Nr. 51. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächte Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Sonnabend, den 29. Februar 1896. Mit dem 1. März eröffnen wir ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Die Regelung der privatrecht lichen Stellung der Vereine. Der reaktionäre Geist des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs macht sich allen Parteien auf dem Gebiete bemertbar, das die privatrechtlichen Verhältnisse eines Vereins regeln soll. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Nichtgewährung der juristischen Persönlichkeit von ausschlags gebender Bedeutung wäre! Als ob die Form und nicht der Zweck und die wirthschaftliche und politische Nothwendigkeit die Stärke einer Organisation nach sich zieht! Wie wenig harmonirt doch mit dieser Furcht der Regierungen die Betonung in dem kaiserlichen Erlaß vom Februar 1890, daß den Arbeitern gesetz liche Gleichstellung gebühre. Das unentbehrliche Rampfmittel der Organisation den Arbeitern gewähren, ihren Die Regelung der privatrechtlichen Seite des Vereins- Organisationen aber mit allen möglichen kleinlichen Hindernissen wesens hat die Bestimmungen zu umfaffen, ob das Leben erschweren, verträgt sich mit dem Prinzip der Ehrlich und welche Privatrechte ein Verein als folcher be feit nicht. fizen kann, ob er Eigenthum, ob er Grundeigenthum Es ist die Pflicht eines jeden Parteigenossen, für die erworben, ob er Verträge schließen, ob er als Verein flagen oder gerichtetes zivilrechtliches Ausnahmegesetz erschien wohl den ReEin ausdrücklich lediglich gegen die Sozialdemokraten Weiterverbreitung des Zentralorgans der Partei nach als solcher verklagt werden kann. Juristisch bezeichnet man dies gierungen etwas zu bedenklich. Sie betraten einen anderen, noch Kräften thätig zu sein. Daß unser Blatt in bezug auf mit dem Ausdruck: ob ein Verein rechtsfähig" ist oder: ob er mehr den abfolutistischen, polizeiftaatlichen Hang verrathenden Weg. politische Dinge vortrefflich informirt und häufig in der als juristische Person" erachtet, vom Gesetz also so wie eine Sie wollen nach dem Entwurf des bürgerlichen GesezLage ist, Nachrichten zu bringen, die keinem anderen Blatte wirkliche Person betrachtet werde. entwurfs die Rechtsfähigkeit von Vereinen nicht leugnen. Aber zur Verfügung stehen, das ist allseitig anerkannt. Der bestehende Rechtszustand geht von Sachsen abgesehen unter zwei Bedingungen. Einmal sollen von der Erlangung der Ueber dem politischen und wirthschaftlichen dahin, daß die Rechtsfähigkeit eines Vereins vom Gesez, mur Rechtsfähigkeit ausgeschlossen sein: alle politischen, Theil werden aber die lokalen Vorkommnisse Berlins dann anerkannt wird, wenn Verwaltungsorgane dem Verein fozialpolitischen, religiösen oder Unterrichtss feineswegs vernachlässigt. Die Besprechungen unsrer tom- Berein Rechtsfähigkeit ausdrücklich verleihen. Nur der privilegirte 3 we cen dienenden Vereine. Und ferner soll die ist demnach rechtsfähig. Trotzdem hat munalen Angelegenheiten sowie die ausführlichen Berichte Rechtsprechung sich genöthigt gesehen, auch nicht ausdrücklich lichen Stat- und Kegelklubs, Rauchvereine und Kaffeeklatsch- Bereine, die Rechtsfähigkeit der Vereine, die danach übrig bleiben- also im wesent über die Verhandlungen der Stadtverordneten- Versammlung privilegirten Bereinen thatfächlich die Rechte einer juristischen Sauf- und Rausvereine nur erlangt werden, wenn die Verbringen den Leser in die Lage, die Erscheinungen auf diesem Person zuzusprechen. Aber diese Rechtsprechung, der sich auch das waltungsbehörde dem nicht widerspricht. Ja, noch weitergehend wichtigen Gebiet des öffentlichen Lebens genau zu verfolgen. Reichsgericht in vielen Fällen angeschloffen hat, ist unsicher und soll nach dem Entwurf den Vereinen die Rechtsfähigkeit wieder Der lokale Theil des„ Vorwärts" verzeichnet alle Be- schwankend. Wer im gewerkschaftlichen und im politischen entzogen werden fönnen, wenn fie nach Ansicht der gebenheiten des Tages und giebt ein getreues Bild des Vereinsleben wirksam gewesen ist, fennt die Belästigungen, Kämpfe Verwaltungsbehörde sich mit so ernsten Dingen als da find Bereins- und Versammlungslebens, welches und Schwierigkeiten, mit denen ein Verein, der seine Zwecke er: Bolitif, Sozialpolitit, Religion oder Unterrichtsfragen zu be in Berlin besonders starke Wellen schlägt. reichen will, deshalb zu kämpfen hat. Zu allen möglichen schäftigen erdreisten sollten. Und auch damit noch nicht genug. Ebenso widmen wir dem Feuilleton die größte Auf- treibt Ausflüchten, Verschleierungen, Berhüllungen und Umwegen Da mehreren Regierungen, wie der Vertreter von Württemberg der Mangel einer gefeglichen Anerkennung in der Kommission bitter flagte, ein Recht zur Auflösung von merksamkeit. Jeht veröffentlichen wir einen Original der Rechtsfähigkeit jedes Vereins fast alle ernsten Zielen nach Vereinen durch ihre engere Heimath nicht gegeben ist, soll das Roman aus der Gegenwart: Clotilde", von Strebende Vereine, um die Befriedigung heischenden Forderungen bürgerliche Gesetzbuch des geeinten Reichs diefen einen VereinsH. W. M. von Walthausen, der in einer deutschen des Rechtslebens trotz des geltenden Rechts zu erzwingen. Das Inebel geben: der Entwurf will Verwaltungsbehörden gar die Residenzstadt spielt und tiefe Blicke in das Leben der guten Vereinsleben ist unentbehrlich nud naturnothwendig. Der Auflösung von Vereinen noch ausdrücklich fast schrankenlos beiGesellschaft" thun läßt. Gesetzgeber hat denach die Pflicht, dem infolge wirthschaftlicher legen. und politischer Bedürfnisse nach Verwirklichung ringenden Recht zum flaren und zweifellosen Dasein durch gesetzliche daß die nicht ultrareattionären Parteien dieser Partie des EntDiesen allzu klobigen Polizeistaats- Gelüften ist es zu danken, Anerkennung des Sages zum gefeßlichen Dasein zu verhelfen, daß wuris mit Entschiedenheit entgegentraten. Zwar hat die Komjeder Verein Rechtsfähigkeit habe. mission leider in der ersten Lesung sich noch nicht dazu aufUnd dennoch wehren die Regierungen sich mit aller Macht schwingen können, den oben skizzirten, von unferen Genossen in gegen diese im Interesse von Treu und Glauben und im Kultur- der Kommission vertretenen Standpunkt gutzuheißen. Sie hat aber interesse unabweisbare Forderung. Ja, nicht einmal die bürger- die der Kulturentwickelung, dem wirthschaftlichen und politischen lichen Parteien haben sich dazu aufschwingen können, diesen Say, Leben ins Gesicht schlagenden Bestimmungen des Entwurfs abdessen Nothwendigkeit selbst Professor Sohm wiederholt gelehnt. An ihre Stelle ist ein etwas freieres Prinzip ausführlich dargelegt hat, in Gesetzesform zu gießen. getreten. Alle Vereine, deren Zweck Zweck nicht auf einen Die Regierungen haben offen zu erkennen gegeben, daß die Furcht wirthschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist, fönnen nach vor der Arbeiterklasse, insbesondere vor ihrer politischen Ver- den Beschlüssen erster Lesung Rechtsfähigkeit erlangen, treterin, vor der Sozialdemokratie, sie von der verständigen sobald sie sich in ein vom Amtsgericht zu führendes entgegen.( Eingetragen in der Post- Beitungsliste für 1896 Ronfequens zurückhält. Sie befürchten, daß durch staatliche An- Vereinsregister eintragen laffen. Eintragungdarf erkennung der Rechtsfähigkeit von Arbeitervereinen, die gewerk- keine Verwaltungsbehörde widersprechen. Eine Versagung unter Nummer 7277.) schaftlichen, politischen oder Bildungszwecken dienen, die Macht der Eintragung darf aber stattfinden, wenn der: dieser Vereine, denen sie so gerne den Garaus machen möchten, wachsen Zweck Vereins gegen ein gefeßliches Verbot oder könnte. Als ob für die Macht dieser Vereine die Gewährung oder gegen die guten Sitten" verstößt. Diese lettere Bestims " Den neuen Abonnenten wird der bereits gedruckte Anfang dieses höchst spannenden Romans gratis nachgeliefert. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 40 67 1,10 M. für den Monat März Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Clokilde.( Nachdruck verboten.) In dem schwarzberänderten Trauerblatte stand unter dem Nachrufe folgende Bekanntmachung: Des Der Biele betrachteten die Brambach'schen Eheleute als Es wurde erzählt: diese beiden wären plötzlich als Opfer von Verirrungen der herrschenden Zeit, von schuldlos aus der Gefangenschaft entlassen und gesehen geschraubten Gesellschaftsverhältnissen und ungesunden worden. Strömungen, die eben nur diejenigen emporbringen, die etwas Die Lobhudler Brambach's wurden stuhig, stumm und aus sich zu machen verstehen. Brambach war in höhere Kreise verlegen. Die Landeszeitung wird auch fernerhin wie bisher gedrängt worden und hatte deshalb großen Aufwand Den Kränzewindern fielen vor Schreck die Blumen aus weiter erscheinen. Die Regierung hat die Offizin erworben machen müssen, um höheren Ansprüchen zu genügen, daran den Händen. und zur Staatsdruckerei erhoben. Zum Direktor und ver- war er zu Grunde gegangen. Um bekannt zu werden und antwortlichen technischen Leiter ist der seit Jahren ver- Leute kennen zu lernen, die ihm Aufträge und Verdienst dienstvoll wirkende Mitarbeiter, Herr Eichwald, ernannt zuführten, hatte er dem Grundfaze gehuldigt: Leben und leben lassen, und zuweilen dabei mehr, als er sollte, aus gegeben. worden. Bezugnehmend auf obiges ersuchen wir, Briefe sowie Einsendungen an die Redaktion und Expedition einzuschicken unter der Adresse: An die königl. Staatsbuchdruckerei in H. v. Strahlendorf, Eichwald, Regierungsrath. Direktor. In der Stadt ging heute die Landeszeitung von Hand zu Hand. Jeder wollte sie lesen und sich aus der besten Quelle über den traurigen Vorgang unterrichten. Der Nachruf milderte etwas den Abscheu, den ein Selbstmord fast immer hervorruft. Hier stand es ja, er habe die That in einer Anwandlung von frankhafter Erregung gethan. Brambach und seine Frau waren todt, das wodurch" und warum" änderte nichts daran. gegangen. Viele legten allerdings die Zeitung unbefriedigt weg, sie hätten gern nähere Einzelheiten erfahren, wie es zu Dem Erfindungseifer der Klatschmäuler war zwar freie Bahn gegeben, aber das hergebrachte Wort: Von den Todten soll man nur Gutes reden, behielt schon darum die Oberhand, weil man höheren Orts nicht anstoßen wollte. Brambach war als ehemaliger Günstling des Hofes bekannt und dies verlangte Rücksichten. Er und seine Frau hatten aus Berechnung, daß ihre großen Ausgaben nicht kontrollirt wurden, hier und dort getauft, deshalb beklagten viele Geschäfte den Verlust dieser Kundschaft, die darum eine doppelt gute war, weil viel gebraucht und richtig bezahlt wurde. Es bildete sich daher im Publikum eine mitleidsvolle zum Verzeihen geneigte Stimmung aus, und man sprach schon von einem ehrenvollen Begräbnisse. Man entschuldigte sogar Brambach. Dem Gerichte schien diese Stimmung sehr angenehm zu sein, es schwieg und hätte wohl am liebsten gesehen, wenn dieser Fall ganz todtgeschwiegen würde. Hatte diese Nachricht schon einen Umschwung in der öffentlichen Meinung hervorgerufen und die Stimmung sich. gegen Brambach gewendet, so steigerte ein zweites Ereigniß diese Aufregung aufs höchste. Die Buttelmeier'schen Nachrichten ließen ein Extrablatt erscheinen und mit großem Aufsehen allenthalben ver breiten. Darin wurde das Ende von Brambach und seiner Frau ausführlich geschildert von einem Augenzeugen. Ja es waren sogar die letzten Worte Georginens, ihr Schuldbekenntniß, genau wiedergegeben. Die Bestürzung war eine gewaltige! Die ganze Stadt schien in Mitleidenschaft gezogen. Ueberall wurde die Entrüstung laut zum Ausdruck gebracht. Die noch vor kurzem Brambach's gelobt, entschuldigt hatten, wollten sie jetzt gar nicht gekannt haben. Jedes Beileid wurde ihnen entzogen. In unserer schnelllebigen Zeit, hieß es, wo man nur Besonders war man gegen Brambach's Frau von nach Gewinn und Genuß jagt, weil man heute nicht weiß, Haß und Wuth erfüllt. Man konnte es nicht verzeihen, ob man morgen schon von der Konkurrenz oder egoistischer daß sie es fertig gebracht, so viele zu täuschen. Man trug Habsucht vernichtet am Boden liegt, hält sich mancher, so es ihr nach und schämte sich, daß man von ihr sich hatte lange es geht; will es nicht mehr gehen, geht er selbst. bewirthen lassen und bestechen durch Gastereien und ihren Brambach's hatten den Muth, einen schnellen Tod dem Putz von gestohlenem Gelde. langsamen am Bettelstabe vorzuziehen, darum könne man Besonders die Frauen ärgerten sich, daß sie es ihr nicht ihnen den Kranz auf dem Sarg nicht versagen. 43 mehr vorhalten und tüchtig sagen konnten: sie sei eine Diebin; Und man bestellte Kränze, viel Palmen und Blumen- längst hätte man gewußt, bei ihr gehe es nicht mit rechten gebinde der Sitte oder Unfitte nach zum Leichenbegängniß Dingen zu. Sie hätte ihren Mann zum Hehler und Verschwender erster Klasse. gemacht und ihn genöthigt, zur Pistole zu greifen, weil sie, wie sie zuletzt selbst noch eingestanden, eine Buhlerin war. Groß doch war die Sympathie, die man allgemein jetzt den beiden unschuldig Verurtheilten, Hanne und Friedrich, zuDaß man in der Zeitung, die Brambach bis zuletzt besessen, nicht von der Art seines Todes sprach, fand man Ohr zu Ohr. ertlärlich und feinfühlend. Da ging plöglich eine unglaublich klingende Mär von Eine längst abgeschlossene Begebenheit stieg damit wie Dieses Beispiel fand durchgängig Nacheiferer und der ein Geist aus dem Grabe der Vergessenheit empor und wendete. Erfahrungssatz trat in Kraft: Willst Du gelobt sein, so bekam wieder Leben durch die beiden Gestalten Hanne und Es hieß, sie wären frei. mußt Du sterben. Friedrich. ( Fortsetzung folgt wung ist außerordentlich bedenklich, da in der Praxis in„gute Sitten" alles mögliche hineimnterpretirt und z. B. Frauen- vereinen die Erlangung der Rechtsfähigkeit unmöglich gemacht werden kann. Daß schließlich vom ordentlichen Richter(dem Landgericht) über die Versagung einer Eintragung zu entscheiden ist, bietet wenig Garantien gegen mißbräuchliche Anwendungen. Was Richter aus den Begriffen„gute Sitten" und Sittlich- keil heraus und in dieselben hineindenken können, geht aus der jahrzehntelangen Praxis sächsischer Gerichte genugsam hervor. Immerhin liefert diese Bestimmung die Vereine nicht so schranken- los, wie es der Entwurf that, der Polizei auch nach der privatrechtlichen Seite hin aus. Ausgeschlossen von der Erlangung der Rechtsfähigkeit sollen nach dem Beschluß der Kommission solche Vereine sein, deren Zweck auf einen wirthschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist. Den wesentlichsten dieser Art Vereine(Aktiengesellschaften. verschiedene Erwerbs- und Wirthschafts- Genossenschaften, ein- geschriebene Hilfskafsen) ist ja durch Spezialgesetze Rechtsfähigkeit verliehen. Es giebl inpeß noch ähnliche Vereine, bei denen dies nicht der Fall ist. z. B. bei Sterbekasicn. Ganz verfehlt erscheint der von der Kommission gebilligte Weg, diesen Vereinen nur durch staatliche Verleihung Rechtsfähigkeit zukommen zu lassen und der Verwaltung zu gestatten, die Rechtsfähigkeit diesen Vereinen auch wieder zu nehmen. Lieber keine, als eine von königlich-polizeilicher Genehmigung abhängige. Es bleibt abzuwarten, ob trotz der Drohung der Re- gierungen, von denen selbst die Vorschläge als unannehmbar be- zeichnet wurden, es in der zweiten Lesung der Kommission oder im Plenum gelingen wird, dem klaren, zweifelsfreien und allein für politisch Mündige würdigen Satz Anerkennung zu verschaffen: jeder Verein ist ohne jede Weiterung rechtsfähig. polikifche MebevMzk. Berlin, 28. Februar. Michel aufgepaßt! Für die„userlosenFlotten- pläne" beginnt jetzt die Reklame im großen Stil. Phantastische Bilder werden verbreitet und„weltpolitische" Artikel in die Presse lancirt. Man lese nur die„Kreuz- Zeitung" und andere Blätter. Es handelt sich um zunächst hunderte und schließlich um tau sende von Millionen, die, ohne dengeringstenNutzenfürdasdeutsche Volk buchstäblich ins Wasser geworfen werden sollen. Also Taschen zu!— DaS Herrenhans trat am Donnerstag und Freitag nach mehrwöchentlicher Rubepause wieder zusammen. Am Donnerstag wurden zunächst die Gesetzentwürfe betreffend eine Ermäßigung der Gebühren bei der ersten An- legung der Register für Binnenschiffer und be- treffend die Dauer der Wahlperiode für die weit- lichen Mitglieder der Propsteisynoden der evangelisch-lutherischen Kreise vonSchleswig- Holstein debattelos angenommen. Den wichtigsten Gegenstand der Tagesordnungen beider Sitzungen bildete die zweite Lesung der Vorlage betr. das Anerben recht bei Renten- und Anfiedelungsgüteru. Es handelt sich hier um eins der „kleinen Mittel" zur Hebung der Landwirthschast, das aber auch nicht viel helfen wird. Während das bisherige Anerbenrecht nur für solche Güter galt, welche zu diesem Zwecke von den Besitzern besonders in die Höferolle eingetragen wurden, soll jetzt das Anerbenrecht als Intestaterbrecht auf die nach Maßgabe der Rentengüter-Gesetze und des Anstedelungsgesetzes für die polnischen Landestheile gebildeten Güter gelten. Die Junker, die im Herrenhause das große Wort führen, sind natürlich voller Freude über die Vorlage, von der sie in gewohnter Bescheidenheit nicht für sich, sondern für die Bauern Vorlheile prophezeien, die hierdurch in ihrer Lage gebessert, dem Ansturm der Sozialdemo- traten Widerstand leisten würden. Widerspruch gegen die Vorlage erhoben nur die Oberbürgermeister Westerburg aus Kassel und Bender aus Breslau, die darauf hinwiesen, daß durch die Einführung eines ungleichen Erbrechts Unzufrieden- heit bei den Abfindlingen erzeugt würde, die nun das Proletariat vermehren würden. Die Vertheidigung des Entwurfs hatte, wie bei der ersten Lesung, so auch heute, Finanzminister Dr. M i q u e l übernommen, der alles aufzubieten scheint, um nicht bei den Agrariern in Ungnade zu fallen. Nach zweitägiger Debatte stimmte das Hans nicht nur der Vorlage in der Fassung der Kommission unter Ablehnung einer größeren Reihe von Abänderungsanträgen des Oberbürgermeisters Struckmann zu, sondern nahm auch eine RefoluNon an, worin die Regierung ersucht wird, durch weitere Gesetzentwürfe für Landgüter unter Berücksichtigung der verschiedenen Verhältnisse der einzelnen Landestheile das Anerben- recht einzuführen.— Nach Erledigung dieses Punktes wurde am Freitag noch der Gesetzentwurs betr. die Errichtung einer Generalkommission für die Provinz Ost- p r e n ß e n, der im vorigen Jahre vom Hause abgelehnt und in diesem Jahre unverändert wieder eingereicht war, nach unwesentlicher Debatte in namentlicher Abstimmung mit 77 gegen 57 Stimmen angenommen. Am Sonnabend steht außer kleineren Vorlagen der Entwurf betr. die Aushebung der Taxordnungen für Aerzte und Zahnärzte aus der Tagesordnung. Das preußische Abgeordnetenhaus begann am Donners- tag die zweite Berathung des K u l t u s e t a t s. Die Debatte, die auch heute fortgesetzt wurde und für die noch die ganze nächste Woche in Aussicht genommen ist. bot bisher wenig be- merkenswerthes. Bei den„Einnahmen" gab Geheimrath L e h n e r t im Namen des Finanz- und des Kultus- Ministeriums die Erklärung ab, daß das Komptabili- t ä t s- G e s e tz im Stadium der Vorberalhung begriffen sei und wenn nicht mehr in dieser, so doch voraussichtlich in einer der nächsten Sessionen erscheinen werde. Eine solche Vorlage, welche die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben gesetzlich regelt, ist dem Haufe schon seit Jahrzehnten, zuletzt anläßlich der Ver- Handlungen über den Erlaß des Fideikommiß-Stempels an den Freiherrn v. Lucius versprochen worden, aber bisher nicht zu- gegangen. Wir werden abzuwarten haben, ob nicht in der Nächsten Session von neuem eine dilatorische Erklärung gegeben wird. Bei dem Ausgabetilel ,M inistergehalt" gab es wieder die üblichen konfessionellen Zänkereien zwischen dem Zentrum und den Nationalliberalen, die allmählich anfangen, langweilig zu werden, da kaum noch etwas Neues vorgebracht wird. Der Kultusminister Dr. Bosse äußerte sich nicht mehr zu dieser Frage, wohl aber ließ er den Polen, als dies« sich über die Erlheilung des Religionsunterrichts in deutscher Sprache an polnische Kinder beschwerten, eine überaus scharfe Abfertigung zu theil werden, die von der Rechten mit großem Beifall auf- genommen wurde. Die Frage der rechtlichen Stellung der Privatdozenten, die in letzter Zeit aus Anlaß der Fälle Jastrow und Arons zu so lebhaften Debatten in der Prefle geführt hatte, wurde von Prof. B irch o w kurz gestreift. Leider ver- fiel Virchow in seinen alten Fehler: er sprach so leise, daß selbst der Kultusminister ihn nicht verstand und infolge deffen seine Ant- wort bis nach dem Erscheinen des amtlichen Stenogramms aufschieben wird. Auch am Freitag bewegte sich die Debatte auf einem ziemlich niedrigen Niveau. Abg. Dr. Langerhans (srs. Vp.) machte zwar den schwachen Versuch, die Frage des Religionsunterrichts an Dissidenten linder zur Sprache zu bringen, durch den ein großer Gewissenszwang ausgeübt werde; man müsse sich auf einen konfessionslosen Religionsunterricht in der Volksschule einigen, damit endlich der Kampf in dieser Frage aushöre. Der Kultusminister nahm in seiner Antwort besonders auf die freireligiöse Gemeinde in Berlin bezog; den dort gelehrten Unterricht könne er nicht als Religions- Unterricht betrachten, weil darin nichts von Gott enthalten sei. Im übrigen würde es den Kindern der Dissidenten nichts schaden, wenn sie in der Schule die Anschauungen ihrer Nebenmenschen über Gott kennen lernten. Eine Debatte entspann sich nicht, da das Hans, wie gewöhnlich, nicht geneigt war, auf eine Frage, die die eigenen Interessen der„Volksvertreter" nicht schädigt, einzugehen. Am Sonnabend wird die Berathung des Kultus- etats fortgesetzt. Die sächsischen Wahlrechts-Attentäter sind auf ein ganz unerwartetes Hiuderniß gestoßen. Nämlich in bürger- lichen Geschäftskreisen ist man dahinter gekommen, daß es für die 100— 150 VW Kleingewerbtreibeude, die nach der famosen Gesetzesvorlage in die 3. Klasse gesteckt werden, von sehr großem Eeschästsnachtheile sein kann, wenn auf diese Weise ihre Vermögensverhältnisse aller Welt blos gelegt werden. Daß das auf den Kredit vieler von nachtheiligem Einfluß sein kann, bedarf keiner näheren Auseinandersetzung. Das„Leip- ziger Tageblatt" giebt sich heute große Mühe, die Besorg- nisse der kleinen Geschäftsleute zu zerstreuen, fängt dies aber sehr ungeschickt an. Es stützt sich nämlich auf die Ersah- rungen, die in Preußen mit dem Dreiklassen-Wahlsystem gemacht worden seien. Es sei nicht bekannt geworden, daß der Kredit der preußischen Geschäftsleute darunter gelitten habe. Das ist nun falsch. Im Gegentheil hat man sich in Preußen vielfach über diesen Mißstand beschwert. Und außerdem haben die sächsischen Wahlrechts-Attentäter sich ja bisher die erdenklichste Mühe gegeben, den Nachweis zu führen, daß das geplante sächsische Gesetz sich von dem preußischen gerade dadurch unterscheide, daß es nicht wie dieses die kleinen Leute zu gunsten der Reichen benachtheilige und in ihren politischen und wirthschaftlichen Rechten schädige. Als Kuriosität sei noch erwähnt, daß das„Leipziger Tageblatt" den Vertretern der dritten Klasse im Landtag— dreifache Diäten verspricht. Natürlich kann ein solch plumper Bestechungsversuch nur erbittern. Jedenfalls ist die Unzufriedenheit mit dem Regierungs- Gesetzentwurf auch in bürgerlichen Kreisen fortwährend im Steigen begrisien.— Tie Einberufung der sächsischen Landeskonferenz ist von der gesummten Partei in Sachsen mit Genugthuung begrüßt worden. Auch in Leipzig, wo ein Theil der Ge- nossen für früheren Zusammentritt der Landesvcrsammlung war, denkt man nichr daran, um einer solchen Lappalie willen die Einheitlichkeit der Protestbewegung zu stören. Ja, wenn es aus ein paar Tage ankäme! Aber bis die endgiltige Annahme der Regierungsvorlage und deren Unter- Zeichnung durch den Monarchen erfolgt ist, vergeht immerhin noch einige Zeit, und sollte die Landesversammlung schon einer vollendeten Thatsache gegenüberstehen, so ist, wie wir gestern schon auseinandersetzten, eine Mandatsniederlegung auf der Landesversammlung und im Austrage der gesummten Partei im Lande sicherlich doch zum mindesten ebenso imposant, als eine Mandatsniederlegung in der Kammer. Was unter allen Umständen uoth thut, das ist, daß die Landesversammlung sich ausspricht. Die Stärke der deutschen Sozialdemokratie besteht wesentlich darin, daß die Unterordnung des Individuums unter die Gesammt- heit, des Einzelwillens unter den Parteiwillen durch lang- jährige Gewohnheit unverbrüchliches Parteigesetz ge- worden ist. In einem Punkt irrten wir gestern: es herrscht nicht völlige Einstimmigkeit in bezug auf die Mandat- niederlegung. Wir urtheilten nach Gesprächen mit Mit- gliedern der Landtagsfraktion, die sämmtlich für die Niedcrlegung waren. Seitdem haben sich aber innerhalb der Partei abweichende Meinungen vernehmen lassen. In- deß das scheint doch nur eine Minderheit zu sein. Und bis zur Landesversammlung wird die Klärung soweit gediehen sein, daß der Wille der Partei dort zu e i n h e i t- lichem Ausdruck kommen wird. Militarismus und Kultur. Buckle in seiner„Ge- schichte der Zivilisation" weist nach, daß die Kultur der Völker im umgekehrten Verhältniß zu ihrer Freude am Krieg und Kriegsdienst stehe. Die wenigst kultivirten Völker sind auch die kriegerischsten. Und der sogenannte „militärische Geist" setzt einen sehr tiefen Kulturzustand voraus. Das mag gewissen Leuten nicht angenehm sein, ist aber zum Glück unumstößliche Wahrheit. Diese Wahrheit findet jetzt Bestätigung in einem Land, wo man es garnicht erwartet hätte, nämlich in China. Dort sind gegenwärtig preußische Drillmeister an der Arbeit, um den Söhnen des Orgiualreiches der Mitte militärischen Geist einzuflößen. Es geht jedoch nicht, und ein Mitarbeiter der „Frankfurter Zeitung" schreibt darüber aus Nanking; Ter Gehorsam ist den Chinesen gewiß nicht fremd, aber den blinden Gehorsam kennen sie nicht, der die Voraussetzung einer europäisch disziplinirten Truppe bildet. So erlebt man es jeden Tag auf der Straße. Man mag dem Kuli die schwerste Last, die verwickeltste mechanische Operation ausznführen geben. Er geht frisch ans Werk und leistet Wunder. Aber das darf man von ihm nicht verlangen, daß er dabei einen besonderen Anstand, eine„schöne Geste" zeigt oder in devoter Stille verharrt. Das Was vollführt er nach Befehl. Das Wie muß man ihm überlasten, so häßlich und turbulent es auch sein mag. Aber gerade auf das schöne Wie kommt es beim militärischen Drill so sehr an. Hier jedoch versagt dem Kuli das Verständniß für die Geheimniffe der militärischen Disziplin. Es ist ihm z. B. nicht begreiflich, warum, wenn Stillestehen geboten wird, er nicht aus einer mit- gebrachten und von einem hinter der Linie rastenden Händler ausgeliehenen Tabakspfeife rauchen soll dürfen; es ist ihm nicht begreiflich, warum er in solchen unthätigen Momenten nicht niit seinem Nachbar sprechen, sich nicht räuspern, sich nicht schneuzen oder nicht spucken soll dürfen, warum er vollends den Kopf und die Glieder marmorsteis halten soll. Das ist ein ewiges Wackeln mit den Köpfen, Schief-, Krummstehen, Sprechen, Schneuzen jc., das dem wackeren preußischen Militär, der Stille stehen kommandirt hat, förmlich zur Verzweiflung bringen könnte. Aehnlich geht's auch bei allen anderen Exerzitien. Wie die Uniform, so der Mann. Bei uns sind die Uniformen ähnlich, aber noch mehr als unsere bürgerlichen Kleider, geradlinig und knapp. Der Chinese faßt es gar nicht, wie man es in einem solchen Panzer aushalten kann. Die Uniform des chinesischen Soldaten ist seinem bürgerlichen Kleid entsprechend, weit, bequem, faltig, bauschig. Dazu noch die asiatische Langsamkeit. Ich glaube, selbst im Paradeschritt leisten die chinesisch-europäischen Rekruten nicht mehr als vielleicht 80 Schritte rn der Minute. Das bringt die ganze Geschichte um ihren eigentlichen Reiz. Die Chinese« sind eine mehrtausendjährige literarische Nation, welche über den Barbaris- mus des Waffenhandwerks schon längst hinaus- gekon, menist. Diesen gelehrten Zug zeigt. ,vie komisch das auch scheinen mag, selbst der letzte Kuli. Wenn er auch alle militärischen Exerzitien mit äffen- artiger Genauigkeit nachahmt, so nimmt er doch den ganzen Militärdienst im Frieden im Grund seiner Seele gar nicht ernst. Nach seiner ganzen Gesammtaufsaffung der Sache kann man es dem chinesischen Rekruten kaum mehr verargen, daß er bei regnerischem Wetter vom Exerzierplatz ausbleibt. Wenn ein langer Marsch sich gar zu sad anläßt, verschmäht der chinesische Unteroffizier es nicht, mit seinen Leuten gemeinsam Ulk zu treiben. Qudls horreur. Gegen all' das ließe sich vielleicht mit scharfen Strafen er- folgreich ankämpfen, wie sie ja auch bei unserem Militär ge- bräuchlich sind. Davon ist aber für die europäischen Militär- instruktoren in China keine Rede. Sie gehören nicht eigentlich der Truppe an, haben kein Kommando, keine Strafgewalt und ihre Mannschaft besteht auch gar nicht aus Soldaten, sondern aus Schülern, die. allerdings der Absicht nach, später, wenn sie einmal ausgelernt haben, in die Armee eingestellt werden sollen. Anschreien, wie zu Hanse, hilft hier in China auch nichts. Denn erstens versteht der preußische Jnstruktor höchstens sovielchinesisch. um die Kommandoworte ohne Dolmetsch ausgeben zu können, aber doch nie soviel, um ordentlich schimpfen zu können, und zweitens ist ein Mensch, der wüthet und schreit, dem sanften Sohne der literarischen Nation nur ein Gegenstand mitleidigen Lächelns wie irgend ein anderer Tobsüchtiger auch. Mit einem Wort gesagt: d e m Chinesen fehlt der- sogenannte militärische G eji st. Vom bürgerlichen Gesichtspunkt aus mag es dem Beobachter imponiren, für die Erfolge der preußi- scheu Drillmeister in China kann es fatal werden. Also die Chinesen sind zu kultivirt für den militärischen Geist. Wie wär's, wenn unser scherzliebender Herr Kriegs- minister nach China ginge? Apropos, das Wort„literarisch", das von den Chinesen gebraucht wird, soll besagen, daß sie allesammt in der Literatur ihres Landes gebildet sind. Die Chinesen haben nämlich unter anderen dem„militärischen Geist" zuwider- laufenden Vorurtheilen auch das: daß sie den Staat für verpflichtet halten, jedem Staatsangehörigen eine gute Schulbildung zu theil werden zu lassen.— Frankreich. Die Freude der Checkleute über die „Niederlage" der Regierung in der Budgetkommission war ebenso kurzlebig wie ihre Freude über die„Niederlagen" der Regierung im Senat. Das Kabinet Bourgeois hat be- schloffen, geradenwegs aufs Ziel los zu gehen, den Gesetzes- Vorschlag betreffend die Einkommensteuer gleich mit dem Budget zur Berathung zu stellen und einen verneinenden Beschluß sofort mit der Auflösung der Kammer zu beantworten. Das sind herrliche Aussichten für unsere Genossen in Frankreich. Wir beneiden sie. Einstweilen räumt die Regierung tüchtig unter den Beamten auf, und entfernt alle Panamisten und alle Gegner der Republik.— Die egyptische Frage ist unzweifelhaft im Ernst auf die Tagesordnung gebracht, obgleich die englische Regierung sich noch in geheimnißvolles Schweigen hüllt. Lacherlich ist es, wenn die „Times" meinen, die deutsche Diplomatie habe die Sache eingefädelt. Eingefädelt ist sie von Rußland, das freilich feit einem Jahr bei der deutschen Diplo- matte sehr große Dienstsertigkeit gesunden hat. Wenn die„Times" an die Klugheit der deuffchen Politik appelliren, die doch nicht darauf hinarbeiten könne, in der egyptischen Frage das ei»zige Hinderniß einer sranzöstsch-englischen Allianz aus dem Weg zu räumen, so vergißt sie, daß dieselbe deutsche Politik ja durch die Annexion von Elsaß-Lothringen die französische Politik zu einer für Deutschland dauernd bedrohlichen gemacht hat. Im übrigen würden wir eine französisch-englische Allianz für ein Glück halten, denn sie würde Frankreich von Rußland entfernen und durch Zurückdrängung des russische» Einflusses den Frieden sichern.— »» « Deutsches Reich. — I n H a l l e hat sich der Wahlverein der Liberalen für die Wiederaufstellung des Abgeordneten Dr. Alexander Meyer als Reichstags-Kandidaten erklärt für den Fall der Ungiltigkeits- erklärung des Mandats, an der von keiner Seite aus gezweifelt wird.— In Nr. 47 des„Vorwärts" wurden übrigens in der politischen Uebersicht der Mandatkleber A. Meyer, sowie sein amtlicher Begünstiger aus der schönen Zeit des unlauteren Wahlwettbewerbs vom Jahre 1693 in gebührender Weise er» wähnt. Allein unrichtig ist es. daß der Landrath und Wahl- beeinflusser des Saalekreifcs v. Wedell heißt; der Name des Edlen ist vielmehr v. Werder. — Zu der gestrigen Berichtigung des „Bundes der Landwirthe" schreibt uns unser Gewährs- mann: Daß es statt 700 000 Mark 700 000 Zentner heißen muß, hat seine Richtigkeit. Die unrichtige Angabe ist die Folge eines Schreibfehlers. Wäre dem Verfasser des„Vorwärts"-Artikels mehr Zeit zur Verfügung geständen, so hätte er sich, wie er es sich auch thatsächlich vorgenommen hatte, auch die Frage erlaubt, warum der Herr Direktor Suchsland gerade bei den durch den Bund vermittelten Düngemitteln wohl das Gewicht nicht aber den Werth angegeben habe. Und er hätte die Frage beantwortet mit der Vermuthnng, daß hier ein Kniff zu gründe liegen müßte. 700 000 Zentner sind ein schöner Patzen. Es fragt sich aber, wie viel Guano, Chilesalpeter darunter ist und wie viel Zentner billige Kalisalze. Das Wochenblatt des Bundes erhält jedes Mitglied, das 2 Mark Jahresbeitrag zahlt. Nach der Berichtigung des Bundes gäbe es nun rund 30 000 Bundesmitglieder, die weniger als 2 Mark Beitrag leisten. Von einer besonderen Glaubensstärke und Zuversicht, daß der Bund mit seinen Bestrebungen Erfolg haben werde, zeigt das gerade nicht, die Herren gehören doch zu den Besitzenden. Trotzdem beschämt ste jeder organisirte Tagarbeiter durch Opferfreudigkeit. Im Busch- Zirkus wurde übrigens, so viel ich hören konnte. nur von den 2 Mark-Männern gesprochen; ihre Zahl betrüge rund 75 pCt. der gesammten Mitgliedschaft. 23 pCl. zahlen von 2 bis 20 M. und 2 pCt. 20 M. und darüber. In dem„Vorwärts"- Artikel wurde die relativ niedrige Auflage des Bundes-Wochen- blattes als Beweis dafür angezogen, daß es mit dem Wachsthnm des Bundes nicht mehr recht vorwärts gehen wolle. Ueber diesen Punkt hat sich die Berichtigung wohlweislich ans- geschwiegen. Denn sofort wäre die Antivort erfolgt. 1694/95 betrugen die Ausgaben des Bundes 493 000 M., 1895/96 nur tausend Mark mehr, also 494 000 M. und das trotz großer „außerordentlicher Einnahmen" und obwohl die mit dem Bunde zusammenhängende„Müdlendammerei", das Verhäckler- und Vermittlerwesen eine große Ausdehnung erfahren hatte. Am 15. Februar 1894 gab das„Bundes- Wochenblatt" seine Auslage auf 171 000 Stück an- am 16. Februar 1896 betrug die Auflage» Ziffer nach Dr. Suchsland 160 000. Zeugt diese Tbalsache etwa von stetigem Wachsthum und blühendem Gedeihen?— Weimar, 26. Februar.(Eig. Ber.) Die in Nr. 46 gebrachte Notiz,„daß der sozialdemokratische Antrag, das Wahlrecht von, 21. Lebensjahre ab zu gewähren, nicht genehmigt sei", ist falsch. Gen. Baudert hat den Antrag anders und zwar in der Weise gestellt: „Jeder Staatsbürger vom 21. Lebensjahre ab bat das Wahlrecht-c." Für unseren Vertreter kam nur in betracht, daß die von der Re- gierung und dem Ausschuß im betreffenden Antrag enthalten« Verschärfung, daß jeder Staatsbürger, welcher sich an der Wahl betheiligen will,— das Bürgerrecht in einer Gemeinde des Großherzoglhums haben muß,— in Wegfall komme. Bau- derl's Antrag wurde nalürlich abgelehnt, ebenso heute der von sieben Abgeordneten gestellte Antrag, wenigstens die Wahlen der 2. Klaffe(allgemeine Wahle») direkt stattfinden zu laffen.— Bezeichnend ist es jedenfalls, daß ein heute gestelller Antrag, die betreffenden Abstimmung«» namentlich stattfinden zu lassen, nicht unterstützt wurde. Gotha, 28. Februar.(Privattelegramm de?„VorwärtZ".) In der heute stattgefundenen Wahl zum Gothaer Landtage wurde im Kreise Georgenthal Genosse Wolf gewählt. Damit zieht der zweite Umstürzler in den Gothaer Landtag ein.— München» 26. Februar.(Gig. Bericht.) Der entschiedene Protest, welchen die organisirte Arbeiterschaft in Versammlungen und in der Presse erhob, gegen die durch den mehrfach erwähnten Antrag des Zentrumsmitgliedes Dr. Pichler versuchte Ver- fchlechterung des bayerischen Vereinsgesetzes, hat, so scheint es. seine Wirkung nicht ganz verfehlt. Die heutige Nummer des führenden Zenlrumsorgans bringt nämlich einen Artikel:„Die Abänderung des bayerischen Vereinsgesetzes," der zweifellos auf Inspirationen aus ultramontanen Landtagskreisen beruht und der in mehrfacher Hinsicht Interesse erweckt. Sieht man von einer geheuchelten Verwunderung über «die Haltung der sozialdemokratischen Organe" ab, wozu das Blatt naiv meint:„die Herrschaften sollten doch dem Ab- geordneten Dr. Pichler dankbar dafür sein, daß er das(oberlandesgerichtliche) Urtheil vom 29. Dezember 1894 bekämpft(welches die sozialdemokratische Partei für einen „politischen Verein" erklärt) und, da ein anderer Aus- weg nicht mehr vorhanden(?), die Gleichheit aller vor dem Gesetz auch für die Sozialdemokratie reklamirt,"— sieht man von diesem kindlichen Versuch, die Situation zu vertuschen, ab. so er- fährt man, wie gesagt, allerlei bemerkenswerthes. Die Praxis der bayerischen Regierung, von allen, auch rein gewerkschaftlichen Versammlungen die Frauen und Minderzährigen auszuschließen, wenn der Einberufer oder Referent zufällig ein Sozialdemokrat ist,— eine Praxis, die gestützt wird durch das oben angeführte Erkenntniß des Ober-Landesgerichts, wurde an dieser Stelle des öfteren besprochen. Und sehr richtig schreibt die„Augsburger Postzeitung":„Diese Situation machte sich namentlich das freisinnige Stadtregiment in Nürnberg zu Nutzen und wendete den Artikel 15 des Vereins- gesetzes mit großem Vergnügen auf sozialdemokratische, ja sogar gewerkschaftliche Versammlungen an." Die diesbezüglichen Beschwerden lagern seit Jahr und Tag im Beschwerde- ausschuß der Abgeordnetenkammer, sie wurden von unseren Freunden im Landtage wiederHoll reklamirt, allein, so- weit es die wichtigsten dieser Beschwerden anbetrifft, bis jetzt erfolglos. Nun lesen wir in dem Zentrumsorgan die nach- stehende zur Beurtheilung des bayerischen„Liberalismus" sehr instruktive Mittheilung:„Der Abg. Dr. P i ch l e r hat im Ausschuß dies(obcrlandesgerichtliche) Urtheil angefochten, allein es be- steht und hat seine Konsequenzen für die Sozialdemokratie. Der Abg. Kilian Keller, den der„Fränkische Kurier" für seine embryonische deutsch- freisinnige Fraktion reklamirte, war der erste, der im Ausschuß diesem oberstrichter- lichen Urtheil zustimnlte; dasselbe thaten die anderen Ausschußliberalen." Tann heißt es weiter:„Das Urtheil macht aber unser bayerisches Versammlungs- und Vercinsgesetz zu einem Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie. Diesen Zustand zu ändern unternimmt ein Antrag Pichler, der das, was den Sozialdemokraten gegenüber gehandhabt wird, auf alle Parteien ausdehnen will, so daß die einseitige Behandlung der Sozialdemokratie wegfällt und künftig, wie es sich gehört(!). Frauen und Minderjährigen der Besuch aller politischen Versammlungen verboten wird. Der Antrag P i ch l e r fordert, dem Artikel II des bayerischen Vereinsgesetzes einen dritten Absatz hin- zuzufügen:„Frauen und Minderjährige sind von Ver- sammln ngen, in welchen öffentliche Angelegen- h e i t e n erörtert werden sollen, und zu welchen ösfent- lich und allgemein eingeladen wird, aus- geschlossen." Die Einbildung, durch diesen völligen Auslöschungsversuch der, ach wie schwach glimmenden Koalitionsfreiheit„gleiches Recht" zu schaffen, wäre er- götzlich, wenn der Versuch nicht die perfide Wirkung haben könnte, zum reaktionären Kammerbeschluß zu werden. Und auch dem klerikalen Blatt und seinen Einflüsterern scheint durch die Proteste der Arbeiterschaft eine Ahnung der Unbesonnen- heit ihres Untersangens aufgedämmert zu sein; den» obgleich die Augsburgerin hoch und heilig versichert, daß der Antrag Pichler die Koalitionssreiheit nicht im mindesten gefährde, und obgleich sie die Sozialdcmo- kratie eine Undankbare schilt, weil sie ihrem Wohlthäler P i ch l e r nicht fußfällig dankt, belehrt sie sich selbst ganz richtig mit nach- folgenden Erörterungen: „Von unserer Seite würde garnichts im Wege stehen, wenn mit dem Antrag Pichler noch eine Bestimmung in das Vereinsgesetz käme, welche die Koalitions- freiheit derArbeiter und Arbeiterinnen aus- drücklich wahrt. Wir haben noch den Ausdruck des An- träges Pichler:„Versammlungen, in welchen„öffentliche Angelegenheiten erörtert werden", zu besprechen. Den Ausdruck„öffentliche Angelegenheiten" möchten wir ausgemerzt wissen. Der Ausdruck steht im Artikel II des Vereinsgesetzcs und ist der Konsequenz wegen im Antrag Pichler übernommen. Nun steht wohl der Begriff für die Judikatur so ziemlich fest(?), allein über denselben wird doch von Fall zu Fall entschieden und außerdem unterliegt ja die Handhabung des Vereinsgesetzes der Verwaltung. Wir möchten daher dafür plädiren, daß der Ausdruck „öffentliche Angelegenheiten" entweder durch einen anderen ersetzt oder näher umschrieben werde; das letztere wird wohl mit Rücksicht auf die Technik des Gesetzes das prakti» kablere sein. Alles, was besser ist, wirdakzeptirt wer- den; der Abg. Dr. Pichler steift sich, wenn etwas anderes mög- lich ist, keineswegs auf den Wortlaut seines Antrages. Seine Tendenz ist, die einseitige Behandlung der Sozial- demokratie zu beseitigen und den gleichen Rechtsboden für alle herzustellen." „Den gleichen Rechtsboden für alle herzustellen." Nun wohl, die Hand dazu ist dem bayerischen Zentrum geboten mit einem Antrag unserer Freunde, welcher von der Regierung einen Aereiusgesetz- Entwurf verlangt, der unter Anlehnung an das würltembergische Vereinsgesetz volle Vereins- und Versammlungsfreiheit gewährleistet. Hier also kann die Pqrtei mit der Devise:„Für Wahrheit, Freiheit und Recht" endlich Thaten sehen lassen. Oesterreich-Ungarn. — Bei den Wiener Gemeinderaths-Wahlen im 3. Wahlkörper siegten auf der ganzen Linie die Antisemiten. Unsere Genossen, die Zählkandidaturen aufgestellt hatten, erhielten über 1100 Stimmen, was ein ganz beachlenswerther Erfolg ist. Wien, 27. Februar. Bei der Spezialdebatte des Gebühren- ansschusses über die Regierungsvorlagen betreffend die Effekten- umfatz-Sleuer erklärte Finanzminister Dr. v. Bilinski: Da die Enquete-Kommission sich entschieden gegen eine Aenderung des Systems ausgesprochen habe, so sei er gezwungen gewesen, auf das rationelle System der Bemessung der Steuer nach dem Koursc zu verzichten und mit dem Steuersatze stark hinaufzugehen. Einem Antrag auf eine weitere Erhöhung des Steuersatzes müsse die Regierung entschieden entgegentreten. Die in der Vorlage fest- gestellte Erböhung sei einer allmäligen Erhöhung vorgezogen worden, weil die Regierung wünsche, die Börse hin- sichtlich der Besteuerung in Ruhe zu lassen.— Agram, 28. Februar. Der Führer der russophilen Opposition, Starcswncs im kroatisch-slavomschen Landtage ist nachts gestorben. Italien. Rom, 25. Februar.(Eig. 58er.) Die italienischen Sozialisten und der Krieg in Afrika. Während die bedenkliche Lage der italienischen Truppen in Abessynien einen neuen Nachschub von 10 000 Mann nothwendig macht, hat in einer Versammlung in Ancona der italienische Sozialist Ado. Lolli in eingehender Rede die Stellung der italienischen Sozialisten- Partei zu dem ganzen abessynischen Kriegsunternehmen dargelegt. Der Sprecher ging davon aus, daß es lächerlich und absurd sei, von einer italienischen Kulturaufgabe in Afrika zu reden, da in Italien selbst Kulturaufgaben vorlägen, an deren Lösung noch niemand herangetreten sei. Der Ausgangspunkt der abessynischen Unternehinung sei vielmehr der Affarismus und der Militaris- mus der leitenden Kreise. Der Redner wendete sich dann gegen diejenigen, welche dem Kriegsunternehmen zwar abgeneigt sind und selbst gegen eine völlige Räumung Abessyniens nichts ein- zuwenden hätten, die es aber gleichwohl für nothwendig halten, daß vorerst die Ehre der italienischen Waffen durch Erfechtung eines Sieges wiederhergestellt werde. Eine solche Anschauung sei die Folge einer engherzigen Auffassung von der Würde des Staates. Ein Verzicht auf Rache würde kein Zeichen von Schwäche sondern ein solches von Einsicht sein; es wäre ehren- voll für die Station, ein als irrig erkanntes Unternehmen sofort aufzugeben. Daß Italien durch Nachsendung einiger Armee- korps schließlich dem abessynischen Reiche ein Ende machen könne, bezweifelt ja niemand; aber der militärische Ruhm, welcher dadurch erzielt werden könnte, sei der Opfer nicht werth; heute bestehe die Ehre der Nationen nicht in auswärtigen Eroberungen, sondern in der Hebung des intellektuellen und wirthschaftlichen Niveaus im Innern. Uebrigens würde ein von den Italienern erfochtener Sieg wohl eher zu weiteren verhängnißvollen Unter- nehmungen, als zu einer Beendigung des Krieges führen. Außer- dem würde aber ein Sieg der italienischen Waffen gegenwärtig den Erfolg haben, die augenblickliche Regierung in Italien zu befestigen, an deren Beseitigung die Sozialisten alles Interesse hätten. Der Redner wollte unter der gegen- wärtigen Regierung nicht nur das Ministerium Crispi ver- standen wissen, obwohl dieses der bezeichnendste Ausdruck des herrschenden Systems fei, sondern jede Regierung, die unter diesem System an das Staalsruder gelangen könne. Lolli warnte also die Arbeiter davor, in der abessynischen Sache einem übel verstandenen Patriotismus nachzugeben. Auch der auf ganz anderein Boden stehende, konservativ- liberale„Konstitutionelle Verein" in Mailand hat die moralische Nolhwendigkeit eines vor dem Friedensschluß zu erfechtenden Sieges nicht anerkannt. Indem der Verein das Parlament auf- fordert, eine Kolonialpolitik festzusetzen und der Regierung nicht zn gestatten, das Land in Verlegenheiten zu bringen, erklärt er sich gegen die Eroberungspolitik, giebt aber seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Krieg die Tapferkeit der italienischen Truppen bewiesen habe. Für den„Konstitutionellen Verein" bedarf es also gleichfalls keiner„Wiederherstellung der Waffen- ehre."— Rufsland. Odessa, 25. Februar.(„Times".) Die Regierung begann mit dem Bau von Docks in Sebastopol, welche groß genug zur Herstellung von Panzerschiffen sind. Ein Torpedoboot ist mittels Eisenbahntransport unversehrt von Petersburg in Sebastopol angekommen. Andere Torpedo- boote werden auf demselben Wege nachkommen. Der Kreuzer„Earatoff" ist heute mit 1500 Mann an Bord nach Wladiwostok in See gegangen. Alle diese Meldungen deuten auf ernste Kriegsvorbeitun gen. Doch ist zu bedenken, daß die Quelle, aus der diese Nachrichten stanimen. in diesem Falle nicht unbedingtes Vertrauen ver- dient.— Türkei. — Die Roth in Armenien ist jetzt entsetzlich und den Sammlungen, welche in verschiedenen europäischen Staaten zur Linderung des Elends veranstaltet werden, kann man nur Erfolg wünschen. Allerdings wenn Gerechtigkeit waltete, würden die- jenigen zur Entschädigung heranzuziehen sein, welche die Armenier zum Aufstand stachelten und sie dann niederträchtig im Stich ließen. Einem englischen Korrespendente» der„Central News" gegenüber äußerte Tewfik Pascha, der türkische Minister des Aeußeren, fein Erstaunen, daß die englische Re- gierung alle Lügen, die ihr von interesstrten Parteien über angebliche Mißhandlungen der Armenier durch die Türken aufgebunden worden seien, für baare Münze genontmen habe. Es habe sich nicht um Angriff« der Muhamedaner auf die Armenier, sondern um einen Aufslandsversuch der verhetzten Armenier ge- handelt. Und es seien auch blos die griechisch-christ- lichen, unter russischem Einfluß stehenden Armenier gewesen, die sich erhoben. Keine katholischen Armenier und auch keine Griechen. Und keinem anderen Christen, als den aufständischen Armeniern sei ein Haar gekrümmt worden. Ueberhaupt hätten die Muhamedaner niemals, während 400 Jahren, die in der Türkei wohnenden Christen unterdrückt und verfolgt. Die blutigen Kämpfe mit Christen feien erst neueren Datums, seit von außen auf die Zerstückelung der Türkei hingearbeitet werde — was allerdings richtig ist. Tewfik Pascha erklärte zum Schluß, daß die türkische Regierung alles thun werde, was die be- siegten armenischen Rebellen nut ihrer Lage auszusöhnen geeignet sei, daß sie aber auch von den ihr««rbündeten Mächten erwarten müsse, daß diese nicht zu ein« Webellion anreizten.— Es fällt uns nicht ein, die türkische Regierung rein waschen zu wollen. Allein wahr ist, daß die Armenier nie an einen Ausstand gedacht hätten, wenn sie nicht durch russische Agenten dazu veranlaßt worden wären. Und wahr ist ferner, daß die englische Regierung, um der russischen Diplomatie den Wind aus den Segeln zu nehmen, noch lauter in das Horn der„armenischen Greuel" blies, als die Russen selbst. Mit welchem Erfolg ist bekannt. Die russische Diplomatie herrscht vorläufig in Kon- stantinopel. und die armen Armenier haben die Koste» für den Triumph ihrer großmüthigen Beschützer zn tragen.— — Aus Konstantinopel wird über Wien gemeldet: Am 24. d. M. wurden in Adana Gewaltthätigkeiten gegen Armenier verübt, 15 Armenier find getödtel, 15 ver- wundet. Das Haus des russischen Dragomans wurde geplündert. Ter französische Konsul in Mersina hat s»ch nach Adana begeben. Aus Philippopel liegen Meldungen vor, welche die Nachrichten aus Konstantinopel bestätigen, daß daselbst zahl- reiche Verhaftungen vorgenommen und andere Vor- sichls maßregeln getroffen worden sind, um D e ni o n- strationen zu verhüten, welche bei Gelegenheit der morgigen, als am 15. Ramazan-Tage üblichen Fahrt des Sultans nach Stambul befürchtet werden.— Amerika. Washington, 28. Februar.(C. N. of G.) Der Ausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten des Repräsentantenhauses hat an stelle der verschiedenen ihm überwiesenen Anträge bezüglich der Anerkennung Kuba's in der gestrigen Sitzung folgenden Be- schluß unterbreitet:„Das kubanische Volk ist berechtigt. als selbständige kriegführende Macht anerkannt zu werden, hat das gute Recht, seine eigene Regierung zu wählen und darf daher eine Intervention der Vereinigten Staaten von Nordamerika, als Schwesterrepublik beanspruchen. Der Kongreß verpflichtet den Präsidenten mit vollster Unterstützung des gesetzgebenden Körpers, diesen Beschluß sofort in kraft treten zu lassen." Der Beschluß wurde von den Gallerien mit ungeheuerem Beisällstosen aufgenommen, wird aber dem in der gestrigen Kabinetssitzung entwickelten Programm gemäß(siehe unsere gestrige Nummer) nicht zur sofortigen Abstimmung ge- langen.-- ' Habannah, 28. Februar.(E. N. of G.) Maceo ist vom Norden, Gomez vom Süden her in die Provinz Matanzas ein- gedrungen, zum größten Erstaunen der Spanier, General Weyler will die Provinz Pniar del Rio und Havannah innerhalb 20 Tagen von den Insurgenten säubern und sodann seine Truppen in Villas konzentriren. wohin die Insurgenten- Heere marschiren. Dort erwartet sie Pando in verschanzter Stellung.— — GeneralWeyler, der spanische Oberkommandirende auf Kuba, verfügte die Konfiskation des Eigenthums aller der- jenigen, deren Abwesenheit nicht gerechtfertigt werden könne.; diejenigen Kubaner, welche innerhalb einer Frist von 14 Tagen in ihre Besitzungen zurückkehren, sollen begnadigt sein. Alle spanischen Beamten müssen sich, bei Strafe der Absetzung, bei ihrer vorgesetzten Behörde melden. Die spanischen Truppen verhindern die Vereinigung von Maximo Gomez mit Maceo. Von den gefangenen Führern der Ausständischen ist Betancourt zum Tode durch Erschießen, Jnglesito zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt worden.— Afrika. — Aus Kapstadt wird den„Times", d. d. 28. Februar, telegraphirt: Der Premierminister Sprigg erklärte in einer in Worcester gehaltenen Rede, kein Mitglied des vorigen Ministeriums. mit Ausnahme von Cecil Rhades, habe irgend eine Kenntniß gehabt von den Umständen, welche der Transvaal-Krisis vorhergingen. Ueber die Frage der ganz eigen- artigen Unterhandlungen zwischen der englischen Regierung und Transvaal wolle er sich nicht weiter auslassen; er habe Grund zu der Hoffnung, daß Natal und Transvaal an der im nächsten Monat stattfindenden Zollkonferenz mit dem Oranje-Freistaat theilnehmen würden. Auf Herrn Cecil Rhode?, der einen breiten Buckel hat, wird also alles abgewälzt.— VarlamenkÄvifchlvs. AuS der Justizkommisflon. Die Berathung in der Freitag?- sitzung wurde bis zum ß 244 fortgeführt. Bemerkenswerthe Be- schlüsse wurden nicht gefaßt. Die nächste Sitzung beginnt am 3. März um 10 Uhr mit der Berathung des Z 244 der Vorlage, der die Beweisausnahme völlig dem Ermessen des Richters preis- geben soll. Dem Herrenhanse ist der Entwurf eines Gesetze? betreffend die Aufhebung der im Gebiete der Monarchie bestehenden Taxordnungen für approbirte AerzU und Zahnärzte zugegangen. Die DetVegung in der Konfekkions-Indnltvie« Einignngsamt des Berliner Gewerbcgerichts. Zu der gcstige» Sitzung waren aus der Herren- und KnabenkonfektionS- brauche mehrere Konfektionäre und Zwischenmeister vorgeladen. Einige Firmeninhaber schätzen den jährlichen Umsatz in der Berliner Herren- und Knabenkonfektions-Jndustrie auf 30 bis 35 Millionen Mark. Der Inhaber der Firma M a a ß, Nieder- wallstraße, giebt noch nachträglich die Erklärung zu Protokoll, daß er den vor deni Einignngsamt abgeschlossenen Vereinbarungen voll und ganz beitritt, obwohl es ihm, nach seiner Erklärung, schwere Opfer kosten würde. Der Inhaber eines anderen Ge- schäftes giebt an, daß er Trikot-Knabenanzüge in der Größe von 0—3(für Knaben von 1—3 Jahren) anfertigen läßt. Die billigsten Anzüge von diesem Genre werden pro Dützen mit 5 M., die theuersten pro Dutzend mit 12 M. bezahlt. Von Cheviot-Knaben- anzügen in der Größe von 1—6(für Kinder von 2 bis 6 Jahren) wird der billigste mit 85 Pf., der theuerste mit 1,75 M. bezahlt. Die dilligsten Waschsachen werden pro Dutzend mit 2 M., die theuersten pro Dutzend mit 9 M. bezahlt. Die Firma beschäftigt zwei Zwischenmeister und gegen 60 Arbei- terinnen direkt. Ob auch letztere zum theil die Arbeit weiter vergeben, ist dem Inhaber unbekannt. Die Höhe der Wochen- löhne einzelner Arbeilerinnen, die später noch vorgeladen werden sollen, spricht dafür, daß die Arbeit von mehreren Personen angefertigt wird. Der Inhaber dieser Firma bedauert, daß die Branche so liege, daß fähige Arbeiterinnen nicht so entlohnt werden können, wie sie es ver- dienen. Ein Geschäftsinhaber der Herren-Konfektion giebt an, daß ein Zwischenmeifter, der für ihn arbeitet, für Hosen, die im Geschäft mit 50 Ps. bezahlt werden, der Arbeiterin 32 Pf., für Hosen zu 60 Pf.: 37 Pf., für solche zu 70 Ps.: 40 Pf. und für Hosen zu 80 und 90 Pf.: 50 Pf. zahlt. Eine Arbeiterin der Kinder-Konfektion macht über ihre Lohnverhältnisse ähnliche An- gaben wie ihre früher vernommenen Kolleginnen. Die Post für die Fortsetzung des KonfektionSarbeiter- Streiks. Wie schon so oft, treten auch nach der Beendigung des Konfektionsarbeiter-Streiks die Vertreter der unverfälschten Unternehmerinteressen Arm in Arm mit den Anarchisten gegen die zielbewußte Arbeiterschaft auf. Das Blatt des König? Stumm, der jeden Streik als unsittlich und verwerflich erklärt, schlügt gegen die Leiter des Konfektionsarbeiterstreiks denselben Ton an, wie das Sprachrohr des Herrn Landauer,„Der Sozialist". Beide bezeichnen es als Verrath, daß nicht weiter gestreikt wurde, beide lügen und verleumden um die Wette. Wir wissen wahr- lich nicht, wem wir den Preis für gewagter« Verdrehung der Thatsachen zusprechen sollten. Es fällt uns gar nicht ein, gegen die bewußt verlogenen Notizen der„Post" zu polemisiren. Wir verachten diese ebenso wie ihre Hintermänner und ihre Zu- träger, und würdigen ihre Mittheilungen in der Regel nicht, sie der Vergeffenbeit durch Erwähnung in einem so gelesenen Blatte. wie es der„Vorwärts" ist, zu entreißen. Blos eine Bemerkung sei gemacht. Die„Post" schreibt gestern: „Redakteur Braun vom„Vorwärts" hat in einer Konferenz ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Streik so schnell als möglich beendet werden müsse, weil die bürgerliche Gesellschaft sich schon viel zu viel für die Bewegung interessire." Diese unserem Kollegen in den Mund gelegten Worte find ausnahmslos erfunden. Unser Kollege hat vor einer unüber- legten Fortsetzung des Streiks schon mit Rücksicht auf die unge- nügenden Fonds gewarnt, er hat stets zum Frieden gerathen, wenn dieser in ehrenvoller Weise für die Streikenden abgeschlossen werden könne, er hat endlich die günstige Stimmung der üffenl- lichen Meinung für die Streikenden als eine erfreuliche und nützliche Erscheinung in diesem Kampf bezeichnet. Er hat somit stets direkt entgegengesetzt gehandelt, wie die„Post" es ihm unter- schiebt. Wir beben dies hervor, weil das Abweiche» der„Post" von der Wahrheit in diesem Falle so recht charakteristisch ist. Wir wären begierig zu erfahren, ob die„Post" im direkten Auftrage des Königs Stumm die Anarchisten in ihrer Agitation für die Fortsetzung des Streiks unterstützt. Vielleicht engagirt Serr Stumm nächstens Dr. Landauer für die„Post". Im chinipsen auf die Sozialdemokratie wird er unter Herrn Groddek's Leitung bald den letzten Schliff erhalten. Um die Durchführung der vereinbarte» Lohnsätze seitens der Z w i s ch e n m e i st e r zu sichern, haben die Groß- Konfektionäre der Berliner Damen- und Kinder- konsektion in einer Versammlung, die im Gesellschaftshause in der Niederwallstraße, abgeballen wurde, folgende Beschlüsse gesaßt: „1. In die Kalkulationsbücher der Arbeitgeber ist der biS- herige Grundpreis einzutragen; daneben ist die Lohnerhöhung zu vermerken. In die Arbeitsbücher der Meister ist ein gedruckter Zettel folgenden Inhalts zu kleben:„Die vom 26. Februar 1896 ab gezahlten Preise verstehen sich einschließlich der beschlossenen Lohnerhöhung." 2. Von den ArbeitSpreisen der Meister werden die de« schlosienen Löhne gezahlt; die Näherinnen haben nur diejenigen Prozenlerhöhungeu zu erhalten, wie sie dem Meister zugebilligt worden stnd. 3. Die Preise stnd derart abzurunden. daß unter 2Vs Pfg. nach unten, darüber nach oben bis zu S Pfg. abgerundet wird. 4. Schneider und Näherinnen, die für auswärtige, nickt in Berlin ansässige Firmen selbständig oder durch Agenten Mäntel liefern, oder sonstige Arbeilen ausführen, werden nicht be» fchäftigt." Ferner wurde aus Mitgliedern der gewählten Fünfzehncr- Kommission eine Subkommission, bestehend aus de» Konfektionären Sernan, Bamberg, Szafransky, Eben st ein und E i n g e r gewählt, welche die Berathungen mit den Kom- Missionen der Klcinmeister und Arbeiter forlsetzen wird. Firmen undKleinmeister.welche die vereinbartenLohn- erhöhungeu und Bestimmungen nicht inne- halten, sollen veröffentlicht werden. Ueder den Stand der Dinge in Stettin berichtet der dortige„Bolksbote" unterm 27. Februar: Bon dem Borsitzenden des Gewerbegerichts, Herrn Stadt- syudikus Dr. W o l f f, ging uns gestern die behufs Anbahnung von Unterhandlungen gepflogene Korrespondenz zu. Dieselbe er- streckt sich bis zu dem Rath, daß Genosse K ä m i n g(an dem die Konfektionäre Anstoß nahmen. R. d.„V.*) zurücktreten und andere Personen als Beauftragte der Streikenden bezeichnen möge. Durch die Ereignisse ist das, was die Korre- spondenz enthält, bereits überholt. Noch bevor Genosse Käming von dem Ersuchen Kennlniß erhielt, ist er bekanntlich zurückgerrete». Der Beschluß vom Dienstag Abend, eine neue Kommission zu wählen, hat auf alle Unparteiischen einen nach- Halligen Eindruck gemacht. Die„Abendzeitung" hat sich schon früher für eine Einigung ausgesprochen, aber auch die„Neue Etettiner Zeitung" schreibt in ihrer gestrigen Abendausgabe: „Wir wollen hoffen und legen das beiden Theilen ans Herz, daß jetzt eine Verständigung, die uns nach den vorliegenden Materialien durchaus nicht aussichtslos erscheint, ernsthaft an- gestrebt wird im sozialen und wirthscbaftlichen Interesse unserer Stadt und ihrer arbeilenden Bevölkerung. An der Art, wie allerhand fremde Elemente sich in die Bewegung hineinzu- drängen versuche». dürste» beide Parteien keine Freude haben. Freilich wird auch auf beiden Seile» guter Wille und Geduld nölhig sein."— Was den guten Willen anbetrifft, so ist dieser aus seile der Streikenden genugsam bewiesen worden. Aber es ist endlich Zeil, daß die Konfektionäre vom hohen Roß herunter- steigen, wenn nicht die„fremden Elemente", womit die Anti- semiten gemeint sind, die Sache für ihre Zwecke ausschlachten sollen. Die Behauptung, daß in Stettin höhere Löhne als in Berlin und Breslau gezahlt werde», hat ihre Widerlegung durch den Vorsitzenden des Verbandes der Kon- sektionäre selbst gesunden, welcher dem Genossen Hartwig gegenüber sagte, er habe bisher nicht gewußt, daß in Stettin so unwürdige Löhne gezahlt wer- den. Herr Lewin hätte sich darüber freilich schon früher informiren sollen, bevor er die bekannte Erklärung losließ. In welchem Liebte aber erscheinen die Konfektionäre, welche die u». würdigen Löhne bezahlen und trotzdem das Gegeutheil be- Haupte« ließen? Schließlich weisen wir darauf hin, daß, wenn heute der antifemitische Geist unter den Schneidern gebannt ist, dies der ausklärenden Thätigkeit des Genossen Käming zu ver- danken ist. Die Konfektionäre scheinen gar nicht zu wissen, wie sehr sie in dieser Beziehung dem Genossen Käming zu Dank ver- pflichtet stnd.— Die neue Lohnkommission hat bereits einen er- neuten Antrag auf Unlerhandlungen an den Vorsitzenden des GewerbegerichtS gerichtet. Bis heute Montag hatten die Kon- sektionäre noch nicht geantwortet. Etwas stark— selbst unterm neuesten Kurs— klingt die Nachricht, daß in E r f u r t auf Antrag des Amtsanwalls Danz gegen die Lohnkommission der Konfektions. arbeiter Anklage wegen unerlaubten Kollek- tirens erhoben werden soll. Wenn je eine Bewegung unter de» Arbeitern von Angehörigen aller Klassen, aller Parteien für berechtigt erklärt worden ist, so ist es die Belvegung im Konfektionsgewerbe. In BrcSlau haben nunmehr bis auf L. Janower und I. Janower s ä m m t l i ch e E n g r o s s i r m e n die zehn- prozentige Lohnerhöhung bewilligt. Mit der Erfüllung der übrigen Forderungen stehen noch die Engrosfirmen Proskauer, Schmiedebrücke, und Levin, Kupferschmiedestraße, im Rückstände. Verschiedene Detail-Garderobegeschäfte haben noch keine Erklärung abgegeben. Die„Volkswachl" urtheilt über das Ergebniß der Be- lvegung wie folgt:„Ter erste Schritt zur Verbesserung der Lage der Schneider und Näherinnen in Breslau ist gelhan; wenn auch die Erfolge der Lohnbewegung gerade keine großen sind, so sind sie bei der ungenügenden Organisation und den geringen Mitteln, die der Lohnkoinmisston zur Verfügung standen, doch beachtenswerth, und wenn der Faden weiter gesponnen wird, können die Breslauer Schneider das erreichen, was ibnen jetzt noch vorenthalten wird. Bedenkt man. wie das Breslauer Unlernehmerthum allen gerechten Ansorderuugen der in der Konseklionsbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen direkt Hohn sprach, indem es sich zu nichts bequemen, ja nicht einmal in Unterhandlungen mit ihnen treten wollte— weil man nicht glaubte, daß die Schneider mit der angedrohten Ar- beilseinstellung Ernst machen würden— so kann man ruhig be- haupten, daß das Ergebniß des Streiks immerhin ein solches ist, mit dem die Ausständigen zufrieden sein können." In Görlitz dürfte, Mittheilungen bürgerlicher Blätter zu- folge, der Ausbruch eines Streiks der Konsektionsarbeiter und -Arbeiterinnen wahrscheinlich unterbleiben. Die Besprechung zwischen den Konfektionären und der elfgliedrigen Kommission der Arbeiter hatte den Erfolg, daß man sich mit der Aufftellung eines Minimaltarifs und mit einer Lohnerhöhung, deren prozentuales Maß noch festzustellen ist, einverstanden erklärte. Die Verhandlungen werden weiter geführt. Aus Danzig berichtet die bürgerliche„Königsbergeb Hartung'sche Zeuung": In einer gut besuchten Versammlung von Konfektionsarbeitern und-Arbeiterinnen berichtete ani Sonntag der Leiter der Streikbewegung in Stettin. Herr Käming, über„Die Lohnbewegung in der Konfektionsbranche", wobei er nach dem„Ges." folgende Forderungen ausstellte: Errichtung von Betriebswerkstätten; Vereinbarung fester Lohn- tarife und Aushängung derselben in den Geschäften; An- erkennung einer Schiedskommission, die in allen einstehende» Fragen zu entscheiden hat; anständige Behandlung der Arbeiter und Arbeiterinnen; die möglichst schnelle Abfertigung bei Ablieferung der Arbeit, eventuell Zahlung von Wartegeld; Anerkennung von Arbeitsnachweisen, welche von den Arbeitern selbst verwaltet werden. In der Besprechung schilderte Fräulein Baader mit großer Wärme das Elend der Mäntelnäherinnen- Herr F r a n tz k i»heilte im Anschluß hieran unter lebhafter Be- wegung mit, daß in Danzig eine Arbeiterin bei lö stündiger Arbeit nur 50 Pfennige verdiene. Schließlich wurden je zwei Schneider und Schneiderinnen ge- wählt, die besondere Schritte zur Organisation der Schneider und Schneiderinnen herbeiführen sollen. In Wilhelmshaven hatte eine frühere Versammlung der Schneider und Schneiderinnen eine Lohnkommission gewählt. welche an 23 Firmen der Herren- und Damenkonfektion Ein- ladung zu einer gemeinschaftlichen Sitzung sandte. Von diesen hielten es nur 10 der Mühe werth, der Einladung Folge zu leisten. Die traurige Lage der Ardeiter wurde ihrerieits im wesentlichen anerkannt. Folgende Resolution, eingebracht von einem Firmeninhaber, fand Annahme:„Die heute hier ein- berufene Versamm g der hiesigen Konfeklionsgcschäfts-Jnhabex VevantworiUcher Redakteur: August Jarvdey, Berti». Fnr d mit der Lohnkommission erklärt sich durchaus mit den Forde- rungen der Konsektionsarbeiter und Arbeilerinnen einverstanden und verpflichtet sich, mit allen Mitteln dafür einzutreten, daß dieselben bewilligt werden." Für die streikenden Konsektionsarbeiter und Arbeite- rinnen gingen bei unserer Expedition ein: M. Adam, Wrangelstr. III, 2,70. A. Sußmann 8,—. Ver- gnügungsverein„Fortuna" 4,—. Von den Tischlern der Werk- statt Kaiser. Liebenwalderstr. 10,—. Gesangverein„Unverzagt II" Moabit d. A. Schiestel 10,—. Vom Lotterie- und Vergnügungs- verein Norden, Swinemünderstr. 48 10,—. E.N., Naunqnstr. 72 0,50. Rauchklub Rothe Fahne, Cuvrystr. 48 5,—. Schubert, Winter- feldstr. 1,—. Gewerkschafiskarlell Elmshorn 100,—.„Volks- stimme", Magdeburg, 2. Rate 100,—. Verein der Berliner Zigarrensortirer und Sortirerinnen IS,—. Aus einem dunklen Winkel durch H. Sch. 1,15. Aus Bukarest, gesanimelt durch den Arbeiter, Bildungsverein 34,1S. Von der Gewerkschaftskommission durch Millarg: 118,— (darunter: Staatsbürger-Zeitung 17,—, Aschersleben„Goldener Löwe" 12,—, Dachdecker Berlins 10,—, Personal der Bolls- Zeitung" 13,40, Böttcher bei Marold 2,50, Dr. K. Ch. 5,—, v. Treskow 5,05, Frl. A. T. 25,—, Pfarrer Schütze 5,—, Pfarrer P. R. 3.05, Dr. Rosenstein 3,—, F. H. 2,—, Werk- statt V. Manheimer 15,—). Summa 416,50 M. Bereits quittirt sind: 31563.62 M. Gekammtsumme der bei unserer Expedition eingegangenen Beiträge 31 980,12 M. Achtung! Die früheren Verbreiter und Kolporteure des zu Ende vorigen Jahres eingegangenen„Sozialdemokrat" bitten wir nachdrücklichst, soweit noch Rückstände zu begleichen sind, die letzteren umgehend einsenden zu wollen. Im Interesse einer baldigen Geschäftserledigung setzen wir voraus, daß die in Frage kommenden Restanten unseren Wunsch schleunigst er- füllen werden. Geldsendungen sind wie zuvor an die Expedition des„Sozialdemokrat", Berlin Liv., B e u t h st r. 2. zu richten. KB. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck des Vorstehenden gebeten. Die Parteigenossen in Pankow werden auf die am 2. März slatifnidende Ersatzwahl zum Geuieinde- r a t h nochmals besonders aufmerksam gemacht. Der Wahlakt ist auf die Nachmitlagsstuuden von 2—6 Uhr festgesetzt. Als Kandidat der Arbeiter wurde in der Versammlung vom 24. d. M. der Zigarrenmacher Karl Hofs mann aufgestellt. Wir machen außerdem»och auf die Versammlung aufmerksam. die am 1. März abgehalten wird.(Siehe Inserat am Sonntag.) Eine imposante Kundgebung gegen die Zustände H a m- b u r g s waren die 16 V o t k s v e r s a m m l u n g e u, die dort am Mittwoch Abend abgehalten wurden. Unsere Parteigenossen hatten den Versammlungen durch die Verbreitung von zweimal- hunderttausend Flugblättern vorgearbeitet. Alle Versammlungen beschäftigten sich mit der unter dem Eindruck der Cholera seitens der herrschenden Klassen versprochenen, aber bisher noch nicht eingeführten Verwaltnngs- und Ver- fassungsresorm. Ueber den Verlauf der Versammlungei, schreibt man uns von Hamburg:„Der Zudrang war an einigen Stellen so stark, daß die geräumige» Säle die Erschienenen nicht alle fassen konnten und Hunderte unverrichleler Sache wieder umkehren mußten. Die Zahl der Versammelten wird auf reichlich 30 000 geschätzt. In allen Versammlungen wurde folgende Resolution angenommen:„Die Ver- sammlung erblickt in der Verschleppungspolilik, wie sie bezüglich der Hamburgischen Verwaltungs- und Berfassungsreform von den herrschenden Klassen Hamburgs betrieben ivird, lediglich das Be- strebe», jeden gesunden Forlschritt zu hindern und alles beim alten zu belassen. Sie erachtet es daher als eine eindringliche Pflicht der arbeitenden Bevölkerung Hambnrgs, mit aller Energie dahin zu wirken, daß an stelle der jetzigen gemeinschädlichen Interessenvertretung gewisser Kliquen eine wirkliche Ham- burgische Volksvertretung tritt aus grund des ollgemeinen. gleichen Wahlrechts für alle Staatsangehörigen, welche das 20. Lebensjahr vollendet haben. Die Versammlung erklärt, daß nur in der Schaffung einer solchen Volksvertretung im Ham- burgischen Staatswesen die Garantie gegeben ist für eine Besserung der unhaltbaren und verrottete» Zustände in Ham- bürg, zu deren Beseitigung die herrschenden Klassen sich unfähig gezeigt haben." Die meisten Versammlungen sprachen außerdem ihre Sympathien für die streikenden Konsektionsarbeiter und Korbmacher aus und veranstalleleil Tellersamptluiigen zu ihren guusten. Die Münchener Parteigenossen eröffnen durch fünf für heute Abend einberufene Volksversamtulungen die Agitation für die Gemein de wählen. Gewerbegerichts- Wahle». In K ö l n a. R h. fanden am 25. d. M. die Wahlen der Arbeilerbeisitzer zu», Gewerbe- gerichl statt. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten haben die Kandidaten unsexer Parteigenossen in mehreren Abtheiluugen gesiegt. Die Betheiligung war im ganzen eine sehr rege. Polizeiliches, Gerichtliches ec. — Ein neuer Fall des famosen ambulanten Ge- r i ch t s st a n d e s soll gegen unser H a l l e s ch e s Parteiblatt Anwendung finde». Im„Volksblatt" soll durch eine Korre- spondenz aus Mühlberg der dortige Gendarm beleidigt sei». Genosse Lehmann, der die betreffende Nlkinmer verantwortlich zeichnete, soll sich nun vor dem Schöffengericht in Mühlberg verantworten. Nachdem selbst von juristischer Seite, so bemerkt hierzu das„Volksblatt", die Ungeheuerlichkeit des„ambiilanten Gerichtsstandes" in schärfster Weise verurtdeilt worden ist, sollte man doch von Anwendung dieser neuesten Auslegungsblüthe absehe».— Derselbe Genosse war wegen„groben Unfugs", begangen durch die Notiz:„Zuzug fernhalten!" unter Anklage gestellt worden. Bor dem Schöffengericht sowohl wie auch vor dem Landgericht erreichte er ein freisprechendes Urtheil. Tagegen hat nun der Staatsanwalt Revision eingelegt. GeioerkflchÄftlidzcs» In Kottbns ist es am Montag in der Dachpappen- Fabrik von Gen tzen ebenfalls zum Streik gekommen, weil die von den Arbeitern gewählte Lohnkommisflon entlassen worden war. Darauf erklärten sich die übrigen Arbeiter mit der Lohn- kommission solidarisch und stellten die Arbeit ein. In derselben Stadt rafften sich jetzt auch die vielgeplagten Rollkutscher auf, um eine Erhöhung ihres Lohnes, der bisher 10—11 M. betrug, zu erreichen. Die Spediteure lehnten anfangs das Gesuch ilnter Berufung auf die„bedeutenden Trinkgelder" ab, die nach ihrer Meinung die Rollkutscher zu bekommen pflegen. Nachdem aber der Beweis erbracht war, daß sich das„Trinkgeld" in der Rege! aus Schnaps oder Zigarren beschränkt, bekommen die Rollkutscher an verschiedenen Stellen eine Lohnzulage. In Guben dauert der Ausstand der Textilarbeiter der Lehmann' scheu Tuchfabrik fort. Eine große Ver- sammlung der dortigen Arbeiter, die von mindestens 1500 Per- sonen, und zwar zur Hälfte von Frauen besucht ivar, versicherte die Ausständigen ihrer werklhätige» Sympalhie. Am Streik sind betheiligt 106 Personen. Wie ein Gerücht besagt, wünscht die Firma jetzt eine Einigung._ m Jnjeralentheil verantwortlich: 2h. Gtotte m Berlin. Druck u ' Die Feilenschleifer von Remscheid stehen in einer Be- wegung, um ihre Löhne zu verbessern. Die Lohnkommission leitete mit den Unternehmern Verhandlungen ein, die aber zu keinem Resultate führten. In einer Versammlung beschlossen darauf die Schleifer, vom 1. März ab nur bei denjenigen Fa- brikanten in Arbeit zu bleiben, die den Lohntarif von 1839 bezahlen. Gemaßregelt, wie die Magdeburger„Volksstimme" mit« theilt, wurden m Magdeburg 23 Barbiere, welche dort eine Freie Vereinigung der Barbiere ins Leben gerufen hatten. Ter längsterwartete Schuhmacherstreik in Elmshorn ist, wie die gestrige Nummer der„Schlesw. Holst. Volks-Ztg." mittheilt, nun�zum Ausbruch gekommen. AuS Nürnberg wird uns unterm 27. Februar berichtet: „Wegen Erpressungsversuchs, verübt an dem Velozipedfabrikanten Warschütz, wurde Genosse Oertel heute von der Strafkammer zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte vier Monate beantragt. Oertel soll anläßlich des vor- jährigen Streiks bei Warschütz in einer Unterhandlung mit dem- selben geäußert haben: wenn Warschütz die Forderungen der Arbeiter nicht bewillige, so würde von der Partei dafür gesorgt werden, daß seine Fabrikate in Arbeiterkreisen nicht mehr gekauft würden. Oertel stellt diese Behauptung in Abrede, nachdem aber Zeugen dieselbe beeidet hatten, wurde wie oben mitgetheilt, erkannt." Die Zahl der streikenden Sattler inWien hat bedeutend zugenommen: statt 160 stehen jetzt 230 im Ausstand. Selbst eine Reihe Zwischenmeister hat sich dem Streik angeschlossen; die Arbeit ruht in 32 Betrieben. In Budapest wurden 15 Tapezirer einer Werkstätte gemaßregelt; eine größere Lohnbewegung steht bevor. Aus Troppau wurde gestern telegraphirt: In den Gräflich Larisch'schen Gruben ist die Arbeit heute früh eingestellt worden. Andere Gruben befinden sich ganz oder theilweise in Betrieb.— In einer gestern Nachmittag in Polnisch-Ostrau abgehaltenen Arbeiter-Versammlung wurden die getroffenen amtlichen Maß- nahmen zur Aufrechterhnltung der Ruhe, wie Entsendung von Militär-Abtheilungen, Verstärkung der Gendarmerie und die Schließung der Gasthäuser um 7 Uhr Abends besprochen; gleich- zeilig wurde die Arbeiterschaft von den Rednern zur Ruhe er- mahnt. Das Ostrauer Revier wurde nachts von zahlreichen Militärpatrouillen durchstreift. Bis auf vereinzelte Ueber- tretungen des Koalitionsgesetzes ist die Ruhe nicht gestört worden. Im Kohlengebiet von M ä h r i s ch- O st r a u befinden sich nun bereits 16 666 Bergleute im Ausstande. Sie ver- langen: 25 prozentige Lohnerhöhung, wöchentliche Auszahlung des Lohnes, Wiederaufnahme der gemaßregelten Arbeiter. Ein- stellung der Entlassungen und Entfernung zweier Betriebsleiter. Gevidjks-Zettititg. Gewerbegericht. Gefälligkeitsarbeit. Der Schneider Jachman» halte mit dem Uulernehmer Ziffer einen Verlrag ab- geschlossen, wonach er in des letzteren neu einzurichtende Arbeits- stube am I. Juli 1835 als Zuschneider. Stepper und Bügler ein- zutreten hatte. Es wurde ein Wochenlohn von 33 M. festgesetzt. Mehrere Tage vor dem Beginn des Engagements fragte Ziffer bei Jachmann an. ob dieser ihm nicht ein paar Tage bei der Einrichtung helfen könne. I. halte nichts zu thun und stellte sich deshalb sofort dem zukünftigen Chef zur Verfügung. An den letzten 4 Tagen des Juni half er die Einrichtung vollenden und sorgte für die Fertigstellung zweier Jackets, welche Ziffer gelegentlich der Suche nach Austrägen als Proben zu verwerthen gedachte. Ziffer betrachtete diese Thätigkeit als„Gefälligkeiten" Jach- maun's und entlohnte sie nicht, obwohl derselbe ihn während der etwa dreimonatlichen Dauer des Engagements-BerhältnisseS hin und wieder mit den Worten anzapfte, wie es denn mit den 4 Tagen sei, ob er denn dafür nichts bekomme. Nach seinem Austritt aus dem Geschäft des Herrn Ziffer verklagte Jachmann denselben auf Bezahlung der 4 Tage, welche er sich nach dem später erhaltene» Lohnsatz mit 22 M. berechnete. Außerdem beanspruchte der Kläger eine Reihe von Stunden bezahlt, die er an Sonntagen gearbeitet hatte. Auch in dieser Arbeit sah der Beklagte nur Gesälligkeitsleistungen. Betreffs der vier Tage iin Juni wandte Beklagter ein, es habe sich nur um stundeniveise Beschäftigung gehandelt. Mehrfach betonte er deren angeblichen Gefälligkeitscharakter.— Die Kammer 1 unter dem Vorsitz des Assessors Techow verurtheilte den Beklagten zur Zahlung von 17,35 M.. wovon 10.80 M. auf die„Gefällig- keiteleistungen" im Juni entfallen. Beklagter könne, sührte der Vorsitzende aus, keine Arbeit unentgeltlich verlangen, wenn die Unentgeltlichkeit nicht etwa verrbredet sei. Es könne hier auch nicht angenommen werden, daß der Kläger durch Stillschweigen sich seines Forderungsrechtcs begeben habe, denn der Beklagte selbst habe zugegeben, daß der Kläger mehrmals wegen einer Entlohnung der vier Tage vorstellig geworden sei. Jedoch hätte der Berechnung des Anspruchs nicht der Lohnsatz zu gründe gelegt werden dürfen, den I. vertragsmäßig später erhielt. Da für die vorbereitende Thätigkeit des Klägers überhaupt kein Lohn- satz verabredet worden sei, habe das Gericht den ortsüblichen Satz von 2,70 M. pro Tag für angemessen erklären müssen. Die Sonntagsarbeil sei deswegen besonders zu entlohnen, weil sie in den Wochenlobn von 33 M. nicht ausdrücklich ein- geschlossen wäre; für ihre Bezahlung sei natürlich dieser Lohnsatz maßgebend. Depesrtzett und letzte Ltucheichten. Plauen i. B., 23. Februar.(W. T. 93.) Der„Voigt- ländische Anzeiger" meldet: Heute früh 3>/s und 5V« Uhr wurden im oberen Voigtlande Erdstöße von ziemlicher Heftigkeit verspürt. Die Richtung der wellensörmigen Bewegung ging von Süd- Ost nach Nord-West. Gibraltar. 23. Februar.(W. T. B.) Der Kapitän des gestern Abend aus der Reise von New-Iork nach Genua in Gibraltar an- gekommenen Schnelldampfers„Normannia" der Hamburg. Amerikanischen Packetsahrt- Aktiengesellschaft meldet, daß er de» Dampfer„Saint Pierre" aus hoher See in sinkendem Zustande angetroffen und die ganze aus 13 Personen bestehende Besatzung desselben glücklich gerettet habe.- Petersburg, 28. Februar.(W.T.B.) Die„Russ. Telegraphen- agentur" meldet aus Tiflis vom 25. d. M., abends: Ein gewisser Akopow wurde in einer Weinschenke von zwei seiner Trink- genossen tödtlich verwundet; die Thäter ergriffen die Flucht. Man glaubt, diese drei Personen seien an der Ermordung des Tifliser Kaufmannes Kework, welcher vor einiger Zeit gemeldet wurde, und an dem Mordanfall auf zwei andere Kaufleute, Aborianz und Makarow, belheiligt gewesen. Die Bande soll namenZ des armenischen Revolutionskomitees in London von reichen Armeniern Geld verlangt haben unter cher Drohung, sie im Weigerungsfalle zu lödten. Die Genossen Akopow's haben diese» wahrscheinlich beseitigen wollen, weil sie von seiner Seite Vernich befürchteten. Es verlautet weiter, ei» schon früher verhafteter türkischer Unlerthan, welcher der erwähnten Bande angehört, stehe in dem Verdacht, das Attentat aus den arnieni- scheu Patriarchen in Konstautniopel verübt zu habe», welches seiner Zeil so großes Aufsehen erregte. New-Pork, 23. Februar.(W. T. 93.) Nach einem Tele- gramm aus Managua haben die Regierungstruppen die Stadt Nagarote eingenommen. Der„World" wird aus Caracas telegraphirt. der venezo- lanische Kongreß habe eine Dankeskundgebung an die Vereinigten Staaten beschlossen._ id Verlag von Max Babing m Berlin. Hierzu K Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 51. Der Textilarbeiter- Ausland in Cottbus. Ferner ist es unwahr, daß die Kottbuser Löhne 25-30 pt. höher wären als die Löhne in den übrigen Orten der Lausitz. Es wird immer pro 1000 Schuß, also im Afford berechnet. Der etwa 5 Sonnabend, den 29. Februar 1896. = , Cottbus, den 27. Februar 1896. Lokales. " " 13. Jahrg. Kündigungsfrist nicht abwarteten, sondern sofort die Arbeit nieder- man aber, wenn man hört, wie an diesem Tage ein Volksfest" legten, erklärt sich daraus, daß nur die wenigsten von ihnen inszenirt werden soll. Es wird nämlich am 10. Mai in Berlin organisirt sind. Wäre das der Fall, so hätten sie die Kündigungs- ein großer Feftzug" stattfinden; es sollen sich an dieser frist ruhig abwarten können, denn sie hätten in der Organisation Maskerade sämmtliche Gewerkschaften" betheiligen. Die Jnnungen Zu der gestern von uns wiedergegebenen Erklärung der einen festen Rückhalt gehabt; da die Fabrikanten selber die und Zünfte werden also ihre verschliffene Pracht pomphaft Fabrikanten wird uns aus Cottbus noch folgendes mitgetheilt: Organisation der Arbeiter, den Textilarbeiter- Verband, in jeder entfalten, ihre alten Infignien" aus der Rumpelfammer Die Behauptung der Fabrikanten, es sei im Juli v. J. be- nur möglichen Weise bekämpfen, so find sie denn jetzt tatsächlich hervorsuchen und Berlin das erhebende Schauspiel eines Stückchens fchloffene Sache gewesen, daß in diesem Frühjahr gestreift durch ihre eigene Thorheit gestraft. Wenn sie behaupten, daß überlebten Mittelalters zur höheren Ehre des Handwerkswerden solle, ist vollständig aus der Luft gegriffen. Im Mai ein großer Theil der Arbeiter die 14 Tage der Kündigungsfrist darbieten. Ein Volksfest" wird dieser Jnnungsrummel aber Streikten die Arbeiter der Firma Sommerfeld u. Co. wegen Lohn- gerne noch gearbeitet hätte, jedoch durch Schmähungen und nimmer werden, denn die moderne Arbeiterschaft steht demselben differenzen, darauf kündigten die Mitglieder des Fabrikanten- Drohungen anderer abgehalten worden wäre, so ist auch das, wie fühl bis ans Herz gegenüber. Deren internationaler Friedens Vereins ihren Personalen, um einen Druck auf die Ausständigen wir versichern können, vollständig unwahr, denn gerade die große und Verbrüderungstag ist der 1. Mai! auszuüben. Nun wählte die Gesammtheit der Textilarbeiter, die Masse derer, die sich sonst um rein garnichts fümmern und desan dem Streit völlig unschuldig war, eine Fünfzehner- Kommission, halb bei den Fabrikanten in besonderer Gunst fiehen, waren die Korr." schreibt, daß die bisher in der Presse gemachten Angaben Mittelalterliches aus der Gemeindeschule. Die Berl. und die Fabrikanten verhandelten mit dieser auf deren Wunsch. ersten, die die sofortige Arbeitsniederlegung verlangten. Der Regierungspräsident aus Frankfurt hatte vorher mit jedem Diefe Darlegungen zeigen, wie schwach es bei der ganzen Sache über den Erlaß des Kultusministers vom 27. Dezember v. J. der beiden Theile gesondert verhandelt, wohnte aber der Bu- um die Position der Fabrikanten- Koalition auch im einzelnen be- über die ausnahmsweise Anstellung jüdischer Lehrkräfte an den sammenkunft der beiden ftreitenden Parteien nicht bei. Bei den stellt ist. evangelischen und katholischen Volksschulen der Stadt Berlin Verhandlungen der Fünfzehner- Kommission mit den Vertretern des Fabrikantenvereins waren zugegen der Oberbürgermeister bis jetzt noch alles beim alten ist. Die Arbeiter sind wie immer der mehr als drei Spalten des Blattes füllt. Der Minister Ueber den Stand der Bewegung selbst ist mitzutheilen, daß nicht geeignet feien, ein Bild der Rechtslage zu geben. Deshalb veröffentlicht das offiziöse Organ den Wortlaut des Erlasses, Werner und der Fabrikinspektor aus Rottbus. Herr jede Stunde zu Unterhandlungen bereit, die Fabrikanten nicht. erkennt in seiner dem Provinzial- Schulkollegium gegebenen Werner trat fehr lebhaft für eine Berständigung insbesondere Sie ſizen noch immer auf dem hohen Pferd. Auf ein Schreiben Anweisung gern an, daß der Magistrat die Auslegung des Er nach der Richtung hin ein, daß die Fabrikanten der Streitkommission an den Fabrikantenverein, worin die Komdie Leiter des Sommerfeld'schen Streiks, die partout nicht mehr mission fich zu Verhandlungen bereit erklärte, erhielt die Kom- theoretisch zu begründen versucht, aber sie nicht praktisch laffes vom 8. Juli 1875 nur in seinen Vorstellungen beschäftigt werden sollten, wieder in Arbeit nähmen. Schließlich mission am Donnerstag Mittag folgende Antwort: wurde denn auch erreicht, daß die Fabrikanten wenigstens in zur Anwendung gebracht, sondern im großen und ganzen sich in dieser Hinsicht nachgaben und die Aussperrung ihrer Personale Auf das an den Vorsitzenden der Kommission des Fabrikanten den Grenzen gehalten hat, die der Wortlaut des erwähnten Eraufhoben. Sonst verstanden sich die Fabrikanten absolut zu vereins gerichtete Schreiben vom 26. d. M. erfolgt nachstehende laffes vorschreibt. Immerhin hat derselbe von der ihm ertheilten nichts. Von einem weiten Entgegenkommen" der Fabrikanten, Mittheilung: Ermächtigung trotz der in den Jahren 1883 und 1884 gegebenen wie es in ihrer jezigen Erklärung heißt, tann also gar keine Rommissionsbeschluß vom 23. Februar 1896. bestimmten Weisung zur Innehaltung der durch das Konfessions Rede sein. Trotz des rigorosen Auftretens der Fabrikanten im Der Arbeiterfommiffion ift, ob sie sich an die Kommission oder verhältniß gegebenen Grenzen auch fernerhin einen so weiten Mai ist es den Arbeitern nicht eingefallen, den Plan einer an einzelne Mitglieder wendet, der Bescheid zu geben, daß jede Gebrauch gemacht, daß es geboten erscheint, in bezug hierauf Revanche zu fassen. Verhandlung so lange abgelehnt wird, bis die kontraktbrüchigen besondere mehr ins Ginzelne gehende Bestimmungen zu Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen haben, soweit sie von treffen." Das Schulkollegium wird demgemäß angewiesen, den Arbeitgebern angenommen werden. wegen der Berücksichtigung des religiösen Bedürfnisses jüdischer Kinder, welche die christlichen Gemeindeschulen besuchen, Verein zur Wahrnehmung der gemeinsamen Lohnfat pro 1000 Schuß ist in Rottbus durchschnittlich nicht Interessen der Zuch fabrikanten zu Gottbus." die nachstehenden Grundsätze zu beachten: Bei Prüfung des höher als anderwärts. Es können aber in einigen höchstens Bedürfnisses der Neueinrichtung eines Religionskursus in den Nach diesem Pröbchen kapitalistischer Hartnäckigkeit ist es Gemeindeschulen ist dem Magistrat eine Schranke nicht zu sehen. Rottbuser Fabriken wegen befferer technischer Einrichtungen 1000 Schuß eher fertig gestellt um so dringender nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft den Wenn die Stadt bereit ist, entsprechende Mittel für die Rewerden, als vielleicht anderwärts. Daher wird in diesen tämpfenden Proletariern der Kottbuser Textilindustrie ihre munerirung besonderer Religionslehrer zu bewilligen, so ist eine wenigen Fabriken ein etwas besserer Verdienst erreicht; aber träftigste Unterstüßung zu theil werden läßt. solche Fürsorge um so mehr anzuerkennen, je kleiner die Zahl auch hier gehören Löhne von 25 M., wie sie von den Fabrikanten der betreffenden Kinder ist. Nur wenn der den Religionsangegeben werden, zu den seltenen Ausnahmen. In den übrigen unterricht ertheilende Lehrer daneben und vorwiegend mit Fabriken deren es etwa 45 geben mag kommt der Arbeiter anderen Unterrichtsstunden betraut und als ordentlicher Lehrer troß angestrengtester Thätigkeit im Durchschnitt auf nicht mehr an der betreffenden Schule angestellt werden soll, wird aus als 12-16 M. Und dies bezieht sich, wohlgemerkt, auf die In Weißensee stehen der Arbeiterschaft folgende Lokale Rücksicht auf die Kinder anderer Konfession als Voraussetzung Weber, nämlich auf die technisch qualifizirten Arbeiter. zur Verfügung: Café Rettig, Berlinerstr. 11( Jnhaber Heinrich); gefordert werden müssen, daß es sich um die religiöse Vers Bei den übrigen Arbeiterkategorien ist der Verdienst beträchtlich Dewein's Gesellschaftshaus, König- Chaussee 95; Arnold Schmidt, forgung von Kindern handelt, die einen nicht unerheblichen der die Schule insgesammt besuchenden Kinder niedriger. Bei diesen sind 15 M. schon ein außergewöhnlich guter Heinersdorferstr. 8( früher Jürgen); Zum Pfeifen- Müller( fleiner Theil Verdienst. Saal), König Chauffee 38; Hermann Kühne( fleiner Saal), bilden. Es ist also zulässig, auch bei einer ganz geringen Weiter ist die Angabe der Fabrikanten, daß die elfstündige Rölkestr. 20; Deutscher Schüßengarten, Heinersdorfer Weg 18/14; Anzahl jüdischer Kinder einen jüdischen Religionsturfus ein Arbeitszeit nur in feltenen Fällen überschritten würde, A. Benndorf( früher Backhaus), Heinersdorfer Weg 55; Hähling's zurichten. Nur müssen Zustände vermieden oder doch eingeschränkt unzutreffend. Ueberstunden werden vielmehr häufig vor- Klubsäle, Langhansstr. 106; Abel's Vereinshaus( Inh. Böttcher), werden, wie sie beispielsweise an der 173., 72., 101., 112., 2., geschrieben; die Behauptung, daß das im„ vollsten Einver- Charlottenburgerstr. 151. 12., 64., 123., 125., 23., 135., 137., 58., 105., 121., 13. und 14. nehmen" mit den Arbeitern geschehe, ist leere Redensart; denn Gemeindeschule bestehen.( In diesen Schulen befinden sich in es handelt sich stets um eine Anordnung, die einfach dekretirt einer Schülerzahl, die zwischen 637 und 1234 schwankt, nur 11 wird. Budem giebt es in den wenigften Fabriken Arbeiterbis höchftens 31 jüdische Kinder.) An jeder dieser Schulen ist ausschüsse. Die Personale wählen feine Ausschüsse, weil deren eine besondere jüdische Lehrkraft angestellt und neben nur vier Mitglieder erfahrungsmäßig direkt oder indirekt gemaßregelt Religionsstunden wöchentlich anderweit voll beschäftigt. Zu den vorgedachten Fällen treten noch die bei der 110. und 25. Gemeindeschule. An der ersteren sind für 42 jüdische neben 933 neben vier Religionsstunden wöchentlich je zwanzig Stunden in anderen Fächern Unterricht ertheilen. An der 25. Gemeindeschule Kommunales. Auf Antrag des Kuratoriums der Berliner sind für 38 jüdische neben 909 christlichen Kindern zwei jüdische Unfallitationen hat das Magistratskollegium beschlossen, dem be- Lehrkräfte beschäftigt, obwohl der als ordentlicher Lehrer antreffenden Verein eine Beihilfe von 1000 M. zu gewähren und gestellte jüdische Lehrer Schlesinger unter fechsundzwanzig Daß die Arbeiter mit ihren Klagen über die Beamten stets wird die Stadtverordneten- Versammlung ersuchen, diesen Betrag wöchentlichen Unterrichtsstunden nur vier Religionsstunden er Gehör gefunden hätten, mag im einzelnen Falle stimmen, im in den Stadthaushalts Etat pro 1896/97 einzusetzen. Wie man theilt und demnach die zweite Religionsabtheilung recht wohl allgemeinen trifft es nicht zu. Man ist immer geneigt, die Ver- unter einem großen Theil der Arbeiterschaft über den Werth der hätte übernehmen können. Bei der ferneren Prüfung, ob die fehlungen der Beamten in günstigerem Licht zu sehen, als Unfallstationen denkt, ist bekannt. Nach dem Schlusse der Einrichtung des neuen Religionskursus auch die Heranziehung fie es verdienen. Außerdem betreten die wenigften Arbeiter, Stadtverordneten Versammlung am letzten Donnerstag ver- einer neuen Lehrkraft des bezüglichen Bekenntnisses erforderlich und noch seltener die Arbeiterinnen den Weg der Beschwerde, sammelten sich die Abtheilungen, um die Wahl des für die macht, ist davon auszugehen, daß einem Lehrer beziv. einer weil sie fürchten müssen, früher oder später deshalb die Arbeit Etats berathung 1896/97 einzusetzenden Ausschusses vorzunehmen. Es Lehrerin bis zwölf Religionsstunden wöchentlich zu verlieren, oder wenigstens bei der Arbeitsvertheilung benach- gingen aus der Wahl hervor: Stadtverordneten Borsteher selben Schule, etwa, wie vielfach der Fall Langerhans, theiligt zu werden. Insbesondere ist ungebührliche Behandlung Dr. Stadtverordneten- Vorsteher- Stellvertreter ist, sich zwei Schulen auf demselben Grundstück be. der Arbeiterinnen durch die Beamten durchaus nicht selten, und Michelet und die Stadtverordneten: Jacobi, Dr. Schwalbe, finden, in diesen beiden übertragen werden fönnen. einer und deres find Fälle so haarsträubender Natur bekannt, daß sie voraus- Wallach, Dr. Gerstenberg, Ralisch, Mommsen, Dr. Preuß, Daß für je vier Religionsstunden Schule oder an nahe bei Reichnow, Heilmann, Friederici, Bruns, Witkowski und Singer. felben fichtlich die Gerichte beschäftigen werden. einanderliegenden Die Fabrikanten suchen sich von der Schuld an dem Ausstand Die Sigungen des Etatsausschusses werden am nächsten Montag Schulen eine besondere Lehrkraft angestellt und anderweit voll und an der Aussperrung dadurch reinzuwaschen, daß sie die Schuld beginnen und voraussichtlich dreimal wöchentlich stattfinden. Um beschäftigt wird, widerspricht der Rücksicht, welche die die Schule einzelnen Hezern" aufbürden, die planmäßig in den Fabriken allen Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneten- besuchenden christlichen Kinder beanspruchen dürfen. Wo wegen vertheilt worden" wären. Der Unsinn dieser Behauptung liegt Versammlung Gelegenheit zu geben, den Verhandlungen bei einer erheblichen Zahl jüdischer Kinder die mit Ertheilung des auf der Hand. Die Anstellung von Arbeitern geschieht doch zuwohnen, sollen dieselben, wie alljährlich, auch diesmal im Religionsunterrichts betrauten jüdischen Lehrer und Lehrerinnen durch die Fabrikanten beziehentlich deren Beamte selbst, und daß großen Stadtverordneten- Sigungssaale abgehalten werden. als ordentliche Lehrer und Lehrerinnen angestellt werden, find diese ihnen als" Heger" bekannte Leute nicht in Arbeit nehmen, sie, wie bisher, zur Ertheilung des Unterrichts in anderen Ein Blick hinter die Kouliffen. Mit welcher Fülle von Fächern heranzuziehen. Ich trage Bedenten, in dieser Hinsicht versteht sich von selbst. Es ist also klar, daß die Bewegung natürlichem Taft und Geschmack die größte Fraktion der Stadt bestimmte Vorschriften zu treffen und die jüdischen Lehrpersonen, unter den Textilarbeitern tein fünftliches Erzeugniß von verordneten- Bersammlung es verfteht, ihre geselligen Zusammen- abgesehen von dem Religionsunterrichte, von dem Unterrichte in Sehern", fondern ein natürliches Produkt der miserabeln zu fünfte auszustatten, beweist ein vor uns liegendes Heftchen, bes gewissen Gegenständen auszuschließen. erwarte aber, daß die stände in den Fabriken ist. titelt Die Reimchronik der Fraktion der Linken 1896". Die mit Aufstellung der Lehr- und Lektionspläne betrauten Personen Die Fabrikanten fagen weiter: Trotz der an sich schon hohen bürgerliche Presse brachte vor einigen Tagen einen Bericht jüdischen Lehrern und Lehrerinnen nicht solchen Unterricht zu Löhne sind in der vergangenen Woche von vielen Arbeitgebern über das Jahresfest der Fraktion der Linken, an theilen werden, welcher ihnen in ihrem eigenen und im Interesse noch weitere Erhöhungen zugestanden worden. Anfänglich durch welchem der Magiftrat, sowie diese Erhöhungen sehr zufriedengestellt, haben dieselben Arbeiter der Fraktionen Spinola und Dinse als eingeladene Gäfte theil nur an die Geschichte der Ausbreitung des Christenthums und der zahlreiche Mitglieder der Schule nicht übertragen werden darf. Ich erinnere dabei wenige Stunden später auf Befehl der Agitatoren noch höhere Forderungen erhoben, welche uun allerdings abgelehnt werden genommen haben. Der Bericht trieste förmlich von Aeußerungen Kreuzzüge. Die Uebertragung eines Drdinariats an jüdische mußten. In etwa 12 Fabriken haben hierauf die Arbeiter der Harmonie und Einigkeit der zu froher Geselligkeit ver- Lehrer und Lehrerinnen wird von der Natur des einzelnen Falles fammelten Stadtväter nur schade, daß er vermuthlich schon abhängig zu machen sein. Es wird zu vermeiden sein, daß ohne Kündigung und unter Rontrattbruch sofort die Arbeit niedergelegt. Um diese Fabriken zu schüßen, haben die vor dem Fest an die Redaktionen versandt war, denn sonst jüdische Lehrpersonen das Ordinariat einer Klasse erhalten, in hätte er eine Szene erwähnen müssen, die aus Anlaß welcher sich feine oder nur ganz wenige jüdische Kinder befinden. übrigen Mitglieder des Vereins als Gegenmaßregel ihren Ar- der Dichtkunft eines lieberfroben Kollegen entstand. Der Fraktions- Auch würde es der Sachlage nicht entsprechen, wenn ein jüdischer beitern am 21. d. M. zum 7. März cr. gekündigt." Diese Schilderung ist ebenfalls nicht richtig. Bekanntlich barbe deffen Shakespearemanie stadtbekannt ist, böse Zungen Lehrer oder eine jüdische Lehrerin eine Klasse über die verschie Diese Schilderung ist ebenfalls nicht richtig. Bekanntlich hatte die Rottbuser Filiale des Textilarbeiter- Berbaudes Forde behaupten, er lebe in dem Wahn, dem englischen Dichterfürsten denen Stufen hinaufführte. Es kann keine Schwierigkeit bieten, rungen gestellt, die den Lesern des„ Vorwärts" in der Mittwoch gleichen und feine Garderobenschränke bergen manch da, wo die Verhältnisse für Uebernahme eines Ordinariums nicht rungen gestellt, die den Lesern des Vorwärts" in der MittwochNummer mitgetheilt worden sind." Der Fabrikantenverein hatte Kleidungsstück, das dem historischen Kostüm des großen gegeben sind, die betreffenden Lehrpersonen mit je einigen Stunden William abgeguckt ist hat es nämlich mit seiner in verschiedenen Klaffen zu beschäftigen. Hiernach wolle das es abgelehnt, mit dem Verband darüber oder überhaupt zu ver- Reimchronit" fertiggebracht, die Gäfte von den Neuen Linken" tönigl. Provinzial Schulkollegium die hiesige städtische Schulhandeln. Darauf beschlossen die Arbeiter in einer öffentlichen werden. Ferner ist es vollständig unwahr, daß nur in Fabriken, beren Inhaber nicht dem Fabrikantenverein angehören, nachts gearbeitet würde. Es wird im Gegentheil auch bei Mitgliedern des Fabrikantenvereins nachts gearbeitet; 8. B. wird beim Musterweben am Tage 11 bis 12 Stunden gewebt und nachts die Kette angeknüpft, was eine Zeitdauer von 5 bis 8 Stunden beansprucht. Den Parteigenoffen von Stralau zur Nachricht, daß zu der am 9. März ftattfindenden Wahl an ftelle des ausgelooften Befizenden Dieckmann fein sozialdemokratischer Kandidat auf gestellt werden kann, da der Neuzuwählende ebenfalls Besitzender fein muß. Die Parteigenossen werden daher ersucht, sich an diesem Tage der Stimme zu enthalten. Die Vertrauensperson. Der Verein der Rutscher feiert am 5. März in der Phil- chriftlichen Kindern zwei jüdische Lehrpersonen angestellt, welche harmonie, also in einem der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stehenden Lokale, sein Stiftungsfest. zu " -= D oder 100 Versammlung, daß die Personale aller Fabriten einzeln mit aus dem Saale zu dichten, indem er dieselben wißig- und humor- deputation mit Anweisung versehen." los verhöhnte. Die Wirkung war drastisch, denn die anEinige Fabrikanten machten darauf ihren Arbeitern Zugeftänd- gerempelten Gäste verließen bei Vortrag dieser Verse die bericht der Großen Berliner Pferdebahn seien folgende Zahlen ihren Prinzipalen dieselben Forderungen stellen möchten. Festtafel und den Saal, es Pferdebahnstatistik. Aus dem soeben erschienenen Geschäftsniffe, andere ließen es auf den Ausstand ankommen; mehrere von diesen letzteren einigten sich indeß doch noch mit ihren Ber- überlassend, die noch nachfolgenden kulinarischen Genüsse allein hervorgehoben: Die Gesammtzahl der auf den gesellschaftlichen zu bewältigen. Daß die sozialdemokratischen Stadtverordneten Bahnlinien beförderten Personen ist von 131 800 000 in 1891 fonalen. Den übrigen Fabrikanten, die sich trotz des Streits mit einer Anzahl banaler Redensarten und öder Schimpfereien auf 138 900 000 in 1895, mithin um 7 100 000 Personen= 5,39 pct., ihrer Personale nicht zu Zugeständnissen herbeiließen, kam nun in der„ Reimchronit" bedacht sind, versteht sich bei der Gemüths- die Einnahme aus der Personenbeförderung von 14 700 755,23 m. der Fabrikantenverein mit seinem Beschluß der allgemeinen 4,13 pCt. gestiegen. Die Betriebsleistungen an zurück. Kündigung zu Hilfe, die für den Fall in kraft treten sollte, daß tiefe und dem feinen Geschmack, über welche der mit Bildung in 1894 auf 15 307 284,31 M. in 1895, demnach um 606 529,08 m. gelegten Wagenkilometern haben sich im Berichtsjahre die streifenden Personale die Arbeit nicht bis Freitag( vor vollgesogene Reimschmied verfügt, von selbst. gegen Nach den vielen Kriegsgedenkfeiern, welche im Laufe auf 28 527 124 26 809 760 Kilometer in 1894, acht Zagen) wieder aufnähmen. Infolge dessen fündigten auch die Fabrikanten, die sich mit ihren Personalen geeinigt des Jubiläumsjahres" begangen worden sind, kann es den mithin in 1895 um 1717 364 Kilometer 6,41 pt. höher hatten, und erklärten ihre Zugeständnisse für aufgehoben. Aus friedlichen Bürger eigentlich mit Genugthuung erfüllen, wenn er geftellt. Die Benutzung der Zeitkarten ist im Berichtsjahre dieser allein richtigen Darstellung geht hervor, daß die Personale, die Kunde vernimmt, daß nun auch einmal ein Friedensfeft" wiederum um ca. 13 pet. gegen 1894 gestiegen. Mit dem Heizen die sich mit ihren Prinzipalen geeinigt hatten, durchaus nicht gefeiert werden soll. Für dieses ist die 25. Wiederkehr des der Wagen bleibt es immer noch bei den ersten schüchternen nochmals höhere Forderungen gestellt haben, sondern die höheren 10. Mai ausersehen, der Tag des Friedensschlusses zu Frank- Versuchen; angeblich sind die Ansichten über den Werth des nämlich die des Textilarbeiter- Verbandes furt a. M., welcher vor 25 Jahren dem Trauerspiel ein Ende Heizens im Publikum und unter den Aerzten Berlins noch ges Forderungen tamen in ihrer Vollständigkeit nur in Frage in den Fabriken, bereitete. Wenn man schon Feste feiern will, so fann man sich theilt, während es an anderen Orten längst eingeführt ist. Es bringt deren Inhaber sich überhaupt auf nichts eingelassen hatten. ja damit einverstanden erklären, daß gerade dieser Tag als Ver- eben nichts ein und ist daher Nebensache. Wichtiger ist für Daß nun die Rottbuser Arbeiter und Arbeiterinnen die l'anlaffung zu einer Gedenkfeier genommen wird. Lachen muß Verwaltung und Aktionäre die Dividendenfrage. Diesmal sind 121/2 pet. vorgeschlagen; Aufsichtsrath, Direktion und höhere Beamte heimsen außerdem noch statutengemäß 5 pet. Tantième ein. Auf die Matinee, welche der Musikverein„ Mufitfreunde" am Sonntag im Konzerthause Sanssouci zum besten der Konfettionsarbeiter und Arbeiterinnen veranstaltet, machen wir unsere Leser aufmerksam. Der gute Zweck läßt auf einen zahl reichen Besuch hoffen. " Don reitet?" 450 Personen haben, wie berichtet wird, seit anfang und ein Segensgebet für das Heil der armen Sünder beschließt die Januar ihren Austritt aus der Kirchengemeinschaft erklärt. etwa eine Stunde währende erhebende kirchliche Feier. Geknickt, gedrückt und reuevoll schleichen die Arrestanten dann in ihre Von der Berliner Gewerbe- Ausstellung. Die Gesammtzahl Bellen und tauen voller Berzweiflung ihr trockenes Kommisbrot. der Aussteller der Berliner Gewerbe Ausstellung beträgt 3780.ieviel aber der Aufforderung, in's Vereinshaus zu kommen, Gewerbe- Ausstellung Am stärksten beschickt ist die Gruppe der Bekleidungsindustrie mit ca. 600 2lusstellern. Es folgt dann die Gruppe Metallindustrie" Folge leisten, ist nicht genau zu ermitteln; zuweilen äußert sich mit 350 Ausstellern. 300 Aussteller weist die Gruppe Kurz- und der Ohrenbeichte: der Geistliche während Nun bist Du schon zum wiederholten Male hier im Arrest, Galanteriewaaren" auf. Es folgen dann mit 280 Ausstellern die" haft immer versprochen nach der Wilhelmstraße Deine Schritte 3um amtlichen Publikationsorgan eines tönigl. Polizei- Gruppe mit Maschinenbau- und Transportwesen", präsidii ist nunmehr die offiziöse„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" 226 Ausstellern die Holzindustrie und mit je 200 Ausstellern zu lenken und haft Dein Versprechen nicht gehalten. Glaubst Du, avancirt. Eine amtliche Bekanntmachung vom 25. d. M., die die Gruppen Bau- und Ingenieurwesen" und" Graphische und daß dem Herrn Jesu solch wortbrüchiger Soldat Freude be gestern publizirt wurde, besagt: dekorative Künste und Buchgewerbe", und 140 Aussteller führen Tödtlich verunglückt ist am Donnerstag Morgen gegen Auf grund der Allerhöchsten Rabinetsordre vom 8. Februar Nahrungs- und Genußmittel, 127 wissenschaftliche Inftrumente, 1840( Geſetzſammlung Seite 32) des§ 5 Absatz 3 des Gesetzes 120 Musikinstrumente vor. Der Gartenbau zählt 112, die 9 Uhr der 30 Jahre alte Arbeiter Otto Colberg aus der über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 und des§ 144 chemische Industrie 110, die Fischerei- Ausstellung zirka 100 Aus- Pestalozzistraße 68 au Charlottenburg. Colberg glitt auf einem Abfaz 2 des Gesezes über die allgemeine Landesverwaltung vom steller. Die Textilindustrie wird durch 91, die Leder- und Neubau in der Grunerstraße aus, als er einen Balken verlegen 30. Juli 1888, wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, Kautschutindustrie durch 77, die Photographie durch 75 Aus- wollte, und fiel aus einer Höhe von ungefähr 2 Metern in den daß vom heutigen Zage an die ortspolizeilichen Verordnungen fteller vertreten. Die wenigsten Aussteller, 29, findet man in der Keller hinab. Obwohl der Gefallene anscheinend nur unund Bekanntmachungen des töniglichen Polizei Präsidiums Gruppe Porzellan-, Chamotte- und Glasindustrie". Diese Gruppe bedeutende Verlegungen am Ropfe erlitten hatte, so führte der ausschließlich in der" Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" ist aber feineswegs die kleinste, fie folgt vielmehr, was Sturz doch auf der Stelle seinen Tod herbei. Ob der Schreck mit rechtsverbindlicher Kraft veröffentlicht werden. Die Bekannt den beanspruchten Flächenraum anbetrifft, sofort nach Gartenbau oder innere Verlegungen die Todesursache waren, wird erst die machung vom 24. Dezember 1895, wonach derartige Veröffents( 48 000 Meter) und Maschinenbau( 17000 Meter) mit von der Staatsanwaltschaft angeordnete gerichtsärztliche Leichenlichungen einstweilen in anderen Zeitungen erfolgen sollten, wird 7500 Q.- Meter. Je 6000 D.- Meter erfordern Bau- und Ingenieur- öffnung feststellen können. hierdurch außer traft gefeßt. Die Veröffentlichung landes. wesen und Metallindustrie, 4000 D.- Meter die Holzindustrie, Großfener. In der Nacht zum Freitag wurde die Feuer polizeilicher Verordnungen und Bekanntmachungen durch das 2600 D.- Meter hat die Textilindustrie, 1500 Q.- Meter die Gruppe wehr durch die Meldung alarmirt, daß die Wellblechfabrik von Amtsblatt der föniglichen Regierung zu Potsdam und der Nahrungs- und Genußmittel", 1100 Meter die Gruppe der Kammrich u. Ko., Fennstr. 27, neben dem Kohlenbahnhofe in Stadt Berlin" wird jedoch hierdurch nicht betroffen. Gleichzeitig graphischen und dekorativen Künste, 1050 Q.- Meter die Leder- Flammen stehe. Der 13. Bug fand bei seiner Ankunft bald nach bestimme ich für den Geschäftsbereich des Polizeipräsidiums, daß und Kutschukindustrie, 1000 D.- Meter die Photographie bean- Mitternacht bereits den Dachstuhl, das technische Bureau und überall da, wo bisher in Bekanntmachungen und Verordnungen sprucht. Die wissenschaftlichen Instrumente nehmen 600 Q.- Meter den Anstreichraum vom Feuer ergriffen. Nach mehrstündiger das Berliner Intelligenzbtatt" für Veröffentlichungen bestimmt Fläche ein. Thätigkeit wurde die weitere Ausdehnung des Brandes ver ift, nunmehr die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" an seine An großem Klimbim scheint es auf der Gewerbe Aus- hindert. Der Schaden ist sehr beträchtlich, die EntstehungsStelle zu treten hat." stellung nicht fehlen zu sollen. Eine Reklamenotiz besagt ursache unbekannt. Der Betrieb der Fabrik soll nicht gePraktisch betrachtet eignet sich die„ Nordd. Allg. 3tg.", die folgendes: Für Alt- Berlin 25 Pf. Eintrittsgeld sollen erhoben werden, stört sein. in der Berliner Bevölkerung verschwindend wenig Lefer hat, von doch sind hier auch theuere Glitetage" vorgesehen. Täglich Der Vorstand des Hausbefizer- Vereins von Moabit allen hiesigen Blättern wohl am wenigsten zum amtlichen Publi- werden zwei große Umzüge stattfinden, viermal täglich werden hat gestern, Freitag, die Hausverwalter angewiesen, die Privattationsorgan. War dem Polizeipräsidium aber darum zu thun, Afrobaten und andere Künstler auftreten. 20 Berittene, wächter mit Haus- und Bodenschlüffeln zu versehen. Auch die feine Mittheilungen vor allem in einem gesinnungstüchtigen 250 Kostümirte zu Fuß, ein Säncherchor von 50 Herren und Hausbesitzer, die dem Verein nicht angehören, haben sich dieser Blatte veröffentlicht zu sehen, so konnte allerdings kaum eine Damen, die altdeutsche Weisen singen, und eine mit altdeutschen gegen die Brandstifter gerichteten Maßregel angeschlossen und beffere Wahl, als die des unter allen Kursen regierungsfrommen Instrumenten ausgestattete Kapelle von 50 Mann werden bei werden ebenfalls ihre Bodenräume jeden Abend Organs getroffen werden. den Veranstaltungen in Alt- Berlin, für die ein weiteres Entree Wächtern durchsehen laffen. Sachsen foutra Breißen. Wie mitgetheilt wird, soll die nicht verlangt wird, mitwirken. Die Marineschauspiele werden Aus Furcht vor Strafe hat sich das 20 Jahre alte Diensttönigl. fächsische Staats- Eisenbahn beschlossen haben, anläßlich täglich um 11, 1, 3, 5, 6 und 7 Uhr veranstaltet werden. Das mädchen Pauline R. aus der Alexandrinenstraße das Leben zu der bevorstehenden Berliner Gewerbe- Ausstellung jedwede Ber- Jahrmarktstrubel mag unter günstigen Umständen wohl einige angeblich einen Diebstahl verübt und war deshalb angezeigt beträgt hier 1 M. bezw. 50 und 30 Pf. Solcher nehmen versucht. Das Mädchen hatte bei seiner Dienstherrschaft günstigung in der Personen- 2c. Beförderung auf ihren Strecken abzulehnen. Diese Maßnahmen werden zurückgeführt auf die Tage, aber nicht monatelang zu intereffiren. Wenn das nur tein worden. Als es Donnerstag Abend verhaftet werden sollte, großen Nachtheile, die die preußische Eisenbahn- Berwaltung der glänzender Reinfall wird. nahm es Salzsäure, um sich zu tödten, wurde jedoch gerettet und sächsischen dadurch zugefügt habe und noch zufüge, daß sie den nachdem ihm auf der Unfallstation III der Magen ausgepumpt ganzen Strom der Durchgangsreifenden von und nach allen worden war, in ein Krankenhaus gebracht. Theilen des deutschen Vaterlandes über Berlin leite, und daß dieses Befahren ausschließlich preußischer Strecken, den übrigen deutschen Eisenbahn- Verwaltungen, namentlich aber der sächsischen, schweren Nachtheil bringe. Sollte es nicht gar noch zum Kriege zwischen den beiden befreundeten Mächten kommen? Die ,, Volksrundschau", jener Ableger der antisemitischen „ Täglichen Rundschau" geht zum 1. April d. J. als selbständiges Blatt ein. Sie sollte gleich der geriebeneren, Deutschen Tageszeitung" in Bauernfang machen. " Wegen Betruges ist gegen den Direktor eines sogenannten Detektive Bureaus, Caspari- Roth- Roffi, ein Ermittelungsverfahren Meldung, daß die Firma W. S. Löwenthal gegen Herrn Scherl merksamkeit auf sein Institut zu lenken suchte, soll dasselbe verZum Adreßbuchkampf. Mit bezug auf die gestern gebrachte eingeleitet worden. Herr Caspari- Roth- Rofft, der besonders in Ghefcheidungen macht" und durch unablässige Reklamen die AufStrafantrag gestellt hat, sendet Herr Scherl uns eine Erklärung, Die Anwendung der Photographie in der Kriminalin der es u. a. beißt: Jeder Hauswirth und Verwalter tauft haben und von hier verschwunden sein. juftig erläuterte gestern an der Hand neuer interessanter Fälle Berlins, jeder Einwohner, welcher in dem Neuen Adreßbuch Zu der Nachricht über den Rechtsstreit der Schulreiterin der Gerichtschemiter Dr. Jeferich vor der deutschen Gesellschaft eingetragen steht, wird bezeugen können, daß die Eintragung von Fräulein Legrand gegen Herrn Direktor Busch geht uns von von Freunden der Photographie. Dr. Jeserich benutzt die Mikro- ihm selbst herrührt oder von meinen Beamten festgestellt ist. Jede letzterem folgende Berichtigung" zu: Es ist unrichtig, daß photographie einmal, um vergängliches Beweismaterial im Bilde Behörde, jeder Verein wird bestätigen, daß die bezüglichen Ein- Direktor Busch mit der Französin in Differenzen gerathen ist; festzuhalten, fodann, um Dinge, die mit dem Auge nicht sichtbar tragungen nach den Angaben der Behörde bezw. des Vereins auf- er stellte nur ihre Pferde in den zweiten Stall des Zirkus, der find, durch die Vergrößerung zur Erscheinung zu bringen, und genommen worden sind. Für jede einzelne Eintragung im Neuen sich in einem gegenüberliegenden Stadtbahnbogen befindet, und endlich mit Verwendung der Spektralanalyse, um überhaupt sonst Adreßbuch sind die Originalmeldungen noch in meinem Besiz. in dem nicht nur Ochsen, Schafe, Esel, Schweine und andere Unsichtbares darzustellen. Zur Entdeckung eines Mordes führte die Unter den vorliegenden Umständen kann eine gerichtliche Unter- vierfüßige Künstler niederer Ordnung", sondern auch zahlreiche werthvolle Pferde des Direktor Busch und Spektralanalyse in folgendem Fall. Aus den Trümmern eines nieder- suchung mir nur sehr wünschenswerth sein. mehrerer gebrannten Hauses war die gänzlich verkohlte Leiche des Besizers Artisten stehen. Fräulein Legrand hatte aber die Cas Aus Moabit. Donnerstag Nachmittag brach in Moabit price, herausgeholt worden. Der Sohn desselben stand unter dem in der Rostockerstr. 25 ein Feuer aus, das nicht auf Brand- Stall untergebracht sein, und erwirtte eine einstweilige, in ihre Pferde sollten durchaus dem anderen Verdacht, den Vater ermordet und dann das Haus angezündet stiftung zurückzuführen ist. Beim Kochen von Theer entstanden, gerichtliche Verfügung auf grund des Urtheils eines früher zu haben. Es tam nun darauf an, festzustellen, ob der Bater bei Ausbruch des Brandes noch gelebt habe, oder ob er schon wurde das Feuer rechtzeitig bemerkt und von der Feuerwehr bald für den Birkus Busch engagirten Thierarztes, wonach die Stallung tobt, ermordet gewesen. In Lunge und Herzen der verkohlten gelöscht. Die Polizei hat in den letzten Tagen mehrere Ver im Stadtbahnbogen für die Legrand'schen Pferde gesundheitshaftungen vorgenommen und die Verdächtigen junge schädlich sei. Leiche fanden sich noch zehn Blutstropfen. Da man nun aus Burschen Bewohnern der von Bränden heimgesuchten Häuſer mehrerer gegentheiliger, von Sachverständigen ausgestellten Atteste Direktor Busch hat sofort unter Beibringung dem Spektrum des Blutes ganz genau erkennen kann, ob nur gegenübergestellt. Ueber das Ergebniß der Untersuchungen ver durch seinen Vertreter Herrn Rechtsanwalt Dr. Gerstenberg gegen Sauerstoff oder Rohlenoxyd im Blut gewesen, gelang es, die lautet noch nichts Bestimmtes. Den Burschen werden außer den jene Berfügung Widerspruch erheben laffen, so daß der Rechts Abwesenheit von Roblenoryb im Blut festzustellen; es war Brandstiftungen auch Diebstähle zur Last gelegt, die in letzterer ftreit also noch nicht beendet ist. Bis zu dem Erlaß des gerichtfomit der untrügliche Beweis erbracht, daß der Todte Beit in Moabit vorgekommen find. Sowohl die Kriminalpolizei lichen Urtheils stehen nach wie vor die Pferde der franzöſiſchen nicht mehr geathmet geathmet haben fonnte, als der Brand auskam, vorher also als auch die Schuhmannschaft ist in diesen Tagen in Moabit Schulreiterin Fräulein Legrand in dem Stall im Stadtbahnbogen, Ein Raubmörder hatte sich bei Ausführung seiner That mit einer abermals verstärkt worden, und ein bekannter Kriminalkommissar ohne daß Direktor Busch bisher 1000 M. Strafe zahlte. Rattunmaste verhüllt, von ber ihm mit den Nachforschungen beauftragt. die Hälfte ab= Bu erschießen versuchte sich Donnerstag Abend im Thier gerissen worden war. Im Kahn eines verdächtigen Schiffers Ein noch unbekanntes Heldenstückchen vom Feldwebel garten ein Mann, der sich Reinhold B. aus der Auguftstraße fand man ein anderes Stück Kattun. Jesferich photographirte Hoffmann, über dessen Verhaftung wir seinerzeit ausführlich unte. Er wurde verwundet in ein Krankenhaus gebracht. beide Stücke in starker Vergrößerung und konnte die Zusammen- berichteten, wird der Berl. 3tg." mitgetheilt: 3wei Schuhmacher- An der Eisernen Brücke, wo mehrfach Selbstmordgehörigkeit beider u. a. dadurch evident nachweisen, daß sich meister gingen vor längerer Zeit spät abends durch die Nollendorf kandidaten ihren 3wed erreidt haben, befindet sich noch immer an beiden übrigens zusammenpassenden Stücken an derselben straße, als plötzlich aus dem Dunkel einer Thürnische eine fein Rettungsring oder Rettungsball. Wie lange will sich der Stelle des Gewebes ein markanter Webefehler zeigte. So bewaffnete Person hervorsprang. Diefelbe hieb blind mit ge- Magiftrat feiner Verpflichtung, eins von beiden anzubringen, zusagen feine eigene Visitenkarte hatte ein wildernder Gaftwiath zücktem Degen auf den einen der Männer los und verwundete noch entziehen? abgegeben, als er aus Versehen statt eines Rehes ein junges denselben ganz erheblich am Auge. Nach dieser Heldenthat ent= Mädchen erfchoffen. Der in der Wunde gefundene Gewehr- flob der Bursche und bedrohte seine Verfolger mit blanker Waffe. Tagen auf dem Stadtbahnhof Börse durch Ueberfahren so schwer Festgestellt ist die Persönlichkeit der Frau, die vor einigen pfropfen erwies fich in photographischer Vergrößerung als der Ein Schuhmann fiftirte den Haudegen und auf der Wache wurde verunglückte, daß ihr beide Beine abgenommen werden mußten. Rest einer gerichtlichen Vorladung, auf der deutlich der Name festgestellt, daß es Hoffmann war. Am Tage darauf leiftete er Es ist die 85 Jahre alte Arbeiterfrau Albertine Schenfel, geb. des Mörders zu lesen war. flehentlich Abbitte und erbot sich zum Schadenersatz und Deckung Sinz, die aus Budfin im Kreise Colmar stammt und zuletzt in der Kurtoften. Als der Schuhmachermeister nach längerem Leiden einem Vororte Berlins in Stellung war. Sie befand sich, als wieder genesen war und seine Ansprüche bei H. geltend machte, fie verunglückte, auf dem Wege, um einen neuen Dienst anfür ihren Mann zu bezahlen. Nach der Verhaftung Hoffmann's wies ihn dieser an seine Frau, die es aber ablehnte, einen Heller dürfte der Schuhmachermeister wohl nie im Leben einen Pfennig ist Donnerstag Nachmittag verstorben. Wilhelm Wagner, am Der ältefte Einwohner Rigdorfs, der alte Wagner", 6. Dezember 1801 geboren, galt in der Blüthe seiner Jahre auch als einer der stärksten Männer Rixdorfs, in welchem Orte er seit 1824 wohnte und als Webermeister thätig war. ermordet war. zutreten. Ueber die Verunreinigung des Leitungswaffers aus den Tegeler Wasserwerken im November v. J. tonnte man bisher nicht recht ins Reine tommen. Gestern hat nun der Geh. Rath Friedel in der Gesellschaft für Heimathkunde der Provinz Brandenburg interessante Mittheilungen über die Ursache jener Ralamitat gemacht. Sowohl im Müggelsee wie auch im von H. zu sehen bekommen. Tegeler See lebt eine Muschelart, die sogenannte Schaftlaue. Herr Karl Zinke, der Leiter der Administration des BerAn fich ist sie absolut unschädlich und da sie nur in liner Fremdenblattes, ist am 27. Februar, 54 Jahr alt, gestorben. reinem Wasser lebt, eigentlich ein Zeichen für die Güte der Binte gehörte dem Blatte 26 Jahre an. Quellen, aus aus denen Berlin sein Leitungswasser schöpft. Die Muschel spinnt Fäden wie eine Spinne und befestigt nachweis der Brauereien Berlins und der Umgegend verübt. Die Ein Einbruch wurde in der Nacht zum Freitag im Arbeitsfich damit an irgend welchen Gegenständen. Die Kleinen Larven Diebe fanden jedoch nur spärliche Beute; außer einer Raffette, der Muschel gelangen nun zu Zeiten auch in die Saugerohre in der nur wenige Behnpfennigstücke aufbewahrt lagen, wurde Stationen. der Pumpstationen und setzen sich an den Wandungen fest. Ein berartiges, mit inzwischen ausgebildeten Muscheln besetztes nichts entwendet. Saugerohr des Tegeler Werts war nun aur Reinigung aus 10 Gottesdienst im Militärarreft. Um auch den länger Witterungsübersicht B vom 28. Februar 1896. Barometers ftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung SM 756 758 MSM 759 MSM 766 SM 766 764 28 748 762 771 SSM WNW 758 768 28 SSM Windstärke 84343425539( Stala 1-12) Metter Schnee bedeckt Schnee bedeckt bedeckt Temperatur nach Celsius BAGASSSOLO( 306.= 49.) bedeckt Schnee bedeckt heiter wolkig bedeckt geschaltet worden. Die Reinigung geschieht durch Durchspülen inhaftirten Soldaten Gelegenheit zu geben, sich am Werte Gottes von Wasser, wobei die Muscheln aber nicht entfernt werden. zu erquicken, wird Mittwochs in einem Zimmer, in welchem Swinemünde Dadurch, daß das Rohr dann 27 Zage trocken gelegen hat, fonft die kriegsgerichtlichen Verhandlungen stattfinden, Gottes- Hamburg Ein Tisch wird mit einem Tuche Berlin waren die Muscheln, die höchstens 14 Tage Trockenheit ver- dienſt abgehalten. eifernen Kreuz versehen ist, Wiesbaden tragen tönnen, abgestorben und als nun das Rohr wieder ein- verhüllt, das mit einem geschaltet wurde, gaben die abgestorbenen Muscheln dem durch und auf diesem provisorischen Altar stehen das Kruzifix und die München geleiteten Waffer den f. 8. so unangenehm empfundenen fauligen Leuchter mit den beiden brennenden Lichtterzen. Alle Arrestanten, Wien die mit mehr als fünf Tagen Arrest bestraft sind, werden Haparanda. Geschmack. Ultramontane Schulschmerzen. Die fromme„ Germania" auf Anordnung des Arrestinfpektors durch ihre Schließer Petersburg in diesen Raum geführt. Bänke und Stühle laden zum Gork jammert darüber, daß 350 katholisch getaufte Kinder in Schöne Gigen ein. Die Untersuchungsgefangenen( Unteroffiziere und Aberdeen. brrg feine eigene Schule haben, sondern ihren Religions Unter Mannschaften) erhalten während diefer Abwechselung besondere Baris. richt zwar apart, aber in denselben Klassenzimmern empfangen, Aufsicht, damit sie sich nicht mit den anderen Arrestanten unterwo Lefen, Schreiben und andere nüßliche Dinge evangeliſchen, balten und etwaige Kaffiber abgeben können. Nachdem der Geist- Wetter Prognose für Sonnabend, den 29. Februar 1896. katholischen und religionslosen Kindern gemeinschaftlich gelehrt liche erschienen, wird aus den mitgebrachten Gesangbüchern ein Lied Ziemlich trübes, mildes Wetter mit geringen Niederschlägen werden. Dabei bringt das Blatt, daß die unfittlichste Berhebung gefungen, worauf eine Predigt stattfindet. Daß diese Predigt alles und mäßigen westlichen Winden. und Entfremdung, nämlich die religiöse, schon sechsjährigen bas enthält, was einem der Freiheit beraubten Soldaten noth A Kindern gegenüber geübt sehen möchte, es fertig, von der Intoleranz der Schöneberger Gemeindeverwaltung zu reden. Was thut, bebarf eigentlich keiner weiteren Erwähnung. Da wird erzählt Vom Patentbureau Dr. J. Schantz u. Ko. Unsere in würde die„ Germania" wohl sagen, wenn die Eltern religions von den Laftern dieser irdischen Welt, von der treuen Mutter Nr. 48 gebrachte Mittheilung über das Geschäftsgebahren des loser Kinder, die doch mindestens dasselbe sittliche Recht darauf daheim, vom Vertrauen auf Gott, der selbst in der engsten Belle Patentbureaus von Dr. J. Schanz u. Ko.( Inhaber Dr. Schank haben, ebenfalls ein besonderes Schulgebäude verlangen würden gegen sein soll ze. zc. Nach dieser Predigt findet man höre und und Wertheim), Kommandantenstraße 89, hat die Einsendung Diese Eltern müssen es sich gar gefallen lassen, daß ihre Kinder faune- eine Art Dhren beichte statt, nicht nur für die katholischen, weiterer Buschriften an uns zur Folge gehabt. Ein hiesiger Arzt in einer Religion Unterricht empfangen, mit der sie nicht einmal Vom Arrestinspektor ist eine Liste ausgefertigt, auf welcher sich geschilderten Weise um 120 M. gebracht hat, als er wegen n sondern auch für die evangelischen und jüdischen Arrestanten. theilt mit, daß auch ihn das Bureau genau in der von uns eine Gemeinschaft haben. Namen, Dauer und Art der Strafzeit und Tenor des Vergehens meldung eines Patents mit der Firma eine halbe Stunde konferirt Wenn ein Bankier für andere, als„ ragende" evangelisch der einzelnen Arrestanten befinden. Jeder einzelne wird auf- und dann die gefährliche Vollmacht unterschrieben hatte. Die Unterorthodoxe Kirchenzwecke Geld hergiebt, so will das heutigen gerufen, muß sich in die Ecke zu seinem Seelsorger begeben redung war außerdem noch mit 30 M. berechnet und bezahlt worden. Zages schon was befagen. Ein solcher weißer Rabe ist der und seine Strafthat beichten. Nach dieser Beichte verspricht Am Schlusse unserer Mittheilung in der Mittwochnummer Baufier Moritz Bringsheim, der der Humanisten und der Frei- jeder Arreftant, Sonntage in der Wilhelmstr. 84 zu erlag es nabe, die Frage aufzuwerfen, wie die Firma Dr. Schanz religiösen Gemeinde je 10 000 Mart gespendet hat. fcheinen, wo sich das bekannte chriftliche Vereinshaus befindet. Ein Lieb u. Ko. wohl über die Begehrlichkeit der Arbeiter dente. Hierauf Berliner Wetterbureau. Kunst und Wissenschaft. " " Versammlungen. = echalten wir von einem Bureaugehilfen, der bei den Herren be ausgestoßen, als Generalmajor v. Gaudy Herrn Rasch gegenüber von 30 M. für die fast den ganzen Tag währende Arbeit be schäftigt war, eine eingehende Antwort, aus der wir entnehmen, bei einer persönlichen Begegnung eine Bemerkung machte, durch willige. Darauf ließ sich Herr Hansen jedoch nicht ein, ließ vieldaß ihm als Stenographen und Korrespondenten eine monatlich welche sich dieser schwer beleidigt fühlte. Er behauptet nämlich, mehr alle feine Arbeiter, die zum theil jahrelang bei ihm be270ftündige Arbeitsleistung mit 60. vergütet wurde. Als daß der General v. Gaudy zu ihm gefagt habe, indem er dabei schäftigt waren, die Fabrik verlassen. In den nächsten Tagen unser Gewährsmann 80 M. Gehalt verlangte, erschien der Firma die Neißer Offiziere im Auge hatte:" Ihr habt eben feine Formen." wird eine Versammlung der Musikinstrumenten- Arbeiter sich noch diese Forderung zu hoch. Ein Gymnasiaft, dessen Mutter sich Die Offiziere hielten ob dieser ihnen hinterbrachten Aeußerung weiter mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Das nähere wird fümmerlich mit Handarbeiten durchs Leben schlug, erhielt für eine Versammlung ab, und es tam aus diesem Anlaß zu einem durch Inserat im Vorwärts" bekannt gegeben werden. Schreibarbeiten 3 M.(?) monatlich vergütet; einem Techniker, der ehrengerichtlichen Verfahren, in welchem General v. Gaudy be Aus New York Lithographenstreit in Amerika. aus der Schweiz engagirt wurde, machte die Firma Dr. Schantz hauptete, daß er jene Bemerkung feineswegs auf das Offizier erhalten wir unter heutigem Datum die telegraphische Mittheilung, u. Ko. den Vorschlag, ein Vierteljahr lang umsonst(??) zu arbeiten, forps im allgemeinen, sondern auf den Lieutenant Rasch be: baß die Lithographen der Vereinigten Staaten in Streit dann sollte er seinen Leistungen entsprechend honorirt werden. zogen habe. In jener Offiziers- Bersammlung soll General v. Gauby bezüglich des Rasch die Bemerkung gemacht baben, getreten find. Die Adresse der Organisation der amerikanischen „ daß man mit ihm nur in Gegenwart von Zeugen reden dürfe". Lithographen ist: General President Schneelod, New York. Der Angeklagte Rasch war der Meinung, daß er das geringe Gerhart Hauptmann's Weber. Nachdem die Aufführung Wohlwollen auf die Dauer nicht ertragen können und nahm von Hauptmann's Weber" für Gleiwig verboten war, ist nun- schließlich den Abschied. Er hat dann, wie er versichert, alle nur mehr vom Regierungs- Präsidenten auch ein Verbot für Beuthen denkbaren Schritte unternommen, um Herrn v. Gaudy zur Strasburg i./1. Am 23. Februar tagte hier eine von ( Oberschlesien) ergangen. Der Direktor der Theatertruppe, welche zurücknahme seiner Aeußerungen in der Offiziersversammlung abwechselnd in Beuthen, Rattowitz und Gleiwit Borstellungen zu bewegen, namentlich aber auch, um ihn zu bestimmen, eine girta 200 Personen besuchte Versammlung, in der Reichstagsgiebt, fündigt jezt die Weber" für Kattowiz an. ihm( dem Angeflagten Rasch) zur Kenntniß gekommene Abgeordneter Dr. Lütgenau einen intereffanten Vortrag über Konduite" zu berichtigen. Der Angeklagte, dessen Vater unsere wirthschaftliche Lage hielt. Troß mehrfacher Aufforderung ,, Sünder und Gerechte" nennt sich ein fünfattiges Trauerspiel von Eugen Löwen, welches beim Berliner felbft Oberft und Regimentskommandeur gewesen ist, fühlte betheiligte sich an der Diskussion niemand und wurde hierauf Polizeipräsidium Anstoß erregt hatte. Die Behörde benach- fich schwer gekränkt dadurch, daß der Oberst in seiner die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geRonduite nur die lauwarme Bemerkung geschrieben habe schloffen. richtigte unter dem 8. Juli 1895 die damalige Direktion des daß er feinen Platz ausfülle". Ferner enthielt die Konduite Alexanderplatz und Nationaltheaters, die Waldemarstr. 14: Nationalötonomie. das Stück zur über ihn die Kritik, daß seine Figur eine mangelhafte fei, da er übung. Beginn abends 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume find zur Aufführung angenommen und es deshalb dem Zenfor unterbreitet hatte, daß die öffentliche Aufführung nicht zu dick werde und daß er mit den jüngeren Kameraden unverträg: Benugung der Bibliothek und des reichhaltigen Beitschriftenmaterials schon gestattet lich lebe." Der Angeklagte, welcher der Ueberzeugung ist, daß von 8 Uhr an geöffnet. werden fönne, weil das Drama feinem ge der Oberst durch keinerlei Thatsachen zur Ausstellung einer vormittags präz. 10 Uhr, uebungsstunde in der Brauerei Friedrichshain". fammten unfittlichen und und anstößigen Inhalt nach nicht zur öffentlichen Aufführung geeignet sei". Gegen das in diesem solchen Konduite berechtigt gewesen sei und in letterer auch noch um 1 uhr Ausloosung der Vereine, welche sich programmmäßig am SiederBescheide enthaltene Verbot legte der Verfasser beim Obergegen ihn ergangene Disziplinarftrafe falsch wieder abend, ben 18. März, bethetligen. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. S. Präsidenten von Brandenburg Beschwerde ein; dieselbe wurde als gegeben habe, ging nun mit allen ihm zu Gebote stehenden nr. 29). Filiale Rirdorf. Außerordentliche Mitglieder- Bersammlung am Mitteln gegen Herrn von Gaudy vor, um ihn Sonnabend, den 29. Februar cr., abends 8% uhr, bet Fielicke. Aufstellung unbegründet zurückgewiesen. Die Handlung des Schauspiels ist zur turz folgende: Zwei Schwestern, die eine edel, zu veranlassen. eines Delegirten zur Generalversammlung, sowie Anträge zu derfelben. Anstellung irgend eines Verfahrens gut Er behauptet, daß vergeblich alle diese Schritte Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzplähen und genügsam, die andere böſe, beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. fittlich verwahrloft und von niederer Genußsucht beseelt, stehen einander gegenüber. wesen seien, ja, daß sogar Briefe mit schweren Beleidigungen, Berlin 1. Montag, den 2. März, abends 8 Uhr, bet Wilte, Andreasfir. 26: Die letztere giebt ihren, fie innig liebenden Bräutigam, einen die er an seinen ehemaligen Vorgesetzten gerichtet, ohne Erfolg Mitglieder- Bersammlung. Vortrag des Genossen Fr. Hoffmann über:„ Die armen Arbeiter, auf, um als die Wirthschafterin eines älteren, geblieben seien. In seiner Verzweiflung über das, was ihm geVerband der Porzellanarbeiter.( Berlin 2.) Heute, Sonnabend, den unverheiratheten und übelbeleumundeten Bucherers die Mittel fchehen, setzte er sich schließlich mit dem Angeklagten Marggraff 29. Februar, abends 8% Uhr, Bersammlung bet Roll, Adalbertstr. 21. Wahl zur Befriedigung ihrer bösen Triebe zu erlangen. in Verbindung und gab ihm in ausführlicher Darstellung eine eines Schriftführers. Anträge zur Generalversammlung. Sie beleidigt Geschichte seines ganzen Verhältnisses zu dem jetzigen GeneralBühnen- Verband, Preziosa". Leseprobe bet Behlendorff, Beughofftr. 8, beim Abschied den Verlassenen derart, daß sich derselbe in seiner major v. Gaudy und schilderte ihm alle die Vorkommnisse, die 4 Uhr. 6 Uhr Sigung, Fidelitas. Privat- Theater- Gesellschaft Lilly". Sigung 9 Uhr bei Schromer, Theaterverein der Luisenstadt. Sigung Sonnabends 9 Uhr Annenftr. 9 Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 1. März cr., abends 6 Uhr, im eine ge Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Sonnabend, Güdost- Schule, Nordschule, Müllerstr. 179a: Rede Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 1. März, Zukunft der deutschen Gewerkschaften". Artonaplag 1. Gäste willkommen. bei Bros. Probe zu„ Basemann's Töchter" Geselliges Betfammensein. " Filiale total von Soffmann, Alexanderstraße 27c, Versammlung. Vortrag des Genoffen Friedrich Hoffmann über Lohnarbeit und Kapital". Nachdem: nächsten Sonntag, vormittags 10% Uhr, Herr G. Schäfer den Vortrag über Die Lehre vom freien Willen". Damen und Herren haben freien Zutritt. Dermischtes. In der Humanistischen Gemeinde, Kommandantenstraße 78, hält am Wuth zu Mordversuch ausgelegt und mit 1/2 Jahr Zuchthaus angerechnet nach seiner Meinung im höchften Grade geeignet seien, einen Fleck werden. Die böse Anna geht aber noch weiter: im Begriff, den auf seine Ehre zu werfen, ohne daß es ihm bei aller Anstrengung alten, ungeliebten Wucherer lediglich um des Geldes willen zu möglich sei, Genugthuung dafür zu erhalten. Rechtsanwalt heirathen, thut sie zärtlich zu einem abgedankten Liebhaber, Marggraff glaubte, daß er dem nach seiner Darstellung schwer dem leichtfertigen, rücksichtslosen und verschuldeten v. Gußrau, getränkten Manne den Liebesdienst erweisen müsse, nunmehr für ihn als Kartellträger gegenüber dem Generalmajor aufzutreten und zwar zu dem zwecke, diefen zu veranlassen, ihre Schwester und er reiste zu diesem Zwecke nach dem Orte im Posenschen, zu verführen, in der sie die Tugend auf das glühendste haßt. Sie will die Schwester dann später demüthigen. Der gewollte wo sich v. G. damals gerade aufhalten sollte. Er traf den Zweck wird erreicht, am Weihnachts Heiligabend erhört hieraus hielt er dem General brieflich vor, worüber sich Lieutenant General aber nicht mehr an und reiste nach Berlin zurück. Bonistsbu die Schwester, Marie mit Namen, den Gußrau, der Rasch beklage und theilte ihm mit, daß dieser, wenn es ge fie dann seinem Auftrage gemäß figen läßt. Dieſe länge, einen Ausgleich herbeizuführen, von seiner Forderung Ab- Der 29. Februar ist ein Tag, welcher nicht, wie die edle Mission entgilt ihm Anna dadurch, daß sie ihren Herrn und angehenden Gatten bewegt, den in seiner stand nehmen wolle. Dazu gehöre vor allen Dingen, daß der die anderen, Jahr für Jahr wiederkehrt, sondern er wird immer Schuld stehenden G. nicht vor der Welt bloßzustellen. Anna General unverzüglich bei der kompetenten Stelle das Unrecht, nur nach 4 Jahren im Kalender gezählt. Aber diesmal foll er heirathet den Wucherer und Gußrau bemüht sich um die Tochter welches er Herrn Rasch zugefügt, wieder gut mache. Dies auch nach 4 Jahren nicht vorhanden sein, ein 29. Februar 1900 nicht existiren, so daß alle unsere Genossen und eines Kommerzienrathes, die ihm mit ihrer Hand zugleich die geschah nicht, ein Zweikampf fand auch nicht statt, wohl aber foll nicht existiren, so Mittel bietet, feinen zerrütteten Finanzen wieder aufzuhelfen; wurden gegen Lieutenant a. D. Rasch und Rechtsanwalt Genossinnen, welche an dem heutigen Tage das Licht der am 29. Februar dies letztere ist das einzig entscheidende bei dem Entschluß, in Marggraf die jeßigen Anklagen erhoben. In einem früheren Welt erblicken, erst nach 8 Jahren, Termin war beschlossen worden, den Generalmajor v. Gaudy des Jahres 1904 zum ersten Male ihren Geburtstag den heiligen Ghestand zu treten. Der letzte und fünfte att spielt und mehrere Offiziere als Zeugen zu laden. Bon den Militär- richtig feiern können. Auf den ersten Anblick könnte es vielleicht in der Wohnung der betrogenen Marie, wo sich Anna einfindet, behörden ist diesen untersagt worden, über Angelegenheiten der scheinen, als ob in diesen Festsetzungen von Schaltjahren und des um über den Fall der Schwester zu triumphiren und ihr Ronduitenliſten Beugniß abzulegen. Gin nach dieser Richtung Ausfallens von Schaltjahren eine große Willtür liegt. Doch dem Mitwirken aus dem Buchthaus entlassen, kommt dazu und auch Gußrau findet hin von dem Angeklagten Rasch versuchter Beweis der Wahrheit ist keineswegs so; sondern die richtige Festsetzung des Kalenders aus dem Zuchthaus entlaffen, kommt dazu und auch Gußrau findet für eine ihm von Herrn v. Gaudy zugefügte Beleidigung war ist eine wichtige Aufgabe, welche den Menschen viel Kopfsich ein. Mittels einer Kugel und durch Scheerenstiche bereiten die beiden Verrathenen dem Leben der Anna und des Gußrau deshalb nicht möglich. Beide Angeklagten bestritten mit zerbrechen gekostet hat, ehe sie einigermaßen befriedigend gelöst ein graufiges Ende. Der eingreifende Polizist stellt zum Schluß möglichstem Nachdruck, sich der versuchten Nöthigung schuldig wurde. Ein Jahr ist die Zeit, in welcher die Erde einmal ihre Bahn moralische Betrachtungen darüber an, wer wohl hier vor Gott gemacht zu haben. Der Angeklagte Rasch versicherte, daß es ihm die Sünder und wer die Gerechten vor ihm seien. Die Klage nur auf den Zweikampf angekommen sei, Herr Marggraff betonte, um die Sonne vollendet, also etwa die Zeit, welche von einer daß er Schritte gethan habe, um den letzteren zu verhindern. Frühlings- Tag- und Nachtgleiche( 21. März) bis zur nächsten vergegen ben ablehnenden Bescheid wurde am 27. februar Nach der Darstellung des als Zeuge vernommenen Generalmajors geht. Diefe Zeit ist nun nicht gleich einer ganzen Anzahl von vor dem britten Senat des Ober- Berwaltungs v. Gaudy, die mehrere Offiziere bestätigte ag die Sache fo, Tagen, d. h. Umdrehungsdauern der Erde um ihre Are, sondern gerichts verhandelt. Rechtsanwalt Reich e vertrat dieselbe. Zählen wir daher das Jahr zu Der Anwalt führt u. a. an: Wenn die Polizei betone, das daß sich der angeklagte Lieutenant eines groben Verstoßes schuldig etwa 6 Stunden länger. Bublikum des National: mnd Alexanderplatz- Theaters besuche das gemacht hat. Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten 365 Tagen, und eine ganze Anzahl von Tagen ist doch für das Theater nicht aus literarischem Interesse, sondern nur um einer Rasch der Beleidigung, der versuchten Nöthigung und der bürgerliche Jahr nothwendig, so verlieren wir Jahr für Jahr leichten Unterhaltung willen, und wenn er dabei die billigen Herausforderung zum Zweikampf, den Angeklagten Marggraff etwa 6 Stunden, also 14 Tag. In 4 Jahren würden wir fomit Blagpreise dieses Theaters hervorhebe, dann fei dies ganz belanglos. der letzteren beiden Vergehen schuldig und verurtheilte Rasch einen ganzen Tag verloren haben, die Tag und Nachtgleiche Um dies zu ver Das Residenztheater diene in weit höherem Maße der leicht au vier Monaten, Marggraff zu drei Tagen Ge- wäre von dem 21. März auf den 22. gerückt. hindern, um feste Daten für alle diejenigen Ereignisse zu fertigen Unterhaltung, bort werde die Sinnenluft der der fängniß. haben, welche mit dem scheinbaren Umlauf der Sonne Zuhörer geradezu gereizt und gefigelt, trotzdem blieben aber die Wegen Majestätsbeleidigung wurde in Effen gegen den um Die Erde zusammenhängen, wurde im Jahre 46 in ihm gebotenen Stücke unbeanstandet. Das National- Theater Bergmann Johann Schmidt verhandelt. Da der einzige Behat demgegenüber durch Veranstaltung billiger und guter lastungszeuge mit dem Angeklagten in Feindschaft lebt, erkannte v. Chr. bestimmt, daß alle vier Jahre ein Schalttag eingefügt werden sollte. Aber trotzdem blieben die Daten nicht Klaffiter- Borstellungen bewiesen, daß es gewillt sei, erzieherisch das Gericht auf Freisprechung. zu wirken. Der Senat schloß sich im wesent Julianischen Kalenders fiel der Frühlingspunkt( das ist die lichen den Ausführungen des Anwalts an und Frühjahrs Tag und Nachtgleiche) auf den 24. März, zur hob das Verbot auf. zu Nicäa im Jahre 325 Max Kempner- Hochstädt, der Autor von" Harakiri" hat find bis jezt für ca. 9000 Tischler durchgesetzt. Lohnbewegung der Tischler Berlins. Die Forderungen Beit der Kirchenversammlung n. Chr. auf den 21. März, und am Ende des 15. Jahrhunderts Im ein modernes vierattiges Schauspiel Medea" geschrieben. Aus st and befinden sich gegen 300 Tischler. Smzugetreten war der Frühlingspunkt bereits auf den 11. März zurückgegangen. Die Münchener Sezession hat beschlossen, nicht auf die ist eine größere Werkstatt für Orgelbau, wo erft in dieser Woche lag dies daran, daß das Jahr eben nicht genau 36514 Tag diesjährige Berliner Kunstausstellung zu tommen. aug die Forderungen gestellt worden waren. Gestern fand die erste beträgt, sondern fast genau 11 Minuten 15 Sefunden weniger. Nordpolfahrten. Im gegenwärtigen Augenblick, da man Auszahlung an die Streifenden statt. Es wurden rund 5000 M. Schiebt man alle vier Jahre einen Schalttag ein, so ist der Erder Rückkehr des Nordpolfahrers Nansen mit Spannung entgegen ausgezahlt. Die Verheiratheten erhielten 18 M., die Ledigen folg daher gerade so, als ob jedes Jahr um diese fieht, dürfte es nicht ohne Interesse sein, die Frage beantwortet 15 M. für diese Woche. Es ist Aussicht vorhanden, daß die im geringe Zeit von noch nicht 12 Minuten zu groß gerechnet ift. Allerdings ift das nicht viel, aber im Laufe zu sehen, wie weit man bis jegt gegen den Nordpol vor- Mühlen bau beschäftigten Tischler der Bewegung sich gleich der Zeit abdirt es sich doch zu merklichen Größen, in 100 Jahren gedrungen ist. Bis zum Jahre 1876 lag der nördlichste Punkt falls noch anschließen.aldo move 3. B. schon zu etwas über 18 Stunden, das sind 3/4 Tage. In bei 820 45, bis wohin schon der englische Kapitän Barry in Die Kommiffion der an Holzbearbeitungsmaschinen und 400 Jahren bekommen wir daher schon einen Fehler von 4X3/ 4, Booten und Schlitten am 23. Juli 1827 gekommen war. Die auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter Berlins macht be- also von 3 Tagen. erste deutsche Polarexpedition( 1868) war bis 810 4', die zweite tannt, daß die neunstündige Arbeitszeit neunstündige Arbeitszeit von folgenden Um den Frühlingspunkt wieder auf den 21. März zu ( 1870) blos bis 770 1 gefommen. Der Parry'sche Reford Fraisereis und Schneidemühlenbefizern noch nicht bringen, wurde im Jahre 1582 von einer vom Papst Gregor XIII. wurde erst am 12. Mai 1876 durch Nares niit 830 20 ge bewilligt worden ist: schlagen. Endlich am 13. Mai 1882 gewann der Amerikaner Strömet, Blumenstr. 30. Juft, Blumenftr. 30. Kösel, ausfallen, daß auf den 4. Oktober sofort der 15. folgen ernannten Rommission bestimmt, daß in diesem Jahre 10 Tage Lockwood, Mitglied der Greely'schen Expedition, die bis jetzt Boppstr. 5. Pastor, früher Bernh. Roth, Strelitzerstr. 61. 2afollte. Um den weiteren Fehler von drei Tagen in 400 Jahren höchste erreichte Breite von 830 24 im Norden Grönlands. borenz, Rnefebecftr. 107( Rigdorf). Frister u. Roßmann, zu vermeiden, wurde ferner bestimmt, daß in diesem Zeitraum Von dort aus wären bis zum Pol noch 672 Kilometer gewesen. Staligerstr. 134. Herder Nachf., Hugo Langscheidt, Wildenowstr. 22. breimal der Schalttag ausfallen sollte, und zwar wurden dazu Theaterchronik. Das Lessingtheater bereitet als Me fter, Manteuffelstr. 54. Siieghan, Waldemarstr. 14. immer die vollen Hunderte, welche nicht durch 4 theilbar find, nächste Novität für Sonntag, den 8. März das aus dem Berliner Küster, Greifswalderstr. 80. Vogt u. Cremer, Allte ausersehen. Während also das Jahr 1600 ein Schaltjahr war, Künstlerleben geschöpfte fünfattige Schauspiel" Fräulein Tizian" Jakobstraße 20. Schwedegti, Ackerstraße 48. Ramlau, gab es in den Jahren 1700 und 1800 feinen 29. Februar. Das von Benno Jacobson vor. Die Titelrolle spielt Fräulein Paula Reinickendorferstr. 23 d. Schaul, Reinickendorferstr. 66. Wirth. Das Schillertheater veranstaltet Sonntag, den Die Kommiffion appellirt betreffs diefer Firmen an das felbe wird auch 1900 der Fall ein, während das Jahr 2000 wieder ein Schaltjahr ist. 1. März im Bürgersaale des Rathhauses einen Paul Solidaritätsgefühl der Tischler. Insgesammt find noch 110 Ar- Freilich bleibt nun immer noch ein Fehler von fast genau Heyse- Abend", dem wahrscheinlich der Dichter beiwohnen beiter unterzubringen. 3 Stunden während 400 Jahren in dem verbesserten sogen. wird. Den einleitenden Vortrag hält Dr. Eduard Engel. Gregorianischen Kalender. Da diese sich erft in 8 X 400= Das Schiller Theater bringt am nächsten Mittwoch die Zu Sonntag, den 1. März, hat der Vertrauensmann 3200 Jahren zu einem Tage addiren, so wird man wahrscheinErstaufführung von Der Graf von Hammerstein", historisches der deutschen Maurer zwei große öffentliche Maurer lich alle 3200 Jahre noch einen Schalttag ausfallen lassen; doch Schauspiel von Adolf Wilbrandt. heute im National Theater als Kindervorstellung Aschen- vormittags 10% Uhr bei Hente in der Naunynstraße 27 und Jahr zu machen. Es muß dies den Astronomen im Jahre 3000 brödel und Bscheus, das Waldmädchen gegeben; abends 8 Uhr bei Schmidtte, Stromstraße 28( vergleiche Inserat vom überlassen bleiben. geht Die Königstochter als Bettlerin mit Herrn Ostar Krüger Donnerstag, den 27. d. M.). Wir machen nun ganz besonders In Hamburg tonftituirte fich eine Attien Gesellschaft zur als Gaft in Szene. Morgen( Sonntag 8 Uhr) findet die Première auf diese Bersammlung aufmertfam und fordern alle Maurer Ausbeutung des von Arthur Stenzel Hamburg erfundenen lenkdes Schauspiels König Heinrich statt; nachmittags 3 Uhr wird Berlins und Umgegend auf, fie Mann für Mann zu besuchen, baren dynamischen Flugapparates. Viele der angesehenften Großdie Oper Der Freischüß wiederholt. damit dort ganz bestimmte, einheitliche Beschlüsse gefaßt werden taufleute Hamburgs zeichneten. tönnen. CHA J. A.: Friz Rater, Gerichts- Beitung. Gewerkschaftliches. Achtung, Maurer Berlins! 19189 ft. 3 Sabre 16 v. Chr. bei der Einführung des fogenannten B Aus Kiew wird vom Donnerstag berichtet, daß das chemische Laboratorium der dortigen Universität infolge Explosion brennender Stoffe in Flammen steht. Man befürchtet, daß die darin befindlichen Personen umgekommen sind. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine 8abl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Wegen Herausforderung zum Zweikampf, versuchter Vertrauensmann der Maurer Berlins und Umgegend. Nöthigung und Beleidigung eines militärischen Vorgesetzten Die Die Musikinstrumenten- Arbeiter der der Fabrik von standen am Freitag der Premierlieutenant a. D. Ernst Rasch H. Hansen in Berlin sind zu ihrer, schon gemeldeten Arund der Rechtsanwalt Hermann Marggraff vor der siebenten beitseinstellung durch folgenden Umstand bewogen worden. Bei Straftammer des Landgerichts I. Der Angeklagte Rasch stand Herrn Hansen war es üblich, daß die Musikinstrumenten- Arals Offizier im Jahre 1892 in Neiße in Garnifion. Sein Ver- beiter das angefahrene Holz selber nach den Lagerräumen zu hältniß zu dem damaligen Oberst v. Gaudy scheint nicht das tragen hatten, ohne dafür eine andere Entschädigung zu erhalten, Die juristische Sprechstunde findet am Montag befte gewefen zu sein, jebenfalls lebte Bremierlieutenant Rafch als Getränke. Diese wiederkehrende Arbeit mußte die Ge- Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von der Ueberzeugung, daß ihm sein Vorgesetter erhebliche Schwierig hilfen um so mehr schädigen, als sie im Atford stehen. 6-7 Uhr statt. feiten im Dienste bereitete und in gehäffiger Weise seine Person Sie beanspruchten daher, daß ihnen zusammen Herr R. E. 21. ad 1 werden Sie im redaktionellen Theile Ant herabzusehen bemüht gewesen sei. Dem Faße wurde der Boden Hansen an ftelle der Getränke eine Bauschalsumme wort finden. ad 2. Strophe ist der Absatz. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 29. Februar. Opernhaus. Ivanhoe. Schauspielhaus. Egmont. Deutsches Theater. Die Jüdin von Toledo. Leffing- Theater. Jungfer Jmmergrün. Hierauf: Der Junge von Hennersdorf. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Neues Theater. Der Herr Direktor. Vorher: Ein Zündhölzchen zwischen awei Feuern. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. Angot, die Tochter der Halle. Schiller- Theater. Ohne Geläut. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Orts- Krankenkasse der Uhrmacher Berlins. Gemäß Nr. 7 der Anweisung vom 10. Juli 1892 zur Ausführung des Am Landes- Ausstellungspark Kranten- Versicherungs- Gesetzes sehe ich ( Lehrter Bahnhof). die durchschnittlichen Tagelöhne für die Geöffnet von 5-10 Uhr. weiblichen Mitglieder der Orts- KrankenTäglich Vorstellung im wissenschaft- taffe der Uhrmacher und zwar: lichen Theater. 1. für weibliche Personen über 16 Jahre auf Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit! Affentheater und Circus. Ohne Extra- Entree. Soldaten und Kinder 25 Pf. Vorst. 51/2 und 8, Sonntags 4, 6, 8 Uhr Adolph Ernst- Theater. Charley's Castan's Panopticum. Zante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. auf Reisen. Die Radfahrer Die Belle Alliance Theater. Böse Buben. Alexanderplat- Theater. Die kleinen Lämmer. Vorher: Pitts. National Theater. Die Königs tochter als Bettlerin, oder: Die Schule des Lebens. American Theater. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Borftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abds.8 Uhr: Ohne Geläut. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Romeo und Neu!! Neu!! Neu!! getigerten 3 Grazien!! aus Central- Afrika, die neuesten Weltwunder! 2. für weibliche Personen unter 16 Jahren auf... hierdurch fest. Oeffentliche Versammlung der in Holzbearbeitungs- Fabriken beschäftigten Arbeiter am Sonntag, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreas- Straße Nr. 21. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zu den Werkstellen, die nicht bewilligt 83/18 2 M. haben. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1 M. Der Ober Präsident, Staatsminister . Achenbach. Die Kommiffion. J. A.: Heinrich Kegel. Verband der Möbelpolirer. Dies bringen wir hiermit zur Nächsten Montag, den 2. März, abends 8 Uhr, in Renntniß. Der Vorstand. Carl Schulz, Vorsitzender. Alcazar. 19b Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Vollständig neues Programm. Mr. Charles. - Mr. Fox. Lotte Siger.- Mr. Alfredo Rex. Entree: Wochent. 10 Pf., Anf. 8 u. Sonntag 30 " " P R.Winkler. 6 " Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Nur noch bis Sonnabend das erfolgreiche Kaiser- Panorama Februar- Programm. ( Passage). Diese Woche: Neu! 3. Reife. Istrien, Abbazia, Cherso etc. II. Reise durch das malerische Steiermark. à Reise nur 20 Pf. Kinder 10 Pf. Abonnement 1 M. Nächste Woche: Corfu! Alexanderplatz- Theater. Heute 8 Uhr: 3um 132. Male: Julia. abends 8 Uhr: Ein toller Die kleinen Lämmer. Einfall. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Sonnabend, den 29. Februar 1896: Bum Benefiz für Bruno Bollmann. Nur einmalige Aufführung: Radfahrer auf Reisen. Große Posse mit Gesang und Tanz in 7 Bildern, nach dem Franzöfifchen von Henri Chivot und Henri Blondeau. Mufit pon Marius Carman. Anfang 1/28 Uhr. Morgen, Sonntag und folgende Tage ununterbrochen: Eine tolle Nacht. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tanke. Schwant in 3 Aften von Brandon Thomas. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gefeßt. von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Von der gesammten hiesigen Presse als die beste Novität der Saison anerkannt. Borher: Pitts. Operette von Löwenfeld. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Sonnabend, den 29. Februar: Abschieds- Benefiz. Lehtes Auftreten d. gesammten Künstler- Personals. Sonntag, den 1. März: Durchweg neues Personal. Sensationell: Der Affenmensch. Anfang Sonntags 61/2 Uhr. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. 34 Parodiſtiſche Boffe mit Gefang u. Za Parodie- Theater. in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Herrn Oscar Krüger vom Hoftheater zu Braunschweig: Oranienstrasse No. 52 am Moritzplatz. Freitag, den 28. Februar: 1. König Heinrich. Wildromant. Schauspiel von Ernst v. Sanftenbruch. 2. Gräfin Ilse, Was willfe oder der Trompeter von Bilse. Nach Dr. Friß Friedmann's Kriminal- Roman. 3. Zscheus, das Waldmädchen. Anfang 7/2 Uhr. Wochentags 8 Uhr. I. Rennen Die Königstochter als Bettlerin in Carlshorst ober: Die Schule des Lebens. Schauspiel in 5 Aften von Ernst Raupach. Regie: Max Samst. Nachmittags 4 Uhr: Rinder- Borstellung. Aschenbrödel. Zum Schluß: Zscheus, das Waldmädchen. Morgen: König Heinrich. Nachm. 8 Uhr: Der Freischütz. Neuer Circus. Circus Busch( Bahnhof Börse). Sonnabend, 29. Februar, abds. 71/2 Uhr: Muster- Gala- Vorstellung. Sensationeller Erfolg: Die Jagd nach d. Glück. Zum Schluß: Ein wirklicher Schiffsuntergang in 20 Fuss Wasser. Außerdem: Die Troika, dress. u. ger. Jeden Abend das urkomische Purzelbaum- Jodey- Rennen Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonnaden. Das neue Programm hat gelacht. Der singende Hahn C. C. XX- Strahlen Don Stephanie& Behrens. Hokus, Pokus von Joc Marro. Charley's Tante v. MaxMenzel. Das Unikum Schindler. 1000 Köpfe hat Räuschle. Eugenie Rigdorf, Knesebeckstr. 49 bei Rohr: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Konsequenzen der Lohnbewegung. Referent: Rollege Reuter. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, in der öffentlichen Versammlung am Montag bei Keller, Roppenstraße 29, zu erscheinen und heute Abend den Streitfonds nicht zu vergessen. Die Billets à 60 Pf. zur Vorstellung in der neuerbauten Urania" in der Taubenstraße sind in den Zahlstellen zu haben. Der Vorstand. Möbelpolirer! ontag Abend. 8 Uhr bei Keller, Koppenstraße 29: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Welche Maßregeln sind zu ergreifen, um den Streit siegreich zu Ende zu führen? 2. Bericht des Vertrauensmannes und Wahl desselben. 3. Verschiedenes. Die Kommiffion. Die Kollegen werden nochmals ersucht, Werkstellen, welche sich an der Bewegung absolut nicht betheiligt haben oder Kollegen, welche in gesperrten Werkstellen arbeiten, sofort der Kommission zu melden. FOUGERE. Achtung! Moabit, Charlottenburg! Die tolle Nacht, Luigi del' Oro Auf verschiedene Anfragen zur Kenntniß, daß in Moabit kein Zweigs verein unserer Organisation besteht. Der kleine Winkelverein, der sich nun zum wiederholten Male ganz still im Hinterzimmer irgend eines spekulativen Budikers in Moabit neu gegründet hat, steht unserer Organisation gänz lich fern. Wenngleich wir nun niemandem Vorschriften machen können noch wollen, welcher Vereinigung er mehr Sympathien entgegen bringen soll, so möchten wir ernstlich bitten, den Namen unserer Organisation fürderhin nicht als Aushängeschild bei Festlichkeiten zu benutzen, um event. Gäste anzulocken, Raffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. wenn andere Musiker spielen. Bei dem Maskenball des Pfeifenklub ,, Helle Sonntag, den 1. März 1896: U. S. W. U. S. W. Vollständig neues Programm. Cavalleria schufticana. ( Die Ehre des Schubbejacks.) Romantisch diabolisch infernalische Oper von Ferd. Meysellino. Neuestes Ensemble der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Jeden Sonntag u. Donnerstag: Concerthaus Sanssouci 4a. Kottbuserstr. 4a. Anfang 7 Ubr. Entree 50 Pf. Montag: Victoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Auf. präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( f. Plakate). Cavalleria schufticana. Dienstag: Böhmisches Brauhaus: Mittwoch: Moabiter Stadt- Theater Wolfe NW." am 18. Januar cr. in der ,, Aktien- Brauerei Moabit" war Musit von der ,, Freien Vereinigung" auf den Plakaten angekündigt, obgleich der Moabiter, Berein" die Mujit ſtellte. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins. Bureau: C. Rosenthalerstraße 57. Allen Berwandten und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, der Tischler Wilhelm Lehfeld am 25. Februar nach kurzem schweren Leiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag 3 Uhr vom Trauerhause, Wrangelstr. 81, nach dem AndreasKirchhof in Wilhelmsberg statt. Die tiefbetrübte Wittwe. 4b Todes- Anzeige. Am Mittwoch Nachmittag verstarb nach schwerem Leiden, meine liebe Frau Auguste Langmeier im Krankenhause Friedrichshain. Die Beerdigung findet Sonntag, nachm. 4 Uhr, vom Krankenhause Friedrichshain aus nach Wilhelmsberg statt. Um stilles Beleid bitten 16b G. Langmeier und Sohn. Berichtigung. Die Beerdigung des Zimmerers Wilh. Wallat findet nicht um 11, sondern punkt 10 Uhr vormittags am 1. März vom Krankenhaus Friedrichshain aus statt. 176 Frau Wallat. S 63 16 Achtung! Metallarbeiter! I Stanzenbauarbeiter bei nachgenannten Der Ausstand der Schnitt- und Firmen dauert unverändert fort: Reis& Martin, Louisen- Ufer 53, Münchgesang, Louisen- Ufer 8, Tietz& Co., Sebastianstr. 8. Gebr. Krall, Brandenburgftr. 20, Projahn, Prinzessinnenstr. 16, Albrecht, Brinzenstr. 95, Gerndt, Admiralstr. 18. Zuzug ist fernzuhalten. 120/10 Schneider, die auf Schulanzüge 1-6 geübt find und große Posten liefern tönnen, sucht M. Hannes, 5 Köllnischer Fischmarkt. fammenseker gef. C. H. Wagener Tüchtige Frontenmacher und Zuund Comp., Königsbergerstr. 29. 15b 3 tüchtige Spanner werden vers 18b Rügenerstr. 7, v. 3 Tr. Th. Boltz' Festsäle, langt bei Gustav Zimmermann, S., Alte Jakob- Strasse 75. 4274L* Amt I, 1082. Empfehle meine Säle zur Abhaltung zu Frankfurter Allee 16 16a von Festlichkeiten und Versammlungen 16| 16a am Ringbahnhof, Borderwohnungen: au foulantesten Bedingungen. 2-4 Zimmer, Bad 2c. Hinter- Woh- Flurzimmer, gut möbl., für 1 oder mungen: 1 n.2 Stuben ze., äußerst billig. 2 Herren, Fürſtenſtr. 17, v. 2 Tr. I. Elegante Stallungen und Remisen, große Lagerfeller. 44212* Beffere Schlafstelle bei Frl. Lehmann, * Reichenbergerstr. 122 H. I. 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Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 51. Abgeordnetenhaus. 30. Sigung vom 28. Februar, 11 Uhr. Die Berathung des Kultusetats, Ausgabetitel niftergehalt wird fortgesetzt. Sonnabend, den 29. Februar 1896. " 13. Jahrg. ning tamen auch noch andere Hausgenossen zu der Ueberzeugung, ein Opfer der unglücklichen Zeitverhältnisse geworden daß sie von Frau Domining bestohlen worden seien, und eine sein. Auch sei er durch verschiedene seiner Angestellten der Frauen bat die Frau Fauser, in der Domining'schen Wohnung arg geschädigt worden, beispielsweise durch den Rittmeister R. Mi- und faum aus dem Gefängniß heraus, mußte Frau Domining Mart. Der letztere befindet sich in Amerika, der erstere ist verUmschau zu halten. Dabei wurde ein gestohlenes Objekt gefunden, um 2000 und durch den Agenten B. um verschiedene hundert Abg. v. Jazdzewski( Pole) bekämpft die gestrigen Aus- Schuld an dieser zweiten Berurtheilung der Frau Fauser zu und einer der schamlosesten Betrüger sei, der in der leichtfertigsten infolge einer neuen Verurtheilung wieder hinein. Sie schob die storben. Staatsanwalt Flickel führte aus, daß der Angeklagte führungen des Kultusministers zur Polenfrage. Minister Boffe: Ich habe den Eindruck, als ob die Ant: Rache. Nun fand sich aber noch eine zweite Frau, welche der gemacht habe. Er beantrage gegen ihn eine Gefängnißobwohl diefe ihr und dem Kinde Wohlthaten erwiesen, schnob sie und unverantwortlichsten Weise eine Menge Personen unglücklich wort auf die Rede des Vorredners ihm bereits gestern ertheilt Frau Fauser feindlich gesinnt sein konnte. worden ist. Dem Hauswirth strafe von fünf Jahren und zehn Jahre Ehrverlust. Der war eine Flasche Wein gestohlen worden. Abg. v. Zedlitz( ft.) tritt ebenfalls den Ausführungen Frau Schillock, erzählte dem Wirth, Frau Fauser habe Eine Mietherin, Angeklagte hielt noch eine längere Vertheidigungsrede. Jazdzewski's entgegen. Der Gerichtshof erkannte auf 22 Jahre Gefängniß die Flasche Wein gestohlen. Zur Rede geftellt, erklärte Frau und dreijährigen Ehrverlust. Abg. Bachem( 3): Wenn die Ertheilung und Beaufsichtigung Fauser: Nein, gerade umgekehrt, Frau Schillock hat die Flasche des Religionsunterrichts ein Akt der Staatshoheit sein soll, wie genommen!" und dafür brachte sie auch Beweise vor, so daß sich her völlig unbescholtene Arbeiter Karl August Arndt in RixDem Zrrthum eines Gerichtsvollziehers hat es der bisder Minister sagt, so ist offenbar Staatshoheit gleichbedeutend Frau Schillock schließlich zu einem Geständniß gezwungen sah. mit Staatsomnipotenz.( Sehr richtig! im Zentrum.) Redner Bald darauf ging bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht II. Dorf zu verdanken, daß er vielleicht ins Gefängniß wandern wendet sich sodann eingehend gegen die Bedliß'schen Ausführungen eine schriftliche Denunziation ein, durch welche Frau Fauser mehrerer muß. Arndt hatte sich am Dienstag vor dem Rixdorfer zu gunsten des Fall'schen Erlasses und gegen Wiedervorlegung Majestätsbeleidigungen bezichtigt wurde. Die Denunziation berief sich Schöffengericht wegen Arrestbruchs zu verantworten. Im Noeines allgemeinen Schulgesetes nach Art dessen von 1892. Wenn auf das Zeugniß der vorgenannten Frau Schillock und einer vember v. J. nahm der Gerichtsvollzieher Schmidt in Rixdorf fich ein Kultusminister finde, der den Muth habe, ein solches Näherin Petruschka und war mit dem Namen„ Louise Bilandt- anstatt bei dem Vater des Angeklagten bei letzterem ſelbſt eine Gesetz wieder einzubringen, werde derselbe das Zentrum ent- Berlin" unterschrieben. Nach dieser Louise Wilandt ist in Berlin Pfändung vor, gegen welche Arndt zwar bei Gericht protestirte, schieden auf seiner Seite haben.( Beifall.) Gestern sei vom und in Charlottenburg polizeilicherseits lange Zeit gesucht worden, Arndt jedenfalls formell nicht richtig verfahren ist. Die Sachen, jedoch ohne Erfolg, da der mit derartigen Eingaben unkundige Regierungstische ein Komptabilitätsgesetz angekündigt worden. jedoch vergeblich, eine Person dieses Namens war nicht zu er Ein solches sei in der That um so unentbehrlicher, als für die mitteln. Immerhin wurde Anklage gegen Frau noch in der Arndt'schen Wohnung. welche gepfändet waren, beließ der Gerichtsvollzieher vorläufig Verwendung der zahllosen Nebenfonds des Kultusministeriums a user erhoben, da die bezeichneten Zeugen den Inhalt fälle in seiner Familie gerieth Arndt inzwischen in große Noth, Durch schwere Krankheits c3 an festgelegten Grundsätzen gänzlich fehle. Hier der Denunziation bestätigten. In der Hauptverhandlung bat nun müffe unbedingt etatsrechtliche Klarheit geschaffen werden. der Vertheidiger, Rechtsanwalt Volkmer, darum, einen Schreib- fodaß er einen Theil der Wirthschaftssachen, darunter die ges Der Kernpunkt ist, daß der katholische Volkstheil unter den sachverständigen zuzuziehen, daraus werde sich ergeben, daß Frau Pfändeten, verkaufen mußte, um Arzt und Apotheke entscheidenden Elementen nicht annähernd seiner Ziffer Domining die Verfasserin bezw. Schreiberin der Denunziation die gepfändeten Sachen abholen wollte, bezahlen zu tönnen. Alz nun der Gerichtsvollzieher gemäß vertreten ist. In den Dezernaten für katholische An- sei, wenn auch letztere eine verstellte Handschrift zeige. Der Gewaren dieselben Versammlungen. gelegenheiten giebt es keinen katholischen Dezernenten. Redner richtshof lehnte diesen Antrag ab, da sich derselbe selbst über- nicht mehr vorhanden und so wurde gegen Arndt Anzeige erflicht hier eine Vertheidigung der ultramontanen Preffe ein gegen zeugt haben wollte, daß eine Identität der Schrift nicht vorliege. ftattet und Anklage erhoben. Arndt gab im Termin an, er habe die gestrigen Angriffe v. Gynern's und legt dann dar, einen wie Die Angeklagte gab zwar zu, mit den Frauen von der kaiser- geglaubt, die Sachen verkaufen zu dürfen, weil sie ja bei ihm äußerst geringen Prozentsaz die Katholiken unter den geistlichen Familie gesprochen zu haben, das sei aber nur in ehr- nur irrthümlich gepfändet worden seien. Leider mußte Arndt lichen Schulinspektoren im Nebenamt hätten. Weiter vererbietigſter Weise geschehen und sie verwahrte sich dagegen, daß erfahren, daß seine Ansicht irrig sei, denn der Gerichtshof mußte langt Redner dasselbe Recht der katholischen Ordensgenossen- auch nur ein mißbilligendes, geschweige denn beleidigendes Wort ihn nach den Bestimmungen des Gesetzes für schuldig erachten schaften auf freie Bewegung, wie die evangelischen es befäßen. in der ganzen Unterredung gefallen sei. Sie habe in Weimar und es lautete das Urtheil auf die niedrigste Strafe, einen Tag Minister Boffe: Ein Gesetz über die Kirchhofsfrage ist im selbst Verbindungen mit dem Hofe gehabt und habe gar keine Gefängniß. Der Gerichtshof will jedoch den Angeklagten Ministerium des Innern verzögert worden durch den Ministerwechsel, Veranlassung, über Fürften Ungünstiges zu reden. zur Begnadigung empfehlen. der Entwurf ist aber an die Oberpräsidenten gegangen. Konfessionelle Der Vertheidiger suchte nachzuweisen, daß Frau Schillock höhere Lehranstalten wollen wir nicht, wie weit sollen denn der Angeklagten feindlich gesinnt sei und ebenso wenig Glauben auch die Eltern ihre Kinder schicken, sie würden sich für so weite verdiene, wie die Zeugin Petruschka, die einen zweifelhaften Schulwege bedanken. Die Oberregierungsräthe in den betr. Lebenswandel führe. Der Gerichtshof glaubte aber, gerade der Dezernaten sind nicht alle evangelisch, in Münster z. B. ist ein letzteren Zeugin, die nur ein beleidigendes Wort aufgefangen Arbeiter Berlins und der Umgegend hielt am Sonntag, den Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Katholik. Im übrigen kommt es nur darauf an, daß die Herren haben wollte, Glauben schenken zu müssen und erkannte auf 23. Februar, im Feenpalast eine außerordentliche Generaldas Herz auf dem rechten Fleck haben, und nicht auf die Kon- brei Monate Gefängniß. fession. Die Kreis: Schulinspektionen will ich überNo versammlung ab, welche von ca. 1300 Mitgliedern besucht war. haupt zum Hauptamt machen, allmälig, und den Geistlichen Großartige Schwindeleien, welche an die Thätigkeit der Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende der nehmen, da diese auch so schon mit sozialen Aufgaben be- Adele Spikeder erinnerten, wurden dem Kaufmann Georg seit letzter Generalversammlung verstorbenen Kollegen Lerch und beoste zur Taftet sind. Noste zur Last gelegt, welcher gestern der dritten Straftammer Hilpert, deren Andenken von der Versammlung in üblicher Weise Was den Falk'schen Erlaß anlangt, so wird mir der Vor- des Landgerichts I aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde. geehrt wurde. Hierauf wurde in den ersten Punkt der Tages redner in nicht einem einzigen Falle nachweisen können, daß in Der Angeklagte bekleidete viele Jahre hindurch eine auskömm ordnung, Besoldung des ersten Vorsitzenden, eingetreten. Bom den dogmatischen Inhalt des Religionsunterrichts eingegriffen liche Stellung als Inspektor einer Berliner Hagelversicherungs- Rendanten wurden die Gründe flargelegt, welche den Vorstand worden ist. Eine prinzipielle Verständigung in dieser Frage ist Gesellschaft. Im Jahre 1893 hielt er es für angebracht, ein veranlaßt, einen derartigen Antrag der Generalversammlung zit zur Zeit nicht möglich, aber der preußische Staat tann, wenn er Bankgeschäft zu gründen. In der ersten Etage des Hauses unterbreiten. Die Organisation sei von Monat zu Monat stets auf seine Staatshoheit noch etwas Gewicht legt, sich nicht dazu Böchstr. 34 stattete der Angeklagte zwei kleine Räume im Steigen begriffen, im letzten Monat feten allein verstehen, die preußische Schule vermittelst des Religions- nothdürftig als Bureaus" aus. Ein Schreiber bildete 851 Neuaufnahmen vollzogen und eine Einnahme von 3000 m. unterrichts an den katholischen Klerus auszuliefern. das ganze Personal. Ein großes Schild that den erzielt worden. Die Zahl der ständig zahlenden Mitglieder sei Tas ist auch der Grund, weshalb auch jetzt ein Schul- Vorübergehenden fund, daß das Bankgeschäft von Noste fich bereits auf über 7000 Mitglieder gestiegen, und somit sei es für geset von mir nicht für möglich gehalten wird. auch mit dem Ankaufe von Grundstücken und mit der Ver- den Rendanten, welcher zugleich Arbeitsvermittler ſei, mmmögVerlangen Sie von uns eine gerechte und billige Behandlung! mittelung von Hypotheken beschäftigte. Da der Inhaber mittellos lich, die Geschäfte weiter ordnungsgemäß zu erledigen. i3 Die soll Ihnen werden! Aber freilich unter Aufrechterhaltung war, so mußte er von anderen Personen Geld verschaffen. Er empfehle sich also die Anstellung einer zweiten Person, welche der Staatshoheit und angemessener Berücksichtigung auch der suchte seine Opfer unter den Personen, welche ihm bekannt die Geschäfte im Arbeitsnachweis zu leiten und auch bei etwaigen evangelischen Kirche! Nur so ist ein friedliches Zusammen- waren. Diesen schilderte er in verlockender Weise, wie leicht Differenzen mit den Unternehmern die Unterhandlungen führen arbeiten möglich.( Lebhafter Beifall.) es sei, Millionär zu werden, wenn man es nur ver- müßte. Da aber ein solches Amt nur eine Person durchführen Abg. Sattler( natt.) wendet sich ebenfalls gegen die Aus- stehe. Er wolle in der Umgegend Berlins Grund- fann, die in unabhängiger Stellung fich befindet, befürwortet führungen Bachem's. Ferner wendet sich Redner auch gegen die Stücke erwerben und habe solche schon bei Hermsdorf, in Redner, den ersten Vorfizenden zu besolden. Betreffs Forderungen des Abg. v. Jazdzewsti, angeblich nur nach Recht Neu Rahnsdorf und in Hessenwinkel erworben. Diese Grund der Kosten Kosten theilte der Rendant mit, daß sich diese und nichts als Recht". Er könne sich nur freuen, daß die Re- stücke wollte er parzelliren und im einzelnen weiter verkaufen, auf höchstens 50 Mark belaufen dürften, da schon gierung jekt wieder eine stramme Haltung in der Polenfrage wenn die Konjunktur günstig sei. Dann stehe ihm ein enormer jegt die Summe von ca. 100 M. für Entschädigung des 1. Vorangenommen habe.( Bravo.) Gewinn in Aussicht und es werde ihm ergehen wie den reich- fizzenden, Vertretungen des Arbeitsvermittlers u. s. 1. verausgabt Abg. Langerhans( frs. Vp.) hält dem Abg. Bachem wegen gewordenen Schöneberger Landleuten. Zuerst waren es zwei würden. Dies würde in Zukunft wegfallen und außerdem die tessen Verlangens nach einem fatholischen Gymnasium in Berlin ältliche alleinstehende Damen, welche ins Garn gingen. Sie be- Abrechnungen mit den Zahlstelleninhabern vom Rendanten selbst vor, daß in Berlin überhaupt nur paritätische und nicht faßen je einige tausend Mart, die sie dem Angeklagten opferten. vollzogen werden, so daß sich die Liquidationen auch etwas erfonfeffionelle Gymnasien bestünden. Redner mißbilligt sodann Der letztere gab ihnen Antheilscheine über je dreihundert Mart niedrigten. Nach längerer Debatte stimmte die Versammlung dem das Verhalten der Regierung gegenüber den Dissidenten bis zur Gesammthöhe des eingezahlten Kapitals, versprach 6 pet. Antrage zu und beschloß mit überwiegender Majorität, in Zukunft Rindern. Hierbei sei der Minister völlig auf falschem Wege. Binsen und eine Dividende von 20-22 pet. Mit dem den ersten Vorsitzenden zu besolden, und zwar in gleicher Höhe Gebe es überhaupt Religions- und Gewissensfreiheit, so dürfe ersten ihm anvertrauten Gelde erwarb der Angeklagte wie den Rendanten. Der bisherige Vorsitzende Thate legte hierauf tein Mensch, auch kein Minister, einen andern danach fragen, ein Stück Land bei Glienicke für 6860 M. Er zahlte 1500. fein Amit nieder, es mußte demzufolge die Neuwahl des ersten welcher Religion er sich zurechne. an, 5360 M. wurden zur ersten Stelle als Resttaufgeld und Vorsitzenden vollzogen werden. Von den vier vorgeschlagenen " Minister Boffe verwahrt sich dagegen, daß er sich anmaße, 1000 M. zur zweiten Stelle für einen Maurermeister eingetragen. Mitgliedern erhielt von 1222 abgegebenen Stimmen Paul irgend wem zu sagen, derselbe habe keine Religion. Als Noske den Plan über das von ihm erworbene Stück Land Litfin 782; derfelbe ist demnach gewählt. Die gegen Aber da die Verfassung die Religion dem Voltsunterricht erhielt, zeigte er denselben den beiden Damen, welche nun aber wärtigen Streits betreffend wurde erklärt, daß der bet zuweise, so müsse verlangt werden, daß jeder Religionsunterricht die Luft bekamen, es persönlich in Augenschein zu nehmen. der Firma Leonhardt u. Ko.( Schraubftollenfabrik) auss erhalte. Und wo der Glaube an das Dasein Gottes fehle und Gines Sonntags machte der Angeklagte mit seinen beiden Be- gebrochene Streit als aussichtslos zu betrachten sei, da sämmt. deshalb auch nicht gelehrt werde, so könne er auch einen solchen theiligten die Fahrt dorthin. In einer einsamen Gegend zeigte er ihnen liche Plätze zum theil durch Arbeiterumen befeßt seien, in betracht Unterricht nicht als Religionsunterricht anerkennen. Wenn ein ein Stück Land, welches mit einer Reihe Bäume bestanden war. tämen 6 vollberechtigte Mitglieder, welche noch zu unterstüßen richtiger Voltsschul- Religionsunterricht verlangt werde, so sei Sehen Sie, meine Damen, an diesem Grundstück find Ste be- feien. Der Streit wurde von der Versammlung für beendet das auch kein Gewissenszwang für die Eltern. Den Kindern theiligt, es gehört Ihnen soviel davon, wie etwa ein Streifen, erklärt. Der Streit der Schnitte und Stanzenbauarbeiter, welche schade auch die Theilnahme an jenem Unterricht nichts; sie er der von vier Bäumen begrenzt wird." Die Augen der beiden neunstündige Arbeitszeit bei bisherigem Lohn fordern, wurde von führen dann wenigstens, was die große Masse ihrer Mitbürger vertrauensseligen Damen leuchteten, sie fuhren zurück nach Berlin der Versammlung für gut geheißen; berichtet wurde, daß die glauben. mit dem Bewußtsein, in dem Angeklagten einen wahren Wohl- Arbeiter betr. Branche zum größten Theil organisirt seien. Die Abg. v. Heydebrand erklärt, die Konservativen ständen in thäter gefunden zu haben. In dieser Ansicht wurden sie be- Unterhandlungen mit den Unternehmern haben bisher zu keinem dieser Frage auf dem Standpunkte des Ministers, ebenso bes stärkt, als Noste ihnen am Quartalsschlusse die versprochenen Resultat geführt, der Streit tönne fich höchstens noch einige züglich der Paritätstlagen des Zentrums. Sodann polemifirt 3infen und die Dividende anbot, aber gleichzeitig rieth, Tage hinziehen, da die Arbeiter schwer zu ersetzen und Redner lebhaft gegen v. Beblis wegen dessen Aeußerungen über diesen Betrag dem Kapital hinzuzufügen. Die Schwestern Streitbrecher bis Die Schwestern Streitbrecher bis zur Stunde nicht zu verzeichnen seien. ein. darauf Sie verkündeten das Lob die Konservativen und gegen ein allgemeines Schulgeset. Dem gingen des Betreffs des aufgehobenen Streits bei Leonhardt u. Ko. Minister gegenüber bestreitet Redner, daß durch ein solches Gesetz Angeklagten in allen Tonarten und riethen ihren Bekannten, wurde von Verhängung der Sperre Abstand genommen, den or der konfeffionelle Friede gefährdet werde. ebenfalls für ihr Geld Antheilscheine von Noske zu erwerben. Iganisirten Arbeitern aber zur Pflicht gemacht, bei betreffender Schluß 4 Uhr. Das Kapital floß ihm nun von verschiedenen Seiten zu. Allen Firma nicht anzufangen. Die Metalldrücker, welche auf Baus Kunden versprach der Angeklagte, daß er ihre Einlagen hypo- arbeit thätig sind, stellen die Forderung: neunstündige Arbeitsthefarisch sicher stellen würde. Er that dies nur in einem einzigen zeit bei bisherigem Lohn; bewilligt hatten die Firmen Heber und Falle und zwar in der Weise, daß er 5800 M., welche ihm von Türk. Bei den Firmen 3schauer, Schulz, Kunitz und Cordes einer alleinstehenden Frau anvertraut wurden, zur dritten Stelle war noch keine Einigung erzielt, sollte dies bis Montag, den Zu dem Kapitel von den Majestätsbeleidigungen auf das Grundstück bei Glienicke eintragen ließ, obgleich es 24. Februar, nicht geschehen sein, dann sollten die Arbeiter be lieferte eine Verhandlung einen interessanten Beitrag, welche bereits über den Ankaufswerth belastet war. Einen treffender Branche in den Streit eintreten. Folgender Antrag als gestern vor der zweiten Straffammer am Landgericht II statt- traurigen Eindruck machte es, ein über 60 Jahre wurde von der Versammlung angenommen: Die General fand. Wegen Majestätsbeleidigung war die Wittwe des Kunst- altes Dienstmädchen dem Gerichtshofe klagte, daß sie dem An- versammlung beschließt, daß Angriffsstreits in der nächsten Zeit schlossermeisters& a user in Weimar angeklagt. Die bereits im geklagten ihre ganzen für das Alter bestimmten Ersparnisse in nur unternommen werden dürfen, wenn mindestens zwei Drittel reifen Alter stehende Frau ist vom Schicksal bereits schwer ge- Höhe von 6000 m. geopfert habe. Einer anderen Zeugin hatte der dort beschäftigten Arbeiter vollberechtigte Mitglieder troffen worden. Ihr Gatte war in seinem Fache ein voll- der Angeklagte einen großen Komplex Landes bei Hermsdorf mit sind und dieselben dem Vorstand davon, nach§ 4 des endeter Meister, der auch viele Arbeiten für den Hof in Weimar dem Bemerken gezeigt:„ Gehen Sie, das gehört alles mir." Statuts, rechtzeitig Mittheilung gemacht haben." Den streikenden ausführte. Er galt allenthalben als reicher Mann, doch Aehnlich lagen die übrigen Fälle, welche zur Verhandlung ge- Holzarbeitern wurde eine Unterſtüßung von 1000 M. überwiesen. er plöglich starb, hinterließ er seiner Gattin absolut langten. Nicht ein einziger der Zeugen hatte Kapital zurück Bei Punkt 3 der Tagesordnung Stellungnahme zum 1. Mai". nichts, so daß diefelbe plötzlich auf ihrer Hände Arbeit oder Zinsen erhalten. Angeklagte hat innerhalb gelangte folgender Antrag zur einstimmigen Annahme:" Die Gerichts- Beitung. angewiesen war. In Weimar fonnte sie aus naheliegenden Jahresfrist für etwa 27 000 Mart Antheilscheine ausgegeben, Generalversammlung beschließt,( in Erwägung, daß die Feier des Gründen nicht bleiben, sie kam nach Berlin und ließ sich dann er konnte aber nur nachweisen, daß er gegen 2000 Mark zum 1. Mai immer mehr zur zwingenden Nothwendigkeit wird), in in Charlottenburg als Schneiderin nieder. Hier wohnte sie im Ankaufe von Terrain verwendet hatte. Er führte ein flottes allen denjenigen Werkstätten, wo mindestens zwei Drittel aller Hause des Baumeisters Johnke. In diesem Hause wurden ein Leben, pachtete eine Jagd und machte in Restaurants große Rollegen vollberechtigte Mitglieder irgend welcher Organisation ganzes Jahr lang allerlei Diebstähle ausgeführt. Schließlich ge- Bechen. Am Sylvesterabend 1894 lud er alle bei seinem Geschäft find, haben diefelben eine Abstimmung durch Unterschriften vorlang es, die in demselben Hause wohnhafte Frau Domining als Betheiligten zu Bunsch und Kuchen ein, die Geschichte foftete zunehmen, in allen denjenigen Werkstätten, wo die Majorität für die Diebin zu entlarven und ihr mindestens zwei Diebstähle nach ihm 50 bis 60 M. Das ist der einzige Vortheil, den die Be- die Feier des 1. Mai ist, hat sich die Minorität, laut unferen zuweisen. Sie wurde dafür bestraft und mußte ins Gefängniß. thörten aus dem Geschäft mit dem Angeklagten erzielt hatten. Grundsätzen, zu fügen; das Resultat muß dem Vorstand bis zum Frau Domining deren Mann sich in Griechenland aufhalten Sogar einen feiner früheren Kollegen bei der Versicherungs- 15. April mitgetheilt werden, da alle später eintreffenden Mitsollte, hatte ein kleines Kind, für welches die Mutter während Gesellschaft hatte der Angeklagte um 9000 M. geprefft. Der theilungen nicht berücksichtigt werden können." Zum Schluß ihrer Haft fein Unterkommen wußte. Da war es Frau Fauser, die Letztere vertheidigte sich mit großer Gewandtheit. Er wurde bestimmt, bei Unterstützungsgesuchen die bisherige Form fich des Kindes annahm. In der Abwesenheit der Frau Domi- wollte der besten Absicht beseelt gewesen und beizubehalten und jedes Gesuch vorher genau zu unterfuchen. von Samwtliche Arbeiter von„Frister u. Rohmann" warep am Donnerstag Abend zu eilier Versammlung eingeladen und auch in starker Anzahl erschienen. Es handelte sich darum. eine Berathung zu pflegen, wie den vielfachen Uebelständen in jener Fabrik auf geeignete Weise entgegenzutreten ist. Der Referent Otto Näther schilderte, wie nach dem letzten großen Streik der Arbeiter im Jahre 1884 bei dem allgemeinen wirthschaftlichen Niedergang die Lohn- und Arbeitsverhältnisse von Jahr zu Jahr schlechter geworden sind, der Druck der Meister und Beamten. besonders des Direktors, immer unerträglicher wurde, sodaß man sich auch nngescheut dazu versteigen konnte, eine 14tägige allgemeine Lohnzahlung einzuführen. Da die Arbeiter aber fast durchweg unorganisirt sind, blieben alle Vorstellungen fruchtlos. War eine Versammlung irgendwo anberaumt, dann gab es für diesen Abend gewöhnlich eine halbe oder gar eine ganze Tonne Bier, um die Arbeiter von der Versammlung zurück- zuhalten. Eine Verkürzung der Arbeitszeit von drei Stunden pro Woche war alles, was erreicht werden konnte. Damit die Direktion auch recht gut informirt ist, schickte man in die letzten Versammlungen sogar einen Stenographen. Nach eingehender Diskussion gelangte ein Antrag Naelher's zur Annahme dahin- gehend, in allen Arbeitssälen Vertrauensleute zu wählen, die für Anschluß an die Organisation und Beseitigung der Miß- stände zu sorgen haben. Mit dem Streik der Feilenhauer bei der Firma Mägdefrau beschäftigte sich eine gut besuchte öffentliche Feilen- Hauer-Versammlung am Mittwoch, den 26. d. M. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde ein von dem Herrn Mägdefrau an die Streikkommission gerichtetes Schreiben verlesen. Herr Mägdefrau behauptet darin, daß der aufgestellte Lohntarif un- möglich zu zahlen, da er dann besser fortkäme, fertige Feilen zu kaufen, um sie weiter zu veräußern; die Einführung des Neunstundentages sei unnöthig und unberechtigt; die Organi- sation und de» Arbeitsnachweis erkenne er nicht an; gemaßregelt sei bei ihm niemand; die Behandlung anständiger Arbeiter sei auch seinerseits anständig. Das Referat hatte Rohrlack über- nomnien. Derselbe wies zunächst nach, daß die Maßregelung von drei Arbeitern thatsächlich stattgesunden habe und die Firma Mägdefrau die zweilschlechtesten Löhne von ganz Berlin zahle. Sodann erörterte Redner den Werth der Arbeitszeilverkürzung, namentlich in der jetzigen günstigen Gesckäftsperiode, wies die Nothwendigkeit der Anerkennung der Organisation und des Arbeitsnachweises nach, zeigte, wie die Solidarität es erheische, die Wiedereinstellung der Gemaßrcgelten zu verlangen, und wie die Behandlung von seilen des Chefs und eines kaum 22jährigen Werkführers eine der Ehre und dem Ansehen eines denkenden Arbeiters hohnsprechende sei. Es seien demnach alle Fordeningen berechtigt. Gefordert wird: 1. Einstellung der 3 Gemaßregelten. 2. Anerkennung des Preiskourants von 1889. 3. Einführung der neunstündigen Arbeitszeil. 4. Anerkennung der Organisation und des Arbeitsnachweises. 8. Keine weitere Maßregelung. 6. Bessere Behandlung. Diese Forderunge» seien durchführbar, umsomehr als bei etwa 89 Beschäftigten sich bisher nur 2 Streik- brecher gefunden haben/(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion wurde noch eine schier endlose Reihe von Mißstände» auf- gedeckt, und sprachen alle Redner für Fortführung des Streiks. Da die erst gewählte Kommission von Herrn Mägdefrau an die frische Luft expedirt war, wurde eine neue Kommission von drei nicht bei Mägdesrau beschäftigt gewesenen Arbeitern gewählt, die mit Herrn Mägdesrau auf dessen Verlangen unter- handeln soll. Die ausständigen Schnitte- und Stanzenbauer waren am 27. Februar vormittags im Lokal von Henke versammelt, um die gegenwärtige Lage des Streiks zu berathen. Der Vor- sitzende Litfin verlas zunächst ein Schreiben der vereinigten Fabrikanten, wodurch mitgetheilt wird, daß dieselben nach wie vor ans ihrem Standpunkt beharren; zugleich erklären darin die Fabrikanten den Streik für beendet und fordern diejenigen Arbeiter, welche bis Montag die Arbeit nicht aufnehmen wollen, auf, ihre Entlassungspapiere am Sonnabend abzuholen. Näther erstattete alsdann den allgemeinen Situationsbericht. Redner bezeichnet die gestellte Aufforderung als einen Schreckschuß, womit man glaube, Verwirrung in die Reihen der Ausständigen zu bringen. Bis jetzt sei die Lage unverändert günstig; bei Reiß u. Martin arbeiten zwar II Mann im Maschinenbau, doch sei dadurch nicht das geringste gefährdet, da es der Firma bisher noch nicht gelungen sei. Schnitte- und Stanzenbauer zu erhalten. In den übrigen sechs Be» trieben arbeiten insgesammt außer 2 Arbeitern, welche überhaupt nicht in den Ausstand getreten, nur 2 oder 3 Mann, und ist trotz aller Bemühungen für die ausständigen 185 Arbeiter kein Ersatz geschaffen. In der Dis- kussion betonten sämmtliche Redner, an der Forderung der neun- stündigen Arbeitszeit bei gleichem Lohn wie bisher festzuhalten. Einstimmig beschloß die Versammlung demgemäß. Ebenso wurde beschloffen, der Aufforderung, die Entlassungspapiere abzuholen, nicht Fo�ge zu leisten. Die Beschlüsse sollen den Fabrikanten mit- getheilt werden. Mit einem zündenden Appell an die Streikenden, auszuharren und nicht von der Fahne zu weichen, wurde die Versammlung geschlossen. Eine gutbcsuchte Vertrauensmänner Versamnilung der Holzbilohauer-Werkstätten Berlins, zu welcher auch die in den Tischlerwerkstätten Berlins beschäftigten Holzbildhauer geladen waren, tagte am 27. Februar in der Annenstr. 16. Nach einer aufgestellten Liste erstattete jeder einzelne Werlstatldelcgirte «inen Bericht über die Lohnverhältnisse und die Arbeitszeit seiner Werkstatt, serner wurde gleichzeitig von jeder Werkstatt die Ein- Wirkung de? Tischlerstreiks aus die Arbeitsverhältnisse der Holz- bildhauer und die eventuelle Absicht der dort beschäftigten Bild- Hauer, ungesäumt in«ine Bewegung zur Zurückeroberung der seit dem Jahre 1889 zum theil verloren gegangenen Forderungen einzutreten, klargestellt. Das Resultat dieser Besprechung ergab, daß fdie Lohnverhältnisse zum größten Theil bedeutend hinter denen der Tischler zurückstehen und infolge dessen den Bild» Hauern die moralische Pflicht obliege, die Bewegung der Holzbildhauer auf das thatkräftigste zu unterstützen, wenn auch von einem allgemeinen Streik abzurathen sei. Da sich die Nothwendigkeit herausstellte, auch die Verhältnisse der schlechtesten Werkstätten des Ostens noch kennen zu lernen, wurde beschloffen, am Dienstag, den 3. März, eine zweite Delegirtenversammlung und am Donnerstag, den 8. März, eine ßroße öffentliche Ver- sammlung aller Bildhauergehilfen und Meister einzuberufen. Da die Kletnmeister sich bereits auf die Seite der Gehilfen gestellt haben, so könne sich der Kamps nur gegen größere Tischlereien richten und über dieses Vorgehen solle die letztgenannte Versamm- lung entscheiden. Die Versammlung schloß mit dem Appell an alle Kollegen, Mann für Mann in diesen Versammlungen zu er- scheinen. Die öffentliche Tasiezirer- Versammlung vom 28. d. M. beschäftigte sich mit der Frage: Was können wir bei der dies- jährigen Geschäftskonjunktur erreichen? Der Klavierarbeiter Klein» lein erläuterte in einem einleitenden Referate den momentanen industriellen Aufschwung und die dadurch ins Leben gerufenen Lohnlämpfe der letzten Zeit, die Anwesenden ermahnend, diese unzweifelhaft nur kurze günstige Periode möglichst auszunützen. In der Diskussion giebt zunächst O. Pönicke den Bericht über den Verlauf des Streiks bei der Finna Jakob und Braunfisch. Diese Firma habe vor 14 Tagen das Gerücht aus- gesprengt, daß sie alles bewillige und sich nur wundere, daß die Leute nicht anfangen, dem ist aber nicht so. Jakob und Braun- sisch haben nur«inen Lohn von 24 M. bewilligt. Als sie dann den hier üblichen Minimallohn von 27 M. zugestanden, erklärten sie, aber von den ausstehenden 19 Mann nur 9 Mann einstellen zu können. Darauf gingen natürlich die Arbeiter nicht ein. Erst nach weiteren Unterhandlungen mit der Firma erklärte sie sich schließlich bereit, sämmtliche Mann wieder einzustellen Am 18. d. M. fingen die Ausständigen wieder an. aber entgegen dem gegebenen Wort der Firma wurden an demselben Tage 2 Mann gemaßregelt. Nicht lange darauf führte die Firma Akkordarbeit ein mit einem Ausschlag von 33�/» pCt. Es liegt nun an den dort arbeitenden Kollegen, die Errungenschaften des Streiks hochzuhalten. Das Polizeipräsidium hatte dieser Firma bereitwilligst Schutzleute zur Verfügung gestellt, welche dann auch einen der Arbeiter auf Angabe eines Streikbrechers verhafteten. Die Arbeiter der Firma Fork u. Kretschmar versuchten die vorige Woche eine Lohnaufbesserung zu erreichen. Die Firma bewilligte anstandslos den vorgelegten Tarif. Keiner von den vielen Rednern, welche zum ersten Punkt der Tages- ordnung sprachen, traten für eine allgemeine Lohnbewegung i» diesem Frühjahr ein. Jedoch einigte inan sich dahin, die Werk- stätten, die«inmüthige Forderungen stellen, zu unterstützen. Zwei dementsprechende Resolutionen wurden angenommen. Beim dritten Punkt, Bericht des Vertrauensmannes, entspann sich eine lebhafte Debatte. Da der Bericht des Kall. Markiel's vollständig ungenügend war, indem derselbe auf die Vorgänge innerhalb der Tapezwer» bewegung während seines Ws-jährigen Mandats gar nicht ein- ging, stellte Schmidt die Frage, wer dem Kollege» Gaschke den Auftrag und die Mittel gegeben hat, in allen Filialen des Ver» bandes eine solche demagogische Agitation gegen den Ver- band zu inszeniren, worauf erklärt wurde, dies sei lediglich Privatsache des betreffenden. Nach einer längeren Debatte. im Verlaufe welcher Markiel überhaupt das Recht abgesprochen wurde, als Vertrauensmann zu fungiren, da am 22. Mai 1895 Friedmeicr, welcher Delegirter zur Ge- werkschafts-Kommission ist, in einer öffentlichen Versammlung als Vertrauensmann gewählt wurde. Ein Antrag. eine Kom- Mission, welche die Berliner Kollegenschaft in der Oeffentlichkeit vertritt zu wählen, wurde abgelehnt. Sodann wählte man Friedmeier als Vertrauensmann für die Berliner Tapezirer. Die Steindrucker Berlins hielten am Donnerstag im Englischen Garten eine öffentliche Versammlung ab. Friede- w a l d besprach die frühere Organisation der Steindrucker, die seinerzeit einen Minimallohn von 21,60 M. pro Woche durch» gesetzt habe. Ebenso sei festgesetzt worden, daß für Ueberstunden ein Zuschlag von 28 pCt. und für Sonntagsarbeit ein solcher von 33VzpEt. zu zahlen sei. Auch die Bezahlung der gesetzlichen Feiertage sei den Kollegen zugestanden, sowie die l4tägige Kün- digungsfrist und die 9 stündige Arbeitszeit. Leider sei die Be- theiligung der Steindrucker an der Organisation in letzter Zeit zurückgegangen, und infolge dessen würde jetzt vielfach zu un- günstigeren Bedingungen, als den vorstehend genannten, ge- arbeitet. Namentlich sei in manchen Geschäften der Lohn be» deutend unter 21,60 M. gefallen. Um nun eine Aufbesserung der Lage der Steindrncker, sowie Beseitigung der mancherlei in den Geschäften bestehenden Mißstände herbeizuführen, forderte der Redner die Kollegen auf, sich der Organisation anzuschließen, außerdem aber in jedem Geschäft einen zuverlässigen Kollegen als Vertrauensmann zu wählen, der den für die ganze Branche zu bestimmenden Vertrauensmann über die Verhältnisse in den einzelnen Geschäften zu unterrichten habe. In der Diskussion bestätigte» verschiedene Redner die Angaben über den Rückgang der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Steindruckerei. Wochen- löhne von 18 M. sollen keine Seltenheit sein, auch sollen von manchen Geschäftsinhabern resp. deren Angestellten unglaublich hohe Ansprüche an die Arbeitsleistung der Drucker gestellt werde». Unter anderem wurde angeführt, daß bei F r i e d b e r g u. S i l b e r st e i n ein Maschinendrucker täglich 5000 Drucke liefern müsse. Tie Nothwendigkeit einer festen Organisation wurde allseitig betont und schließlich der Kollege Friedewald als Vertrauensmann der Steindrncker Berlins gewählt. In rincr gutbesuchten öffentlichen Versammlung sämmt- licher in der Wäsche- und Kravatten blanche be- schäftigten Arbeiter- und Arbeiterinnen, die am 26. Februar im Schützenhause tagte, sprach Reichstags-Abgeordneter Molken- b u h r über„Tie Zustände in der Wäschefabrikation vor dem deutschen Reichstage". Der Referent erörterte in seinem Vortrage das Verhalten der Regierung und die Stellung- nähme der verschiedenen Parteien zu der sich immer weiter ausdehnenden Haus- Industrie. Wenn auch von ultramontaner Seite darauf hingewiesen, daß die Gesetzgebung an der Schwelle der Familie Halt machen müsse und von nationalliberaler Seite behauptet wird, daß die Fabrikation keine sogenannten Arbeiterschutzbestimmungen mehr ertragen könne, um konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt zu bleiben, so hat die Be- wegung der Konfektionsarbcitcr aber einen solchen Einblick in die traurigen Verhältnisse der Hausindustrie gegeben, denen gegenüber die Regierung sich nicht wird ver- schließen können, gesetzliche Bestimmungen zu schaffen, die wenigstens einigermaßen Schuß gegen die ungeheure Ausbeutung bieten. Bei der Jagd nach billiger Arbeitskraft sei die Pro- duktionsform der Hausindustrie, und um die Produktivität inten» siver zu gestalten, der Akkord und Stücklohn erstanden, die äußer- lich ganz idillisch erscheinen, in Wirklichkeit aber das Gegentheil beweise. Ueberall, wo die Hausarbeit eingedrungen, ist kein Wohl- stand sondern stets die bitterste Armuth vorhanden. Da kören die Grenzen des Arbeitstages auf, da sind die Löhne so zugeschnitten, daß die ganze Familie, sogar auch die Kinder mit den größten Anstrengungen arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt zu beschaffen. Will man die Ursachen der Prostitution kennen lernen, so braucht man nur nach den Löhnen forschen, die diese Arbeiterinnen erhalten. Sehr treffend habe der Regierungs- Präsident von Ersurt bei der Umfrage geantwortet, daß, wenn die Unsittlichkeit zunehme, dies ans die geringen Löhne der Arbeiterinnen zurückzuführen sei. Würde eine Bestimmung getroffen werden, daß der Arbeitslohn, der gezahlt worden ist, auf dem Artikel beim Verkauf verzeichnet sein muß, so müßte sich mancher Fabrikant ob der schäbigen Löhne vor feinen Kunden schämen. Sache der Arbeiter müsse es sein, Material über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu sammeln, um der Kommission für Arbeiterstatistik zunächst eine Unterlage für weitere Ein- griffe zu gestatten. Außerdem könnte bei einer eventuellen Lohnbewegung denjenigen Fabrikanten besonders die Spitze geboten werden, wo die schlechtesten Zustände vorhanden sind. Durch die Sympathie des Publikums, die wohl nicht aus- bleiben dürste, wenn die Verhältnisse bekannt seien, würde auch die Regierung veranlaßt werden einzugreifen. Dazu sei aber zunächst eine gute Organisation nothwendig, die durch ge- meinsame Arbeit nur etwas erreichen kann und das Errungene auch festzuhalten vermag. Mit stürmischem Beifall wurden die Ausführungen des Referenten aus- genommen. Hierauf schilderte Frau Schulz unter Zustimmung der Versammlung die Mißstände in den Plättereien. Rednerin bezeichnete das Plätten mit den Gaseisen als äußerst ge- suudheitsschädlich. Außerdem führt Rednerin einige Fälle an, in welcher Weise die Arbeiterinnen mitunter um ihren ganzen Tagelohn gebracht werde». A» der weiteren Diskussion, die eine sehr rege war, betheiligte sich u. a. ein Herr Sternfeld, der einleitend angab, in jeder Beziehung mit den Arbeitern zu sympathisiren, sich aber gleich- zeitig aus den Standpunkt stellte, daß nicht den Fabrikanten, sondern den Arbeitern die Schuld beizumessen sei, wenn die Löhne nicht hoch genug seien. Arbeit wäre in Hülle und Fülle vorhanden für den, der arbeiten will und kann. Im übrigen haben die Fabrikanten mit der Konkurrenz zu rechnen. Der Redner, der selbst zur Vereinigung der Arbeiter aufforderte, um bessere Exiltenzverhältnifle anzustreben, kommt dann zu dem Schluß, daß die Gasplätterei wohl ungesund sei, aber darin müßten sich nun einmal die Arbeiter fügen. Wäschefabrikant Grünbaum bestreitet, daß solch« Zustände herrschen, wie sie von dem Referenten und anderen Rednern geschildert wurden. I» seiner Fabrik erhielten alle Arbeiter und Arbeiterinnen einen austömmlichenLvhn. Redner giebt aber selbst zu, daß er von den Verhältnissen in den anderen Fabriken nicht unterrichtet ist. Ein Angestellter der Firma Sternberg sühlte sich gleichfalls berufen, für seinen Chef eine Lanze zu brechen und die Angriffe gegen die Firma zurückzuweisen, was ihm aber, nach der Stimmung der Versammlung zu urtheilen, durchaus nicht ge- lang. Die nachfolgenden Redner beschäftigten sich eingehend mit Herrn Sternfeld und der Firma Sternberg und wiesen an der Hand der Thatsachen den Herren nach, daß wirklich außer- ordentliche Uebelstände vorhanden sind. Nachdem noch von mehreren Rednern zum Anschluß an die Organisation auf« gefordert und vom Referenten in seinem Schlußwort darauf hin- gewiesen wurde, daß die Arbeiterinnen nicht nöthig hätte», ohne irgendwelchen Schutz gesundheitsschädliche Arbeil zu verrichten, da der§ 139» der Gewerbe-Ordnung ihnen zur Seite stehe, wurde eine Resolution einstimmig angenonimen, in der die Versammlung ihr Einverständniß mit den Ausführungen des Referenten erklärt und sich für den Anschluß an die Organisation ausspricht. Hier- auf gab Frau Wolf den Bericht von der Gewerkschafts- kommisston, worauf, da die bisherige Delegirtin ablehnte, Heine als Vertreter gewählt wurde. Eine große Anzahl der Anwesenden ließen sich in die Organisation aufnehmen. Eine öffentliche Maurerversammlung tagte am 27. Fe« bruar bei Gründet und debattirle über Mißstände auf ver» schiedenen Berliner Bauten. Wie konstatirt wurde, wird auf sehr vielen Bauten bis tief in die Nacht hinein bei Licht gearbeitet, so z. B. in der Burg» und Mauerstraße. In der Lindenstraße soll sogar ohne Schichtwechsel bis II und 12 Uhr nachts ge- arbeitel werden. Derartige Vorkommnisse wurden streng gerügt und den Berliner Maurern nahe gelegt, mehr als bisher auf dem Posten zu sein. Ueber die Verhandlungen vor dem Gewerbe- gerichte in Sachen des Zimmererstreiks fand ebenfalls eine Aus- spräche statt. Der Schiedsspruch wurde tief bedauert und aus dem Verlaufe des Zimmererstreiks die Schlußfolgerung auf die bevorstehende Lohnbewegung der Maurer gezogen, der- gestalt, daß Kater namentlich befürwortete, daß Einig- keit unter den Berliner Maurern geschaffen werden müsse, damit nicht aus einer Maurerbewegung deren zwei werden. Am 3. März finde im Feenpalast in Sachen der Lohnbewegung eine allgemeine Maurerversammlung statt und gelte es, die eifrigste Propaganda für dieselbe zu machen. Großes Miß- behagen erregte die Thatsache, daß zum Sonntag vorher von zentralistischer Seite zwei öffentliche Versammlungen einberufen worden sind. Es wurde zum regen Besuche dieser Versamm- lungen aufgefordert, um die Zentralisten für eine gemeinsame Bewegung zu gewinnen. Den hauptsächlichsten Punkt der Tages- ordnung bildete die Angelegenheit im Ausstellungspark. In der vorigen Versammlung war das Bureau beauftragt worden, dem Vertreter der Firma Lütgen u. Borg- mann die gefaßte Resolution zu unterbreiten. Kater entledigte sich dieses Auftrages und erstattete nunmehr Bericht über die stattgehabten Verhandlungen. Vereinbart und ein» geführt wurde ein Schichtwechsel bei einer siebenstündigen Arbeits- zeit. Mit den Polierern war die Vereinbarung getroffen worden, daß sie sich nach zehn Stunden ablösen sollten. Wie in der folgenden Debatte festgestellt wurde, hat die siebenstündige Arbeits- zeit durchaus nicht den Beifall aller dort beschäftigten Maurer gefunden und finden sich verschiedene, welche durcharbeiten. Auch die Poliere arbeiten t4 Stunden, und wurde besonders diesbezüglich über den Polier Fiedler Klage geführt, da sich derselbe verpflichter hatte, sich dem Versammlungs- beschlusse zu fügen. Graß beantragte demzufolge auch, den Polier Fiedler seines Amtes als Revisor der Vertrauensleute, welches er noch bekleidet, zu entheben. Fi e d l e r rechtfertigte sich in längerer Weise und führte die veränderten Verhältnisse ins Feld, welche bestimmend für ihn sind. Im übrigen gab er die Erklärung ab, nach wie vor für die Maurerbewegung in alter Weise zu wirken. Das letztere fand seine Bestätigung jund ging in Rücksicht hierauf die Versammlung fast einstimmig über den Antrag Graß zur Tagesordnung über. Zu dem Bericht der öffentliche» Zimmerer- Versamm- lung vom Dienstag, den 28. d.M., ist richtig z» stellen, daß die ahl der Streikenden nicht 300, sondern 900 M. beträgt. Die umme von 2577 M. hat nicht die Lokalorganisation, sondern der Ver- band deutscherZimmerleute ausbezahlt. Die Situation des Streiks ist unverändert; täglich laufen noch Bewilligungen der Forderung von Unternehmern ein. Mit dem Schiedsspruch des Einigungs- amles werden sich am Sonntag, den 1. März, zwei große öffent- liche Versammlungen im Köslmer Hof, Köslinerstraße 8, und Viktoria-Brauerei, Lützowstr. 112, befassen, die über das fernere Verhalten der Zimmerer, speziell den Jnnungsmeistern gegenüber be- schließen und ihr Votum über die Ansichten derselben aussprechen werden. Es ist also die Pflicht eines jeden Zimmerers, rege für den Besuch der Versammlungen zu agitiren und zu erscheinen. de,'» hiervon ist unser Sieg abhängig. Wir machen auch noch- mals auf die Beschlüsse der Organisation aufmerksam, wonach jeder arbeitende Zimmerer wsrhenllich mindestens eine Mark zum Unterstützungsfonds zu zahlen hat. Wenn jeder dem nachkommt, wird es möglich sein, die Streikenden genügend zu unterstützen.— Die Lohnkoinmisston der Berliner Zimmerer. I. A.: Fischer. Die Klempner tagten am Donnerstag Abend in einer von über 1000 Personen besuchten Versammlung, um über den von den Werkstatt-Vertrauensmännern ausgearbeiteten neuen Lohn- tarif zu berathen. Um einer möglichst großen Anzahl von Theil- nehmern Gelegenheit zur Aussprache zu geben, wurde von einem Referat Abstand genommen. Ziegler gab eine kurze Ein- leitnng, aus der hervorging, daß wegen Mangel an einem ein- heitlichen Vorgehen und der noch zum übergroßen Theil un- organisirten Kollegen ein genauer und allgemeiner Tarif nicht aufgestellt werden konnte. Immerhin beweise der Besuch der heutigen Versammlung, daß sich seit dem großen Streik bei H o l y im Jahre 1884 die Nothwendigkeit einer Beseitigung der Uebelstände jedem Kollegen aufdränge. Das was heute vor- liege, sei wenig, aber das Ergebniß wochenlanger Berathungen der in noch geringer Anzahl vorhandener Vertrauensmänner lasse sich kurz zusammenfassen: 45 Pf. Stundenlohn bei nenn- stündiger Arbeitszeit, bei Ueberstunden 25 pCt. Zuschlag, eine Forderung, die bis jetzt fast überall rundweg abgelehnt wurde, trotzdem noch Löhne von 12—15 M. gezahlt werden. Die hierauf folgende Diskussion, an der sich gegen 40 Redner betheiligten, lieferte ein ziemlich getreues Bild über die Zustände und Lohn- und Arbeitsverhältnisse der verschiedenen Werkstätten und Branchen. Groß findet es bedauerlich, daß die Berliner Klempner sich mit 24 Mark Wochenlohn begnügen, während die Hamburger Klempner schon längst 27 M. haben, auch sei die Akkordarbeit viel zu schlecht berechnet. Engler schilderte die geradezu jämmerlichen Lohnverhältnisse in der Fabrikation für Küchengeräthe, wo durch Einführung der Mädchen- und Frauenarbeit Löhne von 8—7, für männliche 7—12 M. gang und gäbe sind. Penning wünscht, daß man gegen das noch in großem Umfang bestehende Kolonnensystem energisch vorgehen müsse; wenn aber in einer Werkstatt mit 150 Arbeitern nur 8—10 organisirt seien, müssen die Kollegen selbst verantwortlich gemacht werden; man möge in allen Werkstätten nur solche Vertrauensmänner wählen, die aus dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen. Ein Redner meint, daß man um die Ueberstunden zu beseitigen, lieber 80 pCt. weniger dafür ver- langen und festsetzen solle. Einige Redner wünschen be- sonders für Bauklempnerei, wie für alle Spezialbranchen einen besonders ausgearbeiteten Tarif. Da eine An- zahl diesbezüglicher Anträge eingegangen, beantragt Näther Annahme einer von Zimmermann gestellten Ne» solntion mit gleichzeitiger Ablehnung der übrigen Anträge, denn es sei nothwendig. daß man erst in allen Sladtgegenden Vcr- ämmlungen einberufen, bis die Meinungen genügend geklärt ind und weitere Aendernngen und Verbesserungen an dem vor» zelegten Tarif gemacht werden können. Diesem Vor- schlag wurde durch nahezu einstimmige Annahme folgender L!eso- Tution sugestimmt:" Die Versammlung der Klempner beschließt, I im Romplott mit 8 Kollegen unmotivirte Forderungen fiellte, welche| In Schöneberg tagte am 25. Februar eine öffentliche Boltsin aubetracht der gegenwärtig ungünstigen Geschäfts- ich, ohne meine Geschäftsprinzipien zu verlegen, nicht erfüllen fonnte. verfammlung, zu der besonders Frauen eingeladen waren. Der lage, die Forderungen: 9 stündige Arbeitszeit, 45 Pf. Minimal: Sodann besprach der Redner die Verhältnisse in der Silber- Besuch war denn auch infolge des angesagten Themas Küche lohn, für Ueberstunden 25 pet. Aufschlag, sowie jeden Sonnabend waarenfabrik von Meyerheim in der Adalbertstraße, in der und Politit" überaus zahlreich. Da der Referent Genoffe Wurm 1 Stunde, vor den drei Festtagen 2 Stunden früher Feierabend besonders niedere Söhne gezahlt werden. Schließlich wurde die am Erscheinen verhindert war, so behandelte an stelle dessen ohne jeden Lohnabzug, bis zu einem später zu bestimmenden Agitations- Rommission beauftragt, diese und einige andere An- Genoffe Wagner in äußerst interessanter Weise das Termin zu vertagen und die Auswahl des geeigneten Zeitpunktes gelegenheiten zu regeln. Hierauf hielt Genosse Wagner einen Thema:„ Die Ursachen der Verbrechen". Von einer einer besonderen Versammlung vorzubehalten." In Verbindung beifällig aufgenommenen Vortrag und wurde zum Schluß be- Diskussion wurde wegen der vorgeschrittenen Zeit abgesehen und mit dieser Resolution gelangte sodann ein Antrag Näther zur fannt gegeben, daß die nächste Versammlung am 23. März statt- darauf den zahlreichen Konfektionsarbeitern bekannt gegeben, Annahme:" In allen Werkstätten Vertrauensmänner zu ernennen, findet. In derselben werden die Anträge der Zahlstelle Mainz daß am Sonntag, den 1. März, nachmittags 4 Uhr, bei Klaute, welche in Verbindung mit dem Vertrauensmann der Klempner berathen und gelangen die Billets zur Urania zur Ausgabe. Golzstr. 48, Angaben über das jetzige Verhältniß bei ihren die weiter nothwendig werdenden Schritte zu berathen und einer Arbeitgebern entgegen genommen werden. Im weiteren wurde Adlershof. Die Holzarbeiter beschäftigten sich hier am später stattfindenden Versammlung zur Beschlußfassung zu unter 23. Februar in einer gut besuchten Versammlung im Lokal auf die im März stattfindende Gemeinderathswahl und auf die breiten haben." Bur nächsten Vertrauensmänner Versammlung Wölftein mit der Lohnbewegung der Holzarbeiter in Berlin. Rothe Nelte zum besten der sich im Streit Befindenden arran - am Sonntag, den 8. März, in Königshof vom Gesangverein erfolgt fchriftliche Einladung; in etwa 14 Tagen findet in Nach einem Referat des Genossen Millarg, dem sich eine kurze girte Matinee hingewiesen. Die Versammlung erreichte ihren einem größeren Lokale eine weitere öffentliche Bersammlung statt. Diskussion anschloß, wurde der Holzarbeiter Bufelde beauftragt, Schluß wie gewöhnlich um zehn Uhr durch Auflösen seitens des girte Matinee hingewiesen. Die Versammlung erreichte ihren ordnung beschäftigte sich am 25. Februar eine gut besuchte Ver: kürzung der Arbeitszeit eintreten wollen. In einer Reſolution Der Austritt aus der Landeskirche. Mit dieser Tages- unterschriften von denjenigen zu sammeln, die für eine Ver: Schluß wie gewöhnlich um zehn Uhr durch Auflösen seitens des Ueberwachenden. fammlung in Sanssouci. Das Referat hielt Herr Waldeck erklärt sodann die Versammlung, gleichfalls für die Durchführung Manasse und betheiligten sich an der Diskussion als Gegner ein der Berliner Forderungen zu wirken. Prediger und ein Lehrer. Zum Schluß wurde die schon bekannte Lüdecke zum Delegirten für das Gewerkschaftskartell gewählt. Zum Schluß wurde Resolution angenommen. ir das Gewerkschaftskartell gewählt. mit Beifall aufgenommenen Vortrag über das Recht der Frau Pankow. In der am 24. Februar in Störr's Gesellschafts- hielt. Da es in Köpenick den Frauen fast unmöglich gemacht baus abgebaltenen Boltsversammlung wurde nach längerer, sehr wird, an öffentlichen Volksversammlungen theilzunehmen, da ste lebhafter Besprechung beschlossen, in eine Ersatzwahl für den jedesmal in den von Männern einberufenen Versammlungen das ausgelooften Gemeindevertreter, Genoffen Bilz, einzutreten und Lotal verlassen müssen, so hatte es diesmal eine Frau überRaiser Friedrichstr. 15, aufgestellt. Zur Erledigung der Wahl Frauen durften bleiben zur allgemeinen Verwunderung der wurde als Kandidat der Zigarrenmacher Karl Hoffmann, nommen, die Versammlung anzumelden, und was geschah? Die geschäfte wurde ein Komitee gewählt, bestehend aus den Ge- jenigen, welche meinten, die Frauen hätten in Köpenick für noffen Wenge, Hoffmann, Lubig, Grünberg, Huthenberg, Krause, immer das Recht verloren, in Bersammlungen zu erscheinen. Devanger. Der Vertrauensmann gab dann auch bekannt, daß auf zwei BeWeißensee. Am 25. Februar tagte hier eine Kommunal- schwerden wegen Ausweisung der Frauen noch keine Antwort Wählerversammlung, in der Genosse Metzner einen beifällig auf- fich nicht beirren zu laffen, sondern den gewerkschaftlichen Organi erfolgt sei und richtete an die Anwesenden den warmen Appell, genommenen Vortrag hielt. Nach einer längeren Diskussion fationen beizutreten und fleißig die Volksversammlungen zu bes wurden die Genossen Behlendorf, Peutert und Karow fationen beizutreten und fleißig die Volksversammlungen zu beals Kandidaten für die Gemeinderathswahl aufgestellt. fuchen. Die Gold und Silberarbeiter beschäftigten sich am 24. Februar in ihrer Mitgliederversammlung mit der Erledigung einiger Werkstattangelegenheiten. Wie Faber mittheilte, ist es in der Fabrik Hänisch zu Differenzen gekommen. Die Arbeiter der genannten Fabrik hatten am 10. Februar einen halben Tag gefeiert, worauf ihnen am nächsten Tag der Fabrikant bedeutete, fie möchten nun zu feinem Gefallen einen Tag feiern. Die Arbeiter glaubten, daß diese Maßregel zu unrecht gegen sie angewendet wurde, da sie ihr Ausbleiben entschuldigt hatten; fie verlangten des halb, daß ihnen der aufgedrungene Feiertag bezahlt werde. Auf die ablehnende Antwort des Fabrikanten legten die Arbeiter die Arbeit nieder und erhielten nun folgendes Beugniß: Der Gilberarbeiter N. N. ist seit dem 28. Oktober 1895 bis dato in meinem Geschäft thätig gewefen. Er verläßt seine Stellung, weil er Belle- Alliance- Theater. Belle- Allianceftraße 7/8. Sonntag, den 1. März, nachm. 2½ Uhr: Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. Bum dritten Male: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich v. Schiller. Beginn der Verloosung 1½ Uhr. Sämmtliche Billets werden verloopt. Montag, den 2. März, abends 8 Uhr: Zum vierten Male: Wilhelm Tell. 235/10 Eintrittskarten à 60 Pf. find zu diesen beiden Vor#tellungen, da keine Karten durch Vorverkauf abgegeben sind, in genügender Anzahl in den bekannten Geschäften zu haben. 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Angebote sind z. richten an 3b C. Allhoff jr., Plettenberg i./. Buchdrucker Berlins! Sonntag, den 1. März, vormittags präzise 10 Uhr, in Keller's Festfälen, Koppenstr. 29: Allgem. Buchdrucker- Versammlung. Tages- Ordnung: Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Achtung! Vertrauensmänner! Sorgt für Bahlung der Streikbeiträge. Die Zahlstellen des Verbandes befinden sich: Für den Norden: Ruppinerstr. 44 bei Raahe. Tresckowstr. 24 bei Schmidt. Lothringerstr. 67 bei Dieke. Schwedterstr. 33 bei Lietzke. Müllerstr. 7a bei Gleinert. Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Thurmstr. 84 bei Holzbächer. Birkenstr. 28 bei Kluge. Stettinerstraße, Ecke Bellermannstraße bei Peterson. Für den Often: Ritterstr. 123 bei Stramm. Naunynstr. 86 bei Streit. Grünauerstr. 3 bei Golz. Görlitzer und Sorauerstraßen- Ecke bei Tolksdorf. Bücklerstr. 55 bei Schilling. Dieffenbachstr. 31 bei Gaule. Manteuffelftr. 69 bei Brödenfeld.( Das felbft befindet sich auch die Biblios thet der Drechsler.) Röpnickerstr. 194 bei Reichert. Für den Wetten: Culmstr. 36 bei Paulsch. Belle- Allianceplay 6 bei Lutteroth. 1. Stellungnahme der Berliner Buchdrucker zu dem An- Friedrichsbergerstr. 19 bei Winkelmann. Mittenwalderstr. 16 bei Jmhoff. trage Leipzigs auf Tarifrevision. 2. Diskussion. Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Frankfurter Allee 90 bei Zabel. Roppenstr. 47 bei Lorenz.. Langestr. 65 bei Tempel. Landsberger Allee 27a bei Lange. Zu dieser wichtigen Versammlung werden lämmtliche Buchdrucker Berlins Elisabethstr. 65 bei Lange. und der Vororte Prinzipale wie Gehilfen hiermit dringend eingeladen. Der Einberufer: Albert Mallini. Für Süd- Ost: Cuvryftr. 25 bei Erbe. 3519 Große öffentliche Versammlung aller in der Seidenhutbranche Beschäftigten am Sonntag, den 1. März 1896, vorm. punkt 10 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Tages Ordnung: 1. Der Ausstand der Kollegen der Bluth'schen Hutfabrik. 2. Neuwahl einer Lohnkommission. Im Interesse der ganzen Seidenhutbranche ist es Pflicht aller Kollegen, in dieser hochwichtigen Versammlung zu erscheinen. Achtung! Achtung! Rixdorf. Für Friedrichsberg: Friedrich- Karlstr. 11 bei Heinicke. Für Rummelsburg: Rants und Türrschmidtstraßen- Ecke bei Schröder. Jeden Sonnabend: Zahlabend. E Zur Beachtung! Vom Montag, den 2. März Sonntag, den 1. März, nachmittags ab, werden alle auf den Streik bezüglichen Angelegenheiten in 3 Uhr, in den Viktoria- Sälen, unserem Arbeitsnachweis- Bureau, Sebastianstr. 39, Holzarbeiter- ledigt. Die noch kreikenden Kollegen haben sich daselbst täglich Herrmannstr. 48-50: Versammlung. Tages- Ordnung: tuision. 3. Wahl von drei Revisoren. 1. Aufhebung des Streiks. 2. DisDie Vertrauensmänner werden beVertrauensmann die Karten abstempeln zu lassen. Die Ortsverwaltung. Zwei öffentliche Versammlungen Um den des Sonntags beſchäftigten Kollegen die Möglichkeit zu geben, ſonders darauf, aufmerksam gemacht, der Holz- und Bretterträger sowie sämmtlicher auch der Versammlung beizuwohnen, wird dieselbe pünktlich eröffnet werden. 88/7 Der Einberufer. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 1. März, vormittags 10 Uhr, im ,, Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobstraße 37: Branchen- Derlammlung der Monteure und Hilfsmonteure. Zages Ordnung: B 1. Vortrag des Genossen Pörsch über: ,, Die Beseitigung des Privateigenthums." 2. Diskussion. 3. in den Werkstätten für obige Versamm lung zu agitiren. Pflicht ist es, daß jeder Rollege erscheint. Die Kommiffion. Guten Morgen! Lade zum Kauf bei mir ergebenst ein. Brettschneider Berlins u. Umgegend am Sonntag, den 1. März 1896, vormittags 10% Uhr, in Nieft's Festsälen, Weberstraße 17 und in Maier's Festsälen, Müller- Straße Nr. 7. Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Genossen Dost und Kuntze über:" Die Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Der Einberufer: W. Kuhn. Carl Schindler 8412 55. Chausseestr. 55. A. III 8917. ( Nordh., Liköre, Cognac, Rum, Ungarw.) Achtung! 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 122/9 Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Sonntag, den 1. März, vormittags 10 Uhr, in Cohn' Fettsälen( großer Saal), Beuth Straße Nr. 20/21: Gemeinschaftliche Mitglieder- Versammlung der Verwaltungen: Berlin Centrum, Nord, Moabit, Ost, Rixdorf, Schöneberg und Charlottenburg. Tages- Ordnung: 1. Bericht und Neuwahl der Agitations- Kommission für die Provinzen Brandenburg und Pommern. 2. Resultat der Kassirerwahl. 3. Verbands Angelegenheiten und Verschiedenes. 121/1 Freitag: Resterverkauf Jedes Anzug- Paletotftoffe 1. Maaß zu Engrospreisen. Achtung! Charlottenburg. Achtung! Sonntag, den 1. März: H Deffentl. Holzarbeiter Versammlung int ,, Bismarkshöhe", Wilmersdorferstr. 39. Tages- Ordnung: 1. Die beendete Lohnbewegung. 2. Weitere Stellungnahme den Berliner 91 10 Brenner& Co. Rollegen gegenüber. 3. Verschiedenes. Alte Jakobstr. 57/59. Neu eröffnet! Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimirt. Restaurant zum„ Eichbusch". In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir vollzähliges und pünktliches Erscheinen der Mitglieder. Die Ortsverwaltungen. Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgen. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 1. März, nachmittags 5 Uhr, Oranien- Straße 51: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Neue Neue Achtung! Böttcher. Achtung! Sonntag, den 1. März, vormittage 11 Uhr, im Lokale des Herrn Gründel, Brunnenstraße 188: Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen P. Jahn. 2. Bericht des Vertrauensmanns und des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission sowie Wahl derselben. 3. Verschiedenes. 47/8 Die Kollegen der Faßfabriken im Norden und der Brauereien werden J. A.: Pohlmann. Winter. Krug- Allee Treptow Krug- Allee erfucht, recht zahlreich zu erscheinen. No. 4. No. 4. 3 Min. hinter dem Paradiesgarten. Angenehmer Aufenthalt, großer ſchatt. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler etc. Vorder- u. Hintergarten mit großen Veranden, Hallen u. Lauben, großer E. H. No. 3. Filiale Berlin E. 1. Vortrag über Dynamomaschinen. 2. Verschiedenes. 3. Fragetaften. Tangfaal u. 3 Kegelbahnen, Kaffee- Montag, den 16. März 1896, abends 8½ in Meyer's Fettsälen, 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 138/14 Der Vorstand. küche. Zimmer für Vereine u. geschlossene Gesellschaften. Bei Festlichteiten stelle Saal u. Garten unentMetallarbeiter u. Arbeiterinnen Rixdorfs geltlich zur Verfügung Montag, den 2. März 1896, abends 8 Uhr: Große öffentl. Versammlung A in den Victoria- Sälen( großer Saal). Tages Ordnung: Fortsetzung der Tagesordnung von der aufgelösten Versammlung vom Sonntag, den 23. Februar. Sämmtliche Kollegen und Kolleginnen der Firma Riesling, Bergstraße 132, und der Firma Mank, Bergstr. 148, sind besonders eingeladen; außerdem alle Metallarbeiter und Arbeiterinnen. Die Meister sind brieflich eingeladen. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint pünktlich, da pünktlich geschlossen werden muß. Der Vertrauensmann der Metallarbeiter Rixdorfs. 113/20 Es wird mein Bestreben sein, für gute Speisen u. Getränke sowie auf merksame Bedienung Sorge zu tragen. Um recht zahlreichen Besuch bittend zeichnet Hochachtungsvoll 44582* Müllerstraße Nr. 7: Grosse Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Fräulein Minna Kube, praft. Naturheilkundige, über: Rheumatismus und Gicht. Entstehung und Heilung nach der Naturheilmethode. 2. Diskussion und Verschiedenes. Entree 10 Pf. Jedermann hat Zutritt. Die Ortsverwaltung. Eintrittskarten sind in folgenden Lokalen zu haben: Gieshoit, BoyenWalter, Badstraße 23; Werschte, Prinzen- Allee 25; Hilgenfeld, Bergs straße 60; Gleinert, Müllerstraße 7a. 183.6 Georg Schulmeistrat. traße 40; Bollion, Schulzendorferstraße 18a; Seifing, Schulstraße 114; Jeden Sonntag: Grosser Ball. = Verband der in Buchbindereien, Weiß- und Bairisch- Bierlotal. Ber der Papier u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. H. Scheip's Bierlokal, Marfiliusstr. 11, nahe d. Blumenstr, fehr@ lofal aller Sachfen. Gemüthliches und Sonntags. Achtung! Maurer! Achtung! ſein des Gonnabends, mo Sonntag, den 1. März, vorm. 10%, Uhr: 2 gr. öffentl. Maurerversammlungen in den Lokalen: Henke's Ballsalon( früher Renz), Naunynstr. 27, Schmidtke, Moabit, Stromstr. 28. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Wirthschaftliche Krisen und beren Folgen." 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Referenten: Genosse Faber und Genosse Th. Mehner. Angesichts der traurigen Verhältnisse in unserer Branche ist es Pflicht Jedes Kollegen, in diesen Versammlungen zu erscheinen. 132/8 Der Vertrauensmann der deutschen Maurer: Karl Panser, Golzstraße 39. Achtung! Kaufen Sie nur echte Branntwein. 43018* Schurig's Volks- Café 1. Lefehalle Dresdenerstr.128, Rottb.Th. 30 Zeitg. u. Journ., u. a.„ Vorwärts", " Leipziger Volfsztg."," Eth. Kultur" " Neue Zeit",„ Zukunft". Kaffee, Bier 10 Pf., Kartoffelpuffer à 15 Pf. Kollegen und Freunden empfehle mein Weiß- u. Bairischbier- Lokal. Für gute Speisen und Getränke ist geforgt. Vereinszimmer für 30 Personen. Vincenz Poremba, Grünauerstr. 17. Empfehle meinen Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch, B. Liebehenfdjel, Mariannenstr. 48. Gastwirth, 44342* Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 2. März, abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Th. Boltz, Alte Jakobstraße 75: 25/10 Mitgliedschafts- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Joh. Sassenbach über: ,, Aberglauben." 2. Mitgliedschaftsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Verband der Sattler n. Tapezirer ( Filiale Centrum). Sonnabend, den 29. Februar, abends 8%, Uhr, bei Pasch, Alte Jakobstr. 83: Mitglieder- Versammlung. E alten Nordhäuser, Cognak, Rum, Arrak Grünau. G. Lindenhayn, 158/14 0. J. Engelke, Neue Jacobstr. 26 bält seine Lokalitäten best. empfohlen. Kleinverkauf von 10 Pf. ab. E Tages- Ordnung: 1. Wahl des Schriftführers. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Künstl. Zähne 2 M. Schmerzloses Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Plomb.1,50. Rep. sof. Theilzahlg. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 9-7 Uhr Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin. 42452*