BERLIN Dienstag 12. November 1929 Der Abend Erfcheinttäglich aufer Sonntags. ' Zugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW68, Lindenstr. 3 66 Spalausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 532 B 265 46. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßschecktonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 87536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Sowjet- Terror gegen Bauern. Sogar das Wasser wird abgesperrt. Bor Mostan lagern Zehntausende von russischen Bauern, hauptsächlich deutschen Kolonisten, die von der russischen Regierung die Auswanderungserlaubnis erbitten, weil fie fich auf dem Lande nicht mehr ernähren können. Der Zuzug von Flüchtlingen, die aus Not Haus und Hof verlassen haben. wächst täglich. Wir sind in der Lage, aus einem demnächst in der Zeifschrift Osteuropa erscheinenden Bericht des in Mostau arbeitenden deutschen Agrarwissenschaftlers Profeffor Dr. Auhagen einige Ursachen dieser Nöte aufzuzeigen. Nach diesem Bericht steht die ruffifche Agrarpolitik vor einer Katastrophe. Die Durchführung des berühmten Fünf Jahres- Plans hat auch die Errichtung sogenannter Rollettivwirtschaften in ganz Sompjetrußland zum Ziele, durch die es gelingen foll, die Beiftung der Bandwirtschaft in relativ furzer Zeit durch ihre Industrialisierung zu vernielfachen. Die landwirtschaftlichen Betriebe merben zu gemeinsamer Feldarbeit zufammengefaßt, wobei der Staat die Maschinen, das Saatgut, das Zuchtvieh, die Wirtschaftsgebäude usw. fiefern soll. Der Bericht zeigt, daß der 3 u ft rom aur Rollettive unter den Bauern geradezu stürmisch ist, nicht aber deshalb, meil das System der Kollettiomirtschaft Erfolg hat, sondern bie Methoden der russischen Agrarpolitit insbesondere die neueren Methoden der Getreidebereitstellung fo entfeßliche Folgen haben, daß für die Bauern nichts bleibt, als die Flucht in die Kollettive. 97 Brofeffor Auhagen schreibt über diese Methoden: Formal beruht das neue Berfahren auf der freiwilligen" Selbstverpflichtung der Bodengemeinde, in Wirklichkeit bebeutet es die Rüdtehr zur 3 mangseintreibung, zur Probraswerstka", also zu jenem Syftem, das zur Zeit des Kriegstommunismus" die bäuerliche Wirtschaft zum Verfall brachte und das Lenin am 21. März 1921 beseitigte." " Die Methode, die Produktivität der Landwirtschaft gewaltsam zu steigern, beruht darauf, daß die Ernte von der Behörde regel mäßig überschäßt wird, und daß den Bauern eine Auflage zur Getreideablieferung gemacht wird, die meist die ganze überhaupt erzielte Ernte übersteigt. Im Bezirk Slawgorod in Sibirien, mo 30 000 deutsche Kolonisten wohnenes sind die, die zum großen Teil jetzt als Flüchtlinge vor Mostau liegen hatten 30 Höfe eine Ernte von 1500 Bud, wurden aber zur Ablieferung von 3093 Bud verpflichtet, was nur durch 3ufauf von Getreide und Berfauf von Vieh und Mobiliar möglich ist, wenn die Erfüllung über haupt gelingen kann. 200 andere Höfe hatten eine Ernte von 25 000 Bud und wurden zur Ablieferung von 34 000 Bud verpflichtet. Erfolgt die Ablieferung nicht nach Borschrift, so werden Geld. ftrafen im fünffachen Betrag des rückständigen Getreides ver hängt, nach Nichtzahlung folgt die Pfändung der ganzen Habe und darauf die Versteigerung. Was bei diesen Bersteigerungen erzielt wird, ist geldlich nichts, für die versteigerten Bauern aber das Todesurteil. Prof. Auhagen schreibt darüber: Bei Zwangsversteigerungen find z. B. in der Krim erzielt worden( ein Rubel gleich 2,16 m., eine Ropete gleich 2,16 Bf., nach heutiger Rauftraft etwa nur die Hälfte. D. R.): für eine Dresch maschine( 8, PS) 25 Rubel, für Pferde und Kühe je 3 Rubel, für Hühner 1 Kopere, für ein Bett mit Zubehör 1 Rubel, für einen Diwan 50 Kopelen, für einen Stuhl 5 Ropeken, für Gehöfte, deren Gebäude nach den Gestehungskosten mit 10 000 bis 20 000 Rubel zu bewerten wären, in vier Fällen: 20, 31, 54 und 100 Rubel. In Sibirien ist in allerlegter Zeit ein Wohnhaus mit Blechdach für 4 Ropeten, eine Göpeldreschmaschine für 5 Ropeten versteigert worden; hier tann man nicht allein von Spottpreisen sprechen, nicht einmal der Schein der Versteigerung wird aufrechterhalten." Einen wirklichen Begriff von dem furchtbaren Schicksal der Bertriebenen fann man nur in den eigenen Worten des Bericht erstatters bzw. der Bertriebenen selbst gewinnen. Es heißt in dem Bericht von Profeffor Auhagen: Was wird nun aus den vertriebenen Unglüdlichen, soweit fie nicht eingeferkert find? Ihnen ist oft nichts gelaffen, als was sie auf dem Leibe tragen. Ringsherum Armut und vor allem Furcht Wer die Geachteten aufnimmt, feht sich der Gefahr aus, demfelben Schicksal zu verfallen oder dem„ Bontott", der ihn vom Bezug aller Waren aus dem Konfumverein und hier und da felbft von der Wafferentnahme(!) aus dem Gemeindebrunnen ausschließt. Glücklich ist eine Familie zu nennen, die irgendwo meit ab in einem Stallverschlage Unterschlupf gefunden hat. Ein Reichsdeutscher aus ( Fortlegung auf der 2. Seite.) Selbstmord Dr. Arons. Der flüchtige Notar in Konstantinopel vergiftet aufgefunden. Der Berliner Rechtsanwalt und Nolar Dr. Aron, der, wie erinnerlich, vor einigen Wochen nach erheblichen Beruntreuungen geflüchtet war, hat jeht nach einer Meldung in konftantinopel im Hotel Castigliche mit feiner Frau Selbstmord verübt. Rechtsanwalt Dr. Aron hatte bekanntlich in einem Abschiedsbrief an seinen Sozius und an feine Verwandten seine Berfehlungen eingestanden und weiter mitgeteilt, daß er außerhalb Berlins feinem Leben ein Ende machen wolle. Alle Anzeichen deuteten jedoch zunächst darauf hin, daß Rechtsanwalt Dr. Aron die Flucht ergriffen hatte, da er vorher erhebliche Gelder von seiner Bant abgehoben und sich die Pahvifa für mehrere Länder besorgt hatte. Der Polizei war es nicht geglüdt, positive Spuren von dem Defraudanten, der in Begleitung seiner Frau Berlin verlassen hatte, aufzufinden. Welche Motive Dr. Aron jetzt noch veranlaßten, nachdem etwa vier Wochen seit feiner Flucht aus Berlin vergangen sind, doch noch Hand an sich zu legen, ist noch nicht zu ermitteln gewefen. Die Gesamtfumme, die Rechtsanwalt Dr. Aron unterschlagen hat, beziffert fich auf etwa 2 Millionen Mart, und zwar ist eine Pflegschaftsfumme von ihm angegriffen worden, und außerdem hatte er kommunalobligationen, die er von verschiedenen Städten für von ihm gewährte Kredite erhalten hatte, weiter ver. liehen. Da er auf diese Obligationen felbst welt höhere Darlehen nahm, als er felbft Kredite gegeben hatte, und außerdem auch weit höhere Zinfen zahlen mußte, war schließlich der Zusammenbruch unvermeidlich. Katastrophe bei Dessau Vor dem Dessauer Hauptbahnhof hat sich am Sonntag ein Schweres& ifenbahnunglückereignet. Fünf Beamle wurden getötet, mehrere Passagiere Schwer verletzt. Unser Bild zeigt die Trümmer der elekIrischen Lokomotive und des Gillerzugs. Wächter Schulz wieder verhaftet. Wegen Blutschande an feiner 13 jährigen Zochter. 3m Fall des Wächters Schulz, der unter dem Berdacht fland, an der Ermordung der kleinen Hilde Zäpernid be. teiligt gewefen zu sein, scheint eine nicht vorausgeahnte Wendung zu nehmen. Schulz ist wegen Blutsch an de, begangen an seiner dreizehnjährigen Tochter, neuerdings verhaftet worden. Geständnis abgelegt hat, geschah ganz unerwartet. Das Ehe Die Festnahme des Schulz, der bereits ein umfassendes paar Schulz fam im April dieses Jahres mit seinen fünf Rinbern aus Stettin nach Berlin. Der Vater der Frau kaufte der Familie ein Laubengrundstück und richtete ihnen dort eine Wohnung ein. Die älteste Tochter, die jetzt 13 Jahre zählt, blieb wegen Platzmangels bei den Großeltern. Nur Sonntags und in den Schulferien war sie draußen in der Laube. Am Sonntag, dem 3. November, war das Mädchen wieder draußen gewesen. Bei der Heimkehr fiel dem Großpater das seltsam verstörte Wesen des Mann wollte aus diesem Grunde das Mädchen am letzten Sonntag Kindes auf. Schließlich kam die Wahrheit ans Licht. Der ältere nicht wieder hinausgehen lassen. Da erschien Frau Schulz und erklärte dem Vater, sie müsse die Tochter mit hinausnehmen, da ihr Mann sie sonst totschlage. Die Verwandten erstatteten Anzeige. Schulz wurde in der Laube festgenommen. Aus den Schilderungen der Frau und der Tochter geht hervor, daß beide unter dem Einfluß des Mannes schwer zu leiden hatten. Die Berfehlungen begannen vor etwa vier Jahren. Die jetzigen Befundungen stehen im direkten Gegensatz zu dem, was bei der Morduntersuchung ausgefagt wurde. Es fiel damals auf, daß Frau Schulz schwer hörte. Sie erklärte es mit der Folge einer schweren Erkältung. Jetzt fagt sie, die Gehörstörung fäme daher, daß der Mann sie oft geschlagen habe. Ihre Zurückhaltung in bezug auf ihre Aussagen führt fie auf Furcht vor Brügel zurüd. Als Schulz selbst gestern einem Berhör unterzogen wurde, geftand er bald das ihm zur Last gelegte Verbrechen. Er wird noch heute bem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Oberbürgermeisterwahl in Braunschweig. Gozialdemokratischer Kandidat. Rechtsanwalt Dr. Aron ließ sich Unterschlagungen im Amt und auch bei privaten Geschäften zuschulden kommen. Er hatte fogenannte gute Freunde, berufsmäßige Gelbverleihar, die ihn in Kommunalanleihen engagierten. So hatte Aron Kommunal. papiere der Stadt Waldenburg in Höhe von 3 Millionen Mart fehr hoch beliehen, als die Restzahlung des Leihgeldes fällig war, stellte fich Arons Zahlungsunfähigkeit heraus. Bei diesen Geschäften murde die Stadt Waldenburg, die erst ver turzem schwere Berlufte erfitt, wiederum um 600 000 m. geschädigt. Ganz besonders scheint sich Rechtsanwalt Aron mit einem Gelbagenten namens Beiser eingelassen zu haben, einem Mann, der ber- its 28mal den Offen. barungseid leistete und die Zubilligung des§ 51 in der Tasche hat. Um seine großen Verluste zu decken, machte er Lombardge= Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat nach sorge schäfte, für die er an die Wucherer bis zu 14 Pro3. Binjen zahlen fältiger Sichtung der zahlreichen Bewerbungen um den Oberbürger mußte. In einer Pflegschaftssache, die ihm als Rechtsanwalt anmeisterposten den 38 Jahre alten Stadtrat Dr. Ernst Böhmevertraut war, sind von 400 000 m. in bar und zwei Hypotheken- Magdeburg als Kandidaten erforen. Da die Sozialdemokratie briefen zu je 750 000 m. nur noch 285 000 m. vorhanden. In im Braunschweiger Stadtparlament von 35 Sigen 19 inne hat, ist einem Abschiedsbrief hatte er seinerzeit ein Geständnis abge. die Wahl Böhmes, die in der nächsten Woche stattfinden wird, als tegt und seine Berpflichtungen auf etwa 2 Millionen Mart anlegt und seine Berpflichtungen auf etwa 2 Millionen Mart an sicher anzusehen. Der verstorbene Oberbürgermeister mar ein ,, parteigegeben. lofer Demokrat", Braunschweig, 12. November.( Eigenbericht.) Sowjet- Terror gegen Bauern. ( Fortsegung von der 1. Seite.) der südlichen Ukraine ruft verzweifelt aus: Man verlangt von mir jezt noch mehr ich soll 1000 Bud stellen, geerntet habe ich nur 750, jetzt sagt man mir; Benn Sie 1000 Bud nicht stellen, dann machen wir Ihnen Protokoll und versteigern Ihr Hab und Gut." Sollen wir denn verhungern? Betteln kann teiner mehr. Gut." Sollen wir denn verhungern? Betteln kann keiner mehr. Es ist kein Brot mehr da. Beiter bleibt nichts mehr, als zu verhungern." Ginen anderen ganz ähnlichen Bericht gibt Auhagen aus der Krim. Dann fährt er fort: ,, Und noch furchtbarer ist die Lage in den sibirischen Miß erntegebieten, wo innerhalb der grenzenlosen Schneewüste in weiten Abständen die vom Hunger bedrohten Dorfgemeinden ihr abgeschlossenes Dasein führen. Eine unglückliche Mutter, deren Mann joeben zu Gefängnis und Verschicung verurteilt ist, schreibt ihren geflüchteten Berwandten: ,, Wenn wir das vorher gewußt hätten, wie es uns geht, so wären wir auch dort, wo Ihr seid. Jetzt sollen wir den Nalow( Landmirtschaftssteuer. Die Red.) aufzahlen 389 Rubel und Islischti( Getreideüberschuß, der nicht vorhanden ist. Die Red.) 343 Rubel, und weil wir es nicht hatten, so haben sie uns alles aufge: [ chrieben von Pferden und Wagen bis an die Eßgabeln und Löffeln, Bettsachen, Mehl und Weizen, nun alles was sie gesehen haben. Die Frucht und Mehl habe ich alles müssen in die Kooperazija abgeben. Der...( der Mann der Briefschreiberin) ist arretiert und schon gerichtet, auf ein Jahr siten und ein Jahr verschickt auf Arbeit, und das Sach nehmen sie mir alles weg, und wie man hört, wollen sie uns aus den Häusern jagen und dann wohin im Winter und ist kein Brot da. Möchte einem das Herz verlagen in solchem Jammer. Da fonnte man sich auch nicht wegnehmen, weil das zu schnell ging, und niemand wollte es nehmen, jeder hatte mit sich zu tun, da laufen sie heute hin und her und wissen nicht mohin. Ich habe mit Tränen geschrieben. Da läuft man mit Zittern und 3agen herum und schaut zum Fenster hinaus, ob sie nicht tommen und nehmen das Sach alles weg. Es hat heute geheißen, daß heute bei uns und X... und 3. und 3.versteigert wird, aber sie haben bei B und bei C... versteigert. Jetzt fagen sie, unser Sach ist festgestellt, das holen sie ohne versteigert, und so wird es uns allen gehen, wo schon aufgeschrieben ist. Es ist bei 16 oder bei A 17 Wirten aufgeschrieben." Prof. Auhagen fährt fort:„ Die meisten dieser Unglücklichen sind völlig ratios; weder auf Obdach noch auf Arbeit haben sie an spruch; Aufnahme in ein Kollektiv oder die Gewerkschaft ist ausgeschlossen. Die Konsumgenossenschaften mit ihren leichter erschwing lichen Preisen sind ihnen versperrt. Auf die Frage wohin?" antwortet die Behörde: Na proiswol ssudby", das heißt: Wie euer Geschides wil I. Sie können nur illegal weiter zu leben hoffen; legal find fie in die Steppen hinausgejagt und den Wölfen preisgegeben." ,, Nur diese Jagd nach Getreide," so fährt Prof. Auhagen nach dieser Schilderung fort ,,, fann es erklären, wenn hier und da Bauern, die im Berdacht stehen, Getreide versteckt zu haben, mit fofortigem Erschießen bedroht werden und wenn hierbei, wie es in der Kolonie Grünfeld bet Kriwoj Rog geschehen ist, dem unschuldig Bedrohten der Lauf der Pistole in den Mundgezwängt wird. Bor allem aber ist der Terror dort entfaltet worden, wo die Bildung von Großtollettiven, die Rollettivierung ganzer Gemeinden und Rayons ( örtlicher Berwaltungsbezirt) beschlossen ist. Jeder Widerstand dagegen soll rücksichtslos gebrochen werden; die Lojung lautet hier: Bernichtung aller befieren Wirtschaften und Rechtung aller derjenigen Bauern, bei denen eine besonders starte Abneigung gegen den Eintritt in die Kommune vorausgesetzt wird. Zugleich wird die Kommune dadurch gefördert, daß hauptsächlich ihr das Land und Inventar der vernichteten Wirtschaften zufällt. Die Wirkung dieser Politik ist nunmehr in der Massenflucht ber deutschen Bauern zutage getreten. Gegenwärtig Anfang November haben sich in den Vororten Moskaus gegen zehntausend Flüchtlinge angesammelt. Jeder weitere Tag bringt neuen Zuzug. Konkurs der Beamtenvereinigung. Mißwirtschaft des Vorstandes. Nachdem jetzt innerhalb furzer Zeit die Baut für Deutsche Beamte in konturs gegangen und die Bant der höheren Beamten in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist, hat am heutigen Dienstag das Amtsgericht Berlin I den konturs gegen die Berliner Beamtenvereinigung eröffnet. 0 Die Berliner Beamtenvereinigung befand sich schon seit dem Mai dieses Jahres in einer sehr schwierigen Lage, denn nach dem damals aufgestellten Status standen den Attiven in Höhe von 1997 000 m. Bajjiven in Höhe von 3910 000 m. gegenüber. Die schwierige Finanzlage war burch eine wirkliche Mis wirtschaft des Vorstandes hervorgerufen worden. Gegen den Vorstand merden fehr heftige Borwürfe erhoben. Die Opposition hatte ihm in ihren Anträgen an bas Amtsgericht vorgeworfen, daß der Bermögensverfall der Berliner Beamtenvereinigung durch un ehrlichkeit und Leichtsinn herbeigeführt worden sei. Aus diefem Grunde wurde auch gegen mehrere Borstandsmitglieder bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet, die heute noch schwebt. Weiter wurde dem Vorstand vorgeworfen, daß die Eröffnung des Vergleichsverfahrens böswillig verzögert worden sei. Im Jahre 1927, so wurde zur Begründung dieser Behauptung ausgeführt, habe ein Vertrauensmann des preußischen Innenministeriums durch Stellung von Anträgen für eine Generalverfammlung versucht, die Einsetzung einer Prüfungskommiffion herbeizuführen, die die Verlustgeschäfte des damaligen Borstandes aufdecken sollte. Das Amtsgericht hat nunmehr den kon turs eröffnet. Der gegenwärtige Vorstand der Berliner Beamtenvereinigung hat, wie wir hören, heute beim Landgericht I, also der übergeordneten Instanz, Beschwerde gegen das Konfursverfahren erhoben. Haag wartet auf den Volksentscheid. Briands Vorbereitungen für die zweite Konferenz. Studentenkrawalle. Nationalsozialisten provozieren linksstehende Studenten vor der Universität. Heute mittag, kurz vor 12 Uhr, kam es nach einer Protestversammlung der sogenannten„ Allgemeinen Studenten. fchaft", einem Zweigverein der aufgelöften Deutschen Studentenschaft, zu prügeleien im Universitätsgebäude. Die Bersammlung war einberufen, weil der Universitätsrektor, Profeffor Schmidt, der Allgemeinen Studentenschaft verboten hatte, plakate für einen von ihr veranstalteten Universitätsball" in der Universität auszuhängen und die Karten für diesen Ball in der Universität zu verkaufen. Wegen des unverschämten Auftretens der Vertreter der Allgemeinen Studentenschaft" brach der Rektor jede Verhandlung mit der Allgemeinen Studentenschaft" ab. Auf der Kundgebung, die hinter der Universität auf dem Hegelplah stattfand, fprach der Borsitzende der Allgemeinen Studentenschaft", Hoppe, in fehr scharfen Ausdrüden gegen den jetzigen Reffor, und brachte eine protestrefolution zur Verlesung, die von den Studenten der Rechtsverbände angenommen wurde. Am Schluß der Kundgebung wurde das Lied Burschen heraus!" und" Deutschland, Deutschland über alles" gefungen. Die anwesenden Nationalsozialisten benahmen sich besonders provozierend. Von den nationalsozialistischen Studenten geführt, zogen die Teilnehmer der Kundgebung, nachdem sie noch den früheren reaktionären Rettor His hochleben ließen, zur Universität und rempelten jüdisch aussehende und linsstehende Studierende an. Sie riefen fortwährend: Heraus mit dem Reftor! Und wiederholten den Borwurf des Herrn Hoppe, der Rektor habe sich unakademisch verhalten. Im Beſtibül der Universität drangen sie auf fommunistische und fozialdemokratische Studierende ein, von denen sich einige vor der Uebermacht nur durch einen Sprung durch die Fenster in den Garten retten tonnten. Berschiedene Studenten wurden bei der Prügelei blutig geschlagen, ehe das von den Beamten der Universität herbeigerufene Ueberfalltommando, das unter Führung des Obersten Heimannsberg und des Polizeipräsidenten 3örgiebel eingriff, die Universität räumen tonnte. Bon der Polizei wurden einige der Prügelhelden, die mit Stöden und Gummifnüppel bewaffnet waren, verhaftet. Schließlich mußte zur Räumung der Hörsäle geschritten werden. Hakenkreuz und Sowjetstern. Rowdytum als höchftes Ziel.- Gozialdemokrat muß helfen! Gestern nacht tam es in der Gräzstraße in Treptow wieder zu einem schweren Zusammenstoß zwischen National fozialisten und kommunisten. Die Gegner gingen mit Hieb- und Stichwaffen aufeinander los und beschossen sich gegen [ eitig. Die Schaufensterscheiben der Borwärts"-Ausgabestelle wurden zertrümmert. Einige Nationalsozialisten und Kommunisten wurden verletzt. Die Nationalsozialisten hielten in Treptow im Restaurant Nitschte eine Bersammlung ab. Von dieser Versammlung aus englische Botschafter, mit dem Briand die Beschlüsse des Organifationsfomitees der Internationalen Reparationsbant, und die Mög lichkeiten für die baldige Einberufung der zweiten Haager Konferenz durchsprach Die bedeutsamiste Unterredung Briands war jedoch die mit dem deutschen Botschafter von Hoesch. Dieser soll, wie der„ Matin" zugesteht, gewisse Aufklärungen über die Kammerreden Briands und Tardieus zur Räumung der dritten Rheinlandzone gefordert haben. Briand sei es an Hand des Journal Officiel" leicht gefallen zu beweisen, daß Tardieu durchaus den gleichen Standpunkt wie er selbst vertrete habe, daß namentlich die Räumung der dritten Zone erst nach der Ratifizierung des Young- Planes und der Haager Beschlüsse beginnen könnte. Im übrigen habe Tardieu sogar noch Sorge getragen hinzuzufügen, daß, wenn diese Bedingungen erfüllt feien, Frankreich feineswegs die Räumung in die Länge zu ziehen gedente. Bon Hoesch habe daraufhin den Wunsch geäußert, meldet der„ Matin" weiter, die Vorbereitungen für die zweite aager Konfe. renz möglichst zu beschleunigen, damit die Bedingung erfüllt werden fönnte. Er habe dabei auch betont, daß, wenn das Hugenberg- Bolts. begehren auch vier Millionen Stimmen zusammengebracht habe, die endgültige Bolksabstimmung deswegen doch einen Mißerfolg erleiden werde. Briand seinerseits aber habe dem Botschafter zu bedenken gegeben, daß es nicht nur untiug, sondern auch antidemo fratisch wäre, nicht vorher die Entscheidung der Bolksabstimmung abzuwarten. Die Haager Konferenz tönne nicht gut in Ruhe beraten, solange die öffentliche Meinung des Schuldnerlandes fich noch nicht endgültig ausgesprochen habe. Wenn man auch die fefte Ueber. zeugung haben könne, daß die Boltsabstimmung gegen die Deutsch nationalen ausfallen werde, so sei dies doch noch nicht die notwendige volle Gewißheit. Berleumder aus Prinzip. Das nennt sich auch„ Marrismus". Durch Nazis und Kommunisten ist in die Deffentlichkeit ein Rashemment on gebracht worden, der keine Steigerung mehr zuläßt. Statt fachlicher Argumente herrscht die wüftefte Schimpferei, herrscht die ekelhafteste Beschmuzung von Personen. Die Kommu nisten, deren Auftraggeber in Mostau ein stolzes MaryEngels- Institut" unterhalten, üben sich in Deutschland, alle Behren von Marg und Engels in einer Schlammflut von persönlichen Gemeinheiten zu ersticken. Und Moskau nicht das hungernde, um Brot und Mehl anstehende Bolt, sondern das offizielle Moskau I a cht über soviel Margismus und Materialismus". stürmte ein Trupp von 100 Nationalsozialisten im Laufschritt zur Grägstraße. Sie hatten es auf die Ausgabestelle des„ Vorwärts" in der Gräßstraße 50 abgesehen, die mit den Wahlplakaten der Partei dekoriert war. Die Nationalsozialisten traten mit den Füßen gegen die Jalousie, bis die Schaufensterscheibe zerplitterte. Ein anderer Trupp der Nationalsozialisten stürmte bis zum Lokal von Wüstenhagen in der gleichen Straße. Dort waren Kommunisten versammelt. Die Nationalsozialisten und Kpmmunisten gerieten sogleich in eine schwere Schlägerei. Mit Dolchen, Messern und Schlagringen wurde aufeinander eingeschlagen und gestochen. Aus der Schlägerei wurde dann ein regelrechtes eu e ra gefecht. Bon beiden Seiten wurden eine ganze Anzahl Schüsse abgegeben. Ein Stahlhelmer murbe dadurch schwer verlegt. Die Kommunisten flüchteten in ihr Berkehrslokal und schlossen sich dort ein. Den schwerverletzten Spediteur der Belt am Abend", ihren Barteigenossen, ließen sie liegen und sorgten vor allemt für die eigene Sicherheit. Der ,, Borwärts"-Spediteur Medlenburg alarmierte das Ueberfallfommando und nahm den verletzten Kommunisten in sein Geschäftslokal. Unter feiner Mithilfe wurde der Schwerverletzte verbunden und nach der Unfallstelle gebracht. Der eintreffenden. Polizei gelang es, 20 Nationalsozialisten, die zum großen Teil schwer bewaffnet waren, zu verhaften. Auch das Lokal, in dem die Kommunisten sich eingeschlossen hatten, wurde durchsucht. Es wurden Revolver, Dolche und Messer gefunden. Bon der Bevölkerung in Treptow wird lebhaft kritisiert, daß die Polizei nicht energifch genug gegen die randalierenden Nationalsozialisten porgeht. Die Polizei war schon mehrfach aufgefordert worden, in der Gräzstraße für verstärkten Schuß zu forgen. 3u der blutigen Schlägerei erfahren wir von der Polizei no folgendes: Sturz nach Mitternacht marschierten mehrere Nationalsozialisten, die von einer Versammlung heimfehrten, durch die Graeßstraße. In einem Lokal in der Graetzstraße 49 befand sich eine größere Bahl Kommunisten, die beim Erscheinen der Hafenfreuzler fofort auf die Straße stürmten. Es tam zu einer blutigen Schlägerei und mit allen möglichen Stich, und Hiebinstrumenten gingen die Gegner aufeinander los. Blöglich fielen mehrere Schüsse Der Stahlhelmann Heinz in der aus der Ratiborstraße, der sich unter den Nationalfozialisten befand, wurde von zwei Kugeln in das Becken und in den Arm getroffen. Der Schwerverlegte wurde ins Urban Krankenhaus gebracht. Der Kommunist Richard Strang aus der Ratiborstraße erhielt mehrere Messerstiche; er tonnte nach Behandlung auf der Rettungswache wieder entlassen werden. Durch Beamte des alarmierten Ueberfallfommandos wurden insgesamt 25 Personen festgenommen und ins Polizeipräsidium gebracht. | zu sagen, bezieht dieser kommunistische Schwer und Vielverdiener folgende Monatseinnahmien afs Stadtinspektor( Behalt). Unbefoldeter Stadtrat im Magistrat( Entschädigung) Unbesoldeter Stadtrat im Bezirk( Entschädigung). Stadtverordneter( Diäten) etwa Bezirksverordneter( Diäten) etwa Landtagsabgeordneter( Diäten). . . • 450 M. 500" 230 " 70 " 20 " 750 " 1 Das sind zusammen 1970 m. in einem Monat oder 23 640. im Jahre! Wie in Neukölln, so beziehen Kommunisten als besoldete Stadträte auch in anderen Bezirken jo fette Gehälter". Sogar Herr Degner hat sich nicht gescheut, das Geld anzunehmen, auch nicht Herr Bösel in Berlin- Mitte und die ausgeschlossenen oder noch nicht ausgeschlossenen Herren in den übrigen Bezirken. Man sieht, der Materialismus hat bei den Kommunisten schon Nur Materialismus, das heißt, von der großen Geschichtsauferstaunliche Fortschritte gemacht. Dom historischen faffung, die Marg und Engels begründeten, haben sie feine Borftellumg. Dafür plätschern sie im Sumpf fleinbürgerlicher Berleumdung und Berdächtigung. So verbreiten fie neuerdings in Lighten berg ein Blatt, das den sozialdemokratischen Bürgermeister Stimming beschuldigt, einem Bauunternehmer Binder Bauauf träge zugeschoben" zu haben. Dabei ist den Kommunisten sehr gut bekannt, daß die Aufträge sämtlich im Submissions. wege vergeben und dem Unternehmer als dem Mindest fordernden durch die Baudeputation zugeschlagen wurden. In 95 Proz. der Fälle haben sogar die fommunistischen Mitglieder dieser Vergebung zugestimmt! Die Beschuldi. gung wird also wieder besseres Wissen aufgestellt. Für die Berleumdung zeichnet verantwortlich Reichstagsabgeordneter Hans Pfeiffer. Er ist immun und braucht für seinen Schwindel nicht einzuftehen. Auf der gleichen Lügenstufe steht auch die Behauptung Pfeiffers, Stimming habe von jenem Bauunter nehmer ein Haus zur Verfügung gestellt" bekommen. In Wirklich. feit hot Stimming das im Jahre 1912 erbaute Haus( mit, zwei Wohnungen) im vorigen Jahre täuflich erworben. Aber die Berleumdung ist nun einmal zum Brinzip der KPD. erhoben. Keine Blockade aegen Frauen und Kinder Lebensmittel follen frei paffieren- erklärt Hoover. Washington, 12. Nouember.( Eigenbericht.) Der amerikanische Staatspräsident Hoover betonte am Montag anläßlich des Waffenftilstandstages in einer Rede vor der ameritanischen Legion, daß Amerita bereit fei, in Uebereinstimmung mit den anderen beteiligten Staaten jeden Schrift zur Seeabrüftung zu fun. Die bevorstehenden Londoner Beratungen über dieses Problem würden sicherlich zu einem erfreulichen Ergebnis führen. Immerhin dürfe bei aller Bereitschaft zur Abrüftung die Verteidigungsbereitschaft eines Landes nicht außer acht gelaffen werde. Aber fchon jeht sei der Zeitpunkt gekommen, um vor allem der Uushungerung von Frauen und Kindern in Kriegszeiten ein für allemal und gründlich ein Ende zu machen. Die Lebensmittelschiffe follten fünftig ähnlich rie die Sofpitalschiffe als außerhalb jeder Kriegsaftion stehend betrachtet und als neutral behandelt Das neueste auf diesem ,, marristischen" Boden Gewachsene ist, daß man in den Wahlaufrufen die vermutlichen Einnahmen fozialdemokratischer Kandidaten in Fettbrud hinstellt Paris, 12. November.( Eigenbericht.) und dann verlangt, diesen Geldfäden" feine Stimme zu geben! Die Borbereitungen zur Einberufung der zweiten Haager Konfe- Daß ein sozialdemokratischer Bürgermeister oder Stadtrat nach der renz scheinen jetzt in Gang zu tommen. Außenminister Briand allgemeinen Beamtenbesoldungsordnung befoldet wird, ist nun hinempfing am Montag zunächst den bulgarischen Gesandten in reichend bekannt. Ebenso bekannt aber ist, daß auch die kommuBaris, mit dem er sich über die Verhandlungen in der Oft- Repa- niftischen Stadträte nach derselben Ordnung ihre Gehälter beziehen. rations Rommission unterhielt, wo Bulgarien in den legten Tagen Davon Ichweigt aber die kommunistische Presse. Sie verschweigt dem Beispiel Ungarns folgte und große Schwierigkeiten machte. ihren Lefern, daß 3. B die tommunistischen Stadträte Briand soll dem Gesandten, wie der Petit Parisien" zu melden Dr. Schminke- Neukölln 17 000 m., Cude- Neukölln 17 000 21. meiß zu bedenken gegeben haben, welch schweren Fehler die als Jahresgehalt beziehen; fie verschweigt weiter, daß der bulgarische Regierung begehen würde, wenn sie den von der Kom unbefoldeie fommunistische Stadtrat Raddah- Neukölln miffion gemachten Borschlag auf 50prozentige Ermäßigung der Reparationsschulb ablehne. Der zweite Besucher bei Briand war der ein Jahreseinkommen von rund 23 000 m. hat. Um es ganz genau| werden. " Prämie für Aufruhr. Das Urteil von Neumünster: Nur einige Wochen Gefängnis Jm Neumünffer Bauernprozeß wurde am heutigen Dienstag vormittag folgendes Urteil gefällt: Es wurden verurteilt: Walter Muthmann wegen zweimaligen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 1 Monaf Gefängnis, Adam Roß wegen einmaligeu widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 3 Wochen Gefängnis, Martus Thieß wegen Widerstandes und Körperverlehung zu 2 Wochen Gefängnis, mag Best man mird freigesprochen, Rudolf Jens wegen Beamtenbeleidigung zu 50 Mart Geldstrafe(!!) verurteilt. Johannes Hell wird freigesprogen Rachdem der Staatsanwalt gegen den Haupttater Muthmann fünfpiertel Jahr Gefängnis, gegen die übrigen Beteiligten entsprechende Freiheitsstrafen beantragt hatte, mutet das Urteil außer. ordentlich milde an. Man darf auch ohne meiteres sagen: hätten sich etwa Industriearbeiter in dieser Weise gegen die Monate Gefängnis erhalten, wie die Bauern von Neumünster Bolizei zusammencerottet, fo hätte jeder von ihnen dreimal soviel Wochen. Auch die größte wirtschaftliche Notlage wie Arbeitslosig. feit, Aussperrung usw. mürbe nichts daran geändert haben, daß die gesamte Rechtspreffe über die Betreffenden als„ Mob" und Jan bagel" hergezogen wäre und so das Gericht zuungunsten der Ange flagten beeinflußt hätte. Sobald es sich aber um Rechtsradikale handelt, dann ist es ganz etwas anderes! Die Wilde erscheint um so auffälliger, als der Hauptverurteilte Muthmann gleichzeitig einer beram meisten belasteten Bombenleger ist. Er gehört nicht etwa zur eingefeffenen Bevölkerung, sondern ist einer jener Landsknechts- Desperados aus dem Ehrhardt- Kreise, die jedes Feuer in der Landbevölkerung schüren, um ihr eigenes Süppchen daran zu wärmen. Privat wirtschaft Bürgerliche Methode. ELEKTRIZITATSWERDE Verkehr Gaswerkt Wenn ich dem Bären den Honig meiner Wahlver prechungen hintalte, vergißt er vielleicht seine Wachsamkeit und läßt mich an die öffentlichen Betriebe ran." Die idiotische Heeresleitung. Langemard im Lichte der Strategie. J Bon der Langemard Feier im Sportpaloft weiß Hugenbergs 2... unter anderem zu berichten: ..Generalleutnant a. D. von Altro schilderte danach. als Militärhistoriker diese heldische Todesepisode der Studentenregimenter non Langemard und pern, diese schaurige Episode, die Wendepunkt der Kriegführung, die wenn man so lagen darf der Geburtstag der Materialschlacht war. Und die unferen ganzen Offiziersnachwuchs mit einem Male hinweg: affte." Eine Heeresleitung, die ihren gesamten Offiziersnachwuchs sinnlos als Kanonenfutter abschlachten läßt, verdient zum min deften idiotisch genannt zu werden. Merken die Rationalisten gar nicht, daß fie, je brünstiger fie den Langemard Stultus treiben, često schärfer die totale Unfähigkeit einer dreimal heiligen Dersten Heeresleitung an den Branger stellen?! Theater Mufifilm. Bom Teufel geholt." Komödie. Diese Neuinszenierung Reinhardis gehört zu den besten Aufführungen der Saison. Das Wunderbare an Regie, Bühnenbild foll hier Hamsun gespielt werden. Und es wird Hamsun gespielt. und Spiel ist, daß hier tein Theater im Theater gemacht wird. Es Denn es ist in letzter Zeit Mode geworden, Autoren und ihre Stüde nur der neuen Auffassung wegen mieder auf den Spielplan zu bringen, nur um zu zeigen: Hallo, tommt alle in mein Theater, denn ich bringe das Besondere Don Carlos als Jazz Revue, mit „ Songs" natürlich. jeiner Anlage unterscheiden lassen, sein Reichtum an Figuren a... allen Sphären der Menschen- und Märchenwelt, die Bielfarbigkeit des szenischen Inhalts, der lebhafte Wechsel der Situationen und Stimmungen... all dies zusammen macht die Inszenierung zu vollsten Aufgaben, die je der Opernbühne gestellt worden sind einer der Lockendsten und zugleich schmierigsten, verantwortungshemmungslosen Glauben an die Sache und unerschöpfliche Phantasie, often Aufgaben, die je der Opernbühne gestellt worden sind 3weierlei fordert sie vom Theater: Glauben und Phantasie, ihn in Bühnenrealität umzusetzen. Gläubige Phantasie: das ist die schöpferische Kraft, die in dieser neuen Aufführung, fruchtbar ge= waltet und sie zu einem seltenen Theatererlebnis gemacht hat. Siemperer hat fie mit seinem ständigen Mitarbeiter, Ewald Dülberg, der diesmal auch für die Regie verantwortlich zeichnet, Es sind Hamsunsche Menschen, die hier spielen. Sie spielen uns ihr Leben vor. Zusammengebrängt in die tnappe Frist eines Nach geschaffen. Noch nie hat ihre gemeinsame Arbeit wie hier ein fünft mittags und des anschließenden Abends zeigt uns der Dichter, lerisches Gesamtergebnis gezeitigt, das auch den Gegner überMühe und einzigartigem Scharfblic ist hier aufgebaut, was die nommenheit des Herkommens neue, nämlich reine Gestalt zu Ursprung, Wachstum und Reife einer Tragödie. Mit unendlicher eugen muß ja, in der Tat auch die grundfäßlichen Gegner des Hauses, die jeden Vorsatz, einer alten Oper ohne BoreingePersonen sprechen und tun. Nachher macht alles den Eindrud unbe dingter Lebensechtheit. Es ist Leben, denten mir, in das mir hier geben, als Borstoß willkürlicher Neuerungsfucht und Experimentierhineingerieten ,, und wir sehen uns alles an, verwundert, mitgerissen Lust zu diskreditieren versuchen. Es würde ihnen diesmal nicht ge und gebannt: Ja, ja, so ist es wirklich. Und dabei ist in Wahrheit nicht zuletzt für alle Rollen eine Besetzung zu Gebote, die höchste lingen. Zum besonderen Glück der Aufführung stand obendrein und alles fo fompliziert, die Charaktere, funstvolle Goldschmiedearbeit, nicht zuletzt für alle Rollen eine Belegung zu Gebote, die höchste unendlich zart ziseliert und gehämmert und alle Ursachen, wie beim Ansprüche erfüllte. An der Spige der Tamino hans Fidessers, Bersteckenspiel, sorgfältig verborgen. Das eigentliche, das einzig feltenste Berbindung von Märchenprinz und Mozartfänger; und wichtige, das Spiel selbst, geschieht hier hinter den Stirnen dieser neben ihm der wahrhaft luftige, menschlich gewinnende Bapageno Menschen, ste reben zum Teil ganz andere Dinge, deuten an, ohne Frig Krenn; und Käthe Heidersbach, eine anmutige, aufzudecken und mur Schlaglichter fallen auf die Szene des eigent.ichön fingende Bamina; und Jarmilla Novotna, Martin lichen, des echten Dramas, das hinter diesem ersten( dem von uns Abendroth, Irene Eisinger; und vor allem auch der gefehenen) geschieht. Es find Menschen, unerbittlich getrieben von prachtvolle Sprecher Friedrich horrs, herübergeholt aus der ihrem Blut, verzehrt von leidenschaftlicher Gier nach Erfüllung ihres Bauberflöte" der Lindenoper, deren fatale Crinnerung er wedt. Schicksals, aber Menschen, bei denen man das nicht gleich sieht. Sie Klaus Pringsheim. stellen gleichsam sich selbst vor ihr Ich hin, damit man nicht bemerit, wer sie sind. Hamsunsche Menschen. Da ist Alexander Blumenschön, der hintende Antiquitätenhändler, der in sich Selbstsucht, Brutalität und verlogenes ,, Gefühl einer ganzen Gesellschaftsklasse beherbergt. Aber nicht als Inpus, als Mensch. Und er hat ein Berhältnis mit Frau Juliane Gihle, jenem früher berühmten Kabarettstern Juliane, der jetzigen reichen Frau des reichen Greifes Gihle. Diese Juliane altert und man sieht im Berlaufe der Handlung, daß sie sich mit der legten, verzehrenden Kraft sich nie ergebender Leidenschaft an Blumenschön hängt. Sie gehört zu jenen, die nicht ,, loslassen" fönnen, und so treibt sie durch Häfen der Selbsttäuschung und Lüge der Katastrophe zu. Es stellt sich heraus, daß Frau Juliane den Blumenschön lange Jahre hindurch unter Be. nugung des Händlers Gislejen erhalten hat, indem sie ihm billig Antiquitäten zukommen ließ, die sie dann teuer wieder zurüdtaufte. Sie betrog sich selbst im Glauben, er ahne nichts von ihrer Hülfe. Ihr Selbstbetrug wird zerstört, Blumenschön verläßt sie unter Mitnahme von Geld und Wertgegenständen und sie finder letzte Sensation in den Armen eines Negertutschers. Richard Romanomffŋ ist als alter Herr Gihle ein charmant selbstsüchtiger, verblöteter Greis mit feinen" Umgangs formen. Kultivierte Gemeinheit. Herrlich! Lucie Höflich als Frau Juliane Gihle, die Frau an der Grenze, fiebrig, jugendhungrig, gehegt, ein sprungbereites Tier, mit Händen, die nicht loslassen fönnen, gespenstisch schön. Der Nabob Eugen Klopfers, ein aligewordener Junge, gespannt von echtem inneren Leben, ein alter, feiner Segler auf voller Fohrt durch die Brandung. Ostar Homolta leistet als Alexander Blumenschön Großes, er ist von eckiger, wuchtiger Gemeinheit, unfähig, etwas anderes außer sich selbst gelten zu lassen. Bon atemraubender Berbiffenheit und Tragif. Julius Falkensteins Leutnant Lynum eine Holzfigur feinster Schnißarbeit, ein lächerlich verbohrter Ehrenritter, der, weil er bis zum Leizten durchhält, erschüttert. Grete Mosheims Fanny Norman schließlich, die wunder. boll herbe, lichte Brauf! Diese fühle, graujam nüchterne Anmut ist Hamsuns Traumgestalt, wie er sie in Ban" und Biftoria" zeigt. In dieser Mädchenhand ruht taum mertlich der Knoten des Stückes. Das hat May Reinhardt erkannt. " Alexander von Sacher- Masoch. Bolfsbühne und Republikoper. Alte Violenmufif. Ein ungewohnter Name Name einer ungewohnten Sache lodte die Konzertbesucher der Boitsbühne. Hat er nur ge lockt? Wancher vielleicht, der sich nichts Rechtes darunter vorzu stellen wußte, ist diesmal aus Borfidyt ferngeblieben: er hat eine der schönsten, wertvollsten Darbietungen des Musifjahres verjäumt. ,, Alte Violenmufit"-man ist, erster Einbrud, bezaubert von dem edlen Klang und wundervollen Zusammenflang dieser alten Stretch Eine Serie von Gelbstmorden. mente( an die uns heute faft mir noch der Name der in Auf der U- Bahn. unferer Mufit bräuchlichen Biola" erinnert);, man ist es dank dem meisterlichen Zusammenspiel des ,, Münchner Biolen quintetts" und man wird dieses Spiels in einer Folge von Heute vormittag fplelte sich auf dem U- Bahnhof Fehr- Stüden froh, in denen und durch die eine ferne Welt lebendig belliner Plah in Wilmersdorf ein aufregender Borfall ab. Kurz nach 10 Uhr warf sich eine junge Frau plöglich vor die Räder eines einfahrenden U- Bahnzuges. Der Fahrer bremste mit aller Kraft, doch gelang es ihm nicht, den Zug noch rechtzeitig zum Halten zu bringen. Die Lebensmüde wurde überfahren und auf der Stelle getötet. Von der alarmierten Feuerwehr wurde der Bagen, unter dem die Unglückliche lag, gehoben und die Leiche geNach den polizeilichen Ermittlungen handelt es sich um eine 25 Jahre alte Frau Susanne Cohn aus der Osnabrücker Straße 21. Der Grund zu der Tat ist bisher noch unbekannt. borgen. Mit Zyanfali. Im Schlafzimmer seiner Wohnung in der Freisinger Straße 15 in Edjöneberg wurde heute früh der 32jährige Jahnarzt Dr. Maner tot aufgefunden. Die ärztliche Untersuchung ergab den Tod durch Zyantali. Auch in diesem Falle ift das Motiv zu dem Ber 3meiflungsschritt nicht bekannt. Sturz aus dem Flugzeug. Curtis Field( Long Island), 12. november. Einen bisher wohl einzig dastehenden Selbstmord verübte hiar ein 18jähriges Mädchen. Es mietete fich ein Flugzeug zu einer Rundfahrt über dem Flugplatz. In einer Höhe von etwa 450 Meter forderte das Mädchen den Piloten auf, noch höher zu fteigen, und sprang dann in einer Höhe von etwa 600 Meter aus dem Flugzeug hinab. Das Mäden hatte während des Auf fteigens des Flugzeugs einen Brief geschrieben, in dem es als einzigen Grumb für den Selbstmord Bebensüberbruß ongab. „ Hochverrat" Universum. Troß seines Titels hat der Film eigentlich nichts mit Politik zu tun. Den Drehbuchverfassern war mir daran gelegen eine packende, spannende Liebesgeschichte mit triminellem Einschlag zu schreiben. In Warschau beteiligt sich eine junge Fürstin an einem Attentat gegen einen Großfürsten. Sie flieht in die Wohnung eines ihr gänzlich unbekannten Studenten, der sie schützt. Sie entkommt, der Student aber mird, mährend sie in Zürich auf ihn wartet, nady Sibirien verbannt. Der Verlobte der jungen Fürstin erfährt durch den Geheimdienst ihre Verbindungen. Er will den jungen Studenten, den seine Braut lieb gewonnen hat, in Sibirien ermorden lassen, doch entkommt der Gefährdete. Zum Schluß siegen nicht, wie das im Leben meistens der Fall ist, die niederträchtigen Gewalthaber, sondern es triumphiert das junge, treu sich liebende Baar. Johannes Meyer führt eine ausgezeichnete Regie. Er versteht sich auf Spannung sowohl wie auf Stimmung und läßt feine Schauspieler wahre Menschen gestalten. Darum übt diefes Werf einen tiefen Eindruck aus. Gerda Maurus jab besser aus als je und fam, mas natürlich wichtiger ist als das Aussehen, zu einer beachtenswerten schauspielerischen Leistung, die man ihr nach der Frau im Mond" fauen mehr zugetraut hatte. Gustav Fröhlich, der nicht nur die Begabung zum jugendlichen Lieb haber, sondern auch das Können zum intelligenten Charolierdarsteller hat, war gemessen in der Rolle des Studenten, die er jeelisch erlebte. Famos war Leopold von Ledebour als Großfürst. Er gestaltete ihn nach der Auffassung Ich bin ich, was nach mir tommt, ist nichts und was zu mir fommt, muß friechen" Harry Frant erwies sich in einer kleinen Rolle als guter Gestalter und der Photograph Friedrich Weinmann war mit Können und Begeisterung bei der Sache. ,, Vom Humor der Juden." e. b. Unter diesem Stichport sprach in einer Matinee des Re. naissance Theaters Ludwig Hardt Dichtungen non Heine, Beter Altenberg, Scholem, Aleichem und Beter Banter: ver. schieden im Thema und in der Tendenz, nerwandt im geistigen Alima, in der ironischen Gesamthaltung, die bis zur Selbstperfiflage führt. Hardt gelingt die höhnende Satire Heines ebenso schön mie die zärtlich- melancholische Musik Beter Altenbergs, er lebt bas Leben der Dichtung, von der Konzeption des Gesamtkunstwerts aus wird jebe Einzelheit beziehungsvoll durchsichtig. Ludwig Hardts Leistung geht aber noch über die eines bloßen Rezitators hinaus. Als ein unermüdlicher Propagandist echter tünstlerischer Berte, als ein be hutsamer Bermafter großen Klassischen Sprachgutes erwedt er benjenigen Sinn für die Dichtung, den eine pedantische Philologie an den Schulen und Universitäten in ihren Objekten für immer zu perschütten sich berufen hält. Und noch jenseits der ästhetischen Erziehung: Hardt wagt eine entschiedene politische und soziale Kritit. fich mit dem politischen Wollen der von ihm erwählten sozialistischen Er stellt mit Vorliebe zeitgemäße Verbindungslinien her, identifiziert Autoren und ist auch um scharfe Glossen eigener Prägung nicht verlegen. Zu bebauern bleibt einzig, daß eine Veranstaltung, die auf so intensive Weise der Kultur des Geiftes dient, durch die Höhe der Eintrittspreise mur einem sehr beschränkten Kreis zugänglich ist. Yvette Guilbert. W. Sch. wird, eine Art von verlorenem Mufitparadies sozusagen: jene innere Einheit und fruchtbare Harmonie gesellschaftlichen Mustzierens, der die Musik des ausgehenden Mittelalters und der Das war eher Haus- als Renaissance ihre Blüte verdantt. Konzertmufit, tunstvollste, nicht nur tunstfertigste Hausmufit freilich in einer Zeit, die so glücklich war, den tunstfeindlichen Begriff unferer Konzertöffentlichteit" noch nicht zu ahnen... Bülowplay, mit seiner warmen Holzarchitektur, ermöglichen, ja beDie akustischen und optischen Verhältnisse des Hauses am günstigen die Wirkung so intimen Mufizierens, eine Wirkung nicht nur im ästhetischen Sinne. Viele haben leider diese seltene men auch, wie wir hoffen, nicht unwiederbringliche Gelegenheit verwürdige Matrone in den Saal, um schon mit den ersten Worten, fäumt, viele auch aus dem nicht in der Boltsbühne organisierten Konzertpublikum. Längst find ja diese Musikmatineen der Boltsbühne als ständiger Wert des Berliner Musillebens befannt, weit hinaus über die Kreise der Mitglieder. Aber vielleicht würden sich nichtmitglieder" in noch größerer Zahl einfinden, wäre ihnen nicht der Bezug von Eintrittskarten durch die Bestimmungen des Hauses unnüt erschwert-ober wären wenigstens diefie gebrudten Be stimmungen fo tlar formuliert, daß jeder fie versteht. „ Die Zauberflöte" in der Republifoper. Ein großer Abend der Republitoper, vielleicht der beste, vollkommenste, glüdlichste feit ihrem Bestehen, ein Abend faft beispiellofen Erfolgs und des Triumphes für die bee, der sie dient: Mozarts Bauberflöte" in neuer Inszenierung. Gin Bühnenwert wie dieses, ein fo emig und allgemein mensch lidez, für alle Beiten einmalig- unfonventionelles, ist an feinen Zeltstil, hinsichtlich seiner Berwirklichung an feine Ueberlieferung, teine| Borschrift gebunden. Die Bielheit bar Stilgattungen, die sich in In einem antiquierten Kostüm rauscht eine würdige, liebensder ersten Beste Proben einer nichts weniger als antiquterten Kunst zu geben. Rein Lavendelduft; feine welfen Blüten; teine fentimen tael Erinnerung an Vergangenes. In einer Zeit, die in einer Dreigrafchenoper" attuelle Berte entdeckt hat, muß diese vette Guilbert fo jung wie je zuvor erscheinen. Zu den Reizen eines Bäntelfängertums mit seinen tragikomischen Einbliden in anonyme Lebensbezirte treten die Reize etnes fprühend feinen Efprits. Na tionaler Charme und persönlicher Charme fließen zu einer lebendigen Erscheinung zusammen. Doette präsentiert zwölf Frauentypen". mühelos schlüpft sie in die verschiedensten feelischen Charaktere und 3uftände. Dabei zeigt sie einen besonderen Sinn für das Bolkstüm liche. Der fede, robuste Strich ihrer Zeichnung verhindert nicht die leiseren Nuancen. Im Gegenteil: gerade die zarten Stufungen, bie halben, verflingenden Töne machen den Zauber dieser Rhapsodin. Aroma ist alles... Dazwischen eine Harfenfolistin, Mrs. Mildred Dilling. Sie entlodt behende einem von Haus aus spröden Instrument er W. Sch. ftaunlich viel farbigen Glang. Gewerkschaftlicher Aufbau Bor furzem wurde dicht neben dem Berliner Gemertschaftshaus, an der Ede des Engelufers und des Michaelfirchplages, der Grundstein gelegt zum Bermaltungsgebäude des neuen ,, Gesamtverbandes der Arbeit. nehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen und Warenverkehrs". Unser Bild zeigt den projektierten Bau. Er mar ursprünglich auch als Berwaltungsgebäude für den Hauptporstand des Deutschen Verkehrsbundes geplant, mun mird er dem neuen größeren Verbande dienen. Gegenwärtig herrscht am Michaelfirchplatz ein reges Treiben. Wäh rend auf der einen Seite noch ausgeschachtet wird, redt fich auf der " anderen schon das Gerippe der Eisenträger hoch. Der Entwurf für Diesen gewaltigen Bau stammt von den Architekten Gebr. Taub u. Hoffmann, denen auch die Bauleitung übertragen ist. Bauausführende Firma ist die Bauchütte Berlin, Soziale Baugesellschaft m. b. H.". Das Gebäude ersteht auf einer Grundfläche von 2600 Quadratmeter und wird eine Straßenfront von insgesamt 100 Meter haben. Es soll ein Erdgeschoß mit 700 Quadratmeter Ladenflucht, vier Bureaugeschoffe mit zusammen 5500 Quadratmeter Nußfläche und ein ausgebautes Dachgeschoß für Archingmede mit 930 Quadrat meter Rußfläche enthalten. Neben den Berwaltungsbureaus bes Hauptnorstandes des ,, Gesamtverbandes" sollen in dem Gebäude eine | merden. DEUTS Druckerei und verschiedene andere Wirtschaftsbetriebe untergebracht Es ist ferner vorgesehen die Schaffung eines großen, 160 Personen fassenden Sizungsfaales, eines fleineren für etwa 60 Personen und vier Sizungszimmer für je 25 Personen. Der Verkehr zu den oberen Räumen wird durch drei Treppenhäuser und durch zwei Personenaufzüge und einen Paternoster vermittelt werden. Die Straßenfront wird mit Muschelfalt verkleidet, während die Hoffronten Keramitverkleidung erhalten. Der Hauptzugang be. findet sich am Engelufer. Jedenfalls wird das Gebäude gerade megen seiner schlichten Linienführung und Formenschönheit das Auge jedes Baffanten bannen. Wie am 17.November gewählt wird Besondere Stimmzettel für Männer und Frauen. Das Stirnrunzeln des Bölferbundes. Macdonalds Guildhall Rede. Condon, 12. November. Auf dem Lordmayor- Bantett in der Guildhall teilte der Lord mayor mit, daß Bremierminister Macdonald und Schazkanzler Snowden zu Ehrenbürgern der Stadt London ernannt morden seien. Sodann gab Macdonald einen Rückblick auf die bisherigen großen Friedenswerte, um für die Zukunft den definitiven Frieden und die Weltabrüstung zu prophezeien. In diesem Augenblid fehren unsere Truppen nach England zurüd Zwei Drittel sind schon aus dem Rheinland zurückgezogen worden und die übrigen werden bis 15. Dezember Deutschland verlassen haben. In diesem Augenblid werden auch unsere französischen Freunde die zweite Zone vollständig geräumt haben. Die dritte Zone wird mitte nächsten Jahres geräumt sein. Der Völker. bund hat seine moralische Autorität vermehrt. Ein Stirnrun zein des Bölferbundes wird balb mehr gefürchtet sein, als eine Nation in Waffen. Wenn dieser Tag angebrochen sein wird, wird der Frieden endgültig gesichert sein." Macdonald fam auch auf die englisch- amerikanischen Flottenabrüstungsverhandlungen zu sprechen und meinte, er bestrebe sich nicht mur, zwischen England zwischen allen Nationen. Zum Schluß erklärte er die Gerüchte, und Amerika die Basis einer Einigung zu finden, sondern auch daß England die Diskussion über die Freiheit der Meere auf der nächsten Seeabrüstungskonferenz vorschlagen werde, für falsch Wenn man daran denkt, daß das Problem der Freiheit der Meere nur afut werden kann, wenn die Kriegstrompeten geblasen werden, dann wird jeder verständige Mann und jede verständige Frau be greifen, daß das schnellste und sicherste Mittel zur Lösung dieses Problem darin besteht, zu verhindern daß die Kriegstrompeten jemals wieder geblasen merden.( Beifall.) Neue Baisse in New Hort. New York, 12. November. Gegen Schluß der New- Yorker Börse erfolgte gestern ein neuer Rurseinbruch, wobei die Rüdgänge der gehandelten Berte auf insgesamt fünf Milliarden Dollar geschäzt werden. Die neue Baiffe begann um 21 Uhr, als die Stahlwerte erheblich nachgaben, morauf auch andere erstklassige Papiere fantfen. Sofort jetzte eine neue starte Abgabe ein und der Effektenmartt wurde einen Augenblic von Banif ergriffen. Zum Schluß fanten die Kurie meiter, als man erfuhr, daß an der Lebensmittelbörse die Firma Wahlzelle in den Umschlag gelegt hat. Zur Kennzeichnung des Wahlzelle in den Umschlag gelegt hat. Zur Kennzeichnung des Montford und Malone in Ronfurs geraten ist. In drei BörsenWahlvorschlages auf den Stimmzetteln wollen sich die Wahlberechstunden wruden insgesamt 3 357 000 Aftien gehandelt. Die Attien tigten mit einem Bleistift, Tintenstift oder Buntstift versehen. der United States Steel Corporation fanfen um 12 Dollar auf 159% und die der Westinghouse Elettric um 12 Buntte auf 118. Ebenso gaben Baumwollwerte nach, dagegen blieben Staatspapiere behauptet. Jeder Wähler muß in beiden Stimmzetteln den Wahlvorschlag. dem er seine Stimme geben will, in einwandfreier Weise tenn zeichnen. Dies geschieht am besten dadurch, daß in den neben jedem Wahlvorschlag an der rechten Seite des Stimmzettels befindlichen leeren Kreis ein Kreuz gesetzt wird. In jedem Stimmzettel darf Die Wahlen der Stadtverordneten und der Bezirksver- mandem zur Wahl zulassen, der seinen Stimmzettel nicht in der ordneten in Berlin finden in einem gemeinsamen Wahlgange am Sonntag, dem 17. November 1929, in der Zeit von 9 bis 18 Uhr( 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags) in den von den Bezirksämtern durch Säulenanschlag zur öffentlichen Kenntnis gebrachten Wahlräumen statt. Die Stimmabgabe fann nur in dem Abstimmungsbezirk er folgen, in dessen Wählerliste der Wähler eingetragen ist. Auch In haber von Bahlicheinen tönnen nur in dem Abstimmungsbezirk mählen, zu dem ihre Wohnung gehört; die Auswahl eines beliebigen Wahlraumes ist für diese Wahlen nicht zulässig. Jeder Mahlberechtigte muß zur Stimmabgabe persönlich im Wahl. raum erscheinen. Eine Stellvertretung ist unzulässig.. Wähler, die des Lesens unkundig oder durch förperliche Gebrechen behindert find, ihren Stimmzettel eigenhändig auszufüllen oder in den Umfchlag zu legen und diesen dem Wahlvorsteher zu übergehen, dürfen fich mit Bustimmung des Wahlvorstandes im Wahlraum der Beis hilfe einer von ihnen bestimmten Bertrauensperson bedienen. Suche dein Wahllokal! Weißt du schon, wo du am 17. November zu wählen hat? Suche rechtzeitig dein Wahllokal, damit du nicht erst am Wahltage danach juchen mußt. An den Anschlagsäulen in der Nähe deiner Wohnung sind Die Stimmzettel für beide Wahlen find amtlich bergeschon jetzt die amtlichen Bekanntmachungen ausstellt und werden am Wahltage in je einem Stüd für jede Wahl gehängt, aus denen du die Lage deines Wahllokals er. den Wahlberechtigten im Wahlraum ausgehändigt. Sie bestehen für die Stadtverordnetenwahl aus weißem, für die Wahl der Bezirksverordneten aus hellgrünem Papier. In den Stimmzetteln sind sämtliche zugelassenen Kreiswahlvorschläge und Bezirkswahlvorschläge mit dem Namen der Partei( Kennwort) und den Namen der ersten vier Bewerber eines jeden Wahlvorschlages enthalten. Als Ueberschrift führen die Stimmzettel die Bezeichnung: Wahl der Stadtverordneten 1929 Berliner Wahlkreis" und Wahl der Bezirksverordneten 1929 Verwal tungsbezirf.." Nur diese amtlichen Stimmzettel dürfen bei den Wahlen verwendet werden. " " Auf den weißen Stimmzetteln für die Stadtverordnetenwahl find noch die Bermerte Stimmzettel für Männer" in schwarzem Drud bzw. Stimmzettel für Frauen" in hellbraunem Drud enthalten. Die hellgrünen Stimmzettel für die Wahl der Bezirksverordneten enthalten diese Bermerke nicht. Ter auf den Stimmzettel befindliche, für Männer und Frauen verschiedene Kopfaufdruck dient lediglich statistischen Zweden. Beide Stimumzettel dürfen nur in einem amtlich abgestempel ten Umschlag, der ebenfalls im Wahlraum ausgehändigt wird, dem Wahlvorsteher übergeben werden. Das Hineinlegen der Stimm zettel muß unbeobachtet in den in jedem Bahlraum aufgestellten Bahlzellen geschehen. Der Wahlvorster darf nieTheater. Lichtspiele usw. Dienstag, 12. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 247 20 Uhr Madame Butterfly Dienstag, 12. 11. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 19 Uhr Lohengrin Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. Vorst. 82 20 Uhr Salome am Gendarmenmarkt A.-V. 218 20 Uhr Ein besserer Herr Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr: Treibjagd Winter Garten⭑ . 8 Uhr Zentr. 2819 Rauchen erlaubt Jise Bois, Jrvin Sisters etc. sehen kannst. Verjäume nicht, dich schon jetzt darüber zu informieren, wo du am 17. November deine Stimme für die Sozialdemokratie abgeben wirst. nur ein Wahlvorschlag gekennzeichnet werden. Stimmzettel, die mehrfach oder überhaupt nicht gekennzeichnet sind, sind ungültig. Bom Hauptwahlamt wird an die Wahlberechtigten die dringende Bitte gerichtet, das Wahlrecht, soweit möglich, bereits in den Bormittagsffunden auszuüben. Regenschauern böige westliche Winde. Für Deutschland: Ja Wetter für Berlin: Rühles unbeftändiges Better, nach einzelnen Im Süden meist trübe mit Regenfällen, im übrigen Reiche veränder liches Better mit Schauern, nirgends wesentliche Temperature änderung. RUNDFUNK AM Dienstag, 12. November. Berlin. ABEND 16.05 Bernhard Hetz: Der deutsche Uebersee- Postverkehr. 16.30 Orgelkonzert 16.55,, Zur Lektüre lebender Dichter" 17.15 Hotel Esplanade: Unterhaltungsmusik. 17.40 Ing. Boehmer: Technische Wochenplauderef. 18.00 Stunde mit Büchern, Blick in die Zeit.( Am Mikrophon: Studienrai Monzel.) 18.30 Unterhaltungsmusik. 20.00 Singakademie: Sinfoniekonzert. Dir.: Generalmusikdirektor Herm. Scherchen. 1. M. Reger: Sinfonischer Prolog, op. 108.- 2. E. Toch: Kleine Ouvertüre( Uraufführung). 3. J. M. Hauer:" Violinkonzert op. 54 ( Uraufführung)( Stefan Frenkel, Violine).-4. Mozart: Sinfonie D- Dur ( K.-V. 504).( Königsberger Rundfunkorchesetr.) Nach den Abendmeldungen Bildfunk. Königswusterhausen. 17.30 Oskar Baum, Prag: Der Blinde im Reiche der anderen. 18.00, Mersmann: Musikverstehen. 18.30 Französisch für Fortgeschrittene, 18.55 Das Baugewerbe. Zur Beschleunigung des Wahlgeschäfts wollen die Wähler die Auffindung ihres Namens in der Stimmliste dadurch erleichtern, 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. daß sie zuerst ihre Wohnung und dann ihren Namen dem Wahlvorsteher nennen. Gleichzeitiges Erscheinen zusammengehöriger Familienmitglieder beschleunigt ebenfalls die Abfertigung. Die Mitnahme geeigneter Ausweispapiere mird empfohlen. Allen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Durchführung des Wahlgeschäfts vom Wahlvorsteher getroffenen Maßnahmen ist Folge zu leisten. Nach 18 Uhr( 6 Uhr nachmittags) werden nur noch diejenigen Wahlberechtigten zur Stimmabgabe zugelassen, die um 18 Uhr bereits im Wahlraum anwesend waren. Volksbühne Lessing- Theater Barnowsky- Buhnen Theater am Bülowplatz 8 Uhr Frühlings Norden 10846 Gruppe funger Schauspieler Täglich 8% Uhr Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr Die erste Erwachen Cyankali Mrs. Selby Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Mitt. 4, Stg. 4 Uhr Märchenvorst. Hans Urian Treibjagd geht nach Brot Staatsoper am Platz der Republik 8 Uhr mit Fritzi Massary Komödienhaus GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Deutsches Theater D. 1. Norden 12 310 8% Uhr 19.20 Robert Saltschick: Volk und Klassenkampf. 20.00 Lieder.( Else Wachsmann, Alt. Am Flügel: Waldemar Liachowsky.) 20.30 Von Breslau: Magazin". Eine Hörfolge von Max Ophüls. Berantwortl. für bie Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin Berlag: Borwärts Berlag G. m b S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin 38 68. Lindenstraße& Sierau 1 Beilage. Kammerspiele 3 Musketiere Der Kaiser D.1. Norden 12310 Regie: ERIK CHARELL. 3 Sonntag nachm. ungek. halbe Pr. v.Amerika 7% Uhr von Bernard Shaw Zum 1. Male Reg: Max Reinhardt Zor gefl. Ansicht Die Komödie Frederik Lonsdale Täglich 8% Uhr CASINO- THEATER 11 Bismck.2414/ 7516 Gustaf Gründgens Der Hühnerhof Tom Teufel geholt Franz Dworsky. Philharmonie v Tristan Bernard 8 Uhr Lothringer Straße 37 Neu! Täglich 8 Uhr Neu! Vertagte Hochzeitsnacht! Salome Sinfonie- Konzert Metropol- Th. und ein erstklassiger bunter Teil. Theater am Schiffbauerdamm 84 Uhr Pennäler SCALA des Philharm. Orch Dirig. Prol. I. Prower Viol- Konz D- durBrahms( Holst) Sinf. aus der neuen WeltDvorak. Eintritt 1 Mk Tägi. 2 Vorstell 5 and 82 Uhr Barbarossa 9256 Preise 1-6 M. Wochento.: 50. 50 PL- 3 M. Geraldine u. Joe, Etté, Power usw. PLAZA Tag. 5 u. 815 Sonnt. 2,5 u. 815 Alex. E. 4.8066 INTERNAT. VARIETE 8 Uhr Lebár dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Für unsere Leser: Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M Trianon- Th. Merkur Theat. v. Westens 8 Uhr 2391 Tägl. 8 Uhr Elisabeth Strickrodt Marietta in ,, Die Ballerina B.5 Barbarossa 557 des Königs" abende am Sternen- Kleines Theat. 16% Uhr Herbsthimmel 18 Uhr Rätsel des Sternenlichtes Merkur 1624 Täglich 8 Uhr 20% Uhr Bis an die Max Adalbert Grenzen der Welt Eintritt 1 Mark Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. als Nante am Flügel Rudolf Nelson Musik v. 3skar Straus Käthe Dorsch Michael Bohnen Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 844 Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank 8% Uhr von Knut Hamsum Regie: Max Reinhardt Lustspiel von Regie: Bühnenbilder: ROSE Gr. Frankfurter -THEATER Straße 132 Teleph.: Alexander 3422 u. 3 94 Täglich 8 Uhr ( Sonntags 5% und 9 Uhr Die leichte Jsabell eden Sonnabend 5 Uhr nachni u. Jeden Sonntag 280 Uar Frau Holle Großes Ausstattungsmärchen Jeden Mittwoch 5 Uhr Das tapfere Schneiderlein Das lustigste aller Märchen. Th. a. Nollendorfplatz Reichshallen- Theater Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich 8 Uhr Gastspiel des Deutschen Theaters Die Fledermans Regie: Max Reinhardt. Direktion Dr. Robert Kleir Deutsches Abends& Sonntag nachm. 3 ,, Bei de Stettiner" Ulk- Revue. Nachmittags halbe Preise, volles Programm! Billettbest Zentrum 11263. Dönhoff- Brett: Familien- Varieté Konzert Tanz Künstler- Theat Renaissance- Theater Barbarossa 3937 8 Uhr Seltsames Zwischenspiel v. Eugene O'Neil Regie: Heinz Hilpert Sonntag, 17 Nov. 3.15 Uhr Die andere Seite in der Premierenbesetz Preise 0.50-8 M Berliner Theater Dönhoff170 8% U Zwei Krawatten von Georg Kaiser Musik Spoliansky Sonnta 17 November 315 Uhr Zwei Krawatten Preise 0,50-8.00 M Täglich 8% Uhr Krankheit der Jugend Regie Gust. Hartung. Neu aufgenommen Metall ett stellen 18 MONATS RATEN auch bis 18 Berlin.Leipzigerstr.122-123 e Beilage Dienstag, 12. November 1929 Der Abend Shalausgabe des Vorwire Arzt, Krankenkasse, Patient Ein Landarzt plaudert aus seiner Praxis gesprochen werden, trop der drei Besuche. Ich lenne man den Mann schon jahrelang und habe schon ähnliche Fälle mit ihm durchgemacht. Sobald das Krantheitsgefühl in ihm feftmurzelt, ist es vorbei und er macht sein Bierteljahr Krant. beit weg, und wenn seine ganze Ernte liegen bleibt. Dann ist er im medizinischen Sinn wirklich frank ohne jede Begehrlichkeit. In solchen Fällen heißt es eben frühzeitig vorbeugen, mit be stimmter, aber nicht verständnislofer Zurechtmeifung. Es gibt Fälle, wo ein Außenarbeiter unter schwierigsten Arbeitsverhältnissen nicht einen Tag versäumt, plötzlich durch irgendeine Gelegenheitsurfache versagt in einer Zeit, die viel günftiger und angenehmer ist zum Geldverdienen, und zwar nur durch eine einfach neurasthenische Insuffizienz. Dhne jeben Krant heitsbefund versagen Leute, auch nichtversicherte, oft plöglich, und feiern längere Zeit, mo fie größten materiellen Schaden erleiden, da oft das Krankengeld nur einen Bruchteil ihres Berdienstes aus macht. Und wie ftets mit Drüdebergern und Medizinfresserm? Mein Freund, der Holzfäller. Der Holzhauer verläßt mein Sprechzimmer. Es freut mich inuner, wenn dieser Mann in mittleren Jahren, den ich einfach Albert nenne, zu mir fommt, da weiß ich, es fehlt ihm mirt lich was. Solchen Leuten hilft man schon gern. Mein Freund Albert und ich, wir tennen uns schon seit 6 Jahren. In jedem Jahre mußte er einigemal meine Hilfe in Anspruch nehmen. Eine äußerst hartnädige Trichophytleertranfung an Händen und Kopf veranlaßte ihn, fast 3 bis 4 Wochen lang zu mir zu kommen, ein andermal wegen erfrorenen Füßen mit offenen Wunden, dann wieder ein großer und schmerzhafter Gehörgangsfurunfel, eine Berbrennung und hin und wieder ein kleiner Abizeß. Albert tommt immer abends, nach Feierabend, eine besondere Ber günstigung für berufstätige Leute. In den 6 Jahren, wo ich Albert tenne, hat er nicht einen Tag gefeiert, obschon ich einige mal ihm nahegelegt hatte, zur befferen Bundheilung zu Hause zu bleiben, besonders, als er mehrere Frostgeschmüre an den Beinen hatte. In solchen Zeiten ist er allerdings täglich gelommen, und ein guter Pflasterverband mit fester Binde darüber verhüteten eine Verzögerung der Heilung durch Berufsarbeit. Ebenso hat er seine Drüdeberger find meist örtlich bekannt, und die even Berufsarbeit bei täglicher energischer Behandlung einer tiefen Tricho- tuellen Vorteile bei ihrem Feiern liegen meist tlar zutage. Solche phytie nicht unterbrechen brauchen. Jeden Tag ging es hinaus in berechnenden Krantfeierer find aber im allgemeinen sehr felten, den Wald, bei 20 Grad Kälte und einem halben Meter feltener, als daß deshalb das ganze System der Krankenversiche Schnee. Kaum einer von den hiesigen Holzhauern ist während rung umgeändert werden müßte. In größeren Orten, wo vielleicht dieser Zeit zu Hause geblieben, dabei verschiedene mit Bronchitis, die Beziehungen zwischen Arzt und Patienten nicht so persönlich leichter Angina und sogar etwas Fieber. Wenn es nicht ganz sind, mögen vielleicht die Verhältnisse anders sein. Ganz so schlimm schlimm ist, sind die Leute einfach nicht zu Hause zu wird es dort auch nicht sein. Einfühlen in die wirtschaftliche halten. Sie tommen schon abends her, nehmen ein paar Ta Lage, in die Berufsarbeit und Verdienstmöglichkeit des Kranten bletten und etwas zum Gurgeln, abends vielleicht vor dem Schlafen tann in schwierigen Fällen manches flären. Die Arbeitslosen gehen noch einen Wickel, dazu noch Tee. Am nächsten Morgen geht versicherung gewährt, Gott sei Dant, den Leuten denselben es wieder hinaus in Schnee und Kälte. Ich habe oft das Schlimmste materiellen Rückhalt, wie die Krankenversicherung, so daß bei gefürchtet, aber schwer erfranft ist keiner. Die schwersten letterer von einer Krisenversicherung nicht mehr gesprochen mer Grippeertrantungen mit Lungenentzündung machten im den dürfte. legten Winter die Stubenhoder durch, die sich nicht hinausAuch ein großer Medikamentenhunger ist bei Verwagten. Wir hatten uns eben, Albert und ich, über die durchgesicherten nicht häufiger zu beobachten als bei Nichtversicherten. Was machten Strapazen im letzten Winter unterhalten. Täglich blieb oft nichtversicherte sich für ihr gutes Geld alles leisten. Die Anman im Schnee steden und meine waderen Holzhauer haben mich zahl wirklich gutwirkender Medikamente ist beschränkt, so daß man oft bran herausgeschaufelt. sich über den enormen Umfang des Verordnungsbuches des Hauptverbandes mundern muß. Wie tommt da manche Spezialität nur hinein? In Berlegenheit braucht der Arzt beim Berschreiben nicht zu kommen. Eine zu wirtschaftliche Berordnung macht oft einen schäbigen Eindrud, sie sei stets einfach, aber nie ärmlich. Brustpulver ist ein ausgezeichnetes Abführmittel, sicher ebenso gut, wie manche Spezialität, die sehr teuer ist. Wenn aber eine solche einfache Medizin in einer zerrissenen und zer drückten Tüte bei den Leuten in der Ede herumliegt, entspricht das nicht dem Sinn des Medikamentes. In einer sauberen festen Schachtel würde ein solches Mittel mehr als Meditament imponieren, zumal, mo heute jedes Küchenputzmittel für ein paar Pfennige fauber verpadt ist. Bei anerkannt gumirtenden ArzneiMein Freund Albert hat jetzt einen schmerzhaften und großen Gehörgangsfuruntel. Nach einer halbstündigen Salur lampenbestrahlung befommt er feinen Salbenverband und zottelt ab. Er tommt oft und hat auch immer eine Kleinigkeit, wo aber immer der Arzt nur der fachmännische Helfer sein kann. Das weiß Albert, und so wird frühzeitig der Schaden beseitigt, ehe ernstere Folgen eintreten fönnen. Die übelsten Phlegmonen und ver jchleppte Krankheiten trifft man am häufigsten bei Richtversicherten, die meist zuvor mit allen möglichen Mitteln herumfurpfuschern. Vertrauen des Patienten und Gewissen haftigkeit des Arztes darf hier nicht als Begehrlichteit, und da nicht als Bielgeschäftigteit angesehen werden. Oder glaubt man, daß es den Leuten Spaß macht, aus Begehrlichkeit irgendeine schlecht schmeckende. Medizin einzunehmen? Ein Maurer wünscht Puder. Gerade tommt Viktor herein, ein derber Maurer. Bor 8 Tagen bekommt er eine entzündliche Schwellung on einem Finger. Nach Deffnung dieser Schwellung und Verband bleibt er einen Tag zu Hause. Am nächsten Abend fomunt er zum Verbinden wieder. Tagsüber ist er 3.ur Arbeit gegangen. Der Maurerpolier hätte ihm eine andere Arbeit zugewiesen, die er hätte machen können. Die Hand hätte ihm noch verflucht weh getan, wie er sich ausdrückt, aber auf die Krankenkasse täte er sich nicht legen. Was mill man da machen. Dann verschreiben Sie mir bitte noch eine Dose Puder für meine Schweißfüße und eine Rolle Pflaster, die Krankenkasse tann auch mal was für mich tun, ich bin noch nie frank gewesen." Das sind so Redensarten, wo die Leute sich nicht viel bei denken, gleichsam eine Entschuldigung für ihre Wünsche. Das hat aber mit Begehrlichkeit nichts zu tun. Das Pflaster nimmi der Betreffende mit auf die Arbeit für etwaige Risse und Schrunden Zum Vergnügen dreht er es nicht um seine Finger. So geht es mit nielen anderen Wünschen. Die Leute wollen eben bei jeder Kleinigkeit sich nicht behandeln lassen. Man kann doch nicht bei jeder Kleinigkeit zum Arzt laufen," hört man öfters. Wenn Krante bei Gelegenheit etwas Buder wünschen, oder ein paar Tabletten, oder ein bißchen Jodtinktur, so find solche Wünsche immer zur Vorbeugung von Krankheiten. Heinrich hat Schmerzen. Natürlich gibt es auch Leute, die anders denken und fühlen. Heinrich, ein kleiner Stötter( Stätner), hat sich beim Fall gegen eine Rampe, wie er fagt, die Rippen gedrückt. Er wäre da bei ohnmächtig geworden und hätte teine Luft getriegt. Nach zwei Stunden fomme ich zu ihm in die Wohnung. Er fißt auf seinem Soja und„ unft". Bei Druck auf die betreffende Stelle fährt er in die Höhe und schreit auf. Die Untersuchung ergibt aber feinen objettiven Krankheitsbefund. Schmerzen hat er auf jeden Fall. Ich mache ihm einen Pflasterverband und stecke ihn ins Bett. Nach zwei Tagen fomme ich wieder hin. Er fit finnend auf seinem Sofa und es geht ihm ganz leidlich. Bei Druck auf die betreffende Stelle hat er noch furchtbare Schmerzen. Eine nochmalige genaue Unterfudung ergibt aber weiter nichts. Er soll nun Atomübungen machen und auch mal etwas hinaus gehen auf feinen Hof. Nach zwei Tagen soll er dann in die Sprech Wer nicht stunde fommen, wo ich ihn gefund schreiben will. tommt, ist Heinrich. Ich muß wieder hin Man fann doch nicht wissen, was los ist. Als ich zu ihm tomme liegt et im Bett und flagt über Schmerzen. Ich untersuche ihn nochmals. Es ist nichts festzustellen. Ich laffe ihn aber noch zwei Tage in Ruhe Nach einigen Tagen fann ich ihn min endlich gesund schreiben, ob schon er immer noch Schmerzen hat. Diefer Mann wäre bei jeder Kontroffuntersuchung auf Grund feiner Borgeschichte und seiner Klagen sicherlich noch weiter für arbeitsunfähig erklärt worden. Infolge geringer Lohnstufe fam nur ein ganz geringes Krantengeld in Frage, und da gerade Erntezeit war, hatte Heinrich fein Interesse am Feiern. Medifamente hat er auch weiter nicht erhalten, auch nicht für die Schmerzen. Also fommt auch hier eine Begehrlichkeit nicht in Frage. Bon der Vielgeschäftigkeit des Arztes darf ebensowenig Steinachs Gehirnreizstoff Von Ewald Bohm Schon seit langem hat sich der berühmte Wiener Phyfiologe Eugen Steinach, der den meisten Zeitgenoffen nur als der Er finder der Verjüngungsoperation befannt sein dürfte, mit dem Chemismus des Zentralnervensystems beschäftigt. Von diesen For schungen reicht die eine Versuchsreihe bis auf das Jahr 1910, die andere bis auf 1918 zurüd. Steinachs Experimente haben nun zu gewissen Ergebnissen geführt, die er fürzlich in einem kleinen Auffah im Anzeiger der Wiener Akademie der Wissenschaften veröffentlicht hat. Die Arbeit trägt den bescheidenen Titel„ Ueber die Förderung zentraler Tätigkeiten durch einen Reizstoff des Zentralorgans". | mitteln follten teine Schwierigkeiten entstehen, besonders, mo der 3wed der Verordnung offensichtlich ist. Was bleibt zu tun? AnWir stehen hier mitten im Problem der Krantenversicherung. Arzt und Patient sind ihre wichtigsten Faktoren, eine Einheit, die Es genügt nicht, daß auf gegenseitigem Berirauen beruht. der Name des Kaffenarztes auf dem Scheine steht, der den Kassenpatienten anweist, den bezeichneten Arzt aufzusuchen. Es kann den Arzt nur befriedigen, wenn er gewiß ist, daß der und der Patient ohne 3uweifungsschein auch zu ihm tommt. dererseits muß auch der Patient das Gefühl haben, der ihm zugewiesene Arzt würde ihn, ohne Kassenschein genau so behandeln. Wo solches Vertrauensverhältnis besteht, sind alle Borbedingungen zur Zufriedenheit von Arzt und Patienten vorhanden. Ja! Schön wäre es, mem Arzt und Patient weiter im gegen seitigen Verkehr nicht behelligt würden. Das gesunde Kassenmitglied fteuert regelmäßig seine Beiträge und fann dafür in Krankheits fällen der Unterſtüßung gemiß sein. Der Arzt tut fein Möglichstes. wie Pflicht und Rönnen ihm vorschreiben und erhält dafür eine angemessene Entlohnung. regelt amischen beiden die zugehörige Geschäftsstelle, so daß Arzt Den geschäftlichen Verkehr und Patient aneinander nie in geschäftliche Streitigkeiten geraten, Wenn Arzt und Patient zueinander Vertrauen haben, die Stelle, die den Geschäftsverkehr zwischen beiden regelt, gewissenhaft arbeitet, so müßte eigentlich alles flappen in der Krankenversicherung. Krankenversicherung reformieren. Berufene und unberufene Kreise in allen Lagern wollen die Es soll also noch besser werden für Arzt und Patient. Ist denn wirklich so vieles faul in der Krankenversicherung? Bir, die mitten in der Arbeit sind, bemerken von der Faulheit nicht viel Ja, aber die Begehrlich feit der Kranken und die Versicherungewesen jonglieren mit solchen Anschauungen, vielleicht in einigen Fällen mit Recht, aber bei fritischer Prüfung des gea lamten in Frage kommenden Materials stets mit Unrecht. Die Krankenversicherung ist für alle Beteiligten eine fegens reiche Einrichtung, die gar nicht weit genug ausgebaut werden tann, und ohne die ich kein Arzt sein möchte. Das augenblickliche System ist schon richtig, aber nicht einheitlich genug. Bo bleibt die Reichsversicherung? Dder dentt man vielleicht, es wäre für den Arzt ein Vergnügen, menn er alle Vierteljahre an 30 bis 40 verschiedene Kassen die tompliziertesten Aufrechnungen einsenden muß. Befreit endlich den Arzt von aller unproduttiven Schreibarbeit. Es gibt Orte von 300 bis 400 Einwohnern, wo 5 bis 6 verschiedenerlei Kailenangehörige mohnen, wo oft 3 bis 4 Aerzte aus verschiedenen Himmelsrichtungen viele Kilometer weit hinkommen, oft zu Bagatellen, weil eben jeder Arzt mer für seine besondere Kaffe arbeitet. Ein himmelschreiender Unfug. Die Krankenversicherung in jetzigen Sinne t schon gut, aber 3 usammenfassung ist unbedingt nötig. Bielgeschäftigteit" der Aerzte! Erlesene Männer im | prattische Medizin mußbar machte, für die mun eine neue Aera begann. Bisher hatte der Arzt eigentlich nur ausgesprochene Krante behandelt, während man den 3 mischengebieten zwischent Krankheit und Gesundheit ziemlich hilflos gegenüberstand. hatten, war eben nicht zu helfen. Heute kann der Arzt auch diesen Gewissen verfümmerten Menschen, die eine schwächliche Konstitution" Menschen ein Lebensglüd aufbauen. Menschen ein Lebensglück aufbauen. außer den Drüsen auch noch andere, nicht drüsige Organe Seit einiger Zeit beginnt man mun danach zu forschen, ob nicht außer den Drüsen auch noch andere, nicht drüsige Organe solche Hormone absondern, so nach Haberlands Ansicht vielleicht das Herz. Hier knüpfen die erwähnten neueren Arbeiten Steinachs über einen Reizstoff des Hirns an. Die ersten Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Keimdrüsenhormons verdanken wir zum Teil schon versuchen an Fröschen mit Einsprißungen von Hirna fubftanz. Die Fortsetzung dieser Experimente führte Steinach, nach dem er zunächst mit einem Hirnpreßsaft gearbeitet hatte, zur Hers stellung eines wafferlöslichen hirnertrattes, den er„ Centronervin" nannte. als die anderen. Wenn wir nun die wirklichen Ergebnisse dieser Forschungen darstellen wollen, so muß wegen ihres Zusammenhanges mit Steinachs früheren Arbeiten auf diese zurückgegriffen werden. Seit alters her war es befannt, daß man durch gewisse Reizstoffe Die Experimente Steinachs mit diesem Hirnertraft wurden in eistungssteigerungen der menschlichen Drgane innerhalb zwei Bersuchsanordnungen durchgeführt. Bei der ersten der gegebenen physiologischen Grenzen erzielen fann. Aber erst die Anordnung wurden geföpfte, also gehirnlose Frösche auf ihre Refler neuere Medizin entdeckte( ausgehend von den Arbeiten der franzöfifähigteit geprüft, indem man sie mit einer verschieden stark gestellten schen Forscher Brown Séquard, Claude Bernard und Säure betupfte und hierbei das Noch- oder Nicht- mehr- Borhandensein Gley), daß im menschlichen Körper selbst solche Reizstoffe, und des Wisch refleges somie dessen Geschwindigkeit beobachtete. zwar besonders hochwertige, gebildet werden. Es sind dies die heute hierbei zeigte sich nun, daß die Tiere, denen man den Hirnertrakt fo viel erörterten Hormone" oder( mit dem Ausdruck des Fran- eingespritzt hatte, eine durchschnittlich drei bis zehnfache Reflersofen Roug) Inkrete", die von den Drüsen mit innerer Ausschei- empfindlichkeit aufwiesen. Die zweite Bersuchsreihe wurde an unbung)( endokrinen Drüsen) ins Blut abgesondert werden. versehrten Fröschen vorgenommen, deren Intelligenz" man an der Die Eigenart dieser Hormone besteht darin, daß ihre Wirkung nicht Schnelligkeit des Schnappens beim Fliegenfangen prüfte Auch am Orte ihrer Entstehung, sondern an ganz anderen Stellen und in hier ergab sich, daß die gefpritten Verfuchstiere in der gleichen ganz anderen Organen des Körpers zutage tritt. Die Zahl der Zeiteinheit durchschnittlich etwa zweimal soviel Fliegen schnappten endokrinen Drüsen steht noch nicht ganz fest. Bis jetzt fennen wir ihrer neun: die Geschlechtsdrüse; die Schilddrüse unterhalb des Kehlkopfes; die Thymusdrüse unterhalb des Brust beins( bei Kälbern Kalbsmilch" oder„ Briefel" genannt); die Nebennieren; die 3irbeldrüse( Epiphyse), ein winziges, mur 0,2 Gramm schweres Drgan zwischen den beiden Hirnhalbfugeln; die Hirnanhangsdrüse( Sypophyse), die aus drei kleinen Lappen an der Hirnbasis besteht; die Bauchspeichelbrüfe ( Bantreas), ein über 15 Zentimeter langes Organ hinter dem Magen, Ueber die Anwendungsmöglichkeit dieses neuen Ge aus beren Zwischengewebe, den 1869 von Bangerhans zuerst be hirmreizstoffes äußert sich der Forscher in seiner Arbeit nur mit den schriebenen Inseln", man seit 1928 nach einer amerikanischen Me- fehr zurüdhaltenden Sägen:„ Aus den ermittelten Befunden geht thobe das Insulin" herstellt, ein bewährtes Mitel gegen die Suder hervor, daß Intensität und Ablauf der zentralen Tätigkeit nicht allein trantheit( Diabetes); ferner die 1864 von Birchow in der Nähe der tonftitutionell bedingt sind, sondern daß diefelben in sehr weitgehen. Schilddrüse entdeckten Epitheltörperchen; die neben der Hals- dem Ausmaße auch durch ein Prinzip hormonaler Natur gesteuert Schlagader gelegenen Karotisdrüsen und schließlich die kleine werden. Die individuellen Berschiedenheiten der zentralen Tätig Steißdrüse an der inneren Seite der Steißbeinwirbelsäule. Die feiten, in unserem Falle die Reflerfunktionen, tönnen sehr wohl mit wichtigste von allen diesen Drüsen, die Geschlechtsbrüse, bezeichnet der Bildung des Reizstoffes qualitativ wie quantitativ- in 3man auch als gemischte Drüse", meil es bei ihr eine innere und fammenhang gebracht werden." Gelegentlich hat Brof. Steina äußere Absonderung gibt.( Lettere sind die Fortpflanzungszellen.) allerdings geäußert, man fönne sich vielleicht vorstellen, daß ge Die von diesen Drüsen ausgeschiedenen Hormone haben in ihrem wisse Formen des Schwachsinns( natürlich nicht etwa Geistesfrantjeweiligen Mischungsverhältnis auf die gesamte Konstitution heiten) möglicherweise auf einen Mangel dieses Hirnreizstoffes des Menschen einen entscheidenden Einfluß. Besonders Steinach zurückzuführen feien und also vielleicht einmal therapeutisch zu ha mar es nun, der diese Tatsache durch seine Tierversuche auch für die einflussen sein werden. Bersuche mit Leber- und Musteleṛtratten, mit Lezithin und ver schiedenen Hormonen blieben ohne Erfolg, d. h. dem Hirnertratt tommt eine spezifische( eine nur ihm eigentümliche) wirtung. zu Andererseits erwies es fich als gleichgültig, ob man den Extraft aus dem Hirn von Fröschen, Ratten, Hunden, Rindern oder auch Menschen( Obduktionsmaterial) herstellt; der Reizstoff ist also nicht artspezifisch.( Gewöhnlich wird Rinderhirn verarbeitet.) (4. Forts�tzuna.) „Wozu Volksversainmlungen in den äußeren Stadtvierteln? Da? Zentrum, die„Galleria" müssen wir erobern und in den bürgerlichen Stadtteilen demonstrieren. Will man un, das ver- bieten, so werden mir es trotz des Verbots tun." Auf dem Parteitag von Ancona, nach zweijährigem Wirken als Chefredakteur des„Aoanti". war er Herr und Meister in der Partei. Die juntzen Leute beteten ihn an, während die Reformisten ihm seinen Blanquismus und seine Propaganda des Ausstands vorwarfen. Zwischen ihnen und Mussolini bestanden tatsächlich unversöhnlich« Gegensätze. Bei den seltenen Besuchen, die ich Mussolini in Mai- land machte, platzte bei seden, Wort sein Haß gegen den Resormis- nius heraus:„Du wirst sehen, wir werden es zu gar n i ch ts bringen, ehe wir nicht Turatis Salon in die Luft gesprengt haben." Jetzt verschärste er auch seine Offensive gegen den Freimaurer- orden und gegen die Freimaurer, die er auf dem Parteitag von Ancona aus der Partei hatte ausschließen lassen. Ihm erschienen die Logen als Werkstätten d«r Korruption und der Vermischung bürgerlicher und sozialistischer Ideen. Mit jedem Tage wurde er radikaler. Gegen Ende des Jahres 1913 hatte er in Florenz eine Rede gehalten, die in vielen Punkten dem leninschen Bolschewismus an die Seite gestellt werden kann. Aber er war kein' Doktrinär. All sein Ringen nach einem Lehrgebäude wurde vereitelt durch seinen Willen zur Tat. Sein System war es, kein System zu haben. Aktion. Aktion, Aktion, das war seine Lehre. Um die Milte des Jahres 1914 gab eine später als„die rot« Wache" bezeichnetes Ereignis einen Begriff von dem Grad der Er- regung und Gespanntheit im ganzen Lande. Am 7. Juni waren in einem Zusammenstoß mit der Polizei drei Arbeiter bei Ancona ge- tötet worden. Daher Generalstreik in der Stadt, der dann auf die Romagna übergriff, auf Umbrien und schließlich das ganze Land erfaßte. Da die Eisenbahner der Bewegung beitraten, war«s ein Generalstreik im vollsten Sinne des Wortes. In mehreren Städten, namentlich In Ancona, Florenz und Neapel, wurde er zum Auf- stand, dem die Polizei nicht gewachsen war. Ein« kurze Zeit über hatte man den Eindruck, mitten in der Revolution zu stehen. Die Bürger trugen rote Kokarden. In Ravenna hatten die Streik«». den einen General oerhaftet. In mehreren kleinen Städten war unter Glockenläuten die Republik prokiamkrt worden. In Rom hatte es Mühe gekostet, eine gegen das königlich« Palais genchtete Demonstration mit Hilfe der Truppen zu zerstreuen. In Ancona lag es mir ob, Gutscheine für die Getrelderequisition auszustellen. Die öffentliche Gewalt lag hier ausschließlich in den Händen der Arbeiterkammer und der Stadtverwaltung. Die Regierung hatte ein Kriegsschiff nach Ancona geschickt. Als die Mannschaft ausgeschifft wurde, empfing sie eine einzigartige Demonstration: Frauen und junge Mädchen gingen ihnen entgegen mit Blumen in den Händen und Tüten mit Nahrungsmitteln. Das hieß die pnlitärischs Disziplin auf eine schwere Probe stellen. In Fabriano wurde«in Zug Borsaglieri auf diese Weise entwaffnet und mußte— schmunzelnd— der ProNamierung der Republik beiwohnen. Kirchen gingen in Flammen auf. Rote Fahnen wehten von den öffentlichen Gebäuden. Mussolini sandte uns flammende Aufforderungen zur Fort- setzung des Widerstandes. �Hundert Tote in Ancona und ganz Italien in Brand" sagte er. Aber die Bewegung war schon im Abflauen. Die Generalkommission der Arbeit hatte da« Ende des Stroits angeordnet. Nach siebentägiger Bewegung kapitulierte auch Ancona und die übrige Romagna. Wie das in solchen Fällen immer geschieht, folgte der Illusion und dem Enthusiasmus eine schwere Ernüchterung. Die Polizei nahm Hundert« von Verhaftungen vor. Malatesta. auf den sie besonders fahndeten, entkam nach London. Ich bekam Gelegen- Keit, sieben Monate im Gefängnis in mich zu gehen, bis mich«ine Amnestie befreUo. Zwei Monate nach dieser roten Wache donnerten schon die Kanonen an der serbischen Grenze, Der Krieg war da und mit ihm eine neue Phase der Weltgeschichte. »* * Die Tatsache des Krieges gab dem Zorn der Massen und dem Eifer der Führer«ine ander« Richtung. Auf die Parteien der äußersten Linken lauerte die Spaltung, wie sie der Konflikt zwischen Verfechtern und Gegnern des Krieges bringen mußt:. Zu allererst nahmen die Republikaner Stellung zugunsten des Eingreifens Italiens in den Weltkrieg, um Trlent und Trieft von österreichischer Herrschaft zu befreien. Auch die Syndikalisten zögerten nicht, sich iür den Krieg zu erklären, de» man als revolutionäres Ereignis betrachtete. Vereinzelte Sozialisten und Anarchisten, Eingänger, wie Blssolati und Salvemini, bildeten den ersten Kern der Inter- nentisten. Auch für die sozialistische Partei gab es kein Zögern: von der ersten Minute an nahm sie gegen den Krieg Stellung. Freilich er- iuhr der Internationalistische Mystizismus einen schweren Stoß �urch die Krise der Internotioiialc. die den Krieg nicht hatte ver- hindern können und die nun Ihre«igenen Scttionen im Kamps» gegenetnandec sehen mußte Aber dl, Sachlage war in Italien an- der« als in den übrigen Ländern, dl» ganz plötzlich in den Wirbel- stürm des Krieges gerissen worden waren und bei denen man dsn Glauben erweckt halt«, es gälte, eine felndsiche Invasion zurückzu- weisen. Kein Feind bedrohte Italien. Man versprach vialm.hr Dank und Lohn für die Neutralität, die die Regierung proklamiert hatte, wodurch sie verspätet senen Dreibund löste, der für dt» Mon- archi« nichts anderes bedeutet hatte als eins Versicherung gegen d!« Revolution. Di« einzige Diskussion, die in der sozialistischen Partei statt- fand, drehte sich um die Formel, um das Ausmaß der Neutralität. Mussolini forderte eine absolute Neutralkiöt allen Kriegktihrenden Gegenüber, während die Rechte für ein« relatio» eintrat. Auch die Bourgeoisie war in hohem Maße Uneinig gegenüber den Problemen des Konflikts. Die Nationalisten wollten den Krieg, ohne noch zu wissen, ob sie dem Dreibund Treue halten oder dem englisch-franzäsischen Bündnis beitreten sollten. Die Großindustrie war unentschieden, denn ihre Geschäfte konnten sowohl beim Ein- greifen In den Krieg wie bei der Neutralität aus ihre Rechnung kommen. Die giolittische Bourgeoisie erstrebte eine auf Abmachun- gen beruhende Neutralität, die dem Lande Vorteile bringen solllc, ohne es dem Risiko des Krieges auszusetzen. Ihrer Methode des Abwarren» treu, ohne Vertrauen auf die Opferfähigkeit und Aus- douer des Volkes, suchte sie den Weg des kleinsten Kraftaufwandes. Dagegen waren die intellektuellen Schichten des Büraertums und die akademische Jugend mit aller Leidenschaft für den Krieg, den sofortigen Krieg, den Krieg um jeden Preis. Nuesollnls Vaterhaus Dom August 1914 bis zum Mm 1915. bem Zeitp Unkst ta fem Italien den Krieg erklärte, haben beständige Konflikte zwischen den Gegnern und den Beriechtern des Krieges gewütet. In den Der- sammlungen prallten sie aufeinander, in der Presse beschimpften sie sich. Erst im September 1914 bekehrt- sich Mussolini, na-f)b-m er soeben im..Avanti" das Plebiszit gegen den Krieg organisiert hatte. plötzlich zum Interoentismus. Im Laufe von zwei Monaten krem- pelt« er seine ganze Politik um, und am 14. November erschien die erste Nummer seines Kampfblalles„Popolo d'Italia" unter dem furchtbaren magischen Wort«: Krieg Inzwischen war ein gewaltiger moralischer Einfluß auf ihn ausgeübt worden. B a i i i st i. der dann in Trient gehängt werden sollte, Marcel Cachin. Jules Desires und andere hatten versucht, ihn umzustimmen. Aus Frankreich war ihm Geld ver- spräche» worden, um die Zeitung zu gründen. Der Teufel des Verrats war in ihm. Dieser Mann, der ein revolutionärer Massen- sührer gewesen war, der aus dem Volke stammte, den sein Instinkt aus die äußerste Linke getrieben hatte, empfand auf einmal einen anderen Ehrgeiz. Der Luxus, den er bisher verachtet hatte, lockte ihn. Dazu brauchte er Geld Aus Frankreich bot man es ihm an— warum es zurückweisen? So sing der Verfall an. Von Stufe zu Stufe sollte er herab- steigen, bis zur tiefsten Erniedrigung. Nur einen Moment des Zögerns hat er gehabt. Schon stand ihm der Vorstand seiner Partei als Ankläger gegenüber. Wie würden sich die Massen verhalten? Er hegte keinerlei Illusionen. Cr wußte, daß die sozialistische Par- tei chm nicht hörig sein würde, ihm nie auf dem Wege folgen konnte, den er zu gehen bereit war. Vor dem Parieivorstand in Bologna war seine Haltung jämmerlich. Nur eine ganz kleine Minorität hatte sich ihm angeschlossen. Sein Ausschluß aus der Mailänder Parteisektion stand bevor. Jene Versammlung entbehrte nicht einer gewissen Großartigkeit. Eon- stontino Lazzari begründete den Ausschluß. Mussolini ver- ieidigie sich kaum. Da es ihm nicht gelang, sich Gehör zu ver- schaffen, packte ihn die Wut, so daß er das Glas auf dem Tisch zerbrach: „Ich haßt mich, well ihr mich noch liebt." Und als der Lärm nicht nachließ, rief er laut:„Ihr glaubt, mich aus dem politischen Leben ausschließen zu können, aber ihr irrt euch. ' 1'■-"■>> Ich werde weiter vor euch stehen, lebendig und /j»nbeuysam." i Unter ein ein Sturm der Mißbilligung verließ er den Saal. Seitdem war offener Krieg. Ohne II ebergang, von heut« auf morgen, wurde Mussolini zum Ankläger und Verleumder seiner bisherigen Genossen, bis er imstande war, ihr Ver- ivlger zu werden. Das ist bezeichnend für diesen Menschen: nichts existiert für ihn außer seinem Egoismus. Er hätte den Fuß auf die Leiche seines Vaters gesetzt, wenn es ihm für seinen Erfolg nutzlich erschienen wäre. 6. Im Zeichen des Krieges. Arn 24. Mai 1915 war die Sonne noch nicht aufgegangen, als schon die eherne Stimme der Kanone die Bewohner der adriatischen Küste jäh erweckt«. Die österreichische Flotte bombardierte Ancona. Italien warf sich in die Feuersbrunst. Erst im November 1918 sollte sie ihr entrinne», noch 47 Kriegsmonaten, nachdem das Land in 599999 Toten und 1% Millionen Verwundeten dem Kriege seinen Tribut eiu- richtet hatte. Die italienische Trikolore weist jetzt an der geschichtlichen und geographischen Grenze Italiens. Die Niederlage von Karfellh war ver- gessen, der lange Kraftaufwand gekrönt. Das österreichische Kaiserreich brach zusammen wie die Kulissen eines Theaters. In Berlin und Wien triumphiert« die Revolution. Im Osten reckten die russischen Proletarier die Fahue des revolmio nären Kommunismus hoch empor. Die alte Welt war in ihren trefsten Tiefen erschüttert. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. wtntiniinunjiininiinuunitniiiiiiiiiu]uniiiiiiiiiiitfiDUi>uamiiunuuiiiiiiiiiiiUiiiiiiiiiiuuiuiiiiiuuiuiiiiumi(iii]iiitiniiiuiiiiiiiiiiuiuimiiiuiiiiiiiiuiiiuiniimninnniininiiiiunuw Leute mit und ohne. Beim Aufräumen fällt mir ein vires Notizbuch in die Hände. Ich blättere darin— und was finde ich?— Nachschriften aus der Instruktionestunde beim Oftizlorsausbiwungskuffus im Lockstedter Lager... Ach, mein Gott, ich wurde der Beförderung nicht für würdig befunden und verließ den Kursus als Unteroffizier, wie ich ge- kommen warl Was fft das hier?„Verhallen bei Beleidigungen"... „Ehrengericht"... und ich lese:„PrivaterVerkehrmitnicht satissattionsfähtgen Personen ist Offizieren verboten." Bitte noch einmal zu lesen: hier ist«in Fundamental- satz mit sellener Prägnanz formuliert— hier ist klipp und klar etwas ausgesprochen, was nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt war— eine Indiskretion, die ein grelle» Schlaglicht wirft. Sie kennen diesen famosen Begriff„satisfaktionzfähig?" Ja, was heißt er denn? und was liegt nicht alles darin? Fähig also, Satisfaktion zu geben, fähig, Genugtuung mit der Waffe für eine zugesügt« Beleidigung zu leistin, gut genug, mit einem Offizier wegen einer Ehrverletzung zum Duell anzutreten, vornehm genug, dieselbe leichtempfindliche Ehr« wie«in Offizier zu besitze», die kein bürgerliches Gericht gut genug ist zu beschützen, die nur mit Blut gesühnt werden kann, wenn si» angetastet ist. Dies« Ehre, die gewisse Leute„eben haben" und anders„eben nicht haben"(wodurch sich ihr« Einteilung in Menschen erster und Menschen zweiter Klasse„rechtfertigt") ist das Idol eines Standes, der in de m Deutschland, das mit Hurra in de» Krieg rannte, die erste Roll« gespielt hat, und der auch heute— nach allem, was sich inzwischen ereignet hat— noch unentwegt herabblickt aus die Leute, die nicht zu chm gehören, mit denen„man nicht verkehren kann", die unter einem stehen und keine Ehre haben— herabblickt aus all das Pack, da» nicht„satisfalt ionsfähig" ist. F. L i n d e m a N n. Ist das Erdinnere test? Im allgemeinen hat man bisher angenommen, daß sich das Erdinnere In slüsflgom oder gasförmigem Zustande beslnde. Man darf aber daran zweifeln. Man hat nämlich bei Erdbeben die Fort- Pflanzung der Erschlltterungswellen gemessen und gesunden, daß deren Bewegung so erfolgt, als ob die Erde ein starrer Körper wäre. Ferner hat man erkannt, daß bei dem Druck von etwa. 2 Millionen Atmosphären, der auf dem Innern der Erde lastet,«ine ganz über- mäßig hohe Temperatur dort herrschen müßte, wenn di, Stoffe flüssig oder gasig sein sollten. Es empfiehlt sich darum zu ver- muten, daß dort ein«„faßbare" Temperatur herrscht und daß d«r Druck alles zu einem dichten, starren Körper gemacht habe. Daß sich Gase durch Drucke hohen Grades kristallisieren lassen, hat Pro- fessor Sinwn-Berlin jüngst an verschiedenen Körpern ausführlich nachgewiesen. So gelang es ihm, Helium bei einer durchaus nie- deren Temperatur unter einem Druck von ö999 Atmosphären in den festen Zustand überzuführen. Die Tragödie einer Mutter. Vor einigen Tagen erschoß in Marseille ein Mädchen aus Eifersucht ihre» Bräutigam, worauf dessen Mutter in höchster Ber- zweislung zur nächsten Polizeiwache stürzte. Auf dem Wege dort- hin begegnete sie einem gesesselten. von zwei Polizisten geführten Verbrecher. In höchster Verzweislung brach sie zusammen, denn des Verbrecher war ihr anderer Sohn, der seinerseits eine Frau erstochen hatte. Die Mutter wurde wahnsinnig und muhte einer Anstalt überwiesen werden. Das Recht am Namen. Der junge Münchener Dichter Ernst Pentzoldt hat in einer kütz- lich erschienene» Novelle„Etienne und Luise" einen Turnlehrer Loch dargestellt, durch den sich ein Herr gleichen Namens in Erlangen betroffen fühlt, obwohl der Verfasser versichert, nie an ihn gedacht zu habe», und obwohl die Fabel der Geschichte nicht das Mindeste mit dem Erlanger Turnlehrer zu tun hat. Dennoch hat das Nürn- berger Landgericht eine einstweilige Vcrsügung gegen das Buch er- lassen. Die demnächst stattfindend« Verhandlung wird die grundsätzliche Frag« klären, wie w«lt ein Schriftsteller in der Wahl seiner Personen und ihter Namen gebunden ist. Ein Nachruf, Am Schlüsse seines neuesten Katalog««„Vom Barock bis zur Nomantik" oeröffentlichi der Leipziger Antiquar Friedrich M yer folgende Anzeige mit Trauerrand: „Hiermit erfülle ich die Pflicht, die Empfänger dieses Kata- loges von dem Ableben des in meinem Haufe seit 33 Iahren tälig gewesenen � �odit geziemenö in Senmnis zu setzen. Die säumigen Zahler haben d«n Tod dies«« Herrn leider veranlaßt. Leipzig, November 1929. Friedrich Meyer, Aniiquar." Arbeiter Sport Arbeiterschwimmer in Wien. V. f. v. W.- Dresden weiht ein neues Bad. Ant Sonnabend und Sonntag trug der Arbeiter Schwimm Berein Wien im Amalienbad seine diesjährigen Meisterschaften aus. Das Schwimmfest trug internationalen Charakter durch die Beteiligung Berliner und Leipziger Schwimmer. Die Frauen Brustschwimmeisterschaft über 100 meter bolte sich Emmi Schweiger vom Veranstalter in der neuen Bestzeit von 1: 37,2 Min. Den dritten Plaz konnte die Berlinerin Matschens unit 1:42 einnehmen. L. Frohn- Groß- Berlin war in der öfter: reichischen Crawlmeisterschaft für Frauen mit 1: 20,2 min. fiegreich, tie zweite, Scharfer- Groß- Berlin, fam in 1: 34,4 ein. Bei den Bei den Männern erzielte Bayer vom ASV. die internationale Bestleistung Don 3: 01,6 Min. für die 200- meter- Bruststrede, Die 6x33%-Meter Stafette war den beiden Wiener Mannschaften nicht zu nehmen; Leipzig folgte auf den britten Blag. Die Deutschen waren dann in der Männerrüdenschwimmeisterschaft über 100 Meter wieder erfolg. reich. Erfter wurde A. Frohn- Groß- Berlin in der guten Zeit von 1-18,4 Min. Der Leipziger Möbius sicherte sich den zweiten Platz und brauchte 1:21. Die Ergebnisse vom Sonntag bringen wir später. * Der Verein für volfstümlichen Wassersport Dresden e. V." weihte am Sonntag das neuerbaute Boltsbad Clefchen mit einem Werbeschwimmfest ein. Das Programm zeigte frei Stafetten und sonst nur volkstümliches Schwiminen wie Reigen, Schuljchwimmen, Rettungsschwimmen, Gruppenspringen und die Vorführung zeitgemäßen Schwimmunterrichts. Zum Bafferballspiel hatte sich der mitteldeutsche Kreisverbands meister Dresden den ASC.- Neptun- Berlin- Weißenfee eingeladen. Beide Mannschaften feigten ein technisch hochwertiges Spiel, das mit 0: 5 Toren für Weißensee endete. ,, Badminton", das Hallentennis. = Jetzt wird in der weniger angenehmen Halle Tennis gespielt, aber doch wenigstens gespielt. Weil aber viel mehr Geld zum Bau einer Tennishalle als zum Bau von Pläzen erforderlich ist, können es sich nur die Angehörigen der„ Gesellschaft" erlauben, auch im Binter zu spielen. Bis vor wenigen Jahren war ja Tennisspielen überhaupt noch das Vorrecht bemittelter Beute. Erst die An lage städtischer Plaze hat dem Arbeiter das Tennisspielen möglich gemacht. Und doch haben wir noch längst nicht genügend Plätze in den Berliner Bezirken, die Gebühren sind für die Arbeitersportler noch immer viel zu hoch und rir haben auch noch feine einzige Halle. Die Arbeiter Tennisspieler fönnen und wollen nicht warien, Fis ihre Forberung nach Hallen für das Winterspiel durchgelegt ist. wis, in Berlin bestehen zwei Tennishallen, die find aber privat " trieben und haben außerordentlich hohe Gebühren. Es bleiben " Pe städtischen Turnhallen. Die reichen aber zum einigermaßen ten Tennisspiel weder räumlich noch technisch aus. Sicherlich ird hier und da versucht, in solcher Halle zu spielen, zumeist aber 1 der- Raum gerade groß genug, um eine Tenniswand aufstellen und an die Wand spielen zu fönnen, Weder dieser Tennisbetrieb, noch das sogenannte Tischtennis sind ein auch nur annäherns befriedigendes Wintertraining. Es gali darum nach einem Spiel Ausschau zu halten, das dem Tennis am meisten entspricht, ohne jedoch eine besondere Anlage zu eu erfordern, d. h. das in den vorBadminion gefunden und der Berliner Arbeiter Tennisperzin Tennis Rot Groß- Berlin" wird sich die auch nicht gerade billigen aber doch erschwinglichen Geräte dieses Spiels noch für diesen Winter beschaffen. Badminton ist, wie die meisten Spiele, englisch und wird in England bereits felt Jahrzehnten gespielt. Auch die nordischen Länder tennen os feit vielen Jahren als Erfaß für Tennis im Winter. Spielfeld, Neg, Schläger und Regeln sind den bei Tennis gebrauchten sehr ähnlich. Das Spielfeld ist fleiner, das Neß höher, der Schläger leichter und Ser Ball ist ein wallnußgroßer, mit Leder überzogener Korf, auf dem ein Kranz Federn festgemacht ist. Die Arbeiter- Tennisspieler haben dem Trainer, der das Spiel vorführte, nicht glauben wollen, daß Badminton so interessant und dem Zennis so ähnlich ist. Nach kurzem Zusehen haben fie begeistert mitgespielt. Es ist schlechthin nicht zu verstehen, warum dieses Spiel nicht schon längst in Deutschland bekannt, ja, populär ist. Badminton ist bei uns so wenig befannt, daß die englischen Spielregeln erst ins Deutsche übertragen werden mußten. Aber noch vor Jahresschluß werden die Berliner Arbeiter- Tennisspieler Badminton spielen. handenen Zunhallen gespielt werden kann. Dieses Spiel ist in Wer im Sommer Tennis und im Winter Badminton, Hockey und Handball spielen will, melde sich sofort beim Vorsitzenden von Tennis- Rot Groß- Berlin, Karl Kohler, D. 34, Weidenweg 63. stimmt Städtische Sportkurse. Das Stadtamt für Leibesübungen veranstaltet auch in diesem Winter eine Reihe von Kursen in Leibesübungen. Diese dienen in der Hauptsache der Lehrerfortbildung, jedoch sind einige Lehrgänge auch für die Förderung des Vereinssports beDie Kurse beginnen allgemein am 18. November. Die Behr. gänge für Lehrer und Lehrerinnen umfassen das Gebiet des neuseitlichen Knaben- und Mädchenturnens, des Schwimmens sowie des Eislaufs. Der Kreis der Teilnehmer ist erweitert beim Hindernis und Bodenturnen sowie Ringen und Boren, darüber hinaus auch im Kastenrudern und im Stilauf. 3u biefen Kursen sind auch UebungsTeiter und lebungsleiterinnen von Berbänden und Bereinen zuge laffen, für die Sti- und Ruderturie auch jebe Privatperson. Die Stunden sind so gelegt, in den meisten Fällen nach 18 Uhr, daß fast jebem Interessenten die Möglichkeit zur Teilnahmte gegeben ist. Das Stadiant für Beibesübungen führt auch in diesem Winter Stilehrgänge durch, die sowohl theoretische als auch praktische Arbeit bieten. Die Trodenstilehrgänge, offen für Lehrpersonen und Privatpersonen, finden in der Turnhalle des Vittoria ngeums, Berlin S., Prinzenstr. 51, statt. 1. Stunde: Montag, den 18. No vember, 19 Uhr. Die praffifchen Lehrgänge im Gelände folgen alsdann im Glazer Gebirge, und zwar für Lehrer und Lehrerinnen in Grunwald, Kleffengrund und Wilhelmsthal, für Brivate in Bad Reinerz. Für Lehrperfonen wird feine Gebühr erhoben, bet Bri paten für Jugendliche 2 m.( bis zu 20 Jahren), für Erwachsene 4 m. Nähere Einzelheiten sowie Lehrgangsfolge für alle Kurfe fönnen in Stadtamt für Leibesübungen, Berlin N. 24, Friedrichstr. 110/112, Aufgang 6, 4. Stod, in Erfahrung gebracht werden. Zum 17. November. Der Borsigende des Arbeiter Turn- und Sport. bundes, Gellert, schreibt darüber im Bundespressedienst: Der 17. November 1929 ist ein Kampftag. Bon neuem werden in den meisten deutschen Städten und Gemeinden die Bolks vertretungen gewählt. Die Frage der Schulturnhallen, die Ver. gebung von Blägen, von Schwimmhallen, Bädern ujm. ist sehr fiart von dem Ausgang dieser Wahlen abhängig. Das trifft nicht nur für die Arbeitersportler zu, sondern auch die bürgerlichen Sportler rüsten. In verschiedenen Städten sind besondere Sporttandidaten dus bürgerlichen Kreisen aufgestellt, und sie hegen die Hoffnung, aus diesem Wahlkampf siegreich als„ Sportler" in die Parlamente einziehen zu können. Wir wissen, daß die Ausstellung solcher Spezial- und Fachfandidaten von nicht allzuviel politischer Einsicht zeugt, sondern daß dadurch der Blick der Wähler von den kommunalpolitischen Gesichtspunften weit entfernt wird. Ein gerade an sich nicht unbedeutender, aber letzten Endes doch nicht ausschlaggebender Faktor des gesamten politischen Handelns iff die Pflege der Leibesübungen! Die Arbeitersportler wissen die Bedeutung der Gemeindeverordneten mahlen zu schätzen. Bon großer Bedeutung ist der Ausbau der Aemter für Leibesübungen, die fast noch überall dem bestehenden einseitigen Einfluß der bürgerlichen Bewegung unterliegen und dadurch den der Bedeutung des Arbeitersports gebührenden Einfluß unterbinden. Die Ungleichheit, bei der Verteilung der öffentlichen Mittel, die Bevorzugung der bürgerlichen Sportier auf fast allen Gebieten der Verwaltungsarbeit und viele andere Ungerechtigkeiten haben unsere Genossen sehr oft im Vereinsleben festgestellt. Hier Wenderungen eintreten zut laffen ist nur möglich, wenn die Bertreter der sozialdemokratischen Partei in größerem Maße als bisher in die Stadt- und Gemeindeverwaltungen Einzug halten. Durch eine vom politischen Gesichtspunkt geleitete Einstellung, die unter der besonderen Betonung des fulturellen Standes der Arbeitersportbewegung uns dienstbar sein muß, wird es dann gelingen, eine für unsere Bewegung fördernde Vertretung zu erreichen. Dem Arbeitersport nußt die Phrasenpolitik oder die Stellung von unannehmbaren Anträgen nichts. Die von der KPD. abgelehnte Wahl von sozialdemokratischen Gemeindevorstehern, Stadträten usw. die naturgemäß auch entgegengefeßt sich auswirkt, schädigt die Arbeiterschaft und unsere besonderen Intereffen ganz gewaltig. Die Arbeitersportler find real genug. zu wissen, daß nur praftische, auf Erfolg eingestellte Arbeit ihrer Bewegung dient, und daß fie fomohl die Werbung als auch die Wahl folcher Barolentandidaten ablehnt. Deshalb ist es Pflicht aller Arbeitersportler, sich der Bedeutung des Tages bewußt zu sein. Die Abgabe des Stimmzettels allein tut es nicht, es gilt auch, die Wahlarbeit wirkungsvoll zu unterstützen durch Teilnahme an allen Kleinarbeiten, durch Verbreitung von Flugblättern, durch Besuch der Wählerversammlungen und durch mündliche Aufklärung über die Bedeutung der Wahl unter den Freunden, bei der Arbeit, in der Familie, kurz überall, wo sich Gelegenheit dazu bietet. Besonders unsere weiblichen Mitglieder find die besten Agitatoren, wenn sie in Verbindung mit den bestehenden Wahlausschüssen ihre Geschlechtsgenossinnen zur Teilnahme an der Wahl und zur Abgabe des Stimmzettels für die sozialdemokratische Partei auffordern und es als eine Ehrenpflicht emp finden, im Dienste des Sozialismus gewirtt zu haben. Großes ftaht auf dem Spiel. Das bisher Erreichte wollen wir nicht nur verteibigen, sondern darüber hinaus soll ber Sieg des 17. November eine Borauslegung fein für die weitere Entwicklung und Entfaltung unserer Bewegung. Deshalb: An die Arbeit für den Sieg der Sozialdemokraten am 17. November. Enten" und Langstreckenflüge Die Tagung der WGL. Es braucht kaum betont zu werden, daß der Flugzeugbau un Laufe der Jahre große Fortschritte gemacht hat. Sind auch die einzelnen Konstruktionen sehr abweichend voneinander, so ist der Grundtyp doch der gleiche wie vor 20 Jahren geblieben. Dadurch ift aber die Entwicklung anderer Typen zurückgeblieben. Vereinzelt vorgenommene Arbeiten in dieser Richtung sind meist wieder zum Erliegen gekommen. Erst kürzlich hat ein neues schwanzlofes Flugzeug von sich reden gemacht. Seine Zukunftsaussichten sind nicht ungünstig. Ein anderer, vom Standard abweichender Typ ist die sogenannte Ente", eine Bautart, bei der der Schwanz vor der Haupttragfläche liegt, somit aljo umgekehrt wie beim Normalflugzeug. Die Bauart an sich ist alt, aber nie weiterentwickelt worden. Gestern machte auf der Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt Dipl.- Ing. Fode einige, dura einen Film unterstützte Ausführungen über die 1926/27 erbaute Focke- Wulf- ,, Ente", die nach erfolgreichen Versuchsflügen zu Bruch ging. Die kleine Firma hat sich dadurch nicht entmutigen lassen, sie hat ein neues Enten"-Flugzeug in Vorbereitung, das etwa im Frühjahr 1930 flugfertig sein wird. Als Hauptvorzüge unterstrich der Redner die Tatsache, daß die Enten"-Bauart sowohl ein Ueberziehen in der Luft als auch ein Ueberschlagen am Boden ummöglich macht. Handelt es sich hier also auch um keinen grundfäßlich neuen, so doch um einen noch sehr entwicklungsbedürftigen und entwicklungsfähigen Weg, der wert ist, beschritten zu werden. Schon am Bortage wies Dr. Dornier auf die Langstreckenflüge hin, heute befaßte sich Dr. Rumpler damit, der all die Momente in den Vordergrund stellte, die damit verbunden sind. Besonders wichtig erachtet er die Steigerung der Geschwindigkeit, ohne die man die Frage der Langstreckenflüge nicht lösen tönne. Eine angeregte Diskussion folgte, an der sidy u. a. Grulich, Colsmann und Fokker, der bekannte aus Amerika augenblicklich in Berlin weilende Flugzeugkonstrukteur, beteiligten. Hauptsächlich ging es hier um die Fragen, soll das fünftige Langstreckenflugzeug eine Land oder Seemaschine sein, und ist von dieser unbedingte Hochfeefähigkeit zu verlangen? Uns scheint lekteres unbedingt noch nötig, denn wir wollen uns nicht mehr Sicherheit einreden, als vorläufig tatsächlich beim Flugzeug vorhanden ist. Dipl.- Ing. Kiwull lieferte einen Beitrag über die Zusammenarbeit zwischen Schiff und Flugzeug mittels Staubahn, Professor Fuchs, Dipl.- Ing. Hübner und Dr.- Ing. Pleines sprachen über verfchiedene Messungen, während der Chefpilot der DVL., v. Köppen, einen Einblick in die Aufgaben des Nachfliegers gab. Frizz Wittekind. Reichsbannersportler werben! Die Wassersportabteilung des Reichsbanners hatte gemeinsam mit der Wintersportabtellung die Anhänger und Freunde der Bewegung am Sonnabendabend nach dem Ulap zusammenberufen. Führende Männer aus Politik und Wirtschaft, auch der Berliner Polizeipräsident Jörgiebel, waren der Einlabung gefolgt. Zu Beginn des unterhaltenden Programms sprach) Senatspräsident Großmann. Er erinnerte an den 9. November 1918, wo das deutsche Volk einmütig aufstand und die morsche faiserliche Herrschaft zerbrach. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichfeit- unter diesem Leitstern wurde der demokratische Volksstaat aufgebaut. Aus den republikanischen Parteien hat sich, als die Butschisten von rechts und links gegen die Republit anrannten, eine feste Schußzwehr das Reichsbanner gebildet, das heute zu einer Boltsbewegung geworden ist. Ein Hoch auf die Republik schloß den ernsten Teil der Veranstaltung. Denn fom die Unterhaltung und der Tanz. Bundestreue Vereine teilen mit: Freier Kanu und Ruderverein Stralau. Sigung Donnerstag, 14. NovemFGC., Kanuabteilung. Die Sigung findet nicht Mittwoch, 18. November, sondern Freitag, 15, November, bei Kriesche statt.. Ranu- Union ber, 20 Uhr, bet Herrmann, Stralauer Allee 47. teiligen fich an der Mittwoch, 13. Rovember, 19½ Uhr, Edulaula Grünthaler Straße 5-6, ftattfindenden Filmvorführung für Arbeitersportler. Arbeiter Schüßenbund. Ortsgruppenversammlung Dienstag, 12. November, 20 Uhr, bei Lohan, Brilderstr. 16. Freie Kanu- Union Groß- Berlin, Abt. Spandau. Bootshaus in Spanbau, Bettestraße, bei Fleischer. Bootsstände find noch frei. Gigung Dienstag, 12. Rovember, 20 Uhr, bei Reimer, Berlin- Charlottenburg, Wilmersdorfer Ede Ranalftraße, Gäfte mitommen. Mitglieder merben aufgenommen, Touristenverein„ Die Naturfreunde", Abt. Mitte. Einäfcherung Albert Soffmanns Dienstag, 12. November, 17% Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Freie Schwimmer Groß- Berlin, e. B. Sauptausschußfisung Donnerstag, 14. Rovember, 20 Uhr, Gewerkschaftshaus, Konferenzzimmer. Saufptvorstand eine Stunde frither. Gruppe Mitte: Das 1. Stiftungsfeft findet nicht im Bereinshaus bes Nordens, Gartenstraße, fondern in den Berolina- Feftfälen, Schönhauser Allee 28, statt. Vom Berufssport. Radsport in aller Welt! Arbeit auf den Winterbahnen. Bei den Rennen im Reiche und im Auslande starteten bereits wieder Fahrer, bie erst am Donnerstag das Berliner Sechstage rennen hinter sich hatten. 9 12: 24: 8 bei einem Stundenmittel von 44,110 Kilometer zurücklegte, will erst im nächsten Jahre wieder erneut sein Heil versuchen! Noack schlägt Moreau. int Rampf mit dem Belgier Moreau voll aus sich herausgehen. Im Berliner Ständigen Bogring" mußte Paul No a c In der Breslauer Sportarena bestritten Berufsfahrer Erst von der vierten Runde ab kam der deutsche Ermeister klar nach vorn und siegte schließlich sicher nach Punkten. Die beiden Welterein 100- Kilometer- Mannschaftsrennen, das elf Paare am Start fah gewichtler Schutz- Königsberg und Richter Dresden lieferten sich ein und einen recht lebhaften Verlauf nahm. Den Sieg sicherten fich heftiges Gefecht, in dem Schulz in der zweiten Hälfte klare BorZiez Petri, die mit Hürtgen- Miethe und Jocksch- Stübecke mit teile hatte, da Richter meist auf die Deckung traf. Troßdem lautete Rundenvorsprung einfamen, nach Bunften. Buschenhagen fand bei das Urteil„ Unentschieden". Mit dem gleichen Resultat trennten sich Strollmann zu geringe Unterstützung, Goossens- Denef enttäuschten, auch Dörfer- Leipzig und Zicho- Hamm. Ganz überlegen war der während Tonant wegen eines Mustelriffes und Maczinski, der mit Bunktsieg, den Stibinsfi- Bochum über den Hamburger Kracht davon Dorn fuhr, infolge Sturzes ausscheiden mußten. Die ersten Rad- trug. Im Einleitungskampf konnte der Leipziger Gebstedt seinen rennen in der Westfalenhalle brachten u. a. drei Läufe übertrug. ie 25 Kilometer hinter fleinen Motoren, die mit Möller, Lewanow, Gegner Roberts- Berlin bereits in der ersten Runde entscheidend beZucchetti und Bréau besetzt waren. Gegen Möller und Zucchetti tamen Lewanow und Bréau nicht auf, dagegen lieferten die beiden ersteren untereinander flotte Kämpfe. Im Gesamtergebnis fiel der Sieg an Möller mit 74,805 Kilometer. 4814 Der deutsche Amateurmeister im Radfahren über 1 Kilometer, Frig Fliegel, will sich vom aftiven Sport zurückziehen, um sich ganz feinem voltswissenschaftlichem Studium widmen zu fönnen. Die Radweltmeisterschaften für 1930 werden in Belgien zum Austrag gebracht, der belgische Verband hat als Austragungs termin die Zeit vom 24. bis 31. August bestimmt. Am 23. August findet in Brüffel der Rongreß der UC3. statt. Von den Rab wettbewerben im Auslande fei berichtet, daß die Belgier Rielens 3. 2erts auf der Pariser Winterbahn den Länder fampf Frankreich Belgten zu ihren Gunsten entschieden. Lacquehan gewann auf der Winterbahn in Brüffel ein Stundenrennen hinter Zweifikerführung nach scharfem Kampf knapp gegen Weltmeister Ronfie. Wambit folgte bichtauf. Egg bleibt metter Beltrefordmann. Der ständige Angreifer Binder, ber bei seinem letzten Bersuch in Mailand 25 Runden( 9120 Meter) in fiegen. Aus der Industrie. Von Zeit zu Zeit gehen Berichte durch die Zeitungen, die auf die überragende Bedeutung des Automobils, besonders in den Bereinigten Staaten hinweisen. Es nimmt deshalb nicht wunder, daß die großen amerikanischen Omnibusgesellschaften nach allen ted) nischen Neuerungen Ausschau halten, die in der Lage sind, ihre Riefenbetriebe zu vervollkommnen und zu verbilligen. Im Vordergrund ihres Interesses steht zurzeit der Mercedes- BenzRo hölmotor, eine Schöpfung des größten und ältesten deutichen Automobilfonzerns, der heute das Monopol des einzigen brauchbaren Rohöldieselmotors der Welt für Gebrauchsautomobile in Händen hat. Die amerikanischen Omnibusgesellschaften schenken dieser Konftruttion größte Beachtung, weil der Motor eine Ersparnis an Brennstofftoften bis zu 80 Pro3. gegenüber einem gleichy flarten Benzinmotor ermöglicht, und es werben zurzeit Berjuche angestellt, die amerikanischen Omnibusbetriebe auf diesen Rohölmotor umzustellen. Auch andere Länder zeigen für die deutsche Erfindung Intereffe. In Australten haben die bisherigen Bersuche glänzende Ergebnisse gezeigt, ebenso in verschiedenen Gegenden Südafrikas, worüber die lokalen Zeitungen ausführliche Berigte bringen. Der Bergmanns Siedlerkongreß. Eine verpuffte fommunistische Aktion. Seit Wochen hatte die KPD. eine eifrige Propaganda für| forderte er auf, fommunistisch zu wählen, dann würden die Siedler einen mitteldeutschen Bergmanns- Siedlerfongreß betrieben. In un- befreit. Sabott ta sprach in gleichem Sinne genau sechs Minuten zähligen Zeitungsartikeln, Flugblättern und Bersammlungen hatte und verschmand. hauptsächlich der kommunistische Landtagsabgeordnete Schlag eine wüste Hehe gegen die im Verwaltungsrat der mitteldeutschen Treuhand für Bergmannsfiedlungen tätigen Verbandsvertreter betrieben. Eine Flut von Lügen mußte helfen die Bergarbeiter gegen die Berbandsführer aufzuftacheln. Die in gleicher Stärke im Verwaltungsrat sigenden Gruben direttoren sind dabei mit keinem Worte angegriffen worden. In persönlich gehässigster Weise wurde der Vorsitzende des Verwaltungsrats Genosse Hesse angegriffen, obwohl er vielen Siedlern erfolg reich beigestanden hat. Am letzten Sonntag ist der mit großem Tamtam vorbereitete Kongreß vor sich gegangen. Es sollten 300 bis 400 Delegierte tommen. Täglich hatte der Klassenkampf" die Anmeldung neuer Delegiertenscharen verkündet. Die KPD. hatte den 400 Personen faffenden Restaurationsfaal im Volkspart gemietet. Man wartete, besonders auf die Massen" aus dem großen Oberröblinger Revier. Bon da tam tein Mensch. Aus dem noch größeren Geiseltal kam ein einziger Delegierter, und der war nicht einmal Kommunist. " Bon über 3800 Siedlern allein aus dem Bereich der mitteldeutschen Treuhand waren 46 Teilnehmer erschienen, darunter sechs Frauen, die ihre Männer begleitet hatten. Zehn Delegierte" waren nicht Siedler. Nach dem man lange genug gewartet hatte auf die, die nicht famen, wurde der feierliche Att um 11 Uhr in einem Nebenzimmer eröffnet, das sich zur Hälfte füllte. Die KPD. hatte außer dem Landtagsabgeordneten Schlag als Veranstalter, noch zwei Referenten geschickt und zwar den Reichstagsabgeordneten Sabottta und den Reichstagsabgeordneten Koenen. Schlag forderte zur Gründung einer kommunistischen„ SiedlerKampjorganisation" auf, gegen die Treuhand- Siedlung und die sozialfaschistischen Verbandsvertreter. Unter der Leitung der KPD. jollen Siedlungsfommissionen gebildet und die Zinsen und Mieten zum Bau neuer Häuser an diesem abgeführt werden. Nachdem fast die Hälfte der Delegierten fortgegangen war, um mieder nach Hause zu fahren, nahm dieser Pleite- Kongreß eine Entschließung an, die sich hauptsächlich gegen das dem Reichstag vorliegende Bergmannsfiedlungsgesetz mendet. Dieses Gesetz foll verhindern, daß die Bergarbeiterwohnungen den Grubenbesizern als Werkswohnungen zufallen tönnen. Selbst verständlich muß die KPD. im Reichstag dagegen sein, das Zustandekommen des Gesetzes bekämpfen, um den unsicheren Rechts: zustand über den Besiz der Häuser zu veremigen, um auch aus den sich daraus ergebenden Schädigungen der Bergarbeitersiedler„ revolutionäres" Rapital zu schlagen. Arm in Arm mit den Zechenbefihern will die PD. die Siedlungshäuser zu Werkswohnungen machen. Die Siedler haben diese Absicht durchschaut und durch ihr Fernbleiben der KPD. die richtige Antwort gegeben. Koenen und Sabotita waren über den Besuch entsetzt. Koenen sprach ganze vier Minuten. Aus Mangel an Sachfenntnis Der flägliche, wohlverdiente Reinfall der KPD. zeigt, daß die mitteldeutschen Bergarbeiter es entschieden ablehnen, sich von verantwortungslosen Schwäßern führen zu lassen. Das ist besonders bedeutsam für die schwebenden Lohnbewegungen. Der fommunistische Klassenkampfgroßsprecher, der noch vor ein paar Wochen in Essen von einer glänzenden Erstarfung der Gewerkschaftsoppofition in Mitteldeutschland faselte, ist gründlich abgeführt worden. Die kommunistische Kongreßmache hat mit aller Deutlichkeit die völlige Bedeutungslosigkeit der kommunistischen Phrasendrescherei im mitteldeutschen Gewerkschaftsleben bewiesen. Die Kommunisten haben im mitteldeutschen Bergbau hoffnungsles abgewirtschaftet. Wie die Jugend, mobilisiert" wird. Bum Reichsfongreß der„ Gewerkschaftsopposition". Einem Artikel des Zentralorgans der KPD. entnehmen mir den folgenden Abschnitt: tarifliche Lohnbewegungen aus, die durch die VerIn allen wichtigen Industriegebieten brechen jetzt(!) außer schärfung der Klaffengegenfäße gleichzeitig ilyre Spige gegen Staat und Sozialfaschismus( Die revolutionäre" Bereicherung für die freien Gewerkschaften; Red. d.„ A.") richten. Unsere ganze Kraft muß darauf eingestellt sein, diese Kämpfe zu erweitern und zusammenzufassen, den Massenwiderstand gegen die Unternehmeroffensive zu organisieren, die ökonomischen Kämpfe mzuwandeln in politische Massenstreits, um gleichzeitig den Sozialfaschismus( Die Gewerkschaften!; Red. d. 21.") und Faschismus entscheidend zu schlagen. " Die Mehrheit der Arbeiterjugend muß durch und unter Führung der revolutionären Jugendopposition in alle Kämpfe einbezogen werden und eigene selbständige Kämpfe durchführen. Des halb müssen in allen Industrien spezielle außertarifliche Jugendund Lehrlingsforderungen aufgestellt werden.(!). Um diese Aufgaben durchführen zu können, ist eine feste zufammenreißung und zielbemußte politische Klarheit der Opposition notwendig. Diefen Zweck hat der Reichskongreß. Die Jungarbeiter aus den Betrieben, Jugendfektionen, Berufsschulen und Erwerbslosenheimen müssen ihre Vertreter entienden." Die Berhehung auch der jugendlichen Arbeiter, organis jierten und unorganisierten", gegen die freien Gemertschaften, ein Ziel, würdig des kommunistischen Reichskongresses der kommunistischen Gewerkschaftsopposition. Doch die Drahtzieher werden selber ernten müssen, was sie gesät haben. 1 234 400 Arbeitslose in England sind am 28. Oktober gezählt morden, 19 906 Personen mehr als in der Vorwoche, jedoch immer noch 140 341 Personen weniger als in derselben Woche des Jahres 1928. Betriebsmethoden bei Gerold. Organisierte fann man nicht gebrauchen! Man schreit uns: Die Die Nahrungsmittel- und Getränkefirma Gerold besitzt in Berlin auch eine Kaffeerösterei und Berleseret, deren Betriebsverhältnisse jedoch nicht so sind, wie es nach den Aufmachungen der bekannten Gerold- Stuben anzunehmen wäre. In diesem Fabrikationsbetrieb herrscht eine Unternehmerwillkür, die sich in nichts von den Borkriegsverhältnissen unterscheiden. Arbeitskräfte werden nicht durch den paritätischen Arbeitsnachweis bezogen, sondern durch ein deutschnatio. nales„ Sekretariat" oder durch besondere Empfehlungen. Bei der Einstellung werden die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Regel von dem Mitinhaber der Firma und Geschäftsführer Kort. tamp gefragt, ob sie gewerkschaftlich organisiert sind. Wird diese Frage bejaht, erfolgt prompt die Antwort:„ Dann fann ich Sie nicht gebrauchen!" Die Folge dieser Arbeitermusterungen ist, daß die Belegschaft zum größten Teil aus Stahlhelmern und Hakenkreuzlern besteht, die sich mit einer Bezahlung zufriedengeben, die um ctma 10 bis 14 Mart unter dem Tariflohn liegt. Das Spizel- und Denunziantenwesen steht in diesem Betriebe in pollster Blüte. Für die ,, undeutschen" Mädchen, die einen Bubi. to pf tragen, ist in den Betrieben nicht lange Play. Sie werden von dem Abteilungsleiter Frischmut und den treudeutschen Arbeitern so lange schifaniert, bis sie von selbst ihre Arbeitsplätze aufs geben. Gerät wirklich einmal ein Arbeiter in diesen Betrieb, der gegen den Stahlhelm- und Nazi- Strom zu schwimmen versucht, wird er von diesen Elementen auf die gleiche Art so lange terrorisiert, bis er davonläuft. In voller Kriegsausrüstung und mit den Hafena freuzbinden am Arm erscheinen die Träger der Zukunft" an der Arbeitsstätte, um bei den Demonstrationen nach Arbeitsschluß und bei den üblichen Raufereien auf der Straße gleich bereit zu sein. Es fällt in diesem Betriebe weiter nicht auf, daß am Tage nach einer Demonstration der Stahlhelmer oder Hakenkreuzler einige Arbeiter fehlen, die vorübergehend im Polizeipräsidium Quartier genommen haben. Geht es in diesem Betriebe so weiter, dann fommt es noch dahin, daß über den Eingängen der Gerold- Filialen das Hakenkreuz und der Stahlhelm prangt und kein Gast geduldet wird, der nicht mit solchen Abzeichen kommt. Dann müßte man wenigstens von vornherein, woran man mit dieser Firma ist. Wirtschaft! Boran es auch fehlt, der Arbeiter muß darunter leiden. Amfterdam, 12. November.( Eigenbericht.) Eine teilweise Stillegung der Limburger Steinkohlene bergmerte droht infolge eines plöglich aufgetretenen Mangels mehr als 5000 Tonnen Kohle aufgestapelt, zu deren Abfuhr an Waggons. Allein auf dem Staatsbergwert Hendrit sind 500 Waggons erforderlich sein würden. Am Donnerstag vergangener Woche fehlten 50 Proz., am Freitag 35 Proz. der zur Abfuhr benötigten Waggons. Es wird daher bereits die teilweise Stillegung der Betriebe mit Löschung der Koksöfen erwogen. Im Limburger Grubenrevier arbeiten 35000 Bergarbeiter. darunter mehrere tausend ausländische Arbeiter. PROGRAMM für die Zeit vom 12. bis 14. November BTL Potsdamer Straße 38 $ 173 Blutschande mit Olga Tschechowa Das Geheimnis der Höllenschlucht mit Hoot Gibson KINO- TAFEL Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W.6.30. 9 U., Stg. 5U., Jg.3 Die fidele Herrenpartie m.Kampers Das Schiff d. verlorenen Menschen Wilmersdorf Rheinstraße 14 Kache) Atrium Beba- Palast Kais.- Eiche) Die Nacht nach dem Verrat mit Lya de Putty Die Präriefalle, 5 Akte Odeon, Potsdamer Str.75 Die Docks von New York mit George Bancroft Zwischen Vierzehn und Siebzehn Turmstraße 12 § 173 Blutschande mit Olga Tschechowa Alibi, Kriminalfilm in 8 Akten Alexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Das Schiff der verlorenen Menschen Morgenröte mit Werner Fuckerer Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Johanna von Orleans Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochent. 7, 9.15, Sonnt. 4.30, 7, 9.15) Vorverk: 11-2 u. ab 3, Stgs. ab 3 Uraufführung: Die drei um Edith Auf der Bühne: Fünf Carras Orose u.Feleky- Chery u, Colombo Schöneberg Alhambra Beg. W. 6.30 u. 9 U. S. ab 3 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 30 Bühnenschau Teure Heimat, 3 machen ihr Glück Der Blitzbeißer mit Tom Mix früher Titania( Ufa Schöneberg Hauptstraße 49 Beginn ab 6.30 Uhr Die Halbwüchsigen Tragödie der Jugend Der falsche Sheriff Friedenau Friedenauer Lichtspiele Ab Donnerstag: Potemkin.- Pamir Kaiserallee 111( hundertelf) Passage- Lichtspiele Unter den Linden 22( Passage) Das große Lichtspielhaus der City Südwesten Osten Film- Palast Kammersäle Germania- Palast Teltower Str. 1 Bühnenschau Frankfurter Allee 314 Das Panzerauto mit Carlo Aldini Wochentags 6 Uhr, Sonnabd. 5% Uhr, Hetzjagd auf Mensch und Tier Sonntags 3 Uhr Zwei Großfilme: Teure Heimat( Drei machen ihr Glück) mit Renate Müller, Hans Brausewetter Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Die fidele Herrenpartic mit Kampers Das grüne Monokel mit Stuard Webbs Filmeck Südosten Beginn: W. 5.30 Uhr S. 3 Uhr Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Jennys Bummel durch d. Männer Balaleikanächte Internationale Bühnenschau! Anf. W. 52, Sonnt. 3 U. Bühnenschau Luisen- Theater Reichenberger Str. 34 Frau oder Geliebte? mit Corinne Griffith Film und Bühne Urania- Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3, 3, 7, 9 Uhr Mutterliebe mit Henny Porten Der Unbekannte Bühne: Große Revac Neukölln Wtg. 6.30, 9 U., Stg. 3 U. Jug, 5, 7, 9 U Primus- Palast Herbstmanöver Blitz, der vierbeinige Retter Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Kronen- Lichtspiele Zwei Erstaufführungen: Die Lady von der Straße Der Trust der Diebe m. A.Esterhazy Weidenhof- Lichtsp. An der Weidendammbrücke Friedrichstr. 136. Woch. 12, Sonnt. 3 U. Galgenhochzeit mit John Gilbert Rheinstr. 65 W. 6,30, 9, Sonnt. ab 5 U. Madame Colibri m. Maria Jacobini Geheimnis der Höllenschlucht mit Gibson Steglitz Indizienbeweis mit Ruth Weyher Titania- Palast Moabit Artushof- Lichtspiele Film- und Bühnenschan Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Der Teufelsreporter mit E. Polo Ich hab' tür Sie ein bißchen Sympathie Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Wochentags 6.30, 9 Uhr Dritte Woche! The singing Fool mit Al Jolson Der singende Narr Mariendorf Hermannplatz Beginn 7, 9,13 U., Sonnt. ab 4,45 U. Sein bester Freund mit Harry Piel Großes Beiprogramm Auf der Bühne: Yost und Partner, humoristische Moduleur Original- Saguma- Compagnie Kukuk Wochentags 6.15 Uhr 4 Uhr Sonntags Kottbusser Damm 92 Bühnenschau Docks von New York mit George Bancroft Lustices Beiprogramm Excelsior Wochentags 6.15 Uhr Sonntags 4 Uhr Kaiser- Friedr- Str. 191 Bühnenschau Die fidele Herrenpartie mit Kampers, Picha, Rilla Auf der Bühne: Gr. Jazzrevue: Singing Babys Welt- Kino Woch. 5.45, 7, 905 Ma- Li Marlendorfer Lichtspiele Stern, Hermannstraße 49 Stgs. 3, 5, 7, 9 Uhr Alt- Moabit 99 Vater und Sohn m. Harry Liedike Das grüne Monokel mit Stuart Wehbe Bühnenschau Das Mädel mit der Kamera mit Bebe Daniels Die große Varietéschau Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Norden Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Vater und Sohn mit Harry Lledtke Belprogramm Colosseum Schönhauser Allee 123 Bühnenschau Wtgs. ab 5.30 Uhr Stgs. ab 3 Uhr Straße der verlorenen Seelen mit Pola Negri Revue: Gr. Kleinigkeiten Elektra- Palast Frauen am Abgrund m. Elga Brink Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Sein Herzensjunge mit R. Schildkrant Concordia- Palast Andreasstraße 64 Autobus 2 m. Lee Parry, Kampers Die Halbwüchsigen Beiprogramm Bühnenschau Gala- Lichtbühne Pat und Patachon als Kannibalen Jagd nach der Erbschaft( Fliegersensation) Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Sensation im Wintergarten Kopf hoch, Baby!( Kriminalkaval.) Bühnenschau Niederschönewelde früher Elysium( Film- Palast Hasselwerderstraße 17 Varietéschau Narkose it Alfr. Abel, J. Trevor Die Sindeniengräfin Bühnenschau Friedrichsfelde Usedomstr. 14 Anf. 6, 8.30. S. 3, 7, 9 U. Morgenröte mit W. Fütterer Die Regimentstochter mit Betty Balfour Metro- Palast Chausseestraße 30 Die fidele Herrenpartie mit Kampers Jenseits der Straße mit Lissi Arna Noack's Lichtspiele PROGRAMM für die Zeit vom 12. bis 14. November Gesundbrunnen Alhambra Badstraße 58 Bühnenscha Karriere mit Charlie Chaplin Prostitution Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Große Bühnenschan Seelenverkäufer mit Hertha v. Walter Der Straßensänger von Venedig Humboldt- Theater Badstraße 16 Bühnenschan Der Scheidungsanwalt mit Livio Pavanelli Donnerwetter, Monty Banks Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Große Bühnenschau Die Docks von New York mit George Bancroft Großes Beiprogramm Pankow Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Bühnenschau W. 6.30 U., Stgs. 4 U. Madame Kolibri, Irene Rysbergues große Liebe Niederschönhausen Stgs. 2 U Jugendy Film- Palast NiederBrunnenstraße 16 Wtg. 5 U., Stg 4 U. Seine Gefangene mit Milton Sills Wir halten fest u. ireu zusammen mit Kurt Gerron, Siegfried Arno Prater- Lichtspiel- Palast Kino Busch Beginn täglich Kastanienallee 7-8 S 5, 7 und&.45 Uh Alt- Friedrichsfelde Flucht in die Fremdenlegion Silberkönigs letzter Sieg mit Thomson+ Nordosten Film und Elysium" Bühne Prenzlauer Allee 56 S. 3,15 Jug- Vors: Verlängert: Los, Harold, los m. Harold Lloyd Revue: Die Sache mit Schmidt Weißensee Bühnenschau Küsse, die man nie vergift Ein Walzer um Mitternacht Pharus- Lichtspiele Müllerstraße 142 W.5% U. Stg. 4 U Stg 2 U. ugendvorstell Das Panzerauto mit Carlo Aldini schönhausen W. 6.30, 9 U Stg, 4.30, 6.45, U. S. O. S., Schiff in Not m. Liane Ka.d 16 Töchter und kein Papa Blankenburger Straße Tegel Filmpalast Tegel en schen Bahnhofstr. 2 W. 6, 812, Stg. 4, 62,& Im Rausch des Harems Bühne: Maria Zelenka u. Alfr. Leninei pers. Zwischen Frisco u. d. Mandschurei Union- Theater Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14( am Wedding) Der Leutnant ihrer Majestät Die Rache des Araberfürsten Skala- Lichtspiele Chausseestraße 303 Stg. 3 Uhr jug.-V. Wochentags 6.15 Uhr. Sonntags 4 Uhr Schloßpark Film- Bühne Schönhauser Allee 80 Ich hab' mein Herz im Autobus verloren mit Domenico Gambino Hatet Euch vor leichten Frauen Flucht vor der Liebe m. Jenny Jugo Auf der Bühne: Japanische Revue Bühnenschan Berliner Allee 205-210 Varietéschau Ich lebe für dich! m. W. Dieterle Das Mädchenschiff( Lebende Ware) Bühnenschau W. 6, Stg. 4.30 U Großstadtfugend m. Harry Liedike Tagebuch einer Kokotte Hauptstraße 3 Beg. Wig. 8 U Stg 5, 7.30 Fräulein Fähnrich Das Schicksal derer v. Habsburg mit E. Morena Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. tauptstraße 51 Film- u. Bühnenschan Tagebuch einer Verlorenen Klub der Junggesellen mit R. Talmadge