Morgenausgabe Hr. 535.. �. A 269 i«m.—»wa utsL tat own»|atlb«t SaM*|aa«JIA «tnfchlteßlich 60 Dlg. Vokt»ttu»g»» wmi H Doftdesrellgebühr«» Haslcnb� tbsnntanu 6.— SR. gtt Vtan*. • 8«.SMBtett*ettg» druckt» Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte)«edes weiter» Wort t2 Pfennig Stellengeluch» da» erst« Wort lL Pfennig, fedes wettere Wort t» Pfennig. Worte über 15 Puchstaben »Sblen für zwe» Worte Arbeitsmark» Zeile 60 Pfennig. Familtenanzeigen Zeiw 40 Pfennig. Anzeigenannahme im�aupt» «efchäst Lindensttab» S. wochentögltch von 8l/t bis 17 Uhr. Äentralovsau der«SozialdemoSvatischen Partei DeutkwtandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Telegramm.Zldr.: Sozialdemolrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin S753K.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellte« und Beamten, Wallstr. KZ. Dt. B. u. DiZc.-Ges., Depositcnkasic Lindenstr. 3. 22. Dezember Volksentscheid. Vorbereiiungen des Reichsinnenministeriums. Amtlich wird mitgeteilt: Für den voraussichtlich durch- zuführenden Lolksentscheid ist der 22. Dezember kn Aussicht ge- nommen worden: Segen die Wahl dieses Dawms sind in der Oeffentlichteit verschiedentlich Einwendungen erhoben worden, zu denen folgendes zu bemerken ist: Entsprechend dem Ergebnis der Froktionsführerbefprechung beim Reichskanzler am 6. November sollte der Volksentscheid noch vor Weihnachten stattfinden. Für die Abhaltung der Volks- abstdmmung noch vor Weihnachten waren zwingend« außen» politische Gründe maßgebend. Ueberdies hat auch der Vorsitzende der Reichstagssraktion der Deutschnationalen Voltspartei. der Abg. Graf v. Westarp, den Wunsch geäußert, daß die Volks- abstimmung noch vor Weihnachten vorgenommen werde. Nun wird das endgültig« Ergebnis des Eintragungsvsrfahrens frühestens am 23. November feststehen. In den darauf folgenden Tagen muß sich der Reichstag mit dem Gesetzentwurf be- schästigen. Da auch die Frist für die Auslegung der Stimmkarteien gewahrt und über etwaige Einsprüche gegen deren Richtigkeit ent- schieden werden muß, kann ein früherer Termin als der 22. Dezember für die Volksabstimmung nicht in Frage kommen. Der Reichsminister des Innern hat sich heute wegen Einleitung der vorbereitenden Maßnahmen zur Durchführung des Volks- entfcheides am 22. Dezember in einem Rundschreiben an tue Landesregierungen gewandt. In diesem Rundschreiben wird folgendes angeführt: Der Cinzelhandelsausschuß des Deutschen Industrie, und Handelstages hat in seiner Sitzung vom 12. November sich dahin ausgesprochen, daß, wenn ein« Verlegung des Volksentscheids auf einen anderen Sonntag als die beiden letzten Sonntage vor Weih- nachten nicht möglich sei, folgende Maßnahmen der zuständigen Regierungsstellen getrosten werden möchten: ») Der Abstimmungssonntag solle aus jeden Fall für den Verkauf frei bleiben, d. h. es fall die Offenhalwng der Berkaussläden in dem bereits zugestandenen Umfang« besteh«n bleiben. b) Es solle außer den bereits zur Offenhaltung freigegebenen Sonntagen«in weiterer Sonntag im Dezember frei- gegeben werden als Ersatz dafür, daß am Abstimmungssonntag mit Rücksicht auf die Wstimnmng dos Derkaufsgeschäst Voraussicht- lich Einschränkungen erleiden wird. Der Reichsminister des Innern hat hiervon den Laiches- regierungen Kenntnis gegeben mit dem Beifügen, daß er gegen die Wünsche des Einzelhandeleausschuffes des Deustchen Industrie- und Handelstages keine Bedenken habe. Was Punkt d anlange, so stell« er zur Erwägung anheim, ob ihm dadurch Rechnung ge- tragen werden soll, daß für die Orte, wo übungsgemäh nur die beiden letzt«« Sonntage vor Weihnachten für den Weih- nochtsverkauf freigegeben werden, auch noch der 8. Dezember fr«i- gegeben wird. Veichsbahn und DAZ. Jährlich 300000 Mark(Subvention.— Ein preffeskandal. Das.Berliner Tageblatt" teilt mit: „Wi« wir hören, wendet die Reichsbahn feit längerer Zeit, u>ch zwar feit etwa Frühjahr 1927, der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" größere Summen zu. Wie wir weiter erfahren, handelt es sich hierbei um einen Betrog von monatlich 25 000 M.. also jährlich 300 000 M. Man hat dafür die Form gewählt, daß man 5000 Exemplare der Zeitung zu 5 M. monatlich abonniert. Selbstverständlich werden die nicht an die Reichsbahn geliefert, die ja dafür auch gor kein« Verwendung haben würde. Geliefert werden der Reichsbahn etwa 200 Stück, während die übrigen zu beliebiger Verwendung, ins- besondere zur Verteilung in großen Hotels, d«m Verlage verbleiben." Die Reichsbahn gibt zu. Die Reichsbahn verbreitet zu d«r Enthüllung des„B T." die folgende faule Ausrede: „Schon feit langen Iahren, zurückreichend in di« Kriegszeit, be- stehen Beziehungen zwischen der Eisenbahnneridaltung und der srüheren„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", die damals amt- lichen Charakter trug, jetzt der„Deutscl�n Allaemeinen Zeitung". Dies ist darauf zurückzuführen bah die„DAZ." als einzige groß« Tageszeitung in ausgeprägter Form in ihren verschiedenen Bei- lagen technische und Verkehrsfragen besonders ergiebig behandelt, was auch In einer eigenen technischen Schristleitung zum Ausdruck kommt. Die Reichsbahn als größtes technisches Verkehrsunier- nchin-n, hat an diesen Beilagen Interesse, weit sie in weiten Kreisen aufklärend über Eisenbahnsragen sowie Fortschritte der Eisenbahn- technik und außerdem vcrkehrewerbend sur Deutschland wirken. Es ist richtig, daß zur weiten Verbreitung dieser Beilagen ein« größere Zahl von Exemplaren von der Reichsbahn abonniert wird, die zur Verkehrswerbung für Deutschland im Inland und Aurland zur Verteilung gebracht werden. Dem Gedanken, baß die Reichs- bahn der„DAZ." allein ihr Interesse zuwende, widerspricht die Tai- fache, daß olle deutschen Tageszeitungen von ihren über das ganze Reich verzweigten Stellen in großer Zahl bezogen werden. Außer- dem erwäat die Reichsbahn, auch andere Zeiisckrifien und Zeiiun- gen, die solche Beilagen, wie sie die..DAZ." besitzt, an küssen Aus- gaben zu interessieren, um damit die Arbeit der..Reichsbahnzentrole für den deutschen Reiseverkehr" auf technischem Gebiet zu ergänzen." * Die Tatsache der Subventionierung ist also z u g e st a n- d e n. D e Begründung ist eine oberfaule Ausrede. D.e„DAZ." vertritt systematisch eine Bürgerbl-ckoolitit. ganz imS'nne jener großindustriellen Kreise, die die Reichsbahn beherrschen. Hier liegt der wahre Grund des Interesses der Reichsbahn an dieser Zeitung. Wenn die Herren Siemens und Co. sich eine Zel- tung kaufen wollen, sollten sie gefälligst nicht das Geld der Reichsbahn verwenden. Die„DAZ." hat mit großem Eifer alle Tariferhöhnngs- pläne der Reichsbahn vertreten. Sie hat seinerzeit Stimyzung für Herrn Luther gemacht, so beflissen, daß jeder nach den Hintergründen der Beflissenheit gefragt hat. Man weiß jetzt, daß der Eifer einen finanziellen Hintergrund hat. Die in der Reichsbahnverwaltung tonangebende Groß- Industrie hat also eine Zeitung gehalten, die unter scheinbar unabhängiger Flagge zur Vertretung der Verwaltungsinter- essen verpflichtet war. Die„DAZ." gehört zu den Zeitungen, die von wirklichen Abonnenten am wenigsten gelesen wird— gerade diese Zeitung sieht die Reichsbahnverwaltung als reprösentatives Organ an. Es ist bekannt, daß die„D. A.Z." mit faschfftischen Ge- dankengängen liebäugelt. Sie steht in Opposition zur Reichs- regierung. Sie bemüht sich gerade jetzt, für eine Sprengung der Regierungskoalition Stimmung zu machen— mst dem Geld der Reichsbahn. Die ,.D. A. Z." ist von Hand zu Hand gegangen und hat sich nur als subventioniertes Organ behauptet. Ihre letzte Phase war, daß sie von„Handels- und Schisfahrtskreisen" gekauft wurde. Wer in Wahrheit diese Zeitung finanzierte und subventionierte, ist restlos niemals aufgeklärt worden, so daß unklar blieb, welchen Interessen das Blatt in Wahr- hest dienstbar war. Es hat niemals der journalistischen An- standspflicht des offenen Visiers entsprochen. Nach der öffentlichen Ausklärung darüber, daß diese Zeitung jahrelang im Geheimen von der Reichsbahn subventioniert wurde, und daß Redaktion wie Geldgeber diese Beziehung jahrelang ver- heimlicht haben, wird niemand mehr der Stimme dieses Blattes Wert'chätzung beimessen. 'Dagegen erhebt sich die Forderung daß weiter aufgeklärt wird. Wem gehört die„D. A. Z." noch? Für das rote Perlin! Morgen und in de n nSch?len Tagen ver- anslaretdiefozia'deniok-atieche Partei zahlre'che Wahlkundsebungen Nähere Angaben im lokalen Teil Sorgt für Massenbesuch! iWerbt für unsere Partei! Rüstet zur Wahl! Ver Sozialdemokratie gehört der Sieg! Von Franz Künstler. Am Sonntag fällen die Wählerinnen und Wähler Berlins die Entscheidung über die künftigen Geschicke der Reichshauptstadt der Republik. Wie in den Zeiten des Reichslügenverbandes des Generals von Liebert führen die politischen Gegner in der unanständigsten Weise den Kampf gegen die Sozialdemokratie. Lüge und Verleumdung sind die Waffen der Rechtsradikalen und Kommunisten. Die Gegner schätzen aber die Berliner Bevölkerung sehr gering ein, wenn sie glauben, daß sie mit ihrem wahldemagogischen Treiben die starke Position der Berliner Sozialdemokratie erschüttern könnten. Auch unter politischen Gegnern sollte bei aller sachlichen Schärfe nicht ein Kampfboden betreten werden, der wohl den Demagogen weiten Spielraum läßt, der aber ungeeignet ist, wirtschaftliche und politische Probleme sachlich zu entscheiden. Auch unter politischen Gegnern muß der Anstand gewahrt bleiben! Die Sozialdemokratie hat im Berliner Kommunal- wahlkampf diese Richtlinie eingehalten. Sie hat in Reden und Propagandaschriften den Wählern in ganz objektiver .. WW if den verschii bieten der Verwaltung durch die Sozialdemokratie erreicht Weise ai , was in Berlin auf den verschiedensten Ee worden ist. Diese Rechnungslegung der Sozialdemokratischen Partei über die positiven Leistungen ihrer Vertrauensmänner im Stadtparlament wird die Wählermassen viel eher be- friedigt haben, als die blöde Schimpferei und üble Sensations- mache der gegnerischen Parteien. Was allein auf dem Gebiete des Berliner Verkehrs- wesene, der Iugendwohlfahrt und Fürsorge geschaffen worden ist, überragt bei weitem das Werk anderer Städte. Auch die großen Städte der Länder, die aus dem Weltlritzg'gls Sieger hervorgingen, wie London und Paris, haben nicht das geleistet, was Berlin in der Nachkriegszeit für die Bevölkerung getan hat. Die viel umstrittene Wohnungspolitik der Stadt Berlin erscheint in einem viel günstigeren Licht, wenn man die Schwierigkeiten aus dem Gebiete der Wohnungsnot in Berlin erforscht. Sind doch seit dem Bestehen der neuen Stadtgemeinde Berlin in den Jahren 1920/28 weit über 400 000 Personen nach der Reichzhauptstadt z u g e- zogen. Allein im Jahre 1925 betrug die Zahl der aus der Provinz Zugezogenen rund 104 000. Diese Hunderttausende haben das Elend unter den Erwerbslosen und Wohnung- suchenden um ein Vielfaches vermehrt. Somit stand die Berliner Stadtverwaltung vor der schwierigen Aufgabe, eine Wohnungspolitik treiben zu müssen, die bei weitem nicht das Wohnungselend lindern konnte, da die Zghl der Neubau- wohnungen stets überboten wurde allein durch die große Zahl der von außen Zugezogenen. Die Bautätigkeit wurde dadurch wesentlich beeinträchtigt, daß die bürgerlichen Parteien im Landtag und Reichstag stets verhindert haben, daß Berlin von seinem Gefamtsteueraufkommen auch nur annähernd das erhielt, was es unbedingt braucht, um dem Wohnungselend ein Ende zu machen. Von der im Jahre 1928 in Berlin auf- gebrachten Kraftfahrzeugsteuer von 20 Millionen Mark er- hielt die Stadt genau 2 300 00 Mark. In den Iahren 1924/29 sind in Berlin aufgekommen an Hauszinssteuer eine Forderungen über Forderungen und verweigerten die Ein- nahmen, die erst eine Ausgabe überhaupt ermöglichen. Darum ist es auch zu verstehen, daß sie in Ermangelung positiver Leistungen für die arbeitende Bevölkerung sich im Wahlkampf auf ein Gebiet begeben, auf dem sie ihre ganze Niedertracht gegen die Sozialdemokraten ausspielen. Diese Tatsachen sind auch den politischen Gegner,; be- kannt, und trotzdem werden sie von ihnen nicht sachlich ge- würdigt. Die Kommuni st en haben nicht das Recht, an der kommunalpolitischen Arbeit unserer Genossen auch nur die geringste Kritik zu üben. Sie waren es, die sich stets weigerten, in sachlicher Arbeit mit den Sozialdemokraten den Haushaltsplan der Stadt zu verabschieden. Sie stellten Forderungen und verweigerten die Einnahmen, die erst eine Ausgabe überhaupt ermöglichen. Darum ist es auch zu verstehen, daß sie in Ermangelung positiver Leistungen für die arbeitende Bevölkerung sich im Wahlkampf auf ein Ge- biet begeben, auf dem sie ihre ganze Niedertracht gegen die Sozialdemokraten ausspielen. Die Tätigkeit der kommunistischen Stadtverordneten- fraktion in den letzten vier Iahren ist selbst von der Kom- munistischen Partei nicht anerkannt worden. Bon den bis- her 43 Stadtverordneten hat die KPD. nur acht an aussichtsreiche Stellen auf ihre Listen gefetzt. Damit hat diese Partei das Urteil gefällt, daß von den 43 kommunistischen Stadtverordneten 35 unbrauchbar waren. Und das, obwohl in der„Roten Fahne" immer und iiumer wieder behauptet worden ist, die Kommunisten wären die einzigen und wirklichen Arbeitervertreter im Stadtparlaiuent. Eine Partei, die eine solche„G e n e r a l s ä u b e r u n g" vornehmen muß, wird bei den Arbeitern Berlins nicht den Glauben finden, daß sie auch für die bevorstehend« Wahl nur die geeigneten Männer präsentiert. Der.ehemalige Betriebsratsvorsitzende in der Berliner Verkehrsgesellschaft, der Kommunist D e t e r.ist nicht wieder aufgestellt worden, obwohl die KPD. diesen Mann monate- lang als einen„Märtyrer" sozialdemokratischer Personal- Politik hingestellt hat. Auch die Stadtverordneten R e p- s ch l ä g e r und Zager, die noch vor einigen Tagen eine führende Rolle in der Berliner kommunistischen Ortsverwal- tung des Zimmererverbandes spielten, sind nicht wieder bei der Aufstellung berücksichtigt worden. Die Kommunistische Partei, die durch Repschläger die Verwaltung des Berliner Zimmereroerbandes zu einer Moskauer Filiale gestaltete, hat auch diesem Mann durch seine Nichtberücksichtigung bei der Aufstellung bescheinigt, daß er für die KPD. dienstuntaug- lich ist. Die Wählerinnen und Wähler haben seit mehr als zehn Jahren das Treiben der Kommunistischen Partei beobachtet und werden trotz des hysterischen Geschreies sich nicht be- stimmen lassen, einer Partei zu Wahlerfolgen zu verhelfen, die sich in der Praxis stets als die Avantgarde der Reaktion betätigte. Wie oft haben die Kommunisten schon die Pleite der Sozialdemokratie prophezeitl Trotz alledem ist unsere Partei organisatorisch gewachsen, während die Kommunistische Partei organisatorisch immer mehr zurückging. Auch am 17. November wird die arbeitende Bevölkerung Berlins in ihrer Mehrheit abermals den Beweis erbringen, daß sie treu zur Sozialdemokratie steht. Die ekelhaste und niederträchtige Propaganda der Kommunisten hat stets dazu geführt, daß die sozialdemokratischen Massen sich enger zu- sammtn schließen und im Abwehrkampf gegen gewissenlose Separatismus in Holstein? Oie Auswüchse der„Landvolt"bewegung. Flensburg, 1Z. November. Das deutsch geschriebene Dänenblall„Der Schleewiger" in Flensburg brachte in seiner Dlenslagauegabe eine Meldung, wonach mau sich In schleswig-holsteinischen Kreisen mit dem Plane beschästige, durch eine Volksabstimmung die Provinz Schleswig. hol st ein aus dem preußischen Staats- verband loszulösen und zu einem selbständigen deutschen Freistaat zu machen, ün Schleswig-holstein solle eine Art nord- deutsches Bayern entstehen, das den Rechtsradikalen als Operatlonsbasts gegen die Republik dienen könne. Gegenüber Versuchen, diese Meldung als eine Sensations- mache abzutun, stellen wir fest, daß so unsinnige und noch weitergehende Projekte tatsächlich von den Drahtziehern des .Landvolk� betrieben worden sind. Am 13. September schrieb (Emst von Solomon in der von H. G. T e ch o w redigierten Wochenschrift„Die Kommenden" einen Aufsatz an das .Landvolt", in dem sich folgender Absatz befindet: „Dos Landvolk'muß sich darüber klar sein, in welche Richtung seine gesammelte S-tohkrait angesetzt werden muß. Selfgovern- m e n t! Und zwar nicht in der Form einer Partei oder eines wirtschaftlichen Zweckoerbotides, sondern in der Form eines, zentra- listilch oder föderativ, selbstverwolleten Gebildes eines Staates i m S t a a t e der durch Gefandtc und Botschafter mit anderen ähnlich geformten berufsständigen Bcrwaltungcn verkehrt. Der Weg zu diesem Ziel« wäre dann ähnlich, wie ihn auch Ghandi durchzusetzen sucht: durch passiven Widerstand, durch einen wütenden Kleinkrieg zu einer allmählich immer lockeren Bin- dung an das Reich in seiner jetzigen Gestalt zu gelangen, um dann im entscheidenden Augenblick den Gegner vor die Tatsache einer festgelegten Selbständigkeit zu stellen." Hier sind die separatistischen Pläne der Putschisten und Bombenwerfer offen ausgesprochen. In der Praxis würden sich natürlich für so verbrecherischen Unsinn keine drei Dutzend Leute finden. Demagogen sich zu behaupten verstehen. Die Sozialdemo- kratie wird, gestützt auf das Vertrauen der Arbeitermassen Berlins, dafür Sorge tragen, daß mit dem 17. November der Einfluß der Arbeiterschaft im Stadtparlament gestärkt wird._______ �Giudenten" Ser Hauptheher wegen Faoihe»t nicht wieder immatrikuliert Die Disziplinaruntersuchung gegen die Rädelsführer des| Hakenkreuzradaus vor der Universität ist im Gange. In- I zwischen erfährt man eine interessante Einzelheit über den; „Studenten" Hoppe, der der Führer der Demon-> stration war. Dieser Hoppe war Student, er ist es nicht mehr. Er hat seine Wiedereintragung als Student beantragt. der Antrag aber ist abgelehnt worden— wegen man- gelnden Fleißes. Das ist bezeichnend für die Hakenkreuzflegel. Sie suchen ernstes Bemühen um das Studium, Fleiß und Kenntnisse zu ersetzen durch Radau. Wie einfach ist es, sich um den Nachweis der Kenntnisse zu drücken, wenn man sich wegen „nationaler" Rüpeleien disziplinieren läßt! Lieber„natio- naler" Märtyrer als durchgefallener Kandidat? Tscheka über Rote Armee. Die Llnzufriedenheit soll unierdrückt werden. Hugenbergs Ketzergericht. Oer Graf zu Dohna wird rauSciefchmisseo. Es ist nicht ganz einfach für Deutschnationake. gegen Herrn Hugenberg zu rebellieren. Der Landesverband Ost- oreußen der Deutschnätionalen Volkspartei veröffentlicht in der.Hstpreußischen Zeitung" folgende Erklärung: Ln der Sitzung vom 9. November 1929 ha: sich der Geschäfts- führende Vorstand des Landesverbandes Ostpreußen mit dem von feinem Mftgliode, Herrn Grafen zu Dohna-Brunau In der„Berliner Börsenzeitung" Nr. SIS veröffentlichten Aussatz ,Zu neuen Ufern" beschäftigt. Der Geschäftsführende Vorstand häll in voller Uebereinstimmung eine Verletzung der Parteizucht und«ine Schädigung des Ansehens der Partei für vorliegend. Dieser Auflassung Ist der erweiterte Vorstand des Landes- Verbandes beigetreten, so daß die in der Satzung hiersür vor- zeschenen Maßnahmen eingeleitet worden sind und bis zur Durchführung des Verfahrens die Parteiämter des Herrn Grafen zu Dohna ruhen." Hugenberg hält den deutschnationalen Organisations- apparat, den er mit seinem Geld vor dem Bankerott gerettet hat. fest in der Hand. Die Rebellen werden gemaßregelt— und wenn auch der letzte Wähler davonläuft? Wilhelm klagt. (Sr fühlt sich von der.Morgenpost' beleidigt. Die„Morgenpost" hat die Behauptung aufgestellt, daß Wilhelm von Doorn sich vor dem Kriege so sehr als G« s ch ä f t s t« I l- Haber Krupps gefühlt habe, daß er die ausschließliche Beliese- rung der Armee mit Krupp-Geschützen durchgesetzt habe, obwohl diese Geschütze gegenüber anderen(Ehrhardt) minderwertig waren. Wilhelm von Doorn hat eine Beleidigungsklage gegen die ..Morgenpost" eingeleitet und hat an den Generalswatsanwall das Ersuchen stellen lassen, Osfizialklage zu erheben Er bemüht ssch — wie die B.S.-Korrespondenz mitteilt— militärische Dienststellen der Reichswehr in den Prozeß hineinzuziehen. Reue Koalition in Baden. Sozialdemokratie und Zentrum. Karlsruhe, 13. November. Die Zentrumssrattian des Badischen Landtages veröffentlicht ein Kommunique, in dem unter Hinweis aus die zwischen den De- mokraten und der Deutschen Voltspartei erziellen Einigung mitgeteitt wird, daß die beiden vereinigten Parteien dos Unterrichtsministerium für sich beanspruchten und es abgelehnt hätten, ein anderes Ministerium zu übernehmen. Nachdem, so heißt es in dem Kommunique weiter, die Deutsche Bollspartei erklärt Hab«, daß sie unter anderen Bedingungen auch in eine rechtsgerichtete Regierung nicht«inzutreten gewillt sei, sei den beiden großen Parteien(Zentrum und Sozialdemo- kratie) keine andere Möglichkeit geblieben, als allein die R e. giirung zu übernehmen. Die beiden Parteien verfügen über 52 von 88 Mandaten. 1200 Japaner sind in Rio de Janeiro eingetrosfen: sie werden sich in Brasilien ansiedeln. Ja Sosia wurden zahlreichc mazedonische Komllatschi- verhaftet: sie werden in der Provinz interniert werden. Ihre Lerhastung er- folgt« oflenbar w«gen der blutrünstigen Drohungen der Mazedonterverbände. Der vom Orlow-Pawlunowski-Prozeh sattsam bekannte Leiter der Außenabteilung der G P U., Trilisser, ist vor wenigen Tagen seines Postens enthoben worden. Im Kamps« der leitenden Persönlichkeiten der GPU. untereinander, ist er I a g o d a unterlegen: die Flucht Bessedowskis aus der Pariser Sowjetgesandtschaft und manche andere Mißstände in den ausländischen GPU.-Abteilungen haben ihn zu Fall gebracht. Für einen so tüchtigen Tscheklsten wie Trilisser, gibt es aber in Sowjetrußland genug Arbeit: so ist er zum Leiter der Per- sonalabteilung der Roten Armee bestimmt worden. Diese Ernennung hat symptomatische Bedeutung. In der roten Armee gärt es: die innerpolitischen Kämpfe, di« Unzufriedenheit der Bauern, di« allgemeine Lebensmittelnot spiegeln ssch in der Miß- stlmmung innerhalb der roten Armee wider. Die Pariser Zeitung des bekannten Demokraten Miljukow,„Die letzten Neuigkeiten", bringt ein« Reih« interessanter Zitate aus der russischen Militärzeitschrist..Der rote Stern". Da liest man z. B. in der Nummer vom ö. Juli d. I. die Erklärung eines Flottenkommandeurs, der der Ansicht ist, man müsse bei den Rechtsstehenden(er metnt die rechte Opposition) alles für den Aufbau nützliche für sich nÄ>n»en: nickt allesseibeiihnen schlecht.«« feien alte Mitglieder der Partei. Solche Funktionäre sollte man schonen. Ein anderes Parteimitglied, ein Kam- mondeur aus dem Wolgagebiet meint, wenn Brot fehl«, so trage man selbst die Schuld daran: man Müsse eben die Brotpreise erhöhen.... Und ein kommunistischer roter Divisionskommandeur äußert ssch dahin, daß es überhaupt keine„Kulak s" gäbe. Man müsse nur warten, bis die Agrarentwicklung ihren Höhepunkt erreicht habe, dann würden die Bauern schon von selbst zur Kollektivwirtschast übergehen. Die Nuwmer des.Moten Sterns" vom 8. Oktober gibt die Aeußerung eines Parteimitgliedes und Divisionskomman- d e u r s aus Iekaterinenburg(Ural) wieder, der eben erst von seinem Urlaub aus dem heimatlichen Dorf zurückgekehrt ist. Er sagt klipp und klar: ..wen» wir die Bauern auch weiter so bedrücken, wie wir es bl» setzt tun. so geht der wtrkschaflliche Füof-Iahrplan flöten. Kollektivwirtschasten werden erst möglich sein, wenn wir genug lond- wirtschaftliche Maschinen haben. Mit Kewall läßt er sich nicht machen. Die Kluft zwischen Stadt und Dorf ist im Augenblick größer, als im Jahre 1925." Und der politische Leiter eines der Regimenter hat an das Bureau der Parteizelle eine Eingabe gemacht, in der er erklärt, daß er im Interesse der proletarischen Revolution für die umgehend« Aenderung einer Politik kämpfen werde, die zum Niedergang der Landwirtschaft, sonnt auch Verhinderung des sozialistischen Aus. bau» führt. Schärfer als d!« roten Kommandeure reden aber die roten Soldaten. So sagt z. B. einer(„Der rote Stern" vom 1. März): „Die Sowjetregierung plündert die Bauern mit ihrer Besteuerung": ein anderer meint, dieses Plündern werde nur dazu führen, daß die Bauern im Falle eines Krieges die Sowjets nicht verteidigen.(»Di« rote Armee" vom 31. August.) Dasselbe Blatt führt Klage, daß der Klassenfeind innerhalb der Armee eine schamlose Agitation gegen die Sowjetregierung treibe. So hätten z. B. ganze Gruppen von Rotarmisten ihre Freude über die Mißerfolge� der Sowjetpolitit in Ehino zum Auedruck gebracht.„Forsche Kerle, die Chinesen," sagen sie,„so ist es richtig: die Bolschewiken sagen Immerzu: Imperialismus, Imperialismus— und haben selbst «Ine fremde Eisenbahn an sich reihen wollen." Und der Zlowrmist Iakimento meinte gar: „Meinem Vater haben sie das letzte Gelrelde forlgeuommen. kommt es zum Krieg», so lause ich als erster davon." Der ,Mote Stern" vom 1. November bringt einen Auszug aus dem Tagebuch des früheren politischen Leiter« eines Infanteris» rezirnertts. des Kommunisten Foderow, den sein« Arbeit im Dorfe in schwierige innere Konflikte gestürzt hat:„Ich wollte durchaus nicht fahren", schreibt er.„ich konnte aber nicht nein sagen.« s i st nicht schön, zu predigen, was Deinem Innern wider« spricht Es ist schwer für die Kollektivwirtschast zu agitieren. während der Bauer das ganze Jahr wer halb hungrig da sitzt. Es ist schwer, da» schnelle Wachstum der vollswlrschaft zu rühmen, wena in Wirklichkeit nichts davon zu merken ist. wie soll mau vor den Leuten behaupte«, daß die Lage der Arbeiten- den sich von Jahr zu Jahr bessere, wena fie flch tu MrMchkcil von lag zu Tag verschlechtert. Nun Hachen wir es gar erreicht, daß wir nur dreihundert Gramm Brot und hurtdert Gramm Fleisch pro Tag«rhakten, Butter und Grütze sehen wir überhaupt nicht mehr. Alles nur Redensarten!" Natürlich verlangt der„Rote Stern" Bestrafung der Offenherzigeck:' Durch diese Vorkommnisse ernstlich beunruhigt, hat die Sowjet- regierung angesichts der bevorstehenden Aushebung eine Verfügung erlassen, die eine größere Durchdringung der Armee mit Arbeiter- elementen bestimmt, die Nichtaufnahme junger Leute, die ssch in ihrem heimatlichen Dörfern unliebsam bemerkbar gemacht ljaben, und die Auswahl der Rekruten nach dem Klassenprinzip statt durch Losung anordnet. Man wußte nur zu gut. weshalb man den Tfchetisten Trilisser zum Chef der Personalobteitnng macht«. Die GPU. wird auch in der roten Armee Trumpf. Reue TscheWeiiuug. Oenkmal für Oserschtnfkl. Moskau. 18. lllovember(Ost-(Expreß.) Nach dem Rücktritt T r t l i s s« r s vom Posten des stelloerlre» tenden Chef» der PoNtischen Polizei(GPU.) ist folgendes Kollegium bestätigt worden: Chef der GPU. bleibt M e n s ch! n f k i, e:st:r Gehilfe I a g o d a, zweiter Stellvertreter Messing weitere Mitglieder Iewdokimow. Boksi. Balitzki, Redeks. Protofjew und Blagonrawow. Balitzki war jahrelang Leiter der Charkower GPU. Ein Denkmal für Dserschinsti, den verstorbenen ersten Chef der Tscheka. soll in K u r s i n s k errichtet werden. Bei der Grundsteinlegung war der neuernonnte Bolkebildungskommissar Bubnow anwesend, der bisher an der Spitze der Roten-Armee- Polizei stand. Die Reparationsbank perfekt. Oie Verhandlungen in Raden, Raden sind abgeschlossen Roch sechswöchiger Tagung hat am Mittwoch abend der Organi- sationsausschuß der Lank für Zulernationale Zahlungen seine Arbeiten abgeschlossen. Räch Erledigung der letzten Streltpunkte in den Treuhandverlrägen konnte zur Unterzeichnung der hier aus- gearbeiteten drei Schriftstücke, nämlich der Slakuten. der Grün- dungrurknode und der Trcnhandverlräge geschrillen werden. Die Unterzeichnung wurde vorbehaltlos und einstimmig von sämtlichen anwesende« Abordnungen vorgenommen. Rur die Unter- schriflen der abwesenden belglschea Vertreter, fehlen. Die Schriftstücke werden jetzt dem Präsidenten der Haager Konserenz zugeleitet. Ein Bericht dazu ist nicht aurgearbelkel worden, lleber die Person des kommenden Präsidenten des wellbankdirekloriums in Laden- Baden sind keine vereinbarungea gekrosfen. Die Stotuken werden am Vonnerktag veröffentticht._________ Das Gklarekgeld der Oeuifchnationalen Rruhn klagt gegen den„Lokal-Anzeiaer". Herr B r u h n hält in der„Wahrheit" trotz der Berichtigungen des Herrn Laverrenz alle seine Behauptungen über den wiederholten Gcldbezug des Deutschnationalen Landesverbandes Berlin vrn den Sklareks aufrecht. Er teilt mit, daß er de» „Cokal-Anzeiger", der von„Verleumdungen' gesprochen hatte, ver- klagt habe, und daß er vor Gericht die Wahrheit seiner Behaup- tungen beweisen werde. Im übrigen tellt er mit, daß die Schnorrerei bei den Sklareks eine Folge des Konkurses der„N a t i o n a l p o st" des Herrn La- »errenz gewesen sei. Die Erinnerung an diese Affäre wird weder Herrn Laverrenz noch den Deutschnätionalen angenehm sein. Znflationsbegehren in Mecklenburg. Einzeichnungen durch HauSiomwlung anerkannt. Schwerin. 13. November.(Eigenbericht.) Der A b st I m m u ngsousschuß für den Wahlkreis Mecklenbu�rg-Lübeck beschloß am Mittwoch entgegen einem Zlntrag der Sozialdemokratischen(Partei mit 4 gegen 2 Stimmen, auch die Einzeichnungrlisten für das Inflationsbegehren anzu- erkennen, dledurchdasTragenvonHauszuHaiisenI- standen find. Nach dem endgültigen amtlichen Ergebnis haben sich in Mecklcn- burg-Lübeck 123 297 Personen eingezeichnet. Davon enisal?«» auf Mecklenburg- Schwerin 191 992, auf Mccklenburg-Strelitz 17 439 und auf Lübeck 4775 Unterschriften. Zur Haager Konferenz. Die Reichsregierung wird auf der zweiten Haager Konferenz durch den Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s und den Zieichs- ftnanzminifter Dr. Hilferding vertreten werden. Englands neue Votfchafter. Der frühere Botschafter in Berlin und Staalssetretär des Außemninifiers Chamberlai». Lindjay, geh: als englischer Botschafter nach Washington und der frühere britische Gesandte in Mexiko, Ower, übernimmt die Vertretung Englands in Moskau. Bürgerliche Gtadtkultur. .» > i f i ,Vas Sürgerium, nicht die Sozialdemokratie hat unsere städtische Kultur geschaffen.� �Stimmt. Hier aufm Hinterhof steht man's deutlich." Oer belgische partettag. Wichtige Beschlüsse in der Sprachen- und Schulfrage. Bürgerliche Sauberkeit. Oer Araber des Oberbürgermeisters als Moaopolaawalt Köln, 13. November.(Eigenbericht.) Die.Fi h« i n i s ch« Zeitung" veröffentlicht am Mttmoch einen interessanten Schriftwechsel, der bezeichnend für die Art ist. wie die bürgerlichen Parteien ihre Arbeit für die Allgemeinheit aufsasfen. Der Vorsitzende der Kölner sozialdemotratischen Stadtver- erdnetensroktion forderte in einem Brief an den Oberbürgermeister darüber Aufklönrng, wieviel städtisch« Aufträge in den letzten Iahren an Stadtverordnete vergeben wurden. In seinem Antwortschreiben lehnt« Obsrbürgtrmeist»r 5i d e n o it e r dieses Ersuchen mit dem Hinweis auf den augenblüt- tzchen Wahlkamps ab. Aus dem weiteren Schriftwechsel geht hervor. daß die st ä d t i s ch e n Prozesse fast ausschließlich an zwei Rechtsanwälte übertragen wurden, die der Stadtver. ordnetenversammlung angehören, sowie einem dritten, und zwar d?m Bruder des Oberbürgermeister». Der letz'er« cllein hat zusammen mit einem Sozius in fünf Vierteljahren über 1 00 000 Mark Honorare von der Stadt Köln erhalten. Da die Gebühren für di« von der Stadt gewonnenen Prozesse von den Gegnern bezahlt werden, dürft« diese Rechtsanwallsfirma mehr als das Doppelte der genannten Summ« aus städtischen Prozessen bezogen hoben. Das ist insofern bemerkenswert, als für die meisten Prozesse alle Schriftsätze von städtischen Beamten angefertigt wurde». Die Rechtsanwälte bezogen also ihre Riesenhonorar« lediglich für Briesträgerdienst«.. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hat es inzwischen abgelehnt. die geschäftlichen Lerbindungen mit dieser Rechtsanwaltsfirma zu lösen. Er betrachtet sie als vollkommen In der Ordnung. Keine Leuie! Oer.nationale* Wahlkampf. In den parteiamtlichen Mitteilungen der Deutschnationalen Volkspartei schreibt der Landtagsobgeordnete Steuer einen Schimpf» ortjiel gegen die Sozialdemokratie. Ueberschrist:.Feine Kon- di toten au» der Kirche, eher schon Kandidaten au» demZuchthaus." Schlagzeil« aus dem Organ des Herrn Goebbels:„B« r» I ch w indet, ihr Bonzen! Fußtritt« auf di« fetten Bäuche!" Ourchkreuzie Demagogie. Kampstag in der Kammer. Varls. 13. November.(Eigenbericht.) In der Kammer kam die Regierung Tardieu in eine recht heikle Stuotiou. Der reaktionäre Aog. Marin stellte den. Antrag, samt- licke französische Schulden aufzuwarten. Die kleinen Sparer, so erklärt« er. die Mehrzahl der Renteninhaber, feien durch die Wert- Verminderung der Währung In große Not geraten. Es sei«in Un- recht, sie jetzt im Stich zu lassen, zumal man ihnen im Kriege den Donk des Vaterlandes feierlich versprochen habe. Finanzminister Chiron sprach entschieden gegen den Antrag, der das Budget aus dem Gleichgewicht und die Staatsfinanzen in heillose Unordnung zu bringen drohe. Ministerpräsident Tardieu stellt« die Vertrauensfrage. M't deutlicher Airspielung darauf, daß Marin als Minister im Kabinett Poincore die Stabilisierung de» Franken mitgemacht habe, er- tlärtc Tardieu, daß olle Welt wissen müsse, welche Derantworüing man mit dieser Stabilisierung auf sich genommen habe. Revalori- sieren heiß« di« Folgen der Stab lisierung nachträglich ablehnen. Werte man jetzt generell auf, so schasse man genau soviel llnpe- rechügkeit, wie mit der Stabilisierung, da di« Dorteile dieser Maß- nähme doch nicht den Richtigen zufallen. Dagegen sei die Regie. > ung bereit, ja, sie verpflichte sich feierlich, i«dem in Not ge- ratenen Rentner individuell zu helfen. Marin ließ sich clnschücht.'rn und zog seinen Antrag zurück. Sofort aber nahm ihn der s o z i o l I st i s ch e Abg L a f o n t wieder aus, damit eine klare Abstimmung erfolge und damit niemand die Möglichkest habe, mit der Revaloriflerung Demagogie zu treiben. In der Abstimmung wurde der Reoolorisierungsantrag mit 317 gegen 2Z7 Stimmen.'also mit 60 Stimmen Meh'heit. abgelehnt. In der Debatte über di« Landwirtschaftspolitik verlangt« Abg. Chastanet(Soz.) energische Maßnahmen gegen di« Spetulatio- nen in Getreide, Zucker und sonstigen lebenswichtigen Nahrung». Mitteln. Siraßburger Opposttion. Sicaßburg. 13. November. Im Gemeinderat hatte die republikanisch-demokrotische Fraktion einen Protestantray wegen der Nichtbeflaggung der städtischen Oe-- läude am Woffenstillstani-tage eingebracht und die Anfrage ge- stellt, welche Gründe hierfür maßgebend gewesen seien. Der Auto- r.omist Schall erhob die Gegenfrage, aus welchen Gründen der ll November als Nationolfeierivg begangen werde. Der konnnu- nistilch« Bürgermeister H u e b i r antwortet«, daß der 11. November wohl ein gesetzlicher Feiertag sei, daß er ihn ober nicht feiere, well die gegenwärtige Regierung nicht genügend Friedensbürgschaften biete. Dotfchafier von Hoesch bei Tardieu. pari», 13 November. Bon amtlicher deutscher Seil« in Paris wird mirg«teilt: Der deutsche Botschafter von Hoesch hotte am Mittwoch abend eine ein stündige Unterhaltung mit Ministerpräsident T a r- d i e u. i» der die deutsch-französischen Beziehungen behandelt wurden. Wer sch ießt eine ganze Krakkion aus? Wer d- nn sonst als die Kommunisten? Im Pariser Gemeinderat ist setzt kein einziger »«chter" Kommunist mehr vorhanden. Don den bi-herlgen neun kommunistischen Stadtverordneien sind acht n a ch« i n- ander aus der Partei ausgestoßen worden. Der neunte, der vorläufig noch als letzte hohe Säule figuriert, sitzt im Gefängnis und kann sich daher der Ketzerei nicht verdächtig machen. Es ist der ehemalig« Abgeordnet« Marty, der einstig« Führer der ausstän- dischen Matrosen von der„Schwarzen-Meer-Flotte", der wegen Auf- ruhrpropaganda ein« neue länger« Sesängnisstras« abbüßt. Brüssel. 13. November.(Eigenbericht.) Die Beratungen und Beschlüsse des am vergangenen Sonntag abgeschlossenen Parteitages der belgischen Arbeiter» Partei sind von beträchtlicher Bedeutung sowohl hinsichtlich der Klärung der Ansichten innerhalb der Partei als auch für die allgemeine pclitlsche Lage in Belgien. Wie das ganze politische Leben Belgiens, so ist auch die Tätigkeit der Ar- beiterpartei wesentlich davon beherrscht, daß in Belgien zwei fast gleich starke Vevölkerungsgruppen mit zwei Sprachen nebeneinander leben und miteinander aus- kommen müssen. Das Verhältnis zwischen Wallonen und Flanren wirft außer der Sprachenfrage namentlich Religio»»- bzw Kultur» fragen und zum Teil sogar sozialpolitische und Steuer- fragen auf. w«il die religiöse und soziale Struktur der Bevölkerung in beiden Landestcile'n wesentlich verschiedene Züae aufweist. Im Augenblick, wo die Sprachcnsrage, oder besser die Frage der vollständigen. Flamisievunff der— jetzt gemischten, früher rein französischen— Universität von Gent die bürgerlich« Koalitionsregierung auseinanderzusprengen droh:, ist die Arbeiter- parte! über diesen Punkt zu einer vollständigen Einigung gelangt. Da» kurz vor dem Kongreß von namhaften wallonischen und flämischen führenden Genossen ausgearbeitete„Kompromiß der Belgier" ist. mit den von diesen Führern auf dein Krngresse gemachten Kommentaren, einstimmig unld mit großer Begeisterung angenommen worden. Es beruht auf dam Grundsatz der vollen kulturelle» Autonomie der beiden Landesteile mit besonderen Bestimmungen für Brüssel und einige andere zweisprachige Orte. Die Frage des kulturellen Schutze« der sogenannten Minoritäten, das zu Schwierigkeiten hätte Anlaß geben können, ist ebenfalls zur Zufriedenheit beider Teile gelöst worden, indem solche Minderheitsrechte nur solchen Bürgern zuerkannt werden, deren Muttersprache tatsächlich nicht die der Mehrheit der Bevölkerung ist. Schwierig ist auch die Lösung der Schulfrage. Hier handelt es sich vor allem darum, ob die von der katholischen Kirche unterhaltenen Schulen weiterhin öffentliche Subsidien er- halten sollen. Auch in dieser Frdge gelangte der Parteitag zu einer Verständigung, indem er als Ziel di« allmähliche Abschaf-� s u n g der Subsidienpolitik proklamiert«, ohne jedoch die Dinge über- stürzen zu wollen. Er forderte gleichzeitig Maßnahmen zur Der- meidung von Mißbräuchen und zur wirksameren öffentlichen Kon troll« der kaiholischen Schulen. Eine nähere Ausarbeitung dieser Richtlinien, die nicht nur der Parlamentssraktion, sondern vielen Hunderten von sozialistischen Gemeinde- und Provinzialver- tretern im Lande zur Richtschnur dienen müssen, soll durch einen be> sonderen Kongreß erfolgen. In bezug auf die Sozialversicherung verpflichtete der Parteiiag die Parteileitung und Parlamentssraktion, gegen jeden Verschleppungsversuch Front zu machen. Er fordert, daß die Frage, die di« Regierung erst nach Erledigung der Sprachen- und Steuer- frage vornehmen will, mindestens im Senat, sofort zur Behandlung kommt.; Innerpolitisch bedeuten die Beschlüsse ein« wesentliche Ver- stärtung und Anspannung der vppositionsstellung der Sozialistischen Partei. Die in der Sprachenfrage beschlosseile Lösung ist für die Liberalen unannehmbar, während dos Bekenntnis zum Grundsatz der gänzlichen Abschaffung der Sud- sidien an die katholischen Schulen ein Zusammengehen init irgendwelchem Teile der katholischen Partei außerordentlich erschwert. Aber ganz abgesehen davon, ist die Sozialistisch« Partei an sich fest«ntschiossen, bis zu den Neuwahlen in der Opposi- t t o n zu verharren. Darin sieht sie zurzeit das best« Mittel, sich bei dem nächsten Appell an das Volk einen Erfolg zu sichern. Normaler- weise müssen die Neumahlen erst im Jahre 1932 statt- finden. Aber bei der trostlosen Verwirrung im Negierung-lager ist es nicht unwahrfcheintschv daß man-schon viel-frühe-r- keinen anderen Ausweg mehr findet als den Appell an dä» Bslktz. Regierungskrise unvermeidlich? Brüssel. 13. Novmber. In der iüngedung des Ministerpräsidenten Höst man die inner- politische Lage insofern für kritisch, als die Beauftragten der Liberalen sich geweigert haben, irgendwelchen Plänen zur Regelung der Sprachenfrag« ihre Zustimmung zu geben, in denen dar flämischen Jugend nicht die Freiheit sichergestellt ist, gegebenen- falls auch eine französisch« Erzichung zu erhalten.. Premierminister Ja spar hatte heut« morgen eine Besprechung mit den Führern der Liberalen, Hymans und Ianfon, in der man sich um eine ver- mittelnd« Lösung bemühte. Man sürchiel jedoch, daß eine Ministerkrise unvermeidlich Ist. Damit würden auch die von der Regierung ausgearbeiteten finanz, politischen und sozialpolitischen Pläne hinfällig werden. Oer Eid der flämischen Aktivisten. Brüssel. 13. November.(Eigenbericht.) In der Kommer kam es am Dienstag bei der Vereidigung der Abgeordneten zu heftigeu Zwischenfällen mit den slä- misch-nationalistischen Abgeordneten, die jetzt eine iompakte Fraktion von 12 Mitgliedern zählen. Als der aus der Utrechter Dvkumentcnfälschungsasfäre bekannte Wort» H«r m a n ö vereidigt werden sollte, sagte er anstatt der vollständigen Eides� formel nur die Worte:„Ich schwöre." Sosort erhob sich von ollen Seiten ein aufgeregter Protest, und zroar so lange! bt« Hermons sich dazu bequemte, die Wort« zu sagen:„Ich schwöre. die Verfassung zu respektieren." Andere slämtzch-nakio» nalistische Abgeordnete machten den gleichen Versuch wie Hermans, ohne sich jedoch gegen den Widerstand der Kammer- Mehrheit durchzusetzen. Die Waffen der Heimwehr. Anfragen im Tiroler Landtag. -Zunsbruck, 13. November. Im Tiroler Landtag wiesen die Sozialdemokraten heute in einer Anfrage darauf hin, daß am gestrigen Staatsfeiertag an dem Ausinarsch der H«imotwehr drei Kompagnien des Heimwehr-Sturmbataillons mit ausgepflanzten Basonettev teilgenommen haben. Aus dieser Auslegung der Waffenfreiheit könnten di» folgenschwersten Weite- r u n g e n erwachsen: denn das gleiche könnte dann keiner der politi- fchen Parteien versogt werden. Der Landeshauptmann wurde gefragt, ob er dies erlaubt habe und ob er bereit sei, die sogenanme Waffenfreiheit In Tirol mit den geltenden Gesetzen der Republik in Einklang zu bringen. Der Tiroler Bauernbund wies in einer Anfragt die Auffassung der Sozialdemokraten zurück, daß in Tirol ein« Wafsensreiheit be- stehe und ersuchte den Landeshwuptmann um Aufklärung darüber, was in Tirol hinsichtlich Wafsentragens Rechtens fei. Ferner machte st« ihn darauf aufmerksam, daß das Tiroler Boll aa{einen Recht nicht rütteln lassen werde. Ein« weitere Anfrage der Sozialdemokraten befaßt sich mit der Person des Stabsschefs des H eimats chutz Verbandes, be« M a I o r s Pabst, und betont, daß Pabst deutsche Osfizierkpension beziehe, also deutscher Staatsbürger sein müsse. Der Landeshauptmann wird ersucht, die Staatsbürgerschaft irnd die Zuständigkeit von Pabst zu klären. Bei den Gemcindewahiea iu Niederösterreich hoben die Sozial- demokraten gegen 1924 durchschnittlich 10 Proz. gewonnen. dos Drei, dl» Biersach, des bürgerlichen Zuwachfsi. Der größte Teil des bürgerlichen Mandat gewinn« fällt auf Land- gemeinden mit vermehrter Mandatezahl und wo«In« sozi.'lte no- krotische Liste— teils infolge Terrors— nicht au'gistM war. also die Einheitsliste pteich als gewählt galt. Di« Sozialdemokratie be- sitzt setzt In 16 9 Gemeinden Niederösterreich»(ohne die größeren Städte) die Mehrheit. Das ist«in Gewinn von 30 Gemeindevorsteherämtern. Australle» und Sowjetunion. Australien hat die diplomatischen Beziehungen zu Rußland im Jahre 1927 gleichzeitig mit England ab- gebrochen. Di« Verhandlungen zur Wiederaufnahm« werden jetzt im Auftrag der australischen Regierung durch das Londoner Aus- wärtig« Amt geführt. Verhöhnung her Arbeitslosen. Kommunistisches Agiiaiionsmaterial für Sozialreattionäre. jjer Ausschuh ber Berliner Stodtoerorönetenversammlung Holle .J) in ber vorigen Woche mit Anträgen der sozioldemotroti- sche« und der kommunistischen Stadtverordnetensrnktion aus G«- «ährung von Winterbeihilsen für all« Unterstützungs- empsänger, einschließlich der Erwerbslosen, zu befassen. Ein- st i m m i g wurde der sozialdemokratische Antrag an- genommen, der den Magistrat ersucht,„die Mittel bereitzustellen für die Gewährung von Winterbeihilfen in Höhe der vor- jährigen für all« Untersrützungsempsänger. einschließlich der Er- werdslosen". Di« Kommunisten hatten einen Antrag eingebracht, den fie aber zu begründen oder zu verteidigen unterließen. Diese Preisgabe des eigenen Antrages innerhalb des Ausschusses wird verständlich, wenn man den Inhalt des Antrages kennt. Der Antrag verlangt u. a. die Erhöhung der Unterstüßungs- säße auf Vl> Mark für die Einzelperson, 170 Mark für das Ehe- paar, außerdem 35 Mark für Kinder bis zu 2 Jahren, 40 Mark bis zu S und 45 Mark bis zu 14 Iahren. Außer diesen Bar» Unterstützungen sind durch die Stadt zu zahlen die Mieten. die Kohlen frei Haus, wöchentlich 5 Pfund Kartoffeln pro Person. Gas und elektrischen Strom gratis, warme Winterkleidung. Ein Erwerbsloser, Sozialrentner oder Unterstützungsempfänger der Wohlfahrtsfürsorg«, der ver- heiratet ist und zwei Kinder hat, würde demnach außer freier Wohnung, Heizung. Kleidung, Kartoffeln und Licht monatlich eine Barunterstützung von durchschnittlich 250 Mark erhalten. Dieser Antrag, den jeder Arbeiter und jeder Arbeitslos« als ein« Verhöhnung empfinden muß, denn er gibt den Märchen der bürgerlichen Press« neue Nahrung, wonach die Arbeitslosen und Sozialrentner herrlich und in Freuden loben, dieser Antrag würde der Stadt Berlin schätzungsweise jährlich über eine halb« Milliarde Mehrlasten verursachen. Vorausgesetzt natürlich, daß die Stadt nicht bankerott macht, vorausgesetzt auch, daß die Zahl der zu Unter- stützenden nicht weiter ansteigt. Daß die kommunistische Stodtverordneteniraktion es unterlassen hat. diesen Antrag auch nur zu begründen, ist ohne weiteres er- klärlich Selbst unter kommunistischen Stadtverordneten wird man kaum einen Vertreter finden, der die Selblwerleugnung so weit treibt, um dielen ausgelegten Schwindel innerhalb einer Kommission von Sachberatern zu verteidigen. » Aber mit solchen Anträgen gehen die Kommunisten in den von ihnen arrangierten Arbeitslosenkundgebungen hausieren. Wenn von annähernd 2M 000 Arbeitslosen— die Unterstützungsampsänger aus der Wohlfahrt und die Sozialrentner gor nicht gerechnet— bei einer öffentlichen Äundgebung. wo die KPD. alle ihr« Anhänger kpnzentrierte,'nsgesamt kaum 700 Personen erschienen, so zeigt das am besten, wohin ein« solch« hemmungs- und gewissenlose Dem» agogi« führt: zur allgemeinen Verachtung. Wenn die Kommunistische Partei aber etwas für die Erwerbs» losen tun will, dann soll sie doch einmal bei ihren Auftraggebern in Moskau den Antrag stellen, die russischen Arbeitslosen und Unterstützungsbehürftigey s o zu unterstützen, wie die» in Deutsch» land geschieht. Das Los der Arbeitslosen ist gewiß zu betlagen. Mit solchen Anträgen ober verhöhnt man die Arbeitslosen und zeigt ausdrücklich, daß man praktisch für sie g a r n i ch t s t u n w i l k. Besuch bei den Zimmerern. Ohnmacht der kommunistischen Spalier. Da, wo noch vor 14 Tagen die Marionetten Moskau» saßen und den Kampf der KPD. gegen die freien Gewerkschaften inszeniere» halfen, stehen jetzt Männer, die Gewerkschaftsarbeit leisten nach den Beschlüssen und Statuten ihres Verbandes. Ihre Arbeit ist nicht leicht. Es gilt ganz von vorn anzufangen und praktische Aufbauarbeit zu leisten. Das Gebäude, die Zahlstelle Berlin des Zimmererverbandes, haben die Repschlöger, Schilf und Konsorten freilich nicht zerstören können. Die g« l e g t« n Minen sind noch in letzter Stund« durch einen energischen Zugriff unschädlich gemacht worden. Wenn auch die neuen Leute vieles in Unordnung vorfanden, so haben sie doch schnell Ordnung geschaffen. Mit Unter» stützung von Hilfskräften wurden rasch die Mitgliederlisten neu zu» sammengestellt und allen bisherigen Mitgliedern aufklärend« Flug- blätter und Rückantwortkarten zugestellt, um jedem, der gar nicht gewillt ist, dem Verband die Treue zu halten, sondern mit den Aus- geschlossenen gehen will, klare Stellungnahme zu ermöglichen. Obwohl diese Karten erst anfangs dieser Woche verschickt wurden. ist«in beträchtlicher Teil davon bereits wieder in den Häntum der Zahlflellenleitung, mit dem Treuebekenntnis zur alten Organisation. Viele scheuen nicht den Weg zum Engeluser und geben die Karten persönlich ab. An Arbeit fehlt es also der neuen Zahlstellenleitung nicht und an den Achtstundentag ist für die Angestellten vorläufig nicht zu denken. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Außer denen, die ihr Verbleiben in der Organisation registrieren lassen wollen, kommen ändere, um ihre Unterstützungen abzuholen, kommen Baudelegierte, die sich ihr« Informationen einholen. Wieder ander« wollen Beiträge entrichten, Vollmachten erteilen zur Vertretung vor dem Arbeits- gericht, kurzum, das organisatorische Leben pulsiert stärker als je. Während sich hier der neu« Verwaltungsapparat störungslos ein- spielt, machen die davongejagte Zentralstellenleitung und die G e- werks chaftszentrale der KPD. krampfhafte Versuche, der neuen kommunistischen Lotalorganisation Repschlägers Leben«inzu- blasen Da wird vor» der Bezirksleitung Berlin-Bran- denburg der KPD. an alle Ortsgruppen des Zimmererverban- des und des Baugewerksbundes ein Rundschreiben gesandt, in dem die Bewilligung der 25 000 Mark für den gegen die freien Gewerkschaften gerichteten Rohrlegerstreit als ein« Tat dargestellt. die durchaus nicht aus dem gewerkschaftlichen Rahmen falle und Zeter und Mordio über dt« Absetzung der kommunistischen Leitung der Berliner Zimmerer geschrien. Im Stil der früheren Regiments- befehle wird die Anweisung erteilt, sofort in allen Versammlungen gegen da» Vorgehen des Zentraloorstandes Stellung zu nehmen.„Zu allen Versammlungen müßt ihr Referenten der Berliner Zimmerer anfordern. Di« Reformisten, besonders die Gauleiter des Zimmerer» Verbandes d ü r f«n nicht zu Wort kommen. In allen V«r» sämmlungen müssen Sympathieertlärungen für die Berliner Jim- merer gefaßt werden." Wie man nach der Taktik Ehaltet den Dieb" den A u, s ch! u ß anderer Zahlstellen provozieren will, erhellt folgende An» Weisung der Bezirksleitung der KPD.:„Auch wird Hamburg gegen diejenigen Zahlstellen vorgehen, die ihre reformistischen Vertreter hinauswerfen und ausgeschlossene Kameraden Sprechen lassen. Eine Absetzung unserer Leitung muß mit der F o r t f ü h r un g der Vermal tu ngsgeschäst« durch dle abgesetzte Leitung beantwortet werden." Schließlich wird noch auf eine zwecks besserer Zusammenarbeit mit der KPD. für Mitte Dezember anberaumt« Bezirkskonserenz hingewiesen, zu der jede Ortsgruppe D e- legierte entsenden soll. Das Zentralkomitee der KPD. ist nicht ganz so offen» herzig und setzt den Kommunisten In den Gewerkschaften ein anderes Futter vor. Es verweist ln einem Rundschreiben an d>« Fraktionen der Industriegruppe Bau auf den„oppositionellen" Gewerkschaft- tongreß, bei dessen Vorbereitung im Baugewerbe„die Vorgänge in der Berliner Zimmererorgonisation stark ausgenutzt" und D« m o y» strationen vor den Derbandshäusern arrangiert wer- den müssen. Alle diese„revolutionären" Mätzchen werden es nicht hindern. daß die Bernunft der Berliner Zimmerer über den Paroleunsinn der KPD. siegt und das Häuflein um den Lokalifien Repschlöger genau so klein bleibt wie das um Rlederkirchner. Während man im neuen Gewerkschaftsladen der KPD. aus Mangel an Beschäftigung den Mond anbellt, geht am Engeluser alles seinen Gong. In einigen Wochen wird auch dieser kommunistische Spuk vorüber sein. Oer �revoluiionare" Gireitbrecher. Er bat so keine Srfahrunqen mit dem Streiten. Im Juni d. I. streikten die Darmarbeiter in den Schlachthofbetrieben. Laut Beschluß des Verbandes der Lebens- mittel- und Getränksarbester sollte von 7 Uhr morgens des 7. Juni die Arbeit in sämtlichen Betrieben, in denen Frsschware verarbeitet wurde, ruhen. Die Firma Sommerfeld hotte eine Filiale in der Lands- berger Allee, in der auch«In gewisser G o l d a ck, Mitglied der Kommunistischen Partei und ehemaliges Vorstandsmttglied des Fleischerverbandes, beschäftigt war. Als der Arbeiter B. erfuhr, daß in der Filiale seiner Firma in der Landsberger Alle« noch gearbeitet wird, begab er sich dahin, nahm zuerst mit dem Meister Rücksprache und wöbrend der Frühstückepause auch mit den Arbeitern. Auf die Frage Goldecks, was nun zu machen sei sagte B.:„Wenn du ein so stark politisch organisierter Kollege bist, brauchst du keine Auf- kiäruno." Gäldack und ein« Anzahl Arbeiter arbeiteten trotz Streikbeschluß weiter. Als später von der Streikleitung RaMobner erlck-ienen, versprach Goldack anzurufen, um sich zu «rkundipen, ob der B-trieb auch unter den Streik falle— es wurde namlitb bier neben Frischware auch Solzware verarbeitet. Laut BestWuß her Streikte' timg durfte aber nitH gearbeitet werden, falls selbst nur«in Stück Frü�war« verarbeitet würde. Goldack ar- bestete nibig wester. obne sich zu erkundigen. Geoen 5 Ilhr erschien er ober in der Stre'kleiti'va und ersubr, daß auch sein Betrieb sich dem Streik an"'sz Uhr, tagen die Kruppen: Frazitfurter«Ice: Zugenddeim frankfurter Allee'tO? lWallcr-/ arfttncu./iimnitr), Pro de Nie unsere Urausfilhrung.— ijnudsdrrgee Pia»-: Inq-ndheim ffroftc frankfurter Str. JS, Zmnner 6. Spieladcnd und legte Prob« für den Wet!» streitabend— Lichtender«»rd Reu.Lichtrub»»«: Iugendlielm Hauff, eck- I Ueslingstran«. Liederabend.— Tempclhof: Kruppenlieim. Lmeum Sermanla- fttafte b. Vorlra«:„Die Ardeitslofenverkicherung".— Südost-»: Enipm»» heim ZIeichenbcrger Str. 66 ffeuerwedrhaust. Zforira«:„Di- Bedeutung dcr � fommuua!n>al>lcn".— Sef»ndbru»»e»: �uorndheim?ol! Schule, viotlnburger Slrahe 2. Zlrvolutlonsgedenken.—»öpcutck: stugeudhcsm ffitUnouet Str. j. Wir lesen Humoresken.— SchS»««eIde: fuqcndbeim Odcrtchän-ip-'de, Laufen«- Strohe 2(oberes hintere» Zimmer). L-icabend.— Wedd n«: Gruppenlie m. ®t56'. Jugendheim. Orthstr. 10. Berliner Denkmäler, im Bolksivig.— Moebit: Sruppenhe m, Stadt, guaendheim. Lehrter Str. IS- II,. Vortrag: ,.D:e- G-wcrlsckiastsbcwcgung". .�vaenDäruvve Ve«?,nträ'rer�onD,s Der Anae�eflfen rA Äcirte, Tonne tfflaa, finden folgende Bernnstaltunaen statt: Baulow» ~: Iupendbc m Görschstr. 14 foroftc« 3 mmer). Vor- {JW ffUflrft der heut'gen CVcufcNift auf hie Äunff'. referen*: Wa'ie? Sfötech.— Treptow: Jugendheim der Schule Vildcnbruchstr.'»3. Vortrag: JSitR Tag auf der Erpcd'tion�. Referent: Willi Derkow.— EchLveberg: Iug.'nd» helM �auptftr. 15 lvofgebäude. Lhsir'ngenz mmer). Bortreg:„Internat'o"a.'e GeWerrschoftsltweaung". Referent: Otto Lamm.— l�rmnastifk'.rfus im Vesta- IpMUfimcinn» Lichtrnperg, Prinez-Aldert-Etrahe. Beginn 20 Uhr. f 9, Verantioorlllch»ilt Politik: Dr. S»rt Keger: Wirtschgsi'®.»Ungelhüse»! Sewcrksch-fttbewcgung: g. Steiue«: feuilleton:«. L. Döscher: Lokales und Sonili-e, frl«»»eftidt: Ameieen: Th Glocke: lämtlich in Berlin Verlag: Borwarts-Berla« G. m d. H Berl:» Druck: Boewans-Buchdruckerei und Berlagsanflalt Baut Siitgrr 11. So. Berlin SD 66 Lind-nlirghe Z Hier,» 2«eiloge»»nd.U-terdaltuag»ad Kiffen' Mark der hochelegante Herren- IS Ulster-Stotf Koch A Seeland Oarttmudtmnsir, 20,21 5ZWLL 3lr 535* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 44. November 4929 So sieht es in Moskau aus. „Die Ulohnungsnol spotte! ieder Boschroiming." Dir hatten uns kürzlich(siehe„Der Abend' Nr. 522 uns 530) eingehender mii einem Artikel der„Roten Fahne' beschäftigt, der sich mit den Wohnungsverhältnissen in Moskau be- faßte. Mit Hilfe eines klaren Zahlenmaterials konnten wir nachweisen, daß die Wohnungsnot in Sowjetrußland u n• geheuerliche Formen angenommen hat. Das Äommunisten- blatt, in dessen Spalten nur noch Lügen Aufnahme zu finden scheinen, ist nun plötzlich recht kleinlaut geworden. Es erklärt: �klemand bestreitet, und auch wir haben in unserer Bericht. erslatlung niemals beflritlen, daß die Wohnungsnot in Moskau gegenwärtig noch sehr groß ist.' Bekanntlich verwehren die Sowjetbehörden den Vertretern dar deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpress« die Einreise, lediglich weil sie eine objektiv« Darstellung der dortigen Verhältnisse fürchten. Wir sind deshalb in erster Linie auf die Berichte der Mo: kauer Vertreter bürgerlicherLinksblätter angewiesen. Vor«inigen Monaten erschienen in einigen Ullstein-Blättern längere Artikel über die Wohnungsverhältnisie der Moskauer B«> völkerung, die ein grauenhaftes Bild des herrschenden Elend« geben. Als Ergänzung zu unseren bisherigen Publikatio. nen veröffentlichen wir nachstehend einig« Auszüge aus diesen Be- richten. Die..Vossische Zeitung' schrieb am 3. Juli 1S2S: „Die Wohnungsnot in Moskau spottet seder Beschreibung. wer sie nicht selber sieht, kann, sich nicht vorstellen, wie e» in dieser Hinsicht in der Hauptstadt des kommunistischen Reiche» ans- sieht.... Die Gericht« sind überlastet mit den ewigen Beleidi. gungs. und sonstigen Skreitsällen. die sich au» dem nnerträgllch engen Nebeneinander in Küchen und Korridoren ergeben: Morde, llebersälle, Prügeleien, nervensressende Schikanen sind selbst. verständliche 5°tgen de» Wohnungselends, von der hygienischen Misere und dem moralischen Elend der Sinder ganz abgesehen, die in diesen menschlichen Ameiseahansen Erwachsener aufwachsen.' Ein Korrespondent der„Berliner Morgenpost' schildert« unter der Ueberschrift„Das heim in der Waschküche' das Familienleben seines Nachbarn in Moskau. Da kann man folgendes lesen: ,Ln unserer ausgebauten„Waschküche' wohnt ein fach» männisch ausgebildeter Handwerker mit seiner Frau, fünf er» wachsenen und zwei kleinen Kindern, der allen Mutter und einer Tante. Ein« der Töchter ist bereit» seit längerer Zeit verheiratet, deren Mann und Kind wohnen ebenfalls in diesen drei Räumen. Die Einrichtung der Wohnung ist ä r m l i ch e r als ärmlich, das Lllernotwendigst« fehlt. Daß Ehepaar« nur«in kleine», schmale» Bett haben, ist hier schon längst ein« Selbstverständ» ltchkeit. Bei dem Raummangel können nicht beliebig Letten aufgestellt werden. Die Kinder schlafen auf Pritschen, jede Pritsche ist für zwei Personen bestimmt,«in wenig Stroh, lose hmgestreut, dient als Unterbett. Oberbetten siird in unmöglicher Verfassung, neue Decken tosten zuviel; die Gehälter reichen ja kaum für die tägliche Nahrung. Wenn man hört, daß in den drei kleinen Räumen 13 Menschen wohnen, so packt un» doch eigentsich da» Granen... Und die Jugend, die jetzt heranwachsend« Jugend. weiß ja auch gar nicht, daß man tullroierter, zivilisierter leben kann. Da» Lehen der Arberter und Handwerker im Ausland« wird ihnen stets in den schwärzesten Farben geschildert; sie glauben ja. daß sie die Glücklicheren sind.' Wir führen diese Schilderungen lediglich an. um wkeder einmal die Heuchelei der deutschen Kommunisten zu zeigen, die immer wieder versuchen, mit der Schilderung der angeblich so„wundervollen' Zustände in Sowjetrußland Dumme zu fangen. Zu unserem Artikel„Seht dach nach Moskau!' schreibt uns ein Leser: „Die.Fiote Fahne' schreibt in ihrem Hetzartikel mit Bezug auf die WoHnungsvechältniffe in Moskau unter der Ueberschrift„Die billigsten Arbeiterwohnungen der Welt', daß die Wohnungsmieto außerordentlich niedrig sei. sie betrage auch in den Neubauwohnungen nur durchschnittlich„einen Rubel für den Quadratmeter(k Rubel und 22 Kopeken für den Ouadratarschin). Das Kommunistenblott hat sich verrechnet. Ein Arschin ist noch immer 71,1 Zentimeter und ein Quadratarschin nicht mehr als OL Quadratmeter. Also tostet ein Quadratmeter Wohnungsfläch«, das sind zwei Ouadratarschin, nicht einen Rubel. sondern 8Rubel und 44 Kopeken, da» heißt bei einem Kur» des Rubels von 2,16 M. nicht weniger als IS Mark und 23 Pfenpig! Die„Rote Fahne' hat nur etwa ein Neuntel der wirk- lichen Kosten angegeben, aber was macht das? Sie rechnet darauf, daß alles, was aus Rußland kommt, von ihren Lesern geschluckt wird, ohne Prüfung und ohne eigenes Denken. Schwindel mit der Stadtbank. Sine Erklärung des Magistrats. Wir hören aus sicherer Quelle, daß sowohl dt« re» aktiouäreu Parteleu als auch dl« K o m« u- uifteu dl« Oeffeutllchkelt mit Enthüllungen über schwere Verluste und Schwierigkeiteu der Berliner Stadtbank alarmieren wollen, um mit dieser Beunruhi- guug ein besseres Wahlgeschäft machen zu könne«. Dos» halb ist es zu begrüßen, daß der Magistrat durch den Städtischen Nachrichtendienst in voller Offenheit sowohl den jetzigen Stand der Berliner Sparkasse als auch die Lage der Berliner Stadtbank bekanntgeben läßt. Mit vollster Deutlichkeit geht ans den von der Zentral- revisionsstelle des Deutschen Sparkassen, und Girover» bandes geprüften Ziffern hervor, daß es sich bei der Ber- breituag der Gerüchte über Schwierigkeiten der beiden stadtischen Banken n« eine üble Mache handelt. der jede sachliche Grundlage fehlt. Di« Sparkasse der Stadl Berlin ist nicht nur absolut sicher. sondern absolut flüssig. Bis Ende Oktober 1929 haben sich di« Ein- 3)ie li ffialm nach Lankow. Die Arbeiten an der Verlängerung der Hoch- und Untergrundbahn über die Station Nordring hinaus bis Pankow, BreiteStra II e, schreiten rüstig vorwärts. Hinter der Station Senef eider platz wurde die Schnellbahn als Hochbahn geführt. Hier wie auch in der Biilom- und Kleiststraße im W esten wurden vor dem Kriege ohne Rücksicht auf die Nerven der Straßenbewohner die Mittelpromenaden der schönen, breiten Straßenzüge oerbaut. Das kostet nämlich etwas weniger. Grund genug für eine private Ver* kehrsgesellschaft, mit donnernden Hochbahnzügen die Anwohner zu peinigen. Auch hier zeigt sich die über- legene, vorausschauende Bauplanung der städtischen Ge- seUschafi. Die neue Verlängerungsstrecke wird wieder als Uniergrundhahn gebaut. Gleich hinter der UeberfÜkrung der Bornholmer Straße beginnt sich der Bahnkörper zu senken. In schöner Kurve führt die Bahnstrecke in ziemlich geringer Steigung in die Erde. Unser Bild zeigt die Rampe, von Norden nach Süden gesehen; Etwa in Höhe der Westerlandstraße endet der Tunnel. Der Bau ist jetzt soweit fortgeschritten, daß mit den Gleisanlagen begonnen werden kann. TsfarnTtomaKmi'■ 29] mam.Aa7Tötfwu• m x, ' uqpi CTliLitArtr/oy* urirt rT f vo*.CUutanc£eruon Copyright by BttAergilde Gateaborg. Bor 1 in Inmitten der brausenden drohenden Menge zogen wir die Straße abwärts. Vor uns führten sie Josef Paczals Leichnam auf der Karre, hinter uns kamen die wer Gen- darmen im Taktschritt, ohne mit der Wimper zu zucken. Wir waren nicht mehr weit von unserem Hause entfernt. als die Hand meiner Großmutter erbebte. Ich schaute auf. Ilnb da erblickte ich den Oberkosaken, wie er in herausfordern- der Haltung in der Vorhalle stand. Sein haar war vollständig verwirrt. Als er di« Gendarmen bemerkte, schien«p. als wankt« er einen Augenblick. Aber dann stieß er bitterlaut den Ruf aus:.Losakenl he, Kosaken!' Aber die Kosaken zeigten sich nicht. Dann sah er sich um, mst noch mehr verbitterter Miene, weil ihm jedoch niemand zu HUse kam, schnaubte er kräftig und sprang mit großem Zorn in das Vorderhaus zurück. Und dann tauchte er wieder auf, mst der Axt. So erwartete «r die Gendarmen. Großmutter rief ihm händeringend von der Straße zu: ..Sei vernünftig. Michael!' Der Oberkosak beachtete sie nicht: Er stand sprungbereit in der Türe. Das halbe Dorf drängte sich auf der Straß« und beobachtete mit angehaltenem Atem die letzten Vorbereitungen des asten Mannes... Di« Gendarmen marschierten mit auf- gezogenem Vasonett zur Türe hinauf. Der Oberkosaft schlug mst einer blitzenden Wendung das erst« Bajonest beiseite, daß «» nur so trachte und warf sich auf den zweiten Gendarmen. Aber vorläufig drängten sie ihn in das Vorderhaus zurück. Und jetzt begann drinnen ein fürchterlicher Kampf: die letzte Schlachl des Oberkosaken. Füßestampfen, das Krachen der Axt. der Lärm des Gefechtes war zu hären. Dann fiel da, ein« Fenster klirrend samt dem Rahmen vor das Haus. Dann entstand Schweigen. In taubem Schweigen stand dl« Menge. Nur mein« Großmuster schluchzte. Und jetzt tauchten die vier Gendarmen auf und der Ober- kosak in ihrer Miste. Seine Handgelenke gefejsest. tief in das Fleisch. Das Blut floß ihm aus dem Haar und träufelte über die Stinte herab. Auch fem Gesicht war blutig Die Gendarmen stießen ihn in den Hof hinab und bildeten ein Viereck um ihn. Der Oberkosak blickte über das ver- sammelle Voll hinweg, aber keiner von den Kosaken war zu sehen. Da gewahrte er meine Großmutter. Er schrie sie an: „Was heulst du da?" Der Wachtmeister stieß ihm in die Seite. „Marsch! Sie schritten aus, das Dorf entlang. Der Oberkosak schüttelt« seine blutige Mähne. Dann spuckte er. 7. Auch das ging freilich vorbei, wie alles vorbeigeht. Die Jugend, die alte Frische, die Trauer. Und auch wir tauchen einmal unter, ohne eine Spur zu hinterlassen. Genau so un» bemerkt, wie wir einmal diese Welt betraten. Nach zwei Wochen sprach schon fast niemand von der frechen Brandstiftung. Mein Großvater lag auf dem Fried- Hof und am gleichen Tage mit chm wurde auch Josef Paczal verscharrt. Die drei Heuschober waren abgebrannt, nun was mehr, und den Wiederaufbau des Tennendaches begann mst junger Kraft mein Onkel mst den allen Gesellen. Denn Brugos tat ihn an Stelle meines Großvaters. Der Verwalter fuhr übrigens mehrmals zur Stadt, doch jedermann wußte, daß chm nichts weiter geschehen werde. Denn auf Josef Paczal hatte er pünktlich in jenem Augen- blick geschossen, als der mit dem Feuer unter dem Schober arbeitete. Auch munkeste. man. daß er mit aller Kraft an der Befreiung des Oberkosaken arbeite. Anscheinend hatte er die BUte meine» sterbenden Großvaters erhört, allen seinen Feinden zu vergeben. Und dann haste nur ein einziger Knecht den Oberkosaken in jener Nacht auf dem Tennendach gesehen. Em Knecht aber konnte vor dem Richter nichts anderes aus- sagen, als chm Brugos befahl. Der Verwaster hatte sich in diesen paar Wochen sehr ver- ändert. Ich bereitete mich in dieser Zell mst Bandi schon auf die Prüfung vor und gewöhnlich steckten wir unter den Büschen des Gartens beisammen. Mehr als einmal sahen wir den Alten, wie«r mst rückwärts verschränkten Armen irgendeinen der Gartenpfade entlang schrstt und zu sich selbst sprach. Sein Nacken war magerer geworden und auch sein Bauch schwippte nicht mehr so auf und nieder wie ehedem. Sein Schnurrbart bäumest« abwärts. Fräulein Emmis unerwarteter Verlust beschäftigte auch mich sehr. Mein herz bangte um sie. Wir tranken den Kaffee mit Bandi jetzt nur zu Zweit, denn seine Mutter li«ß sich nicht blicken- Es war Schweigen, großes Schweigen in den Zimmern. Auch Bandi wußte nichts weiter, nur in der zweiten Woche kam er in großer Erregung mit der Nachricht, Emmi hätte einen Brief geschrieben, gemeinsam mit ihrem Gatten. Denn sie hatten schon am nächsten Tage in Kassa geheiratet. Da» Unglück war also nicht einmal ernstlicher Natur. Ein Tag nach dem anderen verging. Mein« Großmuster. di« Frau des Oberkosaken, weinte noch«ine Zeit lang im Hause, dann aber kehrte allmählich ihre Laune zurück, was ich bei ihr seit meiner ganzen fernen Kindheit nicht erlebt«. In der argen Buße des Oberkosaken ahntest« einen Finger- zeig Gottes und schickte sich darein. Ein-, zweimal suchte ich auch das Haus meines verstorbenen Großvaters auf. Brugos hatte meine Großmutter bereits beruhigt, daß sie bis an ihr Lebensende in dem Hause wohnen dürfe und auch ihre vierteljährliche Unterstützung erhalten werde. Das Haus war still und alle gingen auf den Zehenspitzen. Nur Urgroßvater kauerte, vor sich hindämmernd, in der Ecke. Wenn er mich erblickte, winkte er mich zu sich und zog die rechte Braue hoch: „Ist er noch immer fort?' Ich wußte gleich, daß er den Oberkosaken meint«. „Er sitzt im Kerker. Großväterchen.' „So, so.' und er nickte.„Auch Christus lstt um die Wahr- ./est. Nun, wenn er wieder zum Vorschein kommt, dann sage ihm. er möge mich besuchen, weil ich ihm die Hand drücken will. Der junge Mann gefällt mir. das Feuer möge die großen Hunde fressen! Ich will ihnen allen den Bauch auf- schneiden, der Frost möge sie schütteln, wenn ich erst zornig werde!' Ich ließ den Alten in großer Aufregung zurück. Vor Zorn bearbeitete er die Ofenbank mit seinen kraftlosen Händen. Die Tage vergingen. Die Kosaken waren nicht mehr zu sehen. Seit ihr Anführer gefangen war. zerfielen sie un- gesehen in die vier Weltgegenden. Die Saaten wurden gelb und wogten im schwanen Winde unentwegt in der ganzen Gegend, als Brugos eine« Vor- mittags in seinem Sonistagsanzug zur Stadt fuhr. Und in der gleichen Nacht kam der Oberkosak heim. Es war spät, als er in die Vorhalle trat. Er wünschte einen guten Abend, dann sprach er nichts mehr. Er verzehrte sein Abendbrot, stützte unter der Hängelampe die Ellenbogen auf den Tisch und starrte vor sich hin. Sein haar war zer- rauft und viel Gebeugtheit saß in seinen Augenwinkeln. Wie lange er so in großer Einsamkeit dasaß, wußte ich nicht, denn ich schlief ein. Am nächsten Morgen sagte meine Großmutter nur. daß der Aste die hetzpestsche umgehangen hätte und in die Ebene von Nezpest geritten sei. Er kehrte erst am Nachmsttag heim. Er schien ruhiger. Eine Zestlang beschäftigte er sich um den Stall, dann kam er zurück und blieb in der hohen Vorhalle stehen. Und so blieb er. reglos. Denn vor der Strafte trat in diesem Augenblick Brugos in unseren hos. Er hiest auf den Alten zu und grüßte:«Ich wünsche einen guten Tag!"(Forts, folgt.) lagen gegenüber Jahresanfang um 7S auf 382 Millionen Mark er- lioht. Davon sind 16,4 Proz. in Bankguthaben angelegt, 21,4 Proz- in absolut sicheren Hypothekendarlehen und 25,2 Proz. in Darlehen an öffentliche Stellen. Eine sicherere Anlage ist schlechthin nicht denkbar. Dieser Anlage gegenüber van irgendwelchen Schwierig- leiten zu sprechen, ist absolut unverantwortlich. Auch bei der Berliner Stadtbaok ist die tage trotz der Sklarek- trredite günstig. Die gesamten Einlagen betragen 174 Millionen Mark, lieber ein Drittel dieses Betrages ist sofort greifbar onge- legt. Die gesamten Prinatkredite der Stadtbank betragen rund 38 Millionen Mark. In diesen 38 Millionen Mark ist auch der Sklorek-Kredit mit 16 Millionen Mark enthasten. In den ver- bleibenden 28 Millionen Mark steckt äußerstenfalls ein Risiko von 1,5 Millionen Mark,«in« Ziffer, die sich durch Rachprüfung' oller Kredite von über 26 666 Mark durch die Zentralrevisionsstelle des Deutschen Sparkasien- und Eirovcrbandes ergeben hat. Dos gesamte Risiko der Stadtbank bs- trägt also die genannten 1,5 Millionen und aus den Sklarek-Krediten zirka 9 Millionen, zusammen 16,5 Millionen Mark. Zur Deckung dieses Risikos können offene Reserven von 3,26 und stille Reserven von 1,25 Millionen Mark oerwendet werden, so daß ..ußerst für die Stadtbank ein Derlust von 6 Mil- lionen Mark entstehen wird, und zwar einschließlich aller Gefahren, die mit den Sklarek-Krediten zusammenhängen. Dabei ist aber noch zu bemerken, daß Sparkasse und Sladkbank zwei vollständig voneinander gekrennke Institute sind. Bei der Spar- kasie bestehen Risiken überhaupt nicht, denn sie hat sich stets auf sparkassenmäßige Geschäfte beschränkt. Die notwendige Trennung zwischen Stodtbank und Sparkasse hinsichtlich der Kossensührung, Geschäftsabwicklung und Vermögensverwaltung ist und wird auch weiterhin auf das strengste durchgeführt. „Mehr Würde!" O!e Volkspartei und ihre„berliner Stimmen". In dam Wochenblatt der Deutschen Volkspartei„Berliner Stimmen" vom 3. November beschäftigt sich der Stadtverordnete ftallensleben mit den„Forderungen der Volkspartei für die Kommunalwahlen". Als solche zählt er auf: Sauberkeit der Stadt- Verwaltung, unabhängige Kontrolle. Aufhebung des Anschaffungs- amtes, weitgehende Sparsamteft, kein Versorgungsinstitut für die Linke, keine Politik in der Schule. Erhaltung der Privat- Wirtschaft, und endlich: Iveuiger Aufwand— mehr würde! ..Jede Vcrguickung der Privatinteressen eines Mitgliedes des Ma- gistrats oder der Stadtverordneten mit seinen amtlichen Funktionen erscheint untragbar," sagt Herr Hallensleben, eine Forderung, die gerade die sozialdemokratische Fraktion im Rachaufe dauernd ver- treten hat, insbesondere zu einer Zeit, wo im Rothause das Bürgertum uneingeschränkt in der Macht saß. Im allen Drei- klassenparlament pfiffen es die Spatzen von den Dächern. daß gerade die Dezernenten, die mft Grundstücksgeschästen zu tun hatten, manche Geschäfte vollzogen, bei denen Verwandtschaft und Bekanntschaft ihr Heu in die Scheuern brachten. Wie lange ist es eigentlich her, daß in der Oeffentlichkeit und in der Stadtverordnetenversammlung ein mit der Stadt Berlin ge- tätigter Vertrag eine große Rolle spielte, bei der der hinzu- gezogene Notar auf eine große Summe Anspruch erhob, die eine sechsstellige Zahl ausmachte? Der Herr Stadt» er- ordnete Hallensleben kennt sicher den Herrn Notar Hallensleben, der schließlich„großmütig" sich mit„nur" 27 666 Mark Honorar zufrieden gab.„Mehr Würde" fordert Her? Hallensleben. Sollte er nicht zuerst bei seiner Partei anfangen? Neben Angriffen gegen Vertreter anderer bürgerlicher Parteien bringt das Lolkspartei-Bläftchen«inen schmutzigen Angriff auf unseren Genossen Bürgermeister L e i d- W e d d i n g. In zynischer Gemeinheit schreibt man: „Der sozialdemokratische Bezirksbürgermeister im Bezirk Wedding. Herr Leid, hol bei der Festsetzung seines vieostgehatt» verlangt, daß ihm seine Tätigkeit als„vorwärts"-Redakteur uud ebenso die Zeit, die er im Gesäagnis abgesessen hat. als kommunale Dien st zeit angerechnet wird. Daß es derartige Gestatten gibt, die solche Forderunge« stellen, kann man vielleicht noch verstehen, daß es aber Leute gibt, die derartige Unoerschämlheiteu bewilligen, wie es die sozialistische Mosorliäl im Bezirk wedotng getan hat, ist unverständlich Alan kann da höchsten» sagen, daß eine krähe der andere« kein Auge aushackt." Die Tatsachen sind: Di« Anrechnung peirsionsfähiger Dienst- zeit erfolgt nach einem Ortsgesetz, das von den Gemeinde- behörden beschlossen ist. Danach kann auch angerechnet werden als Dienstzeit«ine Tätigkeit, die auch sonst im Interesse der Stadtgemeinde gelegen ist. Als solch« wird angesehen die Tätigkeit als Stadtverordneter und als unbesoldetes Magistrats- Mitglied. In diesem Sinn« ist auch im vorliegenden Fall« verfahren morden. Eine Anrechnung der Vorwärtstäftgkeft unseres Genossen Leid ist selbstverständlich weder beantragt noch erfolgt. Der Hin- weis auf den Aufenthalt unseres Genossen Leid im Gefängnis soll doch nur den Anschein erwecken, als ob unser Parteifreund sich eine kriminelle Handlung hätte zuschulden kommen losten, deren er sich zu schämen brauchte. Das Gegenteil ist der Fall. Genosse Leid hat sich als Redakteur des„Vorwärts" im Jahre 1963«ine Anklag« zugezogen wegen Beleidigung des«he- inaligen Kaisers Wilhelm 1 l. Er hatte als verantwortlicher Redakteur des„Vorwärts" im Jahre 1963 ein« Notiz veröfsenilicht, in der gesagt wurde, es ginge das Gerücht, auf der Insel Pichelswerder ei n Schloß zu erbauen, für den Fall in Verlin Unruhen entstünden, der Kaiser sich von hier zurückziehen könnte. In dieser Notiz erblickte der Staatsonwall eine Be- I c i d i g u n g. Dem Kaiser würde unterstellt, daß es ihm über- l>aupt einmal einfallen könnte, sich vor seinem Volke zurückzuziehen. Darin läge, dem Kaiser zu unterstellen, er habe Furcht. Und ein Kaiser habe keine Furcht. Um diese„Frevel- tat" zu rächen, wurden 9 Monate Gefängnis ertellt. wem fiele bei der Erinnerung an diese Zeiten nicht die Flucht Wilhelm» lT nach Holland ein. Diese Strafe, die eine rein polftische ist, und die im schweren Berufe«rlftten wurde, charakterisiert nur die dotnolZgen Justiz- ve r h ä l t n i s s«, ist aber kein« entehrende Strafe. Im Gegenteil: Wir sind stolz daraift, daß wir im Kampfe mit unseren Gegnern gerade gestanden haben, wo andere Kreise vor den „hohen und höchsten Herrschosten" aus dem Bauche gelegen haben. Es muß mit dem Ruf der Volkspartei schon schlimm stehen, wenn fi« zu solch niedriger Kompfesweise gresscn muß. Und diese Saute reden von„Mehr Würde I". im Kampi um den uoiKssiaat Angesieiite und Kornrnunanuahlen. Im überfüllten großen Saal der„G« r m a n i a- S ä l e" sprach der preußische Minister des Innern. Genosse A. G r z e s i n s k i. vor über tausend versammeftcn Mitgliedern der Fachgruppen Behörden, Sozialoersicherung, Privatversicherung, Anwälte, freie Berufe und Organisationen des ZdA. über das Thema„Demokratie und Der- waftung im republikanischen Volksstaat". Der Redner beschäftigt« sich vor allem mit einer Aufzeichnung der früheren Verhältnisse im Beamtentum des allen Preußen, um dann zu zeigen, wie sich in den Iahren nach der Revolution von 1918 die Verhältnisse gewandell haben. Wenn einersefts heute die groß« Masse den republikanischen Volksstaat bejaht, dann muß der Staat anderersefts pflichtgemäß auch seine Bürger schützen. Vor dem Krieg« hallen wir den Obrig- teftsstaat. Heute ist daraus ein soziales Staatswesen entstanden und im weiteren Aufbau begriffen. Für den weiteren sozialen Ausbau sind die Kommunen von großer Bedeutung. Dah-r muß diese Bc- dcuwng auch den Kommunalwahlen am 17. November zugemessen werden. Je stärker der Einfluß der gewerkschaftlichen und polftische« Organisationen in den Derwallungskörperschaften wird, um so mehr wird auch die Demokratie sich in den Beamtenkörpern durchführen lassen. Notwendig sei eine innere Umstellung der Verwaltungen; Erziehung aller Beamten und Angestellten zur Erkenntnis des Staates von heute und zu einer freudigen Mitorbeft in ihm. Der Weg zu r Macht im Staate führt überdi« Rathäuser der Städte. In diesem Sinn« mögen auch die freigewertschaft- lichen Angestellten sich am 17. November bei den Kommunalwohlen entscheiden. Di« begeisterte Zustimmung der Versammlung zu diesen Ausführungen wie zu den Schlußworten des 1. Bevollmäch'igtcn, Genossen G o t t f u r ch t, ließen erkennen, wie die Mehrheit der Angestellten sich am 17. November entscheiden wird. Die graphischen Arbeiter stehen zur SPD.! In einer sehr gut besuchten Fraktwusversammlung des Graphi- schen Kartells sprach Genaffe Eckert vom Parteivorstand der SPD. über das Thema„Der Kampf der Sozialdemokratie". Die Versammlung gestallete sich zu einer schlagenden Widerlegung der Behauptungen der„Roten Fahne", die graphische Arbeiterschaft stehe hinter der KPD., und zu einem einmütigen Bekenntnis fift die Sozialdemokratie. Der schärfste Kampf tobt um die Stadwer- waltung. Alle Errungenschaften, die die Sozialdemokratie mühsam erkämpfte, sollen abgebaut werden. Dazu dient den Gegnern als Waffe die Sklarek-Affäre. Delastet sind sämtliche bürgerlichen Parteien und nicht zuletzt die KPD., die heute mit den verlogensten Mitteln eine widerliche Korrupftonshetze gegen die Sozialdemokratie entfallet. Die Kommunisten sind dem Bürgertum nur«ine Hilf?- truppe im Kamps um die Erhaltung seiner Klassenherrschaft. Diese Herrschaft zu brechen, den Sozialismus aufzubauen, dazu dient der Kampf der Sozialdemokratie, der jeder Arbeiter und jede Arbeiterin am 17. November ihre Stimmen geben müssen! Großer Beifall folgte dem Referat. « In einer stark besuchten Dersamnftung der Feuerwehr sprach Genosse Max Urich in äußerst wirkungsvoller Weis« über die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen. Der umfassende Bericht des Redners über die Tätigkeit des verflossenen Stadtparloments schildert« die Arbeit der sozialdemokratischen Fraktion, die, ohne sich von rechts und links beirren zu lassen, für das Gemeinwohl, für die Arbeiter- und Bearnienschast alles geleistet habe, was in ihrer Macht stand. Mit Stolz können wir auf diese Arbeit zurückblicken, I sowohl auf dem Gebiete des Wohlfahfts-, Gesundheits-, Schul- und Wohnungswesens, wie auch in bezug auf die Gestaltung der Gehälter der städtischen Arbeiter und Beamten, Es gelt«, bei den Wahlen den Ansturm auf das Selbstbestimmungsrecht der Städte abzuwehren und die Macht de« Arbeiterschaft in der Kommune wefter zu stärken. Llm die Zukunft des Wohnungsbaus. Eine Frauenkundgedung in Tempelhof. In einer öftenllichen Frausnkundgebung des Kreises Tempel. h o f nahm Siadträtin Genossin W e y l noch einmal Gelegenheit, den Frauen die Bedeutung der Stodtverordnetemvahilen vor Auge« zu führen. Durch ihre zahlenmäßige Ueberlegenheit sind sie gerat« in der Lage, die Wahl ausschlaggebend zu beeinflussen. Es gibt kein Gebiet der Komiminalpolftik, das nicht von großer Bedeutung für die Frauen ist. Im Brennpunkt des städtischen Interesses steht die Wohnungsfrage. Alle Wohliahrtsarbeft wird abgeschwächt, wenn bi« Wohlfahrtsempfänger in ihr« menschenunwürdigen Behausungen zurückkehren müssen. Das gilt angefangen vom Säugling über das Schulkind bis zum Obdachlosen. Es ist sif diesem Gebiet von der neue» Stadtverordnetenversammlung noch vieles zu leisten. und es ist deswegen für kein« Frau gleichgültig, wie sich dies neue Stadtparlament zusammensetzen wird. Wir dürfen uns durch olle Verleumdungen die Freude an der städtischen Arbeft nicht rauben lassen. Wir müssen zu einer Front der anständigen Menschen durch die Stärkung des Sozialismus gelangen! Der Tempelhofer Stadtrat Ewald konnte die Aus« sührungen der Genossin Wcyl nur ergänzen. Die bürgerliche Tempel- hofer Bezirksversammlung hat es fertiggebracht, die von der Stadt bewilligte Errichtung eines Mersheims abzulehnen. Auf solche Taten gibt es am 17. November nur eine Antwort: jeder Wähler gibt sein« Stimme der Sozialdemokratie. Die Frauenkimdgebung wurde würdig eingeleftet und abgo- schloffen durch Gesangsdarbietungen des Dolkschvrs Marien- d o r f. Terror des Janhagels. Wie sich auch in diesem Wahltampf wieder zeigt, scheinen gewisse Parteien besonderen Wert darauf zu legen, ihre Wehl» Propaganda mit Hilfe des Janhagels und politischer Rowdys durch- zuführen. Dieses Gesinde! scheut sich nicht, tätlichgegenunser« Parteigenossen vorzugehen oder ihnen anderen schweren Schaden zuzufügen. So wird uns berichtet, daß in einer der letzten Nächte vor dem chalise eines Genossen, der in einem ausgesprochenen Arbeiterviertel wohnt, und zurzeit vo»Berlin abwesend i st, ein solcher Trupp Rowdys erschien und gegen die Fenftei' seiner Wohnung ein Steinbombardement eröffnete, weil ev vor dem Fenster ein beleuchtetes Transparent angebracht hatte. Es wurden nicht nur seine und die Fensterscheiben einiger Nachixirn zertrümmert, sondern sein Mobiliar durch die Steimoürse beschädigt und die schlafenden Kinder verletzt. In einem anderen Haus« wurde einem Demokraten die Fahne von seinem Fenster im■ dritten Stockwerk durch«inen Fassaden- kletterer heruntergeholt. Aehickichc Vorfälle werden uns aus den verschiedensten Stadtteilen gemeldet, woraus die Planmäßigkeit dieser„Propogandaseldzügc" hervorgeht. Es«miß daher Aufgabe der gesamten organisierten Arbeiterschaft, vor ollem der Polizei sein, diesen potiftichen Rowdys von rechts und links das Handwerk Zu legem Der Wahlkampf darf keine Formen annehmen, die einem republikanischen Staatswesen unwürdig sind. Di« disziplinierte Arbeiterschaft, die solche Methoden des Wahl- kampfes entschieden ablehnt, wird den politischen Hintermännern dieser Vandalcn am 17. November die richtige Antwort geben. Sprechchor für proletarische Zeierfltmden. Die Uebungsstund« sollt Rächst, UebungSstunde Donnerilog, de« 21. Sesenftcc. Spielzeug der Roi. Erzgebirgische GpielzeugauSstelsong in Aerlin. Im Kaiserhotel. Friedrichstraß«, veranstaltet das Sammellogrr Erzgebirgischer Spielwarenerzeuger. Chemnitz. vom 12. bis 18. November eine Weihnachtsausstellung der«piei- Warenheimindustrie aus dem Erzgebirge. Rührend in ihrer Be- scheidenheit liegen sie da, die vielen holzgeschnitzten Haustiere, die Hampelmänner, Püppchen, Puppenmöbel, Wagen, Spar- und Nadel- büchsen, Flaschenkorken, Brieföffner. Mit viel Liebe und uncnd- licher Mühe werden all diese kleinen Spielsachen hergestellt, man weih, unter welch traurigen Lebensverhältnissen die Schnitzer, Drechsler und Holzmaler ihr Dasein fristen. Man weiß, daß ganze Generationen, vom kleinen Kinde angefangen bis zur Großmutter, mühsam in engen, dumpfen Stuben über dieser Arbeit sitzen, die ihnen wenig, kaum genug für Brot und Kortosfeln. einbringt. Das erzgebirgische Spielzeug hat in seiner Individualität nichts einge- büßt, aber die Zeiten haben sich geändert und auch die Spielzeug- mode ist eine ander« geworden. Das technische Spielzeug verdrängt immer mehr diese alle, gediegene Volkskunst, für das bunt« Klein- spielzeug, die feinen Schnitzereien und meisterhasten Drechsler- arbeiten besteht fast kein Interesse mehr. In der Vorkrieoszeit waren die Erzgebirgler auf den Export nach Amerika eingestellt, doch machen die erhöhten Einfuhrzölle dies heute unmöglich und auch die im Erzgebirge heimische Handklöppclei hat sehr unter der ausländischen, besonders der chinesischen Konkurrenz zu leiden. Die Rot der Zell zwang dl« Menschen zu einem beruflichen Zusammen- schluß und so sind die Drechsler- und Schnitz rvereinigungen der Bezirk« Seifsen, Grünhainichen und Olbernhau im..Zentralverband des sächsischen Holz- und Spielwarenhausgewerbss" zusommeng:- schlosien, um bessere Lebensbedingungen zu erreichen. Die Sammel- lagergesellschast hat sich vor allem die Aufgabe gestellt, den Alssag der Sptelwarenerzeuger durch öffenllick)« Wanderausstelliingen und durch Ausdehnung der Erzeugung von Spielzeug auf Kleinkunst- gewerbe zu fördern. Ein weiteres Ziel ist die Fürsorge für den Spielzeugmacher und seine Familie, die außer einer Hilfskasse für besonders dringlich« Fälle auch die Durchsührung der Hausge- Werbeversicherung und den Ankauf eine- Altersheims vorsieht Kommunistische-Schu polittk". An der wellllchen Schul« in der Pnttbusser Straße ist seit Wochen kein regelmäßiger Unterricht möglich, weil die Som- munisten schon aus den kleinsten Schulbuben„Klasscnkämpfer" machen wallen, die alle Phrasen kommunistischer Politik bcherrschcn Aus dem bekannten Anlasse einiger Diphthericerlrankungcn wurde ein Schulstreik in Szene gesetzt. Sozialdeinoksotisch« E tern- beiräte wurden mft den unflätigsten Auodrcken belegt D:r Frau unseres ermordeten Genossen Pacge wurde gefagk:„Wir sft-d mit Deinem Mann fertig geworden, wir schassen au"- Dich und Deine Kiicder." Die Lehrer wurden„Arbeitermördcr" betitelt. In einer Ellernoerjammlung, die die Partei ein berief, wurde von den, Lehrern und Elternbeiräten energisches Eingreifen ve» langt. Die Versammlung forderte vom Provinztalschulkcllegium. daß die Untersuchung über die Skandalszenen beschleunigt würde. Alle Redner waren darin einig, daß die Ruhe erst dann wieder ein« treten wird, wemr Rektor H e n n i ck« von seinem Urlaub zurück« gerufen wird und die Schulleitung wieder übernimmt. Persuchen die Kommunisten dann wieder, zu einem Schulstreit zu Hetzen, dann mutz im Interesse eines geordneten Unterrichtes durch- gegriffen werden. Bürgermeister Leid, der in der Diskussion sprach, stellte dem Schulleiter als Menschen und Pädagogen ein anerüennentes Urteil aus. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde die Meinung der Versammlung zusammengcsoht. Wie sie„meuierien". Schwere Jungen suchten den Weg»n die Fre'he't. Die„M eutere« im Untersuchungsgefängnis", d. h. die Zusammenrottung tvn Gefangenen zum Zwecke gewoll- samen Ausbruchs, die gestern vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte verhandell wird, bestand darin, daß zwei schwere Jungen das Pech haften, gefaßt zu werden, als sie gerode im Begriff waren, aus dem Gefängnis-Ktankenhaus zu fliehen. Es waren die Bor- bestraften Bruno Wachtel und Caspar K r« b b l e r. Der Zuhörerraum ist von Kriminolstudenten dicht besetzt; si» kommen nicht aui ihre Kosten: die Oesfentlichteft wird wegen„Ge- fährdung der Staatssicherheit" ausgeschlossen, die Presse darf bleiben. Wachtel, der eine zweiiährige Zuchthcmsstras« zu verbüßen hatte, befand sich bereits seit einigen Wochen im Gefängnis- lazarett. Später kam in den gleichen Saal Kr ebb! er und der von seinen Siillichkeitsverbrechen.her berüchtigte Schneider Metz ig. Am 11. Februar— das Thermometer draußen zeigte 31 Grad unter Rull— sah der Oberwachtmeister Seidler um K7 Uhr morgens seinen Kollegen den Oberwachtmeister Lindow, der aus dem Hof Patrouillendienst machte, mit schußberellem Revolver dastehen. Lindow winkte Seidler Hera, und teilte ihm mit, daß«r eben de» Kopf und die Brust eines Menschen aus dem Fenster hevausragea sah, daß aus dem Krankensaol 72 ein Ausbruchsversuch gemacht werden soll. Seidler begab sich schnell in den Krankensaal und fan» hier über eine Stricklcine Wächter und Kr ebbler angezogen da- stehen. Mctzig lag im Bett. Die Gitterstäbe waren durchsägt und nach oben zurückgeboaen. Im Klosett und unter der Zentralhzizung fand er Säge und Feite. Aus den Aussagen Wachtels und Metzig» ging hervor, daß der erster« an einem Msbruchsoerfuch beteiligt -etresen sei, daß der Aurbruch seit langem vorbereitet und da» Werkzeug tn das Kronkenhauz geschmuggelt worden sei. Krebbler nimmt die ganze Schuld auf sich Sein« Braut, erklärt« er, hob« sein Fi'hrwrrk verkauft, er habe um Urlaub gebeten und keinen erhalten, habe deshalb im Gefängnis Tegel sech» Löffsl v e r i ch l u ck t und sich den Bauch mit Glas auf» geschlitzt. AI? alles nicht geholfen, habe er beschlossen, zu stiehey. Das Gericht verurteille Krebbler zu Iftr Iahren uud Wachtel zu g Monaten Gefängnis. uni Müller. SM der Ronunnflaivahll Denkt an die Znknntt eurer Kinder! Wählt Listel! Will Sozialdemokraten! „Nationale Einheitsfront e. V." Was mit Mitgliedsbeiirägen der nationalen Männer geschah. Es gab einmal einen Verband gegen den Bolschewismus. Das war im Jahre 191!?. Im Jahre 1921 wurde daraus die„Nationale Elnheiissront e. V.* zur Bekämpfung des Versailler Vertrages und der Krieg sschuldlüge. Rudolf Wagner repräsentierte den nationalen Godanken als der g e f ch ä f t s f ü h r s n d e Vor- sitzende des Vereins. In Stadt und Land, von Nord bis Süd, ron Ost bis West, wurden Mitglieder geworben. 39 Proz. des Mit- girsdsbeitrages in Höhe von 1 bis 29 M.. erhielten die Werber. Der Rest floß in die Kaste der„Rationalen Einheits- front e. V." In Wirklichkeit war es die Kaffe des Herrn Wagner. Er wirtschaftete aus dem Vollen. Irgendeine Buchführung gab es nicht. Als eine der Angestellten eines Tages die Einnahmen und Ausgaben in«in kleines Büchlein eintragen wollte, verbolt es ihr Herr Wagner: Unproduktive Arbeit wäre das, erklärte er. die Kartothek der Mitglieder genüge. Die Mitgliedsbeiträge machten aber ein hübsches Sümmchen aus. Im Jahre 1924 etwa 14 999 und in den Iahren 1923/27 zwischen 39 999 und 63 999. Wo blieb das Geld? Herr Wogner entnahm etwa 4999 als sein Gehalt, ungefähr ebensoviel»och hinzu. Er bezahlte seine Wohnung aus den Mitgliedsbeiträgen, ließ tapezieren, ließ Klingel-, Maler- und Tischlerarbeiten vornehmen, hatte natürlich auch Repräsentations- ausgaben, nahm sich Tagesspesen in Höhe von 39 M. bei seinen Reisen usw.„Was als Difserenz zwischen Einnahmen und Aus- gaben übrig blieb, habe ich zu meinem persönlichen Verbrauch aus- gegeben", sagte Herr Wagner selbst. Was hatten aber die Mit- giieder von der„Nationalen Ciichcitsfront e. V.'? Erstens kämpften sie für eine„nationale Sache", und zweitens sollten sie das Bundesorgan erhalten:„Des Deutschen Vaterlandes un- abhängige Zeitschrift zur Pflege deutscher Kultur und deutschen Unternehmungsgeistes." Einmal im Monat sollte sie erscheinen, in Wirklichkeit erschien sie bald zweimal im Jahr«, bald viermal und im Jahre l926 gar nur einmal. Je höher die Einnahmen von Mitgliedsbeiträgen, desto sellener das Erscheinen der Zeitschrist. Um so nationaler war aber thr Inhalt. In mächtigen Schlagzeilen las man da:„Einheitsfront gegen die Schuldlüge." ..Mobilmachung gegen d!« Kriegsschuldlüge.".Kampf gegen den j ungeheuerlichen Betrug der Weltgeschichte— Voraussetzung für Deutschlands Zukunst." Um die Reklame zugkräftiger zu gestallen, hieß es:„1299 Prestestimmen haben das Bundesorgan zitiert: bei einer Auflag« von je 19 999 Exemplaren lesen 12 Millionen nationale Männer und Frauen das Bundesorgan. Die Mitglieder der „Nationalen Einheitsfront e. V." begannen aber zu rebellieren. Sie wollten für ihr teures Geld ihre Zeitschrift haben. Schickten sie nicht ihre Mitgliedsbeiträge sin, so erhielten sie von Herrn Wagner einen Brief, in dem er sie ermahnte, doch ihre nationale Pflicht nicht zu veriäumen. Ms Wagner eines Tages«inen Angestellten an die Luit setzte, zeigte dieser ihn an. So geriet Herr Wogner wegen Untreu« auf die Anklagebank. Vor dem Schöffengericht Schöneberg spielle er den Unschuldigen. Es sei olles in Ordnung gewesen, er habe nicht mehr genommen, als ihm zukäme. Auch der Schatzmeister und der Ge- schäftssührsr der„Nationalen Einheitsfront e. V." konnten nicht verstehen, was man eigentlich von ihnen wollte: ihr Vertrauen zu Herrn Wagner war grenzenlos— natürlich waren auch das gut nationale Männer. Der Staatsamvall beantragte fünf Monate Ge- fängnis wegen sortgesetzter Unterschlagung In Tateinheit mit Untreu« und 399 M. wegen unerlaubten Sammelns. Das Gericht verurteilte Herrn Wagner zu drei Monaten Gefängnis und 19 99 M. Geldstrafe. Die Urteilsbegründung sagt« dem Sinn« nach: Nationale Einheitsfront als Geschäft. Das war es auch tatsächlich? Oer Diebstahl im Klosterkeller. Oer Wirt als Zeuge vor dem(Schnellgericht. Im.Klosterkeller" hatte die bl uti ge. A u s« i n a n d e r- fetzung zwischen Zimmerleuten und Ring männern chren Anfang genommen, die zur Schlägerei am Schlesischen Bahn- hos und zum Jmmertreu-Prozeh führte. Das angenehme Lokal hat anscheinend durch die Gerichrs Verhandlung von seinem guten Ruf n chls eingebüßt. Und war«s diesmal nicht gerode eine, blutig« Schlägerei, sondern nur ein lumpiger Diebstahl, der den Kloster- kellerwirt vor de» Zeuzentrsch brachte, so erhielt die Angelegenheit doch allein durch ihn besonder« Point«. Herrn Bach, verstand, daß 0�.» 1.... gen.�echwchll! Alles war unbestimmt, fließend, konnte so und auch anders gedcutei werden und halle nur den einen Zweck, niemanden zu schaden. Zlüch diesmal saß auf der Anklagebank einer von den guten Freunden und Klienten des Klosterkellerwirts, ein breitschultriger und etwas untersetzter Mensch mit einem mächtigen Kopf und Stier nacken: er war des Diebstahls angeklagt. E:n älterer Mann l>ollc um 6 Uhr mit dem Trinken begonnen und gegen 19 Uhr war er bereits ziemlich bezecht. In feinem Müteilungsbedürfnis zeigte or dem Wirt eine goldene Armbanduhr für die er nicht mehr als 6 M. gezahll hatte. Man kann sich wohl denken, wo er sie erworben haben muß. Er zeigt« oll'o die Uhr, steckt sie in die Manteltasche und setzt sich an einen Tisch, an dem bereits drei Männer sitzen. Plötzlich fühlt er irgendeine Berührung an seiner Tasche— o i e Uhr ist verschwunden„Ich b'N bestohlen, alle durchsuchen." Große Aufregung im 5.lll'.„S'c haben doch Ihre Uhr," zeigt auf ihn einer der Mann:. Im' Iben Augenblick eine eigentümliche Berührung an der Gesäßtasche— auch das Portemonnaie mit 49'M. ist verschwunden. Der Geschädigte faßt den Mann mll dem vierschrötigen Kopf fest ins Auge: „Das ist der D>«b." Es wird bei ihm nichts gefunden, er leugnet sode Schuld, muß mit ins Polizeirevier und steht nun vor dem Schnellrichter. Der Klosterwirt erklärt aber, nicht der Angeklagte, sondern ein jüngerer Mensch Hab« gesagt:„Sie haben doch hier Jhrg Uhr". Und der Staarsonwall meint, zwar erscheine der Wirt wenig glaubwürdig, man könne aber gegen die vereidete Aiisfags des Zeugen nicht aufkommen. Also wurde der athletische Mm in freigesprochen. Im Zuhörerraum erklang ein Bravo und gleichzeitig mit dem Angeklagten verließen verschiedene Klosterkcli.rgestallen den Gerichtssaal. Die Deutsche Pacon Export Schlächterei. Bor eitrigen Tagen Halle» wir Ntillcilung von dem Z u- s a nr m c n b r u ch der Deutschen Bacon Export Schloch- terei gemacht.- gegen dessen fluchtigen.Geschaitssührer Max Kolski ein Steckbrief«riojjen worden war. Als zweiter Geschästsführer war der Bücherrevisor Oskar Meger aus Berlin, Lassingüraßc, genannt.worden. Zur Klärung der Sachlage telll uns Herr Bücherrevisor Dstar Meyer Mit, daß er da» Amt eines G e- ichaftsführers erst vor etmo einem halben Jahre beruslich a ü s Gerichtswunsch übernommen habe, hauptsächlich zur Liquidierung des Londoner Vertrages. Die Stillegung des nach Ilmbau und Vergrößerung der Fabrik modernisierten Betriebes er- folgte im Oktober v. I. infolge des Zusammenbruches der beteiligten Bankfinma Wilhelm Herrig(Affäre Damm). Dieser war für einen zugesagten aber»ich! erfüllten Kredit ein« Hypothek von 399 999 Mark eingetragen. Die Rcchtsnachsolgerin hat»un freiwillig aus eine» großen Teil ihres Anspruches verzichtet. Die Gesellschaft war ungeheuer geschädigt, ober auch die Landwirtschaft, da auf fünf Iai)re laufende Lioferungsverträge mit London liefen und ebenso Abschlüsse mit landwirtschaftlichen Verbänden. Die Priegnitzer Viehverwertungs-Gesellschast ist längst für ihren?ln- fpruch aus den 19 999 Mark zurückgekommenen Schecks der Herrig- Bank befriedigt worden und hat keinerlei Ansprüche mehr. Es de- stehen nur noch etwa 29 900 Mark Gläubigerforderungen, von denen sich trotz allen Agitationen kein einziger dem Kunkursantrag angeschlossen hat. Es war weder früher noch jetzt Anlaß zum Konkurs, da zu keiner Zeit«ine ileberfchuldung eingetreten ist. Die Verdächtigungen gegen Brolat. Di« Gebrüder Sklarek sind jetzt, wie die BS.-Korrespon- denz meldet, im Verlauf der wetteren Vernehmungen durch die zu- ständigen Untersuchungsbehörden auch zu der P e l z l i e f e r u n g an den Stadtverordneten Brolat gehört worden. Vrolat hatte be- kannllich erklärt, daß die Gebrüder Sklarek hinter seinem Rücken einen auf ihre Empfehlung bei der Firma Gohlickc gekauften Pelz im Werte von 2999 Work bezahlt hätten und daß er diese Summe nach einer erregten Auseinandersetzung den Sklareks aufgedrängt und m die Tasche gesteckt habe. Run wollen sich die Sklareks aber an diese Zurückzahlung nicht mehr erinnern. Direktor B r o l o t gibt auf Anfrage die bestimmte Erklärung ab, daß er das Geld Leo Sklarek in die Tasche gesteckt Hobe, und zwar in Gegenwart von Willy Sklarek. Durch eine Gegenüberstellung seiner Person mit den beiden Sklareks müßte sich dieser Widerspruch unter allen Umständen aufklären lassen. Direktor Brolat betont, daß er sich noch am Sonnabend tele- phonisch und schriftlich an Staatsanwaltschastsrat Dr. Weißenberg gewandt und um seine alsbaldige Vernehmung gebeten habe, um die Angelegenhett auf dos schnellste zu klären. Stnatsonwaltschasts- rat Dr. Weißenberg habe ihm heut« vormittag aus erneuten Anruf zugesagt, daß diese Vernehmung noch im Lause dieser Woche erfolgen werde. Dr. Weißen berg betonte dabei auch, daß ihm von einer Vernehmung der Sklareks wegen der Brolatschen Pelzlieferung nichts bekannt ist. Wie wir von anderer Seite zuverlässig erfahren, ist eine Der- nshmung der Brüder Sklarek in dieler Avgelcacvheit in der Tat noch nicht erlalgi. Der Handel mit Kuxen-Anteilschemen. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte nach mehr- tägiger Verhandlung den Volkswirt M a n s zu acht Monaten Ge- fängnis, weil er auf seinem Kuxen- Gewerkschaft lli« u st a d t, die wurde, sogenannte Kuxen-Anteilscheine halle. Der bei dem Vcrkaussgcschäft Kaufmann W a g e n e r wurde wegen Gefängnis verurteilt. Besitz an der stillgelegten als wertlos bezeichnet in den Verkehr gebracht als Agen: täliq gewesene Beihilfe zu drei Wopaten „Das tapfere Schueidcrlein." Eine sehr gut gelungene Märchen- Vorstellung bot das Kleine Theater. Uiuer den Linden, mit dem„Tapferen Schneiderlein". Berthold Reißig, der das Märchen- spiel in Szene setzte, versteht es gut, das Gemül der Kinder von heute zu bewegen: er schuf naio-lustige Szenen wll köstl'ch'm Humor. Der sächselnde König Gntherz, von Heinz Sarnow da?» gestellt, wurde stürmisch bejubelt, und an den Abenteuern des tapferen Schneidergesellen(Berthold Reißig) nahmen all die Kleinen und Großen temperamentvoll lebhaften Antcih Klein-Hannele Maiczack war ein lieblicher Schutzengel. Zluch ollen anderen Darstellern merkte man an, daß sie be! der Sache waren. Elite-Säuger. Unter Leitung von Hermann. Blütgen eröffnen die. Eliten-Sänger am Kotthnsser Tor ihr November-Pr ogramm. Im .zweiten Teil singt/Gerd Herra zwei hübsche Schlaget Bernhard Eroe hat wieder«in gutes.. Potpourri ans Liedern von. ,..An:w da- zuwal".zusämmengestelst, welches Mitte Oktober zuyi ersten Male im Ruüdfunk'gebracht wurde/ und uckill den Elitc-Sängern Gustav Rieß, Gerd Gerra, Kurt Hohenfels und Eugen Lecker sehr gut gesungen wurde. Alfons Bornemann und Schorsch Ruselli hallen die Lacher auf ihrer Seite und ernteten langanhaltenden Bestall. Hans Renä gefiel in seiner Szene„Der Liebe Lust und Leid". Ein Sketch non Max Neumonn:„Der schüchterne Freier", vor» getragen von Hans Rene und Eugen Becker, cbenlo Emil Stein als Groteskomikcr, wurden herzlich belacht. Schlußbild war eine nette Rundfunkporodic von Mar Neumann:„Die Welt geht unter!" Kunstabend des Bolksbildungsamts Wilmersdorf am 14. November, 29 Uhr, im Stadthaus, Kaiserallee 1/12. Komiker Max Ehrlich und Lautensängerin Käthe Pirschel werden Freunden der helleren Muse genußreiche Stunden bereiten. Einzelkarten zu 1,39 und 1 M. wtr an der Abendkasse. „Der vevzeilkch« Schulbau" ist daS Thema zweier Ltchtbildcrvertrage, die von der D o! t S b ü b n e E 23. veranstaltet werden. Am ersten 2tbent>. der am Eonnabend. dem 16. November. 20 Uhr, im Kunngewerbemüenm, Prinz-Atbrecht-Str. 7a, slatifmdet, spricht Bruno Taut über das „Künstleritche und drchitetto Nische Gesicht der Schule". Einlaßkarten 0,76 M. SSenia»eteaa»»»«avalieraarberodi oon Mchionärcn. Herzten. Anwälten gabelhatt billiq» Preise. Smv'eh!» laillenmäntel. Patetols. gracko.-m». tina». Sehrockanzilae. Koten. Zvoit- Rehvelze. Deleaenheltokäut» tn neuer 23 PLATZ BRUNeCMSTRM« BEUSSELSTR<7 fCTOJÄKTia. HSUttiUJs HKSlRISi SPASDAO CHARLOTTENSTR. MtEDERSCHDNEWSOE aROOOesm t �Verkäufe tiaolenm. SatOal. 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Aldlenshof. lOA Uhr im Saal von Wöllstein. Bismarckstr. 73/75. Referent: Stadtverordneter Max Urich. G«chmaxge udorf. 29 Uhr im Lokal Forsthaus. Referent: Erich Kuttner. M. d. L. Utt-Gllenuke/FaLkeuberg. 13� Uhr im Deutschen Haus, Alt- Glienicke, Grünauer Straße SS. Referent: Stadtveroichneter Wilhelm Strieder. Bohnsdorf. 20 Uhr im Parkrestaurant. Inhaber Max Schulz. Referent: Stadtverordneter Hermann Lempert. Marienfelbe. 29 Uhr im Lokal Lindenpark. Berliner Straß« Ecke Dorfstraße. Referent: Stadtverordneter Gustav Hädicke. Niederschöneweid«. 19X Uhr in der Schulaula, Berliner Str. 31. Referent: Stadtrat Karl Mermuth. Lonkwitz. 29 Uhr bei Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Straße 29/31. Referent: Stadtverordneter Siegfried Kawerau. Blehtenrade. 29 Uhr im Lokal Rohrmann, Hilde rtstr. 19 Re- ferent: Stadtverordneter Alfred John. Lichterfeld«. 1954 Uhr in der Aula der Oberrealschule, Ring- straße. Referent: Stadtrat Franz Czeminski. Dohle«. 29 Uhr im Lokal Schilling, Königin-Luife-Straß«<9. Referent: Robert Breuer. Rudow. 29 Uhr im Lokal Grümmer, Endhaltestelle der Straßen- bahnlinie 47. Referent: Stadtverordneter Robert Rohde. De gel. 29 Uhr im Strandschloß, Uferstraße. Referent: Franz Künstler, M. b. R. Reinickendorf-West. 20 Uhr in Müllers Festsälen, Schar uweber- straße 14. Referent: Stadtverordneter Bruno Kraus«. Reinickendorf-Qst. 29 Uhr im Schützenhaus, Residenzstraße 1. Referent: Dr. Julius Moses, M. d. R- Beomtenversammlung des Kreises Wedding. 19 Uhr in den Pharussälen, Müllerstr. 142. Thema: Was erwarten wir von der neuen Stadtverordnetenversammlung? Referent: Stadtverordneter Gustav Blaschzik. Rsuköll«. 29 H Uhr im Saalbau Neukölln, Bergstr. 147, Film- «inb Bortragsabend. Ansprache des Genossen Stadtrat Karl Schneider. Morgen. Freitag. 15. November: Mitte, 19K Uhr im Hackeschen Hof, Rosenthaler Straße 49/41, verbunden mit politisch-satirischen Vorführungen, unter Mitwirkung her Rezitatorin Martha John, Puggi Muck und der Sazialistischen Arbeiterjugend. Ansprache: Stadtverordneter Willi Riese. Admirch a. D- Brüninghaus und der sozialdemokratisch« Reich-masabaeordnete Dr. Julius Leber sprechen über die Deutsche Dell«, üstertragen aus Berlin, über die WehrmochtderRepu- b l i k. Der Bortrag findet im Rahmen eines Zyklus„Gedanken zur Zeit" statt. Es ist ein« aedankliche Diskussion ohne Schärfe trotz des Gegensatzes in der politischen Weltanschauung der beiden Partner. Aus sachlicher Basis treffen sich die Gegner. Dr. Leber detont, daß nicht nur der Versailler Dertrag für die Größe der Wehrmacht ausfchlagaebend ist, sondern auch in starker Beziehung die Fmanckrast des Reiches. Der Wchretat muß unter allen Um» ständen aus der Grundlage des Erträglichen bleiben. Beide Sprecher sind sich trotz verschiedener Hallung darüber einig, daß die Kavallerie heut« ubetflüsfig ist. Dem Dortn-urj, den Leber erhebt, daß die Reickewehr in ihrer Zusammensetzung zu wenig das Proletarat bsrückstchtigt und zu sehr rechts eingestellt ist. weicht Brüninghaus au«. Es ist«in« Diskussion, die mehr einen lleberblick als Entscheidungen bringt, und dies lieqt auch im Interesse des Zyklus, der nur instruktiv wirken will. Dennoch erwähnt Leber ganz kurz all« dies« Dinge, die nicht für die Reichswehr sprechen. Der Stadt- oerordnete Gen. F l a t a u weist in seinem Vortrag„Arbeitnehmer »jb Gemeind«' noch einmal darauf hin. daß die Ausübung des Wahlrechts zum Stadtparlament Pflicht jeden Bürgers ist. Herbert ÄUlenberg liest aus seinen Werken- Es bleibt«in etwas be- tulicher, aber sehr schöner Vortrag, denn Eulenberg ist«in Sprecher. der d-e Pointen herausarbeitet, ohne sie betont in Sperrdruck zu bringen. Ein Plauderer und ein geistvoller Mensch. Das Abend- VWTtamm bringt Ausschnitt« aus Paul Graeners Opern, die in Berlin leider zu wenig bekannt sind. Leider sehst seine„Theo- ulhanür. Der Rundfunk erfüllt mit dieser Sendung seinen Hörern .....".... � S tiüber«ine Pflicht. Der Komponist dirigiert selber. Tierganten. iSM Uhr im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclef- straß« 24 Referenten: Stadtverordnete Dr. Käthe Frankenthal. und Stadtverordneter Karl Bublitz. Wedding. 19)4 Uhr in den Pharussälen. Müllerstr. 142. Res«- renten: Stadtverordneter Hugo Heinum» und Stadtverordneten» Vorsteher Johannes Haß.— Patzenhoserausschank, Chausseestraße 64 Referenten: Johannes Stelling, M. d. R., und Stadtverordneter Max Urich.— Schulaula Ärünchaler Str. 5- Referenten: Bürgermeister Karl Leid und Stadtverordneter Gustav Blaschzik.— Swtnemünder Gesellschastshaus, Swinemünder Str. 47. Referenten: Stadtverordneter Karl Klose und Stadtverordneter Alfred John. Pankow. 19)4 Uhr in Lindners Konzerthaus. Breit« Straße. Marktplatz. Thema: Wirtschaftlicher und sozialer Aufbau Berlins nur durch die SPD. Referent: Bürgermeister Dr. Ostrowski. Krenzberg. 18)4 Uhr Antreten zum Werbeumzug mst Musik und Fackeln Fontanepromenads. Anschließend Kundgebung unter freiem Himmel. Referent: Stadtverordneter Max Kreuz iger. Tiergarten 8. Abt. 19)4 Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 37. Referent: Erich Kuttner, M. d- L. Filmvorführung: Freie Fahrt. Ellemensstadt. A) Uhr im Lokal Heidekrug, Nonnendammallee 89 Filmvorführung: Weg einer Prolemrierln. Referent: Genosse Seling. Wannsee. 29 Uhr im Lokal Reichsadler, Königstraße. Thema: Die wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben in der Kommune. Referentin: Clara Bvhm-Schuch, M. d. R. Britz-Buckow. 20 Uhr im Lokal Dietrüh in Buckow. Dorfstr. 1. Filmvorführung: Weg einer Proletanerin. Referent: Stadt- verordneter Hermann Lempert. Charlottenburg. Treffpunkt zum Werbeumzug mst Musik und Fackeln pünkftich 18)4 Uhr am Friedrich-Karl-Platz. Schöneberg. 29 Uhr in der Aula der Uhlandschul«, Kolonnen« straße 22/23. Thema: Der Kampf um das rote Haus. Re- ferent: Stadtbaurat Dr. Wagner. Ferner spricht Polizei- Oberst a. D. Hermann Schützinger wer das Thema: Warum müssen Beamte, Arhester und Angestellte sozialdemokratisch wählen?— Oeffentliche Wählerkundgebung in der Siedlung Lindenhof. Saal des Ledigenheims um 29 Uhr. Referent: Stadtverordneter Erich Flatau. Steglitz. 29 Uhr in der Aula der Oberrealschul«, Clisenstroß« Referenten: Stadtrat Siegfried Hermes und Stadtverordneter Otto Klose. Treptow. 19)4 Uhr im Biktoriagarten. Treptower Park 25/26. Referent: Stadtrat Karl Wermuch.— Dorher um 18)4 Uhr an der Wiener Brücke Antreten zum Werbeumzug mit Musik. OberschSneweid«. 29 Uhr im Lokal Blumengarten(Inhaber Gärttg). Referent: Stadtverordneter Dr. Siegfried Kawerau. — Borher um 18)4 Uhr Antreten zum Werbeumzug durch den Ort mrf dem Marktplatz m Oberschöneweide. Marlendorf. 29 Uhr„Mali", Chausseestraße 395. Referenten: Landtagspräsident Friedrich Bartels und Jugendsekretär Bruno Lösche.— Becher Antreten zum Weibeumzug um 19 Uhr am Ullsteinhaus- Zehlendorf. 29 Uhr im Lokal Lindenpark, Berliner Straße Ecke Gartenstroße. Referent: Wilhelm Dittmann. M. d. R. Bor- her Antreten um 18 Uhr zum Werbeumzug mst Musik Sied- Baumschulenweg. 19)4 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Baumschulenstraß«. Reserentin: Stadträtin Clara Wchl. Ariedrichshage». 29 Uhr im großen Saal des GessUschaft<- hauses, Friedrichstr. 137. Konzert. Gesang. Referent: Stadt. rat Ernst Reuter.— Vorher Fackelzug durch die Straßen des Ortes. Treffen 19 Uhr am Bahnhof- Weißensee. 19)4 Uhr in der Stadthall«. Pistoriusstraße. Referenten: Karl Litk«, M. d. 3t. und Lehrer Otto Faust- Hoheuschönhausea. 29 Uhr in der Schulaula. Roederstraß«. Referent: Stadtrat Karl Hetzschvld. Niederschöuhauseu. 29 Uhr tm großen Saal des Lokals Schloß Schönhausen. Lindenstraß«. Referent: Stadwerordneter Sieg- fried Weinberg.— Künstlerische Umrahmung durch den Gesang- verein„Zuknnft'-Pankow und Sprechchor Niederschönhausen. Blaukenburg. 29 Uhr im Lokal Klug. Dorfstraß« 2. Referent: Stadwerordneter Hermann Amberg. Kaulsdorf. 19)4 Uhr bei Escherich. Ast-Kaulsdorf, Eck« Dorf. straße. Referent: Stadtverordneter Ernst Arndt. Unter Mit- Wirkung des Arbeitersängerchors„Freiheit". Karlshorst. Werbeumzug mit Musik und Fackeln. Sammeln um 18 Uhr Stolzenselsstraße vor dem Lokal„Deutsches Haus". Anschließend Wählerkundgebung im„Deutschen Haus", Stoßen- felsstraß«. Referenten: Stadtrat Franz Ezeminski und Bezirks- verordnete Else Scheibenhuber. Biesdorf. 29 Uhr in den Schillerfälen, Biesdorf-Nord, König- straße 129. Referent: Stadtrat Stinnning. Mahlsdorf. 29 Uhr bei Anders. Bahnhofftr. 37. Referent: Stadwerordneter Dr. Richard Lohmann, M. d. L. Tegel. 19)4 Uhr in Tegelort, Lokal ,Lum Schwan", Scharfenberg. straße. Referenten: Stadtverordneter Heinrich Schäfer und Be- zirksver ordnete? Hermann Wollschläger. Souuabend. IS. November: Mitte. Abmarsch zum Werbeumzug mst Musik und Fackeln um 18)4 Uhr vom Ärkonaplatz. Tiergarteu. Antrete» zum Werbeumzug mst Musik und Fackeln um 18 Uhr Kleiner Tiergarten.— 8. Abt. Treffpunkt zum Werbeumzug um 17)4 Uhr auf dem Dennewitzplatz Friedrich shain. Große Sixaßenkundgebung mit Musik um 17)4 Uhr vom Büjchingplatz aus. Zlomarsch pünktlich 18 Uhr. Genossen, sargt für starke Beteiligung. Kreuzberg. 15 Uhr Abfahrt der Propagandaautos mst Musik von der Fontanspromenade. Neukölln. Dritter Werbeumzug beginnt um 18 Uhr am Richard- platz. Treffpunkte der einzelnen- Abteilungen: 89. und 99. Abt. 17 Uhr am Reuterplatz. 91., 94 und 05. Abt. 17)4 Uhr am Boddinplatz, 92. und 93. Abt. 17)4 Uhr am Hertzbergplatz. 96.. 97. und 98. Abt. 17?L Uhr am Richardplatz. Spitze nach dem Hohenzollernplatz, 99. Abt. Britz 17 Uhr Hannsmannstraße Ecke Rungmsstraße(Idealfledlung). Redner bei der Schluß- kundgebung: Landtagsprästdent Friedrich Bartels. Schöneberg. Treffpunkt zum Werbeumzug mst Musik um 19 Uhr auf dem Wartburgplatz. und Beamte der öffentlichen Verwaltungen, Anstatt«, und Be» Pankow. Werbeumzug mst zwei Musikkapellen und Fackeln. Ab- marsch 18 Uhr Pankow, Brette Straße, Marktplatz. Tempelhof. 18 Uhr Sammeln zum Werbeumzug am Ullsteinhaus. Anschließend Kundgebung in der Aula des Realgymnasiums, Kaiferin-Augusta-Stroße. Referent: Stadtverordneter Dr. Sieg- fried Kawerau.— Die Radfahrer treffen sich um 15)4 Uhr bei Pommerening, Berliner Str. 199. Eingeladen hierzu sind die Radfahrer der SAI.. des Reichsbanners und von„Solidarität". Lankwitz und Lichterfelde. Treffpunkt zum Werbeumzug mit Musik um 18 Uhr Händelplatz in Lichterfelde. Anschließend Kundgebung auf dem lstathausplatz in Lankwitz. Referent: Stadtrat Wilhelm Reimann. Johannisthal. 17)4 Uhr auf dem Kaiser-Wilhekm-Platz Konzert der Reichsbannertapelle. Ansprache: Stadtrat Albert Horlitz. Anschließend Fackelzug mit Musik. Schmöckwit-<< ichwalde. 29 Uhr im Lokal Witte,„Wald- schlößchen", Eichwalde. Kaiser-Friedrich-Stroße 1. Filmvor- sührung: Frei« Fahrt. Referent: Stadtverordneter Reinhold Eichberg. Kaulsdorf-Siid. 29 Uhr in der Schul«, Ulmenstraß«. Filmvor- sührung: Weg einer Proletarierm. Referentin: Frauensekretärin Käthe Kern. Freie Scholl«. 29 Uhr Im Lokal„Schollentrug'. Referent: Stadwerordneter Hermann Amberg. Reinickendorf-Lst. Treffpunkt zum Werbeumzug 18)4 Uhr auf dem Marktplatz. Karow. 29 Uhr im Lokal Maye, Dorfftraß«. Referent: Stadtrat Burkhardt. Sonntag, 17. November: Kreuzberg. Letzt« Wählerkundgebung aller rodfahrenden Parteigenossen der Sozialistischen Arbeiterjugend und der Reichs- bannerkameraden. Treffpunkt: vormittags 10 Uhr Heiitrichplatz. Nannerund Frauen, erldtelnf In Marlen! 1 SozialifilscheArbetterjugendGr..Verlin Änst»dlm«m für dies» stodrO nur ao dai JofeoMcfrctaM Neri in«25«8,£fnd«(h«|e 5 etaftlxtis! SM«» Uibmladstund« est StenJao. lt. SaMxicr. aQaft- tick IVi UAz ist tzusenddelm Stnitnftr. L Stemn darf ftfelrä. Heule. Vonnervlag, 19)4 Uhr. _____ Slstbsfte*________________________ (ffitrbfabtni).— Sdiönbnnlci'8»tfl«Wi Schul« SouMndut««'Stt 20. L-r. trag:»Sklarek— Sradtverrrdnetenwadl". Rekernt: Genen« Maderdol-i. tzn- schliek-ni> Mitalietxrsertarmnluim.—«tralooe» ettertel.- Provaxandafahrt mit dem Lakautv. Trettvuvlt 17li. 18 und 18V4 Ubr Laster. Eck« GokltrsNaft«. irainen nicht nera-ssen. Di« Genossen ander« Sbtriluna-n an, den. Wird:. b«»irk werden aedeten. slck liiera» ,u beteili««».— Salelchc« Tor: Keim Gorck. strgsse II. Vortrna:.Di«�--- 1*-'—"-—- lule Wranaeltir. 12k itbusser Tor: Seim Semeinschaft In d«r viertel.- west: Selm Lindenst...______..______ � Westend Mitqliedrrnersammluna.— dlmtfbatft Seimabend �— Datle» veteill« vunlt 20 Ubr.�o'c�lallrn�tctc".-»edlen darf: Pottdamcr Str. S—?' schul«. Paoillon. vortraa:.To,ialistische Lebendaestaltuna-'.— gardelchidaaen! WSbleriundaebuna. Treffounkt Wri Ubr~- V™" Geschlossene Beteiliauna an der Wabltxmi Ubr Raibau»,— vanlow m sZiIiss-5: _____ Goortpiab ----- Seim Wilbelmeaue US. MNmo an der vartewersanusluna. Treff. .... a Nord. ISy.»mn ffartelmiS.— Äst N: t tBabldcmcnfhaHsn der Partei. Treffpunkt ,—...(n Seim Siirschstr. 14. Taa»?«>' iit-i'- >>.sifsi �teiNquna an der DSblerkundaebsna der vardei. Solal Tempel.?ri'ucn-llee4Z. l»� Ubr.-«n-LiMtaduc Wie b-t»Il«aen un» an der»ablerkundgebun, der Partei in der Schulaula Lückstrab« um IShH llyr. W-.b«»«8irI v.--zl««r»-«. Tambourkor».: Wir spiel»» beut« in Reu- kann., Ttcffnunkt W. Ubr Babnbos vreni'auer Mee. RackuMaler HU Ubr Babnb»f Saif er-Krirbrich-Stroße in NeukMn. . il>«rd«l>e»irt ReusSlo: Gmett Berbrbe.irkerorstandsstimn« telunflelciletn rat«tun verpstr. 20, Rau« 4. pünktlich 1254 Gruppen müssen vertreten sein. «rr»,bera, Mareen Demonstratio» mit der vartei mnlt 18 Ubr gontanepromenad«. mit den Zw- 4 Ubr. All« Treff. ««beb�ick»«ini�ndvrf: Mortea Uebimrraadend(flWtdUhw») im Volk». baus Nir da» Bintcnest der Partei, pünktlich lÄ'b Ubr. vie M der schweren Zeit zwingt zu anfterSevSZmnede» ünstrengiuigeii. Wir haben daher besonders scharf kalkuliert und bringen die nachstehenden Angebote zu ganz hervorragend ailiigen Preisen. Auch den wirtschaftlich Schwachen Ist es dadurch ermöglicht, sich wirk« lieh qualltfitsralch« und dauer- hafta Winter- Kleidung anzuschaffen! CtM» rttfcalieb bokonntu WbcSelager bictw»„ Leibwäsche al]ra«rdMikllebex� aur ritas Stoflea.«an alnfachar bis cur il«*a«t*i*«a Ansatattnag- Besonders bemerkenswert: extra weite Leibwäsche euefc:a Uelde ,k?w. iv greßer Auswahl vorr&tlg. Hauswäsche« Schlafanzüge- Badewäsche bMoader» f arW€Hin»rtif»ir«die»ke g«ei gnet.taSent prcUvcri. Bildschöner lugendlicher Mantel »ae Ottomane, ga.m tut elegdntein Stepp- Jutter, mit herrliebem Schal- und Bubikragen und modernen hoben Man»(betten. 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Don der ganzen Arbeiterbewegung, und darüber hinaus von einem Teil der einsichtsvolleren Unternehmer, wird Davis in dieser Ansicht unterstützt, hingegen herrschen immer noch große Meinungsverschiedenheiten darüber, wie der hohe Lohn in die Lohntüte des Arbeiters kommt. Wie stark gerade die Meinungs- Verschiedenheiten innerhalb der Arbeiterbewegung sind, zeigt stch zur Zeit im Znsammenhang mit den Zollverhandlungen im amerikani- chen Senat. Man kong dabei sehen, daß die meisten verantwort- lichen Führer der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung vorwiegend in Zoll- erhöhungen die Voraussetzungen für die hochhaltung de» Lohnniveaus sehen. Sie sind in der Verteidigung dieser These io aktiv und ein- seitig, daß ein« Reaktion Andersgesinnter nicht ausbleiben konnte. Zu den überzeugendsten Ausführungen eines solchen„Zw eis. l e r s" gehört ein« Arbeit von DavisJ. Lewis, einem früheren Mitglied der staatlichen Zollkommission der Vereinigten Staaten. Lewis ist kein Freihandekssanatiker und scheut nicht vor dem Schluß zurück, daß man nicht genug hohe Zölle einführen könnte, falls solche Zölle nachgewiesenermaßen das gesamte Lohnniveau herauf- fetzen würden. Dies muß jedoch nach seiner Ansicht zuerst einmal genau untersucht werden. An Hand des von Lewis aufgeführten umfangreichen Zahlenmaterials lassen sich in dieser Hinsicht solgende Schlüsse ziehen: Die wenigsten Arbeiter sind in..geschützten" Industrien. Nur ein verhältnismäßig geringer Teil der in der Industrie beschäftigten Arbeiter Hot irgendwelche Dorteil« von den hohen Zölle». So ziehen z.B. weder. die KS 000 in der Oelindustrie be> schäftigten Arbeiter noch die 228 000 Lohnarbeiter der Automobil- industrie irgendwelche Borteile aus den Zöllen. Di« Produkt« dieser Industrien sind ans der Liste der einfuhrsreien Waren. Das gleiche gilt für die 473 000 Arbeiter der Holzindustrie. Die ent- sprechenden Zahlen für verschiedene andere der größeren Industrien, deren Produkte nicht zollgeschützt sind, lauten wie folgt: Kon- seroenindustri« 201 000: Mühlenprodukl« III 000: Bäckereien 160 000: Schuhindustrie 21S000: Zeitungen. Zeitschriften und Derlag-Häuser 117 000; Vuchdruckereien 230 000; Papier- und holzbreündustrie 123 000; elektrische und Dampseisenbahnen sowie Konstruktions- und Reparaturwerkstätten 473 000 usw. Nicht„geschützte" Industrien haben oft höchste Löhne. " Wenn Zölle ein« unbedingte Böräussetzung sür hzhc Löhu« und gute Arbeitsbedingungen sind,, weshalb, stehen dann hie Arbeiter dieser Industrien, in denen es keine Zölle gibt oder bcl deji.cn Zölle' njchi wirksam sind, nicht aus dem„lhungerniveau" der Arbeiter anderer Länder? Weshalb sind gerade ihr« Löhne so hoch und noch höher als die Löhn« der Arbeiter in geschützten Indu- strien? Sicher wird niemand bel/anpten wollen, daß die 3 Mil- lsonen im Transportgewerbe beschäftigten Arbeiter schlechter daran sind als die Arbeiter in den Industrien mit' hohen Schutzzöllen Es gibt 3 Millionen Bureauangestellte usw.. die ebenfalls unter guten Bedingungen in Betrieben arbeiten, die nicht von Zöllen „prositieren". Amerika hat ein« vielfältige Bergbauindustrie, in der 1090 000 Arbeiter beschäftigt sind, und die pro Jahr Güter im Werte von 5,4 Milliarden Dollar herstellt. 93 Prozent der Anlagen dieser In- dustrie stellen Produkt«'her, die nicht den geringsten Zollschutz ge- nießen. Trotzdem er, zählt man den Millionen in dielcr Industrie beschäftigten Arbeitern Jahr für Jahr, daß sie ihre verhältnismäßig hohen Löhne den Zöllen zu verdanken haben. Es gibt etwa 10,3 Millionen Landarbeiter, von denen etwa 40 Prozent Lohnarbeiter sind. Zwischen 80 bis 83 Prozent dieser Arbeiter sind mit der Ge- wmnung von Stapelgütern beschöstigt, die keinen Zollschutz genießen. Sie stehen eigentlich ganz außerhalb des Schutzzollkrcises. Trotz- dem macht man den Bauern weis, daß die gelegentlich hohen Löhne und die manchmal bei einzelnen Produkten sich cinltellenden hohen Preise auf das amerikanische Zollsystem zurückzuführen seien. Es ist äußerst wichtig, den Arbeitern zu sagen. daß die Löhne in den nicht geschützten Industrien durchschnittlich höher sind als in jenen Industrien, die die besondere Gunst und Fürsorg« der Schutzzollstrotegen gem.'hen. Man braucht in dies- Frage nicht weiter einzudringen, sondern kann stch damit begnügen, Interessenten zu einem vergleich zwischen den Löhnen der Automobillndustrie und der Textilindustrie einzuladen! In der ersten dieser Industrien, die nicht den ge- ring st«n Zollschutz genießt, sind d-n Aussagen aller tompe- tenten Instanzen zufolge die Löhne außerordentlich hoch und die Arbeitsbedingungen ungewöhnlich gut. Die Kapitän« dieser gut ausgerüsteten Industrie sagen stolz, daß sie sich mit Leichtigkeit ohne die Hilfe des Parlaments auf allen Märkten der Welt b.>- haupten können. Di« Textilindustrie, die alle Zollvergü»- stigungen erhalten hat, die sie verlangte, ist wegen ihrer äußer st niedrigen Löhne im ganzen Lande berüchtigt. Trotz- dem werden gerade von dieser Industrie neue Zollvergünstigungen verlangt. Aehnliche Bergleiche könnten in einer ganzen Reihe von zollgeschützten und ungeschützten Industrien gemacht werden. Was hat man im Hinblick auf solche Tatsachen von der ein- leitenden Klausel der neuen Zolltarifvorlage zu halten, die besagt, daß die Zölle„die amerikanischen Arbeiter schützen sollen?" Wirkliche Ursachen der amerikanischen Lohnhöhe. Im folgenden noch einige andere Seiten des Arguments, daß ausschließlich hohe Zölle für die hohen Löhne verantwortlich sind: Lewis erklärt mit Nachdruck, daß, wenn die Produktionskapazität per Arbeiter in Betracht gezogen wird, amerikanische Arbeiter nur in Ausnahmefällen höhere Löhne erhalten als die Arbe'ter anderer Länder. Die hohen Löhne in Amerika müssen auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden: 1. auf größere natürlich? Reichtümer: 2. auf umfangreicheres und besseres M a s ch i- nenmaterial; 3. auf größer« Finanzkraft: 4. auf die größere Leistung des einzelnen Arbeiters: 5. auf einen Innen- markt, der so groß ist, daß er auf mannigfachen Gebieten Massen- Produktion ermöglicht. Ohne diese verschiedenen Borteile würden die Arbeiter wahrscheinlich aus keinem, höheren Niveau stehen als die Arbeiter in anderen Ländern. Bei der Festsetzung der Löhn« spielt dos Quantum der Produktion eine große Roll«. d. h. die Löhne schwanken je nach der Produktionskapazität der Arbeiter. Wenn hohe Zölle die eigentliche Ursache der hohen Löhne wären, wer will dann erklären, wechalb di« Arbeiter vieler euro- päischec Länder, die noch lfö her« 33 ll« haben als die Per- einigten Staaten.' trotzdem schlechte Lohne, erhalten und unter schlechten Arbeitsbedingungen Icideu?.> Wenn bic Zölle die Grundlagen de? amerikanische» Wohlstandos finH, weshalb leben dann die Arheiker in der Tschechoslowakei, Rußland oder Spanien nicht im gleichen Wohlstand? Auch in diesen Ländern gibt es Schutzzölle: und sie sind in einigen Fällen höher als in den USA. Di« Schutzzollbefürworter mögen diese Frage beantworten, wenn sie können! Ein schutzzollfreundliches Arbeiierblatt. das die Ausführungen von Lewis veröfsentlicht, kann als Maßstab dafür genommen werden, wie man in den Kreisen der Gcwerk- schaften auf solche— übrigens seltene!— Stimmen von der„ande- ren Seite" reagiert. Man führt keine Gegenargumente an, sondern erklärt kurz und bündig, daß man von solchen Feststellungen nichts wissen will. So fügt denn auch das besagte Blatt, obwohl es dft Zahlen von Lewis In allen Einzelheiten widergibt, einfach zu Bs- ginn die einleitende Bemerkung bei:„Obwohl wir uns mit den im nachstehenden Artikel in der Zollsrage gezogenen Schlußfolgerungen nicht vereinigen können, geben wir den Artikel zu Information?- zw-'cken wieder. Wir stellen uns aus den Standpunkt Voltaires, der sagte:„Ich bin anderer Meinung als du, aber ich kämpfe bis zum Tode für dein Recht, deine Meinung zum Ausdruck zu bringen." Die Zollfrag« ist zur Zeit für die Arbeiter Amerikas das ent- scheidende Problem und die Arbeiterpresse sollte ihm, so glauben wir. einige Zlufmerksamkeit schenken. Die Aufwendungen sind neben genauerer Unterteilung in regel- mäßig« lausende und im Gegensatz dazu, in einmalige und anormale Auswendungen einzuteilen. Es ist besonders' daraus zu achten, ob die Aufwendungen für das normale Geschäft auch durch normale Erträgnisse gedeckt werden. Die Betrachtung der Zinsspann« bei Kreditgenossenschaften, muß nicht mit all- gemeinen Ausdrücken, sondern zahlenmäßig genau dargestellt !«erden. Es ist nicht Sache der Genossenschast, hohen Gewinn an- zustreben. Es soll bei Genossenschaften aus die Verzinsung der Geschäfts guthaben geringerer Wert gelegt werden als beispielswcijc aus die Dividendenzahlung bei Aktiengesellschaften. Der Genosse wird nicht Mitglied, um das als Geschäftsguthaben angelegte Geld möglichst ertragreich anzulegen, sondern um an den Geschäften der Genossen- schaft selbst unmittelbar teilzunehmen. Somit ist«o nicht zu rechtfertigen, daß ein« Genossenschaft, wie mehrfach festgestellt, die Verzinsung der Geschästsguthabcn als pjlichtmäßigen Aufwand betrachtet und entsprechende Beträge von vornherein in die Auf- wandsrechirung einbezieht. Ebenso unvertretbar erscheint es, wenn ohne Rücksicht auf das Gsschäftsergebnis Zinsvergütungen an kreditnehmend« Mit- glioder pro rata der Geschäftsguthaben erfolgen. Die allgemein über- aus niedrige Eigenkapitalbasis wird bei den meisten Genossenschasten für absehbar« Zeit eine Gewinnausschüttung unratsam erscheinen lassen. Es ist abwegig, die Konkurrenzfähigkeit der Ge- nassenschaft zu gefährden, um aus ungesunden Gewinnen des Prestiges halber eine Dwidende gewähren zu können. Di« neuen Richtlinien der Preußenlasse sind ebenso scharf als bestimmt. Sie leisten dem ländlichen Genossenschaftswesen einen sehr großen Dienst, weil sie dem volks- und privatwirtschaftlichen©in» des Genossenschaftswesens auch in der Praxis, und zwar einheitlich, Geltung verschaffen. Maschinenindustrie schwächer. Intemattonale Kapitalschwierigkeilen gefährden das Avslandsgeschäst. Der Verein Deutscher Maschinenbau- An st alten teilt mit, daß die Anfragen und Austräge aus dem Inland und Ausland bei den Werken des Verbandes im Oktober«ine weitere Abfchwächung erfahren haben. Als Durchschnitt ergab sich in der Beschäftigung der Werk« gerade noch eine 48stündige Arbeitsze.it gegen 4814. Stunden vor einigen Monaten. Di« Arbei�erentlassungeu blieben jedoch bis jetzt in verhältnismäßig engen Grenzen. Der BDMA. stellt fest, daß sich die Anspannung auf den tnter- nationalen Kapital- und Geldmärkten auch im Exportgejchäst immer stärker bemerkbar mache, das bisher für die Beschäftigungs- Möglichkeiten der Maschinenindustrie ein« ausschlaggebende Rolle spielte. Um die verbleibenden Absatzmöglichkeiten entfalte stch ein« immer schärfer« Konkurrenz. Zielbewußte Förderung der Ausfuhr durch staatliche Handelsvertrags- und Zollpolitik sei nötig. Entscheidender Wert müsse auf ein« verstärkt« Mithilf« der Roh- st off- und Halbindustrien sowie der Banken bei dem Kampf der verarbeitenden Industrie um ihren Auslandsabsatz Volksfürsorge weiter aufwärts Die getvertschofllich-genossenschaskliche Versicherung SL-ffl.— Volkssursorge— in Hamburg hat im drillen vierieljahr 1929 135 502 neue Anfrage mit 64.3 Millionen Mark neuen Versicherungssummen zu verzeichnen. Der siürmssche Zuwachs des Jahre» 1929 in der Versicherung Volk und Leben erhöhl sich damit aus 445 663 Anträge mit 20S,SS Millionen Mark. Der Versicherungebestand betrug Ende September 1929 Insgesamt 1 834 000 Policen mit 748,8 Millionen Mark Versicherungssumme. Der vermögen»- stand hat sich auf rund 75 Millionen Mark erhöht. E» gibt keine private Verllcherungsgesellschasl. die auch nur annähernd ein so stürmische» Wachstum zu verzeichnen hälie. Deutsche E ektrizitätswirtschast. Die öffentlichen Werke tiaben Vas absolute llebergew cht. Nach den neuesten Deröffentlichungen von„Wirtschost und©to- tistik" ist die deutsche Stromerzeugung von 1923 bis 1928 von 20,3 auf 27,9 Milliarden Kilowattstunden oder um rund 40 Proz. g c st i c g e n...und für 1929 erwartet man ein« Steigerung bis auf 32 M lliarden Kilowattstunden. Das Tempo der Entwicklung des deutschen Kraftverbrauchs ist also«norm. In der Zeit von Januar bis Juli 1929 war bei den in der Monat-statistik erfaßten 122 Werken die Erzeugung um 18 Proz. höher als in der gleichen Zeit des Dorsahres. Gleichzeitig hat sich«ine sehr beachrlich- Verschiebüng im Jahre 1928 vollzogen, und zivar zugunsten der öffentlichen Werke. Während von 1923 bis 19Z7 in den Eigsnanlagen der Selbstversorger noch 31 Proz., in den ösfenliichen Werken nur 49 Proz. der Stromerzeugung oer- einigt waren, hat sich dieses Verhältnis im Jahre 1928 umgekehrt. Dabei sind die leistungsfähigeren Anlagen stark bei den öffentlichen Werken konzentriert. Bon 7217 erfaßten Kraftanlagen kamen 14.1 Milliarden erzeugte Kilowattstunden auf 1417 öfsentliche Werke, während 13,7 Milliarden Kilowattstunden, also eine geringere Kraft» menge, stch auf 5800 Eigenanlagen, das ist mehr als das Vierfach«, oerteilten. Auch bei der inskallierten Mafchinen'eistung zeigt sich ein« Ueberlegenheit der ösfentliwen Werke. Die Leistung stieg bei allen Anlagen von 10,2 auf 11,1 Millionen Kilowatt, die Steigerung betrug im Jahre 1928 bei den ösfentli'ben Werken aber 10 Proz., bei den privaten Eig«nanlagen nur 6 Proz. Es zeigt stch auch hier, warum das Prioatkapitalein so großes Interesse daran hat, die öffentlichen Werke zu privatisieren. Es ist aus ibnen eben sebr viel für den Privatprofit berauszuholen. Auch das muß am-17. No- o« m b e r bei der Stimmabgabe berücksichtigt werden. Der W?'nter auf dem Arbei�smarki. 920000 Arbeitslos im Ne'ch Di« winterliche Belastung des Arbeitsmarktes nahm nach dem Bericht der Reichsanstalt in der Woche oom 4. bis 9. November zu: so stieg die Zahl der Hauptunterstützung-empfänger in der Versiä«. rung um etwa 60 000 und dürste am 7. November nah- an 920 000 liegen Das Tempo der fortschreitenden Arbeitslosigkeit war sehr uneinheitlich. Im allgemeinen folgt die Kurv« der Arbeitslosigkeit, wenn auch auf höherem Stande, der Entwicklung des Vorjahres. Ertraqsr; chnung in der Landwir fchast. Wer vol e Reo sio"Sticsstlinien d r preuß-nlosse. Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse gibt soeben Nicht- lmien für botriebswirtschaftlich materielle Prüfungen genossenschaftlicher Organisationen heraus, die in aller Kürze und � Klarheit zum ersten Male eine s y st em a t i's ch e U n t e r h auung des Revisionswefens bezwecken.Von besonderem. Jntereffe ist das Kapitel über die Prüfung der Erftagsrechnung. gelegt werdep, 53 Hauszinssteuer und Wohnungsbau. In Preußen mehr als 50 pro,. Hauszinssteuer für die Bau ät'gkeit. Der amtliche Preußische Pressedienst tritt der Be-> hauptung, daß das Aufkommen aus der Hauszinssteuer vom Staate überwiegend für allgemeine Finanzzwecke verwendet werde, ent- gegen. Nach dem Etat für 1929 betrage in Preußen das Hauszins- steueraufkommen 1100 Millionen Mark. Hiervon stehen für die Neubautätigkeit 587 Millionen, für den allgemeinen Fiimnzbedarf nur 313 Millionen zur Verfügung. Von den 387 Millionen kommen auf die staatlich« Neubautätigkeit 163 Millionen, auf die der G«- meinden 422 Millionen. Hinzu treten die Rückflüsse aus früher verausgabten Hauszinssteuerhypotheken, so daß insgesamt rund 600 Millionen für die Neubautätigkeit bereitgestellt sind. In der» Jahren seit 1924 habe stch durch den wachsenden Einsatz der Haus- zinssteuer und die Erstartung des Kapitalmarkies die Neubautätig- kcit in Preußen von 33 000 auf 93 000, dann auf 117 000 und auf 164 000 bzw. 186 000 Wohnungen jährlich erhöht, im Jahre 1928 also gegenüber 1924 erheblich mehr als verdreifacht. AEG. verbaut SO Millionen. Die AEG. hat gelegentlich der Börfeneinführung ihrer teilweise an die General Electric übergebcnen Aktien neue Bilanz- Ziffern für den 3 0. Juni 1929 veröfsentlicht, die für drei Vierteljahre des neuen Geschäftsjahres einen gewissen Einblick g«-> währen. Der wichtigste Posten ist der der Bankguthaben. Hier haben sich die am 30. September vorigen Jahres vorhandenen Gut. haben von rund 38 Millionen Mark in Bankschulden von rund 18 Millionen verwandelt. Die AEG. dürfte also im Laufe der letzten drei Bierteljahre reichlich 30 Millionen Mark in die Anlagen gesteckt haben. Am 1. Au g u st 1 929 waren 18 705 Beamte u�n d 41 402 Arbeiter beschäftigt. Umsatzzissern werden nicht bekanntgegeben. An dieser Unsitte der AEG., wird also weiter festgehalten. Die stärksten Veränderungen zeigen die Warenbestände, die von 93 aus 107 Millionen, die Grundstücke, die von 22 auf 27 Millionen, und die Gebäude die von 63 auf 72 Millionen Mark in der Bilanz gestiegen sind. Für das ganze Geschäftsjahr werden nach dem Prospekt wieder anständige Gewinn.« erwartet, so daß mindestens die Vorjahrsdioidende von 8 Proz. verteilt. werden wird. Diskontsenkung in Gicht. l?ür New Öorf und London. Die belgische. Nationalbank hat ihren Zinssatz von 5 auf 4� Proz. herabgesetzt. Bekanntlich wurde der Zinssatz erst am 31. Ii'li von 4 auf 3 Proz. erhöht. Auch für New P o r k' u n d für London erwartet man neue baldige Diokontermähigungen. Rekord. Rekordi Nachdem kürzlich in Deutschland da» D o r n i« r- Riesenflugzeug mit 160 Person-» ausgestiegen ist, will Amerika Flugzeuge sür 600.Personen bauen, nämlich für 500 Passagiere und 104 Mann Besatzung. Das Flug- zeug soll mit 12 Motoren zu je 1000?8. ausgestattet sein, soll New Park und London direkt verbinden und 5 Millionen Dollar kosten. Der Auftrag wäre der Ingenieurfirma West-Eott and Napes für eine Firma durchzuführen, die nicht genannt sein will, bei der aber deutsch« Jnaenieure mitwirken. Vinsenduugen für diese Nubrtt stnd Verl»« S« SS. Liudenstratze 3. parteinachn'chten für Groß-Rerlin ftet» an da» B«zlri«sekr«tari-i 2. Ho», 2 Treppen»cht,, zu richten ' Am Sonnabend, dem 23. November, lS>-' Uhr, findet im Saal des Reichswirlfchaflscales. Bellevueflrahe. wieder ein vorkrags- abend der Areieu Sozialistischen Hochschule stall. Genossin Ton! Psüls, M. d. spricht über die»Reform des Eherechts und die arbeitende Irau", Saalöfsnung 19 Uhr. wir bitten unsere Ge- nossinuea. sich an diesem Vortrag recht zahlreich zu beteiligen. Karlen für diese Veranstaltung sind ab lS. November zum preise von 50 ps. scinschließlich Garderobe) im Frauensekretariat des De- zlrksverbandes. LIndenstr. 3, 2. Hof. 2 Treppen. Zimmer 4, zu haben. das Irauensekretarial. Achtung l Achtung! verwaltungsinngiieiiei'i A» Freitag, dem id. Ziavembr«. feine olgung der ffltttirren OttnaeuDotamg. Die Orlrrerw nlhxng. (> (> imgmmmi Theater, Lichtspiele usw. _______________________________||__ Q2 aast Ii. Ätei« Aculcllo. feeule, ronncrs'a« 14. Souemiet, ISVi Uhr. treffen sich !>>« Cnttciaenoffen In Brist. Chnussee. erfc Sannemannstrohe, m einet stunigebuiifl fär freu Ortsteil Brlg-Buclow.— Die Bbtetlnng» leitet tonnen das[rftte Wahlmatcrial au» beut Parterburean abholen. heute. Donnerstag, 14. November. 7. BW. rnugBIättet abholen ab 19% Uhr non Börwalbe. Schle» elfte. 8. 8. Abt. Ab 17>e> Uhr iZlugblatinerbreituna von Bickeet, StemmeOftr. 3fe. ans. «. Abt. ffluablottocrlircitnnfl unfr Materialausgabe bei erichholt, Cuorostr. 23. 3(1. Abt. aharlottenbnrg. Leute. Tonnersia«. üreitaa und Connahenfr. fflug. blasverbreitung. Erscheinen dringend erforderlich. 89. Abt. Seiineberg. Donnerstag und Kreitag ad IS Uhr INugblattausgabe bei Gllrlich. Begasstr. 1. I tMWJßM' MH_____________________________________ �___ Plan geändert. Die cheuaffiaaen and Senoffea, auch die der Nachbar. »bteilnngea, werden um recht rege Teilnahme ersucht. toi. Abt. Trent»», islugblattverbreituna von den belannton Stellen au». Alle Eenofflnnen und Genoffen milffen sich daran beteiligen, da nur ein Tag mm Bertellen mr Setfilauna steht. Niemand fehle! «4. Abt. Lichtenberg. Donnerstag und ssreiw« ab 17 Uhr Mugdlattverbreitung bei Schwarter, Sabriel-Mat-Etr. 17. Morgen. Freitag. IS. November. 11. Abt. Alle Genossen beteiligen stch an der Wählerlundgebung im Moabiter Gesellfchaftshaus. 1». Abt. Die SerrfsflUrer holen nach LchluK der Berfamenlung in der Schul» aula, Grüntfialer Strahe, wichtige» Material von Schrepel, Griln'halet Steafte 15, ab. ssluablattverbreitun» am Sonnabend, dem 18. November, von den sah'abendlokalen au». 28. Abt. Ab 19 Uhr wichtige sslugblattverbrertung von Ken klahlabendlolalen au». Aedes Müalied nruft mt S'elle sein. .18. Abt. 20 Uhr bei Pariusch, ssriedenftr. SS. ssunktionärssitung. 49. Abt. 1S1H Ubr beteiligen stch alle Mitglieder an dem Werbaunuua des (treife». raffpuntt ffvntanevrvmenade. Abmarsch ISsh Uhr mit Mustl und Kackein. 43. Abt. IStj Uhr Antreten tum Aerbeurnrng ssonbrievromenahe. 48. Abt. 18 Uhr Antreten mm Werbeumma isonfanevromenade.»Bären, träger" gleich hinter dem Banner. 81. Abt. aharlnttenbnrn. 18 Uhr Werheinnma ab lZrledrlch-starl-Plail. 88. Abt. Tempelhos. l» Uhr beteiNgen stch alle Genomen an dem Wcrbeumliug in Mariendorf. Treffpunkt vilnitlick 19 Uhr am Ullste nbaiie. Donnerstag, ltreiiaa und Sonnabend stnd olle MnoblStter rn verbreiten. 117. Abt. Lichtenberg. 19V4 Ubr Ertra.?ahladende frei S'emert. Schstlerstr. 3. und bei Pflug. Leovoldstr. 17. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Zrauenveranstalkung. t. llrei» Prentilaner Beta. Die ffunUiunSttnnen treffen stch bereits um 18 Ubr in der Aula Gleim tr. 40. Zungsozlallsten. GravP» Uriedrichahalir. Der Gruppenabend heute, Donnerstag, fällt aus. Wir beteiligen uns an der sZIugblattverbreitung der Partei. Achtung! Am Diens'a«, dem 19. November. lilVs Uhr. beginnt im Andrea». Nee gomnastnm. goppenstr. 78. Bwloqieiimmer, der streiskurfus, unter Leitung vom Senoffen 3. P. Mayer, � Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisation 83. Abt. Eharlotteoburg. Unser altbewährter Genosse Wilhelm Schubert ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung heute. Donnerstag. 14. Znvember, 17 Uhr. im Krematorium GeHchistraste. Um reae Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Ro»-Gold". Geschäfts stell»: Berlin S. 14. Sebastianstr.«7-88. Saf 2. 9Lt. Douaerstgg. lt.«osember. Weihenfer fOctsoerrini. Istbz Uhr An- treien Berliner Sof.imv Soalfciiutl bei der DDP. Reiniaenboei (Orlsocrefn). 10% Uhr coolfehuh bei Wllller, Schaenwederstrahe. Bernau. 2(04 Uhr Perfammlung im Seteinslolal. 2 ancrortmiiii«;..Wahlarbeit".— Secilag, 15. November. Mitte. 19 Uhr Laalfchuh im Sackefchen Löf. Nofeu- (Lott. kameradfchailen Weste» I und II Antreten 19 Uhr Nat'onalhof. Blllow- ftrahe 37(Lof>. Wcdd.ug lOctsoetein). Achtung, Tambourtorpsl 19V4 Uhr mid'tlne Sufammenlunft und Uebungsfwnde bei Kameraden Sorgah. Uferstrahe 13, Precsloucr Berg. 19 Uhr wichtige Zugendleltersthung bei Burg, Prenzlauer Alle« Ecke Paumerfirahe. Aufstellung und Wahl des Kreislugend- Ici'ets, Weißenfee. 19% Uhr Antreten Anlonvlati mm Saalfchuß bei der SPD. — Sonuabe-d, 18. November. Mitte. 17 llhr Antreten mit Spielleuten ohne Fahnen Artonavlaß. Propagandamarfch m t der SPD. Pslichtvevanstaltung. Tiergarten. Moabit Antreten 17% Ubr Klemer Diergaaen in BannerDeid' ng. Westen stehe SÄD.-Bachrich'ev 8. Abt. Zeder Kamerad muß' pünktlich in Bau- nttklcibuun mt Stelle fein. Stegliß(Kameradschaft). Antreten 1782 Uhr Düppel- plati. Kameradschaft Llchterfelde-Lankwih Antreten 18 Uhr LLndelplah. Schöne» we've.?otann>«ib»l. 17% Uhr Plaßkonjert mit anschließendem Fackel, ug durch Tlahannisthal. Antre'en 17% Uhr Kaifer-Wilhelm-Plah. Lichtenberg(Orts. verel»>. 17% Uhr an der Iugendbllhne ,um Wahlumrna mit der SPD. mit Dambo�rlorpa, Bundksk'eidung. Erscheinen Pflicht. Sieip'cke�bori(Ortsverein). 18% Uhr Antreten auf dem Maienp'aß. Peinickendarf-Ost, mm Ummarlch. Kameradschaft Reinickendorf. Ost. 18% Uhr am Dialenvlaß, Schillerpromenade, mr Beteil'gung am Un>,ua der SPD. PflichtveranstaftiMg. Bernau. 19 Uhr Antreten fmlns'okat ,vtn Fackeimg der SPD.(Vnndeskleiduna). Nnderriege. 19%— 21 Ubr Kostenmder» in den Puderanlagen der Berliner Turnerschaft, S'ra'a», Tunnelstr. 4.— Wedding'Otiscerein). Sonnabend. 16. November, 18% Uhr. Antreten sämtlicher Kameraden mit Damhonr- und Musikkorps, Nor. ort"afr steig Gesundbrunnen.— Friedichshain. Freitag. 15. November, 18% Uhr, Antreten mit Mustk in Bannerkleibnna Bahnhof Korfshorst.— Temprlhof �Ortsverein). Frei lag, 18. November, Demonstration in Mariendorf. Antreten 19 Uhr am Msteinhous. Sonnabend, 18. November. Demonftra"o>i in Tempelhof. Antreten 18% Uhr am Ullstembans.— Nenkölln-Briß(Orts. verein). Der Kamerad?ol,e ist verstorben. Einäscherung Donnersfa«. 18 llhr, auf dem Neukiillner Gemeindrfrfedhof. Am Mariendorfer Weg.— Zungbannerr Donner»tao. 14. Zivvember, 20—23 llhr, Sportabend. W»Iter.Nathenau.SchuIe, Boddinstraße.__ Ardeltr-.Nabm-Buab Deutschland e. Ortsgruppe Berlin. Grueo« Fried- richshain. Donnerstag. 14. November. 20 Uhr. Milgliederversammlung und St!lr»n"s(ragen im GmppenVal(Tabincc Str. 10. Der Wichtigkeit wegen muß jedes Mitglied bestimmt erscheinen. Ne�sfnrnichriftnerein Berl-n-Msabit. Danners'aa. 20—23 Uhr. Anfänger.. 'Fcrtgeschr'tienen-. NedeschrM-pehrgänge. Naihenower Sir. 8a. Auskunft bei k>. Gagern, Berlin NW. 21, Wieleistr. 21 K-teressenn-rband b-r bnr* A-tov'rbil. und andere Berfehr-nnfälle Ge» fchäd�aten E. B. Geschäsiestrste Berlin NW. 40. �'a�henomer S'c. 4(am alten Krm'nolgericht) Sprechstunden und tasten lose AuokunftserteiUniq täglich pon 5 bis 7 Uhr nachmittag». TTeflerbfrlchl der äffenN'ckien weiferd'evssfeile Berlin und llmaegend (Nachdr. nerb). Wieder stärker bewifft mit etwa» Neuen, teeiierdin fült.- DOr steuf'cklond: Belonder» Int k fiten und Osten stark den-Aifl mit Reaeniässen, auch im übrigen Reiche zunebytenbe SeivöUung, ttilwdfe 'fmo« Regen. Der fftofli der fnugr» Mutter ist ein moderner K'rdrrwagen. An reich» hali'gfter AuswabI kaufen Sie einen solchen nur im S»e,'alaeschäft. Gehe» Sit ,u der altbekgii Uten Firma Mehner, dem Kmdrrr'aa.nwelibans, nnd S'e werden ohne Mühe und gan, nach Ihren Wünschen kaufen können. Sie finde» da auch Metallbetten. Korbmöbel. Kinderbetten. Liegestühle, Puppe». nagen, ssrsttroller, Selbstfahrer. SPi'b'räbir und. da d e Firma Mehner in allen Stadtteilen Filialen unterhält, find die Wege nicht so groß: istr schnellste Fn- fieOun« der Ware ist Sorge getragen. Damu Merten Sic- seit 1873 lauft ihan grl unfr billig im Kinderwagenwelthaus Mehner. 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Uhr Lehär dirigiert Das Land des Lächelns Vera tdiwars, Ridiard Taobet UslspIelbiBg Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich»>/« Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Renaissance- Theater 8V« Uhr Heou und morgn 151. I5Z. lombruti Krankhell der Jugend Von Bruckner. Regle: üusL Härtung. Ab Sonnabend 8% Uhr COEUR-BUBE Komödie von Jacques Nathanton. Sonnabend 5 Uhr, Senntag 4 Uhr DBclae■■■£«: Flamm« —- teino.aUCI. Ü90I u. 2683/84.— ReichsHallen-Theater Abends[sj Sonntag nachm.£T] „Bei de Stettiner" Ulk'Revae ▼. MeyseL Biliettbest Zentrum 11263. Nachmittt"« halbe Preise. □ ön h off- B rwtt I) i Das gr.le Varltie-Progr. Tanz— Faltner-Qi ehester. Rennen zu Strauibero Bonnerslad» 14. Nov. oaduniltags 1 Dtir. ARCOPHON4ii ist die akustisch richtig konstruierte Membran. Das Arcophon hat eine FALZMEMBRAN} sie ist das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung und gewährleistet durch ihre besondere konstruktive Eigenart eine so naturgetreue Wiedergabe, daß jeder, der das Arcophon einmal gehört hat, sagt; „AU Lautsprecher nur ARCOPHON" Es gibt einen Telefunken-Lautsprecher in jeder Preislage: ARCOPHON 4 Z RM 42.- ARCOPHON 3 RM 73.* ARCOPHON 5 RM98.- ARCOPHON 3.- TELEFUNKEN DI E DEU T S CHE WELTMARKE Winfer ★ Garren* « um. inu. 211 u* tu uhn gnaubt , JUo Bot», Jrvin Slstars et-. VolKsbttlue rant« 8 Uhr FrQtillnos Erwachen SlHtlSdiillBr-Hi. 8 Uhr Treibjagd Thnler u seinunsrumn M,. Uhr Pennäler Bnttdits TSiatn D.I. Norden 12310 8-.. Uhr Oer Kaiser v. Amerika von Bernard Shaw Rege Mar Relnbardl Kamraersplele 0.1. Norden 12310 Tv Uhr Zu OEfl. Auldlt Lustspiel von Frederik Lonsdate Reele; Gustaf Gründgens Bflhnenbi der; Franz Owoi skjr. Die Komödie |l Bismck. 2414/7516 8-'. Uht Tom Teufel geboit von Knut Hamsum Regie, Vag Reinhardt 16. i. MMiiIM Vorvk, KT- 2- Kf 2 01 Täglich 8i, Uhi Gastipiei ms Deuismeü Tbta.ers Lesstag-Theater Norden 10846 Gruppe'nnger Scbaiuplclcr Täglich«>(. Uhr CyanKall Sonntag 4 Uhr Märchenvomt Hans Urlan gent nach Brot TheaL d. Westens Tägi.mAUhr narieffa il«, ig Oskar Stria s Käthe Dorath hUdiMt TUBL B. Kotni.Tai Kottb. str. 6 Tigl.« Uhr anchSonut. aecl m ZV iilie- Saniter DIB Well geht BBterl llrtj«.'Mflgiipitg Planetarium — am Zoo irrst», MlDitlultT Itnh B.6 Barbarossa 5878 16', r Lhr Hrrbtl- aban» im ttoraen- i Immal 18',* Uhr Bltarl d„ ttareenli« ,tn 20',« Uhr dir an dh Cranzen der Walt Eintritt I Mark, Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. Direktion >r. Robert Kielr Deutsches KBnsder-Tbeil Barbarossa 3937 "«B Uhr Setlsama Zwisößnsplel v Eugene OTJeiU latta. BtiizBiltert Sonntag, 17 Nov. 345 Uhr Die andere Seile in der Prent ierenbesetz Preise 0,80— 8 M Mm Theater )anhoffI70 8>(. U. Zwei Ir» wallen von Georg Kaiset Musik Spoliansky Sonn-a-, 17 November 5>» Uhr Zwei Inwttten Preise 0J»- 84)0 M. TrlMon-TlLM2w,ur 8>/. Uhr Elisabeth Strickrodt in „Die Ballerina des KBoigs" So 4. Stg. 2i, Uhr SafeaccvilldieD Saraowskj-Mhnen rheater i» dw göalggrltiw Straß» Täglich 8>, Uln Die erste mrs. seiby mit Fpstzt mauary Komtf dienhau» Täglich 8Va Uhr Der HQhnerhot v Tristan Bernard nacb Frank Wedekind- Regte i Richard Oswald mit: Tony van Eyck, IU Rina, CapI Bai Hau«, Rolf van Qoth, Friti Rasp, Paul Hanckel» Richard Oswald-Produktion im Hegewald-Flim Uraufführung heute 600 und 942 Uhr die Paßeinfenkung vor uns sahen. Häufig passierten wir Warendepots. Sowie Schiffe in Seenot einen Test ihrer Ladung als Ballast über Bord werfen, kommen auch manchmal Karawanen in diese Rottage, wenn zuviel Tragtiere zusammenbrechen." Nach der Ueberwindung des 5571 Meter hohen Karakorum- passes ging es empor auf dos höchst« Plateau der Erde, um dos herum sich Schneegipfel bis zu einer Höhe von über 7000 Meter empartürmen. Auch hier zeigten imzähfige SkeleÜ« di« Opfer a>>, die di« Schmerzensstraße gefordert., / B, Ä UNSER. � Chausseestpasse HAUS ; Ä'.. I -1-�jr WMM - DAS HAUS DER SACHLICHKEIT IM NORDEN BERLINS- WIDO MONTAG,DENiaNOVEMBER, VORM. 10 UHR WIEDERERÖFFNET MA N DAS WABENHAUS BEßUNS IN ALLEN STADTTEILEN