Morgenausgabe Nr 531 A 262 46.Iahrgang «üchenma»«o«atNch«�0«. «» oorau» zahlbar Postbezug«L2 M. einschließlich 6V Pfg. Postzettung»»-»b ?2Pfg. Postbestellgebühren Ausland»- abonnemem 6.— M. pro Monat. Der.Lonvürts- erscheint»ochentüg. kch zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin «,d im Rondel mit dem Aitel.Der Abend" Illustrierte Beilagen.Boll »nd Zeit" und.Kinderfreund' Ferne» Ä Unterhaltung und Dissen"..Frauen- imme".Technik".Blick in die .Bücherwelt" und.Iugend-Lorwärt»" Verttner Vottsviatt vienstag 12. November 1929 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Die•mtgatllge Aonparetllezell» 10 Pfennig. Reklame�etl» 5.— Reich». mark..Kleine Anzeigen' da»»eng» druckt» Wort 25 Pfennig Zulässig zwei fettgedruckte Worte) iede» wettere Wort 12 Pfennig Stellengesuch» dae erst, Won 15 Pfennig, iede» weiter» Dort IV Pfennig Worte Übet 15 Buchstaben »Sdlen für zwe« Worte Arbe,t»marA Heile SO Pfennig. Fomtltenanzeigen Zeil» 40 Pfennig Anzeigenannahme imchaupt- «eschöst Lindenstraß» 3. wochentüglich ooa St/, die 17 Uhr. Äentvalovgan der Gozialdemokvattschen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. u. Dise.-Ges., Deposttenkasi« Lindenstr. 8. Das rote Berlin. Unsere soziale Arbeit im sachmännifchen ausländischen Llrieil. Krampfhaft bemühen sich mit vereinten Kräften Deutsch- nationale, Kommunisten und Hakenkreuzler, der sachlichen Grundlagen des K o m m u n a l w a h l k a m p fe s unter einer Welle von Schmutz und Verleumdung zu ver- decken. �Von Berlin aus wird über das ganze Land das Schlagwort„S k l a r e k- Korruption!" aus voller Lunge hinausgebrüllt, besonders von denen, die durch ihre G ö b e l und B r u h n, ihre Laverrenz und D e g n e r am tiefsten in diesen Sumpf stecken. Dadurch soll die Aufmerksamkeit der Wähler von den großen Problemen abgelenkt werden, um die es bei der Entscheidung am 17. November in Wirklichkeit geht. Eine gemeine und blöde Diffamierung der Berliner Stadtverwaltung soll die tat- sächlichen kommunalpolitischen Leistungen vergessen lassen, die gerade Berlin in den letzten Iahren unter sozialdemokratischer Führung aufzuweisen hat. Wenn nun schon das Zeugnis, das die am nächsten bs- teiligien Mitbürger von diesen Leistungen ablegen können, vielen verhetzten und verbohrten Gegnern nicht genügt, so wird vielleicht ein anderes Urteil aul die noch Zweifeln- den mehr Eindruck machen, weil es von ausländischen Kommunalpolitikern gefällt worden ist. Dabei handelt es sich beileibe nicht um das Zeugnis ausländischer Sozialisten, das manche als..Gefälligkeitsattest" abzutun ge- neigt wären. Nein.- wir führen das Urteil von„gut- bürgerlichen" Kommunalpolitikern an. die sich bestimmt nicht durch Boreingenommenheit zugunsten der Sozialdemokratie beeinflusien ließem . Es handelt sich um die kürzlich erschienene offizielle Denkschrift einer Studien ko mm ission der Pariser Stadtverwaltung über die Ergebnisse einer vor Jahresfrist durch verschiedene deutsche Städte unter- nommenen Studienreise. Ueberreicht— und auch in der Hauptsache verfaßt— wurde diese Denkschrift von dem Präsidenten des Pariser Gemeinderates Georges Le- m a r ch a n d und dem Pariser Gemeinderat Louis P e u ch. Beide sind eher als reaktionäre Gemeinde- Politiker anzusprechen, Anhänger des französischen„Natio- n a l e n Blocks", wie überhaupt die Mehrheit des Pariser Gemeindeparlaments aus Vertretern eines Kleinbürgertums besteht, das ungefähr bei uns einer Mischung zwischen Deutschnationalen und Wirtschaftsparteilern entsprechen würde. In dem einleitenden Kapitel der Denkschrift, das die gesammelten Erfahrungen zusammenfaßt und das vom Prä- sidenten Lemarchand redigiert ist, heißt es: „Unser Bericht über Groß-Berlin kann als Gesamt- e r g e b n i s unserer Wahrnehmungen gewertet werden. Es muß bei dieser Gelegenheit betont werden, daß die Angliederung der Ge- meinden, die um die ehemalige Stadtgemeinde herum lagen, durch die Republik verwirklicht werden konnte, während die kaiserliche Regierung dies nicht vermocht hatte. Wie dem auch sei. wurden die hauptsächlichen Ausdehnungsarbeiten— Straßenbau, Wasserversorgung. Hygiene, Beleuchtung, Parks— unterautzer- ordentlich billigen Bedingungen durchgeführt. Unter Ausnuftung der in einem bestimmten Zeltpunkt schnellen Entwertung der Mark hat die Berliner Komntunalvenvoltung dieses wahre Kunststück fertiggebracht. Es muß schließlich auch hervorgehoben werben, daß eine beträchtliche Kraftanstrengung ge» leistet wurde, um im Rahmen der Möglichkeit die Wohnuwgskrise zu lösen, um der arbeitenden Bevölkerung gesunde. saubere und hübsche Wohnungen zu erschwinglichen Preisen zu verschaffen." Nach diesem Vorwort folgt ein Kapitel über„Die Aus- dehnung Berlin", das von G e o r g e s L e m a r ch a n d allein verfaßt ist. Es verdient um so stärkere Beachtung, als der Präsident des Pariser Gemeinderat-s— da Paris nach der französischen Gesetzgebung eine Ausnahmestellung de- sitzt derzufolge es keinen eigentlichen Bürgermeister hat— nach außenhin zugleich die repräsentativen Funktionen eines Oberbürgermeisters der Hauptstadt ausübt. Le- »narchand stellt einleitend eine„grundsätzliche Wahr- nehmung" fest: daß alle in Deutschland in den letzten Iahren erzielten Fortschritte, alle verwirklichten N e uerungen nicht allem auf den wirtschaftlichen Eni- wicklungetrieb zurückzuführen sind, sondern„auch auf eine andere Ursache, die heutzutage eine wachsende und unvermeidliche Bedeutung gewinnt, nämlich aus die s o z i a l- politischen Bedürfniss e". „Aus dieser sozialen Ursache," so fährt Lemarchand fort,„ent- springen neue Initiativen, neue Verwirklichungen, und ihr Ziel ist ebenfalls sozialer Natur: dieses Zi-el beherrscht die Gliederung der Ideen und'der Tätigkeit der. deutschen Nation. Man kann das Ergebnis mit einem Worte zusammenfassen: Die Ausdehnung der Städte. Ob in Berlin, in München oder in Hamburg— alle Problem« des städtischen Lebens: Trinkwasierversorgung, öffentliche Verkehrsmittel, Gesundheitswesen. städtische Beleuchtung und Heizung und vor ollem Woh- nungsbau, beherrschen gegenwärtig die Existenz einer jeden Groß- stadt. Um nun die Problems zum Besten des allgemeinen Wohles einer Bevölkerung zu lösen, die in jeder Großstadt täglich wächst, und um dieser Bevölkerung das Maximum von Wohl- stand und Komfort zu verschaffen, haben überall in Deutschland die Ingenieure, Architekten, Gelehrten, Gesetzgeber systematisch Fortschritte geschafft und die technische Anwendung dieser Fortschritte organisiert. ' Am besten läßt sich die Wahrheit dieser Feststellung erfasse», wenn man die Entwicklung Groß- Berlins studiert, die allen übrigen beut- schen Städte« als Muster dient." Es folgt dann ein Loblied auf die Planmäßigkeit dieser Berliner Gemeindearbeit,„in der nichts der indivi- duellen Improvisation oder der bureaukra- tischen Routine überlassen wurde".„Nicht einzelne spezialisierte Fachleute oder spekulationsschwangere privat- wirtschaftlich interessierte Verbände" hätten diese Arbeit ge- leistet, sondern„die Zusammenfassung aller Fähigkeiten und aller Organismen". Mit einem Seufzer empfiehlt der Prä- sident des Pariser Gemeinderates, daß auch die französische Hauptstadt in Zukunft sich„ein derart rationelles und kluges System" aneignen möge. Er sagt seinen Mit- bürgern, insbesondere vom Pariser Magistrat, einige recht unangenehme Wahrheiten und führt ihnen die in Deutsch land und besonders in Berlin geleisteten Fortschritte als nachahmenswerte Beispiele vor, namentlich hin- sichtlich des Wohnungsbauproblems, das die eigentliche Grundlage der neuen sozialen und ökonomischen Ordnung bildet, aus der sich die Zu- kunft aufbauen wird." Es folgt eine sehr detaillierte und kritische Darstellung der in Deutschland und vor allem in Berlin geltenden Bor- schriften und Methoden für den Wohnungsbau— kritisch inliffern, als immer wieder Berlin als Muster für Paris empfohlen wird. Lemarchand faßte in einem Schlußkapitel seine Eindrücke zusammen und führt dabei über die Entwicklung der Berliner Grünflächen, Parks und Prome- n ad e n u. a. aus: „Die Deutschen haben es verstanden, mit viel Geschicklichkeit die Gelegenheiten auszumitzen, die ibcken die Topagraphie der Um- Wählerversammlungen gebung bot. Ohne allzu große Kosten wurde ein klug aus- gedachtes Programm größten Maßstabes durchge- führt und ergänzt: Spiel- und Sportplätze, Wassersport- anlagen, Strand- und Sonnenbäder, Flußschwimmbäder, Wald- restaurants und Waldkonzerte ziehen die Berliner Bevölkerung an, die sich dort erholt, erfreut und tummelt, ohne gewissermaßen die Stadt zu verlassen. Die Berliner. Kommunalbehörden haben sich von diesem elementaren Grundsaß leite» lassen, den man gut täte, überall sonst zu befolgen: daß nämlich eine täglich an Bevölke- rungszahl wachsende Stadt immer mehr Hygiene, immer mehr Komfort, immer mehr Gelegenheit zur körperlichen Betätigung und immer mehr Lebens- freude sicher» muß, besonders der arbeitende» Be- völkcrung und den kinderreichen Familien, die sich weite Reisen und Modebäder nicht leisten können. Fürwahr, das ist ein kommunalpolitischer und sozialer Fort- schritt, dessen schöne Und schnelle Verwirklichung ein Bei- spiel bietet, das Paris gut täte, nicht aus den Augen zu verlieren." So urteilt ein führender Kommunalpolitiker des Aus- landes, der eigentliche Bürgermeister von Paris, über die Leistungen der Berliner Stadtverwaltung. Sein Urteil ist um so interessanter und wertvoller, als er fein Sozialist ist, sondern durch und durch ein Bürgerlicher, dem die planmäßige soziale Aufbauarbeit der Ber- liner Bewunderung abgerungen hat. SeimZeugms kann uns, denen das Hauptverdienst an diesen Leistungen gebührt, m i t Genugtuung und Stolz erfüllen. Es ist zugleich be- schämend für die Lästermäuler, die das„rote Berlin" be- schimpfen, die die geleistete Arbeit leugnen, um ihre eigene Unfähigkeit zu verbergen und die über Mißwirtschaft schreien, um ihre eigene Profitgier zu verschleiern. Mitte, Prenzlauer Berg, Wilmersdorf, Spandau, Steglitz, Britz-Buckow, Lichtenberg, Treptow, Hermsdorf, Mahlsdorf-Siid, Biesdorf, Buchholz.— Oeffentliche Frauen-Kundgebung in Tempelhof.— Kundgebung der Angehörigen der Graphischen Verbände in den Kammersälen. Mörsern Kreuzberg, Mitte, Wedding, Tempelhof, Tegel, Rosenthai. NSher«« Im Innern des Blattes. Wähler u. Wählerinnen I Kämpft mit uns für den Sieg des Gemeinde-Sozialismus! Gerechiigkeit/ Zweckmäßigkeit Betrachtungen zvr Finanzresorm. Von Wilhelm KeiL Wie alle Ding« in der Welt, so ist auch der Begriff Ge- rechtigkeit relativ. Er ist es in erhöhtem Maße, wenn er auf ein Steuersystem angewandt wird. Es wäre vermessen, von absoluter Gerechtigkeit sprechen zu wollen, wenn bei- spielsweise das Arbeitereinkommen von jährlich 2500 M. mit insgesamt 15 Proz., das Einkommen von einer Million Mark, dessen Träger nebenbei ein Vermögen von 5 Millionen Mark besitzt, alles in allem mit 70 Proz. steuerlich belastet würde. Die Ansichten darüber, was in diesen Fällen„ge- recht" ist. werden nicht nur zwischen dem Arbeiter und dem reichen Manne auseinandergehen, auch innerhalb derselben sozialen Schicht werden sie verschieden sein. Trotzdem wird der Begriff der Gerechtigkeit von Alters her wohl auf keinem Gebiet so oft in Anwendung gebracht, wie auf dem der Steuerverteilung. Wir sprechen von einer gerechten Steuer- Politik und verbinden damit die allgemeine Borstellung, daß große Einkommen und Vermögen prozentual sehr viel schärfer zur Steuer herangezogen werden sollen, als kleine. In den Augen der auf kleine Einkommen angewiesenen breiten Massen ist jede Verschiebung in der Steuerverteilung, die zu Lasten der Großen geht,«ine gerechtere Gestaltung des Steuersystems. Die besitzenden Schichten treten dieser Anschauung entgegen mit ökonomischen Theorien, die dem Beweis dienen sollen, daß es den besitzlosen Massen um so besser gehe, je größer die Besitzanhäufung in den Händen einer kleinen Oberschicht sei. Wir Sozialdemokraten ver- mögen diesen von Selbstlosigkeit weit entfernten Beweis- führungsn nicht beizutreten. Es erscheint notwendig, diese Auffassungen in Erinne- rung zu rufe/r angesichts der lebhosten Auseinandersetzungen, die gegenwärtig in Wort und Schrift der bevorstehenden Finanzreform gewidmet werden. Von den burger» lichen Parteien, insbesondere von denen, die sich die Wahr- nehmung der Interessen des industriellen Unternehmertums zur Aufgabe machen, wird im Zusammenhang mit der Herabsetzung der d�rch den Voung-Plan eine Henlung bestimm.ter Steuern verlangt, die um ein Mehrfaches größer sein soll als der Betrag, um den sich mit dem Inkrafttreten des Doung-Planes die Zahlungen ans Ausland vermindern. Das Mehr soll ausgeglichen wer- den teil» durch Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung, nicht zuletzt auch der Steuerverwaltung, teils durch E r» hö h u n g anderer Steuern. Die Senkung soll in möglichst hohem Maße bei den Steuern erfolgen, die von den Besitzenden zu tragen sind, die Erhöhungen sind dem sogenavMen„entbehrlichen Massenverbrauch"' zugedacht. Aus den bis jetzt nur ganz allgemeinen öffentlichen Mitteilungen des Rejchsfinanzministers geht hervor, daß seine Pläne auf«ine Senkung nicht nur der Besitzsteuern, sondern auch solcher Äeuern, die überwiegend von den besitzlosen Mallen getragen werden, abzielen. Er denkt an eine erhebliche Er- höhung de» steuerfreien Einkommensteils bei der Lohn- steue* und an eine Senkung, vielleicht auch, wir möchten es dringend empfehlen, cm eine völlige Aufhebung der Zucker- steuer. Selbstverständlich begrüßen wir diese Vorschläge und billigen darüber hinaus auch den Versuch, die„Wirtschaft". d. h. den kapitalwirtschoftlicken Unternehmungen eine Ent- lastung zuteil werden zu lassen. Nur glauben wir darauf bedacht sein zu müssen, daß da? Verhältnis der Besitzsteuern zu den Massensteuern keine Verschiebung zu LastenderMassen erfährt, wie sie ganz offen von den Vertretern der Besitzinteressen erstrebt wird. Denn das würde nach unserer Auffassung ein Verstoß gegen die„steuerliche Gerechtigkeit" sein. Die Befürworter einer einseitigen Senkung der Besitz- steuern erklären ganz ungeniert, daß der Grundsatz der steuerlichen Gerechtigkeit in den Hintergrund zu treten habe gegenüber den-realen wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Heute sei die Kapitalbildung und-verbilligung die ökonomisch wichtigste Aufgabe, von deren Erfüllung auch das Schicksal der Arbeiterklasse in weitem Umfange abhängig sei. Unbestritten bedarf die kapitalistische Wirtschaft des Kapitals, wie der Mensch der Luft und der Nahrung zum Leben bedarf. Wohin die Wirtschaft bei der Kapitalzerstörung und Drosselung der Kapitalbildung kommt, sehen wir in Rußland. Es will aber scheinen, als ob in Deutschland eine Art Kapitalbildungspsychose ausgebrochen wäre. Hat wirklich die deutsche Steuergesetzgebung seit dem Ende der Inflation die Kapitalbildunq verhindert? Durch- au» nicht. Vom gesamten Volkseinkommen entfällt nach vorliegenden Berechnungen heute fast genau derselbe Prozent- satz auf die Kavitalbildung wie in der Vorkriegszeit. Die seit 1924 neugeschaffenen Kapitalmengen sind denn auch sehr an- sehnlich. Allein bei den öffentlichen Sparkassen, die vor dem Kriege über einen Einlagebestand von 20 Milliarden Mark verfügten, hat sich(im verkleinerten ReichsgebietH bereits wieder ein Kapital von mehr als 9 Milliarden Mark an- gesammelt. Trotzdem herrscht naturgemäß in Deutschland Kapitalmangel, verbunden mit hohen, das ganze Wirtschafts- leben empfindlich belastenden Zinssätzen. Naturgemäß des- hall», weil das mobile Kapital, das der deutschen Wirtschast in der Darkriegszest für langfristige Anlagen zur Verfügung stand, durch Krieg und Instation bis auf einen kleinen Rest vernichtet worden ist. Dieser Verlust läßt sich nicht in wenigen Fahren ersetzen, dazu wird es bei angestrengter Ar- best einer Reihe von Jahrzehnten bedürfen, um so mehr, als infolge der schweren Belastung mit Reparationen ein erheb- sicher Test des alljährlich neugebildeten Kapitals ohne Gegen- leistung ins Ausland geht. Zweckmäßige Mittel, die Kapitalbildung zu fördern, wird kein Verständiger ablehnen. Es gibt solche Mittel, die nicht mit der steuerlichen Gerechtigkeit kollidieren. Dazu gehört die Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung, die in erster Linie von der Lösung des Problems der Reichs- reform abhängt. Man gebe sich aber keiner optimistischen Täuschung hin über die Höh« der Summen, um die auf diesem Wege die öffentlichen Ausgaben gesenkt werden können. Weiter gehört hierher die Reform gewisser Steuern, d'« heute den Verbrauch in einem zum Steuerreinertrag im Mißverhältnis stehenden Maß« belasten. Das gilt vor allem von der Branntwein- und der Tabakbesteuerung. Erste Fach- männer haben längst bewiesen, daß aus dielen beiden Steuerquellen hunderte von Millionen m e h r an Emnahmen gewonnen werden können, ohne den Verbraucher stärker zu belasten. Auch bei den Desitzsteuern lassen sich gewisse Kor- rekturen anbringen, die zwar einem Teil der Steuerpflichtigen ein wenig höhere Lasten bringen würden, die aber zur inne- rsn Ausbalancierung der Belastung notwendig und in ihrem Schlußeffekt zur Senkung der Gesamtsteuerlast beizutragen geeignet sind. Hier ist zu erinnern an ganz offensichtliche Lücken der Erbschaftvbesteuerung und an das Aktienprivileg bei der Vermögensbewertung, das heute noch viel schwieriger zu begründen ist als bei seiner Einführung im Jahre 1925. Hinzutreten sollten die Maßnahmen, die dazu dienen, mit den Schichten der schonungsbedürftigen Steuerpflichffgen zu- gleich die Steuerverwaltunq zu entlasten. Mit anderen Worten: Beseitigung jener Steuern, deren Eintreibung einen unverhältnismäßig großen und kostspieligen Derwaltungs- apparat erfordert. Eine weitgehende Erhöhung der Unter» grenze für die Lohnsteuer würde neben der Steuerverwal- tung. die besonders mit Crstattungsarrträgen stark in An- spruch genommen wird, auch die Privatbetriebe, die die Steuer vom Lohn einzubehalten und an die öffentlichen Kassen abzuführen haben, weitgehend entlasten. In gleicher Weise würde der Steuerverwaltunq ein großes Maß von Arbeit erspart werden durch Erhöhung der für die Ver- möqensbesteuerung geltenden Untergrenze, die zurzeit 5909 M. beträgt. Die Beträge, die sich bfi kleinen Vermögen aus der Promille-Besteuerung ergeben, stehen in krassem Mißverbältnis zum Verwaltungsaufwand. Will man über die aus diesen Rationalisierungsmaß- nahmen sich ergebenden Möglichkeiten der verstärkten Ka- pitalbildung hinaus noch den Prozeß der Schaffung von Neu- kapital beschleunigen, so überlege man, ob nicht die von den Wirtschaftsbetr:«ben für Neuinvestitionen verwendeten Er- träge steuerlich günstiger zu behandeln sind, als die aus- geschütteten und überwiegend dem Konsum dienenden Summen. Man prüfe auch, ob nickt bei den hohen Ein- kommen in der Hand von physischen Personen ein Unterschied zu machen ist zwischen dem verzebrten und dem der Kapstal- bildung dienenden Teil, der zu schonen wäre. Das würde zwar die steuerlichen Grundsätze der Vorkriegszeit, die zu Äermögenszuwachs- und Wertzuwachsstenern führten, um- kehren, aber dem Kapitalbedarf der Gegenwart zugute kommen. Von einem aber muß man sich fernbalten: von einer Mehrbelastung des Maflenkonsums, auch des„entbehr- lichen". Hinter dem Ton, den man vielfach auf das Wort Oeutschösterreichs Staatsfeiertag. In der Gefahr des Bürgerkriegs. Heut« wird in Deutschösterreich der Gründungstag der Republik gefeiert. Nicht nur von Staats wegen, denn er ist Staatsfeiertag, sondern in Wien auch durch einen Aufmarsch der gesamten sozialdemokratischen Arbeiter und Angestellten auf der Ringstraße. Nicht einen Tag nach dem Zusammenbruch der Mon- archie und des großen Reiches war in Deutschösterreich der Parlamentarismus ausgeschaltet oder unterbrochen: nicht einen Tag hat selbst in jener Sturmzeit eine Diktatur regiert. Alle Maßnahmen der Verwaltung, die Verfassung, die neuen Gesetze wurden von den freigewählten Volksvertretern be- schlössen. Christlichsoziale und Großdeutsche empfahlen als ■ Referenten in der Nationalversammlung die entschieden i demokratischen Bestimmungen der Verfassung zur Annahme. j Heute sind sie daran, diese Verfassung nach den Wünschen der Heimwehrfaschisten und ihrer italienischen Auftraggeber und � Waffenlieferanten umzugestalten. Der Derfassungsunteraus- i schuß hat soeben die erste Lesung beendet-, zwar hat man darauf verzichtet, der Polizei unbeschränkte Befehlsgewast i einzuräumen und in den Gemeinden unter 3009 Einwohnern 1 die Proporzwahl abzuschaffen, aber an allen anderen reaktiv- l nären Vorschlägen hält die Mehrhest fest. Das Angebot der Sozialdemokratie, über eine Aenderung der politischen Ver- ! Hältnisse in der Verwaltung Wienck mit der Wiener Ge- ! meinderatsminderheit zu verhandeln, hat diese abgelehnt: ! was Ländchen wie Salzburg und Vorarlberg nie zugemutet würde— daß das Bundesparlament über ihre inneren Dmge entscheide— soll sich das Land Wien gefallen lassen! Die Verfassungsbestimmungen über die Grundrechte der Bürger, das Asylrecht für politische Flüchtlinge, das Verbot der Zensur und des Adels sollen in Zukunft des Schutzes ent- behren, daß sie nur durch eine Zweidrittelmehrheit geändert werden können. Dem Bundespräsidenten soll ein Gesetz- gebunqsrecht durch Notverordnungen gegeben, die Regierung vom Parlament unabhängig gemacht— kurz die Republik nach den Wünschen der Pabst, Steidle, Seldte eingerichtet werden! Wenn auch vielleicht der Bundeskanzler Schober nicht geneigt sein mag, die selbstverständliche Ablehnung dieses Entwurfes durch die Sozialdemokratie zum Anlaß eines Puffches zu nehmen— an der Bereitwilligkeit des Vize- kanzlers und Wehrministers Vaugoin. ja an seiner Sehnsucht .danach besteht kein Zweifel, und weitreichende Abmachungen mit den Faschisten sind ihm durchaus zuzutrauen. Die Arbeiierklasse wird sich, nach der Lehre Viktor Adlers, weder provozieren, noch einschüchtern lassen Auf den Bürgerkrieg, den ihr die Faschisten aufzwingen wollen, warten beutegierig die Nachbarn im Osten und Südwesten. Am Staotsfeiertag wünschen wir unserem Bruderland, daß ihm der Bürgerkrieg erspart bleibe und daß es sich von den Bllrgerkriegstreibern befreie! * In«iiier großen Anfchlußkundgebung am Sonntag mittag im Reichstagssaal sprach Präsident Lobe eindringlich warnende Worte j noch Deutschösterreich hinüber. Prälat Dr. Drexel, ein Führer der christlichsozialen Partei in Vorarlberg, schildert« die elf Jahre der deutschen Alpenrepublik und verkündet« den Anschluß- willen auch seiner Parteigenossen.* Reichsbanner leitung brandmarkt presselüge. Magdeburg. 11. November. sTigenbericht.) Der Bundesvorstand be» Reichsbanners Schworz-Rot-Eolb teilt mit: „Der„Berliner Lokal-Anzeiger" und andere Zettungen Hugenberg» verbreiten Einzelheiten aus einem angeblich zwischen Reichsbanner und dem österreichischen Republikanischen Schutzbund vereinbarten Operatconeplan. Dieser Plan samt allen Einzelheiten deruht aus freier Erfindung. Der Republikanische Schutzbund hat weder setzt noch früher vom Reichsbanner Wassenhitse in irgendeiner Form erbeten, und die Leitung des Reichsbanners hat sich deshalb mit einer solchen Aufforderung nie zu beschäftigen brauchen." Aolksparteilicher Heimwehrproiektor. Einer Zuschrift an dos„Verl. Dage-bl." entnehmen wir folgendes: „Der Hauptgeldgeber der Heimwehr««» ist die Alpine Montan- gesellschost in der Steiermark. Bon ihrem Aktienkapital sind 36 Pro*, in den Händen der reichsdeutschen Vereinigten Stahlwerke, der maßgebende Mann in ihrer Verwaltung ist Dr. Albert Bögler, Unterstützer des Hugenbergschen Volks- begehrens und noch immer Mitglied der Deutschen Dolksportei. Er kann die Verantwortung dafür nicht abschütteln, daß die Hcimwehren ihren festesten Stützpunkt in den steierischen Erzgruben hoben. Das erste Anzeichen einer Entwicklung der österreichischen Zustände zur Katastrophe hin«vor der Zusammenbruch der Boden- kreditonjtalt, der ohne die ständige Bedrohung der öffentlichen Ordnung nicht hatte geschehen müssen. Die deutsche Reichs- lerung hat nicht, wie die englische, die Interessen ihrer Steuer- Hier zu wahren, sie hat sich an keiner Anleihe für Oesterreich -iligt, st« hat auch nicht an der Aufrichtung dieses Staates mit- gewirkt. Aber allerdingt kann verlangt werden, daß die, die heut« noch Herrn Dr. Bögler nahestehen, und die den Dorwurf scheuen, Hochverrat in«in Nachbarland zu trogen, vor aller Augen von ihm abrücken. Es ist schlechthin unerträglich. daß die Schrverindustri« durch die Frivolität ewe» ihrer Fuhrer zur öffentlichen Gefahr wird. Di« Voltspartei hat sich bisher zu der Einzeichnung Dr. Döglers in die Listen des Inflationsbegehrens noch mcht geäußert Sie dürste nach den obigen Feststellungen jetzt wohl«ncht mehr umhin können, den„Fall Bögler" zu erörtern und schließlich zwischen sich und diesem Reaktionär den Trennungsstrich zu ziehen. Es oerlautet übrigen», daß die Heimwehren finanziell auch von Italien au» unterstützt«Verden. Das gleiche wird von den deutschen Faschisten behauptet. „entbehrlich" legt, verbirgt sich ein Stück Unaufrichtigkeit. Der Zweck der Höherbelastung ist doch nicht, den entbehrlichen Konsum zu unterbinden, sondern ihn bis zu der Grenze höher zu besteuern, bei der ein bestimmter erwarteter Mehrertrag erreichbar scheint. Jede stärker« Belastung des Massen- konsums. gleichgültig, ob des entbehrlichen oder des unent- behrlichen, muß aber unter diesen umständen die Kauf- kraft der Massen schwächen. Sie würde zur Folge haben, daß große IlZdustriezweige, die vielleicht heute nicht so sehr unter Kapitalteuerung, als unter Absatznot leiden, noch mehr gehemmt würden Müßte ein Arbeiter, der an sein Glas Bier gewöhnt ist, ikffolge Biersteuererhöhung jähr- lich 30 M. mehr ausgeben, so würde er bei gleichbleibeirdem Lohn auf die Anschaffung eines Paars Stiefel verzichten, die Erneuerung seiiies Anzugs auf eine längere Zeffsoann» ver- schieben oder sonstwie seinen Verbrauch einschränken. Wäre damit der Wirtschaftsförderung gedient, würde dadurch der Arbeitsmarkt entlastet? Man kann auch darüber reden, den Einkommensteuer- tarif einer Revision zu unterziehen. Das dürfte aber n'cht einseitig zugunsten der Rieseneivkommen, die unter die höchsten Tarif'ätze fallen, geschehen. Bis weit herunter müßten dann die Sätze gesenkt werden. Denn es wäre sozialwirtschaftlich nicht zu verantworten, den mittleren und niederen Volksschichten, die nachgewielenermaßen heute an der Kapitalbildung in viel stärkerem Maße bete-ligt sind als in der Vorkriegszeit, diese Möglickkeit zu beschneiden zu- gunsten einer kleinen Oberschicht. Em W'tzwort bat die auf einseitige Senkung der Steuern des Großbesttzes dahin charakterisiert, daß ein« neue Arbeitsteilung geplant fei. bei der die einen Kapital bilden, die anderen Steuern zahlen. Es braucht nicht betont zu werden, daß die Sozialdemokratie eine solche Arbeitsteilung nickt mitmachen würde. Ihre Politik kann nicht darauf gerichtet sein, eine himmelhohe Pyramide reicher Leute auf schmalem Fundament aufzu- bauen, sondern sie hat dahist zu wirken, daß die Vermögens- und Kapitalbildung auf breitester Basis vor sich geht. Mit besonderer Schärfe rickten sich die Angriff« der Gegner des bestehenden Steuer'ystems gegen die Renlsteuern vor allem gegen die Gewerbesteuer. Die einen möchten- die Gewerbesteuer, dieie selbst in der Vorkriegszeit für notwendig erachtete Vorbelastung des fund'erten Einkommens, rad'kal beseitigen, die anderen möchten sie durch Re'chsgeseft mecha- nisch weit herabsetzen. Ganz abgesehen von den verfassungs- rechtl'cken Sckwierigkeiten die mit ern-m reicksqesetzl'cken Eingriff in dieses den Ländern verbliebene Steuerqebiet verbunden sind, sollte man übe'-le»»». was dringlicher ist: e'ne fch-matisch gleichmäßige Senkung oder ein innerer Ausgleich der'»ngehenersichen Besglwngsverlck'-denh-iken In den einz-lnen Gemeinden Gewichtige w'rt'ckaftlicke Gründe spreck'-'n für die rcilche Lösung der letzteren Aufgabe. Im aan»en scheiirt»ns. daß be» der F'r�imreWm nickt das Zw-ckniäßiqe u"d ökonomisch Notwendige im Gegensatz zu dem Gereckten zu gffcheb-n hat, sondern daß Gerech- tigkeit und Zweckmäßigkeit in Einklang ge- bracht werden müssen. Rur me?m das qesch'-ßt wird auch den polit'sch-psyckologffchen Gesichtspunkten Rechnung ge- tragen werden, die bei der Steuerpolitik nie unbeachtet bleiben dürfen. Menfchenfchlachihaus Rußland. Bolschewistische Auslegunoskonfie. I« Rußland wurden nach einer Statistik der bolsche- wistischeu„Sowjetska Sibir** am 25. Lktober 13 Bauer» und am SS. Oktober SS Baueru hiagerichetet. Das sind ia zwei Tagen 7S Personen. Die Sin- r ich tung erfolgt« ohne Gerichtsurteil ans Beschluß der Polizei Wege» Aufhetzung, Brandstiftung. Störung von Zelleuversammlungen und anderen von der GPli. erfundenen Delikten. Seither hat das Schreckeasregiment weiter gewütet und ihm unangenehme Bauern ans bestialisch« Welse auS dem Leben in den Tod befördert. Das ist Rußland von heute! Keine Einigung mii Schweden. Fortsetzung der Verhandlungen in Berlin. DI« deutschen Delegierten für die Honbelsoertragsverhandlungc» haben Stockholm verlassen. Eine Einigung ist bisher nicht erzielt worden. Wie wir hören, beabsichtigen demnächst Vertreter der schw?- dische» Regierung, In der Angelegenheit nach Berlin zu fahren. Arbeiierregierung und China. Rückgabe einer englischen Konzession. London, 11. November.(Eigenbericht.) Die Arbeilerregierung ist sofort nach ihrem Amtsantritt daran- gegangen, auch im Fernen Osten die Sroßbriianaleo schwer schädigenden Erbschaften früherer Regierungen Zv beseitigen, wie amtlich verlautet, ist nunmehr ein Abkommen zwischen der britischen und d«t chinesischen Regierung zustandegkommen, in dem sich Großbritannien bereit erkläri, bereit» am kommenden Freitag dte britischen Konzessionen von Ischlukioagon China z u r ü ck z u- erstaiien. Die britische Kommunalverwaltung In diesem Gebiet «otrd mit sofortiger Wirkung ausgelöst. Hiiler in Blech. Bei einem Propagondamnzug in Wiesbaden verteilten die Hitler-Leute M'nzen mit dem Bild« des großen Adolf und der Inschrift: Adolf Hitler, der Führer au» der Not. Das Materia' der Münze Ist das berühmt« Inflationsblech aus der Zeit der üOO-Mark- Stücke seligen Angedenkens. Das Geld und die Erinnerung an die Inflation sind gleich bezeichnend für Hitler. well sie Regierungskelephonaie abgeschrieben und ihrem Mann. einem Schutzbundführer, gegeben haben soll, ist die Telephonisti«, Bernaczek in Linz verhaftet worden.— Der Innsbruck«? Brigadegeneral Kirsch ist abberufe» worden, weil Dienst- Papiere verschwuodea sein sollen. Das Braunkohlengeld. Hitler erttärt— Braunkohlensynditat schweigt. Zu unseren Mitteilungen zu der Finanzierung rechts- stehender Verbände und Parteien durch das O st e l b i s ch e Braunkohlensyndikat schickt uns Herr Hitler die folgende Berichtigung: .�n Nr. 50S des„Vorwärts' vom 30. Oktober ISA befindet sich unter Hder Ueberschrijt„Braunkohle finanziert Hakenkreuz. Auf Kosten der Brikettverbraucher' folgende Behauptung:„Das Oft- elbische Bräunt ohlenfyndikat hat in den letzten Jahren de- Deutsch- nationale» Partei, dem Stahlhelm und der Nationelfazialistischen Partei große Geldmittel zur Verfügung gestellt." Es ist unwahr, daß mir dos Ostelbilche Brauntohlenfyndikat „große Geldmitel zur Verfügung' gestellt hat. Wahr Ist, daß das Ostelbifche Brauntohlenfyndikat weder direkt noch indirekt, weder mir noch der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, noch einer Untergruppe oder einer Zeitung derselben Geldmittel oder sonst etwas zur Verfügung gestellt hat." Wir stellen zunächst fest, daß zwar wohl eine Erklärung von Herrn Hitler vorliegt, aber keinerlei Erklärung vom Ost elbischen Braunkohlensyndikat. Stahl- Helm und Deutschnational« Volt s.p ortet schweigen ebenfalls wie ein Grab. Der Vorgang der Finanzierung ist natürlich nicht so erfolgt, daß das Ostelbifche Braunkohlensyndikat direkt Heber» Weisungen an die finanzierten Gruppen gegeben hat. Di« für diese Zwecke bestimmten Summen find persönlich durch die Herren K e r st e n und H e u b e l an den Deutschen Braunkohlenindustrieverein nach Hall« gegeben worden. Der Braunkohlenindustrieverein hat diese Gelder durch ihm nahestehenden Personen weitergeleitet. Diese Finanzierung ist mit Wissen und Willen des General- direktors des Ostelbischen Braunkohlensyndikats.Lud P e t f ch e k" erfolgt. Bei dem von uns angegebenen Summen handelt es sich nur um laufende Beträge. Bei den Wahlen sind darüber hinaus noch erhebliche Summen gegeben worden. Wir sehen weiteren Dementis mit dem größten Interefle entgegen. Die Mage der Gefressenen. Oie„recht unbedenkliche Propaganda" der Nationalsozialisten Zu dem Lübecker Dahlergebnis schreibt die„Kreuz-Zel> t u n g'. das Organ des Grafen Westarp, mit beachtenswerter Offenheit: Das Ergebnis der Wahlen zur Lübecker Bürgerschaft bestätigt die Beobachtung, die fest einigen Monaten bei f ä m t- l i ch e n Wahlen, Landtags- und Kommunalwahlen, gemacht merden konnte, daß nämlich beachtliche T« i l�e der Wähler� jchoft, die bisher ihre Stimme den staatsbürgerlichen Rechtsparteien gegeben hatte, zu den Nationalsozia- listen abgewandert sind Dies« nationalsozialistischen Er- -olge beruhen vornehmlich auf der mitunter recht unbedenk- lichen Prosa ganda, die mit einer bemerkenswerten Aktivität ms Volt getragen wird. Ss hat den Ansch:in. daß manche Kreise sich durch diese gewiß anerkennenswert« Akliostat des oppositionellen Auftretens bestechen lasien. ohne die parte!- politischen Forderungen der Nationalsozialistischen deutschen Arveüerpartei einer notwendigen Prüsungzu unter- riehen. Für den Grafen Westarp macht sich das Gefühl des Gefressen- i ,crdens durch Hitler schon recht unangenehm bemerkbar, wäh end Hug»''icrg, noch immer stolz auf seine 0,05 Prozent Ueberschuß ppchfrö, in den Wogen der nationalistischen Demagogie herum- p!äis< zrt, die Stück für Stück von seiner Partei abbröckeln. "'nn Westarp unterscheidet sich Hugenberg dadurch, daß dem imitierten Cherusker Partelführerforgen um eine bestimmte Partei fremd sind. Schon einmal ist deshalb Westarp m den letzten Tagen dem Hugenberg in die Porade gefahren: als die Hugenberg-Preffe den Volksentscheidstermin im Dezember als Tücke Eevc- i>ngs denunzierte, erklärt« Westarp öffentlich, daß dieser Termin seiner, de» Grafen Westarps Forderung entspreche. Offenbar wünscht Westarp die Periode des gemeinsamen Kampfe» Schulter an Schul- ier mit Hiller möglichst rasch beendet zu sehen, eh« Hitler die letzten dcullchnalionalen Schäflein dabei fortgeschnappt hat. Hugenberg ist dieser Gesichtspunkt nebensächlich..... Die Rebellion gegen Hugenberg. Nachdem der deutschnationole Kreisvorsitzend« Graf Her- m o n n zu D oh na in der„Berliner Börsenzeitung' gegen Hugen- berg rebelliert hat, setzt Kunz Graf Flnckensteln die An- griffe gegen Hugenberg fort. Er klagt, daß die Deutfchnationalen vom Volk abgoschnitten, vom„fruchtbaren Land der parlamenta- rischen Mitarbeit' ausgeschlossen sind, und schreibt: In weiten Kreisen briibt sich die Erkenntnis Bahn: Noch ein solcher„Steg' wie das Volksbegebren, und die Partei ist tot. Tot für fruchtbringend« M'tarb it am Staate weil sie nicht koalitionsfähig ist sür die in der Mitte stehenden bürgerlichen Parteien. Weil ih-e Führung glaubt Erb- Pächter zu sein de» nationalen Gedanken«, und ist doch nur Unterpächter des Nationalismus Hitlerscher Provenienz. Graf Finckenstein fragt:„Wo ist die Partei der anständigen konservativen Opposition?' Womit er jedenfalls sagen will, daß er die Hugenberg-Leut« nicht in den Kreis der anständigen Menschen «in bezieht. Gevering zur Reamienfrage. Eine Nede in Stettin. Sleltia. IL November. Reichsinnenminister Severins hielt heute im Restaurant Groß- Stettin anläßlich der bevorstehenden Kommunalwahlen einen Dortrag. Reichsbanner und Jugendbünd« hatten den Minister am Bahnhof mit einem Fackelzug empfangen. Der Saal, in dem der Minister sprach, war bereit» tauge vorher überfüllt, so daß die Mehrzahl der Teilnehmer im Garten warten mußte, wo die Red« durch Lautsprecher übertragen wurde. Der Minister setzte sich einlettend mit den ein, einen Parteien auseinander und kam dann auf das Volksbegehren zu sprechen. Er dementierte die Behauptung, daß er Anweisung ge- geben hätte, daß gegen Beamte, die sich eingezeichnet hätten,«in Disziplinarverfahren«ingeleitet würde,. Er denke nicht daran, diesen Beamten irgendein Haar zu krümmen. Etwa» andere» sei es, wenn höhere Beamte in bfscntllchen Versammlungen Neichsminiftern den Vorwurf de» Landesverrat» gemacht hätten. Gegen solche Beamte müsse auf dem Disziplinarwege vorgegangen werden. Der Minister setzt« dann die Bedeutung der Kommunalwahlen auseinander. Hitler frißt Hugenberg. WAHL RBWLTA APOLDA D.NAJ NAT.SOZ ■BÄVEN D-NAT— MAX; iM LÖB. O.NAt— A/A7.SOZ-K200 träumte einst vom Nock,— e! wei— Letzt werd' ich Hitlers Speisebrei!"' Reform der Krankenversicherung. Erste Verhandlung im Michsarbeitsministerium. Bei zahlreicher Beteiligung von Vertretern der Reichs und LäHdermimstorien, der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorgani- strtionen, der Krankentasienverbände und sonstiger Jnteressenten, fanden am Montag, dem 11. d. M., die ersten Verhandlungen über die Vorschlage des Reichsarbeitsministerwms zu einer Reform der Krankenversicherung statt. Ministerialdirektor G r i e s« r wies einleitend daraus hin» daß es.sich um unverbindliche Vor- schlage handelt: sie sind also weder für das Reichsorbeits- Ministerium noch sür die übrigen Reichsministerien bindend. Drei große Fragenkreise standen zur Aussprache. Kreis der versicherten Personen, Aenderungen in den L« i st u n g e n und die O r go n iso t i o n der Kränkenversicherung. Ministerialdirektor Grieser erläuterte da»», im einzelnen dir vorgeschlagenen Aenderungen. Die f r« i c n Gewerkschaften forderten für die Angestellten die Anpassung der Kranreuversicherungspslichtgrenze oa die An- gestelltenversicherungspslichtgrenze, also Fest- sctzung einer Jahresverdienstgrenze von 8 400 M. Den Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums, die Freiwillige Weiteroersichcrung nach oben durch Festsetzung einer Einkommensgrenze zu beschränken. lehnten sie ab. Den vom Ministerium in Vorschlag gebrachten Aenderungen in den Leistungen stimmten die Vertreter der freien Gewerkschaften nur teilweise zu. Die Einführung der Familienkrankenpflege als Pflichlleiswng wurde begrüßt, da- gegen wurden die in Dorschlag gebrachten Aenderungen sür den Bezug des Krankengeldes, insbesondere die Nichtgewährung von Krankengeld, wenn der Versichertc Anspruch auf Arbettsentgelr hat, abgelehnt. Da» gleiche gilt auch von der Erhebung einer Gebühr für oie Ausstellung des Krankenscheines. Hinsichtlich der Organisation der Krankenversicherung trat Spliedt als Sprecher der sreien Gewerkschaften mit großem Nach- druck für ein« weitere Verschärfung der geplanten Borschristen über die Neuerrichtung von Krankenkosien ein. Es müsse nicht nur die Neuerrichtung von Krankenkassen an die Zustimmung der Ver- sicherten gebunden wevden, es müßte auch vorgesehen werden, daß auf ihren Antrag die Schließung von Krankenkassen zu erfolgen hat. Die Mindestzahl von Mitgliedern sür die einzelne Krankenkasse ist möglichst hoch festzusetzen. Spliedt machte dann Vorschläge für eine organisatorische Zusammenfassung der verschiedenen Krankenkassen In einem Bezirk zu�i Zwecke der Gemeinschaftsarbeit. Auf diesem organisatorischen Unterbau müss« dann die Zusainmensassung für das Reichsgebiet durch Schaffung eines entsprechende» Organs er- folgen. In seiner Znsammensetzung ist der Grundgedanke der Selbstverwaltung in der Krankenversicherung, daß die Versicherten zwei Drittel der Vertreter, die Arbeitgeber ein Drillet der Vertreter stellen, durchzuführen. Den vom Ministertum in Dorschlag gebrachten Hauptausschuß für Krankenversicherung beim Neichsdrbeit?- Ministerium, lehnen die freien Gewerkschaften ab.° Für die Arbeitgeber sprach der führende Manu der Ver einigung deutscher Arbeitgeberverbände, Präsident Brau- weiler. Er wies auf die Steigerung der Aufwendungen für die Krankenversicherung hin, besaht« ihre Notwendigkeit, fordert» jedoch eine Beschränkung auf den sch utz b« d u r s t i g en Kreis. Diesen zog Herr Brauweiler, wie wir es von den Arbeitgebern her gewohnt sind, sehr eng. Das war auch der Grundgedanke bei den Aenderungen der Leistungen. Mit der llmwandtung von Bgr- leistungen in Sachleistungen ist man eiiwerstanden, wenn keine Kostencrhöhung damit verbunden ist. Brauweiter lehnte alle grund-, legenden Aenderungen im organisatorischen Aufbau der Kronken- Versicherung ab, bekannte sich zum berufsständischen Ge- danken in der Krankenversicherung, wobei seine besondere Liehe den Betriebskrantenkassen galt. Aus diesen, den freien Gewerdschasten ganz entgegengesetzten Motiven, kam auch Brauweiler zur Ablehnung des Hauptausschusses für Krankenversicherung. Er spielte sich dabei als Verteidiger der Selbstverwaltung und der gegenwärtigen Grundlagen der Krankenversicherung auf: Aus der Aussprache verdienen insbesondere noch die.Äu-- sührung von Helmut Lehmann, des Vertreters des Haupi- Verbandes deutscher Krankenkassen hervorgehoben zu werden. Er wies nach, daß das Anwachsender Ausgaben der Krankenversicherung in erster Linie eine Folge der gewa l t igen Steigerung der Zahl der Versicherten ist, was b« den Auseinandersetzungen gefliflenllich überschen wird. Pe! dem Ausbau der Leistmigen vermißt or«in Eingehen auf die Arztfrage, die doch von zentraler Bedeutung ist. Auch er hält die gegenwärtigen Vorschläge für die Bildung des Hauptausschusses, insbesondere hinsichllich seiner Zusammensetzung, für unannehmbar. Di« Aussprache zeigte die tiefgehenden Meinungsoerschioden- Helten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Grund- fragen der Krankenversicherung, die letzten End«» poiitlsch aus- j getrogen werden können..... England und Nußland. Konservative Anfragen im Unterhaus. London. 11. November.(Eigenbericht.) Bon konservativer Seile wurden am Montag mehrere Fragen über dl««nglisch-russlschen Beziehungen an den Außenminister gestellt. Der konservative Abgeordnete Powuall fragte Henderson, ob er von Rußland eine Antwort aus seine Cr- klärung erhalten habe, daß die britische Regierung die russisch« Regie- rung für alle Handlungen der 3. Internationale In Großbritannien verantwortlich machen werde. Henderson ant- wartet», daß er diesbezüglich kelneFrage an Moskau gestellt, Komödie. .Vom Teufel geholt" Hamsums Sitiendrama erlebte seine Uraufführung unter Max Reinhardt» Regit. Es ist schade, daß da» begrenzte Fassungeoermögen diese» kleinen Theater» die Aufführung den breiten Masten unzugänglich machen wird. Unter den Darstellern finden wir Richard Romanowskl, Lucie Höflich. Eugen Klöpfer, Oskar Homolka, Mul Vraetz, Julius Falkenstein. Grete Mosheim. Es war ein ganzer Erfolg. Das Publikum, stand vollkommen unter dem Baim der Hamsunschen Dichtung und erwachte am Schluß der Borstellung wie aus einem schweren Traum, dess«n Handlung echtes Leben war. L. Ick. sondern«in« Erklärung im Namen seiner Regierung abgegeben habe. Auf ein« weitere Frage, ob Henderson von der Fortsetzung der kommunistischen Propaganda gegen Großbritannien in Moskau Kenntnis genommen Hab«, erklärte der britische Außenminister� seines Wissens liege keinerlei Anstößigkeit amtlicher Aeußerungen in diesem Sinne vor. Er habe gewisse Festlegungen der- russischen P r e s s e zur Kenntnis genommen, messe ihnen jedoch nicht mehr Be. beutung zu wie gewissen Meldungen der englischen Piell- '..-MT Professor Ludwig Stein feiert heute seinen 70. Geburtstag. Er alle bereits lange vor dem Krieg einen angesehenen Namen als hilosaphiegelehrter: während des Krieges trat er jedoch immer stärker als ein außenpolitischer Publizist mit umfassenden sachlichen und personellen Kenntnissen hervor. Er ist jetzt Herausgeber der.. wertvollen Monatsschrift„Nord und Süd', der er einen stärken internationalen Charakter verliehen hat. Als Gründer de».Komikees. für internationale Aussprache' verdankt man seiner Initiative vor- träge promineyter Staatsmänner des Ausland:», z B. vor 3ohm> lrlst Macdonalds— in Verlin. Triefler Polizeipräsident erschossen. Am Montag mittag wurde 3i gestreckt. Der Polizeipräsident verschieb nach wenigen Minuten. ig wurde i d i r e k t I o n im Haüsfllir ' einem.'" nach einem kurzen �Wortwechsel durch zwei Reoolverfchüsse n.I« d e"r- d«rChefderTriesterPzltAetd des Potizeigebäude»� von eiyein Vizekommissor der Polizei Der Täter wurde auf der Stelle verhaftet. Allem Anschein nach ist «» zwischen beiden wegen der Anwendung einer Poktzelverordnvng zu schweren Meinungsgegensätzen gekommen, in deren Pettauf'der Polizeioizekommissar aus Rache zu dem Revolver griff. Arbeitertragödie. Die Verirauensärzte finden nichts.- Oer Kranke wird entlassen. Ein Arbeiter, dessen Angaben von uns nachgeprüft wurden, schreibt uns: Während>der Nachtschicht vom 11. zun» 12. Juni d. I verspürt« ich bei ineiner Arbeit(Kupferringe im Gewicht von 95 Kilo- gramm über einen 1� Meter hohen Holzkonus zu werfen) Plötz- lich in der linken Hüfte Schmelzen, die sich gegen Morgen so stei- gerten, daß ich mich krank melden mußte. Mein Kassenarzt stellte Influenza(!) fest. Dom 12. Juni bis 22. Juni blieb ich zu Haufe. Am 23. Juni ver- suchte ich wieder zu arbeiten. Am 2. Juli war ich wegen allzu heftiger Schmerzen gezwungen, mich wieder krank zu melden. Als ich mich das zweitemal krank meldete, machte mich mein Meister darauf aufmerksam, daß die Schmerzen vielleicht mit der letzten Krankheit zusammen hingen. Ich bejahte, und mein Meister drang in mich, Unfall anzumelden. Die Unfallmeldung nachträglich vom 12. Juni 1929 wurde auch angenommen. Ich kam dann in berufsgenossenfchastlich« Behandlung des Vertrauensarztes der Unfallgenosscnschaft Dr. M e t t i n, Berlin-Wilmersdorf, Uhlandstr. 112/113. Mein Kassenarzt stellt« bel mein« zweiten Krankmeldung»Muskelzerrung" fest. vom 12. bis 19. Juli 1929 war ich im Krenkenhaus« Moabit. Im Aufnahmebureou mußte ich mich ausziehen und wurde dann„unter- sucht". Der Ausnahmearzt fragte, was mein Arzt festgestellt hätte: ich sagt«:„Muskelzerrung". Mit den Worten:„Schreiben Sie Mustelzerrung", ließ er der Aufnahmefchwester meine nicht fest- gestellte Krankheit auf dem Aufnahmeschein vermerken. Ich wurde dann der chirurgischen Abteilung über- wiesen, wurde dort gründlich untersucht, es wurde aber nichts ge- . funden. Am zweiten Tage wurde ich mit Heißlustbestrahlung und Klopsmastage behandelt. Bei der Klopfmastage schrie ich, als wenn ich am Spieß« steckt«. Stellen Sie sich vor, eine drei Finger breite Ge- s ch w u l st über der linken Hüfte und darauf herumklopfen! Hier bin ich erst„versaut" worden. Noch acht Tagen drang ich auf Entlastung wegen Krankentastenscherereien. Sonst wäre ich dort noch gestorben. Nach meiner Entlastung kam ich zu Herrn Dr. Mettin wieder in Behandlung. Di« Behandlung bestand in Verordnungen wie Schwitzen, Einreibungen und Bestrahlungen. Auf wiederholte Dor- stellungen wegen allzu großer und heftiger Schmerzen untersuchte er mich nochmals und fand uichls. Er sagte nur zu mir:„Hier liegen nur die Muskeln, es kann dann nur eine Muskel gerissen sein" Ich versuchte dann am 12. August 1929 wieder zu arbeiten, aber nach vier Togen mußte ich mich wieder krank melden, da man mich Schamott st«ine transportieren ließ. Am 16. August meldete ich mich wieder krank. Aus der Be- rufsgenosienfchaft in dar Köthener Straße fand ich einen Sanitätsrat Dr. Müller. Der Herr untersuchte mich und speiste mich mit den Worten ab:„Das haben Sie schon jahrelang: mit Zhrem Unfall find Sle abgewiesen." Ich wurde dann wieder meinem Kassenarzt zur Behandlung überwiesen. Hier verlangte ich. da ich vorher bei einer Nach- Untersuchung durch eine« Vertrauensarzt der Siemens-Kass« zum 16. September gesund geschrieben war, ern Obergutachten. Darauf ging mein Kostenarzt nicht ein. sondern gab mir ein verschlostenes Kuvert an meine Kaste mit „zwecks Aufnahme in«in Krankenhaus". Ich bekam dann von der Kaste einen Aufnahmeschein für die Klinik in der Oranienstr. 121 von Dr. Fleischer und Dr. Gillmestter. Auf dem Aufnahmeschein stand:„Jur Beachtung". Ich war also ein„Simulant". Als ich dort untersucht wurde, stellte Herr Dr. Fleischer gleich fest, daß ich eine linke losgerissene Niere habe. Ueber die Diagnose der anderen Aerzte lachte er nur. E« war auch höchste Zeit, daß ich dort nein kam: denn am dritten Tage hatte ich bis 49 Grad Fieber. Am 23. Oktober ging ich dann auf eigenen Wunsch, mit 14 Tagen Schonung, aber nur gebestert. Ich muß jetzt ins Krankenhaus zur Operation. Laut Gutachten des Herrn Dr. Fleischer habe ich eine ausgesprochen«„Wanderniere". Er war erstaunt, daß mich sechs Vertrauensärzte, darunter die beiden Fachärzte von der Berussgen ostenscha-ft, aus Muskelzerrung behandelt hatten. Ich reiße mir durch mein« Arbeit die Niere laß und sie wird mir dann durch Klopfmassage erst richtig losgehämmert. Außerdem soll ich mir, noch krank, meine Papiere vom Cohnbureau Metallwerk wegen„Arbeilsmangel" abholen. Obwohl ich Familie habe. * Die nüchterne Schilderung dieses Martergangs eines Arbeiters, «Ines elend bezahlten Arbeiters, der 95 Kilogramm heben muß— dos nennt man bei Siemens Rationalisie- r u n g!—, spricht für sich. Sie schreit zum Himmel. Zweifellos könnte der Ardeiter die Aerzte, die ihn falsch oder gar nicht behandelt haben, auf Schadenersatz verklagen. Aber was käme dabei heraus? Ander« Aerzte würden als Sachverstän- dige auftreten... Fabrikoertrauensärztel Vertrauensärzte der Fabrikanten! Sind es nicht dieselben Aerzte, die Sturm lausen gegen die A ni b u l a- torien der Krankenkassen, die alle ärzllichen Hilfsmittel und dl« entsprechenden Fachärzte haben? Mitglieder dürfen dort nicht mehr behandelt werden. Di« sind den Zufälligkeiten einer ärztlichen Behandlung ausgesetzt, wie sie oben geschildert wird. Resultat: Schwerkrank und entlassen. Oer Lohnkampf in der Schuhindustrie. Sonderfcktlichler bestellt. Ja dem Cohnflrell der deutschen Schuhindustrie hat der Relchs- arbellsmlnister den ständigen stelloerlretendea Schlichter für den Bezirk Bayern. Herrn Böhm(Nürnberg), zwecks Durchführung eine» Schlichtungsverfahrens zum Sonderschlichter bestellt. Der Schlichter hat die Parteien auf Montag, den IS. November, vormittags 11 Uhr, zu Verhandlungen in das Reichsarbeitsmiaiste- rium eingeladen. m Der Kampf geht inzwischen weiter. Und natürlich versuchen die unfähigen Stänker der KPD. den Kämpfenden Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Neuerdings sind bei den kommunistischen Oberbonzcn„Jungarbeiterinnen" besonders beliebt. Erwachsene Ar- beiter und Arbeiterinnen, auch wenn sie bisher hinter der Sowjet- sahne hermarschicrten(Lorenz, Zimmerer, Schuhmacher usw.), lehnen den gewerkschaftlichen Selbstmord ab. Die Arbeiter der Schuh- fabriken müssen, wenn sie ihren Kampf erfolgreich durchführen wollen, sich von den Paroleausgabestellen der KPD. fernhalten. Lohnvereinbnrung für Handelsarbeiier. Keine Streitmehrbelt— Unternehmer stimmen zu. Die Abstimmung in den einzelnen Betrieben hat die ersorder- liche Mehrheit für den Streit nicht ergeben. Das letzte Ergebnis der Verhandlung, die Wochenlöhne der männlichen Arbeitskräfte über 22 Jahre um 1,59 Mk. zu erhöhen, ist damit von den Ar- beitern angenommen. Der Arbeitgeberverband, der gleich- zeitig gestern seine Delegiertenverscrmmlungen abhielt, hat der Vereinbarung ebenfalls zugestimmt. Die Lohnvereinbanmg tritt damit in Kraft.____ Parole: An die Wand stellen! 26 Kommunisten erschossen. In weniger kultivierten Ländern macht man mit seinen Gegnern kurzen Prozeß. Sie worden„an die Wand gestellt", d. h., sie werden erschossen. Dieses„abgekürzt« Verfahren" wurde uns von der KPD. in letzter Zeit, im besonderen von dem revolu- tionären Maulhelden Heinz Neumann, wiederholt in Aussicht ge- stellt, für den Fall, daß die Moskowiter in Deutschland die Macht hätten. Wer diesen forschen„revolutionären" Standpunkt oertritt, hat das Recht verwirkt, zu greinen und in sittlicher Entrüstung zu machen, wenn er von denen, die die Macht haben so behandelt wird, wie er selber zu handeln versichert, wenn er die Macht hätte. In China hat seit geraumer Zeit die Soldateska die Macht. Wi« sie davon Gebrauch macht, zeigt folgend« Metdung: Peking, 19. November. „Die Pekinger Kommcmdanmr teilt mit, daß 2 6 K o m m u- nisten erschossen worden seien, die einen Generalstreik gegen die chinesische Regierung in Peking ausrufen wollten. Am Sonnabend ist wieder ein Straßenbahner streik ausge- brachen, wodurch der Straßenbohnverkehr in Peking vollkommen stillgelegt ist. Die Straßenbahner oerlangten ein« Lohn- erhöhung. Das chinesisch« Oberkommando erklärt dazu, daß der Streik ungesetzlich sei. Der Straßenibahnverkehr wurde teilweise durch Freiwillig« unter militärischem Schutz in Gang gebracht. In verschiedenen Teilen der Stadt kam es zu Zusammenstößen zwischen den Streikenden und dem Militär, das von der Waffe Gebrauch machte." Ueberflüssig zu betonen, daß wir gegen ein solches Verfahren protestieren. Wir haben das Recht dazu, weil wir memals gedroht haben, die. gleiche Methode zu befolgen, wenn wir zur Macht gekommen sind. Konflikt im Mansfelder Kohlenrevier. Sie Löhne müssen erhöht werden halle a. d. S.. 11. November.(Eigenbericht.) Im Mansfelder Kohlenrevier befaßten sich am Sonnlag zahlreiche Versammlungen mit dem zwischen der Arbeiterschaft und der Maas- selber A..G. bestehenden Konflikt. In allen Versammlungen wurde in einer Entschließung zvm Ausdruck« gebracht, daß die Arbellerschost entschlossen sei. ihre Forderungen mit allen INittcln durchzusehen ond gegebenenfalls in einen Streik einzutreten. A. Z. o. L. gegen Ltniernehmer. Entscheidungsschlacht in den Eüdstaaten. Washington. 11. November.(Eigenbericht.) Die Exekutive der American Federation os Labor, an deren Spitze William Green steht, der gleichzeitig den Posten des Präsidenten der Pan-Amercon Federation of La- bor bekleidet, hat in einer Aufsehen erregenden Erklärung die Verschiebung des sechsten pan-amerikanischen Arbelterkongresses bekanntgegeben. der am 6. Januar in Havanna(Kuba) eröffnet werden sollte. Als Grund wird angegeben, daß„durch die Zustände in den Südstaaten der Union die ganze Existenz d«? organisierte» omerikantsche» Arbeiter, bewegung auf dem Spiele stehe". „Itoe amerikanische Arbeiterbewegung im Süden," heißt es in der Erklärung,„steht sich einem der gewaltigsten Wirt- schaftskämpfe gegenüber, der von den Unternehmern und Textilbaronen im Süden zu dem Zwecke provoziert wurde, die or- ganisterte Arbeiterschaft an der Erfüllung ihrer Pflichten zu ver- hindern. Der amerikanische Gewerkschaftsbund hält es deshalb für geboten, daß alle anderen Fragen, trotz ihrer Wichtigkeit, bis auf weiteres zurückgestellt und ihre ganze Energie und Hilfs- mittel in dieses gewaltige Ringen gegen die Ossensin� der Unternehmerschaft geworfen werden." Mit dieser Erklärung ist der Auftakt zu der bevorstehenden Or- genisationskampagn« in den Südstaaten gegeben, durch die eine Million unorganisierter Arbeiter gewerkschaftlich zusammengefaßt und dem amerikanischen Gewertschastsbunde angegliedert werden sollen. Zum englischen Bergbaukonfliki. Eook mahnt zur Vernunft. London. 11. November. Der Sekretär der Bergarbeitervereinigung. Eook, ver. öfsentlichte am Sonnabend eine Erklärung, in der er zur Ruhe ond vernuusl mahnt. Zeder wisse, daß die gegen- wärtigen Arbeitsbedingungen und Löhne in der Bergbauinduslrie unfair und ungerecht seien. Die Bergarbeilersührer seien sich sedoch darüber klar. daß neue Bedingungen nur durch eine Umbildung der kohleniaduslrie durchführbar seien. Sie wollten Frieden ond träten daher für die Annahme der Regiernagsvorschläge als erste„Teilzahlung" auf ihre Forderung ein. Streik» und Anssperrongen sollten aus olle Fälle vermieden werden. Sie hofften, daß die Regiernngsvorschläge zu einem neuen Zeitalter in der gesamten engtischeu Kohlenindustrie führen würden. Maschinisten und Heizer! Ein„Arbeitsausschuß der Maschinisten und Heizer" versendet einen Aufruf, gezeichnet von Alfred Prisser, Berlin 91., zwecks Teilnahme an einer am Mittwoch stattfindenden ösfentlichen Ber- sammlung aller erwerbslosen und beschäftigte« Maschinisten und Heizer. Wir stellen fest, daß im ZÄirtschaftsbezirk Brandenburg. Sitz Berlin, ein Arbeitsausschuß der Maschinisten und Heizer nicht de» steht. Des weiteren besagt der Z 1 Absatz a für Sitzungen und Ber- sammlungen der Wirtschaftsbezirke und deren Ortsgruppen:„Alle Sitzungen und Nersommlungen im Wirtschastsbezirk werden von der Geichäftsleiwng oder deren Beauftragten einberufen." Wir warnen deshalb alle Maschinisten, Heizer und Berufs- genossen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenofle« Deutschlands, Wirtschastsbezirk Brandenburg. Lohnerhöhung im Saarbergvau. Saarbrücken, 11. 9tovember. In den Verhandlungen am Sannabend billigte die frangösifche Saargvubenverwoltung für den Monat Dezember eine durch- schnittlich 4Z4prozentig« Lohnerhöhung zu. Streik der Londoner Autobusschaffner. Gegen die„revolutionären Unorganisierten". London. 11. November. 2999 Autobusschafsner sind heute morgen in den Streik ge- treten, was in einzelnen Teilen der Stadt schwere Störungen des Berkehrs hervorgerufen hat. Der Streik ist durch die Einstellung nicht gewerkschaftlich organisierter Angestellten hervorgerufen worden._____ Der in der Herren- und Damenmahschaeiderei bestehende Reich». larisoertrag ist von dem Arbeitgeberverband gekündigt worden und tritt am 31. Januar 1939 außer Krast. Die Kündigung wird damit begründet, daß insbesondere in der Herrenmaßbranche die Grundstundenzahlen des Arbeitsschemas viel zu hoch liegen und auch die Ertraarbeiten zu hoch bewertet sind. SPD.-Alekallarbeiler! feul« i» btn Souhtlusäle-, Suphlcnstr. 17—18. SaOMrfamml&BR all« ZPD.-DIet-llarbetter. Zaacutbnnna: Ctrltaiianabme tut fficnetalacclammlani). Partei- ur.d Berbaud»buch oU LeoUimatco» ilt mitzabri»««». Zadlreickcn Bt- such erwartet tej-i I t-t � Der Stattlonsaotstaui. W I______________________ SVD.-SoUarbeiter! Die Werbeschrift»Drr«»mpser" ist erschienen W (=3 nnt> kann an den bekannten Stellen sofort abgebt» lt werden. __ r-f z�reie Gewerkschafts Luaenv Verlin. Heute. Dienstaa. I9'-i ITfir, tagen die Gruvpen: frankfurter»llee: Stadt. Iugendbeim Litauer Str. 18. Vortrag:»Die Aroeitsloicnver- � Ilchelung".— Lard-tergrr Plati: Druvvendcim Diestelmenerstr. 5. Vortrag:„Drr Kampf um dir Ärbrltstoscnocrllchcrung".— Rcn-Lichtcnbrrg! sm Gunterftr. 43. Bunter Abend.— Lichtenberg! Zugendbeim Dossc- traft« darf: tzugeiu.......... i'.»,».~——■-■■...». bemeaun«".— Treptow: Gruppe nbcim. Schule Bildenbruchstr. W— S4(Hort- -immer). Leimbcsprechung..Verolu'ionsabend." Vcrdandoduchkontrollc.-- Spandau! Städt. Zugcudbeim. Lindcnuier 1. Reoolutionserinnerungen. .�uoenstorupve 0es?eptro'»'«'rl Crr Zip�e e'lten Heute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Li�trnbe g: Niiaendbeim Guntrrstrafte 44. Volkotan?abend.— Rord'-rest! Zugendbctm Lei, r er Str. 18— lS. Vortrügt»Eine i sichstagsltftunq* lVeratung des Etats). Veferent: Wilbclm Lemiltfkl.— Uebnngsabend de» Sprech, und Vlwcgungschor» in der Turnballe der Schule Tarutber Str. 20. Beginn 20 Ubr. Berantrvortlich kstr Bolitik: Dr. Eurt Geyer: Wirtichait' G M!naelb''cr! Sewerkichaftsbeweguiia: Z. Sttirer! geuillelon: K. L. Dölchert Lokales und Sonstiges fr:» Koritädt: Zntcigen: Tb Glocke: sämtlich in Berlin. Beriag: Borwärts-Beriag®. m b. H Berlin Druck: Borwarls.Bnä'dri ckrrei und Serlagsanftalt Baut Singer u, Do., Berlin S® 88 Lindrnstraft» 8 Hier,» 2 Beilage»»nb.IlnterbaUung und Wiste»' �ßacycmne Rama 4 im Blau ba nd doppelt so qu I Nr. 531» 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag. 12. November 1929 Wo die Krankenkassen sparen könnten... Arzneimittel mit unli ohne Punkt. Mr verSffeokllchkeu vor kurzem einige Angaben, die uuf den Wucher der chemischen chrohlndusirle mil lebensrelleuden Mitteln, wie Z. L. dem Znsulla hin- wiesen. Zn diesem Zusammenhang wurde auch sefigestelll, daß da, Reichsgesundheilsaml seiner Ausgabe preisgeskaliend aus dem Arzneimillelmarkk durch eine entsprechende Änderung der Arzaeitaxe zn wirken, troh konkreter Vorschläge nicht nachkommt, wie sich diese» Mchteingreisen in der Praxis auswirkt, zeigen die steigenden Ausgaben der Hauptverbraucher der Arzneimittelindustrie, besonders der tirauken- kassea. So wurde z. B. am 19. Juni 1929 durch das Monopolamt für Spiritus der Preis für reinen Spiritus erhüht: dagegen blieb der Preis für oergällten, das heißt nicht trinkbaren Spiritus, unver» örfdert. Diesem vergällten(denaturierten) Spiritus gleichzustellen. find in der Medizin z. B. alle Tinkturen, die zum äußeren Gebrauch bestimmt sind, also unter anderem Myrrhentinktur, deren Preis sich jetzt für 19 Gramm statt 23 Pf. auf 35 Pf. stellt, der bekannten Jodtinktur, die ebenfalls von 39 auf 35 Pf. stieg, oder des Senf- spiritus, von dem früher 199 Gramm l.ZS M, jetzt 1,99 M. kostet. Da kein Mensch Jodtinktur trinken kann, fällt dies« unter den ver- oSllten Spiritus, dessen Preis sich nicht erhöhte. Warum hier das Rei�sgesundheitsamt als maßgebend« Instanz trotz Aufforderung im Interesse der Verbraucher nicht eingriff, ist unerklärlich Di« Arzneitaxe selbst, die vom llfeichsgesundheitsamt aufgestellt ist, weist ober auch sonst mancherlei Absonderlichkeiten auf, die boldigst verschwinden müssen. Es gibt da drei Arren von Arznei- Mitteln: 1. Mittel mit einem Punkt, 2. ohne Punkt und 3. mit drei Punkten. Es ist nun interessant, daß häufig gleichwirkende Mittel einmal mit und dann wieder ohne Punkt erscheinen. Für den Derbraucher wirkt sich das so au«, daß zum Lüspiel der Hamburger Tee ohne Punkt, der St. Germointee mit?-nkt aufgeführt ist. Für die Mittel ohne Punkt der« hnet nun der Apotheker allein für dir Ab- gab« 25 Pf. Daß das unberechtigte Arbeitspreise sind, erhellt sich daraus, daß diese Mttel zum Teil auch beim Drogisten ohne Anschlag natürlich zu erhalten sind. Es sei da nur an Fenfelöl, Perubalsam, Lysol, Lysosorm usw. erinnert, für die alle der Apotheker 25 Pf. extra ohne den sonstigen Nutzen hat, den er als Zwischenhändler bekommt, denn er stellt ja die Mitel nicht selbst her, sondern ist nur einfacher Verkäufer. Andererseits scheint das Reichsgesunicheitsamt auch preis- vereinfachend wirken zu wollen. So bestanden früher folgend« Mindestpreise. Für die oben erwähnten Mittel mit einem Punkt war der Verkaufspreis für die kleinst« Menge 19 Pf., für die unbezeichneten Mittel war Mindestpreis 15 Pf., und für die drei Punkt« 29 Pf. Jetzt sollen nur zwet Preis« bestehen, und zwar für die Einpunlrmirtel. 19 Pf.,.alle anderen 29 Pf. Da kostet z. B. die allgemein bekannte Esstgsauretonerd« 1 Gramm, das zur Anfertigung einer Salbe oerwendet wird. 19 Pf. und ebenso 100 Gramm. Noch ungünstiger für den Geldbeutel des Der« biaudyezs wirkt sich dies«„Vereinfachung" zum Beispiel im folgen. den Falle au». Morphium Ist ein Mittel ohne Punkt, kostet« also ursprünglich 15 Pf., jetzt 20 Pf. Jetzt wird bei Morphium mit ein Hundertstel Gramm gerechnet als kleinster Menge. Dieses 0,01 Gramm kostet, obwohl für 9,1 Gramm, also das Zehnfache nur 25 Pf. zu zahlen find, und der Grundpreis für 9.91 Gramm 5 Pf. beträgt, auf Grund der Arzneitaxe 29 Pf. Der Außenstehende sagt zu solchen Berechnungen, hier wird Vernunft Unsinn, ganz besonders wenn man berüchsichtigt, daß vom gleichen Neichsgesund- heitsamt auf Grund der Einkaufspreis« de» Groß. Handel» die Grundpreise festgesetzt werden. Dieser mangelnd« Sinn für ein« Preisherabsetzung im Interesse der Kranken scheint aber im Reichsgesundheitsamt bei der Schaffung der Arzneitaxe überall geherrscht zu haben. So hatten die Apotheker bi» 1913 das Siecht, auf all« Fertigpräparate unterschiedslos einen Zuschlag von 99 Proz. zu berechnen. Seit der Stabilisierung dürfen die Apolheter 75 proz. ausschlagen. Man wollte nun den Kranken- lassen als Hauptkonsumenten entgegenkommen, indem man vor- Ichrieb, das auf einen Einkaufspreis von 2,59 M. bis 3,20 M. nur 1,90 M. Aufschlag genommen werden dürfe, für die Mittel über 3,29 M. 99 Proz. Praktisch hat das aber keine Erleichterung bringen können, da trotz aller Profite der Industrie alle Einkaufs- preise der Fertigpräparote, mit ganz geringen Ausnahmen, unter 2,59 M. liegen. Dos sind nur so einig« Blüten aus der vom Reichsgefundheits- amt herausgegebenen Arzneitaxe. Durch ihre inneren Widersprüche und die zu hohe Bemessung der Gewinne ist sie sehr abänderuNgs- bedürftig. Tag der Eisenbahnkatastrop Oer Llnfatt von Altona. Altona. 11. November. Zu dem schweren Eisend ah nun-sall m Altona wird noch er- gärend mitgeteilt, daß der Führer der Unglückslokomotive von dem ganzen Unfall nichts bemerkt haben will. Er fei in» Depot gefahren und Hab« erst später von dem furcht- baren Unglück gehört. Demgegenüber ist zu-bemerken, daß auf dem Ardeitszug hellbrennende Azetylenlampen zur Beleuchtung der Arbeitsstätte aufgestellt waren und außerdem in der Höhe de» Arbeitszuges ein Borsignal steht, aus das der Lolonwtioführer un- bedingt fein Augenmerk richten mußte. Das Unglück trug sich um 2.44 Uhr auf gerader Strecke zu. und zwar, wie weiter gemeldet wird, bei klarer Sicht. Bereit» um 2.S8 Uhr traf die Feuerwehr an der Unfallstelle ein und nur wenig später auch der Bahnarzt. Eisenbahnanschlag bei Araunschweig. Oer dritte Anschlag in wenigen Wochen. Hannover. 11. November. Di« Pressestelle der Neichsbahndirektton Hannooer teilt mit: Am Sonntag, dem 19 November, gegen 29 Uhr, ist bei Kilometer 53.2 der Strecke Celle— Braunschweig zwischen den Bahnhöfen Glies- marode und Watenbüttel eine mit einem Betonklotz ver- sehene Schien« von etwa 3,59 Meter Länge yuer über das Gleis gelegt worden. Bei der Durchfahrt des Personenzuges 898 hat die Lokomotive da, Hindernis zur Seit« geschoben. Personen sind nicht verletzt. Für die Ermittlung der Täter hat die Reichs- bahndirektion Hannover ein« Belohnung von 599 Mark ausgesetzt. Es ist dies der dritte Anschlag innerhalb weniger Wochen in der Näh« von Braunschweig. Das Oessauer Eisenbahnunglück. Zu hohe Geschw ridigteit als Ursache? Zum Dessauer Eisenbahnunglück berichtet die Reichsbahndirektion Halle a.d� S. welter: Der Lokomotivführer des gestern ver» unglückte» Personenzuges 492 Magdeburg— Leipzig und sein Begleiter haben die Kenntnisnahme der ausführlichen Dienstanweisung am 7. November bescheinigt. Am 8. November sind sie nochmals vom Dorsteher ihres Betriebswerkes befragt worden, ob sie Kenntnis aller Dienstbefehle hätten. Di« Frage ist bejaht worden. Nach dem Befund un- mittelbar nach dem Unfall war die noch stehende ablenkende Fahrstraße völlig unversehrt. Wie der SIellwerkswärter und der unbeteiligte Schrankenwärter bekunden, stand das Signal bei Einfahrt des Zuges auf Fahrt, und zwar auf Ablenkung. Eine Umstellung von Weichen unter dem fahrenden Zug war hierdurch unmöglich Die erste Entgleisungsspur befand sich am End« des letzten Herz- stückes der doppelten Kreuzungsweiche. Von hier ab war der Oberbau auf 92 Meter, dem Haltepunkt der Lokomotive, gänzlich zerstört, ein Beweis, daß der Lokomotivführer mit nahezu un- verminderter, unzulässiger Geschwindigkeit in die ablenkend« Weichenstraß« gefahren ist und so den Unfall herbei- gefführt hat. Cr mußte laut Dienstvorschrift die Geschwindigkeit auf 45 Kilometer verlangsamen. Wenn er dies« Dienstanweisung vergessen hatte, so war er nach den Bestimmungen der allgemein geltenden Fahrdienstoorschriften sogar verpflichtet, den Zug vor dem zweiflügeligen Signal der Fahrstellung zunächst zum Halten z» bringen. Das Gleis, in das der Zug 492 einfahren sollte, war vollständig frei. Die beschädigten Güterwagen standen auf einem Nachbargleis. Sie sind durch dieentgleisteLokomotive des Personenzuges erfaßt worden. Oie Kaiastrophe von Siegeksdorf. Neichsbahngeleife sehr reparaturbedürftig. Nürnberg, 11. November. In der Montagverhandlung wurde mit der Zeugenvernehmung fortgefahren. Zugführer Opel aus Würzburg, der die Station Sisgelsdorf 24 Stunden vor der Katastrophe mit der zugelassenen Geschwindigkeit von 89 Kilometer durchfahren hatte, schrieb bekanntlich ein« Meldekarte über die schlechte Beschaffenheit der Unglücksstelle: die Kart« aber wurde erst nach der Entgleisung im Meldekasten des Würzburger Bahnhoss gefunden. Opel erklärt«, er Hab« die Stelle nicht für'betriebsge- fälhrflch, sondern nur für reparaturbedürftig gehalten. Derartige schlecht befahrbare Stellen wie bei Siegelsdorf gebe es noch mehr auf anderen Strecken und die Lokomotivführer machten auch vielfach Meldungen. Durch den Sommersahr- plan seien die Lokomotivführer gezwungen, alles aus den Maschinen herauszuholen. Durch eine Frage des Staats- anwalts an den Zeugen erfuhr man, daß das Meldewesen bei der Reichsbahn feit dem Sieg-elsdorfer Unglück geändert worden ist. Die Meldekästen sind verschwunden, und die Lokomotivführer müssen ihre Meldungen personlich bei den Fahrdienstleitern abgeben. Weiter wurden zahlreiche Zuginsassen des beschleunigten Personenzuges ö? 851 vernommen, der am Sonn- abend nachmittag die Unglücksstelle befahren hatte. Die Jeugen er- klärten übereinstimmend, daß der Zug beängstigend geschwankt habe. Die Verhandlung wurden auf Dienstag vertagt. TofarKTtamarcmf r ' kw. CUsjtani�iwSou�yxMajXiCri Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin. „Ihr wäret mir gute Gehilfen, ich danke euch... Jedem schlägt einmal die Stunde... Ich bitte euch. Freunde, er- innert euch manchmal an mich.. Die Gesellen nahmen mit Tränen in den Augen Abschied von ihrem Meister. Dann trugen sie ihn vorsichtig hinab. Unten stützten ihn zwei unter den Achseln, denn mein Onkel war schluchzend vorausgelaufen. Der Alte bemerkte mich, winkte mich zu sich. Dicke Tränen kollerten über meine Wangen. Er legte mir die Hand auf den Kopf. ,', Alles vergeht einmal, mein Sohn, nur die Ehre bleibt übrig... Vergiß nie, was ich dir jetzt gesagt habe, denn morgen werde ich sterben..." „Großvater, lieber Großvater," ich rang die Hänhe. Der Alte winkte, ich möge mich beruhigen. Und von zwei seiner Gesellen gestützt, trat er seinen letzten Weg an, den er auf dieser Erde gegangen ist. Im Hause brach ein großes Weinen und Wehklagn los. Meine Großmutter, meine zwei Tanten jammerten, die Nach- barn siefen zusammen und alle begannen, ihn bitterlich zu beweinen. Denn mein Großvater hatte ein Leben geführt wie ein Heiliger und so bemitleideten sie ihn um sein jähes Ende Mein Onkel spannte die Pferde«in. um meine Mutter zu holen, andere liefen in alle Richtungen auseinander, um die Kunde vom Ende des Zimmermanns zu verbreiten. Urgroßvater schlummerte auch jetzt in seiner Ecke. Und während er manchmal die müden Lider hob, sagte er soviel: „Hej..., haj.. Dann schloß er die Augen wieder und schlummerte weiter. Unerwartet tauchte auch mein Vater von irgendwoher auf. Er hörte sich die Einzelheiten tiefbekümmert an. dann spannte auch er die Pferde«m. Cr wollte ins vierte Dorf hinübereilen, um den Arzt zu holen. Mein Großvater aber lag auf dem Bett in der inneren Stube. Seine Schläfe waren verbunden, aber auch durch den Verband sickerte in blaßem Rot das Blut. Er lag da. lang- gestreckt, unbeweglich: sein Gesicht war wächsern. Er hob die Lugen schon selten, wenn jemand nahte. Immer mehr und mehr arme Leute kamen. Die Männer standen mit zerwehten Schnurrbärten in der Stube, die Weiber kauten an den Enden ihrer Kopftücher, still vor sich hinschluchzend. Und als schon so viele da waren, daß«in großer Teil bereits in der Vorhalle stand, erschien unerwartet meine andere Großmutter, die Frau des Oberkosaken. Sie war oerwirrt, die Arme. Ihre Rede war kaum zu verstehen. „Er ist aus der Stadt zurück und hat den Prozeß ver- loren... Gütiger Gott, was wird er jetzt beginnen!" Dann begann auch sie über das Schicksal des mit dem Tode Ringenden zu klagen. Obgleich sie ohnedies genügend Grund zum Kummer hatte. Spät abends kam der Arzt. Er blieb etwa ein« halbe Stunde. Als er aus der Stube kam, zeigte er mit den Hand- flächen an, daß alles vergebens sei. Mich hatte meine jüngere Tante bereits in das Haus des Oberkosaken gebracht. Denn meine Großmutter wagte es nicht, heimzugehen. Sie befürchtete, daß der Obttkosak in dieser Nacht irgend etwas Schreckliches ausbrüten werde. Meine Tante führte mich an der Hand durch den gräf- lichen Garten, damit wir schneller zum Ziel gelangten. Es war schon Nacht, tödliche Stille. Ich hatte an diesem Tage soviel mitgemacht, daß ich mit wirrem Kopf an der Seite meiner Tante daherlief und überdies war ich schläfrig. Und in manchen versteckten Teilen des Gartens schien es mir, als stünden mit Heugabeln bewaffnete Männer Wache in der Nacht. Es überlief mich kalt, denn ich dachte an den Ober- kofaken und seinen großen Zorn. Der Mond war noch nicht auf, nur die Sterne glänzten mit kalten Augen und wanderten über ihre geheimnisvollen himmlischen Bahnen. Hier und dort stiegen blasse Nebel aus irgendeiner Ecke des Gartens auf... Und einmal sah ich, erschauernd, daß die Tochter jenes alten früheren Verwalters geräuschlos über einen der Pfade huschte... Sie oerschwand zwischen den Bäumen und tauchte in der Ferne wieder auf.. Von G.estalt und In den Bewegungen glich sie auf das Haar Fräulein Emmi... Sie sah sich mehrmals nach dem alten Schloß um... Dann verschwand sie endgültig im dichtesten Teil des Gartens, wo das Marienbild steht... Es schnürte mir die Kehle zu und ich wagte meiner Tante nichts zu sagen... Ich hatte Angst, große Zlngst... Aber was in dieser Nacht noch geschah! Als wir in das Vorderhaus traten, schraken wir an der Schwelle zurück. Denn in der Mitte der Stube stand der Oberkosak, mit zum Zerreißen gespanntem Gesicht, vorn über- gebeugt und brüllte gerade in sinnloser Wut Josef Paczal an. Josef Paczal stand vor der Ofenbank, ein Bein über das andere geschlagen, die Brust hervorgereckt. Der bejahrte Pikor hieb dröhnend auf den Tisch, Georg Vajda schob seine Handflächen mit selbstbewußter Miene in seinen kupfer- beschlagenen Geldgürtel. Im schrecklichen Qualm sahen wir im ersten Augenblick nichts als Georg Vajdas Geldgürtel, dessen Kupfertnöpfe bleich durch den Rauch glimmten. Der Ober- kosak schrie Josef Paczal mit gespreizten Beinen und hervor- quellenden Adern zu „Und jetzt marsch, wie ich es befohlen habe! Du gehst von drüben unter den Gärten, ich von der Hofseite! Zum Teufel mit diesem Hund! Und wenn du ihn früher triffst, schlage ihn nieder ohne Umstände!" Meine Tante zog sich in das Hinterhaus zurück. Dann gingen wir zu Bett und lauschten zusammengekauert und zitternd. Bald darauf wurde es still. Die drei Kosaken und Josef Paczal schlichen aus dem Hause. Durch das schmale Fenster dämmerte in bläulichem Licht die Nacht herein. Ich schlief ein vor Kummer. Aber ich schrak einmal auf, denn man hörte von draußen Lärm und ein Wirrwarr von stampfenden Füßen. Ich fürchtete mich und rief meine Tante. Aber meine Tante war nicht mehr im Zimmer. Zitternd lief ich hinaus und blieb auf der äußeren Türschwelle stehen. Was ich sah. nahm mir den Atem. Im milden Blau der Nacht schrak das ganze Dorf auf. Bon links, von der Seite des herrschaftlichen Gartens, stieg schwarzer Qualm gegen den Himmel: Em rotes Leuchten stieg krachend zwischen den Bäumen auf. Das Dach der Tenne, von welchem man noch heute abend meinen Groß- vater sterbend herabgeholt hatte, schwankte im Feuer. Im Halbdämmer rannten schreiende Gruppen über die Straße mit Stangen, Eimern, und ihr wildes Geschrei erschreckte mich. „Feuer! Feuer!" Lärm und Geklirr tönte aus dem gräflichen Garten. Die Hunde heulten unter den Gärten und die Mesner hingen sich an die Glockenstricke der zwei Kirchen. Die Tenne krachte und splitterte, und da, als ein wirrer Blick in übernatürlicher Angst über unseren Hof glitt, gewahrte ich im äußersten End« des langen Hofes hinter den Stallungen auf dem Gipfel des Misthaufens den Oberkosaken... Er stand dort, nach vorn gekrümmt, und seine Schnabelnase hob sich scharf vom purpurnen Hintergrund des Feuers ab... Er stand dort wie verkramst, sein Haar baumelte ihm in die St rn und spähte hartnäckig in die Ferne, wie ein beutegieriger Geier... Er stand reglos im flackernden Schein des Feuers... (Fortsetzung folgt.) Entgleisung eines Expreßzuges 6 Tote und über 50 Verwundete. Kern goct. IL November. Der ArLhexpreßzvg Atlanta— Cincianaii ist bei Oatdale entgleist. Nenn wagen stürzten am. Sechs Personen wurden getötet. Die Zahl der Verletzten, die noch nicht genau ermittelt ist. beträgt etwa 50 bi, 75. Der Unfall ereignet« sich an einer scharfen Kurve. « «bin Attentat aus einen Schnellzug unternahm eine Räuber- bände in der Nähe von Los Angeles. Sie brachte den Zug zum Entgleisen. Die Lokomotive überschlug sich. wobei der Lokomotivführer getötet wurde. Die Bande plünderte dann mit vorgehaltenen Schutzwafsen die Reisenden aus. Vorwärts auch im höheren Schulwesen. Auch hier Erfolge sozialdemokratischer Arbeit. Die Maske vom Gesicht! Die Arbeiter der VVG. gegen die Kommunisten. Di« Belegschaft der Berliner B r« nnst o ff> Gesell- jchast nahm am Sonntag in einer überfüllten Betriebsoer- sammlung im Gewerkschaftshaus zu den verleumderischen Angriffen Stellung, die in der„Noten Fahne" und der..Welt am Wend* gegen ihren ehemaligen Direktor B r o l a t und ander« Angestellte der BBG. erhoben worden sind. Der Berliner Bevollmächtigt« des Berkehrsbundes Ort mann wandte sich zunächst gegen die un> sinnigen Behauptungen, daß der sozialdemokratische Betriebsrats- vorsitzend« Borchardt auf Vorschlag Brolats in den erweiterte« Borstand des Berkehrsbundes gewählt worden fei. Jeder Gerverk- schaftler wisse, daß solche Funktionen nur von den gesamten Mit- gliedern der Organisation verliehen werden und ein einzelner darauf keinen Einfluß habe. In der D i s t u s s o n wurde einmütig fest- gestellt, daß Betrügereien, wie sie von der kommunistischen Press« behauptet worden sind, praktisch gar nicht möglich sind. Die ver» leumderischen Behauptungen beweisen nur, daß der Artikelschreiber von dem Geschäftsgang bei der BBG. gar keine Ahnung hatte. Im übrigen fei es mehr als verwunderlich, daß man jetzt vor der Wahl mit diesen„Enthüllungen" komme, während doch dem Artikel- schreib er die Bemühungen angeblich schon fest Iahren bekannt sind. Die Versammlung saßt« ihre Meinung in einer einstimmig an- genommenen Entschließung zusammen, in der es heißt: Die kommunistische Presse hat gegen unseren ehemaligen Ge- schSstsfahrei% Fritz Brolot, einen Lügenfeldzug ohnegleichen entfesselt. Es werden Verleumdungen in die Oeffentlichkeit ge» morsen, die Brolat als unkorrekten Geschäftsführer und r e a t- tionären Leuteschinder bezeichnen. Gleichzeitig wr. Snob Witte. Ist das der Weg zur reinen Wahrheit? Erst die„Nachtausgabe", jetzt die„Berliner Stimmen". In der hugenbergfchen Nachtausgab« vom 11. Oktober stand, wie der„Dorwärts" am 18. Oktober berichtet«, im textlichrt Zusammenhang mit Mitteilungen über die Sklarek-Affäre folgende journalistische Giftblüte: In diesem Zusammenhang ist es vielleicht sehr interesiant, daß das Bezirksamt Kreuzberg eigens Leute angestellt Hot, die die Aufgabe hatten, die Umerstützten, die mit Anweisung des Be- zirksamtes bei der Firma Sklarek Ware getaust hatten und nun mit Beschwerden kamen, aus dem Gebäude zu entfernen. Der„Vorwärts" hatte feinerzett auch mitgeteill, daß Bürgermeister herz vom Bezirksamt Kreuzberg gegen die Nachtausgabe Strafantrag wegen Verleumdung gestellt hatte. Trotz- dem hat sich ein Presseerzeugnis gefunden, das die Nachtausgabe glaubt« übertrumpfen zu müssen. In den„Berliner Stim- m e n", dem parteiamtlichen Organ der Deutschen V o l ts p qrle i, für die Wahlkreis« IT/ Ml und IV, Nr. 44 vom 3. November d. I. Hot sich diese Giftblüt« nett entfallet. Man liest dort unter der SpißMrke„Der prü g elte S teu e rz a hl er": „Der Bürgermeister vom Bezirk Kreuzberg Hot sich für Steuerzahler, die etwaige Beschwerden haben, zwei Rausschmeißz? engagiert. Und zwar zunächst zwei hairdkest« Schlächtergesellcn, und als diessn das Geschäft zu übel wurde, zwei Transportarbeiter. Dafür, daß er Steuern zahll, muß sich der Berliner Bürger für feine berechtigten Beschwerden noch im Austrag vom sozialdemokratischen Bürgermeister oerprügeln lassen. Freiheit, die ich meine!" In der letzten Stadtverordnetensitzung hatte der o o l k?- parteiliche Stadtverordnete Schwarz in erfreulicher Offenhett gesagt, es fei an der Zett. den Weg der reinen Wahrheit zu gehen. Glauben Herr Schwarz und seine Freunde, daß der Weg, den ihr eigenes Parteiorgan beschritten Hot. der Weg zur reinen Wahrheit ist? Selbstverständlich hat der Bürgermeister des Bezirksamtes Kreuzberg, Genosse herz, Straf. antrag gegen das parteiamtlich« Organ der Dolkspartei gestellt. Außerovdentlich bezeichnend für die Leute ist aber die Tatsache, daß ihnen nachträglich das herz in die Hofen ge- rutscht ist. denn in einem Teil der Aifflag« der Nr. 44 findet man diesen gemeinen Angriff auf den Bürgermeister plötzlich nicht mehr. J&MOL SaSE£a bei Rheuma. iflllfS' i gschias. Hexenschuß, Rerven- unb Erkäl- ??!-. tungSschmerzen. In Apo» s Zimt, ttitü Roe»arin.O:i, is.u.., � coo st-rft. 400 stut.- theken u. Drogerien eryalll. J rRA�OS�M \��SJdoden und Tieller brmuchen Jddi. i II tDle der Glühlampe"& ein neuen Torischrltt. Nach fünf Jahren kam es au den Tag. ?iache einer verlassenen Freundin. Der Schloffer Erich Sl. nnd der Saffeubote Pool A. hatte« sich gestern wegen schwerer llrkoadeusälschoag im wieder- ausaahmeversahren, das die Slaatsanwaltschasl gegeo sie a a ch säuf Jahre» etogeleitel hatte, vor dem Schössen- gerichk Derlla-Wtlle zu veroolworlen. Im Oktober 1924 waren beide mangels Beweises frei» gesprochen worden, jetzt lag aber ein Geständnis des Angeklagten St. vor, und daraufhin konnte das Wiederaufnahmeverfahren gegen die damals freigesprochenen Angeklagten«ingeleitet werden. St. war zu jener Zeit arbeitslos gewesen und war in Not. Auf den Rat seines Freundes war er zum Postamt gegangen, von dem die Eifenwarenfirma, bei der F. in Stellung war, Postsachen selbst abholte, und hatte sich die Post geben lassen. Darunter befanden sich zwei Einschreibebriefe unii Cmpfangsquittun- g e n. Die nötige Unterschrift des Hauptkassierers beschasste ihm sein Freund, und er fälschte sie dann. Die Briefe enthielten neben unver- wertbaren Wechseln und Schecks Dollarsin Höhe von etwa 290 Mark. Den Betrag teilten sich die beiden. F. war damals drei Monate in Untersuchungshost, da man ihn für den Fälscher hielt. Es konnte aber beiden die Schuld nicht nachgewiesen wenden. Neuerdings hatte sich St. mit seiner Freundin gezankt und ihr den Laufpaß gegeben. Aus Rache brachte sie den ihr be. kannten Vorgang vor fünf Iahren zur Anzeige, und St. gestand alles. Das Schöffengericht oerurteilt« St. wegen Urkundenfälschung zu sechs Wochen Gefängnis mit Bewährungsfrist. Die gegen F. wegen Beihilfe verhängt« Strafe von vier Wochen wurde durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen. Arbeiter als Schöffen und Geschworene. Di« Zustlzpreffestelle Berlin. Berlin NW. 49, schreibt uns: In Nr. Sil des JBorwärts* vom 31. Oktober d. I. ist unter der Ueberschrift»Zwei Richter" über eine Sitzung betr. die Auswahl der Schöffen und Geschworenen eines Berliner Vorort- qerichts berichtet worden und«s so dargestellt, als wem» in dieser Sitzung der Erlaß des preußischen Iustizminifters vom 19. Februar 1928, wonach bei der Wahl der Schöffen und Geschworenen nach Möglichkeit olle Bevölkerungsschichten gleichmäßig herangezogen werden sollen und die Notwendigkeit einer angemcsisnen Berück- fichtigung der Arbeiterschaft und ihr gleichstehender Perfonenkrei!« betont wird, dem Vorsitzenden Richter nicht bekannt gewesen sei. Dies ist unrichtig. Der vorsitzend« Richter hat den Erlaß.zur Ein- leitung der Sitzung verlesen und hat während des Verlaufs der Sitzung.zweimal Gelegenheit genommen, aus den in dem Erlaß auegejprochenen Grundsatz der gleichmäßigen Berücksichtigung aller Bevölkerungsschichten zurückzugreifen. Es war dies in dem«inen vom„Vorivärts'-Bericht erwähnten Fall, als hintereinander fünf Angehörige der Arbeiterschaft von den zwei Vertrauensleuten eines Bezirks vorgeschlagen wurden/ sowie in einem zweiten Fall, als von einem anderen Vertrauensmann eines anderen Bezirks mehrere Landwirte vorgeschlagen waren. Die im Bericht veröffentlichten Verhältniszahlen geben insofern ein falsches Bild, als sie sich nur aus die Schöffen der kleinen Strafkammern beziehen und daher nur einen Ausschnitt aus der Gesamtvorschlagsliste der Schöffen und�Ge- Ichworenen darstellen. Zu beachten ist hierbei, daß es sich über- Haupt nur um Vorschläge zur Vorbereitung der endgültigen Wahl handelt, und die endgültigen VerHällniszaHlen noch nicht feststehen. Der in der Erwiderung der Pressestell« angezogene Erlaß des Iustizminifters spricht eingangs von der„Notwendig- keit, alle Vevölkerungsfchichten gleichmäßig zu den Aemtern der Schöffen und Geschworenen heranzuziehen", hebt dgnn aber aus- d rü ck l i ch d i« Notwendigkeit e i n e r a n g c m e f s e n e n Berücksichtigung der Arbeiterschaft und ihr g l e i chst eh en de r. P er son e n k r« ise hervor.„Gleichwohl". jo sagt der Erlaß weiterhin wörtlich,„stien in der letzten Zeit wiederholt Klagen darüber laut geworden, daß die Arbeiter im Verhältnis zu anderen Berusskreisen nicht in ausreichendem Maß berücksichtigt worden seien." In dem letzten Absatz des Erlöstes wird dann abermals darauf hingewiesen, die Vertreter der Arbeiterschaft zu berücksichtigen. Unter diesen Umständen ist es tatsächlich nicht zu verstehen, warum der Vorsitzende glaubte, nach der Nennung von nur drei(nicht fünf, wie die Berichtigung sagt) Ar. beirervertretern Einspruch erheben zu müssen. Der„V o r w ä r t s" ist wieder und wieder gezwungen gewesen, auf die Notwendigkeit d-r Heranziehung von Arbeitern als Schössen und Geschworenen bmzuweisen. Uni selbst ein bürgerliches Blatt, dos„Berliner Tageblatt", konnte noch 1927 einen großen Beitrag mtt der Ueberschrift versehen:„Man trifft Arbeiter unter Schössen und-Geschworenen so selten wie weiße Raben." Wir werden es also auch weiterhin als unsere Aufgabe betrachten, darauf.zu erbten, daß gemäß dem Mimsterialerlaß auch die Vertreter der Arbeiterschaft und der ihr gleichstehe«den Personenkreise zum Amt der Schössen und Geschworenen in aus- reichendem Maß herangezogen werden. Dabei sei übrigens sogleich bemerkt, daß Lohnempfänger jeder Art durch die Aus- Übung des Schöffen- und Geschworenenamtes keinerlei Ein- büße erleiden. Der entgangene Lohn wird vergütet. Dos Fest des Goldenen Hochzeit feierte gestern dos Ehepaar Werner in der Koppenstraße 69. Wir v'üchchen dem Jubelpaare weitere Jahrzehnte glücklichen Zusammenlebens und danken an dieser Stelle für die dem./vorwärts" siers bewiesen« Treue. Carl Ssvsring erklärt« In einer grollen sozialdemokratischen Wahl. kundgebung:„Oer wahre Volksentscheid füllt am 17. November. Wir gehen zu diesem Volksentscheld mutig und s I e g e s g e w I ll!" In zahlreichen Kundgebungen und Demonstrationen haben gestern die Wähler für den Sieg der Berliner Sozialdemokratie demonstriert. Auch die Werbung für die Partelpresse wird elfrlg fortgesetzt. Der Ruf: Lest den„Vorwärts" muß in der nächsten Woche erneut an alle Berliner ergehen. Werbung für den„Vorwärts" Ist die besteWahlagitation! Die Wahlen In Lübeck haben gezeigt, dall die Sozialdemokratie stark genug Ist, auch dem schärfsten Anrennen aller bürgerlichen Parteien und der Kommunisten zu widerstehen. Jetzt gilt es. In Berlin einen neuen Beweis unserer Kraft abzugeben. Werbt daher weiter für den Sieg der Liste 1. Oer Polizeipräsident von Triest ermordet. Montag mittag wurde der Polizeipräsident von Triest, S z i l- lazy, von einem stellvertretenden Polizeifoinmisfar aus bisher noch unbekannten Gründen durch Zwei Reoolverschüffe getötet. Der Mord ereignet« sich vor dem Eingang zur Polizei- direktion, als der Polizeipräsident das Gebäude verlassen wollte. Str.«S. Bortra«: und Revublif,— WIrtb»» Vlax: Schul« flattarnttmH« 82. Vortrag:»Di« d«utsch« Reichsverfassung".— Siidcn! Heim?>nrrfftr. 11. Vortrag: �iomurunalwahlrn".— südw«ft: Heim Lindau- straft« 4. Mitglied«rn«rsanrmlunq.— SABncbcto Dl: Seim Hauutstr. 15. Bor- trog:..Was wir sind und was wir wollen".— SchBneberg IV(SUIf.): Heim Sauvtstr. 15. Vortrag:»Keschicht« der Ardeiterbewegung".— Sdariotteiilmrg. Süd: Heim Snbelstr. 2. Mitgliederversammlung.— Laukwift: Gemeindeschule. Schulllrafte. Vortrag:.Internationalso,ial>smus und Nationalsozialismus".— Schöneberg 1: Heim Haur-Istr. 15. Vortrag:„Seruellc gragen".— Marie». ü SozialistlscheArbetterjugendGr.-Verliv ainfmbunaen für diese Zwbrt» bot an da« Jujenbfekretariaf »erlin«3568, tfnbenflroSe S «cht»»». Derbe be»irl»leiter! ZI och ieblt uns von verschiedenen Werde- de»irte» die Angabe von Ort und Zeit der Eunttionäckurse am 1.»nd 8. Deumber. Wir erwarten recht umgebend« Nachricht. Heute. Dienstag, 12. Hovember. IS'» Uhr: eewerlschnstsban«: Schul« Kövenicker Str. 125 sWerkraums. Vortrag:-Sn>(---ln>ieaburg e. V. Deksentlich« Mieterversammlung am Treitog, dem 15. No..mber, 20 Ubr. in Ablert, Testkäle, Ebarlsttenduro. Berliner Str. 88, Ecke Braubosstrafte. Tbema: .Mieterschafi und Gemeindewoblen". Referent: Vo.'ki-wlrt RDP. Trift Diienk. Porsiftender de» Reichsbundes Deutscher Mieter e. 95. Berliner Zitber-Elud übt sehen Dienstag Wt Uhr im Slubhau» Ohm- 1 strafte 2. Spieler unb Geiste willkommen. T»»rlste»»erei»»Die Naturfreunde", Abteifung Mitte. Sur Einäscherung«. ' feier de» Genossen Albert Hossmann am Dienstag, dem>2. November. I 174 Uhr, im Srematoriimi Baumschulenwe«. Kieshol?ftrafte. treffen sich die ! Mitglieder vünk'lich 1714 Uhr ror dem Srematvrimn. i Reichsdnnd der Sriegsbei-täbiatcn. Arieastcilnehmer»nd Sriegerhinier- bleib«»«». Orisgruvm Neukölln. Dienstag, 12. November, in Sliems Test. läie. Versammlung. Tbema:..Die Forderung der Sriegsopfer an die Sommune". Referent: Gausekretiir G. Echwarft. hone e'low stnellid Dedatin" Cluh. Mittwoch 20 Uhr: ZahnSritehaus GuttmannMal, Bfllowstr. 104: Sftid.-Rat Gustrnann;„How to leain a Langnag«." der Das Sonntagabend-Programm erinnert in seiner Zusammenstellung an längst vergangene Zeiten. Es ist trotz Hvett« Gullbert zu schwer gehalten, es nimmt zu wenig Rücksicht auf die große Zahl der Hörer. Einleitend würdigt und charafteristert Dr. Rudolf Kayser den verstorbenen Dichter Her- mann Ungar und liest ein Kapitel aus dem Roman„Die Klaffe". Diese Erinnerunasseier ist durchaus am Platze. Aber daraus folgt die Gullbert. Sie singt ihre besten Chansons, deren deutscher Text vorher dem Hörer übermittelt wird. Leider fehlt beim bloßen Hören der Zauber dieser reichen Persönlichkeit, die in einer leisen Geste den Sinn eines Chansons ausdeutet.?)vete Gullbert bleibt Kammer- kunst erlesenster Art. Die Geste ist vom Ton nicht zu trennen. Es ist die Kunst eines vollendeten Kabaretts, das aber nur in Verbin- dung von akustischen und visionellen Eindrücken, also von Auge und Ohr, seine stärkste Wirkung erreicht. Muß nun darauf Kammer- mustk folgen? An Stelle des erkrankten Szell übernimmt Scidler- Winkler den Klavierpart. An sich ist die Interpretation der Schubert- schen und Korngoldschen Komposittonen schr fein, doch sie rettet nicht das Programm, das für den Sonntag ungeeignet ist. Björn Talen singt am Montagabend Lieder leichteren und sentimentalen Charakters, anspruchslose Kompositionen, die nur unterhalten wallen. Der Sänger ist leicht indisponiert und forciert sich deshalb. Trotzdem entwickelt sein Tenor in der Höhe strahlenden und sieghaften Glanz. Die Veranstaltung„W as haben Sie gegen Gedichtes" ist ein Dialog zwischen Gino Meyer und Felix Holländer. Der Hauptgrund der Gleichgültigkeit des modernen Menschen gegen Lyrik siebt Holländer in der Kamplizierthell des lyrischen Gebildes, die Versenkung und Abgeschlossenheit erfordern. An Hand Hofmannsthalscher Untersuchungen gibt Holländer«ine gute Analyse der Lyrik. Es ist keine dialektisch« Begrifssstrellerci, sondern eine allgemeinverständliche Unterhaltung. Ministerialrat Hans Goslar weist den Hörer nachdrücklich daraus hin, seine Wahl- Pflicht am Sonntag zu erfüllen. F. Sch. Spart. Renas» ja Martendorf am Monlag, dem 11. November. 1. Rennen. StaatSfcrt(®. Kaupberi, 2. Hexenmeister 3. Sllbaplana. Tot»: 22: 10» Platz: 17,.20. 13: 10. flerner. liefen: wilke». Galeere, Nüftbaga Boy, Alpenfener. Prachiin. Toibter, Padrel. Elrn'ig. Falkenstein. L R ett ne n. t. Prirnula'iCh. MitlSV 2. Cyklame. 3. Eminenz. Toto: 24:10. Piaft: 18, S3. 19:10. Ferner liefen: Bitu«. Perlenkette, Corpck-Brudee, Osterprtnz. Hedwig. Mruök-r. Perieu«. Fatn Morgans.' 3. Rennen. L Dahlie(Tb. Mills), 2. Harfcnmädiben. 3. Passer. Zoto: 21:10. Plötz: 11, IS. 12:10. Ferner liefen: Cillh Dillon, Flaggen- lied, Morgentau. Per Alpera. Carmencita, Abendltern 4. Rennen. 1. Max Kuier sO. Röhling), 2. Lindow-Peter, 8. Siege». adler. Toto:70:10. Platz: 18. 23, 26. 52: 10. Ferner iiesen: CufntefTcns. Hallore, Baron Gabler, tlsitator, Cilento, Wintermärchen, Lord Polo, Lindowgold söhne Wetten). Lunarla, Terroria, Ludzina. Beate. 5. Rennen. 1. Heliotrop(G. Lautenberger), 2. Bristol, 3. Tritoma. Toto: 40: 10. Platz: 16, 18, 22, 20: 10. Ferner liefen• Prachtveter, Waldfchnepse, S'egmund, tlgina. Belleirist, Erich L., Meisterschuß, Ilsen- bürg, Nonn, Maisine, Drama. Piaster. Cancan. 6. Rennen. 1. Paula A.8, 21:10. Ferner liefen: Freiberz, MonostatoS, Eitelfried, Iudge Lee st., Hauptmann. Priemcl. 8. R e n n e n. 1. Lindowaold(H. Ztziumnacki ohne Wetten. 2. Leuchte, 3. Stcinnelle. Toto: 28: 10. Platz. 11. 13. 12:10. zernerliefen: PirnS, Aldifa, Jram, Dunajee, Wagner. leiHuftenqual anmsmvi—i�m.mrMWi MfTlltH AKOTHtHtN WD DROGERIEH ERHSlTUCH L i m i« f........«».'-5 � eo«»äj i r. �££ J**9 DR ck.. KUR M_A R K- R A UCH E R 5. vom. posüiven. Qenuss des Raud�ais ober gebet "Die bemfsfäffge Frau: L'MAZ£ D O N£t4■ � hn mollernen Kampf um» Leben M mir lla. Rauchen von laareBen aasqeqfic Helfer. Ich wn um soviel selbstsicherer und rielbewusrfei; w*n" Ich eine Sign reite rauche, sodass diese zu msinero freuen Begldter geworden Ist ■ Ciaaresten ausgeglichener Qe*ch«r.os»..»— fürGroß-Berlin ÜiftrtMMiiiw fBt Mcfc Rubrik ftxb Rillt 6®«,«tvetstraße 3, stet« an bct Bezirkgsetretari« t Hof, 2 Treppen recht», zu richte». An alle parleimitglieder? letzt« Bildflugblatt zu den Stadtverordueteu- »»«hl«» ist restlos au die Versandstellen ausgeliefert. Verbreitung ab Tonnerstag, de« 14. November.— Be- tzefligung aller Genosstnnen and Genosse« ist selbstver» ftiIhlna bte Sttlfce SUaN» in btc ßanlmlSct fftflfwile, DilljnstiaKe. M. ScatKQaf. 6. Suid. A> 11 fit galilabend int Sota! Uilemarea, l gcntetttaS« Rina»al>nftta»e. M wk. Vo»«schvie«zoen. (. Mah 9 Ute.«StfiluntnJictet werben«beten, die Ttanevarent» nein Genossen Seelänber, Echartensst. 22. abbnleil ui lassen. i. nui« Tierpertrn. Achtung. Abteilunasleitet der S. bin IS. Sldteilun«! den»«. Oieiutoa, 12. Swvembet. 19 Übt, oBfioIen bet gensset-Ttanspatent« ctin Lcknritt. Wielrfstt. 16, au», adrtuaq,»HcUunmUUetl Di, sslua» blätt»». w»l» Wilwerrders. Die Parteigenossin w erben aufgrkordert, beute. Stenz» 9»S. II. Rovemdet, vechtmitig, fpütessen, ISit Um. zur Severing.Ber. lammlung in den SviGernsölen m etsibeinen. II*Mt» anQIn. beute. Dienstag. 12. November, veranstaltet der Reich». band der«rieoobeschSbigten«ine Öffentlich, Betsammlung um 20 Übt in JtntK* jfeftfülen. Sasendeid«. Di« Genossen, inobcsondete die Kandidaten. werden um Teilnabm, an der Versammlung ersucht. Leute, Dienstag, 12. Nammder. 16 übe. kurz» Bcsvrechung der Abteilungsleiter im Partei. duteen. Zeb» Abteilung muß unbedingt vertreten sein. Heuke, Dtenslag. 12. November: t.«t. Dvansvorente und Mugblattmaterial von Arndt. SchrSderstr. 2 n. Alf' 20 Hb, bei Kromvdarbt. Paul�Singer�Str. 40, ssunktionürstdung. Ausgab« von Wabimaterial. DI« Veziiksfildrer mtlssen tu der Sißung von den Lammellisten Akvnyablungen leisten. Di» Kiitderfreundearuvv« Paul Singer beteiligt sich«schlössen UM 16 Übt an der Uebung»stund« bei Abteilung. Di« Genossen, die ibr« Kinder noch nicht dortbin«. "».baden, werten gebeten, sich mit den Kinberfreunden auf dem. Konvenstr. 64, zu treffen. Nlugblütter beule, Dienstatt 19—18 Übt, werten an die Bezirk». !. ausgegeben bei Siebentovf. Muskauer Str. 89. Di« Iubllavguf- nadotea zum Preis» ssn 1 M. können ebenfalls bei Sieventoof in Gmvfang genommen werben. Mittwoch, 13. November, 20 Übt. foblabenb«: 82. und 88. Bezirk bei Bader, frllber Timve, Rannvnstraß« 97. Bezid bei tler, Naunvnstr. 9. 98, 90. und 100. Bezirk bet Siedentovf. Muskauer Straße 3b. 101 bis 105. Bezirk bei Lebmann. Muskauer Str. 1. ; tevlwlz. All« Senvfstnnen und Genossen�befuHen �bie ffilnweran, Ger, ._____. Bon 18�-11 Übt allgemein» glugblattverdreitung vom Lokal Laß, Baumschellenstraß« aus. Mittwoch. 13. November, lit'T übt. auRerorbcntfirfv wichtige Mitgliederversammlung im Lokal Borg. mann. Baumsliulenstroße Gcke Kiefbolzstraße. Einteilung der Aabl» arbeiten. Erscheinen dringend erforderlich. 12». Abt. Äüedeichefeld«. Achtung, Beziikofilhrerl Ab 17 Übt vom Abteilungsleiter ffluaMättct abbolen. IM. Abt. Mablederf. 20 Übt wicht!« Minktionörssßung bei Ander». Pabnbof« strafte 37. Donnerst»«, 14. November, Kandzettelverdreitung am Babn- bof Mloblsdorf. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen. Mittwoch, 13. November: 2. Abt. Uli Übt bei Obngemach. Kommandantenstr. 39. Vortrag:.Politisch« iqesfoagen. Referent: Otto Ltrobel. »....i. Die Mitglieder beteiligen(ich an der gemeinsamen Wablerktrnd- gebung im Hackeschen Los. Nosenilialer Str. 40—41. Di« Bezirksfilbrer bolen da» Mugbla! mgierial von Mathias, Lintenftr.W. ab. Donnerstag, 14, November, lattverbreitung ebenfoll» von Moth.a». 8. Abt. IS'e Uhr IN Loffmanns Keftsüleu, Schwedter Str. 23. Mitglieder- Versammlung. Einteilung der Wablarbeit. 7. Abt. 20 Übe Kaftlabende bei Kube, Strelider Str. 59. Betrau, pslugstr. 1. Nauser, Bonenstr. 19. Biirwalbe. Schlegelstr. 9. Arndt. Schröderstr. 2. Soll. Betolu:. 70. Vortrag:»Dir und die andemn Parteien Im Rat. bang-. Referent: 3d banne» Gott. 8. Abi. 19% Uhr Sabioienbe. Dcr stablabend Lenschaer fällt ans. Sie Adrig« stablabende in den bekannten Lokalen: Maifchke. Kurfllrften. «aß« III. Referent: Lermann Wüger. Mener. Lüftowstr. 7. Referent: Magillraterat Gurau. Seiler. Steinmeßstr. 29. Referent: Mich«! ilrfd). derg. Rickert, Stnnuiidfrt, 89». Referent: Genosse«spei. Tb-ma: �Kom. Mtnalmblen'. Di« Bezirksfilbrer werben gobeten. einzuladen. Wichtige >. Bt 19% lIbtnSn"aihirtot. Perlederger Str. 29. Vortrag:.Dt« Arbeit unserer steoltion im Bezirk Tiergarten- Referent: Stabtrat Julius Betbge. 19. Abt. Übe tn bat Moabiter Bierballen. Kirch str. 13. Mttglieberoer. Uhr bei Berge r. Leveßvwstr. 21, Mitgliederversammlung. Die er erscheinen dereit» rtendort um 18 Uhr. Genosstnnen und »st. versolgt in den nüchsten Tagen die Partei Nachrichten. 'M Übe bei Nachtigall. Beusselstr. 32. Abteilungsoersammlung. ______;»Berlin vor den Wahlen". Referentin: Siabto-rordnet« Dr. Käthe rankentbal. Alle Funktionäre müssen erscheinen. Mittwoch und Donners- ad 18 Übr Flugblattverbreitung von Schmidt, Wiclcfftr. 18, aus. 20H übt im blauen Saal de» Paftenbofer, Turm str. 25. Bortrag: 1» vor den Wahlen". Referent: Stadtrat Wilhelm Reimann. Uhr stahlabende bei GvL schalt. Putbusser Str. 24, Stark. Bat- c. 14. Schul». Graunstr. 4L übt stab labend« det Dabin, Binetavlaß 7. KurkowM, Feldstr. 8. Ubr stablabende bei Döbling. Brunnenstr. 79. Leuschner. Acker- L Fghrensteiner, Reue Lochstr. 8. ____ 19". übt stablabend« in den bekannten Lokalen. Abt. 19% Übt stablabend« bei: Bezirke 805, 809 Hn Lokal Lennia. Pank. strafte 59. Bezirke 809 und 810 bei Schrevel. Grstnchaler Str. 13. Bezirk 11 hei Brodzinski, Grünthaler Str. 6. Bezirk 812 bei Schul», Stettiner -te-ft« 52. Bezirk 813 und 819 bei Gottschali. Grünthaler Str. 14. Br- . 814, 817 und 813 bei Schuchardt. Christ ianiastr. 119. Bezirk» 815 und bei Laß. Erüntbaler Str. 63 Bezirk 520 bei Steffen. Vrinzenalle« 57. ,t. 19% übr stablabende bet B-ntke. Schulstr. 74. Pose,«olonieftr. 1Z. ligner, Stllmp-ricke, Koloniestrafte Elke stechliner Strafte. Tagesordnung: Abt. 19% übr stablabenb« bei Brostu», Reinickendorfer Str. 62. Ret«. rent: Genosse Kuhle. Biibm, Diaiftr. 18. Referent: Bernhard klein. Damm«, Schulstr. 24. Referent: Genosse Leinen. Lilmann. Nazaretbkirch. straft« 41. Referent: Genosse Kling«. Kroll, ütreebter Str. 31. Rrferenl: ss« Warmuch. Wever. Priiu-Eugen-Str. 7. Referent: Dr. Grstnewald. 1, AiLvnstr. 8. Referent: Paul»urskv. Seefeld, Schulstr. 119. Genossin Scholz. Scholz. Adolfstr. 12. Referent: Genosse 19% Uhr stablabende bei Lewantowski, Seestr. 10L Srunemacht, !N«r Str. 19. Gutfchow. Transvaalstr. LS. Tteßr. Barfusstr. 0. Müller str. 62». König. Otavistr. 37. Übr Zahlabend«: 1. Driivv« bei Rösner, Immanuelklrkstr. 25. 1«, Sruvve bei Ahlschlägee. Sin». Eck« Ehristburger Strafte. Vortrag: »Rsvemder 1916 und 1929". Referent: Stadtrat Erich Steuer. 2. Gruvv« bei Bogel, stäblonslistr. 9. Vortrag:»Di« Bedeutung der Kommunal- wählen. Reprent: Stadtrat Rosemann. 3. Grupve: Schulz. Carmen. Snlva-Straft« Eck, Losemannstrafte. 23. Abt. 191- Übr stablabende bei Metier, vastrurstr. 6. Rösler,«eldaver Straß« 9.«ramer. Catheniusstr. 3. Schmidt. Kurisch« Str. 24. erst um 20 üb*. 24. Abt. 19% übt in Soffmann, Festfülen. Schwedter Str. 2S. Vortrag:»Di« Sazlalpolilik nach dem 17. November". Referenttn: Gertrud Lanna. M. d. L. 28. Abt. 19% Uhr stablabenb« bei Maas. Prenzlauer Alle« 232. Bartelt. Wörther Sir. 1». Vortrag:.Stödttf»« Werke und Gesellschafte»-. Rese- rent: Stadtrat Rudolf Schlichiing. stöneck«. Lagenauer Str. 5. Rechen- derg. Cboriner Str. 49. stundel.«astanienallee 29—30. Mever, Oder- berger Str. 39. 2». Abt. 19% ühr im Altersheim Danziger Str. 62. Vortrag:.Der Kamsk TO. btt Ärbeitelofenveestcherung". Referent: Kurt Kießmann. J*. Abt. 19% ühr stablabende: Bezirk« 90 und 91 bei vobst. Lvchener Str. 103. Bezirke 92 bis 94 bei Schröder. Paovelallee 34. Bezirk 97 bei Schmidt. Pavselaflee 80. Bettrke 98 und 99 bei Soffmann. Lvchener Str. 8. De. zirk« 114—120 bei Mahnkopf. Carmen-SvIva.S'r. 123. Bezirke 121 bis 128 bei Eggert. Wichertstr. 39. Bezirke 124 bis 124, bei Rirbergall. Carmen. Snlva-Str. 22. 3L Abt. 20 ühr stablabenbe bei»ofdkchnttdt.«wlvifche Str. 86. Schwarz. Bornholmer Str. 9. Meißner, Ech'velbeiner Strafte. Di« Funktionär« treffen st» bereit« TO 19 Uhr im Lokal Goldschmidt. Swlvisch« Str. 36. 32. Abt. Am Mittwoch finden in folgenden Lokalen stoblabend« statt: Bez. 304, 305 bei Schröder. Friedrichsfelder Str. 24. Gruvv, Fiebtkou bei Kromvhardt, Baul.Singer.Str. 49. Grupve Wartmann bei Schmidt. Fruchtstr. 86», Grusoe Buchmann bei Drescher. Stralauer Plaß 5, Gruppe Klug» bei Valentin, Kreutstr. 86, Gruvve Mener bei Walkow, Krautstr. 54», Gruvv« Tröder im Lokal Lach», Androoestr. 79. Ref.: Gen. Stadtrat Günther. Sämtlich« Genosstnnen und Genossen werden gebeten, an den stablabenden teilzunebmen. 33. Abt. IPft üftr Provaaanbasohrt fzwei Lastauto» und RaMahterl: Treff- Punkt: Lasier. Ecke Lobenlob«straft«. Ab 18 ühr Streuzettelverteilung auf den Strafen von Wertolla. Sohenlobestr. 8, und Sohn. Simon-Dach-Str. 9. Ml«. Anschlteftenb um 19% ühr stablabenb« llei Sahn. Wertolla und Soff- mann. Stralauer Alle« 17. Wahlarbeit. Borarbeit für die allgemeine Flug- hlältoeroreitung. "4. Abt. 19% Übt stoblabend« bei Reu mann. Gubener Str. 46— Lokal Seid» üb. Romintener Strafte— Lokal Codiner Str. 10. Referenten werten in Vr Ri ttwoch-Morgenaaisgad« bekanntgegrte«. «8. Abt. 19% übt gemeinsam«» Hoßlaffend all««uWpen bei Schul». Sanea- riterstr. 38. 88.«dt. 19% ühr stablabende. L Sruvve: Busch, Tilstter Str. 27— 2. Eruvv«: tirn. Löwestraft«. Eck» storndorfer Straß,— 8., 4. Gruppe: Wittschuß, etersburger Str. 4. Tagesordnung:»Der 17. November." Erscheinen aller iitgliedet bringend erforderlich, da Ausgab« von Flugblättern und Wahl- Material.— Donnerstag, 14. November, 18% ühr, Flugblattverteilung von den gleichen Lokale» au». 87. Abt. 19% ühr stahlabend«. 1. Bezirk: stevke. Edertnstr. 7— 2.. 3. Bezirk: Aerafch. Ebertnstr. 19— 4.. 5.. 6. Bezirk: Raschle. Mattern str. 14. 38. Abt. Lieferst, llen für Flugblätter und»Unser Weg" sind: Blawert. Weber- strafte 24, für die Bezirk« 153, 154. 156— Bartusch. Friedenstr. 88. für die Bezirk« 155, 157, 158. 189, 180, 161, 184— Fückel. LI«st» Str. 14. für die Bezirke 183. 185. 186. 187. 188. 195— Melle. Petereburger Pl-st 4. für die Bezirke 189 A, B und E. All« Genosstnnen und Genossen beteiligen sich an diesem„WaW-stahlabend in den bekannten Lokalen restlos.— Achtung! Lakallinderunq: Bezirk 156 bet Bvft. Weberstr. 6— Bezirke 155 und 184 bei Tube, Lichtenterger Str. 28— Bezirk 154 bei Blawert. Weberstr. 24s— Bezirk« 18?. 185. 186 187: erst am Donnerstag. 14. November, bei stäckel. Söchst««tr. 14.— Achtung! Di» Bezirksführer holen das Material lsts Mittwoch. 13. November, vor den stoblohenben von Bartusch. Friedenstr. 88. ob.— stn den stablabenden wirb befonbero ans die Demonstration am 16. November. 17% ühr. hinaewiesen. 39. Abt. 19% übt im Sißunggsaal des Bauaewerlsbunbes. Großheerenstr. 96, Vortrag:.Pari»— Saas— Senf und das Proletariat. 38» Abt. stahlmorgen früh 5 üh« im Lokal.stnm»obren", Zerafalewer Ate.>. Vortrag:.Finanzprobleme. 9i«f.: Dr. Feig Schöoherr. 4L Abt. 20 ühr stahlabend«. L Gruppe: Lokal Grtmann. Belle-AMance-Str. 74, Vortrag:.Di, Arsseitslofenverstcherun«", Ref.: Den. Seipolb.— 2. Gruov«: Göbel. Tempelbofer Ufer 8.-8. Gruppe: Fechner. Mbieinstr. 4. Vortrag: .Di» FlnanmUtU der Stab» Berlin". Ref.i Dr. Friß Schönberr.— 4. Sruvpe: Schuster. Chamissovlaß 4.— s., 8. Grupve: Luße. Bergmann. straft» 98.— 7., 8. Gruppe: schult. Mariendorfer Str. 5. 42. Abt. 19% ühr stahlabend» bei wiersborff. ürdanstr. 6— Seebaak. Willibald-AI erio-Str. 5— Boaler. Mittenwalder Str. 16— Thiel, stossener Str. 1— Bronn, Bärwaldstr. 1— Buhr, Blllckerstr. 88— Loeblk«, Berg. mannstr. 69.— Eintrilung der Wrblarbeit. 43. Abt. 19% ühr stahlabend». Bezirk« 123. 124: Albrecht, ürt-nstr. 29. Ref.: Stadtrat Büttner.— Bezirk 125: Christen. Fichtestr. 24.— Bezirke 126. 127: Bruhn», Grüfestr. 4L— Bezirke 138, 128: Frank« nhmsser, Iabnstr. 15.— Bezlrt 130:«Ibrecht. ürtanstr. 29. Ref.: Stadtrat Mütner.- Bezirk 131: Wolter. Boeckbftt. 48.— Bezirk 132:«revv. vlonufer 75/76.— Bezirk 133: Menbler Nacks.. Dieffenbachstr. S4.- Bezirk 134: Wolf. Grüfestr. 26.- Bezirke 135. 136: Bogt. Bonvstr. 8.-»ezirke 137. 138: Klose. Doeckbstr. 84. 43. Abt. 19% übr Sruvvenabenbe in den bekannten Lokalen.— Einteilung zur Wablarbeit. 46. AM. 19% ühr stahlabend« bei«ichholz,«uvrnstr. 28,»ortrag:.Franzö- stfch« Parteiverhälwlss»"- Ref.: Norbert Backrack— Valentin, Görlißer Str. 72, Vortrag:.Die vom Sakenkeeuz". Ref.: Salo Kovve. 48. Ab" 19% ühr in.«liestna» Frststllen".«ossertorstr. 68,«ortrag:.vi« Eroberung de» sozialen Staates". Ref.: Baltin Sartig. Cheriottenbura. HL AM. 20 Uhr stablabende mit Bortrao und Ewteilun« zur Bahlarbeit. l. Grupve: Sckelldach. Köniain-EIisabeth-Str. 8— 2. Gruvve: stamin. Savbie-Cbarlotte�ir. 88— 8. Gruvv«: Dörre. Danckelmannstr. 18. — 12. Abt. 20 ühr Im Lokal»äffe, Kaiserin-Augusta-Allee 81, Eck««öm, merinastrafte. Bortraa:»Die Sozialdemokratie und ihre Gegner im Wabk- samvf". Ref.: Robert Breuer.— 53. Abt. 20 Übt stahlabend«!n den be- kannten Lokalen.— Achtung! Die B«»irksfüh«r holen heut«. Dienstag. 12. November, 19 ühr wichtige« Beriommlunasmaterial vom Gen. Werzat. Reuchllnstr. 5. bestimmt ah.— 34. AbL 20 ühr stahlabenb». 5. Sruvve: ffei Müller. Fronkllnstrafte.— 8.. 7. Gruppe: Im stuaendheim. Rostnenstr. 4, Bortraa und Ginfeiluna zur Wahlarheit.— 53. Abt. 20 ühr stablabende. 8. Sruvve: bei Sckllt. Wallstr. 99— 0.«ruvve: bei Reimer. Wilmer». dorfer Str. 21— 10. Gruvve: bei Röhria. Schloftstr. 45.— 56. AHL 20 ühr stghlahenb». L und 8. Gruvv«: bei Cietstfi. Kontstr. 62— 2. Gruppe: bei stuskowiack. Solßendorffstr. A>. SImtlich« Funktionüre ünd besonder»»in- geladen.— 1. Gruvve: Lokal Areybt. Kantstt. 51. Vortrag:„Kommunal. nolitifche Fragen", Ref.: Auaust Gebert.— 58. AbL 20 übr im.Ranke- Hans",»ankestr. 4. v. 17.»ortrag:.Der Staat und die Arbeiterschaft", Ref.: Franz Scheffel. W. b. R.— Einteilung zur Wablarbeit. 72. Abt. Siemensstadt. 20 Mir bei«arfanbt. Lokal.Seidekrug". Ronnendamm- olle«. Mitgliederversammlung. � 67. Abt. Grunewald, 20 ühr bei«urzhacher. BahnbofsrestauronL Wablarbeir. 16. Abt. Laiens««, 20 ühr bei Sandmann. Westiülische Str. 42. Vortrag:.Die Rathguskorcuptton und der 17. Nooember", Ref.:»ezirieverordneter Brun« Theek. Bilmersdorf. 79.«dt. so ühr bei Kraiß. Sossteinische Str. 60. stahlabend. Vortrag:.Tageefragen".— 73. Abt. 20 übr bei Rosenau, parziner Ecke Lauhocher Str. Allgemein« Auoivracke über die lebten politischen Ereignisse. Wer noch nicht»"r Wahlarbeiz eingeteilt ist, Melder stch am Wahltag» im Wahlbureau 19 ühr) im obigen Lokal.,„, 7». Abt. Schmeraendorf. 20 Uhr im.Deutschen Lau», Breit» Str. 84. Mit- oli ederv ersgmmluna. 74. Abt. stehleadors. 19% ühr im Maiserhof". Potsdamer Straft«. Borrragt xllnser« Arteit am Wgbi'onntag...... 73. Abt. Wenns«,. 29 ühr im.Reichsadler-,«öniostrafte. stahlabend. Wich. ttae Tagesordnung. Erscheinen aller Mitaliedee ist Pflicht. Schlnebera. 77. Abt. 19% Uhr stohlobend«. 1.»e-!rk: Milde. Rollendorfstr. 16. Bortrao:„Wobrntugssraae und Kommunalpolitik". Ref.: Margaret« Lorttg. — 2. Bezirk: Zstrgens. Barffgrossastr. 5». Bartraa: Was geht in den beut- fchen Parteien vor?". Ref.: Paul Bernstein.— 3. Bezirk: steugner. Grüne- walbftr. 36. Bortraa:. Sozigsdemokrati« und Semeindewablnr". Ref.: Emma Woutinili.— i. Bezirk: Will. Rartin-S"thrr�Str. 69. Bortrag:.Eigen- betrieb» bet Arbeiterschaft". Ref.: Leinz Mann. 78. Abt. 20 Uhr stahl- abende für sämtlich« Bezirke In ben bekannten Lokalen. Erscheinen aller Mitalieber erforderlich.— 79. AbL 19% Uhr stahlabenb«. U Bezirk: Arndt. Baußener Str. 10. Vortvog: sozialistisch« Kommunalpolitik". Rek.: Erich Eichhorst.— T Bezrri: Grunow. Gestlzrstr. 13. Bortraa:.Demokrattsterunq der Wirtschaft-, Ref.: Our« Sttealiß.— 8. Iftezrrk: Lolck. Siegfrtedstr. 9. Dortra»:.Berlin vor be» Bahlen-. Ref.: Kurt Schindler.— 4. bis 8.?«- zirk:«roß. Sedanstr. 17. Vortrag:.Arbeitersport unb Kommunalwablen". Ref.: Viktor Malina.— 7 Bezirk: PoMzu,. Sachkenbamm 40, BoMrog: ..Kommunal« GefunbbeitspoItHI", Ref.: Stadtarzt Dr. Alkreb Korach.— 8. Bezirk"Si-blung Linbenbofl im Ledigenheim. Evthstraft«. Bortrag: .Soziale aerichtehilf» unb Sefanoenenfürforae". Ref.: Bruno Goldstein.— Bon heut« ob täglich von den stahlabendlokalen ans Flughlattverkkreltung. Beteiligt euch geschlossen an allen Wahlarbeiten! 81. Abt. Frlebenan. 20 ühr im Gesellschaftszimmer de« Ratskellers, Laut«. vlaß: Einteilung her WahlarteiL Erscheinen aller Genossen dringend not- mtnbia. 82. Abt. Eitealiß. 19% übt stahlabend«. L, L. Bezirk bei ScheMas«. Ahorn- strafte 13»- 4. Bezirk:»ichirr. Feldstr. 8— 3.. 8. Idezirk: S-Nr. Bismarckstr. 63— 7. Bezirk /Süd endet: Lokal Sichtarfelder Str. 1— 8. Be» zirk: Lnmdoldt. Ecke Elisenstraß«— 9. Bezirk: Bernicke. Berlinickefir. L 63. AbL Lichierfelbe. Wegen der am Donnerstag. 14. November, stattfinden. den öffentlichen«ählerkundgednng In der Vherreakfchule. Ninastr. 3. fallen die stahladend, ans. Nach der Kundgebung am Danneretag kurze wichtig« Besprechung bei Kattum. Bäkestr. 7, an der stch all« Genossen zu beteiligen 66. AbL�Äempekhsf. I«wirf:«er stahlabend fällt au«.«eteiNaung-n ber «unbgebung des 7. Bezirk, wi Lokal Happel. Sottlieb-Dunkel-. Eck,»er. «aniaftrake.. � 88. AbL Nerienderi. 20 ühr stahlabend«! 1... s. NN» 7.»«zirk: Reumeper. Schönsberger Strafte, Eck,«aiferstraße! 8. dt» 6. Bezirk: Rtendorf. Chaussee- strafte 1»! 8. bis 10. Bezirk: Shonau. ff rieben sie. 6. Jever Genosse muß 88. Äh��Lichtenrsb«. 70 ühr in der Schul«, Roonstraft-. All« Mitalirter werten gebeten. pstnkiNch weaen der ZSahlarbeiteinteilung zu«rschetnen. Neukölln. 81. AbL 19% ühr stahlabend- na» der alten«ezi�eeinteilun«: 1. bis 4. Bezirk: Grommeck. Sanderstr. 10; 3., 7., 8. Bezirk: Lokal Tieler, Neuterstr. 47; 11.. 12. Bezirk: Brandt. Pflstgerstrafte. Ecke Nansen. strafte: 9.. 10., 18., 19. Bezirk:«ulisch, L°hr-»tstr. 62.- 98.«dt. 20 ühr stablahende nach neuer Bezirkeeinieilung: 16., 26. und 27. Beziri: Sebmann, Tellstr. 8: 24. Bezirk:«lernt. Berliner Str. 100: 23.. 84.. 85. und 48. Be- zirk: Echabeiko, Weichfelstr. 5: 28. und 32. Bezirk: Braun. Weichfelstr. 15; 29. Beeirk: Rüdiger. Lobmüblenstr. 36: 30. unb». Bezirk: Zahn, ffulda- strafte 45; 88. und 50. Bezirk: Zhralkastno, Weichfelstr. 8.— 91. 2lbL 19% ühr im Lokal BergschlofthShe. Karlsaarienstr. 8—11, Bortrag des Genossen Carl Litke. M. d. R.— 92.»bt. Pünktlich 20 übr in den nach. genannten Lokalen finden stahlabend« mit dem Tbenia:„Die Kommtinal. wählen am 17. November- statt: 14., 29., 80. Bezirk: Gauter, Larzer Strafte 88: 27.. 28. Bezirk: Schiknrrt, Schandauer Str. 1. Ecke Elbestrafe; 32.. 83. Bezirk: König. Wildenbruch., Eck« Weserstrafte: 31., 44.. 55. Be- zirk: Wolfs. Kaifer-ffriebrich-Straft« 173: 46. 47.. 69. Bezirk: Simon, Berthelsdvrfer Str. 9: 77., 78. Bezirk: Schneider. Rvfenstr. 7.— 93. AbL 56., 58. und 8L 23«!rk: Damm. Lerck>er«str. 22: 57. Bezirk: Schauer. Trev'ower Str. 90: 82. u. 97. Bezirk: Einkopf. Mareichstrafte Eck« Kaifer-Friebrich�trafte. Bortrag: Genosse Stadtrat Reinbartt: 83., 84. und 85. Bezirk: König. Scknibomastr. 43/44: gö. und 100 25e»Irk: WarnstZdt, Tbürinaer Ecke Kannerstrofte: 96. und 99. Bezirk: König. Hannes. Ecke Elsterstvaft«: 98. Zftezirk: SitdTim« Am Bärwiniel.— 94. AbL 19% Ühr stahlabend«: 51. Bezirk: MOnker. Sckillervrowengbe 8«: ZZ. Bezirk: Leyke. Selchower Str. 8; 65.. 68. Bezirk: Kuhfeld, Lichtenraber Str. 58; 68. 76. Bezirk: Schröder, Steinmeßstr. 52: 64., 67., 77., 78. Bezirk: Sell, Schillerpromenade 11.— 95 Abt. Pünktlich 20 ühr stablahende: Alt» Be- -irk« 53, 54 unb 60; Keusch. ZZgerstr. 10: 61., 70. und 71. Beeirk: Grieaer, Lessingiir. 9. Bortraa des Genossen vtto Lenzt: 62. und 63. Beztek: Klesti. Prinz-Kanbiern-Straft«»4. Referent Knrt Gärtner: 89., 74.. 75. Bezirk: "aase, Stelnmeßstr. 78. Refetent Geness« Petersen.?n allen Persannn- lungen wirb Bericht gegeben.— 98. AHL 19% ühr stablahende: 88. und 101. Bezirk: Brandt, Thstrinaer-, Ecke Bivnerstrafe. Referent Stadtrat "ermann Radtk«: 93., 94. Bezirk: Frenke!. Schierkestrafe, Eck« Bodestraf«, Vortrag:„Republikanische KultttrpoNtik". Referent Alkred Domben: 80., 87.. 68. Bezirk: Lübbe», Thomaessr. 5. Referent B«zirk-neearbn«te Barth«!: 102., 103.. 104. Bezirk: stillmer. Rooatstr. 36. Reserent Villi Grostmann.— 97. AbL 19% üftr stahlabend«: 79.. 89.. 92. Bezirk:«n»ki. Leinestrafte. Ecke Lermannstraße: 90. Bezirk: Riedel, Bartheftr. 67; 91- Bezirk: Sturm. -cke. Am Watibeplaß: 104.. 108., IOC Bezirk: Krüger. Smser Str. 85/86, WaMarbeiien.— 98.«dt. 19% ühr stahlabend«: 108., 109., 110 Bezirk: Teich. Knekeb'ckür. 135: III.. 112.. 113. Bezirk: Becker, Delhritckstr. 53: 114., 113. Be-irk: Borrwski. Mariendorfer Str. 7. g Abt»ti».«ucko». 19% übr stabladende: LB.. 1.37.. 158., 13«. Bezirk: Lokal Tristram, Bvraerstr. 43149. Vortrag:.Revolu'ion und das Prole. iariat-. Referent Stabtrat Carl Werniuth.—»e»!rk Grof.Eieblnng: Lokal vufchkrug. Rubower Straft«, Bortrag:„Sozialistische Birtschaftspolitik". Referent Georg Decker.. 101 eibt. Treptow. 19% ühr stablabenb«: 1. Bezirk: Lokal Stenhan. Graeßftr. 1, Vortrag:„Die ssugenbwoblfabrtsarbeit der Stadt BerNn- Referent Gen. Birnbaum: 2. Bezirk: Lokal Loffmann. Kiesbolzstr. 21. Bericht vom Be- zirksvarteitaa: 3. Be»!rk:.Elseneck". Kiesbolzürofe. Ecke Ellenltrafe, Bor- trag:„Sozialistische Wohnunaspolitik". Referent Arckitekt Otto Most: 4. Be» zirk: Lokal Beermann str. 10, Bericht vom Be-irksvartettaq: 3. Bezirk: Tivoli, ssnhaber Falkenhaaen. Ren««rngallee. Vortrag:„Rener«eist in der Schule,«in««ufert« der Kommune-, Referent San« Kuuftmaun. � �vve�d«: 4.�i�k-�»t?kl.b«�5m«str.� 6. und 7. Bezirk: Lokal Emmerich» Wilhelminenhofstr. 64. Flugblattver- breitung am Donnerstag, 14. Rooember. von 18% ühr ab in den stahl. abendlokalen stahlabenb. 103. Abt«dleeahof. 19% ühr bei Plan", Referent Redakteur Woligang___ ' idrtchstr. 64. Vertrag: ___ gen in der KPD.". Reserent Genosse BarteL Abt. 19% übt im Logenkastno, KnorrrroinentA« 2, Bortrag: Sedanstr. st, Portvog:.Der .Di« 166.«dt. johanntsthaü 20 ühr tm Logenbau», osposttionellen Strömungen in der KPD.". nherg. 114. Abt. 19% ühr im Logenkastno, Knorrvromenad« 2, Bortrag: .Die Gemeinde als Trägerin der öffentlichen Gesundheitssursarge". Res». Achte nbrrg. .Die 1—,—— M—_—.—_,,—..—. tcutin Mari« Kunert, M. d. R.— 113. AbL 19% üh« stahlaberte: L Gruvve: Stüter, Zungstrafte. Ecke Oderstraft«: 2. Gruppe: Henkel, Over. strafte 18, Ecke Finowstraß«! 3. Gruvv«: Radtk«, Müggelstraß«. Eck« Schorn- weberstraft»: 4. Kruvve: Seipke,«ronvrinzenstr. 47. Genossen, die es ernst mit ihrer Ausgab« nehmen, müssen»um letzten stablabenb vor der Wahl bestimmt«rscheinen.— 116. AL 19% Uhr hei Hassmann, früher lildrecht, Borhagener Str. 62, Vortrag:„Annen, und auftenvolittsch« Tages. Fvaaen. Neforent Dr. Gregor Bienswck.— 116. AHL 19 Uhr stahlabend Im Lnzenm. Rathau-strofte. Referent Dr. VederL— 1>9. Vti. 19% ühr Gruvve nahend: L bei Temvel. Gudrunstr. 7; i. Lenz, Maobalenen strafte. Nesercn: Genosse Marknitz: 3. Zahn, Zrenenstraft,, Ecke Friebrick irabe, Referent Genosse vrtmann: L Paul Deruer, Wilhelmstrafte. Zn allen stablabenden wichtig« Tageeorbnung. 113. AHL Weiftensee. 20 ühr stahlabend«: 1. Bezirk: Mino«, Lothringenstr. 32: t. Bezirk: Lenamann, Lanqhansstr. 137: 3. Bezirk: Ezerniewski, Roeicke- strafte 173; 4. Bezirkt Stärk«, Kanzowst«. 96; 6. Bezirk: Andreas, Fallen. beraer Str. 34. 127. AbL Lohenschönhansen. 20 ühr Mitgliederversammlung im Lokal Storch. nest, Saunistrak«. 128. bis 130. Abt. Pankow. 19% Uhr stahlabend«: L Bezirk: Lokal 9loack, Kaifer-Friedrich-Strafte, Vortrag:„Krtfe in Oesterreich-. Referent Dr. Mitschler. 2. Bezirk: Baacki, Marimilianstr. 11». Vortrag:„Das Revara. iion-vrobl-m und die Arbeiterschaft". Referent Loren» Breunig. 2». Be-irk: Lokal«ober, Berliner Str, 86. 3. Bezirk: Boreick. Berliner Str. 98/99. 4., 3. Bezirk: Klemm, Bierhallen. Berlin«« Str. ll8, Vortrag:„Politische Tageofragrn". Referent Josef Mühlmann. 8. Bezirk: Neumann. Wendel- strafte 17. Bortraa:„Die Staatsform Ruftlando- Referent Dr. Friß Schlaft. 7., 8. Bezirk: Sänqerheim, Flora sie. 93,«ortrag:»Da, moderne Berlin, ein Werk der SP?.". Referent ffelitz Link«. 9. Bezirk: Huth. Wollank- Nrafte 81. UL Adt. Niederschön dauseM. Pünktlich 20 ühr im Lokal Sanesouei, Nordend. Vortrag:.verkehrssragen in Graft. Berlin". Referent Stadtverordneter Lermann Amberq. 184. AbL Buch. 20 Übr im Lokal Gövfert, Am Bahnhos. Vortrag:„Die kam. munale Tätigkeit der SPD. im 19. Kreis-. Referent Stadtrat BurckhardL Mitgliedsbücher lirb zur Kontroll« mitzubringen. 136. Abt. Neinickendorf-vst. Die stablabenb« finden in folgenden Lokalen statt: 1. Bezirk: Kemnitz. Sraf-Röder-Allee. 2. bis 6. und 10. und IL Bezirk: Rochhaus, R-stben'str, 156, 7. Bezirk: Loffmann, Mark-, Ecke Holländer. steofte. 8. bis 0. Bezirk Steint ach. Schiller« romenab». 12. bi« 14. Bczi-k: Rockel, Lanfastr. 3. 15. bis 16. Bezirk: Neumann, Provinzstrafe, Ecke Pankower Allee. 17. bis 21. Bezirk: Brvckner, Provinzürafe. Die Be- «ieksfllbrer nehmen ob 18 übe bei Kiebne die Flugblätter in Empfang, U7. AbL Neinickendorf-West, 20 übt Im vollebau«, Scharnwederstr. 114. Bor. trag:„Die lebten»rlitifchen Ereignisse". Referent Erich Kuttner. M. b. iL 140a. Abt. Btttenau. 20 ühr bei Schul,. Am Bahnhof, Bortrag: Fünfer Kom- munolnrvgramm". Referent Mar Gillmeister. 146. AOL Bvessawalde. 20 ühr bei Woitschach. Ernstste. 1,»ortrag:„Ouerfchnitt durch die Kommunal» und Sozialpolitik der Partei". Referent Rektor Walter Fischer. Verschiedenes und Materiaiausgabe. Die Mitglieder wer, den dringend ersucht, vollzählig zu erscheinen. Gäste können einaefübet werten. Der Borstand und die Funktionäre erscheinen bereits pünktlich um 18% ühr zu einer wichtigen Sitzung ebenfalls bei Doilfchoch. ZraveoveranstalwNAea. Anläßlich unseres Bezirkelranentaaei a» 3. Noeember i» Prenftilcken Staatsrat wurden irrtst-liGerweise durch die Garderodenfran ein Bear Rappa. Halbschuhe nicht der«ioenttiuteri». sondern einer«nderen Senesstn ansaehäobiat. Die betr-fieub« Genosün«leb„belen, Äe Lederbentzschnbe Im ffrauensekretarlat de, Bezlrksvertardes. Lindenstr. 3, 2. Los. 2 Treppen, Zimmer 4,«bznaebrn, damit ste der Eiaentümerin«negehiabiat«erten können. • 89. Abt. Dt»«enosstnnen mit Genossen, dl« noch kein» fflughsätter ahgehokt haben, werden gebeten, das versäumte nachzuholen. Die Frauemlug» blätter stnd von Laufen. Oranienstr. IB. p. 4 Trp., abzuholen. Vereinigung sozialdemokratischer Juristen. Konferenz»» Dieneiaa. dem 12. November, 29 üb«, im bstnschelfeal de« Rheingold, Potsdamer«tr. 3.«ortrag de« Leiter« der Forschnnaestell« für Wirttckaftsvolltii Genossen Fritz NaphiaU Uber:.Di,»eiorm de» Aktien» rechts". EIngesührte Gäste willkon ZnngsoziaNstea. Gruppe Tempelhos-Mariendori. Unser Leimabend am Dienstag fällt ans. Frauenkunbgedung in Tempelhof. Vterbetafel der Groß- Berliner Partei«Organlsakion � 14. AbL Am 8.' November verstarb unser langsähwaer Genosse LonI» Sander, Ramlerstr. 25. Ehre seinem Andenken. ElnZscherun« am Mittwoch. dem 13. Navember. 16% ühr. im KrwnotvriTO Gesichtstrafte. Wir bitten S3.S Att. Rmckoön, Bezitt Siedlung. Am 8. November per stört plätzlich nach kurzem schweren Seiden infolge»in«, Schlaganfall, uns« lanuiährtger Genosse Albert Lpffmann. Mdderstr. 18. Ehre feinem Andenken. Einäsckerung Äeute. Dienstag. 12. November. 17% ühr. im Kremawrium Baumschulenweg. fir bitten um rege BeteMauna. 1,«wemb»' tzersturt uns« � Die 123. Abt. Weiftensee, Am 6, November verstört uns« Genosse Paul Särgen». Zioelckestr. 18. Ehre seinem Andenken. Di« Einäscherung bat bereit» statt. gefundwi. Unser Genosse Soegiue Weinstein ist plötzlich infolg« eine. Her». schloces verstorben. Ehr« feinem Andenken. Einäscherung heut«. Dienetag. 12. November. 18 ühr, im Krematorium Wilmerrtors. Um reg, BeteMgnn» wird ersucht._ wettert«ich t der öffenMchen weNmdleN fistelt« Vorst n und Umgegend sstiachdr. verb l. Snsang« stark wolkig utü RegeriiZllen bei kräftige» süd- westlichen Winde«, später Winddrehung nach West und etwa« kühler.— Fi« Deutschland: Am SüMten noch trocken und ziemlich heiter, im übrigen Reiche stark wolkige» Wetter und besonder« tn der nordwestlichen Hälste de» Reiche» und an der käste Regensälle, im Kästengebiet außerdem zeit, wellig stürmisch. Glühlampen mit Sancnntaffiemia fstr elaemeinen Mattierte Glühlampen stnd für da» Aug« bedeutend»arteithnfter als die blendenden Klara las-Lampen. Selbst wo bi« Glühlampen Nicht sichtbar stnd, soll man aus lickttcckuischen Gründen mattiert« Lampen verwenden. Weil aber die auften. mattiert» Glühlampe infolge der rauhen Oberfläch« leicht verschmutzt und schwer gereinigt werden kann, bringt die Oeram-Gefellschaft det ihren Lampen letzt die Mattieruna innen an. Diese neuen Lampen Hoden also eine glatte, weniger leicht verschmutzende AußenNSch« und übertreffen in seder Hinsicht die bisherigen auftenmattierten Lampen und die Klarglas-Lampen. Man sellle deshalb künftighin ganz allgemein mir innenmatticrte Osram-Lampen net- wenden.' O. GleichoieL e»«tt Kunst»der Technik.— dies, klein« �Vrchestrvla" sckMeichelt stch In unser Lerz ein! Man ist überrascht von der Graz!: te;. Gedankens,«in« erstklassige Mustkplatte ohne Kürzung de» musikalischen In. Halts ungefähr ,w Drittel dilllger erstehen zu kännen. als«» seither der Fall war. Man zweifelt zuerst, prüft darum jede einzeln« Platt« besonders scharf: ünd ist letzten Endes höckstverfönlich überzeugt, daß hier einmal„verbiUigung' nicht identisch Ist mit„Berschlechterung", sondern daft wir uns ehrlich freuen dürfen, daft man UNS für unser Geld mehr bietst als seither. ÜSSüKkä® "eisttzf / SUNUCHT ces. A.Q. MANNHEIM 4 Nr. 531• 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 12. November 192S Kommunale Gemeinschaftsarbeit. Gegen neue Ausbeuiung durch neue gemeinwirifchastliche Ltnternehmungen. Beteiligung des privaten Kapitals an den öffentlichen Betrieben,„Abgabe tommunaler Substanz an die Privatwirt- schait', das ist die Forderung, die die Vertreter des Finanz- kapitals auf der Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie erhoben haben. Di« Durchführung dieser Forde- rung würde die Umwandlung von bisher rein im öffent- l i ch e n Besitz befindlichen und rein am öffentlichen Wohl orientierten Werken in gsmischtwirtlchaftlichen Unternehmungen bedeuten. Di« Gefahr einer neuen Ausbeutung zieht herauf. Auch sie muß am 17. November abge- wendet werden. Es hat einmal eine Zeit gegeben, es war vor dem Weltkrieg, in der auch linke Kommunalpolitiker«in Zusammenarbcsten des privaten und des öffentlichen Kapitals bei den Versorgungsbetrieben befürworteten. Sie testete der Gedanke, daß eine Reihe von kom- munalen Werken, in der verasteten Form des Regiebetriebes ver- waltet, mit der technischen Entwicklung nicht Schritt geHallen hatten und bureaukratisch und unkaufmännisch verwaltet wurden, so daß ein frischer Hauch kaufmännisch«» und privatwirtschaftlichen Geistes zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und damit zur billigeren Versorgung der Verbraucher nickst schaden könne. Die Zeiten sind aber vorbei. Die meisten öffentlichen Werke haben sich im letzten Jahrzehnt kausmännifch umgestellt und in ihrem Aufbau«ine die Wirtschaftlichkeit garantierende Revolution vollzogen. Das Privat- kapita» weiß das sehr wohl. An Pleiteunternehnumgen würde es sich beteiligen wollen. Das Privatinteresse erschlägt das öffentliche. Di« Wirtschaftsführung und die Geschäftspraxis der heutigen gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen hat dagegen sehr häufig die Rücksichtnahme aus die Verbraucherschaft wie auf die gemeinwirt- schastlichen Interessen vermisien lasten und sich sogar nicht sellen vollkommen ,m Fahrwasser des P r i v a t k a p i t a l s bewegt. Es hat sich auch gezeigt, daß Mehrheitsbesitz der öffentliche» Körperschaften noch lange keine Geschäftsführung im Intereste der breiten Verbraucherschichten verbürgt. Das typische Beispiel für ein Ueberragen des großkapitalistischen Einflusses trotz Mehrhcits- besitzes der öffentlichen Hand ist dos R h e i n i f ch- W e st f ä l i f ch e Elektrizitätswerk, das in den letzten Iahren in.zahllosen Fällen— es sei nur erinnert an den Saarkonflikt und an den Der- kauf des Gasfernleitungsnetzes an die schwerindustrielle Ruhrgas- A.-G-— gegen die Interesten der öffentlichen Körperschaften und gegen dos Gemeinwohl operiert« Der Düsseldorfer Stadt- k ä m m e r e r hat die Situation beim RWE. einmal dahingehend charakterisiert: „Die kommunale Mehrheit ist ein« Vielheit sehr ver- schi edener, oft widerstreitender Interessenten... Auf der Seite der Privat aktionär« aber wird eine klare Linie innegehalten, diktiert von dem Willen der maßgeblichen Vertreter der Schwer- industrie. So kommt es, daß bei einem Unternehmen, bei dem s ch e i n b a r die kommunalen Interessen durch Stimmenverhältnis und Satzungen dauernd bevorzugt sind, in Wirklichkeit die privaten s chwe r i n du st r i« ll« n Belange das«iitscheidend« Gewicht haben." Freilich siegt nicht bei allen gemischtwirtschaftlichen Unter- nchmungen das wirkliche Kräfteverhällnis s 0 zuungunsten der öffentlichen Interessen wir beim RWE. Die neuere mitteldeutsche Gaswirtschost kennt eine Reihe gemischlwirtschaitlicher Unternehmungen. bei denen in der Praxis der Einfluß der öffentsichen Körperschaften und auch die Verbrauchennterefsen besser gewahrt werden konnten Es wird auch sicherlich Fälle geben, insbesondere aus Gebieten, die sich bisher noch vollkomme» unter privatem Ein- sluß befinden, wie z. B. eine Zlnzahl von Hafen- und Lagerhaus- betneben, in denen notfalls vorzuziehen ist, sich mit einer Beteiligung der Kommune zu begnügen, als auf eine Einflußnahme vollkommen zu verzichten. Wie aber immer im Einzelfall die Verhältnisse gelagert sein mögen, so muß doch der siommonalpolitiker, besonders der sozialistische, aus grundfäh- lichen Erwägungen heute zu einer enlschi-benen Ablehnung der gemischlwlrtschasNichen GcsellschosI gelangen und darf sie nur in Ausnahmefällen akzeptieren. Schon rechtlich er- geben sich die größten Schwierigkeiten, den öffentlichen Einfluß out die Zusammensetzung der Verwaltung wie auf die Geschäftsführung und Tarispolitik des gemischtwirtschaftlichen Unternehmens aus- reichend sicherzustellen, Schwierigkeiten, wie sie in einer soeben er- fchicnenen Abhandlung von Dr. A. Bergmann:„Die Einflußnahme öffentlicher Körperschaften auf den Aufsichtsrat" (Schriftenreihe von Profestor Emst Heymann) eingehend dargestellt und mit einer Fülle von Beispielen belegt sind. Selbst wenn sich diese rechtlichen Mängel beseitigen ließen, blieb« noch immer das Hindernis, daß sich bisher ein Ausgleich zwischen den nach höchstem Ertrag strebenden Interessen des Privatkapitals und den noch billigster Versorgung der Bevölkerung gerichteten Zielen der kommunalen Ein-flußsphäre sich nicht hat finden lassen und wohl auch nur in den seltensten Fällen zu erreichen ist. Demgegenüber scheint ein anderer Weg, der der Gemeinschaftsarbeil der Kommunen unter Eingliederung in größere staatliche Versorgungssysteme durch die Entwicklung vorgeschrieben und allein für uns gangbar. Bisher ist der Zusammenschluß zu interkominunalen Bersorgungs- Unternehmungen nur unzureichend verwirklicht worden. Auf dem Elektrizitätsgebiet haben wir außer den Dereinigten Elek- trizitätswerken Westfalen, die die Städte Dortmund, Münster und Bochum und die angrenzenden Gebiete mit insgesamt etwa 2H Millionen Einwohnern versorgen, noch eine Reihe kleinerer Zusammen- schlüsse von Kommunen, die jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Erst in letzter Zeit bahnt sich auf rein öifentlicher Grundlage durch die planmäßig« Elektropolitik Preußens«in: Angliederung der kommunalen Werke Südhessens und des Hamburg- und Wesergebietes, neuerdings auch Mitteldeutschlands, in die Groh- krostwirtschaft der Preag(Preußische Elcktrizitäts A.-G.) ein. In der Gasversorgung sind im Freistaat und in der Provinz Sachsen, ferner am Niederrhein und in Württemberg auf inter- kommunaler Basis er.« Reihe kommunaler Verbindungen erfolgt, die zum Ziele haben, die Gaserzeugung zu konzentrieren, die Er- zeugung der kleineren Werke ganz stillzulegen oder nur als Spitzen- erzeugung aufrechtzuerlzalten und so durch Gruppengasver- so r g u n g den gesamten Kapitalaufwand und die Herstellungskosten für die Gasbelieferung zu ermäßigen. In der Wasserwirt- s ch a f t ist mit dem Wachstum der Städte die Tendenz unoufhalt-- bar, die Wassergewinnung an große, von den Städten fern ab- liegend« natürliche Wasserqucllen oder künstlich geschossene Talsperren zu verlegen. Die Wasserbelieferung der einzelnen Konsumplätze muß in eine plamnäßig regionale bzw. Landeswasserwirtschoft ein- geordnet werden. Grundsätzlich können die Vorzüge gemeinsamen Borgehens und gemeinsamer Unternehmungen aus dem Gebiete der Massen- Versorgung mst Gütern des täglichen Bedarfs heute nicht mehr be- stritten werden. Dennoch sind die sich einer praktischen Zusammen- arbeit der Kommunen entgegenstellenden Hemmungen noch stark. Wenn die Städte die Masjenvcrsorgung der Bevölkerung weiter verbilligen wollen, wenn sie der Gefahr der Abgabe von „kommunaler Substanz" entgehen wollen, so müssen die Skädle aus eigener Initiative zur Gemeinschasis- bilduug übergehen und zielbewußt die Konzenlralion und Ratio- nalisierung der össecUlichen Wirlschasl fördern. Gewiß brennt heut« den Siädten die augepblickliche sehr gefährliche Finanznot aus den Nägeln, und auch darum ist Zu- sammenwirken und Konzentration in der öffentlichen Wirtschaft nötig. Aber es handelt sich hier auch um eine allgemeine, z wo n g s- läufige und zu fördernde Entwicklungstendenz. Die Kommunen können in diesem Umstellungsprozeh einen Rück- halt in den großen staatlichen Unternehmungen finden. Auf dem Elektrizitätsgebiet ist diese Verbindung vielfach schon zustande gekommen. Die Sächsischen Werk«, die Preußische Elsktrizitäts A.-G. und das Badenwerk sind Verbindungen mit örtlichen Stromnerteilungsorganisativnen eingegangen, oder haben den Zusammenschluß zu größeren Gruppen überhaupt erst ins Leben gerufen. Di« reichseigenen Elektrowerke haben sich von einer aktiven Mitwirkung bei der Umorganisation der Energievertcilung bisher abseits gehalten, aber gerade bieses größte deutsche Strom- erzeugungsunternehmen könnte, wenn es wirklich von gcmeinschast- lichem Geist durchdrungen wäre, hier ein weii.'s Arbeitsfeld finden. Di« Anlehnung kommunaler Werke und Gruppen»,.�. nehmungen an die großen Staatskonzerne würde auch sicherlich die Kopitalbeschafsung erleichtern und verbilligen, da diese Riesenkonzerne nnt ihrer weichin sichtbaren Macht und durch die Staatsgarantie leichter und zu günstigeren Bedingungen Kapital beschaffen können, als lokale Einzelunternehmungen kleineren und mittleren Umfanges. Di« öfsentlichen Werke stehen heute im Abwehrkompf gegen das Privatkapital. Weitere Steigerung der Leistungsfähigtest und weitere Berbilligung der Masienoersorgung müssen erreicht werden. Sie unter voller Ausrechterhaltung öffentlichen Besitzes durchzuführen, kann nur gelingen, wenn die Gemeinschaftsarbeit der Koinmunen gesichert und mit gesammelter Kraft dem Ein- dringen des Privatkapitals begegnet wird. Politische Gegensätze in den Stadtparlamcnten und Eifersüchteleien zwischen Nachbar- gemeinden werden sich häufig der Zusammenarbeit im Einzelfalle entgegenstellen. Die Sozialdemokratie wird im Interesse einer wohlverstandenen Selbstverwaltung und in Erkenntnis des gemeinsamen sozialen und wirtschaftlichen Zieles sich von diesen engeren Gesichtspunkten frei machen: sie muß und wird bewußt die Gemeinschaftsarbeit der Kommunen fördern und so zum Aortbestand und zur Höherentwicklung der össenllichen Versorgungswirlschast beitragen. Auch dazu braucht die Sozialdemokratie nur das Vertrauen immer größerer Massen de» Volke». Bonn und Köln gehen zusammen. Die Verwaltung der Stadt Von« Hot der für heul« eiube. rufenen Stadtverordnetenversammlung den Abschluß eines Strom- lieferuagsvertrages mit dem Kölner Städtischen Elektrizitätswerk vorgeschlagen. Zür den Ausbau des Bonner Elektrizitätswerkes wird außerdem eine Anleihe von 3,1 Millionen beantragt Gleich- zeitig sollen Teile des von dem privaten Eelektrizitätswerk„Verg- geist" versorgten Stadtgebietes an das kommunal« Versorgung». gebiet angeschlossen werden. Wir haben kürzlich berichtet, daß auch die Stadt Bonn durch die Schwierigkeiten der Kapitalbeschaffung genötigt worden sei, imi dem Rheinisch-Westsälkschen Elektrizitätswerk üb.r die teilweise Privatisierung der Bonner Elektrawirtlchmt zu verhandeln. Bald daraus wurde bekannt, daß diese Berhandlungen mit dem REM. scheitern mußten, da die Forderungen des REW. für die Stadt Bonn nicht annehmbar waren. Der oben gemeldete Versuch, durch Zusannnenarbeit mit der Stadt Köln die Frag« der Elektrizitäts« Versorgung in Bonn zu lösen, Ist sehr erfreulich. Hier ist der Weg beschritten, von dem wir oben gesprochen hoben, und der allein den Interessen der Verbraucher und der Würde der öffent- lichen Wirtschaft entspricht. polnische Getreidepoliiik. Wenn zwei dasselbe tun... Wie aus Warschau gemeldet wird, ist auf einer im Industrie- und Hcmdelsministeriimi abgehaltenen Konferenz der Beschluß gefaßt worden, agrarische Exportprämien zu gewähren und entsprechend« Aussuhrscheine«inzuführen. Bei Roggen und Weizen soll die Ausfuhrprämie 6 Zloty pro Doppelzentner, bei Hafer und Gerste 4 Zloty betragen, während die Exportprämie für Roggenmehl von 7 auf Ist Zloty erhöht wird. Man schätzt den Umfang der durch Exportprämien zu stützenden Getrecdeausfuhr auf lßstststst Tonnen. Die Verordnung über die Ausfuhrprämien soll am 1k. November in Kraft treten. Morgen findet in Posen die konstituierende Versammlung des „Verbandes der Getreideexporteure der polni- schen Republik" statt, der die Verteilung der Prämien durch Ausstellung der Cxpvrtbescheinigungen an die Exporteure über- nehmen soll. Gründer des» Verbandes sind neben den zahlreichen landwirtfchostlichen Organisationen die Bank Kwilecki, Potocki u. Co. in Posen sowie die Pofener Bank der Landwirte. Der Verband hat die Aufgab«, den polnischen Äetreideexport entsprechend der Nachfrage auf den Auslandsmärkten zu regulieren: die Erteilung der Ausfuhrprämien soll mst der Standardisierung des Getreides in Verbindung gebracht werden. Was Polen mit dieser Mahnohm« will, liegt auf der Hand. Man will di« inländischen Getreide- und Mehlpr«ife erhöhen durch Förderung des Exportes, und zwar auf S t a a t s- kosten. Diese. Art der Exportförderung und der Preiserhöhung wird noch gefördert durch die Destinmnmg, daß der Wert der Aussuhrschcine bei der Steuerzahlung angerechnet wer- den komi. Schon die Ankündigung dieser Maßnahmen hat natur- gemäß in deutschen agrarischen Kreisen, besonders in den Kreisen der Großagrarier, Empörung ausgelöst. Dies« Empörung ist an sich begreiflich: denn Polen will, indem die polnischen Agrarier sich selber helfen, das Angebot im Ausland verstärken. Dieses verstärkte Angebot im Ausland kann auch in Deutschtand di« an sich sehr niedrigen Preis« noch weiter drücken. IS Pit. In jahrzehntelanger Arbeit haben wir die Vorbedingungen geschaffen, um Qualitätserzeugnisse zu niedrigsten Preisen darzubieten. 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Die Vorgänge in Polen zeigen, daß in der Tot eine plan- mäßige Beeinflussung der deutschen Getreide- Wirtschaft erforderlich ist. Es ist zu hoffen, daß die kürzlich er- folgte Einsetzung des Reichskommifsars bei der Getreidehandels« gssellschost und die nunmehr gesicherte Zusonmienarbeit zwischen dieser und dem Scheuerkonzern eine Z u s a m in e na rbei t mit dem jetzt in Polen zu gründenden Exportsqndikat ermöglichen wird. Denn den neuen van Polen ausgehenden Ge-- fahren könnte durch eine solche Zusammenarbeit um wirksamsten begegnet wenden Eine zentrale Beamtenbank? Was wird die Derbindong mit einer Großbank nützen? Die kurz hintereinander erfolgten Zusammenbrüche von drei Beamtenbanken in Berlin und Vraunschweig haben die beteiligten Verbände und Banken schnell zu der Einsicht gebracht, daß die bisherige selbständige Deamtengeldwirtschajt nicht mehr zu halten ist, wenn die Vertrauenskrise in der gesamten beteiligten Beamtenschaft weiter um sich greift. Man scheint aber auch eingesehen zu hoben, daß unter den jetzigen sehr erschwerten Verhältnissen eine selbständige Beamtengeldwirtschaft ein schwer zu lösendes Problem darstellt. In den letzten Tagen haben.zwischen den Verbänden und den beteiligten Banken Verhandlungen mit der Dresdner Bank statt- gefunden damit in Anlehitung an die Dresdner Bank und deren Genosienschafts- und Filialsystcm eine Beamtcnzentralbank gegründet werden soll, die gleichzeitig auch als zentrale Ausgleichsstelle zu funktionieren hätte. Die Verhandlungen sind noch nicht ob- geschlossen! immerhin wäre die Entstehung eines zentralen Beamten- geldinstituts in Verbindung mit der Dresdner Bank möglich. Dakür spricht schon die Tatsache, daß mehrere deutsch« Großbanken bemüht sind, da» Beomtengeldgeschäst und die Beamtenkreditwirtschaft o» sich zu ziehen. Bei diesen Verhandlungen ist natürlich zu beachten, daß besten- falls die Beamten vor neuen Derlusten bewahrt werden, daß sich aber keine der privaten Großbanken bcrest finden wird, bereits ein- getretene Verluste zu übernehmen. Wo die privaten Banken neue Vorschüsse zu zahlen bereit sind, wird das selbstverständlich auf Kredit und gegen spätere Rückzahlung erfolgen. Darüber hinaus übernehmen die Banken überhaupt nur dos sogenannte Beamten- kreditgeschäst, das nach menschlichem Ermessen die denkbar größten Sicherheiten bietet. Zweifellos wird durch die Gründung einer zentralen Beamte» bank in Verbindung mit einer Großbank durch die damit erhöhte größere Sicherheit in der Verwendung der Gelder und die wahr. icheinllch schärfere Kontrolle hei Kreditgeschäften die Beamtengeld- Wirtschaft auf«in« solider« Basis gestellt. Es ist aber überhaupt ernb'—st zu bezweifeln, ab ein« selbständig« Leamtengeldwirtschast heute ich Sinn hat und ob die Gewährung von Vorschüssen, wenn solche unvermeidlich werden, nicht besser durch die Behörden selbst arganiliert wird. Di« Tatsach« einer selbständigen Beamtenpeldwirt- schoft ist heut« in erster Linie daraus zu erklären, daß Standes- Vorurteile die Zusammenfassung der Beamtenschaft in eiicheillichen Gewerkschaften und wirtschaftlichen Selbsthilfeorganisationen noch nicht ermöglicht haben. Sonst hätte längst, wie das beim Allgemeinen Deutschen Beamtenbund möglich sst. auch für Beamte der Weg zu einer Sparbank gefunden werden können, dre wie die Arbeiterbant, jede erdenkliche Gewähr für die Sicherheit der Einlernen gib! und auch für die erfolgreiche Finanzierung einer genosienschaftllchen Warenwirtschaft. Eine neue vrotsabrik in Verlin. Mit einein Kapital von 1,65 Millionen Mark ist in Berlin eine neue Brotfabrik entstanden. und �war unter der Firma Brotfabrik Schönhausen A.-G. Unter den Vorstandsmitgliedern befindet sich der frühere Leiter der Anker- brotsabrik in Wien. Die Arbeiterschaft weiß, wie sie sich das beste und das billigste Brot sichern kann, nämlich durch die Mitglied- schast in der Konsumgenossenschaft Berlin. Konzentration für Berliner vreftluflmaschinen. Die Preßluft- Werkzeug- und Maschinenbau A.-G.„V r e m a g", Berlin-Oberschöne- weid«, und die Jniernationale Preßluft- und Tlettrizitäts G. m. b. H. „I p e g", Berlin-Britz, haben in einer gemeinsamen Sitzung der Aus- sichtsräte die sofortiae Durchführung einer Produktions- a e m« i n s ch a f t beschlossen. Die Vertoufsorganisationen der beiden Gesellschaften sollen bestehen bleiben, woraus zu schließen ist, daß man wr gemeinsam die Kosten senken will, um für die getrennt gebaltenen Kapitalien höhere Gewinne zu erzielen. An eine Preis- jenkung dürften diese beiden im Preßluftwerkzeuqbau führenden deutschen Gesellschaften bei der Vereinigung ihrer Produktion wohl kaum denken. Verachtet Krupp auf sein Röhrenwal, werk? Die Erneuerung der deutschon Eisenverbände war bisher sehr erschwert durch die Kämpfe., mischen den beiden Konzernen M-innesmann und Krupp, nachdem Mnnnesmann sich seine eigenen chütten- und Stahlwerts- anlagen geschaffen hatte und Krupp seinerseits durch die Planung eines Röbrenmalzwerkes dem Mannesinannkonzern schwere Konkur- renz angedroht hatte. Jetzt wird aus dem Ruhrgebiet gemeldet, daß der Krugvkon'ern auf� die Errichtung des Röhrennralzwerkes ver- .zichten will. Man darf gespannt darauf sein, welche Kompensationen der Mannesmannionzern und die Vereinigten Stahlwerke, die die hauptsächlichsten Röhrenproduzenten sind, dem Kruppkonzern haben geben müften. Denn umsonst hat Krupp ni»t verzichtet. Jedenfalls wird dabei für Äru�p die Erhßnitnfl aew�ffer Berbandsauoten heraus- gekommen sein, wie das bei Kämnfen in der Schwerindustrie und vor Verbandscrneuerungen so üblich ist. Der Erneuerung der Ver- bände worden jetzt keine großen Schwierigkeiten mehr entgegenstehen. Aechenk-in-enftationen in En-Kand. Im enalischen Hanvtkohlen- gebiet, in Südwole», soll eine Anzabl von Bergwerk-gesellschaften zusammenaeschloften werden. Es handelt sich um 6 0 Zechen mit einer Belegschaft von rund 40000 Mann, unnefähr ein Fünst-l der Gesamtbelegschaft in S'idwales. Die neue Gesellschaft soll den Namen Bere'nigte Waliser Kohlengruben führen. ver amerlkan'sche Außenhandel wächst weiter Wie aus Wafhignton gemeldet wird, bat sich auch im dritten Vierteljahr 19?!) der amerikanische Außenhandel weiter ausaedehnt Im Vergleich zur entsprechenden Zeit de, Vorjabres erfolgte eine neue Steiae- Vu n g um 9 V r o z. Man wird abwarten müssen, ob diese Er- KSbung des omeftkanischen Außenhandels schon ein Zeichen der langsam, aber sicher in Amerika abflauenden Inlands- konsunktur ist. Die amerlkan'sche Konjunktur hgiie sich seit mehr als sechs Jahren ununterbrochen aufwärts entwickelt! es ist aber möalich. daß der schwere Zusanmievbruch der New-Borker Böri« und die dam't verbundenen erheblichen Aerluste bei Jndustrie- bankm und Svarern eine Devresiion einleiten. Die ersten Anzeichen dafür sind in dem rückgängioen Eisenbahnverkehr und ft, der sinken- den Autoproduktion schon vorhanden. Oeneniiiche uianierKundgehungen Heute, Dienstag, de« 12. November: Mitte S.«bt. 19 H Uhr in Schinkels Festsälen. Drülken» straße 2. Referent: Stadtverordneter Heinrich Schäfer. Mitte 4. Abt. 19 Uhr in der Aula der 5. Oberrealschule, Klein« Frankfurter Str. 6. Referent: Dr. Siegfried Kawerau, Stadtverordneter. Pren�lnuer Berg 27. und 81. Abt. 19H Uhr in der Schulaula. Glsimstr. 49. Referent: Stadtverordneter Max Kreuziger. Wilmersdorf. 20 Uhr in de» Spichernsälen. Spichernstr. 3. Referent: Karl Severing, Reichsminister des Innern. Spandau. 20 Uhr im„Paradiesgarten", Seegefelder Str. 557 Referent: Stadtrat Wilhelm Reimann. Steglitz. Lankwitz. Lichterfelde. 20 Uhr in der Festhalls in Lankwitz, Dillgestr., Filinoortrag. Vorher An- sprach« des Kreisvorfitzenden, Stadtverordneten Otto Klose. Britz-Buckow 161.. 162. Wahlbezirk. 20 Uhr im Lokal Löke. Buckow-Ost, Rudower Str. 11. gegenüber dem Neuköllner Krankenhaus«. Lichtenberg. 191! Uhr in der Aula der Mittelschule.| Marktstr. Referent: Bürgermeister Dr. Ostrowski. � Treptow. Iungwählerversammlung um 191! Uhr im Lokal Wolfram, Am Treptower Bark 20. Thema: Forde- rungen der Jugend an die Kommune. Referent: Ludwig Diederich. Hermsdorf. 20 Uhr im Lokal Ludwigslust. Albrechtstr., Ecke Bismarckstr. Referentin: Frauensekretärin Käthe Kern. Mahlsdorf-Siid. 20 Uhr im Lolal„Hubertus", Mahls- dorf-Süd, Köpenicker Allee 100. Referent: Stadt- verordneter Richard Krille. Mitwirkung des Arbeiter- gefangoeretns„Freiheit". Biesdorf. 20 Uhr bei Banuscher. Alt-Biesdorf 63. Refe- rent: Franz Klüfener. Buchholz. 191! Uhr im Lokal Kähne, Berliner Slr. 39. Filmoortrag: Freie Fahrt. Referentr Karl Litke, N. d. R. Morgen, Mittwoch, den 13. November: Kreuzberg 44. Abt. 19 Ü Uhr in der Schulaula, Mariannen-{ straße 47. Filmvorführung: Freie Fahrt. Referent: Franz Künstler. M. d. R. Mitte 1. und S. Abt. 19 14 Uhr an Stelle der Mitglieder Versammlung gemeinsame Wählerkundgebung inc Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40/41. Vortrag: Der Kampf um das Rathaus. Referent: Stadtrat Ernst Reuter. Wcdding. Filmvorführung für Arbeitersportler um 191! Uhr in der Schulaula, Grünthaler Str. Z/6.„Soziale Arbeit, Spiel und Sport im Bezirk Wedding." Vor- tragender: Stadtrat Kulisch. Tcmpclhof. 191! Uhr im Lokal Happel. Gottlieb-Dunkel- Straße Ecke Germaniastraße. Referent: Stodtvcr- ordnetet Hans Woywod. Tegel, Hciligensee. AEG.- und Borstg-Siedlung. 191! Uhr in der Kantine. Referent: Dezirksoerord- neter Gustav Kreutlein. Rosenthal. 20 Uhr im Lokal Manchey. Hauptstr. 1. Re- ferent: Stadtverordnetenvorsteher Johannes Haß. oenentiiche Frauenkundgebungl Tcmpclhof. Maricndorf. Maricnfelde. Lichtenrade. Dienstag. 12. November, 191! Uhr, in der Aula des Gymnasiums. Tempelhof, Kaiferin-Augufta-Strahe. Refcrontin: Stadträtin Clara Weyl. ♦ Kundgebung der Angehörigen der Graphischen Ver- bände. Dienstag. 12. November. 17 Uhr. in, den Kammersälen, Teltower Str. 1. Thema: Der Kampf der Sozialdemokratie. Referent: Gustav Eckhardt. Alle Buchdrucker, Steindrucker, Buchbinder, Hilfs- arbeiter und-arbeiterinnen sind eingeladen! Zutritt haben alle Gewerbeangehörigen gegen Vorzeigung des Verbands- oder Parteibuches. Gsnisi'ggg der Aröeiiersponieri Anläßlich der am Sonntag, dem 17. November, stattfindenden Kommunalwahlen. beteMgen sich alle Sportler an der Demonstration der SPD., Neukölln, die am Sonnabend. dem 16. November, stattfindet. Treffpunkt 17,30 Uhr am Hertzbergplatz. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, sich an dieser Demonstration zu beteiligen. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege Bezirk Neukölln. Männer iind Frauen, erscheint in Massenl Die SpleHvaren-Aussfellunffen sind eroffhef 7 lelp*t«er) Alu uder- I Fruldvrt. Strawci plan AUeei Fwlh. D-cWl,i. i vi-£ii Wrf.« 1 am WdhiKhtt. m> du_. MorwnUsd. I Z"«"*»*«» «tokut w B.rlr' WUrner«- dorferSlr.: K) Ueln« Neterlel« Edle. Alllancc-Str.; Der Wieden Irtu, iiiiiii wni UottboMr Dämmt ElaeMirchen- I» 5 Alte* Bi straoci Dl* Helu*)- Aadraem IO»*rfrmdm Achtung 1 Achtung l Maschinisten u. Heizer! Bin Arbeitsausschuß der Maschinisten und Heizer versendet einen Aulruf an alle erwerbslosen und beschäftigten Maschinisten und Heizer zwecks Teilnahme an einer Versammlung in Bökers FestsäJen, Weberstr. 17, am �littwooh, dem 13. November. Der Zentral verband der Maschinisten und Heizer, sowie Berufsgenossen Deutschlands, Wirtsehaftsbezirk Brandenburg, Sitz Berlin, kennt keinen Arbeitsausschuß der Maschinisten und Heizer. Auch müssen, laut Statut§ 1 Abs. a der Geschäftsordnung, alle Sitzungen und Versammlungen im Wirtsohaftsbeairk von der Go- scbfiftsleitung und deren Beauftragten einberufen werden. Da dieses nicht geschehen ist, ersuchen wir alle Kollegen, dieser Versammlung fern zu bleiben. Gleichzeitig ersuchen die Zettelverteiler, auf einer Sammelliste Geldbeträge zu zeichnen. Wir warnen unsere Kollegen irgendwie Geldbetiäge auf Sammellisten zu zahlen. Der Vorstand. Am Freitag, dem 8. November, verstarb nach längerem Krankenlager unser langjähriger Angestellter, Herr Albert Hofimann Sein Überens gewissenhaftes Arbeiten siebest ihm für immer ein dauerndes Andenken. Der Vorstand der Orts- HranKenKa. se der Buchbinder. Bluneiispenilen Itter Ä« Ittttrt preiswert Paul Gollets Datm. Robert Meyei MarianBCBttra�e 3 Sde Naunqnstra ie Am» Msritzpl I03tt IlMMMdM-MN! CennacalOB.«»» I«. Jtooembee, nedim. S Ahr. in»mal»» Oeralas- haus. Staligcc Sltab« rw Branchen-Versammlung aller Sduraubca-, Aalomalca- ob« Handbask- Elariditcr, iduauben r'rcher ocd-di ehe- Innen sowie aller in cer Sdrraoben-Iodosfr.e beschäm«, en Personell. Xagesorbnung: Porlraat Dos dttDetbelo'ett.«1er. rtdicrunflSflKeg. 31et Kollege Slu chke i Dislu fton- 3. ztronckenangelegenheilen unb Ber- («ftiebene». «st ber WichligleU ber Tagesorbnurrg in das Ericheinen aller Rollegmnen uM Äsllejea br urgent, ertorberllch. Die OrtoverwaltemR. I Nach langem, Ichwerem Leiben ver'iarb unier oerehrtcr früherer Mrlardelter unb Kollege, ber mich- binbn.tabaUae Wilhelm flillert Im Uli« Bon 63 Zähren. Während Ithtei über zwanzig! ährigen Täiigkeii in un erem Seiriede lerrrien wir den Veritordenkn als vtlrchllreuin Mit- ardeiier mir einem geraden, au!» rrchilgen Dhara'ter kennen und chahen. Io daß wir seiner stets ehrend gioeule» werden. Berlrn. de» 11 Nav.mber 192». üttelikli» eltllvg llnö rei-Zinii Her VonRlns-laehdroekerri Icauctfeler; MiNwo». den 13 No- oewber, U Uhr tnt Aremalorium SBtlmttsbotf, Berliner Sirahe 101—8 Deotsdier Metallarbeitsr VerliaDii Vcrwaltun. ssie le Berlin Nachruf. Den Miigiiehern rur Nochrrchi. dah unser College, der Schlosser pani Kliche geboten 8. Zuli 1836, am 2. November 102 1 gestorben ist «hre seinem Andenken! Di» Einäscherung hat bereits stall. gesunden. _ OleOrlaoertoa'tiing. Verband der Budibinder und Paplerv rarbelter Deohdilands Qruvcrwaitono I.crioi Todesanzeige. DertAugüeüern zur Nachricht, da, »»ser nollege der Bu-d bürde c �Vllkeim Mllert wohnhaft Südende: Sa-sieftraße 3». verstorben ist Ehre seinem«nhenle»! Die Einäscheeun, irnbei am Milt- wo.t. dem 13. Nov.. vorm. II Uhr. im Kremoiorium Dilmersdori statt. Nege Beieüignng erwartet Dl« oreaoemvoitnng. Herzlichsten Dane alle» Freunden und Bekannte» sür die erwiesene Teilnahme beim Hinscheiden unleres Bruders und Schwagers, des SIelnmeh Franz Platz Besonderen Dank dem Berban! der Lleinarbeiter, den Kollegen der Firma geidler& Bimmel und dem Redner Herr» Paul Berner. Bruno Platz nod Fraa ßichte ii beeg, Wilhelmstraje U. Am Freitag, dem 8. November abend-#'/» Uhr, verschied unser liebe! Baier, Schwicger- und/i Deel&de. juntomen. Die nalüNicheWed zin zur Beruh g m» und Skarlr�ng d r Zier oe» Iirait Wo»Ia«!ner»i, aber nur das e AI» .Sa. araiaea Retdiel" und Bor! cht ror irres hrenden B-chahmuncen unter läulchend ähnlichen' Samen mi. 1.50 u. 2.50 in DcqgerülBunk Bpoiheken erhäl lich. so Ii der Oil. Rcldid, BtrUn 60, Eisend�n�Z Dienstag 12. November 1929 Unterhaltung und ÄAissen Deilage des Vorwärts 3)as Geheimnis der Ofierinfel Es ist sehr nrertwurbig, daß man den alten Mefanssiern und Palyncsicrn nicht mehr und n>6>t wenlgcr zutraut als die Eroberung des Stillen Ozeans. Das Ist. an ihrer Zivilisation gemessen, eine UN. nergleichlich größere Leistung als alle europäischen Entdeckung?� fahrten von Marco Polo bis Eolumbus zusammengenommen. Man stellt sich nor. daß das so gegangen sein könnte: Bor sehr langer Zeit drangen über Afrika, Indien und Australien dunkel- farbig« Völker, die sich vielfach spalteten, nach Osten. Sie erfüllten, von Insel zu Insel stch oarwärtswagend, alle Archipele, besiedelten sie, zogen weiter und weiter, fast bis zur amerikanischen Küste hin- über. Dann aber, so oerlängeri man diesen Faden der Dermuwn- gen, kam«in« hellfarbige Völkerroelle, ausgespien von der chochsteppe der Mongolei und den stets übervölkerten Rändern der malayischen Bezirke, die wohl oder Übel den gleichen Weg ging. Aus ihr sei der heulig« Pochneficr herausgebildet worden, während iuir Melanester jenem anderen, dunllen Völkerstrom entstammt. Schon um das Jahr lOOO n. Eh. hätten die Lichten die Omotuinseln. also da» Gebiet von Tahiti, erreicht. Nirgends sei es ohne Kämpfe ab. gegangen, aber auf vielen Archipelen saßen doch zuletzt Polynesier als herrschende»Rasse. Freilich vermählten sie sich häusig mit M�lanesiersrauen, so daß eigentlich jedes Eiland ein Stück helldunkle Völkergefchichte für sich ist. Menschenfresser waren sie beide, oder wurden es zumindesten auf ihrem Weg durch den Stillen Ozean. Aber ihre Kulturen vereinigten sich endlich und bildeten ein erstaun- lich gleichartiges, wenn nicht zu sagen einförmiges Netz, das sich von Insel zu Insel spannte. Damals feie» dies« Völker alle im Zeichen eines Ausstieges gestanden, der der Höhepunkt ihres Daseins über- Haupt gewesen sei. Dann aber seien sie gesunken und noch ehe die Weiften kamen, sei ihr Schicksal bereits gesiegelt gewesen. So sagt die Hypothese, In der sich hellte mit kaum einer Ausnahme alle etnographischen Forscher der Welt einigen. Und dafür gibt es. wie sie behaupten, ein Beispiel, die Ost er- insel, oder, wie sie mit ihrem eigenjlichen Namen heißt: R o p a n u i. Heut« gehört sie zu Ehile, das aber niemals großen Gewinn von diesem seit langen nackten, durchaus waldlosen Eiland hatte. Es ist nur 118 Quadratkilometer groß, und seine wenig bewachsenen vulkanischen Berge steigen bis über 500 Meter auf. Gegenwärtig ist die Bevölkerung auf etwa 250 Menschen gesunken. Man hat schöndlicherweise im Jahre 1802 einen erheblichen Teil der Eingeborenen, nämlich 5000 Männer, gewaltsam aus die Chincha. mseln Brergerührt. wo sie die Guanobrner ausbeuten sollten und teils dort starben, teils, zurückgekehrt, die Blattern und Tuberkulose ein- kchlevpten. Ein anderer Teil ist nach den Gambierirünleln ausge- wandert, etwa 200 zogen um 1871 nach Tahiti, dessen Sprach» der ihren so nahe steht, daß sie ohne Schwierigkeiten von den Oster» Insulanern verstanden wird. Seit Cooks Tagen, der auch diese mehrfach entdeckte Insel bc- suchte, deutet man an den seltsamen, ungeheuren Steinidolen herum, die sich dort befinden. Jen«, die einst die A h u s, die Be gräbt» isplätze(oder eigentlich Verwesungsplätze, da die Leichen nicht in die Erde gebettet, sondern zunächst der Luft aus offenen Gestellen ausgesetzt wurdenl umgaben, sind längst gestürzt, und die dürren Halme der Gräser wachsen über sie. Aber oben am R a n o R a r a k u, einem 150 Meter hohen Vulkan, befindet sich ein aller Steinbruch, der in terrassenartigen Regionen nach abwärts reicht. Dort und am Kraterrand selber wurden senc Steinidole hergestellt, zu Dutzenden,.zu Hunderten. Em ganzes Volk scheint mit der Ausmeißelung dieser Figuren beschäftigt gewesen zu sein. Es gibt dreitmdzwanzig Meter lange Giganten, die so wie alle, liegend. stehend, iedes Stückchen freies Gestein ausnützend, aus dem lebenden Berg herausgeschnitten wurden. Während unten schon die fertigen Gestalten, halb oder ganz eingesunken, stch befinden, eine Garde von Riesen, sind oben noch die unfertigen Götzen zu sehen, zum Teil erst nn Beginn, zum Teil schon fast vollendet. Aus dem leicht zu. bc- arbeitenden Fels herausgearbeitet, grinsen sie aus den Wänden. Vielleicht entstammen die frühesten jenen Tagen um etwa läOO, da, wie man glaubt, die leichten Polynesier die Osterinsel erreicht hallen. Vielleicht aber sind sie auch noch aus einer alleren Epoche, denn es scheint, als hätte auch hier jener dunkel-helle Rosienwechsel stattge- sunden. weil Schädel aus jüngster Zell nicht nur eine ausgejprochenc palynesijche, sondern auch eine melanesischc Bildung, den Langkopf, zeigen. Da hat eine der Stowen, die K o- P i l o- P i l o heißt und von den Schullern bis zum Scheitel fast fünfmal so hoch wie ein Reiter mit seinam Pferde'st, eine wie ein Brett vorgeschobene schmale und niedrige Stirn, darunter die Augen, eingcknifsen, nichts als dunkle Höhlen. Eine lange, spitze, keilartige Rase, eine winzige Oberlippe in einem Mund, der dünn scharf, fest zusammengepreßt und eigensinnig vorgeschoben ist. Ein eckiges, hartes, steil abfallendes Kinn, ein langer, hagerer Hals, eingezogene Schultern. Der ganze Ausdruck unduldsam, beschränkt, gewiiserniaßen in sich selber über- allert. Dieser Koloß, der nur darin sich an die Insel und ihre Be- sonderhellen anpaßt, daß er noch mit seinen ougenlosen Steinhöhlen blinzelnd ins Weite schaut, ähnelt, wie gesagt, allenfalls nur einigen Plastiken von den Salomonen, aber keinem der Südseevölter. Warum aber diese alten Eingeborenen sich Idole zurechwieißelten, die in gar nichts ihren eigenen Volkstypus verklärten, kam: man durchaus nicht verstehen und hat es bisher auch uicht verstanden. Trotzdem man nun auch bei den wenigen alten und zum Teil offenbar schwachsinnigen Kanaken, die die Schrift von Rapanui noch lesen können, feststellen muß, daß sie die Zeichen nur als Gedächtnishilfe für eine Art auswendig gelenkter Rezitationen be- nützten, hat man doch über die Bedeutung der steinernen Giganten auch auf diesem Wege mancherlei erfahren. Sie scheinen dem An- denken der„B o g e l m ä n n e r' geweiht gewesen zu sein, deren Kull offenbar zum Bekenntnis des M a k e- M a k e, des großen Eierpottes, dazu pchörte. Es handelt sich dabei um die Eier der M e e r s ch w a l b e, die sehr viel gegesten wurden. Die Auffindung des ersten Eies auf dem der Landspitze von O r o n g o geoenüberliegenden kleinen Inselchen M o t i n u i war mit strengsten Zeremonien umgeben. Di« ..Ronpo-Ronoomännir", dcnen dieses Glück zuteil wurde, hatten ein Iabr Einsamkell und mystische Vereinigung mll den Göttern zu besteben— etwa das was man im Abendland zu äbnkichen Zwecken als heiligmäßigcs Einsiedlerleben empfahl. Sie gehörten von da ab zu den Ausoezeichneten ihres Volkes und erhielten ständig von jedermann Geschenke Ihnen und ihrem Andenken zuliebe scheinen dann sene Riesenstatuen ausgestellt worden zu sein, vielleicht, um den Einfluß dieser Geweihton länger für die folgenden Generationen zu erhalten. Auf der Inselspitze Oronpo sind noch die Reste steinerner Häuser übrig geblieben, in denen die Bevorzugten die Auffindung des erstes Eies durch ihre Sklaven erwarteten. Dort schlägt Tag und Nacht das Rauschen einer tobenden. Brandung herauf, welche, jene, aus Schiffbündekn schwimmend, zu besiegen hatten. Aber auch sonst hat dieser Vogelkult manche Spuren hinterlassen. In Skulpwren und auf Malereien befindet sich immer wieder die Gestalt vogcl- köpfiaer Männer, die ein Ei In der hohlen Hand halten In wenigen Jahren oder Jahrzehnten werden die Leute von Ropanui endgültig ausgestorben sein. Es ist nicht glaubhaft, daß bis dahin die Rätssl der Vogellnänner und Steingiganten restlos gelöst fein werden. Nicht einmal dazu besteht Aussicht, daß man ihre Schrift wird lesen lernen können, denn dazu gehört offenbar das ganze mündliche Erinnerungsgut der Insulaner, das wir nicht kennen. Dielleicht enthäll sie keine Menfchheitsgeheimnlsie, sondern nur die einfachen Dinge eines Kanakcnlebens, so wie die Legenden cs tun, von denen man einige aufzeichnen konnte. Aber ist nicht da» ganz« Rapanui geheimnisvoll, dunkel wie aus Vorzeit, ein Gespensterwinkel, meeroerschollen, weltenfern? Bnnie Lrancö-Harrsr. Josef Jiopla: ä)er Stern über dem Steftaurant..Rio»« Du hellblonder Junge, nie werd« ich deine erschreckten großen Augen vergessen, die fiebrig- in deinem weißen, bläulich durchsichtigen Antlitz flammten. Du bist aus der Stube verschwunden, als wärest du in Licht zerronnen und ausgestiegen, und würdest jetzt, da wir wieder hier sitzen, den Raum mit matten Ampeln und Glühbirnen beleuchten. Die schwarzen Fräcke deiner erwachsenen Brüder huschen in krummen Bewegungen an un, vorüber wie ssiegcnde DSgei. Bestecke klirren. Teller klappern. Aber wenn man ruft:„Frantz. einen Billner! Fraitzl, ein Viertel Mosel!', dann kommst du nicht mehr gelaufen. Deine weiße Jacke mit den goldenen Knöpfen leuchtet nicht mehr durch den Saal, im Engelsgewand bist du zum Himmel ausgestiegen. Hattest du sieben oder acht goldeite Knöpfe? Oh, ballest du hundert gehabt, sie wären zu hundert Märtyrersternen üb» deinem sanften, geängstigten Kops geworden? Das war also der Franzi, Kellnerlehrling im Restaurant „Mars'. Schwärmerisch«, groß« Augen hatte er, die von dunklen Ringen unterstrichen waren. Als erster stand er aus. als letzter legte cr sich nieder. Ein paarmal hatte man ihn auch fn einem Winkel gesunden, das Tablett mit den Flaschen in der Hand, wie er gerade einschlafen wollt«. Und immer gähnt« er und bekam oft genug Prügel dafür. Vielleicht haben wir auch den Ober gescholten- well wir allzulange aus unseren Wein warten mußten und der Kellner, der dann ausgezankt wurde, rächte sich durch einen Schlag gegen Franzis schlummernden Kopf. Und der still« und schweig. same Franzl eilte voller Reu«, um nachzuhoien, ivas er versäumt hatte. Sein« Hände aber, die schon alle Kratt verloren hatten, ließen das Tablett gerade vor den Füßen de» Chef, zu Boden fallen. »Wenn ich so wa» angestellt hätte, all ich in der Lehre war. wäre ich heute nicht hier! Wir müsien alle leiden,' ries der Chef. Rief'» und bracht« Franzis Kopf mittels Ohrfelgen ins Schaukeln. Und Franzl durfte nicht weinen, denn die Gäste durften nichts merken. Eine groß«, allzuschweve Last trug der Knabe auf seinen Schultern. Aber darum kümmerte sich niemand. Da» ganze Unter- nehmen lastete auf seinem zarten Leibe. Was immer auch geschah, innner trug er die Schuld. Auch daran war er schuld, daß die Gäste elend« Trinkgelder gaben... Ist der Zahlmarkör wütend, dann sind's alle Kellner. Nur Franzl darf nicht wütend sein,— all» sagen, in ihrer Jugend hätten sie es auch nicht sein dürfen. Sie hätten sich ihre Sporen aus die gleiche Weis« verdienen müsien, sagen sie und schlagen zu. Niemand soll glauben, der Kellnerberuf sei süß wie Homg, sagen sie, schlagen zu und lochen aus vollem Haffe dazu. Franzl dachte gar nicht, der Kcllnerbenis sei süß wie Honig. Das einzige Süße in seinem Leben ist der Schlaf in der dunklen Kammer neben dem Dachboden. Kraftlos sinkt er dort nieder, ebenso entfrästet steht er dort wieder auf. Di« Sterne ähneln den goldenen Knöpfen an sein» Jack«. Jeden Morgen putzt er sie,— funkeln müssen die Knöpfe, daß man ein Zündholz daraif entzünden kann, schreit der Chef. Beim Einschlafen od» auch, im Winter beim Erwachen am frühen Morgen fragt sich Franzl, ob da» lauter kleine Jungen seien dort oben am Himmel, die in ihren weißen Jacken aus den Nestau- rants davongelaufen sind! Hebmll in der ganzen Welt schlafen sie so hoch, überall auf der ganzen Welt sind sie dem Himmel so nahe. Aber wo ist die Leiter, aus der sie hiyausgelangeu? Sie sind so mager, so durchsichtig, so leicht, schwebten sie am Ende empor oder haben ihnen ihre Kameraden die Hände gereicht? Hat denn der Franzl nicht gehört, daß mau sterben müsse, um in den Himmel zu gelangen? Sterben heißt: die Augen schließen und zu atmen aufhören. Di« Augen schließen kann er wohl, es fft der schönste Augenblick seines Lebens! Wer er währt viel zu kurz! Oh. die Augen für lange, lange schließen können! Morgens würde man rufen:„Franzi? Franzl! Fvaoanz! Der Bub' schnarcht schon wiederl' Und dl« Kammer schweigt. Das Bett schweigt, die Trepp« schweigt, der Franzl schweigt und hat die Augen für lange geschlosien. Den Schlägen und Püffen wäre Franzl vielleicht nicht unter- leg«!. Er halte nur Lust zu schlafen. Eines Abende schleppt« er eine Leiter hinauf, trat nach Mitternacht an das Fer.sterchen, steckt« feinen müden, durchsichtigen, hellblonden Kopf in einen rauhen Gurt, schwang noch ein wenig hin und her und schlief dann für lange, lange ein. Seine Augen kehrten sich langsam, sacht geöffnet, dein .Himmel zu. „Franzl, ein« Minerl" „Bitte tzleich!' „Wo fft denn der Frangl?" „Er hat sich heut« nacht erhängt. Ich habe mich, als ich Lehe- ling war, auch' zweimal zu erhängen versucht.' Sterne fallen, kein» steigt empor. Ach so! Er fft gestern aus. gestiegen, als wir geschlafen haben. Hat man dem Stern die Bwse mit den goldenen Knöpfen mit auf den Weg gegeben? Ein Stückchen Strang gefällig? Soll Glück bringen! Gähn«, gähn« dem Stern zu, der über dem Restaurant„Mar?" aufgegangen fft. kVerechti«� licixtfetamfl«tu dem TschcHischen von Anna Airrefmi»?.)) .�rof. S)r. A. Fr man: Wein Tatet' Der berAmte Aeanvwlvae»erSffentlickt selber unter dem Titel ..Mein Werden und mein Wirken" im Verlane Ouelie und Meyer in Lei»,!« seine Lebenserinnerunaen. Mit Senohmiauna des Berlaae» entnelimen wir dem Buche den nochstehenden Abschnitt, der iii: den Seist der Berliner um die füntoiflet Jahre charakteristisch ist. «Vre!« des Buche» in Leinenbond 12 M.) Bei der Denkart meines Vaters hätte er fein Leben trotz feiner gescheiterten Universttätsausstchten doch in Glück und Ruhe führen können, hätte ihm fein leidenschaftliches Temperament nicht Schwierigkeiten bereitet. Die Gärung, die in den vierziger Iahren in Preußen herrschte, wird gewöhnlich unterschätzt: schon damals drangen die politischen Gegensätze bis in die Familien ein, und es begann jene traurige Zeit, die ich noch als Kind miterlebt habe, wo die nächsten Der- wandten nicht mehr miteinander verkehrten, weil der eine„real- tionär' war und der andere ein„Demokrat'. Meine beiden Großväter waren, wie sie das gewohnt waren, loyale Untertanen ihres Königs, so wenig sie auch allem, was'er tat, beistimmten. Von den Schwestern meines Daters war die eine mitsamt ihrem Gatten ein« Ultraroyalisffn, während die ander«, ebenso wie ihr Mami. eine leidenschaftliche Demokratin war. Dieser letzteren schloß sich mein Vater an: trotz der Warnungen meiner Mutter, deren ruhiger Vernunft die ein« Art von Uebertrelbung ebensowenig zusagt«, wie die ander«. Cr wurde ein„entschiedener' Demokrat, der von einer Revolution eine besser« Welt erhoffte. Ich erinnere mich, daß er als aller Mann einmal im Hinblick aus diese Zeit sagt«:„Wir hofften, die Sonne würde blutrot ausgehen und auf ihr würde „Freihell' stehen.' Daß mein Großvater diese Wendung seine? Sohnes mit Schmerzen sah, ist verständlich, aber seine Warnungen blieben vergeblich. Da wandt« er sich an meine Mutter und sraglc sie bekümmert, ob sj« denn gar keinen Einfluß mehr auf ihren Mann habe. Darauf könnt« sie nichts antworten und fing nur an zu weinen: sie hatte>a schon oll ihren Einfluß ohne Erfolg vor- sucht. So geriet denn mein Dater weiter in die Politik hinein, bis er sogar 1848 in der Aula die Studenten zum Kämpfe aufrief: Auch in den Iahren noch de? Revolution beteiligte er sich weiter eifrig an der Polllik, Immer aus dem sinken, republtkanffchen Flügel der Demokratie. Er wirkte im Handwerkerverein und wirkte in der Presse, vor allem, wie das seinem Wesen enffprach, auch durch seinen Witz. Cr gehörte zu dem Kreis«, der 1848 die„Ewige Lampe' herausgab, und der sich„Siechen und Familie' nannte, weil er in der Bierwirffchaft von Siechen in der Neumannsgasse tagt«, in einer Kneipe, über deren Tür die Lampe bis In die Nacht hinein brannte. Auch als dann der„Kladderadatsch' gegründet wurde, gehörte er zu dessen stillen Mitarbeitern. Die große Bewegung nahm neue Formen an und verlief sich allmählich, aber mein Vater blieb mit wenigen alten Freunden der Republikaner von 1848. Wer als er 1866 in der Wahloersammlung seines Bezirkes sich so wie bisher zur Republik bekannte, da fand er kein Echo mehr: seine Partei rvar ausgestorben. Schließlich hat auch er 1870 seinen Frieden mit der veränderten Well gemacht, und eines Tages erzählle er uns zu unserer Usberraschung, daß er heut« den König gegrüßt habe; freilich, setzt« er hinzu, sein Gruß Hab« dem Führer der deutschen Truppen gegollen. Indessen, er war nicht mehr so leicht zu begeistern wie 20 Jahr« vordem. Er miß- traute dem Frieden, den die Regierung nach 1866 mit dem Paria- ment geschlossen hall«, und sah richtig voraus, daß die Freunhschaft Bismarcks mit den Liberalen einmaf ein Ende haben werde. Erträgt der Wch/cIi die Slralojplüire 1 Im Anschluß an die letzten Höhemveltoekoide und an das Problem des„Stvatosphärenfluges' in allergrößten Höhen ist die Frage außerordentlich wichtig, ob der Mensch überhaupt fähig fft, den äußerst niedrige» Luftdruck größter Höben zu ertragen. Noch den neuesten, in dieser Richtung unternommenen Versuchet kann das bezweifelt werden. Wenn es auch noch nicht möglich gewesen fft, die Experimente gewissermaßen on Ort und(Seile vorzunehmen, Gtso etwa In einer Höhe von 14 000 Metern, so kann man doch in einer Unterdruckkammer leicht denselben niederen Luftdruck er zeugen, der in solchen Höhen herrscht. Die beiden Mitarbeiter der Deutschen Derjuchsanstall für Luftfahrt, Dr. Kaiser und Dr. Gilbert, unternahmen zunächst an Tieren einige Vorversuche bei einem Luft- druck, wie er einer Höhe von 12000 Metern entspricht. Mäuse und Rallen ertrugen diesen niedrigen Luftdruck ganz gut. weuu sie ihm nicht gar zu lange ausgesetzt wurden. Dann setzt« sich Dr. Giiberi selbst einem Druck aus. wie er einer Höhe von 14 300 Metern entspricht. Bis zu einer Nennhöhc von 13 000 Meter behielt der Forscher sein volles Bewußtsein, du- er dann aber verlor. Nach Abschluß des Versuches wußte er weder, daß er ohnmächtig ge- worden war, noch daß er Krämpfe bekainmen hatte. Älbstverständ- sich war die Sauerstoffzusuhr während des Experiments künstlich geregelt. Schon aus diesem ersten Versuche geht hervor, daß der Mensch zwar den moderen Luftdruck großer Höl)en erträgt, daß cr aber nicht mehr voll bei Kräften bleibt und sogar das Bewußt sein verlieren kann. In einem zwellen Versuch waren die Bc fchwerden noch viel heftiger. Schon bei 6000 Meter'Nennhöhc wurden die Gliedmaßen scheinbar zentnerschwer, Nassnbluten und Weranschwellungen stellten sich ein, und in 8000 Meter Nennhöhe ging das Bewußtsein verloren. Me man schon aus Rekordhöhen- flügen weiß, treten solche Störungen anscheinend allgemein bei 6000 bis 8000 Meter Höhe ein, trotz künstlicher Sauerstoffzusuhr. So haben denn diese ersten Versuche gezeigt, daß in großen Höhen der Mensch die Herrschaft über seinen Körper mehr oder wenige'- rasch versiert. Wert» man also in die Stratosphäre fliegen will,- muß mau wo!)l luftdichte Kabinen haben, in denen der gewöhn Luftdruck herrscht. � Tkealer, Lickispiele usw. j ScÄt-t nn. t TenttfL a tut*'h dir lukvwn IRI IPieiul-BM. Wadienli.: 5D, 50 PI.-3«. Geraldin« u. Joe, End, Power osvr. voiüsDOiine fdMttr imSlllivülatii 8 L'hr Frühlings Erwachen Staatl. 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Westen* Täglich 8V, Uht Stg. 4 u. S'k Uhr :rlederSfce IRer VJsiicrioifl E von Franz LehAr| Tpianon-Tli.wS,Tr SV, Uhr Elisabeth Strickrodt in „Die Ballerina des Kiuigs" Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8'„ Uhr Max Adalbert als Nante am Fl Q gel Rudolf Nelson Aröeiler. Angestellte u. Beamte sollen sich nach den Beschlüssen desGeu-erkschaftskongrosso». der Genossenschaftstage, des Ailgemeiuenfreien Angestelltcn- bundes und des Allgemeinen D"'schon Bcamtenbtxndes nur versichern bei dem eigenen Unternehmen, der WM Volhsiiirsordc 6ewertt«dtaffUdi-6«nosseBSiliaüi. versldieranits- AHücngcseUsöiall Auskunft ertdtfen ber.w. Muterfnr versenden kostenlos die Rechimngsstelle Berlin, Ritterstraße 126. oder der Vor- «tand der Volksfürsorge in H araburg 5. An der Alster 58/d9. Rcchnungsstelle 28. Mariendort: Berthold Bo- deutsch. 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