BERLIN Donnerstag 14. November 1929 Der Abend @rfcheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindenstr. 3 66 Spätausgabe des„ Vorwärts" 10 Pf. Nr. 536 B 267 46. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Die Weltbank in Basel. Schacht erläutert das Statut/ Kapital 500 Millionen. Zu den geffern in Baden- Baden abgefchloffenen Ber- 1 handlungen des Organisationskomitees der Bank für internationalen Zahlungsausgleich sind heute die Statuten der Bank veröffentlicht worden. Das Statut zerfällt politisch in zwei Gruppen verschiedenartiger Bestimmungen. Einmal in Bestimmungen, die der Berwaltungsrat der Bank selbst abzuändern in der Lage ist, sodann in solche, die nur gleichzeitig mit dem Grundgesetz verändert merden können, b. h. unter Zustimmung jeder der beteiligten Regierungen, also auch der deutschen Regierung. Es handelt sich dabei um die für den Aufbau, das Rapital, die Verwaltung, die Befugnisse, die General perfammlung entscheidenden Bestimmungen, also um alle Be ftimmungen, die nicht lediglich Ausfluß der Bermaltungstätigkeit find. Die Bant genießt feine besonderen Steuerpripi legien, mur wurde Wert gelegt auf die Vermeidung der Doppelbefteuerung. Die Bant ist nicht in erster Linie aufgezogen als Reparations bant, sondern heißt mit Absicht Bauf für internationalen Zahlungs ausgleich", mamit zum Ausdrud gebracht wird, daß die Funktionen der Banf als Empfänger und Berwalter der Reparationszahlungen mur vor übergehender Natur find. Für die Dauer foll die Zahlungs. bant eine internationale Bant fein, die unabhängig von den Reparationsfragen internationale Zahlungsschwierigkeiten ausgleichen. foll, das gilt insbesondere für die Regulierung der Wechsel. turse. Das Kapital ber Bant beträgt 500 Millionen Schweizer Franken. Davon werden 56 Proz. von den Rotenbanken Belgiens, Englands, Frankreichs, Deutschlands, Staliens sowie von japanischen und amerikanischen Banten übernommen, während 44 Proz. des Kapitals, für die die genannten Banten die Garantie übernehmen, später zur 3eichnung aufgelegt werden sollen. Die Verwaltung der Bank liegt in den Händen des Verwaltungsrates, d. h. in erster Linie des Vorsitzenden des Ber maltungsrates, der die Funktionen eines Bräsidenten ausüben wird. Der Borsig foll in der ersten Zeit, nachdem fich offenbar große Schwierigkeiten hinsichtlich seiner Auswahl ergeben haben, nicht von den fünf europäischen Notenbanken, sondern von einer neutralen Persönlichkeit oder einem Amerikaner gestellt werden. Die Bank soll teine europäische Bank im engeren Sinne, sondern eine internationale Bant sein, so daß von der Mit. arbeit der Bereinigten Staaten und Japans eine bedeutsame Förderung des Instituts erwartet wird. Einigung im englischen Bergbau. Die Vorlage der Regierung abgeschlossen. London, 14. Rovember. Die Verhandlungen der Regierung mit den Grubenbesitzern und Bergarbeitern fönnen nunmehr als abgeschossen gelten. In den Grundzügen ist die Regierungsvorlage durch die langwierigen Berhandlungen mit den Vertretern der Grubenbefizer und Berg arbeitervertretern nicht wesentlich beeinflußt worden. Es ist anzu nehmen, daß die nunmehr dem Parlament zugehenden endgültigen Vorschläge vorsehen werden: 1. Festlegung einer allgemeinen Arbeitszeit für den Bergbau von 7½ Stunden; 2. Allmählicher Erwerb der Bergbauschürfrechte durch den Staat; 3. Regulierung der Förderung des Abfahes auf der Grundlage der Borschläge, die durch die Grubenbefitzervereinigung ausgearbeitet wurden; 4. Einjehung von Bezirksausschüssen, in denen Grubenbefiher, Bergarbeiter und Verbraucher vertreten sein werden unter Leitung eines unabhängigen Vorfihenden zur Wahrnehmung der Jntereffen der gesamten Deffentlichtelt. Die Ausschüsse werden in einen Landesausschuß zu fammengefaßt werden. Die Bergarbeitergewerffchaft hat für Mittwoch eine Vertreterversammlung einberufen, auf der die Borschläge der Regierung endgültig angenommen werden sollen. Von den Bezirten haben sich wahrscheinlich alle mit Aus nahme von Yorkshire für die Annahme ausgesprochen. Der Generalsekretär des Gewerkschaftstongreffes, Citrine, billigte am Mittwoch im Namen der gesamten Gewerkschaft die Haltung der Bergarbeitervertreter und stellte die Forderung auf Einjegung eines Amtes zur Festsetzung eines allgemein geltenden Lohnes auf. Das geloble Sowjelland ОБУЛОЧНАЯ О Ausrede: Ein Wahlschwindel! Der Bericht des deutschen Botschafters gestohlen. Die Rote Fahne" glaubt, die Mitteilungen über die Not der deutschen Bauern vor Mostau als Wahlschwindel erklären zu können und benutzt dazu einen aus dem Auswärtigen Amt oder der deut schen Botschaft in Moskau gestohlenen Bericht des Botschafters von Dirsen. Dieser Bericht stammt aber vom 1. August, schildert also die Lage der Bauern, wie sie im Juli war und beweist deshalb gar nichts. Damals war die Ernte noch im Gange und die Terrormaßnahmen wegen der angeblich mangelhaften Ablieferung der Ernte noch nicht durchgeführt. Der Brief, aus dem die Sorge des Botschafters um die Erhaltung der Beziehungen spricht, fonnte vor drei Monaten naturgemäß nicht voraussehen, wie die Dinge laufen würden. Wie die Dinge heute in Wirklichkeit sind, hat der von uns im tnappen Auszug veröffentlichte Bericht des landwirtschaftlichen Sachverständigen aus der Deutschen Botschaft Prof. Auhagen gezeigt. Seine Tatsachenfeststellungen fann die Rote Fahne" nicht widerlegen. Ihr Wutgeschret zeigt. nur, wie sehr die Kommunistische Partei den Eindruck fürchtet, den die fortgesetzte Schändung der Menschenrechte in der Sowjetunion in zivilisierten Bändern hervorruft. * Das Auswärtige Amt erklärt, daß über die je hige Lage, die sich gegen die vom 1. Auguft wesentlich verändert hat, feinerlei Meinungsverschiedenheit zwischen dem deutschen Botschafter und der Reichsregierung besteht Heute nachmittag wird die Frage einer 11fs aftion in einer Besprechung der Reichsregierung mit den Barteiführern erörtert werden; es sind dazu auch die Frattionsführer der Deutschnationalen und der Wirtschaftspartei eingeladen. Tardieu tommt nach Haag. Es wird pünktlich geräumt werden. Paris, 14. November.( Eigenbericht.) Der französische Ministerpräsident wird persönlich an der zweiten Haager Konferenz und an der für Januar vorgesehenen Bondoner Seeabrüstungstonferenz teilnehmen. In hiesigen unter richteten Kreisen wird nach dem Abschluß der Beratungen in Baden In Moskau steht die Bevölkerung Schlange, um Brot und andere Lebensmittel zu erhalten. Was aber an Brot fehlt, hat man an Kriegs mertzeugen fibergenug. Am Revolutionstage wurden statt Brotwagen Tanks durch die Straßen Mostaus gefahren. Baben erwartet, daß es möglich sein wird, die zweite Haager Ron ferenz schon für Anfang Dezember einzuberufen. ,, Matin" und Deuvre" melden übereinstimmend, daß Tardieu in seiner am Mittwoch erfolgten Besprechung mit dem deutschen Botschafter in Paris erklärt habe, er hoffe auf das bestimmteste, daß die Ratifizierung des Young- Planes sich schnell genug werde regeln lassen, um die Räumung der dritten Rheinlandzone punttlich bis zum 30. Juni zu gestatten. Frankreich werde jedenfalls alles tun, um sowohl die zweite Haager Konferenz, als auch die Räumung zu beschleunigen. Wenn die Ratifizierung des YoungPlanes und die Verwirklichung der Reparationsbant bis zum 1. März erfolgt sei, merde die Räumung pünktlich bis zum 30. Juni durchgeführt sein. Steuerabbau wegen Börsenverlust. Weber eine halbe Milliarde Marf in USA. Washington, 14. November. Nach längerer Besprechung zwischen dem Präsidenten Hoover, dem Schaßfekretär Mellon, dem stellvertretenden Schatzsekretär Mills und dem Leiter der Bundesreservebehörde, die, wie verlautet, sidy mit der Wirkung der starten und anhaltenden Börsenverluste auf die Kauftraft des Mittelstandes befaßte, gab Mellon bekannt, daß die Regierung im Einverständnis mit den Führern beider Parteien alsbald nach Beginn der ordentlichen Kongreßfession eine Steuerermäßigung von 160 Millionen Dollar für das nächste Etatsjahr vorschlagen werde. Auf der Tagesordnung der ordentlichen Seffion steht nach Entgegennahme der Botschaft des Präsidenten Hoover an erster Stelle der Kampf um die Zulassung des republikanischen Senators VarePennsylvania zum Senatsfiz, der ihm wegen angeblicher Wahlbeeinflussung von den Demokraten streitig gemacht wird. Woldemaras geht nach Polen? Bolnische Blätter verzeichnen in Meldungen aus Kowno das Gerücht, der frühere litauische Ministerpräsident und fanatische Gegner Polens, Woldemaras, be absichtige, sich an die polnische Regierung mit der Bitte um die Einreiseerlaubnis nach Bolen zu wenden. Er soll beabsichtigen, seinen ständigen Wohnfig in das Gebiet Polens zu verlegen und will zu seinen Bruder Franciszek Woldemaras im Kreise Swienciann ziehen, wo er mit diesem zusammen eine Befizung hat. ,, Rettet Berlin!" Auch das fönnte, nett" werden. a einer von den Deutschnationalen zu den Kommu almahlen veranstalteten Wählerversammlung wird unter anderen der deutschnationale Stadtverordnete Kimbel sprechen. Rettet Berlin!" ist das angekündigte Thema, zu dem also auch dieser Herr Kimbel das seinige sagen will. Selbstverständlich wird in der Versammlung, wie immer bei den Deutschnationalen, den Hauptstoff der Stlaret Standal liefern. Da ist es vielleicht angebracht, noch einmal an den Brief zu erinnern, den derselbe Herr Kimbel, der deutschnationale ,, Retter" Berlins, über feine Beziehungen zu Sflarets geschrieben hat. Wir haben das Schriftstück, das in der Stadtverordnetenversammlung ein demoPratischer Stadtverordneter vorlas, bereits in seinen wichtigsten Sägen mitgeteilt. Noch zwei Wochen vor der Verhaftung der Stlarefs stand derselbe Herr Kimbel zu den Stlarets jo gut, daß er mehreren Stadtverordneten verschiedener Barteirichtungen ein Einladungsschreiben senden fonnte, das ungekürzt so lautete: Wilhelm Simbel, Hoftischlermeister Sr. Majestät des Kaifers und Königs. Berlin, den 19. September 1929. Sehr geehrter Herr Kollege! Seit langem wünschen die Herren Stlaret, neugierig gemacht rch Herrn Maler Paul Herrmann, die China- und JapanSachen zu sehen. Ich habe die Herren nun für fommenden Montag, den 23. September, abends 8 Uhr, nach der Stegliher Straße 53 parterre eingeladen. Es kommen außerdem noch der Bürgermeister Schneider und Herr Kollege Degner zu einem gemütlichen Zusammensein mit einem guten Trunk und dazugehörigen Effen. Also ein ganz kleiner Kreis! Wollen Sie mir das Bergnügen machen, auch zu fommen? Es soll ein netter Abend werden, und es ist nichts weiter nötig, als daß Sie mir die Freude machen, diesen Herrenabend mitzumachen. In der Hoffnung auf eine zusagende Antwort bin ich mit vielen Grüßen 3hr dankbar gefreuer Wilhelm Kimbel. Es sollte ein ,, netter Abend" werden! Es fönnte auch recht ,, nett" werden, wenn bei den Kommunalwahlen es den Deutsch nationalen gelänge, ihren Einfluß auf die Stadtver. waltung Berlins zu stärken. Rettet Berlin jawohl, rettet es vor der von den Gegnern der Sozialdemokratie beabsichtigten Störung und Zerstörung der tommunalen Aufbauarbeit! Das könnte den Deutschnationalen und den ihnen nahestehenden Parteien passen, daß sie die Berliner Stadtverwaltung auf den Zustand der Zeit vor dem Kriege zurückschraubten. Wer das ver hüten will, stimmt am 17. November für die Sozial bemotratie! Subfow verhaftet. Auf dem Bahnhof in Bonn festgenommen. Alexander Subkow, der Gatte der am Mittwoch verftorbenen ehemaligen Prinzessin Bittoria, ist am Mittwoch abend, obwohl er feine Einreifeerlaubnis nach Deutschland hatte, nach Bonn gekommen. Er äußerte im Laufe des Tages die Absicht, am heutigen Tage nach Frankfurt a. Main und von dort nad Kronberg zu fahren, um an den Beisehungsfeierlichkeiten feiner Frau teilzunehmen. Als Subkow am Donnerstag morgen um 9.15 Uhr den Zug in Bonn besteigen mollte, wurde er von Kriminalbeamten wegen feines verbotenen Aufenthalts in Deutschland in Haft genommen. Ob Subkow sofort wieder über die Landesgrenze abgeschoben oder ob ihm die Teilnahme an den Beisehungsfeierlichkeiten gestattet wird, steht noch nt feft. " Der Traum ist zu Ende." Geliebtenmord und Gelbstmordversuch vor Gericht. Der 26jährige Maschinist Sizelt zit hat in der Stolper Heide am 20. März d. 3. feine Braut Ulich tödlich verwundet und sich eine Kugel in den Kopf gefchoffen. Die Anklage vor dem Landgericht III lautet auf Mord. Der Angeflagte, ein hübscher Mensch mit weichen Gesichtszügen, aus Bolnisch Schlesien gebürtig, hat in seiner Jugend in Bergwerken gearbeitet und später für Deutschland optiert. Seit 1926 lebt er in Berlin; er war in der AEG. als Maschinist angestellt und wohnte feit April 1928 in der Ackerstraße. Er lernte feine Nach harin, die Schokoladenarbeiterin Ulich, kennen. Die jungen Leute gingen jeden Morgen den gleichen Weg zur Arbeitsstätte; der Maschinist verliebte sich in das Mädchen und trug sich mit Heirats: abfichten. Am 20. März fuhr er mit der Ulich nach Heiligensee, von dort gingen die jungen Leute die Chauffee entlang nach Hennigsdorf. Was weiter geschah, muß erst geflärt werden. Standal in der Privatwirtschaft. Volksparteilicher Führer mitverantwortlich.- Die Rechtspreffe schweigt! Aus Bielefeld wird uns geschrieben: Je näher der Tag der Konumunalwahlen heranrüdt, um jo hysterischer wird das Korruptionsgefchrei der bürgerlichen Parteien, an der Spizze neben den Hugenbergern, das der Industriepartei. Die Gemeindewirtschaft ist der Herb der Korruption, so schreibt sie, weil Industrie und Banken ihre Profitgier an der öffentlichen Wirtschaft stillen wollen. Ach, wenn in der privaten wirtschaft ein stinkender Sumps entdeckt wird, dann weiß die einer Hartnädigteit ohnegleichen zu bürgerliche Breffe mit schweigen. Wir wollen deshalb hier einen Fall aufgreifen, der deshalb besonders interessiert, weil Herr Dr. Hugo, der volksparteiliche Abgeordnete und Syndikus der schwerindustriellen Juduſtrie- und Handelskammer aus Bochum darin verwickelt ist, jener Dr. Hugo, der als Vorfizender des Industrie- und Handelsausschusses der Deutschen Boltspartei vor furzem in Bremen nach der Berringerung der öffentlichen Ausgaben um jeden Preis, nach Abbau der Steuern, nach Schonung des Produktionsfapitals und Begrenzung der sozialen Aufwendungen rief. Herr Dr. Hugo ist so nebenbei Aufsichtsratsvorsitzender der Göride- Wette in Bielefeld, eines Betriebes, der nicht nur technisch gut ausgestattet ist, sondern auch ein Fahrrad von Weltruf herstellte. Die Goride Berte sind in Konfurs geraten, und dort hat Herr Dr. Hugo ein Musterbeispiel privatfapitalistischer Wirtschaft geliefert, hot Herr Dr. Hugo gezeigt, wie man Steuern abbauen, das Produktionsfapital schonen, die sozialen Aufwendungen begrenzen kann. Der Steuerabbau. Die Göridewerte haben in den Jahren 1924/27 203 000 22. an Steuern überbezahlt. Wie das tam? Nicht aus Liebe zum Fistus, sondern weil man die Bilanzen rosig frisiert hatte, die Bilanzen, nach denen nicht nur die Kreditwürdigkeit des Werkes, sondern nach denen auch die Höhe der Dividenden und Tantimen der Göridewerke( Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hugo) bestimmt wurde. So find Hunderttausende von Mark an Dividenden und Tanfiemen unberechtigterweise bezahlt worden. Das tam auch daher, daß der bis zum März d. I. amtierende Generaldiret torunter dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Hugo- alle mög lichen Baffionen hatte, nur teine Ahnung von faufmännischer Be triebsführung, und infolgedeffen bei seinem Ausscheiden trotz aller dafür ausgemorfenen Tantiemen und Dividenden noch 130 000 m. Schulden hinterließ. Schonung des Produktionsfapitals. Das Die in Konturs geratenen Göridemerfe( Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hugo) waren erst im März d. I. saniert worden. Attienkapital murde im Verhältnis: 2 zusammengelegt und im übrigen von 1,05 Millionen auf 2,55 Millionen erhöht. Bon diesen 1% Millionen Mark Kapitalerhöhung jahen die Göridewerke selbst teinen Pfennig in ihrer kaffe. Sie verschwanden restlos in den teinen Pfennig in ihrer Kaffe. Sie verschwanden restlos in den Tresors der Großbanten, trotzdem Herr Dr. Hugo die Kapitalserhöhung als eine Bargründung notariell im Handelsregister beurfundete. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 30. August, am 2. September teilten die Banten den Göridewerken mit, daß sie die Kapitalerhöhung von 1½ Millionen Mart ver güten, d. h. verrechnen ließen, und am 5. September verKlaffenkampf an der Universität. Die Hintergründe der Hafenfreuzfratvalle. Zu den Ausschreitungen an der Universität wird uns Don der Vereinigung Sozialdemokratischer Studierender geschrieben: Der plötzliche Ausbruch des Krawalls an der Universität ist ein äußeres Beichen der ständig wachsenden inneren Gegenfäße. Die Universität ist noch viele Jahre nach der staatlichen Neuord nung Referpat der befizenden Klaffen geblieben. Die Arbeiterschaft nung Reservat der befizenden Klaffen geblieben. Die Arbeiterschaft blieb so gut wie unbeteiligt. Zwei Prozent Arbeiterfinder in der Studentenschaft find faum ein Fortschritt gegen die früheren Berhältniffe. orientierung an den Hochschulen zu reden. Nicht unbeacht Dennoch ist von einer ständig wachsenden Lints. liche Streife des proletarisierten Kleinbürgertums haben den Weg zum Sozialismus gefunden. Diese Tendenz hat sich wesentlich verstärkt, seitdem die ersten Studenten aus der organisierten Arbeiter schaft die Arbeit der Bereinigungen bewußt ausbauten. So ist bei Heiratspielsweise die Ortsgruppe Berlin des Verbandes von etwa 120 Mitgliedern 1926 auf 600 Mitglieder in diesem Sommer gewachsen. Im Gesamtverband stehen über 3500 organisierte Stu. denten zum Sozialismus! Daneben ist noch die große Zahl der sympathisierenden Freistudenten, die aus irgendwelchen Hemmungen den Weg noch nicht zu uns gefunden haben; doch zeigen die ständig einlaufenden Beitritte das Anhalten dieser Tendenz. Soviel steht jedenfalls fest: Fußgänger hörten plöblich vier Schüsse, die ersten drei schnell hintereinander, den vierten nach einem furzen Abstand. Schreie einer Frauenstimme folgten. Sie fanden auf dem Rasen ein junges Mädchen und einen jungen Mann blutend daliegen; sie hatte einen Schuß in der Hüfte, er einen Schuß in der Nähe der Schläfe. Das junge Mädchen flagte: Ich bin noch so jung und möchte nicht sterben. Sie erzählte, daß der junge Menjch fie unterwegs gefragt habe, ob fie ihn heiraten wolle, und auf ihren abschlägigen Bescheid habe er hen Revolver gezogen und mit den Wortenber Traum ist zu Ende" auf fie geschossen. Der junge Mensch fagte auf die Frage des Arbeiterfamariters, der sich um ihn bemühte; er wisse, was er gemacht habe. Der Angeklagte hat im Untersuchungsgefängnis feinen Bellengenossen erzählt, wie er auf das junge Mädchen abgedrückt habe. Vor dem Untersuchungsrichter erklärte er später, diese Aeußerung sei wahrscheinlich auch auf seine Kopfschmerzen zurückzuführen; er miffe nicht, wie das alles gefommen sei. Bor Gericht behauptete er heute, die Ulich sei einverstanden gewesen, ihn heiraten, sie habe ihm an dem verhängnisvollen Tage nach Hennigsdorf, wo er sich nach Arbeit umsehen wollte, begleitet. Es fei unterwegts zu gar keinen Auseinandersehungen gekommen, Er habe unter einem Baume den Revolver gefunden, und als er seiner Begleiterin die Schußwaffe gezeigt habe, sei fie losgegangen. Mie er sie getroffen und sich angeschoffen habe. miffe er nicht. Die Hinterlassenschaft Dr. Arons. Bel der Stelle F. 3 der Berliner Kriminalpolizei ging heute durch Bermifflung des Auswärtigen Amis eine Abschrift des Telegramms des Deutschen konjulats in onstantinopel ein, darin wird bestätigt, daß der Rechtsanwalt Dr. Aron und Feine Frau im Hotel„ Totallian" Selbfimord verübt haben. Uron at 61 000 m. bares Geld hinterlassen, das sichergestellt ist. hängten diefelben Banten Sperre über die Göridemerfe, die daraufhin ihre Zahlungen einstellten. Herr Dr. Hugo aber und feine Kollegen im Aufsichtsrat ließen fich noch im März d. 3. von dem bankrotten Werk Tantiemen auszahlen, um so das Produktionskapital zu schonen, und, da fein bares Geld zur Verfügung stand, übernahm man Fahrradarfitel, wobei die Frage aufzuwerfen ist, seit wann ein Handelskammersyndikus und volksparteilicher Reichstagsabgeordneter mit Fahrradartikeln handelt. Die glorreiche Betriebsführung.. Der Sanierung war am 4. Januar 1929 eine Verſtändigung mit den Banten und großen Warengläubigern vorausgegangen. Auf Grund des Moratoriums wurden den Banken und Großgläubigern der Göridemerke( Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hugo) die vor dem 4. Januar 1929 entstandenen Außenstände zu hundert Prozent, die nach dem 4. Januar entstehenden Außenstände zu hundert Brozent, außerdem aber auch alle Warenporräte und Fabrifläger als Sicherung und zu Eigentum übertragen, ja, die Banten übernahmen sogar eine Hypothet auf ein Grundstüc in Höhe von 1 Million Mart, während der Wert des Grundstüces 500 000 m. betrug. Nach dem 4. Januar gehörte also den Göridewerfen fein Nagel und fein Badftein mehr. Dieser privatkapitalistische Betrieb entäußerte sich unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Hugo jeg. lichen eigenen Besizes, an den sich ein Gläubiger hätte halten fönnen, während er nach außen hin als wirtschaftlich selbständige Rechtspersönlichkeit auftrat und den Anschein einer gewissen Kredit: würdigkeit ermeďte, die er gar nicht mehr besaß. Die Begrenzung der sozialen Aufwendungen. Auch sie besorgten die Göridewerte( Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hugo) durchaus selbständig. An Arbeitslosenversicherung wurden von der Firma 9115 M., an Invalidenversicherung 20 807 M., aus der Kurzarbeiterunterstützung, die zur Auszahlung durch den Betriebsrat überwiesen war, 350 M., an Angestelltenversicherung 1589 M., an Lohnsteuer 10 414 m., aus der Betriebstranfenfaffe 71 107 m., aus der Arbeiterzuschußtasse 572 M., aus zwei Stiftungen 24 999 Mark veruntreuf und für eigene geschäftliche 3wede mißbraucht, um mit den mühsam aufgebrachten Arbeitergroschen profitlüsternen Interessenten das Maul au stopfen, während die Familien der Belegschaft zu Hause Not litten. Diese Auswahl eines Musterbeispiels pripat= tapitalistischer Wirtschaftsführung mag genügen. Dent Bank und Industrietapital, das die öffentlichen Betriebe schlucken will, und nicht zuletzt der Deutschen Volkspartei, die diese scharfmacherischen Geschäfte in den Kommunen führend besorgen will, ist damit die Maske vom Gesicht gerissen. Es versteht sich, und damit wollen wir schließen, daß diese tapitalistischen Kreise um die Göricewerte nach dem Kladderadatsch versuchten, öffentliche Mittel zu einer neuen Sanierung irgend wie aufzutreiben. Woraus zu ersehen ist, daß die öffentliche Hand sich immer dann wirtschaftlich betätigen darf, wenn es sich um faule Geschäfte handelt, und die Kapitalisten glauben, dadurch Verluste ihres eigenen Geldbeutels verhindern zu können. Würde des Staates wahrnimmt, deshalb merden die Rechtsstudenten ausfallend und fommandieren ihre Korporationen zu einer„ machtvollen Protefttundgebung", aufgebaut auf dem Schlagwort Bir Deutsche Studenten finden teine Heimat mehr in der Hochschule, Fremde machen sich breit auf unserem Platz!" Damit ist das Kernproblem getroffen: die Völkischen sind nicht mehr Herr im Hause, und zugleich sehen sie sich durch das Anwacjen der Linksgruppen in ihrem selbstherrlichen Anspruch bedroht, die höchsten Funktionen in Staat und Gesellschaft allein zu beseßen. 3war richten sich ihre Schlagworte gegen die Juden und täuschen so eine antisemitische Kampfstellung vor. Aber mit dem Feldgeschrei: Deutschland ermache! Juda verrecte!" murde die Fenſterede sozialdemokratischen und fommunistischen Studentengruppen gestürmt und diese Studenten hinausgedängt. der Lokal- Anzeiger" meldeten Es ist unwahr, daß wie einige Rechtsblätter, so der„ Tag" und ein Brett der jüdischen Studenten hinausgemorjen wurde. Vielmehr wurde das Brett der„ Roten ( kommunistischen) Studentengruppe" herabgerissen, die Anschläge der sozialdemokratischen Studenten beschädigt; die Bretter der jüdischen Gruppen blieben dagegen völlig unden gleichen Schlagworten Semester für Semester Front gemacht beschädigt! Es ist das Gleiche wie in Bien, wo unter wird gegen die sozialistischen Studenten. Wir können die Erschei nungen getrost bei ihrem richtigen Namen nennen: Es ist der Klaffenlampf, der jetzt frog aller Bogel- Strauß- Politik der Herren Profefforen von der Universität Besiz ergreift. Wir sozialistischen Studenten tönnen dieser Entwicklung mit Demgegenüber verzeichnen auch die radikalen Rechts: Ruhe entgegensehen. Wir haben das Recht und die positive Gegruppen eine stete Zunahme. Viele Zugehörige der kleinbürger- staltung auf unserer Seite: Wir kämpfen im Rahmen der sozialistilichen Schichten beantworten ihre Proletarisierung mit einer rabischen Arbeiterbewegung für einen Umbau der Universität nach talen Opposition gegen den heutigen Staat und sozialen und gesellschaftlichen Erfordernissen! Wir kämpfen gegen spannen sich dadurch vor den Wagen gerade der politischen Gruppen, den Hochschulterror und für eine ungestörte Durchführung des die zu ihrer wirtschaftlichen Umgruppierung wesentlich beigetragen Studienbetriebes! In diesem unserem Kampfe wiffen wir uns eins haben. Zwar bleibt noch eine Mitte, die in eigentümlicher Romantit mit unseren Führern in den Organisationen und den Parlamenten, eine Entscheidung vermeidet, doch ist die Zweiteilung in der Stu- wir wissen uns eins mit der großen Zahl der Studenten, denen dentenschaft die das Universitätsleben beherrschende Bewegung. das Studium eine ernste Angelegenheit ist. Selbst In diesem Zusammenhang erhalten die Erscheinungen an den weite Kreise des Bürgertums tönnen heute nicht mehr umhin, Universitäten politische Bedeutung. Es darf daran erinnert werden, diesen nationalsozialistischen Terror zu verurteilen und unserer wie die Rechtsstudentenschaft in Verfolg des völkischen Prinzips das Arbeit zuzustimmen. Recht der Studenten auf Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten zerschlagen hat. Der. Kampf gegen das Ministerium Beder ist ein Kampf gegen den Staat! Dies wurde deutlich in diesem Sommer, als unter der unglaublichen Bevorzugung durch den damaligen Rektor His die völkische Studentenschaft eine politische Kundgebung gegen den Friedensvertrag inszenierte und im Anschluß daran bei einer Demonstration gegen den Kultusminister die Bannmeile durchbrach. Freilich hat Minister Becker diesem AnSturm mit all feinen unerquidlichen Nebenerscheinungen später als ,, harmlosem Stundentenstreich" feine Bedeutung beigemeffen, troß der ausdrücklichen Verweisung auf die inneren Zusammenhänge. Er durfte als Erfolg dieser Politik der Zurückhaltung den Ausdruc ,, Schwäche" und ein weiteres Wachsen der rechtsradikalen Gruppen buchen. So konnte dem Eingeweihten nicht verborgen bleiben, daß diese Buspizung über furz oder lang zu einem offenen Ausbruch tommen mußte. Der äußere Anlaß zu diesem Fall" und der Ablauf des Exzesses stehen in gleicher Linie: Well der neue Rettor sich nicht vorbehaltlos auf die Seite der Bölkischen stellt, weil er vielmehr gegen ihre Anmaßungen als Staatsbeamter die So fönnen wir unter Berufung auf unser Recht und auf unsere positive Arbeit von den Behörden verlangen, daß sie energisch durchgreifen und eine Häufung derartiger beschämender Borfommnisse unterbindet. Unsere Berpflichtungen, die wir gegen die Gesellschaft, insbesondere gegen die Arbeiterschaft fühlen, verbieten es uns, wertvolle Zeit wegen studentischer Narreteien zu vertrödeln. Zudem können wir uns auch aus wirtschaftlichen Gründen ,, Wiener 3ustände" nicht leisten. Wir verurteilen daher den Fatalismus mancher Behörden, der in den Worten sich äußert:„ Diese Zustände triegen wir doch!" und ebenso begrüßen wir und mit uns all die, die um des Studium's wegen Studenten sind, das an sich selbstverständliche Borgehen des Rettors und hoffen, daß ein energisches Durchgreifen befonders gegen die Nationalsozialisten erfolgen wird und damit die ungehinderte Durchführung eines Studiums gewährleistet ist. Premierminister Maiden Patrick Duff zu seinem erften Brivatjefretär als Nachfolger Sir Robert Banfittarts, der zum ständigen Unterstaatssekretär im Foreign Office ernannt worden ist. Krankhafte Gewerkschaftsfeindschaft. Warum Zoller aus der KPD. ausgeschloffen ist. Mit der größten Brutalität fordert die KPD. von ihren Trabanten, bie gewerffchaftlich organisiert find, in den Gewerkschaften lediglich die PD.- Parole zu befolgen, ohne Rücksicht auf die Satzungen der Gewerkschaftsorganisation, die gewerkschaftliche Taftit und das schließliche Ergebnis der kommunistischen Quertreiberei. In Betrieb und Gewerkschaft" der KPD.( 1. Oftober 1929) warde und heraus erklärt: „ Wir dürfen nicht länger dulden, daß unsere Parteigenossen sich an das Verbandsstatuf und die Abstimmungsmanöver der Reformisten( Urabstimmung über den Streit ist hier gemeint. Red. d. ,, A.".) halfen und die Parolen der Opposition nicht befolgen." Abimdon Film und Theater. „ Giftgas.“ Capitol. Des vielgenannten Beter Martin Lampels Drama Gift gas über Berlin" hat nicht das Licht der Oeffentlichkeit erbliden können, da es aus polizeilichen Gründen verboten wurde. Jezt geht es, als Film verarbeitet, unbeanstandet über die Leinwand, wobei freilich alle die Bartien, die seinerzeit den Anstoß erregt hatten, gemildert oder weggeblieben sind. Ein russischer Manu striptverfasser R. Sarchi hat die Textbearbeitung übernommen, Charakterlose Streber, die bei der KPD. besser vormärts und auch der Regisseur Michael Dubion ist bei den Ruffen in die zu kommen hoffen, mißbrauchen ihre Mitgliedschaft in der Gemert- Schule gegangen, zum Schluß hat noch Eisenstein sich an der schaft, um bei der KPD. eine gute Nummer zu bekommen. Je Regie beteiligt. Aber es ist troßdem kein Film von russischen Ausichamloser und niederträchtiger sie auf den gemerfschaftlichen Grund- maßen zustande gekommen. Das allzu sehr im Persönlichen wur jäzen herumtrampeln, desto lieber ist es der KPD. zeinde Manuskript dürfte die Schuld daran haben. Lampel ist doch fein Gestalte: großen Formats. In seiner Achsenlosigkeit fucht er zwar den extremsten Ausschlag bald nach rechts, balb nach links, aber feine Birkungen bleiben allzu sehr im Stofflichen befangen. Daneben gibt es in der KPD. noch immer einige 311usio niften, die da glauben, ihre Mitgliedschaft und ihre Funktionen in der Gemertschaft mit der Mitgliedschaft in der PD. vereinbaren Die Sozialdemokratie steht als stärkste Partei auf allen Stimmzetteln an erster Stelle. Das Kreuz gehört überall ins erste Feld! Stelle noch heute fest, wo du am 17. November zu wählen bast. Die Wahllokale sind an den Anschlagsäulen bekanntgemacht. Gehe am Sonntag frühzeitig zur Wah!! Mache deinen Nachbarn, Bekannten und Verwandten klar, daß auch sie stimmen müssen für die Liste 1, für die Die persönliche Geschichte des Erfinders Arnold Horn, der als Chefingenieur einer großen chemischen Fabrik als nicht sehr in Gijtgas von enfjeglider Wirtungstraft erfunden hat, greift i fer meit und tief. Er wird gemaßregelt, weil er seine Erfindung nicht für Kriegszwecke ausnutzen will; vergebens appelfiert er bei den Direktoren und Aufsichtsräten der Fabrit an die menschheitlichen Intereffen. Als schließlich noch der Präsident des Ronzerns die durch bas Elend zur Berzweiflung getriebene Frau des Ingenieurs verführen will, hat diefer mur noch Rachegebanten. Er weiß den Zugang zum Giftgastan? zu erzwingen. Beim Kampf mit dem Direktor wird von einem Revolverschuß der Tant getroffen und das Giftgas strömt aus. Erst jetzt gewinnt der Film größeres Interesse und erzielt starte fenfationelle Wirkungen. Men fchen fallen bei der ersten Berührung mit dem Giftgas tot zu Boden. Es wird Alarm geschlagen, die Arbeiter retten sich, durch drohende Revolver zur Ordnung gerufen, nur durch Anlegung der Gasmasten. Auch die Frau des Ingenieurs wird ein Opfer des Gases, da ein anderer ihr die Maste genommen hat. Der Erfinder selbst und liefert sich dem sicheren Tode aus. Die Wirkungen des Gift gases aber greifen weiter aus. Erschütternd wird die entsetzliche Todestraft des Gafes gezeigt an einem Eisenbahnzug, der durch die Gegend fährt. Der Lokomotivführer sinkt an feiner Maschine sozialdemokratischen Kandidaten reißt sich, von all dem Unheil getroffen, die Maste vom Gicht zu können. Infolge ihrer jahrelangen gemertschaftlichen Erfahrungen find fie gewissen Hemmungen unterworfen, die sie hindern, alle Anschläge gegen ihre Gemertschaften durchzuführen, Die die RBD.- Zentrale in ihrem franthaften Haß gegen die ,, fozial faschistischen" Gemerfschaften unterninimt. Die PD. fann auf die Dauer mit gewerkschaftlichen Erfahrungen und Hemmungen belastete Leute als willfährige Wertjeuge nicht gebrauchen. Ihre jugendlichen Mitglieder sind Don gewertschaftlicher Schulung vollkommen unbeschwert, so daß man fie jederzeit gegen die alten Gewerkschafter in den eigenen Reihen loslassen tann. Der ausgeschlossene Borsigende der Berliner Zahlstelle des Schuhmacherverbandes, Hörg, fann ein Lied davon Ingen. Sein bis zum Ausschluß nicht minder stramm tommu uiftischer Kollege 3oller ift jegt ebenfalls aus der APD. hinaus geflogen. Und zwar wegen seines arbeiterfeindlichen Verhaltens im Schuhmachertampf als Beirats- und Vorstandsmitglied des Schuhmacherverbandes. .Der Ausschluß erfolgte, weil Zoller im Kampf gegen die Oppofifion fogar Beschlüssen des Beirats zustimmte, in denen alle revoluionären Kollegen mit dem Ausschluß aus dem Schuhmacherverband bedroht werden, wenn sie für die Wahl von Kampfleitungen und für den Reichskongreß der revolutionären Gewerkschaftsopposition einfreten." Sogar" stimmt das Mitglied des Berbandsbeirats seiner Gewerkschaft Beschlüssen zu, die sich gegen die zerreißung der Gewerk. gaften wenden! Der richtiggehende revolutionäre" Rommunist muß par ordre de mufti jederzeit bereit sein, seine Gewerkschaft in den Dred zu treten. Das brachten Hörg und 3oller als Funf tionäre ihres Berbandes nicht ganz fertig. Deshalb werden sie als ,, arbeiterfeindlich erflärt. Muß eine Gemertschaft einen ftrupellojen Zentrale- Kommunisten ausschließen, dann schreit die ganze KPD.- Bresse über„ Spal fung" ber Gewerkschaft durch die Gemertschaft. Die KPD. felber aber besinnt sich nicht einen Augenblid, jeden aus thren Reihen hinauszuwerfen, sich selber zu spalten", der nicht ganz so tanzt, wie fie pfeift. Der an fich gänzlich belanglofe Ausschluß des kommunistischen 1. Mai Helben Soller ist deshalb beachtenswert, weil er unverblümt die gemeingefährliche Gewerkschaftsfeindschaft der BD. bebundet. Daraus ergibt sich, daß ein überzeugter Gewerkschaftsgenoffe nicht Mitglied der PD. fein kann. Darauf müssen alle Gewerkschaftsmitglieder sich am Sonntag befinnen! Tumult im Steglitzer Rathaus. Prügelszenen in der Bezirksversammlung. Die geftrige Steglißer Bezirksversammlung beschäftigte sich mit einer Anfrage der Wirtschaftspartei. Es wurde gefragt, inwieweit dem Bezirksamt Steglig in der Sache Stlaref ein Schaden entstanden sei. Nach der Erklärung des Stadtrats Plath hat das Bezirksamt Steglig nur geringe Mengen von Stlaref bezogen. Die gelieferten Baren haben zu teinerlei Beanstandungen Anlaß gegeben. Ein Schaden sei somit nicht entstanden. Der mehrfachen Aufforderung des kommunistischen Stadtrats Gäbel wegen verstärkter Bestellung von Waren habe das Bezirksamt Steglig nicht stattgegeben. Terpis nimmt Abschied. Wir erhalten mit der Bitte um Veröffentlichung folgende Suschrift: ,, Ballettmeister Mag Terpis hat die Generalintendanz der Staatsoper ersucht, von einer Berlängerung feines bis Ende der Spielzeit laufenden Bertrages absehen zu mollen, da er nicht gewillt ist, sein fünstlerisches Schaffen den hiesigen tanzpolitischen Interessen anzupassen. Als Herr Terpis an die Berliner Staatsoper berufen wurde, geschah es mit dem ausdrüdlichen Bunich, er möge das hier bestehende Ballettkorps zu einer modernen Tanzgruppe umgestalten. Daß er anfangs mit bestem Willen und zum Teil gutem Gelingen an diese Aufgabe herangegangen ist, unterliegt feinem Zweifei. Ebenso zweifellos aber ist es, daß er mit der Zeit erlahmte, das Reformwert, zu dem er berufen war, im Stich ließ und mehr und mehr in tunstreaktionäre Bahnen einlentte. Außerdem gelang es ihm nicht, sich gegenüber den ihm vorgesetzten Instanzen, die dem modernen Bühnentanz offenbar fein rechtes Berständnis entgegen brachten, mit der nötigen Energic durchzusehen. So kam es dahin, daß die Tanzleistungen mehrerer Provinzopernich nenne nur Hannover und Effen, die mit ungleich reicheren Mitteln ausge stattete Berliner Staatsoper weit überflügelten. Der größte Tänzer unserer Zeit, Harald Kreuzberg, verließ Berlin, da ihm hier teine Gelegenheit zur Entfaltung feines Genies gegeben wurde. Troßdem blieb das Lanzensemble noch immer erstklassig. Aber es mangelie thm an Beschäftigung In der vorigen Saison wurde ein einziges selbständiges Ballett herausgebracht. Hervorragende Mitglieder des Ensembles traten in Barietés auf, weil sie in der Oper nichts zu tun fanden. Es wäre ungerecht, die Schuld an diesen standalösen 3u ständen allein Herrn Terpis aufs Konto zu setzen. Er beklagte sie gewiß aufrichtig. Aber er war eben nicht imftande, fie zu ändern. Jetzt scheidet Herr Terpis aus feiner Stellung. Wer wird sein Nachfolger werden? Es ist in Deutschland fein Mangel an geeig neten Kräften. Wird die entscheidende Stelle den rechten Mann zu J. S. finden wissen? Raum und Zeit. Im Rahmen der Beranstaltungen der Internationalen Gesellschaft für empirische Philosophie" hielt Sans Reichenbach( Universität Berlin) im überfüllten Hörsaal der 2. Medizinischen Klinik der Charité einen Bortrag über das Thema Raum und Zeit". Entsprechend den Bestrebungen dieser Gesellschaft, die sich bewußtermaßen gegen alle diejenigen philosophischen Lehrmeinungen richten, welche nur mehr oder weniger gut verbrämte Versuche darrichten, welche nur mehr oder weniger gut verbrämte Versuche darstellen, sich liebgewordene Illufionen oder Klassenvorurteile zu erhalten, ging der Vortragende von denjenigen Resultaten aus, welche halten, ging der Vortragende von denjenigen Resultaten aus, welche man der modernen Physit in bezug auf Raum und Zeit verdankt. Er zeigte, daß die Eigenschaften von Raum und Zeit uns nicht, wie 3. B. Rant lehrte, als erfahrungsunabhängiger apriorischer" Befiß stand ein für allemal gegeben wären, so daß wir sie allein durch nachdenken finden könnten, sondern daß Raum und Zeit Objekte der Naturerkenntnis sind. Und zwar erweisen sich Raum und Zeit Ein Antrag der Kommunisten forderte Aufklärung darüber, ob als eigenartige Beziehungssysteme zwischen wirklichen Dingen, zu die Pressemeldung richtig jei, nach der ein Sondertonto des Bezirks deren Erkenntnis man nur gelangt, wenn man dreierlei jorgfältig amis Steglitz in Höhe von 13 000. bei der Brennstoffgesellschaft unterscheidet. Erstens den erfahrungsmäßig vorliegenden Tatbestand. bestehe. Zu einer Erklärung diefer für das bürgerliche" Bezirksamt 3peitens die logisch- matheniatischen Umformungen innerhalb einer Steglig unangenehmen Angelegenheit fam es nicht, denn bei der Theorie, die sich auf den erwähnten Tatbestand bezieht. Schließlich Begründung des Antrages erging sich ber tommunistische Rebner drittens das tunstvolle System von an sich in Logischer Hinsicht will mie gewöhnlich in müsten Angriffen nicht gegen das„ bürgerliche" Be- fürlichen Zuordnungen zwischen Tatbeständen und Aussagen oder zirksamt, sondern gegen die sozialdemokratische Fraktion. Als ihn Formeln der Theorie, die erforderlich sind, um überhaupt eine wie unsere Barteigenossen auf feine traurige Rolle aufmertjam machten, inimer geartete Theorie mit denjenigen Gebilden zu verfetten, von murde er tätlich. Die geistigen Waffen verjagten wie immer. Der denen sic eben eine Theorie sem so. Auf Grund dieser UnterscheiErfolg: bas bürgerliche" Bezirksamt murbe gerettet. Das bungen zeigte dann der Vortragende in lichtvoller Weise, wie die tommunistische Theater margelungen. Unter großem moderne sich auf die Ergebnisse der Einsteinschen Relativitätstheorie Tumult wurde die Bersammlung vorzeitig gefchloffen. ftüßende Erkenntnistheorie der Naturwissenschaften das alte Raum Beit- Problem gelöst hat in vollstem methodischen Gegensatz zu der alten Aprioritäts Philosophie fantischer Herkunft Wetter für Berlin: Meist trübe und regnerisch bei geringen Temperaturjchwankungen, leichte östliche Winde. Für Deutschland: Allgemein moltig bis trübe und namentlich in der südöstlichen Hälfte des Reiches Regen. tot zu Boden, und die Bassagiere, mannigfach charakterisiert, weiden mitten in ihrer Unterhaltung dahingerafft. Unabsehbar scheint bas llebel, das einmal losgelaffen ist. Da erstehen in einer gran= diosen Filmphantasie die Toten des Weltkrieges aus ihren Gräbern inmitten der Drahtzäune und Schüßengräben und schreien der Menschheit ihre Anflage ins Gesicht. So endigt der Film mit einer aufpeitschenden Beschwörung und großartigen Symbolik. Hans Stü we gibt dem Erfinder die Züge des Idealisten, aber auch das Fahrige und Unmotivierte, das zur Katastrophe führt. Prägnante Inpen aus der Unternehmerwelt gestalten Frizz Kortner und Alfred Abel, dieser mehr den Klugen, lleberlegenen und jener den gewaltsam Durchgreifenden charakterisierend. Ein paar Massenszenen find padend eingefügt, auffällig der Kopf einer Arbeiterfrau Vera Baranowskaja. Hans Urian geht nach Brot. Leffing- Theater. D. Bela Balazs und Lisa Legner ist der Versuch geglidt, ein Märchen zu schaffen, das in der Gegenwart murzelt. Ihr Sans Urian begegnet teinen verwunschenen Menschen, die in Tiergeftalt burdys Dasein gehen, und er leidet nicht unter der Brutalität von Heren und Stiefmüttern. Dieser Mummenschanz ist endlich einmal beiseite geschafft, man schildert die Wirklichkeit, und zwar so, daß ein empfängliches Kindergemüt nachdrücklichst auf den Gemeinschaftsgedanten hingemiesen und für eine wahre Friedensliebe be geistert wird. Dabei haben die Berfaffer, die so mutig neue Wege gingen, erfreulicherweise die Fähigkeit, sich Kindern verständlich zu machen. Hans Deppes maderne Regie wird wirksam unterstüt durch künstlerisch feine, in der Idee ganz einfache Bühnenbilder von Wolfgang Böttcher. Der Hauptdarsteller Rolf Müller brauchie, als er radschlagend auf die Bühne purzelte, nicht erst die Berbindung mit den kleinen Zuschauern zu suchen, sie mar sogleidh mit dem Auftritt dieses frischen jungen Menschenfindes hergestellt. Der hilfsbereite Safe Trillemipp, der start an Hugh Hoftings Tier gestalten erinnert, wurde von Alfred Schäfer gut dargestellt. Ebenso verursachte das Pferd Adolf Fischers allgemein die größte Freude. Da auch alle anderen Darsteller sich redliche Mühe gaben, tam eine abgerundete Borstellung zustande, die den Kindern zu einem großen Erleben wurde und sie zugleich zum Nachdenken anregt. Internationale Kulturpolitik. e. b. In der Reihe der Wintervorträge der Kaiser Wilhelm= Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften sprach in dem dichtbesetzten Bortragsfaal des Harnad- Hauses in Dahlem der Uninerjitätsprofessor und päpstliche Hausprälat Schreiber, M. d. R., über internationale Kulturpolitit. Nach einem leberblick über die Drgane und Pflegeftätten nationaler Stulturarbeit und über die auf das Ausland sich erstredenden Bestrebungen und Wirfungen dieser Arbeit ging der Vortragende auf den internationalen Kulturaustausch ein, wie er insbesondere nach dem Weltfrieg orgo nisiert worden ist, zum Teil aus 3medmäßigfeits. und Rationall fierungsgründen, aber body unter starter Mitwirtung irrationaler Elemente, in denen man das Erwachen eines neuen Humanismus, einer neuen Menschheitsidee fühlen kann. Insbesondere für geistige Zusammenarbeit, die im Anschluß an den Bölferbund in Genf und Paris erstanden sind, hob ihre Bedeutung hervor, die man auch in Deutschland nicht verkennen sollte, und regte an, daß Deutschland dem Bölferbund ein international gerichtetes wissenschaftliches Institut anbieten solle, wie z. B. Italien es erfolgreich getan. Wenn auch die Institute in Genf und Paris bisher in der Frage der Minderheitentultur versagt hätten, so sei doch die Einwirtung dieses Kulturaustausches auf die Politt unverkennbar, und Deutschland dürfe sich froß allem, was ihm heute sehle, nach seiner ganzen Geiftesart zur Teilnahme an dieser internationalen Kulturpolitik in erster Linie berufen fühlen. Der Meisterfälscher. In nächster Zeit wird man in Berlin den Meisterfälscher Doisena, deffen Plastiken so viele Archäologen irregeführt haben, fennenlernen tönnen. Eine große Ausstellung seiner Arbeiten ist, wie die Kunstauktion" berichtet, geplant, und Dossena foll selbst bazu nach Berlin fommen. Gleichzeitig mill man einen Film vorführen, den Dr. Hans Cürlis, der Leiter des Instituts für Kulturforschung, mit W. Lürd in dem Atelier Dossenas in Rom gebreht hat. In Anwesenheit einer Kontrollkommiffion machte sich Doffena an die Arbeit, bald archaisch- antife, bald Frührenaissancemerte, bald Dinge in Stile von Beronese oder Guido Reni u. a. zu arbeiten. So soll man sich von seiner Art des Ampadens so verschiedenartiger Aufgaben ein faßliches Bild machen und damit ein interessantes funstpsychologisches Problem unmittelbar studieren tönnen. In der„ Gesellschaft für Ostasiatische Kunst" sprach Ferdinand Bessing über Chinesisches Theater". Intereffant waren die Lichtbilder, die Schauspielertypen aus den chinesischen Bolks. Stüden zeigten, und einige Grammophonvorträge von Arien aus biefen Werken. Sonst gab der Vortrag leider menig anschauliche brud, daß der Bortragende, der über umfassende Kenntnisse auf Schilderungen der chinesischen Bühnenkunft. Man hatte den Eindiesem Gebiet verfügt, zu viel geben wollte und gerade deshalb zu wenig bot. Man mußte sich mit einer Art Legifonartikel begnügen, den Herr Leffing aus einem anscheinend sehr umfangreichen -1z. Manuftript herauslas. Der neuen Nummer des„ Wahren Jacob", die vorzügliche Be mertungen über die Hugenberg- Pleite enthält, entnehmen wir folgendes Stimmungsbild aus München: Unlängst hatte idy Gelegenheit, drei wadere Münchener Bürger zu belaufchen, die mit otioberfestlich geröteten afen vor ihrem Pschorr faßen. Hörit, Loisl", lagte ber eine, ba Sitla, der hat neuli im Hofbräu zehn Maß a fuffa mia nir!"-Behn Mag? Dös Schneidag'ftell? Mit auffa mia nir!" folchane G'schichten tonnit inem andern foppn!" Wann i dr fog, than's felber a'fehean, zehn Maß hat er afuffa, da Hitta!" In diesem Moment mischte sich die fonore Stimme des dritten Spezis in das Gespräch: Jegat hörts amal auf mit Enfrer ewig'n Politit!" Wachsende Volfsbühnenbewegung im Reich. Durch eine Reduzierung der Theaterpreise erreichte die Kölner Theaterverwaltung einen 100prozentigen Zumadys an Abonnenten Auch die Besucherorganisationen haben dadurch gewonnen, und die Kölner Freie Boltsbühne hat in diesem Monat 7000 neue Mitglieder zu verzeichnen. Der Boltsbühne Frankfurt a. M. traten 1000 neue Mit Bamela Wedekind wurde von der Direktion der Voltsbühne für die glieder bei. In Breslau hat sich die Mitgliederzahl um 25 Proze Rolle ber Blanche in der Affäre Dreyfus" verpflichtet. gegenüber dem Borjahre erhöht, in Hamborn fogar verdoppelt W. D. Köpenick, die grüne Stadt im Osten Stärkstes Anwachsen der Bevölkerung.- Es geht weiter vorwärts! As furz nach Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlin die ,, 205 von Berlin Bewegung" stürmisch einsetzte, schlug diese Bewegung im äußersten Südosten des neuen Berlin, im Bezirk Köpenid, besonders hohe Wellen. So ging die Wahl im Oktober 1921 unter diesem Schlachtruf vor sich und es bildete sich hier sogar ein Wahlblock Los von Berlin", der in der Hauptsache aus Deutschnationalen und Bolksparteilern gebildet murde. Mit dem bald einsetzenden kommunalen Aufschwung des Bezirks flaute auch die Los- von- Berlin- Bewegung" ab und heute mill niemand mehr etwas von ihr wissen. Seit 1920 beträgt die Bevölkerungszunahme etwa 45 Broz., die Einwohnerzahl beträgt zurzeit rund 80 000. Die im Bezirk vorhandenen Wohnungen find von rund 17 000 bei der Zusammenlegung im Jahre 1920 auf zurzeit über 22 000 angewachsen. Die städtische Baugesellschaft Berlin- Dft, die auch den Bezirt mitbetreut, hatte hier Gelegenheit zu großen Aufgaben. Neben den bereits bestehenden Siedlungen Elsengrund am Bahnhof Köpenid und Friedrichshagen, die schon 430 Wohnungen aufwiesen, wurden neu errichtet von der Baugesellschaft Oft die vorbildliche Anlage in der Mittelheide, ein Straßenzug, der sehensmert ist, und nicht die genügende Beachtung im großen Berlin bisher gefunden hat. Es wurden im ganzen errichtet von der Baugesellschaft Ost 1155 Neubauwohnungen. Wie sehr die Stadt Berlin darauf bedacht war, den proletarischen Bezirken des Ostens aufzuhelfen, ist daraus zu ersehen, daß die Aus gaben auf den Kopf der Bevölkerung von 58 Mart im Bezirk Köpenid im Jahre 1913 auf 128 Mart im Jahre 1928 stiegen und nur noch übertroffen werden von den Bezirfen Beißensee und Zehlendorf. Hierdurch ist der Beweis erbracht, daß mir die Stadt Berlin mit ihrem starten finanziellen Rückgrat Leistungen vollbringen fann, die die bisherigen selbständigen Gemeinden des Bezirks nicht zu vollführen in der Lage wären. | Bau des Tunnels Friedrichshagen, der es ermöglicht, daß munmehr die größten Menschenmassen ohne Gefahr durch kostenlose Benutzung dieses Durchganges unter der Spree in die Wälder und an die Gewässer der Spree gelangen tönnen. Nur mer einmal an einem schönen Sonntage den ungeheuren Verfehr durch diesen Limnel gesehen hat, dermag den Unterschied zwischen den früheren primitiven Verkehrsverhältnissen und dem jezigen Zustande zu ermessen. Das Schulmesen des Bezirks, an dem man am besten den Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten Berlins ermessen fonnte, hat einen besonderen Aufschwung genommen. Im Büchereiwesen des Bezirks zeigt die starke, stetig steigende Benutzung, daß die großstädtische Vervollkommnung, die die Stadt diesem Gebiete ihrer tommunalen Tätigkeit angedeihen ließ, Früchte trägt. Der Bücherbestand wuchs von 12 000 Bänden im Jahre 1920 trotz des Ausscheidens vieler veralteter und reaktionärer Werke auf zurzeit rund 34 000 Bände und ebenso ist die Leserzahl von 800 im Jahre 1920 mit rund 31 000 Ausleihen auf 2000 Lejer mit 62 000 Jahresausleihen im Jahre 1928 gestiegen. Diese Steigerung hält erfreulicherweise meiter an. Die färglich ausgestalteten Fortbildungs. schulen der Stadt Röpenick und der Gemeinde Friedrichshagen in anderen Ortsteilen waren folche Einrichtungen nicht vorhanden haben der vorbildlichen Berliner Berufsschule Platz gemacht. Bei der am 1. Oftober 1924 erfolgten Zusammenlegung betrug die Schülerzahl 950 Knaben und 70 Mädchen, die in 41 Klassen untergebracht waren. Die Schülerzahl beträgt heute 2066 Knaben ind 1276 Mädchen in 120 Klassen. Vorhanden waren bei der Zu fammenlegung zwei mahlfreie Kurse mit 85 Schülern, die bis heute auf 27 Surse mit 533 Schülern gestiegen sind. Die Lehrkräfte find in dieser Zeit von 11 auf 37 angewachsen. unb auch bie Dahme enilang bis rompenburg fowie an Seddinjes entlang promenieren kann. Die Zahl der neu angelegten ferpromenaden beträgt 17 Kilometer. Beitere große Streden sind für die nächste Zeit vorgesehen. Wenn auch der Bezirk durch seine großen Waldflächen gegenüber dem eng bebauten Häusermeer von Berlin bevorzugt ist, so galt es doch auch auf dem Gebiete des Part- und Gartenwesens vieles nachzuholen, was früher versäumt war. Abgesehen von einigen Ausnahmen, mangelt es im Bezirk fast gänzlich an gepflegten Gartenflächen. Hier griff sozial. demokratische Initiative ein und eine merkliche Berbesserung ist auch hier erfolgt. Neue Anlagen wurden geschaffen und alte verbessert und vergrößert, so z. B. der Bellevuepat in Köpenick, der Kurpart, der Müggelpart und Goldmannpart in Friedrichshagen und eben ist als neue großzügige Anlage der vorbildliche Bolkspart am Krankenhaus in Köpenid fertiggestellt. Weitere Berbesserungen in Schmödwitz, Köpenid und Grünau find in Arbeit. Dieser teine Ausschnitt aus der Arbeit der Sozialdemokratie im Bezirk Köpenick zeigt, wie sie stets bemüht ist, im Interesse der arbeitenden Bevölkerung zu mirfen und zu schaffen. Mehr noch als bisher aber muß der Sinn des Gesetzes vom 27. April 1920 erfüllt werden. Es muß ein Ausgleich herbeigeführt werden zwischen dem Osten und Westen von Berlin, damit auch die proletarische Bevölkerung des Ostens Gelegenheit findet, sich kommunaler Einrichtungen zu bedienen, die die westlichen Vororte auf Grund ihrer Finanzstärke der Borkriegszeit seit langem auszeichnen. Diesem Ziele wird die Sozialdemokratie in allen Teilen der Berwaltung auch weiter zustreben. FUNK UNDAM ABEND Donnerstag, 14. November. Berlin. 16.05 Prediger Karl Kreutzer: Das Buch der Menschheit. 16.30 Unterhaltungsmusik. 18.00 Dr. Max Roscher: Weltwirtschaftliche Zeitfragen. 18.20 Otto Heller: Mit dem Eisbrecher ,, Krassin" nach Sibiries. 18.45 Ilse Weiß liest eigene Gedichte. 19.00 Jazzvirtuosen. Was Berlin auf dem Gebiete der Straßenbeleuchtung leistet, davon zeugt die Tatsache, daß gegenüber der Friedensbeleuchtung( nicht Kriegsbeleuchtung) im Bezirk eine Vera besserung von 317 Proz. für Gas und 258 Proz für Elektrizität erfolgen fonnte, wenngleich auch zugegeben merden muß, daß ein Teil dieser Verbesserung auf die neuangelegten Straßen bzw. Wohnungen und Siedlungen entfällt. Die Betreuung der Minderbemittelten quf dem Gebiete der Wohlfahrt hat nun auch einer großzügigen und großstädtischen Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Während einer Pause Bildfunk. Regelung Blah gemacht. Die Sozialdemokratie hat stets diesen ArKönigswusterhausen. beiten in der Kommunalverwaltung ihre besondere Aufmertfamteit zugewendet. Der große Bezirk Köpenick mit seinen 12 373 Hettar Flächen inhalt, doppelt so groß wie die sechs Innenbezirke zusammen, herrlich zwischen Wald und Wasser gelegen, ist das natürliche Ausflugsgebiet für die arbeitende Bevölkerung Berlins und namentlich des Oftens. Biele Hunderttaufende suchen an schönen Sommertagen hier Erholung von schweren Ar beitstagen und Kraft zu neuer Arbeit. Diesem regen Ausflugs: verfehr murde Rechnung getragen durch bedeutende Bere tehrsverbesserungen. So hat die Straßenbahn eine Reihe neuer Verkehrstinien gelegt und u. a. den weit entlegenen Ortsteil Schmödwitz an den Einheitstarif des Berliner Verkehrsnetzes ange- Durch die engherzige Kommunalpolitit der schlossen und zuletzt noch die neue Linie zum Freibad Rahnsdorf| Stadtpäter der früheren selbständigen Orte geführt. Bier neue Autobuslinien nach Raulsdorf, Müggelheim, wurden die schönsten Stellen an den Ufern des Bezirks zugebaut, Hessenwinkel und Bohnsdorf vervollständigen dieses Bild. Mit so daß man weder in Köpenick noch in Friedrichshagen, noch großen Kosten wurden neue Badegelegenheiten ge- Grünau usw. unmittelbar an das Wasser gelangen fonnte ohne erft große Wanderungen zurückzulegen. Auf das Drängen der schaffen bam, bestehende Babegelegenheiten ausgebaut, um hier mur das zurzeit im Ausleu begriffene Freibad Rahnsdorf, das Freibad Sozialdemofratie murden die Uferpromenaden im ganzen Grünau und die Erweiterung der Badeanstalt Wendenschloß zu Bezirk in einer Länge von 60 Kilometer ausgewiesen und zum Teil erwähnen. auch großzügig hergerichtet, fn daß auf gut gepflegten, mit Bänken ausgestatteten Wegen man jetzt die ganze Südseite des Müggelsees Die veraltete Führe in Friedrichshagen wurde erfekt durch den Allgem. Ortskrankenkasse Berlin- Wilmersdorf Die Bertreter der Arbeitgeber und Ber ficherten im Aus'chuß werden hiermit ge mäß§ 95. Abfag 1 der Sagung zu einer ordentlichen Ausschußsitzung en Tittmoch, bem 27. Rovember 1929, abends 8 Uhr, im Restaurant ,, Tübinger Sof", Berlin- Wilmersdorf, Raiferplag 19, mit der Bitte, pünktlich zu erscheinen, cr gebenft eingeladen. Zagesordnung: 1. Fortschritte in der Erkenntnis und Befämpfung der Rheumaerkrankungen ( Dr. Pincus). 2. Boranschlag flir das Jahr 1930. 3. Bahl der Rechnungsprüfungstommisfion für den Rechnungsabschluß des Jahres 1829. 4. Benderung der Dienstordnung. 5. Berschiebenes. Berlin- Wilmersdorf, den 13. November 1929. R. Engelhardt 3. Wiemann Borfigender. Schriftführer. Theater, Lichtspiele usw. Donnerst, 14.11. Donnerst, 14.11. Staats- Oper Unter d. Linden A,-V. 249. 20 Uhr André Chenier Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 20 Uhr 2. SinfonieKonzert Städt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 19 Uhr Ein Maskenball Staatl. Schausph. am Gendarmenmarkt A.-V. 220 20 Uhr Wallensteins Lager Piccolomini Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr: Treibjagd SCALA Tägi. 2 Vorstell 5 and 82 Uhr Barbarossa 9256 Preise 1-6 M. Wachenta.: 5 U. 50 PL- 3 M. Geraldine u. Joe, Etté, Power usw. PLAZA Tägi. Bu. 815 Sonnt. 2,5 u. 8 Alex. E. 4.8066 INTERNAT VARIETE GROSSES SCHAU.P.ELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL. Sonntag nadim. ungek. halbe Pr. ROSE Volksbilhne Gr. Frankfurter -THEATER Strane 132 Teleph.: Alexander 3422 u. 3494 Täglich 8 Uhr: ( Sonntags 5% und 9 Uhr) Die leichte Jsabell Jeden Sonnabend 5 Uhr nachm. u. Jeden Sonntag 230 Uhr Frau Holle Großes Ausstattungsmärchen Jeden Mittwoch 5 Uhr: Das tapfere Schneiderlein Das lustigste aller Märchen. Theater am Bülowplatz 8 Uhr Frühlings Erwachen Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Treibjagd Theater am Schittbauerdamm 8 Uhr Pennäler Jeutsches Theater Renaissance- Theater D. Norden 12 310 8 Uhr 81 Uhr Heute und morgen 151. 152. Aufführung Der Kaiser Krankheit der Jugend v. Amerika Von Bruckner. Regie: Gust. Hartung. von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardt Ab Sonnabend 8% Uhr COEUR- BUBE Bis spät ins Alter bleibst du frisch Hast du Feronia auf dem Tisch Feronia- Brot D.R.9.157 307 Konkurrenzlos Aerztlich dringend empfohlen Ueber 1000 Niederlagen Gebr.Hagen, Berlin- Schmargendorf Salzbrunner Straße 18-20 Brabant 1418 Max Gräbner Berlin 034, Petersburger Straße 26 Telephon: Königstadt 119 20.00,, Ein besserer Herr", Lustspiel von Walter Hasenclever, Regie: Max Bing. 22.30 Funk- Tanzunterricht. Studienreferendare. 16.00 Ob.- Stud.- Dir. Dr. Erich Schönebeck: Die pädagogische Ausbildung der 17.30 Dr. Heinrich Michaelis, Vilma Mönckeberg: Gedachte Gespräche von Paul Ernst. 18.00 Maximilian Müller- Jabusch: Weltpolitische Stunde. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Dr. Stahl: Wie weit ist Roggenfütterung wirtschaftlich? 19.20 Dr. Moosberg: Das werbewirksame Schaufenster. 20.00 Von Köln: Abendmusik. 21.00 Sinfonie D- Dur, Nr. 1 von Gustav Mahler.( Berliner Funkorchester. 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Sonntag 4 Uhr Märchenvorst Hans Urlan geht nach Brot Planetarium am Zoo Verlana Joachimsthaler Straß B.5 Barbarossa 5578 16 Uhr HerbstRegia: Max Reinhardt. Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 84 Uhr. R. 9 Linoleum Tap tenhaus Hussack Max Adalbert NO, Wörther Str. 30 als Nante am Flügel abende am Sternen- Rudolf Nelson himmel 18 Uhr Rätsel des Theat. u. Westens Sternenlichtes 20% Uhr Bis an die Grenzen der Welt Eintritt 1 Mark, Kinder 50 Pt. Mittwochs halbe Kassenpreise. Tägl. 8% Uhr Marietta Musik v. Oskar Straus Käthe Dorsch Michael Bohnen Schönhauser Festsale Inh. Paul Göltzer SchönhauserAllee 129 Säle fret! I Bln.- Pankow, Wollanksir.128 Fernsprecher: D 8 Pankow 2779 Lieferant der Krankenkassen Eigene Werkstatt Paul Horsch Berlin-Gewerkschaft.haus Tabakwaren erst. Firmen R.63 auch bis 18 üchen MONATS RATEN. Raddatz Berlin Leipzigerstr. 122-123 IßelYoge Donnerstag, 14. November 1929 ShÄlaulQaä* Aa Der permanente Revolutionär Leo Trotzkisi Autobiographie Lea Trotzki Hot in Konstantinopcl ein Buch über sich selbst geschrieben:„Mein Leben. Versuch einer Autobiographie." Es ist soeben im Verlag von S. Fischer erschienen. Trotzki ist ein Mann, der Ungeheures erlebt hat und ausge- zeichnet schreiben kann. Kein Wunder, daß sein Buch fabelhost interessant ist. Manche werden es verschlingen wie einen Sensationsroman. Andere werden es denkend lesen, wozu es reich« Gelegenheit gibt. Es ist eine unaufhörliche Polemik: erst gegen den westländischen Sozialismus,.dann auch gegen den Bolschewismus von heute. Es verherrlicht die Theorie der„permanenten Revolution" und recht- fertigt ihren Praktiker: Txotzki. Die Rechtfertigung ist nicht ohne Gereiztheit und nicht ohne Eitelkeit, was übrigens bei einem Mann, dem so übel mitgespielt wurde, menschlich verständlich ist. Der chohn, mit dem er zum Schluß die europäische Demokratie behandelt, weil sie ihm das Asyl»er- weigerte, ist leider nicht unberechtigt. Trotzki. der dieser Tage die Fünfzig überschritt, ist der Sohn eines kleinen jüdischen Grundbesitzers. Er hat' die Kindheit im russischen Dorfe verbracht und als lLjähriger Student in der Kleinstadt Rikolajew sozialistische Agitation unter den Arbeitern zn treiben begonnen. Er erlebt seine e r st e n Gefängnisse, sein« e r st e Verbannung und seine erste Emigration. Sein Weg geht über Wien, wo ihm Adler weiterhilft, nach London zu Lenin. In Wien hat der jung« unbekannte Flüchtling aus Sibirien seinen ersten Zusammenstoß mit dem europäischen Sozialismus. A u st« r l i tz will ihn nämlich nicht zu Adler lassen, weil Sonntag ist und der überarbeitete Doktor wenigstens am Sonntag seine Ruhe haben soll. Der junge Mann philosophiert:„Es ist nicht möglich, daß die Sonntagsrühe über den Forderungen der Revolution steht"— und jetzt sich durch.„Wenn Sie Nachrichten über die russisch« Revo- lution bringen, dürfen Sie auch in der Nacht bei mir läuten," sagt Viktor Zldler. In London trifft er den zehn Jahre älteren Lenin und ander« Emigranten. Man debattiert über Marxismus und die deutschen Revisionisten.„Anhänger von Bernstein gab es unter uns nicht." Wie sollte es auch? Ts Rußland hatte ganz ander« Probleme als Deutschland. Trotzki Hot die sozialistischen Parteien'Deutschlands, Frankreichs, Englands, Oesterreichs. Belgiens. Amerikas von der Nähe gesehen. Verstanden hat er si« nicht. Immer sieht er sie mit den Augen des jugendlichen Verschwörers aus Nikolajcw. Keine Partei, kein Führer, bis auf ganz geringe Ausnahmen, besteht vor seinem prüfenden Blick die Probe. Was er von ihnen zu sagen weiß, ist amüsant und als Karikatur oft porträtähnlich. Niemals taucht die Frage auf, warum das alles so ist. Sieben Jahre verlebt er in Wien, ist Mitglied der Partei, aber nicht ein einzigcsmal kommt er' mit den leitenden Personen zu einer offenen Aussprache. Sic sind ihm zu bürgerlich.„Ich empfand die sozialdemokratischen Führer als i rem de Menschen." Nicht anders geht es ihm in Berlin, Paris. New York. Köstlich seine Schilderung der New-Yorker kleinen Partei, deren Amerikanismus er ungeheuer komisch fjndet. Ganz fern liegt ihm die Erkenntnis, daß diese meist aus Europa eingewanderten Männer noch viel zu wenig Amerikaner waren, um Erfolge erringen zu können Eine Armee der Weltrevvlution mit einheitlicher Uniform und einheitlichem Exerzierreglement, das ist wohl dos Idealbild, das ihm vorschwebt. Nrigends findet«r es verwirklicht und darum erfährt so gut wie olles, was er sieht, zornige oder verächtliche Ablehnung. Nirgends«ine Spur des Persiändnisics dafür, daß die wirkliche Wclirevolution, die.permanente", von der er schwärmt, sich in den verschiedenen Ländern in verschiedenem Tempo und nach verschiedenen Methoden vollziehen muß. Die permanente Revolution, das ist für ihn die permanente Verschwörung, der permanente Aufstand, die permanente Gewaltanwendung. Znlernationalisl, der er zu sein glaubt, sieht er doch die ganze Welt durch eine Brille, die in Rußland geschlissen ist. Die Revolution von 1903 bringt ihn vorübergehend in sein Dater- land zurück, an die Spitze der Arbeiter von Petersburg.„Die revo- lutionäre �Hegemonie des Proletariats war zur unbestreitbaren Tat- fache geworden."„Wenn dies die Macht des jungen Proletariats in Rußland ist." fährt er fort,„wie mag dann sein« Macht in den vorgeschrittenen Ländern aussehen!" In Rußland ober— das gilt für 1917 ebenso wie für 1903— gab es ein Bürgertum und eine Bauernschaft als politisch« Klassen- mächte überhaupt noch nicht Di« wirtschaftliche Rückständigkeit und der Zarismus hatten ihr Aufkommen verhindert. In dem Augen- b'ick. in dem der Zarismus wankte oder fiel, wurden die notdürft'gen Arbeiterorganisationen des yrenigen Großl'ädt« ausschlaggebend. In den vorgeschrittenen Ländern ober hatten Bürgertum und Bauern- schaft sich längst als politische Machtfaktoren konstituiert und hatten den staatlichen Machtapparat in ihren Händen. Dem Zusammenbruch der Revolution folgen wieder Gefängnis, Sibirien, abenteuerliche Flucht, jahrelange Emigration. Spallungs- kämpfe zwischen Bolschewiken und Menschewiken, wobei auch«in im ,.V o r w ä'r t s" erschienener Aufsatz Trotzkis eine erheblich« Rolle spielt. Trotzki versucht zwischen beiden Richtungen zu vermitteln und kommt dabei manchmal zwischen zw, Müdstteine. Allmählich treten die führenden Personen der großen russischen Revolution in Erscheinung, sie wrden meist nicht allzu günstig charakterisiert. Von Lenin freilich spricht er nur in Tönen der höchsten Verehrung, er betont die enge Freundschaft mit ihm und zitiert sorgfältig jedes Wort der Anerkennung, das ihm aus dem Munde des überragenden Führers zuteil wurde. Dies« ständige Berufung auf den Meister wirkt nicht ganz würdig, erklärt sich aber aus der taktischen Absicht des Buches, nachzuweisen, daß er, Trotzki. der echte Erbe Lenins sei, S t a li v aber der falsche. Der Weltkrieg bringt erst ein ruheloses Wanderleben durch die Schweiz, Frankreich, Spanien. Amerika. England. Ausweisungen. Konzentrationslager, spannende Abenteuer. Die Kerenski-Revolutlon befreit ihn, sie öffnet den Weg nach Rußland und in die West- geschichte. Ottoberrevolution, Friedensverhandlungen m Brest- Litowsk, Schaffung der Roten Armee. Krieg mit den Weißen, Machtfülle im Kreml an der Seite Lenins. Roch lebt der Führer. aber die Schotten des Todes umschleichen ihn. und der Kampf ums Erbe beginnt. Trotzki nennt ihn„die Verschwörung der Epigonen". Trotzki der alleinige Führer der Partei und des Staates? Den Sinowjew, Kamenew, Stalin ist diese Aussicht nicht angenehm. Trotzki ist sie es— man kann es zwischen den Zeilen lesen— um so mehr. Handelte es sich um einen Zusammenstoß zwischen zwei Tendenzen oder nur um«inen ordinären Rivalitätskonslikt? Nach der Darstellung Trotzkis handell es sich mehr um den zweiten als um den ersten. Trotzki will der Führer sein, die anderen lehnen ihn ab und wollen die Macht untereinander teilen. Persönlicher Haß ver- schärst die sachlichen Meinungsverschiedenheiten. Trotzki entdeckt„den Kleinbürger im Bolschewik", den reaktiv- nären„Thermidor" in der Revolution. Er fühlt sich anders als die anderen: „Wenn ich an den Vergnügungen, die in der neue« regierenden Schicht imvrer mehr Sitte werden, nicht teilnahm, so nicht aus moralischen Prinzipien, fondenr well ich mich der Folter schlimmster Langeweile nicht aussetzen wollte. Gast gebereien, fleißiges Besuchen des Balletts, gemeinschaftliche Trinkabende und dem dabei uirver- ineidlichen Kloisch über die Abwesenden hatten für mich keine Anziehungskraft... Die durch und durch philisterhafte, un- wissende und einfach dumme Hetze gegen die Theorie der permanenten Revolution cnffprairg gerade diesen psychologischen Quellen Bei einer Flasche Wein oder aus dem Heimweg vom Ballett sprach ein selbstsicherer Bureaukrat zum anderen:.Der hat immer nur die permanente Revolution im Kopfe." Trotzki kämpft im Namen der permanenten Revolrnion gegen den Opportunismus und macht sich unbeliebt, sogar verdächtig. S.hon seine Reife nach Verlin lm Zahre 192b kommt nur nach Ueberwindung polizeilicher Schwlerlgkeileu zustande. Denn schon hat er die„fraktionelle Arbeil" ausgenommen und kämpft wieder auf dem lonspirativem Weg«— wie einst der kleine Stut�nt in Nikolajew— um die Macht. Das kann kein gutes Ende nehmen, der Apparat ist zu stark. Wieder geht es gm russisch zu mit geheimen Bersommlungen, illegaler Literatur, überraschend( zustande kommenden Stroßendemonstrationen, Jagd der Polizei nach den Verschwörern. Ist die Darstellung Trotzkis richtig, so kann man nicht daran zwelseln, daß seine Verbannung nach Alma Ata in Zentralasten und dann— als diese sich als unzureichend erwies, um die Bewegung abzustoppen— seine Ausweisung aus Rußlaich sür die russische Regierung ein Akt der unvermeidlichen Notwehr war. Andernfalls � war« die„permanente Revolution" über ihre Köpfe hinweggegangen und hätte vielleicht auch ihre Köpfe mitgenommen. Aber die Polizei- lichen Maßnahmen allein wären unzureichend geblieben. Um die Partei zu beruhigen, waren sachliche Konzessionen an den Trotz- kismus notwendig. Sie realisierten sich in dem neuen Bauerntum und im„Kampf gegen die rechte Gefahr". Nun sitzt Trotzki. der permanente Revolutionär, der glänzende Schriftsteller und Redner, aus seinem Doteriande verjagt, von allen anderen Ländern zurückgewiesen, in KonstaMinopel und wartet auf lerne Stunde. Wird sie kommen? Es wäre ffür Rußland und die übrige Well kein Glück! Im Schlußkapitel seines Buches wiederhast er seinen oll«: Irrtum. In der West außerhalb Rußlands sieht er feit dem Kriege keine wesentliche Aenderung. Nur die russische Oltoberrevoiution ist „ein Versuch, das Leben umzubauen",„der Versuch einer neuen Gesellschaftsordnung": Sie beschuldigen, sie habe in zwölf Jahren nicht den all- gemeinen Frieden und Wohlstand gebracht, können nur stuwips- sinnige oder böswillige Menschen. Nimm: man dieselben Maß- stöbe der deutschen Reformation und der französischen Revolistian, die in einer Entfernung von etwa drei Jahrhunderten zwei Etappen in der Eittwicklung der bürgerlichen Gesellschaft dar- stellen, so kann man nur darüber st a u n e n. daß das zurückgebliebene und eiusame Rußland zwölf Jahre »ach der llmwälzuug den Volksmassea einen Lebensdurchschnitt gesichert hat nicht tiefer, als er am Vorabend des Krieges war. Das soll eine Verteidigung sein, eine Verhcrrlichuiuz sogar, ist aber ein Geständnis. Denn die Arbestertlasse durch jahrzehntelange Kämpfe, durch unermeßliches Elend führen, um dann— nach zwölf Jahren!— sagen zu können, jetzt lebe sie wenigstens nicht mehr schlechter als vor dem Beginn dieser Ereignisse, das kann nicht unsere Aufgabe als Sozialisten sein! Die Arbeiter Europas oder Amerikas würden Führer, die ihnen etwas Derartiges zumuteu wollten, für verrückt erklären und davonjagen. Den» für uns besteht der Smn der sozialen Revolution nicht darin, einer Theorie zum Siege zu verhelfen, sondern darin, die arbeitenden Schichten des Volkes freier und glücklicher zu machen. Wir verstehen es. daß in den Kämpfen Zwischen Adel und Bürgertum die Massen bloßes Kanonenfutter waren und bluteten, hungerten und ftoreit. Noch unserer Auffassung aber soll sich die soziale Revolution van den Llasienkämpsen vergangener Zeiten dadurch unterscheiden, daß die Massen dabei nicht mehr die Leidenden, sondern die Gewinnen« den sind. Darum> könne u wir uns die„permanente Revolution" nicht anders vor. stellen, denn als einen permanenten Kampf um bessere Lebens- betllngungen. Und die neue Gefellschoftsordnung können wir nicht anstreben,\m einmal was anderes zu probieren, sondern mir, weil und insoweit wir bessere Lebensbedingungen für die Arbeiter mit Sicherheit von ihr erwarten kömrcn. Wo keine Verschwörung, kein Aufstand, keine Diktatur, kein Standrecht ist. da sleht Trotzki keine Revolution, sondern nur Feig- Heft, Berrat, Spießbürgertum und Langeweile. Der bolschewistffch-: Wevktag ist ihn, schließlich ebenso widerwärtig, wie der resom, istische. für ihn müßte immer revolutionärer Sonntag sein, an dem e:ivas Dramatisches, Gigantisches geschieht. In dieser Stimmung trifft er sich mit den LsteraturjüngÜngen aller Kaffeehäuser der Welt, die dasitzen und nicht wissen, was sie mit sich ansangen sollen, nicht aber mit den Arbeitern. Trotzki Hot in Nikolajew als Student die Seele des Arbeiters zu füllten begonnen— hat er sie gesunden? Uebcrall, wohin er kam, blieb sie ihm oerschlosien, nur in Rußloich schien si« sich ihm zu öffnen— war vielleicht auch das nur ein tragisches Mißverständnis? Die russische Oktoberrevolution war gewiß ein ungeheures ge« schichtliches Ereignis. Sie hat das rückständigste Land der BZett in de» Sirom der sozialistischen Weltbewegung mit hinetngerissen— da zeigt« sich die wachsende Kraft dieses Stromes. Aber, daß bei dem jähen Zusommenproll dieses rückstäichigsten Landes mst den fortgeschrittensten Ideen der West mancherlei entstand, was phantästtfch-grotesk und jenen Ideen gar nicht entsprechend erscheint, ist nur zu leicht erklärlich. Die russische Oktoberrevolution aber und das bolschewistische Rußland verkennen ihr« Stellung, wenn sie sich als das Kraft- Zentrum der sozialen Bewegung betrachten. Das Krastzentrun» braucht nicht dort zu sein, wo die hesiigstc Bewegung ist— die entwickelt sich eher an der Peripherie. Trotzki hat die peripherische Bedeutung des Bolschewismus nicht begriffen— er begreift sie auch jetzt noch nicht, wo er. aus der Bahn geschleudert, ein einsamer Mann, in Konstantinopel sitzt. Di«„permanente Revolution" ist da. sie steht nur anders aus, als Trotzki sie sich vorstellt. Sie wechsest ihre Bewegungsjormen mit dem Ort« und mit der Zett. Sic kann legal sein oder illegal, pachetisch oder werktogsnüchtern, überbedächtig oder exzessiv In den verschiedenen Ländern unter verschiedenen Umständen ruft sie die verschiedensten Erscheinungen hervor. V o l l m o r nannte ein- mal auf einem deutschen Parteitag die Pariser Kommune„eine heroische Torheit" und entfachte dadurch Stürme des Widerspruchs. Die Kommune hat die Entwicklung der sozialistisch-n Bewegung in Frankreich für Jahrzehnte zerschlagen— ober ihr heroischer Inhalt appelliert an das G'sühl. Im Berhaltnis zur russischen Oktoberrevolution war die Kommune nur ein« ganz winzige Episode. Der jahrelang betnebene Versuch der Bslscheork!, ein zurückgebliebenes Land noch sozialistischen Grundsätzen zu regleren, ist w der Gffchichte der„permanenten Revolusion"«in ganz großes Faktum Aber der Uebergang der englischen und der deutschen Sozialdemokratie zur Macht ist das auch. Ob nicht ein wichtigeres, wird die Zeit lehren. Trotzki sieht die„permanente Rcooiulion" erst nur in Ruh- land, dann nur in sich selber. Sie wird aber westergehen, wenn auch ander» als er sie sich denkt, auch ohne ihn! Friedrich Stampfer. (6. gortjetzung.) Ser Arbeiter, der nach den Jahren des Krieges nach Haus« kam. fand olle guten Arbeitspläne besetzt. Außerdem bot sich ihm das Schauspiel etner moralisch zersetzten Gesellschaft. Während er sein Blut vergosien hatte oder im Schützengraben verkommen war. hatte sich eine neue Bourgeoisie gebildet. Mü skandalöser Gier hatte sie in den wenigen Jahren kolossale Vermögen angehäust. Hinz, der am Kriegsbsginn ein kleiner Händler mar. war heute Millionär Kunz, der eine kleine Schmieds besaß, war heut« Eigen- tümcr riesiger Fabriken. Und dieser Rcichium, der aus dam Blut« der Soldaten stammte, niachte sich schamlos breit. Die neu«n Reichen verhöhnten durch ihre Orgien und die Schaustellung chres Ueber- jlusies das Elend der Arbeiter und der Heimkehrer. Wer Hunger hatte, mochte verrecken. Die Welt gehörte den Schlauen, die es verstanden hatten, aus dem Schmerz und Jammer eines Volkes Geld zu machen. Auf dem Lande dasselbe Bild. Der Landarbeiter, der in sein Dorf zurückkehrte, fand alles verändert. Man hatte ihm gesagt: „Der Boden, den du dem Feinde streitig machst, ist dein Eigentum." Und fT hatte es geglaubt. In den langen Nächten an der Front, Ouiseppe di Vaguo, der erste Abgeordnete, der von den Faschisten ermordet vnirde. mit dem Gewahr oder der Granate in der Hand, in Erwartung des Angriffs, unter dem Regen der Artilleriegeschütze, in der Hölle von Lärm und Blut, hatte er davon geträumt, lebend aus diesem Fege- seuer hervorzugehen. Er hatte sich seine freudig« Heimkehr ins Dorf vorgestellt, fein« Frau, seine Kinder, die ihn erwarteten, und die frohe Botschaft, daß das Land, auf dem fein« Borfohren im Dienste des Besitzers so schwer gearbeitet hatten, nun endlich, endlich sein Eigentum würde. Dos Erwachen war grausam. Der Heimkehrer fand seine Fa- will« noch ärmer als er sie verlassen hatte. Wohl gehörte das Land einem anderen, aber der neue Eigentümer war nicht er. Das war ein Mensch, der nicht das mindeste von Landwirtschaft wußte, der nur von Börse und Spekulation sprach, der reich war und durch dos Land noch reicher werden wollte. Da hatte der Landarbeiter m den Dörfern denselben Ruf aus- gestoßen wie der Arbeiter in der Stadt:„Es lebe Lenml" Und hatte mit feiner geballten Faust und mit feinem Zorn die eleganten Autos bedroht, die vor seiner Hütte vorbciraston und reiche, gut- gekleidete Menschen trugen, Menschen, die nicht am Kriege teilge- nommen hotten. 7. Eine Orgie des Nationalis nius. Durch große Maucranschläge wurde die Bevölkerung von Mai- land in das Theater der Scala geladen, wo Leonida Bisso- I 0 f i die Gründe seines Rücktritts vom Ministeramt darlegen und die politischen Leitsätze erklären sollte, durch die Italien dem wirk- lichen Frieden entgegengeführt werden konnte. Das geschah in der zweiten Hälfte des Januar IlllS. Der Krieg war kaum zu Ende, und schon waren oll« Begier- den des Nationalismus losgelasien. In Versailles kämpfte Wilson, um st« zu bändigen und den Frieden.zu einem Werk« der Gerechtig- keit und nicht des Raubes zu machen. Don Illusionen genährt, hatte dieser Puritaner oder Doktrinär, dessen Verdienste um den Sieg man schon zu vergessen ansing, die Reise über den Ozean unternommen. Di« Völker hatten ihm zugejubelt wie einem Mes- sias. Seine Reise von Paris noch Rom war ein einziger Triumph gewesen. Ich erinnere mich genau seines Empfangs im italienischen Parlament. Ganz Rom war auf der Straße. Jeder wollt» ihn sehen. jeder ihm Bestall spenden„Frieden, Frieden. Frieden!" rief die Menge, sobald sie seiner ansichtig wurde. So warm, wie diese spontane Huldigung war so kalt war dt« offizielle Zeremonie. Der König und Wilson erschienen nebeneinander. Der König klein und lächerlich. Wilson wie ein Professor vor seinen Schülern. Es wurden Redensarten getauscht, deren Mangel an Wärme und Aus- richtigkeit deutlich fühlbar war. Der Konflikt, der«n der Regierung und in der Bevölkerung Demokraten und Nationalisten einander gegenüber stellte, war schon deutlich fühlbar. Die Demokraten sahen in dem Siege ein Mittel, Europa aus der Grunldage der Gerechtig- keit neu zu organisieren, während die Nationalisten nur davon träumten, Gebietserweiterungen zu erlangen. Man wußte, daß Wilson ein entschlossener Gegner der italienischen Besitzergreifung Dalmatiens war. Daher die Kühle des ossi. ziellen Empfangs. Dabei war die liberak-tonservatwe Regierung unter dem Pre- miermimster Orlando durchaus nicht nationalistisch. Aber sie kapitulierte vor den Erpressungen der Nationalisten, genau wie später andere Regierungen vor der Erpressung des Faschismus und der Reaktion kapitulieren sallten. Das Ende davon war der Verfall des Staates. Bisiolati hotte die Diskussion über die Frage von Fiume und Dalmatien hinaus auf die ganze innere Politik und auf die Haltung bei der Friedenskonferenz ausgedehnt und hatte vom Ministerium verlangt, daß«s Stellung nehmen sollte. Als ihm die geforder- ten Garantien nicht gewährt wurden, hatte er sein Portefeuille niedergelegt. Ueber diesen seinen Rücktritt wollte er nun in Mai- land sprechen. Die nationalistische Presse hotte begonnen, gegen Bissolati zu hetzen, wie man eine Meute gegen den Hirsch hetzt. Man vergaß es. daß er— obwohl mehr als 6!) Jahre alt— ein Gewehr ge- nommen hatte und als Alpenjäger an die Front gezogen war. Man vergaß die der Regierung geleistteten Dienste. Man vergaß, daß er nach KarseltH die wahre Seele des Widerstandes gewesen war. Und es war derselbe Mussolini, der vor sieben oder acht Iahren Bissolatis Ausschließung aus der so- ztalistischen Partei gefordert hatte wegen Der- brechens gegen Patriotiso: us, der ihn heute oer- leumdete, beschimpste und einen Kroaten hieß! An jenem Abend des 19. Januar, an den: sich die Hauptstadt der Lombardei in dichten Nebel hüllte, als schäme sie sich dessen, was in ihr vorging, wurden die ersten Worte einer nationalistischen Ka- mödic gesprochen, die als Trauerspiel enden sollte. Schon vor der Eröffnung des Saales war der Platz vor der Scala mit Menschen angesüllt, die lebhaft diskutierten. Vor den, Eafe Cava, dem Rendezvous des Adels und der Müßiggänger, vor dem Leonardodenkmal bildeten sich immer neue Gruppen. Me.st waren es junge Kriegsteilnehmer, die einander die gebracht«!: Opfer vorwarfen, sich aus ihre Wunden und Verstümmelungen beriefen, um ihre«ntgegengeseßten Thesen zu vertreten. Auf dem Platze, besten Umrisse im Nebel verschwommen, schien das alte, kampffrohe, fanatische, wortreiche Italien in seiner Zersplitterung in Grupp.n und Parteien wieder erwacht nach einen: langen Schlafe. In dichten Kolonnen, die man hörte, che man ihrer gewahr wurde, begann man jetzt den Saal zu besetzen. Hier und da wurde:: Kricgsliedcr angestiinmt. Die ehemaligen„Sturmkämpfer" ein- falteten ihre schwarze Fahne. Eine Schar van Futuristen machte unerhörten Spektakel. Aus den Logen ertomen spitz«, kreischende Frauenstimmen:.Hoch das italienische Dalmatien. hoch Sonnino!" Von einer Loge zur anderen wurde gestritten. Im Parterre gab es schon ein Handgemenge. Vom Olymp ertönten die Stimmen der Arbeiter:.Frieden! Friedenl Frieden!" Dann wird es still. Bissolati erscheint auf der Bühne, umgeben von Heimkehrern mit Kriegsmidoillen und mit Kriegswunden. Bei- fall wird laut, dann Pfeifen. Bon einer Seite wird gerufen: ,E« leb« der Friedenl" „Es lebe Dalmatien!" rufen die anderen. Di« Mussolinianer, die ihren Führer umgeben, sind wutentbionnt. Sie ziehen sich in ein« Loge zurück, vor deren Eingang Bewaffnete Wachs halten. Sie sind fest entschlossen, die Rede zu vereiteln. Mussolini beugt seinen glattrasierten Kops in den Saal und brüllt:„Er soll nicht reden, er soll nicht reden!" Erst nach einer halben Smnde ist ein Augenblick, wenn nih« der Ruhe, so doch verminderten Tabens zu erlangen. Bissolati spricht. Aber die.Unruhe läßt seine Worte nur wenigen verständiich werden. Er sagt, daß der Krieg für Italien nur dann eine Quelle der Kraft und des Prestige sein kann, wenn Italien gerecht ist. Er erkennt das Recht Fiumcs als italienische Stadt an, aber er bc- streitet, daß Dalmatien italienischer Baden sei und rät von der Annexion Südtirols ab. Jeder Satz wird durch Zwischenruf? und Beifall unterbrochci:. Zeitweilig hört man die Stimme des Redners gar nicht. Jetzt spricht er van der gewaltigen Aufgabe des Völker- bundes, wie ihn Wilson eben entworfen hat. Er spricht von der Nor- wendigkeit, mit den Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischu: Monarchie«in Verhältnis der Solidarität herzustellen. Den Hunger nach Gerechtigkeit, nach Frieden, den die Soldaten aus den Schützen- grüben nach Hause gebracht haben, kleidet er machtvoll in Wone. Er spricht von dem Recht der gsoßcn Masse, die Anspruch daraus erhebt, sich ein neues Leben zu schassen, frei von den: Albdruck küns- tigor Kriege.(Fortsetzung folgt.) FÜR DEN KLEINGÄRTNER Erwerbsgärtnersiedlungen mit Staatskrediten. Die Ansetzung von Erwerbsgörtnersiedlern mü staatlichen Krediten ist«in« Aufgab«, die von den zuständigen Bc- hördenstellen erst neuerdings planmäßig in Angriff genommen werden konnte. Di« Erwerbsgärtnerstelle bildet«in Gegenstück zu der bäuerlichen sogenannten Ackernahrung. Man kann sie oergelichs- weise etwa als selbständige Gartennahrung bezeichnen. Denn der Erwerbsgärtner soll für den Markt produzieren Seine Stelle wird ebenso wie die Bauernstell« als Famillenwirtschaft«in- gerichtet. Ein großer Borteil solcher Erwerbsgärtnersiedlung ist aber. daß sie über den Kreis der Familienmitglieder hinaus in der Saison weiter« Arbeitskräfte benötigt, sobald erst die gesami« LaMläche in intensive Kultur genommen ist. Für die Genehmigung von Erwerbsgärtnersiedlungen verlangt das preußisch« Landwirtschaftsminislerium den Nachweis, daß der Grund und Boden für die jeweils beabsichtigten Kulturen geeignet ist, günstiges Klima, günstig« Lage gegenüber Wind- und Frostgefahren, günstige Verkehrsoerhältnisse, günstige Wasseroerhältnisse und günstig« Schulverhältnisse für die Kinder der Siedler. Als ge- eignet« Bewerber kommen in erster Linie Personen in Betracht, die über gründliche praktische Erfahrung in den jeweils beabsichtigten Kulturen und über das erforderliche Vermögen zur An- zcchlung und als Betriebskapital versüge::. Im allgemeinen wird die Bedarssgrpße einer Erwerbsgärtnerstelle wie folgt geschätzt: s) für FreilandgemüsHau, desgl. für Obstbau 8 bis 12 Morgen, b) für Freilandgemüseban mit einer größeren Anzahl von Frühbeeten 4 bis 8 Morgen, c) für Gemüsebau hauptsächlich in Treibhäusern bis zu 4 Morgen. Besonderer Wert ist darauf zu legen, daß dl« Erwerbsgärtner- stellen nicht irgendwie verzettelt entstehen, sondern daß solche kolonieweise auf geschlossenen großen Flächen errichtet werden. Die Gärtnersiedler sind von vornherein für eine genojsenschaft- liche Arbeit zu verpflichten; sie sollen sowohl ihre Betriebs- mittel genossenschaftlich einkaufen, wie sie ihre Erzeugnisse auf genossenschaftliche»: Wege absetzen. Die Genossenschaft kann in Großmarkthallen eigene Verkaufsftäade unterhalten, oder sie kann ihre War« standardisiert an eine Zentralstelle liefern, wo eine Ler- steigerung an Großhändler nach holländischem Muster erfolgt. So- weit ein Anbau von Konservenfrüchten erfolgt, sollen regelmäßig Anbauverträge mit Konservenfabriken abgeschlossen werden. Für Siodlerstellen. auf denen nur Freilandkulturen betrieben werden, genügt es im allgemeinen wenn der Siedler über etwa 2000 bis 4000 M. eigenes Vermögen verfügt. Wird ein« größere Anzahl von Glasfensten: benötigt, oder sind um- sangreiche boheizbore Treibhausanlagen zu schassen, dann müssen entsprechend mehr«igen« Mittel aufgebracht werden. Ueber weitere Einzelheiten unterrichtet das kürzlich erschienene Buch.Lehn Jahre Preußisches Landwirtschastsministerülm". SeUerieanbau-Untersnchun�en. Ueber den fsldmShigon Anbau von zwölf Sellerie sorten aus dem Versuchsgut Schwoitz des Jnftstuts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Breslau berichtet Diplomlandwirt Helnrlch Seidel in dem neuesten Heft der..Ganenbauwissenfchaft". Wenn auch der Kleinsiedler gewöhnlich keinen Feldbau treiben wird, ist aber doch aus der Kenntnis solcher Versuche viel für ihn zu lernen. Das.zur Verfügung stehende Land war sandiger Lehm- boden, genügend feucht und eventuell leicht entwässerbar. Als Bor- srucht waren Kartoffeln gepflanzt gewesen. Im Herbst erfolgte übliche Stallmist- und Kunstdüngung. Nach Trockenbeize des Samens mit Uspvlun wurden se Ib Gramm in Loimnandbeutel 24 Stunden in lauwarmes Wasser getaucht und dann noch vier Tage lang feucht gehalten. Am 2S. Februar 1927 wurde der Samen, nachdem er mit fein gemahlener Kreide gemischt morden und da- durch— als weiße Masse— Garantie für gleichmäßiges Ausstreuen bot, breitwürfig in halbrvarmen Frühbeetkästen ausgesät. Eine durch ein Sieb gestreute seine Erdschicht wurde darüber gegeben und angegossen. Vom 14. bis 20. April wurden die Sämlinge in: Ouadratocrband von 5 Zentimeter in kalte Kästen ver- schult und nach dem 25. Mai gepflanzt, wobei die Wurzeln in einen Lehmbrei getaucht wurden. Die Pflanzen dürfen nicht zu tief g e s e tzt werden, das Herzblatt muß oben offen sein. Als Grunddüngung wurde gegeben zeitig im Frühjahr 14 Doppelzentner Aetzkalk pro Hektar(28 Pfund auf 100 Quadratmeter), bei Acker- bestellung 12 Pfund, 40proz. Kalisalz und 12 Pfund Superphosphat. Es wurden dann im Juni und Juli drei Stickstoffgaben von 90 Kilogramm. 120 Kilogramm und 180 Kilogramm pro Hektar ge- geben, daneben aber auch ein Teil ohne Stickstoffdünger gelassen. Die ganz starten Stickstossgaben sollten dazu dienen. Untersuchungen über die Beeinfluffung der chemischen Zusammensetzungen der Knollen herbeizuführen. Das Ergebnis wurde durch im Juli sich, zeigendes Auftreten der Blattflecksnkrankheit(Septem apii) beeinträchtigt. Es war bei Gabe von einer Stickstoftdüngung der K n ollen« r- trag se 25 Quadratmeter in Kilogramm: Saxa 48,86 (nicht befallen, Knollen sehr groß, z. T oberirdisch);!�on plus ultra(nicht befallen, groß) 42,20; Hamburger Markt(groß. nicht befallen) 39,88; Riesenalabaster(befallen, Knollen groß) 31,33; Erfurter Markt(Holland) snicht befallen, viel Wurzelwcrkl 30,49; D e l i k a t e ß(befallen, Knollen mittelgroß) 30,48; Apselsellerie(befallen. Knollen mittelgroß) 30,33; Präger Riesen(befallen, Knollen ungleich) 28,10; Erfurter Markt(Dänemark) snicht befallen, lknollen mittelgroß! 27,50; Imperator(befallen, Knollen ungleich) 26,13; Schneeball (befallen. Knollen mittelgroß) 21,13; Riesenkugel(befallen, Knollen klein) 19,41.— Chorakterisch spricht sich die Wirkung ker Blattkrankheit aus den Ertrag aus: die Ertrage der befallenen groß- knolligen Sorten erreichten nur die Höhe der kleinknollipen, aber gesund gebliebenen Sorten. Bon einer Bekämpfung der Krankheit durch chemische Mittel ist abgesehen worden.- Ii» seinen Schlußsolge- rungen weist der Verfasser darauf hin. daß eine Desinfektion der Frühbeeterde durch eine Fonnnldebydlösiing anzuraten ist. Gerade Blattftcckenkrankheit und ebenso Schorf können durch Saatgut oder Frühbeeterde übertragen werden. Die Frage des B--- falls durch Septoria apii oerlangt noch weitere Untersuchung, dann aber zeigt das Versagen des Samens„Erfurter Markt(Holland)" die fundamentale Bedeutung einwandfreien Saatgutes. Mit Reckt muß verlangt werden, daß dem Abnehmer di« Erklärung der Echtheit von selten des Anbauers der Sorte gegeben wird: dies kann durch eine von zuständigen Stellen ausgesprochene„Aver- kennung" der Eigenschaften seiner Zucht erzielt werden. Auch muß der Züchter Schutz gegen etwaige Ausartungen des Nachbaues durch andere Züchter erhalten, damit deren Abnehmer:hn nicht verant- worillch machen für Saatgut, da, sich wieder von keiner Original- saat bedeutend entfernt, d. h. verschlechtert hat. Man kann dem deutschen Gartenbau nur dann eine ausschlaggebende Stellung verleiben. wenn man den alten Schlendrian oufaibPunb sich bemüht. auf allen Gebieten das Beste zu leisten. Ans bissen Gesichtspunklei: sind solche im großen durchgeführt« Versuchs wie der vorliegende. rückhaltlos zu begrüßen: sie zeigen, wie die Dinge wirklich liegen. P. D, ~ Sportund SpielArbeitersportler! Auf zur Wahl! Noch nie ist ein Bahlkampf in einer so niederträchtig verlogenen Atmosphäre geführt worden wie die diesjährige om= munalwahl in Berlin. Die Gegner des Proletariats wenden alle Mittel an, um in den Besitz der Stadtverordnetenmandate 31 gelangen, damit mieder Privatbesig und fapitalistische Wirtschaft in Berlin Triumphe feiern können, damit abgebaut wird an Einrichtungen der Stadt, mas sozialer Geift errichtet hat. Das Ent jcheidende der Wahl liegt darin: Soll fozialer Fortschritt in Berlin das Steuer führen, wird cine fortschriftliche Verwaltung auch fünftig foziale Arbeit leiffen können, oder erhält die Reaffion die Möglichkeit, dem Pripaffapital Tür und Tor zu öffnen zur beffeten Ausbeutung der Berliner Arbeiterschaft? Der Kampf um Berlin muß der Sozialdemokratie einen vollen Erfolg bringen, denn nur sozialdemokratische Vertreter baben im Roten Hause" die Lebensinteressen der Arbeitenden Berlins in der besten Weise wahrgenommen; sie haben in treuer Pflichterfüllung nach harter Arbeit und oft heißen Kämpfen Erfolge in fommunalpolitischer Hinsicht aufzuweisen, die im Interesse der werftätigen Bevölkerung liegen. Auch für den Arbeitersport ist der Ausgang der Kommunalwahl von größter Bedeutung, da von ihrem Ergebnis abhängt, inwieweit der Sport und die Arbeitersportbewegung fünftig burch städtische Mittel unterſtügt werden, inwieweit der Arbeiter sport Einfluß erhält, im Stadtamt für Leibesübungen, bei der Ber gebung der Schulturnhallen, der Spiel- und Sportpläge sowie der Badeanstalten. Die Sozialdemokratie war ernstlich bemüht, die Leibesübungen durch städtische Mittel zu fördern, ihr iſt es zu danken, daß das Stadtamt für Leibesübungen errichtet wurde, daß bie Spielplatzfläche seit dem Jahre 1925 um fast 50 Braz. vermehrt wurde, so daß Berlin im Jahre 1928 bereits 149 Spiel- und Sport plaganlagen von insgesamt 5% Millionen Quadratmeter Boden fläche befigt. Die Sozialdemokratie hat troi finanzieller Schwierig feiten und trotz aller Angriffe von rechts das Bäderprogramm gutgeheißen und sorgt dafür, daß in genügender 3ahl Badeanstalten gebaut werden, so daß sowohl dem Badebedürfnis der Berliner Bevölkerung Rechnung getragen, aber auch die Durchführung des Schulschwimmunterrichts ermöglicht wird. Die Sozialdemokratie hat die Gleichstellung des Arbeitersportes mit dem bürgerlichen Sport durchgesetzt. zirksamts Wedding" portrefflich illustriert. Die gelungene Beran: ftaltung der Arbeitersportler zeigte recht deutlich, daß auch diefer 3meig der Arbeiterorganisationen alle Kräfte mobilisiert für einen Sieg der Sozialdemokratie am 17. November. Flugmotoren- Probleme. Abschluß der Luftfahrt- Tagung. Anschließend an die Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt hielt die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt( DBL.) eine Bortragsreihe ab, die sich mit der Flugmotorenforschung befaßte. Erstmals ist auf diese Weise das Institut an die Deffentlichkeit getreten. Diese Vorträge waren zweifellos die bedeutendsten der ganzen Tagung. Vor allem wa: die Offenheit zu begrüßen. mit der die Vortragenden auch die Schattenseiten der Flugmotorenfrage beleuchteten. Fliegen ist vorläufig noch immer eine Motorenfrage und wird es auch bleiben. Das beste Flugzeug müßt nichts, wenn die Motoren nicht die nötige Bollkommenheit aufweisen. Aus Dr. Schrenks Ausführungen ging Kommunisten und Sport! hervor, daß der Motor heute noch immer in erster Linie die UrSie lehnen Unterstützung des Arbeitersports ab! Wir entnehmen der Wochenschrift„ Der Kämpfer", dem Organ der kommunistischen Opposition für Schlesien, folgende intereffierende Mitteilung: Die PD. is u. a. nach den neuesten Richtlinien gegen die Bewilligung von städtischen Mitteln an die Arbeitersportbewegung. foweit fie unter io3ial demokratischer Führung steht. Das bedeutet, daß die Arbeitersportbewegung in der sich auch kommunistische Arbeiter befinden in Breslau und den entscheidenden Orten nach der Haltung der Parteiführung der SPD. feine städtischen Mittel erhalten sollen." Diese Feststellung bestätigt die Notwendigkeit des Aufrufes des Vorsitzenden vom Arbeiter- Turn. und Sportbund, zur Wahl der jozialdemokratischen Liste. * Im Gemeindepartament Wolfen b. Bitterfeld wurde von bürgerlichen Bertretern, ein Antrag des dem Arbeiter- Turn- und den kommunistischen Gemeinderatsmitgliedern, vereint mit den Sportbund angehörenden Vereine„ Fichte" um Ueberlassung eines Darlehens von 300 m. abgelehnt. Dagegen stellte das KPD.Gemeinderatsmitglied Clauß, der Turnwart des oppofitionellen Vereins in Wolfen, den Antrag, dem bürgerlichen Berein für Leibesübungen, der ein Darlehen von 1000 W. an die Gemeinde zurüdzuzahlen hatte, dieses Darlehen auf drei Jahre zu stunden! Barole am 17. November: Welcher Arbeitersportler will solche Leute am Sonntag wählen? Wählt Liste 1, Sozialdemokraten! ARBEITER FUSSBALL Keine Spiele am Wahlsonntag. Aus Anlaß der am fommenden Sonntag stattfindenden Kommunalwahlen besteht für den 1. Kreis( Berlin- Brandenburg) Spielverbot. Alle Fußballer sind verpflichtet, sich zur Wahlarbeit zur Verfügung zu stellen. jache von Unfällen darstellt. Dieser prezentuale Anteil ist jogar in den letzten drei Jahren ( 1926 bis 1928) noch gestiegen und zwar von 29,2 auf 31 und weiter auf 35,2 Prozent. Seiner Ausstellung nach folgten dann als Un fallursachen die Führung mit 30,7, 31,2 und 33 Prozent, äußere Einflüsse( Unwetter usw.) mit 24,2, 22,8 und 23,2 Prozent, während die Ursachen am Flugzeug selbst von 9,4 Prozent( 1926) auf 5,1 Prozent( 1928) zurückgegangen sind. Die Entwicklung der letzten Jahre ist im Flugmotorenbau dahin gegangen, einmal das Gewicht weiter zu vermindern, auf der anderen Seite aber die Leistung zu steigern. Um höhere Zuladefähigkeit zu erhalten, haben die Flug zeugtonstrutteure dem Motorbauer eine immer größere Belastung aufgezwungen. Dadurch werden die Motoren dauernd zu start beansprucht; Beanspruchungen, die beim Automobilmotor nie auftreten. Deshalb forderte Dr. Kamm in seinem Rese rat, die Motoren fünftig so zu entwickeln, daß eine weit größere Spanne zwischen Betriebsbeanspruchung und Beanspruchungsmöglichkeit vorhanden ist. Mit anderen Worten, die Höchstbeanspruchung soll nur in besonderen Fällen herangezogen werden. Sehr interLürenbaum und Diplom- Ingenieur Stieglig). Während die im esant waren auch die Ausführungen über die an den Flugmotoren auftretenden Schwingungserscheinungen( Referenten: Dr. Innern auftretenden Schwingungen bekannt sind, bleiben die an den äußeren Motorteilen erfolgenden Schwingungsvorgänge noch weiter zu erforschen. Gerade der DVL. bleibt hier noch eine wertvolle Forschungsarbeit vorbehalten. Die rege Discussion, die sich an die einzelnen Vorträge knüpfte, dürfte neue Anregungen gegeben haben. Im Mittelpunkt der Referate des letzten Verhandlungstages stand die Verwendung von Leichtmetallen, wobei Ing. de Ridder vor allen Dingen auf die steigende Berwendung von Elektron zu sprechen fam. Dieses Material ist wesentlich leichter wie das heute noch allgemein gebräuchliche Duralumin, an dessen Eigenschaften es jedoch bis jetzt noch nicht vollends heranreicht. Daher kann Elektron vorderhand nur für bestimmte Teile wie Laufräder, Size, Steuerungsteile, Rumpfverkleidungen, Brennstoffbehälter, Fahrwertsteile permendet werden. Bei Flugmotoren wird es immer mehr als Baustoff für das Kurbelgehäuse verwendet. Es lassen sich durch die der anderen Seite die Nutlast( und damit die Wirtschaftlichkeit) Anwendung von Elektron Gewichtseinsparungen erreichen, die auf steigern. Die Bedeutung dieses Materials ist also für den Flugzeugund Motorenbau nicht zu unterschätzen, Dipl.- Ing. Hilbes machte interessante Ausführungen über die Mietverbindungen dünner Bleche, die durch untersuchungen von Dr. Pleines unterstützt wurden.' Wie man aus dem Vortrag von Dr. Mathar entnehmen konnte, bebari auch die Flugzeugbeplankung sorgfältiger ( Luckenwalde 1), H. Jänide Die ( Hertha 11), Rittweger( Luckenwalde III), Hanach( Luckenwalde II), befaßten sich mit rechnerischen Aufgaben, die jeder Konstrukteur in G. Jänide( Hertha 11). Auf dem Sportplatz in der Normannen feine Entwürfe einbeziehen muß. straße in Lichtenberg stehen sich die beiden Lichtenberger Abteilungen der FTGB. mit drei Mannschaften gegenüber. Die letzten Spiele fonnte die I. Abteilung mit 3: 0 b3w. 5: 2 für sich entscheiden. Am Bußtag hat sich der 4. Bezirk eine Bezirksauswahl. mannschaft aus Magdeburg nad, Luckenwalde verpflichtet. Der 4. Bezirk hat die gleiche Mannschaft, die gegen Berlin mit 5: 0 gewinnen tonnte, aufgestellt. Es spielen: Tor: Bendtland( Lucken walbe 1); Berteidigung: Schloßhouer und Ziehe( Luckenwalde II); Die Zentralfommission erhält 30000 Marf jährlich, ebenso der bürgerliche Deutsche Reichsausschuß, die Berliner Bereine bekommen 30 000 Mart, je zur Hälfte Arbeiter. und bürgerlicher Sport. Ferner Legen Beschlüsse des Haushaltungsausschusses und der Stadt Läufer: Otterstädt( Luckenwalde I), Licht( Luckenwalde II), Hennig Untersuchungen, da umrichtige Anordnung der Außenhaut von verordnetenversammlung auf Antrag der Sozialdemokratie vor, für ten Bau einer Arbeitersportschule 50 000 Mart bereitzustellen, so bald die spezialisierten Pläne vorliegen. Das ist positive Förderung des Arbeitersports durch die kommunalpolitische Arbeit der Sozialdemokratie, tie im Gegensatz zur verlogenen Politik der Kommunistischen Partei Erfolge aufweisen kann. Die Kommunistische Partei hat für den Arbeitersport nichts getan, ihre Anträge für den Arbeitersport entprangen nur ihrem Agitationsbedürfnis. Während im Stadtamt für Leibesübungen die Kommunisten geradezu lammfromm hinter der Sozialdemokratie hertrotteten, spielten fie im Plenum den wilden Revolutionär, schimpften auf die Sozialdemo fratie und stimmten dann bei der Etatberatung im beften Einpernehmen mit den Deutschnationalen gegen die mit Zustimmung der KPD- Vertreter im Stadtamt für Leibesübungen aufgestellten Forderungen des Arbeitersports. Es nügt fein noch so revolutio. närer Phrasenschwall, die Zaten beweisen, daß das wirken der PD. nur auf eine Stärfung der bürgerlichen Sportbewegung hinausläuff. Burgfriede besteht zwischen Reaktion und Kommunisten auch mährend der Wahl, der Kampf der Reaktion wird nicht gegen die APD. geführt, er richtet sich gegen die Sozialdemokratie, ein Beweis dafür, daß nur diese die einzige Arbeiterpartei ist. Die Arbeitersportler wollen in ihren Bestrebungen durch die Stadt gefördert werden, auf sportlichem Gebiet müssen weiter vorbildliche Einrichtungen durch die Stadt geschaffen werden, darum wählen Arbeitersportler Sozialdemokraten. Des halb, Arbeitersportler, an die Arbeit, helft mit im Wahlkampf, wo ihr nur fönnt, tragt dazu bei, den Sieg der Sozialdemokratie am 17. November 1929 zu erringen. Keine Stimme der verlogenen, forrupten Kommunistischen Partei! Keine Stimme den bürgerlichen Bartelen! Alle wählen die Liste 1 der Sozialdemokratie, der einzigen Interessenvertreterin des Proletariats und der Arbeitersportler! ils und der Arbe Arbeitersportler wählen Liste 1! Sport mit schweren Säbeln! Wie sich der Deutsche Sport" in Japan benahm. Deutsche Leichtathleten sind in diesen Wochen als Repäsentanten des deutschen Sportes nach Japan auf die Refordjagd gefahren. Dabei trug sich folgender Vorgang zu: Unter einigen Teilnehmern an der Expedition fam es einmal zu einer Auseinandersehung, die sich in erregten und teilweise hefigen Ausdrüden vollzog. Da die Betreffenden akademischen Berbindungen angehören oder angehörten, wurde bald der tommentmäßige Zon hervorgekehrt mit dem Resultat, daß einer von den Streitenden den beiden anderen Forderungen auf einen maffengang mit schweren Säbeln übermitteln ließ. Die beiden mußten entsprechend den studentischen Vorschriften die Forderung annehmen und die Angelegenheit den zuständigen Ehrengerichten melden, die nun in Affion trefen werden. Für den deutschen bürgerlichen Reford sport wäre es besser gewesen, die Kampfhähne hätten fich gleich in Japan die Schädel gespalten. Dann wären die Japaner wenigstens sogleich über die geiftige Berfassung gewisser deutscher Sportler aufgeflärt worden. Interessant ist bei der ganzen Sache, daß der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen" einen offiziellen Begleiter und Trainer mitreisen ließ. Dieser Reichsausschuß mit den Herren Staatssekretär a. D. Leppald und Dr. Diem an der Spize erhält Staats- und Reichsfubventionen! Arbeiter- Schach. Die Freie Arbeiter Schach- Vereinigung GroßBerlin", Abteilung Lichtenberg, gibt bekannt, daß heute, Donnerstag, 20 Uhr, der befannte Schachtheoretifer Koppenheim im Spiellokal Bühlischstraße 30 einen Bortrag mit Erklärungen am Demonstrationsbrett über das Thema„ Die letzten Weltmeister- Partien" hält. Gäste herzlich eingeladen. Gleichzeitig sei darauf hingewiesen, daß zurzeit ein Anfängerfurfus läuft, an dem Interessenten noch teilnehmen können. Die Tagung hat gezeigt, in welch hohem Maße Wissenschaft und Praris im Flugzeugbau voneinander abhängen. Sie dürfte dazu beitragen, ungeklärte Probleme, deren es noch eine ganze Reihe gibt, ihrer Lösung näher zu bringen. Fritz Wittekind. D Arbeitersportkartell Treptow. Alle Vereine des Dristeils Treptom beteiligen sich an der Proteſtkundgebung der Sozialdemokratifchen Bartei und des Reichsbanners gegen den faschistischen Terror in Treptow. Antreten zum Abmarsch 17% Uhr an der Wiener Brücke. 3. 2.: Dewald. Arbeitersportler im Bezirk Friedrichshain! Sonnabend, den 16. November, Treffpunkt mit Fahnen und Transparenten, 17% Uhr, am Büschingplatz zur Wahlbemonstration mit der Partei! Antreten hinter der 3. Beteiligung aller Kartellvereine wird erwartet. Die Abteilung„ Mitte" des Touristenvereins„ Die Naturfreunde" veranstaltet Dienstag, 19. November, 20 Uhr, im Hackeschen Hof, Rosenthaler Straße 40/41, einen Lichtbildervortrag: Thüringen". Gäste find zu diesem Vortrag herzlich willkommen. Arbeiter- Radfahrer- Verein Groß- Berlin, Sonntag, 17. November, wegen der Wahl fällt die Tour aus. Bundestreue Vereine teilen mit: Freie Ruderer- Bereinigung 1913. Gigung Freitag, 15. November, 20 Uhr, im Falkensteiner", Faltensteinstr. 49. Baffinrudern jeden Sonnabend von 17-19 Uhr im Bootshaus Vorwärts". Mitglieder werden aufgenommen. AGC.( Verein für Leichtathletik, Handball, Hocken). Die Trainingstage finden jekt regelmäßig wie folgt statt: Jugend: Montags und Freitags vou 20-22 Uhr Turnhalle Treptow, Neue Krugallee 10; Männer: Freitags von 20-22 Uhr Turnhalle Neue Krugallee: Frauen: Donnerstags von 20-22 Uhr Turnballe Kiefholzstraße. Freie Ranu- Union, Abt. Oberspree. Sigung Freitag, 15. 9opember, 20 Uhr, im Restaurant Rur Eiche", Neukölln, Kaiser- Friedrich- Ede Saalestraße. Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch( Bußtag), 20. November, 19% Uhr, im Sigungsfaal des Bezirksamts, Wordftr. 11, Lichtbildervortrag: Als Flachwanderer durch Banern und Nordfirol mit Vortrag von Alpenliedern( Rither). Einlaßtarten zu 50 Pf. bei den Funktionären und an der Abendkasse. Abt. Charlottenburg: Freitag, 15. 9topember, 20 Uhr, Spreeftr. 30: Ehereform" Abt. Südost: Freitag, 15. 90bember, 20 Uhr, Briger Str. 27: Seimabend. Abt. Treptow: Heimabend fällt aus. Beteiligung der Gruppe an der Beranstaltung der GPD., Abt. 101. -Abt. Neukölln: Freitag, 15. November, 20 Uhr, Flughafenste. 68: Liederabend. Faltbootabteilung: Freitag, 15. November, 20 Uhr, Briger Str. 27: „ Gestaltung der märkischen Wasserstraßen". Abt. Wedding: Freitag, 15. November, 20 Uhr, Geeftr. 84: 2 Stunden Sumor". Abt. Brig: Freitag, 15. NoAbt. Lichtenrade: Freivember, 20 Uhr, Chauffeeftr. 48: Arbeiterdichter". tag, 15. November, 20 Uhr, bei Dehlam, Bahnhof- Ede Golzstraße: Politische Gatire" Photogemeinschaft: Montag, 18. November, 20 Uhr, Frankfurter Allee 307: Die Ortochromatische Platte". Mallunstgemeinschaft: Montag, 18. November, 20 Uhr, Wrangelstr. 128: Berspektive". Freie Schwimmer Groß- Berlin, c. B., Gruppe Neukölln. Alle Mitglieder Treffpunkt Herzbergplan. 171 Uhr, Gruppe Mitte der Freien Schwimmer Groß- Berlin, c. B.: Connabend, 16. November, 20 Uhr, in den Berolina- Festsälen, SchönFreie Faltbootfahrer Berlin. Heute, Donnerstag, Funktionärsikung, Rur Linde", Uferftc. 18. Gonnabend, 16. November, Badeabend, Stadtbad Wedding, Fleine Salle, unt 19 Uhr. Jeden Donnerstag, 20 11hr, hält die Abteilung Treptow ihre regelmäßigen Spielabende im Enfal Döhling, Elsenstraße 100, ab. Diefe Abende werden belebt durch Schachvorträge, Simultan piele, Blizturniere. Heute, Donnerstag, 20 Uhr, findet ein Bor. trag des Schachspielers Krüger über Eröffnungen" statt. Inter- haufer Allee 28, 1, Giiftungsfeft. effenten find herzlich eingeladen. Eintritt und Unterricht frei. Bor den Arbeitersportfern des Bezirks Wedding referierte am Mittwochabend der sozialdemokratische Stadtrat Kulisch. Die große Aula der Schule in der Grüntaler Straße war überall besetzt. Mit gespanntester Aufmerksamkeit folgten die Arbeitersportler den Ausführungen des Referenten, der es ver. stand, die Arbeit des Bezirks Wedding auf dem Gebiete des Sports und der Leibesübungen recht anschaulich darzustellen. Der Bezirk forgt unter der stärtften Mitarbeit gerade ber jozialbemotra. Eishockeykampf Berlin- London. tischen Stodträte für eine fürsorgerische Betreuung des werdenden Kindes, der Mütter, der Schuljugend und betreut sie auch meiter bis zum After. In unzähligen Einrichtungen, die gerade in den letzten Jahren ausgebaut wurden, wird diese Betreuung durchgeführt. Für die sportliche Betätigung der heranwachsenden Jugend ist befonders vorgesorgt. Im Humboldthain, im Bolkspart Rehberge und in sonstigen Anlagen findet jeder Platz für fportliche Betätigung. Die Ausführungen des Referenten wurden ron dem Film des Bezirksamts Werden und Wirken des Betreten Sonnabend, 16. November, ur Demonstration an. Die deutsche Eissportsaison wird am Wochenende im Sport pala ft eingeleitet. Nach dem Abbruch der Radrennbahn ist die Arena für den Eissport soweit hergerichtet, daß die Maschinen für die Bereitung der Eisfläche in Tätigkeit gefeßt werden konnten. Den Berliner Spielern bleiben also noch einige Tage Zeit, um sich für das am Sonnabend stattfindende Spiel gegen London vorzu bereiten. Am Tage darauf findet der Rückkampf statt Beide Treffen werden von Schnell und Kunstlaufen namhafter Berliner Läufer und Läuferinnen umrahmt. Arbeiter Rab- und Kraftfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Groß Berlin. Geschäftsstelle Robert Rothbarth. GB. 11, Schöneberger Str. 17a. Sämtliche Fahrten der Motor und Padfahrer fallen am Sonntag, dem 17. November, Gewerkschaftshaus, Restaurant, mit Pädern. 299 9. Abt. Sonnabend. 16. No. ber Baht megen aus. Aur Bahlhilfe treffen fich die Genoffen um 10 Uhr int verber. Berbeumaua aur Stadtverordnetenwahl. Treffpunkt 16% Uhr Trift. Straße 63. Abt Bichtenberg. 16. November, 17 Uhr, Schule Solteistraße. Erscheinen aller Mitalleder im Sportanaua obne Räder ist Bilicht. Motor fahrer Kreuzberg. Sonntag, 17. November, Treffen nach der Wahl 20 Uhr im Bereinstotal, Reichenberger Str. 91, Rindl- Quelle.- 2. Abt. Mittwoch, 20. November, Bustag, 16-10 Uhr, Regeln, nachdem Eizung mit Bortrag. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Rubernerein Collegia Charlottenburg e. B. Freitag, 15. Nopember, 20 Uhr, Sikuna hei Thunal, Vortrag Abolf Soffmann über„ Arbeitersport und Kommume". FTGR.. annhez tl. Conner. 14. m Iung im Falkensteiner. 13, Vegisversamm ✓ VOLKS Geschäfts- Anzeiger FEUERBESTATTUNGS- VEREIN KYAG Formate Vas- Fever 19131 UNTER REICHSAUFSICHT Greb- Bart Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlich R. 141 Man verlange kostenfreie Zusendung Bezirk Norden- Osten. 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