Morgsnausgave TIr. 531 A 270 46.Zahrgang VöchenMch SS Pf. monaMch S.SV M. tm voraus zahlbar. Postbezug 4.2Z M. einschließlich 60 Pfg.Postzeitungs-»«i) 72 Pfg. Postbeslellgebühreu. Ausland»« abonnement ö.— M. pro Monat. Ver.PonoSrt»� erscheint wochentSg. lich zweimal. Sonntag» und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit' und�tinderfreund'. Ferner .Unterhaltung und Wissen'..Frauen. stimme"..Technik'.Blick tn die Bücherwelt' und.Jugend- Vorwärts' Berliner VoltSbla« Freiiag 15. November 1929 Groß-Äerlin Ii) T>1 Auswärts 15 pf. Sic«taffcltlfs Stonparewezetl» •0 Pfennig. Retlame�eUe 5.— Reich». wart.„Kleine Anzeigen' da» senge» druckt» Wort 2ö Pfennig lzulässig zwei »ettoedruckte Worte), jede» weitere Wort *2 Pfennig. Stellengesuch» da» erste Wort IS Pfennig, jede» wettere Dort U Pfennig. Worte über 15 Buchstaben sShlen für zwei Worte. Arbeitsmarv Feile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil» Ä Pfennig. Anzeigenannahme imHauvt- «eschäjt Lindenstraße S. wochentäglich VON VI, bis 17 Uhr. Jentealovgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fcrnsprechcr: Dönhoff L9Z— LÄ7. Telegramm-Adr.: Sozialöemolrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postfchecklonto: Berlin Z75ZS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten nnd Beamten, Wallstr. SS. Dt. B. n. Disc..Gcs., Depofitenkasi« Lindenstr. S. Keine Einigung in Wien. Vergebliche Suche nach einem Kompromiß. Wien. 14. November.(Eigenbericht.) In ihren Donnerslagausgaben melden die Wiener Blätter übereinstimmend. daß hinsichtlich der verfassuagsreform zwischen dem Bunderkanzler und der Sozialdemokratie noch kein Sompromih zustandcgekommcn ist. Herr Schober macht es sich bequem. Bundeskanzler Schober hat dem Wiener Vertreter des fa- schistijchen„Mefsoggero"«in längeres Interview über die Lage in Oesterreich gewährt. Seine Acußcrungen sind an sich maßvoll, geschickt und überhaupt diplomatisch-aalglatt, besonders, indem er es höflich ablehnt«, ein Werturteil über den italienischen Faschis- inus abzugeben. Nicht so einwarndfrei sind, bei aller Vorsicht, ge- wisse Wendungen, die er über die gegenwärtigen Derfassungskämpsc gebrauchte. Mit seinen eigenen Toten ist Herr Schober natürlich höchst zufrieden:„Die Regierung habe das Ihrige getan, mdcm sie den Entwurf für die Besserung der Verfassung dem Por- lomcnt untetbreitet?. Jcßt müsse das Parlament seine Pflicht tun. Das müsse auch geschehen im Interesse des parlamentarischen Sizstems." Wenn nun aber ein beträchtlicher Teil des Volkes und Äes Parlaments auf dem Standpunkt stelzen, daß der Regierung?- entwurf wesentliche Verschlechterungen der bisherigen Verfassung bringen würde, und aus diesem Grunde völlig unannehm- bor ist? Die Regierung hat im voraus gewußt, daß gewisse Bestimmungen, z. V. über die Stellung der Stadt Wien, von der Sozialdemokratie niemals angenommen werben würden: dennoch hat sie darauf nicht verzichten wollen— eben weil sie unter dem Druck der Heimwelzr stand. Deshalb hat sie ihr« Pflicht nicht er- füllt und hat kein Recht, nunmehr die Verantwortung dem Paria- ment zuzuschieben. Herr Schober macht es sich wirklich gar zu leicht, indem er hinzufügte: „lind wenn Sic mich fragen, wie sich die Regierung de- nehmen werde, falls sie durch das Parlament In eine Sack- gaffe geraten würde, so antwyrte ich Ihnen: In eine Sack- gass« würde dann nur das Parlament ckommen und nicht die Regierung.� Nein, so einfach liegen die Dinge nicht! Die Regierung ist es, die das Parlament in eine Sackgasse getrieben hat. Ein Appell der pazifistischen Organisationen. Dem österreichischen Ministerpräsidenten Schober und dem deutschen Reichskanzler Hermann Müller ist durch Dr. Qu i dd« die nachfolgende von dreizehn pazifistischen Organisationen unter- zeichnete Kundgebung zugegangen:„Die unterzeichneten pazi- fistischen Organisationen fühlen sich verpflichtet, die Oeffentlichkeit und insbesondere olle Stellen, die direkt oder indirekt einen Einfluß auf die Entschließungen in Oesterreich ausüben können, auf die Gefahren hinzuweisen, die aus der Zersplitterung der Loge dort, nicht nur für den iimeren Frieden des Landes und für den Bestend einer leidlich geordneten Wirtschast über die Landesgrenzen hinaus, sondern auch für den Weltfrieden entstehen können. Forde- rungen, die bis zur offenbaren Unerfüllbarkcit überspannt sjnd, erwecken den Verdacht, daß es auf ein« Gewaltlösung ab- gesehen ist. Wenn aber versucht werden sollt«, eine Aenderung der Verfassung auf versassungswidrigem Wege durchzusetzen, stände offenbar der Bürgerkrieg vor der Tür. Es ist höchstwahrjchein- lich, daß dann-auswärtlg« Mächte eingreif.en würden. Nur zu leicht könnte der Gegensatz zwischen Demokratie und Faschismus hier zu einer iolernationalen Entladung führen. Di« Vcvant- wortung gegenüber der eigenen Lolksgemeinschost und gegenüber der limroeli gsbietet den Parteien und den politischen Organisationen, die Atmosphäre der Verhandlungen nicht durch Androhung von Gewaltakten zu vergiften, vielmehr abzurüsten und damit eine friedlich-sachliche Lösung zu ermöglichen.(Zur inneren Abrüstung haben sich bisher nur die Sozialdemokratie und der Schutzbund bereiterklärt, im Gegensatz zur Heimwehr. Es ist im übrigen nicht recht ersichtlich, was der deutsche Reichskanzler mit dieser an sich sehr nützlichen Kundgebung praktisch anfangen soll. Red. d.„D.".) 'Die subventionierte OAZ. Reichsbahn, Langnam-Verein, und wer sonst noch? Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" glaubt, ein Nach- w o r t zu ihrem Skandalfall schreiben zu können. Das möchte sie gern— es ist aber noch nicht ganz so weit. Sie entrüstet sich über unsere Bemerkungen über die politische Führung des Blattes. Die Redaktion der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" wird sich daran gewöhnen müssen, daß man sehr allge- mein die Subventionierung durch die Reichsbahn als n i ch t im Einklang mit den journalistischen Ge- pslogenheiten stehend ansieht und die politische Stimme der„D. A. Z." entsprechend bewertet. Die Aktienmajorität der„D. A. Z." befindet sich in den Händen des Langnam-Vereins, so daß also die Reichsbahn ein Organ des Langnam-Bereins subventioniert hat. Man hat hier«ine neue Bestätigung dafür, daß die Rcichsbahnverwaltung Politik im Smne der Schwerindustrie treibt. Die Ausrede der Reichsbahn mit den technischen Beilagen ist lächerlich. Für 306 000 M. im Jahre könnte die Reichs- bahn sehr gute eigene technische und der Verkehrswerbung dienende Schriften herausgegeben— sie hätte dabei an der Zeitschrift der Berliner Verkehrsgesellschaft ein Beispiel. Daß statt dessen das Blatt des Langnam-Bereins subventioniert wird, ist nur politisch zu erklären. Es ergibt sich, daß die Rcichsbahnverwaltung, die ständig nach Tariferhöhung drängt, Geld hat, um ihre politischen Aspirationen zu finanzieren und eine reaktionäre schwer- industrielle Zeitung dazu. Aber vor allem: die eine Subvention ist eingestanden. Wem dient die„D.A.Z." noch? parieivorsihender Hugenberg. Seine Partei existiert im Wahlkampf für ihn nicht. Wir lesen im„Lokal-Anzeiger" wiederholt- Wahlnotizen: „Wo wird gewählt? W i e wird gewählt?" Alles zur Be- lehrung seiner Leser. Aber wenn man nach der Frage forscht: Wer wird gewählt? erhält man ein merkwürdiges Resultat. Der„Lokal-Anzeiger" ist das Blatt des Vorsitzenden der Deütfchnationalen Volkspar-ei. Selbstverständlich fordert es plso apf, deutsch national zu wählen? Keineswegs! Das Wort deutschnational ist sehr selten in diesem Blatt, seine Wahlaufforderung lautet kurz und schlicht: wählt national. Also nach Belieben deutschnational oder n a t i o- n a l s o z i a l i st i s ch. Die Nationalsozialisten führen einen heftigen Wahl- kämpf gegen die Deutschnationalen, aber das Blatt des Vor- sitzenden der Deutschnationalen Bolkspartei erklärt sich für neutrall Woraus man den Schluß ziehen muß, daß Herr Hugenberg, der Vorsitzende der Dcutschnationalen Volks- Partei, seine eigene Partei schon preisgc- gcbenhat. � Hilfe für die Opfer der Gowjeis. Oas Ergebnis der Parieiführerbesprechungen. Amtlich wird mitgeteilt: In einer Partei führcrbe- sprechung, die am Donnerstag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers stattfand, wurde die Frage einer Hilfsaktion für die bei Moskau angesammelten deutsch st ämmigen Bauern besprochen. Man war sich darüber einig, daß den in großer Notlag« befindlichen Kolonisten Hilfe gewährt werden müsse. Die dazu erforderlichen Vorarbeiten sind in Angriff ge- nommen und neben einer privaten Hilfsaktion sollen Reichsmittel in gewissen durch die finanziell« Lage des Reichs gebotenen Grenzen bereitgestellt werden. Mr den Gememdesozialisimus! Heute unö morgen veranstaltet öle sozial- demokratische Partei in allen Staölteilen Berlins zahlreiche Vahlkunögebnugen ItAH»,« htnSbe, im law»»»« Blall«. In alle« Versammlungen wird ein letzter Appell an die Berliner Wühler gerichtet. Sorgt überall für Massenbesuch Werbt sür die SoMidemokektie Ehe oder Hölle? Die Reform des Ehescheidungsrechts. Von Otto I-andsdorg. Das Bürgerliche Gesetzbuch hat zur Grundlage in den Bestimmungen über die Scheidung der Ehe das sogenannte Verschuldungsprinzip. Das heißt, eine Ehe kann nur dann gerichtlich geschieden werden, wenn sich zum minde- sten der eine Teil gegen diejenigen durch die Ehe begründeten Pflichten vergangen hat, deren Verletzung das Gesetz als Scheidungsgrund anerkennt. Sind zwei Ehegatten sich über die Notwendigkeit, ihren Bund aufzulösen, einig, so ist die Scheidung mit Leichtigkeit herbeizuführen. Fehlt es an einem der das Scheidungsbegehren rechtfertigenden Gründe, s o schafft dereine Ehegatte im Einvernehmen mit dem anderen einen solchen und macht den anderen Teil von der Begehung des mit der Ehe vereinbarten Verstoßes Mitteilung, worauf der Scheidungsprozeß cinge- leitet und in kürzester Frist zu dem von beiden Teilen ge- wünschten Ende gebracht wird. Anders ist es, wenn der eine Teil der Scheidung einer auch von ihm oft als un- haltbar erkannten Ehe wider st rebt, wofür sehr oft höchst materielle Beweggründe maßgebend sind, wie der Wunsch des Mannes, den Zinsgenuß der Mitgift seiner wohl- habenden Frau, oder der Wunsch der Frau, ihre Pensions- ansprllche nach dem Ableben des Mannes nicht einzubüßen. Derartige Fälle sind außerordentlich häufig. Die beiden Ehe- galten können vortreffliche Menschen sein, jeder von ihnen würde einen vortrefflichen Ehemann oder eine ausgezeichnete Ehefrau abgegeben können, nur nicht gerade im Bund mit demjenigen Menschen, mit dem sie sich vereinigt haben und zu dem sie nicht passen. Seit langem wird die Durchlöcherung des Verfchuldungs« Prinzips mit Gründen, deren Güte nicht zu bestreiten ist, ge- fordert. In der vorigen Legislaturperiode des Reichstags hatten verschiedene Parteien, Sozialdemokraten� Demokraten, Volkspartei und Wirtschafts» parte! sich im Rechtsausschuß auf einen Kompromiß- a n t r a g geeinigt, dessen Annahme einen erheblichen Fort- schritt des bestehenden gesetzlichen Zustandes bedeutet hätte. Danach sollte von jedem Eheteil auch dann auf Scheidung geklagt werden dürfen, wenn ohne schuldhastes Verhalten des einen oder anderen eine dem Wesen der Ehe widersprechende Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses ein- getreten war. Ferner sollte die Scheidung dann begehrt wer- den dürfen, wenn die Ehegatten seit mindestens fünf Iahren vor Erhebung der Klage in vollkommener Trennung gelebt hatten. Infolge der Auflösung des Reichstags konnte die Novelle nicht verabschiedet werden. Im neuen Reichstag wurden die Reformanträge er» neuert und wiederum dem Rechtsausschuß überwiesen. Dieser stand vor dem Abschluß seiner Arbeiten, da erfolgte der WidcrspruchdesZentrums und der Bayrischen V o l k s p a r t e i, der begleitet war von der Androhung der Sprengung der Regierungskoasition. Man wird in der An- nähme nicht irren, daß die Mannheimer Klage des Zentrums- führers K a a s über den Radikalismus der Sozialdemokratie und über die Unmöglichkeit, die Deutschnationalen gegen uns ausspielen zu können, auf die Abneigung gegen die von uns energisch betriebene Reform des Ehescheidungsrechts zurück- zuführen ist. Roch deutlicher war Herr Leich in seiner Bam- berger Rede. Und schließlich ist es dahin gekommen, daß die Zentrumsvertreter im Rechtsausschuß die Sitzung nach W- gäbe einer Protesterklärung verlassen haben. Sie ließen sich hiervon auch durch die Tatsache nicht abhalten, daß der auf dem gleichen grundsätzlichen Standpunkt wie sie stehende Per- rreter der Bayerischen Volkspartei sich weiter an den Ar- beiten des Ausschusses beteiligte. Uns Sozialdemokraten ist der Bund von Mann und Frau, die sich in Liebe vereinigen, genau so heilig, wie denen, die eine Reform der Ehescheidung zu verhindern suchen. Wir denken auch nicht daran, leichtfertige Ehescheidungen fordern zu wollen. Vielmehr belehrt uns die Erfahrung des Lebens darüber, daß gerade ernste wertvolle Menschen durch den bestehenden Zustand in schwerste Gewissensnot geraten und wir halten uns für verpflichtet, den Versuch ihrer Be- freiung aus größter Bedrängnis zu unternehmen. Wir sind der Ansicht, daß dieEhederMenschen und n i ch t d e r MenschderEhewegendaist, und deshalb wollen wir, daß die Ehe da gelöst werden kann, wo sie eine Plage ist, auch dann, wenn ein Verschulden, dessen ehelösenden Eharakter das Gesetz anerkennt, nicht vorliegt. Das Verhalten des Zentrums kann vor der Kritik nicht bestehen. Man kann es begreifen, daß das Zentrum aus dogmatischen Gründen die Ehescheidung überhaupt nicht zulassen will. Aber das Zentrum hat dem Bürger- lichen Gesetzbuch, das die Lösbarkeit der Ehe durch Schsidungsurteil anerkennt, z u g e st i m m t. Wenn nun mtt Billigung des Zentrums das Band der Ehe überhaupt �e- trennt werden kann, soll es dann von grundsätzlicher Wichttg- keit sein, wenn den vorhandenen Echeidungsgründen noch ein weiterer hinzugefügt wird? Zudem haben die Ver- treter des Zentrums im vorigen Reichstag sich an den Ar- [leiten des Rechtsausschusies beteiligt und hat das Zentrum ferner der Verweisung der Reformanträge an den Rechts- ausfchuß nicht widersprochen. Ist es nicht auch Widerspruchs- voll, daß, während die Vertreter des Zentrums die Ausschuß- sitzung verließen, der derselben Partei angehörende Reichs- justizminister von Gusrard seine Vertreter mit dem Auftrag in den Ausschuß entsendet, sich an deessn Arbeiten zu beteiligen? Kein Wunder, daß in der Oeffentlichkeit dem Zentrum un- sachliche Motive nachgesagt werden. Die einen be- haupten, daß das Verhalten des Zentrums den Wunsch unter- stützen solle, das Neichsministerium der Justiz abzugeben und dafür ein anderes einzutauschen: die anderen meinen, daß das Zentrum sich von der Ausstoßung des Rufes, die Ehe ist in Gefahr, eine starke agitatorische Wirkung verspreche. Ich kann nicht entscheiden, ob der eine oder andere Be- weggrund bei den Entschließungen des Zentrums eine Rolle gespielt hat. Aber das weiß ich, daß die Anhänger der Reform nicht daran denken, das Institut der Ehe anzutasten, und ebenso weiß ich, daß der Ehe von der Annahme dieser An- träge keine Gefahr droht. Unter der Herrschaft des Preußischen Allgemeinen Landrechts, das über 100 Jahre galt, war die Ehescheidung sogar wegen unüberwindlicher Abneigung und aus Grund gegenseitiger Ein- w i l l i g u n g zulässig, ohne daß unter diesen Bestimmungen das Rechtsinstitut der Ehe Schaden genommen hat. An der U n l ö s b a r k e i t der Ehen, die für die Gatten und die aus ihrem Bund hervorgegangenen Kinder die Hölle bedeuten, kann derStaat kein Interesse haben. Wohl aber hat er«in Interesse daran, daß die Unzulänglichkeit der Bestimmungen über die Ehescheidung nicht zu Ehe- scheidungsprozessen führt, bei denen bis auf das Bestreben, die Scheidung herbeizuführen, alles Lüge ist. Hat die katholische Kirche, deren Vertreterin das Zentrum ist, die Macht, ihre gläubigen Anhänger mit dem Gedanken der Unlösbarkeit der einmal geschlossenen Ehe zu erfüllen, so muß diese Tatsache selbstverständlich hingenommen werden. Sie kann aber keinen Grund dafür abgeben, Menschen, die die Ehe, um mit Luther zu sprechen, für ein welllich Ding hallen, in Fesseln schmachten zu lassen, zu deren Lösung, weil sie sich anders nicht bewerkstelligen läßt, nicht selten Gewalt angewendet worden ist. Der moderne Staat kann es nicht dulden, daß einer seiner Bürger zur Strafe des immer- währenden Verlustes seines Lebensglücks bloß deshalb verurteilt wird, weil er sich im Irrtum über Eigenschaften eines anderen befunden hak, mit dem er die eheliche Gemeinschaft geschlossen hat. Oer Llmsallgraf. Westarp dementiert sich. Als die Absicht des Reichsministeriums bekannt wurde, den Volksentscheid noch im Dezember stattfinden zu lassen, erhob sich in der Hugenberg- Presse großer Lärm, Herr Gras Westarp aber erklärte stolz, die Reichsregierung sei seiner Forderung nachgekommen. Peinlich! Run ist inzwischen der 22. Dezember als Abstimmungstag bestimmt worden. Der Lärm der Hugenberg-Presse nahm zu, trotz Westarp— noch peinlicher! Aber der Herr Graf, der einst zu befehlen hatte, hat inzwischen gehorchen gelernt. Er dementiert sich und ver- lautbart: „Wie die Dinge sich jetzt entwickelt haben, läßt sich die von mir ausgesprochene grundsätzliche Forderung ohne jede Schwierigkeit er. füllen, wenn die Volksabstimmung nicht vor Miste Januar angesetzt wird, da nach dem Stand der Verhandlungen die Vorlage über den Plan den Reichstag schwerlich vor Ende Januar beschästigen kann." Hugenberg behält wieder recht, und Westarp wird all- mählich sein treuer Fridolin. Oie Korrupiionsschreier. Wirtschastsparteiler schluckt städtische Provisionen. Köln, 14. November.(Eigenbericht.) Aus einem am Donnerstag in der„Rheinischen Zeitung" ver- össentlichten Schriftwechsel zwischen dem Fraktionsvor- sitzenden der Wirts chaftspariei der Kölner Stadtverordnetenversammlung und der Kölner Stadtverwallung ergibt sich. daß der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigimg von Rheinland- Westfalen Runge von der Stadtverwaltung bzw. dem städtischen Anstellungs- und Messeamt für die Veranstaltung von Gastwirts- messen erhebliche Provisionen forderte. Diese Provisionen erreichten in den letzten drei Jahren die Höhe von annähernd 27000 Mark. Di« Tätigkeit dafür bestand lediglich darin, daß der Borsitzende der Wirtschaftsvereinigung die ihm unterstellten Wirte- organifationen für die Veranstaltung der Messen mitunterzeichnen ließ und bei Geschäftsfreunden für die Gastwirtsmesse Reklame inachte. Für dies« Tätigkeit ließ er sich Prozente nicht nur von den Standmieten, sondern auch Abgaben von den Eintrittsgeldern aus- zahlen. Diese Enthüllung ist insofern bemerkenswert, als die Wirtschasts- partei in der Kölner Stadtverordnetenversammlung hauptsächlich „gegen die marxistische Korruptionswirtschaft" gekämpft hat und für sogenannte gesunde Prinzipien des privaten Wirtschaftslebens eintritt. Die Veröffentlichung hat in der Kölner Bürgerschaft, besonders In den Kreisen der Gast- wirte große» Aussehen erregt. Reue Oiskontsenkung in Rew 8ork. Die Tlew-Zorkcr Bundcsreservebank ermähigle ihren Diskontsatz von fünf Prozent aus viereinhalb Prozent. Damit hat New Park seit den, 1. November den Diskantsatz zum zweitenmal' ermäßigt. Sicher ist das auch zur Bekämpfung der Attienbaisse geschehen, die in den Vereinigten Staaten eine Wirt- schaftskri-se herbeizuführen droht. Für Deutschland verbessern sich ober weiterhin die Anleihechancen. Schwenk, Lange und Konsorten. Alles kommunistische Ehrenmänner! Richtigstellung. In dem Leitartikel von Donnerstag morgen ist «in Satz ausgefallen. Es muß im vierten Absatz heißen:„In den Jahren 1324 bis 1323 sind in Berlin aufgekommen an H a u s zi n e- steuern 1 730 000 000 M. Für den Wohnungebau hat Verlin davon erhalten 605 000 000 M. Hätte die Stadt Berlin die gesamte Summe für den Wohnungsbau zur Verfügung, hätte die Sozial- -mokvatie die Wohnungsnot in Berlin größtenteils beseitigt. In den letzten Tagen vor der Wahl hat die Verl« um- dungshetze der Kommunisten gegen die Sozialdemokratie eine solche Uebersteigerung erfahren, daß es einfach materiell unmöglich ist, jede einzelne Lüge zu widerlegen und jede Be- schimpfung zurückzuweisen, die namentlich in den beiden kam- munistischen Blättern gegen unsere Partei geschleudert werden. Am Donnerstag nachmittag ist auch die legt« Sitzung der bisherigen Stadtverordnetenversammlung oufgeflogen. nachdem nicht nur der jugendliche Provokateur der kommunistischen Fraktion Fritz Lange im Aeltestenausschuß sich geweigert hatte, seine Be- schimpfungen der Sozialdemokraten zurückzunehn>en, sondern obendrein noch der Vorsitzende dieser Fraktion, Herr Paul Schwenk, die Dreistigkeit besessen lzatte, im Laufe der öffentlichen Sitzung kaltblütig zu erklären, daß sich die gesamte kommunistische Fraktion die Kennzeichnung der sozialdemokratischen Stadtverordneten als„Narren oder Betrüger" zu eigen mache. Ausgerechnet Herr Paul Schwenk! Woher nimmt denn dieser Mann die Ouatisikation, um über andere Menschen ein moralisches Urteil zu fällen? Etwa aus der Tatsache, daß ihm seine Fraktionsfreunde im Landtag zum Vor» sitzenden des Untersuchungsausschusses in Sachen Sklarek bestimmt haben? Nun, da Pollen wir einmal deutlich werden und nachweisen, daß Herr Schwenk der letzte ist. der überhaupt das Recht hatte, einem Sklarek-Untersuchungsausschuß als Mitglied— geschweige denn als Vorsitzender— anzugehören. Es ist schon in diesem Ausschuß zur Sprache gekommen, daß Herr Schwenk, als Mitglied des Kreditaueschusses der Berliner Stadtbank, nicht nur der Gewährung von Krediten in Höhe von 6 Millionen an die Gebrüder Sklarek, sondern auch ihrer E r- höhung von 7 auf 10 Millionen vorbehaltlos zu- gestimmt hat. In der Schreibweise der kommunistischen Presse würde allein diese Tatsache genügen, um ihn als„bestochenen Lumpen" kennzeichnen zu lassen. Wir für unseren Teil lehnen es freilich ab, ihn nur wegen der Mitwirkung an diesem bedauerlichen und fehlerhaften Beschluß zu infamieren, möchten jedoch feststellen. daß es unter diesen Umständen eine Dreistigkeit von ihm war, den Vorsitz im Sklarek-Ausschuß des Landtages überhaupt anzu- nehmen. Als.Fachmann" in Kreditsragen der Berliner Stadtbank ist Herr Paul Schwenk zweifellos anzusprechen, denn er hat sich nicht gescheut, einen Kredit der Berliner Stadtbank für seine orpersönlichen Zwecke in Anspruch zu nehmen. Als sich nämlich der Herr Landtagsabgeovdnete Paul Schwenk das Häuschen baute, das er gemeinsam mit einer kommunistischen Reichstagsabgeordneten in Berlin-Blantenburg, Harz- burger Str. 8, bewohnt, wandte«r sich an die zuständige M>- teilung der Berliner Stadtbank um einen Hypothekenkredit. Sein Wunsch wunde um so mehr«rsüllt, als er in seiner Eigenschaft als Mitglied des überwachenden Kreditausschusses eine Persönlichkeit war. dem die Herren der Stadtbank eine Gefälligkeit schwerlich verweigem zu können glaubten. Dieser Tatbestand wäre allein hinreichend, um die Laxheit des Gewissens des Herrn Schwenk zu kennzeichnen, wenn er sein öffentliches Mandat für seine persönlichen Interessen in Anspruch nimmt. Aber ea kommt noch besser! In dem vorliegenden Fall war der beanspruchte Kredit» absolut statutenwidrig — und der kommunistische Führer war sich darüber nicht im Zweifel. Venn das betreffende Grundstück log an einer un- regulierten Straße und hypothetenkredite dürfen in solchen Fällen nicht gegeben werden. Herr Schwenk wußte da» ganz genau, denn er hatte in Dutzenden von Fällen selbst dazu belgetragen, derartig« hypolhekeukredite abschlägig zu bescheiden. Dennoch setzte er es durch, daß in seinem Fall der stotuten- widrige Kredit bewilligt wurde. Herr Schwenk war klug genug, an der Abstimmuirg über sein Kreditvorhaben n i ch t t e i l z u n e h m« n. sondern richtete es so ein, daß er erst z e h N M i nu t e n danach auf der Bildfläche im Kreditausschuß erschien. Und dieser Mensch besitzt jetzt die eiserne Stirn, nicht nur im Landtag als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses in Sachen Sklarek zu fungieren, sondern er erdreistet sich, die Flegeleien seines Parteifreundes Fritz Lange gegen makellose sozialdemokratische Führer zu wiederholen. Dieser Fritz Lange ist allerdings würdig, eine Soiidaritäiserklärung aus dem Munde von Paul Schwenk zu erhalten. Vielleicht entsinnen sich die Ber» liner Arbeiter noch der unwidersprochen gebliebenen Feststellung über das Berhalten des Stadtverordneten Fritz Lange in den kritischen Maitagen 1323? Wo war Herr Lange damals? Kämpfte er in der vordersten Reihe jener Menschen, die die Kommunistische Partei nach den Baugruben d.'s Alexanderplatzez oder In die ge- setzlich verbotene Bannmeile dirigieren wollte, in der Hoffnung auf blutige Zusammenstöße mit der Polizei? War er bei den„Helden- hosten Barrikadenkämpfern" a n Wedding oder in Neukölln? A ch, woher denn! Herr Fritz Lange halte sich vorsichtshalber ausgerechnet am 30. April zu einer Vergnügungsreise nach den Rladeira-Znseln eingeschlsfi. Darf man fragen, woher der„proletarische" Volksschullehrer die Mittel zu dieser mehrwöchigen Seereise an Bord eines Luxus- Kämpfers genommen hat? Diese Frage ist um so angebrachter, als man in den eigenen Parteitreisen des Herrn Lange munkelt» daß er dem trüben Komplex Willi Leow-Rotfrontkass« gar nicht fernsteht. Oer Kronzeuge aus Dalldorf. Die„Welt am Abend" hat in großer Aufmachung eine„Cnt- hüllung" veröffentlicht, die vor allem den Zweck hatte, den Namen des Reichsinncnministers Severins in den Sklaret-Komplex hin- einzuziehen. Eine kategorische Berichtigung Severings, die die Un- Wahrheit aller von diesem Blatt ausgestellten Behauptungen fest- stellt, wird frech von der„Welt am Abend" angezweifelt� Wir sind in der Lage, das Zustandekommen dieser„Enthüllung" der Oeffentlichkeit enthüllen zu können. Der Gewährsmann der „Welt am Abend" ist ein Irrer, ein Schneider, der in der Irrenanstalt Wittenau interniert ist. Ein kommunistifcherReichstagsabgeordneterhat diesen Mann besucht und hat sich von ihm dies„Material" vortragen lasien. Uns— und übrigens auch dem Genossen Severing— war die Absicht dieser„Enthüllungen" eines Geisteskranken seit vier Wochen ebenso bekannt, wie der Besuch des kommunistischen Reichstagsabgeordneten in der Irrenanstalt" Wittenau. Wir hatten allerdings angenommen, daß sich die Kommunisten doch schämen würden, Erzählungen eines Verrückten zu ver- werten. Wir haben uns getäuscht. Kommunssten kennen kein Schamgefühl. Sie haben diese neuest« Sudelei wochenlang aufs Eis ge- legt, um damit vier Tage vor der Wahl herauszukommen, in der Hoffnung, daß man vor dem 17. November ihre Quelle nicht auf« decken würde. Eine feine Gesellschaft. Das sind die„Enthüllungen", mit denen das gewissenlose kvni- munistische Gesindel die Verleumdung shetz« gegen die Sozialdemo- kratic betreibt! Eine kommunistische Lüge. Zurückweisung einer gegen Reichsminister Severing gerichteten Verdächtigung. Das Berliner Abendblatt„Die Welt am Wend" brachte in ihrer Nr. 266 vom 13. November d. I. an der Spitze ihres Blattes einen Artikel, überschrieben:„Für die SPD. geopfert", in dem be- houptet wurde, daß ein Zwischenmeister der Firma Sklarek, der Reichsbannerkleidung hergestellt haben will, wegen der schlechten, verlustbringenden Bezahlung sich an mehrer« Mitglieder der s o- zioldemotratischen Reichstogsfraktion, vor ollem an den Reichsminister des Innern, Severing, be» schwerdeführend gewandt haben soll. In dem Artikel wird weiter behauptet, daß Reichsmimster Severing dem Beschwerdeführer dringend abgeraten habe, einen Prozeß gegen die Firma Sklarek zu führen, da es nicht gut aussehe, wenn ein Sozialdemokrat den anderen verklage und durch einen solchen Prozeß den Rotfront- kämpfern Agitationsmaterial gebe. Die„Welt am Abend" knüpft an die Wiedergabe dieser Behauptung den Schluß, daß der Reichs- nnnister Severing auf diesem Umwege zu einem Helfer der Ko» ruptionisten Sklarek geworden sei. Der Reichsminister des Innern hat daraufhin der Redaktion der„Welt am Abend' eine Berichtigung übermittelt, in welcher die Angaben des Blattes in jedem Punkte als un- wahr festgestellt werden. Reichsminister Severing erklärt, daß ihm die ganze, in der„Welt am Abend" ausgesprochene An- gelegenheit vollkommen unbekannt ist. Das Dokument von Baden-Baden Die Aufgaben der Welibank. Das vom Organisationskomitee in Baden-Baden vorgestern ebenfalls angenommene und unterzeichnete Statut der Bank für internationalen Zahlungsausgleich ist veröffentlicht. Bei den Be- sclstüssen des Organisationskomitees handelt es sich um ein« Aus- führung der Boung-Plan-Bestimmungen, die der zweiten Haager Reparationskonferenz vorgelegt werden wird, damit die beteiligten Regierungen über die Annohme eventuell aber auch übe? die Abänderung des Statuts beschließen. Daß an dem Statut sehr viel abgeändert werden wird, ist nach den bisherigen Erfahrungen unwahrscheinlich. So wird es sich bei den Bestimmungen des Statuts sehr weitgehend um endgültige Fest- legungen handeln, und das gibt den Befchlüsien von Baden- Baden eine besondere Bedeutung. Schon jetzt verlautet, daß der englische Schatzkanzler Snowden die sür die englische Regierung an- gemeldeten Abänderungsvorschläge im Haag nicht einbringen wird. Das Statut enthält 60 Artikel in acht Abschnitten(Name, Sitz und Zweck, Stammkapital, Befugnisse der Bank, Verwaltung, General- Versammlung, Gewinnverteilung, Allgemeines). Der Name ist..Dank für internationalen Zahlung» ausgleicht. der Sitz ist Basel, der Zweck wird in Artikel 3 folgendermaßen um- schrieben:„Zweck der Bank ist: die Zusammenarbeit der Zentralbankenzu fördern, neue Möglichkesten für«nternatw nale Finanzgeschäfte zu schaffen und al, Treuhänder(Truste«) ote'' Agent bei den ihr auf Grund von Verträgen bei den beteiligten Pai teien übertragenen internationalen Zahlungsgeschästen zu wirken." � Die dritte Ausgabe betrifft die eigentlich« Funktion für die Durch- sührung des Young-Plans. Di« Bank soll nach Artikel 4 während der Dauer des Sachverständigenplans(Poung-Plan) die ihr im Plan übertragenen Ausführungen durchsühren, die Durchführung des Planes erleichtern und die Bestimmungen de» Planes einhalten. Die besondere Reparationsfunktion ist mit folgenden Worten umschrieben: Die Bank hat I. die von Deutschland auf Grund des Planes gezahlten An- n u i t ä t e n in Empfang zu nehmen, zu verwalten und zu verteilen. 2. die Kommerzialisierung und Mobilisierung be- stimmter Teile der genannten Annusiäten zu überwachen und dabei mitzuhelfen, 3. alle Aufgaben zu übernehmen, die mit den deutschen Repa- iniionen und den damit verbundenen internationalen Zahlungen im Zusammenhang stehen und zwischen der Bank und den beteiligten Regierungen vereinbart werden." 500 Millionen Franken Stammkapital.— Die Zeichner. Das Kapital der Bank ist auf 500 Millionen Schweizer Franken festgesetzt, in insgesamt 200 000 Aktien zu je 2500 Franken. Sieben Länder, davon sür Belgien, England, Frankreich, Deutschland. Italien jeweils die Zentralbanken, für Japan und die Vereinigten Staaten noch zu benennende Stellen, garantieren das gesamte Kapital und übernehmen ihrerseits davon 112 000 Aktien zu gleichen Teilen (gleich 56 Proz. des Kapitals im Werte von 280 Millionen Franken). Auf Deutschland kommen Infolgedessen 16000 Aktien oder 40 Millionen Franken. Einzuzahlen sind zunächst 25 Proz. Der Restbetrag von 220 Millionen Franken soll in den erste« bcibett Iahren der Banktät�gkert durch den Verwaltungs- rat untergebracht iverden, und zwar bei den Zentralbanten und sonstigen Banken solcher Länder, die an der ursprünglichen Zeichnung nicht beteiligt sind. An jedes dieser Länder dürfen nicht mehr als 8000 Aktien— 20 Millionen Franken— vergeben werden. Kapita lerhöhungen(nur mit gleichzeitiger Aenderung des noch nicht veröffentlichten Grundgesetzes möglich) brauchen Zwei- drittelmehrheit des Verwaltungsrates und Zweidrittelmehrheit der Generalversammlung: die sieben Gründuvgsländer dürsen von vorn« herein mindestens 2ä Proz. neuer Aktien zu gleichen Teilen zeichnen. Di« Aktien sind Namensaktien, grundsätzlich nicht Übertrag. bar. bei dennoch erfolgender Uebertragung ist diese nur mit Ge- nehmigung der betreffenden Zentralbank möglich. Das Stimm» recht wird ausschließlich durch die Zentralbanken der Aktionärsländer ausgeübt, und zwar nach Höhe des Aktien« besitzes.- Diese Frage ist wichtig wegen des Artikels 16. der die Weitergabe der Aktien an das Publikum durch die zeich» »enden Institute(eventuell auch durch Zertifikate) erlaubt. Ob auch die deutsche Reichsregierüng in Deutschland zum Publikum gehört, wäre zu klären, jedenfalls könnte auch die Reichsregierung nur durch den Reichsbankpräsidenten vertreten werden. Abschnitt 3 spricht von den Befugnisse« der Bank. In diesem Abschnitt ist von den Pflichten der Bank nach dem Voung.Plan nicht mehr die Rede, sondern nur von den kauf» männischen Befugnissen für das eigene Geschäft. Formal wird be. stimmt, daß die Geschäfte der Bank mit der Politik der Zentralbanten der betelligten Länder übereinstimmen muß. Dem entspricht«in Einspruchsrecht jeder Zentralbank des Landes, in dessen Währung oder Markt von der Bank Finanzgeschäft« durch. geführt werden sollen. Alle Finanzgeschäft« der Bank sind auf Länder beschränkt, die eine Gold- oder Goldkernwährung haben. Im besonderen ist die Bank befugt zu Goldan- und-Verkäufen und zur Goldverwahrung für Rechnung der Zentralbonken, zur Gewäh« rung von gedeckten Darlehen an Zentralbanken, zum Diskont und Rediskont. Kauf und Derkauf von Wechseln und Schecks ein« schließlich Staatsschatzwechseln und kurzfristiger Staatsschuldverschreibungen, zum Devisenhandel für eigene oder Aktionärsrechnung, zum Kauf von Wertpapieren unter Ausschluß von Aktien und endlich auch zur Annahme von Einlagen von Zentralbanken und, nach Ermessen des Der» waltungsrates, auch von anderen Stellen. Dazu kommen Einlagen. die sich aus der Abwicklung de» Doung.Planes ergeben. Verboten ist der Bank die Ausgabe von Noten, das Akzept von Wechseln, die Gewährung von Darlehen an Regierungen, die Kontokorrentführung für Regierungen, die beherrschende Einfluß- nahm« auf andere Unternehmungen. Abschnitt 4 enthält die sehr wichtigen Bestimmungen für den Verwallungsral. Der Verwaltungsrat besteht ausinsgesamtsiebzehnund für die Dauer deutscher Reparationszahlungen aus neunzehn Mitgliedern: 1. Aus sieben sogenannten„exottido'-Mitgliedern, das sind die Notenbankpräsidenten bzw. entsprechenden Beauftragten der sieben Gründungsländer, die aus eigenem Ermessen und für beliebig« von ihnen zu bestimmende Zeit Ersatzmänner und Stellvertreter benennen und abberufen können. 2. Aus sieben Vertretern der Finanz, der Industrie oder des Handels, die wiederum nur von den sieben exolkicio-Mtglsedern aus ihren Ländern berufen werden. Solange Deutschland Repa« rationsonnustäten zahlt, treten j« ein Franzose und«in Deutscher. die wiederum Industrie und Handel vertreten müssen, hinzu, und wiederum sind sie von den Präsidenten der deutschen und franzö- fischen Notenbank zu ernennen.(Demnach besteht ein Einfluß der Regierung, in Deutschland des Reiches, auf die Stellung dieser vier- zehn bzw. sechzehn Vertreter überhaupt nicht.) 3. können höchstens neun Personen vom Verwaltungsrat aus den Nichtgründungsländern in einjährigem Turnus zu je drei Personen dem Verwaltungsrat angehören, so daß die Gesamtzahl der Mit- glieder höchstens siebzehn bzw. neunzehn beträgt. Artikel 31 schließt ausfcrücklich Mitglieder einer Regierung. Staatsbeamte oder Mitglieder einer gesetzgebenden Körperschaft von der Mitgliedschaft im verwaltungsral aus. Die Sitzungen des Verwaltungsrates finden in Basel und wenigstens zehnmal im Jahr« statt, wobei Entschließungen. falls nicht anders bestimmt, mit einfacher Mehrheit gefaßt iverden und den Mitgliedern außer der Erstattung der Ausgaben Diäten für die Teilnahme an der Sitzung zustehen. Der au» der Mitte des Rates zu wählende Vorfitzend« sst P r ä f i d« n t der Bank, bleibt drei Jahre im Amt, ist wieder wählbar und wird durch«inen Generaldirektor unterstützt, der auf Vorschlag de» Präsidenten vom Verwaltungsrat bestimmt wird. Beratend« Ausschüsse können«in- gesetzt werden, an denen auch nicht an der Leitung beteiligt« Personen teilnehmen. Die Generalversammlung findet in Basel statt, das Ge- schäftsjahr läuft von April zu April, das erst« bis zum 31. März 1031, neben dem Jahresbericht werden Monatsausweis« ver- äffcntlicht. Die sehr wichtigen Vorschrifiea über die Gewinnverleiluag durch die nach dem Poung-Plan auch für die 22 letzten Reparation»- jähr« zu sorgen ist, lassen sich am besten an einem Beisptel de« monstrieren. Nimmt man an, daß 100 Millionen Franken Rein» gewinn erzielt würden, so gehen von diesen 100 Millionen zunächst S Proz., also S Millionen Franken an den Reservefonds, bis dieferlO Proz. des Kopitals erreicht. Von den verbleibenden 05 M'l- iionen ist eine kommulatioe Dividend« von S Proz. auf das Grundkapital ouszuscbütten. Nimmt man ein eingezahltes Kapital van 300 Millionen Franken an. so entspricht das 18 Millionen Franken, so daß noch über 77 Millionen Franken zu verfügen wäre. Von dem verbleibenden Rest— in unserem Beispiel diesen 77 Mil- lionen— ist wieder ein Fünftel an die Aktionäre zu verteilen(Höchstdividende 12 Proz.), was m unserem Beispiel eine? Summe von 15,4 Millionen Franken entspräche. Von dem neue» Rest— in unserem Beispiel 61.6 Millionen— gehen wieder 50 Proz. i-n einen zu bildenden allgemeinen Reservefonds der Bank, und zwar so lange, bis die Höh« des eingezahlten Kapitals und eventuell das Fünfsach« dieses Kapitals erreicht wird, wobei nur die Prozentsätze der Zuteilung von 40 bis auf 5 Proz. sinken. Dieser dann verbleibende Rest— in unserem Beispiel 30.8 Millio- nen— wird, solange der Plan in Kraft ist. mit 75 Proz. den an den Reparationen einschließlich Deutschland beteiligten Ländern in dem Umfang zugeteilt, in welchem dies« Länder oder Notenbanken bei' der Baster Bank Einlagen unterhalten. Mit 25 Proz. endlich— in unserem Beispiel 7.7 Mistipnen Franken— wird ein Sonderfonds zugunsten der beut, Ichen Reparationsleistung gegründet, au, dem unter An« rechnunz von Zins und Zinseszins in den letzten 22 Iahren des Boung- Plans die Annultätenzahlungen zu unterstützen sein werden. Die Speisung diese» Sonderfonds ist dabei an die Bedingung geknüpft, daß Deutschland wenig st«n» «»»» verzinslich« Einläse von 400 MjUione» Blickt nach Moskau! So wfi die„Rote Kahne�. Dort wohnt, so sagt die««Rote Fahne", der Arbeiter ideal, nämlich nach sowietamtlicher Statistik: 5,2 qm Wohnraum auf die Person, drei bis zehn Parteien auf jede Küche, 92 Prozent der Bevölkerung kein eigenes Zimmer, davon fünf Prozent zu mehr als fünf in einem Zimmer! Lampel weiter schwer belastet. Wer hat den tödlichen Schuß abgegeben? Breslau, 14. November. 3a der Strafsache gegen Camp ei und Genossen wurden gestern nachmittag die Angeschuldigten Campel. Schwenln- gar und v. Beulwitz dem hauplbelastungszeugen sowie einem vierten Angeschuldigten, gegen den das Verfahren voraussichtlich eingestellt werden wird, erneut gegenübergestellt. Die Angeschuldigten erklärten übereinstimmend, daß v. Beulwitz den �chnß gegen Köhler abgegeben habe, andererseils gaben aber auch Campet und Schwevlnger zu. daß sie g e m e i u s a m m i t v. V e u l- witz gehandelt haben. Der Hauptbelaslungszeuge blieb dabei, daß Campel den Schuß abgegeben hat. Der vierte Angeschuldigte blieb bei seiner früheren Behauptung. daß Campel ihm seinerzeit erklärt habe, er habe de« Schuß gegen Köhler abgegeben. Es wird eine erneute Gegenüberstellung am Talort erfolgen müssen. Z« einer schriftlichen Eingab« hat Campel erklärt, daß er eine Haftentlassung gegen Kaution ablehne, wenn nicht auch die übrigen Angeschuldigten entlassen würden;»venu aber die von seinen Freunden gestellte Kaution für eine hafienllassuog nicht ausrelcheo sollte, dann wünsche er. sie solle dem zugute kommen, der am meisten durch die hast leide. Bei einem bewußten Zusammenwirken der Beteiligten ist die Frage, wer den tödlichen Schuß abfeuerte, suristisch nicht unbedingt für die Frage der Mittäterschaft entscheidend. Die Auffindung der Leiche Köhlers bestätigt.- Breslau. 14. November. Wie die Telegraphen-Union von unterrichteter Stelle erfährt, be> jtätigt sich, daß die Leiche des im Jahre 1921 der Feme des Freikorps Oberland zum Opfer gefallenen Köhler aliaz v. Lanken auf der Wackerauer Flur ausgefunden worden ist. Daraus erklärt sich auch, daß die weitere Verfolgung der Strafsach« dem Landgericht Neiße überwiesen worden ist, da Wackerau in Oberschlesien liegt. Reichsmart bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich unterhält.. Wird diese Einlage nicht unterhalten, so worden die 25 Proz. voll den 75 Proz. zugeschlagen und unter all« Reparationsländer einschließlich Deutsch- land verteilt: beträgt die Einlage weniger als 400 Millionen Mark, so wird der Sonderfonds in entsprechend geringerem Umfange gespeist. Di« allgemeinen Bestimmungen sprechen aus, daß die Auflösung der Bant nur mit Dreiviertelmehrheit der General- Versammlung erfolgen kann; daß sie während der Dauer des Poung- Planes ausgeschlossen, und daß Streitigkeiten durch Schiedsgerichte geordnet werden müssen. * In allem wesentkichen sst das hier umrissene Statut der inter- nationalen Zahlungsbank die Ausführung der bereits im Doung- Plan vorgesehenen Richtlinien durch das Organisationskomitee. Wesentlich neu ist, daß die Bank für internationalen Zahlungs- ausgleich als Dauereinrichtung auch über den I o u n g- Plan hinaus gedacht ist, und daß sie als B a n k d e r Z e n t r a l- danken Funktionen übernimmt, deren Durchführung innerhalb der Weltwirtschaft und der Weltfinanz«inen großen Fortschritt bedeutet. Das Statut selbst gewährt den Notenbankpräsidenten außerordentlich große Ma chtv ol l k o m m e nh e itr n, und in der Auswahl der Verwaltungsratsmitglieder kommt deutlich «in plutokratischer Zug zum Ausdruck— die Regierungen sind zu- dem vollständig von jeder Deemflussung ausgeschlossen. Das muß d!« Auswahl der Notenbankpräsidenten in der Zu- tunst zu einer ganz besonders ernsten Sorge der Regierungen machen., Wie erwartet werden konnte— unser Beispiel von 100 Mil- lionen Franken Reingewinn ist unwahrscheinlich günstig— kommt für die Speisung des Reparationsfonds recht werng heraus, nachdem die Dividend« mit 12 Proz. sehr hoch gerechnet ist, und so riesenhafte Reserven für die Bank für notwendig gehalten werden. Allerdings ist die Sorg« für die letzten 22 Jahre des Doung-Planes ein« Sorge, die weit in der Zukunft liegt. Bis dahin kann sich noch manches ändern. Anfrage über die Ltguidaitonen. Grahams ausweichende Sinkwort. Condoa, 14 November. Im Unterhaus stellte Maepherson an den Präsidenten des Handelsamte» die Anfrage, ob er die G« s a m t s u m m e angeben könne, die bi» heut« durch die noch Maßgabe des Artikel 22 und Artikel 297 de» Vertrages von Versailles erfolgte Liquidierung de» deutschen Privateigentums erzielt worden sei, wieviel von dieser Summ« zur Befriedigung privater britischer Forderungen an Deutschland oder an deutsche Bürger verwendet worden sei, ob er die Schätzung, daß noch Forderungen In Höhe von drei Mil« lionen Pfund Sterling ausstehen, die das Clearing Office zu befriedigen habe, für richtig halte, und. falls er sie nicht für richtig halt«, auf wie hoch sich nach des Präsidenten Ansicht die Summe der noch nicht befriedigenden Forderungen belaufe. Der Präsident des Handelsamtes Graham erwiderte, daß die Summe der Einnahmen, die durch die Liquidierung des deutschen Privateigentums bis zum 31. August 1929, an dem die Liquidation im Hinblick auf die schwebenden Verhandlungen mit der deutschen Regierung eingestellt wurde, und nach Abzug der Reserven, die für gewiss« Freigabezahlungen bereitgestellt wurden. 55 750 000 Pfund Sterling zur Begleichung britischer Forderungen an die deutsche Regierung oder deutsche Bürger verwendet worden sind. Di: Schätzung, daß zur Befriedigung der Forderungen, die m ö g l i ch e r- weise noch berücksichtigt werden müßten, der Betrag von drei Mil- lionen Pfund Sterling erforderlich sei, könne vorläufig als zutreffend bezeichnet werden, doch sei zu bedenken, daß die tassächliche Höhe der Verbindlichkeiten von den Entscheidungen der gemischten S ch i e d s- g e r i ch t e abhänge, die sich natürlich nicht voraussehen ließen. Konservative Obstruktion gegen Witwenpenfionen. Condon, 14. November.(Eigenbericht.) Das Unterhaus, das von Dienstag nachmittag drei Uhr bi« Mittwoch morgen acht Uhr in ununterbrochener 17stündigec Sitzung das Witwenpsnsionsgesetz In zweiter Lesuuz- debattiert hat. ohne auch nur Im geringsten vom Fleck gekommen zu sein, nahm am Donnerstag seine Beratungen über den Regierung?« entwurf wieder aus. Obwohl die Opposition der Regierung gegenüber die Zusage gemacht hatte, die Dienstagnacht geführte O b st r u t t i o n fallen zu lassen, war auch während der ersten Stunden der heutigen Verhandlungen der Forsschritt überaus longsam. Die konser- oat'ive Partei hatte aus reinem Propagandabedürfnis einen Antrag «ingebracht, der eine Debatte aller bereits bis zur Erschöpfung auf- geworfenen Fragen nötig machte. Weiiere Zuspitzung in Belgien. Krise fast onvenneidlich. Brüssel. 14. November.(Eigenbericht.) Der belgische Mini st errat besaßt« sich am Donnerstag mit der S p r a ch e n f r a g e, ohne daß eine Klärung der Situatton eingetreten wäre. Eine Regierungskrise wird jetzt als fast u n- vermeidlich betrachtet. Das'ZNilqlied der schweizerischen Regierung. Bundesrot Scheurer, Chef des eidgenössischen Militärdepartements, Ist heute vormittag unerwartet an den Folgen einer Halsoperation im Alter von esst 57 Jahren gestorben, dadurch ist ein zwetter Sitz in der sieben Mitglieder zählenden Schweizer Regierung frei geworden. Die Reichsstimmordnung und da?„Reichsgeietz über den Volksentscheid' haben sich bei ihrer praktischen Anwendung namentlich anläßlich der letzten Abstimmungen als außerordentlich abänderungsbedürftig erwiesen. Im Reichsministerium des Innern wird deshalb zurzeit an einer Novelle gearbeitet, die allen bestehenden M ängela abhelfen soll. Das Vraunkohlengeld. MNion-ReptilienfonSs der mitteldeutschen Braunfohlenindustrie gegen die Gewerkschaften. Kürzlich ging die aussehenerrcgende Mitteilung durch die Presie: das Df'cl&ifchc Braunkahtensyndikat in Berlin Hab« im Jahre etwa 360 000 Mark zur Bekämpfung der Zlrbeitcrbewe- g u n g gegeben. Das Syndikat hat nicht gewogt, dieser Behauptung zu widersprechen. Es st i mm t also. Trotz der enormen Höhe der Suvmne ist das ober nur ein winziger Bruchteil der wirklich von der gc- samten mitteldeutschen Braunkohlemndustrie verschleuderten Kor- ruptionsgelder. Die Braunkohlenindustric bombardiert die zuständigen Regierungsstellen unter chinweis aus die„angeblich unrentierliche" Wirtschastslage dauernd mit Preiscrhöhungs- antrügen. Es ist daher sehr dienlich, in voller Oefsentlichkeit ein- mal sestzunageln, welche geradezu enormen Gelder diese„arme In- dustrie" zur Propaganda, sür die völkische Werksgesinnunz osfen und versteckt verpulvert. Was sich, trotz ihrer von sich selbst behaupteten Armut, die Grast- konzerne in bezug aus die Bekämpsung hauptsächlich der Gewerk- schasten alles leisten können, ist nicht mehr zu überbieten. Die Gelder werden natürlich verschiedenartig verwendet. Verwendet werden sie aber ausschließlich zur Bevorzugung der „Werkssriedlichen", also der Gelben und Slahlhelmer. Zunächst ist es die Form der Prämien, die in der Regel nur den Mitgliedern der Werks- und Knappcnoereine in erhöhtem Maße und völlig willkürlich zugesprochen wird. Eine besondere Rolle spielt die geistige Kost. Eine Flut gelber Werkszeitungen. die völlig unentgeltlich verbreitet werden, ergießt sich über die Heleg- fchasten. Gespart wird dabei nicht, die seichte Kost ist auf desto besseres Papier gedruckt. Die Mitarbeiter sind nicht billig. Um im Zeitalter der Technik und des Verkehrs die„Auserlesenen" in den Genuß des „Weitblicks in bestimmten Grenzen" gelangen zu lasten, werden Werksreisen unter„sachkundiger" Führung veranstaltet. Rur wer sich besonders gut bewährt hat, das heißt, wessen Gesinnung „erprobt" ist, kommt mit. Um der Oefsentlichkeit zu zeigen, daß man da ist und auch wäcf/st, werden jährlich in den verschiedensten Revieren die wegen des Fnübiers so beliebten „Treudcutschen Knappenfeste" veranstaltet. Hierzu kommen die ganz Großen, Leopold, Rade- macher u. a., steigen herab zum gemeine» Kohlenvolke und pre- digen Frieden. Weil an solchen Tagen aus begreiflich begeisterter Stimmung die Kumpels alles glauben, lasten es sich die Konzerne an diesen Tagen etwas kosten. Unzählige Lastautos und Werkskapellen werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch hier Gelder im Uebcrfluß. Ein besonderes Kapitel bilden die „Gegenmarxistischen Schulungskurse". In engster Verbindung mit dem„Dinta" sollen in zum Teil wochenlangcn Kursen„hoffnungsvolle Anwärter" zu Funktionären aber die aufgewandten Gelder sind ganz enorm. Der Lohn wird weiter bezahlt, außerdem Spesen und Beköstigung. Roch enormer sind die Kosten sür die Lehrer, von denen nur einig« genannt seien: Barts, Dr. Stadler, Dr. Theiler, Leopold, Dr. Stüdders, Dr. Elpe, Korwm u. a. m. Alles deutschnational« Männer und Stahlhelmcr. Die Oberleitung liegt in den bewährten Händen des Braunkohlenindustrievereins Halle. Daneben wird von den als Syndizis bei den Arbeitgeberverband wirkenden, durchweg ehemals kaiserlichen Offizieren, aus Kosten der Braunkohl«, in den Belegschaften der S t a h l h e l m g e i st groß- gezogen. Luch der Sozsalpokitik wird gadacht. M assen von Sudek» s ch r i f t e n, deren Inhalt stch gegen die Sozialverstcherung, gegen die Knappschaft und deren Leitungen richtet, werden gleichfalls auf Werkskosten hergestellt und verbreitet. Zieht man ziffernmäßig die Kosten für die angesührten Post- iionen zusammen, dann steht fest, daß die mitteldeutsche Braun- kohlcmndustrie in den letzten Iahren ZNillioncnbeträge an Korruptionsgeldern" zur erfreulicherweise erfolglosen Bekämpfung der Gewerkschaften auf- gewendet hat. Man muß das gerade jetzt in Erinnerung bringen, wo die mittel- deutschen Bergbau-Industricarbeiter um eine menschenwürdige Ent- lohnung kämpfen. Die Braunkohlenindustrie hat sich selbst ihre Zahlungsfähigkeit für höhere Löhne bewiesen. Die zuständigen Regierungsstellen sollten. wo sich nur die Möglichkeit bietet, den Konzcrngewaltigen recht tief in die Büchergucken. Die Verbrecher von Moskau. Sie wollen den Bürgerkrieg in Oesterreich provozieren. Das.Organ der Rechtskommunisten„Gegen den Strom" schreibt unter der Ueberschrist„E r n zynisches Abenteuer" das Fol- gcnde über die verbrecherischen Pläne der Moskauer Drahtzieher in Oesterreich: „Che es zu spät ist, soll jeder Kommunist davon wissen und bemüht sein, es zu verhindern: die Komintern bereitet ein zynisches Abenteuer vor. Sie proklamiert in Oester- reich den bewaffneten Auf st and als unmittelbare Tagesaufgabe. In der ganzen International« gibt es wohl keine kommunistische Partei, die von den Arbeitermas je nihresLandes so voll- ständig isoliert ist wie die österreichische. Diese Partei schlägt i m luftleeren Raum um sich,. st« trifft darum immer wieder nur sich selbst. Di« Partei hat nach offiziellen Angaben n o ch e t w a 2 S 0 0 M i t g l i< d c r, vor zwei Iahren hatte sie 5000. In keinem einzigen Großbetrieb besitzt sie nennenswerten Einfluß, Tag für Tag brechen andere ihrre Organisationen und Betriebs- Zellen zusammen. In den vergangenen zwei Wochen fanden in Oesterreich Reichs- konferenzen sämtlicher Gewerkschaften statt(die österreichischen Genossenschaften haben dreiviertel Millionen Mitglieder), die von vielen taufenden Bctriebsoertretern beschickt waren. Auf keiner einzigen dieser Konserenzen ist ein Mitglied der KPOe. aufgetreten, unter taufenden Betriebsräten konnte die KPOe. nicht in Erscheinung treten: Das ist die Photographie ihres„Masscmtinflusses". Dieser im Zerfall begriffenen Partei steht eine Sozialdemokratie gegenüber, die mehr als 700 000 Mitglieder hat. Di« Persamm- lungcn die von der SPOe. in den letzte» Wochen veranstaltet wurden. waren überfüllt. Die KPOe. berief für den 3. November 1820 zwei Versammlungen iii zwei großen Wiener Arbciterbczirken ein, in der ein«» waren 21, in der anderen 50 Teilnehmer. Dies« Tatsachen— sie ließen sich ohne Ende sortsühren— mußten der Gelben gezüchtet werden. Es gelingt zwar nicht i» allen Fällen: j zunächst berichtet werden. Denn— es ist wahr, buchstäblich wahr!— dieser PKOe. hat die Komintern die Linie des bewaffneten Aufstandes als unmittelbare Tagesaufgabe gegeben! Einer Partei, die ein Drittel Prozent der organisierten Arbeiter ihres Landes erfaßt, die weniger als«in halbes Prozent der organi- fierten Arbeiter hinter sich hat! Einer Partei, die gerade im Zerfall begriffen ist! Einer Partei, die in hcn Gewerkschaften, in den Groß- betrieben, in den Massenorganisationen überhaupt keinen, nicht den geringsten Einfluß besitzt. Einer Partei, der«ine „A r b e! t e r m a s s e" zur Seite steht, d i e 4 0 0 bis 6 0 0(!) Mitglieder hat! Rein, es ist kein p a r o d i st i s ch e r Spaß, es ist blutiger, im wahrsten Sinne des Wortes blutigerErnst: diese Partei soll in den unmiitclbaren, bewaffneten Kampf um die Macht eintreten. In den letzten Wochen hat sich die Lage in Polen noch schärfer zugespitzt als in Oesterreich. In Polen ist der Faschismus zur direkten Aerjagung des Parlaments, des„Sejm", übergegangen. Ja Polen — an der Grenze der Sowjetunion, bei der Existenz einer trotz aller Krisen in den Massen zutiefst vorwurzelten KP. von Massen- charakter, bei der außerordentlichen Gefährlichkeit der national- revolutionären Massenbewegung für den Bestand des Landes usw.— hat die Komintern keine einzige der sür Oesterreich dekretierten „Aktionslosungen" ausgegeben. Weil in Oesterreich nicht viel zu verlieren ist, weil die KPOe. ein Trümmerhaufen ist, weil es eben dos kleine Oesterreich und nicht das bedeutungsvolle Polen ist, riskiert man gerade dort das zynische Abenteuer. hier wird ein zynisches Abenteuer, ein beispielloses Putsch- abenleuer versucht." (Gewerkschaftliches stehe 3. Beilage.) Z>«rantwortlicki Ii>r Politik: Kurt Scqkr: Wirtschaft: S. Nliagrlhöter: Elwcrkschailsbcwcgimg: 3. Steiner; tzcuilleton: R. S. Lischcr! Lokale» und Coiisklaoo: isriti Rarstadt: Anweisen: Th. Kloek«: sämtlich in Nerlin. Verum: Vorwäris-Lerlaa©. m. b. H., Berlin. Druck: Vormäris-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin EW. Sit. Lindenstraße i. Hierzu< Beilagen und«Unterhaltung und Welsen". WERTHEIM Leipziger Str.(Versand Abt) Königstraße Rosentbaler Str. Preise für Freilag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbeballen. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Frisches Fleisch Querrippe me. 0.80 Gulasch pm. 0.95 Rmdcrkamm u.'Brust ptund 0,90 Schmorfleisch mUKnÄ UOÄ 130 Roastkeef mit Knochen....... Plnnd 1,10 Frische Rinderzungen.. Pfand 1.20 Gehacktes 0.85 Liesen m 1.10 Kalbskamm u.'Brust... Pfund 0.86 Kalbsnierenbratcn...... Pfund 0.92 Kalbskeule x-n-». z-tei». di,??»<>.. md. i.io Kalbsschnitzel.......... prond 2.20 Schweinekamm b"?./*™" 125 Schwcineschinkcn mit vei„?e. pumd 1.30 Kaller mild gesrlzen........ Plund 1.32 PrtiRB Cefrlerfleisch Rinderkamm u.'Brust■. Pfand 0.80 Hammclvordcrflcisch... psu-d 0.86 Kammelrucken......... Pfund 0.95 Wurstwaren Blut- u. Lsiietwurs!»in. 0.70 Dampfwlirst Pfand 0.95 Fieischwurst piund 1.15 SiÜZWUrSt.Pfund 115 Wien. WürsichenPfd. 1.20 Hausm.Leberwurst 1,25 Mettwurst tor. Am. 1.45 iagdwurst.. Piund 1.45 Filet- u.Schinkenw. 1.65 TCSWUrst.. Pfund 1.80 Feine Leberwurst I SO Zervelat u. Salami 1.80 Speck KN 1.35 mijcr 1.60 Schinkenspeck>-«. 1.95 Nußschinken 2.10 XöRigjtr. ZoHülliabr II" niariliiil.- LandloberwurstPf<).0.95 Knoblauchwurst pw 1.15 Polnische Warst"id 1.45 Biarwarsi.-> lu.id 1.43 Räucherwaren Fettbückünge 0.38 0.45 Sprotten■• Kisichen 0.58 BQcklingefeae&iv.ptLO.SS Rotbars I.SfUcken.Pfd. 0.65 Fieckheringe Pfand 0 65 Seelachs»«la-e.pie. 0.63 Lachs In Sltlck., Pfd. 1.48 an Räucheraale Band 0 28»» Spickaale« 2,65 an Obst u. Eß-« Kochäpfei Pfd. 0.10 Tafeläpfel.. Pfand 0.18 Boskop-Renetten 0.20 Tirol.Edelrot2pfd. 0.35 Kochbirnen r. 2 pfd 0.25 Eßbirnen.. 2pfd. 0.25 Graubirnen r-hon. 0.18 Mandarinen Pfund 0.45 Treibhauswein pw 0.88 Moritzplatz Gemüse Möhren.»-v,«»i«n 0.05 Weißkohl dSn., Pfund 0.05 Rotkohl Ho-st.. Pfd. 0.07 Wirsingkohl 0.07 Sellerie Pft>*d 0.12 0.20 Zwiebeln 3 Pfund 0.20 BlumenkohlKopfv.Q.sSon Rosenkohl..Pfand 0.30 Schwarzwurzeln 0.30 Käse Camembert vonreti 0.22 Limburger»«,. 0.56 1.05 Steinbuscher 0.68 1.05 Edamer Pfund 0.72 1.05 Holländer Pfd. 0.72 1.05 Tilslter Art. ohne Kind?, Pfd. Ü./D Fette Margarine.■ Pfund O.50r Kokosfett i Pf<ä.-Ta(«i0.50 Schweineschmalz 0.70 Konserven 'h Dose Jg. Erbsen'/«v. 0.42 0.70 Kaiserschoten... 1.65 Leipziger Allerlei 0 90 Gem. Gemüse mitieifein|.(5 Orecii-u.ScIiHiltbobnsnl 0.75 Bruchspargel miitei 2,75 Bruchspargel uira 2.95 Stg.-Spargel min«, 2.90 Stg.-Spargel iMr>t»k3.00 'Ii Dose Spinat........ 0.58 Kohlrabi>. saMfc, ms cn» 065 Sellerie in Scheiben 1.00 Senlgurken z'/rKuo 1.75 Pflaumen m» stein 0.82 Pflaumen ernne siem 0.80 Stachelbeeren■.. 0.95 Mirabellen...... I.OC Pfirsiche iallforr, ische 1.45 Konfitüre Eimer Pflaumen 0.92 Orange I.IO Aprikosen 1.15 Kirschen 1.25 Ananas, Erdbeer 1.45 Vierfrucht-Marmelade............... 0.82 Bienonfconig..... i k?-oifa 2.25 i- Pfund- on»|.|5 Hehensmiitel Brie voUfeK..pfond 0.92 Tilsiter �nk.. Pfund 0.98 Münster vomeit. ptund I.IO Emmentha!er Art.._ ohne Rinde, Pid. Schweizer<»„..?» 0.92 bayr.. vollf, Pfd.*|.25«n MolkereibutterPfund 1.80 Tafelbutter pm 1.90 2.04 Dänische Butter pfd. 2.18 Kolonialware n Bruch-Reis muuraii 0.20 Moulmein-Reis Pfd. 0.30 Viktoria-Erbsen 0.22 Grüne Erbsen p». 0.24 Linsen.... Pfund 0.24 Kartoffelmehl p». 0.21 Auszug-Mehl Pfund 0.24 Hartgrieß.. piund 0.27 Eier-Schnittnud.'1« 0.48 Eier-Fadennud.Pfi 0.48 Italienisch. Makkaroniu. Spaghetti t-Pid. Pak. 0.75 Kaffee Ä Konsum-Misch.P'd. 2.00 Hau8halt-Misch.prd.2.60 Sonder-Misch.P'undS.OO Olympra-Misch. Pfd. 3.40 Globus-Misch.Pfund3.80 Spezial-Mischung tVffÄd 0.65«o;0 1.05 Gebrannter Roggon u. Gerste--.Pfund 0.22 Tee Ceylon II.. v« Pfund 1.25 Indien Pfund 1.55 China Piund 1.70 Ceylon. ffund f.85 Oarjeeling'«Pfund 2.00 Konfitüren Vollmilch-Relief' w| 60 Goidbonbons Pfund 0.70 Spekulatius. Pfund 1.20 Dominosteine Pfund 130 Spiizkuchen Pfund 1.30 Geflügel u. Wild Suppenhühner...... n-ud von 0.98»n Junge Brathühner..Pfund von 1.10.° Puten............Pfund von 1,10e'ne eigen-n Gedanken, da. Große Bitterkeit fraß in>e!n?r Brust. Aber wie die Nacht allmählich weiter vorrückte, kamen neue Schnäpse zum Bor- sthein, und auch die Kosaken fanden ihre Stimme wieder. Die Haut spannte sich über ihre Backenknochen, jemand veriuckste es neben der Tür mit einer Ziehharmonika, und die Kosaken verrieten große Unruhe. Und mit einem Mal begannen ste > zu singen: wilde, aufpeitschend« Gesänge. Und plötzlich ! sprangen sie auf, schwangen ihre bleiernen Stöcke über den j Köpfen, hieben in den Rauch hinein und begannen im Kreise zu tanzen. Die Augen des Oberkosaken blitzten auf und die Kosaken johlten dröhnend:„Nieder mit den Herren! Tod den Herren!" Das ganze Haus dröhnte... Kosaken, Kosaken! Ich sehe euch an, fast aus der Ferne eines Menschenalters. Und Wehmut und Rührung fällt in mein Herz, während ich zu euch zurückkehre, die ihr mir schon aus den Nebeln einer anderen Welt zuwinkt. Ich sehe euch in Armut, in fürchterlichem Kampf um das magere Leben, im glühenden Sommer und in den Schneestürmen des Winters. Ich sehe euch nach Einberufung als Soldaten auf fremder Erde kämpfend oder in großem Kummer am Neu- jahrstag Abschied nehmen, über die Landstraßen streifen, dem Hcrbststurm entgegenwandernd, mit Wölfen raufen, die Erde der großen Herren pflügen, und sehe euch, wie ihr mit ver- brauchten Gliedern hilflos neben den Pflügen der Herren niederfallt, und sehe euch in der Ackerfurche sterben ohne «inen Laut... Auch eure Lieder höre ich noch, Kosaken! Aus der Ferne des Todes such« ich euch auf und höre immer« fort euren traurigen Chorgesang. Im Brausen des Herbst- ftzirmes, in den harten Winternächten klingen diese herz- •vrreißenden Lieder mir zu, denn ich bin Blut aus eurem Blute, Kosaken... Jahre, ach. welche Jahre mich von euch trennen, die ihr seither au? dieser Welt gegangen seid. nackend: genau nackend, wie ihr einst diese Welt betratet. Ihr seid fort und untergetaucht in den überirdischen Nebeln.. Mü trüben Augen sehe ich euch nach. Manch- mal dreht i:ch noch ein oder oas andere Gesicht nach mir um, und e-. ist mir. als würde ich es erkennen. Vielleicht war es der arme Antal Turbis, vielleicht der überlegene Oberkosak. Auch mit der Hand winkte er mir zu, und sein Gesicht war sehr weiß... Mein Herz preßt sich zusammen, denn ich weiß, daß ihr mich ruft. Ein kurzes Leben noch; dann laste auch cch aus meiner müden Hand die Feder fallen. mein Nacken knickt ein und ich mache mich mit unsicheren Schritten auf den Weg. in den Ungewissen Nebel hinein. Und nach me'ner schwankenden Gestalt blickt vielleicht genau so mein Sohn oder mein Enkel, und ich wende me'n Gesicht um und sehe sie mit zerquälter Miene an. Nackend gehe ich von hier fort, so nackend, wie ich einst diese Welt betrat. Nur unser Ruf wird bleiben. Ko'aken! ... Die Kosaken tanzten noch immer, mit bebenden Stöcken, stampfenden Füßen, und sie fluchten laut auf die Herren. Auch der Oberkosak hatte sich bereits vom Tisch er- hoben: er reckte die Brust heraus und klatschte mit den Handtellern zum Tanz«.(Fortsetzung folgt.) ff' V'W w vvO l vl v K�jj cS � v�f• Stzeltschik wegen Totsch ag zu 5 Lahren Gefängnis verurteilt Das tandgerlchk III verurleille den Maschinisten Zoseph St z e l I sch i t. der cm 20. Mär) auf der S t o l per Heide seine Braut Hella Ulich durch zwei Schüsse tötete und hinterher sich eine Kugel in den Kops jagte, wegen Totschlags und unbefugten Wafsenbesihes zu fünf Jahren zwei Wochen Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Der Sechsundzwanzigjährige wird dieses Urteil wohl mit dem' selben äußerlichen Gleichmut hinnehmen, mit dem er die Gerichts- Verhandlung verfolgte. In Wirklichkeit tragt er schwer an seiner Tat. Sanitälsrat Dr. Leppmann mag recht gehabt haben, als ex den Angeklagten als ganz besonders sensiblen Men- scheu bezeichnete, dessen knabenhaste Sexualität ein Liebesleden voll Konfliktsmöglichkeiten besonderer Art heraufzubeschwören geeignet sei. Die Tat, sagte Dr. Leppmann, sei im Zustande einer Afseklspannung geschehen. Der Angeklagte blieb aber dabei, daß er sich auf nichts besinnen könne. Weder die Zweifel, die der Sach- verständig« in bezug aus diese angebliche Erinnerungslücke zum Aus- druck brachte, noch die Vorhaltungen des Vorsitzenden, er möge sein Gewissen erleichtern, fruchteten etwas. Trotzdem Mutter, Schwester und Schwager der Getöteten, seine Wirtin und sein« Arbeitskollegen ihm das beste Leumundszeugnis ausstellten, wählte das Gericht die verhältnismäßig hohe Strafe von fünf Iahren. Wäre er geständig gewesen und hätte er seinen Seelenzustand geschildert, der, verursacht durch das hin- und herschwanken seiner Braut, ihn zur unseligen Tat geführt hat, so wäre er vielleicht mit weniger als fünf Jahre weggekommen, hoffentlich entläßt ihn das Gefängnis als den gleichen fleißigen, tüchtigen und soliden Arbeiter, der er bis zum Augenblick seiner Tat gewesen Keine Gefährdung der Vauausstellung- programmgemäßer Verlauf der Vorbereitungsarbeiten. Zu der von einem Berliner Mittagsblatt gebrachten Nachricht Über die angebliche Gefährdung der Bauausstellung erklärt die Ge- schäftssührung, daß diese Nachricht völlig unzutreffend ft. daß vielmehr die Vorbereitungsarbeiten zur Deutschen Bauers- stellung durchaus programmäßig verlaufen, und daß die Nachrichten über das Abrücken einiger Verband« von der Ausstellung un- richtig sind. Der Bund Deutscher Architekten hat sein« Bereitschaft zur Mitarbeit ausdrücklich bestätigt. Der Verband D»utscher Ar- chitekten und Jngenieur-Vereine hat durch ein Schreiben vom I. No- vembei� seine Bereitschaft zur Mitarbeit unter Forderung maßgeb- licher Beteiligung bei Disposition und Durchführung der Ausstellung ebenfalls bestätigt und war erst kürzlich bei einer Fachausschuß- sitzung der Ausstellung vertreten. Ueber die Zusammenarbeit mu den Architekten-Derbänden Ist mit der Geschäftsführung des De''- bandes Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine schon vor meh- reren Tagen«ine Besprechung seitens der Geschäftsführung der Ausstellung vereinbart worden. Die Ltnierlagen d t- glied an. Das Lüg�npack. Die„Boke Fahne" vorn 14 November behaupket. daß sich der Dezernent für das Siedlungs- und Wohnungswesen, Stadtrat Genosse E z e m> n» k I, eine Neunzimmerwohnung einrichte, und daß dadurch zwei Wohnungssuchende unberücksichtigt bleiben müßleu. Sladlrat E ze m I n sti erklärt hierzu, daß er seil langem eine Dreielnhalbzimmerwohnung bewohnl und beabsichtigl. in einem neuen vaublock, der ohne hauszinssteuermllkel und ohne Zusatzhypotheken errichtet wird, eine vier ein halb zimmer- wohnung zu übernehmen. Gtrafantrag gegen die»Deutsche Zeitung�. Der Städtische Nachrichtendienst teilt mit: Di«„Deutsch« Zeitung" bracht« in ihrer Ausgabe vom 1. November einen Anikel, in dem dem Stadtsyndikus Lange wegen seiner Amtsführung in beleidigender Weife Vorwürfe gemacht wurden. Der Stellvertreter des Oberburgermeisters hat gegen den verantwortlichen Schrift- leiter Strafantrag wegen öfseptticher Beleidigung gestellt. Bügermeister Kohl wurde am Donnerstag von der Staats- an wa lt schaf t vernommen. Gegenüb�x de», kommunistischen Angriffen hat Kohl bereits ooc dem Sklarst-Ausjchuß des Preußi- sehen Landtages erklärt, daß seine Beziehungen zu den Sklarers lediglich gesellschaftlicher Natur gewesen sind und n die Gelder zu dem Bau seines Haufes nicht von den Sklareks erhalten hat._ Margolin aus der Hast entlassen. Vor dem Untersuchungsrichter fand ein Haftprüfungs- termin für den kürzlich wegen großer Betrügereien uäd Wechselföls chungen in Haft genommenen KS jährigen Kauf- mann Joses Margolin stall. Bekanntlich hatte M. Wertpapiere in Höhe von mehreren hunderttausend Mark, die von der Bantkassiererin Oppermann bei einer Berliner Großbant unterschlagen worden waren, verwertet. Außerdem hat er Wechsel aus den Namen eines sehr bekannten Berliner Frauen- arztes aus der Potsdamer Straße gefälscht und in den Verkehr gebracht. Seine Verteidiger begründeten eingehend ihr« Anträge aus Hastentlassung und boten zur Sicherheit eine Kaution von 5 0 0 0 Mark an. Der Staatsanwalt widersprach zunächst energisch der Hastentlassung und verwies daraus, daß Margolin im Jahre 1910 anläßlich eines Hoehstapeleiprozssjes zusammen mit seiner Dem Wohl Aus der Arbeit t Wie ln der Zell nach dem Kriege die Berliner Siadk- Verwaltung sich um die gesundheitliche und erzieh- liche Betreuung der Jugend gemüht hat. ist im„Vor- wärt»" oft gezeigt worden. Die Sorge für eine gedeihliehe Entwicklung de» Nachwüchse» ist ein wichtiger Teil der Volkswohlsahrls- pflege, und Auswendungen für die Jugend gehören zu den besten Kapitalanlagen, die eine Gemeinde machen kann. Das von den Deulseh. nationalen kommende Geschrei über Verschwendung, die nach ihrer Behauptung dabei von der Stadl getrieben werde, ist durch die Tat- foehe ohne weitere» zu widerlegen. Gerade in der Jugendpflege hat Berlin mit oft nicht großen Mitteln eine Reihe wert- voller Einrichtungen zu schassen verstanden, von denen reieher Segen ausgeht. Ein lehrreiehe» Beispiel für dies« Arbeit sehen wir in dem Verwaltungsbezirk Berlin. Mitte, der zwar da» Ge- sehöflsviertel des alten Berlin umschiießt, aber unter seinen Ein- wohnern viele Unbemittelt« hat. Die für die Jugendpflege erforder- liehen Häuser und Räum« sind hier besonders sehwer zu besehasfen, weil im Stadtinnern bei der Höhe der Grundstückspreife der Ankauf eines Hauses oder die Mietung von Räumen sehr kostspielig ist. Trotzdem ha» der Bezirk Berlin-Mitte seine Ingendpflegeeinrichtun- gen nach und nach bereits auf vier Kindergärten, drei Kinderhorte und fünf Jugendhelme vermehren können, deren Notwendigkeit übrigens durch starke Jnonfpruchnahme b«< wiesen wird. Diese Stätten der Iugendbetreuung sind mit besehe idenen Mitteln gesehafsen worden, wobei man sich meist mll den in alten Gobäuden verfügbaren Räumen begnügen mußt«, die zweckentsprechend umgestaltet wurden. Im Hanse Landsberger Straße 50 werden Räume eines früheren tleinbürgerliehen Gasthofes zu einem städtischen Lehrling» st e'm benutzt, das in 15 Zimmern 53 Lehrlinge auf- nehmen kam,. Wer dieses alt« Gebäude betritt, wird überrascht davon sein, wie hübsch und nett dann alles eingerichtet worden ist. Hier finden di' Lehrlinge ein behagliches Heim, das Ihnen während ihrer gangen L-chrzeit als Herberg« dienen kann und chnen das Elternhaus ersetzen soll. In dem Haufe werden auch Tagesräume zum Derweilen erwerbslofer Jugendlieher bereit gehalten. und in den Abendstunden haben Iugendgruppen hier die Mögliehkell zu geselligen- Beisammensein. Mittags ist im Erd- gesehoß«in- Ausgabestell' der Kinderspeisung in Betrieb. Es Ist «in« Freude, zu sehen, wie dieser alte Bau für die verschiedensten Wohlsahrtsgwecke nutzbar gemacht worden ist. Nach völliger Er- Neuerung des Inneren präsentieren sich alle Räume sauber und freundlich. In anderer Art hat die Bezirksoerwaltung das städtische Grundstück Tkrelitzer Straße 16 für die Jugendpflege verwendet. Au' Sem reichlichen Hinterland errichtete sie«in billiges, aber gediegene» Fachwerkgebäude, das Räume für einen Kindergarten mll.4? Kleinkindern und für einen Kinderhort mit 40 Schulkinder» bietet. Der unbebaute Grundstücksteii ist zu einem Spielplatz her-p-richtet worden, aus dem die Kinder sieh tummeln können. Die Räum« werden mll der helleren Farbigkell ihrer Ausstattung die Kinder erfreuen. Eil« apart« Schöpfung ist das Freundin, der Kabarettsöngerin Erna Fröhlich, nach Rußland ge- flohen war und erst von dort ausgeliefert werden mußte Schließich wurde oder»«» Haftentlosiung gegen Hinterlegung von 5000 Mark Kaution dennoch beschtosien._ Neue Mordspuren in Düsseldorf. Vüsteldorf. 14 November. Bon der Krimmalpolizei wird mllgeteill: Die bei dem Bauerngut Papendell gefundene Hand- tafche mll Jnhall wurde als Eigentum des seit dem ll. August 1929 als vermißt gemeldeten Hemsmädchen» Marie Hahn, ge- boren am 24 Juli 1909 in Bremen, festgestellt. Di« Handtasche ist als Eigentum der Hahn von einem jungen Mann er- kann» worden, der mit der Hahn verkehrt«. Do aus dem Felde des Bauerngutes Papendell auch ein roter Strohhut gesunden wurde. den die Hahn beim Verlassen chrer Wohnung am 11. August ge- tragen hat, ist mit ziemlieher Sicherheit damit zu reehnen, daß sie dem Mörder zum Opfer gesalten ist. Wie die Ermitt- lungen ergaben, soll die Hahn mit der ermordeten Reuter befreundet gewesen sein. Die Ausgrabungen aus dem Felde des Bauerngutes Papendell werden weiter fortgesetzt. „Die EiUfe als bewußtes Karnpfmlttei benutzen, wie es die Kommunisten in den lagsszeitungen tun, ist keine Lüge, sondern eine venlucht reale Notwendigkeit"(„Rote Fahne" vom 19. August 1923.) Arfreiaer«and Ang«sielU«s denkt an diesen Ausspruch, wenn ihr am Sonntag, dem 17. November, zur Wahlurne schreitet Denkt daran, wenn ihr kommunistische Zeitungen oder Flugblätter in die Hände bekommt Kein£:»Mlmme den EiliSnernt Die Sozialdemokratie kämpft für politische Ehrlichkeit Deshalb gilt gerade ihr der Haß der bewußten kommunistischen LUgner, jede Stimme, die diesen zufällt, schädigt die Stadt Berlin und die Interessen jedes ihrer Wähler.• Darum heißt die Parole für den Wahltag; Die Stimme der ehrlichen und vorwärtsstrebenden Wähler gehört der sozioldemoKratflsdaen liste 1 der Lugend. on Berlin-Mitte. städtische Jugendheim in einem der Häuschen von Ast-Berlw, in dem Hause Waisen st raße 18, das ganz oersteckt am söge- nannten Bullenwinkel nahe der Mauer des ehemaligen Klosterfried- Hofs steht. Ein Schimmer von Romantik liegt über den sauder und hübsch wiederhergestellten Räumen des Häuschens, in denen es sich recht gemütlich verweilen läßt Außer den hier erwähnten Einrichtungen der Jugendpflege hat der Bezirk Berlin-Mitte noch Kindergärten in der Blumenstroße, in der Hirtcnstrvß« und in der Köpenicker Straße. Kinderhorte in der Hirtenstraße und in der Köpenicker Straß«, Jugendheim« in der Tieckstraße, in der Zahdenicker Straße und in der Elisabechkirch- straß«. Schulkinder als letzte Reserve. Gewissrniose kommunistische Hetze! Es muß lehr schlecht stehen um die kommunistisch« Sache, denn setzt werden sogar ole Kinder in den Dienst der Wahl- !>etz« gestellt. War dieser Tage eine Konserenz kommuni- tisch er Kinder, wo aus den sozialdemokratischen Schuldezer- nenten geschimpft wurde. Ein Wunder ist das nicht, denn der größte Teil der Kommunisten schickt seine Kinder in die christlichen Schulen. Wie die KPD. sonst zur christ- lichen Schule steht, hat vor einiqen Wochen erst der„Revolutionär" Lange in einer„schwachen Stunde" im Neuköllner Bezirksparlament auvgeplaudert Dort hat er vom Genosien Löwenllein mit v'cl Stimmenauswand und unter dem Beifall der Bürgerlichen r<-rlangt. daß er sich endlich auch einmal um diese Schulen kümmere. Wenn die auf dem Kongreß vorgebrachten Lüoen wahr wären, müßte natürlich jeder, der es ernst mit seinen Kindern meint, sich hüten, sie in die weltliche Schule zu schicken. Was aber hat sich mm tat- (Schlich in Neukölln abgespielt? 1. Bon der 6. weltlichen Schul« wird berichtet, daß trotz des Protestes der Kinder ein Vers auswendig flelernt worden ist Es handell sich in diesem Fall um solaende»: Anläßlich des Todes- tages von Arno Holz hat der Lehrer da» Gedicht:„So einer war auch er" durchgenommen, und zwar ganz entsprechend der Tendenz des Gedichts im Sinne der Verurteilung militaristis-'-cr Einstellungen. Don keinem Kind ist irgendein Einspruch iwch Mll- teilung der Schule erfolgt 2. Bon der 5 S./S 6. Schule wird behauptet, daß In der Schule Schwaben und Wanzen spazieren liefen. Wahr ist nur das, daß vor etwa vier Wochen eine Wanze in einer Klasie gesehen worden ist. Daraufhin ist eine gründliche Durchsicht und Reinigung erfolgt iznd es sind keine weiteren Wanzen gesunden worden. An Schwaben wurde nur ein einzigesmal ein« In einem Luftschacht gesehen. Es ist ferner unwahr, daß Onäkerbrötchen auf einer ausgehängten Klosettür serviert würden; wahr ist vielmehr, daß eine seit Jahren nicht mehr benutzte Tür auf Pflöcke geleat wurde, um Sachen darauf abzustellen. Für die Ouäkerspeisung ist ein durchaus brauchbarer Raum hergerichtet. Eikern, die ihr die Welllichkeil des Schulwesens wollt gebt diesem ve'leumde'-gesiadei die Oulllum und wähtt am 17. November nur die va-tei. die im kamvf um den Aufbau eine» modernen, sozialen Schulwesens und vm die welwche Schule in vorderster Reihe steht: wählt sozialdemotratlscht .i War Wächter Schulz der Täter?' Er bestreiiet es noch immer? Der Wächter Richard Scholz, dessen Täkerschofk an dem Morde an der Schülerin Hildegard Zäpernick jetzt Gegenstand einer erneuten Untersuchung ist, hat bei allen verhören, die die Kommisston Werneburg-Ouoß mit Ihm on- stellte, noch keln Geständnis abgelegt Schulz bleibt immer noch bei seiner Behauptung, daß fein Der- hallen gegen das Mädchen und seine kleinen Geschenk« lediglich harmlose Aeußerungen de» Wohlgefallens gewesen seien. Eine Reihe von Zeugen, die schon im August befragt wurden. sind jetzt erneut gehört worden, tonnten ihren damaligen Aussagen aber nichts hinzufügen. Der Neubau, aus dem sich die Tragödie damals zutrug, ist inzwischen fertiggestellt und für die nächste Zeit auch bezugsreis. Unter den dort tätigen Bauarbeitern herrscht gegen den Wächter eine starke Erbitterung, die sich vielleicht dadurch erklären läßt, daß Schulz durch sein hartnackiges Leugnen andere mehr oder minder in die Angelegenheit mll hinein- gezogen hat In Anbetracht dieser Erregung wird man auch nur dann einen Lokaltermin an Ort und Stelle abhalten können, wenn polizeilicher Schutz für den Verhafteten in ausreichendem Maße vor- Händen ,st Ueber die Zell, zu der ein solcher Termin abgehalten werden soll, ist noch nichc» Destimmte« festgelegt Die Vernehmungen o«.' Zeugen aus den Kreisen der llcbeiter und Anwohner und die Verhöre des Wächters werden»wy fortgesetzt Eine kanarien-. Sing-, Ziervogel and Vogelschutz-Ausstellung veranstaltete der Berein der Züchter edler Kanarien vom 1k. bis IS. November in den Milu.Fcstsölen, Schönhauser Allee 130. Ei»« KShwii« dvech ktt Vatiirfiuf*(Tctmlenjl) nuiA»$t. ttranj «derer am>fsiinntaa, bnu 17, Stascrnbet. um IS'/i Uhr. Slcuct Marti. „Wie mächen Sie das nur? Den ganzen Tag arbeiten Sie so intensiv im Beruf, und trotzdem sind Sie das blühende Leben selbst"-„Sehr einfach: erstens eine Stunde Sport, zweitens acht Stunden tiefen Schlaf- und natürlich den coffeinfrelen Kaffee Hag.- Sie wissen ja: Mehr Genuß und gute Gesundheit durch Kaffee Hag."— noinu SSldUboM Ik dtesentÄicke tcgt diß QciranHc � für fcisdic Qualität riurßama im Blauband bietet Ihnen, diese Sicherheit durch das Garantie-'Datunu auf jeder Pachung-: für guten önkauf die beste Gewähr � FÜR FRISCHE> QUALITÄT GARANTIERT/ . bis:. MARGARINE doppell so gut M- « 1 Pfd 50 Pfg Wir werben! ttkverfüllie sozialdemokrat,fche Dersammlongm. vir letzte Kundgebung der cichlenberger KrelS' lettung tu der Aula der Schule Martlslratze war wiederum sehr stark besucht. Genosse Bürgermeister Dr. Ostrowski sprach über das Thema: Die Sozioldemokralle im Kamps. Der Loden der Kommunalpolitik sei der Mutterboden für das Staatsgeschehen. Er zeig« am deuttichsten die geleistet« Arbeit, weil aus ihm sich unmittelbar die Interessen und Dedürsinsi« der Gesamt- bevölkerung berühren. Die Gestaltung der kommunalen Politik ist deshalb auch richtunggebend für die große Politik im Reich und im Staat. Wir können mit gutem Recht von uns behaupten, daß das in der Kommune Geschaffen,' auf unsere Arbeit zurückzusühren ist. Die Berliner Bevölkerung kann und wird sich deshalb unserem Werden um ihre Stimme nicht verschließen. Mr treten nicht mit leereu Versprechungen vor die Wähler, sondern mit vollen häudeu. Darum wird der Erfolg sozialdemokratischer Arbeit von unseren Gegnern von rechts und links auch so bekämpft, weil sie gleiches nicht aufzuweisen haben. Klnsere Sache ist gut, und nur das Gute hat Bestand. Der Kamps gegen die Sozialdemokratie wird mit einer Niederlage unserer Gegner enden, weil ihre Kampfes- weise nicht frei von Demagogie und von schlechten Einflüssen ist. Di« Sozialdemokratie hat stets bewiesen, daß sie den ehrlichen Willen zur Gemeinschaftsarbeit hat. Bürger Berlins, wenn ihr wollt, daß weiter gearbeitet und weiter aufgebaut wird auf dem großen läligkeitsfetd sozialistischen Strebens. dann gebt am 17. No- vember nur der Sozialdemokratie eure Stimmen und wählt die Liste L • Zu Hermsdorf fangen zur Eröffnung der Berfammlung die Erschienenen gemeinsam„Wenn wir schreUen Seit' an Seit'". Dann nahm Genossin Käthe Kern da» Wort zu ihrem Referat. An der Hand amtlichen statistischen Material» zeichnete sie ein klares und umfassendes Bild der Kommunalarbcit unserer Fraktionen in Stadt und Bezirk. Nachweislich haben bei allen Parteien die Frauen- st i m m e n die der Männer überschritten. Darum heißt es olle Frauen ouszurütteln, am 17. November für die S o z i a l d e m o- irati, zu stimmen. Wir fchreiien vorwärts. Frühere kommunist sche Hochburg für die Sozialdemokratie. ?a einer Lelegschaflsversammlung des Gaswerke» Tegel sprach am 13. November Genosse Polenskc über Gewerkschaften und Stadtoerordnetenwahlen. Da» Gaswerk Tegel war bis vor nicht zu langer Zeit eine Hochburg der Spv. Poleuske wies in seinen Ausführnnge» besonder» ans die Angriffe gegen die öfseoiliche wirlschasi hin. Er zeigte die Arbeit der Sozial- demokraiie für die össenllichea Betriebe aus und wies aus die Erfolge unserer Tätigkeit in den Gemeindeverwaltungen, besonder» in Berlin. hin. Die einzige Partei, die die Zulerrfsen der städtischen Arbeiter und im besonderen die der Gasar beiler vertritt, ist die Sozialdemo. kratie. Deshalb«erden alle denkenden Arbeiter und Angestellten Ihre Stimmen am Wahltage der sozlaldenzokrallschen L i st e 1 geben. Die Ausführungen wurden mit starke« Beifall aus- genommen. Die versammluag erklärte sich eiumüiig mU den Aus- suhrnngen eiuoer standen.... Reklamerummel der privaimarkte. Kommunistischer Kandidat Arm in Arm mit Unternehmern. Aus den Berliner Wochenmärkten werden gegenwärtig Flugblätter oerbreitet, in denen für ein Reklamesystem Propaganda gemacht wird. Nach einem Beschluß des V e r» ba nd e s der Marktunternehmer und des Verbandes selbständiger Händler tragen die Marktstandinhaber die Kosten für die in Aussicht genommene Reklame für die Prioatwochenmärkte. während sich der Unternehmer bereit erklärt hat, zu den gesammelten Beträgen 25 Proz. hinzuzuzahlen. Di« kleinen proletarischen Händler haben also den Hauptanteil zu tragen. Ist die ungerechte Belastung der kleinen Existenzen schon ein starkes Stück, so muß doch der Beschluß der oben genannten Verbände, daß diejenigen Markthändler, welche die Beiträge nicht regelmäßig zahlen oder damit in Verzug kommen, ihrer Stände verlustig gehen, als außerordentlich rigoros bezeichnet werden. Der nackte Unternehmer st and punkt kommt hier zum Ausdruck. Die Berliner Wochenmavkthändler werden sich demächst mit dieser Frage in aller Ocfsentlichleit beschäftigen. In einem recht eigenartigen Lichte erscheint in diesem Zusammen� hange aber die Einstellung des Derbandes der Markt- Händler Deutschlands E. V., der ebenfalls dos vorliegende Flugblatt unterzeichnet hat und damit glatt dafür eintritt, daß die kleinen Händler durch die Drohung mit Wegnahme ihrer Stände geschreckt werden. Der VorsitzendediesesMarkthändler- Verbandes ist Herr Willi Wille, der.von der kommunisti- scheu Partei aus chre Wahlliste für den kommenden 17. Ro- vember, und zw«r an aussichtsreicher Stell« gestellt worden ist. Der Kommunist Willi Wille wird künftig also als Stadtverordneter Arm in Arm mit den Unternehmern die kleinen Markthändler, die nicht in der Lage sind, die ihnen zugedachten Beträge zu entrichten, um ihre Existenz bringen. Es ist gut, daß Herr Wille vor der Wahl noch sein wahres Gesicht gezeigt hat. IlSLozialistischeArbetterjllgendGr..Verlm Irmsendonzen fflr diese Nudel» nue«n du« ZugendseNeluNat Sellin SW 58, CtnDenftrag« J etnatTti«! Ackitunu, MIteMedei! NZckifter Uebunudabend Monte».»8. Ro. Mmber. minftlitf) 19% Übt. im Li m Liildenslr. 4. Alle mildert erscheine it. Werbetezirleleiier! Dir bitten drinuend. soweit noch nicht»eschehen. un, btr Ott uni die floi* der(Zunf.onatlutfc am 1. und 8. Dr«m!>cr mittuieilcit. dlbeechnun» der Bclträa« und Auouube des„Jugend voran" med der»Ar» beirer-Zugend" beut«»mischen 17 und IS Uhr. » Ale Senosssonen und Seuogen stellen sich am kommenden Lonntag thrrr Perteiadtellunge» für die Wahlhilse ,ur Versügun». Heule,?reilag. IS. 7ko vember, 19% Uhr: Sernerkschastehau»! Kruvvenabenb soll! aus. Tressvunkt»ut Wllhlervee» fammluna der Parle, um 19 Uhr aar dem Seim Nöpeuicker Sir. 12S.— Arn». walder Plak: Se m Wchlauer Ecke J'astcnburgcr Straße. Borlrag:„Loils. Humor im Slasscnlamvf".— gattpla» II: Schule Sonnenburger Str. 20. vor. tragt„Siele und Aufgaben der SAZ."— Lelg.daltvlastt Selm Panziger Straß« 82. I0.Millu!in>ReIerate.— Sumanuvlaht Lelm Scherendergstr. 7. Vor' rag:„Vursch« und Miidel in der Eemelnsaast".— Rordost I: Lelm Van- «cer Str. 62, Baracke 3. Lichtbilder!„Iugendrecht»nd Zugendfürsarge".— Weißeusee: Leim Parkstr. 88. l(>.Minitkn.Ziekerate.— Werther Vlah: Schule Nastanienallee 82. Vortrag: �Zuternationaser Kinderschuh".— Audreaevlasi: Leim Brornrnnftr. l. Besvrrchung der Wethnachtzfahrt.— SaUcitpTafc: Le-in Tilsitrr Str. 4—8. Vor'rag:„Vroletarische Kunst".— isricdrichehaio: Leim Vtesirimeaerftr. 8—8. Bort ragt.Scruelle Kragen".— Lallesche, Tor: keim Wassertorstraßk. Vortra»:„Eintiihruna la den Soilalientus".— Schöne» de« de-m Lauvtltr IS. Bortrag:..Teschichte der Arbeiter- bewegung".— llharlotteniurg: Lrim?os!nenstr. 4. Vortrag:„Bit international« MmFtlHi» Iugendbemeglmg".— chharloitcnbnrg.Süd: Leim Sndelltr. 2. Vorrugg: ,3n sedier Stund«"'.— Steglid: B«t«ll!gung an der Btahlkundgebung In d«, Schule Sstkenstrag«.— stehle»doet: VeteMgrrnq an der Dahlvertamm. lung im Lindenvarj um 20 Uhr.— Reulilla VI: Leim Trevwioer Str.»8. Bortrag:„Novemberrevolution".— gallenbrrg! Leim auf dem(Suishos, Dartettstodtstraße. Vortrag:„Die Vlane'en".— Zotannitihal: Ratskeller. lr>.M!nutrit.ü.escrate.— Vrtd> und II, Kusammenkunst der Arbcitvgtimeln. schaft In der neuen Schule.— Borsigwalde: Beteiligung all' der Sahltim». gedung in Blankenburg, bei Klug. Derbebetirk Mitte: Tresivuirtt tur Kreiswöhlerversammluna um IS�' Udr am Lackefckren Markt. Werbcbetirk Kreutberg: Treffpunkt ,nr Dcmonstra'ion um 18 Uhr Fontane. vromenod«. Am Sonntag stellen sich alle Mitglieder Ihren Bartetabteilungen zur Bersllgung. Werl>«be,lrl Zielnlckendors: Dolkshaus Reinickendors-Ost Uebungsabond iLolkstäntes für das Winlerleft der Bartes. Werbebezlrk Brerzlaner Bergt Di« Teilnehmer an der Brooagandasahrt mit dem Lastattto trcssen sich morgig, Sonnabend, svötestens 14 Vi Uhr. Don�igcr Str. 84. Role gähnen sind mitzubringen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Bot-Gold". ««schllftsstelle:»erlin S- 14. Sebastianstr. 37-88, Lot 2. Tr. Freitag, 15. Rooember. strledricksbain. I8Vi Uhr Antreten mit Musik!n Battnerkieidung Bahnhof Karishorft.— Sonnabende 1«. Rooember. Arkdrlchehain. 17, Z. Uhr Antreten mit Mußt in Banner» klcidung aus den Kamcradschaftssammelpläden. Schöneberg-Ztriedenau. 19 Uhr Antreten des gesam'en Ortsvcrc n» auf dem Wartburqviafc»um Schuh des SPD.-dackeUuges. Reirickeidors-Weft. Antreten ITH Uhr Berkchrelotgi. Beteiligung an dem Umiug der SPD. in Beinickendorf-Olt.— Sonntag, 17. Ro- »ember. kriedrickshain. Antreten 7 Uhr in Bannerkieldung mit Musik unb ssahncn illlllriner Plad tur Aulokahrt. Fährgeld 80 Pf. Licktenberg. Räch Erledigung der Wahlpflicht hat sich lebet Kamerad in seinem zuständigen Bcr. kehrslokal aufinthal'en. Besonders sämtliche Z'adsahrer haben sich»nbed.ngt mit Bad lur Dcrfllgung?u stellen. NcInicher.dors-0st sKamcradsckiaft). Alle Kameraden, welche nicht mit Wahlardeitcn fllr die Parteien beschLstigt sind, treffen sich im Wahiiokai Kiehne. Nehden-str. 9. Sanitätsab e lung. 9yl« Sanitälskameraden stehen ab 8 Uhr In den Or'svereinslokalcn mit Ausrllstnng. Weddin«. Alle Kameraden stellen sich den republikanischen Parwien tur Ber. fllgung. Kameraden, die nicht eingeteilt sind, melden stch in der Meschäfts- stelle. Ra.-arcthkirä str. 41. Sharlotteniurg. Alle nicht zur Wahiarbelt ein» asteilten Kameraden SV4 Uhr Edenpalast. Radfahrer mit NLdern. Temprlhos iOrtsverein). Antre1S. bei Klammer. Pankow 8k«.- Abt. Bohnedorf.chairenbkög: Wasserturm. Schrrmerstraßr.- Abt. Rein ckendors.West: Eichbornstr. 94. b-t. Maltrr Neinickendor' 818?.— Abt. Rein'ckcndorf.ON: kolländerstr. 122 hti Schrie der. Reinickendorf 8926.— Abt Lermedorft Turnhalle Noonstraße. Tegel 8976.— Kentrglet R. 24. Große Samdurg«! Str. 29. v l. Rorden 8-40. Tnpographislre, Orchester. Dirigent Erich Gutgett. vebunasabend lrrc tag. 29'« Ubr in Renkölln, Scrmannstr 199. Sonnabend. 16. November. 29 Uhr, „Kamilienabend" bei Kliem». Lalenheche sobrrer Saa'l Kon-ert. Lumor, Trio. 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Uhr im Hackeschen Hof, Ziosenthater Straße 40/41. verbunden mit politisch-satirischen Vorführungen., unter Mit» i Wirkung der Rezitatorin Martha John, Puggi Muck und der> Sozialistischen Arbeiterjugend. Ansprache:«tadwerordnete?\ Willi Ries«. Altergarten. ISX Uhr im Moabiter Gesellschaftshau«, Wicief». straße 24. Referenten: Stadtverordnete Dr. Käthe Frankenthai. und Stadtverordneter Karl Bubl'tz. Tvedding. WX Uhr in den Pharussälen, Müllerstr. 142. Refe- renken: Stadtverordneter Hugo Heimann und Stadtverordneten- Vorsteher Johannes Haß.— Patzenhofer-Ausschank, Chaussee» straße 64. Referenten: Johannes Stelling. M. d. R.. und Stadtverordneter Max Urich.— Schulaulo Grünthaler Str. S. Referenten: Bürgermeister Karl Leid und Stadtverordneter Bustav Blaschzik.— Swinemünder Gesellschastshaus, Swine» Münder Str. 47. Referenten: Stadtverordneter Karl Klos« und Stadtverordneter Alfred John. Pankow. 19)4 Uhr in Lindners Konzerthaus, Breit« Straße. Marktplatz. Thema: Wirtschaftlicher und sozialer Aufbau Berlins nur durch die SPD. Referent: Bürgermeister Dr Ostrowski. Rreuzberg. 18)4 Uhr Antreten zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln FoManepromenade. Anschließend Kundgebung unter freiem Himmel. Referent: Stadtverordneter Mox Kreuziger. tiergarten 8. Abt. 19)4 Uhr im Nationalhos, Bülowstr. 37. Referent: Erich Kuttner, M. d. L. Filmvorführung: Freie Fahrt. Elemensstadt. 20 Uhr im Lokal Heidekrug, Nonnendammalle« 89 Filmvorführung: Weg einer Proletarierin. Referent: Genosie Seling. Wannsee. 20 Uhr im Lokal Reichsadler. Königstraße. Thema: Die wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben in der Kommune. Referentin: Clara Bohm-Schuch. M. d. R. Britz-Buckow. 20 Uhr im Lokal Dietrich in Buckow, Dorfstr. 1. Filmvorführung: Weg einer Proletarierin. Referent: Stadt- verordneter Hermann Lempert. Pharlottenburg. Tresspunkt zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln pünkilich 18)4 Uhr am Friedrich-Karl-Platz. Pehoueberg. 20 Uhr in der Aula der Uhlandschul«, Kolonnen» straße 22/23. Thema: Der Kamps um das rote Haus. Re-| ferent: Stadtbaurat Dr. Wagner. Ferner spricht Polizei» oberst a. D. Hermann Schützinger über das Thema: Warum müssen Beamte. Arbeiter und Angestellte sozialdemokratisch wählen?— Oeffentliche Wählertundgebung in der Siedlung Lint«nhos, Saal des Ledigenheims um 20 Uhr. Referent: Stadtverordneter Erich Flatau. Vberschöneweide. 20 Uhr im Lokal Blumengarten(Inhaber ©artig). Referent: Stadtverordneter Dr. Siegfried Kawerau. — Vorher um 18)4 Uhr Antreten zum Werbeumzug durch dev Ott auf dem Marktplatz in Oberschöneweide. Warlendorf. 20 Uhr„Mali*. Chausseestraße 305. Referenten: Landiagspräsident Friedrich Bartels und Jugendsekretär Bruno Lösch«.— Vorher Antreten Ullsteinhaus. zum Werbeumzug um 19 Uhr am Treptow. 19)4 Uhr im Viktoriagatten. Treptower Park 25/26. Referent: Stadtrat Karl Mermuth.— Vorher um 18)4 Uhr an der Wiener Brücke Antreten zum Werbeumzug mit Musik. Steglitz. 20 Uhr in der Aula der Oberrealschule. Elisenstraße Referenten: Stadtrat Siegsried Hermes und Stadtverordneter Otto Mvi«. Zehlendork.©roßer Werbeumzug mit Musik. Treffpunkt 18 Uhr Riemeisterstraße Ecke Schliessenstrahe. Für die Alt-ZeHlen- dorfer: Treffpunkt 19 Uhr Potsdamer Straße Ecke Neuestraße. Anschließend um 20 Uhr öfseMliche Wählertuichgebungen im Lindenpart. Referenten: Genosse Wilhelm Dittmann, M. d. R., und im Kaiserhos Stadtrat Matern., Baumschulenweg. 19)4 Uhr in der Aula des Lyzeums, Baum- schulenstraße. Referentin: Stadträtin Clara Weyl. Friedrichshagen. 20 Uhr im großen Saal des Gesellschafts- Hauses, Friedrichstr. 137. Konzert, Gesang. Referent: Stadt» rat Ernst Reuter.— Vorher Fackelzug durch die Straßen des Ottes. Treffen 19 Uhr am Bahnhof. Weistense«. 19)4 Uhr in der Stadthalle, Pistottusstraße. Refe- renten: Karl Litte, M. d. R., und Lehrer Otto Faust. Hohenschönhausen. 20 Uhr in der Schulaula, Roederstraß«. Re- ferent: Stadtrat Karl Hetzschold. Niederschönhausen. 20 Uhr im großen Saal des Lokals Schloß Schönhausen. Lindenstraß«. Referent: Stadtverordneter Siegfried Weinberg.— Künstlerische Umrahmung durch den Gesang- verein ,Lukunft*.Pankow und Sprechchor Niederschönhausen. Blankenburg. 20 Uhr im Lokal Klug, Dorsstraße 2. Referent: Stadtverordneter Hermann Amberg. Kaulsdorf. 19)4 Uhr bei Escherich, Alt-Kaulsdorf, Eck« Dorf- straße. Referent: Stadtverordneter Ernst Arndt. Unter Mit- Wirkung des Arbeitersängerchors„Freiheit*. Karlshorst. Werbeumzug mit Musik und Fackeln. Sammeln um 18 Uhr Stolzenfelsstraße vor dem Lokal„Deutsches Haus*. Anschließend Wählerkundgebung im„Deutschen Haus*. Stolzen- felsstraße. Referenten: Stadtrat Franz Czeminski und Bezirks- verordnete Else Scheibenhuber. Biesdorf. 20 Uhr in den Schillersälen. Biesdorf-Nord, Königstraße 120. Referent: Stadtrat Stimming. Mahlsdorf. 20 Uhr bei Anders, Bohnhofstr 37. Referent: Stadtverordneter Dr. Richard Lohmann. M. d. L. Tegel. 19)4 Uhr in Tegelort. Lokal„Zum Schwan*, Schattenberg- straße. Referenten: Stadtverordneter Heinrich Schäfer und Be- zirksverordneter Hermann Wollschlöger. Morgen. Sonnabend. 16. November: Mitte. Abmarsch zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln um 16)4 Uhr vom Arkonaplatz. Tiergarten. Antreten zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln um 18 Uhr Kleiner Tiergatten.— 8. Abt. Treffpunkt zum Werbeumzug um 17)4 Uhr auf dem Dennewitzplatz Kreuzberg. 15 Uhr Avfahrt der Propagandaautos mit Musik von der FoManepromenade. Tchöneberg. Treffpunkt zum Werbeumzug mit Musik mn 19 Uhr auf dem Wartburgplatz. Friedrichshain,©roß« Straß enkundgebung«H v™ 17)4 Uhr vom Büschingplatz aus. Abmarsch pünktlich 18 Uhr. Genossen, sorgt für starke Beteiligung. Neukölln. Dritter Werbeumzug beginM um 18 Uhr am Richard- plan. Treffpunkte der einzelnen Mteilungen: 89. und 90. Abt. 17 Uhr am Reuterplatz. 91.. 94. und 95. Abt. 17)4 Uhr am Boddinplatz. 92. und 93. Abt. 17)4 Uhr am Hertzbergplatz. 96.. 97. und 98. Abt. 17?4 Uhr am Richardplatz. Spitz« nach dem Hohenzollernplatz. 99. Abt. Britz 17 Uhr Hannemannstraße Ecke Rungiusstraße(Jdealsiedlung). Redner bei der Schluß- kundgebung: Landtagspräsident Friedrich Bartels. Lichtenberg. Großer Werbeumzug. Treffpunkt: Platz vor der Iugendbühne, Spitze Berlin. Abmattch pünktlich 17)4 Uhr.— Werbeausschuß Lichtenberg. Sämtliche Arbeiter, Angestellte und Beamte der öffentlichen Verwaltungen. Anstalten und Be- triebe im Bezirk Lichtenberg beteiligen sich restlos an dem Werbeumzug des Kreises Lichtenberg. Tresspuntt und Akmarfch: 17)4 Uhr Platz vor der Jugendbühne. Spitz« Berlin Pankow. Werbeumzug mit zwei Musikkapellen und Fack-ln. Ab- marsch 18 Uhr Pankow. Breite Straße. Marktplatz. Tempelhof. 18)4 Uhr Sammeln zum Werbeumzug am Ullsteinhaus. Anschließend Kundgebung in der Aula des Realgymnasiums, Kaiserin-Augusta-Sttoße. Referent: Stadtverordneter Dr. Sieg- fried Kawerau.— Die Radsahrer tressen sich um 15)4 Uhr be, Pommerening. Berliner Str. 100. Eingeladen hierzu sind die Radsahrer der SAJ., des Reichsbanners und von„Solidarität Lankwitz und Lichterfelde. Treffpunkt zum Werbeumzug mit Musik um 18 Uhr Händelplatz in Lichterfelde. Anschließend Kundgebung aus dem Rathausplatz in Lankwitz. Referent: Stadtrat Wilhelm Reimann.« Johannisthal. 17)4 Uhr aus dem Kaiser-Wilhelm-Platz Konzett der Reichsbannerkapelle. Ansprache: Stadtrat Albert Horlitz. Anschließend Fackelzug mit Musik. Schmöckwih-Eichwald«. 20 Uhr im Lokal Witte.„Wold- schlößchen". Eichwalde. Kaiser-Friedrich-Stroße 1. Filmvor- fllhrung: Freie Fahrt. Referent: Stadwerordneter Reinhold Eichberg. Kaulsdorf-Süd. 20 Uhr in der Schul«. Ulmenstraße. Filmvor- führuna: Weg einer Proletarierin Reserentin: Frauensekretänn Kä h« Kern. Freie Scholle. 20 Uhr im Lokal..Schollenkrug'. Rtterent: Stadtverordneter Hermann Amberg. Reinickendorf-ost. Tresspunkt zum Werbeumzug 18)4 Uhr auf dem Maienplatz. Karow. 20 Uhr im Lokal May«. Dorsstraße. Referent: Stadtrat Burthardt. Buch. 20)4 Uhr im Lokal Lang«. Am Bahnhof. Rtterent: Karl Polenske.— Vorher um 18)4 Uhr Antreten zum Werbeumzug mit Musik am Bahnhof. Steglitz. Trttfpuntt zum Werbeumzug mit Musik und Fackeln 18 Uhr auf dem Marktplatz, Düppelstraß«. Sonntag. 17. November: Kreuzberg. Letzte Wählerkundgebung oller radfahrenvtn Pattei- genossen, der Sozialistischen Arbeitettugend. der Reichsbanner- kameraden und der Arbeitettporller. Trefspunkt: vormittags 10 Uhr Heinrichplatz. Männer und Frauen, erfdielnf in Matten! Aik der Rittemahl enorm billiger Anftebole nur einifte Beispiele: Lederwaren Geldbörse O.SO Einkaufsbeutel............ 4*00 Besuchstasche 2.00 BeUteltaSChe 20 cm SaflumbaslaTd...... 3.00 Beuteltasche 3.30 j\beTLdtaSChe OTiemal frans. Brokat..».. 3.30 Besuchstasche 10.00 Handkoffer 12.30 Galanterie u. 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Bffer Eichung einer aus klärenden Zuschrift, in der es heißt: D!« Zeitungsurteil« über die in letzter Zeit vorgekommenen Kcchlungseinste Hungen der Berliner Bsamten-Vereinigung. der Bank für deutsch« Barmte und der Reichsbundbank Tl.-T. haben er- kennen lassen, daß in der Oeffentlichkeit Unklarheiten über den Zweck und dl« Einrichtung der organisierten Veamtengeldwirtschaft herrscht. Die genannten Geldinstitute standen bewußt außerhalb der or- ganisierten Beamte ngeldwirrichaft. die im Deutschen De» omten- Genossenschaftsverband(Revisionsverdan d) und dem Deutschen Beamten-WirtschastsduNd zusammen. gefaßt ist. Die Mitglieder des Deutschen Beamten�Senossenschofi». Verbandes bestehen in der Hauptsache aus Beamtenba nkeu. von denen bisher als zentrale Geldeinrichtungen die Deutsche Beamten-Zentralbank A.-G., Berlin, die Aentralkasse süddeutscher Beamtenbanken in Karlsruh«, dl« Zentralkasse novdwestdeutscher Beamtenbanken in Hannover tätig waren. Die Deutsche Beamten-Zentralbank Zl.-G. stellt reget- mäßig Zweimonatsbilanzen auf. die der Reich sbanf eingereicht und veröffentlicht werden' Die drei genannten Zentral-GeSieinrichwngen haben sich aus Grund des Beschlusses des außerordentlichen verdandstages am S. November d.?. zu einer Reichszentralkasse zu- sammengeschlossen, die in enger Verbindung mft dem Deutschen Beamten-Genostenschaftsverband arbeiten wird. Die Gründung kam nach monatelanger Beratung zustande und wird zweifellos zu einer Festigung der Deamtengeldwirtschast beitragen. Die statistisch erfaßten 7 8 Beamtenbanken vereinigen in sich heute weit über ZSOOOO Mitglieder, aus allen Kreisen der Beamtenschaft. Dies« haben Ende 1928 aufgebracht an eigenem Betriebskapital, SoschöftsanteUen und Reserven rund 1 l M i l» lianen. Di« fremden Mittel setzen sich am S1. Dezember 1928 zusammen aus: Guthaben bei den Schecktundentonten (Gehaltskonten)........ 51 177 114«M. Spareinlagen.......... 53 379 815. Laufenoe Rechnung 7 250 441, 111607 3/2 l M Diese Kopftalien wurden in der Hauptsache zur Gewährung von Darlehen an Beamte verwendet. Ausgeliehen waren Ende 1928 an Darlehen 54 775 064 RM. in lfd. Rechnung......... 25 199 894 v Hypotheken»»,»».. 4 651 071, 84 626 629 RM. Durch Beschluß des Verbands toges Wiesbaden 1926 wurde für die angeschlossenen Beamtenbanken die jährlich e Revision aus Grund einer eingehenden Revisionsordnung durchgeführt. An- fang 1926 erschienen Richtlinien für den gesunden und planmäßigen Aufbau der veamtengsldwirtschast, auf die bei jeder Revision hingewiesen wird. Au» der Tatfache, baß in letzter Zeit drei außerhalb dar '''' �-tschastgch� Reih» stehende beamtengeldwirtsck Einrichtungen in Zah- kungsschwierigkeijen gekommen find, darf nicht gefolgert werden. daß die organisierte Beombengeldwirtschast kein« Existenz. berechtigung hätte. Am Moniag neue Neamienbank. Die Dresdener Bant teilt setzt auch offiziell die Gründung der Spar- und Kreditanstalt für deutsche Beamte und Angestellte mit. Die Bank wird am 18. November in den alten Räumen und Deposltenkassen der Bant für deutsch« Beamte den neuen Geschäftsbetrieb aufnehmen, v« Vorstand der Bank sind die Herren Rapmund und Peßler. Durch Stund- schreiben wurde den bisherigen Beamtenkunden der Bant für deutsche Beamte und der Reichsbund-Bant A.-G. die Eröffnung mitgeteilt, so daß vom 18. ab Spareinlagen urt Depositen ein. gezahlt und Antrag« auf Bevorschussung von SahaUern ein. «ereicht werden können. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß ie neu« Bank in keiner Rechtsbeziehung zu den beiden in Zwangsvergleich befindliche» Bant«» steht, so daß also die ge- schädigten Beamten gegenüber der neuen Bank keinerlei Rechte geltend machen können. Dem entspricht die Bemerkung des Kommuniques, daß eine Bevorschussung der in den beiden allen Banken befindlichen Spareinlagen und Depositen nicht in Frage kommen kann. Das Kommunique bedauert, daß der Beamtenwirt« fchaftsbund mit setner Beamtenzentralbank nicht zur Mit- Westkrast- ein neues Wunderwerk. Gpihenleisiung der roten Kommunalpolitik. Während die Feinde der gemeindlichen Wirtschast Gift und Galle verspritzen, vollendet die Stadt Berlin eine Spitzenlei st ung wirtschaftlicher upd technischer Arbeit. Es Handell sich um ein neues Großkraftwerk, das. im Berliner Westen unmittel» bar an der Spree, zwischen Siemensstadt und Spandau in der Mitte ein«? aufstrebenden industriellen Dersorgungsgeblets gelegen, seiner Dollendung entgegengeht. Das Kennzeichen Berlins ist e'm uuersäklllcher Hunger nach elektrischem Skrom. Wir stehen im Zellalter der Elektrifizierung. Du letzten Jahre haben in Berlin durchschnittlich eine Zunahme des Strombedarfs um 20 Proz. gebracht. Schon im Jahr« 1927, als da« groß« Kraft« w«rtAllngenberg. berettssinWunderderTechnlt. im Osten Berlins voll in Betrieb genommen wurde, war es den Fach. leuten klar, daß in Kürze«Ine wettere Vergrößerung der verfüg. baren Kraftwerksanlagen erfolgen müsse, um die Versorgung des Berliner Wirtschaftsgebiets mit elektrischer Energie sicherzustellen. So kam es zum Bau des gewalligen Westkraftwert». Für die Wahl des Standorts war in erster Linie der Bedarf an Kühlwasser maßgebend. Der Dampf, der in Turbinen und Generotoren den lektrifchen Strom erzeugt, muß wieder ver- dichtet, d. h. in Wasser zurückoerwandell werden, was mit Hilf« von Kühlwasser geschieht. Das Berliner Westtraftwert braucht bei voller Belastung rund 48 000 Kubikmeter Kühlwasser pro Stund«. Zu jeder Sekunde werden 14 Subtkmeler Wasser durch das wert gejagt. Das gibt ungefähr eine Vorstellung von dem neuen Giganten. Er wird im Vollausbau eiv Leistung von nicht weniger als 224000 Kilowatt haben. Da» entspricht einem Stromver- brauch von 5X Millionen Glühlampen von se 40 Watt. Da» Werk bringt auch«in« Lösung der sogenannten Stromspitzenfrag«. E» wird als Tagesgrundkraftwerk gebaut, d. h. es soll zur Deckung des am Tag« vorhandenen durchschnittlichen Strombedarss beitragen. Der mit den Tagesstunden wechselnde Anteil des Gesamtstrombedarfs, die sogenannten Stromspitzen, wird von anderen, kleineren Werken geliefert. Man glaubt damit endlich für die Befriedigung der Strom» spitzen eine wirtschaftliche Lösung gesunden zu haben. Im Kesselhau» de» Westkraftwerts werden 8 Hochleistungskessel für die Dampferzeugung Ausstellung finden, von denen jeder eine Heizfläche von 2400 Quadratmetern haben wird. Ei sind das die größten Sessel, die bis jetzt in Europa gebaut worden sind, ohne daß man sagen kann, daß die rasend fortschreitende Ent- Wicklung auf diesem Gebiet sich voll ausgewirkt hätte. Technisch neuartig ist die Anordnung verschiedener Betriebsorgane(Lust- Heizer, Füchse mit Entstaubungskommern, Spelsewasserbehätter usw.) über dem Kessel. Bisher pflegte man diese Anlagen seitlich, neben dem Kessel oder dem Kesselhaus aufzustellen. Die Ueberein. anderordmmg bringt große betriebstechnische Bortell« mit sich: aller» ding, entwickelt sich dadurch das Kesselhaus immer mehr zu einem Hochhaus. Die beiden Schornsteine erheben sich 67 Meter über dieses Dach, so daß eine GesamthöhevonüberllOMeter» erreicht wird. Die elektrische Energie wird in 6 Hauptturbogeuera- toren erzeugt, von denen jeder 84 000 Kilowatt liefert. Den Eigenbedarf des Werkes an Strom und Heizdampf decken zwei klein« Turbogeneratoren von je 12000 Kilowatt. Wärmetechnisch neuartig ist die Borwärmung de« Speisewasser» durch Anzapf» dampf der Turbinen. Die Wärmeenergie der den Kessel verlassenden heißen Rauchgase wird in Lufthitzern zum großen Teil auf die der Feuerung zuströmenden Derbrennungsluft übertragen und so wieder nutzbar gemacht. Den von den Generatoren mit 10000 Boll Spannung gelieferten Strom bringen Transformatoren aus 30 000 Voll Spannung: sodann wird er von einem, nach den neuesten sicherheits- technischen Ersahrungen gebauten Schall- und Verteilungshaus dem Derbrauchernetz zugeführt. Mtt dem Bau von Westkrast verknüpft sich gewissermaßen etae wohnungspolitische Tat. Kraftwerke sind wegen der Flugstaubbelästigung keine an genehme Nachbarschaft. Die Technik bietet'aber Mittel, die dies« Flugstaubb elästi gung einschränken. Wenn die Privatindustri« davon keinen Gebrauch macht, dann will sie es eben nicht. und die bürgerlichen Mehrheiten in der Stadtverordnetenversamm- lung vieler Städte sind zu nachsichtig, um die Industrie hier zur Er- füllung einer Pflicht zu zwingen, die selbstverständlich ist. Die Stadt Berlin hat diesmal die Fortschritte der Technik restlos benutzt, um die Ylugstaubbelästigung aus der Well zu schaffen. Die beim Großkraftwerk Klingenberg gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß man bei Kraftwerken in der Nähe von großen städtischen Wohngebäuden eine möglichst staubfreleFeuerung anstreben muß. Au» diesem Grunde versieht man-das neue Kraftwerk nicht mit Kohlenstaubfeuerung, sondern man ver- feuert Stückkohle. Dabei ist dl« Bildung von Flugasche und Flug- staub viel geringer, besonders, wenn man ein Feuerungssystem ver- wendet, bei dem die Reibung der Kohle In der Feucrungsschicht möglichst niedriggehalten wird. Das ist bei der sogenannten Stockerfeuerung der Fall, die hier zum erstenmal in Deutsch- land in größerem Ausmaß Anwendung findet. Eine wettere Maßnahme zur Vermeidung der Flugstaubbelästi- gung wird mtt der sogenannten trockenen Eni staubung an- gewandt, die darin besteht, daß Rauchgase durch Verminderung ihrer Strömungsgeschwindigkeit und Abkühlung weitestgehend von Staub befreit werden. Im übrigen ist auch die bekannte Naßwäsche vorgesehen, die den Rauchgasen die letzten Staubteilchen entzieht. Ohne Zweifel geht dieBerlinerStadtverwaltungbahn- brechend vor. Die Industrie, die so viel über die angeblich minderwertige Gemeindewirtschaft erzählt, kann von Ihr vieles lernen. Für den Bau von Westkrast wurden 300000 Kubikmeter Erde bewegt. 2400 Eisenbetonpfähle mit einer Gesamtlänge von 20 Kilometern als Fundament in die Erde gerammt, 55000 Kubikmeter Beton benutzt. 2100 Tonnen Rundeisen nur allein für Eisenbetonbauten verwandt und 14000 Tonnen Stahl nur für das Stahlskelett in den Hochbauten verarbeitet. Die Ausführung, die in den Händen der Siemens-Schuckertwerke liegt, wird dreiviertel Jahre dauern und bedeutet eine Rekordleistung. Gegner der Sozialdemokrakie schimpfen und hetzen. Währenddes hat da, rote Berlin ein Fundament für die Konsoli- dierung der Berliner und dawtt auch der deutschen Wirtschaft gelegt. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Taten beweisen! Auch da» neue Großkraftwerk in Berlin ist ein« Mahnung, den Gegnern der Sozialdemokratie am kommenden Sonntag die gebührende Antwort zu geben: Wählt die Liste der Sozialdemokratischen Partei I arbeit gewonnen werden konnte. Di« Dresdner Bant spricht den Wunsch au»— den wir verstehen können, wenn er auch nicht ohne weiteres befolgt werden wird—, daß das Institut der Dresdner Bant und di« Beamtenzentralbont sich baldmöglichst miteinander verständigen, um ein Gegeneinanderarbeiien zu vermeiden. Das Monopol, wenigstens ln Berlin, wäre der Dresdner Bank offenbar lieber gewesen. Der Aufsichtsrat der Spar- und Kreditanstalt für deutsche Beamte und Angestellte A. gangen zu sein, denn ganz offenbar wurden sehr beträchtliche Ge- winne, die in dem Zentrum des Konzerns, in den schwerindustricllen Betrieben an der Ruhr, oerdient wurden, einfach zum Verschwinden gebracht. Obwohl die Umsätze der Rührwerke nicht unerheblich ge- stiegen sind, wird für dies« ein Reingewinn von nur 3,94 gegen 7,65 Millionen im Vorjahr ausgewiesen, also nur wenig mehr als die Hälfte. Offenbar handelt es sich hier um die be! den Ruhr- Magnaten jetzt so beliebte politische Gewinnrechnung, bei der nachgewiesen werden inuß, daß es der Schwerindustrie schlecht geht. Das geschieht ausgerechnet bei den Werken und Zechen der Guten-Hoffrmngs-Hütte, die anerconntermaßeir zu den fortgeschritten- sten gehören. Der Geschäftsbericht des Konzerns liegt uns im Wort- laut noch nicht vor: wir werden deshalb später ausführlicher auf die Methoden des Herrn Reusch noch zurückkommen. Aoch sehr starke Eisenkonjunkiur. Auch der Güterverkehr der ZteichSbuhu bleibt sehr groß. Di« Zeitschrist„Stahl und Eisen" veröffentlicht die Ergebnisse der stMstifchen Erhebungen des Vereins der deutschen Eisen- und Stahlindustrie über die deutsche Roheisengewrnnung im Ok- tober 1929. Danach wurden im Okthber an 31 Arbeitstagen 1 156 976 Tonnen erzeugt gegenüber 1 168 925 Tonnen an 36 Ar- beitstagen im September d. I. und 1615 517 Tonnen an 31 Ar- beitstagen im Oktober vorigen Jahres. Die Eisenerzeugung war im Oktober also noch außerordentlich hoch. Der frühere leicht« Rück- ganz ist mehr als aufgeholt. Das kommt auch in der a r b e i t s, täglichen Erzeugung zum Ausdruck. Sie betrug im Oktober 1929 37 322 Tonnen gegenüber 36 964 Tonnen im September und nur 32 759 Tonnen im Okiober vorigen Jahres. Gegenüber dem Vorfahr liegt die Oktobererzeugung um fast 15 Proz. hoher. Auch die Entwicklung in der Eisenindustrie zeigt, daß sich die Beschäftigung der Industrie insgesaint heute immer noch auf er- st a u n l i ch hohem Niveau bewegt, wenn man die erheblich vergrößerte Arbeitslofizkest gegenüber dem Vorjahr berücksichtigt. Auch die letzten Güterverkehrsziffern der Reichsbahn sind, wie schon in diesem ganzen Jahre, noch über den Vorjahrs- Ziffern geblieben, so daß die Beschäftigungszisfern allein immer weniger geeignet sind, ein wirkliches Bild über den Stand der deutschen Produktion zu vermitteln. Verschmelzung von hukfabriken. Di« Silber u. Brandt H u t f a b r i k A.. G. in der Pappelallee in Berlin und die Karl Goldschmidt Hutfabrik A.-G. in Luckenwalde, die erste mit«inen, Kapital von 246 066 M.. die zweite mit einem Kapital von 866 666 M.. beide aber schon längere Zeit' ohne Dividende, sollen miteinander verschmolzen werden. Die beiden Fabriken erwarten eine erhebliche Senkung der Unkosten durch die nach der Ver- ichmelzung durchzuführende Nationalisierung der Produktion und Zusammenfassung der Betrieb«. viskonlermäßigung in Polen. Der Derwaltungsrat der Bant von Polen hat beschlossen, den Diskontsatz von 9 aus 8� Proz. herabzusetzen. Gleichzeitig wurde der Lombardzinssuß von 16 auf 9¥i Proz. ermäßigt. Unsere 3 Bäckereien liefern in bester Güte: Konsum-Brot......... Koitsum-Scliwarzbrot. 45 Pf. Konsum Konsum-Vollkornbrot. 45„ Konsum Konsum-Bio-Biot....60„ Konsum Konsum-Grabam-Brol. 30„ Konsum Konsum-SMbrot..60,. Konsum 60 Pfennig 'Bauernbrot.. 65 Pf. ■Weizenbrot.. 40„ Kuchenbrot.. 22„ ■Rosinenbrot.. 30,, ■Rosinenblätze 50„ nsii eingeführt: von Freitag, dem 15. November, ab in allen Lebensmitieiabgabesteiien nee erhaltlich: cenovitaerot vitaminreich Hoher ElweiSgebalt Preis; so Piennig Die Abgabe der Waren erfolgt in der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend nur an Mitglieder. Die MitgliccUdiaft Kann von federmenn «•rworbon werden. Aufnahmegebühr 50 Pfennig Mitglieder- Aufnahmen werden in sämtlichen 286 Ab- gabestellen der Konsum- Genossenschaft vollzogen. WM Metallarlieiter VeM Verwaitunpsste le Berlin Todesanzeige. Dm Miigliedern Mir Nachricht, tof unfrr neiitgr, der Sciidet Karl Schmidt gebaren Zs. Na» ein der 1871, am 11. Na. oember gestorben ist. Die E näscherung findet am?onn- abend, bem IS. November, 20 UtK im Krematorium Serichtstraße statt Rege Beteiligung wird erwaitei. Nachruf. Am 10. November 19» starb unser slotlege, der Anschläger Franz Köhler geb 19. Juli 1880. Die SinSscherung hat bereit, statt- gesunden. Ohre ihre««nbeafen! SU OrlaoenoatfttBg. | Sardtnen, Etore«. 8,—, 8,—, 8,— Marl. Deloraiionen, Fenster 5,—. 8,—. 14,- Marl Dllllbcttdecken 8.50. 8,50 Marl Delorationsstosse, Meter >8.—. 4JO. 8,50. Conrad RiMjft, seit 1884. Dot-damerstrake 195». au der I Nuefürstenstrake..Dorwärt,". Lesee . 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Selonnlen und fflpnoffen sage ich hiermit tstr die erwiesene Teilnahme anläßlich de» Ableoen» meine» iledeu Manne» meinen herzlichen Dank. Ww. Emma Kaorr nebst Kindern. lr. neu. W. Beiltrüll Köpenick verzogen von autenbergstraS« 33 nach Berliner StraBe 2, hpt. (am CötlnUchcn Platz) Snrtchstunden: 9—11. 4—6(auSer Sonnabend nachm.). Tel.; Köpenick 1760. Gesunden Schlaf kräPl-ioe Nerven venschdff> bei /engerer Kur WZ itzeaifllen ecb/e euf den gesch //amen. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Wo nicht erhiltlich, weisen wirVerkaufsätellen nach Otto Stumpf A.-G« Chemnitz Verkäufe _ Taveten. JEziiiat. Roioniestraste 9 Rlubsestel, Dallrinbledor. 65.—. 88.—. 95.— Mark. Prachtmodrlle ts.'>.—. 145�— Äiark. imitiert Biidieber 48�-. 68�. 95.- Marl. RIubsellel-Fischer. Pol». damerstraste INS», an der Ruriürsten- straste..Vorwärts". Lcscr Ertrarabati. Läuserftosse. Ralo». Meter Mark. Boueie. Mcier 2.50, öelout, SHe'er 650, 850 Mai ausmabl für LausbesiKer und Vrioate. Seit 1884. Tevvich.Fischer. 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Danziger Str. 71. Binew 725. S. Kreis Friedrichshain. Schmidts cSefellschaftshaus, Frucht- straße 36s. Alexander S325. S. Kreis Kreuzberg. Krüger. Grinunstr. 1. Baerwald 7036. 7. Kreis Charlottenburg.(Krantenlaffenhaus). Berliner Strohe 137. Wilhelm 8423 Nachtruf. 8. Kreis Spandau. Brendemühl, Moritzstr. 16. Spandau 3012. 9. Kreis Wilmersdorf. Kroitz, Holste.njche Str. 60. Pfalz- bürg 1103. 10. Kreis Zehlendorf. Schneider, Potsdamer Str. 25. Zehlendorf 1319. 11. Kreis Schöueberg. Will, Martin-Luther-Str. 69. Stephan 4-149. 13. Kreis Steglitz. Schellhase, Ahornstr. 15a. Steglitz 3815. 13. Kreis Tempelhof. Görlitz, früher Niendorf, Mariendorf, Chausseestr. 19. Südring 1548. 14. Kreis Neukölln. Weichselstr. 8. Neukölln 406. 13. Kreis Treptow. Schmidbauer, Adlershof, Bismarcksir. 74 Adlershof 291. 18. Kreis Köpenilk. Staditheater, Friedrichstr. 6. Köpenick 360. 17. Kreis Lichtenberg. Seipke, Kronprinzenstr. 47. Andreas im 18. Kreis Weißensec. Gallas, Lehderftr. 122 Ecke Berliner Allee. Woißenfee 877. 1 S..Kreis Pankow.„Türkisches Zell", Breit« Str. Pankow 266. 38. Kreis Reinickendorf. Strauß, Reinickendorf-West, Schorn- weberstr. 109. Reinickendorf 336. Die zemraiwahlleltung ist im Bezirkssekretariat. Lindenstr. 3. 2. Hof» 2 Treppen. Telephon: Amt Dönhoff 308«. 3087» 3088» 308«. 3087. Wichtige Vorgänge» dl« allgemeines Interesse bean» spruchen, sind dorthin zu melden. Samariter. Für den Transport kranker und körperlich behinderter Wähler stellt sich der Arb'-iler-Samariter-Bund zur Verfügung. An folge». den Stelleu kann augerufen werden: Mitte. Geschäftsstelle, Gr. Hamburger Str. 20. Norden 3340. Tiergarte«. Lausch. Bredow- Ecke Wiclesstraßc. Moabit 7367. Wedding. Roland, Turiner Str. 6. Moabit 7041. Prenzlauer Berg. Zundel, Kastanienallee 29/30. Pineta 590. Friedrichshain. Busch, Tilstter Str. 26. Kömgstadt 1105. Kreuzberg. Zum Urbanhafen. Am Urban Ecke Planufer. Laer- wald 6336.— Reichenberger Hof. Reichenberger Str. 147. Moritzplatz 3233. Charlottenbnrg. Jugendheim TAI., Rosinenstr. 4. Schöneberg. Rosenthal, Ebersstr. 66. Stephon 2932. Steglitz. Schmidt, Lichterfelde, Roonstr. 39. Drellenbach 524. Tempclhof. Seeger, Mariendorf, Chousieestr. 37. Südring 443. Neukölln. Lange, Hermannstr. 125. Neukölln 6171.— Äesler, Reuterstr. 47. Neukölln 851.— Schilling(Zentrale) Kirchhof- Ecke Wizzerstraße. Neukölln 1607. Treptow. Wildenbruch- Ecke Gratzstratze. Moritzplatz 12898. Köpenick. Beetz, Schönerlinder Str. 5. Köpenick 607. Bohnsdorf. Schmidt, Wollersdorser Str. 100. Grünau 6310. Lichtenberg. Seipke, Kronprinzenstr. 47 Andreas 1220. Weifienfee. Stärke, Charlottenburger Str. 8. Weißensee 377. Pankow. Klenmi, Berliner Str. 118/119. Pankow 566. Reinickendorf. Matter, Eichbornstr. 93. Reinickendorf 3155. Hermsdorf. Turnhalle, Roonstroße. Tegel 3076. halllahrer. Die pnrteigenössi scheu Radfahrer stelle« sich am Wahl» tage iu ihre« Abtellunge» zur Verfügung der Wahlleiter. oas wahiresunai Das Wahlresultat der einzelne« Stimmbezirke wird in jeder Abteilung zusammengestellt und dann auf schnell» stem Wege dem Bezirkssekretariat und dem Kreise über» mittelt. Das Bezirkssekretarlat braucht die Zahle« not» wendig zur Berichterstattung an die Presse. Teilresultate und Resultate aus den einzelnen Stimmbczirken sind» weil zwecklos, nicht zu melden. Sport. Rennen zu Strausberg am Donnerstag, dem 14. November. I. Rennen- t. Soru-sia(H. Schöier), 2. Hoieb. 3. Suteipe. Totox 13:10. Piatz: IS, IS: 10. Ferner Velen: Juif Errant, Lancade, Maya fgef.). 2. Rennen. 1. Manoir(Solfi), 2. Tamaraitcn, 3. Chrono?. Toto: 27:10. Plötz: 13, 14:10. Ferner liefen: Genius, Schar-Dagh, Doktor Mabuie. 3. R e n n e n. 1. Richtlinie lWolff), 2. Trmnpllönig. 3. ParaKenia. Toto: 184:10. Platz: 48, 17, 24:10. Ferner liefen: Paifisal, Begonie, Narr. PaiaSdin, Silberbotzen, Filanda. 4.Rennen. 1. Zlernrat(v. Egloffsteinl, 2. Werden, 3. Tornado. Toto: 17:10. Platz: 12, 15:10. Ferner lief: fficjna(agb.) 5. Rennen. 1. Jrländerin lKimpl), 2. Rolenprinz. 8. Falter. Toto: 30: 10. Platz: 13, 14, 15: 10. Ferner liefen: Gebhard, Hol Gulden, Schwertlilie, Draior. S. Rennen. 1. Black Bridge(Silber), 2. Panier. 8. Carl-Hein». Toto: 62:10. Platz: 16, 16, 26:10. Ferner liefen: Fechter. Stichelet, Hazard, California, Spala, Monwllo, Morgenrot, Prüna?, Swrmbraut, Bonbonniere.______ wetlerberichl der Sffeuwchea weNerdienstllell« Serlin and Umgegend (Nachdr. vcrb>. Ziemlich trübe und regnerisch, wenig Temperatur- ändcrung. Ichwache Sustbewcgung.— ASr r>«ll6chland' Meist trübe und belonders im Osten Regen, wt Südwesten zeilweife Aufreihen der Be» wölkung. Sillls, sckiek elegant Kurzberg tat daftlr bekannt. 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Es ist ja auch wirklich famos, den Mantel oder Anzug zu finden, den man sich vorgestellt hat(vielleicht noch schöner, noch besser)unddoch dafür so viel weniger bezahlen zu brauchen, als man gedacht hatte. ihnen würde das nicht ein bißchen anders gehen) Auch den Mantel oder Anzug, den Sie suchen, finden Sie bei uns. Und sicherlich besser und billiger, als Sie annehmen. Warten Sie nicht langer-- I Tkea-iet, Lidtlspiele usw. Frei tat, 16 11. Sbats-Opsr Unter d. Linden A-V. ao »Uhr Staols-Oper Am PIJ.RePDbl. Vorst 64 IV» Uhr Die Freit»«, 16 II. Stadl Oper Bismareks tr Torrm» IV « Uhr Der UMsptaMinUv Slaati-Sdiaospl). •nSeadinneiiniarkt A.-V. 221 »Uhr StutLSdüller-Tlieater.QuritlL « Uhr: Des Kslsers Soldsten scaQ ng. I fntta. S»«»'/, Skr IMhMN. WatortL; SUMPL-Ji. OeraMlna■•Joe, tttd, Power»rw plAza TSgi.» u.»» soBnut.sn a» f Alex. E. 4.8066 [INTBRNAT. VARIETE Mer0«ii Premiere CASINO-THEATER Lofhrlmeer(trete tt. 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Die Komödie J1 Bi5mck.24l4/7SI6 8V« Uhr Vom Teufel gebtll von Knut Hamsum Regle: MaxRelnhardt Th. a. HoMorfpiab Vorvk. 10-1 Kl.»Ol Täglich 8t, Uhr Sainpltl dss Dtiiu&sn Tbeatan Ilse Bois MdM« Un«rr*lcaUH* Jrvtn Soeurs» Jenny Stelner xnlg-n-Min TonzschSpfungnn 3 Cressos* Paul Remos Comp EquIllbrUtik in HBchsMr Vollendung usw. Ein hervorragendes Programm l ... log)• H Vorttallvagsn I- Weine Preise. I" und 8 Uhr Renaissance- Theater PI* Uhr Kita itt. juunnnagi KranKheU der luvend Von Bruckner. Rgzle. dost. Härtung Ab Sonnabend SV, Uhr COBBIC-OVBB Komödie von Jacques Natbanson. Sonnabend f Uhr. Sonntag 4 Uhr Die laeUlaft« Flcmxne — telnolttrCI. 0101 u. 2583(84.— Reichshallen«Theater Abende[T) Sonntag nechm.[T] „Bei de Stetfioer Ulk-Rene v. MeyseL Billettbest Zentrum 11263. Nachmittags halbe Preise. Otfnhoff-Brattl; Das groBe Varietd-Progr. Tang— Faikner-Ot ehester. SmovskT-Bfinieü KWggrittzar StraOo Täglich 811 IIb' Die erste mre.sewv mit MiW Komddlenheua Täglich 8V, Uhr Oer Hahnerhol v Tristan Bemard Kleines Theat. Merkur 1624 »glich 8V. Uhr Max Adalbert als Manie am Flüge) Rudolf Nelson Regit: Kr Diinliaidt. Lessing- Theater Norden 10846 Gruppe fanget SdieaspieleT Täglich Pk Uhr cranhai! Sonntag 4 Uhr Märchenvorst Hans orlan geht nach Brot meaid. Westens Tägl. 8V, Uhr Nariclta UnlKT. Oskar smu KSIhe Dondb Mldtacl Bobneu Frankfurtar Alle« 31 J'314 Von Freitag, den ia. November bla Montag, den 18. November Dlna Drall« in Kehre zurUckl Alles versehen! mit Teddy am— Albert Pulid MSUcr�Lliito Auf der IWhne DlegroPeAosstattunflsrevueinlOBrdam OieJagdumdieWelt SO Hitwirkene« Betflim der Vorsleilfl.: Wochen iags 6 Uhr. Sonnabende 3 JO Uhr. Sonntag« 3 Uhr. Spar- Em MMi 1 Denlsilie Deaile»El ÄngKlellli i-6. Zentrale Berlin SW 40, Wflbelmsira�e 146 Wir beehren ans mitzuteilen, daß wir am Montag, dem 18. cLMis., unsere Tätigkeit aufnehmen und unsere ücschättsstellen A BerIlnSW0l.Belle-AUlaQcePl.9 B Sdiöneherg. General-Pape Str. C Berlin NW 40. Alt Moabit 139 D Berlin C 2. Jfldenstrafie 53 E Berlin C2, Nene Frledrithslr. 77 F Charlotten bg. 5. Stuttgarter PI. 20 G Berlin SW 08. Alte Jakobstr. 120 a H Sdiöneberg. Innsbrutker Str. 0 J Spandan, Breite Straße 5 K Steglitz. Albreditstraße 5 l Berlin N65. Chansseestraße 04 N Neukölln. Erkstraße fa sowie Filiale Görlitz von diesem Tage ab zunächst von 9—14 Uhr geöffnet halten. Bis auf! weiteres and die vorstehend genannten Kassenstellen nur zur Annahme von Depositengeldern und Spareinlagen sowie zur Entgegennahme von Anträgen auf Bewilligung von üchaltsvorschüssen ermächtigt Eine Aaszahlung: oder Bevorschussung von Guthaben n. Ein'agen bei der Bank ffir Deutsche Beamte e.G.m.b. H. und der Reichsbandbank A.G. kann nicht erfolgen, da ffir beide Institute das Vergleichsverfahren beantragt und eine Entscheidung hierüber noch nicht gefallen Ist. Wir weisen zur Vermeidung von Mifiverstündnlssea ausdrücklich dirauf hin, dafi eine Uebernahme der Ge> schifte der vorgenannten Banken durch uns nicht erfolgt ist und es sich bei unserem Institut um ein lediglich den geldwlrtschaftllohen Interessen der deutschen Beamten und Angestellten dienendes neues Unternohmen handelt. Berlin, den 14. November 1929. Spar' und Kredlfaiisfall Hlr Deutsdie Beamle und Aodesfcllle Direktion tr. Robert Kiele Oeatsebu tflnstler-Tbeti Barbarossa 3937 1*9 Uhr Seltsames v. Eugene Cmelll U,« Uitinktrt Sonntag, 17. Nov. 31? Uhr Ol««Bdir« Salle in der Premieren besetz Preise 060— 8 M Dönhoff 170 81* U. Zwei Krmtiei von Georg Kaisar Musik Spoiiansky Sonnt«?, 17. Novembar »'■» Uhr Zvei Krtvktien Preise 060-300 M. PlanetarinrnT — am Zoom» VbOii MiaulMe Unk B.5 Barbarossa 5578 16V« Uhr HaitaV absnOaao tleriHO- hlmmal 18V« Uhr Ritaal«a, HB-naiscimraren Nur gute Qualitäten aus eigener Schlachtung fpIschb« scftweinBiieiscn Kotelett...... Mk. 1.30 Kamm und Schuft.. 1.40 Schulterblatt im ganzen„ 1,28 BeUCh ohne Beilage.. n 1.30 ROckenfett.,..• 1.20 Uesen........ 1.15 Köpfe» 0.60 Eisbeine. 0.95 Xnlebein«.«..,. 0.55 Spitzbeine.....„ 0.40 Frisches Hammeme�scri Keule und Rücken. Mk. i.55 Dicke Rippe..... 1.45 Dünnung...... 1.35 Frisches Rlnfltielsch Rouladen. Mk. 1.55 1.70 Schmorfleisch ohne Knochen, 1.40 1.00 Fehlrippe..» 0.95 1.15 Querrippe.. 0.55 1.00 Gehacktes...... 030 Befrier-Rlnflüelsch Rouladen..... Mk. 1,15 Schmorfleisch ohne Knochen.,•„ 1,05 Fehlrippe..,,.. 0.75 Querrippe...... 0.65 Sefrlar-Hammemelsch Keule und Rücken. Mk. 1.20 Dicke Rippe.<..• 1.10 Dünnung.»..,» 1.00 Wild und GefflSgel Hasen...... Kaninchen, witde. OSnse, nur Oderbr. je Pfund Mk. je Pfund Mit. ... 1.10 Hühner..... 1.20 1.35 ... 0.95 arsthühnchen» aussen.. 1.65 1.20 1.35 Enten 1.45 1.55 FiBischahoalieslellen der Kee. Berlin H, Badstraße 40-41 Franseckistraße 24-25 Rhinower Siraße 5 Schulzendorfer Str 3 a Seelower Straße 17 Seestraße 36 Stettiner Straße 59 Swinemünder Straße 96 Berlin HO, Naugarder Straße 52 Berlin NW, Wiclefstraße 49 Berlin O, Kopernikusstraße 1 Paul-Singer-Straße 57 Thaerstraße 48 Berlin SO, Admiralstraße 6 Brieselang, Nauener Straße Britz, Fritz-Keuter-Allee 46 Cftarottenburg, Knobelsdorff- straße 94 Rosinenstraße 4 Cöpenick, Zu den 7 Raben 2 Eggersdorf, Strausberger Straße Erkner, Siedlung. Kienkamp 23 Lichtenberg, Rittergutstr. 24-25 Mahlsdorf, ßahnhofsiraße 25-26 Marlendorf, Kaiserstraße 124 Marienfelde, Berliner Straße 31 Neukölln, Bergstraße 21 Liberdastraße 15 Siegfriedstraße 33 Weisestraße 35 Weserstraße 187-188 Oberschöneweide, Rathausstraße 52 Pankow, Treileborger Straße 46 Rahnsdorf. F&retenwalder Straße 56-57 Reinickendorf-Wosl, Berliner Straße 79 Spandau, Bayernplatz Neuendorfer Straße 12 Pichelsdorfer Straße 37 Staaken, Gartenstadt. Markt 15 Steglitz, Forststraße 32 Südende, Albrechtstraße 53a Tegel, Freie Scholle, Hermsdorfer Straße 66 WelBensee, Buschallee 104 Zehlendorf, Schlieffenstraße 20 Die Abgabe der Waren erfolgt in der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend nur an Mitglieder. Die Mitgliedschaft kann von federmano erworben werden. Aufnahmegebfihr 50 Pfennig Mitglied er» Aufn ahmen Verden In sämtlichen 280 Abgabestellen der Konsum- Genossenschaft vollzogen. Trlfflon-irar 8V, Uhr EDsabeth Strickrodt lu „Die Ballerina des Xfiolgs" So. 4. SU. ZV, Uhr «V« Uhr 1» i««. enaam tar WM Eintritt I Mark. Kinder SO PI. Mittwoch« halb. Kassenpreise. nHLa.Kata.Tn ottb. Str. 6 igl a Uhr loehSonm. MChm.JU.: Eüle» sanger HttMl hm nttrt LBStsplilbaas Friedrieh«r. 236 Bergmann 3922 Täglich SV« Uhr Granil Hotel Lostspl.l von Paul Frank Netropol-TD. SV. 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Eine'Lohnbewegung in den mitteldeutschen Gruben ist, wie die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben, immer eine kritische Sache; denn das Unter- nehmertmn des mitteldeutschen Bergbaues birgt viel scharf- machertschen G c ist in sich. Daher auch die Unterstützung der P u t s ch i st e n mit Millionen Braunkohlengeldern. In Senstenberg und Zeitz sind diejenigen Gewerkschaftsfunktionäre, die an Gewertschaftskurfen teilgenommen hatten, ge maßregelt und f r i st l o s entlassen worden. Man hintertreibt die Aufklärungs- arbeit der Bergarbeiter, weil dem nntteldeutschen Grube nuntcr- nehmcrtum unwissende Arbeiter die angenehm st en sind. Je dümmer der Arbeiter, desto leichter die Ausbeutung. Die Organisationen waren angesichts der Haltung der Braun- kohlenbarone gezwungen, bei der Kündigung des Lahntarifvertrages in dem Kündigungsschreiben an den Arbeitgebcrverband a u s d r ü ck- l i ch zu fordern, daß Gewerkschaftsfunktionären, die an A u s b i l- dungskursen teilnehmen, ein unbezahlter Urlaub zu gewähren ist. Iin übrigen haben die Organisationen im wesentlichen Erhöhung der tariflichen Durchschnittslöhne aller Lohnrevierc unter besonderer Berücksichtigung der Löhne der Jugendlichen und Arbeiterinnen um 1 Mark pro Schicht gefordert. Ferner Ber- ringerung der Spanne zwischen Kern- und Randrcvier auf 10 Proz. und Aenderung der Lohntafel. Dadurch soll vor ollem ermöglicht werden, die Z i e g e l e i a r b c i t e r, die dem Tarifvertrag unter- stellt sind und meist von den Werksleitungen ganz willkürlich entlohnt werden, in die Lohnregelung einzugruppieren; ebenso sollen die durch die Technisierung der Betriebe entstandenen neuen Arbeiterkategarien einbezogen werden. Angesichts der scharfmacherischen Tendenzen Im mitteldeutschen Grubenunternehmertum wäre es naiv, auf einen reibungslosen und glatten Derlaus der Lohnverhandlungen zu hoffen. An sich, d. h. vom Standpunkt der Geschäftslage des mitteldeutschen Braun- kohlenbergbaucs aus, könnte ein solcher Berlouf sehr wohl möglich sein. Der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau hat im Laufe dieses Jahres gut verdient. Der Absatz war im allgemeinen frisch und lebendig. Seit der letzten Lohnregelung im Oktober vorigen Jahres hat der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau eine Entwicklung gcnominen, die es ihm sehr wohl gestattet, die Forderungen der Bergarbeiter zu erfüllen. Die Geschäftsberichte der Gruben weisen sehr ansehnliche Gewinne auf. Die Braunkohlen- gewinnung hatte im Jahr« 1928 Rekord Ziffern auf- gewiesen. Sie überstieg die des Jahres 1913 z. B. im ostelbilchen Revier um 71 Proz., im westelbischen um 83 Proz. Eine sehr kräf- tige Produktionssteigemng, während die Belegschaftsbewegung iin umgekehrten Sinne verlief. Die Pro- d u k t i o n steigt und die Belegschaftsstärke sinkt. Die Arbeiter vertreten deshalb nur ihr gutes Recht, wenn sie durch«ine Verbesserung des Lohns- an dcni Aufstieg der Produktion, der 1929 nicht nachgetasscn hat, teilnehmen wollen; denn die Löhne sind im Herbst des vorigen Jahres nur um SM Proz., 25 Pf. in der Spitze, verbessert worden. Es war nur eine bescheiden« Zu- lag«! Die Leistungen der Arbeiter sind gestiegen. Der Auf- stieg der Produktion ist keineswegs lediglich der Technisierung der Betrieb« zuzuschreiben. Technisierung und Elek- trifizicrung der Betriebsanlagen in den Tagebauen bilden große Gefahrenherde für die Arbeiter. Dazu kommt ein über- aus scharfes Arbeitstempo, das die Arbeiter kaum zur Be- sinnung kommen läßt. Den großen Gewinnen stehen daher auch sehr große Unfallziffern gegenüber. Leben und Ge- sundheit der Arbeiter werden stark beeinträchtigt. Trotz des Be- legschaftsabbaucs sinkt auf vielen Gruben keineswegs die Unfollzifser, im Gegentellk Alles das muß bei der Erörterung dsr Lohnfrage in Betracht ge- zogen werden. Es ist nicht nötig, die Oeffentlichkeit erst lange mit statistischen Zahlen zu behelligen. Eine kritische Würdigung der von den Unternehmern selbst veröffentlichten Zahlen ergibt«ine Recht- fertigung der Forderun gen der Arbeiter. Die Grundlagen der Gelben. Betrog und Urkundenfälschung. Wenn man die Vertreter der„wirtschaftsfriedlichen� Land- arbcitckbewegung und die pommerschen Agrarier reden hört, dann ist die Mehrheit der pommerschen Landarbeiter „berufsständisch" organisiert. Wie es damit steht, zeigt folgendes Dokument, das uns vom Deutschen Landarbetterverband über- mittelt wird. Es handelt sich um ein R u n d s ch r e i b e n, das der Angestellte der Stettin er Geschäftsstelle des Landbundes, Wagner, im Oktober vergangenen Jahres dem Sozialsekretär des Landbuiü?es in K ö s l i n zugestellt hat. Das Rundschreiben hat folgenden Wortlaut: „Auf Grund unserer Vorschlagsliste zur Wahl der Beisitzer des landwirtschaftlichen Fachausschusses beim Landesorbeitsamt Pommern wird von selten des Landesarbeitsomles in den Kreisen eine Stichprobe über die tatsächlich vorhandenen Mit- g l i e d e r gemacht. Dies ist darauf zurückzuführen, daß der Deutsche Land- arbeiterverband unsere Zahlen beanstandet hat und nun vom Landesarbeitsamt aus der Nachweis für die Richtigkeit der von uns angegebenen Mitglieder geführt werden muß. Beim Deutschen Landarbeiterverband werden die gleichen Stichproben vorgenommen. Wir haben ein Verzeichnis der Kreise mit den in den ein- zelnen Kreisen vorhandenen Gesamtmitgliederzahlen dem Landes- orbeitsamt übergeben müssen. Für deinen Kreis sind 1282 Mitglieder benannt. Fiit den Nachweis dieser Mit- gliedcr dem Prüfer gegenüber bist du verant- wortlich. Die Prüfungen können unseres Erachtens im An- fang der nächsten Woche beginnen. Dieses Schreiben ist sofort nach Kenntnisnahme zu vernichten. Sobald eine Nachprüfung stattgefunden hat, ist uns sofort von dem örtlichen Ergebnis Mitteilung zu machen. Dem Prüfer ist eine namentliche Liste alpizabetisch oder nach Ortsgruppen geordnet, einschließlich der Frauen, vorzulegen. Die Frau braucht als Frau nickK be- sonders gekennzeichnet zu sein. Die Hauptsache ist, daß die ge- nannte Zahl nachgewiesen wird." Also, die Stettin er Geschäftsstelle des Land-bundes teilt dem Lande-arbeitsamt die angeblichen Mitgliedcrzahlen der verfchie- denen Kreise mit. Für K ö s l i n rund das Doppelte der wirk- lichen Mitgliederzohl. Damit nichts passiert, wird dann den Äreissetretären mitgeteilt:„Für so und so viel Mitglieder hast du aufzukommen. Du fabrizierst eine Mitgliederliste. Die Hauptsache ist, daß die genannte Zahl nachgewiesen wird." Im gemeinen Leben nennt man das Betrug und 11 r- tundenfälschung. Auf dieser Grundlage ist der„wirtschasts- friedliche" Landbund aufgebaut. Hoffentlich erkennen die Behörden jetzt endlich, daß den Angaben des Landbundes gegenüber eine weit größere Vorsicht als bisher am Platze ist. poensgen, der Humorist. Republikanische Begründung des Echarfmachertums. Die sogenannte NordwestlicheGruppedes. Vereins Deut- scher Eisen- und Stahlinduftrieller, die im Borjahre die Aussperrang im Ruhvgebiet durchgeführt hat, um das Schlichtungsverfahren und zugleich den kollektiven Arbeitsvertrag in die Lust zu sprengen, feiert ihr 2öjährig«s Bestehen. Wie das nicht zu vermeiden u>ar, hat sie eine Festschrift aus diesem Anlaß herausgegeben. Wie das weiter nicht zu vermeiden war, hat der Generaldirektor Poensgen dazu ein Vorwort geschrieben, das die„Deutsche Bergwerkszeitung" in entsprechender Aufmachung veröffentlicht. Diesem Text entnehmen wir, daß der Generaldirektor Poensgen ein großer Humo>« rist ist. So schildert er, wie die Gewerkschaften in Deutschland vor dem Krieg« gewesen feien. Wir überraschen niemanden, wenn wir sagen, daß Herr Poensgen an ihnen kein gutes Haar läßt. Wer Herr Poensgen tritt auch den Beweis für feine Behauptungen an, in- dem er wörtlich zitiert. Und wen zitiert Herr Poensgen als authenti- ichcn Interpreten der Grundauffafsung der Gewerkschasteu?-- Herrn Vogler! Wir glauben nicht, daß auf ein« solche Idee auch der stärkste Groteskkomiker jemals verfallen wäre. Nachdem der Humorist Poensgen das Scharfmachertum der Schwerindustricllen vor dem Kriege derart gerechtfertigt hat, kommt Karotten...... Vi Dt 0**1% Schnitt-uBrcdibohnen'AD*. 0.3® Erhsen......—.'/.c*. 0.2*5 Erbsen l*>.............-ad, o.9S Spargdabschnitte....>/, v, Brechspar gd<&•«......««....... rii- 0.30 Nenganabgobe eorbebalton «im Zucker, w*.............. FT* 0.23 Auszugsmehl.......«-Pji 0.22 Kaiser- AuszugmeM s-PfL oa. 4.43 Burtna-Vollreis........ pji 0.24 Bassein-Reis...........piuK....Pfd. 4.00 Creme-Pralinen........ Pf* 0.63 Pralinen-Mischung..... Pf* 4.00 Hustenbonbon-Müchg..Pfd. 0.80 Malzbonbon........... Pf* 0.48 Honigbonbon........... Pf* 0.48 Versand nach allen ffladtteilon amgenomnun Uirht verderblich* Waren Gebäck, Fische WF E K ÄT Z � D E R KP P 5 TA D T- 5 AHN MOC Mandarinen«s......... Pf* 0.48 Ananas................ Pf* 4.03 Tiroler-Eddrot........ 2 Pf* 0.88 lafdäpfd ret.....••••.••Pf* 0.20 Kochbimen r-b....... 2 Pf* 0.23 Graubimen............. Pf* 0.48 Hosenkohl............-Pf* 0.28 Hot- und Wirsingkohl».Pf* 0.06 Weißkohl.............. Pf* 0.04 Kabeljau chnt Kopf w> ganxtn Pfd. 0.40 Goldbarsch mit Kopf.....Pfd. 0�2 Schellfisch mit Kopf........ Pf* 0.88 Kabdjaufilet............ Pf* 0.68 Grüne Heringe........3Pf* 0.30 Karpfen i-tm*..••••....ah Pfd. 4.40 Bücklinge............... Pf* 0.42 Geräuch. Schellfisch....Pf* 0.43 Lachsheringe...... 7...isui. 0.25 Bismarckheringe �..im.im 0,09 Ostseeheringe curuaMiu>htM.D..0.99 Appetithappen tKma... D» 0.63 Heringssalat........... Pf* 0.63 Fleischsalat............ Ff* 4.20 Püchardsin Tomaten.. D» 4.40 Portug. Odsardinen...«Di 6.98 Fettheringe<■ Tom.......» rv 0.30 Kronen-Krebs.......... vi 2.80 SuppCn-u*dlTrOiomi Huhw Pfd. oh 0.95 Mast-Hühner, ML"', am Pfd. 4.40 Brat-Enten............ Pf* 4.20 Jungt Gänse.........«1 Pf* 4.05 Hirschragout........... Pf* 0.60 Hirschblatt............. Pf* 4.48 Gänse-Stückenfleisch...Pf* 4.20 Gänse-Rümpfe taM..... Pf* 4.30 Gänse-Hautfett......... Pf* 4.80 Baumkuchen soixwdti*.. Pfd. 4.00 Ananastörtchen wusha*..suk 0.23 Punschtörtchen........ stA 0.40 Käsetaschen.......... Slj� 0.20 Plunderhretzeln........ stA 0.20 Vanille-Zwiebach..... V, Pf* 0.80 Hefenapfkuchen......»» 0.30 Rosinen-Stolle........ stA 4.00 Kranzstangen.......... stA 0.30 tt mit einem«keganten Sprung in die Nachkriegszeit!.Leute sind dagegen nach der Reichsoerfassung die Organisationen der Unternehmer und der Arbeiter dazu berufen, in freiem Au- tammenmirken die Arbeitsbedingungen gemeinsam zu verein- bnren. Der Koliektiovertrag, der in der Fnsdenszeit in feinen ersten Anfängen stand und ein« Ausnahm« bildet«, ist zur Regel geworden." PoeniZgen, der Sozialrepublikaner! Und er fordert„einen Zu- stand wirtlicher Parität, wie er in der Reuhsverfassung mit Laren Worten gezeichnet wird". Poensgen, der Verteidiger der Ver. faflungl Ja, aber die bösen Dewerks-hosten sind eben Verfassung sf«indlich. Sie wollen nichts wissen von einer„wirtlichen Parität, und deshalb sind die Sozialrepublikaner i la Poensgen genötigt,„solchen ein- seitigen Machtbeftrebuirgen Widerstand bis aufs letzte ent- gegenzusetze n". Und der Humorist Poensgen fährt fort:„Wir sind allerdings der Meinung, daß wirimMittelpunktdesProduktions- Prozesses stehen, daß Industrieführer für die Wirt- schast unentbehrlich sind... Das Unternehmertum hat längst den alten ,L«rrn-im-haiife"-Standpuntt begraben." Danach kann man wohl sagen, daß Herr Poensgen seinen Beruf verfehlt hat. Als Kabarettist würde er durchschlagende Erfolge er- zielen, was Ihm als Wirtschaftsführer nicht immer befchieden war. Eisenbahner, Vorficht vor Wahlenigleisung! - Kommuaalwahlen und Eisenbahnerinteressen. i M« bürgerlichen Parteien, die sich bei den Kommunalwahlen besonders auch um die Stimmen der Eisenbahner bemühen, sind grundsätzliche Gegner der von der Sozialdemokratie ge- fchasfenen öffentlichen Wirtschaftsbetrieb«. Sie wollen diese gemeindewirtschastlichen Betriebe im privatkapitalisti- s che n Sinne oerwalten, die L ö h n e der Arbeiter und die Gehälter der Angestellten soweit abbauen, daß sie sich auf der gleichen > Linie bewegen wie in den Großbetrieben der Konzerngewaltigen Siemen», Lorsig und Genossen. Folgerichtig würde damit auch die Weiterentwicklung der Löhne und Gehälter des Reichsbahnpersonals bei passender Ge- legenheit hart unter Druck gesetzt werden. Also, an vorbildliche Löhn«, aber auch an vorbildliche Arbeitsbedingun» gen dürft« infolgedessen niemand stärker interessiert sein als das lkistnbahnerpersonal selbst. Schlechte Lohn- und Arbeitebedingungen in den Gemeinden, besonders in Berlin, erschweren auch die Stoßkraft der gewerkschaftlichen Unterhändler gegenüber der bürger- lich-reattionär eingestellten Hauptverwaltung der Deutschen Reichs- bahn-Gesellschaft. Wird nun noch in Erwägung gezogen, daß der Ausbau der V o l t s s ch u l e n, die in erster Linie ja auch von den Kindern der Eisenbahner besucht werde», unverbrüchliches Ver- dienst der Sozialdemokratie ist, einschließlich den weiteren Ausbau der Freistellen für geistig Begabt« der Minderbemittelten, so haben die Eisenbahner allen Anlaß, nicht auf die Schlagworte und Parolen der bürgerlichen Parteien hineinzufallen. Doppelt« Vorsicht ist zu üben bei den von den bürger- lichan Parteien empfohlenen sogenannten Gemeinschastslisten (Beamten oder Mietervorschlagslisten). Hier haben sich in ver- stackter Form die reaktionärsten Elemente zusammen- gesunden. Aus die Kommunisten, die auch bei diesen Wahlen im Bund« mit den Hakenkreuzlern, den Nationalsozialisten, die größten Schreier sind und die meisten Wahloersprechungen machen, brauchte eigentlich nicht aufmerksam gemocht zu werden, weil ihre Unfähig- k e i t auf kommunal-politischen Gebieten bekannt ist. Die Eisenbahn-r selbst können ein Lied von dieser Unfähigkeit stngen, wohin die kommunistisch« Sauwirtschaft überall dort geführt hat, wo sie in einer Anzahl Dienststellen der Reichsbahnbetriede noch Einfluß besitzt. Darum, Eisenbahner, keine Stimm« den bürgerlichen Parteien bis zu den Demotraten. Auf letzterer Liste marschiert als Spitzenkandidat der Generalsekretär des Allgemeinen Eisenbahner- Verbandes, Riedel, der den Eisenbahnern bei der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen viele Schwierigkeiten gemacht hat. Gebt erst recht keineStimmedenKommunisten, die, wenn sie einmal herrschen, genau wie in Rußland Arbeiter und Bauern aus ihrer lieb gewordenen Heimat hinausjagen. Gebt eure Stimme der sozialdemokratischen Partei. Sie allein ist die Partei aller Schaffenden. Schuh den Provisionsreisenden! Beschluß des Beichswirtschastsrais. Die Angestelltenverbände hatten, unter Hinweis auf die Not- lag« der Provisionsvertreter, angeregt durch Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere des'§ 59 des Handels- gefetzbuchs, zu verhüten, daß in wachsenden! Umfang« die Provisions- Vertreter des Schutzes des Arbeitsrechtes und der Sozial- Versicherung, insbesondere der Kranken- und Angestellten- Versicherung, des Kündigungsschutzes usw. dadurch verlustig gehen, daß man das Handlungsgehiisenverhöltnis in ein Agenten- Verhältnis mnwandelt. Der Sozialpolitisch« Ausschuh des Reichswirtschaftsratz sprach sich in seiner Sitzung vom 13. November für nachstehende vom Reichsiustizministerium zur Erörterung gestellte Neufassung des Z 59 des Handelsgesetzbuches aus: „Wer, ohne ein selbständiges.Handslsgerverbe zu betreiben, ständig damit betraut ist, für das Handelsgewcrbe eines anderen Geschäft« zu vermitteln oder im Namen des anderen abzufchiießen, ist H a n d l u n g e h i l f«, auch wenn er als Vergütung aus- schließlich oder vorwiegend Provision erhält." Ferner empfahl der Ausschuß die Anwendung der Schutz- bestimmungen des§ 7 der Arbeitszeitverordnung in Pottasche- Betrieben aus die Arbeiter an den K a l k ö f« n, sofern nicht für g«n>üg«nde A-bsaugung gesorgt ist. AnqesteNtenabbau bei der Z. G. Karben Atich in der ch e in i s ch« n Industrie führen die Rationali- sierunzsmaßnahmen zu einer Verminderung der Zahl der kausinännlschen und technischen A n g e st e ll! s n. Die Leitung der I. G. Farbenindustrie hat sich bereit erklärt, bei dem von ihr ein- geleiteten Abbau soziale Gesichtspunkte weitgehend zu berücksichtigen. Sie will, wie ve lautet, den jüngeren Ange- stellten auereichende Abfindungen zahlen und die älteren Angestellten pensionieren. Bis jetzt hat die Verwaltung jedoch der Oeffentlichkeit noch keine Aufklärung darüber gegeben, wievi«l Angestellte insgesamt vom Abbau betroffen werden. Auf einer Konferenz des„Butab" in Eisenach wurde der Abbau bei der I. G. Forben eingehend erörtert. Die Ange- stelltenräte der I. G.-Betriebe wurden von der Konferenz aus- gefordert, darüber zu wachen, daß die von der Verwaltung gegebenen Zusicherungen bei de« Abbaumaßnahwen auch wirtlich tiv» gehalten werden._ Revoluitonsfeier der ZdA. Zugendgruppe. Im überfüllten Bürgersaal des Berliner Rathauses hielt die Iugendgruppe Berlin des Zentralvecbandes der Angestellten am 9. November ihr« Revolutions-Gedenkfeier ab. Dr. S. Nestriepke legte in emer Ansprache eindringlich die Bedeutung des 9 November für die Arbeitnehmer und für den Fortschritt dar. In diesem Sinne müsse auch die Ange st«Ilten lugend am Aufbau einer wirklich neuen Volksgemeinschaft mitarbeiten. Ebenso begeistert wie die Ausführungen des Redners wurden auch die Rezitationen von Alfred B« i e r l e und die musikalischen Dar- bietungen des Cello-Trios unter Leitung von Annin Lieber- mann sowie eine Aufführung des Sprechchors der Berliner ZdA.» Jugend, von Otto P o l e m a n n geleitet, aufgenommen. Erhöhung der Kostgeldsätze für Lehrlinge. Der Kesellcnausschuß der Handwerkskammer hat zu der am 6. Nvoembel stattgefundenen 61. Vollversammlung der Handwerks- kmnmer einen Antrag auf Erhöhung der Koftgeldfätz« gestellt. Der Antrag ist nach Abiindeirung durch den Lehrlinxsausschuß an- genommen worden. Die Kostgeldsätze betrogen nunmehr:� 5 Mark ün ersten Lehrjahr, 7 Mark im zweiten, 9 Mark im dritten und 12 Mark im vierten Lehrjahr. Schiedsspruch für die bayerischen Forstarbetter In dem seit Monaten dauernden Lohnstreit innerhalb de« bayerischen For st Wirtschaft wurde«in Schieds- s p r u ch gefällt, der in allen Lohnklassen eine Erhöhung de» Stundenlohnes um zwei Pfennigs bringt. Die Arbeitgeber, zu denen in erster Linie der Bayerische Staat gehört, lehnten jede Lohnerhöhung ob._ Der Lohnschiedsspruch für die preußischen Sloatssorstarbeiter ist von beiden Parteien angenommen worden. Der Schied?- spruch bringt gegenüber den augenblicklich geltenden Lohnsätzen in der ersten Lohnklass« eine Erhöhung um drei Pfennige pro Stund«. Mit der Annahme des Schiedsspruches ist der Lohnstreit beendet. »Freie GewerkfchaftS'Iugend Berlin. Stufe, ftctifan, 191,!. Übt,!aq«n b'n ffirupptn; SttUMuttiita*: Juotii». Iicim Sontcrftc. 11, Ctfs SobtcAHltofie. Rtvolutiontiaa« 1918.— Süd«», däbmcittn; Giuvvtnlitim Wassertor Iii. 9,».»t. WtIH«lm.Busch> «ktnd.—«numschultow-fi: Suqcuobeim Vaumschulenwea. Ernststr. 1«. Unter. lxiltunarabenb.— SbarUttenbura: �uacrbbcim Lvreesir. 30. LtchtbUderadenb. —»«»rrlinpla»: Suflenibeint de» Vezirisamt, Wrdbina. Turiner Ecke öec. strak« sEinaanq Turiner Strafte). Unter Wanberleiter Nunkert.— B»e»»>e>»e- Sriecks- und Beseounnschor. Moraen, Tonnadend. Probe tm Saal 11, Saal- aedäube, Sewirischastshaus, Engelufer 24—25, Eingang vorn fiof. �iuaendaruppe des Zentralverbandes ver Angestellten uKi? Heut«, ffreitaa. finden folaesie Leranstaltmrgen statt! 6Ua*{l: Iuaendheim Dorcksir. 11(Rimmec 5, 2. öof, Quergeb. l). Portrag: .Moderne Ereiebung spie Pubertätseeit)". Referent: Artdur Rachoen. Ode». spree: Iuqenbkieim Laufener Str. 2. Allerlei Bunte, sllr den Blltaa.'— Köpenick: Iuaenddeim Drünauer Str. S, Rimmec 2. Auas mache:»Wa, enLffen wir sllr Steuern«dien?"— Morgen. Tonnabend, IS. Zioormber. SaOa'iin». Juciu» im Iuaenddeiin Ledrter Str. 18—19. Beginn 20 Uhr. ms e«lnwoll*n*m Zsri, Val«ur, g*fi» tefOttcre, mit»rotem»«lekragMi . im Osten-' im Süden: QfeFCflnkfufteffrr.lO! Kottbuserdamm72 Edffi Kroutsn. AmStni[ftipfsifl Pria» I POf��tr 3!r 537• 46. Jahrgang 4» Sreifafl, 15. Z!°vember 1929 WJ.(OU, , ♦ vt�-a J Ii � M S �t.v T. Ü'ckt£nr<3Lc(E. Mel« Leute haben die Zeiten vor dem Krieg schon wieder v e r- g essen. Sie bedenken nicht, wie schwere Kämpf« es gekostet hat, alles das zu erringen, worauf wir heute voll Freude und Swlz blicken können. Immer, wieder muß man an das Dreiklassenwahl- system erinnern, durch das die Frauen völlig vom Wahlrecht ausgeschlossen waren, während den arbeitenden Männern nur ein Teibwahlrecht zustand. Der Bezirk Tempel Hof setzt sich auz' den früheren Semeinden Pempelhof, Mariendorf. Marienfe�de und Lichtenrade zusammen. Zu diesen damaligen Landgemeinden ging es bis kurz vor dem Kriege recht gemütlich zu. Bon einer öffentlichen Sitzung der Gen>eindevertretung«n konirte man, trotzdem sie gesetzlich vorgeschrieben war, nicht reden. Die Tagesordnungen wurden in einer knappen halben Stunbe erledigt, da„man" sich vorher einig war, so daß nur beschlossen werden braucht«. Frauen durften nicht einmal als Zuhörer anwesend sein, denn sie gehörten nach einem geflügelten Wort lediglich„an den Kochtopf". Bei den Etatberatungen wurde ängstlich Vorauf ge- halten, daß die Ausgaben nicht zu hoch wurden, um die berühmten tili Prozent der G e m e i n d e e i n k o m m e n st e u« r nicht über- schreiten zu müssen. Dies« Aengstlichkeit hatte Ihren Grund in der Rivalität der Gemeinden um Berlin, möglichst viel Zuzug zu erhalten. Und dies glaubte man nur durch die Niedrighaltung des Gemeindesteuerfatzes erreichen zu können. Aber noch ein anderer Grund spielte eine große Rolle. Unsere Gemeinden wurden damals durch die Großbauern regiert. Diesen kam es natürlich darauf an. möglichst wenig Steuern zahlen zu müssen. Es war also kein Wunder, wenn man irgendwelche Einrichtungen sozialer Art nicht antraf. Bei dem Bau von Schulen arbeitete man so. daß sür höhere Schulen sehr schöne Bauten aufgeführt wurden, während die Volksschulen recht kümmerlich aussahen. Die wenigen Sportplätze und Turnhallen waren den bürger- licken Dereinen vorbehalten. Am schlimmsten stand es mit den Verkehrsmitteln. Die Berliner Verkehrsgesellschaften waren Privatgesellschaften, die, ehe sie eine neue> Linie ein- richteten, erst die Frage aufwarfen, ob sich denn die neue Linie auch sofort rentiert. Die Armen und Alten aber durften betteln gehen. Unterstützungssätze von 3, 5 und höchstens 10 M. im Monat waren an der Tagesordnung. Als die Sozialdemokraten einige Vertreter in die Gemeinde Tempelhof entsenden konnten und Abhilfe zu schaffen suchten, wurde ihnen geantwortet:„Denken Sie, wir wollen uns die Armen durch höhere Sätze hierherziehe n?" Roch schöner war es bei den Anträgen unserer Genossen auf An- stellung von Schulärzten und Schulzahnärzten. Man lachte sie ein- fach aus. Der zähen Arbeit der sozialdemokratischen verkreler gelang es aber doch, auch in Tempelhof voran zu kommen. Die bürgerlichen Vertreter erkannten, daß die Kritik und die An- träge der sozialdemokratischen Gemeindevertreter ihre Wirkung aus die Ocffentlichkeit nicht verfehllen und ihre Rückwirkung auch auk die Reichstagswahlen hatten. Deshalb mußte man in manchen Punkten dem Druck nachgeben, so daß in Tempelhof schon ziemlich zeitig eine Säuglingsfürsorge st elle sowie Krippe und chort für Klein- bzw. Schulkinder erösfnet werden konnten. In Maricndors schwang man sich dazu auf, einen Gemeindearzt anzu- stellen und ein früheres Gartenlokal zu einem Kinderheim auszuvauen, in dem zurzeit 200 Kinder untergebracht sind. Nach und nach folgten dann auch In den anderen Orten. Marienfelde und Lichtenrade. Kinderheime und Säuglingsfürsorgestellen. Nicht zu unterschätzen ist die für den Bezirk eingerichtete Schwanzer en- s ü r s o r g e, deren gesetzliche Grundlagen auf die Initiative der sozialdemokratischen Reichstagsfroktion zurückzuführen sind. Nicht nur die gesetzlich festgelegten Un'crstügungen werden an bedürftig« Schwangere gegeben, sondern darüber hinaus auch Stärkungs- und Lebensmittel und auch Wäsche. Erinnert sei auch an die Mütter- Bei offenen.'süßen, Krampfadergescbrvüren, schwer heilenden Wunden� schmerzhaften Entzündungen etc., unerträglichem Jucken sollten Sie die milde wohltuende Orlinda-Salbe anwenden. Dose M. 1,75 und 3,—, in Drogerien und Apoth. erhältlich, sonst bei Otto Reichel. Berlin SO.. Eisenbahnstr. i Die Verschickung von schwächlichen Kindern ist ein weilerer Erfolg soziaidemokralischen Wirkens. Für die Stärkung und Heilung tuberkulöser Kinder ist vor kurzer Zeit durch Errichtung einer Kurstätt« im Walde bei Lichtenrade Sorge getragen worden. Nicht unerwähnt darf bleiben die W a i s e n f ü r s o r g e, die In bedeutend besserer Weise ausgebaut ist, als vor dem Kriege. Auf den Ausbau der Krüppel- fürsorge ist ebenso wie aus Anwendung der schulärztlichen Zahnpflege größtes Gewicht gelegt worden. Tempelhof hat jetzt drei Sportplätze im Unfange von 15 066 Quadratmeter(davon 7697 Quadratmeter Pachtland), bzw. 3000 Quadratmeter, bezw. 956 Quadratmeter. In den anderen Orten des Bezirks steht uns eine Sportflächs von insgesamt 95150 Quadratmeter zur Verfügung. Außerdem ist im V o l k s p a r k Mariendorf und im Osten Tempelhofs im Anschluß an einen Schulhausneubau die Herrichtung weiterer Sportflächen in Aus- sicht genommen. Und nun die A r m en f ürso rg e. Wurde früher auch die unverschuldete Armut als Schande angesehen, indem man denen, die in die unangenehme Lage kamen, die Armenunterstützung in Anspruch nehmen zu müssen, die staatsbürgerlichen Rechte nahm. so ist das heute nicht der Fall. Die unverschuldet in Armut Ge> ratenen können heute das Gefühl haben, einen Rechtsanspruch auf Unterstützung zu haben. Wie oft ist uns von unseren Gegnern auch vorgehalten worden, Privatbetrieb« arbeiten billiger als Gemeindebetriebe. Diese Behauptung wurde tot- geschlagen durch die Tatsache, daß im inneren Berlin der elektrisch« Strom mit 16 Pf. pro Kilowattstunde abgegeben wurde, während wir Tempelhofer bis vor kurzem da» vergnüg« hall«, einer Privatfirma 40 Pf. zahl« zu dürfen. Jetzt hat Berlin eingegriffen und nun zahlen wir auch nur den Berliner Preis. Nicht vorübergehen. können wir bei der Schilderung der jetzigen Verhältnisie unseres Bezirks an den Aus- bau unserer Verkehrsmittel. Die Lichtenrade? haben Straßenbahnoerbindung erhallen, in Marienfelde fährt ein Omnibus, in absehbarer Zeit wird die Straßenbahn durch die Siedlung Tempelhofer Feld fertig und kurz vor Weihnachten soll die Untergrundbahnstrecke Flughafen— Tempelhofer Bahnhof eingeweiht werden. Diese Verbesierungen hat der Bezirk Tempelhos in der Hauptsache dem sozialdemokratischen Stadtrat Reut« zu oerdanken. Unsere Schilderung ist durchaus nicht erschöpfend, aber wir glauben, daß der Unterschied zwischen einst und setzt derartig in die Augen fpringt. daß wir uns wellere Ausführungen ersparen können. Wir wissen, daß unser noch viel Arbeil harrt, um das Geschaffene auszubauen und ihm Neues hinzuzufügen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, muß die Wählerschaft der Sozialdemokratie am 17. November die Macht geben, OsKzt Ewald, Stadtrat. Oer Ausbau der Berliner Volksbibliotheken. wisi« ist Macht— Macht ist wlsieni Dieser von Wilhelm Liebknecht geprägte Wahlspruch ist Gemeingut der deutsch« Arbeiterschafl geworden. Mit glühender Beredsamkeit forderte Wilhelm Liebknecht die Arbeiter aus. sich Viss« anzueignen, ermahnte sie aber zugleich, sich vom rechten Wege zur Erlangung dieses Zieles nicht abdrängen zu lassen.„Durch Bildung zur Freiheit. das ist die falsche Losung, die Losung der falschen Freunde. Wir anlworl«: Durch Freiheit zur Bildung! Rur im freien Volksslaal kann das Volk Bildung erlangen, nur w«n das Volk sich politische Macht erkämpsl, össnen sich ihm die Psort« des Wissens. Ohne Macht für das Volk kein Wissen. Wissen ist Macht— Macht ist Wissen-" Wie richtig diese Gedankengänge von Wilhelm Liebknecht waren, zeigt ein Blick auf die Geschichte des ursprünglichsten Fort- bildungsmlltels, die D o l k s b i b l i o t h e k e n. Deutschland besaß und besitzt drei Arten von öffentlichen Bibliotheken, die Landes- und Universitätsbibliotheken, die Sradtbiblio- t h e k e n und die Bolksbibliotheken. Die ersteren kamen und kommen für das„Volk" als solches kaum in Betracht. Ihre Bücherbestände sind in erster Reihe in Rücksicht auf die Bedürfnisse wissenschaftlicher Forschung aurgewählt. Aehnlich laren die Verhältnifse bei den Stadtbibliotheken, die, von Ausnahmen ab- gesehen, gleichfalls nur wissenschaftliche Bibliotheken unter Berück- sichtigung der betreffenden Lokalgeschichte waren und sein wollten, und deren Nutzen für die Allgemeinheit nur zu oft in u m ge k e h r- tem Verhältnis zu ihren Kosten steht. Di«»nbemittel- ten Klasien Deutschlands waren sowohl sür ihre Fortbildung und ihr Streben nach Erringung neuer Kenntnisse als auäf für die Er- süllung des Wunsches, nach harter Arbeit Geist' und Körper bei der Lektüre eines guten Buches auszuruhen, einzig und allein auf die Voltsbibliotheken angewiese». Diese Bibliotheken waren von ganz Deutschland am besten in Württemberg und Sachsen auegebaut. Professor Dr. Reyer, ein hervorragender Fachmann, teille in seinem 1898 erschienenen„Handbuch des Dolkeb'ldungzwesens" mit, daß die einzelnen Volkebibliotheken in Würiten berg über je 10 bis 30 M. jährlich, in einigen Bezirken Sachsens über 100 M. pro Jahr oerjügte»! Diese Mittel wurden ausgebracht durch Staat, Gemeinde und sreiwill-ge Beiträge von. Vereinen wie Einzelp.rso- nen.' Auch würden vielfach die Leser durch den Lesepfennig zur Deckung der Unkosten mft herangezogen. Die württemherg'schen Volksbibliothekon umfaßten durchfchn tllich etwa 300, die sächsischen etwa ZOO Bände! Auf einen Band entsi len pro. Jahr eine bis drei Entlehnungen! Ueber die preußischen Voltsbibliotfe''en vermocht» keine preußische Amtsstelle irgendwelche Auekünste zu geben. Man gab Reyer anheim, die ein-elnm Magiürate direkt zu befragen. Auf Grund seiner privaten Umfragen er'lä te Reyer dann in seinem Buch:„Daß Preußen auf diesem Gebiet H aler Sachsen etwa soweit zurücksteht, wie Sachsen hinter England." Im 20. Jahrhundert erstarkte die Sozialdemokratie in ollen Gemeindevertretungen. und unter ihrem Druck wurden die Bolksbibliotheken insbesondere in den großen Städten besser bedacht. Aber die Verhältnisie blieben>mmcr nach unerfreulich genug. Und heute? Dtach der Revolution ergriff die Sozial- demokratie die Macht, und trotz der Ungunst der Lerhäll» nisie, strotz Nachkriegszeit und. Inflation wurden die Ausgaben für die Volksbibliotheken stetig gesteigert, ihr Niveau nach jeder Rich- tung hin gehoben, sie von„literarischen Wohltätigkeitsanstalten" zu Bildungsstätten gemacht, dt« auch rein äußerlich schon einen Anreiz zum Besuch und Verwesten ausüben. Der Berliner Etat von 1929. der in einer Zeil drückendster Finanznol aufgestellt wurde. sieht allein für die volksbibsiolheken Berlins 314 Million« vor. Der enorme Unterschied gegen früher springt in die Aug-rn. Auch die Berliner S t a dt b i b l i o t h e k Ist jetzt alles andere als ein volksfremdes Bildungsinststut. Sie bildet vielmehr den Ueberbau der Volks bibliotheken, durch die jedes in ihr enthallene Werk In kürzester Frist den Besuchern der Volks- bibliotheken zugängig gemacht wird. Für einen vornehmen, künst» lerischen und mit allen modernen technischen Neuerungen veif-henen Neubau der Stadtbibliothek im Herzen des proletarischen Berlin ist im Etat 1929 ein« erst« Rate von einer Million eingesetzt. Wer möchte die Behauptung wagen, daß solche Fort- schritte in solcher Zeit ohne Sozialdemokratte gemacht worden wären? Die Schlußfolgerung für den 17. No- vember wird jeder ziehen müssen, dem die weitere He- bung des Bolksbibliothekswesens am Herzen liegt, indem er am Wahltag seine Stimme gibt der Liste 1, der Liste der Sozialdemokratischen Partei. ___ Weltstadtzahlen. 5 000 000 Kilowa« stunden als Tagesleistung. Die Stromerzeugung der Bewag betrug am 28. Oktober über 5 Millionen Kilowatt st unden. Im vorigen Jahr wurde diese Tageserzeugung erst am 9. November erreicht. Die Bedeutung dieser Ziffer tritt in Erscheinung, wenn man berücksich- iig!', daß' mittlere Städte wie Halberstadt. Saalfeld, Lüdenscheid. Bamberg. Oppeln oder Wilhelmshaven 1928 im ganzen Jahr nicht mehr als diese Tagesenerglemenge der Bewag verbrauchten. Magistrat lehnt Milwlrku.'g bei Errichtung eines volksller- parkes ab. In den letzten Tagen und Wochen wurde verschiedentlich >n detSTagespresse die Errichtung eines Bolkstierpa rkes behandelt. Der Magistrat hat sich in seiner Sitzung vom 6. November ebenfalls mit dieser Frag« beschäftigt und beschlossen, die Mit- Wirkung bei der Errichtung eines solchen Bolkstierparkes ab zu- lehnen. Schutg yct' Anstechung und bei trkäHungsgefahs* Vieltausendfach von den Anten anerkanntes Schutz- und Desinfektionsmittel für Mund u. Rachen. CLAS Ml\' SO TABLtTtEN NtK. 1.75 Berlin wann am Sonniao nur ine Randldalen der soziaideiQOkratisdien Partei. Alle Arbeiter, Angestellte und Beamte stimmen gesdilossen lür die«WMrnllÄe Liste 1 Aus der Arbeit der Bezirke. Die Eheberaiungsstelle wird geschaffen. 2. Bezirk- Tiergarten. Der sozialdemokratische Antrag aus Einrichtung einer E h e- ti e r a t u n a s st e l I e wurde gegen die Stimmen der Deutschnatio- nalen, der Volkspartei und des Zentrums angenommen. Die Anfrage der F r a k t i o n d e r M i t t e, ob der Bezirk durch die Sklarek-Affäre geschädigt sei, wurde zurückgezogen. Es iolgte die Besprechung unserer Anfrage, ob es richtig sei, daß der Bürgermeister D o f l e i n es abgelehnt habe, den Ministerialerlaß betr. Beteiligung von Beamten am Bolksbegehren den Beamten zur unterschriftlichen Kenntnisnahme weiterzuleiten. Bürgermeister Doflein bekannte sich stolz zu seiner Tat. Er erklärt«, der Minister habe diesen Erlaß, der der Reichsverfastung widerspreche, willkürlich herausgegeben. Der Berliner Ma- gistrat fei nicht seine vorgesetzte Behörde»nd könne'hm seine Amts- hair�lungen nicht vorschreiben. Pohl sDnat.) freute stch, daß es in Deutschland noch aufrechte Männer gibt! Er behauvtete, die be« linnte Verfügung sei gar nicht in der Form vom Magistrat be- schlössen, sondern erhalte einen nachträglichen Zusatz vom Syndikus. Für ihn sei dies« Verfügung nur ein Fetzen Papier. Auch Dr. Klinckardt(D. Bp.) verteidigt« das Berhalten des Bürger- meistere. Es scheint ihm also unbedenklich, wenn Beamte votleren, daß die Minister ins Zuchthaus gehören. Armer Curtius! Paersch lSPD.) verurteilte schars das Borgehen des Bürgermeisters und erklärte, daß Doflein das Vertrauen unserer Fraktion nicht besitzt. Die Bersommlung schloß ihr« Arbeitsperiode mit einem Antrag der Kommunisten, das Bezirksamt zu ersuchen, Mittel für Winter- Beihilfen für Erwerbslose beim Magistrat anzufordern. Niemand tot ihnen den Gefallen, zu widersprechen. Der Antrag wurde« t n- stimmig angenommen._ Die Feinde der Kleingärtner. S. Bezirk— WilmerSSorf. In ihr» bekannten demagogischen Art zogen die Deutsch- nationalen gegen alles los. was städtische G:sellschast heißt. Dolksportei, Wirtschaftspartsi, Demokraten, Kommunisten sangen mit kleinen Abweichungen das gleiche Lied Di« Genossen Stein- Hösel und S ch I e m e n tz gaben ihnen allen in längeren Neben die richtig« Antwort. Der Antrag auf Abschaffung des Anschaffungs- a m t e» und anderer städtischen Gesellschaften wurde von der bürgerlichen Mehrheit angenommen.— Die skandalöse Art. mit der eine deutschnationale Ehrendeamtin bei Ausübung ih er Tätigkeit als Dezirksvorsteherw-Stelloertreterin Propaganda sür da» Bolksbegehren machte, indein sie einen Antrag- stoller bei einer Clnbürgerungssache nachdrücklich auf die neben ihr lieaende Einzeichnungsl'ste hinwie», qeistelte Genaste S t e i n b ö f e l mit kurzen, scharfen Worten. Zum Schluß gab es«ine längere Aussprache über einen sozlaldemokratffchen Antrag, der forderte, daß da» im B�urk zwilcb-n Meckl-'nb"rgische Strohe. Friedrichs- haller Straße. Kuno- und Forkenbeckstroß« gelesene Gelände gemäß Reichsheimstättengesetz und Preußisches Aussührungsgesetz al» ge- mischte» kielmstättengebiet sWohnheimstätten und Heimstätten- gärten) ausgewiesen wird. Die Deutschnalionolen. die i m Ausschuß für Annahme gestimmt hatten, erklärten sich im P l e- num dagegen. Der Antrag wuiHe mit 15 gegen 18 Stunmen abgelehnt. Auch hieraus wird die arbeitende Bevölkerung ihnen am l7. Novem- der die Antwort geben, indem sie geschlossen Ihre Stimme der Aste 1 gibt._ Eine sozialdemokralische Anfrage. 11. Bezirk— Schöneberg. Die letzte Bezirksoersammlung vor den Wahlen nahm Kenntnis von der Vorlag« des Bezirksamts über die Verwendung der Vorbehalts- und Ver st ärkungs mittel für dl« Jahr« 1S27/2S. Ferner bewilligte die Versammlung 11 500 Mark aus Borbehaltsmltteln für die Einrichtung eines Kinder- garten» sTagesheim) mit vqrbereitunssklasie in der 10. Ge- meindeschule. Feurigstroße. Die Bezirksoersammlung beschäftigte sich mit der von der sozial. demotratischen Fraktion eingebrachten Anfrage über das Ver- halten des deutschnationalen Bürgermeisters Berndt anläßlich des Volksbegehrens. Die Anfrage lautete: ,Lst das Bezirksamt bereit. Auskunft zu geben, ob es billigt, daß der Herr Bürgermeister den in den städtischen Dienststellen des Bezirks Beschäftigten seine privat« Meinung über eine An- ordnung des Magistrats unter Ausnutzung seiner Autorität als höchster Bezirksamtsvorgesetzter zur Kenntnis bringt?* Genast« Flatau beq rundete kurz die Anfrage und wies darauf hin, daß der Bürgermeister es abgelehnt habe, die bekannte Ver- fügung des Mogistrats im Dienftblatt über das Boltsbegehren den Beamten zur Kenntnis weiterzugeben. Wie ihm bekannt sei. habe der Bürgermeister diese seine private Aussassung aus dem Dienstweg den Beamten des Bezirks ,zur Kenntnis gegeben, ohne das Bezirksamtskollegium zu verständigen. Bei der Beantwor tung der Anfrage erklärte der deutschnotlonale Bürgermeister, daß er sich von niemanden Vorschriften machen last«, mich nicht vom Bezirkramtskollegium in dieser Frage, sondern dieses Schreiben an den Magistrat und die Verfügung über die Kenntnisnahme der Beamtenschaft des Bezirks sei kein« private, sondern eine dienstliche Handlung gewesen. Er lehne es auch in Zutunst ab. Dersügungen. die noch seiner Auffassunq im Widerspruch mit Gesetz und Verfastung stehen, weiterzuleiten. Er polemisierte dann gegen die Form der Anfrage, in der er zum Teil eine persönliche Herabsetzung erblicke. In der Aussprache verwahrU sich Genoste F f 1 1 n u dagegen, daß die Anfrage eine gewollte Veleibigung enthalte. Es sei im Gegenteil sestzusiellen, bah der Bürgermeister sich einer Zensorierung bes Dien st blatte des Magistrats schuldig gemacht habe und daß jeder andere Beamte im Bezirksamt Schöneberg genau so verfahren könnte wie der Bürgermeister, damit wäre ein ordnungs- mäßiger Dienstbetrieb nicht mehr ausrechtzuerhalten. Im übrigen stellte er fest, daß der im Schreiben des Bürgermeisters zum Aus- druck gebrachte Jmmunitätsverzicht nur eine Geste darstell«, denn bi« Aufhebung könne ja wir durch Beschluß des Reichstags erfolgen. Der Bürgermeister erwiderte in»rregtem Tone und hielt wieder einmal ein« ausgesprochen« deutschnationale Parteirebe. Genoste Dr. Selig söhn und der Denwkrot Dr. Heuß zer- pflückten die jurfstischen Darlegungen des Bürgermeisters. Am Wahliage wird aufgeräumt. 17. Bezirk- Lichtenberg. Di« außerordentlich« Sitzung der Bezirksoersammlung Lichten- borg am oeroangenen vrettag war d i« l e tz t e in dieser Wahlperiode. Sämtliche Fraktionen des Hause» hatten sich auf D« r a n l a s su n g der Kommunisten zusammengefchlosten, um der immer mäch- tiger werbenden Sozialdemokratie sme Schlappe zu versetzen. Doch alle ihre Bemühungen scheiterten restlos. Bekanntlich hatten die Kommuni st en Anschuldigungen gegen das Bzirksamt erhoben, daß es bei der kürzlich erfolgten Anstellung von Aerzten«ine einseitige Personalpolitik oerfolgt habe, und daß bei Vergebung von Bauarbeiten Unregelmäßigkeiten vorgekommen . seien, ver eigens dafür eingesetzte Untersuchungsausschuß hat hin- sichtlich der Bauarbeiten«in» einwandfrei« Geschästs- f ü h r u n g festgestellt/ wegen der Einstellung der Aerzte war ihm das Untersuchungsrecht aus Anordnung des Magistrars versagt worden. Die von den Kommunisten erhobenen Vorwürfe, daß Be- amt« der Bauverwaltung während der Dienstzeit die Rennbahn be- suchten und hohe Beträge oerwetteten, wurden vom G-nosten Bürger- meister Dr. S I g g e l zurückgewiesen, well die vorgenommene Unter- suchung die Richtigkeit der Angaben nichi erwiesen Hab«. Genost« Stadtrat Stimmlng bemerkte dazu launig, daß er eigentlich gar keinen Grund einsehe, weshalb nach Ansicht der Kommunisten Beamte nicht wetten sollten, wenn selbst doch das kommunistische Leib, und Mogenblatt, die„W e l i a m Abend*, nicht nur Renn- berichte, sondern auch Tips bringe. Andere Dorwürfe, die sich gegen da» Gesundheftsami richteten und die Amtsführung des Stadtarztes zum Gegenstand haften, wurden vom Genosten Stadtrat Thurm richtiggestellt. Seine Mitteilung ober, daß Der- treter sämtlicher Fraktionen die Hilfe des Stadtarztes In Anspruch S)ie. ruzuen Jormen SHe. nciieriJar&eri. S&ie VzT A s s ä r e anhören, weil von ollen Parteien Dringlichkeitsanträg« vorlagen, di« Aufklärung darüber verlangten. ob der 20. Bezirk einen Schaden erlitten habe. Der Dezirksbürger» meister wies daraus hin. daß vom Bezirksamt in den letzten vier Jahren für etwa 200 000 M. War« bezogen wurden, der Stadtbnnk aber über«ine Million Mark mehr angerechnet worden sind, d i e Stadtbonk also um diesen Betrag geschädigt sei. Stadtverordneter Genoste Schäfer legte in glänzender Weise dar, welche großen Erfolg« durch den Einfluß der SPD. die städtischen Wirtschaftsbetriebe äuszuweifen haben. Nach dreistündiger Aussprach« wurde dann ein Ausschuß gewählt, der stch mft der Angelegenheit befallen soll. Die bürgerliche Fraktion hatte einen Dringlichkeitsanträg eingebracht, der sich über die Verteuerung der Milch- lieferung an die Schulen beklagte. Der Antrag verlangte, die Liefe- rung der Berliner Stadtgüter-G. in. b. H. sofort zu entziehen und der freien W I r t s ch a f i im Bezirk ,u üdertragen. Genoste Meier wies darauf hin, daß unsere Fraktion den Hauplwer: darauf legt, den Jttndern Qualitätsware hygienisch einwandfrei und preiswert zu liefern. Eine billigere Belieferung untse denselben Be- dingungen durch die freie Wirtschaft sei aber von den Antragstellern nichi erwiesen worden. Ein von uns vorgebrachler Borschlag, dia Angelegenheit in einem Ausschuß zu prüfen, wurde einstimmig an- genommen Ein Antrag, welcher d>e Ein'epung eine» Ausfchnstes verlangte, der sich mit Beschwerden derKle'ngärtner über Per- bönoung von baupolizeilichen Strafen befallen sollt», konnte nicht.zur Abstimmung kommen, da die Bezirksversammlung dazu nicht dt« Möglichkeit Haft Es erfolgte noch, wegen der vorgerückten Zeit ohne Aussprache. die Bildung eine« Ausschüsse» wegen der Gewährung von Sonder- Unterstützungen an Erwerbslose und Unterstützung». empfänger_ Weihnachtsbanmbandel setzt ein, Im Schwarzwold sinh die ersten Weihnachtsbaumeinkäufer ein« getroffen, die für den Großhandel die Bäum» im Wold auf« kaufen. Die gebotenen Preise betragen für Bäume bis zu einem Meter 30 Pf., bis zu 2 Meter 60 Pf., bis zu 3 Meter l Mark, über 3 Meter 1,60 Mark. Die Preise enthalten aber noch nicht di« Hauer- und Transportkosten sowie Risikoprämien und Gewinn de» Groß- und Kleinhandels._ Photo-Ausstellunq der Naturfreunde. Naturfreunde, besucht die Ausstellung der Photo-Eektion im Buchgewerbesaal. Dreibund- > straße 5. U-Bohnhos Kreuzberg Geöffnet bis 26. November werk- tag, 10—20 ilhr, Sonnabends 10—13 Uhr. Bußtag 10—16 Uhr. Sonntags geschlossen. Vel de» NevoluNonsfeter Im Sportpalast aen 0. November ist eine schwarze Aktentasche verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, dieselbe bei Johannes Schuldig. Steglitz. Lewenburger Straße 3. abzugeben. tfderft 9uekheff Berlin Ccrtrauoltenstra&e Sm9 An der Petrikirchc Kreiiag 15. November 1929 Änkerhaltung und AVissen Beilage des Vorwärts O'Ueills Snimekiu O'Neill f>Jt die besten Aussichten,«imnni der Nschsolgec Qhaws als der Welt bekanntester Drainaiiker zu werden. Heute, wo er kaum 40 Jahre ae old Devil Sea". In Buenos Aires arbeitete er als Zeichner und als Arbeiter. Dann wieder fuhr er auf Soe: diesmal auf einem Viehdampfer nach Afrika. Nach ssiner Rückkehr nach Buenos Aires zeigte ihm das Abenteuer seine Krallen. Nur gelegentlich noch fand er Arbeit; Hunger und Armut lernte er kennen; bis ihn schließlich ein Tramp- dampf« als Leichtmatrose mit nach New Dort nahm. Sein Vater half ihm. Er hatte Victor Hugos„Graf von Monte Christo" dramatisiert und damit einen riesigen Kassenersolg in New Jork erzielt. Er selbst spielte die Hauptroll«. Nun sollte auch die Provinz bereist werden. Eugene O'Neill erhielt ein» kleinere Rolle und kam so zum zweiten Male zum Theater. Da» erstemal war er zweiter Inspizient gewesen, jetzt war er schon Schauspieler. Aber noch dachte er nicht daran, sich irgendwie ernsthaft mit dem Theater abzugeben. Dagegen wurde ihm das ewige Tourneedasein mit dem unend- lichen Wiederholen immer desselben Blödsinns bald über. Er sattelt« nochmals um, wurde Reporter. Das war beim„New London Telegraph" in Connecticut. Und wer weiß, wie oft er noch umgesattelt hätte. Doch O'Neill wurde krank. Ernstlich krank. Schon aus seinem Goldsuchertrip nach Honduras hatte er sich den Keim zu einer Lungenkrankheit geholt. Doch erst jetzt, nach drei Jahren voll wilden Lebens und Erlebens, zeigte es sich, daß feine Lungen wirklich angegriffen waren. Er mußte für ein halbes Jahr in ein Sanatorium gehen. Das war das Ende seiner Jugend. Mit einem Schlage wandelte sich die Richtung seiner Persönlichkeit; er war zum Mann geworben. Das Gefühl, todgeweiht zu sein, verließ ihn von nun ab keinen Augenblick mehr und zwang ihn, das Resultat seines Lebens zu suchen. Er erkannte, daß er bis zu diesem Punkt« nichts geleistet hatte, daß kein Wesen aus der Erde an ihn denken mutzte, wenn er verging. Er suchte nach neuen Zielen. Doch noch war sein innerstes Wesen das gleiche; noch immer wollte er phantastische Wirtlich- keiten. Aber er sah jetzt, wo er sie allein finden konnte: in der Kunst. Dort war Realität, und dort war Traum. Und so wie er sie damals sich, waren sie eins. Am meisten«ins im Drama, das O'Neill für sich erwählte. Mit 24 Jahren schrieb er sein erstes Stück:„The Web". Es wurde weder gedruckt noch aufgeführt; es war das Wert eines blutigen Anfängers. O'Neill sah ein, daß er auch hier erst arbeiten müsse, ehe er zum Meister werden könne. Cr wurde nochmals Student, diesmal m Harvard bei Professor Baker. Als O'Neill 1914 dorthin kam, war Bakers„Workshop 47" bereits eine amerikanische Berühmtheit Schon 1907 hatte Professor Baker seine dramaturgischen Kurse eingerichtet, in denen nichts Geringeres angestrebt wurde als die Schassung einer hochwertigen, nationalen Dramatikergenerafion. Zuerst lächelt« man auch in den Vereinigten Staaten(wie noch heute bei uns) über diese Brutanstalt für dramatische Küken. Doch die Zeit hat Prof. Baker recht gegeben. Seine Kurse sind von größter Wichtigkeit für die Ent- wicklung des amerikanischen Theaters geworden. O'Neill nahm ein Jähr lang an ihnen teil; schrieb Stücke inzwischen, schrieb sie wieder um. rernichtete sie und schrieb neu«. Immer schrieb er. Doch noch wurde er nicht gespielt. Da macht« « im Sommer 1916, als er sich zur Erholung in Prooincetvwn (Massachussets) an der Küste des Atlantik aufhielt, die Bekanntschaft einer Truppe von Amateurschauspielern, die dort aus einem alten -Fischerdock Theater spielten. Sie hatten das schon im Sommer 1915 begonnen und hatten sich als Ziel gesetzt, nur amerikanische Dichter auszuführen. Sie sahen in O'Neill ein« Möglichkeit, und O'Neill sah in ihnen eine Möglichkeit. So kamen sie zusammen, und mit Hilfe dieser Trupp«, die dann nach New Jork übersiedelte und ein eigenes Theater gründete, hat O'Neill sein« ersten Triumphe in Amerika erkämpft. Harry Berghola. Tabielski hotte seinen Feldwebel mit dem Kolben über d«n Kopf gehauen, vor dem Feinde. Sie wollten ihn aus der Stelle wegen Meuterei erschießen. Aber ein plötzlicher Angriff her Fcan- zosen verhinderte es. Jeder Mann wurde notwendig gebrauche. Sie nahmen Sabislsti die Fesseln ab, gaben ihm ein Gewehr und rissen ihn mit. Dm halb und halb zum Tod« Verurteilten wurde lm Handgemenge von eitrein Zuave,, den Lauch ausgeschfißt. In hossnunge losem Zustande wnrd« er zum Derbandplatz getragen und getarnte mit der grausamen Wund« nach eintgen Wochen in ein Reservelazarett, ständig in Lebensgefahr. Jazwifch-n harte ihn das Kriegsgericht in Abwesenheit zu zwei Jahr«, Gefängnis oer- urteilt. D.n Feldwebel hatten sie als nerveiüeidend nach Hmfie geschickt. öatnaili war mein Nebennwnn im Lazarett. Von Beruf war er Lioiomoüvheizer> hatte Frau und Kind. Seine ganze Zukunft wäre vernichtet, jammerte er. „Wenn die Eifenbahndirekrion Ke-mtnis von meiner Strafe bekommt..." Er ver siechte erbärmlich, konnte kaum ein weiches Ei herunter- schlucken und war galleugrün im Gesicht. Aber Tag und Rocht grübelte er, was er nur niachen sollte, um seine Existenz zu retten. Jähzorn ließ ihm die Zügel schießen. Wenn ihn«in Gedanke gepackt hart«, stemmte er sich zum Sitzen auf. obgleich er es nicht durfte. Ich vermied sorgsältig, ihm Ursache zur Erregung zu geben, aber in seiner Erbitterung schimpft« er cht über nichts, über %ts inchrs. Die Kameraden und di««chweftern ftirchtats« ihn.' Kaum einer hätte ihn mißtrauisch angesehen, weil er Strafgefangener war. Demi die Männer, die hier lagen, harten alle viel mitgemacht. Jeder spürte abert daß dieser Mensch gewalirätig und hemmungslos aus allen Schranken brechen tonnte; durum hart«« sie eine Scheu vor tZ>m. Ich konnte ihm nicht ouewsichen, denn er lag rechts neben mir. „Was hat dir der Feldwebel eigentlich getan?" „Er war ein Schweinehund. Er hat uns getriezt und Mantot wie Stetarten, Mr s»« b�ouder, wpjfc Wo et ein Klagelied fertig, das einen Stein hätte erweichen müssen. Die Aerzte schrieben ein Attest, Sabielfki sei kaum noch vier Wochen am Leben zu erhalten. Wir waren alle aufs höchste gespannt, wie es ausgehen würde. Aber noch ehe Antwort komnien konnte, starb Sabielfki. Er starb schnell und ohne Widerwort«. Sanft und friedlich sah er im Tode aus. Der versiegelte Brief der Kabinettchefs, der später ein- traf, horte nichts mehr auf sich. dUchard Qerlach: ißiSBiß einen Dreck poften wußte, da hieß es: Sabielfki. Er kam frisch aus der Schreibstube eines Garnisonkommandos. Wir waren drei Jahre im Feld. Wart«, dachte ich, dich kriegen wir schon. Da liegen wir einmal in Richs, Appell, er fischt mich raus: Natürlich, Sabielfki, ein rostiges Gewchrschloß. Nachexerzieren. Hetzt mich ganz allein aus einem Grasacker herum. Sprung auf, marsch- marsch! Hinlogen! Kennen wir. Ein« ganze Stunde schleif t er mich, und dann befiehlt er: Präseuimt das Gewehr! Und dann: Legt an! Und läßt mich so stehen, läßt mich einfach stehen mit der Knarre an der Backe, spaziert auf und ab. die Hände auf dm Rücken, grinst... Ich hob mich beherrschen wollen, ich kann es schwören, ich dachte, bei der nächsten Gelegenheit sprechen wir uns wieder, Freundchen, wenn wlr vorn in der Schokolad« liegen, pfeift es aus einem anderen Loch. Da bleibt der Satan vor mir stehen. so recht höhnisch, und blickt mir pfeiigrade in die Augen. Das ist doch selbstverständlich, jetzt zucken meine Arme, und schwapp hat er den Kolben aus dem Dez... Und dann gehe ich zum Leutnant und erstatte Meldung.— Abführen!— Gleichzeitig kam der Alarm. Halt!— Der Leutnant mit: Sabielfki! Eintreten!— Und mm liege ich hier." Das war Sabielfki, großschnauzig und wehleidig. Ader wie tonnte er in seiner Verfassung anders sein? Er tat mir leid. „Weißt du, wir könnten ja ein Begnadigungsgesuch absasten." Vom Gericht wollte er nichts wissen. Endlich hatte er ge- funken, was ihm helfen konnte: ein Gesuch an den Kaiser. Er erklärte mir, wie er es sich dachte. „Ein Soldat, den die Schwarzen halb abgeschlachtet haben. sollte nicht entehrt werden." „So geht das rächt. Du mußt hübsch bescheiden mit Unter- iänigst ansangen, und versichern, daß du in' Verwirrung und platz. Ucher Umnachtung gehandelt hast, aber willens bist, weLerhi« nach Kräften usq». Oder schreib, du könnest nicht eher ruhig sterben, als bis der Oberste Kriegsherr dir verziehen härte." Du ganze Saal beteiligte sich an dem Wortlaut des Gesuches. füg Brief dftett« Bete Majestät... EchfoWch Säten afe £andmirifchaftiiche Terfuche Dicht vor den Toren Berlins, in Dahlem draußen, wo um den Botanischen Garten sich die vielen Versuchsinstitute unserer Uni vir- sität befinden, die sich mir Forschungen auf naturwissenschaftlichem Gebiete befassen, ist kürzlich eine neu« Anstalt für Düngeversuche vom Verein der Thomasmehlerzeuger errichtet worden. Es ist«in fast vergnüglicher Betrieb, den man erst bei näherer Betrachtung den wistenschastlichen Ernst ansteht, dem er dient. In sauberen weißen Kitteln, wie Säuglingsschwestern angetan, laufen die wissenschaftlichen Assistentinnen durch die Reihen von Hafer- standen, Gerstenbüscheln, Weizen- und Roggenhalmen. Hunderte von kleinen Kästchen hat man geschaffen, Blumentöpfe. winzige kleine Aecker von etwa einem halben Meter im Quadrat. Aus allen Gegenden Deutschlands hat man Bodenproben herbei- geholt vom besten bis zum sckflechtesten, vom leichtesten bis zum schwersten. In jede solch« Bodenprobe werden nun di« verschiedenen Getreidearten gesät, und zwar gleich in mehrere Töps« mit gleichen Bodenarten, denn die einzemen Töpfe erhalten einen verschtedei»- artigen Zusatz von Thomasmehl, und zur Kontrolle des normalen Wachstums auch gar keinen. Nun beginnt die Schwierigkeit, allen Pflanzen nach Möglichkeit die gleichen Lebensbedingungen zu schaffen. Kein« darf günstiger, kein« schlechter daran sein. Keine darf mehr Sonn«, keine andere mehr Regen erhalten. DesbaG stehen all« winzig kleinen Aecker auf kleinen Eisenbahnwagen, so daß sie hin und her geschoben werden können. Landwirtschaft und Eisenbahnschienen! Bei normalem Wetter stehen sie draußen im Freien, über sich lediglich ein Drahtnetz, das sie vor dem Zugriff allzu neugieriger Spatzen und hungriger Star« und Schwarzdrosseln schützt. Es darf ja auch kein einziger Korn der Aehre verloren- gehen, wenn nicht die wissenschaftlichen Ergebniste bereits ungenau werden sollen. Beginnt es nun zu regnen, so stürzen all die Pflanzensäuglingsschwestern herbei und schieben schleunigst ihre Zöglinge aus den Drahtballen in Glashallen, denn keines darf ja mehr Regen erhalten als das andere. Alle werden aus den Kubik- Zentimeter genau mit Master versorgt, das erfordert so die exakte wistenschaftliche Methode, und trotz dieser ungewohnten Behandlung wachsen Weizen, Roggen, Gerste und Haser zu stattlichen Halmen mit noch stattlicheren Aehren heran. Ist dann die Zeit der Reife und Ernte gekommen, so werden die geschnittenen Halme samt den Aehren auf einer Apothekerwaage genau gewogen, und später noch einmal die sorgsam gesammelten Körner jedes kleinen Zwerxenackers. Die sorgsam gebuchten Ergebnisse zeigen dann die Vedeutung der Phosphordüngung für die einzelnen Bodenarten, geben wichtige Aufschlüsse über den notwendigen Grad der Feuchtigkeit, lieber di« Menge der Düngung, kurzum über die Lebensbedingungen unserer Getreidepflanzen. Aber da ist noch ein kleines, geheimnisvolles Glashäusleii, mit Scheiben aus rotem Glas. Auch hier wachsen unser« Getreide- pflanzen genau so, als seien sie draußen im hellen Sonnenficht. Nur von Zeit zu Zeit blitzt es in regelmäßigen Abständen auf, große Jupiterlampen leuchten auf, und nun entdecken wir auch die photo- graphischen Apparate, die noch genauer als das menschliche Auge das Wachstum jeder einzelnen Pflanze kontrollieren. Hier wird der für die Landwirtschaft so wichtige Film, der das Wachstum der Getreidepflanze behandelt, hergestellt und aus all diesen Einzel- aufnahmen später zusammengesetzt.. Adoll Köbel. SnlrälfeUe SteinmeH Bei Ausgrabungen, die der englische Forscher Lesfie Armstrong mit Unterstützung der„British Astociation" in Rhodesia ausführte, glückt« es, in einer Höhle bemerkenswerte Bilder aufzufinden, die seiner festen Ueberzeugung nach den Beweis erbringen, daß zwischen den frühesten Kulluren Afrikas und Europas ein Zusammenhang besteht.„Die Höhle, di« in Bamata liegt," erklärte der Forscher bei seiner Ankunft In England einem Berichterstatter,„gleicht in nichts den bisherigen Funden in diesem Bezirk. Ihr Boden ist sandtrocken und an den Wänden zieht sich ringsum«in Fries in Höhe von etwa drei Metern. Viele große Elefanten, die dort in blaßgelber Farbe gemalt sind, sind so all, daß die Farben so gut wie ganz verblichen sind. Ueber ihnen aber befinden sich jüngere Bilder in roter Farbe, die Nashörner, Giraffen, Strauße, Paviane und Antilopen dar- stellen. Bilder noch jüngeren Ursprungs sind in einem abweichenden roten Ton gemall, und schließlich sieht man große Gruppen mensch- l icher Figuren, die Speere, Vogen und lange, tronrpctenähnliche Instrumente tragen. Insgesamt entdeckten wir über 206 Bilder. Alle die dargestellten Männer sind hochgewachsen und schlank, und es scheint ganz ausgeschlossen, daß sie etwas mit den zwerghaften Busch- männern zu tun haben, in denen man früher die Ureinwohner von Nhodesia zu sehen oermeinte. Ich bin vielmehr fest überzeugt, daß die älteren Bilder die Arbeit von Künstlern der paläolithtschen Raste darstellen, die Büffel und andere Tiere an die Wände spanischer Höhlen malten." In dieser Ansicht sah sich Armstrong beim Ausgraben der Sohle der Höhle bis zu einer Tiefe von sechs Metern bestärkt. Unter den gefundenen Geräten aus der Allsteinzell befanden sich auch Grab- jtichel, von denen man bisher glaubte, daß es sie in Südafrika nicht gäbe. Diese Grabstichel erbringen nach Armstrongs Erklärungen den Beweis, daß«in Berbindungsglied mit der sogenannten Kultur der europäischen Aurignac-Rasse vorliegt, jener Raste aus der Allstein- zeit, die ihren Namen von einer in Aurignac in Frankreich ent- deckten Höhle herlellet.„Wir haben allen Grund zur Annahme," führte Armstrong weiter aus, ,hoh diese Periode mindesten» so groß, wenn nicht größer als jene der Steinzeit der Europäer ist." Nach Armstrongs Theorie ist der Ursprung des Menschentyp» der Aurignaczeit in der Sahara zu suchen, die in der Eiszeit ein frucht- bares Land war, das ein« groß« Bevölkerung zu ernähren vermochte Als es dort zu beiß wurde, mag ein Teil der Raste nach Norden, nach Spanien und Frankreich, vorgedrungen ftin, ein anderer Teil zog dagegen südlich üb«r Kenya nach Rhodesia. wo Taufende von Steingeräten aus der Aurig naczert während der letzten zwölf Monate gesunden wnrden etnfenbnngcn fflt diel« Rubrik(lab »(Clin SS M, fiinbenftrnfec Z. parieinachn'chien für Groß-Verlin stet» ,» b»» Rejlrkisekretertat t, Hof, 2 Tre»pen recht», ju richte». 9. ttrei« Sil«er»bors. Achtuiui, Äbleisimasselterl vi« Wobd�wn» Wir Wilmersdorf ist erschiene» und muß unbedinat lfreitaa»Mo Sonnaven» znr Vertrilmr««eianaen. Heuke, Freitag, 15. �November: 27. Abt. lsluabl-w-erbreitun«! vl», den Zablabenbiokasm aus. Die Betirk». fil licet finden sich um 17 it- Udr bei»>en. Eonnenburger Str. 1, ein. I M M I II M 33. Abt. 17 � Ufte Etreu�tieluerteiluna von den Lofolen Wertalla.§' Hobenlobostr. 3, und Habn. Sitnon-Dvch-Slr. 9. Alle Parteigenossen D haben best.nnnt lM erscheinen. 97. Abt. Alle Mitglieder beteiligen sich«rschlolsen an dem Wetdeumwg de» Streifes. Antreten 18V4 Udr ss-ntaneuromenade. «. Abt. Reulölln. 19Vi Udr turse Bewrechung mit sämtliche» Z'eilri�lldrrrn bei Schrbber. Eteinmebstr. SS. Erscheinen bringend notwendig. 99. Abt. Vrid-Buckow, Bezirt Er-ftsiedlung. I. Peopogandasrrechchor irm l&',i Udr. 2. Zusammentmrst ,nr lebten Waiilnordereilun» mn 20 Uhr rn der Halle, Hufeisen. t«. Abt. vom . treten.... Nähe Etralau'Nummelsdnrff. Morgen. Sonnabend, IS. November: ll. Abt. IV/, licht Trefwunkt»um©rrtemmeun«lein« Tiergarten. 23. Abt. Bon 14—17 Udr treffen sich alle Genossen IN den ftablabendlolale» ,ur Wadlarbeit...._. 25. Abt. Ab 19 Uchr bei Strömet, eoibeniussit. S,»folgt«wttogima ptt Wadlarbeit. Restlos« Beteiligung ist Pflicht.. 33. Alf. 17 V» Udr Treffpunkt»um fficrbtimvsuq BUschrngplotl. L4 Uhr MUStngpIatl. Sonntag, 17. RoorNiber, finden sich alle Eenosien um L Utjc bei Gne»towiti, Schreinersfr. 38, mt Wadlarbeit ein. i 49. Abt. Die Genossinnen und Geriossen treffen sich» Übt bei ssörsiee, Dtei- bundstt. 11 sL-ka», noeel» Ginteilunq»ut Wadlhilse All« anbeten Ge- nossinnen und Genoffen, die datt nicht eingeteilt worden sind, chakxn sich crn Sonntag, dem>7. Rooernber, inn 8V4 Übt, bei Stufnet, Hageldsrneo Strofie 20», gm Wadlarbeit»U melden. Jede» Patteimitglieb bat»« Pflicht, sich erat Dachltnge b» Partei restlos ,ue Persslgung zu stelle». «.«dt. tT acht leiste sflugblattverbreitung. Alle Genossinnen unch Genossen treffen sich in ibren Radlabendlolalen. 42.«bt. Treffpunkt»um Werbeumzug IBM Uchr ssontanepromenade. Die Be. »irke IIS, 118 und 120 treffen sich eine Bieetelstunde fricher bei Wrers. dorff, Uebanstr.«. �.,_ 89.«bt. Mariendorf. All« Genossen beteiligen sich am Sonnabend an dem Werbeumzug der Temsxldof» Genossen. 98. Abt. Renköllu. Treffpunkt»um Wertxumzua 17% licht RIchardvlcd. Bann» find non Teich, Slncfebecfflr. 133, ab»udolen. st rage 47; 4, Gruppe bei Wittenberg, Gllelelstr. 32. Niemand fechie! 117. Abt. Rum Werbeum.zug treten alle Genossinnen und Genossen um lK'g Udr in der Liebigstrasie, am Badnchoi Neu-Lichtenberg. an. Eichwalde. Ab 14 Uchr wichtige sslugblattverbreiiung vom Lokal Lindner, Pabnhofstr. 12. Das Rentralwachlbureau am Wabltag« ist ebenfalls Lindner. Die Genossinnen und Genossen bitten wir. sich) hier restlos»ur Wahlarbeit »ur Verfügung»u stellen. Zwei sehr gute Schallplattenkonzerte. Am Nach- mittag berühmte Dirigenten als Interpreten bekannter Werte. Es handelt sich um Bruno Wa l t e r, Leo Blech und Erich Kleiber. Selbst eine Ouvertüre wie die zu„Nienzi", die alles andere eher als klar in den Formen aufgebaut ist, wird unter Walters Leitung vollkommen übersichtlich. Die Fra-Diavolo-Ouverture deutet Blech auf feinste Unterschiede im Tempo und in der Tonstärke aus, und Kleiber spielt mit romantischer Farbigkeit den römischen Karneval von B e r l i o z. Abends steht die Schallplatte im Zeichen des Jazz. Die besten Bertretcr werden zitiert, und es entstehen mitunter Kunst- werke des Rhythmus, chasenclevers.Ein besserer ch er r" geht als Sendespicl im Szene. Das Repertoirestück des Staats- thcaters verliert auch in dieser Form nicht an Wirkung. Allerdings müssen hier manche Pointen stärker gebracht werden als auf der Bühne. Der Stil des Stückes, die sachliche Sprache, di« alles erklärt, ohne daß Mimik und Geste die letzte Ausdeutung geben müssen, macht die Komödie für den Rundfunk geeignet. Max Bing führt Regie. Er läßt sehr gestrafft und mit Tempo sprechen, arbeitet über- Haupt mit knalligen Effekten. Unter den Sprechern stehen B a l l e n t i n und P a u l s e n an erster Stelle. F. Sch. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlsahrf. 137.«bt. Rei»i»-d,ef.«est. Besichtigung de»«indertjeime*. Brrtmcj Strosse, am ffteitag, dem 15. Nooember. 10 Uhr. Treffpunkt am Pollshous» Scharnwetxrstrasse, 914 Uhr. All« Genossen sind herzlich dazu eingeladen. Jungsozialisten. Hrupp« Eade». �cutt fällt der Gruppenabend aus. Wir fottiliöcn hrJ geschlossen an dem Werdemmug des Kreises Kmuberg. Gruppe Weddiug-Gesnndbruouen. Heute beteiligen wir uns an den Wählers Versammlungen der Partei im Bezirk Wedding. Di« am 18 Novcnrber vvv, gesehene Gesamiveranstaltunq ist auf den 2i. November verlegt. Gruppe Schönebeeg. Der Gruppenabend fällt aus. Wir beteiligen uns an der Wählerkundgebung der Partei in der Ilhlandschulc, Kolonnenstr. Am Sonntag, dem 17. November, melden sich alle nicht eingeteilten Genosse» im Zentralroahllokal Will, Martin-Luther�tr. bS. Zlrbeiksgemeinschafl der Sindersreuude. Eeoss. Beelin. Dochenenbkursuo am 23. und 24. November. Die«teile werden gebcten, bi, Douitet-ta«. 21. Nouembet, zu melden: Wieniel Selfee fabten bereit- am Sonncbeub nach R-ffenl»itoiel Heften bort erst am Sauntagfriih ein'k Bon wieoielen wirb am Sonn-bendabend und am Sonntagfrüh rnaeme» Getränt gewiinichtt Wieniele wollen am Tonntag am Mittagesien trilnehmenk W«tri, Neukölln. Monwg, 18. November. 19',i Übt, im stäbt'lchen;1 Z Saalbau Bergstt. 147. Ellernadenb. ,u dem die Patteigenossen hm-■-> S lichst eingeladen sind. Film, Getang, Musik nnb Ansprach- der Ge. ssi Et nossin«lato Bohm-Schnch. M. d. N. Wir beteiligen un» am Sann.> t Di abeab, dem 1». Ronemd», geschlossen an dem Wetbenmzng bcr Partei.;.! i Gruppe Reblendarf. Der Gruppenabend fällt heut« aus. Wir betetligen uns am Demoitsteationszttg der Pattet. Anteeien um IL Uhr Stedlunz Rie. rneifter- Elle SchlieffenflroRe. «rti» Streit» berq. Alle Rvten-fralken-Helser treffen sich heute um 13 Uhr ssantanepromeitad«. Wimpel und ZWinen Mitbringe a. Gcburkslage. Jubiläen usw. 8«.«dt. Schöneberg. Unserem liebe» alten Genossen Hermann Ehling, Becker sie.», di« herzlichsten Slückwünsih« zum>3. Geburt-tage. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisation 101. Abt. Trepto«. Unser Genosse August Stoldt ist am 11. November vre» starben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung heute, Freitag. Iß. November, 15 Ilhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um rege Beleiligung. t24a. Abt. Mahlsdorf. Süd. Unser bewährter Genosse Otto ZKHjl ist im Alter von 55 Iahren verstorben. Ehr« seinem Andenken. Einäscherung am Sonnabend, dem 16. November. 11� Uhr. im Arcmawrium Baumschulenweg, Wir bitten um rege Beteiligung. mmmjn unserem Resiavrant ummm Leipziger Sir esse, K Stock Freitag, den"IS. November Gedeck tJS Gedeck 2,30 Ochsen- schwänz suppe Krübsteak naturell Rosenkohl, Pommes /rites Steche/beer' kompeit Auflaafkrapfen\ Ochsen- sdiwanssappe Frischer Lochs MoasseHne- Tanke Aalbsteok natureU Rosenkohl. Pommes frites Stachelbeere kompoti An flanfkr opfert uatmm ht unserem Restaurant n Leipziger Sirasse, V. Stock Sonnabend, den IG.Novemb. Gedeck 1,JS Spargelsuppe Ochscnpäkel- brast Brühkartoffeln McerreHich- tunke Reineclauden Katlsbader Ananas Gedeck 2,30 Spargelsuppe Zander, geback. Mayonnaisen- salai Ochsen- pökelbmst Brühkartoffeln Meerrettich- tunke Reineclauden Karlsbader Ananas Geflügel Sappcnbflhner lriaeh____ ltd. rem Mp(.m 8 Gänie.................... Pfd. ton t.OJan HolISnd. MaithQhner...PM. ton 1,24«« Hajen ,c«trci!t............ Pld. Ton l,OS«n WlIdKfaweiB, Hlrtdi, \ GSnsefleftcfa I Käse and Fette Romadooe....................... Stil ob 20 p;. Slang�pkSseaosi,.................. PW. SSW. Stelnbuscher ToUfett'................Pfd. 1.04 tModckSse TiUUer Art, 20�,.........Pfd. 75PI. Dfin. Sdiwfeiter 30»,',............... Pfd. OOp;. Tilsifer 40........................ Pfd.98Pf. ßsockkfise EmBwu tbsler Art, 80. Pfd. 1.15 Holländer 3i»(*...P;d. 74?;.. 40% Pfd. 1.05 Eelamer 20»�..»..Pf». 74Pt, 40 ff» Pf 4 1 ,05 Margarine......................... Pid.SOPf, Kokosfett.......................... PfASOpr. B.-alensctimolr..................... Pfd. 7SP1 Warsfwaren Leber- oder Rotwurst........... Pfd. 70pf. Sülzwurst.......................... Pfd. OOpf. Dampfwursf........................ Pfd. SZPl. Landleberwursl.................. P;d 9SP(. Haustnacher-LeberwursJ.......... Pfd. 1.10 KnoWcuchwursl................... Pfd. 1.15 Wiener WQrsfchen................ Pfd. 1,15 Fleischwurst........................ pfd 1.20 Jagdwurst........................... pul 1,20 Speck fett........................... p/d US Mettwurst nach Bruaaohwrtt. Art, pfd 1.40 ff. Leberwurst...................... pu. 1 ,45 Schinkenpolnische................. pfd. 1,45 Zerrelat oder Salami.............Pfd. 1.65 Teewurst............................ pfd 1,80 Zerrelal oder Salami Hoisteln....Pfd 1,00 Schinkenspeck.................... pfd. 1,05 Kolonialwaren Moulmain-Reis.................... PM ZLi>f KaUenUcher Reis................. P/d 30p'. Blue Rose-Reis................... p;s Z4P-. tiCTSchniffnudeln.................. pu 48,. f Fletmakkaroni..................... p,j. Z5,>, Vikforia-Erbsen neu».............. pm 28p;. Weisse Bohnen n«»».............. pu. jap;. Linsen neue Erale.......,i.,..;p;d.S4. 45pf. Kala. Aprikosen................... Pfd8«pf. Kakaopuhrer....................... PM 58p;. Trinkschokolade.................. PM«zp,. Gebrannte Gersle oder Roggen...pm. 22pf. Kaffee................... PM Ton 1,70 an Kern seile tiellgest», rrta, Elegel 300 r Prlsohgawlcht.......................... 13pt r 1 1_ ■ Blookrtllek 400 x Frlschgeirloht........ 26Ft B Palmölseife garantiert rein, PtllcklSOg I Frischcuwicht........................... 23p(. | Seifentiocken 83»;» tsn ausgewog., Pld 7Spl Eis- u. Kochäpfcl 3 Boskoprenelten Goldparmönen, Quitten............. Smyrna-Fetgen. Datteln............ Almerfawetn..... Paranüsse non«... Nene Haselnüsse... Obst nnd Gemüse bleiben Tom Versand aasgesdUossen. Obst und Gemüse Kohlrüben............. Pfd Spt Möhren gawaseham..... Pfd 5p;. Wetsskohl.............Ptd, 4?;. Rotkohl................ Pfd. 6pr. Wirsingkohl.......... pm Sp; Grünkohl.......... 2 pm 15p;. Sellerieknollen.....pm 12p;. Kartoffeln Zentner tob 3,25 au Zasendnngsgebflhi in Gross-Berlin pro Zentner 50 Fl« ß&ekpfand 50 Pf Pfd. 28 Pf. Pfd. 20pf. Pfd. 20pf. Pfd. 20 Pt Pfd. 34pr. Pia. 48pt Pia. 52pf. pm 62pr. Pfd. 68pl FRISCHES FLEISCH Kalbshaxen.................... 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