BERLIN Mttwoch IZ. November 1929 10 Pf. Nr. 534 B 266 46. Jahrgang TrscheiattSjlich a«ß«r Zugleich Abendaukgabe de«.Vorwärt«'. Bejugsprei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, Z,60M. pro Mouat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindenstr.S SjuUaatyaße xlß6 y}/oihi0u*ib Dl« einspaltige NonpareilleMe 80 Pf.. Keklameieile SM. Ermäßigungen nach Tarif. Posts cheekkpnt»: DorwärtS-Dcrlag G. m. b.H., Berlin Nr. 87SZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Hitler läßt prügeln. Letzt gehts auch gegen die Bayerische Volkspartei los. M S« ch e». 13. November. Die Bayerische Volkspartci hatte gester« in verschiedenen Stadtteilen Münchens zahlreich« Wahl- Versammlungen abgehallen. Eine Versammlung wurde durch Nationalsozialiften gesprengt. Ein nationalsozialistischer Redner rief durch heftige Ausfälle eine sorchc Erregung in der Versammlung hervor, dah es zu Tätlichkeiten kam und ei» allgemeiner Tumult entstand. Die Polizei muhte schließlich eingreifen und die Ruhestörer entferne». Blutige Schlägerei in Brandenburg. Brandenburg. 13. Nooenrber. Zn einer überfüllten Wcchlverfcmnnlung der Nationalsozialisten kam es hier am Dienslog abend zu einer blutigen Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Nachdem Dr. Decker-Oranien- burq und der hiesige Notioivalsozialist Neumann Wahlreden gehalten hatten, ergriss in der Aussprache der srühere kommunistische Stadtrat Redlich das Wart. Es war siir Ihn eine Redezeit von einer halben Stunde festgesetzt. Obwohl er mehrmals ausgei ordert wurde, seilt« Rede, abzubrechen, lieh er sich nicht stören und sprach weiter. Än dem Augenblick, als- mehrere Nationalsozialisten sich dem Redner- pult näherten, um ihn herunterzuholen, erhob sich bei den Aom- ministen ein wüster Tumult. Es entstand ein« blutige Schlägeroi, bei der es aus beiden Seiten mehrere Verwundet« gab. Liergtäser stogeu durch den Saal, und von der Galerie herab wurden Stühle ins Parkett gqschleudert. Die Polizei muhte schliehlich einschreiten und den Saal räumen. Die Kommunisten hatten bereits unmittelbar noch den Lärmszenen fluchtartig das Lokal verlassen._ Heimwehrmord in Wiener-Aeustadt. Ehemaliger Kommunist schießt Arbeiter tot. Wien, 13. November.(Eigenbericht.) Am Dienstag abend unternahm eine größere Gruppe von cheim- wehrleuten einen provokatorischen Aufmarsch von Wiener- Neustadt nach dem benachbarten Katzelsdors zu dem dortigen Kriegerdenkmal. Als der Zug an einem Gasthos vorbeikam, entstand «in Wortwechsel mit mehreren Arbestern. Plötzlich zog der Anführer der Hcimwehrler, ein ehemaliger Kommunist, einen Revolver und schoß auf die Arbester; einer wurde getroffen und sank sofort tot zu Boden. Die cheimwehrgruppe wurde dann von der Gendarmerie verhaftet, dabei wurden Revolver, Gummiknüppel und Totschläger beschlagnahmt. Stahlhelmer überfallen Arbeiterjugend Drei der Straßenrowdys festgenommen. Ie näher der wahltermln rückt, vm so schärfere Aormen nimmt in den letzten Tagen das politische Sirahenrowdy- tum an. Gestern abend befanden sich kurz nach 22 Uhr neun Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend in Treptow aus dem Heim- weg«. In der Plesserstrah« wurden sie plötzlich ohne jeden Anlaß von einer chorde Stahlhelmer überfallen. Glücklicherweise gelang es. rechtzeitig Polizeibeamte herbeizuholen. Die rechts- radikalen Rowdys oersuchten zu entkommen, doch konnten die Polizeibeamten drei von ihnen festnehmen. Haag vor Weihnachten. Rechtzeitige Näumung gewünscht. pari», 13. November.(Eigenbericht.) D«r„Matin' bestätigt am Mittwoch, dah die zweste Haager Konferenz spätestens für den 7. oder 10. Dezember«inbsrusen wird und daß fle bis Weihnachten zu Ende gesühri werden soll.'«ei allen beteiligten Mächten herrsche der Wunsch zur mög- lichen Beschleunigung der Arbeiten vor. einmal, damst man die Räumungsfrist der dritten Zone innehalten kann, dann aber, damit die Haager Konferenz nicht mst der Londoner Abrüstungs- konferenz und der Dötkerbundstagung kollidiere. Ein« Schwierigkeit bestehe allerdings noch: als Vorbedingung für tne Räumung muß Deutschland u. a. auch der Internationalen Repa- rationsbank Verpflichwngsaktien für die Reparationsschuld über- liefern. Da diese Bank sedoch erst im März oder April ihre Tätig- kest aufnehmen kann, wird es nötig seine, eine Zwischenperson zu bestimmen, die die deutschen Bon» in Empfang nimmt. Severins über den 17. November. Kommunalwahlen und Reichepolitik. Zn einer äberfülllen öffentlichen Versammlung in den Spichernsäien. die von den wiimersdorfer So- ziaidemokraien«inberufen war. sprach gestern Reich». inaenminifier Carl Severlag. Er beleuchtete die hohe Bedeutung, di« von den Wahlen am 17. November auch für die Reichs-undpreußifch« Staats- Politik ausgeht„Sht. 63 der Reichsverfaffung bestimmt, dah Preußen im Reichsrat nur zstr Hälfte durch Delegierte der Re- gierung, zur anderen Hälfte aber durch Delegierte der Provinzen und der Stadt Berlin vertreten ist. Sorgen Sie für den richtigen Vertreter Berlins im Reichsratl In der preußischen Landespolitik ist die Zusammensetzung der Kreistage, die am Tonntag gewählt werden, besonders wichtig. Der Kreistag hat dys Repräsentationsrecht für di« Land rät«. Di« Sioaisregicrung kann ablyhueu, aber pe muß hierfür wichtig«(Hrgnde haben, �er Landrat ist noch heute ein mächtiger Mann. Er ist der Exponent des preußischen Staates im Kreise. Man hch vorschlagen wollen, daß das Repräsentationsrecht der Kreise erweitert werde und die Regierung nur noch formal zu bestätigen Hab«. Ich bin gegen diese Neuerung, und ich freue mich, daß auch mein Amtsnachfoiger G rz es i n s k i und der preußische Ministerpräsident Braun meiner Meinung sind. Die Regierung muß dafür sorgen, daß an der Spitze der Kreise nur Republikaner stehe«. Stellen sie sich einmal v>r. wie weit beim Volksbegehren in den östlichen Provinzen die Wahlbeeinslussung gegangen wäre. wenn deutschnationale Lavdräte ohne Kontrolle von oben hätten schallen und wallen können. 1920 nach dem Kapp- Putsch habe ich die eidbrüchigen Beamten entfernt und neue Land- rät« berufen, darunter auch zahlreiche nichtzünftige Beamte. Es gibt Dummköpfe überall, aber glauben Sie mir, das erste und zweite Staateexamen genügt nicht immer, um ein kluger Mann zu fein. Die Beamten au» den freien Berufen und aus der Arbeiterklasse haben sich zum großea Teil ganz hervorragend bewährt. Der Volts- entscheid am 17. November muß für die Republik siegreich ausfallen. Hugenbergs Bolkserstscheid am 22. Dezember ist verloren. Das Volksbegehren wird als Sieg ausgeschrien. 10,Öö Proz., 0,05 Proz. imchr als unbedingt nötig, das ist der Sieg! Wie sehen dann eure Niederlagen aus? Die Regierung hat dem Kraftmeiertvm di« Kraft entgegengesetzt. Sie verbucht als Ergebnis: Das Derhällnis der Vernünftigen zu den Unvernünftigen beträgt in Deutschland 9:1. Der Nationalsozialist Hitler hat ein« Em alter Gaunertrick. mal gesagt, das deutsche Dl« bestände zu einem Drittel aus Helden. zu einem Drittel aus Feiglingen, zu einem Dritt«! aus Verrätern, Ein Drittel, das sind 13 Millionen Wahlberechtigte. Die Zahl der Helden ist zusammengeschrumpft: es sind nur nach vier Millionen der Gefolgsmänner Hitters und Hugenbergs, der „Helden", übriggeblieben. Ueberlege sich am 22. Dezember der kleine Landwirt, der kleine Gewerbetreibende, daß ein Abbau der Real steuern nur bei Annahm« des V�ung-Plans, nur bei einer Verminderung unserer jährlichen Reparationslasten möglich ist. Beim Volksentscheid am 22. Dezember bleiben wir zu Hause. Beim Volksentscheid am 17. November sind wir zur Stellei Stolz auf die kuitur-, sozial- und kommunalpolitischen Leistungen der Sozial- demnkxatie, wählen wir Liste 1. wählen wir soziaidemokrakschr Genosse Steinhöfel schloß die Kundgebung mit einem neuen Appell und einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Siurm über der Nordsee. Schwere Schäden zu Wasser und zu Laude. Zu der Nacht zum Dienstag und zum Teil noch am Dienstag selbst, segle über Großbritannien und Norwegen mit einer Stundengeschwindigkeit von 135 Kilometer ein Sturm hinweg, der schweren Schaden anrichtete und dessen AusISuser auch die französische Nordküste. Paris und Dänemark heimsuchte. Die Schiffahrt im Kanal wurde schwer mitgenommen. Der 3870 Tonnen große italienische Dampfer„Nimbo" lief auf Grund. Die 30 Mann starke Besatzung konnte erst nach stundenlanger angestrengter Arbeit in Sicherheit gebracht werden. Da« Schiff dürfte verloren sein. Der zwischen Ost- ende und Dover verkehrende belgische Regierungsdampfer erreichte Dover mit 3 �ständiger Verspätung. Die Rettungsboote an der Küste waren die ganze Nacht hindurch in Tätigkeit. Ein Fischer- b o o t mst drei Mann Besatzung wird vermißt. Krau Subkow gestorben. i 3n Bonn ist heute Subkow gestorben. morgen, knez vor 7 Ahr. Fenn Der bürgerliche„Peiniger*(zum Arbeiter): »Seheu Sie dort— man defiiehlt Sie!"' Das Schicksal der 63 Jahre allen Viktoria Subkow ist das der alternden Frau schlechthin. Viktoria Subkow wurde am 12. April 186« als Tochter des damaligen preußischen Kronprinzen, dem späteren Kaiser Friedrich III., und der Prinzessin Viktoria, einer Tochter der Königin Viktoria von England, geboren. In den achtziger Jahren kreuzte ihre Verlobung mit dem Fürsten Zllexander von Bulgarien, Prinzen von Battenberg, di« Politik Bismarcks, der aus dieser Heirat Konflikte mit Ruhland entstehen sah und ihr deshalb energischen Widerstand entgegensetzte. Di« Verlobung wurde dann auch 1887 gelöst. Biktoria schloß am 10. November 1890 die Ehe mst dem Prinzen Wolf zu Schaumburg-Lippe. Nach dessen Tobe(1916) bezog sie das Palais Schaumburg in Bonn, das ihrem Neffen, dem ehemaligen Fürsten zu Schaumburg-Lippe, gehört. Im Jahr« 1927 machte sie die Bekanntschaft des 23jährigen russischen Flüchtlings Alexander Subkow, der nach d� Revolution vor den Bolschewiken geflüchtet und nach abeitteuertichem Leben zufällig nach Bonn gekommen war. Es kam schließlich zu einer Verlobpng und trotz mancher Widerstände zur Eheschließung der Einundsechzig- jährigen mst einem Mann«, der den Iahren nach ihr Enkel sein könnte. Subkow vergeudete mst zweifelhaften Freunden in Berlin und an anderen Orten das Vermögen feiner Frau, die allein eine jährliche Apanage von 40 000 Mark hatte. Gewissenlose Vermögens- verwaller, ebenfalls Freunde Subkows, lleßen ihm in allem freie Hand. Zlls Subkow als lästiger Ausländer im Jahr« 1928 aus Deutschland ausgewiesen wurde, war das Vermögen der Prinzeffin, das früher auf 12 Millionen geschätzt wurde, dahin. Berufung gegen Neumünster. Kiel. 13. November. � Wie die Justizpressestelle mitteilt, hat die Staatsanwaltschaft gegen dys Urteil des Schöffengerichts im Landvolkprozeß«m Net* Münster Berufung eingelegt. Verhängm'svollerLaubenbrand Ktammentod eines SS jährigen. In der vergangenen Ilacht ging die Laube des SLjährigen "-echfiersFarl Lücke in der Roseggersiraße lg zu �Neukölln n Flammen fiu\. Bei den Ausräumongsarbelten fanden die Feuerwehrleute unker den Trümmern die völlig verkohlte Leiche des Laubenbesitzers. Lücke, der in der Richacdflr. 48 zu Neukölln wohnt, über- nachtete öfter in feiner Laube. Auch in der vergangenen Nacht sucht« er gegen 2 Uhr nachts, wie Nachbarn beobachteten, fein Laubengrundstück auf. Knapp eine halbe Stunde später schlugen au» der Laube helle Flammen hervor. Mehrere be- »achbart« Siedler, die stänÄg draußen wohnen, eilten hinzu, um den Brand zu löschen. Das Fruer hatte aber bereits einen iolchcn Umfang angenommen, daß alle Löschversuche vergeblich waren. Die inzwischen alarmierte Feuerwehr mußte zwel Schwuchteiitungen in Tätigkeit setzen, inn den Brand nicderzukompfeu. Für die an- grenzenden Lauben bestand eine Zeitlang große Gefahr, da durch den heftigen Wind ein st a r k e r F u n.k e n r e g e n nach allen Seiten getragen wurde. Nach halbstündiger Löschtäligkeit war das Feuer erstickt. Lücke wurde in den glimmenden Trümmern als Leiche vorgefunden. Die Krinnnalpolizei Hot noch in der vergangenen Nocht die Cr- mkttlungen über die Entstehungsursache des Brande» aufgenom- men. Man glaubt, daß Lücke angeheitert heimgekichrt ist und ver- sucht hat, den Ose» anzuheizen. Dabei ist, wie man glaubt, durch «ine Unvorsichtigkeit das neben dem Ofen stehende Bett in Brand geraten. Vermutlich hat Lücke dann versucht, den Brand zu löschen, die Flammen griffen aber so schnell um sich, daß es ihnl nicht mehr gelang, die brennende Laube zu verlasse». Kommunistische Mordgeschichte Oie„Note Fahne" weissagt aus dem Kaffeesatz. Den Leuten von der„Roten Fahne" wird es offenbar sauer, dos ihnen von der kommunistischen Parteileitung auierlegt« Quantum W a h l l ü g e n herbeizuschaffen. Mit ihren Äorruptiousenthülluugcn haben sie sich schon so überschrien, daß ihnen der Atem ausgegangen ist. Außerdem wird es auch von Tag zu Tag schwerer, neue Ge» schichten so zih erfinden, daß sie selbst nur«in bescheidenes kommu- nistisches Gemüt glaubt. Lüge» über vergangene.Dinge hoben dazu den Nachteil, daß man sie nachprüfen kann. Aus diesem Grund« hat sich jetzt die„Rote Fahne" bemüßigt gefühlt, Zu l u n s t» l ü g e n zu sabrlzieren. Sie Hot eine prima Wahr- >agerin, die im Kartenlegen und Kasfaesatzdeuten gleich« Er- sahning besitzt, in den Redaktionsstab der, Stolen Fahne" aufge- »ommen.(Oder sollt« es etwa die berühmt« Handwahrsagerin R. sein, deren Uebertritt zur KPD. jüngst von der„Roten Fahne" so begeistert gefeiert wurde?) Ihr verdankt die„Rote Fahne" die Möglichkeit, ihre Leserschaft heute mit enrcr„Enthüllung" zu überraschen, die wir wortgetreu wiedergeben, wobei wir ausdrücklich bemerken, daß es sich nichtu meinen von uns ersonnen«» Bierult, solcher« um ein wörtliche» Zitat aus dem kom- mumstischen Zentralorga» handelt. Die„Rote Fahne" schreibt: Lump(!) Künstler plant neu« Provokationen. Heut« sind wir in der Lage, den Berliner Arbeitern mitzu- uilen, 011 meld) er neuesten„Bombe" der Sckmst(!) Künstler zurzeit „arbeitet", sein neuester Plan kennzeichnet ihn und seine Methoden besser als alle vorherigen: gegen ihn oder«in anderes prominentes Mitglied der SPD. soll zur Auspeitschung der öffent- lichcn Meinung gegen die KPD. ein fingiertes Revolverallenlal organisier» werden. Ebenso soll noch vor den Wahlen, allerdings erst im letzten Houptmoment, gegen den öft'entüchen Ankläger in der Sklarek-Affäre, den Stadtverordneten Genosse Lange, eine Bombe steigen, mit der Behauptung, Genosse Lang« habe von den Sklarek» Geld empfangen. Aber so fein diese Pläne auch gesponnen sind, sie werden daneben geben. Es gibt schließlich selbst in den Reihen der Sozial- demokraiitchen Partei immer nock> Leute, die. ehe sie eine solche politjsche Berlumpung decken, es für ihre Pflicht hallen, die Partei des Berliner Proletariat» und ihr Organ, die„Rote Fahne", recht- Zeitig davon zu informieren. Herrn Künstler wird her schönste Proookationiplon nichts nügen. Auch wenn er jetzt im letzten Augenblick nach diesen Enthüllungen, die er selbstverständlich mit der M>ene eines Unschuldigen abstreiten wird,«inen neuen Bluff versuchen sollte— die Berliner Arbeiterschaft ist gewarnt! Sie glaubt dem Lügen-Künstler, dem Mordkumpanen ZSr- lstebels, keine danebengegangenen Revolver- kugeln und kein Korruptionsgeschrei mehr. Die„Rote Fahne" hat von ihrer Kaffecsatztante nicht nur das Wahrsagen, sondern auch jene berühmte Technik des Wahrsagens gelernt, nach der niemals«ine Prophezeiung daneben gehen kann. Sie weiß natürlich ebenso gut wie jeder andere, daß das vom Ge- Mofsen Künsilsr aus sich selbst geplante Attentat eine ausge- st u n k e n e Lüge ist, da in der Sozialdemokratie keine Führer von der abenteuerlichen Geistesverfassung eines Rundfunl-Schulz« vor- banden sind. Aber trotzdem wird sie recht behalten, denn nachdem sie diese schöne Geschichte aufgebracht hat. gibt es zwei Möglich- ketten. Entweder, daß durch die, dauernden Provokationen und Beschimpfungen der„Roten Fahne" irgendein Kommunist aus gehetzt wird, sich an Genoffen Künstler zu vergreisen— dann hat die „Rote Fahne" ihr„bestelltes Attentat". Oder, was wir für das weit Wahrscheinlichere halten: es wird ga r n i cht» passieren. Dann kann die„Rate Fahne" mit stegermiene erklären, daß sie durch ihre Beröffentlichung den Plan „verhindert" habe.� Ja, wir sind überzeugt: je weniger das„fingierte Revolverattentat" stattfindet, ein desto stärkerer„Beweis" wird ihr das für die Schuftigkeit der sozialdemokratischen Führer sein, die aus purer Gemeinheit den Wahrsagungen der kommunistischen Kartenlegerin zuwiderhandeln. Eine Ist allerdings ausfällig: daß die„Rote Fahne' die sinnlose Revolvergeschlchte in einem Atemzug mll angeblichen bevor- stehenden Sklarek-Enthüllungen bringt. Sollte sie etwa auf diesem Gebiet noch einige Sorgen haben. und soll am Ende die ganze Räubergeschichte nur zur Ablen- kung hiervon dienen? Weltgerichl»hos soll eulscheiden. Die seit Jahren währenden Berhanblungen zwischen Rom und Angara über den Dodekannes hoben zu der Vereinbarung g«t'ührt, den Streit dem Haager Schieds- gerichtshoi zu übertragen. Der Dodelannes sind zwölf Inseln zwischen Griechenland und der Türkei, die die Italiener sell 1912 be- anspruchen und besetzt hallen. Zu Palästina rufen die fondauemden Movdübersälle aus Juden große Beunruhigung hervor, die durch die Passivität der Polizei- hchörden noch verstärkt wird. Gestern wurde in Jerusalem der deutsche Arzt Tycho von einem unbekannten Töter durch Messerstiche »erletzt. In der Nähe der Bahnstation Shedera wurde ein Kalo- niftenehepoar angegriffen. Die Frau wurde erschossen und ver- itiimmell. der Mann schwer verletzt. Volkswanderung aus dem Osten. Deutsche Bauern auf der Flucht.— Notquartier in Kiel. Aus Sibirien und dem Wolgagebiet sind die Bauern im Abmorsch. Nachkommen jener deutschen Bauern und Land- nrbeiler, die vor anderthalb Zahrhunderken und mehr nach dem zaristischen Buhland al» Solonisten gerufen wurden. Ieht liegen sie. ohne habe, ohne hilse zu Zehnlausenden vor Moskau. Sie„sind einfach da und werden lästig". Ein Teil von ihnen ist inzwischen von einem russischen Dampfer nach Siel gebracht worden und wird dort vorläufig verpflegt. Ein Mitarbeiter der„Schleswig-holsteinischen Bolkszeitung" hat ihr Lager besucht und gibt über die Erzählungen der Der- triebenen ergreifende Einzelheiten. In der Mille des achtzehnten Jahrhunderts rief Katharina die Große, Zarin von Ruhland, deutsche Bauern nach Tibi- ri e n. Bor einhundertsünszig Jahren packten Söhne und Töcktzer deutscher Pachtbauern in allen Gegenden Deutschlands, vornehmlich in Ostpreußen, pachten auch Holländer ihre Habseligkeiten und wander ten aus. Hinein in die Steppe» Sibiriens ging die Wanderung. Aus Steppe wurde blühendes Land. Harte Winter, kurze Sommer. Der Weizen blühte und wurde reif Solide Bauerirsiedlungen, Taufende von Werst auseinander, entstanden. Wohlstand, kein Reichtum erstand. Der Boden gab Brot. Nicht im Ueberfluh. Aber immerhin, es blieb noch etwas zum Berkauf nich Schlechte Verkehrsorganisationen gaben das Tempo der Entwicklung an. Die Kultur des achtzehnten Jahrhunderts erhielt sich. Der russische Staat kümmerte sich nicht weiter um die Einwanderer. Sic nährten sich und verlangten nichts. Der Krieg kam, die Umwälzung. Di« Organisation der Kominllniste» griff bis in die sibirische Ernsamkeii, regelte auf ihre Weise den Brot markt Samara. Wie sie es machte, erzählen die Auswanderer: „Sie haben gehört, daß die Regierung den Fünfjahres- plan aufstellte. Danach sollte die Ablieferung des Getreides gersgell werden. Der Plan der Regierung mag gut sein, die Städte müssen auch Brot haben. Wir Bauern sind dazu da, um Brot zu schassen. Aber wie dieser Plan ausgeführt wurde, war ungeheuerlich. Wir sollten mehr Getreide abliefern, als unser Land trug. Wer nicht das verlangte Getreide ablieferte, mußte die sunffache Strafe zahlen. Niemand konnte die. Strafe zghlen. Dann wurde aus- gerufen(d. h. zur Zwangsversteigerung geschritten). Reiche Leute gab es nicht in unseren Gemeinden. Kein Privatmaim.wagt« zu bieten. Dann wurden die aufgerufenen Gegenstände an die Kollektiven verkauft. Zu Spottpreisen, die unsere Schulden nicht deckten. Wir wurden arm und entschlossen uns, aus- zuwandern." „Ich gehörte früher zu den Mittelbauern, hatte zwei Pferde, eine Kuh, Meine Großellern sind vor 150 Iahren eingewandert. Wir haben uns alles mühselig erworben. Im lieber- sluß haben wir nie gelebt. Es war sozusagen alles knapp. Wir kamen gerade aus. Nun verlangten die Behörden Abgaben von uns, die unmöglich waren. Meine Pferde wurden verkauft. Fünf Rubel brachte jedes, die Klih brachte 8 Rubel. Gänse je drei Stubel. Alles ging fort. Wir bauten Welzen und kauften saure» Brot wieder." Hier ein . Brief eines vorläufig noch Oaheimgebliebenen an einen Auswanderer, der seit sechs Monaten in Moskau auf die Ausreisebewilligung wartete: lS. Oktober 1929. beliebter Jakob und Peter Kooch! ... Ich sitze hier, und meine Gedanken sind voll von der jetzigen Zeit. Ich will versuchen, Euch alles zu schreiben, wie schrecklich es ist. Schon als Ihr wegfuhrt, fingen sie an. uns mit der Getreideablieferung zu quälen. Wir ollein sollen 1200 Pud Getreide stellen. Wir haben 700 Pud abgeliefert und uns schon 40 Pud zugekauft und 44 Pud gellchen. Für Zkukurus haben wir ISS Pud gefahren. Dann 100 Pud gekaust... Hier haben sie schon viel wirtschaften aufgeschrieben, d. h. da müssen sie. wenn sie nicht alle« können liefern, die Wirtschaft verkaufen. Da- geschieht so: Sie schreiben alles auf, Möbel. Betten, Kleider. Mehl, Pferds, Kühe, und wenn das nicht langt, das Haus, Da müssen noch viele raus aus dem Gebäude mit ein paar lumpigen Kleidern. Wir haben schon ein Pferd verkaust und die Kuh verkauft und es langt gor nicht zu..., so daß wir schon nicht mehr lange in unserer Wirt- schaft sitzen... Seid gegrüßt von Eurem Onkel und Eurer Tante Johann und Helene Pankratz. Auf Wiedersehen!" Die Flucht aus der Heimat. So hatte jeder sein«« Plack. Unsere Verwandten aus Kanada berichteten Gutes. Da haben sich in allen Gegenden Sibiriens und Samaras die Bauern gewünscht:„Ach, könntest du fort." Zu all den Plackereien und der'Ablieferung kam noch, daß das. Land, das wir seit undenklichen Zeiten bebaut hatten, ausgetauscht wurde. Es wurde uns auf einige Jahr« anderer Loden zugeteilt. Wir hatten kein Interesse mehr an der Arbeit. Wer sich auflehnte.— flog in» Gefängnis. Unsere Geistlichen, wir sind Lutheraner, wurden verjazt. Unsere alten Gewohnheiten bestritt man uns. Unser« Arbeit war nutzlos. Wir baten, fortreisen zu dürfen. Es wurde uns nur zögernd gestattet. Was sollten viele von uns machen? Wir haben bei Nacht und Nebel unsere Sachen gepackt und sind fortgezogen. wir gingen noch Moskau, um uns die Ausreiseerlaubnis zu erbitten. Die GPU. machte uns zu schaffen. Man wollte uns zwingen, umzukehren. Wir sind nicht umgekehrt. Au« allen Gegenden des weiten Bußland» kamen deutsche Bauern in Moskau zusammen. Ohne Verabredung. Ganz plötzlich. Es ging einfach nicht mehr. Zu Tausenden strömten die Bauern in die Hauptstadt. Tausende von Familien harrten auf Ausreiseerlaubnis. Die Regierung fürchtete um ihren Fünfjahresplan. Sie hetzt« die Geheim- polizei auf uns. Die sucht« unsere Führer. Wir hatten und haben keine Führer. Jeder reiste auf eigene Faust. Wir unter- nahmen nichts, baten nur um Ausreiseerlaubnis. Täglich, wochenlang. Durch Monate hindurch. Wir waren einfach da. Man konnte uns nicht los werden. Unser« Habe schrumpfte zusammen. Das Geld, welches die Berwandten aus Kanada geschickt hatten, wurde fast alle. Nur die Fahrkarten, die man uns gleichfalls geschickt hatte, damit wir fahren konnten, be- hielten wir. Not, Elend, Qual und Krankheit kehrten ein. In elenden Quartieren hausten viele von uns, übernächtigten im Freien, gingen betteln. 3)ie Plüchüinge im llollager sai Rist Aber zurück in die Heimat? wir hatten keine mehr. waren einsach da und wurden lästig. Mr Da ließ uns die Regierung reisen. Einige von uns hatten noch Valuta, die sie geschickt bekommen hatten. Wir durften sie nicht mitnehmen. Eines Tages kam die Anweisung: Ab nach Petersburg! Wir wurden aus der schmutzigen Stadt Moskau abgeschoben. Petersburg ist eine saubere Stadt. Aber sie ist tot. In Petersburg wurden wir auf den Dampfer„Felix Dzerinsti" verladen.„Dzerinfki" ist nicht für den Transport von vielen Passagieren eingerichtet. Aber wir ver- langten keinen Luxus. Auf der Reife gebar eine Bäuerin einen Jungen. Der Schiffsarzt leistete die Hilfe. Der Schiffsarzt gab dem Jungen seinen Dornamen. Zwei Kinder bekamen die Maser». Sonst ist alles gesund geblieben. Wir wußten nicht, wie weit'vir mit dem Dampfer fahren sollten. Pässe hatte man uns nicht aus- gehändigt. Wir wußten einfach von nichts. Kurz vor Kiel bekamen wir Order:„In Kiel wird gelandet." Der Kapitän sagte uns, daß er Anweisung habe, uns im ersten deutschen Hafen, den er anläuft, auszuladen. Nun sind wir hi?-. Ob, wann und wie wir nach Hamburg kommen sollen, wissen wir nicht. Wir haben mit dem Agenten der Kanadalinie telephoniert. Was wird, wir wissen es nicht. Unsere Pässe wurden uns:» Deutschland von deutschen Beamten ausgehändigt. Di« deutschen Behörden haben uns ohne Mißtrauen empfangen. Wir werden schon weiter kommen." Im Notquartier. Im zweiten Stock des Lagerschuppens am Nordhafen lagern die Menschen. Aüf der einen Seite des Schuppens lagern OÄtuchen. In der anderen Hälfte die Menschen. Rings an den Wänden haben sie Holzbretter hingelegt. Darauf eine Schütte Stroh. So haben sie sich, Familie für Familie, eingerichtet. Viele Habe quält sie nicht. Das Allernotwendigste, nichts weiter. Sie haben kein Geld, keine Nahrung. Die Stadt Kiel hat geholfen. Brot, Milch, große Kübel mit Erbsensuppe. Ms sind sie satt geworden. Brot haben sie be- kommen, das nicht sauer ist. Weißbrot, gute Suppe. Wir sitzen in der Mitte des Raumes aus einem Stapel Bretler. Rings umher stehen Männer und Frauen. Wir brauchen nicht fragen. Alles, erzählen uns diese Menschen, die leine„Bourgeois" sind, deren Kleidung abgenutzt ist.„Sie meinen, mein Zeug ist noch ganz gut?" fragt ein Vierzigjähriger.„Der Anzug ist neun Jahre alt, und der Mantel sieben Jahr«. Und dies ist das einzige Zeug, das ich habe, und dies ist das einzige Hemd." Bor uns steht ein alter Mann mit glückstrahlendem Gesicht: „Ich bin jetzt 78 Jahre. Mit sieben Iahren machten meine Eltern aus Ostpreußen weg nach Sibirien. Eiimndsiebzig Jahre war ich da. Aber es tut mir nicht leid, daß ich da auswandere." Durch die Umstehenden schiebt sich ein kleiner Junge und schau! uns beiden, die wir da sitzen, erstaunt an. Dann zupft er einen Mann an den Hosenbeinen:„Du, sind das Kommissare?"„Nein." . Und beruhigt zieht er ab, langt sich ein« Schüssel und holt sich einen Schlag Erbsensuppe. Auswanderer, in Lagerschuppen auf Zemenrsußboden, auf Holz und Stroh, jung und alt, Greise und Kinder, die sich nicht gekannt haben im weiten Sibirien Die.die Not zusammengeführt hat. die unter der Last eines schlecht geletteten Staatswesens zu- sammengebrochen sind, suchen sich ein« neu« Heimat. Viel Glück und Hoffnung auf den Weg! Die Brotkarte im Agrarfande. Btoetou, 13. November. Der Dollstommisfar für Handel, MItojan. hat«in« Arbeiter- abordmmg empfangen. Er erklärte, die Sowjetregierung habe alles getan, um die LebensmilHno! in Rußland zu beheben. Es müssc aber zugegeben werden, daß an ein-: Abschaffung der Brotkarte vorläufig nicht zu denken sei. Man müsse damit rechnen, daß die Brotkarte noch drei Jahre in Moskau beibehalten werde. Durchleuchtung der Wirtschast. Zieform des Aktienrechts als Schritt zur Wirtschasts- demokratie. In der Vereinigung sozialdemokratischer Juristen stellt« in einem grohongelegten Reserat Fritz N a p h t a l i die Hauptpunkte . der Resorm des Aktienrechtes dar. Das heutige Recht der Aktiengesellschaften ist zugeschnitten aus einen Verein von Aktio- riären, die jeden Augenblick zu einer Generalversammlung zusammen- treten können und eine gewisse Sachkenntnis haben. Die inodern« Großunternehmung hat diese Rechtssorm uberholt. Sie ist ein selbständiger Organismus geworden. Die einzigen wirklichen Freunde einer Aktienrefonn sind die Sozialdemokraten, die die ent- standenen Mitzbräuche durch eine Resorm des Rechtes ausschalten wollen Dabei handeln sie nicht als eine Schirtztrupp« der Klein- aktionäre, die sozialpolitisch womöglich noch reaktionärer als die Grohaktionöre sind. Demokratie heißt gleiches Recht sür Menschen, aber nicht gleiches Recht für verschieden große Aktienpakete. Die Sozialdemokratie geht von dem öfsenllichen Interesse an dem modernen Riesenumernehmen aus. Resorm des Aktienrechtes bedeutet natürlich keine Sozialisierung, stellt auch kein« Kontrolle ter Monopole dar. sondern hat als Hauptaujgabe die Durchleuchtung der Unternehmen. Die Resorm hat einmal das Rechtsverhältnis der Aktionäre untereinander zu regeln. Die Mehrstimmrechtsaktie nmß grundsätzlich verboten, in ge- wissen Fällen aber eine Ueberfremdung durch eine öfsentlich« Instanz verhindert werden. Der heute übertriebene Einfluß der Banken ist durch ein« Einschränkung des Depot st immrechtes zu mindern. Zweitens muß die Beraniworwng der Verwaltung ge- kräftigl werden; der heutig« Zustand ist diskreditierend. Viel« Monate vor dem Krach der Frankfurter Allgemeinen haben die Direktoren auf Soften der Gesellschaft gestohlen, indem sie Gewinne der Gesellschaft in die eigene Tasche leiteten. Der Aussichtsrat oerlangte nur Zurückzahlung, beließ die Schuldigen aber in ihren Aemtern! Dieser Verwilderung der Sitten muß eMgegen- gewirkt werden. Die Rcgreßmöglichkciten wegen Versagen der Aufsichtsräte müssen verstärkt werden. Dabei wird eine Bc- schleunigung des Prozeßverfahrens für Durchfechtung von Haftungs- ansprüchen nötig. Die Aussichtsratsmitgliedcr müssen zu mehr v e r- antwortlichcr Mitarbeit gezwungen werden. Die sozialdemokratische Hauptforderung ist die Publizität des moderiren Unternehmen» für alle IMerejsierten, das heißt die im Unternehmen Beschäftigten und der gesamten OofteMlichkeit. Der Weg zur Denw- kratisterung führt über die Kenntnis dessen, was los ist. Die Rechnungslegung enthält haut« meist nichts. Sie muß fach- gemäß aufgegliedert werden. Ein gleiches Schema für die gleichen Gewerbezweige muß von einer'staatlichen Instanz geschassen werden. Da die Kosten des Direktionsauswondes weit über den Index ge- stiegen sind, müssen die Virektorengehäller ausgewiesen werden. Das gilt auch für öffentliche Unternehmungen, wo manchmal diejenigen, die ans der Arbeiterschaft in die Leitung aufgestiegen sind, in der Verschleierung sich nicht weniger tüchtig wie Privat- kapitalisten gezeigt haben. Die Ofsentegung der Betriebsführung stellt eine heilsame Regulierung dar. Die Geschäftsberichte müssen Angäben über die Anzahl der Arbeiter und Angestellten. Umsatz- .Ziffern. Auilragsdesland, citthalren, monatlich oder zweimonatlich Zwischenbilanzen veröfscntlicht werden. Die Position der B«- kriebsratsvertreter im Aufsichtsrat muß durch eine Ge- iestesänderung in der Richtung verstärkt werden, daß ihr« Anteil- nähme an ollen Veratungen gesichert wird. Der Vortragende schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis daraus, daß anderen Parteien bei dem Kampf um die Aktienrefonn die Zivilsuristen zur Verfügung stehen, während in der Sozialdemokratie die Strasrechts- juristen vorwiegen. Nach einer Diskussion, an der sich Gottschalk, Äoldschinidi. Rüben, Körner beteiligten, sührte Naphtoli aus. daß er ganz bewußt kein« Forderungen stell«, für die wir unsere Kraft nicht mit Erfolg ein'etzen könnten. Die Durchleuchtung der Wirtschaft und der Unter nehmungen ist der sozialistische Gehalt seiner Ausführungen. Die Arbeiterschaft darf in den kapitalistischen Konkurrenzkamps zwischen den Unternehmungen und ihren Fabrikaten nicht hereingezogen werden. Das Eindringen der Arbeiterschaft in die Wirtschaft muß in überbetrieblicher Form erfolgen. Der Publizstät ist bei öffentlichen Unternehmungen nicht dadurch Genüge getan, daß ihre Leitung demokratisch eingesetzt wird. Die Konsmngenvssen- schaften, die Arbeiterbank und von Kommunalunternehirmngen zum Beispiel die Berliner V«rkehrv.A.-G.. haben gewiß einen Dorsprung in der Publizität vor Privatunternehmungen. Aber mangelhoste Publizität ist stets Schutz für mangelhafte Verwaltung: der kapita- listische Heimlichkeitsgeist muß auch den öffentlichen Unter- nehmungen ausgetrieben werden. Im Auslands kontrolliert man vielfach die Unternehmungen stärker als bei uns. Wächter Schulz im Verhör. Seine Angehörigen in Ansst und Schrecken. Der erneut festgenommene Wächter Richard Schulz wurde am Dienstag abend von den Kriminalkommissaren Werneburg und Liuoß. den Berarbeitern des Mord- falle» Zäpernick, grundlich ins verhör genommen. Er bestreitet da» verbrechen nach wie vor. die Vernehmungen gehen aber noch weiter. An Hand der seinerzeit festgelegten Einzelheiten muß er sich über den Fall genau äußern. Er entsinnt sich auch jedes Umstände», der vor und nach der Tatzeit zur Sprache gebracht wird Die tritisch« Stunde um 7 Uhr herum, zu der er von niemand mehr gesehen wurde, ist anscheinend aus seinem Gedächtnis ausgelöscht Wie früher auch/ gibt er den kleinen Geschenken an das Kind, den Bildern und anderen Dingen, jetzt wieder dieselb« harmlose Erklärung. An- gestcht» de« schweren Perdrechen» an der Tochter, dessen er überführt ist. finden diese Behauptungen heut« aber keinen Glauben mehr. Bemerkenswert ist der Emtluß, den Schulz auf seine Angehörigen, die Frau und dt« Tochter, ausgeübt hat. Luch jetzt noch, da er in Hast ist, sind sie mit ihren Bekundungen sehr Zürückhaltend und scheu. Die Furcht vor dem Mann scheinen sie noch nicht überwunden zu haben. Die Frau fragt« z. B., ob man ihn ganz gewiß im Polizeipräsidium behalten«ende, da sie sich sonst nicht noch Hause wage. Die Zeugen, die bei der Morduntersuchung damals befragt wurden, wird man auch abermals hören müssen. Die Per- nehmungen dürften mehrere Tage In Anspruch nehmen. Der Aelteslenrat de» Reichstags ist zum 18. November. 18H llhr, einberufen worden, um über den Geschästsplan des Reichstag» Beschluß zu fassen. Kunst/ Tanz/ .Die Wiener Werkstätten. Einmal schon gaben die Wiener Werkstätten ein kurzes Gast- spiel am Kurfürstendamm. Nach Jahren schlimmer Krise sind sie jetzt in der Lage, auch in Berlin festen Fuß zu fassen; in der Friedrich-Ebert-Straß« 2/3 haben sie eine Berkaufsstelle eingerichtet. Diese Ding«, die Kunst und Gewerbe vereinen, müssen ja ebenso ocm merkantilen wie vom ästhetischen Standpunkt aus betrachtet werden. So zweifellos es ist, daß die Wiener Werkstätten die solideste und vollendetste Gebrauchswore hohen Ranges nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt herstellen, so fest begründet der Ruf ihrer Künstler ist: so notwendig ist chnen auch eine kaufmännisch« Basis zur Herstellung wie zmn Vertrieb ihrer Werke. Die WW. vereinigten Entwurf, Herstellung und Vertrieb ihrer höchst qualifizierten Gebrauchs- und Luxusdmge; eine Form, die sich bewährt hat auch in den schkiksalsschweren Jahren der Wiener Nach- kriegszest, die just in der letzt vergangenen Zeit für sie am schlimmsten war. Was sie für die europäische Kirnst bedeuten, wird jedem klar werden, der nur ihr« Auslagen ansieht: man braucht dazu nicht einmal die Geschichte des modernen Kunstgewerbes fest 1900 zu kennen, nicht zu wissen, wie damals von Josef 5) offmann und O l b r i ch Architektur und angewandte Kunst. in einem glänzenden, so einfach Nor«» wie bezaubernden Stile erneuert wurden, und wie die Tradition einer vom Wiener Geschmack be- flügelten Sachdienstlichkeit bis heute zeitgemäß fortentwickÄt wurde. Die helle, strahlende Einrichtung des Geschäfts in der Ebertstraß«, mit der goldenen Treppe, die beschwingt zum Oberraum führt, mit den.an den Wänden sich hinziehenden Glasschränken, stammt von dem führenden Geist Josef H o f f m o n n: sie ist Lockung genug, um für die Köstlichkeiten hinter den Glasscheiben zu werben: Stoffe, Keramik, Messing, Glas, Silber, Email, Leder steht man dort in der schönsten und vollkommensten Veredelung, die den Gebrauch dieser Gegenstände an sich zu einem Luxus macht, den Besitzer zmn Bewußtsein erhöhter Lebcnsmöglichkeäten erhebt. Das Bestrickende an den Arbeiten der Wiener Werkstätten aber ist, daß sie keineswegs nur Luxuswaren für den Snob und die Frau Kommerzienrat sind. Es gibt da hundert Dinge auch für den bescheidenen Geldbeutel; Dinge, die nicht so unmittelbar lebens- wichtig sind wie Salz und Vrot, die aber den eigene» Zauber haben, aus die Dauer und im beste» Sinne bildend zu wirken. Wenn sich der Arbeiter so eine kleine Ueberflüsstgkeit aus blitzendem Metall oder Glas aus den Tisch stellt, wird sie still und nachdrücklich westerwirken, unmerklich die Atmosphäre verändern, den Geschmack bilden und bei Neuanschaffungen dem Standpunkt solider Sachlich. kett zum Siege verhelfen. Man kann wohl nicht leugnen, daß bei vielen nach dieser Richtung noch manches zu tun bleibt und oft Aufrichtigkeit, Schönheit, Moterialechtheit noch auf den Moment warten, wo sie willkommen sind. Dr. Paul F. Schmidt. Reue Tänze. Die Palucca tanzt« im Bachs aal. Ihre Entwicklung geht jetzt auf denkbar größte Cnrsachheit und Klarheit der großen herrschenden Linien und aus die Pflege einer leinst nuancierten Handoktion als Msttel komplizierten seelischen Ausdrucks. Neben Tieftänzeu(„Plötzlicher Ausbruch"...Ausschwung"), dt« wie Fan- farenstötze wirkten, brachte sie hochtänzerische Themen in tief- tänzerischer Lösung: am schönsten im.Larghetto" und„Allegro" der Schönbergs chen Suite. Leichtes, langsames Wandeln und Schweben. Neckendes Trippeln mit kleinen Schritte», wie ein fröhliches Kind. Zum Schluß ein wunderbar zartes Fingerspiel. In fließendem Gewand tanzte sie om«„Melodie". Schwamm still beglückt im Luftraum. Erzielte in moderner Technik ausgesprochen« Valletteffekte. Jähe llebergänge von zarten Schwüngen �zu kraft- vollem Auftrumpfen, von wildem Sprung zu scharfem«toß, von weicher, zärtlicher, ober nie süßlicher Bewegung zum Ausbruch aggressiver Wut brachten in technischer Vollendung die Tänze „Leicht III",„Beherrscht",„In leichter Bewegung". Der Höhe- punkt des Abends war nach mewom Empfinden die groß« Korn- Position„Verklingend". Ganz langsam einsetzend. Märchenhaft schönes Tlusschweben. Sehnsüchtiges Neigen(technisch wundervoll). Schmerzliches Niedersinken. Qualvolles Sichwi oderausrichten. Visionäres Wandeln ins Ungewisse. Kurzer innerer Kampf. Ergebung. Dvr der Schlußattiwde eine Bewegung der rechten Hand von un- endlich zartem und tiefem seelffchen Ausdruck Dieser Tanz in seinem strengen logischen Aufbau, in der klaren Entwicklung der wechselnden Stimmungen und seelischen Vorgänge zeigt, wie«ine wahrhaft große Künstlerin mit rein abstrakten Mitteln, ohne alle pantomimischen HUfen ein ganzes Drama gestalten kann. Er ist eine der. größten-Leistungen der Palucca und eine vorbildlich«, zielweisende Schöpfung für die gesamt« moderne Tanzkunst. Der Abend, den Vera Skoronel ebenfalls im Bach- saal gab, brachte eine angenehme Ueberroschung und ein« kleine Enttäuschung. Eine Ueberroschung: die Skoronel ist leichter, weicher und in der Fußführung absolut sicher geworden. Die scheinbare SteifHest der Knie beim Niedergehen au» Steilsprüngen mag vom strengen Schulstandpunkt aus als technischer Fehler gerügt werden. Ich möchte sie nicht entbehren, st« gehört zur Eigenart gewisser Skoronel-Tänze. Die klein« Enttäuschung: Anlehnung an Vor- bilder. Einmal an die Wigman, öfter an die Palucca. D!e An- lehnung war nur äußerlich und zweifellos unbewußt. Aber trotzdem, sie hätte nicht sein sollen. Wer die Skoronel hier zum ersten Male sah, bekam«in falsches Bild von ihr. Und daß sie nicht nötig hat, sich mit fremden Federn zu schmücken, zeigt« auch dieser Abend, der in Kompositionen und Borsührungen Werke aufwies, wie sie nur ein« große Künstlerin schaffen kann. 5. L. „Zur gefl. Ansicht." Nichtssogendes englisches GeseUschastsstück. Frederick Lonsdal« behandelt das Thema der Ehe aus Probe nach englischer Manier, für die zart besaiteten und prüden englischen Ohren berechnet. Der Herzog von Bristol und em anderer Nichtstuer wollen heiraten und gehen gern auf die Bedingung der Frauen ein, mit ihnen vier Wochen wie Mann und Frau zu leben, nachts, bitte sehr, im Hotel. Bereit» noch drei Wochen haben sie sich gründlich satt und gehen auseinander. Dieses sogenannte Lust- spiel ist von überwältigender Harmlosigkeit. Ab und zu lacht man. wenn sich die Partner grobe Wahrheiten an den Kops werfen. Im großen und ganzen ist die Komödie so nichtssagend, die Behandlung des Motivs so albern, daß man, verärgert üb« den verlorenen Abend, die Kammerspiele verläßt. Dabei geben sich die vier Darsteller die redlichste Mühe, Stimmung aufkommen zu lassen. Ida Wüst hat die undankbar« Roll« der asternden und zänkischen Frau. Trotzdem bleibt sie amüsant und sympathisch. Auni M« w e s entwickelt in ihrer unbedeutenden Rolle all«hand Charme, Theater/ Film. Otto Wallburg stellt die ergötzliche Type eii«s schüchtert«» Liebhabers hin und Gustav G r ü n d g o n s spiest mit überzeugender Echtheit den anspruchsvollen Dümmling von Herzog. Der Reifall war ebenso dünn wie die ganze Komödie. Dxr. „Bird in Hand." Englische Schauspiele im Deutschen Künstlertheater. Das englische Konversationsstück zeichnet sich im allgemeinen durch eine spärlich bemessene Handlung aus. John Drink- w a t« r s„B i r d in Hand", dos ein Gastspiel des Prince os Wales-Theatre im Deutschen K ü n stl e rt h eo t e r zeigte. macht davon keine Ausnahme: Der sittenstreng«, alte und alt- modisch« Thomas Greenleaf, Besitzer der ländlichen Schenke„Bird in Hand", hat ein« jung«, hübsche Tochter Ioan, der Gerald, Sohn Sir Robert Arnwoods. den Hof macht. Thomas fit überzeugt— und findet es auch in der Ordnung— daß der Sohn eines Sir nicht die Tochter eines Gastwirts heiraten wird. Deshalb will er nichts von der Freundschaft der beiden jungen Leute wissen, die von Ivans Mutter begünstigt oder wenigstens geduldet wird. Die Problemstellung ist, wie man sieht, alles andere als neu. Aber „Bird in Hand" will ein modernes Stück sein, und obgleich der hitzköpfige Thomas Greenleaf dem Musikus Miller nicht viel nach- gibt, so ist doch Sir Robert kein Schürte: mit seinem Segen darf sich am Ende das junge Paar in die Arm« sinken, nachdem vorher zwischen ihm garantiert nichts passiert ist. Die Handlung ist also so primstiv wie möglich: sie ist mir das spärliche Gerüst für amüsante Kanoersation. Der zweite Akt, bei dem das Schlafzimmer zweier Gäste zum Gerichtshof wird, vor dem sich die arme Ioan gegen die Anklagen ihres Vaters zu verantworten hat, ist der Höhepunkt des Stuckes. Um seinetwillen durfte man das Stück auf die Bühne bringen. Die nächtliche Gerichtsverhand- lung> zu der Richter und Beisitzer— die Gäste der Schenke— zum Test in allerprimitivsten Nachtgewändern erscheinen, ist nicht nur reich an drastischem Humor, sondern vor ollen Dingen auch kiinst- lerisch außerordentlich fein aufgebaut und entwickelt. Die Schau- spieler können in dieser Szene alle ihre Fähigkeiten für die Ge- staltung komischer Situationen zeigen. Sie tun es erfolgreich, gc- bändigt durch eine sehr taktvolle Regie, die man während der ganzen Aufführung dankbar empfindet, obgleich— o Wunder für Berlin— lein fettleuchtender Name aus dem Programm für sie Aufmerksam- teit erheischt. Der Schluß mit dem breit gewalzten„happz- end" wird vom deutschen Zuschauer als etwas langweilig empfunden. 1. E. Sch. „Koter Kost." Das erste Schauspiel, das aus dem nachrevvlutionären Rußland zu uns kommt, wird getragen vom Reiz des Milieus. Studenten- haus, studentische Zelle, Kontrollkommission der Kommunistischen Partei... man kennt das aus der gegenwärtigen russischen Epik, aber auf der Bühne ist es neu. Nicht nur die Aehnlichkeit gewisser Figuren und Stimmungen mst Bruckners.Krankheit der Jugend" beweist, daß Rußlands Experimentalepock)e im Grunde die nämlichen Trieb- und Ehenote bedrängen wie den überalterten müden Westen. Rur steht für A. K i r ch o n, den russischen Dichter, nicht, wie bei Bruckner die sexuelle Pathologie im Brennpunkt, sondern die Haltung zur Gemeinschaft, die Bewäl)rung in der Ideologie de? Kallektivis- MUS.„Roter R o st": das ist die Erkrankung der Gesellschaft an jenen zersetzenden Individuen, deren Privatleben der offiziellen Moral widerspricht. Roter Rost sind jene, die die gewonnenen Frei- heiten des Ehelebens zur skrupellosen Befriedigung ihrer Instinkt- nützen. Konstantin richtet Nina.zugrunde. Soll er, der durch Ver- dienst« bei der Roten Armee ansehnlich in der Partei wurde, seilt asoziales Verhasten büßen? Ws Diskussion über die mißverstanden- Freiheit, alz Gegenüberstellung von reinlichen Parteimenschen einer neue» Artung und dem bekannten Typus des alten rohen russischen Kraftmenschen präsentiert sich„Roter Rost" zu Beginn. Aber später benehmen sich die neuen Menschen wi« Detektive von Edgar Wovoces Gnaden und Ninas Selbstmord wird enthüllt als Ermordung durch Konstantin. Da sind die hübsch belebten volkabunten Szenen Kirchons(die von Hans Reisiger ins Deutsche übertragen wurden) nicht mehr Zusammenstoß von zwei Zeiten, sondern das beliebt« Katz- und Mausspiel zwischen Polizei und Verbrecher. Bei der szenisch und schauspielerisch trefflichen Uraufführung im Leipziger Schauspielhaus nahm das Publikum keinen Anstoß an der Wandlung zum gewöhnlichen Kriminalstück, sondern quittierte für die derben Schlußsvannungen mit begeistertem Beifall. II. W. „Die Orei um Edith." Atrium. Dieser Kriminalfilin, der abwechselnd in der Kaschemme und der vornehmen Londoner Gesellschaft spiest, scheint eine gewisse Moral zu predigen. Er ruft den jungen Damen der Gesellschaft zu: verliebt euch nicht in die Diebe, auch wenn sie noch so gesell- schaftlich korrekt auftreten und ganze Männer find. Den Gentlemen- dieben aber predigt er: laßt eure Gefühle zu Hause, wenn ihr die reichen Leute bestehlen wollt, verliebt euch nicht in ihre Weiber. denn sie hintergehen euch und ihre Männer spielen euch, selbst wenn ihr chnen das Leben gerestet habt, doch imr falsche Diamanten in die Hand. Ja, das wäre die Tendenz, wenn von einer solchen überhaupt geredet werden darf. Davon abgesehen aber, enthäll der von Erich W a s ch n e ck ausgiebig betreute Film das für diesen Genre vorgeschriebene Quantum von Spannung, von gruseligen Kaschemmenszenen und von mondäner Gesellschaft. Camilla Horn ist die blond« Schönheit— ganz im Geschmack der englischen An- sichtskarte— in die sich der etwas finster blickende, aber prachtvoll männliche Diamantendieb Gustav D i e ß l verliebt, nachdem er ihrem Verlobten Leben und Collier gerettet und von ihm mir nichts dir nichts in sein vornehmes Milieu eingeführt worden ist. Beinahe haste er über dieser dämlichen Liebe, die ihn in Feindschaft mst seinen Kollegen von der Branche und seinem Getreuesten bringt, teilten Plan vergessen, dem Diamantenhändler einen viel wert- volleren Stein zu stehlen. Aber rechtzeitig kommt er davon ab, die Lady kehrt zu ihrem Verlobten zurück und der Dieb erbeutet den— falschen Diamanten. Das kommt dabei heraus. Jack T r e v o r gibt dem Diamanteichändler ganz die gesellschaftliche Sicherheit und über- legen« Schönheit, die erforderlich ist, um die kraftvolle Männlich- keit des Diebes auszustechen. Für einen Minderbegabten Diebstyv leiht Fritz R a s p seine bewunderswerte Visage. r. Selka»lein«te Wolter krauß g-ven ihren diesjährige» Tanzabend am 14. im Schwach tenaal. Heime für Hausangestellte! Eine Mahnung zum-tf. November. Die Hlmsongestellten teben in f>«r häuslichen Gemeinschaft ihrer Hervschaft. Werden sie aber ans irgendeinem Grunde, deren ihr Zlrbeitsnerhältnis so manchen bietet, stellungslos, dann stehen sie mit Senk und Pack auf der Straße, sind gleichzeitig obdachlos. Und nun wohin? In ein„froimnes" cheim oder in eines der Passanten- Heime in der Morburger Straße oder der Strelitzer Straß«, wo man um 30 Ps. die Nacht auf dem Fußboden schlafen kann? Dann lieber wieder schleunigst in die erstbeste Stellung, um nur unterzukommen, selbst wenn sie verrufen ist. Dabei passiert es leicht, daß die neue Herrlichkeit nach kurzer Aeit wieder in die Brüche geht, das Spiel von neuem be- ginnt. Oder aber aus Furcht vor neuer Obdachlosigkeit hält man aus und trimmt die größten Unzuträglichkeiten in Kauf. Mit all den sich daraus ergebenden körperlichen und seelischen Leiden steht die Hausangestellte allein. Ein Blick in die Tagespresse zeigt, daß Selbstmord« unter Hausgehilfiimen nicht selten sind. Ein Tag in der Hausange- stellten kommer des Arbeitsgerichts zeigt klar und deutlich, melcher Not und Gefahr gerade die stellungslos«, die fristlos ent- laflen« Hausangestellte ausgesetzt ist, die kein Dach über dem Kopf, kein Geld in der Tasche und einen hungrigen Magen hat. . Daß in solcher verziweifelten Lag« manche Hausangestellte schon der Prostitution zum Opfer gefallen ist. zeigen ftatiscischc Fest- stesiungen. Nach alledem ist es notwendig, Heime für stellungslos« Hausangestellte zu schaffen. Wir fordern Heime, in denen sich die Hausangestellten wohl uud heimisch fühlen können. Heim«, die ihnen Heimat und Ellern» haus ersetzen sollen. Heime, in denen jeder seine frei« Meinung äußern kann, die frei sind von jeglicher religiösen oder sonstigen Beeinflusiung. � Weiter brauchen wir Heime zur Unterhaltung und Fortbildung der Hausgehilfinnen. Einen bescheidenen Anfang in diesem Sinn« ist in dem Hausgeh ilsinnenheim des Äerkehrs- b u n de s in der Payreuther Straß« 31 gemacht. Hier werde» rege!- mäßig gesellige Abende und belehrend« Borträge gehalten, und mit großer Freude nehmen die Hausgehilfinnen an diesen Veraustal- tungcn teil. Die Hausgehilfinnen brauchen auch Erholungshelm«. Sie haben ein Recht auf Erholung. Di« Arbeitsleistung einer Haus- angestellten wird meist stark unterschätzt. Die Hausangestellte bedarf zeitweilig der Ausspannung und Erholung, um gesund und frisch zu bleiben. Di« Organisation, der Deutsche Derkehrsbund, hat ein solches Heim in Cuxhaven geschossen. Ein« Anzahl von Haus- gshilfinmm hat dieses Heim bereits in diesem Sommer besucht, und alle sind voll des Lobes. Wir brauchen ober well mehr Erholung«- Heime, im Gebirg« und an der See. Auch Heime für die a l t e r n d e Hausangestellte. Gerade auf diesem Gebiet« sieht es besonders trübe aus. Ein sogenanntes Altersheim besteht z. B. in der K o p p e n,. st r a ß e 40. Ausnahme in diesem Heim finden auf Antrag der Herrs chaitcii Hausangestellte, die mindestens l ö Jahre in Stellung waren, und dauerich arbeitsunfähig sind. Alle sühren von ihrer kärglichen Rente ein kümmerliches Leben, da nur Wohnung. Licht und Heizung gemährt werden. Bis zum Jahre 1918 wurde das Heim aus dem sogenannten Gesindedienst- fonds unterhalten. Jede Hausangestellte halle bei jedesmaligem Stellungswechsel 50 Ps. in diesen Gesindedienstfonds zu zahlen. Die Gesindcordnung ist gefallen, und mit ihr ist auch der Gesinde- dienstsonds verschwunden, eine der ungerechtesten Steuern, denn die betreffenden Hausangestellten, die oft ihr« Stellung wechseln mußten, hallen die Kosten für dieses Heim aufzubringen. Heute wird dieses Allersheim in der Hauptsache aus städtischen Mitteln erhalten. Auch di« Frag« der cedigeuheime für Hausangestellte verdient Beachtung. Je älter ein« Hausangestellte wird, um so schwerer wird es fein, eine geeignete Stellung zu finden. Es sehll auch an Heimen für di« werdende Mutter. Auch für die ledige Mutter muß gerade in unserer Zell Vorsorge getroffen werden. Wie aber kommen wir zu solchen Heimen? Diese Frage wurde in einer Versammlung in Holensc«(Johann-Georg-Säle) am Sonntag von dem Sektionsleiter Cyrl L e u b« beantwortet Wir kommen z a Heimen, mcim wir uns gewerkschaftlich organisieren, wenn wir durch unseren Zusammenschluß in der Organffatwn eine Macht bilden. Deshalb darf keine Hausangestellte, die es ernst mit ihrer Zukunft nimmt, verabsäumen, sich ihrer Berufsorganisation, dem Zentralverband der Hausangestellten, anzuschließen Dtese Kraft der Organisation wird dann aus die politischen Parteien wirken. Welche Partei steht uns nun am nächsten, von welcher politischen Partei können wir erwarten, daß sie unsere Forderungen unter- stützt? Es gibt nur eine Partei, di« sich unserer Jnteresien annimmt, und das ist die große Arbeiterparte', die Sozial- demokratische Partei. Nur in den kommunalpolitischen Nicht- liuien der Sozialdemokratischen Partei ist di« Errichtung von Heimen, wie wir sie'fordern, vorgesehen- Diese Partei hat nicht sell gestern und'heute, sondern sell Bestehen für die Gleichberechtigung der Frauen und damit auch für die haus- angestellten gekämpft. Bon den meisten Parteien wird die Frau und namentlich die Hausangestellte als etwas Tieferstcl)endes an- gesehen. Bon Gleichberechtigung ist keine Rede. Rur bei Wahlen erinnert man sich auch der Hausangestellten. Da zählen auch die Stimmen der mehr als 100000 in Berlin beschäftigten Haus- angestellten. So manche„Gnädige" wird, sobald Wahlen vor der Tür stehen, recht nett und liebenswürdig, auch det'„gnädige Herr" erinnert sich bei Wahlen seiner Hausangestellten. Mtt einem Appell an die Hausangestellten, a« Sonnlag zur Wahl zu geheu, und der Sozialdemokralischeu Partei ihre Stimme zu gebeu, und sowell es noch nicht geschehen, Mitglied des Zeutralverbondes der Hausangestellten, Gruppe des Deut- schen DerkehrSbundes, zu weiden, schloß die Versammlung. Oer Zanuschauer gegen Eulenberg. Eulenberg soll sein eigenes Auch zurückkaufen. Der Kampf des Herrn». Oldenburg-Ianuschau gegen den Schriftsteller Dr. Herbert Eulenberg wegen dessen Buches „Die Hohenzollern" Hot jetzt einen neuen Prozeß gezeitigt. Wie erinnerlich, hatte Herr v. Oldenburg zunächst vor dem Strosrichter wegen Beleidigung geklagt, weil in dem Buch über den Kammerherrn v. Old« nb nrg-Ja n uscha u folgende Stelle enthalten war: „Die Aeußerung eines ostelbifchen Rüpels, ein Leutnant und zehn Mann könnten die.Quasselbude" ausräumen, war ihm(dem Kaiser) vollkommen aus der Seele gesprochen." Eulenberg war in der ersten Instanz wegen Beleidigung Oldenburgs zu 200. in der zweiten Instanz zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden. Das Kammer- gericht aber billigte als letzte Instanz dem Beklagten die Amnestie zu. Nunmehr wandte sich v. Oldenburg an die Zioilgericht« und klagte auf Unterlassung der weiteren Bcr- b r e i t u n g des Buches nrit der inkriminierten Stelle. Bei der gestrigen Derhandlung vor der 21. Zioilkonrmer des Landgerichts I unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Weigert verlangte Rechts- onipalt Lux als Vertreter des Kammerherrn, daß Eirlenberg d i e Gesamtauflage seines Buches zurückkaufen solle, ein Verlangen, dem Rechtsanwalt Dr. Poschke als Vertreter Eulen- bevgs in ausführlichen Darlegungen entgegentrat. Das Genast kam dann zu einem Urteil, das wegen seiner prinzipiellen Bedeutung wohl noch Gegenstand lobhafter Erörterungen in den am Urheber- schütz interessierte» Kreisen sein wird. Dr. Eufenberg wurde nämlich dazu verurteUt, auf seinen Verleger, Bruno Cassirer, dahin einzuwirken, daß er die weitere Berbreitung des Buches„Die ftcchenzolleni" mtt der den Kammerherrn v. Olden- burg-Januschatt betreffenden Bemerkung unterlassen möge. Es liegt auf der Hand, daß dies«? Urteil einen ganzen Ratten- könig von juristischen Streitsragen entstehen lassen wird, selbst bei den immillelbaren Prozeßbeteiligten ist man sich zunächst völlig im unklaren darüber, wie sich das Gericht die Vollstreckung dieses Urteils, wenn es Rechtskraft erhallen sollt«, vorstellt. Die„Ein- Wirkung" auf den Verleger seitens des Aulorz des Buches könnte auf mannigsachc Weife erfolgen, ohne daß der Verlag irgendwie ge- nötigt wäre, dem Ansinnen oder der Auffordennrg auf Unterlassung der Wetterverbrettung des Buches in dieser Form nachzukommen. Der Verleger hat von dem Autor das Buch nrit allen Rechten er- worden, fft also, so lange nicht gegen ihn selbst vorgegangen wird. in keiner Weise an irgendeine freiwillige ohcr unfreiwillige Sinnes- änderung des Autors gebunden. Weigert sich also der Verlag Tassir«. dem durch Sericht-urieil mtengtew Ersuch», Dr. Sute» bergs nachzugeben, so bleibt die Frage, od der Schriftsteller dann die ihm aufgegebene„Einwirkung" so weit treiben muß, daß er die Austage selbst zurückkaust, wobei es wetterhin zweifelhast fein kann, ob sich der Verleger mtt solch einem Rückkauf einverstanden erklären würde. Berkauft also der Verlag Cassirer das Eulenbergsche Buch in der bisherigen Farm weiter, dann bliebe für Herrn v. Oldenburg- Ianuschau zunächst wohl yur die Möglichkett. aus Grund des gestrigen Urteils eine einstweilige Dersügung gegen den Derlag auf Unterlassung der Weiteroerbrettung des Buches zu beantragen. Ob der Wortlaut des von der 21. Zivilkammer des Landgerichts I gefällten Urteils allerdings zwingend für den Erlaß einer derartigen einstweiligen Verfügung sein würde, kann wiederum Zweifel- hast sein. „Veiriebsmethoden bei Gerold." Wir werden um«ine Ergänzung der im gestrigen„Abend" veröffentlichten Zuschrift dahingehend ersucht, daß es sich bei der Firma, die Organisierte nicht gebrauchen kann, um die Firma Johannes Gerold. Rahrungsmilleloersand. Lühowstraße 94. Handell, di« ihre Erzeugniffe. insbesondere Kaffee und Spirituosen, Haupt- sächlich in K a n t i n eu der Zeitungsbetriebe, Eisenbohndienststellei,, Krankenkassen, unter Zirkulation von Listen vertreibt und in de» ver- schiedensten Stadtvierteln Filialen unterhält. Di« Firma C. S. Gerold Sohn, die durch ihre Weinstuben bekannt ist. hat mtt der obengenannten Firma nichts zu tun Sie legt der gewerkschaftlichen Organisation ihrer Angestellten nichts in den Weg. Groß-Vertiner Partemachrichten. 27. Abkeilung. Am Mittwoch, dem 13. November, abends 7% Uhr. Zahlabend« in folgenden Lokalen: Zeuge, MUastr. 5: Reetz. Sonnenburaer Str. 1; Mehlberg, Gaudystr. 6; Hausotter, Korsörer Str. 1; Glanz, Kopenhogener«tr. 37. Die Slaaklicheu Museen werden Sonntag, den 17. November, anläßlich der Kommunalwahlen bereits um 13 Uhr geschloffen. Wetter für Verlln: Kühl, wechselnd bewölkt ohne erhebliche Niederschläge.— Für Deulschlaud: Ueberall kühl und meist be- wölkt. Regenfälle hauptsächlich im Süden mtt» Südosten. dilttvood. 13. November. Berli«. 16.30 UaterbaltunssrntisIV. 18.30 Technlsch-kOastlerlsche AnsdraeksniMtel. Dr. Wolten» Hofteaan-HarJ uisefa UBd Einst Viebir. 18.45 Scballplatten. 19.00 Stadtverardnetsr Erleb Piatau, Karteftrorsitzesder(tat Aflfemetaeii{reiea Angestellten-Bundes:„Arbeitnehmer sod Gemeinde". 10.35 Herbert Euienberg liest eigene Werke, 30 JO OpcrnajsschEitte ans Graener-Opem. LeMeag: CenteOs Broargeest. Uirigrftit Paul Qraener. 21.30„Zeitberichte."'Ans dem..Obersten Volksartrtschatlsrat" der Sf>*iet. n Union!' Diskussion aber' die Planwirtschaft und die Hebung der Ken» tabniüt der Industrie. AnschüeBend Presseumschau.(Am Mikrophon: Dr. Josef Rinscber.) Nach den Abendmcidungen bis 0.30: Tanzmusik. WJbread einer Pause Bildfunk. Königswusterbausea. 16.00 Prof. Dr. Panl Hlidebrapdt: Die neue Perienordanng. 16.30 Naohmittagskonzert von Hamburg. 17.30 Romankapitel aus„Drei Prauen und ich"(von Oskar Bagfn). Quleitanci Dr. Max Tau.) 1S.0U Prof. Dr. Briefs: Die neuere iuternatioDttle Dtskusioa Ober die Be: völkemngsfragc. 18.30 Spanisch für Anfänger. 18.55 Landgerichtsrat Holten: Vom Scblcksaf der Vorbeetrefiaa. 19.30 v. d. Lühe: Die Kommnnalwahlen am 17. November. 19-50 Aussprache über die deutsche Webtmacht(Konteradmiral«. t>. f. TV, Brilninghans. M. d. R., und Dr. Julius Leber, M. d. R.l. 30.30 Vau Prankfurt, Zwischensender Kassel: Louis Graveure sritgt, 31.00„Pamilicnalbum." Secantmortl.'fit bte Nahaktinn: Barlin. Barlag: Sormöct» heudarat unh Barlagsanftall «iargn i � T liea.hr, Lidiispiele usw. j c Winrer ★ Garren* d ahi»»a». 0813- Baafflen erlanhl JU« Bote, Jrvto Slstars etc. I Renaissance«Theater «".4 Uhr (Hcaie 2 am 150. Mal) KranKhelt der Jugend von Ferdlnaad Brvdcaefv Regie fluat. Härtung. - Staüpitti Gl, 0801 u. 2M3/I4. VoiKsblUine fimlir amBOlowjliti 8 Uhr Frflhlfngs Erwachen StaatLMiller-Ik. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Staauaptr a» MB der BgpnhlUt 8 Uhi Iphigenie auf Taorfs Ttaaltr ata smilDmrdaaa 8A- Uhr PennÜler D.I Norden 12310 80. Uhr Oer Kaiger v. Amerika von Bemard Shaw Rege Max Reinhardt endl d Die RomOdie I« Bismck. 2414/7516 8ib Uhr lau Teufel geholt von Knot Haxnsam Regie? MasRalnhardt Kammersplele D.I. Norden 12310 71h Uhr Zur geil, ftnsldit! Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie: Gustaf Gründgens BUbnenbllder; Pranr Dworsky Dl a. Bollendorfjlati Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich 8'/. Uhr BaiBplel an lt$it: Hd Rtiiihintt, Trianon-Tli�S?," 8V. Uhr Eiigabeth Striekrodt in „Die Ballerina des Bönigs" Beate 4 Uhr Sdbaeevlttdien Lastsplelhans Friedrichstr 236 Bergmann 2922 Täglich 81/4 Uhr Grand Hotel Lustspiel von Frank TBa8Li.Iank.TeT Kottb. Str. 6 Tägl a Uhr. auchSonnt. Z nachm. 31). EiUe- Slnger Mt wall jakt aaler I Drlaa. lauilartMtadi SCsttlt ng. t Ttreten. S nl«t/2 Ohr leturau V5t Preise 1- 6 H. Wedieet�: 5B.50PL-3M. Oeroldlno u« Joo« Ettg, Powar usw. GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL 3 Sanniaa aaidw. angek. halbe Pt. Reichshallen-Theater Abende QQ Sonntag nachm. QQ Jel de Sletttner" Ulk-Revue. Nachmittars halbe Preise. volles Programm! BfllettbestZentium 11263. OönhofT-Brattt! Farallira-Varietd- Konzer- Tanz. CASINO-THEATEA oofhrintf er StrA�e 97_ Reo:. ragbeh»>/« Uhi Hau I MertagtRHociizelunacmt und ein erstklassiger bunter Teil. FBr unsere Leser Gutschein für»—4 Personen Fauteuil nur 1�5 M-, Sessel 1.75 M., Sonstig« Preife: Parkett u. Rang OJO M -THEATER Teleph.: Alexander 3422 u. 3194 Täglich 8» Uhr (Sonntags{ an«1 Bronzen dar Welt Eintritt 1 Mark. Kinder SO Pf. Mittwochs halbe Kassenpreipe. Beiden Flirsi BUcmc Betutellca, Kindervagen, Betttedern, Inlett» Fabrik fOr atmlllche PoltlermObel Serlln-Nttukölln, Hermannstr. 31«33 Tel.: F 2 Neukölln 1424 Filialen: Berlln-Tempclbof, Derilner Sir. ItX Brlla, Chao«»ceair. Sö a« fteiloge Mltfwodi, 13. November 1929 AprÄbimd §t£lauicat/a Ja Kleine Aeberraschnngen Ottf ötr Ärbeils�uche/ vo« Heinrich Hemmer New Uork. � Mit dem letzten Geld, das wir auftreiben konnten, war sie herübergefahren, und damals hoffte ich noch, nicht lange, und'ch könnte ihr folgen. Hotte doch ein Freund, den ich von den austra- lifchen Gefangenenlagern her kannte, geschrieben... Genug, der Freund war g e st a r b e n, als meine Frau. drüben ankam, und man kann sich die Verzweiflung denken, mit der ich auf Nochrichten war- tcte. Sic lauteten schlimm genug. Anfangs. Aber eines Tages.. ... ich hatte fetzt direkt das Gefühl, das große Los gezogen zu hoben", schrieb mir meine Frau,„130 Dollar den Monat, stalle dir vor— nachdem ich mir die Hacken schiefgelaufen hatte um den lausigen Geschirrabwascher-Kartofselscholer-Händeschinder- Posten, war's ein« Erlösung, dies Angebot des freundlichen deutschen Herrn. in sein Bureau einzutreten. Er stellte mir gleich den Monatsscheck aus, der neue Chef, und gab mir noch einen zweiten Scheck für «ine Erster-Klasse-Passage auf der„Bremen"...." Ich mochte einen Luftsprung, als ich dos las. Aber kaum wieder auf meinem Stuhl gelandet, ging mir der Atem aus. Ich hatte einige Sätze übersprungen in dem Brief und da... Nein, ich mutzte noch einmal lesen. Und las Zeile für Zeile: �.. und gab mir noch einen zweiten Scheck für eine Erster- Klasse-Passage auf der„Bremen", die ich ihm, als Deutsche, un- bedingt im letzten Moment beschaffen muhte, mutzte, das war ineine erste und vornehmste Aufgabe. Mit den Bureauarbeiten könnte ich mich in der kommenden Woche oertraut machen, meinte er. Ich sauste zum Norddeutschen Lloyd, sauste im Lloyd- gebäudo herum, Boten und Beamte sausten herum, dos Telephon schnarrt«: Tatsächlich, im letzten Moment war ein Passagier zu- rückgetreten und Platz geschaffen für meinen Botz. Das war am Sonnabend mittag: die Banken waren schon am Schliehen. Ich sollte auch erst am folgenden Sonnabend meinen Scheck kosste- ren, hatte mich aber verauslagt: der Montag war ein Feiertag, der Chef war schon unterwegs zur„Bremen", ich riskierte es. nahm für mein letztes Geld ein Lluto zur Central Sarings Bank, Ecke Broadway und 73. Straße.� Die Bank schloß: mein süßestes Lächeln verschaffte mir ober noch Einlaß, ich unterschrieb den Scheck und wartete— träumte.... Hundertfünfzig Dollar: 600 Mark! Hatte ich es überhaupt noch nötig, ins Bureau zu gehen? Ich konnte das Geld einstecken und mich nicht mehr blicken lassen, mich einen Monat ausruhen. Nein, nein: aber auf ein Tweedkleid und eine neue Kappe käme es jetzt nicht an. und.ich wollte mir auch sogleich hohe schwar.zglänzeiche Russenstiefel kaufen.... ich fühlte mich schon in den Russenstiefeln die Parc Avenue hinaiiftxippeln,.da. xikl lsta» mich zum. Schalter.... t&ttT was?' Ein« städlbetännte Firma, der cher Lloyd ohne werter«» getraut hüt— keine Deckung?! Zehch Dollar hatte mein Chef zurückgelassen, dic gab man mir, Zwölf hatte ich ausgegeben. Was nützt es, daß man den Mann noch in mnerikanischen Gewässern von der„Bremen" herunterholt, ich bin nichtsdestoweniger pleite." Berlin. Sechs Wochen lang hatte ich in jeder freien Minute daran gc- arbeitet, jetzt war er bis in's letzte Detail fertiggestellt: der Film. Das war meine Hoffnung. Und nun? Ich bin gerade vom Produktionsleiter zurück. Die Paradekluit habe ich schon abgelegt, ich mutz sie wieder zurücktragen. Ich sah wie ein Millionär drin aus. S. M., der Produktionsleiter, geruhte mich denn auch schmunzelnd zu empfangen. „Dos freut. mich", sagte er,„daß Sie gerade uns beehren— allerdings kann ich Ihnen versichern, daß wir an der Spitze der Produktionsfirmen marschieren. Iawall, wir führen, mein Herr: Sie bekommen bei uns einen Film gedreht, eitten Film...!" Ich war ganz entzückt, der Mann schien sich förmlich aus mich zu stürzen. Nun wollte ich ihm auch zeigen, dah er den rechten Autor vor sich hatte, und entwickelte in beredten Worten meine Filmide«:„Ein mißtrauischer Freier verkleidet sich als armer Mann, um die Richtige zu finden, und fällt damit erst recht auf eine rein." „Bravo, bravo!" sagte der Produktionsleiter,„famose Idee, ganz patent!" Ich beschrieb mein- Heroine: äußerlich Madonna, innerlich Kokotte... „Donner und Daria!" sagte der Filmkönig.„Sie sind ja ein Tausendkünstler!" Allerdings: statt der Madonna-Kokott« hätte der Produktions- leiter lieber ein Girl gedreht. „Girls ziehen»och immer. Unsere Filmoerleih-Gesellschast, die die finanzielle Sicherstellung für Ihren Film geben muß, ist an die Kinobesitzer gebunden und die wieder an ihr Publikum— und gc- radc dieses Publikum schreit nach G'rls." In Anbetracht eines möglichen Vorjchusses sagte ich:„Bitte schön!" Darauf der Filmkönig:„Mein Dramaturg macht Ihnen übri- pens aus der Madonna in zwei Stunden»in tipp-toppes Girl, das Ihrer jungen Dame ebensoviel und noch mehr Freude machen wird als die Doppelrolle." Ob er denn glaub«, daß ich den Film für irgendeine kleine Freundin geschrieben hätte, fragte ich. „Das ist die Regel!" Der Filmgewaltige wurde lebhafter. „Unter zehn Leuten, die zu mir kommen, tun es neun einer kleinen Freundin züliehe, die sich der Welt zeigsri möchte in allerhand Kostümen und ohne. Es gibt aber auch solche, die einen jungen Mann protegieren, der Regisseur spielen möchte" Als ich erklärte» daß es sich hier lediglich um meine eigene Person handle, zwinkerte der Filmkönig mit seinen Aeuglei» und grinste in sich hinein. Oh, versicherte er eilig, mein Name'würde auf den Plakaten als der des Autors und Regisseurs zugleich er- scheinen, selbst wenn seine Leute n o ch so viel an meinem Stück zu ändern hätten. Als ich schwieg, sprach der Filmmagnat von der Rollenbesetzung, schnalzte die Namen von Filingrötze» heraus, von Regisseur und Hilssregisseur, Operateur und> Hilfsoperatenr, Ober- und Unterbeleuchrcr, Dekorateur, Archüekt.... Und unocrmiltell sagte er plötzlich(mit der Miene eines Menschen, der'endlich zu einem Abschluß kommen will):„Also, Sie wissen, ungefähr 60 000 Mark garantiert uns der Verleih." » 2«ch— zig— taufend Mark", wiederholt« ich wie im Trmon. Darauf er:„Wir gehen morgen zusammen zum Filmverleih: viel mehr werden wir nicht herausquetschen. Vorerst aber gehen wir zur Bank(er machte Miene, aufzubrechen, und bot mir eine Zigarre an.) 100 000 Mark müssen wir abheben, soviel kostet der Film." In mir sang und jubelte es, und ich überlegt«, wieviel davon wohl für mich abfallen würde. Wie im Traum hörte ich die Lack- schuhe des Filmkönigs quietschen, sah ihn' in seinen Pelz schlüpfen und vernahm sein« Stimme(so ganz nebenbei sagte er das):„Wo haben Sie Ihr Geld?" „In der Westentasche.. stotterte ich verdutzt und biß mir auf die Zunge ob meiner Ungeschicklichkeit. „Was?— Hunderttausend Mark?" Die Stimm« des Film- königs überschlug sich vor Ueberraschung, und fast verneigte er sich vor mir. als sei ich der König. „Nur noch SO Pfennige!" Weiß der Teufel, warum ich damit herausstolperte. „Und auf der Bank?" Die Augen des Filmkönigs begannen zu funkeln. Ich zuckte die Achseln. „Und Sie wollen einen Film drehen?" schrie der Mann, hoch- rot vor Empörung. „Aber ich bin doch(ich rief es entsetzt) der Autor und wollte Ihnen das Manuskript verkau---" „Was soll ich mit dem Fetzen Papier?!" Der Filmkönig warf mir dos Manuskript an den Kopf.„Tausende von Lichtspielen kann ich haben! Kein Mensch erkennt sie wieder nach den Beränderungen, die all die Leute verlangen, die mitzureden haben, das ist das Nebensächlichste von allem. Und jetzt scheren Sie sich zum Teufel!" Damit flog ich zur Tür hinaus. Gt. Moritz. Die Schweizer Wintersport-Dörfchen haben, wie die Wiener Kaffeehäuser, jedes sein« Spezialität und sein bestimmtes Publikum, das heißt seine bestimmten Engländer. Äiürren z. B. ist nicht nur stockenglisch, sondern eine Gesellschaft, ein steifer Klub: Lunn und Co. Das sind Reiseonkels wie Thomas Cook, die den Ort durch ihre Organisation füllen. Gegenüber in Wengen, dem sommerlich so deutschen, wohnt schon, ein fidelerer Schlag von Engländern. die noch bei Bogenlicht yislaufen und sogar bet Mondlicht Ski sqhren:„Well, I never.. hörte ich eine Miß auslachen, so etwas war ihr noch nie passiert— aber vielleicht war es ihr doch schon einmal passiert. St. Moritz ist mondän/ Man lebt gewiß billiger nebenan in Celerina, oh, und unvergleichlich poetischer liegen drüben Sils Maria und Maloja, aber ein« unumorbrochene Serie von Gala- ballen, wo man immer wieder sich immer wieder anders zeigen kann: das ist der Dorzug von St. Moritz.„Christmas cve ball" im Carlton,„Christmas day ball" im Palace,„Boxing day ball" im Kulm, dos war nur ein Anfang. Unermüdlich sind die Festarran- geure an der Arbeit. Suchen nach Ideen— Ideen... Holt! Könnte ich da nicht eines von meinen kleinen Sächelchen vortragen — zwischen zwei Modetänzen etwas vortragen, das ein bißchen Ernst und Stimmung in den Feiertag bringt? Das wäre doch auch eine Idee! Ich ging schnurgerade nach dem Luxushotel, um dem Direktor einen Besuch zu machen. Blaugoldene Boys überfielen mich am Portal mit Bürsten und Besen und fegten mich sauber vom Schnee. Die Pforte wurde auf- gerissen und verschlang mich: die Drehflügel wirbelten mich ms Vestibül, ich wurde auf dos gastfreundlichste begrüßt, pon allem unnötigen Meiderwerk befreit und der Portier stand vornüber- geneigt, meine Befehle erwartend.„Ins Bureau!" sagte Ich.„Ins Bureau!" hauchte«r zum Liftboy:„ins Bureau!" befahl dieser dem Stubenmädchen, dos hold lächelnd mit mir abzog. Der Direktor- unterbrach den Betrieb und ließ mich sofort zu sich ein.---- Auf dem Rückweg benutzte ich eine teppichbelegte Treppe und wollte auf raschestem Weg ungesehen durch die Hintertür ins Freie. Ich griff fehl und öffnete einen Kellerschacht.„Sir!" rief entsetzt der Portier und riß mich zurück:„Sie können sich das Genick brechen!" Man bedient sie, bei Gott, nicht nur wie Könige, spricht ihre Sprache und teilt ihre Meinungen, man rettet sie auch aus Gefahren, die lieben Gäste. Plötzlich ertönte eine festere Stimme hinter uns. Es war der Sohn des Hauses.„Was machen Sic, Portier, das ist doch kein Gast!" Kein Gast! Der Portier erstarrte zu Eis, was sollte er tun, er mußte es seinem Herrn gleichmachen. Sein« Augen sahen mich nicht mehr, seine Hand sank herab Der Liftboy(was sollte er tun) mußte es dem Portier gleichmachen, er sah mich nicht mehr: der Ober, der Türsteher, der Hausmeister, die Bürsten- und Besen- kolonne, sie sahen mich alle mcht mehr. Mir wurde angst und bange. Wie, wenn ich tatsächlich nicht mehr existiert«, wenn ich wirklich Lust geworden war? „Teufel, ist das eine Pleite!" schrie ich draußen. Da griff der kleinste der Boys in sein blaugoldenes Kamisol. Ein Silberstück | glänzte in der Wintersonne..... Geschichtliche Änmerlmnge« Freidenkertum und Freigeiskerei sind Ideologien des Bürger» tums aus der Zeil seiner kraftstrotzenden Jugend. Als Europa aus dem Mittelalter herauskam, war das emporkommende Bürgertum der Städte sein revolutionäres Clement. Es hat das Feudalsystem, in dem Aristokratie und Kirch« aufs engste verbunden waren, zu Fall gebracht. Seitdem aber die industrielle Entwicklung in knapp dreihundert Iahren einen Stand der Werktätigen und in weiteren hundert Iahren die International organisierten Arbester- massen geschaffen hat, ist die Front des Klassenkampfes umgestellt. Durch den geschichtlichen Prozeß selbst ist eine so ungeheure Zahl wirtschaftlich Gleichgestellter in eine immer geordneter werdende Be- wegung gekommen, wie sie nie ein Rcligionsstister oder ein Führer um sich sck)aren' konnte. Es zeigt sich, daß die Arbeiter- bewegung ebensowenig Grenzen der Religion wie des Vater- landos oder der Rasse hat. War das als Klosse junge Bürgertum freigetstig und reoostitio- när, so sammelt der um seine Existenz kämpsendc K a p i t a l I s- mus, der das asternde Bürgertuin ganz ausgesogen hat, alle real- tionären Kräfte um sich. So weltkich es in der naturwissenschaftlich durchforschten und technisch verwerteten Welt zugeht, immer noch wirkt in ihr als Trägheitstraft der Geschichte die Tradition. Die katholische Kirche lebt als durchaas diesseitig« Macht auf und in ihrem Schatten die Nachfolger der reformatorischen Ketzer. An kapitalistischen Stärkungsmitteln wird gewiß nicht gespart. Die Proletarier sind sozusagen von Natur aus Freidenker: denn sie treten überall gerade da in die Geschichte ein, wo die industrielle !.Bcrweltlichung den Mythen und Religionen die ökonomisch-mate- riellen Voraussetzungen entzieht. Nur weil eben der Kapitalismus religiöse Traditionen als Schutzschild vorhält, scheint es den im Dunkeln Ringenden, als wölbe sich noch ein religiös erhellter Htm- mcl über ihrem schweren irdischen Dasein, Die Arbeiterklasse muß chren Kampf offensiv führen. Die Auf- klqrungsarbeit ist ein Teil der Aktivierung der Massen. Was es mit der Kirche immer und heute für eine Bewandtnis hat, bedarf der Klarstelluug. Wir stören den konfessionellen Frieden nicht: aber wir bekämpfen die vom Klassengegner in seine Befestigungen ein- gebaute Kirche. Die demokratische Republik sst die gegenwärtige Phase des historischen Prozesses. Sie ist Uebergangszest. Da wirij auch die Religion in den Bereich der ideologischen Auseinander- setzungen gezogen Wer der ganzen Menschhest Friede und Freiheit bringt, der Sozialismus, wird keinen„Andersdenkenden" kränken oder beschränken wollen. Auf die Imponderabilien kommt es uns nicht an, aber wir wollen die Welt verändern. Der religions- lose, der gottlose Ueberbau wird sich dann von selbst ergeben. Prok. Dr. J. Schaxel, ■ Vorsitzender des Urama-Freien-Bildungsinstituts E. V. in Jena. Äitö wie ist s» mit der Schute? Der Kulturkampf unserer Zeit tritt auf dem Gebiet des Schul- wesens mit am deutlichsten in die Erscheinung Die bürgerliche Press« versucht immer, die weltlichen Schulen als die An- greiser hinzustellen. Bei einiger Betrachtung der Tatsachen ergibt sich aber sofort, daß die Kirchen einen Schulterror betreiben, der sich mit Talcranz und Anerkewumg demokratischer Gleichberechtigung nicht vereinbaren läßt. Die Kirche versucht mit alle» Misteln, die iwrürlich wachsende Verwestlichung unseres gesellschaftlichen Lebens aufzuhallen. Und die religiöse Kindererziehung in der Schicke erscheint ihr als das wichtigste Mittel. Ueberall, wo sich Genossen ehrlich und ernsthast abmühen, der Verwestlichung unseres Schulwesens pädagogisches und schulorgani- satorisches System zu geben, stoßen sie ans eine kirchliche Intoleranz. die ihr Schassen häufig zur Sisyphusarbeit, zur Tragödie niacht. Doch lassen wir die Fülle von Einzelbeispielen und nehmen wir das Bewcismaterial aus einem Gebiet, das hohes öfsentliches Ilster- esse Ipt Denn dieser Kampf, der sich in erster Linie gegen die Freidenkerbewcgung richtet, geht auch gleichzeitig gegen den Ausbau des westlichen, des sozialistischen Staates. Wir erleben heute eine Verkirchlichung des Schulwesens auf kaltem Wege, die nicht mehr tragbar ist. Das Unerträglichste dabei ist, daß die Mrchen für ihre Maßnähmen den Schutz der Gesetze in Anspruch nehmen rönnen, während die kirchenjreie Erziehung oön diesem Gesetz in so unzureichender Weise„geschützt" wird, daß man von Rechtlosigkeit sprechen kann. Mit dem Gesetz über die religiöse Kindcrcrziehung fängt es an. Es hat Bestmmuingen, die unser modernes Rechtsgefühl ebenso verletzen wie jene Erschwerung des Kirchenaustritts, den man nur auf dem Amtsgericht oder beim Notar vollziehen kann. Das Lieblingsgebiet der Kirchen ist die Personalpolitik. Trotz- dem im Artikel 136 der Reichsversassnng sieht, daß.»die Zulassung zu öffentlichen Aemtern unabhängig ist von dem religiösen Be- kenntnis", können heute noch keine dissidentischen Jung- lehr er angestellt werden, auch nicht an Sanimelschulen. Wer er- innert sich nicht der Hetze gegen unsere dissidentischen Schulräte! Neuerdings versucht nran wieder, die Anstellung des dtsstdsntischen Stndienrates Dr. Reichmann als Direktor des Reformreol- gymnasiums in Finsterwalde zu verhindern. Ustglwublich ist der Aerfassungsbruch durch das Bayerische Konkordat, dos die Möglich- keit geschaffen hat, dissidenstsche Lehrer ihres Amtes zu enthebem Sehen wir die'Mcktusminifterien an. Fast alle ausschlaggebenden Stellen für die Schulvewvostung sind von Vertretern der Kirchen besetzt, so daß sie alle ihr« Wünsche aus dem Verwaltungswege durchführen können, während die FreDenkerbewegung keine Möglich- keft dazu hat. In dieser Hinsicht könnten die freien Schulgosellschosten Bücher schreiben über den Kamps gegen kirchenfreundliche Schul- oerwastungen. Mit großem Aufwand von Zell und Energie muß sich die. westliche Schulbewegung auch den kleinsten Fortschritt er. kämpsen. Selbstverständliche Dinge, wie die Abmeldung der Kinder vom Relegionsunterrtcht, wurden von den Verwaltungen so er- schwert, daß manchmal die freie Estenychaft einer ganzen Stadt zu Protestaktionen gezwungen war. Jährlich erleben wir das un« würdige Schauspiel, daß die Recht» d'ssidentffcher Eltern mit Füßen getreten werden, indem die ordnungsmäßig beantragte» weltlichen Schulen nicht eingerichtet werden. In diesem Jahr sind 24 S ch u l e n nicht eingerichtet worden. Und jetzt hat man sogar den Staatsgerichtshof angerufen, um ein Urteil zu erwirken, mtt dem (5. gortfe&ina.) legte Tag des Äriegos steht mir deutlich vor Augen. Der tinps unserer Truppen in der Stühe von Feltre war heiß gewesen. Eine ungarische Division schien dort mit dem Boden verwachsen und hatte sich gewehrt bis zur äußersten Grenze ihrer Kräfte. Man suhlte das Nahen des Friedens und dadurch gewann das Leben einen ungeheuren Wert. Wir gingen langsam vor und benutzten jede Unebenheit des Bodens, um vor den Maschinengewehren Deckung zu suchen. Die Verwundeten riefen beinahe befehlerisch nach Äilfe. So« gar die Toten schienen einen besonderen Ausdruck von Bitterkeit zu haben. Endlich wurde die Stellung genonuncn. Wir sahen aus die Ebene hinunter, wo unsere Truppen den Piaoc überschritten. Der Kricgsiärin war verstummt. Nur aus weiter Ferne hörte man von Zeit zu Zeit nod) den Donner der Kanonen. Die Ueberwundenen zeigten durch Gesten an. daß alles zu Ende war und sie nicht mehr an Verteidigung dachten. Wie hungrige Tiere stürzten sie auf die Brotrinden/ die im Schmutz der Schützengräben lagen. Freudenfcuer werden airgezündct. Das war der Sieg, das war der Frieden. Wir umarmten einander. Es hätte wenig gefehlt, daß wir angesichts der noch warmen Toten und unter dem Jammer der Verwundeten getanzt hätten. Vlan drängte sich um die Trog- bahren, um den Verletzten Mut zuzusprechen. Es war ja zu Ende! Auf dem Rücken liegend, das Gewehr neben uns, machten wir schon Pläne für die Zulunst. Spät am Abend bekamen wir den Befehl vorzurücken. Aber das war kein Krieg mehr, das war«in Freudenmarsch unter der befreiten Bevölkerung. Schon damals spähte in den nachdenklichen Köpfen eine Frage: Was nun? Jetzt würden die Heimkehrer von der Front ins Land zurückströmen, ernst und streng in der allgemeinen Freude. Wozu ihnen Triumphbögen errichten? Wozu Ehrungen und Feste? Jeder trug den heißen Willen in sich nach mehr Gerechtigkeit. Und die zusammenstürzendeit Kaiserreiche schienen das Wahrzeichen einer neuen Acra freierer Arbeit und gerechterer Verteilung der von ihr geschaffenen Güter. In Mailand. Foro Bonaparte. Eine klein« Wohnung in der dritten Etage eines von Kleinbürgern und Beamten bewohnten Hauses. Hier wohnt Mussolini. Während des ganzen Krieges hat er unausgesetzt seüie gehässige Polemik gegen die Sozialisten fortgeführt, gegen die Liberalen, gegen das Parlament. Jetzt steht er ziemlich allein. Was will er? Er weiß es selber nicht. Während des Krieges hatte er endgültig alle Fäden mit seiner früheren Partei zerrissen. Sein« Zeltung, die früher als Untertitel sich„Sozialistische Zeitung* nannte, trägt heute die Worte„Organ der Produzenten und Kriegs- i e i l n e h in e r". Aus dem Konflikt über die historische Aufgabe Italiens während des Krieges hat er eine prinzipielle Streitfrage gemacht. Für ihn ist jetzt der Marxismus der Feind. Und gegen diesen wendet er sich, um den Industriellen und Kaufleuten genehm zu sein, die seine Zeitung bezahlen. Obwohl er durchaus im unklaren ist über irgendein künftiges Programm, hat er ein« einzige klare Idee, daß man den Abgrund zwischen den Verfechtern des Krieges und den Neutralistcn immer tiefer graben müsse. Mussolini hat soeben seinen ,.F a s c i o* gegründet. Nur wenige Dutzend verbitterter oder fanatischer Leute haben seinem Rufe Folge geleistet. Aber es gibt verwandte Bewegungen, auf die er sich stützen kann. Cr steht sich gut mit den F u t u r i st a n, die Mark- n e t t i führt. Er zählt auch auf d'A n n u n c i o. Der bevor- stehende Handstreich auf Fiume wird ihn den Nationalisten näher- bringen. Aber es handelt sich immer um eine Minderheit, die bei den Wahlen keine Rolle spielen würde. Die Erbitterung der Massen schlägt mit ihren Wellen an Mussolinis Festung: seine Zeitung in Via Paolo da Cannobio. Dort lebt er, von früheren„Sturmkämpfern* umgeben, wie in eurem Schützen- graben Pistolen. Gewehre, Handgranaten, Stacheldraht liegen auf den Tischen herum, auf der Trepp«, im Hof. Es sieht mehr wie ein Biwak aus als wie eine Redaktion. Er verbringt.seine Tage im Fieber. Jetzt steht er am Fenster. Ein sozialistischer Demonstrationszug marschiert vorbei,.nach dem Mittelpunkt der Stadt zu. Nunmehr vergeht kein Sonntag, ja kaum «in Wochentag ohne Massenkundgebungen des Sozialismus. Mit sedem Tage werden sie gewaltiger. Diele Zehntausende von Ar- beitern drängen sich um die roten Fahnen. In jenem Sonntag feiert man die ungarische Revolution. Frontkämpfer, die zu uns gehören, sind an der Spitze des Zuges. man die Errichtung weiterer Sammelschulen völlig unterbinden kann und mit dem man die bestehenden auslösen will. Warum hat Man die Forderung der deutschen Lehrerschaft nach einer freien akademischen Lehrerbildung so gänzlich mißachtet, indem man die pädagogischen Akademien völlig dem Einfluß der Kirchen ausliefert«? Auch die simultane Akademie in Frankfurt kennt nur eine christliche Simultanität. Es wird höchste Zeit, daß endlich ein« Akademie geschaffen wird, die simultan für alle Weltanschauungen ist, dl« m'cht unter der Vormundschaft der Kirche arbeitet. Noch vieles ließ« sich sagen über die Zerschlagung der Simultan- schulen durch die Kirchen im Osten und Südwesten des Reiches, über die steigende Durchsetzung unserer Schulbuchliteratur mit kirch- lichem Geist usw Die angeführten Tatsachen sollten zeigen, wie planmäßig die Verkirchlichung unseres gesamten Schulwesen» betrieben wird. Und das olles nicht aus pädagogischen Gründen, sondern aus reiner M a ch t p o l i t t k. Die Frag« oer Toleranz wird gar nicht dabei debattiert. Die Parole heißt: Kampf der Freidenkerbewegung, also auch Kampf den welllichen Schulen, deren weitere Ausbreitung ja auch das Wachstuni der Freidenkerbewegung fördert. Moll Hanert. Meie tragen noch ihr« Uniform. Viele sind verwundet, viele ver- stümmelt, und die auf den Trolloirs zusammengestaute Menge be- grüßt sie mit dem Rufe:„N i e d e r mit dem Krieg!" Die Internationale wird gespielt und die„Rote Fahne", wobei die Demonstranten mitsinge». Es ist ein großes, ergreiscndes Bild. Und der Zug hat kein Ende. Jetzt kommen die Jugendlichen und dann die Frauen, rot« Fahnen voran, in malerischer Unordnung. Man jubelt den Führern zu. Man ruft:„Es lebe Rußland, hoch Ungarn, hoch die Sowjets!" Die Fensterläden der eleganten Häuser sind geschlossen. Die Demonstranten lachen darüber Man errät, daß die Herrschaften dahinter unruhig und recht entiüstct sind:„Es Erianorongskarte an die„Rote Woche". .. in der Mitte Pstro Nonns. gibt also keine Polizei mehr? Die Kanaille ist alleiniger Herr der Straße?" Di« Kanaille/ die heilige Kanaille, die die Revolutionen macht, ist guter Dinge. Alles macht ihr Spaß. Ein dicker Geistlicher mich für die Witze der Menge herhalten.„Wir haben keine Zell für Ihr« Messe," und alle lochen. An der Spitz« des Zuges schreitet Serrati, der Nachfolger Mussolinis als Ehefredakteur des„Avanti", ein Mensch von Eharak- ter und anerkannter politischer und persönlicher Lauterkeit. Musso- lim haßt ihn. Und doch ist es gar nicht so long« her, seit Serrati seinen Ueber- ziehcr aufs Leihhaus trug und dos bißchen dafür erhaltene Geld mit Mussolini teilt«. Aber der Haß erklärt sich. Ist nicht Ssrraii auf derselben Seite der Barrikade geblieben, ist er nicht heute So- zialist, wie er«s gestern war? Im übrigen ist es nun einmal Mussolinis Schicksal, das Schick- sal. das er sich selbst gewählt hat, um jeineni Machtwillcn genug zu tun» immer wieder seine polemischen Waffen mit seinen früheren Genossen zu kreuzen. Und es wird nicht bei der Polemik bleiben. Morgen wird Mussolini nicht zögern, Tod und Verwüstung zu säen, bis ein Tag kommt, an dem der Polizei direktor in seinem Tages- bericht dem Diktator Italiens im Elzitipalast sagen wird:„Im Gefängnis von Perugia hat in an den jungen Ko in- munisten Gastone Sozz- erwürgt aufgefunden." Und während der Beamte mit monotoner Stimme weiterliest, wird aus irgendeinem Schlupfwinkel des Gedächtnisses eine Erinnerung steigen. Gastone Sozzi? Ja, richtig, dos ist der Sohn eines Gc- nassen Sozzi, bei dem er oft zu Besuch war. Jetzt erinnert er sich genau des kleinen Burschen. Er war blond und rosig und Miissn- lini nahm ihn auf den Arm und sagte zum Vater:„W i r wollen einen guten Soziali st eir aus ihm machen."....Se sagten, Herr Polizeidirektor, daß er erwürgt wurde?"— Jawohl. Nichts von Bedeutung.- Ein junger Kommunist, der Selbstmord beging."... Und der Zug dauert weite:. Wenn man glaubt,«r sei zu Ende, fängt er wieder an. Neue Fahnen, neue Musikkapellen. Der große Domplatz muß schwarz sem von Menschen. Aus allen Ar- beitsrvierteln richten sich die Umzüge nach dem Herzen der Sladt. nach dem Rathaus. „Es lebe die ungarische Kommune, es lebe die Revolution!" und dazwischen die Klänge der„Roten Fahne". Mussolini kaut an seinem Bleistift Denkt er daran, daß er der Führer dieser Menge gewesen ist? Er sagt sich:„Sie könnten alles vollbringen!" Mit einer Bewegung des Zornes wirft er den Bleistist weg. Er ballt seine Faust gegen den roten Zug. Und schon jetzt muß ihm der Gedanke komme», daß man dem Rechte der Bernunst und dem Rechte der Zahl das Rcchl der Gewalt entgegenstellen kann. Jetzt drängen sich die Demonstraiiten um die Tribünen der Redner. Das ganze Volk Mailands ist da. Und es existiert im ganzen Lande keine andere moralische Autorität außer der der Sozialisten. Während des Krieges halle sich die Partei weder zur Haltung Lenins noch zu der Vanderveldes bekannt.«Weder Mit- arbeit noch Sabotage," war die Parole gewesen. Dessen ungeachtet hallen die sozialistischen Stadtverwaltungen von Mailand und La- logna in der vordersten Reihe gestanden, soweit es galt, mit dem Roten Kreuz mitzuarbeiten und für die Verpflegung des Landes zu sorgen. Und leitende Genossen, wie Turati und Prampolini Hollen sich in den finsteren Stunden der feindlichen Invasion, nach Kar- feith, für die Verteidigung des Landes eingesetzt. Im großen und ganzen hatte sich di? Partei gut geHallen. Der „Avanti" hall« der Zensur zähen Widerstand geleistet. In 22 Provinzen war sein Verkauf ganz einfach polizeilich verboten. Nach dem Ausstand von Turin im Jahre 1917, der mit einem Protest der Frauen gegen den Brotpreis begonnen hatte, um als eine Auf- lehnung gegen den Krieg zu enden, war sein Chefredakteur Serraii verhaftet worden, ebenso der Parteisekretär Lazzari. In der Kamnicr Halle die sozialistische Fraktion ihr Ringen für den Frieden unermüdlich fortgesetzt. Daher wendeten sich jetzt die Blicke der Masse gerade auf. die sozialisiijche Partei. Wie überall, schleppt« auch bei uns der Krieg zahlreiche Opfer, viel Elend. Leid und Entrüstung nach sich, und diese Lasten ließen die vorhergegangenen Kämpfe zwischen Intei- Nationalisten und Neutralisten in anderem Lichie erscheinen. Aufzeichnungen und Reden, Versprechungen, Gedenkfeiern waren eine schöne Sache, aber das Brot fehlte. Man mochte den Sieg preisen und die Kriegshelden ehren, aber davon konnte das Volk nichi leben. Dazu kamen noch die Nationalisten, die erklärten, das ganze Opfer des Krieges sei vergebens gewesen, eine halbe Million Mcn- schen sei nutzlos gefallen, da Italien jetzt in Versailles vor dem habgierigen Egoismus des englischen und französischen Imperiolis- mus unterlog.(Fortsetzung folg:.) Rätsel-Ecke des„Abend". Rösselsprung. ••• •• •» ÄiamaairStsel. Die Punkte in nebenstehender Figur sind durch Buchstaben zu ersetzen, und zwar so, daß jedes Wort aus den Buchstaben des vorhergehenden unter Hinzufügen bezw. Streichen eines Buchs, obens gebildet wird. Die Wörter bedeuten: 1. Konsonant: 2. Französischer Artikel; 3 Rumänische Münze; 4. Glück, Segen: S. Altdeutsche Dtchtungsform; 6. Fisch: 7. Stadt in Oesterreich: 8. Sportgerät: 9. Fürwort: 10. Ausruf des Etels; 11. Vokal. U. Kreuzworträtsel. .Waagerecht: 1. bekannter sozialdemokratischer Parlam«»- tarier: 7. Gefäß: 9. Backprozeß: 10. Schwur: 11. Erholung: 12. Bogel: 13. weiblicher Vorname: 14. Stadt in Sachsen.— Senf- rech t: 1. Spielkarte: 2. Gutschein: 3. Bienenzüchter«:: 4. alter Zeitmesser; 5. biblische Person: b. Verbrecher: 8 Verwandter; 9. Hoflichkeckssorm.— ek. (Auslösung der Rätsel nächsten Sonnabend) Auflösung der Rätsel au» voriger Nummer. «ilben-Kreuzworträtsel- Wagerecht: 3. Talisman: L Gardme:« Domino: 8. Laterne: 10. Kamisol: 11. Agathe— Senkrecht: 1, Allan«: 2. Kommando: 5. Dimeter; 7. Miami: 9. Neapel: 10. Katheder. Das bedeutungsvoll« Du: Geld— Geduld. � Die fehlende Mittelfilbe: Sllbe ta.— Katafalk. Matador, Wohltaten, Zllate, Kantate, Titanen, Brentano. Ton- talus. Satanas, Botanik. Skillari, Phantasie, Spartakus, Katalog. Verwandlung: Berg, grün, Grünberg. Fü l l r ä t f e l: 1. Lagerstroh: 2. Klagenfurt: 4«chlagfluß: 5. Einklagung: 6. Angeklagte: 8. Buchverlag. Rösselsprung: Richte nie den Wert des Menschen Schnell nach einer kurzen Stunde. Oben sind bewegte Wellen, Doch die Perl« liegt am Grunde.' Von Otto v. Leixner. Magisches Quadrat: 1. Held; Z. Esau: 3. Lauf: 4, Dust. 3. Belagerung: 7. Wetterlage; dhor/unc/ o/fzikl Ueberall Abkehr von den Kommunisten! Nichts regt die kommunisiilchen Sportler mehr auf, als unsere fortlausenden Feststellungen, daß die„stahlharte Front der Aus- geschlossenen" immer mehr und mehr ins Wanken gerät, so daß die prominenten KPD.-Größen olle Hände voll zu tun hoben, dos fort- dauernde Abbröckeln nicht zu einem plötzlichen chaotischen Zusammen- bruch ihrer„Jnteressengenreinschast" werden zu lassen. Deshalb herrscht auch eitel Freude bei den Berg- und Friedmänicern, daß es nochmals glücklich gelungen ist, einen der größten Berliner Vereine, die r« i« Tu r n« r s ch o f t Neukölln bei der Stange zu holten. Der Berein hielt am 16. November sein« Jahresgenerolversamm- lung ab und da der Berein besonders kritisch zu den KPD.-Meihoden und der„Interesiengemeinschoft" stand, mußte natürlich alles auf- agdoten werden, den Verein zu halten. Fast die gesamte„Kreis- keitung" der Ausgeschlossenen war zugegen, so unter anderem Dr. Bergmann, Friedmann, N i tz s cht e, Stephan, Stadtrat a. D. S ch i m a n s k i, G c r l a ch und E n g! e r. Man wußte, daß bei den Neuköllnern dos„Zurück zum Bund" sich ganz besonders bemerkbar macht, deshalb wurde die Schützenobtei- lung des Vereins mit Jugendlichen aus der KP. vollgepfropft, um schnell nach die Gefahr zu bannen. Interessant ist, daß in der Iugendabteilung des Vereins neben zwei Vorsitzenden noch ein „politischer Leiter" in letzter Zeit gewählt wurde, der die hohe Auf- gab« hat, der Jugend die politische Linie der KPD. beizubringen. In der Generalversammlung gab R o s c n b a u m den sölligen Lohresbericht und nachdem er die Gründung der kommunistischen „Interessengemeinschosl" stark kritisierte, legte er einen Antrag des Vorstandes vor, der sinngemäß besagte: „Die Jntercssengemeinschoit zur Wiederherstellung der Ein- Ircitsfront im Arbeitersport ist ein absolut unkontrolllcr- bares Gebilde, es wird deshalb beantragt, einen deutschen Arbeiteisportvcrbond.zu gründen, der frei von jeder Partei- politischen Bindung ist. Wird dieser Antrag vom Kreistag abgelehnt, so sind sofort Verhandlungen für die Wiederausnahme der Verein« in den Bund anzubahnen." In der Diskussion Hekämpne Bergmann mit der ganzen Kraft seiner Beredsamkeit diesen Antrag. Ein„Zurück zum Bund" könne es nicht geben, alle Kräfte inüßten angesetzt werden, di« Interessen- gemeinschaft zu starkem Leben zu verhelfen, der Bund müsse erst alle Ausschlüsse zurücknehmen und das Bekenntnis zum revolutionären Klassenkampf ablegen, erst dann werde der Frage des Wiederein- iritts nähergetreten. Der bundestrcue Schenk und der bekannte Deutschmann traten dem Dr. Bergmann scharf entgegen, während ersterer die Spaltungsmethoden der Intercssengemeinschast und die Persönlichkeit Friedmanns als Unternehmeragent ins rechte Licht rückte, glossierte Deutschmann die diktatorische Gründung der Inter- elscngemeinjchaft, die plötzlich da war, ohne daß die Dereine oder Kartelle danach gefragt wurden.„W ehe dem Bundesoor- stand." rief Deutschmann aus,„der über di« Köpfe der Mitglieder und Verein« ähnliches getan hätte: als das größte Verbrechen der Arbeiterbewegung, wäre es von der KPD. hingestellt worden! Die Interessengemeinschaft ist ein Gebilde der KPD.. das nach ihren Methoden dirigiert wird." Eine von Dr. Bergmann geschriebene Resolution wurde zur Abstimmung ge- bracht, die besagt:„Der Verein spricht der Kreisleitung das Aer- trauen aus und ist mit der Arbeit der Interessengemeinschaft zu- srieden." 208 Stimmen waren dafür, dagegen 113 bei über 70 S t! m m e» e n t h a l t U. n g e n. Der Antrag des Vorstandes wurde mit derselben Stiinmenzahl abgelehnt. Nach der Bekanntgabe des Abstimmungsresultats brach Friedmann in ein wahres Freudengeheul aus.„Frei Heil" rief er rmmer wieder in den Saal, was den Borsitzenden Rosenbaum veranlaßt«, ironisch zu bemerken, daß bei dem nächsten Anlaß wohl das„Rote Freiheil" ertöne» wird. Das Ergebnis der Versammlung war, daß f a st a l l e Techniker ihre Aemter zur Verfügung stellten, da sie nicht mehr gewillt sind, unter diesen Verhältnissen zu arbeiten, mit der großen Zahl ihrer Anhänger verließen sie den Saal. Soweit der Verscnnmlungsbericht. Wir fragen nun: Wo ist denn die„stahlharte Front", wo die geschlossene Einheit der Aus- geschlossenen? Nur weiter so. ihr Fried- und Bergmänner, ihr seid die besten Werber für die bundestreu« Bewegung, ihr werdet es früher oder später erreichen, daß auch der letzte Arbeiter» sportlersichvon euch«endet und wieder in die Reihen der zentralen Arbeiterspo�tbewegung zurückkehren wird. Wie sieht-s in„Fichte", in der Freien Tunerschaft Charlottenburg, in Spandau, im Schwimmoerein Vorwärts aus, wie im Reich? Macht endlich Schluß mit den kommunistischen Phrasören. Halle, Dresden, Plauen...! Wo sind die Hochburgen der KPD.? 3n Hall«, wo das Aöbeitersporttartell von der Zentral-- konnnWon für Arbeitersport und Körperpfleg« seinerzeit aufgelöst worden war. ist der Wiederaufbau mit bestem Erfolg durchgerührt worden. Don dort wird»ns berichtet, daß bereits über die Hälfte der Arbeiters portvereine durch das bundestreue Kartell erfaßt ist, während dem KPD.- Sporttartell in der Hauptsache die in Holle zahlreichen kommu- nistischen.Kultur'klirb- angehören, die alles ander- nur keinen Sport treiben. In der Warnehmung der Avbeitersporttnteressen bei den Behörden konnte das bundestreue Kartell viel erreichen. Die Der- tretnngen in der Sportdeputatipn und im Jugendamt von Halle sind vom Kartell aufgenommen worden und olle Maßnahmen ge- troffen, um künfrig eine bessere Unterstützung de» Arbeitersports zu erreichen. Interessant ist, daß dabei die revolutionäre Arbeit des Kommunisten Oertel. des Vorsitzenden des aufgelösten Kartells, den Behörden gegenüber bekannt geworden ist. Das von Oertel geführt« Sport, und Kulturkartell Hall«— das nicht einmal rechts» fähig war.— hat es nicht verstanden, sein« Inter- essen bei den Behörden ZN wahren. E? ist wirklich kein Nuhmesblait für die revolutionär» Tattraft dieser Leute� wenn seit vier Jahren zum Beispiel der Hallesche Ortsausschuß cur Jugend- pflege nicht zusammengetreten ist. Oder wenn es möglich ist. daß sich bürgerliche Sportvertreter Rechte anmaßen, die ihnen höchstens in Parität mit dem Arbeitersport zukommen. Nach oben dienerten die Herren Weltrevolutionäre, nach unten spielten sie den wilden i evolutionären Mann. Es ist heute wieder ein« erfreuliche Zusammenarbeit festzustellen, zeigt sich doch ganz besonders in den Sitzungen des Kartells der große Unterschied zwischen dem unfrucht- ha«» stundenlangen Gezänk i« den Oertel-Sitzungen und der praktischen ausbauenden Arbeit für den Sport des bnnoesireuen Kartells. Es geht jetzt vorwärts in Halle, es zeigt sich, daß die Maßnahmen der ZK. zur Gefundung des Arbeitersports führten. e> In Dresden tagt« die Bezirksvertreterkonserenz des Kreises Sachsen im ATSB. Nach der Erledigung von organisatorischen Fragen wurde in einer einstimmig angenommenen Resolution der Abbruch der Beziehungen zur KPD., ihren Unterorganisationen und ihrer Presse, als bindend anerkannt. Mitglieder und Funktionäre des s. Kreises, die sportliche Mitarbeit in der KPD/Prcsse leisten, verfallen dem Ausschluß noch§ 3 und 0—5� des Bundesstatuts. Ein gleiches geschieht mit denen, di« öffentlich für die„Interessengemein- schafl" eintreten, in kommunistischen S por tlervc rscmimlu ngen und Fraktionen durch ihr Erscheinen und ihre Miitorbeit den AT. und SpB. und sein« Instanzen bekmnpfen. Die Bezirksvertreter und Funktionäre, die der KPD. angehören, haben dieseEntschließung unters christlichanzuerkennen. Im Weigerungsfälle ist Funktionsentzug und Ausschluß vorzunehmen. » Di« Fußballoorständekonserenz des Plauener Bezirks am l3. Oktober ivar durch einen Gewaltakt des von der KPD. angestellten Spalters Friedmann, Berlin, gesprengt worden. Am 10. Noveinbcr tagten die Vorstände erneut und nahmen den Situationsbericht über die Lage im Bund von dem Geschästssührcr Ott entgegen. Nach langer, ober überaus sachlicher Aussprache wurde in namentlicher Abstimmung die Entschließung der Bezirks- leitertagimg der Sächsischen Spielvereinigung vom 3. November einstimmig angenommen. Es ist dies dieselbe, die auch von der am 9. und 10. Novcinber tagenden Bezirksvertreterkonserenz in Dresden angenommen wurde. Ausgeschlossen gelten im Plauencr Bezirk folgend« Vereine: Vorwärts-Siid, Planen, Wacker Plauen, Plouener Sportverein, FC. Falkenstein, Adorf, Klingen- thal und Kirpersdors. Somit ist also auch im Logtlande die Reinigung vollzogen. Der geringe Abgang wird durch intensive Arbeit der Bezirksleitung bald wieder ausgeholt sein. » Das neuest« Witzblatt der kommunistischen Sportler trägt den Titel„Rote S p o r t e i n h e i t". Dieser Titel kann ober kounr der richtige sein, denn in Nummer 2 dieses von„Wahrheit und Ehr- lichkeit" strotzenden Blattes, steht auf Seite 8:„Wie bereits in Nummer 1 der„Roten S p or t i n t e r» a t i o nale" veröffentlicht.....* Aber Herr Redakteur Nitzfchke, das konnte doch nicht Ihre Absicht fem, wo doch unter dem Titel des Blattes in Fettschrift der wunderschöne Satz geschrieben steht:„Organ der Interessengemein- schast zur Wiederherstellung der Einheit im Arbeitersport."____ Ein Motor läuft...1 Der Leumund des Benzinexplosionsnwtors wie er in Automobilen und Motorrädern verwendet wird, ist trotz aller technischen Fortschritte noch nicht so gut, daß diese Moschine als ein unbedingt zuverlässiger Äraftentwickler angesprochen werden könnte. Die „Panne" ist immer noch der von allen Nichtfachleuten gefürchtete Zwischenfall, der den Motorsahrer hilflos auf der Landstraß« liegen läßt. Den Beweis zu erbringen, daß der moderne Benzinmotor eine doch schon recht verläßliche Maschine ist, fällt besonders da schwer, wo manuelle Fähigkeiten und maschincntechnische Kenntnisse mangeln und wo infolgedessen zunächst gegen Borurteile angekämpft werden muß. Da Hilst dann der Anschauungsunterricht. Seit sieben Wochen, seit dem 25. September, nachmittags 5 Uhr 47 Minuten, ist so ein vertrakter Benzinmotor aus der Avus in einem Aickomobil im Lausen, ohne daher seitdem je zum Stillstand gekommen wäre. Man hatte auch gar kein Interesse daran, ihn anzuhalten, denn... Rekord, Weltrekord! Aber was heißt hier Rekord? Die Veranstalter dieses„Dauerlaufs" verzichten selbst aus den Ausdruck, sie wollen nur beweffen— oder besser von der Maschine beweisen lassen—. daß moderne Motorc. die zwar nicht gerade mit dem allerletzten Komfort ausgestattet, wohl aber gut durchdachte und durchkonstruierte Maschinen sind, den Titel eines voll verläßlichen Encrgieentwicklers verdienen. In ununterbrochener„Nicht-Halt. Fahrt" fährt da» Auto um die Bahn: wohl ist der Wagen beim Tanten von Benzin, Oel, Kühlwasser angehalten worden, aber nie wurde der Motor ausge- schallet. Welche maschinentechnische Leistung steckt dahinter. Von den sechs Pleuelstangenlagern wie auch von den sieben Kurbelwellenlagern ist nicht eins ausgelaufen. Ein winziger Krümel Schmutz in einem der vielen Oelkanäle, die etwa vier bis fünf Millimeter„Loch" haben, tonnte die Oelzufuhr unterbinden und ein Lager wäre heiß geworden. Oder ein Teilchen Staub von der Größe eines Millimeter langen Zwirnfadens hätte sich vor die Vergaserdüse gesetzt: der Motor wäre stehengeblieben. Oder zwe!� drei Tropfen Wasser hätten einen Kurzschluß im Zündungsstrom- Verteiler verursacht— oder nur zwei von den sechs Zündkerzen wären bei etwas reichlicher Oelzufuhr oder beün Bruch eines Kolben- (Abdichtungs-) Ringes verrußt— oder ein Verbindungsschlauch!e Räume erweckte allgemeine Bewunderung. Die Arbeitersportler Sachsens können mit Recht auf ihre neue Errungen- schast stolz st!". Der Sportpalast baut um! Sogleich noch Beendigung des Sechstagerennens hielten die Zinimertalte ihren Einzug in den Sportpalast, um die Radrennbahn zu entfernen. Mit Hochdruck wird jetzt an der Umwand- lung des Sportpalastes in eine Eisarena gearbeitet, denn am 13. November soll der Eislausbeirieb bereits eröffnet werden und am 16. und 17. November sind die ersten Eishockeyspiele mit einer englischen Mannschaft vorgesehen. Am 22. November folgt dann ein Borkampfabend, bei dem der Krefelder Hans Schönrat!, mit dem portugiesischen Schwergewichtsmeister Jas6 Santa den Hmipttamnf bestreiten wird. volkstanzkreis Prenzlauer Berg. Am Freitag, 13. November, beginnt in der Turnhalle Esmarchstraße 18 ein Bolkstanz- t u r s u s für Anfänger. Der Uebungsabcnd läuft von 8 bis 10 Uhr. Anmeldungen am gleichen Tage in der Halle. Geld, Geld. Geld... Leichtachletikkämpfe zwischen Deutschland und Schweden! Es müßle doch eine Freud« sein, die deutsche Mann- schast mit der fchwedischen um die best« Leistung ringen zu sehen. Die maßgebenden Stellen in Deutschland und Schweden hatten bereits die notwendigen Formalitäten erledigt, im nächsten Jahre sollten die Kämpfe in Stockholm und 1932 in Deutschland stattfinden. Aber mit des Geschickes Mächten...! Es kam die leidige Geldfrag«. Die Schweden waren der Meinung, jede Mannschaft sollt« die ihr entstehenden Kosten s« l b st trogen. Die Deutschen sagten, das gast- gebende Land habe ja die Einnahmen ynd solle deshalb jeweils die Kosten für beide Mannschaften übernehmen. Die Deutschen sind Dickschädel— die Schweden anscheinend auch. Und so zerschlugen sich denn die Verhandlungen an dieser Frage... Eine Million sür einen Voxkamps. Wie der Boxer Max Schmeking mitteilt, ist er geneigt, da» ihm von der Atlantia-City- Gruppe gemacht« Angebot eines Kmnpfes mit einem vorläufig nach nicht bekonnten Gegner bei einer Garantie van 230 000 Dollar anzunehmen. Der Kampf soll erst im März nächsten Jahres statt- finden. Die Veranstalter rechnen damit, Sharkey als Gegner ver- pflichten zu können. !«»»!«.»-» äuft.&ilia, Abt. Neutälln. Lonnersioa. 14. Ztoocmbcr. 20 Uhr. Gar* Reinhardt. Latenhcid- 37, Sihuna.—»bt. Kacke,. Zr-ilaa. 13. Nu- rcmficr. 20 Uhr, W-rneuchen-r Stlrk. elbinaer Str. S7, SiMung. *66. Hacken Sitzung MittwaS,. 13. Ztovanb-r. 20 Uhr, bei Wegnrr, �ranrfurt-r Me«'230. tzrs».. Re»i»s S'cficn. Sanna�ri'd. IG. Noz.i'.'.her, Tckciliflime«Tfct Mit- aUedu an her Lahttimoich«!:»» Set Partei. Ehedrama eines Strafentlassenen. Als Mann und Frau erwerbslos wurden. Das Landgericht I verurteilte gestern den Arbeiter Sch. wegen versuchten Totschlags an seiner Ehefrau zu zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von zweieinhalb Monaien Untersuchungshaft. Es war kein alltägliches Ehedrama, das sich vor dem Landgericht I abrollte. Der Angeklagte Sch., in der Kindheit vom Vater viel gepriigeti— eine Ohrfeige verursachte bei ihm im Alter von acht Jahren eine Gehirnerschütterung— lernte bereits im Alte� von IS Jahren wegen geringfügiger Diebstähle das Gefängnis kennen. Fünf Jahre lang hielt er sich gut, bis im Jahre l922 auf einen schweren Diebstahl ein Raub mit Körperverletzung folgte, der ihn auf fünfJahre ins Zuchthaus brachte. Im März 1928 verließ er die Strafanstalt Brandenburg.„Ich wollte ein anständiger Mensch werden," sagte er vor Gericht,„mein« Frau hat mich betrogen." Im September 1928 heiratete er seine Wirtin. Sie wußte zwar, daß er aus dem Zuchthaus kam, er aber nicht, daß sie früher unter Sittenkontrolle gestanden hatte. Die Ehe verlies anfangs glücklich. Mann und Frau arbeiteten! im Jul> wurden beide erwerbslos. Als sie im Juli zwei Tage lang gehungert hotten— die Erwerbslosenunterstützung des Mannes reichte nicht für beide—, erklärte die Frau eines Abends:„Ich gehe auf die Straße und suche was." Er widersprach, willigte ober schließlich ein. Von Stunde an plagte ihn die Eifer- sucht. Er folgte der Frau in die Cafes, folgte ihr zu den Hotel- cingängen. Es kam zu Zerwürfnissen: man beschloh. auseinander- zugehen. Der Mann klagte auf Scheiduyg: die ehelichen Beziehungen dauerten aber fort. Gleichzeitig ging der Mann ein neues Ver- hältnis mit einer jungen Hausangestellten ein. Die Frau wußte dies und wünschte den beiden Liebenden Glück, da sie sich von dem Manne doch trennen wollte. In Wirklichkeit konnte sie nicht von ihm lasten. Als er am 8. August zum erstenmal besonders spät noch Hause kam, Sffnet« sie den Gashahn. Gi« wurde von d« Nachbarn gerettet. In der nächsten Nacht wiederholte sich das gleiche. Zlni 19. September war zwischen den Eheleuten Streit. Der M?nn kehrte nachts von seiner Geliebten heim und glaubte, daß seine Frau schlafe. In Wirklichkeit war sie wach und beobachtete sein Tun. Sie sah, wie er zuerst grübelnd dasaß, dann den Gas- automaten mit Zehnpfennigstücken füllte und den Hohn der Gas- lampe öffnete. Als der Mann lag. st and sie auf und schloß den Gashahn. Der Mann schlief ein, wachte in der Nacht auf und öffnete erneut den Gashahn. Auch diesmal sprang die Frau auf und schloß ihn. Am Morgen erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Die Frau liebt ihren Mann noch heute. Ins Gefängnis bracht« sie ihm Lebensmittel und Zigaretten. Vor Gericht sprach sie für ihn. Der Angeklagt« schien gedrückt; er bereute sichtlich seine Tat. Seine Hoffnung, ein„anständiger" Mensch zu werden, ist vorläufig zunichte geworden. Vielleicht gelingt ihm dies doch noch, wenn er aus dem Gefängnis kommt. �(fafchäfts'JtnSßiger föexlrß �üden-hJeften. Unsere Reiormschuhe DaireiBn den Fun! Landsgemeindehaus Ber,inMitte' Neu® Schönhauser str. s Berlin-Spandau, Potsdamer Str. 38-39 Paul Zillen GmbH. Elektrischer Bedarf Schlffbauerdamm IS Sä mtl. 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