Morgenausgabe 7t 541 A 27i 4S. Jahrgang CBottjentfut) SS Pf. monatlich 3.60 37t im voraus zahlbar Postbezug 4.Z2 M. eln'chlleßlich HO Pfg. Poftzeitungs» 72 Lfg Postbestellgebührea Ausland»» abonnemem 6.— At oro Monat. Der.Vorwürts' erichetm wochentäg« lich zweimal. Sonnlog» und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Lzandel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beilagen.Dost und Zeil" und.Kinderireund" Ferne? �Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme".Technik".Bli«5 in die Bücherwest" und.Iugend-Borwarts� Sonntag 12 November 1929 Groß-Äerlin 15 Pf- Auswärts 20 pf. WV P. VerUner volksblatt Jöntrawega« der SozialdemoSeattschen Oavtei DeMONmdS Dl««Ins» eilig««onpare,llezeN» Iv Pfennig. Reklame'eU» b.— Reich». warf„KlemeAn�eiyev' da» eitge» druckt» Won 2ö Piennig(zulässig zwe« Tengedructte Worte) tedes weiter» Won 12 Pfennig Stellengeiuch» das erst» Won lö Pfennig, tede» weiter» Wori 10 Pfennig Worte übe» lb Buchstaben »ädlen für zwei Worte VrdeitsmarD Zelle 60 Pfennig Familienanzelgen Zeil« 40 Pfennig Anzeigenannohme irnfjoupt» Geschäft Lindenstraß» 3 wochentäglich «on bis 17 llhr. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönbofi 282— Ät? Telcgramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwaris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 87536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallstr. 65. Dt. B. u. Dizc.-Ges.. Depositenkasse Lindenstr. 8. Awt zurWaMf L)eute wird für vier Jahre über die Richtung der tünfti- gen Verwaltungsarbeit in Berlin entschieden. In den ver- gangenen vier Jahren ist ein gewaltiges Stück Auf- bauarbeit geleistet worden, wesentliche Fort- schritte auf allen Gebieten konnten im Interesse der Be- völkervng verwirklicht werden. Trotzdem ist in diesem Wahl- kämpf ein haßerfüllter Kamps gegen die Verwaltung geführt worden, die der Veoökerung von Berlin wertvolle Dienste geleistet hat. Das gewallige Ausmaß an positiver Leistung ist hinter einem noch g?waltig:ren Ausmaß von Lüge, Verleumdung, Beschimpfung und chaß verschwunden. Diese ganze trübe Schlammflut wälzt sich gegen die Sozialdemokratie. Die Berliner Stadtverwaltung war in den nun abgelaufenen vier Jahren nicht sozialdemokratisch. Die Mehrzahl der maßgebenden Verwal- tungsämter war in der Hand der bürgerlichen Parteien. Aber eben die Parteien, die so stark an der Stadtver- waltung beteiligt waren, wollten im Wahlkampf nichts davon wissen. Die Betonung der positiven Leistung wurde der Sozialdemokratie überlassen, die sich stolz zu ihrer Verantwortlich- keit bekennt— die Leistung dieser vier Jahre spricht besser für sie, als tönende Worte. Die bürger- lichen Parteien haben es vorgezogen, eine Einheitsfront der Be- schmutzung der Stadtverwal- t u n g zu bilden, um in dieser Einheitsfront geschlossen die Sozialdemokratie zu bekämpfen. Flucht vor der eigenen Ver- antwortung und der eigenen Leistung in die niedrigste und schmutzigste Demo- gogie— das kennzeichnet die Haltung der bürgerlichen Parteien in diesem Kommunalkampf. Warum diese Flucht vom Positiven in den Schmutz? Das Bürgertum ist unzufrieden mit der Tatsache, daß der Einfluß der So- zialdemokratie, und damit der Einfluß der Arbeiterschaft in der Verwallung des Reichs, der Länder und der Gemein- den langsam, aber stetig wächst. Es er- schrickt vor der Richtung aus das So- ziale, es entsetzt sich davor, daß der Ein- fluß der Sozialdemokratie zu positiven Leistungen führt. Einst hieß das Schlag- wort des Bürgertums: Wiederaufbau — nun, da der Wiederaufbau im öffent- lichen Leben im sozialen Geiste im Gang ist, heißt die Parole: Abbau. Auf allen Gebieten. Abbau der Steuern, die den Besitz belasten. Mbnu der Sozial- Politik. Llbbau der öffentlichen Leistungen der Gemeinden. Und vor allen Dingen natürlich Abbau der Sozialdemokratie — denn die Sozialdemokratie steht diesen allgemeinen Abbau- absichten hemmend im Wege. Der Kampf um die Kommunalwahlen begann mll dem Feldgeschrei der großen Industrie: Zurückdrängung der öffentlichen Hand. Es sollte«in grundsätzlicher Kampf der Privatwirtschaft gegen die Ansätze des Gemeinde- fozialismus werden. Von dieser grundsätzlichen Auseinander- setzung war keine werbende Wirkung für die bürgerlichen Parteien zu erwarten. Die öffentlichen Betrieb« auf dem eigentlichen Gebiete der Privatwirtschaft sind auch in der Ricsenstadt Berlin geringfügig. Die Privatwirtschaft hat auf sie nicht entsche'denden Wert gelegt, wohl aber auf d i e großen Versorgungsbetriebe: Gas, Elektrizität, Perkehr. Hier find Riesenbetriebe mit ständig wachsendem Abnehmerkreis und gesicherter Rentabilität. Zurückdrängung der öffentlichen Hand— das heißt in Wahrhell Wiederausliefernng dieser großen Versorgungs- betriebe an die Privatwirtschaft, heißt Raubbau, heißt aus- beutende Tarifpolllik zugunsten des Großbesitzes! E s h a t keines Partei gewagt, mit dieser ehrlich eingestandenen Forderung vor die Wähler zu treten. Was private Tarifpolllik, was der Segen der Privatwirtschaft in den Dersorgungsgbetrieben bedeutet, das weiß die Berliner Bevölkerung nur noch zu gut! D a s Z i e l des Bürgertums: die Hemmung der Ent- wicklung in der Richtung zum Sozialen, der Abbau der er- reichten Fortschritte, die Ersetzung des sozialen Kurses durch den reaktionären Kurs. Aber die Propaganda? Das Bürgertum ist nie so ideenarm gewesen wie heute. Es ist zudem ein Zeichen des schlechten Gewissens, daß das Bürgertum seine wahren Ziele nicht ideologisch verbrämt zu verteidigen wagt. Die fehlende Idee wurde ersetzt durch den Skandal, den letzten Ausweg derer, denen sonst nichts einfallen will. Aus der grundsätzlichen Auseinandersetzung um die Richtung der Gemeindepolitik wurde ein Skandalwahlkampf. Der Berliner Kommunalwahlkampf war das schmutzigste, was wir bisher auf diesem Gebiete erlebt haben. Gemeinsam mit den Kommunisten haben die bürger- lichen Parteien von links bis rechts die Berliner Stadtver» waltung als einen einzigen Korruptionsherd, als eine riesige EUerbeule hingestellt. Parteien, die selbst sehr stark an der Berliner Stadtverwaltung beteisigt sind, haben sich nicht ge- scheut, das eigene Nest in der widerwärtigsten Weise zu beschmutzen und die eigene Sache, den«ige- nen Anteil an dieser Verwallung im Schlamm der Ver- leumdung zu ersticken. Ein Wahnsinnsanfall, in dem ein Höchstmaß von schmutziger Gesinnung und üblen In- stinkten zum Ausdruck gekommen ist— das war der Berliner Kommunalwahl- kämpf, eifrig geschürt von jenen, denen es nur auf Zersetzung, nur auf Hem- mung positiv aufbauender Arbeit an- kommt. Die Sozialdemokratie hat ihr bestes getan, um in dieser Schlamm- flut das Positive an Leistung und den tommunalpolitischen Sinn der Wahl hochzuhallen. Sie hat von kommunaler Finanzpolitik, von den Problemen der Masienoersorgung, von der Not und den Bedürfnissen der Bevölkerung ge- redet, während die anderen von einer verleumderischen Sensation in die an- dere verfielen. Si« hat von Wohnungs- bau, von Elektrizitätsversorgung, von Krankenhäusern und Grünflächen und Berkehr geredet— während die anderen die geistigen Kosten des Wahlkampfes mit dem Pelz des Oberbürgermeisters und dem Stlaret-Geschret bestritten. Korruption hieß das Feldgeschrei des Bürgertums— aber sie meinten die großen Versorgungsbetriebe. Sauber- keit der Verwaltung— aber sie wollten die Auslieferung der öffentlichen Werke an die Privatwirtschaft zur Ausplünde- rung der städtischen Bevölkerung. Um so egoistischer das Ziel, um so lauter das Skandalgeschrei. Hier die Sozialdemokratie und die positiv aufbauende Arbeit— dort die gegen sie anbrandende Flut der Ver- logenheit und des Wühlens im Schmutz. Man kann mit der Skandalhetze vielleicht«ine Massenpsychose erzeugen und die Köpfe verwirren— eine aufbauende Verwaltung im Dienste des Fortschritts aber kann man niemals damit schaffen! Die Sozialdemokratie geht unbeirrt vom Haß, unerreicht von der verlogenen Hetze über die„rote Korruption" ihren Weg. Sie weiß, daß ihrem Wirken die Zukunft gehört, und sie ruft heute alle» Bürgern Berlins zu: Kommt zu uns, arbeitet mll uns zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger, schiebt die Ver- leumder beiselle— reinigt mit uns Berlin von dem Sumpf der politischen Verleumdung! Für die Sozialdemokratie sprechen ihre Taten, ihre Arbeit für den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt. Der Ansturm des Bürgertums in diesem beispiellos schmutzigen Wahlkampf zeigt, daß unser« Arbeit wirkungsvoll war. Die Gemeinden sind zu Brennpunkten der großen sozialen Auseinandersetzung ge- worden. In den Gemeinden vollzieht sich der Kampf zwischen dem Gruppenegoismus der Privatwirtschaft und der dem Gemeinwohl dienenden Arbeit der Sozialdemokratie. Heute finden im größten Teile Deutschlands Kam- munalwahlen statt. Ueberall geht es um die gleichen Probleme, überall gill es, freie Bahn zu schaffen für die sozialdemokratische Arbeit in den Gemeinden! Diese Wahl ist praktisch von der gleichen Bedeutung wie eine allgemeine Parlamentswahl, sie wird bestimmend sein für die nächsten vier Jahre kommunaler Arbell! Wählt sozialdemokratisch! Bitte, was ist deutschnational? Antwort erbeten an die Redaktion der„Kreu�Zeitung". Sollte in Berlin nächstens ein Herr auftauchen, der die Vorübergehenden fragt, ob sie nicht zufällig wüßten, was eigentlich d e u t f ch n a t i o n a l ist, so wird das sicher der Major a. D. F o e r t s ch, der Hauptschriftleiter der„Kreuz- Zeitung" sein. Herr Foertsch ist nämlich über die Hugen- bergerei derart aus der Fasson geraten, daß er planlos herumirrt und nicht mehr recht weiß, was seine eigene Partei zu bedeuten hat. Schwer bedrückt fühlt sich Herr Foertsch durch das Bünd- nis seiner Partei mit den. Nationalsozialisten. Er fürchtet nämlich,„daß die nationalsozialistische Bewegung in wtrt- schaftlicher Beziehung schließlich beim Staatssozialis- m u s endet, wo sie ich mit dem Marxismus zusammen» finden würde". Darum hält er„einen gewissen Trennungs- strich" für notwendig.„Auch fördere", fügt er hinzu,„das Zu- sammengehen nlit den Nationalsozialisten die Bestre- bungen gewisser geheimer Konventikel, die sich mit Parteitum- und-Neubildungen befassen". Der verzweifelte Major fährt sodann fort: Wir würden es für richtig hatten, wenn der in der nächsten Woche vorgesehene d e ut s ch n a t i o n a l« Parteitag Klarhell schaffen würde. Wir stellen daher di« Frage: Wie soll der Kurs der Partei weitergehen? Und dann noch ein« weitere Frage, die uns hier besonders interessiert: Kann die Deutsch- nationale monarchisch« Partei mit der offenbar republlka- nischen nationalsozialistischen auch noch dem Volksentscheid weiter zusammengehen? Man mag einwenden, daß diese Klärung zu früh verlangt wird, weil die Entscheidung über dos Freiheitsgesetz noch aussteht, aber andererseits besteht ein so großes Drängen in den nationalen Kreisen und auch über di« Deutschnationale Partei hin- aus, daß man die Festlegung der Linie des künftigen deuttchnatio- baten Kurses nicht länger hinausschieben kann. Schließlich ist e» ja auch der hauptsächliche Zweck eines Parteitages, Grundlagen und Haltung der Gesamtpolitik festzusetzen. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn man darüber hinaus wenigstens in großen Zügen, eine Art Refvrmprogramm verkünden könnte, aus dem erkennbar ist, ob künstig eine konservative Linie innegehatten werden soll. Das Pendeln der Deutschnalionalea Volk». partei zwischen Konservativismus, Liberalismus und einem tra- desinier barem Etwas wird die Partei eines schönen Tages vor noch größer« Schwierigkeiten stellen als bisher. Deutlicher kann nicht gesagt werden, daß die Deutsch- nationale Partei vollkommen steuer- und ziellos dahintreibt. Sie weiß selber nicht mehr, was sie zu bedeuten hat und was sie will. Herr Foertsch erwartet Antwort auf seine bangen Fragen vom deutschnationalen Parteitag in Kassel. Der Parteitag, der vor der Volksabstimmung stattfindet, wird diese Antwort nicht geben können. „Volksbegehren" im Reichstag. Interessante Verhandlungen in Gicht/ Fronde gegen Hugenberg. '"' Sofort nach seiner Wiederkehr aus den Ferien wird der ZWchs- tag da» sogenannte„Froiheitsgesetz" der H ug enb.« rg.»H itl e r» S« l dt e in Behandlung nehmen. Das Ergebnis der Gesamt» abstunmung über diese Vorlage wird man ohne besonder« Spannung erwarten. Denn der Reichstag hat<91 Mitglieder, davon gehören zmst Hugenberg-Block 78 Deutschnatwnale und 12 Rationalsozialipen. zusammen 99. Auch wenn von den christlichnatwnalen Bauern Zu- zug kommt, wird di« Zahl von 199 nicht erreicht werden. Der Reichs» tag wird also die Vorlage annähernd mll Dierfünftelmehrheit ab- lehnen. Run macht ober die„DAZ." eine Mitteilung, die, wenn st« zutrifft, stärkste Sensation hervorrufen muß Donach kann Hugen- berg im Reichstag nicht einmal mll einer Fünstelminderhell rechnen, well ihm ein Teil der deutschnokionalev ReichsiagssraNlou die Gefolg. schaft versagen wird. Nach den Angaben des genannten Blatte« richtet sich der Wider- stand der frondierenden deutschnationalen Abgeordneten besonders gegen den§<, den berühmten Zuchthausparagraphen. Bei der Ab- stimmung über Ihn dürfte danach di« ohnehin kleine Minderheit des Hugenberg-Blocks noch weiter zusamn»enschmelzen. Einer Frak-' tionssttzung om nächsten Montag soll Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit besondere Bedeutung zukommen. Wir müsien der„DAZ." die Verantwortung für ihre Meldung überlassen. Unwahrscheinliches behauptet sie freilich nicht. Don den 49 deutschnationolen Abgeordneten, die am 29. August 1924 durch ihr Ja die Annahme des Dawes-Plans herbeiführten, gehören noch 23 dem gegenwärtigen Reichstag an. Diese 23. die für das Be> stehen des Dawes-Plans in erheblichem Maße die Mllvcrantwsrtung tragen, sollen nun diejenigen, die eine Milderung des Dawes- Plans erstreben, für Landesverräter ertlärenl Das Opfer des Intellekts, das zu bringen nian ihnen zumutet, ist ganz un- geheuerlich. und man darf wohl glauben, daß«s Leute unter ihnen gibt, die stch weigern, über Huyenbergs Stock zu springen. In parlamentarischen Krelsen unterhält man sich auch schon vi«l über die Frage, wer für die deutschnationale Fraktion als Redner in Erscheinung treten wird. Herr Hugenberg leidet. wie allegemein bekannt, an einer krankhaften Reichstagsscheu. Bei dem.Volksbegehren" handelt es sich aber so sehr um seine per- sönlich« Angelegenheit, daß man sich in diesem Fall einen«m- deren als ihn kaum auf der Rednertribüne vorstellen kann. Wahr- scheinlich hat auch keiner der Prominenten Lust, den Prügelknaben für Hugenberg abzugeben und sich von der ganzen Wel! auslachen zu lasten. Auf all« Fälle: es wird interessant werdenl Rußland fürchtet die Wahrheit. Paul Gcheffer darf nicht zurück- We' das„Berliner Tageblatt" mitteilt, ist seinem lang- jährigen Korrespondenten in Moskau. Paul S che ff er. der sich zurzell auf Urlaub in Deutschland befindet, von der hiesigen Sowjü. botschast notifiziert worden, daß ihm di« Rückkehr nach Mos- kau untersagt wird. Die Nachricht ist geeignet, in derganzen Welt Aufsehen zu erregen, denn Paul Schesfer war nicht nur einer der äliesten, sondern auch einer der angesehensten Auslandskorrespondenten in der Sowjet- union. Seine Berichterstattung war im allgemeinen p r o b o l s ch e- w i st i s ch. besonders in außenpolitischen Fragen. Deshalb hat das Außenkommistariat bis zuletzt versucht, diese einer Ausweisung gleichkommende Maßnahm« zu hintertreiben. Aber di« GPU. war stärker und setzt« ihren Willen durch. Schesser hatte stch nämlich den Zorn der Tschekisten schon fxüher zugezogen, als er z. B. im S ch a ch t y> P r o z e ß bei aller Vor. ficht der Ausdrucksweise unverkennbar die Monstruosiiät und Sinn- losigkell der Anklage nachwies, di« bekanntlich mll zahlreichen Todes- urteilen und Erschießungen endete. Auch die Hinrichtungen von Geiseln nach dem Attentat auf den Warschauer Gesandten Woi- kow hatte«r unerschrocken kommentiert. Als erster hatte er di« zu- nächst sorgfältig verschwiegen« Versorgung der Trotztisten bekanntgegeben, ebenso wie die Verbannung Trotzkis nach der man- golischen Grenz«. Die„Rote Fahne" hatte wiederholt öffentlich die Aus- Weisung Scheffers gefordert, well«r als Korrespondent«ine» „Börsenjobberblattes" die russische Revolution verleumd«. Das hin- dert« das Berliner kommunistische Blatt nicht, bald danach Schesser als Kronzeugen ausführlich zu zitieren, sobald sich in seinen De- richten«twas fand, was den Volschewisten gerade In den Pro» pagandakram paßte. Der Chefredakteur des„B. T.', Theodor Wolfs, schildert tu einem Artikel, wie die Sowjetregierung sell langem versuchte, das ..Berliner Tageblatt" zu einer Zurückberufung Schefiers zu ver- anlassen. Man scheute offenbar in Moskau das Odnim einer Aus» weifungsmaßnahme. Der Botschaiter K r e st i n s k i selber hatte Th. Wolfs in diesem Sinne bearbeitet, aber vergebens. Dann suchte man in Moskau durch Schikanen Scheffer mürbe zu machen.» damll er freiwillig seinen Posten verlasse. Ebenfalls umsonst Jetzt hat man einen Auslandsurlaub Scheffers als Vorwand benutzt. um ihm das Rückreisevisum zu versagen. Ein neuer„Erfolg" der GPU. Das„Berliner Tageblatt" teilt mit, daß es bis auf weiteres Scheffer nicht ersetzen werde. „da die Erfahrung bewiesen hat, daß unter der Gewaltherr- schaft, die heitte sich dort betätigt, ein« objektiv-historische ve- richterstallung völlig unmöglich ist". Wir wußten das freilich schon' lange, obwohl oder gerade weil der sozialdemokratischen Presse Deutschlands die Entsendung eines ständigen Korrespondenten stets verweigert worden ist. Auch der. Fall Hein ig ist ollen in Erinnerung. Stolin- Rußland fürchtet die Wahrheit. Es kann nur Kreaturen und Reptilien gebrauchen. Sokolnikoff Botfchafier in London. Moskau, 16. November. Wie nunmehr offiziell bekanntgegeben wird, ist Grigori S o- k o l n i k o s f, der Vorsitzende des Naphthasyndikats, zum Bot- s ch a f t e r der Russen in England ernannt worden. Gaarverhandlungen in 4 Wochen. Minister Pernot französischer Oelegationssührer. Varl». 16. November.(Eigenbericht.) Die Regierung Tardieu hat sich am Sonnabend in zwei Sitzungen mtt der außenpolitischen Lag« befaßt. Briand berichtete über sein« diplomatischen Verhandlungen zur Vorbereitung der zweiten Haag er Konferenz und über sein« Unter- redungen mll dem deutschen Botschafter von Hoesch. In der letzten dieser Unterredungen ist der Beginn der Verhandlungen über die Rückgliederung des Saargeblete», die ursprünglich aus den 28. Oktober festgesetzt, wegen der französischen Regierung»- krise aber oertagt worden war. für nächste Woche in Aussichl genommen worden. Die Regierung hat dies« Vereinbarung gebilligt, und als B.«r« Handlungsführer den Minister für öffentlich« Arbei'es Peru ot bestellt. Diese Entscheidung zeigt, welch« groß« B«- deutung Frankreich den Saarverhandlungeu beimißt. Sie deutet darüber hinaus auf ein geschickt«» innenpolitische» Manöver hin. Pernot gehört der Rechten des Parlaments, der Gruppe Tiarin, an. Troßdem hat er stch mehrmals öffentlich für die Politik von Locarno bekannt und ha' sich auch sonst als weitblickender Außenpolitiker erwiesen, so daß er selbst in den äußersten Linkstreisen allgemein Achtung genießt. Wenn er jetzt die politische Verantwortung für die Saarverhandlungen über- nehmen soll, so natürlich nur, um die nationalistischen Elemente in der M a r i n- G r u p p e bei der Stange zu haben. Sein« Bürg- schaft soll den Marin-Leuten als Garantie dafür dienen, daß dio französische Lerhandlungsdelegation nicht wieder, wie die sronzösi- schen Ueberpatriöten behaupten,„Besiegtengeist" zeig« und ein«„Ver- zichtpolitik" treiben werde. Diese innenpolttische Sicherstellung der Saarverhondlungen war im Interesse der Existenz des Kabinett Z durchaus notwendig. Aus dem französischen Gefängn'S entlassen. Mainz. 16. November Au» dem französischen Militärgesängnis wurden am Freitag zehn Deutsche entlassen, die wegen Spionage zum Teil seit 1923 mit Gefängnisstrafen bis zu 15 Iahren verurteilt waren. Die Verhaftungen eriolgrcn teils im Ruhrgsbict teils im besetzten Gebiet. Bei zwei der Verurteiiken war die Spionage erwiesen, während di« übrigen lediglich auf Grund von Verdächtigungen in» Gefängnis kamen, aus dem sie jetzt anscheinend durch Austauschverfcchren frei gekommen sind. Landtagssch�uß in Thüringen. Mi.lionengeschen? an die Kirche. Weimar. 16. November.(Eigenbericht.) Am Freirag nahm der Landtag von Thüringen in seiner letzten Sitzung den Au-einanderschungsvertrvg des Landes mit den evangelischen Kirchen gegen die soMsstlschen Summen an. Das 1640000 Einwohner zählend« Land muß danach auf ewige Zeit einen Betrag von etwa 4 Millionen Mark jährlich an die Lirchen zahlen. Mit einer kurzen Rede schloß darauf der Landtagspräsident Leber(Soz.) den 4. Landtag von Thüringen und forderte die Parteien zu einem Wahlkampf auf. der ss« in die Lage ver- setzt, sich im ö. Landtag wieder zu ersprießlicher Arbeit für da» Land zusammenfinden zu köunen. Nationale Ehrenmänner. Hütet Euer Geld vor ihnen? In Loburg, augenblicklich Hochburg der Hitlerei, sind die beiden.muttonalen" Direktoren der Bereinsbank wegen Unregel- Mäßigkeiten ihres Amte» enthoben worden. Wie groß di« „Unregelmäßigkeiten" sind, erfährt man natürlich nicht. Der Bank- vorstand ist zu„imtional", al» daß er für restlose Aufklärung der Oeffentlichkett sorgen würde. Das erweiterte Schöffengericht Bonn verurteilte den deutsch- nationalen Eutsbesitzer Schmitz-Hübsch aus Merten wegen Betruges und Untreue zu 8099 Mark Geldstrafe. Er hotte als Vorsitzender der im vorigen Jahr« zusammengebrochenen Ver- einsbank in Merten«inen Staatskredll von 59 999 Mark, der für notleidende Landwirte bestimmt war. zur Bezahlung alter Schulden der bereits in Zahlungsschwierigkellen steckenden Vereins- dank benutzt. Dem Angeklagten wurde in der Verhandlung von dem früheren Rendanten der Dereinsbank vorgeworsen, er habe im Herbst 1924 von den damals«ingezahlten 199 999 Mapt Spar- geldern 78 999 Mark al» Darlehen f ü r sich verwendet. In Parchim wurde am Frellag der natianalsozialistisch« Bankbeamte Thvrban aus Güstrow verhaftet, der bei der Depositen- und Wechselbant in Güstrow in den letzten Iahren etwa 12 999 Mark unterschlag«» hat. Thorban war sell einigen Togen aus Güstrow verschwunden. Das Herzoqtum Adenauer. Heftiger Wahlkampf io Köln. Köln, 16. November(Eigenbsrichk). In Köln hat sich der Wahlkamps sehr stark zwischen Zentrum mid Sozialdemokratie zugespitzt. Die beiden Parteien bekämpfen stch mll der gleichen Leidenschaft, wie vor dem Kriege. Das Zentrum ist kn großer Nervosität, well Obcrbürgerineister Adenauer unmittelbar noch dem Zusammentritt de? Stadt- verordnetenversammlung sich zur Neuwohl zu stellen hat Adenauer selbst hat stch in die vorderste Reihe der Wohlbewegung sür da? Zentrum gestellt. Infolgedessen hat die Sozialdemokratie am Frellag in zwei großen Versammlungen durch Goerlinger, den Lorsitzend«n der sozialdemokratischen Stadtverozduetenfrottton, und Sollmann m dem Problem„Adenauer" Stellung nehmen lassen. Beide Redner sprachen stch dahin aus, daß Adenauers Autokratie und die«enfeitege Zentrumsherrschaft sich ungünstig für die Stadt Köln auswirkt. Sollmonn beschwert« stch außerdem, daß das Zentrum rücksichtslos ein Monopol für s«in« Perko. nalpoltttck im ganzen Rheinland für sich t» Anbruch nehme. Auch damit müsse aufgeräumt werde«. Die Beamten der Reichsbahn. Falsch« Gei üchte über die pariser Verhandlungen.- Kein ii» ngesteliteuver hältnis. In einem Rundschreiben des, Bundes deutscher Reichsbahn- inspektoren und Amtmänner in mehreren Tageszeitungen und in der Fachpresse der Reichseisenbahubeainten sind über die Pariser Reichsbohnoerhandlungen und dos zukünftige Schicksal der Reichsbahnbeamten' B.hauptungen aufgestellt worden, die d e Beamten beunruhigen müssen. So heißt es, in Paris sei ein Untcrz ausjchuß mll' der Prüfung der Anwendbarkell des Dashinxtoncr Abkommens auf das Reichsbahnpersonal beschäftigt und dem Kom' ee sei unter dem Einfluß dar Ausländer dieses Au-schusscs und der Internationalen Transportarb:it:rsöd«ration die U« b e r s ü h r u» g der Reichsbahnbeamten in das Angestellten- Verhältnis— mit Einschränkung der Penstonsansprüche— empfohlen otorden. Der ADGB. sei in Paris vertreten, ebenso da» deutsche Reichsarbeitsmiussterium. Dies« Behauptungen sind in allem Wesentlichen falsch. Das Vorstandsmitglied des Einheitöverbandes der Eisenbah er Deutschlands Karl Blaß und der Generalsekretär der Geroerks last deutscher Lpkomoiipsührer Issef Farber die als Gutachler in Personalsragen an den Pariser Verhandlungen beteiligt sind, hast n uns zu der Frage«ine Erklärung übersandt, in der es wärt- lich heißt: «rtlären hierzu öffentlich, daß die Behauptungen in den Pariser Verhandlungen keinerlei Grundlage Haie.!. Au, unserer, auf intensivster Wiiarbell an den Personalfragen beruhen- den Kenntnis der Verhandlungen stellen wir fest, daß es in Po i» ai««inen Unterausschuß des Organisationskomit.'e» ge- geben hat. daß nie und von keiner Seite die Unterstellung der Beamten unter den Angestelltenvertrag und die Beseitigung des Berufsbeamtentums zur Debatte gestellt wurde, daß keine Ver- treter des ADGB. an den Verhandlungen beteiligt ware-r u id von den v er Gewerkschaftsvertretern nur«mer der soziali�isch-m Partei angehört« Damit entfallen auch gleichzeitig alle Schluß- fokgerungen über die Einflußnahme der Aueländeri di: ei ge'olirn Auskünfte, die formulierten Antröge ulw W a h r i st l« d i g l i ch. daß«in Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, cl? est er an t:» Verhandlungen stark interessierten Behörde. der deutschen Delegation beigegeben- war. Die angesichts des internationalen Charakters der Verhanb- l'moen-üs KbftoerOän' r-b aebolen» V»rtr�"l!ck keit verb'«!«' er"ns leider, über den wahren Gang der Verhandlungen jetzt schon nähere Auskünste zu geben. Da solch« Gerücht« jedoch geeignet sind, die Jnieresien de: Eisenbah-er aui das Empfindlichste ,» schädigen, halten wir uns verpflichtet, öffentlich die obige Fest. stellung zu machen und insbesondere di« Reichskohnbeamter.sch st zu bitten, sich durch keinerlei derartige Gerüchte mißbrauchen zu lassen. Die Not des Ostens. Verarmung uns Entvölkerung. Auf Einladung der provinzialoerwaltungen von Nieder- schleflen, Grenzmark, Brandenburg und Pommern bereislen einige Vertreter der deutschen Nachrichtrnbureaus die Grenz- mark von Schlesien bis zum äußersten Nordosten Pommerns. lieber die Eindrücke dieser Aeise wird uns geschriebene Diese Fahrt, die über eine Grenzstrecke von mehr als 1000 Kilometer fiihrie, zeigte den Teilnehmern die trostlose Lage, in der sich heut«, zehn Jahre nach der neuen Grenzziehung, noch der ge- samt« deutsche Osten befindet. Die neue Grenze im Osten Hot die wichtigsten Lebensadern der agrarischen und industriellen Wirtschaft durchschnitten. Die überwiegend westöstlich gerich- teten Verkehrswege, Eisenbahnen und Straßen find zerrissen, alie Absatzgebiete sind von ihren natürlichen Produktionszentren getrennt, so daß trotz vieler erfreulicher Zeichen eines Wiederaufbaues der Gesamteindruck in den vier Ostprovinzen westlich des polnischen Korridors äußerst bedrückend ist. Die Umstellung der jetzigen Grenzgebiete wird durch die kata» sirophalen Verkehrsverhältniss« äußerst erschwert. Die einze'nen Grenzkreis« und Provinzen sind nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln den Ausbau eines neuen Verkehrsnetzes durch- zuführen In einer Tiefenzone bis zu 40 Kilometern ist in Dützen- den von kleinen und mittleren Städten eine früher blühende Industrie fast restlos zusammengebrochen. Drückende Arbeitslosigkeit und Entvölkerung der Grenzgebiete waren die Folgen. Die Landwirtschaft ist infolge fehlender Bahnanschlüsse und miserabler Wegeoerbältnisse mit Fracht- kosten derart belastet, daß Groß- und Kleinbetriebe in weiten Land- strichen für eine rentable Wirtschaft überhaupt nicht mehr in Frage kommen Bei Zwangsversteigerungen, besonders in der Grenzmark und in chinterpommern, finden sich in vielen Gegenden überhaupt keine deutschen Käufer mehr, da auch der tüchtigst« Landwirt durch die verhängnisvolle Abschnürung von den großen Verkehrswegen aus seinem Gut nichts herausholen kann. In solchen Gegenden saßt die polnisch« Siedlung auf deutschem Boden Fuß. Auch kulturpolitisch liegen die Dinge in der Grenzmark sehr im argen. Im Kreise Flatow nördlich Schneidemühl muhten Schulen durch die Baupolizei wegen Gefährdung der Kinder geschlossen werden: der Unterricht mußte vorübergehend im Freien fortgefetzt werden. In vereinzelten Fällen mußten Ställe alz Notschulen dienen. Die Wohnräume der Lehrer- samilien befinden sich teilweise in unglaublichen Zuständen. Ver- schiedentlich konnte man Schlafzimmer und Küche ohne F« n st e r feststellen. Diese Zustände wirken um so verhängnisvoller als die vom polnischen Staat« unterstützten Minderheitsschulen sich sehr stark von den deutschen Schulen in diesem Kreise abheben. Die verantwortlichen Führer der Grenzprovinzen sind sich über die Auswirkungen der drohenden wirischastlichen und bevölkerungspolitischen Gefahren, die aus den geschilderten Zuständen erwachsen, völlig im klare«. Sie weisen mit Reckt auf die Anstrengungen des polnischen Staates hin, feine Westmork durch Siedlung, Ausbau des Derkehrsnetzes. Vorzugstarife usw. zu stärken. Dr. Caspar!. der sozialdemokratische Landeshauptmann der Provinz Grenzmark- Weftpreußen-Pofen faßte die Forderungen, die bereits s-der einzeln« Landrat in den Grenzkreifen der Presse vorgetragen hatte, dahin zusammen, daß die S e l b st h i l f e der Ostprovinzen auch der Durch- führung der allerdringendsten Aufgabe nicht gewachsen sei. Wenn jetzt ein Hiljsprogramm für den Westen aufgestellt werde, so sei dies für den gesamten deutschen Osten ein Schlag ins Gesicht. Ohne die Rvde und die Leiden der Rheinlandbesetzung verkennen zu wollen, müsse man doch sagen, daß der Westen Deutschlands im großen und ganzen seine volle wirtschaftliche Einheit habe erhalten lönnsn, während der zerrissene Osten langsam aber sicher dahinsieche. Der preußische Staat, dessen Unterstützung von Dr. Caspar! durchaus anerkannt wurde, soll« endlich seinen Wider- stand gegen die Besiedlung der großen staatlichen Domänen in der Provinz Grenzmark ausgeben. C? müsse klar und deutlich auf die Gefahren hingewiesen werden, die durch die Entvölkerung der o st de u/s che« Grenzgebiete und das Nachstoßen des Polen- tum? für den ganzen deutschen Staat erwachsen würden. Man müsse daher vom Reich und von dem preußischen Staat fordern� daß sie künftig bei allen politischen Entscheidungen d'« Ostfrage unter dem Gesichtspunkt ansehen, daß finanzielle wirtschasts- und Verkehrs- politiflch« Unterstützung der Ostprovinzen zu den dringendsten Auf- gaben der deutschen Politik gehören müssen. Verfassungskompromiß in Wien? (Schobers optimistische Ankündigung. Die Regierungsbildung in Rade«. Es wird weiter verhandelt. Karlsruhe, IS. November.(Eigenbericht.) Di« Verhandlungen über die Regierungsbildung in Baden stnd auf einem tosen Punkt angelangt, nachdem dos Zentrum den anfänglich von ihm�gehegten Plan der Bildung einer Zweiparteien-Regierung nnt der Sozialdemokratie neuerdings wieder aufgegeben hat. Andererseits hat sich die liberale Arbeitsgemeinschaft (Dolkspartei und Demokraten) inzwischen zur Wiederaufnahme der Berhandlunacn bereit erklärt. Am Dicnrtag wird weiter oerhandelt. Man will bis zum Wicderzusammentritt des Landtags, am low- menden Donnerstag unter allen.Umständen«in« Regierung gebildet haben. Die«, lS. Roveinber.(Eigenbericht.) Pressevertretern erklärte Bundeskanzler Schober, daß die Berfasfur. gsvorlage voraussichtlich in 10 bis 12 Tagen unter Dach sein werde. In sehr vielen wichtigen Punkten sei ein Einvernehmen bereits erzielt worden. Die volle Klärung der noch ungelösten Fragen fei für kommend» Woche zu erwarten. Infolgedessen sei anzunehmen, daß das P«r- fossungswerk ohne Zwischenfall verabschiedet und sich dann dl« Wirtschaftslage schnell heben werde. Sollt« dennoch jemand so verrückt s«in und Unruhe stiften wollen, so werde die Regierung alles tun, um derartige Gedanken als nutzlose Störung auszuschalten. Die Grundlagen der Einigung. Wien, IS. November.(WTB.) Ueber den gegenwärtigen Stand und die Aussichten des Der- fassungsreformwerkes verlautet gegenüber verschiedenen ander- weitigen Nachrichten von unterrichteter Seit«, daß eine Anzahl wichtigerPunkteder Vorlag« auch von der Opposiition angenommen worden ist, so. daß hierfür im Nationalrat die not- wendige Zweidrittelmehrheit gesichert erscheint. Dies betrifft besonders di« Stellung des Bundespräsidenten. für die im wesentlichen die deu t s che Verfassung vorbildlich ist. Das dem Bundespräsidenten zuzugestchend« Notverordnungsrecht soll allerdings dadurch«ingeschränkt werden, daß der Nationalrat bei seiner Anwendung binnen 30 Tagen davon zu verständigen wäre, die Verordnungen zu genehmigen hätte, sie aber auch ausheben könnte. Angenommen sind bisher auch di« grundsätzlichen Bestim- mungen über di« Wahl des Bundespräsidenten durch da» Volk, serner über die Führung der Wahllisten überhaupt durch di« Polizei, und schließlich wesentliche Punkte der Bor- lag«, die di« Stadt Wien betresfen. Ueber andere Punkt«, über die zwischen der Mehrheit und der Opposition bisher kein« Einigung erzielt werden konnte, hat der Bundeskanzler in den letzten Tagen mit Bertretern der Mehrheit «inzeln und zusammen sowie mit Vertretern der Sozialdemokratischen Partei eingehend verhandelt. Diese Besprechungen dauern noch an, doch ist für nächsten Witt- woch der Bersassungsausschuß einberufen worden, der die bisher fertig redigierten Bestimmungen der Vorlage, über die ein Einver- ständnis erzielt worden ist, sowie die Formulierungen der Parteien über die strittigen Punkte entgegennehmen und das Material dann nochmals dem Umerausfchutz zuweisen wird. Man hofft, daß dieser in wenigen Sitzungen bis Ende der Woche fein« endgültigen Beratungen beendet haben wird, so daß die Bersassungsoorlage in ihrer zum Teil abgeänderten Form bereits übernächste Woche vom Verfassungsausschuß an den Nasionalrat weitergegeben und dort, wie erwähnt, mit Zweidrittelmehrheit angenommen werden dürfte. Niemand erwartete, wie von der maßgebenden Stelle be- sonders betont wurde, eine cn-bloc-Annahmc der ursprünglichen Derfassungsrcformvorlage, doch dürste das, was die Regierung sich fest sieben Wochen als Ziel gesetzt hat, also ein hoher Prozent- s a tz des ursprünglichen Inhalts verwirklicht werden. Die Regierung sieht,-(fo meldet WTB. weiter, offenbar Schober-ofsiziös) der Entwicklung der Dinge mit Ruhe entgegen. Sie glaubt auch nicht, daß alles das«intrifft, was vielfach im In- und Auslände als Begleitmusik zum Verfassungswerk mit viel Phantosse verkündet wurde. Sie hofft vielmehr zuversichtlich, daß trotz manchen Geschreis niemand die Durchdringung der Ber- fassungsvorlage hindern oder nach ihrer Annahme im National- rat versuchen wird, Unruhe zn stiften. Jedenfalls werde di« Re- gierung alles daran setzen, um von vornherein jede Störung des inneren Friedens zu verhindern. polnische Preßfreiheit. Gefängnis sogar wegen Abdruck einer Interpellation! Warschan, 16. Ravember. Das Warschauer Bezirksgericht verurteilte zwei Re- dakteu« der rechtsstehenden„Gazeta Warsznwska" wegen BerLchtlichmachuug der Regieruug zu je drei Monaten Gefäuguis. Acht Mouate Ge- fängnis erhielt der Verantwortliche Redakteur der „CTHlopska Prawda" sBaueru-Wahrheit), der beschuldigt wurde, in Form(?) einer Abgeordueteuiuter- pellatiou zum Klasseuhaß gegen die Grostgruudbe- sitzer ausgereizt zu haben. Endlich erkannte das Gericht gegen deu Redakteur der„Gazeta Chlopska" wegen eines Artikels, der de» Abg. Dombski zum Verfasser hat, aus drei Monate Gefängnis.—----— Nationalisten gegen Liquidationsvertrag. Warschau, 16. November.(Eigenbericht.) Die Agitation der polnischen Nationalisten gegen deu deutsch- polnischen Liquidationsvertrag wächst mit jedem Tag: ihre Presse veröffentlicht täglich Artikel, ü! denen sie die Regierung wegen des Rertrages auf das heftigst« angreift und zu beweisen versucht, daß dieser Pertrag für Polen unter keinen Umständen annehmbar sei, da Polen nie und nimmer aus dos Liquidations- und Wiederkaufs- recht verzichten dürfe. Gleichzeitig organisieren die Nationaldemo. traten, vor allem der chauvinistische West markenverein, in Warschau und in der Provinz, besvnders in Posen und Poimnerellen, Massenversammlungen gegen die Ratifizierung de« Bertrages. Geplante Straß endemonstrationen hat ihnen die Polizei verboten. Hochschulrowdys auch in polen. Krakau, IS. November.(Eigenbericht.) An der hiesigen Universität spielen sich seit Togen anti- s« m i t i s ch e K r a w a l l e ab. Die Auseinandersetzungen begannen mit einer Schlägerei zwischen einer polnischen und einer jüdischen Studentenverbindung aus offener Straße. Seit dieser Zeit werden die jüdischen Studenten und Studentinnen von ihren nabonalistischen Kollegen ständig überfallen, verprügelt und zu den Vorlesungen nicht zugelassen. Gleichzeitig hallen die nationalistischen Studenten tagtäglich Versammlungen ab, in denen der Ausschluß der Juden aus allen Studemenorganssationen ge- fordert wird. Die sozialistischen und demokratischen Studenten wenden sich in Ausrufen gegen die Nationalisten. Ein Teil der Polizei und der Professoren sympathisiert offen mit den Ärowallern. Die Regierungsbildung in Prag. Deutsche Sozialdemokratie v elle cht beteiligt. Prag. 16. November.(Eigenbericht.) In einer Besprechung Dr. Ludwig C z e ch s. des Führers der sudetendeutschen Sozialdemokratie, mll dem Ministerpräsidenten, der auch die neue Regierung bilden soll, ertüirte Dr. Czech, daß seine Partei«ine Beteiligung cm Kabinett van dessen Zusammen- setzung und Programm abhängig machen würde. Ildrzal bat, ihm in den nächsten Tagen di« programmatischen Folgerungen der deutschen Sozialdemokraten zu übermitteln. Zw Reichstage treten am Montag der Strafrechtsaus- schuß und der Geschäftsordnungsauslchuß zusammen. Nachmittags hält die deutschnationole Fraktion ein« Sitzung ab. Abends tagt ssrner der A e l t e ste n r a t, um den Zeitpunkt der nächsten Plenarsitzung zu bestimmen. Leleldtguugsprazeß in. Sachen�„Landvolk". Bor dem Itzehoe? Amtsgericht wurden gestern, zwei Beleidigungsprozesse in Sachen .Landvolk" verhandell. Der Redakteur Pramor von der Zeitung .Das Landvolk" wurde wegen Beleidigung eines Landjägers zu 60 Mark Geldbuße verurteilt. Dr. Stadler wegen Verächtlichmachung der Republik zu 300 Mark Geldstrafe. Strafverfahren gegen München er Kommunisten. Gegen zwan- zig Münchener Kommunisten ist ein Strafverfahren wegen Geheim- bünulei eingeleitet worden. Die Angeschuldigten sollen tkotz des Verbotes des Roten Frontkämpserbundes die Organisation dieser Vereinigung unter einer harmlosen Aufmachung weitergeführt und Versammlungen abgehalten haben. Die Verhandlv'ig gegen die Kommunisten wird in der nächsten Zeit vor dem Schwurgericht stattfinden. Die Untersuchung des Falles Lompel. Zum Unterfuchungs- richter in der Sache Lampel und Genossen ist Londgerichtsrat Dr. Trzentszschtke ernannt worden. Er hat berells heute in Wockenau einen Lokaltermin abgehalten. Eine Aurfchußsißung der Länderkonserenz. Am Montag um 9 Uhr vormittags findet im Neichsiimenministerium unter dem Bor- sitz des Reichsinnenministers eine Sitzung des Unterausschusses des Ausschusses der Länderkonserenz statt. Flollenkonsereuzbeglun am 21. Zanuar. Amerika hat dem 2l. Januar 1930 als Datum für den Beginn der Flottenkonferenz zugestimmt. Zn der holländischen kommunistischen Partei offizieller Rich- tung ist ein« Krise ausgebrochen. Die Opposition fordert, daß die verkappten Bourgeois aus dem Partei oorstand en.sernt werden. Eine neue Spaltung der Partei ist wahrscheinlich. Holland würde dann glücklich vier KP.-Grüppchen-besitzen. Der Ministerpräsidenl des Zrak hat seinen Selbstmord in einem Brief an seinen Sohn mit der starren Ablehnung der mcsopatami- schen Freiheit: forde rungen durch die britische„Mandotsoerwaktung" begründet. Ursache und Wirkung. Furcht vor dem Zündholz. Oeutschnaiionale Sachkunde. Die»Deutsche Zeitung" regt sich schr»cklich auf: die Hauptver- sammlung der Großeinkaufs- und Produktions-AG. Deutscher Konsumvereine in Köln hat beschlossen, ihr Kapital von 2 auf 3 Millionen zu erhöhen und von dem erhöhten Kapital Produktionsbetriebe zu errichten, als welche eine Seifen- ctfrer Zündholzfabrik vorgeschlagen werden. Ergrimmt schreibt die»Deutsche Zeitung" hier nun: „Die Seifenfabrik wird wohl nur genannt, um nur durch die > Blume zu verstehen zu geben, daß nur eingeseift werten soll. Es wird wohl eine Zündholzfabrik werden weil da der priv te � Wettbewerb erdrosselt ist. Sie hat alle Aussichten zu blühen und zu gedeihen, da hier eine klein« Nachgiebigkeit Herrn ' Kreuzer nicht viel kostet, ihm dagegen das wohlwollen der Sostaldemokralen erwirkt." Weiter wird ausgeführt, daß es sich beim Berhältnis der Großeinkaufs- und Produktions-AG. Deuts dz er .Konsumverein« in Köln zu dem Zündholzkönrg Ivar Kreuger um ein Aehnliches handle wie„b«im Verhältnis der omls- cnthobenen Stadträte zu den Sklareks": »Die Sklareks machten diesen Leuten gegenüber Aus- gaben, die sie leicht tragen konnten, vi« sie aber durch d�rm be- fonderes Wohlwollen wieder hereinbckamsn. So wird die Zünd- iolzsabrlk der Konsumvereme blühen und gedeihen. Und sie er- � werben dann no-b mehr Mittel, um dem privaten Handel aus durchaus gesetzlicher Grundlag« erfolgreichste Konkurrenz zu machen. Und wenn es den Konsumvereinen gut g h', hat die Sozialdemokratie allen Grund zu glauben, daß andere Gewerbe- betriebe erhöhte Lasten aufbringen könnten" 'Nach so viel Entrüstung über d'e böse Sozialdemokratie müsien wir der»Deutschen Zeitung" einen tiefen Schmerz bereiten, indem wir ihr mitteilen, daß sie infolge totaler Sachunkenntnis mit ihr»n Anklagen an die falsche Adresse geraten ist. Sie ver- wechselt offenbar die„Großeinkaufs- und Produktions-AG. Deut- scher Konsumvereine" in Köln, von der hier die Rede ist, mit der „Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine"(GEG.) in Hamburg. Die zur modernen Arbeiterbewegung gehörige Hamburger GEG. besitzt bereits seit einer ganzen Li eihe von I a h r e n eine Zündholzsabrik, braucht also nicht erst jetzt«ine zu errichten. Mit der Kölner Genossenschaftszcntrale hat die So- zialdemvkratie auch nicht das aller mindeste zu tun, im Gegsntoil: hinter diesen Genossenschaften stehen rein bürger- lich orientierte Kreise, in erster Linie die christlichen Gewerkschaften und ihr politisdier Anhang, also auch der christlich« Gewerkschaftsflügel der--- Deutsch nationale n Parteil Wir kondolieren! Zie Reichsbabnaesellschast hat den zwölf Opfern der Eisenbahn- katastrophe bei Buir, die polnischer Staatsangehörigkeit waren, einen Entschadicnngc betrag in der Gefamthöhc von 399 Mi) Zloty auszuzahlen bcsdstosien., Die Strafe für das ZNarinedokumenl. Infolge der Deröffent- lichung des amtlichen Dokuments, das sich aus das französisch-eng- lische Flottsnabkommen bezog und dem Pariser Vertreter der Hearst- Presse durch Vermittlung eines französisch»,, Journalisten über- mittelt worden war, ist der französische Lcgationssekretär de Noblct wegen dienstlichen Vergehens auf zwei Jahre zur Dispositiön gestellt worden. Das Pariser Strafgericht hatte die Strofversolgung gegen de Roblet und gegen den beteiligten französischen Journalisten ab- gelehnt.. Sowjethandel mit Weißgardisten. Geschäft ift Geschäft.- Oer Bevollmächtigie abgehalftert. Au» Moskau wird gemeldell: Der slellverlrelende Leiter der Sowjelhandelsver- t r e l u v g in Deutschland, B. Ljelinskij. ist von seinem Posten abberufen worden. •* Im„Vorwärts" wurde vor einiger Zeit der Zusammenbruch der russischen Filmgesellschaft„Derussa" ausführlich behandelt und dabei auch der frühere Eigentümer der Derussa, Herr Georg Sklarz, erwähnt. Wenn auch Herr Sklarz an dem Zusammenbruch der „Derussa" und ihren korruptioen Begleitumstünbcn nicht beteiligt ist, so gibt doch die Tatsache seiner früheren E'gentllmelschaft dem Fall noch ein« ganz besondere Nuance. Die„Derussa" besaß den Alleinvertrieb für das staatliche russische„Sow- k i n o" in Deutschland. Sie und ihr Eigentümer waren also auf zngstes Zusammenarbeiten irnt den Staatsorganen der Sowjetmacht angewiesen, sie hingen von deren guten Willen ab. Herr Sklarz ist denn auch von den russischen Sowjetbehörden, so lange er den Ver- trieb ihrer Filme in Deutschland leitete, außerordentlich wohlwollend behandelt worden. Er hatte zum Beispiel freie Einreiseerlaubnis nach Rußland, hielt sich ost wachen- und monatelang in Moskau und anderen russischen Großstädten unangefochten aus. Nun ist natürlich in Moskau genau so gut wie bei der KPD. bekannt, daß Herr Georg Sklarz in der deutschen Revo- lution eine ganz bestimmte Rolle gespielt hat. Als sich im Jahre 1919 in Berlin zur Abwehr des Spartakus-Putfches das„Regiment Reichstag" bildete, übernahm Herr Georg Sklarz unter den da- maligen sehr schwierigen Lebensmittelverhältnissen die P e r p r o- viantierung des Regiments. Nach seinen eigenen svä- teren Angaben hat Herr Sklarz diese�Derproviantierung nicht um des Verdienstes willen übernommen und auch nichts dabei verdient, sondern haiiptsäcHid) aus idealistischen Gründen, um nämlich der Regierung E be r t- S ch e i d e m a n n gegen die Spartakisten beizustehen. Das Regiment Reichstag bestand in der Hauptsache aus poli- tisch und gewerkschaftlick organisierten Sozialdemokraten. Da es aber den Spaptakismus bekämpft«, wurde es von der„Roten Fahne" stets als„konterrevolutionär", wurden seine Angehörigen als„Weißgardisten" bezeichnet. Verschiedentlich ist dort, wo in Betrieben Kommunisten die Obe.rhand hatten, ehemaligen An- gehörigen des Regiments Reichstag als angeblichen„Weißgardisten" die Zusammenarbeit verweigert worden. So verfubr man gegenüber Proleten, die ja schließlich nichts waren und nichts hatten. Anders mit Herrn Georg Sklarz, dessen Tätigkeit das Regiment Reichstag eigentlich erst ermöglicht hat. Ihn hat man zwar auch noch in den Jahren 1919/S9 leidenschaftlich in der kommunistischen Presse als„Weißgardisten" be- schimpft. Aber schließlich hatte Herr Sklarz Geld und es zeigte sich, daß sich Geschäfte mit ihm machen ließen. Und siehe da: Plötz- lich war alles vergessen und vergeben. Vergessen war die Zeit, in dgr die„Rote Fahne" über den„Fall Sklarz" getobt und den persönlichen Umgang von Sozialdemokraten mit Sklarz (ohne irgendwelche geschäftliche Beimischung) csts„Korruption" an- geprangert hgtt«. Herr Sklarz war plötzlich ein wart voll er Geschäftsfreund der Sowjetunion, geworden, vor dem ein Pieck und ein Rcmmele tief den Hut zu ziehen hatten So erkennt man als Lehr« aus dem Falle: selbst ein leibhaftiger „Weißgardist", sogar„Oberweißgardist" kann Verzeihung und Freundschaft der Sowjets erlangen, wenn er nur über die genügen- den Barmittel und e�re einflußreiche Stellung in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung verfügt._ Hungerftreik in Rumänien. Wir streiken bis zum Tove? In dem rumänischen Zuchthaus D o f t a n a, das als Ort des Schreckens bekannt ist, sind 34 politische Gefangene in den Hungerstreik getreten. Sie taten dies, um auf diese Weise gegen die barbarische Behandlung Derwahrung einzulegen, aber auch weil sie be! der letzten Begnadigung vollständig übergangen worden sind, obwohl die politischen Häftlinge, die von den Klausenburger und G'atzer Militärgerichtshöfen aus Grund derselben Bestimmungen des M i l i t ä r strafgesetzbuches verurteilt worden waren, ihre Frei- heit zurückerhielten.» Die Häftlinge haben, bevor sie in den Hungerstreik getreten sind, eine D e n k s ch r i f t an den Vorstand des Zuchthauses geridstct, in der sie ihre— für das unmenschliche Gesängnisregime bezeichnen- den— Forderungen dargelegt haben. Sie wülsschen: Erhöjjurrz der täglichen Verpflegungsgeb ü hr von sechs Lei, Reinigung der von Ungeziefer wimmelnden Gefangenenzellsn. Auflassung der den sicheren Tod bedeutenden H- Z e l l e n, Ab- schassung der körperlichen Züchtigung, ärztliche Hilse in Erkrankungsfällen, freien Verkehr mit ihren Familienangehörigen und Heizung der Zellen während der Wintermonate. In der Denkschrift wird erklärt, daß sie im Falle der Ablehnung ihrer Bitten in den Hunzerausstand treten und diesen auch bis zu ihrem Tode fortzusetzen entschlossen sein würden. Ein Lombenakkenlal in Chikago hat das Haus des Stadtsyndikus James Breen betroffen, den Stadtsyndikus und feine Frau aus den Betten geschleudert und verletzt. lGcwerkschastlichcs siehe 3. BcUage.) Kerantwortliili Yjr Politik! Tr. Sutt Wirtschaft:®. JtliBqelb'fri; tSewcrkfchaitsbcweiiung: I. Steinet; Feuilleton: R. 6. Dölchee: Lokaleo und Sontii-ies Sei* Karst ädt: äinjetaen: Tb ffiltxtf; sämtlich in Borlin. Lcriaa: Porwäris-Verloa®. m d. L. Berlin Bluet: Borwärls-Bu-ichrulkeret und Berlaasanstalt Paul Lingcr u. To.. Berlin LD 68 Lindenstrage 8. Sicrzu 5 Beilaaen und..Untcrbaltuna und Willen�. vienstsg, d. 19. November, 20 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide SCundgelHing gegen den Faschismus Es spredien die Genossen Viktor Stein aus Wien, Dr: Richard Misailer, Karl Bödiel• Chemnitz, Max Seydewkz- Zwickau, Bernd Kotschi.(Sludent!) und G. Miglieli.— Um. 7.30 Uhr .konzenierf dgr Deutsche. Musikerverhgnd. 7- Unkostenbeitrag 40 Pfennig.(AuSvreJsl) V' Republikaner erscheint in Massen!! WEIHNACHTS-VERKAUF! BEDRUCKT MOIRä ANTIQUE o50 Kunsle.lde REINWOLLENE AAANTELSTOFFE einfarbig, ca. 130/140 cm 450 BEDRUCKT CR§PE DE CHINE reine Seide, in n e.u e n£90 Mustern u. Farben, ca. 100 BEDR. 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Sie hat in de« hinter unS liegende« Wochen des WahlkampfeS laut und vcr- nehmlich davon gesprochen, und daS arbeitende Voll von Berlin hat sie gehört, hat sie v e r st a n d c». Und heut ist nun Wahltag. Da darf vielleicht daS letzte Wort der Zukunft gelten, dem, waS werden soll— der Parole! Niemals ist die klar« Parole einer Wahl schamloser und niederträchtiger verfälscht worden als in diesem Grohwahlkamps um die Zukunft Berlins. Niemals zuvor hat man sich lärmender bemüht, die wahre« Ziele hinter falschen Parolen zu ver- bergen, als diesmal. Darum nun in letzter Stunde: Visier aufgeschlagen! Masken herunter! Zeigt, was ihr wollt! Zeigt, wer ihr seid! Um was geht es? Was trennt euch von uns? � Uird hier die Antwort: Es geht allein und ganz ausschlietzlich um die Frage, zu wessen Nutzen und Frommen der in seine« absoluten Ziffern so riesige und doch in Wahrheit so enge und knappe Haushalt Berlins dienen soll. An dieser Frage scheiden sich die Geister, um die Antwort auf diese Frage drücken sich alle die Parteien herum, die Angst davor haben müssen, ihre Antwort vor dem Volke zu vertreten. W i r hoben keine Angst vor einer klaren Antwort: Dem Volke gast unsere Arbeit bisher, dem Volke wird sie auch in Zukunft gelten. Jeder Entschlutz über die Verwendung städtischer Mittel, jede Entscheidung über die Verteilung von Lasten und Ausgaben wird von der f o z i o l d e m o- k r a t i s ch e n Fraktion auch in Zukunft so wie bisher lediglich unter dem einen Gesichtspunkt gefällt werden: Wie dienen wir unter den gegebenen Wirtschaft- lichen, finanziellen und politischen Verholtnisfc» am besten der arbeitenden, der minderbemittelten Bevölkerung? Die Zeiten des Ueberflusse», wenn sie je nach der Inflation be- standen haben sollten, sind für die deutschen Gemeinden long« vor- über. Städte in Not— heißt es wieder wie einst. Eine ver- fehlte Finanz- und AnleiHepolitrk bürgerlicher Regierungen und Machthaber hat es dahin gebrocht. Hundertc von Symptomen hoben auch in Berlin die wirtschaftlichen Schwierigkeiten gezeigt, in denen sich Deutschlands größtes Gemeinwesen zur Zeit befindet. Eine herrliche Zeit fiir private Geschäftemacher, für prosit- hungrige Kapitalisten! Sie schielen noch den stolzen Erfolgen kommunalwirtschastlicher Arbeit, noch den florierenden Werken und Betrieben. Schlagt auf dos Visier! Di« Sozial- demokratie wirb wictuer wie einst vor sechs Fahre» den kommunalen Besitz mit Nägel» und Zähnen verteidigen nnb festhalte«, utzd.e» wird ihr wieder gelingen, wieder ihr a l l e i n— wenn sie m alter Stärk« in das Rathaus einzieht. Sie 3>ie WaMremUaie werden heute abend durch Xichiproiekiion in der MauptexpedUwn des„tonrärls" L;ndenstr. 3 sowie durch Aushang in den Filialen bekanntgegeben: Ackersir. 174 Baerwaldstr. 47 Rastianstr. 7 Greifenhagencr Str. 22 Immanuelkirchstr. 24 Lausitzer Platz 14-15 Markusstr. 36 Müllerstr. 34 Petersburger Platz 4 Prinzenstr. 63 Wattstr. 9 Wilhelmshavcner Str. 48 Lichtenberg, Boxhagener Str. 62 Neukölln, Sicgfriedstr. 28-29 Pankow, Mühlenstr 70 Schöneberg, Beiziger Str. 27 Treptow, Graetzstr. 50 Die ersten StesuUale sind nicht vor 31/2 Wir abends su entarten. wird den Kampf bestehen, den Kampf um die ersten Bollwerk- der Gemeinwirtschaft— gegen die vereinigten Schildhalter des Privat- kapitals, im Stich gelassen von den Alles- oder Nichts-„PoI>tikern" der Kammuniften, die Worte als Taten werten. Städte in Rot— eine herrlich« Zeit fiir die Mies- mache?„übertriebener" sozialer und kultureller Forderungen. Di« Sozialdemokratie wird weiterhin wie bisher die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der breiten Massen ausschlaggebend sein lasten bei allen ihren Beschlüsten und Entscheidungen. I« enger her städtische Haushalt wird, je knapper die zur Verfügung stehenden Mittel fließen, um so wichtiger wird neben dem politischen Willen der politische Verstand. Nicht Phrasen helfen da mid nicht agitatorische Reden, sondern allein die klug abwägende Tat. Di« Balancierung des Etats ist für die Sozialdemokratie vielleicht in Zukunft noch mehr als bisher eine Frage der vernünftigen, sozial und kuturell bestimmten Verteilung der Mittel des Haushalts. (SS gilt dafür zu sorgen, baß all baS, was Verheißung«- voll begonnen wurde, nicht abgebrochen, sonder« tat- kräftig fortgeführt wird. Notwendige Ausgaben, für die die vorhandenen Mittel in erster Linie verwendet werden müssen, für die unter ollen Umständen Mittel bereitzustellen sind, sind für die Sozialdemokratie die Ausgaben für ollgwiein« Wohlfahrtspflege und Iugendwohlfahrt im besonderen, für Gesundheitspflege und vorbeugende Sozial- Hygiene im besonderen, für Wohnungsbau, für den Aus- bau des Schulwesens und der B o l k s s 6) u l e im besonderen. Die Erfiillung dieser Forderungen wird in der Zukunft noch mehr als bis jetzt nur durchzusetzen sein im politischen Kampf, im Kampf gegen jene reaktionären Mochte, die von jeher ein« weitschauende Sozial- und Kulturpolitk bekämpft haben, weil sie den Interessen der vgn ihnen vertretenen Klasse abträglich zu sein schienen. Den Kamps gewinnen«erden mir Männer und Frauen, die mit der Erkenntnis des Notwendigen den klaren Blick für das Mag- l i ch e verbinden, die im jahrelangen politischen Kleinkampi der Sozialdemokratie für die Interessen der Arbeiterschaft die Ä e- thoden und Mittel dieses Kampfes gelernt haben. Städte in Not— eine herrliche Zeit für Demagogen und R a u d a u p o l i t! k« r, die von Phrasen und Versprechungen triefen und im Kampf um die politische Macht elend versagen. Vor der ehernen Wucht politischer Entscheidungen werden die Korn- munisten auch in Zukunft ebenso wie bisher feige zurückweichen. Sie werben nach abermals vier Jahren genau so wie Heiitc m i I leeren Händen vor ihren Wählern stehen und auf die an:- scheidende Frag«:„Was habt ihr für uns erreicht?" genau, so»'« heute die Antwort schuldig bleiben müssen. Der Wille zur ehrlichen Zlrbeit für das Wohl ihrer Wählerschaft, für die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der schassenden Bevölkerung Berlins wirb auch in Zukunft ebensofehlenwiebisher. Mehr aber noch das Können. Mit dem Maul wird keine Millionen- stadt verwaltet, auch nicht mit dem Revolver oder Schlag- ring in der Faust. Darum: schlagt auf das Visier! Wollt ihr schwatzen uni uns? Wollt ihr o r b e i t c n für uns? Das Volk, das auch wählen soll, Hot ein Recht darmft. euch zu fragen. Wir ober antworten: Wählt Sozialdemokratent Ihre Arbeit bis- her stand unter der Parole: Dem Volke gil t'si Ähre Arbeit wird auch in Zukunft unter der Parole, der ein- zigen Parole dieses Wahlkampfes stehen: Dem Volk gilt's! In seiner Hand liegt das Schicksal Verlins. J. Weit die Firma Gustav lustig alle Federn und Donnen, audt die billigsten Sorten, gut reinigt: 2. Weil die Firma Gustav Lustig Jahrzehnte hindurch nur erprobte Qualitäten führt; 3. 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Der Artikel'Bettfsdem iß ein VerirauensarfiM! i|J Gustav Fertige Infiette ech' türkiscfi-pcf rrn Oberbett 13.60 8.75 Kissen.. 3.95 2.50 ,f|» Kleingärtner und Wahlen Die Sozialdemokratie fordert:„Mehr Land dem Volk" DickommunalevelreuungdesSleingarien- rocfens, ein neue» Arbeiksgebict der Rachkriegszeil. ist zurückzuführen auf das von der Sozialdemokratie im Zahre lSlS veranlahle. lang ersehnte Schuhgeseh, das erstmaNg die offizielle Anerkennung dieser Bewegung herbei- führte. Vorher waren die Kleingärtner infolge ihrer ver- tragslosigkeil und de» Generalpächtersysiem» vogelfrel. Sein Bevölkerungspolitikcr. kein hygieniker, kein Städtebauer kümmerte sich um die tiefe Sehnsucht de, Grohsladtmenschen nach einem Stückchen Natur. Das alles ist heute erheblich anders geworden. Man bemüht stch in weitesten Kreisen, die kulturelle, volkswirtschaftliche und städtebau- liche Bedeutung des Kleingartens zu verstehen. Es ist nun Sache der politischen Parteien, die gesetzlichen Unterlagen für eine vorausschauende Bodenoorratswirtschaft zu schaffen. Wie sieht es nun damit aus? Im Jahre 1VZ3 reichte die SPD.- Fraktion des Reichs» t a g e s einen Initiativantrag„M ehr Land dem Bolt* ein. weil Reichsfiedlungsgesetz und Reichsheimstättengesetz enttäuscht hatten. Im Mai 1924 versprach die Regierung diese Anregunzen aufzunehmen. Mitte Januar 1924 verabschiedete der Landtag nnt Hilf« der SPD.«in Ausführungsgesetz zum cheim- stättengesetz und bereits im März brachte die SPD.-Fraktion des Landtage« einen Urantrag ein, daß die Städte angewiesen werden sollten, nun auch wirklich Heimstättengarten- gebiete auszuweisen. Schon zwei Monate später teilt« die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion in einer großen Werbeversammlung der Kleingärtnerorganisation mit, daß sie entsprechend beim Magistrat vorgehen werde, was auch geschah. Mitte Juni und im Oktober 1925 wiederholte die , SPD. im Rathaus ihren Antrag. Die Deutschnationalen bean- i tragten Vertagung, der Magistrat arbeitete weiter an der Vorlage und legt« sie im September 1927 dem Stadtparlament vor. Er- * gebnis: Die Demokraten bezeichneten sie im„Tageblatt" als �„Sprung ins Dunkle". Die Deutschnationalen und ' die Deutsche Volkspartei wandten sich gegen die Aus- Weisung privaten lSelänbes, das sowieso schon bi, aus drei Ver» suchsobsekte herausgelassen war, weil die Rechtsparteien infolg« an» geblicher Lücken im Gesetz mit hohen Schadenersatzklagen gedroht hatten. Trotzdem wurde die Vorlage am 15. Dezember 1927 ver» abschiedet, weil die SPD. geschlossen dafür«intrat. Ebenso stimmte die SPD. im September 1928 für die vom Oberpräsidenten gewünschte Umwandlung von Dauerkoloniegelände in Heimstättengartengebiete, ja, sie ging noch mit 15 Hektar über die Vorloge des Magistrats(89 Hektar) hinaus. Die Rechte verlangte Wiederherstellimg der Vorlage, obgleich sie sonst bei jeder Gelegenheit ihr Wohlwollen für die Kleingartenbewegung beteuert und auch bei der Bereitstellung nur städtischen oder staat- lichen Landes großzügig tat. Mti diesen jetzt bewilligten 2100 Hektar Dauerland ist natürlich nicht allzuviel anzufangen. Die städtischen Körperschaften werden alsq �noch mehr Gelände zur Verfügung stellen müsien. Des- halb kann es nicht gleichgültig sein, wie sie künftig zusammengesetzt sindi Der Kampf um ein« moderne Grünflächenpolitlk darf auch nicht vor dem Prioatgelände haltmachen. Boraussetzung dafür ist natürlich die Verabschiedung des Bodenreformgesetzes Im Reichstag und ein modernes Städtebaugesetz. Auch hier kann erfreulicherweise gesagt werden, daß es den Sozialdemokraten gelungen ist, beide Vorlagen in Fluß zu bringen und beim Städtcbaugefetz die Kleingärten aus den Nutzflächen in die Erholungsflächen umzu- schallen. Diese Umstellung war eigentlich die logisch« Folg« eines im Februar 1926 vom Landtag angenommenen SPD.-Antrages, der dahin ging, die Kleingärten mit den Sport- und Spielflächen grundsätzlich gleichzustellen. In der gleichen Richtung bewegte sich ein ebenfalls von der SPD. oeranloßter Beschluß de» Landtages, Cop�'rixKt by BUAcrgild« Gillenberg, Berlin- Der Baßgeiger zwinkerte kichernd, daß er begriffen habe («Ich küsse Ihre Fußsohlen, verehrter Gönner") und begann im gleichen Augenblick den Bauch der Baßgeige zu miß- handeln. Der Oberkosak johlte begeistert: „Nur der Hengst steht angepflockt bereit...1' Auch die Klarinette quietschte schon dazwischen, die Zimbel summte. Der Alte drehte sich auf den Fußspitzen, hielt sich die Ohren zu und knallte die Absätze zusammen: „Die Hufe sprengen den Tau von den Gräsern!" Der Primas spitzte die Melodie wirbelnd zu, der Daß- geiger mengte sich mit tiefem Gebrumm darein, und so spielten sie die letzte Zeile des bitteren Liedes aller Cfikosburschen, während der Oberkosak stehen blieb und mit der Faust gegen den Himmel drohte: „Weiß der Herrgott, was er angerichtet?" Alle sahen den Oberkosaken zu. Der Alte machte eine Schwenkung und drohte dem Primas scherzhaft:„Noch ein- mal! Aber wie sichs gehört!" Die braunen Teufel spielten einen Schnellen. Der Alte griff in die Westentasche und warf einen Silbergulden auf die Zimbel, daß die Saiten erdröhnten:„Du spielst für einen Herrn, Rauchwange!" Die braune Gesellschaft wieherte untertänig und begann Arabesken zu spielen. Der Obertosak fuhr in die Luft hinauf. Er drehte sich auf seiner Fußspitze, knallte die Hacken zu- sammen, schnellte hoch in die Luft und stieg Rufe des Ent- zückens aus. Er trat nach rechts und links in die Lust, drehte sich um sich selbst, klatschte in die Handflächen. Seins Rechte klemmte er in die Hüfte, mit der anderen Hand er- wischte er sich selber beim Ohr: plötzlich bückte er sich nieder. stieß«inen durchdringenden Ruf aus und pollerte, den Staub aufwirbelnd, mit den Stiefeln. Brugos, sein Schwiegersohn, der Lehrer, die Kosaken sprangen auf und klatschten im Gleichtakt zu dem Tanze: I seinen Wohnungsausschuß in einen solchen für Heimstätten- und | Kleingartenwesen zu erweitern. Weitere Vorstöße im Reichstag, das heutige Kleingartengesetz auszubauen, schei- terten im Jahre 1925 leider am Wider st and des Zentrums in dein betreffenden Ausschuß, daher erklärt sich auch mancher Miß- erfolg der Kleingartenbewegung in der Gemeinde, die ja bei all ihren Maßnahmen von der Rcichsgesetzgebung abhängig ist. Ein ebenfalls sehr wichtiger Punkt ist die Finanzierung der Dauerkolonien. Die bisher in den einzelnen Bezirks- ämtern dafür ausgeworfenen Beträge waren unzureichend, ober für 1930 sollen aus Antrag der SPD. erstmalig 200000 Mark in Eine Extraausgabe des„Vorwärts" erscheint mit den Wahlresultaten am Montag früh im StraBenhandel zum Preise von 10 Pfennig den städtischen Etat eingesetzt werden. Diese würden natür- lich sofort fallen, wenn«ine Rechtsmehrheit darüber zu befinden hätte, wie dies auch im Reichstag und Landtag geschah. Dort lehnte man entsprechende Anträge unserer Partei ab, obgleich die Deutsch- nationalen kurz vorher ihre Zustimmung versicherten. Fest steht, daß die SPD. zuerst die Wichtigkeit des Kleingartenwesens für die V o l k s g e su n dhe it und den Städtebau erkannt und entsprechend gehandelt hat. Sie hat auch jetzt den Vorsitzenden der Organisation als Kandidat aufgestellt, um einen sachverständigen Vertreter in ihren Reihen zu haben Deshalb sollte jeder Kleingärtner im wohl» verstandenen eigenen Interesse Liste 1 wählen. W. Reinbold. Llnsere Werbeumzüge. Zu allen Sladltellen Berlin, haben gestern, am Vorabend der Wahl, unsere Parteigenossen Werbeumzüge veranstaltet. Die Beteiligung war äußerst rege, auch unser« Sportler beteiliglen sich geschlossen mit ihren Fahnen. Alle Kampslieder erklangen, rote Fahnen wehten. Gewiß mag e, den Gegnern recht» und sink» nicht angenehm gewesen sein, zu sehen, daß die Sozialdemokratie mlt flegesfroher Zuversicht den Wahltag begrüßt, aber die Zurufe vieler Passanten zeugten dafür, daß wir die Sympathien der Bevölkerung auf unserer Seile haben. Die Transparenle mahnten:«w ä h l k L l st e 1!" Die Mahnung wird befolgt werden. Mob von rechts oder links ließ es sich nicht nehmen, bei ver- schiedenen Parteilokalen und bei bekannten Parteigenossen aus dem HinterhaU die Fenster«inzuwerfen. Das ist«in« Kampf- Methode, wie wir sie bei Moskowitern und Hakenkreuzlern gewohnt sind. • Eine Wählerversammlung in Wannsee versucht«, auch in diesem rückschrittlichen Bezirk Berlins einiges Licht zu ver- breiten. Der gut« Besuch bewies, daß auch hier unsere Genossen tüchtig an der Wahlarbeit sind. Die Genossin Clara Böhm- Schuch gab in klaren Darlegungen ein Bild über die Verhältnisse in Deutschland, soweit sie von der Kommunalpolitik beeinflußt werden, unter besonderer Bcnirffichtigung Berlins. Das Ringen der „Weiß der Herrgott, was er angerichtet...?" Der Oberkosak warf wieder einen Gulden auf die Zimbel. «Mir zu Gefallen, du Nichtsnutz! Hej!" Die Bande gab bereits die fünfte Wiederholung. Der Primas verneigte sich immer wieder, der Klarinettist klim- perte mit seinen knorrigen Fingern, der Zimbalscbläger schwitzte, und der Baßgeiger warf teilnahmslos seinen Hintern hin und her, während er mit dem Geigenbogen wie mit einer Süsse hin und her fuhr. Der Hof dröhnte und berummte. Die Mähne des Oberkosaken wurde naß, er schnaufte keuchend und warf dem unglücklichen Zimbalkünstler bereits den fünften Silbergulden zu: ,�)ejei«jj! 5)efejejj!" Die Kosaken brüllten mit ihm aus vollem Halse: „Weiß der Herrgott, was er angerichtet...?" Welch ein Wirbel aus alldem entstand! Auch Brugos wiegte sich bereits auf seinem Ehrenplatz hin und her, sein Schwiegersohn suchte sich ein hübsches Mädel aus und begann sie tüchtig zu schwenken. Auch die Kosaken begannen zu tanzen. Der ganze Hof war ein rauschendes, schwebendes, stampfendes Panorama des Tanzes. Frau Emmi stand mit müdem Lächeln auf der obersten Stufe der Veranda und drückte meinen Kopf an stch. Auch mein« Großmutter wurde hier neben die junge Frau heraufgedrängt unb jammerte still vor sich hin. «Was fehlt Ihnen, Mütterchen Marie?" fragte die junge Frau teilnahmsvoll. Großmutter kaute ängstlich am Zipfel chres Kopftuches und zeigte in die Mitte der wirbelnden Menge. Dort, in der Mitte, tanzte der Oberkosak... Aber wie, barmherziger Himmel! Er drehte bereits einen Knüppel über seinem Kovfe, schütteste sich und stampfte in einem, stieß heisere Rufe aus, fein Haar flackerte hin und her... Er warf eine Handvoll Geld auf die Zimbel, so daß eine Saite mit einem wimmernden Aufschrei zersprang, und während er seinen Oberkörper zornig hin und hs.r schüttelte, knallte er die Hacken zusammen:„Iujujujjj! Niemals hatte ich solche Laune!" Großmutter sah schluchzend zur jungen Frau auf:„Das wird ein schlechtes Ende nehmen, Emmi... Der Alte spürt sein Ende..." Wie lange es währte, Gott weiß es. Ich schlief bei meiner Großmutter, denn im Vorderhaus fürchtete ich mich allein. Es war spät, sehr spät. Die Margendämmerung kannte nicht mehr fern lein, aber aus dem graflichen Garten tönte noch immer die Musik und veremzeltes Johlen herüber. Die Baßgeige klang in der Nacht so: Drtta.. drtta... Um die Mittagszeit des nächsten Tages richtete mir Gegner um feie allen Machtpositionen nehme Z», mar die Sozialdemokratie ist imstande, der fortschrittlichen Entwicklung feie Dahn frei zu hallen. Die Rednerin erörterte ausführlich die sozialpolitischen Aufgaben der Kommune, wie sie sich aus dem Gebiete der Sozial- Versicherung, Arbeitslosen- und Krisenfürsorge, im Schulwesen, Wohnungsbau, in der Eigenbewirtschafwng von Gas, Elektrizität und Verkehr u. a. zeigen. Würden sich die Wähler nicht bis zum letzten wehren, so sielen diese Positionen wieder der Reaktion in die Hände. In der Diskussion führte«in Parteigenosse eine ganze Kette von Fällen an, wie die Leuchten der Deutschnationalen die Gemeininteresssn des Bezirks verschachert und verkaust haben: selbst ein Kommunist als Sprecher mußt« zugeben, daß es nun Zeit fei, mit dem saschistisch-reaktionären Gelichter aufzuräumen. Wieder ein Gasunglück. Mrr Arbeiterinnen in einem Jabrikbaderaum erkrankt. Am Sonnabend ua chuiilkag erelguete sich in der Elemente- fabrik von Krautwurst tu der Gerichtstraße 11/13 ei» schweres Oxydgasunglück, vier Arbeite- r i n n e o brachen unter der Einwirkung der gefährlichen Gase b e w u ß t l a s zusammen. Nach Arbeitsschluß begaben sich wenige Minuten nach 14 Uhr vier Arbeiterinnen in den Baderaum, in dem ein Gas» beheizungsofen ausgestellt ist. Plötzlich sanken alle vier bewußtlos zu Boden. Glücklicherweis« wurde der Unfall sofort bemerkt. Di« Feuerwehr und der Arzt der Rettungsstelle in der Lindower Straße wurden sofort alarmiert Nach längeren Bemühungen. wobei den BerunMckten Sauerstoff inhaliert wurde, gelang es den Feuerwehrsamorltern, die Arbeiterinnen Anna Krause aus der Prinz-Eugen-Straße 24, Elise S ch n u ch e aus der Antonstroße 5, Helen« Bech aus der Mirbachstraße 54 und Elise Philipp aus der Rügener Straß« 11 ins Leben zurück- zurufen. Di« Erkrankten wurden darauf ins Birchow-Krankenhaus übergeführt.— Noch den bisherigen Ermittlungen soll der Ofen schadhaft gewesen sein. Kommandantenstraße 80/8-1. Di« Vorgänge bei dem beabsichtigten Kauf von Teilen des Grundstücks Kommandantenstraße 80/81 durch die Gebrüder S k la r e k haben am Sonnabend bereits die S t a a t sa n wa ll» s ch a s t beschäftigt. Stadtrat Gordan und Stadtrat Neuen» darf, beide au» Berlin-Mille, sind von Staat samoaltschaftsrot Dr. Weißenberg vernommen worden und wevden am Montag von Oberregierungsrat Tapolsti gehört werden. Inzwischen sind beim Magistrat am Sonnabend die amtlichen Berichte der Teilnchmer der Sonderkonferenz, die beim Oberbürgermsister B ö ß im Juni d. I. stattfand, eingegangen, aus denen sich der Derlans des Grundstücksgeschäftes ergibt. Bürgermeister Schneider wird vom Staatsanwalt und vom Disziplinaruntersuchungsrichter über feine Halbing in dieser Angelegenhell befragt werden. Die DS.-Korrespondenz teill hierzu mll. daß im Januar 1929, als das Projekt, den Linden st raßendurchbruch über die Kommandanten st raße hinweg durchzuführen, wieder auf- taucht«, der zuständige Dezernent vom Bezirksamt Mitte bei der Grundstücksdeputation des Magistrats anfragt«, ob man mit der Räumung der Häuser beginnen solle. Hierzu waren selbstverständlich'. Verhandlungen mit den Mieter» nötig.„Zuerst«.-. kam." sagt die Korrespondenz,„ein ablehnender Bescheid au, dem Rathaus, bis dann einlge Wochen' später durch' S'la d t r dT" Reuter der Auftrag erteilt wurde, sämtlichen Mietern zu kündigen. Im Mai d. I. wurde dem Bezirksamt Mitte jedoch der Bescheid von Reuter bekannt, daß die Räumung nicht auf die Gebrüder Sklarek auszudehnen fei." Stadtrat Reuter erklärt uns, daß ein solcher Bescheid nie- mals von ihm gekommen sei. Dazu hätte er ja auch gar keine Berechtigung gehabt. Bon wem diese Gegenanweisung gekommen sei, habe man ini Bezirksamt Mitte nicht feststellen können. In- zwischen hat, wie wir ersohven, der Korrespondenz» Herausgeber selber dem Stadtrat Reuter erklärt, daß die Behauptung, der Bescheid sei von Reuter gekommen, falsch ist Großmutter die Wegzehrung. Am Nachmittag mußte ich aufbrechen, denn zum Abendbrot erwartete mich meine Mutter, die arme. Die Sonne brannte heiß, aber mit immer milder werdendem Licht Den Oberkosaken sahen wir nickst. Vermutlich schlief er irgendwo im Stalle. Das Blau des Himmels stand offen, und zwischen den zwei Kirchen kreisten in weitem Bogen die Störche. Ein Nachbar lehnte stch über den Zaun, und als er unseren schweren Abschied gewahrte, sagte er:„Die Störche ziehen, es wird Herbst" Ich nahm Abschied. Ich lief zu meiner anbsren Großmutter hinüber: sie hatte Tränen in den Augen, als wir uns trennten, denn sie tonnte nicht wissen, ob sie mich im Leben noch einmal sehen würde. Dann drückt« sie mir ein paar Sechser in die Hand, ebenso meine zwei Tanten. Urgroß- vater zwinkerte schelmisch:„Es gab ein großes Trinken, heut Nacht, Bruder.. Als ich zurückeilte, um meinen Reisesack zu holen, traf ich das Heim des Oberkosaken in großer Aufreaung an. Groß- mittter beschäftigte sich zitternd und bebend im Hinterhaus. der Oberkosak saß in der Vorhalle mit eingezogenen Knien und brüllte herzerschütternd. (... So mochte der ausgedehnte Skichenkrieger brüllen. vor Beschämung über den Verlust seiner Zeugungskraft. der ihn dazu verdammte, von jetzt an nur mehr in der Küche Geschirr reinigen zu dürfen...) In der Vorhalle kauert« der Oberkosak, er stützte sein Kinn auf die Knie und jammerte schrecklich, während er mit den Fingern seine Mähne schüttelte. Sein Antlitz war verzerrt, seine Augen quollen aus den Höhlen und er schüttelte stch vor schmerzlichem Zorn. Als hätte man ihm Tollkirschen zu essen gegeben. Großmutter ging in die Vorhalle hinaus. Denn sie glaubte, daß dem Alten vielleicht vom vielen Trinken der Kopf brummt«:„Was hast du. Mann?" � Dem Oberkosaken kollerten in seinem tiefen Zorn die Tränen über die Wangen. Dann brüilta er zum freundlichen Himmel auf:.Halunken, Schweine, sie haben mich hinein» gelegt, ausgeraubt! Eiirundzwanzig Gulden haben sie mir herausgeluchst! Die stinkenden Ziegelbrenner, pfui! Aber ich morde sie! Ich morde sie noch heute!" Hier konnte auch Großmutter sich nicht mehr zurück» halten, denn der Alte hatte diesmal wirklich unrecht:..Mensch, Mensch, daß du dich nicht schämst! Hast du denn das Geld nicht selbst auf die Zimbel geworfen? Es geschieht dir ganz recht Hü. w'e der Oberkosak da aufsprang. Er jammerte nicht mehr: er rollte nur die Augen und sprang in das Vorhaus: „Also auch du bist schon gegen mich?"(Schluß folgt) Der Sorrespondenz�erausgeber teklt uns mit. daß diese Falsch. Meldung auf«inen Fehler einer StenDgrommübcrtrogung zurückzuführen ist. In der stenographischen Niederschrift der Korr». spondenz habe nicht gestanden:„Der Bescheid von Reuter b«» kannt', sondern:„von anderer Seite erteilt". Bruno Borchardt siebzigjährig. Einer, der dem Sozialismus aus manrügsachen Gebieten gedient hat, tritt nun auch in die Reihen der Alten. Genosse Dr. V r n n o Vorchardt vollendet am 17. November sein siebzigste» Lebensjahr. Nachdem Vorchardt zunächst In der Bodenreform ein Gebiet sozialer Betätigung gefunden hatte, entwickelte er zu Beginn der neunziger Jahre sich zum vollen Sozialismus. Er tat das zusammen mit Dr. Leo Arons, mit dem ihn eine eng« Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft verband. Das Wissenschaftsgebiet beider war die Physik. Aus ihr hat Dr. Borchardt zu der Bildungsarbeit der sozialdemokratischen Partei manchen wertvollen Beitrag ge- liefert. Er hielt oft in Gewerkschaften naturwissenschaftliche Vor- träge, und eine Reihe von Jahren unterrichtet« er an der Arbeiter- bildungsschule, zu der Wilhelm Liebknecht ihn hinzuzog. Das Ar- bsitsfeld des Politikers Borchardt war Eharlottenburg. Nachdem er 1838 dorthin übergessedelt war. wurde er 1893 bei der Charlottenburger Stodtoerordnetenwahl als Kandidat der Sozial- dcmokratie aufgestellt. Gewählt wurde er zum Stadtverord- n e t e n bei der Wahl von 1901, wo er zu der bis dahin erst zwei- köpfigen sozialdemokratischen Stadtverordnetensraktion Charlotten- burgs(Paul Hirsch und Kurt Baak«) als dritter hinzukam. Genosse Borchardt war dann Stadtverordneter von Eharlottenburg von 1991 bis 1929 und nach der Eingemeindung Stadtverordneter von Berlin von ISA bis 1925. Im Jahre 1319 wurde er zum Bor- steher der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung gewählt. Die Hauptgebiete seiner tommunolpolitischen Arbeit fand er im Zchulwesen und in der Kunstpflege. Eharlottenburg schickte ihn 1912 auch als Vertreter in den P r o v i n z i o l l a n d t a g. der ihn 1919 zum Präsidenten mähst«. Nach der Revolution wurde Dr. Borchardt von der neuen Regierung in das Bildunzs» Ministerium berufen, dem er dann mehrere Jahre angehört«. Auch dem Genossenschaftswesen gast sein« Arbeit. In dem Charlottenburger Konsumverein gehörte er dem Aufsichtsrat an. Er wirkt« mit bei dem Anschluß der Brandenburger Vereine an den neuen Zentraloerband. Krankheit hat vor«inigen Iahren ihn genötigt, aus den vorderen Reihen der Kämpfer zurückzutreten. Möge es ihm noch lange vergönnt sein, die Frücht« seiner Jahr- zehnte hindurch geleisteten Mitarbest reifen zu sehen. Bon den wissenschaftlichen Werken Borchardts sind zu«rwäh- nen sei»»Grundriß der Physik", sein« auch in» Russisch« übersetzte Schrift»Die Röntgensche Entdeckung", Kul- turell« Umwälzungen im 19. Jahrhundert" und „Entstehung und Bildung des Sonnensystems". vie Schlmnmermütter protestiere«. In einer gut besuchte« Versammlung im Schubertsaal. Bülow- straße, protestierte der Mieter-Schutzverband(Verband der Untermieter) gegen die am 1. April 1939 bevorstehende Auflockerung des Mieterschutzgesetzes. Der juristische verband»- berater, Dr. Hans Jacusiel, erläutert« in scinein Referad�die bestehend« Rechtslage, die nach Ansicht semer Mandanten schon in ihrer bisherigen Fassung für sie nicht sehr günstig sei. Durch die allgemeine Wohnungsnot wären den Hauswirten Machtmittel ihren Mietern gegenüber an die Hand gegeben, die die wirtschaftliche Lage de» Untervermieters schwer bedroh«. So sollen insbesondere ron einzelnen Hauswirten für die Erlaubnis der Untervermietung ganz beträchtlich« Einschädigungsbeträge(bis zu IM Mk. im Monat) gefordert werden, in anderen Fällen wieder würde der Hauswirt im Fall« unerlaubten Untervernrietens von dem ihm zustehenden Mietaufhobungsrecht Gebrauch machen. Di« daraufhin crsolgonde gerichtlich« Durchfechtung solcher Fälle entbehr« der«in- h ertlichen Rechtsprechung und würde von den einzelnen Instanzen verschiede» beurteist und erledigt. In allen Streitfällen schwebe jedenfalls ständig das Damoklesschwert der Exmittierung über den Häuptern der Hausbewohner. In einer einstimmig gefaßten Resolution forderten die Anwesenden die Aufrechterhastung des Mieterschutzgefetzes seiner jetzigen Fassung, Beschränkung des willkürlichen Kündigung« rechtes des Hauswirtes, Festsetzung einer angemessenen Miete und die allgemein« gesetzliil)« Genehmigung des UntervermiLtens: außerdem verlangen sie die Schaffung einer Wohnungsaufficht- and Wohnungspflegestelle, die den totalen Verfall einzelner Wohnungen durch rechtzeitige Instandsetzung verhütet. Wenn sich dies Häuslein Menschen auch nicht den Illusionen allzu großer Machtstellung innerhalb der Gesetzesregelung hingibt, so glauben sie immerhin den Schutz des wirtschaftlich Schwachen für sich in Anspruch nehmen zu dürfen. Es harrest sich ja hier auch meist um Sster«, alleinstehende Frauen, die als einzigen Besitz ihr« Wohnung haben und aus der Nutzbar- machung der Wohnung ihren Lebensunterhost bestreiten wollen. «ine Kundgebung gegen den Zionismus. Im ehemaligen Herrenhaus fand ein« Kundgebung deutscher Juden statt, die sich gegen die Z i o n i stische Agitati on und Berlins Schulden. Wie die Deutsche Bolkspariei sie als üblen Wählerschreck benutzt. In den kehlen Wochen und Tagen hol in Berlin alles ZUogliche und Unmögliche dazu herhallen müssen, für den Kampf um das Rathaus die Wählerschaft gegen die Sozialdemokratie anzustacheln. Besonderen Eindruck verspricht man sich von hinweisen aus die Höhe der Schuldenlast Berlins, mst denen man die Wähler erschrecken will. Ein Wahlslugblall der Deutschen volksparlei zeigt, wie der Berstner Bär von dem Gewicht einer großen Eisenkugel, aus der die Znschrijl„1J� Milliarden Schulden" zu sehen Ist. eine schiefe Ebene hinabgezogen wird." Wir wollen nicht untersuch««, wi« dies« Summ« von anzeblich „l!4 Milliarden" herausgerechnet worden ist. Aber wie stand es eigentlich um die Schulden d«r Stadt Berlin in frü- Heren Zeiten, damals, als wir noch keine»rote Rat- hausmehrhest" hatten? Am Schluß des letzten Rechnungs- jahres vor dem Kriege, am 31. März 1914. hatt« die Stadt Berlin fast 503 Millionen Mark Schulden(genauer: 592842 488 Mark).„Na also, da sieht man doch den Unterschied!" werden die Wahlslugblattfabrikanten der Deutschen Bollspartei sagen. Aber man wolle gefälligst beachten, daß das damalige Ber- lin 2 Millionen Einwohner hott« und das jetzige Berlin 4 Millionen Einwohner hat.?luch dos wolle man nicht übersehen, daß die Stadt Berlin inzwischen ihre Werk« bc- deutend Hot vermehren müssen, daß ihr neben den aus älterer Zeit übenwmmencn Werken(Gas, Wass«r nsm.) jetzt auch Elektrizitätswerke, das ganze Straßenbahnnetz. das ganze Omnibuswesen und alle Hoch- und Unter- grundbahnen gehören, deren Schulden in den angeblichen 1J-» Milliarden(— 1300 Millionen) mit enthalten sind. Wenn man alles das berücksichtigt und dabei auch in Rechnung stellt, daß der Wert des Geldes heute beträchtlich geringer als vor dem Kriege ist, dann wird man zu dem Ergebnis kommen müssen, daß heute das große, für dos B« r k e h rs b« d ü r f n i s der B«- völkerung sorgende Berlin mit diesen Schulden bestimmt nicht ungünstiger dasteht als damals die sehr viel kleinere, sich um das Verkehrswesen leider wenig kümmernde Stadt. Nach einem verlorenen Kriege und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch Deutschlands hat die Stadt Berlin in schwerer Zeit wagemutig das Verkehrswesen übernommen, um es vor völliger Verwahrlosung zu bewahren. Das ist ihr so rasch und so glänzend gelungen, daß diese Erfolg« überall im Auslande staunende Bewunderung erregt haben. Aber ohne Geld, dos für die werbenden Anlagen zunächst geborgt werden mußte, wäre natürlich das alles nicht möglich gewesen. Das Verkehrswesen der Stadt Berlin zeigt, was ziel- klare Arbeit schon in kurzer Zeit zu erreichen vev- mag. Erinnert man sich noch, wi« es im Berliner Verkehr aussah. als er in Händen von gewinnsuchenden Erwerbsgesellsckzoften war? Wer möchte heute noch wünschen, daß die Zustände jener Zeit wiederkehren? Wer es nicht wünscht, der wird hingehen und seine Stimme abgeben für die Liste 1 der Sozialdemokratie! Cr schwieg acht Monate. Oer Wäschehändler auf Filzpantoffeln. Durch Dörfer und Städtchen der War? zog im vorigen Herbst ein Wäschehändler und bot seine Ware feil. Al» Fußbekleidung trug der wandersmana ausgerechnet Filz- panloffeln. Als nun aber die Polizei einmal in seinem wäschepacken herumstöberte, fand sie darin das Handwerkszeug des Einbrechers. Nach und nach wurden den: Händler 28 Einbrüche nach- gewiesen. Nicht weniger als sieben Staatsanwaltschaften suchten schon nach dem Wöschemarder. Von einem Gericht zum anderen befördert, wurde er überall abgeurteilt, so daß eine Gesamtstrafe• gebiet«! der Steinkohle erlangen nur noch die aus englischen Gruben importierten Meng«! mit etwa einem Sechstel des Berliner Ge- samtemganges größere Bedeutung. von 5 Jahren Zuchthaus herauskam. Im März wurde«r nach G l o g a u transportiert, um dort vor Gericht gestellt zu werden. Da ereignet« sich das„Wunder", daß der Mann Plötz lich die Sprache verlor. Aerzte untersuchten seinen Kehl- köpf, seine Lunge und die Stimmbänder, fanden aber kein« Krank. heitserscheimmgen und äußerten sich dahin, daß der Mann ein S i- mutant sei. Trotzdem war er nicht zu bewegen, nur eine Silbe zu sorechen, er führte seine Rolle als Stummer konsequent durch- Um nun endlich festzustellen, wer der Mann eigcnllich sei. wurde von Berlin ein Kriminalsckreiär entsandt, der allen Spuren des Mannes nachging. Er ermittelt«, daß es sich um«inen 2? Jahre alten Kasimir' S or lfchk d w handelt, der 1922 aus seiner pol- Nischen Heimat stückitet«. Eine volle Woche verhandelt« man mit Sartschkow ausschließlich auf dem S ch r i f t w« g«. Eine der ersten Bitten ging dahin, ihm den wilden Vollbart abnehmen zu lassen. Als das geschehen war, zeigte sich erst, daß man nicht«inen Mann mittleren Mers, sondern«inen jungen vor sich hatte. Vor einigen Tagen erklärte er urplötzlich, er könne und wolle sprechen. Er erzählte, wie sckwer es gewesen sei, an dem einmal gefaßten Täuschungsplan festzuhalten. Mitunter befiel ihn der Ge- danke, daß durch den Nichtgebrauch seine Sprechwerkzcuye vcr- kümmern könnten. Nachdem er nun freiwillig auf sein Schweigen verzichtet hat, zeigt es sich, daß er keineswegs Schaden gelitten hat. dem es u. a. hieß:„Zwischen den fanatisserten Zionisten und der rabiaten Phraseologi« der Völkischen besteht kein Unterschied." Auch der Balfour.D«klaration wurde hier nichts Lobendes nachgesagt. Die Redner de, Abends, besonders Julius B a b und Dr. Ger- trud Klausner. M. d. L..«rnteten reichen Beifall. vre»lesiahrige»oll der prcssezeichner findet unter der Devise.2!« werden ac»eitnel' am Sonnabend, dem SO. November, im Sailer'aal de« Koo statt«>« ftestzabe wird«in neue«, über! 00 Seilen starke«.©Hajen- �udj* mit LeitrSgen der prominentesten Zeichner Deutschland« an die Gäste jlw Verleitung gelangen. Die Heimai der Nraunkohlen. Ein« der.chrennendstsn" Tages fragen ist nach den Erfahrungen des verzangmien Winters der Zustand der Berliner Kohlerwerscr- gung. Sind genügend Vorräte angefahren, um den Bedarf der Berliner Bevölkerung zu decken? Gegenüber dam Vorjahre ist erfreulicherweise«ine wesentl'.ch« Steigerung der Zufuhr zu verzeichnen. Die Menge der bisher nach Berlin gelieserten Kohlen betrug noch den Feststellungen des Reichskomm'lssars für die Koh'enverteilung und der Reichsbahn- direktion Berlin in der Zeit von Januar bis einschließlich September rund 6 229 000 Tomren gegenüber 5 472 000 Ton mm in der gkeichcn Zeit des Vorjechres, so daß sich im Laufe dieses Jahres bereits ein« Mehrzufuhr von% Millionen leimen ergibt. In den angegsbemn Zahlen sind sämtliche Transport« an Steinkohlen, Braunkohlen- britstts und Rohbrannkohlen enthalten, di« auf dem Bahn- oder Wasserwege in die Reichshauptstadt golangten— außer den im Dienstbetrieb der Reichsbahndirettion Berlin b«nöttgten Kohlen- mengen. Das wichtigst« Versorgungsgebiet für die nmmntlich als Haus- bwnd stark begehrten Braunkohlenbrikett» sind die Kohlengruben der N i ed« rlauf I tz; weiter worden geringere Mengen an Briketts aus den mitteldeutschen Kohlen- revi«r«n in der Umgebung von Bitterseld und Hall«-M«vseburg nach Berlin geliefert, die vorwiegend für industriell« Zweck« de- nötigten Steinkohlen und Stoinkohlenbrlketts stammen zu mehr als zwei Fünfteln aus deutschoberschlesifchen Berg- werken, daneben macht sich seit einer Reihe von Jahren ein innner stärker werdendes Vordringen westfälischer Ruhr- kohl« bemerkbar, deren Aitteil sich von 16,7 Prozent im Jahre 1924 auf 31,2 Prozent im Jahre 1928«vhöht, während die Eingänge on oberschlestscher Kohle in der gleichen Zeit von 62,8 Pro- zent auf 429 Prozent zurückgingen. Van den übrigen Herkunfts- Düsseldorf in Schrecken. Oer vermißte Schüler von der Polizei aufgegriffen. Düsseldorf, 16. November. Die Obduktion der Maria Hahn hat ergeben, daß der Tod infolge Verblutung durch herz stich« eingetreten ist. vie Leiche zeigle deullichc Würgemole am Hals. Es wurden drei Kopfitiche an der linken Schläfe, sieben Halsstiche an der vorderen linke» Partie und zahn Bruststiche festgestellt. Von den zehn Bruststichen durchbohrten zwei das Herz und zwei die link« Lunge. Di« bei der Leiche gefundenen beigefarbenen Schuhe mit Ladervsrzieruvg wur- den von der Dienstherrschaft als Eigentum der Hahn erkannt. Das erdbeerfarben« Seidenkleid ohne Aerinel soll die Hahn bei ihrem letzten Fortgang getragen haben. Di« Strümpfe wurden bei d«r Leiche nicht gefunden. Ein junger Mann, mit dem die Hahn ver- kehrte, konnte nicht feststellen, ob die Leiche die der Hahn sei, da di« Leiche durch das lang« Liegen in der Erde unkenntlich ge- worden ist. 06 eine Vergewaltigung stattgefunden hat, konnte bisher nicht festgestellt werden. Die Zeitungen und auch die Krimi- nolpolizer erhallen, nach wie vor zahlreiche Karten und Briese des angsblichen Mörders. In diesen kündigt er«inen weiteren Mord an. Den Schreiben ist in allen Fällen nachgegangen worden, ohne daß es gelang, zu einem Ergebnis zu kommen. Es dürfte sich meistens um Mystifikationen han- dein, die die Arbeit der Kriminalpolizei nur erschweren. Ein als vermißt gemeldeter neunfähriger Schüler Helmut Reinhardt wurde gestern nachmittag in Wülfrath von der Poli- je? aufgegriffen und seinen Eltern zugeführt. Der Junge hatte sich u m h« r g e t r i e b« n. Emil Stahl, der Vorsitzende des sozialdemokratischen Bezirlsver- bandes Brandenburg-Grenzmark, vollendet heule das 50. Leben-- jähr. In ganz jungen Jahren ist Emil Stahl bereits führend in seiner Berufsorganisotion. dem Deutschen Derkehrsbund und dir Sozialdemokratischen Partei tätig. Seit dem 1. Oktober 1909 Angestellter im Hauptvorstand seiner Organisation widmet er seine ganze Kraft und frei« Zell der Porteibcweguug. Im Jahre 1912 wurde er zum Vorsitzenden des Reichstagswahlkreises Span- dau- Potsdam- Osthavelland gewählt. Seit dieser Zeit gehört cr ununterbrochen dem Bezirksvorstand Brandenburg an. Unter den schwierigsten politischen Verhältnissen eroberte er in der Reichstags- Nachwahl 1917 diesen Wahlkreis und gehörte als Vertreter seines Bezirks der Nationalversammlung an. Im Preußischen Landtag oertritt er jetzt den Wahlkreis Potsdam. 1924 übernahm Emil Stahl den Vorsitz des Bezirksverbandes. Dem P a r t c i v o r st a n d ge- hört cr feit dem Berliner Partellog 1924 als Beisitzer an. Einen helleren Abend veranstaltet der R e i ch s o u s s ch u ß für sozialistische Bildungsarbeit für die Teilnehmer und Freunde seiner Reisen am Sonnabend, dem 3 0. Novem- ber, abends 8 Uhr, in den Sophien- Sälen, Berlin N 54, Sophienstr. 17/18(Nähe Hackescher Markt und Hallesches Tor). Das Programm bringt u. a. Musik, Gejana. Fitm und Rezitaltonen, letztere ausgeführt vom Genossen Theo Maret: anschließend Tanz. Alle Freunde unserer Arbeit sind herzlichst eingeladen. Karten zum Preise von 60 Pf. sind an folgenden Stellen zu haben: Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbell, Berlin SW. 68. Lindenstr. 3. 1. Hof III. Dietz-Duchhandluna, Lindenstr. 2, Bezirksbildungsaus- schuß, Lindenstr. 3, 2. Hof II, Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, S 14, Wallstr. 65, Deutscher Holzarbeiterverband, Am Kall- nischen Park 2, Zigarrengeschäft Horsch, Berlin SO. Engeluier 24/25, Verlag des Bildungsoerbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibund« straße 5, Zentralverband der Angestellten, Berlin S, Hedemann- straße 12, Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Rllterftraße Ecks Luifenufer. „Neuer kommunistischer Schwindel." Zu der unter dieser lleberschrift erschienenen Nötiz über die Verleumdungen gegen Ge- nassen Stadtrat Peters(„Vorwärts" vom 12. November 1929) b:tte.t ■uns Herr Georg A p e l mitzuteilen, daß er sich als Leiter des Lsbensmittelamtss in All-Glienick« lein« Verfehlungen Hab« zu- schulden kommen lassen. D T U F I Mi jßyon-SchniUmuster WM B MB Ks« 81 I alten 4 Leipziger Str.(Versand-Abi) Königstraße Rosenthaler Str.' Moritzplatz ■ j.-.? 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Zlm Freitag haben die mitteldeuischen vraunkohlenwerke die cohnverhandlungen mi» den Lerarbeilern wegen der „Uokragbarkeil-dergesorderlenSchichtlohn- erhöhoog abgebrochen. Sthwere Kämpfe sind möglich. Es sind gerade zwei Jahr« und einen Monat her, daß in den Vrounkohlenrepieren zu beiden Seiten des Elbstromes die Beleg- schosten die Arbeit niederlegten, um eine menschenwürdigere Be- zahiung für ihr« schwer« und gefahrvolle Arbeit zu erkämpfen. Geschlossen traten die Bergarbeiter in den Kampf, weil ihre Wünsche um Verbesserung ihrer Lebensbedingungen von einem halsstarrigen und kurzsichtigen Unternehmertum achtlos in den Wind geschlagen wurden. Mit angeblich wirtschaftlichen Begründungen natürlich. Eine Erfüllung der Bergarbeiterforderungen sollte die Selbstkosten um Beträge erhöhen, die den Bergbau unrentabel machen sollten. Und wie ist es totsächlich gekonnnen, nachdem eine Lohnsteigerung von durchschnittlich 11 Proz. durch Arbeitsniederlegung erkämpft worden ist? Dazu einige Angaben. In O st«lbien stieg während der letzten beiden Jahre also von 1927 bis zum ersten Halbjahr 1929 die monotsdurchschnittliche Kohlenproduktion von 3,5 auf 3L Millionen Tonnen, im w e st elbischen Revier in der gleichen Zeit von 5.1 aus 5,8 Millionen Tonnen. Die durch den Streit erzwungene Lohnerhöhung hat also dem Bergbau nicht nur nicht zum Erliegen -gebracht, sondern die Produktion bewegt sich fortgesetzt in steiler Richtung nach oben. Ein Vergleich mit dem letzten Dorkriegsjahr zeigt, daß die Ge- winnung in einem außerordentlich viel stärkeren Maße gewachsen ist. als die Belegschaft. Setzten wir 1913 gleich 109, so ergibt sich für die beiden betriebswirtschaftlich sehr bedeutsamen Faktoren Produktion und Belegschaft während der einzelnen Jahre folgendes BN»: Oftrlbisch Westelblfch Produttion Belegschaft Produktion Belegschaft 1913 100 100 100 100 1927 161,2 129,8 159,6 100 1928 171,7 13U 180,4 107,4 l.H»wiahr 1929 1784 134.1 180,4 110,3 Diese BerhAtnlsziffern beziehen sich auf den preußischen Berg. bau: für den unerheblichen Rest, der zu den nichtpreuhischen Ländern zählt, ist«ine ähnliche Entwicklung feststellbar. Hier liegen also Rationallsternagserfolge von gigantischen Ausmaßen vor. Wenn in Oftelbien einer Produktionssteigerung von 78,1 Proz. «ine Belegschafteverstärkung von nur 34,1 Proz. und in Westelbien einer mehr als ZOprozentigen Steigerung der Kohlengewinnung eine Belegschaftsvermehrung von nur etwas mehr als 10 Proz. gegen- übersteht, so ergibt sich hieraus, daß heute auf den einzelnen Arbeiter eine erheblich größere Produttions» menge entfällt, als es in allen Iahren vorher der Fall war. Das Wichtigste hierbei ist, daß sich dies« Entwicklung stetig fortsetzt und auch durch den Streit im Jahre 1928 keine Unter- brechung erfahren hat. Als Beweis dafür mag die Leistung für Arbeiter in den Tagebauen herangezogen werden. Es fördert« davon ein Mann in einer Schicht in Lstelbien Westelbien 1913... 7,7 Tonnen 6,8 Tonnen/ 1927... 14.4. 12,1 1928... 13.0. 12,9. I. Halbjahr 1929... 14,7. 16.1 Auffallend an der Bewegung, die die Ziffern widerspiegeln. ist ihre Slellgkeit und der Umfang der Sletgerung. während im a st elbischen Revier gegenüber dem letzten Vorkriegsjahre 1913 eine mehr als 90prozentige Steigerung der Arbeitsleistung pro wann eingetreten ist. beträgt sie ln den w e st elbifchea Bezirk«» fast 137 Prozent. In demselben Maße, wie sich die Schichtleistung de» einzelnen Arbeiters erhöht, ermäßigt sich der Lohnanteil je Tonn» Kohl«. Dadurch wachsen die Gewinne der Unternehmer, um deren Verteilung auch jetzt wieder zu ringen ist. Aber nicht nur die Stelgerung der Kopfleistung je Schicht ist ein sichtbarer Ausdruck der Rationalisierungserfolge im mitteldeutschen Bergbau, sondern auch die Zahl der Betriebe. Die Zahl der Betrieb« sinkt weiter. Trotzdem von 1913 bis 1927 die Produktion um rund 60 Proz. gestiegen ist, hat sich die Zahl der fördernden Schochtanlogen im gleichen Zeit» räum von 378 auf 263 oermindert. Dies« günstigen Ergebnisie zeigen sich, trotz aller Derschleierungs- fünfte, auch in den Bilanzen der mitteldeutschen Braunkohle» werke. Dividenden von 10 und mehr Drozeoi sind die Regel. All die Riesenunternehmungen, wie Ilse, Niederlausitz« Kohlen- werke, Bubiag, Eintracht, Anhaltisch« Kohlewwerke, haben im Jahre 1928 10 Prozent Dividende ausgeschüttet, einzelne noch mehr, so beispielsweise die Bitterselder Louisengrub« 14 Prozent und die Prelitzer Braunkohlenwerke 15 Prozent Das olle» bei stet» gender Reservebildung und steigenden Ab- schreibungen. Während der letzten drei Geschäftssahre nahm die.-Ilse* folgetchc offenen Abschreibungen vor: 44 Mill., 54 Mlll»rrt» 6,1 Mill. M. Die entsprechenden Zisfernreihe bei den B raunschweig ischen Kohlen» werken zeigt: 4.2 Mill., 44 Mill. und 52 Mill. M. Aehnliche Steigerungen der Abschreibungen(wie groß mögen die stillen Ab- schreibungen sein?) haben alle bedeutenden Unternehmungen auf» zuweisen: die Tendenz zu steigend« Reservebildung ist überall vorhanden. Das alles zeigt, daß für den»nitteldeutschen Braunkohl«»- bergbau, die von den Berga rbeitergewerkschasten geforderte 1 Mark Schichtlohnerhöhung ohne Schwierigkeiten tragbar ist. Was sonst von den Arbeiterverbänden gefordert wird, Verringerung der Spanne zwischen den Kern» und Randrevieren und Aenderungeti in der Lohngruppenverteilung ist kaum als besondere Belastung anzusehen. Im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau herrscht schon Jahr« hindurch eine Glanzkonjunktur, an der die Bergarbeiter gerechterweis« teilhaben müssen. Hoovers großes Beispiel. Konjunkturpolitik in Amerika— Deutschland sollte daran« lernen. Wir haben gestern schon gemeldet, daß d« Präsident der De» einigten Staaten, Hoover, für die Mitte der kommenden Wachsein« Wirtschastskonserenz nach Washington berusen hat. Ber» treter d« Industrie, der Landwirtschast und der Arbeiterschaft sollen mit der Regierung ein Wirtschaftsprogramm beraten, dessen Ziel ein großzügiges Arbeitsprogramm mit der Vergebung von Bau- austrägen für Eisenbahnen, Schissahrt, Gas, Wasser und Elek- trizität ist. Mehrsach haben»vir darauf hingewiesen, wie groß in d« Tat die Befürchtung in den Dereinigten Staaten ist, d« Zusammen» bruch der Börseninslation könne den Ausbruch einer Wirt» s ch a f t» t r i s i s zur Folg« haben. Wir haben mit Nachdruck unterstrichen, daß sowohl die letzte Krediwerbilligung, als auch die von Schatzkanzler Mellon angekündigt« Steuersenkung wesentlich ionjunkturpolitische Ziel« haben. Der neu« Schritt de» USA.-Präsi- denten Hoover beseitigt darüber setzt auch den letzten Zweifel. Di« Vereinigten Staaten sind das Land, in dem der Gedanke einer organischen ironfuntturpolittk mit dem Ziel«, grundsätzlich die Vermeidung von Krisen durch bewußt« Maßnahmen d« Wirtschaftspolitik zu sichern, entstanden ist. Heb« die Möglichkeit� einer solchen Zielsetzung, sei e» durch Kredit» oder wirb schaftspolitisch« Maßnahmen, sei es durch ein« Kombination von beiden, mag inan streiten. S« ist auch fraglich, ob die seit sieben Iahren in den Dereinigten Staaten sortdauernde erstaunlich starke Konjunktur bereit» al» Beweis dafür anzusehen ist, daß der Ge- danke der Konjuntturstabilisierung mit Erfolg verwirklicht werden kann. Sich« aber ist da» Vorgehen de» amerikanischen Präsidenten Hoover. der zlveifeiio» d« bedeutendste Wirtschaftskops der vereinigten Staaten ist. nur au» diesem Gedankenkreis heraus zu oerstehen. Was Hoov« jetzt in Amerika durchzuführen versucht, ist«in bewußter Akt der Konjunkturregelung, nachdem e» selbst»«. ständlich ist. daß die eingetretenen riesenhaften Kursverluste ange- stchts der Unmöglichkeit, da» übersteigert« Aursniveau«iederher» zustellen, und angesichts der Tatsache, daß die in d« Aktienhausse erzielten Gewinne sich großemeilz in Mehrausgaben und damit i» Ol» obisen Angebote stehen Ihnen eb Montag zur Verfügung I— Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden I cintr Ausdehnung der Industrie hereits realisiert Hoden, sich irgend- wo in der amerikanischen Wirtschost als bedeutsame Kaufkraft» > ch w S ch u n g auswirken müssen. So ist die Besürchtung gerecht- fertigt, daß in dem bisherigen Wirtschaitsaufstieg der Vereinigten Staaten, der sich fast ansschließlich auf dar steigenden Inlands- kaufkrajt aufbaute, ein Rückschlag eintreten mtch. Diesem Rückschlag will choover setzt begegnen. �. Es /ist., überflüssig, den Schritt choavers als besondere Sensation zu kennzeichnen, denn man konnte schon bisher sowohl den Mann als aüch sein« Methoden. Die Betonung des Sensationellen würde dazu führen, daß man das von choooer gegebene große Beispiel übersiehr. aus dem man in i D e u t f ch l a n d lernen soll. Es ist bewundernswert, wie die gesamte amerikanische Oesfentlichkeit sofort das Gefährliche der Börsenkrachs für die Wirtschaftsentwick- lung und insbesondere die Jnlandskaustraft der Bereinigten Staaten erkannt hat. Es ist bewundernswert, wie alle verantwortlichen Stellen der Bereinigten Staaten, besonders ihr Präsident, sosgri in großzügigstem Maßstabe eine Organisation schassen wollen, um einen Kanjunktureinbruch durch Vergebung von öffentlichen Massenouf- trägen zu verhindern. Das ist das Beispiel, das szoover iirSbe- sondere Deietschland gibt und an dem Deutschland lernen sollte, wo diese Dinge auch tausendfach diskutiert, ober bisher über das An- fangsstaduun noch nicht hinausgekommen sind. Selbstverständlich verfolgt Hoover dabei auch politisch« und� außenwirtschaftliche Ziele. Ron ssocver stammt auch die Forderung höherer Zölle zum Schutze des Inlandsmarktes und te ist sicher, daß die Fortführung der neuen Tarifreform von ihm in seinem konsmtkturellen Interventionsprograrym gefördert werden wird. Ebenso sicher ist es auch, daß ein« Exportförderung zmter dem■ Gesichtspunkt, der gefährdeten Inlandskonfunktur«in Ventil zu öffnen, mit in das Programm Haovers gehören wird. Diese Dinge sind gewiß nicht nur für die Dereinigteu Staaten, sondern auch für die eurapäische Industrie und besonders auch für Deutschland wichtig. Das große Beispiel aber, mit welcher Selbstverständlichkeit und schnellen Entschlußkraft in den Vereinigten Staaten wirtschaftliche Maßnahmen zur Konsunkturregelung-be- lchlossen werden, ist für Deutschland noch wichtiger. Man lerne darous!> Die Kaufkraft sinkt. Konjunktur und Masseneinkommen. Die Merkneale h-ücsen sich, daß die inländische Kaufkraft in Deutschland zurückgeht. Besonders gilt das fiir die Massen- kau f t ra s t/ Mag das Einkommen der arbeitenden Masten: Str'elchcrchcster-Nonzert. 40.50: Blasorcicsttr-Konrcrt. ItanacS Tanthi-isI',. Montag, 18. November: 7: FnnkKTipnastik, 12.30: iVettermetduneen tür de« Land Wirt. 1.330: Bildfunk. U: Schannlnttenkonrerl. 1SJ0:.lujsndstundt. 15.4»; Die wltt- schaftüchen Grundla«en der sozialen Stellana der Frau. 16.05: Anekdote und Wrtz. 16.30: Konzen. 17.30: Karl Otten liest eiaene Dichtnnaan. 18: Aa- Standiac nnd unanständiae Eeriehlwstattani. I8J0: Konzert auf m ech an is ehern Klavier, id: Proaramra der aktaetien Abiedanc. 10 25: Die iraazdslsche Szleioper. 20: Die Seele des Industriearbeiters. 20.50: Unlerhaitnncsamsüf. 21: Konzert. 22.50; Fnrk.TanzHnterricht. Danach Tanrmusik- Dienstac, 19. November: 7: Fanktrjmnastil. 0. Schntfank. t2J0: Die Vlertetslandft für den Land- srirt. 14: Sehaltplattenkonzert. 15.20: Jaaend.slar.de. 15.45; Schauspielerarbeit and Schsnspleierhekeontnisae. 16.05: Soziatpollti.seJie Umscjun. 16-30: Unter- "haltanEsmosik. 18.30: Stcnde mit Büchern. 1*1: Natarvtsrensehaft und WeU- anschauana 10.50: Hans Reimann und seine Tiere. 20: Die auBonpoIitlsche Seite des Youna-Planes. 21: Sendesaide:..Scbvesler Henrielte". Von Kesser. MiHwoch, 20. November: 7: Funkaymnaslik. 8�5: StundenalocVenspiel der Polsdaraer Qarnfswi- kirche. 9: Moracnfcier. Anschließend Olockenadint de» Berliner Doms. 10: Wettervorhersase. 12: Mittaasknnzert. 1.3.30: Bildtunk. 15.40: Ernste Musik. 15: üebertraaunz Sportpalast: Kundgebung der Katholischen Aktioa Berlin. Anschlicflend NachmittaitskenzeTt. 18: Der Invalldeniricdhof w Berlin. 18.30: Die englische Monarchie and ihr Bild In Sbasvs..Kaiser von Amerika". 19: Cellos-orlrige. 20: Musik der Gegenwart. 20.30;„Vom Leben", eine poetische Lesnng mit Musik. Donnerstas, 21. November: 7: Fankgrmnastik. 9: SchaltuoV. 12.30: Die Mertelstasde für de» Land- srirt. 13.50: Bildlank. 14: SchallplatlenkonzeTt. 15.20: Jageadstande. 15 45: Die Sportschaa de» Menals. 16.08: Rundftakempiang and Klangtreue. 16.30: Kontert, 17.30: Programm der aktueller Abteilung. 15: TeernosIV. 18.59: KündhMzer begründen eine Weltmadit. 19.15: RecSlifragen de» Tages. 19.35: Chorgesang. 20: Wiener Oprrette. 22.30: Fnnk-Tanzunterrlcht. Danach Tanzmusik. Freitag. 22, November: 7: PankÄymflQJlik. 12-30: Wettcrmcldunsjen �ßr den Landwirt Iii Schallplatlcnkonwrt, lt.20: Jasendstunde. 1,�.45: Neues in Wirtschaftsappa- raten and Qerälxchalien. rrosramm der aktuellen Abteilanj. Konzert. 17: Luftschiff and Oroßflugceng im Weltverkehr. 17,10; Unterhal- tunffsmusiV. 19: Qrordrucc der Oeoi>olitik. I9JÖJ Hermann Kcsser liest aas seinen Werken. 20; VolkstQmHches Orchester konrerf. 21: Kammernraslk» An- sdilleflend AbcrUmusik. Sonnabend, 23, November: 7 t PttnkjrymaastJfc 12.30: Wettermeldunacn iür den Landwirt. II: Schal!plattenktin7.crt. I5.2&: luffendstaade. 15.45: Mictsallcrlci. 16 03; Ver, siclierungs betriebe der•deatschcu.Arbeltnedimerscliaft UoterhalHns�/ mosik. 15: Grenzen.des Amerikanlsmus. 18�6: franrosisch für Anfönfrer, 1M0: Bildfonk: 19:• Znr Untcrbaltang. 19�0: Das Interview der Wcche, 20: Unterhaltunrsinnsik. 20.30: Man kann aich so nnd so nuterhaltcn. Danach Tanrmosik. Konlgswusterhausen, Sonntag,!'. Novemtbefi� Ab 7: Ucbertragang aas Berlle. 18.15; QtnfBtsfcpxtgar.geti bei Tieren. 19: Knochen and«�herben Im Ackc. 19.30: Bärenlagdcn is Rußland Vrd Sibirien. 20: Dealsehlandsender: Oaukorrcrt des Doctscheo Mändolinen- and Oilarrenspleler-Bandes(Lltbenragang Singalcademle). AnscblicSend Uebcr. tragung ans Berlin. Montag. 18. November: 16: Englisch(kollnrkundlich-tKe.'irische Stande). 16-30: Uebertragart in 5 Berlin. 17.30: Lebendige Boeder. 18: Cotumbus. 18.30: Englisch tfir Afl'Srgo*. IS.58: Aufgaben der deutschen Viebetrtschait In der N'achkriegszsiL 19�0: Neuzeitliche Maaera-erkstoffc. 26: Die Seele des laduetriearbeirers. 20 50; Sendespiele:„Schwester Hmriette". Voe Kester. Anschließend Uebertragurg aas Berlin,* Dienstag, 19. November: 16 JO: Uebertragung aas Leipzig- 17-30; Die- Masik ia kathoüschfz Gottesdienst. 18: Mrtikversteben. 17L30: EranzSsiscb für Portgeschrltf-?-. 18�5: Gutes Deatscb lOr ledermann. 19�0: Vom Schicksal der Vorbestraften. 20: Uebertragung ans Berlin. 21: Deutschlindsender: Unterhaltangsoiatik. Au- schließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 20. November: Ab 7: Uebertragung aus Berlin- 18: Besinnliche VierlelshBtde- 14.20: Die Kleistpretsträger des Jahres 1929. 19: Trost den Kranken. 19.25: Elsa BrandstrOm and ihr Werk. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag. 2t. November: 16: Die pldagoglsche Aasbildung der Studienreferendare. 16.30; Uebtr- tragang aus Berlin. 17.30: Dichterstande. 18: Eisaß-Lotirlngsr Im Reick. 18J0: Spanisch für Eorrgescbrlttene- ISJ5; Die Mlsehfotterfrego fm üneil der ViVsenschift. Indastije und'andvirtschaftlicbe Praxis. 19.20: yCascb.e, des Käufers an den Einzelhandel. 20: Deutscblandseodar: Uebertiagu-c Erenklurt ,. M.: Jan Kiepnra singt' 21: Programm der aktuell eu AbteiiaaC- J1J5: Lieder. Anschließend UcberL-agung aas Berlin. Freitag. 22. November: 16: Osgenwartsfragen der Vclksschnie. 16.30: Uebertragung aas Leipzig. 17230: Chemie Im tägllchec Leben. 18: Die Bedeutung der holfverarbeiterden Industrie Im deutschen Wirtschaftsleben. 1 8.50: Englisch für Eortzeschrltieae. 18�55: Die Bedcalang der Elnze.lzwelge der Teztllvtrischaftl 15.20: Wissen. sehattllcher Vortrag für Tierärzte. 20: Deoischlaadscnder: Konzert. 21: „Hier spricht Berlin." Anschließend Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 22. November: 17J0: Die Reichsbahn unter dem Vonng-Plao. 18: De: Künstler als A»d bellet. 18.30: Franuhslsuh für Anfänger. 18-45: Die Bedcatang der französischen Provinz. 19.20: Marxismus and McnscbcnLcnn*nls. 20.10: Deutsch- landsender: Von der Dentscbcn Stunde In Davcrn: Allerhand. Anschließend Uebertragung aas Berlin. Neues Zweiggeschäft: beucin ws* ms ffa Zoo ♦ migutm 43* Msttaße 59* BmMer piatz S* smiofisttaße 36, Stegm * FtanStMtU&C Str. 21«a»6. saxxfeu, AMa IUtkt i.«OdgsAevg i. f*. Sn�fik. Uaoa- S ▼ Utp**. Xhonesattoi Her zu uns! ■' WM'' M �:■'■ f"■■■"l-■■«t m rufen wir In letzter Stunde den Wählern von Berlin zu. Männer und Frauen, In eurer Hand liegt das Schicksal der Weltstadt Berlin. ♦ Gebt eure Stimme der Partei des schaffenden Volkes! Wählt Sozialdemokraten! Liste i Einsendung?- f3t diese Rubrik sind Berlin SS 68, Linden, trah« 2, Darieinachrichten�A�fürGroß-Berlin stet» an ds» Pejirktseiretsrls, 2. Hos, i Treppen recht», zu richten Am Scauabead. dem 23. Ilovember. Uhr. findet im Saal des rdeilitswirtlchasisrates. � Vcllevuejtraße, wieder ein Vortrags- abend der Areicn SozialisüfilMN hschschule statt. Gmofstn Toni VsiUf. W. d. 7i� spricht über die.Reform des Shereck'ls und die arbeitende 5tau". Saaloffnung 18j Uhr. U?ir bitten unfere Ee- nafiinnen. sich an diesen» Vortrag recht zahlreich zu beteiligen. Karten für diese Veranstaltung sind zum V reise oon 50 Ps. fem- schließlich Garderobe) im ArGireaktrdariat des vezlrtsuer bände?. Linden straße Z, 2. Hof, 2' Treppen, Zimmer 4, zu Hafen. vas Iravensekretariat. » t. Srri». Schulgeulrirb« Btrlin-Aiite, TrKritoqomripichsit Rorb! Mon««» IS. Z!«»mrb«n, 20 Ul>r, bei Ahrrnd, Schriidrrtir. Z. ?». am!» jp«iuiS«d!>ri. An der st-nZscbrrunq inrfm» otrstorten« Oenaffrn Äffitrt Ucftri. an» Montag, brni 1».?ioncinbsr, 1P4 ITfit. im.Nrema- toriim» Ecrichtslroh». nrbm-n die Mt-isungt» its flteife» mit' ij:öt Sanneiut- teil. Crfajtiacn»f: SStämjflichi. heule. Sonnlag, 17. November. JcauetuwTanftalfuagen. 22. 8i#ot»S«t, Ifi-i Ith!. i»t der Lnhcnsiat an b«. K G kann»er cnlf, Sisiunq der weihsichsN Mitglieder des erwei'erten De- M siZ zirkarorstaud:-. d-am Stellocrtriierinnnl und der A«i.ileitkrtl!ntn kür Agilat.o»». Ilm»ols«hti«s» und xstnttslchr» Erscheinen m!»d gebeten..U! ß-Z La» Aravcusclutariai. UZ Teupslen meldiu sich ia de»»achsketead augrgcbeueu Lokalru Ast« ZI!itg>:eb«r. louile aste nach nichr zur Sablarbrlt esuqeteiltcu Ex. rrlüutcu rrd Ecuasien melbru drr Abtrikunaeu zur Sablhillc. 8. Abt. 8 Uhr bei OI>nceme6n Aowmandgntensir. 5». 3t- Abt.>n der Ceschäbsil-llc. llirechtcr Sir. ZI. Schreibgewgndie De- nnssinnen und Eenosiru Melden sich ebeirddrt. 22. Abt. Sellchtigurg! Ast: nickt e.ngemilten Densssinne» und Drnnssen melden sich im LoZal st'suter,?srss»lgsic. sZZicht Togosirasil,.»vir irrtUm. lich angeaebcn.t Lie Beziri« l bis l und S bis 16 in de: ZZorivarls. kpcdit on SZnisch, Utrcchter Strasi.-. 28. Ab», itentimlmaiirlolas ist bei-dartelt. WSrrtnm Str. 1«. Ast- Dcnassinnen uirb Ecnasscn stellt»» sich ihre»» Bebirkssiihrrrn zur Wahlarbcit zur Der. stiamia. 31. Abt. T'F- SensralojaSITo?«! Dvitz, Aurmanuellirchsir. II, n. pt. l., melden. 38. Abt. Ast« nicht«ingrteilleu Genossen melden»Ich zur Wahlhilse In ihrrn ..-abladendlskalei».? ad'ohrer Imninrn zu?ariiisch. ssriedenilr. 88. 17. Abt..denrraürahllnkal ist bei Siedentnai, Muskoucr Str. ZS. 18. Abt. Zen'raIinahI7okar Keller. sZstrstenstr. I. 68. Abt. raleusce. S'i Uhr-ei Sandmann. Wcttfälische Sir. 12. 6». Abt. Bilmersdorsl Wahlburrau ist bei Ahlcnseld, Uhlai»dstr. Psglz- bürg 2188. 7k. Abt.?c!;Io-botf.' All.' chartcig-nasiinr.cn und Denr>si-n,»r«7ch: nicht durch d'« chedirtssiihrer zur Wahsgrdeit bestellt sind, meiden sich im es-ntrolmghi. bureau, i!«t-domcr Str. 23, bei Schneider. 81. Abt. Triedeuau. 8 Ufic im Sahlbüreau Liane, Hondsernstr. 60—61, ein» finden. Abends gemittliches Tcilammcnsein und Bekanlgabc der chesultat«. .88. Abt, Liibterkelde.?I« Genasien. d'e nickt»»>» Tgsbioe�eit eingetesit sind, mollen sich, im Soblburcau., I7rlt», 2>,ond!, istioitkastil. 81, melden, St. Abt. kgnkmit». Waklbi,reau»st bci Lcbmann, Kaiker-Wilbelm-Etr, 20—»1. 86, Abt. Marierbart. 8 Uhr bei Dörlitz.»rstinr Riendari, Ebauileesir. I». IseickellB.«I. Abt. Zcntraiuzabi'asai ist b«! Meuselen sNugbasenstr. 48.— »?. Abt.»».z llbr, eiimmoezie,« 64. 7t. 7.3. 76. 77 und 78 bei chkianz. chnuz-kal-djcrnuxir. 78.' Stimurbezirk« 63.. 72. 73 und' AI bei Wi'tig. Eteirnnesistr. 8t: SLmmbeziri« ft». SZ. 0? bei Lausch, vermgnnstr. Ist». let. Abt. Trepia«. ZentraimabNotal ,in der?sr>oärt?»'pedstioir, Kraesistr. 3». Lart Einteilung. Mahi-efultale»erdeu im Lolal Elsen. Eck, Kiesbolz. Elke Esis.mstrssi:, verklludei. 133. Ab», vberschoneiueidr.?e,ntrai>l>abI7o?ol ist bei Winkler, Silbeiminen- hasstr., 82. ste.Ienban: Oberspre«>1213. 128. b�» 186. Abt. Hanbra. Mezirksivahsiolaie. 1. Be»irk: Ztochlk, Kasier. icched-rich-Elr. 38: 8, Bezirk: Boreilt. Berliner Str.»7-88: 4,. 3 Bezirk: LstrkieS'es Kest. Breite Strasi»! 8. Bezirk: Eiingerhrim, ZZlorast:. Xi; 9. Bezirk: Hutb. Svllelnkstr. 81. Marge«, Moalag, IS.- Rovembn.- 77. Abt. SSLncbcrg. 20 Uhr bei Schmidt. Srunepaldilr.. ,16. Barsiands-, sidung. > Dienstac». 19. November. -H C2.'©"M» RenkrM«. Am 19. dteoemtat, um 85 llfft, H £i mit aefeviacm Lciwzimensei« in deu PasJagficsM.ile«, lüt. M ■ 1 ffcfföÄfpTaff«: Suliölf BiAell, Re!�.«arb?its?alU!ster, Spiel tot Arbeit"?. W >-3 iuaevj), iaticiirfxt DortrQae: Pu-Ut 3Xuä, SesavasuortrL«: Aichte. � l'J Seorvwia. Äant» M �?e�mSrts".L«ventber.- 1�4 Ubr« bei ZSln�ee, Vincsre. Ü: „Meine C?!ebn:s''e in Frankreich". Refevy'.t Äd.olf Abkcr. Anwerbe vi Be- T.\-6't tf-sn V�irkssvanentüq. 2A. Avi. Dienhwa, 1�. Z�evcTnber. Mh tlbt(TolcT arirb cm Di nstoa Vtcn-n'- ceaebin), aemuil:ches Äcii'evun�nseLn Ueberrcschvnaen. Um jyählreichcs <5rfche'nen Wkrb«r'bcten. ZQ Tbi. DVmtcfi, 18. ÄSveviosr. 1ÖH Ahr, bei StuTpifcht St?.. Sä: ,S''t hrcU �teifuna der ivren im Smeael der LitercLitr Rrfereniin Marcc?ete S'atili. SS. Ab», Ifx rrcnr��Berb nicht on: Mßrttac. 18. �oukmche?., �nfcfrn cm Tscüw'. 22.?'sVe?NSeii. 10U Iffer.• iw 5vae?-�!'m Nqd'nft?. 4-. rv'ru 1. statt. Die. Air�rfreunb-*''»erben rnä btn Do!"'d verschön»n. 40. Abt. Ms-'.'an- Novemher. 50 ITftr. bei Böttcher. Jrür�crfcerft«? Gtr. S: ,�cc We�tkr eq iit be? Literetur". �er'ereni''n Gerbe. Weiil. 42. Montea, 18. �>svember. iWA IJTit. bei.<>öb>ke. wtofijtwnnstr. 60: .Vis s?rcu in, W'rtenb'". Bortrcoenber: tfrtur Deiche rdt. 70. Abt. �chöneb�rp. MtkvsK, 20. Novem-bp? A) Ab?, bei HroA, �edenstr. 79:„�rrverv�ie m't aymnestilchen �orfitbrnnqen".?0r4eV-ntin Lotte �ciow. Die STutiftionarinnc« tr�frer. sich bereits um 19« IIb" im ale'chen Pofat. 8L Abt. Tt�bcrrn. Dien-tss- 10. �onmexr. 1S� Ubr, bei ÄTc&f, fl>i ebenen, f-anhictqftr. 60-�61:„Der WeltZries in de: L::�rctnt". Re.ferentin Gerde 38991 53. Abt Tc'wut'lhvs. Donnerstcv, 21.&üwmher, 20 Ilbr. bei �ommer»ninc. (rfr. 100:..Alt-�-rNne?.�nrnor". �efsr-'t.�«nnd£>. Äcntrn, lOS. Abt O�r�onen-e'd«. Manien. 18. Z�ovem�er. 13�4 Ilbr,»r. der Schiller- nro(fc, Sch'llerv' sm�node, Lich�bi�bervortren Ge-o�n �ibnbcvm. ttl. Abt. Bnbnb'dorst Mittwoch. 20. Nsvem�er 18 Ilöv. bei He'Mcnn. Wettersdorfer Sir. 100:.,(£c>?r"fr bein Ärnb ostne Äfoif nnd Nnie". Referent Genome A'ek*vr Schwei. K'pd�rkren.rh�l �fmnso?ia.ttften unb Mitglieder tT srn�" c5lrf»i»TrtfTnt,Jrbe find b'r�irf» eino�cb'n. 124.?rbt. Montea.'Ovnember. 20 irk,r. bei Adders, �cb'�bof» itvaste:.Gnelond i"'b englische We�vo�tt't". Referent Mar t�mmeister. 1Z5. �lbt. Re'ui�epdnrs.O�. �onnerstci. 21. November. 20 Uhr, in der Beretfe st�nbavcc Stregs: �Alt-Derlitter Humor'2 Vorttegends?: Genosse L�in� Dertb�l. Iungsotsaliflen. S�ie �esc-�verarswltuno Anne �-emse» und IN cus den 25.»vp..em5er veri�vb-� w�-d-n. Gte ftnbtt fftmefa tttt Aiadt- beus, Ksv�rftres«'. E�nr'�-sqcl 8?0. 19'�. 15br.--- Am �s'eu«- 19. Por«"-be.?, 2h IIb?, l�en.i-n b-« �rs,»g Bartsch: fipr Gfif n-d i�e-echt� i» bez Zwqendbe�berae Stswame». Mittwoch 9 de.«.�""iu«. Gr"",? Vob-rb-rt: 19. November. l�r, im �"acndbtim Machielst? 1. �orttcb'mq des ßurfnA 1�?. �cb'cn üBsr„Ginfilhrunk Iä die merr ft-f's-e Gost? berslichst w'llkommen. Gruppe FriedrichÄbain: Gefemtverenstaltnna erst cm Montag, 2A. No. vcm.be r. � �: Gruvve Lr�tenberc? Mo'ttcc, 18 Z�o�emb�r. pßn?tT;ch 20 IIb?, im �ncend- j bl'M Gvn�rsti-. 14. �orttca:..:drn Licnssog und serdikag!n dar Sckul: Wiis'n. Eck: Bonkstrasi: zukgmuien, uid»mar ran 13'S— l7sa Uhr Lienstaas Basteln. ikre:tags Ttrrtirn und Spielen, K» ei» Zleiaiikendors, tag. 18. Z!l >6—18 Uhr..>>WW>W>WWWW>>WW>WW>W W___. gnd Tuig» Note sta.lin Dienstag. 19. Adnemsier, sfortiegung des Bda olursun: Bonncrelaa, Ii Zlovenck'«», Bastei»-: nungsalrn» Mkitmack. Z6. Alovemb«?, Basitln: stire' lag. 33. z nnemder, Brc'lsville, Iugeudhelo» Liudouer Sp-asje, n,. iiu.ti um' u. > Zlelaiikendors.«Srugpe Rcinickeildars.viti Kckkenzu'a-nnienlunst Ack!». Zlovemdrr, Baiuin: Eaniicrstag, 31. Roormber, Br-'rs?:est, Zeil: hr, Z�ie?!ing. und?'»tc-stg!k:».Grt!?vcn tagen nou 17»»,— isi'i Uhr, 1s> Üb» etcr.dck deimabend. 1 Kreis We'hensee. Älaniog. 1 l. Nnnemde.r. 18»8 Ahr. im sttuaenddelm. tdesser- sizung. Tsintrllckr?«»scheinen nstwtndiq.?icnstag in den«urnWe Uedungs. abend fllr die Eannenmenitseter Bic lungen lirrund- müssen panktnch an» mesedd sei»».. stres»!fnl«d->K»ha'n. ssr-I'aq.?3. Rnnemher.)6 Uhr." Kress-Tlternn»»- lammlung im Zugendhe:»»» lirarksurter Aller 86,7� xhrma:»Kammunc und jwd". Sleler-nt Gengsic eahir» Gebiirlsitege. Zubiläen uli?. 43. Aht, Unserem Eenasieu Traugott SerlanK, zu seinem 7». Schurtstage dir Hcrzsi5?s>cn eksiiSmiinsch«. Llegaiper Str. Li. �utde'vratu-c«! �VsssS!» visierenden veräen hieräurcii lür die �itzlieäor j unseroL Verbsnäes to'gencis OsstWlrtsdstttsd« gssoerft Kitts r 8? iinliok-restzurant, inliader fiecksderF, l�n der Spstn- ciauer Lrücke 2. 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Die Zozlakdemolralflche Partei ist mit den freien G e w e r k- schaften in gemeinsamen schweren Kämpfen gegen das Unter- nehmertum und den alten Obrigkeitsstaat mit seiner Klassenjustiz grast und stark geworden. Aber noch längst nicht stark genug, um der Arbeitnehmerschaft die gehörige Geltung zu ver- schassen. Die Sozioldemokrat'.sche Partei hat den Gewerkschaften den notwendigen geschlichen Spielraum verschafft, hat ihnen das Koa- litionsrecht gesichert und hat jederzeit ihren Einfluß im Reichstag, in den Länderregierungen wie in den Gemeindevertretungen dazu genützt, um die wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Arbeit- nehmerschaft mit allem Nachdruck zu verfechten. Die Sozialdemokratische Partei hat, wie keine andere Partei, insbesondere auf dem Gebiet des Arbeiterschutzes und der Sozial- gesetzgebung die Forderungen der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft energisch und erfolgreich oertreten, soweit es in ihrer Macht lag. Es ist d'e Schuld der Unorganisierten und der Falsch- organisierten, daß die Macht der Partei und der Gewerkschaften noch nicht groß genug ist. Die Sozialdemokratische Partei steht mit den fteien Gewert- schaften von jeher im besten Einvernehmen. Dieses gute Verhältnis beruht auf der historischen Schicksalsgemeinschaft der deutschen sozialistischen Arbeiterbewegung. Beide verbindet das gemeinsame Ziel: die Uebcrwindung der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise. Partei und Gewerkschaften werden heute von den Moskau-Reoolutionären als„r e f o r- m i st i st i s ch" angefeindet, weil sie, wie von jeher, so auch weiterhin Schritt für Schritt Reformen herbeizuführen suchen, die der Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Arbeitnehmerschaft, dienen, ihrem Mitbestimmungsrecht in der Wirtschaft und der Sicherung ihrer Existenz. Partei und Gewerkschaften überlassen es jenen, die Arbeit- Nehmerschaft mit revolutionären Phrasen und wilden Streiks zu prellen, und lassen sich in der Herbeiführung weiterer Reformen nicht irre machen. Die Sozlaldemokral'-fche Partei zu unterstützen, wie sie die Ge> werkschaften unterstützt, liegt im Interesse der freien Gewerkschaften selber. Jeder aufrichtige, überzeugte Gewerkschastsgenosie muß daher heute noch die Gelegenheit dazu benutzen, für die Wahl der sozialdemokratischen Liste zu werben. für Liste 1 Ausrede der VraunkohZenherren. Sie sind„nicht in dir Loge.. Der Arbeitgeberverband des Braunkohlenbergbaus in Mitteldeutschland sieht sich veranlaßt, sein Verhalten zu begründen. das eine friedlich« Beilegung der Lohnbewegung unmöglich gemacht hat, indem er erklärt: „Mit Rücksicht auf die Höhe der tatsächlichen Löhn« im Braun- kohlenbergbau ldi« jetzt gezahlten Löhne liegen rund 90 Proz. über den Dorkricgslöhncn), auf die wirtschaslliche Lage der Werke und ferner auf den Umstand, daß am l. Oktober d. I. auf oleickbleibende Löhn« eine Verkürzung der Schicht- bzw. Arbeitskrast eingetreten ist und auf die Abänderung der Lex Brüning sSenkung der Knapp- schaftsboiträge), die den Arbeitnehmern eine direkte Lohnerhöhung gebracht hatte, sahen sich die Arbeitgeber nicht in der Log«, den Wünschen der Gewerkschaften Rechnung zu tragen. Di« Berhand- lungen wurden daher als aussichtslos abgebrochen." Anstatt der Prozentspielerei müßte dieser Arbeitgebcrverband angeben, wie hoch die Löhne gegenwärtig sind. Wie schlecht sie in der Vorkriegszeit waren, hat auch für einen Vergleich zwischen den B r I k« t t prei f« n in der B o r k r i e g s zs i t und den jetzigen Preisen«in gewisies Interesse. Wenn die wirtschaftliche Lage der Werke es gestattet. reaktionär», arbeiterfeindliche Bestrebungen durch Hergab« von Riesensummen zu begünstigen, dann muß sie auch ein« So h n« rhö hun g zula ss e n. Die Summen, die die Braun- kohlenarbeiter so schwer erarbeiten, reichen aus. ihnen ein« an- gemesiene Fristung ihres Lebensunterhalts zu gewähren. Bleibt nicht genug übrig zu mißbräuchlicher Verwendung gegen die Ar- bester, dann um so besser. Die Herren, die ihr« Lungen von dem Braunkohlenstaub frei- zuhalten wisien und Riesengewinne daraus ziehen, müsicn zuerst für erträgliche Lohn- und Arbeitsbedingunoen sorgen, bevor sie ihrem Uebermut frönen, gegen ihre Arbeiter Gelder zu oerschwenden. Di« Unternehmerorganisation muß sich. darüber Nar sein, daß ihr Verhalten zum Lohnkampf führt. Spekuliert sie etwa darauf. daß sie na» einem Streik ihre Preise wiederum erhöhen kann? Dann wäre ihr Verhalten verständlich. Der Arbestgeberverband hat den Reichsarbeitsmimster um Einsetzung eines Schlichters ge- beten und eine Verlängerung der bisherigen Tariflöhne sowie die Versetzung von kleineren Ostdeutschen Werken in eine andere Rand- revieroruppe beantragt. Was soll denn der Schlichter, wenn die Herren„nicht in der Lage" sind. Zugeständniste zu machen? Um„die bisherigen Tariflöhne ZU verlängern", ist der S ch l i cht« r nicht da! Aber auch nicht als Vorspann für höhere Preise! Oer AngefteMenianf bei der BVG. Das Aufsichtspersonal der Lerkiner Verkehrs-A.-G. war am 14. November in den Sophien-Säl«n versammelt. K« m p n e r vom Deut- schen Derkehrsbund referierte über den jetzt abgeschlossenen Tarif- vertrag für die Angestellten der BVG., wozu auch das Aufsichts- personal gehört. Mit diesem Tarifvertrag sei der erste wichtigste Schritt getan zur Sicherung des Rechtsverhältnisses und zur Weiter- entwicklung der Arbeits- und Anstellungsbedingungen des Aufsicht- Personals. Vordem war es nie gelungen, einen Tarifvertrag für das Aufsichtspersonal durchzusetzen. Die bisherigen Arbeitsbedingungen feien wesentlich vsrbessert worden. Die Arbeltszeit wurde verkürzt und der Urlaub verlängert. Eine weitere Verbesserung ergibt sich für den Krankheitsfall. Bei der einheitlichen Gehaltsordnung sind neben den Gehaltserhöhungen noch da und dort gewisse Härten und Mängel zu beklagen, worüber mit der BVG. zu verhandeln ist. Erklärlich sei, daß dieser erste Tariiobschlug für das Auffichtspersonal noch nicht alle Wünsche er- füllt. Das Aufsichtspersonal müsse weiterhin in geschlossener Front im Deutschen Verkehrsbund stehen, damit auch die weiteren Auf- gaben gelöst werden können. Neben der gewerkschaftlichen Organisation sei es aber Pflicht des Aufsichtspersonals der BVG., sich auch politisch zu be- tätigen. Nie und nimmer wäre das Aussichtspersonol in den Genuß«ine solchen Tarifvertrages einschließlich der Gehiltsregelung gekommen, wen» nicht der sozialdemokratisch� Eknitziß' i» der Der- waltung der BVG. den gewerkschaftlichen Erfolg erniöglicht hätte. Wolle das Aufsichtspersonal seine neuen Arbeits- und Anftellungs- bedingungen nicht gefährden, dann müsse es bei den Kemeindewahlen feine Stimme der Sozialdemokratischen Partei geben. Kundgebung der AEG.-Angefiellten. Gegen den Abbau. In den Sophlen-Sälen veranstalteten die Angestellten der AEG. eine machtvolle Kundgebung, um zu dem von der Direktion ge- planten Abbau Stellung zu nehmen. In drangvoller Enge standen sie Kopf an Kopf, um den Ausführungen des Genossen G o t t f u r ch t vom Zentralverband der Angestellten zu lauschen. Gottfurcht zeigte die letzte Entwicklung des AEG.-Konzerns und die Aufnahme des amerikanischen Aktienkapitals auf und wies auf den von.Herrn Siemens geführten Kampf hin. Wolf vom Angestelltenrat der AEG gab Aufschluß über die mit der Direktion geführten Verhandlungen und konnte inisteilen, daß es gelungen sei, einen größeren Abbau der Angestellten zu-ver- hindern. Die Direktion ließ erklären, daß nur«ine kleine Anzahl Beamte abgebaut werden soll. R o o ch bracht« noch die Verbundenheit der Handarbeiter mit . den Kopfarbeitern zum Ausdruck und forderte die Anwesenden aus, sich ihrer Organisation anzuschließen. Auch bei dieser Gelegenheit versuchten die Kommunisten ihr Süppchen zu kochen, und sorderten die Angestellten durch Flug- blätter auf, eine Versammlung zu besuchen, die sie zur gleichen Zeit in den Rosenthater Hof einberufen hasten. Diesem Rufe waren ganze 28 Angestellte gefolgt. Di« Kommunisten mögen daraus ersehen. welche Wertschätzung sie bei den Angestellten haben, die heute der SPD. ihre Stimme geben werden. Auch die Maler süe.Ofte In einer stark besuchten Mitgliederversammlung sprach am Frei- tag Genosse Litte, M. d. R., über Sozialversicherung und Wahlen. Als der Redner zur Kommunalpolitik überging und den schonungslosen Komps gegen die Sozialdemokratie von links und rechts schildert«, stellten die Kommunisten bald ihr« Zurufe ein. Denn Litte gab ihnen die richtige Antwort und kennzeichnete die Basiermarmschen Gestalten, die in der KPD. eine Rolle spielen wollen.. Di« Sozialdemokratie könne stolz sein auf ihr« Tätigkest im Roten Hause. Nur durch ihre Stärkung können weitere Erfolge erreicht werden. Unter stürmischem Beifall endet« Lickes Referat. Ein neu nach Berlin verpflanztes Licht, der KPD.-Ab geordnete Creutzburg, erweckte die Heiterkeit aller Anwesenden, als ihm durch Zurufe der Versammelten bekannt wurde, daß er von dem, was er sprach, keine Ahnung habe. Puterrot, schwitzend, kreischte er sein« Ladenhüter in den Saal und wundert« sich, daß die Maler Berlins nicht auf den kommunistischen Leim kriechen. In seinem Schlußwort fertigte Litte den KPD.-Phräseur ab und forderte zur Wahl der Liste 1 auf, was von den Der- sammelten lebhaft begrüßt wurde. Betriebsversammlung bei Zwletufch. Die Kommunisten abgeblitzt. Zum 14. Npvtm-ber hatte die KPD. im Lokal Tiergarterchof ein« öffentliche Betriebsversammlung der Finna Zwietusch u. Eo, «inberufen. Der angekündigte Referent, der konrmunistischc Reichs- tagsabgeordnete B e u t h l i n g, kam nicht.., Der revolutionäre Betriebsrat W e i d n e r gab den Bericht des Betriebsrates. Eine Diskussion über sein« Ausführungen wollte er nicht zulassen. Die Anwesenden beschlossen jedoch, nach längerer Gelschastsorbnungsdebatt« mit übergroßer Mehrheit, daß eine Die- kussion erfolgen soll. Die Kritik, die hierauf an der Tätigkeit der„revolutionären Arbeiterrätc" der Firma Zwietusch geübt wurde, macht« e? der- Ländlich, weshalb man«ine Diskussion verhindern wollte. Uhler anderem wurde einer der„Revolutionäre" als Waschlappen eitilan-.. Nach Schluß der Diskussion sollte das vorgesehene Referat von einem anderen Kommunisten gehalten werden. Ein großer Teil -der Anwesenden verzichtete auf den zweifelhaften Genuß, nur 2S Teilnehmer blieben im Lokal.' Oie Krankenschwestern rühren sich! Sie stimmen für Liste 1. Die Sozialdemokratische Partei hatte, in Uebereinstimmung Mit einem Beschluß des Beamtenrats dm Virchow-Kranlenhaus, die Schwestern zu einer Protestkundgebung geladen, in der die Reichs- tagsabgeordnete Frau Adele S ch r e i b.e r- K r i e g e r sprach. Während in einer-Schwesternversammlimg der Deulschnationalen, laut„Deutschnationaler Voik-bate", nur vier Schwestern waren, war der Besuch unserer Bersaunnlung glänzend. Erfreulicher- weise hatten die Schwesternschaften fast aller städtischen Kranken- Häuser Abordnungen geschickt. In der regen DiÄufsiim kam Hiyren. Neuerschcinungent «»»» Das Ucd 4er Hebe hei eine sOfie Melodie Tango Am Sonntag will mein 506er mit mir segeln gehn. Foxtroi. Preaburg mit seinem Jas* Orchester Refraingesang , Dte SchIxi£erjoIxiiij& für .■•y-'Zf ™ im. 2I25 23tS Du bim der Traum metf-Z Theo Madrebert ner JugendzeU. Tango- 1 m.• latrotdirst Heben Jehr.mein MSdel.| K fralngnang: kehr üb wieder Blees.> A. Fkßburg 2 2 SO Narm, schönes Fräulein, so eUetn?(J h/t ap my fing er and say„tweei iweef.) Foxitot. Trumbology Billy Barton Saxophonsolo mit Jazz orehester. VocaHon-Band Dirigent r Theo Matheben S04«* Potpourri ama der Revue„Zwei Krtswa&en". i-m. 2. Teil 8047« Hochsed der Hohr puppen(The wedding of the pninied doli.) Aus der Charell Rewe JDie drei Musketiere'. Qlad Rag Doli 8080« Achtung/ Achtung/ U/ir senden TansmvsikJ Großes Sehlagerpotpourri 19201 Sa Arr. v. Nico DosiaL tu. n Teil OklfahcfulXwUumt. Bcrlin S036j Haybach-U/er 46-31 Die Schlagerplatte Cbsitethcta Acolian Co.m b.H. W, Lützowstraße 27 Als Weihnachtsgeschenk Qkdkßtfat&i UUraphonhaus W, Tauentzienstraße 16 o t Cuttuhvb* Cfccß&ähvfk Apparate u. P'atien Adler Or eheste ola Inhaber t Siegmund Adler CharloHenburg, Wilmersdorfer Straße 122 Berlin N, Invalidenslraße 114 Neu eta/fneit lUtraphon-Orr.hestrola-Haus, N, Müllersir. 161 Inhaber t Hermann Rosengarten Kosir- tse Vorführung t gfohthefa-Schalfplatien Mas.khaus Wcinland* O, Watachaver Str. 2 «llseits der Will« zum Ausdruck, am 17. November nur dk« Liste 1 zu wählen. Die Neferentin gedachte am Anfang ihrer Red« der verstorbenen Agnes Carell, mit der sie gemeinsam seinerzeit die Berufs« organisation ausgezogen habe. Genossin Schreiber wies die Schws« stern auf ihr trauriges Los in der Zeit vor 1918 hin, in der sie ohne Unterbrechung IS Stunden täglich und mehr Sklaven waren. Daß zum Teil noch heut« unter formaler Demokratie in den Kranken. Häusern Zustände herrschen, die jeder Beschreibung spotten, sei nur möglich, weil die Schwesternschaft nicht energisch genug ihre Inter- essen wahrt. Die Rebnerin verwies auf die Tuberkulosefürsorge, abnehmend« Kindersterblichkeit, Wohnungsbau, Schaffung von Park- und Spiel« platzen, alles sozial« Fortschritte, die mehr oder weniger gegen oll« bürgerlichen Parteien erzielt wurden. Ferner auf di« von der Sozialdemokratischen Partei für die Schwestern erreichten Besse» rimgen. die Eingruppierung des Pflegepersonals nach Gruppe Vis, die Anerkennung der Tuberkulose als Berufstranklleit und auch die beiden zurzeit für die Schwestern schwebenden so wichtigen Fragen, di« Aushebung des vom Hauptgesundheitsamt verfügten Kost» Zwanges sowie die Einführung des ungeteilten 8'Shunden.Dienstes. Diese Forderungen werden einzig und allein von der Sozialdemokratie durchgefochten. Di« starke Beteiligung der Schwesternschaft an der Dersamm- lung erbrachte den Beweis, dasj sie nicht länger gewillt ist, sich an der Wahrnehmung ihrer Rechte hindern zu lassen. Lohnbewegung der Wachangestettien. Seit August geht der Kampf der Berliner Wachangestellten um «ine Lohnerhöhung. Unter Führung des Rechtsanwalts Havel von der Wachgesellscyaft für Berlin und Nachbarort« haben die Kleinunternehmer den Kampf gegen die Wachangestellten bzw. den Deutschen Verkehrsbund und die„Kapitalisten" aufgenommen. Bei- stand fanden sie leider bei dem Vorsitzenden des Schlichtungsauo- schusses. Gewerberat Körner. Am S. November ist ein Schiedsspruch gefällt worden, der di« Wünsche der Unternehmer in weitestem Maß« berücksichtigt. Die schriftlich« Begründung bringt deutlich zum Ausdruck, daß ein« Lohnerhöhung nur deshalb erfolgte, weil einige Gesellschaften Zu» gefliindnisse gemocht hatten. In den rechtsstehenden Zeitungen erschien ein Artikel, der sich mit den Lohnv er Handlungen beschäftigt. Darm wird auch die Aktien- gesell schaft für Cigentumsschutz erwähnt und in Klam- mern vermerkt, Aufsichtsratsmitglied sei Stadtrat S ch ün i n g, der in Wirklichkeit schon lange Zeil dem Zlufsichtsrat mcht mehr angehört. Herrn Hanel blieb es vorbehalten, von dm kleinen Unter- nehmern die Unterschrift zu erlangen, keiner irgendwie gearteten Lohnerhöhung zuzustimmen. Herr Rechtsnnwalt Hänel ist nämlich Inhaber einer Wachgesellschaft und Mitglied einer Detektei, auch Hausbesitzer. C« sst also nittp zu verwundern, daß er nichts von Teuerung merkt. Was seine Wächter mit m o. natlich 168 Mark Bruttogehalt anfangen, intenessierl ihn natürlich nicht. Inzwischen ist mit einem Verband, der 14 Gesellschaften in Berlin umfaßt, ein Tarifvertrag abgeschlossen worden, der ein« Lohnerhöhung nicht erst ab Januar vorsieht und dessen Lauf» zeit ein« kürzere ist, als in dem Schiedsspruch vorgesehen. Wir bitten alle Jnteresfenren, welche irgendwelche Auskunft über Wochgesellschaften wünschen, beim Deutschen Berkehrsbund Sektion VlI W. 36. Bayneuther Straße?l, Babarossa 6236, anzu rufen._ Werbeabend der Gastwirisgehilsen. Dierzigjahsfeier der Organisation. Im Herbst des Jahres 1889 noch vor dem Fall des Soziallsten- gefetzes, wurde fast gleichzeitig in Berlin und Hamburg der Grund- stein gelegt zum heutigen stolzen Gebäude des Zentraloerbandcs der Hotel», Restaurant- und Cafe- Angestellten. Dieses Jubiläum gab Veranlassung zu einer Werbekundgebung am Donnerstagabend im Hackeschen Hof, die einen guten Verlauf nahm. Der Dorsitzend« de« Gesamtoerbandcs Genosse Ströhlinger benutzte die Gelegenheit, den wenigen noch am Leben gebliebenen Mitbegründern der Organisation für die damals unter äußerst schwierigen Verhältnissen geleistete Arbeit zu danken. Die heutige Generation kann sich kaum noch ein Bild machen davon, unter welch tieftraurigen Verhältnissen die gastwirtschaftlichen Angestellten vor 40 Iahren arbeiten mußten, standen sie doch bis zum Jahre 1891 noch unter der berüchtigten Gesindeordnung. Davon ausgehend, gab Ströhlinger einen gedrängten Rückblick auf die feit jener Zeit gemachten Fortschritte aus gewerkschaftlichem s und sozialpolitischem Gebiet«, die ohne di« Organifaiio« gewiß nicht erreicht worden wären. Der Vorsitzende des Berliner Zweigverems Genosse Saar ge> dachte zunächst des Vorredners als des einzigen anwesenden Mit- begründers der Organisation und ergänzte im übrigen dessen Aus» führungen unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Der- Hältnisse. Die Airfprachsn waren umrahmt von musikalischen und gesang- lichen Darbietungen von Mitgliedern des Deutschen Musikncrbau. des und des Gesangvereins des Zentralverbandes. Berliner Gewerkfchastsfchule. Arbeiter- und Angestellten-Betriebsräte! Am Dienstag, dem 19. November, abends 7 Uhr, im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Arbeitsrechtlicher Informalionsabend für Betriebsräte. Leiter des Abends ist Genosse Dr. Broecker vom Dorstand des ADGB. Wir bitten di« freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter- und Angestelltenbetriebsräte, sich auch weiterhin zahlreich an diesen Abenden zu beteiligen. Die nächsten Abende sind am 3. und 17. Do- zember._ v«>ltlch«r BtHeitenafdrttlln-BertBBt. SemnBMkldiaeibct: Mora-n. SKeu- te«, 19 Ubr. S-rrommluns In den Sovhienwlen,®oon;«nflr. 17—18. jOttflun«. nähme zur flüntraunB d«s lacifoetttoaes durch die Brfmtaedet." Alse Branchcn- anficljötintn müssen pünktlich erscheinen. Di« Branche nlommissien. F«d»�rete GewerkschafiS'Zuqend Berlin. Acht»»«. Sprech- und Bewea-»a«cherl Prob« um 1« Mir Im kiua'nt- deim des Deutschen Berkelirsdunde«. Enqelufer M— 25, Aufaana B, parterre.— Schattenspiel«: Prob« um 17 Mr im Saal 11 des ffleroetl- schaftsbauses. Snaelufer 24—25, Einaana vom Löf aus.—©enetolptobc der SchaUensp'.ele und des Sprech, und Berveaunascheres um IL Mr im Inaend. Heim des Deutschen Nerkehrsdundes, Enaeiufer 24—25, Aufgang B, parterre. §.�uoendr>uppe yesZentraiverbanbes ver Anoesi eilten Leute, Sonntaa. finden folgende Seranituliungen statt: Bunter AS-nd im Iuger dheim des Ostens. Eroste frankfurter Str. IS. Beginn IS Uhr. filmvortrag nrd Bunter Abend im Jugendheim Lehrter Str. 18— 19. Beglivn 19 Mr.— Morgen, Mon'aa, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedd ng: Jugendheim Turiner Ecke Seestraste. Vortrag:„guliurfragen der Gegen. wart- gliche und Gesellschaft. Sieferent fr.st Weigelt.- Dchänhauler D-r. stadt: Iuaendheim der Schule Sastanienallee A Vortrag:„Sie deutsche Wirl- ■choft".? esercnt Willi Derkow.— Urban: Zugendheim Lo'reckt. Ecke Sander. straste. Preisgekrönte Lumoristen erzählen.— Tempelbdf: Zuaendheim der Schule German astr. 4-8. Eingang Döststraste. Vorlag:..S'rafaefeb und Gegen. wartsforderungen". Peferent Wilhelm Lewwfki.— Ebarlottenbura: Jugend' heim S ostnenstr. 4. Dortrag:.Die Bedeutung des Berufsschulwesens. Referent Georg Hcilbrunn. L "Bou® Ml- ZLMiAM W-N10!.! mmmki- W?.WlöS-KM-«NZ, i vollkommene Auf nah mc tedin ik' LindstrSm gibt den Ton klar und ungetrübt nieder Reiner Ton dnrdi naturtreue Wiedergabe der„Obertöne" Wenn Sie Scballplatten hören, die unrein und verzerrt klingen, so liegt dies daran, dass die Aufnahaietedinik nldit vermochte, die Obertöne richtig auf die Platte zu übertragen. Diese Schwierigkeit ist bei der Columbia Platte überwunden; s'e gibt die zartesten Schwingungen der Obertöne wieder, die der Musik erst Fülle und Nuancenreiditüm geben. Die Columbia-Platte, klingt deshalb so rein und voll, als süssen Sia in der Oper. Vollständige Opern auf Columbia: In Orlgfnal-Besetrung der Mailänder Scala» La Travlata La Boheiue Alda Madame Batterfly Orlglaal- Aqfnahmen aus dem Bayreuth er Festspiel- Hau,: Tristan und Isolde au»lf:er Str. HO— Parlophon- Hau«, Fije Heb tr- Ol— Co'.umbia- Musikhaus, Kurfflrste damio 79— fiJcbard Rljhle, Musikhandel, Oeantenitr, 64, s-«1c Jedes gute lac'ngcschift CARL LINDSTRÖM A.-G.. BERLIN S036 bevorzugt Jonass-JCieiduMg. weil besser and billiger durch Selbstfabrikation. Zahlung kannerfolgen mit Kürzung von 3% Rabatt oder gegen Zahlangs-Erleiehierung Straßen'Anzug Cheviot, eeliie Verarbei- Q/� tung, eigene Fabrikation M v) ZS tm refaiea Komm- Blauer Anzug gam, gate Verarbeitung, fT, O eigene Fabrikation,..H\JCJem PalelOt marengo oder adiwarz, auf Plaidserge gefüttert, tZA eigene Fabrikation..M Schwedenmantel Cheviot, guier Sitz, mit fma m* Rückengurt, eigene Fahri-/ � m kaiion......... 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Die Einäscherung findet am Man» tag, dem IL. Nooemder.>8'/, Uhr. im Krematorium Oerchiftrafie, statt. Aus Antatz des Hinscheidens unseres Sohnes Walter Lrotbaxe sagen wir atzen Verwandten und De» kannten sllr die dargebrachten Br» leidsbczeugungen sow e den Svort» kameraden und den Kameraden de« Reichsbanners unseren aufrichtigen ®an,� Familie Brolhage. DeQtsdier Melailarbeiter-VerbaDil Vcrwaltancsste le Berlin Todesanzeigen. Den Mitgliedern>ur Nachricht, datz unser Kollege, der Werkzeugmacher Lm!I Hirsch geboren 10 ffebruar 1379, am 14. November gestorben ist. Die Beerdigung fi det am Montag, dem 18. d. Ml«., Ihh, Uhr. von der Leichenhalle des, weiten Stäb ischen isriedhoscs in Schänederg, Lindenhoi, aus statt. Am tZ. November 1929 starb unser Kollege, der Graveur Paul Hoffmeister geboren 16 Mai 1869. Die Einäscherung findet Dienstag, den>9. Noveniher, 17 Uhr. im Krema- iorium Gerichistratze stall. Ehre ihrem Andenken! vi« Ortsaeeroaliaap. Am 13. Novemhsr, nhsrxis 3 I7hr, ist mein liehsr Gatte Paul Hoffmeister im Älter von 60 Jahren an einem schweren Herz- n. Nierenleiden ruhig verschieden. Fran Helme Hof.'mcli'cr. Die Eir.ftsoberung findet Dienstagnachmittag 5 Uhr Gerichtstraße statt. EftOUNDH fefflSS1 Das Gebof der Stunde ist der Eintritt in den ird- und Fener- Besfallungsverein GrolF-Berlln W35, Steglitzer Straße 66 Femsprecher. NoIIendorf 4168,69 Fuß- u. Beinhpanus i Canffagung. Allen Fi»und.n und Bekannten sowie den Gcnvfien»nd Genolfinnen der 93. Abi. sagen wir hiermit siir die warme Anteilnahme bei der Ein- äs»erung meine» lieben Mannes. unseres guten Palers, unseren herz- iichsten Dank.* Margarete Holtmann und Kmder Neutviln, Widderstr 16. lenldpidei- Gegründet 1895 gib« Anzüge, Ulster, Palelots usw. ab, soweit nicht am Lager Exira- Anfertigung *■=3 ohne Preisaurschlag ssann Blllc übcrzcogen Sie stdi J.Ccper,Kaiser-Wilhelin-Str.24l iMrMsslgi JuhfdimertenooaSenk-. ftnltf-, Spreiz-, Sohl-, V alt- und Slunipsub. Fuh-. Dein- und «niesdiw-Ikung, tzoden-, Zersen. SuSeh«!-. vnllensehmeez . �, GeieMkenlzdndnng. Geient- Sofiuiz Marke eljeumal smua, Zarhio» Jlcue- aigl«. Ante-, �üfkgclcnffdjmeczen, Zuszsdimddie. Müdigkeit, nnsicheres«uflreten. vv 19 oder 29 Jahre aitr Leidens können beseitigt werden. Alle Futzleidrnde brauchen nach meiner Behaudiung>««3»»«»aZN»»lM«»»M» »a»g,«»W«««>»»- 9 Innere und offene Denen, entzündete Sailen, eingcmadiiene Jldgel ihammeendgeil qemddisatiige tzüncheenngen werde»«pilamee Osnee- s'uSfi«» in» beseitigt, lomir Flechten und Frosi jeglicher An üoiide Preiset Ohne Berutssldmng! MMelm SdiaUsHtut für FoS-o. Beinkranke Berlin W 30. Motxs rahe 74, Ecke Elsenacher StraBe Telephon Lürzow 5823. U-Bahn No lendorfplatz. Sprechstunde» von 9 Ms 2 und von 3 bis 6 Uhr. Total-Ausverkauf wegen ganzlicherGeschättsaufgabe ca. 800 Sprechapparate Koffer-, Hauben- u. Schrankapparate müssen zu jedem Preis verkauft werden. Potsdamer Str. 39-39a zwischen LUtzow- und Steglitzer Straße. DeutscheTeppich Yertriebs-Ges. m. b. Abt Detephona. »MWWM-WMl Otenslog, den 19. JSourmter, add». 7 Ahe. In Boele» Zestlaien, InHader Wille, wedersie.17 »Sl'SkMM'llNg SSMVICNSI' Schmieds aus neu innungsbetrie an Tagesordnung L Stellungnahme jut Neuwahl Geielleiiau» chusies Berlchi aus ten Petriedetl. Berich eben. s. des Porzellan-Service Porzellan-Kunst Nur erstklassige Fabrikate - Auf Wunsch auch bla xu 12 Monatsraten zu günstigen Bedingungen P. Raddaiz& Co., Berlin W. S ÄÄ � u/atilkörper- Versammlung der arbeitslosen mitgileder wahUSiper L Dienstag, den 19. nooetn&rc. norm. 11- Ahe im Slhungssnal des Deednndshanles. Cinlenfie. 93 SS: Bau- und Werts etttl mpuer. Anter» wickirr, Autooenschweitzer. Drahtarbeiter, diiismonteure, Eieltromonteure. Emaii. lierer, Bauanichiäger. Zadustriejchmiede. Kefieiichmiebe, Kupferschmiede, Bagca» und Huischmieoe. wahikSepee U. Oonnctafag. den 21. 7ta embec. norm 11 z Ahe, Im Neioen Sani, Bosenthnlee Bat. Boscnlhatec Stcabe 11 17; Elsen» nnd Kansiruttions chlalser. Anto-, Maschinen-, Bau-, Lchwarzdiech- und Karosserleschlosser. wnhitSrper III. vanne»t np. Zl.Zlonemdee miktag» 12i, Ahe. im Sihnrgssaai des Verdandahnnses CIn enslratz«S3 SS: Ctlen-, Metall-, Nevolver-, Kar stell- und 9 odrwcrksdreher. Schraub, n. reher. Rundschleiser, Swricht r. Au vwaien- ewrichter, Nohrie-er, Ra rlezeihciser. WnhitSrper IV. Zreitng. den 22 Ttoocrabec. norm. 9 Ahe. im Sihungsiaai des Bee- dnndshanles. Ctnlenslc.«3 SS: Graveure, Ziseleure, Sürtier, Drllder, Schleifer, Saloar ijeure,«i|rn,ormrr, Meiallsormer. Ke.nmacher, Arbeiie- rinne», Feilenhauer, Eics- rei- u> d HUisarbeit r, Zi arcttenmaschiu. nführ,?, Betriedshnnawer er, Kinovor ührer. wahltSrper V. Zreilaz, den 22. Ilaoiember. nnchin. 2 Ahr im Sitzungssaal des Der. dandohanie», Cmiensttafie S., SS: Hohler, Bohrer. Sioser, Fräser. Schnlit» arbeiter. Walzwertarheller. Gold- und SUberarbeiter, Mechaniker. Opiikcr, Uhrmacher, Wertzeuem, cher, Schars. jchleiser, Ardeiteriunen. Tagesordnung: t. Beralui g der Anttage. 2. Wahl der Dclegierien zur General- Versammlung am 22. Dezember 1929. Zutritt haben nur hir'ensgen ll-iiglieder. die im Bertandsduch d>e Berulsdezeichuung haben, sllr weiche die Perlammlungen au'gerusen sind Ohne Milgiiedsbuch und Arbeiisiosen- karte kein Zuirilt. 5pielplsn unserer Unlinradleiinng. Z» der Woche vom iL. bi» 24. Nonrmder 1. Nasa« brr ültadagase(Sitten und Gebräuche aus Madagaskar) 2. Die schützende Haiid. 3. Humoreske. Zu der Woche oom 25. No». bis L Dejbr.: 1. Pamir ,Erv>diiion»ach Zentiatasienj. 2 Wie ein Kragen euist/ht. 3. Humoreste Zn der Woche»»» S. bis 8. Dezember: 1. Der schwarze KoniinenL 2. Herstellung e.nes Fluge!». 3 Humoresle. Antragen wee en Ueberlafiung und Besuch der Ablel!u»g find lelephongch oder jd ritt- ich an die Knltnraoiliiung(Bureau: Liniensir. 83 tS, Zimmer 20> zu richten. Die Ortncrwa long. _ Chansseestrasse wird nach vollendetem Neubau morgen, den 18. November, ATAVH vormittags lO Uhr wieder eröKnet. 233 .•.J �r. 541* 46. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 17. November 19ZS Glossen zum Wahlkampf. »Wotan, schütze mich vor meinen Freunden...!� H a l e n s e e, biefer merkwürdig verschlafene Peripheriestadtteil m Westen Berlins, ist bekanntlich ein Haupttummelplatz der randa- Lerendeii Garden des Herrn Goebbels... Sie schmieren ihre pöbelhaften Handzettel, die mit wenig Witz, aber mit viel Roheit beschrieben sind, an jeden Staketenzaun.— Die nationalaktirnstische Vorliebe für Bedürfnisanstalten ist be- konitt, es gibt in ganz Holcnsee keines dieser„Häuschen�, das nicht wie ein Parteisekretariot der NSDAP> aussieht.— In Halensee treiben die Jünglinge mit den Hakenkreuz. komplexen auch Hauspropaganda. Fair, wie die Herrschaften nun einmal sind, haben sie es vor allem auf die Mitgliedschaft der lieben deutsch nationalen Volksbegchrlumpane ab" gesehen. Sie müssen wohl die Listen der Hugenberg-Partei ein. gesehen haben, dcirn die propagandistische Bearbeitung der na t i o. nalen Spießer geschieht mit soviel Sochkenntins, daß Alfred und den Seinen vor dieser gefräßigen Brüderschaft angst und bang« wird.— In einer nationalsoziali st ischen Versammlung forderte ein Hitler-Mann die„aktiven Elemente" in der Deutschnatio. nalen Partei aus, für die„Partei des deutschbewußt«» Angriffs", dos sind nämlich die Nazis, zu stimmen. Worauf ein Herr mit stimmungsvollem Barbarossa.Bart aufstand und die wilden Männer vom Hakenkreuz beschwor, ihn und sein« deutschnationalen Freunde doch m keinen Gewissenskanflikt zu bringen.— Wotan, bewahre mich vor meinen Freunden--! lewinski, der Antisemit. In Wilmersdorf hatte die„Deutfchnölkische Freiheits- parte!" des blonden Herrn W u l l c, die nicht leben und nicht sterben kann, eine Versammlung einberufen, in der neben Hern, Fahren- h o r st ein Mann mit dem ominösen Namen von Lewinski sprechen sollte. Ein Mißtrauischer, dem die Sache mit dem Antisemiten Lewinski nicht ganz loscher erschien, hat unter dieses Plakat sol- genden Zweizeiler geschrieben: „Mit diesem Name», lieber Mann. Trittst da bei Onket Mokan an?!" Am Nollendorfplatz haben nationalsozialistische Schmierfinkep ganz besonders witzig sein wollen und am Bauzaun der U-Bahn einen zwei Meter großen Stempel angebracht, auf dem zu lesen stand- Kampf gegen Marxismus. Kampf gegen Reaktion. wählt Liste lS. Dieser kernige Spruch war mit zmei riesigen Haken. kreuzen garniert worden. Wie groß war aber der v ä l k i s ch e I a m m e r, als am anderen Morgen an dem Bretterzaun zweckentsprechend korrigiert zu lesen stand: Ii— i Kamps gegen ■ Kampf gegen Aeaktio». wählt Liste l! Und dabei, denken mir, soll es auch bleiben!--- Beleidigungsprozeß in Köpenick. Schwere Vorwürfe gegen einen Stadtoberinspektor. Zeugen traten im Schöfsensaal« des Amtsgerichts Köpenick auf und bestätigten zum Teil schwere Vorwürfe, die gegen den Sladtoberinspcktvr Schweeb, Friedrichshagcn, erhoben worden waren. Der angeklagte Rcstaurateur Nowack, der früher Pächter des Freibades Rahnsdorf mar, hat in einem Brief schwere Be- schuldigungcn gegen den Stadtoberinspcktor Schweeb gerichtet. Er bezeichnete ihn als Urkundenföilscher und Betrüger. Nowack, der während seiner Pachtzeit durch einen Unfall zum Krüppel wurde— das linke Bein mußte ihm abgenommen werden—, hielt olle seine Beschuldigungen ausrecht. Er ergänzte sogar seine Behauptungen durch neue Bezichtigungen. Unter anderem brachte er vor, daß Schweeb durch opulente Frühstücke Vorteil« erzielt Hobe. Schweeb halbe ihn ruinieren wollen, indem er den Iahrespachtpreis von 12000 a u f 18 000 Mark erhöhte und ihm den Nutzen aus wertvollen Verkaufsständen entzog. Schließlich behauptet der?lngeklagte, er werde den Wahrheits- beweis antreten, daß der Stadtobcrinspektor Urkunden und Pacht- unterlagen gefälscht hat- Der Nebenkläger Schweeb, der keinen Anwalt Halle und sich schlecht verteidigte, wies alle Beschuldigungen zurück. Iin Verlaufe des Prozesses stellten sich aber verschiedene dunk'eAngelegen. Helten heraus. Die Zeugen Gebrüder Schönfeld belasteten mit ihren Aussagen den Stadtoberinspektor sehr schwer: sie behaupteten, daß ein großer Teil der von ihnen für das Freibad gelieferten Selters- und Limonadenflaschen in ein besonderes Privatbuch ge> schrieben werden mußte. Dieses Buch wurde von Schweeb am Ende des Jahres zerrissen. Als endlich einer der Brüder Schanfeld Musterheim für Obdachlose. Hilller den Fabrikschloten der Neuköllner Gaswerke in der Teupitzer Straße, hin- eingebaut in eine Laubenkolonie, steht das n e u e O b d o ch l o s e n- a s y l in Neukölln �Der weiße Reihenbau mit den bunten Fenster, und Türrahmen hebt sich markant au» dem Fabrik- und Laubenviertel heraus. Der ganze Gebüudekomplex ist architektonisch gut gestaltet. Ilm ein Treppenhaus, dem Auge der ganzen An- läge, sind die Räumlichkellen ner- teilt. Von diesem tiirmartige» Treppenhaus strahlten nach allen Seiten die einzelnen Abteilungen dieses neuen Obdachs. I., knapp einem Jahr hat der Bezirk Neukölln dieses Projekt, das nach seiner Fertigstellung VA Millionen Mark kosten wird, bis zum Innenausbau fertiggestellt. Im ganzen sollen in Berlin drei bi« vier Obdachlosenheime gebaut werden, von denen jedes nur eine bestimmte Anzahl Obdachlose aufnimmt. Den OK. dackLosen soll nicht nur ein Heim für eine Nacht gewährt werden. die Fürsorge soll sich vor allem darauf erstrecken, nach Möglichkeit Arbeit zu vermitteln. Alle Räume sind so zu einander gegliedert, daß Derwollungsarbeit, Verpflegung der Obdachlosen schnell imd zweckmäßig erfolgen kann, und das Wichtigste, daß der Obdachlose erst dann in seine» Schlafraum gelangt, wenn er die verschiedensten Reinigungsabteilungen passiert hat. Zuerst nimmt ihn ein Warte- räum auf: dort werden seine Papiere geprüft. Die Aufnahme- suchenden werden im Warteranm gesammelt und truppweise in die anderen Räume weitergeführt. Zuerst passieren sie die Garde- robenräume, in denen sie sich auskleiden und ihre Sachen den Wärtern zur Kontroll« übergeben müssen. Derdächtigc Klcidungs» stücke wandern sofort in die Desinfektionsabteilung. Dann geht es in den Baderoum, an dessen Eingang jeder ein Stück Seife aus- gehändigt bekommt. Alle müssen sich gründlich abseifen: erst dann können sie die nächsten Räum« betreten, wo sie ein frisch gewaschen«« Hemd und«in Paar Holzpantinen erhalten. Dieser Reinlgungs» .zwang, mit dem auch«in« ärztliche Untersuchung verbunden ist. wird manchen der alten.„Kunden" des Obdachs zurückschrecken, sich die neuen Einrichtungen in Neukölln anzusehen. Die Speis es und Schlafräume sind hell und freundlich, von beiden Seiten kann Licht und Lust in die Räume eindringen. Die Schlofsäle sind unterteilt, die Betten sind nicht zweistöckig wie in den alten Helmep. Angegliedert sind noch Extraräumc für Jugendliche ugd eine groß« Zentralkü chenanlage. Das Heim hat Platz für<50 Obdachlos«. An der Fertig» stellung der Innenausstattung wird zurzeit fleißig gearbeitet: dos neue Heim erwartet sein« ersten Gäste etwa im Iarmor und Februar. Die Sozialdemokratie hat auch aus dem Gebiete der Fürsorge für die Obdachlosen die Initiative ergriffen. Ihr ist es zu dankeu. wemr auch dieses Kapitel des Großstadtelends eines Tages ab- geschlossen werden kann. in einem Lokal ein« entsprechend« Aeußerung fallen ließ, bestürmte Schweeb ihn. dach seine Wort« zurückzmlehmen. Der Zeuge sagte unter Eid aus, daß Schweeb.dabei Worte gebraucht habe: ch werde meine Stell« los. Ich muß mir eine Kugel in den Kopf schießen." Der Zeuge hat endlich den Inspektor aus dessen Dränge« hin ein« Ehrenerklärung ausgestellt unter der Bedingung, daß er wieder die Lieferungen für das Freibad erhielt. Schweeb, der übrigens schon einmal in eine solche.zumindest eigenartige Sache verwickelt ivar, und als Nebenkläger somit m ein« recht schwierige Berteidigungslage gebracht wurde, bezeichnet« den?l»geklagten als einen Ehrabschneider schlimmster Art. Das Gericht kam zu der lieber zeugunq.' daß die vielen, ncmT Beklagten angeführten.dunklen- Punkte" nicht- nachgewiesen feikpl. und setzte 300 Mark Geldstrafe gegen Nowack fest. Der Derurteilte meldete sofort die Berufung an.'»• Erklärung der Architekien. Gfädtebauer und Architekten für Bauousstellunaeu Variti- «Heilmat« zweck, Wohlhilfr z»r vcrfüml»-,! « Vlvakeei». Atchnra, Witaliederl ztwraen. Munt»«. 195» Uhr, Utdttt'an ßeint Lintxnftr.-t, n. 1?r. Keiner darf felilen. Xtscnnjciqc! Pulitislbtr Jnfonnationsabrnd Morita«, 2S. Nonem�rr. Heute. Sonntag. 17. November: TenmflckefUfcn»: Sreffnunft 8 UTit vor der Echnir R?i>mitf»r Tlroz: zwrcks Wablorbelt.— IT; Treffpunkt 10 Uhr dri Z-euar. Milaür. I. nvctks Wablovdeit.— Holirvsckvnbanscn: Treffpunkt 8 Nlir und)3Vi UHr bei David, Derlinev Str.!>8. zcvciki- Walilardrit.— Zloedoslr» I: Äll- Dtnoss-n dcteiliarn sich nn der Wublurbeit. Wir treffen nn. In dcu Lokalen! ttöhltr, Grrrfswaldrr Straft«! RS-ner. Aeninanuetkirivstrafte: Toqel. Zabtonsliilrafte.- Schünhanser Vorstadt: Treffpunkt Stz Uhr»Sozialistrn�Zckt' zutcko Wohiorbrit. Ärute kein Keirnabrnd. Morsen. M-intaq:„Sklarrk'.— ebarlottenburq: Br. teiilauna an der Woblorbeit. Ab 19 Uhr bcimabrnd.— Stralift: Treffpunkt 8 Uhr ßentrntvxlbl lokal Schellbasr, Ahornstr. loa.— Zeblendorf: Treffpunkt Utir an ber Schule zur Wadlardeit.— Vrift T und U: Treffpunkt tO Uiir bei Pecker». Dbausse-strafte. zur Wablarbeit.— Rrukell» VII: Treffpunkt dif, Uhr Naiser-lsrirdrlch- Eck- Elbeitraft».— SliederschSneweidr: 19 Uhr Bcieiliauuq an der ftftirteiveranstalwn« im.Knfsbiiilscr". Niederschönerveidr.— Bnchholz: Treffpunkt 9 Uhr.9'ot» Ecke" zur Wohlarheit.— Testet: Treffpunkt 8 Uhr bei Lhristrnscn, Stflitprvfft. 90. zur Wahlarbeit. Werbedezirk Zftitie: Treffpunkt zur Wohlarb-it im �entratmabklokal Brsttee. strafte 18 smöstlichst um 8 Uhr). Morgen, Montast. W..B..Porstandssituna. Eltsabrtheiichstr. 19. Werbcbezirl Tierstart«»: Trrifpuuk! 8 Uhr zur Wahlarbeit im Lokal Schmidt, Wicletstr. 17. Werbedezirk Täiii nebelst: Alle Genossen, die kemer Partriabteilunst an««- hbern. versammeln sich um 8?i Uhr bei Will, Wartin.Luthcr.Sirafte sstestenitber dem Rathaus). Werbebezirk Neukijlln: All, Genossen melde» fich in ihtrn iparteilokaleu zur Lahlhilse. 18)i Uhr treffen uiir un» im Seim Verstfir. 99. Vckanntstab« der Dahlera-hitisse. Schollpkaltenkonzert usw. Morgen Montag. IS. November, 19% Uhr: Nolenthalr, Vorstadt: Zetrilistima am Werb-bezirksknrsu« im Seim Walsen- skrafte.— Moabit I: Schule Waldrnserstr. A>: E-laftbrennet-Abend.— Moabit ll: Lustige Wvchenendsllmnumg— ob mau Königewusterhausen oder Berlin einjckzaltete. Königswustelchaiiien Halle unter dem Titel„S p a n n u n g'«in buntes Durcheinander von Literatur und ähnlichim gemixt, in dein sich Karl May und Hans Reimann, die Courthz-Mahler und A Natale France vertrugen. Wer sm bißchen Sinn für Humor hotte, tonnte herzlich lachen, und wem selbst dieses Bißchen fehlte, der fand den Abend hossentlich noch „spannend'. In Berlin tobte sich junge Kabarettkunst aus, witzig, schmissig, floll. Der möblierte Herr iiud der Wandervogel, Ia.v.» truflf und französische Chanjons wechjellen miteinander ab, und eine fröhlich« Veräppeln ng des Kabaretts vor zwanzig Jahren be- llmte die Rechte der respektlosen Jugend. De!. ArtoeMertofildan«|ssäiii|e In den nächsten Tagen beginnen folgende Kurse: Dienstag, den 19. November: 5. Kreis— Friedrichshain, 1-8 Uhr, im Andreas-Realgymnasium, Koppenstraße 75. Biologiezimmer: J P. Mayer über„Soziologische ürundlacen der Gegenwart.'' Freitag, den 21. November: 17. Kreis— Lichtenberg, Uz 8 Uhr, im Rathaus. Möllendorfstraßc. Zimmer 23: Woltgang Schwarz über ..Deutsche Außenpolitik seit Kriegsende" FreHaa, den 29. November: 19. Kreis— Pankow. V, 8 Uhr, Neue Schönholzer Straße 10; Dr. J Schlesinger„Wie liest man den volkswirtschaftlichen Teil einer Zeitung?" Stirn Lehrter Sit. 18—19: Iack�ondon-Mend.— sZalkvlod 1: Schul« Sounru- burster Str. 20: Aussprache über die Wahlarbeit.— ifalkplast II: Schule Soniienburper Str. 20;„Ziele und Aufaabeu der SAZ."— Snnianaplafi: Stint Scherrnberststr. 7:„Das britifdit Weltreich".— Nordost TT: Sehn Danchaer Strafte Oll: sturzreseeate: �keheusreronn'.— Sallcschc, Tor: Seim Porcksir. Ii: Surzrefevate:..gsohrteuerlebniise'.— ahariotteaburst-Rord: Sern, Olloersfirafte: „Sozialismus".—'Zauiow III, SR. S.: Seim(BBrsdijlc. 14: PolitI sch-satirischk r Abend.__ Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schtvarz-Rot-Gold". Seschiistsstelir: Berlin E. 14. Eedastianstr. ZT— Z8. Sek 2. Tr. M y/lW ZSeifteafee fSJttevcrein): Sor.ntort, 17. November, 9 Uhr. Antreten ��.7 Propastandafahrt?erliner Sak. Anfchlieftend� stehen die von den Parteien nicht besdiaftiateu Pamerodrn zur Bersststuna hei Pallas. Sedan- straft- 122.— Montan, 18.«ooeuber. streu, be-st. Zustend ll: Persammluna dee streun. Planuser 7.1—75. Lichtcuberst: Achwna. Tombourkorvs! PüntTldi IS'-, Uhr Uehuuasstund« nur für Pfeifer Snortplaft Zriedridtsfeld-. B-rern-. heim. Kameraden, weiche Interesse haben, dem Spielmannszuo beizutreten. wollen ssch dort melden. Wintersportabteilunst: Bcqinn de- Sri-Trockenkurse >nn 20 Uhr Schulaula Prinzenstr. S1_— Dienetaq, 19. November,«rmlantr Bern: Kameradschastsversauimtunsen um 20 Uhr. Kam. Arnswalder Plaft her Sawaftk«, Allensteiner Str. 20. stein. Si'mennplaft bei Pohst, Staraarder Straft« 19. Triedrichshai». stameradseboft Warschau: 19'? Uhr Sameradfi�fts- versamnllunp bei Sahn. Simvn.Dad'-'�tr. 9. Bortraa Kam. Liebinst. Lichten. Herst: Achlpna. Tambourkorvs! Ibih Ul,r Uehunasstunde nur für Trommrcr, Svortvlaft iZricdrichsfelde, Perein-Heim.— Mittwoch. 20. Rooember. Marine- abtellnnst: Ter Unterricht stillt aus.«övrnick. Schutifportadtellunst: 9 Uhr Per. sammluns bei Biilow, Sirsibaartenstr. 1. Ivellerberichl der ö!s entlichen lSellerdienststell« Bettln und Umgegend (Nachdt. Verb.). Zunächst noch trübe und regnerisch, später wieder etwas Welierbesserung: wenig vei änderte Temperaturen.— Für Pentlchland: Int Westen unbeständig und ziemlich kühl, im mittleren Teile regnerisch bci ieilwcije etwas höheren Temperaturen. Im Osten Tewölkungszunahmc. Pilber»on isilmardften mit deren Namenszua, und zwar eine stanze Savrm. luvst, bekommen Sie gratis und porwirei zusammen mit einer interessanten Broschüre. tSIeichzrilig erholten Sie. ebenso gratis und vortofre!. eine Probe der kästtichen Niarvlait�kreme. welche auch von den abqckutdcisn Zitmstrdftev benutit und qeschoo: wird. MarvlanAbreme stidt blendendes Aussehen, ami» bri verdorbener Sai:t. Damit Sie noch rechtzeitig eine Probe erhalten, schreiben Sie au den Zllarrlan-Tertried. Berlin 132, sfrirdrichstr. 24a. Vpervauisührunstes im eigenen Keim. Di» Tolumbw-Sssellschait hat den ersvlgreichen Persuch unternommen, aanzr Oveen aus Sehallviatien ausz»- nehmen. Jeder Mussksreund kann nun die straften Tnnwerie»hnc iede stürzung oder Dcarbeitung im eigenen Seim gevieften. Er wird nicht mehr aui mehr oder nim&T gelungene Aussilbruugen angewiesen sein: Columbia bietet ihn« die künstlerisch nollkommensle Interpretation: Brrdi. Ultd Tnceini.Opcrn in der Öriginalbescftung der Mailänder Skala ausgenommen: Richard Wagner in der Torstelluna des Batireuiher ssestipieihauses. Die Wiedergabe von Opern stellt on die«uinalMetechnik de'ondero hohe Anforderungen.. Das Columbia. Perfahren, das auch die feinsten Oberliin» auf die Platte autnimmt,«nacht es möglich, die rolle stlongi'diönheit und Raumpiastil der Original. Auiftihrunli aus der Columbia. Plat:: festzuhalten. Vewtnaouszug 1 Klasse 34 Preubisch-Süddeulsch« Klassen-Lotte t!e. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ans sede gezogen« Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gesallea, und zwar se einer aus 5ie Los« gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Z-Ziehungstag"_" 16. Nounnber 1929 3n der heutigen BortMageztehuns wurden Gewinne über 90 M. gezogen Z«evim., n 100000«t. 226084 2«eluinn« n 0000 HL 268812 2 Äetoituft m 3000 M. 160795 4«enrtnm nt 1000 TO. 163006 214391 4©ettnime ,« 800 HL 33026 332166 24 Oetotnn«»» 600 HL 13839 28257 123789 146433 210368 249469 272847 317881 333634 337808 347087 368825 92»etoinne ,» 300 M. 1416 24911 27673 32431 47885 60789 51335 54469 56567 73850 90613 97895 104393 1)1748 114845 145932 148856 166308 173177 183253 186822 197819 212368 226221 228180 231816 257720 201970 270087 295768 293078 300045 321577 323904 324820 325468 328007 332046 338875 336706 370802 382048 3831 72 384540 385070 386648 260 ,-vtnu» ira 180 SR. 710 8730 19432 19955 24807 28486 32965 33726 38965 47154 47215 47746 00344 62681 62983 63074 63159 70095 74277 67S2S 95249 05290 99111 90132, 00707 104090 106943 106937 113691 117999 121983 128862 133061 136258 136238136728 137893 140366 143150 143815 147869 1 73054 173520 176152 176933 177007 183809 185213 136311 187S42 191235 192146 192216103402 199010 200064 200865 206789 208747 209885 222363 222761 222986 228129 231604 233362 240207 240335 241231 242580 243218246127 253802 254064 260280 264646 265842 267929 270032 270537 275313 280093 280923 283587 283922 233977 266555 295386 297689 297996 303111 305616 307553 307007 303356 313868 318328 318670319026 319209 324272 325986 327709 327713 329300 336686 338921 340497 341275 342769 344505 345091 346354 348316 349041 330048 353373 357408 357519 357606 362707 364514 333136 384811 386085 387687 391 483 393553 393706 397948 8n der heutigen Nachmillagzzlehung wurden Gewinne über SV M. gezogen 2 Ceolum in 5000 72. 105983 4»ewlnn« JH 2000 HL 126779 343633 6 ffrmnriei« 1000 HL 115091 227833 371033 14 VcBinnr m 800 HL 16632 32250 68543 194338 277466 288173 381161 20««vtm.« zu 500 W. 27082 31413 52993 75243 248582 246511 293719 365 I 97 360810 377682 1 08 Sewinn. n 300 SR. 1 7878 21 355 23835 2831 9 30830 31 522 33702 S6101 47900 48728 52615 58530 66659 S674S 63699 744SS 30073 83044 94390 I006ZI 102208103870 114991 116843 119207 139224 160481 152363 152782 163883 168620 222007 229407 232263 240810 269467 262339 276627 284844 293054 307402 31 3000 328035 329529 3361 I 1 337080 344376 346433 34891 7 349858 363200 374683 379987 304862 22t)«elotmi» m 180 SB. 2004 3119 3455 4768 6997 14375 16781 17278 17732 22423 25662 35339 36143 36365 36716 37123 43213 46324 65012 56685 58917 65065 68947 69879 70962 74307 76695 78723 026Ö4 1 00835 108649 109123 110408 111322 113909 115464 126164 126328 126604 134782 144158 144609 149713 ,56418160701 162478 169692 176816 178362 183462 183764 202918 207518207331 208768 210248 212865 216335 217021 218601 2Q050I 220967 222765 224550 234117 238844 240203 245567 247664 249694 251813 262221 254368 255374 257989 283370 266505 278038 281410 283273 283833 284210 205853 297453 298869 299101 317045 310961 328945 337917 339572 339607 347258 351853 352613 354804 356219 361432 362793 266202 366272 387448 370967 375413 382366 382435 387868 390204 D>« in der heutigen NormittagSziehung gezogenen beiden Haupigewinne von je KKXXIC) M. fielen aus Nr. 226984 in Abteilung I nach Berltn, in Nhleisnnq II nach Neriin. 253tigamttoiizu Sppg. evhäU wdet* Mauehen fut*100 Ein Urs1;-.;.-, Tlr. 541* 46. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag/ i7. November 1929 Der Wahltag gehört der Partei! Alle Parteimitglieder leiste» Wahlarbeit i» ihr Abteilung. Treffpunkt früh 8 Uhr an den bekannt Stellen. Wer verhindert ist oder in der Abteilung keine Arbeit tugewieseu erhält, stellt sich im Je« tralwah l-l o lal des NreifeS zur Verfügung. Zflsitraluiahiloiiale: 1. KreiF Mitte. Lohan,(£. 2, Brüderftr. Iß. Kupfergr. 4634. 2. sireis Tiergarten. Schmidt. Wiclefstr. 17. Hansa 66Z. S. sireis Wedding. Zeitungsspedition Fischer, Bastianstr. 7. Humboldt 7874. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Klug, Danziger Str. 71. Vineta 723. 5. sireis Friedrichshain. Schmidts Gesellschaftshaus, Frucht- straße Sfia. Alexander 6325. 6. Kreis sireuzberg. Krüger, Grimmstr. 1. Baerwald 7636. 7. sireis Charlottenburg.(Kranlcnkassenhaus). Berliner Straße 137. Wilhelm 84Ä Nachtruf. eis SP- v. kreis Wilmersdorf. Kraiß, cholsteiirische Str. 66. Pfalz- 8..sireis Spandau. Brendcmühl, Moritzstr. 16. Spandau 3612. bürg 1163. 10. Kreis Zehleudorf. Schneider, Potsdamer Str. 25. Zehlendorf 3919. 11. Kreis SchLueberg. Will. Martin-Luther-Str. 66. Stephan 4646. 12. Kreis Steglitz. Schellhase, Ahornstr. 15a. Steglitz 3815. 13. Kreis Tempelhof. Görlitz, früher Niendorf, Mariendorf, Ehausseestr. 10. Südring 1548. 14. Kreis Neukölln. Weichselstr. 8. Neukölln 466. Ib. Kreis Treptow. Schmidbauer, Adlershof, Bismarclstr. 74 Ldlershof 291. 10. sireiS Köpenick. Stadttheater, Friedrichstr. 6. Köpenick 366. 17. Kreis Lichtenberg. Seipk«, Kronprinzenstr. 47. Andreas 1226.. 18. sireis Weitzeviee. Gallas, Lehderftr. 122 Ecke Berliner Allee. Weißenfee 877. 19. sireis Panckolu.„Türkisches Zelt". Breite Str. Pankow 266. 20. Kreis Reinickendorf. Strauß, Neinickendorf-West, Scham- weberftr. 109. Reinickendorf 336. Die zentraiuiaiiiieiiuiig ist im Bezirksfekretariat. Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppe». Telephon: Slmt Dönhoff»08«. S087. 5088. 500«. 5007. Wichtige Vorgänge, die allgemeines Jnteresie bean- spruche«, sind dorthin zu melden. Samariter. Für den Transport kranker und körperlich � behinderter Wähler stellt sich der Arbeiter»Sa» �' mariter-Bund zur Verfügung. An folgenden � 1 Stelleu kann angerufen werden: Mitte. Geschäftsstelle, Gr. Hamburger Str. 26. Norden 3346. Tiergarten. Lausch, Bredow- Ecke Wiclefstr aftc. Moabit 7367. Wedding. Roland, Turiner Str. 6. Moabit 7641. Prenzlauer Berg. Zundel, Kastanienalle« 29/36. Vineta 596. Friedrichshai». Busch, Tilsiter Str. 27. Königstadt 1165. Kreuzberg. Krepp, Plamiser 75/76. Baerwald 6336.— Reichen- bcrger Hof, Reichenberger Str. 147. Moritzplatz 3233. Charlottenburg. Jugendheim SAI., Rostnenstr. 4. Schönebcrg. Rosentha!, Ebersstr. 66. Stephan 2932. Steglitz. Schmidt, Lichterfeld«, Roonftr. 36. Breitenbach 6524.* Tempelhof. Seeger, Marie ndorf, Ehausseestr. 37. Südring 443. Neukölln. Lang«, Hermannstr. 125. Neukölln 6171.— Xieslir, Reuterstr. 47. Neukölln 0851.— Schilling(Zentrale) Kirchhof- Ecke Wippeistroße. Neukölln 1667. Treptow. Wildenbruch. Ecke Grätzstraße. Moritzplatz 12 868. Köpenick. Beetz, Schönerlinder Str. 5. Köpenick 607. Bohnsdorf. Heimann, Waltersdorfer Str. 100. Grünau 6310. Lichtenberg. Seipke, Kronprinzenstr. 47 Andreas 1226. Weißenfee. Stärke, Charlottenburger Str. 3. Weißensee 377. Pankow. Klemm, Berliner Str. 118/119. Pankow 566. Neinlckendorf-West. Matter, Eichbornstr. 93. Reinickendorf 3155. Neinickendorf-Lst. Scheider. Holländer Str. 126. Reinicken- darf 3926. Hermsdorf. Turnhalle, Raonstraße. Tegel 3076. RaSahrar. Die parteigenössischeu Radfahrer stelle« sich am Wahl- tage in ihren Abteilungen zur Verfügung der Wahllelter. Das Wahiresullat. Das Wahlrefnltat der einzelne« Stimmbezirke wir» in jeder Abteilung zusammengestellt und da»« auf schnell- ftem Wege dem Bezirkssekretariat und dem Kreise über- mittelt. Das Bezirkssekretariat braucht die Zahle»«ot- wendig zur Berichterstattung an die Presse. Teilresultate und Resultate ans den einzelnen Stimmbezirke« sind. well zwecklos, nicht zu melden. Wie Sie mehr Kredit erhalten können! Ihre Kreditwünsche werden schneller erfüllt, wenn Sie für die Dauer des gewünschten Kredits als Pfand eineLebensversicherung anbieten können. Diesbürgt dem Kreditgeber dafür, daß auch im Falle eines vorzeitigen Ablebens der Kredit zurückgezahlt wird. Außerdem zeigt der Lebensversicherungsscheir) dem Kreditgeber, daß Sic in geordneten Verhältnissen leben und es verdienen- Kredit zu erhalten, r�T�r/iy Fragen Sie den Versicherungs- Fadimann! MS et«. L 29 em.«»I vi, offen, fianl)tlt(iff,0fc6oft Sr SSetjer Scdjctt t(So, brabriAtiat die Slnieguog einer äRftallaltgerH in Berlin auf d,»i ®runbrtatfe Jtüocnidjr Straß, 1:4. Cimaio, Sino ndunccn fltoen e',fe Sln» lae, find bei r,m uninjeiihn len Siadi- onefrtiu* dirmrn 14 Tagen, vom Tage n«(f der BnAffeniNchnng ad gercrin,'. ichri rii-i in daooeiier iln-ier>igung a.er«u Praiolall anzudrinarn Stach Adlan' dieser grilt idnnen Sinwei dunoen nicht mehr ergaben werden B» chreibungen und geichnnilgen der grolanien Anlage liegen in unserem fliro. Bei> w T 2. Watleni>raß«"7. 1 Trepp« mmer St Sn. an den Eeschllu« agen in t M,U van S dt« 2 Uhr. Srnnadend» dl, Ii Uhr. wahrend der aden deja chneten Fr ist mr Etnncht ru«. gut mlind tä«n Sräeterung der rech«, ririo erhodenen Eiiiwendunren wird vornntereni «ammissar,(Zladtamimann Senst aui Mitimach. den 4 D-�ewder>S». varm S Uhr, in UN»rem Bii-d i n Termin anberaumt. zu dem d e Uniernedmerin low!» hie Kiderivretendeit uitler der Eröffnung geladen werben, daß auch bei ihrem Au?- dl» den nut der Erarl» ung der Emwen- düngen vorgegangen wild. Berlin, den 18. Ziavember 1628. V-r Stodiauslchnh SurUn. Abt.> De S» r da» Al gemeine Ortskra-kenkaff- für den r eiwall.-Bezirl XI der Stadl Berlin Schön« bcrg- Kr.edenou. Am Mi twoch. de» 27. Ziavetader>92», abend» 7 Uhr, find« in der Beruiischnle Beilm-Schduedeig, Frankensiraß»>0, ein» Oröenl! che Ausschusislhunq fiatt.-u der die Sa« chußmitglieder hiermit eingeladen werden. Taye-ardnuitg:>. varsiihrung »Ine« Tui>»rluios»st me«. 8 Bericht Uder di, Se>chäsl«lagc 8 Aenderung de» ß 27 der tlassensagung 4. Nachdew lligung.n tum Z>gcm.-dail,anich!ag siir 8 Wahl der BrU er de, Iahre»rechnung>029 7. Wahl einer Erundsilldtlammllfion 8 Aasienanaelegenhcuen D>e Cizung ist nicht öffenllich Bin-Lchcnederg. d n 18 Slavemter lgZV. Dn Bprfland. S. Schu! d i. Borntzender. dv>« LAge, direkt an der lloriau« flaasiimüeiier-ßeiitiaDwoliDocgeii V r,auotl3'. Ziarot? röckaadihater Zuschuß pro Zimmer Mark 3aa�-. Beiiehbar Juni 19». VermleiungiDQro Carl Rosraer BkUe«Alll«Dce-$tra$€ 79» V. OfMenteMniermBEilio Einladung „rr»rdanNldhaee Auvschns-fibn»o an, v onu araea g. barn 2«. Ziooeenber, adend»'/fi Urr. im«offcnloial, 0tan»a ftraß» 138 «ag,»«rda un g: I Wahl de« Sech- nungeau»Ichusse» zur Prüiung i er Siech, " chre» Z s"' nana de, lau enden Jadre» Z Fesüegnng Boranfchlag«« silr da» Zi«chnuBg«>ahr de« n.______ WWWW 192a 3 Ber chiedene« QSntabungstatle dlenl ot««lasneia. Berlin, den 17. Ravember 1929. Cor OacRaBO Ad. RSsener, Borfißender. Von der fieise rurlick- 07. MSiZ. MSÜS vLl'NNSI'0 nrgkt /lerbtin HIonkLUv. l?« vdlnrirafi«>4 Seseniln Bhs Köllnische Held« bei allen Kassen rugeinsstn, HShe»- fonne-»■ So luxlamps»pw. ßr. wm. w. Heiliran Köpenick v«r»ogen von Outenbcrrstiaße 3J nach Berliner Straße 2, hpt. (apa CAlInisdicTk Piaix) S�rerh�tunden: �-11,4—(außer Sonn- abeotJ ngehm.). Tel.: Köpenick J76Ö irant Oordb Waas« nad Raudh bcadiSiUdtc 1000 Franca' a. 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Robert Klelr Peoisehes iaastler-Theil Barbarossa 3�37 *60 Uhr Sellsaßiss ZwisiJiRasule! ' Eugene OTCeil In:,: Htio: Rilnjrt ionntag, IT Nov BIS Uhr jlle andere Seite In der "rem ierenbe setz Preise 0.50—8 M 8?rlin?f Ifisalsr ifinhofflTO 8''. U. Zwei Krawallen von Georg Kaisei Itusik Spollanskj Sorna-, 17. November B1* Uhr Zwei Irawal'en Pre'se 0,50-8,oo M. Franklurter Aliea 313.314 Von Freitag, de-> 15. November bis Montag, den 18. November DSna GraSte in Kehre zurück! Alles vergeben! mit Teddy Bill— Albert Paulig Anna MOiler-L'.nlie Auf der Bühne; Die große Ausstaltungsrevue in 10 Bi dem DieJagdumdieWsit SO Kihvlrkcnde Beginn der Vorsle lg.: Vodionfags 6 Uhr, Sonnsbends 5.30 Uhr, Sonnia?» 3 Uhr. Kleines Tiieat. Merkur 1621 Täglich SV, Uhr Äsx Adsiberl als Haiite «m FIDgel Rudolf Nelson BCOtt 2 Uhr Du tapfere SdhnelderlctD. T&eat. e. RoiölTot Konb. Str. 6 TJgl S Uhr auchS.'tmt. nacr uj.öU KiBe- Säaüer VIS Well Cent ssiqri llt> aiv inilfae'<>OTj Lsssing-Tliealer Norden 10846 Gruppe anger SchAiupieley Täglich N.'« Uhi cyanKaH Heate 4 Uhi Marcher.-'orst ttSNL Ll'iSN scnuisciiBrot piLneisnvm > am Zoo— inUn-'«3, miüiilw �in'i ll.a Barbarossa5S7' 16V, Lhi Hertsl- abon eam Sternen ■ lnms< IS5', Uhr Ri'esi eei Stersanlievtee 10", Uhr Sit en»v Grenzen Cer Welt Einirltt i Mark. Kinder 80 Pf. Mittwoch« halbe Kassen prefsi Iii. a. Neileiuior'piatz Vorvk.10-2 Kl Z0OI Täglich SV. Uhi Gusissiel des UsnisUina TEeaiers M FleäeiiDis! Regie: Hn BclehertL Zanirai- TkealwT IA)teJaKobstr.32 aasispici d. TO. d. vVe�ttn» Täglich»V, Uhi Ztg. 4 u. 8V, Uhi Friederike Der UtlieneiB von Franz Uchär Heute 2 Uhr Das TriM(Jii-TiLM!äur tMi Uhr Elisabeth Striekrodt in ..Die Ballerina des EBnlgs" Heute 21* Uhr SdiBaewillaien Heute s Uhr Johannisf�uor äarMwsky-tEtwjD Theater in der )C3niggrätz8r Straße, Täglich 8� Uhr Die erste mrs, seiby mft mir! ffiassini Komödienhaus Tlgllch Uhr Oer HQhiüGrllO! v Tristan Bemard Berliner III tk-TrlO Wnukälln Lahulr 74 Tfil Pniihar.>r.oDle 7>h Uhr KQMZ&RT des Philharm. Orch Dirig. Prot. i. Prflver Eintritt I Mk. MMüm SlflS? ertiaen efegrante iBitaif« aus mitgebrachten Stoffen nach 1 gonauetn MaB für M 29.. einscbüeBllch unserer sämtlichen Zutaten.— Tadelloser Sitz. RuChaar\'erarbeltaxiff! 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Jetzt ist es stiller geworden um beide und man hat Abschied genommen von der Diskussion über sie mit dem Eindruck, daß es sich bei dem sätzebuchstabierenden und kulükwurzelziehenden Pserd um eine erstaunliche Dressur und viel Täuschung, bei dem sprechenden Hund aber mn ein wunderbares Kuriosum handelte, das übrigens in- zwischen das Zeitliche gesegnet hat. Das scheint ober nur der Ocsfentlichkest so, die seitdem mit hundert Sorgen belastet und von hundert neuen Sensationen erregt, eine Sache nicht scsthslten kann. Im stilleren Kreis der Fachkenncr hat diese Frage der„sprechenden Tiere" niemals seitdem geruht und sich inzwischen zu einer neuen Wissenschaft, der„Tiersprachcnkundc" mit eigenen Bänden und Zeitschriften verdichtet. Au sich sind ja sprecheiche, d. h. Mensche mvorte nachahmende Tiere so all wie dos Erinnern selbst. Papageien, Store, Raben, Drosseln haben damit unzählige Abrichter erfreut, daß sie fließend ganze Sätze nachplappern lernten. Im besten Fall, der von Ruß, dem großen Papageienkenner, bezeugt ist, bis 300 Worte. Wenn einer so viel von einer Sprache kann, dann kommt er in dem Lande, wo inan sie spricht, schon immerhin zurecht. Aber das ist nicht„Tiersprache", sondern nur Wunder der Dressur. Schon Leibniz. der große Philosoph, berichtete von einem Hund aus der Gegend von Zeitz, dein ein Knabe 30 Worte beigebracht hatte. Und der Wiener Ticrpsychoioge K. G. Schneider stellte neuerdings die Dogge eines Studenten vor, die durch Vor- sprechen bestimmter Worte vor dem Füttern ihren Namen„Aniei" und die richtigen Studentenworte: Durst, Gose(der Student war nämlich Leipziger), Sikntnim, dann so. Knochen und nein sagen lernte. Gegenwärtig macht aus Katzenausstellungen der Kater„Peter -llupka" größtes ALjsehcu, weil auch er etwas sprechen und singen kamt Und es gibt ein Verzeichnis, non einigen vierzig„sprechenden Tieren", das von der Gesellschaft für Tierpsychologie verbreitet wird. Solcher Tier« gibt es also viele und hat es auch früher gegeben. Sie beweisen nur, daß der Kehlkopf der Tiere ähnlich wie der unsere gebaut ist, aber gar nichts für Tierdcnken und Tiersprachen. Laute geben zahllos« Tiere von sich, nicht einmal die danK, sprich- wörtlich gewordenen Fische sind völlig stumm-, es gibt unter ihnen 'welche, die stöhnen und knurren. Der Gesang der Vögel hat von je das Menschenherz ebenso entzückt, wie ihn das Quaken der Frösche, das ununterbrochene Geschnatter der Gänse und Enten 'lästig gefallen ist und das Singen der Zikaden ihn zur Raserei - gebracht hat. Gerade dem letzteren hat man besondere Aufmerksam- lest gewidmet: inst dem Ergebnis, daß es nichts sein kann wie ein „Ausdruck von Lebensgefühl" ohne gewollten Sinn. Die Zikaden, 'die in SÄfrantreich, aber auch schon in Südtirol eine Landplage �buden, sitzen, Männchen und Weibchen durcheinander, aus den 'BZumen. 3hir die lDJannchcn stoßen In. der Hitze ihren durch- dringenden Ruf Ms, die Frauen sind st MAN, weshalb sie schon der i ö mische Dichter besagt:„Glücklich seid ihr, v Zikaden, denn eure Weiber sind stumm!" Um so geschwätziger sind die Jikadenherren: zwöif Stunden lang hörte I. Fahre dem unendlichen Singfang eines einzigen Männchens zu und tonnte sein Ende nicht alnvarten. Warum schrie dieses Tier? Es«rreichte nichts damit. Genau so wird übereinstimmend von der Naturforsch.mg das Zirpen der Grillen, das Quaken der Frösche, das Schnattern der Eisten, das Konzert der Brüllassen gedeutet. Lebensgejühl ist das alles. Affektlaut, aber keine Sprache. Sprache soll Mitteilungen bezwecken, um eben.Lebenszwecke" zu erreichen. Und da scheint die sonst so geschwätzige Ticcheit Mötzlich stumm und unbegabt. So dachte man bis vor wenigen Jahren. Heute aber steht es darum anders. Besondere Methoden der Tiersprachforschung haben ander« Ueberzeugungen beigebracht. Da waren zunächst Papageien, die plötzlich einen freien, sinn- gemäßen Gebrauch von ihrem Wortschatz machten. Gerade Ruß verbürgt sich für einen Sprechküniller dieser Art, der von seinem aus ihn stolzen Herrn aus«ine Ausstellung geschickt wurde, dort aber den stillen Beobachter spielte und kein Wort sprach Ms man «uitäirscht ihn wieder heimbrachte, sagte er ganz unaufgefordert: „Lora Acht gesprochen." So haben denn auch die uns am nächsten stehenden Tiere, Hunde, Katzen, Affen, ihre mir ihnen eigenen Laute um Begehren. Angst, Zuneigung, Wut auszudrücken. Daß der große Menschen- asfe Gibbon aus den Sundaimseln von selbst Gesänge ausführt, ist von allen Beobachtern in seiner Heimat verbürgt. Der deutsche Forscher S e l e n k a schildert diesen Gesang in folgenden aAcheu» liehen Worten:„Einige alle Männchen beginnen den Rerhengssailg in vereinzelten, sehr tiefen, gl ocken ähnlichen Tönen, dann setzen die Weibchen und jüngeren Tiere ein mit einem regelrecht schmesternden hohen Iuchzer„juhh", dem sich ein überlautes, hochtomge» Gewichter anschließt, in immer leiseren Tönen verklingend." Auch der zunächst vielbclächelte, aber schließlich doch ernst ge° nommene amerikanische Asiens prachs orsche r G a r ne r mrteischied mehr als acht Arten der Lautgebuug, die nach den verschiedenen Anlässen typisch wiederkehren, also gleichsam Worte darstellen. Heinroth, der bekannte Dogelsorscher fand ähnliches für die GiiA«, K. C. Schneider. in Wien für die Enten, v. Unruh jür die Pferde usw. B. Schmid hol sehr genau die Sprache der Katze untersucht, mst dem Erfolg, daß das Miauen allein schon fünf bis sieben Wanderungen erkennen läßt, je nachdem es Miß- lingen, Begehren, Unbehagen, Schmerz oder Liebe ausdrücken soll. Es fehlt somit nicht an Ausdruckssohigkeit: aus den unwill- kürlichen Affsktlauten sind feststehend« Ausdrücke hervorgegangen lind wenn die Latze sieben Worte in ihrer Sprach« Hot und die Schwalb« fünf, so haben die Australier als das zutiefst stehende Menschenvoll der Erde K0. Aber vielleicht sind nicht einmal dies« munerhin recht einfachen Zusammenhänge das Anziehendste an den Tiersprochen. denen wir bisher deswegen so zweifelnd und unverständig gegenüberstand«:!. weil wir uns keine Mühe gegeben haben— sie zu lernen. Viel merkwürdiger als sie sind die Triller und Tanzsprachen der Insekten: namentlich der Ameisen und Bienen, die neuestens durch viele über einstrmmend« Untersuchungen sichergestellt sind. Daß die Ameisen sich irgendwie verständigen, davon kann sich j-dermami überzeugen, der sich einmal die Mühe nimmt, einige Stunden in der Natur der Beobachtung ihres Treibens zu�uwendech Eine stolpert durchs Moos und stößt aus ein hingelegtes Stückchen Zucker... Genau prüft sie es. denn die Ameisen sind Pedanten. Aber«euu sie sich einmal im klaren ist, dorm holt sie Kameraden. Eilligst rennt sie weg und jede Nestgenossin wird angeholten. Do muß man mm genau zusehen, was sie machen. Mit ihren kleinen Fühlern am Kopf schlägt sie einen Trommelwirbel auf der Stirn und den Fühlern der anderen. Ein ganzes Palaver in Trillern beginnt. Aber zum Schluß hat man verstanden. Die Angeredete laust nun zu dem Zucker hin. Nach fünf Minuten sind es sechs Ameisen, die zu ihm geschickt wirden, nach zehn, zwanzig, nach zwei Stunden ist der Zucker verschwunden. Sie hoben es alle verstanden in ihrer Trillorspraäie. Ganz anders wieder die Bienen. Lange Zeit hat man sich damit beschieden, für sie eine„Singesprache" anzunehmen. Jeder Imker wußte und weiß genau den freundlichen„Stcrzetton" ihres Behagens von dem.Hcirlon" zu unterscheiden, wenn sie schwärmen wollen. Sie kennen den„Lockton", wenn der Schwärm gewechselt wird auch das eifersüchtige„Tuten" der jungen Königinnen und das feindselige„Quack" der Nebenbuhlerinnen. Wir wissen aber schon nach den soeben erworbenen Vor« kemstnissen, was das alles ist. Afsektausdruck, der Wehruf wem» man sich stößt, der kleine Schrei, mit dem sich die Liebenden in die Arme sinken. Der Münchener Zoologe K. Frisch aber hat uns neuestens gelehrt, daß es auch«ine richtige Bienensprache gibt, in der Mitteilungen gemacht werden. Und zwar durch Tanzflug. Eine Biene kommt am Stock an mit der Nachricht: Di« Linde blüht. Diese große freudige Neuigkeit wird nun fortgetanzt. In be- stmimien Bewegungen, die die anderen nochmachen, bis sie davon- fliegen zum freudcnsprndenden Lindenbaum. Etwas sehr Fremdartiges lehrt diese neueste Theorie, aber wir sind heute in guter Stimmung, es zu glauben. Denn von allen Seiten strömen die Beweise zusammen, daß auch die Kreatur, vom Genossen und. Freund des Menschen bis ganz hinunter in den Niederungen des Lebens nicht der Sprach« entbehrt, weil das Leben der Mitteilungen bedarf, weil kein Zusammenleben möglich ist ohne das Bedürfnis sich zu verstehen. Wunderbar nah« kommt dadurch die arme leidende Kreatur unserem Herzen,«ine alt« Lebens- Weisheit erfüllt sich an uns selbst: wenn man sich nur erst einmal anfängt zu verstehen, dann lernt man sich auch lieben. Erstaunt und ergriffen hören wir in diesem neuesten Wissen um die Natur zum ersten Mole Worte ans der Ticrfcele an unser Ohr schlagen, erst einzelne, unbeholfen gestammelte Worte aus einer Sprache, in der wir. die Könige des Lebens. Meister sind. Aber gerade in dieser Unbchalsenheit rührt das ans Herz— ganz leise dringt aus der ganzen Tierheit, dieser so verachteten. mißl>ondelten. uns nur als Werkzeug dienenden Ticrheit ein mahnender, erstickter UAerton in tiefster Seele und Gewissen, ein Wort, da- uns dos Herz erzittern macht: Bruder... S)ie ftolenpflanase Stosmarin Rosmarin, der aromatisch duftende Zierstrauch mit den grau- grünen Blättern und den kleinen hellblauen Blüten, der nach am häufigsten in Bauerngärten Süddeutschlands zu finden ist. hat in der Heilkunde wie im Ball-leben stets große Bedeutung gehabt und war deshalb zu allen Zeiten van einem geheimnisvallen Nimbus umgeben. Er spielte und spielt heute noch bei freudigen und traurigen Ereignissen eine gewisse Nolle. Bevor eine Fürstin aus dem Hause Fugger die Myrte als bräutlichen Schmuck einführte, wurden die Brautkränze ans Rosmarinzweigen gewunden, wie heim auch sämtliche Hochzeitsgäste solche im Knopfloch oder in der Hand trugen.— Uebrigcns sah man noch vor kurzem in Thüringen, be- sonders in den südlichen Teilen, vereinzelt Brautkränze aus Rosmarin. In manchen Gegenden steckte man sogar Täuflingen Rosmarin an das Kleid, Konfirmanden schmückten sich am Ein- segmmgstage ebenfalls damit, was gegenwärtig einzeln noch ge- schieht. Dieser Brauch hängt mit dem Dämonenglanben zusammen. Namentlich bei der Bestattung der Toten hat Rosmarin seit aller Zeit Verwendung gefunden. Wie man früher, besonders auf dem Land«, den Tob des Hausherrn dem Vieh, den Bienen und de« Bäumen de» Gartens mitteilt«, geschah dies auch mit dem Rosmarinstrauch. Im südlichen Westfalen sagt man heute noch, daß man beim Tode des Hausherrn.den Rosmarin klopfen" muß, sonst stirbt er ab, und im Kanton Zug. daß er beim Tode des Hausvaters in jedem Falle ausgeht.— Die Leichen bestreute man häufig mit Rosmarinzwcigcn. Allerdmgs hält man es nicht für gut. einem Toten Rosmarin mit in den Sarg zu geben, weil der Strauch dann ausgeht, wie man in Westfalen glaubte. Früher trugen bei einem Begräbnis alle männlichen Leidtragenden sowie der Pfarrer Rosmarinzweige in der tyrnd oder an der Kleidung. Manihmal nahmen sie solche in den Mund. Diese Zweige wurden gewöhnlich von der Totenfrau unter die Leidtragenden sowie unter die Schulkinder oerteilt, die sie nach dem Versenken des Sarges in die Gruft warfen. Wie der Bolksmund sogt, soll der würzige Dust der Pflanz« die Erinerung an den Heimgegangenen stärken und erhalten, richtiger aber die Dämonen bannen. Noch vor nicht allzu langer Zeit pflegte man in einigen Dörfern Thüringens bei jedem Leichenbegängnis, bevor der Trauerzug den Hof oerlieh, dem Pfarrer und dem Lehrer einen Rosmorinzweig und ewe Zitron« zu überreichen In Schwaben verwendet man neben Rosmarin bisweilen auch Lorbeerblätter, vielleicht weil beides immergrüne Pflanzen, Symbole der Nnsterblichteit, sind. Früher pflanzte man aus die Gräber mit Vorlieb« einen Rosmarin- strauch. Ging er aus, so schloß man daraus auf einen baldigen weiteren Todesfall in der betreffenden Familie.— Wegen der Beziehung zu den Toten hält man es für ein böses Vorzeichen, van Rosmarin z» träumen. K. R. Wladimir Xidin: 3)er 0/(5 Fünf Meere hatte der Dampfer durchkreuzt. Nun lief er in den Hasen von Batum ein, um Petroleum zu laden. Zwei Tage von Odessa entfernt, stihr er ganz nahe die Küste entlang und vom Schisse ans waren die weihen Gasthofe, Villen und Paläste zu sehen, die knapp am Hier lagen, Palmen. Hagry und Suchinn. Der Dampfer hatte den Namen„Costa". Es war ein griechisches Petraleumküstenschisf, mit Fracht von einer französischen Kainpag- nie beladen. Seine Besatzung bestand aus Griechen, zwei Türken, zwei Rumänen und einem Russen, dem Malrasen Strachow, der vor l5. Jahren vor einem Kriegsgericht nach Algier geflohen war. Gegen Abend lief der D.rnpfer in Batum ein. Von der Stadt her leuchteten schon die rätselhaften Lichter und die Matrosen be- kamen Eile. Sie rasierten sich, putzten sich sauber heraus unl� sandten gierige Blicke nach dem Lande. Durch die Gassen schlürften leise Sohlen, helle Silhouetten in Baschliks, in den Ense» klapperten die Dominosteine und Frauen eilten geschästig dahin— nach Männern spähend. Die Mannschaft, in ihren Matrosenhüten, drängt« sich an sie heran, starrte ihnen ins Gesicht, stieß einander an. sucht« das stärkte Gedränge und beim Anblick dieser suchenden Frauenaugen stammte auch ihr abgeslumpjter Blick aus, wenn«r auf die ermin- ternden Blitz« stieß, die aus den verheißungsvollen Frauenaugen leuchteten, wie dies sich immer wieder abspielt In den Hafenstädten nach langer Seefahrt, schwerer Arbeit an Bord und unnnterbrochener Einsamkeit. Und so fand auch Strachow bald eine Gefährtin. Sie war sehr schlank und einfach, gar nicht geschminkt und glich eher einem halbwüchsigen Mädchen. Ein seidenes Fähnchen hing rnn ihre Schultern, mit dem linken Auge schielte sie beinahe, aber auch darin war etwas, das ihn zu ihr hinzog. Diese Frau zog ihn hinler sich her. durch die dunklen Gäßchen Bakums. Sie ging allern vor- aus und er stapfte hinter ihr her, in seiner europäischen Kleidung. mit dem Matrosenhut auf dem Kopfe, ganz schief, als wäre es eine schirmlose Mütze. So führte sie ihn in«in Schwefelbad, wo sie der Besitzer wortlos eintreten steh. Sie gingen in ein Zimmer, wo es nach Schwefel roch und heiß war wie in einer Orangerie. Eine Marmorbank stand an der Wand. Außer Wasierhähnen und Wonnen gab es sonst nichts in diesem Zimmer. Die'Fnrn setzte sich auf die Bank und betrachtete ihren Gefährten, der nicht mehr jung war, so manches graue Haar im Schnurrbart hatte, den Schädel glatt geschoren. Seine Stirn schien frisch»nd in Vn Ohren hatte er kloine, silberne Ohrgehänge. Er hätte ihr Bater sein können. „Nun, was denn?" fragte sie.„Setzen Sie sich doch! Hier Ist es übrigens sehr heiß." Sie hätte gern das Kleid über den Kopf gezogen, aber er hinderte sie daran und setzte sich neben sie. „Nein, das ist Acht nötig," sagte er und strich sich über den Schnurrbart,„ich wollt« bloß wissen, wer du eigentlich bist. Wie heißt du?" „Mary." Strachow saß da. betrachtete sie, strich sich wieder über den Schnurrbart und sagte irgendwie erwartungsvoll: „Siehst du, es ist so merkwürdig. Mascha... Nun war ich fünfzehn, lange Jahr« nicht in Rußland... Vor fünfzehn Jahren hat es mich von diesen Ufern fortgespült. Nun kehre ich von neuem nach Rußland zurück... damals muh: du acht Jahre alt gewesen sein, Acht älter. Wie alt bist du jetzt?" Zwanzig." � Ü M. „Also etwa» jünger... hm... vielloicht hast du mit meinem Töchterchen gespielt. Ich hatte nämlich ein Töchlerchen in Rußland ... in der Stadt Oranienbaum... kennst du diese Stadt? Und nun bin ich wieder In Rußland... wunderlich..." Und plötzlich wandte sich Strachow ihr zu und begann, den Saum ihres Seidenkleidchens zu streicheln. „Laß das so... hörst du?... Ich bin nichi deswegen mit dir gekommen. Fünfzehn Jahre also habe ich in allen Meeren hmimgespuckt und nun zum erstenmal wieder in der Heimat... ich war in Amerika. Mascha, in Australien.. aus der Iissel Kuba» aber nicht ein einziges Mal konnte ich in oll der Zeit nach Ruß- land komm«. Nun kamen wir nach Rußland und ich dachie: wie alt mag wohl jetzt mein Töchlerchen sein, wo mag sie sich herum- treiben? Nun habe ich nachgerechnet und heransbekammen, daß sie etwa zwanzig Jahre alt sein muß.... Ich dacht«: wie wird es eigentlich sein, Kann ich zu meinem Töchterchen kämmen, ohne Geschenke mitzubringen? Man muß ihr Parfüm schenken— auch ein Kleidchen habe ich Ihr mitgebracht, aus Marseille..." Strachow kramte in seinen Taschen und zog«in Fläschchen Par- süm und ein seidenes Kleidchen hervor. Die Frau blickte van der Seite her nach diesen schönen Dingen. Ihre Hände lagen auf den Knien und Strachow begann, mit seiner schweren Hand ihr über den Scheitel zu streichen. „Also nimm diese Geschenke," sagte er plötzlich,„vielleicht host du wirklich mit meinem Töchlerchen gespielt... irgendwann.., einmal..." Aber die Frau saß wieder ganz füll, wie früher, den Blick vor sich hin gerichiet und Strachow legte das Fläschchen und das Kleid in ihre Hände. „Bloß«ins versprich mir. Mascha," setzte er noch hinzu»„nach drei Tagen fahren wir wieder weiter... aber dies« drei Tag« mußt du dich schauen. Du wirst bei mir Tochterstelle vertreten." Schweigend saß die Frau neben ihm und hielt!» ihren Händen seine Geschenke und Geld, das er ihr gegeben hatte. Dann ver- ließen sie das Bad und kreuzten wieder durch die dunklen Gäßchen Bakums. lieber dem Meer lag das ferne Aufblinken der Leucht- turmfeuer. Schwüle lag über der Stadt, wie von fetten Leibern. Noch immer klapperten die Absätze durch die Straßen, fegten die leichten Sohlen über das Trottoir. An der Ecke blieben die beiden stehen. „Also sich zu, erfülle meine Erwartungen. Mascha!" sagte Strachow und sah ihr in die Augen, die aufleuchteten und wahr-- scheinlich denen seiner Tochter ähnlich waren. Eine Minute später verlieh sie ihn. MorgensAlleideten sich die Matrosen wieder um, zogen andere Krügen an und mit ihren fettgcwordonen Blusen begannen sie, das Petroleum an Bord zu pumpen. Tagaus tagein ging das so fort und das Schiff füllte sich immer mehr mit seiner schweren Ladung» Am dritten Tage, nachdem das Schiff geladen war, ging es gegen Wend in See, um über Konstanza. Burgas, Konstantinopel und Brindisi nach Marseille zu fahren. Niemand war am Peer» als es die Anter lichtete. Eine einzige Frau stand am Ufer und winkte mit einem Tüchlcin. Stachow riß sich von seiner'Arbeit los, um ihr zu winken— ihr, die er an Tochrerstelle aus dein Festlande zurücklassen mußte. tfte»«a» 3UiWi6ni an Arnold fflafftta-ron.'j tz-_ 3)as Slam derW r-as olte Haus an der Ecke hat«ine närrisch oerziert« Front. Wie von Konditorhänden kunstvoll geformt, schnörkeln sich woge- rechte Wellenlinien unter den Fenstern entlang, von senkrechten durchkreuzt, die jäh auf steinernem Pflaster zerbrechen. Das alte chaus an der Ecke ist braun getönt und heißt im ganzen Ilmkreis die„«chokoladentorte�. Rings recken sich junge, gradlinig« Bauten, zweckhaft in den Raum gestellt. Die Schokoladentorte, klappriger schäbiger Rest alter Patrizierpracht, paßt nicht mehr in die Zeit, erzittert beim Rahen eines Lastautos bis in den Keller und reicht den Nachbarn rechts und links knapp bis zum Dachausalz. 3n die Schokoladentorte teilen sich neun Mietparteien. Klein« Leute, die froh sind, irgendwo zu wohnen und ein Anrecht auf de» Waschhausschlüssel zu besitzen. Die Frauen in der Schokoladentorte haben von früh bis sstpit zu tun, Kinder zu warten, zu fegen, zu scheuern, zu kochen. Wie Gefangene sind sie. Wo der Duntelgraben achhört, endet die Welt. Der Weg zum Krämer am Markte, einziger Spaziergang, wird schwatzend In die Länge gezogen. Häusliche Neuigkeiten reicht man von Küche zu Küche durch Klopfzeichen weiter. Wie im Gefängnis. Wenn die Frau Steuerinspektor Mühl. Hans mit dem Quirl an die Küchenwand der Frau Kippelkamp klopft, dann heißt das:.Hören Sie. wie', die Hut'sche ihrem Alten steckt?* Wenn sie an die gegenüberliegende Wand hämmert, weiß Frau Hut. daß bei Frau Kkppelkamp etwas unterwegs ist... zum sechsten Mal«. Am geschwätzigsten klopft und hämmert tt im dritten Stock. Da hält Fräulein Pfau die Mitte und versteht ihre Nachrichten so weise zu »erteilen, daß der weibliche Kleinkrieg nie zur Ruhe kommt. Fräulein Pfau meldet heute ein neues Kleid der Frau Miefebach, dann ärgert sich Fron W«ndschuh, morgen einen Federhut der Frau Wendschuh, dann äbgert sich Frau Miesebach. Fräulein Pfau geht srüh um acht llhr Milch hoben. Wenn sie zurück kommt, setzt sie sich hinter die Vorstialtür und starrt durchs Fensterchen. Niemand im Haus« kommt oder geht, ohne gesehen, niemand spricht ein Wort, ahne gehörh niemand wäscht sich mit Blumenseis«, ohne gerochen Mi werden. , Gegen Abend kommt Wendschuhs Richard vom Essentragen ihetal. Er springt durch den Hausflur, der ewig nach Schmierseif« «nd Bratkartoffeln duftet, klappert mst den Töpfen einen Regiments- marsch. An der Hut'schcn Tür macht er aufmerksam halt,»m den Briefkasten zu untersuchen. Manchmal hängt aus dem schmalen Spalt da» End« einer umfangreichen Zeitung, des Generalanzeigers. De» kriegt der Fritz eilend» beim Zipfel und oerschleppt ihn in die Küche seiner Mutter..Schuster Hut i» auf Tour. Hier haste die Zeitung!* Frau Wendschuh überschlägt hastig den politischen Teil. Was geht das Zeug sie an?„Dem Mittelstaich das Geld aus der Tasche ziehen, das könn se, sonst nischt* Beim Inseratenteil macht sie halt.„Wieder kein Kinderwagen!* Damit ist die Lektüre beendet. Frau Wendschuh klopft an die Küchenwand, Fräulein Pfau gibt das Zeichen weiter. In Kürze wisien alle Küchen Bescheid:„Hut is auf Tour. Wer die Zeitung haben will, muß sich ranhatten.* Und sie hallen sich ran, denn der Generalanzeiger ist da? einzige Blatt der Schokoladentorte. Frau Kippelkamp beschränkt sich auf die Todesnachrichten. ..Gott, nein, die Grippe! Wie die Fliegen sterben se." Dos jagt ihr angenehme Schauder den Rücken hinunter. So'n bißchen Zeitung- lesen ist doch zu schön. Frau Miesebach überfliegt die Wettermeldun- gen. Ihr Jüngster fußballt im Sportverein Rasenferkel. Lauten dl« Wettermeldungen günstig, dann ist er Sonntags wieder»ilht zu Hause, der Lausejunge. Wenn der Flickschuster Hut heimkommt, riecht er entweder nach Fusel oder er flucht, je nachdem. Gehen die Geschäfte gut, dann schwankt er wie ein»ollbcladener Heuwagcn und schmunzett. Die Zeitung steckt wieder im Kasten und hat Fettflecke. Meister Hut murmelt etwas wie„verdammtes Weibszeug* und �.. wieder in die Küche geschleppt". Dann liest er. Die Aussperrung im In- dustriegebiet überspringt er rasch, ebenso die Kämpf« in China, den indischen Religionskrieg und die Abrüstungsverhandlungen. Um Politik kümmert sich niemand in der Schokoladentorte. Gott sei Dank, das fehlte! Aber der Schlachwtehmarft fesiett den Meister, und dann die vielen Gasvergiftungen, ein« groß« Keilerei im Bier» keller und„Die Braut im Waschkesiel*. Der Generalanzeiger kennt den Geschmack seiner Leser, bringt vielmehr aufregende Hinter» trcppengefchichten als Wellpolitik. Schuster Hut klappt die Zeitung zusammen. Nun weiß man doch, was auf Erde vorgeht. Ein Klopfen an der linken Wand läßt aufhorchen. Aha! Miese» bachs Horst ist wieder da. Der Lausejunge war durchgebrannt. Da muß Herr Hut doch gleich mal... Schwerfällig steht er auf und wandert auf einen kleinen Plausch zum Steuerinspektor Mühlhans. Denn die Neuigkeiten in der Schokoladentorte sind natürlich wichtiger als alles Weligsfchehen, von dem die Zeitunoen schwatzen. J. II, Die diranhheil der deutfcheii Wimen vom ZNologffchen Institut ki Berlin» Dahlem werden jetzt Per» suche angestellt, um die Krankheit der Ulmen zu bekämpfen. Bor fünf Iahren wurde aus Holland ein Pilz eingeschleppt, der sich im Innern der Ulmen festfetzt und die Bäume zerstört. Alle Versuch« zur Bekämpfung des Pilzes blieben fruchtlos, da bisher mit dem Abtöten eines Krankheitserregers innerhalb des Baummarks auch der Baum selbst eingeht. Die jetzigen Versuche erstreckten sich lediglich darauf, die verschisdenen Ulmenarten mst dein Krankheüs» erreger zu infizieren und st» festzustellen, welch« der Arten resistent sind. Dies« Arten will man dann den Baumschulen zur Anpflanzung empfehlen. Selbstverständlich werden diese Untersuchungen sich über einige Jahre erstrecken, während derer die Krankheit der Ulmen iinmer weiter um sich greift, und es ist wenig Auesicht, die Ulmen in veukschlaitt» vor der Vernichtung zu schützen. 3)ie Samoaner Herben nichi aus! Nach neueren Feststellungen haben sich die Samoaner, denen leit Jahrzehnten der völlige Untergang vorausgesagt worden war, wieder etwas vermehrt, so daß Hoftmino besteht, diese hochstehende Rasse am Leben erhalten zu können. Freilich bricht dort in der Südsee die Neuzeit schnell auch über die Insulaner herein und die Samoaner, die jetzt(früher standen sie unter deutscher Herrschaft) den Neuseeländern Untertan sind, wollen mst den Eingeborenen auf Neufeeland, den Maoris, auf gleiche Stufe gestellt wevden, sie wollen da? Wahlrecht bekommen. Mit den Maoris war es so: auch sie schienen ganz sicher auszusterben— in jedem Lexikon kann man es itachlefcn—, aber merkwürdigerweise sterben sie" doch nicht aus. Iteue Wunder aus der gifchmeti Fische mit Augen an ihren Flossen, und Fische mit Lichten« an ihren Schwänzen, Fische, die ganz Maul, und Fisch«, die ganz Magen sind— das sind so einige von den neuen Wundern, die der berühmte amerikanische Natursorscher Dr. William Beebe bei seinem neuesten Zlusflug in die Tiefen des Meeres beobachtet hat. Er ist jetzt mit seinen Begleitern von seiner 12. Expedition zur Erforschung der Ozeanbewohner nach New Jork zurückgekehrt, „Niemals in meinem Leben habe ich auf einer einzigen Expedition soviel Neues gesehen und soviel Merkwürdiges gesammett, und niemals wußte ich so wenig über das, was ich gefangen habe,� sagte er in einem vorläufigen Bericht in der New-Vorker„World. „Ich habe acht Jahre im Urwald gearbeitet und nicht'im entfern- testen soviel gefunden, als während dieser sieben Monate. Etwa ein Drittel alier Tiere, die ich gesungen habe, sind ohne Namen und neu für di« Wissenschaft. Wir arbeiteten sehr angestrengt M einem Umkreis von etwa 12 Kilometer. Es war uns möglich, nicht wett von der Küste von Bermuda, in einer Tief« von 1>- Kilo» meter, nur 8 Kilometer von der Küste entfernt, zu arbeiten. Das bedeutet, daß 40 Minuten, nachdem ein Fisch ins Netz gegangen war, er auf dem Tisch meines Laboratoriums log. Wir haben ebenso Küstensische wie Tiefseefische studiert, und bedienten uns meist bei der Arbeit der Tauchvholme: aber bei den Tiefseefischen mußten wir Netze verwenden, um sie zu fangen. Ein einsame» Inselchen, Niemands-Eiland. das St. George gegenüber liegt, wurde der Expedition vcn der Regierung von Bermuda als Lager über- lasten, und man ging sogar soweit, ein alles Wrack an der Küste der Insel zu versenken, damit es bei unfern Arbeiten als Wellen» breche? dienen solft«.* Unter den Merkwürdigkeiten der Fischwell, die Beebe entdeckt hat, befindet sich ein Tintenfisch, der seine Augen an den Enden seiner Fangarme hat. Ein anderer Fisch ist ein einziger Leucht- körper und sendet Strahlen eines feenhaften Lichtes bis zu einer Tiefe von 1000 Faden. Ein anderer Meerberoohnax, der die Na» turforfcher besonders in Erstaunen versetzte, trägt»in? seinen Hals eine Medaille und ist der„Berkehrsschutzmann* der Fischwell ge» tauft worden. Ein anderer wieder ist mit Meißen Flecken bedeckt. die im Dunkeln wie die Lichter eines Schiffes glänzen:«in kleiner Fisch oerzehrt bei einem einzigen kurzen Schwimmausflug 300 Gar, nälen.__ Mit der Eisenbahn nach Mekka. Bisher war das Heiligtum der Mohammedaner vom»wderncn Verkehr künstlich ferngehalten worden. Im vergangenen Jahre I)at man die Versuche gemacht, mit Autobusien die Pilger von der Küste des Roten Meeres nach Mekka zn transportieren. Jetzt soll zwischen Maan und El Akaba am Arabischen Golf«Ine Eisenbahnlinie gebaut werden, die in der Hauptsache von englischem Kapital getragen sein wird und an der auch der Beherrscher des Hedfchas beteiligt ist. Die Bahn wird in der Hauptsache den Pilgerverkehr von Damaskus, Transjordante» imd Palästina nach Mekka Übernehmen. Ein Sechstel der Golthardbahn. nämlich 42 Kilometer, entfalle» auf Tunnels und Galerien. Die Buhn führt über 1048 Brücken und Straßenüberführungen. Der größte Wolkenkratzer der Erste soll im Geschästsotertet New Dorks durch die Rational City Bank erbaut werden. Da» Hochhaus soll 71 Stockwerke bekommen und eine Höhe von 280 Meter haben. (Kölner Dow 180 Meter.) Damit nicht genug. Das Bauwerk soll nicht nur in die Höhe, sondern auch 20 Meter in die Tiefe gehen, Bier Stockwerke werden unter dem Erdboden liegen. tfpintvpmrtnpi Bobiräder...... 13R0 1200 1050 Selbstfahrer..... 1750 1450 Poppenwagen... 3300 2900 2575 Stoffpuppen 225 l76 l00 KaoelgelenkpDpp.ki!!dc.425 395 350 Baby mu ncmd..... 695 550 450 Baby 10so 9°° 7S0 [Puppenkleidung in großer Answahl Puppenstuben... 6°° 375 2" Pnppenmöbel.. 270 210 l25 Kaufläden...... 325 285 225 Verkaufsständer.. 675 475 38S Wiegeschalen.... I25 l05 090 Zeigerwaage.......... ß98 Registrierkasse......... I00 Pferdeställe..... S85 220 l88 Rollwagen...... 375 325 2" Stallwagen........ 095 065 Holzauto...... I75 l80 l45 Holzeisenbahnen........ 3°° Auto mit UhAerk.... O90 0�° 0SO Fenerwehrautos........ I80 Motorradfahrer mu s-ie-�t-m... 220 Eisenbahn-Zabehorteile vorrätig| Laterna magica Kinos...... Kegelspiele... 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