Morgenausgabe Nr. 543 46.Jahrgang A 273 d Böchentlich 85 31. monatfid) 3,60 R. im noraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 72 Bfg. Boftbeftellgebühren. Auslands abonnement 6.-M. pro Monat. Der Borwarts erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illustrierte Beilagen Bol und Zeit“ und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen".. Frauen ftimme". Technit". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" unidan si Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 19. November 1929 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die stapeltige RonparetDezella 80 Pfennig. Reflamezetle- Reichs mart letne Anzeigen das fettge Brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwet Fettgedruckte Borte), jedes weitere Bors 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, tebes weitere Bori 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben sablen für met Worte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imhaupt gefchäft Lindenstraße 3, wochentäglich oon 81 bis 17 Ubr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297, Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. sozialisten Boftschedkonto: Berlin 37536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. u. Dise.- Ges.. Depositenkaffe Lindenstr. 3. Was sagen uns die Wahlen? alten haben in Berlin all e Barteien gegenüber den Mai.| inſtande find, in ihrem Machtbereich überall für unverloren. Kommu- zu nisten ihren Kulminationspunkt mit 611 317; sie sind jetzt auf 565 595 heruntergegangen. Die Sozialdemokratie hat von ihren 816 000 Wählern vor anderthalb Jahren diesmal nur noch 651 735 zur Urne bringen fönnen. Der Rückgang ist also bei der Sozialdemokratie viel stärker als bei den Kommuniften. Für das Reich, die Länder und Berlin. Den Wahlen vom letzten Sonntag tommt eine doppelte Bedeutung zu. Einmal haben sie in ungezählten doppelte Bedeutung zu. Einmal haben sie in ungezählten Gemeindeparlamenten Breußens, Sachsens und Hessens von Berlin hinunter bis zum fleinsten pommer schen Fischerdorf- sowie in den Preußischen Provinzial Es wird notwendig sein, den Gründen dieser unerfreuIandtagen, dem Preußischen Staatsrat und dem lichen Erscheinung mit größter Gewissenhaftigkeit nachzuReichsrat mehr oder weniger bedeutende Veränderungen gehen. Da sie im ganzen Abstimmungsgebiet vereinzelt dabewirkt. Zweitens aber haben sie auch als Gradmesser für die steht, können die Gründe. nicht in allgemein- politischen BerStärke der miteinander ringenden Strömungen allge= hältnissen, sondern nur in lotalen Umständen gesucht mein politische Bedeutung. Was nun die Veränderungen im einzelnen betrifft, die durch den letzten Wahltag eingeleitet wurden, so bieten sie fich zunächst in einer so verwirrenden Vielfältigkeit dar, daß es noch einige Zeit dauern wird, bevor auch nur das Wichtigste sichtbar werden wird. Hier gilt oft der Sag: ,, Kleine Ursachen, aroße Wirkungen." Auch unbedeutende Verschiebungen in der Zahl tönnen zu einschneidenden Folgen führen. Im einzelnen wird sich also ziemlich viel geändert haben im allgemeinen jedoch weniger! Als Gradmesser der politischen Strömungen haben die Wahlen gezeigt, daß nicht allzu vieles in Deutschland seit dem Mai 1928 anders geworden ist. Hätten wir am 17. Nopember Reichstags= wahlen gehabt, welches Bild hätte sich dann ergeben? Ein Bild, das dem vom Mai 1928 recht ähnlich gewesen wäre! Die stärksten Verschiebungen würden auf der Rechten eingetreten sein. Hier handelt es sich um den schon viel er= örterten Zug der Wähler von Hugenberg zu Hitler. Bei den preußischen Provinziallandtagswahlen haben die Deutschnationalen von insgesamt 242 Sigen 209 behauptet. Die Zahl der Nationalsozialisten stieg von einem winzigen Häuflein auf 58. Die Sozialdemokratie hat zu ihren 300 Mandaten 14 dazugewonnen, die KPD. hat zu ihren 95 Mandaten weitere 5 erobert. Das heißt: in ganz Preußen ohne Berlin haben Sozialdemokratie und KPD. seit 1925 die gleiche bescheidene Zunahme von 5 Proz. zu verzeichnen. Ihr Stärkeverhältnis in Preußen ist auch heute noch wie vor mehr als vier Jahren 3: 1. Dasselbe Stärkeverhältnis ergibt sich auch, wenn man die in Preußen ohne Berlin am 20. Mai 1928 abgegebenen sozialdemokratischen und fommunistischen Stimmen miteinander pergleicht. Das Gesamtbild der preußischen Provinzialwahlen ergibt feine großen Verschiebungen links und in der Mitte, erheblichere rechts. Die Deutschnationalen mußten etwa 20 Proz. ihrer Stimmen an die Nationalsozialisten abgeben. Ihre Verluste sind nicht so groß, wie sie auf den ersten Blic scheinen, weil sie auf dem Lande geringer sind als in den großen Städten. Hätten wir am 17. November Reichstagswahlen gehabt, so würde sich auf der Rechten eine stärkere Zersplitterung ergeben, und die Deutschnationalen würden etwa ein Dutzend Mandate an die Nationalsozialisten verloren haben. Dies würde aber die weitaus stärkste Veränderung sein, alle anderen blieben dagegen unbedeutend. Soviel über die Bedeutung der Novemberwahlen als Gradmesser der allgemeinen Stimmung. Was aber ihre Bedeutung im einzelnen betrifft, so ist die Berliner Wahl die auffälligste und die am wenigsten erfreuliche. In Berlin haben die Parteien rechts und links, die für die positive Arbeit nicht in Betracht kommen, in dem Maße zugenommen, daß eine arbeitsfähige Mehrheit faum noch herzustellen ist. 3war besigen Sozialdemokraten und Kom munisten zusammen eine sehr starte Mehrheit. Aber Diese Mehrheit ist totgeboren und lebensunfähig, da die Kommunisten gar nicht daran denken, mit der Sozialdemokratie ehrlich zusammenzuarbeiten. Die Kommunisten fragen niemals danach, was den Arbeitern nüßt, sie fragen immer nur danach, was den Sozialdemokraten schadet. Sie werden niemals darauf verzichten, durch Stellung undurchführbarer Anträge Demagogie zu treiben. Sie werden immer nur darauf ausgehen, der Sozialdemokratie Fallen zu stellen und sie zu ,, entlarven". Da ist eine Möglichkeit loyaler Zusammenarbeit von vornherein nicht gegeben. Die Arbeiterschaft könnte Berlin regieren, wenn sie einig wäre. Da sie gespalten ist, muß sie einen Teil der Macht an die bürgerlichen Parteien abgeben. Diese Spal tung, die sich in Berlin stärker und verhängnisvoller auswirkt als jonst, ist fein Zeichen politischer Reife. Noch ist die Sozialdemokratie in Berlin stärkste Bartei. Aber die Differenz zwischen ihr und der KPD. hat sich seit 1925 ständig verringert. Bei den Kommunalwahlen von 1925 war die Sozialdemokratie der KPD. um mehr als 250 000 Stimmen voraus, im Mai 1928 waren es immer noch mehr als 200 000 am 17. November aber betrug die Differenz zugunsten der Sozialdemokratie nur noch etwas über 86 000. Mit Ausnahme der Wirtschaftspartei und der Nationalmerden. Rolle gespielt hat, versteht sich von selbst. Es ist den KommuDaß unter ihnen der Stlaret Standal eine große nisten und ihren Bundesgenossen bon rechts tatsächlich gelungen, vor breiten Kreisen ihre eigene Schuld verschwinden zu lassen und alles der Sozialdemokratie aufzubürden. Da die Sozialdemokratie ja politisch auch die Hauptverantwortung für das in Berlin Geschehene zu tragen hatte, gelang es ist, auf verantwortliche Bosten nur solche Parteigenossen dieses Manöver ziemlich leicht. Hier zeigt sich, wie notwendig zu stellen, die gegen alle Versuchungen gefeit sind und die auch Was in den letzten Wochen von unsern Gegnern ge logen und verleumdet worden ist, ist unermeßlich. Das Standalösefte am Stlaret- Standal ist der PresseStandal, die grenzenlose unbedenklichkeit, mit der man fich an die Ehre des Nächsten vergriff. Aber diese Orgie der Berleumdung ist erst möglich geworden durch tatsächliche Berfehlungen, die von einzelnen Personen begangen worden find. Daraus ergibt sich, daß solche Personen durch eine einzige unbedachte Handlung mehr Schaden anrichten als durch die ganze Arbeit ihres Lebens Nußen stiften können. Es wird eine wichtige Aufgabe der Sozialdemokratie in Berlin sein, die Atmosphäre zu reinigen, damit wieder sa ch= messen an den Leistungen unserer Gegner von rechts und liche Rämpfe möglich werden. Heute ist sie verpestet. Gelinks war selbst die Stöckerbewegung in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Höhepunkt politischer Intelligenz und Moral. Geht es so weiter, so wird jeder Rampf mit geistigen Waffen durch den Radau, den Klamaut, den Standal ersetzt werden. Das wäre die Vernichtung der Demokratie. Es gibt viel Arbeit in Berlin. Man muß sie ohne Zeitverlust beginnen Zapolski über den Fall Sflaref. Der Disziplinarrichter vor dem Untersuchungsausschuß. H fchen Landtages trat am Montag wieder zusammen und nahm für unerlaubt halte, sondern auch schamlos fände, daß ihn Der St1atet Untersuchungsausschuß des Preußi-| gab zu Protofoll, baß er nicht nur den Kredit an fich zunächst eine stundenlange Darlegung des Bericht feit Monaten Stadtverordnete aller Barteien wegen dieses erstatters, des deutschnationalen Abgeordneten Roennede ,, Kredites überliefen. Die kreditbewilligung wurde unter Umgehung aus den Akten entgegen. Es handelt sich um die Aufsichtsrats: des zuständigen Kämmerers von den Stadträten Gaebel( komm.) Protokolle der Kleiderverwertungs- Gesellschaft, die Aufsichts- und Benede( Bolfspartei) sofort ausgefertigt. Gaebel schloß dann rats- Protokolle und Bilanzen der Berliner Anschaffungsgesellschaft mit den Stlarets die bekannten Verträge, nach denen sie das von und die Strafaften gegen einige Angestellte der Anschaffungs- ihnen gekaufte Lager der KVG. erst in sieben Jahren zu bezahlen gesellschaft Marquardt und Genossen, Kieburg und Ka II brauchten und die Monopolverlängerungsverträge. Gaebel war Der Berichterstatter hob zahlreiche Lücken und Wider dafür gar nicht zuständig, hatte dafür auch keinerlei fprüche in diesen Dokumenten hervor. Bemerkenswert ist, daß der Bureau. Die Bertragsentwürfe wurden bei den Sklarets Geschäftsführer Kieburg, auf den die Korruption im Anschaf- geschrieben und vom Stadtrat Degner ausgearbeitet, der Sekretär fungsamt wohl zuerst zurückgeht, einstimmig zum Geschäfts- bei den Stlarets war. Sie wurden dann von Gaebel und führer gewählt worden ist, und daß die ersten Berträge Benede unterzeichnet. Zufällig monierte ein Bureauzwischen dem Anschaffungsamt und den Eflarets von dem volts beamter in der Finanzabteilung das Fehlen der Unterparteilichen Landtagsabgeordneten schrift des Bürgermeisters. Man benutzte dessen Urlaub, um der Stadträtin Wey I einzureden, der Vertrag sei Döllig in Ordnung. Auch Kieburg und Stadtamtmann Satoloffti waren an der Bertragsabwicklung dauernd beteiligt. Stadtverordneten 5 allersleben als Notar beurkundet sind. An diese Darlegungen schloß sich der Bericht des Oberregierungsrats Tapoliti über die schwebenden Disziplinarnerfahren, der ur fprünglich in geschlossener Sigung erstattet werden sollte, dann aber doch öffentlich gegeben wurde, nachdem Tapolski erflärt hatte, er sage sowieso nichts, was den Fortgang der strafrechtlichen oder disziplinaren Berfolgungen erschweren fönnte. Oberregierungsrat Tapolski ist bekanntlich deutsch national, rechtfertigte aber auch heut in einem außergewöhnlich flaren und sorgfältigen Vortrag den Ruf eines besonders tüchtigen Beamten, der ihm vorausgeht. ( Tapoffti ist wegen diefer Tüchtigkeit vom sozialdemokratischen Innenminister außer der Reihe zum Oberregierungsrat befördert worden.) Es schweben 14 Disziplinarberfahren: gegen Oberbürgermeister Böß, Stadttämmerer Lange, Stadtrat Busch, Stadtrat Gaebel, Stadtrat Dr. Benede, Bürgermeister Schneider, Bürgermeister Kohl, Stadtrat Degner, Stadtamtmann Satolofsti und die Stadtbankdirettoren Schmidt, Hoffmann, 3egel, Dr. Lehmann und Schröder. In neun von diesen vierzehn. Fällen ist die Sus pension vom 2mt erfolgt; in fieben Fällen ruht das Disziplinarverfahren im Hinblick auf die Strafverfolgung. Im Jahre 1924 waren die Mittel der Stadt sehr flüffig. Das benußte der damalige Direktor der KBG. und BAG., Kieburg, zu Käufen bei den Stlarets und Rosenthal im Betrage von 2% Mit lionen. Der Absatz stockte, die Liquidation der KVG. wurde beschloffen, die meist Don Sflaret bezogenen. Waren wurden, entgegen einem Beschluß der städtischen Körperschaften, an die Sflarets für 600 000 Mart zurückverkauft. Bezahlt haben die Stlarets davon 280 000 Mart. Einem Antrag auf Aufhebung der Stlaretschen Monopol stellung widersprach in der Stadtverordnetenversammlung am eindringlichsten der damalige voltsparteilige Stadtverordnete, Obermagistratsrat Schalldach! Später forderten die Stlarets einen Kredit von der Stadt, den der Kämmerer ablehnte, aber der deutschnationale Stadtrat Wege in zeitweiliger Vertretung des Kämmerers zusagte. 3m Magistrat widersprach wiederum der Kämmerer, aber im eingefeßten Unterausschuß blieb er allein: gegen ihn wurde der Kredit bewilligt mit den Stimmen der Stadträte Bege ( deutschnational), Dr. Benecke( Deutsche Boltspartei), Ahrens( Sozialdemokrat) und Gaebel( Komm.). Ebenso im Magistrat unter dem Borsiz des Bürgermeisters Dr. Scholz. Der Kämmerer In gleicher Weise wie die BG. wurde auch die Berliner Anschaffungsgesellschaft fast ausschließlich von den Stlarets und Rosenthal beliefert. Beide erhielten von der BAG. in den Jahren der hohen Binsfäße große zinslose Borschüsse. Die Aufträge überstiegen den Bedarf der Stadt bei weitem. Erft Stadtrat Schüning baute die Verträge mit den Stlarets soweit ab, daß die Stadt nicht allzusehr geschädigt war. Bei Kontrollen im Anschaffungsamt( Direttor Rieburg) wurde das Fehlen Don 4000 Anzügen entdeckt. Ebenso wurde festgestellt, daß Kieburg Taufende von Anzügen bei den Silarets für 60 mt. getauft und sie für 30 m. sofort zurückverkauft hatte. Durch die Manipulationen mit den Stlarets find bei den beiden städtischen Gesellschaften 1,9 Millionen Mart verloren gegangen. Noch toller war der Betrieb bei der Stadtbant. Ursprünglich sollte sie die Forderungen der Sflarets an die Stadt bevorschussen. Dann aber wurden statt der Originalrechnungen nur Kopien eingereicht und außerdem Lombardwechsel für Millionen, deren Afzeptanten nicht für 1000 Mt. gut waren. Der Sflaret- Kredit schwoll lawinenartig von 1927 bis 1929 von 2 auf 10% Millionen, immer einstimmig bewilligt vom Kreditausschuß. Nur der Stadtverordnete Jursch, Direktor der Girozentrale, widersprach dem Kredit wegen seiner Höhe. Aber die Stadtbankdirektoren Schmidt und hoffmann fetzten die immer weiteren Bewilligungen durch. Ein Revisor machte 1928 auf die Unsicherheit der Deckung aufmerksam. Die Stadtbankdirektoren verbaten sich die ,, unpassende Kritik". Der Revisor schwächte seinen Bericht ab, blieb aber immerhin so deutlich, daß die Hauptprüfungsstelle den Kämmerer im Januar 1929 bat, den Sflaret- Kredit nachprüfen zu dürfen. Der Kämmerer ließ sich die Stadtbankdirektoren fommen und ließ sich von ihnen einreden, daß alles in Ord= nung sei. Dabei waren die Fälschungen der Sklarets so plump, daß man bei einiger Aufmerksamkeit schon die erste hätte entdecken müssen. Die gierten Zahlungen der Bezirksämter wurden von ihnen mit Postsched's vorgenommen, die als Absender ein Bezirksamt nannten. Dabei zahlt in Berlin stets nur die Bezirtstaffe. Diefe und andere Unregelmäßigfeiten find angeblich den Stadtbankdirettoren vier Jahre lang nicht aufgefallen. Auch als ein Revisor durch Zufall den Schwindel entdeckte, haben die Stadtbankdirektoren zwölf Tage lang nichts veranlaßt, fondern nur Mag Stlaret vor der drohenden Revision gewarnt! Daraufhin haben Obermagistratsrat Clemens, der früher als unzuständiger Referent im Namen der Finanzverwaltung ein schriftliches Gutachten zugunsten der Sklarets abgegeben hatte, Stadtrat Gaebel und Stadtverordneter Brolat bei dem Revisor versucht, die Sklarets in gutes Licht zu setzen. leber die Disziplinarverfahren teilte Oberregierungsrat Iapofffi mit: Beim Oberbürgermeister Böß ist außer der befannten Pelzgeschichte feinerlei Beziehung zu den Stlarets festgestellt. Stadtrat Busch, Borsigender des Kreditausschusses, hat niemals Beziehungen zu den Stlarets gehabt. Stadtrat Gaebel hat von den Stiarets laufende Zuwendungen erhalten. Ebenso aller Wahrscheinlichkeit nach Stadtrat Dr. Benede. Auch Bürgermeister Schneider und Bürgermeister Rohl find nerdächtig, von den Stlarets Geld genommen zu haben. Bürgermeister Kohl hat in den letzten Tagen vor dem Disziplinarrichter geftanden, daß die Hypothet für sein Haus von einem Strohmann der Stlarets herrührt. Degner war nichts als ein kreatur der Stlarets, der böse Geist auch von Gaebel. Schmidt und Hoffmann haben erhebliche Sachzu wendungen erhalten, vielleicht auch dir efte Bestehungs. gelder. Ebenso Satoloffti. Bei Zezel, Schröder und Dr. Lehmann sind nennenswerte Zuwendungen nicht nachweisbar. In manchen Bunften mutete die Darstellung des Ober. regierungsrats Taposti direkt wie eine Balfanaffäre an. Es ist aweifellos ein ungeheures Maß von fleinlicher Beftechlichfeit und riefiger Unfähigkeit zu diesem Sflaref Standal notwendig gewefen. Es ist tief bedauerlich, daß auch Sozialdemokraten sich von den Stlarets haben hineinziehen Iaffen. Aber wie man bei dieser Massenbelastung von Deutsnationalen( heute neu Herr Stadtrat Weg e). von Bolksparteilern( heute neu Stadtrat Benede und Obermagistratsrat Schallda ch) und Angehörigen aller anderen Parteien den Mut gehabt hat, aus dem Stlaref- Fall Angriffe gegen die Esztaldemokratie herzuleiten, und wie darauf Berliner Wähler haben hereinfallen tönnen, das ist doch eine Sache, deren sich mancher noch schämen wird. Sugenberg in Bahlen. Laßt Zahlen fprechen! Der deutschnationale Bressedlensi bemüht sich, aus dem Ergebnis der Wahlen vom 17. November einen fleinen Ruck nach rechts zu fammenzubichten. Wir diskutieren darüber nicht, wir stellen lediglich Gewinne und Verluste von Deutschnationalen, Sozialdemokraten und Kommunisten bel den Provinziallandtagswahlen zusammen. eingeflammerten Zahlen geben die Zahl der Mandate nach der Wahl von 1925 an. Provinz Ditpreußen. Die Provinzvertretungen. Vorläufiges Ergebnis der Wahlen zu den Provinziallandtagen. Der Amfliche Preußische Pressedienst veröffentlicht nachstehend eine vorläufige Uebersicht über die Abstimmungsergebnisse bei den Wahlen zu den Provinziallandtagen. Endgültige amtliche Ziffern, fowie eine Darstellung der Mandatsverteilung in allen Provinzen fann bei der Verschiedenartigkeit der Körperschaffen, zu denen am 17. november elne Stimmenabgabe erfolgt ist, zur Stunde nicht gegeben werden. Proving Offpreußen. Borläufiges Gesamtergebnis. Sozialdemokraten Deutschnationale Kommunisten Deutsche Bollspartei Deutschnölkische Demokraten Provinz Sachsen. Stimmenzahl Mandate 1929 1929 1925 517 315 37 34 • 240 431 18 12 219 445 16 18 138 850 10 20 197 65 707 Stimmenzahl 1929 238 068 1925 Mandote 1929 1925 Deutschnationale und Landbund Wirtschaftspartei 40 214 98 339 • Zentrum 62 025 171 388 23 22 Leninbund 78586 47 785 8 Aufwertung und Aufbau 27 33 Christl. nat. Bauern u. Lanhvolfpartet 3283 6439 40.538 79 463 8 Chriftl. volfstüml Öffentlichkeitsdienst 3 998 25317 25 148 3 Großdeutsche Liste Schmalig 10 347 74441 47 981 7 Haus und Grundbesitzer 15 981 Reichspartei d. Mittelstand. Nationalsozialisten 36 735 29 049 4 10273 39 456 28 963 27 513 16 164 Kommunistische Oppostiton Nationalsozialisten Boltswohlfahrtsliste Bermolf. 4489 93 802 6013 8377 1111111 all wal 5 3 8 6.196 3 236 1908 Sozialdemokraten. Kommunisten Deutschnationale Deutsche Volkspartet. Demokraten. Zentrum Christlicher Boltsdienst. Rat. Bauern und Mittelstandsblod Aufwertler, Mieter Boln. Bolkspartei. Preuß. Lit. Boltspartei. 284 546 } 315 229 11 5750 1069 Abgegebene gültige Stimmen 911 629( 1925: 691 961). Provinz Brandenburg. Sozialdemokraten.. Kommunisten 6 Reichspartei d. Dt. Mittelstandes( Wirtjchaitsportei u. Bauern). Blod der Mitte Brandenburg. Heimatliste Bürgerliche Bereinigung Deutsche Boltspartei. Leninbund Mieterbewegung Mieterlifte Nationalsozialisten. Boltsrechtpartei. Die Klein und Mittelbefizer 26375641 1111 Kleinbesig und Handwerk • Provinz Hannover. Sozialdemokraten Deutsch- Hann. Partei Boltsrechtpartei Deutichnationale Deutsche Bolkspartei Stimmenzahl Mandate 1929 444 145 111 665 Zentrum. 1929 1925 Demotraten 34 82 Kommunisten 9 98 238 55.441 373 116 14.949 . 80 345 6 3.598 1.265 7571 70 432 12 014 1847 Proving Dommern. ** 81111° 11 29111111111 Nationalsozialisten 1929 1929 1925 Stimmenzahl Mandate 519 673 39 37 12 • 166 389 136 624 47743 57 195 9.385 101 492 126 507 55 939 25142 8 SARAAB041 082 . · 137864 • . 104 060 24729 Christl-nat Bauern und Landvolk Christlicher Bolksdienst. Mittelstandsblock, Handwerk, Haus- u. Grundbesizer u Gewerbe Rationale Front || 111 211 10 13 ( Die Welfen, Deutfche Boltspartel, Deutschnationalen und die Haus und Grundbefizer toaren früher in einer Einheitsliste zufammengefaßt, so daß Bergleichsziffern nicht genannt werden förmen.) Provinz Westfalen. · O • Es ergibt sich also, daß die Deutschnationalen 33 mandate verloren, bie Sozialdemo? raten 14 und die Kommunisten 5 Mandate gewonnen haben. Bemerkenswert ist der deutschnatio nale Berlust in den östlichen Provinzen. D Volksp, Mittelstand) Deutschnationale Mandate SPD. Mandate KPD. Mandate Stimmenzahl Mandate Stimmenzahl 27( 33) 23( 22) 8( 6) 1929 1925 1929 1925 1929. Brandenburg 29( 35) 34( 32) 9( 9) Deutschnationale 844 781 289 157 31 37 Bommern 31( 36) 24( 19) 5( 4) Sozialdemokraten 258 226 156 784 24 20 Sozialdemokraten 470 748 Grenzmart 11( 13) 6( 5) Deutsche Volkspartei 41 635 35 346 5 Deutschnationale. 133 105 • Niederschlesien 25( 29) 39( 41) 5( 4) Kommunisten 48 655 32 410 4 Kommunisten. 195 771 1923 331 162 155 577 135 812 Mandate 1929 31 13 Oberschlesien 10( 9) 7( 5) 5( 5) Demokraten. 26 000 19 451 Demofraten 53 578 39 746 Sachsen 18( 12) 37( 34) 16( 18) Wirtschaftspartei 43 815 27 073 Deutsche Volkspartei 185 098 170 260 12 Schleswig- Holstein 16( 16) 20( 19) 5( 5) Deutschvölkische. 6 860 24968*) Hannover 4( 5) 39( 37) 5( 5) Nationalsozialisten 24 090 | Westfalen 9-( 16) 31( 32) 13( 14) *) Aufwertungspartel. Hessen- Nassau 14( 19) 29( 31) 8( 4) Rheinproving 12( 16) 25( 22) 21( 21) Grenzmart Pofen- Westpreußen. 206( 239) 33 314( 300) + 14 100( 95) +5 Stimmenzahl Mandate 1929 1925 1928 1925 Wirtschaftspartei. Zentrum Christlicher Volfsdienst Rationalsozialisten.. Linte Kommunisten Chriftlich fosiale Reichspariet Chriftlich nat. Ba ernpartci Polnische Volkspartei. 183 220 32930 034395 693 916 510 910 45 84-322 6 62 411 6640 7.824 32 072 46827 15282 11 610 • Zentrum 41 594 34 103 9 Sozialdemokraten. 27 750 17 909 6 Kommunisten 4.961 3 343 Blod der Mitte( Demokr.. 17374 4 52 712 11 13 Provinz 1929 528 415 335 437 214 989 1925 408 149 294 559 Mandate 1929 1925 39 41 29 17 91 863 7 Demokraten 51 760 43 312 Kommunisten 52 887 40 212 Christl-nat Bauern und Landvolkpartei 20 376 Dt. Bauern und Wirt fchaftspartei 26 962 91 789 36 060 9 633 23 745 3 947 1 795 78 122 7334 4932 Niederfchlesien. Stimmenzahl 4358 00111 9 5 Rheinproving. Stimmenzahl D. Bp. 2 1929 1925 1929 Mandate 1925 Zentrum Sozialdemokraten. Kommunisten. Deutsche Bolfspartei Deutschnotionale. Wirtschaftspartel 12: 3 302 784 366 64 72 446 289 252 468 25 23 . 398 182 222 262 21 21 250 758 468 618 14 16 223 965 175 257 12 16 208 524 61 408 6 Demokraten Bolfsrechtpartei 63 336 39 065 . . 34 308 26 029 166 911 70.591 156255 211111 1111° Blod f. Bürger u. Bodenft. Chriftlich- nat. Bauern u. Landvolkpartei Chriftlich- fo3. Reichspartei Christlicher Volksdienst Deutsche Reformpartet Handw.. Handel u. Gewerb. Haus und Grundbefizer Nationalsozialisten. Bolenpartei. Rhein. Landvolk. Unpol. Liste„ Volfsbund" Bereinigung f. Mieterrecht u. Boltswohlfahrt 6929 1 44 623 29.433 16846 55 514 . 1875 3734 4741 99 709 6 733 484 2404 1553 8910 1 1 11111101 11 1.11 11 111 . Auch in den großen Städten geht es abwärts mit den Deutschnationalen. Sie verloren an Mandaten: Dresden 2, Chemnitz 11, Bochum 3, Darmstadt 2, Raffel 6, Frankfurt 3- und das ist mur eine fleine Auswahl! Das Echo der bürgerlichen Preffe. Der Katzenjammer nach der Wahl. ,, Es wird eine Freude sein!" so ruft die ,, Deutsche Zeitung" im Hinblick auf das, was nach der Wahl im Rathaus fommen wird, und sie deklamiert: Für den nationalen Blod ergibt sich in diesem Fall die oben angedeutete Lage. Der Weg für die allerschlimmsten Verhältnisse ist dann in Berlin frei. Soweit muß es ja erst fommen, ehe die nichtmarristischen Wähler alle, wirklich alle Kräfte zusammenreißen." Das ist das erhebende Ziel der Margistentöter! Aber die deutschnationale Parteipreffe will nichts mehr vom Marristentöten missen. Sie hat genug von Hitler wie auch von Hugen berg, und so schreibt die ,, Kreuz 3eitung": # ,.Die Deutschnationalen haben sich durchschnittlich gehalten, aber im ganzen hat sich gezeigt, daß die Parole gegen den Margismus nicht hinreicht, um das Bürgertum zu jammenzuschließen und politisch gegen Sozialdemokratie und Kom munismus zu aktivieren. Denn es fehlt dieser Parole ein genügendes positiv erfennbares 3iel, und defenfio läßt sich der Kampf allein nicht mehr führen. Das wird befonders zu beachten sein bei fünftigen Erwägungen und mird auch für die Deutschnationale Boltspartei auf ihrem Partei. tag in Raffel eine große Rolle spielen müssen." Sie meint weiter, daß Kommunisten und Hakenkreuzler , die Früchte des Gflaret Standals ernten". Ja, die Skandalheze ist vorbeigelungen! Die Deutsche Tageszeitung" gesteht die Niederlage: ,, Auf das Ganze gesehen eine neue ausgesprochene Niederlage des Bürgertums, trop des Sflaref. Standals, trop der wachsenden Erregung der chriftlichen Elternfreife über die Zustände im Berliner Schulwesen und troß der zu nehmenden Schädigung des gewerblichen Mittelstandes durch die Sozialisierungsbestrebungen der margistischen Mehrheit! Gerade die Barteien, die diesen Bestrebungen grundsäglich Widerstand leisten, haben trog durchgehender Stimmenzunahme insgesant an Gewicht im Roten Haufe verloren, und zwar geht dieser Berlust zu Lasten der Deutschnationalen Boltspartei, die 7 Stadtverordnetenfiße verliert." Der Kazenjammer ist da das Bürgertum hat ihn doll verdient. Und so richtet die Bossische 3eitung an die Adresse der Deutschnationalen, aber auch der bürgerlichen Mitte eindringlich fritische Worte, die die Folgen der nihilistischen Propaganda der letzten Wochen darlegen. Die Lehre wird hoffentlich heilsam sein! Nationaler Blod Nationalsozialisten Poln. Kathol. Boltsp. Sozialdemokraten Deutschnationale Zentrum Bolkspartei Boltsrecht Handwert, Gew., Hausbes. Kommun. Opposition. Leninbund Nationalsozialisten Zentrum Deutschnationale Kommunisten Provinz Oberschlesien. Sozialdemokraten. Boln. Kath. B. Christi. nat. Bauern- u. Landvolkpartei Oberschles. Bürger Bauernblod Rationalsozialisten Mieterpartei. Kulturbund Often. Stimmenzahl 1 1111 ||| 23554 1929 1925 Mandate 1929 1925 Regierungsbezirk Wiesbaden. Kommunallandlag. Stimmenzahl Mandate 2: 6 759 194 518 1929 1929 1925 23 26 93 190 10 9 Sozialdemokraten. 47 828 33 750 5 65 65 191 34 169 7 30 567 29 039 3 Zentrum Deutsche Bo'tspariet Deuschnationale Demokraten 168 174 121229 61 939 33 490 29 169 25 089 3 Kommunisten 52 670 und Wirtschaftspartet 34 758 23 271 3 Arbeitnehmergruppe 12166 12 740 10 631 Chriftl. nat. Bauern u Landoolfpartei Christl foz. Reichspartei 53 629 2021 Evangelische Bolfsgemeinschaft Rationalsozialisten Provinz Schleswig- Holstein. Unabhängige Sozialdemokraten Boltsrechtpartei Stimmenzahl 1929 228 503 52 366 Mandate 1929 20 1925 19 5 26 621 3 4 32 478 4 19 798 177 658 510 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokraten. . • 21 775 Zentrum Demokraten Kommunisten Christ. Bottsdienst Deutiche Bolkspartei 17 350 Rationalsozialisten( Wirtschaftspartei) 33 359 Reichspartei d. deutschen Mittelstandes 29 555 2 902 14166 52 573 715 4177 Regierungsbezirk Raffel. Kommunallandtagswahlen. Stimmenzahl 1929 125 909 175589 69 690 25174 35.208 22 751 112llal wwww.be 14 16 10 12 3 4 5 Mandate 1929 156231233 1925 15 15 7 Sozialdemokraten. Kommunisten Demokraten Wirtschaftspartei Hausbesig. Handwert und Hanbel. Linte Kommunisten • Heimat und Wirtschaft Rationale Boltsgemeinschaft Rationalsozialisten Schlesm.- holst Bauernliste Boltswohl 71 389 17 739 25 100 16 ( Heimat und Wirtschaft, Nationalsozialisten, Birtschaftspartei und Boltswohl erhielten 1925 zusammen 30 Mandate.) Kommunistische Verluste. 3n ihrer mitteldeutschen Hochburg. Halle, 18. November( Eigenbericht). In den Kreistagen des Bezirtes Salle Merseburg sind die Kommunisten durchweg von der Sozialdemokratie geschlagen worden. Im Kreise Merseburg( 2eunagebiet) erhielten die Kommunisten 7( bisher 8) Size, die Sozialdemokraten 8( 6), im Kreis Torgau Sozialdemokraten 4( 2), Kommunisten 5( 7) Mandate. Im Kreis Halle Band hat die Sozialdemokratie Den Kommunisten zwei Size abgenommen. Die Kommunisten haben jezt nur noch 11 Size, während die Sozialdemokraten 6 Vertreter statt bisher 4 in den Kreistag entfenden. Das gleiche ist in den beiden Mansfelder Kreisen der Fall. Im Mansfelder See. freis( Eisleben) erhielten die Sozialdemokraten 7( 6), die Kommu nisten 8( 9) Size, Im Gebirgskreis ist das gleiche Verhältnis zu verzeichnen. In Bitterfeld erhielten bie Sozialdemokraten 8( 6), die Kommunisten 8( 9) Mandate. Im Kreise Delitzsch brachten es die Sozialdemokraten auf 6( 5), die Kommunisten auf 7( 8) Size. In der Stadt Halle konnte die Kommunistische Partei von ihren 17 Sigen nur 15 behaupten, während die Sozialdemokratie nicht wie ursprünglich angenommen zwei, sondern drei Size teils den Kommunisten, teils den bürgerlichen Parteien ab= gerungen hat. In Merseburg- Stadt erhielt die Sozialdemokratie 8 Size gegen bisher 5. Die Kommunisten büßten von ihren 8 Mandaten einen Siz ein. In Eilenburg erhielten die Sozialdemokraten 9( 7), die Kommunisten 7( 7) Mandate. Eilenburg hat wieder eine sozialistisch- kommunistische Mehrheit. Weitere fommunistische Verlufte. Gewinn der SPD. Berlust der KPD. Dresden Leipzig +2 + 6 Hannover • +16 Erfurt +5 3 5 5 3 Die Wahlen im Saargebiet. Deutschnational- fommunistische Niederlage. Saarbrüden, 18. November.( Eigenbericht.) Die Gemeindewahlen im Saargebiet brachten den Kommunisten und Deutschnationalen faft überall eine verhältnis mäßig starke Niederlage. In zahlreichen Gemeinden hat die KPD. die Mehrheit eingebüßt, in vielen Gemeinden verlor fie 40 bis 50 Proz. ihrer Stimmen an die linten Kommunisten. Die Deutschnationalen sind in den Städten und auf den Dörfern ebenfalls überall zurückgegangen. In Saarbrüden hat die So zialdemokratie ein Mandat verloren, während sie sich sonst ziemlich gut behauptet hat. Die Demokraten verloren in Saarbrücken ihre letzten beiden Mandate. Die Bollspartei hat sich behauptet. Die Abstimmungsziffern aus dem Saargebiet zeigen im übrigen miederum, daß sich Frankreich für den Fall emer Abstimmung an der Saar eine Niederlage ohne gleichen holen würde. Reichstag am 27. November. Die Beratung des Hugenberg- Gesetzes. Der Aeltestenratdes Reichstages befchloß am Mon tag die Einberufung des Plenums des Reichstags zum 27. Rovember. Auf die Tagesordnung sollen fleine Borlagen gefeßt merden. Der dem Boltsbegehren zugrunde liegende Gefeß entwurf foll im Reichstag beraten werden, sobald die Ergebnisse hes Boltsbegehrens vorliegen. Die Vertreter der deutschnationalen Frattion sprachen den Wunsch aus, den Gefehentwurf einem Ausschuß zu überweisen. Der Auswärtige Ausschuß soll am 26. November zusammen. treten. Wegen der Gemeindewahlen in Bayern und der Landtagswahlen in Thüringen bleiben der 6. und 7. Dezember sizungsfrei. Bayern und die Reichsreform. Held für bayerische Selbständigkeitsrechte. München, 18. November.( Eigenbericht.) In der am Montag in Berlin stattgefundenen Gigung des zweiten Unterausschusses der Ländertonferenz machte der bayerische Ministerpräsident Held am Schlusse seiner Rede nach hier vorliegenden Meldungen folgende Forderungen geltend: Klare Ordmung der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern, sowie Einbau verfaffungsrechtlicher Sicherungen dafür, daß die Abgrenzung der Zuständigkeiten entgegen der seitherigen Staatspragis auch inne ges halten werde. Außerdem hat sich Dr. Held bereit erklärt, darüber hinaus an einer 2ösung der Frage Preußens und Reich in dem Sinne mitzuwirken, daß durch Schaffung einer gewiffen hege menialen Stellung Preußens eine Reform der Reichsorganisation an der Spize erfolgt. Als unerläßliche Boraussetzung dafür habe die Sicherung der lebenswichtigen Länder der alten Art zu gelten, da Bayerns Selbständigteitsrechte unveräußerlich und ihre Beseitigung durch Majorisierung unzulässig fet. Marsch, zurück ins Elend! Die Sowjethilfe für die Bauern. Riga, 18. November.( Eigenbericht.) Aus Moskau wird gemeldet, daß die russische Regie rung entschlossen ist, die vor und um Mostan lagernden 10 000 Bauern in ihre Heimatsorte zurückzutranspor tieren. Die Bauern, die sich nicht freiwillig fügen und dem Versprechen nicht glauben, daß man ihnen den verschleuderten Besitz zurückgeben werde, sollen zwang 3 weise zurück befördert werden. Es verlautet, daß bereits 2000 Bauern, die sich gegen den zwangsweisen Transport gesträubt haben, verhaftet und abtrans portiert sein sollen. Wie das Vich werden die Bauern in die Eisenbahnwaggons getrieben. Es sollen sich herzerschütternde Szenen abspielen. Eine mißglückte Rennschiebung. Eine mißglückte R ZIEL Sklar- ek- Hetze D.N.V.P. Der stark gedopte Gaul der Rechten brach weit vor dem Ziel zusammen! Haag: Dezember oder Januar? Paris wünscht Verschiebung um einen Monat. Paris, 18. November.( Eigenbericht.) Der Beginn der zweiten Haager konferenz, für den die deutsche Regierung die ersten Tage des Dezember vorgeschlagen hatte, ist wiederum jehr in Frage gestellt Der wie immer glänzend zusammenarbeitenden Sabotagepoliti? der deutschen und französischen Nationalisten ist diese neue Ver schleppung zu verdanten. Unter dem Hinweis auf den Bolts entscheid Hugenbergs haben die französischen Patrioten den neuen Ministerpräsidenten Tardieu solange umschmeichelt, bis er sich bereit gefunden hat, im Namen der französischen Regierung Ber= tagung der Konferenz auf Anfang Januar zu beantragen. Es muß allerdings anerkannt werden, daß die französische Regierung schon zu Beginn des Meinungsaustausches zwischen den Regierungen geltend gemacht hatte, daß Tardieu und der Finanzminister Cheron während der Budget debatte vor dem fran3ösischen Barlament nicht gut Baris verlassen fönnten, ihre Anwesen. beit im Haag andererseits aber nötig märe, weil noch wichtige Rechtsprobleme zu lösen feien, wie z. B. die Frage der ungarischen Reparationen. Außerdem aber sei es namentlich im Hinblick auf die englischen Abänderungswünsche zum Statut der internationalen Reparationsban! nötig, die Konferenz möglichst eingehend porzubereiten. Das könne jedoch in Anbetracht der Stürze der bis Anfang Dezember zur Verfügung stehenden Frist nicht mehr geschehen. Ob Frankreich mit seinem Bertagungsantrag durchbringen wird, dem, so sachlich er auch begründet sein mag, das Obium eines Ent gegentommens gegenüber den Nationalisten anhängt, erscheint fehr fraglich Auf jeden Fall gibt man auch in Baris zu, daß England eine Bertagung der Konferenz in den Januar nur fehr ungern sehen würde, weil damit die Londoner Flottentonferenz vielleicht allzusehr benachteiligt werden könnte. Die Reichsregierung hat jedenfalls von Anfang an das ihrige getan, um die Schlußkonferenz möglichst früh stattfinden zu lassen. Es handelt sich also ausschließlich um einen Vertagungswunsch der französischen Regierung. Eine Hinausschiebung auf den Monat Januar wäre für das deutsche Kabinett aus den gleichen Gründen der Etatberatung unbequem, die das französische Kabinett gegen eine Konferenz im Dezember einwendet. Rußlanddebatte im Unterhaus. Diskussion zwischen Chamberlain und Henderson. London, 18. November.( Eigenbericht.) Die Frage der russischen Propaganda in England und insbesondere seiner Stolonien gab am Montag im Unterhaus Anlaß zu einem lebhaften Frage- und Antwortspiel zwischen dem Außenminister Henderson und Sir Austen Chamber Iain, seinem Vorgänger. Chamberlain lentte die Aufmerksamkeit des Außenministers auf einen in der ruffischen Zeitung 3smeftija" erschienenen Artikel, in dem Hendersons unlängst dem Unterhaus gegebene Darstellung über die Propagandaabmachungen zwischen Großbritannien und Rußland als eine Entstellung bezeichnet wird. Chamberlain fragie den britischen Außenminister, ob er sich nicht vor dem Botschafteraustausch darüber Sicherheit schaffen werde, daß der Sinn der Propagandaflausel von Rußland verstanden und angenommen worden sei. Henderson betonte, daß die Sowjetregierung fid verpflichtet habe, gleichzeitig mit dem Amtsantritt des russischen Botschafters in London die in Frage siehende Klausel neuerdings in aller Form anzuerkennen. Die britische Regierung, so fuhr Henderson mit großem Nachdrud fort, werbe barauf bestehen, daß die Propagandaabmachungen zwischen Großbritannien und Rußland die, nach der Auffaffung der britischen Regierung, auch für die propagan distische Betätigung der Komintern Anwendung finden, sowohl dem Buchstaben, als auch dem Geiste nach befolgt werden müffen. Im weiteren Verlauf der Frage und Antwort über Rußland beschuldigte der fonfervative Abgeordnete Page Crafi den Außenminister, das Haus in der russischen Frage zum Narren ge halten zu haben. Diese Aeußerung führte zu lebhaften 3wischenrufen und zum Eingreifen des Sprechers( Präsidenten), der den Abgeordneten aufforderte, den Ausdruck zurüdzu der den Abgeordneten aufforderte, den Ausdruck zurüdzu nehmen. Der Aufforderung fam Croft nach. horty Reichsfabinett beschließt Hilfsaktion. Am Montag befchloß das Reichsfabinett, entsprechend den Bereinbarungen der Parteiführerbesprechung, Reichsmittel zum Abtransport und vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland der in Mostau angesammelten deutschstämmigen Kolonisten bereitzustellen. Zum Reichsfommissar zur Betreuung der Kolonisten wurde der Reichstagsabgeordnete Stüdlen bestellt, der ähnliche Aufgaben bereits mit Erfolg gelöst hat. Rubio, Präsident von Mexiko. 20 Tote, 50 Schwerverletzte. Merifo- Cify, 18. November.( Eigenbericht.) Der am Sonntag neugewählte meritanische Staatspräsident, früherer Gesandter in Berlin, Rubio, tritt sein Amt am Die im Verlauf der Wahlen erfolgten 5. Februar 1930 an. Zusammenstöß haben nach amtlichen Feststellungen 20 Tote und 50 Schwer bzw. Leichtverlette gefordert. Eine Berzögerung bei der Räumung der britten 3one. darf sich aus einer etwaigen Verschiebung der Haager Schlußkonferenz, teinesfalls ergeben; denn, abgesehen davon, daß diese Konferenzverschiebung den Wünschen Deutschlands nicht entsprechen würde, muß daran festgehalten werden, daß der Endtermin vom 30. Juni, dem Briand im Haag zugestimmt hat, für alle Teile bindend ist.' Das hat Englands Außenminister Henderson ausdrücklich anertannt, als sich in Paris die ersten nationalistischen Quertreibereien gegen dieses Enddatum bemerkbar machten. Ab Donnerstag Saarverhandlungen. Paris, 18. November.( Eigenbericht.) Der Beginn der deutsch- französischen Verhandlungenüber die Rüdgliederung des Saargebiets it offi3iell auf Donnerstag, den 21. November, feftgefeht worden. Der Abgeordnete Franklin Bouillon, der sich immer mehr als Vorfämpfer der sogenannten nationalen Belange aufspielt, hat am Montag in der Kammer eine Interpellation über ,, die überft ürzte Eröffnung der Saarverhandlungen" eingebracht. Die Eile, erklärt Bouillon, jei in diesen Verhandlungen außerordentlich gefährlich, benn noch seien die Besprechungen über den YoungBlan und die Räumung des Rheinlandes, von deren Ausgang alles Weitere abhängen müsse, nicht abgeschloffen. Außerdem ständen die Saarverhandlungen im Widerspruch zu der Regierungserklärung des neuen Kabinetts und zu den nationalen Intereffen Frankreichs. Endlich feien sie augenscheinlich nur auf den übermächtigen Drud Deutschlands hin angenommen worden. 300 Mann Wachtfommando- der Rheinlandfommission in Wiesbaden. Wiesbaden, 18. november. Das Wachttommando der Rheinlandkommiss sion, das etma 300 Mann starf ist, ist heute nachmittag im Sonder zug in Wiesbaden- Biebrich von Höchst am Main eingetroffen und hat ihr Quartier in der früheren Artillerietaserne bezogen. Am Mittwoch soll die Rheinlandfommiffion hier eintreffen. Volkspartei und Zündholzmonopol. Herr Zapf an den Finanzmin fter gegen die Konsumbereine. Das Reichstabinett hat der Entwurf eines Zündholzgesetzes an den Reichswirtschaftsrat zur Begutachtung gefandt. Die Deutsche Boltspartei möchte diesen Entwurf gegen die Konjumvereine„ verbessert" sehen und hat deshalb nach Tel. Union an den Reichsfinanz minister Dr. Hülferding folgenden Brief gerichtet: Infolge der Zeitungsmeldungen über die Gestaltung des Zündholzmonopols ist in den Kreisen des Einzelhandels eine außerordentliche Erregung entstanden. Man nimmt dort an, daß die privaten Zündholzfabrifen fontingentiert werden und ihre Erzeugung vollständig an das Monopol abliefern müssen, während die Konsumvereinsfabriken ihre Era zeugung nicht abzuliefern brauchen, sondern die Konsumvereine in jeder Höhe beliefern fönnen. Es verlautet weiter, daß die Konfumvereine Siß und Stimme im Aufsichtsrat des Monopols erhalten, während man dem Einzelhandel feine Bertretung geben will. Schließlich sollen die Konsumvereine von den Kosten des Monopols befreit fein. Es ist anzunehmen, daß auch bei den politischen Parteien schwere Bedenten gegen eine derartige Gestal tung des Monopols entstehen müssen. Es wäre daher sehr wünschenswert, wenn dem Gesezentwurf bereits im Reichswirtschaftsrat eine Faffung gegeben würde, melche die parlamentarische Verabschiedung erleichtern würde." Aud) wir fennen vom Zündholzgefeßentwurf bisher nur die Beitungsmeldungen" des Herrn Zapf. Wir glauben aber nicht wie Herr 3apf an die außerordentliche Erregung des Einzelhandels. Bohl aber glauben wir, daß die Volkspartei bei Gelegenheit der neuen Regelung der Zündholzwirtschaft der Entwicklung der Kon fumvereine gern ein Bein stellen möchte. Die Konjumpereine sind am wenigsten mit der neuen Regelung einverstanden. Aber Herr 3apf soll sich nicht ärmer im Geist geben als er ist. Die Konsumvereine haben für das Gebiet ihrer wirf. samkeit das Recht, den Bedarf ihrer Mitglieder auch für alle Butunft selbst zu befriedigen. Dieses Recht hat auch jede Bukunft Neuregelung der Zündholzwirtschaft zu achten. Für die Konsum vereine find die gesetzlichen Preise auch verbindlich; ob dann die Produktion der Konfumfabriken abgeliefert wird, ist nebenfächlich. Wenn die Konsumvereine im Aufsichtsrat vertreten mären, so geschähe das als Produzent, nicht als Händler und wäre nichts Neues. Der Handel hat sich darüber also nicht aufzuregen. Das alles weiß auch Herr Zapf, der sich seinen Brief gegen die Konsumvereine mohl hätte sparen können. Freilich sollte man das Dotum des Briefes missen. Vielleicht war der Brief als Wahlhilfe für die Bolkspartei gedacht. Das würde den Brief freilich erklären. wenn auch nicht seine verspätete Bekanntgabe durch TU. Wo steht die Arbeiterschaft? Kommunistische Seifenblasen. Die tommunistische Preffe bemüht sich, ihren Erfolg bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen auszuwerten. Sie behauptet, die einzige Arbeiterpartei zu sein. Woraus der naive Leser schließen muß, daß Berlin eine Bourgeoisstadt par excellence ift. Wenn von 2300 000 Stimmen nur 565 000 Arbeiter= stimmen sind, dann müssen die Arbeiter in Berlin eine fleine Minderheit sein. Und diese eigentlich tief bedauerliche Sache feiert die Bolschewistenpresse noch als einen revolutionären Sieg. Die Wirklichkeit sieht freilich etwas anders aus und erinnert start an den„ revolutionären Sieg" der KPD. bei den Betriebs= räte wahlen mit den Stimmen der Unorganisierten. Da mals glaubte man in Moskau und man tut so, als glaube man heute noch daran- nunmehr die Gewerkschaften überrennen zu fönnen. Ueberall sollten Kampfleitungen" gebildet und außer tarifliche Streits ausgelöst werden. Wo sind diese Kampfleitungen? Wo sind diese Streits? Außer bei einer abgespaltenen Minderheit der Rohrleger gelang es nur in einigen Betrieben ein paar hundert Arbeiter in die schnell zusammengebrochene Streitfront zu bringen. Resultat?- Die letzten Stützpunkte in den Gewerkschaften sind der KPD. verloren gegangen, die kommunistische Vereinigung der Rohrleger ist pleite. Aber das ist nicht das einzige Resultat. Gezwungen durch die fommunistisch- bürgerliche Schmutzkampagne haben die Gewerkschaften zu den Stadtverordnetenwahlen Stellung genommen. Aus= nahmslos haben die Mitgliederversammlungen erklärt: Es ist die Pflicht eines Gewerkschafters, für die Sozialdemokratie zu stimmen." Wo die organisierte Arbeiterschaft steht, fann also nicht bezweifelt werden. Nun gibt es freilich in Berlin bei 3 300 000 Wahlbered tigten nur rund 450 000 freigewerkschaftlich Organisierte. Der Kampf in der Schuhindustrie. Ergebnislose Verhandlungen. Im Reichsarbeitsministerium begannen am Montag Die Berhandlungen zur Beilegung des Konflifts in der Schuhindustrie. Zunächst fand eine allgemeine Aussprache ſtatt. Man rechnet damit, daß bereits am Dienstag eine Schiedskommission unter dem Vorsitz des zur Schlichtung des Konflikts bestellten stellvertretenden Schlichters Böhm zusammentreten wird, da bei der shroff ablehnenden Haltung der Unterneh mer eine direkte Berständigung zwischen den Parteien so gut wie ausgeschlossen ist. In der allgemeinen Aussprache haben die Arbeitgeber nicht das geringste Zugeständnis gemacht. Sie zu gestern vormittag nach den Residenzfestfälen einberufene Verjammlung der streifenden Berliner Schuharbeiter zeigte mit aller Klarheit, daß der Versuch der KPD., auch die Berliner Zahlstelle des Schuhmacherverbandes zu zerschlagen, auf feinen Fall gelingen wird. Benn man auch deren wahlberechtigten Angehörigen dazu rechnet, so machen die Organisierten noch nicht ein Drittel der Wahlberechtigten aus. Scheidet man die organisierte Arbeiterschaft aus, wie es die KPD. bei ihrer gewerkschaftlichen und politischen Aktion tut, dann allerdings bleibt die KPD. als einzige Arbeiterpartei" übrig. Als Partei der Unorganisierten. Diese Unorganisierten sind auch politisch unorganisiert, lesen weder die kommunistische noch sonst eine politische Presse. Sie sind in jeder Beziehung Treibholz.. Angestelltenausbeutung. Bei der Brandenburgischen Provinzialbant. Wiederholt find uns zuschriften zugegangen, in denen Klage geführt wird, daß die Angestellten der Brandenburgischen Provinzialbant zur Leistung von Ueberstunden ge Außerdem veranlassen die Abteilungsleiter, wahrscheinlich auf zwungen werden, ohne daß eine Bezahlung dafür erfolgt. Wunsch der Direktion, die Angestellten, auch lle berarbeit zu ause zu leisten. Als Dant" dafür hat die Direktion außerdem einem erheblichen Teil der Angestellten das Vertragsper= hältnis gekündigt, um die eingeleiteten Tarifverhandungen zu sabotieren. Da die Brandenburgische Provinzialbant eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, fann von der Aufsichtsbehörde, dem Preußischen Ministerium des Innern, erwartet werden, daß die Direktion der Provinzialbant mit besonderem Nachdruck veranlaßt wird, die Ausbeuter- und Scharfmachermethoden der Angestelltenschaft gegenüber zu unterlassen. In einer Riesenstadt wie Berlin gibt es neben den eigentlichen Industriearbeitern, den Handels- und Bureauangestellten, den Arbeitern und Angestellten der Eisenbahn und des Verkehrs, eine riesige Masse von Gelegenheitsarbeitern, zugereisten Ungelernten, Deklassierten, ruinierten Kleinrentnern, proletarisierten Kleinbürgern, Halbintellektuellen mit schwer definierbarem Beruf und Einkommen, Das Schlaf- und Speisewagenpersonal. schließlich, in größerem Maße als anderwärts, jene zweifelhaften Elemente, die man mit dem Sammelnamen Lumpenprole. tariat bezeichnet. Aus dieser teigigen Masse, die widerstandslos allen Eindrücken ausgesetzt ist, ohne sich formen zu lassen, rekrutiert sich die kommunistische Wählerschaft. Wenn die kommunistische Bresse so tut, als stehe man am Vorabend revolutionärer Ereignisse und als fönie die KPD. mit ihren Wählern etwas anfangen, so fann man dazu nur lächeln. Wo die laffenbewußte Arbeiterschaft steht, die allein zu einer Aktion fähig ist, das zeigen die Gewerkschaften. Die Schmutzflut der letzten Wahlkampagne wird in einigen Tagen verebbt sein. Dann wird die KPD. ihre Wählermassen ebenso vergebens zu Aktionen aufrufen, wie sie die„ revolutionären" BeI triebsräte vergebens gerufen hat. 3nternationale Konferenz. Kürzlich tagte in Paris unter Leitung der Internationalen Transportarbeiter Föderation( ITF.) die erste internationale Kon= ferenz des Schlaf- und Speisewagenpersonals, an der die Delegierten aus Deutschland, Desterreich, Belgien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Polen, Rumänien und der Schweiz teilnahmen, sowie der Sefretär der Internationale des Kaffeehaus und Hotelpersonals. Die Besprechung der gewerkschaftlichen Verhältnisse zeigte, daß das Personal in gewissen Ländern eine sehr starte Position einnimmt, während in anderen Ländern besondere Maßnahmen zur Verstärkung seines gewerbschaftlichen Einflusses notwendig sind. Bei der Prüfung der Arbeitsbedingungen stellte sich heraus, daß auf diesem Gebiet unhaltbare Zustände herrschen und die Internationale Schlafwagengesellschaft sich schwere Ver= fehlungen hat zuschulden kommen lassen. Die Konferenz beschloß, sofort eine Abordnung zur Generaldirektion der Gesellschaft zu entfenden. Die Direktion antwortete, daß sie die Abordnung nicht empfangen würde. Daraufhin wurde beschlossen, gegen die Gesellschaft eine fofortige Aktion einzuleiten. Das Sekretariat der ITF. wurde beauftragt, zunächst an die Gesellschaft zu schreiben, um gegen ihr Berhalten zu protestieren und ihr deutlich zu machen, daß sie für alle weiteren Folgen die Verantwortung frage. Ferner wurde beAusschlossen, in der Presse. ſt üzen. Hörtz vermies auf den Streit der Jugendlichen bei der Firma Benifa, wo man die Jugendlichen gegen den Willen der Ortsverwaltung in eine Attion" hineindirigiert hat. Mit aller Schärfe wandte sich hört dagegen, daß von dieser unverantwortlichen Seite sogenannte Kampfleitungen ins Leben gerufen und Forderungen aufgestellt werden, die überhaupt nicht realisierbar sind. Es müsse jetzt der Ausgang der Schlichtungsverhandlungen abgewartet werden. Enden diese mit einem Schiedsspruch, der den Forderungen der Schuharbeiterschaft nicht Rechnung trägt, dann wird die Orts verwaltung sich mit aller Kraft für die Ablehnung dieses Schiedsspruches einsetzen. Mit der Aufforderung, weiterhin im Kampfe gegen das reaktionäre Unternehmertum der Schuhindustrie geschlossen zusammenzustehen, aber auch gegen jeden, der die Bewegung stören und die Organisation zerschlagen will, den schärfsten Kampf zu führen, schloß Hörtz seine Ausführungen. Mit Ausnahme eines einzigen Oppositionellen" teilten alle Diskussionsredner die Auffassung des Bevollmächtigten. Der ruhige und fachliche Verlauf der Versammlung bemies, daß die streifenden Berliner Schuharbeiter fast restlos hinter ihrer Ortsverwaltung Der Bevollmächtigte Hörß, der wegen der Nichtbefolgung der mobninnigen tommunistischen Streifparolen aus der KPD. ausgeftehen und es ablehnen, den gewerkschaftsfeindlichen Parolen schossen worden ist, schilderte in der gutbesuchten Bersammlung noch der KPD. Gefolgschaft zu feisten satin si gras mar einmal furz die Entwicklung des Konfliktes in der deutschen Schuh industrie, an dem im gesamten Reichsgebiet etwa 70 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beteiligt sind. -w Obwohl der aktive Kampf in Berlin auf einer sehr schmalen Basis begonnen wurde es stehen in Berlin nur rund 850 Arbeiter und Arbeiterinnen im Kampf hat dieser Streit bereits Wirfungen erzielt, die viele nicht erwartet haben. Durdy die Etillegung von sieben namhaften Fabriken sind die Unternehmer gezwungen worden, von ihrem hohen Roß herab zufteigen. Die Unternehmer, die anfangs nicht nur jede Lohn erhöhung, sondern überhaupt jede Berhandlung über die Lohnforderungen ablehnten, haben sich notgedrungen bereit erflaren müssen, auf dem indiretten Wege über das ReichsReid arbeitsministerium mit der Schuharbeiterschaft zu ver= handeln. Ihren Blan, die Gesamtaussperrung zu verfügen, haben sie angesichts der Kampfentschlossenheit der Arbeiterschaft faleunigst aufgegeben. Man könne über die Taftit des Hauptvorstandes Denien wie man will, fest stehe jedenfalls, daß durch diese Taftif in das Unternehmerlager ungeheure Ber wirrung getragen wurde. Die Unternehmer haben deshalb verfucht, diese Verwirrung auch unter der kämpfenden Schuharbeiterschaft anzurichten. So haben im einzelnen die bestreiften Firmen Angebote gemacht, die aber von der Arbeiterschaft aus Solidarität mit der Schuharbeiterschaft des gesamten Reiches zurüdgewiesen wurden. Leider ist auch von unverantwortlicher Seite ( Sög meint damit die KPD.) der Versuch gemacht worden, die Einheit der Berliner Schuharbeiter zu zerschlagen und dadurch die Unternehmer in ihrem Bemühen zu unter Boller erklärt. 3oller, der aus der KPD. ausgeschlossen ist, schickt uns, mit der Bitte um Veröffentlichung, folgende Erklärung: In der Roten Fahne" vom 16. November 1929 wird berichtet, daß ich mich in der von der revolutionären Opposition einberufenen öffentlichen Schuhmacherversammlung am 14. November 1929 verpflichtet hätte, in der Roten Fahne eine Erklärung abzugeben, daß ich mich in der Verbandsbeiratsfizung bei der Abstimmung über eine Resolution über den Reichskongreß der Opposition der Stimme enthalten habe und daß Simon durch seinen Bericht, die Resolution sei einstimmig angenommen, ein Lügner sei. Ich erkläre hiermit, daß ich mich in der obenerwähnten Bersammlung nur verpflichtet habe, eine Erklärung abzugeben, daß ich mit der Stimme enthalten habe. Zu dem Kongreß felbft habe ich mich in meinen Ausführungen überhaupt nicht geäußert." Gemeint ist mit dem Kongreß der von der KPD. einberufene Gewerkschaftstongreß. Durch seinen Austritt aus der KPD. hat Zoller zwar deutlich genug ausgedrückt, wie er zu dem Spaltungstongreß steht; er hätte aber allen Schwindeleien der KPD. einen Riegel vorgeschoben, wenn er in jener Versammlung da er es für richtig hielt, hinzugehen mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg gehalten hätte. Halbheiten sind immer gefährlich. Duldsamkeit gegenüber Spaltern ist gleichbedeutend mit Unterstügung. Jm Arbeitskonflikt der mitteldeutschen Braunkohlenindustrie haben die Arbeitgeber beim Reichsarbeitsministerium die Einleitung eines Schlichtungsverfahrens bean= tragt. Wie verlautet, wird bereits am Dienstag ein Schlichter bestellt werden. die kläglichen Verhältniffe des Personals auf bestimmten Linien bekannt zu machen, die anmaßende Haltung der Gesellschaft sowohl gegen die Behörden und die Gesetzgeber, als auch gegen das Bersonal zu brandmarfen und die Beschwerden des Personals den Regierungen und dem Internationalen Arbeitsamt zur Kenntnis zu bringen. Bezüglich der Arbeitsbedingungen hieß die Konferenz ein vom Sekretariat aufgestelltes Forderungsprogramm im großen und ganzen gut. Der Entwurf foll in Form von Richtlinien den Berhältnissen in den einzelnen Ländern angepaßt werden. Loucheur in Straßburg. C Konflikt zwischen Aerzten und Kranfenfaffen. Paris, 18. November. Arbeitsminister Loucheur ist gestern in Begleitung des Unterstaatssekretärs Obertirch in Straßburg eingetroffen, um das dort noch aus der deutschen Zeit bestehende System der Sozialversicherung zu studieren und in dem seit Wochen andauernden Konflikt zwischen den Aerzten und den Krankenkassen zu vermitteln. Die von dem Minister geführten Besprechungen mit den Vertretern der Krankenkassen und der Aerzte sollen teine Möglichkeit zur Beilegung des Streitfalles ergeben haben. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin. Seute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Frankfurter Allee: Städt, Jugendheim Litauer Str. 18. Borlesungen: Aus Even Hedins Reifeschilderungen". Landsberger Blak: Gruppenheim Diestelmeyerstraße 5. Bortrag: Arbeitsrecht und Schuß der Jugendlichen". Neu- Lichtenberg und Lichtenberg: Bir find auf Nachtfahrt nach Roffen. Treffen um 19 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Mariendorf: Jugendheim DorfStraße 7, alte Schule. Sächsische Schurren. Sumboldt: Jugendheim Graun Ede Lorkingstraße. Werbeabend mit Lichtbilder. Treptow: Gruppenheim Schule Wildenbruchstr. 53-54( Sortzimmer). Bortrag: Die Unfallversiche. rung". Spandan: Städt. Jugendheim Lindenufer 1. Glaßbrenner- Abend. Südkreis: Beginn des Jugendkursus Jugendpindologie" im Jugendturfus Jugendheim Wassertorstr. 9, vorn parterre. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Fithret". Referent Artur Radow. Spielabend. 1 Heute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Bortrag: Die sozialistischen Denker und Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Uebungsabend bes Sprech- und Bewegungschors in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20, Beginn 20 Uhr. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Raritädt: Anzeigen: Th. Glode: sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen". Verbessern Sie Ihren Kaffee Kaffee mit Libby's Milch wird gehalt voller und erhält ein köstliches Aroma. Libby's Milch verwendet man wie Rahm; sie verfeinert den Kaffee und verleiht ihm eine appetitliche Farbe. durch Libby's Milch Die Hausfrauen, die guten Kaffee schätzen, werden sehr bald die vorzüglichen Eigenschaften der Libby's Milch anerkennen. Sie ist gehaltvoll, zuverlässig und bequem in der Handhabung. Libby's Milch stammt von ostfriesischen Kühen aus dem rühmlichst bekannten Weidegebiet Nordwestdeutschlands. Sorgen sie dafür, daß immer Vorrat an Libby's Milch im Hause ist. Libby's Evaporierte Milch Deutsche Libby Gesellschaft m.b. H., Hamburg 1 Das Etikett mit der Kuh im blauen Dreieck bürgt für beste Qualität Libby's Sterilisierte Evaporierte Milch Nr. 543* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 49. November 492.9 Berlins modernster Wochenmarkt. Ja Neukölln, auf dem städtischen Gelände an der Wil- Helm-Busch- Straße, präsen- tiert sich Berlins modernster Wochen. markt mit gepflastertem Terrain, eigener Kanalisation und Abfluß lestung und elektrischer Beleuchtung. Am Sonnabend, dem Grohkauftag der Hausfrauen, strahlt denn auch in den Nachmittag- und A b e n d st u n de n der Wochenmarkt in hellstem Lichte wider: die Den. kaufet können ihre Ware ins«jrich- tige Licht" fetzen, und die Käufer können ihren Einkauf erst mal richtig besehen und auswählen. In seiner Geräumigkeit und den gut eingerich- teten zahlreichen Ständen— ZSO an der Zahl— gleicht der Wochenmarkt einem kleinen Warenhaus. Mcs und jedes kann man hier für billiges Geld einhandeln, von der winzig kleinsten Sprotte bis zum fix und fertigen modernen Frauenkleid. Der Marktbetriob in diesem dichtbevölkerten Bezirk ist denn auch ein überaus reger; mit«immermüder Stimme und dem nötigen Humor bieten die Händler ihre War« feil, ob es nun der zuckersüße Wein oder die saftigen Goldrenetten sind, warm« Filzpantoffel oder preiswerte Seidenschals. Das Kaufen macht hier auch durch die Übersicht- liche Anordnung der War«, die Saubexteft des Fuß- bodens, wo man nicht über Bananenschalen schlittert und nicht infolge Duntecheft klein« Kinder über den Haufen rennt. besonderen Spaß. Di« Verkäufer, die ihre Waren in stabilen Eisengcstellen untergebracht haben, sind hier in der Lage, alles ordentlich auszulegen und brauchen mich nicht mehr bei Marktschluß in Unruhe und Hast den ganzen Krempel zusammenzureißen, denn der Stand bleibt ein- für allemal stehen, und sie brauchen mir ihr Warenlager fortzuräumen. Schwere Explosion bei der„Hogeda". Acht Arbeiter und Arbeiterinnen verletzt. Jn dem Betriebe der Handelsgesellschaft Deutscher Apotheker tu der Dortmunder Straße 12 in Moabit ereignete sich am Bloulag nachmittag unter seltsamen llmständeu ein schwere» Explosionsunglück. Acht Arbeiter und Arbeiteriaueu erlitten dabei Braudoerlehuageu und schwere Nervenschock». lieber das Unglück werden folgend« Einzelheiten bekamst. Die Handelsgesellschaft deutsche? Apotheker, bekannt unter der Firmen- adkürzung �Hageda", hat im zweiten Quergebäud« des Hauses Dort- munder Straß« 12 ihre Fabrikatwnsräume und Laboratorien. Im Keller befinden sich die Lagerräume für die Medikament«. Auch Benzin und Spiritus wurden hier aufbewahrt. Gegen 13 Uhr sollten vom Keller aus explosible Flüssigkeftett, die in Glas- sla schien abgefüllt waren, durch den Fahrstuhl in die oberen Fabrikationsräume befördert»erden. Der Fahrstuhl wird von keinem"Führer begleitet, sondern automatisch iq Bewegung gefetzt und ebenso angehalten. Al» sich der Aufzug tu der Höhe des ersten Stockwerke« befand, erfolgte plötzlich unter starker Detonation eise Explofloa. Der Fahrstuhl wurde buchstäblich aus einander gerissen. Die Wand wurde zerstört und«in« meterlang« Stichflamme durchschoß einen Arbeitsraum, in dem acht Arbeiter und Arb esterinnen tätig warm. All« wurden von der Flamme er- faßt und erlisten mehr oder minder schwere B ra ndv e rl« tz un- Igen. Entsetzt eisten die verunglückten mtt»ersengten � Haaren und angebrannten Kleidern den Ausgängen zu. In wenigen Augenblicken war die gesamte Belegschaft alarmiert, denn niemand wußte zunächst, was geschehen war. Feuerwehr und Rettungsamt waren schnell zur Stelle und sorgten für die Derletztm Drei der Deninglückten konnten an Ort und Stelle behandett werden, die anderen fünf wurden ins Moabiler Krankenhaus gebracht. Nach Anlegung von Notverbän- den konnten sie bis auf die LLjährige Elfe Pöller aus der Wilsnacker Straß« 12 und die 20jährige Gertrud Köbke aus der Lübecker Straße 17 in ihr« Wohnungen gebracht werden. Durch die Explosion, deren Ursachen noch Gegenstand der poli- zeillchen Ermittlungen ist, entstand Feuer, das mit zwei Schlauchleitungen bekämpft und bald eingedämmt wurde. » Bei Malerarbeiten im Flur des Hauses Kottbusser Slraße 17 stürzte der Z7jährige Maler Albert Hesse aus der Dennewitzstraße 29 von der Oester und zog sich einen Genick- b r u ch zu. Hess« starb auf dem Wege zum Urbankrankenhaus. Neue Bezlrksgruppe des„Sturmvögel". Zu den 14 Ortsgruppen, die der„Sturmvogel", Flugverband der Werktätigen, mst etwa 4000 Mftglisdern in Berlin hat, ist jetzt auch dieBezirksgrupp« Berlin-Weißensee hinzugekommen Sie trist am Freitag. dem 22. November d. I. erstmalig mit einem Vortrage„Di e Lu f t- fahrt dem Volke" an die Oeffentlichkeit. Der Borstag findet stast in der Aula des Real-Gyninasiums, Woelck-Promenode 38.— Interessierte Genossinnen und Genossen sind willkommen. Sklareks kauften eine Böß-Büsie. llebertaxierungen beim Staatlichen Leihamt. Line Bestechungsaffäre beim Staatlichen Leih» a m t beschäftigt jetzt noch einmal das Gericht. Im September vorigen Jahres hatte das Schöffengevicht Berlin-Miste zwei Beamte dieses Leihamtes und einen Kaufmann verurteilt. Der Tarator. Wilhelm Berger, war wegen fortgesetzter passiver Be- amtenbestechung zu drei Monaten Gefängnis, der Oberjekretar Jacob Nollert wegen Anstiftung zur passiven in Tateinheit mst Beihilfe zur aktiven Bestechung zu drei Monaten Gefängnis und der Kaufmann Hermann Jonas wegen fortgesetzter aktiver Beamten. bestechung und Betruges zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten alle Angeklagten Berufung ein- gelegt, die am Montag vor der Strafkammer des Land- gerichte» I zur Verhandlung kam. Im Februar 1927 waren die drei Angeklagten in einem Lokal in der Nähe des Staatlichen Leih- amtes. Dabei soll Nollert den Taxator Berger bestimmt haben, Schmuckstücke seines Bekannten Jonas, dem Nollert Geld schuldete, doch recht günstig zu beleihen. Jonas schickte nun in den nächsten Tagen Schmuckstücke durch Mittelsmänner ins Leihamt, auf die das Drei- bis Fünffache der. sonst üblichen Dar- l e h e n gegeben wurde. Im ganzen waren es 11 Stücke, die von Berger zugunsten Jonas' fo hoch übertaxiert wurden. Nollert erhielt von Jonas einen Geldbestag von 150 Mk., von denen er 100 Mk. an Berger weitergab. Der Schaden, den das Lsihamt durch diese Machenschast erlitt, belief sich auf 1500 Mk. Di« An- geklagten, die bald nach der Entdeckung gegenüber dem Direktor Bunge Geständnisse abgelegt hatten, bestritten in der Verhandlung erster sowie zwefter Instanz, sich sstafbar gemacht zu haben. Die Rechtsanwälle Walter Bahn und Max Kantorovicz stellten die Be- hauptung auf, 1 daß auch sonst vielfach Uebertaxie- rungen bei dem Leihamt vorgekommen wären. Besonders Direktor Bunge, der in den Stlarek-Standal mitvewickelt ist und gegen den«in Strafverfahren«ingeleitet wurde, wäre mehrfach befreundeten Leuten gegenüber sehr entgegen- kommend gewesen. So hätte er einem Künstler zwei Büsten, und zwar eine Hindenbug-Büste und eine B ö ß- B ü st e mit 800 Mk. weit über den Wert beliehen. Als diese Büsten versallen waren, konnten sie nicht versteigert werden. Die G e b r ü- der Sklarek erwarben dann dieBöh-Büste für 30Mk. Die Verteidigung beantragte zum Beweise für diese Behauptungen, Direktor Bunge sowie die Gebrüder Sklarek als Zeugen zu ver- nehmen. Das Gericht wird sich in der heutigen Verhandlung des Prozesses, der mehrere Tage in Anspruch nehmen wird, über diese Anstäge schlüssig werden. Das Gasunglück in der Gerichtstraße. Der Unglücksfall bei der Firma Krautwurst u. Co. in der Gerichfftr. 12/13. über den wir am Sonntag früh berichteten, gab Anlaß zu einer«ingehenden Untersuchung. Dabei ist festgestellt worden, da sich der Gasofen in dem Baderaum sowie die ge- samte Gasanlage in Ordnung befanden. Die Gasvergiftung der vier Arbeiterinnen ist. wie jetzt einwandfrei feststeht, dadurch herbeigeführt worden, daß entgegen der Anordnung der Fabrikleftung ein für den angrenzenden Fabrikraum bestimmter Ventilator in Betrieb gesetzt wurde, der zum Absaugen schlechter Lust bestimmt ist. Dadurch wurde auch die Luft aus dem Bade- räum durch zwei in der Wand befindliche Lustlöcher abgesaugt. Auf diese Weise entwichen die Abgase des Badeofens nicht mehr durch die Abgasleitung, sondern wurden durch den Luftzug des Absauge- inotors in den Baderaum eingesaugt. Dies« Abgase riefen dann bei den Arbeiterinnen die Dergifwngserfcheinungen hervor. 38] Cäuclßm. Unganscfxsn ►oev Cüe3tj3?\deriKnS<5uf&rcJ4asocf\ (Schluß.) Zm gleichen Augenblick langte er die Brotschaufel her- unter und hieb damit, sie mit beiden Händen schwingend, zwischen Großmutters Schultern, daß die Arme ganz auf- gelöst auf den Hof hinausrannte und von hier hinüber in die Nachbarschaft. Der Alte ihr nach. Als er jedoch sah, daß er sie so nicht einholen könne, leuchte er ln das Vorhaus zurück und schmetterte, die Schaufel schwingend, unter großem Geklirr die Teller und Schüsseln von den Wänden. Von hier brach er in das Vorderhaus ein, wo er den Christus und alle eingerahmten Heiligen von den Wänden mähte. Dann schlug er die drei Fensterrahmen heraus, daß Holz und Glas nur so auf die Straße staubten. Dann brach er, alles verwüstend, in das Hinterhaus ein. Dann stürzte er schnaubend aus dem Hause, um das Werk zu vollenden! Seine Augen flackerten, feine Mähne flog. In beiden Händen drehte er die Vroffchaufel wie ein Windmühlenrad. Zur selben Zeit kam die Rinderherde heim. Der Ober- kosak drauf los! Die Schaufel fauste und dröhnte. Die Kühe wurden wild und brausten brüllend mst großem Glocken- getaute über die Straße. Der Oberkosak mitten unter Ihnen in der Staubwolke. Die Herde gerade auf das untere Dorf- ende zu, wütend, mit den Hörnern alles zerwühlend, zer- störend. Am Dorfendc mitten in die Hütten der Zigeuner hinein, alles zerstampfend und verwüstend. Mores und Rangen zerflogen kreischend in alle Richtungen, unter die Herde vermengt. Die Rinder brüllten, die Zigeuner klatschten sich ans ihre Hintern:„Au. der Dewla(Teufel) ist los!" Ein wahnsinniger Wirrwarr entstand in erstickendem Staub. Die Rinder traten alles nieder und brüllten, der Büffel nahm den Klarinettisten auf die Hörner und schleu- derte ihn in die Höhe. Der Zimbelschläger kroch unter sein Instrument und strampelte mit den Beinen hervor. Der Vaßgeiger lud sich die Bauchgeig« auf den Rücken... In diesem Augenblick kam der Oberkosak an und begann mst der Schaufel drauf los zu dreschen. Er zerschlug die Zimbel, dann sprang er dem Baßgeiger nach, und als er die Schaufel mit beiden Fäusten niederschwang, zersprang der Schaufelstiel. Mit dem Stiel in der Faust prügelte der Aste wach immer. Die Herde flüchtet« m die Ebene von Nezpest, die Zigeuner versuchten in die Sümpfe des Medvec zu verduften. Hoher Staub hüllte das ganze Dorfende ein, und in der Mitte dieser Staubwolke prügelte sich der Oberkosak und kreischte heiser:„Mein Geld her, ihr Hunde!" Dann verlor er sich im Staub. ... Es war schon spät am Nachmittag, als ich allein den Feldweg entlang wanderte, zum Dorfe meiner Mutter. Auf dem Rücken tug ich den kleinen Reisesack, in der Hand eisten geraden Stecken. Hinter mir sank sprühend die Sonne, und die Birken warfen schräge Schatten vor sich hin. Ein ernster Goldton lag über der Gegend, die kleinen Türme der Dörfer sprangen in dünnen Spitzen hinter den Baumgruppen hervor und in der jenseitigen Ferne dämmerten aschblau die Berge, und über den Bergen sprühten die Grenzalpen des Landes. Einmal machte ich noch halt und sah auf das Dorf zurück. Auf dem höchsten Hügel neben den zwei Türmen stand ein Mann und neben ihm eine Dame. In der Hand der jungen Frau blitzte etwas weiß auf. Vielleicht ihr Taschentuch. Ich dachte, daß es nur Fräulein Emmi fein könnte, die mir nachwinkte. Ich schwenkte meinen Hut in ihre Richtung. Dann wanderte ich weiter. Dem Oberkosaken begegnete ich nicht mehr, denn in jenem Herbst verschwand er spurlos. Es wurde viel über sein Verschwinden gesprochen, aber niemand wußte genaues. Der eine Csikoburfche zum Beispiel wußte es so, daß ein großes Gewitter über die Ebene von Nezpest aufgezogen war. Die Pferde hätten ängstlich die Köpfe zusammengesteckt, und der Oberkosak stand, in seine Bunda gehüllt, in der Mitte der Ebene, so daß über der Bunda nur noch sein Hut zu sehen war und unten der Stock, auf welchem sich der Alte stützte, dem Unwetter trotzig entgegensehend. Der Sturm brauste und knatterte, es hagelte auch dazwischen und es zuckten Blitze auf, die den Himmel öffneten und die Erde erbeben ließen. Der eine Blitz fuhr gerade auf jenen Platz nieder, auf dem der Oberkosak stand. Nachdem das Unwetter vorbei war und die Gegend sich erhellte, sahen sie den Alten nirgends... Andere wußten, daß der Oberkosak zur Zest der großen Flut die Latorca in einem Nachen überqueren wollte. Das Wasser schwoll und warf hohe Wellen, aber der eigensinnige Alte fuhr dannoch los. Er mochte sich bereits in der Flußmitte mst dem Ruder plagen, dort, wo das Wasser brausend dahinflog, als sich der schmale Nachen plötzlich ein- mal drehte und irgendein glucksendes Geräusch vernehmbar war. Auf einmal schoß der Nachen mit großer Geschwindig- lest stromabwärts, aber leer und hinter ihm tanzte ein Hut tm Kreise m der Nähe der tiefen Wirbel... Jahre später, als ich schon ein älterer Student war, be- suchte ich meine Großmutter. Damals kränkelte sie schon. Und als ich mit ihr plauderte, kam auch die Rede auf den Oberkosaken. Großmutter erzählte, daß der Oberkosak nach meiner Adresse, als die herbstlichen Stürme kamen, in immer tieferen Kummer versank. Als plagten ihn geheime Sorgen. Er gebürdete sich nicht mehr so wie ehedem und widmete auch Großmutter hier und dort eine vertrauliche Anrede. Ost klagte er über die Kosaken, er hätte sich in ihnen getäuscht, weil sie ihn alle im schwersten Augenblick verließen. Diese Enttäuschung quälte ihn sehr. Ein-, zweimal erwähnte er auch seine große Schande, wie ihn die Gendarmen gefesselt fortgeführt hätten. Auch quälte ihn, daß ihm Brugos aus der Not geholfen hatte. Aber für seinen größten Mißerfolg hielt er doch die Tassache, daß im Ensscheidungskampfe der Verwalter auf allen Linien gesiegt hatte. Eine Zeitlang strich er noch um das Haus, aber zur Herde hinaus ritt er nicht mehr. Eines Nachmittags— Großmutter lass gerade, weil sie die Seite schmerzte— wollte der Alte die Handmühle reparieren und hob mit einer Hand den Mühlstein heraus. An jenem Nachmittag zersprang etwas m seinem Kopf«. Der Alte sagte nichts: am nächsten Tage wankte er kaum noch- Er trat an das Bett meiner Großmutter und, was fett Jahren nicht mchr geschehen war, neigte sich über sein Weib und streichelte sie„Hej, Alte, Alte... Wozu so leben?" Später stand er auf, löste den Geldbeutel von seinem Nacken und legte ihn auf den Tisch. Er nahm seine Bunda um, ergriff den Stock und ging hinaus. Niemand sah ihn je wieder. In jenem Herbst gab es große Hochwasser. Die Labore, Ondava, Latorca und Tapoly verließen ihr Bett und er- gössen ein Meer über die Gegend. Das Hochwasser unter- spülte die Gärten der Dörfer. Eine Kältewelle kam, und Firnschnee rieselte aus den Wolken. Als die Kosaken heraus- fanden, daß ihr Anführer fort sei und nicht mehr wieder- kehre, begannen sie nach ihm zu forschen. Sic suchten ihn wochenlang vergebens. Sie konnten nur so viel fessstellen, daß er in den Wäldern von Lazony von einem Hirten gesehen worden sei, wie er in der Abenddämmerung mit eiligen Schritten der Berhovina zustrebte. Mehr konnten sie nicht über ihn erfahren. Die Kosaken kamen noch zwei-, dreimal im Vorderhause zusammen und sprachen über die Abenteuer des Anführers. Sie stellten fest, daß er große Ueberlegenheit und viel Hirn besessen habe, mit deren Hilfe er ihre gemeinsamen Unser- nehmungen gut führte. Aber allmählich zerfielen die Kosaken. Ohne Kopf konnten sie nicht zusammenhalten, und darum sanken sie in große Armut zurück. Auch war es ein Fehler, daß aus Mangel an Disziplin ihr alter Schwung verloren ging. So oft sie in eine Klemme gerieten, kamen noch ihre'- zwei, drei zusammen und gedachten mit großer DitterV des Oberkosaten und wünschten sich seine Wiederkehr! Wer der Alte blieb verschollen. 30 Jahre Konsum. Ununterbrochener Aufstieg von Umsatz, Mitgliedschaft und Rückvergütung. Als vor 5 Jahren die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung ihr 25jähriges Bestehen feiern tonnte, gab der Borsitzende des Aufsichtsrats Genoffe Paul Lange in Auftrag des Borstandes und des Aufsichtsrats eine umfangreiche Jubiläums: schrift heraus, die auch heute noch als bemerkenswertes fonsum genossenschaftliches Nachschlagewert ihre Bedeutung hat. Inzwischen find rund 5 Jahre ins Land gegangen und abermals tann der Ronfum", wie die Berliner ihn nennen, mit einem abschließenden und rückblickenden Bericht aufwarten, der volle 30 Jahre umfaßt. In inpographisch bemerkenswerter Ausstattung, für die die Berlags: gesellschaft Deutscher Konsumverzine in Hamburg verantwortlich zeichnet, liegt der Bericht vor. Die Frauen in der Mehrheit. Zuerst interessiert natürlich die Mitgliederbewegung. Baren es in den Jahren 1907/08 erst 10 221, 1913/14 86314, 1927/28 146 192 Mitglieder, so sind es in dem letzten Jahre 170 985 geworden. Das zweite Hunderttausend ist also bald voll. Außerordentlich beachtenswert ist die berufliche Zusammenfegung. 76067 männliche und 83 850 weibliche Mitglieder, also rund 160 000 gehören gewerblichen Betrieben an. Der Rest verteilt sich auf selbständige Gewerbetreibende, freie Berufe und Hausfrauen. Der Bericht fagt:„ Das bereits in den Vorjahren zu verzeichnende Uebergewicht des weiblichen Teils der Mitglied= schaft über den männlichen Teil hat sich noch vergrößert. Die Konsumgenossenschaft Berlin steht in dieser Gruppierung der Mitgliedschaft unter den deutschen Konsumgenossenschaften allein da.". wohl Der Umsatz hat sich wie folgt entwickelt: In den Jahren 1907/08 wurde der erste Millionenumsaz erzielt, genau 1 101 457 Mart. 1911/12 waren es bereits 10 540 182 m., 1927 51 997 043 und 1928/29 68 224 067 2. Der Hundertmillionenjahresumsatz steht also in sichtbarer Zukunft. Dieser immense limfah murde in 283 2bgabestellen einschließlich aller Fleisch abgabestellen und Warenhäuser erzielt. Der Umsatz der Warenhäuser beträgt 8 595 578 M. Dapon entfällt allein ein Umsatz von 5094 687 m. auf das, Großwarenhaus Oranienstraße 164/165, das sich damit einen bevorzugten Plaß unter den gesamten deutschen Warenhäusern errungen hat. Von den einzelnen Barenabgabestellen steht mit dem Riesenumfag von über einer halben Million, genau 516 213 M., die 157. 2 ebens mittelabgabestelle Neutölln, Siegfriedftr. 36/37, auf einsamer Höhe. Ihr folgt mit einem imponierenden Jahresumsay con 492 924 m. die 3 4..Stelle Lübbener Str. 15. Ueber 400 000. Umfazz haben dann noch die 59 Stelle Graegstr. 55 mit 444 322 Mart, die 19. Stelle Briz Siedlung Buschkrug mit 423 035 M., die 15. Stelle in Neukölln, Herfurthstr 6a, mit 401 788 m. und bie 121. Stelle. Admiralftr. 28 mit 401 661 Dr. Umfazz. Sehr beachtenswert ist die 175. Stelle Finfenfrug. Bahnstr. 44, die ihren Jahresumsag von 144 793 m. auf 252 526 M.,. d. h. um 74,4 Pro 3., erhöhen konnte. Die 197. Stelle Treptow fonnte ihren Umfaz um 72,1 Proz. von 119 950 auf 206 462 m. steigern und die 209, Stelle Neukölln, Elbestr. 9/10, um 71,4 Proz. von 170 990 auf 190 338 m. Weber 2 Millionen Marf Rückvergütung. touch über die Beteiligung der Mitglieder an den Umjägen gibt die Jahresschrift eingehende Auskunft. Bis zu 100 m. Jahresumsatz erzielten 14 122 Mitglieder. Bei 21 801 Mitgliedern lag der Jahresumsatz zwischen 100 bis 200 m., bei 19 314 Mitgliedern zwischen 200 bis 300 m., bei 17 077 Mitgliedern zwischen 300 bis 400 m., bei 13 408 Mitgliedern zwischen 400 bis 500., bei 10 494 Mitgliedern zwischen 500 bis 600 m. Einen Jahres umiah von mehr als 1000 m. haben insgesamt 13 981 Mitglieder zu verzeichnen. 1928 waren es erft 8083, 1927 nur 3817 Mitglieder. Einen Jahresumsay von mehr als 3000 M. erzielten 220 Mitglieder. Die Umfaßrüdvergütung für 1928/29 erreicht die gewaltige Summe von 2670 291 m. In den Jahren 1924 bis 1929 wurden insgesamt 7 676 000 m. als Umfagvergütung an die Mitglieder zurückerstattet. Außerordentlich beachtenswert ist der Umfaß der Spar tasse der Genossenschaft. Einschließlich der Zinsengutschrift in Höhe von 1521 380 m. beliefen sich die Einzahlungen im vergangenen Jahre auf 19 158 108 m., die Auszahlungen betrugen 8504 785 m. Der Einlagenbestand erhöhte sich von 24 957 129 D. auf 35 610 451 M. Der Bericht teilt mit, daß der Zustrom im ganzen Jahre gleichmäßig anhielt, während bei den öffentlichen Sparkassen infolge der verantwortungslosen Pressehehe von einer fommenden neuen Inflation in den Monaten Februar bis Mai 1929 der 3u gang sich verminderte und die Auszahlungen sich mehrten. Man steht hieraus, welches Vertrauen die Mitglieder des Konfums ihrer Organisation entgegenbringen, die nun bald über ein Eigenkapital von rund 6 Millionen Marf verfügen wird. | Selbstmorde am Wahltag. Der graue und frübe Novemberfonntag steigerte er. fchreckend die Jahl der Selbstmorde. Bei Fredersdorf marf sich der 21jährige Arbeiter Otto Dudlig aus der Hauptstraße 7 in Fredersdorf vor die Räder eines An eigenen Produktionsbetrieben verfügt die Ges müden uurde der Kopf vom Rumpfe getrennt. Arbeits: in Richtung Strausberg fahrenden Vorortzuges. Dem Lebensnossenschaft über folgende: Wurst fabrit, Bäderei, Ron lofigfeit ist offenbar bas Motiv zur Tat. In seiner Wohnung in ditorei, Raffeerösterei und Mineralwafferfabrik. Der Helmstedter Straße 25 schoß sich der 32jährige Dr.- Ing. Die Wurstfabrik hatte den enormen Umsatz von 4 155 360 Pfund Sergius Seelinger eine Kugel in die Schläfe. S. war sofort gegen 2 393 708 Pfund im Vorjahr. Die Steigerung beträgt 73,6 tot. Der Grund zur Tat ist nicht bekannt. Brozent. Die Lichtenberger Bäderei, an fich eine Anlage von gesch mod to itz entdeckten Spaziergänger am Sonntag nachmittag Im Forst bei waltigen Ausmaßen, ist an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen; sie hat 16 816 000 Kilogramm Mehl verbaden. In Berfonalien des Loten, der etwa 35 Jahre alt ist, fonnten noch an einem Baume hängend die Leiche eines Mannes. Die Spandau wird zurzeit eine neue Bäderei errichtet. Eine sehr nicht ermittelt werden. Den Tod durch Gas suchte in seiner erfreuliche Entwicklung hat auch die Mineralwasserfabrik genommen, Wohnung in der Brunnenstraße 87 der 45jährige Dreher Baul Butsche. Familienzwiftigkeiten sind der Grund zu dem Berzweiflungsschritt. Mitgliederbestand am Ende der Geschäftsjahre 1908/ 09,1913/ 14 u. 1924/ 25-1928/ 29 1908/09 1913/14 1924/25 1925/26 1826/27 1927/28 1928/29 0 50 100 Tausend Mitglieder 150 200 0 50 100 M 150 200 Tausend Mitglieder Bildstatistik der Mitgliederbewegung. Auf schreckliche Weise versuchte am Sonntag der arbeits- und mohmungslose Kutscher Otto Thiele seinem Leben ein Ende zu machen. Bei Niederschöne weide öffnete Th. währen der Fahrt die Tür eines Borortzuges und stürzte sich vor den Augen der Mitreisenden auf die Gleise. Der Selbstmordlandidat erlitt einen Schädelbruch und schmere innere Verletzungen. Er fand im Elisabeth Hospital in Oberschöneweide Aufnahme. Weil sie fein gutes Vorurteil erweckte. Auch ein Beitrag zur Angestelltenfrage. Eine ältere Berkäuferin richtet an die Direktion des FrauenBereins Berlin folgendes Stellungsgesuch: Erlaube mir, Ihnen ganz ergebenst meine Offerte als Verfäuferin in einem Ihrer Wirtschaftsbetriebe zu machen. Bin 40 Jahre alt. Seit Jahren im Gastwirtsbetrieb tätig, gewöhnt an umfichtiges selbständiges Arbeiten, gewandt im Berkehr mit dem Bublifum, wäre es mein Bestreben auch in Ihrem geschäßten Haufe meine Kenntnisse voll und ganz zu verwenden. Bäre Ihnen sehr verbunden, fände meine Offerte Berüdsichtigung. Gewiß, wie jeder zugeben wird, ein schlichtes höfliches und artiges Bewerbungsschreiben, in dem nicht eine Spur von lleberheblichkeit zu finden ist. Was aber bekommt die Bewerberin darauf für eine Antwort? Hier ist sie: 3mar haben Sie Ihren Brief an den Berliner Hausfrauennerein gerichtet, haben aber augenscheinlich unsern Berliner Frauenverein gegen den Affoholismus gemeint, da Sie Ihr Schreiben nach Orberstraße 1 richteten. Es ist in lateinischer Schrift gehalten, was schon fem gutes Vorurteil ( mörtlich! D. Red.) erweckt. Ein solches Bündel von Bolltommenheiten aber, wie Sie sich selbst darin zuschreiben, würden mir niemals wagen bei uns einzustellen, auch wenn eine Stellung bei uns frei wäre. Wir jenden Ihnen Ihr Bild zurück und minschen Ihnen, daß Sie bald eine Stellung finden. wie Sic fie münschen. Hochachtungspol ( gez.) 2. Gerten 2eitgebe1. Weil also Frau Gerten- Leitgebel, eine be und querfannie Führerin der bürgerlichen Abstinenzbemegung, sich durch die lateinische Schrift der Bewerberin in ihrem Deutschtum gefränft fühlt, glaubt sie sich berechtigt, einer stellungslosen Frau mit offenen 5ohn zu begegnen. Der in hochfahrendem Ton gehaltene Brief der Dame hat aber den Borteil, zu erweisen, daß diese angeblich jo deutsche Frau ein geradezu Ilägliches Deutsch schreibi. Das Schreiben der Frau Leitgchel sieht außerdem wie folgt aus: Brieffopf in deutscher Schrift. Der oben abgedrudte Brief ihren Namenszug in deutscher Schrift darunter und bekräftigt ihre Unterschrift mit einem Bereinsstempel in lateinischen Buchstaben. Gewissermaßen ein Deutschtum halb und halb. fie stellte 3 159 730 Flaschen Mineralwasser her gegen 1895 660 Flaschen im Vorjahre. Das eigene Möbelhaus in der Graefe straße in Berlin Gerzielte in einer zehnmonatigen Betriebszeit einen llmjaẞ non rund 534 130 M. Die Erweiterung des Groß warenhauses und die Errichtung weiterer Warenhäuser ist geplant. Diese gewaltigen Leistungen wurden erzielt mit einem Berin lateinischer Maschinenschrift. Frau Leitgebel jetzt fonal von 4130 Bersonen, während es im Jahre 1924 erft 1940 Personen waren. Privatunternehmen bauen ihre Angestellten und Arbeiter ständig ab, in der Konsumgenossenschaft findet bei rationellster Betriebsführung eine ständige Bermehrung des Perfonals statt. Die verantwortlichen Leiter, in deren Händen die vielen Fäden Explosion auf einem Petroleumdampfer. zusammenlaufen, sind wie bisher die Genoffen 2. Mirus, R. Schreiber und F. Hille. Ihrer Umsicht, ihrer abwägenden Klugheit, ihrem starten Willen ist es zu verdanken, wenn sich die Genossenschaft aus den niederdrückenden Jahren von Krieg und Inflation zu dieser stolzen Höhe entwickelt hat. Der Dank gebührt aber auch dem gesamten Berfonal, das seine besten Kräfte für das Wohl der Genossenschaft eingesetzt hat. Ein Wort noch an die Mitglieder. Sie werden in den Wochen und Tagen vor der Stadtverordnetenwahl wieder gesehen haben, wie die bürgerlichen Barteien gerade gegen die Kon su mgenossenschaft Sturm gelaufen sind. Die ernste Auf gabe der Mitglieder wird es sein, sich in den Parteien, in denen fie politisch organisiert sind, für den Schuh der genollenschaft lichen Eigenorganisationen des Boltes einzusetzen. Die KG. ist eine vorbildliche Konsumgenossenschaft geworden und der große wirtschaftliche und auch moralische Schuh, den sie ihren Mitgliedern leiht, ist aus dem öffentlichen Leben einfach nicht wegzudenken. Verwende innenmattierte OSRAM- LAMPEN OSRAM OSRAM OSRAM OSRAM 220V40 AM OSRAM RAM Bier Zote, zwei Schwerverletzte. im Brüssel, 18. November. Am Montag früh ereignete sich im Betrolcumbehälter des Animerpener Hafen lag, eine schwere Explosion, wobei pier Tantdampfers Ronal Standard", der Arbeiter getötet und zwei schwer verletzt wurden. Der Petroleumbehälter mar leer und wurde am Montag aus: gebessert. Das Schiff wurde vollkommen zerstört. Die Ursache der Explosion ist auf die Entzündung von Gasen zurückzuführen. Die vier Todesopfer wurden mit großer Gemalt in bie Schelde geschleudert und bisher ist es mur gelungen, eine einzige Leiche zu bergen. 8 1hr in der Neuen Belt, Hasenheide, statt. Hauptredner find Die Kundgebung gegen den Faschismus findet heute abend Bittor Stein, Wien, Führer des Metallarbeiterverbandes Defterreichs, und Reichstagsabgeordneter Genoffe Stelling Beleuchte besser! Die kluge Hausfrau spart Arbeit, Ärger und Verdruß durch gut beleuchtete Wirtschaftsräume. OSRAM Befrage den Elektrofachmann. Es weihnachtet schon! Hermann Nagel, Ludwig Walch und viele andere bewiesen in natura das lebenerhaltende Prinzip der vegetarischen Lebensweise; ebenjo oder vielleicht noch vielmehr zeigte es auch die heutige vegetarische Jugend, die in unermüdlicher Fröhlichkeit das Lanzbein schwang, ohne daß Alkohol und Nikotin als Genußanreger dienten. Man sah nur gesunde, träftige und fröhliche Menschen, die alles andere, denn unterernährt ausfaben. Die Geschichte des Vereins ist reich an Ende der 90er Jahre im vorigen Jahrhundert Fleischesser und BegeWechselfällen. Man muß sich vorstellen, was es bedeutete, als am tarier zu einem Dauerlauf Dresden- Berlin antraten, zuführen und ein Mitglied des Vereins der Vegetarier, Karl um und durch eine sportliche Leistung die Entscheidung herbei Mann, als Sieger auf dieser 202 Kilometer langen Strecke hervorging. Daß mit dem Begetarismus noch andere Kulturziele ver bunden sind, wie Gesundheitsreform, Tierschuh. Kampf gegen Bivifeftion und vor allem das Gebot ,, Dujollst nicht töten", macht diele Bewegung auch für den Außenstehenden sympathisch. In diesem Sinne war auch die Begrüßung des Borfizenden B Rieger und glänzendes Plädoyer auf das Tier und sein Recht hielt, wobei er ausführte, daß der Begetarismus fein Ziel nicht in der Befolgung äußerer Gesundheitsregeln sehe, sondern vielmehr in der Erfassung des ganzen Menschen und in einer Erneuerung des menschlichen Lebens in förperlicher und seelischer Beziehung. 750 000 Weihnachtsbäume für Berlin. Obwohl die Berliner Weihnachtsbaumhandler erst am 10. Dezember ihre Standquartiere beziehen dürfen, werden schon jetzt überall Borbereitungen getroffen, um die Tannen recht. seitig nach Berlin zu bringen. In diesem Jahre werden. etwa 500 Waggons mit je 1500 Zannen in allen Größen nach der Reichshauptstadt gebracht werden. Den Berlinern werden also rund 750 000 Weihnachtsbäume zur Verfügung stehen. Die ersten Waggons mit den Weihnachtsbäumen werden schon in der lehten Novemberwoche eintreffen. In den Wäldern wird seit 14 Tagen fleißig geschlagen. Während in früheren Zeiten der Harz die meisten Weihnachtsbäumie nach Berlin lieferte, tommt in den letzten Jahren der größte Teil aus den Wäldern Holdie Festrede von Justizrat Dr. Victor Fräntt gehalten, der ein steins. Auch das Sauerland liefert eine große Anzahl Weih nachtsbäume nach der Reichshauptstadt. Die Silber oder Edeltannen stammen hauptsächlich aus Ober- und Niederbayern, während der Schwarzwald wegen der allzu weiten Entfernung die Reichshauptstadt nicht beliefert. Weihnachtsfahrten in die Berge! 3 Um den Großstädtern die Möglichkeit zu geben, die herrlichen Binterlandschaften in den Bergen fennenzulernen, hat sich die Ferienheim Genossenschaft Naturfreunde, Gizz Sena, entschloffen, in diesem Jahr Gesellschaftsfahrten auszuschreiben. Die Fahrten sollen gehen nach Kipsdorf im Erzgebirger, Frauenwald in Thüringen und Friedrichroda in Thüringen. Abjahrt von Berlin am 22 Dezember. Rüdfahrt am 1. Januar 1930. Die Kosten für die Teilnahme belaufen sich pro Person auf 65 Mt. Hierfür wird geboten: Freie hin und Rüdfahrt. Freie Verpflegung in den Heimen. Reine Maffenquartiere. Alles nur Einzelzimmer. An Berpflegung merden 5 Mahlzeiten gegeben: Morgenfaffee, Frühstüd, Mittagessen, Rachmittagstaffee und Abendessen. 21s Teilnehmer an diesen Fahrten ist jeder willkommen. Anmeldungen für die Fahrt sind zu richten an: Ferienheim- Genossenschaft Natur. freunde E. G. m. b. H., Jena, Marienstraße 4, unter Beifügung riner Anzahlung von 35 Mt. Nähere Auskunft erteilt auch die Ortsgruppenleitung für Berlin: Wilhelm Grothe, BerlinRichtenberg, Weichselstraße 10. Geschäftszeit Montag bis Freitag von 5 bis 7 Uhr abends. Telephon E. VIII. Andreas 2264. Profpefte gegen Ridporto durch die Drisverwaltung. nanoil Tuberkuloseopfer in Polen. Eine halbe Million Menschen fielen ihr zum Opfer. Warschau, 18. November. Der Vorsitzende der Kratauer Gesellschaft für Tuberkulosebelämpfung Profeffor Janiszemiti hat in einem auffehen erregenden Bortrag mitgeteilt, daß in Polen in den ersten 6 Jahren seines Bestehens nicht weniger als eine halbe Million Menschen der Schwindsucht zum Opfer gefallen find. Flugboot, Romar" verunglückt. Bor Travemünde verunglüdte das große Flugboot Ro mar. Nachdem das Boot sich nach dem Start einige Meter über der Wasserfläche befand, sant es gleich darauf aus bisher noch unbefannter Ursache auf das Wasser zurüd. Durch den An prall muß das Schmimmerfchiffled geworden fein. Der Teil des Flugbootes, in dem sich die Bejagung befand, schlug um und lief alsbald voll Waffer. Die Bejagung fonnte fich nuranit tnapper Rot retten, fie wurde von dem Stationsboot can Bord genommen. Ein in Travemünde liegender Schlepper schleppte dann das Flugboot nach dem Travemünder Hafen ein, wo es, auf dem Rüden liegend, veranfert liegt. Der Sachschaden ist sehr groß, da vicle Teile, Instrumente usw. beschädigt wurden. 30 Jahre Vegetarier- Vereinigung. Bom Fleischeffer bis zum Rohtöstler ist ein weiter Beg, der schwer zu überbrüden ist und doch ist die moderne Ernährungswissenschaft Beweis dafür, daß die Vegetarier, die vor dreißig und mehr Jahren sich bemerkbar machten, gar nicht so unrecht hatten. Auch die fleischlofe Diättüche, mit der man überraschende Heilresultate in der Tuberkuloſebehandlung erzielt, zeugt für den Begetarismus. Die unermüdlichen Wegebereiter, die Berliner Begetarier, Tönnen jest auf ein 50jähriges Bestehen ihres Vereins zurückbliden und feierten mit frohem Stolz das Fest des 50jährigen Bestehen Die ftattliche Zahl von Veteranen, die feinerzeit noch den Verein mitbegründeten, wie der befannte Reformarzt Dr. Winsch, Dampferfatastrophe bei Mexiko. 18 Personen ertrunken. Megito, 18. November. 99 Wie aus Progrejo( Bucatan) gemeldet wird, find 12 Passagiere und 6 Mann der Bejahung des Dampfers Billa Hermoja", der bei Chiltevec auf eine Sandbanf aufgelaufen ist und sich in finkendem Zustande befindet, ertrunken. Eine andere Meldung spricht sogar von 30 Toten, darunter follen sich sehr viele Frauen befinden. Funkwinkel.z Der Sonntagnachmittag brachte eine angenehnic lleberraschung. Die Uebertragung der Drei Musketiere" aus dem Großen Schauspielhaus erwies fich als eine recht unterhaltende, musikalisch fahr gefällige Darbietung. Freilich, noch immer ist dem gesprochenen von den Hörern aber oft nur schlecht verstandenen Wort ein zu breiter Raum eingeräumt. Sollen solche Funkübertragungen eine reine Freude für die Hörer bieten, so muß man sich schon für diese Aufführungen zu fo energischen Strichen entschließen, daß die Mufif ein einheitliches Ganzes bildet. Bei dieser Uebertragung empfand man bisweilen doch noch störende Lücken, obwohl die Mufit, fröhlich aus alter und neuer Beit zusammengetragen, außerordentlich hübsch ist. In der Märchenstunde erzählte Mara Leiko zart und schlicht japanische Märchent. Aus den Archivenber Berliner Staatsoper" aus Werfen der Epoche Friedrichs II. hörte man am Montagabend. Eine Veranstaltung, die für den musikhistorisch Interessierten recht fesselnd war, die aber auch den nur Musik nenießenden Hörer nicht enttäuschte. Die angenehme, zun größten Teil allerdings ziemlich flache Musik wurde in der ganzen ülle ihres Bohlflanges entfaltet: dafür sorgten Selmar Meyrowitz mit dem Funforchester, der Funkchor, vor allem aber mich die Solisten Emmy von Stetten und Rarl Jölens. Unter dem Titel„ Gegen martsfragen sprach Dr. Hendrik de Man über Die Seele des Industriearbeiters. Er ffizzierte die Stellung der Industriearbeiter im heutigen Wirtschaftsleben: losgelöft vom Boden, von der Natur, losgelöst aber auch von seinem Bert, ohne die Freude des bewüßfen Gestaltens, den Schwanfungen des Arbeitsmarttes preisgegeben. Der Arbeiter wird dadurch zu einem Minderwertigkeitsgefühl gezwungen, wenn er nicht jenseits seiner Erwerbsarbeit Wege und Ziele sieht, die Aufstieg und Be freiung fünden: in der Solidarität der Werftätigen, in dem Bewußtsein des Wertes und der Entwicklungsmöglichkeit der Arbeiterflaffe, die Staats- und Weltgestaltung bestimmen fann, wenn sie an sich glaubt. Das Minderwertigkeitsgefühl löst Rachewünsche, jäh losbrechende Revolutionen aus, bei denen sich Berbesserungsm llen und können nur selten die Wage halten; das Bewußtsein des Zes. eigenen Wertes treibt zu positivam Wirken. In einem ausgezeichneten Vortrag über 2 n ständige und in anständige. Berichterstattung" geißelte Herbert Ihering die Gewiffenlosigkeit, mit der namentlich die Sensationspreffe mit der Ehre und der Existenz ihrer Mitmenschen umspringt. Der Vortrag drehte fich zarar besonders um die Welt des Theaters, hatte aber auch Geltung für das öffentliche Leben überhaupt. Man fann nur bedauern, daß er mindefiens zwei Tage zu spät gehalten wurde. V. Sch. Berhaftung wegen Totschlag. Der Polizeipräsident teilt mit: In der Nacht vom 14. zum 15. November 1929 fand in der Dresdener Straße vor der sogenannten City- Bassage ein Zusammenstoß zwischen einer nationalsozialistischen Klebekolonne und mehreren Kommunisten statt. Dabei wurde ein Nationalsozialist schwer verletzt. Die von der Abteilung I A sofort eingeleiteten Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, daß der 22jährige Arbeiter Bade aus der Sebastianstraße als Zäter ermittelt und festleugnet die Tat, ist aber durch Zeugen überführt Er wurde heute genommen wurde. Pade, der der Kommunistischen Jugend angehört, dem Vernehmungsrichter wegen schwerer Körperverletzung und Bedrohung zugeführt. Mord an einem Kinde. In Helmsrode bei Gandersheim wurde gestern das 3 mei einhalbjährige Söhnchen der ledigen Alma R. ermordet aufgefunden. Dem Kinde war eine tiefe Stichwunde in den und beigebracht und außerdem die Mundhöhle mit dem Bettudy verstopft morden. Berdächtig ist der uneheliche Bater des Kindes, ein Tischler aus einem Nachbardorf, er wurde vorläufig festgenommen. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an das Jugendfefretariat Berlin G2368, Lindenstraße 3 Wanderleiterkonferenz. Donnerstag, 21. Rovember, vünktlich 20 Uhr, im Bortragsiaal bes BB.. 2indenstr. 3, 2. Sof, 2 r. links, Bortrag des Genossen Mündle über„ Zandfaftsformung der Marl Brandenburg". Alle Banderleiter müssen erscheinen! Heute, Dienstag, 19% Uhr. Gemertschaftshaus: Schule Röpenider Str. 125( Bertraum): Giaßbrenner". Morgen Treffpunkt aur Fahrt 7 Uhr vor dem Gemertschaftshaus. Rojen thaler Borstadt: Schule Elifabethkirchstr. 19: Uebungsabend für die 10- Jahrfeier. Rentrum: Seim Landsberger Str. 50: August Bebel". Weftes: Beint Bülowftr. 88: 10- Jahr- Feier, Brunnenplag: Schule Bant: Ede Biesenftraße: Lichtbilder: Die Kirche in der Raritatur". Gesundbrunnen 1: Schulc Gotenburger Str. 2: Religion und Cozialismus". Brusmalber Blag: Scint Raftenburger Ede Behlauer Straße: Der Wert der Jugendberatung". Hohenschönhausen: Morgen Fahrt nach Tiefensee. Treffpunkt 7½ Uhr Landsberger Mee Fahrgeld 150 m Morbost: Seim Danziger Str. 62: Warunt Rote Falten?" Schönhauser Borstadt: Schule Sonnenburger Str. 20:„ Dr Beq aur politischen Machi". Wörther Blog: Schule Raftanienallee 82:„ Die SBD. in der Rommune". Morgen Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr hf. Schönhauser Allee. Gühen: Scim Dordstr. 11: Fahrtenberichte. Gibwelt: Wir besuchen Den Borinagsabend der Gruppe Safenheide im Seim Baffertorfte, 9. Treff runtt 8 Uhr Belle- Alliance- Blak. Schöneberg I: Seim Sauptstr. 15: Sages volitische Creigniffe". Schöneberg II: Seim Saup ftr. 15: 10- MinutenReferate. Charlottenburg: Heim Rosinen fit. 4: Glasbrenner". Marien. Ede Sobrechtfirake: Tagespoluit". borf: Alte Schule, Dorfftr. 7: Ferienerschniffe". Reukölln 1: Seim SanderRentölln II: Seim Bergstr. 29: Gexuelle Fragen". Reutölln III: Seim Flughafenstr. 68: Arbeitsgemeinschaft„ Gin führung in den Sosialismus". Reutäin IV: Seim Schierfeftt. 44: Die faa. Bemegung in Desterreich". Reutoin V: Seim Böhmische Str, 14: Dialekt- Abend. Neukölln VI: Beteranenehrung der 92. Parteiabteilung. Neukölln VII: Seim Rarl- Mart- Schule, Bimmer 4: Bunter Abend. Rieder jchönewelbe: Schule Berliner Gr. 31: Bohlergebnis". Reinickendorf- Off: Seim Lindener Straße:„ Einführung in den Enzialismus". Bantom 11: Seim Görfdift. 14: os will die GAZ.?" Berbebezirk Areuzberg: Wir beteiligen uns am Gruppenabend der Abt. Safenheide. Es spricht Mar Sendewig über Der Young- Blan und seine Bes beutung". Bichtenberg- Nord, Mitte, Friedrichsfelde: Morgen Schnigelfahrt. Treff punkt 7 Uhr Bhi. Frankfurter Allee. SEG. Reutolla: 1. Seimabend der Noten- Falfen- Gruppe von 17-19 Uhr im Seim Bergstr. 29. Borträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianstr. 37-38, Sof 2 r. Mitte, 4. Romeradschaft: Ramerad Baul Soffmeister ift plögli verstorben. Einäicherung Dienstag, 19. November, 17 Uhr, Gericht Straße. Rege Beteiligung erwünscht. Jugend: Dienstag, 19, November, Aus marich in Bundeslleidung nach Meldom, Uebernachten in der Jugendherberge. Treffpunkt 19 Uhr Stettiner Bahnhof. Gefamtkosten 2 M. Junatameraden anderer Ortsvereine find eingeladen. Friedrichshain, Rameradschaft Stralan: Sohenloheitt. 3. Dienstag, 19. November, 20 Uhr, Sameradschaftsversammlung bei Bertalla. Referent Ram, Bohling. Reutilla- Brih: Dienstag, Uhr. Antreten zum Goalschus in der Neuen Welt, Safenheide, Bilmers berf, Jungbanner: Mittmoch, 20. November. 8 Uhr, antrefen zum Ausmatich am Bahnhof Schmargendorf. Fahrgeld 50 Bi. Bilichtveranstaltung. 19 Berliner Rither- Club, acgr. 1858, übt jeden Dienstag 20% Uhr im Alub haus, Ohmstraße 2. Spieler und Gäste miltommen. Zahnärztehaus Long e low English Debatin Clun. Mittwoch 20 Uhr: Bülowstr. 104. Guttmannsaal: Problems of Modern Youth." German- English Society, Café Jagenburg, Berlin W, Bülowstr. 1. 9. p. m. Lecture: Work by Mrs. Ph. Lamp. Das Herz jeder Frau fchlägt, höher beim Anblick der in der Schaufensterfront von B. Raddak y. Co., Leipziger Str. 122-123, ausgestellten schönen Porzellane. Aultivierter Geschmad hat hier Tafeln und Saffecfervice, Dejeunes, Runitporzellant vim, a cinem munberrollen Fangen vereinigt. Die oorsiglich beforierten Tafeln in ben Innenräumen find über jede Kritil erhaben. Die Erschwinglichkeit der einfachen und ber pruchtigen teureren Gefchirre geben jedem Geldbeutel und jedem Stande die Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes Rultur im Seim su pflegen. Flink Wendig Leicht zu lenken ADLER FAVORIT de BH G.JOH. KOHLER Am Steuer dieses Wagens fühlen Sie sich sicher.. Es ist ein Adler! Ob Standard 8, Standard 6 oder Favorit, das Gefühl der Sicherheit und des Komforts ist ein Erlebnis. Wir alten Adlerleute sind allerdings so daran gewöhnt, daß wir davon kein Aufhebens mehr machen. Erst die Begeisterung unserer Kunden bringt uns zum Bewußtsein, wie gut der Adlerwagen ist. Kein Schwimmen, kein Schleudern, kein Shimmy, kein Schlagen der Steuerung. Aber flink, wendig, leicht zu lenken!- Elastischer Motor: verblüffend durch Langsamlauf, Anzug und Durchschnitt! Öldruck- Vierradbremsen: größte Sicherheit! Zentral- Chassis- Schmierung: Sie schmieren, während Sie fahren! Bequeme Polsterung, viel Platz- und alles so handlich! Lichtschalter und Hupenknopf am Lenkrad, Scheibenwischer und Fahrtrichtungsanzeiger elektrisch! Gute Sicht, auch beim Rückwärtsfahren. Wahrlich, am Steuer dieses Wagens fühlen Sie sich sicher! ADLER AB KONSUMGENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E.G.M. B. H. Die Konsum- Genossenschaft als Wirtschaftshilfe Verbrauchervereinigungen( Konsumgenossenschaften) sind Organisationen von Haushaltungen zum Zweck der gemeinsamen Versorgung der Familien mit allem zum Leben Notwendigen und zum Zweck der gemeinsamen Erzeugung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen jeglicher Art. Für gemeinsame Rechnung werden die benötigten Räume gemietet und mit den erforderlichen Einrichtungen ausgestattet; zwecks gemeinschaftlichen Besitzes und gemeinsamer Verwertung werden Grund und Boden erworben, gewerbliche Bauten und Wohnhäuser errichtet, Maschinen und Verkehrsmittel in Benutzung genommen. Das Genossenschaftspersonal- Angestellte und Arbeiter steht im Dienste der Gesamtheit der Mitgliedschaft und ist ihr verantwortlich. Die Erübrigung aus der genossenschaftlichen Warenvermittlung und Gütererzeugung gehört der Mit1 Konditorei, 1 Fleisch- und Wurstwarenfabrik, 1 Mineralwasserfabrik, 1 Kaffeerösterei, 1 Herrenbekleidungswerkstätte usw. Mehr als 4000 Arbeiter und Angestellte sind in den Betrieben der Konsum- Genossenschaft tätig. Der Umsatz der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend belief sich im Geschäftsjahr 1928/29 auf 68 Millionen Mark. 65309000 0 0 0 0 Q Q Q Q Q Q Q Q Q C Tekerle der Konsum Genossenschalt Lichtenberg Rittergutate. 16-30 gliedschaft und wird an sie am Geschäftsjahresschluß unter Abzug von Beträgen, die den Reserven zuzuführen sind, in Form der Umsatz- Rückvergütung, entsprechend der getätigten Warenentnahme jedes Mitgliedes, zurückerstattet. Die Umsatz- Rückvergütung in der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend betrug im Geschäftsjahr 1828/29 4 Prozent des Umsatzes 2670292 Mark. Jede Profiterzielung am Verbraucher ist ausgeschaltet, weil jedes Mitglied gleichzeitig Mitbesitzer und Warenentnehmer ist. Der Wettbewerbskampf mit seinen gesteigerten Unkosten und heftigen Befehdungen wird vermieden die Genossenschaft bedeutet Frieden auf wirtschaftlichem Gebiet. 180 000 Familien sind heute in der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend zusammengeschlossen; sie besitzen 311 Warenabgabestellen, darunter 257 Lebensmittelabgabestellen, 43 Fleischabgabestellen, 5 Warenhäuser, 5 Manufakturwarenabgabestellen, 1 Möbellager usw. Für die eigene Erzeugung sind in Betrieb: 3 Bäckereien, Auf gesundester finanzieller Grundlage ist die Genossenschaft aufgebaut. Die Reserven beliefen sich am 30. Juni 1929 auf 1 833 596 Mark; die in Form von Geschäftsguthaben der Genossenschaft durch ihre Mitglieder zur Verfügung gestellten Betriebsmittel erreichten die Summe von 4022 504 Mark Die eigene Sparkasse der Genossenschaft verfügt über 40 Millionen Mark Spareinlagen; diese Ziffer ist ein Merkmal des Vertrauens der Mitglieder zur selbstgeschaffenen Organisation und eine Willensäußerung der Gesamtmitgliedschaft, ihr Unternehmen kraftvoll zu unterstützen und zu fördern. Wer seine Lebenshaltung verbessern will, Wer seinen Warenbedarf aus Betrieben beziehen will, die den Beschäftigten vorbildliche Arbeitsbedingungen gewähren, Wer bei Deckung seines Bedarfs die Sicherheit haben will, unverfälschte Waren zu einem gerechten Preis bei vollem Maß und Gewicht zu erhalten, Wer seine Kaufkraft mit derjenigen der Übrigen Verbraucher in einer gemeinsamen Organisation zwecks Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse vereinigen will, der erkläre seinen Beitritt in die Konsum- Genossenschaft Berlinu. Umgegend K C B Die Mitgliedschaft kann jeder erwerben Die Abgabe von Waren erfolgt in den Warenabgabestellen der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend nur an Mitglieder Die Aufnahmegebühr beträgt 50 Pfennig K B Aufnahmen werden in sämtlichen 311 Waren abgabestellen der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend jederzeit vollzogen K G B Nr. 54346. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Wirtschaftsblüte- Krise der Arbeit Von WL Woytinsky. Die Bage auf dem Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Wochen weiter verschlechtert. Die Zahl der Hauptunterstützungs empfänger, die sich auch im Sommer auf einer erheblichen Höhe bewegte, hat Ende Oktober die Grenze von 1000 000 überschritten. Nach den vorläufigen Angaben der Reichsanstalt betrug nämlich die Zahl der Unterstützten: 15. September 1929. In der Arbeits- In der Krisenlosenversicherung unterſtügung Busammen äußersten Dürftigkeit der in diesem Jahre dem Wohnungsbau zugeleiteten Mittel dauert fort. Obwohl das Wetter in diesem Herbst die beste Gelegenheit bietet, mit vollem Druck Bauarbeiten meiterzuführen, geht die Beschäftigung in der Saisongruppe" mit jeder Woche zurüd. Die Arbeitslosigkeit unter den Gewerkschaftsmitgliedern betrug: 1 " Dienstag, 19. November 1929 sind recht hoch. Ihre Bewegung läßt aber nicht auf eine trisenhafte Entwicklung schließen. Die verhältnismäßig stabile Lage dieses Teiles des Arbeits marktes wird dadurch bestimmt, daß hier die entgegengesezten Ent wicklungstendenzen in der Beschäftigung einzelner Berufe und Industriezweige einander die Baage halten. Eine Verschlechterung war im Oktober bei den nach folgenden Berufen zu erkennen: Es waren arbeitslos Es ftanben in Rurzarbeit August Septemb. Ottob. August Septemb. Ottober in Prozenten Metallarbeiter Kupferschmiede Ende Ende Juli August Ende Ende September Oktober Maschinisten 735 057 159 229 894-286 Proz Proz Proz. Proz. • • Glas- u. Porzellanarb. 9,8 10,4 Chemie 783 559 165 028 949 585 Maurer. 5,6 7,1 9,6 14,3 Hutarbeiter 8,1 8,9 9,7 9,1 9,4 10,5 9,2 7,2 8,6 1,3 2,3 3,9 4,5 5,4 1,0 11,5 8,2 7,2 6,4 6,8 8,0 5,8 6,5 24,0 22,9 29,5 5,4 9,7 1,8 0,8 1,1 6,5 6,6 20,1 872 642 923 414 170 877 1 043 519 Bauhilfsarbeiter. 13,2 14,7 18,0 22,5 5. November 1929. Bergleicht man die Gesamtzahlen mit denjenigen des Borjahres, so ergibt sich, daß sie sich wie auch früher in einem so gut mie tonftanten Abstand voneinander bewegen. Differenz gegen Maler Dachdecker 169 007 1 092 421 Tiefbauarbeiter 17,0 19,1 22.9 27,3 Betongruppe 13,2 13,7 14,7 17,4 Studgruppe 9,0 6,5 6,1 9,3 Zimmerer 10,8 12,7 15,0 20,2 10.6 13,0 13,2 17,6 9,6 11,0 14,6 14,9 1928 669 413 1929 912 424 648 615 870 203 1928 243 011 221 588 658 854 683 292 894 286 949-587 235 432 266 295 Steinarbeiter Grobkeramit 7,9 10,1 12,9 20,3 5,5 7,0 10,3 19,0 14,4 12,8 17,7 15. Ottober 1929. 30. 1929. 15. Juli 15. August 15. September. 15. Oktober Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger bleibt also in diesem Jahre um rund 240 000 höher als zu demselben Zeitpunkt im Vorjahre. Bemerkenswert ist nun, daß diese Zahl fast genau derjenigen der im Jahre 1929 dem Ar beitsmart neu zugeströmten Arbeitsfräfte entspricht. Das Angebot an Arbeitskraft ist um 4 Million Menschen angewachsen und die von der Wirtschaft nicht aufgenommenen neuen Arbeitsfräfte belasten den Arbeitsmartt, mehren die Reihen des Reserveheeres des Proletariats. verDaraus läßt sich der Gegensatz zwischen der unerfreulichen Lage des Arbeitsmarktes und dem im großen und ganzen günstigen Gang der Produktion erflären. Keine Spur von frisenhaftem Rüdgang der Warenerzeugung. Im Gegenteil, trog der großen Arbeitslosigkeit und der schwierigen Bage einzelner Unternehmungen vermehren fich die Merkmale, die von gesunder Entwidlung der gesamten Wirtschaft zeugen. Dem letzten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung lassen sich 3. B. nachfolgende Zahlen entnehmen: Saifongruppe insgesamt. 8,9 Im Durchschnitt waren also Ende Oktober 17,7 Proz. der Gewertschaftsmitglieder in der Gaijongruppe arbeitslos( im Vorjahre maren es zu dieser Jahreszeit nur 10,3 Proz.). Was die Konjuntturgruppe betrifft, so wies hier die Arbeitslosigkeit ebenso wie die Kurzarbeit nur eine unerhebliche Veränderung auf. Unter den Gewerkschaftsmitgliedern dieser Gruppe Ende Juli 1929 Ende August 1929. Ende September 1929 Ende Oktober 1929 Diese Zahlen waren arbeitslos standen in Rurzarbeit Proz. 8,6 8,6 8,9 9,2 Broz. 8,0 8,2 8,0 8,1 besonders die der vollen Arbeitslosigkeit Eine gewonnene Schlacht. Die öffentlichen Werte werden vom Bolf verteidigt. In einem war sich das ganze Bürgertum während dieses Wahlkampfes einig. In seinem festen Willen, der öffentlichen 22.- 27. Ott. 21.- 26 Oft. 29. Oft.- 3 Nov. 28. Ott.- 2. Nov. Wirtschaft durch die Verstärkung der bürgerlichen Macht in den Arbeitstägliche Broduktion( in 1000 t) während der legten Ottober wochen 44. Jahreswoche 43. Jahreswoche 1928 1929 Steinkohle, Ruhrrevier. 381,0 406,8 Steinkohle, D, Oberschlesien 69,6 76,5 Kotserzeugung, Ruhrrev. 82,3 92,6 1928 367,9 70,1 74,4 1929 411,9 77,6 93,3 Auch die Wagenstellung der Reichsbahn, der Binnenwasser. verkehr und der Schiffsverkehr der deutschen Häfen zeugen vom Wachstum der Umsätze der Wirtschaft im Vergleich mit dem Bor. jahre. Der Gesamtbetrag des Arbeitseintommens dritten Bierteljahr 1928 mar nach den amtlichen Berichten um 300 Millionen höher als im Borjahre. Der Wert der deutschen Ausfuhr betrug: September 1927 September 1928 September 1929 Alle Waren Darunter Fertigwaren in Millionen Mart 988,6 1 120,1 1 204,4 712,9 826.0 879,4 Es wird mehr als im Vorjahre erzeugt, es werden mehr Güter über Land und Waffer transportiert, mehr Waren auf dem inneren Markt abgesetzt und nach dem Ausland verschickt. Der Anstieg des gesamten Bertes der monatlichen industriellen Produktion im Vergleich mit dem Vorjahr läßt sich roh auf 200 Millionen Mart schäzen. Dies wird einer Zunahme des Umfanges der industriellen Produktion um etwa 4 bis 5 Broz. entsprechen. Für ein Jahr, das man fortwährend als ein Jahr der abgleitenden Konjunktur und der äußersten Not... der Industriellen zu schildern versuchte, ist dieser Aufstieg unerwartet hoch. Ein Beweis dafür, wie irreführend diese Schilderung ist! In der deutschen Wirtschaft ist wie gesagt feine Spur einer Krise in üblichem Sinne zu entdeden, es läßt sich aber eine fonjunkturelle Berlangsamung der natürlichen Aufwärtsbewegung erfennen. Dank der technischen Fortschritte, beansprucht heutzutage die um 4 bis 5 Proz. angewachsene Produktion teine Einstellung neuer Arbeitskräfte mehr, bei befferer technischer Ausrüftung reicht bei diesem Entwicklungstempo die Ankurbellung der Produktivität der Urbeit aus. Die Zahl der Beschäftigten bleibt also unverändert, das Arbeitslosenheer nimmt aber froß der Erweiterung der Produktion zu. Der Ausweg ist in der weiteren Steigerung der Abfahmöglichkeit auf dem inneren Markte, in der Steigerung der Kauftraft der Boltsmaffen zu fuchen. Der schlechte Baumarkt verschärft die Lage. Aber abgesehen von den Faktoren, die eine ständige Arbeits losigkeit hervorrufen, befindet sich zurzeit der deutsche Arbeitsmarkt unter Saisoneinflüssen, die seine Lage verschärfen. Unter den Gemertschaftsmitgliedern Ende Juli 1929 Ende August 1929 Ende September 1929 Ende Oktober 1929 waren arbeitslos ftanben in Kurzarbeit 8,6 Proz. 6,5 Proz • 9,0 9,6 11,0 6,7. 6,5 6,7 Den wirklichen Herd der in diesem Tempo zunehmenden Arbeitslosigkeit stellt das Baugewerbe dar. Die Auswirkung der Stadt- und Landparlamenten eine schwere Wunde zu schlagen. Die Macht des Bürgertums sollte gestärkt werden, um die Privatifierung der öffentlichen Werte zu fördern, durch die man hofft, der Tendenz zur Sozialisierung der Wirtschaft entgegenzuarbeiten. Dieser Versuch ist mißlungen. Das Bürgertum hat auf der ganzen Linie eine schwere Niederlage erlitten und das auf jenen Fronten, die, wie die Kommunen, Kreis- und Provinziallandtage, für das Schicksal der öffentlichen Wirtschaft entscheidend sind. Das Bürgertum muß die Hoffnung aufgeben, in den befchließenden fom munalen Körperschaften aller Art die Front jener verbreitern zu tönnen, die für eine Privatisierung der öffentlichen Wirtschaft zu haben sind. Das Gegenteil von dem, was das Bürgertum wollte, ist erreicht. Die Politik des schweren Finanz- und Industrietapitals ging und geht dahin, die von ihm angestrebte Privatisierung der öffentlichen Wirtschaft möglichst unauffällig und im stillen zu vollziehen. Die pripatfapitalistischen Interessenten wissen, daß fein Kämmerer und fein Landrat gern öffentlich von der kommunalen Finanznot spricht, sie wissen, daß der Hinweis auf die öffentliche Finanznot durch die Kommunen selbst den Kredit der Kommunen erschüttern kann, und sie sind bestrebt, diese Lage auch im stillen auszunuzen. Im stillen vorteilhafte Verkaufsangebote zu machen, über die sich manche Kämmerer und Landräte ebenso insgeheim freuen möchten, wenn sie dadurch ihre Finanzlage verbessern können, auf diesem Wege allmählich aber sicher immer weiter in die Sphäre der öffentlichen Wirtschaft einzudringen, das ist die Politit, die das Privatkapital verfolgt. Die Deffentlichkeit hatte aber die hier vorliegenden Gefahren rechtzeitig erfannt, und insbesondere die Sozialdemokratie hat Alarm geschlagen. So konnte die den öffentlichen Werken drohende Gefahr zu einer höchst wirksamen Wahlparole werden, die nicht zulegt dazu beigetragen hat, die Massen des arbeitenden Bolles zur Verteidigung der öffentlichen Wirtschaft um die Fahne der Sozialdemokratie in Stadt und Land zu scharen. In Stadt und Land ist das gesamte schaffende Volt aufgerufen worden, und die Wahlen waren für den natürlich unvermindert fortgehenden Kampf um die öffentlichen Werke eine Probemobilisierung von gewaltiger demonstrativer Bucht. Dieses Aktivum des fommunalen Wahlkampfes gilt es heute zu nadyft fe ft zu stellen. Da der Wahlkampf aber an den tommus nalen Finanznöten nichts geändert hat, so ist es selbstverständlich, daß der Privatisierungsfeldzug des Privattapitals fortdauern wird. Die lautlose Arbeit mit den silbernen Kugeln des schweren Finanz- und Industriefapitals, an ber das Ausland in der Zukunft wahrscheinlich in noch stärkerem Maße Anteil nehmen wird als bisher, wird nicht nur die höchste Wachsamkeit, sondern auch die energischste Zusammenfassung aller öffentlichen Kräfte erfordern. Diesem Kampf tann man heute mit pefteigerter Zuversicht entgegen gehen, nachdem die psychologische Vorbedingung, die Alarmierung der Massen, durch diesen tommunalen Wahlkampf gelungen ist, und nachdem die Verwalter öffentlicher Werte gesehen haben, daß hinter dem öffentlichen Werksbesitz und hinter den öffentlichen Bei den Hutarbeitern handelt es sich hier um einen durch die Jahreszeit bedingten Abschwung, in der Metallindustrie sowie in der Chemie scheint leider die Abschwächung der Beschäftigung einen dauernden Charakter zu haben. Außerdem ist die Arbeitslosenzahl im Bergbau( von 1,3 Proz. auf 1,8 Proz.) und bei den Gemeindeund Staatsarbeitern( von 1,3 Proz. auf 2 Broz.) angewachsen. Als Berufe, bei denen die Beschäftigung sich verbesserte, find hervorzuheben: Es waren arbeitslos Es ftanden in Kurzarbeit August Septemb. Ottob. August Septemb. Oftob. in Prozenten. 10,5 11,1 10,9 26,1 26,3 23,5 15,5 13,0 17,0 14,8 14,1 18,3 17,1 16,1 19,2 19,3 18,8 13,4 15,0 13,8 11,9 9,2 11,4 Textilarbeiter Bekleidungsarbeiter. 16,9 Schuhmacher Lederarbeiter Zuder u Konservenhersteller .. 10,1 10,1 7,1 3,4 3,0 2,5 In den übrigen Produktionszweigen lassen sich nur unerhebliche Berschiebungen bald in der einen bald in der anderen Richtung feststellen, die teine Schlüsse über die vorherrschende Tendenz der Konjunkturbewegung gestatten. Dies gilt u. a. für sämtliche Berufe des Vervielfältigungsgewerbes, das in der Regel für die Konjunkturbewegung recht repräsentativ ist. Bertsintereffen eine Macht steht, die der konzentrierteste Angriff des Bürgertums nicht zu erschüttern, sondern in ungeahnter Weise nur zu verstärken vermochte. Teures Fleisch. Kommen die Schweinepreise ins Wanten? Im Monat Oktober sind die schon seit langem sehr hohen Fleischpreise weiterhin hoch geblieben. Die Erhebungen in dreizehn deutfchen Großstädten zeigen, daß ein Pfund Rindfleisch wie im September immer noch 1,24 M. foftete, gegen mur 1,19 m. im Oktober v. J., daß ein Pfund Kalbfleisch 1,50 m. tostete, sich gegen Septem ber also noch um 2 Pf. verteuerte, gegen nur 1,41 M. im vorigen Jahre, und daß selbst das Gefrierfleisch, dessen Preisbildung fon trolliert wird, mit 76 Pf. pro Pfund gegen Eeptember um 1 Pf. und gegenüber Oktober v. J. um 2 Pf. verteuert war. Nur dass Schweinefleisch zeigt eine fleine Sentung des Preises, nachdem die Schweinefleischpreise sich nun allerdings seit Monaten schon auf einer Refordhöhe bewegten. Der Schweinefleischpreis ist im Durchschnitt der 13 deutschen Großstädte im Oftober pro Pfund auf 1,54 m. gegen 1,58 M. im September gesunken, steht aber immer noch um 19 Pf. pro Pfund über den Preisen vom Oktober 1928. Dabei hatte im Oktober v. J. der Preis des Schweinefleisches schon beträchtlich angezogen. Die Frage ist offen, ob die fieine Senfung des Preises für Schweinefleisch schon eine allgemeine Tendenz zur Senfung der Schweinefleisch preise ankündigt. Eine derartige Senkung wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit eintreten, weil in etwa zweijährigem Turnus durch das fast als gefeßmäßig beob= achtete Auf und Ab in der Schweinezucht die Schweinepreise und damit auch die Preise für Schweinefleisch steigen und fallen. Die letzten Schweinezählungen haben schon gezeigt, daß die Schweineaufzucht wieder sehr bedeutend gestiegen ist. So tann man auch ein bald wieder wachsendes Angebot von Schweinen erwarten, momit sich die rückläufige Tendenz der Schweinepreise von selbst er geben würde. Im Augenblid allerdings ist das Angebot auf den Schweinemärkten noch nicht groß. Rübenernte und Zuckerproduktion. Günftige Ergebnisse in Deutschland. Der Verein der deutschen 3uderindustrie legt jetzt das Ergebnis einer bis zum 16. November durchgeführten Umfrage über den Stand der Rübenverarbeitung und Verbrauchszucker. produktion vor. Danach stellt sich die voraussichtliche Rübenverwaltung der deutschen Buderfabriken auf 115 gegen 114,8 mill. Doppelzentner und die voraussichtliche Erzeugung an Verbrauchszuder Gegen üblen Mundgeruch. Ich will nicht verfäumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich seit dem Gebrauch Ihrer Zahnpaste Chlorodont" nicht nur reine meiße Zähne befize, sondern auch den bei mir sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde hr Chlorodont" aufs beste empfehlen." Gez. E. G., Mainz. Ueberzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf., große Tube 1 Mr. Chlorodont- Zahnbürsten 1,25 mt., für Kinder 70 Bf. Chlorodont- Mundwasser 1,25 Mt. Zu haben in allen ChlorodontBerkaufsstellen. ES IST BILLIGER, MIT LUX SEIFENFLOCKEN ZU WASCHEN/ LUX SEIFENFLOCKEN Deutschlands führende Fabrikanten von Wolle und empfehlen Lux Seifenflocken Kunstseide LUX SEITENTLOCKEN 90 Pfg. Normalpackung so Pfg. Doppelgrosse Packung Lux Seifenflocken sind ausgiebiger: 1 Esslöffel voll kostet etwa 2 Pfg. und gibt 2 Liter prächtig schäumende Lauge, genug, um 2 Paar Seidenstrümpfe oder ein Kleidchen zu reinigen. NIEMALS LOSE, NUR ECHT IN DEM BLAUEN LUX- PAKET DER SUNLICHT GESELLSCHAFT IN MANNHEIM. LX.346-19 auf 16,77 mil. Doppelzentner. Gegenüber der Oftoberschägung ist der Berbrauchszudervorrat um 8,3 Broz. gestiegen. Die Aus. Parteinachrichten beute stellte sich auf 15,85 gegen 16,0 Proz. Die europäische Umfrage von Mitte November ergab eine Rübenverarbeitung von 32,2 gegen 33 mill. Tonnen, mährend bie 3udererzeugung auf 5,23 gegen 5,3 mill. Lonnen ver anschlagt wird. Die Produktion in der Tschechoslowakei weist einen Rüdgang von 1,05 auf 0,98 mill. Tonnen Rohzuder auf, dagegen stieg die polnische Produktion von 0,75 auf 0,85 mill. Tonnen. Bamag- Meguin ohne Dividende. Die Reserven werden aufgefüllt. in Die Berlin- Anhaltische Maschinenfabrit Moabit zahlt für das jetzt abgeschlossene Betriebsjahr 1928/29 miederum feine Dividende. Der Rohgewinn hat sich zwar von 2,8 auf 2,3 Mill. Mart. verringert, jedoch sind Unkosten und Steuern im noch weitaus stärkeren Verhältnis von 1,8 auf 1,3 Mill. Mart gefunten, so daß der ausgewiesene Reingewinn von rumb 270 000 m. noch über den Ergebnissen des lezten Jahres liegt. Eine Dividende tommt, wie auch in den letzten Jahren schon, nicht zur Berteilung, da der Reingewinn zur Auffüllung des bei der Sanierung verbrauchten Reservefonds benutzt wird. Der Umfag ist gegenüber dem recht guten Maschinenbaujahre 1927/28 nicht zurüdgegangen. Allerdings zeigte sich feit Mitte 1928 infolge der zunehmenden Geldschwierigkeiten der deutschen Kommunen ein starkes Nachlaffen der öffentlichen Aufträge. Da ein wichtiger Betriebszweig der Bomag die Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin 6 68, Sindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten. Bezirksvorstand. ten Bezirksvorstandes im Bezirkssekretariat, LindenFreitag, 22. November, 18 Uhr, Sigung des erweiter straße 3, 2. Sof, 2 Treppen. Die für Freitag, 22. November, angefekte Sigung der weiblichen Mitglieder des erweiterten Bezirksvorstandes und deren Stellvertrete rinnen fowie der Rreisleiterinnen für Agitation muß umständehalber auf Mittwoch, 27. November, 19% Uhr, verlegt werden. Die Gigung findet ebenfalls in der Lindenstr. 3 an belannter Stelle ftatt. Das Franeusekretariat. 13. Kreis Tempelhof. Seute, Dienstag, 19. Nopember, 19% Uhr, im Nadel. arbeitsraum der Schytle in Mariendorf. Rurfürstenstr. 53, Beginn des Barteifurfus: Der Arbeiter und der neue Gtoat". Referent Dr. Gregor. Morgen, Mittwoch, 20. November( Bußtag). 49. Aht. Schwerhörige. Mitgliederversammlung um 18 Uhr im Jugendheim Bindenstr. 4, vorn 1 Er. Bortrag: Attuelle politische Tagesfragen". Referent Mag sendemann. Alle Genoffinnen und Genoffen sowie Sum pathifterende und Borwärts"-Refer find bazu eingelaben. Echwarzer, Gabriel- Mar- Str. 17. 114. bt. Sidsten beza: 9½ Uhr Funktionärsikuna mit dem Borstand bei 132. Abt. Blankenburg. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Kla. Dorfftraße 2. zährige Genoffin. Bir gratulieren ihr auf das beralichte und wünſchen ihr soch viele Sabre der Mitarbeit in unserem Streise. 31. Abf. Unserem lieben Freunde und alten Genossen, dem Verbands. Borfizenden Ernst Serb ft, au seinem 60. Geburtstage die herzlichsten Glüdwünsche. Wir hoffen, diefen um bie Arbeiterbewegung schr verdientes Rampen noch recht lange in. unseren Reihen zu finden. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei. Organisation 4. Abt. Unfer lieber alter Genoffe Baul Soffmeister ist aut 13. November plöglich verstorben. Ehre feinem Andenten! Einäicherung heute, Dienstag, 19. November, 17 Uhr, im Arematorium Gezichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. 30. Abt. Unsere Genoffin Selene Gliebs ift am 15. Saventber perftorben. Chre ihrem Andenken! Einäscherung heute, Dienstag, 19. Novem ber, 10% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Teils heiter, teils neblig, mit etwas niedrigen Tages. temperaturen, schwache Quitbewegung. Für Deutschland: Im Besten tpieder langsame Bewöllungszunahme, im übrigen Reiche teilweise heiter, allgemein fühl. 14 Das neue Zieh"-Haus. Noch fein Jahr ist es her, daß ein Riesenbrand das Kaufhaus Ließ in der Chauffeestraße vernichtete. Heute steht an feiner Stelle ein imposanter Neubau, der allen Anforderungen eines modernen Kaufhauses in Bezug auf gute Bauart, Feuers ficherheit und 3weddienlichkeit entspricht. Man rerzichtete hier auf alle großsprecherische Architektur in Gestalt von impofanten Licht höfen und Treppenanlagen, in schöner, ruhiger Gliederung erhebt sich ein Stockmert über dem anderen, große, übersichtlich gehaltene Verkaufsräume ermöglichen eine rasche und bequeme Kundens bene Sprintlersche Regenanlage durchgeführt, bei großer Higeentwicklung öffnen sich die an der Decke angebrachten Düsen, modurch jede Feuersgefahr im Reime erstickt wird. Großausgebaute Be- und Entlüftungsanlagen sorgen für die notwendige Luftzufuhr. Den Personalräumen ist eine Sporthalle angegliedert, mit dem Ausgang nach einer offenen Terrasse, die sich im Sommer in einen Errichtung von Gasanstalten und der Bau von Müllverbrennungs Freie Sozialistische Hochschule abfertigung. In allen fünf Stod werten ist die vorgeschrie anlagen ist, so wirkte sich die Finanznot der Gemeinden bei dem Unternehmen natürlich spürbar aus. Allerdings weist ber Geschäftsbericht darauf hin, daß in den letzten Wochen eine gewiffe Besserung im Auftragseingang festzustellen ist. Sonnabend, den 23. November, 191, Uhr, im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates, Bellevuestraße 15, Vortrag der Genossin Toni Pŕülf, M. d. R.: und kleinsten Besucher wurde im 5. Stockwert eine Kinderstube eingerichtet, wo die Kleinen unter Aufsicht von Kindergärtnerinnen spielend die Wartezeit verbringen können. Ein großer Aus= Zu der Entwicklung in der Gaswirtschaft bemerkt die Ber. Die Eherechtsreform und die arbeitende Frau Dachgarten verwandeln läßt. Für die Unterbringung der kleinen waltung, daß die Tendenz zur Gruppengasversorgung die Aufträge für den Bau kleiner und mittlerer Gasanstalten start eingedämmt hat, wobei das Unternehmen jedoch in dem Ausbau der für die Gruppengasversorgung notwendigen Zentralwerte und die gleichfalls notwendigen Reinigungsanlagen ihren Ausgleich findet. Die Berichte aus den anderen Betriebsabteilungen, dem Stahlwerksbau und der Abteilung Kohlenaufbereitung, lauten gleich. falls günstig. Auch die Beschäftigung bei dem Dessauer Bert hat sich gegenüber den legten Jahren gebessert. In der Bilanz kommt der Gesundungsprozeß nach der Sanierung von 1927 zum Ausdrud. So konnten auch im legten Betriebsjahr die Schulden, die noch zum 30. Juni 1927 mit 20,7 Millionen ausgewiesen wurden, im letzten Jahr weiterhin Don 7,1 auf 5,3 Millionen gesen tt werden. Zugleich wurden die Wechselschulden rund um die Hälfte auf 1,0 Mill. Mart zurückgezahlt. Demgegenüber halten sich die Forderungen auf dem hohen Stand von rund 12 Millionen. Die Aussichten des laufenden Jahres beurteilt die Berwaltung fehr vorsichtig. Es wird jedoch hervorgehoben, daß im Inlande mie im Auslande Berhandlungen über Projekte großen Um. fanges schweben, die zum Teil schon sehr weit fortgeschritten find. Es tann also danach bamit gerechnet werden, daß im Laufe der nächsten Monate der Beschäftigungsgrad bei der Bamag- Meguin fich nicht verschlechtern wird. Große Geldflüffigteit in Deutschland. Der Ausweis der Reichsban? Dom 15. November läßt eine starte Ent Iaftung zur Monatsmitte ertennen. In der ersten Novemberwoche war die Entlastung noch nerhältnismäßig gering, mas aus der gerade pollzogenen Distontherabjegung erflärlich mar. Um fo mehr bestätigt die starke Entlastung der Reichsbant von Bechseltrebiten zur Monatsmitte die Auffassung, daß auf dem deut fchen Geldmartt im großen und ganzen eine ziemliche Geldflüffigfeit herrscht. Die Wechsel bestände haben um 259,2 auf 2060 mil. Tionen abgenommen, gleichzeitig haben die Bestände an Reichsschah mechseln sich um 29,2 auf 2,5 Millionen Mar? verringert, ein felten erreichter Tiefstand für diese Art von Kapitalanlagen der Reichsbant. Demgegenüber find im Berhältnis die immer zur Monatsmitte an Steigenben 2ombarddarlehen wenig vermehrt, näm lich um mur 81.3 auf 132,0 millionen. Die Abnahme der unver zinslichen fremden Gelder auf Girokonto um 2,2 auf 495,2 Millionen ist minimal. Der Umlauf von Bantnoten ging um 204 auf 4246,4, der Umlauf an Rentenbankscheinen um 7.0, auf 384,4 millionen Mart zurüd. Die währungsmäßigen De dungs. mittel der Reidsbant wurden wieder verstärtt; die Goldbestände um 5 auf 2234, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,4 auf 369 Millionen Mart. Entsprechend dem Rüdgang des Noten umlaufes stieg das Dedungsverhältnis durch Gold und Devisen zusammen non 57 auf 59,9 Prozent. Reichsfinanzminiffer gegen allgemeine landwirtschaftliche Steuerffundungen. Auf eine Eingabe der landwirtschaftlichen Spigen verbände, in der zum 15. November weitgehende Steuererleichterungen gefordert wurden, hat das Reichsfinanzministerium grundsäglich ablehnend geantwortet. Das Reichsfinanzministerium gesteht zu, daß bestimmte Bandwirte und Winzer durch die Preisentmidlung besonders schwer geschädigt seien, daß aber auch in den am meisten betroffenen Gebieten es noch zahlreiche steuerfähige Landwirte und Winzer gäbe. Eine allgemeine Stundung bestimmter Reichsabgaben tönne deshalb nicht in Frage kommen. Für Steuererleichterungen in einzelnen Fällen sei die Grundlage in früheren Berordnungen gegeben. Aus der Partei. Sigmund Bunji gestorben. Nur fünfzig Jahre alt, iſt Dr. G. Kunfi an einer Lungenentzündung geftorben. Meltere Genoffen werden sich gewiß seiner wissenschaftlichen Artitel in ber Neuen Zeit vor dem Krieg erinnern. Kunfi war Gymnasialprofeffor in Ungarn, die Revolution machte ihn als einen der geistiger Führer der Sozialistischen Partei zum Volkskommissar. Bor der Reattion mußte er flüchten. Die Wiener ,, Arbeiter Zeitung" ftellte ihn als Rebatteur an Der Sozialismus verliert in Kunfi einen überaus tenntnisreichen und flar dentenden Arbeiter. Runfi litt seit den schweren Aufregungen der Revolution und Emigration an Schlaflosigkeit, die er durch Schlafmittel bekämpfte. In der Nacht zum Sonntag hat er, mohl schon im Halbschlaf sich in der Menge vergriffen; er wurde am Sonntag bewußtlos auf gefunden. Man schaffte ihn, da er nicht zu erwecken war, ins Kranten haus dort trat aber die Lungenentzündung hinzu, die den Tod herbeiführte. Karten zum Preise von 50 Pfennig( einschl. Garderobe) sind an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr 3, 2. Hof links. 2 Treppen; Arbeiterjugend Groß- Berlin, Lindenstr. 3, 2 Hof links, 2 Treppen; Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf., Lindenstr. 2: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Deutscher HolzarbeiterVerband, Am Köllnischen Park 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße Ecke Luisenufer; Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25; AfA- Ortskartell, Engelufer 24/25; Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5; Zentralverband der Angestellten, Hedemannstraße 12; Verlagsgesellschaft des ADGB., Abteilung Sortiment, Inselstraße 6a; Frauensekretariat der SPD., Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppen; Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt, Lindenstr. 3, 2 Hof links, 2 Treppen. 28. Abt. Frauenveranstaltungen. Der heutige Frauenabenb findet im Lokal Bartels, Wörther Straße 19, ftatt. 86. Abt. Mariendorf. Donnerstag, 21. November, 19% Uhr, bei Niendorf, Chauffeeftr. 19, Frauenabend. Bericht vom Bezirksfrauentag und Mit teilungen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Reis Tiergarten. Die bis jest verlauften gofe find am Mittwoch amischen 11 und 13 Uhr bei Frau Eisfelder, Klopftoditt. 9, abzuredinen. 14. Areis Reukölln. Die verlauften Lose find sofort abzurechnen bei Frau Sarnisch. Gengerftr. 4. Es find noch Lofe au baben. Jungjozialisten. Wochenendturfus heute, Dienstag, 19. November, pünktlich 20 Uhr, in der Jugendherberge in Rowawes. Thema: Unsere Stellung zur Che und Cherecht. Referentin Anna Santoch. Kortlekung am Mitt woch, 20. Rovember( Bußtag), 9 Uhr. Radialer treffen am besten fchon am Mittmod 8% Uhr ein. Berbebezirk Besten: Achtung! Biz beteiligen uns gefchloffen an dem aben angegebenen Wochenendturfus in Romanes. Gruppe Tempelhof Marienborf: Seute, Dienstag, beginnt im Rabelarbeits raum der Schule Mariendorf, Rurfürstenstr. 53, der Rurfus„ Der Arbeiter und ber neue Staat". Vinttlich 19% Uhr. Gruppe Reutan: Morgen, Mittwoch( Bußtag), 20. November, Fahrt. Treffpunit 7% Uhr Ringbahnhof Reutöln. Abends Jugendheim Treptomer Straße 95-96, 19 Uhr, Borttag: Romevabfchaft der Geschlechter". Referent Judith Grünfeld. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Strels Mitte, Gruppe Pappelvlak: Seute 17% Uhr Treffpunkt aur Fahrt nam Rilbersdorf am Bahnhof Börſe. 1 M., Verpflegung und Dede find mit Gruppe zubringen. Seilnehmer aus anderen Gruppen find willkommen. Eugelufer: Morgen( Bußtag) Fahrt ins Blaue. Die neue SAS.- Gruppe ist mit dabei. Treffen 7 Uhr Gewertschaftshaus. Rosten höchstens 1 902. Beziz! Brenzlauer Berg, Gruppe Bittor Abler: Gruppenabend für Rillen Don 17-19 Uhr alle Fallen. Mittwoch, 20. November, 18 Uhr, im Heim Danziger Str. 62, Barade 3. Elternverfammlung. ontags on 18-19%; Junafalten Dienstags non 17-19 Uhr: Donnerstags Brobe aur Eonnenwendfeier. Alle Rot. und Jungfalten müssen pünktlich erKreis Weißenfee, Gruppe Gemeinschaft Babenschönhausen: Donnerstag fdjeinen, ebenfalls die mitmittenden Rüfen. Eltern, schicht cute Rinder Düntlich, regelmäßig und reftios zu uns. Freundschaft! Gruppe Rehlendorf: Gruppenabende finden jest in der Norbichule, Bots damer Gir. 5-7, statt, und zwar an jebem Mittwoch von 16-18 Uhr für Silten und an jedem Freitag von 18-20 Uhr für Falten. Geburtstage, Jubiläen usw. 9. Abi. Unfere liebe Genoffin Selene Shippozeit. Birkensiz. 7. feierte am 18. Rovember ihren 60. Geburtstag. Genoffin Schipporeit war in früheren Jahren Frauenleiterin der Abteilung und ist bente noch eine fehr Mein KapitänKautabak schmeckt mir doch am besten! auch estecke 12 MONATS- RATEN Raddatz Berlin Leipzigerstr. 122-123 GRASA NUR NOCH Ausgezeichnet Okasa T HERMANN TIETZ stellungsraum liegt nicht in der Mitte des Hauses, sondern ist an die Hoffeite gelegt und durch seine zwei Stodmerte hohen Fenster flutet das Seitenlicht in die unteren Geschoffe. Dieser feitliche Lichthof hat seinen besonderen Reiz durch die prachtvolle Marmorverkleidung, die nicht nur die Wände, sondern auch die in einer Kurve geschmungene Treppe umkleidet. Der Marmor selbst stellt eine Seltenheit dar, da der Bruch, welcher auf dem Monte Alto in der Nähe von Rapallo liegt, ausgebeutet ist und vielleicht für diesen Bau die letzten Blöde geliefert hat Links und rechts von der Fassade find außen sichtbar die Treppenhäuser angebracht, die nach außen die großen jenfrechten Firmenschilder aufnehmen. Der Haupteingang liegt in der Mitte des Gebäudes gegenüber dem Marmorsaal. Die Fenster im ganzen Hause sind in Bronze ausgeführt, überhaupt ist der ganze Bau als ein Stahlflettbau burchgeführt, moraus fich auch die überraschend schnelle Fertigstellung des Hauses erklären läßt. Die Fassadenpertleidung ist in Cottaer Sandstein und muschelfalfähnlichem Material ous. geführt. Der Neubau stellt eine Bertaufsfläche von insgesamt 12 000 Quadratmeter dar. Unter der Bauleitung der Firma Tieß. wurde der Bau nach Entwurf des Architekten Erich Schaubt ausgeführt. Männer! Neue Kraft: Nur ,, Okasa"( asch Geheimrat Dr. med. Lahusen). Das unübertroffene hochwertige Sexual- Kräftigungsmittel( sexuelle Neurasthenie). Kein Reiz mittel, für das gesamte Nervensystem überaus wohltuend. Ueberraschende Wirkung Notariell beglaubigte Anerkennungen von zahlreichen Aerzten und tausende Dankschreiben dankbarer Verbraucher beweisen die einzig dastehende Wirkung! Trotzdem gibt es noch Zweifler! Wir versenden daher nochmals 30 000 Probepackungen umsonst Es ist eine neue Broschüre erschienen, In neuer, gediegenster Ausstattung!, Mit neuem, bedeutend erweitertem. hochinteressantem und belehrendem Text! Wir legen diese Broschüre jeder Probepackung kostenlos bei Es sind lediglich 40 Pt. für Doppelbrief- Porto befzufügen( unverlangte Nachnahmen kennen wir prinzipiell nicht). Zusendung diskret verschlossen durch das General depot und Alleinversand für Deutschland: Radlauers Kronen- Apotheke, Berlin W. 61, Friedrichstr. 160. Okasa( Silber) für den Mann, Originalpackung 9.50 M. Beachten Sie genau! 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Peinlicher S&michenfall Er ist vor kurzen, einem Bekannten von mir begegnet, einem ziemlich ruppigen Kerl, dem mir schon auf der Schul« den Spitz- nennen„Igel" verliehen litten. Trotz seiner Borstigkeit war es ihm gelungen, eine zarte, zierliche Frau zu bekommen. Mit dieser seiner jungen Ehegesponsin besuchte er eines Nachmittags die Kunstaus- stellung, die ein mit ihm und seiner Frau befreundeter Händler ver- onstaltet. Kaum ist er wieder zu Hause, so wird er von diesem Herrn angerufen: ,L>u! Es ist mir sehr peinlich. Aber gleich, nachdem du uich deine reizende Gattin unsern Laden verlassen, wurde bei uns eine kleine chinesische Bronze vermißt. Allerdings trotz ihrer Winzig. tcit«in äußerst wertvolles Stück. Ein« weibliche Gestalt. Aus der Tschou'Dynastie. Eine selten fein« Arbeit..." Der junge Ehemann grinst« zunächst in den Fernsprecher hinein: „Ja! Aber was haben wir damit zu wn? Du meinst doch nicht «cwa.. Der Kunsthändler entschuldigte sich nun ganz verlegen, da der Ton des anderen von Wort zm Wort merklich gereizt«? wird. Er meine nur. weil nach ihnen beiden kein Besucher mehr im Geschäft gewesen sei, da ja schon während ihres Aufenthalts bei ihm ein starkes Dunkel geherrscht habe. Und ob nicht vielleicht ein Versehen rorgekommen sein könnt«? Mein Freund hängt ärgerlich und ver, stimmt den Hörer ein. Er geht zu seiner Frau hinüber und befragt sie barsch, wie es ist, ob sie etwa? Doch sein« Frau verneint und verweigert, verletzt über seine Rauheit, jedes weitere Eingehen auf di« Sache, so daß er den Fall schließlich auch aus dem Kopf verliert, um mißlaunig in seinen Klick, zu gehen. Zu seinem höchsten Er- staunen und Entsetzen entdeckt er aber am anderen Morgen, als«r eckig und mürrisch nach einem seiner seidenen Taschentücher sucht, die das Kammermädchen gewöhnlich in die Schiebladen seiner Frau verkramt, zwischen einem Haufen von Perlentäschchen und Taschen seiner jungen Frau den bewußten vermißten Kunstgegenstand, die chinesische Schmuckfignr. Er überlegt sich den Vorfall nicht lange, sondern stürzt sofort zu seiner Gattin, die gerade aus ihrem Bade steigt. Empört stellt er sie mit den härtesten Ausdrücken zur Rede, wie sie dazu komme, sich heimlich fremdes Eigentum anzueignen. Er habe ihr doch gestern abend schon mitgeteilt, daß der Diebstahl gemerkt worden sei. Und sie, dumme Gans, habe dazu geschwiegen und ihn mit keiner Silbe aufgeklärt, daß sie das Ungeheuerlich« begangen habe. „Als du mir gestern davon erzähltest, war es ja auch wohl schon zu spät." erklärt« sie ihm ganz ruhig. Allein!" eifert er sie an.„Man hätte dann sogleich versuchen können, die Sache zu vertuschen." .Das kannst du doch jetzt auch noch." Er lehnt da» schroff ab. Nun könne man nicht mehr vermitteln. Es würde jetzt einen sonder- baren Eindruck machen. Und wie sie überhaupt dazu komme, einen solchen niederträchtigen Wahnsinn anzustellen, einen Diebstahl zu be- gehen. Noch dazu bei einem ihm befreundeten Mann, vor dem er pun wer weih wie dastehe. Dsck» wollte dich prüfen." lautete ihre kühle Entschuldigung. „Wozu mich prüfen?" tobte er sich nun in immer starker« Er- regung.„Prüf* du dich nur lieber s«lber. du Kleptomanin! Du steckst mir nicht» dir nickst»«inen fremden kostbaren Kunstgegenstand zu dir. Bemaust«inen Freund von mir und schweigst verstockt, wem» ich dir von tem Fall erzähl«. Du hättest womöglich gewartet, bis «ine Haussuchung bei uns vorgenommen wäre." I« wutende? er wird und sich anstellt, desto gefaßter bleibt seine Frau.„Ich fürchte, du wirst meine Prüfung nicht bestehen," stellt sie leidenschaftslos fest. „Was hattest du dir denn gedacht?" befragte er sie. ganz ver- zweifelt über ihr gleichgülliges Wesen. „Ich wollte dir heute oder morgen diese dumme chinesische Bronze zuspielen und dann abwarten, ob du dich ritterlich benehmen würdest." „Was heißt Ritterlichkeit in solch einem Fall«? Sollte ich m»ch etwa selber als Dieb angeben?" „Das hatte ich erhofft, daß du dies tun würdest. Daß du hin- gingest und diese unbedeutende Schuld, dieses Versehen, auf dich nähmest." „Ich soll mich bloßstellen, um deinetwillen? Ich danke! Nein! Lächerlich! Was du dir«ingebrockt hast, das mußt du nun auch selber auslöffeln." „Gut! Ich werde also allein zu deinem Freund gehen und ihm olles«ingestehen." Damit trennten sich die beiden jungen Eheleute voneinander. Er rast in sein Geschäft, um heute dort allerdings iveniger zu arbeiten, als aufgebracht über die Torheit und Heinilichkest des weiblichen Gelcbleckis nachzugrübeln. lind sie tritt ihren Sühnegang an. Alfred, btt Freund ihres Gatten und auch der ihrige, wie sie vermeint, empfangt sie in seinem Kunstladen mit seinem fesfftehcnden verbind- lichen Lächeln, dos er sich für den Verkehr mit der Kundschaft fest- gelegt hat.„Ich muß Ihnen etwas sagen, Alfred," beginnt sie ihr« Beichte. Und schon führt er sie, da er wittert, daß es sich um etwas Verschwiegenes handelt, in feine vertraulichen Gemächer. . Gestern abend, als wir bei Ihnen waren," fährt sie fort,„muß diese unglückliche Bronze sich verirrt haben und irgendwo an mir hängen geblieben sein." .„Hängengeblieben ist gut." wiederholt er sofort mit einem spöttischen frechen Lächeln. ,Dier ist sie." sagt sie zitternd und holt di« Bronze unbeholfen aus ihrem Hondtäfchchen hervor und stellt sie vor ihn hin. Alfred hascht dabei nach ihren Fingercken. „Di« entzückendste Diebin, die mir in meinem ganzen Beruf vorgekommen ist!" Sie entwindet ihm verletzt ihre Hand, die er gleich in höchst o«r- traulicher Welse drücken will, und stammelt:„Ich nehm« an. daß damit die Angelegenheit.zwischen uns erledigt ist. Alfred?" „Warum so schnell?" meint er und sucht sie nun, da er merkt. wie sie bebt, wie Freiwild an sich.zu ziehen. Aber sie stößt ihn entrüstet von sich:„Nein! Nein! Dos hotte ich nicht von Ihnen erwart, t." sagt si« fast weinend. „So?" meint«r kühl zurück:„Wie hatten Si« denn geglaubt. daß ich den Fall aufnehmen würde?" „5ch hotte geglaubt, Sie würden so zu mir sprechen. Mein« liebe Freundin, ich begreife so gut, was Sie getan hoben. Zumal ich durch meinen Freund von dem wiigeregten Zustand erfahren habe, in dem Sie sich feit einigen Wochen beiluden, seitdem Si« wissen, daß Sie«in Kind zu erwarten haben. Die«ine ihres Geschlechts hat dabei dieses Gelüst« und eine andere ein anderes. Ich kann mir das so gut vorstellen. Besonder» bei einer Frau, di« sich in ihrer jungen Ehe nicht ganz erfüllt, sondern enttäuscht sieht. Man gerät leicht aus dem Gleichgewicht in solch einer Frage, bis man sich wieder richtig ausgewogen hat. Man tut sogar vielleicht einmal etwas Falsches und Berkehrtes, nur um di« Unruhe und Unbefriedigung in sich los zu werden. Sie haben bei sich gedacht: was ist schon viel dabei, wenn du dies klein« Stückchen Bronze unter den vielen Aus- stellungsfachen, die da achtlos offen herumstehen, einmal mit nach Hause nimmst. Es hat solch ein« geheimnisvolle überirdisch« Anziehung für dich. Du kannst es ja morgen wider heimlich zurück- bringen und zwischen den andern Krimskrams stellen. Man wird es nicht sogleich merken. Und wenn man es merkt, gut: so lernst du ennnol kennen, wie di« Menschen sich benehmen werden, unter di« du dein Kind demnächst als seine nächste Gesellschaft aussetzen mußt. So habe ich mir ausgemalt, würden Sic zu mir sprechen und lieb und rücksichte- und verständnisvoll zu mir sein." „Aber das läßt sich doch noch nachholen," versucht er mm sie mit einer überbetonten Zärtlichkeit zurückzuhalten und mit ihr auf Halb und.Halb zu gelangen. Doch sie will nichts mehr mit ihm gemeinsam haben und stürzt hinaus, um sich auf einer Bank in den nahen Anlagen von dieser zweiten Enttäuschung auszuweinen. * Bei der gerichtlichen Auseinandersetzung, die zur Scheidung der beiden Ehegatten führt, tritt Alfred als Hauptbelastungszeuge auf. Gegen sie, die Frau, natürlich, zu deren Ungunsten entschieden wird, und zwar vor allem auch aus dem Grunde, roei> sie während der Verhandlung unbesonnen erklärt, sie habe sich schon in der ersten Zeit ihrer Ehe mit ihrem unliebenswürdigen Mann im stillen in diesen Freund ihres Gatten verliebt gehabt, dessen geschäftlich« Ver- bindlichkett und Höflichkeit von ihr für angeborene Herzensgüte ge- holten worden fei. Sie fei aber nun vollkommen von dieser Leiden- schaff geheilt. „Es bleibt eine unangenehme Geschichte," stellt Alfred bei dem frostigen Freudenmahl fest, das die beiden Gewinner nach dem Aus- fpruch der Scheidung miteinander einnehmen. „Für wen? Für sie oder für uns?" fragt der andere kratz- bürstig zurück. „Für uns beide mehr als für sie," entgegnet Alfred.„Ich komme mir jedenfalls irgendwie schäbig vor. Nie mehr in meinem ganzen Leben werde ich Krach schlagen, wenn eine Dam« mich be- stöhlen hat." Georg Schnarz:{jVdolffßVViCtl ftClffi III dlß WaphiaQuellen in Qalistien „Wallen Si« industrielles Leben in Ealizien sehen, Arbeiter, die hier gegenüber den Massen der Bauern eine Minderheit bilden, so müssen Sie noch Boryslav fahren, ins Naphtagebiet", sagt uns ein Bekannter in Lemberg. Wir folgen seinem Rat und fahren los. Das Dahingleiten des Zuges durch dieses Land zeigt uns die furchtbaren Weiten der galizischen Ebenen. Rechts und links schweifen die Blicke über die Unendlichkeit der blumigen Wiesen mit den weiden- den Rinder- und Pferdeherden. Wogende Kornfelder gehen über in verschwiegenen Laubwald, den im Sommer di« Bauersfrauen mit Körben am Arm, Kinder mit Eimern, auf der S«che nach Erd- und Heidelbeeren, durchstreifen. In den Städten kauft man dann den Früchtesegen des Waldes, dessen Genuß für den Städter durch das fartivährend« Bücken ukrainischer Bäuerinnen und halbflügger Kinder erst ermöglicht wird, für wenige Pfennige. Dos Angebot ist zu groß. Aber für diese Kleinbauern, die kaum ein paar Handbreiten eigenen Bodens bewirtschaften und unter halbfeudalen Verhältnissen für die polnischen Besitzer auf den Rittergütern für 2 bi» 3 Zloty ein Tagewerk von 14 Stunden leisten, bedeutet auch der geringste Nebenverdienst etwas. Wir sehen sie auf den Feldern arbeiten, zer- lumpt und barfuß. Wer hohe Stiefel trägt, ist schon«in Kulak. Höchstens langt es für«in Paar Opanken. Dem«inheimischen ukrainischen Bauern gehört die Scholl« nicht, sondern dem polnischen Unterdrücker mit den Allüren eines Kalomalherrsn. Weiter trägt' uns der Zug durch brütende Hitze und Sonnenglast, her die Landschaft erfüllt. Fern taucht, in dämmernde» Blau gehüllt, ein« Hügelkett« auf, die Ausläufer der Karpathen. Ihre Konturen gehen über in den Dunst der Wolken, si« verwischen sich am Horizont: Himmel und Erde sind eins. Und die Sonn« jagt einen heißen Atem über di« Landschaft, die jetzt langsam ihr Gesicht oerändert. Wir nähern uns der Bahnstation Drohobicz, die noch m der Ebene liegt. Hier befinden sich die Fabrikanlagen der großen Oelraffinerien. Man liest Firmennamen an den Zisternen wie„Golizia".„Gasolina". In Röhren kommt das Oel von dem am Bergabhang liegenden Quellgebiet Boryslav herunter, um hier seine Verarbeitung zu er- fahren. Nach kurzem Aufenthalt in Drohobicz fährt der Zug nach Boryslav. Er schnauft den Schienenstrang herauf, denn es geht bergan. Ein Blick aus dem Fenster zeigt uns längs der Bahnstrecke di« Oelzuleffungsröhren, die das dickflüssige Element vom Bohrtum in die Fabrik befördern. Der Wasserspiegel des Baches schillert, durch einige Tropfen Oel erzeugt, in den Farben des Regenbogens. Man kann den Erdsaft jetzt riechen, wenn man die Nase schnuppernd in die Luft steckt. Ein vertrauter Gestank, derselbe, wie ihn die Autokavalkoden auf Berlins Hauptverkehrsstraßen verbreiten. Nur etwas ins Naturhaftere übersetzt. Dieser Geruch liegt über dem ganzen Gebiet und wird intensiver, je mehr man sich vom endlich erreichten Boryslaver Bahnhof auf Schusters Rappen den Bohr- türmen nähert. Aber erst müssen wir da» Bild der Stadt in uns aufnehmen, die einen so pfftoresken Eindruck macht, als fei sie für einen ameri- konischen Goldgräberfilm hingestellt worden. Unglaubliche Buden stehen am Wegrand: aus Brettern und Fachwerk errichtet. Die Ver- wahrlofung menschlicher Behausungen feiert höchsten Triumph. Seit Dezennien wohnen Arbeiterfamilien in diesen Löchern, deren Stu- den eben mannshoch sind. Schmutzige Kinder kriechen auf dem Boden im Dreck herum oder wühlen im Schmutz der Straß«, die sich bei Sonnenhitze in feinsten Staub verwandelt und bei Regen in_ knietiefen Schlamin. Der aus Brettern auf Pfosten errichtet- Bürgerfteig befindet sich einen halben Meter über dem Straßen- Niveau und ist so schmal, daß zroej sich Begegnende kaum vor- einander ausweichen können. Hinter Gittern und Zäunen sieht man mehrstöckige Gebäude. Sie sind weiß gestrichen, aus Ziegeln erbaut und haben blank- geputzte Fensterscheiben, hinter denen man Schreibmaschinen klappern hört. In solchen Häusern, die wie Offiziere vor der Kor- poralschaff schmutziger Arbeiterhousrekruten stehen, sitzt der Stab der Erdöidirektoren und Ingenieure mit dem Troß der Assistenten und Sekretärinnen. Sie kommen aus Nord und West nach Borys- lav—- nnmc.n est Omen—, wollen Oel bohren und keine sozialen Problem« lösen. Den Duff des gewinnbringenden Naphtaa in den Nasen nehmen sie den Armeleutegeruch aus den Baracken nicht wahr. Oel ist hier die große Losung der modernen Konquistadoren aus Deuffchland, England, Frankreich. Holland. Die eigentlichen Herren des Landes, die Polen, kontrollieren nur 23 Proz. der gesamten Oelförderung. Ihre nationale Wirtschaft ist allzu jüngsten Datums, di« großen Mächte des Kapitalexports sicherten sich die fetten Extraprofite des Oels, die dem früheren Beherrscher Galiziens. der K. K. Monarchie, durch die Nase gingen. Hat es einmal so etwas wie einen„Run" auf di« Oelque.lle» gegeben? Fast sieht es so aus. Bis hinauf in die bew-ildeten Berge ist alles porzelliert. Grundstück von Grundstück getrennt. Auf lleinster Fläch« erhebt sich der Bohrturm eines Privatunternehmers, während sich nebenan die Gerüste der großen Konzerne in die Luft recken. Die technischen Anlagen lassen an Primitivität nichts zu wünschen übrig. Da ist auch nicht die Spur von der technischen Schönheit in den großen Industriegebieten des Montankapitalis- mus. Dessen Hochöfen und Fördertürm« sind Wahrzeichen des industriellen Zeitallers, erzeugen ein« neue Romantik, wenn die Flammen der Hochöfen am nächtlichen Himmel lodern und die Seil- scheiden der Fördcrtürme sich drehen. Die Dohrtürm« verschandeln höchstens die Landschaft, weil keine Verbindung mit der Umwelt besteht. Hier fehlt das zweckmäßige Ineinandergreifen der Dinge, saubere technisch« Zulagen, saubere menschliche Behausungen. Der Fördermaschinenraum ist einfach«ine Vretterbude mit Dachpappe benagelt, mit winzigen Fenstcrlöchern und blinden Scheiben. In ihr bedient der Maschinist die Förderpump«, die am Drahtseil 1500 Meter heruntergelassen wird, um das Oel auszusaugen, damit e» die Bohrröhr« hinaufklettert, um sich oben in einen Sanrmel- behälter zu ergießen. Es springt nämlich nicht fortwährend, wie man in der Laienvoostellung annimmt, es muß erst gefördert werden. Natürlich maschinell, die Menschen brauchen es nicht, wie di« Kohl«, au« dem Bauch der Erde herauszuholen. Der Kraftverbrauch der Maschinen ist auch nicht so groß. Ein« Pumpe ist kein Förderkorb. Der Maschinist, der höchslbezahlteste Arbeiter, verdient pro Tag bis zu g Zloty... So erzählt mir ein Naphtaarheiter mit Neid ist der Stimm«, denn sein Tagelohn beträgt nur 4' Zloty. Biel« Naphtha- aobeiter oeodieneii noch weniger. Ihr« Anzüge glänzen wie mit der Speckschwarte eingerieben. Man tonn diesem dickflüssigen, braunen Stoff der körperwarm aus der Erde kommt, nicht entgehen. Der Boden der Förderanlagen fit verölt, glitschig sind die Bohlen rund um den Bohrturm.„Achtunq", ruft ein Arbeiter, als wir am Bohrwrm stehen, während das Seil der Pumpe über ein« Rolle läuft, um sich aufzuhaspeln. Wir springen zur Seit«, denn das Oel spritzt fetzt hervor, wird in einer Röhre aufgefangen und fließt ab. Gleich in die Raffinerie, wo es in zivilisiertes Petroleum und Gasolin verwandell wird und von dort aus in besonderen Transportwagen den Weg in die Welt an- tritt. Irgendwo aus einer Nordseehallig wird Leuchtöl aus Golizien ein Fffcherhaus erhellen, während Boryslaver Gasolin Fwgmotore treibt. Ein Blick in die Kesselhäuser läßt unsere Augen vergedtich den Brennstoff suchen. Der traditionelle Kohlenbunker, der sonst die Nahrung für das Kessekfeuer hergibt, fehlt. Trotzdem brennt ein« stetig« Flamm« mit unoenninderter Kraft. Sie wird aus einer dicken Röhr« gespeist, empfängt durch sie fortwährende Zufuhr. Wir tippen auf Oel, aber es ist Erdgas. Dieser Brennstoff wird vollkommen kostenlos aus der Erde geholt. Mit feiner Hilf« speichert man Energien, die man braucht, um das Erdöl zu fördern. Kein Gasmesser, Schrecken der Großstadt Hausfrau, stört hier die Freude an der Brennstoffentmhm«. Das hört natürlich sofort auf, wenn daz Gas von der Quelle aus weitergclestet wird. In die Häuser, über Land. Da aber beim Verkauf di« Produktionskosten des Kohlengoses fortsallen, Ist es entsprechend billiger. Der billige Brennstoff für K raste rzeugung ließ in Boryslav Polens größtes Kraftwerk erstehen, das von hier aus senien Strom über Galiziens Dörfer und Städte schickt. Annähernd 40 000 Arbeiter sind im Erdölgebiet Galiziens tätig. Acht Stunden beträgt am Tage ihre Arbeitszeit, gering Ist ihr Lohn. Viele sind arbeitslos, denn die Rationalisierung scheint eine inter- nationale Maßnahm« zu sein, bei der eben immer Arbeiter auf der Strecke bleiben. Die Arbeitslosen lungern in den kümmerlichen Straßen herum, oder verdingen sich aufs Land. Wenn dazu nach eine Möglichkeit besteht. Aber die Oelförderung geht unvermindert weiter. Doch davon haben die Arbeiter nichts, denn die Prosite gehen ins Ausland. Für sie bleibt geringer Lohn, für den sie sich an der Bude des jüdischen Händler« dann und roann einen getrogenen Anzug—»wn Herrschaften in den Großstädten abgelegt— und übrigen nur die kärglichste Nahrung kaufen können. Jübredü SMlrers Tarife Mb recht Dürer mußte bei seiner graphischen Produktion darauf bedacht sein, besonder» leicht verkäufliche Kunst herzustellen, die er entweder in Konnnisstnn gab oder durch Verwandte vertreiben ließ, die sie besonders auf den damals noch sehr bedeutenden Jahr- markten feilboten und die gute Absatzmöglichkeiten dort hatten. Dürer bewertet« seine hohe Kunst sehr bescheiden, und seine Preistartf« bewegten sich in sehr niedrigen Grenzen. Bei Kupfer- stich«» und ganz besonders bei Einzelblättern war die Größe und dos Format des verwendeten Papiers für den Preis ausschlaggebend. Je einen ganzen Gulden kostete» acht Blätter in der Größe eines ganzen Bogens. zwanzig Blätter einen halben Bogen groß und siiitfundvierzig Blätter einen Viertelbogen groß. Allerdings ko»-'- damals ei« Pferd auch nur anderthalb bi» zwei Gulden. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meines geliebten Mannes und Vaters Otto Röhl sagen wir allen Freunden und Bekannten, dem Verband der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe und der SPD.- Abteilung 124a unseren herzlichsten Dank. Emma Röhl und Sohn. Bln-Mahlsdorf- Süd, den 18. November 1929. Bülowstr. 46. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 19. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 254 20 Uhr Cavalleria rusticana Der König Dienstag, 19. 11. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus I 19 Uhr Tannhäuser Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. Vorst. 86 1912 Uhr Hoffmanns am Gendarmenmarkt A.-V. 224 20 Uhr Erzahlungen Don Carlos Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr: Des Kaisers Soldaten SCALA Tägi. 2 Yorstel. 5 d 82 Uhr Barbarossa 256 Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Frühlings Erwachen Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Staatsoper am Platz der Republik 712 Uhr Hoffmanns Erzählungen Theater am Schlifbauerdamm 81 Uhr Pennäler Preise 1-6 M. Wochentg.: 50. 50 PL.- 3 M. Deutsches Theater Geraldine u. Joe, Etté, Power usw. D.1. Norden 12 310 81 Uhr PLAZA Tägi. S u. 815 Der Kaiser Sonnt. 2,5.8% V.Amerika Alex. E. 4.8066 INTERNAT. VARIETE Bußtag geschlossen! Vorverkauf von 10-6 Uhr für die nächsten Tage! CASINO- THEATER Lothringer Straße 37. Neu! Täglich 8% Uhr Heu! Vertagte Hochzeitsnacht! und ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser: Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardt Kammerspiele D.1. Norden 12 310 8 Uhr Zur gefl. Ansicht! 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