jährigen Dienstzeit, infolge deren viele, welche nur das einjährige wird einem Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen. Zeugniß erwerben wollen, nicht mehr die höheren Anftallen be- In die Deputation für die städtischen Kanalisationswerte feines Klienten für einen sehr schweren und beantragt deshalb auch fuchen. Den Magistrat ersuche ich ferner um eine Gleichlegung und Riefelfelder werden die Stadtv. Kalisch und Wallach eine nachträgliche Strafe. Rechtsanw. Hugo Sachs machte der Schulferien an Volksschulen und Gymnasien. Den Tiefbaus gewählt. für den Angeklagten geltend, daß dieser als Herausgeber einer Etat hätte ich gern etwas flarer gefaßt gesehen. Sehr erfreulich ist Der Magistrat ersucht die Versammlung, sich damit ein- den Interessen der Gegenseitigkeits Gesellschaften dienenden mir die Einstellung von 100 000 M. für den Neubau der Potsdamer verstanden zu erklären, daß durch den Profeffor an der Tech- Beitung berechtigte Intereffen gewahrt habe, als er den mittel. Brücke, leider soll aber die Potsdamerstraße nur bis zur Lützowstraße nischen Hochschule Dr. Wedding ein 8ytlus von 12 Doppel- baren Urheber der Mittheilungen des Rechtsanwalts Feige in Der Gerichtshof verbreitert werden, es wäre bis zur Bülowstraße nothwendig. vorlesungen über den heutigen Stand der Elektrotech nit seiner wahren Gestalt seinen Lesern vorführte. Den Bau der sogenannten Köthener Brücke können wir uns das für städtische Beamte veranstaltet und zur Bestreitung( Vors. Amtsrichter Genice) hielt Beleidigungen für vorliegend, des Honorars und der Unkosten 2500 Mart gegen sparen( Widerspruch). Redner bespricht noch eine ganze aus den erkannte auf 200 M. Geldstrafe und sprach dem Kläger die Reihe einzelner Etats und bemängelt besonders die Vermehrung Ueberschüssen des Rechnungsjahres 1894,95 bereit geftellt werden. Befugniß zur Veröffentlichung dis Urtheils zu. des Polizei Etats. Bei der Umsatzsteuer war die Frei Stadtv. Meyer spricht fich gegen diesen Plan aus. laffung der subhaftirten Grundstücke ein Fehler, wir Stadtbaurath Hobrecht giebt zu, daß der Preis hoch fei, = = Zur Kenntnißnahme hat der Magistrat die Reise, berichte von 13 Beamten und Lehrern, welche mit städtischer unterstützung die Weltausstellung in Chitago besucht haben, vorgelegt. Nach turzer Debatte werden die Berichte einem Ausschuß von 5 Mitgliedern überwiesen. " " " werden einen Antrag einbringen, denselben wieder aber angesichts der Vortheile des Vortragszyklus für die Depeschen und lehte Nachrichten. um gut zu machen. Dann wird die Umsatzsteuer bedeutend mehr einbringen. Wir werden den Etat sorgfältig prüfen, es wird aber nicht viel daran auszusetzen sein. Das Gewerbegericht hat sich als Einigungsamt in den legten Zagen so vortrefflich bewährt, daß ich wohl in Ihrem Sinne spreche, wenn ich den betheiligten Herren unseren Dant ſage. Stadtv. Singer: Die Bauplatzsteuer bleibt am besten außer Hebung, solange die Judikatur die Sache nicht festgestellt hat. Sie ist Sie ist aber eine durchaus gefunde und gerechte Kommunal Steuer, indem = fie die Grunds flücs Spekulation trifft. Die Mehrheit der Versammlung ivill sie allerdings nicht, denn die Hälfte unserer Mitglieder befteht ja aus Grundbesitzern. Auf dem Gebiet der Schule ift noch viel zu thun; unser Schmerzenskind ist der Antrag auf unentgeltliche Lieferung der Lehrmittel. 40 000 m. wegen des Gottesdienstes. Dies städtischen Beamten solle man die Vorlage bewilligen. Stadtv. Friedemann: In Berlin, z. B. an der Humboldt- Akademie, würden solche Vorträge auch gehalten. Etadtrath Na mslau empfiehlt, die Vorlage wenigstens in einem Ausschuß näher zu prüfen. Stadtv. Schwalbe findet den Preis außerordentlich hoch. Stadtv.- Vorsteher Langerhans dagegen. Stadtv. Kyllmann spricht sich für die Vorlage aus, Stadtv. Singer versteht nicht den Widerstand und die angeführten Gründe gegen die Vorlage. Mit der Ablehnung der Vorlage stelle man sich ein Armuthszeugniß aus. Die Vorlage wird einem Ausschuß überwiesen. Schluß gegen 91/2 Uhr. Gewerkschaftliches. Berlin, 27. Februar.( B. H.) Die Berl. Corresp." schreibt, daß sich der kaiserliche Gnadenerlaß vom 18. Januar d. J. nicht auch auf die durch polizeiliche Strafverfügung auferlegten Strafen bezieht. Die Blättermeldung, wonach laut eines Erlasses des Ministers des Innern, die bis zum 18. Januar polizeilich auferlegten Strafen erlassen werden würden, ist unrichtig. Den von solchen Strafen Betroffenen steht es natürlich frei, Anträge auf Erlaß der Strafe im Wege der kaiserlichen Gnade zu stellen, bei deren Prüfung der Umstand, daß die Be fterfung zeitlich unter den erwähnten Erlaß fällt, ohne Zweifel mit berücksichtigt werden wird. Berlin. 27. Februar.( B H.) Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sigung einem Ausschußantrage, betreffend den Handel mit denaturirtem Branntwein die Zustimmung ertheilt. Diese Bestimmungen treten am 1. April 1896 in traft. Wien, 27. Februar.( W. T. B.) Bei stärkster Betheiligung ist die Gemeinderaths Wahl, geringfügige Zwischenfälle abgerechnet, bisher ruhig und ordnungsmäßig verlaufen. Ausgenommen den ersten Bezirk, Innerstadt, und den zweiten Bezirk, Leopoldstadt, wo das Resultat noch zweifelhaft ist, wählten die übrigen Bezirke, wie bei den letzten Wahlen im September v. J., durchaus antisemitische Kandidaten mit großen Mehr heiten. Troppan, 27. Februar.( W. T. B.) Heute Nachmittag ist ein Bataillon Infanterie nach Polnisch Ofrau, Barnbeck und Michalfowitz abgegangen. sind dafür angefeßt, 32 000 M. aber nur verbraucht. Daraus Zur Tischlerbewegung. In Adlershof haben am darf man nicht schließen, daß die Summe ausreichend ist. 27. Februar fämmtliche Arbeiter der Holzleifen- und KüchenmöbelDie Zuwendungen werden jezt durch die Schulkommission Fabrit von Carl Luze die Arbeit eingestellt, weil ihre Fordean Bedürftige vertheilt, viele viele Eltern wollen aber ihre Verhältnisse nicht rung: 52 ftündige Arbeitszeit unter Beibehaltung des bisherigen Bekannten aus ihrem Don Bezirke Wochenlohnes abgelehnt wurde. In betracht kommen ca. 78 Mann: prüfen laffen und gehen daher der Zuwendung ver= Iuftig. Statt des Schulkollegiums muß daher das Lehrer Geist unter den Streitenden ist gut. 25 Maschinen-, 30 Hilfsarbeiter, 17 Tischler und 6 Maler. Der folleginm oder der Rektor die Vertheilung beschließen. Die Kinder werden häufig von den Eltern, die Ueber die Ursache des Streiks der Seidenhut. früh beschäftigt find, zn früh aus dem Hause gemacher bei der Firma D. P. Bluth in Berlin wird uns noch geschickt und ftehen schon Dor 3/48 Uhr vor Der mitgetheilt, daß sowohl hygieinische Mängel der Arbeitsräume Gemeindeschule. Dieser Uebelstand, der besonders im Winter wie unbefriedigende Lohnverhältnisse die Arbeiter, 21 an der Troppan, 27. Februar.( W. T. B). Auf den gräfl. Larisch'schen der. Gesundheit der Kinder nachträglich ist, muß dadurch be- Bahl, zum Ausstand veranlaßt hätten. Die Arbeitsräume sollen Gruben fordern die Arbeiter eine wöchentliche Auslohung, feitigt werden, daß wenigstens ein Zimmer für diese zum theil so ungesund gewesen sein, daß sich dort Arbeiter 25 pCt. Lohnerhöhung, Rücknahme der Kündigungen, Kinder geöffnet wird. Die Echultlaffen müßten ferner Krankheiten zugezogen hätten, und der Durchschnittslohn Straflosigkeit der Streifenden, künftige Unterlaffung grundloser täglich durch Aufwischen gereinigt werden. Man tlagt foll troß aller Anstrengung bei 10-12 stündiger Arbeitszeit Kündigungen, Entlassung eines Ingenieurs. Die Forderungen über den Rüdgang des Fortbildungsschulwesens und nur zwischen 15-18 m. gefchwankt haben, also sicherlich wurden abgelehnt. Das von den Direktoren der Konferenz über die neuerliche Einschränkung des Sonntags- Unterrichts zur Erhaltung einer Familie recht ungenügend gewesen gemachte zugeständniß, regelmäßige Abschlags= wird hoffentlich ein sein. Für den Fall, daß diese Angaben stimmen und das zahlungen innerhalb der bisherigen Lohnperioden Ansporn sein, unfern Antrag anzunehmen, der die Arbeit- werden sie wohl, da beutzutage 21 Mann kaum wegen Kleinig wird von den Arbeitern nicht afzeptirt. Diefelben begeber verpflichtet, ihren Arbeitern unter 18 Jahren in der Woche feiten die Arbeit aufs Spiel setzen so müssen wir der Verstehen auf wöchentliche Abrechnung. Der mit der Bergwerkdie Zeit für die Fortbildungsschule zu gewähren. Die städtische wunderung Ausdruck geben, daß Herr Bluth derartige Arbeits- Inspektion bei der Berghauptmannschaft in Wien betraute Gesundheitspflege wird viel zu wenig beachtet; fleinere Städte verhältnisse in seinem Geschäft mit dem Titel„ Hoflieferant", Oberbergrath Josef Schardinger hat sich in das Streitgebiet haben uns darin überflügelt. Durch Schulärzte müssen die den er führt, vereinbaren zu können glaubt. Solche Titel begeben. Kinder einer dauernden Kontrolle unterworfen werden, namentlich werden doch sicherlich nur in der selbstverständlichen Vorausmit Rücksicht auf die Kurzsichtigkeit. Dieses wichtige Reffort segung verliehen, daß die Träger der Titel ihren Arbeitern eine reffortirtirt nebenbei von der Armendirektion. Redner verliest befriedigende Lebenshaltung ermöglichen. Die Seidenhutmacher den Bericht der Armendirektion in bezug auf die mangelhaften Berlins nehmen zu dieser Angelegenheit nächsten Sonntag VorWohnungsverhältnisse in manchen Bezirken. Diese Bermittag 10 Uhr in einer Versammlung bei Röllig, Neue Friedrich hältnisse werden nicht eher beffer werden, als bis wir ein straße, Stellung. Näheres wird noch durch Annonce im Vorstädtisches Gesundheitsamt geschaffen haben, von dem wärts" bekannt gegeben werden. alle diese Fragen ressortiren. Wir verlangen ferner die Un- Der Streit der Schnitte und Stanzenbauer Berlins entgeltlichkeit der Disinfektion. Es ist fraglich, ob die dauert unverändert fort. Anstalten groß jezigen genug find, um allen Anforderungen genügen. 311 Dieser unterliegt 3weig auch der Armendirektion. Nach deren Bericht ist nur in einem Jahre in 200 Fällen desinfizirt worden, das ist nicht entfernt die Biffer, wo durch ansteckende Krankheiten eine Desinfektion nöthig gewesen wäre. In Meran in Tirol sind die Herrenschneider der Firma Knize u. Co. wegen Verweigerung einer Lohnforderung in den Ausstand getreten. Gerichts- Beitung. Mährisch Cftran, 27. Februar.( B. H.) Angesichts der Thatsache, daß sich der Ausstand der Bergarbeiter heute auf das gesammte schlesische Grubenrevier ausgedehnt hat und weil Ruhestörungen befürchtet werden, ist die Gendarmerie verstärkt und das Militär fonsignirt worden. Von 7 Uhr abends ab müssen fämmtliche Gasthäuser schließen. Prag, 27. Februar.( B. H) In einem biesigen Gasthause entdeckte die Polizei einen neuen Geheimbund mit hochverrätherischen Tendenzen.( Brr! Brr!) Drei Personen wurden in polizeilichen Gewahrsam genommen. Budapest, 27. Februar.( B. H.) Der Pfarrer der Ortschaft Smirdan wurde von mehreren Einwohnern des Ortes ers schlagen, weil sie mit ihm in Unfrieden lebten. Sie verübten die That während der Messe in Anwesenheit vieler Andächtigen. Mehrere Bauern wurden bereits verhaftet. Der London, 27. Februar.( W. T. B.) Unterhaus. Es ist überhaupt eine größere soziale Fürsorge für die Bevölkerung nöthig. Das Gewerbegericht ist erst durch Eine Finanzoperation des Herrn von Hammerstein. Parlaments- Unterfekretär des Auswärtigen Curzon erklärt, es das Reichsgesetz erzwungen worden, während Leipzig und andere Ein Darlehnsgeschäft des früheren Redakteurs der Kreuz- 3tg.", fei feine Befehung Söuls oder eines anderen Ortes in Korea Städte längst ein Gewerbegericht hatten. Die jetzige Gewerbe Freiherrn von Hammerstein, aus dem Jahre 1885 bildete seitens Rußlands vorgekommen, auch werde keine Befegung, sos deputation kann die soziale Fürsorge nicht genügend ausüben. Den Mittelpunkt einer Verhandlung in einer Privatklage des weit es der englischen Regierung bekannt sei, erwartet. Wir müssen ein städtisches Arbeitsamt und einen Versicherungs- Direktors von Kunowski zu Breslau gegen Rom, 7. Februar.( B. H.) Gegenüber den offiziellen städtischen Arbeitsnachweis einrichten. Mit den für den Redakteur der Deutschen Versicherungs- Zeitung", Randow. Nachrichten find Privattelegrammie eingelaufen, denen zufolge die die Stadt beschäftigten Unternehmern müssen feste Kontrakte über von Hammernein war s. 3. Vorsitzender des Verwaltungsraths Derwische fico nicht zurückgezogen haben. Sie bedrohen vielmehr der Borussia", Hagel- Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit ernitlich Kaffala, welches nur von 1200 Jtalienern befett i.. Löhne und Arbeitszeit der Arbeiter geschlossen werden. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Injeratentheil verantwortlich: Th. Glone in Berim. Lina und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 50. Parlamentarisches. Freitag, den 28. Februar 1896. 13. Jahrg. Widersprüche verwickelt hat. Als Vertheidiger waren gestellt bandes deutscher Gewerbegerichte veranlaßt, für eine sofortige Rechtsanwalt Heinemann aus Berlin und Justizrath Army zuverlässige Aufzeichnung der hier gemachten Erfahrungen zu aus Potsdam. Aus der Kommission für das bürgerliche Gesetzbuch. forgen, damit dieselben von anderen Gewerbegerichten bei Streits, Die Kommission beendete am Donnerstag nach 6stündiger Be- die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, weil er in der Schles- ftellung eines Friedenszustandes verwerthet werden können. Die Gegen den Redakteur Alex. Lütjens in Riel hatte Aussperrungen 2c. im Interesse schneller und geschickter Her rathung die Debatte über die Vereine und Stiftungen. Wieder holte Versuche der nationalliberalen und konservativen Partei, wig- Holsteinschen Volkszeitung" durch wöchentliche Veröffent juristische Darstellung hat Magistrats Affeffor Euno, die holte Versuche der nationalliberalen und konservativen Partei, lichung von unserer Partei nicht zur Verfügung stehenden Lokalen mehr kaufmännische Seite der die Rechtsfähigkeit der Vereine noch mehr einzuengen, als dies groben Unfug" begangen haben sollte. Das Amtsgericht D. Weigert, Vorsitzender des Vereins der Arbeitgeber- BeiAngelegenheit Fabrikant bereits die Anträge des Zentrums wollen, wurden abgelehnt. lehnte aber die Gröffnung des Hauptverfahrens ab und das fizer, übernommen, deren Auffäße beide in der neuesten Nummer Desgleichen fiel der Antrag des Zentrums, dem Staatsanwalt Landgericht bestätigte diesen Entscheid vom 6. Februar unter der Sozialen Praxis" veröffentlicht sind. Da in derselben ein Klagerecht auf Aufhebung der Eintragung zu ertheilen. folgender richtiger Begründung:„ Der Begriff des groben Unfugs Beitschrift von der Arbeiterfeite sich bereits Johannes Timm Angenommen wurde mit 10 gegen 8 St. ein Antrag des Zentrums, schließt nach richtiger Auslegung nur solche Thatsachen in ausgesprochen hat, fo liegen nunmehr Darstellungen von Unterder die Verleihung der Rechtsfähigkeit an Vereine, die auf einen sich, die eine gröbliche Verlegung von gemeinnehmer- und Arbeiterseite, wie aus der Feder eines unpar wirthschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet sind und die nicht bereits wie Aktiengesellschaften, Genossenschaften u. s. w. ohne enthalten und aus diesem Grunde bei jedermann das Berliner Gewerbegericht schon 13 mal als Ginigungsamt giltigen Regeln der Sitte und des Anstandes teiischen Juristen vor. Aus den Aufsäten ersieht man, daß weiteres rechtsfähig sind, der Verwaltung anheimgiebt. Mehrere der für diesen höchst bedenklichen Vorschlag stimmenden Mit ergerniß oder Beunruhigung zu erregen geeignet sind. Im vor- angerufen wurde; den 12 bereits erledigten Fällen liegenden Falle werden die Leser der Echleswig Holsteinschen haben 5 mit einem Vergleich, 4 mit einem Schiedsspruch ge= glieder, gegen den unsere Genossen im Interesse der Rechts: Bolts- Zeitung" aufgefordert, gewiffen Wirthen ihre Kundschaft endet, während in 3 Fällen die Anrufung einseitig blieb. Bei gleichheit stimmten, erklärten jedoch, für die zweite Lefung sich zu entziehen oder nicht zuzuwenden. Auf diesen Thatbestand einem Streit in der Hutindustrie ist dem Einigungsamt die Beieine andere Stellungnahme vorzubehalten. Bezüglich der Stiftungen verlangt die Vorlage Genehmigung der Re- trifft der Begriff des groben Unfugs so wenig wie eine andere legung noch an demselben Tage gelungen, an dem der Streif gierung zwecks Erlangung der Rechtsfähigkeit von Stiftungen. proflamirt war. Es hat sich beim Gewerbegericht Berlin bereits Anträge des Zentrums wollen Freiheit jeglicher Stiftung. in der heutigen Beit mit ihren vielen, dem Laien unfaßbaren werbegericht bestrebt ist, die gewerblichen Streitigkeiten so zu vers Dieser vernünftige Entscheid des Kieler Landgerichts muthet ein regelrechter Geschäftsgang ausgebildet. in welchem das GeUnsere Genossen vermochten sich für eine Erweiterung der Macht Urtheilen wahrhaft herzerfrischend an. der todten Hand nicht zu erwärmen und stimmten deshalb folgen, daß es schon in einem frühen Stadium, wo die Geteinem beider Vorschläge zu. müther noch nicht erhitzt sind, vermittelnd eingreifen kann. Nach längerer Debatte gelangen die Vorschläge des Regierungsentwurfs zur Annahme. Die bislang in der Kommission gefaßten Beschlüsse werden demnächst zusammengestellt werden. Strainorm zu." 3 " " von " " " Was in einer deutschen, Republik" alles möglich ist. In Vegesad, so da liegt in dem Gebiete Magistratsaffeffor Euno sagt barüber in seinem Bericht: fammlung polnischer Arbeiter, einberufen vom Verein polnischer die einzelnen Lohnbewegungen zu verfolgen. Das Material der freien" Hansestadt Bremen, tagte türzlich eine Ver- Zu dem angegebenen Zweck war es zunächst nothwendig, Die nächste Sigung findet am Dienstag um 10 Uhr statt. Sozialisten in Bremen. Der Referent, der deutschen Sprache dazu bot wesentlich der Vorwärts", welcher nicht mächtig, beabsichtigte den angekündigten Vortrag über das für Berlin die vollständigste zusammen Aus der Justiznovellen Kommission. Bei Haus Thema" Was will die Sozialdemokratie?" in polnischer Sprache stellung aller Vorgänge auf dem Arbeitssuchungen ist nach dem bestehenden Gesetz nur auf Ber- zu halten. Der überwachende Beamte verlangte aber den Vor- markt bringt, aus der wenigstens der Standpunkt langen des von der Haussuchung Betroffenen diesem eine trag in deutscher Sprache zu hören, und da diesem Wunsche nicht der einen Partei erkennbar ist. In der Presse aller anderen schriftliche Mittheilung zu machen, welche den Grund der Durch- entsprochen werden konnte, durfte der Vortrag nicht gehalten Parteien fehlt es ant einer einigermaßen fachkundigen suchung und, falls der Gehaussuchte angeschuldigt ist, die Be- werden. Die Beschwerde dagegen wurde vom Senat als un- Besprechung der Lohnbewegung. Man beschränkt sich bei zeichnung der strafbaren Handlung angeben muß. Dasselbe begründet verworfen, weil die Polizei nicht verpflichtet sei, hervorstechenden Anlässen auf Mittheilungen aus dem Vorist bezüglich der Ausstellung einer Quittung über die beschlag- Dolmetscher hinzuziehen, ohne eine solche Hinzuziehung wärts" und Versammlungsberichte, denen dann wohl auch Ernahmten Gegenstände und einer Bescheinigung darüber der Fall, die Ueberwachung aber unmöglich gewesen wäre. Die Bremer flärungen anderer Betheiligten gegenübergestellt werden. Der daß nichts Verdächtiges sich vorgefunden hat. In der Sigung Bürger- Zeitung", der wir obiges entnehmen, weist diese Aus- Versuch des Reichs- Anzeigers", über die Lohns am Donnerstag beantragten Frohme und Stadthagen, legung des Bremischen Vereinsgesetzes energisch zurück. Steht bewegung fortlaufend kurze Nachrichten zu auch ohne Verlangen in allen Fällen die schriftlichen der Polizeibehörde, so heißt es dort, tein Beamter zur Ver- bringen, ist völlig unzureichend. Hiernach mußten Mittheilungen und Bescheinigungen ertheilen zu lassen. Der fügung, der der polnischen Sprache mächtig ist, nun so verzichtet dem Gewerbegericht als erste Grundlage für seine Thätigkeit die Antrag wurde mit acht gegen sieben Stimmen angenommen. fie einfach darauf, einen Beamten zur Ueberwachung zu entfenden. Beitungs- Ausschnitte aus dem Vorwärts" und vereinzelt aus Die Untersuchungshaft tann jetzt nach§ 112 der Das Vereinsgesetz zwingt die Behörde nicht unbedingt, anderen Zeitungen dienen. Für jedes Gewerbe, bei dem eine Strafprozeßordnung außerordentlich leicht verhängt werden. Die die Ueberwachung vorzunehmen. ES redet ausdrück Zuspizung der Bewegung erkennbar wurde, wurde Rommission hat es bekanntlich in erster Lesung abgelehnt, eine lich nur von„ den von der Polizeibehörde mit der ein besonderes Aftenstück angelegt. Sodann galt es, Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft zu leberwachung der Versammlung etwa zu beauftragenden möglichst noch Vor Ausbruch des Streits Fühlung statuiren. Ebenso besteht leider keine hinreichende Haftung der Beamten", stellt es also in das Belieben der Behörde. Ist diese mit den Interessenten zu gewinnen. Auf feiten der Beamten für unberechtigte Verhaftungen. Unsere Genossen be- also ihren Fähigkeiten nach außer Stande, die Ueberwachung zu Arbeiter bot sich feine Schwierigkeit. In antragten, dem§ 112 Strafprozeß- Ordnung mindestens eine besorgen, so bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Versammlung sich allen Fällen war eine anerkannte Vertretung der Arbeiter in Fassung zu geben, die es ausschließt, Fluchtverdacht ohne jede selbst zu überlassen. Steine darf fie ihr nicht in den Weg wälzen, Form von Agitations, Lohn-, Streit- Kommissionen vorhanden, Begründung als vorhanden zu erachten und gar die Zugehörig die Bewohner des Staates dürfen nicht für Mängel der geistigen an die man sich wenden konnte. Hier zeigt sich der feit zu einer religiösen oder zu einer politischen Partei ale zur Ausrüstung der Polizei verantwortlich gemacht werden, das über- Nugen der Kampforganisationen der Arbeiter Begründung eines Haftbefehls hinreichend 31 erachten. schreitet die Grenzen des Gesetzes." Dem Beschwerdeführer wurde als wesentliches Hilfsmittel für Aufrecht In der Rommission wurde das Vorhandensein von noch eine zweite Ueberraschung zu theil, der ablehnenden Ant- erhaltung des sozialen Frieden 3. Dagegen fehlte es, Mißständen zugegeben, der Antrag aber abgelehnt. 3u wort lag eine Rechnung über 6,40 Mart bei für Gebühren, wenn es sich um größere, ein ganzes Gewerbe berührende § 116 wurde seitens unserer Genossen beantragt: aus der jetzigen Stempel u. f. w. Differenzen handelt, oft an einer anerkannten Vertretung der Bestimmung: Bequemlichkeiten und Beschäftigungen, die dem-Abgelehnt hat das Dortmunder Landgericht die Er Arbeitgeber. Die Feststellung, wer auf dieser Seite die Stande und den Vermögensverhältnissen des öffnung des Hauptverfahrens, das der Staatsanwalt gegen die Betheiligten" feien, die Konstituirung der Parteirollen, die Berhafteten entsprechen, darf der Untersuchungs- Rheinisch- Westfälische Arbeiterzeitung" wegen des legten Weih Schaffung einer Vertretung der Partei boten nicht geringe gefangene fich auf seine Kosten verschaffen" den Zwischenfatz zu nachts- Artitels auf grund des§ 130 des Strafgesetzbuchs( Auf- Schwierigkeit. Dazu tam noch, daß, während die Arbeiter in ftreichen. Nach längerer Debatte fand dieser Antrag mit 10 reizung der Bevölkerungsklassen) beantragt hatte. allen Fällen sofort geneigt waren, einer Aufforderung des gegen 9 Stimmen Annahme. Ein weitergehender Antrag, in Wegen Leuschner- Beleidigung war Genosse Franz Einigungsamts zu Verhandlungen folge zu leisten, bei den das Gesetz zu schreiben: insbesondere darf Lektüre und Be- 2ehmann, der frühere Redakteur der Volksblatts für Arbeitgebern theilweise Mißtrauen gegen das Gewerbegericht, schäftigung mit schriftlichen Arbeiten dem Untersuchungsgefangenen alle", vom Echöffengericht zu 2 Monaten 2 Wochen Ge- sowie Unkenntniß der Aufgaben des Einigungsamts sich zeigte." feinesfalls versagt werden", fiel gegen 5 Stimmen. Hingegen fängniß verurtheilt; das Landgericht bestätigte das Urtheil. Diese Darlegungen eines durch seine Stellung mit den fand ein vom Abg. de Witt( 3.) in Anerkennung der mißbräuch- Wegen einer anderen Leuschner- Beleidigung wurde demselben Arbeiterverhältnissen anerkannt vertrauten Mannes werden von lichen Behandlung politischer Untersuchungsgefangener gestellter Parteigenossen am Sonnabend vom Schöffengericht eine Geld- der Bismarck- Stumm'schen Richtung in den höheren Regionen Antrag Annahme, in dem ausdrücklich hervorgehoben ist, daß strafe von 50 M. auferlegt. wie eine falte Douche empfunden werden, denn sie zeigen un Lektüre und schriftliche Beschäftigung dem UntersuchungsDas Verbot einer für Grimma geplanten Verfamm- widerleglich, wie unvernünftig die Anschauung dieser Richtung gefangenen nur untersagt werden kann, wenn der Zweck der lung, wo der Parteigenosse Redakteur Fricke aus Wurzen ist, die gerade die Kampforganisationen der Arbeiter ausHaft, die Ordnung im Gefängniß oder die Sicherheit sonst über das fächsische Landtagswahlrecht sprechen wollte, begründet gerottet fehen möchte. Derselben Richtung ist es 311= gefährdet werden würde. Ein Antrag, festzulegen, daß ein der dortige Stadtrath mit dem Hinweis auf den famosen§ 5 zuschreiben, daß der Reichs- Anzeiger" sich von Herrn polizeilich Festgenommener unverzüglich spätestens inner des sächsischen Versammlungsrechts. Der Stadtrath hält es für Magistrats Assessor Cuno in der Berichterstattung über halb 24 Stunden dem Gericht vorzuführen ist, wurde abgelehnt. ersichtlich", daß der Zweck der Versammlung dahin gehe, die Arbeiterverhältnisse die Zensur Ungenügend" ausstellen 3u§§ 140 und 111 wurden durch einige Anträge die Fälle einer Voltsleidenschaft gegen den zur Reform des sächsischen Landtags- laffen muß. Die Redaktion des Reichs- Anzeigers" ist aber, seit nothwendigen Vertheidigung erweitert und die Vorschläge erster Wahlrechtes von der f.Staatsregierung den Ständen des Landes vor- fie auf Betreiben der Bismarck- Stumm'schen Richtung nicht mehr Lefung unter Ablehnung der entgegenstehenden, die Bertheidigung gelegten Gefeßentwurf in agitatorischer Weise unter Erregung der aus dem„ Vorwärts" schöpfen darf, sondern nur aus der bürgersehr einengenden Anträge der Regierung- wiederholt. Sodann minder bemittelten Volksklaffen gegen die wirthschaftlich besser ge- lichen Presse, natürlich gar nicht in der Lage, erschöpfend zu be= wird mit unwesentlichen Aenderungen den bis§ 211 im Vorjahre stellten Klassen aufzuregen. Ein solches Vorgehen kann als fittlich nicht richten. Schuld daran hat nicht die Redaktion, sondern wie geund in der ersten Lesung gefaßten Beschlüssen zugestimmt. Die erachtet werden." Die Besprechung des Landtagswahlrechts ist sagt die Bismarck- Stumm'sche Richtung, die es durchzusetzen nächste Sigung wird anf Freitag um 10 Uhr anberaumt. in Sachfen also unfittlich. Der Bürgermeister Müller wußte, daß die Redaktion des Reichs- Anzeigers" von ihrem zu Coldik, der Abgeordnete des Kreises, welcher von den früheren Verfahren, ihre Nachrichten über Arbeiterangelegenheiten Veranstaltern der Versammlung als Korreferent eingeladen war, aus der besten, Quelle, dem Vorwärts" zu schöpfen Abstand lehnte ab zu kommen, nicht, weil er den Gegenstand für nicht nahm. " " Partei- Nachrichten. In den Gemeinderath von Neundorf im Königreich fittlich erachtete", sondern, weil er den Brief leider" zu spät In den Gemeinderath von Neundorf im Königreich erhalten hatte. Die Aufregung über das Verbot war in dem Sachsen wurde der Genosse Weber mit 39 von 48 Stimmen Städtchen übrigens eine sehr große. gewählt. In Saalfeld wurde Genoffe Hoffmann wegen Der Vertrauensmann des ersten oldenburgischen Wahl- Beleidigung des Amtsblattverlegers und feines Redakteurs zu kreises beruft auf Sonntag, den 8. März, eine Parteifonferenz 57 M. Strafe verurtheilt, Genosse Magemann aus demselben für die Parteigenossen des Herzogthums Oldenburg ein. Grunde zu 24 M. Diefelbe foll Stellung nehmen zu den im Herbst stattfindenden oldenburgischen Landtagswahlen. Die Bewegung " " A " 27. Februar einen Bericht über die Enquete, die das engDer Reichs- Anzeiger" veröffentlicht in Nr. 51 vom in der Konfektion, veranstaltet hat. Der betreffende Ausschuß, lische Oberhaus über das Schwigsystem, insbesondere das der die Enquete vornahm und aus 13 beziehentlich 14 Mitgliedern des Oberhauses bestand, hat seine Untersuchung darauf gerichtet: 1. welche Mittel angewendet werden, um von der Nothlage der ärmeren und hilfloseren Klasse der Arbeiter Vortheil zu ziehen; 2. auf die Bedingungen, unter denen solche Arbeiter leben; 3. auf die Ursachen, die zu den ermittelten Zuständen geführt haben; 4. auf eine Erörterung der vorgeschlagenen Hilfsmittel. Die stattgehabten Ermittelungen haben dann folgende Uebel. stände ergeben: 1. Löhne, die für die nothwendigen Bedürfnisse der Arbeiter Parteikonferenz. Eine öffentliche Konferenz der sozialdemokratischen Partei des 7. Schleswig Holsteinischen Wahltreises, die am Sonntag in Neumünster tagte, war von in der Konfektions- Industrie. 12 Delegirten aus 9 Orten beschickt. Außerdem waren anwesend Vor dem Berliner Einigungsamt wurden gestern 19 in der Vertreter des Wahlkreises im Reichstage, Genoffe Legien, der Herren- und Knabenkonfettion thätige Arbeiter und für den geschäftsführenden Ausschuß der sozialdemokratischen und Arbeiterinnen vernommen. Eine Frau, welche 13 Jahre in Partei Deutschlands Genosse Pfannkuch. Aus dem Bericht über der Konfettion thätig ist, giebt an, daß fie bei einer täglich 12 die Thätigkeit im letzten Halbjahre heben wir hervor: Die Verbreitung bis 13stündigen Arbeitszeit wöchentlich 8,40 m. verdient. Die unzulänglich find oder in einem Mißverhältniß zu der geleisteten des" Norddeutschen Volkskalenders" fand im Landbezirke des Ausgaben für Abnutzung der Nähmaschine, für Feuerung, Licht, Arbeit stehen; 2. übermäßige Arbeitszeit; 3. ungesunde ArbeitsWahltreises in 15 000 Exemplaren statt. Die Landleute nahmen Nähfäden 2c. betragen 3,45 M., sodaß der Nettoverdienst nur ſtätten. Der Ausschuß sagt: Diese Mißstände könnten kaum das Buch als alten Bekannten mit Freuden entgegen. In den 4,95 M. beträgt. Die drückende Sorge treibt diese Proletarierin übertrieben werden. Die Löhne der untersten Arbeiterklassen 6 Monaten sind im Kreise 36 Volks- und Parteiversammlungen zur Arbeit, weil der Mann schon 22 Wochen frank darnieder- feien einfach unzureichend für ihre Existenz; die Arbeitszeit abgehalten worden. Politische Organisationen bestehen im Kreise liegt und außerdem noch zwei Kinder zu versorgen find. Der mache ihnen das Leben zu einer Folge von faft unaufhörlicher 9. Die Jahresabrechnung der Wahlkreistaffe balanzirt mit Arbeitsraum ist die Küche, wo Frau und Mann auch schlafen. Plackerei, Härte und oft Krankheiten. In sanitärer Beziehung 2442 M. Einnahme und Ausgabe. Bezüglich der Beschickung Die Schwester dieser Arbeiterin ist in der Knabenkonfektion seien die Verhältnisse, unter denen gearbeitet werde, nicht nur des Londoner Kongresses sprach die Konferenz den Wunsch 11 Jahre thätig. Sie bringt es bei der gleichen Arbeitszeit auf den Arbeitern nachtheilig, sondern auch dem Publikum gefährlich, aus, die Provinz durch drei Delegirte dort vertreten zu sehen. einen Wochenverdienst von 9-10 M., wovon 2,55 M. Untoften besonders in der Bekleidungsindustrie, da ansteckende Krant Die Landesversammlung der württembergischen Sozial- abgehen. Eine Hosenarbeiterin, welche 4-5 Jahre in der heiten durch den Verkauf der Kleider verbreitet würden, die in demokraten ist vom Landesvorstand auf den 5. u. 6. April nach Branche thätig ist, giebt an, daß sie die Handarbeiten an Hosen Räumen hergestellt werden, wo sich Kranke befinden. Die Ursachen der Uebelstände erblickt der Ausschuß zus Stuttgart einberufen. Als vorläufige Tagesordnung ist in macht und dafür pro Hose 15 Pf. bekommt. Bei einer täglichen Aussicht genommen: 1. Thätigkeits- und Kaffenbericht des Landes- Arbeitszeit von 15-16 Stunden stellt sie durchschnittlich pro nächst im Mißbrauch des Instituts der Zwischenmeister( subvorstandes und Bericht der Revisoren; 2. Bericht über das Woche 55 Hosen fertig, was einem Verdienst von 8,25 M. contractors). Bweifellos, so äußert sich der Ausschuß, seien die Parteiorgan; 3. Bericht der Landtags- Abgeordneten; 4. Be- gleichkommt. Der Mann, welcher gegenwärtig arbeitslos, ift Stapitalisten ihrer moralischen Verpflichtungen uneingedent, wenn schwerden; 5. Organisations- und Agitationsanträge; 6. Neu- beim Annähen der Knöpfe behilflich. Nach Abzug der Unkosten fie Verträge schließen, ohne die Lage der Arbeiter zu kennen, die verbleibt ein Nettoverdienst von 5 M. Die Arbeiterin hatte eine bei der Herstellung der ihnen nöthigen Waaren thätig sind, vielwahl des Landesvorstandes. Hose mitgebracht. Die anwesenden Fachleute mußten staunen mehr die Pflicht der Auswahl den Zwischenmeistern überlassen. über das Geschick, mit welchem die Arbeit ausgeführt war und Aber es scheine dem Ausschuß, daß die Zwischenmeister die Folge, Aus Luckenwalde erhalten wir die erfreuliche Nach andererseits über den Spottlohn. Von den übrigen Fällen boten nicht die Ursache des Uebeis feien, das Instrument, nicht die richt, daß die wegen Verdachts der Verleitung zum Meineid in nur einige ein etwas günstigeres Bild. Hand, welche dem Instrument eine Richtung giebt, die Unheil Haft genommenen Genossen Plöse, 3wanzig, Thiele stiftet. Ueberdies feble der Zwischenmeister in vielen Fällen, wo und Haase am 25. Februar abends aus dem Untersuchungs- Die überraschenden Erfolge, welche in dem Berliner die Uebelstände voll vorhanden seien. gefängniß in Potsdam entlassen worden sind, da der noch in Konfektionsstreit das Gewerbegericht als Einigung 3- Der Einwanderung fremder Arbeiter, besonders russischer Haft behaltene Belastungszeuge Blantenhain sich in zu viel amt erzielt hat, haben den Redaktions- Ausschuß des Ver- und polnischer Juden, die bei geringeren Ansprüchen die Löhne Polizeiliches, Gerichtliches 2c. drückten, wird für einige Gewerbe ein gewisser Einfluß bei- gemessen. Andererseits wird die Einführung von Maschinen und die in Nerbinduiig damit herbeigesührte Arbeitslheilung nicht ats Ursache deS Sweating System anerkannt, unter Hinweis auf die günstige Lage der Arbeiter in der Tnchiüdustrie, wo Maschinen und Arbeitstheilung im weitesten Maße gebräuchlich feien. Die banptsöchlichen Ursachen der vorhandenen Mißstände sieht der Ausschuß in der Untüchligkeit einer großen Zahl von Arbeitern der untersten Klasie, in frühzeitigen Heirathen, in dem Zudrang der Bevölkerung in die großen Städte und übermäßigem Angebot un- gelernter Arbeiter. Dazu komme das Arbeitsangebot seitens ver- heiralheter Frauen, die ihre Thätigkeit als Nebenerwerb zu geringe- ren Löhne», als die völlig darauf angewiesenen Arbeiter, anbieten könnten. So ergebe sich für den Arbeitsmarkl ein reichliches Material, um die Unternehmer mit Arbeitern zu versorgen, die hilflos von ihnen abhänge».(Die eigentliche Ursache, die anarchische Wirlhschastsweise des Kapitalismus übergeht also der Ausschuß des Oberhauses, sofern der„Neichs-Auzeiger" vollständig berichtet hat. Red. d.„V.') Was nun die Mittel zur Abhilfe betrifft, so wird zunächst behufs Erzielung günstiger Löhne und Arbeitszeit die Bildung von Genossenschaften(cooperative societies) und ein „gut geleiteter Zusammenschluß" der Arbeiter empfohlen. Diesen Vorschlägen gegenüber war von anderer Seile auf die Haus- arbert als ein Hinderniß hingewiesen und ihr gesetzliches Verbot gefordert worden; indessen erklärt der Ausschuß, daß er eine solche Maßnahme für willkürlich, ohne Vorbild in der bis- herigen Gesetzgebung und praktisch undurchführbar halte. Ferner werden dem Parlamente mehrere Maßnahmen empfohlen, die sich hauptsächlich ans die sanitäre Haltung der Arbeitsstätten und die Ueberwachung durch Inspektoren beziehen. Nach englischem Gesetz werde» die Arbeitsstätten unterschieden in: tactories, Workshops und domestio Workshops; es wird nun im wesentlichen verlangt, daß alle diese drei Kategorien von Arbeitsstätten denselben Anforderungen in sanitärer Beziehung unterworfen werden sollen, wie solche bisher hinsichtlich der Fabriken bestehen. Andere Vorschläge bezwecken eine genauere Befolgung der Trnckgesetze, Verbot gewisser schwerer Schmiede-Arbeit für Frauen und Mädchen, sowie eine vollkommenere technische Ausbildung aller Klassen von Handwerkern. Soweit endlich bei Vergebung von Arbeiten, welche die Re- gierung ausführen läßt, das Schwitz-System in betracht kommt, wird empfohlen: aus eine genauere Befolgung der schon jetzt ge- bräuchlichen Klausel zu dringen, wonach diese Arbeiten n»r in Fabriken(Werkstätten) hergestellt werden dürfe»; ferner ei» Lohn- Minimum festzusetzen, welches der Unternehmer seinen Arbeiter» zahlen muß. Der Ausschuß hat es nicht unterlaffen. am Schlüsse seines Berichts sich nochmals an die Kapitalisten zu wenden, um sie zu vermehrter Sorge für ihre Arbeiter anzuspornen. Wenn die Gesetzgebnng die Grenze ihrer Wirksamkeit erreicht habe. muffe eine wirkliche Besserung der Arbeitsbedingungen von dem erhöhten Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit bei den Arbeitgebern und der Haltung der Arbeiter erwartet werden. Man hoffe, daß die vorgenommene Untersuchung nicht ohne eine moralische Wirkiliig sein werde. Der„Reichs-Anzeiger" glossirt den Bericht wie folgt: Wie man aus de», Vorgetragene» sieht, ist man in England an die Untersuchung der Hausindustrie, insbesondere der Konfektion, bereits mit großem Ernst herangetreten»nd hat unserer Kommission für Arbelterstatistik, die vor dieselbe Aufgabe gestellt »st, einen beachtenswerthen Vorgang geliefert. Gegenüber der im„Figaro" ansgcsprochenen Ver- tnuthung, daß infolge des Streiks Berlin seiner dominirenden Stellung auf dem Weltmärkte verlustig gehen könne, ineint der „Konfektionär", daß dem noch lange nicht so sei.„D i e jetzig e n Arbeitslöhne und der geringe Ver- dienst, mit dem man sich hier begnügt, gestatten uns noch, nicht nur jeder Konkurrenz die Spitze zu bieten, sondern auch noch jede Konkurrenz aus dem Felde zu schlagen. Eine weitere Lohnerhöhung würde aber auch diese Vortheile, deren wir uns jetzt noch zu erfreuen haben, illusorisch machen. Deshalb gebietet die Pflicht der Selbsterhaltung. jeder weiteren Lohnerhöhung festen Widerstand zu leisten. Wir können schon heut voraussagen, daß sich zu weiteren Konzessionen in bezug auf Erhöhung der Lohnsätze in der Konfektion niemand verstehen wird. Sollte der Lohnkampf wieder entbrenne», dann wird es einen Kampf bis aufs Messer geben. Zum zweiten Male Sieben die Konfektionäre nicht nach." Da der Kampf zu Ende. ind diese düsteren Prophezeiungen mindestens überflüssig. Weiter theilt der.Konsektionär" mit. daß viele Zwischen- meister ihre Werkstätten in die Umgebung von Berlin verlegen würden,„wo sie Näherinnen so viel und so billig erhalten können, wie sie nur wollen und wo sie nicht mit den Schwierig- keiten zu kämpfen haben, die sich hier in Berlin in den letzten Wochen gezeigt haben". Mit diesem Kniff könnten die betreffenden Zwischenmeister aber doch nur Glück habe», wenn die Konfektionäre den von den Vertretern der Unternehmer. Zwischenmeister und Arbeiter beziehent- lich vor dem Gewerbegerichl geschlossenen Vertrag brächen, worin vorgeschrieben ist, daß die Konfektionäre nur solchen Zwischenmeister» Aufträge übergehen dürfen, die den Arbeitern und Arbeiterinnen die vorgeschriebenen Lohnsätze bezahlen. Die organisirten Zwischenmeister Berlins gehen mit dem Gedanken um, daß zur Ausmerzung der Schmutzkonkurrenz unter ihresgleichen ein fester Minimal-Lohntarif fgeschaffen werden müsse. Wie es heißt, wollen sie, wenn die Konfektionäre bis zur nächsten Saison einen solchen festen Tarif nicht an- genommen haben, im Herbst ihre Werkstätten schließen, um dadurch die Konfektionäre zur Annahme des Tarifs zu zwingen. Aus Stettin. Der Verband der Konfektionäre erklärt in den Zeitungen, daß er absolut keine Lohnerhöhung bewilligen werde. Um den Konfektionären einen von ihnen geltend gemachten Vorwand zu nehmen, wählte eine Volks- Versammlung eine neue Kommission, die die Verhandlunge» führen soll. Weß Geistes die Sleltiner Konfektionäre sind, geht noch daraus hervor, daß sie auch die Vermittlung des Gewerbe- gerichts, das von den Arbeitern angerufen war, abgelehnt haben. Ihre Antwort lautet wörtlich:„Stettin, den 22. Februar 1896. An den Vorsitzenden des Gewerbegerickits für den Stadtbezirk Stettin, z. H. des Herrn Dr. Wolff, Wohlgeboren hier. Ihr gefälliges Schreibe» von heute habe ich der Vereinigung der hiesigen 20 Konfektions- Engros- Firmen, welcher ich angehöre, bezw. dem Vorstande derselben sofort unter- breitet. Der letztere hat hierauf folgenden Beschluß gefaßt:„In Erwägung, daß die infolge des letzten Ausstandes der hiesigen Schneider im Juli 1395 durch uns um 10—12 pCt. aufgebesserten Löhne erheblich höher sind, als die von Berlin und Breslau. trotz der jüngsten Lohnzulage gezahlten, und wir bei der scharfen Konkurrenz dieser Plätze und bei ferneren Lohnerhöhungen un- bedingt konkurrenzunfähig werden würden und die vorhandene» Arbeitskräfte trotz desGeneralstreiksjderSchneider undNäherinnen sich für unsere Geschäftsbetriebe als vollständig ausreichend erweisen und in de» letzten Tagen an Umfang zugenommen haben, lehnen wir jede Unterhandlung mit dieser Lohntommission ab. Wir tanken Ew. Wohlgeboren für die in Anregung gebrachte Vermittelung des Gewerbegerichts als Einigungsaml, können jedoch aus obigen Gründen zu unserem Bedauern nicht weiter hierauf eingehen. Vereinigung Stettiner Konsektions-Engros-Firmen. Die Fünfer- Kommisston. gez. M. Lewin. Leopold Juda. Arnold Wittkowsky. Marcus Brock. Max Wartenberger." „Das Schriftstück charakierisirt sich selbst", sagt der Stettiner „Volksbote".„Also die Furcht, konkurrenzunfähig zu werden— nebenbei gesagt, eine ganz unbegründete Furcht— ferner der Umstand, daß sich noch immer eine kleine Anzahl In- differenter findet, die den Konfektionären die dringendsten Arbeiten fertig stellt, giebt den Großkapitaliste» Grund genug, jede Verhandlung kurzer Hand abzulehnen. Was die Angabe an- langt, die hiesigen Löhne seien immer noch erheblich höher als die Berliner und Breslauer nach der jetzigen Auf- bessernng, so müssen wir doch fragen, ob die Konfektionäre im Ernst selber an ihre Worte glauben. Wie erbärm- lich müßten dann in den genannten Städten die Löhne gewesen sein! Können doch schon bei den hiesigen „erheblich höheren" Löhnen die Arbeiter durch angestrengteste, von der Nacht bis in die Nacht währende Thätigkeit kaum das zum Leben nöthigste verdienen. Aber was gehl das die Kon- seklionäre an? Wen» nur ihre Konkurrenzfähigkeit, d. h. in Wirklichkeit, ihre Fähigkeit, anderen Orten Schmutz- konkurrenz zu machen, nicht beschränkt wird. Wenn die Konfektionäre übrigens denken, daß nun die ganze Angelegenheit erledigt ist, so irren sie." Unter diesen Umständen kann sich der Kampf noch längere Zeit hinziehen. Um so dringender ist es nöthig, die Ausständigen finanziell ausreichend zu unterstützen. Die Dresdener Firma Pf efferk o rn läßt sich in der „Deutschen Wacht"„von ihren Arbeitern" bescheinigen, daß sie (nämlich die Arbeiter)„mit ihren Ansprüchen voll und ganz be- friedigt" seien. Dieser„freiwillig" abgegebenen Erklärung gegen. über stellt die„Sächs. Arbeiter-Zeitung" fest, daß es nur Streik- brecher sein können, welche eine solche Erklärung unterschreiben, denn die gerechten Forderungen der Arbeiterschaft hat die Firma Psefserkorn nicht bewilligt. Altcnbnrg. Eine Volksversammlung am Montag, in welcher über„Die Lage der Konfektionsarbeiler und-Arbeite- rinnen und ihre Lohnbewegung" verhandelt wurde, verfiel der polizeilichen Auflösung. Nach Ansicht des Ueberwachenden hatte sich einer der Redner nicht an die Tagesordnung gehalten. Halle a. S. Die Nachricht, der Streik sei völlig beendet, war leider doch verfrüht. Es sind noch 6S der besten Konfektions- arbeiter im Ausstand. Aus Mainz wird berichtet: Eine stark besuchte öffentliche Schneiderversamnilung beschloß, die Forderungen der Berliner Fünfer-Kommission zu den ihrigen zu machen. Ferner wurde beschlossen, eine Versammlung einzuberufen, die mit einer fest formulirten Lohnerhöhungs-Forderung, vornehmlich aber mit der Forderung nach Errichtung von Betriebswerkstätten an die hiesigen maßgebenden Firmen herantreten soll. Die Zwischenzeil soll benutzt werden, die Konsektionsschneider in Stadt und Land mobil zu machen. In Pforzheim einigte sich eine von Arbeitern und Arbeit- geben, zahlreich besuchte Versammlung nach langer Debatte, daß Betriebswerkstätten eingerichtet werden sollen und zwar, soweit thunlich, innerhalb der Geschäftshäuser. Auch betreffs des Lohn- tariss und der Akkordarbeit wurde im wesentlichen ein Einver- ständniß erzielt. Tie kleineren Differenzen, die noch schweben, hofft man in einer weiteren Versammlung zu beseitigen. Für die streikende» Konfektionsarbcitcr«nd Arbeite- rinnen ginge» bei unserer Expedition ein: Personal der Druckerei G. Schenk Sohn 10,25. Spandauer Metallarbeiter 4,30. Filzschuharbeiter Strausbergerstr. 36 2,—. Zigarrenfabrik A. Kunze 4,—. Gesangverein Edelweiß l 10,—. Ans bürgerlichen Kreisen, 3. Rate 4l6,—. Theaterklub Heine, Charlollenburg 1,—. H. W. in Zürich 8.—. E. R. in Zürich 8,—. Gesangverein Kreuzberg durch Ew. 10,—, Wieden, an» 2,—. Verband der Elsaß-Lothringer Buchdrucker, Bezirksverein Straßburg 100,—. Gewerkschaflskarlell Lauenburg a. E. durch Beeck 73,95. Zürich R. El. 2. Rate(31 Fr.) und zwar A. Hecker 7 Fr., Gol. 3 Fr., durch A. R. 2t Fr.— 24,89. Von den Genossen aus Zielenzig 2,75. Eingesandt von der Sektion der Reider. Solingen 56,95. Wintersberg Reimann 2,95.„Hessische Landeszeitung", 3. Rate 63,60. Hochzeit bei Bergmann, Rixdorf, Hermann- straße 33. d. C. B. 2,25. Maschinenmeister der Buchdruckern Siltenfeld 6,05. Summa 809,14 M. Bereits quittirt sind: 30 754,48 M. Gesammtsumme der bei unserer Expedition eingegangenen Beiträge 31 563,62 M. Loketles. Die Parteispedition in Charlottenburg(G. Scharnberg) ist von der Kantstr. III nach Pestalozzistr. 27, Hof, part. linke, verlegt worden. Bestellungen auf den„Vorwärts",„Volksblatl", „Jakob" jc. wolle man zu bevorstehende», Monatswechsel recht- zeilig besorgen. DaS Unzuchtsvergehen des„Vorwärts", das vorige Woche vom hiesige» Schöffengericht daraus konstruirt wurde, daß der„Vorwärts" pflichtgemäß ein Inserat unsittlichen Inhalts an den Pranger stellte und entsprechend kritisirle, wird von der „ S t r a ß b u r g e r Post" wie folgt besprochen: „Nichts kann zerstörender wirken, als gerichtliche Urtbeile, die sich nicht in, Einklang mit de» Gefühlen des Volkes befinden und leider sind in letzter Zeit manche ergangen, die sich durchaus nicht mit der allgemeinen Moral deckten, insbesondere ist die Rechtsprechung gegen Zeitungen vielen Vorwürfen aus- gesetzt gewesen und ganz neuerdings ist wieder in Berlin ein Urtheil erflossen, das den meisten wohl recht unverständlich sein wird. Daß das Urtheil den sozialdemokratischen „Vorwärts" getroffen hat, ändert nichts an der Sache; im Gegentheil, denn es kommt noch hinzu, daß viele der, wie wir zuversichtlich glauben, unberechtigte» Ansicht sein könnten, daß hier Parteilelbenschaft ein Wort mit- gesprochen hat." Zu der Erwägung des verurtheilenden Gerichtshofes, es komme der Umstand„mildernd" i» betracht, daß bei». An- geklagten nicht die Absicht vorgelegen habe, etwas Unsittliches weiter zu verbreiten, sondern vielmehr die Absicht, Mißstände der Gesellschaft zu rügen, bemerkt das Blatt: „Darauf mag sich juristisch eine Verurtheilung stützen können, der Nichtjurist wird es aber nur schwer verstehe», daß ein Mann bestraft werden soll, der nicht die Absicht hatte, durch Veröffentlichung von Anstößigkeiten Aergerniß zu erregen, sondern dem es im Gegentheil darum zu thun war, unsittliche Hand- lungen an den Pranger zu stellen." Die„Straßburger Post" ist ein nationalliberales Blatt. Die hiesige unentwegt freisinnige Presse vom„Börsen-Courier" und der„Vossischen Zeitung" bis zur„Volks-Zeilung" und„Berliner Zeitung" haben sich über die Verurtheilung vollständig aus- geschwiegen. Es scheint mithin, daß diese Blätter, denen es sonst nicht daraus ankommt, die moderne Rechtsprechung vor- kommendensalles mit einigermaßen entsprechender Schärfe zu geißeln, sich in diesem Falle in dem von uns am Dienstag an- gebeuteten Sinne als Mitschuldige des ebenfalls ver- urtheillen Jnseratenblättchcns fühlen. In der Kunst der geschäftlichen Schönfärberei sind die Herren für deutsche Art und deutsche Arb-lt in Stadl und Land den so arg angefeindeten Männern aus dem Volk Israel zu», mindesten cbenbüriig. Der erste Geschäftsbericht der„Deutschen Tageszeitung" weiß diejenigen, die in Frage kommen, mit Morien süß wie Honig über die Misere der Dividenden- losigkeit hinwegzutrönen. Ganz gelingt dies aber beim besten Willen nicht. Trotz verhältnißmäßig günstiger Jnserateneinnahmen, die dem Blatte i» der Erlenntniß zn theil geworden sind, daß die Nothleidenden doch manchen Champagnerpfropfen knallen lassen können, war, wie der Geschäftsbericht besagt, das Miß- verhältniß zwischen Einnahme und Ausgabe bald so groß,„daß wir nach Abzug der an die Post zu zahlenden Provision in dem verbleibenden Reste von l,20 M. nicht einmal eine Entschädi« gung unserer Auslagen für Papier und Druck erhielten." Aus diesem Grunde mußte das Abonnement auf 2 Mark erhöht werden. Aber auch unter den so veränderten Umständen würde das Blatt nicht den für das nächste Jahr in Aussicht gestellten Gewinn von 20 000 Mark abwerse» können, wenn nicht, wie es heißt, die Drnckfirma W. Büxenstein insofern einen erheblichen Antheil an dieser günstigen Entwicklung hätte,„als sie in dankenswerthem Entgegenkommen Kürzungen in den Satz- und Druckpreisen zu- gestand." Auch ein Erfolg des Eintretens für deutsche Arbeit. Doch ist die Gewinnaussicht vorläusig noch Zukunftsmusik, der die rauhe Wirklichkeit mit einem Verlust von brutto 150 199,52 Mark— im Zeitungskonto 71 710 Mark 32 Pf.— gegenüber steht. Man hat zu leide» unter der Roth der Landwirthschast« trotz der sich auf 37 146 Exemplare beziffernden Auflage, welche das Agrarierblatt haben soll. Spotten ihrer selbst und— wissen sie wirklich nicht, wie? Am Dienstag war der brandenburgische Provinzial- Landtag zu einem großen Schmaus im Palast- Hotel versaninielt. Es galt, nebenbei bemerkt, die Amtsniederlegnng deS Landesdireklors v. Levetzow zu feiern. Die Tischkarte auf diesem Feste war aus folgende Weise vergeistreichelt:„Verpflegungsstations- Suppe ohne vorherige Arbeitsleistung— Seezunge, unter dem Schutze S. M. S.„Brandenburg" gefangen— Ochsenrippe(ß 2 des Lungenseuchen- Reglements) smit Gemüse der Witt- stocker Gartenbauschnle— Mohriner Seetrebs— Fasan von der Auricher Sandscholle; Riesel- Salat; Königsberger Ein- gemachtes— Gossower Ruhestands- Sellerie— Eis von der Schwedter Brücke— Käse mit Butter nach Straußberger Lieferungsprobe— Kaffee(„ach dem Etat 1396'97. k Portion 0,13 Gr. Kaffee)— Zigarren(Vierradener Einlage. Wo- biser Deckblatt, gedreht in den Korrigenden-An st alten) — Märkische Kartoffeln gebrannt." Vielleicht verginge manchem der Herren beim Kosten der wirkliche»„Verpflegungsstations- Suppe ohne vorherige Arbeitsleistung", des Bliemchenkaffee's und des Vierradener doch wohl bedenklich der Appetit. Es sei den», sie ließen sich un, der Wissenschast willen einmal sechs Monate scharf in den Dienst einer Korrigenden-Anstalt einspannen. Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesnndhcits- pflege hielt am Montag eine Sitzung ab, über deren Verlauf wir der„Voss. Ztg." folgendes entnehmen: Der Vorsitzende Spinola gab zunächst Nachricht über eine Bewegung, die zn gunflen der in Ladengeschäften thätigen Verkäuferinnen hier jetzt in Gang gebracht wird. In den meisten Verkaussläden werden die Verkäuferinnen angehalten, zu stehen, auch wenn sie nicht gerade mit der Kuudenabfertigung zu thun haben oder sonst durch die Art der Thätigkeit nolhwendig ist, daß sie stehen. Aus gesundheitlichen Rücksichten ist anzustreben, daß den Ver- käuferinnen gestattet wird, so oft und so lange es geht, sich niederzusetzen. In den meisten Geschäften aber fehlt es über- Haupt an geeigneten Sitzen in den Ladenrämnen. Eine Anzahl von Vereinen hat sich jetzt znsammengethan, für die Ver- käuferinnen in Berlin die nothwendige Ruhe auszuwirken. Die deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege erklärte ihre Zustimmung zu diesen Bestrebungen, so weil sie in das Gebiet der Hygiene fallen. Sodann ergäntte Dr. med. Zadel die in der vorletzten Sitzung von Dr. Jürgensen(Kopenhagen) über die Hygiene der Bäckereien gemachten Miltheilungen. Die von Dr. Jürgensen und im Anschlüsse an seinen Vortrag erörterte Thalsache, daß unter den Bäckern ansteckende Krankheiten(Haut- und diesen verwandte Krankheiten) besonders häufig sind, ist öffentlich in der Vereinigung von Bäckermeistern bestritten worden. Dr. Zadel hat aus dem vorliegenden statistischen Mater, al dre einschlägige» Zahle» zusammengestellt. Diese zeige», daß der Ein- spruch der Bäckermeister nicht berechtigt ist. Den Hauptvortrag hielt Dr. med. Herin. Gutzman» über die Gesundheitspflege der Sprache in den öffentliche» Schulen. Sprachstörungen sind bei der Schuljugend überaus häufig. Dr. Berkhan, der 1382 in Brannschweig zuerst Zählungen vornahm, fand, daß auf je 131 Schulkinder ein stotterndes kam. Aehnliche Zahlen fand man 1836 in Potsdam. Eine Zählung in den Berliner Schulen ergab 1 v. H. Stotterer. Jnsgesammt kann man die Zahl der stottern- den Schulkinder im Deutschen Reiche auf 30000 veranschlagen. Aus der Statistik ergiebt sich zunächst eine sehr wichtige That- fache, nämlich, daß es in den höheren Lehranstalten viel mehr Stotterer im Verhältniß giebt als in den mittleren und an Elementarschulen. Von Bedeutung ist»och eine Feststellung. Am häufigsten beobachtet man nämlich das Stottern in zwei bestimmte» Abschnitten des Schulalters, im zweiten Schuljahre und im sechsten und siebenten.— Ueberaus auffällig ist die Thatsache. daß die Zahl der stotternden Knaben ganz ungemein größer ist als die der mit Sprachfehlern behaftelen Mädchen. Der Schaden, den das Stottern stiftet, ist mit Erfolg zu bekämpfe». Den Weg dazu bilden methodische Sprachüb«igen. Nach Dr. Gutzmann's Er- fahrungen lassen sich in 72 v. H. der Fälle Heilungen erzielen. Aber nicht nur auf die Heilung von Sprachübeln müsse man bedacht sein, sondern auch auf deren Verhütung. Daraufhin wirkt vor allem ein guter Leseunterricht. Zu beachten sei auch, daß zur Verbreitung des Stotterns der Nachahmungstrieb beiträgt. Ein Stotterer sollte nie Lebrer werden, bevor sein Leiden nicht beseitigt ist. Auch den Aerzten aber thue die Kenntniß der Sprachheilkunde noth, zumal den Hausärzten, die mit solchen» Wissen ausgerüstet rechtzeitig bei stolternden Kindern eingreisen könnten. Heute wird in der Urania Herr Dr. K. Boeck, der seit seinem letzten hiesigen Vortrage inzwischen abermals Indien besucht hat, über die Ergebnisse seiner Jndienreiscn erzählen. Es ist bekannt, in wie hervorragend künstlerischer Weise Herr Dr. Boeck es verstanden hat, die malerischen und großartlge» Landschaften namentlich des Himalaya- Gebietes photographisch festzuhalten. Diese Bilder, vorzüglich kolorirt, werden den Be- suchern der Urania in üblicher Weise vorgeführt werden.— Der Abend wird aus der Urania,»venu da? launische Wetter es erlaubt, auch wegen der stattfindenden, nahezu totalen Mondsinsterniß interessant werden. Herr Witt w,rd mis Anlaß derselben um 6 Uhr einen halbstündigen Vortrag über Finsternisse halten. Un, 7 Uhr 16 Minuten beginnt der Mond in de» Erdschatten zu treten und ist um 8 Uhr 46 Min. bis zu neun Zehntheilen seines Durchmessers verdunkelt; um 10 Uhr 15 M,n. hat er seine Wanderung durch de» Schatten beendet. Die Erscheinung findet also durchaus innerhalb der üblichen Besuchszeit der Urania statt und kann vor und nach dem Vortrage über die Jndie,»reise des Herrn Dr. Boeck. den derselbe nur dies eine Mal halten wird, dort beobachtet werden. Die SchlllerabounementS bei der Pferdebahn sollen fortan auf säinmtlichen Bahnhöfen erneuert»verde» können statt»vie bisher nur an der Zentralstelle. Ein kriminal-polizeilicher Kongresi, zu dem die Polizei- Verwaltungen aller deutschen Städte mit 50 000 und mehr Ein- wohnern ihre Vertreter entsende» werden,»vird demnächst zu- sammentrelen, um einen Meinungsaustausch über das Bertillon'scke System der Personenseststellung durch Gliedmeffungen herbei- zuführen und eine gemeinsame Instruktion für die Beamten des „Erkennungsdienstes" zu berathe». Unsere Kriminalpolizei besitzt schon eine ganze Anzahl von Schutzleuten, welche im„Erkeunungs» dienst" ausgebildet»vorden sind. Ueber ein„gebildetes" Vergnügen berichtet eine Kor- respondenz: Attentate gegen Brieflästen der Privatpost sind von 12 den gebildeteil Ständen angehörigen Personen in rohen» Uebermuthe ausgeführt»vorden. Es gelang die Thätcr fest- zustellen, welche sich einer Abndling ihres Vergehens von» Staats- anivalt durch Zahlung von Bußen an die Arinenkaffe im Einzel- betrage von 15—30 M. entzogen. 14 000 M. unterschlage». Durch die Handlungsweise eines bislang in der Prenzlauer Vorstadt angesehenen Mannes sind hunderte meist armer Familien schlver geschädigt worden. Bei der NlrzNch erfolgten Revision der Kasse deZ SparvereinS für Konfirmanden im Bezirke der Prenzlauer Vorstadt stellte sich heraus, daß der Rendant, Buchbindereibesitzer E. Le Coutre, Metzerstr. 3, das gesammte Vereinsvermögen in Höhe von etwa 14 000 M. unterschlagen und wahrscheinlich für sich im Geschäft verbraucht hat. Der Verein wurde namentlich von verheiratheten Arbeitern und armen Wittwen benutzt, um in ihm groschenweise bei Zeiten den Betrag zu ersparen, der für die Konsormation der Kinder von- Nöthen ist. Die Betrügereien müssen schon jahrelang von Le Coutre verübt worden sein und haben bislang nur infolge einer höchst mangelhaften Revision der Oeffentlichkeit verborgen bleiben können. Die Aufdeckung der Schwindeleien ist wesentlich der Energie des Lehrers Häuseler zu danken, der bei der letzten Revision Verdacht gegen den ungetreuen Rendanten schöpfte. Der Vorfall wird weitere Kreise in Mitleidenschaft ziehe», da laut statutarischer Bestimmung die Vorstandsmitglieder des Vereins haftbar für die ersparten Gelder sind. Das Buchbinder- Geschäft ist seit einigen Tagen geschlossen, doch soll der.Inhaber selber sich noch aus freien Fußen befinden. Le Coutre hatte außerdem Rendantenposten noch eine ganze Anzahl Ehrenämter zu verwalten. In das Moabiter Untersnchuugsgefänguist wurde heute der Polizeiwachtnieister P ö s ch l a aus Spandau eingeliefert, dessen gestern erfolgte Verhaftung Aufsehen i» ganz Spandau er- regt hat. Derselbe ist wegen Vergehens im Amte und wegen wissentlichen Meineides angeklagt. Eines Abends ersuchte ein Gastwirth de» Beamten, einen Arbeiter festzunehmen, der ihm mit der Zeche durchgegangen war. Der Beamte verfolgte den Arbeiter, holte denselben ein und nun kam es zu einem Handgemenge zwischen beiden. Sie stürzten dabei zu Boden und bei dieser Gelegenheit soll der Polizist den Arbeiter blutig geschlagen haben. Dies er- eignete sich unler den Fenstern des Rechtsanwalt L., dessen Frau sah den Vorfall mit an und machte darüber eine abfällige Be- nierkung. Der Arbeiter wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt und in dem gegen ihn an- gestrengten Strafversahren hat der Wachtmeister Pöschla be« schworen, daß er den Arbeiter nicht geschlagen habe, während mehrere andere Zeugen eidlich erhärteten, daß sie das Schlagen gesehen hätten. Rechtsanwalt L. hat das angebliche Vergehe» im Amte zur Anzeige gebracht, ist aber seinerseits von Pöschla wegen Be- leidigung angezeigt worden. Das Beleidigungsverfahren wurde jedoch ausgesetzt, bis die Sache gegen Pöschla zum Austrag ge- bracht sein wird. Es wird nun angenommen, daß der Eid des Pöschla ein wissentlich falscher war. Darauf lautet die bereits erhobene Anklage. Bis gestern befand sich Pöschla auf freiem Fuße, nunmehr ist gerichtsseitig die Verhaftung angeordnet worden. Mit der Ermordung des Knaben Bnrr wird eine am Dienstag in Spandan erfolgte Verhaftung in Verbindung ge- bracht. Seit Anfang Februar hält sich in Spandau der Schuh- wacher Oskar Schliebitz auf, der früher in Rixdorf gewohnt hat. Er logirle vom 2. zum 3. Februar in der Herberge von Kern in der Jüdenstraße und nahm sodann Arbeit an. Er arbeitete aber stets nur wenige Tage hintereinander; dann unterbrach er seine Beschäftigung und fuhr nach Berlin oder Rixdorf. Auch am 12. Februar, dem Tage des Knabenmordes, ist er nicht in Spandau gewesen. Ter Verdacht, daß er vielleicht der Mörder sei, wurde von der Herbergswirthin aus ihn gelenkt. Er hat auch nachträglich die Herberge häufig besucht; der Frau fiel die Aehnlichkeit des Gastes mit der Persönlichkeit auf, von der die Blätter eine Beschreibung geliefert haben. Das Alter, Mitte der dreißiger Jahre, das Haar, der Schnurrbart, die Größe und auch die gebogene Nase stimmen mit dem Signalement des muthmaßlichen Mörders üderein. Sehr verdächtig hat sich Schliebitz auch noch dadurch gemacht, daß er sich auffällig an den neunjährigen Sohn des Herbergswirthes herandrängte; er liebkoste ihn, gab ihm Geld, obwohl er selbst wenig besaß und sagte oft, er könne ihn gut leiden. Sehr eifrig las er die Berliner Zeitungen. Schliebitz, der sich in Spandau auch eines kleinen Diebstahls schuldig ge- macht hat, ist am Dienstag verhaftet worden. Die Berliner Kriminalpolizei wurde sofort in Kenutniß gesetzt und es werden nunmehr der Bruder des Ermordete» und der Schlächtermeister, bei dem der muthmaßliche Thäter Wurst gekauft hat, mit Schliebitz konsrontirt. Der Verhaftete leugnet energisch, das ihm zur Last gelegte furchtbare Verbrechen begangen zu haben. „Schuster-Ede" verhaftet.„Schuster-Ede" ist der Spitzname eines Mannes, der ein warmes Herz für die Aermsten der Armen und Elenden im Busen trug und es verstand, auch noch aus diesen einen Verdienst herauszuschlagen. In der Wärme- halle, in den Asylen für Obdachlose und ähnlichen Stätten menschlichen Elends war er anzutreffen und trieb einen schwung- haften Handel mit.amtlichen Legitimati onspapieren", welche be. stimmt waren, so manchem armen Teufel aus der Verlegenheit zu helfen. Natürlich waren diese Dingerchen nur„Talmi", d. h. von ihm selbst angefertigt und zwar der- gestalt, daß er auf einen leeren Bogen Papier eine» Stempel einer auswärtigen Polizeiverwaltung druckte und es dem Reflektanten überließ, den leeren Raum nach Bedarf und Belieben auszufüllen. Für diese Mühewaltung ließ er sich von seine» Kunde» je nach deren Vermögenslage honoriren. Das Treiben„Echuster-Ede's" blieb indessen dem forschenden Auge der Kriminalpolizei nicht verborgen. Ein findiger Kriminal- beamter besuchte uuter der Maske eines Obdachlosen die Asyle:c. und legte dem findigen Fabrikanten amtlicher Legitimations« papiere das Handwerk, indem er ihn verhastete. Auf zwei Schwindler» von denen der eine sich als Chef. der ander« als dessen Buchhalter ausgiebt, wird von der Kriminal- Polizei aufmerksam gemacht. Sie fragen auf der Straße Personen, deren Aeußeres und Gebahren daraus schließen lassen, daß sie ohne Arbeit und erst kürzere Zeit in Berlin sind, ob sie eine Stelle annehmen wollen, geben ihnen dann einen Auftrag. Geld einzuziehen, und lasten sich als Sicherheit eine Kaution stellen, die meist so hoch gegriffen ist, daß das Opfer nicht nur seine Baarschafl. sondern auch noch die Uhr hergeben muß. In dem zuletzt zur Anzeige gebrachten Falle hatten sie den angenommenen Arbeiter unter Uebergabe eines PacketS, das eine Kasselte enthalten und bei deren Abgabe der Ueberbringer 32 M. einziehen sollte, um 10 M. und eine auf Ackermann lautende Jnvalidenkarte betrogen. Bei Oeffnung des Packeis fand der Be- trogen« statt einer Kassette drei Preßkohlen vor. Der angebliche Chef ist etwa 3b Jahre alt, 1,7b Meter groß, hat schwarzen Schnauzbart und war mit modefarbenem Beinkleid, grauem Pelerinenmantel und schwarzem Zylinderhut bekleidet. Sein Buchhalter ist jünger, kleiner als der Chef, hat hellblonde Haare, keinen Bart und trug«in braunes Beinkleid, schwarzes Jacket und kleinen schwarzen steifen Hut. Ein interessanter Zirkns-Konflikt hat soeben seine Er- ledigung gesunden. Direktor Busch war mit einer von ihm engagirten sranzäsischen Schulreilerin in Differenzen gerathen und gab seiner üblen Laune in der Weise Ausdruck, daß er die drei sehr werthvollen Reitpferde der Französin nicht bei den übrigen Pferden im Zirkus, sondern in einem Stalle außerhalb des Zirkus placirte. Dort standen die edlen Pferde in Gesell- schaft von Ochsen, Eseln. Schweinen und anderen vierfüßigen Künstlern niederer Ordnung. Ueber dem Stalle befindet sich das Heu- und Strohlager des Zirkus, so daß eine etwaige Feuers- gesahr keineswegs außer dem Bereiche der Möglichkeil liegt. Diese Stallirung ihres werthvollsten Gutes war keineswegs nach dem Geschmack der Künstlerin, sie rief daher die Hilfe des Gerichts an. Ihre Rechtsanwälte machten vor dem Amts« gericht geltend, daß die Unterbringung der werthvollen Pferde der Klägerin in jenem Stalle weder eine angemessene, noch eine feuersichere sei und erwirkten damit den Erlaß einer einstweiligen Verfügung, durch welche dem Direktor Busch ausgegeben wurde, die Pferde der Klägerin unverzüglich in an- gemessener Weise im Zirkus selbst unterzubringen. Für die nicht unverzügliche Aussührnng dieser einstweiligen Verfügung wurde eine Strafe von 1000 M. festgesetzt und für den Fall der be- harrlichen Weigerung wurde der Klägerin anheimgestellt, erneute Anträge zu stellen. Am 23. d. M. wurde die Verfügung er- lassen, am 24. wurde sie dem Beklagten zugestellt. Direktor Busch hat die erste Strafe mit 1000 M. verwirkt; denn er respektirte die Verfügung nicht„unverzüglich". Indessen muß er wohl andern Sinnes geworden sein; denn in der vergangenen Nacht um 12 Uhr ließ er die Pferde der Französin in die ergent- lichen Zirkusställe überführen. Von Fritz Friedmann. Aus Bordeaux berichtet. W.T.B.": Dr. Friedman» hatte am Mittwoch eine neue Zusammenkunft mit dem Vorsteher der Advokatenschaft. Friedmann behauptet. seine Auslieferung sei unmöglich, da er keinen Vertrauensbruch begangen habe, mit welchem das Verlangen der Auslieferung begründet werden könnte. Auf dem Wansec-Bahnhof wurde in der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr der 30 Jahre alte Tischler Hermann Liebsky, der ans Namslau gebürtig ist, vom Tode ereilt. Der Mann brach plötzlich, ohne daß man ihm vorher etwas angesehm hätte. zusammen und war eine Leiche. Vermuthlich hat ihn ein Herz- schlag getroffen. Gegen Herrn Anaust Scherl als Herausgeber des „Neuen Adreßbuchs" ist, wie uns die Firma W. und S. Loewen- thal mittheilt, von den Verlegern des„Berliner Adreßbuch" wegen Nachdruck ihres Ober Adreßbuches Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft I gestellt worden. Angeblich soll das vor- läufige, aus nur einigen Buchstaben und Theilen zusammen- gestellte Beweismaterial über 3000 Nachdrucksbeweise repräsentiren, darunter Druckfehler, Adressen von Personen, die bereits gegen Ende 1894 oder Anfang 1893 verstorben, verzogen«. sind, die aber das„Nene Adreßbuch" mit dem Wortlaut des Berliner Adreßbuch 1895 nachgedruckt hat. Schwer verunglückt ist gestern Morgen gegen 9 Uhr der 40 jährige Arbeiter Karl Kagelow aus der Luckenwalderstr. 8. Der Mann wurde auf dem Gelände der Hamburger Bahn an der Torfstraße von einem schwer beladenen Fuhrwerk überfahren und an den Füßen so bedeutend sverletzt, daß man ihn sofort in ein Krankenhaus bringen mußte. Eine reiche Nachernte halten gegenwärtig die Eiswerke und die Brauereien. Aus den stehenden Gewässern der Um- gegend von Berlin hat die Eisdecke bereits wieder ein Stärke von 3 bis 4 Zoll erreicht. Der Stellmacher Emil Zander, der sich auf seiner tollen Spazierfahrt nach Treptow in den Unterleib schoß, ist noch am Leben; es geht ihm verhältnißmäßig gut. Das Geschoß hat aus der Wunde noch nicht entfernt werden können. Die Personen, welche am Dienstag, den 11. Februar. Zeugen der Szene waren, welche sich gelegentlich einer Flugblattverthei- lung in und vor dem Hause Naunynstr. 91 zwischen dem Schlächter Hartwig und dem Schneider Otto Schulze abspielte, werden gebeten, ihre Adresse in der Wohnung des letztere», Brandenburg- straße 7 bei Frau Wernicke abzugeben. Witterungsüberficht vom 27. Februar 1896. Wetter-Prognose für Freitag, den 28. Februar 1896. Etwas wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit geringen Niederschlägen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterdnreau. Dumfl und Missenschnfk. Schillerthcatcr. In der Mittwochsvorstellung von Zobeltitz' Schauspiel„Ohne Geläut" waren zwei wesentliche Rollen neu- besetzt worden. Fräulein Grete Meyer, eine bisher wenig zum Vorschein gekommene junge Künstlerin, hatte die Rolle der Anna übernommen und mit gutem Gelingen durchgeführt. Die Dame zeigte, daß sie etwas gelernt hatte, daß ihr an schauspielerischer Routine im besseren Sinne des Wortes kaum etwas abging. Nachzuholen hat Fräulein Meyer gewiß noch vieles, was aller- dings einer Künstlerin erst mit de» Jahren vollauf zu eigen werden kann. Das eigentliche Seelenleben offen- bnrte sich in ihr mehr mit äußerlicher Gewandtheit als mit wahrem, inneren Empfinden. Doch das ist ein Mangel, der, so schwer er auch ins Gewicht fällt, dem strebenden Bemühen auf die Dauer keinen Widerstand leisten kann. Bei vorsichtiger und gewissenhafter Ausbildung ihres Talents läßt sich von Frl. Meyer manches Gute erhoffen. Die Rolle des Pastors, die bislang Herr Patry gespielt hatte. war Herrn Winterstein, einem der bekannteren Künstler des Schillerlheater-Ensembles, übertragen worden. Herr Winterstein entfernte sich merklich von der gesalbten Redeweise, zu der diese Rolle gar zu leicht verführt und der auch Herr Patry sich, wenn auch in erträglichen Schranken, bedient hatte. Im Spiel wie in der Maske erschien Herr Winterstein mehr als Liebhaber denn als Seelenhirt und Ralhgeber; seine jugendliche Figur und der warme, natürliche Ton im Dialog mit der Schulzentochter er- innerten lebhaft an jene Stürmer, die gegenwärtig im Banne des Christenthums und der heutige» Gesellschaftsordnung die sozialen Wellübel kuriren möchten. Eine Frage bleibt es allerdings, ob der Künstler seine Rolle mit der erforderlichen Glaubhaftigkeit durchgeführt hat. Sein Pastor ließ unseres Erachtens immer der Befürchtung Raum, als ob er die im Feuereifer vollführte That, eine„Gefallene" zu Heirathen, in der kommenden Nüchternheit des Ehestandes bereuen und dann der Geliebten ein ähnliches Schicksal bereiten würde, wie das, vor dem er sie soeben ge- rettet hatte. Die Nationalgallcric hat eine Reihe neuer Erwerbungen zu verzeichnen: Zunächst zwei Gemälde, eine Parklandschaft von E. Schindler und ein Porträt des Oberbauraths Langhans von F. Keil. Hierzu kommen von Handzeichnungen 10 Blatt figür- liche Studien und ein Entwurf„Die Akademie der Wissenschaften" von L. Gey, 9 Blatt Kostümfiguren in Wassersarben von I. Lulves, 10 Blatt Landschaflsstudien in Blei und Kreide vom Grafen Stanislaus von Kalkreuth, endlich 10 Blatt Ansichten aus Nürnberg und Bamberg in Wasserfarben von A. Hann. Der gesammle Aufwand dafür betrug 7145 Mark. Als Geschenk des Reichsgerichtsraths a. D. Schwarz erhielt die Sammlung das in Kreide ausgeführte Bildniß des verstorbenen Referendars A. Schwarz von G. A. Bönisch. Eine werthvolle Erwerbung hat die e g y p t i s ch e A b- �Heilung des Museums zu verzeichnen. Sie besteht in einem 3 Meter hohen Obelisken aus schwarzem Granit, der in einem Hause zu Kairo verbaut gefunden worden ist. Ramses II. (um 1300 v. Chr.) hat ihn im Tempel von Athribis im Deila geweiht. Sein Sohn Merenplah und einer von dessen Nach- folgern, Delhos U., haben ebenfalls ihren Namen daraus gesetzt. Bon Frithjof Nansen. Die russische Telegraphen-Agentu« in Petersburg erhielt am 26. Februar von ihrem Kor- respondenten in Jrkutsk ein Telegramm, daß der Gouverneur gestern von Jrkutsk eine Antwort auf die durch Staffette nach Jakutsk gesandte Botschaft betreffs Nansen's in etwa 9 Tagen erwarte, wenn die Nachricht von der Rückkehr der Polar- expedition sich bestätigen sollte. Ein Vertrauensmann werde als- dann von dem Korrespondenten von Jakutsk nach Ustyank ge- schickt werden. Der Vertreter der„Russischen Telegraphen-Agentur" in Jrkutsk meldet: Am 26. Februar(14. Februar a. St.) ist hier aus Jakutsk eine mir bekannte Persönlichkeit angekommen, welche bestätigt, daß der Kaufmann Kuchnarew thatsächlich das Schreiben aus Ustjansk mit der Nachricht über Nansen er- halten hat. Es wird jetzt die Rückkehr des Eilboten de? Gouverneurs erwartet. In Paris ist der Schriftsteller Arsens Haussaye am Abend des 26. Februar gestorben. Vermifchkes- Grubenunglück. Aus Köln wird vom Donnerstag tele- graphirt: In der Zeche Hugo, Schacht I, fanden gestern drei Bergleute den Tod durch hereinbrechende Erdmassen. Ein englischer„Majcstätsbeleidigcr" hat dieser Tage aus dem Lande der 5knechrseligkeit fliehen müssen. Der„Köln. Ztg." wird aus Kiel berichtet: Der englische Sprachlehrer an der hiesigen Marineschule, Mr. Rankilor, der wegen einer Majestätsbeleidigung angeklagt war, die er in einem Wirthshause am Kaisersgeburtstage begangen haben soll, als Angehörige der Marine die Nationalhymne sangen, ist nach England geflohen. Hinrichtung. Ter 32 Jahre alte Arbeiter Karl Henning aus Rengerslage, der im Juni 1895 vom Stendaler Schwur- gericht zum Tode verurtheilt wurde, weil er in der Nacht zum 17. November 1894 seine Ehefrau ermordete, wurde gestern früh durch den Scharsrichter Reindel- Magdeburg in Stendal hin- gerichtet. Ein snrchtbares Braudnnglück hat sich Donnerstag früh in Gnesen ereignet. Bei dem früh 6 Uhr ausgebrochenen Brande in einem Hanse der Wilhelmstraße verbrannten eine Frau und vier Kinder. Eine Frau verletzte sich durch Abspringen tödtlich, andere Personen erlitten theils schwere, theils geringere Verletzungen. Der Kaufmann Otomanski ist als vermuthlicher Brandstifter auf der Brandstelle verhastet worden. Das Unwetter im Süden und Südosten Europa's dauert an, wie folgende Depeschen melden: Trieft, 27. Februar. Das gestrige Unwetter war das furchtbarste, welches hier seit Jahrenbeobachtet morden ist. Glatteis und«ine mit einer Gewalt von 95 Kilometern heranbrausende Bora hatten«ine unheimliche Verödung der Stadt bewirkt.— Belgrad, 27. Februar. Der nach Kragujewatz abgegangene Eisenbahnzug ist nachts bei der Station Milutinowatz durch den Sturm aus dem Geleise geschleudert worden. Die Lokomotive, der Tender und sechs Waggons wurden zertrümmert; ein Theil des Zug- Personals und sechs Passagiere wurden schwer verletzt. Die Bahnstrecke ist vorläufig unfahrbar.— Venedig. 27. Februar. Das Kriegsschiff„Provana", welches gestern nach Afrika ab- gehen sollie, mußte wegen heftigen Sturmes in den Hafen zurück- kehren. Ebenso mußten die Lloyd- Schiffe ihre Abreise ver» schieben.— B u d a p e st. 26. Februar. Aus mehreren Gegenden des Landes werden Schneeverwehungen mit theilweisen Störungen des Bahnverkehrs gemeldet. Die Millcnninnis-AuSstellnng in Pest wird am 2. Mai mit mächtigem Pomp eröffnet werden. Eisenbahnunglück. Aus Przemysl wird berichtet: Am 2S. Februar wurden nahe der Station Sadowa- Wisznia durch einen Schnellzug infolge eigener Unvorsichtigkeit zwei Bahn- arbeiter getödiel, zwei andere schwer verletzt. Der Maschinen- führer, den keine Verschuldung traf, warf sich später vor den Schnellzug und wurde getödtet. Ei» Vulkan zu verkaufen. Personen, welche einen sener- speienden Berg zu kaufen wünschen, werden durch Londoner Blätter benachrichtigt, daß sie sich dieses Vergnügen eigener Art zu Beginn des nächsten Monats in dem großen Versteigerungs- Hause in London leisten können. Dort wird„an den Meist- bietenden gegen gleich baare Bezahlung" die zu den Liparischen Inseln gehörende Insel Volcano mit ihrem berühniten Krater verkauft werden. Ans Baranqnilla wird vom Mittwoch berichtet: Die Ladung aus dem gestrandeten Hamburger Dampfer„Marko- mannia" ist fast ganz unbeschädigt geborgen. Die Havarie des Dampfers erweist sich als geringfügig und seine Abbrrngung mit Hilfe des stündlich hier erwarteten Bergungs-Dampfers erscheint ziemlich gesichert. Eine Bergmannötragödie. Als man einenverlassenen Schacht in einemKohlenbergwerk beiWheeling inWest-Virginien(Nord-Am.) untersuchte, fand man die Leichen von vier Bergleuten. Einer faß fast aufrecht gegen die Felsen gelehnt. Am Boden fand man eine Flasche und in dieser einen Zettel mit den folgenden Auf» zeichnungen:„2. November 1863. Sollte dieser Zettel jemals da? Licht der Welt erblicken, so möge diese wissen, daß wir hier gefangen sitzen, weil der Schacht eingestürzt ist. Wir haben nichts zu essen und zu trinken. Seit acht Tagen sitzen wir hier.— 4. November. Ewing und Ackelson haben Ayres getödtet und essen ihn. Ich habe schon einen Stiefelschast gegessen. Das Oel in unserer Lampe wird immer weniger und die Lust ist schlecht.--- 6. November. Ewing hat Ackelson getödtet und hat leine Füße abgeschnitten, welche er jetzt ißt. Er tanzt wie ein Irrsinniger mit gezücktem Messer herum.— 7. November. Ich bin jetzt allein mit dem Tobten. Ich hatte zur Selbstvertheidigung Ewing zu tödten. Ich habe grade den anderen Stieselschaft gegessen. Ich stecke diese Aufzeichnungen in die Flasche, daniit mein Schicksal, wenn es möglich ist, bekannt wird.— Josef Olney.— Alte Bewohner haben das räthselhafte Verschwinden der vier Bergleute noch nicht vergessen. Zwei von ihnen waren Engländer. Der britische Konsul stellte damals alle möglichen Untersuchungen an, aber vergebens._ Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrori« eine«thiftre l,w-i Buchstaden oder«ine Saht) anzugeben, unter der die Antwort erthetlt werden toll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, D i e n st ag. Freitag und S o n n a b e.n d, abends von 6-7 Uhr statt. Scheibe!. Wir haben Ihre Beschwerde zur Untersnchung übergeben. Paul Grieger. Ihr Eingesandt werden wir gelegentlich benützen. Grüstmacher. Die Angelegenheit ist ja bereits am 8. Fe» bruar von uns richtig gestellt worden. Eine nochmalige Erörte- rung der Sache wäre zwecklos. Hln. K. Sie meinen, wir thäten den_„Anarchisten" unrecht, und wüßten nicht, was sie wollen. Wissen Sie es viel» leicht? Mit Ausnahme der Herren Jhring-Mahlow und Kon- sorten haben wir bis jetzt noch keinen gesunden, der gewußt hätte, was er will. Havnan. Ob in Berlin eine Zahlstelle der Haynauer Sterdekasse bestehr, haben wir nicht erfahren können. Vielleicht weiß es einer unserer Leser. Zwei Wettende R.«. Z.„Proletarier aller Länder ver- einigt Euch" ist der Satz, mit dem das von Karl Marx und Friedrich Engels verfaßte Kommunistische Manifest schließt. Von welchem von beiden der Satz herrührt, können wir nicht soft- stellen. Für den Zuhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 28. Februar. Opernhaus. Die Nürnberger Puppe. Laurin. Schauspielhaus. Judith. Deutsches Theater. Liebele. Der ger brochene Krug. Leffing Theater. Madame SansGêne. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Der Herr Direktor. Vorher: Ein Zündhölzchen zwischen zwei Feuern. Rendenz- Theater. Hotel zum Freis hafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter Den Linden. Boccaccio. Schiller- Theater. Ohne Geläut, Urania Statt besonderer Meldung. Die glückliche Geburt eines gesunden 2928b Frik Schmidt und Frau. Anstalt für volksthümliche Töchterchens zeigen bocherfreut an Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute Am 25. d. M. verschied plöglich am Herzschlag unser Kamerad, der Zimmerer Wilhelm Wallat. Achtung, Holzarbeiter! Folgende Werkstellen haben bis gestern, den 27. Februar, nachmittags 5 Uhr, nicht bewilligt: Kastenmöbel und Büffets: Kern, Büschingir. 24. Bock u. Zimmers mann, Grüner Weg 117. Kienow, Wollinerstr. 27a. Görs, Wildenowftr. 4. Die Beerdigung findet Sonntag, den Kraak, Ruppinerstr. 5. Jung, Rheinsbergerstr. 56. Fändrich, Schönhauser 1. März, vormittags 112 Uhr, von Allee 145. Gebr. König, Demminerstr. 6. Schubert, Kastanien Allee 10. Ahl, der Leichenhalle des städtischen Kranken- Schüßenstr. 68. Pautsch. Pallisadenftr. 101. Degen, Gubenerstr. 10. Stoppert, Grams, Koloniestraße 5. Hagenow, Waldemarstr. 23. hauses am Friedrichshain nach dem Prenzlauerstraße 26. Nur noch kurze städt. Kirchhof in Friedrichsfelde statt. Krüger, Fischerbrücke 11. Meier, Friedrichsberg, Jungftr. 48, Meier, Pallisadenstr. 47. Ediger, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 70. Der Vorstand. Bauarbeit: Kregmann, Sebastianstr. 36. Herrgesell, Wilhelmshafeners ftraße 28. Wagenknecht, Rummelsburg. Zeit! Affentheater 2936b Hiermit nehme ich die schwere Beleidigung gegen Herrn Paul Liehr zurück und Circus, und erfläre denselben als einen Manteuffelstr. 76. Sievert, Rüdersdorferstr. 26. Böhm, Weberstr. 52, Dhne Extra- Entree. Soldaten und Kinder 25 Pf. Vorst. 51/2 und 8, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Ehrenmann. P. P. Fink. Verloren 2b Trauring, gez. W. P., Bahnh. Weißens fee. Abzug. gegen Belohn, Weißensee, Sedanstr. 34 c, 2 Tr. I. Ein Portemonnaie mit Inhalt ist in meinem Lokal gefunden worden. straße 12. Schreibtische, Tische und Nähtische: Dreuse, Anklamerstr. 25. Einide, König u. Co., Friedrichsbergerstr. 23. Trompler, Rüdersdorferstr. 7. Ladeneinrichtung und ähnliche Arbeit: Meier, Lichtenbergerstr. 17. Loth, Pappel- Allee 5. Keutel, Stralauerstr. 35. Mühlbauer, Andreasplay 3. Dohse, Grüner Weg 2. Nähmaschinen: Lukat u. Weißelberg, Cuvryftr. 46. Frifter u. Roß mann, Staligerfir. 134/135. Goldleisten: Methlow n. Co., Röpnickerstr. 109. Stieghahn, Waldemar straße 14. Luxusmöbel: Bab, Gitschinerftr. 75. Franz, Forsterstr. 7. Fritsche, Möbel nach Zeichnung und gute Bauarbeit: Fahnkow, Wasserthorstr. 9. Ferd. Voigts, Alte Jakobstraße. Adolph Ernst- Theater. Charley's Castan's Panopticum. bzuholen bei R. Wegner, Siemens: Oranienſtr. 36. Roſe, Manteuffelstr. 57. Zante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle Alliance Theater. Böse Buben. • Böfe Die Alexanderplat- Theater. Die Kleinen Lämmer. Vorher: Pitts. National- Theater. Die Waise von Lowood. American Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vor ftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenBorstellung. Neu!! Neu!! Neu!! getigerten 3 Grazien!! aus Central- Afrika, die neuesten Weltwunder! Kaiser- Panorama ( Passage). Diese Woche: Neu! 3. Jeife. Istrien, Abbazia, Cherso etc. II. Reise durch Schiller- Theater. bas materiſche Steiermark. à Reife ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Ohne Geläut. Sonnabend, abds.8 Uhr: Ohne Geläut. Adolph Ernst- Theater. Charlen's Tante. Schwant in 3 Aften von Brandon Thomas. Repertoirstück des Globe: Theaters in London. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gesang u. Tanz in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Mufit von F. Roth. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Freitag, den 28. Februar 1896: Emil Thomas als Gast. Zum 176. Male: Eine tolle Nacht. Sonnabend, den 29. Februar 1896: Benefiz für Bruno Bollmann. Nur einmalige Aufführung. Radfahrer auf Reisen. Kinder 10 Pf. Abonnenur 20 Pf. ment 1 M. Nächste Woche: Corfu! Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Seute: Abschieds- Benefiz f. d. allbeliebten Duettisten Clara und Hans Sarno. Neues Programm. Entree: 30, referv. 50 ẞf Anf. 8 Uhr. R.Winkler. 2931b Hund entlaufen. Rothgelber Bernhardiner Hund mit schwarzer Maste. Abzugeben bei Mothes, Wiesenstr. 63. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Nur noch bis Sonnabend. Baronin v. Bergen. Gebr. Francs. Gisella Suleima. Damen- Quart. Kolter- Familie. Marvelli- Truppe. Harlow Trio. Little Paole. 4 Geschwister Schenk. Robin u. Berat. Lotti Romanowitsch. Die tolle Jugend. Urtomische Pantomime von der Gesellschaft Teo. Anfang 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Neuer Circus. Circus Busch Bahnhof Börse). Freitag, 28. Februar, abends 71/2 Uhr: Gr. Komiker- Vorstellung. Sensationeller Erfolg: Apollo- Theater Die Jagd nach d. Glück. Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Nur noch bis Sonnabend das erfolgreiche Zum Schluß: Ein wirklicher Schiffsuntergang in 20 Fuss Wasser. Außerdem: Böer u. Schildwache, höchst kom. Episode. Mr. Veldeman als Februar- Programm. frang. Borer. Auftr. d. excentr. afrob. Eugenie FOU ERE. Clowns Gebr. Cavallini, Bros Dux, d. luftigen Chinesen. Die Troika, dress. u. ger. v. Herrn Foottit- Burghardt. Dir. Busch m. s. bestdress. Freiheitspferden. Große Boffe mit Gefang und Zang( ermässigte Preise und 1 Kind frei) in 3 Atten( 7 Bildern) Don Henri Chivot und Henri Blondeau. Mufit von Marius Carman. Von Sonntag, den 1. März ab täglich und ununterbrochen: Eine tolle Nacht. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Die tolle Nacht, Luigi del' Oro U. S. W. U. S. W. Raffeneröffnung 7 Uhr. Auf. 8 Uhr. Sonntag, den 1. März 1896: Volksvorstellung zu bedeutend Vollständig neues Programm. ermäßigten Preisen. Gastspiel des Frl. Clara Leno vom Berliner Theater und des Herrn Oscar Krüger vom Hoftheater zu Braunschweig: Kaufmann's Die Waise von Lowood. Variété- Theater Schauspiel in 3 Atten u. einem Vorspiel von Charlotte Birch- Pfeiffer. Regie: Max Samst. Morgen: 8 Uhr: Die Königstochter als Bettlerin oder Dir Schule des Lebens. Nachm. 4 Uhr: Kinder- Borstellung. Aschenbrödel. Zscheus, das Waldmädchen. Alexanderplatz- Theater. Heute 8 Uhr: 8um 131. Male: Die kleinen Lämmer. Von der gesammten hiesigen Presse als die beste Novität der Saison anerkannt. Borher: Pitts. Operette von Löwenfeld. Königstraße, Colonaden. Letzte Woche!!! Der populäre Gentes. Hammerstein's Ankunft. Berliner Neuigkeiten. Der Riesenbrusttastenmensch Thränen muss man lachen! über Abs& Cannon. Der moderne Samson. Parodie- Theater. Am 1. März schon wieder Oranienstrasse No. 52 am Morigplay. Freitag, den 28. Februar: 1. König Heinrich. Wildromant. neues Programm! Sonnabend: Die Jagd nach d. Glück. Sonntag: 2 Borstell. Nachm. 4 Uhr u. abends 71/2 Uhr: Die Jagd nach dem Glück. Cavalleria schufticana. ( Die Ehre des Schubbejacks.) Romantisch diabolisch infernalische. Oper von Ferd. Meysellino. Neuestes Ensemble der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Heute, sowie jeden Freitag n. Montag: Victoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Auf. präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Borverkauf 40 Pi.( f. Plakate). Sonntag: Concerthans Sanssouci. Jante's Restauration. Bringe allen Freunden und Befannten meine Restauration und Stehbierhalle in freundlichste Er innerung. Vereinszimmer mit und ohne Piano zu vergeben. 2747b P. Janke, Roppenstr. 33. Allen Kollegen, Freunden u. Bekannten zur gefälligen Nachricht, daß ich Danzigerstr. 93( nahe der Schönhauser Allee) ein Schauspiel von Ernſt v. Sanftenbruch. Marten's Friedrichstädt. 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Dr. Weber- Halberstadt( natl.) erwähnt in feinem Referat über die Einnahmen des Etats besonders des Komptabilitätsgefeßes, dessen Einbringung nach der vom Regierungskommissar in der Kommission abgegebenen Erklärung zu erwarten ist. Geheimer Rath Lehnardt: Die Arbeiten sind umfangreich und bedürfen längerer Zeit, so daß es zweifelhaft erscheint, ob die Vorlage noch in dieser Session dem Landtage vorgelegt werden kann, Abg. v. Strombeck( 3.): Ich bitte den Herrn Minister, uns eine Uebersicht über die Zwecke dieses Fonds zu geben. Minister Dr. Boffe: Die Herren erhalten das nöthige Material in den Motiven zum Romptabilitätsgefeh. Nach weiterer Debatte über diesen Punkt, in der nichts neues vorgebracht wird, werden die Einnahmen genehmigt. Bei dem Ausgabetitel: Ministergehalt wendet sich Abg. Dittrich( 3.) zunächst gegen den Fall'schen Erlaß von 1876, betreffend die Staatsaufsicht über den Religionsunterricht Diesem Minister find wir dankbar für sein Wohlwollen. Aber dabei können wir uns nicht beruhigen, denn auf den wohlwollenden Minister kann ein anderer folgen. Wenn wir unsere Grundfäße nicht verleugnen wollen, müssen wir Aufhebung des Faltschen Erlasses und Rückkehr zu dem alten Standpunkt des Artikels 24 der Verfassung verlangen. Abg. Lohmann( natl.): Der Herr Minister hat zwar in Abrede gestellt, daß er die Rechte der Gemeinde verfürzen wolle. Trogdem wird in den Regierungsbezirken Münster, Minden und Arnsberg dieses Recht der Gemeinde stark beeinträchtigt, namentlich auch im Regierungsbezirk Arnsberg. In Hagen hat die Regierung ganz ohne Rücksicht auf die Schuldeputation die Lehrer angestellt. Eine Beriügung, welche die Regierung 1893 an die Schuldeputation gerichtet hat, hatte einen Ton, daß, wer fie las, glauben mußte, die Verfügung datire von vor 1800 Jahren. Im Oktober 1894 hat der Magistrat über dieses Verfahren der Regierung beim Minister Beschwerde geführt, und auf diese Be schwerde ist noch heute, also 11/2 Jahre später, keine Antwort da. Ministerialdirektor Kügler: Der vom Vorredner geschilderte Vorgang erklärt sich aus einem Konflikt zwischen Regierung und Schulverwaltung. Der Minister ist auf gütlichem Wege ein geschritten. Abg. Friedberg( natl.): Ich habe mir den Fall'schen Erlaß von 1876 nochmals durchgelesen und gefunden, daß derselbe außer ordentlich vorsichtig und rücksichtsvoll abgefaßt ist. Daß die staatlichen Rechte auf die Schule gewahrt werden müssen, ist selbstverständlich. Sie verlangen für die Kirche Garantien hinsichtlich des den Religionsunterricht ertheilenden Lehrers, wenn aber der Staat Garantien bei dem Geistlichen verlangt, dann paßt Ihnen das nicht! Das ist doch ein sehr einseitiger Standpunkt. Wir verlangen feine Herrschaft des Staates über den Geistlichen, sondern nur, daß dem Staate wird, was dem Staate gebührt. Abg. von Eynern: Die neuesten Mittheilungen des Grafen Soensbroech haben uns zu der Erkenntniß gebracht, daß der Papst doch gelegentlich auf die Haltung des Zentrums eine suwirken sucht. Vielleicht könnte da Freitag, den 28. Februar 1896. Klarheit darüber besteht. Auch die Universitätsstatuten find durch Verordnungen durchlöchert worden. Es sollten dafür festere Grundlagen gegeben werden für Ordinirung der Professoren, Stellung der Privatdozenten 2c. Das schwierigste ist die Finanzlage, in der diese Anstalten sich befinden, indem sie nicht von sich über die Gelder verfügen können. Redner be mängelt dann, daß für die Akademien der Künste und Wissen schaften und für die tgl. Bibliothek noch immer nicht eine neue Unterkunft geschaffen sei trog aller früheren Versprechungen. Minister Boffe behält sich eine Antwort bei den bezüglichen Etatsfapiteln vor. Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Porsch wird die Weiter berathung bis morgen 11 Uhr vertagt. Schluß 44 Uhr. Das Elend und die Arbeitslosigkeit in Rom. 13. Jahrg. Man hat kein Geld für die Urbarmachung des Agro romano das Italien der Bourgeoisie und des Crispi braucht sein Geld, das es den Armen geraubt hat, für den großen Eroberungs " Sport" in Afrika, der aber ein sehr schlechtes Ende zu nehmen scheint. Wenn nun die Geduld der Arbeiter erschöpft, wenn ihnen jeder Ausweg genommen ist, wenn die Arbeit3. lofen feine Brotfruste mehr zum Beißen haben, das Leihhaus ihnen alles geraubt und der Exekutor sie aus den fenster- und thürlosen Mansarden herausgeworfen hat wenn dann die Arbeiter, zur Verzweiflung getrieben, die Fahne der Revolution erheben und so zum letzten Mittel greifen, zu dein der nagende Hunger treibt, wen trifft die Schuld? Civis Romanus. Soziale Mebersicht. Eine Statistik der Lehrergehälter in sämmtlichen Die Nachrichten, die wir aus Italien erhalten, find leider schlesischen Städten ist durch den Lehrer Ernst Müller in sehr unerfreulicher Art. Während die Bourgeoisie Süd- Italiens, Liegnis fertig gestellt worden. Derselbe giebt in zwei umfang die Aktionäre der„ Societa Generale di Navigazione"( Algemeine reichen Tabellen das jeweilige Gehalt eines Lehrers in jedem Schifffahrts Gesellschaft), die mit dem Truppentransport nach Dienstjahr( vom 3. bis 31.) a) in den Städten mit Altersstalen Maffaua beauftragt ist, die zahlreichen Heerlieferanten, furz die und b) in denen mit Stellenstalen. In der ersten Tabelle sind ganze Partei des" Federbusches" und des Mordspatriotismus 75, in der zweiten 49 Städte enthalten. Die Tabellen lassen erden Bernichtungskrieg gegen den„ wilden" Menelit mit Surrah- tennen, aus welchen Bezügen( Gehalt, Wohnungsgeld, Feuerungsgefchrei fordern und dabei vor Crispi auf dem Bauch rutschen geld) sich das Einkommen zusammensetzt. Die höchften Ge tirbt in Rom, der Hauptstadt des Königreichs, das arbeitende Görlitz( 3000 m. nach 31 Jahren), Kattowitz( 2650 M. nach hälter zahlen Breslau( 3000 m. nach 24 Dienstjahren), Bolt buchstäblich Hungers. = Alle Arbeit hat aufgehört. Man berechnet die Zahl der 31 Jahren), Greiffenberg( 2450 m. nach 31 Jahren), Hirschberg Arbeitslosen auf Zehntausende; das Arbeitslosen Komitee,( 2400 M. nach 31 Jahren), Haynau( 2390 M. nach 31 Jahren), das die Agitation leitet, besteht allein aus 900 Mitgliedern. Grünberg( 2300 m. nach 31 Jahren), Bunzlau und Freiburg Die Arbeitskammer hatte die Einberufung einer großen( 2300 M. nach 31 Jahren), Gleiwit( 2460. nach 24 Jahren). öffentlichen Versammlung von Arbeitslosen beschlossen, aber Crispi Glogau( 2400 M. nach 28 Jahren), Gottesberg( 2300 M. nach hat die Versammlung natürlich verboten. 31 Jahren), Liegnitz( 2640 nach 31 Jahren), Kreuzburg( 2480 M. nach 31 Jahren), Namslau( 2500 m. nach 33 Jahren), Dels ( 2500 M. nach 31 Jahren) u. s. w. Auch die übrigen Orte der ersten Tabelle zahlen meift über 2000 m.( von 2000-2400 M.) Höchst gehalt. Auch die Orte mit Stellenſtala( feststehenden Gehältern ohne Steigung) haben theilweis Stellen mit 2000-2500 M. Gehalt. Zu den Orten mit Stellenſkala gehören fast nur fleinere Städte der Provinz mit unter oder wenig über 2000 Einwohner, wie Beuthen a. D., Dyhernfurth, Festenberg, Herrnstadt 2c. Von größeren Orten finden sich nur darunter Münsterberg ( 8089 Einw.), Katscher( 4047 Einw.), Neurode( 6804 Einw.). Reinerz( 3200 Einw.), Rosenberg( 4100 Einw.), Sohrau( 4568 Einw.), Zobten( 2500 Einw.). Man muß Hungers sterben und dabei noch schweigen! Das einzige, was die Großmuth des Zaren Crispi nicht hat verhindern können, sind die Wanderungen des Elends" unter Grabesstille lange Aufzüge von Ausgehungerten, die nichts anderes bezwecken, als ihre Zumpen zu zeigen und die Spuren zu enthüllen, welche der Hunger auf ihren bleichen, eingefallenen Gesichtern hinterlassen bat. - Die Arbeiten, die augenblicklich noch die Arbeiter in Rom beschäftigen, find fast ausnahmslos auf Kosten der öffentlichen Verwaltung unternommen: wie der Justizpalast, das Denkmal für Viktor Emanuel( das schon 16 Millionen Franks verschlungen haben soll), das Politechnikum und...... .. weiter nichts. Die Privatleute lassen nicht arbeiten; und sie haben gar In der Stadt Hagen ist die Rechtsprechungsmaschine, nicht so unrecht. Sie fürchten den Fistus, diesen furchtbaren soweit das Gewerbegericht in betracht kommt, still gestellt, italienischen Fistus, der wie ein Räuber jeder Industrie und weil fein Vorsitzender vorhanden ist. Rechtsuchenden ging jeder neu begründeten Fabrik auflauert, um sie auszuplündern, folgendes Schreiben zu: und der alle industriellen Unternehmungen, welche speziell in den großen Städten Nord- Italiens gegründet worden sind, entweder schon aufgefressen hat oder im Begriff ist aufzufressen. Also wozu dann noch eine Fabrit, ein Gewerbe betreiben? Giebt es in Rom vielleicht nicht genug Häuser? Im Gegen theil, tausende warten auf Miether! Kann man noch große Industrien begründen, bevor die Frage der Bewegungskraft, die sich schon durch ein Vierteljahrhundert( und mehr. R. d. V.) hindurchzieht, entschieden und der Dampf von der Elektrizität abgelöst ist? Hagen, den... 1896. An Herrn N. N., hier. In Jhrer Gewerbegerichtssache wider den N. N. wegen unbes rechtigter Arbeitseinstellung wird Ihnen hierdurch vorläufig ergebenst mitgetheilt, daß in der Sache kein Termin anberaumt werden kann, weil das Gewerbegericht zur Zeit keinen Vor fizenden hat. Das Gewerbegericht. Beglaubigt N. N., Gerichtsschreiber. beim Papst denselben ersuchen, die Zentrumspresse zu veranlassen, von ihren hegerischen Publikationen abzulassen. Das ärgste auf diesem Gebiete leisten die im Berlage der Ger mania" erscheinenden grünen Blätter. Redner verliest aus den felben einige Kraftſtellen gegen Luther, Calvin, Zwingli, die den Strang verdienten" 2c. Die Einbringung des Schulgesetzes wurde in jenen Blättern als erster Schritt unter Mitwirkung aller erdenklichen Mittel. Um sich davon zu überzeugen, braucht Der Leipziger Verband der Bau Arbeitgeber setzte in des Raisers ausgegeben zur Zurückführung der Protestanten man nur einen Blick in das Register der Wechsel- feiner letzten Versammlung den Mindestlohn auf 45 Pfg. pro zum Katholizismus. Hiernach haben wir eine Richtung Proteste zu werfen. In den letzten Monaten ist die Zahl der Stunde fest. Nach einem früheren Versammlungsbeschluß soll im Staate, die alles zerstören will, was wir an Proteste in ganz erschreckender Weise gestiegen. Es giebt feinen vom 1. April d. J. ab den Zimmerleuten der gleiche Mindestlohn geistiger Kraft im Staate aufgebaut baben.( Sehr richtig!) Fälligkeitstermin, an dem nicht in Rom beinahe tausend Wechsel wie den Maurern bezahlt werden. Oseid gesegnet, ihr flammenden Scheiterhaufen," heißt es an unbezahlt bleiben; ein Drittheil dieser Wechsel fällt natürlich den Den Befähigungsnachweis für Bangewerken fordert ber einer anderen Stelle.( Heiterkeit links.) Liest man so etwas, so Notaren in die Hände. Innungsverband deutscher Baugewerksmeister vom Reichstag und muß man sich doch über die außerordentliche Entrüstung des Die Hotels, mit Ausnahme der größten, stehen fast voll- Bundesrath in einer Petition. Durch Vermittelung der Abg. Porsch neulich über den Pastor Thümmel wundern. ständig leer. Die Hotelbefizer haben sogar versucht, eine Ver- Dresdener Jnnung geprüfter Baumeister werden der Rath und Abg. Motty( Pole) führt Beschwerde über Versagung des einigung ins Leben zu rufen, um den alten Karneval zu er die Stadtverordneten gebeten, sich dieser Petition anzuschließen. Volksschulunterrichts in polnischer Sprache als Muttersprache. halten, der sonst die vornehmen Maulaffen und Faulenzer, Auf Befürwortung des Baupolizei- Ausschusses beschloß der Rath, Minister, Boffe: Bedrückungen der Polen existiren nicht, die die an langer Weile und am Spleen leiden, in die ewige Stadt" dem stattzugeben und die Stadtverordneten um Zustimmung zu Klagen sind ganz unbegründet. Auf mehrere mir vom Vorredner lockte. Zu diesem Zwecke hatten sie mit Aufbietung aller Kraft ersuchen. gestellte Fragen antworte ich: Den geistlichen Schulinspektoren die jämmerliche Summe von 20 000 Frants zusammengerafft, Der diesjährige Verbandstag fächsischer Hebfönnen wir die Zuweisung der Kinder an den Religionsunter- doch die Hiobsbotschaften aus Afrika haben den hohen Herrammen wird am 12. Mai in Chemnitz abgehalten. Mit richt- ob deutsch oder polnisch- nicht überlassen. Denn nach schaften die Lust am Vergnügen verdorben. Die Karnevals ihm wird eine Ausstellung chirurgischer Instrumente und vers unseren Erfahrungen fehlt uns jede Gewähr, daß nicht alsdann feste sind aufgegeben worden, wobei der Hof mit gutem fchiedener Verbandsstoffe verbunden sein. deutsche Kinder dem polnischen Religionsunterricht überwiesen Beispiel voranging, indem er die Hofbälle absagte. werden. Daß in die sog. Schulfarte die polnischen Kinder auf Hiernach kann man beurtheilen, wie wüthend die Hotelbesizer die deutsche Liste kommen, das geschieht überhaupt nicht. Pol- Roms auf Menelik sind, der das Unerhörte sich hat zu Schulden nische Kinder fommen niemals in die deutsche Religions- tommen lassen, den Spieß gegen die italienischen Räuber umzu Abtheilung. Es ist unsere Pflicht, das Deutschtbum zu schützen tehren. gegen nationalpolnische Agitationen und Aspirationen. Infolge deffen find die einzigen Arbeiter, die augenblicklich Die Hagener Freie Presse", der wir die Mittheilung ent unser Botschafter in Rom Arbeit finden, solche, die der Großindustrie nicht nehmen, bemerkt hierzu: Man sollte es nicht für möglich halten, angehören: Maler, Goldschmiede, Tapezirer, Modiften, einige daß in einer großen Industriestadt wie Hagen des ganze Apparat Schneider und einige Näherinnen. Und endlich haben noch Absatz einfach taltlächelnd stillgestellt wird. Giebt es denn keine unbe= die Volls- Verkaufs hallen, wo das Kleinbürgerthum, getrieben von foldeten Assessoren mehr, die gegen Entschädigung vorübergehend der Angst vor dem letzten Stündchen, im Galgenhumor sich wie toll folche Boften ausfüllen tönnen, bis die Frage definitiv gehindrängt. Denn auch das Kleinbürgerthum ist ganz herunter regelt ist?" gekommen. Die Kaufleute verkaufen nach Möglichkeit mit Hilfe Abg. Graf Limburg- Stirum spricht namens feiner Freunde dem Minister kurz den Dank für seine Worte in der Polenfrage aus unter Hinweis auf den politischen Charakter der nationalpolnischen Agitationen. Der 1895 er Jahresbericht der badischen Fabrikinspektion ist soeben erschienen. Der Stadtrath Mannheims beschloß, mit Ende dieses Monats die Nothstandsarbeiten einstellen zu lassen, da die Zahl der Arbeitslosen infolge der Besserung der Erwerbss verhältnisse sich so vermindert hat, daß schon theilweiser Mangel an Arbeitskräften eingetreten ist. Der Nenuftundentag ist in der Druckerei des christlichen Verlagshauses in Stuttgart eingeführt worden. Eine Kontrolle der Bäckereibetriebe hat, wie die Stadtzeitung" mittheilt, das dortige Doch zurück zu den Arbeitslosen. Wovon leben sie denn? Das ist ein Räthsel, von dem wir nur einige Zipfel zu lüften vermögen. Hauptsächlich fieht man sie sich in den Volksküchen verfammeln: Anstalten, die theils durch Wohlthätigkeit, theils durch Abg. Porsch( 3): Für die von Herrn v. Eynern erwähnten Spekulation ins Leben gerufen sind, und in denen man für Artikel in der fatholischen Presse trägt doch das Zentrum teine 10 bis 15 Centimes einen Teller Suppe, etwas Gemüse Verantwortung! linsere Presse mischt sich überdies in inner- und ein Stück Brot bekommt, Leckerbissen, die sich allerdings Nürnberger evangelische Dinge nicht dergestalt ein, wie evangelische Blätter nur die Reichen unter den Arbeitslosen leisten können! Bezirksamt verordnet. Die Ortspolizeibehörden find beauftragt, fich in katholische Fragen einmischen. Wenn wir angegriffen Biele der Unglücklichen benutzen für die Nacht die öffent- binnen längstens vierzehn Tagen eine Visitation der im Gemeindes werden, mag man sich freilich nicht wundern, wenn unsere, lichen Schlafsäle. Am Tage verfammeln sich die Arbeitsbezirke befindlichen Bäckereien, namentlich Schlafstellen, WaschBlätter dann fest zuhauen. Daß der Zedlig'sche Volksschulgesetz- losen in der ihnen aufgezwungenen Muße düster schweigend an vorrichtungen und was sonst die Reinlichkeit und so weiter Entwurf ein Schritt gewesen sei, die Evangelischen zum der Porta Triomfala dent Triumphthor( welche Fronie betrifft, sowie darüber vorzunehmen, Ratholizismus zurückzuführen, darüber wird sich niemand mehr von echt römisch hochtrabenden Namen!), oder noch öfter in den( Kräge zc.) behaftete Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden. ob mit Krankheiten wundern, als Graf Bedliß selber. Redner geht dann näher auf Außenvierteln an der Porta Salaria und der Porta Esquilina. den Fall Thümmel ein, auf dessen Beschimpfungen" der katholischen Man erzählt sich in Rom merkwürdige Einzelheiten über Die Errichtung eines städtischen Elektrizitätswerkes Kirche. Ich überlasse, so schließt er, Herrn Thümmel Herrn v. Eynern, daß Elend der Arbeiter. Wenn man bei den Lumpensammlern ist von der Gemeindeversammlung Schaffhausens in der und wenn sie einander in den Armen liegen, so sind sie einander nachsucht, so findet man eine unglaubliche Menge von Schlüsseln, Schweiz beschlossen worden. Der dazu bewilligte Kredit beträgt würdig. Riegeln und Namenstafeln, von Zimmerthüren herrührend, welche 400 000 Franken. Für die Kraftlieferung wurde ein Vertrag mit Vizepräs. Krause: Nach der Art, wie der Herr Redner Herrn Arbeiter, in Ermangelung von Betten, über zwei Stühle gelegt, der Wasserwerksgesellschaft, unkündbar für diese, ratifizirt, woThümmel charakterisirt hat, kann ich es nicht für parlamentarisch als Lagerstätte benutten und hernach als Brennholz, um sich ein nach eine und nach Bedarf zwei oder drei Turbinen von je halten, daß er Herrn v. Eynern in folche Verbindung mit Herrn bischen Feuer zu machen. Viele Häuser sind auf diese Weise be- 300 Pferdefräften für 60 Fr. im Jahre und eine Pferdekraft geThümmel bringt. Ich rufe deshalb Herrn Porsch zur Ord- schädigt und die Besizer haben die Fenster und Thüren zu- pachtet werden. gemauert, um noch schlimmere Zerstörung zu verhüten und um die Haussteuer zu ersparen. " Trotzdem werden häufig die Wände der leeren Häuser durchbrochen und durch die Breschen dringen Männer, Weiber und Kinder ein, um Schutz für die Nacht zu finden. Gewerkschaftliches. Der Vorstand des Verbandes der deutschen Buchdrucker erläßt folgenden Aufruf an die Buchdrudergehilfen Deutschlands: nung. Abg. Friedberg( natl.): Das Zentrum tönne unmöglich den Verlag der Germania", aus welchem so schwere Beschimpfungen der evangelischen Kirche hervorgegangen seien, von sich abschütteln. Recht habe Eynern darin, daß die römische Kurie sehr wohl Einfluß auf die Haltung der katholischen Blätter Bon all diesem Elend sind sogar die Polizisten bisweilen nehmen könne, denn letztere würden hauptsächlich redigirt von gerührt, die zum Schuße des Rechts der Eigenthümer wachen. Kaplänen und sonstigen Geistlichen.( Widerspruch im Zentrum.) Und bei all diesem Elend schwillt der Agro romano, der Abg. Virchow: Jeder Minister hält sich bei uns für be- römische Acker" um Rom herum fortwährend in seiner sumpfigen rechtigt, durch neue Berordnungen neues Recht zu schaffen. Größe an, Land, das die ganze Bevölkerung Roms ernähren Und da wir das nicht wünschen, bleibt nur der Weg der könnte und jetzt Fieber und Tod aushaucht. Dieses Land, das Verfassungsänderung. Dem Minister steht es frei, hinreichen würde, zweimal so vielen Menschen, als augenblicklich in Statuten von Zuschußverwaltungen umzugeftalten. Daran läßt sich Italien arbeitslos sind, nicht nur Arbeit, sondern sogar Wohlnun nichts ändern. Aber wenigstens sollte der Minister gehalten stand zu geben, es bleibt verödet und verlassen, verloren in seiner Schuld fein, folche Statutenänderungen zu veröffentlichen, damit wenigstens mörderischen Einsamkeit. Kollegen! Bor etwas mehr als Jahresfrist erhobet Ihr in stark besuchten Versammlungen der bedeutenderen Druckorte die Forderung, daß die Tarifverhältnisse wieder gebeffert und stabilifirt werden möchten. Ter vorgenannte Vorstand übernahm damals Euren Auftrag, die Zeitung der Prinzipalität von dem Verlangen in Kenntniß zu setzen. Die Ver wirklichung desselben verzögerte sich zuerst- ohne unsere und mußte später wegen gewiffer uncrfüll barer Bedingungen unserer gedachten Kontrahenten unterbleiben, Seitdem hat sich die Situation wesentlich verändert. Die Gebrauchs- meister fein gutes Gewiffen haben, und zugleich wollen diese Die Maurer Barmens suchen eine Regelung der Arbeitss zeit von 7-7 Uhr mit den üblichen Pausen zu erringen. In einer sehr zahlreich besuchten Versammlung wählten sie eine Kommission, die den Meistern die Forderungen unterbreiten foll. Es versteht sich, daß die Aussicht auf 30 M. Wochenlohn artifel der Arbeiter sind durch das Walten der Produzenten dadurch die Behörden beeinflussen, daß diese mit der Heraus- für Tischler so armer Gegenden, wie es das Erzgebirge ist, höchst vereinigungen vielfach im Preise geftiegen, steigende Richtung gabe von Arbeiten möglichst zurückhalten sollen, follen, was verführerisch wirken muß; trotzdem wird die Firma wenig Glüc weifen auch sonstige Lebensbedürfnisse auf. Ausgehend von dieser ihnen namentlich bei dem freisinnigen" Berliner Magiftrat auch haben, denn wie wir ihr mittheilen tönnen die Lischier Wahrnehmung gewährten bereits die Prinzipale in Defterreich zweifellos schon gelungen ist; denn nicht ohne Grund wird schon des Erzgebirges sind durch die dortigen Blätter unserer Partei Ungarn und der Schweiz den Gehilfen beträchtliche Lohn- feit geraumer Zeit das zweite Gerücht verbreitet, es wäre für längst darüber unterrichtet, daß sie mit dem bei Frister und erhöhungen und fürzere Arbeitszeit; auch anderwärts im Ausland die Steinfeger nur sehr wenig Arbeit vorhanden, während es Roßmann zu erreichenden Verdienst kaum in einer sächsischeu geschah ein Gleiches. In Deutschland mußten wir diese Einsicht im vorigen Jahr am Schluß der Arbeitsperiode hieß, daß noch Mittelstadt, gefchweige in dem theuren Berlin existiren fönnen, unserer Arbeitgeber leider bisher vermissen! Die Klagen mehren sehr viel Arbeit für 1896 habe zurückgestellt werden müssen. ohne sich die größten Entbehrungen auferlegen zu müssen. fich namentlich darüber, daß selbst tüchtige Arbeiter nur zum Nun werden sich die Leser des„ Borwärts" erinnern, daß der Der Streik in der Meinecke'schen Hutfabrik in Minimum entlohnt werden und eine allgemeine Unzufriedenheit über bekannte Arbeitstarif von der Arbeiterschaft des Steinfeger- Brandenburg ist durch Bergleich beendet. Die Arbeit diese ungenügende Entlohnung tritt immer mehr zu tage. Die Unzu- gewerbes aufgestellt wurde, um der bedrohlichen Konkurrenz des Brandenburg ist durch Vergleich beendet. Die Arbeit friedenheit hat ihren Höhepunkt dadurch erreicht, daß bei dem Bestreben Asphaltpflasters entgegen zu wirken; wie sehr die Steinseher ist am Donnerstag wieder aufgenommen worden. der Gehilfenschaft, den Tarif zur Durchführung zu bringen, die und auch die Meister- dazu alle Veranlassung haben, Die Anstreicher Effens beabsichtigen, in diesem Jahre Als Minimallohn Unterstützung der Prinzipale nicht nur ausblieb, sondern die zeigt der kürzlich veröffentlichte Etatauszug, nach welchem Forderungen an die Unternehmer zu stellen. nur mit Asphalt und Gelegenheit fogar benutzt wurde, die Entziehung der im Tarif 95 Straßen 18 Straßen mit werden 40 Pf. pro Stunde verlangt. Auch die Holzs Dabei verbürgten fleinen Vortheile für den berechnenden Seger, trog Steinpflaster versehen werden sollen. ist nach arbeiter wollen mit Forderungen an die Meister herantreten. entgegengesetter Schiedsgerichts- Urtheile, als recht und billig zu den bisherigen Erfahrungen mit Sicherheit zu erwarten, daß von Sie beanspruchen: 10stündige Arbeitszeit, 36 Pf. Minimallohn proklamiren. Die Nothwendigkeit, eine Erhöhung des Tarifes den Bewohnern derjenigen Straßen, welche mit Steinpflaster ver- pro Stunde, Abschaffung unwürdiger Werkstattordnungen; weiter anzustreben, hat sich daher als unabweisbar herausgestellt. sehen werden sollen, auch noch Petitionen für Asphaltirung beim verlangen fie die Abschaffung der Gepflogenheit, daß die Arbeiter Unserer Prinzipalität wird es leicht sein, die bescheidenen Magiftrat einlaufen werden und wenn nun dem Magistrat ihr Werkzeug bezahlen müssen. Münsche zu erfüllen. Einestheils find ihre Konkurrenz das Märchen von den Streifgelüften der Steinsetzer aufgetischt verhältnisse durch die erwähnten Lohnveränderungen im Aus- wird, so liegt doch nichts näher als die sehr begründete Verlande wesentlich günstiger geworden und die Konkurrenz unter muthung, daß der Magistrat dadurch noch sehr viel leichter diese den deutschsprachigen Ländern spielte stets eine große Rolle bei Betitionen berücksichtigen wird, als er dies ohnehin schon thut. Erwägung der Gehilfenforderungen, andererseits wird es die Wahrlich der Haß gegen die Bestrebungen der Arbeiter ist ein jezige flotte Geschäftsperiode, welche alle Industrien um- schlechter Berather, das sollten auch die Herren Steinfeger- Innungsfaßt, leicht gestatten, unseren Anforderungen zu willfahren. meister bald einsehen lernen. Aber ganz besonders können wir uns dazu durch mehrfache Aufforderungen seitens der Prinzipalität ermuthigt fühlen. Bereits im vergangenen Jahre fündigte der Vorstand des Deutschen Buchdrucker- Vereins in einer Bekanntmachung an, daß man erfüllbaren Forderungen der Gehilfen gern entgegenkommen wolle, auch eine der letzten Nummern der Zeitschrift erhebt den un begründeten Vorwurf, daß die Gehilfenschaft bisher präzise Forderungen noch nicht gestellt habe und regt zur Einreichung solcher an. Eine start besuchte allgemeine Versammlung der Buchdruckergehilfen Leipzigs hat an den Verbandsvorstand das Ersuchen gerichtet, bei der Vertretung der organisirten Prinzipale den Antrag auf Schaffung eines den Bedürfnissen entsprechenden Tarifs zu stellen und baldige Antwort darauf zu begehren. Kollegen! Der Vorstand giebt dieser Aufforderung Folge. Die Aufnahme des Antrages bei den Prinzipalen wird jedoch abhängig sein von der Unterstüßung, welche die deutsche Gehilfenschaft demselben zu theil werden läßt. Daher fordern wir die Kollegen schaft Deutschlands auf, in schleunigst einzuberufenden allgemeinen Bersammlungen zu dem Autrage Stellung zu nehmen und die in den Versammlungen gefaßten Beschlüsse umgehend dem VerbandsDorftande zu übermitteln. Es gebietet sich dieses Vorgehen der Gehilfenschaft auch aus dem Grunde, um endlich wieder für beide Theile: Prinzipale und Gehilfen bindende rechtliche Zustände in bezug auf die Giltigkeit des Tarifs zu schaffen. Kollegen! Möge der Antrag Leipzigs einen fräftigen Widerhall in Deutschlands Gauen finden; der einmüthig dokumentirte Wille der Gehilfenschaft, für Besserung ihrer Lage eintreten zu wollen, muß zur Abstellung der jeßigen unwürdigen Verhältnisse führen! An die Töpfer Berlins! Die öffentliche Versammlung der Töpfer, die am 18. Februar tagte, hat bekanntlich eine viergliedrige Kommission eingefeßt, deren Aufgabe es ist, mit den Vertrauenspersonen, von denen die Kollegen auf jedem Bau eine ernennen sollen, in fortgesetzte Berathung zu treten, um ein einheitliches Vorgehen und ein ein heitliches Organisationsverhältniß herzustellen. In der ersten Sigung am 25. d. M. handelte es sich zunächst darum, einen Arbeitsplan zu entwerfen, wonach man vorzugehen gedenkt. Es wurde unter anderem beschlossen, am 12. März abends 8 Uhr eine Vertrauensmänner- Sigung in Röllig's Lokal, Neue Friedrichstraße 44, abzuhalten. Alle Kollegen, ob zentralisten, ob Lokalisten, ersuchen wir nun dringend, wo es noch nicht ge= schah, auf dem Bau, wo sie arbeiten, einen Vertrauensmann zu ernennen und ihm aufzutragen, daß er sich am 12. März bei Röllig zur Besprechung einfindet; wir sehen voraus, daß nicht ein einziger der Vertrauensleute fehlen wird. Kollegen! Wir glauben bei dem Einigungswerke auf die Mitarbeiterschaft eines jeden von Euch rechnen zu können. Sorgt dafür, daß wir uns nicht täuschen. Es kann und darf mit uns nicht so bleiben, wie es gegenwärtig ist. Die Töpfer Berlins müffen wieder einig werden, um dem Bauschwindler thum und dem Zwischermeisterthum, das fie fortwährend, bald hier bald dort, um ihren sauer verdienten Lohn betrügt, und um dem anderen Theil des Unternehmerthums, der fortgefeht befliffen ist, da und dort vom Lohne abzuzwacken, die Arbeitszeit zu verlängern u. s. w., soweit es durch Einigkeit, durch Organisation möglich ist, ein Halt! entgegenrufen zu tönnen. Wollt Ihr Euch weiter so fnechten und Inebeln lassen wie bisher? Wir nehmen an, daß Ihr dazu gerade leine Neigung habt. Aber von selbst kommt nichts, sondern feder muß eingreifen, jeder muß mit Hand ans Wert legen und thätig sein, um eine Einigung zwischen uns herbeizuführen, denn nur dadurch tönnen wir etwas erringen. Fort mit Personenfultus und fleinlichen Nörgeleien gegen einzelne, das ist vom Uebel, damit kommen wir nicht vorwärts. Wenn wir eine Parole ausgeben dürften, so kann es sich um weiter nichts handeln, als daß wir sagen: Einigen wir uns, dann wird es besser werden! Die Kommission. Was aber dem ganzen Gebahren dieser Leute die Krone auffeßt, ist, daß durch das Zurückhalten der Arbeit seitens der Behörden die Noth und das Elend unter der Arbeiterschaft des Steinfegergewerbes ins Unerträgliche gefteigert werden; denn die allermeisten haben bereits seit Weihnachten teinen Pfennig mehr verdient! Es wartet deshalb jeder einzelne im wahrsten Sinne des Wortes mit Schmerzen darauf, daß die Arbeit beginnen nöge. Der Streik der Korbmacher Hamburg- Altona's dauert unverändert fort. Im Streit befinden sich 140 Personen mit 125 Kindern; unter den Streifenden sind 39 Frauen und Mädchen. Voraussichtlich werden die in Bergedorf arbeitenden Demijohnbeflechter sich mit den hier am Orte Streifenden solidarisch erklären und mit Abschluß ihrer Arbeitswoche dort auch die Arbeit niederlegen. worden waren. Ju Königsee i. Th. haben in dem erft fürzlich errichteten Etablissement von R. yt u. Kühn die Weißgerber die Schließlich sollten sich die Meister trotz ihrer Verbohrtheit Arbeit eingestellt, weil ihnen die geforderten Löhne nicht bewilligt und ihres Fanatismus doch sagen, selbst wenn die Arbeiter die Absicht hätten, zu streifen, so würden sie sich dazu doch wohl Die Dresdener Maler, Lackirer und Anstreicher beeinen geeigneteren Zeitpunkt aussuchen als gerade das Frühjahr, reiten sich für eine Lohnbewegung vor. Sie hatten der Junung wo sie nahezu ausgehungert find. A. Knoll, Berlin NW. folgende Forderungen unterbreitet: 9- stündige Arbeitszeit, Zu dieser Zuschrift, die wir im Interesse der Steinfeger un- 20- prozentige Lohnerhöhung, Festsetzung eines Minimallohnes, verkürzt wiedergeben, möchten wir uns die Bemerkung erlauben, Abschaffung der Affordarbeit und Schaffung eines einheitlichen daß die darin gekennzeichnete falsche Nachricht der bürgerlichen Arbeitsnachweises. Die Innung will 91/ 2- stündige Arbeitszeit Presse auch von einem der journalistischen Zeilenreißer herrühren und 10 pCt. Lohnerhöhung bewilligen, die übrigen Forderungen kann, die den Zeitungsredaktionen ihre erlogenen oder mindestens hat sie rundweg abgelehnt. In einer Gehilfen- Bersammlung, fenfationell aufgeputzten Angaben als thatsächliches aufschwindeln. die zu den Vorschlägen der Innung Stellung zu nehmen hatte, Um diesen Leuten das Handwerk etwas zu erschweren, dürfte es wurde eine Resolution angenommen mit 785 gegen 13 Stimmen, genügen, wenn die Vorstände 2c. der benachtheiligten Gemert- worin sich die Anwesenden für die volle Aufrechterhaltung ihrer schaften sofort die Redaktionen der Blätter, die die falsche Nach- Forderungen aussprachen. Zu geeigneter Zeit soll in den Streit richt brachten, durch Zusendung einer Berichtigung über den eingetreten werden. Schwindel aufflären. In Planen bei Dresden ist im Streik der Weber der Sächsischen Metalltuchfabrik von D. Seele Na ch f. teine VerDie Generalfommiffion der Gewerkschaften Deutsch änderung eingetreten. Der Ausstand dauert also fort. Selbst lands wird dem in Berlin stattfindenden Gewerkschafts- wenn die Arbeiter unter den vom Fabrikanten diktirten Lohnfongreß einen Antrag auf Gründung eines Streitbedingungen zur Arbeit zurückkehren wollten, wäre ihnen das aus Reservefonds unterbreiten. Sie denkt sich die moralischen Gründen unmöglich, weil der Fabrikant infolge des richtung fo: Quartal 50 Pf. Außerdem können Extrabeiträge bis zur Höhe Der Beitrag zum Refervefonds beträgt pro Mitglied und Streits die älteren Arbeiter nicht wieder einstellen will. Zur Lohnbewegung der Metalldrücker in Erlangen von 10 Pf. pro Mitglied und Quartal unter Zuftimmung der theilt die Münch. Post" mit, daß von den dortigen vier Firmen Borstände der betheiligten Organisationen erhoben werden. Die die größte die Forderungen der Arbeiter: 11 stündige Arbeits. Beitragspflicht wird durch eine Arbeitseinstellung nicht unterzeit infl. 40 Minuten Pause und Extrahonorirung der Ueberbrochen. Die Beiträge für das laufende Quartal find spätestens stunden, noch nicht bewilligt hat, während die übrigen diefelben am letzten Tage desselben an den Reservefonds abzuführen. zugestanden haben. Der betreffenden Firma ist noch einige Tage Die betheiligten Gewerkschaften erhalten aus dem Reserve- Bedenkzeit bewilligt worden. fonds für jedes im Streit befindliche Mitglied, welches mindestens 26 Wochen der Gewerkschaft angehört, 5 M. für je 6 Arbeitstage gliedrige Kommission beauftragt, über die dortigen. Arbeiter Das Gewerkschaftskartell Lörrache i. B. hat eine sechsUnterstüßung. Jede Organisation fann während eines Beitragsjahres Unter- verhältniffe statistisches Material zu sammeln. Es handelt sich stüßung, eventuell nur bis zur Höhe ihres fünffachen Jahres- bauptsächlich darum, festzustellen, wie die Arbeiterschuhgefeße beitrages erhalten. Zur Ueberschreitung dieser Grenze ist die Lohn- und Wohnungsverhältnisse der Arbeiter Lörrachs unters von den Unternehmern gehandhabt werden. Weiter sollen die zustimmung der Vorstände sämmtlicher betheiligten Organi: Cohn- und Wohnungsverhältnisse der Arbeiter Lörrachs unters sucht werden. sationen erforderlich. entrichtet hat. Die Berechtigung zum Bezug der Streifunterstügung Die Zimmerer Ludwigshafens in der Rheinpfalz stehen beginnt für jede Organisation, nachdem dieselbe mindestens in einer Bewegung, deren Zweck die Einführung des Zehnstundenzwei Quartalsbeiträge geleistet hat. Die Bezugsberechti- tages ist. aung erlischt, sobald eine Organisation Den fälligen Der Jahresbericht des Gewerkschaftskartells zu Quartalsbeitrag bis zu dem festgesetzten Zahlungstermin nicht Imshorn giebt die Mitgliederzahl der einzelnen Gewerk schaften am Schlusse des Jahres wie folgt an: Maurer 120 Die Unterstüßung aus dem Reservefonds wird nach ein-( 88), 3immerer 65( 60), Gerber 224( 143), Schuhmacher 81( 83), gegangenem Bericht an den Zentralvorstand der im Streit be- Holzarbeiter 45( 37), Hilfsarbeiter 109( 67), außerdem 3 weibfindlichen Organisation in der darauf folgenden Woche gesandt. liche Mitglieder, Metallarbeiter 50( 52), Schneider 8( 9). Die in Um zu verhüten, daß der Refervefonds durch mehrere gleich Klammern beigefügte Zahl bezeichnet den Mitgliederbestand am zeitig stattfindende Kämpfe gesprengt wird, verpflichtet sich jede Schluffe des Jahres 1894. Die Zahlstelle des Textilarbeiterder betheiligten Gewerkschaften, sobald ein größerer Angriffsstreit Verbandes ist eingegangen und find die Mitglieder dem Hilfs geplant wird, durch ihren Vorstand eine Berständigung mit der arbeiter- Berbande beigetreten. Streits waren nicht zu verzeichnen. Generalfommission, und, wenn nöthig, mit den Vorständen Die Gerber erlangten in sämmtlichen Gerbereien ohne Arbeitssämmtlicher betheiligten Organisationen über den eventuellen niederlegung die zehnstündige Arbeitszeit, was gewiß nicht zum Beginn des Kampjes herbeizuführen. wenigsten dem Umstande zu danken ist, daß fast alle GerberDie Generalfommission ging bei der Stellung ihres Antrages gehilfen am Orte der Organisation angehören. von folgenden Gefichtspunkten aus: Die Zahl der Streifs, welche verloren gehen, weil es an Aus Triest wird der Neuen Freien Preffe" berichtet, daß Unterstützung fehlt, ist nicht gering. Eine gefüllte Streitreserve- im Kohlenrevier von Carpano bei Albona ein Berg= tasse würde diefem vorbeugen und manchen Streit verhindern. arbeiterstreit ausgebrochen ist. Am Dienstag betrug die Die Macht in Streit gerathener Arbeiter wird von vornherein Zahl der Ausständigen 750. Sie fordern, nachdem feit anderthalb eine ganz andere sein, wenn die Unternehmer damit rechnen Jahren die Zahl der Arbeitstage auf 18 pro Monat festgesetzt An alle Händler und Hanfirer Berlins und Umgegend. müssen, daß hinter den Arbeitern eine gefüllte Streitfaffe steht. ift, jest tägliche Arbeit und eine Lohnaufbesserung. Die Berglente Kollegen! Den feßhaften Händlern gestattet man, an den Sonn- Außerdem wird durch das Bestehen der Streiftasse schon das haben die Gemeindebehörde von Albona um ihre Vermittelung tagen fünf Stunden zu handeln, den herumziehenden Händlern Verantwortlichkeitsgefühl auch bei den Arbeitern erhöht und ersucht. Nach einer Wolff'schen Depesche vom Donnerstag haben sich und Hausirern aber verbietet man das Handeln an Sonntagen die Aussichten eines Streits fehr sorgfältig erwogen, ehe Die indifferente Masse würde etwas jetzt fämmtliche Berglente in Carpano und Vines dem Streit vollständig. Die Berliner Händler haben sich im November v. J. er begonnen wird. an das Berliner Polizeipräsidium und an den Landrath des mehr als bisher den Organisationen sich anschließen, namentlich angeschlossen. Die Bergwerks Verwaltung weigert sich, eine Kreises Teltow gewandt, um für den Kleinhändler und Haufirer da bei einem regelrecht geordneten Streitfonds für gewöhnlich Lohnausbesserung oder Arbeitsvermehrung vorzunehmen. wenigstens während der Berliner Gewerbe- Ausstellung die fünf die Privatopferwilligkeit der Arbeiterschaft nicht mehr so start Der Bergarbeiter Streik in Karwin hat große Aus. Stunden Sonntags frei zu bekommen, wo den seßhaften als bisher in Anspruch genommen werden brauchte. Vermieden dehnung gewonnen. In nahezu allen Karwiner Schächten ist der Händlern zu handeln erlaubt ist. Das Polizeipräsidium würde, was jetzt häufig der Fall ist, daß die Gewerkschaften, Betrieb eingestellt und auch in Poremba, Peterswald und aber hat sich und welche am besten die Propaganda für ihre Angelegenheiten zu Bolnisch Ostrau ruht die Arbeit in einzelnen Schächten. In der Landrath vom Kreise Teltow hat gar nicht geantwortet. betreiben verstehen, am träftigsten unterstützt werden, während denjenigen Schächten, wo bisher noch normal gearbeitet befürchtet Freitag, den 28. Februar, abends 8 Uhr, wird nun bei Buske, andere Streikende fast hilflos und verlassen dastehen. Dann wird wird, man gleichfalls Arbeitseinstellung. und diejenigen Arbeiter, welche sich an dem Grenadierftr. 33, eine öffentliche Versammlung abgehalten, wo das Portemonnaie des einzelnen Arbeiters durch die geregelte Bei- Gendarmen Paul Jahn über das Thema spricht: Die Berliner Gewerbe- tragsleistung zum Streitfonds weit weniger in Anspruch genommen, Streit nicht betheiligt haben, wurden von den Ausständigen verAusstellung und der Kleinhandel". Alle Straßenhändler und als es durch die unregelmäßigen Spenden der Fall ist. böhnt und die Telephonistinnen in Orlau follen thätlich anHausirer werden zu dieser Versammlung hierdurch besonders ein- Den ausführlichen Berechnungen, welche die Generalkommission gegriffen worden sein; zu ernsteren Ruhestörungen ist es indessen geladen. Kollegen, vergist nicht, Eure Strafmandate mitzubringen! der Begründung ihres Antrages beigegeben, liegt folgender Ge- nicht gekommen. Die Gasthäuser müffen laut polizeilicher Au Rudolf Haupt, Rückerstr. 4 II. danke zu grunde: Angenommen, eine zentralisirte Gewerkschaft ordnung zu früherer Stunde schließen und die Telephonstellen habe 1000 Mitglieder in ganz Deutschland. Da diese Gewerk fortlaufenden Dienst unterhalten. ,, Die Steinfeger beabsichtigen ebenfalls in den Streit zu fchaft 10 x 100 Mitglieder zählt, fo foll sie 10 x 25= 250 Streif Schweizerischer Textilarbeiter- Kongreß. Der bereits treten", diese Nachricht verbreitete in legter Beit die bürgerliche wochen( bez. 10 X 20 und 10 X 15) aus eigener Kaffe in einem Lokalpresse und zwar angeblich deshalb, weil die Berliner Stein Jahre bezahlen, ehe sie die Zentraltasse anrufen kann. Wenn auf Anfang November vorigen Jahres geplante schweizerische fegerinnung den ihr von der Arbeiterschaft des Steinsetzergewerbes nun irgendwo in Deutschland 250 Mitglieder eine Woche ge- Textilarbeiter- Kongreß findet nun dieses Frühjahr, wahrscheinlich vorgelegten Arbeitstarif abgelehnt habe. An der ganzen Nach- streift haben, so hätten diese Streifenden, sowie sämmtliche sonst zu Ostern, in Verbindung mit dem schweizerischen Gewerkschaftsricht ist nur das letztere wahr. Da nun aber auf feiten der irgendwo ftreifenden Mitglieder dieser Zentralorganisation in tongreß in 3ürich definitiv statt und hat die Gründung Arbeiter die Absicht zu streiken überhaupt garnicht den übrigen Theilen Deutschlands nach Ablauf dieser Wochen eines allgemeinen schweizerischen Textilarbeiter Verbandes zum erwogen ist, so ist nur anzunehmen, daß hier von Anspruch auf Unterstüßung aus der Generalkaffe. 3wed. Die Textilindustrie beschäftigt die größte Zahl aller intereffirter Seite und es ist auch leicht zu errathen, Arbeiter in der Schweiz, trotzdem sie sich eigentlich nur auf vier welcher in diese Streifgerichte absichtlich n. Die Aktiengesellschaft von Frister u. Roßmann in Rantone Baselstadt und Baselland, Zürich und St. Gallenbürgerliche Presse lancirt worden sind. Auch steht ein Berlin SO. zieht es, wie wir schon früher mittheilten, vor, beschränkt. folches Verfahren vollständig im Einklang mit dem bisher anstatt die bereits von vielen Firmen bewilligten Forderungen Die Dachdecker der Schweiz beschlossen auf ihrem am beobachteten Berfahren der Steinfeger- Jnnungsmeister, welche in der Tischler gleichfalls anzuerkennen, Arbeiter von auswärts zu der ohne Angabe von Gründen erfolgten Ablehnung des Arbeits- engagiren, unbekümmert darum, ob dadurch der ohnehin durch letzten Sonntag stattgehabten Delegirtentage in 8ürich die bes reits angekündigte Gründung eines schweizerischen Zentral zarifes schon eine ziemlich starke Probe wirthschaftlicher Ignoranz Zuzug von auswärts überlastete Berliner Arbeitsmarkt noch verbandes, dem sofort nenn Sektionen beigetreten find. Als Voran den Tag gelegt haben.( Einzelne Herren haben bereits nach mehr durch Arbeitslose beschwert wird. So brachte der„ Erz ort wurde Zürich beſtimmt. träglich erklärt, daß ja eigentlich" gegen die Sache an sich nichts gebirgische Wolfsfrennd" folgende Annonce dieser Firma: Czuwenden sei aber man tönne sich doch von den Arbeitern Geschickte Tischler und Polirer werden zum sofortigen Französische Streifstatistik. Das Bulletin de l'Office du nicht vorschreiben lassen: soviel wird gearbeitet und mehr nicht!") Eintritt gesucht. Fleißige Attordarbeiter tönnen bis zu 30 M. Travail" giebt eine Statistit der französischen Auss Wenn nun also troydem derartige Streifgerüchte ausgeftrent Wochenlohn verdienen. Aktiengesellschaft von Frister u. Roßstände im Januar 1896. Dieselben beliefen sich hiernach werden, so ist das ein Beweis dafür, daß die Herren Jnnungs- mann, Berlin SO." auf 35 gegen 70 im Januar 1893, gegen 28 im Januar 1894 von Berlin Don ablehnend geäußert die 0 Die und gegen 20 im Januar 1895. Die 35 Ausstände im Januar| lich erscheint. Im zweiten Punkt der Tagesordnung wird auf Be- Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, 1896 brachen mit Ausnahme von 3 in einzelnen Fabriten aus, fragen einzelner Bertrauensleute über eine ganze Reihe von Friseure u. f. w. hielt am 17. d. M. ihre ordentliche Monats während letztere Kollektivausstände waren und von den Webern Werkstätten Aufschluß ertheilt über die dort herrschenden Arbeits- versammlung ab. Nachdem die Revisoren über den Stand der in Tarare, von den Winzern in Villeneuve de la Rivière und von verhältnisse. Richtig gestellt wird u. a., daß bei der Firma Raffe Bericht erstattet hatten, theilt das Vergnügungskomitee den Gerbern in Graulhet in Szene gefegt wurden. Von diesen J. C. Pfaff seitens der Tischler keine Ueberstunden gemacht mit, daß der Vereinskaffe ein Ueberschuß von 50 M. überwiesen Ausständen tamen 18 in der Textilindustrie vor, 3 in der werden, dagegen arbeiten die Maschinenarbeiter wurde. Der Bericht des Krankenkassen- Kassirers ergab, das die Metallbranche, je 8 bei Sutmachern und Schuhfabrikanten, bis Bei der Firma Schmidt wurden Freie Bereinigung an die Zentraltaffe zu Hamburg 510,10 m. Beter Firma 2 bei der Forstverwaltung und je 1 bei Lithographen, in seitens der Arbeiter überhaupt Arbeiter überhaupt keine Forderungen ge- überwiesen hat, dagegen 127,68 M. an Krantenunterstüßung Porzellan und Diamantfabriken, bei Buchdruckern, Gerbern stellt und dem Bureau unrichtige Angaben gemacht. zurück erhielt. Zum Schluß wurden den streifenden Konfektionsund Weinbauern. Bei 33 Ausständen, von denen die Auf alle derartige Mißverhältnisse acht zu geben und arbeitern 10 M. bewilligt. Zahl der streifenden Arbeiter bekannt ist, belief sich deren die Beseitigung derselben schleunigst herbeizuführen, wird von Gesammtzahl auf 2651. Jm Januar 1893 hat die Gesammtzahl allen Rednern hingewiesen und wird die nächste Versammlung der betheiligten Arbeiter 14 824 betragen. Von den 35 Aus- weitergehende Beschlüsse fassen. Nach einem sündenden Schluß ftänden fallen 15 allein auf das Departement du Nord. Ursache wort Glocke's wird die Versammlung mit einem begeisternden Hoch der Streits war in 21 Fällen hauptsächlich die Lohnfrage, auf die Holzarbeiter- Bewegung geschlossen. Personalfragen hatten 21 Ausstände zur Folge. Von den 35 Ausständen waren 15 am 1. Februar noch nicht beendet. Von den 25 bis jetzt beendeten dauerte einer 46 Tage; 5 waren in einem und 2 in 1/2 Tag beendet. Im Februar find jetzt noch 17 Ausstände mit 1500 daran betheiligten Arbeitern im noch 17 Ausstände mit 1500 daran betheiligten Arbeitern im Gang. Versammlungen. Vereins hörte in ihrer sehr gut besuchten Mitglieder- BersammDie Filiale des Allgemeinen deutschen Tapezirerlung am 19. Februar einen interessanten Vortrag des Herrn lung am 19. Februar einen interessanten Vortrag des Herrn An der Diskussion bes Dr. Weyl über Berufskrankheiten. theiligten sich Bechert, Schmidt, Aubert, Friedmeyer und Engel. Die Arbeiter der Firma Scheffer u. Oehlmann waren Bönicke gab den Bericht über den Streit bei Jacob u. Brauns am 26. d. M. wiederum versammelt, um zu dem Verhalten des fisch. Von 19 Ausständigen find 16 zu einem Lohn von 27 M. Herrn Dehlmann Stellung zu nehmen. In der ersten Ver- wieder eingestellt, von diesen aber gleich am ersten Tage zwei worden, welche als Vertreter der Arbeiter mit der Firma über und sprachen theils für und theils gegen die Wiederaufnahme fammlung war eine Kommission von 7 Mitgliedern gewählt gemaßregelt. An der Debatte betheiligten sich mehrere Redner die aufgestellten Forderungen zu verhandeln bestimmt war. der Arbeit. Ein endgiltiger Beschluß foll in der nächsten öffents Die Antwort der Firma auf diesen Schritt der Arbeiter lichen Versammlung gefaßt werden. Sodann gab der Vertrauens war, daß fünf derfelben, darunter mehrere Kommissionsmitglieder, mann bekannt, daß die Tapezirer in Budapest vor einer Lohnam Dienstag, also einen Tag nach der stattgehabten Versammlung, bewegung stehen. entlassen wurden. Am Mittwoch fand nun die zweite Verfammlung statt und machte Rohrlack die zahlreich Erschienenen Det ateure, Färber und Berufsgenossen, welche In einer öffentlichen Versammlung der Appreteure, mit der geschilderten Sachlage bekannt. Die Firma batte Einladung zur Bersammlung erhalten, als Vertreter derselben war am 23. d. M. in Berlin im Lokale des Herrn Wilke, Andreasder Meister 3eidler erschienen, welcher folgende Erklärung mit Beifall aufgenommenen Vortrag über Glaube und Vernunft". Straße 26 abgehalten wurde, hielt Genosse Hoffmann einen der Firma aur Verlesung brachte:„ Die Inhaber der Firma Unter" Berschiedenes" wurde von mehreren Rednern zum Anschluß Scheffer u. Dehlmann nehmen sämmtliche fünf entlaffenen Angestellten unter der Bedingung wieder auf, daß die Beleidigungen, Berufsgenossen aufgefordert und wurde der Wunsch ausgesprochen, an den Fachperein der Appreteure, Defateure, Färber und wonach den Herren Scheffer u. Dehlmann Bruch des Ehrenrecht wortes u. f. w. vorgeworfen wird, zurückgenommen werden. Die recht bald wieder eine Vereinsversammlung einzuberufen. oben erwähnten fünf Arbeiter erhalten vollen Verdienst für die Die Dachdecker hielten am 24. Februar eine gut besuchte feit ihrer Entlassung verflossene Beit nachvergütet. Sämmtliche Versammlung ab. Der Referent Burkhart München be Preisdifferenzen sollen in Zukunft durch eine ständige Werkstatt- leuchtete unter dem Beifall der Versammlung die Lage des Dachfommiffion, zu welcher sämmtliche Meister sowie fünf Arbeiter deckergewerbes in Deutschland und gab eine furze Uebersicht über gehören, geregelt werden." die Stärke und Entwickelung der Gewerkschaftsorganisation. " 22. Februar Genosse Rohrla ct einen beifällig aufgenommenen Adlershof. Im hiesigen Arbeiter- Bildungsverein hielt am Bortrag. Unter Vereinsangelegenheiten bewilligte die Versamm lung 30 M. für die Agitation. Auf Antrag des Vorstandes wurde die Bibliothek an Herrn Caspar verfauft, der sie unentgeltlich den Mitgliedern zur Verfügung stellen will. Klara Zetkin sprach am Mittwoch in einer gut besuchten Boltsversammlung, die in Marten's Saal in der Friedrichstraße tagte, unter großem Beifall über die moderne Prosti tution und die bürgerliche Frauenrechtlerei. Wie in dem am 24. Januar über dasselbe Thema gebaltenen Vortrage über den wir in Nr. 23 des Borwärts" aus führlich berichteten gab die Rednerin eine Darstellung der Entwickelung der Prostitution und wies nach, daß dieselbe in ihrer gegenwärtigen Form als Massenerscheinungen eine noth wendige Folge der tapitalistischen Wirthschaftsordnung fei, die auf der einen Seite die Nachfrage nach außer ehelichem Verkehr erzeuge, indem sie die indem sie die Lebenshaltung der Männer mehr und mehr herabdrücke und da durch die Möglichkeit der Eheschließung fortgefeßt er schwere, auf der andern Seite aber durch gänzlich unzureichende Entlohnung der weiblichen Arbeitskräfte die manche auf die ab Wie Meister Zeidler noch hervorhob, ist die Firma gewillt, Ueberall in Deutschland gehe es vorwärts und seien die schüssige Bahn dränge. Die Prostitution sei also nicht, wie es mit teiner öffentlichen Kommission in Verhandlungen zu treten. erfreulichsten Fortschritte zu verzeichnen, dagegen sei unter bürgerlichen Frauenrechtlerinnen auffassen, aus sittlichen, sondern Diese Erklärungen bildeten die Grundlage der gepflogenen den Dachdeckern in Berlin nicht derselbe günstige Aufaus wirthschaftlichen Gründen zu erklären. Daher sei auch eine Berathungen. Es wurde geltend gemacht, das Beleidigungen schwung vorhanden. Deshalb müsse es für die Berliner ein radikale Beseitigung dieses Uebels, so lange die tapitalistische gegen die Firma nicht gefallen und demzufolge nicht zurückzu- Ansporn sein, diesem Uebelstande abzuhelfen und der Organisation Wirthschaftsweise herrsche, nicht möglich, und könne nur von der nehmen seien, anderen Falles würden sich diese Beleidigungen beizutreten, damit beffere Zustände auch im Berufe der Dachdecker fünftigen sozialistischen Gesellschaft erwartet werden. Die mit denen der Arbeiter ausgleichen, indem die entlassenen Är- herbeigeführt würden. Hierauf unterbreitete Paste die VorRednerin tennzeichnete treffend die Anschauung der bürgerlichen die beiter als Lumpengefindel und dergleichen bezeichnet worden schläge der Lohnkommission. Frauenrechtlerinnen, die die Frage der Prostitution vom Stand- feien. Im übrigen wurde die Erklärung der Firma für völlig Nach langer Debatte wurden folgende Forderungen angenommen: punkt der vulgären bürgerlichen Moral beurtheilen, und dieselbe werthlos erachtet, indem dieselbe den Arbeitern nach feiner 1. Neunstündige Arbeitszeit bei 15 pet. Bohnerhöhung. 2. Durch für ein Lafter halten, das durch polizeiliche Maßregeln Richtung hin irgend welche Sicherheit biete. Insbesondere führung der gefeßlich verordneten Schutzmaßregeln. 3. Abmit Erfolg bekämpft werden könne. Den bürgerlichen erachtete man die in Vorschlag gebrachte Werkstatt- Kommission schaffung der Affordarbeit. 4. Freigabe des ersten Mai. Diese Damen stehe es übrigens schlecht an, über ber Un für völlig hinfällig und die öffentlich gewählte Siebener Forderungen sind bis 15. März allen Unternehmern zu untermoral der gefallenen Proletarierin den Stab zu brechen. Rommission für allein maßgebend, deren Anerkennung seitens breiten und hat die Lohnkommission alle Verhandlungen zu Sie, die die Noth des Lebens nie am eigenen Leibe kennen gelernt der Firma gefordert werden müsse. Die allein abstimmenden führen, um dann in der am ersten resp. zweiten Osterfeiertag hätten, da sie unter günstigen Verhältnissen aufgewachsen seien, Arbeiter der Fabrit gelangten schließlich zu folgenden stattfindenden Bersammlung über das Ergebniß Bericht zu ertönnten gar nicht beurtheilen, welche Umstände die Proletarierin einstimmig gefaßten Beschlüssen:„ Am Donnerstag früh wird die statten. Bis dahin findet jede Woche in den verschiedensten schließlich der Prostitution in die Arme treiben. Die Frauen- Arbeit in der Fabrit wie gewöhnlich begonnen und hat die Stadtgegenden Berlins und Umgegend eine Versammlung statt. rechtlerinnen wären eben ein Theil der Bourgeoisie und diese Siebener- Kommission den Inhabern der Firma die Forderungen An stelle des bisherigen Delegirten zur Gewerkschaftskommission, könne radikale Reformen auf wirthschaftlichem Gebiet- wodurch der Arbeiter zu unterbreiten. Sollte die Kommission seitens der welcher frankheitshalber sein Amt niederlegte, wurde Max Winsallein das Uebel der Prostitution mit der Wurzel auszurotten Firma nicht anerkannt werden, so legen sämmtliche Arbeiter die fowsky gewählt, worauf die Versammlung mit einem Hoch auf sei nicht befürworten, weil sie sich damit den Boden der Arbeit sofort nieder. Sollte indeffen die Kommission anerkannt die Arbeiterbewegung auseinander ging. Existenzbedingungen ihrer Klasse entziehen würde. Die Referentin werden, so hat diese mit der Firma über die zu stellenden führte weiter aus, daß unsererseits, um die schädlichen Folgen Forderungen der Arbeiter zu unterhandeln und in einer am der Prostitution nach Möglichkeit zu beseitigen, Fortfall der tommenden Montag wieder stattzubabenden Versammlung Bericht fittenpolizeilichen, aber Durchführung einer entsprechenden fanitären Kontrolle gefordert werde. Wichtiger fei aller schlüsse der Versammlung der Firma bekannt zu geben. zu erstatten." Meister Beidler wurde beauftragt, diese Bedings die Hebung der wirthschaftlichen Lage der Arbeiterinnen. A13 erfter Diskussionsredner nahm Herr Eine Mitgliederversammlung der Filiale Moabit des Rechtsanwalt Volkmar das Wort, um zunächst das Deutschen Metallarbeiter- Verbandes fand am 23. Februar cr. im Reinickendorf. Am 22. Februar sprach hier in einer gut Wirken der Frau Bieber Böhm lobend hervorzuheben, deren Moabiter Klubbause, Beuffelstr. 9, statt. Nachdem das Mitglied besuchten Versammlung Genoffe Stadthagen über das Bestrebungen von der Referentin als hervorragende Vertreterin Friedrich Hofmann zum Kassirer gewählt, wurde über die Aufbürgerliche Gesetzbuch. der bürgerlichen Frauenbewegung fritisirt war. Der wieder- ftellung des Kandidaten zum Gewerkschaftskongreß verhandelt holten, faft allzu dringenden Aufforderung der den Vorsih und hierfür gleichfalls Hofmann vorgeschlagen. Hierauf wurde Charlottenburg. Eine öffentliche Maurer- und Buzzerführenden Frau euschner, daß die anwesenden Gegner, folgender Antrag, der dem Gewerkschaftstongreß unterbreitet Versammlung, zu der auch sämmtliche andere Bauhandwerker namentlich die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen sich zum Wort werden soll, angenommen: Die Filiale Moabit des Deutschen eingeladen waren, tagte am 23. Februar im Lokal" Bismarcks= melden möchten, wurde von seiten dieser Damen nicht Folge Metallarbeiter Verbandes beantragt, im Interesse der Macht der Zimmerer Berlins und der Umgegend" referirte Zimmerer höhe". Ueber den Hauptpunkt der Tagesordnung: Der Streit gegeben. Dagegen sah sich der bekannte freifinnige Boltsparteiler stellung der Gewerkschaften die Resolution der Metallarbeiter Dr. Bernstein veranlaßt, da er zum Wort gedrängt fei, zu vom ersten Gewerkschaftstongreß in Halberstadt zur Ausführung zu Bimmerer veranlaßt haben, in eine Bewegung für den neunObst. Derselbe legte zunächst die Gründe bar, welche die fonftatiren, baß er gegen die Ausführungen der Referentin nichts bringen, d. h. die heutigen Branchenzentralisationen zu Industrie Hündigen Arbeitstag einzutreten und gab im Laufe seiner Aus wesentliches einzuwenden habe und daß man die bürgerliche verbänden zusammenzuziehen. In den Industriegruppen, wo die fündigen Arbeitstag einzutreten und gab im Laufe seiner AusFrauenrechtsbewegung nicht mit seiner Partei in Verbindung Verschmelzung ein Hinderniß an der Höhe der Beitragszahlung führungen bekannt, daß die gegenwärtige Situation des Streiks bringen könne. Die Auffassung, daß die gänzliche Beseitigung findet, find anfänglich Gruppen einzuführen. Die Beiträge an eine günstige sei. Redner ersuchte die Bauarbeiter, der Prostitution nur durch die Aufhebung der bürgerlichen die Generalkommission pro Quartal und Mitglied find, falls ein den Bauten, wo die Zimmerer die Arbeit niedergelegt haben, Gesellschaft zu erwarten fei, tönne er nicht theilen, dagegen müffe Streiffonds der deutschen Gewerkschaften nicht errichtet wird, ich nicht zum Hochwinden und Legen der Balfen verwenden zu er aber zugeben, daß die Befferung der wirthschaftlichen Ver- auf 2 Pf. herabzumindern." laffen.( Beifall.) Schulz, Rast, Beerensee, Flemming, bältnisse ein Mittel zur Bekämpfung der Prostitution Kube und Sellin betonten, daß auch die Maurer die jetzige fei. Fräulein Aß mus In einer öffentlichen Versammlung der Schmiede, für das Baugewerbe günstige Konjunktur ausnuten müßten, um bemerkt, daß die Anschauung welche am Dienstag Abend stattfand und von etwa 500 Personen ebenfalls gleich den Zimmerern eine Verkürzung der Arbeitszeit der Frau Bieber Böhm nicht von lichen Frauen getheilt werde, vielmehr sei fie selber( Frl. besucht war, sollte entgiltig Beschluß gefaßt werden über die in zu erringen. Gin Antrag, den Bimmerern 30 M. zu überweisen, Sodann sollen Sammellisten in Aßmus) sowie auch andere Damen mit Frau Bettin ein- den letzten öffentlichen Versammlungen gestellten Anträge zum fand einstimmige Annahme. verstanden. Die Versammlung nahm eine Resolution an, worin Arbeitsnachweis der Innung. Von den eigens zu dieser Ver- Umlauf gesetzt werden, die Karl Wilke, Wallstr, 63, verausgabt. fie sich mit den Ausführungen der Referentin einverstanden er sammlung durch Briefe und Flugblätter eingeladenen Meistern Zum Schluß stimmte die Versammlung folgender Resolution zu: tlärt und für die Besserung der wirthschaftlichen Verhältnisse tlärt und für die Besserung der wirthschaftlichen Verhältnifie waren nur einzelne erschienen, ebensowenig der neue Herbergs- Die Versammlung erklärt sich mit den Forderungen der Zimmerer der Frauen einzutreten verspricht, wodurch allein die Prostitution wirth Iuhm, gegen deffen Person in Berbindung mit dem Berlins und der Umgegend solidarisch und verpflichtet sich, nicht der Frauen einzutreten verspricht, wodurch allein die Prostitution Arbeitsnachweis der Innung sich unter den Schmiedegefellen Bimmererarbeiten zu verrichten, wo die Zimmerer die Arbeit wirksam bekämpft werden kann. Berlins eine energische Opposition in der letzten Beit gerichtet niedergelegt haben. Ferner erklärt die Versammlung, auf gütEine außerordentlich stark besuchte Vertrauensmänner hat. Schmidt erwähnte in seiner Einleitung zunächst ein lichem Wege für die Durchführung der neunstündigen Arbeitszeit Versammlung der Berliner Filiale des Deutschen Holzarbeiter Schreiben der Wiener Schmiedegefellen, aus dem hervorgeht, daß zu wirken und 52/2 Pf. Lohn die Stunde aufrecht zu erhalten." Berbandes tagte am Mittwoch, den 26. Februar, um sich über gegenwärtig in Wien gegen 300 Schmiede im Ausstand sind. Der Punkt: Stellungnahme zum 1. Mai wurde dahin geregelt, den gegenwärtigen Stand des Streits und die fernerhin einzu- Die Sympathiebezeugungen der Berliner Schmiedegesellen baben daß diejenigen, denen es die Arbeitsverhältnisse erlauben, den schlagende Tattit zu informiren. Glode fonstatirt in seinen ein- bei den Wiener Kollegen große Begeisterung hervorgerufen, so Tag durch Arbeitsruhe feiern sollen. leitenden Ausführungen, daß die Situation seit Montag im daß voraussichtlich die Wiener Schmiedegesellen als Sieger aus wesentlichen unverändert sei. Die größeren Firmen, welche die dem Kampfe hervorgehen werden. In gleicher Weise gedenken Forderungen der Tischler nicht bewilligt haben, find gesperrt auch die Schmiedegesellen Berlins der Willkür der Obermeister Bon der Gleichheit, Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen( Stutt und richte sich gegen diese der Kampf, sowie auch der Innung energisch Trotz zu bieten, um zunächst den Arbeitsgegen einige leinere Firmen, welche durch das Verhalten nachweis der Innung aufzuheben, da die Vorkommnisse dort des Nordrings ermuthigt, ihre Einwilligung annullirt haben. sowie auf der Herberge sehr stark an Bruder Heinrich" Alles das tönne jedoch an der Thatsache nichts ändern, daß die erinnern. Herr Bluhm sei, wie Kaiser hervorhebt, aus dem diesjährige Tischlerbewegung mit einem glänzenden Erfolge in Streit im Jahre 1888 noch genügend bekannt und seine Handden meisten Werkstätten geendet habe. Durch das entgegen- lungsweise den organisirten gegenüber noch in frischer Erinnerung. tommende Verhalten der Tischlerinnung, welche selbst um ihre In demselben Sinne äußern sich halm, Dörgelow Bremer, Müller Nach Existenz ringe, werde auch der nun entbrennende Kampf Bosin, gegen die einzelnen hartnäckigen Firmen erleichtert und Debatte gelangte einstimmig nachstehende Resolution zur Ans fönne folglich voll Vertrauen auf einen glücklichen nabme: Die Versammlung protestirt energisch gegen die EinAusgang der Kampf fortgeführt werden. Redner empfiehlt, fegung des Herrn Bluhm als Herbergswirth in der Erwartung, Mittwoch stattgefundennen Bertrauens daß diese Anstellung rückgängig gemacht wird. männer- Bersammlung vielleicht am Montag eine große öffent falls verpflichten sich die Schmiede Berlins, den Arbeitsnachweis liche Bersammlung abzuhalten, welche den Streit der Tischler der Innung nicht mehr zu benutzen und mit keinem hierdurch für beendigt erklärt und dann beschließt, den Einzelkampf mit nachgewiesenen Kollegen zufammen zu arbeiten, sondern nur für Um diese aller Zähigkeit durchzuführen.( Bravo.) Wiedemann stellt den Arbeitsnachweis der Organisation zu agitiren. die Zahl der noch vom Streit betroffenen Werkstätten auf 40 feft. Forderungen bis zum 1. April zur Durchführung zu bringen, Er fordert namens der Streitleitung auf, jede auf den Streit werden fämmtliche Schmiede aufgefordert, sich für den kommenden bezügliche Meldung unverzüglich dem Bureau mitzutheilen und Bohnkampf zu rüsten." In Verbindung mit dieser Resolution ein wachsames Auge auf die einzelnen Werkstätten zu haben. beschließt die Versammlung, in allen Werkstätten VertrauensDie Berfammlung befchließt sodann, die Streitunterſtüßung für männer zu wählen, welche die wöchentlichen Beiträge zum ethische stuttur. Wochenschrift für sozial- ethische Reformen.( Berlin, Ferd. diese Woche auf 18 M. für Verheirathete und 15 M. für Un- Streitfond in Höhe von 50 Pfennigen zu erheben und verheirathete festzusetzen. Gleichfalls wird dem Vorschlage an die Lobukommission abzuliefern baben; ferner haben die Wiedemann's zugestimmt, die Kollegen der Firma Raabe, binnen 8 Tagen zu wählenden Vertrauensmänner der Lohndie durch den Ausstand der Fraiser sich veranlaßt faben, fommission Material über die Verhältnisse in den Werkstätten zu Bon der Wiener Wochenschrift„ Die Zeit" tit foeben das 73. Heft erschienen. schon 8 Tage früher zu streiken, troydem sie Donnerstag wieder übermitteln. Die 2ohntommission besteht aus: Faber, in Arbeit treten, eine volle Woche Streitunterstügung zu zahlen, Donner. Kaiser, Krause und John; als Ersatz für baffelbe wird auch für die vor und während des Streifs arbeits ein ausgeschiedenes Mitglied der Agitationstommission wird lofen und gemeldeten Kollegen, sofern sie organisirt sind, bes Reiny gewählt. Die Vertrauensmänner der Werkstätten werden schlossen. Die Auszahlung der Streifunterstüßung findet aufgefordert, ihre Adresse sofort an den Vertrauensmann der Freitag Nachmittag statt; zu diesem Zweck hat jeder Schmiede Franz Selm, Admiralstraße 84, 111, einzuStreifende die rothe Karte mitzubringen. Die mit den Nummern senden. Um den Wiener Kollegen die Sympathien auch durch 1-108 versehenen von 3-4 Uhr, von 351-449 von 4-5 und von 701 die That zu beweisen, beschließt die Versammlung, denselben bis 758 von 5-6 Uhr. Es ist nothwendig, daß jeder Streitende persön sofort 100 M. aus dem Maisonds als Unterſtügung zu übersenden. Herkules am Scheidewege von 2. Kynades. Leipzig, N. Werther. nach ber am M allen bürgerEingelaufene Druckschriften. auf gart, J. H. W. Diez' Verlag) ist uns foeben die Nr. 4 des 6. Jahrgangs augegangen. Aus dem Jnhalt dieser Nummer heben wir hervor: Wir forbern unser Recht. Wie kam es, daß die Frauen von der Thetl= nahme am öffentlichen Leben ausgefchloffen wurden? Aus der Bewegung. Der Kampf in der Konfettionsindufirie. Arbeiterinnenlöhne in der Konfektionsindustrie. Die Frage der weiblichen Fabrikinspektoren vor dem Reichstage. Ausländische Frauenbewegung. Von Lily) von Gizycki. Kleine Nach Feuilleton: Das Lied vom Hemde. Bon Thomas Hood. richten. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Bf., durch die Poft bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungslifte für 1896 unter Nr. 2887) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Juferatenpreis die zweigespaltene Betitzeile 20 Bf. Anderensiale Pravie, Sentralblatt für Sozialpolitit". Die unter diesem Titel seit dem 1. April erscheinende gemeinsame Neue Folge des Sozialpolitischen Sentralblattes" und der Blätter für soziale Pragis"( Berlin, Garl Hen= mann's Berlag) enthält in ihrer neuesten Nr. 21 folgenden leitenden Auffat: Die Arbeiterforderungen in der Berliner Konfettionsinduftrie. Von J. Timm. Aus dem Nottzentheil heben wir hervor: Allgemeine Sozialund Wirthschaftspolitit: Bekämpfung sozialer Bestrebungen in Deutschland. Sozialpolitische Vorlagen in England. Nothstandsaktionen deutscher Städte im Winter 1895/96, Arbeiterbildung und Arbeiterschuh im Bergbau. Von Dr. N. Brückner. Schwigsystem in der Bekleidungsindustrie vor dem deutschen Reichstag. Arbeiterichuy in Victoria, Chinesenarbeit. Gefängnißarbeit in Preußen. Rentenfeststellungs- Verfahren bei den Berufss genoffenschaften. Dümmler's Verlags- Buchhandlung.) Nr. 9 enthält einen eingehenden Auffaz des badischen Fabritinfpektorats Geh. Ober- Regierungsrath Dr. Wörtss hoffer über die Frage der Anstellung weiblicher Fabritinspektoren unter dem Titel: Die Frauen der höheren Stände und die Arbeiterinnen. Aus dem Inhalt beffelben beben wir hervor: Anfang oder Ende der Wahl= rechtsbewegung? Von S. Rapitalismus in Deutsch- Afrita. Bom Reichss tags- Abgeordneten Dr. Bruno Schoenlant. Paffive Eisenbahnen. Bom Reichsraths Abgeordneten Prof. Dr. J. Kaisl. Bertheuertes Sicht der Armen. Von Dr. J. Deutsch. Aus der Börientommission.( Finanzieller Brief aus Deutschland.) Bon S. v. H. wolitik und Orthopädie. Bon S- st- er. Gewerbe oder Hochschulen für Aerzte. Bon Dr. Berthold Beer. Berliner Grillparzer als 2yr ter. Von Heinrich Bulthaupt. Mufifleren. Bon Paul Moos. Was ihr wollt. Von Hermann Bahr. Die Woche. Bücher. Nevue der Nevuen. Der Traum eines lächerItchen Menschen. Bon F. M. Donojewsty. Zimmerer Berlins und der Vororte! Sonntag, den 1. März, vorm. pünktlich 10 Uhr: Zwei grosse öffentliche Versammlungen Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Dirigent: W. Bölke Sonntag, den 1. März, in Louis Keller's Festsälen, Koppenstraße Nr. 29: für Norden, Offen, Moabit, Reinickendorf, Weißenfee u. s. w. Großes Vokal- u. Inftrumental- Konzert. im Kösliner Hof, Köslinerstr. 8, 1. Theil. für Weffen, Süden, Charlottenburg, Schöneberg, Rixdorf us.W. 1. Marsch aus der Oper in der Viktoria- Brauerei, Lützowstr. 112. Tages- Ordnung: 1. Der Schiedsspruch des Einigungsamtes und unsere Stellung zu demselben. 2. Verschiedenes. Die Lohnkommission der Berliner Zimmerleute. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Montag, d. 2. März, abends 8 Uhr, b. Schöning, Stallschreibertr. 29: Versammlung der Parquetbodenleger- Branche. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zu dem von der Kommission und den Vertrauensmännern ausgearbeiteten Tarif. 2. Der geeignete Beitpunkt zur Einführung desselben. Ganz besonders eingeladen sind die Kollegen der Firmen Leibe u. Co., Die Ortsverwaltung. Ende u. Mittag. 91/7 Metallarbeiter! Sonntag, den 1. März, vorm. 10 Uhr, in der Kronenbrauerei, Alt- Moabit Nr. 47-49: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 118/5 Achtung! 125 Programm. Der Prophet". Meyerbeer 2. Duvert. ,, Die Jtaliener in Algier" • Rossini 3. Arie a. d.Op. ,, Fallstaff" Balfe 4. a) Morgenzuruf 9 • b) I und Du c) Liedesluft J. Scheu Zehngraf Suchsdorf Achtung! 5. Czardas a.d. Op.„ Der Geist d. Woyewoden" Großmann 2. Theil. Kupferschmiede. Sonnabend, den 29. Februar, abends 81/2 Uhr, 29345 im Lokale des Herrn Feindt, Weinstr. 11: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten der Gewertschaftskommission. 2. Neuwahl der felben. 3. Bericht des Delegirten vom Gewerbeschiedsgericht. 4. Verschiedenes. Orts- Krankenkasse der 6. Duverture zur Oper Rosamunde" Schubert 7. a) Die Mutterliebe". H. Kahn b) Am Rhein 8. Frühlingserwachen 9. a) Pilgerchor a. d. Oper Tannhäuser" • Bach Wagner b) Sonnenuntergang Conradi c) Waldabendschein.. Abt 10. Ungarische Tänze Nr. 5 und 6. • • . Brahms 3. Theil. 11. Novitäten- Potpourri 12. Walzer ,, Sagen aus dem „ Spreewald" 9 Linke Landwehr 13. a) Vor dem Sturm.. J. Scheu b) Frühlingslandschaft. J. Dito Weinzierl c) Heute ist heut. $. v. Stephan gesungen von Herrn Pape. 14. Spanischer Marsch.. Ert't Konzertmusik unter Leitung des Musikdirektors Herrn G. Graß. Anfang 6 Uhr. Eintritt 30 Pf. Nach dem Konzert: Tanz. Einlaßkarten sind bei den Mitgliedern, im Vereinsbureau Neue Grünftr. 14 bei Herrn Stolle, sowie im Segersaal des„ Vorwärts" und bei Herrn Graumanu, Wörtherstr. 21, zu haben. Schmiede Berlins! 66/17 Nadler n. Siebmacher Sonnabend, den 29. Februar, bei Joël, Andreasstr. 21: General-Versammlung Gr. Wiener Maskenball Sonntag, den 8. März cr., vormittags 10 Uhr, veranstaltet von der 176/9 Die gegenwärtige Lage der Metallindustrie, das in Basch's Restaurant, Alte Jakob- Vereinigung aller in der Schmiederei besch. Personen Verhalten der Metallindustriellen, und welche Aufgaben crwachsen daraus den Berliner Metallarbeitern". Referent: Otto Naether. Zu dieser Versammlung sind speziell die Kollegen folgender Fabriken eingeladen: L. Löwe& Cie., Siemens& Halske, Anhaltische Maschinenfabrik, David Grove, Aktiengesellschaft( vorm. Creund), Gebaner, Borsig, Pehold& Cie. Die Former und Gießerei- Arbeiter werden besonders auf die Versammlung aufmerksam gemacht. 118/5 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 3943L* Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anflamerstraße 44. Zur März- und Maifeier empfehle den verehrl. Arbeiter Gesangvereinen meinen reichhaltigen Verlag von Männer- und gemischten Chören mit und ohne Orchester. 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Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Billets sind bei den Vorstandsmitgliedern und im Vereinslokal, Naunyn148/17 welche sich für die Röntgen'schen X- ftraße 78, zu haben. Strahlen interessiren, werden eingeladen, stäblichen Konzerthause, Utte Jakobit Concerthaus ,, Sanssouci", Cottbuserstrasse 4 a. den Freitag, abends 9 Uhr, im LouisenAlte ftattfindenden Exp.- Vortrag zu besuchen. Gegen Vorzeigung der Legitimation frei Entree. [ 264/15 Die weltbefannte Bettfedern- Fabrik Gustav Luftig. Berlin S., Prinzenftr. 46. verfendet gegen Nachnahme( nicht unter 10 M.) garant. neue vorzügl. füllende Bettfedern, b. Bfb. 55 Bf. Halbbaunend. Bib. M. 1,25 h. weiße Salbbannen, b. Bfb. M. 1,75, borzügliche Daunen, b. Efb. W. 2,85. Bon diefen Daunen genügen 3 Pfund zum größten Dberbett. Vervadung wib nit berednet. Sonntag, den 1. März: 4a. Grosse Matinée zum besten der 29855 Konfektions- Arbeiter und Arbeiterinnen. veranstaltet vom Musikverein ,, Musikfreunde" zu Rixdorf( Dirigent: M. Gacon). 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.