Morgenausgabe D171119ain sic Nr. 533 A 268 46.Jahrgang Biemme 1. menali 3,88 tusreus zahlbar. Boftbeaug 4.32 R. etnichließlich 60 Big. Boftzeitungsb 123fg. Bostbeftellgebühren Auslanbe ebonnement 6- pre Monat Daz„ Bewirts ericheint magentag Sich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie bendausgaben für Berlin and im Handel mit dem Titel„ Der d Abend Slluftrierte Beilagen Bol and Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen".. Frauen timme Technit Blid in bie Büderwelt" und Jugend- Borwärts Mittwoch 13 November 1929 ilmas Groß- Berlin 10 Pf. Vorwärts Berliner Volksblatt aid nonst L Auswärts 15 Pf.co ttg. Ronpareillezetts 80 Biennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart Kleine Anzeigen das lettge druckte Bort 25 Pfennig zuiding met jettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erite Bort 15 Bfennig, jebes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben gablen für gme: Borte Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Famillenanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Haupt refchäft Lindenstraße 8, wochentäglic von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts: Berlag G. m. b.. Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Bostscheckkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. n. Disc.- Ges., Depofitenkasse Lindenstr. 3. Die russische Bauernkatastrophe. in Wort an die Beamten. Beratungen des Reichskabinetts.- Russische Erpreffungen an den Elenden. Das Reichskabinett wird sich am Donnerstag mit der Frage befassen, wie den vor Moskau lagernden und in großer Not befindlichen fibirischen Deutschen ge holfen werden kann. Geschäft aus der Rot. Die Sowjetregierung hat inzwischen mit der Registrierung der por Mostau lagernden Flüchtlinge begonnen. Die Melitionare, mie die mit der Registrierung beauftragten Dorfrä'e genannt wer den, haben den Flüchtlingen u. a. mitgeteilt, daß ab 1. November für jede Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat, eine Baß = gebühr von 200 Rubel zuzüglich einer Abgabe von 20 Rubel für das Rote Kreuz bezahlt werden muß. Das gleiche soll auch für die Arm- Bauern und die Arbeiter gelten, die bisher nur 50 bzm. 5 Rubel bezahlt haben. Wer die geforderte Gebühr nicht zahlen tann, darf Rußland nicht verlassen. Der fann elend zugrunde gehen und verhungern. Diese Bratis scheint darauf hinauszulaufen, von den flüchtigen und fast im Elend dahinstechenden Menjhen nach ihrem wirtschaftlichen Ruin auch noch die letzten in ihrem Besitz befindlichen Rubel zu erpressen. Teilweise wird diese Erpressung darauf zurückgeführt, daß mehrere Mennoniten in der vergangenen Woche mit eigenen oder geborgten Mittein in der Verwaltungsabteilung des Moskauer Gebiets für sich Ginzelpaffe erlangt haben. Angeblich sind dafür insgesamt 170 000 Rubel eingezahlt worden. Man hofft von den anderen Flüchtlingen den gleichen Preis ergattern zu fönnen. So ist man bestrebt, aus der Not Tausender und aber Tausender von Menschen noch ein großes Geschäft zu machen. gehört, werden den neuantommenden Flüchtlingen bereits seit In dem Bezirk Busch tinow, zu dem u. a. der Ort Klajajima über 14 Tagen, feine Brotfarten mehr ausge 14 händigt. Viele Familien leben deshalb nur noch von den Almojen nonitische Familien in zwei Räumen einer früheren aus den Handen ihrer Leidensgenossen. In Barlowla sind 40 men Teewirtschaft untergebracht. Das beut Aufruf zur Hilfe. 3 Das deutsche Rote Kreuz, der Zentralausschuß für die innere Mission, der deutsche Caritasverband, der fünfte Wohlfahrtsverband, der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt, der Zentralwohlfahrts ausschuß der christlichen Arbeiterschaft und die Zentralwohlfahrts stelle der deutschen Juden veröffentlichen einen Aufruf, der zu Sammlungen für die Notleidenden auffordert. Spenden nehmen die Großbanken entgegen. Baldige Haager Schlußkonferenz? Young- Plan soll vor Jahresende unter Dach und Fach sein. Barts, 12. November.( Eigenbericht.) Entgegen den polemischen Darstellungen gewiffer Pariser Blätter dürfte die zweite Haager& onferenz schon für Ende November oder Anfang Dezember eluberufen werden. Der gute Wille zur möglichen Beschleunigung der Arbeiten iff bei allen intereffierten Regierungen zweifellos vorhanden, und in den beteiligten Kreisen scheint man die begründete Hoffnung zu hegen, daß die zwelte Haager Konferenz, und damit der Youngplan, bis Weihnachten oder bis spätestens Jahresende unter Dach und Fach gebracht werden kann. • 3n der Unterredung, die Briand inzwischen mit dem deutfchen Botschafter von Hoesch hatte, ist man sich a a. darüber einig geworden, daß zur Einberufung der zweilen Haager Konferenz nur noch der Abschluß der Arbeiten in den verschiedenen Rommiffionen abgewartet werden foll. Die Kommiffionen follen durch den belgischen Ministerpräsidenten Jaspar in feiner Eigenschaft als Borsigenden der Regierungskonferenz nochmals ersucht werden, ihre Verhandlungen nunmehr endgültig zu Ende zu bringen. Die Kommiffion für die Ofireparationen wird mit einem negativen Ergebnis enden und daher die ihr übertragenen Aufgaben an die betreffenden Regierungen direkt zurückgeben müssen, die darüber hinaus noch über einige andere Fragen, über die in mehreren der Ausschüsse eine Berständigung nicht erzielt werden fann, zu entschelden haben. Die Kommissionsergebnisse werden dann einem besonderen Juristenausschuß überwiesen, der fie 3u elaem formellen Bertrag zufammenfaffen soll. Um feine Zeit zu verlieren, soll dieser Juristenausschuß gleichzeitig mit der zweiten Haager Konferenz arbeiten. Es ist jedenfalls unrichtig, wenn, der Matin" am Dienstag glaubt mitteilen zu können, daß Briand mit Rücksicht auf den noch ausstehenden Bolfsentscheid eine Bertagunng der Haager Berhandlungen empfohlen habe. Nicht minder falsch ist es, menu der„ emps" am Dienstag erflärt, daß, wenn die zweite Haager Konferenz gleichzeitig während der Vorbereitung zur Boltsabstimmung tage, thr Ergebnis vielleicht die deutschnationale Propaganda nähren fönnte. Jedermann weiß, daß den Deutsch nationalen ein voller Mißerfolg bevorsteht. Die Reichs| Rüdführung in den ftaatlichen Befiß Preußens und Bayerns die gesamte Saarbevölkerung einmütig den allergrößten Wert legt und ohne deren Sicherung fie in eine Rüdgliederung vor 1936 micht einmilligen wird. Warum müssen die Beamten sozialdemokratisch wählen? Von Albert Falkenberg, M. d. R. Wie immer, wenn Wahlen vor der Tür stehen, versucht die Reaktion, den Beamten vor der Sozialdemokratie graulich zu machen. Das geschieht in der zielsicheren Absicht, die Republikanisierung und Demokratisierung der Gemeindeverwaltung und des Gemeindewesens zu sabotieren, mindestens aber zu hemmen. Ueberall, wo die sozialdemokratische Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung auf Grund Gegner der Sozialdemokratie vom roten Diktaturbestreben" ihrer Mandatsziffer Einfluß auszuüben vermag, reden die und davon, daß die Sozialdemokratie die Gemeindepolitik lediglich als ihre parteipolitische Domäne" betrachte. Diese Gemeindepolitik beteiligt sind, der Geist des Fortschritts in Einstellung ist an sich nicht im geringsten verwunderlich; tritt doch fast überall, wo Sozialdemokraten an der Führung der Einrichtungen und Bauten in die Erscheinung. Die Beamten aber werden feststellen müssen, daß dort, wo Sozialdemofraten mit den alten Zuständen aufräumen, wo dank ihrer Tätigkeit das Stadtbild ein neues, freundlicheres Gesicht zeigt, durchweg auch die Beamten politik herausstrebt aus den in muffigen Amtsstuben beschlossenen Bahnen einer vorkriegszeitlichen Gemeindepolitik. Es ist schon fo: wo schlechte Arbeiter und Angestellten politit gemacht wird, fönnen nicht ausgerechnet die Beamten die Erfüllung ihrer Forderungen Don denen erhoffen, die für soziale und wirtschaftliche Entrechtung der Arbeitnehmer alles, aber für ihren Aufstieg nichts tun. Die Beamten glauben nicht mehr daran, daß die gleichen Kreise, die im Reich und in den Ländern arbeitnehmerfeind liche Bolitit treiben, sich für eine fortschrittliche Gemeindepolitik entscheiden könnten. Schon die Personalpolitit der Gemeinden cich s zeigt die Richtung des politischen Kurses an. Zum Beispiel in Berlin. Bon zwölf befoldeten Magistratsmitgliedern find fechs Sozialdemokraten, während, vier Sozialdemokraten als unbesoldete Magistratsmitglieder amtieren. Die sozialdmofratische Fraktion der Berliner Stadtverordnetenversammlung zählt 73 Mitglieder von 225 insgesamt. Trotzdem also feineswegs eine sozialistische Mehrheit vorhanden war, hat die SPD. in der eben abgelaufenen Periode die Führung gehabt. geblichen Verwaltungsgebieten mit republikanisch und sozial eingestellten Persönlichkeiten besetzt werden, die außerordentliche Fachkenntnisse besigen und hervorragende Leistungen aufzuweisen haben. Jeder Beamte weiß, daß allein mit fortschrittlicher Personalpolitik die Demokratisierung der Verwaltung zu erreichen ift. Kammerpräsident Bouiffon für geistige Annäherung Ihr ist es zu danken, daß die leitenden Bosten auf den maßParis, 12. November. Der sozialistische Kommerpräsident Bouiffon hielt anläßlich der Waffenstillstandsfeier in Charleville eine Festrede. die von dem Gefühl für einen dauernden Frieden und für eine englisch- französische Berständigung tief durchdrungen war. Bouiffon erinnerte an die Worte Briands in der Kammer, morin er dem Bursche Ausdruck gab, daß die französischen Truppen das besetzte Gebiet mit Vertrauen und mit herzlichkeit gegenüber der Bevölkerung verlassen möchten. Um einen dauerhaften Frieden zu gern, müßten sich zwischen Frankreich und seinem öftlichen Nach barn gute Beziehungen anfnüpfen, nicht nur zwischen den verfchiedenen wirtschaftlichen Gruppen, sondern auch in di viduelle von Mensch zu Mensch. Die französischen Schüler und Studenten würden heute regelmäßig in Deutschland empfangen und umgelehrt. Frankreich begrüße die deutschen Gelehrten, wie es erst jetzt Dr. Einstein begrüßt habe. Nech vor wenigen Monaten sei ein Wagner- Zyklus des Bayreuther Theaters mit Begeisterung in Paris aufgenommen worden, und täglich erschienen Bücher deutscher Schriftsteller in französischer Uebersetzung auf dem Markt. Besonders die deutschen Kriegsbücher hätten Frankreich besser verftäntlich gemacht, wie man in Deutschland die vier Kriegsjahre gelebt habe und wie man an der deutschen Front lebte. Dieſe Bücher müſſe man neben den eigenen Erzeugnissen und denen der verbündeten Mächte lesen, um auch aus ihnen zu schöpfen. Die lebendige Einbildungskraft der neuen Generation müsse man durch folche Werke zum Besten belehren, um auf diese Weise den Friedensgeift in ihr großzuziehen, denn Friede jei die Grundlage allen Fortschritts. biete der Beamtenbesoldung geleistet hat, fann fich Was Berlin in der abgelaufenen Periode auf dem Ge gleichfalls sehen lassen. Die großen Gesichtspunkte, nach denen die Beamten die Besoldungspolitik des Reiches und der Länder orientiert wissen wollen: Berücksichtigung der schlecht besoldeten Angehörigen der unteren Gruppen, Herabsehung der Gruppenziffer, Berbesserung der Bestimmungen über die Festsetzung des Besoldungsdienstalters, feine Benachteiligung der nichtplanmäßigen Beamten usw.. haben bei der Beratung der neuen Besoldungsordnung 1927/28 den Inhalt der damals wie heute maßgeblichen Richtlinien der SPD- Fraktion ge bildet. Aber die Flügelparteien von rechts und links verfagten. Sie stellten zwar, ohne Rücksicht auf die Finanzlage der Stadt zu nehmen, Agitationsanträge, aber die Erschließung der notwendigen Einnahmequellen überließen sie der SPD. Wie im Reich, wie in den Ländern Demagogie. Fast stets unter Führung der SPD. wurden Berbefferungen erzielt, zum Beispiel bei der Beratung des Stellenplans für 1929, bei dem Ausbau der Stellung der Feuermehrmänner usw. Das bedeutet gewiß noch nicht, daß nun feine Besoldungswünsche mehr übrig geblieben find, aber die Abhängigkeit der Gemeinden von Reich und Ländern wird auch in nächster Zeit teine restlose Erfüllung der Beamtenwünsche bringen können. GeDarauf allein tommt es ja aber auch nicht an. trübfte regierung hat von Anfang an den Standpunkt vertreten, daß die Wählerversammlungen meindepolitik kann auch von den Beamten nur als Teilgebiet Boltsabstimmung eine rein innerdeutsche Angelegenheit ist, die auf die kommenden internationalen Berhandlungen teinen Einfluß haben kann. Jede andere Beurteilung der Volksabstimmung Heute: Kreuzberg, Mitte, Wedding, Tempelhof, Tegel, würde darauf hinauslaufen, von Deutschland die Ratifizierung eines internationalen Bertrages zu verlangen, bevor dieser Vertrag überhaupt endgültig abgeschlossen ist. Saar und Reich. Saarbrüden, 11. November.( Eigenbericht.) Die Bertreter der politischen Parteien und der Wirtschaft des Saargebietes, die als beratende Sachverständige des Saarvotts ber deutschen Saardelegation für Patts beigeordnet find, haben telegraphisch an die Reichsregierung tie Bitte gerichtet, mit ihnen, den Bertretern des Reidges, der zuständigen Länderkabinette und der Saardelegation unverzüglich eine Sigung ab zuhalten. Es soll sich dabei in der Hauptsache um eine neue Festlegung hinsichtlich der Saargrube n handein, auf deren Morgen: der großen Politit beurteilt und gewertet werden. Einer der im Augenblick besonders aktuellen beamtenpolitischen Barolen Erhaltung des Berufsbeamtentums" wird zwar Rosenthal und Staaken. auch von den bürgerlichen Barteien bis hinein in die Reaktion Britz- Buckow, Köpenick, Charlottenburg, zugestimmt, aber legten Endes doch nur in dem Sinne des Friedrichsf: lde. Neu- Lichtenberg, Adlershof praktische Boiitik jener Kreise zeigt durchaus keine Neigung, berüchtigten Reichstanzlermortes: ,, wie ich sie auffasse". Die Schmargend rf, Niederschöneweide, Bohnsdorf, ben 103ialen und wirtschaftlichen Inhalt dieses Alt- Glienicke, Marienfelde, Lankwitz Rudow,| Berufsbeamtentums zu erhalten, geschweige denn zu verLichtenrade Lichterfelde, Dahlem, Reinickendorf bessern. Ihre Zoll- und Steuergesetzgebung. das merken nachund Tegel Außerdem eine Beamtenversammlung gerade auch die Beamten, verrät das Bestreben der des Kreises Wedding in d n Pharussälen. Kriegslastenabwälzung auf die meniger tragfähigen Näheres im Innern des Blattes. Schultern der Maffen, zu denen die breiten Schichten der Beamten des unteren und mittleren Dienstes zählen. Um Frauen und Männer Berlins, kämpft mit uns für die Ziele des Sozialismus! diefe Bestrebungen zu verschleiern, werden reaktionäre Beamtenfreise mobilisiert. So verjandie in den letzten Wochen ber Bund Deutscher Reichsbahninspektoren und Amtmänner ein Rundschreiben, in dem das Ge- ipenst des Abbaues des Berufsbeamtentums durch JTF.« und ÄDGB.-Bertret«r in den Beratungen des Organifanons- komitees C in Paris an die Wand gemalt wurde. Und aus der Zeitschrift einer„führenden politischen Persönlichkeit"' wurde das Märchen von der großen inoffiziellen Delegation ftufgerischt.„in der die sozialistischen Gewerkschaftsführer maßgebend sind".„Die Einigung mit dem Ausland", heißt es in der Zeitschrift,„würde das Ende der Beamtenschaft in der Eisenbahnoerwallung, das heißt ihr« Ueberfllhrung in das Ang est eilten Verhältnis bedeuten". Aus» geredinet vor den Eemeindewahlen werden diese Gerüchte »erbreited Doch nicht zum Vergnügen, sondern mit dem Ziel, die Beamten gegen links einzunehmen. Wenn schon diese Reaktionäre sich um die„Erhaltung des Verufsbeamten- tums" bemühen, dann kann die gesamte Beamtenschaft gar nicht mißtrauisch genug sein. Sie sagen Jesus, aber sie Meinen Baumwolle. S?« sind es, die den Beamten mit dem „Berufsethos" immer gerade dann näher rücken, wenn sie Grund haben, van der sozialen und wirtschaftlichen Cnt- rvchtung der Beamtenmassen abzulenken. Die Personal- Politik der Deutschen Reichsbahn liefert geradezu Muster- Keifpiele für dies« Taktik. Man kann den Beamten nur immer wieder empfehlen, sich durch nichts in ihrer poli» tischen Einstellung zu den Beamtenfragen beirren zu lassen. Beamtenpolitik in einem den Be- amten günstigen Sinne zu beeinflussen, gelingt eben doch nur durch den politischen Stimmzettel. Er ist die einzig brauchbare politisch« Waffe. Wenn die Beamten wollen, daß ihre berufspolitifchen Forderungen erfüllt werden, dann müssen sie selber dazu mit- helfen, daß zunächst erst einmal sozialistische Mehr- h e i t e n in Reich, Ländern u n d in den Gemeinden in die Parlamente einziehen. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Woher kommen die Antriebe für eine neuzeitliche Vertehrspolitik, die den Bedürfnissen der Massen gerecht wird? Hat nicht die SPD. für den Auebau des Schulwesens Hervor» ragendes in den Gemeinden geleistet? Wer treibt ein« Bodenpolitik»� den Bodenwucher drosselt, um billig« Wohnungen stellen zu können? Die politische Praxis ist nirgendwo ein so untrüglicher Prüfstein für die Politik der Parteien wie in der Gemeinde. Die politisch« Bilanz der Ge- meinden liegt vor aller Augen offen. Hier kann nicht „retouchiert" werden! Was eine Partei kann, läßt sich am wenigsten in der Gemeinde totschweigen. Die sozial» demokratische Gemeinde Politik drängt zwang«-> läusig zur Eroberung der Macht. Wir m ü s s e n sie erobern! Nicht um„parteipolitische Domänen" zu schaffen, sondern um der Gesamtheit unserer Mitbürger zu dienen. Beamten, helft uns den Sieg erringen! Die Llniversitätskrawalle. Akademische Freiheit und Hakenkreuzflegel. Eine Rotte von Hakenkreuzstudenten hat an der Berliner IMoersität eine Nachahmung der Wiener Vorgänge ver» sitcht. Sie hat randaliert und ist dabei gegen Mitstudierende tätlich vorgegangen. Die Polizei ist angesichts der � Bedrohung der öffentlichen Sicherheit in die Universität einge- drungen und hat Ruhe und Ordnung wiederhergestellt. Die rechtsradikale Presse, von Hugsnberg angefangen. nimmt Partei für die Hakenkreuzrotte, sie lärmt gegen die Polizei und pocht auf die akademische Freiheit. Es ist selbst- verständlich, daß die Unzuständigkeit der Polizei in der Universität da aufhört, wo die unmittelbare Bedrohung der öffentlichen Sicherheit anfangt. Radau und Presielärm lenken die Blicke auf die Sonderstellung der Universität alz Selbstoerwaltungskörper und ihre Vorrecht«, die sogenannt«„akademische Freiheit". Zuständig für die Untersuchung und für die Bestrafung der Schuldigen ist zunächst der Senat der Universität. Man darf erwarten, daß er rasch und energisch vorgehen wird, um so mehr, da die nationalsozialistischen Flegeleien sich vor ollem gegen den Rektor richteten. Man wird sich im Professorenkörper hoffentlich darüber klar sein, daß die Haltung einer Reihe von Professoren die staatsfeindlichen Strömungen an der Universität gefördert hat, ebenso darüber, daß die Wiederholung solcher unwürdigen Szenen ernste Folgen für die Sonderstellung der Universität haben müßte. Der Staat zahlt jährlich für jeden Studierenden einen Zuschuß von 4000 Mark, er kann nicht dulden, daß die Universitäten za einer Freistatt für Frondeure gegen den Staat werden, noch viel weniger zu einer Freistatt für den antisemitisch-hakenkreuzlerischen Pöbel. Man versichert uns, daß die Professoren der Berliner NnioersitSt die Szenen von gestern in einmütiger Empörung verurteilen. Die Universitäten sind Zimmer die Stätten tur- bulenter Jugend gewesen— aber daß heute d e r r o h e U n- g e i st der j)akenkreuzler. daß diese staats» und b i l d u n g s- fremden Gesellen mit ihrem„Iuda.verrecke"-Geschrei sie zu einer antisemitischen Kaschemme glauben verwandeln zu können, das ist kein gutes Zeugnis für den Lehrkörper! Die Absicht der Hakenkreuzflegel, ein wenig Wien zu spielen, ist ganz offenbar. Es wird sehr gesund sein, wenn ihnen beigebracht wird, daß in Berlin d u r ch g�e g r i f f e n wird, und daß der Staat nicht daran denkt, für sie Zu- schüsie zu zahlen, noch viel weniger daran, ihnen Vorbildung und Anwartschaft für künftige" Beamtenstellungen zu ver» schaffen. Sine Mitteilung des Polizeipräsidenten. lieber das Eingreifen der Polizei bei den Dorgängeu in der Berliner Universität teilt der Polizeipräsident folgendes mit: Gegen 5�11 Uhr hatte ein Unwersitätsrat im Auftrag« des Rektors der Universität das örtlich zuständige Polizeirevier davon in Kenntnis gesetzt, daß um 11 Uhr auf dem Hegelplatz eine größere «tudentenbemonstratlon stattfinden würde. Der Beauftragte des Rektors hatte zugleich darauf hingewiesen, daß Ausschrei. :nng«n der demonstrierenden Studenten nicht ausge» schloffen seien, und gebeten, die erforderlichen polizeilichen Bor- kehrungen zu treffen. Der Polizeipräsident ordnete daraufhin die Bereitstellung der ciotwendigen Polizeikräste sowie ein« Beobachtung der in Aussicht stehenden Demonstration an. Nach Schluß der Studentenoerfanmt- lung am Hegelplatz begaben sich die demonstrierenden Studenten singend unä> unter den Rufen:„Deutschland erwache! Suda verrecke!" in das Universitätsgebäude. Als der Polizeipräsident, der sich zusammen mit dem Kommandeur der Schutzpolizei von dem Umfang der Demonstration und de? getroffenen polizeilichen Mahnahmen persönlich überzeugt hatte. den Hegelplatz oerlassen wollte, eilten mehrere Personen auf den leitenden Polizeioffizier zu und berichteten, daß es im Vestibül der Universität zu schweren Zusammenstößen zwischen den Studenten gekommen sei. Der Polizeipräsident entsandte daraufhin, in der Annahme, daß das Ersuchen de» Unioersitätsrates um polizeiliches Eingreifen tatsächlich im Namen des Rektorz ergangen sei, ein Aufgebot von Schutzpolizeibeamten in das Vestibül der Universität. Hier war es unterdes zwischen den Studenten zu heftigen Schlägereien und zu schweren Ruhestörungen gekommen.. Die Polizei brachte die Streitenden auseinander und sorgte säe Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung. Aus Hugenbergs Block. Keif für den ZldSruch. Die rechtsradikal«„Standarte" schildert der Gituatwn« der Msamwenikrachenden Deutschnotionalen Partei mit den folgenden grausam höhnischen Soßen: „Daß der Kampf weitergebt, kann einzig Adolf Hitler .. uneingeschränkt freuen? nur die künftige Unterbeingung des rechte« Flügels der deutschnmionalenr Wählerschaft bei den Rattonalsnzio- listen, ist jedenfalls Borjorg» getroffen. Dem linken Flügel macht wie üblich zur Unzeit Attur Mahraun verlockende doch.weyig iolid erstheinende R e u b a u w n h n un g s a f i« rt« n.(es sind schon in den letzten Jahren manche airoerc S!-chlungsunterneh. wungen verkracht.') Immerhin die Frage eines Asyls für obdachlose Deutschnationol« wird in absehbarer Zeit akut werden. E» knistert bedenklich im Gebälk der Partei. Darum sei d-y nichtparlamentarischen Gruppen, die ihre Zelle in allzu großer Nähe des gefährdeten SebSudes auf- geschlagen haben, der sreundschaslliche Rat erteilt, den notwendigen Stellungswechsel beizeiten vorzubereiten. Die Trümmer st arte kann schließlich nur noch parteipolltischeAbbruchunter- n e h m e r interessieren." Wer den Schaden hat, braucht für den Spall nicht zu sorgen. Blockgenossen untereinander. Kiek. 12, November. Aus Antrag des deutschnationalen Reichstag,- abgeordneten Dr. Obersohren hat die Zivilkammer des Landgericht» gegen den nationalsozialistischen Land- tagsabgeordneten Löhs««in« einstweilige Ver. f ü g ung erlassen. Dies« oerbietet dem Abgeordneten Löhs«, gegen Dr. Oberfohren gerichtete unwahrebeleidlgendeundver- leumderisch« Behauptungen in Flugblättern oder durch die Tageszeitungen aufzustellen oder zu verbreiten. Ein Gerichtsvollzieher wurde beauftragt, die noch im Besitz de» Abgeordneten Löhs« befindlichen Stücke«ine» Flugblatts, das sich gegen Dr. Obersahrcn richtet, zu beschlagnahmen. Vie Kurcht vor dem Reichstag. Die„Politische Wochenschrift" denkt mit Entsetzen daran, daß diedeutschnationaleReichztagsfraktionimReichs- tag auf Befehl Hugenbergs und unter der Aufsicht der National- mziolisten für Hngenberg« Gesetzentwurf geradestehen soll. Sie fleht um Rettung aus tiefer Not: „Dieser Politik, die sich so verderblich auswirkt, soll demnächst im Parlament«in neuer Blankowechsel ausgestellt werden, von Politikern, diebessereEinsichtenhaben. St« sollen in einer Situation, wo alle Mann an die Pumpe» des sinkenden Schiffes müßten, sich dazu herqeben. dasselbe sinkend« Schiff ux einer innerlich schon ,mclllos«n Parade mj schmücken, die uuch als lolche 5U einem Mißertalg führen muß. Daß diese Männer diesen Wechsel jetzt noch einmal unter» schreiben, ist ausgeschlossen. Es naht ein««lemen- tar« Katastrophe, die durch parlamentarisch« Berechnungen btptch das bekannt« Konoentikelwesen nicht mehr beschworen werden kann. Man gebe sich keinen Täuschungen hin: fest lanaem sind alle Blick, taf diese Männer gerichtet, von denen man weiß, daß sie bl« Huaerbevgscke Positik nur au-, Disziolin mit, « a ch e n. Fast zu lano« schon bat man sich«in Wort, eine Tat»on ihnen erhofft, so daß sich schon Enttäuschungen eingestellt haben. Die Zeit ist gekommen." Da» geht an die Adresse der Dowes-Rallonalen. dl« seinerzeit mit Ja für de» Dawes-Plan gestimmt hatten. Nobelpreisträger Thomas Mann. Oer repräsentative deutsche Dichter. Devtschn«tl»nale llnregelmäßloketten. Auf Grixnd einer von d«m gev Landrat cins-lelteftn Untersuchung der Gffchäft-Mrung tm M eininqen die betdon Gelchäft-'sührer!l l r i c i im!) A h l« r t i riffle« entlassen. lllrici, ein deuffchnatianaler Major o. D., hat sich im Bachdorser Grund erschossen. Die Erhebungen haben ergeben, daß be- trächtlich« Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung des Eleftrifftätsverbandes oorliegm. In der Kasse ssblen etwa 10000 Mark, Sic schwedische Akademie hat de» Nobelpreis für Ltteraftxr dem deutschen Dichten Thomas Man» zuerteilt. In den letzten Monaten ging ei« großes Raten vor stck». Bon ollen Ländern, in äenen gedichtet wird, wurden Kandidaten für den Nobelpreis vorgeschlagen. Es ist nun einmal so, daß dt« einzelnen Nationen in dem Mann od« in Hör Frau, die von dem Kom-te« gekrönt werden, einen Nationalheros sehen. Wenn nun der deutsch« Schriftsteller Thomas Wann diesen Preis erhall, so wird durch diese Ehrung wirklich da« ganz« deutsche Boll geehrt. Es erging dem Dichter Thomas Mann merkwürdig. Während die jüngere Generation von dem Ruhm« Gerhart Haupt- manns«irrige? abbröckeln wollte, behauptet« sich Thomas Mann auch vor den Stürmern und Drängern. Er bedeutet d!« deutsche! Wtfänxng und Aufklärung. Aus dem Verfasser der..B n d d« n-> brooks". des„Aaubecbergs" und des hösischen Roman»' „Königliche Hoheit" wurde ein großer Lehrer des Volkes. auch ein Repräsentant der gesunden Demobrat!«. Ohwahl Thomas Mann die deutsche Sprache unendlich geschmeidig gemacht und sie aus sein« besondere und überlegen« Art zu einem Instrument der internationalen Berständigung versöinert hat. kann man ihn nicht unter die Artisten rechnen. Gerade Kiffer lxrvorragende Schriftsteller bewies, daß der tiefe und bese.'ll« Respekt vor dem künstlerisch kostbaren Wort zusammenklingen kann mit einer sehr realen Hochachtung vor den lebendigen und prak. tischen Mächten, die die Gegenwirt regieren. Es ist erstaunlich, mll welcher autodidaktischen Behendigkeit der Dichter Thomas Mann auch die brennenden Tagessrogen unserer Zell begriff. Er hat sa niemals nur, wenn er sein« fesselnden Romane entwarf und vollendete. nur unterhalten wollen. Er wollte auch erziehen. Der jung« Held im Roman vom»Zauberberg" stirbt frühzeitig, doch er trägt mit sich zur Ewigkeit di« Gewißhell, daß er da» ganze Dolk begriff, in dem er geboren wurde. Mü dieser Fesfftellung soll nicht gesagt werden, daß Thomas Mann irgend welchem roman« tischen Rotionaliemus huldigt«. Nein, von oller selbstsüchtigen Ber» blendung hiell«r sich beflissen fern. Er wollt« nur die Sräll« zeigen. aus denen sich der deutsch« Geist befruchtet. Die hohe ullernajional« Ehrung, die Thomas Mann jetzt empfängt. ist auch eine Ehrung der deutschen Demokratie. Al» in frühe- ran Iahren di« daixffchen Dichter Paul Heys« und Gerhart Hauptmann den Nobelpreis erhielten, konnten die Partei«, an dieser Ehrung manches aussetzen. Di« Fortschrittlichen tadelten, daß in Paul Heys« ein abgestorbener Kunststil vom trockenen Akademft (er noch einmal gewaltsam belebt werden.sollte. Man narolle das Stockholmer Schiedsgericht reaktionär. Und gegen die Ehrung 0rr, hart Hauptmanns hatten seinerzeit'die Leisetreter einzziw-mden, daß hie Stockholmer Akademiker' sich geradezu zur Belohnung kxkr revo. lixtionär«, Unmoral hätten fortreißen lassen. Wer nicht von ollen guten Geistern verlassen ist, der wird jetzt zufrieden sein, daß Thomas Mann erhielt, was er verdiente. Wir besitzen jetzt«in« preußische Dichterakademie. und ihr nobelstes Mttglied ist Thomas Mann. Als vor Jahresfrist die Oäfsing. Feiern festlich begongen wurden, wurde Thomas Mann beauftragt, für das Andenken des größten deutschen Kritiker? die iveihenden Worte zu sprechen. Damals jetzt« Thomas Mann aus- einander, daß der Dichter unserer Tage nicht mehr«in bloher Stimmungemensch und Gesühlsschwelger sein darf. Hellte muß der Dichter auch ein Zeitkritiker sein. Thomas Mann wie» auf Lefsing hin. der beide« in sich oereinigte, die Phantasie d«s Künstlers und auch die Fähigkeit, gedanklich alle Zeifftrömui.gen des Poli- tischen, des Aullurcllen, des Religiösen und Philosovhischen auszu, messen. Instinkt trieb Thomas Mann, diesem Aeilpiel zu folgen. Außerordeilllicher Fleiß hals ihm, sich weitsichtig in der Gedanken- well aller Länder umzusehen. So wurde aus dem nationalen Dichter di« internationale Persönlichkeit, die er heute ist. Er emp- fing den Nobelpreis als der würdigste Repräsentant der deuffchen Literawr. Man Ucchdori. » Stockholm. 12. November. Die schwedisch« Akademie der Wissenschaften hat heute beschlossen. dem Professor Owen W. Richardson(London) den Röbel» p r« i s f ü r P h y s i k für das Jahr 1028 für seine Arbeit über das Tennjon-Phänomen und besonders für dos nach ihm benannt« Gesetz zu verleihen. Di« Akademie der Wissenschaften hat weiter beschlossen, den Nobelpreis für Physik ft'xr das Jahr 1929 dem Herzog Louis Viktor d« Brogli« in Paris für seine Entdeckung der Wellennotur der Elektronen zu verleihen. Die Regierungsbildung in Baden. Derhandwngen aof der Assis der Weimarer Koalilion. Karlsruhs. 12. November.(Eigenbericht.) Di« Perhandlungen zur Neubildung der badischen Regierung gelangen voraussichtlich an, Mittwoch zum Abschluß. Es besteht bei allen bisherigen Soallllonsparteien die ehrlich« Absicht, auf der Basis d«r seit Iahren bestehenden Koalition zu einer Berständigung zu gelangen. Immerhin sind Ucberroschungen nicht ausgeschlossen. Am Dienstag nachmittag befaßten sich der Porteiausichuß der badischen Sozialdemokratie und die soztaldemokrajjsche Landtags- froktton in einer mehrstündigen genteinsamen Sitzung mit der politischen Log« in Baden. Hai Vögler oder nichi? Köln. l?. November.(Eigenbericht.) Der Korrespondent des.,S o z. P r e s s e d t e n st" erfährt au? itnterrichieten Kreisen, daß sich Generaldirektor Aägler nicht für da» Volksbegehren eingezeichnet hat. Vögler be- absichtige deshalb auch nicht aus der Deutschen Volkspartei auszutreten. Wie aber steht es mit der Unterschrift des Herrn Böglcr unter einzelnen Fluzblättern für da» Inflationsbegehren? Zum Roggenskandal. Zu der Presseerörterunz über di: Geschäftsgebarung der Deut- scheu Gxtreide-Hande'sgesellschaft wird amtlich folgendes mitgetstti: Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat bei Beginn der Stützungsaktion der Getreide-Handelsgesellschatt gegen- über den Wunsd) ausgesprochen, daß bei der Vergebung von Auf» trügen der Getreidehondel angeinessen zu berücksichtigen sei. Diesem Wunsche hat di« Deutsche Getreide-Handelsgelellschaft entsprochen. Aus Grund tör gegen sie erhobenen Angriffe Hot die Gesellschaft nunmehr ein: Untersuchung beantragt. Zu einer solchen Unter» suchuvg sieht der Reichsernährungsminister jedoch keinen Anlaß, da die Geschäftsführung der Getveide-Handelsgesellfchost semer dauernden Aufsicht untersteht. Sitzung d?r Zenknimsfraktlon. vie Zentnxmssraktton des Reichstag» trat am Dienstag nachmitioq.zu einer Froktionssitzunq zusammen, in der die schwebenden poliiischen Fragen erörtert wur» den. Den Vorsitz führte Abg. Dr. Perlitius. Die drei Zentrums- minister Dr. Wirth, Stegerwald und von Gu�rard waren anwesend. Der Aellestenrak des Reichs tags sst zum 18. November, abend, 6'/i Uhr, einberufen worden, um über den Geschäftsplan des Reich», tag» Beschluß zu fassen. Das Eiaisrecht. lleSer- und außerplanmäßige AoSoaben. Der Ausschuß für den Reichshaushalt beriet in den GiKungen von Montag und Dienstag zum Teil in Anwesenheit des Reichs- ftnanzmimsters Dr. ch i l f s r d i n g die Reichshaushaltsordnung in zweiter Lesung. Eine große Zahl politisch bedeutsamer und«tots- rechtlich nichtiger Fragen wurde eingehend erörtert. Die Behandlung der Stellung des Rechnungshof? zur Rktchsregierung uich zum Reichstag, des Umlanges seiner Prüsungsbesugnisse gegenüber Unter- nehmungen und Gesellschaften, an denen das Reich beteiligt ist. der Iusffimnensetzung der Aussichtsrät« solcher lZesellschaften(Parlanren. torier. Beamte?) warf schwierige Probleme aus, die noch nicht in allen Punkten geklärt«erden konnten. Nur die Behandlung der über- und außerplanmäßi- gen Ausgaben, gegen die die Sozialdemokratie seit langem angekämpft Hot, und deren Anwachsen in vergangenen Iahren zu einem Mißstand geworden war, wurde durch folgenden Beschluß abschließend geregelt: über- und außerplormiößige Aus- gaben, insbesondere persönlich« Ausgaben, such» zu vermeiden. Soweit über- und außerplonmäßlge Ausgaben im Betrage von 10(WO Mark und darüber unbedingt nötig sind, sind sie vierteljährlich dem Reichstag mitzuteilen. Ebenso wurde die stark umstrittene Frage, ob Ausgabebewilli- gungen. die nicht aus gesetzlicher Grundlag« beruhen, die Regierung ,ur Ausgabe der bewilligten Beträge verpflichtet oder nur ermächtigt, durch iolgends vom Vorsitzenden vorgeschlagene Protolollnotiz zunächst erledigt: der chaushaltsausschuß stimmt der Gesetzesoorschrist. daß die chaushaltmistel wirtschaftlich und sparsam zu verwalten sind und bei den einzelnen Aweckbestinnnungen nur soweit in Anspruch genommen werden dürfen, als es zur wirtschaftlichen und sparsamen Führung der Reichsverwaltung erforderlich ist, vollinhaltlich zu. Di« Vorschrift ist einstimmig angenommen worden. Der chaushaltsaus- ichuh oerwirst hingegen die Schlußfolgerung, die die Reichsregierung aus dieser Barschrift in der Begründung glaubt ziehen zu können, daß nämlich, soweit nicht der Vollzug eines zu einer Ausgabe ver- pflichtenden Gesetzes in Frage steht, von der Leistung bereits endgültig beschlossener Ausgaben abgesehen werden kann, weil die Aus- gabobewilligunq zur Leistung der Ausgaben nicht zwingt, sondern nur ermächtigt. Der chaushaltsausschuß lehnt es zurzeit ab, eine grundsätzlich« Entscheidung über dies« Frage der Er- m ä ch t i g u n g zu treffen._ Gefährlicher Heimwehrfaschismus. Warnung der Sewertschafteinternationale. Amsterdam, 12. November.(Eigenbericht.) Der Internationale Gewerkschastsbund weist In icinem Pressebericht aus die sehr ernste Lage in Oesterreich hin, wo sich in allernSchster Zukunft entscheiden werde. ob im Zusammenleben zivilisierter Menschen die Demokratie «der die Gewalt da» letzte Wart habe. Di« Merraichische Arbeiterschost wolle das erster« und sie gebe die Gewähr und all« Garantien dafür. Da« Bürgertum spiel« jedoch offen mit dem Feuer der Gewalt. Die Lag« sei ähnlich wi« 1!>14. Wie damals mit dem verbrecherischen Ultimatum an Serbian angeblich österreichisch« Angelegenhetten erledigt werden sollte», das Resultat dann aber ein Welibrand war. so geh« es heute angeblich nur um«in« Derfossungsändentng. in Wirklichkeit ober mn Dinge, die Air ganz Europa von größter Tragweite seien Die Ruhestörer seien die gleichen wie lOlli Sie seien damals d« Stütz« einer korrupten Monarchie gewesen, heut« verfolgsen st« ohne Monarchie als Faschisten die gleichen Ziele. ltngestörte Republikfeier. Wim, 12. November.(Sigenbericht.) Der Staatzfelertag ist noch den bis Dienstagabend vor- legenden Meldungen überall ruhig verlaufen. Die sozialdemokratisch« Arbeiterschaft veranftaliei« überoll groß« Kundgebunzen. In Wien wurde«ine gewastige Wassendenwnstration auf der Ringstraße durchgeführt. Bor dem Burgcheoter vereinigten sich zwei große Züge. Bon hier marschierten sie gemeinsam auf d-n Rathausplatz. Dann ging es nach choufe. ver Vorbeimarsch vor dem Rathaus dauerte volle drei Stnndcv. Die Beteiligung war so groß, daß zwei Züge mbeneinonder marschieren mußten Es war die machtvollste Demonstration, die Wien in den letzten Jahren gesehen hat. Am Burgtor versuchten «inig« ch» i m w« h r l« u t«, die letzten Gruppen des Zuges zu provozieren. Sie wurden jedoch mit größter Energie a�> g« w i e s« n. Ein kommunistischer Aufmarsch mar von der Polizei verboten worden. Am Nachmittag gab«g sportliche, am Abend künstlerisch« Veran- staltungen. In Graz, wo die cheimwehr in provokatorischer Absicht zu gleicher Zeil mit der Feier der Sozialdemokratie«inen Aufmarsch naran staltet« und dazu aus ganz Oesterreich ihre Formotionen zu- kmnmengetrommest hatte, wurde die Ruhe bis auf einig« kleinere Zwischenfälle nicht gestört. Die Plötz- der beiden Demonstrationen waren von der Polizei durch Drahtverhau« van einander getrennt. Außerdem war«in riesige» Polizeiaufgebot bereitgestellt und das Bundesheer in Bereitschaftsdienst. Die Beteiligung an der sozialdemokratischen Veranstaltung war so groß, daß der chauptplatz völlig übersüllt war und die unitormierten Schutzbündler teilweiss in den Nebenstraßen stehen mußten. Am Nachmittag, als die heim- wehrleut« Graz zum großen Teil wieder verlassen hatten, kam es zu kleineren Zusominenstoßen mit mehreren angetrunkenen cheimw ehrlern. Auch in Innsbruck große Feier verbunden mit Umzug und Versammlung. Etwa 300 heim weh rleuk« waren in voller Ausrüstung mit Gewehr und ausgepiianzlem Bajonett aufmarschiert. Zwischenfälle waren nicht zu verzeichnen. Kür Rückgabe des Cigeniums! Eine überparteiliche Aktion im Unterhaus. London, 12. November. Den liberale Abgeordnete Macphersvn hat in seinen» eigene« Namen und in de« de* konservative» Abgeordneten Lord Hngheö Oie e i l, beb Labour Abgeordneten Wedgewood und de« Liberale» Sir« o- bert Hutchinson an die Mitglieder deö Unterhauses ein Schreibe» gerichtet, in de« um Unterstützung einer n» de» Minist-rprajidente«. den Schakkanzler Tnowden und de« Handelsminister Gr« ha» z» richtenden«»frage wegen der verweigerte» Freigabe des beschlagnahmten deutsche« Sigentnmö gebeten wird. Kämpft für eure Sportplätze! Am Sonntag, dem 17-, schießt jeder Arbeiter sein Tor! Was wollte pletschkailis? Eine Zuschrift aus dem Znsterburger Gefängnis. Dom ehemaligen Führer der litauischen Emigranten H y r o n i m u s Pletschkailis erholten wir aus dem Insterburger Gefängnis nachstehende Zuschrift: Nach meiner Verhaftung verbreitet« ein Test der deutschen Press« die Nachricht, daß ich-in Attentat gegen den früheren Diktator Litauens. Wokdemaras. in Ostpreußen auszuführen sin Sinn« hott« urS daß ich polnischcrseit» dazu veranlaßt sei. Diese unbegründet« Beschuldigung ist von der Press« b»s aus de» heutigen Tag als ein« selbstverständlich« Tatsache wiederholt. Um nur ein Beispiel hier vorzuführen, nehm« ich nur noch einen Satz aus dem Artikel„Deutschland, Litauen und der Bal- tische Bund" des l)errn Dr. Cxner. der in der Nr. 242 der „Ostdeutschen Boltszeitirng". Jnsterburg. vom 15. Oktober erschien. Der nbengenannte Aussatz besaßt sich mit den Zielen der deutschen Politik im Osten. A-«n Beweis dafür, daß die der deutsch«, Politik rivalisierende polnische Politik vor kein«« Mittel zurückschreibt, weist Autor auf meinen Fall hin. indem er sagt: „Zu welch verwerflichen Mitteln««(Polen, ch. P.) w diesem Kampf« greifr, beweist wohl am besten das geplant« Attentat des Polemreundss Pletschkaitis in Ostpreußen." Um di« weiter« Fortsetzung derartige? grundloser Beschuldigungen zu vermeiden, erklär« ich folgendes: 1.?ch plant« in Ostpreußen kein Alkcntot. wader gegen Wolde. maras noch gegen ein« ander« Person. 2. Niemand von den oeraistwortlichen Männern der polni- fchen Regierung oder Regierungsstellen hat mit mir je über«in Attentat gegen Woidenwras oder gegen«in andere» Mitglied der faschistischen Regierung Litauens gesprochen, geschweige von einem derartigen Vorschlag. Ueber mein«„Ziele" will ich hier nur soviel sagen, daß sie mit der auswärtige» Politik Polens auch nicht im entferntesten etwas zu tun hatten." Es ist eine Pflicht der Loyalität gegenüber Plefchkaitis. als einem früheren leitenden Mitglied der litauischen Sozial- demokratie, diesen Zellen im„Vorwärts" Raum zu ae- währen, zumal er in seiner jetzigen Lage nur sehr beschränkte Möglichkellen besitzt, sich gegen in der Oefferlllichkell erhobene Anschuldigungen zu verteidigen. Was Pletschkaitis beabsichtigte, als er und sein« Helfer schwerbewaffnet mll Revolvern, Gewehren und Bomben die lllauische Grenze zu überschreiten oersuchten, das geht frellich aus feiner Zuschrift nicht hervor. Er bestrellet Attentats- absichten uird stellt ferner in Abrede, daß ihm femals von veraillwortlicher polnischer Seite ein Attentat auf Woldemaras nahegelegt worden fei.(Liegt etwa das Schwergewicht dieses Dementis auf das Wort„verantwortlicher"?) Man mag also gespannt sein, wie er sich vor dem deutschen Gericht rechtfertigen wird. Leider ist ein« solch« Aufklärung in nächster Zeit nicht zu erwarten. Eine Kownoer Meldung des„Berliner Tage- blattes" besagt«, daß die Gerichtsoerhandlung noch in dieser Woche in Jnsterburg stattfinden würde: aber auf tele- graphische Anfrag« in Jnsterburg erfahren wir. daß der Prozeß vor Ende dieses Jahres nicht stattfinden wird. Eine Älärung tut um so mehr not. als die Roll«, die Pletjchkallis in den letzten Jahren gespielt hat. gelinde ausgedrückt, mit bedenklichen Unklarheiten belastet ist.Di«sozialistischeEmigrantenorganisatian hat ihn vor langer Zell ausgestoßen, und mir haben kürzlich aus ihren Reihen eine Zuschrift erhalten, di« sörrn- lich den Vorwurf der L o ck s p i tz e l e i im Dienst« von Wol- demaras erhob und mll einer ganzen Reihe zumindest von Indizien belegte. Wir haben diesen schweren Lnschuldi- gungen bisher keinen Raum gewährt, eben mll Rücksicht Lonsdale:„Zur gefl. Ansicht". Erstaufführung in den Sommerspielen. Zwei Paare führen drei Wochen lang Probeeb« und verlieren dabei gründlich den Geschmack aneinander Daß di« Idee ne«. das Lustspiel amüsant oder der Theaterabend lohnend war«, das zu sagen wäre übettrieben. Zur gefälligen Ansicht mit bestem Dank zurück. Dgr. darauf, daß sich Pletschkallis in einem Untersuchungsgefängnis befindet, von dem aus er sich schwer rechtjerttgen kann. Da er sich aber mit der obigen Zuschrift an uns wendet, ist es wohl auch notwendig, bei dieser Gelegenhell auf di« Be- urteilung hinzuweisen, die ihm in den Kreisen der von der Sozialistischen Arbellerlnternafionale einzig anerkannten lllauischen Emigrantenorganisation zutell wird. Neuer oder alter Kurs? Wir berichteten kürzlich auf Grund einer van litauischer Seit« stammender Meldung, daß zwei litauisch« Emigranten, die au» Wilna kamen, aus litauischem Boden verhaftet worden lvien. Sie seien schwer bewaffnet gewesen und hätten demnach Gwvalttaten geplant und sogar eingestanden. Daraus tonnte wohl geschtosftn werde», daß es sich Um Anhänger van Pletschkaitis handle, dz sich dieser stets.zum Gegenterror bekannt hat. Jn.zmiiche» erfahren wir von der litauischen E mk grast- tevorganisation w Wilna. die mit Pletschkalfis jede Verbindung entschieden ablehnt, daß di« Verhafteten zwei Mitglieder ihrer Organisalian sind, die Genossen Bieliaustos und Wischnickis, di« sich völlig unbewaffnet und ledig. lich zu dem Zweck nach Litauen begeben hatten,„illegale" Literatur herüberzubringen. Die Darstellung der litauisch«» Behörden, wonach die Derhziteten zu g« geben hätten, daß sie den Kownoer Offiziersklub„Nomone"n dieser thinsicht- baldigst einen wirklich neuen Kur» einschlagen würde: man gebe den litauischen Sozialisten die Möglichkcit. für ihr« Ansichten und Ziel« frei zu wirken, die mit denen der in Deutschland und England regierenden Parteien verwandt sind, dann wird auch der ganz« Emigrontenkomplex mit allen seinen trüben Begleiterscheinungen sofort und ganz van selbst anfhö-en' Vewovftrotioven in Pole« für das Parlament hat es in Warschau und vielen anderen Städten gegeben. In Lemberg gingen außer der Polizei auch Panzerwagen und Ulanen gegen das Volk vor.— Der deutschsozialiftische„Landbot«" in Lodz ist wegen mehrerer Artikel, die die Zensur selbst in der„Lodzer Dolkszeitung" des gleichen Verlags nicht beanstandet hotte, konfisziert worden! digiza Theater, Lichlspiele usw. Mittwoch, 13 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 248 20 Uhr Schöpfung Salat Der König Staats- Oper Am Pl.d.Republ. Vorst. 83 20 Uhr Mittwoch, 13 11. Städt. Oper Bismarckstr Turnus IV 191 Uhr Die lustigen Weiber Von Windsor Staatl. Schausph. am Gendarmenmarki A- V. 219 20 Uhr Jphigente Don Carlos auf Tauris Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhi Des Kaisers Soldaten SCALA Tagi. 2 Vorstell 5 and 82 Uhr Barbarossa 8256 Preise 1-6 M. Wochentq.: 50. 50 PL- 3 M. Geraldine u. Joa, Etté, Power usw. Tägi, 5 u. 815 PLAZA Senat. 2,5 8 8 Alex. E. 4.8066 Volksbühne Theater am Bülowpletz 8 Uhr Frühlings Erwachen Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Staatsoper am Platz der Republik 8 Uhr Iphigenie auf Tauris Theater am Solfbanerdamm 8 Uhr Pennäler Deutsches Theater D. 1. Norden 12 310 814 Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardi INTERNAT. VARIETE Die Komödie Winter Garten, entr. 2818 Rauchen erlaubt Jise Bois, Jrvin Sisters etc. Renaissance- Theater 8% Uhr ( Heute zum 150. Mal) 11 Bismck.2414/ 7516 8% Uhr Yom Teufel geholt von Knut Hamsum Regie: Max Reinhardt Kammerspiele D.1. Norden 12 316 71/2 Uhr Zur gefl. Ansicht Lustspiel von Frederik Lonsdale Regle: Gustai Gründgens Krankheit der Jugend Bühnenblider: von Ferdinand Bruckner. Regie Gust. Hartung. temalatz C 1. 0901 u. 2583/84. GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Franz Dworsky. Th. a. Mollendorfplatz Vorvk. 10-2 Kf: 2001 Täglich 8 Uhr Gastspiel des Deutschen Theaters Die Fledermaus 3 Musketiere Regie: Mar Belnhardt. Regie: ERIK CHARELL 3 Sonatag nachm. ungek. halbe Pr. CASINO THEATER deu! 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Joachimsthaler Straß B.5 Barbarossa 557 16 Uhr Herbstaben e am Sternenhimme 18% Uhr Rätsel des Sternenlic..tes 2014 Libr bis an dic Grenzen der Welt Eintritt 1 Mark Kinder 50 Pf. 2391 8 Uhr Elisabeth Strickrodt in Direktion Dr. Robert Kieir Deutsches Künstler- Theat Barbarossa 3937 848 Uhr Seltsames Zwischenspiel v. Eugene O'Neill Regie: Heinz Hilvest Sonntag, 17 Nov 3.15 Uhr Die andere Seite in der Premierenbesetz Preise 0.50-8 M Berliner Theater Dönhoff170 8% U Zwei Krawatten von Georg Kaiser Musik Spoliansky Sonnta 17 November 315 Ubr Zwei Krawatten Preise 0,50-8,00 M. entralTheater Alte Jakobstr.32 Gasisple! d. Th. d. Westens Täglich 81 Uhr Stg. 4 u. 8% Uhi 9789 nüj Hamäk DAS WAHR ZEICHEN FÜR BILLIG GUT WaltershäuserBabys mit Haar, Schlafaugen und genähter Perücke, ca. 38 cm.. 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Dieses Gebäude, das nach ben Entwürfen der Architekten Reichel und Mendelsohn errichtet wird, soll, entsprechend der Größe und Bedeutung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, ein imposanter und doch zugleich schlichter 3medmäßigkeits bau werden. Er wird als EisenrahmenBetonbau aufgeführt, hat eine Straßenfront von 190 Meter, und in dem sechsbzw. siebenstödigen Hauptgebäudetraft eme Höhe von 27 Meter. Der die Baustelle überragende 66 Meter hohe Gießturm befördert mittels der schwent baren Gießrinne den in gewaltigen Mischmaschinen zubereiteten Beton ohne jede menschliche Zwischenarbeit an die Verwendungsstelle. Welche gewaltigen Mengen von Material zur Aufführung eines solchen Baues benötigt werden, geht schon daraus hervor, daß bis jegt etwa 30 000 Quadratmeter Schalbretter verbraucht wurden, um die Form für den Gußbeton herzustellen. Neben den Bureauräumen und mehreren fleineren Sigungszimmern soll das Ge bäude einen großen Sizungssaal enthalten, der etwa 175 Personen faßt. In den Barterreräumen wird unter anderem eine Druckerei mit einer 64seitigen Rotationsmaschine und mehreren Schnellpressen zur Herstellung der Metallarbeiter- Zeitung" und der übrigen Drud schriften des Verbandes eingerichtet. In den übrigen Parterre " Auto fährt auf Schußinsel. Eine Person getötet, eine weitere schwer verletzt. Am Dienstag abend ereignete sich auf dem Kur fürstendamm ein schwerer Berkehrsunfall, bei dem eine Person getötet und eine weitere er. heblich verletzt wurde. Auf dem Kurfürstendamm an der Ecke der Uhlandstraße wechselte das Lichtsignal von freier Fahrt auf salt. Der Führer eines Privat autos, der noch die Kreuzung passieren zu können glaubte, mußte sehr scharf bremsen. Dabei geriet sein Wagen infolge des durch den starken Regen schlüpfrig gewordenen Asphalts ins Schleudern und fuhr mit großer Wucht auf die dort befindliche Schut. insel, auf der sich zahlreiche Vassanten befanden. Während es den meisten von ihnen, die die Gefahr rechtzeitig erkannt hatten, gelang, sich durch Zurückspringen in Sicherheit zu bringen, wurden der 69jährige Maler: meister Wilhelm Köster aus der Marburger Str. 12 und die 18jährige Verkäuferin Erna Dombrowski aus der Frankfurter Allee 25 von dem Auto erfaßt und überfahren. Die Verunglückten wurden durch Rettungswagen der alarmierten Feuerwehr in das Wilmersdorfer Krankenhaus in der Achenbachstraße gebracht. Köster, der außer Johann Komáromi: 28] He, Koraken! Caus dem Ungarischen von Alexander von Sacher Maroch Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin. Ich begann bitterlich zu weinen. Denn ich wußte bereits, baß es mit dem Oberkosaten ein schlechtes Ende nehmen mürde. Der Lärm, das Geschrei und das Gejammer der Glocken wuchs an und plöglich schlug von weitem in der Gegend des jenseitigen Endes des gräflichen Gartens ein zweites Feuer hoch, dort wo die Heuschober standen... Schwarz brach der Qualm hervor und durch den Qualm mogten bereits blutrote Flammenbüschel... 3mei Flintenschüsse fnatterten aus der Richtung der Heuschober herüber und ein dumpfes Dröhnen war in ihrem Gefolge Der Oberfofat stand dort am Gipfel des Misthaufens und hinter ihm schlug das Feuer schon bis zu den Baumfronen hinauf. Aber er stand hier, reglos wie ein Verfluchter. Er weidete sich an der Zerstörung. Beinend schlich ich in die Stube zurück und halb erstarrt schlief ich ein. Zeitlich in der Frühe huschte ich in die Borhalle hinaus. Die Lenne war vermutlich schon niedergebrannt, denn hinter den dichten Bäumen stieg nur mehr dünner Rauch zum Himmel. Die Straße war tot und alle Häuser waren er: storben. Von den Heuschobern her qualmte der Rauch noch als bide, übelriechende Säule und Ruß und Asche schwebten über die Häuser. Den Obertofaten sah ich nirgends. Laufend eilte ich zum Hause meines anderen Großvaters. Als ich gerade in den Wirtschaftshof einbiegen wollte, rannte mir mein fleiner Kamerad Bandi entgegen. Er war über nächtigt und schlotterte. ,, Was ist geschehen, Bandi?" ,, Ach, ach. Meine Mutter wird gleich sterben..." ,, Was fehlt ihr denn?" | D.M.V 1557 räumen, die an der neuen Entlastungsstraße für das Hallesche Tor liegen, sollen Läden eingerichtet werden, in denen die Verlags: buchhandlung und andere Wirtschaftsbetriebe des Berbandes unter gebracht werden sollen. Mit der Fertigstellung des Baues ist in den ersten Sommermonaten des nächsten Jahres zu rechnen. schweren Kopfverlegungen innere Verlegungen erlitten hatte, starb einige Zeit noch seiner Auf. nahme. Die Verletzungen des jungen Mädchens ftellten sich glücklicherweise als nicht sehr gefährlich heraus. Also selbst auf den Schukinseln" ist der Fußgänger schuilos. Was geht im Eisenbahnprozeß vor? Gefärbte Zeugenaussagen der Reichsbahnbeamten. Fürth, 12. November. Bei der weiteren Zeugenvernehmung bezeichneten verschiedene Reichsbahnbeamte, die sich als Passagiere in dem beschleunigten Personenzug BP 851 befunden hatten, die Zugerschütterungen als wesentlich schwächer als die übrigen Zeugen. Ein sehr starter Widerspruch fam bei der Bernehmung des Reichsbahnaliiftenten Mottingdörfer zum Aus drud. Er befundete, die Erschütterungen des vorlegten Wagens, in dem er sich befand, selen nicht sehr stark gewefen; er habe auch von Mitreisenden nichts gehört. Diese Aussage stand im trassen Gegensatz zu den Aussagen der Mitreisenden und den früheren Angaben des Zeugen vor der Polizei. Möttingdörfer gab auf Vorhalt schließlich zu, daß seine früheren Angaben richtig seien. Der Staatsanwalt ließ durchblicken, daß er die Aussagen der Reichsbahnbeamten für gefärbt halte und be merkte, daß er auf die Frage des Sachverständigen zurückkommen merde. Das Gericht beschloß dann, am Donnerstag vormittag in der Nürnberger Betriebswerkstätte eine Besichtigung der beschlagnahmten Maschinenteile der Unglüdslofomotive vorzunehmen. ficher, daß Onkel Geza sie holen tam und sie entführt hat. Jezt suche ich meinen Vater, aber ich weiß nicht, wo er sein mag, denn seit den Brandstiftungen finden. mir ihn nicht. Weißt du schon, daß mein Vater Josef Baczal erschossen hat?" Wann? Wo?" Wann? Heute nacht! Denn er sah, daß er den Schober anzündete und da schoß er zweimal auf ihn wie auf einen Hund. Und der eine Knecht hat gesehen, daß dein Großvater die Tenne anzündete, die dein anderer Großvater erbaut hat." Die Sonne ging gerade über dem Horizont auf und ich stand vor Bandi und sah und hörte nichts mehr. Männer und Frauen tamen mit verschmierten Gesichtern, rußig von den Heuschobern zurück. Sie plauderten zanfend, andere drohten oder fluchten laut. Ich ging mit ödem Kopf weiter zum Hause meines Großvaters und erst jetzt dachte ich daran: ob ich den heiligen Alten noch lebendig antreffen würde? Bandi folgte mir ohne zu wollen. Das Haus war voll hier sah ich meine Großmutter mit übernächtigten Augen, meine beiden Tanten und auch meine Mutter waren schon eingetroffen. Ich sehe ihr mildes, bleiches Gesicht noch heute, mie fie still in ihre Schürze schluchzte. Sie bemerkte mich, beugte sich über mich und nahm mich in ihre Arme, während die heißen Tränen über mein erschrodenes Antlitz niederperlten. Urgroßvater saß auf der Ofenbank und nickte für sich, er schien irgend etwas gutzuheißen. Urgroß vater war nicht schläfrig, denn er war so bejahrt, daß er in Wahrheit eigentlich nie schlief. Bor sich hindämmernd. fauerte er in der Ecke, Tag und Nacht in gleicher Weise. Mein Vater und mein Onfel sfanden in der inneren Stube por dem Bett des alten Mannes. Dort lag mein Großvater lang ausgestreckt. Seine Farbe mar bereits gelb, nolllommen gelb. Er lag reglos im Bett und bemegte nur in großen Pausen die Finger seiner rechten Hand. Alls erwartete er jemanden. Nachts hatte er noch mit seiner Umgebung gesprochen. Er erfuhr noch von Josef Barzals hundeelendem Ende, von der Brandstiftung des Oberkojaken und der Verführung des Berwalterfräuleins... Nachsinnend starrte er den Deckenbalken an und flüsterte seinem Sohne' vernehmlich zu, man möge den Pfarrer und den Verwalter rufen. Der Pfarrer mar seither getommn, reichte ihm die letzte Delung und ging fort. Aher Brugos verspätete sich. Ihn erwartete er so sehnWeißt du's noch nicht?" und er streifte mich mit einem michtigen Blick. Meine Schwester ist gestern abend versüchtig, der Arme. Schmunden.. " P Fräulein Emmi?" ,, tum freilich. Und meine Mutter stirbt fast, denn es ist Blöglich entstand Bewegung im zweiten Zimmer. Im gleichen Augenblic trat der Bermalter ein. Wir erkannten ihn foum wieder. Sein Rod war an | maren der Auffassung, daß die Gleisanlagen an dem des Zuges und an dem Unglück schuld sein müßten. Brückeneinsturz auf Java. 200 Pilger werden mitgeriffen. Amsterdam, 12. November.( Eigenbericht.) In Madjalenta im Preanger Gebiet auf Java stürzte eine eiferne Hängebrüde von 38 Metern in die Tiefe, als fich auf ihr eine Pilgergesellschaft von 200 personen befand. Alle 200 Personen stürzten in das Flußbett, das in der jetzigen Jahreszeit fast troden ist. Bier Personen wurden auf der Stelle getötet, 75 schwer bzw. leicht verletzt. Neue Mordtat in Düsseldorf? Die Bevölkerung in großer Erregung. Düsseldorf, 12. november. Die Montag von Düsseldorfer und Berliner Blättern gebrachte Meldung, wonach der Mörder an die Düsseldorfer tommunistische Freiheit" in einem Brief den Fundort der Leiche dertleinen Gertrud Albermann vorher mitteilte, wird nun von der Rriminalpolizei bestätigt. Der Mörder hat also am Freitag an das Blatt einen Brief abgesandt, der bei diesem am Sonnabend morgen vor der tatsächlichen Auffindung der Leiche eingetroffen ist. Weiter wird erst jetzt bekannt, daß vor ungefähr drei Wochen bei der Düsseldorfer Kriminalpolizei schon einmalein Brief eingegangen ist, der auf gleichem Papier und ebenfalls mit Blauftift, genau wie der jetzige, geschrieben ist. Er stellte genau wie der letzte Brief lediglich eine Stizze mit furzen Beschriftungen dar. Nach ihm will der Mörder hinter Gerresheim, östlich anschließend an die Mordplätze in Flingern und im Torfbruch in der Nähe eines Bauernhofes 1½ Meter tief eine Leiche verscharrt haben. Dieser Brief wurde damals von der Kriminalpolizei als eine Bortäuschung betrachtet und ihm teine weitere Bedeutung beigemeffen. Heute gewinnt dieser Brief erhöhte Bedeutung, und man hat schon mit Nachgrabungen auf dem betreffenden Gelände begonnen. Im übrigen durchschwirren seit Montag nachmittag die tollsten Gerüchte die Stadt, die von neuen lleber fällen und von neuen Morden wissen wollen. Wie die Kriminalpolizei hierzu mitteilt, bestätigen fich diese Gerüchte glücklicherweise nicht. 15 Jahre Zuchthaus für Raubmörder. Prenzlau, 12. November. Bom Brenzlauer Schwurgericht wurde am Dienstag nach zehnftündiger Berhandlung der Arbeiter Johann Damiz aus Eberswalde, der am 9. September 1929 die 3igarren händlerin Ellebrandt in Eberswalde ermordet und beraubt hatte, wegen qualifizierten Totschlages zu fünfzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Arbeitnehmer und Gemeinden." Arbeitnehmer und Gemeinden." lleber dieses Thema spircht am heutigen Mittwoch, dem 13. November, 19 Uhr, der Vorsitzende der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion, Genosse Erich Flata, im Berliner tag, dem 15. November, durch den Deutschlandsender über das Rundfunt. Stadtschulrat Genosse Nydahl wird am DonnersThema zum Ausbau der Volksschulen" reden. zwei Stellen zerriffen, er hatte dunkle Ringe unter den Augen, fein haar war zerrauft. Er trat an das Bett, ergriff meines Großvaters Hand und sagte zu ihm mit viel Traurigkeit: ,, Balogh, Balogh, mein bravster Mann... Wollen auch Sie mich verlassen?" Seine Stimme bebte, während er dem Alten die Hand drückte. Mein Großvater sah auf. Das Licht einer anderen Welt leuchtete schon in seinen Augen. Er sagte ruckweise und schmer: Familie Dante, gnädiger Herr... Denten Sie... an meine ,, Balogh, Balogh, mein bravster Mann," seufzte der Berwalter. Mein Großvater sah ihn lange an. Sein Mund bewegte ,, Die Tenne war... meine Arbeit... Mein Sohn wird sie... von neuem... aufbauen... Verzeihen Sie allen Ihren Feinden... allen Ihren Feinden... gnädiger Herr..." Sein Kopf fiel seitwärts in die Kissen. fich schwer. Der Berwalter sah seinen treuesten, toten Mann mit tiefem Kummer an und er stand nur da neben dem Bett, lange ftand er so. Ich lief hinaus, als ich jah, daß meines Großvaters Rinn herabfiel. Ein großes Weinen und Wehflagen brach im Hause los. Erst auf der fleinen Brücke machte ich halt, denn ich fürchtete mich vor toten Menschen. Die Straße war voller Menschen, die mit furchtbarer Anstrengung beide Feuer gelöscht hatten. Bom oberen Dorfende her trat plöglich) atemloses Schweigen ein. Zwei Burschen brachten dort auf einer Karre Josef Raczal. Seine Beine baumelten am Ende der Karre herab, feine Arme hingen seitmärts herunter. Sein Geficht fonnte man nicht sehen, meil sie sein trempenloses vermegenes Hütchen darüber gebreitet hatten. So brachten sie ihn in tödlichem Schweigen zum Hause seiner Mutter. Ind. dann ergriff mich eine neuerliche und noch stärkere Betlemmung. Denn die Dorfstraße herunter famen vier Gendarmen mit aufgepflanztem Bajonett in soldatischer Doppelreihe. Im gleichen Augenblick eilte meine Großmutter, die Frau des Obertojaten, aus dem Hause zu mir mit vermüstetem alten Geficht. Sie nahm mich bei der Hand. ..Heute bleibst du bei uns." Und flüsternd sagte sie noch: " ,, Heilige Mutter Gottes, nur das eine Mal erbarme dich ( Fortsetzung solgt.) nod). Für großzügige Schulpolitik. Der Kampf um die Wohnung. Pionierarbeit wird in Berlin geleistet. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer. Lehrer hatte zu einer Kundgebung: Schule und Kummunal mahlen! eingeladen. In den überfüllten Sophienfälen sprach zunächst Stadtschulrat Nydahl über die Schulpolitif in der Gemeinde Berlin. Er bezeichnete die Kommune als den Ort, in dem die Bestimmungen der Reichsverfaffung über das Schulwesen realisiert merden können. Der Tätigkeit der Sozialdemokratie ist es zu danken, wenn in den letzten drei Jahren der Schuletat von 40 millionen auf 120 Millionen erhöht worden ist. Die Schülerzahl der einzelnen Klassen ist herabgesetzt worden, betrug fie früher 41 bis 53, so sind heute durchschnittlich 33 Schüler in einer Klasse. Für die Durchführung von Schülerwanderungen und für die Weiterbildung der Lehrer werden große Summen auss geworfen. Eine soziale Schulgeldstaffelung macht es vielen Arbeiterfindern möglich, die höhere Schule zu besuchen, in besonderen Fällen werden Wirtschaftsbeihilfen gegeben. Bor allem dürfe die Jugend nur Lehrern anvertraut werden, die überzeugt auf dem Boden der neuen Staatsform stehen. Regierungsdirektor König wies darauf hin, daß die Arbeit in Berlin wie in Preußen Kompromißarbeit ist. Menn wir aber unsere Ideen durchsetzen wollen, dann müssen wir zunächst im bisherigen Sinne fortfahren. Mit der Alles- oder- nichts Politik der Kommunisten ist überhaupt nichts zu erreichen. Reichs tagsabgeordneter Dr. Löwenst ein stellte die Auswirkung der Berliner Schulpolitik auf Preußen und das Reich in den Vordergrund seiner Ausführungen. Er bezeichnete Berlin als den Pionierboden der Schulpolitit, die Aufbauschulen und weltlichen Schulen sind lediglich Berlin zu verdanken.- Schulrat Kreuziger behandelte unter anderem die Schwierigkeiten, die uns von den Kommunisten im Stadtparlament gemacht werden. Er schilderte noch einmal die Arbeit, die von der Sozialdemokratie gerade für die Lehrerschaft und die Schule geleistet worden ist und forberte die Lehrerschaft zur Mitarbeit auf, und am 17. November der Sozialdemokratie die Stimme zu geben. * In einer Bersammlung des Mieterverbandes Schöne berg sprach Stadtrat Cze minsti. Bei der Berliner Komunal politit müßte man unterscheiden, daß sich hier zwei Welten im Sampf gegenüberstehen, die freie Wirtschaft und die Kommunalwirt schaft. Die Mieter müssen die Leistungen, die Berlin in den letzten Jahren vollbracht hat, einmal betrachten. Wäre das in der freien Wirtschaft zu erreichen gewesen? Der Redner ging auf die näheren Umstände ein, die ein großzügiges Wohnungsbauprojekt zurzeit nicht vollenden lassen wollen. Der Kampf der Hausbesizer gegen die gemeinnüßigen Bauten würde indirekt gestützt durch die eigenartige Stellung des Wohlfahrtsministers und durch die ablehnende Haltung der preußischen Regierung Berlin gegenüber. Immer weiter griffen die Verfuche, die 3 wangswirtschaft zu lodern. Trok aller Schwierigkeiten habe Berlin fich in den letzten zehn Jahren außerordentlich entwidelt. Niemand könnte die Miete einer Wohnung bezahlen, wenn die Wohnungen frei bewirtschaftet werden; wer möchte unter solchen Ausblicken die wichtigste Existenzfrage des Großstädters der Spetutation aus= liefern? Zum Schluß beleuchtete der Redner nochmals die Taffit der Gegner, die darauf ausgingen, das großzügige Werk Was die Wiener über den Berliner Wohnungsbau sagen. Wir haben gestern gezeigt, wie ausländische gut bürgerliche Kommunalpolitiker über die in Berlin unter sozialdemokratischer Führung geleistete Aufbauarbelt der letzten Jahre urteilen. In dem nachstehenden Auffah gibt der Leiter des Wohnungswesens der Stadt Wien, Stadtrat Anton Weber, seine Eindrüde über die Erfolge des Berliner fommunalen Wohnungsbaues wieder. Von dem Ausgang der Kommunalwahlen hängt es ab, ob auf dem begonnenen Wege zum Nuhen der minderbemittelten Bevölkerung und zum Schaden des privaten Spetulantenfums fortgeschriften werden kann. Ueberall in Europa ist nach dem Krieg, scheinbar ganz plöglich, ein Problem aufgetaucht: das Problem der modernen Wohnungsfürsorge. Man hat diesen plötzlichen ungeheuren Wohnungsbedarf zuerst darauf zurückgeführt, daß während der ganzen Kriegsjahre die private Bautätigkeit überall, auch in den neutralen Ländern, versagt hat, daß eben soundsoviel Jahre hindurch nicht gebaut worden ist. Man hat die aktuelle Wohnungsnot als eine Nachtriegserscheinung flaffifiziert. zu Und es Die Ursachen liegen tiefer. Es sind die Sünden der Bäter, die sich an den Kindern rächen. Das ist nicht schwer zu beweisen. Man braucht nur einmal die Elends quartiere 31 ftudieren, die es in jeder Stadt heute noch in großer Zahl gibt, in Berlin und Wien, in Brüffel, Paris und London. In ihnen offenbart sich die Wohnungspolitik der früheren Zeiten erschredend deutlich; sie sind der furchtbare 3euge einer verderb lichen Wohnungspolitit, die viele Jahrzehnte lang faft unwidersprochen üblich war. Und da es damals fein Auflehnen gegen diesen Wohnungsjammer gab taum eine Klage fand den Weg in die Deffentlichkeit zu den verantwortlichen Stellen waren alle diese hunderttausend Klagen über die Wohnungsunfultur ftumm, ohne Widerhall, für den äußerlichen Betrachter somit nicht vor handen. Aber dieses Wohnungselend war da. äußerte sich plöglich mit ungeheurer Behemenz, als der Zusammenbruch des Krieges und die politischen Neugestaltungen einen anderen, fozialen Kurs der Menschheit wies. Heute ist das Wohnungsproblem in allen modernen Staaten unumstritten ein Kulturproblem ersten Ranges, obwohl viele Leute es mur für ein Geldproblem halten. Der erschreckende Einfluß einer schlechten Wohnung auf die seelische, sittliche und förperliche Entwicklung und auf die Einstellung ihrer Bewohner zur Gesamtheit der Gesellschaft ist ebenso bekannt wie der wohltätige und fördernde Einfluß einer mo dernen und gesunden Wohnung. Mit den Elendswohnungen früherer Generationen restlos aufzuräumen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Wirtschaft jeder Stadt und jedes Landes. Sie wird, menn sie zu Ende geführt ist, eine bedeutende soziale und fulturelle Tat geworden sein. Die Wohnbautätigkeit der Gemeinde Wien hat die Wohndichte von 4,2,( 1914) auf 3.2( 1929) verringert. Daß in Berlin trotz der enormen jährlichen Bevölkerungsvermehrung die Wohnungsdichte vou 3,6 auf 3 verringert werden konnte, ist ein gewaltiger Erfolg und ein Beweis, daß die Berliner Stadtverwaltung auf dem Gebiet der Wohnungsfürsorge Vorbildliches geleistet hat. Es ist mir sehr gut bekannt, daß die Wohnungsnot in Berlin noch lange nicht behoben ist, ja daß noch genug Elendswohnungen egistieren und noch immer vermietet werden. Aber die Berliner Stadtverwaltung hat, wie ich mich bei meinem letzten Aufenthalt im Juni überzeugen fonnte, mit großer Energie und prächtigen Erfolgen durch ihre Wohnbaupolitik Wege bea schritten, die aus der Wohnungsnot herausführen. In Wien hat die Gemeindeverwaltung, in der die Sozialdemokraten die überwiegende Majorität haben, die. Wohnbau attion auf eine befondere Basis stellen können, indem die Stadt. verwaltung selbst aus Steuermitteln baut und so auf eine Kapitals. verzinsung und Amortisation verzichten konnte. Dadurch kann der Mietzins so niedrig gehalten werden, daß er sich nur aus den Inftandhaltungskosten des Gebäudes, den Betriebs. tosten, den Verwaltungsfosten und der verhältnismäßig niedrigen Wohnbausteuer zusammensetzt. In Berlin ist eine andere Methode angewendet worden, nach allen Erfahrungen aber eine Methode, die sich auch bewährt hat, wie die vielen schönen Siedlungen mit ihren vielen tausend, allen Anforderungen entsprechenden Wohnungen beweisen. Seine private Bautätigkeit vor dem Kriege häffe das leiffen fönnen, was hier durch die Stadt mit Hilfe der Wohnungsfürsorgegesellschaften, den Genossenschaften und der freigewertschaftlichen Wohnungsfürsorgegesellschaft geleistet worden ist. Die Berliner Wohnbautätigkeit stellt nicht nur eine sehr beachtens werte quantitative und qualitative Leistung dar. Darüber hinaus weist sie neue Wege, welche allein die Spekulation mit einem der wichtigsten Gebrauchsgüter der Menschheit verhindern können. Freilich ist die Arbeit, die zur endgültigen Beseitigung der Wohnungsnot und des Wohnungselends noch zu leisten ist, unge= heuer groß. Der Weg zu diesem Ziel ist erst zum Teil begangen. Die Aufgabe aller Stadt- und Staatsverwaltungen ist es, die Bohe nungsfürforgebewegung durch geeignete Gefeße und vor allem durch Bereitstellung finanzieller Mittel zu fördern und auszubauen, damit dieses traurige Erbe der Borfriegszeit vers schwinde, mit ihm das schädliche Schlafgängerwesen, die Enge und Gedrücktheit tausender, hunderttausender armer Familien. Die Wohnung der Zukunft ist auf dem Weg. Ihren Wert für die Gesellschaft, für die Leistung in jeder Arbeit, für die Probuttion und die Wirtschaft wie für die förperliche und geistige Ere tüchtigung des Boltes wird sie in der nächsten Generation erweisen. Arbeiten dieses Umfanges und dieser sozialen Bedeutung schütter thren vollen Gewinn erst nach Menschenaltern aus. Berlins in feinem Wohnungsbauprogramm zu zerschlagen. Man Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit Berlin Der fommunistische Korruptionsfumpf. brauche fich ja nur die alte Bauweise und die Elendsviertel des Berliner Nordens vor Augen zu halten, und dagegen die gefunden, schönen und lichtvollen neuen Wohnungen. Der 17. November wäre der Entscheidungstag, an dem die Mieter bestimmen müssen, ob die Erwerbstätigen ihre Interessen der freien Wirtschaft und der Spefulation überlassen. Nur die Sozialdemokratische Partei, die sich voll und ganz für das Wohnungsbauprogramm der Gemeinnüßigkeit einsett, sei zu wählen. Der Landesverbandsvorsitzende Gramse des Mieterverbandes unterstrich diese Ausführungen. Eine stattliche Anzahl junger Parteigenossen aus dem Bezirk Mitte hatte sich zu einer überaus wirkungsvollen Radfahrerdemon#tration zusammengefunden. Die Fahrt ging um die Zeit des Geschäftsschlusses durch die Berfehrsstraßen des Zentrums. Die zahlreichen Beifallsfundgebungen der vielen Angestellten war der Dant, den unsere jungen Freunde für ihre Werbearbeit mit nachh Hause nehmen fonnten. Nationalistische Rowdys. Auf eine sozialdemokratische Wählerversammlung in Waidmannsluft, in der Reichstagsabgeordneter Litte referierte, perübten nationalsozialistische Rowdys einen Ueber fall. Nachdem sie bereits am Morgen von ihrem Plane erzählt hatten, erschien während der Versammlung ein Trupp von 25 Burschen, die von einem älteren Burschen geführt wurden. Während der Ausführungen des Genossen Litte verhielten sie sich, bis auf einige geistlose Zwischenrufe, anfangs ruhig. Plöglich gab der Anführer durch Erheben eines Stuhles das Zeichen zum Angriff. Nun begann eine wüfte Schlägerei. Die Burschen hatten fich jedoch verrechnet. Nach kurzer Zeit gelang es unseren Genossen und einigen Reichsbannerleuten, die ganze Gesellschaft an die Luft zu setzen. Hier wurden sie von einigen Schutzpolizisten empfangen. Behn der Rombys wurden zwangsgestellt. Man fand bei ihnen u. a. Schlagringe und auch einen Revolver. Die Bersammlung wurde dann in voller Ruhe und ohne weitere Zwischenfälle zu Ende geführt. Eine Siebzigjährige erstickt. Weil der Schornstein verstopft war. Am Dienstag abend murde die 70jährige Witwe Klara Krüger in der Wohnung ihrer Schwiegertochter, im Hause an noversche Straße 14, erstidt aufgefunden. Die Greifin, die in der Beteranenstraße 8 wohnt, besuchte gestern mittag ihre Schwiegertochter und blieb mehrere Stunden allein in der Wohnung. Gegen 18 Uhr bemertten Mieter plöglich eine starte Ber qualmung des Treppenhauses und stellten fest, daß der Rauch aus der Wohnung des Handwerkers K. drang. Da niemand öffnete, wurde die Feuerwehr gerufen, die sich gewaltsam Einlaß verschaffte. In dem völlig mit Rauch angefüllten Schlafzimmer fanden die Beamten die Greisin bemustlos auf dem Fußboden liegend auf. Alle Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Von der Feuerwehr wurde fogleich eine Untersuchung über die Ursache des linglücks festgestellt. Dabei wurde ermittelt, daß der Hausschornstein, der zurzeit umgebaut wird, verstopft war. Der Rauch, das heißt die giftigen Rohlenogndgase, fand dadurch keinen Abzug und wurde durch eine Dfentlappe in das 3immer hineingedrückt, in dem sich die Greifin aufhielt. Die Leiche ourde beschlagnahmt. Theatervorstellung Sonntag, 8. Dezember, nachm. 3 Uhr, Im Staatl. Schillertheater, Charlottenburg 2x2= 5 Satyrspiel in vier Akten von Gustav Wied Preis 1,50 Mk. einschl. Garderobe und Programm. Karten sind bei den Bildungsobleuten in den Kreisen und Abteilungen zu haben außerdem in d. Vorwär'sbuchhandlung, Lindenstr. 2; bei Horsch, Engelufer 24/25, Verband der graph. Hilfsarbeiter. Ritterstr. 1: Zentralverband der Angestellten. Oranienstr. 40/41 und Belle- Alliance- Straße 7-10, in den Vorwärtsspeditio. en; Drigalskis Sorgen. « Schwesternschaft darf nicht politisch beunruhigt werden." Der Herr Stadtmedizinalrat ift von seiner Amerifareise zurückgekehrt und hat wieder sein Stedenpferd bestiegen er forgt dafür, daß die Schwesternschaft nicht beunruhigt wird". 3 F Der Beamtenrat des Birchow krantenhauses wollte im Schwesternfaal eine Versammlung abhalten mit dem Thema:„ Die Stellung der Frau als Staats bürgerin in der Deutschen Republik". Wahrlich ein neutrales Thema, das jede Frau und vor allem jede Beamtin in tereffieren muß. Es war gelungen, eine Referentin zu gewinnen, die in der ganzen Frauenwelt als Borlänpferin für die Frauen rechte hochgeschäßt wird und die auf Grund ihrer eingehenden Sachtenntnis in erster Linie berufen ist, Aufklärung darüber zu geben, was in der Republik für die Frauen erreicht worden ist und was noch in Zukunft erstrebt werden muß! Die Reichstagsabge= ordnete Genossin Bohm Schuch hatte sich bereit ertlärt, diese wichtigen Fragen vor der Schwesternschaft des Virchow Krantenhauses zu erörtern! Wer die Republit bejaht und das darf man mohl von jedem republikanischen Beamten erwarten müßte es begrüßen, wenn den weiblichen Beamten Gelegenheit gegeben wird, Einblid in den Aufbau des Staates zu erhalten und die Verfassung kennen zu lernen. Der feitende Beamte des Berliner Gesundheits wesens nimmt einen anderen Standpunkt ein Er fürchtet, daß die Schwesternschaft beunruhigt wird und die Gemüter aufeinanderprallen fönnten". Aus diesem Grunde ver weigerte er die Erlaubnis Sazu, die Bersammlung im Birchom. Krantenhause abhalten zu lassen! Belehrung und Aufklärung hält auch das Hauptgesundheitsamt für erwünscht aber praktisch wird eben fur Belehrung von der Oberin darüber zugelassen, daß Schwestern feine Bubitöpfe und helle Strümpfe tragen dürfen. Berfügungen des Stadtmedizinalrates tragen den Stempel: Deputation für das Gesundheitswesen". Der Stadtmedizinalrat ift in diesem Falle nicht im Zweifel darüber gelaffen worden, daß ein großer Teil der Deputation seinen Standpunkt ablehnt. Aber in der Wahlwoche finden teine Sigungen mehr statt und daher fonnie ein Beschluß nicht mehr herbeigeführt werden! Die Bersammlung wird trosdem stattfinden, menn auch nicht im Krankenhause, wo die Schwestern zwangsläufig wohnen müssen, so doch in unmittelbarer Nähe, und zwar am Frei tag, dem 15. November, abends 8 Uhr, in der Turnhalle der 262. Ge meindeschule, Lütticher Straße 4. Die Schwestern werden fich durch die fleine Unbequemlichkeit nicht vom Besuche der Bersammlung abhalten lassen! Eine überfüllte Bersammlung muß Zeugnis davon ablegen, daß die Schwestern sich ihrer Staatsbürgerrechte und pflichten bewußt find, und daß sie den Vorfämpfern für ihre Rechte Dant wiffen! Dr. Käthe Frankenthal Gabel unter dem Einfluß Degners? Die Untersuchung in der Stlaret- Affäre hat jest Tatsachen ergeben, die eine Wendung in der Stlaret Affärs bedeuten würden. Während es bisher immer den Anschein hatte, als ob die Berlängerung des Stlarefschen Monopolvertrages bis zum Jahre 1935 hauptsächlich auf Veranlassung des Kommunisten Gäbel stattgefunden habe, läßt das Ergebnis der neuen Ermittlungen es wahrscheinlicher erscheinen, als ob Gäbel burch seinen ebenfalls verhafteten Parteigenossen Degner vom Bezirk Prenz lauer Berg zu dieser Maßnahme angestiftet worden ist Stadtrat Degner scheint zuerst den Sklaretschen Beeinflussungen erlegen zu sein und dann seinerseits seinen Parteigenoffen Gabel für die von der KBG. gewünschte Vertragsverlängerung gewonnen zu haben. Die Ermittlungen des Disziplinaruntersuchungskommissars, Oberregierungsrat Tapolski, in dem Disziplinarverfahren gegen der Stadtamtsrat Satolofsty, dem Oberrechnungsrevisor in der Hauptprüfungsstelle des Magistrats, haben jetzt dazu geführt, daß durch den Oberpräsidenten durch Beschluß vom 6. d. M. die Amts= juspension diefes Magistratsbeamten verfügt worden ist. Safolossty wird bekanntlich zum Borwurf gemacht, daß er bei der Prüfungen der Belege zugunsten der Sflarets sein Amt nachlässig ausgeübt haben soll, und zwar nicht ohne entsprechende Vergünstigungen. Die Sozialdemokratie für Ledigenwohnungen. Bon der Internationalen Frauenliga für Friea den und Freiheit wird uns geschrieben: Anläßlich der Kommunalwahlen fragte die Inter nationale Frauenliga für Frieden und Freiheit in einem Memorandum über die Wohnungsnot der ledigen erwerbstätigen Frauen bei dem Zentrum, der Deutschen Demokratischen Bariei, der deutschen Sozialbemotretie und der Kommunistischen Partei, ob sie gewillt sei, thren Einfluß in den Kommunen gegen die Wohnungsnot der ledigen Frau geltend zu machen. Nur die Sozialdemokratische Partei hat geantwortet, und zwar:" Die Forderungen der Frauenliga entsprechen unseren eigenen. Wir fönnen Ihnen mitteilen, daß die Sozialdemokratische Partei schon lange in gleicher Weise wie Sie bemüht ist und auch weiter bemüht sein wird, die Wohnungsnot der Ledigen zu heben. Das Stillschweigen der anderen befragten Parteien muß von uns als auch eine Antwort" gedeutet werben." Ein alter Berliner. In voller geistiger und törperlicher Frische feiert Herr Conrad Dünger in der Straßmannstr. 28 am 14. No bember feinen neunzigsten Geburtstag. Unseren herzlichsten Glüc wunsch! Die schöne Farbe allein macht noch teine gute Daunendecke. Auf das Innere fommt Grünfeld- Daunendecken werden ohne Einschütte( Inlett) gearbeitet: fie find leicht und schmiegiam. Grünfeld- Daunen werben nach einem Batentverfahren vorbereitet: fie find verbürgt dahnendicht. Bon M. 89- an erhalten Sie solche Decken mit vorzüglicher weißer Daune im größten Sonderhaus für Leinen und Wäsche, der Landachuter Leipen- und Gehildwebergi ErGrünfelt. Leipziger Straße 20-22. Rurfürftendamm 227, Hatty und Schmußty. 3wei gestürzte deutschnationale Kommunalsäulen. In einer öffentlichen Kommunalwählerversammlung in Unter vielen treffenden Beispielen, die die Ungeeignetheit der Kommunisten und der Deutschnationalen zum Amt eines Reinigers" bewiesen, führte er noch ein besonderes Beispiel aus Zehlendorf an. In der Bezirksversammlung gab es den deutschnationalen Frattionsführer Selmar aty, Regierungsbaumeister a. D. Dieser Herr Hazzky redete sich einmal in einer Bezirksversammlung, gelegentlich einer Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion wegen der Nichtbeflaggung der städtischen Gebäude, in so große moralische Entrüstung über die angebliche ,, republikanische Jämmerlichkeiten" hinein, daß er wegen der Befchimpfung der Reichsfarben vom Amtsgericht Lichterfelde zu einer Geldstrafe von 1400 Mart verurteilt wurde. Später wurde es still um Selmar Hazzty. Der Führer der Deutschnationalen verschwand. Eines Tages rüdte der Erfagmann nach das heißt, eigentlich nicht. Denn der nächste Mann auf der Liste der Deutsch nationalen Bolkspartei wäre Herr Smutty aus Wannsee gewesen. Aber Schmutzky hatte Gelder der Dristrantene talie nicht für die Kranten, sondern nach seinen Aussagen vor Gericht für redyt gesunde und muntere Jungs verwendet, und hat dafür noch heute mit den Gerichten zu tun. Mit Herrn Schmutzty war es also auch nichts. Go rüdte also ein anderer Kandidat nach. Boa berwar Selmar hasty geblieben? Es hieß, er fei nach der Schweiz verzogen. Ja, er hatte sich verzogen. Warum? Der Zehlendorfer Anzeiger" vom 2. November 1929 bringt in folgender Bekanntmachung des FinanzArbeiter, wie wird es dir ergehen? Brigabe Chrhart wie unter Baffen lehen." Und in der nächsten Strophe: Die Brigade Ehrhardt schlägt alles burz und flein. Wehe dir, wehe dir, du Arbeiterschapgin." Wichtig für den Wahltag. Wie Krante ihr Wahlrecht ausüben können. Nach den Bestimmungen der Wahlordnung vom 26. Auguft 1925 fann ein Wähler bei den Wahlen der Stadtverordneten und Bezirksverordneten am 17. d. M. seine Stimme nur abgeben, wenn er sich am Wahltage in der Zeit von 9-18 Uhr persönlich in dem Wahlraum einfindet, der für den Abstimmungsbezirt bestimmt ist, in dessen Stimmliste der Wähler entsprechend seiner Wohnung eingetragen ist, oder für den er einen Wahlschein nach§ 13 Ziffer 1 und 2 der Wahlordnung erhalten hat. Das wahre Gesicht der faschistischen Arbeiterpartei. Nur die allergrößten Rälber wählen am 17. November ihren Es gibt eine Bartei, die den Parlamentarismus der anderen nationalsozialistischen Metzger selber. Mögen die Wähler dafür Zehlendorf rechnete der Redner Stadtrat Genosse Sol sehr erbittert bekämpft, sich selber aber für berechtigt hält, Vertreter in jorgen, daß Dr. Goebbels und feinem Klüngel der Eintritt in das energisch mit Kommunisten und Deutschnationalen ab. die von ihr befämpften Parlamente zu entfenden. Das ist die Narote Haus verwehrt wird. tionalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Auch an den Berliner Kommunalwahlen will sie sich beteiligen. Sie betont, daß sie eine Arbeiterpartei ist. Sie redhitet ihren Befern vor, daß 41 Broz. der Berliner Bevölkerung Arbeiter find. In ihrem Blatt veröffentlicht sie eine Aufstellung von 35 Kandidaten für die Stadtverordnetenlisten und von 60 Spitzenkandidaten für die Bezirksverordetenwahlen. Auf der Stadtverordnetenliste stehen an absolut aussichtsloser Stelle drei Arbeiter. Unter den 60 Bezirksverordnetenkandidaten findet man mit Mühe und Not 11 Arbeiter heraus, zusammen 14 Arbeiter. 41 Proz. von insgesamt 95 Kandidaten wären aber 39. Die 14 Kandidaten würden einem Arbeiterbevölkerungsanteil von nur 15 Prog. entsprechen. So sieht also in Birklichkeit die Arbeiterfreundlichkeit der antisemitischen Arbeiterpartei aus, die außerdem nicht eine einzige Frau als Kandidatin aufgestellt hat. Man höre, was diese Kümmer linge dann als tonumunale Forderungen aufstellen: Der Magistrat ist für uns da, nicht wir für den Magistrat! Juden heraus! Deutsche an ihre Stelle! Als funfelnagelneue Forderung: Bekämpfung der Wohnungsnot. Die Logit diefer Leute erhellen die Bunfte 5 und 6 ihrer Forderungen zur Gesundheitspflege. Punkt 5 fordert syfte matischen Kampf der Stadtverwaltung gegen Prostitution und Geschlechtsfrankheiten, und Bunft 6 Entfernung der feguellen Aufflärung aus städtischen Schulen und anderen öffentlichen Anstalten, die als peftilenzartige jüdische Auftlärung beschimpft wird. Was man in Bunft 5 fordert, lehnt man im nächsten Bunft sofort wieder ab. In dem ganzen Brogramm nicht eine Spur von Sozialismus. Außerordentlich beachtenswert ist bei dieser Liste der 95 der Umstand, daß eine ganze Reihe attiver Berliner Magistratsbeamten und Lehrer Mitglieder dieser Umsturz organisation find, ein Beweis für ungewöhnlich große Langmut und Geduld, die man in der Berliner Stadtverwaltung und der städtischen Schulverwaltung hat. Wie es aber mit der Arbeiterfreundlichkeit der Hafentreuzler in Wahrheit bestellt ist, dafür liefert das berüchtigte Ehrhardtlied den Beweis. Darin heißt es: Arbeiter, Arbeiter, wie wird es dir ergehen, wenn die amtes Behlendorf des Rätsels Lösung: Durch rechtsträftigen Strafbescheid vom 12. März 1929 ist der Regierungsbaumeister a. D. Selmar Hagfy, früher Zehlendorf, jetzt in Zürich- Rüschliton, Alpenstr. 16, wegen vollendeter und versuchter Hinterziehung der Umjazz-, Ginkomunen- und Bermögenssteuern für die Jahre 1924 bis 1928 zu einer Geldstrafe von insgesamt 600 000 m.( in Worten sechshunderttausend Mart) verurteilt worden. Kann die Strafe nicht beigetrieben werden, so wird sie in Freiheitsstrafe umgewandelt. Die Deutschmationalen bewerfen die Sozialdemokraten mit Schmutz und begeifern sie mit ihrem Haß. Die Fälle Schmugin und at beweisen aber, daß im eigenen deutschnationalen Haus genug Schmutz und Haß vorhanden find, die man zuerst austehren möge. 31,5 Millionen Rundfunkgebühren. Der Bericht des Rundfunkfommiffars. Der Bermalamgsrat der Deutschen Reichspost genehmigte in der Sigung vom 8. November den Wirtschaftsbericht des RundfunkRomuniffars von 1928. Danach betrugen die Einnahmen der 10 Rundfunt- Gesellschaften aus Gebührenanteilen rund 31,5 Millionen Mant, aus fonftigen Quellen 500 000 Mart. Die Ausgaben aller Rundfunk- Gesellschaften, in denen auch die Aufmenhagen der Reichs- Rundfunt- Besellschaft enthalten find, beziffern fich zusammen auf 28,8 Millionen Mart. Danon entfallen auf Ber waltungstoften 6 Millionen Mart, Steuern 1,7 Millionen Mart. Betriebskosten der 27 Rundfunt- Sender und für elettrische Straft 4,8 millionen Marf, Brogrammtoften( Honorare für feftangestellte und Darübergehend beschäftigte Künstler, Schauspieler, Drchefter und Chormitglieder, Borttagende, musikalische und literarische Lizenzen, Theater- llebertragungen, Nachtrichtendienste usw.) 12,2 millionen Mart, Reichs- Rundfunk- Gesellschaft, Betrieb des Deutschlandsenders, allgemeine technische Ausgaben, Unterhaltung wissenschaftlicher Institute, Werbung, Ausstellungen und dergleichen 4,1 Millionen Mart. Die laufenden Abschreibungen erforderten 1,7 millionen M., an Dividenden wurden 282 000 Mart( 7,5 Prozent des 2LftienPapitals) und an Zantiemen insgesamt 114 000 Mart ausgeschüttet. Der verbleibende Rest von etwa 1,1 millionen Mart murde für Rüdstellungen, gefeßliche Referne und Bortrag auf neue Rechnung verwendet. Im Privatbesig befinden sich etwa 25,5 Prozent des 2tientapitals, während 74,5 Prozent in den Händen der Reichspost, der Landesregierungen, Kommunen und öffentlichen Körper fchaften find. Schüsse auf Reichsbannerleute. Der Ortsverein Neukölln des Reichsbanners unternahm am Sonntag eine Landagitationsfahrt mit vier vollbesetzten Lastwagen. Auf der Rüdfahrt durch die Bergstraße in Neukölln wurden die Reichsbannerleute mit Steinen beworfen und beschossen. Die Reichsbannerleute fahen die Attentäter in das Lofol Berg- Ede Walterstraße laufen. Sie befeßten alle Eingänge und alarmierten das Ueberfallkommando. Im Lotal waren die Jalousien heruntergelassen. Am Saaleingang standen etma 30 Reichsbannerleute, in die hinein aus dem Lofal heraus gefchoffen wurde. Alle drei Schüsse gingen aber glid. licherweise fehl. Die Polizei durchsuchte das ganze Lokal. Aus ben Kellern und Nebengelassen wurden etwa 20 Mann heraus geholt und verhaftet. Abendlicher KPD.- Sput am Luther- Denkmal. Einen jämmerlicheren Reinfall als gestern abend hat die KPD. mit ihren regelmäßig wiederkehrenden Erwerbslosendemonstrationen noch nie erlebt. Troß aller Reflame und vor allem trotzdem es nur noch ein paar Tage bis zu den Stadtverordnetenwahlen sind, fand fich nur ein kleines Säuflein Erwerbsloser auf dem Neuen Markt ein. Bon 180 000 Erwerbslosen in Berlin waren inappe achthundert dem Rufe der Drahtzieher aus dem K.- L.- Haus gefolgt und standen mun, beladen mit allen möglichen Pappfarifaturen und blutrünftigen Transparenten, auf dem kurzen Fahrdamm zwischen bem Luther- Dentmal und der Marientirche. Wo sie alle sehr bequem Blatz hatten. Darauf entledigten sich ein paar gutbezahlte PD.. Angestellte ihres Tagespenfums, indem sie eine Rede hielten. Zehn Minuten vor 6 Uhr begann so etwas wie ein Abmarsch", der drei Minuten bauerte. Dann war der Sput aus. Bank für Deutsche Beamte öffnet noch nicht. Entgegen der von einem Teil der Preise gebrachten Nachricht, daß die Schalter der Bank für Deutsche Beamte für Rechnung des neuen Beamtengeldinstitutes, dessen Gründung unter Mitwirkung der Dresdner Bant unmittelbar bevorsteht, bereits morgen wieber eröffnet werden sollen, teilt die Bant für Deutsche Beamte mit, baß dies für morgen noch nicht in Aussicht genommen ist. Die Eröffnung der Schalter wende aber schnellstens erfolgen. Der Deutsche Beamtenbund drückte gestern in einer Borsiands. igung fein Befremden darüber aus, daß die Beamtenschaft bei der Gründung der neuen Bant offenbar vor eine vollenbete Latfade geftellt merben sollte, ம Auch für die in Kranken- und ähnlichen Anstalten befindlichen Wähler besteht keine andere Möglichkeit zur Ausübung des Wohla rechts. Sie fönnen somit ihre Stimme nur abgeben, wenn sie zu diesem Zweck von der Anstaltsleitung nach dem zuständigen Wahlraum beurlaubt werden. Das Hauptwahlamt hat deshalb die Dep tation für das Gesundheitswesen gebeten, die Anstaltsleiter sämt licher Berliner Anstalten, in die Wähler unserer Stadt frankheitshalber aufgenommen sind, zu ermächtigen, Anträgen auf Beurfaubung zum Zwecke der Ausübung des Bahlrechts in Berlin nach Maßgabe der ärztlichen Berantwortung tunlichst zu entsprechen. sprangen in Rooseveldfield in den Bereinigten Staaten von Amerika Maffenfallschirmabfprung. Aus einer Höhe von 700 Metern zu gleicher Zeit sechzehn Bersonen mit Fallschirm aus einem Riesenflugzeug. Ihre Landung erfolgte ohne Zwischenfall. Der Fall Halsmann und seine polififchen Hintergründe. Im Rahmen einer Sonderveranstaltung der Deutschen Liga für Menschenrechte wird der Fall Halsmann und seine politischen Hintergründe behandelt unter Mit wirfung von Schauspieler Fris Kortner, Dr. Hans Margulies, der als Berichterstatter dem Halsmann- Prozeß von Anfang bis Ende beigewohnt hat und Rudolf Diben. Die Beranstaltung findet im Künstlerbans Bellevueftr. 3( nähe Potsdamer Plak) am Donnerstag, dem 14. November, 20 11hr, ftait. Was sagt der Bär? Goll und haben" AUSSTELLUNG IM MÄRKISCHEN MUSEUM 431 JOSETTI 0000 KON LINON JOSETTI JUNO mit Anerkennung spricht man von den alten Kaufherren, die pünktlichsten Ausgleich ihrer Verpflichtungen als vornehmste Aufgabe ansahen. Gleich gewissenhaft überwachen unsere modernen Fachleute die Ausgeglichenheit der wertvollen Tabakmischungen, die immer trefflich aufeinander abgestimmt sind bei Josettiduno Berlins meistgerauchter 48 Cigarette Warum auch Steuererhöhungen? Die Steuer, geschenke" in den Vorschlägen Stolpers. Der Young Plan wird der Reichstoffe in den nächsten Jahren des Finanzsystems die günstige Auswirkung der Doung- Entlastung eine Entlastung von jährlich rund 700 Millionen Mart im Vergleich in der Wirtschaft verstärken tann, ist an sich richtig. Insbesondere mit der Belastung nach dem Dames- Plan bringen. Ein Teil dieser dere fönnen wir uns dem Gedanken anschließen, den auch Stolper Entlastung wird ausreichen, unt eine neue Steuererhöhung ver- vertritt, daß eine Maßnahme wie die Einführung des Iabatmeiden zu können, so daß man den übrigen Teil für eine Steuer monopols, durch welche Mehreinnahmen auch ohne Mehrfentung verbrauchen kann. Indessen wird in allen Finanz- belastung des Konjums zu erzielen sind, in erster Linie wünschensreformplänen nicht bloß eine Steuersentung, sondern aud mert sind. Es ist mur sehr bedauerlich, daß Herr Stolper durch eine Erhöhung gewiffer Steuern vorgeschlagen. Man mill feine viel zu großzügigen Berednungen auch diese seine Gedanken auf diese Weise, das heißt durch eine Umgruppierung der Ein- geschädigt hat. Auch in diesem Falle ist er zum Opfer feines ahmen, Bunsches Geschenke zu verteilen" geworden. Wir sind uns dessen bewußt, daß jede über die oben erwähnte Grenze hinausgehende Entlastung an einer Stelle eine Mehrbelastung an irgendeiner anderen Stelle bedeutet, und wir sind bereit, eine solche mehr irgendeiner belastung in Kauf zu nehmen, wenn dadurch vordringliche wirtschaftliche und soziale Bedürfnisse befriedigt den Spielraum für die Finanzreform erweitern. Ein solches Verfahren ist auch notwendig, menn man eine mirkliche Finanzreform machen will, weil unter Finanzreform eine Benderung des Finanz in stems, eine wesentliche Verschiebung feines Schmergewichts von den einen Einnahmen zu den anderen, zu verstehen ist. Durch die Ermäßigung gewiffer Steuern um etwa 400 millionen vollzieht sich eine solche Verschiebung noch nicht; anders mürde es sein, wenn einige Steuern, sagen, mir um insgesamt eine Milliarde ermäßigt, während einige andere gleich zeitig um 600 Millionen erhöht oder zum Teil auch neu eingeführt merden. Die gesamte finanzielle Entlastung würde in beiden Fällen bie gleiche bleiben, und es fann nicht anders sein, meil man durch feine Umgruppierungen der Einnahmen die Gesamtfumme der Young- Entlastung erhöhen fann. Sie beträgt, wie gesagt, rund 700 Millionen. Wenn, wie mir beispielsweise annehmen, durch die Berwendung von 300 Millionen aus dieser Entlastung der dauernd bestehende Fehlbetrag im vorhandenen Finanzinstem gebedt und bamit die Steuererhöhung zur Dedung dieses Fehlbetrages ver mieden wird, so bleiben für die Ermäßigung der Steuer in allen Fällen 400 Millionen Mart übrig. Wie weit tönnen Steuer ,, geschenke" gehen? Durch diese an sich sehr einfache Ueberlegung wird auch die notwendige kritische Einstellung zu manchen Reformplänen gegeben. Menn zum Beispiel Herr Stolper behauptet, daß sein Finanzplan Geshente perteilt, und seine Geschenke in Milliarden berechnet, so ist das eine vollkommen falsche und irreführende Dar stellung der Sachlage.„ Gefchenft" fönnen nach unserer Ansicht nur rund 400 Millionen und: nach der start übertriebenen Annahme von Stolper selbst, rund 750 Millionen Mart werden. Jede Er mäßigung der Steuer über diese Größen nach unserer Annahme; die wir für ungefähr der Sachlage entsprechend halten, über 400 Millionen hinaus, tann nur auf Kosten irgendwelcher zusätzlichen Belastung geschehen. werden tönen. Soziale und volkswirtschaftliche Zielsetzung der Reform. Es wird im einzelnen zu prüfen fein, auf welchen Gebieten größere Reserven für eine eventuelle Erhöhung der Einnahmen vorhanden und welche Steuerermäßigungen als wirtschaftlich und fozial nordringlich anzusehen find. Man fann nicht ohne solche Prüfung von vornherein sagen, ob eine bestimmte Steuererhöhung zulässig oder nicht zulässig sei. Immer muß die Frage gestellt merden, was die Alternatine diefer Steuererhöhung ist, oder mas man durch sie gewinnen fann. Eine solche Fragestellung braucht nur an einigen Beispielen erläutert zu werden. Nehmen wir den Borschlag der Erhöhung der Biersteuer. In diesem Falle handelt es sich ohne Zweifel um eine zusätzliche Belastung des Massenkonsums. Müssen wir diese Belastung von vornherein ablehnen oder dürfen mir fie unter bestimmten Bedingungen akzeptieren, ja vielleicht sogar befürworten? Die Meinungen gehen in dieser Frage sehr weit auseinander. Von einer Seite wird die Erhöhung der Biersteuer schlechthin deswegen empfohlen, weil sie die Besteuerung eines entbehrlichen" Konsums darstellt, von der anderen Seite wird sie als eine unzweifelhafte Massenbelastung abgelehnt. Das gleiche gilt für die Erhöhung der Tabatsteuer. Wir glauben, daß mir die Antwort auf die Frage nach der zulässigkeit solcher Steuererhöhungen davon abhängig machen müssen, wie sie permendet werden sollen. Wir sind bereit, folchen Steuererhöhungen zuzustimmen, bei denen erstens auf diese und nur auf diese Weise wichtige foziale Maßnahmen ermög licht werden, zum Beispiel, wenn dadurch der Bestand der Arbeits lojenversicherung mit ausreichenden Leistungen gesichert werden fann, oder aber zweitens, wenn durch diese Form der Maffen belastung eine andere Massenbelastung, deren Beseitigung uns als Wenn diese Ermäßigung ein Geschent an gemiffe Schichten darstellen soll, so muß dieses Gefchent von anderen Schichten bezahlt merden. Auf dem demokratischen Parteitag in Mann- besonders vordringlich erscheint, megfallen fann. heim fagte Herr Stolper: Ich schäge den Betrag, den wir in Deutschland brauchen, um zu halbwegs vernünftigen Ber hältnissen auf dem Kapitalmartt zu gelangen, auf jährlich rund zwei Milliarden.. Ich behaupte, daß wir diese zwei mit liarden jährlich unserem Kapitalfonds durch die Steuerreform zuführen tönnen" Eine Behauptung ist natürlich noch kein Beweis. Wenn aber diese Behauptung von Stolper richtig wäre, so müßte man, um der Wirtschaft durch die Finanzreform 2 Milliarden für die Kapitalbildung zuführen zu tönnen, mehr als 1% Milliarden zu diesem Zived wiederun der Wirtschaft, mur an anderen Stellen, wieder entnehmen. Die Einschränkung des Konfums zugunsten der Kapitalbildung, www wie sie von Stolper empfohlen wird, kann doch nur auf Kosten beftinimter 3weige der Wirtschaft geschehen, nämlich derjenigen, von welchen die in Frage kommenden Konsumgüter erzeugt merden. Es handelt sich also keineswegs um die Berteilung von Geschenken", sondern um eine Reihe von Berschiebungen innerhalb der Wirtschaft, die zum Teil wenigstens noch durch verschiedene Formen der Abwälzung der Lasten durchkreuzt werden. Dies festzustellen heißt auch die primitive Art, in melder Herr Stolper hier die Dinge betrachtet, abzulehnen, heißt aber nicht, daß auch alle folche Berschiebungen und insbesondere alle einzelnen Borschläge von Stolper und anderen Aehnlichdenkenden von vorne herein abzulehnen sind. Der Gedanke, daß man durch die Aenderung Die neue Beamtenbank. 3n Berbindung mit der Dresdner Bant. Sie heißt " Spar- und Kredilanstalt". Das Bestreben des privaten Bankfapitals, die lukrative Seite der Beamtengeldwirtschaft sich anzugliedern, hat schnell zu einem Erfolge geführt. Gestern mittag ist die Gründung einer neuen Beamtenbant, und zwar im Anschluß an die Dresdner Bant erfolgt. Es dürfte zu dieser Gründung deshalb so schnell getommen sein, weil die Konkurrenz unter den privaten Großbanten offenbar nicht gering war. Es verlautet, daß an der GrünDung auch die Darmstädter und Nationalbank beteiligt sein soll. Die neue Beamtenbank hat die Bezeichnung als Beamte n. bant aus ihrem Namen gestrichen; sie heißt Spar- und Kredii anstalt" und ist als solche der Dresdner Bant angeschlossen, die ohnehin durch ihre große und ausgedehnte Genossenschaftsabteilung für den gewerblichen Mittelstand das fleinere Einlagen- und Kredit geschäft in erheblichem Umfang pflegt und auch mit den entsprechen den Revisionsabteilungen ausgestattet ist. Man wird die Unter Laffung der Bezeichnung als Beamtenbank nicht nur deshalb vorgezogen haben, weil das Wort Beamtenbank jetzt und vielleicht auch in der Zukunft auf die Beamten selbst keine allzu große Anziehungs traft mehr ausüben wird. Die Beglaffung ist von symptomatischer Bedeutung infofern, als damit auch die Unzweckmäßigkeit folcher Sondergründungen unterstrichen wird. Das Rapital der Bauf wird vorläufig auf 1 Million Mark bemessen. An diesem Kapital follen die Beamtenorganisa tionen und Beamtenwirtschaftsverbände mit 40 Broz. beteiligt sein, so daß der Einfluß des privaten Banffapitals starf überwiegt. Wie wir vorausgefagt haben, wird nur das Einlagen und das Kreditgewährungsgeschäft der Bank für deutsche Beamte und der Reichsbundbank übernommen, nicht aber das übrige Geschäft, in dem die Verluste entstanden sind, was flbstverständlich auch für die Einleger bedeutet, daß sie sich mit der Masse zu friedengeben müssen, die bei der Liquidation der beiben Banken nach Abzug der Schulden und Verluste als verteilbar übrig bleibt. Demgegenüber bedeutet es nur eine Erleichterung einer etma norhandenen Notlage, daß sobald mie möglich Borschüsse auf Nehmen wir an, daß durch die Erhöhung der Besteuerung des entbehrlichen Ronsums die Herauffeßung des steuerfreien Lohn einkommens ermöglicht wird. Es handelt sich dabei um eine ohne 3meifel sozial sehr wünschenswerte Sache. Das Bedenken dagegen bestünde nur darin, daß durch die Erhöhung von Bier- oder Tabatsteuern auch diejenigen getroffen würden, die schon jetzt keine Lohn Steuer zahlen, die also nur neu belastet und in feiner Form entlastet würden. Es wäre deshalb zu prüfen, ob nicht erstens als Folgen der Reform der Einkommensteuer eine bessere Beschäftigung und damit indirett eine Entlastung aller Schichten der Arbeiterschaft zu erwarten ift. und zweitens, ob nicht eine direkte Entlastung auch der ärmsten Schichten möglich wäre. Eine gemiffe. günstige wirtschaftliche Wirkung der Reform der Einkommen- und auch der Gewerbesteuer ist mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten, ihr Ausmaß läßt sich aber im voraus nicht beurteilen. Benn aber festgestellt wird, daß auf Kosten der erhöhten | Besteuerung des entbehrlichen" Konsums nicht nur die untere Grenze der Lohnbesteuerung herabgesezt, sondern auch die Zucker steuer abgeschafft werden kann, so werden wir diese letzte Alternative wählen müssen, da die Beseitigung der Zuckersteuer allen Schichten der Bevölkerung, und namentlich der ärmeren, zugute kommen wird. Auf ähnliche Beisein anderen Fällen unter Berücksichtigung verschiedener anderer Wirkungen muß umferes Erachtens bei der Brüfung aller Möglichkeiten der Finanzreform vorgegangen werden. die erwartete Berteilungsmasse gemährt werden sollen. Borläufig soll die neue Bant nur in Berlin tätig sein; die Filialen der Bant für Deutsche Beamte bleiben zunächst mit ihrem Personal in Tätig feit. Für die Dresdner Bank dürfte das Geschäft sich lohnen. Sie hat bereits den erforderlichen Apparat, fann durch ihre Depofitenfaffen in ganz Deutschland noch andere Beamtenbanken aujaugen und nach einem Monopol in der Beamtengeldwirtschaft streben. Wenn dann in großem Umfange an jedem Monatsende die Gehälter von den Behörden überwiesen würden, so wird die Zahlungsflüssigkeit der Dresdner Banf gerade in einem Augenblic erhöht, in dem die Flüssighaltung schwierig und teuer ist. Rififo, das in der Gewährung von Beamtenkrediten stedt, ist ge= ring. So dürften die nicht umfangreichen neuen Kosten der Dresdner Bant sich bold bezahlt machen. Das Ein Fortschritt in volkswirtschaftlichem und gemeinmirt schaftlichem Sinne liegt nicht vor. Fortschrittlich gesonnene Beamte müssen Wert darauf legen, die Berwaltung ihrer Einlagen öffentlichen oder Arbeiterbanken anzuvertrauen. Das Gros aller Beamten lebt proletarisch, die Beamten haben ein Interesse, daß ihre Rücklagen auch in der Richtung ihrer Interessen verwendet merden. Ein Fortschritt liegt nur insofern vor, als die Beamtengeldwirtschaft felbft als selbständiger Bankenzweig immer eine sehr zweifelhafte Sache war, Der Sitz der Reparationsbant. 3m Haus zum Kirchgarten in Basel. Die Reparationsbant foll nach dem Beschluß des Organisations fomitees, das in Baden- Baden tagte, ihren Siz in der Schweiz, und 3mar in Basel, haben. Die Bajeler Kantonalregierung hat als tünftiges Bankgebäude das Haus zum Kirchgarten in der Elisabethenstraße in Basel zur Verfügung gestellt, eines der schönsten älteren Gebäude Basels, ja, der Schweiz überhaupt. Es wurde in den Jahren 1782/85 von dem Architekten J. 1. Büchel, für den Kunstfreund Oberst Johann Rudolf Burchardt erbaut, der später wegen politischer Vergehen ins Ausland fliehen mußte und in eng lische Dienste trat. Das Haus macht den Eindruck eines fleinen| Baloftes mb man niment on, bo bie Stäume and fingere Jeti genügen merden. Mit Kunstsinn und schöner Architettur menden die Geschäfte der Reparationsbank allerdings sehr wenig zu tun haben. Kapitalistische Phantasie. Das„ Berliner Tageblatt", Grillparzer und die Finanzreform Das Berliner Tageblatt" hat fürzlich in seinem Handelsteil einen Artikel zur Finanzreform veröffentlicht, mit dem Titel ,, Das Hauptmotiv der Steuerreform" und den beiden Untertiteln„ Eine ,, neue Chance für die Kapitalwirtschaft",„ Vielleicht nicht gerecht aber notwendig". Mir haben gegen den Artikal selbst nicht allzu viel einzuwenden, denn die Interessenten an der deutschen Kapitalbildung, um die es hier im Zusammenhang mit der Finanzreform geht, merden mit den Zielsetzungen des Artikels auch nicht sonderlich zufrieden sein. Der Verfasser meint nämlich: auf geeigneten großen Effeft zeitigen. Denn nicht in der Ersparung von Bunften einsehend, tönnen selbst geringere Ersparnisse doch einen Steuern, sondern in der Phantasie", die eine jede fühlbare Steuerverminderung der Unternehmertätigkeit gibt, liegt ihre eigentliche Bedeutung." " Wir glauben in der Tat nicht, daß die deutschen Unternehmer mit der Beflügelung ihrer Phantasie bei der Finanzreform zufriedengestellt werden fönnen. Wir halten das höchstens dann für möglich, wenn die Unternehmerphantasie Phantasie liegt was im Wesen der reichen fönnte. Bas eine Finanzreform volfswirtschaftlich Phantasie liegt eine möglichst schrantenlose Steuersentung erbringen soll, das gehört sicher nicht in das Phantasievermögen der deutschen Unternehmer. Bei ihnen stimmt hinsichtlich dieser Funktion der Finanzreform sicher der Vers, den Grillparzer vor ahnend an den Berfasser des Artikels im„ B. I." gerichtet hat: Die Deutschen hätten feine Bhantasie? Ein Sak, der sich selbst zerstört! Die Deutschen haben überall Phantasie, Bo fie nicht hingehört! recht Uebrigens ist der zweite Untertitel Bielleicht nicht geBolnischen anzusehen, wo ein geflügeltes Wort in der deutschen aber notwendig" vielleicht als eine Anleihe aus dem llebersetzung lautet: Nicht ehrenhaft aber gefund." nehmern erstrebte Kapitalbildung auf Rosten der arbeitenden Massen Und das mag denn freilich für die von den deutschen Unternoch besser stimmen. Energische Reform des Aktienrechts. -3n Dänemart.- Borratsaftien verboten. Der dänische Handelsminister hat dem dänischen Reichstag einen Gefeßentwurf zur Attienreform norgelegt, dessen Schärfe in Deutschland Beachtung finden wird. Danach darf ein Kapitalerhöhungsbeschluß in das Gesellschaftsregister mur eingetragen werden, wenn mindestens Einzahlungen in Höhe von 25 Prozent tatsächlich er folgt sind. Eigene Attien darf eine Aktiengesellschaft nur erwerben, wenn die herabjegung des Aftienfapitals herbei. geführt werden soll, aber wenn im Falle einer Zwangsauftion Forderungen der Gesellschaft gesichert werden sollen. Die Attiengesellschaft darf auch eigene Attien oder Zertifikate von Attien nicht als Sicherheiten annehmen. Die bei Infrafftreten des Gesetzes vorhandenen eigenen Affien müssen von den Verwaltungen der Aktiengesellschaften im Laufe von zwei Jahren verfauft werden. Bis dahin müssen die vorhandenen eigenen Aftien in einem besonderen Konto der Bilanz ausgewiesen werden. Damit hat Dänemart prottisch wenn das Gesetz angenom men wird die Borratsaftien beseitigt, deren Existenz den Berwaltungen nicht nur eine besondere Macht gegenüber den Attionären sichert, sondern auch eine, von dem Willen der Aktionäre in der Regel fast unabhängige Politik. Der dänische Gesezentwurf hat aber noch weitere, sehr eingreifende Bestimmungen. In den Bilanzen nuuß erkenntlich sein, wie hoch vorgenonumene Berpfän bungen sowie übernommene Kautions- und Garantiever Pflichtungen find. Diese Vorschrift ist besonders interessant, pflichtungen den Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen Berwenn man sich daran erinnert, daß das Unbekanntfein solcher Verficherungs.- G. zum mindesten sehr gefördert hat. Die Tan. tiemebeträge müssen auf einem besonderen konto tung oder Aufsichtsrat und andere tantiemeberechtigte Personen ausgewiesen werden mit Angaben darüber, was Berwal erhalten. Es wird gesetzlich vorgeschrieben werden, daß die Divi dende nicht höher sein darf als 6 Prozent und die Tantieme nidyt höher als 2 Prozent, wenn der gesetzliche Reservefonds von 10 Brozent noch nicht erreicht ist. Aufsichtsräte und Verwaltungsa mitglieder werden mit einer Geldstrafe bis zu 10000 Kronen belegt, wenn sie sich an Epekulationsgeschäften in Attien ihrer eigenen Unternehmungen beteiligen. Die Gewinne aus solchen Spetulationsgeschäften tönnen zugunsten des Staates bes fchlagnahmt werden. Deutschland wird diese dänischen Gejegesvorschläge für die Durchführung seiner eigenen Aktienrechtsreform sehr zu beachten haben. Die Mißstände find in Deutschland nicht fleiner als in Dänemart. Von A- 3 erfunden. Ein Berliner Blatt hatte die Nachricht gebracht, die Stadt Halle merde zur Erlangung einer Kommunal. anleihe die Geldgeber an den Erträgniffen ihrer Gas-, Baffer, Elettrizitäts- und Verkehrsunternehmungen beteiligen. Wie der Magistrat der Stadt Halle und die Verwaltung der Werte mitteilen, ist die Nachricht von A bis 3 erfunden. Sie dürfte in der Lat nur einer Stimmungsnache entsprungen sein, die den Privatisierungs wunsch des Privatkapitals gern zum Vater des Gedankens der falschen, aber dem Privatkapital willkommenen Nachricht werden fäßt. -F hier Ermäßigte Aufozölle in Amerika. Der amerikanische Senat hat ohne Debatte den Zusazantrag der Finanzkommission auf Herab segung der Einfuhrzölle von 25 auf 10 Pro angenommen Amerika hält offenbar den eigenen Markt durch die amerikanische Leiftungsfähigkeit für genügend geschüßt. STAATL Nathiches Mineralwasser FACHINGER Heilwirkend! Fachinger Versandste'le, Berlin SWU Schöneberger Str. 16a. Tel. Lützow 8260-61 Nr. 533 46. Jahrgang મધખત 2. Beilage des Vorwärts KPD. und Reaktion.w Das Zusammenspiel gegen die organisierte Arbeiterschaft. Das Zusammenspiel zwischen Kommunisten und bürgerlicher Reaktion gegen Sozialdemokratie, das sich jetzt zu sehr durchsich figen Wahlzwecken demaskiert, ist nicht neu. Seit es eine Kom munistische Partei gibt, hat ste immer die Funktion gehabt, das Uebermächtigwerden der Sozialdemokratischen Partei zu verhindern". Man könnte einwenden, daß es sich hier um die Austragung politischer Meinungsverschiedenheiten handelt, denn die Kommunisten hätten eine andere Auffassung von der Führung des Klassen tampfes und von der Besizergreifung der politischen Macht Wir wollen gar nicht den Einwand erheben, daß die Kommunisten ihre politische Meinung" von Moskau fir und fertig ge= liefert bekommen, daß es sich also schon deshalb nicht um die Austragung von politischen Meinungsdifferenzen handeln kann. Wir wollen vielmehr an einem fonfreten, besonders aktuellen Beispiel, das beliebig vermehrt werden könnte, den Nachweis erbringen, daß der Kampf der KPD., der an Niedrigkeit, Gemeinheit und Infamie ohne Beispiel ist, einzig gerichtet ist gegen die gewerkschaftliche und politische Organisation der Arbeiterklasse, aljo gegen den Kern jeder erfolgreichen Kampfführung, ob sie schemistische oder sozialdemokratische Ziele verfolgt. fonals geführt. Es ist ja noch nicht so lange her, als daß die Verfehrsarbeiter sich nicht der höhnischen und herausfordern den Verhandlungsmethoden der sehr weit rechts stehenden Direktoren erinnern fönnten. Jedesmal gab es Krach. Mit zu gescht verteilten Rollen wurden die Verhandlungen verschleppt. Schlichtungsausschuß, Reichsarbeitsministerium wurden in. Anspruch genommen. Es wurde gestreift oder man gestand sich in ohnmächtiger But, daß die große Masse der Unorganisierten die Führung eines aussichtsreichen Streifs unmöglich machten. Gegen wen hat damals die KPD. gekämpft? Gegen die real: tionären Scharfmacher in den Direktorien? Keine Spur! Ausschließlich gegen die Gewerkschafter, denen z. B. Herr Bante als Vertreter der Straßenbahngesellschaft höhnisch sagte:„ Was wollen Sie denn? Die Arbeiter wollen ja gar nichts von Ihnen wissen. Streifen Sie doch!" Denn Herr Bante wußte, daß damals nur 30 Prozent der Straßenbahner gewerkschaftlich organisiert waren. Niemals hat die KPD. diesem Direktor sein Gehalt vorgerechnet. Ihr ganzer Haß galt den„ Gewerkschaftsbureaukraten." Nicht etwa obwohl, sondern weil dieser Direktor die Unor: bolganisierten und die Gelben bevorzugte. Denn diese Unorganisierten drapierten ihre Feigheit in ein scheinrevolutionäres Mäntelchen, indem sie bei der Betriebsratswahl rififolos einen ,, op= pofitionellen" Stimmzettel abgaben und so der KPD. zu einem ,, revolutionären Sieg" verhalfen. Man kennt den Verleumdungsfeldzug, den die KPD. gegen unferen Genossen Brolat führt, seit er Personaldirektor der Ber: fehrs-.- G. ist, also schon lange vor der Stlaret- Affäre. Führt die KPD. etwa den Kampf gegen Brolat, weil ihr die Interessen des Personals besonders am Herzen liegen? Weil er nun einmal der Direktor ist und sie sich als die Vertreterin des Personals fühlt? Man könnte dies zur Not gelten lassen, ohne deshalb die Auswüchse dieses Verleumdungsfeldzuges zu billigen, wenn es immer so gewesen wäre. Brolat ist Direktor der Verkehrs- A.- G. feit dem 1. Januar 1929. Er hat also bei der Straßenbahn, der Aboag und der Hoch- und Untergrundbahn Borgänger gehabt. Hat die KPD. gegen diese Vorgänger in der gleichen Weise gefämpft? Hat sie diese Direktoren überhaupt bekämpft? Die KPD. hat weder das eine noch das andere getan. Nun glaube man nicht, daß jene Direttoren etwa Arbeiterfreunde waren. Es liegt uns nicht, einen persönlichen Kampf zu führen, auch nicht wadyträglich die Personen der früheren Direktoren unter die fri tiche Lupe zu nehmen. Wir wollen uns nur andeutungsweise mit einer Feststellung begnügen. Auch vor dem Eintritt Brolats wurden zwischen den Verkehrsgesellschaften und den Gewerkschaften Berhandlungen über die Lohn- und Arbeitsbedingungen des BerSeit Brolat Direktor ist, wird auch verhandelt. In diesem Jahre haben sogar schon mehrmals Verhandlungen stattgefunden. Wir wollen nicht behaupten, daß immer alles glatt und nach Wunsch gegangen ist. Zuviel ist in der Vergangenheit an dem Personal gefündigt worden. Zuviel galt es nachzuholen, auszumerzen, auszugleichen. Denn wenn es bis zum 1. Januar 1929 drei verschiedene Direktoren gab, jo verstanden sie sich allesamt ausgezeichnet darauf, das Berjonal gegeneinander auszuspielen, es zu differen zieren. Bas war vom ersten Augenblick das Bestreben Brolats? Diefe Differenzen, diese fünftlich genährten Eifersüchteleien, diesen Un frieden zu beseitigen. Vereinheitlichen und damit ver einigen. 3mmer und nur mit den Gewerkschaften sich verständigen. Die Gelben, die Unorganisierten, hörten auf Liebkind zu sein. Bei Neueinstellungen wurden nicht frisch aus Hinterpommern oder Ostpreußen zugereiste Indifferente bevorzugt. Ganz im Gegenteil. Das hat sich ausgewirft. Nicht nur in der Mitgliederzahl der Gewerkschaften. Auch im Geist der Belegschaft. Diese betam nach મ Mittwoch, 13. November 1929 und nach das Bewußtsein, Mitarbeiter an einem Werk der Gemeinschaft zu sein. Nicht nur Ausgebeuteter. Wir sind weit entfernt, behaupten zu wollen, daß Löhne und Arbeitszeit der Verkehrsarbeiter bereits ideale seien. Auch die Verkehrsarbeiter wissen, daß es hier Hindernisse gibt, die nicht von heute auf morgen übersprungen werden können. Die riefig und riesig schnell wachsende Stadt hat ungeheure Berkehrs. probleme zu lösen. Zehn Jahre lang wurden die Verkehrsanlagen so gut wie gar nicht ausgebaut. Und heute werden der Stadt die Anleihewege versperrt. Sie muß also aus laufenden Betriebsmitteln bauen. Und sie muß, will sie ihren sonstigen Aufgaben gerecht werden man denke nur an die Viertelmil liarde Jahresausgaben für Wohlfahrtspflege, an den Wohnungsbau, noch leberschüsse herauswirtschaften. Denn Berfin fann nicht nach Belieben die Steuern erhöhen. Immerhin, die Löhne der Verkehrsarbeiter bestehen heute den Bergleich mit denen in den meisten Privatindustrien. Daneben haben die Verkehrsarbeiter in bezug auf Krankengeld, Altersverforgung usw. Vorteile, um die sie alle Arbeiter, ohne Unterschied beneiden. # Das ist das Wert einer verständnisvollen Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft und Direktion. Deshalb und nur deshalb der infame Kampf der KPD. gegen Brolat, derselben KPD., die die deutschnational hakenkreuzlerisch orientierten Herren der frü. heren Direktorien ungeschoren ließ. Denn diese Direktoren waren Feinde der Gewertschaften. Brolat aber för= dert diese. KPD. und Reaktion verstehen einander sehr gut; denn beide haffen den organisterten Aufbau des Sozia lismus. „ Saisonarbeitslosigkeit." 112 000 Unterstützte mehr in der 2. Oftoberhälfte. Amtlich wird gemeldet: Die alljährlich im Herbst einsehende Belastung des Arbeitsmarktes hat in der zweiten Oktoberhälfte begonnen sich deutlicher auszuprägen. Die Zahl der Hauptunter. ftühungsempfänger in der Arbeitslofenversicherung ist von 784 000 auf 889 000, alfo um rund 105 000 oder 13% Pro3. gefliegen. An der Zunahme find diefes Mal auch die Frauen und zwar mit rund 12 000 beteiligt, während die männlichen Unterstützten um rund 94.000 zugenommen haben. Die Gesamtzahl der Unterstühlen in der Arbeitslosenversicherung liegt zurzeit um mehr als 200 000 Personen höher als zur entsprechenden Zeit des Vorjahres. Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der krisenunterstützung ist in der zweiten Oktoberhälfte von 165 000 anf 172 000, alfo um rund 7000 oder 4 Proz. gestiegen. Die Zahl der Unterstügten betrug also Ende Oktober bereits wieder über eine Million ungerechnet die aus der Wohl. fahrtspflege oder überhaupt nicht unterstügten Arbeit suchenden. Hier prägen fich deutlich die Rationalisierung Mittwood Kindertag November 13 Mittwoch Machen Sie sich keine Sorgen! fa.nstalem ms ag/ outs Gewiß, Kinder zerreißen viel und es ist nicht leicht, alles immer so rasch wieder neu heranzuschaffen, besonders, da es ja auch nett und gut sein soll. Aber an unserem Kindertag können Sie wirklich ganz entzückende, vollwertige Kinderkleidung so fabelhaft billig kaufen, daß Sie wenigstens dieser Frage leichten Herzens gegenüber stehen können. Ein Versuch wird Sie restlos übermachen Sie ihn! Mittzeugen woch ist da-- nehmen Sie Ihre Kinder bei der Hand-- und wie br 690 Wintermen tel: warmer Stoff, nett. Plüschkragen Für 8-9 Jahr. ( In Größe 6u Pur Mk 3.90) e GEHEN Nachdruck von Wort und Bild verboten! Schriftliche 1275 Ulster: sehr tragfähige Ware, ganz auf Karo. Fancy- Fulter. Für 7-8 Jahre ( and.entsprech.) SIE 375 Entzückendes Cordsamtkleid; Ueberkragen, Schleife. Für 3-4). ( In Größe 40 nur Mk. 2.25) ZU Oranienstr.40 As Oranienplat Herren bezw. Knaben- Kleidung in den beiden Chausseestr.113 Königstraße 33 Geschäften: Chausseestraße und Königstraße Bet Stettiner Bahnhot Am Bahnhof Alexanderplats 75 475 Pyjak: gute tragfähige Ware, gang auf Futter schön verarb. 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Kandidaten der KPD. als Gewerfchafter Wähler Berlins 97 Alte Klaffenfämpfer" Bom Deutschen Baugewerksbund wird uns geschrieben: Nach den Beröffentlichungen im Amtsblatt der Stadt Berlin", enthaltend die eingereichten Wahlvorschläge der Barteien, find 30 Kandidaten der Kommunistischen Partei den Berufsgruppen zuzurechnen, die im Baugewertsbund organisiert find. Eine Aufgliederung dieser Kandidaten nach der Dauer der 3ugehörigteit zur gewertschaftlichen Organisation ergibt folgendes: Mitglied der Gewerkschaft vor 1914 waren 5 Kandidaten, seit 1917 und 1919 je 1 Kandidat, feit 1924 2 Kandidaten, seit 1925 6, ſeit 1926 4, seit 1928 3, ausgeschlossen aus der Organisation 2, ohne Gewertschaftszugehörigteit im Baugewertsbund 6 Kandidaten. Daraus ergibt sich folgendes: Soweit die Kandidaten der Kommunistischen Partei überhaupt freigewerbschaftlich organisiert sind, ist die Hälfte der Kandidaten erst seit 1924 oder später denkt auch an diese Auswirkungen der Kommunalwahlen. Der Schaden, den Hugenberg der Friedenspolitik durch das Inflationsbegehren zugefügt hat, gilt es wieder gut zu machen. Es geht in diesem Wahlkampf um entscheidende Dinge! Ein jeder werbe deshalb mit aller Kraft weiter für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Führt auch der Parteipresse neue Leser zu. Werbt für den..Vorwärts" das Kampforgan der Berliner Hand- und Kopfarbeiter. Unterstützt den„ Vorwärts" in seinem Kampfe gegen Reaktion und Katastrophenpolitik. Gemeinsam wollen wir den Berlinern immer wieder zurufen: Wählt Liste 1 ber Gewertschaft beigetreten. Jeder tritt irgendwann einmal der die Liste der Sozialdemokratie! Organisation bei. Daß aber ausgerechnet diejenigen, die vor we nigen Jahren erst entdeckt haben, daß der Haffenbewußte Ar. beiter gewertschaftlich organisiert fein muß, die geeignetsten ,, revolutionären Borfämpfer" sein sollen, fann nur bei der KPD. vorkommen. Dazu die sechs revolutionären Unorganisierten". Es wäre interessant, wenn auch die übrigen Gewerkschaften einmal nach prüfen wollten, ob und seit wann die Kandidaten der Kommunistischen Partei, die bei ihnen Mitglied sind oder sein müßten, organisiert sind. Es versteht sich von selber, daß die, Kandidaten der Sozialdemofratischen. liche Regelung der Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen der Lehrlinge gefordert werden. Der Tariffampf wird also hauptsächlich um ideelle Forderungen gehen. An der Bewegung sind unmittelbar etwa 15 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beteiligt, wozu noch einige tausend Arbeiter anderer Branchen kommen, die nur indirekt daran beteiligt sind. Die Versammlung war sich mit der Organisationsleitung voll Berliner Holzindustriellen wegen dieser Forderungen zu einem erbitterten Kampf fommen wird, weshalb es jetzt schon gilt, für diese Auseinandersehung alle Kräfte zu mobilisieren. Das englische Bergbauproblem. Verhandlungen mit der Regierung. London, 12. November.( genberichty Der Versuch der Regierung, die schwierigen Bommerhandlungen über die geplante Bergbaugesetzgebung zu einem befriedigenden Ramsay Macdonalds in ein neues Stadium getreten. Der Abschluß zu führen, ist am Dienstag durch das Eingreifen Ministerpräsident hatte am Vormittag eine längere Aussprache mit den Bergbauunternehmern, der am Nachmittag eine Unterredung mit den Vertretern der Bergarbeiter folgte. Bei sämtlichen Berhandtungen war auf Wunsch Macdonalds auch Außenminister Henderacdonalds Außenminister HenderUsing Macdonalds jo fi auwejeno. Es verlautet, daß im Mittelpunkt der Berhandlungen der Versuch stand, die Unternehmer zu einem Kompromiß in der Frage des Reichs manteltarifs für den Bergbau zu gewinnen. Die Regierung soll den Unternehmern als Alternative zu den von den Unternehmern hartnädig abgelehnten zentralen Lohnverhandlungen im Bergbau die Schaffung eines Siebsgerichtshofs für den Bergbau vorgeschlagen haben. Dieses Schiedsgericht ist als eine Art von zentralem Appellationsgericht in Lohnfragen gebadyt und foll nach dem Muster des bereits bestehenden Schiedsgerichts im Eisenbahnwesen, das sich in der Bergangenheit außerordentlich bewährt hat, aufgebaut werden. Wie das Abendblatt Star" wissen will, ist der Rücktritt Herbert Smiths von seinem Posten als Präsident des Bergarbeiterverbandes für nächste Woche mit Sicherheit zu erwarten. 143 amerikanische Lehrer streifen. Kein Gehalt, weil die Reichen feine Steuern zahlen. In Plaine Township( Bennsylvania) sind 143 Lehrer und Lehrerinnen in den Streit getreten Die Gemeinde schuldet ihren Lehrkräften bereits seit sechs Monaten das Gehalt, weil die großen Kohlengesellschaften in der Gegend 22 Prozent ihrer Steuern für 1927 und 1928 ab. gezogen haben und in diesem Jahre nur 55 Prozent aller dem Baugewertsbund angehören, jämn Bariei, soweit fie tommen flar darüber, daß es bei der befannten Einstellung der Steuerbeträge eingekommen sind. dem Baugewerksbund angehören, sämtlich bereits vor 1914 organisiert waren und noch find. l? 000 XE ham si Arbeitslosennot und Gemeinwirtschaft. 495 KPD. und Reattion vereint gegen die Arbeiter. Von Mitgliedern der Lindcar- Belegschaft wird uns geschrieben: Bei den bevorstehenden Kommunalwahlen steht im Mittelpunkt die Fürsorge für die Erwerbsunfähigen und Erwerbslofen sowie die Wirtschaftsform der öffent fichen Betriebe. Beide Probleme stehen in engster Ver bindung zueinander. Privatkapitalistische Wirtschaftsweise und Ar. beiterelend find untrennbar miteinander verbunden. Erst mit der Beseitigung der ziel und planlosen privaten Profit wirtschaft wird das Arbeitslofenproblem gelöst werden. Die bürgerlichen Parfeien aller Schattierungen haben nur ein wirtschaftliches Ziel: Profit, Profit! Bei ihren Anhängern und Mitläufern wird ,, Berdienen" groß geschrieben und sie verteidigen ihren Egoismus in sfrupelloser Weise. Man lese nur ihre Wahlflugblätter, wie sie mehr oder weniger offen den Profit verteidigen, indem sie auf die„ rote"( gemeint ist die tommunale) Wirtschaft schimpfen. Soll die aufgehende Saat wieder vernichtet werden? Das darf nicht geschehen! Gelingt es den vereinten Reattionären mit Hilfe ihrer tom munistischen Juballe die Gozialdemokratie auch nur vorübergehend auf ihrem Vormarsch zu hemmen, so wird der Versuch gemacht werden, der kommunalen Wirtschaft die Gurgel zuzudrüden. Stillstand im Ausbau der städtischen Unternehmungen, Arbeitszeitherauffegung für die Belegschaften( statt der so notwendigen Her absetzung) Berkümmerung der Eristenzlage Lohn, Urlaub, Benfionen, Renten wird die Folge sein. Die bedauerlichste Zeiterscheinung ist, daß es immer noch eine Anzahl irregeführter Arbeiter gibt, die den gewissenlosen Menschen, Die zurzeit die Führung in der KPD. haben, Glauben schenken. Gewiß, der Gesundungsprozeß schreitet fort, aber die Erkenntnis des arbeiterschädigenden Berhaltens dieser bei jeder Gelegenheit mit Gelben und Deutschnationalen Arm in Arm gehenden sogenannten Kommunisten fostet viel Lehrgeld. In ihrem Haß gegen die sozialistische Arbeiterschaft zertrümmern sie nicht nur die Organisationen der Arbeiterschaft, wo sie es fönnen, fie gehen auch gegen die Kommunalbetriebe mit einer Gehässigkeit vor, wie man es felbst von den Kapitalisten nicht gewohnt ist. Ja, fie übertrumpfen die anderen noch, indem sie selbst gegen die Eigenbetriebe der Arbeiterschaft, ob Konjum genossenschaft, Arbeiterbant, Bauhütten u. a., in schändlichster Weise zu Felde ziehen, zumal wenn diese von Sozialdemokraten geleitet werden. Der Kommunist Reps chläger, der Hauptspalter des Zimmererverbandes, hat es am 6. November d. J. in den Sophien. fälen offen ausgesprochen, daß die Kommunisten für die Errichtung und Erhaltung von Arbeiterbetrieben, wie Bauhütten und Fahrradfabriken( gemeint sind hier die Lindcar- Fahrradwerke, ein Unternehmen der freien Gewerkschaften in Berlin- Lichtenrade) feine Gelder zur Verfügung stellen. Die vorbildlichen Lohn- und Arbeitsbedingungen in diesen Arbeiterbetrieben sind den Kommunisten ein Dorn im Aug2. Das ist feine Berkennung der geschichtlichen Aufgabe der Ar beiterschaft und deren Organisationen mehr, sondern bewußte Schädigung des vorwärtsstrebenden Broletariats, Liebes dienst für den Profittapitalismus. Am 17. November geben wir diefen Schädlingen an der Arbeiterfache die Quittung. Wir wählen alle die Liste I der Sozialdemokratie. Die Holzarbeiter rüsten! Der Manteltarif gefündigt. Daß die Redner der„ Opposition", die nun einmal auftragsgemäß eine andere„ Meinung" als die Ortsverwaltung und die ,, reformistischen" Delegierten bekunden mußten, den größten Unsinn Derzapften und sich wie hilflose Kinder am Rebnerpult benahmen, war nicht weiter verwunderlich. Ihnen war vorher nicht bekannt, daß sich die Generalversammlung mit der Tariffündigung beschäf= tigen würde, so daß sie sich nicht das passende Manuftript aus dem Liebknecht- Haus besorgen fonnten. Der Bevollmächtigte, Genoffe Freigang, hatte zuerst einen Bericht über das dritte Quartal gegeben. Danach herrschte in der Berliner Holzindustrie eine geradezu erschreckende Arbeitslosigkeit. Zu Beginn des dritten Quartals waren in Berlin 11 165 Arbeitslose auf dem Nachweis eingetragen; furz vor Schluß des Berichtsquartals waren es noch 10,387. Gemessen an der Arbeitslosigkeit im Gesamtverbande stand die Berliner Zahlstelle an erster Stelle. Während im Gesamtverband in den Monaten Juli, August, September durchschnittlich 14,85 bis 15 Broz. der Mitglieder arbeitslos waren, hatte Berlin eine Arbeits15 Proz. der Mitglieder arbeitslos waren, hatte Berlin eine Arbeitslosigkeit von 24 bis 25,55 Prozent der Verbandsmitglieder. Trotz dieser großen Arbeitslosigkeit ist es der Drganisation gelungen, für einige Branchen, wie z. B. die Rarofferiebranche, die Modelltischlereien ufm, Lohnerhöhungen durchzusetzen. In der Mitgliederzahl ist ein fleiner Rüdgang um 246 eingetreten, so daß die Zahlstelle am Schluß des dritten Quartals ins= gesamt 27 946 Mitglieder zählte. Die Kaffenverhältnisse haben sich günstiger als im zweiten Quartal entwickelt. Die Lokaltaffe hatte am 1. Oftober einen Be ftand von 144 086 M. Die Generalversammlung befundete durch den Verzicht auf jede Discussion über den Geschäftsbericht ihr Einverständnis damit. Als Revisoren für die Haupttasse des Verbandes wurden die bisherigen drei Revisoren wiedergewählt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, ber Schloffer Wilhelm Schubert geboren 23. Dezember 1869, am 10. November geftorben ist. Die Einäscherung findet am Don nerstag, dem 14. November, 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 10. November starb unser Rollege, der Monteur Otto John geboren 28. Auguft 1886. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 15. November, 15 Uhr, von der Beichenhalle des Kirchhofes in Steglig, Bergstraße, aus, statt. Ehre ihrem Anbenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der Buchbinder und Papie verarbeiter Deutschlands Ortsverwaltung Berlin Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege. der Buchbinder Richard Pasch wohnhaft Mittenwalder Straße 51, verstorben ift. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18 November. nachmittags 24 Uhr, auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Die Generalversammlung der Berliner Holzarbeiter am Montag im Gewerkschaftshaus hatte eine wichtige Entscheidung zu treffen, und zwar über die Kündigung oder Nichtfündigung des Manteltarifvertrages für die Berliner Holzindustrie. Der Tarif ist seit dem 24. März 1925 in Kraft. Schon mehrmals ist von den Funktionären die Frage der Kündigung ermogen worden, um eine Verbesserung der Arbeitszeit-, Urlaubsund sonstigen sozialen Bestimmungen burd) zusehen. Aus 3wedmäßigkeitsgründen haben die Funktionäre immer Dr. med. Frieda Bernhard mieder von der Kündigung des Manteltarifvertrages Abstand ge nommen. Am Montag haben sie nun, nachdem sich die Verbandsinfianzen auch eingehend mit dieser Frage beschäftigt hatten, in ge= heimer Abftinumung mit 295 gegen 14 Stimmen, bei 2 ungültigen Stimmen, die Kündigung zum 15. Februar beschlossen. Neben der Berbefferung der Arbeitszeit und Urlaubsbestim mungen für die erwachsenen Arbeiter fall in erster Linie die tarifVon der Reise zurück: prakt Aerztin Neukölln, Delphinstraße 14 gegenüb, Bhf. Köllnische Heide bei allen Kassen zugelassen, Höhensonne Quarzlampe usw. Besonders wirksam sind die des Vorwärts und trotzdem billig Kleinen Anzeige Der Deutsche Hufarbeiterverband führt die Invalidenunterstützung wieder ein. Borstand, Ausschuß und Beirat haben auf ihrer vor furzem stattgefundenen Tagung in Altenburg eine Vorlage ausgearbeitet, die nun den Mitgliederversammlungen des Berbandes zur Annahme empfohlen wird. Angestellte des AEG.- Konzerns! Morgen, Donnerstag 20 Uhr, große allgemeine Ronzernversammlung in ben Sophiensälen, Sophien. ftraße 17-18. Tagesordnung: Der Abbau ber Angestellten im EG.. Ronzern. Referent: Rollege Gottfurcht. Aussprache. Angeftelltenausweis ist mitzubringen. Die Obmannschaft der Angestelltenzäte. Berband der Maler usw. Morgen, Donnerstag, 19% Uhr, im Gewerk fchaftshaus( Gaal 4), Engelufer 24-25, Mitgliederversammlung. Sozialver. ficherung und Wahlen, Referent: Reichstagsabgeordneter Litte. Erscheinen ist Pflicht. Ohne Verbandsbuch kein Zutritt. Der Borstand, Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin. Heute, Mittwoch, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Neukölln: Jugendheim Bergstr. 29( Sof). Lichtbildervortrag: Boralberg in Wort, Bild und Lied". Süben, Südwesten: Gruppenheim, Städt. Jugendheim, Nord. Rentrum: Jugendheim ftraße 11( Fabrikgebäude). Bortrag: Karl Legien". Rehdenicker Str. 24-25, Bortrag: Unsere Lehrverhältnisse". Beißensee: Gruppenheim Weißenfee, Bartstr. 36. Borttaa: Der 9. November 1918. Norbring: Augenbheim, Schule Sonnenburger Str. 20. Bortzan: Bas heißt Gemeinschaft". Diftreis- Rurfus: Jugendheim Lichtenberg. Scharnweberstr. 29. Birtschaftswerden wirtschaftswefen. Hans 4 Jugendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen fbatt: Gesb. brunnen: Sugendheim Schönstedtstr. 1( Lebigenheim). Wir halten Rurz referate. Often: Sugendheim der Schule Litauer Str. 18. Ramterbuntes. Rorboften: Jugendheim Danziger Str. 62( Barade 3). Bortrag: Dichter aller Länder Maxim Gorki". Referent: Wilhelm Lewinti. Shalan: Jugendheim der Schule Goßlerstr. 61. Bortrag: Rulturfragen der Gegenwart". Referent: Arthur Rachow. Neukölln: Jugendheim Böhmische Str. 1-4. Allerlei Unterhaltungen. Südost: Jugendheim, Wrangelstr. 128. Berliner Humor. Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. Borttaa:" Unsere Stellung im Staat Botsbam- Nowawes: und in der Gesellschaft". Referent: Redakteur Lesinskn. Jugendherberge Nowawes, Priesterstraße. Bortrag: Mensch und Technik". Referent: Rurt Mener. DIE HOSE wird von allen Kleidungsstücken am meisten strapaziert Größte Haltbarkeit ist daher Bedingung Kaufen Sie nur B. S. 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Die geheimnisvolle Mine hatte manchen Mannes Leben getoftet. Keiner wußte, wer sie entdeckt hatte. Die ältesten Ueberlieferungen reichten so weit nicht zurüd. Aber ihr Dasein hatten noch manche im Sterben beschworen und ihre Borte mit Goldflümpchen bewiesen, wie sie sonst nie und nirgends gefunden wurden. Es sollte auch eine Hütte in der Gegend liegen, aber feines Lebenden Auge hatte sie gesehen, und die Toten waren tot; von ihnen war feine Auskunft zu holen. Da galt es also nun, auf gut Güd auf die Suche zu gehen, und das taten John Thornten, Hans, Peter, Bud und noch ein halbes Dutzend andere Hunde. Erst fuhren sie mit ihren Schlitten siebzig Meilen den Juton, hinauf, wandten sich dann rechts auf den Stewartfluß und verfolgten ihn bis hinauf zu feiner Quelle. Die Monate tamen und gingen. Einmal stießen sie auch auf menschliche Spuren. Es war auf einem Weg mitten im Urwald, volt.It mob Beilage a toda 15 des Borwärts als er fifchte, und der nun hilflos durch die Wälder lief. Gs war ein harter Kampf, aber er erfüllte Bud mit Genugtuung. Zwei Tage, nachdem er ihn erlegt hatte, fand er wohl ein Duzend Bölfinnen, die sich um den Reſt ſeiner Beute zantten. Er blies das plak blieben, mußten wohl Als sie an einem der Flüsse stillstanden, um sich zu erfrischen, Rudel auseinander wie rieben beiden, die auf dem Kampfda erst fand Bud Zeit, an John Thornten zu denken. Er setzte fich und stierte vor sich hin. Der Wolf aber lief weiter. An den Ruf, dem er folgen wollte, dachte jener jetzt nicht mehr. Da tam der Bolf zurüd, beschnüffelte ihn und forderte ihn auf, mitzukommen. Doch Bud lehrte um und trabte langsam zurück. Wohl eine Stunde lief feiner wilder Bruder winselnd neben ihm her. Dann setzte er sich hin, streckte seine Nase gegen den Abendhimmel und heulte. Es war ein flägliches Geheul, und Bud hörte es noch lange, bis es sich endlich in der Ferne verlor. John Thornten war gerade beim Mittagessen im Zelt, als Buck heranstürmte und mit solcher Wucht gegen ihn sprang und ihn so ungestüm liebtofte, daß er hintenüberfiel. Er ledte ihm, quer über das Geficht, stieß furze, fchrille Freudenschreie aus und spielte, wie Hans und Peter fich ausdrüden, den richtigen Hansnarren. Zwei Tage und zwei Nächte ließ Bud seinen Herrn nicht aus den Augen, folgte ihm auf Schritt und Tritt bei der Arbeit, sah ihm zu, wenn er aß, fegte sich vor sein Nachtlager und schaute ihn an bis zum andern Morgen. Am dritten Tage aber. erflang wieder der Ruf aus dem Walde. Eine Unruhe tam über ihn, deren er nicht Herr werden konnte: er dachte an den wilden Bruder und er fort, aber diefesmal fand er den Wolf nicht, und hörte auch feine Stimme nicht, so sehr er auch lauschte. und die halten. Nun wurde er blutdürftiger als je zuvor. Er war ein Raubtier. Und ihm gehörte alles, was lebte, das Gesetz des Stärkeren fchrieb es ihm zu. Es lebte ein Stolz, ein Hochmut ihn ihn auf, der sich in jeder seiner Mienen, in jeder seiner Bewegungen ausdrückte und seinem prachwollen, glänzenden Fell womöglich noch einen glänzenderen Schimmer verlieh. Hätte er nicht die weiße Schnauze gehabt und die schneeweißen Loden auf der Brust, man hätte ihn für einen riesigen Wolf halten können. Bon seinem Berhardiner- Vater hatte er die Größe und das Gewicht geerbt, und feine Schäferhund- Mutter hatte ihm die Leichtigkeit und die Schönbeit vermacht. Seine Schnauze war lang wie die eines Wolfes, und sein Kopf, wenn auch breiter, hatte viel Aehnlichkeit mit dem eines Wolfes. Im Laufe des Jahres mit dem tälteren Wetter zogen sich auch die Elche tiefer in das Land. Schon einmal hatte Bud ein Schmaltier gerissen, aber er wünschte sich würdigere Gegner. Am liebsten hätter er ein startes Stüd gehabt, und das trat ihm in der Morgenbämmerung einst in den Weg. Ein Sprung von zwanzig Elchen tam aus der Flußgegend heraus, und unter ihnen ein starker Er war entfeßlich aufgeregt, und als das sechs Fuß hohe Tier dem Hunde gegenüberstand, war es sicherlich ein so würdiger Gegner, wie er ihn sich nur wünschen konnte. Nach allen Seiten stieß das mächtige Tier seine Schaufeln, die wohl sieben Fuß Durchmesser hatten; die kleinen Augen blickten scharf und drohend, und es schnaubte vor Wut beim Anblick des Hundes. ( Schluß folgt.) und sie dachten, daß die Hütte, nach der ihr ganzes Trachten stand, das sonnige Land hinter den dunklen Bäumen. Und wieder rannte Schaufler, Hunde gegenüberstand, war es sicherlich ein so nun wohl nicht weit sei. Aber der Weg fing nirgendwo an und hörte nirgendwo auf und blieb geheimnisvoll. wie der Mann, der Nun blieb er oft tagelang fort und lam auch einmal wieder in ihn angelegt hatte, und der Grund, warum es geschehen war. Dann trafen sie eine verlassene Jagdhütte, und zwischen den verfaulten das Land, in dem der glänzende Strom floß. Dort suchte er wohl Deden eines Lagers, lag eine langfchäftige Flinte. John Thornten eine Woche lang herum, fischte nach Lachsen und jagte das Wild. fannte das Fabritat aus seiner Jugend, als diese Waffen noch mit Einmal tötete er einen Bären, den die Moskitos geblendet hatten, Gold aufgewogen wurden. Das war alles, sonst war nirgends 100 mold in igidischargin alnih eine Spur von dem ehemaligen Bewohner zu finden. Als der Frühling wieder in das Land zog, farden fie zwar nicht die gesuchte Hütte, aber in einem weiten Tal ein flaches Becken, auf dessen Grunde das reine Gold zwischen dem Sande glänzte. Nun hatte die Reise ein Ende. Jeden Tag arbeiteten die drei, und jeden Tag fanden sie wohl für fünftausend Dollar fleine Goldförnchen. Sie wurden in Säde von Eichfellen gefüllt, fünfzig Pfund in jeden. Diese stapelten sie neben dem Zelte auf, wie zu Hause das Feuerholz. Tag für Tag arbeiteten sie, und die Tage flogen dahin, so schnell wie die Träume einer Nacht. Für die Hunde war nichts zu tun; höchstens halfen sie Thornten bei der Beschaffung des Fleisches. Bud hatte mun wieder Zeit zum Träumen, und stundenlang tonnte er am Feuer liegen. Dann erschien ihm auch wieder der fleine, furzbeinige, behaarte Mann, und er folgte ihm in eine andere Welt. Dr.K. Weitzel: Lutedi Seitwann haben wir es? an Seife als ein Barometer der Kultur bezeichnet. Wir brauchen uns in dieser Hinsicht nicht zu schämen: Gallier und Deutsche haben fich wahrscheinlich in die Ehre der Erfindung der Seife zu teilen. Orientalen, Griechen und Römer bedienten sich ja zur Reinigung des Körpers in erster Linie des Dels. Plinius spricht von der Scie als einer nordischen Erfindung, und es ist gewiß, daß die Römer der Kaiserzeit aus Deutschland Seife bezogen haben; in Pompeji ist ein ganzer Seifenladen mit wohlerhaltenen Borräten blogelegt worden. Deutsche Seifensieder sind dann seif der Zeit Karls des Großen nachweisbar. Aus Italien dagegen stammt das Taschentu ch; es wird dort unter dem Namen Fazoletto im Mittelalter zue Borerst erwähnt und fam im 16. Jahrhundert nach den übrigen euroIn den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts tonnie man am Eingang zur Börse in Rönigsberg einen ärmlich gefleide ten Mann sehen, der, um sein Leben zu fristen, englische Stahlfedern feilbot. Es war niemand anders als der Erfinder der Stahl feder, der Königsberger Schreiblehrer Bürger. Als Opfer niedriger Gehäffigkeiten hatte er seinem Lehrerberuf entsagen müffen, war verarmt und ein Engländer hatte sich seine Erfindung zu eigen gemacht, diese patentieren lassen und in Birmingham eine Stahl federfabrit angelegt. Gewiß hatte schon 1544 ein Nürnberger eine Anweisung zur Anfertigung metallener Federn herausgegeben, und 1748 führte beim Aachener Friedenskongreß der Schreiber Janssen läufer noch nicht brauchbar. Bürger fowie Alons Senefelder, Erfinder der Lithographie, ber auch Federn aus härtbarem Stahl herstellte, gebührt das Berdienst, die Herrschaft des Gänsetiels gebrochen zu haben. Wenn er ihn beobachtete, wie er am Fenster fag, den Kopf zwischen die Knie gedrückt, die er mit den Armen umschloß, dann ſah er ihn oft im höchsten Schrecken auffahren. Er fchien in be: und frisches glimmende Feuer. Benn er am Ufer des Sees entlang ging, wo er fifchte und die Beute gleich verzehrte, als ob er stets bereit fei, zu flüchten. Geräuschlos troch er durch den Wald dahin, und Bud immer dichter hinter ihm; ftets waren sie auf der Hut, stets wachsam auf jedes Geräusch und aufmerksam auf jeden Geruch. Der haarige Mensch fonnte fofo scharf hören und riechen wie der Hund. Er fonnte auch auf die Bäume flettern und sich von Zweig zu Zweig, von Baum zu Baum schwingen; niemals fiel er, niemals tat er einen falschen Griff Er war sogar gefchicter in den Bäumen als auf den Boden, und Buck erinnerte sich an Nächte, wo er am Stamme eines mächtigen gefunden. Eine Erfindung der Germanen ist das Federbett. Fuße Heinrichs II. von Frankreich, der damit ungeheure Bewunständiger Angst zu leben, starrte spähend in das Duntel des Baldes eine von ihm erfundene Stahlfeder vor: boch maren alle biele em päischen Ländern. Daß man damit balb Lupus trieb, ist aus einer Baumes hing und schlief. Ganz frei hing er da, und auch im Schlaf fiel er nicht herunter. Und ebenso deutlich wie an diese merkwürdige Menschenerscheinung erinnerte er sich an einen Ton, einen Ruf. Er hörte ihn deutlich, flang noch in feinen Ohren. Ein eigenartiges Glücksgefühl überfam ihn dann und eine Sehnsucht nach irgend etwas, worüber er sich selbst teine Rechenschaft geben fonnte. Manchmal sprang er dann auf und lief dem Rufe nach, als ob er nicht im Traum, in seiner Erinnerung, sondern in Wirklichkeit erflungen wäre. Wenn er dann so durch den Wald strich dann bellte er laut oder winselte leise vor sich hin, je nachdem ihm zumute war. Er steckte die Nase in das tühle Moos und sog glückselig den Geruch der frischen Ende ein. Halbe Tage lang lag er oft im Walde hinter diden Stämmen oder im hohen Grafe versteckt, ganz Auge und ganz Ohr, damit ihm nichts entgehen tonnte. Er wollte den Ruf be lauschen, der immer erfcholl, und von dem er nicht wußte, woher er fam. Eines Nachts sprang er mitten aus dem Schlafe auf; er zitterte am ganzen Körper, jedes Haar seines Felles fträubte fich. Er hatte ihn wieder gehört, den Ruf, und diesmal so deutlich, wie nie zuvor; ein langanhaltendes Heulen war es gewesen, ähnlich wie dem eines Hundes, aber doch anders. Und er fannte die Stimme; er hatte sie schon früher gehört. Bie gehegt rannte er ihr nach, und erst als er ihr ganz nahe gekommen war, Ichlich er langfam und vorsichtig vorwärts, bis zu einem offenen Plage unter den hohen Bäumen. Da sah er aufrecht sibend und die lange, spike Schnauze dem Nachthimmel zugewendet einen großen, mageren Wolf. Bud war ganz geräuschlos gekommen, aber der Wolf hatte ihn doch bemerkt und hörte auf zu heulen, Buch schlich näher, den Körper eng an die Erde gedrückt mit weitausgeftredter Rute, einen Fuß vorsichtig vor den anderen feßend. Jede Bewegung sprach eine Drohung aus, untermischt mit Freundlichkeit. Es war die Berficherung des Waffenftillstandes, wie Raubtiere ihn gegenseitig aus zudrücken pflegen, aber der Wolf sprang auf und suchte das Weite. Bud folgte ihm in großen Säßen. Er hehte ihn in einen Hohlweg und versperrte ihm den Rückzug. Da wandte der Wolf sich um, erhob sich auf die interbeine wie Joß und alle anderen halb wilden Eskimohunde, knurrte, fletschte die, Zähne und biß um sich, genau wie jene. | Berwenden wir die Stahlfeber somit erst seit einem Jahrhundert, find andere von unseren täglichen Gebrauchsgegenständen weit älter! Bis auf die Urzeit geht der Kamm zurüd, und schon in vorgeschichtlichen Gräbern haben sich Kämme aus Horn oder Bronze wie Blinius die Benugung mit Gänsefedern gefüllte Bettſtüde Es fand auch bei den Römern Eingang, obgleich strenger denkende als verweichlichend befämpften. Unser Bettgestell dagegen ist erst später üblich geworden; denn die Germanen breiteten ihre Bettftüde noch auf dem Fußboden aus. In spätere Zeit weist auch die ürfte; sie taucht seit dem 12. Jahrhundert als Kopfbürste, seit deutet, aus Schweinsborsten hergestellt. Ebenso wie die Bürste ist dem 14. auch als Kleiderbürste auf und murde, wie das Wort anbefanntlich die Taschenuhr eine deutsche Erfindung. Sie wird dem Nürnberger Schlosser Beter Henlein( um 1500) zugeschrieben und sah unförmig did aus, meshalb diese Uhren Nürnberger Eier" hießen. Bis ums Jahr 1000 hatte man fich mit Sonnenuhren, afferuhren und Sanduhren beholfen; um diese Zeit erfand Bapst Sylvester II. bie Räder- und Gewichtsuhren, die man schon sehr bald mit Schlagwerten und Gloden versah. Erst seit dem 16. Jahrhundert haben wir die Gabel. Als Masser und Löffel längst befannie Dinge waren, führte vornehm und gering die festen Speisen noch mit den Fingern zu Munde. Der Gebrauch der Gabel als Eßgerät tam in Zusammenhang mit mannigfachen italienischen Tischfitten aus Südeuropa zu uns. Magdeburger Kleiderordnung don 1583 erfidhith: Der Bräutigams und anderer Mannspersonen von adligem Geschlecht Schnüffeltücher sollen nicht über anderthalb Taler mert sein, die der gemeinen Bürger einen halben Taler und die der Dienstboten einen halben Gulden bei Strafe einer Mark." Während die 3 garre sich um 1800 einbürgerte und die 3igarette feit 1834 von Paris aus Eingang fand, nachdem dort zum erstenmal eine Schauspielerin auf der Bühne gewagt hatte, ein Stäbchen" zu rauchen, taucht der Seidenstrumpf schon im 16. Jahrhundert auf, und zwar am derung erregte. Triumphe feierte der Seidenstrumpf aber erst im 3eitalter des Rototo, als der furze Rod herrschte. Dann ist er zurückgetreten, bis er in unseren Tagen zu neuem Leben erweckt wurde. Zur Kalenderreform leber 400 Borschläge zur Reform des Gregorianischen Kalenders find dem Völkerbund zugegangen. Vor kurzem noch ein amerikanisches Projett, das eine Leilung des Jahres in 13 Monate zu je vier Wochen vorfah, zu denen jährlich ein sogenannter blanter Tag", im Schaltjahr deren zwei, treten follte, Tage, an denen die amerikanischen Erfinder Friedensfeste gefeiert wissen wollten. Dieser Vorschlag, für den sich die meisten der befragten amerikanischen Organisationen ausgesprochen hatten, wurde jedoch in Europa in erster Linie von den Kirchen, dann aber auch von allen Kreisen abgelehnt, denen an der traditionellen Einteilung des Jahres in zwölf Monate und an der wirtschaftlich günstigen Unterteilung in Halb und Vierteljahre gelegen ist. Nummehr hat ein deutsch- fiebenbürgischer Baron Bedeus dem Bölkerbund ein Projekt eingereicht, das in seiner Einfachheit verblüffend ist, und deshalb von Sachverständigen auf dem Gebiet der Kalenderreform als das„ Et des Kolumbus" bezeichnet wird. Bebeus behält die Zwölfmonatsjahre bei, teilt sie jedoch in Monate zu vollen Wochen ein, und zwar erhalten Januar, April, Juli und Ottober, also die ersten Monate eines jeden Bierteljahres, fünf Wochen, während fämtliche anderen Monate je vier Wochen umfaffen. Auf diese Weise würde das Vierteljahr feine bisherige Durchschnittslänge von 91 Tagen behalten. Die durch den neuen Borschlag eintretende Verkürzung des Jahres auf rund 52 Wochen oder 364 Tage mind in jedem sechsten Jahre durch Einfügung einer Daß wir die Brille von den Chinesen hätten, hat sich als Irrtum herausgestellt. Im Anschluß an die turze Mitteilung de Plinius, Kaiser Nero habe sich eines geschliffenen Smaragds bedient, um die Gladiatorenfämpfe zu beobachten, hat man ferner gefolgert, Nero wäre furzfichtig gewesen und hätte somit eine Art | Monotel" benußt. Doch haben wir nirgends einen anderen hinweis, daß das Altertum die Wirkung von tonvegen und tontaven Glaslinien gefannt bzw. ausgenutzt habe. Dazu führten erst die optischen Entdeckungen des englischen Mönchs und Orforder Univerfitätslehrers Robert Bacon( um 1250), der sich deshalb sogar eine Anflage wegen Zauberei zuzpg. Der florentinische Edelmann Salpiano degli Armati( gestorben 1317) erfand bann die eigentliche Brille. Bon China haben wir aber das Papiergeld und den Regenschirm. Papiergelb tam bort um 1000 n. Chr. in Um- Schaltwoche" ausgeglichen, die dem Dezember angehängt wird. lauf. Es waren Holztafeldrude mit unbegrenzter Umlaufszeit und ist in Bahlung zu nehmen wie Metallgeld. Wer nicht gehorcht, wird mit dem bezeichnenden Aufdruck:" Papiergeld mit faiserlichem Siegel getöpft." In Europa mar Schweden das erste Land. das( 1636) Bantnoten ausgab; 1694 folgte die Bank von England und nach und Bud aber nahm den Kampf nicht auf. Er ging mit freundlichen nach alle anderen europäischer Staaten Dem Engländer Jonas Knurren ganz nah um ihn herum. Der Wolf aber war argwöhnisch Hanwen gebührt das Verdienst bei seiner Rüdt hr aus dem Orient und ängstlich; denn Bud war wohl dreimal so groß wie er; fein bem chinesischen Schirm 1750 in den Straßen Londons troß allen Kopf reichte taum an Buds Schulter. Mit aller List suchte er zu Spottes von seiten des Publikums die Daseinsberechtigung erfämpft entschlüpfen. Endlich gelang es, und die Jagd begann wieder, bis er von neuem gestellt wurde. Endlich merkte er aber doch, daß zu haben. Wir finden den Schirm bereits 1754 in Paris, 1755 in Bud ihm freundlich gesinnt war, beschnüffeite ihn und balgte sich Ipielend mit ihm herum. Nach einer Weile setzte sich der Bolf in Trab, zeigte deutlich, daß er irgendeinem Ziele zustrebte, und forderte Bud quf, mitzukommen. So liefen fie Seite an Seite im dämmertgen Licht der Nacht, weit hinaus bis die Quelle des Fluffes und weiter noch. Außerdem wird jedes 45. von 90 Jahren außer dem jeweils 2994. Jahr ein Schaltjahr sein. Durch diese Einfügung wird das mathematische Jahr mit tem aftronomischen Jahr, die sich beide unter dem Gregorianijchen Kalender ebenfalls nicht decken, wieder in Einklang gebracht. Die Rechensinheit des neues Jahres für die als gleichbleibende Größe. Sämtliche Monate beginnen am Montag Lohn, Gehalts, Zins- und statistischen Rechnungen wird die Woche diese Einteilung würde auch der richtige Termin für die Festlegung und alle Monatstage fallen auf den gleichen Wochentag. Durch des Osterfestes, der 7. April, stets auf einen Sonntag und sämtliche von Dftern abhängige Feiertage dementsprechend auf einen Sonntag, Nürnberg. Mitte des 19. Jahrhunderts ſuchte man ihn mannigfach aber auf einen Samstag bzw. Montag fallen, so daß die Arbeitszu verbessern es gab Schirme mit Regenrinnen, mit einem Aranz wache felber nie zerrissen würde. Der mathematische Ausgangsvon Schwämmen, um das Herabtropfen zu verhindern, ia mit einpunkt für das neue Jahr bleibt der 1. Januar des ersten Jahres gefeßten Fensterscheiben alles Einfälle, die sturiositäten blieben, nach Chrifti Geburt. Als Tag des Infrafttretens schlägt Bedeus Und seit wann haben wir Seife, Iaschentuch, 3igaden 1. Januar 1934 vor, weil dieser auf einen Montag fällt und sich rette und Seidenstrumpf? Liebig hat einmal den Berbrauch so alte und neue Zeitrechnung füdenlos einander anschließen würden. Alle Sozialdemokratische Partei! Arbeiter, Angestellte und Beamte stimmen am kommenden Sonntag, dem 17. November, für die Partei der Arbeit und des Aufbaues, für die Oeffentliche Wählerkundgebungen Heute, Mittwoch, den 13. November: Kreuzberg 44. Abt. 19% Uhr in der Schulaula, Mariannenstraße 47. Filmvorführung: Freie Fahrt. Referent: Franz Künstler, M. d. R. Mitte 1. und 5. Abt. 19% Uhr an Stelle der Mitglieder persammlung gemeinsame Wählerkundgebung im Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40/41. Bortrag: Der Kampf um das Rathaus. Referent: Stadtrat Ernst Reuter. " Wedding. Filmvorführung für Arbeitersportler um 19% Uhr in der Schulaula, Grünthaler Str. 5/6. Soziale Arbeit, Spiel und Sport im Bezirk Wedding." Vortragender: Stadtrat Kulisch. Tempelhof. 19% Uhr im Lokal Happel, Gottlieb DunkelStraße Ede Germaniastraße. Referent: Adolph Hoffmann, M. d. L. Tegel, Heiligensee, AEG.- und Borsig- Siedlung. 19% Uhr in der Kantine. Referent: Bezirksverord neter Gustav Kreutlein. Rosenthal. 20 Uhr im Lokal Manthen, Hauptstr. 1. Referent: Stadtverordnetenvorsteher Johannes Haß. Staaten. Werbeumzug durch Staaten. Antreten um 18% Uhr vor dem Sportpalast von Reschte u. Sohn. Fahnen mitbringen. Fadeln merden dort aus gegeben. Anschließend Filmvorführung: Freie Fahrt" bei Reschke. Ansprache Stadtrat Gottlob Ansprache Stadtrat Gottlob Münsinger. Morgen, Donnerstag, den 14. Rovember: Brit- Buckow. Antreten zum Werbeumzug mit Musit um 18% Uhr. Treffpunkt: Hannemannstr. Ede Chaussee straße in Briz. Anschließend Wählerkundgebung im Lokal Buschtrug", Rudomer Str. 49. Referent: Bürgermeister Dr. Oftrowski. Köpenick. Treffpunkt zum Werbeumzug um 18% Uhr am Stadtpark, Alte Fürstenwalder Straße. Anschließend Wählerkundgebung im Stadttheater, Friedrichstr. 6. Referent: Otto Meier, M. d. L. Charlottenburg 52. und 53. Abt. 19 Uhr in der Aula der Gemeindeschule Wiebestraße Eingang Neues Ufer. Refernet: Stadtrat Georg Wendt, M. d. R. Friedrichsfelde. 19% Uhr in Tempels Festfälen, Prinzenallee 45. Vortrag: Privatwirtschaft, und Gemeindewirtschaft. Neu- Lichtenberg. 20 Uhr in der Turnhalle, Lückstr. 63. ed Referent: Bürgermeister Paul Mielig. Adlershof. 19% Uhr im Saal von Wöllstein, Bismard Straße 73/75. Referent: Stadtverordneter Mar Urich. Schmargendorf. 20 Uhr im Lokal Forsthaus. Referent: Erich Kuttner, M. d. L. Alt- Glienicke/ Falkenberg. 19% Uhr im Deutschen Haus, Alt- Glienicke, Grünauer Str. 55. Referent: Wilhelm Strieder. Bohnsdorf. 20 Uhr im Parfrestaurant, Inhaber: Mag Schulz. Referent: Stadtverordneter Hermann Lempert. Marienfelde. 20 Uhr im Lokal Lindenpart, Berliner Str, Marienfelde. 20 Uhr im Lokal Lindenpart, Berliner Str, Ecke Dorfstraße. Referent: Stadtverordneter Gustav Hädice. 13. Ast. Ab 16 Uhr wichtige Flugblattverbreitung in ber Spedition, Bil helmshavener Str, 48. 23. Abt. Flugblattverbreitung von den Rahlaben lokalen aus. 33. Abt. Vereinigung für Schul- und Erziehungsfragen. 19 Uhr im Reiden fool der Schule, Ehrenbergftr. 24, Rortrag: Erziehungsschwierigkeiten und ihre Ueberwindung". Referent: Otto Müller- Main. 34. Abt. Alle Genosinnen und Genossen treffen sich zur Flugblattverbreitung um 18 Uhr im Lotal Cadiner Str. 10. 43. bt. Flugblattverbreitung von den Rahlabendiolalen aus. 51. Abt. Charlottenburg. Flueblattverbreitung von den befannten Stellen aus, 86, Abt. Marienbarf. 18 Uhr Flugblatt- und Sandzettelverteilung. Danam int beteiligen all der fich die Genossen Bifentlichen Versammlung Marienfelde. 106. Abt. Johannisthol. 191 Uhr bei Gobin, Roonfir. 2, Flugblattverbreitung. 119. Abt. Richtenberg. 20 Uhr bei Bark. Möllendorfstraße, Flugblattverbreitung. 127. Ant. Begirt Weiße Taube", Siedlung der Kinderreichen. 20 Uhr Mitalicberversammlung bei Rugfi, Dingelstedter Str. 95. Bertrag: Die fom menben Kommunalwahlen". Ane Genoffinnen und Genoffen müssen ezfcheinen. Frauenveranstaltungen. 4. Kreis Prenzlauer Bera. Donnerstag, 14. November, 19% Uhr, in der Schul Gleimstr. 49, ilm- und Vortragsabend:„ Die da unten" ( Zille). Ansprache der Genoffin Alara Bohm- Schuch, M. d. N. Karten find an der Abendkasse noch zu haben. Die Funktionärinnen treffen fich bereits in der Aula, Gleimftr. 49, weds Abrechnung der Karten und Einteilung der Arbeit. TELEFCECFFFFLETEDETELLEEXE 128. Abt. Bautom. Die Frauenilugblätter find von Rober, Berliner Ecke Brinz129./130. st. Bantow. Die Genoffinnen werden gebeten, die Frauenflugblätter Heinrich- Straße, abzuholen. von der Vorwärts- Spedition Rißmann, Mühlenstraße, abzuholen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Brenzlauer Berg. Freitag. 15. November, beteiligen fich alfe NotenFalten- Gruppen geschlossen an der Berliner Musikkursstunde von 17 bis 19 Uhr in der Schule Weinmeisterftraße. Sonnabenb, 16. Rovember, von 17 bis 19 Uhr, in der Edule Tanziger Str. 23, Chor- und Boits anzabend, Gruppe Iuftiger Abend. Alle wirken mit. Niederschöneweide. 19% Uhr in der Schulaula, Berliner Straße 31. Referent: Stadtrat Karl Wermuth. Lankwig. 20 Uhr bei Lehmann, Kaiser- Wilhelm- Str. 29/31. Bittor Abler, Sente. Mittwoch, 13. November, Danziger Str. 62, Barade 3, Referent: Stadtverordneter Siegfried Kawerau. Lichtenrade. 20 Uhr im Lofal Rohrmann, Hilbertstr. 19. Referent: Stadtverordneter Alfred John. Lichterfelde. 19% Uhr in der Aula der Oberrealschule, Ringstraße. Referent: Stadtrat Franz Czeminski. Dahlem. 20 Uhr im Lofal Schilling, Königin- Luise- Str. 40. Referent: Robert Breuer. Rudow. 20 Uhr im Lokal Grümmer, Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 47, Referent: Stadtverordneter Robert Rohde. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin infenbungen für diese Rubrif nur an bas Jugendfefretariat Berlin S 68, Lindenstraße 3. Achtung, Werbebezirksleiter! Roch fehlt uns von perfchiedenen Werbebezirken die Angabe von Ort und Zeit der Funktionärturie am 1. und 8. Dezember. Wir erwarten von diesen Werbebezirken heute, Mittwoch, diefe Nachricht. Heute, Mittwoch, 13. November, 19½ Uhr: Artonaplah: Gdule Elisabethfirdstr. 19. Bortrag: Die Bedeutung der Rommunalwahlen". Moabit( M.-F.): Seim Lehrter Gtr. 18-19. Tages88. Seimabend. Tegel. 20 Uhr im Strandschloß, Ulferstraße. Referent: the Frogen- Beften!(...): Seim Bülowit, se Webbing: Franz Künstler, M. d. R. Reinickendorf- West. 20 Uhr in Müllers Festsälen, Scharnmeberstraße 14. Referent: Stadtverordneter Bruno Krause. Reinickendorf- Cit. 20 Uhr im Schüßenhaus, Residenzstr. 1. bera: Seim auf dem Gutshof. Lichtbilder: Mein Miljöh“. Referent: Dr. Julius Moses, M. d. R. Beamtenversammlung des Kreises Wedding 19 Uhr in den Pharusjälen, Müllerstr. 142. Thema: Was erwarten wir von der neuen Stadtverordnetenverfammlung? Referent: Stadtverordneter Gustav Blaschzik. Männer und Frauen, erscheint in Massen! Parteinachrichten Cinfendungen für biele Rubrit find Berlin GB 68, Linbenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an bas Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten. 2. Kreis Tiergarten. Freitag, 15. November, öffentliche Rundgebung im Moabiter Gefellidaftshaus, Wiclefftr. 24. Bortrag: Die Sozialdemokratie im Bahlkampf". Referenten: Stadtverordneter Genoffe Karl Bublik und Genoffin Dr. Räthe Frankenthal. Des weiteren findet eine öffentliche Rundgebung statt im Nationalhof, Bülowstr. 37. Referent: Genone RuttSaaleröffnung 19 Ubr. net. Heute, Mittwoch, 13. November: 1. Abt. Achtung! Seute nach der Wählerlundgebung Gigung aller Funt. tionäre. Donnerstag. 14. Rovember, ab 17 Uhr, Flugblattverbreitung bei Spiegel, Aderftr. 1. 3. Abt. Mittwoch und Donnerstag, 18 Uhr, Flugblattverbreitung vom Lofal Rungestr. 30 aus. 4. Abt. 19 Uhr bei Stommel, Neue Friedrichstr. 1, Mitgliederversammlung. Lehte Vorarbeiten zur Wahl. 12. E. 194 Uhr bei Nachtigall, Beuffelstr. 32, Mitgliederversammlung. Bortrag: Etrafrechtsreform und Bevölkerungspolitit". Referentin: Stadtverordnete Dr. Räthe Frankenthal. 17. Abt. 19 Uhr Bahlabende bei Alinge, Gellerstr. 14. Edardt, Millerftraße 163. Bimoffti, Tegeler Gir. 24. Saywiderowiti, Triftstr. 48. Schreiber, Triftstr. 63. 22. bt. 19 Uhr Rahlabende bei Bartsch, Fehmarnftr. 1., Borkowski, Brüffeler Straße 48. Loschte, Antonftr. 9. Gentel, Utrechter Str. 10. Serms, Müllerftraße 26, 24. bt. Ab 18 Uhr Flugblattverbreitung. 1. Gruppe: Rösner, Immanuel Zirchstr. 25. 1a. Gruppe: Ahlschläger, Wins Ede Christburger Straße. 2. Gruppe: Vogel, Jablonstifte. 9. 3. Gruppe: Röhler, Greifswalder Straße 80b. HI 33. Abt. Die Bropagandaautofahrt und bie Streuzettelverteilung findet nicht heute, Mittwoch, sondern erst am Donnerstag, bem 14. Rovember, statt. Der Treffpunkt bleibt der gleiche. 34. Abt. 19% Uhr Rahlabende bei Neumann, Gubener Str. 46. Vortrag des Etad verordneten Reinhold Eichberg. Lokal Seidlik, Momintener Str. 7. Portrag des Stadtverordneten Gustav Säbide. Lotal Cadiner Str. 10. 40. bt. Ab 16 Uhr sind die neuen Wahlflugblätter von Reufner, Sagelberger Str. 20a, abzuholen und spätestens Connabend, 16. November, zu perteilen. Alle Mitglieder beteiligen fich hieran und leiften am Wahltage Bahlhilfe. 47. Abt. Flugblattverbreitung von den Rahlabendlotalen aus. Beiterer Bunk her Tanesordnung: Bahlarbeit. Um rege und zahlreiche Beteiligung wird bringend gebeten. 57. Abt. Charlottenburg. 19 Uhr Rahlabende. 1. Gruppe: Arndt, Rant. ftraße 51. Bortrag: Der Fall Gliaret". Referent: Auguft Gebert. 2. Gruppe: Thunad, Bielandftr. 4. Bortrag: Gittliches Berbrechen und Uebertretung im neuen Strafaefek". Referent: Dr. Mener- Brodnik. Freitag, 15. Rovember, 18 Uhr, Abmarsch zum Werbeumzug vom Friedrichsthalplas... 71. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr Sablabend bei Lau: Schrammstraße. Erfcheinen bringend erforderlich. 76. Abt. Dahlem. Der Rahlabend fällt aus. Dafür treffen sich alle Genossen mit Freunden und Pekannten am Donnerstag, dem 14. November, in der öffentlichen Wählerversammlung. Reutöln. 96. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, die Flugblätter heute. von 16 bis 18 Uhr, von Pohr, Siegfriedstraße, abuholen. 114. Beziet. 20 Uhr bei Road, Juliusstr. 23, Rahlabend. 98. Abt. 99. Abt. Brig- Budow. 19 Uhr Rahlabende für alle Bezirke in den bekannten Lokalen. 128. bis 130. Abt. Bezirk Seinersdorf. 20 Uhr Sahlabend im Lotal Thiniusftraße 60. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. 133. Abt. Buchhola. 20 Uhr Rahlabend bei Road, Sauptstr. 71. 135. Abt. Rarow, 20 Uhr Rahlabend bei Alit, Bankgrafenstraße. Eichwalbe. 20 Uhr im Lolal von Lindner, Bahnhofstr. 12, Rahlabend. Tagesordnung: Die Wahlarbeit.. Bernau. 20 Uhr Mitgliederversammlung im total von Modisch. Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt notwendig. Morgen, Donnerstag, 14. November: 9. Abt. Lekte Flugblattverbreitung bei Hübner, Wilsnacker Str. 34. Riemand darf fehlen. 11. Abt. Allgemeine wichtige Flugblattverbreitung. Alle müffen erscheinen. Funkwinkel.z 3wei Vorträge wollen das literarische und fulturelle Leben der Gegenwart beleuchten. Erich Franzen liest ein Effay Sur Lektüre lebender Dichter", und Studienrat Monzel gibt im Rahmen der Bücherstunde einen Ueberblick über moderne literarische Zeitkritik unter dem Titel„ Blick in die Zeit". Monzel ist starf im Literarisch en veranfert. Er fieht die Gegenwart von dem Standpunkt anerkannter Schriftsteller aus, die versuchen, allgemein gültige Gesichtspunkte zu finden. Vielleicht sind diese Einstellungen Don entscheidender Bedeutung, aber leider geben fie dem einfachen Hörer zu wenig, und es kommt darauf an, daß ein Rundfunkvortrag gerade auf diese Schichten Rücksicht nimmt. Erich Franzen sammelt feine Erkenntnisse in ein paar Bemerkungen, die außerordentlich fein geschliffen sind. Die Lage des deutschen Schriftfums deutet er in fnappen Sägen aus. Es kommt darauf an, einen Generalnenner zu finden, auf den die Bestrebungen aufgehen. Ganz kurz streift er Regiefragen des Theaters, die nicht imstande find, trog genialer Inszenierung das ganze moderne Leben innerhalb eines enggespannten Rahmens einzufangen. Aber Franzen selbst sucht nur, ohne einen bestimmten Weg zu finden. Beide Borträge bedeuten keine Erfüllung, einen Wegweiser ins Neuland, sie sind eher eine Abrechnung, eine Bilanz. Was aber der Rundfunt geben müßte, das wäre eine genaue Fastfehung von Richtlinien auf diesent Gebiet, nicht nur Kritif, sondern auch der Verfuch zu einer Erfüllung. leber das Konzert aus der Singakademie wird an anderer Stelle berichtet werden, 3wei Unterhaltungsmusifen weist das Programm auf. Selbst Barnabas von Beczy hat dies: mal seine Sarophone vergessen und ergeht sich in volkstümlichen Weisen Im ganzen fann man sagen, daß das Programm ziner= seits zuviel schwere Dinge bringt und andererseits vielleicht zu liht orientiert ist. F. Sch. | Heim Turiner Ede Geeftraße. Borirag: Revolutionenen". Hohenfe önhausen: Scule Dingelstedter Straße. Bortrag: Der Jugendliche im Betrieb". Reichenberger Biertel: Seim Briger Str. 27-30. Bortrag:„ Rirchenfeite im Bandel bet Reiten". Andreasplan: beim Brommyfte, 1, 10- Minuten- Mefe der 1. rate. Frankfurter Biertel: Heim Litauer Str. 18. Lichtbilder: Märkische Bandergebiete". Stralauer Biertel: Saftauto propagandafahrt nicht heute, fondern Donnerstag, 14. November. Ort und Zeit bleiben bestehen. Sempelhof: 2nzeum Germaniaftr. 4-6, Tagespolitische Fragen, Falten. Friedrichshagen: Heim Friedrichstr. 87. Bortrag: Gerhart Fauptmann". Raulsdorf: Gchule Abolfftr. 25. Revolutionsgebenttag. Lichtenberg- Mitte: Heim Scharnweber. Straße 29. Bortrag: ft Religion Brivatiade?" GGG. Webbing: Schule Gotenburger Str. 2. 18 Uhr Vortrag: Braucht Deutschland Kolonien?" SEG. Reutölla:, Heim Bergstr. 29. 19 Uhr Vortrag: Faschismus fit Defterreich". Borträge, Vereine und Bersammlungen. 冬 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Geschäfts it e Ile: Berlin G. 14, Cebastianstr. 37-38, Sof 2. Er. Mittwoch, 13. Rovember. Lichtenberg. Alle arbeitsfreien Rameraden treffen fich pünktlich 17% Uhr am Bahnhof Baumschulenweg zur Einäscherung des Kameraden Wilh. Kurz, Mahlsdorf. Fahnen mit Trauerflor. Reinidendorf- Weft, Antreten 19 Uhr im Verkehrslotal. Saalschus Rosenthal. Reinidendorf- Oft( Kameradschaft). Caalfchus SVD.- Versammlung in Rofenthal. Treffpunkt 19 Uhr bei Riehnte, Residensstr. 9. Hermsdorf. 191 Uhr Abfahrt Bahnhof Hermsdorf nach Rosenthal. Donnerstag, 14. November. Schöneberg- Friebenau. 19 Uhr Antreten fämtlicher Rameraden zum Ecal fchuk in der Hohenzollernschule, Belziger Straße. Schöneweide- Johannisthal. 19 Uhr Saalfdhut in Niederschöneweide, Mädchenschule, gichtenberg. 19½ Uhr Schulaula Lidstraße, Gaalschut SVD. Die Rameradschaften Gustav Tempel, Rummelsburg und Friedrichsfelde baben fich restlos einzufinden. Reinidendorf Dit( Rameradschaft). 20 Uhr Saalichuk aur öffentlichen Bersammlung int Schülkenhaus, Refidensstr. 1. Reinidendorf- Weft. 19% Uhr Antreten im Ber Freitag, fehrslotal, Gaalichuk Reinickendorf Weft. Pflichtveranstaltung. 15. November, Streuzberg. 18 Uhr Antreten Fontane- Bromenade mit Tambour. torps ohne Fahnen. Erscheinen Pflicht. Charlottenburg. Ramerabichaft Fat haus, 20 Uhr Saalichuk der DDP.- Bersammlung im Schiller- Theaterfaal, Bismarditraße. 18 Uhr Antreten des gesamten Ortsvereins mit Mufit( außer Rameradidaft Fathaus), Friedrich- Karl- Plak, zur Begleitung der SPD.- Demonstration. Schöneberg- Friedenau. 191 Uhr Eaalchuk in der Uhlandsmule, Rolonnenstraße Steglia( Ortsverein). 19% Uhr Saalichuk bei der SPD., Oberrealschule Elifenstraße. Rävenid( Ortsverein). 1914 Uhr Gaalfchuk bei Schröder, zur Bersammlung der GBD. Lichtenberg. Achtung! Ummarsch mit der SVD. im Bezirk Rarlshorst. Breffe beachten. Antreten 19 Uhr am Bahnhof Rarlshorft mit Tambourkorps. Söreweibe- Johannisthal. Gaalichuk Oberschöneweide. Antreten 18 Uhr am Marktplas, Ummarich. Reinidendorf- Dft( Kamerad fchaft). 20 Uhr Kameradschaftsverfammlung bei Riehne, Residensstr. 9. Sermsbort( Rameradschaft). 20 Uhr Ramerabfchaftsverfammlung bei Ofrent, Berliner Ede Bahnhofstraße, Vortrag. Kreis Friebrichshain. Die Autopropagandafahrt bet 33. Abt. findet nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag, dem 14 November, aur gleichen Reit statt. Reinidendorf( Ortsnerein). Mittwoch, 13. November, 191 Uhr, Eaalfchuk in Rosenthal bei Manthen, Hauptstr. 1. Donnerstag, 14. November, 191 Uhr, Caalfdruk bei Miller, Schornweherftraße. Weikerfee( Ortsverein). Donnerstag, 14. November, 19% Uhr, Antreten Betliner Sof zum Eaalschuk bei der DDV. Donnerstag, dem 14. Nonember, 20 Uhr, im Gemeindehaus, Rofenfte: 2-4. Berein selbständiger Handwerker fübischen Glaubens. B. an Berlin. Am Bortrag des Herrn Paftor Frande über Gerhard Hauptmanns Drama Rose Bernd". rbeiter- bftirenten- und. Gruppe Kreuzberg. Mittwoch, 13. November, 19 Uhr in der Schule Beramannftr. 65, Vortrag des Herrn Dr. med. Fleischmann über Tas Nervenfnftem und feine Ertrantungen". Anschließend nefel des Beifammenfein in unserer eigenen altoholfreien Gaststätte, Matheinckeplat 4. Berband für Freidenfertum und Feuerbestattuna B. Gr. 5. Rohl. abend von Restaurant Fredrich, Gerichtstr. 44, nach eftaurant Otto Edrevel. Antonftr. 8, verleat. Rahlabend jeben 1. und 3. Montag im Monat ron 18 bis 20 Uhr. Gr. 8. Rahlabend von Reftaurant Medienburg, Fanent straße 6, nach Restaurant Willi Schmidt, Kolberger Str. 24, verlegt. Rablabende icben 2. Montaa im Monat von 18 bis 20 Uhr, Bitcher und Geld find Frebrich und Medienbura nicht mehr berechtigt anzunehmen, Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienffffelle Berlin und Umregend ( Nachbr. verb.). Wechselnd bewölft mit Schauern und wieder finfenden Für Deutschland: Nur im Albenvorland grō tenteils bes Temperaturen. wölft mit Niederschlägen, sonst überall veränderlich mit weitverbreiteten Schauern, allgemein niedrigere Temperaturen. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer: Wirtschaft: 6. Klingelhäfer: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. Discher; Lokales und Sonstiges Frik Karstadt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruderet Berlag: Vorwärts- Berlag G. m b. S. Berlin und Berlagsanstalt Bani Singer u. Co.. Berfin C 68. Lindenstraße 8 Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". MAGGIS Würze ist vielseitig vernonndbar für Suppen Soßen Gemüse Salate